Nr. 298 Erstes Blatt 176. Jahrgang Dienstag, 21. Dezember 1926 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vntck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläk.vllch- und Slcinöraderei R. Lanze in öiehen. Zchriftleilung und Grschäftrftelle: Zchulttralse 7. Ericheini täglich,aufcet Sonntags und feiertags Beilagen. (BieBener Jamiltenblättei Heimat im Bild Die Scholle monat$«Eeju(ftrels: 2 Reichsmark und 20 Rerchspsennig für Träger» lohn, auch Ui Nichterscheinen einjtlntr'Jlumment infolge höherer «Bemalt Fernlprechanlchlülse: 51. 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gieren, pollsch. Skonto: Frankfurt am Mair 11686. Annahme von flnjelaei für die Tagesnummer vi» -um 'Nachmittag vorher. Preis inr i n»m hShe für Anzeigen oo.i 27 mm Brette örtlich 8. auseärts 10 Reichspfennig, für Ne» Klamean,eigen von 70 m Brett» 35 Rerchspjenmg, Plotzvorfchrift 20 , mehr. EhefredaKteur Dr Jrteör Wich Lange. Derantwortlich für Toi uh Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H TKyriot; für den übrigen Teil Er ft $lum|d)cin; für den An» jeigcnkil i.Bertr H.Bcch. fämtlid) in (Bienen Stresemann über die Ergebnisse in Gens. Der Reichsautzenminister in Hamburg. - Eine Rede vor dem hamburgischen Senat. Hamburg, 20. Dez. (Wolff.) Reichs- Minister des Aeußern Dr. Stresemann begab sich heu c üormit.ag in Begleitung des Bürgermeisters von Hamburg. Dr. Pe.ecsen, vomHctel «2Ker Iahreszei.en", wo er Wohnung genommen hat, nach dem Hamburgischen Welt-Wirt» schajtsorchiv. wo Geheimrat Stuhlmann einen Bericht über die Ausgaben und die Organisation des Archivs erstattete. Rach einem Rundgang durch die Räume des Archivs begab sich der M.nister zum 3 n ft i t u t s ü r auswärtige Politik, wo dessen Le ter, Professor Dr. Mendelsohn-Bartholdy, einen Ueberblick über die bisherige Entwicklung des Instituts gab und dem Reichsminister ein gebundenes Exemplar der Zeitschrift ..Europäische Gespräche" überreich e. 3m Anschluß hieran stattete der Minister dem 3 n st i t u t für Tropenkrankhetten einen Besuch ab. Auch hier be'ichtigtr der M ni ter versch ebene Abteilungen deS 3nTti?uB und nahm e nen Bortrog de- Profcs.'orZ Dr. Fülleborn über die Tätigkeit des Institu's entgegen. Hm e n Ahr fand sodann ein Frühstück statt, das der Bürgermeister Dr. Pe ersen dem Re'.chsminister in seinem Ho's' gab. Im großen Festsaal des Rathauses gab der Senat heute abend ein Esten, an dem außer führenden Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wistenschast das gesamte Konsulorkorps — in Hamburg sind jetzt fast sämtliche Staaten der Erde vertreten — teilnahmen. In seinen Begrü- ßungsworten hob der regierende Bürgermeister Dr. Petersen die Bedeutung der Vermittlerrolle hervor, die die Hansestädte seit ihren Anfängen in den Beziehungen zwischen Deutschland und dem Ausland erfolgreich durd>gefuhrt haben. Sie hätten ein gut Teil dazu beigetragen, jene Einschätzung Deutsch» l a n d s im Ausland mit zu schaffen, die Reichsminister Dr. Stresemann erneut auszubauen erfolgreich bemüht sei. Bürgermeister Dr. Petersen gedachte dann der letzten Tagung in Gens, auf der Reichsminister Dr. Stresemann jene klare und gerade Linie der Politik vertreten habe, die von der deutschen Republik seit 1919 verfolgt worden sei, jene Politik, deren Leitmotiv der Glaube an den Willen der Menschheit zum wahren Frieden und nach einer gerechten Ver- ständigung sei. Er glaube, Reichsminister Dr. Stresemann am erwünschtesten zu ehren, wenn er seine Worte ausklingen lasse in ein Hoch auf die Führer aller Völker, die in Treue zum Wesen der eigenen Ration und in "Achtung vor dem der fremden den Frieden der Welt zu sichern bereit sind Der belgische Generalkonsul M o u l a e r t verlieh im Namen des gesamten Konsularkorps der Freude darüber Ausdruck, daß es Gelegenheit gehabt habe, Reichsminister Dr. Stresemann persönlich kennen zu lernen; er stellte die fortschreitende Verbesserung des wirtschaftlichen Lebens in Deutschland fest, gedachte der großen Verdienste Dr. Stresemanns auch um die im Konsularkorps vertretenen Länder, die im Nobelpreis ihre geziemende Anerkennung gesunden haben, und schloß mit einem Hoch auf die Reichsregierung. Reichsminifter Dr. Stresemann bankte für die Worte seiner Vorredner und"entwickelte zunächst unter besonderer Bezugnahme auf die Eigenart Hamburgs die Gesichtspunkte, die für die Gestaltung der deutschen Außenpolitik maßgebend sind. Schwierigkeiten und Rückschläge, so führte er aus, dürfen uns nicht in der Erkenntnis beirren, daß der von uns eingeschlagcnae Weg der richtige ist und schließlich zum Ziele führen muh. Trotz der scharfen parteipolitischen Auseinandersetzungen darf ich das eine mit Genugtuung seststellen, daß Schwankungen inner politisch er Art am Kurs der deutschen Außenpolitik nichts ändern werden, die s.ch heule auf die Zustimmung der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes zu stützen vermag. Das Ergebnis der Genfer Tagung bedeutet einen Schritt vorwärts auf unserem Wege. Cs ist dort gelungen, eine grundsätzliche Regelung für zwei schwierige Fragen zu finden, die dem Fortschritt der politischen Entwicklung bisher im Wege standen. Es ist gelungen, für die 3 nvesti - gationSbefugnisse des Völkerbundes denjenigen festen Rahmen zu vereinbaren, der sich aus der gerechten Auslegung der Vertragsbestimmungen erg bt. Vom deutschen Standpunkt aus dürfen wir es als einen Fortschritt bezeichnen, daß dabei die Entwaffn ungs- a k t i o n, für die ein naher Endtermin festgesetzt worden ist. nunmehr allseitig als durchgeführt anerkannt ist. Das ist eine wichtige Etappe, aber freilich doch nur eine Etappe, und ich will offen aussprechen, daß es auf die Dauer ein unmöglicher und mit der Gleichberechtigung im Völkerbund unvereinbarer Zustand ist, die allgemeine Rüstungssreiheit bestehen zu losten und dabei einem einzelnen Staat die volle Entwaffnung vorzuschreiben und sie einseitig zu kontrollieren. Diesen Zustand zu be'eitigen, konnte sicherlich nicht Aufgabe der letzten Genfer Verhandlungen sein. Diese Ausgabe muß aber im Zusammenhang mit dem allgemeinen AbrüstungsproAem unbedingt gelöst werden. Die Welt wird Verständnis dafür haben, daß Deutschland seinen Willen zur loyalen Innehaltung b.T Entwass- nungsbestimmungen und die Arerkennung ter Investigationsbefugnis des Völkerbundes nicht betonen farm, ohne gleichzeitig auszusprechen, daß auch der Gedanke der allgemeinen Abrüstung feiner Verwirklichung zugesührt wird. Vielleicht liegt der wertvollste Ersclg von Genf darin, daß_ die Methode offener Aus- s p r a che, für die der Völkerbund einen so hervorragend geeigneten Rahmen abgibt, sich wiederum voll bewährt hat. Wir befinden uns noch immer im ersten Anfangs st adium einer neuen europäischen Entwicklung, und es ist gerade in diesem Stadium von Bedeutung, daß bie leitenden Staatsmänner dem Vertrauen der Völler auf jene Entwicklung so ost a!5 möglich durch sichtbare Ereignifse neue Rahrung geben. Das ist im Interesse aller beteiligten Ander in Gens geschehen. Zugleich ist mit den erzielten Ergebnissen aber der Weg frei gemacht für die praktische 3n- angrifsnahme anderer o, henpolilischer Probleme, die an Bedeutung die birher geregelten Fragen noch weit übertreffen. Auf diese Frugm sach.ich im einzelnen einzugehen, möchte ich mir h er vers rgen. Der Grundg^anke, von dem die beteil gten Staatsmänner b.'i ihrer Lösung ausgehen müssen, ist die Erken.ttn.s der Solidarität der Interessen, d.e die Völker Europas untereinander, und darüber hinaus die Völker Europas m.t den übr.gan Völkern der Welt verbindet. Das Werk von Locarno und der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund haben eine gute und sichere Grundlage für diese Politik der Solidarität dar Interesf-un gelegt, aber doch nur eine Grundlage. Die geschloffenen Verträge würden ein tot.r Buchstabe ble.ben, wenn es nicht dazu käme, im großen Geist der Verständigung darauf weiter zu bauen und so e b.ich das G buuds zu errichten, das den Völkern ein friedliches Reoene.nander- wohnen und Mitein mberaräe t n erwog i cht. Reichs ninisler Dr. Str se.nann er xv.x rte daran, daß Dr. Petersen sich in ferner Red.' za die em Grundgedui-ken d^ Z sarnrnrnwirkens und der Verständigung der Vö k r bekannt hat. Gr erhob fein Glas auf das Wohl Hamburg; u ld 'einer Führer. Die Ars ührung i des Außenministers, die vom Festsaal auf dun Rundfunk übertragen wurden, wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Die Germersheimer Bluttaten vsr Gericht Schluß der Beweisaufnahme. Landau, 20. Dez. (W. S. R.) Die Dor- mittagsfiljung des vierten VerhandlungstagcS wurde mit der Vernehmung der Zeugen einge- leitct, die ebenso wie die gestern Dernommenen zufä.lig dazukamen, als Rouzier den Mathes durch die Sandstraße führte und an der Post über den Hau en schoß. Diese Zeugengruppe be- flä.igte ebenfalls einwandfrei, daß Rouzier durch Mathes und Fechter nicht bedroht wurde, und daß er auch nicht einmal annehmen konnte, in Gefahr zu fein, vielmehr ohne jede Rotwendigkett kaltblütig s-choß. So bestätigte der eine Zeuge, daß Mathes auf den Rus des Rouzier, daß er schießen werde, sofort ein bis zwei Schritte zurückgegangen sei, wodurch die Angabe Rouziers erneut widerlegt wurde, daß Mathes einen Sprung auf ihn gemacht habe. Auch aus dieser Vernehmung ergab sich wieder, daß die französischen Gendarmerie-Protokolle in den Voruntersuchungen den deutschen Zeugen Angaben in den Mund legten, die bei der heutigen Vernehmung von diesen ganz en schieden als falsch zurückgewiesen wurden. So erHär'e die eine Zeugin, daß sie nicht gesehen habe, daß Fechter gegenüber Rouzier eine drohende Haltung eingenommen habe. Die Vernehmung der nächsten Zeugengruppe leitete zu der Beweisaufnahme über die Erschießung des Müller über. Der Bruder des Mitangeklagten Fechter, der sich mit einem anderen Zeugen von Müller kurz vor feiner Erschießung verabschiedet, wurde von der französischen Verteidigung gefragt ob Müller aufgeregt gewesen sei und ob fein Benehmen darauf habe schließen lassen, daß er etwas im Schilde führe. Der Zeuge Otto Fechter erklärte, das Müller es gesagt hätte, trenn er etwas derartiges vornehabt hätte. Die Frage der deutschen Verteidigung, ob Müller als streitsüchtig bekannt gewesen sei, verneinte der Zeuge. Der Kronzeuge der Bluttaten des Rouzier ist bei- Maurer Krebert, der unmittelbar in der Rähe, wo die Bluttaten geschahen, im zweiten Stock eines niedrigen Hauses wohnt, so daß er von seinem Standort aus alle Vorgänge der Tat genau beobachten konnte. Er Hut genau gesehen, wie alle zufällig an die PosKcke kommenden oder dort stehenknn Personen auf die Rufe des Leutnants Prudhomme "zurückgingen. Auch Mathes ging sofort etwa zwei Meter zurück und wurde nur durch den Schuh oes Rouzier, der ihn am Kops traf, am weiteren Zurückgehen verhindert. Mit der Aussage des Zeugen über die Hand- und Armstellung des Mathes im Augenblick des Schusses ist die Darstellung des Rouzier widerlegt, daß er geglaubt habe, Mathes wolle durch einen Griff in die Tasche eine 'IDaffe ziehen. Diese für Rouzier schwer belastende Aussage wollte die französische Verteidigung dadurch abschwächen, indem sie an den Zeugen die Frage nach den Beleuchtungsverhältnissen st llte. Der 3euge behauptete jedoch daß er infolge der sehr Hellen Laterne an der Postecke alle Vorgänge habe genau erkennen können. Der Zeuge beobachtete bann auch die Erschießung Müllers. Rachdem Rouzier den Mathes niedergeschossen hatte, ging er in der bisherigen Rie^ung der Sandstraße weiter und überquerte die Straße. Als er in der Mitte der Straße war, fiel ein weiterer Schuß, ohne daß der Zeuge jedoch die Richtung des Schusses feststellen konnte, wohl aber, daß Müller, der auf der rechten Straßenseite ging, nicht getroffen toorben war. Müller hielt ben linken Arm zum Schutz vor die Brust und lieh den rechten berunterbängen. Als Rouzier auf der linken Straßenseite angetommen war. schoß er wieder und Müller brach zusammen. Unmittelbar danach fiel c i n dritter Schuh, woraus Rouzier sich entfernte. Die beiden vernommenen G.md.rmen Hin - finger und Simonelle, d e am anderen Tage am Tatort nach der Brills des Rouzier suchten, die dieser sich wahrscheinlich selbst mit der Reitpeitsche herunterschlug, wollen am Ludw gs- tor Dlutspuren und Spuren eines Hairdgemenges festgestellt haben, obwohl bereits einwandfrei festgestellt worden war. daß fein Handgemenge slattgefunden hat und selbst die französische Anlage dies nicht an nimmt. Der französische Leutnant D r u n e t, der im Postgebäude wohnt, hat die Erschießung des Müller vom Fenster seiner Wohnung aus mit angesehen. Gr gab eine Schilderung, d.e mit den durch die Zeugen festgestellten Tatsachen im Widerspruch steht. So bezeichnet er die Hand- bewegung des Müller nach dem erften Schuß als eine drohende Haltung. Er unterstützt Rouzier auch insofern, daß er wie d eser bekundet, nicht Rouzier sondern Müller habe gerufen: „Du auch kaput!" Seine Darstellung widerlegt die wahrheitsgemäße Aussage der Zeugin Honnecker. die noch gar nicht vernommen worden ist. Diese versuchte der Leutnant von vornherein dadurch zu diskreditieren, daß er erklärte, die Laden der Wohnung dieser Zeugin seien geschlossen gewesen, so daß sie die Vorgänge habe gar nicht sehen können. Tie Rachmittagssihung wurde mit der Verlesung des ärztlichen Befundes über die Verletzungen Holzmanns und MatheS und des getöteten Müller eingeleitet. Der Bericht hat deshalb besondere Bedeutung, da der Tatbestand einer schweren Körperverletzung vorliegt, wenn eine Arbeitsunfähigkeit von über 20 Tagen verursacht wird, was bei Mathes zutrifst Bezüglich des getöteten Müller endet der Befund mit der Feststellung, daß die Wunden am Vorderarm und in der Brust von demselben Geschoß verursacht wurden. Man muß also annehmen. daß sich Müller instinktiv mit dem Vorderarm habe schützen wollen. Diese Feststellung widerlegt die Aussage des französischen Leutnants Brunst, der dir abwehrende Handbewegung als eine drohende Haltung binzustellen suchte. Es folgte die äußerst wichtige Bekundung der Zeugin Emma Honnecker. Die Zeugin, die gerade gegenüber dem Tatorte wohnte, lag int Bett, war jedoch noch nicht eingeschlasen, als sie hörte, wie jemand rief: Eins, zwei, drei; sie habe darauf einen Schuß fallen hören, worauf sie fort auf einen Stuhl und dann auf das Fensterbrett stieg, von wo sie durch die offene Jalousie und den geschlossenen Fensterladen hinunter schaute. Rechtsanwall Grimm stellte ausdrücklich fest, daß die Zeugin von diesem Standort aus den ganzen Tatort übersehen konnte. Die Zeugin hak gesehen, wie Rouzier auf der gegenüberliegenden Straßenseite und Müller auf ihrer Seite gegangen seien, beide in gleicher höhe. vlvhlich habe Rouzier einen Schuß und gleich darauf den zweiten abgegeben. IHütler habe beim Fallen eine Zigarette im Munde gehalten. Man habe noch die Funken gesehen, wie sie auf bas Pflaster fielen. Müller hätte gar keinen Fausifchlag führen können, weil er viel zu weit von Rouzier entfernt war. Die fehlgegangcne Kugel wurde am anderen Tage in der Mauer ihres Hauses gesunden. Diese für Rouzier vernichtende Aussage veranlaßt den Hauptangeklagten. erregt auszuspringen und zu betonen, daß er soviel Herr seiner selbst gewesen sei, daß er den zweiten Schuß nicht abgegeben hätte, wenn Müller ihn nicht angegriffen hätte — Der nächste Zeuge, der Kanzlist D e r i s widerlegt die Behauptung, daß Müller „Du kaputt"! gerufen habe. Er hat deutlich gehört, daß Müller rief: „Monsieur, warum hast du meinen Freund erschossen?" und daß Rouzier antwortete: „Worum? Egal. Du auch kaputt!" — Auch der Zeuge Mondel- m a i e r hat diese Worte Müllers und die Antwort Rouziers gehört, worauf die beiden Schüße fielen. Mi: ter Vernehmung Les Da rtm.te» Börges von Germersheim b ginn der Aufmarsch der fogcnanitien Moralitäts- unb Leumundszeugen, tie nach der Einrichtung der französischen Prozeßordnung zur Beschreibung des Charakters des Airgeklagten gestattet sind. Der Zeuge betont, Laf) Rouzier bei dem Kriege rvereins- f e st derjenige gewesen sei, der die als Haus- dekorativn angebrachten Fähnchen in den bahr. Farben hcruntergerifsön b.ue. Rouzier bestritt dies nicht, versuchte sich aber, allerdings vergeblich, herauszureden. Gin wei- rer Zeuge erkennt in Rouzier den Täter wieder, der ihn am 10. Juli ohne jeden Grund vom Bürgersteig gestoßen und geschlagen hatte. Rouzier hatte aus diese Anschuldigungen nichts weiter zu erwidern, als daß er von all dem nichts wisse. Die Quartierwirtin des Rouzier. die Kaus- mannSehefrau P i r r m a n n, stellte Rouzier über sein Benehmen daS denkbar schlechteste Zeugnis aus. Während die Pirrmann an den Dorgängern des Rouziers nichts auszusetzen hatte, sei Rouzier unerträglich gewesen. Er brachte viel ■Unruhe ins Haus, oft Frauen, mitunter mehrere und dazu noch Offiziere. Einmal stellte Die Zeugin Rouzier deshalb zur Rede mit Dem Bemerken. ihr Haus sei kein Bordell. Dann wurde Die Beweisaufnahme geschlossen. Dl? Plädoyers beginnen morgen vormittag. Das Urteil Dürfte erst in den Abendstunden zu erwarten sein. Verschleuderung deutschen vermögen; in Amerika. Lcnsationclle Enthüllungen über die Verwaltung deS beschlagnahmten deutschen Eigentums. ReUyork, 20. De;. (IU.) Die „Reuyork World" veröffentlicht einen sensationellen Bericht über unerhörte Miß Verwaltung und Rie- senoerschleuderung der beschlagnahmten deutschen vermögen. Der Bericht beruht auf dem im Auftrage des Präsidenten Loo- lidge erstatteten mehrbändigen Rapport des G e n e r a I k o n t r o l l e u r s Mac Lari über d e Verwaltung der deutschen vermögen, von dem sich die „Reuyork World" auf Irgendeine Welse ein Exemplar verschosst hat. Bisher verlautete lediglich, daß der Rapport die Verwaltung im allgemeinen einwandfrei befunden habe und nur einige übermäßige Gehälter und Provisionen kritisiere. wie aus dem Artikel der „World" hervor- geht, handelt es sich jedoch um Millionen Dollar und die Enthüllungen dürsten einen Riesenskandal zur Folge haben. Tlad) dem Bericht Mac Laris wurden Millionen und Aberwillionen Dollar aus- gegeben für Anwaltsgebühren sowie für Provisionen an Banken. Gesellscha ken, die angeblich längst liquidiert waren, wurden weiter betrieben. Die vom Kongreß festgesetzte Grenze für die verwaiiungskosten wurde vollständig ignoriert Gewiße Fonds blieben jahrelang in den Händen der Jntereffenten, ohne daß der Versuch gemacht worden wäre, sie rinzuziehen. Die beschlagnahmten wert- papiere wurden an so viele Banken und Gesellschaf- ten verteilt daß eine Kontrolle kaum möglich war. Niedrig bezahlte Beamte erhielten übermäßige Sporteln zugeschanzt. Reglernnqsbeamte benuhten Privatautos aus Kosten der beschlagnahmten vermögen. Mac Larl brachte bas ganze Jahr mit der Ueberprüfunq der Bürfjcr zu. Seine Untersuchung verschlang 200 000 Dollar. Trotzdem Mac Tart behauptet, daß ein weitgehender Mißbrauch nur mit einer verhältnismäßig beschränkten An^ihl von Treuhandsonds beirieben worden sei, führt er weh- rere hundert solcher Fälle an. Der ganze Bericht Mac (Earls wimmelt von Unregelmäßigkeiten, von Vergeudung und Verschleuderungen, welche Seite man auch aufschlagen mag. 3n einer Meldung der „Assoriated Preß" heißt es, der Bericht habe die „ü 6 e I ff e systemotls ch e Ausplünderung enthüllt die Amerika je erlebt fabr". Senator Bo roh kündigt an, daß der Senat nach den Wei" nachlsserien eine genaue U n - t e r f n d) u n g der Angelegenhe t anordnen werde. Der Senat bat bereits den Gedanken einer Unier- fudjuna gebilligt, hat ober noch nicht die nöliqen Geldmittel angewiesen. Senator Borah hat die Ab- sicht, nach den Delhnachtsferien lm Senat darauf w drängen, bah der Betrag von 50 000 Dollar kur diese Untersuchung bewilligt wird. Schahsekre.ar UI e l l o n betonte dagegen, daß der Bericht Mac Carls keine Beweise für die Verschleuderung von Eigentum bringe. Die gefabelten Methoden seien jon der gegenwärtigen Verwaltung aufgegeben worben. Die Regierung beabsichtige fein Vorgehen auf Grund des Berichtes. Die Zusammenkunft Strefemann-Musiolini. Voreilige Besorgnisse in Paris. Eigene Information des Gießener Anzeigers. Berlin. 20. De;. Die angeblich geplante Zu- fam nenkunft Strefemann-Mufsolini. die anläßlich der bevorstehenden Aegyptenreise Dr. Strefe- manns ftaftfinben solle, verseht die französische Bresse schon seht In Aufregung. Dabei taucht in den pariser Blättern u. a. der verdacht aus, dah es sich um geheime Abmachungen zwischen den beiden S'«iatsmännern handele, ja sogar um ein Militärbündnis. Die Unwahrscheinlichkeit derartiger Vermutungen liegt auf der Hand, so dah sie nicht besonders dementiert zu werden brauchen. Außerdem kann aber von einer Zusammenkunft Stresemcmn-Mussolini. wie wir von. zuständiger Berliner Stelle erfahren, i m Augenblick noch gar keine Rede sein. Irgendwelche Verabredungen sind noch nicht getrogen, und werden auch wenigstens so lange kaum getroffen werden können, als Dr. Sfrcfemann einem nur geschästssührenden Kabinett als Außenminister angehört. Eng and zur deutschen Regierungskrisis. London, 20. Dez. (Wolff.) Der diplomw- tische Dor'.chlcrstatter des n5>ailt) Telegraph" schreibt, die britischen Kreise teilten nicht die Besorgnisse, die in einigen europäischen Hauptstädten wegen der deutschen Krise empfunden oder vorgegeben werden. Es werde mit gutem Grunde angenommen, dah in dem neuen Kabl» nett Etresemann die Lomrnopol tir weiter fortführen werde, und weite Kreise glaubten, daß Hindenburg gcgmühet jedem Kanzler seinen mächtigen Einfluh zugunsten Stresemanns gebrauchen würde, äleberdies sei der ständige Staatssekretär des deutschen Auswärtigen Amtes v. Schubert von Anfang an mit der Locarnopolitik besaht worden, so dah diese unverändert bleiben werde. Die Rückkehr Dr. LutherS als Kanzler würde ebenfalls keine Beunruhigung Hervorrufen, denn obwohl er nominell Nationalist sei, so gelte er doch in einem beträchtlichen Mähe als ein kluger Patriot und ein verständiger Sachverwalter. Er sei kein ausgesprochener Parteimann, sondern ein großer Patriot wie Hindenburg. Der eiitzige Rachieil der Hinauszögerung der deutschen Ministerkrise werde vielleicht in der Llnfähigkert der deutschen Regierung liegen, in irgendwelche wichtigere außenpolitisch» Verhandlungen vor der zweiten Hälfte des Januar eintreten zu können. kritische Lage in hankau. Neue Propaganda gegen die Engländer. London, 20. Dez. (WTD.) Der Berichtorstat ter der „Times" in Hankau meldet vom 19. Dezember: Trotz der Zusagen der kantonesischen Regierung ist am Fre tag eine große Anzahl bewaffneter Truppen in die britische Konzession eingedrungen. As Mar ne» abteilungen gelandet wurden, verließen sie de Konzession wieder. Heute nachm.ttag hat der japanische Gesandte Saburi. der gegenwärtig die Lage in Ehi'-r untersucht, Bespreuungen mit der Äantonregierung begonnen. Der Militärattachä der Sowjetbotschaft in Peking, Leutnant Longva, T traf am Samstag in Hernk ru als Gast der süd- 7 chinesischen Reg eräug ein. A s Dorbcreituna für Kurd, e ung.n g gen eine Abha tung des Weih- nach1ses.es ist heute nachnit.az ein Bund zur Bekämpfung chri st kicher Vereinigungen undKirchen geg.ü ite; v ordcn. Gin» antibritische Massenversammlung, die ebenfalls heute abg.halten werden sollte, ist auf den 26. Dezember verschoben worden. Weil fläJe.e Kälte und Schneefälle einaetreten sind. Es Wird erwartet, dah in der nächsten Woche e ne sehr eifrige Propaganda betr.eben werden w rd. In Hanhang gegenüber Hankau wurde an Samstag eine Versammlung von Vertretern von 150 O g n sationen abgehacken, um Vropaganda- abteil ungen gegen die Engländer und gegen Tschrng Tsolin zu bilden. 3m ganzen Bezirk werden Flugzettel angeschlagen, in denen zur Vertreibung der Engländer aufgefordert wird. 3n einer Mitteilung über ihre finanzielle Pol t k gaben die Rationalisten bekannt. dah sie Banknoten in Höhr von 35 Millionen Dollar (4 375 000 Pfund) in der Provinz Hupeh ausgeben und alles bestehende Papiergeld zum 1. Januar «inziehen werden. TerivestfälifcheSchulstreitbeendet Das Reichsgericht zur Entscheidung angcrufeu. Berlin, 20. Dez. (WB.) Um den Schulkonflikt In Westfalen im gemeinsamen Interesse von Schule, Eltern und Staat einer sachlichen Lösung entgegenzuführen, hat der Verstand des Evangelischen R.iHS lte.nbuudeS d e ® , tschei- bung des Obersten Gerichtshofes über die Frage angerufen, ob die Auslegung Les preu- hischen SchulaufsichtSgesehes von 18.2, auf das sich der preuhische Kultusminister bei der Der» setung des diisi'ventischen DchulrateS Mischalke berufen hat, mit Artikel 174 der Reichsversassung vereinbar ist. Der Reichsminister des Innern hat sich bereit erklärt, di« Angelegenheit vor dem Reichsgericht anhängig zu machen. Im Hm- blick auf die dadurch eingeleitete Eröffnung des Rechtsweges hat der Evangelische El- ternbund Westsalens beschlossen, den Streik zu beenden. Wie der Amtliche Preuhische Pre sedienst dazu erfährt, steht der preuhische Kultusminister Dr. Becker nach wie vor auf dem Standpunkt, dah die beanstandete Auslegung deS Gesetzes mit der Reichsverfassung im Einklang steht. Er begrübt es aber, daß der Konflikt durch die Anrufung deS Reichsgerichts in die Sphäre rechtlicher Auseinandersetzung em» porgehoben wird. Aus aller Welt. Städtische Hilfe für die Universität Heidelberg. Auf einem für Geheimrat Pros. Dr. Alfred Weber veranstalteten Ehrenabend sprach Bürgermeister Amberger dem Professor den Dank der Stadt Heidelberg für lein Berblerben rn Heidelberg aus. 3m Anschluß daran teilte er mit, dah die Stadtverwaltung einhellig zu dem Schluß gekommen sei, dah das Gedeihen der Llniversität Heidelberg unbedingte Voraussetzung für weiteres Gedeihen der Stadt Heidelberg fet 5>ie Stadt werde deshalb künftig mehr als bisher auch materiell für die Universität einzu- springen bereit sein. Räheres werde demnächst ve- kanntgegeben werden. Lchiffskatastrophe auf dem Hudson. In Reuyork wurde auf dem Hudson von treibenden Eismaffen ein Perfonendampfer fo heftig getroffen, daß er kenterte. Ungefähr 100 Passagiere wurden ins Wasser geschleudert. 3n der iNoiic befindliche Fahrzeuge eilten sofort zu Hilfe und retteten eine Anzahl der ins Wasser Gefallenen. Bis seht sind 33 lote sestgcstelll worden. Das Boot war von Leuten beseht, die durch das Inserat einer Fabrik in Dem Jersey veranlaßt worden waren, sich dort ah Arbeitskrä'te anzubieien. Sie sollen angesichts der Aussicht, Beschäftigung zu finden, vor der Anfahrt an der Anlegestelle gesungen haben. Das Singen hat dazu beigetragen, daß die Rettungsversuche nur langsam elnfe'Uen» Leute am Ufer, die die Schreie der Ertrinkenden Härten, schenkten ihnen zunächst keine besondere Beachtung, da sie annabmen, daß die Leute ihren Gesang aus dem Boote sortsehten. DerJuwclcnraub aus demLchloß Chantilly. lieber die Festnahme der beiden Diebe, die im Schlosse von Chantilly in der Rächt vom 12. auf den 13. Oktober Juwelen und historische Kostbarkeiten gestohlen haben, bringt d.e Pariser Presse weitere Aufklärungen. Die beiden Fest- genommenen sind der 21 Jahre alte Chauffeur Emil Suter aus Schirmek und der 29 Jahre alte Leon K a u f f e r aus Zubern. Kausfer hatte in dem Hotel, wo er seit einiger Zeit wohnte, einen unverschlossenen Koffer stehen, in dem sich u. a. ein 21 pf e [ befand. Kausfer verlies) vor einiger Zeit sein Zimmer, um zu verreisen. Während dieser Zeit nahm das Zimmermädchen den Apfel, bis) hinein, stieß aber dabei mit den Zähnen auf etwas Hartes. Das Mädchen begab sich mit seinem Fände auf das Polizeikommissariat am R:rdbahnhof, das seinerseits Die Sicherheitspolizei in Kenntnis setzte, nachdem man festgestellt hatte, daß der harte Gegenstand, auf den das Mädchen gebissen hatte, ein Diamant von rosa Farbe war. Kausfer geriet, von seiner Reise zurückgekehrt, toegen des Fehlens des kostbaren Apfels in große Erregung, gestand, als die Polizeibeamten, die unter dem Dorwand, feine Papiere au prüfen, in sein Zimmer gekommen waren und ihm den Diebstahl auf den Kopf zusagten, diesen ein und gab als seinen Komplizen Emil Suter an, der ebenfalls in eine Falle gelockt und verhaftet wurde. Eine Qlufflävung über den Verbleib der übrigen Kostbarkeiten haben die beiden Diebe noch nicht zugegeben. Einen Teil wollen sie, da er ihnen unverkäuflich erschien, in die Seine geworfen haben. Die beiden Verhafteten sind offenbar Berufsdiebe, da bei ihnen eine Liste von Schlössern vorgefunden wurde, die sie anscheinend auch Heimsuchen too:lten. Tod eines englischen krebsforfchers. Der bekannte enalifche Krebsforscher Hugh Campbell Roß ist auf oer Heimreise nach England In der Nähe von Aden auf hoher See an Lungenentzündung gestorben. Lin großes russisches Kraftwerk. In Leningrad fand m Anwesenheit des Volkskommissars A y k o w und anderer Regie- rungsmitgl eder sowie von Vertretern des Leningrader Konsulatskorps und öffentlicher gewerkschaftlicher Organisationen die feierliche Eröffnung des Wolchow-Werkes ftatt; eines neu erbauten riesigem Elektrizitätswerkes, das täglich 56 000 K.lowatt erzeugt und die Leningrader Industrie versorgen soll. Der Bau des Werkes hat 90 Millionen Rubel gekostet. Der Aktendiebstahl in Moabit. In Der Moadi.er Altenaf.äre Und noch weitere Derhastunge.i erfolgt. In al e.t Fällen sind Akten beiseite geschafft worden, um die Vollstreckung rechtskräftiger Urteile z u verhindern. Auch diese neuen Fälle gruppieren sich um die beiden verhafte.en Veam en, Iustizinspeltor Pahlke und Justiz» obe.sekre är Rossel, t a.rend hebe" Rechtsanwalt Dr. Meyer und Gerichtsasiessor a.D. Dr. Walter Schott nicht beteiligt sind. Explosionsunglück in Eharlottenburg. In Dem Laboratorium einer Seifen- und Parfümeriesäbrik in Eharlottenburg ereignete sich eins schwere Explosion, hervorgerufen durch A e t h e r st i ch f l a m m e n , die auf einige dort lagernde Spiritusfäfssr Übergriffen. Feuerwehr gelang es nach längerer Tätigkeit den Brand zu lischen. Der Inhaber der Fabrik erlitt schwere Brandwunden. Der entstandene Sachschaden ist erheblich. Eisenbahnunglück bei Aachen. Bei den Cisenbahnverwaltungsbauten zwischen den Bahnhöfen Aachen-West und Laurrnsburg ereignete sich ein schweres Unglück. Ein Bauzug mit zwei Lokomotiven lauste dabei in die Tiefe. Der ganze Zug wurde zertrümmert. Drei Arbeiter wurden gelötet. Ein vierter wurde verletzt. Sein Zustand ist bedenklich. Ein Toter ist Vater von sechs Kindern. 3m Hochofen verbrannt Auf dem Hochofen der Hütte Kraft in S 1 e t» tin waren mehrere A.beiker mit dem Auffüllen beschäftigt. Dabei lehnte sich ein Arbeiter 2u weit über bie Feuerung, stürzte in den glühenden Ofen und verbrannte. Schreckenstat eines Geisteskranken. In Reichenau lm Semmeringgebiet zeigte ein dort zur Erholung weilender ägyptischer Arzt plötzlich Zeichen von G.i'icsstörung. Nachdem er seine aus englischen Pfundnsten bestehende Barschaft in kleine Stücke zerrissen hatte, stürzte er sich auf ssiar Gattin und brachte dieser mit einem Dachzieg l mehrere Verletzungen am Kopf bei, Daraul stürzte er sich aus dem Fenster. Er erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz nach seiner Einlieferung inS Krankenhaus starb, Aus der provinzialhauprstadt. Gießen, den 21. Dezember 1926. Die För'-Ierlaufbahn in Hessen. Im Hinblick auf die bevorstehende Schulentlas- ung dürfte es von Interesse sein, die grundlegenden Bestimmungen für die Försterlaufbahn in Hessen kennen zu lernen. Von unterrichteter Seite erfahren wir darüber folgendes: 1 Wer die st a a t l i ch e F ö r st e r. I a u s b a h n im Vollsstaate Hessen einschlagen will, muß sich einer Zulassungsprüfung unterziehen, in der die Kenntnisse einer lOklassigen Volksschule — mit Ausnahme der Fremdsprache — nachzuweisen md. In einem mit Stempelmorke — im Betrage von 1,50 Mk versehenen Gesuch ist in der ersten Hälfte des Monats Januar bei dem ■ Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameral- verwaltung (obere Forstbehörde) um Teilnahme an der Zulassungsprüfung einzukommen. Dem Gesuche sind beizuschließen: Ein Geburtsschein, aus dem hcrvorgehen muß, daß der Gesuchsteller vor dem 1. Oktober des vor der Meldezeit liegenden Jahres das 17. Lebensjahr vollendet und das 18. noch nicht überschritten hat, ferner Schulzeugnisse, Leumundszeugnisse der Behörden des Heimats- und Aufent- hallsortes, ein selbstgeschriebener Lebenslauf in deutscher Schrift und ein kreisärztliches Zeugnis über die körperliche Tauglichkeit zum Forstdienst. Die Aufnahme in die staatliche Försterlaufbahn gründet sich auf bas Ergebnis der Zulassungsprüfung und richtet sich nach dem Bedarf. Die staa11 ichen Forstlehrlinge werden nach erfolgreicher Zjähriger Beschäftigung in den von der Staatssorstverwaltung bewirtschafteten Waldungen der Försterschule Schotten t. H. überwiesen. 2. Die Forstlehrlinge der hessischen Privatfor st Verwaltungen müssen von den Privatforstoerwattungen, in deren Dienst sie stehen, mit stempelpflichtiger Eingabe unter Beischluß eines Nachweises über die Ableistung einer 3jährigen Lehrzeit zum Besuche der Försterschule bei der oberen Forstbehörde angemeldet werden. Sie haben eine bet der Försterschule Schotten obzulegende Aufnahmeprüfung wie die erwähnte Zulassungs- prüfung entsprechend den Vorschriften des § 2 der Verordnung vom 6. Oktober 1923 betreffend die Vorbereitung und Ausbildung für den Försterdienft im Volksstaate Hessen zu bestehen. 3. Anwärter anderer Forstoerwal- t u n g e n können in die Försterschule Schotten — soweit Platz vorhanden ist — aufgenommen werden, wenn von den betreffenden Forstoerwaltungen unter Beischluß eines Nachweises über die Ableistung einer ordnungsmäßigen Lehrzeit ihrer Anwärter bei der oberen Forstbehörde hierum nachgesucht wird. Die Anwärter haben eine bei der För- sterschule Schotten abzulegende Aufnahmeprüfung zu bestehen, wie sie im vorstehenden für die Forstlehrlinge der hessischen Prioatforstverwältungen vorgeschrieben ist. Gieszcncr Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: Butter 180 bis 190, Matte 35 bis 40. Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 10. Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, Unter-Kohlvabi 5 bis 8, Grünkohl 20, Rosenkohl 45 bis 50, Feldsalat 80 bis 120, Tomaten 50 bis 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 35 bis 50, Kartoffeln 6, Aepsel 15 bis 30, B rnen 10 bis 15, Dörrobst 30, Honig 50, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100 bis 110, Gänse 100 bis 140, Rässe 60 bis 90 Pf. das Pfund: Käse 10 Stück 60 bis 150 Pf.! Tauben 50 bis 70, Eier 17 bis 20, Blumenkohl 80 bis 150, Endivien 8 bis 20, Lauch 5 bis 15, Rettich 5 bis 10, Sellerie 20 bis 40 Pf. das Stück. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: V/t älhr „Iuarez und Maximilian" (Ende gegen IOV2 älhr). — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Ser Geiger von Florenz". — Astoria-Lichtspiele: „Das Reh des Schicksals". — Aus dem S t a d 11 h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Es sei auf die morgige erste Wietzerho.ung des Weihnachtsmärchens „Frau Holle", das bei der .Erstaufführung jubelnden Dei'all gefunden hat, auch an dieser Stelle hingewiesen. .vcttcrvorantzsaqe. Rördliche Winde, stellenweise dunstig, sonst wollig bis ausllarend, Temperaturen fallend, Rachtfrost, vereinzelt Schneeschauer, im allgemeinen trvuen. • * Von der L andes-älniversität. Dem Verleger der „Wormser Zeitung" und Seniorchef der F.nna Eugen Kranzbühler in Worms, Duchdruckereibcsitzer Hermann E n y r i m, ist vom Gesamtsenat der Landes-Llniversität Gießen in Anerkennung der vaterländischen Haltung der „Wormser Zeitung" auf einem wichtigen Vorposten in der deutschen Westmark die Würde und das Abzeichen eines Ehrensenators verliehen worben. Gleichzeitig hat die Universität ihrem Dank für eine ansehnliche Stiftung der Herren Hermann und Paul Cnyrim Ausdruck verliehen, durch Die dem klassisch-philologischen Seminar eine bedeutende Vergrößerung der von Pros. Kalbfleisch begründen Sammlung der Ianda-Paphri durch glückliche Ankäufe in Aegypten ermöglicht wurde. Gießen im Derkehrsbund Ober- Hessen. Die Sladt^ervrdiete .v rsamml: ng hat am Schluß ihrer jüngsten Sitzung dem Be.tritt der ©tibi Gießen zum Verkehrsbund Oberhessen zr,gestimmt. Der I.ihr:sne'.trag beziffert sich auf 1 Pf. pro Kopf der De'cb.k.kung. " Die Sonderrate der Winterbeihilfe, für die daS Sladtparlament in s iner Sitzung vom vorigen Donnerstag 18 000 Mark bewilligte, wird heute, morgen und evtl, noch am Donnerstag an die Fürsorgeempsängrr des Wohlfahrtsamtes und des Arbeitsamtes ausgezahlt. Insgesamt kommen hierfür rund 2100 Personen in Betracht. * * Das Bureau des Verkehrsvereins ist gestern in das neuhergerichtete Tor Haus am Ee tersweg neben der Pianohand» hmg von Rudolph verlegt worden. In diesem Bureau soll u. a. eine öffentliche Fernsprechstelle dem Publik-un zur Verfügung stehen. * • Richtigstellung. In unsrer gestrigen Mitteilung über die Ehrung des Geh. Me hinab rates Pros. Dr. phil. et med. vet. h, c. Mar - t i n ist eine i urtümliche Angabe enthalten. In der Zeile 12 muß es richtig heißen': „Die Beterinär-medizinische Fakultät der Unluerfibal Zürich hat Martin zum Dr. med. vet. h. c. ernannt.“ " Personalien. Ernannt wurde der Forsbamtaspirant Rudolf Göbel aud Laubach zum Förster der Försterei Kirtorf. In den Ruhe- tand tritt auf fein Aachsuchen vom 1. Januar 1927 an der Bademeister Louis M ö b u s bei der Dz^direktion D:d Salzhausrn. *» Aus dem Gießener Standesamts- r e g i |'t e r. Es verstorben in der Zeit vom 1. bis 15. Dezember: 2. Dezember: Therese Reiß, geb. Spier, Witwe, 77 I. alt, Mäusburg 12. 5.: Georg Hoß, ohne Beruf, 82 9. alt, Neustadt 55. 7.: Chri- tiane König, geb. Blank, Witwe, 69 9- alt, Kaplancigasse 2; Heinrich Ludwig Allendörfer, Schreinermeister, 78 9- alt, Frankfurter Straße 88. 8.: 9rma Grönoy, geb. Feheroän;, ohne Beruf, 70 9. alt, Goethestraße 40. 9.: 9da Stein, geb. Brücher, Witwe, 68 9- alt, Sicher Straße 74. 11.: Margarete Katharine 9unker, geb. Weber, 35 9. alt, Frankfurter Straße 36. 12.: Elisabeth Fnda Margarete Stern, geb. Semper, 48 9 alt, (Barten- kraße 13. 13.: Karl Louis Walther, Zugführer i. 9t, 65 9- alt, Hillebrandstraße 3; Dr. Friedrich Alexander Wyneken, Kaufmann, 60 9. alt, Ostanlage 29. 14.: 9ohann Georg Kraft, Gastwirt, 57 I. alt. Frankfurter Straße 83: Anno Gertrude Therese Staubach, ohne Beruf, 30 9. alt, Setters weg 46; Friedrich 9uüus 9eschke, Fuhrmann, 59 9- alt, Neustadt 15. (5 Fünfziger-Feier in der Stadt- k i r ch e. Der Verein der Fünfziger 1876—1926 hielt seine 9ahresschluhfoier mit einem gemeinsamen Gat- tesdi.'nst am Sonntag in der Stadtkirche ab Die Kirche war von dem Atterskollegen Moser aufs schönste geschmückt Der Bauersche Gesangverein fang zur Eröffnung: „Die Himmel rühmen", wäh- den der Liturgie .Heilig ist der Herr7^und am Schlüsse „Wohin soll ich mich roenben". Die Festpredigt hielt Pfarrer Mahr. *• Sie Gießener Fahrschule für Kraftfahrzeuge von Hemrich Appel. Seltersueg 73, bittet uns mikzuieilen, daß sie mit dem Fahrlehrer A., von dem in unserer Sams:ägau^gaoe in dem Bericht übet eine Verhandlung vor dem erwei.ecten Schöffengericht Gießen dir Rede war, nicht identisch ist. Wiv bestä.igen, daß diese Firma mit dem in Betracht, kommenden Vorfall nichts zu tun hat. ** Zur Kündigung von Geschäftsräumen wird hem Preußischen Pressedienst aus dem preußischen Wohlfahrtsministerium geschrieben: Die Aufhebung des Mieterschutzes und des Reichsmietengesetzes für Geschäftsräume, die auf Grund der Verordnung über die Lockerung der Wohnungs- zwangswirtfchast im wesentlichen erst zum 1. April nächsten 9ahres wirksam wird, Hai in den hiervon betroffenen Kreisen eine mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Bedeutung der Rückkehr zur Dertragsfrel- heil auf diesem Gebiete des Wohnungswesens verständliche Beunruhigung hervorgerufen. Demgegenüber fei darauf hingewiesen, daß in der Ausübung des Kündigungsrechtes ein Mißbrauch der den Vermietern wiedergegebenen freien Derfügungsbefug- nis ohne weiteres nicht erblickt werden kann. Allerdings müssen Kündigungen, die lediglich zum Zwecke einer unangemessenen Mietssteigerung, womöglich sogar unter Ausnutzung einer Zwangslage des Mieters erfolgen, ernstlich mißbilligt werden. Ganz anders sind dagegen solche Kündigungen zu werten, die lediglich in Der vorsorglichen Absicht ergehen, die Vermieter zwangswirtschaftsfreier Geschäftsräume nicht schlechter zu stellen, als etwa die Vermieter zwangsbewirtschafteter Wohnräume. Denn Geschäftsräume, die dem Reichsmietcngesetz nicht mehr unterliegen, nehmen natürlich auch in Zukunft an etwaigen Erhöhungen der gesetzlichen Miete nicht mehr ohne weiteres teil. Da solche Erhöhungen in absehbarer Zeit erwartet werden können, bleibt den Vermietern von Geschäjtsröumen nur die Möglichkeit, durch Kündigung der bestehenden Mietverhältnisse zum Abschluß neuer Verträge zu gelangen, die zum mindesten die Anpassung an Wohnraum- mieten, insbesondere die Berücksichtigung etwaiger zukünftiger steuerlicher Belastungen bei der Höhe des Mietpreises sichern. £ Modernes A uto-Dremsver fahre n. Auf Einladung der Bezirksverwaltung Gießen des Reichsverbandes deutscher Berufskraftfahrer fand am Samstagabend im Gewerkschaftshaus Gießen ein Lichtbilderoortrag des Dipl.»9ng. Fischer- Berlin über die „Knorr-Luftdruck-Vierradbremse" statt. Der Vortragende wies zunächst auf die schnelle Entwicklung im Krastwagenbau hin und betonte Dann, es habe bisher uns eine wirksame Möglichkeit Des schnellen und sicheren Abbremsens der hohen Geschwindigkeiten der Wagen gefehlt Die alle, nur auf die Hinterachse wirkende Bremse habe sich bald als unbrauchbar erwiesen, und auch die spätere mechanische Vierradbremse sei den Anforderungen nicht gewachsen. Durch die nunmehrige Einführung des Eisenbahnbremsverfahrens, der Kunze-Knorr-Lust- druckbremse, sei man allen Schwierigkeiten begegnet Hierbei handele es sich nicht um eine an sich neue Erfindung, sondern um jahrzehntelange Erfahrungen bei Der Eisenbahn. Bei Der Luftdruck-Vierradbremse bediene der Fahrer vom Führersitz aus nicht allein die Bremse des Motorwagens, sondern auch der beliebig zahlreichen Anhänger, also genau wie bei der Eisenbahn. Eine große Reihe belehrender Lichtbilder gab em Bild von der technischen Einrich- tung der Vierradbremse am Automobil. Hierbei war ucr allem die Tatsache ins Auaö sprinaend daß da, komplizierte Gestänge mit seinen zahlreichen Ge- lenken des bisherigen Bremsoerfahrens in Wegfall kommt. Für jedes Rad ist ein besonderer Brems- ^linder vorhanden, je zwei werden von einem Druckluftbehätter gespeist, die wiederum einen gemeinsamen Druckregler haben. Zwischen dem Mo, iorwagen und den Anhängern vollzieht sich das Bremsen wechselseilig, dadurch bleibt der Lastzug aestreckt und das Mitnehmen von Beifah'-ern auf Anhängern kann eingespart werden. Das Bremsen geschieht wie bei der bisherigen mechanischen Bremse durch Niedertreten eines Pedals. Die Einrichtung einer Notbremsstellung ermöglicht ein Halten in kürzester Zeil. Um bei Glatteis das gefährliche Schleudern der Wagen zu verhindern, kann durch einfache Bedienung eines Hahnes die Vorderrad- bremse ausgeschaltet werden. Die Verbindung von Wagen zu Wagen erfolgt durch Schlaucbkuppelun- gen. Reiht eine solche, |o strömt aus der Anhangerleitung Druckluft aus und der abgerissene Woge^ kommt sofort zum Halten. Beim Vorderwagen schließt sich sofort ein Rückschlogsventif und verhindert den Verlust an Druckluft. Die Druckluftbremse sei in ihrer Einfachheit und absoluten Betriebssicherheit ein nichtzuübertreffendes Hilfsmittel Im Kraftwagenverkehr der Neuzeit. Durch einen besonderen Anschluß könne die für die Bremse erzeugte Dri'ck- lüft auch noch zum Auffüllen der Schläuche, zur Betätigung der Hupe, der Sandstreuer, Bei-gstützen, zum selbsttätigen Ausrücken der Kuppelung usw. be- nutzt werden. Die Hauptsache aber sei und bleibe die bedeutend erhöhte Sicherheit für Fahrer, Passagier und Straßenpublikum. Lebhafter Beisall der zahlreichen 9nteressenten dankte dem Redner für seinen lehrreichen Vortrag, der durch die große Zahl von Lichtbildern besonders instruktiv gestaltet war. legte" . Eg ein- o /rantunß J9 L Abends Mcht 1°! sWä Deutung * "Sr® De re nTn L ferner « Mi'- krjigen ®n9e nenben W lerzen, ^am Renten W Rängen der Gemeinde Jt Zug wieder a keiner ber 3L schieben. Schritt aus qeminnung w ungeschritten, großes W Der Dinf alle Aus Mönner-T sten Au gäbe flinbtrüblcilun spiele, Nikolau gleichen in bei freube, die M dieser Er Turnverein \t\ in diesem Ha Uedungchaii« ins Äinbetlar jugendlichen sichtlicher Fri mkinschastttch den, üm ffnei Jubel wurde zwar ohne ; Gedicht btad). tung unb die preßte Mdei öle ilnlunft bt trnlt der sucher ervdrrie neigunft der 1 sacke nut sv1 bons u. dgi allerlei Lob große Breze! die jugenblid uerftänblidier als einer schc 'Lolkssitte, ni Ruprecht für unb forderte regelmäßige Es hat sich c fache Feiern % •• Matthäus gemeinde. Am Abend des letzten Adventfonntogs erlebten die Teilnehmer am Gemeindeobend der MaUhäusgemeinde in der Stodtkirche eine «inzigariige Feierstunde. Di« Spiel* schar der Jugendoereinigung führte ein Krippenspiel auf, dos um Io wirkungsvoller war, als cs an dem gegebenen und dafür bestimmten Ort, nämlich der Kirche, ausgeführt ward. Das Landeskirchenamt zu Darmstadt hatte feine besondere Genehmigung dazu erieUt. Obwohl reichliche und arohe Schwierigkeiten zu überwinden waren (insbesondere plötzliche Er- krankung des Organisten Simon), war der Verlaus des Abends erhebend. Nach dem Gemeindegesang „Macht hoch die Tür, die Tor' macht weit" zog die Gesamte Spielschar — insgesamt 42 Personen — in eierlichem Zug bei Chorgcscmg aus den lichtge^ dämpften Raum der Altarbühne aus. Die „Bühne" war durch Tannengrün abgegrenzt, die Beleuchtung auf Kerzenlicht eingestellt die Kostüme altdeutsch und stileinheillich gewählt, sä licht und einfach, ebne Glanz und Prunk; die Spieler spielten ohne Perücken und Kostüme. In seinem Eingangsgruß madju der Sprecher im Talar, Pfarrer derlei, der Leiter des ganzen Abends, auf die große Be* beutung solch eines heiligen, gottesdiensllichen Spieles aufmerksam und gab einen gedrängten, aus« klarenden Uebcrbllä über das Geschehen des Spiels. Dieses selbst verlief ohne jede Störung, tadellos im Aufbau, einheitlich in der Liturgie und getragen von dein best.'N Wollen der jugendlichen r-char. Brion- ders markante Bilder waren: die Verkündigung über den Hirten (das dreistimmige Gloria in excelsi»), ferner das heilige Paar im Stalle zu Bethlehem, während die Gemeinde fang „Stille Nacht, heilige Nacht", und im letzten, dem Anbetungsteil, das schwingende Jubilieren der Engel und der kleinen herzigen Engelchen und dann insbesondere das Schluhbild, das di« ganze Schar unter dem brennenden Lichterbaun,, umgeben von reichen Lichtkerzen, ^zusammensah zum Lobgesang und abschließenden Gebet mit Segen. Unter den brausenden Klängen der Orgel und dem „D du fröhliche" der Gemeinde zog die Schar im gleichen, feierlichen Zug wieder ab. — Die Kirche war stark gefüllt, wohl keiner der Zuhörer ist ohne innere Ergriffenheit geschieden. Die Jiigendvercinigung ist einen guten Schritt auf der eingeschlagenen Bahn der Rück- gewinnung der mittelalterlichen Mysterienspiele vor- angeschriilen, sie war wohl die erste, die hier ein großes Kripvenspiel In derKirche gab; ihr gebührt der Dank aller Edeldenkenden. L_ Aus der Jugendabteilung des Männer-Turnvereins. Eine det vornehmsten Aufgabe aller Vereine, die Jugend- oder Kinderabteilungen besitzen, ist es, durch Krippen- spiele, Nlkolausfeiern, Weihnachtsfeiern ober der- ?leichen in der Adventszelt die rechte Weihnachts- reübe, die rechte Weihnachtsstimmung ju wecken. Von dieser Erkenntnis geleitet, hatte der Männer- Turnverein feine Turnschüler lind Turnschlilerinnen in diesem Jahre zu einer Nikolausfeier in seiner UebungsHalle versammelt, um mit ihnen eine Fahrt ins Kinderland zu unternehmen. Nahezu 200 feiner Jugendlichen waren dem Ruse des Vorstandes mit sichtlicher Freude gefolgt. Musikstücke, Gedichte, gemeinschaftliche Weihnachtslieder bereiteten den Bo- den, Um Knecht Ruprecht zu empfangen. Mit großem Jubel wurde schon der kleine Nikolaus begrüßt der zwar ohne Huckesack kam, der aber ein hübsches Gedicht brachte, das die sehr beschwerliche Vorbereitung und die noch schwerere Erdenreise Knecht Ruprechts schilderte; als der kleine Himmelcgast aber die Ankunft des großen Nickelsmannes ankündigte, kannte der J-ibel keine Grenzen. Der himmlische Besucher eroberte sich In noch größerem Maße die Zuneigung der Kinder, als er es aus feinem Gaben- farfe nur so von Nüssen, Gebäck, Haselm'isien. Bonbons u. dgl m. regnen ließ. Zuletzt te'te er unter allerlei Lob ober auch Tadel jedem einzelnen eine große Brezel aus. Der zweite Vorsitzende begrüßte die jugendliche Kinderschar und brachte ihr in leicht verständlichen Worten den Sinn der Nikolausseier, als einer schönen, tief Im deutschen Volke wurzelnden Volkssitte, näher. Der Oberturnwart dankte Knecht Ruprecht für den Besuch und die leckeren Gaben und forderte von den Kleinen als ihren Dank die regelmäßige Teilnahme an den Uebungsstunden. — Cs hat sich auch diesmal gezeigt, daß gerade einfache Feiern dem kindlichen Sinne entsprechen und deshalb dankbar ausgenommen werden. Der Männer-Turnverein kann mit Recht diele kleine Deran- ftaliung als einen vollen Erfolg buchen. •• Die letzte » ililäriiche Weih» nachlsfeier nerdnQte am ®o mtagafenb aus der .Liebtashöhe" das Llnt rosfizierkorps des 1. lHess.» Ball. 15 Ins.-Regt., sowie zahlreiche Offiziere unö viele Gäste aus ter Bürgerschaft. Die veranstaltende Demniguna hotte sich ebenfalls m bester Weise bemüht, ihren Güsten durch ein gut zusammengesetzt - Programm angenehme Unter- Haltung zu bieten. Der ausgezeichnete Verlauf der Feier und dir gute Stimmung, die allgemein herrschte, bewiesen, daß ihr das In vollem Maß« gelungen war. Vach der üolichrn Einleitung durch einige schöne Mulikvorträge folgten der von Unteroffizier K och gesprochene Prolog und eine kurze Begrüßungsansprache dis 1. Voriihendim, der sich die Abwickelung der Vortragsfolge an- schloß Zunächst erfreute Frl. Varthelmes durch zwei Gesangsvorträge. für die sie wohlverdiente, dankbare Aberkennung fand. Eine köstliche Uederraschung bracht? ein weiterer Prv- grarnmpunkt, der auf dem Zettel durch zwei mystische Fragezeichen angetündigt tourt-?: eine kleine Solotänzerin präsentiert? sich in einigen niedlichen Tanzen, u. a. auch alS kleine .RokokS- dame". Die Klein? machte ihre Sadr? recht hübsch und erntete stürmischen Beifall. Einige Zithervorträge, musikalisch? und humoristisch? Darbietungen und ein Theaterstück füllten den Aaend In trefflicher Weise auS und wurden freundlich ausgenommen. Eine Tambola und ein Preisschießen bereitete den Glückskindern und guten Schützen durch schöne Preise und Gewinne mancherlei Freude, und bei dem anschließenden Tanz kam auch daS tanzlustige Völkchen auf seine Rechnung. Der Lohnftreit in der deutschen Schuhindustrie. WSV. Frankfurt a HL, 20. Dez. Wie aus Leipzig gemeldet wird, haben sich die gestern, Sonntag, dort tagenden Generalversammlungen des Deutschen Hausschuhsabrilantenver- einS und des Verbandes Deutscher Holzschuy- unb Holzpantoffel-Fabrikanten einstimmig dem Aussperrungsbeschluß des Verbandes der Deutschen Schuh- und Schäftesabrilanten angeschlossen. Von dem Beschluß werden insgesamt etwa 20000 Arbeiter und Arbeiterinnen betroffen. Schweres Unglück auf der Lahn. Sechs Tote. WSR. Bad Ems, 20. Dez. Heute mittag gegen 12 Uhr ereignete sich bei den Arbeiten: an dem neuen Lahnstauwerk zwischen Dausenau und Ems ein schweres Unglück, das sechs Menschenleben forderte. Eine Dampsramme wurde etwa 100 Meter auswärts gezogen. Die Stamme schwamm auf einem Floß, das auf zwei Pontons aufmontiert war, und stand mit einem an dem Bestimmungsort befindlichen Pfahl durch ein Drahtseil in Verbindung. Dieses Seil lief über die auf einem Ponton angebrachte Windung. Aus diese Weise sollte das Floß die Lahn heraufgezogen werden. Da die vier auf dem Floß befindlichen Arb.iter diese Arbeit nicht allein schaffen konnten, begaben sich weitere vier Arbeiter auf das Floß. Als die Dampsramme in der Mitte des an dieser Stelle etwa 20 Meter breiten und infolge des Hochwassers sehr reißenden Flusses sich befand, senkte sich plötzlich der eine Ponton nach vorne und lief t m R u voll Wasser. In demselben Augenblick rutschte der Belag der Pontons, auf dem die Dampframme und die Arbeiter sich befanden, Ins Wasser und verschwand in den Fluten. Während eS zwei. Arbeitern gelang, sich zu retten, ertranken die übrigen sechs Arbeiter, unter ihnen der Rammeister, ohne daß ihnen Hilfe gebracht werden konnte. ES handelt sich bei den Opfern meist um Arbeitslose auS der Umgebung, die erst vor wenigen Tagen eingestellt worben waren, und die bis auf zwei Familienväter sind. Dis jetzt gelang es nicht, die Grieben au bergen. 3m Laufe deS Vachmittag- erschien die Limburger Staatsanwaltschaft und die Dortige Gewerbe- Inspektion an der Unsallstelle und leitete die Untersuchung ein. Preußen. Miete B-cylar. =• Wetzlar, 20. D:z. Heute fand im Sitzungsfaale Veuen Kreishauies eine Kreistagsfiyung statt. Sämtliche Krciö- tagdmHglki er waren anwesend. 3m Vordergründe des Interesses stand ein Antrag der sozialdemokratischen Kreistagssra.ti. n auf Gewah. rung einer Weihnacht-unter siützung an die Erwerbslosen und sonstigen Unter- stühungsempsänger. rund 2400 an der Zahl. Vach langer Debatte wurde der Anirag mit knapper Mehrheit genehmigt. 25 000 "Mk wurden für den genannten Zweck aus Kreismitteln bereit- gestellt. Die übrigen Punkte der 'Tagesordnung, meist Interne Angelegenheiten, wurden erledigt bzw. drei Punkte für eine spätere Kreistags- sihung, die voraussichtlich Ende Januar oder anfangs Februar ftattfin'en wird, lurückgestellt. 3 Wetzlar, 20. Dez. Der Vlehversiche« rungsverein für den Kreis Wehiar hielt dieser Tage hier unter dem Vorsitze des Landra s Dr Sartorius feine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Versammlung ging eine S tzung des Derwaltungsrats voraus, der sich mit der Prüfung der Rechnung des GefchäslsjahreS 1925 28 bricha tigte. Dem Kassenführer wurde Entlastung für die Rechnung des Geschäftsjahres 1924 25 erteilt. Die Tärigleit des Vereins erstreckt sich nicht nur aus Die Versicherung von Rindvieh, Schweinen. Pferden und Ziegen, der Verein unterhält auch eine logen. Viehleihkasie. die den Zweck hat, bedürftigen Landwinen zur Beschaffung des in Ihrer. Wirtschaft notrendigen Viehbestandes Erleichterungen zu gewähren. Rach dem Gefchästsberickt beträgt die Zahl der Mitglieder bei dec Rindviehverfiche- rung 1524, bei der Schweineversicherung 3355, bei der Pserdeverficherung 895, bei der Ziegen- Versicherung 1075. Für übet 800 Schadenfälle hat Der Verein rund 111 000 Mark Entschädigung gezahlt, ein Beweis dafür, daß er eine segensreiche Einrichtung Hit die Biehbesiher des Äreb ses Wetzlar ist. 'A* Lützellinden, 20. Dez. Am Samstagabend würbe in ber hiesigen Kirche ber 0 b e r l i n ■ Film „Sprechende Hände" vorgefiihri. In vielen Bildern wurde den Besuchern von dem Leben ihrer ärmsten Mitmenschen, den Tatibsiummblinden, erzählt, denen die Fingersprache, die „Sprechenden Hände", die einzige Dersländigungsmöglichkeit mit ihren Nebcnmenschen ist. Der Film, ein Gegenstück zum Bethel-Film hinterließ bei den Zuschauern einen nachhaltigen Eindruck. — Am Sonntagabend (and in unserem Gotteshaus die Wcihnachis ' eler der Ktelnkinderschule statt. Den Mittelpunkt ber Feier bilbeten Gesangs- unb Ge- blchtvorträge, bie von den Kleinen mit sichtbarem Eifer vorgetragen wurden. Als Belohnung für ihren Fleiß erhielten sie viele schätze Sachen, die mit großer Freude empfangen wurden. Mainqau. WSR. Frankfurt a. M.. 20. Dez. Gestern abend gcg?n 1/z12 Uhr ist d'.e bei ihren Angehörigen wohnende 76 3 ihre alte Frau Heidt in ihrer Mansarde in der Mainkurstrahe verbrannt. Die Feuerwehr fand die Frau erstickt und mit schweren Brandwunden am ganzen Körper vor. Wahrscheinlich ist die alte Frau mit einer brennenden Kerze zu nahe ans Bett gekommen — 3n Offenbach wurde bekanntlich kürzlich am Hellen M tlag der langgesuchte, aus dem Diezer Zuchthaus entsprungene Fassadenkletterer Hans Brey aus Frankfurt, als er sich gerade durch einen Einbruch das nötige Kleingeld zum Leben verschiffen wollte, fest- genommen. Sein M thelser konnte dagegen entkommen. Bei Durchsuchung der Kleider des Brey fand die Kriminalpolizei nun einen unscheinbaren Zettet mit der Adresse eines in Duchenrod bei Fulda wohnenden Mädchens Al- da- Mädchen in einer Gastwirtschaft am Salzhaus in Stellung war, halte sich ihm Dreh unter dem Romen .Hans "Berget" genähert. und es erkannte ihn c nwandsret wieder. Der angeblich- Berger wohnte damals bei einem geteilten Adoll Litzenberger m der Heide- strche im Stadtteil Bornheim. Als die Kriminalpolizei dorthin kam, fand fit ito.it Litzenberger nicht vor. da er gerade ein »Gastspiel" im Gefängnis gab. toobl aber entdeckte sie unter einem Sofa den Komplizen Dreh-, Wilhelm Steg» mann, der zulammen mit Bretz aus dem D.ezer Zuchthaus auscicbrochen war und später in Frank- futt allerlei Sachen gedreht hatte. Auch Dreh Halle bei diesem Litzenberger gewohnt. — "Bel dem Althändler Leopold Eis. der in der Ronnenaasse eine Ankauf-steile für Lumpen. Fla- tchen und Papier betreibt, entdeckte Die Kriminalpolizei bei einet unerwarteten Revision in allen Winkeln der Wohnung ein ganze- Lage- vvtz Metallen aller Art. darunter nahezu 6 Zentner M e t a 11 a i n n , d e beschlagnahmt wurden. Die Metalle hatte ein Arbeiter einer Metallsirma In der Langestraße gestohlen Und an Ei- verkauft Ei- wurde wegen ge.verb-» mäßiger Hehlerei in Unterluchungshaft genommen. WER. Bad Homburg, 20. Dez. Am Sonntag wurden in der Rähe von Dornholzhausen im Dickicht einer Waldung die Leichen von zwei jungen Leuten, einem Herrn und einet Dam?, gefunden. Die Leichen waren bereits in Verwesung übergegangen. Man fand bei ihnen Wertsachen und Ausweispapiere, sowie Ablchiedsbriese und eine Atmeepistole. mit der anscheinend der junge Mann da- Mädchen und dann sich selbst erschossen hatte. Die Leichen wurden von der Polizei beschlagnahmt. ES handelt sich um eine 20jährige Fabrikantentocküer auS Kaiserslautern und einen 25jährigen Prokuristen. Vor etwa sechs Wochen verschwand das junge Mädchen aus dem elterlichen Haute und setzte sein? Eltern von seinem Vorhaben In einem Abschiedsbriefe In Kenntnis Die Eltern setzten für die Auffindung der Verschwundenen ehic Belohnung von 500 Mk. auS. Allem Anschein nach ist die Tat um den 5. November begangen worden. SVrcdiftiiitDcn der Nevaktiou. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. Für unverlangt eingefanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wirb keine Gewähr übernommen Anzeigenaufträge finb lediglich an bie Geschäftsstelle zu richten. bkiajaftudKä. Lin schöne» Weihnachtsgeschenk für Knaben ist ein Bleyle-Anzug. Die Buben sehen in blesem Gewand recht schmuck aus, daneben bietet es ben Vorteil großer Dauerhaftigkeit. Eltern, bie Ihrem Buben unb sich selbst eine Freube machen wollen, sorgen für einen Bleyle-Anzua auf bem Weihnacht»- tifcb. Nieberiagen in Gießen befinben sich bei Julius Schulze, Kreuzplatz--Ecke Seltersweg, unb Franz Bette, Mäusburg. Den Interessenten für lebende Biumengesä-enke zu Freud' unb Leib ist noch viel Zu wenig bekannt, daß der Verband Deutscher Blumengcschästcinhaber. Sitz Berlin, eine Organisation für Vermittlung von Biumenspenben für bas Inland und Ausland geschaffen hat, durch die jedem Auftraggeber für lebende Biumenspenben Gelegenheit gegeben ist. lebende Blumen in voller Frische pünktlich an ben Abressaten gelangen zu losten. Durch biefe Einrichtung werben erhebliche Derpackiings. unb Versand- spesen erspart. Für bie Zuverlässigkeit ber Ausführung bürgt ber Verbaut) dahingehend, baß bet nachlässiger unb unpünktlicher Ausführung des Auftrag» die Lieferfirma aus dem Teilnehmerverzeichnis gestrichen und dies In ber Derbanbszeitung bekanntgegeben wirb. Wie anberwärts, so finb auch hier am Platze eine Anzahl Blumengeschäfte unb Gärtnereien bieser Organisation angeschlossen, unb erhalten Interessenten borksetbst jede weitere Auskunft. 10528V i i 70 ■ ’Miiiiiiiih Mr WEIHNACHTEN ist öas Beste gerade gut genug. Die größte §reuöe bereitet ein Geschenk, wenn es eine AUSERLESENE (Qualität öacftellt unö öem Beschenkten deshalb einen besonderen Genuß bietet.Darum schenken Sie Ohren verwandten unö Bekannten, öie ZIGARETTEN rauchen, öie feinen TENERIFFA- Marken, welche in besonöers schöner, öer Weihnachtszeit angepaßter Dockung in allen einschlägigen Geschäften zu haben sinö RECORD 5 PF* * * * KRONE 8 PF* PRIVAT 6 PF* * LAS PALMAS 8 PF* Hur noffi Mlnm. Donnerstag und Freitag ölefer Motte Walltorstr. 36 im Saal Werfen Sie Ihr Geld nicht fort, ohne sich vorher von der Güte und Billigkeit meiner Waren zu überzeugen. - Sie zahlen bei mir kaum etwas mehr als den Macherlohn für Burschen- und Herren-Anzüge, Lodenmäntel, Gummimäntel, Joppen, schwere Manchester- und andere Hosen usw. Teilzahlung geftattet! ö. Benner II.» Mtorfir. 36 im Laal. Achtung! Die Puppen mühen fort. Diese Woche grofje Preisermäßigung auf Puppen, Teddy. Bären usw. H. Benner II.. VMM. 36 im m\. 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Dezember 1926. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung Der Inhaber der Firma Theodor Schmidt, Maschinen-, Ketten- und Kupfer- Industrie, Gießen, wird benachrichtigt, daß das Erlöschen der Firma nach § 31, Abs. 2 HGB. von Amts wegen in das Handelsregister eingetragen werden soll. Zur Geltendmachung eines Widerspruches wird ihm eine Frist bis zum 31. März 1927 bestimmt. 10516C Gießen, den 15. Dezember 1926. Hessisches Amtsgericht. Bezirksvertreter für ges. gesch. Bad- u. Motorrad-Anhänger gesucht. Hohe, gewinnbringende Tätigkeit, da jeder Geschäftsmann Interessent ist. Offerten mit Referenzen unter H. 1047 an Koch & MQnz- berg, Ann.-Exped., Frankfurt a. M. wsbd Mit vorerst 5000 Rm. suche ich mich an rentablem Geschält zu beteiligen. Evtl, still bei Anstellung. Schr. Ang. unter 08835 an den Gieh. Anz. erbeten. Weihnachtsbitte. Die Herberge zur Heimat richte, auch in diesem Fabre wieher eine herzliche Blue an die Burger' schäft, muziihellen. den WeibnachiSitich für fremde Wanderer ah decken Die Not und Zahl ist groß, and) solcher, die durch die Zett» Verhältnisse dahin ge» bracht ivordeu find. Gaben an Geld. Wäsche, getr. Stiel- bei, Lebensmittel rc. Bekanntmackrnng. In unser Handelsregister Abt. 8 wurde heute bei der Firma Buderussche Eisenwerke, Wetzlar, Zweigniederlassung Lollar, solgenes eingetragen: Dem Rechtsanwalt L>r. jur. Hans Häuf zu Gießen und den Abteilungsleitern Wilhelm Tespe und Albert Hemke zu Weglar ist Gesamt-1 prokura dergestalt erteilt, daß jeder von ihnen berechtigt ist. mit einem Vorstandsmitglied ober einem stellvertretenden Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen die Gesellschaft zu vertreten. 10515C Gießen, den 13. Dezember 1926. Hessisches Amtsgericht. Trichterioics ßronnnophon mit 3 Planen, Mark 12.50, I Tanuiitab mit Torvedo-Fieil. 25 Mk. au verk Leltcrowea -> III. ’Jicue clcaaiuc satiniievvdcclc mit rem. Schafwolle lief. iTetfbcti»uiiau) vreiSwert au verk. Wo, sagtd.GeschaüS- stelle d. G. A. <«832 Schönes Bekanntmachung Der Voranschlag der Gemeinde Nonnen- roth für Rj. 1927 liegt von Mittwoch, den 22. d. M., ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich und mündlich erhoben werden. 10510D Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Nonnenroth, den 20. Dez. 1926. Bürgermeisterei Nonnenroth. ___ Hopp e._______ MeM Bahnhofstraße 27 Fernspr. 1631 Mittwoch früh 9 Ubr: ff. Schellfische ohne Kopf 3—4',viündtg Pfund 55 4 im Aufschnitt Pfund LU 4 Pa. (Tabliau u. Seelachs im Ausschnitt Pfund 40 4 Goldbarsch o. K. 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Hl 298 Zweites Blatt Dienstag, 21. Dezember 1926 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen) Die litauische Revolution und das Memelgebiet. Don Elisabeth Brönner-Höpfner. Die Verfasserin war se'.nerzr.t als Vertreterin Ostpreuhens Mitglied der deutschen Nationalversammlung und des Reichstages und ist nun Schriftleiterin der Zeitschrift „Das Memelland", ferner Schriftführerin des Metnellandbundes. Sie kann als einer der besten Kenner und berufenen Deurteiler der Belange ihrer Heimat betrachtet wer- den. D. Rä>. Obwohl alle Ereignisse im balkanisierten Dal- lifum die Anlage zu Internat onalen Konflikten in !ich berge.-., konnte uns die jetzige Revolution in Litauen gleichgültig sein, wenn nicht d a s S ch i ck- sal unserer deutschen Brüder im M c m e l g c b i e t durch den Vertrag von Versailles mit Litauen verknüpft worden wäre. Roch lässt sich gar nicht beurte.len. welchen Weg die Auswirkungen des l. tau'.scheu Staatsstreiches vom 18. Dezember nehmen werde. Man weih nicht, wie sich die innere Lage Litauens neu gestalten wird, man weist nicht, ob sich das revolutionäre Regiment, das ja erst vor kurzem, nämlich im Mai d. 3.. durch eine katastrophale Wahlniederlage gestürzt worden war. halten wird. Man weist nicht, welches die austenpolitischen Auswirkungen des Umsturzes sein werden. Die Revolution stand unter der Parole: Nieder mit den Verrätern Litauens an die Bolschewiken und an die Polen! Welchen Einfluß die jetzigen Vorgänge auf das Memelgebiet haben werden, läßt sich bei dieser völligen Unsicherheit aller Prämissen folglich erst recht nicht bemessen. Bis jetzt hat das Memelgebiet von Litauen nichts Gutes gehabt. Es soll nach dem Willen der vier Mächte England, Frankreich. Italien und 3apan in seiner inneren Verwaltung absolut autonom sein. Das ist in einer Konvention und einem Statut besonders festgelegt. Man erinnere sich, dast das Memelland in diesem Sommer wegen der Richtachtung seiner autonomen Rechte vor dem Völkerbund in Genf Beschwerde eingelegt, und dast der Völkerbund in dieser Sache im September gegen Litauen verhandelt hat. Die "Beschwerde hatte sich auf die Verweigerung der autonomen Rechte durch die drei Jahre in Litauen an der Herrschaft gewesene Klerisei, die Partei der Christlich-Demokraten, gewendet. Auszubaden Hütte Öen Prozeh die neue Regierung der Volkssozialisten unö Sozialdemokraten, die jetzt in der Rächt des 16. Dezember, um 3 Uhr morgens, verhaftet und abgrsetzt wurde. Als ihr Anwalt fungierte in ®;nf der litauische Gesandte in Berlin, S i dz i ka u s ka s. der dir Richtlinien der christlich-demokratischen Unterdrücker des Memelgebiets, zuletzt W Kabinetts D.straS, gelehrig b.-folgt hatte, nun aber den Linksmännem ebenso eifrig diente, wie vorher den Rechts- männem unter dem Staatspräsidenten Stul- ginski. Was das Memelgebiet betraf, konnte er das auch mit gutem Gewissen, denn die neue Linksregierung mit dem Ministerpräsidenten Slesevicius und dem Staatspräsidenten D r i n i u s kümmerte sich fast ebensowenig um dir Autonomic.Versprechungen der vorausgezangenen Rechtsregierungen, sondern hütete in diesem Punkt getreu die schlechten Traditionen der Autonomieverweigerung und gewaltsamen Litauisierung. Run ist S m e t o n a auf den Schild erhoben worden, der sich als „völkisch" bezeichnet. Er bildete mit noch zwei Genossen, den Professor Wolde maras und dem Dekan Mironas im litauischen Sejm die Gruppe der Tautininkai, her Rationalisten. 3m Parlament ist von dieser Gruppe besonders Woldemaras her- vvrgctreten. der zwar den Ehristlich-Demokraten. solange sie per terror und Belagerungszustand das Land „regierten“, manche Wahrheit gesagt hat, der aber dann, als der christlich-dernokr^t sche Rechtskurs von der demokratisch-sozialistischen Linken abgelöst war. mit gleichem Eifer dieser Schwierigkeiten bereitete. S m e t o n a war schon einmal eine kurze Zeit Staatspräsident in Litauen. Man erhoffte sich damals von ihm im Memelgebiet eine gerechte und liberale Behandlung. Die Klerikalen verdrängten ihn rasch von seinem Posten, und so entging ihm die Gelegenheit, die auf ihn gesetzten Erwartungen zu red)t fertigen. Später aber hat er sich so unfreundlich gegen das Memelgebiet geäußert, dast alle Memelländer bod) erstaunt und tief enttäuscht von ihm waren. Diese Vergangenheit lästt auch jetzt nichts Gutes von ihm erwarten, wo er wieder Oberhcr'pt des Baltische Weihnacht. Don 6iegfrieö von V e g efa ck. Wenn die Wintermorgen immer öunMer wurden, Kerzen und Oellämpchen durch das finstere Haus flackerten, und der alte 3ucfur, der Ofenheizer, wie ein Gespenst auf bloßen Füsten den endlosen Korridor entlang schlich, ungeheure Dirkenscheite ablud und die Flammen schürte, daß es durch das ganze Haus prasselte, dann war Weihnachten nicht mehr fern. Ueberall wurde am Abend getuschelt und geflüstert, plötzlich eine Tür verschlossen oder ein rätselhaftes, schwerverpacktes Ungetüm lautlos im Dunkeln vorübergetragen. Das ganze Haus roch nach Pfefferkuchen, nach Sirup. Marzipan und gelben Saftrankringeln. Karlomchen eilte mit hochroten Backen und klapperndem Schlüsselbund zwischen Schafferei und Backzimmer hin und her. gab Mandeln, Rosinen und Korinthen aus und prüfte den Sirup, ob er in der Lust schon zähe Fäden zog und die Rägelprobe bestand. 3m Saal aber, um den großen runden Tisch, wurden kleine Tannenzapfen und Walnüsse mit Schaumpapier vergoldet, große, bunte Kugeln mit neuen Schnürchen versehen, gelbe Wachskerzen in die Baumleuchter hineingedreht, Ketten auS Goldpapier gekleistert und köstliche Rosen aus buntem Seidenpapier geschnitten und mit einem klebrigen Bonbon in der Mitte zusammen- gLschnürl — diese waren für den .Leutebaum" in der Gesindestube bestimmt. lind dann kam die Dämmerstunde, wenn man mit plattgedrückter Rase an der Fensterscheibe hockte und zum Wald hinausspähte, — „ob sie schon kommen?" Es wurde dunkler und bunflcr. Schon stolperte der alte Sndrik mit einer Laterne über den Hof zum Diehstall, — da Plötzlich tauchte ein Pferderücken aus dem Schnee, und etwas tarn schwer über 'den hart- eine MkWlk WmeSW mit Wnn Betnotö. Der französische Dramatiker über die Eindrücke seiner Deutsch!andrei;e. Von unserem Pariser \X . 8.-Korrespondenten. Die kürzliche Reste des französischen Dichters Paul Valery und des Dühnenfchriftstellers Tristan B e r n a r d , einer der erfolgreichsten Dramatiker des heutigen Frankreichs, nach Berlin, hat nicht nur in Frankreich und Deutschland, sondern weit darüber hinaus in fast allen europäischen Ländern wegen ihrer k Härenen Bedeutung lebhaftes 3ntcreffe erweckt. Wir nahmen Gelegenheit, Tristan Dernard in feinem prächtigen Heim in der Rähe des Parks Monceau aufzusuchen, um einige Aeuherngen über die Eindrücke seiner Reise nach Deutschland zu erlangen. Tristan Bernard ist ein sehr viel beschäftigter Wann, schon vom frühen Morgen ab geht es bei ihm ein und aus, erwartete und unerwartete Gäste suchen ihn auf. Theaterleute, Publizisten und Schauspielerinnen wollen von ihm empfangen werden. Das Telephon klingelt fast unaufhörlich. 3ch muß einige Minuten in einem feiner Empfangssalons warten, während TristanBernard im Rebenzimmer selbst m t einem PariserTheater- dircrtor verhandelt. ES . -ert nicht lange, da haben zwei weftere Besucher Platz genommen die ihn ebenfalls zu sprechen wünschen. Ringsum an dcn Wänden zahlreiche Karikaturen von ihm selbst. Der große schwarze Bart, der sein Gesicht umrahmt, ist schon seit 3ahren c'n beliebter Zielpunkt aller Pariser Kar.katuristen. Dann erscheint er selbst in seiner ganzen imponierenden Größe und breiten Gestalt in Pantoffeln und seidenem Pyjama und begrüßt mich als alten Bekannten. .Run. lieber Freund, womit kann ich 3hnen dienen?" fragt er mit breitem, gutmütigem Lächeln, indem er sich auf ein Kanapee niederlegt. .3d) möchte gerne einige Eindrücke von 3hrer Reife nach Deutschland hören und wissen, wie Sie über d ie deuts che Bühne und Literatur urteilen, nachdem Sie selbst in Berlin sie kennenzülernen Gelegenheft hatten." „3d) bin mit ganz ausgezeichneten Eindrücken nach Paris zurückgekehrt. Die wissen, daß ich mich schon während meiner Reise vielfach begeistert über das deutsche Theater ausgesprochen habe. Diesen hervorragenden Eindruck kann ich 3hnen mir immer wieder von neuem bestätigen. Uebrigens arbeite ich jetzt gerade daran, meine Meinungen und Erfahrungen über das künstlerische und literarische Leben Berlins niederzu schreibe n." „Und werden Sie diese Arbeit veröffentlichen?" „3awohl. Und zwar beginne ich mit dieser Veröffentlichung schon in den nächsten Tagen im „3ournal". Dort schreibe ich über Stücke, die ich gesehen habe, über das deutsche Theater- Wesen, über Schriftsteller und Schauspieler. Denn ich vertrete die Ansicht, daß wir von den Erfahrungen, die wir durch unsere gegenfeitigen Besuche machen, den größten Nutzen ziehen sollten." ..Was für Stücke haben Sie in Deutschland gesehen?" „Das letzte Stück von Hauptmanns „Dorothea A n g e r m a n n“, das mir recht gut gefiel, und außer vielen anderen besonders auch eiu Drama von Wedekind. Gerade Wedekind kennt man bei uns in Frankreich sehr wenig. Uebrigens ist es mit der Kenntnis der modernen deutschen Dramatiker im allgemeinen in Paris überhaupt sehr schlecht bestellt. 3ch denke hierbei besonders an Kaiser und Etarnheim. 3d) habe mir in Berlin erzählen lassen, daß es recht talentierte Leute seien. 3d) muß 3hnen zu meiner Schande gestehen, daß ich selbst auch nur recht wenig von ihnen kenne. Sehen Sie. gerade diese Unkenntnis veranlaßte mich zu meiner Reise nach Berlin, zu der das Reinhardt-3ubiläum der äußere Grund war. Gerade wir 3ntelltftucllcn müßten uns gegenseitig viel besser kennen lernen und müßten in viel engere Beziehungen zueinander treten. Sie wissen, daß mein guter Freund Dernier. der Direktor des Odeons, vor einigen Monaten eine Propaganda reise durch die europäischen Länder unternommen hat. um die von ihm stark begehrte 3nternationalc Theatervereinigung zusammenzubringen. Dernier wurde überall begeistert empfangen. Heute ist diese 3ntcrnationalc Theatervereinigung längst aus dem Stadium der Erwägungen herausgejre- ten: sie ist eine vollendete Tatsache. 3ch selbst bin der Präsident der dramatischen Abteilung dieser Vereinigung. Nach meiner festen lieber- zeugung war eine solche Organisation schon lange notwendig, um sämtliche Dramaturgen. Schauspieler. Komponisten. Theaterkritiker der rnaß- gebeni en europäischen Länder in möglichst enge Beziehung zueinander zu bringen. 3ch habe hierbei weniger den hohen Standpunkt der Völkerverständigung im Auge, als besonders rein künstlerische und soziale Gesichtspunkte. Die Ausführung, die die Gerniersche Theatervereinigung alljährlich einmal veranstalten will, werden das theatralische Leben Gesamt-Europas stark betrübten.“ „chatten Sie auch Gelegenheit, mit deutschen Bühnenschriftstellern selbst in Beziehung zu treten?" „Selbstverständlich. Ich habe die Gelegenheit wahrgenommea, in Berlin mit den I>eri)orragenbftcn deutschen Autoren über die Notwendigkeit unserer Zusammenarbeit zu sprechen. Wir vermissen vor allen Dingen gute Hebersetzungen der wich tigften Werke. Die Uebersetzungen sind oft schauder haft. Allzu oft werden sie angefertigt von Schriftstellern, denen das erforderliche Rüstzeug hierzu völlig fehlt. Wir werden uns bemühen, diese ebenso wichtige wie notwendige Arbeit der Ueberseßung durch dazu wirklich berufene Persönlichkeiten überwachen zu lassen. Gerade auch in dieser Beziehung habe ich in Max Reinhardt einen wertvollen Mitarbeiter kennen und schaßen gelernt." „Wie haben Ihnen die deutschen Schauspiel l e r gefallen?" „Die deutsche Schauspielkunst der Gegenwart," meint Tristan Bernard, „ist außerordentlich reich an großen Talenten, aber eine geradezu außerordent- Üche Begabung ist die junge Elisabeth B e r g n e r." Bernard plauderte noch sehr angeregt über manche seiner Eindrücke, über die Abende, die man in Deutschland zu Ehren Paul Valerys veranstaltete usw. Aber schon müssen wir das Gespräch abbrechen, neue Besucher werden gemeldet. „Eine Frage noch: Werden Sie demnächst selbst wieder in Paris in Ihren Stücken austreten?'' „Nein," lautet die Antwort, „sicherlich nicht. Ich bin ein zu schlechter Interpret meiner eigener Werke. Wenn ich vor einigen Monaten tatsächlich in Paris gespielt habe, so gc schah es, um dem Drängen einiger Freunde nachzugeben, aber ich möchte dies Experiment sobald nicht wiederholen." Staates geworden ist. Das Autonomieabkommen hielt Smetona für einen schweren Fehlgriff. Allerdings sagte er, da es einmal in die Welt gesetzt fei, müsse es durchgeführt werden. Ein fragwürdiger Landesvater und Autonvmiehort wird also auch Smetona fein. Aber es ist ja schwerlich anzunehmen, daß er für Litauens und des Memellandes Geschick der nächsten Zeit den Ausschlag gibt. Die Zu- ständigkeften eines Staatspräsidenten find auch in Litauen eng umfchränkt. Es macht daher ganz den Eindruck, als ob das neue Regiment besser täte, ehrlich christlich-demokratisch zu firmieren, anstatt mit den Namen Smetona und Oberst Grigaliundas Glowackis. Sicher denkt jeder von den jetzigen, wie wohl auch von den früheren Gewalthabern, daß er der Beherrscher der Lage fei, und sicher wollen in Litauen sehr viele persönlichen Ehrgeiz befriedigen und persön- lichcn Machthunger stillen, aber in Wirllich- keit wird alles doch beherrscht von den Klerikalen. den christtich-demotratischen Dors- und Domgeistlichen. Der Faszismus, den sie groß- gezogen und mit dessen Hilfe sie j_eht die Revo- lution gemacht haben, ist nichts weiter als eine geschickte Arbeit der herrschwüttgcn Klerisei. 3hnen ist das kulturell überlegene evangelische Deutschtum des Memettandes ein schwerer Dorn im Auge. Es restlos zu litauifieren, wenn nicht anders, dann durch brutale Verdrängung des Deutschtums, das wäre ihnen das liebste. gefrorenen Weg geschleift: ein ungeheurer schwarzer Baum rauschte am Fenster vorüber, unö Vater und 'die Brüder gingen wie Gespenster hinterher. Dann wurde die große Haustür aus den Angeln gehoben. — ein schneidender Wind wehte bis in den 6aal hinein, es wurde an Stricken gezogen, gehämmert und mit dem Dell geschlagen, dann ein Ruck, — und der Riesenbaum stand da, dunkel und eiskalt, als wäre der Wald selbst in das Haus eingebrochen. Am anderen Morgen, wenn die breUen Zweige allmählich auf taut en und sich senkten, Eis- unb Schneeklunrpen auf das Parkett niedertropften und der ganze Saal nach Harz und Tannennadeln duftete. öa.nn begann das Schmücken. Auf Stühlen und auf Leitern drang man in das Dickicht der Aeste, hing die goldenen Tannenzapfen und Walnüsse auf, die dunkelroten, tiefblauen, grünen und silbernen Kugeln, die flimmernden Glöckchen und Sterne, breitete das schimmernde Christhaar aus und fbannte die Goldketten von Zweig zu Zweig. Und zuletzt, wenn alles fertig war, wenn auch die unzähligen Wachskerzen rittlings auf den Aesten sahen. — dann kam das Allerheiliaste. die „Engelgruppe", die Mutter selbst anlegte. Lauter glitzernde Papierengel. jedes Kind hatte seinen, unö in der Mitte schwebte ein rosiger Wachsengel mit einer weihen Fahne, auf der in Soldbuchstaben die Weih- nachtsbotschaft strahlte: „Ehre fei Gott in der Höhe!" Und dann, nach dem Mittag schellten dvauhen vor der Veranda die vielen Schlitten- glocken. Dick verpackt, dah man sich kaum rühren konnte, stolperte man hinaus: Mutter und die 3üngften in die verdeckte Kibftke, Vater und die grohen Brüder in die offenen Einspännerschlitten. Die alte Karlin brachte noch schnell eine glühendheiße Wärmflasche, die in einem Meer von Fellen unter Mutters Füßen versenkt wurde, dann fnallte der alte Maarz mit der Peitsche, die drei Apfelschimmel, der eine spitz» gespannt, zogen an, und mit Hellem Glockengeläut flogen die Schlitten knirschend über die frostglatte Bahn zur Kirche. 3n der Kirche war cs aber eisig, zwei dünne Weihnachtsbäume flackerten am Altar, und schnaufend und stöhnend, wie von Frost geschüttelt, tremolierte die Orgel: „O du fröhliche ..." So sah man frierend, trat heimlich mit den Fühen, zählte die brennenden Kerzen und sah den Dampf aus den Mündern steigen. Dann aber, wenn der letzte Vers ausgesungen war, die Orgel im liebermut noch die selftamsten Töne ausstieh, und alles hinausdrängte in die blauklare Winterdämmerung. — dann gab es ein Sichbegrühen von allen Seiten: Nachbarn. Doktors und Pastors, — ein Winken und Peitschenknallen. Schellen und Glockengeläut, bis sich alles in Bewegung fetzte. Karlomchen war aber daheim geblieben, und als der erste Schlitten vor der Veranda hielt, stand schon die dampfende Schokolade mit dem Gelbkringel auf dem Tisch. Die Saaltüren waren geschlossen, und niemand durfte in die Nähe, wenn sich eine Spalte öffnete und etwas bineingetragen wurde. lind nun begann die Wunderstunde, die Stunde im Dunkeln am brennenden Kamin unter der mattblauen Ampel. Hier faßen alle Geschwister dichtgedrängt auf dem Sofa und auf dem weichen Teppich gelagert, und indes man einander „gruslige" Geschichten erzählte, starrten die Augen gespannt zur Saaltürrihe, die immer Heller und Heller aufglühte. Dan klingelte es, noch einmal und ein drittes Mal, — und die Flügeltüren öffneten sich weit, ein Lichtmeer tat sich auf, in das man geblendet hineintaumelte.... Mutter und Karlomchen gingen von Tisch zu Tisch und ließen sich alle Wunderdinge zeigen, Vater aber blies mft dem langen Pfeifenrohr die Kerzen aus, die zu Ende gebrannt waren, unö löschte, wenn ein Zweig Feuer fing. Es ist fraglich, ob sich die neuen Herren an der Macht halten werden. Den Vertrag mit Moskau werden sie nicht rückgängig machen können und wollen. Eine Annäherung an Polen ist nicht zu vermeiden. Litauen hat kein Geld, keine Industrie und keine natürlichen Reichtümer. ES hat aber in diesem 3abre eine erbärmliche Ernte gehabt, so daß es kein Getreide ausfübren konnte, sondern im Gegenteil nicht weiß, wovon es sich Ersatz für das Erntedefizft! an Brotgetreide zum eigenen Bedarf kaufen folL 'Die Zahl der litauischen Arbeitslosen ist ebenso wie im Memelgebiet erschreckend doch, und die bisherigen Versuche, das unbeschäftigte Menschenmaterial nach Frankreich oder Ueberfec auszuführen. gingen fehl. Alle Misere, oder ein sehr gut Teil davon, gebt auf Konto der Echmoll- winkelpolitik. _öie Litauen, um des Raubes von Wilna wegen. Polen gegenüber betreibt. Die Fiktion, daß sich Litauen bis zur Rückgabe Wilnas mit Polen als im Kriegszustand befindlich betrachtet. ist eine zwar prächtig heroische Geste.- aber Litauen kann sie sich nicht leisten. Seft Jahren kommt kein russischer und kein polnischer Holzstamm unb kein Kahn mit russischem oder polnischem Korn die Memel hinunter, und wie der Wasserverkehr, so hat auch der Post- unö der Dahnverkehr seinen Weg um Litauen herum genommen. Es fehlt der litauischen und der memelländischen Wirtschaft der Atem und die Zirkulation, und die Zölle und Transitgebühren nehmen den Weg in anderer Staaten Kassen, als in die Litauens und des Memellandes. Wie das neue Regimen! diese wirtschaftlichen Schwierigkeiten besser betoäUigen will, als das gestürzte, bleibt unklar. Auch wie es mit den Sympathien in der Bevölkerung bestellt ist. läßt sich schwer übersehen. 3ch glaube nicht, das; sich die Bevölkerung, die in den Tagen des 8.. 9. unö 10. Mai d. 3. so energisch gegen die Ehristlich- Demokraten äußerte, mit einem Male nach sieben Monaten reuig zu den damals Verurteilten zurückgewendet hat. Die Volkssozialisten und Sozialdemokraten waren viel zu kurze Zeit an dec Regierung und außerdent - so wenig sonst ein Memelländer Grund hat. für sie einzutreten — ihre Geschäftsführung war sauber und einwandfrei. Womit feilten sie die litauische Volksseele zum Kochen gebracht haben? Sie wollten die unter etwas seltsamen Begleitumständen neu- geschaffenen B.Ztümer nicht ohne weiteres anerkennen, fie überlegten sich, ob sie den vielen neuangestellten Geistlichen von Staats wegen Gehalt zahlen, und ob sie die Rechnungen für diverse von den Klerikalen gekaufte Dischofstäbe begleichen sollten. Das war alles. Deswegen explodiert auch in Litauen noch keine Volksseele. aber das Kabinett Slesevicius forschte der Luderwirtschaft nach, die mit den Staatsgeldern getrieben worden war unö war daran, die Schuldigen zur Verantwortung und zum Schadenersatz heranzuziehen. Das wird neben der unstillbaren Machtgier der ganze Grund gewesen sein, weswegen diese Revolution, für die sich eine politische Rechtfertigung Nirgends erkennen läßt, in Szene ging. Aber selbst wenn sich die Revolutionären behaupten, das Memelland wird unter der neuert Herrschaftsepoche der Ehristlich-Demokraten keine froheren Tage sehen, als unter der früheren, im Mai d. 3. beendeten. Darüber kann das Aushängeschild mft dem Namen Smetona nicht tauf eben. Vorher hatten die Christlich-Demokratert nur den Belagerungszustand. 3etzt haben sie ihre Position gestärkt durch eine faszistische Mill« tärbiftahrr. Wird aber die Geschichte her nächsten Tage und Wochen nicht von den Ehristlich-Demokraten Litauens allein gemacht, reden vielmehr auch die Polen, auch die Kommunisten im Lande und die Russen mit, entzünden sich die dort reichlich umherliegenden Konsliktsstofse am Wilnaproblem, erweitert sich die litauische 3nnenkrise zu einer allgemeinen Baltikumskrise oder Ostkrise überhaupt, iverden die 3niereffen der Großmächte durch die Affäre berührt, dann wird das arme Memelgebiet zwar erst recht keine Ruhe finden, dann ist aber auch der Zeitpunkt gekommen, von dem man eine endliche und gerechte Regelung seines Geschickes fordern darf und muß. Seitdem es von Deutschland fort ist, hat das treu an Deutschland anhängliche Memsige biet nichts anderes erfahren als Bedrückung und Unsicherheit, Niedergang seiner Kultur und seiner Wirtschaft, den unüberwindlichen Schmerz der Trennung vom Mutterlande, an dem es hängt mit allen Fasern. Litauen, daran ist nun einmal nichts zu ändern, ist immer noch ha 1 b- llnten aber in der weihgescheuerten Gesindestube brannte ein ungeheurer, von bunten Papierrosen ganz überschütteter Weihnachtsbaum. Die Knechte schneuzten sich verlegen, die Mägde. Viehweiber und Waschfrauen standen da mit gefalteten Händen, kleine Mädchen und Buben drängten sich scheu hinter buntfarrierten Schürzen, der Gärtner taktierte, und ein schriller, langgezogener Gesang ließ die Fenster flirren. Der alte Maarz las aus der Bibel, der Verwalter hielt eine kurze Ansprache, unö dann drängte sich alles zu den Tischen, wo die Bescherung begann. Tücher, bunte Stosse. Tabak, Pfeifen, Aepfel, Psesfemüsse und Knallbonbons, — Karlomchen unö Tante Melanie teilten jeöcm daS Seine zu, währenö Mutter, sich vergeblich sträubend, Handkuß auf Handkuß entgegennehmen muhte. 11 nb dann kamen die Weihnachtstage, Besuch von den Nachbarn, von den Allmarusenschen. den Hurnmelseeschen, Pastorat und Doktorat. Das Schellengeläute vor der Veranda hörte gar nicht auf. lind der lahme Theodor vom Pastorat muhte „Blinde Kuh" spielen, bis er stolpernd unter dem Weihnachtsbaum hinfiel und die vielen bleichsüchtigen Damen vom Doktorat teilten Pfänder aus, tranken heihen Punsch und aßen Konfekt, bis sie leise stöhnend in ihren altmodischen Pelzkappen wieder abfuhren. Wenn aber aller Besuch fortgesahren war, nur noch eine kleine Kerze am Baum brannte, der gespensterhafte Schatten an die Decke und an die Wände warf, dann nahm uns Karlomchen still an der Hand, führte uns vor die Engel« gruppe unö zeigte auf drei fleine Papierengel, die höher als die andern hingen. „Das sind di« drei Neinen Schwestern im Himmel", sagte Karlomchen „und einmal kommen wir auch dorbi hinl" Vater aber klopfte an den Barometer: ..ES klärt sich auf. Morgen gehfS mit den Hundertz auf öle Hasenjagd!" 4 4 asiatisch Der die Welt verbessern wollte, hätte lms rief inferiore Litauen dem kulturell wcir überlegenen Mcmeltande ausliefern müssen, ftatt daß es umgelehrt gemacht wurde. 3n Deutschland und im Memelgebiet trägt natürlich fein Mensch Begehr, ßi tauen zu gewinnen, aber ? al"; das Memelgebiet wieder zu Deutschland uinidlommi, zum wenigsten, bah es eine restlose Selb st ändig leit ohne jeden Schuh Herrn erhält, das muh im Flamen jenes Rlannes erneut verlangt werden, der mit seinen 14 Punkten seinerzeit die Welt wie ein Messias nicht verschlechtern sondern verbessern wollte. Es unrh um so nachdrücklicher verlangt werden, je mehr dort oben die Dinge drunter und drüber gehen und die versehentlich geschaffene Schuhherrschaft sich als Zwingherrschaft entfaltet.- Das Memelgebiet hat bei Litauen so wenig zu suchen, wie eS etwa bei den Jugoslawen etwas zu suchen hätte, denn im Memel-- gebiet ist keine Spur von litauischem Volkstum und -wesen zu finden gewesen, bis erst die Mächte die Litauer hineinriefen. Das Memelgebiet ist deutsch und war deutsch und gehört zu Deutschland zurück. Oberhessen. Landkreis (ließen. 00 Ä l e i n - L 1 n d e n . 20. Dez. Unsere k l e i n= kinderschule hielt gestern in der Kirche ihre diesjährige Weihnachtsfeier ab. Gin Mädchenchor leitete mit einem mehrstimmigen Deihnachtslied die Feier ein. Dann trugen unter Leitung von Schwester Lydia die Kleinen Teile der Weihnachtsgeschichte vor. Pfarrer Schultheis von Grvßen-Linden dankte der Leiterin der Kinderschule, Schwester Lydia, für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit. Die am Schlüsse vorgenommene Kollekte kam her Kleinkinderschule zugute. Jedes der Kinder konnte mit einer -Sitte Gebäck und einem Weihnachtsgeschenk den Weg nach Sjaufe antreten. 5ö GroßenLinden, 20. Dez. Unserer Einwohnerschaft steht in den Weihnachtsfeiertagen ein besonderer musikalischer Genuß bevor. Der hiesige Evangelische Kirche n gesang- nerein veranstaltet unter Leitung seines Dirigenten, Lehrer Römer, und unter Mitwirkung eines Orchesters ein Kirchenkonzert. Im Mittelpunkt steht eine Weihnachtskantate „Die heilige Macht" von Karl Seiffert. )( G r oßen- Linden, 20. Dez. Heule muht wurden einer hiesigen Wirtin etwa 2 00 Mk. gestohlen. Mach dein Tater wird gesucht. s. Trohe, 21. Dez. Am Sonntagmorgen trieb sich ein fremder Mann mit einem kleinen. Iungen an her Wie seck herum. Eine Frau tonnte schließlich beobachten, daß ec es auf die Enten abgesehen hatte, die in dem Bache lvaren. Als er in der Richtung nach Gießen verschwunden war, eilten ihm zwei junge Leute von hier mit dem Rade nach und stellten ihn am Flugplatz. Sie benachrichtigten sofort die Polizei, und ihr gelang es, den inzwischen flüchtig Gegangenen im Philosophenwald festzuneh- m en. In seinem Rucksack halte er z w e l Enten. Eine dritte hatte er nur angeschossen. — Seither wurde unser Dorf täglich von 70 bis 100 Leuten aus Alten-Busecl durchschritten, die nach Rödgen zum Bahnhof gingen. Seit die Alten- Busecker ihr Auto haben, ist diese Zahl st a r k gesunken. Für die Dahn bedeutet dies eine starke Einbuße. t I r e i s a. b. Uba., 20. Dez. Zu dem Bericht des „Gieß.Anz." über das dahier zu errichtende G e fallencnbentmal ist noch nachzutragen, daß auf Veranlassung des hiesigen Kriegern creins bereits durch das Kreisbauamt Gießen mehrere Entwürfe für ein Ehrenmal auf dem Kirchhof angefertigt worden find, über die aber aus Mangel an Mitteln noch nichts beschlossen werden konnte. Al len do rf ad. Lumda, 20. Dez. Zur Feier seines 35jährigen Bestehens ver- -anstaltete der G e s l üg e l z u ch t v e r e i n A l - lendorf und Umgebung in diesen Tagen eine Bezirksgeflügelschau im Saale der Gastwirtschaft zum Bahnhof dahier, die am Samstag morgen vom Vorsitzenden, Wilhelm R a ch t i g a l l mit einer Ansprache eröffnet wurde. Die Schau war mit über 200 Stück Ruh-Geflügel aller Art: Tauben, Hühner, Enten und Gänse beschickt^ die ausgestellten Tiere waren meift gutes Material, so daß die beiden Preisrichter rechte Mühe hatten, vom vielen ®uien das OerFroschmitderMaske Roman von Edgar Wallace. 21. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Wir müssen durch die Hintertür?, Jungens", sagte Elk. Diesmal stand das Gartentor offen. Elk zog leine Stiesel aus und in Strümpfen schlüpfte er den linstern Gang entlang und klinkte leise die Tur zu Maitlands Zimmer aus. Es war dunkel und leer. Elk kam in den Abwaschraum zurück. ,Lu ebener Erde ist nichts", sagte er „Wir müssen oben nachschauen." Er hatte fast die Treppe erstiegen, als er Licht durch den Turjpalt jenes Raumes schimmern sah, den Maitlands Wirtschafterin bewohnt hatte. Er nahm die Stufen in drei Sprüngen, flog den Treppenabsatz entlang und warf sich gegen die Türe. Sie brach erst beim dritten Anprall ein. Das Zimmer lag völlig finster. „Hande hoch, jeder Mann!" schrie er ins plötzliche Dunkel. Vollkommene Stille herrschte. Er duckte sich und ließ den Schimmer seiner elektrischen Lampe in dem Raum spielen. Er war leer. Seine Beamten kamen nachgestürmt, die Lampe auf dem Tische wurde wieder entzündet, der Glaszylinder war noch heiß. Das Zimmer wurde durchsucht, es war aber zu klein, als daß es hatte viele Menschen verbergen können. Ein Blick aus dem Fenster zeigte Eik, daß es für die Insassen unmöglich gewesen wäre, auf diese Weise zu entkommen. Am andern Ende des Zimmers stand ein Gar- derobekaften, mit vielen alten Kleidungsstücken an- gefüllt, die an Haken hingen. „Werfen Sie die Sachen heraus!" befahl Elk. , Es muß da eine Türe ins nächste Haus fuhren." Die Kleider wurden auf den Boden gehäuft und die Polizeimannschaft hieb die hölzerne Ruckenwand des Kastens ein. Dick durchsuchte hastig die Papiere, die ben Tisch bedeckten. „Mills Geständnis", sagte er höchst erstaunt. .Und es sind doch nur zwei Abschriften gemacht .oorden, von denen ich eine habe und die andere in 3hrcm Bureau liegt, Elk." Beste zu prämiieren. Es konnten außer mehreren Ehrenpreisen viele erste, zweite und dritte Preise zuerkannt werden. Unter den Ausstellern waren auch Züchter aus Gießen. Mit der Ausstellung war eine Verlosung von Geflügel und Gebrauchsgcgenständen verbunden, die heute nachmittag stattfand. ton. Weickartshain, 20. Dez. Der ä L - teste Einwohner unseres Dorfes, Konrad Opper im Alter von 8 3 Iahren, ist bei einem Artsgang aus Ieinem Haule bei etwas Glatteis so unglücklich gefallen, daß er einen Schenkelbruch erlitt. Der Mann wurde nach der Klinik in Gießen überführt. rt Lich 20. Dez. Gestern fand hier die Weihnachtsfeier der Kleintinder- schule statt. Im Ehorraurn der alten Marien- stiitslirche prangte der Ehristbaum. Davor lagen auf weißgedeckten Tischen die Weihnachtsgaben, und vor ihnen lagen die Kleinsten unserer Stadt. Die Feier, der auch Vürgerrneistcr Völker als Vorsitzender des städtischen Wohlfahrtsausschusses beiwohnte, wurde von Stiftspfarrer Schor« lemmer gehalten. Stistsdechant Lenz spielte die Orgel. Die Kinder tagten unter der Leitung der Kinderschwester Lina R e b e l i n g ihre Vers- lein, Lieder und Sprüche auf. Iung und alt zusammen sangen unter Orgel begleit ung zum Beginn und Schluß der Feier die alten lieben Weihnachtslieder. Lich, 20. Dez. Der Gesangverein Cacilia. einer der ältesten Mannergesangvereine Oberhessenv, plant für den Sommer 1923, anläßlich seines 90jährigen Bestehens, einen großen Gesangswettstreit. Mehr als 500 Vereine der näheren und weiteren .Umgebung werden schon jetzt durch Voranzeigen auf den geplanten Wettstreit aufmerlfam gemacht. Da in unserer Stadt mehrere große Säle mit guter At'kustik zur Verfügung stehen, so kann mit einer großen Beteiligung am Wettstreit gerechnet werden. — Bei der am zweiten Weihnachtsfeiertag in unserer neuerweiterten Turnhalle stattfindenden Abendunterhaltung des „Gesangvereins Eäcilia" wird ein Ehrenquartett auf» treten, dessen 12 Mitglieder zusammen gerade 900 Lebensjahre zählen. Der älteste dieser Sänger ist 33 Iahre nit, der jüngste zählt auch schon 61 Lenze. Die alten Herren werden, unter Leitung ihres Dirigenten, Lehrer Stein, Ehorlioder von Silcher und Heim vortragen. Kreis Friedberg. y. Wölfersheim, 20. Dez. Am Samstag wurde von unferm Iagdpachter mit zwanzig Sägern aus dem etwa 800 Morgen großen „Winterfeld" in unserer Gemarkung eine Treibjagd veranstaltet, wobei 110 Hasen erlegt wurden. Dieses Resultat darf im Vergleich mit manchen anderen heurigen Iagdergebnissen als günstig bezeichnet werden. 00 N te b e r - F l o r st a d t, 20. Dez. In seiner jüngsten Sitzung setzte der Gcmeinderar die Hundeste ue r für 1927 neu fest. Es werden von der Gemeinde erhoben für einen Hund vier Mart, für jeden weiteren Hund sechs Mark. Die alten Sätze bleiben damit bestehen. — Die Abrechnung für den Straßenbau nachReich e l s h e i m wurde genehmigt. Die Gesamtkosten betragen 67 585,68 Mark. Sie wurden aufgebracht durch ein Darlehen von 39 140,64 Mark, einem verlorenen Zuschuß von 9785,16 Mark. Zuschüsse der Gemeinden Riederflorstadt von 8722,20 Mark und Reichelsheim von 8515,20 Mk. Der Restbetrag wurde genehmigt. — Der Einspruch der Lehrer gegen eine Erhöhung der Wohnungsmiete um 50 Prozent wurde mit der Begründung abgewiesen, daß die Mieten für Lehrerwohnungen noch niedriger seien wie die anderer Gemeindewohnungen. — Die Winterbeihilfe für Erwerbslose und Rentner wurde bewiltigt. Die einzelnen Sätze werden in der nächsten Sitzung geregelt. Ein Antrag auf Zuweisung einer Winterbeihilfe für Gemeindebedienstete, mindestens bis Gruppe 6, lag nicht vor. — Die Finanzlage der Gemeinde wurde nach einem Bericht des Bürgermeisters ausführlich besprochen und Vorschläge zur Besserung gemacht. — Die Straße n a ch Reichelsheim, die in diesem Iahre fertiggestellt wurde, ist für den Autoverkehr gesperrt. Kreis Büd rügen. ab. Nidda, 20. Dez. Gestern abend führte ber hiesige Kirchenchor unter Leitung von Reg.-Rat Kicberger und unter Mitwirkung von ftrduleu In diesem Augenblick wurde die Rückcnwanb des Kleiderkastens eingelchlagen und die Detektive strömten durch sie hindurch in bas nächste Haus. Es ergab sich die höchst interessante Tatsache, daß ein Verbinbungsgang durch einen Block von etwa zehn Häusern lief und es wurde bald klar, daß in allen Häusern bis zum Ende der Straße Frösche wohnten. Da jeder von ihnen Nr. 7 sein konnte, wurden sie insgesamt arretiert. Außer jener Türe in Maitlands Haus, war bei keiner der Versuch gemacht worden, die Verbinbungsiüre zu ma-stieren. In den andern Häusern gab es bloß rohe, in die Ziogelwänbe gebrochene Deffnungcn. ..Ich zweifle daran, daß wir ihn haben", fagte Elk, her atemlos zu Dick zuriicktehrle „Ich habe keinen einzigen gesehen, der nach ein bißchen Hirn ausschauen würde." ..Ist niemand ans dein Häuserblock entkommen'!'" Elk schüttelte den Kopf. „Meins Leute sind in bei Pasfage und auf der Straße. Es ist auch eine Menge uniformierte Polizei hier. Haben Cie nicht die Pfeifen gehört?" Elks Assistent tarn, um Rapport zu erstatten. „Ein Mann ist in einem der Hinterhöfe gefunden worden. Ick) habe mir erlaubt, ihn dem Schutzmann abzunehmen und ihn hierherzubringen. Wollen Sie ihn sehen?" „Bringen Sie ihn nur herauf", sagte Elk. Wenige Minuten spater wurde ein gefesselter Mann in das Zimmer gestoßen. Er war über Mittelgröße und fein Haar lang und blond. Den blonden Bart trug er spitz. Einen Moment lang sah ihn Dick verwundert an, dann brach er aus: „Das ist a Carlo!" „Ich bin sogar sicher, daß es Hagn ist!" agte Elk. „Nimm einmal den Bart ab. du Frosch, )ul Wir werden uns einmal über Zahlen untere halten, von sieben angesangen." Selbst Dick vermochte feinen Augen kaum zu trauen. Die Perücke war so täuschend, der Bart so geschickt befestigt, daß er kaum zu glauben vermochte, es sei dies wahrhaftig der Direktor von Herons Klub. Aber als er die Summe hörte, wußte er, baß Elk recht hatte. „Nr. 7?" näselte Hagn. „Ich glaube eher, baß Nr. 7 durch Ihren Kordon gelangen wird, ohne im mindesten belästigt zu werden. Er steht lehr gut mit Ihrer Polizei. Wozu brauchen Sie mich eigentlich. Her Elk?" Schach-Ecke. B e a : l c i I e i 'on W O r d a ch. Alle für die Redaktion bestimmten Mittei- 1. Iungen, Lösungen usw. sind zu richten an die 1. Dchachredaktion des ..Gießener Anzeigers". 1. » T23-g6-;- 2. Lb3-e6 matt. Kb5-b6 2. Lb3-c2 matt, beliebig 2. De7-b7 malt Problem Nr. 92. Don Samuel Loyd. 2 6 4 t M h 6 D 4 3 Schwarz. ;i b d e > Weiß. Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. Weiß: 4 Steine Ke4; Db2; Sa4; Bc5. Schwarz: 2 Steine Kc4; Bb7. Eine äußerst lehrreiche Zugzwangstellung. Endspiel Nr. 26. Don A. Troitzky. Weiß am Zuge erzwingt das Remis. Weiß: 3 Steine Kg3; Td5; Sc5. Schwarz: 5 Steine Kel; Ba2: c4; g4; g5. 8 6 5 4 7 a b h 8 6 4 3 2 1 Schwarz, d e Lösung des Problems Rr. 90. Don G. Anderson. 1. Kc7-d6!, Tg3-d3+ 2. Lb3-d5 malt. 1.....Kb5- b4 2. Kdöxcö matt. Richtige Lösungen zum Problem Rr. 90 erhielten wir von den Herren. Lehrer Breidecker. Diplomvolkswirt G. Weber, K. W. Dersch lSchü- Icr) hier: Dr. in G . D. O. Schm. Eine richtige Lösung zum Endspiel Rr. 25 sandte ein Herr Dr. in G.. deSgl. zum Problem Rr. 89 V L^os (Schülers, hier. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSttfch. Bibi. Bibi, der Hund, heulte wie eine Sirene. Ein Auto hatte Bibi erwifchl. Es stand sofort, unö dec Besitzer stieg aus. Er trat an Bibis Herrn heran. Dcr hatte Bibi aus den Arm genommen und rebete ihm gut zu. war ja nichts weiter passiert, nur der Schwanz war weg. Bibis schöner Schwanz. „Das kostet 'ne Kleinigkeit".. fagte Bibis Herr zu dem Attentäter. „Ra also, was verlangen Sie?*" -- „Sagen wir fünfzig Mark." Der Herr bezahlte. Brummig bemerkte er im Gehen: »Wie kann man bloß einen Hund mit so einem langen Schwanz über den Damm laufen lassen?" „Ola, ich wollt' ihn ja auch sowieso grabe kupieren lassen", erwiderte Bibis Herr. (Lust. Dl.) Einmal und nicht wieder. Folgende kleine Anekdote hat ben Vorzug, buchstäblich wahr zu fein. Kaiser Wilhelm I. hielt einmal in Bonn Empfang. Einer der Offiziere, welche bic Ehre hatten, vorgestellt zu werden, war dem alten Kaiser unbekannt, und der Flügeladjutant, der sich vorher unterrichtet hatte, flüsterte dem hohen Herrn zu: „Ist soeben zum Rittmeister befördert worben." Der alte Kaiser sprach ben Betreffenden huldvoll an und beglückwünschte ihn zur 'Beförderung zum Rittmeister. Der also Angeredete, der noch gar nicht an der Reihe war, Rittmeister zu werben, eilte hocherfreut zu seinem Kommanbeur. unb meldete feine Deförberung. Der Kommandeur eilte zum Flugelabjutanten unb nun stellte sich heraus, baß der Adjutant ben Offizier mit dessen älterem Bruder verwechselt hatte. Reumütig berichtete der Adjutant sein Versehen. dem Kaiser. Dieser lächelte. „Da ich dem Herrn zum Rittmeister gratuliert habe, muß er's wohl bleiben." — Rach einiger Zeit war Eour bei Hofe. Ein soeben zum Major beförderter, aber noch mit Hauptmanns - Epauletten erschienener Ofsizier wurde dem Kaiser vorgestellt. Der Adjutant flüsterte: „Soeben zum Major befördert." Lächelnd drehte sich der alte Kaiser um unb tagte im echten Berlinisch: „Ree, mein Lieber, herauf falle ick nich mehr rinn!" Haubach hier (Sopran), Frau Dr. Balser, Bad Salzhausen (Violine), Oskar S t e m m I e r, Nierstein (Bariton) unb Pfarrer Lic. Dr. Stumpf, Eschenrod (Orgel) in d-r Kirche die volkstümliche Weihnachtskantate von Seiisert auf. Die Aufführung machte einen starken Eindruck aus die sehr zahreichen Zuhörer und zeigte, daß nicht nur die Solisten, sondern auch der Chor der schwierigen Ausgabe völlig gewachsen waren. Häufiger tns früher hat der K i r ch e n ch o r im letzten Jahre zur Der- herrlichnng unserer kirchlichen Feiern beigetragen unb sich dadurch viele neue Freunde erworben. Davon sind in den letzten Wochen einige als aktive Sänger, die meisten aber als passive Mitglieder dem Verein beigetreten, um seine edlen Bestrebungen nach Kräften zu unterstützen. x Stockheim, 20. Dez. Dec ! andw i r t-- schastliche Bezirksverein Büdingen „Ich brauche Sie der Rolle wegen, die Sie in der Nacht des vierzehnten Mai bei der Ermordung des Hauptinspektors Genter gespielt haben." Hagn schürzte die Lippen. „Warum fragen Sie nicht lieber Broad? Der war auch habet. Vielleicht wird er als Zeuge für mich aussagen. Schauen Sie einmal aus dem Fenster, da unten steht er." Dick schob das Fenster hinauf und lehnte sich hinaus. Eine Menge Volkes in Tüchern unb lieber« rocken stand unten und sah dem Abtransport der Inhaftierten zu. Der Reflex eines Zylinders zog Dicks Blicke auf sich und eine unverkennbare Stimme rief ihn an: „Guten Morgen, Hauptmann Gordon. Die Froschaktien sind wohl sehr gefallen? Apropos, haben Sie das Baby gesehen'?" XIV. Alle Ochsen, hört Elk ging auf die Straße hinunier, um den Amerikaner zu begrüßen. Herr Broad mar im Frack lind die Scheinwerfer seines Autos erhellten die schmutzige Straße. „Sie haben roirflid) eine gute Spürnase", meinte Elk respektvoll. „Als ich zwanzig Schutzleute aus Herons Klub stürzen und in rafenöem Tempo fortfahren sah, durfte ich bod) wohl vermuten, daß ihre Elle nicht dem Bestreben galt, noch vor zwei Uhr ins Beltchen zu kommen", sagte Broad. ,Hch besuche den Klub gewöhnlich in den Morgenstunden. Seine Mitglieder iinb ja vielleicht eine noch minder wünschenswerte Bekanntschaft als bie übrige Rasse her Frösd-e. Aber sie amüsieren mich. — Ich wiebcrholc meine Frage: haben Sie bas liebe kleine JTinbdjen schon gesehen, bas bas Wort 'M—A—U—S buchstabieren lernt?" Elk hatte das Gefühl, baß ber liebenswürdige Amerikaner ihn verspotte. „Stammen Sie lieber her ein unb sprechen Sie mit dem Chef." Broab folgte bem Inipekkor in bas Schlafzimmer von Maitlanbs Wirtschafterin, wo Dick bie, bei bem eiligen Aufbruch von Nr. 7 zurückgelassenen Papiere prüfte. Außer ber Kopie bes Geheimberichtes über Mills hatte er ein Bünbel von Zetteln gefunben, von denen viele unleserlich und unverständlich schie- hielt hier im Weitzelschen Saale seine Hauptversammlung ab, zu der sich die Mitglieder zahlreich eingefunden hatten. Der Vorsitzende. Kreisdireltor Dr. G a ß n e r. begrüßte hie Versammlung in herzlicher Ansprache. Die Rechnung für 1925 unb ber Voranschlag für 1926 würben alsdann vorgetragen bzw. festgeftellt. Hierauf fanb ein Film vortrag des Lanbtoirlschafts- referenbars Di> Pebler aus Bübingen statt. Die Zuschauer konnten eine große Weideland- schweinezucht, eine twrbbeutsche Zubereitung bes Ackerbodens zur Saatzucht, Prachttiere von Pferden unb Rindvieh, die auf der Breslauer Ausstellung vorgeführt waren, die Bekämpfung eines unserer gefährlichsten Schädlinge, der Ratte, unb schließlich oie Verwendung unb Wirkungen des Kalkstickftvffs, durch gute Lichtbilder kennen lernen. Der Vorführende gab bei den Bildern lehr- nen. Sie waren maschinengeschrieben und glichen auffällig Armeebefehlen. Es waren tatsächlich des Frosches Befehle, vorn Oberhaupt seines Stabes her- ausgegeben und trugen die Unterschrift Nr. 7. Auf einem Zettel stand: „Es muß rascher gehen mit Raymond Bennett! L. muß ihm sagen, baß er ein Frosch ist. Was immer mit ihm auch geschehen wirb, es muß von einem ausgeführt werben, ber als Frosch unbekannt ist." Auf einem anbern Zettel: „Gorbon hat eine Ein- labung für Donnerstag zum Diner ber amerikani- schen Gesandtschaft. Ein Enbe machen. Elk hat eine neue Alarmglocke unter ber vierten Stiege anbrtn» gen lassen. Er geht morgen um 4.15 nach W., um M. zu verhören." Cs gab ba noch anbere Zettel, bie von Leuten hanbelten, von denen Dick nie gehört hatte. Er lächelte eben über bie lakonische Instruktion, ein Ende mit ihm zu machen, als ber Amerikaner eintrat. „Setzen Sie sich, Herr Broab. Elks trauriger Blick sagt mir, daß Sie Ihre Anwesenheit hier hinreichend erklären konnten." Broab nickic lächeknb. „Unb Herr EU nimmt sich solch riesige Mühe", sagte er. Seine Blicke fielen auf bic Papiere. „Ware es indiskret, zu fragen, ob dies hier Froschaklen sind?" fragte er. „Sehr", sagte Dick. „Jede Ihrer Bemerkungen i'dcr bic Frösche bebeutci ben Höhepunkt ber Inbis- tretion, sofern Sie nicht gewillt finb, etwas zu unserer Aufklärung beizuiragen." „Ich kann Ihnen, ohne mich ganz zu eröffnen, mitteilen, baß Ihr Frosch Nr. 7 burchgebrannt ist", jagte ber Amerikaner kühl. „Ich hörte bie Frösche jubeln, als sie unter Bewachung bic Straße hin- untergeführt würben. Die Berfleibung von Nr. 7 war vollendet. Er trug bie Uniform eines Polizisten." Elk fluchte lei je. aber gründlich. „Also bas war er', sagte er. „Er war ber Polizeimann, ber Hagn. unter bem Vorwande ihn zu arretieren, abführte. Und wenn nicht einer meiner Leute zufällig ihm den (Befangenen weggcnommen hätte, so wären sie beide entwischt. Bitte, warten Sic." Elk suchte den Detektiv auf. der Hagn hcrcinge» führt hatte. (Fortsetzung folgt ) re Rama MARGARINE buXtecf ein appe. ■‘Äfc 1 flcitomnito lnik i«g ■ fugte ribit blu- ). V * 119 benier-Ne er tollen? is*ä (M.U| Bltbtr. 5at den Vorzug, 'S h D°°n 1 die Ehre war dem oben üigelädjutLiu der SS km wS "we'ster besörbe« ketrefsendcn HM. zur Vesörderuno geredete, der noch ■ Rittmeister etn Äommanbnit, • Der Stomman» n unb nun stellte ben Ossi-iei mit chleit hatte. »iutant (ein Der« le: Rittmeister graiu- ben? - )ur bei Hose. Em rr, aber noch mit chienener Ossizier 1. Der Mjutant tot/." ■ Äaifer um unl> attt \A n\6) mehr ile leine §au|»l« sich die Mitglied» Der Dvrsitzmde begrästte die Ven ache. Die Lechnm^ j für 1926 wurdn estgestcllt. Hieraus s LandwittschaflS' ls "Bübingen statt, große Weideland- e Zvdereiluna des achltiere von Pier« r Breslauer Aus- Drtämpsung ein« ge, der "Ratte, und nb Dickungen des Mder kennen la« , den Bildern lchr- iriebeMnuSn ,aren tat|Schlich des pt seiner Stabes her- iter|d)ri|t ». ?■ 6 muh rascher ^ b ihw t ihm auch gyW rt * ■ntt btt umenlonv Seit e« H e» ■en Stiege *n- 4.15 noch D-. M >i, die von Leuten gehört hatte- Er Mruthon, < J der Amerikaner ,nh gift trauriger (Hf nimmt p<6 i„ Ä i'eIenaul M ** 7 ducchgrmu'« -kche Urt&^5 Nb ilnilonv emr «Kn bo- awr lblit3erW' °E «J* Äaifl üw r * ,» «««" l- f»4*'*** reiche Erläuterungen und erntete aller Beifall. Romens der Zuhörer sprach Kreisdirektor 5hr. Gähner bem Borführenden Dank aus, und wünschte, daß der ZUm auch in anderen Orten des Kreises vorgelührt werden möchte. Mrcie Lchotten. Schotten, 20. Dez. Aus der Sitzung des Gemeinderats: Die Stadl tritt dem Zwecke verband, der die Führung einer Personen krastwogenoerbindung 001. Schotten über Ulfa, Rabertshausen, Rodbeim, Langd nach Hungen betreiben wird, bei. Der Verband ist gegründet. Die Satzung und die Aufnahme de- von der Stadt ein- zufchietzenden Kapitals wurden genehmigt. Als Vertreter im Acrbandsausfchuh wurde der Bürger meister, als Stellvertreter der Beigeordnete be stimmt. Der Wagen wird in Kürze geliefert, fo daß der Betrieb baldigst eröffnet werden kann. — Der Gemeinderat beschloß ferner, dem Oberhefsi schenVerkehrsbundals Mitglied beizutreten. Der Beitrag beträgt 1 Pf. pro Kopf der Beoölke- rung. — Die Erwerbslosen verlangten von der Stadt eine Zulage d 0 n 50 Prozent zur Hauptunter st ügung für Heranziehung ju wöchemtich 16 Stunden P sl i ch t a r b e 11. Der Derwaltungsausschuß des Arbeitsnachweises Gießen habe die Verpflichtung zur Zahlung dieser Zulage für die Gemeinden bestimmt. Der Gemeinderat ist der Auffassung, daß keine rechtliche Verpflichtung hierzu bestehe, zumal die Erwerbslosen nur zu ganz leichten Arbeiten herangezogen werden, die man als Gegenleistung für die gewahrte Unterstützung unbedenklich billigerweise verlangen tonne. Es soll eine Entscheidung des Kreisamts in dieser Frage eingeholt werden. Wird die Verpflichtung der Ge- meinde zur Zahlung der Zulage ausgesprochen, dann wird die Pfltchtarbeit ganz eingestellt, da die Gemeinde nicht in der Lage ist. diese Zulagen auf die Dauer aus eigenen Mitteln zu zählen. — Für die Gewährung von Winter- 0 e i h i l s e n sollen nur dringliche Fälle in Frage kommen. In einer besonderen Sitzung wird über diese Fälle entschieden werden. — Als Zinssatz für die von der Stadt gewährten Baudarlehen wurde einheitlich 6 Prozent bestimmt. — Die Frage der Einrichtung eines für die Bedürfnisse hier ausreichenden Krankenhauses wurde näher behandelt. Der Stadt sind Privathäuser angeboten worden, die zunächst besichtigt werden sollen. Auch soll ein Voranschlag über den Neubau eines ^weckentsorechenden kleineren Krankenhauses eingeholt werden. ♦ Schotten, 20. Dez. Am Samstagnachinittag sprach in einer trotz Schneetreibens gut besuchten Konferenz des Bezirkslehrer0ereins Schotten, die unter dem Vorsitz des Bezirks- obmannes Sind (Rudingshain) im ..Darmstädter Hof stattfand, der Obmann des Hessischen Landes- lehreroereins, Rektor Reiber (Darmstadt, In längeren Ausführungen schilderte er den Verlauf der Finanzaustchußsitzung am vergangenen Freitaa, in der ergebnislos über die geplante Wirtlcbasts b e i f) i l f e beraten wurde, und beleuchtete Zukunfts. aufgaben der Kulturpolitik lReichsichulgefetz, Reich» konkordat). Geber7t. 20. D^. Gestern abend veranstaltete die hielige Volksschule im Saale deS „CötoCTi“ eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier. Einem Begrüßungsprolog folgten in bunter Reihe Märchenlpiele, Schülerchöre, Gedicht» und Instrumentalvorträge und ein Singspiel. Gefang- und Violinvorträge erwachsener Besucher verschönten die Feier. Sämtliche Darbietungen fanben verdientermaßen lebhaften Beifall. Der finanzielle Ertrag der Beranstaltung soll dem weiteren Ausbau der ep'diafkopischen Einrichtung der Schale zugute tommen □ Laubach. 20. Dez. Der Laubacher Der- ein für Geflügel- und Vogelzucht hat nunmehr endgültig eine Geflügelausstel luna auf die Zeit von» 22. bis 24. Januar fest gesetzt. Als Lokal wurde der „Solmfer Hof be stimmt. Mit der Ausstellung soll eine Verlosung von Geflügel verbunden werden. Zwecks Beschaffung der Mittel für die AussteUungskäfige war beschlossen, 200 Anteilscheine, das Stuck zu 5 Mk., augjugeben. Diese Scheine sind schon nahezu alle gezeichnet. Der Bestand der Mitglieder beläuft sich jetzt auf fri Personen. Auch aus der Umgegend sind zahlreiche und namhafte Züchter dem Verein beigetreten. — Der Voranschlag der G e m e i n d e r e ch n u n g für das Iobr 1925, die in letzte: Woche auf dem Rat- haus offenlag hatte eine Einnahme und Ausgabe von 114 396,26 Mk. vorgesehen. Die Einnahme betrug jedoch 200 706,99 Mk., was durch den Mehr- erlös bei Holzverkäufen bewirkt wurde. Der lieber lchuß wird jedoch in diesem Rechnungsjahr wegen des geringeren Erlöses aus dem Holz wieder ver- braucht. Die Einnahmen aus den Waldungen beliefen sich im Jahre 1926 auf 98 334,35 Mk., während die Ausgabe hierfür sich auf nur 37 983,92 Mk. belief. Die Wasserversorgung ergab eine Einnahme von 13 416,65 Mk., denen eine Ausgabe von nur 4267,54 Mk. gegenübersteht. Im Jahre 1927 wird dieser Teil der Iahresrechnung wesentlich erhöht werden müßen, da eine neue Rohrleitung angelegt werden muß. Die öffentliche Gesundheitspflege und das Krankenhaus erforderte eine Ausgabe von 12 55557 Mk., die etragenunterhallung 1Z 286.62 Mark, die Schulen 11 508.49 Mk.. die Landwirtschaft 6892/11 Mk.. die Armenpflege 7214.08 Mk. — Aus der letzten Hochwildjagd in den gräflichen Waldungen kam ein stattlicher Geweih Hirlch zu Schuh- er wurde mindestens als ein Zehnender an gesprochen. Der Schütze verrechnete sich jedoch in folge der eigenartigen Witterung in der Entfernung: der Schuß ging tehl. Rach dem Knall blieb her Hirsch ganz vertraut stehen und ging dann langsam ab. Sonst kam kein Wild zu Schuß. ttreie Älsfcld. 'tit' Maulbach. 20. Dez. Dieter Tage fanden in unterer Gegend Treibjagden statt, die — wie überall — von sehr schlechtem Erfolg gekrönt waren. Am ersten Tage wurde auf dem nördlichen Teil der Gemarkung Rieder Gemünden nur ein Hase erlegt. Am zweiten Tage wurden in den Staatswaldungen der Försterei Homberg fünf Haien zur Strecke gebracht. Der dritte Tag brachte drei Hasen, die auf der Gemarkung Maulbach bzw. Reu»Ulrichstein erbeutet wurden. Starkenburg. Droh »Gerau. 20. Dez Bei der heutigen Bürgermeisterwahl toi.rbe zum Bürgermeister Dr. Lü de ckc - Frank,rirt a. M. mit 11 Stimmen gewählt. S'c übrigen ne n S.im- nun entfielen auf Bürgermeister Äiehel - Michelstadt. Hessischer Oberförster-Verband. Vor einigen Tagen fand in Frankfurt a. M. der 2 6. ordentliche Verbandstag des Heffifchen Oberförster Verbandes statt. Hundert Forstbeamte, eine stattliche Zahl, bar- unter der Landforstmeister, hatten sich eingetunben. Der 1. Vorsitzende, Oberforstmeister Heyer, .>r- öffnete die Sitzung, begrüßte den Landforstmeister unb bic übrigen Fachgenossen und bedauerte, daß der Finanzminister am Erscheinen verhindert war. Reichhaltig und vielseitig war die Tagesordnung. Der Rückblick auf das vergangene Jahr zeigte, wie schwer der Abbau gerade bic forstliche Jugend betroffen hat, nicht im Interesse des Staates, da die Forfteinrichtungen immer mehr in Rückstand geraten jum Schaden der Gemeinden und des Staates. Dieser Schaden wird sich nicht sofort, ober in einigen Jahren und Jahrzehnten auswirken. Besprochen wurde auch die Vertretung der Forstwirtschaft im Deutschen Museum in München Die Forst- uuriwüit, trog u)r«i inotjeu votrswrrtschasllichen Bedeutung, ist im Deutschen Museum n i di t ver» treten, sie soll nun in den bereit» unerfüllten land» wirtichasilichen Räumen eine Berücksichtigung finden. Einstimmig stand die Derlammlnng auf bem Standpunkt, baß nur bei einer Erweiterung be« Museums in eigenen Räumen bei Forstwirtschaft eine würdige, ihrer Bedeutung entsprechende Vertretung geschaffen werben kann und muh. Ist bas nicht ju erreichen. Io soll sie lieber weiter unberücksichtigt bleiben. Oberforstmeister Augst sprach bem Vorsitzenden ben Dank der Versammlung für sein und dc: Vorstandes Dirken aue. Gerichtsfaal. 15 000 Mark Geldstrafe wegen Mietwucher». "DGB. Heilbronn 20. Dez. Bor bem erweiterten Schösfenger ch- hatten sich heute unter ber Anklage de» Mietwuchers der Immobilien- foänblcr Reinhold I 0 h und b?ffcn Schwester Ottilie zu verantworten. JovS hatte 'Räume leines HauseS an Geschäftsleute zu Ducher- preilen in grffjtcm Ausmaße vermietet, die» Schwester in geringerem Maße. Außerdem hatte er seine Einkommen st en er in Höhe von 4000 Mark auf die Mieter umgelegt. Ter Staatsanwalt geißelte in schärfster Weife dielen Mietwucher, warnte die Hausbesitzer vor einer Politik des Hasses und der Aadelstiche unb verlangte eine exemplarische Bestrafung. Er beantragte gegen Joos 20 000 Marl, gegen die Schwester 1200 Mark Geldstrafe. Das" Urteil lautete gegen Joos auf 15 000 Mark ®clb- strafe wegen vorsätzlichen Mietwuchers unb gegen die Schwester auf 100 Mark wegen ßchr- laffigen Mietwuchers. Zehn Zähre Zuchthaus für einen Totschläger. WSW Raffel, 23. Dez. Das Schwurgericht verurteilte nach zweitägiger Derhandiung. dein Anträge des Staatsanwaits gemäß, unter ausdrücklicher Berfag mg mildernder Umstande den Dreher Ludwig Bergen aus Kassel zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Bergen hatte am 2. Ott ober die erst 15 Jahre alte Gertrud Otto in der Schönefelder S.raße erschossen, weil sie mit ihren Eitern von Kass.-l sortziehen und nichts von ihm wissen wollte. Die Anklage lautete auf Qftorb; das Gericht nahm ' Totschlag an. Gasherde Haus- und Küchengeräte, Herde und Oefen sind sehr praktische Geschenke von bleibendem Wert! Kommen Sie bitte zur Besichtigung meiner gediegenen, preiswürdigen Fabrikate! :::: Der Gang lohnt sich! 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Dezember, abends 8 Uhr „Die Geburt Christi“ Kirchenoratorium von Heinrich von Herzogenberg, op.90, für Soli, gemischten Chor, Männer- und Knabenchor und für Gemeindegesang unter Begleitung von Orchester, Flügel und Orgel Leitung: Herr Studienassessor Roller Solisten: Fräulein Thilde Walther-Darmstadt, Fräulein Ida Stammler-Gießen, Herr Lic. Laun-Gießen, Herr P. Schäfer-Darmstadt Orchester: Mitglieder der Reichswehrkapelle und geschätzte hiesige Kräfte Organist: Herr Stadtorganist Simon Eintritt frei! Eintritt frei! Die ungewöhnlich hohen Kosten dieser Aufführung nötigen zu der dringenden Bitte, uns durch recht reichliche freiwillige Gaben in die Büchsen zu unterstützen Die Plätze auf den beiden Emporen werdeir-füc die inaktiven Mitglieder freigehalten, denen gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte die Plätze angewiesen werden Texte zu 30 Pf. sind an den Kirchentüren zu haben 1O46OD A Nm kW. Ilker iiiiiiiiiiiiiiiiiiiH 111111111111111111111 Jur 10512D Weihnachtsfeier am 27. Dezember 1926, abends 8 Uhr in der Turnhalle werden alle Mitglieder nebst Angehörigen höflichst eingeladen. Der Vorstand. Gertrud Schnecko r August Schmidt | Verlobte : Ludwigstraße 22 Kaiserallee 12 | 22. Dezember 1926 08842 Oberhessisches Korbwarenhaus Schulstraße / neben der Stadtpost Das führende Spezialgeschäft in Korb möbeln und Korbwaren Leitern, Chinamatten, Bügelbretter, oss47 Rodelsc ilitten, Holz-, Besen- u. Bürstenwaren Flügel Pianos Harmoniums Bechstein Blüthner Berdux Feurich Schiedmayer Rosenkranz Thürmer Hupfeld-Zimmermann Mannborg Hofberg 105363 Unter dieser reichen Auswahl erster Qualitätsmarken findet auch dar verwöhnteste Musikfreund ein Ihm zusagendes Instrument. Meine Zahlungsbedingungen sind den heutigen Verhältnissen entsprechend denkbar günstig bemessen. Langjährige Garantie! Frachtfreie Lieferung nach auswärts! Gebrauchte Instrumente, auch wenn sie nicht von mir bezogen sind, werden zu angemessenen Preisen in Zahlung genommen. Zwanglose Besichtigung meiner Ausstellungsräume erbeten Pianohaus Schönau Seltersweg 91 Gießen Seltersweg 91 Rr. 298 Drittes vlatt » rwnoaow Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesten) macMMBKl MtmnaBMVMUW »1» IIBUWIMI , Dienstag, 2b Dezember 1926 Wirtschaft. Von den Schlachtviehmärkten. An d:n Schlachtvichmä.kt.m der vorig:» Woche erivhr di. ^lirfhag: 6a allen Gattung.n eine Besserung, d.e nammtlich bri Ää.b.rn und Schufen d-s Bud p,:g?: ü;e Le; QkrvDd) U>cfc;it- lich beeinflußte. D c Pre s: waren bei Rindern nur ganz geringfügigen Schwank ngen unter- toorlcn; bei Kälber:, war die Pre.sb.ld.mg stark uneinheitlich, es üderwogen aber — zum Teil recht beacht.ich: - Preis r.)öhungen. tf.ir ccßife lagen die Preise stet g, für Schweine knapp behauptet. Die Auft.iebe-zeiten wiesen nur bei Käi- bern eine ftäriere Z rnahme auf. Auf den nach'.e):nden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in P en ng not: ert: Rinder Kalber Schale Schweine Berlin 18-61 45-83 33-53 63-77 Bremen 20 - 58 50-93 40-50 62-75 Breslau 17-63 45-74 26-56 62-77 Chemnitz 20-63 55-60 35-45 60-78 Dortmund 23-63 50-95 33-45 60-75 Dresden 23-t2 52-86 32-57 (6-82 Düsteldorf 20-64 45-85 — 62-76 Elberfeld 20-62 50-85 65-77 Esten 23-60 50-115 30-48 65-77 Frankfurt M. 20 61 60-81 28-43 65-79 Hamburg 17-63 34-92 25-53 60-75 Hannover 45-59 40-85 20-48 60-76 Husum — -- — — Karlsruhe 20-59 60-70 30-40 72-80 Kastel 20-62 43-63 — 63-82 Kiel , 17-50 33— 1 ro 24-52 45 — 7 > Köln 20-63 42-100 30-46 60-78 Leipzig 26-62 42-80 28-57 65-80 Magdeburg 20-57 40- 125 30-46 60-78 Mannheim 14-60 50-77 33-45 60-77 München 19-58 48-72 — 56-72 Stettin 18-55 30-83 — 60-75 Stuttgart 13-60 60-79 — 56-79 Zwickau 15-56 50-70 30-52 70-80 • Eine neue 50-Mill. >Rm. -Anleihe des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandesi Wie d:r DHL. erfährt, ist dem Deutschen S;arEa,f:n- unj Giroverba nft unter dem 15. Dezember 1926 die Genehmigung zur Aufnahme einer Inlandanleiye bis zum Betrage von 5J 000 C00 Rm. durch Ausgabe van Schuldverschreibungen auf bin Inhaber erteilt worden. Der Erlös ter Anleihe ist zur Defchaf- fung der Mittel zur Gewährung langfristiger Darlehen an die d.m Deutschen S^arcafsen- und Giroverband angesch!ossen:n Mi'.gliLderverbän : mit ihren Bankanstalten, an die diesen satzungs- mäßig gleichgestellten Decbände und Anstalten, sowie an sonstige deutsche Kommunalverbände bestimmt. Die Berzinsung der Atleihe erfolgt in halbjährlichen Terminen, am 2. Januar und 1. Juli jeden Jahres, mit I Prozent jährlich, die Tilgung mit 1 Prozent jährlich zuzüglich ersparter Zinsen, stärkere Tilgung oder Gesamtrückzahlung vom 2. Januar 1932 ab bleibt seitens des Verbandes Vorbehalten. Die Rückzahlung wird zu ICO Prozent bewirkt. • 2-Millionen-Mark-An leihe der Stadt Hanau. Don der S abt Hanau a. M. werben 2 Millionen Mark Iproz. Anleihe zu 92'/, Proz. begeben. D.e Anleihe ist tilgbar ab 1. Januar 1928 mit jährlich 2 Proz. plus ersparter Zinsen. Derstä kie Lüg mg und Gesamt- fünbigung ist vor dem 1. Januar 1932 ausgeschlossen. Die Anleihe soll an der Frankfurter Börse zagelassen werden. • D i e Insolvenzen der ersten Dezember-Hälfte. 3n ter ersten Dezember- hälf.e zeigt so rohl die Zahl der Konlurse, wie die der G:schäf.saussicht:n eine erhebliche Abnahme, und zwar sind vom 1. bis 15. Dezember 197 Konkurse neu eröffnet worben gegen 474 im ganzen Dormonat. Reu verhängt würben 51 Geschäftsaussichten gegen 117 im ganzen Dormonat. frankfurter Börse. Frankfurt a. M. 21. Dez. Tendenz: ruhig, im Derlauf schwächer. -- Reue Momeme traten für bie Börse heule nicht zutage. Das Geschäft ist bebeu.enb ruhiger geworben, ba die bevorstehenden Feiertage nicht zu neuen Engagements anregten und eher zu Glattstellungen Deranlas.ung gaben. Zu Beginn zeigte sich lediglich für einige Spezialwerte des Montan-, Banlen- und Chemiemarltes einiges Interesse zu erhöhten Kursen, was mit der glatten llebertoinbung des gestrigen Zahltages und des leichten Gelbstandes begründet wurde, während die übrigen Qlf ienmär.t? stark vernachlässigt blieben. Don Montanwerten gewannen anfangs bie Werte der Rhein-Elbe-Ülnion etwa 1,5 Prozent, Mannesmann 2,25 Prozent. Am Banken markt zogen Dresdner um 25 Pzt. u. Darmstädter um 2,13Pzt. an, während Eom- merzbani 1,25 Pzt. schwächer eröffnete. Auch Mitleid. Lredlt leicht abgeschwächt. Arn 6;emiemarft befestigten sich I. G. anfangs um 2 Prvz. Clek° troaktien rußig; Siemens unverändert, dagegen Lahmeyrr plus 0,75 Pro;, AEG. plus 1,5 Proz. Petroleumwerte gut behauptet. Die Werte der Metallbankgruppe konnten sich weiter befestigen. Schiffahrtsaktien gehalten. Zellstoffaktien kaum verändert. Süddeutsche Zuckeraktien zeigten rückläufige Tendenz, desgleichen Auto- und Maschinenwerte. Heimische Anleihen blieben stark vernachlässigt und schwächten sich im Verlaufe ab. Don fremden Renten lagen Türkenwerte naeßgebenb. Der Freiverkehr hatte stilles Geschäft. Growag 70 Proz., -Ufa 35 Proz. Im weiteren Derlauf wurde infolge der herrschenden Geschäftsstille die Tendenz nachgebend. Größere Berliner Abgaben, die den hiesigen Markt belasteten, drückten auf bie Kurse, so baß die favorisierten Werte 2 bis 3 Prozent nachgaben I. G. Farben notierten 315,5 Prozent nach 318.75 Prozent. Am Geldmarkt ist bie Lage leicht. Tagesgelb 5,5 bis 5,75 Prozent. Im Devisenverkehr lagen Paris und Mailand gegen London fest mit 123 bzw. 107. Die Reichsmark war unverändert. London-Kabel 4,85* ,«. Berliner Börse. Berlin, 21. Dez. Die Kursfestsetzung erfolgte heute etwas verspätet. Infolge Materialknappheit zogen die Aktien der Mitteldeutschen Kreditbank nach ihrem gestrigen Sprung um weitere 5 Prozent und Commerzbank um 4 Prozent, die übrigen Werte dieser Gruppe bis 2 Prozent an. Größere Nachfrage bestand nach HypothekenbankAktien. Eine Ausnahme bildeten Berliner Handel, die 4 Prozent abbröckelten. Die von den beteiligten Santen als unwahr erklärten Fusionsberichte konnten die Hausse st immung für deutsche Großbank-Aktien nicht beeinträchtigen Die übrigen Aktienmärkte waren infolge dieser Spezial- bewcgung stark vernachlässigt und zeigten nur un- bedeutende Kursbewegung. Die Tendenz war nicht ganz einheitlich, im ganzen aber gehalten. Freundlich lagen einige Montan- und Ä a I i a M ie n , während Schiffahrtsaktien eher zur Schwäche neigten. I. G. Farben eröffneten mit 317 bis 318 Prozent nur wenig verändert. Am Geldmarkt ergaben sich keine neuen Gesichts- punkte. Tagesgeld stellte sich auf 4 5 bis 6 Prozent und war dem Bedarf entsprechend ausreichend an- geboten. Die Sätze für Monatcgeld betrugen unverändert 7 bis 8 Prozent. Warenwechsel mit Großbank-Giro 4L Prozent, wobei das Angebot sehr groß gewesen sein soll. 21 m Devisenmarkt notierte der Dollar international fest Die fRci.-b mark stellte sich gegen Kabel auf 4 2018. Paris und Mailand lagen gegen das Pfund mit 129 bzw. 106,25 fest. Spanien konnte gegen das Pfund mäßig anziehen auf 31,72. ‘Borlennme. ^r.inffun a.M Berlin s>rf,lu • Änfano ,ur. ftnr« Unr» 1 1- Ä» 12 21 1* 20 11. 21. 12 S®/, Icutfdjf ytetthSan eitje i ;.w u.75 v 7525 0 7435 4°/. Deutsche RcichSantcihe . 0 C9 - .«<25 0 64 :r., Deutsche Gleich- interne . u — il 8 0 7975 Deutsche eucirprjniicnanlcitK 0 45 — 1.4.37.- 4°;, ^'reubischc Kon so IS - . . _ U 6825 U 6775 ........... Deutsche ^?ertb. Dollar An! 110 _ iu- _ d>o- Doll Echay-Auneiulg. e» — 4u/o .-sollturlcn......... 16.05 *■ 16,25 5% tiilönierifancr..... 43.25 — — —• Berliner Handelöaescllschast. 279 275.'. 277 5 273.25 (ciiiische Braunkohlen . . . 24<5 242.5 211 75 242.75 Nlieinstahl........... >97,5 196 195.6 U7 Wi.bcrf ’D/niilnn........ 183 75 _ 182,5 183 TellnS Bergbau...... . 103 — Berrinicite Stahlwerke.... 117 5 — !46,5 147.5 finniburq Anierila Paket. . . 165 5 164 25 165 16.1.4 Norddeutscher lilono ... 167,75 164,25 166 163 lLherainische Werke Albin . . — — _ /tcmcnliucrr Heidelberg . . . 1.9 75 •— — Philivv Holunaun .... 162 — 163 — Anglo (Tont Guano ..... - - 109,12 (Lheiuischc Mäher Alaptn. . . - - _ ' oldichmidt.......... 142 9 _ 141 144 75 Holjvcr>oblunn- . . ..... 73- ' 7.3.5 ft G ftar.cn-ftudustrie. . . i!7 318 75 ■118 J18 iliiitgcr-werke......... 132.5 — 131 132 Scheid auualt ....... 174 — — Alla. EltkirtziiälS.Gcsellschast 150.5 — 159 75 161.9 ^'croninim ......... i 159 5 El ktr. t-'icseruugcn...... 1.51 .5 1.52,75 “idil und .Mrnu..... • . 159 Mainkrainvcrke ........ 115 — Lchuckcrk........... 160 — .58.7.5 160.4 Siemens L Halvke...... 196.5 197 197.75 197 62 Adlcrwcrke.<7lener ...... 111 111 112 111.75 Dniuiler Molaren- ...... H-S 2 5 89.25 87 69.5 Henliaenslaedt......... öS 5 - V'.enuin............. 53 Mannheimer Motoren .... — 361 — frankfurter Armniuren . . . 17 — — Atoiifrrueinnbrif Braun . . 59 — — Melallgesell chast Frankfurt. 18) 25 179,25 — — Pet Union A -G. ...... 12i — 120.5 — Schnlnabrik Herz...... 61 — 60.5 — Sichel.............. — — 45 —• ^cllfloff Aschnfsenburg.... 149 151 75 119 151,25 .stellslo i Waldbos...... -'34.75 2.i5 233.5 .33.5 Zucker abrik ftraulcnthal . . >ai 103.5 103 75 — .-'.uckeriabrik Äaghäulel . . . 128 — 128 — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 20. De;dr. 21 Te;br. Ylnuiifflc 'Jtoti runa Amtliche 9ioticrun2 (»elb Brie- oielo Briei Anist.. No,, 167,hl 168,26 167.79 168.21 Bu.-n.-Airck 1.726 1.730 1.727 1.731 Brü.-Aniw 51.37 58,51 58.33 58 49 Cbrisliania 105.72 106.98 105,47 105,73 -Nov.-ndaa.-i! H1.8I 112.12 111.78 112.1’6 Eiockbolm 112,08 112.36 112,09 112.17 £>tlfuiqi"or5 10,56 10.60 10,555 10.595 ft tollen . . 18.87 18 91 19,OJ 19.04 London. . . -O,:i6l 20,411 20.349 20.399 sl.'euyork . . 1.196 4,206 4,1955 4,2055 Paris. . . 16.81 16,88 16.93 17.02 Schwei; . . 61.12 61.32 61,12 M,32 Svanien . «3,98 64.02 64.24 64.40 ftavnn . . . 2,046 2.050 2,047 2.051 •Nio de ftan Dien ln D .496 0.498 1.495 -.497 Ctft. abgesi 59,24 59,38 59,28 59.42 Proa - - . 12,422 12,4t-2 12,423 12,463 Belirad . ;.4j 7.42 7.397 7,417 Dudav 'i - ^,872 5,892 ■1,877 3,897 Bulgarien .1.IK.5 1,04a .>.035 3,043 Lissabon - 21 545 -1,595 21.543, 21,595 Danua. . - 11,50 11.70 81,45 61,65 Monft nun 2.107 2,117 2,11 2,12 Alben. . . 5,J4 5,-16 5 34 5 36 Canada 4,192 4,212 1 192 4.20'2 llru uan « 26 1.27 4.26 4.27 Cairo . 20.8s 20,918 20.879 20,931 Berlin, 20 Dezvr Geld Brie' 4.187 4,207 58.28 58.58 111.4: 111.92 20,334 20.434 16.92 17,00 167.47 168.31 18 86 18,96 Norwrailche Noten...... 105.4- 106.02 T uikch Ccficrr .5100 Sronen J9.15 59.45 Rumaiiische 'J?otcn...... — — Schwedische .'loten ..... 111.82 112.38 Cchw. i;er Noten ..... 81.30 81.70 Svanisch Noten ...... 6.1.64 63.16 Tlchechoilowaklsche Noten . . 12.395 12.455 UnoarifOjc Noten..... 5,83 5 87 frankfurter Frankfurt a. M., 21. Dez. Es warben notiert: Weizen, Wetterauer, 29 biä 29,25; Roggen, inländ., 24,25 bis 24,50; Sommergerste für Drauzwecke 25 bis 26,50; Hafer, inlänix, 19 bis 19,50; Mais (gelb) 19,50; Weizenmehl, inlänb., Spezial 0, 40,50 bis 41,25; Reggenmehl 35 bis 36; Werienkleie 11,75; Roggenkiew 12; Erbien 40 bis 70 Linsen 50 bis 93; Heu, süddeutsches, gut, trecken, 8 "5 bis 10; Weizen- und Roggrnstroh drahlgep-rcht 4,50 bis 5, gebünd. 4 b.s 4,25; Treber, getrocknet, 16,25 bis 16,50 Mk. Tendenz: Ruhig Berliner Produklcnbörsc. Berlin, 20. Dez. (211.) Die festeren nord- ameriken.scheu 2:vminr.o..c;ungen b.jeden hier am Weizenmarkt ohne Beachtung, da dir ar- gen.i i chen Forde.u gen e,e; n.cbrige: wa.en. Weizen von Inland ift in den Pre sen unser» ander , ledigl.ch für Dezember veeenla^trn Andienungen Vereinzeit Deg.e'.chungen und e ne geringfügige Abschwächung. Reggen ste.ig, Dezember eine Klcinigle.t ßö;e:, sonst hiel.en sich die ll.nsätze im Zeithandel in eng ten Grenzen. Gerste nie auch Hafer haben ge c ü.er ton Vortagen wenig geankerte Laze, bei er: Qualitäten finden Kau er, trä .end ge ine Soe e t vernachlässigt bleiben. Don Mehlen hat Roggenmehl etwas Konsurnge'chä t. Ersatzfultersto e und Cc> faalen ruhig. Es notierten (1003 Kilogramms Weize^, märkischer 235 bis 23S; Roaacn 231 6 s 232: Sommergerste 2 7 bis 215: Wintergerste 192 bis 205, Ha'er märkiscker, '7 > bis 185: M'.is, loro Bert n 191 bis 137; (103 Kilogramm): 05: - zenmehl 34 50 bis 37 75; OLogzenmehl 32,25 bi.* 31,25: Wei enk.'e'.e 13: Roggenk'e c 11,83 bis 12' Vik o.iaerbsen 51 bis 61; flc nc Spci'e- erbsen 31 bis 33; Fu tererose i 21 bis 24: 'Tc- luschlen 23 —22; Ack:r o'.nen 21 bis 22' Wicken 22 bis 24: Lupine7, blau 14 bis 15; Lupmen, reib 14.50 bis 15; Serradelle neu 21 bi3 23 c0- Rapsluchen 16,40 bis 16 50: Le'n'nchen 21 biS 21,30; Trockenschnihel 9.00 bis 9,30. Buntes Allerlei. Wovon darf man sich unterhalten? Die Saiion der Eelelllchasten ist in vollem Gange, und für viele ist es dabei eine wichtige Frage, wovon man sich unterhalten soll. Man klagt ja leit langem, daß die Nunst des Gesprächs heute nicht mehr gepflegt werde, und da i die Menschen nicht meßt zu plaudern verstehen Die einen machen die Nüchternheit unseres Lebens, die andern einen oft zutage tretenden Mangel an Bildung Dafür verantwortlich. Die Elanz'age i)er .Salons" des Rokoko und der Diedermei rzeit haben allerdings einen Höhepunkt der Gefprächskunst geschaffen, der uns heute unerreichbar erscheint. Wenn wir uns aus der trockenen Wiedergabe in Büchern das Wunder der Plaudereien Dergegentoättiqen, wie sie im Strebe der französischen Enzyklopädisten ober in der .guten Stube" der Rahel gam und gäbe waren, so erstaunen wir noch jetzt über das Feuerwerk des Witzes, dieMannigfaltigkeit der Interessen, die Eleganz der Form, die sich hier entfalteten. Aber mann kann n'chl von jedem bedangen, daß er ein Genie der geistreichen Konversation ist, wie es der Abbe Galiani, Doltaire oder Duclos waren, und außerdem tst auch der Gesprächsstoff der Mode unterworfen Wer heute in einer eleganten Gesellschaft sich über den Preis des Getreides ober bie Wunder der Sternenwelt verbreiten wollte, wie es im 18. Jahrhundert Mode war. würde sich nur lächerlich machen. Man plaudert heute von Dingen, die man früher nicht kannte oder verpönt hätte. Eine der führenden Damen der englischen Gesellschaft, Lady Fihroy Stewart, gibt einige Winke über bie Themen, die gegenwärtig in einer Gesellschaft am liebsten behandelt werben. Wenn babei auch bas englische Inleresie hervortritt, so bürsten boch ihreAngabeneine gew>sieAllgemeingultigleit haben: .Sie Hauptgespräche von heute," schreibt sie, .sink) Toilette, Bridge, Tanz, Auto, Rennen, Börienge- schäfte unb Politik in kleinen Mengen; dazwischen fließt hie und da ei nWort ein überKunst.Musik,Bücher, Reifen, Zeitungen, Möbel unb Gartenkunst. Diese Mischung wirb gewürzt mit ein bißchen Klatsch von Hochzeiten, Scheidungen unb Todesfällen Rur kühne und sichere Plauderer werben sich an Themen wagen, bie au-erßalb dieser Grenzen liegen. Zu den verbotenen Stoffen gehört das Wetter, bann Religion, und solche Dinge, wie Ehemänner und Kinder Dienst- boien unb anbere häusliche Einzelheiten Die ®e- sunbheit wirb nicht länger verpönt, feitbem man nach Kalorien sich die Rahrung zuwiegt unb bie .schlanke Linie" so offen besprochen wird. Es gibt auch heute noch geistvolle unb witzige Plaubcrer. Was aber bas Rivcau bet Konversation herab- fefit, das ist die geringe Sorgfalt, bie man aus ben sprachlichen Ausdruck verwendet. Der Jargon bringt von der Straße immer mehr in ben Salon, unb es gibt sogar Damen, bie etwas barin suchen, möglichst viele gewöhnliche Ausdrücke zu verwenden. Zu London führen meist bie Herren bie Unterhaltung, währenb in Frankreich bie Damen die besten Plaudermnen sind. Für bie (Stau aber ist bie Kunst des Zuhörens mindestens ebenso wichtig wie bie bes Sprechens, unb manche wird burch bie Fähigkeit, interessiert und aufmerksam zu lauschen, mehr Erfolg haben als durch eigene Redekunst." Der Maker des „SpleenS". Am 19. Dezember 1851 fanb man in der Düsternis des Londoner Revels in der Rikhe der Themse einen Toten, der zunächst für unbekannt galt, bis sich herausstellie, daß es der berühmte Maler William Turner war. Run wurde ein prunkvolles Begräbnis veranstaltet und dem erlauchten Künstler alle Ehre angetan, bie eine Ration zu vergeben hat. Er erhielt seine letzte Ruhestätte in der St. Paulskirche n:b;n Reynolds. In solch schroffen Gegensätzen, wie sie sich hier beim Tobe offenbarten, ist auch das Leben dieses Malers verlaufen, den bie Engländer als ihren größten Meister verehren. Als Sohn eines Barbiers war er im dunkelsten London geboren unb hat nie eine richtige Schulbildung erhalten. Er konnte selbst nicht einmal ordentlich Englisch sprechen, bevorzugte aber trotzdem in seinen Bildern mythologische und gelehrte Themen. Er war ein menschenscheuer Sonderling, dem niemand bei seiner Arbeit zuschauen durfte, und sein einziger Freund war sein Vater, der alte Barbier, der sein Geschäft hatte aufgeben müssen, nachdem die Perücken durch bie Pubersteuer unmobetn geworden waren. Er hauste mit dem Sohn zusammen. führte ihm die Wirtschaft, kochte ihm und soll ihm sogar beim Malen geholfen haben. Als er gestorben war, lebte Turner als vollkommener Einsiedler. Er hatte unter fremdem Rainen verschiedene Wohnungen, war oft monatelang verschwunden, ohne daß man seinen Aufenthalt wußte, war krankhaft geizig und bann wieder sehr freigebig, arbeitete, von seiner Kunst wie von einer .fixen Idee" beherrscht, mit fieberhaftem Eifer unb wollte kein's f:incr Bilder fortgeben. Die letzte Zeit seines Lebens wohnte er ganz verborgen, anscheinend in den armseligsten älmständen in dem Vorort Ehelsea, hinterließ ein'Millionenvermögen, vermachte seine vielen Hunderte von Bildern unb Tausende von Zeichnungen der englischen Ration. AIS Bedingung stellte er nur, baß Hwri kinct Dilvcr in der Rational Gallery zwischen zwei Werken von Elaude Lorrain auf gelangt würden, und dies ist auch geschehen. Der Som des düsteren, neiderfüllten Lon. on war nämlich der glühen.' tc Verehrer des Lichtn.alers Elaude unb wie besessen von der Sehnsucht, den my,tischen und geheimnisvollen G.anz des Lichtes in seine Schöpfungen zu bannen. D.e eigentümliche englische Schru'.lenhaftigkett. die man als Spleen bezeichnet, war nicht nur das Leitmotiv seines Lebens, sondern wirkt sich auch in seiner Kunst aus. Karl Scheffler sag: z. B. geradezu: .In Turner hat sich der .Spleen" der Engländer künstlerisch verewigt." Schosteigericht Wetzlar. Q Vier 21.beiter ans Niederscheld waren wegen gefährlicher Körperverletzung unter Anklage. Den Angeklagten wurde zur Last gelegt, auf ber Landstraße zwischen Ober- und Nieder chelb ohne jeglichen Grund ,wei Personen über allen unb körperlich mißhandelt zu haben. Bei ihrer früheren Vernehmung bestritten alle Angeklagte ihre Beteiligung an dem Uebersall, während bie UcborfaUer.en bei einer Gegenüberstellung einen Angklagten als ben Haupltäter bezeichneten Auch jetzt leugneten alle ihre Beteiligung, während die Zeugen einen Angeklagten bestimmt roicbererianntcn. Das Gericht gelangte daher zur Verurteilung dieses Angeftagten au 6 0 Mark, evtl. 12 Tage Gesängnis, während bezüglich der übrigen Angeklagten Freisprechung erfolgte. Ein Bahnbeamtest-Ehepaar aus Dillenburg hatten sich wegen Diebstahls bzw. Hehlerei au verantworten. Die Ehefrau half bei einem ihr bekannten Geschäftsmann in Dillenburg, ber ein Lebens- milteigefchäst betrieb, schon seit einigen Jahren im Geschäft aus unb genoß hier vollstes Vertrauen. In letzter Zeit vermißte ber Geschäftsmann versc? ie- deutlich Geld in, ber Kaste Infolgedessen wurde die Angeklagte, bie sich auch sonst durch Anschaffungen verdächtig machte, beobachtet, und er ertappte die Angeklagte zweimal, daß sie sich Geldbeträge aus der Ladenkasse aneignete. Hierüber zur Rede gestellt, legte sie auch ein Geständnis ab, daß sie schon die ganzen Jahre bas gleiche getan habe. In dem Bestreben. die Sache aus der Welt zu sckassen erbot sich die Angeklagte, durch Zahlung von 3000 Mk. bie Sache wieder gut zu machen. Dieser Betrag ist a ch tatsächlich fast restlos an den Geschädigten gezahlt worden. Der Ehemann war nun der HehleRei angeklagt. Während bie Ehefrau geständig war. heft ritt der Ehemann, von den Handlungen seiner Frau gewußt zu haben, was ihm nicht zu widerlegen war. Das Urteil lautete gegen die Ehefrau wegen fortgesetzten Diebstahls auf 1 Monat ® c • fängnis, gegen ben Ehemann auf Freisprechung. Unter Ausschluß ber Oefsentlichkeit wurde gegen einen Former aus Straßebersbach wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Das Urteil lautete auf 6 Monate Gefängnis Rundfunk-Programm. Mittwoch, 22. Dezember. 3,30 bis 4 älhr: Die Stunde der Iugenb. 4,30 bis 5,45 ILjr: Konzert des Hau.orchesters: Dallerinnerungen (Alle Tänze). 5,45 bis 6.05 Die Dücherstunbe. 6,33 bis 7 stlyr: S.enographi- scher Forft.iidungslu.sus für An.äng:r unb t- geschri tene «Diktat von 83 Silben auswärts). 7 bis 7,30 ilßr: „Die En wick-ung ber Arbe ter» lulturbcrcgung*', Vortrag von Eonrab Br^ß» witz. 7,33 bis 8 älhr: D.e Schachstunbe. 8 bis 8,15 Ufjr: Senckenbergvier.eltzunce. „Dir Entwicklung des Lebens", Vor.rag von Dr. C. W. Ankel-Gießen. 8,15 bis 9 15 Uhr: älebcrlraaung aus bem Mannheimer Besprechungsraum. 9,15 bis 10,15 Uhr: Schnitzler-Abenb. Setzte Nachrichten. Strafantrag im Prozeß Rouzier. Landau, 21. Dez. (WTL. Drahtmeidung.) Der französische Militärstaatsanwalt hat am Schluß seiner Anklagerede gegen den Leutnant Rouzier eine Slraie von einem Iahr Gefängnis beantragt. Bezüglich der angeHagten Deutschen stellte er die Strafbemessung dem Gerichte anheim, empfahl jedoch, diejenigen Angeklagten, bie sich ins unbefeß c Geb et geflüchtet hätten, unb nicht erschienen leien, schwerer zu bestrafen als bie anberen. ML I W MA t' x U. W W V W K- B fe fc; ck! L‘‘, ***। M ►2. -’<-., I "- -71 / x ■ ■ ■ ■- : w-S-^ Prompter Versand nach auswärts, bei Einkäufen von Mk. 10.- an franko. --Umtausch auch nach dem Fest gestattet! -------------- 10363e HNWMMßMM Hießen, Sahnhofftraße 14 dte niedr ujen. j ßeisi im WeümacMs^fe’fauaf Für die Dame Größe 44-48 Mako Für den Herrn 0.50 „Jedes Geschenk in elegantem Karton“ Pullovers Wolle mit Seide, eleg. Ausführung Frauen-Nachtjacken bester Barchent Frauen-Nachthemden bester Barchent« mit Jabot u. langem Arm............................ 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