nr. 195 Erster Blatt 176. Jahrgang Samstag, 21. August 1926 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vntlf vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitätr Buch- und Lleindruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchnvtrahe 7. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Dill» Die Scholle MooalS'Bezugrpreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 5L Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giefoen. Postscheckkonto: Zrantfurtam Main 11686. Annahme von Anzeigen für di« Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Bieß-n Eupen und Malmedy. November 1918. Nach unsäglich opfervollen Rückzugsgefechten auf den blutgctränlien. Schlachtfeldern Nordsrankreichs ist das ungleiche Ringen abgebrochen. In gewaltigen Heeressäulen wälzt sich die deutsche Armee gen Osten durch Belgien, der Grenze zu. Mit Wehmut und doch voller Jubel und «tolz empfängt die Bevölkerung der rheinischen Grenzlande das deutsche Heer, dessen Heldentaten vier Jahre hindurch den Feind vom deutschen Boden ferngehalten haben. Die ersten Ankömmlinge sind für die Rheinländer eine bittere Enttäuschung. Etappenkolonnen mit roten Reoolutionsfahnen auf Autos und Fahrzeugen durcheilen flüchtig die Grenzstädte, schlechte Repräsentanten preußischen Solvatei.geistes, wie ihn die Heimat gewohnt gewesen war. Erst langsam ebbt die rote Flut ab; die ersten Truppen des Feldheeres rücken in alter Ordnung und Disziplin über die Grenze. Als eine der letzten Divisionen, nach schier unerträglichen Tagen des Bahnlch.", es an der Straße Pepinster—Ber- i'iers—Limburg, lassen auch wir endlich die schwarz- gelbrotcn Grcnzpsähle hinter uns. Mit einem Wald von Fahnen in den alten Reichsfarben, mit einer Herzlichkeit und Dankbarkeit, wie wir sie nicht wieder erleben durften, empfängt uns Eupen, die erste Stadt auf deutschem Boden. Nicht anders berichten die Kameraden aus M a l m e d y und den Grenzdörfern d-'s Venns. Ein bai .:.-j 3a6r später wurde im Artikel 34 c.3 6ei jaulet Vertrage« üie Abtretung dieses selben kerndeutschen Gebietes an Bel- g i e n dekretiert, ohne daß man sich der Mühe unterzog, auch nur den Schein eines Rechtes aufrecht zu erhalten. Mair legte lediglich (Belgien die Verpsücntung auf. während der ersten sechs Monate noch iw Inkrafttreten des Vertrages durch die belgischen Behörden Listen auslegen zu lassen, in denen die Bewohner dieser Gebiete schriftlich den Wunsch aussprechen konnten, ob diese Gebiete ganz oder teilweise unter deutscher Staatshoheit bleiben. Sache der belgischen Negierung werde es sein, das Ergebnis dieser Volksabstimmung zur Kenntnis des Völkerbundes zu bringen, dessen Entscheidung anzunehmen Belgien sich verpflichten mußte. Diese Entscheidung anzunehmen fiel Belgien nicht schwer, denn sie bestätigte ausdrücklich Belgiens Souveränität über die geraubten Gebiete. Die Vollsabstim- mung blieb in der Art, wie sie die belgischen Machthaber vorzunehmen beliebten, eine Farce, so daß nunmehr die Anneftlon zweier deutscher Kreise auch ihr moralisches Mäntelchen bekim. Aber damit nicht genug. Die Grenzsestsehungs- lommission, in der neben sechs Vertretern der alliierten Mächte nur ein einziger deutscher Bevollmächtigter zugelgsscn wurde, sprach im März 1920 auch noch den Kreis M o n s ch a u, soweit er westlich der Bahnlinie Malmedy-Rötgen liegt, Belgien zu. Insgesamt wurden damit 104 000 Hektar deutschen Bodens mit einer Bevölkerung von rund 65 000 Seelen von Deutschland abgetrennt. Die belgische Geschichtswissenschaft hat den Versuch nicht unterlassen, diesem Machtfpruch der „Großen Vier" eine historische Begründung zu geben. Hiernach wäre Belgien als Rechtsnachfolger des Königreichs der Riederlande zugleich auch der Rechtsnach'olger des mittelalterlichen Burgunds und der kleinen habsburgischen Territorialstaaten zwischen Rhein, Maas und Mosel geworden. Um diese Behauptung zu entkräften, bedarf es nur des Hinweises, daß diese Gebiete seit mehr als tausend Jahren z u m r ömischen Reich deutfcherRation gehört haben, mit Ausnahme der zwanzig Jahre zu Beginn des 19. Jahrhunderts, während der sie unter Napoleons Herrschaft ge'ftanden haben. Auch volkspolitisch ruhen Belgiens Ansprüche nur auf schwachen Füßen. Unter 25 000 Einwohnern zählte Eupen nur 93. Malmedv unter 37 000 Einwohnern 9000 Wallonen. Der Kreis Eupen ist also rein deutsch, wie die übrigen Rheinlande, während der Kreis Malmedy in der sogenannten „preußischen Wallonie" mit einem Drittel der Bevölkerung Wallonen stark wallonischen Einschlag zeigt. Aber gerade in diesem wallonischen Teil der annektierten Gebiete machte sich, wie neutrale Berichterstatter immer wieder feststellen mußten, ein außerordentlich starkes Gefühl der Zugehörigkeit xum Reich bemerkbar, so daß eine in aller Freiheit vorgenommene Volksabstimmung auch hier einen vollen Sieg der deutschen Sache ergeben haben würde. Auch wirtschaftlich ist der belgische Standpunkt schwer zu ha ton. Wenn auch diese westlichen Grenzgebiete vor der Reichsgründung nur sehr langsam durch Dahnbau und Schaffung moderner Verkehrswege an das große deutsche Wirtschastsnetz angeschlossen wurden, so hat doch seit 1870 die Textilindustrie Eupens und die Lederindustrie Malmedys den großen deutschen Wirtschaftsaufschwung mitgemacht und sich seitdem vom Export ganz auf den deutschen Inland- markt umgestellt. Das Inkrafttreten der neuen Zollgrenzen und der damit verbundene Abschluß von den bisherigen Absatzgebieten haben über die Wirtschaft der annektierten Gebiete eine schwere Krisis gebracht, zumal da sich auch die Industrie im altbelgischen Gebiet mit allen Mitteln des neuen Konkurrenten zu erwehren suchte. Es bleiben also für die belgische Annektion lediglich machtpolitische und strategische Gründe übrig. Es konnte nicht ausbleiben, daß in Bel- gien selbst real denkenden Kreisen, nicht nur sozialistischer Prägung, die Erkenntnis von der Sinnlosigkeit des Versailler Machtspruches dämmerte. Schon seit langem hat sich in der belgi- । scheu Presse aller Dichtungen eine Diskussion über I die Eisenbahnkatastrophe bei Lehrte. Wieder einmal hat der Tod als Schicksals- Hand auf die Schienen gegriffen und mehr als Zwanzig blühende Menschenleben aus ihrem Wir- lungskreis herausgerisfen. Die Eisenbahnunfälle yäusen sich in letzter Zeit. Wir haben uns schon eine gewisse Technik darin angewöhnt, auch auf das Ungewöhnliche uns einzustellen und, sobald wir nicht beteiligt sind, sofort uns die Frage vorzulegen, wie das kommen konnte. Tluch die Bahnverwaltung hat das ihrige getan. Sie ist jeweils rasch bei der Hand mit der Untersuchung. Die Ingenieure kommen und prüfen. Sie wühlen in den Trümmern, vertiefen sich in die Einzelheiten der Maschine und berichten über daS Ergebnis ihrer Untersuchung. Dann ist meistens leider der Fall abgelegt. Reue Ereignisse peitschen das allgemeine Interesse weiter, das äünglück ist vergessen und wird seelisch liquidiert nur durch die, denen ein sinnloses Walten einen der Liebsten nahm, während die Verwaltung die Erfahrung, die sie in jedem Einzelfall sammelt, künftighin zur Vermeidung ähnlichen Unheils zu verwenden sucht. Verhindern freilich wird man Eisenbahn- katcistrophcn n i e können. Auch der moderne, in seinem Denken und Fühlen mechanisierte Mensch muß sich daraus einstellen, daß immer irgend- w o eine Lucke bleibt. Wenn ein Gewitterregen den Eisenbahndamm zum'Abrutschen bringt, wenn ein Niet bricht, wenn eine Weiche versagt: niemals tann dar Maschinelle so konstruiert sein, daß es absolut unfehlbar ist. Noch viel weniger der Mensch, auch soweit er nur als Arbeitsmaschine gilt. Auch er ist Stimmungen und Zufällen unterworfen, die unberechenbar sind. Es braucht nicht einmal der Schlag über ihn herzufallen: Lähmungen einzelner Gehirnkomplexe, in ihrem Ausgangspunkt und m ihren Wirkungen ganz unberechenbar, genügen schon, um der Hand des Lokomotivführers ihre Festigkeit zu nehmen und ihn mit seinem Zug ins Verderben zu jagen. Ein gutes Stück Resignation verlangt also die moderne Mechanisierung von jedem Zeitgenossen, genau so wie er wehrlos ist gegen den Ziegel, der auf der Straße ihm auf den Kopf fällt. Aber im Fall Leiferde scheint es nun noch mehr zu sein, da haben Mensch und Maschine nicht versagt, da haben verbrecherische Hände gewaltet, um den Weg des Rormalen in die Katastrophe zu verkehren. Waren es Kommunisten, die den Terror nutzlos und widersinnig propagieren wollten, waren es Hungernde, die ihren Haß gegen alles Bestehende, gegen die ganze Weltordnung, an Unschuldigen ausliehen? Wir werden es vielleicht nie erfahren. Wir stehen vor der Tatsache, dah Menschen, Maschinen und aterial den Anforderungen der Höchstgeschwindigkeit gerecht geworden sind, daß dagegen von außen her ein Angriff erfolgte, der absichtlich den Zug zum Entgleisen brachte. In jedem Falle eine aus allem Menschlichen herausgerissene Gedankenkonstruk- tion, die an der Grenze zwischen Wahnsinn und Verbrechen steht, die uns aber gerade in ihrer Gewaltsamkeit furchtbar daran mahnt, daß auch in der besten aller Welten, auf der Höhe den Technik, unser Wissen Stückwerk ist. Ueberführung der Opfer nach Lehrte. Da immer noch nicht feststeht, ob sich zwischen den Trümmern der zusammengedrückten Wagen noch Leichen befinden, will man jetzt die Wagen auseinanderschweißen, um das Bergungswerk zu vollenden. Die Leichen der Verunglückten sind heute nacht nach Lehrte überführt worden, wo sie in einem provisorisch bergerichteten 2ta*un aufgebafjrt wurden. Mehrere Angehörige der Opfer sind bereits in Lehrte eingetroffen. Die Staatsanwaltschaft hat die Leichen zur Beerdigung frclgegeben. Die bisher als tödlich ver- unglückt gemeldete Julie Gnann aus Dortmund Ecfinbet sich nicht unter den Verunglückten. Es wird versucht, die Persönlichkeit der Verunglückten, die bisher für Frau Gnann gehalten wurde, zu rekognoszieren. Die Angabe, daß sich Frau Winkelmann unter den Verunglückten, befindet, bat sich nicht bestätigt, vielmehr ist Frau Clise Gautier, Berlin-Schöneberg, Wartburgstraße 41, tödlich verunglückt. Die bisher nicht rekognoszierte weibliche Verunglückte hat sich nunmehr feststellen lassen. Es ist dies Fraulein Martha Hoffmeister, Berlin SO 36, Wiener Straße 20. Ebenso ist inzwischen ihr Bräutigam festgestellt worden in« der Persönlichkeit des Wilhelm Winkler, Eharlottenburg. Potsdamer Straße 25. Auf der Suche nach den Verbrechern. Berlin, 20. Aug. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei an der Stelle der Eisenbahn- Katastrophe bei Meinersen haben das Ergebnis gehabt, daß die Herkunft der an der Unfall st eile gefundenen Schrauben- schlüssel fest gestellt wurde. Die beiden Schlüssel, die mit den Buchstaben H. K. gezeichnet sind, gehören zum Werkzeugbestand der Firma Heinrich Könnicke, die nicht weit von der Tlnglücksstelle mit einem Drückenbau über die Oker beschäftigt ist. Mehrere Arbeiter, die früher in der Rähe der Unglücksstelle beschäftigt waren, sind im Lause des gestrigen Tages vernommen worden. Der Verdacht richtete sich gegen eine Person, d i e in der Tlnglücksnacht nicht zu Hause war. Cs konnte aber ein einwandfreier Alibibeweis erbracht werden. — Rach einer Meldung des ,.B. T." soll man seit heute früh eine Spur verfolgen, die nach Leiferde führt. Ein früherer Eisenbahnbea.nter soll sich durch Aeuherun- gen verdächtig gemacht haben. Im ganzen genommen ist aber vorderhand rein rechtes Motiv für das Verbrechen, wenn es sich um ein solches handelt, zu erkennen. Auch liegen keine Meldungen über Diebstähle nach der Katastrophe vor. Der Leiter der hannoverschen Kriminalpolizei sprach sich dahin aus, daß als Motiv der Tat entweder Raub, Rache oder radikalpolitische Einstellungen in Frage kämen. Nach allen diesen ^Richtungen bewegen sich denn auch die umfangreichen. Recherchen. Laut „Lokalanzeiger" beschäftigte sich der Ver- roaltungsrat d e r Reichsbahn-Gesellschaft eingehend mit dem Eisenbahnunglück bei Meinersen. Die Reichsbahngesellschaft will billigen Schadenersatzansprüchen auch dann nachkommen, wenn für sie eine rechtliche Verpflichtung zum Schadenersatz, wie sie bei Vorliegen höherer Gewalt gegeben ist, nicht besteht. die Möglichkeit einer Rückgabe der annektierten Kreise Eupen und Malmedy an Deutschland angefponnen, ein Problem, bai man um so ausgiebiger ventilierte, je drückender die finanzielle Krisis auf dem belgischen Wirtschaftskörper lastet. In den letzten Wochen hat man diese Frage gern in Zusammenhang gebracht mit der Forderung nach Aufwertung oder Rückzahlung der aus der Desahungszeit her- rührenden belgischen Markguthaben. Lind nun, vor dem erneuten Zufammentrcten des Völkerbundes zu seiner Septembertagung, verdichten sich die Gerüchte, die bereits von Verhandlungen zwischen den beiderseitigen Regierungen wissen wollen, als deren Vertrauensmänner man den deutschen Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht und den ehemaligen belgischen Delegierten zur Reparationskommission Delacroix nennen hört. Es ist selbstverständlich, daß vorläufig diese Gerüchte von der Brüsseler Regierung mit großer Regelmäßigkeit dementiert werden, ebenso selbstverständlich ist es auch, daß die französische Presse sie zu einem unerhörten Hehseldzug gegen Deutschland ausbeutet. daS behaupte, seine Dawes-Verpflichtungen nicht erfüllen zu können, gleichzeitig aber zu einem Rückkauf der verlorenen Gebiete bereit sei. Daneben erhält Belgien aus Paris Mahnung über Mahnung, mit einen derartigen Schritt nicht die alliierte Einheitsfront zu durchbrechen und den Friedensvertrag von Versailles, die Grund- des neuen Europas, nicht zu erschüttern. In England sieht man den Verhandlungen. iDtoeit davon überhaupt schon ernsthaft die Rede sein kann, mit einem gewissen Wohlwollen zu, das einmal der Genugtuung über eine Wkühlung der zeitweise für den britischen Geschmack allzu herzlichen belgisch-französischen Entente entsprangt, zum andern der Aussicht auf eine beschleunigte Sanierung bes belgischen Franken gilt. In Belgien selbst wird es gewiß weite Kreise geben, die im Gegensatz zu den im Augenblick sich am Ruder befindenden Parteien der < Regierung Iaspar-Dandervelde als doktrinäre I Anhänger des Versailler Vertragswerks sich mit aller Macht gegen einen Verzicht auf die annektierten Gebiete stemmen werden, sicher ist aber auch, dah auch außerhalb der sozialistischen Reihen die Schar derer immer größer wird, die in diesem Punfte wenigstens eine Revision des Versailler Vertrags für notwendig halten, soll jemals das deutsch-belgische Verhältnis eine Bereinigung erfahren. Soll der viel gerühmte und viel geschmähte „Geist von Locarno" auch in Brüssel Einzug halten, so wäre eine Rückgabe Eupen und Malmedys mit seiner in Herz und Sinn kerndeutschen Bevölkerung unter Bedingungen, die für das finanziell gleichfalls schwache Deutschland tragbar sind, das schönste Zeugnis. Die Pariser Kritik. Paris 20. Aug. (Sil.) Die Pariser Rechtsblätter setzen ihre Offensive gegen eine c t - toaige Rückgabe von Eupen und Mairn edy an Deutschland fort. Das „Journal" er- klärt, das Verhalten Amerikas in der An- 1 e i h e f r a g e mache es bis zu einem gewissen Grade erklärlich, daß Belgien das deutsche An- gebot in Betracht gezogen habe. Der weitere Verlauf hänge davon ab. ob Belgien darauf rechnen könne, dah der Verfallstermin für die 50-Millionen-Dollar-Anleihe über den 10. September hinaus verlängert werde. Das „Echo de Paris" hält seine Behauptung aufrecht, daß die französische Regierung die Aufmerksamkeit der belgischen Minister Iaspar und Vandervelde auf gewisse Folgen einer Rückgabe von Eupen und MalmedH an Deutchland gelenkt habe. Sicher würde Belgien gegen ein englisches B e t o nichts unternehmen. Bisher habe das Foreign Office allerdings keine Gelegenheit gehabt, ein solches Veto bei Belgien einzulegen. Qlber es scheine, daß Chamberlain sich keineswegs den Verhandlungen Schacht-Delacroix- Francqui geneigt zeige. Daraus könne man schlichen, dah das Unternehmen nicht weiter fortgesetzt werde. das Auswettungsvostsdetzchren Reichsinnettminister Dr. Äülz über die (Gründe der '2lblcl)ninnj. Berlin, 20. Aug. Zur Ablehnung des Volksbegehrens auf Auswertung schreibt Reichs- Minister des Innern Külz im „Beniner Sajv- blatt" u. a.: Die Ablehnung des Antrages mußte aus zwingenden gesetzlichen Gründen geschehen. Rach Artikel 73 Absatz 1 der Reichsverfassung kann ein Volksenl cheid über den Haushaltsplan nur Dom Reichspräsidenten veranlaßt werden. Der dem Zu- lassungsantrage beigefügk Gesetzentwurf handelt zweifellos über den Haushaltsplan. Der Mi- nister führt bann fort: Niemand verkennt die tiefe Tragik, die darin liegt, dah durch die Inflation H u n d e r 11 a u sc n d e von Den,- schen, die in einem Leben voll Arbeit und Eick- behrungen für ihr Alter ein bescheidenes Kapital zurückgelegt hatten, um den wesentlich st en Teil ihres Vermögens tarnen. Aber wenn 100 Milliarden Rntenkapital durch die u ,'clige von außen her bedingte wirtschaftliche Cn'w-ck- lung aufge,reffen wurden, so kann man diese Milliarden nicht durch einen gesetzgeberischen Akt wiederher stelle ». Wohl kann und muß man den Opfern der Inslalion die denkbar weitestgehende soziale Fürsorge in der Rot zuteil werden lassen, aber verlorenes Kapital kann niemals durch gesetzgeberische Akte, sondern n u r d u r ch die C5> t v 1» schäft selbst rekonstruiert werden. Deswegen sind Art und Maß der Aufwertung letzt n Endes keine Rechtsfragen. sondern Fragen der staatswirtschaftlichen und privat- wirtschaftlichen Möglichkeiten. W:nn inan die die wirtschaftliche Leistungssähigieit ul,.r- steigende Aufwertung gesetzlich einführen wollte, würde man den armen beklagenswerten Opfern der Inflation nicht nur nicht helfen, sondern man würde durch die Vernichtung unserer Wirtschaft und durch eine neue Inflation sie und das ganze Volk wirtschaftlich zerrütten. Die reichsgesetzliche Regelung der Aufwertung muß eine endgültige fein. Ein Wiederaufrocken der Aufwertungsfrage würde die Kreditwückcia- keit und Kreditfähigkeit Deutschlands vernichtend treffen. Je sicherer, schneller und ungestörter sich die deutsche Wirtschaft erholt und Vgr, um so umfangreicher wird auch die soziale Fürsorge für die durch die Inflation in Rot Geratenen sein können. Ium Tode Mehllchs. Berli n, 20. Aug. (WTB.) Der Reichs- a r b e i t s m i n i ft e r hat an die Hinterbliebenen des Reichs- und Staatskommissars Mehlich in Dortmund folgende Drahtung geschickt: „Aufs tiefste ergriffen über das tragische Ende Ihres Vaters spreche ich Ihnen und Ihren Geschwistern meine a u f richtig st e Teilnahme aus. Durch seine unermüdliche und erfolgreiche Tätigkeit in schwersten Zeiten und sein unparteiisches und selbstloses Wirken hat sich der so früh Dahingeschiedene bleibende Vei- oienste um das Ruhrgebiet und das Reich erworben und sich unser aller Dank gesichert. Sein Wirken wird unoergessen bleiben. Möge Ihnen der Allmächtige die Kraft verleihen, das schwere Leid zu tragen, das so unvermittelt über Sie und die Ihrigen hereingebrochen ist." Der Stellvertreter des Reichsmini st ers für d i c besetzten Gebiete, Staatssekretär Dr. Schmid, hat an Fräulein Mehlich folgendes Telegramm gefanc^: „Tief erschüttert von der Nachricht, daß unter den Todesopfern der Eisenbahnkaia- strophe bei Hannover sich auch Ihr Vater befindet, spreche ich Ihnen und allen übrigen Familienangehörigen mein aufrichtigstes Beileid aus. Die hin- gebungsvolle Arbeit, die der Heimgegangene in den letzten Jahren, besonders aber mäh- renb der schweren Zeit von 1 923. die unsere deutschen Brüder und Schwestern am Rhein und an der Ruhr durchleben mußten, für unser Vaterland geleistet hat, wird ihm in der Geschichte unseres Volkes einen Ehrenplatz sichern. Auch ich werde ihm für alle Zeiten ein treues Gedenken bewahren." * Mit Mehlich, der erst im Alter von 44 Jahren stand, ist ein Mann dahingegangen, der sich aus sozialem und wirtschaftlichem Gebiet hohe Verdienste erworben hat. Seit 1919 war er Mitarbeiter des damaligen Reichs- und Staatskommissars S e bering, dessen Nachfolger er 1920 wurde. Die Nachwirkungen der Unruhen des Jahres 1919, die immer bedrohlicheren wirtschaftlichen Schwierigkeiten stellten an ihn, dem vor allem die S ch l i ch't u n g von Lohnstreitigkeiten oblag, außergewöhnliche Anforderungen. Schwerste Tage brachte ihm im Jahre 1923 die Besetzung des Ruhrgebietes. Weit über fein engeres Fachgebiet hinaus hat er damals dem Wohl und den Rechten der von fremder Gewalt bedrückten Ruhrbevölkerung wie der gemeinsamen deutschen Sache aufopfernd gedient. Durch die Lauterkeit seines Charakters und durch feine Unparteilichkeit und restlose Hingabe an seine verantwortungsvolle Aufgaben bat er bis zu feinem Tode in seltsamem Maße dasVertrauen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer genossen und den Arbeitsfrieden auch unter den schwierigsten Verhältnissen zu erhalten vermocht. Es ist ein tragisches Schicksal, bas ihn auf der Heimfahrt von einer dienstlichen Besprechung in Berlin so früh aus seinem erfolgreichen Wirken herausriß. Sein Name wird in der Geschichte des Ruhrgebiets und der deutschen Sozialpolitik ehrenvoll fortlebcn. an dem k. eilt Beweis der Weisheit! — t- Samstag: W ^•°hr Iabr lOte bewährt. 142 6d 2 bis 4, En- Rettich 5 bis für am E 3 sinder den Ni Ar ha h K kal Gr Kleine politische Nachrichten. Der Reichspräsident nahm den Vortrag des Reichskanzlers Dr. Marx entgegen und empfing später den zur Zeit in Berlin weilenden deutschen Botschafter in Konstantinopel, Radolnh. sowie den deutschen Gesandten in Sofia, Dr. Rümelin, der sich auf Urlaub in Berlin befindet. 21 b b e l Krim wird Fez am 28. 2lugust verlassen, um seine Verbannung auf der Insel Reunion anzutreten. Die Reise wird vermutlich von Casablanca aus stattsinden, wohin 2lbd el Krim in einem verschlossenen Waggon geschafft werden soll. Wie eine Korrespondenz meldet, ist die Voruntersuchung gegen Iustizrat Claas wegen Hochverrats abgeschlossen und die Akten sind der Reichsanwaltschaft zur Prüfung und Beschlußfassung zugeleitet worden. Ursprünglich erstreckten sich die Ermittlungen auch auf Major a. D. v. Sodenstern,- Oberst a.D. v. Lux und Oberst a. D. Knauer. Im Qkr- laufe des Verfahrens wurde aber die Ermittlung gegen alle Beteiligten mit Ausnahme des Iustizrats Clah e i n g e st e l l t. Hifum Preise bejont« dem \v desP> denen Dollst woche stützui Str- bilber det an ten B statt, t I Zuckerrohrplantage. Zwischen Managua und Co« rinto sprengten die Aufständischen einen Eisenbahnzug mit Regierungstruppen in die Lust. Glücklicherweise wurden nur wenige Soldaten verletzt. Der Kulturkamps in Mexiko. Präsident Calles antwortet den Bischöfen. — ZBlutige usammenftößc. Mexiko City, 20. Aug. (Wolff.) Präsident Calles hat auf das Schreiben des mexikanischen Episkopots, in welchem die vorläufige Außerkraftsetzung der Religionsdekrete bis zur Entscheidung durch den mexikanischen Kongreß vorgeschlagen worden war, nunmehr eine Antwort erteilt. Calles erklärte, die Aufhebung der Dekrete durch ihn sei nicht möglich, da er die Verfassung nicht ändern könne. Auf Grund seiner politischen Anschauungen könne er zudem dem Kongreß einen Antrag betreffend Aenderung der Religionsgesehgebung nicht einbringen. Die vom mexikanischen Klerus geforderten Freiheiten seien im übrigen von der Verfassung garantiert. Gestern kam es in der Stadt Mexiko nach einem scharfen Wortwechsel im Kongreß auf der Straße zu einem Kampfe zwischen zwanzig Abgeordneten, wobei ein 2lbgeordneter getötet und zwei weitere, darunter ein ehemaliger Gouverneuer, schwer verwundet wurden. Außerdem wurde ein Zeitungshändler getötet und viele Passanten schwer verletzt. Infolge seiner antikirchlichen Maßnahmen wurde der Bürgermeister von San Iuan von der Qllenge gelyncht. Sternensinn ist auch die Offenbarung deiner Sehnsucht. Er zeigt, daß du Religion hast, lebendige Gottverbundenheit! Dieser Sternensinn klammert sich nicht an den Buchstaben, sieht nicht den Nächsten scheel an, weil er einen anderen Weg zu Gott geht! O. dieser Sternensinn hebt ins große Verstehen, und er freut sich des Echten. Dem Hnechten aber ist er kraftvoller Feind. Sternensinn weiß die Stille zu erfassen in ihrem schöpferischen Werte fürs Dasein. Er ist Sammlung, inneres Sichaufschliehen den verborgenen, ewig webenden Mächten gegenüber. Der sternensinnige Mensch geht im 2ldel echter Menschengesinnung. QIH-ßiebe floß ihm ins Herz und wandelt sich zur liebenden Tat gegen den Rächsten. Gr schaut durch den 2llltag hindurch, den Menschen und Dingen auf den Grund; er sieht das Wunder des Lebens trotz aller Verzerrungen durch die Menschen, lebt aus dem Wunderbaren, und vielen ist sein Leben ein Wunder, dessen Schönstes die Liebe ist! Gießener Wochenmarktpreise. Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 190 Pfennig, Matte 30 bis 35. Käse (10 Stück) 60 bis 80, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10, Spinat 25, Römischkohl 10, Bohnen (grüne) 12 bis 18. Bohnen (gelbe) 15 bis 20, Hnterkohlrabi 6, Tomaten 20 bis 40, Zwiebeln 15 bis 20, Meerrettich 80, Rhabarber 20, Kartoffeln 5, Falläpfel 8, Frühäpfel 20 bis 25, Birnen 10 bis 25, Preiselbeeren 60, Zwetschen 20 bis 35, Mirabellen 30 bis 45. Honig 35, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100 bis 120; pro Stück: Eier 13 bis 14, Blumenkohl 50 bis 120, Salat 5 bis 10, Salat- Wettervoranssage. Zumeist wolkig, mäßig warm, zeitweise kurze Regenfälle, ziemlich imbeständig. Ein storter nordwestlicher Wirbel hat sich unter Vertiefung ostwärts bewegt und dabei an feiner Südseite unerwartet schnell Ausläufer entwickelt, die den hohen Druck über Deutschland verdrängt haben und Regenfälle herbeiführen. Der Einfluß des Wirbels gestaltet die Wetterlage weiterhin unbeständig. Gestrige TageSteinperaturcn: Marunum 22,4 Grad, Mimmum 16,0 Grad. Heutige Morgen- temperatur 16,6 Grad Celsius. niirtld staltct verbu' gM- Frage öarov [ütlerii iicnw geben 2lnze kniend ■^npet mit 12 Der König und der Kronprinz von Spanien besichtigten im Hasen von Santander das deutsche Rotvrschiff .Barbara", das während ihres Aufenthaltes an Bord mehrere Manöver ausführte. Wie der amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der Oberpräsident der Provinz Sachsen, H ö r s i n g, das Erscheinen der Zeitschrift „Der Stahlhelm" auf Grund der Bestimmungen des Republikschutzgesehes auf die Dauer von sechs Wochen verboten. Bei itrovamiie Sternensinn, das ist: schweigende Höhe den in der Welt. Er ist die Offenbarung Kraft, daß man sich noch lösen kann von ____ Fesseln des Alltags und auch von den anderen, die uns oft wie Klötze anhängen, die und einspinnen wollen mit ihrer allzu irdischen, gleißne- rischen Art! Bund der Kolonialfreuude: 8.30 Uhr, Karlsruhe, Kolonialer Abend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich gab dich zum Pfände". — Astoria-Lichtspiele: „Das Abenteuer im Nachtexpreß". — Tageskalender für Sonntag: Aus der Provinzialhauptstadk. Gießen, den 21. August 1926. Sternenstnn. Von Reinhold V r a u n. Was für ein Sinn beherrscht heute die meisten Menschen? Ist es nicht das, was wir mit dem Rainen belegen können: Großstadtsinn, Gassen- und Taumelfinn, rücksichtsloser Erdsinn! Aufs äußere Genießen und auss Erraffen ist alles gestellt! Sie kommen nicht von der Erde und dem Fleische los! Soviel Maulwurfsungeist und so wenig Adlergeisti — Sternensinn tut not! Sternensinn, was ist das? Das Grelle starb, die wilden Geräusche des Tages verstummten, hohe Rächt ist ausgesternt; offen ist die feierliche Seele. In einem Strome stiller, reiner Wohligkeit schwingt der ganze Mensch dahin, Ergriffenheit trägt ihn, hebt ihn im Gemüte empor. Ewigkeitsnähe fühlt fein Herz. ilnö wie er denkt und empfindet, wie wird alles so klein, was die laute dbetL am Tage als groß anpries und in den Himmel, "^Tl ihren Himmel, hob! Was ist das Gezänk derer, die da meinen, sie müßten sich gegen den anderen werfen mit marktschreierischem Wesen, sonst hörte sie feiner! Was ist alles Akrobatentum, alle Seiltänzerei auf dem Gebiete des reinen Verstandes gegen die Hoheit des Sternenfirmaments! Was alles das gegen die Seligkeit des gottbewegten Herzens, der ewigkeitsfühlenden Seele! Sternensinn! „Seht den Toren!" so höhnt die Welt und weiß nicht, daß sie ihre schreckensvvlle Armut damit hinaushöhnt! — Es ist so schön, einmal trunken zu sein vom Himmel und feinem unendlichen Glanze, . trunken zu sein in Gemeinschaft, sei's Liebe, set'S Freundschaft! Die heilige Trunkenheit ist Reichtum. tiefstes Gefühl, ein Mensch mit einer Seele zu sein! Die Tangerfrage. Die Stellung Spaniens. Madrid. 20. Aug. (TH.) Von amtlicher spanischer Seite wird erklärt, daß die Agitation, die sich unter Bevölkerung von Tanger bemerlbar mache, zwar mit der Wiederaufnahme der Diskussion über die Tangerfrage in den internationalen Verhandlungen zeitlich zusammen f a 11 e, eS müsse aber unbedingt jeder Anschein vermieden werden, als habe Spanien bei dieser QIgitation die Hand im Spiele. Obwohl eine Aenderung des Regimes in der Tangerzone notwendig sei und die Bewegung in Tanger möglicherweise darauf hindeute, daß die Form der Verwaltung vereinfacht werden mühte, so läge dennoch Spanien eine Methode, wie die eben angedeutete, völlig fern. Bei der Abtretung Tangers an Spanien handele es sich um eine nationale Forderung, beruhend auf politischer und rechtlicher Grundlage, damit die Zonen des spanischen Protektorats nicht in gefährlicher Weise beschränkt würden. Der spanische Botschafter Quinones d e Leon hat dem französischen Außenminister Briand die Fardernungen des Generals Primo de Rivera zur Tangerfrage nunmehr offiziell vorgelegt. Quinones de Leon soll dabei betont haben, daß feine Regierung weit davon entfernt fei, die Souveränität des Sultans von Marokko über die internationale Zone zu beeinträchtigen; sie werde sich darauf beschränken, zwecks Erleichterung ihres Vorgehens im Rifgebiet, eine vorherrschende Stellung bei der Verteilung des Hafens und der umliegenben Gebiete zu fordern. Der spanische Botschafter fügte hinzu, der Chef des Direktoriums beabsichtige, in vollem Ein- Verständnis mit der französischen und englischen Regierung zu handeln. Ruhe in Tanger. Tanger, 20. Aug. (Havas.) Hier ist man über die in der europäischen Presse verbreiteten alarmierenden Rachrichten_ü d e r r a s ch t. In Wirklichkeit ist die Ruhe in der Stadt sowie die Ordnung niemals ernstlich gestört worden. Der Vertreter des Sultans von Marokko, der sog. M e n d u b , hat die einflußreichsten Marokkaner zusammengerufen, um mit ihrer Unterstützung die geplante Demonstration gegen die Polizei und die Frauengesetze zu o e r h i n d e r n. Ausrufer werden durch die Stadt gesandt, die die Kaufleute auffordern, ihre Geschäfte offen zu halten und erklärten, daß alle Beschwerden in Kürze berücksichtigt würden. Die Zugänge zur Stadt werden be- wacht und nur mit Ausweisen versehene Kaufleute können zum Markt gelangen. Der Tag ist ruhig ver- laufen. letzten fügt ( Derbuni und au gungb 21m 6c eröffne tage m begonr genom forigei meinfe Hauses laus Verein Sebeul in (ein lieber! geoenbi lanbtf. bet etflt ragenden alt W Wt n 'M s Schütz« mung wurde Feldes S 175 an 2. Wa hen. lk (Biefjen. scheib Weeg bürg, ! (cheil 2. §. ! F a i), legt. M 2. Sy Meßen send. $ 2. Gg. Aus dieser Torheit keimt bann die Weisheit empor, und oft ist sie nichts anderes als uchlungs-Flugzeuge. 61 Torpedoabwurs- und Aufklärungsflugzeuge und 74 Schulflugzeuge. Die neuen Flugzeugtypen werden auf Grund eines Ausschaltungswettbewerbs festgesetzt werden, 24 Fabrikanten teilnehmen werden. Die Wahrheit marschiert. • Haag, 21. Aug. (Wolff.) Die südafrikanischen Blätter teilen aus Windhuk mit, daß die gesetzgebende Versammlung des südwestafrikanischen Territoriums (ehemals Deutsch-Südwest- asrika) einen Antrag des Abgeordneten Slaukh angenommen hat, wonach daS Blaubuch über Mißhandlungen von deutschen Eingeborenen, das 1918 erschien, in allen Archiven und öffentlichen Büchereien zu vernichten sei, da das Buch zur Kriegspropaganda gehörte. Die Annahme des Antrages erfolgte einstimmig. Der Kommandant des Flaggschiffes „Schleswig-Holstein", Kapitän zur See Hansen, rückt im Herbst dieses Iahres in eine Admiralstelle als Inspekteur der Marineartillerie ein. ^Kopfschmerz;1 Migräne . Neuralgie Zahnschmerz L____■?__________2- [ rineflugzeuge ausgeworfen werden. Die Luft- rüftung der Vereinigten Staaten zur See soll um 282 Flugzeuge vermehrt werden, und zwar um 100 Kampfflugzeuge, 47 Deob° Aus aller Wett. Räuberischer Reberfall in einem Eifenbahnzuge. Donnerstag wurde in dein um 12 Uhr nachts ab Düffelborfjiad) Köln fahrenden Zuge im Frauenab- teil eine Frau aus Ruhrort von einem 19jährigen Arbeitsburschen aus Bochum überfallen. Unter Vorhalten eines Revolvers verlangte er von der Frau die Barschaft und die Wertsachen. Die Frau händigte ihre Barschaft von 16 Mk. aus, weigerte sich aber, die goldene Armbanduhr abzugeben. Rur durch ihr energisches Verhalten verhinderte die UeberfaUene das Vorhaben des Täters, sie mittels eines Strickes zu fesseln und sic in das Klosett ein- zuschließen. Bei der Einfahrt des Zuges in Köln konnte der Täter mit Hilfe der Frau festgenom - men werden. Fohrtkosken bei Dienstreisen. Der Ferienstrafsenat des Reichsgerichts verhandelte als Revisionsinstanz gegen den Landesschulrat Dr. S t ö l z e l (Braunschweig), der, weil er bei einer Dienstreise die F a h r t k o st e u 2. K I a s s e angerechnet hatte, aber 3. Klasse gesa hren war, wegen Vergehens im Amte vom Landgericht Braunschweig als Berufungsinstanz zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden war. Der Verteidiger führte aus, daß ein strafrechtliches Vorgehen nicht oorliege und zeigte an Hand verschiedener anderer Fälle, daß das gleiche Verfahren vielfach von den Beamten angewendet würde. Der Reichsanwalt beantragic, die Revision als unbegründet zu verwerfen. Das Gericht beschloß nach längerer Beratung in diesem Sinne und bestätigte somit das Urteil der Vorinstanz. Schwimm- und Rudersport-Werbetag: 3.30 Uhr bet den Bootshäusern. — Bund der Kolonialfreunde: 3 Uhr nachmittags, Karlsruhe, Koloniales Kinderfest. — Arbeiter-Turn- und Sportbund: 8 Uhr vormittags, Sportplatz der Spvg. 1900 Trieb, Dorkämpfe, 2 Uhr nachmittags Cntscheidungskämpfe. — Bund für Haus und Schule: 3 Uhr Freilichtbühne, Sommerfest. — Lichtspielhäuser im* Samstag. — Wartburg-Verein. Am Sonntag- nachmittag macht der Wartburg-Verein wie alljährlich einen Familienspaziergang nach Annerod (Wirtschaft Engelhardt) und hofft bei seinem Abmarsch um 2 ilbr (Schützenhaus) auf recht starke Beteiligung. Für reiche Abwechslung bei der dortigen Feier im Saal und ©arten ist gesorgt. (Siehe gestrige Anzeige.) — Landwirtschaftsfest in ©laden- b a ch. Am 5. und 6. September d. Is. findet in Gladenbach ein Landwirtschaftliches Fest größeren Stiles statt, veranstaltet vom 1. Landwirtschaftlichen Bezirksverein des Kreises Dieden- kopf. Der Kulminationspunkt des ganzen Festes ist wohl der am Sonntag aufzustellende große historische Festzug. Dieser dürfte ganz besonders interessant werden durch die originellen Trachten- oruppen des Amtes Blankenstein. Der Montag ist hauptsächlich der Viehausstellung gewidmet. Iedem ernsthasten Züchter ist Gelegenheit gc- SonntaaSdicnst d. Slcrztc tu Ülpotbcke» am 22.8.26 Dr. Stuhl. Dr. W. Klein. Engelavoiheke. Zalmarzt: Dr. Metz. ■’D Poincator Sparprogramm. Paris, 20. Aug. (TU.) Die neuen Maßnahme, der Regierung werden nach der heutigen Ministcr- ratssitzung in einer Reihe von Verordnungen ihren Ausdruck finden. Es verlautet, daß die Regierung die Einfuhr einer großen Anzahl von Lebensrnitteln verbieten wird, die die Währung ungünstig beeinflussen. Ferner sind weitgehende Maßnahmen zur Her a'b setz ung des Brotpreises vorgesehen. Zur Regelungder Lebens Mittelpreise sollen die Polizeipräfekten weitgehende Vollmachten erhalten, um gegen willkürliche Preiserhöhungen und Mißbräuche einschreiten zu können. Ferner soll, um eine Sanierung der Preise der wichtigsten Lebensmittel zu erreichen, eine bessere Verteilung derselben vorgenommen werden. Die Genossenschaften und die großen Le- bensmittelhäuser sollen mit der Verteilung der Lebensmittel beauftragt werden. Ferner hat der Präsident eine Reihe von Verordnungen des Landwirtschaftsministers unterzeichnet, die eine Schätzung der gesamten bestellten Ackerfläche und der Ernte, sowie die Kontrolle der Getreidepreise und Mehlprodukte oorsieht. Für die Herabsetzung der budgetmäßigen Ausgaben ist ein allgemeiner Plan zur Vereinfachung des Verwaltungsdienstes ausgearbeitet worden. Innenminister Sarraut hat dem gesamten Verwaltungsdienst Instruktionen erteilt, die eine methodische Durchführung von Sparmaßnahmen erfordern. Auf Vorschlag des Innenministers ist eine besondere Heber- wachungSkommission für die Preise gebildet worden, die sich aus Vertretern dec Polizei, deS Handels, der Verbraucher, der Vertreter einzelner Familien, sowie ehemaliger Kriegsteilnehmer zusammensehen wird. Die Kommission, die weitgehende Vollmachten hat, wird die Ausgabe haben, überall Hntersuchungen und Preisregulierungen vorzunehmen. Ferner wird ein weitgehender HeberwachungSdienst durch die Polizei und durch die Gerichte in den Markthallen und auf den Märkten durchgeführt werden. Iede Preisüberschreitung und jeder Mißbrauch werden streng bestraft werden. Hm eine bessere Versorgung der unteren Klassen der Bevölkerung durchzuführen, wurde die Schaffung von Speisehallen vorgesehen, denen besondere Scleichterungen und weitgehende Hnterstühung durch den Staat gewährt werden soll. Die Regierung beabsichtigt, dem heute durchzuberatenden Programm weitereMaß- nahmen folgen zu lassen, die etne Organisation zur Produktion und besseren Rutzbarmachung der natürlichen Reichtümer des Landes und der Kolonien vorsehen. Außerdem werden folgende Maßnahmen zur Bekämpfung der Teuerung und zur Einschränkung des Verbrauches anaekündigt: 1. Allgemeine Einführung des Verbrauchs von altbackenem Brot. 2. Ausdehnung der schon in Paris bestehenden Verpflichtung zur Auszeichnung der zum Verknus gestellten Bedarfsartikel auf das ganze Land, 3. zur Einschränkung des Verbrauches von Lebensmitteln insbesondere in vornehmlich von Ausländ ern besuchten Restaurants sollen die Mahlzeiten nur aus zwei Gerichten bestehen dürfen, 4. Heber» toadjung der Vorräte bei den Großhändlern sowie in den Lagerhäusern. Zum Schluß wird daraus hingewiesen, daß diese Maßnahmen nur den ersten und dringlichsten Teil der geplanten Beschlüsse bilden. Ein Programm über die Organisation der Produktien solle folgen, durch das eine bessere Ausnützung der Hilfsquellen und der natürlichen Reichtümer des Mutterlandes und der Kolonien herbeigeführt werden soll. Abbröckeln des englischen Bergarbeilerstreiks? London, 20. Aug. (WB.) Der Generalrat des Kongresses der Gewerkschaften und derDerg- arbeiterverband veröffentlichen zusammen einen Aufruf für ©eldsammlungen zur Hnterstühung der streikenden Bergarbeiter. Tausende von Arbeitern haben heute in den Zechen Mittel-Englands die Arbeit wieder ausgenom- m e n. So sand in Mansfield, in der Grafschaft Rottinghamshirc, eine Konferenz zwischen den Direktoren mehrerer Grubengesellschaften und etwa 100 Bergarbeiterdelegierten statt, die mit der Annahme eines Vorschlages für einen 71/?* Stundentag mit den vor dem Streik gültige n Lohnen durch die (Bergarbeiter- Vertreter endete. Die an dem Abkommen beteiligten ©rubengesellschaften beschäftigen 12 bis 14 000 Arbeiter. Auch aus anderen Bergbaubezirken wird berichtet, daß kleinere Gruppen von (Bergarbeitern ohne Wissen ihrer Gewerkschaften selbständig, und in einer Reihe von Füllen auch mit Erfolg verhandelt haben. Die Meldung der „Chicago Tribüne", wonach der Gesundheitszustand des ehemaligen Kaisers Wilhelm ernst sei und sein Gesundheitszustand die Hebersiedelung in ein milderes Klima nötig machen könnte, entbehrt jeder Grundlage. In der vorigen Woche hatte sich der ehemalige deutsche Kaiser eine leichte Erkältung zugezogen. Er ist jedoch wieder völlig hergestellt. Zal itfll tellui Me jur di jebun ;iehui Verb ölu qartti stabt Slurni m obill ihr- L gimfl 4 gen in' Lettin? der in Engländer fetzten jedoch zuerst den Beschluß durch, daß bei der Bewertung der Zivilluftfahrtapparate dieeinzelnenTypenin Betracht gezogen werden sollen. Dann erreichten die Angelsachsen den Zusatz, daß durch die militärische Bewertung die zivile Fliegerei nicht eingeschränkt werden dürfe. Schließlich wurde der im wesentlichen englische Antrag durchgesetzt, daß die zivile Luftfahrt militärischen Hilfswert habe, lieber das genaue Ausmaß der Bewertung kam noch keine Feststellung zustande. Eine bemerkenswerte Annäherung wurde am Freitag zwischen Deutschland und Frankreich in der Frage des Flieger- Personals erzielt. Ursprünglich hatten die Franzosen das Zivilpersonal als dem militärischen gleichwertig bzw. für wertvoller als das militärische Personal angeseh . wissen wollen. Der deutsche Antrag legt den Zivilfliegern einen sehr geringen militärischen Wert bei. Am Freitag schlossen fidi die Franzosen der deutschen Auffassung nahezu a ., so daß den Zioilfliegern nur ein militärischer Hilfs- wert zuerkannt wurde, wenn sie feine militärische Ausbildung genossen haben. Wegen derErsatzbe - st a n d t e i l e wurde erklärt, es wäre zwar wün- schenswert, auch sie anzurechnen, doch bestehe kaum die Möglichkeit, sie zu erfassen und vor allem sie besonders zu bewerten. Amerikanische Initiative in der Abrnstungsfrage. Reu York, 20. Aug. (WTB.) Das (Blatt „Rewyork World" bringt einen Spezialbericht ihres in Paul Smith weilenden Berichterstatters, welcher meldet, daß der Präsident die Absicht habe, in der Frage der Festsetzung der ©ec- beto aff nung vorzugehen, gleichgültig, ob die Verhandlungen beim Völkerbund erfolgreich sein würden oder nicht. Coolidge halte fein eigenes Entwaffn un gsprva ramm in Bereitschaft. da» er zu veröffentlichen beabsichtige, wenn der Völkerbund zu keinem Entschluß kommen sollte. Diese zweite Zusamnrenkunft der auf cer Washingtoner Konferenz vertreten gewesenen Mächte solle besonders im Hinblick auf die Einschränkung der Tonnage der nicht in die Bestimmungen der letzten Washingtoner Konferenz ein- bezogenen Fahrzeuge einberufen werden Verstärkung der amerikanischen Lustrüstung. Washington, 21. Aug. (WTB Funkspruch.) Wie der Leiter des Marine-LuftwesenS mitteilte, werden tm Lause deS Rüstungsjahree. 2 Millionen Dollar für den Ankauf neuer Ma- gurken 10 bis 50. Cinmachgurken divien 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, 10 Pfennig. Bornotizen — Tageskalender für Die Lu trüstungen. Genf, 21. Aug. (TU.) Der Unterausschuß Luftfahrt der Abrüstungskommisfion beendete Freitag die Beratung der Fragen 6a und 6b des Fragebogens. (Feststellung des militärischen Wertes der Zivilluftfahrt und der Erfatzbestandteile.) Die Franzosen hatten ursprünglich die völlige militärische Gleichsetzung der zivilen undmilitärischen Fliegerei gefordert. Die Der osteuropäische Sicherheitspakt. Lettland zu Verhandlungen mit Moskau bereit. Riga, 20. Aug. (Letiländische Telegraphen- Agentur.) In Anbetracht der entschiedenen Weigerung Rußlands, den Vorschlag der baltischen Staaten anzunehmen, wonach für die Ausarbeitung eines Nichtangriffspaktes zwischen den baltischen Staaten und Rußland eine vorbereitende Kommission geschaffen werden sollte, in der Bevollmächtigte aller unmittelbar interessierten Staaten vertreten sein sollten, teilte d i e lettische Regierung dem Sowjetgesandten in Riga mit, daß sie auch zu direkten Verhandlungen mit der Moskauer Regierung bereit fei, denn obwohl Lettland bei feiner Ansicht verharre, daß eine vorbereitende Kommission zur Erörterung der vorliegenden Fragen am geeignetsten sei, wünsche die lettische Regierung nicht, daß die Frage des Verfahrens zu einem Hindernis für die Lösung des Hauptproblems werde. Ilm jeglichem Mißverständnis vorzubeugen, erklärte die lettische Regierung, sie behalte sich Handlungsfreiheit bezüglich ihrer Fühlungnahme mit den übrigen interessierten Staaten vor. Der Aufstand in Nicaragua. Managua (Hiearagua), 29. Qlug. (WTB.) Die Ausständischen haben San Antonio angegriffen. Sie t ö t e t e n den Direktor sowie meh- 1 rcrc Arbeiter und Angestellte einer großen boten, erstklassiges Zuchtmaterial zu besichtigen. Gleichzeitig wird eine große Ausstellung land- wirtlchaktlichcr Maschinen und Geräte veranstaltet. Auch eine Verlosung ist mit dem Fest verbunden. Daß auch ein großzügiger Vergnügungspark vorhanden sein wird, bedarf keiner Frage. Ganz besonders werden die Landwirte daraus hingewiesen, daß der Präsident de- ReichSlandbundeS, Aeichstagsabg. Hepp, anwesend sein wird. Alle diejenigen, die einige genußreiche Stunden verleben wollen, sind herzlich willkommen. Wir werden uns alle Mühe geben, daß es unvergeßliche Tage werden. (Siehe Anzeige in der heutigen Dummer.) k. Werbewoche in Gießen. Der hiesige Lerke hrsoerein beabsichtigt während der Harten bau- und Elektrizitätsaus- t e l l u n g zur Förderung des Besuchs der Aus- tellung, sowie zur Hebung des Fremdenverkehrs in Biehen eine Werbewochc zu veranstalten, die mf die Bevölkerung der näheren und weiteren Umgebung unserer Stadt eine außerordentliche Anziehungskraft mi6iiben_ bürfte. Als Einleitung der Werbewoche ist für Sonntag, 12. September, ein Llumenkorso vorgesehen, der am Oswalds- garten aufgestellt und durch die Straßen unserer Stadt nach der Volkshalle geführt wird. Zu diesem Llumenkorso haben außer dem Oberhessischen Automobilklub bereits sämtliche hiesigen Radsahreroereine ihre Beteiligung zugesagt. Weiter wird die Vereinigung der hiesigen Gartenbesitzer mit einem Wagen in Karlo vertreten fein. Mit Beteiligung weiterer Vereine ist zu rechnen. Besonderes Interesse durfte der in der Werbewoche vorgesehene S ch a u f e n • sterwettbewerb erwecken, bei dem das Pu- blikurn als Preisrichter fungieren soll. Eine Anzahl Preise für Geschäftsinhaber und Publikum werden besonderen Anreiz zur Beteiligung bieten. Außer- dem sind in der Werbewoche eine zur Unterhaltung des Publikums eine Anzahl Konzerte an verschiedenen Stellen unserer Stadt in Aussicht genommen. Vollständig neu für Gießen ist die in der Werbewoche mit Genehmigung der Stadt und Unter- stützung des Derkehrsverems in Aussicht genommene Stroßenreklame, die völlig neue Straßen- bilder bringen wird. Hiermit zusammenhängend findet anschließend an den vom Verkehrsverein geplan- ten Blumenkorso ein Reklame Wagenkorso statt, der sicher auch viel Schönes bieten wird. •* Gießener Schützenverein. In den letzten Tage fand, vom herrlichsten Wetter begünstigt, das jährlich wiederkehrende Schützenfest verbunden mit Preisschießen im Schützenhaus und auf feinen Schießständen unter reger Beteiligung der Mitglieder und auswärtiger Schützen statt. Am Samstag wurde die Feier mit einem Kommers eröffnet. Am Sonntag wurde das Schießen oormit- tags mit einem Wettstreit der Aungfchützenabteilung begonnen und nachmittags durch die Schützen ausgenommen. Montags wurde das Schießen fleißig fortgesetzt. Während der Mittagspause fand ein ge> meinsames Essen in den Räumen des Schützen- Hauses statt. Der erste Echützenmeister PH. Nico- lau» begrüßte hier die Vertreter der auswärtigen Vereine und die erschienenen Gäste. Er wies auf die Bedeutung und den Ernst des Schützenwefens hin, in feiner Pflege guten vaterländischen Geistes, Herz- kicher Schützenbrüderlichkeit und der sich daraus ergebenden Einigkeit zum Wohle des deutschen Vaterlandes. Bei der Preisoerteilung am Abend konnte der erste Schützenmeister auf die ganz hervor- ragenden Resultate, die erzielt wurden, Hinweisen, als Zeichen dafür, daß dem Schießsport mit ernstem Eifer nachgegangen wird. An die Preisverteilung schloß sich ein gemütliches Zusammensein an, das die Schützen mit Damen und Gästen bei bester Stimmung lange zusammenhielt. Besonders unterstützt wurde die Feier durch vortreffliche Vorträge von Frl. L. Weeg und Kurt R i ch t e r. — Die Resultate des Schießens waren folgende. Ehrenfcheibe, 175 Meter Freihand: 1. Ehr. Weeg, Gießen, 20 R., 2. Wagner, Krofdorf. 19 R., 3. Zeller, Gießen, 18 R., 4. Oeorg, Gießen, 16 R., 5. Möhl, Gießen, 16 R. — 300 Meter, Freihand, Meister- scheibe: 1. H. Sauer, Gießen, 53 Ringe, 2. Ehr. Weeg, Gießen, 51 R., 3. R. Fabre, Bad Homburg, 51 R. — 175 Meter, Freihand, Meister- scheibe: 1. R. Fabre, Bad Homburg, 55 R., 2. H. Mangelsdorff, Gießen, 54 R., 3. Ehr. Fay, Bad Jamburg, 52 R. — 100 Meter, aufgelegt. M e i st e r s ch e i b e : 1. Enders, Laubach, 35 R., 2. .<1. Sauer, Gießen. 35 R., 3. Hch. Appel, Gießen, 34 R. — Iagdscheibe, 60 Meter laufend. Keiler: l.Aug. Pascoe, Dudenhofen, 32R., 2. Gg. Appel, Gießen, 31 R., 3. Friedt. Pas - - f. netzen, 31 R. — Jung schützen A b - : c U u n o A. 15 Schuß (je 5 Schuß stehend, iricnb und liegend. Freihands: 1. Stahl mit 138 '’hnoen 2 A i f g a r 51 mit 134 R., 3. F i s ch b a ch mit 120 R. B. Beste Leistung bei 5 Schuß: Stahl 45 R. stehend, Hlkgardk 53 R. kniend freihändig, Schirmer 54 R. liegend freihändig. Die beste Gesamtleistung bei 45 Schuß erreichte Hjlgardt mit 396 Ringen, das sind im Durchschnitt 9 Ringe pro Schuß. Diese und alle übrigen Jungschützen wurden mit Ehrenpreisen bedacht. — Das allgemeine Interesse für das Schießen hatte sich durch großzügige Stiftungen kundgetan. * »Bund der Kolonialsreunde, Ortsgruppe Gieße n". Der koloniale Gedanke bricht sich mehr und mehr Dahn auch in solchen Kreisen, welche der Bewegung seither feindlich gegenüberstanden. Hängt doch gerade von der Wiedererlangung unserer Kolonien der endgültige Wiederaufstieg unseres Vaterlandes und die Gesundung unserer trostlosen wirtschaftlichen Lage ab. Das Millionenheer der Arbeitslosen wird erst dann wieder erträgliche Arbeit finden, wenn Handel und Industrie durch die großen Absatzgebiete im schwarzen Erdteil vollauf zu tun hat. Aber auch den vielen Tausenden, welchen die alte Heimat zu klein ist, wird ein deutsches Kolonialland das zweite Vaterland werden. Die hiesige Ortsgruppe ist bemüht, zu ihrem Teil an der Wiedererlangung der Kolonien zu arbeiten und lädt alle Freunde der guten Hache für heute abend auf die Karlsruhe herzlich ein. (Siehe die vorgestrige Anzeige.) —.— Don der Kriegerkameradschaft H a s s i a. Durch den Derbandstag in Erbach wurde der »Hessische Kamerad" obligatorisch erngesührt. Vereine, die ihn bis zum 1. Oktober nicht halten, müssen mit dem Ausschluß aus dem Verband rechnen. 620 Kriegervereine des hessischen Landesverbandes haben sich dem Beschluß des Verbandes gefügt, nur etwa 50 Vereine sind dem Beschluß noch nicht nachgekommen. Zu dem Ehrentag der deutschen Armee und Marine, der am 28. und 29. August in Dürnberg stattfindet, stellt das Präsidium der Hassia den Besuch und die Teilnahme der Hassia- vereine frei, wünscht aber, daß möglichst viele Kameraden aus Hessen an der Tagung teil- nehmen. Die Sterbekasse der Hassia, deren Gründung auf dem Verbandstag in Bingen beschlossen wurde, tritt mit dem 1. Oktober 1926 in Tätigkeit. Die Höhe des Sterbegeldes beträgt 100 Mk. für jedes Mitglied, das beim Eintritt das 40. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, für ältere Mitglieder beträgt das Sterbegeld 75 bzw. 50 bzw. 25 Mk. Die Sterbekasse hat ihren Sih in Darmstadt. — In A l t e n - B u s e ck hat sich ein neuer Krieger verein mit 50 Mitgliedern gebildet, der der Kriegerkameradschaft Hassia beigetreten ist. ** 1. Winterausgabe 1926/27 des Deichs-Kursbuchs. Die 1. Winterausgabe 1926/27, sowie die Sonderausgaben der drei ersten Teile des Deichs-Kursbuchs mit den am 3. Oktober in Kraft tretenden Winterfahrplänen werden pünktlich am 1. Oktober erscheinen. Aus Wunsch der Bezieher sind in die Sonderausgaben die Zusahrtsstraßen und älebergangs- fahrpläne auf genommen worden. Die Verkaufspreise — 6,50 Dm. für ein Reichs-Kursbuch und 2 Dm. für ein Stück der drei Sonderausgaben — sind unverändert. Bestellungen nehmen alle Post- anstalten, Bahnhöfe der DeichSbahn, Buchhandlungen unö Reisebureau- entgegen. Frühzeitige Bestellung wird empfohlen, da sonst bei der beschränkten Zahl der Ausgabe auf Lieferung nicht zu rechnen ist. WSD. Deue internationale Auto- mobil-ErkennunaSzeichen. In der Frage der internationalen Erkennungszeichen sind neuerdings einige Deuerungen eingetreten. Das internationale Erkennungszeichen ist auf einem ovalen Schild von 30 Zentimeter Breite und 18 Zentimeter Höhe, in daS der Buchstabe deS betreffenden Landes gesetzt wird, zu führen. Dach den neuen Abmachungen stellt sich die Liste der internationalen Erkennungszeichen für die wichtigsten Länder wie folgt: D Deutschland, USA Amerika, A Oesterreich, B Belgien, BR Brasilien, GB Großbritannien und Dordirland, BG Bulgarien, RC China, DK Dänemark,. DA Danzig, E Spanien, EW Estland, SF Finnland, F Frankreich. GR Griechenland, H Ungarn, I Italien, LR Lettland, L Luxemburg, N Dor- weaen, NL Holland, PL Polen, SA Saargebiet, SHS Jugoslawien, S Schweden, CH Schweiz, CS Tschechoslowakei, SU Sowjetrußlanb. Die Maul- und Klauenseuche ist amtlich festgestellt worden in Lauter. Erda. Kinzenbach. Dieder-Erlenbach. Dieder-Wöllstadt und im Gehöft des Jakob Dosenthal in Büdingen. Erloschen ist die Seuche in Ahbach. Dorlar. Gedern und Ilbenstadt. *’ Kreis st rahensperrung. Zur Fortführung von Walzarbeiten wird die Kreisstraße Mücke -Ruppertenrod—Ober-Ohmen bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt. Die .Umleitung deS Verkehrs erfolgt über Merlau—Kirschgarten — Wettsaasen — Ruppertenrod — Ober- Ohmen—Kreisgrenze. Preußen. Kreis Marburg. sch. Marburg. 20. Aua. Bei einer Dacht- Übung des hiesigen AuSbildungS-Batl. I.-R. 15 wurde durch einen ucnglücklichen Schuß ein Mann schwer verletzt. Die Kugel war dem Schützen in die Brust gedrungen, wurde aber durch eine Operation entfernt. Das Befinden des Soldaten ist zufriedenstellend. — In Groß- Seelheim (Kreis Marburg) stürzte heute mittag bei einem Deubau eine Mauer mit dem daran befindlichen Gerüst ein. Der Arbeiter Philipp Hofmann' ait^ Groß-Scelheim wurde unter den ©teinmaffen begraben. H. wurde mit schweren Verletzungen in eine hiesige Klinik eingeliefert. Dillkreis. bl. Saiger, 20. Aug. In der Stadtverordnetenversammlung wurde zur Frage der Ausführung von CHot ft an bearbeiten eingehend Stellung genommen. Die große Dot unserer zahlreichen Erwerbslosen erfordert baldigst die Schaffung von Arbeitsgelegenheit, toeim nicht viele Familien sittlich und wirtschaftlich dem Ruin entgegengeben sollen. Eingedenk dessen hat man beschlossen, sofort an die Regulierung des Haigerbaches heranzugehen. DaS Projekt kann jetzt am besten erledigt werden, da staatlicherseits Mittel $ur Verfügung stehen. Die Versammlung machte jedoch zur Bedingung, daß nur Haigerer Erwerbslose bei vollem Tariflohn beschäftigt werden dürfen. — Für den Deubau der Badeanstalt wurdet, weitere Mittel nicht bewilligt. LJ Herborn-Seelbach, 21. Aug. Heule nacht gegen 2.30 Llhr brach hier großes Feuer aus. Es brannte das Wohnhaus des Schlossers Wilhelm Dornsbach bis auf die Grundmauern nieder. Durch umsichtiges und flottes Arbeiten der hiesigen, sowie der Dicker und Herborner Feuerwehr wurde daS Feuer in kurzer Zeit auf seinen Herd beschränkt, lieber die Ursache des Brandes ist bis jetzt noch nichts bekannt. Obcrlahnkreis. 0 Freiendiez, 20. Aug. Lehrer Haas, im hiesigen Zentralgesängnis angestellt, erhielt dieser Tage den Besuch eines Kollegen im Alter von 65 Jahren. Dachdem sich beide eben begrüßt hatten, bekam der alte Herr einen Herzschlag und sank dem entsetzten Lehrer HaaS tot zu Füßen. — Das hiesige Zentralgefängnis war zeitweise mit 600 bis 650 Gefangenen belegt. Heute ist diese Zahl zurückgegangen bis auf 400 Sträflinge, so daß man demnächst mit einem Abbau von wohl 20 Hilfsaufsehern rechnet. Der Rückgang hat wohl seinen Grund darin, daß heute bei vielen Verurteilungen Bewährungsfrist gegeben wird. Kreis Westerburg. CO Au» dem Kreise Westerburg, 19. Aug. Ein aus Frickhofen stammender Handelsmann fuhr dieser Tage auf seinem Stahlroß von Hahn nach Herschbach. Seinen Mantel hatte er über die Lenkstange geworfen. Beim schnellen Fahren bergab hatte sich der Mantel in die vordere Fahrradgabel geklemmt, wodurch der Handelsmann oberhalb Herschbach zu Fall kam und sich schwere Verletzungen an den Händen und im Gesicht zuzog. — In Großholbach feierte Geists. Rat Pfarrer HaaS daS eiserne Priesterjubiläum am vergangenen Dienstag. Das ganze Dorf feierte mit seinem hochwürdigen Priestergreis. Unter Klängen der Dorsmusik wurde der Jubilar auf dem schön hergerichteten Triumphweg. geschmückt mit dem Eisenkranz, zur Kirche geleitet. Dort hielt der gefeierte Greis, unterstützt vom Eoadjutor ©ebner seine Festmesse, die durch die Festpredigt des Pfarrers Sturm- Hahn bereichert wurde. Letzterer betonte das segensreiche, nun schon 65 Jahre währende Wirken deS Jubilars, das besonders die vielen aus seiner Gemeinde hervorgegangenen Ordensschwestern und Priester bezeugen. Bei der weltlichen Feier am Abend, die durch einen Fackelzug eingeleitet wurde, suchte jeder zu der schönen Feier etwas beizutragen. Festliche Musik. Lieder, eine Beglückwünschungsrede des Bürgermeisters R ö t b e r und des Kirchenvorstandes. Gedichte Don Schulkindern: alles bewirkte, daß der Jubilar vor Ergriffenheit und in wenigen Worten seinen Dank aus- brüt&n konnte. Das Schlußlied „Großer Gott", sowie die ganze erhabene Feier wird noch lange im Gedächtnis der Teilnehmer fortleben. Am Sonntagnachmittag wurde der Jubilar vom Bilchos von Limburg in Begleitung des Dom- dekans. Prälaten Dr. Hilpisch überrascht. Die Pfarrkinder fühlten sich über die ihrem Seelsorger erwiesene Aufmerksamkeit mit geehrt, so daß die Freude allgemein war. Mrcie .Hcrsfcld. Her -seld. 20. Aug (WSD s Das leichtsinnige Hantieren mit dem Revolver kostete einem jungen Landarbeiter in ilntcrbreifc- bad) daS Leben. Im Beisein von einigen jungen Leuten, denen er seinen Revolver verkaufen wollte, machte er sich an der Waffe zu schaffen. Plötzlich krachte ein Schuß, und durch den Kopf getroffen brach der Bedauernswerte tot zu- s a m m e n. Amtsgericht Gießen. Gieß e n, 19. Aug. Gelegentlich der Verhandlung einer Privatklagesache zwischen zwei Einwohnern auS Leihgestern vor dem hiesigen Gericht im letzten Juni rief die Ehesrau des damaligen Angeklagten einer Zeugin zu: „Du Lügnerin, du hast falsch geschworen". Die Zeugin ließ sich diese Beleidigung nicht gefallen, sondern erhob Privatklage, die heute zur Verhandlung kam. Die heutige Angeklagte behauptete, sie habe der Privatklägerin zugerufen „wenn du das sagst, dann bist du eine Lügnerin', denn deren damalige Auslage sei unrichtig gewesen. Allein durch einen Zeugen und daS frühere Sitzungsprotokoll wurde sestgestellt, daß der Zuruf der Angeklagten tatsächlich so gelautet hat, wie die Privatklägerin die- behauptet. Die Angeklagte wurde deshalb zu einer Geldstrafe von 30 Mark und den Kosten deS Verfahrens verurteilt. Außerdem wurde der Privatklägerin die Publikationsbefugnis des Urteils zugriprochcn. Die Europa Meisterschaften im Schwimmen. Den vorgestrigen Schwimmkämpsen um die Europameisterschaften wohnten etwa 5000 Zuschauer, darunter die Vertreter deS diplomatischen Korps, bei Die einzelnen Ergebnisse find: 400 Meter beliebig Meisterschastsschwi in» men: 1. Vorlaus: 1. Arne Borj - Schweden 5:02,4. 2. A n t o n s - E. S. R. 5:29,6. 3. Wan- nic -Ungarn 5:35. Rademacher II trat zurück. — 2. Vorlauf: 1. BergeS-Deutsch- land 5:30. 2. Feh ö r-Ungarn 5:37,4. 3. Arne Borj - Schweden 5:48,6. 3. Vorlauf: 1. Heinrich-Deutschland 5:35,4. 2. Kou- tel-C. S. R. 5:42,6. 3 Patrignani-Italien 5:56. — 200 Meter Brustschwimmen: 1. Vorlauf: 1. Rade machet-Deutschland 2:54,5. 2. Schäsfe r-Oesterreich 3:07. 3. FranceSchi- Spanien 3:18. — 2. Vorlauf: 1. Van ParpS - Belgien 2:57,6. 2. Linders- Schweden 3:02. 3. Prafse-Deutschland 3:02,6. 3 m Wasserballwettkampf Belgien-Deutschland siegte die deutsche Mannschaft mit 6:4 (4:1). Das erste Tor erzielte Ben ecke. daS zweite Treis, das dritte Baehre: sodann erzielten der Belgier W i s s e r ein Tor, dem wieder ein deutsches durch Aman folgte. In der »weiten Halbzeit war Belgien durch Dan Gheem und D a u w e n s erfolgreich, dann kam Denecke zu seinem zweiten Treffer, und zum letzten Male sendete der Belgier Lip - Pens ein. Zum Turmspringen gelangen folgende Teilnehmer in den Entscheidungskampf: öb e r a - Schweden, Knight - Großbritannien. S t a u o i n g e r-Oesterreich, Luber-Deutsch- land, Cangrull o-Italien, Rtbschläger- Deutschland. S t a d l m a h e r - Oesterreich. Hellqui st- Schweden. SPiclPlan der frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 22. Aug.. abends 7'/- bis 10 Uhr: Boccaccio. Montag, 23. Aug., abends 7'/:. bis 10 Uhr: La Traviata (Violetta). Dienstag, 24 Aug., abends 7'/z bis 10'/, Uhr: Der Operndall. Mittwoch. 25. Aug., abends 7l/3 bis 10‘/2 Uhr: Die Jüdin. Donnerstag, 26. Aug.. abends 71/. bis 101 Uhr: Boccaccio. Freitag. 27. Aug., abends 71/e bis 10’/- Uhr: Othello. Samstag, 28. Aug., abends 7’/.. bis 10 Uhr: Die verlauste Braut. Sonntag, 29 Aug., abends 5 bis 10 Uhr: Die Meistersinger von Dürnberg. Sprechstunden der Nednktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigesügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. Frankfurt a. M. Restaurant Kölner Hof am Hauptbahnhof (rechts) Neu eröffnet! Sehenswert! Anerkannt erste Küche — Kleine Diners — Reichhaltige Tages-und Abendkarte zu mäßigen Preisen. Im Ausschank: Dortmunder Action, Pils mut HUiichener Kotbräu. G792&1 Weinrestaurant. Sorgfältig zusammengestellte Weinkarte zu niedrigen Preisen. Hotel Kölner Hof^beöz4™" kalten Wasser von Mk. 3.50 bis 6.-. 20 Privatbäder. Große und kleine Konferenzräume Neu eingetroffen! 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Minister des Auswärtigen der französischen Republik, hat erklärt, er wolle selbst wieder nach Gens gehen, um bei der Ausnahme Deutschlands in den Völkerbund mit» zutoirlen, und der Aufenthalt dort werde ihm ..die willkommene Gelegenheit geben, Llnterhal- tungen mit den deutschen Staatsmännern zu fuhren, und zwar sehr ausgedehnte Untcrhal- langen". Herr Vriand hat auch angcdeulcl. woraus lich diese Unterhaltungen beziehen sollen aus die Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland, „ohne die das europäische Gleichgewicht nicht wieder hergestellt werden kann". Herr Vriand mag gute Absichten haben. Er wird auch soweit Politiker und Psychologe lein, um zu wissen, daß zur Annäherung auf beiden Seiten ein gewisses Maß von Vertrauen gehört. Sein Landsmann, der General Mordaeq. sagte kürzlich in seinem die ..Mentalität Deutschlands" behandelnden Buch: Gegenüber Deutschland können wir zwei Arten Politik treibens die Politik der Gewalt oder ■ die Politik des Vertrauens. Politik der Gewalt heißt nicht Politik, die zum Krieg führt, sondern die uns angesichts der deutschen Mentalität den Frieden sichert. Politik des Vertrauens ist für die Deutschen gleichbedeutend mit Schwäche, unb sie ist daher das beste Mittel, um einen neuen Krieg herbeizuführen Politik des Vertrauens verlangt auch Ehrlichkeit. Wo kann man die bei den Deutschen sinden? Vielleicht wird Herr Vriand daraus antworten: der General Mordacg habe kein verantwortliches Kommando am Rhein mehr. Es gibt aber auch noch einen General Walch, der ein sehr verantwortliches Kommando in der immer noch bestehenden militärischen Kontrollkommission hat, und dieser Herr hat sich mit seiner taktlosen und anmaßenden Rote wegen der deutschen Entwaffnung und des Generals v. S e e ct t als intimer Gesinnungsgenosse des Generals Mordacq gezeigt. Die Frage, um die es sich jetzt akut zwischen Frankreich und Deutschland handelt, ist die Besatzung im Rheinland. Sn Locarno ist uns nach loyalem Verständnis versprochen worden, die Besatzung solle bald und stark reduziert werden, etwa auf den Stand der einstigen deutschen Friedcns- garnisoncn. Statt dessen soll jetzt eine unbedeutende Verminderung um 6000 Mann stattfinden, damit der Schein der Erfüllung gewahrt bliebe. Ware Herr Vriand ein ganz ehrlicher Mann, lo würde er ungefähr so sprechen: „Wir haben in Frankreich seit längerer Zeit eigentümliche Rcgicrungsverhältnisse. Die Mehrheit in der Deputiertenkammer gehört seit den Wahlen von 1924 nominell dem Linksblock. Sn der Frage ober, von der Frankreich jetzt beherrscht wird — Finanzen und Währung — ist dieser- Block in sic!) gespalten unb darum unfähig, eine effektive Mehrheit zu bilden. Snfolgedessen kann bei uns nur mit Hilfe von Elementen regiert werden, die zum alten „nationalen“ Block, d. h. zur Rechten, gehören. Unter diesen aber herrscht die Mentalität des Herrn Mordacg. Walch usw. Hier widersetzt man sich der Erfüllung der Mutagen, die ich in Locarno wegen des Rhein- landes gemacht habe, und ich habe kein Mittel, den Verzicht auf diesen Standpunkt zu zwingen. Sch weist auch nicht, ob unb wann ich dazu imstande sein werde. Meine Zweifel find umso gröster, als jetzt Herr 'Uoincarc die Re- gicrung führt, der persönlich so'denkt, wie der General Mordacg und der General Walch, und dessen Finanzpolitik ganz davon abhängt, daß seine Freunde auf der Rechten sie fonfeguent unterstützen.“ Herr Poincare führt die Regierung, unb •nan erfährt, dast auch er nach Genf zu gehen beabsichtigt, nicht nur Herr Briand. Die „ausgedehnten Unterhaltungen" mit den deutschen Staatsmännern würden alsdann unter Poin- carescher Kontrolle geschehen, unb ba man weist, dast es keinen stärkeren Befürworter ber polnischen Ansprüche in Genf gibt, als den jetzigen französischen Ministerpräsidenten, so kann man sich denken, wie „vertrauensvoll“ die deutsch- französische Atmosphäre dort fein wird. Es gibt aber noch mehr Grund zum Mistkrauen, und zwar zu einem Misttrauen, das sich direkt gegen die sranzöfischen Absichten im Rheinlande richtet. Sn einem höchst bemerkenswerten Leitartikel des „Temps“ vom 12. August, in dem auch zuerst die Mitteilung gemacht wurde, die ganze „Herabsetzung" der 'Besahungsregion werde 6000 Mann betragen, wurde gesagt: ..Damit jedoch diese Herab- sehung der Besatzungstruppen ohne Rachteil geschehen kann, must Deutschland zuerst g c- wisse Garantien geben. Hierher gehört besonders bas Auftreten der Rationalisten auf dem linken R h e i n u f c r. Einerseits müssen alle Deutschen, die mit der interalliierten Rheinlandkommission loyal zusammen gearbeitet ■ haben, vor Repressalien der Reichsbehörden geschützt fein. Anbererseits müssen unbedingt Mast- nahmen getroffen werben, bast sich Zwischenfälle . wie die von Germersheim nicht wiederholen ! können." Was zunächst den „Geist von Germersheim" < angeht, fo ist das eine rein französische Snter- : rrclation des bekannten „Geistes von Locarno". Weiter ist es auffallend, dast seit einiger Zeit i in ber ganzen französischen Presse ■ wie ein ausgegebenes Stichwort die Formel : vom „deutschen Rationalismus auf dem linken Rftcinuser" wiederholt wird. Auch der Wink betreffs der „Deutschen", die „loyal" mit der Rheinlandkommission (b. h. in Wirklichkeit mit ben Herren Sirarb unb Mordacg) zusammen gearbeitet haben, ist bentlich. Man fängt toieber . an, mit bem Separatismus zu liebäugeln, unb cs wird kaum ein Zufall fein, dast dies geschieht, ' feit Herr Poincarc am Ruder steht. Wenn er ■ es nicht selbst ist, so sind es „die Kleinen von ' den Seinen", die wieder Poincareluft wittern. Auch der „Temps" tut es — man braucht nur in demselben Artikel weiter zu lesen, dast. wenn man „in Berlin behaupte", einer aktiven wirtschaftlichen französisch-deutschen Zusammenarbeit müsse zuerst die Regelung der Rheinlandbesahung vorausgehen, man „sich erinnern möge, dast die Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) JlL'lmiWBTIimi ■«■■Illi—■IMWIHW—IIT-TR-Irw ........ Samstag, 21. August 1926 moralische Abrüstung die Grundbedingung für jede Annäherung ift, unb dast sich auf dem linken Rhcinufer ... die moralische Abrüstung zuerst fühlbar machen must". Rach dieser Aufforderung heißt cs abermals, die ReichSregierung habe es in der Hand, „den Umtrieben der nationalistischen Verbände ein Ende zu machen". Das bedeutet, es soll auf dem linken Rheinufer keine Betätigung deutschen nationalen Gefühls, deutscher Volks- und Staatszugehör i gleit gebulbet werden! Wenn die Franzosen nichts im linksrhcini- schcn Gebiet wollen was stören sie dann die deutschen Erinnerungsfeicm? Was kann denn Grostcs hinter dem Tun der „nationalistischen Verbände" stecken, wenn cs heute noch im Rheinland verboten ist, das Deutschlandlied zu fingen und dies Verbot, trotz des „Geistes von Locarno" mit Geld- unb Gefängnisstrafen d irch- gcsührt wird? Man hüte sich vor der Sllu- sion, als ob der Poincarismus im Rheinland ausgesvielt habe' Er ist noch immer das verborgene i'ranzösischc Skelett in jedem rheinischen Heim! Dem „Temps" selundieren auch die anderen grostcn französischen Blätter. Das „Sournal des Debats" gibt den Rat, man solle die Rheinland- frage benutzen, um Deutschland zu einer „konzilianteren Haltung in Gens", ö. h. zur Befriedigung der polnischen Ansprüche, zu veranlassen. Das ist die andere Seite des toieber- au siebenden Poincarismus. Für die „ausgehenden Unterhaltungen“, bi? Herr Bri- and in Gens mit den deutschen Staatsmännern pflegen will, wird ihm, scheint es. ein „westöst- liches" Poincaresches Konzept eingehändigt werden. Ein kleines Erlebnis vom deutschen Rhein. Von Obcrftubienbireltor Dr. O. K e 11 c r, M. d. L. Ort der Handlung: ein Rheinerpreßdampfer ber „Köln-Düsseldorfer" mit einem einst gefeierten, henke verfehmten Rainen, Gegend zwischen Koblenz und Rüdesheim. Sm Vorderschiff sitzen zwei leidlich gut aufgemachte jüngerre Paare hinter Cistoafser, Soda und dazugehörigen Kleinigkeiten. die nicht am Rhein gewachsen find, auf dem Stuhle daneben steht das „Kofsergrannno- phon", die groste Errungenschaft unserer jüngsten Tage, ohne die ein moderner Süngüng oder eine ebensolche „Knäbin" nur schwer zur Reise sich entschlicht. Das Snftrument ist übrigens nicht schlecht, bringt Tonstärke und Klangfarbe so gut zur Wirkung, wie es eben eine Maschine kann, vnb dürfte zur rechten Zeit und am rechten Platze vortrefflich zur Unterhaltung beitragen ober die Tanzbegleitung ersehen. Aber unser Schiff gleitet vorüber an Deutschlands geweihtcsten Stätten, doppelt heilig für uns. feit eine fremde Besatzung Ufer und Strom in Bande schlagen will und Schenkendorss „Lied vom Rhein" so gar wehmütigen Klang angenommen hat. Und diese „Elektrola" oder wie das schmucke Köfferchen heiht, spielt unentwegt ihre ..Steps" und „Trotts", ebenso unentwegt führt das eine Paar die entsprechenden anmutigen Bewegungen zwischen den Tischen und Sesseln aus. Und nicht genug damit: das „Wunder der Technik" fügt natürlich zu den orchestralen Genüssen die der menschlichen Stimme, und Rümmer für Rümmer erbauen uns englisch- amerikanische „Songs" entzückendster Art. Das ganze Arsenal für die Rheinreise birgt keine einzige Platte mit deutschem Text, vermutlich gibt cs die für das betreffende Patent nicht, vermutlich ist das auch unwesentlich für das tanzende wie das zuschauende Paar. Und nun die zweite Szene: Ein Hörer tritt heran, lobt den Apparat und fragt nach oem Rainen und der Herkunft. Und siehe da. der Besitzer weih ganz genau Bescheid: es handelt sich nach seiner Erklärung um eine „deutsch- amerikanische Reuheit". die sich zur Zeit glänzend einsührt und spielend verkauft, zufällig hat er — ber Sprecher eine Anzahl Werbeblätter zur Haitd. mit denen er gerne bienen will, um jebem, ber es wünscht, Gelegenheit zu geben, die sämtlichen Vorzüge der famosen Erfindung kennenzulernen. Unterdessen sind wir an der Lorelei vor- übergef omnien; der alte Blücher auf seinem Steinsockel zu Caub hat einen schmalzigen Schieber hören dürfen und sich dabei vielleicht überlegt. ob er diese Huldigung jener anderen vor- zieht, mit der ihn vor einigen Sahren ein französischer Leutnant bedacht hat: die Germania aus dem Riederwald schaut bereits über den Derghang herüber, — da empfehlen sich die beiden Paare, um ihren Musterkoffer, an dem nichts deutsch ist als die Sprache des Prospekts, mit dem man deutsch? Gimpel fängt, in einem anderen Teil des Schiffes aufzubauen unb dort Reklame für diese ..Kunstattraktion ersten Ran- ges“ zu machen. An „Sntcreffentcn" wird es nicht fehlen, an späteren Käufern wohl auch nicht, beim ein Reisegrammophon gehört doch allmählich 3um guten Ton im Lande der anderthalb Millionen Arbeitslosen, unb wir veraltete Schwärmer einer überwundenen Zeit lernen end lich. wozu eigentlich eine Rheinsahr! gut ist. nämlich um amerikanische Musik- unb Sprechmaschinen, die in deutscher Sprache nichts zu bieten haben, mit gerissener Werbetätigkeit an den Mann ober die Frau zu bringen, fintcmale eine Reichsmark säst einen Dierteldollar gilt. Frankreichs koloniales Mißgeschick. Bon unterem J. ö.-Orientkorrespondenlen Kairo, August 1926. Der Frank rollt unaufhaltsam dem Abgrund zu und droht die Volkswirtschaft Frankreichs mit *ich zu reiften. Dreifach ist der Weg zur Rettung gezeichnet. Dreifach 'ind im wesentlichen die Wittel, dem drohenden wirt'chastlichen Zusammenbruch vorzubeugcn: burchgreiiende Steucrrefor- men, wesentliche Einschränkung des ungeheuren Kriegsapvarates unb — last not least — die Ciquibicrung der marokkanischen unb syrischen Kolonialkriege. Ob letzteres ohne weiteres möglich ist. läftt sich aus ber Fülle verworrener einander widersprechender Meldungen von beiden Kriegsschauplätzen nicht klar erkennen. Abb cl Krim ist zwar gefangen, aber der Rifkrieg geht weiter. Saune- ncl hatte den Frieden in Syrien hergestellt, aber er wird, den Oelzweig im Schnabel, durch einen General abgelöst. Der europäische Sei- tungsleser, der versucht, dergleichen Meldungen deuten zu wollen, kann einen leid tun. Was bi e Lage im R i f anlangt, erscheinen mir die Mitteilungen eines hier eben aus Taza eingefrorenen marokkanischen Rotabein besonders aufschlußqebend um fo mehr mir die Glaubwürdigkeit bie'eo Gewährsmannes auftcr Zweifel erscheint Er sagt im wesentlichen folgendes Ich habe das Risgebiet etwa drei Wochen nach Abd cl Krims (3e,angcnncJ)mc verlassen. Abd cl .Krims Fall hat wie ich ausdrücklich feftftcllen will- die Lage im Rif keineswegs bedeutend geändert. Viele Stammeshäuptlinge wollten zunächst die Rachricht von der Gefangennahme Abd cl Krims nicht glauben sondern hielten diese für eine Lügenmeldung. bestimmt, dem Rus des Rifführecs zu schaden. Bald haben sich jedoch alle Häuptlinge unter den Befehl Muley A ch - mcd c l 'Dollars gestellt, der heute der anerkannte Rachfolger Äbd cl Krims im Risgebiet ist- Der jüngere Bruder Abd ct Krims. M u - ft a m m e b. auch ber „kleine" Abd cl Krim genannt. hat, da ihm die nötige Popularität und die notwendigen Führereigcn'chastcn fehlen, in richtiger Erkenntnis dicker llmftänbe. selbst auf die Rachfolgcrkchait seines Bruders verzichtet und unterstützt Achmed cl Bakkar. die'en auf keinen Reisen im .Kampfgebiet begleitend. Achmed cl Bakkar ist der Schwiegersohn des berühmten Rifhäuptlings Ra i s u l i. welcher bekanntlich jahrelang unb erfolgreich gegen die Spanier focht. Da Abd el Krim mit einer anderen Tochter Raisulis verheiratet ist, ist Achmed el Bakkar des ersteren Schwager. Achmed cl Bakkar kämpfte jahrelang an der Seite Raisulis gegen die Spanier, hat sich aber bann mit feinem Schwiegervater verfeindet. Er schloß «ich Abd el Krim an. welcher ihn zwar aufnahm, aber ihm aus machtpoliti'chen Gründen den erbetenen Oberbefehl über den mächtigen Stamm der Djc balas verweigerte. Dies hat Achmed cl Bakkar nicht gehindert, feinem Schwager im Kamps gegen die Landesfeinde treu zu bleiben. Er stützt '"eine Macht wesentlich auf die großen Stämme llriagel unb Djebala. Achmed cl Bakkar ist von sprichwörtlicher Tapferkeit, ein geschickter Guerilkaführcr unb ein unbeugsamer Charakter. Er wird entweder den Krieg zu einem für die Rifstämme glücklichen Ende bringen ober das Land einer furchtbaren .Katastrophe entgegensühren. Es wird den Spaniern und Franzosen weit schwieriger fein, mit ihm zu einem Einvernehmen zu gelangen als mit 2kbd cl Krim. Kriegsmaterial unb Munition sind genügend vorhanden. Sch kann darüber keine Details mit» teilen, doch ist für die Zukunft gekargt Die Rifstämme waren zum Frieden bereit, wenn man darauf verzichten würde, ihnen eine fremde unerträglich erscheinende Autorität auf- zwingen zu wollen. Selbst die Autorität ihrer eigenen Häuptlinge tragen rufen auf» ft a n b. besonders aber die Tatsache, baft derselbe eine Wendung nahm, welche eine Verständigung in absehbarer Zeit nahezu ausschlieftt. Er .kam zum Ausbruch, weil die Franzosen es für nötig fanden, in inneren Streitigkeiten druNschcr Häuptlinge durch kriegerische Expeditionen zu intervenieren, und dabei unfähige Offiziere glaubten, durch in Kolonialkriegen übliche Gr.iu- ’amteiten die Macht ber Mandatsmacht zur Geltung bringen zu müssen. Trotzdem wäre es möglich gewesen, den Ausstand irgendwie zu liquidieren, hätte man die Grausamkeiten nicht auf die Spitze getrieben. Hätte General Sarrail nicht die Häuser ber aufständischen Drusen zerstören, nicht deren Felder verwüsten, nicht bereu Frauen unb Kinder bem Tod durch Waffen oder Hunger überantwortet, wären nicht die in französische Hände gefallenen Gefangenen grausam mifthandelt, gefoltert und zu Hunderten erschossen worden, wären die Snfurgenten schlieft- lich wieder zu ihren Familien und Feldern zu- rückgekehri. Aber so wurden aus aufständischen Bauern heimatlose, besitzlose Banditen, welche nichts mehr zu verlieren hatten und sich über das groftc, dünn bevölkerte benachbarte Syrien ergossen, um von nun an für immer vom Krieg z u leben. Diese heimatlos gewordenen Snfurgenten sind heute die hauptsächlichsten aktiven Träger ber syrischen Freiheitsbewegung. Für sie gibt es kein Zurück. Auch M. Souoenel vermochte nicht, sie zur Wasfenniedcrlegung zu bewegen. weil sie eben an französische Versprechungen nicht mehr glauben. Zwischen ihnen unb Frankreich liegt ein Meer von Blut und D e r 3 to e i f l u n g. Andererseits nahmen die militärischen Repressalien der Franzosen gegen die Eingeborenen kein Ende und führen den Snlurgenten täglich neue Kämpfer zu. Rachbem die Diplomatie des Herrn Souoenel. der toaftr- fd e 1 do i den besten Absichten beseelt war, keinen Erfolg hatte, und nach dem Gesagten nicht haben konnte, roiil Frankreich es abermals mit einer Verschärfung feiner syrischen Rcaicrungsmaftnahmen versuchen. Das wird in abfehoarcr Zeit ebenfalls zu keinem Ziele führen. Dazu sind die geographischen und sonstigen Verhältnissen den Snfurgenten zu günstig. Die Zahl der im Feld stehenden Snfurgenten dürfte fid) auf 3? bi* 40 00t* belaufen, wozu zeitweise zahlreiche Gelegenheitskämpfer zu rechnen sind. Eine zwei- bis breibunberttaufenb Mann starke Armee würde nach menschlicher Voraussicht Saftrc zur Pazifierung des Landes brauchen, wenn eine solche praktisch überhaupt möglich ist. Der einzige Ausweg, welcher Frankreich weitere maßlose unb möglicherweise nutzlose Opfer ersparen könnte, wäre ein Verzicht auf das syrische Mandat, unb die Ucbertra- gung desselben an eine andere, in Syrien noch nicht kompromittierte unb geschickter operierende Mandatsmacht Auch in anderen sranzöfischen Kolonialge- bickn, liegen die Dinge nicht so. wie lie liegen sollen. Unruhen in Westafrika, Entvölkerung weiter Landstriche am ilbangi unb Kongo durch die ungenügenb bekämpfte Schlafkrankheit vervollständigen das bedauerliche Bild der kolonialen Vcrwaltnngskunst eines Staates, welcher sich des zweitgrößten Kolonialbesitzes erfreuen darf. Nachwahlen der Landwirtschaslskanimer. Seit ber letzten Wahl der Landwirtsschafts- fammer im Saftrc 1924 sind durch Tod ober Aintsnicbcrlegung wegen hohen Alters folgende gewählten Provinzausschußmitglieder bzw. Vertrauensmänner ausgefchieden: Adam Poth Hl.. Deutsch: Franz Volz, Groß-Bieberau: Heinrich Weidmann, Groß'Winternfteim: Heinrich Klippel, Schwabenheim; Fritz Lauth, St. Softami, K. Stein, Hungen; Softann 03 a u ft - mann IX., Frei-Laubersheim, Softann Held, Köngernheim: Heinrich Möbus II., Hahnheim: Heinrich Hebe rer X.. Dietzenbach: Karl Verlach, Collar; Georg Stoll II.. Bad-Raufteirn; Georg Ludwig Eckhardt, Höchst. Durch bas Ausscheiden der oben genannten Landwirte ist eine Rachwaftl in den einzelnen Bezirken erforderlich gewesen, unb es sind folgende Landwirte neu gewählt worben Beigeordneter Ph. Mertz, Frankenhausen: Ludwig Schönberger, Groß-Bieberau; Adam Büchler. Groß- Winternftciin; Softann Bitter, Schwaben- Heim ; Ludwig R o th en m e y e r , St. Softann; Wilhelm Ä oft Ift et) er II.. Hungen; Heinrich Bernhard, Frei-Laubersheim; Gg. D i c tz >1 , Köngernheim; Georg Laubenheimer, Hahnheim; Georg Steinfteimer X., Dietzenbach; Hch. Schön 11., Lollar; Sohann Peter Mör- l c r , Bad-Rauheim; Softann Friedr. Schäfer, Dusenbach: Oekonomierat Alles, Rieder-Flod- Duscnbach; Oekonomierat Alles, Rieder- Florstadt. Oberhessen. Großen-Linden, 20. Aug. Der Ge- meinberat setzte die diesjährige Umlage auf 22 000 Mk. fest, während sie im Saftrc 1925 26 000 Mk. betrug. Das Gehalt des Bürgermeisters wurde von Besoldungsgruppe IX auf VII herabgesetzt. Die Erbauung eines Gerätehauses für die Feuerwehr, das 5000 Mk. kosten sollte, wurde aus dem Voranschlag gestrichen. <• Grünberg, 20. Aug. Der Kreis hat an den Obstbäumen an den Krcisstratzen zur Bekämpfung ber Ob st Schädlinge unb zum Schuhe der Bäume selbst Fang- bzw. Leimgürtel in Brusthöhe anbringen lassen. Die Gürtel werben im zeitigen Frühjahr abgenommen unb bic daran bcfinblidjen Snsekten verbrannt. Ratür- lich haben biefc Maßregeln nur Zweck, wenn sie auch von den anderen Besitzern von Obst- bäumen, wie Gemeinde unb Privatpersonen, ausgiebig angetoenbet werben. t Grünberg, 20. Aug. Der älteste Mann von Grünberg und ber ilmgegenb. Heinrich Frank, ist infolge eines Schlaganfalls im Alter von 89 Sahren verstorben. — Die trostlosen Aussichten der S m f e r in hiesiger Gegend haben sich in den letzten Wochen durch das ein- getretene schöne Wetter bedeutend gebessert. Die Wiesen stehen voller Blüten verschiedener Art und ganz besonders die Kleeblüten spielen hierbei eine Rolle; auch tarnen hierzu die ganz besonders bevorzugten Lindenblüten - bekanntlich blühen die Linden in unserer Lage etwas später - noch zur Honiggewinnung in Betracht. Sedensasts ist der Sinker den Sorgen der Winterfütterung enthoben, halb werben bei weiter günstiger Witterung die leeren Waben gefüllt sein, und das Schleudern kann in Angriff genommen werden. • Obbornhofen, 19. Aug. Das ganze Frühjahr unb beu Sommer hindurch war im hiesigen Dorfe die Zahl der Arbeitslosen ziemlich hoch. Sie wurden mit Rotstandsarbeiten beschäftigt, bic in Stcinllopfen Wcgcausbessern, Rodungsarbeiten im Wald usw. bestanden. Sn letzter Zeit nun ist die Erwcrbslosenzisser auch hier zurückgegangen. Durch das Einsehen einet regeren Bautätigkeit sind viele dabei beschäftigt. Andere haben Arbeit bei ber Dreschmaschine gefunden, bic jetzt in Betrieb ist, wieder andere sind auf bem Hofgut untergebracht. Kreis Kriedberg. Bad-Rauheim, 20. Aug. Einen Richard-Wagner-Abcnd veranstaltete das Staatliche Kurorchester unter Leitung des Generalmusikdirektors E i b c n s ch ü h. Der Abend erfreute sich des besonderen Sntere'ses ber hiesigen Musikfreunde und war gut besucht. Die Vortragsfolge brachte Teile aus „Lohengrin", „Tannhäuser“. „Rheingold“, „Meistersinger" vfw. B a d - R a u ft c i m. 20. Aug. Sn dem neu ftcrgericfttekn Staatlichen Ausstellungsraum in den Kolonnaden von Bad-Rauheim (Kunsthand- lung Richard Banger) findet von Mitte August bis etwa 15. Oktober eine Ausstellung „Hessenkun st" statt, die von der Reuen Hessischen Arbeitsgemeinsch" t . bildende Kunst veranstaltet ist. Sie enthalt eine kleine, aber feftr gewählte Anzahl verschiedenartiger Werke aller Fachgebiete. Es find Oel- unb Wasser- farbenbilber. Oriffelhmftblätter, kleine Bildhaucr- arbeiten und kunstgewerbliche Werke jeglicher Technik, an denen sich die bewährtesten Hesfi- ich en Künstler uni) auch die Kunstschulen von Mainz. Offenbach. Erbach beteiligt haben. Die geschmackvolle Ausstellung, bei freiem Eintritt jederzeit zugänglich, ist vielseitig, anregend und der niedrigen Preise wegen zu Ankäufen verlockend. Butzbach. 20. Aug. (WSR. i 3n Ergänzung unserer Meldung über die ^Interschla- g u ng e n eines unteren Beamten beim hiesigen Elektrizitätswerk wird weiter mitgeteilt, das; sich die Hohe der Unterschlagungen bisher auf 7000 Ml. beläuft. Cs steht fest, daß die Unterschlagungen nicht aus Rot erfolgten- der Betreffende bezog eine verhältnismäßig hohe Kriegsbeschädigtenrente neben einem auskömmlichen Gehalt. !?! Ober-Eschbach. 20. Aug. Unter den Aeflügelbeständen eines hiesigen Einwohners ist die Geflügelcholera sestgestellt worden. Das Kreisamt Friedberg hat Gehöftsperre angeordnet. Kreis Büdurgcp.. CD Nidda, 20. Aug. In den letzten G e - m e i nd e r a t s s i tz u n gen wurden folgende Beschlüsse gefaßt- Für die vier Bauplätze in der verlängerten Abellstraße wird die Herstellung eines Treppenaufgangs beschlossen und im übrigen der Ausbau der Straße zurückgestellt, bis die Bebauung der übrigen Bauplätze in Erwartung steht. — Der Waldwirtschaftsplan für 1927 wird genehmigt. — Die Stadl Ridda tritt dem Kur- und Berkehrsverein Bad-Salzhausen-Ridda als Mitglied bei. — Als Wassergeld für Rj. 1925 werden ebenso wie für 1924 10 Pf. für den Punkt erhoben. — Gegen die vorliegenden Baugesuche des Adolf Rathschlag jr.. Wilhelm Kober. Hans Löscher und Georg Brück bestehen keine Bedenken. — Der Beitrag der Stadt zur Zentralstelle für Mutter- und Säuglingsfürsorge wird ab 1. April 1925 auf 75 Am. pro Jahr festgesetzt. - Wegen der Stellung der Felsgruppen in der Klippe unter Denkmalsschutz wird, nachdem die in Betracht kommenden Teilparzellen in einem Lageplan markiert sind, der Gemeinderatsbeschluh vom 20. August 1914 und damit der eingelegte Einspruch zurückgenommen. — Der Umlagebedarf für das Jahr 1926 beträgt 56 000 Am. Es werden ausgeschlagen aus je 100 Mk. Steuerwerk auf Gebäude 15 Pf., auf land- und sorstwirt- «chastlich genutzte Grundstücke 30 Pf., aus das gewerbliche und landwirtschaftliche Anlage- und Betriebskapital 30 Ps.. auf den Gewerbeertrag 100 Pf., auf je 1 Mark staatliche Gewerbeertrags- "teuer im Jahr 1925 und als Soirdergebäude- ,‘feuer 50 Pf. auf je 100 Mark Steuerwert. — Heber die während des Feldbereinigungsverfah- cens abgetretenen Bauplätze tonnen nach der wfolgten Sonderberichtiguna des Grundbuchs nunmehr Kaufverträge abgeschlossen werden. Das Kaufgeld ist in 10 Zielen, fällig am 1. Januar 1927 vis 1936 zu zahlen und zunächst mit 10 Proz. pro Jahr zu verzinsen. — Zu außerordentlichen Ausgaben wird die Ausnahme eines Darlehens bei der Bezirkssparkasse Ridda in Höhe von 40 000 Mark beschlossen. Der Gemeinderat nimmt Kenntnis davon, daß das Ministerium Jür Arbeit und Wirtschaft die Errichtung eines Landwirtschaftsanrtes verbunden mit einer lcmd- rirtschaftlichen Schule in Aidda beschlossen hat. Wegen Schaffung der erforderlichen Schulräume und Wohnungen wird das weitere sofort in die Wege geleitet. — Die Stadt ist grundsätzlich bereit, die Hälfte der ungedeckten persönckichen Ausgaben sowie die sachlichen Kosten der hiesigen Gewerbeschule zu übernehmen. — Als Feldgeschworene werden Ernst A ß m u s und August Scheig neu gewählt. Aidda, 20. Aug. Lehrer Domm ist setzt 40 Jahre an der hiesigen Volksschule tätig. Während dieser langen Zeit hat . er es verstanden, durch treues, zielbewußtes ^Wirken sich einen großen, dankbaren Schülerkreis rfu verschaffen. Bei der ganzen Gemeinde erfreut »ich der Jubilar infolge seines bescheidenen, hilfs- T pereilen Wesens größter Verehrung und 10erb Schätzung. Kreis Schotten. -.-Gedern, 20. Aug. Die Gemeindeverwaltung beabsichtigt, den nächstjährigen Präinii- r u n g s m a r k t an zwei Tagen stattfinden zu lassen derart, daß Montags Pferde- und Rindviehmarkt und Dienstags Schweine- und Krämer- markt abgehglten wird. — Die Schulgefell- fchaft der hiesigen Privat-lHofkaplanei)- Schule wurde in Gemeinschaft mit der Gemeindevertretung. der Direktion des Buderus- schen Hüttenwerts und anderen Interessenten wiederholt vorstellig bei der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. um Späterlegung des in Stockheim um 5.39 Uhr morgens abgehenden und in Gedern um 6.33 Uhr ankommenden Personenzuges. Die mit diesem Zuge ankommenden auswärtigen Besucher der genannten Schule waren genötigt, sehr früh das Eltern- haus zu verlassen und hier dann lange Zeit bis zum Beginn des Unterrichts zu warten. Dieser auf die Dauer unhaltbare Zustand erheischte im Interesse der Schüler eine Aenderung. Erfreulicherweise hat nunmehr die Eisenbahnverwaltung den vielfachen Wünschen Rechnung getragen und in dem ab 1. Oktober d. I. in Betracht kommenden Winterfahrplan die Abfahrt des Morgenzuges in Stockheim für 7.01 Uhr und die Ankunft in Gedern um 7.47 Uhr morgens vorgesehen, so daß nunmehr die Schüler gerade recht zum Unterricht kommen. Das Entgegenkommen der Reichsbahnverwaltung wird seitens der in erster Linie interessierten Kinder und ihrer Eltern dankbar begrüßt werden. Wir möchten bei dieser Gelegenheit dem Wunsche Ausdruck geben, daß in den künftigen Fahrplänen auch die vielfachen sonstigen Wünsche betr. Verkehrsverbesserung auf der Strecke Stockheim- Lauterbach, die bereits in entsprechenden Eingaben zum Ausdruck gekommen sind, von den verantwortlichen Stellen berücksichtigt werden möchten, zumal man ihnen bei gerechter Würdigung der Verhältnisse die Berechtigung nicht wird versagen können. „ ?“ Ulfa, 20. Aug. Die Chaussierung zahlreicher Feldwege, die im Anschluß an die Fe l d b e r e i n i g un g nötig wurde hat den Arbeitslosen unserer Gemeinde, sowie einer Anzahl kleiner Dauern seither Beschäftigung gegeben. Auch größere Strecken Oedland wurden umgerodet. Jetzt, wo die Obstreife immer näher rückt, läßt sich feststellen, daß das Ergebnis der Aepfelernke doch nicht so trostlos ist. wie vielfach angenommen wurde. Manche Obstsorten zeigen mittelmäßigen bis guten Behang, wäh- cend auf anderen Bäumen gar keine oder nur vereinzelt Früchte hängen. Auch an den Kreis- 'traßen sind manche geschützte Stellen gut bedangen. Die Birnbäume bringen reichen Ertrag Kreis Alsfeld. - I" M e r I a u , 20. Aug. In unserem Dorfe herrscht gegenwärtig ein reger Autover- k e h r. Wegen Ausbesserung der Straße voii Mücke nach Aiippertenrod müffen die Autos über Merlau fahren; wir erhalten dadurch einen Begriff davon, wie stark der Verkehr auf der Strecke Grün berg—Ulrichstein ist. Auch die Radfahrer begrüßen es dankbar, daß diese Strecke nun gründlich fertiggestellt wird. — Leider wollen unsere Gruben immer noch nicht in Gang kommen, und unter den Bergleuten herrschen schwere Besorgnisse für den Winter. Jetzt finden mancher in der Landwirtschaft Beschäftigung. In Flensungen find etwa 40 Mann mit der Regulierung des Seenbachs beschäftigt, die aber in etwa 14 Tagei^zum Abschluß gelangt. Es ist damit manches wertvolle Wiesenstück gewonnen worden. Hoffentlich macht sich der raschere Ab- fluß des Wassers in der Gemarkung Merlau nicht unangenehm fühlbar. — Das Dampssäge - werk Mücke steht jetzt in vollem Betrieb, der Vi>7 Uhr morgens beginnt und um 6 Uhr abends endigt. Cs konnten neue Arbeiter eingestellt werden. — Die Bautätigkeit ist rege, gegenwärtig werden zwischen Flensungen und Merlau drei neue Häuser gebaut; ein Aeubau ist vollendet, ein Haus erheblich erweitert und vier Bauplätze sind für Reubauten in Aussicht genommen. — In Merlau und Flensungen sind die bisher von Lehrer Germer und Lehrer Bach versehenen S ch u l st e l l e n ausgeschrieben. Die Be- werberzahl ist infolge der günstigen Lage der beiden Orte groß. Lehrer Germer tritt in den Ruhestand, Lehrer Bach ist nach Butzbach verseht worden.

113,5 119,9 29? • 113,2* 120 155.5 154' 125,5 95,13 Hand lungen im Ruhr- Tage fanden zwischen dem den Bergarbeiterverbänden statt, in deren Verlauf je» erzielt werden konnte. Von ist eine 'Lohnerhöhung von 83 181 * 160* 140 148.5 56 154' 140 140 122,5 119' 103.5 §5,75* 181.7’ 165* 150,25 151.2* 102,5 158,7* >89* 165* iovStisch. 74,5* 12fl.fi* 147.5* 160 ‘inen nu-' zeschüitklen Jrau Neu. mer solche ob bas c.“ , das Li Ae Mtor. *D ieLohnver bergbau. Dieser Zechenverband und Lohnverhandlungen doch keine Einigung den Arbeitnehmern 80 Pf. pro Schicht stöhn. — — 3. Eah und Äin= ntag Warrn S-st.A.) ö war ein :t worden. Pwlellur achmittags r crlauble eutschuldi* lassen, die M)ie - Gr. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 22. August. 12. n. Trinitatis. Gießen. Stadtkirchc. 8: Pfarrassist. Hertel. Zugleich Christenlehre f. d. Veukvnsirmierten a. D. Mat- thäuSgemeinde. 9*/,: Pfr. Vecker. Feierliche Eröfs. nung des iionsirmandenunterrichts der Marlusg. Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Marlusgemeinde. 11' Kinderkirche für die Marlusgemeindc. Psr. Vecker. - Iohanneskirche. 8: Pfr. Bcchtolsheimer. Zugleich Christenlehre f. d. Aeukonfirmiert a. d. Lukasgemeinde. 9' .: Pfr. AuSfeld. Zugleich Militärgottesdienst. Feierliche Eröffnung des Konsirmandenunterrichts der Jo- hannesgemeinde. 11; Kinderkirche f. d. Johannes- gemeinde. Pfr. AuSfeld. 8- Dibelbesprechung im Iohannessaal. Pfarrassist. Schultheis. — Kirchberg 10; 11: Christenlehre f. d. konfirmierte männliche Jugend, nachm. 1' : Lollar. - Wieseck. 9' , 10" ,; Kinderkirche. - Wahenborn-Garbenreich. Watzenborn-Steinberg: 9 mit Christenlehre. (Kollekte^. — Garbenteich: 1 (Kollekte für Innere Mission'. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 21. August.4'und 7 Deichte. Sonntag, 22. August. 13. Sonntag nach Pfingsten, 6'/, Beichte, 7 Messe, Kom. der Frauen 8 Koni., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 2 Andacht. — Grünberg. 91/, Messe mit Predigt. — Hungen. 91/, Hochamt mit Predigt. — Sich. 7*/, Hochamt mit Predigt. mSchius. inochen?' lsesuchend men, fc?r sinochm", 57.5 119,75 157,75 164,7* 161* li i'i 139 193,5 §8,75 89,9 27 47 tg: rcrc Meter 148.5 154.2.5 70,75 96' । 295,5* 114 ; 114,75 149,5- 100 84.5 HBO 160 138 163* 160 138,5 194 8.5 88,5 125,9* 147,4* 159 rung der Spannungslöhne. Die Lohnerhöhung wurde abgelehnt, da sie für den Bergbau untragbar sei. Obwohl man eine zunehmeräe Besserung beobachtet, arbeiten die Bergwerke bisher noch nicht mit Gewinn. Es ist anzunehmen, daß die Verbände den Schlichter anrufen werden. 3. G. Farbenindustrie A. G , F rank f u r t a. M. Wie man von zuverlässiger Seite erfährt, treffen die Vermutungen, die vielfach an die geplante Gold mar k--Vorzugs- aktien-Emission der 3. G. Farbenindustrie geknüpft werden, keineswegs zu. Diese Ausgabe soll vielmehr, ebenso wie die Mehrstimmrechts» aktien. dazu dienen, eine ^leberfremdung zu verhüten. Die Gefahr einer Üeberfrembung wird in oen Kreisen des Konzerns als größer erachtet, als die breite Öffentlichkeit vermutet. Das Hauptproblem, mit dem sich der Konzern zur Zeit beschäftigt, ist immer noch die Verflüssigung der Kohle. Aus dcm Amtsvcrküttdiguugsl'latt. * Das AmtsverkündigungSblalt Ar. 67 vom 20. August enthält: Backordnung für die Gemeinde Lollar und Röthges. Maul- und Klauenseuche Lauter. - Straßensperre. Tierschuhkalender 1927. — Dienstnachrichten. überhaupt leu. Die ; har t »tu big . . . . , sowie eine Aenderung der Lohnordnung gefordert worden. Die Arbeitgeber. der Zechenverband, beantragten die Erweiterung der Randzechenklausel und die Erweite» 160,5 162,5* 111.5 194* 89,5 cht Mir ersten Rotiz kommen komi- 'denz l-'.iev im allgemeinen wider- Frankfurt a. M , 21 Aug. Tendenz; fest. Die^ Börte verkchne nach Mebcrtoinbung ber Wochenichluß wieder in freundlicher u :i o zuversichtlicher Haltung Tie zunächst nur stimmungsmähige Besseru:,.' konnte sich j Verlaufe zu einer recht festen Lenden- größerem Umfange zu schreiten. Der Farbentrust tomite sich zu seiner wuchtigen Neuemission enU schließen und die Banken selbst kommen der Reihe nach mit Kapitalerhöhungen heraus, ehe der Herbst von der Börse größere Kapitalien abzieht und an deren Wirtfchaftszwecken ,zuin>,.l. Anscheinend mit-- tern die Banken eine allmähliche Verknappung des Geldmarktes, denn sie beeilen sich auffällig mit ihren Bezugsrechtsangeboten bzw. den Einberufungen zu den Generalversammlungen, die die Kapital- vermehrungen sanktionieren sollen. Im Augenblick allerdings hat der Geldmarkt noch eine außergewöhnliche Flüssigkeit. Die Reichskreditgesellschaft stellt große Summen für tägliche Ausleihungen zu äußerst niedrigen Zinssätzen zur Verfügung und am Prioatdiskontrnarkt konnte die vorübergehend erhöhte Notiz wieder auf ihren alten Stand gebracht werden. aueuymen, die hren Ausgang vorn M-mtan Markt nahn» dessen Werte das Hauptinteresse beanspruchte. Das Geschäft erstreckt: sich »oft auf alle Aktienmärkte Dcckungstäufe und reue Orders bratf-cn für die führenden Werte Steigerungen bis zu 5 Prozent. Am Montan- markt standen Kohler- und Brauntohlen-Aktien im Vordergründe. Während die Kurserhöbungru im allgemeinen 1 bis 3 Prozent betrugen, erzielten Riebeck-Montan eine Steigerung von 5 Prozent und Rheinische Braunkohlen eine solche von etwa 6 Prozent. Recht fest lagen auchB a n f- a f t i c n, die durchweg etwa 1 Prozent anzoaen. Bemerkenswert war die feste Haltung für Oefter- reichische Kredit, die auf 8,75 anzieyen konnten. Der Clektromarkt folgte der Aufwärtsbewegung nur zögernd. A. E. G. lagen nach gebend, dagegen waren Siemens um 1 Prozent befestigt. Don Chemiewerten konnten sich T. G.-Farben-Zndustrie bei einiger Rachfrage behaupten, die übrigen Aktien dieser Gruppe hatten Besserungen aufzuweisen. Sehr fest lagen Motoren - und Maschinenaktien. Karlsruher plus 7 Proz.. Daimler plus 2 Proz.. 2iSTI. plus 2 Proz.. Hansa-Lloyd plus 6 Proz. Crdölaktien lonnten sich gut befestigen. Rütgers- Werke vlus 1,75 Proz. Zuckeraktien tendierten sehr sest. Frankenthal- und Stuttgart-Zucker je plus 2.5 Proz.. Badischer Zucker plus 4 Proz. Gegenstand lebhafter Rachfrage waren auch Dau- stoffaktien mit Ausnahme von Holzmann, die angeboten waren und 2 Proz. schwächer notierten. Don Zellstoffaktien gingen Waldhos um 1 Proz. höher. Heimische und ausländische Renten lagen weiter geschäftslos. Der F r eine r k e h r hatte etwas lebhaftere Umsätze. Benz 89. Brown Doveri 125. Growag 60. ilnterf raufen 81,5, Petroleum 78, Rastatter Waggon 14,75 Prozent. Der weitere Verlauf brachte bei teilweise stürmischem Geschäft neue Kursavancen von 1 bis 3 Proz. wobei in erster Linie die führenden Montanaktien das Hauptinteresse beanspruchten. Am Geldmarkt war Tagesgeld stärker gesucht. Monatsgeld stellte sich auf 5' bis Z1 Prozent. 3m Devisenverkehr notierten die lateinischen Valuten auf ihrer gestrigen Basis. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Rundfunk-Programm des frankfurter SeuderS. (Aus der .Rckdio-Amfchau".) Sonntag, 22. August. 8 bi» 9 älhr: Morgenfeier. 12 bis 1 ilfjr: ÄWrt des Heyerschen Männerchors Frankfurt am Main-Eckenheim. 3.30 bis 4 älhr: Die Stunde de» Jugend. 4 bis 5 älhr: Konzert des Haus- orchesters: Die Oper der Woche. 6 bis 7 älhr; Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes lür Volksbildung: „Pindar '. Vortrag und Vorlesung von Dr. Ehrenberg. 7 Ahr: älebertragung aus dem Stadttheater Salzburg (im Rahmen der Salzburger Festspiele): „Don 3uan“. Fällt die älebertragung infolge technischer oder atmosphärischer Störungen ungenügend aus. so tritt folgende Aenderung im Programm ein. 7.30 älhr: Ue&ertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: ..Boccaccio". Anschließend bis 12 Ahr: ilebet- tragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkaipelle. Montag, 23. August. 4.30 bis 5,45 ilpr: Konzert des Hausorche- sters: Claude Debussy. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.45 bis 7.15 Uhr: Stenographischer Fortbildunaskursus für Anfänger und Fortgeschrittene. 7.15 bis 7.45 Tlhr: „Tanz und Pantomime". Vortrag von Dr. Arno Schirokauer- Le'wzig. 8.15 bis 9.15 Ufjr: Klavierabend Theophil Demetriescu. 9.15 bis 10.15 älhr: Klassische Kammermusik. Verantwortlich für den lokalen Teil i. V : Dr. Hans Thyriot. taubem die mlerm Orte Mt, tourbc tiche erneut Am geftri* htseuer- Hlübung llzählig «' i[6 Arand' , flott von- hr gut em- ät dem 9f in Me# aW* 19. Aug r frag, chwrg er Degend jgeb'deben. huschen be* Qidtcnbcrgs itenfforuj; berechn^ ,a Die Au-' ^>hjahr WN E- :eibt äugen CarpocnP^ so datz 1110 ’n der von nnm^® , die astcn ^umc“ Ai Dirnen' PflaunZ, KN selten 16 40,75 145.5 98 50,5 2,8 191 74.9 88 War er in den Ruhestand getreten und hatte sich in dem bei Gießen liegenden Ronnenroth niedergelassen. Da fern im Kriege gefallener Sohn auf unserem Gottesacker ruht, so wollte der Verstorbene auch hier zur letzten Ruhe gebettet fein. Pfarrer Steiner von hier schilderte den Verstorbenen als tüchtigen, erfolgt ichen Lehrer freundlichen und gefälligen Manschen, als wahren Christen und als liebevollen Familienvater. Kränze wurden niedergelegt vom Kreisschulamt Alsfeld, vom Bezirlsverein Rieder-Ohmen, von der hiesigen oberen Schulklasse, vom hiesigen Kriegerverein, von dem Spar- und Vorschuß- Verein Groß-Felda, vom Kriegerverein aus der Gemeinde Ronnenroth. Der hiesige Gesangverein und die Schüler langen dem ehemaligen Lehrer zur letzten Ehre. —. Groß-Rechtenbach. 20. Aug. Unter der Leitung des Kreisobmanns Lehrer Gaß. Dutenhofen, soll in Kürze für die Lehrerschaft der Bürgermeisterei Rechtenbach in einem noch zu bestimmenden Orte unserer Bürgermeisterei ein Turnkursus stattfinden, welcher einen Zeitraum von 3 Tagen umfassen soll. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die Spekulation „entdeckte" in der letzten Woche eine ganze Anzahl von Papieren, die sie für fteu gerungsfähig hielt. Das (Kommunique des Farbentrustes hat den Kombinationen, auf welche Gebiete bzw. welche Unternehmungen sich die weiteren geplanten Transaktionen wohl erstrecken werden, einen weiten Raum belassen. Die Wirkung bei der in diesdr Ferienzeit so unternehmungslustigen Spekulation blieb nicht aus. Verschiedene chemische Pariere wurden trotz erfolgter Dementis mit dem Farbentrust in Verbindung gebracht und kursmäßig scharf hinaufgetrieben (Schering, Oberkoks). Ohne stichhaltige Begründung fliegen auch Braunkohlen- Aklien unter Führung von Rheinische Braunkohlen. Eine nähere Verbindung dieser Gesellschaft mit der Farbengruppe ist ebenfalls nicht beabsichtigt. Weiterhin lenkten eine große Anzahl von Nebenpapieren, wie Sarotti, Zellstoff-Aktien, Tertil-Werte, Ostwerke-Schultheiß-Kahlbaum, Metall-Werte und insbesondere Bauaktien die Aufmerksamkeit der Spekulation auf sich. Die schweren Terminmärkte sind durch die zurückliegende Hausse abgegraft und nun findet die Börse eine verdienstbringende Betäti- gungsmöglichkeit in den „zurückgebliebenen" Werken Das Publikum leistet dabei unentwegt Gefolgschaft. Selbst der eine Tag der umfangreichen Realisationen der Börse brachte es nicht aus seinem Zutrauen in die Tendenzgestaltung heraus, so daß die Spekulation rasch wieder zurückkaufte und die Aufwärtsbewegung der Kurse ihren Fortgang nehmen konnte. Unsere Ansicht, daß ein angeregtes Börsengeschäft zwar volkswirtschaftlich gerade im i märtigen Augenblick durch Wiedererfchließung .es inländischen Kapitalmarktes für die Emission von nicht festverzinslichen Werten außerordentlich nützlich und notwendig ist, bei Inbeziehungsetzung der übrigen Wirtschaftslage zu den jetzigen Kursen aber leicht eine llcberfpefulation zur Folge haben kann, wird durch die jüngsten, wirt-chaftlichen Monatsberichte der Großbauten bestätigt. Die Deutsche Bank stellt fest, daß der Durchschnittskurs aller an der Berliner Börse notierten Aktien eine Erhöhung Don 08,3 am 4. Januar auf 131,4 Proz. am 9. August d. 9. und der sämtlicher Terminpapiere von 74,3 auf 165,5 Proz. erfahren hat. Man überlege einmal, ob bei den Gesellschaften, deren Aktien im Ternünverkehr gehandelt werden, wirklich ausnahmslos eine mehr als lOOprozentige Besserung der Geschäftslage in diesem Jahr eingetreten ist, bezogen auf Absatz und Liquidität. Der praktische Wirtschaftler wird diese Frage kaum bejahend beantworten. Bleibt also die Folgerung, daß ein starker spekulativer Einschlag die Kursentwicklung beherrschte. Die Deutsche Bank sieht sich aus dieser Erkenntnis zu der Feststellung veranlaßt, daß zwar das Zusammentresfen der vielen Geschehnisse in der Wirtschaft gerade während des laufenden Jahres einen starken Anreiz zu einer Hausse an der Börse bildet, daß dabei aber Kurse entstehen, die der wirtschaftlichen Entwicklung um ein Erkleckliches vorauseilen. Immerhin hat es das angeregte Börsengeschäft ermöglicht, zur Neuausgabe von Aktien in ! Nia; p^r; z. Stier 4,198 11,63 111,68 20,44b 12,17 168,62 14,19 92,13 59.6; 1,987 112,58 81,38 64,66 12,44 5 86 Bochumer ®ug ...... . Buderus Karo . Deutsch-Luxem du es (Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau...... Haltroerfe LschcrSleben.... 5la!.nrerf Westeregeln VaurahuUf ......... Obcrbedars ......... Bhöuir Bergbau ...... Ndemnabl........... 'Hiebcrt Montan ...... iellui Bergbau Hamburg'Amerika Paket. . . Ulorbbenttoer Llovb . . . , Tberamtschr Werke 2Hbin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzorann Anglo-Cont^Guauo Chemische Mayer Alapin . . ®. Farbenindustric, A.-H. (»oldschinidt.......... Holzverkohlung Aütgcrswcrke Scheibeaustalt A.llg- ClekkrtjitätL-Gesellschaft Bergmann Mmukrastwerke Schuckert Siemens A HalSve ..... iilblcriDcrfc Meyer ..... Daimler Moioren Heyligenstaebi..... Meguin............. Motorenwerke Mannheim . frankfurter Armaturen . . . Konserveusobrik Drau» . . ^iclaslaesell'chast Frankfurt. Ter. Union Ä..K. . . . Schuhfabrik Her; . Sichel , Zellstoff Walbhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waobäuiek . . . mens zogen an. Dagegen sich auf einigen anderen Gebieten ci’i tc-ck'es Abbröckeln der Kurse. Gegen Gnde der ersten Stunde war die Entwicklung b.. grösster GeschLftsrub: nicht ganz einheitlich, das Gosvmtrriveau lag jedoch im großen und ganzen behauptet Eine Stütze fand der freundliche Unlcrton in der Belebung des Kohlen- und C'senmarktes und in der bevorstehenden Einführung der S'.ablw.-rksaltien. Am Geldmarkt hielt hi * Flüssigkeit an. wenngleich lich die Rachfraae Tagesgeld etwas verstärkt hat. Der San stellte sich aus 31/, bis 5 Proz. 3m Devisenverkehr lag Paris gegen London fast mit 169,50 Brüssel notierte 176,50 gegen das Pfund. Mailand lag «--»ch^ebrnd mit 148 gegen London Berliner Prod«iltenbörsc. Berlin. 20. Aug. (2U.) Es truibcn notiert pro Tonne ab Station Weizen (märl.) 269 bis 273, Roggen (märl . alt und neu) 200 bis 206 Braugerste (märf.i 195 bis 242. Wintergerste (alt und neu) 165 bis 172. Hafer (märt ) 179 bis 191. Mais (La Plata) 176 bis 182, Raps 325 bis 330. pro Doppelzenter Weizenmehl 38.50 bis 40, Roggenmehl 28,75 bis 30,75. Weizenkleie 10.25 RoggenUeie 11 bis 11,40, Viktoriaerbß'n 36 bis 43. ileine Erbsen 30 bis 34, Futtererbsen 22 bis 26. Wicken 30 bis 33. Rapskuchen 14.20 bis 14.40 Bert irrer Börse. 'Berlin, 21. Aug. An der heutigen Wochenschlußbörse trat nach den lebhaften ÄürssteigL- rungen der letzten Tage eine wesentliche Drruhi-- gung ein. Die Spekulation neigte zu Realisationen. die jedoch keinen größeren Umfang annahmen. Während der ersten Stunde legte man sich größte Zurückhaltung auf. zumal durch den frühzeitigen Beginn der Samstagbörse der Orderseingang recht spärlich war. Dps Geschäft war so still, daß einzelne führende Terminpapiere, z. D. Hapag. Die Reparationslieferungen nach Frankreich. Bekanntlich ist wegen Erschöpfung der französischen Reparationsquote vorübergehend die Reuausnahme von Sach- lieserungsaufträgen seitens der französischen Regierung gesperrt worden. Gerüchte, die wissen wollen, daß diese Sperre demnächst aufgehoben werde, entsprechen nicht den Tatsachen. Rach den vom deutschen Sachlieferungsbureau in Paris eingezogenen Erkundigungen ist die vom Unter- staatssekretariat der befreiten Gebiete im März 1926 ergangene Weisung, bis auf weiteres keine neuen ©adjluferungäanträge Kriegsbeschädigter anzunehmen, bisher nicht aufgehoben. Rach den vorliegenden 3nformationen dürfte eine solche Aufhebung bis auf weiteres auch nicht in Betracht kommen. Berlin, 20 August Amerikanische Note» . . ... Belgische Noten..... . . Dänische Noten ..... . Englische Noten ..... ‘ , Französische Noten ..... HollÄrbffche Noten .... Italienische Noten.....' Noten Deutsch-Oesterr-, ä ioo Aronen Rumänische Roten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Svanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . , Gelb 4,178 11,57 111,11 Ä),346 12,11 167,78 14,11 91,67 59.33 L947 112,02 »0,98 64,34 12,38 5,82 Frankfurt o.M. Berlni Sdjüi-» ^nr? l-Udr. Äcr» Sdileh- Jnfcj’.a turs Nnr-, _ Datum: 20.8. 2t. & 29. 8. 21. 8. 57„ Deutsche Neich^anletbe . ' 4X b.t»., 0,477.5 4% Deutsche Neicv .n-le-.br . 0,4;: 3 ;. Zeutsch? Neichtzanletbe _ 6,435 0.43 y , Deutsche T'icitüSankUk . _ »,W5 Teuiichc Lvarprainicn an leide 0.265 _ 0,26 000,1000 mtt. loooei. IS.- 18.50 20.- Samenhaus Klais, Hanau, Vorstadt. Teleph. 24313. 6730 D 6813D m. (Eichener Pserdcinarkt-Lose ä 1 Rm. sind äur Ausgabe gelangt u. bet allenLoseverknu- fern in Stadt u. Land zu haben. (General- Vertrieb: Bncbacker Neuen Baue 11; daselbst 11 2ose für 10 Rm., 28 Lose für Tapeten alle Neuheiten in größter Auswahl I Reste in allen Stückzahlen besonders preiswert Linoleum Stückware Läufer Teppiche zu billigsten Preisen. — Fachgemäß. Verlegen wird aufWunsch übernommen. Heinrich Hochstätter Brandplatz 1 :: Ecke Schloßgasse Alten-Buseck «»»n Grohen-Linden, den 21. August 1926 Ihre Vermählung geben bekannt Gießen, den 21. August 1926 D r Fabrikdirektor Otto Bergen und Frau Else geb. Berdux jJiarie Menges Willy Post Verlobte Georg Braun und Frau Maria geb. Anton Vermählte Mainz Bietzen (Wilhelmstr. 45) 21. August 1926 Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Willi Marx Luise Marx geb. Simon Wolfstratze 20 Dammstratze 28 p. 21. August 1926 . Cilly Lilienfeld Ernst Grünewald Verlobte Leihgestern August 1926 Schwimm- u. Rudersport- Werbetag Sonntag, den 22. August 1926, nachm. 3.30 Uhr, bei den Bootshäusern. Eintrittspreise für Erwachsene: Sitzplatz Mk. 1—, Stehplatz Mk. 0.50; Schüler u. Studenten: Sitzplatz Mk. 0.75, Stehplatz Mk. 0.35. Vorverkauf in den Sportgeschäften Schneider, Neuenweg, und Schwan, Mäusburg, sowie in den Iigarrengeschäften M o eser und Lo eb. 6696D Sund für haus und Schule Sonntag nachmittag, 22. August 1926 Spaziergang nach der Zreilicht-Vühne! Daselbst Ansprachen, Gesang, Kinderspiele und musikalische Darbietungen. 6718D Abmarsch mit Musik 3 Uhr Ecke Moltkestratze. Alle Mitglieder unseres Bundes sind mit ihren Angehörigen herzlich eingeladen und eingefuhrte Gäste ebenso willkommen. Wir erwarten vollzählige Beteiligung! Bei ungünstiger Witterung findet die Veranstaltung int großen Saale der Liebigshöhe statt. Der Bvrstand. AWng! LützellindenMlW! Zur Kirmes mit Original-Iazz-Kapelle bei ladet herzlich ein der Kirmes-Ausschutz. """ Für Speisen u. Gelränke ist bestens gesorgt. Der Wirt. Beftauront KrotoöTl Durch zioilgerichtlichen Beschluß mutz ich Montag mein Lokal räumen. Ich hoffe in Kürze anderweitig wieder zu eröffnen. Meinen verehrt. Gasten und Bekannten danke ich für dargebrachtes Vertrauen. Jacob Gerhard. 05763 Die 10. V die ' GM 'offen nunn in § biger qeva auf - Juli zur löfun Jie^ m a<9; airfeS hiitfc Lispr Me ans, die Äb nn g