1 Manatynt von Anzeigen für die Tagesnummer bl» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den An» zeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Bielefeld (bis zu 95 Prozent):,2a 27 130, Nein 1097, ungültig 2407. Stimmberechtigt 59 091, Eintragung zum Volksbegehren 25 433. Essen (bis zu 95 Prozent): 3a 125859, Nein 4022, ungültig 3742. Stimmberechtigt 312675. Eintragungen zum Volksbegehren 111067. Gelsenkirchen (bis zu 95 Prozent): 3a 57 753, Nein 2065, ungültig 1682. Stimmberechtigt 122 317, Eintragungen zum vDlksbegehren 40 839. Liegnih-Stadt (bis zu 95 Prozent): 3a 17127, Nein 1033, ungültig 1042. Stimmberechtigt 48 806. Eintragungen zum Volksbegehren 15 347. Erfurt (amtliches Ergebnis): 3a 35 046, Nein 1264, ungültig 1649. Stimmberechtigt 91 427, Eintragungen zum Volksbegehren 37 840. Nürnberg (amtl. Ergebnis): 3a 126 409, Nein 4242, ungültig 2313. Stimmberechtigt 268 038, Eintragungen zum Volksbegehren 98 197. Duisburg: 63 836 3a, 1901 Nein, 1062 ungültig. Magdeburg: 3n 230 von 235 Bezirken wurden abgegeben: 106 662 3a, 2341 Nein, 3790 ungültig. Wahlberechtigte 204 273. Halberstadt: Endergebnis für Landgebiet: 7309 3a, 273 Nein, 427 ungültig. Wahlbe- rechtigt 25 408. Karlsruhe: Bei 100282 Wahlberechtigten touri>en für Karlsruhe Stadt 38 834 3a, 1349 Nein abgegeben. Köln-Mülheim: Bei 39 681 Wahlberechtigten wurden gezählt 18158 3a, 747 Nein und 514 ungültige Stimmen. DasoorläusigeGesamtergebnis wird amtlich folgendermaßen berichtigt: Bei einer Gesamtzahl der Stimmberechtigten von 39687848 wurden insgesamt 15 584 821 Stimmen abgegeben. Davon waren 559 370 Stimmen ungültig und 15 025 451 gültig. Mit 3 a stimmten 14 440 779, mit Nein 584 672. Die Wahlkreise 1. O st preußen : Stimmberechtigte 1 301 257, 3a 263 902, Nein 31 077, ungültig 50 56. Volksbegehren: 166 078 Eintragungen beim Volksbegehren. 2. Berlin: Stimmberechtigte 1 483 037, 3a> 972 654, Nein 31 077, ungültig 45 187. 864 362 Eintragungen. 3. Potsdam II: Stimmberechtigte 1 178294, 3a 589 715, Nein 21787, ungültig 25 127. 514 067 Eintragungen. 4. Potsdam I: Stimmberechtigte 1 220801, Da 565 865, Nein 22 013, ungültig 25 699. 479 491 Eintragungen. Niederlage der Volksentscheid-Parteien 36,3°/, Jastimmen. ergebnis. Bei 301237 Wahlberechtigten wurden abgegeben 156 584 mit 3a, 6669 mit Nein, 13 541 ungültig. Mannheim: Amtliches vorläufiges Ergebnis für Stadt- und Landgebiet. Wahlberechtigt 197 436; 109159 3a, 3001 Nein. Ungültige Stimmen 1780. Die gültigen Eintragungen für das Volksbegehren 79 546. Chemnitz: Wahlberechtigt 220 738; 103 400 3a, 3471 Nein, ungültig 3890. Plauen L Dogtl.: Wahlberechtigt 72 369. Gültige Eintragungen für das Volksbegehren 27 469. 25 469 3a, 858 Nein, 1594 Stimmen ungültig. Dresden: Vorläufiges Endergebnis für das Stadtgebiet: Wahlberechtigt 450 993; 205 688 3a, 7666 Nein, ungültig 8304. Bamberg: 31895 Wahlberechtigte. 4440 3a, 203 Nein, 92 ungültig. Wahlbeteiligung 12 Prozent. Coburg: 17038 Wahlberechtigte. 2556 3a, 70 Nein, 191 ungültig. Heidelberg (Stadt und Qanö): Stimmberechtigt 48 909. 20 195 3a, 908 Nein, 165 ungültig. Konstanz: Wahlberechtigt 20 160. 8294 3a, 350 Nein, 151 ungültig. Recklinghausen: Vorläufiges Ergebnis für das Stadtgebiet mit 45 620 Wahlberechtigten: 20 873 3a, 680 Nein, 356 ungültig. Mülheim (Ruhr): Vorläufiges Endergebnis bei 80 716 Wahlberechtigten 25 720 3a, 677 Nein, 478 ungültig. Bochum: Vorläufiges Endergebnis für das Stadtgebiet bei 129 404 Wahlberechtigten wurden gezählt 52 621 3a, 2179 Nein und 1420 ungültig. Dortmund: Vorläufiges Endergebnis. 120 446 Wahlberechtigten 67 893 3a, 2303 Nein, 3152 ungültig. Freiburg: Vorläufiges Endergebnis. Bei 59 564 Wahlberechtigten 20 833 3a, 1040 Nein, 394 ungültig. Bremen: Ja 72839; Nein 2959; ungültig 5890. Hindenburg: Ja 33283; Nein 1852. Königsberg: Ja 6533; Nein 1264; ungültig 1540. Bochum: Ja 47 747; Nein 1960; ungültig 1266. 695^ Mörzheim: Ja 15046; Nein 588; ungültig Weimar: Ja 9601; Nein 333; ungültig 517. Hamm: Ja 11933; Nein 403; ungültig 321. Münster i.W.: Ja 11973; Nein 380; ungültig 163. Augsburg (vorläufiges Ergebnis bis zu 95 Prozent): 38406 3a, 1196 Nein. Stimmberechtigt 101715, Eintragung zum Volksbegehren 30 494. Osnabrück (bis zu 95 Prozent): 9437 3a, 438 Nein. Stimmberechtigt 55 364. Eintragung zum Volksbegehren 16 233. Königsberg (bis zu 95 Prozent): 69083 3a, 1764 Nein, 1649 ungültig. Stimmberechtigt 190 604, Eintragung zum Volksbegehren 50 410. Kreis Wetzlar (einschließlich Stadt): Stimmberechtigt 43 400, 3a 14 100, Nein 480, ungültig 394. Die Abstimmung im Reich. Berlin, 20. 3unt (TU.) 3m Reich ist der Volksentscheid fast überall ohne nennenswerte Zwischenfälle vor sich gegangen. Lieber den Verlauf der Abstimmung selbst liegen folgende Nachrichten vor: Wie aus München gemeldet wird, ist der Wahltag in Süddeutschland ohne Zwischenfälle verlaufen. 3m Münchener Stadtbild war von der Wahlhandlung so gut wie nichts wahrztmehmen, da infolge der scharfen Anordnung der Polizeidirektion alle Llmzüge und sonstigen Wähldemonstrationen unterbleiben mußten. Die freien Gewerkschaften übten durch Abgabe von Kontrollmarken die angekün- digte Kontrolle über die Ausübung des Wahlrechts aus. Die Beteiligung an dem Volksentscheid war ungefähr die gleiche wie beim Volksbegehren. 3n Karlsruhe dürs tc die Beteiligung an der Abstimmung im ®ur Nassau: Stimmberechttgte 1 581 716, Ja 635 382, Nein 24 305, ungültig 23 207, 538 098 (Eintragungen. 20. Köln • Aachen: Stimmberechtigte 1 364 836, Ja 466 172, Nein 20 563, ungültig 9073. 366 540 (Eintragungen. 21. Koblenz - Trier: Stimmberechtigte 758 666, Ja 134 994, Nein 7137, ungültig 2970. 118 723 Eintragungen. 22. Düsseldorf - Ost: Stimmberechtigte 1 396 932, Ja 584 472, Nein 18 426, ungültig 16 868. 530 536 (Eintragungen. 23. Düsseldorf - West: Stimmberechtigte 1067 955, Ja 359 836, Nein 12 626, ungültig 7178. 259 427 (Eintragungen. 24. Oberbayern - Schwaben: Stimmberechtigte 1 543 522, Ja 320163, Nein 10 918, ungültig 4079. 209 071 (Eintragungen. 25. Niederbayern - Oberpfalz: Stimmberechtigte 778 338, Ja 97 581, Nein 3814, ungültig 1563. 61 822 (Eintragungen. 26. Franken: Stimmberechtigte 1 557 935, Ja 413 938, Nein 14 431, ungültig 10 212. 321 760 (Eintragungen. 27. Pfalz: Stimmberechtigte 565 375, Ja 185114, Nein 6412, ungültig 3887. 159 081 Eintragungen. 28. Dresden - Bautzen: Stimmberechtigte 1 237 766, Ja 551 532, Nein 25 554, ungültig 29 959. 545 864 (Eintragungen. 29. Leipzig: Stimmberechtigte 874 383, Ja 454 099, Nein 21 546, ungültig 23 881. 418 047 Ein- tragirtrgen. 30. Chemnitz-Zwickau: Stimmberechtigte 1 190 820, Ja 540 943, Nein 22 781, ungültig 34 442. 577 155 Eintragungen. 31. Württemberg: Stimberechtigte 1 654 921, Ja 563 863, Nein 19178, ungültig 8510. 478 034 (Eintragungen. 32. Baden: Stimmberechtigte 1 432 892, Ja 548 203, Nein 23 758, ungültig 12 268. 500 238 Eintragungen. 33. Hessen - Darmstadt: Stimmberechtigte 870 596, Ja 348 335^ Nein 15 572, ungültig 10 234. 325 609 (Eintragungen. 34. Hamburg: Stimmberechtigte 860 000, Ja 499 168, Nein 18 090, ungültig 22 461. 395 836 (Eintragungen. 35. Mecklenburg: Stimmberechttgte 453 103, Ja 159059, Nein 5459, ungültig 8235. 161 160 (Eintragungen. Einzekergebmsse aus dem Reich. Leipzig: 3a 261 744, Nein 11 574, ungültig 239 744 475 054, Dolksbegeheren Aachen: Amtliches Ergebnis für Aachen Stadt. Bei 105 441 Wahlberechtigten stimmten mit 3a 35 974, mit Nein 1443, während 522 ungültige Stimmen abgegeben wurden. München: Für Stadt und Landgebiet, die zusammen 440 769 Stimmberechtigte zählen, wurden abgegeben 3a 146 677, Nein 3525 und ungültige Stimmen 1384. Düsseldorf (vorläufiges Ergebnis bis zu 95 Prozent): 3a 104190, Nein 3416, ungültig 2076. Stimmberechtigt 313 638, Eintragung zum Volksbegehren 101 447. Frankfurt a. d. O. (bis zu 95 Prozent): 3a 17 379, Nein 728, ungültig 1224. Stimmberechtigt 46 313, Eintragung zürn Volksbegehren 18 478. Erster Blatt___ 176. Jahrgang Montag,21.Juni 1926 Erscheint täglich,außer 3 Sonntags und Feiertag». JEHF VuT Q ZxGietzenerAnzelger General-Anzeiger für Oberhessen poßfchelttonto: . „ , Frankfurt am Main liess. vniS und Verlag: vrühl'sche Universitätr-Vuch und Ztelndruckerel «.Lange in Sietzen. Sdfdftleitnng und Geschäftsstelle: Zchnlstratze 7. N)hing 'onrnteklad kene führen unb ' mir Mf MS Magen «»Md MM |SMI * mmerlad hbinbergesW 11: Telephon 2477 Geschäften, die mit uns ng von Oasgeräten auf =fen haben: 233SD eustadt 11 rstraBe 10 Seltereweg 12 illtoretraBe 35 ladt 56 ieltersweg 83 lasserwerkGieüen Giess®^ LindenPlaU tsssr*-» »der-Treiliriemeii Breiten sofort ab Lager, ederverkäufer Rabatt tien, Gießen, Neustadt 32. Telefon 644. , . technische der Leder-«.Treibriemen ken E- Luckhaus A.-0. Chaiselongues ’’*S**8 .iegestühle Matratze^r KomP,ette Zimmer »IlerArtund Einzeln10!’6 ?ahiun9 Kreis Offenbach (ohne Stabt): Stimmberechtigt 60 655, 43 663 (Za, 1596 Rein, 2159 ungültig. Kreis Dens heim: Stimmberechtigt 44 422, 17 346 3a, 971 Olein. Kreis Dieburg: Stimmberechtigt 41 037, 15 888 3a, 754 Olein. Kreis Erbach: Stimmberechtigt 30 323, 9457 3a, 499 Olein. Kreis Heppenheim: Stimmberechtigt 32 097, 13 852 3a, 653 Olein. EinzeLergebnisse aus hessischen Städten. sf. Friedberg. Dei der Olbstimmung über den Vottsentscheid wurden hier abgegeben: 2521 Stimmen mit 3a, 104 Stimmen mit Olein (Zahl der Stimmberechtigten 6985). Gegen das Volks- begehr wurden ungefähr 500 Stimmen mehr abgegeben. • Darmstadt, 20. Suni. Der heutige Tag des Volksentscheides über die entschädigungslose Fürstenenteignttng ist (bis in die Rachmittags- stunden) g^iie jeden Zwis chenf a ll verlaufen. Die Straßen waren morgens im allgemeinen noch rrchiger als es sonst an Sonntagen üblich ist. Vor den Wahllokalen standen Reichsbannerleute, aber von starkem OZerkchr oder Andrang war nichts zu merken. Der Plakatkampf der Parteien an den AnschlagssLulen, der in den letzten Tagen sehr rege war, brachte seit Samstag nichts Reues mehr. Auf einigen Strahen der 3nnenstadt waren Zettelverteiler tätig, auch veranstaltet das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold Umzüge mit Musik. Stadt Darmstadt: Stimmberechtigt: 63 939, 18 162 3a, 957 Rein. 500 ungültig. Mainz: Stimmberechtigt: 76 005, 36 239 3a, 1329 Rein, 5048 ungültig, Wahlbeteiligung 48 Prozent. Worms: Stimmberechtigt: 31 317, 13051 3a, 460 Rein, 353 ungültig. Offenbach: Stimmberechtigt 53 320, 33 804 3a, 1504 Rein, 1325 ungültig. Groh-Gerau Stadt: 3876 Stimmberechtigte, 1859 3a, 135 Rein, 74 ungültig. Dingen. Stimmberechtigt: 6663, 1546 3a, 89 Rein, 17 Ungültig. WSN. Oppenheim. Stimmberechtigt 31 087; Ja 6834; Nein 312; ungültig 91 Stimmen. ♦ Griesheim b. Darmstadt: 4405 Stimmberechtigte, 2710 3a, 202 Rein, 75 Stimmen ungültig. Eberstadt: 5131 Stinnnberechtigte, 2467 3a, 167 Olein, ungültig 78 Stimmen. Rüsselsheim: Rund 4800 Wahlberechtigte, 2786 3a, 151 nein, 16 ungültig. Arheilgen: 4686 Wahlberechtigte, 2781 3a, 214 Olein, ungültig 170 Stimmen. Einzelergebnisse aus Hessen-Nassau. WSR. Frankfurt a. M, 20. Suni. Der heutige Abstttnmungstag um das Volksbegehren in der Frage der Fürstenabfindung ist ruhig und ohne Zwischenfalle verlaufen. Der Vor- und Rachmittag brachte noch zahlreiche Umzüge der beiden Parteien des Volksbegehrens und des Reichsbanners, in denen zur Wahlbeteiligung, vielfach auch mittels Sprachrohrs, aufgefordert wurde. Soweit bis jetzt feststeht, scheinen die Demokraten ziemlich erheblich zur Wahlurne gegangen zu fein. Auch zahlreiche Anhänger des Zentrums haben sich an der • Olbstimmung beteiligt. 3n den Oüchenvierteln haben sich schätzungsweise rund 60 Prozent, in l den 3nnenvierteln rund 50 Prozent der Ab- _ stimmungsberechtigten an der Olbstimmung be- 1 teiligt. Frankfurt a. M. Vorläufiges Gesamtergebnis: Mit Sa haben gestimmt 176 840; mit Nein 6675; ungültig 5874. Die Zahl der Stimmberechtigten beträgt 342 865. Kreis Höchst a. M. Amtliches Ergebnis. Mit Sa 30 662; mit Nein 1802; ungültig 1173. Wahlberechtigte 56 429. Wahlbeteiligung über 50 Proz. Wiesbaden-Stadl (amtL): Stimmbe- - rechtigt 76 790, 27167 3a, 1202 Olein, 604 Ungültig. Kassel-Stadt: Stimmberechtigt 119 990, 52 094 3a, 1854 Olein, 3912 Ungültig. Marburg: Stimmberechtigt 9000, 2123 3a, 86 Olein, 49 Ungültig. Limburg-Stadt: Stimmberechtigt 7834, 1396 3a, 44 Olein, 34 Ungültig. Limburg-Kreis: Stimmberecht. 37545, 12013 3a, 500 Olein, 256 Ungültig. WSN. Hanau-Stadt. Stimmberechtigt 26 513; Sa 13 275; Nein 1207. Zum Volksbegehren hatten sich 1129 Personen eingeschrieben. WSN. Hanau-Land. Stimmberechtigt 40 376; Sa 25 207; Nein 1990. Zum Volksbegeyren . hatten sich 24 944 Personen eingeschrieben. '/ Fulda-Stadt. Don 15 875 Wahlberechtigten haben 5351 mit Sa, 10^ mit Nein gestimmt. Ungültig waren 99 Stimmen. Zum Volksbegehren hatten sich 4591 Personen eingetragen. Kreis Gersfeld. Vorläufiges amtliches Ergebnis: Von 13 075 Wahlberechtigten haben 3208 mit Sa, 121 mit Nein gestimmt. 72 Stimmen waren ungültig. Die Abstimmung in Berlin. Derlin, 20. 3uni. (TU.) Der Volksentscheid hat sich in Derlin ohne größere! Zwischenfälle abgewickelt. 3m Osten und im Rorden durchzogen am OZormittag mehrere Reichsbanner- und Rvtfrontzüge mit Musik und Fahnen die Straßen. Die Stimmbeteiligung war daher in diesen Dezirken schon in den frühen Morgenstunden am regsten. Zu Mittag flaute sie wieder erheblich ab, zumal ein feinen Strühregen einsehte. .3n den Geschäftsvierteln und im Westen Berlins merkte man von dem Volksentscheid sehr wenig. Am Rachmittag minderte ein anhaltender Regen die Stimms reudig- keit merklich ab. Hin und wieder sah man Propagandaautos mit Uniformierten der Reichsverbände durch die Straßen fahren. Die Plakatträger drückten sich an den Mauern vorbei und hielten ihre Plakate als Oiegenschutz über den Kopf. 3n den Stimmlvkctten war selbst gegen Ende der Stimmzeit ein besonderer Aw drang nicht zu verzeichnen. Rach allgemeine» Ansicht war die Stimmbeteiligung »elbst im Norden und Osten DerlinS nicht übermäßig groß. 3m Laufe des Vormittags war es hier und da zu Reibereien gekommen. Gegen 9 Uhr und dann noch einmal zu Mittag ereigneten sich in Char l o t ten bur g Schlägereien zwischen Kommunisten und Passanten, wobei ein Passant ver- Die französische Regierungsbildung. Herriol verzichtet aus die Kabinettsbildung. Briand erneut beauftragt. Paris, 20. Suni. (TU.) Die Kabinettskrise hat eine sensationelle Wendung genommen. Während heute morgen um 4 Uhr Malvy beim Verlassen der Kammer den Sour- naliften erklärte, daß die Bildung des Kabinetts gute Fortschritte mache und seine Zusammensetzung offiziell gegen Mittag bekannt gegeben wurde, ist im Laufe des Vormittags offiziell mitgeteilt worden, daß H e - r i o t a u f die Kabinettsbildung verzichtet und seinen Auftrag in die Hände des Präsidenten der Republik zurückgelegt habe. Um 7.30 Uhr morgens wurde Her - r i o t vom Präsidenten der Republik empfangen, den er von dem Fehlschlagen seines Austra g e s ,in Kenntnis setzte. Um 9 Uhr morgens hat Doumergue unverzüglich die Besprechungen zur Lösung der Kabinettskrise wieder ausgenommen und um 10 Uhr Briand empfangen. Kurz vor 12 Uhr wurde in einem offiziellen Kommunique mitgeteilt, daß Briand e r - n e u t den Auftrag zur Kabinettsbildung angenommen habe. Briand hat im Laufe des Nachmittags die Besprechung zur Bildung des Kabinetts ausgenommen und wird entweder heute abend oder morgen vormittag den Präsidenten der Republik von dem Ergebnis seiner Bemühungen unterrichten. Briand bei der Kabinettsbildung. Paris, 21. Suni. (TU.) Das Zustandekommen des 10. Kabinettes Briand, dem diesmal nicht dieselben Hindernisse im Wege stehen wie vor der Berufung D r i a n d s, dürfte bereits heute eine vollendete Tatsache sein. Briand hat eine Erklärung abgegeben, wonach er diesmal fest entschlossen ist, die Kabinettsbildung glücklich zu Endezu führen. Dei der Bildung des neuen Kabinette- werde er darauf bedacht sein, sich auf die Kammermehrheit zu stützen, die sich bei den letzten Abstimmungen ergeben hat. Diese Aevßerun- gen Briands werden übereinstimmend dahin verstanden, daß er sich vor allem an die mittleren und rechtsstehenden Gruppen, vor allem an die Gruppe Marin anzulehnen beabsichtigt. Briand wird der Lage der Dinge nach eine ausreichende Mehrheit gegen Sozialisten und Radikale zustande- 6ringen, wobei nicht gesagt ist, daß die Radikalsozialisten systematische Oppositon betreiben werden. Heber die Wahl der Mitarbeiter verlautet, daß das neue Kabinett Briand sich von dem vorhergehenden nicht sehr unter- scheiden wird. Aks Finanzminister wird von einem Teil der Olbendpresse ® aillau? genannt. Auf alle Fälle wünscht Briand P o i n - c a r e für fein Kabinett zu gewinnen, wenn nicht als Finanzminister, so doch als Snhaber eines letzt wurde. Gegen 1/311 Uhr gab es in Sanfte i h ehren Zusammenstoß zwischen den 3n- f aff en eines deutschnationalen und Denen eines kommunistischen Prvpa- ganda-Autvs, wobei der Führer des deutschnationalen Autos einen Schlüsselbernbruch erlitt. Gegen 12 Uhr wurde ein Zug von 2 0 Stahlhelmleuten in Schoneberg von Roten Frontkämpfern und Reichs- bannerleuten tätlich angegriffen. Ein Stahlhelmmann mußte sich ht ärztliche Behandlung begeben. Blutige gusammenstötze bei Halle. Halle, 20. Sunt (TU.) Sn Ammendorf kam es zu schweren blutigen Zusammen- stößen. Der Stahlhelm Halle hatte eine Propagandafahrt mit zahlreichen Lastwagen nach Arnmendorf unternommen. Dort wurden die Wagen von kommunistischen Abteilungen mit Steinwürfen und schließlich mit Karabiner- und Maschi- nengetoeßr feuer empfangen, das von Seiten der Stahlhelmleute mit Revolver schüssen beantwortet wurde. Soweit bisher bekannt ist, sollen auf kommunistischer Seite mehrere Tote zu verzeichnen sein. Die Stahlhelmautos wurden unter polizeilicher Deckung zur Sipokaserne gebracht, wo die Führer sich noch in Schutzhaft befinden. Zu den Zusammenstößen in Ammendorf werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Die Werbeautos des Stahlhelms waren vor der Abfahrt von Schutzpolizisten nach Stocken und OB af f en du rchsucht worden. Auf der Rückfahrt wurden die Autos in einer engen Straße in Osendorf vor einem kommunistischen Agitativnslokal mit Steinwürfen empfangen. Mehrere hundert Personen, Männer, Frauen und Kinder, griffen aus Fenstern und Türen undhinter Gartenmauern verschanzt, die Autos an. Aus einem Gebüsch tourben schließlich Schüsf e abgegeben, die dann in der Rotwehr von den Stahlhelmleuten erwidert wurden. Die nach einiger Zett erscheinende Schutzpolizei in Stärke von acht Mann war nicht imstande, die Angreifer zurück» zuhalten. Die Zahl der Verletzten betrug bei den Stahlhelmleuten zunächst 16 Personen, darunter fünfSchwerverletzte. Zwei davon würden durch Querschläger verletzt, da die Kommunisten auf das Pflaster schossen. Die Zahl der Verletzten bei den K om muni ste-n wurde nicht bekannt. Die Schutzpolizei gekettete sodann die Autos zur Sch-upokaserne in Ammendorf, wo Amtliche Wagen sowie die 3w° fassen untersucht tourben. Es wurden zwei Revolver und drei leere Patronenhülsen gefunden. Aus der Rückfahrt nach Halle wurden die Autos ebenfalls überfallen, wo die Stahlhelmleute wieder zwei Verletzte hatten. Die ersten Angaben von Teilnehmern über die Verwendung von Maschinengewehren auf feiten der Kommunisten bestätigen sichnicht. anderen Portefeuilles. Briand erklärte, daß er Montag mittag Angaben über die Zusammensetzung seines Kabinettes machen werde. Ccullaux über die Finanz- Krise. Paris, 20. Suni. (WTB.) Caillaux hat heute nachmittag in feinem Wahlkreis in Fres- nay eine Rede gehalten, worin er die Finanzlage Frankreichs als sehr ernst bezeichnete, und warf die Frage auf: „Müssen toir uns darauf vordereiten, dasselbe durchzu machen wieDeutschland, wo der Wert Der Mark bis auf Rull gesunken war, und wo erst auf den Ruinen der alten Währung ein neues Währungsge- bäudc errichtet werden konnte? Die Hauptfrage", so fuhr Caillaux fort, „ist die Währungs- sanierung. Es gibt ein einziges Mittel, die Stabilisierung Der Währung durchzuführen; aber man kann sie nicht über Rächt durchführen, obwohl es so bald wie möglich geschehen muß. Das einzige Mittel ist Die H eranziehung ausländischer Kredite und Die Verständigung der europäischen Länder auf finanziellem wirtschaftlichem Gebiete, ähnlich wie man sie auf politischem Gebiet versuchte, außerdem muß jederStaatsbürger versuchen, in feinem Wirkungskreis an der Hebung der Produktion und Der Einschränkung der Ausgaben mitzuarbeiten." „Ausschließlich Finanzfragen". Paris, 20. Suni. (WTD.) Briand hat heute nachmittag feine Beratungen Damit begonnen, Daß er mit Dem Gouverneur Der Bank von Frankreich, R o b i n o t, Dem Vorsitzenden des Sachverständigenausschusses, Sergent, und mit Dem MitglieD Des Ausschusses, S i r t, verhandelte. Darauf empfing er Den Abgeordneten La Trocquet. Poincare wird erst heute abend 10 Uhr aus seinem Wahlkreis nach Paris zurückkehren. Er wird morgen vormittag mit Briand eine Unterredung haben. Rach Havas darf man daraus schließen, Daß Briand Poincare Das Finanzministerium anbie- t e n will. B r ia n d erklärte heute abend den Vertretern Der Presse, Daß er sich bei seinen heutigen Besprechungen ausschließlich über Finanz sra- gen unterhalten habe. Mit der Zusammensetzung seines Ministeriums werde er erst morgen beginnen. Briand erklärte, daß er ein Kabinett der nationalen Eini- g u n g nicht bilden könne, nachdem gewisse Fraktionen ihre 'Beteiligung verweigert hätten. Das schließe aber nicht aus, Daß einige Politiker, Denen ihre Franktion eine gewisse Bewegungsfreiheit ließ, in das Kabinett eintreten konnten. Weitere Auskunft lehnte Briand ab, bestätigte jedoch. Daß er mit P oincar6 morgen verhandeln werde. Er glaube nicht, daß er sich mit seinem neuen Kabinett Der Kammer vor Dienstag werde vorstellen föimen. Die französisch-spanische Marokko-Konferenz. Paris, 19. Suni. (TU.) Die französisch- spanische Marokko-Konferenz hat gestern nachmittag ihre erste Vollsitzung abgeßalten. Das französische Außenministerium hat über die Sitzung ein Kommunique herausgegeben, in dem es heißt, daß in der Sitzung die Lage in den beiden Zonen der Gegenstand eingehender Auseinandersetzung gewesen sei. Eine objektive Prüfung habe zu Der Feststellung geführt, daß die beiden Delegationen in der Auffassung über die gegenwärtige Lage und über Die zu erreichenden Ziele vollständig einig seien. Die beiden Delegationen beschlossen, die Arbeiten über die verschißenen Fragen unter den Mitgliedern zu verteilen. Die Berichte der Arbeiterkommission werden einer Vollsitzung unterbreitet werden, die in Der nächsten Woche stattfindet. Der „Petit Parisi en" glaubt zu wissen und versichern zu können, daß Die französisch- spanische Konferenz heute oder am kommenden Montag eine Entscheidung über die Verwaltung des Rifs und über Die Maßnahmen fällen werde, die die beiden Regierungen zur Aufrechterhaltung ber Sicherheit in den beiden Zonen für notmenDig halten. * Dom englischen Streik. London, 20. Suni. (WB) Die Bergarbeiterführer Smith und Look erklärten sich in Wochenendreden kategorisch gegen die Verlängerung der Arbeitszeit. Beide Führer betonten jedoch die Möglichkeit einer eventuellen Regelung, die eine Verminderung der Löhne enthalte. Der erstere sagte, wenn man zwischen Verminderung der Löhne oder Verlängerung der Arbeitszeit zu wählen habe, so würde er das erstere empfehlen. Wie „D a i 1 y Mai l" meldet, hat die englische Regierung entschieden, die Periode, während der das A ch't st u n d e n t a g g e s e tz für den englischen Bergbau Gültigkeit haben soll, auf fünf Sahre festzusetzen und nicht, wie bisher angenommen wurde, auf drei Sahre. Die deutsch-französischen Verhandlungen. Berlin, 20. Suni. (TA.) Wie die Oltorgen- blätter aus Paris melden, haben Die deutschen Handelsdelegierten am Sonntag vormittag die Zustimmung des Reichskabinettes zu den Vorschlägen Der französischen Regierung über den Abschluß eines Teilab» kommens übermittelt, das sich auf gewisse landwirtschaftliche und industrielle Erzeugnisse erstrecken soll. Angesichts der Tatsache, daß Die Parlamentsferien in Deutschland und in Frankreich nicht mehr fern liegen, füllen die HandelsvertragsverhanDlungen beschleunigt weitergefüh rt werden. Standrecht in Lissabon. Madrid, 19. Suni. (TU.) Wie aus Lissabon gemeldet wird, hat General Gomez d e C o st a das Standrecht verhängt, wett die Arbeiterverbände den Generalstreik zu organisieren versuchten. Obwohl alle höheren Aemter mit Monarchisten beseht sind, erklärten die Generäle, daß sie Die repub 1 i- kanische Staats form wahren wollten. Die republikanischen Truppen Der Lissaboner Garnison haben sich am späten Abend General Costa unterworfen. Als P r i m o De Rivera von Den Vorgängen in Portugal erfuhr, Drang er auf Das Gelingen der OK i I i * tärDiktatur im Rachbarreich. Aus aller Mett. Kommunistischer Ueberfall. Aus Bremen wird gemeldet: Am Bahnhof Crohn-Vegesack wurden Die Arbeiter SchmiDt und Lange, Die Dem WickingbunD angehören, von 18 Kommunisten überfalle p.. Die Kommunisten fielen über SchmiDt her, bearbeiteten ihn mit Fäusten, fließen ihn mit Dem Kopf auf das Straßenpflaster unD traten ihn mit Füßen. QIußerDem wurDe ihm feine Brieftasche mit Papieren gestohlen. Hierauf sottte Schmidt in die Aue geworfen werden. Schmidt hatte noch soviel Geistesgegenwart, sich an Der Uferböschung fest- zuhalten, so Daß er schwer verletzt gerettet werden konnte. Die polizeiliche Untersuchung ist im Gange. Blutige Zusammenstöße in Ohligs. Am Sonntag kam es in Ohligs zwischen Angehörigen des Sungdeutschen Ordens und Kommunisten zu einem schweren Zusammenstoß, bei dem vier Mitglieder des Sungdeutschen Ordens schwer verletzt wurden. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor. Unter Den Teilnehmern an Der Schlägerei befand sich auch ein kommunistischer StaDtverordneter. Eisenbahnunglück in Frankreich. Der Schnellzug Paris-Bordeaux ist bet Douvray in Der Rähe von Tours entgleist. Zwei Personenwagen stürzten den mehrere Meter hohen Bahndamm hinunter, während ein weiterer Personenwagen mit dem Packwagen ineinander; geschoben wurde. Fünf Personen wurden getötet und mehrere verletzt, Darunter Z Personen schwer. Zwei Flugunfälle. Heber Adlershof bei Berlin stürzte das Flugzeug D 650 aus geringer Höhe ab. Der Führer, Diplomingenieur Hartmann, erlitt leichtere Verletzungen und fand im Krankenhaus Ausnahme. Sn Cherbourg stieß bei einem Uebungsflug ein Wasserflugzeug Der Marine gegen Den Mast Des amerikanischen TorpeDokreuzers „Lamson" unD zertrümmerte den. Dieses Flugzeug stürzte zunächst auf das Deck des Schiffes und sodann ins OKeer. Der Führer wurde getötet. Zwei Kinder vom Vater ermordet. Sn Waltersdorf hat der 39 Sahre alte Musterzeichner Arthur Arlt seinen beiden Kindern, einem vierjährigen Knaben und einem sechsjährigen Mädchen, die Kehlen durchgeschnitten und sich dann selbst in gleicher Weise getötet. Arlt lebte in glücklicher Ehe, war aber zur Zeit stellungslos. Steigen des Hochwassers im Reich. Der Oberrhein steigt weiter. Bei Waldshut betrug der Wasserstand 4,64 Meter. Bei Breisach ist der Wasserspiegel um 40 Zentimeter gestiegen. Bisher konnten die Wassermassen überall natürlichen Abfluß finden. Am Bodensee nahmen dagegen die Ueberschwemmungen zu. Sn Staadt und in Er- mattingen sind Keller, Stuben und Treppen der Häuser am See unter Wasser. Sn Berlingen stehen etwa 15 Häuser unter Wasser und können nur auf Notstegen erreicht werden. Der Seespiegel hat die Höhe des Hochwassers von 1924 erreicht. Wie die B. Z. aus Liebenwerda meldet, ist der Damm der Röder bei Würdenhaim gebrochen, das Land ist kilometerweit überflutet. Würdenhaim ist geräumt. Schutzpolizei aus Torgau, die Reichswehr aus Dresden, sowie freiwillige Organisationen und die Feuerwehren der ganzen Umgegend versuchten, die zwanzig Meter breite Bruchstelle zu verstopfen. Bisher ist dies noch nicht gelungen. Die E 1 ster ist in der Nacht erneut gestiegen.»Weitere fruchtbare Landstrecken zwischen Elster und Pält- nitz stehen unter Wasser. Die Ernte im Kreise Liebenwerda ist größtenteils vernichtet. 26 000 Mark Erwerbslosengelder gestohlen. 3n Barmen wurden mit einem Kraftwagen; 26 000 Marl, die zur Auszahlung an Erwerbslose bestimmt waren, nach einer Zweigstelle gebracht. Entgegen Den Vorschriften setzte sich der Begleittnann nicht in Den Wagen, sondern zum Führer. Diese Leichtsinnigkeit nutzten verwegene Diebe aus, indem sie unterwegs hinten aufsprangen, den Wagen mit einem Schlüssel öffneten und die im Wagen befindlichen 26000 Mark, hauptsächlich 5- und 10°Markfcheine, stahlen und damit flüchteten. Erst beim Eintreffen an Der Zahlstelle wurde der Diebstahl entdeckt. Die Untersuchung verlief ergebnislos. Rur ein geringer Bettag an Hartgeld, Den Die Diebe wegen Der Schwere der Münzen weggeworfen hatten, wurde aufgefunden. vom elektrischen Strom verbrannt. Beim Ueberlandwerk in Robern wurde der zweite Dttektor der Badenwerkstelle in Tauber- bischofsheim, Stark, in bewußtlosem SufianDe schwer verletzt aufgefunden. Beide Hände waren vollständig verbrannt und zerfleischt und auch am Hinterkopfe zeigten sich schwere 03er* letzungen. Man nimmt an, daß er der Starkstromleitung zu nahe gekommen ist. Dampserzusammenstoß. Aus Sapan wird gemeldet, daß Der deutsche Dampfer „Rheinland", Der von OZokohama nach Hamburg unterwegs war, mit einem japanischen Dampfer zusammengestoßen ist. Die „Rheinland" wurde backbord mittschiffs schwer beschädigt. Der Maschinenraum steht unter Wasser. Das Schiff mußte 40 Meilen von Land auif Strand gesetzt werden. Die Lage gilt als kritisch. Zwei Brüder ertrunken. Wie die QlbenDblätter melden, er tran ken bei einer Fahrt in einem selbstgebauten kleinen Segelboot infolge starken Sturmes auf dem Frischen Haff die beiden Brüder Pehan, von denen einer ein bekannter Segelflieger war. Das leere Doot ist angetrieben worden. am «ng folgt.) Bornotizen 4317D Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Gießen Leihgestern, 21. Juni 1926 LA. 5254D 5253D 'V- Die Geburt eines kräftigen Mädels zeigen an 315158 Gießen, den 20. Juni 1926 Olur ein y* 5269D Düsseldorf-Gerresheim, den 15. Juni 1926. Sofie Jung Otto Hetz Eiformbriketts, höchste Heizkraft, sparsam in Hausöfen und Küchenherden. Erhältlich in allen größeren Kohlenhandlungen. Mümttng'Grumbach (Odenwald) 21. Juni 1926 Ihre Vermählung geben bekannt Pfarrassistent Otto Trapp und Frau Liesel Trapp geb. (Bros meisteramt entgegengenommen. Krofdorf, den 19. Juni 1926. Der Bürgermeister. Provinzialrat Wolf und Frau Gertrud geb. Mueller Notschrei der Bewohner des Kugelbergs. Die Stadt Gießen läßt an der Straße Kugelberg eine Reihe von Wohnhäusern bauen. Die an und für sich schon sehr Verlangen Sie Ruhr- Nußkohlen Maizena:1" das Kraftmehl und Gebäck. Astoria-Lichtspiele Bis einschließlich Mittwoch: T ornado(Entf esselte Gewalten) Drama in 7 Akten aus den kanadischen Wäldern. Ferner? 5266c Ein gutes Beiprogramm. Die Gemeinde Wißmar hat die AuS- beutung von Kiesbänken in der Lahn, und zwar unterhalb der Lahnbrücke, oberhalb der Lahnbrücke und an der Badenburg zu vergeben. Rähere Auskunft erteilt der Gemeindevorsteher in Wißmar. Angebote werden bis zum 25. Juni 1926, vormittags 9 llhr. auf dem Bürge^ 5261D Aus der provinzialhauptftadt. Gießen, den 21. Juni 1926. Der Volksentscheid in Oberhessen. Der gestrige Abstimmungstag über den kommunistisch-sozialistischen Gesetzentwurf über die ent- schLdigungslose Fürstenerrteignung nahm in G i e - tzen einen außerordentlich ruhigen Verlaus. Abgesehen von einigen Llmzügen mit Musik, die von den Verfechtern des Volksentscheides veranstaltet wurden, war von irgendeiner Werbearbeit an diesem Tage nichts zu bemerken. Die Beteiligung der Stimmberechtigten war außerordentlich slau. Bis zur Mittagsstunde halten erst etwa 5 bis 6 Prozent der Stimmberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. In den Rachmittagsstunden wurde der Betrieb in den Abstimmungslokalen etwas reger, er erreichte seinen Höhepunkt, wie immer, in der letzten Abftimmungsstunde. Insgesamt haben in Gießen 30 Prozent der Stimmberechtigten den Gang zur Arne angetreten, lieber da- Ergebnis ist unten Räheres zu ersehen. Rachdem die Partien deS Volksentscheides besonders in der letzten Woche eine außerordentlich rührige Werbearbeit entfallet hatten, dürfte ihnen der Ausgang der gestrigen Abstimmung auch in unserer Stadt, wie im ganzen Reiche, eine ziemlich starke Enttäuschung bereitet haben. Der Tag verlief im übrigen ohne jeden Zwischenfall. Heber das Ergebnis in den sechs ober- hessisch en Kreisen ist folgendes zu melden: I Nagut I bewirkt bet der Mast und Milcherzeugung die vollständige Aus- nubuufl des KutterS, beilt Knochenweiche und Beinschwäche unter Garantie und ist das bewährte llBljodillunet für Ferkel. Kälber, Ziegenlämmer auch ohne Boll-u. Muttermilch. — Landwirt Heinr. Busse, Oven- stedt, schreibt: ^Bestätige hierdurch die guten Erfolge, die ich seit 2 yobren mit dem Nagut-Auf- zuchtfutler erzielt habe. Ich füttere eß als Beifutter an kleine Ferkel und erreichte dadurch . noch kürzlich bei 12 Tieren im Alter von 8 Vochen ein I Durchschnittsgewicht von 51 Pfund. ES I ist mir bet der Aufzucht von Jungvieh unentbehrlich, so daß ich eS jedem Landwirt nur empfehlen kann." Zu haben bei: Aug. Wallenfels, Drogerie, Marktvl-; Eugen Scheel, MäuSburg 17; Rob. Töll, Samenhdlg., Neustadt 46; Heinr. Habu, Samenhdlg. Ang.Noll.Drogerie ®ninöftflds= tausch. Besitzer ob. Besitzerin eines Geschäfts ob. Wohnhauses in Gießen wäre Gelegenheit geboten, solches gegen schönes WolmhauS mit Garten Li München zu vertauschen. Schr. Angeb. unter 5268!) an den Gieß. An». n steigt weiter. Bei Wollichu! and 4,64 Meter. Bei »rei(ad| { um 40 Zentimeter gestiegen. Vassemassen Überall natürlichen Hoden sce nahmen dagegen mn zu. 3n Staadt und in frier, Stuben und Treppen der er Wasser. In Berlingen stehen ler Wasser unb tonnen nur au Derben. Der vee,picgel hat Je «KW ÄSÄ 'M «* Ä M M> ihienteils vernichte. ■**°^jS* puthtn jnwW* ,ui 8«1 SÄf-jSi en. » !s Beide fgesE"nt und «Sf'S, * Sh**"' der deutlH land . einem W §,e '* flampf mH einem Rehbock. Einen interessanten Kampf mit einem starken Sochsetbock hat dieser Tage ein nordpfälzischer Vimrod ausgefochten. Der Jäger machte einen Rundgang auf feinen Jagdgründen. Eine Lücke im Kornacker ließ ihn auf ein Rehlager schließen. Kurz entschlossen, pürschte er sich an die Stelle heran und gewahrte zu seiner Ueberraschu.ig einen selten prächtigen Sechserbock in Ruhelage. Dem Jäger gelang es. unmittelbar an daS Wild heranzukommcn. Der Iagdfreund blleb still, mit Spannung das prächtige Tier betrachtend, und kam zu dem Entschluß, den Dock zu feinem Gefangenen zu machen. Der Jäger stürzte sich auf bas ruhende Wild und faßte es mit festem Griff am Gehörn. Der Dock wollte in die Höhe fahren, wurde aber zunächst mit eisernem Griff niedergehalten. Da er mit seinem Gehörn sich nicht wehren konnte, schlug er wütend mit den Läufen um sich, wobei er seinem Störenfried beträchtliche Rißwunden an den Händen beibrachte. Der Bock kam infolge seiner verzweifelten Bewegungen auf. wurde aber vom Jäger wieder nieder- nerungen. bis dieser, um nicht noch weiters ©d,rammen an Händen und Kleidern davonzutragen. den Bock freigab. der in mächtigen Sätzen sich in den nahen Wald rettete. 3m Schlafwagen verbrannt. Ein zweites schweres Eisenbahnungkück ereignete sich in Amerika. 9m Kontinental-Expreß ist bei Satt- lake-Eity ein Schlafwagen aus unbekannter Ursache in Brand geraten. Einem Teil der Insassen gelang es, sich durch die Fenster au retten. Fünf Personen sind aber den Flammen zum Opfer gefallen. idealster Korsett- ersah. Verkauf jeden Mittwoch PIM.U 1.1 Reparaturen an Uhren aller Art werden gewissenhaft bei billigster Berechnung auSaeführt. 04375 Uhrmacher J. Wohlgeruch, 1 Mühlstrahe 2, Ecke Bahnhofstrabe. I Dank der Polizei und Reichswehr war bte Absperrung eine recht gute, so daß alle Arbeiten ordnungsgemäß vorgenommen werden konnten. Gin in der Rähe wohnender prcckttscher Arzt hatte sich in freundlicher Weise zur Verfügung gestellt, brauchte jedoch nicht in Tätigkeit zu treten, da erfreulicherweise trotz der schweren Arbeiten keinerlei Unfälle sich ereigneten. Allgemein soll noch gesagt sein, daß es dringend empfehlenswert ist, einen Brand möglichst im Entstehen zu melden und nicht er ft, wie bei diesem Brand, die Meldung abzugeben, wenn das Feuer bereits einen großen Umfang angenommen hat. Im übrigen hören wir noch, daß die Kriminalpolizei auf Grund von Verdachtsmomenten vorläufig den Hauseigentümer in Haft genommen hat. Die Ermittelungen sind zur Zeit noch im Gange. Kurhaus-Hundertjahrfeier in Bad Salzhausen. Am gestrigen Sonntag prägte der an Raturschönheiten reich« Badeort in vollem Fahnen- und Girlandenschmuck. Schon vormittags traf eine große Zahl Festgäste ein. Ein Festgottes- dienst im Konzertfaal eröffnete die Feierlichkeiten. Etwa 500 Personen füllten den Saal. Die Festpredigt hielt Pfarrer Köhler von Ridda. Rach Beendigung deS Gottesdienstes führte Obergärtner Becker die Festgäste durch die Kur- äntagen, zeigte die besonders schönen Stellen des Parkes, herrliche Baumgruppen ausländischer Kiefern: Dabei erklärte er die allmählige Entstehung und fortgesetzte Vergrößerung dieses idyllischen Fleckchens unserer Heimat, das gegenwärtig 90 Hektar umfaßt. (Weiterer Bericht ** Befreiung der israelitischen Kinder vom Unterricht am Sabbat in Hes - s e n. Das Hessische Landesamt für das Dildungs- wesen hat in einem Rundschreiben an die Direktion der höheren Lehranstalten und die Volksschulen an- geordnet, daß auf Antrag der Erziehungsberechtigten die israelitischen Kinder vom Schulbesuch an den Samstagen zu befreien sind, wenn die Er- ziehungsberechtigten für einen Ersatz des ausfallenden Unterrichts durch Privatstunden oder in anderer Weise sorgen. Der Ersatzunterricht unterliegt der Genehmigung der staatlichen Schulaufsichtsbehörden, ebenso die Beaufsichtigung. Wenn die Erziehungs- berechtigten dieser Bedingung nicht ober nicht in genügender Weise nachkommen, ist die Befreiung zurückzuziehen. Die süddeutsche Tourenfabrt deS Automobil-ElubS wird morgen früh zwischen 5 und 7 älhr unsere Stadt passieren. Die Wagen kommen von der Frankfurter Straße her, passieren die Wilhelmstrahe, Ludwigstrahe. Lub- Iohanna Benderoth Gerhard Przewloka Verlobte Gieß«« (Wegtipfab 44) Gießen-Schwerin 22. Juni 1926 Groher Dachstuhlbrand. Heute Dachl um 12.21 llhr wurde die Feuerwache Oswaldögarten durch den Melder 224 nach der Kaiserallee gerufen, wo im Hause Rr. 32 ein äußerst heftiger Dachstuhl- brand wütete. Die Wache, die 12.27 Tlhr an der Brandstelle eintraf, ging sofort mit Mnter- stützung einiger Reichs Wehrs oldaten und Zivilisten zu einem Innenangriff über die Treppe vor und versuchte in den brennenden Dachstuhl einzudringen. Cs gelang auch, den Angriff biS an das Ende der Bodentreppe vorzutragen, doch war hier vorerst ein weiteres Vorgehen infolge des heftig wütenden Feuers nicht möglich. Cs mußte deshalb auch zu einem Außenangrifs geschritten werden, der über die in den Hofeingang gefahrene Maschinenleiter und von einem Fenster des hohen Rachbarhauses auS erfolgte, wobei Mannschaften der Freiw. Feuerwehren, die 12.30 Ubr durch die Rtngleitung alarmiert worden waren, sich außerordentlich betätigten. Auch die Garnison - Feuerwehr der Reichswehr war unter Führung eines Hauptmanns und einiger Leutnants sehr rasch zur Stelle und griff in dankenswertester Weise in den Kampf ein, indem ein Teil der Leute die Feuerwehr bei der Arbeit und die Polizei bei der Absperrung unterstützte, während andere die im Obergeschoß gelegene Wohnung ausräum- ten, so daß alle Gegenstände, die das durch die Decken tropfende Wasser hätte beschädigen können, geborgen wurden, was bei der recht großen Anzahl von Mannschaften in sehr ausreichendem Maße geschehen konnte. Nachdem der äußere Angriff, der naturgemäß viel Wasser in daS Brandvbjelt brachte, eingeleitet war, konnte auch der innere Angriff weiter gehen. DaS Feuer war bald in der Gewalt der Feuerwehr, so daß der Außenangriff mit Rücksicht auf Wasserschäden eingestellt werden konnte. DaS Publikum allerdings, das die Brandstelle in großer Menge umzäunte, glaubte immer noch, das Feuer käme hier und da wieder hoch, da der Fackelschein, bei dem die Leute auf dem Dach die Ablöfchungs- und Aufräumungsarbeiten vornahmen, sich gegen den aufsteigenden Wasserdampf stark abhob. und so immer wieder ein Aufflackern des Feuers vortäuschte. Brandnester waren natürlich immer noch vorhanden und wurden nach und nach durch die stetig vvrgehenden Leute abgelöscht. Leider waren bei dem ersten Angriff auch einige Schlauchbrüche zu verzeichnen, die weniger auf das Material, alS darauf zurückzuführen sind, daß in den ersten Minuten ein Ungeübter den Hydrant zu rasch öffnete. Bon 2 älhr ab konnten in kurzen Zeitabständen die einzelnen Abteilungen der Reichswehr und die beiden Freiw. Feuerwehren abrücken, während die Feuerwache kurz nach 3 Tlhr entlassen wurde und 3.17 lifcr auf der Feuerwache wieder eintraf (Eine bei Baubehörden, Baufirmen und Ard;itekten gut eingeführfe Persönlichkeit für die Uebernahme meines patentamtfid) geschützten MMMUW-WMW für den Bezirk Gießen gesucht. Für Ingenieure, Techniker (Installateure) glänzende Existenz! Geringes Kapital erforderlich. Albert Wagner, Ludwigshafen a. Rh. Fernsprecher 8-Kr. 60911. 5265A — Tageskalender für Montag. Freiwillige Gaiksche Feuerwehr: 8.30 Uhr Hauptübung. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Die För- sterchristel". Wettervoraussage. Wolkig bis heiter, durchweg trocken, tagsüber warm. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 21,2 Grad Celsius. Minimum: 14,3 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 20,3 Grad Celsius. _________________________ 5267D mm Kath. Vereinshaus RAMIRO1 kommt! | "er Welt l'lcher Metfau. ' n öi jnißt 5er tan*.. $0|Wu« h" mit km Slc,e? >hn ‘raten 1 leine TrieftolÄ 5u&a 'ol(te Ä,m!t Da- ■* Serri mmenffö^e In Ofjli« fr? « «*■ anittffxÄS C 'l-ÄT 'roerorbneter. ** elück in Zrantrrich. Pans-Dordeauk ist bei che wn Tours entgleist. 1 liiirzten hen mehrere Deter El« ein toeiteret , Dm Packwagen ineinanbet :uni Personen wurden ge* ere derleht, darunter Z i Alugunsälle. lof bei Berlin stürzte das Jv geringer Höhe ab. Der enieur Hartmann, erlitt ehungen und sand im lhme, stieh bei einem llebungsslug der Marine gegen den W Torpedokeuzers den. Dieses Flugzeug Kürzte deck des Schisses uni sodann, ihrer Ivurde getötet. r vom Batet ermorbet. hat der 39 Jahre alte Muster. feinen beiden Sintern, einem unb einem fed/sjäfirigen 2Hab’ urchaeschnitten und sich t Weise getötet. M lebte ar aber zur Seit Mangeln-.. hachwchers im »eich. Lichtspielhaus Auf vielfachen Wunsch heute zum letztenmal: Die Försterchristei L d. H.: Lya Hara, Harry Liedtke. Ab Morgen Dienstag*. „Prinzessin Trulala“ I. d. H.: Lilian Harvey, Harry Halm. Wohnungssuchende, wohnungslose, und jeder, der ein eignes heim wünscht! Am DienStag, dem 28. Juni, abends 8'/, Uhr, sprechen im Saalbau Sauer iOSwaldögarten» ßtn Bejfrtsleiter Albin Surlhardt, Siehrn, unb Herr Syndikus Dr. Illotz, zrankfutt a. m. über 04379 Wotmungsbaii mit zinslosem Gelde Deutsche Ban- und Siedlungssemeinschasi Darmstadt, OrtSaruvve wiefeen. Man verlange ausdrücklich_______ |Giessener Brauhaus-Bierei Maria Margarete Die Geburt ihres dritten Töchterchens zeigen hocherfteut an Wilhelm Mönch und Frau Margarete geb. Ranft wigSplatz. Kaiserallee bet bet Weiterfahrt nach AlSfeld. " Sin Kind überfahren. Am 6om*- tagnachmittag wurde in der Woüengassc ebn pitr Jahre altes Kind von dem Wagen einer hiesisent Speditionsfirma überfahren und dabei an den Deinen so erheblich verletzt, daß es der Klinik zugeführt werden mußte. Das Kind war unbe- mertt in baS sog. Schiff unter dem SpedisionS- wagen geklettert, war darin eine Strecke mitgefahren. GS tooUte dann während der Fahrt seinen Platz verlassen, wobei es herauSsiel unb von den Rädern erfaßt wurde. •• Auftrieb a u f dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 23 Ochsen, 49 Dullen, 993 Kühe, 533 Kälber, 63 Schafe und 3302 Schweine. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) angelegte Straße, die nur zu einem kleinen Terl und mir auf einer Seite auSgebaut ist. wird von den Unternehmern zum Lagern von Baumaterialien benutzt, der freie Teil bildet einen engen Durchlaß für die fchwerbeladenen Fuhrwerke. Der vorhanden gewesene Bürgersteig ist von den Fuhrwerken derart in Grund und Boden gefahren, daß nur ein kleiner Streifen von etwa 30 Zentimeter und auch nut in demoliertem Zustande übrig geblieben ist, so daß es bei dem herrschenden Regenwetter den Anwohnern vollkommen unmöglich, oder doch nur in total beschmutztem Zustande möglich ist, aus ihren Wohnungen herauszukommen. Der hinter dem städtischen Obstbaumstück herführende Feldweg ist ebenfalls total verfahren und nicht begehbar. Dee sog. Wirtschaftsweg hinter den Gärten der Genossenschaftshäuser ist auch unbegehbar. ES wäre an bet Zeit, daß die Stadtverwaltung sich um die Anwohner deS Kugelbergs mehr kümmern, d. h. für einen passierbaren Weg sorgen würde. Auch für die Polizeiverwaltung und den Tierschuhverein würde sich hier ein dankbares Arbeitsfeld ergeben, wenn sie beide einmal die Trerschinderei in diesem Schlammfeld sich an» sehen und für Abstellung der Mängel sorgen würden. Cs wäre doch sehr leicht, durch eine Feldbahn diese Mängel abtzustellen. Die Herren Stadtväter werden dringend gebeten, die Zustände sich einmal anzuse^rn. Zu Anregungen für Anträge in kommenden Sitzungen des Stadtparlaments dürsten sie genügendes Material finden. Mehrere Anwohner. Detantwotilich für Politik L 93. Dr. Hans Thyriot. Stadt und Krei«: Stimmberechtigte: Davon Eintrag b. Volksbegehren: Ja: Rein: Ungült: Gießen 64019 21241 682 432 17817 Alsfeld 24120 3467 119 65 2392 Lauterbach 19949 3009 102 — 1984 Schotten 17814 2855 101 26 2485 Büdingen 27390 7456 210 135 6183 Friedberg 57032 24946 1169 718 17952 210$24 629^4 2 383 1 376 48813 !tr. M Statt Karten. Deutschs abzurufen. 5264V | J Aliendorf a. d. Lahn, den 21. Juni 1926. 04385 5255B Hofs aus statt. 5271C Los Los Los Los Los 5275V bekanntgegeben. SU ZÜGE 5273a empfiehlt AM MU SellkkMg 70 c Verkäufe 5256V Erstaufführung! |C A4 •• *r *^M*'*7***,,ye 5173V vaaer MM,mW...? stellt werden. Schr. Schwank in 3 Akten v. L. Kastner u.A.Möller Schwank in 3 Akten v. L. Kastner u. A. Möller Ende 107, Uhr Anfang 8 Uhr Probe Der Vorverkauf beginnt am Samstag, dem 19. Juni, in den gewöhnlichen Kaffenstunden. CM m Angebote über feit« berige Tätigkeit und Alter unter 04381 an den Gieh. An», erb. r - 991 öII, hessischer Gerichtsvollzieher in Gießen, Iheringstratze 7 pari. Montag, den 28. ds. Mts., für Frauen« und Männerchor 8 Ubr . bzrv- 9 Uhr pünktlich im Vereinslokal. Ter Borstand. -xy 1: Fichtenstämme 3. Klasse, 6 Stück, 8,24 fm 2: Fichtenstämme 4. Klasse, 23 Stück, 20 fm 3: Fichtenstämme 5a-Khasse, 50 Stück, 28,85 fm 4: Fichtenstämme 5d-Klasse, 71 Stück, 23,27 fm 5: Lärchenstämme 3. Klasse, 1 Stück, 0,91 fm. Haus der Moden 5270a rnsv *) »Die Gr, nette 1871-191 Men des Au Auswärtig, Hannes Lepsius Ä Friedrick iething: ,Delb ifc? (5 Tei! ^rulgsgesellsch ■Bethn D. g »Seit Jahren litt ich cm einem sehr schmerz» hasten Möbl.Zimnier Nähe der Stadtvost gesucht. Schr. Angeb. u.04386 a.d. Gtz-An-. Bekanntmachung. Dienstag, den 22. d. Mts., nachmittags um 2 Uhr, versteigere ich im Gasthaus „Zum Löwen-, Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 schwarz poliertes Klavier, 2 Chaiselongues, 1 Trumeauspiegel, 1 Oel- gemälde, 1 Schreibtisch, 1 Diwan, drei Nähmaschinen, 1 Vertiko, 2 Waren» schränke, 1 Ladenkaffe „Exakt", 1 Riemenscheibe, 1 Kommode, 1 Regulator, eine Standuhr, 1 Adler-Schreibmaschine, 1 Kassenschrank, 6 Sack Haferflocken (je 120 Pfund Inhalt). Ferner an Ort und Stelle einen vierräd- eigen Kastenwagen. Versteigerungszeit und Ort wird im Versteigerungslokal In tiefem Schmerze: Amalie Herzberger Dr. Wilhelm Herzberger Karl Herzberger Emmy Bonte geb. Herzberger Gustl Herzberger geb. Friedrich Emmy Herzberger geb. Diehm Felix Bonte und 3 Enkelkinder. Mk. 22.50, 17.50 Mk. 15.00, 12.50 Mk. 1.75, 1.00 Mk. 4.00, 3.25 2.50 2.00 0.50 0.75 •V!.‘ iw Holzsuvmrsston Aus den Waldungen der Gemeinde Annerod soll nachstehendes Holz im Submisstonsweg verkauft werden: Bruchsal, Darmstadt (Wilhelmstraße 20), den 20. Juni 1926. Die Beisetzung findet in aller Stille statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres geliebten Vaters sagen wir allen auf diesem Wege unsern herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Familie Georg Volk Wilhelm Lenz. Berichtigung. Betr. Arbeitsvergebung für der An» und Ambau der Bezirksschule an der Westanlage. Der Eröffnungstermin ist nicht,' wie irrtümlich angegeben, der 28. Juli, son- Concordia" Lebens-Versicherungs-Bank Aktien-Gefellfchaft sucht tüchtigen, erprobten Lebens-Versicherungs- Stadttheater Dienstag, den 22. Juni 1926 Gastspiel des Wheaiers Bad-Nauheim 4.50, 3.00, 0.75, 1.25, Große Versteigerung. Dienstag, den 22. Juni, von 2 Ubr ab versteigere ich im Leib, Walltor- strotze 36: 1 Pianino, 1 Tafeiklavier. 1 neue Küche, 2 Küchenschränke. 3 Kleiderschränke. ein Sofa, 2 grotze Regale, 2 Nähmaschinen, 1 Schuhmachermafchine, 1 Vernko, zwei Kinderwagen,Wasch-u-Butlermafchinen, 4räd. Handwagen, 1 grotze Wafchmangel, 1 Sekretär, viele Betten, Gasherde, Nacht-, Wasch- u. andere Tische, Stühle, elektr. Lüster, 1 Ofen, Herren- u. Damen- sahrräder, Spiegel, Bilder, Emaille- waren, 1 grotze Sendung Einmachtövse, 2 Gewehre, 1 Bettwand, Gartenmöbel, Luftpumpen ufro. 6. Benner IL. Aulllonator nnö Motor. Von 10 Uhr ab geöffnet. 04377 Abgabe o. Einzelftück.zum Taxationspreis. Annahme von Versteigerungsgut. sachmann als Julius Schulze Kreuzplatz. Mk. Mk. Mk. Mk. Wer hat eine wirklich schöne Handschrift? Wer übernimmt leichte, schriftliche Arbeiten, Adressenschreiben usw. Selbstgeschriebene Angebote unt. 5262V an den Gießener Anzeiger erbeten. 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Juni 1926. Bürgermeisterei Annerod. Horn. dern der 28. Juni Feinste neue Matjes-Heringe sowie Neue Kartoffeln MheE/si Ä: SS S!Z S.S- -ü-K Ache RePeru' Drotzmachten ' engenW ® len einen Jfei russischen- fahrt durch! Die leite uni> Staatsselr' ter, waren ent scheu zunächst ni Potsdamer Ent Haltung AuM 1911 gebesserte^ wollte man m Mderstand gej dessen Tertoiri den und ungel weitem Felde russischen Pläi ihrer mangeln Jor allem ern Konstantinopel den Hauptstäd fand der russi sich Minister € zu desavouiere kolvs einige M im diplomatisch Der russis Ausnahme in 1 Aerftimmu Zentrale u: nopel Freihi der sich als Politik fühlte, i folg in Ser Di droht wähnte £ die sich schlieglic schiedsgesuchs st grundsWchrnr et die deutsche bismarckscher i hend analhsiei Folgenden der der besonders i Virtschastsew dem in Kürze hen Aktenpubl «um Dorabdru, gekommen: AeichL'Nöe ZK Bi" Sv WZ SrAr der Anl egen Won [uWbÄ KJ«! sprach! ®bet[ir UulthA, als vnZpch Staatgat drurteuierv Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere herzensgute, unvergeßliche Mutter Frau Julie Herzberger geb* Bücking nach längerem Krankenlager im 76. Lebensjahre in ein besseres Jenseits | Vermietungen | M>. 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Durch den unerbittlichen Tod wurde uns unser lieber Sohn, Bruder und Bräutigam, unser guter Fritz plötzlich genommen. Er ruht auf dem Gottesacker in Köln. In tiefstem Schmerz: Professor Helmke, Studienrat Statt besonderer Anzeige. Heute morgen 5 Uhr entschlief sanft unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Dorothea Roth geb. Köhler im vollendeten 84. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emma Erb geb. Roth Otto Roth nebst Familie. Muschenheim (Schönstadt), den 20. Juni 1926. _ Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. Juni, nachmittags V23 Uhr, in Muschenheim statt. 52630 e*ge. te ' Ur8roß. Hoti 'inte;b|iebenen; en 22.9uni, boo 2 Ubr ab i im ßafe Scib, Wallter* slrahe 36: 1 tafcltlauiet. Ium Studie. 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Bekanntlich bildet das Streben nach der Beherrschung des Ausganges des Schwarzen Meeres ein Grundmotiv der russischen Politik, das nach den russischen Niederlagen im Japanischen Kriege 1904 05 für die Petersburger Staatsmänner vollends die Richtung ihrer Gill» schliehungen bestimmte. Nachdem der Versuch Iswolskys. 1908 im Anschluß an die Annexion Bosniens und der Herzegowina durch Oester- reich-Ungarn die Oessnung der Meerengen zu erreichen, vornehmlich an dem Widerstand Englands gescheitert war, kam es während des Tri- poliSkrieges und seiner zahlreichen diplomatischen Schwierigkeiten zu einem neuen russischen Vor- stoß. Während einer langen ©rfranfung des russischen Außenministers Sasonow im Sommer und Herbst 1911 wurde daS russische Außenministerium durch N e r a t o w geleitet, der bald in seiner Orientpolitik in das Schlepptau des unternehmungslustigen und betriebsamen Botschafters in Konstantinopel Tscharhkow geriet. Unter dem Einfluß Tscharykows regte die russische Regierung im November 1911 bei den Großmächten eine Diskussion über die Meerengenfrage an und suchte gleichzeitig den Türken einen Vertrag auszuoktrohieren, der den russischen Kriegsschiffen die freie Durchfahrt durch die Meerengen gewährte. Die leitenden deutschen Staatsmänner, Reichskanzler von Dethmann-Hollweg und Staatssekretär von Ki d e r l e n-W a e ch - 1 e r, waren entschlossen, sich den russischen Wünschen zunächst nicht entgegenzustellen. Die seit der Potsdamer Entrevue 1910 und der vorsichtigen Haltung Rußlands in der zweiten Marokkokrise 1911 gebesserten deutsch-russischen Beziehungen wollte man in Berlin nicht durch theoretischen Widerstand gegen ein Projekt aufs Spiel sehen, dessen Verwirklichung schon wegen der zögernden und ungewissen Haltung Englairds noch in weitem Felde lag. Tatsächlich scheiterten die russischen Pläne auch diesmal, zumeist wohl an ihrer mangelnden diplomatischen Vorbereitung. Vor allem erregten die russischen Zumutungen in Konstantinopel größte Entrüstung, aber auch in den Hauptstädten der europäischen Großmächte sand der russische Schritt ein solches Echo, daß sich Minister Sasonow beeilte, seinen Botschafter zu desavouieren. Mit der Abberufung Tscharykows einige Monate später endigte diese Episode im diplomatischen Kampf um die Meerengen. — Der russische Plan und seine freundliche Ausnahme in Berlin hatte indessen zu einer tiefen Verstimmung zwischen der Berliner Zentrale und dem Botschafter in Konstantinopel Freiherrn von Marschall geführt, der sich als Exponent der deutschen Orientpolitik fühlte, die er durch einen russischen Erfolg in der Meerengenfrage aufs äußerste bedroht wähnte. Seine abweichende Stellungnahme, die sich schließlich bis zur Einreichung eines Abschiedsgesuchs steigerte, kam in einigen großen grundsätzlichen Berichten zum Ausdruck, in denen er die deutsche Politik am Goldenen Horn in bismarckscher und nachbismarckscher Zeit eingehend analysierte. Wir sind in der Lage, im Folgenden den interessantesten dieser Berichte, der besonders die politischen Folgen der deutschen Wirtschaftsexpansion in der Türkei schildert, aus dem in Kürze erscheinenden 30. Bande der Großen Aktenpublikation des Auswärtigen Amtes*) zum Vorabdruck zu bringen: •) „Die Große Politik der Europäischen Kabinette 1871—1914." Sammlung der Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes. 3m Auftrage des Auswärtigen Amtes herausgegeben von Johannes Lepsius (f). Albrecht Mendelssohn Bartholdy, Friedrich Thimme. 5. Reihe. Zweite Abteilung: „Weltpolitische Komplikationen'^ Band 30—33 (5 Teile). 3m Verlage der Deutschen Derlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin W. 8. Der Spätzenkrieg Anno 1746/47. Don Staatsarchivar Dr. Fridolin Solleder, München. Sie hatten es zu frech getrieben, des Hochstifts Würzburg Landspatzen. Da hatte ihnen der deutsche Fleury. Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn, den Krieg erklärt. Und das war so gekommen: 3ust in dem Augenblicke, da das römische Reich deutscher Nation widerhallte vom Schlach- tendvnner und Kriegsgelöse. da Maria Theresia wie eine Löwin das väterliche Erbe gegen den großen Fritz und den unbedeutenden Karl VII. verteidigte, hatte man in des Hochstifts Nachbarlanden, in der Maickgrafschaft, im Erzstifte Fulda, in Kurhessen, Baden und Württemberg die Sperlinge für vogelfrei erklärt. Was nicht erschlagen, nicht erschossen, noch in der Brut getötet ward von der kecken Sippe, gemeinhin Spatzen genannt, flüchtete nun in Schwärmen ins weite Gebiet des mächtigen Fürstenbistums, das für die Geächteten noch eine Freistatt war. Und es ließ sich gut leben unter dem Krummstabe des Würzburger Fürstbischofs. Sie liehen sichs Wohlergehen, lebten ihr freches Spatzenleben, mehrten sich nach Spahenart und nahmen greulich übeichand. So wurden sie dann binnen wenigen Monden zur gemeinen Landplage, und das Geschrei des empörten Volkes wider die verruchten Schädlinge drang bis zu den Ohren des Fürstbischofs. Am 20. 3uni 1746 erging ein allgemeines Landmandat in die fränkischen, Lande des Hochstifts. Landauf, landab, von Stadt zu Markt, von Markt zu Dorf, trugen es die reitenden und gehenden Landboten, und wir wissen, daß selbst in die entlegensten Dörfer im Spessart und in der Rhön schon am 28. 3uni der landesherrliche Erlaß gebracht war. Büttel und Frohnboten luden die Dorfschaften und Stadtbewohner in den Amishof und aufs Rathaus. Uni) den alleingesessenen Sperlingen, die sich auf des Landes Sprache verstanden, schwand sicherlich ihr kecker Spahenmut, als sie hörten, was der gestrenge Schultheiß und Bürgermeister von dem groben Holzpapier aus den dicken ungelenken Schriftzeichen vorlas. Der Botschafter in Konstantinopel Freiherr von Marschall an den ReichSlanzler von Dethmann Hollweg Ausfertigung Nr. 357 Pera, den 4. Dezember 1911 Geheim Nachdem Rußland in rücksichtsloser Weise die durch den Krieg mit 3talien geschaffene überaus schwierige Lage der Türkei benützen will, um von ihr die Lösung der Meerengenfrage zu erzwingen, so wird es von 3nteresse fein, dieses Thema etwas ausführlicher zu behandeln. Drei internationale Verträge, der Pariser Vertrag, die Konvention von London vom 3ahre 1871 und der Berliner Vertrag enthalten darüber Bestimmungen. Sie statuieren sämtlich das Prinzip der Schließung der Meerengen in Friedenszeiten. Nur über die Modalitäten, unter denen der Sultan Ausnahmen von dem Prinzip gewähren kann, sind in den späteren Verträgen gewisse Aenderungen vorgenommen worden. Man wundert sich, wie unter solchen Umständen die Meerengen eine „Frage" bilden können. Das rührt daher, daß Rußland sich, seitdem ihm im 3ahre 1871 wieder der Bau einer Flotte im Schwarzen Meer gestattet wurde, beschwert fühlt. Cs verlangt, daß die russischen Kriegsschiffe frei die Meerengen passieren, den fremden aber der Zugang versagt bleibe. Mil anderen Worten, das Schwarze Meer soll für die russische Kriegsflotte mare liberum, für diejenigen der anderen Mächte aber mare dausum sein. Jede andere Lösung ist für Rußland unannehmbar. Die Fortdauer des heutigen Zustandes gilt noch als erträglicher als die Zulassung fremder Kriegsflotten. Daraus folgt, daß jede Großmacht, welche Rußland in der Meerengenfrage keine Schwierigkeiten bereiten will, bereif sein muß, dasjenige zu bewilligen, was in diesen Tagen die russische Regierung der Pforte angesonnen hat. 3n der Stellung der deutschen Politik zu der Meerengenfrage sind zwei Perioden zu unterscheiden, die eine vor und die andere nach dem Sturze des Fürsten Bismarck. Bekanntlich hat der große deutsche Staatsmann den höchsten Wert auf gute Beziehungen mit Rußland gelegt, während er den nahen Orient als außerhalb unserer politischen Interessensphäre liegend betrachtete und es scharf ablehnte, wegen österreichisch-ungarischer Interessen das Deutsche Reich irgendwie zu engagieren. Aus dieser Gesinnung heraus war Fürst Bismarck allezeit bereit, den Russen bezüglich der Meerengen Konzessionen zu machen. Mit dem Abgang des Fürsten trat gerade in dieser Frage ein vollkommener Umschwung ein. Zwei Momente haben auf diese Wendung einen entscheidenden Einfluß geübt, einmal die größere Intimität in unseren Beziehungen mit Oesterreich-Ungarn und dann der Umstand, daß Deutschland, an- knüpfend an den ersten Besuch Seiner Majestät des Kaisers in Konstantinopel, sich im türkischen Reiche eine politische, militärische und wirtschaftliche Interessensphäre geschaffen hat, welche notwendig auf unsere Haltung zu Rußland einwirken mußte. Die Politik der Bereitwilligkeit, den Russen bezüglich der Meerengen Konzessionen zu machen, war damit zu Ende. — Ich würde diese Behauptung nicht so apodiktisch aufstellen, wenn ich nicht an der eingetretenen Wendung selbst persönlich beteiligt gewesen wäre. Die Ansicht des Fürsten Bismarck über die Meerengenfrage hatte in dem bekannten Rückversicherungsvertrage mit Rußland den denkbar prägnantesten Ausdruck gefunden. Etwas Weiteres halte ich mich nicht für berechtigt über den Inhalt dieses Geheimvertrages zu sagen, von dem Fürst Bismarck bekanntlich die russischen Leistungen veröffentlicht, aber die deutschen Gegenleistungen verheimlicht hat. Die Umstände 3m ganzen Lande seien Klagen laut geworden. daß durch die in Ueberzahl auftretenöen Spatzen dem Bauersmanns. Heckers- und Wein- bergsleuten an den auf den Feldern ausgesäten Körnern und Früchten, an Obst, Garten- und Samwerk, beim Reifwerden der Trauben am Wein nicht minder, in den Scheunen und auf dem Schüttboden am lagernden Getreide und Brot» frucht schwerer Schaden zugefügt werde. Da überhörten die Zaungäste wohl, wie ihnen das Landmandat schmeichelte, daß sie als gute Wein- fenner besonders den vollsten und besten Trauben zusetzten. Und dann kams noch ärger. Der Volks- mehrung dieser schädlichen Spatzen müsse Einhalt getan und gleichwie in den Nachbarlanden zu gründlicher Abhllfe geschritten werden. „Als wird allen und jeden dieses Fürsten- thums und verrechnenden Beamten, auch Stifteten, Glöfieren, und anderen 3m» und Mediat eingehörigen aus Seiner Hochsürstlichen Gnaden besonderes Landesfürst-Vätierlicher Sorgfalt und ausdrücklichen Befehl hiermit gemessen und ernstlich geboiten. daß sie alle und jede ihnen untergebene, haussässige Bürgere, Inwohnere, Beh- sassen und Untertanen dahin anweisen, auch anhallen sollen, daß von einem jeden Landsuntertanen oder Haushallung ohne auhnahm alle 3ahr wenigstens sechs Spatzen eingefangen und so viele Köpff an das Amt ein geliefert werden. Oder aber dies gewärtigen sollen, daß soviele Stuck Köpff der Mitterbesiher nicht beibringen wird, er zur Erlegung einer Straff von 1 Batzen auf einen jeden Kopfs, auch, wo er daran gar säumig oder gegen dieses Herrschaftliche Gebott sich ohngehorsam bezeigen solle, mit schärpfferer Straff werde angesehen werden, welche geliefferte Spatzen-köpff sodann von dem Beamten sogleich verbrennt werden sollen." Da das Landgebot die Hausväter in Beschaffung ihrer Nahrung fördern, keineswegs aber den Untertanen neue Lasten aufbürden wollte, so war es des Fürstbischofs Wille, daß die wider besseres Hoffen etwa verfallenden Strafgelder in der Weise verteilt würden, daß für zwei Spatzenköpfe, die über die gesetzte Zahl ans Amt eingebracht würden, je ein Dreier aus» geteilt werden würde, um das schädliche Vogelvoll desto eher auszutilgen. Um Feuersbrünsten. und Motive, welche zur Nichtverlängerung des Vertrages führten. sind mi: genau bekannt 3m Jahre 1890, gelegentlich der öiterreichisch-ungari- schen Manöver, ift dem Kaiser Franz Joseph und dem Grafen Kalnoky von der Sachlage Mitteilung gemacht worden. Damals wurde ein Einverständnis in dem Sinne erzielt, daß eine Lösung der Meerengensrage im russischen Sinne überhaupt unmöglich sei, und daß einer Veränderung der einschlägigen Verträge nur auf Grund eines vorherigen Einverständnisses zwischen Oesterreich» Ungam und Deutschland nahergetreten werden könne. Schriftlich ist dieses Einverständnis meines Wissens nicht niedergelegt worden: daß aber in den siebeneinhalb 3ahren. in denen ich Staatssekretär war, an diesen Grundsätzen festgehalten worden ift, dafür darf ich wohl als glaubwürdiger Zeuge gelten. Rach außen hin ist diese Politik nicht hcrvorgetreten. Wenn da und dort die Russen gelegentlich die Frage in der Türket anregten, so haben wir auf türkische Anfragen meist in dem ausweichenden Sinne geantwortet, daß die Entscheidung bei der Gesamtheit aller Mächte stehe unb wir alles annehmen würden, was die Pforte mit Rußland frei vereinbare. Wir waren damals, ebenso wie Oefterreich- Ungarn, durch den englisch-russischen Gegensatz gedeckt und durch das englische Axiom, daß die Meerengen entweder allen oder niemandem geöffnet werden dürften. Daß in der deutschen Polllik seit den mehr als vierzehn 3ahren, feit denen ich hier Botschafter geworden, bezüglich der Meerengen irgendeine Aenderung eingetreten fei, habe ich niemals wahrgenommen. 3ch darf daher sagen, daß die deutsche Politik, welche im 3ahre 1890 anfing, auch heute noch besteht. Würde damit in der neuesten Zeit gebrochen worden fein, so würde ich als Botschafter in Konstantinopel sicher Nachricht erhalten haben. Nur eine Aenderung ist in unserer Politik seit 1890 eingetreten. Anfangs war es vornehmlich die Solidarität mit Oesterreich-Ungarn und unsere Dundestreue, welche Konzessionen an Rußland verhinderte, heute sind es die im türkischen Reich geschaffenen eigenen bedeutenden 3nter» essen, die einen Rückfall in die einstige Politik ausschlieheen. Aus den beiden Kaiserreichen heraus hat sich hierzulande jene getoadige Summe erfolgreicher deutscher Arbeit auf allen Gebieten herausgebildet, die mit der Existenz der Türkei als selbständigen, unabhängigen Staates steht und fällt. Cs ist ein vitales 3nteresseDeutsch lands, fremde unentwickelte Länder wirtschaftlich zu erschließen, und die Türkei bietet in dieser Beziehung ein überreiches Feld. 3n zirka vier Jahren werden wir in der Türkei mehr als 3000 Kilometer Eisenbahnen unter unserer Kontrolle im Betriebe haben. Heber viele hundert weitere Kilometer schweben Verhandlungen. De- Wässerungsarbeiten, welche sich auf ganze Provinzen erstrecken, sind in deutschen Händen. Um diese wirtschaftlichen Unternehmen und die darin angelegten Hunderte von Millionen wirksam zu schützen, bedarf Deutschland in Konstantinopel einer starken politischen Stellung. Um diese zu erreichen, haben wir den Türken immer wieder aufs neue amtlich erklärt, daß die deutsche Politik für den Status quo im nahen Orient auf dem Boden der bestehenden internationalen Verträge und für die 3ntegrität des türkischen Reiches eintrete. Wir haben zu erkennen gegeben, daß eine militärisch und wirtschaftlich starke und unabhängige Türkei den politischen 3ntereffen Deutschlands dienlich sei, da ein Zusammenbruch der Türkei nur unseren Gegnern Vorteil gewähren würde. . . Man kann diese Politll billigen oder tadeln. Das ist Ansichtssache. Aber darüber kann kein Zweifel bestehen, daß die Orientpolitll, die wir seit bald 20 3ahren verfolgen, unverträglich ist mit einer Konnivenz gegenüber Rußland in der Meerengenfrage. Wir können nicht jahrelang den Türken von Status quo, von internationalen Verträgen, von 3nfcgrität und Unabhängigkeit des türkischen Reiches reden und dann Rußland die Mittel in die Hand geben, die Verträge zu zerschlagen und die Unabhängigkeit des Reichs in Trümmer zu legen. Der Wunsch der Russen ist verständlich, daß ihnen, nachdem sie wieoer eine Kriegsflotte im Schwarzen Meere besitzen und offenbar mit der fahrlässiger Tötung und Verwundung von Mensch und Tier, namentlich aber um Jagdfreveln vorzubeugen, wurde ausdrücklich verboten, zur Einbringung der Spatzen ein Schießgewehr zu gebrauchen oder Schlingen auf dem Felde zu stellen, sondern sie auf andere Weise, durch Fang- garne, Töpfe, einzufangen. Damit das aufs beste des Landes und der Untertanen abzielende landesfürstliche Gebot desto sicherer zum Vollzug gebracht werde, sollte ein jeder fürstliche 3nv mediat, stiftischer, klösterlicher und sonstiger Me- diatbeamter alljährlich zwischen März und April an die fürstliche Regierung getreulich berichten und mit einem von den Amtsschreibern ausgestellten Attest sich zu legitimieren haben, ob und wieviele Spahenköpfe gemäß der Zahl der haussä'sigen Amtsuntertanen wirklich eingeliefert, wie viel an Strafe erhoben und wie diese weiterhin erhoben wurde und verwendet. Auch sollten die fürstlichen Immediatbeamten die nächstgesesse- nen stiftischen, klösterlichen und sonstigen Mediat- stellen und Beamten behördlich überwachen, ob diesem Landgebot gehörig Folge geleistet werde. Mit der ausdrücklichen Verwarnung, wenn jemand zuwiderhandle oder nur säumig wäre im Vollzug, und es an fleißiger Aufsicht gebrechen ließe, sollte er schwere Ahndung, das erste Mal mit zehn, das zweite Mal mit zwanzig Reichstalern, bei fernerem Ungehorsam mit schärfster Strafe unnachsichtlich erleiden. Es war ein Kampf zwischen ungleichen Gegnern. Man konnte über den Ausgang auch nicht einen Augenblick im Zweifel sein. Mit einem Federstrich hatte der Fürstbischof, da er unter das grausame Landmandat seinen Namen setzte, Tausende und Abertausende von frohen Spahen- leben vernichtet. Das war seine letzte große Regierungstat: am 25. Juli 1746 verschied der große Widersacher von Frankens Spatzen. Wohl nie war ein landesherrliches Gebot williger befolgt worden. Es gab nicht einen Buben, nicht ein Mädel im Hochftift, das sich nicht einen Dreier ergattern wollte. Und so bekam keines einen. Und doch, den Dorfjungen von Bergrheinfeld wäre das Glück beinahe hold gewesen. Aus allen Canbedteilen liefen im März und April 1747 beim neuen Würzburger Fürstbischof Absicht umgeben, dieselbe wesentlich zu vergrößern. ein Ausgang nach dem Mittelländischen Meere gewährt werde. Das ift unter der^ Voraussetzung ein billiger Wunsch, daß die Flotten anderer Staaten ebenfalls zum Schwarzen Meere zugelassen werden. Aber gerade das ift es, waS Rußland gleichsam als einen Eingriffs in seine Prärogative mit Hohn zurückweisi. Ausschließlich die russischen Kriegssch.ssfe sollen die Meerengen durchfahren. Damit fällt die Maske. Rußland will Herr in Konstantinopel werden. Ich habe noch keinen Kenner der türkischen Verhältnisse gesprochen, der nicht die Durchfahrt der ruffischen Flotte in jenem exklusiven Sinne für ein unfehlbar sicheres Mittel zu jenem Ziele betrachtet. Liegen erst ein paar Panzerschiffe vor der wehrlosen Hauptstadt, dann ist Rußland politisch und militärisch Meister derselben. Kein Irade wird dann mehr erscheinen, ohne das Placet des Herrn Tscharykow zu tragen. Und bei her intensiven Zentralisation im türkischen Reiche ift die Macht, welche Konstantinopel beherrscht. Herr und Meister im Lande. Die russische Herrschaft in Konstantinopel wäre ein glänzender, berausäxm- der Erfolg für das Slawentum und der denkbar schwerste Schlag für das Deutschtum, und zwar nicht nur für dasjenige in Oesterreich-Ungarn, sondern für das Deutschtum im weitesten Sinne. Herrscht Rußland in Konstantinopel, so würden die Deutschen, welche die Ziele unserer Politik erkennend zur Entfaltung ihrer wirtschaftlichen Expansionskraft die Türkei erwählt haben, vor die Alternative gestellt, entweder das Land zu verlassen oder das Produkt ihrer Arbeit russischer Kontrolle zu unterwerfen. Diese Alternative erwähnen, heißt die Unmöglichkeit nachweisen, daß sie jemals gestellt werden wird. . . . Wir stehen in der Meerengenfrage einem konzentrierten Angriffe der Tripelentente gegenüber, der zunächst gegen die Türkei zielt, efber auch gegen Oesterreich-Ungarn und Deutschland gerichtet ist. Die Verteidigung können wir nur führen Schuller an Schulter mit dem verbündeten Oesterreich-Ungarn und auf dem Boden der bestehenden Verträge. Wenn irgendwo, so ist in diesem Falle eine Interessengemeinschaft des Zweibundes vorhanden. Niemand kann mehr als ich von der Notwendigkeit guter und freundnachbarlicher Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland überzeugt sein, felbstverständlich unter der Voraussetzung, daß jenseits der Grenze dieselbe Gesinnung besteht. Wir haben soeben den Russen eine große Konzession in Persien gemacht. Will die russische Politik in der Türkei einen ähnlichen Zustand schassen, wie er in Persien besteht, will sie die politische und wirtschaftliche Stellung, die wir hier einnehmen, zerstören und den türlischen Sultan zu einem Vasallen machen — und das wären die unfehlbaren Konsequenzen, wenn der jüngste Streich gelänge —, so gibt es für uns nur eine Antwort: „Non possumus". Marschall. Verband Deutscher Burschen (V. D. V.) Der D. D. B.. Verband Deutscher Burschen, hielt seinen diesjährigen ordentlichen Verbandskonvent in Darmstadt ab. Die Tagesordnung enthielt eine Fülle von Arbeit. Cs wurde hervorgehoben, daß der D. D. B. die Einigung der schlagenden und nichtschlagenden Verbände und die Neubelebung des zu diesem Zwecke seinerzeit abgeschlossenen Erlanger Verbände- und Chrenabkommens auf6 wärmste begrüßt und die Forderung der nationalen Gesinnung durch seine Mitglieder zielbewuht und tatfräftig durchführen muß. Gerade in dieser Richtung war der großangelegte Vortrag von Stadtturnrat Dir. Echternach (Frankfurt a. Main) über „Das Problem der Leibesübungen als Kulturaufgabe" wegweisend. Die tiefgründigen Ausführungen waren eine äußerst wertvolle Bereicherung des gesamten Arbeitsprogramms. Die planmäßige Körperkultur wird in Zukunft ein wesentliches Metckmal des V. D. B. werden. Wettere Vorträge hielten der Verbands- vorsihende Assessor Wolf (München-Freising) über „Die Lage in der Deutschen Studenten, schäft", der Hochschulringreferent deS V. D. B. über „Der Deutsche Hochschulring" und „Die Arbeitsgemeinschaft der völkischen Akademiker- Graf Anselm von Ingelheim Berichte ein, daß des hohen Vorfahrs landesherrliches Gebot untertänig^ vollzogen worden. Doch in Bergrheinfeld, einem ansehnlichen Pfarrdors am rechten User des Mains, woselbst das Julius- spllal in Würzburg einen eigenen Amtsvogt hielt, der jährlich bei 15 000 fränkischen Gulden an Einnahmen verrechnete, hatten hier vier deutsch- herrliche Untertanen, dem gernefjenen bischöflichen Befehl zum Hohne sich geweigert, für ihre Säumnis Strafe zu zahlen, mit dem Vorgeben, daß ihnen vom Deutschherrn-Derwalter zu Würzburg angeboten worden sei, keine Spahenköpfe zu liefern. Der fürstlich juliusspllälische Amtsvogt zu Bergrheinfeld drohte mit Pfändung und Kerker. Umsonst. Namens der Kommende Würzburg des Deutschordens richtete der Deut-chherrnverwalter Andreas Kraus unterm 2. März 1747 an den Amtsvogt Pancraz Döhler zu Bergrheinfeld ein geharnischtes Protestschreiben. „welches gestalten Euer Hochedelgestreng sich neuerdingen anmaßen wollen, von denen dortselbst sämtlichen mit aller Gericht-, Vogt- und Dienstbarkeit Unterworfenen, auch erbgehuldigten Teutfchordens Untertanen eine gewisse Anzahl an Spatzenköpfen zu liefern anzuverlangen, da sie ansonsten in solch Verweigerungsfall mit allem Gewalt hierzu ab» stringiert werden soll". Da aber der Adressat nicht das geringste bei des hohen ritterlichen Deuttchordens Gütern und Untertanen zu suchen habe, folglich auch auf der verlangten Spahenköpflieferung zu bestehen keinen Grund habe, bei der von so vielen Kaisern und Königen für die Verletzung des Deutschritterordens gesetzten Strafe, findet er sich veranlaßt, „gegen solch unfreundliches Attentaturn hiermit quam solemnissime zu protestieren und Euer Hochedelgestreng dienstnachbarlich zu ersuchen, von dergleichen Zudringlick^eiten für jezo und inskünftig abzustehen". Zugleich wurde dem Gegner angekündigt, daß gemeßene Instruktionen an die deutschherrischen Untertanen ergangen feien, auch fürderhin sich keineswegs zu der S patzenköpf - lieferung zu verstehen. Und so gefchahs. Am 18. März 1747 wurden die Gemeinde Untertanen zu Bergrheinfeld zum Vogtgerichle geladen und muhten einen heiligen Eid schwören. ß 1 ••-in. f ' .<■ • verbände", der Hauptschriftleiter der Verbands- blätter, Syndikus Dr. Kunz (Frankfurt a. M.) über „Das Erlanger Verbände- und Ehrenab- lommen" und „Die Bedeutung der Presse". Langerichtsdirektor Schtlling-Trygopho- ru6, Dannstadt über „Der Ehrenschutz nach dem Entwurf zum neuen Strafgesetzbuch" und der Leiter des Grenzlandamtes, Referendar Trinkans, Frankfurt a. M., über „Grenz, und Auslandfragen". Der an Arbeit reiche Verbandskonvent fand in der Beteiligung aller Tagungsteilnehmer am Stiftungsfest der Darmstädter Verbandskorporation einen gesellschaftlichen Abschluß. Oberhesfen. Landkreis Gießen. £ Wieseck. 21. 3uni. Dem Gemeinderat lag in seiner jüngsten Sitzung ein Gesuch des Ziegenzuchtvereins Wieseck vor, worin dieser um pachtweise Ueberlasfung eines Geländestückes an der Philosophenstraße und um Abgabe von Stangenholz zum Tarifpreise ersuchte. Der Ziegenzuchtverein will auf diesem Platze eine Musterweide anlegen, der Platz soll zunächst mit Holz, später mit einer Weißdornhecke ein- gezäunt werden. Die erforderlichen Arbeiten beabsichtigt der Verein durch Selbsthilfe auszuführen. Bürgermeister und Gemeinderctt stellten sich einmütig auf den Standpunkt, daß derartige Bestrebungen unter allen Umständen gefördert werden müssen. Demgemäß wurde beschlossen, den beanspruchten Platz dem Ziegenzuchtverein zur Verfügung zu stellen, irgendwelche Pacht soll hierfür nicht gezahlt werden. Dem zweiten Teil^des Gesuchs, äleberlassung von Stangenholz zum Larpreis, konnte nicht entsprochen werden, da der Gemeinde derartige Holzsortimente nicht zur Verfügung stehen. — Die Bewohner des neuen Gemeinde-Doppelwohnhauses im Eichenröder Weg ersuchten um Herabsetzung ihrer Miete. Da die ganze Materie gelegentlich der in Bälde ftattfindenden Voranschlagsberatung geregelt werden soll, wurde dieser Punkt von der Tagesordnung abgesetzt. — 3ni Nachtrag zum Ortsstatut über den DezugvonWasseraus der Gemeindewasserleitung machten sich verschiedene Acnderungen notwendig. Der Gemeinderat beschloß, sich den vorgelegten Vorschlägen anzuschließen. Ausgenvmemn hiervon wurden die Abgaben für Großvieh, die der Gemeinderat von jährlich 3 Ml. auf 2 Mk. herab-- sehte Für Badeeinrichtungen sollen, um eine größere Beweglichkeit zu erhalten, statt den vor- geschlagenen 3 bis 5 Mik. 3 bis 15 Mk. im Orts- statut eingesetzt werden. 3m Verlaufe der Verhandlungen kamen eine ganze Reihe Beschwerden über den Ausschlag des Wassergeldes an einzel- stehende Personen und solche, die im Haushalt eines anderen leben, zur Sprache. Die teilweise Berechtigung dieser Beschwerden wurde an- crformt. Um diese in Zukunft abzustellen, sott nach Austragen der Wasserzettel eine Frist von 8 Tagen gegeben werden, in der Beschwerden gegen die Veranlagung vorgebracht werden können. Hierüber entscheidet bann der Gemeinderat. — Der Ausbau des Lichtenauer Wegs ist mit einer beträchtlichen Erhöhung des Straßenprofils verbunden. Zur Befestigung des Straßenbaues ist die Errichtung einer Mauer .rotwendig, die den Gemeinderat schon in früheren Sitzungen beschäftigte. Nunmehr beschloß er. die Mauer bis zur Höhe der Straße aus Gemeindekosten heruzstellen. Die im Ortsbaustatut vorgeschriebene Mauer an Vorgärten usw., b. h. der ■ Teil, der sich über das Straßenprofil erhebt, ist Sache der betr. Anlieger. Um für die Zukunft alle . Zweifel über diese Angelegenheit aus der Welt zu schaffen, soll in der nächsten Sitzung eine dies- l bezügliche Ergänzung des Ortsbaustatuts vorgenommen werden. — Die Daukommission berichtete I über verschiedene vorgenommene Besichtigungen, die vorgeschlagenen Reparaturen wurden im Sinne der * Kommission beschlossen. Darunter befindet Üch die Renovierung des Gemeindebackhause ? der Brau'hausc;asse, die ziemlich bedeutenden Umfanges ist. Bei dieser Gelegenheit brachte der Bürgcrn'.c'ster berechtigte Beschulden darüber vor, daß mit diesem Teil des Gemei.Meeigemums sehr wemg schonend umgegangen wird. Teilweise mür- Jücn bi2 Backhäuser nach Gebrauch in einem unwürdigen Zustand zurückgelassen, andererseits würden aber auch mutwillige Zerstörungen vorgenommen. In einer der nächsten Sitzungen wird sich der Ge- meinderat mit der Abstellung dieses Mißstandes beschäftigen müßen. — Die Finanzkommission berichtete über die Auszahlung derletztenRate zuvörderst einer hohen Obrigkeit, dann dem ehrbaren Gerichte und ganzer Gemeinde gehorsam und treu zu sein, deren Schaden zu wahren und Frommen zu mehren, allen Geboten und Verboten fleißig nachzukommen, alle Meuterei und anderes, so zur .Uneinigfeit, Aufruhr und Zerrüttung gemeiner Ordnung führt, fleißiglich zu meiden, und wenn dergleichen heimliche Praktiken vorhanden, sie zu vermeiden und nicht zu verschweigen, was der Herrschaft und der Gemeinde zum Bösen gedeihen möchte. Was halfs? Die 24 Spatzenköpfe wurden nicht geliefert. Die Nebellion der vier Deutsch- ordenA-Untertanen war osfensichtlich, eine diplomatische Verwicklung unvermeidlich. Die Federschlacht um die 24 Epatzenköpfe begann. Ein wohlerwogener, ebenso langer wie scharfsinniger Bericht des Amtsvogts ging nach Würzburg, schwer belastet mit gravierenden Beilagen, der sich in langen und gelehrten Deduktionen dahin aussprach: Da die vier Rebellen als Orts- nachbarn tote alle anderen Landesuntertanen verpflichtet seien zum Wachen, Frohnen, Botengehen, Soldatenhalten, Hand- und Spanndienste zu leisten, hätten sie auch gleich anderen Dorfnachbarn zu den Spatzenköpfen betzutragen und „also dieselbe von dieser beyhülff sich nicht exempt machen sotten, sondern wenn sie etwa vermeinen, daß sothane liefferung zum hiesigen Amt ihnen nachteilig wäre, Sie allerwenigftens die Köpf atthier vorzeigen und gleichwohlen alßdann gleichwie in mehr anderen Fürstenthumben auch beschießt, solche ihrer Herrschaft, dem Teutsch- oerrischen Herrn Verwalter nach Würzburg ein- liefern müßten." Das vom 21. März 1747 datierte Schreiben legte „dem Hochwürdigsten des Hl. römischen Reichs Fürsten und Herrn, Herrn Anselm Franz, Bischof zu Würzburg und Herzog zu Franken, seinem gnädigsten Fürsten und Herrn^ schließlich die schwierige, staats- und privatrecht- liche Frage vor, „oo mehrgedachte 4 Teutsch- herrrsche qua Besitzer einer so namhaften Güterzahl a 2173/* Morgen frei zu lassen oder aber zur Lieferung der Spatzenköpf qua verpflichtete Dorsnachbarn anzuhalten seien? und darüber die gnädigste Entscheidung submifsest erwartet". der Beihilfe an private Bauherren. Danach sollen die Geldempsängcr nicht mit den Geldbeschaffungskosten belastet werden. — Auf Beschluß einer früheren Sitzung hatte die Armenkommission unter Mitwirkung^ zweier Vertreter der Erwerbslosen die Bedürftigsten der Erwerbslosen. die für die Gewährung einer Sonderheit hslie in Frage kommen, ousgewählt. In Betracht kommen 13 Personen, Ledige wurden von vornherein ausgeschlossen. Der Gemeinderat trat bem Vorschlag bei. In einem Falle wurde die Weiterzahlung einer Armenunterstützung abgelehnt, in einem andern um etwas erhöht. — Den Vorschlägen der Wohnungskommission, darunter einer Beschlagnahme, schloß sich der Gemeinderat ebenfalls an. —.— Lang-Göns, 20. 3uni. ©in Misst o n s f e st mit Dekan a issest fand heute hier statt. Aus der gesamten Umgegend hatten sich zahlreiche Teilnehmer eingefunden. Der Hauptgottesdienst in der Kirche war überaus stark besucht. Zum Eingang spielte der Pos au nen- chor Lang-Göns, verstärkt durch Bläser aus Klein-Linden, unter Leitung vonD oller- Lang- Göns einen Choral. Festprediger Trommers - Haus aus Frankfurt sprach über die Worte des verlorenen Sohnes: „Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen." Den Altardienst versah der Ortsgeistliche Pfarrer Wahl. Der Ktrchengesangverein Klein-Linden sang unter Leitung seines Dirigenten Germer zwei Chöre: „Die gülden Sonne" und „Nach deiner Macht". Die beiden Nachmittagsgottesdienste wurden vor der Kirche abgehalten, es sprachen Pfarrer Trommershaus über die Weisen aus dem Morgenland. Dekan Guß- m a n n * Kirchberg und die Vertreter der Hermannsburger unb Baseler Misstonsgesellschaften über die Aeußere Mission in den verschiedensten Missionsgebieten von Asien. Afrika und Guinea. Eine Kollekte für die Aeuß?re Mission schloß sich an die Gottesdienste. :—: Bersrod, 20. Juni. Seit einiger Zell gehen in unserem Dorfe die Masern um. Es werden namentlich jüngere Kinder, meist in den ersten Schuljahren, von der Krankheit heimgesucht. In einem Falle ist ein noch nicht schulpflichtiges Kind an der Krankheit und ihren üblen Nebenerscheinungen gestorben. df, Langsdorf. 19. 3uni. Die Arbeiten an der Wasserleitung schreiten trotz des schlechten Wetters weiter rüstig fort. Der Autoverkehr durch unser Dorf ist sehr lebhaft, es wäre daher zu begrüßen, wenn die Kreisverwaltung die Straße, die nun sehr holperig geworden ist und in absehbarer Zeit einer Reparatur bedarf, mit einer staubbindenden Schicht versehen lassen würde. Hreis Friedberg. WSN. Bad-Nauheim, 19. Juni. Der indische Philosoph lind Dichter Rabindranath T a g o r e ist gestern aus Italien hier zu einem längeren Kuraufenthalt eingetroffen. y. Wölfersheim, 19. 3uni. Mit dieser Woche geht die Kanalisation des tieferliegenden Teiles unseres Ortes zu Ende. Sie dauerte etwa 6 Wochen und gab einer Anzahl Arbeitsloser von hier Beschäftigung. Die Wasserableitung hat sich dadurch als nötig erwiesen, daß die früheren Hofbrunnen, die künstlichen Wassersammler, nach Einrichtung der Wasserleitung zugeworfen wurden, wodurch das Grundwasser stieg und in die Keller gelangte. — Da die Kreisstraßenverwaltung die ganze Kirschen- ernte der Kreisstraßen Friedbergs in vier Nummern zur Bewerbung ausschrieb, ist es dem einzelnen Privatmann sehr erschwert, seinen kleineren Bedarf an diesem wertvollen Obst zu decken. Jedenfalls wäre die Einnahme des Kreises bei Einzelversteigerung — auch bei Abzug aller Unkosten — größer als bei Abgabe im großen. Kreis Büdingen. „?" Ni dd a, 20. 3uni. 3e näher das ® a u- turnfest heranrückt, desto bunter und farbenprächtiger wird das H ä u s e r b i l d unseres Städtchens. Schon jetzt gleicht es einer Palette, auf der alle Farben vertreten sind. Nidda kann vielleicht den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, ba$ farbenfreudigste aller oberhessischen Städtchen zu sein. Eine ernste Gefahr darf aber nicht verkannt werden. Rücken die bunten Häusergewänder mit ihren satten Farbtönen zu'-'dicht zusammen, so wird der Gesamteindruck stark beeinträchtigt, wenn die nachbarlichen Farben nicht gut aufeinander a b- Nun hatten die hohen Herren in Würzburg, des Bischofs Räte, des Iuliusspitals getstliche und weltliche Vorsteher, gerade genug zu tun. Schriftstücke liefen hin und her, wieder und wieder kamen imd gingen die steifen, würdevollen Herren in Halskrause und pelzverbrämten Samtmänteln mit Barett und Degen von der Hofstube zur Residenz, von der Residenz zur Hofstube, berieten, ratschlagten und kalkulierten. Das Ergebnis der Schlußsitzung vom 7. April 1747 zeugt für die Gelehrtheit der juristischen Stützen des fürst- bischöflichen Thrones: „Nachdem die Executio, deren Hochfürstl. Land-Mandanten nicht cx capite der Oberdorfsherrschaft, sondern des Territorii vollzogen, letzteres hingegen von feiten des Hochfürstl. Iulier-Spithals auf die 4 Deutschherrischen Untertanen zu Bergrheinfeld nicht probiert werden kann", so wurde dem Amtsvogt der Bescheid. „daß die Einlieferung deren Spahenköpfen von besagten fremdherrischen Untherthanen nicht ferner zu erigieren, gleichwohlen aber zu Absetzung eines anderen präjudicii die Renitenten unter der Hand dahin zu verständigen habe, daß er den herrschaftlichen Befehl dieserhalb annoch gewärtig fei.“ So ward der gefahrdrohende Kanzleistreit uni 24 Spatzenköpse beigelegt, ohne die Rechte einer ausländischen Macht, der Deutschordens-Kommende Würzburg, zu kränken und ohne dem gottgewollten Respekt der Untertanen vor der Staatsautorität Abbruch zu tun. Wie lange wohl die Dergrheinselder auf die Entscheidung der Frage gewartet haben? Aber 24 Spatzen war das Leben gerettet. Die Stabilisierung öes Hilms. Von Arnolt Bronnen. Wenn ein Dramatiker über den Film schreibt, so machen sich die Herren vom jenseitigen Ufer meist auf eine herbe Kritik gefaßt. Kommt man säuselnd mit Flötentönen, so werden sie erst recht unruhig, und vermuten die gezückten Manuskripte für ihre allzu gefüllten Archive. Sie werden enttäuscht sein: es soll im folgenden ohne gestim m t sind. Gerade in diesem Stadium muß die Wahl der Farben mit besonderer Ueber- legung vorgenommen werden und darf nicht dem Wunsch des Hausbesitzers überlassen bleiben. Nur dem geläuterten Geschmack des erfahrenen Fachma nns muß es Vorbehalten sein, die Farben zu bestimmen, tainit Mißgriffe nach Möglichkeit vermieden werden. Vielleicht fönnten auch einige ruhige und weniger gesättigte Farbtöne den Reigen bunter Farbenbilder unterbrechen, um zu vermeiden, daß in der Anordnung der Farben die gerade Linie des guten Geschmacks verlassen wird. le. B l e i ch c n b a ch , 20. Juni. Die hiesige S ch u l st e l l e, die der jetzt in den Ruhestand versetzte Lehrer Wilhelm Höhn 14 Jahre lang versah, ist nach ihrem Ausschreiben kommissarisch dem Lehrer ©inner in Michelnau, Kreis Büdingen, übertragen worden. — Hier ist eine Raiffeisen- Sterbekasse gegründet morden, der bisher 66 Mitglieder beitraten. Kreis Schotten. —Gedern, 20. 3uni. Aus dem Gemeinderat: Wie in früheren 3ahren, so soll auch im Herbst dieses 3ahres eine Prämiierung der schönsten Blumenfenster vorgenommen werden. Eine Kommission soll jetzt schon eine Besichtigung vornehmen zur Gewinnung eines Ueberblicks. — Der Bürgermeister wurde ermächtigt, für die demnächst zu eröffnende K l e i n k i n d e r s ch u l e die Stelle einer K i n bergärtnerin auszuschreiben. — Der vom Bürgermeister erstattete Bericht über das Ergebnis des Prä miierungs Marktes lautete günstig. Der erzielte Ueberschuß sott zum weiteren Ausbau späterer Märkte Verwendung finden. Kreis Alsfeld. —er. Homberg a. d. O h m, 20. 3uni. Die etwa 300 Mann starke Arbeiterschaft der Basaltwerke Nieder-Ofleiden der Mitteldeutschen Hartsteinindustrie ist wegen Lohndifferenzen mit der Firma in den Streik getreten. Das Unternehmen beabsichtigte wegen, derzeitiger xmgünftiger Absatzverhältnisse eine Lohnherabsetzung um zehn Prozent vorzunehmen, die die Arbeiterschaft durch den Ausstand abzuwehren sucht. Die Firma hat den Streikenden die Entlassung angedroht, falls sie nicht alsbald zur Arbeit zurückkehren. Starkenburg. WSN. Darmstadt, 20. 3uni. Gestern abend brach in der 3n sei st raße plötzlich, wohl durch die andauernden Regenfälle veranlaßt, die Straße ein. Die Einbruchstelle bildet ein trichterförmiges Loch. An dieser Stelle ist dies bereits der dritte Fall eines Straßen einbruchs. Preußen. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 20.3uni. Das Verkehrsflugzeug Darmstadt—Mün- chen muhte gestern nachmittag kurz nach dem Start, aus noch nicht festgestellter Ursache, eine Notlandung in einem Getreideacker vornehmen. Das Flugzeug wurde leicht beschädigt und muhte deshalb abmontiert werden. Personen wurden nicht verletzt. Lpd. Frankfurt a. M., 19. Juni. (TU.) Heute nachmittag gegen 5 Uhr wurde im Südausgang des Frankfurter Hauptbahnhofs ein etwa 20jähriges Mädchen aus Kassel bei Gelnhausen von einem gleichaltrigen jungen Mann durch mehrere oti) ü ff e niederge- st r e ck l. Das Mädchen brach schwerverletzt zusammen; es wurde sofort ins Krankenhaus geschafft und operiert. Der Täter gibt an, das Mädchen, das lungenleidend ist, auf dessen Verlangen niedergeschossen zu haben.'Er selbst wollte sich nach der Tat gleichfalls erschießen, wurde jedoch daran gehindert und von der Polizei festgenommen. WSN. Frankfurt a, M., 19. 3uni. Die Arbeitslosigkeit ist auch in der vergangenen Woche wieder etwas größer geworden. Zu Beginn der Woche standen 24 799 Arbeitsuchende zur Verfügung. Dazu kamen 1639 Neumeldungen, so baß die Gesamtzahl der zur Verfügung stehenden Arbeitslosen 26 438 betrug. Am Schluß der Derichtswvche standen noch 24 955 Arbeitsuchende zur Verfügung. Die Zahl der angebotenen und besetzten Stellen ist ungefähr die gleich geblieben. — Wie wir hören, soll in einer besonderen Tagung des Schwurgerichts die Er- Kritik und ohne Flötentöne zugehen. Aus einem einfachen Grunde: der Film ist heute stabilisiert, die Grenzen zwischen Theater und Film werden allmählich von Kontrollkommissionen abgesteckt, der Kampf eines 3ahrzehntes ist vorbei. Rückblickend muß man sagen, daß in diesem Kampfe der Film durchaus der aggressive Teil gewesen ist. Ausgehend von einigen äußerlichen Merkmalen, gestützt auf ein, vor allem in Deutschland, gleichartiges Material, war die Eroberung der Theater ein offenes, wenn auch nicht offen ausgesprochenes Ziel. Ein Krieg, der die Kinos mit allen Reizen der Aktualität beschenkte, während er die Theater auf nebensächliche Gebiete drängte, schuf bereits eine gleichwertige Stellung zwischen den beiden Gegnern. Bis dann die ersten 3ahre der Nachkriegszeit die tatsächliche Stellung des Films zur dominierenden innerhalb unserer Kunstinteressen machte, ilnber- gessen sind die großen Filnre dieser Zeit, vom Caligari bis zur Tragödie der Liebe, bis zur Austreibung. Sie waren die eigentlichen, die wesentlichen Erlebnisse dieser 3ahre. Es ist kein Zufall, daß den Verfasser dieser Zeilen, als er noch Löfselerbsen ohne Speck bei Aschinger aß, der Eintritt in den Film mehr reizte, als her Eintritt ins Theater. Ein Erfolg auf der Bühne vermochte diese Entwicklung nur zu hemmen, nicht aufzuhalten. Er war nicht der einzige. Die gesamte produktive 3ugenb Deutschlands kannte damals nur eine wesentliche Ausdrucksform: den Film. Alle liefen wir herum, Filme im Kopf und in der Drusttasche. Wir kannten die Telephonnummern selbst der kleinsten Betriebe, und wir saßen unermüdlich in den Ateliers (sofern man uns hineinließ) mit starrenden Augen. Das war vor fünf Jahren. Hat uns der Film enttäuscht? Haben wir den Film enttäuscht? Oder sollen jene Leute recht haben, welche der allgemeinen Unprobuktivi- tät der Zeit die Schuld an allem (außer an ihrer eigenen Unproduktivität) geben? Der Verfasser dieser Zeilen, der selbst ein Jahr lang Dramaturg der Ufa war, der einen schlechten Film schrieb, der gemacht wurde, und einen anderen, der nicht gemacht wurde, wagt es, der Ansicht zu fein, daß Film und Literatur überhaupt nichts, leöigung des Falles 51 c j f a itatifinöen. Voraussichtlich soll her Termin noo; i'i: 'uli an* gesetzt werden. - Ein 21jähriger Schlosser. Josef Rombach aus Mü-.sterbusch, machte mit der 2ljährigen Köchin Christine Franse aus Stollbecg einen A'sflug an dc.i Rhein. Sie stahlen boxt einem Hotelier, bei dem sie sich einlogiert hatten, d.e ganze B a r i d) a f t in Höhe von 1 800 Mark. Mit dem Gelde fuhren sie nach Franksurt a. M.. kauften sich neue Kleider, u. a. auch einen seidenen Mantel, wahrscheinlich um sich für ihren weiteren Wirkungskreis salonfähig zu machen. Recht erstaunt waren die beiden jedoch, als sie nach dem Frühstück in einem hiesigen Hotel von ihrem Tisch- nachbar zu einer besonders vertraulichen Aussprache eingeladen wurden. Der Tischnachbar war ein Beamter des E i n h r u ch l o m m i s s a - riats, der den Dergnügungslustigen noch einen Betrag von 1400 Mark des gestohlenen Geldes abnahm und sie hinter schwedische Gardinen verbrachte. WER. Höchst a. M. 20. 3uni. Gestern nachmittag ist das 2 i '■> jährige Söhnchen eines Arbeitslosen in dem gegenwärtig stark ange- schwollenen Liederbach ertrunken. Der Kleine war mit zwei älteren Bub