Nr. 92 Erstes Blatt 176. Jahrgang Mittwoch, 2J. April 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-kezvgrrret»: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 5^ rif Heilung 112, Verlag und Geschäftbstelle 61. Anschrift für Drahtnachrichten: Lnzeiaer Sießen- poßschecftonto: $taeffurt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd vv- Verlag: vrühl'jche Universitäls Such- unö S'tein&ruderei R. Lange in Siegen. Schriftleitung uno Sefchäftzitelle: Zchufttraßr Z. Annahme von Anzeigen für di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» klamean.eigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 , mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Wilh. Lange. Terantroonlid) für'Politik Di Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton D' H Tkyr ot; für üen übrigen Teil Ernst Diumichein: für den Anzeigenteil nrn.s Züstel, iamtlich in Giegen. | Der Kampf um das Fürftenkompromitz. Der verfassungsändernde Charakter des (Sesetzenrwurfes. Die Entscheidung ist also jetzt gefallen: die Reichsregierung hat sich darauf eingestellt, daß sowohl die Enteignung der Fürsten nach dem sozialdemolrati'ch-lommunistischen Volksbegehren wie auch der Kompromihantrag der bürgerlichen Parteien als Verfassungsänderung im Sinne des Artikel 153 Absatz 2 zu betrachten ist und deshalb nur mit qualifizierter Mehrheit angenommen werden kann. Es ist an sich zuzugeben, daß nach einer reinen Duchstabeninterprctation jede Enteignung aus dem Artikel 153 begründet werden tonnte, Da aber der Absatz 1 ausdrücklich feststellt, dah das Eigentum von der Verfassung gewährleistet wird, der zweite Absatz also nur bestimmte Aus- nahmen zuläßt. deren Vorbedingungen durch das öffentliche Interesse diktiert sind, wird man daraus den Rückschluß ziehen dürfen, dah in einem Falle wie diesem eine Vcrsassunasände- rung vorliegt. Die Juristen im Reichsministerium des Innern waren eine Zeitlang anderer Meinung. Das Reichskabinett hat sich ober der Auffassung des Justizministeriums angeschlossen, und ebenso auch die Führer der Reichstagsparteien. Ausschlaggebend muh dabei für alle sein, dah in Zweifelsfragen der sichere Weg gegangen werden muh. und um eine Zweifelsfrage handelt es sich hier doch mindestens. Das Reich darf sich aber nicht der Gefahr aussehen, dah nachher irgendein Gericht kommt und nach seinem juristischen Gewissen das Gesetz für ungültig erllärt, weil die Voraussetzungen der Verfassungsänderung nicht gegeben sind. Wir würden uns dann der Rotwendigkeit gegenüber- sehen, die ganze Materie vielleicht nach Iahr und Lag noch einmal durchsuackern, ganz abgesehen von den schweren Schäden, die für das Rechtsempfinden aus einem solchen Widerstreit zwischen Recht und Rechtsprechung entstehen. Dedauerllch ist allerdings, dah irgendeine Instanz, die vorher schon die authentischa Interpretation des Begriffs einer Verfassungsänderung trifft, nicht besteht. Hier ist zweifellos eine Lücke in der Reichsverfassung. Heute liegen die Dinge so, dah im Reichstage und im Reichsrat die Iuristen beider Parteien aus- marschieren, Gründe und Gegengründe darlegen und dann mit einfacher Mehrheit beschlossen wird, ob eine Verfassungsänderung vorliegt oder nicht, wobei, wie gesagt, wenn die Mehrheit gegen eine Verfassungsänderung entscheidet, immer noch die Möglichkeit besteht, dah die Gerichte nachher zu einem anderen Ergebnis kommen. Cs wäre schon längst notwendig gewesen, dah der Reichstag diese Lücke in der Verfassung geschlossen hätte. Wir stehen ja nicht zum erstenmal vor solchen Schwierigkeiten. Bei der Abstimmung über die Locarno-Verträge wie über den Ein- tritt in den Völkerbund waren die Dinge genau so gelagert. Die Deutschnationalen haben damals für sich sogar die Erklärung abgegeben, dah sie die Verträge als unmittig betrachten, weil die Zweidrittelmehrheit nicht erreicht wurde. Dah dadurch die Verabschiedung des Fürstenkompromisses wesentlich erschwert wird, kann nicht in Frage kommen, die Regierungsparteien würden es sehr leicht haben, eine einfache Mehrheit zu erhalten. Ieht, wo eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist, liegt es vollkommen im Unklaren, wie sie aus den Schwierigkeiten herauskommen wollen. Sie haben also um der ideellen Gesichtspunkte willen die politischen taktischen Vorteile zurückgestellt, Und das ist immerhin ein Bestreben. das man anerkennen soll. 3m Rechtsausfchuh des Reichstags. Der Rechtsousschuh des Reichstages setzte heute nachmittag die Beratung der Anträge zur Fürstenabfindung fort. Reichsjustizminister Dr. Marx und Reichsinnenminister Dr. Külz nahmen an der Sitzung teil. Abg. Schulte (Zentr.) begründete kurz den schon bekannten neuen Kompromihentwurf der Regierungsparteien. Der Entwurf sei zunächst nur ein Werk der Untarzeichner. Die Fraktionen der Regierungsparteien hätten dazu noch nicht Stellung genommen. Reichsminister des Innern Dr. Külz. gab nunmehr im Auftrage der Reichsregierung die Erklärung ab, dah der Gesetzentwurf, wie er jetzt dem Rechtsausschuh zugegangen sei, für die Regierung tragbar sei. Er erklärte im Namen der Reichsregierung, dah diese den Entwurf für verfassungsändernd halte. Die Frage des verfastungsändernden Charakters ist nach Artikel 153 der Reichsverfassung zu prüfen. Nach dieser Der- fassungsvorschrist wird das Eigentum von der Verfassung gewährleistet. Eine Wegnahme des Eigentums ist verfassungsrechtlich nur zugelassen, im Falle einer Enteignung. Eine Enteignung ist nach Artikel 153, 2 der Reichs- Verfassung nur zulässig zum Wohle der Allge- m e i n h e i t und auf gesehliä)er Grundlage. Das Reich hat nach Artikel 7, 12 in Verbindung mit Artikel 132, 2 der ReichsverfcHung zweifellos die Möglichkeit. selbst Enteignungen auszusprechen oder im Wege der Ermächtigung an die Länder zu erwirken. Fraglich ist aber die Bedeutung des Begriffes der Enteignung zum Wohle der Allgemeinheit. Dieser Begriff wird in Theorie und Praxis, insbesondere auch vom Reichsgericht, dahin ausgelegt, dah die Enteignung zur Durchführung eines bestimmten, zum Wohle der Allgemeinheit dienender Zwecke notwendig sein muh. Weiter geht die herrschende Rechtsauffassung dahin, dah die blohe finanzielle Bereicherung der Allgemeinheit durch die Durchführung des Uebergangs von Privatbesitz in die öffentliche Hand noch nicht eine Enteignung zum Wohle der Allgemeinheit darstellt. vom Standpunkt biefer Rechtsauffossung find die einzelnen Vorschriften des Gesetzentwurfes mit dem Artikel 153, 2 der Reichsverfassung nicht vereinbar. Der Gesetzentwurf betreutet in jedem Falle eine Verfassungsänderung. Abg. Rosenfeld (Soz.) vermißt eine Regierungserklärung darüber, ob auch der durch das Volksbegehren unterstützte Entwurf v e r • fassungsändernd sei. Er fragte weiter, ob es richtig sei, dah der Reichsinnenminister den ver- fasiungsändernden Charakter des Kompromißent- rourf zunächst verneint habe, daß sich aber das Kabinett schließlich auf den entgegengesetzten Standpunkt festgeiegt habe. Reichsinnenminister Dr. Külz: Ich stehe hier nicht als Reichsinnenminister, sondern als Vertreter der Reichsregierung. Es handelt sich bei dem Gutachten nicht um die Stellungnahme eines Ressorts, sondern um die des Reichskabinetts. (Abg. Dr. Rosenfeld: Damit ist meine Frage schon beantwortet!) Den Enteignungsentwurf hält die Regierung auch für verfassungsändernd. Der Ausschuß beschloß, die Aussprache über das Gutachten der Reichsregierung erst später vorzunehmen. Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) meint, die Richter sollten durch den Reichstag gewählt werden, und auch Laien müßten wählbar fein. Abg. Dr. Kahl (D. V.) meint, über den Vor- schlag des Abg. Rosenfeld liehe sich reden. Abg. Dr. E v e r l i n g ( Dn.) bekämpft vom rechtlichen Standpunkt aus das neue Kompromiß. Abg. o. R i ch t h o f e n (Dem.) verteidigt das Kompromiß, das durchaus den Absichten des ur» fprünglichen demokratischen Antrags entspreche. Preußen und das Kompromih. Berlin, 21. April. (TU.) Wie die „Tägliche Rundschau" mitteilt, wird der Reichskanzler am Mittwoch mit dem preußischen Finanzmir.ister Höpker-Aschoff verhandeln, um festzustellen, wie die preußische Regierung zu dem neuen Kompromiß stehe. Dor Ostern hat der preußische Finanzminister weitgehende Rückwirkungen auf bereits rechtskräftig gewordene -Urteile gefordert. Mit dem neuen Kompromiß wäre eine solche Forderung nicht zu vereinbaren und es ist deshalb zu erwarten, oaß der preußische Finanzminister sich von der Unhaltbarkeit seiner Wünsche überzeugt. In diesem Fall würden imrerhalb der Koalitionspar- teien über die Grundlage des Kompromisses wohl keine Meinungsverschiedenheiten mehr bestehen. Die Zriedensoerhandiungen in Marotta. (fin (Segenvorschlaq der Rifdelegierten (Eine neue Erklärung der Rifleute. Paris, 20. April, (chaoas.) Die Risdelegation hat den Presievertretern eine neue Erklärung abgegeben. Daraus ergibt sich, daß die Rifdelegierten die Absicht haben, in voller Oefsentlichkeit zu verhandeln. Sie scheinen nach dieser Richtung den Sowjets folgen zu wollen. Das neue Dokument der Rifleute-lautet wie folgt: Die Rifdelegation hat den Wunsch, die öffentliche Meinung der Nationen zum Zeugen für ihre wirklich ehrlichen und friedlichen Gefühle anziirüsen. Zu diesem Zweck legt sie entsprechend den Machtbefugnissen und den Ansichten des Emirs Wert darauf, die Abänderungen zu präzisieren, die man angemessener Maßen an den vier Grundbedingungen vornehmen müßte, wenn man über einen Frieden diskutieren will, der mit der Wahrung der Interessen unserer Stämme, mit der Ehre und mit der Ehre des Emirs vereinbar ift Das den ersten punkt aubelrifst, fo wäre es nötig, anstelle Unterwerfung unter den Sultan zu fetzen „Anerkennung der welk- lichen und geistlichen Autorität des Sultans". Das den zweiten punkt anbetrifft, nämlich die Entfernung Abd el krimsaus b e in Rifgebiel, fo müßen sich die Regierungen die Frage verlegen, ob im Interesse ^>es Rifgebietes und in ihrem eigenen Interesse eine sofortige Entfernung wünschenswert oder möglich wäre. Vielleicht könnte eine verständignng darüber gesunden werden, wenn man über eine spätere Entfernung diskutieren würde. Zweifelsohne würde es der Emir für nötig halten, daß ihm die Sorge überlasten bleibe, spontan abzudanken. Ls könnte von einer Entfernung außerhalb des mohammedanischen Gebietes keine Rede fein. Das den dritten Punkt anlange, nämlich die Entwaffnung, fo könnte eine solche ins Auge gefaßt werden, aber als Kompensation müßte eine wirkliche administrative 2H i - l i z der Stämme geschaffen werden. Die Auslieferung der Gefangenen könnte vorgenommen werden unter den Erleichterungen, die nach Abschluß des Friedens für den Verkehr eintreten würden. Wir sind der Ansicht, daß, um einen ehrlichen und dauerhaften Frieden zu erreichen, die Vorschläge sich von diesen Erwägungen nicht entfernen könnten. Wie die Hara>> weiter m.'ldet. hab? dir fran- zösis ^e und spanische Delegation von dem Kommunique der Risverti e'.er durch den Havasver- tretcr Kenntnis erhalten. Bride Delegationen haben darüber verhandelt und alsdann habe General Simon im Rainen der französischen und spanischen Verirrter erklärt, das Konmuniqus wolle den Anschein geben, als habe man den Rifleuten ein? Art Ultimatum gestellt Das entspreche nid)‘ der Wahrheit Andernfalls wurde man nicht über andere Punkte verhandeln, noch den Zeitpunkt für eine neue Zusammenkunft festgesetzt haben. Ich bedauere, daß die Risleuke ihre These in dieser Form geben A er trotz dieser kleinen Störung toerbm wir alle 21 titrengungen unternehmen, um di" Verhandlungen fortzusetzen, denn es ist unsere Absicht, den Krieg nur dann wieder aufzunehmen, wenn wir absolut dazu gezwungen werden. Der Delegierte der Rifleute, K a i d H a d d u, ist heute vormittag im Flugzeug aus Abd el Krims Hauptquartier i n ■Saurin eingetroffen und hat der Rif- delegatiou über seine Besprechungen mit Abd el Krim Bericht erstattet. Aas den Wunsch Mohamed Azerkan hat er sich in einem Flugzeug, das General Simon zur Verfügung gestellt hat, wieder zu 2kbd el Krim zurückbegeben, um neue Instruktionen einzuholen. Abd el Krim über das Scheitern seiner Pläne. Reuyork, 21. April. (TU.) Abd el Krim erklärt einem Vertreter der United Preß: Mein Plan, die Bildung eines panislamti- schenReiches inRordafrila durchzuführen, hat sich für den Augenblick als unnwglich erwiesen. Die Verhandlungen von Udjda bezicchen sich besonders auf die Frage einer Selbstverwaltung. Ich wünsche mein Doll allein äu regieren und will allein mit meinem Ramen Die Beschlüsse treffen. Abd el Krim fügte hinzu, daß er sich bei der Grenzfestsehung nicht unnachgiebig zeigen werde. Aus die Frage, ob er den Spaniern Tetucm und Ajdir überlassen wolle, antwortete Abd el Krim: Ajdir nein. Cs besteht kein Grund dafür, dah die Spaniecr nach Dem Frieden in einem Gebiet verbleiben, das für sie keinen praktisch .. Wert hat. Letuan mögen die Spanier behalten, wenn Der Friede davon abhängt. 2kbd el Krim fügte noa- hinzu, die Rifstämme hätten aus religiösen Gefühlen gewünschr. die Franzosen und Spanier aus Marokko vertreiben und ins Meer jagen zu können. Aber da sie eingesehen hätten, dah sie das nicht erreichen könnten, seien sie bereit, einen gerechten Frieden zu schließen. Sie wünschten insbesondere mit Frankreich herzliche Beziehungen aufzunehmen und hofften, dah Frankreich, wenn Der Friede nicht zustande komme, die Feindseligkeiten nicht fortsetzen werde. Amerikas Stellung zur Abruftungskonerenz. 'Reuyork. 21. April. (TU.) Staatssekretär Kellogg Dielt auf einem Festessen Der Associated Preß eine Rede, in der er u. a. erklärte, Amerika würde an Der Genfer vorbereitenden Abrüstungskonferenz tellnehmen, weil sie im Rahmen Der amerikanischen Politik liege. Amerikas Delegierte würden ihren ganzen Einfluß dahin geltend machen, daß sich Die Erörterungen über die Abrüstung in praktischen Linien bewegten und Damit eine Ergänzung zur Washingtoner Konferenz bilDcten. Der Dauwettbewerb müsse sich auch auf Die von Der Washingtoner Konferenz nicht einbegriffenen Schiffsgattungen beziehen. Die französischen Abrüstungsvors'chläge würden beispielsweise Amerika und England benachteiligen, weil sie weniger reichen Rationen erlaubten, größere Armeen zu besitzen. Amerika beabsichtige Die Einberufung einer neuen 6eea6rüftung6» konferenz, wenn Die Genfer Konferenz fehlschlage. Die Genfer Konferenz könne lediglich den Zweck haben, Vorschläge für Die Zukunft zu machen. Wenn ein einziger Schritt auf Dem Wege zur Abrüstung auch klein sei, so habe er Doch für Die Herbeiführung Des Weltfriedens größeren Wert als alle schiedsrichterlichen und ähnlichen Pläne, Die theoretisch vielleicht glänzend seien, aber auf Die bestehenden Weltverhältnisse keine Rücksicht nehmen. Obwohl Amerika selbst für die Landabrüstung nicht viel tun könne, begrüße es Doch alle Schritte anderer Mächte auf Dem Wege, Die Landabrüstung herbeizuführen. Preußischer Landtag. Der Preußische Landtag beschäftigte sich in seiner ersten Sitzung nach den Osterferien zunächst mit der zweiten Beratung DcS Haushalts des Ministeriums für Vollswohlsahrt. Es wurden besonders Maßnahmen zum Schuhe der Iugendlichen und eine Reform Der Fürsorgeanstalten gefordert. Hesiijcher Landtag. Darmstadt, 20. April- Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.45 11 )r Abg. S> i n g e l D e i) rid; tet an Die Regierung eine Kleine Anfrage wegen der D e r t c i I u n g derReichswinzerkredite, Die verschiedentlich zu Unzuträglick/eiten geführt habe. Ministerialdirektor Rebel verlle i hierzu e längere Erklärung, in der ausgeführt ton ?. iß Die Unterlagen für die Kredite Die Antru c der Winzer waren. Diese Anträge sind von t- lichen Kommissionen nachgevrüft worden. Au' r- Dcm hat noch eine Rachprüfung durch das S'.'i. i "- amt und erforderlichen Falles durch das Land- wirischaftsanll ftattgcfunDen. Erst nach zwi- maliger Prüfung wurde der Kredit au Sb:- it. Wenn Der R mierung Fälle nachgewiesen toüi en. wonach eine Kreditgewährung unstatthaft fei. o werde eine .Rachprüfung erfolgen Die Beratungen werden bei Kapitel 75 die- 99 ..Ministerium für Arbeit und Wirtschaft" wieder ausgenommen, 'iibg. Hauch (Disch Vp.) erllärt, daß Die von Dem Abg. Weber vorgebrachten Behauptungen über Die Zwangs- Innungen unzutreffend seien. Wenn wirti'ch einmal ein Zwang auf Mitglieder ausgeübt worden wäre, so wäre dies aud) abgestellt worden. Die Sozialdemokratie :ei die größte Zwangsorganisation, die einen scharfen Terror ausübt auf Arbeiter, die ihre Arbeitskraft billiger .m- bieten. Der Redner kritisiert Die Dergebun' der Stuhllieferung für Dad-Rauhcim an e ne an' c - hessische Firma abfällig. Heften habe Die st.- i- sten Bestimmungen für Die SonDerfleuer aui 'cn bebauten Grundbesitz und mache von keiner rci -5- gesehlich gewährten Erleichterung Gebrauch. ' e auf Veranlassung des Finanzministers vert i en Flugblätter ließen keine Zweifel mehr an einem rigorosen Vorgehen Der Regierung. Um die Bautätigkeit anzukurbeln, versagten Die Maßnahmen: für einen Quadratmeter Grundstück in Darmstadt habe die Regierung 40 Mk. verlangt. (Hort, hort!) Aba. Bohm (Dn.) weist auf Die Schwierigkeiten Der Kreditpolitik bin. Eine Rettung aus Der Rot könne nur durch Beseitigung des Versailler Vertrages geschehen. Der Redner verlangt eine Aufwertung im Rahmen des wirtschaftlich Möglichen. Weiter geht Der Redner auf wirtschaftliche Erscheinungen ein, Die mit Der Inflation und dem Dawes-Gutachten verknüpft sind. Dann kommt Abg. Böhm auf den Deutsch-spanischen Handelsvertrag zu sprechen und erwähnt die Tatsache, dah eine Reihe s o- zialdemokratischer Führer in großen industriellen Unternehmungen AufsichtSrats- p ost en bekleiden. (Lebhafte Unruhe vei den Sozialdemokraten.) Der frühere Reichskanzler Bauer belleide nicht weniger als 8 Aufsichtsrats-- Posten. Die Demokraten wüßten überhaupt nicht, was sie wollten: in Berlin faßten Die Demokraten ganz anDete Beschlüsse als in Hessen und umgekehrt und Dann sprächen sie von Einmütigkeit in ihrer Partei. Der ReDner zählt eine Reihe von gegensätzlichen Parteibeschlüssen auf. Abg. Dohm verliest u. a. Den Brief eines Demokraten an die Frankfurter Zeitung, in dem dieser Beschwerde führt über die Art der Berichterstattung über die hessischen Steuerverhältnisse und die Steuerprotestversammlungen. In diesem Briefe wird aber auch die Steuerpolitik der Hess. Regierung verurteilt. In seinen weiteren Ausführungen fordert der Redner u. a. die Wiedereinführung der Warenhaus st euer zur Bekämpfung der Warenhäuser und vertritt Forderungen Der Mittelstandspolitik. Minister Raab meint, daß man aus den Reden Den EinDruck gewinne, als wäre man nicht im hessischen Landtag, sondern im Reichstag, lieber Die Ursachen Der Wirtschaftskrise herrsche wohl darin Einigkeit, daß Die Ursachen in Der Weltwirtschaft unD in Dem verlorenen Kriege zu suchen fei; über Die Beseitigung gingen Die Ansichten im Hause stark auseinanDer, Die einen verlangten freie Wirtschaft, Die anderen Zwangsmaßnahmen. Weder Die hessische, noch Die Reichsregierung Dürften sich nur Den Forderungen Der Landwirtschaft widmen. Aus den Debatten hätte man Die Meinung gewinnen können, es gebe nur Landwirte in Hessen und keine anderen Berufe. Die hessische Regierung sei grundsätzlich gegen Schutzzölle, sie wolle aber gute Handelsbeziehungen zu allen Staaten erreichen und wäre in diesem Sinne in Berlin tätig. Der deutschen Volkswirtschaft könne das Siedlungswesen Diel Helsen, wenn avd) nicht gerade in Hessen. Die deutsche Volkswirtschaft werde entweder Waren oder Menschen exportieren müssen. Die bedauernswerten Opfer der gegenwärtigen Wirtschaftskrise wären Die Arbeitslosen: alle öffentlichen S ibstanzen, Reich, Länder und Gemeinden müßten für sie cintrestn. Die Regierung werde llch für baldige Verabschiedung eines Arbeitsl ofen-Unter- stühungsgesetzes beim Reich ein'ehen. Der Redner wendet sich gegen die Forderung eines Arbeitsdienstjahres und der Deseitigung Der Schiedssprüche bei Tarifstreitigke ten. Der Minister macht dann Mitteilungen über die staatlichen Rotstandsarbeiten. Deren Umfang und Die Zahl Der Unterstützten. Weiter führt Der Minister Zahlen an über Die Unter» stühungsrenten für Kriegshinterbliebene, Schwerkriegsbeschädigte ulw., Kleinrentner, um Die Arbeiten seines Ministeriums zu charakterisieren. Der Abbau der Wohnungszwangswirtschaft wäre jetzt nicht durchzüführen. Die Zahl der Wohnungsuchenden in Hessen habe sich vermehrt. Die Preisabbaumaßnahmen der Reichsregierung seien sehlgrichlagen. Die Zinspolitik Der Danken sei für Den gesunDen Menschenverstand nicht faßbar. Gegen die Preis» Politik der Zwangnnrungen habe die Handwerkskammer wiederholt die warnende Stimme ec- hoden; man dürfe Einzelfalle mcht verallgemeinern. Der Redner verlangt dann die Beibehaltung des Ministeriums für Arbeit und Wirt- schäft, dessen Aufhebung bekanntlich die Oppositionsparteien verlangen Zum Schluß seiner Rede gibt der Minister der Hoffnung Ausdruck, daß die Wirtschaftslage sich in Zukunft bessern werde. Abg. Mann (Soz.) bemerkt zu den Ausführungen des Abg. Dr. Müller, daß jener ursprünglich Kredite für die Landwirtschaft verlangt habe, jetzt jedoch wäre er dahinter gekommen, daß die Kredite für die Landwirtschaft gefährlich seien. Auf der einen Seite werde gesagt, die Landwirte hätten olles verkaufen müssen, um zu existieren und ihre Steuern bezahlen zu können, auf der andern Seite heiße es, die Landwirte säßen auf ihren Produkten fest. Bei einer geheimen Abstimmung würden die Landwirte erklären, daß es ihnen unter der Zwangswirtschaft besser gehe. Es sei unrecht, bei den Arbeitslosen, die schon weniger als den Lohn erhielten, auch noch einen Arbeitszwang einzuführen. lieber die Begriffe richtig und falsch könnten sich, entgegengesetzt der Behauptuna des Abg. Scholz, Arbeiter sehr wohl ein Urteil bilden. Begabtenprüfungen hätten ergeben, daß Volksschüler ein größeres Maß von Allgemeinbildung hätten, als Sekundaner. Wenn Sozialdemokraten Auffichts- ratsstellen von kommunalpolitifchen Unternehmungen belleideten, so wäre das für diese nur von Nutzen. Der Redner kritisiert dann das Geschäftsgebaren und die Lohnpolitik der Reichsbahn. Er bespricht hieraus Fragen der Zollpolitik und tritt für den Freihandel ein, bekämpft die Warenbausfteuer und wendet sich gegen die Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft. , , Abg. Glaser (Dbd.) erklärt, daß der Bauernbund feinen Antrag auf Streichung von 6 Landwirtschaftsämtern zurück- ziebt zu Gunsten eines Antrages nur 3 Land- wirtsckastsämter abzubauen, der von den Koalitionsparteien gestellt ist. Der Bauernbund habe den Mut, seinen Leuten zu sagen, daß gespart werden müsse and) an den eigenen Interessen, aber "eie Koalitionsparteien täten das nicht. Die Koalilionsparteien hätten zuerst die Anträge des Bauernbundes bekämpft, dann aber in vielen Fällen ganz ähnliche Anträge gestellt. Wenn die Regierung dem Bauernbund gefolgt wäre, so wäre auch gespart worden. Der heutige Schutzzoll wäre durchaus ungenügend für die Landwirtschaft. Die Regierung muffe für die Landwirtschaft besser sorgen als es bisher der Fall war. Abg. Kindt lDntl.) erinnert an die Tatsache, daß das deutsche Bolksvermögen stark ab- genommen hat. Die Erzbergersche Steuerreform habe dem deutschen Volke schwer geschadet. Minister Raab habe die Rotwendiqkeit von Schutzzöllen zugegeben, doch wären die Demokraten, wie die Ausführungen des Abg. Dr. Büchner gezeigt hätten, in der Behandlung dieser Frage farblos. Landwirtschaft und Industrie wären aufeinander angewiesen. Der Redner befürwortet seine Anträge zum Wohnungswesen, denn die Vorschläge der Regierung führten nicht zum Ziel. Auch weise die Regierung keine Wege, wie man aus der wirtschaftlichen Rot herauskomme. Die Versuche des Abg. Mann, die sozial- demokratifchen Führer Dauer, Heilmann. Süde- kum und viele andere als schwerbezahlte Auf- sichtsratsmitglieder zu verteidigen, seien nur ein Eiertanz gewesen. Die Verteidigung der Warenhäuser durch die Sozialdemokratie würden sich die Deutschnationalen merken. Unter den Forderungen, die der Redner dann stellte, befindet sich auch die einer Herabsetzung der Jagd- pachtpreise. In seiner Rede nimmt Abg. Kindt mehrsach Bezug auf das Dawes-Abkommen Mit feinen für Deutschland schädlichen Wirkungen. Asg. Dr. Büchner (Dem.) erwidert auf ' Sfngvitie seiner Gegner, daß auch in anderen Par- _ feien gegensätzliche Meinungen zwischen industriri- len und agrarischen Vertretern vochanden seien. Der Freihandel wäre für ihn ein Ideal; er wisse sehr wohl, daß, wenn alle anher en Staaten schuh- zöllnerisch wären, man in Deutschland nicht allein freihändlerisch fein könne, aber er werde sich stets gegen Hoch'chutzzölle wenden. Die Interessen der exportierenden Industrie an den deutsch- spanischen Handelsvertrag wären größer als die des Weinbaues. Der Redner wiederholt und'verteidigt nochmals verschiedene Erklärungen seiner früher gemachten Ausführungen über die Wirtschaftskrise, die Arbeitslöhne usw. gegen Angriffe aus dem Hause. Die Generaldebatte wirb hierauf geschloffen und die Spezialberatung der Kapitel 75—99 eröffnet. Zunächst werden verschiedene Anträge zu diesen Kapiteln beriefen und darüber Bericht erstattet. Es sind darunter auch die Anträge über die Straußwirtschasten; aus dem Ausschah- bericht gef)t hervor, daß man sich innerhalb beS Ausschusses nicht auf einen der gestellten Anträge einigen tonnte, sondern dafür einen Antrag Lücke! annahm, der dem Winzer, in Abänderung des seitherigen Zustandes, gestattet, den Termin für den Ausschank feiner Kreszem selbst zu wählen. Während früher das letzte Vierteljahr nur in Betracht kam, soll hiernach der Ausschank während fünf Monate im Verlaufe des Jahres freigegeben fein. Abg. Lux (Soz.) spricht zu den Kapiteln 82 bis 85 (Landw. Unterrichtswesen, Landwirt- schaftskammer usw.). Der hessische Staat behandle die Landwirtschaft nicht schlechter als andere deutsche Länder. Die Behauptung, die Landwirtschaft wäre von der Regierung stiefmütterlich behandelt worden, komme einer Lüge gleich (Widerspruch rechts). Die Anträge, das landwirtschaftliche Unterrichtswesen der Landwirtschaftskammer zu unterstellen, hätte in der Ocffentlichkeit eine lebhafte Diskussion hervorgerufen. Die Lanowirtschaftsschulen wären volkswirtschaftlich von großer Bedeutung, sie dürften nicht der Landwirtschaftskammer, einer Interessenvertretung unterstellt werden. Die Kammer biete nach ihrer Zusammensetzung nicht die Gewähr, daß ein unparteiischer Unterricht erteilt werde. Die Schulen würden auch unter der Verwaltung der Landwirtschaftskammer zu teuer. Wenn der Staat die Schulen unterhalte, so wären alle Steuerzahler an den Lasten beteiligt, so aber hätten nur die unmittelbar an der Kammer Beteiligten die Kosten aufzu- bringen. An der Bodenverbesserung hätte die Allgemeinheit ein Interesse, sie wäre notwen- biger als Zölle. Nidda, Nidder und andere Flüsie müßten reguliert werden, und zwar möglichst bald. Das Landgestüt verursache große Kosten, eine Er- Höhung des Deckgeldes wäre jedoch nicht durchführ, bar. Der Redner nimmt bann zu der Rede des Präsidenten Hensel von der Landwirtfchaftskam- rner Stellung, die dieser bei Eröffnung der letzten Tagung der Kammer gehalten hat. Die Landwirt- schaftskammer fei sehr politisch eingestellt. Er (der Redner) werde dem Präsidenten in der Zeitschrift der Landwirtfchaftskammer antworten. Die Umlagen der Lanbwirtschafts.'ammer waren um 120 Prozent gestiegen (Hört! Hört! links). Der Redner verliest hierzu die Ausstellung eines Steuerzettels. Die Umlage der Kammer mache auch nicht 2 Proz. der Steuern aus, sondern bis zu 7 Proz. Von feinen (des Redners) Behauptungen über die Besoldungs- Verhältnisse der Landwirtfchaftskammer sei von dem Präsidenten nichts widerlegt worden; die Gehaltssätze wären zu hoch. Abg. Lux kommt u. a. auch auf den Beschluß des Landtags über die Zucht von Schwarz-Bunt-Vieh zu sprechen und verteidigt diese Art der Zucht. Zum Schluß erklärt der Redner nochmals, daß seine Partei gegen die Übertragung des landwirtschaftlichen Unterrichtswesens an die Landwirtfchaftskammer fei. Gegen 2 Uhr werden die Beratungen abgebrochen; nächste Sitzung Mittwoch 9 Uhr. Anträge und Anfragen. Darmstadt, 20. April. Dem Landtag ist eine Regierungsvorlage über die technischen Betriebe der Universitätskliniken in Gießen zugegangen. Hiernach stellen iid) die Kosten für die baulichen Erweiterungen des Kesselhauses auf 124 000 Mk., für einen neuen Kessel, einschließlich Fracht und Einmauerung auf 96 000 Mk., für die Anlage zur Forderung von Kohle und Asche auf 14 400 Mk., für die Rohrleitung auf 6620 Mk. und für die Warmwasserversorgungsanlage auf 89 000 Mk. Insgesamt betragen die Kosten für den Umbau des Kesselhauses und die Beschaffung eines neuen Kessels 330 000 Mk. Abg. Dingeldey (Dtsch. Bp.) und Fraktion haben folgende Anfrage betr. Gleichstellung der Altpensionäre mit den Reupensionären im Landtag eingebracht. Die zahlreichen auch im Landtag wiederholt unterstützten Wünsche der Altpensionäre auf eine anderweite Regelung ihrer Bezüge, durch welche sie den Reupec.sionä.en eirll'ermaßen gleichgestellt werden könnten, wurden bisher von der hessischen Regierung mit dem Hinweis auf das Reichs- sperrgesetz abgelehnt. Da das Reichssperrgeseh am 1. April 1926 außer Kraft gesetzt ist, fragen wir an: Was gedenkt die Regierung zu tun, um die berechtigien Wünsche der Altpensionäre über eine anderweite Regelung iheer Bezüge nunmehr nach Aufhebung des Reichssperrgesetzes auf Grund hessischen Rechtes zu erfüllen ? Eine weitere beutschvolksparteiliche kleine Anfrage lautet: Auf Grund bes Lanbtagsbeschluffes zu Kap. 57 „soll an ben einklassigen Sckulen ein Abbau nicht vollzogen werden . Ich frage an: L Sind entgegen diesem Beschluß einklassige Schulen abgebauf worben? 2. Wie heißen bie Gemeinben, die dadurch ihre Schulen verloren haben? Dr. Niepoth, Birnbaum und Dr. Keller. * Der volkparteiliche Abg. D. Niepoth fragte ferner an; Nach Art. 10 der Verordnung, die S o n d ergeb ä u d e st e u e r für bas Rj. 1926 betreffend, sind hilfsbedürftigen Personen, die die durch die Sondersteuer bedingte Mieterhöhung nicht tragen können, durch die Fürsorgeverbände entsprechend zu unterstützen. Entgegen dem Sinn dieser Bestimmun- ?en weigern sich einzelne Bezirksfürsorgeverbänbe, ebürftigen Hausbesitzern — insbesondere Kleinrentnern— für ihre eigene Wohnung die Unterstützung zu gewähren, auch wenn die in Betracht Kommenden keinesfalls in der Lage sind, die außerordentliche Steuerbelastung zu tragen und gezwungen wären, ihr Haus, vielleicht ihr letztes Eigentum, zu verkaufen. Ich frage an: 1. Sind diese Vorgänge der Regierung bekannt? 2. Ist die Regierung bereit, die Fürsorge-Verbände zu veranlassen, ihren Verpflichtungen gegenüber ben bebürftigen Hausbesitzern nachzukommen? 3. Insbesondere ist sie bereit, den Fürsorgeoerbänden auch über den in der Verordnung festgesetzten Zuschuß von 10 Proz. des Steuerfalls hinaus, Ersatz der entstehenden Kosten zu gewähren? Dr. N i e p o t h. Der deutsch-russische Vertrag. Besorgnisse in Paris, Warschau und Praa. Paris, 20. April. (TU.) Die Meldung, daß der Vertrag zwischen Deutschland und Rußland bereits Ende der Woche zur Unterzeichnung gelangen soll, ruft starke Beunruhigung in Paris hervor. Anlaß zur Beunruhigung ergebe sich daraus, daß Deutschland und Rußland es für richtig hielten, die Dertragsverhandlungen unmittelbar nach den Genfer Zwischenfällen zu eröffnen, so Daß die Verhandlungen als eine Antwort gegen Locarno wirken müßten. Riemand, so führt der „Temps" aus, mache Deutschland einen Vorwurf daraus, daß es gute Beziehungen zu Rußland aufrecht zu erhalten wünsche, aoer jeder lege sich die Frage vor, ob der Vertrag nicht eine Klausel enthielte, die Deutschland eventuell an der Erfüllung der durch den Artikel 16 des Völkerbundpakies vorgeschriebenen Verpflichtungen hindern würde. Das Blatt hält im Gegensatz zu der deutschen Auffassung eine Formel nicht für möglich, die Deutschland in die Lage versehen könnte, seine vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Rußland mit seinen Pflichten gegen den Völkerbund in Einklang zu bringen. Es bestehen nur, so sagt der „Temps", zwei Möglichkeiten: entweder müsse Deutschland durch Ablehnung der Reutralitätsklausel die Sowjetregierung soweit enttäuschen, daß sie überhaupt kein Interesse mehr an dec Unterzeichnung des Vertrages mit Deutschland habe, oder es müsse dem Vertrag eine Reutralitätsklausel einfügen, wodurch jedoch die Voraussetzungen für einen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund von Grund aus geändert würden. Heute nachmittag hat sich der polnische Botschafter zum Quai d'Orsay begeben, wo er Briand bie Äebenken seiner Regierung gegen den Vertrag mittelste und daruf hingewiesen habe, daß er mit dem Geist von Locarno in Widerspruch ftänbe. Ferner hat der tschechische Außenminister Dr. Bene sch einen Fragebogen an die Signatarmächte von Locarno gerichtet, der folgende Fragen aufzähst: 1. Ist der deutsche Minister des Auswärtigen verpflichtet, alle vertraulichen Verhandlungen Deutsch lands mit anderen Mächten der beiden Länder berühren, nach Moskau m i tz u tei le n? 2. Wenn im Falle eines Krieges mit Rußland dieses nicht der Argreifer ist, wird dann Deutschland oder der Völkerbund darüber entscheiden, wer der Angreifer ist? 3. Was muß Deutschland als Mitglied des Völkerbundes tun, wenn dieser den Boykott Rußlands verlangt? 4. Ist die Klausel über die beschränkte Reutralität Deutschlands auf den Artikel 16 des Völkerbundstatuts begründet oder auf die für Deutschland durch den Brief der Alliierten aus Locarno vom Oltober 1925 eingeräumte E i n- schränkung dieses Artikels, die Deutschland von gewissen Verpflichtungen desselben befreit? 5. Wenn die Reutralität Deutschlands durch diese Zusatzerllärung bestimmt wird, welche Autorität hat dann jeweils die maßgebende Auslegung dieser Erklärung zu geben? Kleine politische Nachrichten. lieber die englische Des atzung in Königstein teilte der Kriegsminister Wor- thington Evans im Unterhause mit, 27 Offiziere und 12 Unteroffiziere und Mannschaften seien in Königstem untergebracht. 8 Privathäuser und 8 Etagenwohnungen seien requiriert worden. Besondere Beschwerden über die Vermehrung der Garnison in Königstein seien nicht eingegangen, aber allgemeine Vorstellungen seien erfolgt hinsichtlich der erhöhten Forderung nach Räumlichkeiten. Alle Anstrengungen würden unternommen, um solche Forderungen auf ein Mindestmaß herabzusetzen. Auf die Frage, ob er Informationen darüber besitze, daß Familien aus Häusern Herausgeseht würden, um britische Truppen unterzubringen, erllärte der Kriegsminister. er besitze kerne besondere Information hierüber. • Wie verlautet, wird der ehemalige Botschafter in Washington, Hanihara, an Stelle des zurückgetretenen Botschafters Honda zum Botschafter in Berlin ernannt werden. • Die italienische Flotte ist in Malta eingetroffen. Die von der englischen Marine zu ihrer Begrüßung veranstalteten Feierlichkeiten trugen das Gepräge besonderer Herzlichkeit. ?lus aller Mett. Die Kriegsbeschädigten in Deutschland. WSR. Rach einer Vervifentlich:ng des Statistischen Reichsamtes zählt Deutschland zurzeit 619 410 Kriegsbeschädigte, die in ihrer Erwerbsfähigkeit um mindestens 25 Prozent beschränkt sind, darunter befinden sich 1151 weibliche Kriegsbeschädigte. Davon leiden 2734 an Blindheit, 39 580 an Lungentuberkulose, 4990 an Geisteskrankheiten, 44 109 durch Verlust eines Deines, 20 640 durch Verlust eines Armes, 1250 durch Verlust betoer Deine, 131 durch Verlust beider Arme und 566 076 an sonstigen Leiden. Drahtlose llebermiftlung eines Schecks. Reuyork, 21. April. (WTB. Funkspruch.) Bankers Trust-Company hat gestern den ersten Scheck akzeptiert, der mit Hilfe drahtloser Photographie übermittelt worden war. Der Scheck kam aus London vom Präsidenten der Radio-Association von Amerika und lautete über 1000 Dollar. Autounsallsialisiik. In Hamburg verunglückte bei einem Qluto- unsall der Kammersänger Wilhelm Buers tödlich. Das Auto fuhr beim Ausbiegen vor einem Straßenbahnwagen gegen den Mast einer elektrischen Leitung, wobei das Auto vollständig zertrümmert wurde. — Das Auto des Ruhrsiede- lungsverbandes geriet a u f der Fahrt von Duisburg nach Essen infolge der Glätte der Asphaltdecke ins Rutschen und fuhr auf einen Einspänner auf. Die Deichsel ging dem Chauffeur in den Kopf, so daß er sofort tot war. Dann sauste das Auto über die Straße, überfuhr den Maschinisten Otto Heise aus Speldorf, der schwer verletzt wurde, und blieb dann zertrümmert an einer Hauswand liegen. Zwei Insassen erlitten Fleischwunden an Kops und Händen. Großer IDalbbranb in der Neumark. Durch bie Unvorsichtigkeit ber Walbarbeiter, die ihr Essen warm machten, brach im Walbbesitz des Freiherrn v. Carnap-Jahnsfelbe bei Lanbsberg a. b. Warthe ein Walbbranb aus, bei bem etwa 4000 Festmeter Holz im Werte von 100 000 Mk. verbrannten. Das Holz ist zum größten Teil Eigentum ber Rheinisch-westfälischen Grubenholz-Einkaufsgesellschaft. Veruntreuungen bei der Augnsl-Thyssen-hütte. Große Veruntreuungen und Fälschungen sind bei der August Thyssen-Hütte in Hamborn entdeckt worden. Eine Anzahl von Beamten und Angestellten auswärtiger Baufirmen, die bei der August Thyssen-Hütte verschiedene Bauten auszuführen hatten, haben es verstanden, durch Fälschungen der Lohnlisten und andere Machenschaften Summen in einem Betrage von 60 000 bis 70 000 Reichsmark in ihre Taschen zu leiten. Bisher wurden zehn Personen fest genommen. Drei Skifahrer beim Jungfraujoch vermißt. Drei einheimische Skifahrer sind am letzten Donnerstag von Interlaken aus aufgebrochen, um bie Tour Jungfraujoch—Oberaarjoch—Konkordiaplatz— Grimsel zu machen. Sie wollten am Sonntag zurück sein, kehrten aber bisher noch nicht zurück. Eine Hilfskolonne ist bereits aufgebrochen, hat aber noch keine Spuren von ben Vermißten gefunben. Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt und unruhig mit weiteren Regenfällen, später aufklarend, kühl. Von Südirland her hat sich ein Wirbel mit starker Bewegungsenergie nach der mittleren Nordsee verlagert. Sein Einfluß reicht bis ins Alpengebiet. Er dürfte bie Bahn des gestern nach Mittelruhland gezogenen Wirbels benutzen, so daß er ganz Deutschland mit seinen Regenfronten überquert Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 15 Grad Celsius, Minimum 5 Grad Celsius, Niederschläge 3,1 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 7 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt Gießen, den 21. April 1926. Die Reichsgesundhettswoche in Gietzen erweckt in weiten Kreisen unserer Bürgerschaft großes Interesse. Das zeigte auch der gestrige Vortragsabend, der wieder in der dichtbesetzten Reuen Aula stattfand. Zunächst sprach Prof. Dr. Kuhn lieber Dazillenfurcht In den ältesten Zeiten führte man die ansteckenden Krankheiten, welche Menschen und Tiere heimsuchen, auf böse Geister zurück. Auch heute noch treffen wir bei den Eingeborenen der anderen Erdteile häufig noch auf solche religiösen Vorstellungen. Die großen griechischen Aerzte Hyppv- krates und Galen führten zur Erklärung der Verbreitung von Seuchen den Begriff des Miasma ein, das einen gasförmigen Bestandteil der Luft darstellen sollte. Die giftigen Dünste, welche die Krankheiten verbreiten, sollten besonders aus dem Boden aufsteigen. Je mehr der Mensch wissenschaftlich beobachten lernte, desto mehr sah man ein, daß manche Krankheiten durch unmittelbare oder mittelbare Berührung von Mensch zu Mensch oder von Tier zu Mensch verschleppt wurden. ^Besonders auffallend war das bei Syphilis und der Tollwut Je mehr das Mikroskop vervollkommnet wurde, desto mehr entdeckte man kleine Lebewesen als die Erreger der Infektionskrankheiten. Anfänglich glaubte man, daß es Immer dieselben Bakterien seien, welche bald die eine, bald die andere Krankheit Hervorrufen konnten. So glaubte noch im Jahre 1873 der berühmte Chirug Dillroth, daß die Mikroorganismen, die bei den verschiedenen Wundkrankh iten Vorkommen, Anpassungs- formen einer und derselben Art seien, die bald als Stäbchen-, bald als Äugelform aufträten. Aus dieser Zeit stammt die Furcht vieler Menschen vor den Erregern, die sog. Bazillenfurcht. Durch die Entdeckungen von Robert Koch wurde die von Ferdinand Cohn begründete Lehre von der Besonderheit der Bakterienarten fest begründet. Koch lehrte, daß jede Krankheit durch ein besonderes Lebewesen hervorgerufen wird, und daß das kranke Tier und der kranke Mensch die Hauptverbreiter der Seuchen sind; die von ihm empfohlenen Maßnahmen der Seuchenbekämpfung gehen daher immer vorn kranken Menschen aus. Seit den Entdeckungen von Robert Koch und seinen Schülern, unter denen wir mit besonderer Ehrfurcht den Begründer des Gießener Lehrstuhles für Hygiene. Pros. Gafsky, zu nennen bie Pflicht haben, ist für eine allgemeine Bazillenfurcht keine Veranlassung mehr. Es kommt im wesentlichen daraus an, eine eingehende Berührung mit den Kranken möglichst zu vermeiden. Dadurch daß die Knrntnis von den Krankheitserregern namentlich durch die Vervollkommnung des Mikroskops immer eingehender geworden ist, gelingt es der öffentlichen Gesundheitspflege viel schneller und gründlicher, die Seuchefälle auszufinden und für ihre Behandlung und riebersüh- rung ins Krankenhaus zu sorgen Dadurch wird der Grund zur Bazillenfurcht in der De voller ung immer geringer. Allerdings darf der Staat nicht säumen, der Seuchenbekämpfung große Mittet zur Verfügung zu stellen. Es ist sehr zu beklagen, daß die verstärkte Typhusbekämpsung. welche die sog. Bazillenträger zu ermitteln sucht, in den meisten Staaten des Deutschen Reiches nicht ein- geführt ist. Aber es kommen noch weitere Fortschritte der medizinischen Erkenntnis hinzu. um eine törichte Bazillenfurcht Im Volle zu bekämpfen. So haben wir bei zahlreichen Seuchen erkannt, daß sie durch blutsaugende Insekten als lieber» träger verbreitet werden. Hier ist die Malaria, das gelbe Fieber, der Hungertyphus, die Schlas- krankheir, die Pest zu nennen. Bei diesen Krankheiten brauchen wir uns vor den Erregern, den Kleinlebewesen, nicht zu fürchten, wohl aber haben wir das Ungeziefer, die Heber träger zu bekämpfen. Seuchenbekämpfung fällt also zu einem guten Teile zusammen mit Hngezieservemichtung. Des ferneren haben die Aerzte die Erfahrung gemacht, daß die einfachen Gebote der Reinlichkeit genügen, um wirksame Abwehr gegen ine Seuchenerreger zu leisten. Und ebenso wissen wir, daß die Empfänglichkeit des Körper- für ansteckende Krankheiten am besten dadurch herabgesetzt wird, daß man gesund lebt, daß man sich gegen Witterungseinflüsse Im Freien abhärtet und daß man Leibes Übungen treibt. Dadurch werden die Abwehrkräfte des Körpers gehoben. Insbesondere wird bie Kraft des Blutes unb feiner Bestandteile gestärkt; unter den letzteren sind es ganz besonder- die weißen Blutkörperchen, die, wie Seine Magnifizenz der Herr Rektor Prof. Dr. Dürker gestern ausgeführt hat, die Leibwache unseres Körperbarstellen. Schließlich bürsen wir auch die seelischen Kräfte nicht als gleichgültig erachten. Sie bürsen nicht geschmälert werden durch eine törichte Bazillenfurcht. Wer sauber ist, gesund lebt, seinen Körper durch Bewegung In freier Lust und Leibesübungen stärkt, der braucht sich vor Krankheitserregern nur dann zu hüten, wenn er genau weiß, daß er einen ansteckenden Kranken vor sich hat. Rach einer kurzen Pause sprach bann Prof. Dr. Huntemüller über „Die biologischen Grundlagen der Vererbungslehre". Die Frage nach der Entstehung ber Lebewesen hctt zu allen Zeiten das Interesse der Forscher wachgerufen. Die Lehre von der Urzeugung, die man besonders auf Grund von Beobachtungen Leuwenhoecks, des Erfinders des Mikroskops (1675), wenigsteirs für die niedrigsten einzelligen Wesen als erwiesen betrachtete, konnte durch die Forschung von Pasteur um die Mitte des vorigen Jahrhunderts widerlegt werden. Heute weiß jede Hausfrau, daß sie durch Pasteurisieren die Fäulniskeime vernichten und die Lebensrnittel, wenn sie durch luftdichten Abschluß dafür sorgt, daß keine Keime hinzukommen, vor dem Verderben schützen und lange Zeit aufbewahren kann. Jede Zelle stammt von einer anderen Zells ab. Dieses Gesetz gilt ebenso wie für die niederen Wesen auch für die vielzelligen, die höheren Pflanzen und Tiere unb auch ben Menschen. Die Lebensvorgänge lassen sich am besten bei den niederen Wesen, den Protozoen, beobachten und durch ihr Studium herben die auch für die höheren Wesen geltenden Gesetze aufgefunden. Die bei der Zellteilung vor sich gehenden Erscheinungen werden an Hand von Tafeln erklärt. Jede Zelle besteht au- Protoplasma unb Deutschnationalen Handlungs Der Zur Reichsgesundheitswoche! wwie? AM _ « _ __ Wt . Aiwn ö1 amwinn.»tr— eine Kamera. Kino-Auf< Volle» Sie für Glas g Porzellan Dann gehen Hie nur zum MühSeDfabrikate Seifenfabrik Düsseldorf. Konsumverein Gleflen und Umg Preis 30 Pfg. E. G. m. b. Hi 3561a ZNMS-MWelM Prima natzgestreckte Kernleder-Treibriw alle gangbaren Breiten auf Lager Selteravefl 39 Fernsprecher 45 Leiche. Wer ist die Person? nähme od. Wiedergabe, oderProjekiionsapparat nebst sämtlich. Zubehör kaufen? sachlich bedient und beraten werden? beim Kauf einerKamera auch gleich unentgeltlich unterrichtet werten? JhrePhotoarbeiten.wie Entwickeln, Kopier.Der- gröhern usw. sorgfältig innerhalb 24 Stunden erledigt wissen? hat sich die Reinigung durch leichtes Abreiben mit einem recht nassen Lappen, auf den etwas V1M gestreut ist. am besten bewährt. VIM enthält keine Säure; es kratzt und schmiert nicht. Mühelos erreichen Sie damit spiegelnden Glanz. 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Als die Feuerwehr auf der Brandstelle anlangte, stand daS Haus des Gemeinderechners 3 e cf in Hellen Flammen und daS Feuer hatte bereits auf vier Rachbargehöfte übergegriffen. Droh der Bemühungen von vier Wehren aus den Nachbarorten gelang eS nicht, dem Feuer Einhalt zu tun. Während daS Handes Gemeindcrechners bis auf die Grundmauern niederbrannte, wurden die übrigen bis auf den Parterrestock vernichtet. Leider befand sich unter den niedergebrannten Häusern auch ein aus dem Dreihigjährigen Kriege stammende« HauS mit reichem Fachwerk. daS unter Denkmalschutz steht. Der Schaden ist sehr groß. Sieben Familien verloren ihre ganze Habe und wurden obdachlos. Seidel & Baumann Germania-Fahrräder hnia-HiKliiH Frieiricli Groll, Mn« Gießen, Neuenweg 32. t888D Polizeibericht meldet. Gestern mittag gegen 12 Uhr ging eine ältere Frau in selbstmörderischer Absicht in der Nähe des Bootshauses Hassia in die Lahn. Die Frau wurde kurz darauf gelandet, der Tod war jedoch bereits eingetreten. Es handelt sich um eine Frau von etwa 55—60 3ahren. Ihrer Kleidung entsprechend dürste sie aus der hiesigen Gegend sein. Sie trug nachstehende Kleidungsstücke: schwarz-graumeliertes Kleid, dunkelbraunen Unterrock, sowie noch zwei weitere dunkle Unterröcke, schwarze Strumpfe, schwarze Strumpfbänder, bläulich • wollene Kniewärmer, schwarze Schnürschuhe, an dem Sohlenrand auhen mit Rägeln versehen, baumwollene Unterjacke, gehilsenverbandes veranstaltete am Freitag abend im Kaufmännischen Bereinshaus einen Vortragsabend, bei dem der Gewerkschafissührer des christlich-nationalen Deutschen Gewcrkschasts- bundes, Bro st- Berlin, über „Steuer-, Zoll- und Wirtschaftsfragen" sprach. Der Redner erläuterte zunächst die Ursache der ungünstigen wirtschaftlichen Lage, die in der Hauptsache auf den Mangel an billigem De- triebskavital und die verminderte Kaufkraft zu- rückzuführen sei. Zur Besserung der Verhältnisse seien eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt und In Aussicht genommen, wie Fre machung von Krediten, Exportversicherung, Wohnungsbauförderung, Abbau der Säuernusw. Inwieweit diese Maßnahmen sich aus die wirtschaftliche Lage günstig auswirken würden, sei augenblicklich nicht vorauSzus-ehen. Wenn sich auch schon eine kleine Besserung in den wirtschaftlichen Verhältnissen gezeigt habe, so dürfe man sich doch nicht allzu großen Hoffnungen hinyeben, denn es sei kaum zu erwarten, daß in nächster Zeit ein wesentlicher Rückgang der Zahl der Arbeitslosen eintreten werde. Die politische Schwäche unseres Volkes wirke sich auch auf unser Wirtschaftsleben ungünstig aus. Eine Haupt- ursoche unserer ungünstigen Wirtschaftslage sei aber die Ueberlndustrialisierung der Welt, die gesunkene Valuta in Frankreich und Belgien usw. Die Lage des Kohlenbergbaues sei durch die bil- MW Sie Völle» Sie Die Dorgefragen en Forschungsergebnisse werden an Lichtbildern erläutert, und die Entwicklung der mehrzelligen vom Ei bis Embryo vorgesührt. Auch der zweite Tag der Reichsgesundheitswoche bedeutete einen vollen Erfolg für die Veranstalter. Bornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch. Reichsgesundheitswoche 815 Uhr. Reue Aula der Universi.ät, Dortrag von Pros. Dr. v. Iaschke ..Ueber den gegenwärtigen Stand der Bekämpfung des Gebärmutterkiebses"; 9.15 Uhr: Prof. Dr. Koeppe „Gesundhei.spslege des Kin» deS" (mit Lichtbildern). - Stadttheater: 7.30 Uhr „Ueber unsere Kraft" (Ende nach 10 Uhr). — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Das Mädel von Ponlecuculi". — Astoria-Lichtspiele: „Der Sturm auf den Goldexpreh". — Die D e u t f ch n a t i o n a l e VolkS- partei veranstaltet am nächsten Freitag im .Postkeller" einen Vortragsabend, bei dem Rcichs- und Landtagsabgeordneter Prof. Dr. Werner sprechen wird über: .Wie lange noch Betrug am deutschen Dolle?" (Siehe Anzeige!) K. 7/1925. Freitag, den 23. April 1926, vormittags 10 Uhr, wird am diesigen Amtsgericht. Zivilsihungssaal 101, 1. Obergeschoß. das im Grundbuche von Giehen den Fredrich Reuling Eheleuten zu je '/, zugefchriebene Anwesen Drand- gaffe 7 Flur 1, 381 «= 279 qm Hofrerte zwangsweise versteigert Die awtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht öffentlich auSgehängt. 26558 Giehen, den 10. März 1926. I. A- des Heff. Amtsgerichts. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Farben aller Art zum Oel- und Wasseranstrich strelchfertige Oeifarben, Leinölfirnis, Slkkativ, Möbel- u d Ofenlaoke, Bern- stein-Fußb denlackiarben, Büffelbeize für Fußböden in verschiedenen Farben Pinsel, Bronzen HätiOI) Feinstes Parkettwachs, geh und weiß Schwämme, Fensterleder empfiehlt In nur besten Qualitäten zu billiR-ten Preisen Adler-Drogerie Walter Waldechmldt •• Erste Hilfe bei Unglücksfällen. Während der Rri.','kgesund7'eitstooche wird das hiesige Rote Kreuz in den Palastlichtsvielen den Film .Erste Hilfe bei Unglücks allen "verführen. Der Mlm zeigt in sehr anschaulicher Weise, wie man sich bei Unglücks ä'.len zu verha'ten hat. um deren Folgen einzuschränken und die mit vielen Unfällen unmÜteLbar verbundene Lebensgefahr zu bannen. Der Besuch ist sehr zu empfehlen, zumal der Eintrittspreis niedrig gehalten ist, um den Zweck der Dorführung „Volks aufllärung tm Rahmen der GesundheitZwoche" zu erreichen. Räheres in drr heutigen Arzeize. — Wieder 50 Prozent Iugend- Fahrpreis-Grmäßigung? Die Wiedereinführung der Ermäßigung vrn 50 Pro-.e.U bei Iugend°Reichsbahn ährten — q gen tig beträgt sie nur 331/, Prozent — soll, toi dir )aupt- wander-Auslunstsstelle erfährt, u.im.t..i ar bevorstehen, wenn auch in Verbindung mit einer verschärften Kontrolle (Einführung eines Lichtbild- Führerausweises) •* Der Derwaltungsausschuß des Arbeitsnachweises ist zu bilden. Die Dorschlagelisten sind bis zum I.Mai einzureichen. — Näheres in der heutigen Bekanntmachung. *• Sommer-Ädonnementskonzerte beabsichtigt unsere Militärkapelle auch für die bevorstehende Sommerzeit. Die Einladung zur Beteiligung an den beliebten Veranstaltungen enthält der heutige Anzeigenteil. * Die Wohlfahrtsvorstellung im Stadt t h e a t e r, die morgen abend 7 30 Uhr zugunsten bedürftiger Mitglieder der Genossenschaft deutscher Dühnenangehöriger statt indet, sei nochmals in Erinnerung gebracht. Zur Aufführung kommt bekanntlich Wildenbruchs Schauspiel .Die Haubenlerche". *• Landung einer unbekannten figt englische Kohle außerordentlich schwierig. Zur Gesundung unserer Wirtschaft fei ein entsprechender AusscheidunaSprozeß unvermeidlich, dieser mache sich zur Zelt schon durch die zahlreichen Konkurse entsprechend bemerkbar. Vielfach werde über zu hohe Löhne und Soziallasten geklagt. Eine weitere Reduzierung der Löhne werde die Kaufkraft noch mehr schwächen. Ein Abbau der Sozialversicherung sei bedenklich, dagegen müsse auf Ermäßigung der Bankzinsen und Speien h ngewirkt werden. Auch sei notwendig, daß wieder mehr der Grundsatz „groher Umsatz, kle.ner Ruhen' Platz greife. Werte Kreise unsere- Volkes feien der Meinung, alles Heil hänge vom Srport ab. Der innere Markt sei entscheidend für unsere Wirtschaftslage. Eine wefent- liche Besserung sei durch Förderung der Kaufkraft der Arbeitnehmer zu erzielen, der Landwirtschaft mühten für ihre Erzeugnisse angemessene Preise gezahlt werden, die Spanne zwischen Erzeuger und Verbraucher sei zu groh. Auch der Export dürfe nicht zu gering eingeschäht werden, denn wir seien auf Au-landware angewiesen, für die wir unsere Erzeugnisse liefern muhten. Zum Schluh machte der Redner noch sehr interessante Ausführungen über die Bestrebungen. Europa in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht zu zentralisieren, die allerdings mit Vorsicht aufzunch- men seien. k. " Bund deutscher Iuaendvereine. Die beiden Gießener Gruppen des Bundes Deutscher Jugendvereine (B. D. I.) veranstalteten am Sonntagabend einen Lichtbilderoorirag über die W e st e r- bürg im Westerwald, die Jugendburg des Bundes. Den Rahmen für diesen Abend gaben gesangliche Darbietungen von altem, schönem fßolreoul ab, das besonderer Pflege gerade der Iuaendbünde wert ist. Dann gab Pfarrer Hertel Aufschluß über das Werden und den Zweck des Bundes. Hierauf sah man im Lichtbild die Burg von allen Selten und in allen ihren Räumen, sah all das frohe und muntere Treiben dort und sah. wie doch aller Freude ein heiliger Ernst zugrunde liegt. In einem Schluß- wort wies Pfarrer Hertel darauf hin, daß gerade aum Eingang der Reichsgesundheitswoche dieser Abend seine besondere Bedeutung habe, denn auf solcher Iugendburg wächst ein gefundes, starkes Geschlecht heran, und es zeigt sich, daß es falsch ist, sich um die Kranken mehr zu kümmern als um die Gesunden. Wir müssen vielmehr alle Krankheitsstoffe Im Keim ersticken und müssen vorbeugende Maß- nahmen ergreifen, um die Krankenbehandlung überflüssig zu machen. In der Rückkehr zur Natur und zum Natürlichen liegt ein besonders beachtliches Moment zur Gesundung unseres Volkes beschlossen. Auf der Westerburg soll der gesunde Mensch zu Hause sein. Mit einem Abendlied schloß der Abend, dem man einen besseren Besuch hätte wünschen dürfen. Kem. Bel her Zellteilung teilt sich zuerst Im Kern das <,entralkörpera.e.!, ta auf d e inzwischen aufgetretenen Eromosomen, bandartige Gebilde, die Träger der Erbmasse. Aachdem sich die Tochterkerne gebildet haben, schnürt sich auch das Protoplasma durch und die Io entstandenen Tochterzellen wachsen wieder zu der Gröhe der Mutterzelle heran. Diese ungeschlechtliche Vermehrung kann viele Generationen fortdauern, unter bestimmten Bedingungen kommt es aber zu BefruchtungSvor- gängen, bei denen eS zu einem Austausch her Kernsubstanz zweier Zellen (einer männlichen und einer weiblichen) kommt. Diese Zellen sind oft schon bei den niederen Lebewesen deutlich verschieden. In diesem Fal e tritt der männliche Kern in den weiblichen Eikern ein, nachdem kurz vorher eine Reifete.lung stattgefunden hat, bei der die Eromosomen auf die Hälfte beschränkt wurden. Die Zahl der Eromosomen ist für jede Tierart bestimmt, bei Menschen finden sich 24. Die Geschlechtszellen werden bei den mehrzelligen Wesen, die einen Zellstatt bilden, von der 7. Teilung ob abgesondert und gehen wie die anderen Körper- zellen keine Differenzierung mehr ein, sie werden vielmehr von ©enenration äu Generation in ununterbrochener Linie fortgeführt. Während alle übrigen Zellen (nach Weißmann „Das Soma“) nur ge- wissermaßen ein zeitweiliges Anhängsel des Erb- plasma bilden und zugrunde gehen können, wenn fein Fortbestand in der Nachkommenschaft sicherge- stellt ist. Diese biologischen Forschungsergebnisse, die hauptsächlich durch Booeri im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts gemacht wurden, stimmen nun ganz mit dem vom Augustineroater Gregor Mendel um bie'Tlitte des vorigen Jahrhunderts bei feinen Bastardierungsversuchen an Pflanzen gefundenen Vererbungsgesetz überein, das erst um Die Wende dieses Jahrhunderts wieder neu entdeckt wurde. Die Mendelschen Versuche werden an der Hand einer Tafel erklärt und gezeigt, wie se die Hälfte der Anlagen von der Mutter und vom Vater Herkommen. Ob diese Erbanlagen voll zur Entwicklung gelangen, hängt von den Einflüssen der Umwelt, Sonne, Ernährung. Boden, Klima (Gebirge, Tropen) ab. Eine Vererbung erworbener Eigenschaften findet nicht statt. Es werden auch keine Eigenschaften, son- bern nur Anlagen vererbt, die erst geweckt und durch richtige Hebung zur vollen Entwicklung gebracht werden müssen. Nicht geübte Organe verkümmern. Ansteckende Krankheiten werden nicht vererbt, sondern die Anstcck ing wird von den Eltern auf das Kind übertragen. Bei der Syvhilis kann die Heber- tragung schon im Mutterieibe erfolgen, bei der Gonorrhöe während der Geburt. Tuberkulose wird auch nicht vererbt, doch wenn die Eltern oder nahen Angehörigen an offener Tuberkulose leiden, leicht im frühen Alter übertragen. Die vererbbaren Krankheiten sind durch die (Erbanlage bedingt. Dabei braucht die Krankheit nicht immer bei den Eltern zum Ausbruch zu kommen, (andern sie kann, wie man sagt, rezessiv überdeckt ein, und tritt erst in Erscheinung, wenn sie von mütterlicher und väterlicher Seite zugleich vererbt wird (Gefahr der Verwandtenehe). Reimgifte, die auf die Erbanlage einwirken, sind Alkohol, Morphium, Kokain, Blei, Quecksilber, Phosphor usw. Die durch sie hervorgerufenen Schädigungen der Erbmasse werden also auch auf die Nachkommen übertragen. Wichtig ist daher die Eheberatung durch auf diesem Gebiete vorgeblldete Aerzte. Die Gattenauswahl muß nach biologischen und nicht nach mate- rialistischen Gesichtspunkten erfolgen. Die Rassenhygiene bezweckt weiterhin den Aus- schluß körperlich, geistig und moralisch Minderwertiger von der Fortpflanzung, um dem Erbgut des Volkes nur gute Erbanlagen zuzuführen. blaue- Wesichen, toeihleineneS Hemd, oben mit weißem Knopf, schwarzes Kopftuch und ebensolchen Schal. Sie hat graues Haar, am Halse xeigt (ich die Schilddrüse vergrößert (Kropf), sie hat im Oberkiefer oben rechts einen großen Zahn, während die sonstigen Zähne fehlen. In der Tasche hatte sie ein weißes Taschentuch mit dem Buchstaben B auS totem Zwirn gestickt und führte eine geflochtene Basttasche mit zwei Ledergriffen und mit zwei gelben Lederriemen umgeben bei sich. Die Leich? wurde nach dem neuen Friedhof in Gießen verbracht. Personen, die über die Verstorbene Auskunft geben können, bezw. die Angehörigen werden ersucht, sich mit der Kriminalpolizei Gießen ins Benehmen zu setzen, evtl, telephonisch (Ar. 1023). •• „Die tolle Herzogin- im Film. Der gegenwärtig in unseren Spalten lausende Roman „Die tolle Herzogin" wird von morgen ab als Film im Lichtspielhaus in der Bahnhof- st r a ß e gezeigt. Erste Kräfte wirken in diesem Ellen-Richier-Film der Ufa mit, der außerdem reich sein wird an schönen Naturaufnahmen. — Näheres in der heutigen Anzeige. 8 iS ; n t g u n g in b » r deutschen Jugendbewegung. Im Herbst vorigen Jahres haben sich zwei Bunde, der Bund deutscher Ringpsadsinder und der Bund deutscher Heu- Pfadfinder, geeinigt; sie bilden seitdem den Groh- deutschen Psadfinde-bund. Die er Grohkeutsche Pfads.nderbund hat sih jetzt mit dem Altwandervogel und dem W .ndervogel, Deutscher Jungen- bund, zusammengeschlossen, „überzrugt von der Rotwend.gleit eines umfassenden Bundes deutscher Jugend, im Gefühl ihrer Zusammengehörigkeit und beseelt von dem Willen, damit der deutschen Jugend und dem ganzen Volke zu dienen". Wer auf die Geschichte der deutschen Jugendbewegung zurückschaut, der we h. welch unglückselige Rolle in ihr der Spaltpilz gespielt bat: besonders unter den Einwirkungen des Kr egeS spaltete sich fast jeder Band, durchweg ans nneren Gründen, in Teile; waS Wunder in einer Zeit, wo die Uneinigfeit an der Tagesordnung ist! Um so mehr ist es zu begrüßen, daß jetzt in der deutschen Jugendbewegung manche Eigenart geopfert wird und man den Weg zueinander und miteinander findet. •• D i e Ortsgruppe Gießen des W-tMiiW Kreuzplah 9 K7*a Fernsprecher ?C6 IM V7 w »IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlIIIIII!«IIIIIIIIIIIIIII!!IIII!I!II»!Ii!IIIII>««I!!I«!III!«!IIIIII!IIIlIIIIIII!II!II!!!II!IIIIlIINIII!IIIIIIIIII!III!II!W IIII!IIIIIIII!IIIIIIII!,!IIIIIIIII!IIII!!IIII!I!II»!Ii!IIIII>««I!II«!IIII«!IIIIII!IIIlIIIIIII!IIIII!!!II!II!IlIINIII!IIIIIIIIII!III!II!W I I Soüiiiier - Aliooiieineils - Konzerte 19261 "I Zuschnside-Kurfus gegenben. 3599D Löb er, Obermusikmeister. 3579D Freitag, den 23. Apr I, abends 8 Uhr Stephanstrahe 43 II. ein. 3597c A. Stod) Nachsigr. 3594 D gesucht. Hamburger Fisch handlg. gegen gute Sicherheit gesucht. Schr. Angebote unt. 02509 nn den Gien. Anz Telephon 832 ________________02827 Beteiligung mit ca. 5—10000 G.-Mk. an irgend einem guten (Be- schäft gesucht. Schr. Ang u. 02807 an den Gieß. Anz. Der Abonnementspreis für 8 Konzerte beträgt: 4 Personen 12 R.-M., 3 Personen 10 R.-M., 2 Personen 8 R.-M., 1 Person 5 R.-M. Kassenpreis 1 R.-M. Wettbewerb ausgeschrieben: 1. Zimmerarbeiten 2. Dachdeckerarbeiten 3 Klempnerarbeiten. Angebotsvordrucke sind bei der Bauleitung (Herrn techn. Eisenbahn-Inspektor VI vlJi Am 15. Mai 1926, nachmittags 3 Uhr beginnend, sollen im Gewerbebaus der Stadt Köln dte dort lagernden 5000 Kilo garantiert unsortierte Missions-Briefmarken von Missionen, Klöstern ui tu. seit langen Jahren in der ganzen Welt gesammelt mit vielen alten und seltenen Marken durch dte Unterzeichnete ohne Unterschied des Wertes nach Gewicht verkauft werden. Jnteresscnlen erhalten vorher «jetzt, versiegelte Original- Probe-Kilos. Ein Ortginal-Probe-Ktlo brutto (in—20000 Stück» kostet ML 21.—, 2 Kilo Mk. 30.-, 4 Kilo Mk. 50.-, 10 Kilo Mk 100— Kassa voraus, portofrei, sonst Nachnahme. Ausland nur Kasse voraus. B76as Briefmarke» Ein- u. Ansfubr G. m. b. H.. Köln (tzcwcrbe- ba»S Nr. 152 (Größtes Untcrncbmen dieser Ärt.) Holzsubmtssion. Gegen schriftliches Angebot werden aus dem Kirchenwald zu Crumbach verkauft: 1. Nadelholz: Kl. la 40 St. 7.89 Fstm., Kl. 1b 48 St. 20,45 Fstm., Kl. 2a 41 St. 27,96 Fstm., Kl 2b 4 St. 4,98 Fstm., Kl. 3a 1 St. 1,48 Fstm., Kl. 3b 1 St. 1.02 Fstm.. Abschnitte 1b 5 St. 1,35 Fstm., 2a 12 St. 5,86 Fstm., 2b 10 St. 6,15 Fstm., 3a 11 St. 8,54 Fstm. (im ganzen zirka 85 Fstm., Aenderungen bleiben Vorbehalten). 2. Erlen: Kl 1 1 St. 0,23 Fstm., Kl. 2 29 St 10,08 Fstm., Kl. 3 2 St. 1,39 Fstm., 8 Am. 2 Mir. lange Nutz- knüppel, 12 Am. 1 Mir. lange Erlenrollen. Auskunft erteilt Förster I e s e r i ch - Frankenbach Schriftliche Angebote bis 5, Mai 1926, nachmittags 2 Uhr an Pfarramt Crumbach, Post Rodheim a. d. Bieber. Genehmigung bleibt Vorbehalten. 3591D Stadftheater Donnerstag, den 22. Avril. anher Abonnement Borftenm jugrniRr;: Oec (Benonenldiaii DeuWkc Baiiuen- ongeööcigen von 772 bis io I hr Die ocuöenletffe. SchausoleltnlAk.-en von Wildenbructi Die Konzerte finden möglichst Donnerstags statt, das erste am 10. Juni. — Anfang abends 8 Uhr. Abonnements im Vorverkauf sind auf der Liebigshöhe und im Philosophenwald sowie an der Abendkasse zu haben. Licht zu verm. „„ Bleichftr. 33 V. Anzus. von 1 llhr ab. 5. Mai erteile ich einen Juschneide-Kursus für Damenschneiderei mit praktischen NnfNoben. Anmeldungen werden bis zum 1. Mai entgegengenommen Gleichzeitig empfehle ich mich im Anfertigen feiner Kostüme, Mäntel und Kleider B. Äatz, Damen-Schneiderei Die Kapelle des I. (Hess.) Grenadier-Batls., 15. Inf.-Regiments erlaubt sich zu einem Zyklus von 8 Abonnementskonzerten einzuladen. Die Konzerte finden auf der Liebigshöheund im Philosophenwald abwechselnd statt, wozu ein musik- und kunstliebendes Publikum höflichst eingeladen wird. foersohiedenes| llatewtimaoer erteilt Stunden in Matbem., Tcutsch, Rechnen an jüngere Schüler. Schrtstliche Angebote unt. 0281V an den Metz. Anz. Die Erd- und Maurerarbeiten zur Herstellung eines lieber« holungsgleises auf Bahnhof Großrn- Linden sollen d ergeben werden. Angebotsmuster sind bei dem unterzeichneten Amte, Zimmer 25, für 0.70 Reichsmark erhältlich, so lange Vorrat reicht. Die Angebote werden am 28. April, 11 Uhr, geöffnet. Vollendungsfrist 36 Werktage. Zuschlagsfrist 14 Tage. Eisenbahnbetriebs- amt Gießen 1. ■IJfflW mit eleftr. Licht und heizbar, von Ma- schmeubauschüler gesucht Schmidt, Eisenbahn-Betriebsamt I, hier, Schristl. Angebote Zimmer Ar. 37), gegen Erstattung der unter 02810 an den Selbstkosten erhältlich, woselbst auch die Gtetz. An;, erbeten. Zeichnungen und Bedingungen eingesehen Stndemtn «Aus- werden tonnen- Altrenomierte, leistungsfähige Seifenfabrik sucht für ihre durch D. R. P. gesetzlich geschützte Spezialität tüchtige platzverireter bei guter Verdienstmöglichkeit. 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Dann erscheint der Berwandlungskünstler Oliver. Leider hat Olivia es sich nicht versagen können, mit dem heim- gekehrten Freund in einer vom Scheinwerfer hell bestrahlten Loge der Vorstellung beizuwohnen. Beim Anblick der Holden verfällt Oliver in Liebesraserei und verkündet laut seinen Entschluß, Selbstmord begehen zu wollen' es passiert ihm jedoch eine kleine Verwechslung („Oliver hier, Oliver da, zweimal Oliver!") er erschießt sein Ebenbild, Olivias Freund, glaubt aber, sich selbst getötet zu haben und wird ins Irrenhaus eingeliefert: „Es ist der Fall des Artisten Oliver", doziert der Chefarzt seinen Hörern, „von der Polizei wurde der Mann, der einen Mord verübt hat, bei uns eingeliefert zur Beobachtung seines Geisteszustandes. (Folg! die Vorgeschichte.) Er tötet im Variete den Nebenbuhler. Bei seiner Verhaftung schweigt Oliver hartnäckig. Er stellt sich tot. Soweit die polizeilichen Ermittelungen: wie sie mit geradezu beispielhafter Deduktion die falsche Wirklichleit für die echte Wirklichkeit einsetzen. Es hat nämlich keineswegs dieser Oliver mit dem Motiv der Eifersucht den Schuh abgegeben — vielmehr die Handlung eines Selbstmordes liegt vollkommen plausibel vor bei Oliver, dec sich erschoß, um eine Kette privater fürchterlicher Verwicklungen mit einem Gewaltstreich zu zerreißen. Durchaus konsequent vernichtete er die WaSke, die ihm nichts mehr nützen konnte, wobei er im Schwindel höchster Verwirrung sich mit seinem Gegenüber verwechselte und in dem anderen sich selbst umbrachte." — Aber auch diese nachträglichen Deutungen seiner Tat interessieren nicht nachhaltig. Das wesentliche Moment ist: „Dieser Mensch hält sich für tot, während er lebt!“ Die Untersuchung ergibt unheilbaren Wahnsinn und gestattet Kaiser den Schlußeffekt einer Irrenhausszene. Tragische Schicksalsverkcttungen? Oder nicht vielmehr Begebnisse, die „die falsche Wirklichkeit für dic echte Wirklichkeit einsehen“? Die Aufführung stand unter der vortrefflichen Leitung von Clemens Schubert und gab wesentlich mehr, als das Buch. Ausgezeichnet die Bühnenbilder Walter G i s k e s: straff zusammengefaßte Ausschnitte von sehr glücklicher, farbiger Wirkung. Den Darstellern gelang es, den schemenhaften Gestalten Kaisers Leben einzuhauchen. Besonders hervorzuheben der Oliver Carl N a n d t s. Sehr fein und lieblich Hanni B eck «übrigens eine gebürtige Gießenerin, die für die nächste Spielzeit an das Mainzer Stadttheater verpflichtet ist) als Olivers Tochter. Die verkrüppelte Gat in (Gertrud Bergmann) hätte ein wenig Dämpfung, die Olivia (Maria M a r t i n s e n) etwas Belebung vertragen können. Gar zu matt und farblos Hermann Weiße als Olivias Freund. Vorzügliche Leistungen boten Albert Walter als schmierig-lüsterner Direktor und Immanuel Medenwaldt als kupplerischer Agent. Die Kokotte wurde von Else Bork durchaus angemessen verkörpert. Hans Brackebusch schien als dozierender Chefarzt nicht ganz in seinem Clement zu sein, auch der Negisseur Hennig NolteS überzeugte nicht völlig. Sehr gut das Irrenquartett. Jazzmusik verband die elf Bilder. — Der Beifall deS Publikums galt wohl mehr den Darstellern, als dem Stück. E. B. Die Wespen und die Orgel. 2m letzten Jahre erhielt die katholische Kirche in Leipzig ein neues Orgelwerk. Wenige Wochen nach seiner Vollendung machten sich jedoch bereits Reparaturen nötig. Eine eingehende Untersuchung durch den Erbauer ergab Schäden an den pneumatischen Zuleitungen. Die gezogenen Dleirohre wiesen kreisrunde Löcher auf. deren Entstehung zunächst vollkommen rätselhaft war. WeitereNach- forschungen förderten dann einige abgestorbene Insekten von etwa 2 Zentimeter Länge jmb Reste von solchen zutage. Man vermutete sofort, daß diesen Tieren die Schäden zuzuschreiben seien, obwohl die Annahme nicht sehr wahrscheinlich war. Eine Nachfrage am Zoologischen Institut der Universität Leipzig ergab, wie Dr. E. Wagier in der „Zeitschrift für Instrumentenbau" mit teilt, die Richtigkeit dieser Annahme. Es handelte sich um eine Holzwespe (Paururus juvencus), die ihre Eier im Holz ablegl. Dori entwickeln sich die Larven, indem sie durch das Holz lange Miniergänge fressen und sich dadurch ernähren. Ihre Entwicklung dauert oft Jahre, bis die fertige Wespe dann durch einen Gang sich zur Oberfläche ihres Wohnholzes hinarbeitet und durch ein von ihr' genagtes großes kreisrundes Loch ihrem Larvenschlupfwinkel entsteigt. Offenbar war eines der für den Orgelbau verwandten Kiefernhölzer von ihnen befallen. Die reifen Larven oder Puppen waren mit den Säulen, an denen die Zuleitungsrvhre in Bündeln montiert waren, ein* geschleppt worden. Die auS'chlüpfenden Wesven trafen auf ihrem Wege zu der Säulenoberfläche aus die Dleirohre, wurden durch diese abgelenft, und nagten nun auf der Suche nach e'nem AuS- weg. einen Gang, der quer zu den Rohren halb noch durch diese ging, halb im Holze lag. Auf diese Weise hatten die Wespen die Orgel beschädigt. 02827 XD oder »um incv )00 enb Be« 807 lnz- 3® ier- dn- b09 In» a”ch Si/^Hk nr. au* )«• )tr> auf Bin» oer* An* ibei eien 25, arh nge Die am ge. gs* ige. >s* und iken> 6822 egen i in MM., Cewistliches WMO l-GaMusv"^' uMan-V Rltibet Stadttheater AS *$¥>... rtzS bcOTntnb, loün .wifloemen nu(Ä. marken von üRitö«» a&s -Dertail(i roetbeii LASS »ebtnen dieser Art.) rde l| ilale “”D SH lusstellung MlM Slktzld. Unfere ßulamm: • hunftam22.c2lmi! im !BDrtrag5.i.ü! fielfoner fällt wegen unserer Frühjahrsmesse (vorn 3 bis 7. Mai) aus. - WmM Wintiti Freitag Ll. Avril abends 8*'.UbrJo Postkeller, ^toi.Dr. Lernrr-BuM spricht über: M lange * ßko Balle? Gäbe sind wA kommen. 2er Boriianv- SJS !«•»«, > d„ 'n pr<.i ?era «e machen Bl P •* Uinr ’w.eg und Gr St. ss ll Vereine *1 stGk re s x i W- Stmii >1 Mittwoch, 21. April 1926 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen) Nr. 92 Zweites Blatt London - Kairo - Kapstadt - ein englisches Kolonialp oblem. Don P. Jos. A b s, Bonn a Rh. Leit Monaten hat kein politisches Ereignis die weiteste Oeffentlichkeit Englands jo sehr erregt wie die glückliche Rückkehr der drei Flieger , die Ende Mär; von ihrem Tropenflug Kapstadt—Kairo- London glücklich und heil zurücklehrten. London hatte sich auf dem großen Flugplatz Eroydon einge» funden. um den Führer der Erpediiion, Cobham, zu begrüßen. Auf den Schultern der bcgeifterten Massen wurde' er als Lieger umjubelt. Der Unter* staatssckretär für Luftfahrt war zu seiner Ankunft persönlich erschienen. Kein Name ist heute populärer in London als der des Kap—Kairo Fliegers Cobham. Das hat seine guten Gründe. Nicht nur eine sportliche Leistung ersten Ranges hat der Flieger vollbracht, für die stets der Angelsachse sich begeistert. Der Flieger hat Eng- land eine neue Welt geschenkt. Der von dem Afrikapolitiker Cecil Rhodes ins englische Dolk geworfene Gedanke, der den schwarzen Erdteil mit seinen riesigen verbindungslosen Ländermassen in ein zusammenhängendes, der englischen Welt gehöriges Ganzes einschließen sollte, ist in Erfüllung Gegangen. Der einstige goldene Traum der Verbindungslinie Kap—Kairo ist kein Traum mehr, er ist Wirklichkeit geworden. Der englische Flieger hat rund 30 000 Kilometer mit feitjer , ArmstronmSiddeley Iaguar"-Maschine zurückgelegt. Der Flieger war eingeübt und eingeprobt auf Tropenflüge. Seine Maschine war eigens ..tropenfest" konstruiert. Die Engländer hatten seit 1019 das Problem des Kap—Kairo-Fluqes studiert und probiert. Nach jah'-elangen Mühen ist es endlich Mir Wirklichkeit geworden. Organisation und zähe Ausdauer hat, wie der Flieger sich ausdrückt, den Sieg über die unüberwindlich erscheinenden Minder- nisse des tropischen Erdteils errungen. Der Jubel der angelsächsischen Bevölkerung der Südafrikanischen Union war nicht weniger groß, als der Londons und Englands. Ein Brief des Gouverneurs der Union an den König von England, den der Flieger persönlich sofort nach seiner Rückkehr überreichte, war der Ausdruck dafür. Der König gratulierte dem ~(iooer, der das „Air Force"-Kreuz erhielt. In den Millionen Häusern Englands lauschten die Bewohner der interessanten Schilderung des glücklichen Siegers. Jnteresiant genug klang die Erzählung des Fliegers im Rundfunk, lieber weite Wüstenstrecken mit undurchsichtigen Sandstürmen durch schwere Trnpenrenen und sausende Seewinde, durch eine wahre Hochofenglut-Atmosphäre ging der Weg. Weite unbevölkerte Landstriche, dichte Urwälder, Bergregionen boten einer glücklichen Landung drohende Gefahren. Zeitweilig stieg das Thermo- w-»?r auf 50 Grad Celsius im Schatten, so daß die Flieger, um eine ertragbare Temperatur zu finden, in Höhen von 3000 Meter und darüber auf» steigen mußten. Wer die Tropen kennt, weiß, was es heißt, stunden- und tagelang dieser glühenden Sonnenhitze fast schutzlos preiszugehen zu fein, dazu in einem so engen Räume im Flugzeug, in dem größere Bewegungsfreiheit unmöglich ist. Aber diese Glanzleistung des englischen Flugdienstes hat eine viel größere Bedeutung, als das Prestige der britischen Lustschissahrt der Welt darzu- tun. In England hat der Kap—Kairo-Flug lang ersehnte Zukirnftthoffnungen verwirklicht — wirtschaftliche, militärische. Jeder Bahn bau in den Tropen, besonders in wirtschaftlich noch unerschlossenen Gebieten des tropischen Afrika, ist eine ge- wattige Belastung für die Staatskasse. Und doch sind Derbindungsweae und Transportmöglichkeiten eine unerläßliche Bedingung für diese wirtschaftliche Erschließung. Wenn auch die Kap—Kairo-Verbindung per Bahn immer mehr im Werden ist, so klaffen doch noch drei Lücken in dem Schienenwege, von denen die für England wichtigste die vom Sudan. Khartum-El Obeid über die englische Mombasa-Linie die Verbindung mit unserer ehemaligen Daressalam—Tanganyika-Bahn Deutsch-Ostafrikas und von da nach dem Südnetz der Union-Bahnen darstellt. Gerade diese Sudanverbindung nach dem Süben wich durch den Kap—Kairo-Flug zur Wirklichkeit. Wie wichtig diese Verbindung nicht nur wirtschaftlich, sondern politisch und militärisch für England ist, zeigt uns seine Stellung als Kolonialmacht. Den großen ostafrikanischen Block vom Nor- den Afrikas bis in den Süden umspannt England mit dieser Linie. Heute kennt England keine gröbere Sorge, als die Grenzen seines riesigen Kolonialbesitzes gegen politische Aspirationen und militärische Angriffe zu sichern, um sich die wirtschaftlichen Vorteile nicht entgehen zu lassen. Bedroht ist vor allem sein kostbarer Besitz im Sudan, den es sich durch die neue Nilsperre am Makwai-Darnm zu einer Geldquelle ersten Ranges auf langjährige Sicht hinaus erschlossen hat. Die Unabhängigkeits* bcwegung Aegyptens kann doch eines Tages zum Ziele führen. Dann ist fein kostbarer Besitz im Sudan vorn Norden her gefährlich bedroht. Die mohammedanische Welt voller Gärung umsitzt den kostbaren Suez-Kanal, der die Hilfe von Norden her äußerst problematisch gestaltet. Südwärts des Sudan sitzen bis nach Dfiafrita hinein wertvolle Streitkräfte, wie unser Ostafrikakamps unter Let* tvw-Dorbeck bewiesen hat. Auf dem kürzesten Wege, dem Luftwege, kann England diese Kräfte seinem bedrohten Sudan zu Hilfe senden. Und die noch wichligeren Streitkräfte der Union kann es nach dem Norden, wie nach jedem bedrohten Punkte in kürzester Frist werfen, ohne die Gefahr schwerer Verluste, die die tropischen Märsche durch weglose Gebiete mit sich bringen. Ebenso kann cs auf dem Luftwege die Transportschwierigkeiten, die die Bewegung größerer Truppenmaffcn in den Tropengebieten äußerst schwerfällig gestalten, beheben. Durch den Kap—Kairo-Flug fühlt England sich mehr als je Herr von Afrika. Auf dem Hintergrund der Begeisterung Englands für den Kap— Kairo-Flieger stehl dieser Besitzergedanke, wenn er auch nicht so offen zum Ausdruck kommt. Für uns Deutsche schiebt sich bei diesem Engländerflug ein Riegel mehr vor eine schöne Zukunftshoffnung, vor das Tor Deutsch-Oftafrikas, das uns wieder offen zu stehen schien. Für Englands Afrika- pläne ist Deutsch-Ostafrika ein notwendiges Glied- das es schwerlich missen wird, nachdem es in die ostasrikanische Kette Englands eingegliedert ist. Bei diesem Kap—Kairo-Flug des Engländers, der über- all frei landen konnte, wo er geeignetes Gelände fand, dürfen wir wohl an eine Glanzleistung deutscher Luftschifsahit erinnern. Es war dies die tragische Fahrt des Zeppelin L. 59, der am 21. November 1917 vom Balkan aus den Weg über das Mittelländische Meer nahm, um den Kämpfern Ostafrikas neues Material zu bringen. Am 23. Februar 1918 befand sich der Zeppelin über Khartum, als er die Nachricht zum Umkehren erhielt. Glücklich kehrte das Schiff nach 8000 Kilometer-Fahrt ohne Zwischenlandung zurück. jtemai Paschas Memoiren Von unserem Dr. E. 8.-Berichterfta1ter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Konstantinopel, April 1926. Mit der Wiedergeburt der Türkei als Nationalstaat in Anatolien hat man nicht allein in der breiten Masse des türkischen Volkes, sondern in der ganze Welt den Namen Mustapha Kemal Paschas, wie es scheint, unauflöslich verknüpft. Es wird einer späteren Geschichtssorschung die Prüfung vorbchalren bleiben, ob diese Auffassung im vollsten Umfange berechtigt erscheint, ob man nicht einige andere, militärisch und politisch besonders befähigte Köpfe, wie K a r a b e k i r Pascha, R e u f Bey und Hamdullah Subchi Bey und andere an der Arbeit des Wiederaufbaus einen sehr wesentlichen, wenn nicht den größten Anteil gehabt haben. Der hervorragende Militär Karabeklr Pascha ist es jedenfalls gewesen, der die Grenzen des neuen Staates durch die energische und schnelle Vertreibung der feindlichen Truppen nach Osten sicherte, während Reuf Bey und Hamdullah Subchi Bey die innenpolitischen Grundlagen und die ganze Organisation der neuen Republik geschaffen haben. Die beiden letztgenannten Männer sind der Rasse nach Halb-Tscherkessen, ihrer politischen Einstellung noch aber fanatische Panturkisten, wie denn die in der Türkei aufgewachsenen und zu Türken gewordenen Tscherkessen wohl durchweg als türkische Nationalisten gelten können. Kemal Pascha, der — wenigstens In türkischer Sprache — als ein recht federgewandter Journalist gelten kann und schon öfters unter einem Decknamen Aufsätze in der örtlichen Presse veröffentlicht hat, ist jetzt in der offiziösen, in Angora erscheinenden Zeitung „Milliet" mit seinen Memoiren heroorgetreten. Er wollte das, wie man behauptet, bereits im Jahre 1924 tun, wurde aber durch wohlmeinende Ratschläge einsichtiger Freunde aus taktischen Gründen von der Veröffentlichung abgehalten. Soweit sich nach den bisher publizierten Abschnitten urteilen läßt, umfassen diese Erinnerungen drei Perioden der neuesten türkischen Geschichte, die Zeit unmittelbar vor dem Kriege, die Zeit während des Krieges, und den Aufbau der türkischen Republik bis zum.Antritt der Präsidentschaft durch den Memoirenfchr'eiber, wobei das Persönliche stark in den Vordergrund tritt. In dem veröffentlichten, auf Georg Kaiser: „Zweimal Oliver" llranffübrunq nm Clbcnbiirqcr ^andcStheater. Georg Kaiser hat aufs neue bewiesen, daß er sich auf geschickte Mache versteht, und die Theater- direktoren reißen sich förmlich um das letzte Kind seiner Muse. Womit erweckt Oliver diese allgemeine Anteilnahme? Die Fabel des Stückes ist kurz folgende'. Oliver, ein Verwandlungskünstler zweiten Ranges, wird vom Darietedirektor entlassen, der Agent legt die Hand auf die Gage. Womit die verkrüppelte Frau, die junge Tochter ernähren? Als dea ex raachina erscheint Olivia, eine reiche Dame, die in einer der DarietLverwandlungen Olivers ein treues Abbild ihres fernen Freundes findet: den soll Oliver ihr vortäuschen, täglich eine Stunde stumm vor ihr im Sessel sitzend. Sein Lohn eine -Summe, die ihn aller Not entheben muh. Trotzdem läßt er es zu, daß die über alles geliebte, unschuldige Tochter sich für die Eltern opfert, deS Verdienstes wegen zum Darietöballet geht, ja, durch den Agemen an den Varietedire'tor verkuppelt wird. Als Vorwand für diese Unwahrscheinlichkeit bient die leidenschaftlich-eifersüchtige Liebe der verkrüppelten Frau zu Oliver, der dieser den harmlosen 'Vertrag mit Olivia und den Besitz des daher stammenden Geldes glaubt verheimlichen zu müssen. Welche weitere Anwahrscheinlichkeit aber für emen spateren Knalleffekt nötig ist, daß die Tochter, dies un- berührte Kind, gleich am ersten Abend mit dem Direktor soupieren geht!) Nach kurzer Frist entbrennt Oliver in Liebe zu Olivia und macht den Versuch, nicht mehr nur das stumme Abbild ihres Freundes zu mimen, sondern ihn mit Heftigkeit ins Leben zu übersehen. Da jedoch dieser schemenhafte Freund just im Begriff steht, in Olivias Arme zurückzukehren. ist der Augenblick nicht sehr glücklich gewählt: Oliver wird auf die Straße gesetzt. Er sucht Vergessen: wir den (Eintritt der Türkei in den Weltkrieg sich beziehenden Abschnitt werden unter anderem Anschauungen vertreten, die in Deutfdjlang Aussehen und verständliches Befremden erregt haben, hauptsächlich wohl, weil die politische Einstellung Kemal Paschas in ihren Einzelheiten der deutschen Oeffentlichkeit nicht genügend bekannt ist. Wenn ich mich hier zu einigen sachlich kritischen Bemerkungen veranlaßt fühle, so halte ich mich dazu für berechtigt, weil ich auf Grund einer genauen Orientierung in der Lage bin, den Charakter und die politische Mentalität dieses um sein Vaterland hochverdienten Mannes richtig zu beurteilen. 3m allgemeinen gilt Kemal Pascha, wie in seiner Heimat, so auch in Deutschland, sehr mit Recht als ein Kriegsheld, ein tapferer Haudegen und grundehrlicher Charalter, der bei Erreichung feiner politischen Ziele sentimentale Rücksichten niemals kennt, als ein von Freund und Feind geachteter Ritter ohne Furcht und Tadel. Als offener und ehrlicher Mann, dem jede Lüge fremd ist, gehört er zu den Gewalthabern, die auch ihrerseits ein offenes und ehrliches Wort vertragen können. So weiß er auch aufrechte Männer zu schätzen und zu hatten. Er ist nicht allein ein warmer Patriot und Nationalist, sondern auch ein überzeugter Verse ch te r der großtürkischen Idee. Den Bolschewiken, mit denen er, der Not gehorchend, äußerlich in Verbindung treten mußte, kann er es deshalb nicht verzeihen, daß sie bei allen türkischen Völkern, den Tataren. Kirgisen. Baschkiren. Usbeken und Turkmenen durch ihre Politik einen fanatischen Partikularismus großgezüchtet haben. Vor allem muß man, zum richtigen Verständnis feiner Erinnerungen, daran festhalten, daß er stets feine wirklich ehrliche Ueberzeugung ausspricht, und daß er seine, stets im schroffsten Gegensatz zu den türkischen Unionisten stehende politische Stellungnahme niemals geändert hat. Wenn er nun in bezug auf den (Eintritt der Türkei in den Weltkrieg meint, sein Vaterland sei durch die deutsche Militärmission in den Krieg hineingezerrt worden, so mag er auch das vielleicht wirklich glauben, historisch ist diese Anschauung aber ganz unhaltbar. Es ist ja im Gegenteil bekannt, daß es der deutschen Vertretung am Goldenen Horn einige Mühe kostete, die Türkei von einem vorzeitigen Eingreifen ab* zuha 11en. Er hat kein Verständnis für die politische Haltung der jungtürkischen Partei im Jahre 1914, die den Anschluß an die Mittelmächte durchsetzte, weniger wohl aus Deutschfreund» lichkeit. als aus Feindschaft gegen diese Partei und ihre führenden Männer. Die Beweggründe für die Stellungnahme der Türkei sind aber von T a l a a t Pascha seinerzeit besonders klar formuliert worden. Dieser hervorragende türkische Staatsmann der neueren Zeit erklärte, die Türkei befinde sich zwischen Rußland und England wie zwischen iwei Feuern und werde deshalb bei einer neutralen Haltung während des Krieges in jedem Falle schließlich noch mehr zu leiden haben, als beim Anschluß an Deutschland. Kemal Pascha erzählt ferner, er fei stets gegen die deutschen Militärmissionen und Instruktoren ge- welen. Tatsächlich ist es nicht selten zu Reibungen zwischen ihm und Liman von Sanders sowie auch anderen deutschen Offizieren gekommen. (Es ist hier nicht der Platz, die Frage klarzustellen, welchem Teil dabei die größere Schuld beizumesien ist, doch ist es wohl sicher, daß Kemal Pascha häufig hem- mend in die Tätigkeit der mit den regierenden Iungtürken zusammenarbeitenden deutschen Militär- Personen eingegriffen hat. Daß die türkische Dolks- meinung in bezug auf die deutschen Lehrmeister der türkischen Armee einen anderen Standpunkt einnimmt. geht schon daraus hervor, daß noch im Jahre 1922 die Presse in Konstantinopel jeftftente, die hohe Dualität der türkischen Armee, wie sie sich auch in Anatolien zeigte, sei das Verdienst ihrer deutschen Lehrer. In der von den Franzosen in Konstantinopel herausgegebenen Zeitung „Stambul" rief diese Feststellung erbitterte Gegenangriffe hervor, die jedoch keine Beachtung fanden. Was den Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser (Erinnerungen betrifft, so ist wohl die gegenwärtig sich vollziehende Annäherung zwischen der Türkei und England nicht außer acht gelassen. Aber man hat doch stark den Eindruck, als ob Kemal Pascha bei der Niederschrift dieser Memoiren nicht nur den Weg seiner bisherigen Politik verlassen hätte, die — sei es auch nur aus realpolitischen Gründen — durchaus nicht in eine antideutsche Stellung führte, sondern als ob er Deutschland- gegenüber sich im Ton derart vergriff, daß eine Korektur wohl notwendig wäre. Der Sechjerausschuh des Hessischen Landtags. Die gegenwärtigen Verhandlungen des Hess. Landtags unterscheiden sich sehr wesentlich von den früheren, da sie öfters längere Zeit für Abstimmungen erfordern. Neben den von dem zuständigen Ausschuß und den einzelnen Abgeordneten gestellten Anträgen liegen dem Hause auch noch die des S c d) • serausschusses vor. Dieser Ausschuß führt seinen Namen von den 6 Mitgliedern, die ihn bUbcn; diese entsprechen den sechs Fraktionen des Landtags (Hess. Landbund, Deutschnationale Volkspartei. Deutsche Volkspartei, Zentrum, Demokraten, Sozial- demolraten), Im ganzen sind aber im hessischen Par- Liment 8 Parteien vertreten, indessen sind die vier Kommunisten und der eine Nationalsozialist nicht stark genug, um Fraktionen zu bilden. Die Gründung des Sechserausschusses geht auf einen Beschluß des Landtags vom 20. Juli des vergangenen Jahres zurück: er ist angeregt durch die Forderung der Oppositionsparteien nach Vereinfachung der gesamten Staatsverwaltung. Die Form hat er dann durch einen Antrag des sozialdemokratischen Abg. Widmann erhalten. Zunächst schien es so, als wäre der Ausschuß nicht imstande, seine Aufgabe zu erfüllen und man glaubte vielfach schon, seine Arbeiten würden auf ein totes Gleis geschoben, schließlich hegte man auch Zweifel, ob der Landtag einen nennenswerten Teil der Entschließung des Sechserausschusses zustimmen werde. Als aber der Ausschuß unentwegt weiter tagte, verstummten die Zweifel. Namentlich hatte ein Antrag Scholz und Genossen, der eine De- förderungssperre bei den Zentralbehörden vorsah, anfänglich manchen Kreisen Anlaß gegeben, dem Ausschuß mit Mißtrauen zu begegnen. Nach Ab- schluß der Beratungen der allgemeinen Anträge wurde dann die Regierung ermächtigt, die Beförde- rungssperre bei den Zentralbehörden als aufgehoben zu betrachten. Der Sechserausschuß hat unverdrossen getagt und den gesamten Staatsvoranschlag in zwei Lesungen durchgearbeitet: er hat also eine sehr gründliche Arbeit geleistet, wie sie in dieser Weise bisher wohl noch von keinem Ausschuß durchgesührt worden ist. Das Zeugnis, daß der Ausschuß außerordentlich eifrig und fleißig war, wird ihm niemand versagen können. Die Tagungen waren geheim und dieses Stillschweigen ist von den Abgeordneten auch bis jetzt in den CanblagsDerhanblunjjen kaum gebrochen worden, obwohl mancher Anreiz dazu vorgelegen haben mag. Aus gelegentlichen Andeutungen geht hervor, daß vereinbart worden ist, über abgelehnte Anträge nicht zu sprechen. Offenbar sollte dadurch verhindert werden, daß solche Anträge agitatorisch im Partetkampfe oder im Landtag ausgebeutet werben. Aus anderen Erklärungen ist zu entnehmen, baß der Ausschuß seine Arbettsweise im Verlauf her Sitzungen geändert hat. Zuerst wurde das Schwer* geroidjt auf Gutachten der Regierung gelegt, die sich dazu äußern sollte, ob z. B. eine Stelle im Staats- Haushaltsentwurf eingespart werden könnte, da jedoch diese Regierungserklärungen immer verneinend ausfielen, so wurden Anträge und Deschlüsie anders gefaßt, indem z. B. die Zahl der einzusparenden Stellen bei einem Kapitel festgesetzt wurde und man nun der Regierung die Aufgabe überläßt, diese selbst auszusuchen. Wie eingehend die Beratungen des Sechssraus- schusses waren, geht schon aus der Zahl der Be- schlüsse hervor: der Ausschußbericht zählt deren nicht weniger als 118 auf. Es leuchtet ohne weiteres ein, daß es unmöglich ist, innerhalb des Rahmens einer Zeitung alle diese Beschlüsse mitzuteilen oder auch nur die Abstimmungsergebnisse im einzelnen zu ocr- öffentlichen Manche der Entschließungen des Ausschusses bestehen aus mehreren Abschnitten, über die mitunter getrennt abgestimmt wird. (Es ist daher die Zahl der eigentlichen 2(bftimmungen über die Einträge noch weit größer, als angegeben ist. Unter den Anträgen sind einige von allgemeiner oder von grundlegender Bedeutung, viele beziehen sich auf bestimmte Kapitel des Staatsvoranschlags, manche sind auch noch nicht erledigt, weil eine Regierungsantwort aussteht. Don den rund 120 Anträgen des Sechserausschusses sind etwa 20 einstimmig angenommen worden: bei der Parteizerklüftung im Landtag immerhin eine stattliche Anzahl. Die meisten der anderen Anträge haben eine große Mehrheit gesunden, hinter der in den meisten Fällen die floalifionspar- teien stehen. Als Antragsteller sind verzeichnet die 'Abgeordneten Dingeldey (D. Dp), Kaul (So,5.), Kindt (Dntl.), Dr. Leuchtgens (Bbd.), Hainstadt (Ztr.), Hoffmann (Ztr.), Reiber (Dem.) und Widmann (Soz.). In der Sitzung am 16. Februar kam es zu Meinungsverschiedenheiten, deren tieferer Grund der Oeffentlichkeit nicht mit Sicherheit bekannt jMellkopI“ tu hal griffen, umsonst and ‘ t'Jrai Der Gießener Voranschlag für 1926/27 seine Arbeiten zu Streckung der eit zu rechnen, wenn iginalpadcung (niemals lose) mit der Schutzmarke nOetker*S idaaelbst die beliebten Oetker-ReieptbÜCher, wenn vor* portofrei von Dr. A. Oetker, Bielefeld Geschäften nur in Ori] Verlangen Sie eben« gen sind also ohne Mitwirkung des sozialdemokratischen Vertreters erfolgt. Aus dem Sechserausschuß ist nunmehr ein Fünferausschuß geworden und als solcher besteht er noch fort Eine eingehendere Beleuchtung des Voranschlags behalten wir uns vor. Er wirkte bisher an der Volksschule zu Harheim bei Vilbel. h. Bad-Salzhausen. 20. April. 3n unserer Zeit wird stets auf möglichst intensiix> Bewirtschaftung des Bodens hingewiesen. Da ist es um so auffallender, daß in unserer Gemarkung ein G ut von etwa 25 Morgen b is jetzt noch völlig unbewirtschaftet liegt, in einer GegeÄ> mit gutem Klima und fruchtbarem Boden. Der auswärts wohnende Besitzer hatte seither das Gut verpachtet. Der Pächter hat nach Ablauf der Pachtdauer vor einiger Zeit die Hofreite geräumt. Run fleht diese leer. Schlimmer aber ist es. daß die Aecker noch nicht gepflügt sind und darauf sich das llrt» kraut ausbreitet zum Schaden der Anlieger. Es ist die höchste Zeit, daß in dieser Hinsicht Abhilfe erfolgt. — Aeberall werden hier eifrig Vorbereitungen getroffen, daß bei der am 1. Mai beginnenden Badekur den ankommenden Kurfremden der Aufenthalt so angenehm wie möglich gemacht wird. Der neue und bedeutend vergrößerte Gradierbau wird in den nächsten Tagen vollendet sein. △ Unter-Schmitten, 20. April. Lehrer Sames wurde von Obcr-Schmitten an unsere Schn le versetzt, weil seine Stelle, die er 16 Jahre lang zur vollsten Zufriedenheit der Gemeinde verwaltete, eingegangen ist. Schulverwalter Döpp kam von hier nach Unter-Widdcrsheim. le. Blei ch e nbach. 19. April. In unserem Dorfe besteht seit anderthalb Jahren ein R a i f f- eisen-Spar- und Darlehenskassen- verein e.G. m.u.H. Er hat sich in kurzer Zeit gut entwickelt und zählt heute 83 Mitglieder. Leicht erlangte Äce'i.e der Deutschen Raiffeisen- Bank halfen über den schweren Anfang hinweg. Eine vorn Verein eingerichtete KleinVerla u f s st e l l e. eine Schulsparkasse, sowie die trotz aller widrigen Verhältnisse wieder erwachte Spartätigkeit von Mitgliedern und Richtmitgliedern machten die Mittel flüssig zu einer Befriedigung des Kreditbedürfnisses vieler Ge- nassen. So hat sich der Verein in der kurzen Zeit seines Bestehens für manchen als Rothe lf e r erwiesen und in der Gemeinde volkstümlich gemacht. Das bewies auch seine Frühjahrsgeneralversammlung am Samstag. Rach rascher Erledigung des geschäftlichen Teiles, in dessen Mittelpunkt eine auf- klarende und anregende Rede des Verbandssekretärs Beck aus Frankfurt über „wirtschaftliche und sittliche Ausgaben der Raiffeisenvereine" stand, folgte ein beifällig aufgenommener Unter- EinJlcc^enuß für rv>entg 9eld ist in des Wortes wahrster Einfach und leicht mit Bedeutung ein delikater Milch, Butter, Zucker u. nach Belieben mit einem Ei hergestellt, kostet der fertige Pudding nur ca. 33 Pfennig und ist ausreichend für 3—6 Personen. — Angerichtet mit Himbeersaft oder mit frischen oder eingemachten Früchten ist ein OCtk€f**PudClllig eine wertwolle Ergänzung jedes Mittag- oder Abendtisches, so daß leicht an anderer Stelle gespart werden kann. Die Stadtverwaltung hat soeben den städtischen Voranschlag für das Rechnungsjahr 1 926 (1. April 1926 bis 31. März 1927) herausgebracht. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit 5 208 322,71 Mk. gegen 6 238 436,68 Mark ab. Davon entfallen auf die Betriebsrechnung 4120 767,71 Mk. (1925: 3 986 670.68 Mk.), auf die Dermögensrechnung 1 087 555 Mk. (1925: 2 251 766 Mk.). 2m Einzelnen ist über die wichtigsten Titel folgendes zu berichten: Gebäude: Einnahme 187 487,20 Mk., Ausgabe 129 783 Mk., Ueberschuh 57 707,20 Mk. Grund st ücke: Einnahme 77012,91 Mk., Ausgabe 53 058 50 Mk., Ueberfchuh 23 954,41 Mk. Waldungen: Einnahme 162845 Mk., Ausgabe 90 370 Mk., Ueberschuß 72 475 Mk. Vom Elektrizitätswerk werden 125 000 Mk.. vom Gaswerk 150 000 Mk.. vom Wasserwerk 50 000 Mk. Beitrag für die Stadtverwaltung erwartet. Friedhöfe: Einnahme 35 192,90 Mk., Ausgabe 46 948 Mk.. Zuschuß 11 755,10 Mk. Volks- und Fortbildungsschule, Stadtschulamt und Horte: Einnahme 8560 Mk., Ausgabe 115 337,50 Mk.. Zuschuß 106 777,50 Mk. Lyzeum und Studienanstalt i. G.: Keine Einnahme, Ausgabe 63 309 Mk. als Zuschuß. Gymnasium. Realgymnasium und Oberrealschure: Einnahme 370 Mk., Ausgabe 165 470,80 Mk., Zuschuß 165 100,80 Mk. Stadttheater: Einnahme 260 830 Mk.. Ausgabe 315 803. Mk., Zuschuß 54 978 Mk. Gemeinnützige Zwecke: Einnahme 300 Ml.. Ausgabe 20 302 Mik.. Zuschuß 20 002 Mk. S t r a ßenunter Haltung: Einnahme 16 400 Mk., Ausgabe 214 129 Mk., Zuschuß 197 729 Mark. Straßenreinigung und Müllabfuhr: Einnahme 81 250 Mk., Ausgabe 105 340 Mark, Zuschuß 24 093 Mk. Die Straßenbeleuchtung erfordert eine Ausgabe von 60 000 Mk. Oes fentliche Anlagen: Einnahme 700 Mk., Ausgabe 30 038 Mk., Zuschuß 29 338 Mk. Für die elektrische Straßenbah n ist ein Zuschuß von 35 729 M. vorgesehen. Feuerlöschan sta. ten: Ei ahm: 24 000 Mark, Ausgaoe 47 722 Qlt... Zuschuß 23 i22 Mk. Wohlfahrtspflege: Einnahme 1444 Mark. Ausgabe 945 580 Mk., Zuschuß 944 136 Mk. Reichsgesehliche Versicherung: Einnahme 3i . 4 > Mk., Abgabe 74 403 MI., Zuschuß 39 458 Mk Gewecbegericht. Kaufmannsgericht. Arbeitsgericht usw.: Einnahme 1230 Mark, Au-gabe 18 963 Mr., Zuschuß 17 733 Mk. Polrz ei und öffentliche Sicher- Helt. Einnahme 403 Mk., Ausgabe 123 250 Mk.. Zuschuß 122 850 Mk. Der Arbeitsnachweis erfordert eine Aufwendung oon 30 766 Mk. Wohnungsamt usw.: Einnahme 5935 Mark, Ausgabe 24 260 Mk., Zuschuß 18 325 Mk. Haltungsabend. Zwei gut gespielte Bühnenstück, und verschiedene Gedich isvortrage. durch den Verein verbilligter Rheinwein und wohlfeiles G«. back hielten fast dre halbe Gemeinde lange zusammen. —/— Ortenberg, 19. April. Die gestrige Wohltätigkeits - Veranstaltung zum Besten der hiesigen Kleinkinderschule hatte erfreulicherweise eine große Anziehungskraft aus- geübt. Die Besucher aus Ortenberg und den umliegenden Gemeinden füllten den großen Mauergartensaal bis zum letzten Plätzchen und verfolgten mit steigendem Interesse das über die Bühn« gehende Schauspiel „Alt Heidelberg". Der lebhafte Beifall für die Darsteller war wohlverdient. Ein ansehnlicher Reinertrag konnte der um ihr Fortbe. stehen ringenden Kinderschule zuaewielen werden. II Hirzenhain, 20. April. Die Eisenwerke Buderus konnten den ganzen Winter hindurch voll schaffen, da genügend Aufträge Vorlagen. Dies war der hauptsächlichste Grund, daß der Kreis Büdingen nicht unter größerer Arbeitslosigkeit zu leiden hatte, da die Werke die meisten Arbeiter aus tem Kreise Büdingen, beschäftigen. Wie nunmehr bekannt wurde, ist in den nächsten Wochen zum mindesten mit einer geworden ist, so daß der sozialdemokratische Abg. Kaul aus dem Sechserausschuß aus chied. Dieser brachte dann in zwei weiteren Sitzungen seine Arbeiten zu einem vorläufigen Abschluß. D e letzten Abstimmun- zu 50 Proz. der Blüten durch Frost vernichtet. Den- noch wird auch hier die Ernte voraussichtlich noch gut. Stachel, und Johannisbeeren hoben sehr ungleichmäßig angesetzt. Sträucher mit gutem Behang wechseln mit fast leeren Sträuchern ab. Die ersten Erdbeerblüten sind erfroren. Die Erdbeerernte verspricht dennoch gut zu werden. Das trockene Wetter oer letzten Tage begünstigte die Frühjahrsbestellung so. daß nun auch Zuckerrüben und Dickwurz gelegt und die Kartoffeln gesteckt sind. Die späten Aussaaten von Sommergetreide entwickeln sich recht gut Kreis Büdingen. !! Büdingen, 20. April. Die hiesige B e i» geordnetenwahl am Sonntag, zu der drei Kandidaten aufgestellt waren, hatte folgendes Ergebnis: Rektor Pebler (Sozialdemokrat) 684 Stimmen, Schreinermeister Heinrich Schwarz (Demokrat) 534 Stimmen und Installateur Ma? Müller (Parteilos) 40 Stimmen. Damit ist Rektor Pebler als Beigeordneter gewählt. Die Wahlbeteiligung war sehr lau, was sich durch die häufigen Wahlen, die Büdingen in den letzten Monaten, gerade in kommuno lpolitischer Hinscht, über sich ergehen lassen mußte, erklären läßt. 6 Stimmen waren zersplittert, 21 Stimmen ungültig. — Die bei Büdingen gelegenen größeren Steinbruchbetriebe Zipf & Söhne und Leimbach & Co. sind in den letzten Monaten wieder bedeutend vergrößert worden. Der Basalt aus diesen Brüchen wird überall wegen seiner besonderen Güte und Haltbarkeit gepriesen. — In einzelnen Betrieben der In - dustriewerke Stockheim ist nunmehr die Arbeit wieder ausgenommen worden: nur in der Schlohabteilung ist auch in den nächsten Wochen wegen Fehlens von Aufträgen noch nicht mit der Wiederaufnahme der Arbeit zu rechnen. nd. Ribda, 20. April. Gestern fand an der hiesigen Realschule die Aufnahmeprüfung statt. 19 Schüler wurden ausgenommen. Zu Ostern verließen 15 Schüler, die die ilnter- Sekunda mit Erfolg besucht hatten, die Anstalt. Lehramtsassessor Schott, der ein Jahr lang an der Realschule unterrichtete, fiel dem Abbau zum Opfer. Allgemein bedauert man den Weggang dieses tüchtigen und beliebten Lehrers. Zu seinem Rachfolger wurde Lehramtsassessor Wirth von Bingen hierher versetzt. In die Volksschule wurden 63 Kinder ausgenommen. Auch hier wurde Schulverwalter Daatsch abgebaut und durch Schulverwalter Thaler ersetzt. Oberhessen. Landkreis Gießen. ck. Heuchelheim. 20. April. Das von dem Orchester-Verein Gießen am Sonntag in der Turnhalle gegebene Konzert war be- dauerlichorwcise schlecht besucht. Eines um so größeren Besuches hatte sich das Abendkonzert zu erfreuen. Die Leistungen des Vereins fanden reichen Beifall. Hoffentlich hat man noch öfter Gelegenheit, derartig gute Konzerte hier hören zu können. is. Steinbach, 20. April. Unsere seither vierklassige Volksschule wird im neuen Schul- jahr in eine dreiklafsige eingeteilt, so daß nunmehr wieder für jede Klasse ein Schulsaal zur Verfügung steht. Der von der vierten Klasse benutzte Rathaussaal wird ferner nur noch für die Mädchenfortbildungsschule dienen. Auch soll die vom Gemeinderat beschloßene K o ch s ch u l e ab 1. November hier untergebracht werden. t Grünberg, 20. April. In die hiesige Volksschule sind 46 Abcschühen eingetreten. davon sind 23 Knaben und 23 Mädchen. Außerdem sind auf Wunsch der Eltern 5 Kinder, die etwas schwach entwickelt sind, auf ein Jahr freigegeben worden. Die Volksschule wird gegenwärtig von 195 Schülern besucht, die in 5 Klassen eingeteilt sind, deren jede eine Stärke von 39 Schülern hat. — Die hiesige SchulfParka s s e ist nach dem Markensystem Reinircken aus Essen aufgebaut und der hiesigen Bezirks-Sparkasse ang mit voller Wutzlryst fee. Ein DDrüber|al)itnbi: nn besinnungrlor qu(. Gi ins Krankenhaus verbrat itr GehirnerlchülterM ne: n im Gesicht und am ?c der ziemlich schweren Str ich außer L-bensgesahr. - ntnerausschuß für die urch feinen Obflbaulnfrhc r die Orte Kaulstoh, Bit* n einen dreitägigen Dbib ifurfus ab. Oie irt1 l, waren in der hauptfch Wfeld. d, 20. April. Seltern M •rfte diessöhriae 5euer ie über 100 Mann flarti .teilt. Schon seit länge! iichtr die hiOk 6«"'- iüriid) aenommen n )nd in Obersorg iin W en Mole Hilfe. enburg. ) April. Minlsterl-lk-t '-n "«L"L7L'Ä 97 »»rte it’ISüS J „ hie Techn' chk hochsM '@>tunfl beeinM rußen. ^Äeratunfle- JlVriL ®1' die fr be?Ahfi M bürg«rll^ ochen verfall „ eor^ 1 und Tse# K- eiefe,t Industrie haben sich in erneuten ^Beratungen mit bet Materie befafet Die Ergebnisse der 'IkrÖlungen, soweit von solchen überhaupt schon gesprochen werden kann, werden vorläufig vertraulich behandelt. ®ie sollen jedoch zu der Hoffnung berechtigen, daß durch eine teilweise Aenderung der Einnahme- und Ausgabeposten der Fehlbetrag erheblich fecrabgebtüdt werden wird und hierdurch auch eine wesentl iche Ermäßigung der Gewerbe st euersätze sich ermöglichen täfet. Lieber die Besetzung der erledigten Stadtbauratsstelle ist ebenfalls noch keine Entscheidung erfolgt. Bekanntlich sind auf die Ausschreibung rund 1 90 Bewerbungen eingegangen, die zur Kenntnis der Stadtverordneten gebracht worden sind. Eine Sichtung der Bewerber dürfte wohl entsprechend früherer Hebung in einer Kommission erfolgen, die ifert Vorschläge dann dem Plenum überreichen wird. Eine möglichst beschleunigte Bearbeitung der Angelegenheit wäre im Interesse der weiteren Durchführung der Arbeiten des Stadtbauamtes als auch der Gewerbetreibenden sehr erwünscht. — Die von uns seinerzeit gemeldete Darlegung des Geschäftsbetriebes der Fa. G e b r. E l o o S. Holz- grofehandluna, nach Duisburg ist in letzter Stunde glücklich verhindert worden. Die Firma behält bis aus weitere» ihren Sitz in Wetzlar. Der Entschluß ist im Interesse der Stadl al» auch der vielen Angestellten sehr zu begrüßen. kz. Dorlar. 20. April. Unser Ort und unsere Nachbargemeinde Waldgirmes erfreuen sich seit einiger Zeil des Segens einer Wasserleitung. Die Wasserversorgung ist für die Einwohner außergewöhnlich billig, da das Kubikmeter Wosssr mit nur 5 Ps. berechnet wird. kz. <8 a r b e n h e i m , 20. April. In den letzten Jahren hat sich unser Ortsbild durch mehrere Bauten am Abbange des Haarberges und am Stiegel verändert. 3n letzter Zeit bremst die allge- meine Geldknappheit bei vielen Daulustigen, doch hat die Gemeinde dar schon lange im Dau befindliche Gemeindehaus soweit fertigstellen können, daß es in kürzester Zeit sechs Familien ein Obdach bieten kann. Der ursprüngliche Kostenanschlag von 25 000 Mk. hat sich auf zirka 30 000 Mark erhöht. XX Erda, 20. April. 3n diesem Jahre jährt es sich zum 5 0. Mal, dgfe der hiesige Kriegerverein gegründet wurde. In dem Kriegervercin bildete sich eine VesangSabteilung, und au» dieser entstand der heutige Gesangverein. Ilm das Gründungsjahr festlich zu begehen, haben beide Vereine beschlossen, am zweiten und dritten Dfingstseiertag (24. und 25. Mai) ihre Jubelfeier gemeinsam zu begehen. XX 2 raunfels, 19. April Dank dem Ent. gegenlommen der fürstlichen Verwaltung konnte aus dem Homburger Hof eine Kreiszie- g e n st a t i o n eingerichtet werden. Das Weidegelände, über 2 Morgen umfassend, ist In 5 Schläge eingeteilt und mit Schutzhülle und Ouellwaster ver- sehen. Der Kreisziegenzuchtverein hat eine Kam- Mission nach den besten hessischen Ziegenzüchtercien entsandt, um die Weide mit erstklassigen Muttertieren zu besetzen. So steht zu hoffen, daß diese jüngste Einrichtung sich zum Segen der nützlichen Ziegenhaltung entwickeln wird. LbcrlahnkrciH. (7) Gräveneck a. d. Lohn, 20. April. Wie gefährlich es ist, kleine Kinder auf offenen Straßen unbeaufsichtigt zu lassen, beweisen wieder folgende Fälle: Das Töchterchen eines Eifenbahnbeam- ten spielte mit einem Reifen auf der Straße. Nachdem ein Auto vorbelgefahren, wollte das Kind mit feinem Reifen über die Straße. In diesem Augenblick kam ein zweites Auto und fuhr das Kind auf der Stelle tot. — In Eubach bei Weilburg wollte am Samstag das fünfjährige Söhnchen des Gemeindedieners Demmer noch schnell vor einem Auto über die Straße laufen. Dabei wurde das Kind von dem Auto erfaßt, das ihm einen Arm abfuhr und die Brust so quetschte, daß der Tod bart) darauf eintrat. Den Fahrer des Autos soll keine Schuld treffen. ß Runkel, 20. April. Seit vorgestern sind, wie bereits gemeldet, einige bedauerliche Kürzungen im ,iur Zeit geltenden Fahrplan in Kraft getreten. Auf der Lahn st recke fallen außer den beiden Schnellzügen D 127 128 noch die beiden Triebwagen aus: T 46* 478 Weilburg—Limburg (Weilburg ab 9.55 oorm., Lim- bürg an 10.53 norm. Weilburg ab 10,20 nachm., Limburg an 11.20 nachmittags). Kret i ^rftctbnrn. D Rennerod. 20. April. Unsere Gemeinde beabsichtiat, da» Stück der F r a n k s u r t — S i e - gener Straße, das durch unfern Ort führt, neu herzustellen. Verschiedene Firmen boten Kleinpslaster an. auch die Deutsche Kraftfahr- straßen-Gesellschast m. b. H. Frankfurt a. M. bewarb sich um diesen Aeubau. Man hat sich jedoch entschlossen, eine Schotterdecke aus gutem Basalt herzustellen. Man geht dabei von der Erwägung aus. dah Kleinpflaster für dte Landwirtschaft nicht von Vorteil ist, da bas Vieh sehr leicht au»- gleiten kann, fernerhin wird die Gemeind? n'cht in der Lage fein, die hohen Kosten für die Pflasterung zu tragen. TillkreiS. WSA. Dillenburg, 20. April. Sin Aadfahrerunfall, der trotz der ernsten Situation nicht der Komik entbehrt, trug sich am Sonntag vormittag auf der steilen Landstraße zwischen W e i d e l b a ch und Bergebersbach zu. Einem Arbeiter aus Weibelbach, der sich zur Arbeit begeben wollte, sprang plötzlich aus den dichten Tannen ein kräftiger Aehbock vor bas Aad. Nachdem der Fahrer den Aehbock einige Meter vor seinem Aad hergeschleift hatte, lanbete er im Straßengraben, während der Bock Aeißgus nahm und nicht mehr gesehen wurde. Der Radfahrer trug eine SchlÜsfelbeinverrenkung davon. bL Dillenburg. 20 April. Rach dem Stande vom 17. April betrug die Zahl bet Vollerwerbslosen (männliche und weibliche) 1935 Personen. Die Zahl der Zuschlags- empsänger betrug am gleichen Tage 2973. Bei Rötst andsarv eiten wurden 450 Personen beschäftigt. Leider muß in dieser Woche mit e.nem starten Anwachsen der Ziffern gerechnet werden, da einige Betriebe die Fabrikation einschränken. — Die Reichsgesundbeitswoche findet tm Ditl kreis Tn der Zeit vom 25. April bi» 2. Mai statt. Die Abhaltung von Veranstalt nugen aller Art liegt in den Händen der Gemeinden, die da» Werk Im Einvernehmen mit besonder» gebildeten Au»schüssen regeln werden. bL Herborn. 20. April. Da» Auto eines hiesigen Bürger» rannte unweit von Hachenburg gegen die offene Bahnschranke. Der Wagen wurde vollkommen zertrümmert. Don den Insassen wurde einer derart schwer verletzt, daß seine Ueberfübrung In da» Krankenhaus nach Hachenburg erfolgen mußte. Ein weiterer Insasse kam mit leichteren Derletzungen davon. Maingau. DSN. Frankfurt a. M., 20. Avril. In der vergangenen Nacht gegen 12 Uhr Ist auf der Darmstädter Landstraße ein Motorradfahrer in einen Transport Pferde gefahren. Er stürzte und zoa sich eine leichte Verletzung au, während feine Mitfahrerin In fchwer verletztem Zustande im Krankenhaus eingeliesert werden mußte. — In einer hiesigen Filiale der Lebensmittelhandlung Schade & Füllgrade wurde ein schwerer Einbruchsdieb stahl verübt, wobei den Tätern Lebensmittel in hohem Werte in die Hände fielen. — Gestern vormittag wurde an der B o h n Unterführung zwischen Goldstein und Niederrad der aus Pfaffenwiesbach stammende Arbeiter Becker tot a u f g e f u n d e n. Er war an der Unterführung beschäftigt und lag direkt neben dem Gleis. Die Todesursache Ist noch nicht aufgeklärt. Belnnutmachung. Der vom 18. März auf den 29 Avril verlegte 3ubilöum»-5afelmartt, sowie die damit verbundene Dullev-Auktion des LandwirtschastSkammeiaueschusseS tüt die Provinz Oberhessen können zufolge ministe- riellerEntscheidung wegen der noch immerin Orten der näheren Umgebung herrschenden Maul- und Klauenseuche nicht abgehalten werden. Der Markt und die Bullenauktion werden daher auf Donnerstag, öeit 20 Mai verlegt. Die Ziehung der mit dem Mark verbundenen Verlosung findet gleichfalls erst an diesem Tage stall. Der Betrag für die verkauften Lose, sowie etwa nicht verkauften Lose sind bis zum 15. Mai «inzusenden. Butzbach, den 19. Avril 1926. M7,D Faselmarkl-Gesellschast. geb. Hechler Heuchelheim, Zwin; Alicestraße 32 aus statt. 2585D Bellersheim, den 20. April 1926. Die Beerdigung findet Freitagnachmittag 3 Uhr statt 3589D Gießen, den 21. April 1926 02812 ittags um 2!/4 Uhr statt 95881) Wieseck, den 20. April 1926. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 22. April, nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause In tiefer Trauer: Otto Rodenhausen und Frau Luise geb. Seibert am 19. April im 85. Lebensjahr von uns gegangen. - Psalm 90, 10. Im Namen der Hinterbliebenen: Heinrich Knab, Lehrer. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsern lieben Gatten, Vater, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, den Lehrer Georg Wißner nach kurzer Krankheit in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Emma Wißner geb. Doll Erna und Johanna Wißner Familie Doll, Ulfa Familie Debus, Ruppertsburg. Ulfa, den 20 April 1926. Die Beerdigung findet Freitag, den 23. April, nach- Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unserer lieben Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Stadler und Frau geb. Max Paul Müller und Frau geb. Max Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Pfarrer König Witwe geb. Diefenbach Die Beerdigung findet statt: am Donnerstag, dem 22. April, nachmittags 3 Uhr, in unserer alten Heimat Klein-Karben. 02815 enberg a. d. B., Rumpenheim a. M., Frankfurt a. M. ustavsburg, den 20. April 1926. Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied plötzlich und unerwartet unser einzig geliebtes Töchterchen I Ischen im fast vollendeten 4. Lebensjahre. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Mutter, unsere gute Großmutter und Schwester Fra» Plärrer Oie Diefenbach Witwe geb. Hainer im 87. Lebensjahre nach längerem Leiden heimzurufen. Allen Verwandten und Bekannten dte traurige Nachricht, daß meine Hebe, gute Fran, die treu sorgende Mutter ihres Kindes, Schwester, t-chwfi- ßerin und Tante Frau FM Kotau geb. Wagner gestern 10 Uhr abends sanft entschlafen Ist Im Namen der trauernden Hinterbliebenen biidnlg; iiolmunn urd Kind. Wieseck, Wiß-rar. Krofdorf, Gießen. Daabringen, den 21 April 19315. 3.00 t) Die Beerdigung findet Donnerstag, den 22. April, 4 Uhr nachmittags, In Wieseck statt Nach einem Leben voll Mühe und Arbeit, und darum köstlich, ist unsere liebe Mutter FrauEmilieKnab Sie sparen bie zu 90° o und mehr gegenüber Neuanschaffungen durch die chemische Reinigung Ihrer Gardirobe und Zlmmer-Ausstet- tungen. Wir färben u d reinigen alles, womit Sie sich bekleiden und Ihr Helm schmücken. Wir beraten Sie gerne und bedienen Sie rasch und gut Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 79 a Pernspr. 627 Post- und Bahnsendungen an die Fabrik in Butzbach erbeten 2263 D Bt. neuen nnluneinen llpfelroeln liefert auch in kleinen Gebinden zu 50 und luo Liter Aum Prelle von 30 4 ä Liter, in '/»Stück 274 L Liter ab Station Hungen R. llbl, Av elwcinfellerei _____Robbeim (Post Hungen). «»D 8« dein am 18. nab 19. Juli b. Js. statikindenden 50. Stiftungsfeste des tt'eianavcreinS Eintracht, Hattenrod -olle - die e 112812 Plätze für Karussell, Zuckerbudeu usw. ver« geben werden. Angebote Nnd schrifillw bi» Auni 10. Mai an den ersten Porsttzenden Forst- wart Steil »u richten. 5 VV PA % - V* <1 yr.51 ■ ; yBERSEERHSEM »EOBLM ASSIUV PERSONEN- UND TRACHT BETÖRD ER UNG NACH ALLEN TEILEN DER WELT Ne* New York end Boston gtmeloise «1i UNITED AMERICAN LINES Crlrgrnheii xu VERGNÜGUNG5’ UND ERHOLUNGSREISEN ZUR SEE mit dtn Dampfern der re Ul Gießen: Sally Loeb, Bahnhofstr. 52a Frische SH MM gaielUD o. 8. ©olöönKt) o.S. Bedinge £flül Hing? einvficult k.825 tag Wallenfels *21 Markivlatz 21 neneniibex oer Enaelavoiheke. Telephon U4L Hansa ffandelsschuie /. Kunzeimann Gießen, Hahnhotsu 60 vorn. Herme* Neut Kurst la Eidei leite !I -psd. II DU. «tnnfo Tamvkfäesabrik, Rendsburg. la Düngekalk ftei» vorrätig. An- sudr promvi. T. Rübsamen. Televbon HV»0 Möbel vreiSmert und flut tm DlöbelvauS J. 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Berlin. 46. Fortjegung ’Jladjörurf verbalen „Haben Sie in den Fächern des Portugiesen erwas von Bedeutung gesunden?" „Private Korrespondenzen, die für unseren Fall nicht weiter von Interesse sind. Aber ich bin noch nicht ganz zu Ende, Sir Walter. Am andern Morgen schickte ich meinen getreuen Ibrahim mit dem Dokumente nach Ostende, wohin ich nachkommen wollte, sobald ich die Neugierde der Behörde gestillt hatte. Leider machte mir am nächsten Abend ein Sandsack einen Strich durch die Rechnung. Anstatt nach Ostende kam ich ins Hospital, und Ibrahim, der allein nicht weiter wußte, telegraphierte händeringend um Madame Läonie, die von da ab mit ungewohnter Ueberlegenheil die Leitung der Angelegenheit übernahm. Sie brachte mich aus dem Hospital heraus und hierher. Sie überwachte Sie an Bord, Sir Wolter, und sie war es, die der Frau Herzogin die Botschaft auf der Zigarette sandte." Sir Walter wiegte in stiller Billigung den Kopf. „Hm — meine Anerkennung! Saßen Sie im Saale, gnädige Frau?" „Selbstverständlich." „Aber ich habe Sie nicht bemerkt." „Das ist kein Zeichen für Ihren guten Geschmack, Sir Walter. Herr Wood würde mich sofort bemerkt haben." Nachdem sie diesen Giftpfeil auf Sir Walter, nein — auf Gloria abgeschossen, begann sie mit großer Hingebung eine glacierte Maroni zu knabbern. „Ich gebe ohne weiteres zu," sagte Sir Walter, „daß Herr Wood mir bedeutend überlegen ist. Die Frau Herzogin wird sich erinnern, was ich ihr noch an Bord des Schiffes sagte. Nur eines erscheint mir als ein Fehler, Herr Wood! Warum schossen Sie — warum ließen Sie nicht die Herzogin von Sainsbury schießen? Das wäre doch für Sie viel bequemer gewesen?" „Hm — erstens wußte ich, daß die Herzogin ihn nicht treffen würde--und zweitens — — Sir Walter —" und James Wood richtete sich langsam auf, sah Gloria an, dann ihn —--„wäre es Ihnen lieber gewesen, die Herzogin von Sainsbury als Mörderin zu verhaften?" „Verdammt", schrie Sir Walter. „Von dieser Seite habe ich die Angelegenheit noch gar nicht betrachtet. Das wird der triftigste Grund sein, mit dem ich meinem nach Gebühr bewunderten Onkel auf den Leib rücken werde. Und er wird ihn billigen, denn er weiß ebenso wie ich zu schätzen, was das heißt: ein Gentleman. Herr James Wood, ich bitte um die Ehre, Ihre Hand schütteln zu dürfen." „Gott, wie rührend!" flötete Madame Löonie und verdrehte spitzbübisch die Augen. „Und wo bleibe ich, Sir Walter?" „Sie, gnädige Frau?" Sir Walter nahm eine schnelle Generalinspektion ihrer bezaubernden kleinen Person vor. „Sie erlaube ich mir zu einem fach, männischen Besuche des Spielsaales einzuladen und bitte Sie, dort mit mir diese hier begonnene Champagnerorgie fortzusetzen. Scotland Pard erweist sich einmal nobel und zahlt." Die Damen waren sofort bereit. Sir Walter warf sich zum Ritter LSonies auf und half ihr in ihre Montilla. James Wood legte Gloria den Hermelinmantel um, langsam, bedächtig, jedes Zehntel dieser Sekunde auskostend. Die beiden andern engagierten sich Hals über Kopf in eine formidable Wortschlacht und sahen nichts, hörten nichts. James Wood stand hinter Gloria und wie er ihr das weiche, seidengefütterte Fell über die Schultern legte, zog er sie leise an sich heran. Und sie, die Stolze, Hochfahrende, ließ sich ziehen, bis sie ganz an seiner Brust lag. An ihrem Haar den Hauch seines Mundes spürte. Mit dieser einen Bewegung gab sie sich ihm zu eigen. „Ich liebe dich, Gloria Sainsbury", flüsterte er. „Und ich werde dich lieben bis an mein Lebensende," 3 0. Kapitel. Sie waren noch nicht recht im Spielsaal, als Sir Walter schon bei einem Banko vierzig Louis losgeworden war. „Unglück im Spiel — —", sagte er und rollte bedeutsame Blicke auf Madame ßSonie. „Ich bin nicht für eisgraue Sprichwörter", gab diese kühl zurück. „Bei mir muß der Mann spielen — und gewinnen. C’est comme ta, Sir Walter. Wenn Sie so weitermachen, sehe ich schon kommen, daß die International Agency die Spielschulden von Scotland Pard bezahlen muß. Und den Champagner obendrein." „Wie wäre es, wenn wir in Kompagnie gingen?" schlug Sir Walter vor. James Wood lachte. „Was ist da zu lachen?" knurrte Sir Walter und ließ das Monokel funkeln. „Madame ßSonie — ist eine geschworene Feindin des Hazards. Sie geht nur auf totsicher." „Stimmt." Und Madame ßSonie äugte ihn mit seltsamem Blick an. „Aber mitunter irre auch ich mich und — verliere. Kommen Sie, Sir Walter!^ Und sie schleifte ihn kopfüber hinein in das Gedränge um den Roulettetisch. James Wood führte Gloria an einen der Tische vor dem Büfett und dort, mitten im ßärmen, Hasten des Spielsaales erzählte er ihr fein ßeben — unausgeschmückt, ruhig — — Der Krieg — — die Heimat in Böhmen verloren — Gefangenschaft in Sibirien — Offizier bei Koltschak — Flucht nach Tientsin. Dann von einer Station zur anderen die ostasiatische Küste hinunter bis Singapore. Spielhäuser — Schlimmeres oft--. Messerstiche — Revolverschüsse — — wilde Romantik, blutige Realistik. Vermögen gewonnen — Vermögen verloren, ßetzte Station Alexandrien. Das letzte Pfund--. „Sehen Sie, Frau Herzogin, — so ist es-- wenn mich der Neger nicht hinaufgelassen hätte—" Sie antroorteie nicht. „Keine besondere Geschichte, die Geschichte so vieler, die im Krieg die Illusion ihres ßebens, ihrer Erziehung, ihres Glaubens verloren haben. Man« cher hat sich hinübergerettet auf den festen Boden bürgerlicher Existenz. Wohl dem, der's konnte. Ich war immer ein Spieler. Bin ein Spieler--und werde trotz aller guten Vorsätze ein Spieler bleiben." „Kommen Sie!" sprach sie leise. „Es ist hier so heiß —" Draußen war das Meer — —. Schwarz, verlassen lag die Digue — nur das Meer war da, das ewige, unvergängliche, erhabene — — Woge an Woge rollte heran, brauste zurück — —. Draußen am verschimmernden Horizont glänzten drei, vier ßeuchttürme — — wie aus einer anderen Welt -----. lieber ihnen Stern an Stern---. Sie lehnte sich an das Gitter und blickte mit verschleiertem Blick weit hinaus---. „Und was wollen Sie jetzt beginnen?" fragte sie. „Da fragen Sie mich zu viel. Vielleicht bleibe ich mit Madame ߀onie zusammen — —" Em schneller Atemzug hob Glorias Brust —. Ihre Lippen preßten sich zusammen---. Er lachte. „Aber — aber! Sie gibt mir Arbeit, gibi mir Verdienst! Ich bin ein Angestellter ihrer Agenrur --. Sehen Sie, Frau Herzogin, als ich den Vertrag Ihres Herrn Vaters in dlL. Hände bekam, dachte ich einen Moment daran: Das""wäre etwas für mich. Wie machte es sich, wenn ich als Belohnung mir eine schöne, anständige Stelle nusbe« hingen würde? So einen Posten draußen — —. Mit viel Arbeit, viel Freiheit — —! Aber dann habe :ch's aufgegeben--ich bin verdorben-- so fünf Jahre die asiatische Küste herunter--ich bin em Vagabund geworden---" (Schluß folgt.) Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34 Ab morgen bis anf weiteres: Die tolle Herzogin Personen der Handlung: Heute zum Das Mädel von Pontecuculi Evi Eva Walter Janson Alfred Gerasch Jack Trevor Heinrich Schroth Henry Bender Louis Brody Herzogin Gloria Herzog von Burnham Lady Grace Neville, seine Tochter . . Lord Neville.. Graf Las Valdas Ein Abenteurer Steen berg Der Spielsaaldirektor Ibrahim ........ Nach dem gleichnamigen Boman im Gießener Anzeiger von Ernst Klein. Manuskript und Regie Dr. Willi Wolf. Ellen Richter Adolf Klein Um allen denjenigen, die den Boman \ Im Gießener Anzeiger gelesen haben, Gelegenheit zu geben, den Film zu sehen, bleibt dieses Programm bestimmt 8 Tage auf dem Spielplan. Wegen des zu erwartenden großen Andrangs zu den Abendvorstellungen bitten wir höflichst, nach Möglichkeit die Vorstellungen um 4 und 6 Uhr besuchen zu wollen. letzten Hal: Ein Drama in 6 Akten aus dem Lande der Indianer und der Büffel, aus dem Laude unserer Jugendträume! Aus dem wilden Westen, wo Revolver und Messer die besten Rechtsanwälte waren. Tom Mix, der Liebling aller Völker: Tom Mix, der galante ToUkopf Tom Mix, der Schrecken von Dakotah; Tom Mix, mit Recht genannt der König der Cowboys; Tom Mix in seinem neuesten Film: 3562c Der Sturm auf den Goldexpreß ist eines der großartigsten und sensationellsten Dokumente aus jener Zeit, da die fernen Gebiete des Westens der Vereinigten Staaten erst unter unendlichen Schwierigkeiten und unbeschreiblichen Gefahren erschlossen wurden. Wer Amerika kennen und verstehen will, muß diesen ,Tom-Mix*1-Film gesehen haben. Tom Mix wird seinen zahlreichen Freunden und Freundinnen neue erstaunliche Proben seines unerschrockenen Mutes und seiner fabelhaften Kühnheit geben. ------------ — Ferner das lustige Beiprogramm! ----- Astoria-Lichtspsele, Seltersweg Ab heute bis einschließlich Sonntag: Gelegenheitskauf Fabrikneue 347Ba komplet Mk. 9500 Äßmannfr Schneider Tel. 1248/2417 Kaiserallee 45 Reparatur-Werkstätte Bettfedern -werden tadellos gereinigt und umgesüllt. Aus Wunsch in einigen Stunden. Abholung und Rücklieferung auf Wunsch tn einem Tage. 02770 Färberei Croon Fabrik und Laden: Marburger Straße 40 Filiale: Seltersweg 25, Telephon 869. Stoe wer-Automobile 9|32 P.S. komplet Mk. 7500 Sechszylinder 13|55P.S. 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Berlin-Westend Paulinenhaus, den 18. April 1926 3577D 3195a von Eintrittspreis 10 Pfennig 3566D ROTES KREUZ, GIESSEN Photo-Apparate Platten,Filme, Papiere Photo-Stative Photo-Arbeiten schnellstens Automobilteilen Motor- und Fahrrädern AOmann 8 Schneider Telephon 1248 2417. Kaiserallee 45. Vorführung des Films Erste Hilfe in den Palast-Lichtspielen am Kirchenplatz: Sonntag, den 25. April, vorm. von 11 bis 1 Uhr Eintrittspreis 50 Pfennig Samstag, 24., Montag, 26., Dienstag, 27. April Vorführung des Films für Schulen Optiker Magnus, Gießen Marktplatz 19 34930 CfhxeJveppQ sieht er zu erit! Von dort bekommt Ihr Besuch den ersten und letzten Eindruck Ihrer hausfraulichen Fähigkeiten. Mit Loba-Belze behandelt, hat Ihre Treppe Immer Hochglanz. Auch bei Sudel- und Schneewetter behllt sie Immer das gleich parkettartige und saubere Aussehen, denn Loba-Belze, färbt nicht ab, ist tatsich- — lieh na6 wischbar, und Wassetrropfen hinter^ lauen keine Flecken. 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Die Untersuchung ergibt einen großen serösen Erguß im linken Brustscllraum und eine entzündliche Erkrankung der gleichseiligen Lunge: der Verdacht, daß es sich um Tuberkulose handle, bestätigt sich rasch. Vach einigen recht kritischen Wochen bessert sich der Zustand weitgehend, der Erguß saugt sich auf, das Aussehen hebt sich, das Gewicht nimmt sehr erfreulich zu und das. Kind kann ohne Fieber und Krankheitszeia en den Eltern zurückgegeben werden. Vur daS Röntgen« bild läßt den tuberkulösen Lungenherd noch deutlich erkennen. Tl^otz eindringlichen Fragens war uns die Ursache der tuberkulösen Erkranlung längere Ccit unklar, bis die Mutter eines Tages erzählte, soeben sei ein junger Freund ihres Mannes an Tuberkulose gestorben. Unsere Frage, ob iHv Kind etwa mit ihm einmal zusammengekommen sei, bejahte sie: bis vor sechs Wochen sei er so- aar oftmals in ihr Haus gekommen: seinen Beruf habe der bedauernswerte junge Mann nicht mehr ausüben können und so sei es eine seiner spärlichen Freuden gewesen, bei ihnen den einen oder anderen Vachmittag zu verbringen und sich mit dem fröhlichen Kind zu necken. Daß er vollständig heiser war, da er es im Kehlkopf hatte, sei ihr wohl bedenklich erschienen, aber sie habe es nicht übers Herz gebracht, dem armen Menschen nahezulegen, von seinen Besuchen abzustehen. 2. Ein Knabe von achtzehn Monaten wird ins Kinderkrankenhaus verlegt, weil er seit Tagen alles erbricht, die erste Untersuchung schon erweckt den Verdacht daß es sich um eine tuberkulöse Gehirnhautentzündung handle: die Krankheitsentwicklung be läügt leider diese Annahme und nach etwa zwei Wochen erliegt das Kind dem bekanntlich unbeeinflußbaren Leiden. Wie war der Kleine tuberkulös geworden? Eltern gesund, niemand Hustender im Haushalt, keine Besuch« von hustender Anverwandten und Bekannten. Qlber: vor drei Monaten war das Kind im kleinen Krankenhaus zu 2E. wegen eines Leistenbruches operiert wovden: Operation und Wundheilung waren glatt verlaufen: das Kind war der Liebling der Pflegerinnen und Patienten, und ganz besonders widmete sich ihm und spielte mit ihm — trotz Verbotes des Arztes — ein junges Mädchen, das 'sich wegen eines Kehlkopf- leidens mit völliger Heiserkeit seit Wochen im gleichen Krankenhaus befand: es war aus einer Lungenheilstätte alS unheilbare, fortschreitende Tuberkulöse in das betreffende Krankenhaus entlassen worden! — 3. Vach lange« Krancheit erliegt ein Säugling von etwa zehn Monaten einer im Anschluß an eine Lungenluberkulose aufgetre'enen Miliartuberkulose. 0cm Barer, ebenso gesund wie die Mutter, war kurz vor der Geburt des Kindes einem Unfall zum Opfer gefallen, worauf das Wohnungsamt des betreffenden Ortes prompt eine ältere Frau in die kleine Wohnung setzte, die ständig hustete und wegen angeblich nicht ansteckender Lungentuberkulose in ärztlicher Behandlung stand, trotz oller Bitten der jungen Mutter ließ sie es sich nicht nehmen, oft und oft nach dem Säugling zu sehen und ihm, Wenner schrie, den Sauger in den Mund zu stecken: ja mehrmals kam die Mutter dazu, wie die Alte das Kind küßte. — Was an diesen Schilderungen aus der Vorgeschichte so besonders schmerzlich berührt, das ist der Umstand, daß diese drei schweren, zumeist tödlichen Erkrankungen kleiner Kinder bei einiger Einsicht ihrer Umgebung, bei einigem Wissen um die Krankheitsentstehung hätte vermieden werden können. Daß uns in vielen Fällen die Hände gebunden sind im Kampf gegen die Tuberkulose, wissen wir alle: es gibt kider Verhältnisse, die stärker sind als der beste Wille. Daß aber Kinder einfach durch Unwissen und Fahrlässigkeit der Angehörigen der Tuberkulose zum Opfer fallen, das kann und muß verhütet werden, das kann sich unser deutsches Volk mit seiner ständig sinkenden Geburtenziffer heute weniger als je leisten. Es scheint mir eine bedeutungsvolle Aufgabe der Veichsgesund- heitswoche zu sein, hier Wissen und Auf- flärung in weite Kreise zu tragen. Der Mann, dem es gut schmeck. Don Emma S t r o p p, Berlin. Da sitzt er und schmunzelt. Das lecker zubereitete Hähnchen ladet zum Mahle, und erwartungsvolle Vorfreude verscheucht alle Unannehmlichkeiten, die Leben und Beruf nun einmal mit sich bringen. Ein angenehmer Zustand, für den Sorge zu tragen Pflicht und — Kunst einer klugen Frau ist. Im eigensten Interesse: wissen wir doch alle: Die Liebe des Mannes gehl durch den Magen. Daher sollte jede Ehekandidatin kochen, gut kochen lernen, jede reifere Frau aber ihre Kochkenntnisse ständig erweitern, auf daß sie den Tisch des Hauses st-ets mit überraschend neuen und wohlschmeckenden Gerichten besehen kaum Mit den Iahren wachsen bekanntlich die Ansprüche der gestrengen Eheherren auch in bezug auf die häusliche Küche. Es ist daher nicht zuviel gesagt, wenn man ein gutes Kochbuch als .Bibel der praktischen Hausfrau" bezeichnet, dient es doch gleichfalls der Liebe und dem Frieden — dem ehelichen Frieden. In diesem Sinne als ganz vortrefflich zu bezeichnen ist daS .Illustrierte Kochbuch" von Lina M orgenftern, das soeben in der 10. Auflage, neu bearbeitet vom Küchenmeister W. Richter im Verlag Heinrich Killrnger, Aordyausen. erschienen ist. (Preis in Ganzleinen gebunden 14 Mk.) Mit ihm ist der Frauenwelt ein überaus wertvoller und zuverlässiger Ratgeber geschenkt, Was zu wissen not tut. läßt sich in einigen wenigen Sätzen sagen: 3c jünger dein Kind :rt, um lo ängstlicher mußt du es vor Tuberkulose schützen. In der tuberhilöcn Umgebung birgt sich die Gefahr. nicht im Stammbaum: nicht dadurch ist dein Kind gefährdet, daß lange vor seiner Geburt Großeltern. Tanten oder andere Anverwandte an Tuberkulose zugrunde gegangen sind, sondern dadurch, daß hustende oder spuckende Tuberkulöse iWohnungsgenossen, Dlenstfersonal, Freunde des Hauses) mit ihm in Berührung kommen. — Hinter der Rück'iht auf die Gesundheit deines Kindes haben alle anderen Rücksichten zurückzustehen: bringe im Votfall den Mut auf. verdäch tigen Tuberkulö'en den Verkehr mit dem Kind zu untersagen. Ihre Kränkung ist, so leid sie dir tut. immer noch weniger schlimm als die Erkrankung deines Kindes. Mode und Modebttder aus der Dergangr. heit. Mode bedeutet uns heute ständigen Wechsel. Verschiedenartigkeit, Wandlungen im Lauf kürzester Zeiträume. In solchem Sinne kann man noch nicht von einer mittelalterlichen „Mode" sprechen. Die Grundformen, die zum Teil noch auf altrömische Tracht zurückgingen, blieben durch Iahrhunderto bestehen und nur in Einzelheiten, wie etwa hinsichtlich der wechselvollen Länge und Weite der Aermel, zeinten sich Veränderungen. Ein ganz anderes Bild bietet sich beim Beginn der neueren Zeit, besonders in dem an Moden ungewöhnlich reichen 15. Iahrhundert. Bezeichnenderweise macht sich damals schon die Bedeutung Frankreichs auf dem Gebiet der Mode, wenn auch noch in schwacher Form bemerkbar. und in der prachtliebenden Königin Isabean von Frankreich, einer bayerischen Prinzessin, sehen wir um 1400 eine Modelönigin von bestimmendem Einfluß. — Die Kunst hat um jene Zeit einen Blick bekommen für alle Aeußer- lichkeiten des bunten Daseins: es ist die Zeit, wo auf den Heiligenbildern die weltlichen Zuschauer überhand nehmen, und wo durch Holzschnitt- und Kupsersticher irndung die moderne Illustration beginnt. So haben wir denn Modeschilderungen in überreicher Auswahl — die Stiche Isaak van Meckenems z. B. mit den oft so grotesken deutschen Trachten, den Schnabelschuhen und den bizarrsten Hauben, die Frauen wohl je getragen haben. In Italien gibt um 1490 der Florentiner Ghirlandajo in seinen Fresken die schöne, von jeder Uebertreibung ferne Kleidung der blonden Patrizierinnen in allen Einzelheiten wieder, die vollkommensten „Mvdebilder", die fich denken lassen. In der Hoch- und Spätrenaissance wird mit wachsendem Interesse den Kostümen der verschiedenen Länder nachgegangen. Dürer und Holbein halten in ihren Skizzenbüchern die Erscheinungen ihrer Zeitgenossen fest: namentlich sind Holbeins Baslerinnen in jener schweren Renaissancetracht. die man gewöhnlich als „altdeutsch" bezeichnet, bekannt geworden. Bald daraus entstehen Trachtenbücher, die mehr handwerksmäßig, ohne großen künstlerischen Ehrgeiz getreu die Trachten wiedergeben. So erscheinen um 1580 in Dürnberg die Bücher von Ivst Amann, unter denen eines den vielversprechenden Titel führt: „3m Frawenzirnmer wird vermeld von allerleh schönen Kleidungen und Trachten der Weiber", worin wir dann z. D. „die erbaren 3ungfratoen“ sehen können, „wann sie zur Hochzeit gehen in Leipzig" und andere städtische Schönheiten in steifen Röcken, zugeknöpft bis zum Kinn, mit Halskrausen und hauswirtschaftlich wirkenden Schürzen über den Besuchskleidern. Gleichzeitig überliefert der Italiener Cesare Vecellio die stattlichen Edelfrauen, Bürgerinnen, Kurtisanen und Bäuerinnen seiner Heimat der Vachwelt, bei deren Trachten es ausfällt, wie sie sich noch eine gewisse Freiheit gegenüber der damals allmächtigen spanischen Mode bewahrten. Letztere in ihrer Steifheit und in ihrer Vorliebe für düstere Farben erschöpft im folgenden Iahrhundert in den ungeheuren Reifröcken der spanischen Fürstinnen ihre letzten Möglichkeiten, um dann endgültig hinter Frankreich zurückzutreten. — In Frankreich finden wir in der zweiten Hälfte des 16. Iahrhunderts in Margot, der schönen Tochter der Königin Katharina de Medici doch konnte sie ihrer Vorliebe für beständigen Schriftsteller haben genaue Beschreibungen ihrer Toiletten hinterlassen. Ihre nicht minder reizende Schwester Elisabeth, die Gattin Philipps II. von Spanien, vermochte an dem zeremoniösen Hof mit ihrem Geschmack nicht durchzudringen, ein Vorbild der Damenwelt, und zeitgenössische Wechsel dadurch nachgeben, daß sie jedes Kleid nur einmal anlegte. — England steht natürlich denn in diesem Werke einer Meisterin hausfraulichen Könnens sind die Erfordernisse eines gut- bürgerlichen Haushaltes ebenso ausführlich und gewissenhast behandelt, wie die eines solchen mit höheren Ansprüchen. Was soll ich kochen? Aus diese tägliche Frage antwortet das Morgensternsche Kochbuch mit unendlicher Mannigfaltigkeit. Eine Anzahl einleitender Aufsätze bringt der Hausfrau viel Wissenswertes über die Einrichtung der modernen Küche, die neuesten kvaft- und zeitersparenden Geräte, über Vahrungsmittellehre und anderes mehr. Es folgt der umfangreiche Rezeptteil. In wohlgegliederter Anordnung werden hier klar und verständlich die Zusammensetzung und Zubereitung von mehr als 2500 Gerichten, Speisen, Backwerken und Getränken geschildert. Dabei fanden alle Arten des Geschmackes BerücksiwU- gung. In Vord- und Süd-, West- und Ostdeutschland und darüber hinaus kann man die Kochvorschriften Lina Morgensterns verwenden, sie bringen stets das Richtige. Doch damit nicht genug. Iede Mahlzeit muß eine kleine Feier sein. Deshalb lehrt Lina Morgenstern, wie man die hausfraulichen Kunst Leistungen so anrichtet, daß sie Gaumen und Augen ui gleicher Weise schmeicheln. Sie lehrt, wie man den Tisch deckt und Fleine Festtafeln ruhtet. Aber auch derer ist gedacht, die auf manche, vielleicht viele dieser leckeren Gerichte verzichten müssen. Für sie bietet das Kapitel „Kranken- küche" verständnisvoll einfühlenden Ersatz. In 549 Abbildungen wird das im Text ®e- aud> in dieser Hinsicht unter dem Einfluß seiner klagen Elisabeth, der man jedoch Gefallsucht und Eitelteit nicht zu Unrecht nach'agt — bei ihrem Tode hinterließ sie nicht weniger als 3000 Anzüge! Das 17. Iahrhundert hat Modeschildercr zuerst in Eallot und in Abraham Bosse, der die niedlichen Lvckei.köpfe der Französinnen aus der Zeil Louis XIII. fo anmutig wiedergibt. Das Vordringen des französischen Einflusses wird immer stärker: dabei sieht man jedoch auS den zahlreiä>en Trachtenbüchern, daß einzelne deutsche Reichsstädte merkwürdig konservativ bleiben und örtliche Eigentümlichkeiten zäh bewahren. So zeichnet Wenzel Hollar in den vierziger Iahren neben der Französin oder Engländerin mit langen Locken und weichem Spitzenkragen über den malerischen Seidengewändern, die Bürg rin auS Frankfurt am Main, die am Mühlsteinkragen und steifen runden Rock ihrer Großmutter immer noch festhält. und selbst noch gegen Ende des Iahrhunderts finden Reisende die Moden in Straßburg oder Augsburg so verwunderlich. ..daß sie nicht zu beschreiben wären". Ein Zeichen, daß man nicht überall „ä la mode“ ging, worüber so viel geklagt wurde. — Die Höfe freilich starren unverwandt, geblendet nach Versailles, die Moden der königlichen Maitreffen sind Gebot. Die Pariser Modekupfer der Brüder Bonnart überschwemmen Europa mit den Abbildungen der stolzen, würdevollcm Darocktracht cuiS der Zeit Louis XIV. Das 18. Iahrhundert vollendet den Triumph Frankreichs: alle seine Künstler zeigen solch eingehendes Interesse für die an Stoffen, Zieraten und lichten Farben überreiche Tracht des Rokoko, daß ihre Portraits und Genrebilder zugleich auch immer Modevorlagen abgeben könnten, von Watteau cm bis zu dem graziösen Illustrator der späteren Iahrzehnte, Moreau le jeune. Unter Marie Antoinette erreicht der Modestich einen Höhepunkt. Sie selbst war dauernd bestrebt, durch neue Erfindungen zu glänzen und brachte es darin so weit, daß ihre Mutter, Maria Theresia, ihr Bildnis zurückschickte mit der Bemerkung, es läge eine Verwechslung vor, „anstatt der Königin sand ich den Aufputz einer Operntänzerin'. In dieser Zeit scheint in Paris die künstlerisch hochwertige „Galerie des Modes": ferner die ersten eigentlichen Modezeitungen: in Paris das „Iournal des Dames", in London die „Gcllery of fashion", in Weimar das „Iournal des Luxus und der Moden". Unter den deutschen Trachten und <3lt- tenfd)iIberern ist Ehodowiecki der bekannteste geworden. Im 19. Jahrhundert bleibt das Modebild noch eine zeitlang auf seiner alten Höhe, namentlich in der Wiener Modenzeitung und in den zarten Schöpfungen Gavamis. Dann aber folgt ein bedauerlicher Verfall: das Modebild wird scha- blvnenhaft vergröbert, wird langweilig, unkünft- lerisch. Erst in neuester Zeil beginnt mit der allgemeinen Hebung des Kunstgewerbes ein Wandel zum Besseren. Reben die eigentliche Modezeichnung, der sich wieder wirkliche Künstler zuwenden, tritt neuerdings immer häufiger die Photographie, die, wenn bildhaft aufgefaht, auch vom ästhetischen Standpimkt aus befriedigen tarnt. Ratschläge zur Pflege und Erziehung des Schulkindes. Dein Schulkind wecke des Morgens eine Stunde, bevor es sich auf den Schulweg machen muß. Rasch steht es auf. Es wäscht sich gründlich mit Wasser und Seife von oben bis unten und trocknet sich tüchtig ab. sollen die Zähne gesund bleiben, so müssen sie jeden Tag mit der Zahnbürste geputzt werden: dann ist der Mund zu spülen. Die Haare werden tüchtig gebürstet und gekämmt. Die Sechsjährigen muht du wohl noch waschen oder größere Geschwister tun es. Vom 9. Lebensjahre an etwa müssen die Kinder es allein machen: und müssen die Mädchen sich dann allein die Haare frisieren. Selbständigkeit der Kinder bei den kleinen täglichen Arbeiten ist dir eine Hilfe, den Kindern eine Freude und Erziehung zu umsichtigem, praktischem Tun. Hab Geduld, wenn es zuerst langsam geht! W» seine Kinder durch zu vieles Helsen verwöhnt, schadet ihnen fürs Leben. Dein Schulkind seht fich zum Frühstück an den Tisch. Eine warme Suppe (Mehl-, Milchsuppe usw.) und Brot oder eine Tasse warme Milch, Kakao oder Milchkaffee und Brot schmecken ihm gut. Nimm dir die Zeit, dich zu deinem Kinde $u setzen und mit ihm zu frühstücken. Erlaube chm nie, sagte erläutert. Alle einfachen und schwierigen Handgriffe werden in trefflichen Bildern gezeigt, so daß auch die Anfängerin in der Kochkunst sich an die schwierigsten Aufgaben heranwagen kann. 12 farbige Tafeln veranschaulichen das für die Küche benötigte Material. Davon werden die Fleischtafeln Vovizen der Kochkunst von besonderem Werte sein. Beim Durchblättern dieses im bildlichen und konkreten Sinne überaus vielseitigen Buches wendet sich dankbares Erinnern der verdienstvollen Verfasserin Lina Morgenstern zu. Als Begründerin der Volksküche (1868), des ersten (Berliner) Hausfrauenvereins (18Z8) und feiner Kochschule zeigte sie sich auf sozialem Gebiete ebenso weitblickend, wie bei der Heranbildung tüchtiger Hausfrauen. WaS sie in ihrem langen, gesegneten Leben in bet MaNenspeisung, der Kochschulleitung sowie im eigenen Haushalte erprobte, faßt Lina Morgenstern in die Worte Zusammen: „Man muh kochen, nicht nur was sättigt, sondern auch was leistungsfähig macht." Ein goldneS Wort, das heute mehr denn je Geltung besitzt. Inzwischen ist unsere Zeit schnellebiger und in mancher Beziehung auch anspruchsvoller geworden. Dieser Tatsache trägt die vorzügliche Veubearbeitung des Kochbuches durch den bekannten Küchenmeister M. Richter Rechnung, sowohl durch die Bekanntgabe schnell und leicht herstellbarer Gerichte. als auch durch Zubereitungsvorschriften für feine und feinste Küche. — Als Einband schuf Professor Hohlwein. München, eine Prachtleistung: Ein Mann, dem es gut schmeckt. Doll in nervöser rinft. ohne Frühstück ober mit dem Bunerbroi in öcr Hand zur Schule zu laufen. Achte auch darauf, daß es vor der Schule dos Klosett aufsuch:. Solche Gewohnheit reqeli die Verdauung am besten. Du mußt beinern ,inde von vori.herein sagen, baß es das Klosett m der Schule nur in Ausnahmesällen benugt Dein Schulkind nimmt sein zweites Frühstück (am besten 'Butterbrot und Obst) einge- wickelt in Empsana unb geh? Die Sechsjährigen haft du wohl noch nach dem Taschentuch gefragt. An den rechtzeitigen Gebrauch sind sie bereits vor der Schulzen gewohnt. Erleichtere ihnen das regelmäßige Miiuehmen durch eine Tasche in jebem Kleid oder in jeder Hose. Sobald dein Schulkind fort ist, öffnest du (bei ledem Wetter» die -"yenftcr in der Wohnung, machst nach Möglichkeit Durchzug, schüttelst die Betten, läßt sie auslüften und räumst die Wohnung auf. Gelüstete Räume Heizen sich leichter als ungel. stete. Erleichtere deinen .Kindern die Gewöhuung an Ordnung und Sauberkeit auch baburd), daß du ihnen in der Wohnung einen festen Plag gibst für ihre Spiel- und Schulsachen, daß du ihre Kleider und Wäsche heil und sauber am bestimmten Platz verwahrst. Wenn du nur das Nötige ansd asstt, kannst du auch die enge Wohnung ioh.wlich gestalten. Dein Schulkind 'ommt hungrig aus der Schule. Die Schulbücher legt es auf ihren Platz. Es wäscht sich die Hönde und setzt sich an den Tisch auf feinen Plag. Du hast dafür gesorgt, dost jeder Lössel, Gabel unb Schüssel für sich hat. Du teilst das warme Esten aus. Achte auf langsames Essen, gutes Kauen. Gib einfache, schmackhafte, gemischte Kost. Eine Mutter, die ihren Kindern zu Mittag ans Deguemlichkeit Kaffee und Semmeln gibt, begeht ein Unrecht, bas nicht wieder gutzumachen ist und erspart auch nichts: denn Kaffee und Semmeln find nicht billiger als ein warmes Mittagesten. Gewöhne schon die Kleinen daran, alles zu essen, was du ihnen vorsetzt. Laß sie nie Brot ober Obst vor Tisch essen. Liebe Mutter, ob du ahnst, wie schädlich das Esten zwischen den Mahlzeiten ist, welch böse Folgen das Naschen von Süßigkeiten für Zähne, Magen unb Verdauung deines Kindes hat? Obst ist besser und gesünder als Süßigkeiten. Dein Schulkind spielt fröhlich nach dem Essen, bei gutem Wetter, auch im Winter, draußen. Wie genießt das Kind nach dem Still- sitzen in der Schule die Bewegung in frischer Lust. Laß die größeren Kinder fich täglich im Hause oder auf Botengängen nützlich machen, gib ihnen von Jahr zu Jahr mehr Pflichten. Schaff ihnen aber stets Zeit, Platz und Ruhe für ihre Schularbeiten. Unterbrich sie nicht beim Arbeiten und dulde keine Störung von Geschwistern unb Kameraden. Setzt du dich mit deiner Flick- ober Näharbeit zu ihnen, so ist am besten für Ruhe unb Ordnung gesorgt. Eine Mutter, die mit Nachbarinnen lange Unterhaltungen pflegt, während die Kinder bei den Schul- arbeiten sitzen, hat nicht darüber nachgedacht, wie schädlich halb verstandene Gespräche der Erwachsenen für Kinder sind. Dein Schulkind legt die Bücher für den nächsten Tag bereit, nimmt sein Aden dessen ein, zieht sich aus, wäscht den ganzen Körper, putzt die Zähne, schlüpft in bas Nachtkleid unb legt sich ins Bett. Zum Abendessen gib warme Milch, Buttermilch oder Saftwasser zum Butterbrot. Fast das Wichtigste für die Körperpflege ist vor dem Zubettgehen das gründliche Waschen des ganzen Körpers und das Zähneputzen. Halte im Winter warmes Master bereit. Einmal in der Woche, Samstags, wäschst du deinem Kinde den Kopf und trocknest den Mädchen sorgsam die Haare mit warmen Tüchern am Ofen. Dann brauchst du Erkältungskrankheiten durch Kopfwäsche nicht zu fürchten. Denselben Abend beschneidest du die Nägel an Händen und Füßen. Feuchte Strümpfe, feuchte Wäsche und nasse Schuhe trocknest du: die übrige Tageskleidung dünstet während der Nacht aus. Keinesfalls soll ein Stück davon nachts andehallen werden. Bedenke, daß dein Schulkind bis zum 11. Lebensjahre allnächtlich 11 Stunden Schlaf nötig hat. In keinem Raum hält es sich solange auf, wie in der Schlafstube. Wähle deshalb den besten Raum (Sonnenseite) der Wohnung als Schlafstube. Sorge für ein sauberes Bett für jedes Kind. Kannst du das nicht, so laß zwei Kinder in einem Bette schlafen^ nicht Kinder und Erwachsene zu fammen. Der Mutter, die nach unseren Ratschlägen ihre Kinder pflegt, können körperliche Veränderungen (beginnende Rückgratsoerbiegung, Ausschlag, Frost, Wunden usw.) nicht entgehen. Rechtzeitig kann sie den Arzt benachrichtigen und ihr Kind vor Krankheit unb Schmerz behüten. Mutter, wenn du unermüdlich dein Kind pflegst unb erziehst, lebst du ihm und dir zur Freude! Versuche es! unb ganz sieht man ihm ein Wohlbehagen an, das jede Hausfrau ihrem Gatten zu verschaffen vermag, wenn sie Lina Morgensterns illustriertes Kochbuch zu Rate zieht.-'Ihrem Gemahl zu Gefallen, aber auch aus Klugheit, denn die Wünsche feiner Eheliebsten zu erfüllen wird stets geneigt sein — ein Mann, dem es gut schmeckt. 215 Für den Bücherlich der Frau. Ein Tag aus dem Leben der Wohlfahrtspflegerin. Bon Dr. Margarete Dyck und Hedwig (Stiebe. 135 € eiten -P. Verlag für Kulturpolitik, Berlin 1926. Dieses Buch ist ein erster Versuch, die mannigfachen Bestrebungen der Wohlfahrtspflege darzulegen, au zeigen, was der Beruf bedeutet, welche menschlichen und seelischen Qualitäten eine Wohlfahrtspflegerin mitbringen muß. auf welchen Wegen sie sich für ihr Amt ausbildet, welche Aussichten dieser Beruf bietet, wie er den Menschen erfüllt — und in Anspruch nimmt Zwei bewährte Wohlfahrts- Pflegerinnen haben diese Fragen beantwortet, indem sie. wie der Titel lagt, den Leser einen Arbeitstag miterleben lassen, und zwar sowohl einen Arbeitstag in der Schule — die AuSbtl- dung — wie den Arbeitstag der „praktizierenden", beamteten Wohllahrtspflegerin.Das Ganze ist lebendig aus mitschafsender Berufstätig keck und reicher Erfahrung geschrieben, anschaulich, unverblümt, fesselnd, belehreick) und unterhaltend zugleich. 200 M JTOII A Dies Stand, "s Banknoten. V : Devisenmarkt Berlin—Frankfurt Telegraphische Auszahl 3n|d richt' ; ■ ? । 4 Cs . Rundfunk-Programm deS Frankfurter Senders. (Aus der »Radio-Umschau".) Donnerstag, 22. April. 4.30—5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Neu» Operetten. 5.45—6.10 Uhr: Die Lesestunde: Aus den „Briefen aus der französischen Revolution" von Rätif de la Bretonne. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Erhaltung und Schaffung von Nistgelegenheiten als Hauptbedingung eines erfolgreichen Vogelschutzes", Vortrag des Städtischen Garten- und Friedhofamts. 6.45 bis 7.15 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: Dr. P. Lertes: Stereoakustischer Rundfunk und Gegensprechverkehr. 7.15 bis 7.45 Uhr: Vortragszyklus des Stadtgesundheitsamts anläßlich der Reichsgesundheitswoche: „Langlebigkeit", Vortrag von Geheimrat Professor Dr. Neißer. 8.15 bis 9.15 Uhr: Arien und Lieder. 9.15 bis 10.15 Uhr: Koloratur-Konzert. Anschließend bis 12 Uhr: lieber- tragung aus Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. Schöffengericht Gießen. • Gießen, 19. April Im November 1925 wurden einer auf einem Gut in Rieder-Erlenbach bediensteten Polin 150 Mk. gestohlen, nachdem ihre Zimmertüre mit Gewalt vorher geöffnet worden war. Als Tater wurde alsbald der Arbeiter August Sch. von Schierstein ermittelt. Sch., der trotz seiner noch nicht 24 Zahre schon vielfach, allein dreimal wegen Nückfalldiebstahls, vorbestraft ist, leugnete zuerst: später, als er die Zwecklosigkeit seines Leugnens einsah, gab er den Diebstahl an sich zu. Wegen schweren Rückfalldiebstahls erhielt er zwei Zahre Zuchthaus. Wegen schwerer Urkundenfälschung erhielten ein Arbeiter von Gießen und ein Mann aus St. Gefängnisstrafen von zehn Tagen und zwei Wochen. Ersterer hatte eine Bescheinigung seines früheren Arbeitgebers über tatsächlich geleistete Arbeit gefälscht und dem Arbeitsamt zwecks Erlangung von Llnterstühung vorgelegt. Letzterer hatte eine Eingabe an das Kreisamt mit dem Tarnen eines Mitbürgers unterschrieben und darin alle möglichen angeblicher Verfehlungen anderer Ortseinwohner geschildert, damit gegen diese vorgegangen werden sollte. B 4 Das Getränk der Millionen: KATHREINERS MALZKAFFEE ' !■$ * Letzte Nachrichten. iGro^feuer. Fulda, 21. April. (WSN. Eigene Drahtmeldg.) Gestern vormittag gegen 10 Uhr brach in dem Dorfe G e i s a in der R h ö n in einem Hause in der Bahnhofstraße Feuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit verbreitete. Trotz verzweifelter Anstrengungen der rasch alarmierten Feuerwehren war es nicht möglich, den Brand einzudämmen. Neun Wohnhäuser wurden vollständig eingeäschert. Die Entstehungsursache ist noch nicht geklärt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß B r a n d st i f- t u n g vorliegt. Die obdachlosen Familien wurden notdürftig untergebracht. Eine öffentliche Sammlung für die Abgebrannten wurde eingeleitet. Begrenztheit des individuellen Bewußtseins wird schmerzlich empfunden, aber die Ahnung des Göttlichen lebt in den Gedichten als versöhnendes Element. Disharmonien beengen die Dichterin, doch ihre schöne Seele löst sie in wohlklingende Akkorde auf. Sie verklärt poetisch dis Verbindung von Natur und Menschendasern. Alles trägt sie von musikalischer Rhythmik er- Büchertisch. Von Rudyard Kipling, dem Künder des modernen Indiens in Ratur und Leben, veranstaltet der Leipziger Verlag Paul List eine Gesamtausgabe seiner Werke, deren erster Band uns in flexiblem reich geschmücktem blauen Leinenband und guter Druckausstattung (nur Kirche und Schule. Vom Evang. Landeskirchentag. ♦ Darmstadt, 20. April. Der Evangelische Landeskirchentag tritt Mittwoch, 5. Mai, im Landeskirchentagsgebäude in Darinst a d t zu einer Sitzung zusammen. Als einziger Punkt steht auf der Tagesordnung: Vorlage der Kirchenregierung, den Voranschlag über die Einnahme und Ausgabe der Evangelischen Landeskirche in Hessen für die Rechnungsjahre 1 9 2 6 — 28 betreffend. Da die Wirtschafts- und Finanzlage der Landeskirche wenig geklärt ist (der neue Voranschlag weist einen Fehlbetrag von ] 249 000 Mk. auf, für den zunächst noch keine Deckung vorhanden ist), dürften die Verhandlungen einige Tage in Anspruch nehmen. Die 3 Gruppen des Landeskirchentags (Positive Vereinigung, Evangelische Vereinigung und Freie Landeskirchliche Vereinigung) treten bereits am 3. Mai zu Besprechungen zusammen. H - rantfurtcr Getreidebörse. Frankfurt a. TL, 21. April. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 30,50 bis 30,75 Mk.; Roggen, inländischer, 20,50 bis 20,75; Sommergerste für Braugerste 22,75 bis 24,75; Hafer, inländischer, 23 bis 24; Mais (gelb) 18,75 bis 19; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 42,25 bis 43; Roggenmehl 29,50 bis 3(1; Weizenkleie 10,50; Roqqenkleie 11,50 bis 11,75 Mk. Tendenz: stetig. Kleine Strafkammer Gießen. * Gießen, 16. April. Ein Landwirt aus B. hat eine bei ihm in Diensten stehende ältere Frau derart mit einem Knüppel über den Kopf und die schultern geschlagen, sowie auf die Brust und in das Gesicht getreten, daß das Amtsgericht eine cremplarische Bestrafung für am Platze hielt und ihn zu 3 Wochen Gefängnis verurteilte; wegen Bedrohung erhielt er eine Geldstrafe. Seine gegen dieses Urteil eingelegte Berufung, welche. Herabsetzung der Strafe bezweckte, wurde mit Rücksicht auf die bewiesene Roheit zurückgewiesen. Ein Kaufmann aus G. war der Beamtenbeleidigung beschuldigt. Er hat vor einiger Zeit nachts auf dem Heimweg mit seinem Stock eine Fensterscheibe eingeschlagen. Als die Polizeibeamien zur Feststellung des Täiers schreiten wollten, wurden sie von dem Angeklagten mit der bekannten Einladung empfangen; auch nannte er sie Betrüger. Das Amtsgericht erkannte auf 14 Tage Ge- ' ä n g n i s. Hiergegen legte er Berufung ein mit dem Antrag, es bei einer Geldstrafe bewenden zu lassen. Der Staatsanwalt beantragte Verwerfung Ar Berufung. Die Polizeibeamten müßten, fo >ährte letzterer aus, in ihrem schweren Berufe ener- 'äsch geschützt und die Staatsautorität hochgehal- . werden. An sich sei sogar mit Rücksicht auf die '0.-strafen eine Erhöhung der Strafe am Platze; waren leicht gebessert, auch Mexikaner gingen etwas höher. 3m Freiverkehr wurde heute die scharfe Steigerung für Growag sehr beachtet, die 10 Prozent höher gingen. Es dürfte dies darauf zurückzuführen sein, daß an der hiesigen Börse heute morgen eine Versteigerung von 70 000 Goldmark Aktien des Großkraftwerkes Württemberg stattgefunden hat, die vom Barmer Bankverein für ein Konsortium mit 60 bis 64 Prozent ausgenommen wurde. Becker Kohle 54. Becker Stahl 40, Benz 68, Brown Boveri 70, Entreprise 10, Rastatter Waggon 23, Ufa 56,5 Prozent. Der weitere Verlauf gestaltete sich etwas freundlicher. Schiffahrtsaktien konnten sich leicht befestigen. Auf den anderen Märkten zeigten sich weiterhin Schwankungen, doch waren vielfach mäßige Besserungen zu verzeichnen. Der Geldmarkt ist unverändert leicht. Tagesgeld 4,5 Prozent. Monatsgeld 5,5 Prozent Privatdiskonten 4,75 bis 4,87 Prozent, Zndustrieakzepte mit Dankgiro 5,75 bis 5,87 Prozent. 3m Devisenverkehr notierte Paris gegen London 145,25. Brüssel lag weiter schwach. Mark und Pfund sind unverändert. Dörsenknrle. Turnen, Sport und Spiel Schwimmen in der D. T. (Bau Hessen. Der 94. Gautumtag genehmigte das dies- jährige Gauwettschwimmen am 27. 3uni * in Marburg. Die Wettkämpfe werden im Hniversitätsbad stattfinden. Das Bad wird in diesem 3ahre ganz neue Formen erhalten und für die Schwimmwettkämpfe geeignete Bahnen aufweisen. Bei dem letzten Gauwettschwimmen in Friedberg betrug die Zahl der Teilnehmer 100, diesmal wird diese Zahl bei weitem überschritten werden. Außer den Kämpfen in einzelnen Klaffen werden Massenaufführungen im Trocken- - schwimmen und Rettungsschwimmen vorgeführt und Einlagen, wie Gruppenspringen, Schwimm- reigen usw., gezeigt werden. Die .Hebungen sind zusammengestellt, sobald es die Witterung erlaubt, soll mit dem Heben im Freien begönnern werden. Das Gauwettschwimmen ist gleichzeitig Ausscheidungskampf für das Gauverbandswettschwimmen, das acht Tage später in Offenbach stattfindet. Kommenden Sonntag. 25. April, findet im Städt. Volksbad in Wetzlar ein Vereinszweikampf zwischen der Schwimm-Abtlg. des Turnvereins 18 4 6 Gießen und des Turnvereins Wetzlar statt. Bisher marschierte T. V. Wetzlar im Gau Hessen an der Spitze. Gießen hat sich im letzten 3ahre ganz bedeutend entwickelt, so daß spannende Kämpfe zu erwarten sind und der Sieg für Wetzlar noch in Frage steht. Die Wettkämpfe bestehen meist ans Staffeln. leider Antiqua gedruckt) vorliegt. Er enthält den großen Meisterroman Kiplings „Kim", die seltsame bunte Geschichte dieses famosen kleinen 3rcnbengels, der mit warmem Herzen und offenen Sinn als „Freund aller Welt" auf der großen Heerstraße 3ndiens seinen Weg zieht. Die Ereignisse überstürzen sich, immer neue Menschen kreuzen unfern Pfad, neue Eindrücke betäuben uns schier, aber aus der Verwirrung schürfen wir das Lebensbild 3ndiens, des Indiens unserer Tage, das rastlose Hin und Her dieses ungeheuren Völkerreservoirs auf den großen Weltstraßen des oberen Gangestals, das Leben in den großen 3ndustriestädten des Rordens, die Kultur des indischen Landvolks, weit ab von den Zentren des geistigen und politischen Lebens. Auch einen Blick dürfen wir tun auf die tausendfachen Fäden, mit denen eine kluge angloindische Regierung dies ungeheure Volk lenkt und auf die Gefahrpunkte der britischen Herrschaft. Es ist ein köstliches Buch, zu dem jeder gerne greift, der Kipling bislang nur aus seinen Dschungelgeschichten kannte. 5 — B. Kofahl-Münker: grauen» Seele. Ein Zyklus. Hamburg, Verlag von 3uL Emil Gaul. — „Gefühl ist etwas, das im Bewußtsein gegenwärtig, nicht abstrakte Erkenntnis der Vernunft ist." Dieser Worte Schopenhauers gedachte ich, als ich die Gedichte von Bertha Kofahl-Münker aus mich wirken lieh. 3hre Poesie stellt sich als reiner Gtzsützlsausdruck dar. Das 3nnerste ihrer Ratur weist auf Humanität im höchsten Sinn hin. Aus einer kleinen, eigenen Welt klingt ein undefinierbares Etwas, das sich dem Metaphysischen verbunden weih. Die Frau als Schöpferin des deutschen Briefes. Welche entscheidende Rolle die Frau in der Geschichte des deutschen Briefes gespielt hat, das hebt Gustav Roethe in der gehaltreichen Einleitung hervor, die er seiner Ausgabe der „Briefe des jungen Goethe" im 3nsel»Derlag zu Leipzig voranstellt. „Es darf der deutschen Frau, wie sie einst war. nachgerühmt werden," so schreibt er, „daß sie es glücklicher als die Männer verstanden hat, den Briefen, die sie schrieb und in deren Gesichtskreis sie stand, Wärme und Wahrheit einzuhauchen, natürlich zu bleiben und Ratur zu verbreiten: nicht nur die Briefe der Frau, auch die Briefe an die Frau sind meist echteren Empfindens. Do-m eigentlichen Liebesbrief zu geschweigen; auch der Mystiker schreibt sein schlichtes Deutsch, wenn er sich der geistlichen Freundin offenbart; die derbe Gesund- 6eit und herzliche Wärme des deutschen Familienbriefes, gleichviel ob im Hause des Hohenzollern Albrecht Achilles oder der Rürnberger Patrizier, der Deheim und Baumgartner, wurzelt wieder in der Macht der Hausfrau und Mutter; wie weit schreitet die prachtvolle Liselotte den Männern ihrer Zeit briefschreibend voraus, und wie unglaublich übertrifft Frau Gottsched in der rührenden Anmut ihrer Briefe den feierlichen Gatten, der bei allem guten Willen die Sprache des Herzens nicht findet! Die Briefe eines großen Mannes wie Leibniz gehn uns nicht tief, erregen höchstens fachliche Bewunderung, nicht menschliche Wärme: die Frau hat zu wenig für ihn bedeutet. Hnd es bedurfte der vollen tragischen Große im Leben Friedrichs des Einzigen, um seine (französischen!) Briefe über diesen Mangel hinauszu- heben. Luther aber und Bismarck und Goethe: wenn hier die ebenso getoaltige wie bis in den Seelenkern durchwärmte und gesunde Persönlichkeit den Brief zu kraftvollsten und zartesten Offenbarung ihrer genialen Menschlichkeit macht, nun, wir wissen, was den drei Großen die Frau bedeutete, die echte deutsche Frau; auch Luthers Briefe erreichen ihre menschliche Fülle erst, als Käthe ihm zur Seite steht. Hnd was Goethe seinen Lehrmeisterinnen dankt, Dom Weinwirts- töchterlein bis zur Fürstin, das fühlen wir Dom zweiten Briefe dieser kleinen Sammlung an sein Leben lang, nut Mutter und Schwester beginnt es — und noch int letzten Lebensjahre erfreuen die Briese an Marianne durch eine einfachere Art: als ob selbst der Greis noch befreit und verjüngt wird durch den Gedanken an die geliebte Frau." 3i @ leitun MO 19261 ju 6d Solbot 3nfant 1897 ( korps Die F |d)en 1885 das ö Um 5 förberl mürbe er ein 1 Großen blieb er Iruppe siegt 3 (palet 1 Stoßen jum Ml dem Gi 1909 m versitzt. Stefluni M Bi ’2ün 4. Oberst!« Chef korps Oberster Chef bei 11 und ( der Hk alle die 1915, u reils ( Genera! im hah jtabsdjef Ms J? einer nod 1917 er$ beten list manbiert Rohres 1! Pour le vember l Pour le des ti Hers 6 jähre feil seren Be Stelle bc diesem K Schluß be Nach i , Wchterfü ourbe im Grenzschutz ernannt, ft M (R)ef er am 16. war, wurd resleit] größten D wehr er® also kurze leutnant,; Anerke i"e et fid hotte, am Präsidenten »Men General 0(1 er im = eynnnnt rau tHM aus ifitter fL j4n !