? H Z iif’ÄS ; J •» 23,6(1; ■ '»Ich, ncn« 10 t । h?tut ,ÄS9 der ^aN W"ös 6rc .d°n ^[q9. ®ün= tunenden?? "Wi jnen, b'lc »n de Ostung crh^6un9fr UN! 5 Volkes Äer^ "9««14** SSL ZS-ur SrsW che dieser sonderbarst ?. ist dec ge- ’n SorIWtn ist nuc 9 lemer Jugend, die ^9 der größten Aus- Jti-Ä bie liegt ft Ne im tzuL !, ö>c dem halben Um- ,! ®er erste schlichte > 7-.Mt nach dec Heim- M von dem GW des durch den eben errun- imenlvsen Mhen eines ° in Eis und Schnee. ' soll auch In Deutsch- and von dec dänischen l in der Form von ein- um das einzigartige zanglcch zu machen. Dos on etwa zchic. monatlich n liegt jetzt vor. Im asmussen seine polaren n er die erste Thule- te Thulefahrt bildete den »ieser unentlveglen De- tnis und die Zusammen- ektischen Kontinente zer- ■rft jetzt ist erwiesen, daß nländischen Angmagssalik biriens sich der gleichen Zeichen Glauben lebendig änge besitzen md sich die i Ein einheitliches Volk en Wege um die Erde $ul>ft>nbai liegt feine :prünfflidjen Stultuc heben Entwicklungen und nedE SAnme durch W. Sine noch nicht r MUerwanderung, ein? Heldenlänge erwächst auf N diesem Buch ist die i, unbeschwert von dem Material, das die W' getagt W ' beste md reichhaltigste eine arktische Erpedttlo» - ist verschwendensch m estreut. Wer gerade so n der arktischen Litemtu 0(1 t Programm ter Tenders. )io-UmMu"-) 21, Januar. Äh ’ 21 Hoffmann, 6.30 ®- Kastel: Dortrag ^^^SüttenrngJ« c' -ft Dogelzuges, Äb / Dortrag Sochle - n Mel. ä & nr. \T Erstes Blatt 176. Zahrgang Donnerstag, 2\. Zanuar 1926 sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen vnikf Md Verlag: vrühl'fche Univerfitätr-Buch- und Lteindruckerei R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägcr- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftlcitung 112, Der» lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Züstcl, sämtlich in Gießen. Das neue Reichskabmett. Die Regierungserklärung auf Dienstag verschoben. Die Besatzungsstärke. Vor einer Zusammenkunft Chamberlains mit Briand. Paris, 20. San. (WTB.) Der Londoner Berichterstatter der Havasagentur spricht in einem längeren Telegramm über die vermutlich erst zu Beginn des Februar stattfindende Zusammenkunft zwischen Chamberlain und Briand, die in Paris anläßlich der Rückkehr des englischen Staatssekretärs erfolgen soll. Drei Fragen seien es, die zu besprechen seien: Die Ausführung der Entwaff» nungsbestincmungen durch Deutschland und die Lage, die geschaffen werden muffe in dem Augenblick, in dem die Kontrolle der interalliierten Militärkontrollkom- miffion aufhöre und a u j den Völkerbund übergehe, und schließlich die Frage der Kontingente der alliierten Truppen für die besetzten Gebiete. Was die erste Frage anlange, so scheine es nach in London cingetrofsenen Vachrichten, daß die Haltung der deutschen Behörden den Eindruck erwecke, als wünschten sie gewisse übernommene Verpflichtungen in Frage zu stellen. Die alliierten Vertreter, einschließlich der belgischen und italienischen, wollten nicht zulassen, daß die Polizeistreitlräste im Deutschen Reiche fo verteilt würden, daß sie wirksame Deckungstruppen für die westliche und östliche Grenze seien. Das sei ein Hauptpunkt, über den verhandelt werden müsse. Die Kontrollkommission werde Berlin nicht verlassen können, solange der deutsche Widerstand sich zeige, und es scheine, daß der Aufenthalt sich schließlich deshalb verlängere. weil Deutschland keine Eile zeige, die Verpflichtungen in die Praxis uinju» fetzen, über die die Sachverständigen und das Militärkomitee von Versailles in dieser Frage in Paris grundsätzlich übereingekommen seien. Lieber die zweite Frage, den Aebergang der Kontrolle auf den Völkerbund, habe bereits ein Meinungsaustausch zwischen den Alliierten stattgefunden. 1924 habe der Völkerbund bereits ein System aus gearbeitet, gegen das Deutschland allerdings protestiert habe. Das Reich habe zwar Artikel 213 des Versailler Vertrages angenommen, aber damals sei vvn einer Zulassung Deutschlands zum Völkerbund noch nicht die Rede gewesen, und dieser Artikel enthalte ein System, bas aus Deutschland anwendbar sei, ohne daß es Mitglied des Völkerbundes sei. Die alliierten "Regierungen würden also diese Frage, über die sie sich in London und Paris unterhalten hätten, zu regeln haben. Was schließlich die dritte Frage anlange, so erwähnt Havas den Protest des deutschen Botschafters in London Sthamer und schreibt, vor dem 15. Rovember seien tatsächlich in der zweiten und dritten Zone nur 65 000 Mann gewesen. Wenn man sich also strikte an die These halten wolle, köirne es sich um eine Herabsetzung von nur 10 000 Mann handeln. Außerdem fei noch zu erwähnen, daß die Alliierten hinsichtlich der Zahl der Bc° fahungstruppen durch keinen Vertrag gebunden seien, und daß sie sie erhöhen oder herabsetzen tonnten. Deshalb sei es möglich, daß man die deutschen Einwände in Betracht ziehe. Aber das sei nur eine einfache Voraussetzung, denn man könne weder in London noch in Paris zugeben, daß es wichtig fei, dieser Frage eine sehr baldige Lösung zu geben. Die französische, englische und belgische Regierung hätten sich endgültig über die Verteilung von 7 5 0 0 0 Mann geeinigt. Für den Augenblick bleibe man darauf bestehen. Llebrigens sei es sehr wahrscheinlich, daß man erst die "Rückkehr Chamberlains abwarten werde, um diese Frage zugleich mit den zwei anderen Fragen frühestens Anfang Februar, also in etwa 14 2 a- gen, zu behandeln. Hierzu erfährt die Telegraphen-Tlnion von unterrichteter Seite folgendes: Die Behauptung, daß die Desahungssmächte sich endgültig über die 75 000 Mann geeinigt hätten, trifft nicht zu, zumal der Havasvertreter selbst erklärt, daß diese Frage erst noch auf der Durchreise Chamberlains zwischen dem englischen Außenminister und Briand besprochen wird. Ein Beschluß der Botschafterkonferenz liegt bis jetzt nicht vor und es ist noch nicht einmal sicher, ob überhaupt die Rachricht über die Entschließung des Unterausschusses zutrifft. Auch £>ic Verhandlungen, die durch die Vorstellungen cingeleitet sind, die die deutschen Vertreter in den drei Hauptstädten in der stärksten Form erhoben haben, sind rwch nicht abgeschlossen. Bisher ist die Zusage gegeben worden, daß am 1. April eine Herabsetzung um 5000 Mann eintritt, und daß das Kontingent der verheirateten Unteroffiziere von - auf 1 ; herabgesetzt wird. Die deutsche Regierung gibt sich aber mit dieser Zusage nicht zufrieden. Wenn Havas behauptet, Deutschlaird habe in der zweiten und dritten Zone im Frieden selbst 65 000 Mann unterhalten, so wird im Gegensatz zum Versailler Vertrag das Saargebiet mit eingerechnet, ein Versuch, den sich die Reichsregierung nichtgefallenlassen wird. Zu der Behauptung von Havas, daß die Alliierten sich nicht vertraglich zur Herabsetzung der Besatzung verpflichtet hätten, ist darauf hinzu- toeifen, daß in der von Herrn Briand unterzeichneten "Rote der Botschafterkonfe- renz vom 16. November 1925 ausdrücklich versprochen worden ist, daß „die Stärke der De- Die sechswöchige Regierungskrise ist endlich dank der energischen Initiative des Reichskanzlers Dr. Luther, vor allem aber auch durch den warmen und überzeugenden Appell des Reichspräsidenten von Hindenburg ßunmehr beendet. Seit den Oktobertagen drückte mit täglich wachsender Schwere der Alp ungewisser Entscheidung über die neue Zusammensetzung der Reichsregierung, mit einem Aufatmen der Befreiung wird die deutsche^ Gesamtheit die gewonnene Gewißheit begrüßen. Reichspräsident von Hindenbur g hat sich in jeder einzelnen Phase der Krise mit einer beispiellosen Peinlichkeit an die Vorschriften der Reichsverfassung gehalten und alle nur sich irgendwie ergebenden Möglichkeiten des Parlamentarismus bis zur Beendigung der Krise aus- zufchöpfen versucht. Er ist bis zu dem Augenblick in den Hintergrund getreten, als durch das Wiederauftauchen neuer parteilicher und persönlicher Gegensätze die Kabinettskrise zu einer Staatskrise sich auszuwachsen drohte. Sein vaterländischer Appell in der entscheidenden Stunde stellte einen notwendigen und staatsmännischen Schritt dar, der zur Wahrung der bereits gefährdeten Staatsautorität getan werden mußte. Ein Versagen der Vertreter der Reichstagsfraktionen in diesem Augenblick hätte zugleich bewiesen, daß die gegenwärtige Art des parlamentarischen Regimes in Deutschland unhaltbar geworden ist. Es spricht für die verantwortungsvolle Objektivität des demokratischen Parteiführers Koch, daß er zunächst mit der Erklärung, an seiner Person dürfe die Regierungsbildung nicht scheitern, die Bahn für die weiteren Verhandlungen frei gab und alsdann bei der schwankenden Haltung der Demokraten mit dem Gewicht seiner Stimme den Ausschlag für das Zustandekymmen des neuen Kabinetts herbeigeführt hat. Es ist vielleicht in dieser Stunde, in der die neue Regierung ihre Arbeit aufnimmt, angebracht, eine Erörterung der Frage über die Schuld der einzelnen Beteiligten an der ungeheuerlichen Verschleppung der Regienmgskrise zurüetzustellen. Gilt es doch vor allem die seit Oktober aufgerührten Leidenschaften wieder zu beruhigen, den parteipolitischen Kampf einigermaßen zu entgiften und über das Trennende neue Drücken zu einer fruchtbaren Gemeinschaftsarbeit zu schlagen. Manches Unheil muß durch einmütiges Handeln wieder gut gemacht werden. Rur fo vermögen die neuen verantwortlichen Leiter der Regierung zufammen mit den maßgebenden Ministern, die aus dem früheren Kabinett übernommen sind, die für die Lösung schwerster Aufgaben notwendige Kraft aufzubringen. Gewiß war in der Zwischenzeit auch auf dem Gebiet der auswärtigen Politik fein eigentlicher Stillstand eingetreten, aber infolge der bestehenden Unsichwheit über die Zukunft des neuen Reichskurses sowie durch das Ucberwiegen der inneren Schwierigkeiten und Interefsenkämpfe mangelte d r Behauptung des deutschen Standpunkts gegenüber unteren Gegnern die genügende Festigkeit, fehlte auch andererseits das notwendige Mitgehen und Mit- vcrstehen für die großen deutschen Belange unserer im Zeichen des Interregnums flehenden Volksgesamtheit. Auf den wichtigsten Plätzen des neuen Kabinetts stehen die beiden Männer der vorigen Regierung, die in den Tagen von Locarno die Führung der Pakt-Politik entschlossen in die Hand nahmen und gewillt waren, als Bürgen für die zielbewuhte Auswertung dieser neuen Entwicklung einzutreten. Es besteht allgemein Uebereinstimmung darüber, wie sie auch in den Erklärungen der verschiedenen Parteien in der Aussprache des Auswärtigen Ausschusses her- vorgetreten ist, daß „Locarno" nur einen „Anfang" dar stellen darf, und daß der weiteren Linienführung nur das eine Ziel gesetzt werden darf, die mit der Pakt-Politik begründete Hoffnung unseres Volkes nach einer Erleichterung feiner aus der Versailler Zwangsfesse- lung sich ergebenden unerträglichen Lage zu erfüllen. "Beide Männer, der Reichskanzler Dr. Luther sowie der Außenminister Dr. S t r e s e- mann, haben durch ihre bisherige Zusammenarbeit den Willen bekundet, die Politik der nächsten deutschen Zukunft in dieser Richtung auszugestalten. Sie werden die Zustimmung weitester Kreise der deutschen Volksgesamtheit und ihrer überwiegenden Mehrheit gewiß sein fönnen, wenn sie auf diesen: Boden die neue Regierung auf- bauen. Gleichzeitig wissen auch die maßgebenden Persönlichkeiten auf der Gegenseite, daß sie Staatsmännern gegenüberstehen, die ohne Absatzungstruppen erheblich herabgesetzt werden soll". Auf diesen in feierlicher Form gegebenen Versprechungen fußen die von der Reichsregierung cingeleiteten Verhandlungen. Es wird damit gerechnet, daß sie in den nächsten Tagen noch stärker in Fluß kommen, da der französische und englische Botschafter wieder in Berlin eingetroffen sind. Lord d'Abernon allerdings ist tm Augenblick noch durch eine leichte Erkrankung verhindert. Daß diese Frage im Auswärtigen Amt augenblicklich besonders eindringlich behandelt wird, geht daraus hervor, daß der Reichskommissar für die besetzten Gebiete, Baron Langwerthvon Simmern, heute und morgen zu Besprechungen in "Berlin weilt. Die Desahungsfrage wird auch in der Regierungserklärung, die der Kanzler am irren von der eingeschlagenen Grundrichtung mit ihrer Persönlichkeit die ehrliche, aber auch entschlossene Durchführung des Verständigungsprogramms garantieren. Gerade in diesen Tagen dürfte das Eintreten der Reichsregierung für die Interessen des besetzten Gebietes, wie sie im Auswärtigen Ausschuß gegen die unfaire Verlängerung der Besatzung und in dem in London überreichten Protest gegen die übermäßige Stärke der Besatz ungsarmee zum Ausdruck gelangte, den Eindruck im Gegenlager hinterlassen haben, daß jeder Beeinträchtigung Deutschlands mit entschiedener Abwehr begegnet wird und daß unsachliche Methoden der Gegenkontrahenten auch jetzt noch den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund in Frage stellen können. Die Auswahl der Persönlichkeiten, die dem neuen Reichskabinett angehören, dürfte letzten Endes, selbst bei so mancher Kritik, die man gegenüber der bisherigen Einstellung des einen oder des anderen Regierungsmitgliedes geltend machen könnte, doch seine Arbeitsfähigkeit gewährleisten. Zur grundsätzlichen Opposition ergeben sich jedenfalls für die außenstehenden Parteien keine hinreichend sachlichen Gründe. Die Mittellinie für die innere Politik, insbesondere auch die realen Anforderungen der Wirtschaftspolitik muß unter allen Umständen eingehalten werden. Von dieser Voraussetzung dürste auch die Regierungserklärung ausgehen, deren Inhalt man ja erst am nächsten Dienstag kennen lernen wird. Die Ernennung Dr. Luthers. Berlin, 20. Jan. (Wolff.) Amtlich. Der Herr Reichspräsident hat den Reichskanzler Dr. Luther in feinem Amte neu betätigt und auf feinen Vorschlag die Reichsmini- tcrien in der schon gestern mitgeteilten weise be- elzt. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichsminlsters für Ernährung und Landwirtschaft ist vorläufig Reichskanzler Dr. Luther beauftragt worden. Dem bisherigen Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Grafen Kan iß hat der Herr Reichspräsident anläfjlid) seines Ausscheidens aus der Reichsregierung in einem Schreiben im Kamen des Reichs herzlichen Dank und aufrichtige Anerkennung für die großen Dienste ausgesprochen, die Graf Kanih in seiner Tätigkeit als Minister dem Vaterlande geleistet hat. Er könne mit dem Bewußtsein aus dem Amte scheiden, daß fein wirken für die Landwirtschaft wie für das ganze deutsche Volk von Ruhen und Vorteil gewesen sei. — wie das „Berliner Tageblatt" erfährt, soll die Absicht bestehen. dem Zenlrumsabgeordnelen Dr. p e r H - f i u 5 den poften des Reichsernährungsminisiers anzubieten. Dr. perlitius ist Landwirtschaftslehrer in Schlesien und war im Sommer v. 3. der Vorsitzende des handelspolitischen Ausschusses, in dem die Zollvorlage beraten wurde. Rach anderen Quellen soll Dr. perlitius abgelehnt haben und das Zentrum nunmehr beabsichtigen, den Relchstagsabg. Blum (Krefeld), der praktischer Landwirt ist, für den poften des Ernährungsministers in Vorschlag zu bringen. Das neue Reichskabinett wird zu seiner ersten Sitzung erst am Donnerstagabend zusammenireien, da Amanzminisler Dr. Reinhold am Donnerstag noch im Sächsischen Landtag den Etat vertreten will und auch noch einiger Tage für die Uebetgabe der Amtsgeschäfte bedarf. Der Aeltesienrat des Reichstags hat vereinbart, daß die Entgegennahme der Programmerklärung der neuen Regierung auf die Tagesordnung der Plenarsitzung vom Biens- t a g nächster Woche gesetzt werden soll. 3n den Tagen bis dahin soll die dritte Lesung des Reichshaushaltsplanes für 1925 erledigt werden. — 3m Reichstag haben die Fraktionen, die nicht zur Koalition der Mitte gehören, zu dem neuen Kabinett noch keine Stellung genommen. Es hat aber bereits ein Meinungsaustausch ftattgefunden, aus dem hervorzugehen scheint, daß die Beutfd)- nationalen und auch die Sozialdemokraten, foroie die wirtschaftliche Vereinigung nicht von vornherein dem neuen Kabinett grundsätzliche Opposition machen werden. Biese Parteien werden erst die Regierungseiklci- rung abwarten und dann ihre Stellung feft- legen. Am Bienstag soll nur die Erklärung Dr. Luthers angenommen werden. Darauf wird sich dcr Reichstag vertagen, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben, sich mit der Regierungserklärung zu beschäftigen. Die Kommunisten und völkischen stehen natürlich dem Kabinett Luther ablehnend gegenüber. Dienstag im Reichstag Vorträgen wird, eine erhebliche Rolle spielen, um die Alliierten darauf aufmerffam zu machen, daß Deutschland auf die Einhaltung der Versprechungen den größten Rachdruck legt. Der Zollschimmel im Saargebiet. Eine Frau aus dem Saargebiet hatte in Zweibrücken vor einigen Tagen zu Geschenk- zwecken drei Puppen im Werte von 80 Pfennig eingekauft. Bei der Zollkontrolle in Einöd verlangten die Saarzöllner von ihr einen Einfuhrzoll von 60 Franken gleich 10 Mark. Rach deutschen Zollgebühren wären etwa 15 Pfennig als Zoll zu enttichten gewesen. Die Frau verzichtete unter diesen Umständen auf die Mitnahme der Puppen. Gegen die llriegsschuidiuge. ($ine Erklärung britischer (Geistesarbeiter. Berlin, 20. Ian. (TU.) Die englische politische Monatsschrift „Foreign Affairs" vrröfscnt- licht in ihrer Ianuarnummer unter d r Ueber- schrift: „Eine britische Mahnung an das Gewissen" folgeni. :n von Professor Gilbert Murray in Oxford eingesandten Brief: „Tief bewegt von der von über hundert hervorragenden französischen Männern und Frauen unterzeichneten Kundgebung, die am Q. Iwni 1925 in der L'Ere Rouvellr veröffentlicht tourbe. erklären wir, die unterzeichneten britischen Bürger, unser herzliches Einverständnis mit dem Vorschlag, den Vertrag von Versailles In zwei Punkten zu ändern: 1. Artikel 231 schreibt den Urfprung des Krieges einfach dem „Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten"' zu. Ohne hier eine Ansicht über die Politik der früheren Kaiserlich- Deutschen Regierung auszusprechen oder irgend eine früher von uns ausgesprochene Ansicht zu widerrufen, halten wir es für einen ungeeigneten und gefährlichen Präzedenzfall, daß die Sieger in einem Kriege auf solche Weise über die Besiegten ein Urteil fällen. Wenn solch ein Urteil irgendwelche gesetzliche oder sittliche Geltung haben soll, so müßte es nach sorgfälttger Untersuchung aller Beweis- grüirde von einem unparteiischen Gerichtshof verkündet werden. 2. In den Artikeln 227 und 230, welchr-Ber- gehen gegen „Internationale Sitte und dir Heiligkeit der Verträge" oder die „Verletzung von Kriegsrecht und Kriegsbrauch" betreffen, wird bestimmt, daß Deutsche, die sich solcher Verbrechen schuldig gemacht haben, von Gerichtshöfen verhört und abgeurteilt werden, die von ihren Feinden eingesetzt sind: aber es ist keine Desttmmung getroffen, sei es für die Schaffung eines unabhängigen Gerichtshofes, fei es für die Untersuchung und Bestrafung von nichtdeutfchen Verbrechern. Die Ungerechtigkett, die darin liegt, ist unbestreitbar. Wir betrachten diese Artikel, die einem befugten Volk unter den furchtbarsten Drohungen auferlegt wurden, als den Ausdruck einer Geistesverfasfung bei den alliierten und assoziierten Mächten, die jetzt zum größten Teil überwunden ist. Wir glauben, daß sie offenbar unrecht sind und ein ernstes Hindernis für internationale Verständigung bilden. Deshalb richten wir das dringende Ersuchen ait die betreffenden Regierungen, diese Artikel entweder unverzüglich zu ändern, oder, wenn eine Aenderung des Vertrages sich als ein zu langes und umständliches Verfahren erweisen sollte, gesonderte Erklärungen zu erlassen, daß sie diese Artikel nicht mehr beachten wollen." „.. Der Brief ist unterzeichnet von über ,0 Mannern und Frauen, die im öffentlichen Leben Großbritanniens, in Kirche, Wissenschaft. Literatur und Kunst eine Rolle spielen, u. a. von Pro- . fefsor Raymond Beazley, Crnold Dennet, Margaret Dondfield, H. R. Brailsford, Lady Court- ney of Penwith, G. Lowes Dickinson, Ioan Mary Fry, G. P. Gooch, Herausgeber der Akten- publikatton des britischen Auswärtigen Amtes. Professor C. H. Herford, Sir Charles Hob- house, W. R. Inge, Iohn Maynard Keynes, Bertrand Russell, G. Bernhard Shaw, H. G. Wells, Israel Zangwill, Bischof Charles Gore sowie von den Bischöfen von Birmingham und Manchester. Dor der Räumung Bonns. Bonn, 20. Ian. (Wolff.) Wie aus Köln gemeldet wird, scheint die Räumung Bonns und der umliegenden Orte durch die Franzosen unmittelbar bevorzustehen. In Bonn selbst wird mit der Rückgabe der beschlagnahmten öffentlichen Gebäude noch in dieser Woche gerechnet. Die Kasernen sind bis auf die Abwick- lungsstellen geräumt Beuel, das mit 83 französischen Familien und ungefähr 80 Mann Tank- truppen belegt war, ist seit gestern von der Besatzung vollständig geräumt. Godesberg, wo von den in der vorigen Woche abgezogenen französischen Truppen ein Aufräumungskommando zurückgelassen worden war, ist nun ebenfalls von den Franzosen vollständig geräumt. In Sieg - bürg wird heute nachmittag 5 Uhr die französische Flagge in Anwesenheit einer Kavallerieabteilung aus Bonn vom Kommandeurgebäude niedergeholt. Die Truphen des HO. Infanterieregiments verlassen die Stadt heute abend sechs Uhr und werden unmittelbar nach Frankreich befördert. Rach dem Abzug des 110. Infanterieregiments wird ein Kommando von einem Offizier und vierzig Jägern einquartiert werden. Auch Troisdorf ist von den Franzosen bis auf eine Familie geräumt word:n, die aber ebenfalls bald nach Frankreich zurückkehreii wird. Die Pariser Presse zum neuen Kabinett Luther. Paris, 20. Ian. eraler und republikanischer als ras erste. GS wäre aber vermessen, wenn man behaupten wollte, es biete Frankreich mehr Ga- lantien. Man müsse in Frankreich immer be- denken, daß, trenn auch die Bildung eine- Ministeriums für die inneren Angelegenheiten für Deutschland von Dichtigkeit sei, es für Frankreich inic von mittelmäßiger Bedeutung sei, denn alle Parteien, einschließlich der Sozialdemokraten, hätten außenpolitisch dasselbe Programm. nämlich Revision der Verträge, Anschluß Oesterreichs. Berichtigung der Ostgrenzen und Räumung der Rheinlande. Rur die Methoden feien verschieden. I -------------------- Thomas Mann in Paris. Paris, 20. Ian. (WB.) In der Carnegie Stiftung für den internationalen Frieden hielt vor einem geladenen Kreise Intellektueller T h o - m a 5 'Jlinn n einen Bonrag über die geistigen Tendenzen des neuen Deutschlands. Professor Henry Lichtenberger von der Sorbonne stellte Thomas Mann vor als die deutsche Literaturpersönlich-- teit, die in sich das alte lind das neue Deutschland vereint, das neue nur nach Westen orientierte Deutschland, das geeignet sei, viel für eine aufrichtige und fruchtbare geistige Annäherung zu tun, namentlich aber für ein besseres Verstehen Frankreichs und Deutschlands einzutreten. Thomas Monn, der feinen Vortrag in deutscher Sprache hielt, entwickelte, daß Nietzsche der große Prophet des neuen Geistes sei. Cr führt die Schuld am Kriege auf rein philosophische Meinungsverschieden. Heiken zurück und stellt den Grundsatz auf, daß durch den rauhen Kontakt der leßten Jahre die Sehnsucht nach relativer Einigung der Völker untereinander gewachsen sei. Europa als Ganzes stehe l'.nd falle, und in diesem Europa müßten Frankreich und Deutschland die Säulen der Verständigling werden. Die Ausführungen Thomas Manns, die einen starken Beifall auslösten, wurden von Professor Lichtenberg ins Französische übertragen. Schließlich wurden an den deutschen Dichter einige Fragen gestellt, die sämtlich in dem Gedanken gipfelten: ..Will Deutschland sich in den europäischen Gesamtkörper eingliedern, und ist das junge Dichtergeschlecht gewillt, für diese Gemeinschaft zu kämpfen und zu ftreiten?" Thomas Mann beantwortete diese Fragen optimistisch, inbrrn er keinen Zweifel ließ, daß die Entwicklung in Deutschland schließlich von der Entwicklung im gesamten Europa abhängen werde. — Anläßlich der Anwesenheit Thomas Manns in Paris hat Botschafter v. f) o c f d) ein Abendessen gegeben, an dem außer Thomas Mann und dem 'Berliner Kritiker Alfred Änrr u.a. der französische Unterrichtsminister D a 1 a d i e r , Kriegsminister Painleo 6 , der Minister für öffentliche Arbeiten, der ehemalige Marineminister B o • rel und der Generalsekretär im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten Berthe 1 ot teil- nahmen. Der Locarnovertrag in der belgischen Kammer. Brüssel, 20. Ian. (Belgische Telegraphen- . agentur.) Die Kammer beriet ben Gesetzentwurf über die Ratifizierung des Abkommens von ßo* Y carno. Außenminister Vandervelde stellte mit Freude fest, daß die ganze Kammer dem F Abschluß des Vertrages z u st i m m t e. Der Vertrag von Locarno, so führte er weiter aus, ent- » hält keine geheime Klausel. Alle Verträge Belgiens weisen einen defensiven Charakter auf. Belgien habe für ben Fall eines Angriffs die Garantie Frankreichs besessen. Jetzt besitze es auch die britische und deutsche Garantie. Es sei aber nicht notwendig, von einer Herabsetzung der Heeresbestände zu sprechen, denn man müsse jnit allen Kriegsmöglichkeiten rechnen. Der Minister sagte zum Schluß, er rechne auf den guten Willen aller und aus Den Willen der Arbeiter, um den Frieden zu verwirklichen. Regierung und Mcherskandal. Bcthlen billigt die (Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsaus- schnsses. Budapest, 20. Jan. (£41.) Zwischen der Regierung und der Linksopposition ist heute um 6 Ähr nachmittags eine Einigung hinsichtlich des weiteren Vorgehens zur Aufdeckung des politischen Hintergrundes der Frankenfälscher- Affaire zustande gefommen. Cs wird ein mit auherordentlichenVoll machten a u s- gestatteter 25gliehtiger parlamantarischer Untersuchungsausschuß eingesetzt, dem noch vor der Gerichtsverhandlung über die Frankenfälschungen, aber erst nach Beendigung der Voruntersuchung das ganze Tlntersuchungs- material zur Verfügung gestellt und das Recht zugestanden wird, nach Belieben Verhöre vorzunehmen. Der Ministerpräsident hat die Garantie übernommen, daß dem Ausschuß von feiten der Behörden alle Erleichterungen gewährt werden. Der Ausschuß» wird geheim verhandeln, doch nach Abschluß seiner Arbeiten dem Plenum Bericht erstatten. Der Ministerpräsident hat im allgemeinen die Wunsche der Linksopposition berücksichtigt, ohne Rücksicht auf den Protest des rechten Flügels seiner eigenen Partei. Hierin sieht man einen neuen Beweis für den festen Willen des Ministerpräsidenten, das Politische der Frantenfälscher-Affaire restlos zu Hären. Die Folge dieser Klärung kam: naturgemäß nur ein gründlicher Systemwechsel sein. In Kreisen der Regierungspartei wurde schon heute angekündigt, daß Bthlen in absehbarer Zeit sein Kabinett von den extremen konservativen Mi- niftern befreien wolle. Neue Verhaftungen. Budapest, 20. Jan. iWTB.) Im Zu- fammenhang mit der Frankenfälschungsangelegen- heil hat die Polizei heute den Ingenieur Johann Stitz festgenommen unter dem Verdacht, von den Fälschungen bereits vor Monaten Kenntnis gehabt und mit den Fälschern in Verbindung ge standen zu haben. Die französischen Polizeibeain- ten wollen zwei weitere Teilnehmer an der Frantenfälschungsangelegenheit, einen ge« r.iffen Rado und einen gewissen Ja ratz, mim- haft gemacht haben. Auch sollen sic angegeben Haden daß nicht wie bisher angegeben wurde, 25 000 Stück, sondern 125 000 Fälschst licke Der Tausendsranknoten im Kartographischen Institut erzeugt worden find. Wie die Polizei ermittelte, sind Die ungarischen Pässe für Ianko» wies. Dr. Schweiz, Iaratz und Rado im Juni vom P a ß a ni t der Budapester P olizei ausgestellt worden. Der Leiter des Paßamtes erklärte, daß er seinerzeit die Pässe auf Weisung RabossyS ausgestellt habe. Die russische Wirtschaftspolitik. M o s t n u, 21. Ian. (WTB. Funkspruch.) Der Borsitzende des Obersten Volkswirtschaftsrates der Sowjetunion, Dzerschinski, beauftragte die Sonderkommission zur Wiederherstellung des Grundkapitals der I n h u ft r i c, bei der Ausarbeitung der Pläne zur Entwicklung der Industrie von folgenden Richtlinien auszugehen: Der wirtschaftliche Aufbau ist unter dem Gesichtspunkte zu venvirklichen. daß die Sowjetunion aus einem Lande, das Maschinen und industrielle Einrichtungen e i n s ü h r t , allmählich in ein Land verwandelt wird, das Maschinen und industrielle Einrichtungen h e r ft e 111. Insbesondere beauftragt Dzerschinski die Kommission mit einer Revision der Pläne für die Entwicklung der Metallindustrie gemäß den gegebenen Grundsätzen, damit ein allmählicher llcbergang zur vollen Unabhängigkeit von den ausländischen Staaten, die die industrielle Einrichtung schaffen, gewährleistet werde. Kreuzer „Berlin" in Argentinien Buenos Aires, 20. Ian. (WD.) Der deutsche Kreuzer „Berlin" ist am 16. Januar in Mar-bel» Plato, dem vornehmsten See- bade Argentiniens eingetroffen. Der Kommandant stattete zunächst dem deutschen Gesandten einen Besuch ab und wurde später vom Präsiden len der Republik empfangen. Präsident de Alvear machte in Begleitung des Marineministers einen Gegenbesuch an Bord dcs Kreuzers, wobei er besonders herzliche Worte für Deutschland, für die in Argentinien ansässigen Deutschen sowie für den Kreuzer „Berlin" selbst sand. Während des Aufenthaltes des Kreuzers wurden die Offiziere und Mannschaften des Schiffes von sämtlichen Klubs gefeiert. Alle in Mar-dcl-Plata anwesenden argentinischen Minister nahmen an den Festlichkeiten teil. Die Lage in China. Ein persönlicher Appell des chinesischen Außenministers l^ang an die fremden Pressevertreter gibt offen einen Zusammenbruch Chinas durch die Mißwirtschaft der Marschälle und die Nichtachtung der Gesetze zu. Er erkennt die sreundliche Haltung aller Mächte an, sichert die vollkommenste Innehaltung aller Verträge zu und die Wiederaufrichtung der Gesetze für die Regierung und bittet um Vertrauen und Unterstützung der öffentlichen Meinung der nichtchinesischen Völker. Nachdem der Finanzminister Ehen-Chih-Tao, einer der besten chinesischen Finanzsachverständigen. Peking verlassen bat, weil ihm die für das neue Jahr erforderlichen Mittel fehlen, hat der Premierminister Hsu-Ehi-Wng die Führung des Finanzministeriums übernommen. Haushaltsdebatte im Reichstag. Die nervöse Stimmung am Königsplah. die in den letzten Wochen herrschte und die Arbeiten im Plenum stark beeinträchtigte, Ist einer allgemeinen Zufriedenheit gewichen, nachdem es nunmehr endlich gelungen ist, eine Regierung auf die Deine zu stellen. Ursprünglich war der Mittwoch dieser Woche für die Abgabe der Regierungserklärung anse^ehen, der Aettestenrat hat jedoch mit Rücksicht auf das eben erst zustande gekommene Kabinett beschlossen, den kommenden Dienstag für die Verlesung des Regierungsprogramms freizuhalten. Infolgedessen beschäftigte sich das Haus vorerst mit kleineren Angelegenheiten, um dann später in die dritte Beratung des Reichshaus- Haltsplanes f ü r 1 92 5 einzutreten. Gleich zu Beginn der Beratungen kam es zu stürmischen Heiterkeitsausbrüchen, als der Reichstagspräsident ein Schreiben des Reichsminister deS Innern verlas, der die Genehmigung des Reichstages zur Einleitung eines Privatklageverfahrens gegen den Abg. Külz, den neuen Reichsinnenminister, erbat. Ebenso mußte der Reichs- tagspräfident unter großer Heiterkeit des Hauses mitteilen, daß er vom Reichspräsidenten noch nicht offiziell darüber unterrichtet sei, daß eine neue Regierung gebildet worden ist. Endgültig verabschiedet wurde der Gesetzentwurf über Aende » rungen i m patentamtlichen Verfahren. An den Haushaltsausschuß ging der Gesetzentwurf über die Versorgung der Polizeibeamten beim Reichswafserschutz urib endgültig angenommen wurde auch der Gesetzentwurf zur Äenderung des Hypothekenbant- gesetzes. Eine kurze Disiufston ries die Beratung des Desetzeniwurfes über Abänderung deS zweiten Buches der Reichsversicherungsordnung hervor. Damit war der erste Teil der Tagesordnung erledigt und das Plenum ging an die Beratung des Reichshaushallsplanes für 1925 heran. Mit Rücksicht darauf, daß bereits der Haushaltsplan für 1926 vorliegt, und der Etat auch aus dem Grunde endlich einmal verabschiedet werden müsse, weil man sich schon im zehnten M o - n a t des EtatSjahres befinde, machte her Reichstagspräsident darauf aufmerksam, daß der Aeltestenrat zur Abkürzung der Beratung eine Redezeit von fünfzehn Minuten beschlossen habe. Iusolgedessen ging die Durchberatung deS .Haushaltsplanes sehr flott vor sich, her Etat des Aus- roärtigen Amtes wurde genehmigt, ebenso her Etat des Reichspräsidenten. Beim Haushalt des Innenministeriums beklagte sich der Kommunist Buchmann über die Behandlung der Kommunisten in Bayern, ebenso beschwerte sich der Sozialdemolrat Saenger darüber, daß auch die republikanischen Organisationen in Bayern verfolgt würden. Darauf wurde her Haushalt des Innenministeriums genehmigt, ferner her Haushalt für die besetzten Gebiete Ohne große Debatte gingen auch die Etats des Wirtschaft^ Ministeriums und des Reichsverkehrsministeriums über die Bühne, worauf sich das Haus dann auf Donnerstag vertagte. Der Volksentscheid über die Enteignung der Fürstenvermögen. Berlin, 20. Ian. Zu dem gestrigen Be°> | 1 chluß des sozialdemokratischen P a r- I t e j a u s Ich u s s e s Aber die Einleitung einer 1 Aktion für Volksbegehren und Volksentscheid teilt der „Vorwärts" noch mit, daß der Allgemeine Deutsche G e w e r i s ch a f t s- b u n d ersucht werden soll, als vermittelnde In- stanz einzugreifen, um zu erreichen, daß von Sozialdemokraten und Kommunisten nur ein Gesetzentwurf eingebracht wird. Auch die „Rote Fahne" bezeichnet cs als Pflicht deS ADD., sich für die Herstellung einer gemeinsamen Front in der Frage des Voltsentscheids einzusetzen. Der Vorstand des Afabnndes hat sich bereit erklärt, den republikanischen Parteien im Falle eines Volksentscheids den Organisationsapparat des Afabundes zur Verfügung zu stellen. Eine Erklärung des Iungdeutschen Ordens. Berlin, 20. Jan. lDäl.) Der Iungdeutsche Orden erläßt folgende Erklärung- „In Rr. 14 des „Iungdeutschen" schrieb ein Redakteur unserer Zeitung in einem Artikel unter' her Überschrift „Ein Vierteljahr Krise" folgenden Sah: „Der Reichspräsident hat ausdrücklich ausgesprochen, daß Sonderwünsche der Parteien rücksichtslos zurückzuweisen sind, und daß er den festen Willen hat, im Rotsalle einem entschlossenen Kanzler hie ihm durch die Verfassung zur Hand gestellte Peitsche zu überreichen." Dieser in Ar. 15 des „Iungdeutschen" bereits berichtigte Satz ist von einem Teil der Presse aufgegriffen und dahin kommentiert worden, daß der Herr Reichspräsident anläßlich des Empfanges der Ordensleitung am vierten Januar eine entsprechende Aeußerung uns gegenüber getan habe. Von feiten der Ordensleitung ist bisher keine Erklärung über den Inhalt ihrer Unterredung mit dem Herrn Reichspräsidenten gegeben worden. Sie hat bis jetzt lediglich erklärt, daß sie v o n 1 h r c n Verhandlungen mit Ausländern den Herrn Reichspräsidenten unterrichtet habe. Wir stellen insbesondere fest, daß der Herr Reichspräsident die fragliche Aeußerung oder eine ähnliche her Ordensleitung gegenüber nicht getan bat. Der betreffende Redakteur hat in seinen Ausführungen sich lediglich auf die von der Presse wiedergcgeb?ne angebliche Aeußerung des Herrn Reichspräsidenten gegenüber dem demokratischen Reichstagsabgeordneten Koch gestützt. gez.: Otto Borneman r. Ordenskanzler, gez.: Artur Mahr nun. Hochmeister. Parlamentarisches aus Hessen. Darmstadt, 20. Ian. Der Finanzausschuß des Landtags trat gestern zu seinen etwa drei Wochen dauernden Beratungen des Staatsvoranschlags für 1926 unter dem Vorsitz des Abgeordireten Delp zusammen. Zunächst wurden die Verhandlungen bei Kapitel 1 l Forst- und Äameralgüter) aufgenommen. Bei dieser Gelegenheit teilte ein Abgeordneter des Bauernbundes mit, daß seine Partei eine Reihe von Ersparung San tragen stellen werde. Es sollen mehrere Forstämter (Worms, ■Sarmftaht, Wimpfen und die Forstaußenstells Lauterbach) aufgehoben werden. Außerdem könnten noch Hilfskräfte int Forstdienst gespart werden. Don bauernbündlerischer Seite wurde auch bemängelt, daß die Beiträge her Wald besitzenden Gemeinden an den Staat zu hoch sind. Aach längerer Geschäftsordnungsdebatte wurde beschlossen, den Sechserausschuß au ersuchen, seine Anträge zum Voranschlag so bald als möglich vorzulegen. Kleine politische Nachrichten. Die „Dossische Zeitung" will erfaßten haben, daß zu den Verhandlungen der A b r ü st u n g s - konserenz des Völkerbundes das Mitglied der demokratischen Reichstagsfraktion Graf Bernstorfs, der frühere deutsch: Botschafter in Washington, entsandt werden soll. * Mit dem 31. Januar scheidet der General- Icutnant von Horn, Kommandeur der 3. Division und Befehlshaber des Wehrkreises III aus dem Heeresdienst aus. An seine Stelle tritt der Ches des Truppenamtes, Generalmajor Hasse, der durch den bisherigen Inspekteur der Aachrichtmtruppen, Generalmajor Wetzell, ersetzt wird. Die Königin der Aiederlande empfing Mittwoch nachmittag im Beisein der Königin- Mutter und des Prinzgemahls das diplomatische Korps zu dem f. Zt. wegen der Hochwasserkatastrophe ausgesetzten AeujahrSemp- sang. Kunst und Wissenschaft. Professor James Fränkel f. Berlin. 20. Ian. lPrivatmeldung.» Gestern verschied nach kurzem Krankenlager her Leiter her rlhopädischen Abteilung der Berliner Chirurgischen Universitätsklinik, Prof. James Fränkel, im Alter von 52 Jahren. Amundsens neuer Polflug. Moskau, 21. Ian. en Schilderungen seiner Erlebnisse und Eindrücke zu erkennen. Heute, Donnerstag, abend wird Herr Seibel bei der Gießener Turnerschaft in der Turnhalle am OSwaldsgarten zu Gast sein Dort wird dem verdienten Vorkämpfer des Deutschtums in Amerika, bet zugleich auch Vorsitzender des deutschen Rvrdamerikanischen Turner bun des ist, ein turnerischer Abend als Huldigung unserer Turner gegeben. Durch diese Huldigung soll gleichzeitig auch die gesamte deutsch-amerikanische Turnerschaft, wie die aufrechten Deutsch-Amerikaner in ihrer Gesamtheit geehrt werden. Die höheren Schulen in Hessen. sch. In Ergänzung zu unseren Darlegungen über die Hessischen Volksschulen in 1925 bringen wir nachstehend einen Ueberdlick über den Stand des höheren Schulwesens in Hessen: Gegenwärtig haben wir 9 Gymnasien, und zwar m Darmstadt, Bensheim, Ofenbach, Gießen, Büdingen (Reform-Realgymnasium), Friedberg, Mainz, Bingen und Worms, die von 2331 Schülern und Schülerinnen besucht werden, demgegenüber es 1924 2212 waren. Von diesen 2331 Besuchern sind 2254 Schuler 1282 — evangelisch (57,5 Proz.), 845 katholisch (37 Proz.), 106 israelitisch (0,4 Proz.) und 21 sonstigen Bekenntnisses. Schülerinnen sind es 77; davon sind 57 evangelisch (24 Proz.), 10 katholisch (13 Proz.) und 10 israelitisch (13 Proz.). Betrachtet man dazu die Zahlen von 1913, so finden wir 2994 Schüler und Schülerinnen, von denen 1666 evangelisch (68 Proz.), heute 57,4 Proz., und G62 katholische (27 Proz.), heute 37 Proz., 151 israe- Mische und 15 sonstige. Daraus ergibt sich das klare Bild, daß sich die Verhältnisse der Evangelisten verschlechtert, die der Katholiken wesentlich gebessert haben. Die beiden Progymnasien in Dieburg und Alzey werden von 190 Schülern, 54 evangelischen (30 Proz.) und 132 katholischen (70 Proz.), drei israelitischen und einem sonstigen besucht. (Schülerinnen sino es 8, davon 7 katholisch, 1 evangelisch. 1913 hatten die beiden Anstalten 189 Schüler, 95 evangelisch (50 Proz.) und 78 katholisch (41,3 Prozent), 14 israelitisch und 2 sonstigen. (In Dieburg, das jetzt zur Vollanstalt ausgebaut ist und Osterit die ersten Abiturienten entläßt, macht sich besonders der starke Besuch des „Bischöflichen Kna- benkonviktes" bemerkbar.) Die dreiRealgymnasien sind in D a r m- stUdt, Gießen und Mainz und werden von 1762 Schülern besucht. Davon sind 1340 evangelisch (76 Proz.) und 338 katholisch (19 Proz), 67 israelitisch und 17 sonstig. Schülerinnen gibt es an diesen Anstalten eine. 1913 waren diese Anstalten von 1616 Schülern besucht, von denen 76,3 Proz. gleich 1223 evangelisch und 17,8 Proz. gleich 287 katholisch, 92 israelitisch und 14 sonstigen Bekenntnisses waren. Hessen hat gegenwärtig 13 Oberrealschulen, zu denen in den kommenden Jahren noch einige durch Ausbau erweiterter Realschulen kommen, und zwar in Darmstadt (2), Offenbach (2), Groß-Umstadt, Heppenheim a. d. B., Michelstadt i. O., Gießen, Alsfeld, Bad- Nauheim, Friedverg, Mainz und Worms. Diese 13 Anstalten besuchen 5879 Schüler. 73 Prozent (4318) sind evangelisch, 21 Prozent (1220) katholisch, 4 Prozent (250) israelitisch und 91 Sonstige. Außerdem sind es noch 243 Schülerinnen, 188 cd., 37 kathol., 16 israel. und 2 Sonstige. 1913 waren es 4109 Schüler und Schülerinnen, denen ratorien stehen ihnen mit verschwindenden Ausnahmen offen, und immer größer wird die Zahl der Berufe, in denen sie sich mit Erfolg betätigen. Angesichts des schon Erreichten scheinen die Möglichkeiten weiterer Vereinsarbeit nicht groß. Man Hot schon oft die Frage aufgeworfen, mit welcher Berechtigung denn eigentlich die einzelnen Ortsgruppen der deutschen Frauenvereine weiter bestünden. Die aktive und passive Teilnahme an ihnen ist tatsächlich, z.T. auch infolge des die Hausfrauen übermäßig belastenden letzten Jahrzehnts und der Tätigkeit in den politisch eingestellten Parteiver- einen, eine sehr geringe geworden. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß die Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins, Frau von Velsen, in einer Versammlung der hiesigen Ortsgruppe vor einer ungewöhnlich zahlreichen Zuhörerschaft über die Arbeit sprach, die von ihr und ihren Mitarbeiterinnen heute geleistet wird. Im Hinblick auf die in diesem Jahre stattfindende Tagung des Weltbundes für Frauenstimmrecht in Paris und die Herbsttagung des Allgemeinen Deutschen Frauen- vcreins in Köln brachte Frau von Velsen in äußerst anregender Weise einige der zu behandelnden Probleme zur Sprache. Vor allem betonte sie die überparteiliche Arbeit, welcke den Frauen hier zusalle, und die gerade in Deutschland bei der mangelnden realpolitischen Beweglichkeit unseres Parteiwesens viel Gutes wirken könne. Allerdings sei auch die Zeit des Kampfes noch nicht zu Ende. Nicht nur nach außen hin gegen Gewalt und Bedrückung, sondern auch nach innen angesichts der vielerlei ökonomischen und kulturellen Probleme, deren Klärung so notwendig ist. Auch der Kampf um die noch immer noch nicht fest gegründeten Errungenschaften der Frauenrechte dauert an. Die schwierige Lage unseres Wirtschaftslebens bringt es nut sich, daß die Frau bei gleicher Leistung meist schlechter bezahlt wird als der Mann, und daß überhaupt der Kampf um die den Frauen offenstehenden Berufe wieder schärfere Formen annimmt. Hier klagte die Rednerin vor allem über das, was sie das mangelnde Solidaritätsgefühl der Frauen nannte. Zum Schluß berichtete Frau von Velsen auf Wunsch noch über die Tätigkeit der anderen Zweigvereine. Dort bemüht man sich teils um den sehr schwer durchzuführenden Anschluß an die weibliche Jugendbewegung, teils ist man bestrebt, durch seminaristisch ge- haltene Arbeitsgemeinschaften die eigenen staatsbürgerlichen Kenntnisse zu erweitern. Es wird sich da wohl manche unter den Zuhörerinnen ganz leise eingestanden haben, daß sie den kulturellen Pflichte» der Frau doch eigentlich recht unvorbereitet gegenübersteht. Hoffen wir, daß sich aus dieser Mahnung eine regere Mitarbeit an dem Verein und feinen Ausgaben entwickelt. 9t 2R. •• Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: zwei Kühe, 920 Kälber. 703 Schafe. 387 Schweine. heute 6122 gegenüberstehen. Damals waren 70 Prozent (2910), heute sind 73,6 Prozent (4506) evangelisch, 20,4 Prozent (841) waren katholisch, heute 20,5 Prozent (1237); israelitisch waren 295 und Sonstige 63, heute 266 und 93. Zuzurechnen sind diesen 13 Oberrealschulen noch 15 Realschulen, die zur Zeit von 2981 Kindern besucht werden, unter denen 602 Mädchen sind. 1998 (67 Prozent) sind evangelisch, 1913 1011 (72,4 Prozent), 739 (25 Prozent) sind katholisch, 1913 230 (16,5 Prozent), 214 israelitisch, 1913 1431, und 30 Sonstige, 1913 12. Außer diesen Realschulen haben wir noch 17 höhere Bürgerschulen,von denen eine große Anzahl die Untertertia erhielt, so daß auch sie Realschulen werden. Sie werden von 657 Schülern und 632 Mädchen besucht, insgesamt sind da- von 1045 evangelisch und 149 katholisch, 84 israelitisch und 1 Sonstige. Die 9 in Hessen bestehenden höheren Mädchenschulen weisen eine Besucherzahl von 4139 Schülerinnen aus, von denen 3162 evangelisch, 520 katholisch, 379 israelitisch und 79 sonstigen Bekenntnisses sind. Frauenschulen haben wir 4 mit einer Schülerinnenzahl von 218, von denen 183 evangelisch, 24 katholisch, 10 israelitisch und 1 Sonstige ist. Die zwei S t u d i e n a nst a l t e n in Gießen und Mainz werden von 171 Schülerinnen besucht. In den 4 deutschen Oberschulen (Aufbauschulen) zu Darmstadt, Friedberg, Bensheim und Alzey werden 326 Knaben — 70,5 Prozent (230) evangelisch, 29 Prozent (94) katholisch und 2 Sonstige — und 90 Mädchen unterrichtet — 60 Prozent (54) evangelisch, 40 Prozent (35) katholisch und 1 israelitisch. Der Abgangsprüfung an den Semi- n a r i e n , von denen Darmstadt, Alzey und Bensheim kommende Ostern, Friedberg Ostern 1927 die letzten Schüler entlassen, werden sich 54 Seminaristen — 42 evangelisch, 11 katholisch und 1 Sonstige — und 18 Seminaristinnen — 10 evangelisch, 8 katholisch — unterziehen. Ein eigenes Bild weisen die höheren Privat- schulen auf, die von 3303 Kindern besucht werden, von denen allein 78 Prozent (2577) katholisch sind, die in katholischen Privatschulen unterrichtet werden (Progymnasium Seligenstadt, Marienschule Mainz und Englische Fräulein Darmstadt, Bensheim, Mainz, Bingen und Worms). Mit Einschluß dieser höheren Privauchulen besuchen zur Zeit 22 050 Kinder in Hessen höhere Schulen — 66 Prozent (14 628) evangelisch, 27 Prozent (5949) katholisch, 6 Prozent (1201) israelitisch und 1 Prozent (272) Sonstige; 1924 waren es 22 778 Kinder. An den staatlichen höheren Schulen wirken zur Zeit 1131 Lehrpersonen. Darunter 97 Oberreallehrer und Reallehrer. 1921 waren es 1181, also eine Abnahme von 50. Im Durchschnitt kommen somit auf eine Lehrkraft 19 Schüler. Bornotizen — Tageskalender für Donnerstag. Gießener Turnerschaft: 8 Ahr Turnhalle des T.D. 1846, Turnerischer Abend zu Ehren des Deutsch-Amerikaners George Seibel. -- Vortrags-Vereinigung : 8 Ahr Reue Aula der Hnt- versllät, Film- und Lichtbilder-Vortrag „Wanderungen durch Rorwegen". — Oberhessische Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde: 8Va Ahr, Hörsaal des Zoologischen Instituts (Dahichof- straße 84), Hauptversammlung beider Abteilun- den mit Vortrag. — Dortragssaal der Buchhandlung Keißner: 81/* Ahr Hermann Löns- Abend. — Gießener Sportklub von 1900: 8V, Ustr Gasthaus Dollcr Jahresversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: ..Luxusweibchen". — Astoria-Lichtspiele: „Das Rätsel der Karo-Achf. — Der Konzert-Verein, so schreibt man uns, macht darauf aufmerksam, dah mit dem nächsten, am Sonntag, 24. Januar, nachmittags 5 Ahr, stattfindenden Konzert die zweite Hälfte des Abonnements beginnt und der dafür fällige Betrag zu entrichten ist. Es, wird gebeten, die restlichen Eintrittskarten sogleich in der Musikalienhandlung von Ernst Challier einlösen zu lassen. — Das Konzert am 24. Januar bringt eine Sängerin, die man unbedingt gehört haben muh: Grete Stückgold. Die Künstlerin hat sich vor wenigen Jahren, gleich bei ihrem Eintritt in das deutsche Musikleben, sowohl auf der Buhne als auch im Konzertsaale als eine Sängerin allerersten Ranges erwiesen. Sie ist dann längere Zeit auf Konzertreisen in England und Italien gewesen und hat sich in Mailand das den nationalstolzen Italienern gewiß nicht leicht gewordene Zugeständnis ersungen, daß eine so schöne, reine und strahlende Stimme selbst auf den Mailänder Bühnen noch nicht gehört worden fei. Aebrigens wird es die Rund- sunkhörer interessieren, der Künstlerin Bekanntschaft hier zu machen, nachdem sie sie kürzlich in der Wiedergabe der „Elsa" aus Wagners Lohengrin doch nur als eine unvorstellbare Gröhe enrpfinden konnten. Grete Dtückgold ist neuerdings 'M 6* I Jüc1l,tl.8= mnhliflrf nS utiniKfil I l tnnntnninhn I Mx. MWerlN aus Wests., 22Jabre, suchtStelluna.Dte- evtl, mit Stürben» benubung. Schriftt Angeb. unter 0441 an den Gteß. Anz. ^Stellenangebote} Hoher Verdienst 1 Für unsere Original auswechfelb. Preis- schiider, Preistaseln usw.suchenwtrgssig. Vertratst geg. dochste Prov 0. Pötters, Düsseldorf 93. 924 L) 1 Sparheizröhre (Dränier) und eine Ti'chmangel zu verkaufen. , 0447 Liebigstr. 19 IL " Höber Rodelschlitten (3sivia) zu oert T» Cftaelnae 81 L ; Mietgesuche ! Gebildeter Kaufmann sucht per sofort out heizbares inU. Amer evtl. Wohn- und Schlafzimmer, als Dauermteter. Nähe Jobanneskirche bevorzugt, jedoch nicht Bedingung Schr. Angebote mit Preisangabe unter 0435 an d Gieß Anz. erb. Suche schönen Laden vassend für Svezial- Darnensrtsier-Salon, mit 3—4 - Ziniiner- Wohng. ob. 5-Zim» mer-Wobnung parterre ober 1. 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Pfeffer, Gießen 623a Nach langem Leiden entschlief sanft im Alter von 24 Jahren meine innigstgeliebte Tochter, Braut, Schwester, Schwägerin, Patin uud Tante Luise Lepper Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Lepper H. Wolf. Wieseck, den 20. Januar 1926. Die Beerdigung findet Freitag, den 22Jan., nachmittags 3 Uhr, statt Statt Karten. Vor wenigen Tagen wurde uns unser lieber Vater genommen. 'Nach langem Leiden folgte ihm heute unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharina Lang geb. Schnupp im 66. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Tilo Irle geb. Lang Frau Else Oelbermann geb. Lang Lutz Lang, Bankbeamter Karl Irle, Pfarrer Max Oelbermann, Ingenieur und 5 Enkel. 634D Darmstadt, Mörfelden, Gießen, Köln, 19. Januar 1926. Die Beisetzung findet Samstag, 23. d. M , um 3 Uhr von der Kapelle des Alten Friedhofs in Darmstadt aus statt Gießen, den 20. Januar 1926. 0429 Danksagung. Nur auf diesem Wege ist es uns möglich, den herzlichsten Dank für die großen Beweise aufrichtiger Teilnahme während der langen Krankheit wie bei der Beerdigung unserer lieben unvergeßlichen Heimgegangenen auszusprechen. Weiter danken wir herzlich für die überaus zahlreichen Kranz-, Blumen- und Kartenspenden. Im Namen der tieftrauemden Hinterbliebenen: L. Sier, Polizeiverwaltungs-Obersekretär i. R. Freitag, 22. Januar 1926, nachm. 2 Lhr, versteigere ich im Löwen, Neuen- weg dahier, zwangsw. geg. Barzahlung: 1. 2 Vertikos, 3 Schreibrnasch., 2 Bücherschränke, 1 Kommode, 1 Kasienschrank, 5 Diwans, 5 Schreibtische, 1 Motorrad, 3 Fahrräder, darunter l Damenfahrrad, 2 Sofas, 2 Glasfchränkchen, 1 Tisch, 1 Kleiderfchr., 1 Kontrollkaffe, 1 Ladentheke, 2 Ladentische, 2 Glaskasten, 1 Ladeneinrichtung und verschiedene Büchsen Lacke. 2. voraussichtlich bestimmt: 2 Schreibmaschinen, 2 Schreibtische, 1 kompl. Kücheneinrichtung (ganz neu). 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Freitag-M.-vrff. von 7'/z bis 9V» Uhr ras glüfienöc Einmaleins. tEtn Sommernacht-- träum.) Lustspiel tn 8 Handlungen von Philipp. WäMeweise! AVeshalb 25 Pfg.. wo eine andere Schuhcreme, die »auch gut« sein soll, nur 20 Pfg. kostet? Weil Erdal wie kein anderes Mittel das Leder nährt und konserviert. Sie brauchen es nur hauchdünn aufzutragen. Eine Dose Erdal reicht oft einen ganzen Monat und noch langer. Verwenden Sie deshalb gerade als sparsame Hausfrau für die Schuhpflege nur das ausgiebige Erdal Nr. 17 Zweites Blatt GießenerAnzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) II I ■ —■ITIT1 TrillllBlwm IIIIII IMIIHIII TT TIM IIB^M ■■III I II II l|| ■ |J_ l_ll ■ II« IWI ■ II !!!■■■■ ■ ! Donnerstag, 2t. Zannar 1926 Lettland von heute. Don unserem ?.--Korrespondenten. (Nachdruck verboten!) Riga. Anfang 1926. Lettland, oder wie es in der offiziellen Amtssprache heißt, „Lcttvija", befindet sich in der glücklichen Lage, eine selten günstige Stellung zwischen zwei voltswirtschaftlich verschieden eingestellten Ländergruppen - dem agrarischen Osten und dem industriellen Westen -- zu haben, die es ihm ermöglicht, eine bedeutende Vermittlerrolle zwischen den beiden aufeinander angewiesenen Kontrahenten zu spielen. Lettland ist daher geradezu das Land des westöstlichen Transits. Die günstige Lage zum Meer sowie der bedeutende Hafen von Riga geben Lettland gegenüber den anderen baltischen Staaten ein recht bedeutendes wirtschaftliches Liebergewicht, das noch durch ein entsprechendes Hinterland mit sehr günstigen Eisenbahnverbindungen beträchtlich gehoben wird. Riga, die Hauptstadt Lettlands, ist eine deutsche Stadt, daran ändert kein Gesetz,' kein Verbot der deutschen Sprache etwas. Wohl ist lettisch die offizielle Amtssprache und auch die Straften und Fii-menschilder in derselben Sprache gehalten, ohne daß hierdurch aber der deutsche Charakter der Stadt verwischt werden könnte. Selbst unter Letten ist, wie ich mir habe berichten lassen, die Verständigung nicht immer ganz einfach, da die lettische Sprache eine neue künstliche ist, deren Wortschatz einem reinen Vauernvolk entspricht, so daß man dauernd Anleihen in anderen Sprachen machen muh. Dei dieser künstlichen Wortbildung ist es häufig zu grotesken Former: gekommen, denn das von Sprachforschern geschaffene Reulettisch, das seit ca. 6 Jahren in Lettland als offizielle Sprache gesprochen wird, ist fast unverständlich. Ein Beispiel! Riga ist Llniversitätsstadt: doch gibt es keine Professoren, das wäre ja „deutsch" (!), sondern vielmehr sog. „Gudrells", d. h. soviel wie Schlauberger! Freilich, schlau, sehr schlau muh man schon sein, um in der lettischen Sprache Vorlesungen halten zu können! — Das heutige Lettland, das am 25. Jan. 1921 in die Reihe der völkerrechtlich anerkannten Staaten eingetreten ist, umfaht ein Gebiet von 65 000 Quadratkilometer mit über 1,9 Millionen Einwohnern, von denen fast 7 0 0 00 Deutsche sind, die vornehmlich in den gröheren Städten wohnen. Lettland ist fein kulturell einheitliches Gebilde, sondern ein/Konglomerat von Völkern wie Letten, Russen, Deutschen, Polen, Litauern und Juden. Daher kommt auch die phantastische Zahl von 36 verschiedenen Parteien, die es im lettischen Parlament bei einer Gesamtzahl von 100 Sitzen gibt. Ein riesiges Völkergemisch weist auch Riga mit 15 verschiedenen Völkern auf, wobei nur diejenigen mitgerechnet sind, die über 100 Bürger in Riga haben. Die Zahl der Letten beträgt daher in Riga auch nur ca. 50 Proz. der Bevölkerung. Von den fast 70 000 Deutschen in Lettland wohnen über 43 000 allein in Aiga und bilden hier trotz aller Llnterdrückungen die kulturell höchst- stehende Schicht. Die eigentlich deutsch- baltische Bevölkerung, der die Kultur und Wirtschaft des gesamten Baltikums so unendlich viel verdankt, und die nur Llndank und Verhetzung durch die Letten geerntet hat, geht, soweit sie ift Riga wohnt, zahlenmäßig zurück, dagegen erfreut sich die deutsche Landbevölkerung, die nur wenig über 7000 Köpfe zählt, einer schnellen Vermehrung. Das baltische Deutschtum ist seit der Revolution nicht nur zahlenmähig sehr zusammengeschrumpft, sondern auch materiell durch die planmäßige Deutschenhehe und durch die Enteignungen der vergangenen Z.rhre sehr geschädigt worden. Rur die vollständige Vereinigung aller baltischen Deutschen ohne jede Zersplitterung kann hier helfen, und es ist begrühenswert, dah die hiesigen Deutschen alle Gefahren einer Parteizersplitterung, die den Deutschen nun einmal sehr liegt, glücklich überwunden und die Geschlossenheit des Deutschtums bewahrt haben. Der deutsche Autonomieplan, der der Regierung jetzt vorliegt, ist eine der Aufgaben, die das im Oktober neu gewählte Parlament zu lösen haben wird, trotzdem man kaum auf viel guten Willen im lettischen Parlament stoben wird. 3n der Volkswirtschaft Lettlands ist die Landwirtschaft das grundlegende Gewerbe, da Lettland trotz des recht bedeutenden Aufschwunges, den Handel und Industrie in den letzten Jahren genommen haben,, vorwiegend agrarisch eingestellt ist. Dor dem Kriege war die landwirtschaftliche Produktion Lettlands vorwiegend auf Getreidewirtschaft eingestellt; in den letzten Zähren, seitdem Lettfand einen eigenen Staat bildet und die Agrarreform eine vollständige Llmschichtung der landwirtschaftlichen Detriebsverhältnisse gebracht hat, ist man mit Erfolg zur Viehwirtschaft und Molkerei übergegangen und hat sich intensiv auf Flachsbau geworfen, dessen Anbau sich bisher gut rentierte. Die Qualität des Flaches aus der lehtjährigen Ernte, die stark unter Regen zu Gießener StaditheaLer. Ludw.g Fulda: „Jugendfreunde". Der Dichter gehört nun auch schon nicht mehr zu unseren jüngsten; er will Wohl auch gar nicht „jung" fein in einem bestimmten literarischen Sinn. Obwohl Fulda immer mit der neuen, der kommenden Generation mitgegangen ist und sich für sie eingesetzt hat, für ein junges Geschlecht sogar, mit neuen Forderungen und neuen Gesetzen, das, von uns aus gesehen, schon historisch betrachtet werden kann. Vielleicht ist aber gerade das Beste und Eigene an ihm, diese persönliche Rote, die alles auszeichnet, was er schrieb, sei es Lustspiel, wie dieses Stück, sei es ernstes Drama, oder selbst Llebertragung von Rostand und Moliere —: die vornehme Haltung, die so viele moderne „Lustspiele" peinlich vermissen lassen (diesseits und vor allem jenseits her Westgrenze), die saubere, ehrliche Arbeit, das gediegene, theatralische Können. Lind das scheint uns gerade beim heiteren Spiel (wofern cs Ansprüche auf ernsthafte Wertung erhebt) viel zu bedeuten; mehr als beim tragischen Drama. Wir besitzen unstreitig, von alters viel mehr wahrhafte und starke Tragödien, als wir wirklich gute, oder doch passable Lustspiele aufzuweisen Haben. Von der Komödie zu schweigen. Dieses hier, die „Zugendfreunde", ist ein leichter und geglückter Wurf, eine amüsante theatralische Abhandlung um Ehestand und Hage- stolzentum herum. Der erste Akt eröffnet die leiden hatte, läßt zu wünschen übrig, so daß man sich zu Preisreduttionen hat verstehen müssen, was die schwierige Lage der Landwirtschaft nur noch erhöht hat. Einen gewaltigen Aufschwung hat der Butterexport, einer der aussichtsreichsten Zweige der lettischen Ausfuhr, genommen. Es sind besonders im letzten Zahr wahre R e k o r d z i f f e r n im Dutterexport erreicht worden. Rach Ansicht von Fachleuten ist jedoch die lettische Butter in der Qualität schlechter wie die von Finnland und Estland. Die au 3 deutschen Konsumentenkreisen kommenden Klagen über mangelnde Qualität haben hier sehr verstimmt, sind aber trotzdem berechtigt. Die Schuld liegt jedoch nicht am bäuerlichen Produzenten, von dessen guter Arbeit ich mich selbst habe überzeugen können, sondern am Fehlen eines geeigneten Kühlhauses und eines entsprechenden Schiffspae- kes. Die Vergrößerung der lettischen Milchwirtschaft machte die Beschickung der ausländischen Märkte möglich, von denen allein England mehr als 2/3 des gesamten lettischen Butterexportes aufnimmt. Zm allgemeinen befindet sich die Landwirtschaft hier in einer schlechten Lage, da einmal die Verluste des Krieges noch nicht ausgehvlt sind und ferner die Zähre 1923 24 Mißernten gebracht haben, die die Kapitalkraft der Landwirtschaft erschöpft haben. Fernerhin hat die im Zusammenhang mit der Agrarreform durchgeführte Zerschlagung des Großgrundbesitzes und der Einrichtung von Siedlungsstellen die Produktivität der Landwirtschaft stark zurückgchen lassen. Rachdem die Ernte des letzten Zahres von mittlerer Güte war, hofft man von einem Roggenimport, der i.r den letzten Zähren nölig war, absehen zu können, während Weizen bei steigendem Konsum auch fernerhin eingeführt werden muß. Rachdem der Flachs, der 35 Prozent des lettischen Gesamtexportes ausmacht, in diesem Zahr zu ungünstigen Preisen hat realisiert werden müssen, ist der Schrei nach Staatshilfe für die Landwirtschaft hier allgemein geworden. Man verlangt nach langfristigen Darlehen, anderweitigen Llnierstühungen, so nach einem Rogge n e i n s u h r z 0 11, den die Regierung bereits in mäßigem Umfange in Erwägung gezogen hat. Diesem Zustand der lettischen Landwirtschaft entspricht auch die gesamte Wirtschaftslage, für deren Beurteilung drei Momente von Bedeutung sind: Kreditnot, riesiger Beamtenapparat und Passivität der Handelsbilanz. Reuerdings, besonders nach Realisierung der lehtjährigen Ernte, die eine energische Steigerung der landwirtschaftlichen und industriellen Warenausfuhr gebracht hat, sind einige Fortschritte zur Verbesserung der passiven Handelsbilanz zu verzeichnen, ohne daß sich in absehbarer Zeit eine Aktivität wird erreichen lassen. Zm verflossenen Zahr soll die Passivität nach inoffiziellen Quellen die enorme Summe von 100 Millionen Lat (1 Lat ca. 1 Goldfrank) betragen haben, trotzdem man bereits in der letzten Zeit einen deutlichen Rückgang in der Passivität der Handelsbilanz feststellen konnte. Diese Erfolge sind auf die Kreditpolitik der Bank von Lettland zurückzuführen, die zeitweise zu der recht rigorosen Maßnahme einer Kreditsperra für den Zmport griff und auf der anderen Seite die Ausfuhr nach Möglichkeit begünstigte. Der Handel befindet sich hier in keiner be- neideirswerten Lage, da der Markt mit Waren überfüllt ist und besonders die Lebensmitte l p r e i f c bei geringer Kauflust relativ hoch find. Das Rachlassen der Kaufkraft, das deutlich zu verspüren ist, wird auf die langsam zunehmende Verschlechterung der allgemeinen Lebensverhältnisse im Lande zurückgeführt. Der Handel selbst ist h r allgemein in erschreckendem Maße überorganisiert. Es gibt allein in Riga 100 Proz. mehr Handelsfirmen als vor dem Kriege, wobei die Spekulation in ungeahntem Maße blüht. Die Lleberzahl von Handelsfirmen und industriellen Reuunternehmungen ist eindeutliches Zeichen dafür, in welch ungeahntem Maße hier über die Verhältnisse gelebt wird. Der gewaltige Konsum steht in keinem Verhältnis zu der geringem Produktivität der Bevölkerung, die überdies noch ständig zurückgeht. Bon besonderer Bedeutung für die Beurteilung der Wirtschaftslage Lettlands ist die gewaltige Belastung der lettischen Wirtschaft durch den riesigen, aufgeblähten Staats - und Beamts^apparat, der allein in Riga ein Heer von 40 000 Mann ernährt, wogegen die Industrie nur 50 000 beschäftigt. Hinzu kommt noch, daß die Zahl der unproduktiven Zwischenhändler hier geradezu phantastisch ist, denn trotz 2lrbeitermangel auf dem Lande besteht hier eine ausgeprägte Scheu vor der Arbeit in der Landwirtschaft. Heber das gewaltige Beamtenheer und die daraus sich ergebenden hohen Steuern wird allgemein große Klage geführt, ohne daß aber ein nennenswerter Abbau, von dein man zwar hier ständig spricht, praktisch durchgeführt würde. 2lud) in Lettland hat sich der als Wappentier so beliebte Adler in einen Pleitegeier verwandelt, der über dem Lande kreist. Die Lage der Wirtschaft ist Feindseligkeiten sehr moderato, um aber alsbald mit frappierendem Clan den Knoten zu schürzen (bei Fulda wird man den guten alten Terminus nicht als Herabsetzung empfinden). Die Bombe platzt mit Vehemenz gleich dreimal hintereinander. Cs ist so: Vier Zugendfreunde gründeten einen Zunggesellenklub; Bruno Marteirs, der Globetrotter, Philipp Winkler, ein Musikus, der Maler Heinz Hagedorn und Waldemar Scholz, der in El^trizität macht. Vier Temperamente, innig gesellt. Zetzt kommt es: eine Meuterei bricht aus, eine Fahnenflucht aus dem Lager her Hagestolze. Erst kommt Philipp: er hat sich gerade verlobt. Dann Waldemar: er hat sich auch gerade verlobt. Zuletzt Heinz: er ist schon — ganz heimlich - feit zwei Zähren verlobt. Das ist über den Spaß; Bruno rast, Bruno ist einsam, schnöde verraten und verlassen . . . Wohlgemerkt, alles im ersten Akt. Man könnte schon besorgt werden, wenn man im Personenverzeichnis dicht hinter den vier „Hartgesottenen" vier weibliche Rarnen findet. Aber Fulda bringt fein Thema überraschend elegant auch über die drei übrigen Akte und endet, wie es sich gehört, mit vier Paaren. Sogar her einsame Diener Stephan (den man ledig entkommen glaubte) heiratet zuletzt eine unsichtbare Köchin. Der zweite Akt, sehr lustig, versammelt die drei Ehepaare nach der Hochzeitsreise bei Bruno, und man merkt mit Behagen, wie verschiedenes nicht geheuer ist; große Spannung, vor einem aparten Aktschluß —: was wohl stärker schlecht und es bedarf grundlegender Reformen, um s>c genesen zu lasten. Vor allem ist eine Bereinigung von solchen Firmen von Nöten, die leicht- fertig gegründet und nicht fundiert sind. (£5 muß der soliden Wirtschaft die Bahn frei gemacht werden. Die Ende 1925 eingetretene Zahlungsunfähigkeit verschiedener Firmen und Banken, die eine Verschärfung der Wirtschaftskrise gebracht hat, ist jedoch nur geeignet, diesen Reinigungsprozeß zu beschleunigen. OLerhesfen. Reichsgründungsfeiern. Heber Gedenkfeiern aus Anlaß der Wiederkehr des Reichsgründungstages liegen uns Berichte vor. Raummangel steht dem 2n>brurf all dieser Berichte, die ;nm Teil sehr eingehend schildern, entgegen. Wir müssen uns auf die fumma= »ifche Registrierung beschränken und stellen fest, daß nach den vorliegenden Berichten des 18. Januar außer in Gießen noch in folgenden Orten gedacht wurde: In D a r m ft a b t von der Technischen Hoch- schtile (Redner Rektor Professor Eberle und Professor Dr. P. Hartman n), Deutschnationalen Bolkspartei und zahlreichen anderen Vereinen. In Frankfurt a. 9)1. von her Hniversität (Redner Professor Dr. theol. et phil. "5 ö r ft e r, ferner in Friedberg vom Polytechnikum (Redner Prof. Keller), in Wetzlar von der Deutschen Volkspartei (Redner Reichstagsabg. Dr. Kalle», in Marburg von der Hniversität (Redner Professor Dr. 5) e I m), in Ruppertsburg vom Stahl- Professor Dr. theol. et phil. F ö r st e r), ferner in pcrtsburg, und Dr. med. Philippi, Laubach). Sämtliche Feiern hatten sehr starken Besuch zu verzeichnen und nahmen einen würdigen Verlauf. Lanvkrcis (tiicfcc.L X Klein-Linden, 20. Jan. Hier wird es als ein großer Mißstand empfunden, daß Sonntags keine P 0 st b c ft e 11 u n g erfolgt. Dieser Zustand ist für das Publikum sehr nachteilig, da die Briefe zum Teil erst am Montag gegen Mittag in die Hände der Adressaten gelangen können, weil der Postbeamte Montags fast die doppelte Anzahl wie an anderen Tagen zu bestellen hat. Wäre es der Reichspostverwaltung nicht möglich, bald Abhilfe zu schaffen? cf Lollar, 20. Jan. Die Freiwillige Feuerwehr Lollar hielt am Sonntag ihre diesjährige Generalversammlung ab. Der seitherige Vorstand wurde bis auf kleine Abänderungen wiedergewählt. Besonders begrüßt wurde, daß die seit zwei Monaten bestehende Musikkapelle der Wehr sehr gute Fort- schritte macht. Die Kapelle besteht zur Zeit aus achtzehn Mann und berechtigt zu den besten Hoffnungen. Die Wehr kann in diesem Zahre auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken und stolz auf ihre Entwicklung sein. Es wurde beschlossen, am 1. August dieses Zahres eine der heutigen ernflen Zeit entsprechende Gründungsfeier zu veranstalten. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird an diesem Tage auch der Kreisfeuerwehrtag der freiwilligen Wehren im Kreise Gießen hier abgehalten werden, sodaß mit einem würdigen Verlauf dieses Gedenktages zu rechnen ist. Fünfzehn der Gründer der Wehr sind heute noch am Leben. * Mainzlar, 20. Jan. Der Zweigverein „L u in d a t a l" Mainzlar vom V. H. C. hielt bei Gastwirt Müller feine diesjährige Generalversammlung ob, die gut besucht war. Für den ausscheidenden Vorstand wurden neu gewählt: Dr. Balser (Daubringen), 1. Vorsitzender, L. Lemp, (Mainzlar), Rechner und Johann Auer (Mainzlar), Wandermeister. Der Wanderplan für 1926 wurde genehmigt. Die Kassenverhältnisse sind der Zei t entsprechend gut; eine genaue Rechnungsablage konnte für 1925 noch nicht stattfinden. Das Stiftungsfest soll am 2. Samstage im Februar stattfinden. Die Jugendgruppe, die z. Z. ca. 20 Mitglieder zählt, steht unter Führung ihres Obmannes Wilhelm Müller (Mainzlar), und ist hier in guten Händen. Auch ein „Gemischter Chor" hat sich gebildet; er leistet unter Führung von V. H. C.-Bruder Lehrer Eberle (Treis), schon Tüchtiges. al. A l l e n d 0 r f (Lahn), 20. Jan. Auch in unserer Kirche wurde der B e t h e l f i l m vorgeführt. Nachmittags wurde er den Kindern gezeigt, am Abend den Erwachsenen. Die Kirche war voll besetzt. Die Einnahmen beliefen sich auf etwa 100 Mk. Der Film machte auf die Besucher großen Eindruck, und mit Befriedigung verließen sie das Gotteshaus. — Im I a h r e 1 9 2 5 wurden in hiesiger Gemeinde 21 Kinder geboren, gestorben sind 12 Personen, darunter 2 Totgeborene. Getraut wurden 3 Paare. v. Londorf, 20. Jan. Am Samstag hielt der Gesangverein Frohsinn im Saale des Gastwirts Borger bei Gesang, Tanz, Verlosung und Kaffee einen sehr schön verlaufenen Familien- abend ab. Die einzelnen Lieder, unter der Leitung des Dirigenten Kasten (Gießen) —Kunst- chore und Volkslieder — wurden prächtig zu Gehör gebracht und ernteten reichen Beifall. Der Chorsein, was wohl zuerst gesprengt wird, der Freundeskreis oder hie Ehebünde. Der dritte Akt, am ausgelassensten, bringt ein Gesellschaftsspiel. Meine Frau — deine Frau. Llngesähr so: Frau Winkler hat zu Frau Scholz gesagt, daß 5rau Hagedorn gefärbte Haare hat. Lind Frau Scholz unterhält sich mit Frau Hagedorn und verplappert sich plötzlich und muß gestehen, was Frau Winkler über Frau Hagedorn Llebles Derbreitet hat. Die Folgen sind unbeschreiblich, die gastliche Stätte bei Bruno wird zum Schlachtfel^ $H>er vor dem knalligen, etwas geräuschvollen Tableau eine feine (auch sehr delikat gespielte) Szene zwischen Bruno und Dora. Dora ist Brunos Sekretärin. Beide sind erbitterte -ounggefelten und wollen „gute Freunde" sein, bleiben aber weder von böser Rachrede verschont, noch entgehen sie der stürmischen Kapitulation im vierten Akt, wo Bruno (den man schon längst die Hage- stolzenflagge mählich streichen sah) den drei Freunden ihre „Meuterei" grimmig heunzahlt und seine kleine Sekretärin heiratet. Was aus dein weiberfeindlichen Bund der Zugendfreunde wird — laß fahren dahin. (Hier hat der Dramatiker eine Lücke gelassen.) Unbestreitbar ist: es sind, zuletzt, vier Paare zu zählen, und für einen Lustspielschluß gibt es kein überzeugenderes Argument als dieses. (Wenn man den Diener Stephan mitzählt, sind es sogar fünf. Mehr kann man bei neun Personen nicht verlangen.) Die Regie (AdoK Tclektz) U- . eine lobenswert faulte, abgerundete Aufführung meister und das älteste, um den Verein sehr per« biente Mitglied, Eifenbahnschassner i. P. Georg Schäfer, wurden von dem Verein besonders geehrt. Nachdem ein vorzüglicher Kaffee und allerlei Backwaren gut gemundet hatten, blieben die Teilnehmer noch einige Stunden in froher Stimmung zusammen. ' Gaibenteich, 20. Jan. Am Sonntag veranstaltete der M ä n n e r g e s a n g v e r e i n Viktoria unter der Leitung seines neuen Ehormeisters ein Konzert, das sich eines guten Zuspruchs von einheimischen und auswärtigen Sangesfreunden erfreute. Das nach einheitlichem Gesichtspunkten aufgestellte Programm behandelte in feinem 1. Teil »Das deutsche Volkslied". Ein einleitmder Vortrag des Chormeifters führte in feine Gedanke:. und Gefühlswelt ein und zeigte, wie es sich durch alle Verhältnisse und Ereignilse b.T einzelnen Menschen und der Gesellschast rankt. Beispiele aus dem reichen Schatz des weltlichen und geistlichen Volksliedes, teils als Chöre, teils als Soli gesungen, illustrierten den Vortrag und boten ein Bild von der poclisch- musikalifchen, oft geradezu genialen Gestaltungskraft des Volkes, und von der schlichten Wahrheit und tlnaeschminklen Schönheil seiner Erzeugnisse. Weben dem Chor, dessen Darbietungen Zeugnis von eifrigem Studium nblegt^n, roirite als Solist Herr Kurt R i ch t e r = Gießen mit. Seine sympathische Tenorstimme und sein warmfühliger Vortrag trugen ihm wiederholt lebhaften und wohlverdienten Beifall ein. Der 2. Teil des Konzerts brachte als Beleg für das historische Volkslied „Sechs altniederländische Volkslieder" in der Bearbeitung von Ed. Kremser. Die Klavierbegleitung hierzu, sowie die der Solo- lieber hatte Frl. Heba Maternus (Gießen) übernommen, bie sich ihrer Ausgabe mit Sicherheit und verständnisvollem Eingehen auf den verschiedenartigen Gefühlsinhalt entledigte. -.-Watzenborn-Steinberg, 19. San. Gestern fand die erste Sitzung des neu- gewählten Gemeinderats statt. Er weist in seiner Zusammensetzung gegenüber dem seitherigen ein verändertes Bild auf. Das ausgesprochene Mehrheitsverhältnis ist nicht mehr gegeben. Die Sozialdemokratische Partei, welche bisher 8 Sitze hatte, ist nur noch mit 6 vertreten. Die Bürgerliche Partei hat ihre Sitzzahl von 4 auf 5 erhöht. Reu ist die Mittelstandspartei mit 1 Sih vertreten. War seither die Sozialdemokratische Partei bei den Gcmeindcrcttsbe- schlüssen ausschlaggebend, so dürfte für die Folge die Stimme des Bürgermeisters und der Mittel- standspartei ausschlaggebende Bedeutung bei den Beschlüssen haben. Die Vertreter der Sozialdemokratischen Partei im jetzigen Gemeinderat waren auch im seitherigen vertreten. Die Bürgerliche Partei weist 4 neue Mitglieder «auf. Rach der Verpflichtung der Gemeinderäte entwarf Bürgermeister Schäfer einen kurzen Rückblick über die Tätigkeit der beiden Gemeinderäte während seiner abgelaufenen sechsjährigen Amtszeit. Darnach fanden in den ersten drei Zähren 99 Ge- meinderatssitzungen statt. Rund 500 Punkte kamen zur Verhandlung. Der seitherige Ge- meinöerat hatte in 109 Sitzungen über 700 Verhandlungspunkte zu bewältigen. In 1911 standen vergleichsweise 60 Punkte auf den Tagesordnungen des Gemeinderats. Ms besondere Schmerzenskinder seiner Amtszeit bezeichnete er die Lebensmittelversorgung in den ersten Rachkriegsjahren und die Wohnungsfrage mit all ihren im erquicklichen Begleiterscheinungen. Binders die Kar- toffelbeschassung sei seinerzeit oh der großen Bemühungen und des erzielten Erfolges von manchem mit ilnhanf belohnt worden. Eine erfreuliche Wandlung habe die Wohnungsangelegenheit erfahren. Zm ganzen sind in der Rachkriegszeit 35 Wohnhäuser fast durchweg mit Doppelwohnungen errichtet. Darunter befinden sich fünf Doppelhäuser. Es kann dies als eine Rekordleistung, wie sie weit im Llmkreis einzig dasteht, betrachtet werden. Richt nur der emsige Fleiß der Bauvorhabenden, sondern auch erfreuliche gegenseitige älnterstühung durch persönliche Hilfeleistungen, so auch die freiwilligen Fuhr- leiftungen der Landwirtschaft treibenden Bevölkerung habe hier Anerkennenswertes geleistet. Die räumliche Abgrenzung zwischen Steinberg und Watzenborn nach der einen Seite hin ist durch diese Reubauten verschwunden. Es kann dies in mancherlei Hinsicht nur als erfreuliche Tatsache festgestellt werden. Weiter wies der Bürgermeister noch daraus hin, daß zu Beginn seiner Amtszeit das Amtszimmer in die Reue Schule verlegt wurde. Amtszimmer, Kirche. Schule und Backhäuser erhielten elektrisches Licht. Reuanstrich der Eisenteile der Wasserleitung, die verrostet waren, kam zur Durchführung, ebenso ihre Verlängerung infolge der errichteten Bauten. Baugelände mußte erworben werden. Schläuche für die Feuerwehr wurden ergänzt. Ein Schuldiener, der gleichzeitig die Tätigkeit des Rachtwächters vorsieht, kam zur Einstellung, ebenso eine Gemeindeschwester. Die Feldbereinigung begann. Eine Reuaufstellung der Ortsbürgerliste war erforderlich. Gesetze der sozialen Fürsorge traten in Kraft. Neuerungen auf dem Gebiete des Steuerwesens waren eine abwechslungsreiche herausgebracht; mit einer ganzen Reihe witziger Szenen und Gruppen, besonders im zweiten und dritten Akt. Löfflers Bühnenbild wirkte als geschlossener Raum am vorteilhaftesten. (Obwohl vielleicht mit geringeren Mitteln mehr zu erreichen gewesen wäre.) Der Gartensprospekt schien uns ein wenig dürftig. Das zum wohlgefälligen Leben und einer geordneten Häuslichkeit bekehrte Viermännerkollegium war ergötzlich in ganz verschiedenen Exemplaren des starken Geschlechtes variiert. Geffers (Bruno) war der hartnäckigste unter ihnen; sehr hübsch zu sehen, wie er, zuerst empört, dann scheinbar triumphierend, den Boden unter den Füßen verliert Eine sympathische, gemütvoll- biedere Art gab Rudolf Goll dem Maler Heinz. Z u h n f c war der nervöse Musikus, Hanke der überschwänglich verliebte Waldemar; beide in hartem Kampf um die Wahrung ihrer ehemännlichen Würde. Unter den vier Frauen, die siegreich daö Feld behaupten, berührte am unmittelbarsten die kleine Sekretärin tvon Susanne He hm liebenswürdig und reserviert gespielt). Sehr drollig Alix K rahm er als Lisbeth, das außer Rand und Band geratene enfant terrible, mit fast erschreckendem Temperament. Die stark schockierte Amelie mit der noblen Verwandtschaft war Ilse Oßke. Rita Andre aber gab derb, redselig und geradezu die Toni, um deren gefärbte Haare die schwere Schlacht geschlagen i Die Neueinstudierung wurde dankbar I und b.i,- . j c. jenommen, Dr.Th. Begleiterscheinung der Nachkriegszeit. Durch Lei- itvmg eines (KenieindezuschusscS wurde der Weiterbestand der Poslhilfsstelle gesichert. Ein Gedenkstein für die Gefallenen konnte durch die Unterstützung der Gemeinde errichtet werden. Sarge stellte die Gemeinde zum Selbstkostenpreis. Ein Leichenwagen für die Gemeinde wurde be- ichafst, was bei der räumliclren Nusdehnung der Gemeinde ein dringendes Erfordernis war. Eine ^uhrwerlswage kam zur Aufstellung. Nicht berücksichtigt sind bei diesen Aufzählungen die laufenden Gemeindeangelegenheiten. Anschlie- stend hieran wurden die Ausschüsse und Kommissionen gewählt. > Holzheim, 20.Jan. Der Gesangverein H armonic hielt bei Gastwirt Eames seine Gene, raloersammlüng ab. Nach dem Vortrage einiger Lieder und der Begrüßung durch den l.Dor- sitzenden. W. Klee, erstattete Schriftführer Den- Hardt den Jahresbericht. Wie aus diesem hervorging, war das Jahr 1925 von ganz besonderer Bedeutung für den Verein, konnte er doch im Mai seine Fahnenweihe begehen. Auch im Singen kann der Verein auf schöne Erfolge zurückblicken. Der Kassenbericht des Rechners Karl Jung ergab ebenfalls ein recht erfreuliches Bild., Anschließend erfolgte die Wiederwahl des seitherigen Vorstandes: das Amt des 2. Vorsitzenden ging auf Heinrich Jung über. Schon lange machte sich im Verein der Wunsch nach einer größeren, gemeinsamen Wanderung geltend. Die Versammlung kam deshalb zu dem Beschluß, zu Pfingsten dieses Jahres eine R h e i n t o u r zu unternehmen. Um den Mitgliedern die Beteiligung an der Reise zu erleichtern, wurde eine Reise lasse gegründet. Jetern Mitglied wurde zur Pflicht gemacht, allwöchentlich von setzt bis Pfingsten 50 Pf. einzuzahlen. Man hofft mit der dadurch auf- kommenden oiirnmc alle Kosten der Fahrt bestreiten zu können. Der 1. Vorsitzende schloß die Versammlung mit warmen Dankesworten an den Dirigenten, Herrn Sarnes, und mit der Aufforderung an die Mitglieder, auch weiterhin an der Pflege und Für. derung des deutschen Männergesanges mitzuarbeiten. t Grünbcra, 19. Jan. Gemeinderat. Die acht neugewähnen Gemeinderatsmitglieder, die Herren Großhaus, Frank, Rühl, Weber, Römer, Roth, Zinßer und Haas wurden nach einer von Bürgertneister I ö ck e l gehaltenen Ansprache durch Handschlag verpflichtet. Sodann wurden die Kommissionen gebildet. Als Kontrolleur für 1926 wurde Gemeinderat Böß bestimmt. Die Genehmigung zum Ankauf eines Vogelsberger Bullen wurde erteilt. Das Gesuch des Heinrich A m e n d um Anbringung eines Tanks wurde unter der Bedingung genehmigt, daß die Anlage auf (ein Eigentum zu stehen kommt. Die Eingabe des Magsttrats U e t e r s e n in Jolstein um eine Beihilfe von 1 Pf. pro Einwohner für den durch ein Unwetter verursachten Schaden wurde abgelehnt, da Hessen selbst durch Ueberschwemmunqen gelitten hüt und der Beihilfe bedarf. Das Gesuch des Herrn Walldorf« Gießen um Verlegung des Gallus Marktes anstatt Mittwoch und Donnerstag auf Montag und Dienstag, weil den Schaustellern durch Abbrechen, Verladen usw. zwei Sonntage verloren gingen, wurde abgelehnt. X Langd. 20. Jan. Im Gegensatz zu der allseits vorhandenen Arbeitsnot haben wir erfreu- Uchectoeise in unserem Dorfe nicht einen Arbeitslosen. Die infolge Umbaues der Betriebs- anlagen auf dein nahegelegenen Buderusschen Eisensteinbergwerk „Heckenwald" dort vor einiger Zeit entlaßenen Arbeiter sind, nachdem der Umbau nunmehr erledigt ist. wieder eingestellt worden. . Außerdem sind 46 Arbeiter in den Waldungen mit Holzfällen beschäftigt. 1 Kreis Büdingen. F * Büdingen, 20. Jan. 3m benachbarten Büches fand im Saale von Gastwirt Meyer die * diesjährige ordentliche Kreiskonferenz des Kreises Büdingen vom Reichsbunde der Kriegsbeschädigten bei gutem Besuch aus allen Teilen des Streifes statt. Unterbezirkssekretär Benner aus Gießen beleuchtete in fast ein» stündiger Rede den derzeitigen Stand der Versorgung der Kriegsopfer. Bei der Neuwahl des »Vorstandes wurden folgende Kameradinnen und Kameraden wieder- bzw. neugewählt: Zum 1. Vorsitzenden Eisenbahnassistem Gilbert- Bleichenbach, 2. Vorsitzender Adolf Schneider- Babenhausen I., zu Beisitzern: Lehrer Müller- Ranstadt, Frau Wiesner-Ranstadt, Strickereibesitzer Konrad- Bergheim, Landwirt Gast- Xian- genbergheim, Feldschütz Hebbel- Ortenberg, Kreis- Sein oder Nichtsein. Lin Kriminalroman von der Wasserkante. Von Moritz Schäfer. I. Thomas Lorenzen in der allen wackeren Seestadt Rostock war ein kleiner Bankier gewesen, bis ihn die Hochkonjunktur der Nachkriegszeit zum großen mochte. Lorenzen spekulierte viel in Devisen, war vom Dollar begnadet und wunderte sich, wie das mit dem Reichwerden über Nacht kommen könne. Denn für ein Genie hielt sich der gute Thomas selbst nicht. Mit seinen vierzig Jahren, seiner breiten mecklenburgischen Stirn und seinem gedrungenen, fast viereckig anmutenben Gliederbau sah "er einem biederen Landwirt vom Typ der sogenannten „Erbpächter" ähnlicher als einem Geld- menschen, aber ein Zug von Energie, der aus seinem glatt rasierten, wetterfesten Gesichte sprach, redete von Unternehmungslust und Draufgängertum. Allerdings tarn diese Energie meist nur bann zum Durchbruch, wenn eine kritische Situation ent- scheibende Entschlossenheit verlangte. Im übrigen war Lorenzen von seinem mecklenburgischen Blut beherrscht; vertrauensvoll und von einfacher, grundehrlicher Denkweise, reich an Gemüt und da, wo einmal der Bann der Zurückhaltung gebrochen war, starker, ausdauernder Freundschaft fähig. Elegant war Thomas nie gewesen. Das lag leincr ganzen Natur nicht, es lag auch nicht dem städtischen Rahmen, der sein Porträt umfing. Rostock atmet die ruhiye, solide Eigenart der mecklenburgischen Küste, bte höchstens in dem Kranz rasch ausgeblühter Seebäder zur Sommerszeit ein wenig Politur annimmt. Als aber Lorenzen reich geworden war, und sein Nams zu klingen begann, besann er sich auf die Pflichten der Repräsentation. Er zwängte seinen klobigen Korvns in Kleiber, bie er sich in Berlin unfertigen ließ, kaufte sich eine Villa in der Steintorvorstadt und suchte sich eine neue Gattin, bie seinen Salon würbiy repräsentierte. Thomas war nämlich Witwer. Seme erste Frau, bie Tochter eines Schweriner Getreibegroß- Händlers, war kurz nach Kriegsausbruch gestorben. Frau Hermine Lorenzen, geborene Wattenscheid, war eine schlichte, einfach'» Fran gewesen, voller kassenassiftent M ö l l - Büdingen und Fran Ang. Jäger-Ranstadt. Es wurde beschlossen, bi» nächste ÄreisfonfereiB Anfang April wiederum in Büches abzuhalten, da dieser infolge seiner Lage der günstigste im Kreise sein dürfte. Unter Verschiedenes wurde nochamls der organisatorische Ausbau in 1926 besprochen. Büdingen, 20. Ian. Gestern fand hier im .Rathaustaale eine Versammlung des Vereins der Bürgermeister des Kreises V ü - dingen statt, wozu fast sämtliche Mitglieder erschienen waren. SVr Vorsitzende, Bürgermeister Fendt von hier, richtete herzliche Brgrüßungs- Worte an die Geschienenen und leitete die Verhandlungen. Diese befaßten sich mit der Einrichtung des Koch Unterrichts in den Fortbildungsschulen, der F ü r s v r g e k a s s e für gemeindlich? Beamten, den Beitr'ägen der waldbesitzenden Gemeinden und den W a 1 d v e r m c s s u n g s a r b e i t e n. Weiter wurde über die Verhandlungen des Landgemeindetags, der im September v. I. in Frankfurt a. M. stattgesunden hatte, ausführlicher Bericht aftaltet. Mit großem Bedauern nahmen die Mitglieder die Erklärung des Vorsitzenden, daß er dieses Amt nicht mehr weiter führen könne, entgegen. In Anerkennung der großen Verdienste des Herrn Fendt um den Verein wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt und als fein Aachfolgeb Bürgermeistcr Albrecht von »Düdelsheim zum neuen Vorsitzenden gewählt. ch. Nidda, 20. Jan. Am Samstag hatte der Sportklub Viktoria 1912 Nidda seine Mitglieder, Freunde und Gönner in den Gamdri- nussaal geladen, um im Kreise der Niddaer Sport- gemeinde seinen Familie nab end zu halten. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Herrn Thomas, der in eindringlicher Weise von der Bedeutung des Abends sprach, folgte nach beifällig aufgenommenen Musikvorträgen bat. Glanzstück des Abends „Der G l a s s ch r a n f", Lokalposse in Darmstädter Mundart von Rüthlein. Die Darbietung war gut und der Beifall wohlverdient. Die Worte des 2. Vorsitzenden, etubienrat Lauck- I) a r b t, der auf die Bedeutung von Spiel und Sport für die Allgemeinheit hinwies, fanden ebenfalls allerseits Anerkennung. Aus bem Ülibbatal, 20. Jan. Die neuerbings niebergegangenen Schneemalfen erschweren ungemein bie Holzhnueraroeit im Walbe. Die Anmarschwege, die für manche Rotte dis zu lj Wegstunden erfordern, sind verschneit und beschwerlich. Es vergehen läge, bis eine leibliche Spur getreten, die weniger beim Gehen ermüdet. Auch die eigentliche Arbeit im Walde verzögert sich unter der Einwirkung des Schnees. Das von der H o l z i n b u ft r i e bereits erworbene B u ch e n st a m m h o fz. das sofort verarbeitet werden sollte, um die Arbeiter beschäftigen zu können, kann des hohen Schnees wegen nicht abgefahren werden. Auch das Losholz, das mancherorts schon heimgefahren, konnte noch nicht zugewieseit werden. In den B a s a l t st e i n b r ü - ch e n , die während der Winterzeit weitergearbeitet, ist gleichfalls der Schnee sehr hinderlich und erschwert das Arbeiten. — Die Staff elfdje Papierfabrik, die gegen 100 Arbeitskräfte beschäftigt, hat infolge wirtschaftlicher Notlage ihren Betrieb auf unbestimmte Zeit stillgelegt. ... Blofeld. 20. Jan. Die altgermanische Gerichts st ätte im Walddistrikt „Der Wilden Frau Gestühl" ist jetzt auf Anordnung des Hess Forstamtes Bingenheim wieder schön herge stellt. Der mächtige, längliche Dasaltblock. die viersitzige Richterbank, ist von Strauchwerk u dgl. frei gemacht und mit einer Erdbank umgeben, auf dem Aichlplatze selbst ist eine Linde gepflanzt Reihenweise gepflanzte Fichtchen säumen die historische Stätte ein. Von der längs durch den Fichtenwald hinziehenden Schneise biegt ein Weg ab (etwa noch 100 Meter bis zu genanntem Platze), an dessen Einbiegung ein Eichenpsostcn mit Orientierungstafel (Wildfrau Gestühl) steht. Vielleicht sorgen jetzt noch die benachbarten Zweigvereine des V. H. E. (Reichelsheim und Riddatal) für eine Markierung nach den Dörfern Blofeld und Dauern- heim, damit das malerisch gelegene Plätzchen, von dem man tief ins »Riddatal" hinabfchaut, besser von Wanderern, Jugendvereinigungen, Wandervögeln usw. gesunden werden kann, die von den Bahnstationen Reichelsheim (Wetterau) der Rebenbabn Friedberg - Ridda und Ranstadt der Gelnhäuser Linie kommen. Herzensgute und Frömmigkeit, wie es sich für eine richtige Mecklenburgerin schickt. Schon früh, mit kaum 35 Jahren, mußte sie von hinnen unb hinterließ ihrem Gatten ein Töchterlein, bas jetzt 17 Jahre alt war. Die kleine Margot war blonb, zart, ein liebes, einfaches Ding von anschmiegenber Wesensart unb ernstem Charakter, wie er der seelischen Normalstruktur ber Lanbestinber entsprach. Leiber würbe bas Mädchen in seinem vierzehnten Lebensjahr von einem schweren Unglück betroffen: es erkrankte an Scharlach, unb als bie tückische Infektionskrankheit enblid) behoben war, hatte Margot bie Seekraft verloren. Aber aus ber Blinbheit erwuchs dem Mädchen eine Seelenstärke, die es mit Ergebenheit, ja mit heiterer Zuversicht sein schweres Los tragen ließ. Für dieses sein einziges Kind juchte Lorenzen jetzt eine zweite Mutter. Er, halte Glück bei der Wahl: wie er in allem Glück hatte, was er unter- nahm. Die Frau, die Thomas heimzuführen gebuchte, sollte eine untabelige Vergangenheit haben, aus guter Familie stammen unb äußerlich all bie Vorzüge mitbrmgen, bie Firma unb Heim bes Großbankiers mit Nimbus überfluteten. Sie sollte eine tiefe Geistes- unb eine echte Herzensbilbung ihr eigen nennen. — bann konnte sich Herr Lorenzen ben Luxus gestatten, auf eine papiemc Mitgift zu verzichten. Was er juchte, fand er in Andrea Nordmann, bei verwaisten Tochter eines Hamburger Oberförsters, bie er in Warnemünde bei einer Segelregatta kennen gelernt hatte. Andrea war zu Besuch bei bem Onkel Hinrikv, einem Bruber ihrer verstorbenen Mutter, ber als „Kapitän Otto" eine populäre Figur ber ganzen Wasserkante barstellte. Der alte Hinriks war ein Seemann von norbischem Kerntyp, bärbeißig unb gutmütig zugleich; wenn es not tat, von erfrischender Grobheit, sonst aber von gesundem Humor, zuweilen farkastisch, trotzdem ober von einer Bonhomie, deren goldener Kern sich meist in rauher Schale versteckte. Onkel Otto konnte eine ganze Anzahl Sprachen: französisch, englisch, portugiesisch und dänisch. Ja, er sprach sogar hochdeutsch, unb da sein Reeber gewünscht hatte, baß bas Hochdeutsch Logbuch unb Konversation im bienstlichen Verkehr beherrschte, hatte er sich so darin geübt, baß er sein geliebtes Platt nur noch bei spontanen Herzensergüssen, unb wenn er so recht erfreulich grob wurde, anzuwenben pflegte. Hinriks Kreis Friedberg. sf. § riebberg, 20. Jan. Die Stadtverordnetenversammlung hielt in ber Wahl- periobe 1923 25 5nkfurt a. M. Der Schluß der Partie wird von Torre ganz hervorragend gespielt. 39. DcSxeS 40. KfSxeS 41. Kc8-e7 42. Lg6-e4 43. f7 — f5 44. Td7-b7 45. Tb7-bl-b 46. Tbl -b2 und Weih gewinnt. f6! Auszezeichnet gespielt. 37. Db7- ^(tenb^^j’gonnt ni'1 und D e bbiafin«. gestern im Hauptbahnhof von einem einfahrenden Eilzug überfahrene Frau ist in der vergangenen Nacht im Städtischen Krankenhause ihren schweren Verletzungen erlegen. Mtnll Ott OungmM Miel! W Ole Mm! Turnen, Sport und Spiel. Kreisspielwart Karl Bär f. 2$. Der Kreisspielwart des 9. Kreises (Mittelrhein) der D. T., Karl Bär- Frankfurt a. M., ist unerwartet gestorben. Auf der Aeise nach Saarbrücken zur Sitzung des Lurnausschusses des Mittelrheintreises ist er am Sonntag erkrankt. An einer in Neunkirchen vorgenommenen Operation ist er gestorben. Karl Bär hat den Spielbetrieb in unserem Lurn» kreise in wenigen Jahren bedeutend gefördert. Beim Kreisturnfest in Gießen noch lernten wir den Verstorbenen auf dem Turnplatz als einen äußerst umsichtigen und tatkräftigen Leiter der vielseitigen Wettspiele kennen. In seinem bürgerlichen Berufe war Karl Bär Beamter in Frankfurt a. M. Der Kreisvertreter, Schulrat Schmuck-Darmstadt, sagt in einem Nachruf in der Kreiszeitung u. a.: „Wiederum ist einer unserer Treuesten in den Sielen gestorben; er war ein biederer, fleißiger und zuverlässiger Arbeiter auf dem Spielfeld unseres Kreises. Weihe ihm jeder, der dies liest, einen Augen- „Das' ift doch kaum möglich. Wie alt bist denn?" „Ein Jahr." „Das wird noch besser. Entweder bist du Narr oder ich." Beides richtig, Majestät!" 3. Lc8-b7 4. e7-e6 5. a7 —a6 6. c7-c5 in eine bekannte Variante des iterW 0;* W S W- Sfi daß «7. „olh.dk I ein grober Fehler. 38. Td8xe8 arbeiten kräftig eingesetzt. Dis gegen das Frühjahr wird der Abschlag im Walde ertönen. Ein Teil der Arbeitslosen konnte bei den Fällungen Beschäftigung finden. Damit ist manchem für einige Monate wieder Verdienst gegeben. bl. H e r b 0 r n 20. Jan. 3m vergangenen Jahre wurden am Dillbett in der Gemarkung und der Umgebung Regulierungsarbei- ten zum Schuhe gegen Hochwasser vorgenommen. Wie zweckmäßig dies war, bewies das Hochwasser vorn Jahre 1925, bei dem im Kreise fast kein nennenswerter Schaden angerichtet wurde. 4 Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Jan. Die Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaition des .Gießener Anzeigers". Problem Nr. 45. Don W. A. Schinkman. 1. Preise im „St. John Glob's-Turnier". Schwarz. Der Verlustzug. Etwas besser war hier 34 ... Te8 35. TeS-1,-:, Pc8 !, wonach Weiß zwar einen Bauern eroberte, Schwarz jedoch Nemischancen Sammeln Sie Bonbonniere N I O N AUGSBURG Weitz. Weiß zieht und setzt in brci Zügen matt. Weiß: 3 Steine Kgl, Dgö, Lg7. Schwarz: 3 Steine Ka2, Sfl, Bb3. Partie Nr. 35. Die nachstehende Partie wurde im internationalen Meisterturnier zu Moskau gespielt. Unregelmäßige Eröffnung. Weiß: Torre (Mexiko). Schwarz: Dus-Chotimirsty (Rußland). „ 1. d2-d4 1. Sg8-f6 2. Sgl - f3 2. b7-b5 Dies scheint die allermodernste Verteidigung des Damenbauernspiels zu sein; gut ist sie jeden- Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und Mt», *3 ” rs m ttlM* L, hinan: }\i y?hr ltL dankend WM* ,n, meine öas FRISCH GEKIRNT Fordern Sie die }J3lauband-Woche»« «■* Q rba und m Stoffe ^Klauenseuche amt- , 19. Jan. Unter *• bie Decrdiguna des statt. Zahlreich hi»Iinkn fotvie auch der *säw Aus dem 3. Bezirk (Bau Hessen D. T. c. Schotten, 20. Jan. Hier fand am Sonntag eine Lehrstunde für das Frauenturnen für die Vereine des 3. Bezirkes statt, die von Hungen, Nidda und Schotten recht gut besucht war, während Tv. Langsdorf und Gedern, die auch Turnerinnenriegen haben, fehlten. Das Frauenturnen und das der Schülerinnen hat in den genannten Dezirksvereinen wohl festen Fuß gefaßt, immerhin machen sich doch manche Mängel bemerkbar. Um diese auszugleichen, die Sonk^rheiten des Frauenturnens noch mehr zu klären und in praktischen Beispielen zu zeigen, rief der unermüdliche Bezirsksturnwart, Turner I e s ch k h - Schotten, seine Turnerinnen mit ihren Leitern zu sich in die Schottener Turnhalle. Zunächst wurde allgemein Grundlegendes gezeigt und gut durchgeturnt. Anschließend wurden im Rahmen des für die Frau geeigneten Geräteturnens die Pflichtübungen für das in Nidda stattfindende BezirkSgeräteturnen erklärt und geübt. Der Nachmittag war bann dem Volkstanz und Spiel gewidmet. Gerade der Volkstanz ist heute ein eiserner Bestandteil des Frauenturnens geworden, da er Körperübung und Gemütspflege auf besondere Art verbindet und in seiner ganzen Beschaffenheit und seinem Wesen der Frau gut liegt. In den Turnerinnenabteilungen hat er gute Heim- und Pflegestätten gefunden, und turnerische Veranstaltungen ohne Volkstänze gehören heute zu den Seltenheiten. So schenkte man dem Volkstanz auch hier besondere Sorgfalt, zeigte bald durch einen Verein, bald übte man in Gemeinschaft, wobei Frauenturnwart Stadler- Nidda hilfreich zur Seite stand. Den Abschluß der Vorturnerinnenstunde bildete eine Unterweisung im Turnspiel, und ein solches beschloß denn auch die Zusammenkunft. Das Bundesiurnsest des Lahn - Dünsberg - Turnerbundes findet am 11. Juli inAhbach statt. Die dortigen Ausschüsse haben bereits eine rege ArbeitStätig- keit e ntfaltet. Heute bürgt schon alles dafür, daß sich eine gut geschulte Turnerschaft zusammenfindet. Das Ergebnis des Berliner Sechstagerennens. rinm Jahr It in . gerichtet Dvv L ; TWen A . ge Knaben berente öic S MMchen dparkassr 6le ^reis. y-öll«!, nur men Teil JWttfr zu beachru- ‘9 der Kreisfürsorge zu gen Tagen fuhr in 6r» ß eine alte, schwer- 'c. 1° ungMch Wiel, yutterung M- baran 3n Dabrnhanfeii, ^iengichrrei beschMgir ene in eine Transms« inr Arm abgerissen und rtscht. Der Derunglückte nach seiner Einlieferung Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom NedakttonStisch. „Beides richtig, Majestät." Friedrich der Große hatte auch französische Soldaten in seinem Heere. Da diese in der Regel nicht deutsch sprachen, der König aber entgegen seiner sonstigen Gewohnheit — Friedrich der Große sprach bekanntlich französisch — sich vor versammelter Mannschaft stets der deutschen Sprache bediente, mußte oen französischen Soldaten die Antwort auf die drei Fragen, die der König gewöhnlich an die Soldaten zu richten pflegte, eingepaukt werden. Diese drei Fragen lauteten: „Wie alt bist du? — Wie lange dienst du schon bei mir? — Bekommst du dein Geld und dein Brat regelmäßig?" Einmal nun geschah es, daß Friedrich als er mit einem Franzosen ins Gespräch kam. die Fragen etwas anders stellte, so daß daraus folgendes 'Zwiegespräch entstand: „Wie lange dienst du nun bei mir?' „21 Jahre, Majestät." Der König stutzte, denn der Soldat sah noch Lösung des Problems Nr. 44. Don C. von Dardeleben. 1. Dh8-c8, a) f5xg4 2. Sf4-d3, Ke4-f3 3. DcSx b7 matt. 1....., b) Ke4 — d4 2. Dc8 —c5-J~, Kd4x c5 3. Sf4-d3 matt. Aus der Schachwelt. Der Schlußstand des Hastinger internationalen Mcistertourniers ist folgender: Aljechin. Prof. Didmar je 81 _> Punkte 1. und 2. Preis geteilt. Den 3. und 4. Preis teilen sich Mitchell und Dr. Seitz mit je 5 Punkten. Es folgen: Colle, Jates je 4 Punkte, Janovsty, Normann, Walluch je T ■ Punkte, Sergeant« 2 Punkte. Gietzcner ^chcnmarttpreise. am 21. Januar 1926. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter das Pfund 170 bis 180, Matte 35 bis 40, Käse 60 bis 70, Wirsing 20 bis 25, Weißkraut 20 bis 25, Rotkraut 25 bis 30, gelbe Rüben 25 rote Rüben 20, Spinat 50, Llnter-Kohlrabi io’ bis 12. Grünkohl 25, Rosenkohl 60, Feldsalat 80 bis 120, Zwiebeln 20, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 30, Birnen 30, Endivien 80, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 120 bis 130, Gier das Stück 19 bis 20, Blumen- kl>hl 25 bis 180, Lauch 5 bis 15, Sellerie 20 bis 70 Pf.___ Der erste schwache Zug des Führers der schwarzen Steine, welcher bis jetzt die Partie falteten ® rt Don der Ö'n',b« SfSsS® Schwarz ist Damenbauernspiels hineingeraten; nur mit dem Unterschiede, daß der d-Dauer sonst auf d5 steht. Der Musikfreund. „Warum borgst du dir eigentlich immer die Noten von der Same nebenan? Du kannst doch keinen Ton spielen?" „Nein, aber sie auch nicht, wenn die Noten hier sind." 3'/-t-N.A.G.- Laftwagen Baujahr 1925, in tadellosem Zustand, sofort verkäuflich durch vr.Bindemam 0422 Herborn (Diflfre.s), Tel. 56. Ehre zu erweisen. Auch die Gciitnchen der . Kreissynode Wetzlar waren erschienen, um ihrem verstorbenen Amtsbruder das letzte Geleit zu । geben. Ferner nahmen an der Beerdigung teil: Vertreter der bürgerlichen Behörden, der > Kriegerverein, der Gesangverein, der Frauenchor und der Posaunenchor. Ein Leichenzug, wie ihn die hiesige Gemeinde wohl kaum gesehen haben dürfte bewegte sich unter Posaunenspiel vom Psarrhause nach der Kirche, in der der Sarg vor dem Altar ausgestellt wurde. Superintendent Wieder- Garbenheim, der die Beerdigung vornahm. legte seiner Predigt im Gottes- Hause die Worte aus Jesaja 55, Vers 8 und 9, zugrunde: ..Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken. und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern so viel der Himmel höher ist denn die Erde, so sind auch meine W-ge höher denn eure Wege, und meine Gedanken denn eure Gedanken." Er schilderte das Leben des Entschlafenen als das eines echten Christen und eines treuen Seelsorgers. Auch Leid und Schicksal seien nicht spurlos an ihm Dorübergegangen. Allen denen, die im gleichen Berufe wie er, ständen und die ihn kannten, sei er stets ein lieber Freund und treuer Amtsbruder gewesen. Niemand habe daran gedacht, das) der Tod seinem Leben so schnell ein Ziel setzen werde. Beweis dafür, was der Derstor- ben-e seinen Gemeinden als Seelsorger gewesen sei. legte die große Teilnahme der Mitglieder beider Gemeinden ab. Vom Gotteshause bewegte sich der Leichenzug unter dem Spiel der Posaunen nach dem Friedhöfe, wo die Beisetzung stattfand. Die Mitglieder der beiden Presbyterien trugen den mit Kränzen überfüllten oarg. Nach der Grabrede, die ebenfalls Superintendent Wieder hielt, riefen die anwesenden Mitglieder der Kreissynode Wetzlar ihrem zur letzten Ruhe gebetteten Amtsbruder kurze Gedächtnisworte nach. Am Grabe legten Äran^e nieder: Die Kirchen- und Zivilgemeinden Hochelheim und Dornholzhausen, der Lahnverband ehemaliger Wingolfiten, der Kriegerverein, der Gesangverein. der Frauenchor, der Posaunenchor, sowie die Konfirmanden von Hochelheim und Dornholzhausen. Gesangverein und Frauenchor sangen am Grabe je ein Lied. Wohl jeder ist von dem Friedhöfe mit dem Gedanken nach Hause gegangen, in dem Dahingeschiedenen einen Seelsorger verloren zu haben, dessen er auch über das Grab hinaus stets ehrend gedenken werde. CO Dornholzhausen, 20. Januar. Am Sonntag waren im Distrikt „Brand" des hiesigen Gemeindewaldes Wildsauen „eingekreist". Beim Eintreffen der Schützen und Treiber hatten die Sauen jedoch das Treiben, in dem sie „fett» gemacht" waren, bereits wieder verlassen. Da die Treiber in dem Gehölz beim Durchgehen eine Menschenspur vorfanden, ist anzunehmen, daß eine unbefugte Person den Sausährten nachgegangen ist und die Sauen rege gemacht hat. Lützellinden, 20. Jan. Auf Veranlassung der hiesigen Bruderschaft des Jungdeutschen Ordens fand im Saale des Gastwirts Franz durch den Leutnant und Bildoffizier der ehern. 23. Fliegerarteilung, Ordensbruder Dr. A. Ku ermann, ein L i ch t bi l d o o r kr a g über „Frontflieger im Westen" statt. Nach kurzen Begrüßungsworten des Großmeisters, Br. Weber sprach der Redner in sthr eindrucksvoller Weife. Der Vortrag, dem alle Besucher mit großem Interesse lauschten, fand lebhaften Beifall. Kreis Biedenkopf. T a l b g i r m e 5, 20. Jan. Wenn der Männergesangverein Liederkranz unter der bewährten Leitung von Lehrer Kraft dahier öffentlich auftritt, so übt das seit Jahren schon große Anziehungskraft bei dem sanaesfrohen Publikum aus, hat doch der Verein bei Gesangwettstreiten mit ersten und zweiten Preisen abgeschnitten. Auch am Sonntag war fein Konzert im Weimerschen Saale dahier gut besucht, darunter viele Auswärtige. Bei dem reichhaltigen Programm wechselten Musikstücke, die von drei auswärtigen Herren am Klavier, Geige und Cello mustergültig vorgetragen wurden, mit dem Männerchören angenehm ab. Erfreulicherweise nahm das Volkslied in dem Programm einen weiten Raum ein. Das Publikum kargte nicht mit feinem herzlichen Beifall. Kreis Marburg. Südweftdeutsche Amateur-Funk-Ausstellung. ' Marburg, 20. Jan. Die von dem Marburger Radioklub veranstaltete Südwest- deutsche Am ateur-F unk -Ausstellung hatte einen überaus großen Erfolg. Etwa 80 von Funtfreundcn selbst gebaute Empfänger und Sender waren zusammengekommen. In Gegenwart Sr. Magnifizenz des Rektors der tirri- verfität des Oberbürgermeisters, des Landrats, eines Vertreters der Oberpostdirektion Kassel sowie zahlreicher anderer maßgebender Persönlichkeiten eröffnete Direktor R o 11 m a n n als Vorsitzender des Marburger Radioklubs die Ausstellung. Die Mehrzahl der ausgestellten Geräte waren von Marburger Funksreunden hergestellt. Doch stammten auch einige von auswärtigen Amateuren. Das Preisgericht, das sich aus den Frankfurter Herren Dr. L e r b e s, Dv G l a g e, Decker und Herrn Dr. Müller, Gießen zu- sammensehte, war in der Lage, neben drei Geldpreisen 5 silberne und 20 bronzene Plaketten zu verteilen. ÄS L®*lt b s ei”* freier qhL ; ‘ * iln Mun! ÖrQ9‘ 'n M rÄC ' üer,QmNn Schwarz hat sich aus der bizarren Eröffnung gar nicht schlecht herausgearbeitet. - - - - 13. Le7xg5 Februar verschoben werden. Am 31. Januar wird die Austragung des Fünferbobs, am 1. Februar die des Zweierbobs erfolgen. Daran schließen sich dann die Rennen der Triberger Bobwoche an, die am 7. Februar mit der Austragung der Süddeutschen Gaumeisterschaft endigen wird. Deutsch-französisches Eishockeyspiel. DO. InCaux fand am Dienstag das mit Spannung erwartete, feit der Zeit vor dem Kriege e r st- malige Wiederzusammentreffen einer deutschen und einer französischen Mannschaft im Eishockey statt. Der Berliner Schlitt schuhklub, der Deutsche Meister, trat mit seiner stärksten Mannschaft an. Sein Gegner war der S.C. Chamonix. Bei Halbzeit stand das Spiel 1:0 für die Berliner, die ihren Vorsprung weiter vergrößerten und schließlich mit 3:1 als emwandsrei bessere Mannschaft gewannen. Die beiden Mannschaften wurden lebhaft bejubelt. Den Berlinern wurde ein Becher überreicht, in den folgende Inschrift eingraviert ist: „Eishockey, Wiederaufnahme der seit 1914 eingestellten Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich." Dillkreis. bl. Aus dem Dillkreis 20. Jan. Im ganzen Kreise haben die H o l z f ä 11 ungs - Schlußkämpfen blieb die amerikanische Rennmann- schaft Mac Namara — Horan mit 569 P. Sieger. Darauf folgen: Rieger — Giorgetti mit 509 Punkten, Hahn — Tietz mit 199 P. und Tonani—Sawall mit 179 P.; eine Runde zurück: Dewolf—Stockelynk 330 P., Pershn—Dan- denhove 251 P., Bauer—Gottfried 213 P., Möller—Lewanvw 205 P., Lorenz—Krupkat 107 P. Insgesamt wurden 3604,640 Km. zurückgelegt. Verschiebung der Triberger Bobrennen. Da die letzte Woche nicht genügend Neuschnee gebracht I>at, ümr den Dau der Bobrennbahn sicherzustellen, mußten die ursprünglich für die Zeit vom 23. bis 25. Januar vorgesehenen (Bobrennen in Triderg auf den 31. Januar und 1. , k Extra ,'*!;' I I Ich habe lange darüber nachgedacht, was ich in den naßkalten Monaten abends trinken soll! Tee, aromatisch duftender CEYLON -Tee, ist wirklich das einzig Richtige, so wie ich ihn kürzlich bei der EmmericherWaren-Expedition Lindenplatz 1 Telephon 1257 kaufte. Ceylontee von ausgeprägter Eigenart von Mk. 8.- bis 5.- 267D Kränkliche, steile, zurückgebliebene Schweine werden in wenigen Tagen wieder munter und entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie unter jedes Futter ein bis zwei Eßlöffel voll 99V RAS SOI. mengen. Dor Nachahmungen wird gewarnt. Das echte Rastol erhalten Sie in großen Originalflaschen zu Mk. 2.- in der Engel-Apotheke in (Siegen (am Markt). L -7 Generalvertretung und Kommissionslager: 9622A Ph. Herrmann, Gießen Telephon 1165, Bureau u. Lager Seltersweg 12 H. Lichtspielhaus Heute bl* einschließlich Sonntag der große Gesellschaftsfilm: ,1 « •’TOV - 6‘K Ein Zeitbild aus Berlin W in 6 Akten. Hauptrollen: Lee Paruy, Lia Eibenschütz, Olaf Fjord. Ferner: ER, Harold Lloyd in einer tollen Groteske Ab Montag i Bismarck. Astoria-Lichtspiele Heute: Stuart Webbs der Meisterdetektiv, in dem großen Kriminalfilm: Das Rätsel der Karo-Acht 0 spannende Akte. 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Februar 1926 bei dem Stadtbauamt, Asterweg 9, während der üblichen Dienststunden zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen gegen den Plan sind binnen der gleichen Frist bei Meldung des Ausschlusses bei mir vor- zubmngen. 640 B (Sieben, den 18. Ianuar 1926. Der Oberbürgermeister. _______3. B.: Dr. Hamm._______ Brennholzversteigerungen Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen versteigert werden: I. Montag, den 25. Ian. 1926, vormittags 9’/•> Uhr, Abt. Illa, 112a und 113c (Bezirk des Försters Geisel) — Dtadtwald — 89 Am. Kiefernrundscheiter. 126,4 „ Kiefern knüppel. 2535 Wellen Kiefernreisig, 109,2 Am. Kiefernstöcke. Zusammenkunft Schiffen- bergerweg — 1. Schneise. II. Donnerstag, den 28. Ia- nuar 1 9 26, vorm. 9Vr ^1 h r, Abtlg. 6b und c lStol^enmorgen) — Bezirk des Försters Brück: 3 Am. Gichenfcheiter, 21 „ Ficblenrundscheiter, 137,6 ,, Eichen-. Kiefern- und Fichten- lnüppel, 9,5 „ Fichten- und Weihtannenknüppelreisig, 750 Wellen Eichen», Eschen-, Kiefern- und Fichtenreisig, 219,2 Am. Eichen- und Fichtenstöcke. Zusammenkunft: Kreisstrahe nach Rödgen (am Flugplatz). Zahlungsbedingungen: Die Holzgeldschuld wird gegen Stellung sicherer Bürgschaft bei Beträgen bis zu 200 Mk. bis Martini 1926 und bei höheren Bettägen bis zunächst auf 3 Monate gegen Berechnung von 9 Prozent Jahreszinsen gestundet. 638 B Gießen, den 20. Jamiar 1926. Der Oberbürgermeister. I B.: Dr- Rosenberg.__ Iagdverpachtung. Samstag, den 30. Ianuar I. I., nachmittags 1 Mr. soll auf dein Rathaus dahier die hiesige Gemeindejagd auf weitere 6 Iahre verpachtet werden. Die Bringungen werden bei der Verpachtung bekanntgemacht. 644D TraiS-Horloff. 19. Ian. 1926. Hessische Bürgermeisterei. Rudlos. Holzversteigerungen der Fürst!. Oberför st erer Lich. Dienstag, den 2 6. Ianuar, werden aus den Disttikten: Höler, Kellersberg. Fuchsstrauch, Kölrchäuserkopf und Schmerhütte versteigert: Raummeter: Scheitholz Buche 153, Eiche 11, Birke 5, Weichholz 2, Radelholz 5; Knüppel Buche 91, Eiche 107, Weichholz 5, Radelholz 5, Stockholz Buche 75. Eiche 50. Radelholz 12; Wellen Buche 2300, Eiche 5500 (in der Hauptsache Forstwellen), Hartholz 400, Weichholz 300; außerdem 11 Raummeter Buchennutzrollen, einige Bohnensta ’j-cn, Eiche-Deichseln und Gartenpfo.^n. Zusammenkunft 91/; Mr auf der Dttahe Lich—Garbenteich, Grenze mit dem Steinbacher Wald. — Bei sehr schlechtem Wetter wird nach kurzer Besichtigung des Holzes ein Steins Saalbau (Lich) versteigert. Weitere Versteigerungen sind geplant: im Mönchwald: Dienstag, den 2. Februar, Rutz- und Brennholz-Der- steigerung im Mühlberg (Albacher Hof); Mittwoch, den 3. Februar, im Höler: Montag, den 8. Februar, in der Meilbach: Dienstag, den 9. Februar. 646 D Lich (Oberh.), 20. Ianuar 1926. Fürst zu Solms-Lichsche Forst- verwaltung (Oberförsterei Lich). _________Zimmer._________ Zagdverpachtung. Samstag, den 30. Ianuar 1926, nachm. 2Vz Uhr, soll in dem Gemeindezimmer die Gemeindejagd auf weitere 6 Iahre verpachtet werden. Die Gemeinde umfaßt zirka 390 Hektar Land einschließlich Wald. Bemerkt wird hierzu, daß das Iagdgebiet 10 Minuten vom Bahnhof Göbelnrod entfernt ist. Rähere Bedingungen werden vor dem Termin bekanntgegeben. 642D Reinhardshain. 20. Ian. 1926. Hess. Bürgermeisterei Reinhardshain. __Gieß.__ tzolzversteigerung. in den Freiherrlich von Rordeck zu Ra- benauschen Distrikten Höringsteich la und 5b, Odenberg lb, 2b und 3a. Donnerstag, 28. Ianuar 1926. Versteigert werden: Schnittholz: Eiche 2. Klasse 1 Stück 0,92 Festmeter; Stammholz: Eiche 3. Kl. 1 Stück 0,72 Fstm.; Scheiter: Buche 218 Rm., Eiche 6 Rm.; Knüppel: Buche 244 Rm., Eiche 29 Rm., Fichte 8 Rm.; Reisig: Buche 594 Rm.; Stocke: Buche 101 Rm. Zusammenkunft auf dem Kreuz Odenhausen-Rüddingshausen, Kesselbach — Appenborn um 9 Mr vormittags. Das blau unterstrichene Holz kommt nicht zur Versteigerung. 6450 Londorf, den 20. Ianuar 1926. Hessisches Forstamt Rabenau. Löber. ' ।umtf1444444444#4#4 # >414+4♦ 444#4#4#4###4#4#####4444t## Montag früh wurde uns ein gesundes, kräftiges Töchterchen beschert. In dankbarer Freude teilen dies mit Dentist Trotz und Frau Alma geb. Möbus Bad-Nauheim (Tarlstr. 26), den 20. Ianuar 1926 62TD Wir zeigen die glückliche Geburt eines gesunden Sohnes an Ulrich Jürgensen und Frau Erna geb. Klingspor Gut Neu-Ruppersdorf Bad-Schwartau (Provinz Lübeck) , den 19. Januar 1926 5li-Ulub Sauerland Ortsgruppe Gießen (im b.S.D.) SamStag und Sonntag, 23. u. 24. Januar: Verbanös- rennen in Winterberg. Sonntag, 24. Januar: Rennen in Grünberg. Abfahrt 8.16 vorm. (Sonntagskarte). Donnerstag, 21. Januar: Versammlung im Cafe Astoria abends 8l/3 Uhr. Sonntag, 31. Januar: Ski-Rennen auf dem Hoherodskopf. Mitte nächster Woche: Sportlicher Rachmittags-Ausflug in die Rühe Gießens. Auf die Aushänge bei der Firma Kühne, Seltersweg, wird verwiesen. Die Iugendgruppe nimmt an allen Veranstaltungen teil. Eintritt und Mitgliedschaft für Jugendliche von 12—18 Jahren ohne jede geldliche Verpflichtung. Schriftliche Anmeldungen nimmt die Firma Kühne entgegen. 0440 Für den Vorstand: l)r. Wodaege. 530l) gesehen werden. Annerod, am 15. Januar 1926. Bürgermeisterei Annerod. Horn. Das Holz ist enttindet und ohne Rinde gemessen. Der Kaufpreis ist pro Festmeter anzugeben. Die Gebote sind nach Losen und Klaffen getrennt zu halten und müßen bis Mit.woch, den 27. Januar 1926, nachmittags 2 Uhr, auf der unterzeichneten Bürgermeisterei eingereicht sein, wo in Gegenwart erschienener Bieter die Eröffnung stattfindet. Die Kaufbedingungen werden vor der Eröffnung bekannt gegeben, können auch vorher ein- HolzfubmWon Aus den Waldungen der Gemeinde Annerod Holz auf dem Subnnssionswea verkauft werden: Aus Abt. 1 Los 1: 3 Fichtenstämme 3. Klasse 5,24 Festmeter II ff 8 ff 2: 2 3. II 1,76 II ff p 1 II 3: 19 4. ee 20,73 18,39 .. ff ff 8 II 4: 21 4. ff ff 1 II 5: 41 5a 28,60 II ■ 8 ff 6: 72 5a ff 38,43 II 1 7: 47 5b 15,93 II 8 8: 104 5b 30,09 II II 8 ff 9: 1 Kiefernstamm .. 0,57 ff ff 1 ff 10: 1 Weißtanne 3. ff 085 ■ 1 If 11: 1 4. y 0,99 ,, M ff 1 II 12: 5 5a * 2,19 ff 1 13: 1 5b 0,28 ff II 1 ff 14: 7 Fichten-Derbst. 1. 1,21 ff * 8 If 15: 2 Fichtenstämme 3. ff 1,67 «e ff 8 ff 16: 23 4. 23,92 ff If 8 II 17: 56 5a ff 34,63 II ff 11 8 If 18: 122 5b ff 39,10 Hansa Handelsschule /. Kunzeimann Gießen, ßahnhofstr 60 vorm. Hermes Neue Kurse Anmeldung tägltdh^J SHljt- fflform- Mlls. beizkräftiaste, spariamstebilligste Feuerung in Füllöfen von den Zechen Adler. Alstaden, Carl Funke, Gott- fried - Wilhelm, PoertingSsiepcn, Wieschc, für herdseuerung und Züllösen von den Zechen Centrum. Margarethe OeSpel, Diergardt, Prinz- Regent verbrenne» fast ae- ruck und rauchfrei u. hinterlasse» nur wenig Rückstände. Erhältlich in allen Sröheren Koblcn- audlustgeu. 1I;1GA Eine gesunde nahrhafte Delikatesse ist Früchte-Brot Roggenschrotbrot mitdenedelstenSüd- srüchten, Nüssen und Mandeln. 0451 1 Laib Mk. 1.10. Reformhaus Kreuzplav 5. Bekanntmachung. Der für den Bereich des hessischen land- und forstwirtschaftlichen Berufs- genossenschaft gebildete Ausschuß zur Festsetzung der durchschnittlichenIahres- arbeitsverdienste land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter hat gemäß § 933 der Reichs Versicherungsordnung die Iahresarbeitsverdienste mit Wirnmg vom 1. Ianuar 1926 neu festgesetzt. Auf die Bekanntmachung an den Anschlagtafeln wird verwiesen. 639B - Gieß en, den 16. Ianuar 1926. Dersicherungsamt der Stadt Gießen. ___________Dr. Frey.____________ Zagdverpachlung. Samstag, den 30. Ianuar L Is., nachmittags 3 41hr, soll die der Gemeinde zustehende Iagd auf weitere sechs Iahre öffentlich meistbietend verpachtet werden. Bemerkt wird, daß die Gemarkung an der Cisenbahnstrecke Hungen—Friedberg und Gelnhausen liegt. 643D Inheiden, den 19. Ianuar 1926. Hessische Bürgermeisterei. Reih. MiiDiigswgebiiiigbzrtobiiiiiigslari In unserem Hause „Mittelweg Nr. 14" wird zum 1. Febr. d. I. eine Wohnung, bestehend aus 3 Zimmern, Küche und Zubehör tret.(Gegenwohnungnlchl erforderlich'. Desgleichen kann ein VierzimmerhauS unserer Siedlung „An der Licher Stratze" gegen eine in der Stadt gelegene 4°Ztmmer- wohnung getauscht werden. Wir fordern diejenigen Mitglieder nuferer Genossenschaft, die auf diese Wohnungen reflektieren, hierdurch aus, schritt!. Gesuche bis zum 25 d. M. an den I. Bor- sitzenden Herrn Hch. Fourier, Ludwtg- slratze 12, gelangen, zu lassen Gießen, den 21. Januar 1926. Baugenossenschaft 1894 zu Gießen c. G. m. b. 4». 656D] Der Vorstand. NuMAn aller litt "gÄüsAea Gießener Anzeiger iGettLml-An.^iger für Oberhessen) Nr. 17 Drittes Blatt Donnerstag. 2b Januar 1926 tl:D r 5önuar I92ß bedarf feinet Diese Uebevstcht :stand: Dr. QBobaege. auf Zusatzes. Svldner- s noch nntrt- 2. Division Stettin) Schleswig-Holstein, 3. Division Berlin) am 7. Dezember 1912 am 1. Dezember 1924 100 Einwohner tarnen daher 9 022 533 8 205 477 3. 4. & 5b 'M. M 3. 4. 5a 3. 4. 4. 5a 5a 5b 5b fett ** Klinger Wehrkreis 4 (Stab der 4. Division Dresden) Land und Provinz Sachsen, Wehrkreis 5 (Stab der 5. Division Stuttgart) Thüringen Land und Provinz, Hessen, Württemberg, Baden. Wehrkreis 6 (Stab der 6. Division Münster) Hannover, Braunschweig, Oldenburg, Bremen, Westfalen, Wehrkreis 7 (<5tab der 7. Division München) Bayern ohne die bayrische Pfalz. Die Regimenter der Kavallerie-Divisionen sind auf die Wehrkreise verteilt. Der Stab der 1. Kavallerie-Division liegt in Frankfurt a. d. O.» der der 2. Kavallerie-Division in Breslau, der der 3. in Kassel. Die 1. bis 4. Division und die 1. bis 2. Kavallerie-Division unterstehen dem Truppenkom- l dn dank. 1,76 „ 20,73 „ 18,39 , 28,60 „ 38,43 , 15,93 . 30,09 , 0,57 „ 085 . tzM „ iß „ 0,28 , 1,21 „ 1,67 „ 23,92 34,63 „ k ®löbu$ «eburt eines ’ an '°' 1926 Wehrkreis 2 (Stab der Pommern, Mecklenburg, Lübeck, Hamburg, Wehrkreis 3 (Stab der Brandenburg und Schlesien, Deutschlands Lebensmittelversorgung. Qiad) Äen Veröffentlichungen des Statist. Reichsamtcs betrug der Bestand an Milch- k ü h e n Won. c Annerod soll folgende: st werden: le 3. Klasse 5,24 Aeslmetrr 3m Gegensatz zum alten Heer svieit im Reichshcer rie Landsmannschaft leine so groß« im Jahre 1912 15,0 Biilchlühe im Fahre 1924 12,9 Milchlühe Der Ertrag der einzelnen Milchkühe wird für das Fahr 1924 von der Landwirtschaft auf etwa 2000 Liter geschäht gegenüber durchschnittlich 2500 Liter im Fahre 1912. Bei 2500 Liter Milchertrag im Fahre 1912 lauten auf 100 Einwohner 46 500 Liter, bei 2000 Liier Milchertrag im Fahre 1924 kamen auf 100 Einwohner 25 800 Liter. Fm Fahre 1024 standen daher nur etwa 55 Proz. der vor dem. Kriege vorhandenen Milchmengen zur Verfügung. Die F l e i s'ch v c rs v r g n n g im Fahre 1924 ergibt folgendes Bild: Auf den Kopf der Bevölkerung kamen: 1. aus beschaupflichtigen Schlachtungen a) von Fnlandvieh 1913: 33,36 Kg., 1924: 27,50 Kg., b) von Auslandvieh 1913: 1,08, 1924: 0,56 Kg., 2. aus Hausschlachtungen 1913: 7,94, 1924: 8,06, 3. aus Fleisch- und Fetteinfuhr 1913 : 3,27. 1924: 5,28, insgesamt 1913 50,65, 1924: 41,40 Kg. Die Versorgung mit Fleisch erreichte demnach 1924 säst 82 Proz. des Fahres 1913. Die Brotversorgung hat den Friedens- Wert bei weitem noch nicht erreicht: wahrend vor dem Kriege 249 Kg. Brotgetreide auf den Kopf der Bevölkerung entfielen, belief sich die entsprechende Menge im Fahre 1924 nur aus 162 Kg. Die deutsche Ernte an Brotgetreide betrug 1924 etwa 15 Proz. weniger als in dem besonders guten Crntejahr 1923. An Kartoffeln kamen vor dem Kriege auf den Kopf der Bevölkerung 700 Kg., Im Fahre 1924 aber nur 430 Kg. Rolle mehr. Es gibt weder ein preustjs: ein sächsisches, noch ein c tierisches okn ein Polarkand hinter den Barrieren der Alpen. Morgen für Morgen leuchtet der Norden mit Eisund Schneespitzen im unbarmherzigen Licht herüber. Nur der Mittag zeigt, daß man im Süden lebt. Vom unbewölkten blauen Himmel brennt eine warme Sonne und verzehrt immer ein Stückchen Schnee mehr. Ist sie untergegangen, um so heftiger steigt bann die Kälte in die Luft. Denn der Wind kommt immer aus Norden. Aber morgen schon kann es überall Frühling werben. KM w 5b „ 39,10 , . Mde gemessen. Der fiaup Die Gebote sind nach Losen müssen bis Mit.woch. den ft, auf der unterzeichneten in Gegenwart erschienener Msbedingungen werden Können auch a3vU mando 1 in Berlin, die 5. bis 7. Division und die 3. Kavcttlerie-Divftion dem Truppenkom- mando 2 in Kassel. Die Starke unseres Heeres darf einschließlich Offiziere die Fahl voir 100 000 Manu nicht übersteigen. Dabei ist uns die Einteilung dieser 100 000 Mann in Korps und Divisionen nicht überlassen. Der Vertrag schreibt genau die Zahl der Einheiten und ihren Bestand vor. Wir haben insgesamt 2 Arnreelorpsstäbe. 7 In- fantericdivftionen zu je 3 Infanterie-Regimen- tern, 1 Artillerie-Regiment, 1 Pionier-Bataillon, 1 Aachrichten-Abteilung. 1 Sanitäts-Abteilung, 1 Fahr-Abteilung und 3 Kavallerie-Divisionen zu je 6 Reiter-Regimentern. Ferner ist die Zahl der Geschütze. Minenwerfer und Gewehre ganz genau vorgeschrieben und dauernd ton» trolliert. Dem Heere sind alle öie Waffen genommen, die für eine moderne Kriegführung unentbehrlich sind: schwere Geschütze, schwere Minenwerfer, Flugzeuge. Gaskampsmittel und Kampfwagen. Die Herstellung von Waffen. Munition und Kriegsgerät darf nur in einem von der Entepte vorgeschriebenen und überwachten Umfang in Fabriken stattfinden, die die Kontrollkommission bestimmt. Es ist z. B. wenig bekannt, daß die Gewehre der Reichswehr nicht mehr in der weltberühmten Mauserschen Gewehrfabrik in Oberndorf hergestellt toerben dürfen. sondern einer Suhler Fabrik abgenommen werden müssen, die eigentlich Fahrräder und Kraftwagen ansertigt und im Krieg lediglich Teile von Gewehren hergestellt hat. Wohin diese eiirengenden Bestimmungen des Dersailler Vertrages führen, beweist der Tod des General- leutnants Muller, der letzten Endes einem noch im Krieg gefertigten Maschinengewehplauf zuzu- schreiben ist. Reue Läufe läßt die Kontrolle nicht zu. Roch jahrelang hat die Entente Deutschland mit neuen Forderungen, für die im Vertrag keine Grundlage zu geben war, überhäuft. ' Das Londoner Ultimatum vom 5. Mai 1921, die Richträumung Kölns und die letzten Entwaffnungsforderungen sind noch in jedermanns Erinnerung. Die Reichswehr hat ein ungeheures Maß unnötiger Organisationsarbeit vollbringen müssen, bis den immer weiter gehenden Forderungen der Entente Genüge getan war. Im Wehrgeseh vom 23. März 1921 hat der Reichstag die Bestimmungen für die Organisation- der Reichswehr iriedergelegt. Das Gesetz beginnt mit dem Satz: Die Wehrmacht der deutschen Republik ist die Reichswehr. Sie wird gebildet aus dem ReichSheer und der Reichsmarine, die aus freiwilligen Soldaten gebildet und ergänzt werden. Zu den Soldaten gehören die Offiziere aller Gattungen, die Deckoffiziere, Unteroffiziere und Mannschaften. Alle Angehörigen der Wehrmacht müssen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen." — Die Reichswehr ist demnach weder ein stehendes Heer noch ein Milizheer, sondern ein Söldnerheer. — Der Reichspräsident führt den Oberbefehl über die gesamte Wehrmacht. Seine Anordnungen be- öürfen jedoch, um wirksam zu werden, der Gegenzeichnung durch den Reichskanzler oder den Reichswehrminister, die damit die Verantwortung vor der Volksvertretung übernehmen. Der Reichspräsident ernennt auf Vorschlag des Reichswehrministers die Offiziere und Beamten der Wehrmacht. Fm genau kannte, zü üebrnehmen. Sv erschien sie 8um ersten Mal vor einem türkischen Provinz» publikunr unverschleiert und in einer eleganten europäischen Toilette. Dieses QIitftreten erregte keinen Widerspruch und wurde in Traptzzunt und anLeren Städten wiederyölt. Allgemein sand die erste türkische Schauspielerin, deren Aussprache von der ihrer männlichen Partner nicht unangenehm abstach, großen Beifall, unb jetzt gibt es schon acht türkische Schauspielerinnen in dem Dar-ul Bedai. Rur noch zivei armenische Schau- fpieleriimcn sind geblieben, unb sie haben die wichtige 2h'.fgibc, die türkischen Schauspielerinnen in die Technik der Schauspielkunst einzuweihen. Sie bilben das notwendige Bindeglied zwischen dem alten halbtürkischen und dem heutigen ganz- türlischen Theater. Die neuen türkischen Schauspielerinnen Haden sich zrrnächst alle aus Liebhaberei der Bühne zugewenbet unb sind allmählich in ihren Beruf hineingewachsen. Sie widmen sich der Echauspieltunst nicht deS Geldes wegen, denn man wird beim türkischen Theater sehr schlecht bezahlt, fonbeim aus Freude an der künstlerischen Leistung. Auster der Dar-ul Bedai- Gesellschaft, die ihren Sitz in Konstantinopel hat und Tourneen in die Provinz unternimmt, gibt es noch eine kleine Theatertruppe in Angora, in der jedoch die armenischen Schauspielerinnen überwiegen. Immerhin haben Konstantinopel und Angora jetzt zum ersten Mal eine ständige türkische Bich ne. und nun wird sich wohl auch ein türkisches Drama bilden, das bisher durch mangelnde Gelegenheit zur Aufführung^ und die schlechte Aussprache der türkischen Stücke in der Entwicklung gehemmt war. Vorläufig begnügt man sich noch harrptsächlich mit der Aufführung ausländischer, besonders französischer Dramen, die allerdings so stark für türkische Verhältnisse bearbeitet werden, daß man das Original nicht wiedererkennt. Ibsens „Gespenster", „Rora", „Volksfeind" und „Hedda Gabler", die in der letzten Zeit auf der türkischen Bühne gespielt worden sind, haben auf diese Weise eine völlig veränderte Form erhallen, fanden aber vor vollen Hausern großen Beifall. Die Organisation des Reichsheeres Von unserem militärpolitischen K°Mitarbeiter. üben zu lassen. Die Vereine, Gesellschaften, Unterrichts- anstalten und Universitäten dürfen in keinerlei Verbindung mit dem Kriegsministerium oder einer anderen militärischen Behörde stehen." Während Frankreich in Polen, Rumänien und in der Tschechoslowakei vielköpfige Militärmissionen zur Verbesserung der Ausbildung unterhält, mußte sich Deutschland verpflichten, „in keinem Lande irgendeine Mission des Land- heeres. der Seemacht ober der Luftstreitkräfte zu beglaubigen, keine solche Mission dorthin zu senden oder abreifen zu lassen". Fn welchem Geiste die über das deutsche Heer handelnd^ Paragraphen des Versailler Der- I rages abgesaßt sind, beweist in schlagender Weise svlgender Satz: „Deutschland verpflichtet ftch außerdem, durch geeignete Maßnahmen zu verhindern, daß Reichsdeutsche sein Gebiet verlassen, um im Heere, der Flotte oder dem Lufidienst irgendeiner fremden Ration Stellung zu nehmen öder in ein ZusLhörigkeitsverhält- nis zu ihr zu trete,t zu dem Zweck, die Ausbildung za fördern ober in einem fremden Lande beim Unterricht im Heer-, Marine- oder Luft- mefen mitzuwirken. Von der gegenwärtigen Bestiumtung bleibt jedoch das Recht Frankreichs, die Mannschaft seiner Fremdenlegion genräß den französischen militärischen Gesetzen und Vorschriften zu ergänzen, unberührt." — Also für die Fremdenlegion, diese traurige, einer Kulturnation unwürdige Einrichtung, sind die Deutschen gerade gut genug I Die ersten türkischen Schauspielerinnen. Das Haupthindernis für die Schöpfung einer türlischm Rationalbühne ist erst seit etwa zwei Fahren beseitigt, nämlich das Erscheinen türkischer Schauspielerinnen auf der Bühne. Bis dahin war den Türkinnen das Auftreten aus dem Theater streng untersagt, denn dazu hätten sie sich ja entschleiert der O Öffentlichkeit zeigen müssen, was als schwerste Verletzung der Gebote des Propheten galt. Die türkschen Schauspieler- trrrppen muhten sich daher mit türkisch sprechenden Armenierinnen behelfen, für die als Christinnen dieses Verbot nicht galt. Dadurch tarn es. daß der Schauspielerberuf hauptsächlich von Armeniern ausgeübt wurde, und da diese nicht ordentlich türkisch sprechen konnten, herrschte auf dem türkischen Theater eine sehr schlechte Aussprache, die das Ohr der türkischen Zuhörerschaft beleidigte. Allmählich widmeten sich immer ntehr Türken der Bühne, um di es eit Mangel zu beseitigen, und jetzt ist die Möglichkeit gegeben, türkische Theaterstücke in tadelloser Aussprache vorzuführen, da auch die ersten türkischen Schauspielerinnen die Bühne betreten haben. Die erste Türkin, öie vor etwa zwei Fahren auftrat, war Frau Bediar, die Gattin des Direktor des Dar-ul Bcdai, der ersten national-türkischen Theatergesellschaft. Die Truppe befand sich in Smyrna, unb dort waren infolge der Kriegsereignisse alle Armenier vertrieben. Da kein Armenier Zutritt zu der Stadt hatte, konnten auch die ar= menifd'cn Schauspielerinnen nicht auftreten, und Frau 'Bediar wagte es, die Hauptrolle, die sie Der Süden im Schnee. Von Anton Schnack. Italien hat ein Schlagwort: Fenomene eccezio« nale*)! In Palermo 4 Grad unter Null. In Parma 9 Grad unter Null. In Neapel findet man Erfrorene. Heber Brindisi und Palermo ist Schnee gefallen. Verona erstarrt im Eiswind, der ihm vom Etschtal her ins Gesicht schlägt. Bei Bergamo sind die Bache gefroren. Der Gardasee hat Schneeufer bekommen. Niva ist weiß. Aus den Dächern von Torbole hat er sich niedergelassen. Tremosine auf den Bergen flimmert mit'Schneewänden. Der Monte Baldo streckt bei Falcesine weiße Flanken bis an das See- ufer. Selbst in Gardone, dem warmen Rivieraort am See ist der nordische Frau-Holle-Spuk eingeritten. Eine einzige Nacht hat die südliche Landschaft ins nördliche Winterlicht gestellt. Darauf kam ein Eishimmel, gnadenlos und klar. Seit einer Woche bricht nun beim Untergang der Sonne der Himmel über den Berglinien wie Blut und Purpur auf. Aber bann kommen fast polarische Farben in die Atmosphäre, ein blitzendes Eisgrün, eine glasige Azurblume, ein kristallisches Violett. Vom Norden her droht der wilde Brentagruppe wie Marmor und Gletscher. Immer war es mit dem Winde hier so: Am Morgen Nordwind und von 1 Uhr ab Südwind. Aber nun fauchen Tag und Nacht ununterbrochen nördliche Windströme über den südlichen Sund. Es ist ein unbarmherziger und unbekannter Hauch. Der Gardasee sieht wie ein Fjord hochoben am nördlichen Meere aus. Rote Rosen glühen aus dem Schnee gleich einem riesenhafteN-Tropfen Blut. Heber die lanzenartigen blühenden Stechpalnren ist die (Srftarrung gekommen. Hundert blühende Asternbeete hängen ihre Blumenköpfe, als hätte sie ein Feuer verbrannt. Die großen" Fächerpalmen ducken sich schmerzlich zusammen unb klappern tödlich verwundet mit den geknickten Fachem. Seltsam die Oliven: phantastisch starren sie durch den Schnee mit den gespensterhaf- ten, zerrissenen Stämmen und ihren ewig grünen, ernsten Wipfeln. Nur die Zypressen ertragen es un- *) Außergewöhnliches Ereignis. wandelbar, unb ihre Trauerflamme wirb im südlichen Schnee noch schwärzer und tragischer. schattenhaft, wie stelzende, verfrorene Vögel gehen die Menschen umher. Die Männer mit einer kurzen Pelerine, die wie ein schwarzer Fledermausflügel um die Schultern hängt. Pipistrello nennen sie dieses Habil: es heißt Fledermaus. Die Frauen krümmen sich unter ihrem schwarzen Schal zusammen, der sie notdürftig wärmt. Sie haben tcine Kleidung für diese abnorme und unbekannte Kälte. Aber einen Schiffer sah ich der Kälte trotzen: er wusch sich halbnackt auf einem großen Segler, der mit Holz beladen war. Sie haben keine Defen. Sie feuern in ihren offenen Kaminen von morgens bis nachts: Zwergholz von den Bergen, Olivenholz, Feigenbaumholz. Und dieses offene Feuer wärmt ein wenig die Hände, die man an die Flammen hält, unb ein wenig die Knie, die man an die Glut herankuscht. Wie man hier die Betten wärmt? Man hat ein Gestell vom Aussehen eines hohen Rodelschlittens, der unten unb oben geschlossen, aber auf den Seiten offen ist. Auf die untere Innenfläche stellt man einen eisernen Topf mit glühenden Holzkohlen. Heber das ganze Gestell spannt man die Decken und (egt die Koltern. Das Bett wird rotum wie ein Backofen. Wer ein gutes Haus hat, besitzt ein Sägemehlöfchen, das zwei Stunden eine heftige Wärme ausspeit und dann erkaltet. Unb durch die schlechten italienischen Türen und Fenster bringt und quillt die Kälte, und man stopft fein Oefchen wieder für zwei Stunden. Die Zugvögel, die noch massenhaft hier waren, sind verschwunden. Und was an Vögeln noch durch die Olivenwipfel schlüpft: keiner füttert sie. Nur den ganzen Tag hört man die Flintenschüsse in den Gärten, an den Bergwänden und am Seeufer. Unb immer wieder kann man einen halbwüchsigen Jäger mit einem Bündel von zehn, zwölf ober fünfzehn Vögeln heimwärts ziehen sehen. Prunkvoll hat sich der Himmel aufgespannt: funkelnd kalt, heftig, schwelgerisch und ungeheuer tjef. Die Sterne hängen fast ins Erdbild herunter. Die Venus ftiNkelt am Abend wie ein faustgroßer Diamant auf. Für alle ist dieser Einbruch von Kälte unb Schnee eiy Mirakel. Nie war so etwas seit fünfzehn Jahren, feit zwanzig Jahren, seit breißig Jahren. Schweiz unb Deutschland liegen dem Volke hier wie Roch immer herrscht in weiten Kreisen Unklarheit über Bedeutung, Aufbau und Organisation unserer Reichswehr. Täglich gehen zahlreiche Rachrichten über die Forderungen der Entente bezüglich der Umgestaltung der Reichswehr durch die Presse, und die Oeffentlichkeit ist sich vielfach der Tragweite und Unrechtmäßigkeit dieser Forderungen nicht bewußt. Es ist daher vielleicht ganz zweckmäßig, sich einmal ein klares Bild über unsere Reichswehr Zu verschaffen. „Die allgemeine Abrüstung in der ganzen Welt" sollte Der Vertrag von Versailles bringen. Wie diese aussieht, zeigt nachstehende Uebersicht, die vom Völkerbundsrat in Genf im Fahre 1924 veröffentlicht wurde: Deutschland allein ist gezwungen, ein beer zu hallen, in deut die Unteroffiziere und Mannschaften sich zu einer Dienstzeit von 12, die Offiziere von 25 Fahren verpflichten müssen. Während ihrer Dienstpflicht dürfen nur 5 Proz. der Gesamtstärke jährlich ausscheiden. So wird verhindert, daß Deutschland sich eine Reserve von waffengeübten Mannschaften hevanbildet, die im Kriegsfälle zur Ergänzung des Heeres dienen Ibnnte. Der Vertrag bestimmt weiter: „Die Unterrichtsanstalten, Universitäten und Kriegervereine, d,e Sport- und Wandervereine, überhaupt Vereinigungen jeder Art, ohne Rücksicht auf das Alter ihrer Mitglieder, dürfen sich mit keinen militärjschen Dingen befassen. Es ist ihnen namentlich untersagt, ihre Mitglieder im Waffen- iTanbtocrl oder im Gebrauch von Kriegswaffen auszubilden oder zu üben oder ausbilden oder Auftrag des Reichspräsidenten übt der Reichs- wehrminvrer die Befehlsgewalt über die gesamte Wehrmacht aus. Fhm unterstellt ist ein General an der Spitze des Reichsheeres als Ehef der Heeresleitung, ein Qlbmiral an der Spitze der Reichsmarine als Ehes der QHarincIcitung. Das Reichswehrministerium ist die oberste Kommaudo- und Verwaltungsbehörde der Reichswehr Dem Reichswehrminister unterstehen unmittelbar die Adiutantur des Reichswehrministers, die Rechtsabteilung und die Rachrichtenstelle. Dem Chef der Heeresleitung unterstehen: a) Das Personalamt, das die persönlichen Angelegenheiten der Offiziere und Mannschaften bearbeitet: b) das Truppenamt, dem die Bearbeitung von Organisation und Ausbildung obliegt und c) die Inspektionen. Von diesen bearbeiten: 1. Die Inspektion des Erziehungs- und Bildungswesens die einheitliche Handhabung des Unterrichts und Prüfungswesens und die A'^s- bilbung in den Leibesübungen, sowie die Waften- schulen. 2. Die Inspektion der Infanterie: die wafsen- technische Schießausbildung aller Waffengattungen mit Handfeuerwaffen, Maschinengewehren und Minenwerfern. 3. Die Inspektion» der Kavallerie: die Reit- ausbildung, Pferdedressur und Pserdcpflege bei allen Waffen, die Attsbildung der Kavallerie im Aufklärungsdienst und ihre Gesechtstätigkeit als berittene Waffe, sowie die Remontierung. 4. Die Fnspettion der Artillerie: Die theoretische unb praktische Ausbildung der Artillerie im Fahren und Schießen und ihre Verwendung im Gefecht. 5. Die Inspektion der Pioniere und Festungen: die theoretische und praktische Ausbildung der Pioniere in allen technischen Dienstzweigen, sowie die Ausbildung aller Waffen m der Feldbefestigung unb im allgemeinen Pionierdienst, endlich das Festungswesen. 6. Die Inspektion Der Verlehrstruppen: Die theoretische und praktische Ausbildung der Krast- fahrtruppen, sowie die Ausbildung der übrigen Waffengattungen (mit Äusnahme der Artillerie) im Kraftfahr- und Fahrwesen. 7. Die Inspektion der Rachrichtentruppen: Die theoretische und praktische Ausbildung aller Waffen, insbesondere der Rachrichtentruppen, in der Technik und Verwendung der Rachrichten- mittel. 8. Die Inspektion für Waffen unb Gerät: Alle technischen Fragen, die Waffen, Munition und Gerät betreffen. Dem Chef der Heeresleitung unterstehen: 1. Das Verwaltungsamt, das für Unterkunft, Bekleidung, Verpflegung und Besoldung sorgt. 2. Das Waffenamt, dem der Rachschub von Waffen, Munition und Gerät obliegt. 3. Die Sanitäts-Inspektion und 4. die Veterinär-Inspektion, die das Gesundheitswesen bearbeiten. - - Das Reichsgebiet ist in 7 Wehrkreise eingekeilt. in denen je eine Division untergebracht ist. Der 'Besehshaber im Wehrkreis ist gleichzeitig der Divisionskommandeur. Es umfassen: Wehrkreis 1 (Stab der 1. Divifion Königsberg i. Pr.) das Gebiet ostwärts der Weichsel, Mtrlä (im ö.$.D.) 41 Januar: DerbaM. Anberg. Abfahrt 8.16 ®Iung im Cafe Asioria auf dein Hoherobskopf. Aachmttags,Ausflug in lushangr bei der Firma lesen. llen Deransiaitunzm teil ddche von 12-18 Men ^christliche Anmeldungen tcmbergilck?s Koittingv, sondern nut eilt einheitliches Reichsheer Immerhin sind die Interessen der Länder und die landsatannschaflliche Eigenart einigermaßen b.nückf'cktigi. und zwar dadurch, daß in den Länder i auf Wunsch „Lan- desiominaNdanteu" bcsi< ivurbea. Bayern, 6athn= Württemberg, B:dcn unb Heften haben Landeskommandantei Di? Aufgabe der San- deslowmandanten ill es, innerhalb feines Dienstbereich ?s die V mbcSiiiL’vcHen unb insbesondere die landsM'i/.n'ch'fv.ich, Eigenait unb die wirtschaftlichen B i-w misse der Länder zu berücksichtigen. Er wird durch den Reichspräsidenten auf Antrag der Landesregierung ernannt und crfüljt seine Ausgabe neben seinen synstigen Dienstobliegenheiten Er hat insbesondere folgende Aufgaben: 1. Die Landesregierung von allen wesentlichen Vorgängen ihres Geschäftsbereiches, soweit sie die lar.b^mannschaftlichen Belange berühren, zu benachrichtigen. 2. Die landsmannschaftlichen Interessen bei der V.sehung der Führer- unb Beamtenstellen, bei der Ergänzung des Reichsheeres im Ein- vernehmen mit der bei den vorgesetzten Dienststellen zu vertreten. 3. Die landsmannschaftlichen Abzeichen mit Zustimmung i?:S Reichs-.vehrministeriums unb bet Landesregierungen zu regeln. Die Divisionen bestehen mit Aufnahme der 1., 3. und t. Division nicht aus Lat^bsmannschaf- ten, b. h.. sie find aus Trüppsnteilen verschiedener Länder zusammengesetzt. Rur die bayerische Division bildet einen geschlossenen Verband Gerade in blei er fast vollkommenen Einheitlichkeit des deutschen Heerwesens liegt seine besondere Kraft unb Bedeutung Auf seinem Gebiet des staatlichen Lebens ist der Gedanke der deutschen Einheit so lebendig geworden wie im Akicksh-eer. ..Das Reichshoer bildet die cif amen Klammern der Einheit des Reiches." _____ ntmachung. , -Bereich des ’Zff&gs rsv&Ä, ,6 werden- s bau 0^ Mdberg ’ S* W 3““'1M6 Land Einwohner in Millionen Friedensstärke der Armee _ Voraussichtliche Kriegsstarke der Armee Wehrsystem Frankreich 39,2 804 500 3 500 000 Allg. Wehrpflicht 18 Mon- Belgien 7,62 120 000 rund 550 000 „ „ 10-13 „ Tschechoslowakei 13,6 200 000 900 000 24 „ Südslawien 11,5 175 000 500 - 600 000 . „ 16-24 „ Rumänien 15,4 190 000 700 000 „ 24-36 „ Polen 27,0 420 000 rund 1 000 000 n 24 „ Litauen 4,6 20 - 25 000 rund 50 000 „ ,, 24 „ (zurzeit mobil) Großbritannien 43,3 225 000 4J5 000 Söldn -Milizsysi. resp. 7 I. Italien 39,5 265 000 3 500 000 Allg. Wehrpflicht 12 Mon. Deutschland 62,0 100 500 — Söldnersyst.: Vcrpfl. 12 I. Oesterreich 6,73 30 000 — Ungarn 7.84 35 000 — ,, Sowjet-Rußland 130,0 600 000 rund 2 000 000 Allg.Wehrpfl. 18 - 54 Mon. Wenn CS kalt ist, schafft ein Teller wärmender Suppe behagliches Wohlgefühl. Wirklich gute Suppen bereitet man ohne langes Zurichten und ohne große Kosten aus MAGGts kochfertigen Suppen. Ein Würfet für 2 Teller 13 Pfg. -Große Auswahl: Eier-Sternchen, Erbs, Reis,Grünkern. Königin und viele andere Sorten. Man beachte die einfache Kochanweisung der i.240 57,5 34 75 91,75 Berlin, 50 Jan Geld 6 111,2* 124 7* 96.75 82' Börsenkurie. (Ohne Gewähr.) Beriicksichti- Lehrer Karl (Brieflitera- Goethe und Banknoten. (Ohne Gewähr.) 86 127,2* 0,24 0 27 0.2(> > 1'4* 102* 116.1* 116,;* 113* 95,5* 6,75 45,5* 83.5* 89 25* 113.2* 119 121 50,25* 75.9* 61* 82 54 20.5 1,75 90 50 Kirche und Schule. Dorfkirchenveremigung 75.5* 88,5* 34 34.6 73,75 68 57,75 82 75 127* 63,25 70 9.16 42 5 115* 102.5* Rundfunk-Programm des Frankfurter Tenders. (Aus der ^Radio-Umschau-.) Freilag, 22. Icmuar: | 115' I126 6' 113* 88 95,25* 6.15 0.034 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.)____________ unter reichlich aitgebnlen, Monatsgeld nominell 8,50—9,50 Proz. Im D e v i s e n v e r I e h r logen das englische Pfund und die japanische Währung weiter sehr fest. Paris notierte heute gegen London 129,40 fast unverändert. Warschau gegen Kabel 7,30. Die übrigen Valuten waren nicht wesentlich verändert. (Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeigers".) F r a n k f u r t a. M.. 21. Ian. Tendenz: Fest und lebhaft. - Die heutige Börse stand anfangs wiener im Zeichen einer st ü r m i s ch e n H a u s s e, die auf fast allen Märkten zum Ausdruck kam. Die scharfe Aufwärtsbewegung vollzog sich unter Führung der Montanwertc, von denen Harpener mit einem Gewinne von 7 Prozeick an der Spitze standen. Auch die anderen Werte dieser Gruppe hatten Avancen von 3 blis 4 Pro- jent aufzuweisen. Die Geschäftstätigkeit nahm erneut einen starken Umfang an und übertrug sich auch auf Schiffahrts- und Elektro- 0.24 0,27 > 0 27 0,345 0,14 0 26 0 22 0,225 0 225 91.75 "8,65 0.211 0 26 O.T, 0,14 0,25 handelt wird. Als Redner in den Gemeindeabenden ist diesmal Heinrich Naumann, der in ganz Oberhessen bekannte und beliebte Volksredner, gewonnen. Erfreulich ist nicht nur die Beteiligung der obersten Kirchenbehörde, welche die Bedeutung der Dorfkirchenbewegung für die evangelische Kirche erkannt hat, und dadurch auch mit den weltlichen Kirchenvorständen Fühlung gewinnt, sondern auch die Beteiligung der weltlichen Behörden, Kreisamt und Kreisschulamt, die bisher reges Interesse bewiesen haben. 20 98.5 55.5 20.5 2 75 93 5, 49 gnng in ihrer Erziehung". Vortrag von Stricker. 6—6.20 Uhr: Die Lcfestuude tur): Aus dem Briefwechsel zwischen Zelter. 6.20—6.30 Uhr: Stunde der i 141* 102 5* 116,5* 114* 113,7* 05,75* 6,9 64 56,5 73 89,75 96,12* 81 80 71* 86.5* 34 34.5 17 32 82,29* 33,62 43 82' 84 5* 105.7* 115* 117.5 33,75 47 <4.6* 62,25* 80 83.Gr 39 43* 84' 88,9* 112 5‘ 118.7* 12) 34,5 47,25* 76.62* 63 h* 82 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis > Uhr: Hansfrauen-Nachmittag. Programm u. a.t Die Besonderheit der Kinder und die Wirtschaft. Die Reichseinncrhmen bis Ende Dezember 1925. Aach einer vom Reichsfinanzministerium veröffentlichten Uebersicht stellten sich die Einnahmen des Reiches im Monat Dezember 1925 u. a. bei der Einkommensteuer auf insgesamt 142 339 895 Rm. (darunter aus Lohnabzügen 112 749 065 Am.), an Körperfchaftssteuer auf 3 436 168 Rm., an Vermögenssteuer auf 20 042 120 Reichsmark, an Erbschaftssteuer auf 1 852 854 Rm., an Umsatzsteuer auf 87 708 785 Rm., an Kapital- Verkehrssteuer auf 6 493 089 Rm., an Kraftsahrzeugsteuer auf 2 429 945 Rm., an Rennwett- und Lotteriesteuer auf 6 839 166 Rm., an Wechselsteuer auf 3 256 481 Rm., an Beförderungssteuer auf 25 389 786 Rm., an Steuer zum Geldentwertungsausgleich auf 3130 959 Rm., so daß sich das Erträgnis aus den gesamten Besitz- und Berkehrssteuern auf 307 981 864 Rm. stellt. Zölle und Verbrauchsabgaben erbrachten insgesamt 179 396 737 Rm, darunter Zölle 49 899 312 Rm., Tabaksteuer 68 966 018 Rm., Zuckersteuer 19 201 220 Rm., Diersteuer 14 935 795 Rm., Einnahmen aus dem Branntweinmonovol 18 036 429 Reichsmark. Weinsteuer 6 204 241 Rm. Für die ersten neun Monate des vom L April 1925 bis 31. März 1926 lausmden Fiskaljahres hat sich ein Einkommensteuerbetrag von insgesamt 1 747 930 365 Rm. ergeben (Voranschlag für das gesamte Fiskaljahr 1,7 Mil- liaröc Rm.), darunter aus Lohnabzügen 1 101 666 791 Rm. Aus der Körperschaftssteuer kamen in der Berichtszeit auf 139 797 433 Rm. (300 Mill. Rm.), an Vermögenssteuer 169114 701 Reichsmark (500 Mill Rm.), an Erbschaftssteuer 20 970 696 Rm. (36 Mill. Rm.), an Umsatzsteuer 1 151 003 872 Rm. (1,5 Millarde Rm.), an Ka- Pttalverkehrssteuer 83 401 239 Rm. (130 Mill. Reichsmark), an Kraftfahrzeugsteuer 47 921 671 Reichsmark (60 Mill. Rm.). cm Rennwett- und Lotteriesteuer 56 232 896 Rm. (60 Mill Rm.) an Wechselsteuer 53 459 972 Rm. (50 Mill. Rm.), an Beförderungssteuer 258 415 097 Rm. (282 Mill. Reichsmark), an Steuer zum Geldentwerlungs- ausgleich 36 567 399 Rm. (66 Mill. Rm.); das Erträgnis aus Zöllen belief sich auf 423 529 955 Reichsmark (356 050 000 Am.), an Tabaksteuer auf 458 812 423 Rm. (560 200 000 Am.), an Zucker- ftcuer auf 176 591 833 Rm. (185 Mill. Rm.) an Viersteuer auf 199 708158 Rm. (174 Mill. Reichsmark), Einkünfte aus dem Branntweinmonopol auf 104 016 250 Rm. (150 Mill. Rm.), an Welnsteuer auf 58 252 331 Rm. (59,5 Mill. Reichsmark). Insgesamt beliefen sich also die Einnahmen m den ersten neun Monaten des Rechnungsjahres 1925/26 auf 5 282 966 023 Rm.. während für das gesamte Rechnungsjahr eine Einnahme von 6 343 750 000 Rm. vorveranschlagt worden war. Unter Berücksichtigung der Zeitverhältnisse läßt sich jetzt schon Voraussagen, daß das Rechnungsjahr 1925/26 bei fast allen Einnahmequellen mit ganz erheblichen Ueberschüssen, die teilweise weit über den Voranschlag hinaus- gehen, abschlietzen wird. Auf der anderen Seite ind allerdings auch die Ausgaben teilweise erheblich über den Voranschlag hinausgegangen. Die Reichshauptkasse weist für die Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1925 Einzahlungen von insgesamt 5 485 782 935 Rm. und Auszahlungen im Gesamtbeträge von 5 648 426 689 Rm. aus. Es hat sich mithin in der Berichtszeit ein Zuschußbedarf von 162 643 754 Rm. ergeben. Die D( Md Dulin. : ÄÄN z7stell^ j 1 die ÄU! (fein DnM lreies ÄüM' uni) Handle Artikel 16 un Mlkerbund uuthentuc 2. a) die scheu Lust beschlüsse ach- ,eilige mW land ousge ' lende Äbruft tai und ein Ei jjtf die völlig! in Abrüstung-fr 3. der amtli im Versailler ' bckenntniss der FordMng Untersuchung d Mt Seutschla' und der Echuh allen elaatc:i ü 4. hinsichtli die in Alislic Dvraussehu erfüllt sind, als händig geraum kürzung der zveite und drii irist für das sichert ist, c) st gering der lchen Friedens des Desatzung? bürgerliche persönlichen Die Wohn 4.199 19.00 103.M 20,363 15,18 l»8,23 IG 93 85,09 .8.98 112.12 81,00 59.15 13.887 5.8! Börse. werte, die weiter stark gesucht blieben. S chi f f* fahrtsaktien ballen Gewinire von 2 Prozent aufzuweisen. E l e k t ro - A k t i en von 2 bis 3 Prozent. Am Chemiemarlt waren die Kursveränderilngen ohne größere Bedeutung, da sich das Interesse für diese Werte weniger bemerkbar machte. Am Dankenmarkt, der in fester Spaltung verkehrte, stiegen Berliner Handel um 4 Prozent. Auto-, Zellstoff» und Ma schineN'-Aktien lagen weiter fest. 'Lebhaft gefragt waren wieder Zuckerakti eil, die im Kurse 1 bis 2 Prozent höher gingen. Der Kassamarkt verkehrte unter Bevorzugung der niedriger im Kurse stehenden Werte lebhaft und fest. Deutsche Anleihen lagen ruhig bei uneinheitlicher KursentWickelung. Lebhaft ging es wieder am Auslandsrentenmarkt zu, wo besonders Türken gesucht blieben. Pfandbriefe lagen fest. Der Freiverkehr war still bei unveränderten Kursen. Benz 33 Proz., Brown-Boveri 54 Proz., Entreprise 10, Growag 46 Proz^ Krügershall 64 Proz., Petroleum 76 Proz., Afa 5b"Proz., Afra 57 Proz. Im weiteren Verlaufe, als dis vorliegenden Orders erledigt waren, wurde das Geschäft wesentlich ruhiger, zumal Publikumsaufträge nicht eingelaufen waren. ' Die Stimmung blieb aber weiter zuversichtlich und unter weiterer Beteiligung der Spekulation auf den führenden Märkten konnte sich die feste Stimmung behaupten. Der Geldmarkt ist unverändert leicht. Tagesgeld war zu 6V2 Proz. angefcoten. Monatsgeld stellte sich für erste Adressen auf 7VZ bis 73, i Proz. bei reichlichem Angebot, zweite Adressen zahlen 9 bis 9x/2 Proz. Bankdiskonten 61/» Proz. Industrie-Akzepte 7V2 bis 8 Proz. Im Devisen verkehr behauptete London ge- . gen Kabel seine Festigkeit mit 4.861,\. Paris lag gegen London fast unverändert mit 129,20. Sonst waren keine Veränderungen zu verzeichnen. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. OIL, 21. Jan. Es tourdennotiert: Weizen, Wetterauer 26 bis 26,25, Roggen, inländischer 17,75, Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24, Hafer, inländ. 18,50 bis 21,50, MaiS (gelb) 20,50 bis 20,75 Weizenmehl, inländ^ Spez. 0 41 bis 41,50, Roggenmehl 26 bis 26,50, Weizenkleie 11,10 bis 11,30, Roggenkleie 11,25 bis 11,50. Tendenz: Ruhig. Frankfurter Schkachtviehmartt. (Eigener Drahtberich! des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 21. Ian. Auftrieb: 2 Rinder, 920 Kälber, 703 Schafe, 387 Schweine. K alber: feinste Mastkälber 70 bis 75, mittlere Mast- und beste Saugkälber 60 bis 69, geringere Mast- und gute Saugkälber 50 bis 58, geringe Saugkälber 44 bis 49 Mk.: Schaf e: a) Weide- mast schafe: Mastlämmer und Masthämmel 42 bis 48, geringe Masthämmel und Schafe 34 bis'41, b) mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merz- schafe) 23 bis 33 Mk.: Schweine: vollfleischige von 80 bis 100 Kg. 80 bis 82, unter 80 Kg. 75 bis 79, von 100 bis 120 Kg. 80 bis 83, von 120 bis 150 Kg. 80 bis 82 Mk. Marktverkauf: Bei langsamem Handel geräumt. Norddeutsche Mast- kälber über Notiz gehandelt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 20. Ian. Im Berliner Produltenhandel hat sich das Angebot in Brotgetreide wenig gebessert und bleibt im übrigen in ile&er- einstimmung mit festeren Ausslandsmeldungen zu hoch gehalten, um übermäßige große Nachfrage hervorzubringen. Im Lokomarkt hielt die Exporttätigkeit für prompte Ware unvermindert an, doch ist heute nur zu hohen Geboten anzukommen. Das Niveau war gegenüber dem gestrigen Schluß anfangs fester, doch schwächte sich die Tendenz im Verlauf der ersten Stunde erneut ab. Im Lieferungshandel eröffnete Märzweizen 1,50 Mark und Maiweizen 2 Mart höher, für Roggen begannen die gleichen Monate 1,50 Mark bezw. 1 Mark gebessert. Gerste im Angebot doch ruhig, Hafer etwas fester. Mehl schwer umgeseht, Futterartikel ohne nennenswerbe Veränderung. Es notierten pro 1000 Kg.: Weizen (märkischer) 247—253, Weizen (Pommern) 247 bis 253, Weizen (März) 269,5—269, Weizen (Mai) 276—275,5, Roggen (märkischer) 145—152, Roggen (Pommern) 144—151, Roggen (März) 177—176.5, Roggen (Mai) 189—188,5. Gerste (märkisch) 180—207, Futtergerste 148—162, Hafer (märkischer) 160—171, Raps 340—345; pro 100 Kg.: Weizenmehl 32,50—36, Roggenmehl 22,25 bis 24,25, Weizenkleie 11,25—11,50, Roggentteie 9,75—10,25, Viklvriaerbsen 26—36, Kleine Speiseerbsen 22—25, Futtererbsen 20—22, Peluschken 20—21, Ackerbohnen 20—21, Wicken 21—23, Lupinen blau 12—12,50, Lupinen gelb 14—15, 96.25* 81,75 73.12* 87* 33 33,5 31 25,5 t« pfeifen in Merlau 145, für neue Glocken in Flensungen 122 und für das Flensungener Kirchbaukapital 142 Mk. Der Frauenverein brachte 120 Mark auf zur Befreiung eines armenischen Waisenkindes aus mohammedamscher Knechtschaft. * Dom Erzbergbau i in L ahn- und Dillgebiet und Oberhessen. Verglichen mit dem November hat sich die Lage auf dem Eisensteinmarkt im Lahn-Dillgeviet und in Ober- Hessen im Dezember 1925 noch weiter verschlechtert, für die wenigen noch mit äußerster An- Irengung aller Kreditmöglichkeiten im Gange gehaltenen Dettiebe gestaltet sie sich immer unhaltbarer. Wenn auch die flüssigen Mittel für die Zahlung von Löhnen und Gehältern bisher noch gereicht haben, so können doch die fälligen Steuern und Soziallasten bereits nicht mehr ristgerecht aufgebracht werden. Sollten hierfür Zwangsbcitreibungen einsetzen, so werden auch noch die letzten Betriebe zum Erliegen kommen. Berliner Börse. i Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 21. Ian. Die unsichere und fast nervöse Haltung, die den größten Teil der gestrigen Börse beherrschte, ist heute einer neuen Hausse gewichen, die ihren Ausgang vom Montan markte nahm. Hier hatten besonders Harpener lebhafte Steigerungen bis 7 Proz. zu verzeichnen. Es verlautete dabei unbestätigt, daß die Gesellschaft nach umfangreichen Rückteilungen und Abschreibungen entgegen den bisherigen Erwartungen eine Dividende aru schütten will, die sich auf 5 Prozent belaufen soll. Das Ausland nahm wieder größere Käufe in Schiffahrtsaktien vor, so daß die Kurse dieser Gruppe starke Steigerungen aufwiesen. Ausgehend non diesen Spezialbewegungen eröffnete die Gesamtbörse bei regem Geschäft in fester Tendenz, zumal auch Elektro- und Kaliaktien rege Nachfrage bei anziehenden Kursen aufzuweisen hatten. Im übrigen fanden die Ausführungen auf der gestrigen Rheinstahl-Hauptversammlung lebhafte Beachtung, und schließlich bot die andauernde Flüssigkeit des B ö r s e n g e l d m a r k e s eine weitere Anregung. Tagesgeld 6—8 Proz. und dar- 1 90.25 ; 98,5 1 9,25 j 42.25 | IW l 101* I „!?' GO 113' | 88 i 95,25* 1 «;.? I 9 032 I 79' । <8 43 I 82* ! 85.75* ; 107,2* ! 118 | 118 I 33,5 47 i 63,5* 81 । 54,5| 114* 125,2* 1 * G r 0 beN - LiNdeN, 19. Ian. Im Jahre 1925 wurden hier 46 Kinder getauft, nämlich 26 Knaben und 20 Mädchen, konfirmiert wurden 46 und zufälligerweise auch 26 Knaben und 20 Mädchen. Getraut wurden 9 Paare und beerdigt 27 Personen. —/— Büdingen, 19. Jan. Dieser Tage sand > im Singsaal des hiesigen Wolfgang-Ern st - Gymnasiums eine sehr zahlreich besuchte ? Elternversammlung statt, die sich vor allem . mit der Zukunft der Schule beschäftigte, Die r Versammlung wurde von Oberstudiendirektor Dr. Keller eröffnet und geleitet. Dr. Keller trug zunächst die einzelnen Schultypen vor, die für die Umwandlung des Reformgymnasiums in Betracht kommen, nachdem die Hoffnungen, die man seinerzeit vor 3 Zähren auf das Reformgymnasium gesetzt hatte, sich keineswegs erfüllt haben. Der Redner legte Vorteile und Nachteile der einzelnen Typen gerade für die Büdinger Verhältnisse klar. Zn der Aiuspracke ergriffen u. a. Pfarrer Becker, Notar Steil, Major Wichert, Pfarrer Hoch, Pachter Schmidtmann und Professor Wittekind das Wort. Einstimmig wünschte die Versammlung die Wiederher st ellung des alten Humanist ischen Gymnasiums. Den besonderen Wünschen, die mit dieser „Restauration" Zusammenhängen, soll weitgehend Rechnung getragen werden, msbeiondere soll für die Mädchen, die das Gymnasium bei- m, in späteren Jahren statt der griechischen Sprache die englische unterrichtet werden Wi- wir hören, steht auch das Ministerium in Darmstadt diesen Wünschen wohlwollend gegenüber, so daß mit der Umwandlung des Reformgymnasiums in ein Humanistisches Gymnasium schon mit dem kommenden Schuljahr gerechnet werden kann. *1* Merlau, 19. Jan. Die alljährlich von den Pfarrämtern aufzustellende Tl e b e r s i ch t über das kirchliche Leben, fotpeit sich irr Zahlen wiedergeben läßt, hat für das Jahr 1925 i m Kirchspiel Merlau folgendes Ergebnis: Der evangelischen Landeskirche gehörten an in Merlau 608. in Kirschgarten 47, in Flensungen 475, in Ilsdorf 137, in Stockhausen 140 und in Weickartshain 422, zusammen 1829 Personen. Die sonntägliche Durchschnittsziffer des Gottesdienstbesuches betrug 247 Erwachsene und 75 Kinder. Am heiligen Abendmahl nahmen 1830 Gemeindeglieder teil Getraut wurden in der Kirche zu Merlau 5, Flensungen 6, Weickartshain 3, zusammen 14 Paare, getauft in Merlau 15. Kirschgarten 2, Flensungen 7, Stockhausen 4, Weickartshain 6 Kinder, zusammen 34, konfirmiert 57, beerdigt in Merlau 11. Kirschgarten 1, Flensungen 8, Stockhausen 1 und in Weickartshain 5, zusammen 26 Personen. Die Gesamtsumme der Liebesgaben betrug 1700 Mk., dabei für die Mission 176, für Innere Mission 239, für den Gustav-Adolf-Derein 280, für neue Orgel- Die Vereinigung der Freunde Dorfkirche, die in Oberhessen vor 15 Jahren un stillen Salzhausen gegründet wurde, hat sich in i^rer oberhessischen Heimat besonders in den Nach- knegsjahren kräftig entwickelt. Jetzt gehören ihr über 100 Mitglieder, Geistliche und Laien, an. «eit Jahren hat sie es verstanden, auch die weltlichen Mitglieder der Kirchenvorstände zu interessieren und zu Tagungen zu sammeln, in denen wichtige kirchliche, religiöse oder sittliche Fragen des Volkslebens besprochen und die Kirchenvorstände zur Mitarbeit angeregt und begeistert werden. So waren im letzten Winter in drei Dorfkirchenvorstehertagungen über 600 geistliche und weltliche Mitglieder der Kirchenvorstände zu ernster Beratung versammelt, in denen neben finanziellen Aufgaben der Kirchenvorstände vor allem die ernste und wichtige Jugendfrage eingehend besprochen wurde. Für den laufenden Winter sind allein für den südlichen Teil der Provinz drei Tagungen vorgesehen. Am 8. Februar in Großen-Lin den, am 22. Februar in 2111 en ft ab t und am 15. März in Langsdorf. So ist allen Kirchenvorstehern durch geeignete Bahnverbindung die Möglichkeit gegeben, an einer der Tagungen teilzunehmen. Diesmal wird außer dem Prälaten D. Dr. Diehl, der in Großen-Linden predigt, der neue Superintendent unserer Provinz, Öberkirchenrat Wagner, die Predigt im Eröffnungsgottesdienst halten. Als Thema, das in allen drei Tagungen zur Verhandlung steht, ist die in unserer Zeit sehr wichtige Frage der „Sonntagsheiligung" in ihrer Bedeutung für das Volksleben vorgesehen, lieber diese Frage werden Pfarrer Dr. H e y m a n n - Rodheim bzw. Dekan S c ri b a - Eichelsdorf und Landwirt und Schriftsteller Heinrich Naumann in Nanzhausen bei Lohra reden. Die auswärtigen Teilnehmer sind auch in diesem Jahre wieder zum Mittagessen Gäste der Einwohner der Tagungsorte, so daß außer den Reisekosten keine Unkosten entstehen. Frühzeitige Anmeldung bei den Ortsgeistlichen ist wegen der Unterbringung wünschenswert. Glänzend bewährt hat sich die schon seit Jahren geübte Einrichtung, die Tagungen an einem Montag zu halten, damit am Tage vorher der festgebenden Gemeinde ein Fest bereitet werden kann. Festgottesdienst mit Chören der Gemeindevercine am Vormittag, ein Gemeindeabend, zu dem die Dorfkirche den Redner stellt, dienen demselben Leitgedanken, der auch die montägliche Tagung beherrscht, so daß also diesmal in diesen Orten die Bedeutung des Sonntags für das Familienleben und Gemeindeleben be- Amerikanische Note, Belgische Noten . . . V. V. Dänische Notm ...... Englische Noien ....... Französische Noten ..... Holländische '.toten .... Italienische Noten ... . i Norwegische Noten -:äl00 Kronen Rumänische Noten ..... Schwedische Noten Schweizer Noten . . . , Spanische Moren ...*,** Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . .... Frankfurter Bries 4,209 20 10 101.16 20,463 15 86 16» ,07 17.01 85 50 69,23 112.68 81.40 59 15 12.447 5 8i 52 21 2,75 93.25 57,9 50 Wiesbül lische Mitt Erklärung zu t tungen der eng neu bezöge Erklärung führ svrdetungen dn beiden durch lammenseh! J&n etiei,-frä lahungsbehöcke erlejch.'mi, f grauen und Kii Jahrgänge als ( °ut'schen Zone j ?a! »urückgl M Hk &l4“c Gebäuden Wtquatüer a uchkris betu BL vbon rnei vefnedlgende $ *oca italh Woni, 21 3 5 be9Qnn i>ie Wno. der ' Diey wlgun ,berantM? feineraei H s-ySi E'ter 5®/> Deutsche Neichsnnleihe . 4% Deutsche Reichsnnlcihe . 3‘/i0/,. Deutsche Üteichsanleihe 3% Deutsche SieichSanleihe . Deutsche Sparpramieuanleihe 4°/0 Preußische KonsolS . . . 4° 0 Hessen 3V8% Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto- Doll.'Schatz-Änweisng.*) 4°/0 Zolltürken 5% Goldmexikaner Berliner Handelsnesellschaft. ffomnter.V und Privat-Bonk Darmst. und Narionalbank . Deutsche Bank......... Deutsche BereinSbank • ■ . . DiSconto Commandi« • • . Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank . Oesterrcichilche Kreditanstalt Westbank ....... Bochuuier Guß ...... Buderus ........ Caro ......... . Deutsch Luxcmbnra Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau jialuverke Äschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurabütte Oberbedarf Phöuir Bergbau ..... Rhcinstabl........... Aiebcck Montan ....... Tcllus Bergbau....... Hamburg-Anierika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . Cheramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . , Philipp Holzmanu...... Auglo-Coni-Guano Chemische Mäher Alapin . . I- fs-arbeuilidustne, A.-lA. Goldschmidt.......... Holzverkohlung RütgcrSwerke Scheidcanstalt «llg. Elektrtzitätü-Gesellschast Bergmann ..... Momkraftwerke ...... Echuckcrt Siemens & Halüke ..... Adlerwerkc Kicher ..... Daimler Motorm. ..... Hehligcnstaedt..... Meguin Motorenwerke Maunbeim . frankfurter Armaturen . . Zkonscrvenfabrik Braun . . . Mctallgescll'Laft Frankfurt. Pet. Union A.-G Schubiabrik He« • . .... Sichel Zellstoss Waldhos Zuckersabrik Frcuikcntbal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Frankfurter Vereinigung für Heimatkunde: Waldenser Siedlungen unserer Heimat", Vortrag uon E. Lantelmc. 6.30—7 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 7 bis 7.20 Uhr: Stenographischer Fortbitdungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.20 bis 7.30 Uhr: Film-Wochenschau. 7.30—8 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: - Die menschliche Hand im Lichte der Entwicklungslehre", Vortrag von Professor Max Flesch. 8 bis 9 Uhr: „Von neun bis zwölf, ein konzentrierter Abendbummell 9—10 Uhr: Konzert der Tanzkapelle Steiner. Frankfurt a.M Berlin Kur» r-Uhr. Suir» Schluh-iÄufang Kur" 1 '«'tri Datum: 20. 1 21 1. 20. 1 21. 1 20 Jan. 21. Jan. Amtliche Noti.rnng Amtliche Notierung Keld Brief Geld 1 Brief Amst.-Non. 168.61 161', 03 168.6> 169,05 Buen.-AircS 1,736 1.740 1.736 1,740 Brss.-Antw 19 07 19,1' 19,06 19,10 Christiania. 85,82 85,54 85,39 85,61 Kovrnbagen 104,17 104,43 104,1" 104,45 Stockl>olm . 112,28 112,66 112,28 112,66 Helssngfors 10,545 10,585 10,545 10,585 Italien. . . 16.91 16,98 16,93 16,97 London. 20,100 20,455 20,392 20,444 Neuyork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 Paris. . . 15,66 15,70 15,745 15,785 Schweiz . . 81.03 81,23 81,03 81,2! Spanien. . 59,37 59,61 1,876 59,37 59,51 Japan . . . 1.842 1.890 1,894 Rio de Jan. Wien in T-- J 632 '.637 0.631 0.641 Lest, abgest. ■>9,05 59.15 59.07 59.21 Prag .... 12,415 12,455 12,416 7,43 12,456 Belgrad . . :.4»2 7.452 7,4 > Budapest. . 0,875 5,895 5,872 6,892 Bulgarien 2,615 2,625 2,8>5 2,8' 5 Lissabon 21 225 21,275 21,225 21,27.5 Damig. . . 80.90 81,10 ’ 80.88 81.08 Konftc.ntin. 2,185 2.1 5 2,205 2,21.) Silben. . . 5.79 5.81 5.79 5.81 Cauada. . . 4.187 4,197 4.188 4,198 Untfluah . . 4.335 4.345 4.33". 4.345