Nr. 297 Erstes Blatt 176. Jahrgang Montag, 20. Dezember 1926 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Pnid md Verlag: SrW'schc UnioerfitStrvllch- und Sleindrnckerei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Seschäftsftelli: SchuIMatz« L Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» yrm Rachmittag vorher. Preis für \ mm Bähe für Anzeigen vv.i 27 mm Breite örtlich 8, auswärt» 10 Reichspsennig- für Re- Nlomeanzeigen von 70n'm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchnfl 20u, mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H Ihyriot; für den übrigen Teil ifrnft Blumschein: für den Anzeigenteil i.Vertr. H.Beckt, sämtlich in Gießen. Lrlcheint täglich,autzer Sonntags und FeieNag». Beilagen. Gießener Familienblättet Heimat im Bild Die Scholle Monat».kezugrprelr: 2 Reichsmark und 20 Retchspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter« fchemen emzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüfse: 51, 54 und 112 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehea. Post sch c ckfonto: Sranffnriam Main 11686. Die Wirtschastsbeihilfe für die hessischen Beamten. Bor dem Zusammentritt des Landtags. D a r m st a d t, 19. Dez. Der am DienStag, 21. Dezember, zusammentretende Hess. Landtag wird über die WirtschastSbeihilse für die hessischen Staatsbeamten und Staatsarbeiter zu bc- schlieben haben. Die Regierung wird einen Antrag vvrlegen. den Beamten in den Gruppen 1 biS 6 eine einmalige Beihilfe in Höhe von einem Viertel deS Monatsgehaltes aus- juzahlen, mindestens aber den -Ledigen 30 Mk.. den Derheirateten 50 Mk. und für je ein Kind 5 Mk., höchstens jedoch den Ledigen 60 Mk. und den Derheirateten 80 Mk. Die Kosten dieser Beihilfe werden von der Regierung aus 363 000 Mark veranschlagt. Ferner wird dem Plenum ein Antrag der soz. Fraktion vorliegen, der den Staatsarbeitern ein Viertel ihres Monatseinkommens, mindestens jedoch 30 Mk. als Beihilfe gewahren will. Die DeutscheDolkS- Partei beantragt, den Hess. Staatsbeamten die Wirtschastsbeihilfe in derselben Weise wie das Reich zu gewähren. Die Gruppen 1 biS 6 sollen ein Viertel des Monatsgehaltes und die Gruppen 7 bis 12 ein Fünftel des Monatsgehaltes erhalten. lieber die Stellungnahme der hessifchen Re- fljenmg schreibt die „Darmstädter Zeitung': „Die Reichsregierung hat bekanntlich mit Zustimmung deS Reichstags beschlossen, den Beamten, Ruhe- aehaltsempfängern, Beamlenhinterbliebenen und Angestellten der Gruppe 1 bis 12 eine noch vor Weihnachten auszahlbare einmalige Beihilfe zu gewähren. 3n der letzten Sitzung des Reichs- tageS ist diese Beihilfe auch auf die Staatsarbeiter ausgedehnt worden. Die hessische Regierung hat im Reichsrat einer über die Gruppe 6 hinausgehende Beihilfe nur unter der Bedingung zugestimmt, bah das Reich die Kosten übernimmt. Äese Bedingung wird vom Reich abgelehnt. Die hessische Regierung konnte sich in Konsequenz ihrer bisherigen Haltung und mit Rücksicht auf die Finanzen des Landes nur dazu verstehen, eine Beihilfe für die Gruppen 1 bis 6, ähnlich wie im Vorjahre, inS Auge zu fassen, wofür die Mittel teilweise im Voranschlag für 1926 enthalten sind. Dagegen hielt sie sich nicht für berechtigt, eine weitergehende Beihilfe zu fordern, deren Kosten fich auf etwa 800 000 bis 900 000 Mark belaufen und für die eine Deckung nicht vorhanden ist, obwohl auch sie es — nachdem das Reich diesen Beschluß einmal gefaßt hat — grundsätzlich für das richtigere hält, die Landesbeamten nicht anders zu behandeln als die Reichsbeamten." Die Rückgabe öes beschlagnahmten Eigentums. Annahme der (Gesetzesvorlage im amerikanischen Ncpräfcntantcnhaus. Washington, 18. Dez. (Wolff.) Das ametifa- nifche Repräsentantenhaus hat mit 279 gegen 66 Stimmen die Regierungsvorlage über die Rückgabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums bc- idjloffen. Es gelang der republikanischen Mehrheit, alle tiefgreifenden Äcndcrungcn an dem Entwurf zu verhindern. Die Opposition ging hauptsächlich von den Demokraten aus, die ihrerseits behaupteten, der Gcschesvocschlag liefe auf eine Beschlagnahme des deutschen Eigentums hinaus und andererseits ihre Kritik dagegen geltend machten, daß in dem Entwurf keine Rückerstattung der Verluste vorgesehen ist, die amerikanische Besitzer von deutschen Obligationen seinerzeit durch die M a r k e n t w e r t u n g erlitten haben. Abgclchnt wurde der Antrag auf Rückgabe des gesamten vom Treuhänder verwalteten Eigentums (nach der Vorlage werden nur 80 o. fj. zurückgegeben) sowie ein Antrag des Demokraten M a c K r o w n , den hcchstbetrag für die Entschädigung für beschlagnahmte deutsche Schisse, der nach der Vorlage auf 100 Millionen Dollar sest- gelegt wurde, auf die Hälfte ju ermäßigen. Die Gesetzesvorlage geht jetzt an den Senat. Gegen dieSchuldsnpolitik Amerikas. Eine Denkschrift amerikanischer Ltaatswisscnschaftler. Reuyork, 19. Dez. (WD.) Die staats- wissenschaf.liche Fakultät der Eoiombia-Hniver- sität veröfient.icht eine umfangreiche Denkschrift, in der die dies'ähr ge amerikanische Politik in' der Frage der aus ändifchen Kriegsschulden als «ungesund bezeichnet wird. Sie sei geeignet, ein Gefühl tiefen Mißtrauens gegen Amerika, und einen Zusammenschluß der europäischen Staaten gc e über den Vereinig en Staaten hervorzuru'en. Der Gedanke. die Schuldenregelung auf der Zahlungsfähigkeit der Schu dnerstacten au "u?auen, wird verworfen. Politische Zweckmäßigle t das eigene wirtschaftliche Znteress e Amerikas, wie die Gerech'.igke t verlangten, den europäischen Staaten auf halbem Wege entgegenzukommen. Zu diesem Zweck w rd vorge chlagen, ohne zunächst an den bestehenden Abkonunen, io sie an dem Dawesplan eine Aenderung vor-unthmen auf einer eigens beru e en Konferenz eine neue gründliche und vorbebaltlo'e Erörterung des ganzen Kriegsfchusdenptvbsems cinzuleiten. Vertagung der Kabinettsbildung. Der Reichspräsident empfängt die Parteiführer. Berlin, 18. Dez. (DIB.) Der Herr Reichspräsident empfing am Samstag zu Einzel- befprechungcn über die Neubildung der Reichsregie- ruug die Führer der größeren Reichstagssraktionen, nämlich die Abgeordneten Graf Westarp (Dn.), Müller-Franken (Soz.), v. GuLrard (Zentr), Dr. Scholz (D. v.), Dr. koch (Dem.), ferner empfing der Herr Reichspräsident heute den Reichs- arbeitsminister Dr. B r a o n s sowie den preußischen Ministerpräsidenten Braun. 2lus dieser ersten Fühlungnahme mit den Frak- llonsvorsitzenden gewann der Herr Reichspräsident die Aeberzeugung, daß die Ausnahme von Verhandlungen zur Reubildung der Reichsregierung im Hinblick auf die Weihnachlsfeiertaae und die Vertagung des Reichstags bis znrn 19. Januar zur Zeit nicht möglich ist. Der Herr Reichspräsident hat sich daher entschlossen, diese Verhandlungen dis kurz vor wiederzusammentritt des Reichstages zu vertagen. Zu den schon gemeldeten Kommentaren über die Regierungskrisis ist noch eine bemerkenswerte Aeußerung unseres außenpolitischen Mitarbeiters, des deutschnationalen Abgeordneten Professors Dr. Hoehsch, nachzutragen. Professor Hoehsch schreibt: Wir halten es für ausgeschlossen, daß angesichts dieser Lage der Führer der Sozialdemokraten mit der Regierungsbildung beauftragt wird und für noch unmöglicher. daß von dieser Ecke aus eine Regierungsbildung im Sinne der großen Koalition gelingen möge. So bliebe eben der Versuch, die Regierung von rechts her zu bilden. Sieht man das ein so soll auch entschlossen der Versuch gemacht werden. Er wird die Deutschnationalen der Verantwortung in dieser ernsten Stunde in vollstem Maße bewußt und bereit finden. Mögen die Mittelparteien aber auch die Verantwortung erkennen, die auf sie mit mathematischer Sicherheit zugekommen ist. Frankreich zum Sturz des Kabinetts Marx. Dic Angst vor einer Rcchtsregicrung. Vor. unserem Pariser W. 8.-Korrespondenten. Paris. 18. Dezember. Der Sturz des Kabinetts Marp-Stresemann hat in Paris niemanden mehr überrascht, nachdem die Ergebnislosigkeit der Fraktionsbesprechungen klar vorauszusehen war. Die öffentliche Meinung in Frankreich stimmt zwar dahin überein, daß der Sturz des Kabinetts Marx-Strese- mann in erster Linie aus innerpolitischen Gründen erfolgt ist, trotzdem aber ist die Aus- fassung in Paris allgemein die, daß der Kabi- nettswechsel in Deutschland auch nicht ohne starke außenpolitische Folgen bleiben kann. Zunächst rechnet man mit einer sehr langen Krisis, die schwerlich vor Anfang Januar 1927 zu lösen ist. Irgendwelche bestimmte Voraussagen, ob nun die Große Koalition kommen wird, der Dürgerblock oder die Weimarer Koalition, vermag niemand zu machen: so völlig un- durchsichtig scheint von Paris aus betrachtet die Lage in Deutschland. Andererseits ist es außerordentlich bezeichnend, daß von rechts wie von links aus dem gesamten franzöiischeiv Blätterwald eine und dieselbe Stimme immer wieder entgegen^ nl: kommt eine Rechtsregierung zustande, so bedeutet das das Ende der gesamten Locorno-Thoiry-Politik. Zr> gendwelch« Beweise werden für eine solche Behauptung nicht gebracht. Daß diese Auffassung aber von sehr vielen politischen und parlamentarischen Krei en geteilt wird, ist sicher. Der gestrige Sturz des Kabinetts Marx hat die Stellung des Außenministers Driand erheblich geschwächt. Sein Hauptwidersacher, der Führer der Rechten, der Pensionsminister Marin, hat in den Wandelgängen der Kammer gestern jedem, -der es hören wollle, versichert, daß dieser Kabinettssturz einen schweren Schlag für das französische Kabinett der nationalen Einigung bedeute. Die französische Oeffentlichkeit bemüht sich übrigen^ hier und da. den c/meinen Parteien des Reichstages hinsichtlich der gestrigen Abstimmung einigermaßen gerecht zu werden, wie denn überhaupt der bisherigen M nderheitsregierung von vornherein nach Pariser Auffassung keine allzu große Lebensdauer vorausgesagt war. Vielfach kehrt der Wunsch wieder, Dr. Strafemann möchte als Außenminister auch zum neuen Kabinett gehören, ganz gleich, von welcher P-artei es gebildet würde, sei es schlimmsten Falles auch nur als technischer Minister. Diese Auffassung wird nicht nur vom offiziösen „Petit Parisien", sondern auch von anderen, der französischen Regierung nahestehenden Blättern geteilt. Andererseits rechnet man in Paris nicht mehr mit einer Rückkehr des Dr. Geßlar auf den Posten d:s Reichswehrministers. Daß namentlich die chauv nistischen Blätter — nicht n_r „Echo de Paris ', „Action Franca se" und „Victoire" — die Deutschnationalen qyd allzu durchsichtigen Gründen besonders he'tstz angr:ifcn, bedarf wohl kaum einer weiteren Erwähnung. Dabei berührt es wirklich komisch, wenn gerade das „Echo de Paris" die deutsche Sozialdemokratie in Schuh nimmt, die damit eine durchaus richtige Antwort auf die „Skandale" in Deutschland erteilt habe, die so großes Aufsehen erregt hätten, nämlich die Fehrn e-Mordprozesse, Schwarze Reichswehr, die Affäre der Deutschen Allgemeinen Zeitung usw. Das wäre die richtige Antwort darauf, heißt es z. D., dah Deutschland fortgesetzt Riesenmengen von Kriegsmat r.al in Rußland berstelle, und wie diese reichlich abgegriffenen Phrasen nun alle lauten mögen. Am allerwenigsten rechnet Paris, wenigstens vorläufig, mit einer Reichstagsauflösung, wenn es auch nicht an Stimmen fehlt, die in Reuwahlen das letzte Mittel erblicken wollen zu einer reinlichen Scheidung der Gemüter und zu der unerläßlichen Klärung der politischen Lage in Deutschland. Bei alledem darf man natürlich nicht übersehen, daß die deutsche Kabinettskrisis den Franzosen als ein willkommener Anlaß gilt, über die eigenen inneren Schwierigkeiten hinwegzutäuschen. Die innerpolitischen Schwierigkeiten in Frankreich werden schon in den allernächsten Wochen mindestens ebenso groß werden wie die in Deutschland. Die Pariser Presie zu den ,,Enthüllungen" Scheidemanns. Paris, 19. Dez. (Wolff.) Das „Journal des Debats" stützt sich auf die Enthüllungen Scheidemanns und schreibt: Dieie Enthüllungen müßten alle diejenigen wachsam machen, die sich durch den Schein täuschen lassen wollten. Habe man nicht gesehen, daß selbst der Er- süllungSkanzler Dr. Wirth militärische Vor- telle begünstigt habe? Man könne nicht auf die Rheinlandbesehung, die ein kostbares Pfand sei, verzichten. Die deutsche Regierungskrise dürfe nicht zum Ziel haben, die franzisische Wuchsarnlcit zu oerm'.n.ern, sondern im Gegenteil zu verschärfen. — Der „3n- t r a n f i g e a n t" schreibt: Wir gingen gerabe- wegs auf die Räumung des Rheinlanstes los und auf den Verlust jeder strategischen Garantie. Der Sturz l'ä Kabinetts Marx beunruhigt uns. Wollen wir jetzt einmal ruhig überlegen! Es handelt sich nicht darum, Deutschland zu schikanieren, sondern es handelt sich darum, unseren Frieden mit Würde sicherzustellen und die ferneren Zahlungen des Dawesplanes zu sichern. Die deutsche Krise eröffnet uns eine Spante, wir haben leider nicht viele. DieWirtschaflsIageinFrankreich Paris, 19 Dez. (WB) Zur wirtschaftlichen Laye in Frankreich schreibt der „Temps": Wir sind entschieden in die Periode der Krise eingetreten. Sämtliche Anzeichen lassen das klar erkennen. Ohne Zweifel beeilen sich einige Industrien die noch Aufträge auszufuhxen haben, dies zu tun. damit ihnen diese Aufträge nicht wieder entzogen werden. Aber die erhalten keine neuen Aufträge, weil die Verbraucher, gemarnt durch das Nachgeben der hoch- wertigen Devisen, eine st arte Preissenkung erwarten. Es ist nicht zu leugnen, daß die z u schnelle Revalorisierung des Franken diese Krise hcrbeigefüyn hat, wie übrigens eine Stabilisierung eine nach viel größere Krise herbeigeführt hätte und herbeiführen würde. Dr. Siresemann in Hamburg. Hamburg. 19. Dez. Reichs außemninister Dr. Stresemann ist heute ab.nd in Hamburg eingetroffen. Er wurde am Bahnhof vom RegierungSrat Ahrends im Au't.age des Senats begrüßt. Der Minister hat im Hotel „^Bier Jahreszeiten" Wohnung genommen. Gleichzeitig erwartet man den Reichskanzler a. D. Dr. Luther von feiner Südamerikareise zurück. Vertagung der engttsch- kanLonesrschen Verhandlungen. H . n k a u, 18. Dez. (Reuter.) Die D.sprechun- gen des britischen Gesandten Lampson mit dem Minister für auswärtige Angelegenheiten der Kantonregierung, Tschen, to-tben gestern an Bord des Kanonenbootes »Peterssield" beendet. Die Besprechungen trugen einen sehr herzlichen Chrrrkt.r und haben eine freundschaftliche Atmosphäre geschaffen. Es verlautet, dah die Besprechungen nach Reujahr wieder auf genommen werden sollen. Rach einer Meld ng der Agentur Zndo Pa- cistc a :s Pek ng erwart t man rnfo'ge des Einzugs der K omintschang-Pattll in H ankau eine entscheidende Schlacht innerhalb 3 Wochen am Vangtse. Der Umsturz in Litauen. Lmctona zum Ltaatopräsidenten gewählt. ftorono, 18. Dez. (WB.) Der Führer der auf- ständischen Truppen. Generalstabsmajor pledja- roitfdjus, fordert heule durch einen Wauer- anschlag S m e l o n a aus, das Amt des Staatsoberhauptes zu übernehmen. In der Bekanntmachung heißt es u. a., daß die Armee sich zu der Umfluqaftion erst cn'.schlosscn habe, nachdem sie authentische Rachrichtcn über die Dorbcreitungcn der litauischen Kommunisten zu einem b o 1 s ch e w l st l - schen Umschwung in Litauen erhalten hätte. Der einzige Beweggrund der Aktion sei nur die Sorge um das Batcrland gewesen. Professor Sine- tona hat aus die Ausfordcrung plechawltschus' z u - stimmend geantwortet. Rachdcm der bisherige Staalspräfident Grinins zurückgctretcn ist, wurde S m c t o n a zum Präsidenten der Republik gewählt. Smclona hat den Eid aus dic Verfassung qclciflct und dic Geschäfte übernommen. Zum Präsiden'^n des Sejms ist Stulgln skas, vormaliger prusl- dent der Republik, gewählt worden. Kowno hat Flaggcnschmuck angelegt. Der neue litauische Auß n- m'misler hat sich Pressevertretern gegenüber dahin geäußert, daß in der bisherigen Außenpolitik keine Aenderung eintritt und auch die litauisch-rätestaatlichen Berträge nicht berührt werden. — Jn Wemct hat die Leitung der Gouoernements- geschäste der bisherige stellvertretende Gouverneur übernommen. Der bisherige Gouverneur und der Landesprösident Kraus sind nach ihrer Perhaftung in Kowno wieder freigelassen worden. Rur der Landespräsident Falk ist noch interniert. Außerdem ist der Kriegszustand proklamiert worden. Das russische Echo. Moskau, 19. Dez. (Wolff.) Die „3d- westija" erklärt, die Ereignisse, in Litauen könnten die litauische Hnabpängigfeit gefährden. Polen, möglicherweise auch einig: andere Staaten, hatten dab:i ihre Hand im Spiele. Die polnische Regierung habe die Vorbereitung des Dutfches in Gitauen selbst übernommen, um eine Möglichkeit für die Verwirklichung her polnischen Expansionspläne im Osten zu schaffen und um die Bedingungen für eine Beseitig :ng der llnabhängigkeit Litauens vorzubereiten. Der polnische Generalstab habe mit gewissen zur Regierung Sleshewitschius oppositionell eingestellten Elementen Fühlung genommen uri> gemeinschaftlich mit ihnen den Plan zu einer mili tärischen Umwälzung auSgearbeitet. Die Ereignisse in Litauen könnten den Sriehen in Osteuropa gefährden. Die 11. S. S. R. tonnten eß, wenn sie sich auch nicht in die inneren Angelegenheiten des litauischen Volkes «einmischen werden, nicht teilnahmslos hinnch- men, daß die Methode Zclikowskis in ne-es Gestalt zur Vernichtung der Unabhäng g?-it Litauens angewandt werde. Die 11. S. S. R. erwarteten, daß die polnische Regierung di: Aufrichtigkeit ihrer Behauptung, daß fie darnch strebe, den Frieden in Osteuropa zu erhalten, durch Tatsachen beweise und sich jeder Einmischung in den Kampf der litauischen Parteien enthalte. Die Stimmung in Wilna Warschau, 18. Dez. (WTB) Die hier au6 Wilna einlaufenden Meldungen besagen, daß die Rachricht von dem Umschwung in Litauen dort einen besonders großen Eindruck gemacht hat. Dies kommt auch in den Artikeln bet’ dortigen Presse zu Ausdruck. Das Wilnaer Blatt ter Konservativen fordert die Mitglieder ter polnischen Regierung, die ,durch Bande des Blutes und der Traditton eng mit Litauen verbunden sind", auf, eine entschiedene Haltung einzunehmen. Marschall Pilsudski bat gestern nacht und heute nachmittag längere Besprechungen mit Minister des Aeußern Za- l e s k i über die durch die Ereignisse in Litauen geschaffene Lage gehabt. Der Prozeß Rouzier in Germersheim. Landau, 18. Dez. (WD.) Rach Erledigung der Vernehmungen wegen der klci'.eren Zwischenfälle begann heute nachmittag die Verhandlung über die eigentliche Angelegen >eit Rouzier. Tie Zeugenvernehmung betraf zunächst den Fall von Willi Klein, der nach den Ereignis en im Eaf6 Engel als mutmaßlicher Täter verhaftet worden war, aber nach kurzer Zeit, da sich seine Unschuld herausstellte, wie er freigeUf en wurde. Die Vernehmungen erwiesen übereinstimmend Kleins Unschuld, so ann tourte Rouzier über die Vorgänge am Lud- wigötor vernommen. Er blieb bei f.iner Darstellung, daß Holzmann aus ihn zugekommen sei und zum Faust schlag auS- geholt habe. Gescho sen habe er erst viel später, als Holzmann zum Angriff gegen i h n vorgegangen sei. Demgegenüber wird curch die Vernehmung d-er deutschen Zeugen Fritz Klein und Anton S ch a r b t lestgeslelll, i aß Holzmann und die übrigen Deutschen nicht d i e geringsten Angriffsabsichten gegen Rouzier. der in Zivil war, und den sie zunächst für einen Bekannten namens San'meier behalten hatten gehabt Haden. 2113 Holtmann sich Rouzier näherte, um festzustellen. o3 es Wilhelm Sandmeier sei, hat er einen Peitschenhieb ins Gesicht bekommen. Er wanltc nach । draußen. 3n demselben Augenblick krachten I zwei Schüsse, von denen der eine ihn traf. <3r taumelte in die Arme Kleins zurück, der ihn fofoct zum Arzt brachte. Durch die Aussagen des Zeugen Schardk wird kesige.kelll, daß Rouz^r den Peitschenhieb mit dec linken Hand gab und dabei die rechte Hand schon an den schußbereiten Revolver gehalten hat. Die vier Deutschen waren völlig unbewafs- net. Nur ein einziger, ber von Ro az'.er am weitesten entfernt war, hatte einst Spazierstock. 3m weiteren Verläufe der Rach.nittags- sihung ereignete sich dann folgender Zwischenfall: Del der D rn-hmung des Zeugen Klein stellte der Anklagevertreter die Frage, warum Klein seiner ersten Dorlad-ng nicht Folge geleistet habe. K.ein erw.dertr, er habe sich nach der Verhaftung Holz nanns, der als Zeuge geladen und auf die bloße Bekundung Rouziers h n verhaftet und zwei Monate in Untersuchungshaft gehalten worden fei, ins unbesetzte Gebiet begeben. Auf die Frage d.s A'.k.'agevertretcrs, was er bis jetzt g.tan und wovon er gelebt hab?, erwiderte Klein, er habe keine Arbeit gehabt, sondern vom Noten Kreuz eine Unter- stühung erhalten. Hier sprang der Anklagevertreter in großer Erregung auf und erklärte ein derartiges Dorlomm.sts für unerhört. So etwas sci in noch keinem Prozeh vorg.kommen. Die Derteidg ng verwahrte sich dagegen. Als der Anklagevertreter bei der Vernehm, ng des Zeugen Schardt dieselbe Frage stellt, erhob die D rte.di» gung Einspruch. Die Frage habe mit dem Prozeß nichts zu tun. Sie sp.ele de Angelegenheit aus ein polit isches Gebiet und sei geeignet, eine feindselige Atmosphäre für die deutschen Ang klagten und die deutschen Verteidiger zu schaffen. Der Anklagevertreter blieb dcchei, die Frage zu stellen. Der Verteidiger Dr. Fehr erhob nochmals Einspruch. Die Jrage sei eine rein politische. Niemand könne den Deutschen verdenken, dah sie einem Volksgenossen, der unter solchen Umständen arbeitslos und mittellos geworden sei, eine Unterstützung gewährten. Die Verteidigung stellte schließlich einen Antrag, dah diese Frage nicht zugelas- s e n wird. Der Anklagevertreter erklärte nunmehr, dah er an der Stellung seiner Frage kein besonderes Interesse mehr habe, aber die Entscheidung dem Gericht überlasse. Vach längerer Veratung verlündctr der Gerichtshof, dah dem Antrag der deutschen Verteidigung mit drei gegen zwei Stimmen entsprochen worden sei. Am Samstag wurde die Zeugenvernehmung über die Vorgänge am Ludwigstor fortgesetzt. Dabei sagte Der französisch:UnteroffizierP rud- Homme über die Situation vor den Schüssen Rouziers aus, dah er in den Vorgängen keine Gefahr für Rouzier g scheu habe. Er sei also langsam die Straße toeiki.,2gangen, bis er plötzlich in Vouziers Hand einen Re - volver gesehen habe. Darauf habe er zu lausen angefangen und habe Rouzier aus 15 Meter Entfernung wiederholt zugerusen: „Rege dich nicht auf, ich bin da!" In diesem Augenblick habe Rouzier auf den Deutschen gefeuert, der auf ihn xugegangen (nicht zu- gesprungen) fei und noch drei Meter von ihm entfernt gewesen sei, worauf der Deutsche getroffen niedersturzte. Er, Prud'homme, habe sich darauf in^Geckung begeben und die in der Räbe stehenden Deutschen ausgefordert, dies gleichfalls zu tun. Die Aussagen des Unter» osfiziers wurden durch die Aussagen zweier deutscher Zeuginnen in jeder Weise bestätigt. Die Sitzung brachte besonders schlagende Be- weise für die Unzulänglichkeit von Zeugenvernehmungen in Gegenwart französischer Dolmetscher. die in der Voruntersuchung des Falles vielfach vorgenommen worden sind. So soll der Ange- llagte Fechter in der Voruntersuchung ausgesagt haben, Rouzier habe erst geschossen, nachdem er bedroht worden sei. und hinzugefügt: „Ich hätte .in derselben Lage auch geschossen. Fechter bestreitet das ganz entschieden. Er habe wahr- > heitsgetreu ausgesagt, dah Matthes noch vier bis fünf Meter von Rouzier entfernt war, als * dieser schoß. Der Dolmetscher habe dies als nicht glaubwürdig bezeichnet und ihn veranlaßt, ' die Szene nachzuspielen, wobei Fechter die Rolle des Matthes annehmen muhte. Der Dolmetscher habe dabei gerufen: „Roch näher!" bis Fechter unmittelbar y2 Meter vor ihm stand. Deswegen habe er (Fechter) gesagt: „Dann hätte ich, wenn ich der Offizier gewesen wäre, auch geschossen. Das täte dir so passen, wenn das so getreten wäre." Auch die Zeugin Ottinger bestreitet nachdrücklich ihre unter Mithilfe desselben Dolmetschers zustande gekommene angebliche Aussage im Protokoll der Voruntersuchung. Die Verhandlung wurde darauf auf Montag vormittag vertagt. Wie von maßgebender Seite mit- geteilt wird, ist man entschlossen, den Prozeh unter allen Umständen am Dienstag, dem 21. Dezember zu Ende zu führen, wenn nötig, wird die ganze Rächt hindurch verhandelt werden. Die Pariser Presse zum Rouzrer-Prozeß. Paris, 19. Dez. (TU.) Die Pariser Presse läßt sich von ihren Sonderberichterstattern aus- fübr.iche Verich e über den Germersheimer Prozeß drahten, die sie teilwe.se mit Kommentaren versieht. V.el beacht:t wird d e energische Verwahrung der deu.schen Verteidigung gegen die von den Franzosen beabs.ch.i^t: Bersch ejung der Ange.e^enheit auf das politische Gebiet. Das „Journal" versieht den Prozehbericht mit der Uebe.schrift „Der Locarnogeist hat gestern nicht die Landauer Verhandlungen beherrscht". Das nationalistische „Journal des D e b a t s" hält es für nölig, in einem besonderen Artikel heftige Angriffe gegen das deutsche Rote Kreuz zu richten und von deutschen Verstoß:n geg n das Rhein anda. kommen zu sp e- chen Unvoreingenommen sucht der „Quoti- dien" zu ur e en, der aus den Zeugenaussagen den Schluß zieht, daß der Soldat Gorin die Hauviverantwortung für die Zwischenfälle trägt, die das Drama am Lrdigz'or ein e hten. Aehn- lich äußert sich die „Humanit 6", die erklärt, das gestrige V.rhör habe den Eindruck hinter- (affen, daß die sranzösische Vesatzungsbehörde ungebührlich übertrieben habe. Kunst und Wissenschaft. Lin staatlicher Beekhooeupreis. 'Anläßiich des 100. Todestages Ludwig van Veethovens im Jahre 1927 hat der preußische Staat einen Dcethovenpreis geschaffen, der von der preußischen Akademie jährlich an hervorragend begabte, strebsame jüngere oder anerkannte ältere Tonseher, die die deutsche Reichsangehörigkeit besitzen, verliehen wird. Der Preis beträgt jährlich 10 000 Mk. Aus aller Welt. Zehn Jahre Deutscher Verein in Genf. Ihrer reger Qieteuijung der deu.schen Kolonie beging der Deutsche Verein in Genf die Feier fernes zehnjährigen Veste.^ens. Präsident Steffens sprach den Dank der Deutschen an die gastliche Schweiz aus, wove. Generalkonsul A s ch m a n n die Verdienste der Genier Deutschen um die Erhaltung des Deutschtums würdigte und auf die Erfolge der reichsdeutschen Politik, wie sie sich gerade in Genf auswirke, hinwies. Er gedachte zugleich des Interesses, das der Reichsauhenminister den Sei: J.- en in Genf gegenüber bekundet habe und s )loß mit einem Hoch auf den Reichsprujiden- ten. Zahlreiche Vertreter deutscher Ve.ene ker Westschweiz beglückwünlch e:i den Verein, dem die deutschen Frauen Genfs eine Fahne in den Reichsfarbe i st f eien. An den Reichspräsidenten wurde ein Huidtgungs e.'egramm gesandt. vom Schulkreuzer „Linden". Der Schalkrci z r „E nden" i't an 17. Dezember ii Santa Cruz (T r.er sfa) e ng troffen und wird am 27. Dezember nach St. Helena gehen. Die Reife des Schulschiffes „Großherzogin Elisabeth". Las Schulschiff des Deutscl en Schulschiff-Vereins „Großherzogin Elisabeth" ist am 17. Dezember wohlbehalten in Sao Francisco do Sul (Brasilien) angekommen und wird am 3. Januar nach Pernambuco weitersegeln. Der älteste Berliner gestorben. Der älteste Bürger der Reichshauptstadt, Privatier Beruh. Behrendt, ist am Freitagabend im Alter von 104 Jahren gestorben. Durch den plötzlichen Lod seiner achtzigjährigen Tochter, die ihm den Haushalt führte, war der alte Mann, der bis dahin noch ziemlich rüstig und geistig rege gewesen war, gänzlich zusammengebrochen. Grohfeucr in einem Konfektionsgeschäft. In Mannheim brach in der am Parade- Platz gelegenen Firma Lukas (Deutsche Bellei- dungsgescllschaft) ein gewaltiges Schadenfeuer aus, dem fast sämtliche dort auf gespeichert en Vorräte an Konfektion zum Opfer fielen. Rur ein Teil der Damenkonfektion tonnte noch gerettet werden. Die Dekorationswatte im Schaufenster war den Glühbirnen zu nahe gekommen und batte Feuer gefangen. Im Ru halte sich das Feuer auf das Innere des Ladens ausgedehnt, so daß die Angestellten kopflos wurden und fluchtartig Daücnrannten. Um 1 Uhr abends war das Feuer gelöscht. Große Stapel dampfender Kleidungsstücke liegen noch in dem Laden umher, der ein wüstes Bild der Vernichtung bietet. TUlf dem Kraftwagen in einen Hochzeitszug. In der Rähe von Clermont-Ferrand ist ein Privatautomobil in einen Hochzeitszug hineingefahren. Dabei wurden 18 Personen umgerissen. Acht von ihnen, Darunter auch die junge Braut, erlitten so schwere Verletzungen, daß sie in ein Krankenhaus übergeführt werden mußten. Der Fahrer des Automobils gab an, daß er vom Scheinwerferlicht eines entgegenkommenden Automobils geblendet worden sei. Schweres Autounglück. In Metternich bei Koblenz geriet ein be- labeneö Möbelauto ins Schleudern und fuhr gegen ein Gasthaus. Der Wagen wurde schwer beschädigt und die Möbel zertrümmert. Von den drei mitfahrenden Personen wurde der Kaufmann Gillet aus Kettig bei Mayen sofort getötet, während der Besitzer und der Wagenführer schwere Verletzungen davontrugen. Mißglückter Raubüberfall. In einem Wag n des Zuges Berlin—Velten, der gegen l/2l Uhr den Stettiner Bahnhof ver° lassen hatte, wurde auf einen Reis.nd.n namens Slafser, der sich mit seiner Frau auf der Rückfahrt von Berlin nach Hennigsdorf befand, von zwei Männern ein U e b e r f a 11 v e r ü b t. Die Räuber kamen aber an den Unrechten. Der Ueberfallene streckte den einen mit einem Schlage zu Boden, während er Den anderen festhielt, bis der Zug in den Bahnhof Gesundbrunnen einlief. Dort wurde der Festgehaltene sowie der im Abteil bewußtlos Liegende der Dahnhofswache übergeben. Ein kecker Autodieb. In Berlin wurde ein Chauffeur verhaftet, dem es gelungen ist, Zwei Monate mit einer von ihm gestohlenen Antodrosch7e täglich in Berlin zu fahren. Er hatte sogar einen zweiten Cha uffeur in Dienst genommen. Er hatte ein gefälschtes Rummerschild angebracht und wurde nur dadurch entdeckt, dah der wirkliche Besitzer Der betreffenden Rümmer ein Strafmandat wegen zu schnellen Fahrens erhielt. Einsiurzunglück. In Philadelph a b.ach in einer Zuckerwarenfabrik ein auf dem Dach befindlicher großer Wasserbehälter durch sämtliche Stockwerke bis in den Keller der Fabrik, tötete zwei Personen und begrub über 20 Angestellte unter den Trümmern. Ein 400 Bieter hoher Wolkenkratzer in iNeuyork. Beim Reuyorrer Stadtbauamt reichte der Präsident Der Großgrunbbesihgesellschaft. John Larkin, einen Plan für Die Errichtung eines HOftödigen Dureauhauses ein, dessen Höhe 1293 Fuß gleich 397 Meter betragen soll. Mit dem Bau soll im nächsten Jahre in Der Rähe des „Simefcfquare" begonnen werden. Die Dau- kosten belaufen sich auf 18 Millionen Dollar, das Grundstück kostet 4,5 Millionen Das jährliche Mietseinkommen ist auf Drei Millionen Dollar veranschlagt. Wettervoraussage. Mäßiger Temperaturfalt (nur vereinzelt Rachtfrost) noch vorwiegend wolkig und geringe Riederschlagsschauer. Gestrige Tagestenrperaturen: Maximum 5.0. Minimum 1.8 Grad Celsius. Riederschläge: 4,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 3,7 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptftadt. Gießen, den 20. Dezember 1926. 40 Jahre akademische Lehrtätigkeit. Professor Martin, Geh. Medizinalrat, Dr. phil., med. vet. et. med. h. c. begeht heute den Tag feiner 25jährigen Wirk, amkeit als Direktor des Ae t e r in ä r a n a t o - mischen Instituts der Landesuniversität: er schaut auf 40 Jahre akademischer Lehr ät gleit zu.ück. In Gegenwart von Freunden und Bekehrern des Jubilars übermiltelte Sc. Magnifizenz der Rektor, Prof. Dr. Zwick, die Glück , ü.lsche der iiniDerfilät und überreichte auf.rag ich ein Diplom, wonach Martin von der medizinischen Fakultät Zürich zum Dr. med. ehrenhalber ernannt wurde. Der Dekan der Delerinärmedi-stnischen Faku.tät würdig e in einer Ansprache die hervorragenden wislenschaf.lichen Verdienste des Jubilars. Paul Martin wurde 1851 in Stuttgart geboren, wo er nach dem D:such des Realgymnasiums Ve.eri ä.medi.in studie te und nach dec Approba ion (U.n Tierarzt als wissenscha'tl cher Assistent angestellt wurde. Schon als Student ist er als Mitarbeiter an einigen Bänden der Werke seines Vaters (Praxis Der Raturgeschichte und <(L.ft ierte Ra u ceschichte le. Te e) betraut worden. Zwei Jahre war er unter Bonnet als Assistent an der Tierär'tl. Hochschule in München tätig, wo ihm nach Erledigung des Examens als beamteter Tierarzt Die Distrikts- 2/erarztstelle übertragen wurde. 1886 erhielt Martin einen Ruf an die T erärztl. Hochschule in Zürich für die Fächer der Anatom e und Vhy- sio'ogie und wurde im QlCer von 25 Jahren zum Professor und Mitglied der ärztlichen und ?ahnä-ztlichen anat. physiologischen Prüsungs- lomm ss'on e rnannt. Auch hat er stellvertretend in Der Medizinischen Fakultät Physiologie gelesen urb geprüft. 2m Jahre 1834 hat ihn die Philosophische Fakul ät zum Dr. phil. promoviert. Vor 25 Jahren folgte Martin einem Ruf als ord. Professor und Direktor des Veterinär- anatomischen Instituts an unsere Landes Universität. Gleichzeitig wurde er von der Vereinigten Medizinischen Falultät ehrenhalber zum Dr. med. vet. promoviert Seine Forschungen auf dem Gebiets der Anatomie, Histologie und Embryologie hat er hier in rastloser Tätigkeit erfolgreich fortgesetzt, wobei ihm in seinen Werken das besondere Talent als wissenschaftlicher Zeichner zu- gutekam. Martin ist 1912 mit dem Ritter- trenz 1. Kl. Philipps des Großmütigen und drei Jahre später mit der Ernennung zum Geheimen Medizinalrat ausgezeichnet worden: die Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte wählte ihn zu ihrem Ehrenmitglied. Der Jubilar hat eine an Prof. Dr. Schauder in Leipzig verheiratete Tochter und einen Enkel, zu denen er nach feinen jetzigen Ehrungen abgereist ist. Kreisausschutzfitzung. Der Kreisausschutz des Kreises G i e tz e n hielt am Samstag eine öffentliche Sitzung ab. Cs wurde über folgende Gegenstände verhandelt: Vergütung des Bürgermeisters und die Besoldung Der Gemeinde- beamten Der Gemeinde Dettenhau» f e n. Wie durch den Vorsitzenden festgestellt wurde, hat der Landtag in feiner Sitzung vom 24. April d. I. die Regierung ersucht, Die Richtlinien, Die bezüglich Der Besoldung Der Gemeindebeamten von dem Minister Des Innern in 1921 und 1922 herausgegeben worden waren, mit sofortiger Wirkung aufzuheben. Der Minister des Innern hatte diesem Ersuchen entsprochen und die Amtsblätter Rr. 1 von 1921, Rr. 4, 6 und 7 von 1922 zurückgezogen. Hierdurch wurde die Rotwendigkeit geschaffen, eine Neuregelung Der Bezüge für Bürgermeister und Gemeindebeamten vorzunehmen. Im buJiegenöen Fall hatte Der Gerneinderat eine Kürzung der seitherigen Bezüge vorgenommen. Damit erklärten sich der Bürgermeister und Die Gerneindebcamten nicht einverstanden. Auch dem Kreisdirektor schienen Die nunmehr vom Gemeinderat festgesetzten Bezüge nicht im richtigen Verhältnis zu Den an Den Bürgermeister und Die Gemeindebeamten zu stellenden Anforderungen zu stehen. Einem Vorschlag des Kreisdirektors, gemäß Art. 84 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 138 Abs. 2 und 157 Abs. 2 L.G.O. in eine Rachprüfung Der festgesetzten Bezüge einzutreten, gab ter Gemeinderat keine Folge. Der Kreisdirektor legte deshalb Die Akten dem Kreisausschutz zur EntscheiDung vor. Rach dem von dem Vorsitzenden vorgetragenen Akteninhalt war Die Vergütung des Bürgermeisters für Zeitaufwand ab 1. April 1926 von 1039 auf 800 Mk., Die Besoldung des GemeinDerechners von seither 1200 Mk. auf 3 Prozent Hebgebühr Der Iahresrechnung = 600 bid 700 Mk., Diejenige Des Polizeidieners von 417 Mk. auf 400 Mk. und Diejenige Des Feldschützen von 650 Mk. auf 300 Mk. gekürzt worden. Der Beigeordnete erklärte, Daß nach nochmaliger Beratung durch Den Gemeinderat eine Einigung nicht habe zustande kommen können. Der Bürgermeister erklärte, Daß er Dem Beschluß Des Gemeinderats nicht habe beitreten können, weil Der Gemeinderat verlangt habe, dah er auf Portovergütung, Vergütung für Stellung eines Dienstzimmers verzichten solle und auch Die .Umlagen zur Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte zu tragen hätte. Der Po - l i a e i D i e n c r erklärte, dah er mit Der vom Gemeinderat festgesetzten Vergütung einverstanden fei Der Fel dschü tz erklärte, dah er mit Der ihm angebotenrn Besoldung nicht habe einverstanden sein können. Die Geißelnde besitze große Obstanlagen, und er müsse besonders in Der Erntezeit den ganzen Tag Dienst machen. Im Laufe Der Verhandlung beschloß Der Kreis- ausschuh in geheimer Beratung, daß Die Gemeindebeamten gemäß A tikel 50 VRG. nicht beizuladen waren. Rach Acükel 50 VRG könne das Gericht Dritte als B.-telligte beiladen. Der Kreisausschuß war im vorliegenden Fall Der Ansicht, von dieser D:iladung abzuiehen. Da Die Gemeindebeamten als Auskunftspersonen bereits geladen und ihre förmliche Beiladung nicht mehr nötig erschieuren sei. Das Geetz gebe nur Dem Gericht ein Recht, auf Beiladung, nicht aber den Beteiligten einen Anspruch Darauf, beigeladen zu werden. Eine EntscheiDung über Die Höhe der Bezüge selbst wurde nicht gefällt. Dies soll in einer späteren SiZuna erfolgen. Bezüglich der Vergütung des Bürgermeisters und der Besoldung der Oemeinbebamten Der Oe* meinben Beuern und Treis a.d. Lda. wurde nicht verhandelt. Diese Gegenstände wurden vertagt. Entschädigung für Diehoerluste: hier Klaae des Georg Fadel zu Geils- Hausen. In der öffentlichen Sitzung des Kreis- ausfchufscs vom 13. November wurde beschlossen: 1. über den Sektionsbefund den Beterinärrat Dr. Stein als Zeugen, 2. über die Frage, ob der Kläger auf Grund des feftgefteUten Befundes mit Der Möglichkeit des Vorhandenseins der Maul* und Klauenseuche rechnen mußte, den Dberoeterinärrat Prof. Dr. Knell als Sachverständigen zu vernehmen. In der Samstagssitzung erklärte Ober, veterinärrat Pros. Dr. Kn eil auf die Frage, ob der Kläger auf Gruird des von ihm feftgeftettlen Befundes mit der Möglichkeit des Vorhandenseins der Maul- und Klauenseuche habe rechnen müssen, daß die klinischen Erscheinungen sehr verschiedenartig seien. Wenn aber in einem Ort die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen sei, so habe, wie in vorliegendem Falle der Besitzer annehmen müssen, daß soll, diese Seuche bei seinem Diehstand aus- gebrochen sei. Die von dem Kläger angegebenen Erkrankungserscheinungen seien glaubhaft. Die Kranlheitserscheinungen selbst würden bei richtiger Behandlung in acht bis zehn Tagen abheilen. Der Vertreter des Staates erklärte, daß der Anspruch erloschen sei, weil hier eine fahrlässige Versäumung Der Anmeldung oorliege. Dem Kläger wurde durch Urteil eine Entschädigung für einen Ochsen und ein Nind zugesprochen. Lungenseuche in L i ch: hier: Klage des Paul Kächler in L i ch wegen jji geringer Vergütung für zwei n o t g e s chla ch t e te Kühe. In der Sitzung des Kreisausschusses vom 30. Oktober war folgender Beweisbeschluß ergangen: Die vom Klager benannten Zeugen sollen über die Behauptung des Klägers, daß die Schätzung der ab- geschlachteten Tiere zu niedrig gewesen sei, vernommen werden. Die Ladung der Zeugen wurde davon abhängig gemacht, daß Kläger bis 15. No. oember einen Kostenoorschuß von 30 Mk. zu leisten bade. Da dieser Kostenoorschuß innerhalb der ge- setzten Frist nicht geleistet worden war, konnte eine Ladung der Zeugen nicht erfolgen. Eine Ladung derselben von Amts wegen war nicht für notwendig erachtet worden, da der Sachverhalt an sich geklärt erschien. In Der jetzigen Sitzung hatte der Kläger die von ihm genannten Zeugen selbst mitgebracht. Diese erklärten, daß es sich um eine sehr gute Kuh gehandelt habe. Auch hier wurde der Klage insofern ftattgeaeben, als der gemeine Wert der notgeschlachteten .Kuh auf 800 Mk. festgesetzt wurde. Uebertrumpft. Die Teilnrhmer Des FelDzug2s 1870—1871 werben wrrrirner und weniger. Für s.e. D:ren Angehörige und Rachkommm, sowie alle, D.e für Humor zugänglich sind, sei eine Erinnerung an Den Kommanbeur Des Damaligen hissischen 2. Infanterie-Regiments — später Ärfanterie-Regi- ment Kaiser Wilhelm — erzählt. Der FelDzugsregimentskommandeur war Oberst Kraus, eine originelle Persönlichkeit, von kräftiger Figur, gerabeaus, Jäger, voll Mutterwitz unb Schnurren. Er wetteiferte bar n mit bem Brigabekommanbeur Oberst v. Winckler. Spaßhaft war es, wenn bte beiden sich an- logen. So hatte beim Zusammenkommen Der Kameraden abenbs im Kantonnement vor Dem belagerten Metz zum Essen und Schoppen Oberst Kraus eine Iagdgeschichte erzähll, bei bet es sich um eine unglaubliche Geschwindigkeit handelte. Oberst v. Winckler hatte kopfschütteli'ck» zugehört und meinte, das sei noch gar n.chts. Er wäre einmal von Calais nach Dover im Dampfschiff über den Kanal gefahren, da sei dicht hinter Calais der Ruf ertönt: „Mann über Bordi" Das Schiff habe gestoppt. Man suchte, fand nichts unb sei weitergefahren. Dicht vor Dover habe man Rufe hinter bem Schiff gehört, herstammend von bem über Bord Gefallenen. An Borb gehißt, habe dieser erzählt, dah er beim Stürzen in das Wasser bewußtlos geworden fein müsse. Als er zu sich kam, fei das Sch.ff schon weit weg in voller Fahrt gewesen. Da habe er als guter Schwimmer sich in das Zeug gelegt und glücklich das Schiss eingebolt .,Da s sei G eschw in- digkei t!" fügte W.nckler, den Oberst Kraus fixierend, hinzu. Kraus machte ein erstauntes Gesicht und fragte sehr i.rteressiert: „älnö das haben Sie wirklich erlebt?!" Winckler schwor Stein und Dein, es sei w a h r. Er habe es selbst gesehen! Da sprang Kraus auf, schüttelte Winckler die Harrd und rief freudig erregt: „Gott sei Dank, daß ich endlich einen gesunden habe, Der mir eine meiner Geschichten bezeugen kann! „Sehen Sie. dieser Schwimmer bin ich gewese nl" — Schallendes Gelächter der Zuhörer, in das Winckler vergnügt etnftimmte! K. Don der Autolinke Giehen - Wieseck - Alten-Duseckr £ Der gestrige Sonntag mit seinem starken Zug nach der Stadt sbellte außerordentlich große Anforderungen an den B.trieb. Don Den Mittag- stunden ab war der Andrang so stark, daß alle Drei vorhandenen Wagen eingesetzt werden muhten, Die sämtlich eine gute, mitunter sogar stärkste Besetzung auftoiefen. In Dem vor einigen Tagen veröffentlichten Fahrplan machten sich um eine Entlastung besonders stark benutzter Wagen zu er.-eichrn, einige Qlenberungen notwendig. So endigt der erste morgens 5,45 Uhr am Bahnhof Gießen abfahrende Wagen nicht mehr in Wieseck, sondern fährt durch bis Alten-Buseck, wo er 6.12 eintrifft unb wie seither 6,15 zurückfährt. Der erste Wagen ab Al.en-Buseck fahrt nicht mehr 6,15, sondern 5,55 (in Wieseck tontet wie seither 6,05). Der Wagen von und nach Alten-Buseck zwischen 8 und 9 41hr morgens ist in Wegfall gekommen. Dafür wurde auf Wunsch Alten- Dusecks eine neue Fahrt (11,17 an Alten-Duleck. 11,20 ab Alten-Duseck) eingelegt Der seither ab Bahnhof Gießen um 5,20 abends abfahrende Wagen ist nunmehr ebenfalls bis Alten-Duleck Durchgeführt. Er trifft Dort 5,49 ein und fährt sofort (5,50) zurück. Um an Den Wagen ab Wieseck 8,35 abends einen besseren A ifchluß zu erreichen, fährt Der Wagen ab Alten-Buseck nicht mehr 7,40, sondern 8.20. Der Wagen ab Alten-Duseck 2,52 nachmittags ist im Fahrplan als nur an Samstagen und an Tagen vor Feiertagen verkehrend bezeichnet Dies ist dahin zu berichtigen, daß er nur ab Alten-Duseck Samstags unb vor Feiertagen verkehrt, von Wieseck sährt er nach wie vor täglich 3,05 ab. Mit Diesen Aenderungen darf Der Fahrplan für das Winterhalbjahr als feststehend bezeichnet werden. 5tf< qn bitl Ä, i J 1,1; 3 :. os iurlL hallt iw 8 s jMfiung für Zedrnlen. eiDtt folgt: D" Gances zu fl erlitten.^ @run6llud Schmerze" (Möge haben W jiirger flauen ge S-l-g-e Jt unb vom b Lus den gehl W b-r erf'-.f Durchgre'f M de'» gorich! siel! - T Ssehener Hotels „G 3 Uhr 3i Turnverei vastsgart Schülerinr pofftrabe: üichtfpiele - De Sleßen Stabtkirche Christ!' oo ,'Ziehe N «lieb um t hier 4em für G topenberg ; oodfommer .einer Och !est hat g vengeftelit rnbgeifttid) Einübung u bung wuchs werden gen Weibnachtski burschen. "De, den günftii Stabt miet >> o ft b i e n ft an Kälber, 124 Schale, 4279 Schweine OQOOOOOOCOO Erklärung! Sämtliche in unseren Schaufenstern ausgestellten und mit «reisen versehenen Xedjnung&iMagc für bi« beide» letzten Verband-, jähre durch den Verbandsrechncr Pfarrer 2ln- r h e s - ®eifi*Qdbba. Die Sechsländ.g.nachung c es Verbandes bzw. bi« Loslösung pon der Feuer- Versicherungsbank In Gotha hatten ausgedehnt, Verhandlungen mit dem VrichsaufsichtZamt für Prirawerficherung zur Folge, die vor dem endgültigen Abschluß stehen unb worüber der Ver- bandsvorsitzende eingehend berichtete. Tci den satzung-gemäß vorzunehmendcn Wahlen wurden die seitherigen Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichlsrates wiedergewählt' neu gewählt wurde Hofprediaer Widmann» Gedern als AufsichtscatZmitglied für Oberhesfen an SteNe des nach Starkenburg verzogenen Dekan- a. D. Roeschen- Wichernhcim. ruiy wie an Sonntagen: bi? Orts-Tr e Zustellung nach 'Bedarf, mindestens eine Zustellung vor- nitrtags: eine Orts-G ldzustellung ohne Nachnahme und Postaufträge: eine Orts-Paketzu'tel- lung vormittags: eine Briefzustellung nach allen Landorten. — 2lm 2 4. Dez. Weihnachts- Heiligabend, wird der Schalterdienst nachmittags 4 älhr für alle Sendungen geschlossen. Von 4 älhr ab ist die Post nur noch für die Annahme von Telegrammen und Grfprächei, sowie den Verlauf von Postwertzeichen in kleineren Mengen geöffnet. Die letzte Bri fkastenleerung abends von V .. bis 8‘ t Uhr falt auS. “ Der Weihnachts . Paketoerkehr beim Zollamt. Dom hiesigen Hauptzollamt wird uns mitgeteilt, daß die Ämtsräume des chaupt- zollamtes Gießen am 1. Weihnachtsfeiertage vormittags von 10 bis 11 Uhr zur Abfertigung von aus dem Auslands eingehenden Weihnachts-Postpaketen geöffnet sind. ** Frühere Rentenzahlung. Das hiesige Postamt zahlt die MUitärversorgungs- gebührnisse für Januar 1927 ausnahmsweise bereit« am 27. Dezember auS. Die übrigen Renten (Alters-, Unfall-, Invalidenrenten usw.) für Januar werden am 33. Dezember ausae;ahlt. " Auswärtiger Lortrag eines Gießener Gelehrten. Vom landwirtfchafUichen Kreisoerein Hofgeismar wird uns geschrieben: Am 16. Dezember sprach Herr Professor 2k Craemer von der Universität Gießen im landwirtschaftlichen 5u Wieseck: die SchulamtSanwärterin Eleonore Fran! auS Alzey zur Lehrerin an der Volksschule zu Wieseck. — Auf sein Rachsuchrn aus dem Staatsdienst entlassen wurde der außerordentliche Profcs or in der juristischen Fakultät der Landesuniversität Gießen Dr. Wilh. Groh mit Wirkung vom 1. April 1927 ab. 3 u r R i ch t i g st e l l un g. In unserem Artikel in der SamStag-Ausgabe über die Aufwertung der Sparguthaben ist in der Ueberschrist ein Setzsehler enthalten. Es muß natürlich nicht Gießen, sondern Hessen heißen, so daß die richtige Ueberschrist wie folgt lautet: „Die Aufwertung der Sparguthaben bei den öffentlichen Sparkassen in Hesse n". C Uebles Treiben. In der letzten Rächt wurden an einer Umzäunung an ber Credner- straße eine Anzahl Latten abgerissen. Der nächtliche Lärm in dieser Straße ist feil einiger Zeit übrigens so stark geworden, daß er als grobe Ruhestörung bezeichnet werden muß. Die Polizei sollte diesem Treiben ihre A lfmer.sa nk it leben'en. •* Eins Frankfurter Zweigstslls der amerikanischen Handelskammer i n B e r l i n. Man schreibt uns: In Anbetracht der sich immer mehr entwickelnden Gsschäftsoerbindun- gen zwischen Deutschland und den Vereinigten E^cnbahn mußte in den Nachmittags- und Wendstunden alle Züge bis aufs äußerste per- %It“ 2^rln’ s^uüiche Züge waren voll besetzt. Ruch die Kraftautoiinien wiesen eine sehr starke Inanspruchnahme auf. In den Geschäftsstraßen ulk hin- unb herwogende Menschenmenge natürlich gleichfalls außerorden! ist stark, zeitweise war das Durchkommen bei be n gewaltigen Gedränge sogar recht schwierig. Er rculichcrweste Würbe :n ben Geschäften wiederum lebhaft gekauft, so baß man annehmen kann, daß auch der letzte Gcsckm'» fonntag vor dem Feste zur Be- friedigung unfe :t Kaufleute ausgefallen ist. * D e >, o ft b i e n ft an Weihnachten » = e u j a b r ist wie fo'gt festgesetzt worden: 2 5. Sc j.. 1. Weihnachtsfeiertag. Schal- terbienft, B.i ka'.L.il eru. g, Orts-B.iefzuste^luiig wie an Sonntag.n: di? Orts-Geidzustellung fällt aus: eine Orts-Paketzufteilung am Vormittag: eine Brief- unb Pake Zustellung nach allen Landorten. 2 6. D ez.. 2. Weihnachtsfeiertag: Schalterdienst unb Brie ka iealeerung wie an Sonntagen: ber g famte übrig? Dienst, auch nach dem Canbe, fällt aus. 1. Januar. Re u - jahrStag: Schalterbienst unb Brie ka ie ilee- • • Schaupflügen der Landwirt- s ch a f t s k a m m e r. Man schreibt uns: Auf Veranlassung der Landwirlfchastslammer für Hessen findet am Mittwoch, 22. Dezember, nachmittags von 1 Uhr ab, bei Herrn Schulte-Overbeck m Dauernhcim in Schaupflügcn statt. Besonderer Wert wird gelegt auf eine möglichst gute Bearbeikung de» Unterarundes, ohne toten Boden nach oben zu bringen. Diele Frage ist von den einzelnen Fabrikaten auf verschiedene Weise gelöst. Die umfangreiche Beteiligung mit den verschiedensten Pflügen, die alle nach neuesten Erfahrungen von 'Wissenschaft und Technik hergestellt sind, durste bei der Wichtigkeit richtiger Untergrundbearbeitung für unsere Landwirtschaft von größtem Wert fein. Die Land- wartschaftskammcr hat sich in dankenswerter Weife der Sache angenommen und führt die Pflüge den Landwirten kostenlos in Betrieb vor, damit jeder Gelegenheit hat, sich selbst zu überzeugen. Gleich, .zeitig findet eine Besichtigung der Dünnsaaten stall. Diese Veranstaltung dürfte dadurch besonder» interessant werden. Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter S ch l a ch t v i e h m a rkt: 40 Bullen. 326 Ochsen, 674 Kühe. 399 Süden. 630 Staaten, besonders aber West» unb Sübdeulschlanbs, beabsichtigt die Amerikanische Handelskammer in Deutichland, dis ihren Sitz in Berlin hat. in g r a n k- f u r t a. M. eine Zweigniederlassung zu eröffnen, um dadurch den wachienden, an sie gestellten An- sprächen bester gerecht werden zu können. Der Gedanke, in Franlfurt a. M. eine Niederlassung der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland zu eröffnen, wurde ter Berliner Leitung von einer Gruppe amerikanischer Interessenten, welche mit der Geschäftswelt in Frankfurt a. M. in enger Verbindung steht, nahegelegt und fand die Unterstützung sowohl des Magistrats der Stadt Frankfurt a. Vi., als auch der Industrie, und Handelskammer Franko furt a. M.-Hanau, des Messeamts und einer Reihe von Geschäftsleuten in Frankfurt und Umgebung. Sie Mitwirkung dieser Verbände ist zugesicherl worden. Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland ist Mitglied sowohl der Handelskammer der Vereinigten Staaten, als auch der Internationalen Handelskammer, und steht in engsten Beziehungen zu den Hunderten von Handelskammern, die in den Vereinigten Staaten ihren Sitz haben. Außerdem genießt die Amerikanische Handelskammer in Deutschland die wohlwollende Unterstützung der maßgebenden amtlichen amerikanischen Vertretungen im Auslande. *• C t ne weiter«, militärische Weih- n a ch t s f e i e r, die ebenfalls sehr rege Beteiligung auswies, veranstaltete am Freitagabend bie 3. Rom- pngnie 1 5. Inf. - Regts. (Traditions-Kompag- nie des Inf.-Rgts. „Prinz (Earl“ Nr. 118) auf der „Licbigshohe". Auch bei dieser Feier war in bester Weise für angenehme Unterhaltung gesorgt. Dem Vortrag eines Eröffnungsmarsches und dem Pro- log folgte eine Begrüßungsansprache des Kompag- niefuhrers, Hauptmanns Faulenbach, in der er u. a. den Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Fritz, die anwesenden Offiziere, die Kompagnie und die zahlreichen Kaste aus der Gießener Bürgerschaft herzlich willkommen hieß. Besonders be- grüßte er auch den früheren Kompagnieführer Hauptmann von der Recke, der sich in einer kurzen Ansprache für die freundlichen Willkomm- worte bedankte und an die Kompagnie die eindringliche Ermahnung richtete, den bisherigen guten Geist im Rcichsheere, der sich aus der Tradition der alten Armee aufbaut, allezeit hochzuhalten. Als Zeichen seiner innigen Beziehungen zu der alten Kompagnie überreichte er Hauptmann Faulenbach ein Bild des kürzlich zunickgetretenen Chefs der Heeresleitung, Generaloberst o. S e e ck t. In bunter Folge bot bann das Programm zwei Lieder eines Soldaten-Sangerchors, Zithervorträge, musikalische Darbietungen der Kapelle und zwei Humoresken, denen sämtlich sehr beifallsfreudige Aus- nähme zuteil wurde. Besonderen Anklang sanden die Vorführungen einer Militär-Turnriege (Barren- turnen unb Pnramiden), die vortreffliche Leistungen zeigte. Den Schluß bilbete ein Theaterstück, das lebhafte Heiterkeit auslöste und den Darstellern starken Beifall einbrachte. Der anschließende Tanz hielt die Teilnehmer noch lange In angeregter Stimmung beisammen. " Deutsche D o l k s p a r t e i. Dieser Tage haste sich eine stattliche Anzahl von Mitgliedern der rauengruppe ber D. Vp. im „fiinbenburg“ etngefunben. Frau Abg. M. Birnbaum berichtete ausführlich über bie Reichsfrauentagung ber D. Vp., die vom 13. bis 15. Nov. in Jena stattgefunden hat. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Außenpolitik. Eine glückliche Ergänzung hierzu bildeten zwei Referate über „Grenz- und Ausland- deulschtum". Da der „Gießener Anzeiger“ schon Mitte November (Nr. 268 bis 273) in ausführlicher Weise über den Verlauf ber Tagung Bericht er- stattete, erübrigte sich ein näheres Eingehen auf den Inhalt der einzelnen Vorträge. Heroorgehoben fei hier nur, daß bie Rednerin in Einklang mit Frau Abg. Mende den Anwesenden in eindringlichen Worten ans Herz legte, nicht au erlahmen im Kampfe gegen bie Kriegsschuldküge. Neben ber Außenpolitik behanbelle man in Jena in brei ge- sonberten Slubienkreisen wichtige Tagesfragen: Die Wohnungsfrage, bie Alkohost'rage unb bie Reform des Ehefcheibungsrechls. — Zum Schluß verlas die Rednerin auf Wunsch der Versammlung die von ber Rcichssrauentagung zu Jena gefaßten Entschlle- ßungcn. wg. Der Feuerversicherungsverband evangelischer Geistlichen in Hessen hielt seine diesjährige Hau"t ersamm- lung dieser Tage in Frankfurt a. M. ab. Der von dem Verbandsvorsitzendrn. Pfarrer Wei- m ar- Rieder-Ramstadt. erstattete Jahresbericht wurde zunächst entgegengenommen, sodann die Streupflicht bei Glatteis! In dieser Zeit, da mir bie ersten kräftigen Schneefälle hatten, ist es ratsam, an eine Reichs- grrichtsentscheibung zu erinnern, bie dem f) a u 8 b e J i 6 e r bie 6 t r e u p f I i d) t bei 0 ( a 11- e i» auferlegt. Der zur Entscheidung gelangte Fall lag wie folgt: Die Klägerin ist am 10. Januar 1924 auf dem Bürgersteige vor bem Friebhof in ber Belle- Alliance-Straße in Berlin infolge von Glatteis zu Fall gekommen unb hat babei einen Beinbruch erlitten. Sie nimmt deshalb die Beklagte als Grundstückseigentümerin und Streupflichtige vor ihrem Grundstück in Anspruch und verlangt außer einem ^Schmerzensgeld von 1000 Mk. eine jährliche Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Landgericht unb Kammergericht zu Berlin haben ben Klageanjpruch dem ©runbe nach für gerechtfertigt erklärt. Die von der Beklagten gegen bas Urteil des Kammergerichts eingelegte Revision ist ohne Erfolg geblieben unb vom Reichsgericht zurückgewiesen worben Aus den reichsgerichtlichen Entscheidungsgründen geht folgende» hervor: Nachdem um Weihnachten Öer erste Schnee gefallen war, geschah zunächst nichts Durchgreifendes zur Reinigung be« Bürgersteig.s wr bem Grundstück ber Beklagten. Das Kammer- gericht stellt somit ohne Rechtsirrtum fest, daß die Benagte ihre Streupflicht 14 Tage lang vernach- läsfigt hat, und zwar in Jo grober Weise, daß cs für jedermann auffällig war. Mithin hatte die Beklagte für die Erfüllung ihrer Streu- pflicht keine ausreichende Sorge getragen und auch ihrer Aufsichtspflicht nicht genügt. Ihre Haftung für ben Schaden unterliegt deshalb keinen Bedenken. vornotizen. — Tageskalender für Montag. Gießener Schwimmvercin: Saal des früheren Hotels „Großherzog" Weihnachtsfeier 5',, bis 3 Uhr Jugend, ab 8 älhr für Erwachsene. — Turnverein von 1346: 7'/, Uhr. Turnhalle (Os. waldsgarten) Weihnachtsfeier lür Schüler und Schülerinnen deS Tv. — Lichtspielhaus Dahn, hofft raße: .Der Geiger von Florenz". Astoria. Lichtspiele: „®aS Reh deS Schicksals". — Der Eoang. Kirchengesangverein Gießen wird am Mittwochabend 8 Uhr in ber Stadtkirche bas Weihnachtsoratorium „Die Gebtirt E^risti" von Heinrich von Herzogenberg aufführen, (siehe Anzeige in unserer Samstag-Ausgabe) Da- zu wird uns geschrieben: „In bie Einzelheiten blefer Musik hier einzugehen, ist unmöglich Die Meinungen und Urteile über Herzogenberg unb feine Musik (mb verschieben, in manchem sogar widersprechend pn einem Punkte sind alle Urteilsfähigen über Herzogenberg einig, daß er nämlich em musikalisches Rönnen besessen, in dem ihn keiner ber lebenden Meister übertroffen. In seine Musik muß man sich hineinvertiefen unb sie verstehen wollen Sie mutet ■ ’nem anfangs etwas fremd an. Aber je tiefer man sich mit ihr beschäftigt, um so mehr wird man 3on ihr begeistert unb emporgehoben. Die Perlen, bie sie bietet, ruhen in ber Tiefe, aber es sind schöne and echte Perlen. Herzogenbergs Schassen war „um großen Teil bem evangelischen Gottesdienst gewidmet. Ihn reicher und schöner auszugestalten, war sein Ziel. Vor allen Dingen suchte er in seinen Oratorien unb Kantaten die Gemeinde milzuer- 'assen, indem er Gemeindegesänge einlegt. Unb es sind diese von der Gemeinde gelungenen Choräle 'eine Einlagen etwa zur Erholung von Sänger und Gemeinde, nein, er verlangt damit von ben Zu- ■)örern ein Mitfühlen unb Miterleben damit bie Gemeinde nachher In einem Choral die Antwort auf >as vorher erlebte, ich möchte sagen das Finale leben kann. Das Weihnachtsoratorium ist für Solo- timme, gemischten Chor und Kinderckor mit Be Leitung von Streichinstrumenten unb Hoboe, außerdem für Gemeinbegesang unb Orgel abgefaßt. Her- jopenberg hat es in einem Monat (September 1894) vollkommen fertig geschrieben. Gewiß ein Beweis girier Originalität und inneren Reichtums. Den tert hat Friedrich Spitta feinem Freunde zufam- mcngefteflt aus den Worten der heiligen Schrift Job geistlichen Liedern. — Die Schmierigkeiten zur Einübung waren nicht klein. Mit ihrer Ueberwin- düng wuchs auch die Freude an dem Werk. So werden gewiß auch die Hörer mit Rreube den Weihnachtsklängen unb -sängen bieses Meisters lauschen. -nn. •• Der Goldene Sonntag brachte bei den günstigen Witterungsvcrhältnissen unserer Stadt wieder einen sehr starken Verkehr D'e Rundfunk-Programm deS $yranf)"nrtsr Lenders. (Aus der .Radio-Umschau".) Dienstag. 21. Dezember: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunbe der Jugend. 4.30 bis 3-45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Niels W. Kade. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lefestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Die Vererbungslehre und ihre praktische Bedeutung für die Tierzucht-, Vortrag von Dr. «chaub. 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochschule: „Altdeutsche Tafelmalerei X", Vortrag von Dr. Oswald Götz. Assistent am Städelschen Kunstinstitut. 7.30 bis 10 Uhr: Uebertragung aus bem Slaatstheater Kassel: -Die weiße Dame- — Korn. Op. in 3 Aufzügen von Boilbieu, Text von Scribe. (tifjihrijHtdKS. Die jetzige Jahreszeit ist zum Teil von unwill- kommenen Erscheinungen begleitet: Erkältungen, Grippe, Influenza pflegen in diefen Monaten Gaste zu fein, die aber leicht zu bannen sind durch den Ge- brauch des seit 160 Jahren bestens bewährten „Original Schlichte 1766“, den bevorzugtesten echten Steinhäger, hergestellt von der Firma H. W. Schlichte in Steinhagen in Westfalen unb erhältlich in alten Feinkostgeschäften. * E «Kchuhwiwen siebe« in unserem Laden zu gleichen Preisen und in alle« Gröden rum verkauf. ÄusverLaufte Stücke können sofort, spätestens aber innerhalb drei Tage« «ach- geliefert werde«. Wir bitte« unsere Kundschaft, sich durch lebhafte« Einkauf von diese« Tatsache« zu überzeuge«. Voittna «Schuh-Ges. m. b. 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D: vorher abzuschlies gerichtlichen vde kennung ist bemr einer Dnisenrer liöenversicherung Diese ®ai' der Unfall« i auch in der 21: mit der Dollendi über dem frü^i manchen M/Ien liden- und 2lng< tiiifenrtnte biß wurde. Ts darf Fortschritt M ne der schlich eine sehr viele Daise lich eine Derlä wenn die Waise jahres Schul- i für deren Sauei 21. Lebensjahr, weilergezahlt, tc des 15. Lebensj geistiger Sebrect zu erhallen, und io/ange der Zus bis Mn § stände rn Detrach DerusSgenossensch. rungsanstalt für 2 mit dem Antva •Rente über das eine Unterbrechm m Auch tuet 11 Auhegeld auS 6 8'W. erhall z. ^nderzuschr meinen unter ft ■«inft (immer nad ft Degriffsbesti noch nicht Jier toird darübe solange b ku ^usbis-nng tfr ft ^>nd übenoi Kind^ scheuer utzZ Ss* lchvarz und jJ La" Sofles° Z ‘•einen Ä ®runm ft da h)(lr allez pH, te1 di, den #L„ö-9e ? &*8le u Wnb qjr. ft Aar Ti-tzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 297 Zweites Blatt Sozialversicherung und Beoölkerungspolitik Don Georg Streiter, Berlin. Mitglied deS Reichsgesundheitsrates und des Preußischen LanDeSgesundheitsrates. Nachdem jetzt ein gervissec Abschluß der allgemeinen Reform der Reichsversicherungsordnung, der Angestelllenversicherung und der Knappschaftsversicherung erreicht worden ist — im einzelnen wird noch manches nachzuholen sein —, erscheint eS angezeige. weitere Kreise auf die systematische und typische Hervorhebung deS neuzeitlichen Gedankens einer Ausdehnung der Leistungen der deutschen Sozialversicherung unter Berücksichtigung der Bevölkerung-Politik, namentlich deS Nachwuchses und seiner Erhaltung, hinzuweisen. GS ift im allgemeinen viel zu wenig bekannt, wie umsangrelch in dieser Hinsicht die Sozialversicherung in Familien mit freien Kindern zu helfen in der Lage ist. So sind vor allem Kinderrecht und Kinderversorgung jetzt in der Unfall-, KnappschaftS-, Invaliden- und Angestelltenversicherung einheitlich geregelt. Es muh dabei erwartet werden, dah auch die Krankenkassen ihre durch die Satzungen geregelte Kinderfürsorge den neuen Bestimmungen anpaffen. Der Begriff .Kind" in der Sozialversicherung ist nunmehr wie folgt festgelegt worden. unZ> zwar weitgehender alS im bürgerlichen Recht. Es gelten als Kinder: 1. Ine. ehelichen Kinder: 2. die für ehelich erklärten Kinder: 8. die an Kindesstatt angenommenen Kinder: 4. die unehelichen Kinder eines männlichen Dersicherten, wenn seine Vaterschaft fest- gestellt ist: 5. die unehelichen Kinder einer Versicherten: 6. die Stiefkinder und Enkel, wenn sie vor Eintritt des Versicherungssalles von dem Dersicherten überwiegend unterhalten find. Das ReichSverficherungsamt hat erst ganz kürzlich zu der neuen weitgehenden Degriffs- besttmmung der unehelichen Kinder die sehr wichtige Entscheidung gefällt, die die Rechtslage der unehelichen Kinder im allgemeinen und auch der Dormundschastsbehürden ganz wesentlich erleichtert. GZ vertritt in dieser Entscheidung den Standpunkt, dah die Vaterschaft auch von den Instanzen der Sozialversicherung festgestellt werden kann. Der sehr umständliche Weg eines vorher abzuschliehenden Zivilprozesses oder einer gerichtlichen oder notariellen Vaterschaftsaner- tennung ist demnach zum Beispiel zur Erlangung einer Waisenrente in der Unfall- oder Invalidenversicherung nicht mehr erforderlich. Diese Waisenrenten endigen zwar jetzt in der Unfall- und Invalidenversicherung (wie auch in der Angestelltenversicherung) allgemein mit der Vollendung des 15. Lebensjahres. Gegenüber dem früheren Recht bedeutet das zwar in manchen Fällen eine Härte, da in der Invaliden- und Angestelltenversicherung bisher die Waisenrente bis zum 18. Lebensjahr gewährt wurde. Es darf dabei aber nicht ein groher Fortschritt des neuen Rechtes übersehen werden, der letzlich eine wesentliche Verbesserung für sehr viele Waisen bedeutet. Es tritt jetzt nämlich eine Verlängerung der Waisenrente ein, wenn die Waise nach Vollendung des 15. Lebensjahres Schul- oder Berufsausbildung genickt, für deren Dauer, längstens bis zum vollendeten 21. Lebensjahr. Ferner wird die Waisenrente weitergezahlt, wenn das Kind bei Vollendung des 15. Lebensjahres infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen auherstande ist, sich selbst zu erhalten, und zwar ohne zeitliche Begrenzung, solange der Zustand dauert, unter Umständen also bis zum Tode. Wenn einer dieser Um- stände in Betracht kommt, ist sofort der Unfall- Derufsgenossenschaft oDcr der Landes Versicherungsanstalt für Angestellte Mitteilung zu machen mit dem Antrag aus Weitergewährung der Rente über das 15. Lebensjahr hinaus, damit eine Unterbrechung der Rente nicht eintritt. Auch wer Unfollrente, Invalidenrente oder Ruhegeld aus der Angestelltenversicherung bezieht. erhält zu seinem Rentenbetrag einen Kinderzuschuh für jedes Kind, im allgemeinen unter folgenden Voraussetzungen: das Kind (immer nach der oben mitgetcilten erweiterten Begriffsbestimmung) darf das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Mer auch hier wird darüber hinaus die Kinderzulage gewährt. solange das Kind in Schul- oder Berufsausbildung ist und der oder die Versicherte das Kind überwiegend unterhält, ferner auch, solange das Kind infolge körperlicher oder geisti- Gießener Stadttheater. Hermann Ltcingocttcr: „Frau Hotte." Gestern nachmittag gab es im Theater ein groheS Gewimmel und Stimmenschwirren. L'chen und Jubeln, andächtiges Staunen und fröhl ches Händeklatschen, und ganz zuletzt, als der Hahn gekräht hatte, und die Pechtrine über und über schwarz und garstig besudelt heimgekehrt war aus Frau Holles Reich, da haben wir sogar einen Heinen Schluchzer gehört. Aber der war geschwind vergessen und übertönt, als zum guteiq End« die alle, weihnachtliche Weise zu klingen anhob: .Stille Rächt, heilige Rach:." Und viele glänzende Kinderaugen schauten selig in den brennenden Lichterbaum. Ein Märchenspiel für grob und klein, vom Intendanten oteingoettcr in 11 Bildern, nebst Dorspiel und Rachspiel, der Geschichte von der Frau Holle nachgedich'.et, die uns allen aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm wohlvertraut ist. Und es war zum Staunen, was es alles zu sehen und zu hören gab: da war der Hof der Witwe Rauscheboll mit Hund und Hahn und dem Brunnen Dorrn Haus. Und da war die stolze, faule Trine und die gute, fleißige Marie, die sich am Spinnrad Den Finger ritzte und der Spindel nachsprang, die in den Brunnen gefallen war. Auf dem Rücken eines grohen F.sches kam sie ins Wunderland geschwommen. Frösch' und Salamander brachten sie zu Frau Holles Häuschen: und siehe, da war auch der Apfelbaum. der geschüttelt sein wollte, und die Brote im Backofen, die verbrannt wären, wenn sie die Marie nicht herausgeholl hätte. Und Dlumenelfen kamen zu Tanz und Spiel, und als die Marie Heimw^ bekam, und wieder ger Gebrechen auherstande ist. sich selbst zu unterhalten und der Derficherte Da3 Kind über- wiegend unterhält. Es sei jedoch hervorgehoben, dih in der Unfallversicherung diese Kinderzulage nur gewährt wird, wenn (neben der Erfüllung dieser Vorbedingungen) der Unfallverletzte ein Schwerverletzter (Schwerbeschädigter) ist. allo eine Rente von 50 oder wehr vom Hundert der Dollrente oder durch mehrfachen Rentenbczug aud der Unfal.verliche- rung insgesamt mindestens 50 vom Hundert der Dollrente bezieht. In allen drei großen Zweigen der Sozial- versi cherung besteht hinsichtlich der H ö ch ft- grenze der Leistungen nunmehr einhcll ich die Bestimmung, dah die Gesamtbezüge der Hinterbliebenen 80 vom Hundert des Einkomm des Dersicherten nicht übersteigen dürfen. In der Knappschaftsversicherung ist der durchschnittliche Verdienst der höchsten Lohngruppe, der der Drrsicherte angehört hat, maßgebend. In der Invalidenversicherung richtet sich die Derechirung nach dem Iahresarbeits- verdienst, den in der gleichen Gegend ein gesunder Arbeiter derjenigen Berussgruppe erzielt, der der Versicherte nicht nur vorübergehend angehört hat. In ter Angestellten- versicherung kommt für diese Berechnung der Derdienst der höchsten Gehaltsllasse in Be- tvacht. der der Derficherte nicht nur vorübergehend angehört hat. Beim Ausscheiden eines Hinterbliebenen aus der Versorgung erhöhen sich in allen Versicherungen die Ö.-famtrenten bis zum zulässigen Höchstbetrage. Bezüglich der W o ch e n h i l f e sind mit Wirkung vom 1. Oft ober 1926 ebenfalls neue Bestimmungen in Kraft getreten. muffen jetzt durch die Krankenkassen an we bliche Versichere gewährt werden: 1. bei der Entbindung oder bei Schwanger- schaftsbcschwerden Hebammenhilfe. Arznei und kleinere Heilmittel sowie, falls es erforderlich wird, ärztliche Behandlung: 2. 10 Mark als einmaliger Beitrag zu den sonstigen Entbintungslosten und bei Schwangerschaftsbeschwerden: 6 Mark, falls eine Entbindung nicht stattfindet: 3. ein Wochengeld in Höhe des Krankengeldes, jedoch mindestens täglich 50 Pf., für vier Wochen vor und sechs Wochen nach der Riederkunft: 4. falls die Wöchnerin sttlll, ein Stillgeld in Höhe des halben Krankengeldes, jedoch mindestens 25 Pf. täglich für zwölf Wochen nach der Riederkunft. Die eingetretene wesenlliche Reuerung besteht darin, daß jetzt unentgeltliche Hebammen- hllse, Arznei und kleinere Heilmittel durch die Krankenkassen gewährt werden. Bisher war nämlich nur ärztliche Behandlung zu gewähren. Das Wochengeld, das bisher für vier Wochen erst bei der Entbindung fällig wurde, werd jetzt schon vier Wochen vorher gezahlt, damit die Wöchnerin, die meist infolge der Schwangerschaftsbeschwerden ienunter- stuhung angerechnet werden. Sinnlanö unö die Zowset-llnion Don E. Mukden. Mll dem dieser Tage von der Presse gemeldeten Abbruch der finnifch-russischen Der- tragsvcrhandlungen schließt sich, wenn man so jagen darf, Der negative Kreis der mißglückten ■Jkrfucßc Der Sowjet-Union, mit Den Ran d - staaten an der Ostsee zu einem geregelten Modus zu gelangen, nun.nchr zusammen: mit der einzigen kennzeichnenden Ausnahme von Litauen, sind die Versuche bisher sämtlich gc- scheiiert. Die Regel bei den Ostscestaaten, die Die Verhandlungen mit ihnen für die Sowjet-Union An einem „Versuch an einem untauglichen Ob- jeft“ machten, ist zunächst die Zugehörigkeit dieser Staaten zum Völkerbund, in Dem sie gerade angesichts des Mißtrauens gegen Ruß» land — einen Echirmherrn und Hort ihrer jungen Unabhängigkeit erblicken. Bei ßilaucii ist hingegen wegen der Entscheidung des Botschafter- rats vom 15. März 1923. durch Die das W il- nacr Gebiet Polen zugcsprochen wurde, das innere Verhältnis zum Völkerbund zwiespältig. Darin liegt der Grund des Scheiterns Der Heu- tralitätsvertrage zwischen diesen Staaten und Der Union, da eine solche Reutralität in absoluter Form, wie sie die Union verlangt, Dem SanktionSrecht des Völkerbundes widersprechen würde. Die Whängigkeit vom Völkerbund tritt um so plastischer hervor, als diese Staaten, die in dem sog. „Berliner Vertrag" von Deutschland sich vorbehaltene Entscheidung in jedem Einzelfall. ob die Notwendigkeit einer Sanktion vorliegt, für sich nicht zu beanspruchen wagen. Darin liegt ferner em Hemmnis für Schieds- gerichts Verträge zwischen den Baltischen Staaten, die atte Sireitigkeiten dem Völkerbund zur Entscheidung vorlegen möchten, und der Union, die diese richterliche Instanz nicht anerkennen will. Gegen einen Freundschaft s» vertrag nach litauischem Muster endlich, demzufolge anderweitige Vertrage ohne die Zustimmung Der Union nicht abgeschlossen werben sollen, sträuben sich aber Die neuen Staaten aus Dem Gefühl ihrer Unabhängigkeit heraus. Alle Diese Gründe: das Mißttauen gegen Sowjetrußland, die Zugehörigke t zum Völkerbund und das Unabhängigkeitsstreben sind nun ganz besonders bei Finnland ausgeprägt und sie bedingen zum guten Teil Die gesamte finnische Außenpolitik. „Sämtliche außenpolllischen Probleme Finnlands", sagt z. D. Johannes Och- quist (Suomi-Finnland, 1925, <5.68), „hängen mehr oder weniger mit Rußland zusammen in dem Sinne, daß sie durch die Rachbarschaft mit diesem Reiche die ihnen anhaftende Unsicherheit und Gefährlichkeit erhalten. Erst wenn Rußland ein Rechtsstaat geworden und als solcher sich bewährt hat. wird man in Finnland an eine Außenpolitik denken können, die nicht den Charakter eines nerDenau'ribenDen Vorposten stehens hat. Angefangen von der Aalandf rage bis in die letzten Stadien Der Randstaatenkonv.niionen ist es Immer RußlanD. das teils indirekt der Grund oder direll der bewußte Erreger aller außenpolllischen Sorgen Finnlands ist." Um diese .außenpolitischen Sorgen" — die freilich m der Aalandsrage ihren Grund auch in Schwc den hatten — sich zu erle ch- tern. wandte sich Finnland, das am 16. Dezember 1920 in den Völkerbund eintrat, bereits im folgenden Jahre an diesen, um d e Aaland- frage zu schlichten. Mein die Entschedung des Völkerbundes, die die Inseln F nnland zusprach, wurde von dem Sowj tound nicht anerkannt. Ende desselben Jahres 1921 rief Fi-mland abermals die Hilfe Genfs an — in der Frage O st k a t e - liens, das nach dem Dorpats Friedensvertrag zwischen Finnland und Sowjetrußland (14. Oktober 1920) bei Di fern verblieben war. in Dem aber ball) eine finnische Irredenta-Bewogung ausbrach. Die in Finnland selbst großen Anllang sand. Mein zu irgendeiner Entscheidung des Völkerbundes ist es in d eser Frage überhaupt nicht gekommen, da Sowjetrußland von vornherein es ablehnt, sich der Schiedsgerichtsbarkeit Genfs oder auch des Haag zu unterwerfen. Und daß auch bei Dem Abbruch Der gegenwärtigen DerhanDlungen mit der Sowjetunion über einen Garantiepakl d e Desorgn s Finnlands, nicht in Widerspruch mit Dem Völkerbund zu kommen, mit ausschlaggebend gewesen ist, gab Der finnische Außenminister in ein'm neuerdings von „Hu'vl.dstadsbladet" ve.öjfentiichten Interview offen an. Hasensrah und Löffelstiel), endlich Eu'anne He hm und Kurzhofs, die guten Großeltern. Sie Kinder, sie hörten es gerne: und heute Nacht wird wohl in manchem Kindertraum Der Hahn gekräht haben, und Die Goldmarie noch einmal in den tiefen Brunnen gestiegen sein. Dr. Th. Hochschulnachrichten. Der Ordinarius der allen Geschichte an Der Universität Freiburg i. B. Geh. Rat Prof. Dr. Ernst F a b r i c i u s ist von der preußischen Akademie Der Wissenschaften zum korrespondierenden Mitglied ihrer philosophisch-historischen Klasse gewählt worden. — Der ordentliche Professor Der Greifswalder Universität Dr. Walter Kolbe hat einen Ruf an d.e Universität Freiburg i. D. aus Den Lehrstuhl Der alten Ge'chichte als Nachfolger vor Geh. Rat Ernst <5'abncjus erhalten. — Der Wiener Physiologe Prof. Dr. Arnold D u r i g hat Den an ihn ergangenen Rus an die Un.oerfität Berlin ^^chfolger DD1 Fr^nz Hofmann abgelehnt. — Prof. Dr. Norbert Krebs in Freiburg i.D. hat den Ruf auf den Lehrstuhl der Geographie an der Universität Berlin als Nach- folger von Geheimrat Penck angenommen. — 2>er nichlbeamtete außerordentl che Professor an Der Universität Bonn Dr. Theodor Eris- m a n n hat einen Ruf als ordentl cher Professor der Philosophie an die Universität Innsbruck erhalten und angenommen. — Der durch die Berufung des ordentlichen Professors Dr. Äoebe nach Leipz g freigewordene Lehrstuhl für Mathematik an der Un versität Jena ist dem ordentlichen Professor Dr. Robert König in Münster zum 1. April 1927 angeboten worden. — Montag, 20. Dezember (926 Schon diese also frühzellig sich zeigende (Sr- gebniölvsigkeit aller mit Dem Völkerbund verknüpften Lösungsversuche gegenüber dem großen Nachbarreich Durfte Der finnischen Außenpolitik Die Notwendigkeit beweisen, eine andere, realere Gewähr für Die staatliche Unabhängigkeit und Sicherheit Finnlands zu suchen. Damit berühren wir Das Problem Der finnischen Bündnis- beftrebungen. Die aber einen so eigenartigen Verlauf genommen haben, weil letzten Endes Doch jener oben erwähnte, dritte Faktor Der finnischen Außenpolitik — Das Unabhängigkeitsstreben. gesteigert bis »ur politischen Eigenbrö- Dclci (gleichsam ein Spiegel Des inneren Volks- charakters) Den Ausschlag gab. Geopolitisch unD historisch liegt FinnlanD (da Die Sowjetunion als Gegner ausscheidet) zwischen Schweden und Den Baltischen Rand- staaten, und es ist daher natürlich, daß Zinn- lanDs BünDnisbestrebungen nach diesen bn>?n Richtungen hin verlaufen. DaS Lharakteriftische ist aber. Daß Die finnische Außenpolitik bis auf Den heutigen Tag weder nach Der cinefi noch nach Der anderen Seite hin Anschluß fan\ Finnland wandte sich an Schweden hil csuchend bereits in Dem Bürgerlrieg zwischen Den Roten und den Weißen im Jahre 1913, au4 Dem es erst durch iic Hilfe Deutschlands hinauslam. Daß Schweden durch Versagen seiner Hllse in Finnland eine Animosität gegen sich erregte, war natürlich: ebenso, daß die Begünstigung der schwedischen Irredenta auf den Aalands-Inseln durch Schweden diese Animosität neu aussrischte. Gekränkt wandte sich nun Finnland mit Eifer Dem Gedanken des Randstaatenbundes zu. An einer vorbereitenden Randstaatenlonserenz in Dilderlinghos bei Riga hatte sich Finnland übrigens schon im Jahre 1920 beteiligt. Mit Der erwähnten Wendung gegen Schweden traten aber Die Verhandlungen in ein aftiveS Stadium ein und am 17. März 1922 schloß der finni‘d,xe Außenminister Ho 1 sti mit den Vertretern Der Randstaaten in Warschau ein militärisches Abkommen ab. Da trat aber, am 11. Mai Desselben Jahres, der finnische Reichstag dazwischen, Der mit 119 Stimmen gegen 54 beschloß, zwar Die Interpellation wegen Dieses Wlommens, nicht aber dieses selbst zu beraten. Daraufhin demissionierte die ganw Regierung. Von Dieser Niederlage vermochte sich die kckndnis- freundliche Bewegung in Finnland bis zur Gegenwart nicht mehr zu erholen. Selbst nach Jahren, als Anfang 1925 in Helsingsors eine Konferenz Der Außenminister der Ostseestaaten zu- fammentrat, zeigte sich Die gesamte finnische Presse, von Dem sozialdemokratischen Arbeitsblatt bis zum konservativen Organ Der Schwe- tisch-Finnen „Svenska-Pressen" einmütig in der Ablehnung eines militärischen Bündnisses mit Den Randstaaten. Hier sprach sich eine Politik Der Vorsicht aus, Die es vermeiden wollte, durch Die Aktualisierung Des militärischen Gedankens die Feindseligkeit in Der Sowjetunion zu steigern, wobei noch besonders ins Gewicht fiel, Daß als Vorkämpfer Der BündniSidee Polen austrat, so Daß außer RußlanD auch Die Beziehungen zu Dem befreunDeten Deutschland durch Den Abschluß einer Militärkonvention getrübt werden könnten. Alles in allem war es wenn nicht eine insulare, so Doch eine ßafbinfulare Politik. Die sich lieber vor dem Kontinent mit feinen! Verwicklungen zurückzieht. Noch im Herbst D;3 gleichen Jahres 1925 erfolgte die Absage Finnlands an die Konferenz von Reval, auf Der Die so oft schon ventilierte 3Dee des Randstaa- tenbundes wieder einmal aufs Tapet gebracht werden sollte. Die halbinsulare, flan'inabifd>c Orientierung schien bereits die Wege für einen Dund mit Schweden zu ebnen. Die alten Fehden waren mit der Zeit ganz oder dock) zum Teil vergessen. Unö eS mutete nicht wie ein Zufall, sondern wie ein politisches Symbol und Symptom an, daß gleichzeitig mit jener Absage an Die Randstaatenkonferenz in Reval ein V.- such Der schwedischen Flotte in den Gewäsftm Finnlands stattfand unter Beteiligung des schwedischen Königs und des schwedischen Qlußennüni- sters, eine Demonstration, Die als ein Sich- WieDersinden zweier Völker, Die einst 600 Jahre lang einem und demselben Staat angehörten. gefeiert wurde. Das Ganze blieb aber auch nur eine feierliche Demonstration, ohne politische Folgen. Es trat abermals eine Wendung in Der finnischen Außenpolitik ein, nicht ohne den Einfluß Englands, Das es wohl nerftan"', aus den finnischen Wehrbestrebungen einen Vorteil für seine Rüstungsindustrie zu ziehen. Hier berühren wir einen Punkt, in Dem Die finnische Außenpolitik au'S engste mit Der Innenpolitik zusammenhängt: Die ru sische Gefahr wir) in FinnlanD nicht nur alS eine äußere, sondern im eminenten Sinne auch als eine innere Gefahr Der Privatdozent an Der Lln.versität Berlin, Geologe bei Der preuß sehen Geologischen L:n^ des anstatt, Dr. Karl Schloßmacher, hat Den 2tuf auf den Lehrstuhl Der Mineralcg e und Petrographie an der ttn versität Königsberg als Nachfolger von Prof. W. Eitel ang nommen. — Ernannt wurde der nichtbeamtete außerordentliche Professor an der ttn versität Berlin Dr. Alfred G ü 11 i ch zum ordentl chen Prosesior für Oßren-, Nasen- und Halskrankheiten an Der Universität Greifswald als Nachfolger von Prof. W. Brüning. Einen Ruf an Die deutsche Universität Prag als Nachfolger von O. Pifsl hat Prof. Güttich ab gelehnt. — Der D rek'.or und CphoruS des P red ig erlern in ar S in Wittenberg D. Waldemar Ma cholz hat Den an ihn ergangenen Ruf als Professor Der praktischen Theologie an die Universität Jena als Nachfolger des Geh. Rats Prof. D. Thümmel angenommen. Der ordentliche Professor an der Universität Frankfurt a. M. Dr. jur. Max Pagen st echer hat einen Ruf auf den neuerrichteten Lehrstuhl für Zivilprozeßrecht an Der Universität Hamburg erhalten. — Prost Dr. Otto M a u 11 ist vom Hessischen Landrsamt für Dildungswesen auf die Dauer von vier Semestern beauftragt worden, an Der Technischen Hochschule in Darmstadt Vorlesungen über Die Ruitur- geographie des Auslandes zu halten. - Prof. Dr. Alfred Weber hat Den an ihn ergangenen Stuf, den neu errichteten Lehrstuhl für Soz o- logie an der Hamburger ttn.versität zu besetzen, abgelehnt. — Der ordentliche Professor der Philosophie an der Philosophisch-theologischen Hochschule in Di Hing en a. D. (Bayern) Dr. phist Matth.aS Meier hat Den vor einiger Feit an ihn ergangenen Ruf an die Technische Hochschule in Darmstadt angenommen. ciapfunben. Die Erinnerungen an Daä Jahr des Bürgerkrieges. da die finnischen Roten sich mit Sowjetrus.en verbanden, sina noch wach. Roch Ende 1925 waren die int Jahre 1918 verhafteten finnischen Konununisten im Kerler und wurden trotz der Intervention der finnischen Sozcal- Lenwkratie nicht enttasjen. Im Mai 1525 iputce die Kommunistische Partei Finnlands aufgelöst und deren ParlamentZvertreter verhaftet wegen des Verdachts. daß sie ihre Immunität zu Pro- raganda^weclen benutzen, liederholt wurden auch grhci.ne Agitattons.entr.n des Kommunismus im Lande aufgeweckt. Andererseits wurden auch bi Leningrad Spezialkurse militärischen und agitatorischem Charaltcrs für die sich dort aushaltenden roten Finnländer eingerichtet. Unter tiefen Umständen wurden die Llbrüsiungsoestre- Bungen der finnischen Sozialdemokratie von der Mehrzahl der Volksvertreter abgelehnt (lU Sozirldemolratie mit ihren 63 Wgeor .neten steht im" Reichstag dem Zentrum und der Reckten gegenüber, di- je 61 Vertreter haben). Finnland unterhält eine reguläre Armes von etwa 20 000 Mann, aber auch eine freiwillige Wehr nach militärischem Muster (etwa 100 COO Mann), die schnell mobilisiert werden kann. Da die Grenzen Finnlands nach Osten hin aber kaum ausreichend befestigt sind, ist ein freiwilliger Flottenverein an der Arbeit, um die Marine auszubauen, die heute mit ihren 3000 Tonnen selbst hinter der estnischen Flotte (55000 Tonnen) zurückbleibt. Diese Wehrbestrebunaen im Zusammenhang mit den geschilderten Mißerfolgen der Dündnis- politik in Finnland lassen erkennen, daß das gegenwärtige Finnland vor allem auf die eigene Kraft sich stützen will. „Finlandia fara da se“, mit dieser Parole könnte man die heutige Außenpolitik Finnlands überschreiben. Es fragt sich aber, gerade weil der Ausgleich mit der Sowjetunion so oft und auch zuletzt gescheitert ist, ob diese Politik der splendid Isolation sich auf die Dauer aufrechterhalten läßt. Schon spricht man in eingeweihten Kreisen von einem militärischen Bündnis Finnlands mit Estland. Jedenfalls liegt ein solches Bündnis mit Estland und Lettland (warum nicht mit Polen und Litauen, geht aus dem oben Gesagten hervor) zunächst auf der Linie der finnischen Außen- politi'. Freilich, der nach den jüngsten Zeitungsnachrichten offenbar bevorstehende ilebergang des Kabinetts in die Hände der finnischen Sozialdemokraten kann zu einer gewissen Besserung der Beziehungen zur Union beitragen. Doch können dauernde außenpolitische Aufgaben natürlich nicht von einer vorübergehenden parlamentarischen Konstellation abhängig gemacht werden. Oberhessen. Landkreis Gics;ctt. CO Klein.Linden, 18.Dez. Aus der jüngsten Gemeinderats sihung ist als bemerkenswert zu berichten: Für das laufende Rechnungsjahr sollen auf je 100 Mark Steuerwert erhoben werden an Sondergebäude- steuer 58,7 Pfennig, an Grundsteuer, und zwar auf Gebäude und Bauplätze 25,4 Pfennig, auf land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitz 82 Pfennig. Die Gewerbesteuer beträgt auf 100 Mark Steuerwert des landwirtschaftlichen und gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals 70 Pfennig, auf 1 Mark staatlichen Gewerbe- steuerertragssolls für 1925 sollen für das laufende Rechnungsjahr 70 Pfennig erhoben werden. Zum Punkt Wasserleitungs - undKana- ltsationsanlage wurde beschlossen, vorerst beim Kulturbauamt Auskunft einzuholen über die Höhe der Kosten, die entstehen durch Ausstellung eines Voranschlages für die geplanten Anlagen. In Sachen des Kriegerdenkmals soll durch den Gemeinderat und den geschäftsfüh- renden Denkmalauschuh vorerst eine Be chtssi- gung deS in Frage kommenden Geländes vorgenommen werdem Die Hundesteuer wird für das Jahr 1927 in derselben Höhe erhoben wie für 1926, nämlich für den ersten Hund 6 Mark, für den zweiten 12 Mark und für den dritten 18 Mark. Der Gemeinderat ertlärt sich einverstanden mit den Aufwertungsansprüchen der Dezirkssparkasse Gießen, die eine Aufwertung ihrer Darlehen von 12'/» Prozent fordert. Die Tilgung der Schuld soll in drei Jahresraten erfolgen, und zwar In den Jahren 1927, 1928 und 1929. Den Gemeinderat ist jedoch mit der Anforderung der Bezirkssparkasse nur einverstanden, wenn diese auf eine eventuelle spätere wertere Aufwertung verzichtet. X Klein-Linden. 18. Dez. In den letzten mondhellen Nächten ließen zwei Hausfrauen die frischgewaschene Wäsche über Nacht im Gar- ten hängen. Am andern Morgen mußten sie zu ihrem Schrecken feststellen, daß Spitzbuben in der Nachl einen großen Teil der Wäschestücke f o r t g e) d) l e p p t hatten. Von den Langfingern» hat man noch keine Spur. Der Schaden der Bestohlenen ist erheblich. Die Fälle mögen andere Hausfrauen zur Vorsicht mahnen. T Altendorf a. v. Lahn, 18. Dez. Die Feldbereinigungs - Arbeiten schreiten rüstig weiter. Gegenwärtig wird der Feldweg nach Dutenhofen in Stan) gesetzt, jedoch wird noch einige Zeit vergehen, bis t'e Arbeit beendet ist. Längs der Siraße nach der Mittel- Sorgermühle werden gegenwärtig, tiefe Gräben ausgehoben zum Abzug des Wassers. An der Verlegung und Grablegung des Kleebach- bettel wird immer noch gearbeitet. Die im Herbst übergebenen Aeä:,' konnten vor Eintritt der kalten Witterung noch ausgestellt werden. Jedcch sind heute noch viele Landwirte mit der Zuteilung ter Grundstücke nicht einverstanden, so daß das Schiedsgericht Entscheidungen treffen muß. Der Verkauf der Massegrunditücke wird in nächster Zeit vor sich gehen. Ob infolge der Geldknappheit unserer Landwirte der zu erwartende Erlös für diese Grundstücke die älntosten der Feldbereinigung decken wird, bezweifeln viele Einwohner. Sie befürchten, daß noch größere Beträge von den Landbesi' :rn aufgebracht werden müssen. Hoffentlich b:l.)rt sie die Zukunft eines besseren. Auch die Schwarzseher und ewig Anzufriedenen werden sicher nach Jahren zu der äleberzeugung kommen, daß die gtlbBereinigung doch große Vorteile mitgebrackt hat. X Allendorf (Lahn), 18. Dez. Gestern nachmittag v e r u n g l ü a t e ocr bejahrte Emwohner 3. Lenz beim Baumfällen im Waldrevier Hopfenstein. Als der Mann in Gemeinschaft mit seinen Arbeitskollegen einen Daum fällen wollte, stürzte unversehens ein anderer, eben-, falls angehauener Stamm mit um, der Lenz so unglücklich traf, daß er einen älnterschentel- bruch, Kopfverletzungen und eine Quetschung der Brust davontrug. Der Bedauernswerte wurde der chirurgischen Klinik in Gießen zugesü^tt. [T] Lollar, 19. Dez. In der elektrischen Lichtoersorgung unserer Geeminde treten in j letzter Zeit wiederhost Mängel auf, die zu lebhaften tagen der Einwohnerschaft Anlaß geben. Neben Zerstörungen der Glühbirnen in den Haushaltungen und bei der Straßenbeleuchtung versagte in der vergangenen Woche zweimal die Stromversorgung während der Nacht- und Morgenstunden vollständig. Gründliche Abhilfe tut hier dringend not. Kreis Friedberg. • Friedberg, 18. Dez. Die Handelskammer Friedberg besttmmte in ihrer gestrigen Sitzung den Rechtsanwalt und Rotar Stahl, Dad-Rauheim, zum Vertreter der Kammer im Vorstand des Derkehrbundes Ober Hessen. • Dad-Rauheim, 18. Dez. Die Stadt-- verordneten-Dersammlung beschloß in ihrer gestrigen Sitzung den Beitritt unserer Stadt zum Derkehrsbund Oberhessen. y. Wölfersheim, 18. Sex. Aus der G e - meinderatssitzung- Der Antrag der Bahnmeisterei Hungen auf Stellung von Gelände zur Erweiterung des hiesigen Bahnhofs wurde der erheblichen Kosten wegen a b g e l e h n t, zumal auch die Gemeinde kein besonderes Interesse au der Vergrößerung des Bahnhofs hat. — Die Gemeindehunde ft euer wurde für das Jahr 1927 in derselben Höhe festgesetzt wie in 1926; zu der staatlichen Steuer von 12 Mk. tritt eine solche der Gemeinde von 4 Mk. — Zur Verminderung der Spatzenplage sollen diese Schäd- linae während des Winters zum Abschuß gegen ein Schußgcld von 10 Pf. freigegeben werden. Schießerlaubnisscheine werden von der Bürgermeisterei an zuverlässige Personen über 20 Jahre abgegeben. WSN. Södel, 18. Dez. Im hiesigen Jagdbezirk wurden bei der gestrigen Treibjagd 216 Hasen zur Strecke gebracht. Im Gegensatz zu anderen Jagdbezirken scheint Meister Lampe hier mit Vorliebe seine Hasenseele zu opfern, da bei der vorletzten Jagd im Bezirk Södel 47 Hasen und vier nwrMmwiiawr<*?i-awtfiaEiei a Füchsen, und im Melbacher Gebiet 156 Hasen das Lebenslicht ausgepustet wurde. • CO Nieder-Florstadt, 18. Dez. Die diesjährige Treibjagd in unserer Gemarkung halte ein verhältnismäßig günstiges Ergebnis. Es wurden 15 2 Hasen zur Strecke gebracht. Die Beute ist also wesentlich hoher wie im vorigen Jahre mit etwa 60 Hasen. — Die Zahl der Erwerbslosen ist hier wieder stark angewachsen, wenn auch die Ziffern des vorigen Jahres nicht ganz erreicht find. Die Höchstzahl im Dezember ist 106, von denen aber wieder 40 Mann beim Holzfällen im Wald auf drei bis vier Wochen Beschäftigung .haben. Wenn die Holzarbeiten in dem benachbarten Wick- stödtcr Wald beginnen, wird die Zahl weiter fallen, wenn nicht inzwischen wieder Entlassungen erfolgen. Lis jetzt sind Weißbinder, Schlosser und Schreiner am meisten betroffen. Kreis Büdingen. Qj Nidda, 18. Dez. Aus der jüngsten G e - meinderatssitzung ist u. a. zu vrricht«,: Von den Wohn hä Jem Los.m tutö Knorr bis zur Einmü'.dnng der Straße in dir Salzhäuser Straße soll ein Rohrlanal zur Aol.itung der Abwasser hergeste.lt w.rdrn, wenn die Anlieger sich d-r Leistung eines B.ilragrs in Höhe von lz4 der aus die Grundstücke nach Maßgabe der Frontlänge entfallenden Kosten übernehmen. — Der Gemeinderat nah.n Ke.ntris daaon, daß die DrandversicherungSkammer z , den auherordentlichm Anschaffungen für de Ausrüstung der Feuerwehr nu: 330 Mk. beigetragen hat, uno ersuchte, demnächst Schritte zu unternehmen, daß aus Mitteln für 1927 nochmals ein Z. schuß gewährt wird. — Für die S o z i a l - und Kleinrentner wurde eine W i n t erbe i Hilfe in Höhe von zusammen 830 Mk. bewilligt, die je zur Hälfte vom Kreis und der Gemeinde zu tragen sind. — Die S.adt Aid da tritt den Derkehrsbund Oberhess en ais Mitglied bei. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 18. Dez. Der Stadtvor - stand beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung zunächst mit der Prüfuna der Rechnung der Stadt sowie des st ä d t. Elektrizitätswerkes für Rj. 1925. Die Rechnung der Stadt für 1925 schließt mit einem lleberschuß von rund 58 000 Mark ab. In dieser Summe smd jedoch die Rech- nungsrefte der vorausgegangenen Jahre enthalten. Die Gesamteinnahmen der Stadt betragen rd. 380 311 des städtischen Elektrizitätswerkes schließt mit einem lleberschuß von 17 368 Mk. ab. In diesem Betrag ist ebenfalls der Rechnungsrest der vorausgegangenen Jahre enthalten. Die Gesamteinnahmen des Werkes betragen 115 862 Ml., denen rund 98 493 Mk. in Ausgabe gegenüberstehen. Beide Rechnungen wurden genehmigt. Nach den Ausführungen des Bürgermeisters steht zu erwarten, daß die 1926er Rechnung nicht so günstig abschließt, jedoch ist aus seinen weiteren Mitteilungen zu schließen, daß der Voranschlag 1926 nicht überschritten wird. — Sodann stimmte man dem Beitritt der Stadt $ u m Verkehrsbund Oberhessen zu. Als jährlicher Beitrag wird auf den Kopf der Einwohner- S'' 1 Pf. erhoben, so daß Lauterbach etwa 48 Mk. resbeitrag zu zahlen hat. — Die E i n z e l - Händler Lauterbachs sind an die Stadt herangetreten mit dem Ersuchen um Neuregelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Sie wünschen zwei Der'kaufsstunden Sonntags sowie Verlängerung der Verkaufszeit Samstags abends bis 8 Uhr. Bürgermeister Walz weist darauf hin, daß der Stadtvorftand zur Erledigung dieser Gesuche nicht zuständig sei. Es wurde beschlossen, die Gesuche ohne Stellungnahme an die Einsender zurückzugeben mit dem Hinweis, sich in dieser Angelegenheit an die zuständige Behörde zu wenden. — In einer früheren Sitzung war beschlossen worden, dem Umbau des st ä d t. Elektrizitätswerkes auf Dieselmotoren näherzutreten, da die Ttajdpncn des Werkes nicht mehr der Neuzeit entsprechen, seit etwa 27 Jahren im Gebrauch stehen und somit kaum noch in der Lage sind, hauptsächlich in den Wintermonaten den erforderlichen Strom zu erzeugen. Nach den Ausführungen des Bürgermeisters ist das Ueberland- werk in den letzten Tagen wiederum an die Stabt herangetreten und regt den Anschluß an dieses Werk an. Der Stadtvorftand hat demnächst darüber Beschluß zu fassen, ob man sich dem Uederlandwerk anschließen oder auf Dieselmotoren umstellen will. IIm diese Frage zu klären, soll der staatliche Gutachter Gudernatsch in der nächsten Sitzung an Ha"d von Rentabilitätsberechnungen und Kostenvorschlägen einen Vortrag halten. Auch Direktor von Stadler soll in dieser Angelegenheit gehört werden. Starkenburg. =.'== Offenbad), 18. Dez. Eine beschränkte W e i h n a ch l s b e i h i l f e an die Beamten und Angestellten hat die hiesige S t a D t d e r • orbnetenoerfammlung beschlossen. Nur die Beamten und Angestellten in den Besoldungsgruppen 1 bis 5 erhalten die gleichen einmaligen Zu« lagen, wie sie für die Reichsbeamten vorgesehen sind, mit der Maßgabe, daß diejenigen Beamten der Gruppen 6 und 7, deren Grundgehalt das End- gehalt der Gruppe 5 (171 Mk.) nicht übcrftelgt, eine angleichende Zulage bis zur Erreichung der für die Endstufe 5 sich errechnenden Bezüge erhalten. Die städtischen Arbeiter erhalten: Ledige 20 Mk., Ver- heiratete 25 Mk., für jedes Kind 5 Mk., nicht Vollbeschäftigte, soweit sie über 24 Stunden tätig sind, im übrigen j dieser Beträge. Die Arbeiterinnen erhalten ; dieser Bezüge. Ruhegehalts- und Hinter- bliebenenfürsorgeempsänger erhalten f der Dezemberbezüge. Die Erwerbslosen und Empfänger von Wohlsahrtsunterstützung bekommen: Ledige (im elterlichen Haushalt) 1Ö Mk., Alleinstehende und Familien bis zu 3 Köpfen 15 Mk., Familien bis zu 5 Köpfen 20 Mk., mit mehr als 5 Köpfen 25 Mk. Die Stadtverwaltung rechtfertigt diesen Beschluß gegenüber der bekannten Entschließung des Hessi- scheu Landtags damit, daß die Stadt Offenbach den Erwerbslosen und Wohlfahrtsunterstützungsempfängern bereits eine Winterbeihilfe Tmt-d) Brennstoff- belieferung, Gaspreisermäßigung, Brotoerbilligung, Mietbeihilfen u. dgl. in. gewährt. WSN. Groß-Gerau, 18. Dez. Bei Neu- bauten im hiesigen G a s w e r k kam es gestern nachmittag bei Schweißardeiien an einem Leitungsrohr zu einer Explosion, wobei ein T c i l d e s Gebäudes in die Lust flog. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Rheinhessen. WSA. Worms, 13. Dez. Gestern nachmittag spielten ein sechsjähriges Mädchen und ein gleichaltriger Knabe in einer Anlage mit Streichhölzern. Durch ein Streichholz, das der Knabe anzündete, gerieten dabei die Kleider des Mädchens in Brand. Aus die Hilferu'e des Kindes eilten Pafsanten herbei und löschten die Flammen. Jedoch waren die Brandwunden des KindcS derart schwer, daß ei' kurz nach seiner Ein- lieserung ins Krankenhaus verstarb. — Gestern mittag wurde ein kleiner Junge in der Röhe d s Mai rzer Toras von e.nem Motorradfahrer überfahren, ten er in das Ra) hineingelaufen war. Der Junge wurde in erheblich verletztem Zustand ins städl. Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr soll nicht bestehen. Preußen. Kreis Wetzlar. WSN. Wetzlar, 18. Dez. Gestern de rft a r b hier der Seniorchef der bekannten „Herkules-Werke", Fabrikant Otto C o e r s , der seit mehreren Jahrzehnten in dem industriellen Leben unserer engeren und weiteren Heimat mit an führender Stelle gestanden hat. Das von ihm begründete Werk war durch seine Werkzeugmaschinenfabrikation weithin bekannt. Der Verstorbene bekleidete mehrere Ehrenämter und erfreute sich hohen Ansehens. WSA. K r o f o o t f, 18. Dez. Elektromonteur Richard Treuth von hier, der bei den Siemens-Schuckertwerlen in Wetzcar bedienstet war, wurde bei Montagearbeiten auf der Eibelshäuser Hütte vom elektrischen Stark ström getötet. ’ö‘ 2lus dem Kleebachtal, 18. Dez. In den Gemarkungen unserer Gegend ist in den letzten Wochen eine starke Maulwurfsplage zu beobachten. Auch die A ck e r s ch n e ck e . die sich infolge der milden Spätherbstwitterung ungehindert ausbreiten konnte, ist stellenweise in großen Mengen vorhanden und richtet auf den jungen Wintersaaten, namentlich beim Weizen, große Schäden an. <> Hochelheim, 18. Dez. Unter dem Viehbestände zweier hiesiger Landwirte ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Einem Landwirt sind bereits zwei Kälber an der Seuche verendet. a6» Hochelhe i m , 18. Dez. Um die Schäden zu beheben, die alljährlich das Versumpfen von Wiesenflächen mit zu hohem Grund- OerFrosch mii derMaske Roman von Edgar Wallace. 20 Fortsetzung Nachdruck verboten Die Musik begann schmetternd, dudelnd, quietschend von neuem, und Lew Brady holte Ray an den Tisch zurück, wo er reglos, den Kopf in die Hand gestützt, sitzen blieb. Lola bestellte Champagner. „Es gibt Zeiten," sagte Elk, „wo der verlorene Sohn und das gemästete Kalb sich so ähnlich sehen, daß man sie nicht voneinander unterscheiden kann." Dick schwieg, aber sein Herz blutete um den geheimnisvollen Mann aus Horsham, denn er hatte in Bennetts Blick die Verzweiflung eines Verdammten gesehen. XIII. Ein Ueberfall in der Eldorstraße. Während der ganzen Szene war Ezra Maitland vollkommen ruhig dagesessen, und es hatte den An- chein, als bringe er den Geschehnissen nicht das zeringste Interesse entgegen, ja, als kämen sie einem zerstreuten Geiste gar nicht zum Bewußtem. Endlich stand der alte Mann schwerfällig auf und verlieh den Saal. „Jetzt geht er und hat feine Rechnung nicht bezahlt", flüsterte Ett. Trotz dieses Versäumnisses begleitete der Oberkellner Den bejahrten Millionär zur Tür, Ueberrotf, Zylinder und Stock wurden ihm gebracht, und er war den Blicken entschwunden, bevor die sich verbeugenden Diener sich wieder ausgerichtet hatten. Es schien, als hätte das Publikum nach der viel diskutierten Störung seine gute Laune wiedergewon- nen.' Es ward allgemein getanzt, und die Heiterkeit erstieg ihren Höhepunkt. Dick sah auf die Uhr und gab Elk ein unmerkliches Zeichen. Sie erhoben sich und schlenderten ohne Hast zur Tür. Ein Kellner kam ihnen eilenbs nach. „Die Herren wünschen zu zahlen?" „Später, in drei Minuten", sagte Dick. In dem Moment zeigten die Zeiger der Uhr auf ein. Genau drei Minuten später war der Klub in den Händen der Polizei. Um ein Uhr fünfzehn war er bis auf die diensthabenden Detektive und das Personal geleert. „Wo ist Hagn?" verhörte Dick den Oberkellner. „Er ist nach Hause gegangen“, sagte der Mann mürrisch. „Er geht immer zeitig nach Hause." „Das ist eine Erfindung, mein Sohn", sagte Elk. „Führen Sie mich in sein Zimmer." Sie kamen in ein großes, fensterloses, gemütlich eingerichtetes Gemach, das im Erdgeschoß lag, — in einem Teile der alten Missionshalle, den man unberührt gelassen hatte. Während die Unterbeamten die Bücher Blatt für Blatt untersuchten, durchforschte Elk das Zimmer. In einer Ecke stand ein kleines Safe, auf welches er das Polizeisiegel klebte. Auf einem Safe lag in ziemlicher Unordnung ein Anzug, der anscheinend in aller Eile abgestreift worden war. Elk trug ihn unter das Lampenlicht und betrachtete ihn genau. Es war der Frack, den Hagn getragen hatte, als er sie zu ihren Sitzen geleitete. „Führen Sie den Oberkellner her." Der Oberkellner wollte oder konnte keine Auskunft geben. „Herr Hagn wechselt immer die Kleider, bevor er nach Hause geht", sagte er. „Warum ist er fortgegangen, bevor der Klub geschlossen wurde?" Der Mann zuckte die Achseln. „Ich kenne seine Privatangelegenheiten nicht", sagte er und Elk entließ ihn. An der Wand stand ein Toilettetisch und ein Spiegel. Zu beiden Seiten des Spiegels waren kleine Lampen angebracht, die keinen Lampenschirm hatten. Elk drehte auf und in dem grellen Licht prüfte er den Tisch. Sofort fand er zwei Haarbüschel und hielt sie an Den Aermel seines schwarzen Rockes. In der Schublade fand er eine kleine Flasche mit Alkoholgummi und prüfte daraus die Bürste sorafältig. Dann hob er den Papierkorb auf und schüttelte dessen Jnahlt auf den Tisch. Er fand ein paar zerrissene Rechnungen, Geschäftsbriefe, die Ankündi- gung eines Geschäftsmannes, drei zerbröselte Zi- garettenftummel und verschiedentliche Papierschnitzel. Einer davon war mit Gummi bedeckt und klebte zusammen, ,Hch möchte wetten, daß er damit seine Bürste abgewischt hat", sagte Elk. Mit einer Schwierigkeit zog er den Zettel auseinander. Er war mit der Maschine geschrieben und bestand aus drei Zeilen „Dringend. Besucht Sieben in E. S. 2. Kein UeberfaU. Versichert Euch 2)1.s Aussage. Dringend! F. 1." Dick nahm das Papier aus Elks Hand und las es, „Darin, daß es keinen Ueberfall geben wird, irrt er jid)", sagte er. „E. S. bedeutet Eldorstraße. Und 2 i]t entweder die Nummer zwei oder zwei Uhr." „Aber wer ist M.?" fragte Elk stirnrunzelnd. „Anscheinend Mills, der Mann, den wir in Wandsworth gefangen haben. Er hat feine Aussage schriftlich niedergelegt, nicht?" „Er hat sie zumindest unterzeichnet", sagte Elk nachdenklich. Er wendete die Papiere um und um und nach einer Weile fand er, wonach er gesucht hatte. Einen kleinen Briefumschlag, der in Maschinenschrift an ,,G. D. Hagn" adressiert war und auf der Rückseite Den Stempel Des Bezirks-Botendienstes trug. Elk schickte nach dem Portier. „Um welche Zeit wurde dies hier abgegeben?" fragte er. Der Mann war ein ausgedienter Soldat, der einzige der Verhafteten, der seine Lage zu empfinden schien. „Der Brief kam ungefähr gegen neun Uhr, Herr Inspektor", sagte er bereitwillig und brachte zur Bestätigung sein Postbuch. „Er wurde von einem Messengerboy gebracht." „Bekommt Herr Hagn viele solche Nachrichten?" „Sehr wenige, Herr Inspektor", sagte der Por- tier und fügte eine ängstliche Frage bei, was man mit ihm vorhabe. „Sie können nach Hause gehen, aber unter Bedeckung. Sie dürfen hier mit niemandem sprechen und niemandem jagen, daß ich mich nad; diesem Briefe erkundigt yaoe. Haben Sie verstanden?" „Jawohl, Herr Inspektor." Elk rief die Telephonzentrale an und liefe für eine Stunde alle telephonischen Verbindungen unterbrechen. Es war jetzt dreioiertel zwei Uhr. Ec hieß achtzehn Detektive zurückbleiben, um Den Klub zu beaufsichtigen und fuhr, von Dick und Der übrigen Polizeimann(chaft begleitet, mit Der größtmöglichen GeschwinDigkeit nach Tottenham. Etwa hundert Meter, ehe sie Die Eldorstraße cr- reichten, hielt das Auto an und alle fliegen aus. Dick liefe seine Leute Die Nebenstraßen nehmen und ging allein mit Elk weiter. An der Ecke der Eldorstraße sah dieser, Daß die Vorsicht seines Chefs wohl begründet gewesen war. Ein Mann lehnte an einem Laternenpfahl und Elk verwickelte Dick jofort in ein lebhaftes und lautes Gespräch über einen harmlosen Gegenstand. Der Mann unter dem Kandelaber zögerte einen kleinen Augenblick zu lange. Als sie neben ihm waren, wendete sich Elk in ihn. ,/).ibcn Sie viel- leicht Feuer?" fragte er. „Nein", brummte der andere. Im nächsten Augenblick lag er aus dem Boden. Elk kniete auf feiner Brust und hielt mit feinen langen knochigen Fingern seine Kehle umklammert. „Wenn ou schreist, Frosch, erdroßle ich dich", zischte der Detektiv. Der Mann war in den Händen der herbeieilenden Detektive, er war geknebelt, gefesselt und auf dem Wege zum Polizelauto, ehe er begriff, was für ein Tornado ihn niebergemorfen habe. ..Alles hängt jetzt davon ab, ob derjenige Gentleman, der in der Passage zwischen den Gärten patrouillieren dürste, diese umziemliche Balgerei mit angesehen hat?" sagte Elk und staubte sich ab. .Hat er es gesehen, Dann Dürften sich nette Dinge ereignen." Aber anscheinenD war er Die Wache in dem kleinen Gange selbst gewesen. Elk stand am Eingang still, lauschte und horte sogleich gedämpfte Schritte. Er schlüpfte in Den Gang und trat selbst nicht allzu leise auf. „Wer ist da?" fragte Der Wächter. ,Hch!" flüsterte Elk. „Mach nicht so viel Lärm." „Was hast du hier zu fud;en ?" fragte der andere in gebieterischem Tone. „Ich habe dir gesagt, Daß Du bei Der Laterne stehen bleiben sollst. Elks Augen hatten sich bereits an Das Dunkel gewohnt und er schätzte die Distanz ab. „Es kommen zwei komische Leute die Strafet hinauf. Ich wollte nur, daß Du sie siehst", flüsterte er. In seiner Jugend hatte Elk Fufedall ge|pieü und nun (tiefe er zu. Der Mann stürzte mit einem An« prall zu Boden, daß es ihm Den Atem verschlug und cr nur das unwillkürliche Keuchen ausftiefe. Das einem Knock Out folgt. Der NieDergeichlagene war unfähig zu schreien und noch immer atemlos, al# ihn schon bereitwillige Hände in den Patrouillen- wagen warfen. (Fortsetzung folgt) Dd »"Lo s WC r«n9:.7/llmbo EU «'n? tzLlich ein 6cr(t,ftr lvordew K •A Marbu W Theologie IJi •w.s: JaW 'N den Minen sem. da OM Mde iu einem M°md Morbe verdach LaMgemeisier als Sohn des x aus uni gab. 41 auf her Straße bube wurde Dar, am Orte bejmdli Morgen brach Zelle aus. Er bog die S'ienstab nung und entkam wurde beschlagnak K _l_ Cleeb, Treibjagd auf in einer Vmsterwi von dem Hunde e Schützen gelang e Ichrvl zur Lire noch 1 Doch 1 $ DSA. Fu Kreistags! einen Bericht Kreiswahlf geht, Laß bei grööere lln kommen finft 3 futterten Utih mW für nity »orten. Die zu men Mauten sich Die HachiveisM fertigt unb von t Leuten quittiert fahrtsamtes, 1 sagen wir, d; besonders zi tiefempfunde Für die i Heimgang i RES1 RESI ’RESLMt/ (MU RES?) (§W Die Ich- immatrikulierten be- Ml. wieder beschaff werden. um den vergeben werden. Es kommen 2os Achtung! Hausfrauen! Los 3: MMIMMIWlu Los 4: Steinen Los werden. 10494B Hi^iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiilliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiillllilllllinillllllllTillllllllllllll^llllllllffR Stöcke Handschuhe Mützen Kreuzplatz 6 GIESSEN Kreuzplatz 6 10506* Steinen in die ^achtal, 18. 3n Irgend i(l in den l^ten folgende Steinen in die Steinen in die Milderung wurden. gc stellt Seuche Wenn der Kuchen soll geraten kauf' Hef' und Mehl im Bäckerladen! Bürgermeister» «ahl in Bönstadt. Gießen, den 18. Tezember 1926 Ter Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Rosenberg. Lose Los BESTE GESCHÄFTSREKLAME IST STETS EIN INS! RAT IM GIESSENER ANZEIGER worden. Ein Stück Rindvieh ist an dc bereits verendet. Kreis Marburg. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres teueren Entschlafenen Louis Walther Zugführer i. R. sagen wir, da es uns unmöglich ist, jedem einzelnen besonders zu danken, auf diesem Wege unseren tiefempfundenen Dank. 08789 Käthchen Walther geb. Bauer Dina Walther Familie Darmstädter an der 3. und 7. Schneise: Anfsetzen von 220 cbm Steinen an der 9. Schneise. Vergebung von §iein- ansuhr sür denZtadtwald. Die Anfuhr von 620 cbm Grundbausteinen aus dem städtischen Stein- bruch (an der 9. Schneise) an die Wege im Stadtivald und das Aussetzen der Steine sollen mit Mittwoch, dem 22. Dezember 1926, vormittags 11 Uhr, im Stadthaus Bergstraße, Zimmer 6, sch. Marburg, 19. Dez. Ein Gauner gab dieser Tage in dem benachbarten Cölbe eine Gast« rolle. Er wollte mit einem Auto von Worms gekommen sein, bat bei dem Bürgermeisteramt .... Obdach, wurde kurze Zeit daraus aber im Dorfe mit einem Motorrad gesehen. Da der junge Mann der Behörde verdächtig oorkam, wurde er durch den Landjagermeister am Bahnhof gestellt. Er wies sich als Sohn des Mafchineninspektors Eicke in Celle Schriftliche Angebote find bis zu dem genannten Termin au das städtische Rcchnungsamt, Stadthaus Bergstraße, einzureichen. Tic Bedingungen können dort eingesehen Bäcker-Innung Gießen 10302V___________ von dem Steinbruch Abt. 114 (3. Schneise): Anfuhr von 220 cbm von dem Steinbruch Abt. 53 (9. Schneise); Aussetzer! von 400 cbm Gerichtssaal. Empfindliche Strafe für einen Betrüger. WSR. Weglar, 19. Dca. Ein abgefeimter B e • trüget stand in der Person eines jungen B o lontärs vor dem hicsioen Schöffengericht, der für seine mannigfachen raffinierten Straftaten die empfindliche Strafe von 13 Monaten Zucht, haus erhielt. Der Anklagevertreter hatte zwei Jahre Zuchthaus beantragt. Lin Defraudant, der mit feiner Schwiegermutter durchbrennt. , Marburg, 19. Dez. Die Zahl der im Wintersemester 1926 27 an der hiesigen Universität unrecht berauigabten Summen zur öer Erwerbslosigkeit verwandt Wterfalbfe an kräftigem Geschmack, edlem Aroma und Ergiebigkeit unübertroffen! Für die Festtage besonders zusammengestellt in oder 7,-Pfund-Dosen zu Mark 4.—, 4.50 und 5.— Inkl. Dose. Außerdem Kaffee: Mk. 2.40, 2.80, 3.20, 3X0, 4 -, 4.40, 4.80. 2670 Enwrtr Waren-Expedilion Seltersweg 39, Telephon 1257 wasserstand hervorruft, hat sich hier eine D rai - nagegenosf enschaf t gebildet, die den Namen ..Drainagegenosienschast Hochelheim" führt. *$* Hörnsheim, 18. Dez. Während unser Ort im Lorjahre eine sehr rege Bautätigkeit zu verzeichnen hatte war sie in diesem Jahre g e • ring. Abgesehen von einigen kleineren landwln- schafttichen Umbauten und sonstigen Reparaturen wurde nur ein Wohngebäude errichtet. Noch wie vor ist ec die Geldknappheit, die manchen Einwohner hindert, sich em eigenes 3)aus zu erbauen Sa muh uurf) der hiesige Turnverein den schon lange geplanten Bau einer Turnhalle wegen Mangel an Mitteln auf bessere Zeiten verichieben. 00 Weidenhaufen, 18 Dez. hier ist unter dem Viehbestände eines Landwirtes der Ausbruch der Maui - und Klauenseuche amtlich fefb zissert sich auf 2160 (hierunter 212 Studentinnen), ylnzu kommen noch 50 Hörer (darunter 16 Höre- rinnen, so bah sich die Gesamtzahl der Studieren- den auf 2210 beläuft. Die 2160 immatrikulierten Studierenden verteilen sich nach Fächern wie folgt: -Theologie 141, Rechtswissenschaft 714, Medizin 324, Zahnheilktinde 83, Philologie 379, Mathematik und Naturwissenschaft 224, Chemie 97, Staatswissenschaft 50, Pharmazie 82, sonstige Studienfächer 63. — 9m Sommerhalbjahr 1926 betrug die Zahl der imma> irifulierten Studierenden 2387 jen. ifilnr. ez. Testen, verstarb ’nten „fyrlultf.ffierlt*, er seit mehreren tzahr- ßebtn unserer engeren n füfjrenber Stellt ge- begründete ®ert war tnjabrilation ivcitljin «Mt mhme ie Bürgermei ft erwähl in Bönstadt im Kreise Friedbrrg verhandelt. Tort war die Dürgermeisrirwahl vom 22. Juli 1925 vom Kreisausschuh für ungültig erklärt worden, ebenfalls die Aeuwahl am 17. Januar 1926, weil ilnregelmäbigletten norgekmmen waren, auch spielte ein anonymer Brief, der eine gewisse Qtötigung darstellt., eine Rolle. Ser ProvinzialauSIchuh hob das Urteil auf und erklärt e die Wahl für gültig. Die Angelegenheit wurde von der unterlegenen Partei vor den Derwaltungsgerichtshof gebracht: dert beantragte ber Vertret er des Staatsinteresscs die Wahl für ungültig jju erklären. Der Vrrwaltungszerichts» Hof entschied aber, daß die Dahl gültig fei; die Revision wurde kostnrsällig zurückgewiesen. JurTeilung desKreisesMarburg ][ Marburg. 19. Dez. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung in zustimmendem Sinne und der Kreistag nur für den Fall, dah das Staate Ministerium auch damit einverstanden Ift, sich für die Teilung des Kreises Marburg in einen Stadt» und einen Landkreis ausgesprochen haben, gibt der Magistrat folgendes bekannt: Am Frei- tag fand vor dem Bezirksausschuß in Kassel die Verhandlung über den von den städtischen und Kre.slörper'chaf en ge c,mieten Aus» einanders.'tzungsver.rag statt. Rach kurzer Dera ung setzte der Bezirksausschuß di.'Dedingungen der Auseinandersetzung zw scheu der S.adt und dem Kreis in derselben C£Deirc fest, wie ft von den be ben genann en Körperschaften beschlossen sind. Damit ist anerkannt, daß auch nach einem etwaigen Ausscheiden der Stadt aus den Kreife sowohl der Kreis w.e auch b:e S'adt lebenssähig bleiben. Runmehr werden der Provinzial- a u s s ch u st und der Provinziallandtag zu dec Frage Stellung nehmen, ob d'e be'onbe» ren Verhältnille der Stadt Marburg das Ausscheiden aus dem Kreise, rechtfertigen. Rach die» fer Begn achtung liegt die Entscheidung über b’e gan-e Frage bei dem preustischen Staatsministerium. Calcium- Carbid sämtliche Körnungen in VN)ku-Trom- mein. In50kß-Trom- •neln Körnungen 7-15. 15 25 und 5*> 80 stets vorrätig. Otto Gaerthe, Wetzlar, Bahnhofstraße 5 Teleph 443 '«"!) in Frage: 1: Anfuhr von 250 cbm von dem Steinbruch Abt. 7b (7. Schneise): 2: Anfuhr von 150 cbm Mi t auf dem W- V t)klt mit leinen :s?S siisSi le umz>e°!A,.sich°b. B »^.Ö Singe J öürften n,ÖC jäÄßgs •SSS-" l$e Wj ®\ie Strafe« Ägl i il)n'Äen Uta. Uhiu ®*ne biet kbt'^itt toDer- eimS^firup, und (EtmfcNm. nmen; von "■'äwS 6t öiefen 1?t fc9 »°6r Ifen. r, fn (her 5e^ Durch S « H Äinbes eihen 'unöenbesAl^ '9 noch seinrr Sin- verstarb. - Heiner 3unat ■ doa t.ncm r>nyrrn, ta er « war. Der 3unne Jüttub bracht. Lebeni^chr Deutsche GasoIinAktieiigeseilschaft, Frankfurt a.M. Galiusanlage 2 Wir suchen für Platz und gößeren Bezirk Gießen Vertreter für den Verkauf unserer Betriebsstoffe Motalin, Benzin, Benzol, Gasöl usw. und Schmieröle, Errichtung von Zapfstellen. Auslieferungslager in 6 eßen vorhanden. Von bestempfohlenen, gut einge'ührten fachkundigen Firmen oder Kaufleuten Angebote erbeten. ggggj aus uni gab zu, das Motorrad in Worms auf her Straße gestohlen zu haben. Der Spitzbube wurde darauf fest genommen und in die am Orte befindliche Arrestzelle gesteckt. Am andern Morgen bradj der Gauner aus feiner Zelle aus. Er zertrümmerte den Fensterrahmen, bog die Gijenftäbe um, kroch durch die schmale Oefs- nung und enttarn im nahen Walde. Das Motorrad wurde beschlagnahmt. Kreis Ufittflcit. —Cleeberg, 18. Dez. Bei der hiesigen Treibjagd auf Hasen wurden auf freiem Feld in einer Ginfterwüftung ein Keiler (Ueberläufer) von dem Hunde eines Iagdpächters gestellt. Einem Schützen gelang es, den seltenen Fang mit Hasen- schrot z u r S t r e ck e zu bringen. Außerdem wurden nach 1 Bock, 1 Reh und 4 Hasen geschossen. Kreis Fulda. WSA. Fulda, 19. Dez. Fn ber gestrigen Kreistagssitzung verlas bec Landrat einen Bericht aber eine Revision beim KreiSwohlsahrtsamt, aus dem hervor- geht, dah bei dem Amte seit längerer Zeit größere Unregel Mäßigkeiten vorge- kommen sind. 3*n ber Hauptsache seien bic an- geford«rten Mittel ohne Kenntnis des Kreis» amteS für nicht genehmigte Anlagen verwandt worden. Die zu Ü n r e ch t ausgegebenen Summen belaufen sich auf rund 300 000 Mark. Die Aachweisungslisten sind nachträglich angefertigt und von den bei den Arbeiten beschäftigten Leuten quittiert worden. Der Leiter des Wohl- fahrtsamtes, B r ä h l e r, wurde sofort seines r | d) ii e (f e, Die |id) »■ jftoilierung ungeniert iweise in großen Ken- 2üf den jungen Winter- izen, grotzc Zchäden an. i.Dcj, Unter dem Lieh- ndwirle ist die Moul- gebrochen. Einem Landtier an der Seuche ver- , Dez. Um die Schäden das 'Lersumpsen I mi^^ohen^rund- trahTstsdMÄ^ begründet gewesen - n LoternenMl und Ell ein UW l"? W ilofen @t9cnfS„nen T.t« >et *; Wirtschaft. Süddeutscher Produktenmarkt. swb. Die Gesamchaltung ber Tendenz dieser Woche war sowohl im Ausland wie auch im Smanb kaum stetig. Die Aachrichten aus den La-Plata»Staaten und Australien sind weiter günstig und bringen vorläufig auch keine Momente für zu erwartende Preissteigerungen. Während nahe Sichten in Auslandsweizen wenig 3n.crc|,€ begne.en, boten die neuen öa-Plata- WeiLen als derzeit billigster Auslandsweizen bei Mühlen und Handel lebhaften Anreiz. Dieser Weizen, quaiLatio sehr gut, mit hohem Aa- turalgewicht versehen, eintreffend im Monat März, wurde lebhaft umgeseht und in größeren Mengen aufgenommen. Für 78 Kilogramm Rosaseweizen wurden 29 bis 29,50 Mark besohlt. Ausgehend von den lebhaften Umsätzen in oben genannten La-Plata-Weizen entwickelte sich lebhaftes Geschäft in Weizenmehl per April- Mai zu 40 bis 40,25. Es wurden h er n größere Quantitäten untercebracht. 3m übrigen liegt das ganze Geschäft ruhig. Inlandsweizen und Doggen waren etwas reichlicher als bisher angeboren und begegne en wenig Interesse. Aus- tauben aufziehen. die Ire am Weihnachtsabend ab holten. Sie befestigten an en :m Den jebei Tieres ein Golbstück und ließen sie bann flregen in ber Hoffnung, die Dögel würden von armen Familien gefangen werden Es g bt in England einen Klub, d.-llen Mitglieder am Heiligen Abend tue Gestingnisse besuchen und dort Gaben ver» teilen. Gin Menschenfreund aber b.fucht sogar die Friedhöfe der Ocfäng.i'.fie, a.rf denen d!« Hingerichteten Verbrecher liegen. legt mit Erlaubnis des Direktors Krä-z: aus d : Araber und betet für die Unglücklichen. Völker ia Sprichwörtern. Sie 5efic,eit bringt uns auf den Lebkuchen- Herzen, in den Knellbonbons und in anderen Deschrnkartikoln auch manct.rfei Spruch? und Volksweishelien, und in foichen neugeprägten Sprichwörtern drückt Ich ber .Witz" ber Menge höchst drall,la, aus. Ein Srior'cker der Volls- lunde, ber sich viel nut den Sprichwörtern der einzelnen Dölter beschäftigt hat, glaubt In ihnen bk Psychologie ber einötl.-.en Aktionen erkennen ?-u tonnen. So hält er für v^eichnenb für bic Franzosen das Sprichwort: »Der s.ch grün macht, den fressen die Ziegen." Echt russisch ist nach seiner Ansicht der eoatz: „Harren werden nicht gepflanzt oder gesät.- fie wachsen von selbst." aleberaus reich ist der spanische Sprichwörterschah, von dem man mehr als 20 000 Sprichwörter gesammelt. Altspanisch-r Deist liegt z. B. in den Sätzen: »Der Esel weck) genau, in wessen Gesicht er schreit", und: „Weiße Hände können nicht verletzen." Desonders vielgestaltig ist die Volks- tümliche Weisheit der Orientalen. Diel Lcbeirs- erfahrung enthält daS Wort: ..Wer dir gegenüber klatscht, wird über dich tlalschen", oder: „Du wirst mehr Fliegen mit einem Lössel Honig als mit einem Fast Essig fangen", oder: „Dicht . dadurch, dah man „Honig, Hon g' sagt, bekommt man einen süßen Geschmack in den Mund." TürMch? Diplomatie prägt sich in Sähen au», wie etwa: „Wenn der Affe herrscht, tanze vor ihm", und: ,Wemr ich Herr bin und du bist Herr, wer soll bann die Esel treiben?' Der Chinese sagt: „Gs ist leichter Freunde zu besuchen, als mit ihnen zu leben", und der Schotte äußert seinen Humor in Sprichwörtern, wie z. D.: „Wer fein Weib und 50 Pfennige verliert, hat 50 Pfennige verloren", oder: „A.irren verani ft alten Festessen, und Weife verzehren sie." Amtes enthoben, zwei weitere Angestellte fristlos entlaffen. Die Angelegenheit unterliegt jetzt der Prüfung der Derichx. Mildernd i't. fafe die zu unrecht verausgabten Summen zur ‘Buntes Allerlei. Seltsame Deihnachlsoergnügcn. Die meisten Menschen begehen bas Weih- rmchlssest im Kreise der Familie beim strahlendm Lichterbaum in fröhlicher Gesell gleit , es gibt aber auch Sonderii ige, die dieses Fest auf h§Hst eigentümliche We.se .feiern". Solche Außen- sei.ee" sind in England, dem Lande des „SpleenS", besonders häufig, und einige seltsame Schrullen, die sich am We.hnachtabend aadieben, Weeden in einer Londoner Zeitschr ft x sammengestellt. Diele 3abre hindurch stellte in der He Ilgen Aach', ein alter Herr an einer belebten S:elle'der Londoner Ctty ein Fernrohr auf und blickte aufmerksam hindurch, bis der Morgen graute. Ge h eit eifrig Ausschau nach einem neuen „Stern aus dem Osten", ähnlich dem, der den heil gen drei Königen den Weg nach Dethlehem gewiesen. Er glaubte, daß das Erscheinen di ses Sterns das Ende der Welt bedeute, und wollte davon sofort unterrichtet fein. Wenn am 1. Wrihnachtsse.ertag dir Torr eines großen Londoner Fcied)oss geöffnet werden, dann tritt als erste regelmäßig eine tiefver- schfeierte Dame herein und legt auf jedes Grab, auf dem sich keine Dlumen oder sonstigen Erinnerungszeichen find n. e nen Ejeuzwc g nieder. Dann schreibt sie sich die Anmrn von den Steinen ber betreffenben Gräber a. f und v r'ätz' d n Kirchhof als letzte, nachdem fie den ganzen Tag dort verbracht hat. Den Weihnachtsabend in e.ner G.» fängniszelle zu verbringen, ist gewiß eine seltsame Laune: aber es gibt einen Mann, der dies regelmäßig tut. Wie ein Londoner Polizriinfpckwr berichtet, ist an vier Weihnachtsabenden hintereinander ein unb dieselbe Persönlichkeit auf seiner Station wegen irg-ndwe'cher ger ngcr Vergehen cingeli frrt worden; der Mann weigerte sich jedesmal, seinen Flamen unb Adresse anzugeben, und verlangte, in seine Zelle gebracht zu werden. Dort blieb er die Ancht über, machte am nächsten Morgen die gewünschten Angaben und wurde entlassen. Der Mann wollte auch nichts esien und trinken, so dah der Jnsp. ktor vermutet, es handle sich bei dieser merkwürd gen Schrulle um eine freiwill ge „Buße", die sich der Mann auferlegt habe. Ein anderer dieser Sonderlinge der Christnacht findet ein Vergnügen bar n. sich als Vagabund zu verkleiden, und das Asyl für Obdachwse aufzusuchen. Zwei alte Damen, die jetzt g-storben sind, ließen in jedem Sommer sirb.n junge Holz- WSA. Mainz. 13. Dez. Das Dezirks- schaff enger icht verurteilte den 21jährigen Kas^enboten Lutz, der zu ungunsten einer Mein- zec Dank vor einiger Zeit 35000 Mark unterschlagen hatte und in Begleitung seiner Schwiegermutter damit durchgebrannt war, ater, als er gerade fie holländische Grenze überschreiten wollte, ergriffen wurde, zu neun Monaten ®cfäng» n i s. Seine Schwiegermutter, eine Frau Derr, erhielt wegen D.iytlse vier Monate Gefängnis. Von dem Gelde konnten 19 000 Die neue Frankfurter (Eingemeindung. WSN. Frankfurt a. M., 18. Dez. Gestern mittag wurde im hiesigen Rathaus der Eingemeindungsvertrag mit Fechenheim durch Oberbürgermeister Dr. Landmann unb Stadtrat Lutsch für Frankfurt und Bürgermeister Miersch und einen Gemeinderat für Fechenheim unterzeichnet. 2lus dem NmLsvcrkünvlgungsblatL. 6 Das Amtsverkündigungsblatt R r. 101 vom 17. Dezember enthält: Wander-Ge- werbefcheine. — Gewerbe-Legitimationskarien. — Älaul- und Klauenseuche in Lollar. — Feldbereinigung Wieseck. — Legitimationsscheine für das Jahr 102 <. — Straßensperre. — Dienstnachrichten. landsweizen 31,25 bis 32,75; Inlandsweizen 29,75 bis 30; Auslandsroggen 26,25 bis 26,50; Inlandsroggen 25. Auch das Mehlgeschäft blieb mit Ausnahme der April -Mai-Termine ruhig. Weizenmehl Dez.—Ian.—Febr. 41,25 bis 41,50; März 41 bis 42,75; Roggenmehl 34,50 bis 36. In Braugerste sind die Käufer zurückhaltend und die Preise gegen die Vorwoche unverändert 26 bis 29. Futtergerste war mit 21 bis 22 im Markt. Hafer eher etwas rückgängig und mit 18,75 bis 19,50 angebolen. La-Plata-Mais bei immerhin guten Amsähen, vor allem in naher Ware 19,25 bis 19,50 mit Sack. Die Aachfkage nach Futtermitteln war auch in dieser Woche gut, wobei jedoch zu beobachten ist, daß die Käufer nicht jeden Preis anlegen. Kleie, grob, 12,25 bis 12,50? fein 11,50; Weizenfuttermehl 14,25 bis 14,50 und Weizen-Rachmehl 22.75 bis 23,25. In Oelkuchen war gutes Geschäft, jedoch das inländische Angebot sehr gering. Man legte für Rapskuchen 17 bis 17,25; Erdnußluchen 20,75 bis 21,25 an. In belgischem und französischem Rapsluchen waren franko süddeutscher Station mit 16,50 bis 16.75 angeboten. Malzkeime 16 bis 16,50; Biertreber 16,50 bis 17 Mark. ' Der Eisenerzbergbau im Ro - v e m b e r. Die Produktion der Siegerländer Gruben bewegte sich im Rovember und auch jetzt noch in steigender Linie, dagegen konnten wegen Wagenmangels die von den Hütten angeforderten Mengen nicht voll zum Bersand gebracht werden. Die Rachfrage nach Eisenerzen des Lahn-Dillgebietes -und aus Oberhessen Hot sich gegenüber dem Vormonat fühlbar gestärkt. Da die Weitergewährung der Staatshilfe nunmehr für die nächste Zeit gesichert ist, konnte eine, weitere Verstärkung der Belegschaft teils vorgenommen, teils ins Auge gefaßt werden, in der Hauptsache wird sie sich jedoch erst im Dezember auswirken. * Peters Union A. G., Frankfurt a. M. In dem jetzt vorliegenden Bericht für das Geschäftsjahr 1925/26 wird über den Geschäftsgang gesagt, daß sich im März eine Belebung eingestellt habe, die im selben Maße bis jetzt ünhalt. Die Preise seien im Einklang mit der Tendenz der Rohmaterialien wiederholt herabgesetzt worden, so daß die Unkosten entsprechend gekürzt werden konnten. Die Bilanzsumme hat sich von 18,21 auf 15,83 Mill. Mark ermäßigt. Wie .bereits mitgeleilt, sollen wiederum 8 Proz. Dividende aus die Stammaktien und 7 Pro.z. auf die Vorzugsaktien verteilt und 234 000 Mark vorgetragen werden. Ein weiterer Ausbau des Geschäftes sei mit größeren Betriebsmitteln möglich gewesen, denen dir holländische Anleihe von 1,6 Mill. Gulden gedient habe. Die Verwaltung hoffe auf einen weiteren Aufstieg des Geschäftes. Der o. H. V. am 30. Dezember wird bekanntlich die Erhöhung des A. K. von 6 auf 9 Mill. Mark vorgeschlagen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 20. Dez. Tendenz: Aktien fest, Anleihen ruhig. — Die Börse eröffnete die neue Woche an den Aktien Märkten ziemlich lebhaft und f est. Uitterstütz; wurde die freundliche Haltung durch die Erleichterung am Geldmärkte, nachdem der heutige Zahltag als glatt überwunden cugesehen wird. Die Bewegung ging hauptsächlich von Montanwerten aus, wo günstige rheinische Meldungen über Absatz und Liquidität des Bergbaues Vorlagen. Außerdem fand der Markt eine Stütze in dem anhaltend festen Kurs der 6: ■ 1 rustaktien. Stimulierend wirkte sch. auch die Annahme der Rückgabe-Bit. ..i amerikanischen Repräsentantenhaus, wodurch Freigabewerte lebhafter umgeseht wurden und sich gut befestigten. In I. G. - FarbenAktien zeigten sich neue Meinungskäufe. Don Elektroaktien zeigten besonders Siemens feste Haltung. K a l i a k t i e n waren aus die bevorstehende Trustbildung in der Kaliindustrie hin stärker gesteigert. Von Montanwerte n wurden höher: Harpener um 6,75 Prozent, Gelsenkirchen um 2,25 Prozent, Mannesmann um 1,65 Proz., Bochumer um 2,25 Prozent. Am Bankaktien markt konnten sich Commerz- und Deutsche Bank stärker befestigen (plus 3,5 Proz.), die übrigen Bankaktien zogen bis 3,25 Proz. an. Am Elektromarkt gewannen Schuckert 2,5 Proz. und Lahmeyer 1,25 Prozent; von Freigabewerten Berliner Handel plus 4,5 Proz. und Rord-Lloyd plus 2,5 Proz. Petroleum-Aktien sehr fest. Deutsche Erdöl plus 6,75 Proz., Rütgerswerke plus 3,75 Proz. Die Werte der Metallbank- gruppe waren bis zu 2 Proz. höher. Bnull k t i e n ruhig und fest. Süddeutsche Zucker- und Maschinen - Aktien bis zu ein Prozent erhöht. Autoaktien anziehend. Anleihewerte blieben stark vernachlässigt. Kriegsanleihe behauptet. Schutzgebiet 15,33. Von fremden Renten lagen Türken schwächer. Am Geldmarkt ist nach Ueberwindung des Zahltages eine Erleichterung eingetreten. Tagegeld 6.25 Prozent. Monatsgeld unverändert. Im weiteren Verlaufe blieb die Börse fest und lebhaft an den Aktienmärkten. Einige Spezial- werte tonnten sich weiter um 1 bis 1,5 Prozent befestigen im Devisenverkehr waren zeichnen. Paris gegen London 121, Mailand Vzeichnen. Paris gegen London 121, Mailand 108,75. London-Kabel 4,8512. Berliner Börse. Berlin, 20. Dez. Die Weihnachtswoch? lieh sich an den Aktienmärkten nicht ungünstig an. Die Spekulation hielt die Zeit für gekommen, kleine Neuanschaffungen vorzunehmen. Die Anregung hierzu dürfte vom Geldmarkt ausgegangen sein, wo eine Entspannung eingetreten ist, da die hohen Zinssätze ausländische, Mittel hierherziehen. Tagesgeld 41/? bis 6 Proz., Monatsgeld 7 bis 8 Proz., doch soll auch schon unter diesen Sähen anzukommen gewesen sein. Außerdem lagen auch verschiedene günstige Meldungen aus der Wirtschaft vor, u. a. die Annahme der Freigabe-Bill im amerikanischen Repräsentantenhaus. An den Aktienmärkten konnten die Kurse im allgemeinen 2 bis 3 Proz. anziehen. Einzelne Spezialwerte erzielten wesentlich höhere Gewinne, so Zellstoft-Waldhof piuS 6'/° Prvz. Am Bankenmarkt entwickelte,sich lebhafte Umsahtätigkeit. Mitteldeutsche Credit- bank, die bisher unter den Berliner Großbanken am niedrigsten notierten, hatten eine sprunghafte Aufwärtsbewegung von 14 Proz. zu verzeichnen. Die übrigen Bankaktien setzten 3 bis 4 Prozent, höher ein. Bevorzugt waren ferner die Freigabe- werte, die über das übliche Maß anzogen. Gut befestigt waren ferner Bauaktien, Montan- und Elektrowerte. Von Montanaktien waren namentlich Kaliwerte stärker befestigt, bei Steigerungen von 3 bis 3*/zProz. Im Devisenverkehr war das Geschäft sehr ruhig, die Kurse kaum verändert. FranLsurtcr ^trrLdcbörse. Frankfurt a. M., 20. Dez. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29 bis 29,25; Roggen, inländ, 24,25 bis 24,50; Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 26,50; Hafer, inländ, 19 bis 19,50; Mais (gelb) 19,50; Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 40,50 bis 41,25; Roggenmehl 35 bis 36; Weizenkleie 11,75; Roggenkleie 12; Erbsen 40 bis 70 Linsen 50 bis 90; Heu, süddeutsches, gut, trocken. 8,75 bis 10; Weizen- und Roggenstroh dcahtgepreßt 4,50 bis 5. gebünd. 4 bis 4,25; Treber, getrocknet, 16,25 bis 16,50 Mk. Tendenz: Ruhig. Torf entarte. .rrankfurr a.M. Berlin Lchlu » bltbr- Schlug» Anfang f-urs Kur« Kurs Tatun: 18 12. 20 12. 18. 12. 20. 12. 5% Tcudche Nclchsan'eihe . ' 7475 । 0,755 0.75 0.7525 Deutsche ReichSanteihe . 0 61)75 — 0.69 (1.69 3‘3”, Deutsch: Ncichcauleihe — 0 6875 0.6125 ’ 3°,. Deutsche Neichsrnleige . Deutsche Svarpramienanlcihe 0.79 — 0.775 US — i- 44 4°/j 'preußische KonsolS • . . — — 0 6925 0,6825 4° n Hcnett........... 0,68 — — 3V,% Hessen...... ... U.C8 — — 3% Heuen........... —— — 0.66 Deutsch.- -^ertb. Dollar Anl- — - __ dto- Doll.-Schah Anweimg. . —- — _ 4°/o Holltiirfcn......... I - - 5% (Solbmcritancr..... 1 - | 16.13 1 — Berliner Handelsgesellschaft. 273 .'73.25 277 Sommer;- und Priuat-Bank. 212 215 5 211 5 214 Tarmft. und 'JZaUoitalbanf - 258 262 25U Tcutiche Bank......... 182.4 185,5 183 Diskonto Kommandit .... 171.2.1 17.4.75 171,75 175.75 Dresdner Bank........ 163 167,75 163.62 171 Metall dank........... 172 174 171 175 Mittclocutiche Kreditbank . >51 155 __ Lcstc reichliche Kreditanstalt. 7.6 — 7 8 7.8 NetchSbank..........- 161 — 162 162,25 Bochumer Guß........ — 172.25 170.5 172 5 Buder. S............ 107.5 - 107 HO Caro ............. — — — — Deutsch änremburo...... 170 - 169.5 172.5 Gelsenkirchener Bergwerke. . 171.2'. 171.5 170 5 173.75 Harpener Bergbau ...... 1*6 101 186 5 191 75 Kaliwerke Aschers leben.... 145,25 1)4 146.25 153 Atnliiucrf Wcileregeln..... 157 164.5 158 164 Laurahutte........... 75 . I 75.5 76 n.anncömnnn....... . 188.5 191.13 189 191.5 ManS eldcr........... 13: 135.75 133 5 136,5 Lberdcdart........... Phönix Bergbau....... 112.5 119 114 5 119 127 129.90 127 124,5 Nhcinischc Braunkohlen . . . 241 242.5 239.5 213 Nheinstahl ... ....... 105 197,5 I <4 197.7» Niebcck Montan........ 180.25 — ISO 183.5 Tcllus Bcrabau....... 14 — — Bereinigte Stahlwerke .... 143 116 5 144.5 !47 Hamburg l'lmcrtko Paket. . . 167 lr.6 75 166.5 165.75 Norddeutscher ployo..... 164.9 165,5 165 166,87 Cheramische Werke Albin . . -'»cmcntwrrk Heidelberg . . . — _ _ 128 5 — Philipp Holtmann...... 160 — 160.25 162.12 Anglo Cont ("ttano..... - - 108.75 _ Chemische Mayer Alnpin. . . — — ' oldschniidt.......... 1419 145 142.5 144.75 Holzvertohlung. . ....... 73.25 W (sarben-Industric. . . Rntger-werke. ........ 314.25 119 5 14.75 320 130 13.1,75 130 132,5 Scheid, annalt....... 172.25 — Alla- Elektrizitäts-Gesellschaft 157,5 159.5 158.5 160.25 Bergmann .......... 156.5 154 5 159 Elektr. Lieferungen...... 151 — 149,75 151,5 Vidit und Kraft ....... 114 _ 154.5 Mamkra'twcrke........ _ Schlickert........... 157.5 160 158,25 (60,25 Siemens L Halske ...... 196 5 196.5 199 Adlcrwcrkc llleher ...... 109.5 111 169 111 5 Daimler Motoren....... 84.75 87.5 88.5 Hcnligcnstacdt......... 38 Meyuin............. 31 5 _ 51,25 Ma nnheimer Motoren .... — — 35,5 frankfurter Armaturen . . 17 — _ _ -ilonseroenfabrik Braun . . 57 — • * Mctallaescll chaft Frankfurt. 179 — — — Pet Union A.-G........ 120 — 118 _ Schiih'abrik Herz...... 60 — 69 Sichel.............. — — —- Zelt stoss Slschasfenbnrg .... 147.5 149 147,75 149.37 Wellston Waldlwt...... 230 e36 .30 Zuckerfabrik Frankenthal . . 102.75 102,4 Zuckerfabrik Waghäusel . . . 127 128 146.6 — Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 20. Dez. Auftrieb: 1439 Rinder (darunter 326 Ochsen, 40 Dullen, 674 Kühe, 346 Färsen), 630 Kälber, 194 Schafe, 4279 Schweine. — Rinder: (Ochsen) voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 58 bis 61; (ältere) 53 bis 57; sonstige vollfleischige (jüngere wie ältere) 47 bis 52; fleischige 41 bis 46. (Dulle n) jüngere, voll- fteischige, höchsten Schlachtwerts 50 bis 56; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 45 bis 49. (Kühe) jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 48 bis 53; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40 bis 47; fleischige 32 bis 39; getäng genährte 22 bis 31. (Färsen — Kalbiirnen, Iungrinker —) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 55 bis 61; dollfleischige 48 bis 54; fleischige 40 bis 47. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 80 bis 84; mittlere Mast- unb Saugkälber 70 bis 79; geringe Kälber 60 bis 69. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 40 bis 44; mittlere Mastlämmer, ältere Mrfibömmel und gut genährte Schafe 35 bis 39; fleischiges Schafvieh 33 bis 33. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 78 bis 80; vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 79 bis 81; von ca. 200 bis 210 Pfund Lebendgewicht 80 bis 82; von ca. 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 79 bis 81; fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 76 bis 80. — Marktverlauf: Rinder bei lebhaftem, Kälbcr und Schafe bei ruhigem Handel ausverkauft. In Schweinen mittelmäßiges Geschäft und nahezu ausverkauft. Der nächste Diehmartt findet am Mittwoch, 22. Dezember statt. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telearovh'lch e Auszahlung___ 18. Dc;br. 20 Tezbr. »mtlichc *J(oti runa Amtliche 'Jloticran; s^cld Brie' '^eld 1 Briet tHotf 167.74 168,16 167.Hl 118,26 Bu?n. AircL 1.726 1.730 1,726 1,730 Brn.-?Intw 58.35 58 49 56.37 56,51 Gbrifliania. 105.90 106,16 105,72 106.98 .skopenhaacn 111.82 >12.10 111.84 112.12 Stockholm Il2.ll 112,19 11'2,08 112.36 Helsingforä. 1'1,557 10.597 10,56 10,60 Italien . . . 18.71 18.75 1RTS7— 18 91 London. . . -0,355 20.405 41,361 30.411 Ncunork . . 4,1955 1,2055 4.196 1.206 Paris.... 16.82 16 86 16,81 16.88 Schwei, . . 01.125 81.325 *1,12 81.32 Svanien . 63.88 Öl,i)4 63.98 64.02 Japan . . . 2.048 2.052 2.046 2.05t! Bio de Jan Wien in D-> 0.495 t.497 0.496 0 498 Ctrt. abgcit 59,21 59,. 5 29,24 29,38 Prag .... 12,422 12,462 12,422 12.1t 2 Belirod . . 402 7,422 7.4o 7.42 Budav u - >. bl>.) 5,885 2,872 j.892 Bulaaricn >.1135 3,045 .1,035 3.045 Lissabon . 21,495 21,545 21,545 21,592 Tanna. . . 81.50 61.iO 81,iO 81.70 .Ikonst ntin .'.12 2,13 i. 107 .117 Athen. . . 5.24 52b 5,u4 5,36 Canada 4 192 4.20'2 4,192 4.2,2 Uni nah 4.26 4.27 I 26 4.27 Cairo 20.8,6 ■20.938 20.8 8 20 938 Banknoten. Berlin, 18 Tezbr Geld Brtc> Amerikanilche Noten..... Belgische Noten ....... Dänische Noten........ Englische Noten...... , 4.187 58,27 111.57 '0,322 4,207 68.57 112,08 20.4x2 16.94 168.24 18.85 106.12 59.41 2,21 112.28 81.65 64.01 12.455 5 87 Yränwi'ischc Noten ...... -volländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oestcrr.5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schmetter Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische 'Noten . . 16.86 167.40 18.75 105.5< 59.13 2.17 111,72 81.25 63.69 12.395 5.83 ärmlich empfohlen-übevLllevhÄtlich z mxoQltal) unS opfert, otyne 3ucfreryujht> ~ QUletnige Herstell« vitv.A. . £aeberbräu 7Nürteher> $ General-Beilietuna: Georg ve bür eit, Glesien, Kltmkstraße 21.--Vertrieb für Gießen: Albert Merlan. Gienen, ^udiviqstrane. Herrenwäsche Kragen, 4fach, la Mako, Stehumleg, alle Formen und Weiten 78 Steh- und Eckenkragen..................................... 60 5) Leinen 4fach........................................... 95 4 Halbsteife van Heusen .................................jt, 1.20 Oberhemden, la Perkai mit 2 Kragen.................Ji 7.00, 6.75 ff. Zephir............................................k 12.00, 8.50 moderne unl-Farben (Streifen und Karos) .. Jl 825, 8.00, 5.50 Weiße Hemden für Frack u Smoking, in sich gestreift und kariert, in Trikolin und ff. Pikee.......« 12.00, 800, 7.00 Trikolln- und Seidenhemden in vornehmster Sortierung ..... 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Werfel unb Zuckmayer. 704 — Dürer-Kalender für Kunst und chenNer Mt? 111,5.- 11,322 16.86 6:.4D 13.55 >05.5« 59.13 2.1* UI.52 M.25 63,69 12.395 5.83 Oft» bewahrte rMevlMich . o'qtK Jutberjufrtlj *rvbräu 7Ttürxi}«n c vebiiteu, Bleie«. ) für Sichen: llbcrt ubiuiqiirafie. Mbildungen. G. Groteschc Verlangsbuchhand- lung. Berlin. — Der Grotesche WeihnachtS- 2llmanach 1926 wird wegen seines reichen und wertvollen Inhalts und der schönen Ausstattung allen Freunden des Verlages Freude bereiten. Das Büchlein enthält u. a- die meerfrische Skizze .Gesa segelt" von Gustap Frensfen, die dem neuen grossen Roman des Dichters .Otto Baben, diel" entnommen ist, ferner von Heinrich Federer die hübsche Plauderei .Bei den Orgelpfeifen" auS seinen demnächst erscheinenden Jugenderin- nerunaen. ein köstliches Geburtstagsgedicht von Rudolf Herzog auf Joseph von Laufs, den Siebzigjährigen. den .Besuch beim Kirchenpatron" aus LauffS neuem humorvollem Roman .Der Prediger von Aldekerk" einen Rachruf von Otto I6?ji7 1.726 ■59.3? 105.72 ‘11,84 U-',ö« Almanache. — Grotescher Almanach Weihnach- 1 92 6. 46. Jahrgang. 96 Seiten 8°. Mit 'chüttelt, mit HeiratSangeboten, Hinrichtungs- Methoden und Verjüngungsmitteln — so läßt Sinn für Humor auch die freundlichen Seiten der Reise zur Geltung kommen. Kultur. HerauSgegeben von Karl Maußner Dürer-Verlag Berlia-Zehlendor' Jedem, der die früheren Jahrgänge des Dürer-Kalen- derS kennt unb als täglichen Begleiter ichätzeir gelernt hat, wird auch dhr neue Ausgabe auf das Jahr 1927 mit Freuden begruben Schon nach slüchtigeni Durchblättern merkt man, das) der Kalender der alte geblieben ist imch Inhalt, Form und äuherer Ausstattung: eine Menge vortrefflicher Gaben in Wort und Bild aus alter-und neuer Zeit füllen die Seiten und sichern dem Werk seinen Wert auch über den eigentlichen und nächstliegenden Zweck eines Kalenders hinaus. Wer seine Blätter nicht achtlos in den Papierkorb fallen labt, der kann hier auf leichte Weise Schätze sammeln, die nicht von Motten und Rost gefressen werden. Don den bildenden Meistern, die man vertreten findet, seien unten vielen genannt: Cranach, Dürer, Holbein, Lio- nardo, 'Raffael. Böcklin. Feuerbach, Maröes. Liebermann, DHoma, Schönleber. Orlik und Frank. Im Tertteil liest man u a.: Goethe, Schiller, Kleist. Eichendorfs, Dehmei, Hesse, Zahn, Flex und Haringer. Man lann also auch den neuen Jahrgang mit gutem Gewissen in viele Hände und auf viele Weihnachtstische wünschen. 641 Ludwig Richter A b r e i fr ka l e n- bet 1 92 7. 13. Jahrgang. Umfang 320 S mit über 160 Bildern und mehrfarbigem Umschlag- bild. Preis All. 2,50. Verlag von Georg Wigand. Leipzig C L Auch der neue Jahrgang ist reich mit Seltenheiten des Richterschen Griffels ausgestattet, die der Allgemeinheit kaum noch bekannt sind, die aber dem Beschauer immer wieder offenbaren ein wie Unvergleichlicher der liebe Alte war, und daß er eS wie keiner vor ihm und nach thm verstand, dem allen gerade Ausdruck im Bilde zu geben, was deutsches Empfinden heißt. Der „Richter" ist ein ? Zierde für jedes Haus, und sicherlich eine für alt und jung willkommene Gabe auf dem Weihnachtstifch. 327 - .Der Gartenlaube^Kalender 1 92 7", Verlag Ernst Kells Rachfolger lAugust Scherl) G. m, b. H., Berlin SW 68. Grüner Ganz- leinenband mit Goldpressung 2 Mk. 240 Seiten. - Das ist nicht mehr der Kalender im alten Stil mit seiner versonnenen unb gemütlichen Romantik, seiner wohlgemeinten und etwas zu aus- backenen Lehrhaftigkeit, sondern ein Jahrbuch der Gegenwart, bas etwas von der Welt weiß und etwas von der Well zu erzählen hat. Ein Unter- haltungSbuch, dessen reichhaltige Beiträge aus allen Gebieten der Literatur, der Kunst und deS Wissens gleichsam ein P ogramm der vorn.-hmen BildungSoestrebungen ci r Zeitschrift darstellen, die seit 70 Jahren iu» lullurelle Leben des deutschen Bürgertums spiegelt. Beste Erzählungskunst sind z. B. Beiträge wie „Mutter Lehmann" von A. E. Weihrauch, „Die Heumahd", von Gertrud Lent, „Grell", eine hübsche Tiernovellc von C .v. Dombrowsli und die kostbare Koboldge- schichte vom „Wirtshaus zur goldenen Lisbeth" von Hermann Schönkopf. Unb es sind wirklich - Leute von Kopf und Feder, die hier über Interessantes aus Kunst und Wissen berichten. Da fällt eine von Heimatliebe durchwehte, prachtvolle Schilderung „Eifelbilder" von Clara Diebig, ein von feinem Kunstverständnis zeugender Aussatz „Schloß Paretz" von Heinz Amelung auf, unb in einem tempera mentvollen Reisebild läßt C. Am« inon Landschaft und VolkKtum Brasilieirs in lebendiger Umnittelbacleit vor unserem Äugt erstehen. Der Kalender ist reichhaltig Ulustriert und gut auSgestattet. 717 — Der Deutsche Kalender 1 927. HerauSgegeben von der Reichszentrale für Deutsche Verlehrswerbung, ist. soeben im 6. Jahrgang erschtenen. Dieser Abreißkalender ist für- jung unb alt, für Schule und Haus ein vortreffliches Anschauung»- und Bildungsmittel, ein nationales Bilderbuch im fchönstcn Sinne des Wortes. Eindringlicher als langwierige Beschreibungen sprechen die zum erstenmal zur Veröffentlichung kommenden forgfällig ausgewählten 122 Bilder, erinnern an all das Schöne unb Bedeutende, was Deutschland seist eigen nennt, unb mahnen den Beschauer, die Heimat immer mehr tennenzulernen. Der Kalender erscheint im Deutschen Werbeverlag Carl Gerber, St.-®., München: Preis 2.60 Mk. (620 — Friberieus-Kalender 1 927. Herausgeber Hans Golttewsli. Verlage Deutsche Sa Ile, Leipzig. 96 Seiten, farbiges Umschlag- bilö, 4 Kunftdruckbtä.ter, zahlreiche Illustrationen. Preis 1.— Marl. — Mit diesem Kalender ist ein Jahrbuch geschaffen worden, das allen Deutschgesinnten willkommen fein w rd. Ein neuer Geist weht uns aus dem Inhalt entgegen, zu dem Deutschlands bekannteste Schriftsteller und Dichter beigetragen haben. Hamen wie Börries von Münchhausen, Walter Bloem. Werner Jansen, Wilhelm Schäfer sprechen für den literarischen Wert deS Kalenders Im ganzen ist der Fridericus-Kalender ein glühendes Bekenntnis zu einem starken deutschen Vaterland«, das wieder zu erreichen unb in der Gesinnung unserer Generation vorzubereiten, der Kalender bestimmt — Heimatkalender für den Taunus auf das Jahr 1927. Verlag von C. Ebner, Hachenburg — Ein nach Gehalt und Ausstattung sohn, Orlik, Schicstl, Sleoogt, Stuck unb Unold. Unter den Dichtern, die ein Scherflein geistigen Gutes beiftcuertcn, wären aufzufuhren: Äinding, Bpnsels, Däubler, Enlenbcrg, Frank, George. Hauptmann, S)effe, Hosmannstdal, Huch, SUabunb, Rilke, die Brüder Schnack, 5d)i — Jagberlednisse in Rorwegen. Von W. v. Kopp y. (Verlag von 3. Reumann. Reudamm. gcbd. 6 Mk.) — Der in Jägerkreisen bestens bekannte 'Verlag hat hier ein Buch herausgebracht, das dem Jägersmann, wie auch dem Rordland-Reisetiden gleich interessant i unb wertvoll sein wird. Dieses Buch erzählt k fesselnd, belehrt aber auch zugleich. Man kann ihm eine gute Empfehlung mit auf den Weg geben. 664 Memoirenliteratur. — Georg Friedrich Knappe Aus der Jugend eines deutschen Gelehrten. Mtt einem Vorwort von Glly Heuß- Knapp. 188 Seiten 8° mit 3 Bilderm In Ballon- leinen gebunden 5 Mk. Deutsche Verlags-Anstalt. Stuttgart — Georg Friedrich Knapp, der als Lehrer der Rationalökonomie durch Jahrzehnte an der Straßburger Universität gewirll hat und im Frühjahr 1926 in hohem Alter gestorben ist, hat seine Jugenderinirerungen hinterlassen. Wer die großen Werke Knapps kennt, weih, daß dieser Gelehrte auch ein Künstler des Wortes, ein Schriftsteller von höchstem Range war. so schlicht alS anmutig, so klar als häftig — jenes Vermögen, Menschen mit wenigen sicheren Strichen in ihrem eigentümlichen Wesen unb Wert zu zeichnen, das so viele Bewunderer gefunden hat gibt diesen Erinnerungen ihren Charakter. Der ganze Reiz der seltenen Persönlichkeit spricht aus ihnen. Es ist ein menschliches Buch, voll Farbe und 'Bewegtheit ein Spiegelbild des deutschen Geistes- und Kulturlebens um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, reich an vielfältigem Menschentum: München, Berlin, Leipzig, neben Gießen unb Göttingen, der Schauplatz der Begebenheiten. Das eigentlich Schöne unb Bedeutende ist jene ruhige Entfaltung eines betrachtenden und forschenden Menschen, einer im tiefsten Sinne humanistischen Persönlichkeit Das kleine Buch, mit einer feinsinnigen Charakteristik Knapps durch seine Tochter eingeleitet, wird sich überall Freunde werben, wo der Geist feiner Besinnlichkeit noch nicht perlorengegangen ist. Wir befallen uns vor noch auf das Werk zurück- zukommen 842 Kitz AK Ubtr bL 33 Drues auf den jüngst verstorbenen Berthold Litzmann unb vieles andere. Die bedeutenden kunstgeschichtlichen Publikationen des Verlages werden in kurzer, Rarer 'Delle bemäntelt. Der Almanach ist mit acht Bildtafeln geschmückt, darunter beftnden sich Wiedergaben von Zeichnungen DürerS. Grünewalds und Raphaels 833 . — Taschenbuch für Bücherfreunde. Achte Folge, HerauSgegeben von Rudolf Greinz. gebunden L— Mk.: 303 Seiten, 8° mit 20 Orb ginalzeichnungen von Reinhold Pfeiffer-München. L. Staadmann Verlag, Leipzig. Auch der diesjährige, wiederum von Rudolf Greinz her- ausgegcbene volkstümliche mansch präsentiert sich als eine abwechslungsreiche, interessante Jahresschau zeitgenössischen Schrifttums. Dieses schmiegsame Taschenbuch für Bücherfreunde bringt Proben aus dem jüngsten Schaffen bekannter und beliebter deutscher und österreichischer Autoren, wie Rudolf Hans Bartsch, OHat Dreher, Oho Ernst, Emil Ertl. Franz Karl Ginzkey, Rudolf Greinz, Emil Hadina, Rudolf Heubner, Hans Heyck, Robert Hohlbaum. Fritz Müller-Parten^ kirchen, Gustav Renker, Karl Hans Strobl unb Hans Watzlik. Rovellen. Erzählungen. Gedichte und for.ftioc in sich abg sch os ene selbständig' Beiträge wechseln in bunter Folge ab und erhalten durch die flotten, dem $eft beiqegebenen Originalzeichnungen von Reinhold Pfeiffer-München eine besondere Anziehungskraft. 783 Erzählerkunst. Ein Almanach auf das Jahr 1927. 176 Seiten 8° mit 8 Tiefdruckbildern. HerauSgegeben von Hans Reisiger. Paul List Verlag, Leipzig. — Der Almanach, der gewissermaßen eine Musterkarte mit Kostproben aus der jüngfh)ergangenen Tätigkeit des Verlages darstellen soll, erweist sich als eine apart ausgemachte unb gut gedruckte Publikation, durchaus literarisch betont und von angenehmer Vielseitigkeit. Ma« findet etwa Abschnitte aus den neuen Büchern Kiplings, die in individuellen ticbertragungen vorliegen «von Benvenuto, dem Sohne Gerhart Hauptmanns, von Mehrinck, von A. v. Scholtz und — eine Ballade — von Brecht). Mit neuen Ucbsrfetzungen finb weiterhin gewichtig vertreten Flaubert, Dostojewskij. Shakespeare. Ein eleganter Essay von Franz Bley über Thomas Hardh, ein nachdenklicher, sehr geistig behandelter und formal gepflegter Epilog Thomas MaimS zu Goethes „Wahlverwandtschaften". Prachtvolle Episteln Friedrichs des Großen aus den Jahren 1757 bis 1762 saus Freytags „Bildern"), ein erschütternder Bericht von Victor Hugo über Balzacs Tod. Recht schwach dagegen und grobklotzig in der Satire, wiewohl mit einigem dialektischen Geschick die dramatischen Szenen von Hans Rothey auch die amerikanische Prosa von Fabian wird trotz ihrer Riesenaullage nicht jedermanns Geschmack sein. Sehr hübsch plaudert Hagenbeck über wilde Tiere und ihre Dressur. Den Staats- und Wirtschastspolit ker dürften Beiträge von Mussolini und Henry Ford interessieren. Ganz ausgezeichnet und von besonderem Wert sind die bei gegebenen, wenig bekannten Litho- von Dau- yss *4^ —- Reisen und Abenteuer. — David Recks ch lek. Abenteuerliche Zagd-sahrten im afrikanischen Busch, äüie Afrika meine zweite Heimat wurde. Mit Bildern und Buchschmuck von H. A. Brunner. 196 S. In Ganzleinen ß Mk. Verlag von Georg Wester- mann, Braunschweig, Hamburg und Berlin. David /ceckschics schildert zahlreiche Jagdabenteuer und Erlebnisse. Bon Begegnungen mit Assen und Leoparden, von feinen gesahr- und mühevollen Cie- santenjagden, von schlangen, Löwen, Krokodilen, rzählt er mit großer Anschaulichkeit und (Einbring, lichkeit. Auch bas Leben der (Eingeborenen, ihre Sitten unb Gebrauche, ihr Aberglaube, ist humor- uoll und anschaulich an ebergegeben. — Ein Pracht nolles Buch, das besonders in unserer Ougenb sicher- lich bas Interesse für unsere verlorenen Kolonien tuss neue erwecken unb beleben wird. Generalmajor n. D. d. Lettow-Dorbeck hat dem hübsch ausgeftai- teten Buch ein Geleitwort vorausgesandt. 855 — A u f neuen Pfaden im Kongo, quer durch daS dunkelste Afrika. Von Hermann Herben. (Verlag F. A. B r o ck h a u S. Leipzig.) — Der Verfasser schildert hier in anschaulicher Sprache feine an Erlebnissen reiche Reise. 34 sauber wiedergegebene Photographien unb 2. Karten erleichtern eS dem Leser, aus dieser Fahrt im Geiste zu folgen. In Wort unb Bud entrollen sich in diesem beinahe 300 Seiten starken Buche Ereignisse und Erfahrungen von hohem Reiz, bei deren geistigem Miterleben das Herz weit unb die Sehnsucht groß wird, derartiges doch auch einmal mit eigenen Augen sehen und selbst erleben au können, ilnb noch ■ein anderes steht oeint Lesen dieses BucheS auf: der Gedanke an unsere oon mißgünstigen Feinden geraubte Kolonien! Gerade wenn wir so wertvolle Bücher, wie bas vorliegende, lesen, empfinden wir das unS von den Weltkrieg- Siegern angetane Kolonial-Unrecht doppelt bitter. Deswegen wollen unb dürfen wir unS aber die Freude nicht trüben lassen an einem Suche, dem man um seiner vielen hohen Vorzüge willen die weiteste Verbreitung in allen iolonialfr»Endlichen Kreisen wünschen darf. 656 ... Albert von Le Cog, Aus Hellas Spuren in O st t u r f i ft a n. Berichte und Abenteuer ber zweiten und dritten deutschen Turfan-E»peditio>r. Ganzleinen geb. 10 Mark, iVerlag I. E. Hinrichs, Leipzig.) - Wochenlang un Sattel auf unwegsamen Pfaden durch Wüsten- fanb unb ewiges Eis. durch Felsentäler und endlose Steppen. Angestrengteste Arbeit von Sonnenausgang bis -Untergang, unerhörte Sdjtolerigletien unb bis zur Erschöpfung gesteigerte Strapazen, wie fte Klima. Landschaft und primitivste Kultur nur ahnen lassen. Düs tbar das Schiasal der deutschen Turfanexpeditio- nen in Oftiurliftan. die aus gezogen waren, die Zusammenhänge zwischen der hlltenistischen Kultur unb der buddhistischen Ostasiens zu etfor- schkn und die Denkmäler dieser eigenartigen Kunst iin Sicherheit zu bringen, soweit sie der Zeit unb dem Unverstand noch nicht zum Opfer gefallen waren. Gemälde, Hcurbschriften, Plastiken lieferten den untrüglichen Beweis für die höchst überraschende und geradezu epochemachende Ent- ^x'durg. das) in dreiem „Türieillande" bis zur Mllte des 8. Jahrhunderts Völker indogermanischer Zunge gesessen haben, unb daß diese Bewohner des Landes dem fernen Osten mit ber buddhistischen Religion auch die auf ber hellenistischen Sbätantilc beruhende buddhistische Kunst übermittelt haben. Frei von wissenschaftlichem Ballast, als lebendige, oft amüsante Schilderung persönlicher Erlebnisse in jenem fernen, unbekannten, sonnigen, staubigen Lande, mit einer Fülle voil anschaulichen Szenen aus dem Leben eines friedlichen, harmlosen Völkchens, das eifrig bemüht war, sich Sitten unb Gebräuche von Bü°lin anzueignen, unb oft genug ob ber tiefen Barbarei dieses Reiches die weisen Häupter — Die sechs Bücher ber Kunst. Sechstes Buch: Kunst der Gegenwart Von Dr. Paul Ferdinand Schmid:. Akademische Verlags- gesellschast Athenaion m. b. H.. Wildpark-Potsdam. — 3n ber von Prof. 2. 21. Brinarnann herauSgegebcnen Reihe „Die sechs -Bücher der Kunst" behandelten die elften fünf tzwrils die Kunst des Altertums, des Orients, de» Mittel- alter-, der Renaissance, des Barock unb Rokoko: der vorliegende sechste Band besaßt sich mit der europäischen Kunst der Gegenwart, gibt den Anschluß an die Vorgänger unb führt die angedeutet? Entwicklung zu einem vorläufigen Abschluß. Um es gleich zu sagen, was wir hier vor uns haben, ist die ausgezeichnete Arbeit eines Kenners unb Fachmannes: der Verfasser. Museumsdirektor in Dresden, hat sich u. u. durch sehr gediegene Arbeiten über die Qtomantil und die deutsche •Slebermeicrmatcrei zu ber nicht leichten Ausgabe vortrefflich qualifiziert. Was bas vorliegende Werk betrifft, so sind zwei so- gleich in Die Augen springende Vorzüge von -sondcrer Wichtigkeit: zunächst ist das Ganze nicht etwa „pour Part“ geschrieben, sondern wendet sich durchaus an einen großen Kreis von Lesern. «Es ist gemeinverständlich geschrieben, setzt nicht allzu viel voraus. to M.I3 ».II 2,21 ilt.a 81.65 61.01 U IN 41.361 1.196 16.81 M.lt '-.U6 MS ".In 5.4'1 »,Ki2 4.035 H.5li 81,10 <.107 i.°4 1.19- >A W.8 8 in. Turnen, Sport und Spiel. vortreffliches Heimatbuch bringt der Heimat- bucher-Derlag C. Ebner, Hachenburg, unter Mitwirkung des Gesamt-Launusklub in Frankfurt am Main mit seinen 50 Zweigvereinen, des Homburger Taunusklub sowie des Rhein- und Launusklub in Wiesbaden soeben heraus. Die große Fülle fesselnder Aufsätze von Lahn, Main, Ost- und Westtaunus ist durchweg gesunde Kost. Bedeutende Persönlichkeiten in ihren Beziehungen zum Taunus werden geschildert: Goethe und Dehmel, der Bienenvater L. Fuckel, die Kröfteler Dichterin Kath. Fritz. 3n die Vergangenheit fuhren Äussätze über das Kirchenregiment im Amt Idstein nach dem '30jährigen Kriege, die Begegnung zwischen einem Kardinalinfanten von Spanten und der Gräfin Sophie Hedwig in Diez. Alte Familienfestbräuche von dereinst geben Kunde vom Treiben unserer Voreltern. Das älteste deutsche Pfarrhaus in Rod a. d. Weil, erbaut 1122, gibt einen Begriff aus fernen Zeiten. Den Raturfreund ergötzen Stimmungsbilder wie vom Taunus im Winterkleid, Streifzuge durch Taunus und Rheingau usw. Den Landmann unterrichten Artikel über Feld, Hof und Garten usw. Reben Gedichten in Mundart, dem Marktverzeichnis u. a. m. bringt das Buch auch ausführlich das kalendermäßige Rüstzeug. Beachtenswert sind die künstlerischen Heimatbilder. 695 — Der Bahernkalender 1 927, der im 17. Jahrgang in vornehmer Ausstattung erschienen ist, stellt sich seinen Vorgängern würdig zur Seite. Dieser Abreistkalender, der auf 122 Blättern eine gediegene Sammlung der schönsten, bisher noch nicht veröffentlichten Bilder des bayerischen Landes, bayerischer Kunst und Städte- kultuc zeigt, wird sich sicher viele neue Freunde gewinnen. Wer Bayern kennt, wird vieles wiederfinden, woran er sich mit Freuden erinnern laßt. Die Bilder sind sorgfältig, geschmackvoll und nach tünstlerischen Gesichtspunkten ausgewählt und tadellos reproduziert. Der Kalender erscheint im Verlag Carl Gerber, München: der Preis beträgt Mk. 2.50. 622 — Deutscher Werkkalender 1927, herausgegeben von der Reichszentrale für Deckt- sche Verkehrswerbung unter Mitwirkung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, ist im 3. Jahrgang im Deutschen Werbeverlag Carl Gerber, München, erschienen. Dieser Abreistkalender zeigt auf 122 Blättern auf Kunstdruckpapier in sorgfältig ausgewählten Bildern das schassende Deutschland. Es ersteht die Welt des deutschen Fleißes und der deutschen Arbeit mit ihren stolzen Leistungen in Industrie und Technik vom gigantischen Hochofen bis zum edelsten kunstgewerblichen Erzeugnis in bunter Reihe und beachtlicher Vielseitigkeit. Auf die drucktechnische Wiedergabe der Bilder ist besonderer Wert gelegt worden. Der Preis des Werkkalenders beträgt 2.50 Mk. 621 — Elektro-Kalender 1 927. 64 Blatt auf Kunstdruck, z. T. mehrfarbig. Preis 3 RRc. Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart. — Clek- trizitätslehre in Kalenderform möchte der Kalender geben. Der Gedanke, in dieser buchstäblich alltäglichen Weise auf die Segnungen der Elektrizität hinzuweisen, ist originell und geschmackvoll durchgeführt. Die elektrische Kraft in allen Formen in Fabrik, Werkstatt, Haushall und Ratur ist der Gegenstand täglicher Betrachtung, ansprechend unterstützt durch einen klaren, knappen Degleittext. 774 — Auerbachs Deutscher Kinder- Kalender 1 927. 45. Jahrgang. Heraus- aegeöen von Dr. Adolf Holst. Mit Plauderecke, Musik- und mehrfarbiger Spielbeilage und aus- gestattet mit vielen bunten und schwarzen Bildern. Halbleinen. Preis 2 Mk. Verlag von Auerbachs Deutschem Kinder-Kalender, L. Fer- nau, Leipzig CI. —'Auerbachs Iugendkalender bietet auch in diesem Jahre in reicher Fülle und bunter Abwechslung vieles Ernste, Heitere und Belehrende aller Art, das dem Verständnis der Jugend angepastt und geeignet ist, sie zu erfreuen. Erzählungen wechseln mit Theaterstücken, .Märchen. Schnurren, Gedichten und allgemein gehaltenen Aussätzen, und für den Humor sorgt ; in erster Linie das berühmte „Mätzchen Mohr", der vielerlei Wissenswertes zu berichten weist. 7 822 — Abel und Müllers Iugendkalender 1 9 2 7 für Schule und Haus. Herausgegeben von Hanns G i e f e I e r. Verlag Abel & Müller, Leipzig. — Für die Jugend ist das Beste gerade gut genug. Unter dieses Motto scheint der Herausgeber seinen Kalender gestellt zu haben. Es ist eine gediegene, gleicherweise ernsthafte und fröhliche Gabe auf den Weihnachtstisch und für das kommende Jahr. Die in bunter Abwechslung ungeordneten literarischen und künstlerischen Beiträge sind sorgfältig aus- gewähll und gefällig dargeboten. 805 Erzählungen und Romane .— Langens Auswahlbände. Bd. 24: Die schön st en Erzählungen von Jeremias Gott Helf. Dd. 25: Die schönsten Erzählungen von E. T. A. Hoffmann. Mit den Bildern her Dichter. Preis jedes der Bände in Seinen gebunden 4 Mk. Verlag von Albert Langen in München. — Albert Langens Bücherreihe „Die schönsten Erzählungen" erreicht mit den beiden neuen Bänden 24 und 25 das 400. Tausend. Das zeigt, welchen Anklang Gedenke und Ausführung dieser Sammlung gefunden haben. Durch hochdeutsche Wiedergabe schwer verständlicher mundartlicher Wendungen, die drucktechnisch geschickt innerhalb des Textes bewerkstelligt wurde, ermöglicht sich ein restloses Verständnis der auch sprachlich von Saft und Kraft strotzenden Bauerngeschichten des trotz Gottfried Keller grandiosesten Epikers her Schweiz. — Bei Hoffmann galt es, die geizige Druct- anordnung her landläufigen Ausgaben aufzulockern und den spannendsten Erzähler her Romantik endlich in der lesbaren Gestalt darzu- bieten, die seinen beispiellosen Erfolg in Frankreich eines Balzac erst verständlich macht. Ein Gotthels, den man frischweg vom Blatte lesen kann, ein Hoffmann, bei dem man sich nicht alle Augenblicke vergewissern must, welche Person gerade spricht, beides fehlle bisher, und beides bieten diese neuen Bände, deren Auswahl vortrefflich ist, und deren Wert durch die Einleitungen der Herausgeber, bet Gotthelf Peter Jerusalem, bei Hoffmann Josef Hofmiller. noch erhöht wird. 851 52 — 21 ugufte Supper: Muscheln. Reue Erzählungen. In Leinen gebunden 4,50 Mk. lDeutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart.) — „Muscheln," so erklärt die Dichterin selbst den Titel, „well all die Geschichten ebenso aufgelesen sind, wie sie mir das Leben herangespült bat.“ Wer die Eigenart der Dichterin kennt, weih, dah sie von solchen Muscheln keine ihren Lesern dar- bieten würde, in der sie nicht selbst eine Perle gefunden: hie Perle eines tiefem Sinnes, einer über das Alltägliche. Eigenartige in höhere, einige Zusammenhänge weisenden Bedeutung. Qlber man ist bei Auguste Supper zugleich auch sicher, hast sie solch wertvolle Gaben nicht mit pathetischer Feierlichkeit und priesterlichen Gebärden dar- bietet Es ist gerade das Schlichte. Verhaltene, die fromme Scheu vor den letzhin unaussprechlichen Dingen, was diesen neuen kleinen Erzählungen nicht minder als ihren früheren Werken jenen Klang gibt, der im Herzen empfänglicher Leser noch lange nachzittert. Immer aber verträgt sich mit dem ernsten Drundton ihrer Dichtung so gut das leise, humorvolle Lächeln, das oftmals um die Sippen der Erzählerin spielt, älnh wieder, wie in manchen ihrer alleren Erzählungen. ist mit dem Trivialen oder Trostlosen der Wirllichkcit Legendenhaftes und Märchenhaftes so verflochten, hast es wie selbstverständlich erscheint. Wenn dabei überall durch irdische Geschehnisse und Menschenschicksale eine tiefreligiöse Weltanschauung durchklingt, so lebt diese Religiosität außerhalb aller konfessionellen Schranken und hat ihr schönes Sinnbild selbst gegeben in. der kleinen Geschichte „Inter Confessiones“, die eine der köstlichsten Perlen dieser bescheidenen und doch so wertvollen „Muscheln“ umschließt. 849 — Freie Wasser. Roman von Jakob Kinau. (Verlag von M. Glogau jr., Hamburg. Preis 5,50 Mk.) — Jakob Kinau, dessen erster Roman „Die See ruft“ ein voller Erfolg war, bringt in seinem neuen Roman von der Riederelbe wieder kraftvolle und erdverwurzelte Gestalten. Schiffer und Deichbauern, echt niederdeutsche Frauen und Mädchen. Tiefe Liebe zur Heimat leuchtet aus diesem lebenserfüllten und sturmbewegten Buche hervor, innig ist die Ratur im Wandel der Jahreszeiten immer aufs neue beobachtet und reizvoll dargestellt. Das Buch handelt von Liebe, und die Liebe der Menschen verbindet sich mit der Liebe zur Scholle. Wenn die Leidenschaft diese urechten 'Menschen fest anpackt, läßt sie nicht wieder los. und stürzt sie in leidenschaftliche Konflikte, die das Buch mit hohem Spannungsreiz erfüllen: bis mit her großen Flut die Entscheidung hereinbricht. Der Roman, dem ein histor scher Hintergrund besondere Färbung gibt, packt d rch seine dramatisch gesteigerte Handlung den Leser bis zur letzten Seite. 660 — Inseln des Sturms. Roman von Ernst D i d r i n g. (Verlag von Georg Wester- m a n n, Braunschweig, gebd. 7 Mk.) — Sturmwind weht aus diesem Buche dem Leser entgegen Kampf ist hie Losung, Kampf des Menschen gegen Menschen,' Kamps gegen die Ratur- getoalten. Das Geschlecht dieser Inseln des Sturms, das dem Meere nur mühsam das karge Brot abringt und doch mit tiefster Liebe an der Scholle der Väter hängt, ist von dem Dichter mit starker Gestaltungskraft packend geschildert. Wie eine nordische Sage mutet dieser Schärenroman an und ist doch eine Schilderung lebendigster Gegenwart, deren Menschen und Schicksale mit großer Feinheit dargestellt sind. Diesem Buche gebührt ein bevorzugter Platz im Bücherschrank, da es sich start erhebt über viele andere, ebenfalls wertvolle Reuerscheinungen der schönen Literatur. 713 Aus der Geschichte. — F. Schubart, Von der Flügelsonne zum Halbmond (Verlag der I. C. Hinrichs'schen Buchhandlung, Leipzig: in Ganzleinen geb. Mk. 14.—). — Der gut unterrichtete Verfasser gibt hier in einem außerordent.ich reichhaltig illustrierten Werk Aegyptens Geschichte von hef ältesten Vorzeit bis auf die Gegenwart. In knappstem Rahmen wird eine außerordentliche Spanne der Entwicklung eines Volkes dar- gestellt. das heute mit der langsamen Lösung vom britischen Joch eine neue Epoche seiner einst so stolzen Geschichte beginnt. Dabei sind auch Kultur und Wirtschaftsleben eingehend behandelt, so daß man einen interessanten und vielseitigen UeberMid gewinnt. Die besondere Liebe des Verfassers gehört dem Zeitalter der großen Pharaonenkönige, wie überhaupt die alte ägyptische Geschichte bis zur Eroberung durch die Römer fast neun Zehntel des Buches ausmacht, während Mittelalter und Moderne sich leider mit wenigen Kapiteln begnügen müssen. So hätten wir es gerne gesehen, wenn z. B. Mohamed Ali und Ismael Pascha, die großen Dize- könige des 19. Jahrhunderts, eingehender behandelt worden wären, da ihre Politik auch für die Geschichte des Westens besondere Bedeutung gewonnen hat und die Kenntnis ihrer Epoche für das Verständnis der Gegenwart Voraussetzung ist. 751 — Relson von F r. M Kircheisen (Verlag Julius Hoffmann, Stuttgart mit 15 Abbildungen, Leinen band, 8,50 Mk.). — Die Persönlichkeit Relsons. des größten Helden der englischen Seegeschichte, dessen Sieg bei Trafalgar das Reich Napoleons zum ersten Male zittern machte, Pflegt zumeist nur durch die sentimentalen Romane um die Figur Lady Hamiltons bekannt zu sein. Erst jetzt unternimmt es ein deutscher Gelehrter, die grandiose Persönlichkeit Relsons auf Grund ernsthafter historischer Forschung zu zeichnen. Der unerhörte viegeszug des jungen Seeoffiziers, der in 14 Jahren es vom See- lahetlen zum Flottenchef bringt und zehn Jahre später bereits seine Dahn vollendet hat, wird im Rahmen der großen geschichtlichen Ereignisse seiner Epoche behandelt. Ratürlich spielt auch hier die romantische Episode im Leben des Admirals, die Liebe des längst Verheirateten zur Lady Hamilton, der Gattin des britischen Gesandten in Reapel, eine große Rolle. Das glänzend geschriebene 'Werk ist ein ebenso interessanter wie wichtiger Beitrag zur Gründungsgeschichte der britischen Weltmachtstellung. (705) — Des Zaren Untergang. Geschichtlicher Roman von Friedrich Immanuel. (Bete- ranendaick-Verlag Adolf Wegener. Berlin W -18. Ganzen. 5 Alk.) — Der Verfasser schildert in Romanform das tragische Schicksal der letzten russischen Zarenfamllie. wobei er sich ganz auf dem Boden der geschichtlichen Tatsachen bewegt. Die Erzählung stellt das grausame Bolschewiken- regiment in Rußland schonungslos vor aller Welt an den Pranger, und zeigt, wie raffiniert und rücksichtslos die neuen russischen Machthaber jedes menschliche Recht mit Füßen treten, weim es nicht nach ihrem Schema ist. Das Werk ist darum als eine eminent Politische Kampfschrift gegen den Bolschewismus anzusprechen. 537 DeutschlandsZchwimmsporlMb Ein Rückblick. Die Entwicklung des deutschen Sports hat in den Nachkriegsjahren einen natürlichen Sauf genommen. Die Beschränkung unseres Heeres auf ein Minimum mußte eine körperliche Betätigung unserer Jugend in anderer Richtung erzeugen. Die logische Folge war ein außergewöhnlich schnelles Anwachsen der Sportbewegung. Naturgemäß waren die ersten Friedensjahre rein national eingestellt. Sie dienten dem Wiederaufbau, der Entwicklung neuer Ideen und dem friedlichen Kampfe im eigenen Lande. Bald wurden dann die Beziehungen zu Oesterreich und Ungarn aufgenommen, und wenige Jahre später folgten gegenseitige Besuche mit dem neutralen 'Auslande. Dem verflossenen. Jahre war es vorbehalten, den Verkehr, wenn teilweise auch nur auf neutralem Boden, mit linieren ehemaligen Feinden wieder anzubahnen. Neben den sich alljährlich wiederholenden großen nationalen Ereignissen wies daher der Schwimmsport im Jahre 1926 auch eine Reihe bedeutender internationaler Geschehnisse auf, durch die unser Ansehen im Auslande nicht wenig gestärkt wurde. Die Schwimmsportler können mit ihren Erfolgen durchaus zufrieden sein. Unser Können bewegt sich in einer, wenn auch hier und da langsam aufsteigenden Kurve. Nur im Freistilschwimmen scheinen mir so weit zurückgefallen zu sein, daß wir vorerst international nichts zu bestellen haben. Besonders gilt dies von den kürzeren Strecken, mährend es in den längeren Distanzen schon etwas besser aussieht. Die beiden bedeutendsten internationalen Ereignisse — die Europameisterschaften in Budapest und die Amerikafahrt der Magdeburger — geben eine selten günstige Gelegenheit, Vergleiche zu ziehen. In der B r u ft l a g e haben wir die Führung wie schon vor dem Kriege, das hat Rademacher zur Genüge in beiden Weltteilen bewiesen. Ungeschlagen kehrte er von seiner damals mit großer Spannung verfolgten Fahrt zurück, und auch in Budapest konnte er feinen schärfsten Gegner in Europa, den jungen Belgier Van Parys, ohne damals noch in Höchstform zu fein, sicher abfertigen. Vielversprechend ist hier auch Deutschlands Nachwuchs. Neben bereits bewährten Kräften wie Sommer- Köln, F a u ft - Göppingen, Kümmert- Magdeburg sinh besonders im verflossenen Jahre junge Talente hervorgetreten, von denen wir bis Amsterdam eine Form Verbesserung mit ziemlicher Sicherheit erwarten können. Hier sind in erster Linie zu nennen: P r a s s e - B r e m e n, der bei den Europameisterschaften Dritter wurde, B u d i g - Köln, Pascoe-Gießen, Sietas- Hamburg und schließlich die beiden Leipziger Herber und Zoege. Mit gleich guten Aussichten gehen wir den internationalen Kämpfen der nächsten Jahre entgegen, soweit das K u n st s p r i n g e n von federnden Brett tern in Frage kommt. Der deutsche Meister M u n d - Halberstadt und der Zwei^ in der deutschen Meisterschaft, Dr. Le ch n i r - Dresden, konnten auch bei der Europameisterschaft die beiden ersten Plätze belegen. Ihre schärfsten Gegner sind allerdings in den Vereinigten Staaten zu suchen, die bekanntlich bei den letzten Olympiaden — allerdings in Abwesenheit der Deutschen — stets in Front endeten. Es bestand die Absicht, schon vor Amsterdam die deutsche mit der amerikanischen Spitzengruppe zusammenzubringen, sei es in Deutschland, fei cs jenseits des Ozeans, aber der vielbesprochene Beschluß der amerikanischen Sportbehörden hat diese Pläne zunichte gemacht. So wird die Entscheidung erst in Amsterdam fallen. Nicht ganz so gut, aber immerhin noch vielversprechend, sieht es im T u r m s p r i n g en für uns aus. Hier haben wir in dem Berliner Suber einen Mann von internationaler Klasse, der dann auch die Europameisterschaft an sich bringen konnte. Zwischen ihm und seinen deutschen Gegnern liegt aber ein großer Zwischenraum, den bei den Europameisterschaften Ausländer auszufüllen verstanden. Es ist aber zu hoffen, daß bei der Anpassungsfähigkeit und dem Fleiß unseres Nachwuchses auch hier bis zur Olympiade viel nachgeholt werden kann, zumal dieser Zweig des Springens für uns noch ziemlich neu ist und uns bis vor wenigen Jahren jegliche Hebungsmöglichkeiten fehlten. In der Rückenlage haben wir durch die Führer > serer Spitzengruppe den Anschluß an die internationalen Größen noch nicht verloren. Trotzdem der deutsche Meister Frölich, der sich auch bet den Europameisterschaften — allerdings knapp — behaupten konnte, auf der Amerikafahrt verschiedentlich Niederlagen einstecken mußte, bewies er durch rin großes Rennen gegen Säufer in feiner Heimat, das er in beachtenswerter Zeit nur ganz knapp verlor, daß im Rückenschwimmen die Aussichten durchaus nicht schlecht sind. Als Frölich fast ebenbürtig haben sich in den letzten Jahren Günter- Göppingen, Boddin- Breslau, Küppers- Vierfen und O h l w e i n - Hamburg erwiesen. Don dem vorzüglichen Nachwuchs sind T r e n s ch e l - Leipzig und S ch u m b u r g - Magdeburg der Mei- sterklasse dicht auf den Fersen. Recht erfreuliche Fortschritte — trotzdem gerade der einzige Länderwettkampf verloren ging — hatten wir im D a m e n - S ch w i in m f p 0 r t aufzuweisen. Junge talentierte Schwimmerinnen wie Reni Erkens-Oberhausen, Luise Bähring- Magdeburg und Erna H u n e u.s - München-Gladbach lösten bei den deutschen Meisterschaften die Verteidigerinnen in den betreffenden Schwimmarten ab. Aber auch mit diesen ist noch zu rechnen, in erster Linie mit Lotte Lehmann- Dresden, die vor einigen Wochen in Wien die deutschen Beslleistun- gen im Freistil über 100 und 400 Nieter ganz erheblich drückte und international gewertet mit in der Spitzengruppe schwimmt. Im Brustschwimmen verbesserte Erna H u n e u s zweimal die bestehenden Welthöchstleistüngen und rechnet daher ebenfalls zu den besten Brustschwimmerinnen der Welt. Mit Ausnahme des Springens, wo Lini Söhnchen- Bremen unangefochten führt, ist überall reicher Nachwuchs vorhanden, der mit Macht zur Spitze drängt. Im Wasserballspiel versuchten wir uns zum erstenmal mit einer Nationalmannschaft gegen Holland, Belgien und Schweden. Mit Bedauern ist festzustellen, daß das Ergebnis nicht befriedigend war. Uns fehlt die langjährige Erfahrung in schweren internationalen Spielen. Die Europameisterschaft gewann Ungarn in überlegener Manier gegen Schweden und Deutschland, das Belgien noch auf den vierten Platt verweisen konnte, allerdings waren die Belgier nicht mit ihrer besten Mannschaft zur Stelle. Die beiden Länderspiele gegen Holland wurden knapp gewonnen. Nur bei eifrigem Training und mehreren großen internationalen Spielen wird hier eine Besserung eintreten. Die deutsche Meisterschaft gewann zum drittenmal H e 11 a s . M a g d e- bürg mit einer Mannschaft, die auch international eine gewiße Rolle spielt. Höhepunkte unserer nationalen Ereignisse waren die Deutschen K a m p f s p i e l e in Köln und die Deutschen M e i st e r s ch a f t e n in Düsseldorf. In den Mannschaftswettkäinpfen zeigten beidemal die beiden großen Magdeburger Klubs Hellas und Magdeburg 96, wie schon im Vorjahre, ihre Heber- legenheit. Magdeburg steht unter den erfolgreichen deutschen Städten noch immer an der Spitze. Es folgen dann Leipzig, Berlin, D a r m st a d t, Hal- berstadt, Göppingen, während Köln durch den Heber« tritt der Rhenusrnannschaft zur „Sparta" den größten Teil des Jahres nicht so wie sonst in die Erscheinung traten. Von sonstigen außergewöhnlichen Ereignissen wäre noch zu erwähnen der Besuck der Amerikaner Läufer und Webb, die freundschaftliche Besuche zwischen Schweizer und süddeutschen Klubs einer- seits, zwischen holländischen und westdeutschen anderseits, die Starts verschiedener österreichischer und ungarischer Mannschaften auf deutschen Festen und schließlich die Wiederaufnahme der Beziehungen mit dem Elsaß. Nicht vergessen wollen wir weiter den Erfolg Luders beim Turmspringen in Kopen- Hagen und schließlich die er st e Kanal-Dur ch- querung eines Deutschen, Kölners Vierkö11er. K. E. B. Der deutsche Kanufpod 1926. Drei große Ereignisse standen im Vordergrund des Kanu-Sportjahres 1 9 2 6: Der Verbands tag in Frankfurt a. M., das Parlament der Kanufahrer, der im Zeichen der Ausnahme als Stammverband in den Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen und damit im Zeichen der Anerkennung durch die Sport- und sonstigen Behörden tagte: die Kanu-Regatta anläßlich der Deutschen Kainpfspiele in Köln, und her Kanutag in Bayern mit den deutschen Meisterschaften auf dem Staffelsee bei Murnau, dem Zeltlager auf einer Insel im Staffelsee und der großen Wildwasserregatta auf der Isar mit den deutschen Faltbootmeisterschaften. Die Hauptarbeit des Verbandes konzentrierte sich um seinen größten Sportztoeig, das Wasserwandern. Die aus dem Verbandstag beschlossene Einrichtung von Wanderheimen und Ferienlager- Plätzen wurde in großzügiger Weise begonnen. Das Wanderheim in Passau, am Zusammenfluß von Donau und Ilz, konnte bereits eingeweiht werden. Das Rügenlager des Verbandes an der Ostsee wurde stark ausgebaut, zwei weitere Heime im Spreewald und an der Edertalsperre sind gesichert, das letztere durch einen größeren behördlichen Zuschuß. Die Arbeiten des Verbandes zur Erleichterung des Grenzverkehrs in das Ausland mit Faltbooten konnten einen schönen Erfolg verbuchen durch Erzielen des kau- tiönsfreien Durchgangsverkehrs nach Oesterreich. Durch Erleichterung der Aufnahmebedingungen für Einzelmitglieder schlug der Verband eine große Dresche in den starken Heerbann der Nichtorganisierten Paddler. Für den Kanurennsport wurde aus dem Olympiafvnds des R. f. L. ein Betrag von 2500 Mark zur Ausbildung von Rennfahrern zur Amsterdamer Olympiade bereit* gestellt. Diese Ausbildung erfolgte in Lehr- hirfen erstmalig durch die besten deutschen Kajak» Rennspvrtler in Halle a. d. S. Durch Herausgabe der Regeln für ein neues Kampfspiel, daS Kanu-Polo, hat sich der Verband ein unvergleichliches Werbemittel geschaffen, mit dem er im Jahre 1927 zum ersten Male in Erscheinung treten wird. Die Gruppen der Kanusegler bereiteten sich in aller Stille auf zahlreichen Wettfahrten vor, und werden ebenfalls im kommenden Jahr gelegentlich der voraussichtlich in Potsdam stattfindenden deutschen Meisterschatten zum erftenmale seit längerer Zeit wieder in die große Oeffentlichkeit treten. Schließlich sei noch erwähnt, daß die vorbildliche Ausstellung des Verbände- aus der ..Gesolei“ mit der goldenen Medaille ausgezeichnet wurde. Die Fuhballergebnisse vom Sonntag. Bayer«. 1. F. C. Rürnberg—1860 München 0:1. Sp.-Dgg. Fürth—Bayern München 1:1. Schwaben Augsburg—A. S. V. Rürnberg 2Ä, Wacker München—D. f. R. Fürth 3:2. Württemberg-Baden. Stuttgarter Kickers—Karlsruher F. B. 5:2. S. C. Freiburg—V. f. B. Stuttgart 2:3. Phönix Karlsruhe—Stuttgarter S. E. 5:1. V. f. R. Heilbronn—Freiburger F C. 1:1. Sportfreunde Stuttgart—Union Böckingen 2.3. Rhein. F. V. Speyer—03'Ludwigshafen 2:5. Phönix Ludwigshafen—F. C. Pirmasens 3:2. Sp.-Vgg. Sandhofen—V. f. L. Reckarau 2:3. S. V. Mannheim Waldhof—Phönix Mannheim 8:1 Mainbezirk. Union Riederrad—Viktoria Aschaffenburg 6:3. F. S. V. Frankfurt—Germania Frankfurt 7:1. Eintracht Frankfurt—Viktoria 94 Hanau 7:0. V. f. S. Reu-Vfenburg—Rot-Weiß Frankfurt 0:1. F. C. Hanau 93—Offenbacher Kickers 3:1. Rheinhessen-Saar. Saar 05 Saarbrücken — l. F. C. Idar 4. L Hassia Bingen — Wormatia Worms 1:1. Alemannia Wornrs — Eintracht Trier 4:0. F. S. V. 05 Mainz — Borussia Reunkir- chen 5:1. Hessen-Hannover. Rord: ö. Dg. Göttingen — Tura-Kassel 1:5. Sport Kassel — S. Vg. Münden 12:2. Einbeck 05 — Kassel 03 2:5. Sud: / Hermania-Kassel — Kurhessen 0:7. V. f. D. Gießen - Hessen-Kassel 2:2. Die erste Riederlage des 1. J. CE. Rürnberg. Der im Bayernbezirk bisher ungeschlagene 1. F.C. Rürnberg mußte am gestrigen Somr- tag durch München 1860 seine erste Riederlage hinnehmen, und zwar mit 0:1. Bis zur Halbzeit verlief das Öpid torlos, in der Mttte der zweiten Spielhälfte schoß Hvrnauer nach einem Durchbruch das einzige Tor des Spiels. -L (gititntr 5° Die - fllonats't' loh". °n* pM tninfc vA jeii.e ro * MX ,Aer Jahre hat, nach c schastsar man" em< die Orgam einem Ruin begab sich auswart Professor 2 einen Lebe lung des 3 ein gcöunde päische @dp an stattete Tropenkk hier be'ichtik langen bei ■ des Profess, ligfeii des 3, sodann ein meister Dr. seinem 5)0’1' 2m grob' Senol beut renden Persö Wissenschaft in Hamburg Erde vertret stungrvorten •Bürgt die Bedeutm Hansestädte st zwischen Beu O'jrtyefüfyrt l btigeiragen, lands im A mnistcr Dr. 5 reich bemüht dachte dann Reichrrniniste rode Linie d deutschen Re jene Politik, den Will ren Fried st ä n d i g u n Strefemann feine Worte Wer aller eigenen Ratio den den Fried Der belgisä im Warnen bei darüber Ausdi Reichsminister lernen; er stell wirtjchaitlichen der grasten $ Die im Konst Nobelprei sanden hoben Reichsregierui Neichsm üankte für tzj z-mä Etge- die für S-e A Mgebenb fin '?er Q jnaerdoft putschen kVüÄ^ 3U ft dei 7nen Schrill Stet nanoen. ßj ynh? ry'w aus bii ,d- W"; 1 °>e voll, ,itc SZS! ♦ I