-B Kr Mb ar|)en«rtn §°n?L N" 'ich drr KÄ klcn ÄleDer Wu| Mn' Eine Prozent nach, e:ci8ctun. WW 4 tzrvj., "Mgebend. händisch« '°«ung nichts behie.'t fein W. 'Broten ,t0M ta. 1 Wtonhn ft fttigertcn I® bevorzugten ' bie anfangs 3nteteffe i. Der Geld. Mvnatsgeld 5 "kehr Mte 70,50. 5rüfW lit 175^0 wie. ivefentiich tu* N am beult« s Tefchäfl an er. 3m Zeil« wr in tauberer Itd'e bis zu offenbar Le« ilemberengage« PVem Angebot i erfüllen fein gut wir gar 1t ruhiges @c« !t schwach. Die 18 nachgiebiger ^urs um 1 Mk. Lrauware nach er für sofortige aber ruhiger. ? notierten pro ) 268 bii 272. ■mergerfte 195 , Mais (lolol tziv DbM^' ), LvMM.K 10,bO,Loggenden 35 bis 42, tererb'en 30 cbörsc. Ufl. Es wurlien ier Ernte! 2875. i 20.50, W t iausländischer j 25 Mizemehl $ 42.25, W ■ 8.75. W gramm mders. schau".) ist. „ . k der 3uga Olarbmitlag. % [5 bis 6,3016- ung für Hm^ ach bei 3J. Limiten W S S 'M n Teil i-D-'- >t. ___ en »gult °b-nd- MMk"" ’* 67250 nachmitt^ i und alt. '[in» ZU b--d" Siegen 0610er r vr°n Eceßen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanfchlüsse: Schriftleitung 112, Der« lag und Geschäftsstelle 5L Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siehe». poftschemlonto: Frankfurt am Main 11686. ttr. 194 Erstes * 176. Zahrgang Zrettag, 20. August 1926 SichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Das Attentat auf den Berlin-Kölner 0-gug. Die Zugentgleisung bei Lehrte. - 21 Tote. - Auf der Spur der Verbrecher. Hannover. 20. Aug. (Wolff.) Das Eisen- bahnunalück, das durch die Entgleisung des Der- Iln-Körner Rachi-D-Zuges zwischen Meinersen und Leiferde m der Rahe von Lehrte entstanden, ist, stellt sich als weit schwerer heraus, als es die ersten dürftigen Meldungen vermuten liehen. Es geht uns darüber folgender Bericht zu: Der D-Zug 8. der fahrplanmäßig Berlin abends um 10.34 Uhr vom Schlesischen Bahnhof -.uS verlädt, trifft nachts um 2,45 Uhr in Hannover ein. Der Berliner D-Zug hatte Isenbüttel bereits passiert unb näherte sich ~ c Pr t k. Plötzlich bemerkten die Fahrbeamten und Reisenden ein knirschen dem wenige öcfunSen darauf ein Krochen folgte. Der Zug war e n t g l e i st, rollte noch eine geringe Strebe neben den Schienen, wobei durch die plötzliche Verlangsamung des Tempos -mehrere D-Zug- wagen sich ineinanderschoben. Dann stürzte die Lokomotive und die vordersten Wagen von dein Bahnkörper dir Böschung herab und blieb liegen. Ls folgte eine furchtbare Panik. Die meisttn Reisenden hatten im Augenblick des Unfalles geschlafen und suchten nun im ersten drecken, sich zu befreien, ohne dah es ihnen zunächst gelang, die demolierten Wagen zu verlassen. Die unverletzt gebliebenen Passagiere sowie das Zugpersonal leisteten dabei die e r ft c Hilfe. Glücklicherweise war auch der Unfall bald bemerkt worden, und von der Blockstatwn >69 aus wurde sofort die Strecke ge- ipcrrt, da in kurzen Abständen zwei Güter» 'itge nach Hannover folgen muhten. Die Station Zfenbüttel benachrichtigte Hannover und Lehrte von dem schrecklichen Unfall, und in kurzer Zeit wurden von Harmover, Lehrte und Isenbüttel ^vei Hilfszüge abgesandt, nachdent die ganze Strecke füt den Personen- und Güterverkehr gesperrt worden war. Bon den in der Umgegend gelegenen Städten und Ortschaften eilten Äerzte und Pflegerpersonal in Automobilen an die Unsallsteile, um sich an den ersten Rettungs- arbeiten zu beteiligen. Die Rettungsaklion gestältete sich recht schwierig. da man zunächst tm Dunkeln arbeiten muhte, bis die Hilfs» züge. die Fackeln mit sich führten, zur Stelle waren. Die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften eilte mit Petroleumlampen. Lalqlichtern usw. an die Unfall st eile und mit Aorten und Brechstangen öffnete man die zum Teil verklemmten Wagentüren, um die verletzten Reisen- den zu bergen. Die Toten wurden auf Tragbahren nach Leiferde gebracht, während die Verletzten in Automobilen in die nächstgelegenen Städte gebracht wurden, wo sie in Kranken- Häusern Unterkunft fanden. Rachdem in aller Morgenfrühe Reichsbahndirektor Dr. Kilp von der Hauptverwaltung und Geh. Oberbaurat Z i r k l e r vom Reichsverkehrsministerium an die Unsallstelle gefahren waren, begab sich im Laufe des Vormittags auch Generaldirektor Dorpmüller dorthin. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Der Schnellzugverkehr wird über Braunschweig geleitet. An der Unfallstelle. Die Unsallstelle bietet ein schauriges Bild der Derwüstung und Iaht ziemlich deutlich ernennen, wie die Katastrophe in der Rächt sich ab- gespielt hat. Die Unsallstelle, die fast genau in der Mitte zwischen Leiferde und Meinersen bei Gishorn liegt, ist auf freiem Felde gelegen. Der Bahnkörper erhebt sich an dieser Stelle glücklicherweise nur etwa einen Meter “über den Boden, und diesem Umstand ist es zu verdanken, dah das Unglück nicht noch einen Deit größeren Umfang angenommen hat. Die Lokomotive mit dem Kohlenwagen liegt rechts -rmgekippt auf freiem Felde, die nächsten beiden Wagen liegen gleichfalls auf der Seite dicht da- ßinter, und die nächt'-en beiden Waggons sind cufcinanber ausgefahren, und zwar so. dah der ßhwach besetzte Wagen 1. und 2. Klasse auf den sack besetzten Waggon 3. Klasse sich aufgescho- ken Hal. Die anderen fünf Wagen, normale D-Zug-Waggons. stehen zum Teil noch im Gleis, -zum Seil sind sie mit zwei Achsen in den Land gefahren. Die Lokomotive hat, wie Eie Bertiefungen in den Holzschwellen deutlich Sägen, hinter der Schwelle, wo sie aus dem Schienenstrang herausgesprungen ist, noch drei- tzchn Meter zurückgelegt und ist bann erst um« Sachlagen. Der Lokomotivführer, der ebenso wie Heizer mit geringfügigen Verletzungen davongekommen ist, konnte heute vormittag, nachdem beide Beamte sich von den ersten Schrecken e-:holt hatten, dem Staatsanwalt und denReichs- »ujningenieuren bereits eine Schilderung geben, leibe berichteten übereinstimmend, dah der Zug "H1* einer Geschwindigkeit von etwa 80 bis A -Kuonwter gefahren sei, als der Lokomotiv- unter sich ein furchtbares Klirren u ia d K r a ch e n vernahm. Instinktiv habe er den Regulator zurückgerissen und gleichzeitig bie 4-u f t ö r u a b r c m f c voll geöffnet. Diese Darstellung entsprich zweifellos den Tatsachen. - llus den Bremsspuren hervorgeht. Weiter c-üären die Beamten, bah die Maschine noch k'.re oder zwei Sekunden geradeaus gefahren und sich dann nach der rechten Seite über* gelegt habe. Heizer und Lokomotivführer klammerten sich gefühlsmäßig an die offenen Fenster unb konnten schon wenige Sekunden nach dem Unglück die Lokomotive verlassen. Mit dem Morgengrauen gingen die Rct * tungskolonnen an die Bergung dec Toten und Verwundeten. Während die beiden ersten umgestürzten Wagen sich verhältnismäßig leicht offnen liehen, war es unmöglich, in die beiden aufeinandergeschobenen Waggons einzudringen. Infolgedessen wurde das Dach des D-Zua» Wagens 3. Klaffe mit Aexten und Sägen auf* gcriffen und nur sehr langsam konnten die Mannschaften durch das Gewirr der Eisenträger und Holzbalken Vordringen. Die Rettungsarbeiten schritten nur langsam fort, da einzelne Eisenträger mit Sauerstoffapparaten durchschnitten toerben mußten, damit man überhaupt an die Ictiten Abteile herangelangen konnte. Der Bericht eines Augenzeugen. Berlin. 19. Aug. Ein Reisender, der sich m dem entgleisten l)°Zug Berlin-Köln befand, gibt folgende Schilderung: Der Zug, der mit großer Geschwindigkeit fuhr, wurde vlbtz- lich von einem fürchterlichen Stoß erschüttert. Die Lokomotive des Zuges war etwa 150 Meter weit außerhalb der Schienen in den rechts vom Bahnkörper gelegenen Birkenwald gefahren und hatte sich dort auf die Seite gelegt. Der Schlafwagen schob sich auf ben vor ihm fahrenden l)-Zugwagen. In diesen beiden Wagen, die stark beseht waren, gab es die meisten Toten und Verletzten. Die Rettungsaktion gestaltete sich schwierig, da man bis zum Eintreffen der Hilfszüge, die Fackeln mit sich führten, tm Dunkeln arbeiten mußte. Die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften eilte mit Petroleumlampen, Talglichtern usw. an die Unfallstelle und mit Ae-tten und Brechstangen offnele man die zum Teil verklemmten Wagen- türen. Verschiedentlich mußten die Toten und schwerverletzten aus den Trümmern herausgeschweißt werden. In einem der zu- sai^nengeschobenen Wagen 2. Klasse befand sich eine ätau mit einem kleinen Kind, die beide wre durch ein Wunder unverletzt geblieben lind, während gleichzeitig in demselben Abteil vier Tote gesunden wurden. Ein noch furcht- bareres Unglück konnte dadurch verhütet werden, daß ein Personenzug nach Berlin, der zu gleicher Zeit die Unglücksstelle passieren mußte, im lehren Augenblick durch die nächste Dleckstcttion das Haltesignal bekam. Die Ursachen des Unglücks Der (Seneraldirektor der Reichsbahn über den Befund. Berlin, 19. Aug. (TU.) Der General- drrektor der Reichsbahn, Dorpmüller, der persönlich an der Unglücks stelle weilte, ist heut^ abend nach Berlin zurückgekehrt. Er sowohl wie die Staatsanwaltschaft und ein Vertreter des Reichsverkehrsministers sind übereinstimmend zu der Ueberzeugung gekommen, daß ein verbrecherischer Ans chlag vorliegt. Der Oberbau der Strecke ist der beste, den es überhaupt in Deutschland gibt. Die schnurgerade Strecke wird scharf befahren und zwar in einer Durchschnittsgefchwindigkeit von 90 Kilometer Reparaturen find an der Strecke seit einigen Monaten überhaupt nicht nötig gewesen. Die Schiene auf der rechten Seile, d.h. nach Hannover hin, ist l o s g e l ö st und hat sich i n d « e Rahe der anderen Schiene hinge- schoben. Die Lafchenschrauben, durch die die Schienen miteinander verbunden werden, sind betau s gen o mm en unb liegen unbeschädigt neben der Schiene. Ein scharfer Kranz des Rades ist auf das folgende Schienenstück gestoßen und hat dort eine Narbe Hinterlasten, ein Beweis dafür, dah das andere Schienen st ück bereits aus feiner Lage gebracht war, b e - vor der Zug darüber ging, wäre das An- glück die Folge eines schlechten Oberbaues, so mühten die Schrauben verbogen oder gebrochen sein. Zwei Laschenschraubenköpfe liegen dort auf der Schwelle. Etwa 10 Meter von der Unglücksstelle entfernt sind zwei Schrauben st eckfchlüsfel aufgefunden worden. Ferner wurde aufgefun- den ein gewöhnlicher Laschenschraubenschlüsfel und ein aller Hemmschuh, wie er gewöhnlich zu Rangierzwecken benuhi wird, der festgeklemmt allein schon einen Zug zur Entgleisung bringen kann. Als lefjfes Beweisstück wurde eine Tabakspfeife gefunden. 3 Trage kommende Rotte sieht die Schraubenschlüssel nicht als ihr Eigentum an. Die ütreefe wird in der Rächt innerhalb 50 , ’nuten von vier Zügen befahren, deren !Unglückszug gewesen ist. Es ist mög- nch, daß wahrend dieser ganzen Zeit von den -o e r d r e ch e r n an den Schienen g e arbeite t toorben ist, daß sich bei den drei vorangehenden Zugen das Attentat als wir- kungslos erwies und dann die Schiene ausgebogen worden ist, so daß den letzten Zug das Unglück traf. Die Polizei hat schon frühmorgens die Spuren mit Hunden abgesucht. In der Rähe der Unglücksstelle kreuzt jedoch ein Weg die Bahnlinie, so daß die Verbrecher Gelegenheit hatten, möglicherweise m i t Fahrrädern das Weite zu suchen. Es müssen nach den Vorgefundenen Indizien mindestens zwei Täler gewesen sein, und zwar Leute, die Bescheid wühlen. Generaldirektor Dorpn.üller wies darauf hin, daß der Personalabbau bei dem Unglück keineswegs die Schuld tragen könne. Die Hilfe kam nach Angabe der zuständigen Reichsbahndirek- tion so schnell wie irgend möglich. Innerfmlb 40 Minuten nach der Meldung ist orbnungS- gemäß der Hilfszug von der Station Oebisfelde abgefahren. Die Unglücks« stelle bietet ein furchtbares Schauspiel. Die"ersten Wagen sind unversehrt. Einer der letzten Wagen hat sich unter den davor liegenden geschoben und alle Personen darin buchstäblich »ufammen- geguetscht. Erst nachdem zwei Lokomotiven den Unglückszug auseinandergezogen hatten, konnte man seinen traurigen Inhalt entleeren. Die Toten werden auf Reichsbahnkosten bestattet wer- den. Am Freitag vormittag wird sich die Rechtsabteilung der Reichsbahn mit der Frage der Entschädigung für die Hinterbliebenen befassen. Wenn die Angehörigen die Toten erkannt haben, läßt sich vielleicht auch feststellen, ob dem Anschlag Raubabsichten zu Grunds liegen. 25 000 Mark Belohnung. Berlin, 19. Aug. (TU.) Die Deutsche Reichsbahn A.-G. hat aus die Ergreifung der Täter, die die Eisenbahnkatastrophe verfchuldet haben, eine Belohnung von 25 000 Mark ausgesetzt. Die von der Eifenbahndirektion Hannover bereits ausgesetzten 2000 Mark sind in dieser Summe enthalten. Der Regierungspräsident von Lüneburg hat gleichfalls eine Belohnung von 2000 Mark zur Ergreifung der Täter ausgesetzt. Auf der Spur der Täter. Berti», 20. Aug. (MTB. Funkspruch.) Das „Berliner Tageblatt" weiß indessen zu melden, daß die Staalsanwaltschast, die die Ursachen der Lisen- bahnkakaslrophe untersucht hat, bereits eine Spur dec Täter verfolge, die nach Gardelegen führen soll. Es sollen bereits gestern zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden sein. Die Vermutung liege nahe, daß es sich um einen Rache- aft eines entlassenen Eisenbahn- beamte» handle. Die Opfer. Die Hamen der bei dem Eisenbahnunglück töd- lich verunglückten sind: 1- Zugführer Jordan aus Berlin, 2. David Koverk-Pekric aus Cambridge, 3. Kurl Leiser aus Berlin, 4. Otto Ebert aus Stettin, 5. Reinhold Grünewald aus Berlin, 6. Oberingenieur Rich. Mann aus Dortmund, 7. Frau Julie Stole geb. Forstreuter aus Berlin, 8. Friedrich Schmitt-Ern st Haufen aus Düsseldorf, 9. Julie Gnann, Dortmund, Burgunder- traße 13, 10. Weichenwärter Zyrfow, Ronsdorf, H. Robert perl stein, Hamm i. 2D.. 12. Reichs- und Staatskommissar Ernst Meh- lich, Dortmund, Luisenstraße 10, 13. Lokomotivführer wiese, Kreuz (Ostbahn), 14. Margarete wiese, Ehefrau, 15. Lokomotivführer Albert h o h m , Kreuz, 16. Rangierarbciler Albert Hippe, Walden- burg-Allwasser, 17. Frau Winkelmann (Heimat noch nicht eslgestellh, 18. Fritz Hoffmeister, Berlin, 19- ferner eine unbekannte weibliche lerson, wahrfcheinlich die Braut Hoffmeisters, 20. Frl. Klara Neuer aus Köln a. Rh., 21. Student woodrik Read aus London. An SchweroerleKten befinden sich noch im Krankenhaus Braunschweig der Fahrladeschaff- ner Weber aus Berlin, die Warlefrau Kökeritz aus Berlin und der Fabrikbesitzer Bayer aus Liegnih. Beileidskundgebungen. 2 er lin, 19. Aug. IWTB.) Der R e ich s- prasldent hat an die Hauptverwaltung der Deittschen Reichsbahngesellschast das nachstehende 'Beileidstelegramm gerichtet: „Die Nachricht von Xaeinr.ru$Jr°fen Attentat auf den D-Zug Berlm—Kok», bas so viele Opfer forderte, hat mich tief ergriffen. Ich spreche der Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschast meine J" & l1, € Te ilnahme an dem neuen Eisenbahnunglück auS und bitte dies auch den Hinter- bitebenen bet Getöteten und mit den besten Wünschen für die Genesung den Verletzten zu übermitteln. b. Hindenburg, Reichspräsident." Reichskanzler Dr. Marx hat an die Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschast folgendes Telegramm gerichtet: „Durch verbrecherische Hände ist ein furchtbares Eisenbahnunglück, dem viele Menschenleben zum Opfer gefallen frnd. verschuldet worden. Ich spreche der Hauptverwaltung zu der Katastrophe meine innigste An teilnabmc aus und gebe meinem tiefen Abscheu über die ruchlose Tat Ausdruck. Die Reichsregierung trauert mit den Angehörigen der tödlich Verunglückten und wünsch! dcn Verletzten baldige Wiederherstellung. Reichskanzler Mar x." Reichsverkehrsmini st er Dr. Kröhne nahm Veranlassung, der Deutschen Reichsbahn- gefellschaft persönlich i?in Beckcid an dem schweren Unfall bei Lehrte auszuspreche verbunden mit der Ditte, auch den Verletzten und den Angehörigen der Getöteten durch die Reichs- bahndirektion Hannover feine wärmste Teilnahme übermitteln zu wollen Neichs-undStaaiskommiffar Mehlich f. Der auf fo tragische Weise bei dem Eisenbahnunglück uinS Leben gekommene Reichs- und Staatskommissar Mehlich stand im 44. Lebensjahre. In Schlesien geboren, kam er schon früh ins Ruhrgebiet und war als Metall- arbeitet in der Gewerklchastsbewegung tätig. 1Q19 war er Regierungspräsident von Arnsberg. Sein Amt als Reichs» und Staatskommissar üb rnahm er im Iahte 1920. Mehlich wat mit dem preußischen Innenminister Seveting perfoniich befreundet. Et hat sich vor allem als Schlichter für Lohnstreitigkeiten in Westfalen durch seine ausgleichende Tätigteit besondere 03:r- dienste erworben. Erst vor ei -inhalb Iahrcut starb ihm seine Gattin. Er hinterläßt nunmehr sieben Kinder als Waisen, von denen das ^^üngste drei Jahre zählt. Der Reichskommifsar weilte am Mittwochabend noch in Berlin, wo er eine längere Unterredung mit dem Minister- Seveting hatte, der ihn auch noch an den älnglückszug begleitete. Das Volksbegehren „Sparerbundvr.vest" abgelehnt Berlin, 19. Aug. (WB.) Der Re-.a)s- m i n i st e t d e s I n n e t n hat auf Beschluß der Rtzjchsregietung den von dem Obetlandevgerichle- ptäsldent i. R. Dr. Best, Mttglied des Reichstages, als Vertrauensmann des S p a r e r b u r■ - des und des Hypothelengläubigerverbandes zugunsten eines Gesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen und die 11m- wertung von Htzpotheken und anderer Ansprüche mit dem Kennwort „Sborerbunö Dr. Vest" abgelehnt. Der Beschluß wird damit begründet, daß der Gesetzentwurf die lLestimmung enthält, durch die für die Altbesitzer von Markanleihen des Reicyes der 2lblösungssay von 121/- auf 50 v H des Rennwertes erhöht wird. Eine fol^e Aufwertung würde von ft ä r i ft e r und un« mittelbarster finanzieller Auswirkung auf die haushaltsplanmäßig festzustellenden Ausgaben des Reiches für die Verzinsung und Tilgung der An- lecheschuld des Reiches'sein. Einzelne Aufwertungsberechtigte würden einen klagbaren Rechtsanspruch gegen das Reich auf Zahlung der Aufwertungsquote erwerben. Das Reich würde habet verpflichtet fein, den Betrag in den Haushaltsplan neu einzustellen, der sich ergibt aus der Erhöhung der Anleiheablösungs- schuld gegenüber den Verpflichtungen, die nach den jetzt geltenden Vorschriften bestehen. Das Gesetz würde demnach einen unmittelbaren Einfluß auf den Gesamtbestand des Haushaltsplanes 'ausüben und zwar wegen der Höhe der in Betracht tommenden Betrage in einer Weise, die den Haushaltsplan tatsächlich um stoß en werde. Der eingereichte Gesetzentwurf ist hiernach über den Haushalts- vlan im Sinne des Art. 7 3, Abs. 4 b c r Reichsverfa ssung anzusehen, über das nur der Reichs Präsident einen Volksentscheid veranlassen kann, so daß auch ein Volksbegehren über diese Materie a l s unzulässig abzuweisen war. Reichstagscmsschuh für das Wohnungswesen. Berlin. 19. Aug. iWolff.) Der Reichstags- auSschuh für das Wohnungswesen setzte am Donnerstag feine Aussprache über Fragen der Arbeitsbeschaffung durch den Wohnungsbau fort und behandelte insbesondere die Ausstellung zusätzlicher Dauprograinme. Rach längerer Aussprache wurde folgende Entschließung angenommen: .Der Ausschuß erklärt sich einverstanden, daß die Frage der Acbeitsbeschassung durch Wohnungsbau und zusätzliches Baupro^ aramrn stark gefördert wird. Er erwartet, daß die Reichsregierung mit allen Mitteln auf die Länder emtotrft, dah der Instanzenweg bei der Vergebung der vom Reich bereitgestellten Mittel v eretnf a Paris dementiert formell, daß ein Rotenwechsel deswegen mit dem Quai d'Orsay statt- F gesunden habe. Die vom „Rew Bork Herald" verbreitete Meldung, daß diese Angelegenheit zu einer diplomatischen französisch-belgischen Auseinandersetzung geführt habe und daß Frankreich die Lage als sehr ernst ansehe, entspräche nicht den Tatsachen. Andererseits meldet man aus Brüssel, daß die belgische Regierung ebenfalls kategorisch dementiert, daß Belgien geneigt sei, Deutschland die Gebiete Eupen und .. Malmedh abzutreten. Einberufung der Studienkommission. B e 111 n, 20. August. (MTB. Funkfpruch.) Wie wir hören, ist der R e i ch s r e g i e r u n g heute durch Vermittlung des Generalsekretärs des Völkerbundes telegraphisch die Einberufung der Kommission zum Studium der Reorganisation des Völkerbundsrates für den 30. August mitgeteilt worden. Wie der „Lokalanzeiger" bemerkt, gilt diese Mitteilung zugleich auch als Einladung zur Teilnahme an der Kommission. Ein besonderes Einladungsschreiben wird in Berlin nicht erwartet, da es sich um eine in ihrem Stande bereits im Laufe des Iahres festgelegte Kommission handelt. Die deutsche Regierung wird, wie erwartet, diesmal lediglich durch den deutschen Botschafter in Paris v. Hösch vertreten werden, während Ministerialdirektor Gans in Berlin bleibt. Die französischen Truppen im Saargediet. London, 20. Aug. (W. T. D. Funtspruch.) „Daily Rews" meldet, eine dec Fragen die auf der kommenden Sitzung des Völkerbundsrates zur Entscheidung kommen werde, werde die Frage der Anwesenheit französischer Truppen im Saar geb iet sein. Das Blatt schreibt, der kanadische Präsident der R e g i e r u n g s k o m m i s s i on im Saargebiet ist der Ansicht, dah die französischen Truppen im Saargebiet sehr Wohl bis zur Grenze zurückgezogen werden können, von wo aus sie in der Lage wären, die Verbindungswege im ganzen Saargebiet zu sichern. DieGenfsrAbrüstungsKonferenz (Senf, 19. Aug. (Schweizerische Depeschen- Agentur.) Der militärische älnterausschuß der vorbereitenden Kommission für die Abrüstungs- lonferenz hat mit Stimmenmehrheit die Schaffung einer aus unparteiischen Sachverständigen zusammengesetzten Kommission in Gens beschlossen, die die Klagen über Richtbeachtung der Abrüstungsbedingungen zu r rufen, Untere suchungen anzuraten und festzustellen hat,. ob die Rüstung eines Landes aggressiven oder defensiven Charakter hat. Die ans Vertretern von Grohbrrtannien, Chile, heu Vereinigten Staaten, Italien, Iapan und Schweden zusammengesetzte Minderheit erklärt in ihrem Minderyeits» bericht, dah sie nicht in der Lage sei. die In- ftitution anzuerkennen, welche einer inquisitorischen Hern mreisenden Kommission gleichen würde. In der Diskussion über die Kontrolle gab die deutsche Delegation eine Erklärung ab, in welcher gesagt wird, dah eine Kontrolle, wie sie in Deutschland besteht, mit der Hoheit eines Staates nicht vereinbar ist. Die deutsche Delegation gab hierzu eine formelle Erklärung ab, in der festgestellt wird, dah eine Kontrolle gleich derjenigen, die Deutschland zur Zeit trage, der Würde und Souveränität eines Staates widerspreche und dah diese Kontrolle nur von einem Staat angenommen werden konnte, der einer Welt von Feinden erlag. Tanger. Rach spanischen Meldungen aus Tanger sollen dort große revolutionäre Umtriebe im Gange sein, die eine Gefahr für die Aufrechterhaltung der Ordnung in der Tangerzone bedeuten. Man sieht noch nicht klar, wer der geistige Urheber dieser Bewegung ist und gegen wen sie sich in erster Linie richtet. Gin großer Gene r a l st r e i k in Tanger besagt noch nicht, dah die Situation so ernst ist, wie spanische Blätter zu melden wissen. Zweifellos besteht bei einem Teil der Stämme des Tangergebietes eine starke Unzufriedenheit mit der internationalen Verwaltung, die sich in der Hauptsache aus Franzosen und Spaniern, aber auch aus Engländern zusammensetzt. Am stärksten ist unter der Bevölkerung das spanische Element vertreten, die sich gegen die französischen Mitglieder der Verwaltung richtet, während der französische Teil der Bevölkerung gegen die Spanier hetzt. Dieser alte Gegensatz zwischen Franzosen und Spaniern in Tanger ist ja nicht neu, da beide um den Haupteinfluß in der internationalen Verwaltung kämpfen. Die Erklärung Primo de Riveras, dah Spanien Tanger seiner Marokkozone einzuverleiben verlange, hat natürlich auch in der Tangerzone selber Unsicherheit und Unruhe hervorgerufen zumal die Franzosen bestrebt sind, die spanischen Absichten mit allen Mitteln zu hinter- treiben. Sie haben sich bereits hinter den Völkerbund gesteckt, der jetzt eingreifen soll. Dadurch glauben die Franzosen, Tanger den spanischen Begehrlichkeiten entziehen zu können. Es tauchen bereits Pläne auf. Lager als Mandatsgebiet dem Völkerbunde zu überfragen, der dann das Mandat entweder an Frankreich, an Spanien oder an eine andere Macht überträgt. Eine französisch-spanische Einigung wird sich sonst wohl kaum erzielen lassen. Die „Liberte" seht sich für die Zuteilung von Sanger an Spanien ein und führt die gegenwärtigen Konflikte auf die Empfindlich? feit der Engländer zurück, von denen man auch fernerhin in Vieser Angelegenheit Schwierigkeiten zu erwarten habe. Jedesmal, wenn es sich um eine Meerenge handle, dürfe man glauben, dah man damit England erwürge oder vielmehr ersticke. Wenn England für Tanger das internationale Regime gewünscht habe, das so traurige Ergebnisse gezeitigt habe, so sei es nur deswegen. damit feine andere Macht Hand darauf habe legen können. Das gleiche fei der Fall gewesen nach der Uebergabe Äbd el Krims, als die englische Presse sich bei dem Gedanken erregt habe, dah Frankreich und Spanien sich auf freundschaftliche Weise wegen der Grenzberichtigung in Marokko verständigen könnte. Bei einer derartigen Geisteseinstellung werde man schliehlich die früheren Stellungen der franzö- sichen Macht in Afrika und Asien verlieren. Die Verhandlungen im englischen Bergbau gescheitert. London, 19. Aug. (TU.) Die heute begonnenen Verhandlungen zwischen den Grubenbesitzern und Bergarbeitern sind ergebnislos abgebrochen worden. Die Bergarbeiter- exekutive hielt an ihren alten Forderungen auf ein nationales Lohnabkommen und auf den Siebenstundentag fest und wollte die neue Lohnregelung erst nach erneuter Prüfung der Reorganisationsmöglichkeiten im Bergbau erörtert wissen. Außerdem hielten die Bergarbeiter weitere Regierungssubsidien für erwünscht. Die Grubenbesitzer dagegen sprächen sich für die Erhöhung der Arbeitszeit und die örtliche Lohnregelung aus. Rach dem Scheitern der Verhandlungen begaben sich die Bergarbeitersührer zum Gewerkschaftsvat, um die Fortsetzung des Streiks und die Propaganda für den Streikfonds zu besprechen. Das Ergebnis der Verhandlungen wurde dem Ministe rprä- f ib en t en Baldwin mitgeteilt, der daraufhin lange Unterredungen mit verschiedenen Regie- | rungsbeamten hatte. Der Abbruch dec Verhand- 1 hingen habe in Politischen Kreisen wenig überrascht, obgleich man das Mißlingen der Konferenz bedauere. Baldwin habe beschlossen, seinen Urlaub in Alx les Bajns zu verbringen. Schatzkanzler Churchill sprach in einer unionistischen Versammlung in Swansea über die Lage im Kohlenbergbau. Er erklärte, den Konflikt müßten die Bergarbeiter und Grubenbesitzer selbst regeln. Es gehe nicht au, daß ein Teil der englischen Bergarbeiter auf Kosten der Allgemeinheit staatliche Unterstützung erhalte. Außerdem würde eine Fortsetzung der Subvention absurd gewesen fein, weil die ausländischen Wettbewerber, besonders Deutschland. England deutlich zu verstehen gegeben hätten, daß sie das gleiche tun würden, falls England fortfahre, den Bergbau zu unterstützen. Das würde zur Folge haben, daß der Wettbewerb genau so stark geführt würde wie früher, nur mit dem Unterschied, daß die Preise niedriger würden und daß die Schatzämter der einzelnen Länder den Unterschied zu zahlen hätten. Fortsetzung des Streiks. London, 19. Aug. (WTB.) Eine Mit- teliung der Bergarbeite-Organisation erklärt, daß angesichts der Haltung der Bergwerksbesiher kein anderer Ausweg bleibe, als von den Bergarbeitern zu verlangen, daß sie in ihrem Widerstand gegen die Bedingungen der Bergwerksbesitzer verharren, denn wenn diese Bedingungen angenommen werden würden, sei dies gleichbedeutend mit einer sklavischen Armut der '"Bergarbeiter. Die Bergarbeiterorganifationen haben sich neuerdings an die Oeffentlichkeit um weitere Unterstützung der Bergarbeiter und ihrer Familien gewandt. Der Sekretär der Vergarbeitergewertschast, Cook, teilt mit, daß die Exekutive der Bergarbeitergewerkschaft morgen früh zufammentreten werde, um die qegen- toärtige Lage zu prüfen. Weitere Verhandlungen mit den Bergwerksbesitzern seien unmöglich, da diese sich weigerten, über eine Regelung der Streitfrage in ganz England zu verhandeln. Die Bergarbeiter hätten nicht die Teilnahme der Regierung an den Verhandlungen gefordert. Die Laße in Mexiko. Mexiko City, 19. Aug. („Associated Preß".) Mexikanische Geschäftsleute, die zum großen Teil römisch-katholischer Konfession sind, haben der Regierung und dem Episkopat vorgeschlagen, eine Konferenz zur Beilegung des Kirchenstreites abzuhalten. Die Geschäftsleute fühlen anscheinend immer stärker die Auswirkungen des wirtschaftlichen Boykotts und fürchten, daß einige von ihnen wirtschaftlich zu Grunde gehen werden, wenn nicht eine günstige Aende- rung in der bisherigen Lage des Konfliktes herbeigeführt werden kann. Besonders beunruhigend wirkt auf die Geschäftswelt der Umstand ein, dah die katholischen Kreise selbst von den Folgen des Wirtschaftsbo yk o 11 s betroffen werden, da der größere Teil der Geschäftsleute sich aus Katholiken zusammensetzt. Ein Schreiben des Episkopats an Calles fordert den Präsidenten auf, der Kirche ihre Freiheit zurückzugeben und die Verfassungsartikel über religiöse Fragen einer völligen Umwandlung zu unterziehen. Rur so könnte der alte religiöse Konflikt, der Mexiko sehr viel geschadet habe, beigelegt werden. In der amtlichen Umgebung des Präsidenten wird abgelehnt, sich offiziell über diese Vorschläge zu äußern, jedoch erklären Kreise, die der Regierung nahe stehen, mit großer Bestimmtheit, dah Calles nicht gewillt sein dürfte, seine bisherige Haltung zu ändern. Aufstand in Nicaragua. Reuhork, 20. Aug. (TU.) In Ricaragua ist eine revolutionäre Bewegung ausgebrochen, von der besonders die Städte Leon, Chinandega, Corinto, Quezaltenango und die Rachbargebiete betroffen sind. Dem diplomatischen Vertreter der Vereinigten Staaten in Mangua hat das Staatsdepartement mitgeteilt. daß die Regierung Schritte unternommen hat, um den Aufruhr zu unterdrücken. Die Telegraphen- und Eisenbahnverbindungen sind gestört. Die Regierungstruppen haben Quezaltenango eingenommen. Zwei andere Städte, die in den Händen der Rebellen sind, werden zur Zeit belagert. Aus aller Welt. Der Deutsche Genossenschaststag. Auf dem Deutschen Genossenschaftstag sprach Bankdirektor K l e e m a n n , Vorstandsmitglied der Dresdner Bank, über das Thema: „Die Bedeutung der Banken für den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft". Mit besonderen Schwierigkeiten sei der Aufbau des Kreditgeschäftes der Banken verbunden gewesen. Die Wirtschaft sei zu Beginn der Stabilisierung mit unerfüllbaren Kreditansprüchen an die Banken herangetreten. Die Banken hätten, soweit es ihre Mittel überhaupt zuließen, Kredite gewährt. Dabei habe sie vor allem die schwere Krise der Industrie zeitweise zu vorsichtiger Zurückhaltung gezwungen. Wegen dieser Zurückhaltung seien den Banken sowohl wie den Kreditgenossenschaften vielfach lebhafte Vorwürfe gemacht worden. Die Entwicklung habe gezeigt, daß diese Vorwürfe unberechtigt gewesen seien. Der derzeitige Stand des Bankgewerbes biete Gewähr dafür, daß auch in der Zukunft die deutsche Volkswirtschaft an dem Bankgewerbe eine feste Stütze für den weiteren Wiederaufbau und die weitere Entwicklung finden werde. — lieber die' Kreditversorgung des Mittelstandes sprach der Präsident der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse, Geheimrat Semper. Das genossenschaftliche Kreditgeschäft unterscheide sich heute dadurch wesentlich von dem der Vorkriegszeit, daß die Kredite nicht mehr in erster Linie auf den durch die Inflation vernichteten alten Mitteln und Depositen aufgebaut werden könnten. Die Genossenschaften seien vielmehr im starken Umfange heute angewiesen auf die Mittel, die ihnen durch ihre beiden Zentral- inftitute, die Preußische Zentralgenossenschafts- kasse und die Dresdner Bank, zugeleitet werden könnten, wodurch in den Zeiten der größten Kreditnot allein die Aufrechterhaltung der Genossenschaftsorganisationen ermöglicht worden sei. Eine der hauptsächlichsten Sorgen sei für die Genossenschaften heute die Frage der A u f t a u u n g der fe ft gefrorenen Personalkredite durch Umwandlung in Realkredite. Dabei fei ein enges und vertrauensvolles Zusammenarbeiten mit den Sparkassen von großer Bedeutung. Besonderer Aufmerksamkeit bedürfe neben der Frage des Umfanges der Krediteinräumungen die Frage der Kreditbedingungen. Nach Beendigung der Vorträge dankte Geheimer Huftizrat Alberti in feinem Schlußwort allen Teilnehmern und denjenigen, die zum Gelingen des Genoffen fchaftstages beigetragen hätten. Damit waren die Beratungen des 63. Deutschen Genossen- schaftstgZes im wesentlichen beendet. 'Am Nachmittag fand noch eine geschlossene Sitzung der Zentral- foffen statt. Für die nächsten Tage find Ausflüge vorgesehen, worauf die Teilnehmer auf dem Weg über Marienburg—Danzig die Heimreise antreten werden. Reue Pilzvergiftung. Unter Vergiftungserfcheinungcn ist die Familie des Arbeiters Ludwig aus der Strom- straße in Berlin so schwer erkrankt, daß der Vater und die beiben Kinder nach dem Krankenhaus Moabit gebracht werden mußten. Dort ist das ältere Mädchen bald nach seiner Aufnahme gestorben. Das Befinden der jüngeren wird als bedenklich bezeichnet, während bei dem Vater I augenblicklich eine Gefahr nicht vorzuliegen scheint. Bei Frau Ludwig zeigten sich nur ganz leichte Erkrankungserscheimmgen, so daß sie in ihrer Wohnung verbleiben tonnte. Soweit sich hat ermitteln lassen, sind die Erkrankungen nach dem Genuß von Pilzen aufgetreten, die die Familie bereits am Dienstag zu sich genommen haben soll. Eine Protestkundgebung gegen die Gewerbesteuer. In Frankfurt a d.O. wurden Donnerstag nachmittag von 3 bis 7 Tlhr mit ganz geringen Ausnahmen sämtliche Geschäfte und Gaststätten der Stadt geschlossen, nachdem die Verhandlungen mit dem Magistrat über eine Herabsetzung der Gewerbesteuer gescheitert waren und der Magistrat jedes Entgegenkommen abgelehnt hatte. Ein Antrag der Stadtverord- I netenversammlung zugunsten der Kaufmannschaft 1 wurde ebenfalls abgelehnt. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 20. August 1926. Die Blitzgefahr unter Bäumen. In der Zeit der häufigen Gewitter, wie wir ie in den letzten Tagen und Rächten wieder erlebt haben, kommt es vor, daß sich Leute, dis im Freien von einem Gewitter überrascht werden, unter einen Baum flüchten und nicht selten dabei vom Blitz erschlagen a>erben. Deshalb ist die Frage von Interesse: In welche Bäume schlägt der Blitz am häufigsten ein? Ein alter! Spruch darüber sagt: Vor den Eichen sollst du weichen. Hub die Weiden sollst du meiden. Auch die Fichten such' mit nichten. Doch die Buchen kannst du suchen. Wir wissen, dah die Dlitzgefahr für die Eichen Piel größer ist, als für die Buchen, und auch über die Tlrsachen dieses verschiedenen Verhaltens haben älntersuchungen Aufschluß gegeben. Die elektrische Leitfähigkeit des Holzes ist abhängig von seinem Oe l geh alt. Diejenigen Bäume, die den größten Oelgechnll^besitzen, erscheinen im höchsten Grade gegen die Dlitzgefahr gesichert: stärkehaltige und ölarme Bäume dagegen werden vom Blitzschläge bevorzugt. Bäume, deren Holz reich an Oel ist, sind der Rußbaum und die Buche; aus ihren Früchten wird Oel geschlagen; Stärkebäume, arm an Oel aber sind: Eiche, Weide, Pappeln, Haselnuß, Flieder, Ahorn, .Hirne, Mehlbeere, Weißdorn und Esche. Ordnet man die Bäume nach der Blitzgefahr, so ergibt sich etwa diese Reihenfolge: Dlitzgefahr sehr gering: Ruhbaum, Buchn etwas größer: Fichte, Lärche, Wacholder, Eibe; große: Tanne, Eiche, Weide, Pappel und die übrigen Stärkebäume. Gr. Bornotizen. — Lageskalender für Freitag, Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Ich gab Dich zum Pfände!" — Palast-Lichtspiele: „Lodernde Glut.- — Aus dem Stadttheaterbureaui wird uns geschrieben: Dem Sommerpoogramm entsprechend, bringt die nächste Aufführung am Dienstag, 24. August, wieder einen Schwank, und zwar Bach und Arnolds bekannte „Spanische Fliege". Es ist dies die 8. Vorstellung im Sommerabonnement. Das übermütige Werk darf als einer der lustigsten modernen Schwärcks gelten und wird sicher, wie auch in Rauheim, bet seiner Wiedereinstudierung ein dankbares Publikum finden. I Der Schwimm- und Rudersport-. W e r b c t a g findet am kommenden Sonntag nachmittags am Bootshaus der Gießener Ruder» gefellfchaft von 1877 unter Beteiligung der Ru, dervereine, des Gießener Schwimm- Vereins und der Schwimmabteilung des Turnvereins von 18 4 6 statt. Es Ist ein glücklicher Gedanke gewesen, die beiden Wassersportarten Schwimmen und Rudern in einer Veranstaltung vereint zu zeigen. Hierdurch hat man ein an Abwechslung selten reiches Programm geschaffen, wie man es in Gießen noch nicht gesehen hat. Jeder, ob Sportsmann oder Laie, wird seine Freude an den Darbietungen haben, die sich teils auf volkstümlicher Grundlage bewegen. Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang die Kapelle Topp, die für musikalische Unterhaltung Sorge tragen wird. Sie soll pünktlich mit einem Musikstück den Auftakt geben, dem sich ein Reigenschwimmen der Damen des Gießener Schwimm- vereins, der in dieser Disziplin zum ersten Male an die Oeffentlichkeit tritt, anschliehen wird. Einen schönen Anblick dürfte dann die hierauf folgende Auffahrt der Ruderer in den einzelnen Bootsgattungen bieten. Dann wird wieder den Schwimmern das Feld freigemacht für die Freistilstaffel 8mal 50 Meter, die von zwei Mann- schäften geschwommen wird. Während des Schau- springens, in dem die besten Kräfte des Gießener Schwimmvereins und des Turnvereins von 1846 ihr Können zeigen werden, beginnt sodann das Einerrennen, nach dessen Austrag die einzelnen Schwimmarten (Brust, Seite, Rücken, Freistil) durch eine Lagenstaffel 4mal 100 Meter gezeigt werden. Hierauf ein Vierer- rennen für Schüler, und dann als besonderer Genuß für die Zuschauer ein Gruppen- springen der Herren des Gießener Schwimmvereins und der Damen des Turnvereins von 1846. Die Große Brust staffel 10m a l 5 0 Meter sieht zwei Mannschaften des Gießener Schwimmvereins und eine des Turnvereins von 1846 am Start. Das altbekannte und beliebte Büttenrennen wird sodann für fröhliche Stimmung sorgen. Das Wasserballspiel sieht noch einmal die Mannschaften des Gießener S. D. im Wasser, während den Schluß ein Achter- rennen der Ruderer und der Akte Kameraden- Marsch bilden. Der Zweck der Veranstaltung, für den schönen und gesunden Wassersport in unserer engeren Heimat zu werben, wird sicherlich erreicht werden — vorausgesetzt allerdings, dah der Himmel ein freundliches Gesicht macht. (Siehe morgige Anzeige.) ** Prüfung fürdasDeutscheTurn- und Sportabzeichen. Am Sonntag, 22. August, ist Gelegenheit gegeben, bie Prüfung für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen, ebenso für das Reichsjugendabzeichen zu machen. Folgende Sportarten kommen in Frage: Lauf, Sprung und Wurf (auch 10-Km.-Laufen). Beginn der Prüfung pünktlich 9.30 älhr auf dem Wald- sportplatz des V. f. B. WSR. Vom Sternhimmel. In den sternenklaren Rächten, die wir eben haben, strahlt jetzt der Riesenplanet Iupiter die ganze Rächt hindurch in vollem Glanze am südwestlichen Himmel. Mit einem guten Fernglas, ja schon mit einem Opernglas, kann man auf her rechten Seite des Iupiters vier seiner Monde deutlich erkennen. Zwei weitere Monde des Planeten fini so winzig klein, daß sie nur durch Riefenteleskope erkennbar sind, v, e *’ Der Bund „Für Haus und Schule veranstaltet nächsten Sonntag nachmittag zuk Pflege der Gemeinschaft eine Familienzusammev' funft bei der Freilichtbühne. Militärmusik, Spiel« der 3ugenb und sonstige schöne Darbietung« werden für Kurzweil sorgen. Auch dürfen b* lieben Kleinen auf große Brezeln rechnen. Sitz- gelegenbeit ist reichlich vorhanden, und wem wider Erwarten das Wetter für den Aufenthav- im Walde nicht günstig sein sollte, dann wirst alles im Saale der Liebigshöhe ftatifmbew- (Siehe morgige Anzeige.) *• Das zweite Sonderkonzert unserer Reichswehrkapelle unter Leitung von Obefr- Musikmeister 2ober fand gestern abend auf „Liebigshöhe" als Streichmusik statt. Der Desu^ war toieber überaus gut Las von Kapelle tresflich zum Vortrag gebrachte, sehr anspre- Hende Programm bot reiche Abwechslung, und die Darbietungen lösten lebhaften, tdtocifc stürmischen Beifall aus. so daß die Kapelle fast zu jedem Stück itinlagen gab. 3m einzelnen seien besonders erwähnt: DaS Tongomälde „Deutschlands Erhebung" zum Andenken an Theodor Körner lTodeStag 26. August 1813). Dieses Stück wurde begeistert auf genommen; die Besucher fangen Im Anschluß hieran das Deutschlandlied. Von den übrigen Konzertstücken sanden starten Anklang: „Abschied von Drunhilde" und „Feuer- Stber" aus „Walküre", die „Traunidilder- ntasie" und die Ouvertüren „Beherrscher der istcr" und „Die lustigen Weiber von Windsor". 3m ganzen brachte der Abend den Besuchern einige recht angenehm unterhaltende Stunden, und für die Kapelle tvar der reiche Beifall, der ihren Leistungen gezollt wurde, wohl ein neuer Beweis dafür, bah sie sich in den Kreisen der Bürgerschaft großer Beliebtheit erfreut. Preußen. Kreis Wetzlar. jj Wetzlar. IS. Aug. Heute nachmittag kurz nach 5 Uhr brach in dem benachbarten Hofgute Her» m a n n ft e i n , dessen Besitzer Freiherr v. Schenk ist. Feuer au». Es brannte die zum Hofgut gehörige Mühle, und dicker Rauch zeigte, daß das Feuer in dem alten Gebäude reichlich Nahrung fand. Glücklicherweise war die Windrichtung günstig, so daß die anderen Hofgebäude weniger einer Gefahr ausgesetzt roacen. Auf die telephonischen Hilferufe waren außer der Ortsfeuerwebr in kurzer Frist auch die Derksseuerwehr der Buderuslchen Eisen- merke und die Wetzlarer Feuerwehr mit ihrer Dampf- spritze zur Stelle. Dank dem tatkräftigen Eingreifen dieser Wehren gelang es, den Brand auf seinen Herd zu beschränken und des Feuers nach gut einer Stunde Arbeit Herr zu werden. Außer dem Gebäudeschaden dürften sonst größere Verluste an land» wirtschaftlichen Erzeugnissen nicht entstanden fein. Die Muhle war während des Krieges wieder in Gang gesetzt worden und hatte auch wegen der teilweisen schlechten Wasserkraft einen Motorantrieb erhalten. Außer für die Zwecke des Hofgutes wurde ste auch von der Dorfbevölkerung zu Mahlzwecken benutzt. Bund Alter Herren der Hess. Landesbauschule Darmstadr. Der Bund Alter Herren her Hess. LandeS- bauschule Darmstadt E. V. (Mitglied des Deutschen Dauschulbundes A. H.) begeht am 20. bis 22,August d. 3. seinen 6. Du ndestag. verbunden mit der Hauptversammlung des Bundes, in Darmstadt. Der Bund verfolgt gemäß seiner Satzung rein ideale Ziele zur Förderung der wissenschaftlichen Bildung seiner Mitglieder, entsprechend dem Fortschreiten der Technik und zum Dohle de« Volkstänzen und umfaßt fast alle Absolventen der LandeSbauschule. Insbesondere vertritt er den einheitlichen Ausbau der Deutschen Bauschulen und die an die Absolventen gestellten Forderungen. Die öffentliche Tagung findet SamStag, den 21. August, vormittags 10 Ahr im Fürstensaal, Grafenstraße zu Darmstadt statt, wozu die einzelnen Fraktionen de« Landtags und die Behörden eingeladen find. Bei dieser Tagung erfolgt die Bekanntgabe der vom Deutschen Dau- schulbund festgesetzten Aichtlimen für den einheitlichen Ausbau der Deutschen Bauschulen, sowie die Bekanntgabe und die Stellungnahme des Bundes zu den von dem Hessischen Ministerium devauSgegebenen Bestimmungen über die Zulassung von Fachschulabsolventen zum Studium an der Technischen Hochschule Darmstadt. Anschließend hieran: Lichtbildervortrag über mittelalterlich« Baukunst, insbesondere über daS Kloster Maulbronn. Der diesjährige Bundestag soll zu- gleich auch ein Dorbereitungstag sein für die Feier de« 50jährigen Bestehens, welches die Bauschule Darmstadt am 1. Dezember 1926 begehen w»rd, und eS soll bei dem Bundestag, wie auch hei dem 3ubiläumstag bekanntgegeben werden, wieweit die Bauschule sich seit ihrem Bestehen *1. Dezember 1876) entwickelt hat. U ' j < U a t, 1J. 2Lag. Die alle Franziskanerkirche, die lange Zeit dem Verfall preisgegeben war, wird bald micter in würdigem Gewände da stehen. Nachdem das vollständig zer- bröckelte Dach erneuert word.n ist, wird gegenwärtig die äußere Mauer vollständ g restauriert. Der vom Wetter zernagte Berpuv ist abgeschlagen worden und wird ebenfalls erneuert. Her neue Bewurf wird in der Weife ausgefühn, daß die dicken Kopfsteine sichtbar bleiben und die Heineren Steine und Fugen beworfen werden. Tie unteren Sockel der Fenster waren infolge ihres hohen AlterS so fch?.dhaft geworden, daß Ue schon in früheren Zeiten beseitigt wurden. Auch blcfe werden erneuert. Stenuneyen bearbeiten auch die stark verwitterten Fenstergewände. O Wetzlar. 19. Aug. KreiSobersekretür Dreydoppel und Kreissekretär Schäfer, beide vom hiesigen LandratSamt. wurden zum Kreisinspektor bzw. Kreiöoberset'retär ernannt. Kreisinspektor Dreydoppel ist Nachfolger des infolge Erreichung der Altersgrenze in den Nutze- stand getretenen KreiSsekretärs. AechnungsratS Neumann. O Kinzenbach. 19. Aug. 3n der hiesigen Gemeinde ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. DaS Land- ratsamt hat sofort die erforderlichen Schuhmaß- nabmen angeordnet und Ort und Gemarkung als Sperrbezirk erklärt. O Hochelheim, 19. Aug. Die Forst- schutzverbönde Niederkleen, Oberkleen und Vollnkirchen, bestehend auS den Gemeinden a) Niederkleen, Dornholzhausen und Hochelheim, b) Oberkleen und EberSgönS und c) Vollnkirchen, Klein- Rechtenbach. Niederweh, Volpertshausen und Weidenhausen haben sich zu einem gemeinschaftlichen Forstschuhverband zufainmenge- schlossen, dessen Gesamtwaldungen eine Fläche von rund 1800 Hektar umfassen. Den Forstdienst versehen Förster Grasse zu Oberkleen für die Gemeinden Ebersgöns und Oberkleen, Hilsssörster Schweitzer zu Niederkleen für die Gemeinden Niederkleen, Dornholzhausen und Hochelheim und Förster Meyer zu Vollnkirchen für die Gemeinden Vollnkirchen. Klein-Nechtenbach. Nie- derwetz, Volpertshausen und Weidenhausen. Die frühere planmäßige Försterstelle zu Niederkleen ist aufgehoben und in eine HilfSforsterstells um- gewandelt worden. Aus jeden Beamten entfällt eine Fläche von 500 bis 600 Hektar. Die Forst- häuser sind vorläufig im Eigentum der früheren Einzelverbände verblieben Krcis Biedenkopf. D jß a 11 a u, 19. Aug. Bei den Reichs- j u g e n d w e t t k ä m p f e n , die hier stattfanden, errangen aus dem südlichen Kreis Biedenkopf Preise: 3abrqang 1905 07 Turner: 1 Preis Karl Heih. Nodheim 1441/,. P.: 3abigang 1903 09 Turner: 2. Preis Karl Kimmel. Nodheim 146 P.! Sportler: 2. Preis Franz Milchsack, Nodheim, 161 P; weibliche Jugend. Jahrgang 1908/09: 3. Preis Omina Oer lach, Bieber: 3ahrgang 1910/11: 2 Preis Else 3 uoL Bieber. 3m Eilbotenlauf 4x100 Meter erhielt den l. Preis Nealgymnafium Biedenkops. 48lA ©et, den 2. Preis Turnverein Biedenkopf, 49*/\ Sek., den 3. Preis D. f. L. Biedenkopf. 50 Sek., 4. Preis Turnverein Wal lau und Nodheim. 50'/. Set Dilttrcis. bl- Dillenburg, 19. Aug. Sämtliche dem Dill-Arbeitgeberverband angeschlofsenen Bau- firmen haben die Arbeitnehmer a u3gelt» c r 11. Grund: Lohndifferenzen. Da die Arbeitgeber auf einer Minderung des Lohnes bestehen, konnte die Arbeit noch nicht wieder aufgenommen werden. — Der hiesige V e r schöne r u n g S v e r e i n hat es sich in den letzten Andren sehr angelegen sein lassen, unsere Stadt und die Umgebung so auszugestalten, daß sie einem jeden Fremden gefallen muh. So wurden neue Ruhebänke errichtet und Schutz- Hütten aufgeschlagen. Ferner legte man besonderen Wert auf die Pflege von Anlagen und Wegen. Endlich errichtete und verbesserte man auch überall die so notwendigen Wegweiser. — Hier wurde eine neue Gruppe deS West er wald-VereinS gebildet. bl. Herborn, 19. Aug. ileberall kann man die erfreuliche Feststellung machen, wie sehr man bemüht bleibt, die Straßen wieder instand z u s e tz r n So werden die Haupivrrkehrsman-n mit Kleinschlag versehen und de Duinal straften gründlich amigebeffert. Das Landesbauamt gebend mit der Zeit alle Schäden auSzugleichen. Tie Maßnahmen waren im Hinblick auf den gesteigerten Verkehr unumgänilid notwendig bl. A a i g c r. 19 Aug. Brlanntlich schweben Verhandlungen, eingeleitet von einem Teil der Bürgerschaft, untere Stadt zu einer Landgemeinde zu machen. 6ine Anzahl von Unterschriften zu einer solchen Eingabe waren auch vollzogen worden: nun ist die ganze Arbeit umsonst gewesen, da dem llnterschristsnsammler die L i st e abhanden gekommen ist. 3m übrigen wird wenig Hoffnung auf Erfüllung deS Wunsches gehegt. Eine große Dürgerver- s a m m l u n g wird am Samstag zu der Angelegenheit Stellung nehmen bl. Uebernthal, 19. Aug. Bei unserer neu wieder in Betrieb genommenen Grünerdegrube ist der Schacht zusammenge- ft ü r a t. Dadurch wird leider eine längere Zeit vergehen, bis daß die Arbeit wieder ausgenommen iverden kann. bl. OderSberg (Dillkr.). 19. Aug. Ein hiesiger Knecht verletzte feine Dienstherrin durch einen Nevolverfchuß im Oberschenkel ferner. Die Beweggründe zu der 'Tat sollen darin liegen, daß die Frau, welche Witwe ist, dem Mann einen HeiratSantrag abgeschlagen bat. Der Täter wurde dem Herborner GesängnlS überbracht. bl. R i t t e r s h a u s e n. 19. Aug. Der Turnverein beabsichtigt den Bau einer Turnhalle. Die Bestrebungen können nicht so recht in Fluß kommen, weil geeignetes Gelände schwer zu finden ist. Verhandlungen dieferhalb tourben mit der Gemeinde angeknüpft, und man hofft auch, daß man bald, vielleicht auch unter Mithilfe d«S Kreises zu einem Resultat kommen wird. Die Erbauung einer Halle wurde hier immer mehr notwendig. Kreis Marburg. * Marburg, 19. Aug. 3n Marburg trat in diesen Tagen der Bund deutscher Cou- leurdiener und Hausmeister zu seiner diesjährigen Tagung zusammen. Die Tagung, welche fünf Tage in Anspruch nimmt, begann mit einem Begrühungsabend. Bei der Feststellung der Anwesenheitsliste ergab sich, daß sämtliche deutsche Hochschulen vertreten waren. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Marburg begrüßte die erschienenen Vertreter mit ihren Damen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Tagung zum Wohle deS Bundes verlausen möge. Der Vorsitzende deS Bundes, Hermann S cn u l z e - Halle, dankte für die Begrüßung und die vortrefflich ausgeardeiteten Vorarbeiten. Hieraus überreichte der Vertreter von Kiel dem Vorsitzenden deS Bundes, welcher die Ortsgruppe Kiel gegründet bat, ein schönes Bild von Kiel. Mit Ansprachen und gemeinschaftlichem Gesang schloß der sehr harmonisch verlaufene BegrüßungSabend. UnterwefterwaldkreiS. kz. Holzappel. 19. Aug. An einer engen Straher^lurve innerhalb unsere« Orte« mußten sich gestern ein Auto und ein Motorradfahrer, der noch eine Dame auf dem Rücksitz mitfuhr, begegnen. Vorsichtshalber hielt der Kraftwagenführer feinen Wagen an, um dem Motorradfahrer genügend Platz zur Durchfahrt au lassen. Dieser steuerte jedoch direkt auf daS Auto los und stürzte mit der Dame aus die Straße, ohne daß beide besondere Verletzungen davontrugen. DaS Auto erlitt durch den Än- prall nur geringen Schaden. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 18. Aug. Gestern früh wurde au« dem Main am Nadelwehr in Niederrad eine Leiche (anscheinend weiblich) gelandet. Der Leiche fehlt der Kops, der rechte Arm und die linke Hand. Die Schaufel- knochen des Hüftgelenks weisen Spuren von beabsichtigtem Zersägen bzw. Beilhieben auf. Eine Handbreit unter dem Lendenwirbel ist die Wirbelsäule durchsägt und der Oberkörper nach hinten gegen das Decken bzw. Oberschenkel geknickt worden. Die Llnterschenkel sind nach rückwärts gegen die Oberschenkel gedrückt gewesen. Auf diese Weise ist die Leiche wahrscheinlich zu einem ein Meter langen Pak t zukammenaeschnürt Worden, die Stellung des Knochengerüsts läßt jedenfalls diesen Schluß zu. Die Beschaffenheit der Leiche weist daraus hu., DaO Ile. bevor |U ui den Jltain geworfen wurde, an einer anderen Stelle aufbt- wahrt war und daß eine gewiße Konservierung der Leiche durch Kalk oder ein anderes Mittel an ihr vollzogen war. Alle Umstände weifen auf ein Verbrechen hin. SS sind bereits Ormittelumien Im Gange. Gestern abend zwllchen 7 und 8 Uhr ereignete stch an der Obermaindrücke vor der Siabtdibllolhek ein Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Motorradfahrer Der Lenker des Motorrades wurde leicht, sein Mitfahrer aus dem Soziussitz, der Schüler Vla» Ziegelmann, schwer verletzt. Sr erlitt eine Gehirnerschütterung und einen Ilnterscheickel- bruch. Beide wurden von dem Auto nach dem Krankenhaus gebracht. Büchertisch. — .Die Deutsche Nordsee". (Verlag Detmold.) — 3n diesen Tagen feiert die schönst« der deutschen Inseln — Helgoland — ihr hundertjährige- Öubiläum als Bgd auS diesem Anlaß ist daS Augustbest b hriH »Dich Deutsche Nordsee" in erster Linie dem roten Diland gewidmet. Der Leitartikel entreißt den Gründer deS DadeS, 3afob A. SienrenS, het Vergessenheit, eine Zusammenstellung von Geschichtszahlen kennzeichnet daS politische Schicksal der 3nsel. Sin mit AguariumSanfnabmen de« bekannten Helgoländer Lichtbildkünstlers Schsnsky illustrierter Aufsatz behandelt die Biologische An- stall. Das Seegefecht zwilchen den Oefterreichern und Dänen am 9. Mai 1864 wird von einem Mitstreiter geschildert: Gorch FockS Helgolandsage und eine höchstvergnüglich« Neisebeschrei- bung deS unsterblichen FrenndeSpaareS Müller und Schultze sind weitere Beiträge. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Jsr.NellgionSgemeinde. GotteSd. i. d. Synagoge (Öübanlagc). SamStag, den 21. August 1926. Dorabd. 7.15, morgen- 8.30, abends 7.40 u. 8.20. Gottesdienst her 1fr. Neligionsgefellfchaft Sabbatfeier, den 21.August 1926. Freitag abb»/z.00. SamStag norm. 8.00, nachm. 4.30, SabbatauSg. 8.20, WochengotkeSdienst: morg. 6.30, abdS.7.00. Rundfunk-Programm deS flfrnnfinrtcr EenderS. (Aus der „Radfo-Umschau".) SamStag, 21. August. 3.30 bis 4 Ubr: Die Stunde der 3ugend. 4.30 biS 5.45 Uhr: Konzert deS Hau-orchesterS: Wunschnachrnittag. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lefe- stunde. 6.45 bis 7.15 Ähr: .Bessarabien und fein Deutschtum" Vortrag von Prof. Dr. 6. Ublig- Tübingen 7.15 bis 7.45 ältzr. Der Briefkasten. 7.45 bis 3.15 Llhr: Stunde des Frankfurter Bundes füv Volksbildung. 3.15 Uhr: „Nathan der Weife", bon Leffing. Anfchließend bi» 12 ilbr: Übertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. ist da- Schönheitsmittel für alle, die eine zarte und jugendfrische Haut nicht von zweifelhaften Gehcimmilteln erhoffen, sondern überlegene SchistcheitSpslcge auf natürlicher Grundlage treiben wollen Ein Zusatz von .Qaifcr-yorajr zum täglichen Waschwasser, macht dasselbe nicht nur antiseptisch, reinigungskrästig und wunderbar weich, er macht es auch zum belebenden Schönhcits- wasser, zieht glättend dir Poren zusammen, heilt imd verhindert bei regelmäßigem Gebrauch Erkrankungen der Laut und schasst durch rege Haut- otmuna einen klaren, reinen Teint von jugendlicher Frische und Zartheit. Kaisrr-Borax wird niemals lose, sondern nur In der bekannten roten Original-Packung geliefert, welche für die Reinheit der Ware Jarantiert. — Ausführliche Gebrauchsanweisung legt jedem Karton bei. — Heinrich Mack Nachf., Ulm a. D. 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März 1927 vergeben werden: Ungefähr: 1. 1200 kg Rindfleisch; 2. 2000 kg Rindsnierensett, roh; 3. roher und geräucherter Speck sowie Wurst nach Bedarf; 4. 1200 kg Schweinefleisch; 14. 2500 kg geschälte Gerste; 15. 2000 kg Burma-Reis; 16. 2500 kg Nudeln; 17. 2000 kg Gerstengrütze; 18. 2000 kg Hafergrütze; 19. 2500 kg Weizengrieß; 20. 3000 kg Salinen-Kochsalz; 21. 700 kg Malzkaffee; 22. 300 kg Bohnenkaffee, roh; 23. 10 Tonnen Heringe; 24. 30 000 kg Roggenmehl; 25. 18 000 kg Weizenmehl; 26. Weizenmehl 00 nach Bedarf; 27. 200 kg Staubmehl. Muster sind, von Angeboten getrennt, vorzulegen. Kostenfreie Angebote sind bis zur Eröffnungsstunde: Dienstag, den 14. September 1426. vormittags 10 Uhr. verschlossen und mit der Aufschrift: „Lieferung für die Zellenstrafanstalt" einzureichen. 6771V Bedingungen für die Bewerbungen und Lieferungen enthält der Ministerialerlatz vom 16. Juni 1893. Er kann nebst den übrigen allgemeinen und besonderen Bedingungen werktags zwischen 9 und 11 Uhr vormittags und zwischen 3 und 4 Uhr nachmittags auf dem Geschäftszimmer des Oekonom und Arbeitsinspektors eingesehen werden. Abschriften können gegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden. Im Gesuch um Abschrift ist der Lieferungsgegenstand näher zu bezeichnen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Für die Angebote ist ein besonderes Formular vorgeschrieben, das zum Stückpreis von 10 Pfennig von unserer Kanzlei bezogen werden kann. Butzbach, den 12. August 1926. Direktion der Hessischen Zellenstrafanstalt. Sofort gesucht 3—4 möblierte Zimmer (2 Schlaf- u. 1 Wohnzimmer) evtl. in zwei Etagen, mit Küchenbenutzung, in guter Lane. Schristl. Angebote unter 6756D nn den Gieß. Aut. (Stellenangebote jj/ermietüngenj Guk möbL Mmer in freier Lage, mit elettr. 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Mgvsl Aerm-MMs: KatzenfurdLeilstetn, (ytetfeifitein, Edingen. 4 Std. Abfahrt: 6.33 Ubr. Sonntags- kgrte f5katzenfurt. Sonntag, 22. Äug.: Manüerung laut Karte. Abfahrt 8.16 vm. SottNiagS- karteLungen ^gesucht an jeb. Ort zum Berkaus von Zigarren an Wirte u. Private. [6763A 6. MgeM & 6o. ftaniüurg 22. W» aus guter Familie zur Mithilfe in m. Gastwirtschaft (Vertrauensposten! bet Famtlienanschl. für sofort gesucht in ein Landstädtchen Ober» Hessens. Schriftliche Angeb. unter 67731) a. d. Gieh. Anz. erb. Tiichtiaeö MeiWjjölhei'. für 1. Septbr. ober später geiucht. 6767D Lüdwigstr. 59 I. aüllllllllllllllillllllllliilllH) 9. 1500 kg Quark; Bohnen; 11. 2500 kg Viktoria-Erbsen 12. 2500 kg Linsen; 13. 600 Liter Essig; im Samenhaus Heinrich Hahn Gießen, Bahnhofstraße Telephon 1403____________6622c 2 jüngere Anstreicher sofort gesucht. 6772D Gebe. Nicolaus Baudekorationsgeschäft,5chisfenbergerweg2 [Stellengesuche Gebildete, a kleinst. 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Wir bitten die ^llitglieder, 971 Hhr sich auf dem Bahnhof einzufinden und hoffen auf zahlreiche Beteiligung, 6777 D Der Vorstand. Ul r. la g< al t< d z a 5 o. ru sch w fcQt f M Dorr . ..Ttuni $1™» Nr. (94 Zweites Blatt Gießener Anzeiger tGenerat-Aiizeiger für Oberhessen) Zreitag, 20. August 1926 Turnen, Sport und Spiel Das „schnelle" tBoot « • 7 • ? ., !“»/*• uui ■c'uujc hql uuiun tupuii jein, |ayie iaj mir, oenn tm hatte m- ®rei®' der sich nicht zu helfen weiß! Er befestigte zwischen an Fachkenntnis zugenommen. jor 2raht irgendwo am Telephonmast, seitdem hat । Morgens, ehe ich in mein Radiokabinet trete, in n Telephon nervöse Storungen. Dann fuhrt er I sitzt mein Dackel auf dem Dreiröhrenapparat und DH war natürlich ganz begeistert und rief: „Den iS'1 *n !auf ich' da ist ja die ganze Geographie drin! W wie großartig ist das, daß dieser Apparat iiTTir gleich den Text aus dem Englischen ins über,etzt!" £>r Mann kam zu mir und legte mir die An- Jgne und die Erdung. Ich sah ihm beim Antennen- :DSJu und hatte das Gefühl: aus dem Dache sitzt einem mit beispielloser Zähigkeit geführten Kampf der ArbeitSsricbe im Bergbau durchaus noch nicht einkehreu wird. Der innere Kamps der eng» ttlchen Wirtschaft ist noch lange nicht zu Ende. Wenn England trotz dieser Sachlage den gegenwärtigen Kamps zu Ende führt, indem die vxcgterung sich aus die Thele gurückzieht. daß ne tn den Streit zweier Parteien nicht ein» greifen könne, obwobl ft? gerade zu freien Der- mcibung vorher viele Millionen auSgab. so ge- schieht daS aus anderen Orünben. Der über» mächtige und mehr und mehr störend empfundene Einfluß der Gewerkschaften soll stark eingedämmt werden. Di? gesetzgebenden Schritte hierfür sind eingeleitet oder angelündigt und der über kurz oder lang erfolgreich beendete Kampf im Bergbau wird die Psottsorm für die grünö- h$e Neuregelung der Dinge geben. DaS Material, da« die Regierung zum gegebenen Zeitpunkt zur Erreichung dieses Zieles tor^uiveilcn vermag, ist umsangreich und überzeugend. Die Frage bleibt aber offen, ob selbst' eine befriedigende Neuregelung, die ja doch red endizer» weise auch der Gegenseite einen gewissen Aus» gfeid) bieten muß, mit den jetzigen Opfern nicht zu teuer bezahlt ist. DaS Schlagwort von der Kampfessührung im Interesse der interna'ionalen Solidarität, sei es der Arbeiter oder der Arbeit- geber. ist allzu billig, ate daß eS ernstha't verfangen könnte. Auf diesem trüben innerpolitischen Hintergrund nehmen sich die außenpolitischen Sorgen verhältnismäßig harmlos aus. CineS der wichtigsten Streitobjekte der letzten Zeit. Abefsi- nien. ist durch die Unterzeichn ng de, Schiedsgerichtsklausel durch die abessinische Delegation im Sinne Englands aus der Reihe der Tagesstreitigkeiten ausgeschieden. Den Protest des Ras Lafari beim Völkerbund nahm man in England mit viel größerer Ruhe auf. als in Italien. Man teilt auch keineswegs die italienischen Sorgen über eine angeblich störende deutsch-sran- zösische Zusammenarbeit in Abessinien. Eine solche Zusammenarbeit zwischen den alten Gegnern erregte höchstens dann Aufmerksamkeit, wenn sie, wie beim Eifenkartell, überzeugend fest wirtschaftlich fundiert ist. Das Cifentartell wurde und wird viel besprochen, man fühlt das englische Bedürfnis nach einem ähnlichen Bündnis, weih aber noch nicht, wo dieser Zusammenschluß hinzielen soll. Wenig erfreulich sieht es mit der praktischen Verwirklichung der Locarnopolitik aus. mit den Hoffnungen für Genf und die reibungslose Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund. Hier ist alles in der Schwebe und die verschiedenen politischen Akte in diesem Punkte haben die Situation eher erschwert als erleichtert. Man kann sich hin und wieder des Gefühls kaum erwehren, daß die Locarnopolitik nachgerade etwas störend empfunden wird. Man hat ja so viel Sorgen! Lind man wäre herzlich froh, wenn das deutsche und das französische Konto im politischen Hauptbuch John Dulls bald mit einem dicken Strich abgeschlossen werden könnte Man braucht nicht gleich immer Rennruderer oder »Paddler zu sein, um sich ein „schnelles" Doot zu wünschen, man braucht dabei nicht gleich immer an ein Rennboot zu denken, denn auch der sogenannte Wanderfahrer kämpft so manches Heine Rennen auf seiner Tour aus, und wenn er unterliegt, so ist nicht selten das eigene Doot — well es zu langsam ist — und das Doot des triumphierenden ®i Tanz allgemein ist man in Laien-, wie vielfach auch noch in Wassersportkreisen der Ansicht, daß allein die Schlankheit des Dootskörpers Fahrtgeschwindigkeit gewährleistet. Daß das nur sehr bedingt der Fall ist, scheint noch sehr wenig bekannt zu fein. Gilt im Schiffbau auch der Sah: .Länge läuft", fo ist das nicht unbedingt der Fall. Jedes ordentlich gebaute Wasserfahrzeug sollle für seine Formen und Abmessungen eine Am nächsten Nachmittag probierte ich mein Radio aus. Wo nur was zu schrauben und zu drehen war, habe ich geschraubt und gedreht, die Spulen habe ich gewechselt, als ob ich eine Spulen- Wechselstube eröffnen wollte, es war riesig inter- essant, blaß gehört habe ich nichts. Da ließ ich mir einen befreundeten Ingenieur kommen. Der beschnüffelte meinen Kasten, sprach etwas van einem „gewissen Altertumswert" und nahm das ganze Ding auseinander. Dann sagte er: -Das einzige, was etwas taugt, ist die schwarze Lagerung! Das freute mich, denn es betätigte mir meine Ansicht, daß ich lackiert worden sei. Er nahm mein Radio mit nach Hause, brachte es acht Tage später zurück, und jetzt ging es! Ich hörte einen Vortrag: „Die Aufzucht des Ameisenbären" und rief begeistert: „Das ist Amerika!" Denn bei uns gibt es doch keine Ameisenbären. Der Vortrag war fabelhaft spannend, ich schlief bloß zweimal dabei ein, der Ingenieur berechnete mir einen Freundschastspreis, nämlich dos Doppelte, und ich war glückselig. , | Volkstümlichkeit gewonnen hat Er muh zwar in feinet Politik sehr stark auf die Parteien Rücksicht nehmen, trotzdem hat er — dies ist schon festzu- I stellen — eine unbedingt größere Bewegungsfreiheit als alle feine Vorgänger. Die Finanzpolitik ist aber bei allem die ledes Geschehens in Frankreich geblieben. Unö wenn die — vielfach bemängelte — ausgesprochen fiskalische Finanzpolitik im Innern DeS Landes schon zu getoiffen Erfolgen geführt bat, die Außenpolitik ist noch weiter durch die Finanzmisere beeinflußt, tim die Ratifizier rung der Schuldenabkommen ist bisher nichts geschehen. Das Gerücht, daß die Schulden- abkommen trotz allem der Kammer zur Ratifizierung vorgelegt werden, formte sich einige Tage behaupten. Gleichzeitig sprach man von einer neuen amerika nischen Anleihe, all das war aber nur dazu gut. um die Börse zu beeinflussen. In der Tat zeigt Frankreich weder für ausländische Anleihen noch für die Ratifizierung der Schuldenabkcmmen viel Luft. Der Brief Cle» menceaus an Coolidge illustriert gut die Stimmung in Frankreich, ob er nun gerade diplomatisch war. darüber gehen auch hier die Meinungen sehr auseinander. „Le Motin" hot Elemenceau aus diesem Anlaß auf das heftigste angegriffen, und selbst Blätter, die durch ihre politische Stellungnahme Elemenceau. oder richtiger der Richtung, welche er vertrat, sehr nahe stehen, sind Über die Opportunität dieses offenen Briefes im Zweifel. Bei der versuchsweisen Anfrage einiger Minister bei den Parteien, wie sie sich zu dem Washingtoner Abkommen stellen, zeigte sich aber, daß es unmöglich wäre, für die Ratifizierung eine Mehrheit zu finden. Anders steht es mH dem Londoner Abkommen, vorläufig will man cs aber, mit Rücksicht auf Amerika, auch nicht zur Ratifizierung vorlegen. Die <3tim- I men. welche für seine Ratifizierung und f ü r eine finanzielle Annäherung an England sprechen, mehren sich von Tag zu Tag. Die Regierung schweigt sich in diesem Punkte I — wie soft überall, wo sie nicht zum Sprechen: gezwungen ist — gründlich aus. was in London eine gewisse Nervosität hervorzurufen scheint. Man glaubt zwar die Einstellung einiger Mitglieder der Regierung zu diesen Problemen zu kennen, auf die Politik des Kabinetts lassen sich daraus aber keine Rückschlüsse ziehen. In London sähe man eine endgültige Stabilisierung gerne und würde auch mit dec Hilfe dazu nicht kargen. Fraglich ist nur. was man als Gegen- leistung fordert. Die Völkerbunbsfragen beurteilt man jetzt etwas günstiger. Tatsächliche Ursachen zu diesem dämmernden Optimismus sieht man noch nicht, die diplomatischen Verhandlungen sollen aber eine weitgehende Kompromihpolitik in Aus- licht stellen. Sogar dos Zustandekommen des deutsch-französischen Handelsabkommens und des Cisenkartells wird für ein günstiges Zeichen gehalten. Das Ansehen des Völkerbünde?' ist aber in der letzten Zeit jedenfalls stark gesunken. ! Spanien und Polen zeigen sich starr, das einzige Aktivum der Dolkerbundspolitik soll der angeblich bevorstehende Eintritt der Türkei sein, was aber auch nicht viel besagen will... 3n der Kolonialpolitik, wie in der ganzen Stellung Frankreichs zu dem Orient ist seit einer geraumen Zeit eine Wendung eingetreten. Abd cl Krim ist geschlagen, die Kämpfe in Marokko, so heftig sie hie und da auch sein mögen, werden auf ihr normales Maß zurückgeführt — diesen Zustand pflegt man dort gewöhnlich Frieden zu nennen —; über Syrien hört man wenig, die Aera ist also besonders günstig für eine Annäherung an den Islam. Nach dem Besuch des Sultans von Marokko kam jetzt der Bey von Tunis nach Paris und nicht nur mit den Kolonien soll das Verhältnis vertieft werden. Mustapha Kemal segelt seit langem in französischem Fahrwasser, und das Interesse der Blätter für Abessinien ist auffallend groß geworden. In Italien wie in England ist man darüber unverändert verstimmt. Es ist gewiß, daß der Völkerbund auf seiner jetzigen Sitzung sich mit per abessinischen Anfrage befassen muß: in gut informierten Kreisen glaubt man aber kaum, daß der Ras Safari etwas Besonderes mit seinem Protest erreichen wird. Londoner Brief. Don unserem ^-Berichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) London, August 1926. Die großen Ferien des englischen Parlaments sind in diesem Jahre für Regierung und Parlamentarier keine ungetrübte Freude. Hinter 1 halfen. Und wie ich zum Fenster hinausschaue, baumelt mir ein Draht vor der Nase, das war die Antenne. Die hatte sich gedacht: „Was tu ich auf dem Dach? Bin ich ein Kater?" 2ch ließ mir einen anderen befreundeten Ingenieur kommen, und das war auf meinem Dache der zweite Greis. Er hielt mir einen großen fachlichen Vortrag, mit lauter Hochfrequenz und Ohm und Ampere, und ich unterbrach: „Wenn Sie spanisch mit mir reden, dann gestatten Sie, daß ich mir erst eine Kuh als Dolmetscher hole!" Schließlich behauptete er, es liegt an dem Heizwiderstand. „Das muß ein Irrtum sein!" sagte ich. ,Ln meiner Wohnung wird schon seit Monaten nicht mehr gdheizt!" auf mein Radio, aber das legte sich abends wieder, denn abends machte mein Radio nur noch Rrrr- Rrrr, und dieses Stück kenne ich schon! Am nächsten Mittag spielten sie wieder nur Rrrr, und nachdem sie drei Tage hintereinander nur Rrrr gespielt hatten, telephonierte ich wieder dem ersten Ingenieur. Der war kurz angebunden und riet mir, ich sollte mein Radio in die tierärztliche Hochschule bringen. Dann hängte er ein, und ich dachte: „Aha, jetzt hat er das Telephon geerdet!" Morgens machte ich einen letzten Versuch und wollte die neuesten Pressemeldungen hören, aber außer Rrrr war nichts Neues passiert. Mich packte die Wut, ich stürmte in die Küche hinaus, um eine Axt zu holen. Aber ich stolperte über die Drähte, schlug mir die Nase blutig, und wie ich in mein Zimmer zurückkehrte, stand da ein Mann und sagte: „Also Sie sind das!" „Jawohl!" bestätigte ich. „Ich bin es! Dies ist mein Kopf und dieses war meine Nase! Wollen Sie mir vielleicht ein neues Radio verkaufen?" »Das nicht, sondern ich will Ihr altes mitnehmen! Sie sind Schwarzhörer, und Ihr Radio ist beschlagnahmt!" Richtig, ich halle vergessen, meinen Apparat bei bet Post anzumelden! Umsonst versuchte ich dem Mann einzureden, das sei überhaupt kein Radio, sondern eine Mausefalle für Gelegenheitstäufer. Er ließ sich nicht erweichen und nahm es mit. Hoffentlich C5_. in die Thermische Dernichtungsanswlt! Vielleicht laßt sich Kunstdünger daraus machen. — Ich habe mir jetzt in einem Radiogeschäft einen funkelnagelneuen Röhrenapparat gekauft: er kostet genau die Hälfte soviel wie mein garantiert echter Tineff-Apparat, ich höre ausgezeichnet damit, und ich rufe hiermit allen Rundfunk-Interessenten zu: ,Lsfs das Radio, geh zum Fachmann!" Denn „Wegzugshakber" ist eine miserable Fabrikmarke. routinemäßigen Ablauf der Dinge verbergen fich schwere Sorgen, die Regierung und ver- antwortliche Führer der Parteien in gleicher Weife bedrücken. Di? innere und zum Teil auch die äußere Lage ist unbefriedigend und die Lösungsversuche sind einstweilen im Stadium gegenseitiger, namentlich waS die inneren Schwierigkeiten anbetrifft, sogar recht heftiger Beschuldi- gungen geblieben. 3m Innern ist der Bergarbeiter streik nur das zufammensas'ende Wort für die schwere Ärife. die ihrer Bedeutung und dem Umfang nach in vorderster Linie der großen Wirtfchaftskämpfe der Gegenwart überhaupt steht Schon vor Wochen wurde der Gesamtverlust der englischen als Folge des Bergarbeiterstreiks auf 3 Milliarden Mark beziffert, mit jedem weiteren ctrciftage tritt eine Steigerung des Ausfalls für- die Gesamtwirtschaft ein. Wie hoch der schließliche Gesamtverlust fein wird, läßt sich heute noch nicht annähernd übersehen, und es steht fest, daß die Zahlung weiterer Subsidien für eine Uebergangszeit wirtschaftlich das weitaus kleinere Uebel war. Die klare Erkenntnis dieser Tatfache hat ober weder bei den maßgebenden Kreisen der englischen Wirtschaft noch bei der Regierung zur Einleitung einer solchen Politik geführt, im Gegenteil, erst zu Beginn der zweiten Hälfte der bisherigen Streikdauer trat auf beiden Seiten die unverkennbare Tendenz hervor den Komps um jeden Preis durchzuführen. Die Industrie setzte ihre Anlagen in den wichtigsten Zweigen. Ei.en und Stahl, auf halben Betrieb und innerhalb der Regierung trat die Kampsncttur Ehur- chills mehr in den Vordergrund. Allmähliche Umstellung auf Kampf um jeden Preis, bis dann die Erklärungen der beteiligten Kreise. Cook für die Bergarbeiter und der Vizepräsident der Grubenbesitzer für deren Organisation ..Mag Gros in den Gruben wachsen" - - ..Keine Verhandlungen ohne Anerkennung der längeren Arbeitszeit, und wenn der Streik sechs Monate dauert" — die ganze Dersohrenheit der Situo- tton illustrierte. 3m politisch-parlamentarischen Lager wahrte man etwas mehr die Form, ober auch hier stand das Barometer bedenklich nahe an Sturm. Die Liberalen setzten sich mehr und mehr für Forderungen der Gegner ein und die beiden Rachwahlen zum Parlament ließen deutlich einen gewissen Prestigeverlust der Regierung Baldwin erkennen. Das Schlagwort der Aushungerung der Vergorbeiterkinder scheint nun die letzte Phase dieses gigantischen Ringens einzuleiten. Die schließliche Riederlage der Bergarbeiter scheint gewiß, auch die Streikenden fstbft können sich, das beweisen Coots letzte Aeuße- rungen und die entstandene Unsicherheit, dieser Erkenntnis nicht mehr verschließen. Aber es wird, wenn nicht alles trügt, eine Riederloge, die auf der anderen Seite keine ungetrübte Freude auslöst. Richt allein die rechnungsmäßigen Verluste der englischen Wirtschaft. sondern auch die Verschiebungen auf dem internationalen Markt stehen auf der Debetseite. Un& dazu besteht noch die Gewißheit, daß nach vom Schiffsbauer entworfene Kvnstru.tionszeich- nung zur Grundlage haben. Für die Form eines Fahrzeuges und seine Abmessungen sind in erster Linie Zweck und Fortbewegungsart von ausschlaggebender Bedeutung. Gin für alle Wasserfahrzeuge grundsätzliches Erfordernis ist eine möglichst ebene, glatte Außenhaut und eine Form des Bootskörpers, die einen seinen Eintritt it* Wasser, d. h. ein leichtes Ueberwinben des im Wege befindlichen Wassers, und außerdem einen guten Ablauf des verdrängten Wassers gewährleisten. Während man früher dem leichten Eintritt von Schiffen und Booten ins Wasser durch eine möglichst schnittige Form des Bugs und des Vorschiffes Rechnung trug, dagegen die Rotwendigkeit eines guten Ablaufs des Wassers am Schiffsende oft vernachlässigte, ist man in spaterer Zeit durch Gchleppversuche zur sogenannten Tropfenform gekommen, d. h., man hat das Vorschiff voller und das Hinterschiff schlanker gehalten. Damit ist natürlich die Schnelligkeitsfroge eines Bootes allein nicht gelöst. Besonders beim Segel- und Motorboot kommen noch verschiedene andere Momente in Frage, aber auch selbst bei Ruder- und Paddelbooten sind für die Formgebung noch weitere Punkte zu berücksichtigen. Müßte theoretisch im schmälsten Doot die höchste Geschwindigkeit erzielt werden können, so hat sich in der Praxis jedoch, und zwar sogar beim Rennrudern, herausgestellt, daß das theoretisch schnellste Doot oft langsamer war, als breitere Das Boot des triumphierenden Gegners — weil es viel günstiger gebaut ist — schuld. Die stark zunehmende Verbreitung des fo gesunden Wasser- sports dürfte aus diesem wie aus anderen Gründen bei dem Wassersportler ein gewisses 3nteresse an den für eine zweckmäßige Formgebung von Wasserfahrzeugen notwendigen Voraussetzungen auslösen, ein 3nterefse, das darin gipfelt, ein möglichst „schnelles" Ruder- oder Paddelboot zu besitzen. Erstehen doch jetzt vielfach Doote aller Art. bereits in erheblicher Zahl von Laienhänden gebaut ■ ?m nächsten Abend ging das Radio wieder nicht. Ich schüttelte den Kasten, wie ich das von meiner Taschenuhr her gewöhnt bin, aber das Malefizradio aing trotzdem nicht. Es muh etwas daran kaputt fein, sagte ich mir, denn ich hatte in- DieAblösung tömmunakr Markanleihen in Hessen. Die vollsparteiliche Abgeordnete D i r n - b a u m hat am 1. Juli folgende Kleine Anfrage im Hessischen Landtag eingebracht. Aus Grund des Gesetzes über die A b • lö fung ö ffentlicher Anleihen sind d i e Länder ermächtigt, nähere D e ft i m m u n- g e n über die Ablösung der Warkanleihen der Länder. Gemeinden und Gemeindeverbände zu tressen. Insbesondere müssen Vorschriften zur Ausführung des § 43 deS Gesetzes erlassen wer- * den. In Hessen ist bisher noch nichts geschehen. und die Anleihegläubiger sind deshalb in berechtigter Unruhe. Ich frage da- her an: Ist die Regierung bereit: 1. die AuSfllhrungSvorschriften alsbald xu erlassen? 2. auf d e Gemeinden und Cemeinbtuetbänbe ein.uwirl n. Abl^sangSanleihen bedürf, tiger Altanleihegläubiger, de- nen zu o.'g? ihres AlterS biHigertoeife nicht zugemulct werden kann, auf die Auslosung SU toart'n, vorweg einzulösen. mtn» bestens aber laufend zu verzinsen? Vom Ministerium des Innern ist daraus miet dem 4. August folgende Antwort er- etlt: Soweit sich die Frage auf den Erlaß von llusführungsvorschristen bezieht, dürfte sie durch te mittlerweile erlassenen und im Regierungsblatt Ur. 12 von 1926 erschienenen Verordnungen zur Durchführung des Anleiheablösungsgesetzes erledigt sein. Diese Verordnungen waren abhängig von der II. Reichsverordnung vom 2. Juli 1926 j =ur Durchführung des Anleiheablösungsgesetzes ■ nb konnten erst nach deren Erscheinen erlassen werden. Was die Auszahlung der Ab » -ösungsanleihen bedürftiger An - leih Mitbesitzer betrifft, so wird sie bei : der befannten Einstellung der Gemeinden wohl siiner Schwierigkeit begegnen. Ich bin jedoch ; gegebenenfalls auch bereit, an die E cme.nden ein? Empfehlung im Sinne oer Anfrage der Abgeordneten Birnbaum richten und nehme in dieser Hinsicht auch Be- irg auf § 6 des mit meinem Schreiben vom heutigen „u Rr. M. d. I. 4174 übcrfanblen Ent- üurfö einer I. Verordnung zur Durchführung )-r Aufwertun g von Sparguthaben. Qür eine über eine Einpfehlung hinausgehende Einwirkung würde bei den Gemeindeanleihen i Ilerdings eine gesetzliche Grundlage ehlen I. V. gez. Dr. R e i tz. Schwankungen der französischen Politik. Don unserem Z-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, August 1926. Der französische Frank hat seit dem Re- ii «ruirgsantritt Poineares den Dörsen eine große I cberraschungbereitet. Die Spekulation — nicht •mm ersten Male — hat ungeheure Summen Floren; es geschah geradezu das Gegenteil Kuxm. was man in London und Amsterdam innabm. Man hat den französischen Frank stets Grund der Erfahrungen mit den mitteleurc- -Äschen Devisen beurteilt, und vergessen, daß 'A< finanzielle Struktur Frankreichs von Grund anders ist, als z. D. die Deutschlands. Ä-nn es aber falsch war, den Frankenverfall ici$ig und allein mit Inflation zu erklären, so ;'t ebenso falsch, in dieser rapiden Hausse nur ti® Auswirkung der fiskalischen Maßnahmen der Regierung zu erblicken. Sehr verschiedene Um» !.äiabe haben zu der Aufwärtsbewegung des sanken geführt, und die fortwährenden Schwan- ärgert zeigen, daß nur ein Teil der Hausse gc- x'abtfertigt war. In den hiesigen Wirtschafts- Ireifcn hat man dies keinen Augenblick ver- h'f’cn, die Kommentare der Presse waren nie- :!wlS begeistert, und der Handel reagierte nur ticc zögernd. Die Preise wurden nicht herab- Ulfcht, vielmehr erreichten sie den Weltmarkt- .'t*i$, an vielen Punkten haben sie ihn heute chion Überschritten. Und die französische Industrie :?zann zu klagen. | Die unbedingt sehr geschickt geführte Der- :r äuenspropaganda Poincarss hätte s-.cs allein nicht zustande bringen können. Es auch andere Motive vor. in erster Linie en.c Panik bei der über span n ten Spe- l’j : a t i o n. All das kann aber nichts daran ciüem, daß Poincarö in der letzten Zeit viel an ' 2nfo er bastelte wieder fürchterlich an dem Radio herum, ich fand es grausam, daß er dem Lasten nicht vorher eine Morphiumeinspritzung machte, und schließlich sagte er: „Sie haben die Röh- ren überheizt, und außerdem ist die Batterie ent- laden, überhaupt sind das ganz falsche Röhren, und die Erdung ist dilletantisch angebracht!" Und er ge^ brauchte noch einen fremdländischen Ausdruck aus der Radiobranche, nämlich den Ausdruck „Tineff". Ich besorgte neue Zubehörteile, neue Röhren, neue Batterien, bloß den „neuen Tineff" hatten sie in dem Radiogeschäft nicht. Und jetzt funktionierte die Kanaille wieder! Ich hörte ganz deutlich fämt- liche Rückkoppler in der Nachbarschaft und auch den elektriswen Staubsauger, den sie im Stockwerk unter mir haben. Die Reparatur hatte wieder einen Haufen Geld gekostet, und ich sagte mir: „Mein Radio wächst sich zu einer Asirnentenangelegenheit aus! Es geht nichts über einen Gelegenheitskauf!" 21m nächsten Mittag war ich ganz erstaunt, daß i das Radio immer noch ging. Ich war riesig stolz * Mein Radio. Bon Karl Ettlinger, München. ^Stumpfsinn breitet sich nicht aus, hast ein Radio b im Haus!" Dies ist meinem Freund Maxl fein teilt- und Magenspruch. Und deshalb beschloß ich: terldjen, werde auch du Rundfunkler!" Und siehe , es bot sich mir ein herrlicher Gelegenheitskauf: n Bastler bot wegzugshalber seinen Dreiröhren. :p«irat für einen Pappenstiel an. Ich verstehe irs vom Radio, denn nach jedem der vielen jqer, die ich darüber gelesen habe, war ich zehn roDjent dümmer als zuvor, und deshalb fragte ich: । )wiröhren? Muß man da drei Ohren haben?" Also der Bastler führt mir das Ding in seiner ' Jßnung vor, und da funktionierte es tadellos. ift hörten wir ein Stück aus Lohengrin, und er f )!-<: „Das ist Zürich!" Dann machte er ein bißchen ! !e.spokus an den Spulen, wir hörten wieder den llh mgrin, und er sagte: „Das ist Prag!" Dann Ire er an der Abstimmung herum, schraubte die ‘ H’en kleiner, wir hörten wieder den Lohen- • |:n und er sagte: „Das ist London!" Und zuletzt lü-rt m wir die Worte: „Hiermit schließt München iÄ tätige Opernübertragung." Und er sagte: „Das unter Durchbohrung mehrerer Zimmertüren einen | zerbeißt die Spulen. Aber auch das hat nichts ge, Draht kreuz und quer durch die Wohnung in Brust- Holsen. Und wie ick xum ftenfter hinnn«f*nfiP hohe, weil wir ferne Leiter hatten, und man kann jetzt den Vorplatz nur noch unter Zuhilfenahme eines Bergstocks überqueren. Zuletzt sagte er, er kommt morgen wieder, ging weg und ließ sich nicht mehr sehen. Aber das macht nichts, weil ich ihn vorausbezahlt hatte. as der Sonntag bringt Jt Zu dem günstigen Umstand, das; das Schwimmen im allgemeinen im Freien oorgenonimen wird, — obwohl die mechodische Schwimmübun Schlag- und Fauslball werden für Rorddeutschland in Berlin, für Süd- vstdeutschland in Liegnitz, für Rordwestdeutschland in Bremen, für Mitteldeutschland in Gschwege, für Süddeutschland in Ulm, in Westdeutschland und für Südwestdeutschland in Friesenheim (Pfalz) die Kreisgruppen-Meisterschaften und damit die Vorrundenspiele der D. T.-Meisterschaften ausgetragen. gen. Mit dem Endergebnis 7:3 gewann Dad- Rauheirn das gut geleitete Spiel. Die BezirksLiga in Hessen-Hannover 1926/27. h. Zunächst hat sich der Bezirksausschuß entschlossen, die Zweiteilung der Dezirksfutzballiga innerhalb des Bezirkes Hessen-Südhannover durchzuführen, und zwar in Form von zwei Gruppen, die sich Gruppe Bord und Gruppe Sud betiteln. Die Rordgruppe umfaßt: 4 Kasseler Vereine (Sport. Sportclub, Spielverein und Turn) und 5 südhannoversche Vereine (Sp. Vg. Göttingen, 05 Göttingen. Münden und Einbeck), insgesamt 9 Vereine. Die Südgruppe: 3 Kasseler Vereine (Kurhessen, Hessen 09 und Hermannia), 3 Lahnkreisvereine (V. s. D. Kurhessen Marburg. F. C. Wetzlar und V. f. B. Gießen) und Borussia Fulda, insgesamt 7 Vereine, so daß die gesamte Bezirksliga in Hessen-Hannover wie bisher 15 Die westdeutschen Turnspiel- meisterschaften der D. T. = Nachdem in allen 18 Kreisen der D. T. die Kreismeisterschaften in den Sommerspielen aus- gefpielt worden sind (über die Meisterschaften des Mittelrheinkreises haben wir ausführlich berichtet. D. Red.), beginnen am kommenden Sonntag die einzetoen Kreisgruppen ihre Meister auszuspielen. Die Kreisgruppe „Westdeutschland", aus den Kreisen Mittelrhein, Rheinland und Westfalen gebildet, trägt ihre Meisterschaften am Sonntag auf den Sandhöf er Wiesen in Frankfurt a. M. aus. Die Meisterschaften werden in Schlagball, Faustball, Trornrnelbakl und Schleuderball ausgetrageir. Dazu kommen noch eine Reihe von Werbespielen, u. a. ein Prvpagandaspiel des westdeutschen Frauen-Hand- ballmeisters „Eintracht" Frankfurt a. M. gegen eine Stadtmannschaft aus Frankfurt. Außerdem spielen zwei Auswahlmannschaften aus den Besten des Mittelrheinkreises zwei Probespiele zwecks Aufstellung einer Kreis- Handballmanmschaft. Leichtathletische Wettkämpfe in Gietzen. £ Als Abschluß der diesjährigen Leicht- athletrk-Saison finden am Sonntag die Meisterschaftswettkämpfe des 3. Bezirks (9. Kreis) des Deutschen Arbeiter-Sportbundes statt. Aus recht bescheidenen Anfängen heraus hat sich dieser Zweig der sportlichen Betätigung sehr schnell eine große Anhängerschar erworben, die sich ständig, nachdem einmql der überaus hohe gesundheitliche Wert dieser .Hebungen auch von der breiteren Oefsentlichleit erkannt ist, ständig vergrößert. Auch das Publikum nimmt immer lebhafteren Anteil an derartigen Veranstaltungen, was als Beweis dafür gelten kann, daß der sportliche Gedanke immer mehr Eingang findet. Die Wettkämpfe am Sonntag, die auf dem sehr vorteilhaft angelegten Sportplatz der Gießener S. Vg. 1900 auf dem Trieb zum Austrag kommen, werden eine stattliche Anzahl Wettkämpfer auf den Plan treten lassem, da es sich um eine ausgesprochene Bezirksveranstaltung handelt. Vormittags 8 Uhr beginnen bereits die Ausscheidungskämpfe, von nachmittags 2 Uhr ab ist der Beginn der Entscheidungskämpfe vorgesehen Rach den eingegangenen Meldungen, die sowohl von den Sportlern, als auch den Sportlerinnen sehr zahlreich erfolgt sind, ist mit recht spannenden Eick>kämpfen, nicht nur in den Einzel- sondern auch in den Mannschaftskonkurrenzen, zu rechnen. Die von den einzelnen Teilnehmern und Mannschaften auf allen auswärtigen größeren Veranstaltungen, wie kürzlich in Frankfurt, errungenen Erfolge lassen die diesjährigen Dezirks- wettkämpfe zu einem recht beachtlichen sportlichen Ereignis werden, das seine Anziehungskraft sicher nicht verfehlen wird. Zum Austrag kommen alle Arten Sprünge und Würfe, Läufe über kurze, mitlere und lange Strecken, Hürdenlauf, Staffel- läufe usw. 3m Anschluß an die Wettkämpfe findet die Siegerverkündigung statt. Spieloeretnigung 1900 Gietzen. ö. Kaum ist die Freude über den ersten Erfolg in dieser Saison, der Sieg über den Bezirksligisten „V. f. D.-Kurhesstrn"-Marburg, verhallt, da tritt schon ein weiterer namhafter Gegner aus dem Lahnkreis, der auch der hess.-hannov. Bezirksliga angehörende Fußballclub 05 = Wetzlar der Gießener Spielvereinigung 1900 am morgigen Samstag entgegen. Die Kämpfe zwischen den beiden Vereinen, einerlei, ob Gesellschafts- oder Meisterschaftstreffen, zeitigten durchweg die knappsten Re- Vereine umfaßt. Als Reulinge stehen in dieser höchsten Spielklasse des Westdeutschen Spielverbandes Hermannia und Tura Kassel, die aber beide sehr spielstark sind, speziell ersterer ist schon lange reif für die Dezirksliga gewesen, des weiteren Einbeck F. D., von dem man das nicht ohne weiteres behaupten kann, und V.f.D. Gießen. Letzterer dürfte nach seiner am Ende der vorigen Saison gezeigten Leistung unbedingt auch eine Bereicherung der Spielstärke der Bezirksliga sein, wenigstens eine Verstärkung der Lahn- kreisvertretung innerhalb der Bezirksliga. Richt mehr in dieser Aufzählung enthalten sind gegenüber dem Vorjahre: Gießen 1900 und Germania Osterode, die in der Kreisliga Gelegenheit haben, sich den Aufstieg erneut zu erkämpfen. Inzwischen hat der Technische Bezirksausschuß die ersten Termine der Vorrunde bekanntgegeben. Danach beginnen die Spiele in beiden Gruppen am 5. September d. 3. und beendigen die Vorrunde bet normalem Verlauf am 21. Rovember d. 3. Hallenbad gesundheitlich kaum viel geringer einzu« schätzen ist — kommt fördernd die Nacktheit des Sporttreioenden hinzu. Die-je in Verbindung mit dem anregenden Einfluß des Wassers bringt den Körper des stets bekleideten Kulturmenschen in einen hygienisch besonders begrüßenswerten Naturzustand. Die Haut wird zunächst mechanisch durch das Wasser gereinigt, alle Poren von Schweiß und Hautabschuppungen befreit. Die Atmung ter Haut kann infolgedessen in ungehinderter Weise war sich gehen. Durch die Einwirkung des kalten Wassers ziehen sich die Blutgefäße in der Haut energisch zusammen, um sich später wieder weit zu öffnen; man merkt das an dem wohlig warmen Gefühl, »das der aus dem feilten Wasser gestiegene Körper empfindet. Dieses Spielen der Hautgesäße wirkt in günstigster Weise auf den tiefer im Körper gelegtencn Blutkreislauf und auf das Herz ein. Die Wärmeerzeugung wird erhöht und dadurch ein regerer Stoffwechsel herbeigeführt. Das ist an dem Hungergefühl kenntlich, das bekanntlich gerade nach dem Aufenthalt im kalten Wasser besonders auftritt und mit Recht als „gesund" gilt. Die Gewöhnung an das kalte Wvffer bringt eine Abhärtung der Haut mit sich, die einLN hochgradigen Schutz gegen Erkältungskrankheiten der verschiedensten Art gewährt. Mancher Manrz, dem nur ein kleiner Regenguß eine sichere Halsentzündung brachte, ein rauhes Lüstchen rheumatische Beschwerden verschaffte, bleibt dauernd von dvesen unangenehmen und lästigen Erscheinungen verschont, seit er sich dem Schwimmsport zugewandt hcck. 'Nichts gesünderes — nichts herrlicheres freilich auch — als die reine unverbrauchte Luft auf der Oberfläche eines Sees, namentlich eines tief in den Felsen eingebetteten Gebirgssees, die unvermischt In die tief gedehnten Lungen des Schwimmers einftrömt. Nie- und dementsprechend kürzere Boote. 3e schmaler ein Doot ist. um so schwieriger ist es naturgemäß im Gleichgewicht zu halten. Da der Vorteil des schmalen Bootes in der Hauptsache im feineren Verlauf seiner Linien liegt, so ist es verständlich. daß dieser Vorteil verloren gehen muh, wenn das Boot schlingernd durchs Wasser bewegt wird. Gerade im Ruderbootsbau und besonders im Rennbootsbau war man nämlich dazu übergegangen, die Boote immer schmaler und dementsprechend länger zu bauen. Als man dann den Versuch machte, die Boote breiter, entsprechend kürzer und in einem mehr U-förmigen Querschnitt zu bauen, stellte sich heraus, daß selbst vorzüglich eingespielte Mannschaften in den breiteren und kürzeren Booten bessere Zeiten erzielten als früher in den schmaleren Booten. Wenn sich dieser Vorteil einer gewissen Lagesicherheit schon bei einem Rennboot, wo alles auf die Erzielung größtmöglicher Geschwindigkeit eingestellt ist, wo es sich nur um eine verhältnismäßig kurze Ruderzeit handelt, ergeben hat, so ist ohne weiteres einleuchtend, daß eine entsprechende Lagesicherheit, d. h. genügende Breite und Bodenfläche des Bootes, für das Wanderboot eine besondere Rotwendigkeit ist. Der Wanderfahrer, der stundenlang hintereinander in Wind und Wellen rudert, braucht ein Fahrzeug, das nicht nur ihn und sein Gepäck sicher auch über bewegtes Wasser trägt, sondern er braucht auch ein Fahrzeug, das leicht im Gleichgewicht zu erhalten ist. Es ist zu wenig bekannt, daß die Arbeit in einem schmalen, schwankenden Cboot unverhältnismäßig stark anstrengt, weil jene Muskeln des menschlichen Körpers, die die Aufgabe haben, den Körper in der Gleichgewichtslage zu erhalten, auf eine starke 3ncmspruchnahme nicht eingestellt sind. Es wird vielfach auch übersehen, daß das breitere Boot, weil es mehr im Oberflächenwasser schwimmt, als das tiefer einsinkende schmale Boot, einen stetigeren Lauf hat, da das Oberslächen- wasser leichter zu verdrängen ist und so über lange Strecken schneller zu fein Pflegt, als schmale Boote. Die wesentlichsten Vorbedingungen für einen zweckmäßigen Bootskörper sind also: eine glatte Außenhaut, ohne Beulen mrd Buckel, eine gleichmäßige Form des Bootskörpers auf beiden Seiten, keine hohen Linien unter Wasser, ein schlank verlaufendes Hinterschiff, und, je nach dem betonteren Zweck, eine genügend breite Bodenfläche und eine richtige Trimmlage, d.h. eine richtige Verteilung der Bootsplätze, die dem Boot -:"cattet, auf seiner Konstruktions-Wasserlinie zu schwimmen, so daß es weder vorn noch hinten zu tief taucht. R. R- Europa-Meisterschaften im Schwimmen. 3n Budapest hat ter Reichsverweser am Mittwoch die Wettkämpfe um die Eurvpa- Mei-ersch af t eröffnet 3n seiner Eröffnungsrede begrüßte er die Teilnehmer und gab seiner besonderen Freude darüber Ausdruck, daß die vorzüglichen deutschen Schwimmer in so großer Zahl erschienen seien. Gleich der erste Tag brachte einen Weltrekord. Die heutigen Ergebnisse find: 50-Meter-Schwimmen: 1. Gabor f f h - Ungarn 28,4; 2. töta-gt)ar - Ungarn 28,8; 3. Polly- 3talien 29,2. — 1500-Meter- Schwimmen, 1. Vorlauf: 1. Arne Borg- Schweden 20:04,8 (Weltrekord); 2. Rademacher- Magdeburg 22:34,2; 3. HalassY - älngarn 22:54,6 (Ung. Rekord).; 2.Borlauf: 1. Berges- Deutschland 22:30,4; 2. Pahok - Ungarn, . 22:542 (Landesrekord); 3. Koutek-C. S. R. 23:512- Gegen die Plazierung der beiten letzteren haben die 3taliener Protest eingelegt. 3m Wasser-Polo-Kampf zwischen Deutschland und Ungarn siegte die ungarische Mannschaft 8:1 (3:1). Oberhesfiche Turner auf der Frankenwarte. 5 An dem Frankenwartturnfest, das zum 8. Male auf ter Frankenwarte bei Würzburg veranstaltet wurde, beteiligte sich erstmalig auch ter Turnverein Vilbel und schnitt dabei sehr gut ab. Die drei entsandten Wettkämpfer kehrten sieggekrönt heim. Es errangen im Gerätekampf für Frauen Cläre Brod den 3. Sieg und im Gerätekampf der Männer 3akob K l ö h den 15. und Hch. D e w e i l den 27. Sieg. Turner-Handball in Büdingen. o Die erste Mannschaft des hiesigen Turnvereins hatte am Sonntag die zweite Mannschaft des Tv. 1860 Bad-Rauheim zu einem Freundschaftsspiel eingeladen. Die körperlich starke hiesige Mannschaft war in der ersten Spielhälfte mit 3:2 führend. Rach Platzwechsel mußte sie sich aber den spielerfahreneren Dad-Rauheimern beuimmer wieder, daß es eine gewisse Ueberwindung erfordert, sich in das kalte Wasser zu begeben, — während der Gewöhnte das bereits als selbstverständlich empfindet. Freilich, — und damit kommen wir zu gewissen Borsichtsmaßregeln, die, wie bei aller sportlichen Betätigung, so auch beim Schwimmen für den unerläßlich sind, der neben dem sportlichen Ehrgeiz auch auf die Förderung seiner Gesundheit bedacht ist — freilich ist es ein unnützer und verwerflicher Heroismus, aus der Hitze des 'Sommertages nach raschem Ab- tuerfen der Kleider einfach ins Wasser zu springen. Für ältere Leute, deren Gefäßsystem einer solch plötzlichen Abkühlung mit unmittelbar folgender Zusammenziehung aller Hautgefäße, damit einem plötzlichen Eindringen einer großen Blulmasse in das Körperinnere nicht gewachsen ist, bedeutet ein solches Wagnis eine erhebliche Gefährdung; nicht wenige solcher Unglücksfälle mit schlimmem Ausgang sind säst jedem Schwimmer bekannt. Kranke Menschen bedürfen vor dem Beginn des Schwimmens ärztlicher Erlaubnis. Denn wenn auch für manche Krankheiten Schwimmen förderlich ist, so ist es bei gewissen Krankheiten, namentlich solchen Herz- und Nierenkrankheiten, die ohnehin mit einer Erhöhung des Blutdrucks einhergehen, nicht zulässig. Auch junge Leute, die erhitzt rasch ins Wasser springen, tun schlecht daran, sie selbst verspüren die ungünstige gesundheitliche Einwirkung an einem unangenehmen Schwindelgefühl, das meistens rasch vorbeigeht, aber doch anzeigt: hier ist nicht alles in Ordnung gewesen. In gleicher Weise wird sich namentlich der Anfänger stets bewußt bleiben müssen, daß der Schwimmsport eine gewaltige Belastung für das Herz mit sich bringt. In richtiger Form ausgenützt, führt sie zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des Herzens, übertrieben aber bewirkt sie Herzerweiterung, die nicht nur gesundheitlich ungünstig wirkt, sondern auch die sportliche Leistungsfähigkeit auf die Dauer herabsetzt. Hier wird also gerade das Gegenteil von dem beabsichtigten Zweck erreicht. Aus ähnlichen Ueberlegungen ist das allzulange Schwimmen, wie besonders Kinder es tun, die sich nicht von dem liebgewordenen Element trennen können, ganz entschieden zu unterlassen. Der Körper gibt dauernd Wärme an das kältere Umgebungs» medium ab; sie wird durch erhöhte Wärmebildung innerhalb des Körpers, also auch durch regeren Blutkreislauf und stärkere Herzarbeit, wieder ersetzt. Es ist schädlich, hier allzuviel dem Körper zu- zumuten. Wie lange einer im Wasser bleiben kann, das läßt sich nicht von vornherein festlegen, der eine länger, der andere kürzer, der Gewöhnte bedeutend länger als der Ungewöhnte. Das persönliche Befinden entscheidet. Aber die blauen, vor Kälte zitternden Gestalten, wie sie immer wieder zu sehen sind, die sind unvernünftig. Ein solcher Anblick sollte verschwinden. v , Hier sei noch einer Gefahr gedacht, die test Schwimmer bedroht: das ist der Watenkrampf. Düse schmerzhafte und der Gewalt desWillens zeitweilig entzogene Zusammenziehung der Waden« Muskulatur kommt durch eine ungeschickte allzu bef« tigeStoßbewegung zustande, oder auch durch Uebett anftrengung beim Schwimmen. Hier darf der erschreckte Schwimmer nur den Kopf nicht verlieren. Wenn er sich ruhig auf den Rücken (egt und hauptsächlich mit den Armen, auch mit dem nicht be-, iroffenen Bein, sich vorwärts treibt, dann geht der Krampf meist rasch vorbei. Auf jeden Fall ist er aber geraten, sofort an Land zu trachten, weil Wie« derholung des Krampfanfalles leicht eintritt. Die anderen Wasfersporarten, Rudern, Segeln haben naturgemäß viele gesundheitliche Vorteile mit dem Schwimmen gemeinsam. Doch fehlt ihnen eines, was das Schwimmen eben ganz besonder» hervorhebt, das ist die innige Berührung des nackten Körpers mit dem Wasser. Die gesundheitliche Bedeutung des Schwimmens. Don Dr. W. S ch w e i s h e i rn e r. Jeder Sport, der vernunftgemäß betrieben wird, j ist gesund, in erster Linie natürlich jener, der gleich- ' zeitig in der freien Natur ausgeübt werden kann. Dem Arzt fei es gestattet, die Krone gesundheitlicher Wertung jenem Sport zu reichen, der in hygienischer Beziehung alle anderen Sportarten übertrifft: dem Schwimmen. Bei diesem Sport vereinigen sich verschiedene Vorzüge. Zwei Hauptpunkte treten hervor: erstens die Einwirkung des der speziellen Körperbewegung auf den Gesamtkörper, und zweitens der Einfluß des Elementes, in dem sich der Sport abspielt, des Wassers. Das Schwimmen bringt sämtliche Muskeln , und Bänder des Organismus in gleichmäßige abwechselnde Bewegung. Arme, Beine, Brust, Nacken und Bauch, alle diese Teile müssen sich einer nach ( dem andern, in regelmäßigem Turnus anstrengen, ; um den sichtbaren Schwimmeffekt zu erzielen. Eine | allgemeine Kräftigung aller Muskeln ist die Folge. Die Brust wird in einer sonst unerhört gymnafti- । scheu Weise ausgedehnt und zusammengepreßl. ' Brust und Lungen weiten sich und gewinnen mach- ! tig an Ausdehnungsfähigkeit. Eine vordem schmale | Brust, ein „engbrüstiger' Mensch, wird durch metho- j dische, allmählich steigende Schwimmübungen in einer Weise verändert, daß man nach ein bis zwei Jahren den Vergleich mit der ehemaligen Photographie kaum mehr für wahr hält. In gleicher Weise wird das Herz bei systematischem, nicht über- ; triebenem Vorgehen ein wirklich leistungsiähiges, ! hohen Anforderungen genügendes Organ. Schwimmen. An erster Stelle stehen die in Budapest zum Austrag kommenden Curopa-SchlvimMeisterschaften, die das größte 3nteresse der ganzen Welt beanspruchen. Weitere zahlreiche Schwirnrnveran- staltungen, die im Reich ausgeschrieben sind, sind hauptsächlich dem Rachwuchs Vorbehalten. Ein verbandsoffenes Fest veranstaltet der Franken- thaler S. V., kreisoffene ter S. C. Wildau, der S. V. Hellas Eberswalde und S. V. Rheinhausen — Friemersheim. 3n Weißenfels ist ein Wasser- balltag vorgesehen. Gau IV des Kreises 9 ruft zu einem Jugendtreffen auf. Wassersport. Ruder- Herbstregatten in Danzig, Fransurt a. O., Schwedt a. O., Potsdam. Frankfurt a. M. Traben-Trarbach, Radolfzell. Schluß der Ruder- verbands-Elbewanderfahrt. Boxkämpfe sind in Hamborn (Wagner — Humbeeck) geplant, Motorsport. 3n England geht die Sechstagefahrt der Motorräder bei deutscher Beteiligung zu (Snte. Mit Start und Ziel in Leipzig wird die große Zuverlassigkeitssahrt für Motorräder zum Austrag gebracht. 3n Schreiberhau ist ein Auto- und Motorradturnier vorgesehen, das durch eine Sternfahrt eingeleitet wird. Dem Hamburger A. C. veranstaltet die Zuverlässigkeitssahrt „Quer durch Holstein". Rach Bad Dürkheim ist eine Zielsahrt angesetzt. Die bayerische Bergmeistermehrfacher Meister ist, zu messen. Enge Freund» schaftsbcziehungen beider Zugendabteilungen versprechen einen vielseitigen Erfolg der Reife. Auch die zweite Zugendmannschaft toih zu ihrem Recht kommen und spielt trotz Abschluh- schwierigkeiten gegen die Daubringer 3ugend auf hiesigem Platze. Freie Turnerschaft (Sieben. £ Am Sonntag ist mit Rücksicht auf die leichtathletischen Wettkämpfe im ganzen Bezirk Futzballruhe. Eine Ausnahme wurde für die erste Mannschaft der Freien Turnerschaft Gießen zu- gestanden, die am Sonntagnachmittag auf ihrem Sportplatz Trieb ein Spiel zum Austrag bringt, das weit über den alltäglichen Rahmen hinausragt. Heidelberg, eine Mannschaft, die die beste süddeutsche Sonderklasse vertritt, trägt ein Gesellschaftsspiel als Rückspiel mit der Gießener 1. Mannschaft aus. Das Vorspiel fand Pfingsten in Heidelberg statt, damals konnten die Badenser 5:1 gewinnen. Ein solches Resultat einer Mannschaft wie der Gießener gegenüber beweist ohne weiteres die hohe Spielkultur des Gegners. 3n seinem heimatlichen Kreis nimmt Heidelberg bei den Verbandsspielen einen Platz untersten Drittel der Tabelle ein, die Mannschaft ist durchweg gleich kräftig, so daß die Gießener ihr ganzes spielerisches Können, das gewiß nicht gering einzuschätzen ist, aufbieten müssen, um ehrenvoll aus dem Treffen hervorzugehen. Ob sich die Riederlage für Gießen wiederholt, oder ob sie die letzte Scharte auswetzen werden, läßt sich kaum vorher bestimmen, aber jedenfalls wirb Gießen als gegentoärtiger Dezirkstabellenführer sich seiner jetzigen Stellung würdig erweisest. Vorschau für Sonntag. Leichtathletik. Der Dreiländerkampf Deutschland — Schweiz — Frankreich findet in Basel statt. 3n Braunschweig werden die Deutschen Frauenmeisterschas- ten, die Deutsche Zehnkampf Meisterschaft und die Deutsche Meisterschaft im Marathonlauf 1926 durchgeführt. — Daneben gibt es kleinere leichtathletische Veranstaltungen in Bielefeld, Geldern, u. a., mitteldeutsche Verbands°3ugendwettkämpfe in Dessau, mitteldeutsche Schülerkampfspiele in Halle. Die Turner bringen als wichtigste Veranstaltung den Volksturn-StädtekamPs Leipzig — Chemnitz — Dresden in Leipzig zur Durchführung. sultate. Meist war es so, daß der jeweilige Plahverein unterlag. Alle Spiele wurden stets unter Ausbietung aller Kraft und allen Könnens von Anfang bis Ende mit großem Clan durchgeführt und übten dadurch einen ganz besonderen Reiz auf die in zahlreicher Menge erschienenen Zuschauer aus. Die Gießener Mannschaft hat am vergangenen Sonntag eine Probe ihres derzeitigen Könnens abgelegt. Diese Mannschaft ist noch verbesserungsbedürftig: dies wird am Samstag zum Teil schon geschehen sein. Auch Wetzlar war am 15. d. Mts. zum erstenmal nach der Fußballruhe auf dem Plan, und zwar in einem Lokaltreffen gegen den Wetzlarer Dalispielclub 1910, das nach unschönem Spiel 2:2 endete. Wetzlar hat sich bekanntlich im letzten 3ahr etwas reichlich viel ♦ uf Handball verlegt, wodurch das 3nteresse für Fußball allem Anschein nach sehr gelitten hat, und die Leistungen zurückgegangen sind. Vor diesem Spiel spielt die 1. Lehrmannschaft des Plahvereins gegen die dritte Mannschaft des F. C. 05 Wetzlar. 1900s Mannschaft rekrutiert sich in der Hauptsache aus Spielern der in den letzten 3ahren ständig siegreicheir 1. Zugendmannschaft. Am Sonntagvormittag empfängt 1900s zweite die gleiche von „Germania"-Marburg zum Rückspiel und gedenkt das seinerzeitige 1:7-Resultat zu verbessern. Die 3a-Mannschaft reist nach Laubach zum Rückspiel (Vorspiel in Gießen 2:2). Die 3ugendmannschaften weilen alle auswärts. Die 1. 3ugend liefert in Hanau das Rückspiel vom vergangenen Sonntag, hoffentlich mit einem besseren Endergebnis. Die 3. 3u- gend und 1. Schüler gehen nach Heuchelheim zum Rückspiel und werden auch hier wohl abermals die Siege an die blau-weiß-grüne Fahne heften. D. f. B. Infolge Absage eines schon festgelegten Gegners ist die Liga am kommenden Sonntag spielfrei. 3n Anbetracht des ihr am nächsten Donnerstag bevorstehenden, sehr schweren Spieles gegen den Fußballmeister der deutschen Reichsmarine, der ersten Mannschaft vom Linienschiff „Hessen", wäre ihr dringend noch ein vorheriges Trainingsspiel, am besten in kompletter Aufstellung gegen die stärkste Elf der Ligareserve, zu empfehlen. 3edenfalls darf den als äußerst spielstark bekannten „Blauen 3ungend“ nur die tatsächlich beste Vereinsvertretung entgegengestellt werden. Die Ligareserve hat sich für Sonntag die erste Mannschaft des Obersch mitt euer F. C., bei ter sie Ostern zu Gast war und mit einer knappen 1:2-Riederlage heimgeschickt wurde, verschrieben. Daß die Oberschmittener, meist Angestellte (zum Teil aus größeren Vereinen anderer Städte kommend) der dortigen Papierfabrik, trotzdem durchaus „nicht von Pappe sind", beweist außer anderen Resultaten ihr glänzendes Spiel gegen die Sondermannschaft des Frankfurter Fuhball- sportvereins anläßlich des Riddaer Sportfestes, in dem sie bei gleichwertigen Leistungen nur 2:1 verloren. Die Zweite hat es sich zur Ehrenaufgabe gemacht, ihren Gästen sportlich wie gesellschaftlich das beste zu bieten, um so ihren Dank für Ostern abzustatten. Von der eifrigen Dritten ist als Bericht noch nachzuholen, daß sie am vergangenen Sonntag in Lollar gegen die dortige Erste in technisch und taktisch überlegenem Spiei 2:0 gewann. Trenker und Mattern waren die Torschützen. Für kommenden Sonntag hat sie die zweite Marrn- schäft von Herborn zu Gast. Die ansprechenden Leistungen der gut trainierten V. s. D.-Elf lassen einen ziemlich sicheren Sieg Voraussagen. Die erste 3ugendmannschaft fährt auf Einladung der „Viktoria" Aschaffenburg nach dort, um sich mit deren erster Zugendmannschaft, die Rasensport. 3m Fußball gibt es zahlreiche Gesellschaftsspiele. Der süddeutsche Meister Bayern München spielt in Mitteldeutschland. Rorden- Rordwest (Berlin) — Olympia-Germania (Leipzig) in Berlin. Auch der 1. F. C. Rürnberg plante eine Mitteldeutschlandreise. Kleinere Repräsentativspiele. — Tennis- Turniere in Leipzig, Dresden, Dessau, Osnabrück u. a. 3m manb wird leugnen, daß der Schwimmsport auch in hervoccagender Weise zur Selbstzucht unh zur Wil- im lensftärfung beiträgt; man sieht an den -Anfängern A^bng bei te- Nicht gS um ebtenhnff Ob sich °ber ob fie L M sich nisall- toirb SJ?s c vaj eben. Ol| d>, til’* ?•«! ihm *fi?s tag. • vtt ^uaTl, mnchers^. schall und bl« 'bvnlaus 1926 kleinere leicht, eseld, Geldern, endwettkäinpse -ampsspiele In lvichtigste Der- 'Mps Leipzig W zur Durch. reiche Gesell, ist» Dahern md. Horben* tmania sLeip* irnbetg plante ite Hepräsen« t in Leipzig, I rckn, für Süd* ^lvestdrutschland n Eschvegt, für ieuischland und icim (Pfalz) die damit die Dor* haften aulgt* LMprh bum : ganzen Welt Lchivimmveran' iebrn find, sind -rbehaltrn. «in l der Staute? 5. MIdau, der D. Aheinhaufen ist ein Msier* Kreisei 9 ruft anzig, Transurl (ranliurt a. Dl. iuh bet Duden imbeed) gepla-l hstagefahrt igung zu wird bie M Äder zum st ein 2ul0'U« as durch s )cm N® i » es tun, bie 1j Element trenn «en. Der W « «K ' Darmetivun * b“W Weff tonn. ilÄ -in' |iet -Ä verlicl' ,f nid)1 DCb ll nleStUnd-M iit den» n% - iHlftl i{J cht e'^ Se- s ;-y schast kommt am Weihmarter Barg bei Reumark (Oberpfalz) zur Entscheidung. Bad Bildungen veranstaltet ein Turnier, bei dem durch den Sauerl^ndischen Bob- und Aais-A. C. das 5. Winterberg-Bergrenncn -um Austrag gebracht wird. Radsport. Bahnrennen sind vorgesehen in: Berliner Olhmpiabahn, Dresden-Reick, Frankfurt. Ercseld, Hannover, Bochum, Korn und Tangerhütte. Sn Wien werden die Oesterreichischen Bundesbahn- Meisterschaften auf der Hernalser Radrennbahn ausgetragen. An Radfernfahrten bringt der Sonntag: die Meisterschaft der D. R. 11, iin Sechfer-Dereinsmannschaftäfah.en bei Hannover, „ilnfer August Lehr" über 210,5 Kilometer bei Frankfurt, den Drohen Opel-Strahenpreis von Rorddeulschland „Rund um Hamburg". Rett- und Fahrt»rntere tm Reich, u. a. in Kolberg. Hannover. Görlitz, Bad-Homburg, Bremen, Königsberg, Schleswig. Oberhessen. Landkreis Gictzen. O Groß en-Lin den, .19. Aug. Unter der hiesigen Schafherde ist die Maus- und Klauenseuche auSgebrochcn. Das Kreisamt hat Ort und Gemarkung als Deobachtungsgcbiet erklärt. Das Befahren der Gemarkung mit fremdem Klauenvieh ist verboten. h. Lollar, 19. Aug. Heute feierte der allseits beliebte Schneidermeister Hetberts- hausen bei bemerkenswert geistiger und körperlicher Frische den 8 0. Geburtstag. Rach- mittags gratulierte ihm der Gesamtkirchenvorstand des Kirchspiels Kirchberg, dessen langjähriges Mitglied der Jubilar Ist. Der Bor- sihende, Dekan G u h m a n n , verlas ein herzliches Glückwunschschreiben des LanbeSkirchen- amtes und überreichte mit entsprechenden Wünschen im Ramen der Kirchengcmeinde ein Neues Testament. KrciS Friedberg. ---Friedberg, 19. Aug. Das De- arntenwohnhaus für Reichsbeamte ist in seinem Rohbau fertiggestellt und die Arbeiten zum inneren Ausbau werden in Kürze vergeben. — Der Geschichts- und Altertums- verein hält nächsten Sonntag seine Jahresversammlung in dein benachbarten Assenheim ab. Es ist damit eine Besichtigung der Kirche zu Ilbenstadt und den Museen in dem Gräflichen Schloß zu Assenheim verbunden: auch die Wet- tcrauer MuseumSgefellschaft wird an diesem Ausflug teilnehmen. — Die bösartige Maul- und Klauenseuche ist erneut in Rieder-Wöllstadt und Rleder-Erlenbach ausgebrochen. In Ober- Mörlen, Klein-Karben und Wölfersheim wurde die Schwcineseuche, in Ober-Eschbach die Geflügelcholera sestgestellt. I?! Dilbel, 19. Aug. Die Verunreinigung der Ridda durch die Abwässer gibt dauernd zu Klagen Anlaß. Kürzlich führte sie einige Tage rotes Wasser. Sin Bad darin zu nehmen, ist kaum noch möglich, auch nimmt der Fischbestand enorm ab. Die rote Färbung soll von einer Fabrik verursacht sein. Ss wurde eine Untersuchung angeordnet. !?! Dilbel, 19. 2Iug. Ain Sonntag, Montag und Dienstag wurde der bekannte V i l b e l e r Iah rmarkt, der voriges Jahr auf ein hundertjähriges Bestehen zurückblicken konnte, abgebalten. Die günstige Witterung lockte eine große Zahl Fremder an, die in Extrazügen dem Festorte zuströmten. Mehrere Tausende drängten sich Sturm in Schmalebeck Roman von Sophie Kloerss. Copyright 1926 by Aug. Scherl (3. m. b. 5)., Berlin. 1. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Seine Mutter sah ihn an: „Wo hast du das nun wieder her?" „Main Eggers sagt so. Wie wir hinter Fiete herschrien." „Ihr sollt dock nicht hinter Fiete herschreien." Hans senkte schuldbewußt den Kopf und schielte unter den langen Seidenwimpern hervor nach den Schwestern. Die lachten schon wieder. „Du, Mamme, er ging wieder auf Eiern. Immer so hoch mit den Füßen, und so auswärts und so auf den Spitzen. Zum Totlachen sah er aus." „Ach was, er ist ein sehr ordentlicher Junge. Wenn ihr nur immer so manierlich wäret und so würdet wie der!" „Mamme, möchtest du uns so haben wie Fiete Eggers? Hans, du sollst Fiete Nummer zwei werden!" „Dumme Gesellschaft! Macht, daß ihr hinauskommt!" Sie jagte die gickcrnde Schar in den Garten, der sich hinter dem Hause weit und schattig bis an die Schmale hinunterzog. Dann wandte sie sich Ilse zu. Die stand am Fenster und sah hinaus in die lommergrüne Wildnis und sah hinter den weiten Rasenflächen und Bosketten, weither hinter dem Flüßchen, dunkle Waldlinien und aus den Wald- linien hervor den Turm eines Schlößchens. Den Turm grüßten ihre Blicke. „Siehst du nach Eichtal aus?" fragte Hanse Rottmann. „Ja, die sind ja hier. Ich sagte doch schon, Vater ist hin, weil Krog wieder die schlimmen Füße bat. Er sagt. Adern! Vater sagt: Podagra. Das wird es wohl auch sein. Sie erwarten ihren Neffen, den Sohn der jütländischen Schwester, Baron Hammersmid. Er war schon mal hier, wenn du dich erinnerst, als du Kind warst. Solch langer Junge von sechzehn Jahren." „Doch, ich erinnere mich. Er brachte mir an einem Nachmittag mehr Dummheiten bei, als man lonft im ganzen Jahr hier in Schmalebeck lernen konnte." aus der ausgedehnten Festwiese, wo eine große Anzahl Hallen, Zelte und Schaubuden aufge- schlagen war. Das Geschäft ging gut trotz Arbeitslosigkeit und Geldknappheit. Der große Dich- marit mit Prämiierung am Marktdienstag mußte Degen der Maul- und Klauenseuche ausfallen. Die Derlosung fand trotzdem statt. Doch wurden die Gewinne, die sonst in Dieh bestanden, durch Geldpreise abgelöst. — Qlud ber IBet ter au, 19. Aug. Bei dem Dorfe Rieder-Dorselden brannten zwei große Scheunen nieder, die von oben bis unten mit ungedroschenem Getreide gefüllt waren. Die umliegenden Wohnhäuser konnten mit Mühe gerettet werden. 88 Ober- Florstadt, 19. Aug. 3n der letzten Demeinderatssihung wurde in der Dclehung des Gemeinderechnerpostens insofern Klarheit geschaffen, als der Geflügelhändler Fr. S ch w e i ö in geheimer Abstimmung von den Bewerbern die meisten Stimmen erhielt. Erfolgt nun die Bestättgung durch das Kreisamt Friedberg, dann dürfte diese leidige Angelegenheit bald der Dergangenheit angeboren. Der zweite Punkt bezog sich auf eine Beschwerde gegen die Gemeinde Ober-Florstadt wegen Dernachlässigung ihrer Gräben am Waldrand. Das liebel wird abgestellt durch Anlegen eines Ableitungsgrabens in Länge von zirka 700 Meter. Der Kostenvoran- schlag dazu beläuft sich auf 500 Mark. Dadurch eröffnet sich auch wieder den hiesigen Erwerbslosen Arbeits- und Derdienstmöglichkeit. — Die Grummetgrasversteigerung der hiesigen Gemeindewiesen ist auf Samstagabend festgesetzt. Sie findet im hiesigen Rathaus statt. B. Ober-Rosbach, 19. Aug. Am kommenden Sonntag gedenkt der Zweigverein Wetterau der Gustav-Adolf-Stiftung hier fein 3 a b r e d f e ft abzuhalten. Die Festpredigt hält Professor K e l l e r - Friedberg. Auch für die Rachfeier st»d mehrere auswärtige Redner, wie Dekan Bogel von Bruchenbrücken und Pfarrer H o f nt e y e r von Bad-Rauheim gewonnen. Ihre Mitwirkung haben auch der Friedberger Posaunenchor und dxr Ober-Rosbacher Kirchengesangverein zugesagt. Man rechnet auch auf starken auswärtigen Besuch aus den Kreisen der Wetterauer Gustav-Adolf-Freunde. Kreis Bübingen. X Ridda, 19. Aug. Dor etwa 6 Jahren wurden mehrere neue landwirtschaftliche Schulen in Oberhessen errichtet. Damals war auch eine solche für Ridda genehmigt worden. Die konnte aber aus Mangel an geeigneten Räumlichkeiten nicht eröffnet werden. Sicherem Vernehmen nach soll nun in diesem Herbste die bereits früher genehmigte landwirtschaftliche Schule hier eröffnet werden, und zwei andere in Oberhessen, die seither einen sehr schwachen Besuch auftoiefen. sollen eingehen. Als Leiter der neuen Anstalt wird Landwirtschaftsrat Dr. Hermann Schadt in Butzbach hierher verseht. = Ridda, 18. Aug. Unsere kleine Landstadt mit ihren 2400 Einwohnern, von denen allerdings jeder sechste Mitglied deS Turnvereins ist, hat mit der Erbauung der neuen Turnhalle ein gemeinnütziges Werk vollbracht, wie es wohl kaum ein zweiter Ort der Gröhe aufweisen kann. Als ein nicht alltägliches Geschehnis darf die Tatsache gebucht werden, daß der Voranschlag von rund 60 000 Mark nicht erreicht worden ist, dank des Entgegenkommens der Stadt und ihrer turnfreundlichen Verwaltung, die den Bauplatz gestellt und weitere Hilfe zugesagt hat. Rektor H. Vitt und Lehrer W. Geiger von der Gewerbeschule, sowie Architekt Zahn haben in fleißiger Arbeit unentgeltlich die Pläne und Voranschläge sachgemäß und rasch vollendet. Der Löwenanteil der Vorarbeit ruhte natürlich auf den Schultern des Turnvereiirsvorstandes mit Dr. mea. Fritz Koch an der Spitze. Die eigentliche Weihe der Turnhalle erfolgt erst kommenden Samstagabend durch einen deutschen Turnerabend in Gegenwart der Behörden und der Vertreter der turnerischen Organisationen. nd. Unter-6cb mitten, 19. Aua. Heute vormittag stürzte beim Legen deS Gebälks im städtischen Reubau an der Salzhäuser Straße in Ridda der Zimmermann Adolf Meier von hier aus beträchtlicher Höhe ab. Er trug eine schwere Kopfverletzung und einen Schlüsselbeinbruch davon und muhte hierher in seine Wohnung gebracht werden. Der Verletzte ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er ist 47 Jahre alt und ein tüchtiger, fleißiger Handwerker, dem allgemein Teilnahme entgegengebracht wird. Kreis Schütten. Gedern, 19. Aug. Der hier alllonntäg- lich unter Leitung des Gendarmeriewachtmeisters Kinkel gepflegte und vom Verein für Deutsche Schäferhunde ausgehende Polizeihunde- s p o r t gewinnt immer mehr das Jnteresfe weiterer Kreise. So standen am letzten Sonntag nicht weniger als 15 Hunde aus dem Dressur- Platz zur Verfügung. Der Leiter der Hebungen führte den zahlreichen Sportfreunden und sonstigen Zuschauern die Verfolgung einer 03er- brecherspur mit Hilfe eines Spürhundes vor. SS war äußerst interessant zu beobachten, mit welcher Sicherheit der Hund die Spur aus- nahm und durch Feld und Wald verfolgte, um seinen Herrn schließlich wieder an den Dressur- Platz zurüctzusühren, wohin sich der „Verbrecher" inzwischen begeben halte. Es gelang dem Hunde unschwer, unter den zahlreichen Zuschauern die als „Verbrecher" in Frage kommende Person einwandfrei festzustellen. — Die neue Betonbrücke an der Wrningser Straße wird demnächst vollendet fein. Durch die neuzeitliche Anlage der Brücke hofft man, in Zukunft die seither oft eingetretenen Ueberfchwemmungen der Krecsstraße Erkern—Wenmgo vermeiden zu können. — Die Kleinkinderschule erfreut sich eineS zunehmenden Besuches, da die Eltern der noch nicht schulpflichtigen Kinder den Segen dieser Einrichtung immer mehr zu schätzen wissen. SS wird allseits begrüßt, daß die kleineren Kinder dadurch von den Straßen entfernt sind und die Derkehrssicherheit dadurch größer ist. Dani der Spenden hiesiger Einwohner stehen den Kleinen genügend Spielsachen zur Verfügung, die ihnen die nötige Unterhaltung und Abwechslung gewährleisten. ------- Gedern, 19. Aug. Infolge der in Ober-Seemen und Wenings ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche wird der R t n d v i e h» unb Schweine markt auf Mitte September verschoben. Der nähere Termin wird noch bekanntgegeben. Dagegen findet der Krämer« markt in althergebrachter Weise am Sonntag, 22.. und Dienstag, 24. August mit Tanz unb Volksbelustigung statt. Zahlreiche Dergnügungs- etablissements find im Aufbau begriffen. Anmeldungen von Verkaufsständen aller Art liegen sehr zahlreich vor. Auch hiesige Geschäftsleute, die sich gut eingedeckt haben, werden ihre Waren auSstellen. An Zuckerbuden, die für die 3ugeut> deS schulpflichtigen Alkers bekanntlich im Mittelpunkt des Interesses stehen, wird ebenfalls kein Mangel fein. Auch zum Schwingen des Tanz- beinS bei den Klängen unserer Feuerwehrkapelle wird genügend Gelegenheit geboten fein. (Siehe morgige Anzeige.) Kreis Alsfeld. •er. H o mber g. 19. Aug. Unser so schon gelegenes Städtchen bietet namentlich von der West- feite her einen sehr reizvollen Anblick, den man besonders genießt, wenn man von Deckenbach oder von Rieder- und Ober-Ofleiden herkommt. DaS Landschaftsbild ist größtenteils von einem Kranze schattiger Buckernvälder umsäumt, die von einer großen Anzahl Spazierwegen durchzogen sind. Der Derschönerungs- und Touristenverein hat zwecks besserer Orientierung in diesen ausgedehnten Waldungen eine weitreichende Markierung angelegt. Am Bahnhöfe steht eine toelt- SflFENPUlVER teyy f MM MWWD ist def 5to!z der Hausfrau. Schon sei! Jahren nimmt sie zur Wasche nur weil sie weiß, wie sehr ein schönes weißes Tischtuch zum Wohlbehagen ihrer Gäste beiträgt. Sie lächelte vor sich hin. Ihre Augen sahen versonnen in ferne Vergangenheit ober in irgendein heimliches Erinnern der neuen Zeit: wer konnte es deuten —, nur daß sie einen Ausdruck hatten, der ihnen bisher fremd gewesen, das sah Hanse deutlich. „Jlsebill, du hast was verloren in Kiel! Hast du auch was gefunden?" Die fuhr auf. „Verloren? Wieso?" „Dein Herz hast du verloren. Man sieht es dir an." „Hansemama, was für ein Unsinn! Da war niemand zum Herzoerlieren." „So? Soll ich das für bare Münze nehmen?" Ehe Ilse antworten konnte, fuhr ein Wagen vor; ber Doktor kam heim unb begrüßte die große Tochter. Dann kam das verspätete Mittagessen, und von Herzensgeheimnissen war weiter feine Rede mehr. * Als Hanse Rottmann ihren Mann heiratete, tat sie es um des Kindes willen. Weil das arme, mutterlose Mädchen sie jammerte. Weil sie es so sehr liebte. Der Mann der viel älteren verstorbenen Schwester war so halb Bruder, halb Respektsperson. Unb sie hatte eben ein Jungmädchen- erleben hinter sich, das nach einer Verlobung aus- gesehen unb mit einer Enttäuschung geschlossen hatte. In solchem Fall heiratet man sehr verständig. Das Herz sprach ja mit, ober nicht für den Mann, sondern für das Kind. Als sie aus Hamburg, aus dem Leben der großen Stadt, aus dem Lachen und Singen eines reichen Familienlebens in die kleine Stadt kam, dachte sie, sie solle umkommen vor Heimweh. Das liebevolle heitere Kind war Trost und Aufheiterung in den langen, einsamen Stunden, wo ber Mann fern war. Der Mann, der doch eigentlich Respektsperson bedeutete. Ader wie die Jahre gingen, wuchsen sie zusammen. Beide lebensfiart unb blutwarm — aus ber Vernunslehe wurde ein festes Zusammengehen voll stillem Glück. Von vier Kindern mußten sie einen Sohn wieder hergeben. Das band noch fester. Aber — so sehr Hanse. Rotlmann die eigenen Kinder liebte —, zwischen ihr und der Stieftochter war ein Band, anders als Mutter- und Kindesliebe. Sie waren Schwestern, Freundinnen, und dazu noch Mutter und Tochter. Mehr konnte es nicht geben. War zum ersten Male ein anderer Einfluß zwischen sie getreten? Jlsebill stand an dem Fenster ihres Zimmers. Das lag eine Treppe hoch neben den Stuben ber Großeltern, bie dort ihre vier Zimmer hatten unb eigene Wirtschaft führten. Alte Leute mit gesunben Körpern unb jungen Herzen. Die Eltern bes Vaters. In ganz Schmalebeck schlankweg: „Pastors". Denn Pastor Rottmann hatte vierzig Jahre lang bas geistliche Zepter im Stäbtchen geschwungen, unb fein Nachfolger und Hausnachbar, Pastor August Jessen, mürbe den Schmalebeckern nie werden, was der alte Herr gewesen. Jlsebill sah wieder in die Ferne. Zwischen den Bäumen hindurch und über Rasen unb Rosen hinweg nach der blauweißen Flagge jenfeit ber Schmale. Sah sie bie? Sah fie nicht etwas ganz anberes? Die trabenden Pferde vor ber Postkutsche. Unb brinnen ein junges Ding voll heimlicher Seligkeit und äußerlicher Unnahbarkeit. Sehr wohlerzogen, sehr gehalten, nur mit einem kleinen Lachen in ben Augen. Neben ber Postkutsche aber auf einem Apfelschimmel ein schlanker, blonbcr Mann. — Mann? Er wollte es wohl erst werben. Ober ist man mit zweiunbzwanzig ein Mann? — Wie ber schimmel tanzte unb stieg. Natürlich kitzelte er ihn heimlich mit ben Sporen, um seine Reitkünste zu zeigen unb ihre Besorgnis hervorzurufen. Aber sie tat ihm den Gefallen nicht. Diese jungen Herren wollen immer bewundert unb umsorgt werben. Mochten das die Mädchen tun, die gar zu gern in die Ehe gehupft wären. Sie machte nicht mit. Und außerdem — man kam viel weiter, wenn man sie kurz hielt. Das weite, junggrüne Land! Die Landstraßen zwischen ben Buchenhecken! Die trillernden Lerchen und die flatternden Möwen droben im Blau! Unb bie herrlichen allen Bäume auf ben Feldern, vereinzelt in stolzer Pracht, zusammengeschlosseu zu üppigen Waldburgen. Unb bazwischen hinzufahren und als Gardedame nur eine alte Bauernfrau. Unb als Reisegesellschaft ein paar Ritter von der Elle. Spiegeleier unb Landschinken auf ber Mittagsrast unb Kaffee und derbes Landbrot am Nachmittag, — und dann tauchte der Schmalebecker Kirchturm auf, der aussah wie ein spitzer Bleistift, und der Wea nach Eichtal ging ab zur Linken, und man reichte die Hand aus dem Kutschenschlag und sagte: „Besten Dank für den Reiseschutz, Herr von Harn- merfmib, für die ritterliche Begleitung. Vergnügte Wochen bei Ihren Verwandten? Immer die kleine Hand im Wildlederhandschuh festhaltend, trabte er nebenher. „Es werden sehr frohe Wochen, wenn ich Sie wiedersehen darf, Fröken Rottmann. Mein Ajax wirb ben Weg nach Schmalebeck halb kennen." „Dann wirb er bas Schmalebecker Pflaster verwünschen." Die Hanb würbe mit leichter Energie befreit. Ein letztes Winken — eben stieß Schwager Pebersen zum erstenmal in das Horn — man war getrennt. Dann rumpelte es auf besagtem Pflaster, bann kamen die Geschwister, — dann wehte Kleinstadt- lüft um einen her. — Ein Seufzer, der ein inneres Frohsein war, ein letzter Blick hinüber zum blau- weißen Wimpel, — von drunten ries die Mutter, — Ilse Rottmann sah sich wie erwachend im Zimmer um unb bemerkte jetzt erst vor bem großen Toilettespiegel bie Rosenschale unb auf dem Bett die neue Spreidecke, — sagte zärtlich vor sich hin: Mutter — und lief die Treppe nieder. War bas Leben nicht schön? War es nicht ein Wunder von Glück und tociigteit? Konnte man je unglücklich werden? — Andere Menschen — jo. Aber eine Ilse Rottmann! — Unmöglich, einfach unmöglich. — „Du Sonntagskind", sagte ber Großvater immer. Und die Freundinnen in ber Schule halten gesagt. „Sogar einen Engel von Stiefmutter hast du. Gor nicht auszndenken." Unten auf dem Flur stand Fiete Eggers. Als fic oorbeiwutschen wollie, sahen feine Augen sie so seltsam an, so hungrig, daß sie stehenblieb. „Na, Fiete, was hast du auf dem Herzen?" „Ich wollt nur wissen, ob bie Kinber heute keinen Unterricht haben sollen. Ich war schon einmal hier, zu fragen, da fand ich Frau Doktor nicht!" Die wasferblauen Augen wandten sich nicht für eine Sekunde von ihrem Gesicht. (Fortfetzung folgt.) ÖER 9/40 DEUTSCHE &E8SaUCHSWflGEH Die neuesten Preise Phaeton...........M. 8450.- Pullmann-Limousine M. 10300.- Annehmbare Pullmenn-Llmouelnen, Landaulette, Lieferwagen In eilen Ausführungen, ab Werk sechssitzig, Vierradbremse, sechsfach ballonberelft, mH elektrisch. Licht und Anlasser, elektrisch. Signal i KJlometarzihler, Geschwindigkeitsmesser, Fahrtrichtungsanzeiger, Scheibenwischer, GepMbrOcke ww. Aul Wensob Zahlungserlelchterunaen Prestowerke^fXnChemnitz. General-Vertretung: Dupont A.-G., Frankfurt a.M., Kaiserstr. 64,Telephon: Hansa 6836,4694 hin sichtbare Orientierungstafel. Auch hält der Verein die Spazierwege in gutem Zustande und stellt allenthalben in der näheren Umgebung Ruhebänke auf. 3n jedem Jahre stellen sich Sommerfrischler hier ein, um die Schönheiten, die dies Städtchen bietet, zu genieben, ch Lehrbach, 18. Aug. Ein hiesiger Einwohner war heute Rachmittag Zeuge davon, wie vor seinen Äugen ein Fuchs am Hellen Nachmittag in der Nähe von Retschenhausen auf offener Landstraße ein Huhn stabl. Meister Reinecke wird in unserer Gegend dies 3ahr besonders dreist. Hat er doch z. B. auf der Teichmühle bei Lehrbach schon 10 Hühner gestohlen, sowie im Dorf selbst, auf dem „Berg" mindestens ebensoviel, allerdings nicht von einem, sondern verschiedenen Höfen. Mit ortspolizeilicher Genehmigung sitzt hier ein Schütze auf dem Anstand, um dem Fuchs sein Handwerk zu legen. Waidmannsheil! — chLehrbach, 19. Aug. Schwer heimge - sucht wurde in letzter Zeit die Familie des Bürgermeisters Kuhl. Nachdem vor kurzem erst der älteste Sohn beim Steinefahren das Dein brach, muhte vorgestern nacht noch Bürgermeister Kuhl im Auto in die Chirurgische Klinik nach Marburg verbracht werden, wo er sofort infolge eines akuten Magenleidens operiert wurde. Man bedauert die Familie insofern doppelt, als die Unglücks- bzw. Krantheitsfälle sich gerade mitten in der Erntezeit, wo alle Kräfte benötigt werden, ereigneten. — Der Schulvorstand beschloh in seiner letzten Sitzung u. a., durch das Kreisschulamt alsbald bei dem Landesamt für das Bil- dungstvrfen um die baldige definitive Wieder- besetzung der hiesigen Schul stelle vorstellig zu werden. Auch der Gemeinderat wird ein dahin lautendes Gesuch einreichen. Der dauernde Wechsel von Lehrkräften ist weder für diese, noch auch insbesondere für die Kinder und das ganze Gemeindeleben von Vorteil. Das gute Haus steht leer, und wird nicht besser dadurch. Das Vereinsleben, die Pflege der erwachsenen Jugend, der Organistendienst u. a. leiden sehr darunter Not. Man kann von einem Lehrer, der hierher verseht wird und weih, dah er nach ganz kurzer Zeit im Interesse des Dienstes schon wieder wandern muh und im persönlichen Interesse wieder wandern will, nicht verlangen, dah er mit der Intensität, wie er sie an einer dauernden Wirkungsstätte entfaltet hätte, sich den ungeschriebenen Verpflichtungen seines Berufes so hingibt, wie er gern möchte. Wirtschaft. • D i e amtliche Großhandels- Indexziffer. Die auf den Stichtag des 18. August berechnete Grohhandelsindexzifscc des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem 11. August um 0,6 Prozent auf 126,7 Prozent gestiegen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer der Agrarerzeugnisse 1 Prozent auf 128,6 angezogen, während die Indierziffer der Industriestoffe mit 123,2 unverändert blieb. • Der Stand der Inlandsanleihen Mitte A u g u ft. Nach einer von der Deutschen Bank veröffentlichten Zusammenstellung sind im Jahre 1926 bis Mitte August insgesamt 105 Anleihen im Gesamtbeträge von 1075,52 Will. Rm. (bar. 362 Mill. Schahanweisungen) auf den Jnlandsmarkt placiert worden. Von diesen 105 Anleihen war bei 97 Emissionen der Verwendungszweck bekanntgegeben. Hiernach gegliedert sind 453,12 Mill. Rm. für werbende Zwecke, 47,80 Mill. Rm. für nichtwerbende Zwecke (Wohnungsbau, Schulbau usw.). 352,44 Mill. Rm. zur Verstärsiing der Betriebsmittel (auch ^Schuldenlonfolidierung) und 192,50 Mill. Rm. für verschiedene Zwecke verwendet worden. — ''Die Gesamtsumme von 1075,52 Mill. Rm. ver- teilt sich wie folgt: Reich und Länder 347,00 Mill. Rm., Provinzen und Kreise 35,60 Mill. Rm., Städte und Gemeinden 241,30 Mill. Rm., öffentliche Unternehmungen 182,50 Mill. Rm. und private älnternehmungen 269,12 Mill. Rm. ' Die Kursbewegung der deutschen Auslandanleihen in Neuyork. Während die 6,5prozentigen Obligationen öffentlich-rechtlicher Körperschaften und gemischtwirtschaftlicher Betriebe seit ihrer bis Mitte Juli erfolgten Steigerung Kursabstriche erfahren haben, sind die mit Dezugsrechten auf Aktien ausgestatteten Obligationen, die teilweise ebenfalls mit 6,5 Prozent verzinst werden und die bis Mitte Juli, wie die Anleihen der öffentlich-rechtlichen Körperschaften gestiegen waren, in einer weiteren Äufwärtsbewegung begriffen. So notierten 6,5prozensige öffentliche Anleihen im Durchschnitt Mitte Mai 87,33 Prozent, Mitte Juli 92,37 Prozent und Mitte August 91,46 Prozent, 7prozentige Anleihen zu denselben Terminen 91,71 Prozent, 99,75 Prozent und 100,02 Prozent. 7prozentige mit Bezugsrecht ausgestattete Anleihen dagegen wurden zu 96,62 Prozent, 101,91 Prozent und 105,31 Prozent durchschnittlich gehandelt. * Die Eisenwerke Hirzenhain Hugo Buderus G. m. b. H. in Hirzenhain, die seither in der Hauptsache den Vollbetrieb noch aufrechterhalten konnten, haben sich infolge der ungünstigen Wirtschaftslage gezwungen gesehen, nunmehr auch eine gewisse Arbeitsstreckung vorzunehmen. Die Einschränkungen treten ab Anfang September in Wirksamkeit. Arbeiterentlassungen kommen vorläufig nicht in Frage. vranksuricr Börse. Franlsurt a. M, 20. Äug. Tendenz: Llneinheitlich. — Die hausseartige Bewegung, die sich in den letzten Tagen zeigte, machte heute einer ruhigeren Auffassung Platz. Die Stimmung war nicht unfreundlich, zu einer einheitlichen Kursbildung kam es jedoch nicht. Ein großer Teil der gestern stark gesteigerten Aktien eröffnete zu knapp gehaltenen Kursen. Es kam vereinzelt zu neuen leichten Besserungen, aber auch Kursabschwächungen infolge einer sich breit machenden Realisationsneigung konnten nicht vermieden werden. Die Annahme, daß das Scheitern der Verhandlungen im englischen Derg- arbeiterftrüf zu einer neuen spekulativen Kaufbewegung führen würde, schlug in das Gegenteil um, zumal damit gerechnet wird, daß der englische Kohlenstreik doch nur noch von kurzer Dauer sein wird. Am Montanmarkt betrugen deshalb die Besserungen gegenüber den gestrigen Schlußkursen kaum 0.5 Proz. Buderus, die lebhaft gefragt wurden, konnten um 0.75 Proz. anziehen. Mansfelder wiesen eine größere Ausnahme auf, 3,25 Prozent höher Schwächer wurden: Rheinische Braunkohlen, Rheinstahl und Riebeck-Montan. Oberschlesilche Werte tonnten sich um 1 bis 2 Prozent befestigen. Von Chemie- werten waren I. G. Farbenindustrie nur mäßig im Geschäft bei schwankenden Kursen. Nach einer anfänglichen Einbuße von 1 Prozent konnte das Papier später wieder um 0,5 Prozent an- ziehen. Scheideanstalt minus 3 Prozent, Holzverkohlung minus 0,5 Prozent. Bankaktien konnten ihre Aufwärtsbewegung unter Führung von Darmstädter, die von 207 auf 211,75 Prozent anzogen, weiter fortsehcn. Dresdner und Commerz je plus 1 Prozent, Braubank plus 2,5 Prozent. Die übrigen Werte dieser Gruppe lagen saft unverändert. Der Schifffahrtsaktienmarkt wies Befestigungen von 1 bis 2 Prozent auf. In Motorenaktien war die Nachfrage vorherrschend. Kleyer plus 1 Prozent, NSäl plus 0,5 Prozent Die bisher stark gesteigerten Baustoff- und Zellstoff- a k t i e n konnten keine weiteren Gewinne erzielen. Am Elektro markt bestand Realisationsneigung, wodurch dieses Gebiet Anregelmäßigkeit aufwies. Fest lagen Zuckeraktien, für die sich etwas Interesse zeigte. Deutsche Anleihen lagen ohne nennend- wertes Geschäft behauptet. Ausländische Renten still. Im Freiverkehr überwogen leichte Kursbesserungen. Benz 84, Brown Boveri 123, Entreprise 7, Growag 60. Ufa 42,. Unter- franken 90,5, Frankfurter Handelsbank 90 Proz. Der weitere Verlauf zeigte Schwankungen, doch konnten sich einzelne Montanwerte leicht befestigen. Am Geldmarkt ist eine Versteifung eingetreten. Die Sähe für Tagesgeld dürften sich wieder auf 5,5 bis 6,5 Prozent stellen. Monatsgeld 5,12 bis 7,5 Prozent. Bankakzepte 4,5 Proz., Warenwechsel 5 bis 5.25 Prozent. Im Devisen- verkehr schwächte sich Paris gegen London auf 173 ab. Auch Brüssel lag schwächer mit 180 gegen das Pfund. Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Sd)iun-l I-Uhc- Kur, Schlich-! Anfang Kur» Hur-. Datum: 19. 8. | 20. 8 19. 8 20 8. 5% Deutsche RcichSanlethr . 4% Deutsche Reichsanleihe • 0.4825 0.495 0,4725 0.49 0.48 0,437 3*/i°/o Deutsche Reichsanlcthe 0.425 — 0,4275 0,437 3% Deutsche Reichsanleibe - 0.5t 0.5 0,505 Tculiche Sparprämienanleihe 4% Preußische Koniols - . • 0,26 _ 0.26 0,265 0.425 — >.4225 3.4325 4° o Hessen........ — — — — 3Vt% Hessen ......... — — — — 3% Hcfien.......... — — — — Deutsche Derlb. Dollar-Anl. 96 _ — _ dto- Doll -Schatz-Anweiiug.') — — — «v Drei sehr schöne, 8 Wochen alte, eingetragene (öoröon Settet- hünöinnen abzugeben. Näheres sowie Besichtigung durch Gartenauf- feher Koch, Arns- bürg bei Lich- 6770 D Gute 01700 Einmach- u. Eßbirnen preiswert abzuaeb. Schiffcnb.Weg8p. kl« Bamentoö, zwei gebrauchte fienentfiOetiinö 1 VeniiiuaWne billig zu verkaufen. Teilzahlung ne- stattet. 05710 Etdiet SIE 59 S. Drucksachen aller Art liefert die Lrühl sch« Druderel sm ganzen Reich* ddsmerki ihr gleich! Die beste Creme istz/Kavalier", «CS/ Damen- y Bedarfsartikel \ Wochenbett-Ausstattungen sowie alle W70a hygieniss^n Rrtikel Gummi-Itctts tolle : sämtliche Bummiwaron : > Drogerie Winterhoff K. Getrennte A Abteilung k ■ $. M Zwangsversteigerung. Freitag, den 10. September 1926, vormittags 10 Uhr, wird durch das hiesige Amtsgericht im Sitzungssaal Nr. 101 (1. Obergeschoß) das im Grundbuche von Gießen dem Friedrich Karl Sack in Heuchelheim zugeschriebene Grundstück Flur 36 Nr. 140 = 1271 qm Acker, auf der Hardt, über den Gärten, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 61056 Gießen, den 21. Juli 1926. I. A. des Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsoorsteher. beriöfe Herren, die durch ihre sonstige Tätigkeit dauernd mit Hotels, Restaurants und ähnlichen Gewerben, ferner mit Metzgereien und Land- wirten beste Beziehungen unterhalten, wollen sich unter Beifügung von Referenzen an uns wenden. CS handelt sich um mehrere hochwertige Fabrikate, die eine vornehme u. sachliche Akguisi- tionSiätigkeit erfordern Offerten erbet unt. F. W. P. 678 an Budolf Rosse, Frankfurt a. 19. ss Pelzwaren Wir haben unser gesamtes Lager an Mänteln, Jacken, Füchsen, Wölfen, echten Skunksen usw. infolge der Sommermonate bis zu 25 WM WWW. 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