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M« mon m 9 2« Maltende Werbliche ®ir, Flüsse wuffe ro^.eten |o- K d>- log. hun, nflcn "US früheren Gesetzes gebe ich len Örunbeigem «n verboten \\\, 'lange tiefe noch Mn (Artikel 16 ezlrks ftutturoen en, Gruben und u taffen, ober an irzunehmen ober läge von 8°um-> dieser Art ohne ucht im Feldbe- imon zu werden, jte Aenderungen, lichkeit, eine Be- desjenigen, von Ijerrüfjrcn, noch 'inqsöollftrerfung M>.! 1922 be- bie %ek\\\$«\ echtoverMniffe efteVjenben Ber- von 3 Monaten kontiere auch er- verhüllnisie beim inen? 1 hinsichtlich deren 'n Bücher unten den öffentlichen n Frist bei mir -ch ein öffentlich lelafteten Gründer! den Anspruch ■ im Feldbereini- jfnr. ulweg entlang Hineg Zwischen > (p f a ö bis auf Sperrung ber q und W-ch' & unb Talfer- 0 ist die Mn!' üeßen, 5: , j)Dd); Iflffr^ in S3iiui5 »■ M. 167 Erster Blatt 176. Jahrgang Dienstag, 20. Juli 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. monatsBejugsprels: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Tröger- lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüsse: Schriftlcitung 112, Der» lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siegen. w Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesien Vruck und Verlag: vrühl'jche Universiläts-Vuch' und Zteindruckerei «.Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer dis zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°,, mehr Chefredakteur Dr. Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Die interalliierten Schulden. Das Caillanx-Abkommcn im Unterhaus London, 19. Juli. (WTB.) 3m Urzter- haus begannen die Verhandlungen über das rnglisch-französische Schuldenabkommen. Eingeleitet wurde die Debatte mit der Rede des liberalen Abgeordneten Wedge- D 0 0 d Btun habe, geborgt habe. Die amerikanischen Anleihen an England, io habe Mellon ausgeführt, wären nicht fo sehr zur Beschaffung von Kriegsvorräten ausgenommen worden, sondern für allerlei andere Zwecke in England selbst und außerhalb Englands und damit es England erspart werde, bei seinen eigenen Staatsangehörigen zu borgen. Dies stellt, so sagte Churchill, ein unbeftreit* Imres Mihverstzchen der Dinge, wie sie wirklich liegen, dar, und dieses Mißverständnis ist von I» ernstem Caralter, daß ich beinahe geneigt bin, tae Authentizität dieser Stelle von Mellons Äeuherung anzuzweifeln. Alle Anleihen, die die Bereinigten Staaten den Alliierten gewährten, tiraren laut ausdrücklicher Bestimmung des ameri- I'mischen Kongresses nur zur Durchs üh* rung des Krieges bestimmt. Für jeden Geliehenen Cent hat das amerikanische Schah- ®nt Abrechnung verlangt und erhalten. Zeder Cent ist unter der Kontrolle des amerikanischen Schatzamts ausgege- b»en worden, und zwar ausgegeben toorbert für Zwecke, die nach amerikanischer, nicht nach unserer Ansicht, xur Förderung und Durchführung des Krieges dienlich waren und jeder Cent ist auch in den Vereinigten Staaten ausge- geben worden. Es besteht schon wegen dieser Schuld beträchtliche Verbitterung und Verstim- mung und es ist wichtig, daß diese Verbitterung knirch Mißverständnisse über den tatsächlichen Sachverhalt nicht noch gesteigert wird. Das Reichskabinett zur Kontroünote. Berlin. 19. Juli. (2DIB.) Das Reichs- k abinett nahm in feiner heutigen Sitzung den Berich tdes Reichswehrmini ft ers über d«s Schreiben, welches die Interalliierte Militärkontrollkommission kürzlich an Den Reichskommissar und Qjttrefer der deutschen Regierung gegenüber der 3 nleseQilerten Militärkontrollkommiffion gerichtet hei, entgegen. Das Reichskabineit pflichtete den Ausführungen des Reichswehrminifters bei und war nll der von ihm oorgefchtagenen weiteren Behandlung der Angelegenheit einverstanden. Weindeschlaynahme bei der Kontrollkommission. Berlin, 19. Juli. Wie die .Voss. Ztg." berichtet, sollen durch das Hauptzollamt Char° Das neue französische Kabinett. Wenn wir uns manchmal über die seltenen Sprünge beklagen, die die deutsche Vollsvertre- tung nicht allzu selten macht, dann haben die Franzosen ein noch viel größeres Recht zu solchen Beschwerden über ihre Deputiertenkammer. Daß fast unmittelbar nach dem Vertrauensvotum für das Kabinett Driand-Caillaux der Sturz über das Ermächtigungsgesetz folgte, hat doch wohl selbst die überrascht, die sich von Anfang an vollkommen klar darüber waren, daß Caillaux noch lange nicht über den Berg hinüber war. Die Ablehnung des Ermächtigungsgesetzes war auch noch aus dem Grunde überraschend, weil Caillaux am Tage vorher bei seinem im wahrsten Sinne des Wortes fliegenden Besuch in London sehr wertvolle Zugeständnisse in bezug auf die französische Kriegsschuldentilgung erzielt und mit nach Hause gebracht hatte. Mit vollem Recht durfte er sich gerade nach diesem Erfolg der Hoffnung hingeben, daß seine Widersacher im Parlament die Dinge nicht auf die Spitze treiben würden. Der dauernde und immer stärkere Fall des Franken enthielt gewiß eine dringende Mahnung, nicht mehr zu reden, sondern zu handeln. Run ist nach einem Bestehen von zwei bis drei Wochen auch dieses jüngste und angeblich stärkste Kabinett Frankreichs gefallen. Was soll nun werden? Die Börse und damit die internationale Hochfinanz hat die Antwort durch einen neuen Franken stürz gegeben, der schlimmer ist als alle seine Vorgänger. Wir werden immer wieder von neuem lebhaft an die Ereignisse erinnert, die sich in unserer Inflationszeit abspielten. Zwischen einem Dollarkurs von 300 und 400 Mark lag immerhin eine beträchtliche Zeitspanne. In Frankreich ist es jetzt sogar etwas schneller gegangen. Unb dabei ist zu berücksichtigen, daß die schweren Kriegswunden Deutschlands ganz anders ins Gewicht fielen, während Frankreich sich noch immer seines Sieges rühmt. Man erkennt doch immer wieder von neuem die alte Wahrheit, daß Völker von den Beispielen anderer nichts lernen. Sonst wäre es nicht möglich, daß sich die französische Deputiertenkammer noch immer mit dem dort wie anderswo üblichen Parteigezänk abquält, statt einem anerkannt tatkräftigen Mann, wie Caillaux, die verlangten Vollmachten zur Sanierung der Währung und der Wirtschaft zu erteilen. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, uns in die inneren Angelegenheiten der Franzosen einzu- mischen. Aber wir sind nun schließlich einmal ihre nächsten Nachbarn unb leiden f e I b ft unter dem Verfall der französischen Währung mehr als die übrigen, da sich das mit der Flucht aus dem Franken Hand in Hand gehende Dumping der französischen Industrie bei uns am schwersten bemerkbar macht. Diese neueste französische Krisis ist in erster Linie durch Herriot herbeigeführt worden. Sein Verhalten beweist von neuem, wie wenig Verständnis die Sozialdemokraten aller Schattierungen und aller Länder für den Begriff dec Demokratie besitzen. Durch das von Caillaux vorgelegte Ermächtigungsgesetz glaubte Herriot die Grundfesten der Demokratie und des Parlaments gewaltig erschüttert. Und als Präsident der Deputiertenkammer fühlte er sich veranlaßt, für die „Rechte des Volkes" in die Dresche zu treten. Diese Rechte des Volkes und des Parlamentes waren seiner Auffassung nach dadurch bedroht, daß man einem einzelnen Mann weitgehende Vollmachten erteilen sollte, durch die das Parlament für eine Weile in feinen Rechten beschränkt werden sollte. Das ist starrer Doktrinarismus und Formalismus, der mit dem Wesen der Demokratie so gut wie gar nichts zu tun hat. Logischerweise war nur Herriot vom Präsidenten der französischen Republik der Auftrag zur Kabinettsbildung erteilt und von ihm angenommen worden. Die Erfüllung dieses Auftrages hatte er damit begonnen, zur Bildung lottenburg 3000 Flaschen unverzollte Weine und Liköre im Keller des Hauses, worin sich die Interalliierte Kontrollkommission und ihre Ä online befindet, beschlagnahmt worden fein. Der Leiter der Kontrollkommission, General Walch, erhob gegen die Beschlagnahme Einspruch. Ergänzend wird hierzu mitgeteilt, daß, als im Januar dieses Jahres die Kantine der Kommission aufgelöst wurde, der Restbestand an Wein und Likör dem Kantinenverwaller, einem Deutschen, übergeben wurde. Das Hauptzollamt verlangte Verzollung, die der deutsche Besitzer ablehnte. Daraufhin wurden die Weine beschlagnahmt. Die Kontrollkommission ist nachträglich beim Landesfinanzamt vorstellig geworden, das aber auf der Beschlagnahme bestand. Aus der Tatsache, daß die Kommission ihre Vorstellungen beim Landessinanz- amt dirett erhob und sie nicht über das Auswärtige Amt leitete, schließen die Blätter, daß die Kommission ihrem Schreiben keinen offiziellen Charakter geben wollte. Der Generaldirektor der Reichsbahn. Berlin, 19. Juli. (WDä Der Reichskanzler empfing heute nachmittag die Herren v. Siemens. Dr. Luther und Dr. Bergmann, die die Stellungnahme des Verwaltungsrates der Deutschen Reichsbahn zur Frage der Bestätigung der Wahl des eines Einigungskabinetts von rechts bis links aufzusordern. Das war reichlich naiv. Denn er und seine Parteifreunde hatten ein gleiches Ansinnen Briands und Caillaux' schroff abgelehnt. Herriot hat sich denn auch gleich von führenden Persönlichkeiten der Rechten, so von Darchou und Poincare Körbe geholt und ist dazu übergegangen, ein reines Links- f a b i n e 11 zu bilden, das die Sanierung der Finanzen nach sozialisttschem Rezept durchführen soll. An der Spitze eines sehr ähnlichen Kabinetts hat Herriot nach der letzten Wahl im Mai 1924 gestanden, und er ist dann doch vornehmlich an der Uneinigkeit der verschiedenen Gruppen gescheitert, aus denen sich die Linke zusammenseht. Die Zersplitterung in Parteien, Gruppen und Grüppchen ist in der französischen Deputiertenkammer noch größer als im Deutschen Reichstag. Daß sie seither genügend gelernt hätten, um jetzt die Situation zu retten, haben sie nicht bewiesen — höchstens das Gegenteil. Das Kabinett Herriot. Paris, 19. Juli. (Wolfs.) Das Kabinett Herriot ist endgültig gebildet. Die winisterlisle enthält folgende Flamen: Ministerpräsibium und Auswärtiges: herriot (rad. Abg.) Justiz: E 0 I r a t (Unabh. Linke) Finanzen: de Monzie (rad. Senator) Inneres: Lhautemps (rad.Abg.) Krieg: painleve (Soz. Rep.) Dlarine: Köne Renault (rad. Senator) anbei: L 0 ucheur (rad. Abg.) effentliche Arbeiten: Hesse (rad. Abg.) Oesfentticher Unterricht: D a 1 a d i e r (rad. Abg.) Landwirtschaft: Q u e u i 11 e (rad. Abg.) Kolonien: Dariac (Linksrep.) Arbeitsminister: p a s q u e t (rad. Senator) Pensionen: George Bonnet (rad. Abg.) Als Unter ft aatsfekretäre werden dem Kabinett angehören: IRlnifterpräfibium unb Auswärtiges: Abert 2TI i I- haub (rab. Abg.) Luftfchiffahrt: Robaglia (So;. Republ.) Schatzamt: I a c q u i e r (rab. Abg.) Bubget: Paal Morel (rab. Abg.) Technischer Unterricht: B a z i I e (rab. Abg.) hanbelsmarine: 2U a 11 a r m e (Soz. Rep.) Wieberaufbau: Maitre (bei keiner Fraktion) Krieg: D u m e s n i I (rab. Abg.) Wohnungswesen: Levasseur. Auherbem soll ein neues Oberkommissariat für Naturalisierung unb Einwanberung geschaffen werben, bas bem rab. Abg. Lambert anoertrapt werben soll, herriot hat sich bereits um 11 Uhr ins Llysee begeben, um sein Ministerium dem Präsidenten der Republik vorzustellen. Ein Aufruf Herriots. Paris, 20. Juli. (WTV.-Funkfpruch.) Gestern abend ersuchte Ministerpräsident herriot die Preffe folgenden Ausruf an bas Canb zu verbreiten: „Die Regierung ber republikanischen Einigung hat nur ein Ziel: Die Berteibigung des Franken ohne jeden parteigeiff. Sie verspricht dem Lande, enschlossen zu handeln und fordert es zur Ruhe auf, die ebenso wie die nationale Arbeit eines der unerläßlichsten Elemente für seinen Wiederaufbau ist." Auch ber neue Finanzminifier de Monzie sagte nach dem „Journal" über fein Finanzprogramm: „Die Regierung werde keine Inflation fördern: sie werde ein Vertrauensvotum unb hinsichtlich ber Finanzfrage ble nof- roenbigen Akiisnsmittel fordern." Das neue Kabinett trift am Donnerstag vor das Parlament. Serriots Frnanzpläne. Paris, 19. Juli. (WB.) Die Finairzpläne Herriots, ber nach feinen eigenen Worten eine Anstrengung im Innern für die Fineuen Generaldirektors darlegten. Im Anschluß hieran berichtete der Reichskanzler dem Reichskabinett über den Stand der Angelegenheit^ Da zur Durchführung der Wünsche der Reichsregierung auch nach Ansicht des Verwaltungsrates jetzt noch wettere Verhandlungen mit Len anderen in Betracht kommenden Stellen geführt werden müssen, konnte das Reichskabinett zur Frage der Bestätigung der Wahl noch nicht Stellung nehmen. Eine Befichtigungsreise des Reichswehrministers. Berlin, 20. Juli. Wie die Morgenblätter melden, wird Reichswehrminister Dr. Gehler in wenigen Tagen eine etwa 14tägige Dienstreise antreten. Er wird zunächst den Truppenübungsplatz Ohrdruf und im Anschluß daran mehrere Garnisonen besichtigen. Bald nach seiner Rückkehr im August wird Minister Dr. Gehler dann den Flottenmanövern in der Ostsee beiwohnen. Eine Aktion Dr. Wirths. Berlin, 19. Juli. (WB.) Unter der Ueber- schrist „Verständigung der Republikaner" veröffentlicht der frühere Reichskanzler Wirth im „D. T." einen Artikel, worin er von der Feststellung ausgeht, daß es eine deutsche Linke von einer einheitlichen Willensführung nicht gibt und die Mitteilung macht, daß im Hinblick auf die nanz- und Währungssanierung durchführen will, hat nach dem „Temps" Herriot selbst folgendermaßen charakterisiert: Man muß von dem erworbenen Vermögen die notwendigen Hilfsmittel für die Amortisation der schwebenden S ch'u Iden fordern. ES würde sich darum handeln, z. B. eine Heber ft euer auf Erbschaften sofort nach dem Tode des Erblassers zu erheben, ebenso eine Sonder- (teuer beim Eigentumsübergang von bebautem Besitz zwischen Lebenden. Diese Ausnahmesteuern und qnbere ähnlicher Art würden der Amortisationskasse zufließen. Volk gegen Parlament. Unruhen in Paris. Paris, 20. Juli. CSU.) In den Kreisen der Rechtsopposition wird bereits gegen ein neues Kabinett Herriot Propaganda entfaltet. Die Demokratische Union hat eine Abordnung von Senatoren und Abgeordneten zum Präsidenten der Republik entsandt, um ihm zu erklären, daß die Bildung einer neuen Regierung Herriot zu großen Schwierigkeiten und zu einem weiteren Frankensturz führen würde. Das schlimmste ist, daß zu den Machenschaften der polittschen Parteien jetzt auch noch Volks- tundgebungen hinzukommen werden. Mehrere Journalisten, die von der Menge für Abgeordnete gehalten wurden, sind gestern nachmittag beim Verlassen der Kammer tätlich angegriffen worden. Dor dem Palais Bourbon, dem Sih der Deputiertenkammer, staute sich eine vieltausendköpfige Menge, die, wenn sie der Parlamentarier ansichtig wurde, in unfreundliche Zurufe ausbrach. Der Sicherheitsdienst muhte außerordentlich verstärkt werden. Auch vor der Börse sind starke Polizeiabteilungen zusammengezogen worden. Das Publikum versucht, die Bonds der nationalen Verteidigung so schnell wie möglich los zu werden. Heute hat em neuer Sturm auf die Pariser Danken eingesetzt, der auch auf die Provinz übergegriffen hat. D e Monzie, der neue Fmanzmiuister des Kabinetts Herriot, hat in Begleitung von Ch autemps Caillaux aufgesucht, um mit ihm Maßnahmen zur Beruhigung der öffentlichen Meinung zu besprechen. Die neuen Männer. Von den neuen Ministern ist ber Kabinettschef herriot seit langem eine im politischen Leben Frankreichs bekannte Persönlichkeit. Er ist 1872 in Troyes geboren, wurde Gymnasiallehrer in Lyon unb bort 1905 zum Bürgermeister gewählt. In die große Politik trat er 1912 als rabikal-fozialistischer Senator für bas RhSnebepartement. 3m fünften Kabinett Briand (1916/17) erwarb er sich als Arbeite- unb Derpflegungsrninister burch energisches Zugreifen gegen Schieber unb Hamsterer Verdienste. Nach dem Kriege übernahm er in der Kamn^r die Führung der Opposition gegen den nationalen Block. Nach dem Sturz Poincar^s im Mai 1925 bildete er am 14. Juni 1924 ein Kabinett der Linken. Mit dem englischen Premier Macdonald und dem deutschen Reichskanzler Marx wurde in London bas Dawes- Abkommen geschlossen, und mit bem Abbau ber Ruhrbesetzung begonnen. Am 10. April 1925 trat er nach einer finanzpolitischen Niederlage in ber Kammer zurück unb übernahm später das Kammerprä- fidium. be Monzie, der von Caillaux die schwere Bürde des Finanzministeriums übernimmt, ist 1875 geboren, wurde Rechtsanwalt am Pariser Appellhof, später Bürgermeister von Chahors. 1909 in die Kammer gewählt, war er in verschiedenen Kabinetten! Änterstaatssekretär für die Handelsmarine. 1919 Schaffung einer Art .republikanischer Union'7 Reichstagspräsident Löbe, der demokratische Abgeordnete Ludwig Haas und er selbst im kommenden Spätjahr eine besondere Aktivität entfalten wollen, um eine gemeinsame Basis für die Republikaner zur Der- tiefung des Problems der deutschen Republik und für die politische Auswirkung der republikanischen Bewegung in Deutschland zu machen. Belgische Diktaturmahnahmen. Brüssel, 20. Juli. (WTD. Funkspruch.) Gestern wurden in einem Kabinettsrat die dem König zu unterbreitenden Dekrete geprüft. Dor- gesehen sind Regelung der Herstellling und des Verkaufes von Mehl, Brot und anderen Rah- rungsmitteln, sowie der Aus- und Einfuhr von Drotwaren und Mehl und Maßnahmen zur Llnterdrückung aller für den Kredit des Staates schädlichen Rachrichten. Weiter wurden erwogen: die Verschärfung der Kontrolle des Devisenmarktes, eine Polizeistunde für die öffentlichen Gaststätten, eine Regelung des Handels mit Konditoreiwaren, eine Besteuerung der in Belgien weilenden Fremden und eine Steuer für den Aufenthalt in Hotels. Die Regierung erwägt ferner die Einführung eines Ausländeraufschlags von 5 Proz. für alle von Ausländern gekauften Waren. wurde er Senator und spielte bei der Wiederaufnahme der Beziehungen zu Sowjetruhland und in der Frage der Gesandtschaft am Vatikan eine Rolle. Durch zahlreiche Publikationen hat sich de Monzie den Rps eines Finanzpolitikers erworben. Herriot berief ihn daher im April 1925 als Finanzminister ins Kabinett. Im späteren Kabinett Driand übernahm er das Unter» richtsministerium. Don den anderen Kabinettsmitgliedern ist Painlebe schon verschiedentlich Ministerpräsident gewesen. Painleve ist 1863 in Paris geboren, von Beruf Mathematiker und als solcher Mitglied einer Reihe wissenschaftlicher Akademien des Auslandes. 1917 wurde er Kriegsminister und dies Portefeuille hat er dann in den verschiedensten Kabinetten verwaltet. 1924 wurde er Kammerpräsident, kandidierte als Rachfolger Millerands für die Präsidentschaft der Republik, unterlag aber gegen Doumergue. 1925 war er Chef zweier Kabinette mit Driand als Außenminister und Caillaux als Finanzminister, konnte aber gegen den Widerstand der Kammer die Finanzfrage nicht lösen. Auch der neue Handelsminister Loucheur hat schon mehrmals dies Amt bekleidet. Er ist 1872 in Roubaix geboren. Don Haus aus Ingenieur, wurde er Großunternehmer von Dahn- bauten, Wasserwerken und ähnlichen Anlagen. Während des Krieges war er Munitionsminister in den verschiedensten Kabinetten, nach dem Friedensschluh Minister für, Wiederaufbau. Als solcher wurde er bekannt durch das mit Rathenau abgeschlossene Wiesbadener Abkommen. _ 1924 übernahm er das Handelsministerium. 1925 das Finanzministerium. Sein Sanierungsplan fand aber nicht die Billigung der Kammer. Von den übrigen neuen Ministern ist weiter schon hervorgetreten der neue Minister des Innern Lhaulemps. Er ist 1885 in Paris geboren, entstammt einer saooyischen Familie, die in der französischen Politik schon seit langem eine Rolle spielt. Er selbst wurde Rechtsanwalt und Deputierter, 1924 Minister des Innern im Kabinett Herriot, 1925 Justizminister unter Painlevs und im Novemberkabinett Briand wiederum Innenminister. Andre Hesse, der neue Minister für die öffentlichen Arbeiten, ist ebenfalls Pariser und einer der bedeutendsten Advokaten Frankreichs. In der Kammer ist er feit 1910, aber erst seit 1925 zum erstenmal als Kolonialminister Mitglied eines Kabinetts. Das polnische N'gierungsprogramm. Berlin. 20. Juli. (TU.) Der Sejm stimmre gestern über die Verfassungsänderungen ab und nahm mit Zweidrittelmehrheit die von der Regierung geforderten Derfossungs- än rangen an. Diese besagen, daß das Budgetjahr nicht mit dem Kalenderjahr zusammen zu falten braucht und daß der Präsident der Republik das Recht hat, beide Kammern auf- zu lösen, wenn die Regierung mit der Volks- r.r reiung nicht übereinstimmt. Als dritte CBer- fastur.gsändcrung wurde die Bestimmung genehmigt, daß jeder wegen eines Vergehens be- s.r'.ste Abgeordnete sein Mandat verliert. Ab- gelehnt wurde die Einführung des Ver- h ä l t n i s w a h l r e ch t s und die Heraufsetzung des Wahlalters. Heute wird ül .r die von der Regierung geforderten Vollmachten aiaestimmt. Der Abstimmung ging eine Debatte voraus, in die Ministerpräsident Barthels mit einer ausführlichen Programmrede eingriff. Er agte u. a : Das Programm der polnischen Regierung ist frei von jeder Parteipolitik. Wir haben uns vor allem der wirtschaftlichen und finanziellen Sanierung zuzuwenden. Cs ist uns zunächst auch gelungen, die Stabilisierung deS Zloth zum Kurse von etwa 10 Zloty für einen Dollar durchzuführen. Die Golddeclung der Währung beträgt 144 Millionen Paritätszloty. Das Gold der Bank von Polen, das sich im Ausland befindet, kann insofern bereits als freigegeben betrachtet werden, als unsere Schulden gegenüber der Federal Reserve Bank durch die Reservebestände an Valuten der Bank von Polen abgedeckt werden können. Im gleiten Verhältnis, wie die Devisenvorrä.e angewachsen sind, wurde auch der Umlauf des Zloty vergrößert. Die Regierung hat den Kampf mit der Teuerung ausgenommen. Cö ist ihr gelungen, auf manchen Gebieten die Preise her- un.erzudrücken, ohne dabei auf die Lohnverhält- nisse Einfluß zu nehmen. 2n bezug auf die Auslandpolitik sieht die Regierung ihre Hauptaufgabe in der Festigung des Vertrauens des Auslandes zu Polen. Sie legt besonderen Wert auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit ganz Europa. Die gegenwärtige Regierung hat die Arbeiten für den Abschluß eines Handelsvertrages mit Deutschland energisch in die Hand genommen. Die Regierung hat volles Verständnis für die außerordentlich bedeutsame Rolle, die der polnische Staat in dem Programm des euro- päiichen Friedens, der europäischen Sicherheit und der internationalen Zusammenarbeit zu spielen hat. Die Regierung hat auch Verständnis für die aus dieser Rolle sich ergebenden Pflichten und Rechte. Unter Anerkennung deS bestehenden Rechtszustandes und tret Polen verpflichtenden Bündnisse können die fremden Staaten, besonders diejenigen, deren geographische Rachbarschaft zahlreiche gemeinsame Interessen mit Polen schafft, auf den guten Willen Polens rechnen und zwar sowohl in bezug auf die Regelung der noch schwebenden Fragen wie überhaupt in bezug auf die aufrichtige und redliche Mitarbeit. Die polnische Regierung ihrerseits wird sich berechtigt fühlen, von diesen Staaten eine entsprechende Haltung zu fordern. Mit aller Energie weise ich die uns zugeschriebenen aggressiven Absichten gegenüber irgendeinem unserer Nachbarstaaten zurück. Ebenso *rnuß ich „ diejenigen als unehrlich bezeichnen, die Gerüchte von einem angeblich von der Regierung beabsichtigten Verzicht auf irgendwelche Teile des Staatsgebietes verbreiten. In der inneren Politik wird die Regierung bestrebt sein, die Reibungen auf nationalem und konfessionellem Gebiet zu mildern. Die Regierung wird eine Amnestie für politische Vergehen zu in Leningrad hat Geh. Rat Prof. Kessel ihrem Ehrenmitglied ernannt. Vie DMatm in Griechenland. Eine Verschwörung gegen Pangalos? Das neue Kabinett. Die Führer der demokratischen Parteien, Kafandaris, Papanastasiu und Micha- l a o p u l o s sowie einige Politiker und Journalisten sinh wegen angeblicher Verschwörung gegen das Regime verhaftet worden und sollen auf die Insel Raxos überführt werden. Der frühere Minister Eutaxias ist mit der Bildung des Kabinetts beauftragt worden. Der Außenminister R u f o s sowie die Minister für Inneres, Krieg und Landwirtschaft verbleiben im Amt. Der Diktator General Pangalvs hat zur Rechtfertigung seiner Maßnahmen eine Botschaft an das Volk gerichtet, worin er erklärt, die Politik der Realtion hätte seine Bemühungen um eine Versöhnung der Parteien vereitelt und sich auf den Weg des Aufstands und der Verschwörung begeben. Sie Regierung und die zuständigen Behörden seien im Besitz unbestreitbarer Anzeichen und triftiger Beweise dafür, daß feit dem Juni dieses Jahres gewisse politische Kreise unter dem Vorwand, die Freiheit des Volles zu verteidigen, sich damit befaßten, Komplotte anzu^etteln, die planmäßig die finanziellen und politischen Interessen des Landes untergraben sollen. Es beständen ernste Hinweise dafür, daß die Ermordung des Staatsoberhauptes geplant gewesen sei. Man besitze u. a. ein von P l a ft i ras unterzeichnetes Schreiben, vom 7. Juni datiert, worin dieser seinen Mitarbeitern in Athen Anweisung über die Rotwendigkeit einer Ermordung des Präsidenten der Republik sofort bei Ausbruch der geplanten Bewegung gegeben hat. Pangalos erklärt in seiner Botschaft zum Schluß i Getragen von der ungeheuren Mehrheit 0:3 Volkes werden wir unser Werk des Wiederauch..ues des Staates fv.tsehen und dieses Werk demnächst dem freien Urteil; des Volkes vermittelst von Wahlen unterbreiten. Kunst und Wissenschaft Aniversitätsnachrichten. Der ordenllichc Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie an der Universität Marburg, Geh. Rat L’r. phil. Dr. med. h. c. Eugen Korsch e l t ist zum 1. Oktober 1926 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Der Gelehrte tarn im I.iyre 1892 als o. Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie sowie Direktor des Zoologischen Instituts als Nachfolger von Professor R. Greef nach Marburg; 1904/05 bekleidete er das Rektorat. Ehrung eines Heidelberger Gelehrten. Die russische Akademie der Wissen'chaften. erlassen, die vor dem 1. April 1923 begangen wurden und die aus der Vorkriegszeit stammen- den Rechtsbeschränkungen der Ratwnalitaten aufheben. . AT Sie Regierung will eine Regierung der Arbeit sein. Die Vollmachten, die sie verlangt wird sie in der äleberzeugung ausuben daß die von chr entwickelten Grundsätze und Methoden eine Verwirllichung ihrer Absichten möglich machen. Die Regierung wird es nicht zulassen, daß die wichtigsten Rechte der Staatsbürge r n i ch t p o l n i sch er R a t io na l i t d t gefährdet werden, denn sie ist der Ansicht, daß die Bekämpfung irgendwelcher Kategorien von Staatsbürgern in ihrer Sprache oder ihrem Glauben dem Geiste Polens zuwider ist. . Aus aller Welt. Das Motor-Rotorschiff. Am letzten Freitag früh begannen die Erprobungsfahrten des Moior-Rotorschiffs „Barbara" ab Bauwerft Weser A.-G Bremen. Zn das Verdienst, die Flettner-Erfindung rasch für die praktische Erprobung reif gemacht zu haben, teilen sich die Reichsbehörden, wobei die Marineleitung den Anstoß gab, Herr Sloman jr.-Hamburg als Reeder und die Weser A.-G. als Bauwerft. Die Tragfähigkit der „Barbara" beträgt 2800 Tons. Das Schiff besitzt eine Schraube, hat Viertaktmotoren. Bauart We|er- M. A. N. mit Dulkangetrieben, ferner drei Flettner- Rotoren von 17 Meier Höhe und vier Meter Durchmesser. Als Zusatzamrieb aufbauend auf den Erfahrungen mit der „Buckau" hat man bei der Rotor- ronstruktion wesentliche Fortschritte erzielt, die in der Verminderung des Rotorgewichts und einem f a st geräuschlosen Gang zutage treten. Das erste Erscheinen des Schiffes auf der Weser weckte lebhaftes Interesse auf der See und an Land. Die Schiffs-Silhoutte ist sehr ansprechend. Die Erprobung der Motoren und des Flettner-Ruders ergab ein einwandfreies Resultat. 3m Anschluß daran begann die Rotorenerprobung. Als Ergebnis kann unter vollem Vorbehalt jetzt folgendes gesagt werden: Bei ganz abgestellten Maschinen lief die „Barbara" nur unter Rotorantrieb bei günstigem Wind von der Stärke 4 und leichtbewegter See zwischen 5 und 6 Seemeilen, bei Benutzung der halben Maschinenkraft ohne Rotoren 7 Seemeilen, unter Zusatz von Rotorwirkung etwa 9,5 Seemeilen, mit ganzer Motorkraft ohne Rotoren 9 Seemeilen und unter Zusatz von Rotoren 10,5 Seemeilen. Durch das Fehlen der Ladung waren der Tiefgang und die Geschwindigkeit beeinflußt. Die Zugkraft der Rotoren auch bei der Schiffsgröße „Barbara" scheint erwiesen und in diesem Sinne die Flettner- Erfindung ausbaufähig. Der Wirtschaftlichkeitseffekt läßt sich erst später auf Grund von Versuchen längerer Dauer feftfteUen. Die Probefahrten nehmen ihren Fortgang. Der Vcrbandstaa des Zentralvcrban- des der Landarbeiter. Auf der Montagsitzung des Zentralverbandes der Landarbeiter hielt Schriftleiter Heinrich Boehm einen Vortrag über Vorschläge zur Lösung der L a n d a r b e i t e r f r a g e. Es wurden dann einstimmig Entschließungen angenommen, in denen es u. a. heißt: Die ungünstige wirtschaftliche Lage der deutschen Landwirtschaft hat sich durch die ungünstige Witterung noch mehr verschlechtert. Teilweise wurde durch älnwetterkatastrophen die Ernte völlig vernichtet und auch sonst großer Schaden angerichtet. Die christlich-nationale Landarb'itersch'ast Deutschlands erwartet, daß seitens der Regierungen des Reiches und der Länder und seitens der ausführen- den Behörden der Rotlage der Landwirtschaft weitestgehend Rechnung getragen wird. Insbesondere ist zu fordern, daß bei Einziehung von Steuern mehr Rücksicht auf die Existenz der Betriebe und der in diesen beschäftigten Arbeitnehmer genommen wird als das bisher geschehen ist. Die christlich-nationale Laicharbeiterfchaft erwartet weiterhin, daß bei Verwendung der zur Milderung der Hochwasser- und älnwettrrschäden zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel in erster Linie diejenigen Schäden reguliert werden, welche die ländlichen Arbeiter in ihren eigenen Wirtschaf- t e n erlitten haben. Eine Kriegsbeschädigten-Tagung in Hamburg. Unter starker Beteiligung aus dem ganzen Reich hat der Reichsverband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegshinterbliebener e. V., Sih Berlin, seinen diesjährigen Verbandstag in Hamburg eröffnet. Vertreter des Hamburger Senats und der Bürgerschaft und der Versorgungsgerichte in Dresden und Hamburg wünschten der Tagung besten Erfolg. Zu Verbandsleitern wurden Kienser (Leipzig), Kieselmeyer (Detmold) und Lemcke (Rord- mark) gewählt. Die Hauptversammlung brachte Vorträge über Fragen der Stellung des Reichsverbands zur sozialpolitischen Gesetzgebung und Darlehensgewährung an Kriegsbe- schädigte. Ein Vorschlag zur Abfassung eines Protestes wegen ungenügender Versorgung der Kriegsopfer und zur Frage des Reichsehrenmals, das nach der äleberzeugung des Verbandes am schönsten in der Form eines Erholungsheims für Kriegerwaisen zum Ausdruck käme, fand einstimmige Annahme. Ein geschäftstüchtiger hungerkünftler. In Leipzig hatten sich der Hungerkünstler Harry R e l s o n alias Reinhold Ilmer aus Berlin, der Kaufmann Gustav Schützendübel aus Berlin und der Wächter Bernhard Müller aus Leipzig wegen Betrugs zu verantworten. Relson war im März dieses Jahres im Leipziger Kristallpalast als Hunger- künstler aufgetreten und wollte 45 Tage hungern. Am 32. Tage hatte ein Kriminalbeamter entdeckt, daß der Hungerkünstler längere Zeit Hühnerbrühe sowie Biomalz zu sich genommen hatte, das ihm von dem Wächter Müller im Einverständnis mit dem Schützendübel z u g e st e ck 1 war. Relson und Schühendübel hatten nach 32V2 Tage Hungerns des ersteren eine Gesamteinnahme von 32 000 Mark. Rach Abzug der Unkosten war ein Reingewinn D o n 11 000 Mark verblieben, den sie geteilt haben. Das Gericht verurteilte die Angeklagten wegen Betruges, und zwar Ilmer zu 2 Monaten, 2 Wochen Gefängnis, Schühendübel zu 4 Monaten Gefängnis und 400 Mark Geldstrafe und Muller zu einer Woche Gefängnis. Das Befinden des Fliegers Wüfthoff. Der Zustand des in Dresden bei feinen Kunit- flügen abgeftürzten Oberleutnants a. D. Wüst- Hoff ist noch äußerst bedenklich Der Patient hat bisher das Bewußtsein noch nicht völlig wiedererlangt. Es mußten ihm beide Unterschenkel abgenommen werden Schwerer Anfall i:i Sarlsruhe-Rheinhafen. Karlsruhe, 20. Juli. (WTD. Funkspruch.) Bei dem gestrigen schweren älnwrttev wurde im Karls uher Rheinhafen am Kohlenlager der Firma Gebr. Röchling ein großer Kran umgeworfen. Er stürzte auf ein beladenes Schiff, das versank. Das Kranführer- baus stürzte ins Wasser. Der Kranführer wurde schwer verletzt. Ein Teil der Laus brücke stürzte auf Eisenbahnwagen, die vollständig zertrümmert wurden. Eiü Mann, der unter einem Wagen Schutz gesucht hatte, erlitt schwere Verletzungen. Verhaftung eines Aklienfälschers. Im Oktober 1924 wurde ein ungeheurer Aktienschwindel au. gedeckt, an dem mehrere Personen beteiligt waren. Es wurden für viele Millionen Aktien aller möglichen Industrieunternehmen gefälscht und teilweise in den Verkehr gebracht. Die Hauptöeteiligten, Dr. Ludwig Boeck, Baron Roesner, v. Blumenthal und zwei Gebrüder Jakobi wurden festgenommen und im Frühjahr dieses Jahres ab geurteilt bis auf Günther Jakobi, der freigesprochen wurde. Reuerdings in dieser Angelegenheit von der Berliner Kriminalpolizei an- gestellte Ermittlungen führten dazu, daß auch Günther Jakobi der Fälschung überführt und wiederum verhaftet wurde. Er hatte von Berlin aus einer mittleren Druckerei in Saalseld in Thüringen einen großen Auftrag auf Druck von Montanaktien unter dem Ramen Freiherr- Roy ertellt. Dem Druckereibesitzer stiegen aber Bedenken auf. Aus Rückfrage bei dem Montanwerke stellte sich heraus, daß der angebliche v. Roy ein Fälscher sein mußte. Er wurde nach Berlin gebracht. Durch Aufschlag getötet Während eines Umzuges in Heidelberg scheute das Pferd einer Droschke und schlug einen Teilnehmer derart unglücklich mit den Hufen auf die Brust, daß er kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus starb. Beim Baden ertrunken. In Frankfurt sind zwei junge Leute beim Baden, davon einer im freien Main, verändere im Stadion ertrunken. Auch aus der näheren und weiteren Umgegend werden zahlreiche tödliche' älnglückssälle beim Baden gemeldet. In Aschaffenburg sind der 20jäh- rige Maurer Georg Seitz und der 16jährige Fabrikarbeiter Johann Büttner oberhalb des Flußhafens, wo sie anscheinend in einen Strudel gerieten, in der starken Strömung verschwanden. Die eingeleiteten Reitungsmaßnahmen waren vergeblich. Bei Seligenstadt versuchte der 15jährige Sohn des Schuhmachers Rachor, der des Schwimmens unkundig war, mit einer defekten Schwimmbüchse im Main das Schwimmen zu lernen, wobei er ebenfalls ertrunken ist. Die Leiche konnte bisher noch nicht geborgen werden. — Auch aus Mainz werden 3 Opfer des Badens gemeldet. Bei Budenheim ertrank ein Familienvater, der sich zu weit in den Strom hinausbegeben hatte, vor den Augen seiner Frau und seiner beiden Kinder. Im Strandbad auf der Ingelheimer Au erlitt die 17jährige Tochter des Buchdruckers Eggebrecht beim Baden einen Eehirnschlag und verschwand in den Wellen. Das Mädchen konnte zwar geborgen werden, doch konnte nur noch der Tod sestgestellt werden. Am gleichen Rachmittag erlitt gegenüber der Ingelheimer Au bei Mombach ein Dienstknecht aus Mombach im Wasser einen Gehirnschlag. Die Leiche konnte geborgen werden. — Aus Heidelberg wird gemeldet, daß der Reckar ebenfalls 3 Personen als Opfer angefordert hat. Bei der alten Brücke ertrank der 47jährige Gipser Karl Sutter, dessen Leiche noch nicht geborgen werden konnte. Unterhalb der neuen Drücke fiel der 24jährige Buchbinder Alfred Greif den Wellen zum Opfer, während oberhalb von Heidelberg bei der Reckargemünder Drücke der 28jährige Schreiber Peter Schmitt aus Ziegelh/iusen. wahrscheinlich infolge eines Herzschlags, plötzlich im Reckar verschwand . — Aus Freiburg wird gemeldet, daß im Tittisee ein Kurgast, der mit einem Herrn eine Dootfahrt auf dem See unternahm, infolge Kenterns des Dootes ertrunken ist. Sein Degleiter konnte sich noch rechtzeitig retten. — 3m Mannheimer Floßhafen ist ein 42jähriger Zimmermann ertrunken. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. — Auch bei Koblenz haben Rhein und Mosel ihre Opfer angefordert. Am deutschen Eck fand in der Mosel ein Schüler beim Daden den Tod, während bei 'Ehrenbreitstein ein junger Mann aus Durglengenfeld beim Daden im Rhein ertrunken ist. — Dei Melsungen geriet bei dem Versuche, die Fulda zu durchschwimmen, ein junges, hier zu Besuch weilendes Mädchen in Lebensgefahr. Dank der Entschlossenheit eines Schülers, konnte das Mädchen, mrchüem es schon zweimal in den Wellen versunken war. noch lebend an Land gebracht werden. 2lus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 20. Juli 1926. Zuschriften an Behörden. Es kann nicht oft genug davor gewarnt werden, Zuschriften, Eingaben, Beschwerden, kurz gesagt, irgendwelche Schreiben, mit denen sich eine Behörde zu befassen hat, z.D. die Gerichte, Kreisämter, Forstämter usw., an die Adresse eines bei dieser Behörde beschäftigten Beamten zu richten. Der Rame eines Beamten hat auf der Driefhülle unbedingt wegzubleiben, da sonst die Gefahr besteht, daß der Brief nicht bei der Behörde selbst, sondern in den Privatbriefkasten des auf der Anschrift angegebenen Beamten abgeworfen wird. Erfährt hierdurch die Ankunft des Schreibens bei der betreffenden Amtsstelle schon an sich eine erhebliche Verzögerung, so besteht auch weiter die Gefahr, daß der Brief in der Tasche des Betreffenden stecken bleibt — wir sind alle Menschen —, oder daß der vielleicht in Urlaub weilende Beamte den Brief, der vielleicht einen eilenden, wichtigen Antrag enthält, überhaupt nicht bekommt. Die Absender von Schriftstücken erreichen also bann, wenn sie den Ramen eines Beamten auf die Driefhülle sehen, genau das Gegenteil von dem, was sie erreichen wollen, nämlich keine Deschleunigung sondern Verzögerung und Unsicherheit. — Man adressiere also einen Brief z. B. tur’er Hand „An das Hessische Amtsgericht Gießen" oder „An das Preußische Landratsamt in Wetzlar" usw. Gießener Wochcnrnarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochanmarkt: Butter 180 bis 190, Matte 30, Wirsing 15 bis 30, Weißkraut 15 bis 30, Rotkraut 40, gelbe Rüben 15, rote Rüben 20. Spinat 25 bis 30, Römischkohl 10 bis 15, Dohnen (grüne) 30 bis 50, Dohnen (gelbe) 60, Erbsen 15 bis 20, Misch- gemüfe 10 bis 12, Tomaten 25 bis 100, BtoicSdn 20, Pilze 40, Kartoffeln 6, Frühävfel 20, Birnen 20 bis 35, Kirschen 35 bis 40, Heidelbeeren 35 bis 40, Stachelbeeren 25 bis 30, Johannisbeeren 25 bis 30, Erdbeeren 60 bis 80, Pflauiyxn 30, Mirabellen 60, Weintrauben 80. Himbeeren 70 bis 80, Walderdbeeren 100, Pfirsiche 35 b?3 70, Aprikosen 70, Honig 40, junge Hahnen 100 bis 110. Suppenhühner 110 bis 120 Pf. das Pfund: Käse 10 Stück 60 bis 70 Pf.; Eier 12 bis 13, Blumenkohl 10 bis 80, Salat 5 bis 10, Salat- gurken 25 bis 60, Endivien 20, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Rettich 10 bis 15 Pf. das Stück; Radieschen 10 Pf. das Bund. Äoruotizeu. — Tages lalender für Dienstag. Stadttheater: 8 älhr, Eckstspiel des Kurtheaters Dad-Ra.'.heim: „Zwei Wappen". — Kaufmänn. Verein: 9 älhr, Vereinshaus, Außerordentliche Generalversammlung. Wettervoraussage. Westliche Winde, schwach aufheiternd, vorwiegend wolkig, zeitweise geringer Regen oder Gewirter, wenig Lemperaturänöerung. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 28,5 Grad Celsius, Minimum: 16,1 Grad Celsius. Riederschläge: 0,9 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 19,1 Grad Celsius. ** Das Bureau des Verkehrs ver- e i n s wird in den nächsten Tagen im Torhäuschen am Seltersweg. gegenüber vom Cafe Hett- ler, neu eröffnet werden. Damit wird dem Publi- lum nach langer Pause wieder Gelegenheit geboten. sich im Zentrum der Stadt ohne viel Zeitverlust Reiseberatung, Führerlektüre usw. zu beschaffen. ** Auszeichnung verdienter Feuerwehrleute. Gelegentlich der gestern abend stattgehabten Hauptübung der Freiwilligen Gail- schen Feuerwehr überreichte KreisfeuerWehr-Inspektor D i ck o r e im Auftrage des Kreisamts den Feuerwehrlameraben Fischer. Münch, Ritzel, Rohrbach, Stein und Wein- Hardt für 2öjährige treue Dienste bei der F. G. F. dos Allgemeine Ehrenzeichen für Freiwillige Feuerwehren. Der beseitige Chef der F. G. F.. Generaldirektor Dr. Gai l, gedachte in einer Ansprache der Verdienste der Iubilare und zeichnete sie noch mit einem Diplom aus. — — Lehrausflug des Landwirtschaftlichen Kreisvereins Alsfeld. In G i e h e n trafen am Sonntag zahlreiche Landwirte des Kreisvereins Alsfeld unter Führung des Vorsitzenden, Kreisdirektocs Dr. Stamm- l e r, ein, um eine Besichtigung des älniversitats- Versuchsgutes und des neuen Tierzuchtinstituts der Landcsuntversttät vorzunehmen. Weiter nahmen Mitglieder des Vereins ehemaliger Landwirtschaftsschüler an der Besichtigung teil, ferner Direktor Dr. Becker vom Landwirtschaftsamt Alsfeld und Oekonomierrt K o r e 11 - Angenrod. Auf dem Tlniversitätsversuchsgut hatte Dr. Kreutz- Gießen die Führung übernommen. Er zeigte zurrst die Oekonomiegebäude im unteren Hardthof, die maschinellen Einrichtungen, die Dodenbearbeitungs- und Dreschmaschinen, die Molkereieinrichtungen, Kartoffel- dämpser und die umfangreichen modernen Kar- El! am Sonnt« in de lAb, Wung mcisttk'Kap vir kürzlich den Scnntagnc IolkshaUc vrftbckann dürfte fitz währen. Da dr werden wird, । Eintrittskarten tiaen Anzeige. ’• linse tet am lomn Liebigshöhe il Anzeige.) " Das $ ßeuer Man tag bot ein rc Mer Teil am AachuMs sich Dorbeöingungei festes in den g günstiges ÜBelli Zahl der Teil: nMMchen 5 übernommen, d gen Aeranfiaft Verteilung, D Durstschnappe in die Lahn Die Ansprachi gab den Qlntoi Wicklung des f Bestehens, die das fernere A Zwei im hohe gründers des ' zum Verein # ling uni) @ SÖrenmitgl QBettfdjtoimr, ju brähien. v! 50 Meter Bah HeuhelW^, 1. Ernst Kehl bis 25 Jahren Chr. Deeg 1 Jahren (100 Pistor 2,Co. - (50 Meter Cßru| — Senioren voi gow 55,0. - '• Heinrich 6| 10 bis 14 Ich ’LIE Donnersta tWtiUspr *9s759)f( fUr beide ft abends Hy _____ W\V e5?i ky.- i^pelle "'■•Regis, l -W . Heizung. - r Auslause -- ! d Bru.apM all gab es ° ! Ar Stamm" iS ?eI’ Teilnehmer t & * d* SM und Dr- ; ] Alsfeld sur *1 SEIFENFLOCKEN Aug. Noll, stadt-Drog. Der Deutsch- in Gießen bei einem am untern im es hat i mer Cie neu oll Dr. Cer Arbeiter Heinrich K iz inna aus Brutapparate, die Molkereieinrichtung, die und modern eingerichteten Diehställe. Heber- gab es viel Lehrreiches zu sehen, so das; Stammler auch hier den herzlichen Dank Teilnehmer aussprechen konnte. Anschließend fand ein gemütliches Zusammensein Glase Bier auf „Textors Terrasse" Hardthof statt. ' Die^Wiener Hoch- und ineister-Kapelle. deren Besuch gur Lahnkanalisierung die Industrie- und Handelskam« Limburg in ihrer jüngsten Dollversamm- Bochum, der hier wegen einer ganzen Reihe schwerer Diebstähle in ^Untersuchungshaft sitzt, hatte versucht ouszubrechen. Wegen Sachbeschädigung erhielt er 6 Monate Gefängnis. Der Arbeiter Wilhelm Hasselbächer auS Dietz hatte seinem früheren Arbeitgeber in Tambach 340 Mk. und eine Uhr gestohlen. Mit Rücksicht aus seine Vorstrafen erkannte das Gericht auf 1 Jahr 3 Monate Gefängnis. hing eine Entschließung angenommen, in der es heißt: „Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer zu Limburg (Lahn) fordert die sofortige Vollendung der zu 3/4 fertigen Lahnkanalis ierung von der Mündung bis nach Steeden bei gimburg, um durch diesen neuen, billigen Wasserweg den Dasall- und Kalksteinbrüchen, dem Erzbergbau und den Tongruben des Lahngebietes und des Westerwaldes Weiterbestehen und Ausdehnung zu ermöglichen, außerdem augenblicklich durch den Dau selbst einmalige Arbeitsgelegenheit für die zahlreichen Erwerbslosen des Bezirks au schaffen und schließlich auch durch die Erbauung der Schiss- fahrtswehre weitere Elektrizitätsgewinnung durch Wasserkraftwerke an der Lahn vorzubereiten. Mit sehr geringem Kapital kann hier ein außergewöhnlich großer wirtschaftlicher Erfolg erzielt werden." Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der .Radio-Umschau".) Mittwoch, 21.3uH. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters-: Joseph Strauß. 6.15 biö 6.45 Uhr: Die Bücherstunde. 6.45 bis 7.15 Uhr: „Die Sprachen und Literaturen der Perser und Türken". Vortrag von Dr. L. H. Schütz. 7.15 bis 7.45 Uhr: Italic nischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.15 Uhr: Ue- bertragung von Kassel: Konzert des Stadtparkorchesters. 9.15 bis 10.15 Uyc: Cellokonzert. wir kürzlich schon ankündigten. wird am kommenden Sonntagnachmittag und -abend in der Volkshalle ein einmaliges Gastspiel geben. Der weltbekannte, glänzende Ruf dieser Kapelle dürste sich auch in unserer Stadt erneut bewähren. Da der Besuch voraussichtlich recht stark werden wird, dürfte es sich empfehlen, rechtzeitig Eintrittskarten zu erwerben. Räheres m der heutigen Anzeige. ’* Unsere Militärkapelle veranstaltet am kommenden Donnerstagabend auf der Liebigshöhe ihr 6. Abonnementskonzert. (Siehe Anzeige.) " Das 9 0. Stiftungsfest des Gi.e- srener Männer-Dadevereins am Sonntag bot ein reichhaltiges Programm, dessen sportlicher Teil am Vormittag, der unterhaltende am Rachmittag sich in schöner Weise obmidelte. Die Vorbedingungen für das Gelingen eines Strand- festes in den geräumigen Anlagen des Vereins, günstiges Welter, war gegeben, und so war die Zahl der Teilnehmer eine überaus große. Den musikalischen Teil hatte die Kapelle Weller übernommen, die flotte Weisen zwischen die übrigen Veranstaltungen: Kinderpolonaise mitBretze.'- vcrteilung, Regenschirmpartie auf der Lahn, Wurstschnappen, Waschbüttenfahrt, Zahrradritt iti die Lahn und sonstige Humoristikas brachte. Die Ansprache des Vorsitzenden Georg Todt gab den Anwesenden einen Ginblick in die Ent- e Wicklung des Vereins seit den 93 Jahren feines * Bestehens, die Rede klang aus in einem Hoch auf das fernere Wachsen und Gedeihen des Vereins. Zwei im hohen Alter stehende Söhne des Mit- ' gründers des Vereins, die 70 und 66 Jahre treu /.um Verein hielten, die Herren Karl Lüde- 11 In g und Georg Reiber, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ueber das Wettschwimmen am Vormittag ist folgendes zu berichten. Schüler von 10 bis 14 Jahren, 50 Meter Dahn. Brustschwimmen: 1. Walter Heußel 393/j0, — Junioren von 15—18 Jahren 1. Ernst Keßler 1,36. — Junioren von 19 lis 25 Jahren (100 Meter Brustschwimmen) 1. Ehr. Weeg 1,40. — Senioren von 25 bis 35 Jahren (100 Meter Brustschwimmen) 1. Karl < 93 i st o r 2,05. — Senioren von 36 bis 45 Jahren (53 Meter Brustschwimmen) 1. Louis Vogt 40,0. — Senioren von 46 bis 56 Jahren 1. Rich, ©la- gow 55,0. — Senioren von 57 bis 65 Jahren 1. Heinrich Stein 50,0. — Schülerinnen von « 10 bis 14 Jahren (50 Meter Brustschwimmen) 1. 7. Nassauischer Bauerntag. bl. Herborn, 18. Juli. Unsere Stadt steht in diesen Tagen Zeichen eines Dauernfestes, wie man Schöffengericht Gießen. 1 Gießen, 19. Juli. Im Winter 1925/26 kaufte ein jüngerer Mann bei zwei hiesigen Geschäftsleuten Waren und bezahlte mit einem Geldschein, den diese für einen Hundertmarkschein hielten. Später entdeckten sie, daß eS sich um einen wertlosen 100-Millionenschein handelte, dem durch Ueberkleben der Anschein eine- Hundert- Rentenmarkscheins gegeben worden war. Der Verdacht der Täterschaft fiel auf den vorbestraften Geometer Friedrich Karl Herr igel auS Stuttgart. In der heutigen Hauptverhandlung leugnete er hartnäckig, wurde aber überführt und zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Die schon vielfach vorbestrafte Anna D e u - bett von Erpolzhein hatte ihrer LogiSwirtin 50 Mk. aus einem verschlossenen Schrank, den sie mit einem Meißel erbrochen hatte, gestohlen und ferner einem Mädchen mehrere Wäschestücke. Unter Einbeziehimg anderer Strafen erhielt sie 3Vz Jahre Zuchthaus. sprach dann noch ein weiterer Abgesandter. Mu- sikvorträae der Dillenburger Stadtkapelle, s>wie GesangSoarbietungLn eines Massenchores von etwa 250 Sängern und turnerische Vorführungen verhalfen dem Abend zum vollen Erfolg. Sonntag morgen herrschte schon in aller Frühe auf dem Festgelände reges Leben und Treiben. Es galt die Besichtigung der Maschinen-, Imker- und Geflügelausstellung. Die Industrie ist mit Maschinen, Wagen, Ersatzteilen, Werkzeugen aller Art reich vertreten. Reben dieser großen Ausstrllung hat man noch zwei Zelte mit kleineren Gegenständen für den häuslichen Gebrauch errichtet. Die Ma- schinen-Ausstellung bekundet, daß auf dem Gebiet des Maschinenbaues gute Fortschritte zu verzeichnen sind. In der GeflügelauSstellung sieht man 245 der wertvollsten Tiere (Tauben. Enten, Hühner) ausgestellt. Der Imkerverband wartet mit einer sehr guten wirtschaftlichen Ausstellung auf. Vormittags um 10 Uhr begann in dem großen Festzelt die Vertreterversammlung der Bezirksbauernschaft von Rassau und Kreis Wetzlar. Die Tagung war gut besucht und legte in ihrer Gesamtheit unzweideutiges Zeugnis ab von einem weiteren Festhalten am Reichslandbund. Präsident Hepp eröffnete die Versammlung und begrüßte mit warmen Worten die Erschienenen. Hieraus sprach er noch kurz über die Arbeiten des ReichS- landbundes. Grüße überbrachte für den Oberpräsidenten und den Regierungspräsidenten Regierungsrat Weihe- Kassel, für den Kreis Regierungsrat Dr. Dünger, für das Rass. Genossenschaftswesen Dr. Ehelius. für die Stadt der Bürgermeister, für die Landwirtschaftskammer der Direktor, für die Bezirks srauen- bauemschast Frau Wagner- Limburg, für den Kurhess. Landbund Abgeordneter Justin. 3m Anschluß daran hielt der Präsident des Reichslandbundes Gras Kalkreuth einen Vortrag über die wirtschaftspolitische Lage unter befon- derer Beachtung der Zollgesetzgebung. Der Leiter der steuerpolitischen Abteilung des Reichslandbundes von Eh bei, hielt dann einen Vortrag über Steuerfragen. Für die Abhaltung des nächstjährigen Bauerntages lagen Anträge von Idstein und Höchst vor. Da man zu keiner Einigung kam, wurde beschlossen, der nächsten Vertreterversammlung hierüber eine Vorlage zu machen. In einer Entschließung wurde dann noch auf die Rotlage der Landwirtschaft hingewiesen, Rach 2 Uhr konnte Abgeordneter Hepp den Bauerntag für 1926 schließen. In der um 10 Uhr stattgehabten Imker- versammlung wurden verschiedene anregende Referate gehalten. Rachmittags fanden auf dem Festgelände Volkstänze statt. Für jung und alt war dann noch bis nach Mitternacht beliebig Gelegenheit zu Belustigungen aller Art gegeben. toffdiener der Kartoffelanbaustelle der Landwirtschaftskammer Wiesbaden, die hier ihre Anbauversuche macht. Beifall fand auch die De- rieselungsanlage im Garten. Trotz der großen Hitze ging es dann hinaus auf die Felder, wo besonders die Getreide- und Kartoffel- schlage eingehend besichtigt wurden. Unter den außerordentlich zahlreichen Getreidesorten befanden sich allein 38 Sorten Winterweizen. Auch die Kartofselbaustellen wiesen sehr viele Sorten früher, mittelfrüher und später Sorten auf, besonders reich vertreten waren die verschiedenen Arten Industrie, die eine Familienpflanzung bilden. Dr. Becker, Alsfeld, und Dr. Kreutz, Gießen, beantworteten die Fragen der Landwirte in ausgiebiger Weise. Dr. Stammler dankte namens deS Vereins Alsfeld für die umsichtige Führung und die sehr lehrreichen und interef'anten Erläuterungen. Dann ging es in das Tierzuchtinstitut ’tm oberen Hardthof, Dr. Lang übernahm die Führung. Von besonderem Interesse waren die vorderen Schweineställe mit Zentralheizung, die Hühnerhöfe mit Fallnesterkontrolle, 6lc Ausläufe ins Freie für sämtliches Kleinvieh, hier noch nicht erlebt hat. Die Stadt ist mit Fahnen und Girlanden außerordentlich reich geschmückt. An den Hauptverbindungsstraßen stehen Ehrenpforten. Massenbesuch belebt die Stadt. Der 7. Rassauische Bauerntag wurde am Samstagabend mit einer Begrüßungsfeier in der großen Festhalle auf dem Festgelände eröffnet. Das Zelt war überaus stark besetzt. Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Dill, Landwirt Berner von Fleisbach, begrüßte die Erschienenen und dankte allen denen, die zu der Gestaltung des Festes beigetragen haben. Der Präsident des Reichsland- vundes, Reichstagsabgeordneter Hepp- Seelbach, sprach über die schwere Arbeit der Organisation im Kampfe für den deutschen Dauer. Seine Worte Hangen in einem Hoch auf die Bauernschaft aus. Regierungsrat Dr. Dünger überbrachte die Grüße des Kreises und versicherte Mithilfe der Kreisverwaltung in landwirtschaftlichen Fragen. Dürgermeister Riederschulte begrüßte die Versammlung im Ramen der Stadt Herborn und wünschte, daß man sich in den altehrwürdigen Mauern recht wohl fühlen möge. Justin vom kurhessischen Landbund versicherte gedeihliches Zusammenarbeiten mit der Organisation von Rassau. Für den Reichslandbund Anneliese G l a a v w 48V1O« — Damen von 15 bis 18 Jahren 1. Frl. Dora Rickek 421/1n. — Damen von 19 bis 25 Jahren 1. Frl. Thea Rüger 424/10- — Damen von 26 bis 35 Jahren 1. Frau Arnold 54,0 Sekunden. Ein am Rach- mittag abgehaltenes Preisschiehen brachte den Glücklicheren unter den Schützen recht wertvolle Preise. Mit dem Verlauf der gesamten Veranstaltung Jann der Verein sehr zufrieden sein. Aufs neue hat sich bei dieser Gelegenheit die hohe Wertschätzung gezeigt, die man dem vortrefflichen Wirken des Vereins in breiten Kreisen der Bürgerschaft zuteil werden läßt. ,e Land sturm-Tagung in Gießen. Der Dau West der Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Landsturm-Inf.-Regts. Rr. 20 hielt am Sonntag feine diesjährige Zusammenkunft in Gießen ab. Groß war die Freude des Wiedersehns, besonders bei denen, die sich zum ersten. Male seit Kriegsende die Hände reichen dursten, und echt kameradschaftlicher Geist durchwehte die ganze Veranstaltung. In herzlicher Weise begrüßte bei der Hauptversammlung im .Bayrischen Hof" der Gauvorsitzende Gg. Kling- Gießen die zahlreich erschienenen Kameraden, besonders den ersten Kommandeur des 3. Batls., Freiherrn Marschall von Bieberstein - Burg Hahnstätten, sowie den Vertreter deS Gaues Mittel, Eisenbahn-Inspektor G ü n t h e r-Magde- burg. Er gab einen kurzen Bericht über die Tätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahre und über die Kassenverhältnisse, woran sich eine ausgedehnte Ansprache anschloß. Das Mitglied des Hauptvorstandes. Studienrat Scherrer-Alsfeld. wies u. a. darauf hin, daß die Regimentsgeschichte in Vorbereitung sei und ihre Herausgabe im nächsten 3abn erfolgen werde. Es wurde beschlossen, die näch'te Tagung — voraussichtlich im Oktober 1927 — in Frankfurt a. M. abzuhalten. Am Rachmittag bereinigten sich die Teilnehmer, deren Zahl sich inzwischen vergrößert hatte, mit ihren Damen zu einer wohlgelungenen Wiedersehensfeier im Saalbau Sauer. Gemeinsame Lieder, Musikvorträae, humoristische und sonstige Darbietungen wechselten in reicher Folge miteinander ab und liehen bald eine frohe Stimmung aufkommen, die die Anwesenden lange zu- fammenhielt. Wiederholt wurde den Gießener Kameraden, die die Deranstaftung gut vorbereitet und durchgeführt hatten, wärmster Dank ausgesprochen. Mit dem Wunsche „Auf frohes Wiedersehn in Frankfurt" trennte man sich in später Stunde. mWt. 2°- 3uli 1928, chorden. v $- die Berich- l.?n die Ad«!. Wgten 3tarn. Samten Hz, 1 toW&Iei. “Ä daß der Dries andern in Anschrift enge, wd. Erfährt hin, nbens bei der be- ln i'ch eine erheb. t auch weiter fa r Tasche de- ■t sind alle Men- )i in Urlaub bei« :t vielleicht einen nüM, üderhaM vvn WWw den ÄMen einer fetzen, genau bai e erreichen wollen. I sondern Verzög«. Han adressiere alb ) „2ln das Hessische An das Preußisch« o. Marktpreise. • lügen Docheninarti. 30, Wirsing 15 blt Rothaut 40. gelbe Spinat 25 bis 30, en (grüne) 30 bis 15 bi- 20. Misch fAB Vto, ^®xtkr- 20, Virm .0, Heidelbeeren N 30, Ivbannisberm i 80, Pslaunssn 30. i 80, .ßimbee-en 10 Mich« 35 6t310. M Hahnen 100 W 120 Pf. das Pfund - Eier 12 bff 13 at 5 bis 10, Salat i 20 Okr-Aohlrabi 15 Pf. das Stück: Einheitsfront im Kolonialwarenhandel. Man schreibt unS: Wie in allen Berufsständen. so haben auch die Kolonialwarenhändler seit Jahrzehnten eine Spi h enor gani s a- tion angestrebt. Bisher bestanden mehrere ReichSverbände des Kolonialwaren-, Feinkost- und LebenSmittelhandelS. Arn 31. Mai tagten in München die drei bedeutendsten dieser Verbände. darunter auch der Gdeka-Berband. dem die Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwaren- händler unserer Stadt in Firma Edeka-Drvß- handel angehört. In einer in München von annähernd 2000 Kolonialwarenhändlern der drei Spihenverbände besuchten Versammlung wurde der Zusammenschluß zu einem Ein - heitsverband und die Bildung einer beruflichen, wirtschaftlichen und möglichst auch politischen Front beschlossen. Als wichtigste Ausgaben des neuen Einheitsverbandes wurden die Ausbildung deS Rachwuchfes und die Ertüchtigung der Mitglieder zu allerhöchster wirtschaftllcher Leistungsfähigkeit bezeichnet. Dahingehende Arbeit soll nunmehr im ganzen Reiche nach dem Muster der Edeka-Genossenschaft in Angriff genommen werden. Die zu einem einheitlichen Berussverbande vereinigten Kolonial- warenßändler des Deutschen Reiches wollen durch diese Organisation Einfluß auf die Erhaltung des selbständigen Mittelstandes in Stadt und Land ausüben und damit zum Wiederaufbau der darniederliegenden deutschen Wirtschaft und weiterhin zur Wiederherstellung der Macht des deutschen Vaterlandes in der Welt beitragen. n« h°lt> ge. ‘toinW Ken LrK bs tftein tin; kv es fäo,. * am 6. Abonnementskonzert Achtung! Achtung! „Wiener Musik, Wiener 2eben"==== derKapelle des l.(Hess.) Grenad.-Batls., 15. Inf.-Regts. Leitung: Obermusikmstr. Löber. | 08ulsctoeister-l(8p8te in der Bolkshalle zu Giehen LIEBI6SH0HE Donnerstag, den 22. 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D. 8726 an Annonceu-Exped. Hermann Leewe, Hamburg 36. i|77D cherlei Vorbereitungen für die Hochzeit zu besprechen, kam Toni von feiner „Geschäftsreise", zurück. Erstaunt betrachtete Zeno den Bruder, als er mit lautem „Servus!" eintrat: den Plüschhut nod) auf dem Kopfe, eine Zigarre im Mundo, angetan mit einer schweren modernen Pelzjoppe und rot- gelben Ledergamaschen, in der Hand ein Reise- köfserchen . . . War das der kommende Bauer und Herr auf dem Krummholzerhof? Wie ein Fremder kam Toni dem Bruder vor, als er sich, nach Wein duftend, zu ihnen an den Tisch setzte. Wally notürlid) platzte sogleich mit der großen Neuigkeit heraus. Mit strahlenden Augen berichtete sie Toni von des Bruders kommenden Glück. Der hörte sie gelassen an. „Gel, Walln — dös is hart, wenn man da zua- fdjau’n muaß!'/ war feine Antwort darauf, begleitet von einem bösen, lauten Lachen. Dann streckte er dem Bruder die Hand hin und sagte in geschäftsmäßigem Tone: „Meine Gratulation!" „Dank' dir schön!" Ein lauer Händedruck, das war alles. Interesse kam in Tonis Züge erst, als er sich nun an den Vater wandte: „Und wie steht's nachher mit der Uebergab'?" ... IV. März war es geworden. Noch steckten die Berge mit Gipfeln, Graten, Steilwänden, Karen und Schluchten tief im Winter: allüberall noch Schnee dort oben, Massen blendenden, tiefen Winterschnees unter dem hellblauen märzlichen Föhnhimmel und greller Lenzsonne. Tief zu Tal mußte das sehnend über die wächtenoerhan- genen Felsgrate streifende Auge steigen, von den Hochlegern, welche noch bis über die Ohren im Schneeflaumbett steckten, durch schütteren Bergwald zu den Niederlegern, deren Weideböden der tiefe, kühle Hochfrost umgrenzt — dann erst wurde es lichter, hob das Frühlingsahnen an. Der ebene Plan des weiten Talbodens aber liegt als frühlingserobertes Land dampfend und würze- gesättigt im Lichte der seltsam grellen, warmen Märzsonne. Das ist die Zeit, in der die Menschen, denen die Berge zur Heimat bestimmt, alljährlich ein neues | Mietgesuche ouiiiiiiiiiidiiiiiuiiiiiiiiiiid Junges, kinderloses Ehepaar fuebt kleine Wohnung. Haus- ob. Bureau- vutz wird mit übernommen. Schr. Ang. u. 05020 an d. G. Anz. DICIlillinillflllllllllllllllllD Leben beginnen, stets in einem Stücke ihres Seins neu geboren werden, mag auch der Schnee des Alters unter keiner Sonne mehr schmelzen. Und dieser Frühling war der erste nach vier bitteren, schier endlosen Kriegsjahren. Krümmte und wand sich auch da? Vaterland in den schmerzhaften Zuckungen und Erschütterungen der Revolution, schien es vor allem in den großen, menschen- und lcidübersüllten, in Nervosität erbebenden Städten, als sollten die Menschen eines kriegsgewohnten Ge- schlechtes sich nimmermehr zum Frieden zurückfinden und, vom Feinde entwaffnet, dazu verdammt sein, sich selbst im Bruderkrieg zu zerfleischen, — all das war kleine Menschensache gegenüber dem unerschütterlichen Kreislauf der ewigen Natur: es ward Frühling! Ueberall ein Rühren und Regen, eine zwingende Emsigkeit und Beweglichkeit. Da gibt es allerhand Winterschaden zu beseitigen. Hier wird am Dach geflickt, dort am Zaun, überall in den amselbelebten Gärten rührt sich frisches Leden, und die zur sommerlichen Reisezeit von Touristen, Sommerfrischlern und „Kurgästen" vollgepfropften Gasthöfe kehren ihr Innerstes nach außen. Wohl nm frühesten aber hatte Junker Lenz sich bei Zeno Uracher und seiner Liede eingestellt; vor Wochen schon saß er mit ihnen an der Hochzeitstafel. War das eine Hochzeit! Die erste wieder seit langen dreißig Jahren auf dem Krummholzerhof, als Vater Uracher feiner Buden Mutter heimgeführt. „Eine echte Uracherhochzeit muh' werden, geht drauf, was mag! Und mich können die Musikanten dann gleich ins Austragsstüberl blasen!" sagte der Urachervater, und er hielt Wort. Schon in den Morgenstunden krachten Böller, der Ehrensalut der Kriegskameraden. Da schraken die allen Berge aus ihrem Schlummer auf, machten griesgrämige Gesichter und warfen in grimmig= brummigem Echo den Böllerdonnerhall wieder ins Tal zurück. Als bann aber feierliches Glockengeläute vom hohen Pfarrkirchenturm sich hinzugesellte, da zog sich doch einer nach dem andern die Nebelschlafmütze vom Kopf . . . Unten aber führte in den Vormittagsstunden „Grüß euch Gott deisamm'!" empfing sie Wally in nicht besonders gnädiger Laune, „die Knödel sind schon ganz toagig — Sünd' und Schad' dafür! Recht lang Hütt' i fei nimmer g'warf! Und d' Leut' haben a Hunger!" „Gelobt sei Jesus Christus — altes Reibeisen!" lachte ihr aber der Bauer wohlgelaunt ins Gesicht. „Wenn wir bös g'wußt hätten, bann wären wir gleich in Reichenhall geblieben! Denn, bu kennst mich boch — i bin koa Freunb von bie toagigen Knöbel!" Die Ehehalten steckten kichernd die Köpfe zusammen. Der Bauer hatte es allem Anscheine nach darauf abgesehen, die Wally — sie hatte heute ihren unguten Tag — richtig „hinaufzutreiben". Das war für die andern dann immer ein Mordsvergnügen. Und schon legte die Wally springgiftig los: „So — da schau her! Aber als alter Bauer sollst bengerft schon wissen, daß die Knödel, je länger —" „Geh zua, Wally, hol' deine toagigen Knödel!" fiel ihr der Dauer, immer noch lachend, wieder ins Wort. Da beherrschte sie sich und wandte sich wortlos um. Doch da faßte sie Zeno am Schürzenzipfel. „Laß dem Vater sein' guaten Humor, Wally! Ich will dir dafür hernack) eine Neuigkeit erzählen, baß bu selber lachst!" Unb wirklich — als nadj bem Essen ber Uracher seinen Leuten bie Neuigkeit von Zenos Verspruck) unb balbiger Hochzeit zu wissen machte, ba ver- schwanb alle Gewitterstimmung aus Wallys Mienen. Mit Tränen in ben Augen war sie bie erste, welche Zeno unter unbeholfenen, aber befto herzlicheren Glückwünschen bie Hand brückte. Aber aud) bie Schar ber anberen ftanb nicht zurück. Unb gar erst, als Zeno sie alle zu seiner Hochzeit lub, ba schmetterte ber Hartl einen gellenben Juhschrei hinaus, baß bie Fensterscheiben zitterten. Er als Oberknecht konnte sich bas erlauben. Gegen 10 Uhr abenbs, als Zeno unb ber Vater längst roieber in ernsthaftem Gespräche beisammen- saßen, an bem auch Wally teilnahm, um bie man» Emil Kock. Seltersweg 75. Sckwerkrieaö- desckädigter gesucht von hiesiger Firma, bie biß heute noch keine Arbeitskürzung halte unb voraussichtlich nicht haben wird. Gesuchter muß arbeitswillig sein nno einwandfreien Lebenslauf nachweisen können. Schriftliche Angeb. unter 05025 an ben Gieß. Anz. [Stellengesuche} Junger MÄWÄö sucht zwecks weiterer Ausbildung Stelle bei tüchtig. Meister. Schristl. Angebote unter 05034 an den Gieß. Anz. erbeten. Ein tn der Führung eines feinen Haushalts erfahrenes Zimmermädchen sucht ver 1. August In der Stadt oder auf einem Gute passende Stellung. Schrifil. Angebote unter 6006D an den Gieß. Anz. erberen. Zunr Markt wieder eingetroffen! Klöppelspitzen in sämtlichen Breiten und Qualitäten = 20 Meter von Mk. 1.00 an = Kissen-Einsätze mit Schrift, Paar 60 Pfennig Verkauf direkt ab Fabrik ohne Heute abend 8 Uhr 603 k Grolles Militär-Konzert unter persönlicher Leitung des Herrn Obermusikmeister Löber Danksagung. Für die uns anläßlich unseres schweren Verlustes erwiesene Teilnahme sagen herzlichsten Dank. Frau David Stamm Albert Stamm Heinrich Stamm. | Vermietungen Größere Werkstatt mit Lagerraum zu- vermieten f05032 Westanlage 56 v. Modi. Zimmer |u vermieten. 0W31 Neustadt 50. Gesangverein Heiterkeit Samstag, den Zl.Juli, abends 8'^ Ahr General-Versammlung im Dereinslokal. Tagesordnung: 1. Jahresbericht, 2. Rechnungsablage, 3. Dorstandswahl, 4. Verschiedenes. Anträge hierzu sind bis zum 23. Juli an den Vorstand einzureichen. 602TD Heute Dienstagabend MiWknliioll Mil Mle bei Mitglied Deck, „Schützenhaus". Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 167 Zweites Blatt Oberheften. Landkreis Gicszcn y Klein-Linden, 19. Juli. Gegenwärtig werden in verschiedenen Ortschaften Rinnen gepflastert und schadhafte Stellen ausgebessert, wodurch schon lange bestehende Uebelständc beseitigt werden. Der Ausbau der Pfingstweidenstraßemit Dasaltsteinen und Kleinscllag ist beendet. Die Anwohner sind nunmehr von dem jahrelangen Morast befreit, und die Kinder können die an dieser Straße liegende Kleintiirderschule trockenen Fußes erreichen. Leider besteht hier für das Langsamfahren d e r Au t os an der kurzen Biegung der Wetzlarer Straße noch keine polizeiliche Vorschrift. so daß nicht selten viele Kinder hier in Lebensgefahr geraten. L i ch. 19. Juli. Die Fertigstellung der von dem Schützenverein 1921 aus dem ,Ro- dcnschult" in Arbeit genommenen neuen Schießstände und des Schühenhauses hat eine Verzögerung erlitten. Vor Ende August werden die Anlagen kaum ihrer Bestimmung übergeben werden können. Die vorgesehene Ein- wcihungsfeier ist deshalb auf den ersten Sonntag im September festgelegt worden. ri. L i ch, 19. Juli. Ein Fest- und Freudentag für jung und alt war der gestrige Sonntag, an dem unsere Stadt ihr Jugendfest beging. Schon in der Morgenfrühe weckten die Trommel der Schule und die Feuerwehrkapelle die Schläfer zum Festtag. Für die Kleinsten unter den Kleinen fand eine hübsche Feier am Vormittag in der Kleinkinderschulc statt. Die würdige Einleitung zum Fest war der F e st g o t t e s - dienst, den Stiftspfarrer Schorlemmer in der Marienstiftskirche hielt: bei dem feierlichen Ehorgebet wirkten Schulkinder mit. Ein an Farben und Klängen reicher Fcstzug begab sich zur Höhe des Hardtberges. Dort versammelten sich die Festteilnehmer zuerst zur Feier, bei der Bürgermeister Völker die Ansprache hielt, die in dem Deutschlandlied ausklang. Dann entwickelte sich ein fröhlich-festliches Treiben auf allen Seiten. Jugendspiele, Konzert, Vorträge der Gesangvereine, turnerische Darbietungen und allerlei andere Kurzweil lösten sich in buntem Wechsel ab. Aach gemeinsamem Rückmarsch in die Stadt löste sich der Zug am Rathaus auf. wo Bürgermeister Völker sich noch in einem herzlichen Schlußwort an die Bevölkerung wandte. Künftighin soll sich an dieses allgemeine Jugendfest am Montag der große Sicher Sommermarkt anschließen, dessen Abhaltung diesmal leider wieder wegen der immer noch in der Umgegenb verbreiteten Maul- und Klauenseuche unterbleiben muhte. : Trais-Horloff. 18. Juli. Ein d ö ppe l t e r Unglücksfall ereignete sich hier gestern vormittag gegen 11 Uhr. Der auf der Braunkohlengrube „Friedrich" als Kutscher tätige Hermann Bornmann aus Utphe wurde von einein der beiden Grubenpferde beim Putzen der Tiere getreten. Er kam dabei zu Fall und erlitt eine erhebliche Verletzung in der Seite. Der Prehmeister Karl Lind aus Berstadt, der gleichfalls bei der Grube beschäftigt ist, wollte den Verletzten mit den beiden Pferden auf der Break der Grube nach Utphe in seine Wohnung fahren. Unterwegs scheuten die Tiere jedoch, so daß er kaum Herr über sie wurde. 2lls ihm kurz vor Utphe, aus einem Seitenweg kommend, das Fuhrwerk eines Utpher Landwirtes begegnete, lud er den Verletzten auf diesen Wagen und wollte zurückfahren. Kaum aber hatte er gedreht, als er über die vollends scheu gewordenen Pferde die Gewalt verlor. In rasendem Galopp rannten die Tiere davon und konnten. auch unterwegs von anderen Fuhrwerken nicht zum Stehen gebracht werden. Statt nach Trais-Horloff umzubiegen, rannten sie auf Inheiden los. Dort stürzten sie, wobei Lind einen Arm brach. Ein zufällig dort weilender Arzt von Hungen nahm den Mann in seinem Auto mit, während das Fuhrwerk zur Grube gebracht wurde. Daß Lind die Herrschaft über die Tiere verlor, ist wohl daraus zuülckzufüHren. daß ihm bei einem früheren Brand auf der Grube die Hände verletzt wurden. Kreis Friedberg sf. Friedberg, 19. Juni. Am Sonntag fand die feierliche Einweihung des schönen Waldheims statt, das der Taunusklub Wetterau auf der Kepersburg geschaffen hat. Das Gebäude bietet Schlafgelegenheit für 15 bis 20 Personen. Zur Einweihung hatten fich eine große Anzahl Mitglieder des Taunusklubs Friedberg und Bad-Aauheim. sowie des V. H. C. eingefunden: auch der Taunusklub Wiesbaden war durch di ne Abordnung und seine Mandolinenabteilung vertreten. Der Vorsitzende. Oberregierungsrat HooS. hielt die Begrüßungsansprache und dankte ollen Stiftern, nach ihm tprach ein Vertreter von Wiesbaden, zum Schlüsse überbrachte Professor F. W. S ch a u m die Grüße und Glückwünsche des V.H. T. Obersteuerinspek- tor Frank richtete in einem poetischen Gruß die Mahnung an die Jugend, der Wondersoche treu zu bleiben und für diese zu werben. am. Staden. 19. Juli. Schon in vergangenen Jahren wurde von hier berichtet, in welch mangelhafter Weise die hiesige Wasserleitung funktioniert. In diesem Jahre ist es nun zu einem Skandal geworden. An der Quelle läuft eine Menge Wasser fort. Aber im Orte sind die Pumpen, welche das Grundwasser aus den Kellern, mit Hilfe von Leitungswasserantrieb entfernen sollen, auf Anordnung des Kulturbauamtes Friedberg plombiert worden. Aur 4 Stunden am Tage ist die Wasserleitung a u f g e st e l l 1. In hochgelegenen Häusern ist selbst in diesen Stunden oft fein Wasser in der Leitung. Welche Gefahr in unserem gänzlich von Brunnen entblößten Orte solch ein Zustand bedeutet, hat man neulich anläßlich eines Brandes in dem an unsere Wasserleitung angeschlossenen L e i d h e ck e n gesehen. Damals fehlte es vollständig an Wasser. Wäre es nicht ein Steinhaus gewesen, dann wäre der Schaden noch größer geworden. Wann wird dem unhaltbaren Zustande abgeholfen? y Wölfersheim, 19. Juli. In der Gemein deratssitzung vom Samstag wurde erneut über die Beseitigung der Wasser- f a l a m i t ä t beraten. Zur Beantwortung stand die Frage: Wird die derzeitige Wassernot am schnellsten und billigsten beseitigt durch den Bau einer neuen ergänzenden Wasserleitung, oder durch Wassermesser, die zur Sparsamkeit mahnen? Ein von zuständiger Stelle eingeholter Kostenvoranschlag über eine Quellenfassung am Kuhweg neost Zuleitung und Einrichtung einer Pumpstation als Ergänzung der Wasserversorgung beläuft sich aus 22 000 Mark einmalige Ausgaben. Dazu kamen noch alljährlich 3600 Mk. für Verzinsung, lOpronzen- lige Tilgung des Anlagekapitals, für Starkstrom. Unterhaltung und Wartung der Anlage. Dieses Projekt wurde der hohen Ausgaben wegen vorläufig zurückgestellt und beschlossen, für jeden Haushalt auf Gemeindekosten einen Wassermesser zu beschaffen, da man der Ueberzeugung ist, daß dann der sicher noch vorhandenen vielfachen Wasservergeudung Abbruch getan und die vorgesehene Wasser- menge wie in früheren Jahren ausreichen wird. Die Lieferung und der Einbau der Wassermesser soll auf dem Submissionsweg vergeben werden. Ferner soll endlich auch die Fertigstellung der Lehrerwohnung im neuen Schulhause in Angriff genommen und die Weißbinder- und Schreinerarbeit unter Zuziehung der Kreis-Baubehörde ebenfalls auf dem Submissionswege zur Bewerbung ausgeschrieben werden. — Die von Schulkindern vorgenommene Haussammlung zum Beste der Zeppelin-Eckener- Spende ergab den Betrag von 33 Mk. Es beteiligten sich als Spender trotz der Geldknappheit alle Stände und politischen Parteien. Die Gemeinde hatte vorher 20 Mk. gezeichnet. — Hier wurden am Samstag die ersten Fr ü h- k a r t o f f e l n geerntet und zu 3,80 Mk. pro Zentner abgegeben. Die Ernte fällt gut aus. Kreis Schotten. ld. Schotten, 19. Juli. Da die Heuernte nach Menge und Güte über Grwar - ton gut ausgefallen ist. wird zur Zeit, um für die bqld beginnende Fruchternte Platz zu schaffen, viel Heu abgesetzt. Aach anfänglichem Schwanken hat sich nun ein fester Heupreis herausgebildet. Für den Zentner saures Heu werden 2,70 Mk., für süßes Futter 3 Mk. bezahlt. Wenn für Heu ein aufnahmefähiger Markt vorhanden wäre, wurde die Landwirtschaft, da eben andere Einnahmequellen nicht in Frage kommen, unter den: Druck der mißlichen Wirtschaftslage größere Mengen Heu verkaufen. ld. Aus dem Vogelsberg, 19. Juli. Die Erwartungen, die die Imker auf den Monat Juli setzten, haben sich nicht erfüllt. Wohl bieten Brombeeren und Weitzklee reichliche Bilder aus Tirol. Man sagt dem Deutschen nach, daß er mit Vorliebe seine Reisen ins Ausland oder ins Hochgebirge unternimmt, ohne seine eigene engere Heimat oder das deutsche Mittelgebirge zu kennen. So berechtigt und wahr auch dieser Dor- wurf ist — die intimen Reize unseres Mittelgebirges sind unbestritten — im Gebirge ist es das mtfcere Klima, das dem Erholung suchenden Städter frische Kraft und frohen Mut wiedergibl. Es ist auffallend, wieviel Rorddeuftche man m den 2llpen antrifft. Auf den Bewohner des Flachlarches muß wohl die Gebirgslandschaft wegen des Gegensatzes eine ganz besondere Anziehungskraft ausüben Meist sind es Stamm- igäfte. die alljährlich dieselbe Gegend immer wieder aufsuchen. Wer sich nicht nur in einen stillen, entlegenen Winkel zurückziehen und nicht nur Milch- und Kneippkuren durchführen will, der muß sich zu Hause durch Führer und Karten vorbereiten, sonst wird er von seiner Reise nicht viel haben. Freilich kann man ihm Gebirge noch weniger als sonstwo einen festen Plan ausarbeiten, ist man doch hier von der unbeständigen Witterung ganz anders als sonstwo abhängig. Auch der Einheimische vermag höchstens mit Hilfe des Barometers (!) das Wetter einigermaßen vvr- herzusagen. Zweckmäßige, warme Kleidung, wasserdichter Umhang und Aagelschuhe sind unerläßlich, ratsam für den Blumenfreund ist, sich etwa das illustrierte Buch von Hegi. Alpenpflanzen. mitzunehmen. Für jede Wanderung nimmt man grundsätzlich seinen Umhang mit. Bei Hochtouren darf man es nicht scheuen, einen fdüixren Rucksack zu tragen, der außer t>em ilmbang Reservewäsche. Proviant, Stiefelfett, Kerze und evtl, die Schneebrille enthält. Wege zu verlassen ist gefährlich, denn plötzlich und rasch Tonnen Siebe! Here in brechen und jede Orientierung unmöglich machen. Alsdann hilft nur Korn- Haß und Karte. Die besten Karten für das bayerische Gebiet sind die billigen Generalstabskarten im Maßstab 1:50 000 (Umdruck), die man vom topographischen Bureau in München direkt beziehen kann. Auf diesen Karten sind auch die angrenzenden österreichischen Gebiete eingc- zeichnet. Beabsichtigt inan von einem festen Standort aus Touren zu unternehmen, so ist es ratsam, einen möglichst hochgelegenen Ort zu wählen, denn der Anstieg ist dann wesentlich geringer als aus tiefergelegenen Tälern Besonders günstig infolge seiner Höhenlage und seiner wunderbar modellierten abwechslungsreichen Bergeswelt ist das Tannheimer Gebiet, liegen doch hier die Ortschaften durchschnittlich 1100 Meter hoch. Die Entfernung von Deutschland aus ist gering, denn es ist ein Zipfel von Tirol, der zwischen Allgäu und bayrischen Alpen nordwärts nach Bayern hereinkagt. Von Reutte im Lechtal gelangt man mit dem österreichischen Postauto über die wunderbare kühne Gachtpaßstrahe ins Tannheimer Tal, ein durch eiszeitliche Gletscher breit ausgeweitetes Trogtal. Zur Rechten fallen die gewaltigen Ruinen der Roten Flüh. des Gimpel und der Kölle- spitze auf, die trotzig und gewaltig ihre kahlen Häupter zum Himmel strecken. Als Kletterberge sind sie berühmt und gefürchtet, opferten doch schon hier dieses Jahr zwei junge Leute ihr Leben. Am Fuhr des Roten Flüh wird das Tal versperrt durch den grünschimmernden Haldensee, der behäbig dalirgt zwischen steilen Süd- und Rordhängen. Aur eng ist auf der Aord.eite die Fahrstraße. Plötzlich steigt der eigentümlich gebaute Aggenstein auf. Ein jähes Ende findet der Gebirgszug zur Rechten im Einstein: im Westen bricht er steil ab, als wäre er mit einem riesigen Messer abgeschnitten. Vor Tannheim steigen zur Linken z. T. noch jetzt schneebedeckte Pyramiden auf, von denen die auffallendste das Geishvrn und Rauhorn ist. Verfolgt man dorthin südwärts entlang einen schäumenden Gieß' bach das Seitental, so steht man nach einitun* Tracht, aber nun, da der Tisch einmal für die Immen gedeckt ist, fehlen die zum Einheimsen der Ernte nötigen Arbeitskräfte. In den Regenzeiten dieses SommerS war das Drutgeschäft zu oft unterbrochen, und nun können die fliehenden Honigquellen nicht erschöpft werden. Wenn nicht noch im Aachsommer größere Mengen Blatthonig eingetragen werden können, ist das Dienen- i a§ r 1926 der größte Versager, den selbst älteste Imker erlebt haben. Auch die 3mferreget: „Schlechte Honigjahre sind gute Schwarmjahre" hat sich für dieses Jahr als nicht zutreffend erwiesen, denn es sind fast keine Schwarme gefallen. Da viele Völker bereits die „Drohnenschlacht" durchgesührt haben, ist auch die Hoffnung auf natürliche oder künstliche Volksvermehrung dahin. Die schlechte deutsche Honigernte wird es dem Auslande leicht machen, Deutschland nun trotz Honigzoll mit unserem Honig nicht ebenbürtiger Ware zu überschwemmen, und dem deutschen Imker wird es in den kommenden Jahren schwer fallen, den unseren Honigmarkt erobernden billigen Auslandshonig wieder zu verdrängen. Kreis Büdingen. s:s Gelnhaar, 17. Juli. In der zweiten Dürgerversammlung, die in der Rihel- schen Wirtschaft ftattfanb. sollte endgültig darüber Beschluß gefaßt werden, ob die hiesige Gemeinde eine Wasserleitung erhalten soll. Bürgermeister D u r l e i n legte nochmals die Vorteile und Annehmlichkeiten einer solchen Einrichtung dar. Auch zeigte er an Hand von Beispielen. daß die Kosten, die der Gemeinde durch den Bau entstehen, nicht allzu drückend sind. Die Arbeit soll als Aotstandsarbeit ausgeführt werden, was von der Behörde anerkannt werden muß: müssen doch Leute das Wa'ser oft 100 bis 200 Meter tragen. Dadurch steht der Gemeinde ein Staatszuschuß zu. In der Aussprache wurde im allgemeinen für die Ausführung gesprochen. Die nachfolgende Abstimmung - stimmberechtigt waren nur Hausbesitzer zeigte, daß die Gemeinde fortschrittlich gesinnt ist: denn 9 0 Prozent der Stimmberechtigten stimmten für den Bau. Somit kann nun mit den nötigen Vorarbeiten begonnen werden. Starfeenburg. WEN. Neu-Isenburg. 19. Juli. Gestern abend gegen 9 Uhr wurde in der Offenbacher Straße die Ehefrau P e r r o t von einem Kraft- wagen überfahren. Sie erlitt so schwere innere Verletzungen, daß sie bald darauf o e r ft a r b. Rheinhessen. WSA. Mainz. 19. Juli. Dem „Mainzer Anzeiger" zufolge konnten vor einigen Tagen in Augsburg die beiden Wanderburschen fest genommen werden, die kürzlich bei Flomborn ihren Wanderkame- raden ermordet, äusgeraubt und in einer Rübengrube verscharrt haben. Die Täter wurden nach Mainz überfuhrt und sollen in den nächsten Tagen an die Mordstelle verbracht werden. Preußen. Kreis Wetzlar. • Lützellinden, 19. Juli. Der im Jahve 1877 gegründete Männer-Gesangverein feiert im nächsten Jahre sein 50jähriges Bestehen. Durch einstimmigen Beschluß des Vereins wurden als Festtage der 18. und 19. Juli 1927 bestimmt. — 5— Lützellinden, 19. Juli. Dieser Tage wurde ein hiesiger Landwirt beim Heu - laden auf seiner Wiese von einem Gewi t ter überrascht. Wahrscheinlich durch die e i f e r ne Heugabel angezogen schlug ein Blitz dicht neben i h m in die Erde ein. wobei dem Manne durch die gewaltige Erschütterung die Gabel aus der Hand gerissen wurde. Glücklicherweise verlief der Vorfall ohne weiteren Schaden. — 6 — Münchholzhausen, 19. Juli. Die beiden hiesigen Gesangvereine haben sich vor kurzem zu dem Männergesangverein „Concordia" vereinigt. — 6— Aus dem Hüttenberg, 19. Juli. Während in früheren Jahren das um diese Zeit einsehende Knappwerden der Futtervorräte unserer Schweinezüchter eine allgemeine Senkung der Ferkelpreis e herbeiführte, bewegen sich in diesem Jahre die Preise für junge Schweine fortgesetzt auf gleicher Höhe. Ferkel von 6 bis 8 Wochen werden immer noch mit diger Wanderung am Talabschluß vor dem blauen vielbefuchten Vilfalpsee. lieber malerische Steilhänge stürzen die Wasser, die ihn speifen, von mehreren Seiten über 500 Meter herab. Wir ersteigen in mühseligen Serpentinen die südliche Steilwand und stehen vor einem nischenartigen Becken, das zum Teil von dem Tranalpsee eingenommen wird. Märchenhaft ist das Landschaftsbild. Ringsum steigen zirkusartig in mehreren Stufen die Hänge empvr und über allen thront die Lachenspihe, in ihrem Hellen Grau wirksam abstechend gegen die mit Schnee erfüllten Stufen. Laut fallen über die Stufen Wasserfälle in den See: prachtvoll ist das Spiegelbild der Hänge, wenn die Alpenrosen glühen. Ueber der letzten Stufe liegt der höchste und kleinste See. Roch bis Mitte Juli ist er zugefroren. Seine Versuche, aufzutauen, werden in den kalten Rächten immer wieder vereitelt. Darum vermag er auch nicht mehr die köstlichen Saiblinge und Seeforellen zu beherbergen wie die beiden anderem Seen. Schrille Pfiffe verraten die Anwesenheit von Murmeltieren, in der Frühe wird man ganze Rudel von ©ernten sehen, Reulich sah ich an den steilen Wänden zwischen Jungvieh friedlich im Lartschengebüsche Rehe grafen. Edelweiß wächst hier in reichlicher Menge wie auch der wunderbare Frauenschuh. Für Geld holen die einheimischen Burschen den Fremden jene begehrte Pflanze von den Felsen Staunend überschauen wir von der Höhe dieses eigenartige Gebirgsland: und wir begreifen erst dann diese vielgestaltige Regelmäßigkeit des Aufbaus. wenn uns verraten wird, daß hier Gletscher der Eiszeit ihren Ursprung genommen und von hier aus durch das Tal noch andere Wurzeln aufnehmend, langsam hinabgewandert sind. Daher alfo_ die Rischen, daher die breite wannenförmige Form der Täler. Blicken toir von oben noch einmal rückwärts! Zu unseren Füßen liegen die drei blauen Seen in drei Stufen übereinander, wie große Augen, die uns aus verschiedener Tiefe winken und sich Dienstag, 20. Juli 1926 40 bis 45 Mark bezahlt, so daß viele kleine Leute, die sich durch das Mästen und den Verkauf eines Schweines eine kleine Aebenein- nahme zu schäften suchten, unter diesen ungünstigen Verhältnissen hiervon absehen müssen, zumal fte den größten Teil der Futtermittel noch anfaufen mühten. Alan betrachtet die hohen 5er- kelpreife als eine Folge der überall verbreiteten Viehseuchen, die das Abhalten von Märkten verhindern, wodurch andauernd eine starke Rachfrage nach jungen Schweinen herrscht. Aus diesem Grunde werden die in den Handel kommenden jungen Tiere stets mit den höchsten Preisen bezahlt. Kreis Limburg. WSR. Limburg. 19. Juli Gestern nachmittag sand hier in schlichter, würdiger Weise die Grund st einlegung der neuen Kirche des hiesigen Pallotiner-Missions-Klosters statt. Die Weiberede hielt als Vertreter des verhinderten Bischofs von Limburg Prälat Göbel, der in feinen Ausführungen das Wirken der Pallottiner-Missions-Gesellschaft würdigte. Mit einem gemeinsamen Gesang fand die Feier ihren Abschluß. Maingau. WSA. Eronberg, 19. Juli. 3m. Hause Ha-nstrahe Ar. 1 wurde gestern vormittag V?10 Uhr eine 27 Jahre alte junge Frau, die mit ihrem Ehegatten, dem Schiffsschaukelbesitzer H a u r aus Schierstein a. Rh. in Scheidung lebte und deshalb seit einiger Zeit bei ihren Eltern in Eronberg lebte, von einem Angehörigen der französischen Desatzungstruppen, einem Marokkaner, der sie mit seinen Siebenen trägen verfolgte, erschossen. Der Marokkaner drang in die Wohnung ein und verlangte die junge Fran zu sprechen. Kaum war er mit ihr allein, als zwei Schüsse krachten. Bei der gewaltsamen Qfisnung des Zimmers fand man die junge ^rau mit einem Schuß durch die Schläfe tot a.; . während der Marokkaner schwer verletzt war. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo er kurze Zeit darauf verstarb. Turnen, Sport und Spiel Leichtathletischer Klubzweikampf in Wetzlar: F. (E. - B. C« Senioren: 70:70 Punkte. Jugend: 107:56 Punkte für F. C. h. Man muß dem Bericht über diese Veranstaltung vorausschicken, daß sie ihrem ganzen Verlauf nach keine Propaganda für den leichtathletischen Sport war, der z. D. im nahen Gießen eine so außerordentliche Höhe aufweist und von dem dort nur das Beste in der Oeffentlichkeit gezeigt wird. Der Beginn des Wettkampfes verzögerte sich dadurch, daß der D. C. mit dem Start von Paulus, den man als Teilnehmer bei den westdeutschen Meisterschaften wähnte und der sich erst in letzter Minute für den ausgefallenen Voß zu starten bereit erklärte, nicht einverstanden war mit der Begründung, daß Paulus für den F. E. eine zu große Verstärkung bedeute, so daß es für den B. C. aussichtslos sei, den Club- kämpf zu gewinnen. Erst nach längerem Verhandeln begannen die Wettbewerbe. Dadurch, daß man Paulus nur die Teilnahme am Kugelstoßen und Diskuswerfen und der Vierer- ftaffel über 4x100 Meter gestaltete, Konkurrenzen, die der F. & sowieso gewonnen hätte, gingen die kurzen Strecken für den Fuhballclub verloren. Diesen Verlust holte aber der F. C. im Werfen und Springen wieder auf, und mit dem Siey in der Viererstaffel gewannen sie ihren einzigen Laufwettbewerb. Zu erwähnen sind von Einzel- leiftungen: Zerndt, D. C., über 100 und 200 Meter in 11,7 und 23,7 Sek.: Hertstein, B. T.. über 400 und 800 Meter in 54,7 Sek. bzw. 2:15,0 Min.: Dademasch, F. C., im Hoch- und Weitsprung mit 1,65 und 6,17 Meter und Paulus im Kugelstoßen und Diskuswerfen mit 11,23 bzw. 37,65 Meter. Die 4x100 Meter lief der F. C. verhalten in 46,6 Sek. Den Jugend- zweikampf gewann der F. C. überlegen, indem er in jedem Wettbewerb, außer dem Kugelstoßen des jüngsten Jahrgangs, erster Sieger blieb. An besonderen Leistungen feie» erwähnt: Der 100- Meter-Sieg von Fuchs, F. E„ in 12 Sek., der Hochsprung von Philipp, F. E.. mit 1,62 Meter und der Speerwurf von Brill, F. T., mit 40,60 Meter (mit dem Seniorspeer) und sein mit uns zu freuen scheinen. Rach der entgegew- gesetzten Seite beginnt tief einschneidend ein regelmäßiger gebautes Tal, in der Höhe im Halbkreis eingerahmt von den Dolomitpfeilern der Loilach, der Lachenspih und dem grasbewachsenen Schochen. Sie alle erheben sich über etwa 2200 Meter. Dieses Birkental, das bis zum eingangs erwähnten Gachtpatz führt, sendet seine Wasser ostwärts zum Lech, während die Seen nach dem Iller nordwestlich entwässern. Auf der Höhe standen wir also auf der Wasserscheide des Lech und Iller. x Wunderbar reich und üppig ist die Pflanzenwelt. Die Talwiesen erstrahlen in kontrastreicher Farbenpracht. 3m Frühling bedecken wie ein Teppich die blauen und weißen CrocuS die Fluren, später die blauen Enziane und Primeln, im Frühsommer folgen dann das Heer der Sommerblumen. Die Gräser treten dagegen zurück. Im Gehängeschutt, im Schotter an den Felswänden, überall sproßt Pflanzenleben. Das Völlchen, das diese Hochtäler besiedelt hat. verrät deutlich seine schwäbische Abstammung. Der Rasse nach unterscheiden sich die Menschen in nichts von uns Mitteldeutschen. Sie sind mittelgroß, brünett und blond. Blauäugige sieht man weniger. Die Sprache ist echt schwäbisch, für unser Gefühl von frohem, herzlichem Ton, wenn auch die Kehllaute etwas hart flingen. Das unbeständige rauhe Gebirgsklima hat einen kräftigen, arbeitssamen und frommen Menschenschlag erzeugt. Arbeit und Entbehrung ist man gewöhnt, in der Arbeit findet man seine Qäefriebigung. Industrie gibt es gar nicht, die wenigen Handwerker sind nebenher auch Bauern. Der Dauer fertigt viele Arbeiten selber, die man bei uns dem Fachmann überläßt. Er deckt fein Haus selber, er brennt Kall selber und bestteicht damit die Außenwände seines Hauses schön sauber an. Infolge der einfeiiigen Erwerbsmöglichkei» kann auch die Siedelungsdichte nicht groß fein. Sie ist abhängig von der Größe und Güte - :c>'>rbistuswurf von 35,40 Meter. Auch alle Srl'.sein iah bic F. T.-Jugend in Front. Ein- G' egte Fußballerkonkurrcnzcn waren in ihren c' ^evnisscn durch die schwachen Leistungen bedeutungslos. 3it der (Kesamtwertung war also der F. T. einwandfreier Sieger. Freier Turn- und Sportverein Wieseck. L Trotz des heißen Wetters hatte sich am Sonntag die erste Mannschaft obigen Vereins die gleiche Mannschaft der Freien Turner- s cha f t Heuchelheim zu einem Gesellschafts- spiel geladen. Beide Mannschaften traten mit Ersaß an und lieferten sich — leider — ein Spiel, das fast nichts mit einem Gesellschaftsspiel gemein hatte und sich taum von einem Punktspiel unterschied. Zu allem Glück war em einwandfreier Schiedsrichter (Giehen) anwesend, der das Spiel immer wieder in die richtigen Bahnen lenkte, allerdings muhte er von den schärfsten Strafmahnahmen, dem Platzverweis, dem Heuchelheimer Verein gegenüber Gebrauch machen. Trotzdem boten beide Mannschaften ein technisch hochstehendes Spiel, in dem Wieseck den Steg an sich rih. Besonders die letzten 20 Minuten zeigten diese Mannschaft auf selten gesehener Höhe, die dem Sieg dann auch ferne Berechtigung verlieh. Damit rst die Scharte vom vergangenen Sonntag, an dem Heuchelheim die Lorbeeren ernten konnte, wieder ausgewetzt. — Aach dem Anstoß griff Wieseck sofort im schärfsten Tempo an und erzwang eine Ecke, der nach wenigen Minuten das erste Tor folgte. 3n blitzschnell wechselnden Situationen kamen beide Tore wiederholt in Gefahr, Heuchelheim setzte sich immer mchr in Vorteil und erreichte zunächst ebenfalls eine Ecke. Ein Strafstoß von der Strafraumlinie aus wurde vom Tormann Wie- secks sehr gut gehalten. Endlich kam Heuchelheim zu einein billigen Ausgleich, da der Tormann Wiesecks einen scharfen Schuß hinter der Torraumlinie fing. 3ni weiteren Verlauf des Spiels tonnte Heuchelheim wiederum hie Früchte seines fleißigen Trainings zeigen, erreichte aber vorerst nur noch zwei Ecken. Gegen Schluß der ersten Halbzeit erholte sich auch Wieseck wieder mehr, ohne jedoch, außer einer Ecke, zu Erfolgen zu kommen. Aach dem Wiederanstoß sah man zunächst Heuchelheim wieder in Front, die vorzüglich arbeitende Wiefecker Hintermannschaft wurde aber der ungestümen Angriffe Herr, bis es dessen Sturm gelang, ebenfalls wieder gefährlicher zu werden. Wie stark Heuchelheim bedrängt wurde, zeigten die kurz hintereinander gegebenen drei Elfmeter, die teils verschossen, teils gehalten wurden. 3m folgenden Angriff Heuchelheims konnte eine von rechts gegebene Flanke in präziser Weise zum zweiten Tor für Heuchelheim verwandelt werden, das damit wieder führte. Kurz darauf verpaßte Wieseck eine gute Gelegenheit zum Ausgleich. Der Rest des Spiels gehörte fast ausschließlich Wieseck, 5 Ecken und 2 Tore wurden in der Zeit erzielt. Ein abermaliger Elfmeter brachte zunächst den Ausgleich, in der 40. Minute fiel für Wieseck das dritte Tor, das den Sieg bedeutete. Zwei Minuten später schlug ein Verteidiger Heuchelheims den Ball mit der Faust aus dem Tor. der Elfmeter hierfür wurde gehalten. Es folgte abermals ein forscher Angriff Wiesecks, der scharfe Schuß sprang an der Tor- lattc ab. Aach einer weiteren Ecke für Wieseck fand das spannende Spiel sein Ende. Das günstige Eckenverhältnis 7:3 für Wieseck beweist den wiedererwachenden Angriffsgeist der Mannschaft, die nur noch in der Läuferreihe einer Verstärkung bedarf. • Dos vorher stattgefundene Spiel der zweiten Mannfchaft des PlahvereinS gegen die 'äs h -Mann schäft Gießens brachte ebenfalls für WiescÄ einen Erfolg, indem die Provinz Hauptstadt er 3:1 heimgeschickt wurden. Beide Mannschasten zeigten nichts Hervorragendes. Bei Wieseck siel die Verteidigung stark ab, die bei Gießen der bessere Teil war. ebenfalls deren Mittelläufer, der ein recht ansprechendes Können zeigte. Der beste Mannschaftsteil Wiesecks war die' Stürmerreihe und der Tormann, auf deren Können auch der Sieg zurückzuführen ist. Alle Tore fielen in der zweiten Halbzeit. Daubringen I - Männer-Turnverein Marburg I 2:2 (1:1). £ Am Sonntagvormittag standen sich in Dau- bringen zwei Mannschaften der 2. Klasse gegenüber: der Tabellenführer Marburg und der Benjamin Daubringen. Das erzielte Resultat bedeutet für die letztere Mannschaft einen starken Achtungserfolg, gelang es doch nur wenigen, und dann viel spiel- erfahreneren Gegnern nur unter den größten Anstrengungen, Marburg gegenüber ein gleiches oder ähnliches Resultat hcrauszuholeu. Dcr Spielverlauf: Trotz allem Drängen mar cs Marburg nicht- möglich, zu einem Erfolg zu kommen: die sengenden Sonnenstrahlen taten ein übriges, die Mannschaften nicht recht lebhaft werden zu lassen. Zehn Minuten vor Schluß der ersten Halbzeit übernahm Daubringen die Führung und munterte dadurch die Marburger etwas auf, die dann auch bald ausglichen. In der zweiten Halbzeit war es abermals Daubringen, das durch einen schön verwandelten Eckball in Führung ging, und wieder mar dies das Zeichen, dem Spiel eine lebhaftere Rote zu geben. Die Anstrengungen Marburgs wurden zehn Minuten vor Schluß durch den abermaligen Ausgleich belohnt. Der Auto- und Motorrad-Klub Gissten, Ortsgruppe des A. D. A. C., errang am Sonntag bei der (Zauwertungsfahrt nach der Edertalsperre den 1. Preis für Motorräder, 2. Preis für Motorwagen sowie den Schloß- Waldeck-Wanderpreis. Wirtschaft. * Weitere Besserung auf dem Ruhrkohlenmarkt. Aach Meldungen aus dem Auhrrevier hat im laufenden Monat die lebhafte Geschäftstätigkeit auf dem Auhrkohlen- markt weiter zugenommen, beim Auhrkohlensyn- dikat hat die Abschlußtätigkeit und die Aachfrage eine weitere starke Zunahme erfahren. Die ar- beitstäaliche Kohlenförderung hat jetzt sogar diejenige des Jahres 1913 überschritten. Es handelt sich im wesentlichen um Belieferungen des sog. umstrittenen Gebietes. Der Mehrpreis von etwa 5 Am. für Verkäufe fob Rotterdam wird zwar teilweise durch die erhöhten Versandspesen und Frachten wieder ausgeglichen, doch ziehen die Zechen aus der vollen Beschästigung und dem glatten Absatz der erhöhten Förderung Autzen. Die Haldrnbestände sind immer noch nicht merklich zurückgegangen. * Auf dem Eisenmarkt macht sich die Rückwirkung des englischen Kohlenarbciterstreiks auch weiterhin bemerkbar. Die Folge ist. eine beträchtliche Belebung des deutschen Eisengeschäf- tes. insbesondere in der Weißblech' und Feinblechindustrie. Auch der Stabeisenmarkt zeigt sich infolge von Auslandsaufträgen etwas stetiger. * Von der Aga. 3n der Presse ist verschiedentlich berichtet worden, der Maschincn-Park der Aga sei veräußert. Diese Mitteilung entspricht nicht den Tatsachen. Lediglich das kurz vor dem Konkurs durch Fusion angeschlossene Dinos-Werk, das nicht zur Fabrikation des Aga- Wagens diente, gelangte zur Veräußerung. Der Aga-Wagen wird nach wie vor in Berlin- Lichtenberg hergestellt. Die Fabrikation wird von einer süddeutschen Gruppe bewerkstelligt. frankfurter Börse. Frankfurt a M., 20. 3uli Tendenz: sehr fest. — Trotz der Verschlechterung der französischen Währung konnte sich die vertrauensvolle Stimmung der Börse verstärken, so daß der heutige Verkehr in fester Haltung mit vorwiegend bis zu 4 Prozent gesteigerten Kursen eröffnete. Das Geschäft, das schon vorbörslich ein lebhaftes Gepräge zeigte, entwickelte sich zu bedeutenden Umsätzen. 3m Vordergründe standen Montan- und Farben-Äktien. Für letztere Stimulierte die Annahme, daß in der demnächst stattfindenden Aufsichtsratssitzung günstige ®rtiärungcrt abgegeben werden. 3. G. Farben konnten infolgedessen um 6 Prozent anziehen. 3n Verbindung damit waren von Montanakticn Aheinstahl stark gesteigert. Die übrigen Montanaktien lagen 3 bis 4 Proz. höher. El ek t r o akt i en verkehrten ruhig und hatten nur bescheidene Besserungen aufzuweisen. Auch Bankaktien hatten ruhiges Geschäft bei leichten Kurserhöhungen. Die bisher stark vernachlässigten Schis s ahrt s- aktien wurden von der Aufwärtsbewegung mit- gezogen. Hapag Plus 3 Proz., Aordd. Lloyd plus 2,5 Proz. Von Motoren gingen Daimler um 2 Proz. höher. Juckeraktien schwächten sich dagegen erneut ab. Starkes Interesse bestand für Oelaktien, die um 6 bi« 7 Proz. anziehcn konnten. Deutsche Anleihen leicht befestigt. Von ausländischen Aenten blieben Türken bevorzugt und wurden höher. Der Freiverkehr konnte von der festeren Strömung nichts profitieren. Decker Stahl 21. Brown Boveri 117, Entreprise 7, Growag 60. Ufa 40, Benz 82,5 Prozent. Der weitere Verlauf war zwar einigen Schwankungen unterworfen, doch konnte sich die feste Stimmung behaupten, und teilweise kam es in den führenden Werten zu neuen Steigerungen. Tagesgcld stellte sich auf 5 Prozent. Mon.its- gcld auf 5 bis 6,5 je Adresse. Jndustricakzepte 5.12 bis 5.25 Prozent, Privatdistonten 4,5 Prozent. Paris lag im internationalen Devisenverkehr weiter abgeschwächt mit 232 gegen London. Brüssel lag dagegen behauptet mit 213 gegen das Pfund. Mailand stellte sich gegen London auf 147. Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Datum: 0.4825 0.432: 0.45 : 0,485 0.445 96,5 1T7,5* 151,5- 149' 150, 7.5 88,5 lusleben 141 Laurahütt« iban 81,35 79,9 254.7' 97.5 100 144.7- 140,1' 147 143.4' Schluß 1-Uhr. Kurs Kurs 147 143,6- l« 161' 246* 90,75 138.7' 160* 142,5* Schluß Anfang Kurs Kur-; 0.40 97.9 172,5' 161.1' 53.5 100 135,25 121' 7.5 13.7 , 45 173 255* 91,75 0.4375 0,445 0.53 172.1* 162* 89 150* 112,5 120,5 175' 165.6 0,4105 0.4105 0,5005 0.2405 0,4105 137.2' 175' 163' 122,5* 7,45 0,40 0,48 0.245 0,415 0,41 0,41 110,35 81,25 135,4* 88,9 67* 110,5* 135,5* 115 81.8 78 50 64* 110,7* 134.5* 133* 85.75 74* 136.5* 156,5* 189* 189,5* 144,2* 50 64* 108,2* 130,2* 142,2* 19. 7. 20. 7. 247.1* 89 52,85 99 19. 7, | 20. 7, 133 87 73.5 137* 157,5* 137.5* 137,5 145 49,75 67 108' 131.5' 140 70 144' 142,2’ 50 5% Deutsche Reichsanlethe . <°/o Deutsche Reichs anleibe • 8V3% Deutsche ReichSanlcibr y/e Deutsche ReichSanletbe . Deutsche Sparprämtenanleihe 4e/e Preußische Konlols • • • 4% Hessen 3•/» Helsen........... Deutsche Wertü. Dallar-SInl. dto- Doll-Schav-Anweilug.*) 4*/0 Zolltütteo 6% (Solbmcnfan« . ■ ■ • Berliner Handelsgesellschaft. Lommerz- und Privat-Pank Dann st. imd Nationalbank . Deutsche Bank......... Deutsche Vereinsbank . . . . Disconto Tsmmandi« • ■ Metallbank.......... Mitteldeutsche Treditbank. . Oestccreichische (Kreditanstalt. Weltbank Bochumer Guß ..... BuderuS • . . . . Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke . . Rükgeeswerke . Scheideanstalt. Rrebeck Montan ..... Tellus Bergbau. .... Hamtmrg-Amerika Paket. Norddeutscher Llovd • . Wette Sllbtu pekberg . nn -Cont-Gvano..... sch« Mäher Alabin . . Farbenindusstie, 31.»®. 13,75 | 13,4 - 175.2* «na- EleHrttitätt-Seseoschast öSnfrafnperie i ‘ ‘ Schuckett...... Siemens