Nr. 91 Erstes Blatt 176. Zahrgang Dienstag, 20. April 1926 Lrjch etni täglich,außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Schalle Mvnatr-Lezvsspreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Iräger- lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern Infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schrift leitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Lnschnsl für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Vrvck und Verlag: Vrühl'sche Universitäts-Buch- und Lleindruckerei R. Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchnfstri^e 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite artlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- hlameaircigen van 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrijt 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Friede Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein: für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen Vriands Verpftichtungen Der Reichsaußenminister Sr. ©trefemann hoi vor feiner Rückkehr vom Urlaub In Stuttgart auf her Tagung der Deutschen DolkSpartei getolflermaben die Bilanz beffen gezogen, waS in Der 3eit geschehen, wo er fern von Berlin war. Gr hat habet euch über den neuen russischen Vertrag gesprochen, ohne dazu sachlichJenes Ju bringen, vielleicht abgesehen von der Forrnu- lerung des Inhalts, .das) beide Staaten sich in aggressiven Maßnahmen gegen einen von beiden nicht beteiligen". Daß aber dieser Vertrag eine Interpretation ober eine Umschreibung bet Verpflichtungen sein würbe, bie Deutschland aus dem Artikel 16 beä VölkerbunbsVertrages entstehen, war bereits bekannt. Da die genauen Einzelheiten auch jetzt noch nicht feststehen, konnte der Minister wohl mehr nicht sagen. Wichtiger ist, daß er auch über Genf und Locarno gesprochen hat. Selbstverstänblich verteidigt et die Politik, die ihn von London über Gens nach Locarno führte. Aber es ist doch nicht so, wie ihm nachgesagt wird, daß er in unbegrenzten Optimismus gemacht hat: im Gegenteil, er hat doch deutlich zu erkennen gegeben, daß auch für ihn die bisher vorliegenden Rückwirkungen mehr als ungenügend find. Richt nur bas, er hat öffentlich Herrn Drianb baran erinnert, daß Zusagen vorliegen, i i? Frankreich bisher nicht erfüllt hat. Da diese Satze vermutlich in der künftigen Debatte eine große Rolle spielen werden, dürfen wir sie im Wortlaut zitieren: .Ich lege“, so sagte er, „großes Gewicht auf die Betonung bet Tatsache, daß nach Auffassung der am Rheinpakt beteiligten Mächte die Lage Deutschlands so aufzufassen ist, als ob es dem Q3ölferbunb bereits angehörte. Ich lege hierauf deshalb größtes Gewicht, weil mir in einem Telegramm Briands bic Reduktion der Befatzungstruppen fest zugesagt würbe für den Zeitpunlk, in dem Deutschland in den Völkerbund eintritt." Die Schlußfolgerung daraus ist klar, die Locarnomächte haben die Verpflichtung übernommen, zum mindesten die bescheidenen Rückwirkungen, die sie versprochen hatten, jetzt bereits durchzuführen. Und Herr Briand ist auf Grund feines Telegramms gehalten, das mit größter Beschleunigung durchzuführen. Peinlich genug für ihn, wenn et öffentlich daran gemahnt werden muh, doppelt peinlich, nachdem wir bisher nur davon hörten, daß zumal die Engländer aus der neuen englischen Zone einen besseren Sommerkurort für ihre Soldaten und deren Angehörige zu machen gedenken, daß sie deshalb Wohnungsanforderungen stellen, die weit über das Erträgliche hinaus gehen. Die Lage im besetzten Gebiet ist teilweise nicht besser, sondern schlechter geworden als vor Locarno, und das ist eine Unmöglichkeit. Dr. Strefcmann wird also hoffentlich auf der Gegenseite richtig verstanden werden. Seine Worte enthalten eine handgreifliche Warnung. Denn die Gegenseite darf nicht vergessen, daß wir immer noch die Hände frei haben, daß aber, wenn jetzt mit den Rückwirkungen nicht bald Ernst gemacht wird, für uns das Hauptinteresse an dem Eintritt in den Völkerbund und an den Locarno-Verträgen überhaupt hinfällig wird. Deutsche wirtschaftspolittt. (£ine Rede des Rcichswlrtschafts- ministers Dr. Crrrtiue. Mannheim, 18. April. (Wolff.) Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius hielt auf dein Landesparteitag der Deutschen Volkspartei in Baden eine Rede, in der er über die innere Politik u. a. ausführte, leider werde die deutsche Innenpolitik am kräftigen Borwärisschre'ten auf dem als richtig anerkannten Wege immer wieder durch neue Hindernisse gehemmt. So drohe eine neue Krise durch das Volksbegehren der Aufwertungsgläubiger, der Kriegsbeschädigten, Mietervereine uito. hereinzubrechen. Das angekündigte Volksbegehren der Hypothekenaufwertung auf 50 Prozent würden den Hypotheken- und langfristigen Kapitalmarkt, der eben erst wieder belebt sei, vernichten, und die schon stark belastete Landwirtschaft würde hoffnungslos verschulden Der Hausbesitz würde die immer noch rückständige Wiederinstandsetzung der gerade von der ärmeren Bevölkerung bewohnten Häuser nicht durchführen können. Erne Aufwertung der Reichs-, Staats- und Kommunalanleihen und der Friedens-Banknoten auf 50 Prozent würden den öffentlichen Kredit ruinieren. Schon die Zulassung dieser Volksbegehren würde einen unermeßlichen wirtschaftlichen und staatlichen Schaden anrichten. Die Volksbegehren seien aber auch gegen den Geist der Verfassung. Die Reichsregierung werde sich deshalb mit allen Mitteln und mit ihrer ganzen Autorität gegen das Volksbegehren stellen. Die Maßnahmen des Wirtschaftsministeriums auf dem Gebiete der Zins- und Kreditpolitik dienten in erster Linie dem Zwecke der Erleichterung der Lage der ßanvtoir iaft. Die für Deutschland einzig mögliche Lolli--.' bestehe darin, sowohl den Binnenmarkt zu heben, w e den Export zu fördern. Gegen den Systemwechie unserer Zoll- und Han-- delsvertragspolilik. deren Grundlage erst im Sommer vergangenen Jahres und ent nach langen, schweren Kämpfen fejtgelegt tuoix'n fei. müsse er sich allerdings wenden. Wir mußten so rasch wie möglich die noch ausstehenden, meift bereits eingeleiteten Handels Vertragsverhandlungen abschließen und alsdann an die Schaf* fung eines endgültigen Zolltarifs Herangehen. Bayern und Reich. Die Münchener Reise des Reichskanzlers. Die Münchner Reise des Reichskanzlers ist unter fehr merkwürdigen Umständen zustande gekommen. Während man in Berlin dauernd jede politische Bedeutung der Fahrt leugnete, wurde von München aus von Anfang an darauf hingewiesen, daß es sich um wichtige Besprechungen handelte. Und das Ergebnis Hal denn auch gezeigt, daß die Münchner wieder einmal recht behalten haben. Don Berlin aus ist eine Geheimniskrämerei betrieben worden, die doppelt überflüssig war deshalb, weil von vornherein doch kein vernünftiger Mensch daran glaubte: denn daß der Reichsinnenminister und der Finanzminister in Begleitung des Kanzlers waren, wies von Anfang an darauf hin, daß bestimmte Zwecke mit der Fahrt verfolgt wurden. Der Kanzler hat sich in seiner Münchemer Rede in einen mehr kulturellen Mantel eingekleidet. Er hat die hübsche Formulierung geprägt, daß der Rorden zwar wirtschafUich und organisatorisch stärker orientiert fei, daß aber im Süden die Kulturströmungen besonders stark hervortreten. Das ist in der Tat vielleicht der Generalnenner, auf den man die unterschiedliche Wesensart zwischen Rorden und Süden bringen kann. Ist aber einmal diele Erkenntnis durchgedrungen. dann ergibt sich die Folgerung daraus ganz von selbst: daß es ein Schaden für das Ganze wäre, wenn eins das andere überwiegt, daß deshalb eine kluge Politik dahin gehen muß. beides miteinander $ u verbinden. damit zwar dem Reiche wird, was das Reich braucht, nebenher aber bas kulturelle Eigenleben der einzelnen Länder sorgsam weiter gepflegt wird. Anders herum gesehen, daß Deutschland als Vaterland uns allen in vorderster Linie steht, daß daneben aber auch die engere Heimat ihr Recht im Verstand und Gemüt des Bürgers behaupten darf. Gegen diesen Grundsatz hat die nachrevolutionäre Zeit verstoßen. Sie hat in einem mehr als übertriebenem Tempo zum Unitariö- mus gedrängt and hat sich damit auch überraschend durchgeseht, weil die Widerstände, die auS dem Föderalismus herauswuchsen, vorübergehend gelahmt waren. So wurde den Ländern nicht nur die M i l i t ä r h o h e i t. sondern auch die Finanzhoheit, so wurde ihnen die P o st und die Eisenbahn genommen; nach dem Willen des Weimarer Geistes sollten sie eigentlich nicht mehr fein, als Verwaltungsorgane, die ihre wichtigsten Direktiven von Berlin bekamen. Riemand wird bestreiten wollen, daß im Interesse der Stärkung des Reiches der Verzicht auf einzelne Hoheitsrechte der Länder notwendig war. Die Entwicklung drängte schon im Frieden und in der Kriegszeit dahin. Damals aber waren die Widerstände aus dem Bundesrat heraus zu stark, als daß sie sich schnell hätten überwinden lassen. Am Ende der Entwicklung aber stand, daß sie unbedingt aus dem Zwang der Dinge heraus überwunden werden mußten, wenigstens soweit die Finanzhoheit, die Eisenbahnen und die Post in Frage kam. Vielleicht hätte sich auch die Neuordnung besser eingeteilt, wenn nun von Berlin aus eine pflegliche und schonende Behandlung der Länder einsetzte, die auf eine vielleicht übertriebene Empfindlichkeit wenigstens Rücksicht nahm und alles vermied, was in den entrechteten Ländern Mißstimmung gegen Berlin hätte Hervorrufen können. Statt dessen ist g e - rade das Gegenteil geschehen Zumal der Reichskanzler Dr. Wirth hat das Menschenmögliche getan, um die zentrale Gewalt, vornehmlich in Bayern, unmöglich zu machen und den bayerischen Partikularismus gegen das Reich auf die Schanzen zu rufen. Damit hat er an Gefühlswerten viel wieder vernichtet von dem, was in Weimar Gutes geschaffen war, und die Folgen haben wir jetzt auszubaden. Sie bestehen vor allem darauf, daß die Länder heute, wo sie aus der Lähmung der Revolutionszeit wieder erwacht sind, mit starken Ansprüchen zur Rückgewinnung ihrer Selbständigkeit her- vorgetreten und die ganze Weimarer Verfassung auf den Kopf stellen. Darüber kann die Reichsregierung nicht mit sich reden lassen. Sie muß daran festhalten, daß alles, was an der Neuordnung notwendig und gut ist, beibehalten bleibt, wird aber um so eher bereit sein, Ueberspanntheiten des Unita- rismus, die lediglich Mißstimmung schaffen, wieder zu beseitigen. Wir möchten annehmen, daß unter diesen Ge- sichtspunkten auch die mehrstündigen Unterhaltungen erfolgt sind, die zwischen dem Reichskanzler und seinen ministeriellen Begleitern wie zwischen den bayrischen Ministern gepflogen wurden. Was Bayern will, hat es vor Jahr und Tag schon in einer Denkschrift niedergelegt, die das Pendel nach der entgegengesetzten Seite zu stark ausschlagen lassen wollte. Herr Dr. Held aber ist ein nüchterner und reichstreuer Mann. Er wird nicht mehr oer- langen, als das Reich geben kann. Was er aber — und mit ihm die andern Länder — verlangen muß, ist, daß die Länder nicht zu Kostgängern des Reichs degradiert werden, sondern wenigstens soviel finanzielles Selbstbestimmungsrecht zurückgewinnen, um das Gefühl der Verantwortung wieder zu bekommen, auf dem allein eine gesunde Sparsamkeit auch in den Gemeinden erwachsen kann. Die Regelung des Finanzausgleichs ist daher für die Beziehungen zwischen Reich und Ländern die wichtigste «trage. Daneben arbeitet Bayern aud) darauf hin. daß die Länder innerhalb des verfassungsrechtlichen Aufbaus des Reiches wieder einen stärkeren Einfluß bekommen. Auch da ist Entgegenkommen nötig und wünschenswert. Der deutsch- nationale Innenminister Schiele hat die ersten vergeblichen Ansätze gemacht. Der Demokrat Külz muh diesen Gedanken wieder aufgreifen und fortenttoideln, denn ein gedeihliches Blühen des Reiches ist nur möglich, wenn sich innerhalb des großen Hauses auch die Mitglieder in den Ländern glücklich fühlen. Tatsächlich sind daher Reich und Einzelstaalen in gleicher Weise an einer befriedigenden Lösung des Problems interessiert, das für die nächste Zeit bestimmend im Mittelpunkt der ganzen inneren Politik stehen wird, auch wenn es vorübergehend durch aktuellere Fragen zurückgedrängt werden sollte. Ein Besichligungsflug des Reichskanzlers. München, 19. April. (TU.) Der heutige Flug des Reichskanzlers Dr. Luther zur Besichtigung der bayerischen großen Wasserkrastanlagen dauerte 3) Stunden. Er ging zunächst nach Pas- s a u zur Besichtigung des Kachletweries und führte dann zum Walchenseekraftwerk. Der Reichskanzler äußerte dann den lebhaften Wnusch, auch noch um das Zugspitzenrnafl.lv zu fliegen. Das Flugzeug machte in 4200 Meter Höhe eine Schleife über die noch tief verschneiten Gipfel des Wettersteingebirges. Der heftige Föhnwind ermöglichte eine Stundengeschwindigkeit von 200 Kilometer, so daß das Flugzeug eine halbe Stunde nach Ueberfliegung der Zugspitze in Schleisheim bei München glatt landen konnte. Der Reichskanzler äußerte sich begeistert über den Flug, der ihm nicht nur die ungeheure "Arbeitsleistung und Ausnutzung der bayerischen Wasserkräfte gezeigt, sondern ihm auch durch die Eindrücke des Alpenfluges ein seltenes Erlebnis ver- I schafft habe. Innenpolitische Fragen. (C-inc Ncdr des Rcichsinnenministcrs Dr. Külz. Zittau, 19. April (WTB ) Reichminister des Innern Dr. Külz hielt heute in einer Versammlung in Zittau eine Rede, in der er zunächst außenpolitische und wirtschaftliche Fragen streifte. In der Innenpolitik, so führte der Minister dann weiter aus, spiele gegenwärtig eine bedeutsame Rolle die Frage der Fürstenabfindung. Es sei zu wünschen, daß es recht bald gelinge, ein dem Volls- empsinden und den Grundsätzen der Gerechtigkeit entsprechendes Gesetz im Reichstage zustande zu bringen, denn die parlamentarische Gesetzgebung sei immer die primäre, die plebiszitarische Gesetzgebung durch Volksentscheid müsse immer die sekundäre bleiben. Die Wahlreform werde in weiten Kreisen des deutschen Volkes als eine Notwendigkeit empfunden. Die Mängel des gegenwärtigen Systems lägen klar zutage. Sie beständen in der Entpersönlichung des Verhältnisses zwischen Wöhlern und Abgeordneten und in der zum Teil ganz un- demokratischen Form der Wahl, wie sie vor allem in den sog. Reichslistcn verkörpert sei. Das R e i ch s- schu 1 gesetz werde ebenfalls von weiten Kreisen der Bevölkerung dringend gefordert, um die Unruhe zu bannen, die in der Entwicklung des Volks- schulwesens eingetreten fei. Beide Gesetze müßten mit besonderer Vorsicht und unter Ausnutzung der Lehren bei Vergangenheit aber auch mit dem Nachdruck betrieben werden, der ihrer Bedeutung zu- komine. Die gegenwärtige Regierung habe eine geschlossene Mehrheit des Reichstages nicht hinter sich. Sie gehe ihren Weg geradeaus in der Richtung, die sie durch das Wohl des Vaterlandes für geboten halte, und die Unterstützung bei ihrer praktischen Arbeit sei ihr vom gleichen Werte, ob sie von rechts oder ob sie von links komme, und von diesem Standpunkt aus fühle er sich durchaus nicht als Minister einer fdjmadjen, sondern einer starken Regierung. Die staatswirtschaftliche Gesundung erfordere weitere durchgreifende Maßnahmen. In dieser Beziehung sei mit besonderer Genugtuung der starke Drang in einzelnen Ländern auf Vereinfachung der Verwaltung zu begrüßen. Entscheidungen von schwerwiegender Bedeutung dürften hier beim bevoorstehenden endgültigen Finanzausgleich zwischen Reich und Ländern zu treffen sein. Auch das Reich entziehe sich keineswegs der Erkenntnis von der Notwendigkeit möglichster Einschränkung in Verwaltung und Gesetzgebung. Der Reichskommissar für die besetzten Gebiete in Darmstadt. Darmstadt, 19. April. (Eigen. Meldg.) Heute morgen ist der Reichskommislar für die besetzten Gebiete. Botschafter Dr. Frcrherr Lang- werth von Simmern, in Begleitung des Ministerialdirektors Graf Adelmann und des Gesandtschaftsrats Dr. Häberlein zum Besuch der Hessischen Regierung, von München kommend, in Darmstadt cingctroffen. Alsbald nach seiner Ankunft haben im Staatsminifterium Besprechungen mit dem Gesamtministerium über die Angelegenheit deS hessischen besetzten Gebietes begonnen. I n Vordergrund der Erörterungen stand die mit der Herabsetzung der Zahl der Desatzungstruppen und mit der besonders schweren Belastung der besetzten hessischen Gebiete zusammenhängenden Fragen. Weiter wurde besonders die Revision der Ordonanzen und die daran zu knüpfenden Erwartungen des hesstschen besetzten Gebietes besprochen. Der Reichskommissar ftetltc für die nächste Zeit seinen Besuch in Mainz in Aussicht. Der Kongreß der christlichen Eewettschasten. Dortmund, 19. April. (TU.) Zu Beginn deS heutigen Derhandlungstages des .Ingresses der christlichen Gewerischallen sprach zunächst Generalseki tär Otto (Berlins über Deutschlands Sozialpolitik in Vorgang n- heit und Zukunft. Die Sozialpolitik dcr Vergangenheit sei im wesentlichen von dem Gedanken des Segens von oben beherrscht gewe em Trotz mancher Errungenschall.m könne von einer Elsichachtung der Arbeiterschaft auch heute noch keine Rede fein. Eine Verschmelzung ober Zusammenlegung der verschiedenen Versicherung • zweige f i nicht zu empfehlen. Zur Kostenix:! - hing der Crwerbslosenversicheimng sollten auch das Reich und die Allgemeinheit herangezogen werden. Da die augenblickliche Krisenzeit die Schaffung einer Arbeitslosenversicherung erschwere, müsse eine Zwischenlösung durch Staffelung der Anter st ützungssätze nach Lohntlafsen erfolgen. Die Begrenzung der Zuständigleit in der Erwerbslosenfür- forge und die Einrichtung einer Beschwer' est.'Ne gegen nichthaltbare Beschlüsse der Verwaltung - ausschüsse sei dringend notwendig. In der Rcu- tegelung der Kurzarbeiterunter st ut- zung müßte eine gerechtere Lösung g^urven werden. Zu fordern fei to-iter die fcl unige Schaffung eines einheitlichen Arbeitsrechls. In dem Arbeitsgerichtsgesetz sei ein vielversprechender Anfang zu erblicken. In der 2obn frage fei eine großzügigere Einstellung der Arbeitgeber zu wünschen. In den meisten europäischen Wirtschm'is- (änbern mit stabiler Währung lägen bie Löhne heute über bem deutschen Niveau. Der Staat müsse bas Recht Haden, in bas Verhältnis zwischen Arbeitgebern unb Arbeitnehmern einzngreifen ' , Werktarif, ber eine Spitze gegen die Gewerkschaften habe, müsse abgelehnt werben, ebenso Werkgemcin- schäften, bie ohne unb gegen die Gewerkschaften ge- bilbet werben. Die christlichen Gewerkschaften würden ber Ratifikation bes Washingtoner Arbeit-- zeitabkommens zustimmen. Die Lösung könne nicht lauten: Mehr Arbeit, weil wir Reparationen zu leisten haben, sondern Herabsetzung der fR r. parationen, wenn sie zu einer Gefahr für bie sozialen Belange werden! In der Nachmittagssitzung des christlichen Gewerkschaftskongresses sprach der preußische W o h l - fahrtsminifter Hirtsieser über Woh- nungs - und Siedlungswesen in Deutsch- land. Er führte u. a. aus, die Wohnungsnot wird, wenn die Bautätigkeit wie im letzten Baujahr an» hält, in zunehmendem Maße gemildert werden können. Der Uebergang jur freien wirtschaft ist auch auf diesem Gebiet vorgesehen. Gegen den Städtebau der älteren Schule muß der Vorwurf erhoben werden, daß es ihm nicht gelungen ist, die Aufgaben, die ihm durch das plötzli 'e Anwachsen ber Städte gestellt wurden, in befriedigender Weise zu lösen. Das Eigenhaus, das Kleinwohnhaus, ist aus der deutschen Stadt so gut wie verschwunden bzw. durch M cls- fafemen verdrängt worden. Das enge Zu'am- menwohnen mußte natürlich die verderblichsten Folgen in gesundheitlicher, kultureller und nationaler Hinsicht mit sich bringen. D e mangelhaften Wohnungsverhältnisse förderten die soziale Tlnzufriedenheit in den breiten Schichten der Bevölkerung. Kein anderes Geriet der Güterproduktion hatte durch den Krieg und seine Folgen eine so schwere Erschütterung erfahren, wie die Dauwirtschaft. Erst mit der Stabilisierung der Währung war es möglich, unsere Wohirungswirtschast wieder aufzubauen. Als Grundlage einer neuen Wohnungswirtschaft muß besonders für Kleinhäuser mit G är - t e n geeignetes Bauland zu angemeffenen Preisen zur Verfügung gestellt werden. Eine weitere wichtige Frage ist die Finanzierung, sowie B c - schasfung von Zwischenkrediten und von Realkrediten. Rotwendig ist die toeiträu» mige Bebauung im Flachbau.DasAstet- haus darf im Wesentlichen nur noch zur Ausfüllung ber Baulücken in den Städten zugelasten werden. Die Baugenossenschaften und bie provinziellen Woh nungs s ürsorg ege! e l lf ch a > ten musst n vom Staat noch mehr gefördert werden. AL r aud) die priva te Bautätigkeit rn.:'j ihr Feld behaupten. Der Redner begründete dann die mit dem Wohnungsaus chuß des Gesamt- verbanbes vereinbarte Entschlißung. Das Volksbegehren in Hessen. Darmstadt, 19. April. Die deutschnationale „Hess. Landesztg." in Darnstcadt bei» öffentlich! „von ^ingetrech.er Stelle" (toorun.cr wohl die Parteileitung zu verstehen ist) eine Zus^rift, in der es heißt: Die politischen und wirtsd)astlichen Verhältnisse im Dollilltaate Hessen spitzen sich immer mehr zu. Weg? zur Deckung des ungeheuren Fehlbetrags im Staatshaushalt wurden seitens der Regierungsparteien und der Seg;erung bisher nicht gezeigt. Trotzdem schlägt man auch heute noch die Warnungen der Opposillonöparte en in den Wind und versuchte sogar, ein Stimmig gefaßte Beschlüsse, wie z. B. die Au'gabe der Bestimmungen über die Altersgrenze durch die Regierungsparteien wieder umzustoßen. Die Anträge der Oppoll ionsparleien aui Einschränkungen und Sparmaßnahmen wurden rücksichtslos niedergestimmt. Die Oppositionsparteien sind sich darin einig, daß der finanziellen Mißwirtschaft ein Ende berei.et werden muh. Cs ist damit zu rechnen, daß bei dem kommenden Wahlkampf eine gemeinsame Liste ausgestellt wird, um so durch geschlossenes Dorgehen gegen die (Regierung mehr Stoßkraft zu erhalten, da viele Reststimmen damit beseitigt und mehr Mandate gewonnen werden können. Der KulisKer-Prozeh. D e r l i Ni 19. April. (SIL) Am heutigen fünften Verhandlungstag Im Kutiskerprozeh ist Storni Kutisker wieder erschienen. Er sieht sehr leidend gi:5 und nimmt zwischen drei Aer-ten am Zeugentisch Platz, auf dem Medikamente aufgebaut find. Der Vorsitzende fragt Ku- tisker. ob er heute verhandlungsfähig sei. Kutisker erwidert: „Ich will erst sehen." Auf Wunsch des Angeklagten sollen die Verhandlungen von jetzt an etwas früher beginnen, weil er sich in den ersten Morgenstunden frischer fühlt. Zur Verhandlung kommt die Geschäftsverbindung Kutiskers mit Blau. Kutisker hatte mit Blau gemeinsam im Anfang des Jahres 1923 in der Sägerstrahe in Berlin die Blau ®. m. b. H. mit einem Kapital von 500 Millionen Mark gegründet. Es entspann sich eine umfangreiche Erörterung der Wechselgeschäste KutiskerS mit Blau. Ku- tisler erklärte, daß ihm die vielen Fabriken, die nichts einbrächten, trotz seines heftigen Widerstandes aufgedrängt worden seien. Der Vorsitzende wies daraus hin. daß Kutiskers Sohn Ma? mit 18 Jahren schon zum Direktor gemacht wurde. Er fuhr hauptsächlich mit dem Auto herum und habe sonst nichts getan, bloß Wechsel unterschrieben. Kutisker gibt das zu. Sein Sohn habe gar nicht gewußt, was er unterschrieben habe, er hätte sich aber nie für eine Sache berert- aefunden. die ihm unkorrekt erschienen wäre. Der Zeuge Baran, ein Verwalter von Kutisker gab darauf an, daß die Söhne, obwohl sie Prokuristen oder Direktoren waren, nicht ernst genommen wurden. Wenn etwas Wichtiges zu erledigen war. wurden sie aus dem Zimmer geschickt. Dach der Mittagspause wurden die einzelnen Wechsel behandel!, die Kutisker an die Staat s- b a n k gegeben hatte. Es kam dabei zu einem Zusammenstoß zwischen den Angeklagten Kutisker und H o l z m a n n. Kutisker behauptete, einen beanstandeten Wechsel von Holzmann erhalten zu haben, was dieser erregt bestritt. Der Vorsitzende stellte fest, daß der in Frage stehende Wechsel gefälscht war und Kutisker dies möglicherweise nicht gewußt hatte. Kutisker warf Holzmann vor. er habe große Betrügereien und Schwindeleien gemacht. Alles, was Holzmann sage, sei Lüge. Der Verteidiger Kutiskers bemühte sich vergebens, ihn zu beruhigen. auch der Vorsitzende ersuchte Kutisker, sich zu mäßigen. Kutisker erwiderte, er habe Holzmann gar nicht angegriffen, aber Holzmann sei ja schon damals als Erpresser an - gezeigt worden. Einem Erpresser könne man doch feinen Wechsel zur Unterschrift geben. Während Holzmann erregt aufsprang, bemühten sich der Vorsitzende und der Verteidiger darum, Kutisker zur Ruhe zu bringen. Die Verhandlungen wurden dann auf Dienstag vertagt. Das Schulgeld in Preußen. Der Preußische Kultusminister hat auf eine Zentrumsanfrage über die Schulgelderhöhung nachstehende Antwort erteilt: Zur Milderung der gefürchteten Auswirkungen der S ch u I g e l ö- erhöhung stehen 20 Prozent des Schulgeldaufkommens zur Verfügung, die zu Schulgeld- ermäfoigungen für kinderreiche Familien und zur Förderung bedürftiger begabter Schüler bestimmt ist. Darüber hinaus ungünstigen Folgen der Schulgelderhöhung entgegenzuwirken, ist bei der gespannten Finanzlage des Staates und der Gemeinden leider nicht möglich. Zuschuß- bedürftige kommunale und private höhere Schu- ' len sind nicht genötigt, ein über die staatlichen Sätze hinausgehendes Schulgeld zu erheben. ? (Einberufung des Auswärtigen Ausschusses. Berlin, 20. April. (WTB.-Funkspruch.) Wie der „Vorwärts" mitteilt, hat der Reichstagsabgeordnete Hermann Müller im Auftrag der sozialdemokratischen Reic^tagsfraltlon bei dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses Hergt. die Einberufung des Auswärtigen Ausschusses zwecks Erörterung des deutsch-russischen Vertrages beantragt. Der Abschluß der Verhandlungen über den Vertrag wird dem „Lokalanzeiger" zufolge noch für diese Woche erwartet. Regierungskrifis in Warschau. Der Sturz des Zloty hat nun auch in Warschau eine neue Regierungskrise ausgelöst. Bei der Beratung des vom polnischen Finanzminister vorgelegten Sanierungsplanes der Staatsfinanzen erklärten die Sozialisten sich mit den in ihm enthaltenen Richtlinien nicht einverstanden, sie legten, ebenso wie ihre französischen Genoßen, ein eigenes Programm vor, das auf heftigsten Widerstand im Kabinett stieß, so daß die Sozialisten es vorzogen, ihre Minister aus der Regierung zu» rückzuziehen undausderKoalition auszu» scheiden. Ministerpräsident S k r z y n f k i wird, wenn er eine Demission nicht vorziehen sollte, nunmehr versuchen müssen, sich im Parlament eine neue Mehrheit zu verschaffen. Aber auch der neuen Re- gierung wird es nicht gelingen, aus den Schwierigkeiten herauszukommen, solange sie nicht mit einem defizitlosen Budget aufzuwarten vermag. Die Verhandlungen mit Abd el Krim. Paris, 19. April. (WTB.) „Petit Parisien" berichtet: Die erste Besprechung der französischen und spanischen Delegierten mit den Rifleuten hat gezeiat, daß das Programm der Abgesandten Abd el Krims sehr weit von den Waffenstillstands- und Friedensbedingungen der französischen und spanischen Regierung ab weicht. Schwierigkeiten wird vor allem die Frage der Ent» fernung Abd el Krims machen, sowie die der Varoerlegunader französischen Li- n i e n um sieben Kilometer, die vom französischen Kommando zum Schutze der französischen Truppen vor jeder Ueberraschung als unerläßlich bezeichnet wird. Der „Temps" kommentiert den Beginn der Verhandlungen mit Abd el Krim wie folgt. Don der ersten Fühlungnahme der französischen und spanischen Vertreter mit den Delegierten Abd el Krims an zeichnet sich das Manöver der Rifleute ab. Abd el Krim will Zeit gewinnen. Es scheine, als feien dis Rifdelegierten nur die Abgesandten Abd el Krims. Man müsse den Araber und den Marokkaner nicht kennen, wollte man glauben, daß er durch 9a oder Nein auf eine klare Frage antworten würde. Die Verhandlungen nach dem orientalischen Sy st em hätten begonnen. Wie lange würden sie dauern? Niemand wisse es, um so weniger, da gegenwärtig die Führer der Rifleute nicht den Eindruck hätten, besiegt zu fein. Das deutsche Eigentum in Amerika. Verjagung der Kongretzent- scheidung über die Rückgabe. Reuhork, 19. April. (Säl.) Wie verlautet, hat die Gesetzesvorlage zur Freigabe des deutschen Eigentums nicht die geringste Aussicht, noch in dieser Session des Kongresses angenommen zu werden. Es besteht die Möglichkeit, daß für Mikls ein anderer Republikaner das Gesetz unverändert im Repräsentantenhaus einbringt, was jedoch keine große Bedeutung hat. Die republikanischen Parteiführer werden in den nächsten Tagen dem Präsidenten Coolidge nahelegen, nicht mehr auf die Erledigung der Vorlage in dieser Kongreßtagung zu dringen, da die Annahme des Gesetzes nicht unbedingt erforderlich f?L Die Ablehnung der Vorlage hätte den Demokralen für die Herbstwahlen eine gute Wahlparole gegeben, was durch die Vertagung des Gesetzentwurfs von den Republikanern verhindert werden soll. Dis Frage der Freigabe des beschlagnahmten dnttschen Eigentums ist damit zu einer stark umstrittenen Angelegenheit der inneren Politik der Vereinigten Staaten geworden. Verschiedene Blätter erklären bereits, daß die Vorlage endgültig erledigt sei, andere stellen fest, daß das Gesetz jedenfalls in dieser Session keine Aussicht auf Annahme habe. .Journal vf Sommer ce' schreibt hierzu: „(Sä scheint, als ob die demokratische Partei endlich den Gegenstand gefunden hat. den sie zum Hauptpunkt ihres nächsten Wahlfeldzuges machen will. Der Vorschlag wenigstens teilweiser Rückgabe des im Kriege beschlagnahmten deutschen Eigentums bezeichnet ein einflußreiches Mitglied der demokratischen Partei im Repräseirtantenhaus als einen ungeheuerlichen Diebstahl. Ehrliche, nüchlern denkende amerikanifche Bürger werden gewiß hoffen, daß die Befürworter dieses verspäteten Bemühens, unsere Praxis mit den von uns feit einem Jahrhundert verkündeten Grundsätzen in Linklang zu bringen, sich nicht so leicht abschrecken lassen werden. Es ist eine bekannte Tatsache, daß wir seit der Begründung unserer Unabhängigkeit unerschütterlich auf dem Standpunkt standen, daß das Privateigentum in Kriegszeiten vor der Beschlagnahme sicher sein muß. Die jetzt zur Erörterung stehende Frage ist einfach die, ob wir ohne Rücksicht auf das, was andere Rationen beschlossen haben, bereit sind, wenigstens teilweise unser Verhalten nach der Theorie internationaler Korrektheit und fairer Behandlung einzurichten. Es wäre ein llnglüd, wenn in unserem Volke der Eindruck entstände, daß der Vertrag von Versailles und das Verhalten anderer Staaten in dieser Frage sowie auch die Versenkung der „ßufitania“, die von einigen Rednern an den Haaren herbeigezogen wurde, mit der Sache etwa- zu tun haben. Es wäre erfreulich, wenn man feststellen könnte, daß wir unS von den Leidenschaften der Kriegszeit soweit erholt hätten, daß bei Erörterung dieser Angelegenheit uns er gesunder Menschenverstand wieder normal arbeitet. Der Um» stand, daß Deutschland bei der Anerkennung entsprechender Verpflichtungen gegenüber unseren Staatsangehörigen auf lange Zeit hinaus oder möglicherweise nie imstande wäre, sie z u erfüllen, ergibt sich lediglich aus der jetzt schon anerkannten Tatsache, daß Deutschland nicht in der Lage ist, alle Kriegsschäden, für welche es die Sieger billigerweise verantwortlich machen zu können glaubten, zu ersetzen. Amerika lehnt die Schieds« gerichtskonkerenz ab. Genf. 19. April. (TU.) Das Völkerbundssekretariat veröffentlicht heute eine Rote des amerikanischen Staatssekretärs Kellogg an den Generalsekretär des Völkerbundes, in der Amerika seine Teilnahme an der SchiedSgerlchtskonferenz des Völkerbundes am 1. September a b g e ( e b n t hat. Kellogg schlägt in der Rote vor, mit jedem der 48 Signatarstaaten einzeln zu verhandeln, überläßt es dabei aber diesen, ob sie am 1. September in Abwesenheit der Vereinigten Staaten über eine gemeinsame Basis urtterbanöeln wollen. Die amerikanische Regierung sei nicht der Ansicht, daß irgendeine neue Vereinbarung notwendig ist, um den Bedingungen und Vorbehalten Wirkung zu verleihen, auf Grund deren die Vereinigten Staaten bereit find, dem ständigen Gerichtshof beizutreten. Kriegsgefahr in der Levante? Italienisch-griechisches Bündnis gegen die Türkei? London, 19. April. (TU.) Die Einberufung der letzten fünf Zahresklafsen durch die türtische Regierung wird an zuständiger Stelle bestätigt. Die im „Daily Telegraph" ausgedrückte Befürchtung, daß sich diese Maßnahme der türkischen Regierung gegen England richte, wird indessen nicht geteilt. Man weist darauf hin, daß gerade jetzt vielversprechende Verhandlungen zwischen dem englischen Botschafter in Konstantinopel und der türiischen Regierung ein» geleitet worden seien. Daraus sei zu schließen, daß die militärischen Vorbereitungen der Türkei sich in erster Linie gegen Italien und Griechenland richteten, weil Italien sehr weitgehende Absichten im Mittel» meer habe. Besonders In Kleinasien habe Italien bestimmte Pläne. Es bereite einen An- 9riff in der Rähe von Adalia und Smyrna gleichzeitig mit einem griechischen Angriff in Ostthrazien und gemeinsame Flottenaktionen vor. Die italienischen Waffenlieferungen an Griechenland seien auch dazu angetan, die Türkei mißtrauisch zu stimmen. Der griechische Außenminister Rufos erwarte dagegen über eine angeblich gegen die Türkei gerichtete griechisch-italienische Verständt- gung vor Pressevertretern, es handele sich um Gerüchte, die nicht einmal ein Dementi ver- öienten. Die friedlichen Absichten der griechischen Regierung seien durch die Einladung an tie Türkei, zur Verständigung über die Frage des griechisch-türkischen Privateigentums Delegierte nach Achen zu entsenden, hinreichend zum Ausdruck gekommen. Kunst und Wissenschaft. vorgesch.chttlchLr Fund in Baden. Dor einiger Zeit stieß Reichsbauwart Stimm- l i n beim Rigolen in Mauchenboden im Schwarzwald auf gewaltige Knochenreste. Der aus Freiburg herbeigerufene Geologe Dr. Z o tz stellte fest, daß es sich um die Ueberrcfte eines M a m m u t 5 handele. Nach feinen Aussagen Hai dieser größte Elefant noch wahrend der Eiszeit bei uns gelebt. Die ungeheuren Backenzähne, die man kaum als solche anzusehen wagte, sollen besonders schön erhalten sein. Der Stoßzahn war leider zer- stört. Dieser bedeutsame Fund zeigt wieder einmal, wie hervorragend der Landwirt die Wissenschaft unterstützen kann. (Eine mehr als lOOOjäljrigc Begräbnisstätte. Amsterdam, 19. April. (W. T. D. Funk- spruch.) Rach Blättermeldungen entdeckte man in der Gern ei lade Beilen (Provinz Drente in Rordholland) bei Grabungsarbeiten zwischen den Dörfern Beilen und W i h st e r zwischen Landstraße und Eisrnbamli.i? eine alte Begräbnisstätte, die aus der Züt von 4)) bi3 ZOO n. Ehr. ftarrmen muß. Es sind bereit] 63 verschiebene Gräber bloßgelegt, sowie verschiedene Schmuck- fachen gefunden worden. Auf dem gleichen Gelände sind auch die Spuren einer alten sächsischen Siedelung gefunden worden. Berufung. Der Internist der Universität Frankfurt a. TI., Professor Dr. von Bergmann, hat einen Ruf nach Breslau als Direktor dec dortigen medizinischen Klinik erhalten. Ein Mclanchkhonheim in der Pfalz. Fn Zweibrücken ist das erste Melanchthan- heim in der Pfalz, das dem Zweck dient, minderbemittelten und befähigten Schülern der höheren Lehranstalten von auswärts Aufnahme zu gewähren und Erziehung zu vermitteln, seiner Bestimmung übergeben worden. Bis jetzt haben vierzehn Schüler, meist Söhne von Arbeitern und Landwirten, Aufnahme gefunden. Aus aller Wett. E ne Akcmanneuwoche. Der Landesverein Badische Heimat hat es im Verein mit der Stadtverwaltung Freiburg unternommen, die Bewohner des ganzen alemannischen Sprachgebiets von Baden und Elsaß, Württemberg und Bayern, von der Schweiz und von Vorarlberg zur Feier des Alemannengedankens zu sammeln in der alemannischen Woche vom 1. bis 9. Mai 1926. Alle kostspieligen Veranstaltungen sind fortgelassen. Kunst- audftellungen, populär-wissenschaftliche Vorträge, Darbietungen des Stadttheaters mit Werken des Dosier Dichters Bernoulli, von Emil Gott, Hermann Durte, des Komponisten Julius Weismann, Karl Maria von Webers, des Elsässers Stos- köpf, weiterhin musikalische Darbietungen (die Friedensmesse von Philipp und ein Werk des Schweizers Futterer), ein alemannischer Heimatabend am 8. Mai sollen helfen, den Zweck der alemannischen Woche zu erreichen. Skagerrak-Gedächtnisfeier in Dilhemshaven. Aus Anlaß der zehnjährigen Wiederkehr des Tages der Skagerrakschlacht wird die Marine am 31. Mai eine Gedächtnisfeier veranstalten, bei der wahrscheinlich Reichspräsident v. Hinden- bürg selbst die Parade abnehmen wird. Die Admirale Scheer und v. Hipper, die damaligen Führer der Hochfeestreitkräfte, werden den Feierlichkeiten ebenfalls beiwohnen. Der W. S. E. „Frisia" wird aus diesem Anlaß am 30. Mai Skagerrak-Ge- dächtnisspiele veranstalten. Die Auslandsahct des Sreuzevs „Hamburg". Der Kreuzer „Hamburg" ist in Colon eingetroffen und hat nach dem planmäßig vorgesehenen Aufenthalt die Fahrt nach dem Panama, lanal angetreten. Unterschlagungen. Berlin, 20. April. (W.T.D. Funkspruch.) Wie der .Lokalanzeiger" meldet, sind beim Reichsverband der Au to m o b i l-I n - d u st r i e große Unterschlagungen aufgedeckt worden. Der Kasjierer des Reichsverbandes, Scheußner, ist verhaftet worden. Er hat bisher Veruntreuungen bis zur Hohe von 69 000 Mark eingeräumt. Weitere Unterschlagungen in Höhe von 30 000 Mark sind ihm bisher nach- gewicsen worden. Das geschästsführende Vorstandsmitglied, Dr. jur. Sperling, sowie zwei andere Angestellte sind von ihren Aemtern dispensiert worden. Außerdem ist gegen einen vereidigten Bücherrevisor und eine Berliner Inflationsbank die Untersuchung eingeleitet werden. Der Verband soll um rund 1 Million Goldmark geschädigt worden sein. Eine unglaubliche Roheit. Der Kriminalpolizei ist es gelungen, eine im Oktober v. I. in Hohenschönhausen verübte Brandstiftung, die mit einer in der Krrminalgcschichte einzig dastehenden Gemeinheit ausgeführt wurde, aufzudecken und die Täter zu verhaften. Der Bäckermeister Platow hatte feinen 19 Jahre alten Gesellen zu einer Brandstiftung verleitet, um die Versicherungs- fumme für ein altes Pferd zu erhalten. Der Geselle mußte den Stall säubern, frisches Stroh hinein tun, damit es besser brannte und das Pferd mit Benzin einreibert Dann legte er Feuer an und das Tier verendete unter fürchterlichen Qualen. Ein neuer Blödsinn. Die beiden Schauhungerer Harry und yafteüo, die ihre Glaskästen in einem Restaurant 'n der Chausseestraße in B e r l i n aufgestellt hatten, haben heute nachmittag um 3 Uhr ihre Fastenzeit beendet. Sie haben damit den Hungerrekord Jollys um einen Tag geschlagen. Wie man hört, soll die Schaustellung aber ein erhebliches Defizit ergeben haben. In einem Restaurant in der Friedrichstraße soll von morgen abend ab mit einem Rekordversuch I m Wachbleiben begon- neu werden. Ein gewisser Rolando will dort 27 läge und Nächte ohne den geringsten Schlaf verbringen. Ein schweres IRofortabnnglütf. 3n der Sonntagnacht fuhr bei dem Dorfe Prüfen bei Elsterwerda in Sachsen ein Friseur mit seinem Motorrad, auf dessen Soziussitz ein junges Mädchen saß, in voller Fahrt gegen die geschlossene Schranke der Ciienbahnstreoe Dresden—Elsterwerda. Die beiden wurden gegen den gerade durchfahrenden Güterzug geschleudert und waren sofort tot. Verproviantierung von Alpenhüttea bürd) Flugzeuge. Der erste Versuch der A e r o l l o y d, die Schutz. Hütten mit Hilfe von Flugzeugen zu oerprovian. tieren, ist gelungen. Ein Apparat warf 50 Kilo, gramm Gefrierfleisch für das Alpenhaus Kuhtai in den Octztaler Bergen ab, wobei das Flugzeug bis auf 15 Meter über der Hütte niederging. Line IranLsibirische Fluglinie Leningrad—Tokio. Moskau, 20. April. (WTB. Funkspruch.) Der deutsche Kapitänleutnant D r u n s, der Ger.e- ralsekretär der Internationalen Gesellschaft für transarktischen Flugverkehr, ist in Leningrad ein- getroffen, um sich mit einigen russischen Sachverständigen zu besprechen. Bruns, der einen Plan zur Herstellung regelmäßiger transsibirischer Luftverkehrslinien ausgearbritet hat, erklärte ein:m Vertreter der Telegraphen-Agentur der Sowjet- llnion, daß nur Luftschiffe von erheblich größerem Umfange als die „Olorge" als ein sicheres, rentables Lustverkehrsmittel zur ständigen Verbindung zwischen Osteuropa und Osta'ien in Betracht kommen können. Das von Bruns entworfene Luftschiff ist 2Z5 Meter lang und bietet allen Komfort. Die von Bruns vorgesehene trenä- sibiri'che Linie soll von Leningrad über Wologda nach Tokio führen. Wettervoraussage. Weiter veränderlich, zeitweise auffrischend, südliche bis westliche Winde, wenig De-.nperatur» Aenderung, Regenschauer. Gestrige Lagestemperaturen: Maximum 12,8 Grad, Minimum 1.4 Grad Celsius. Riederschläge: 1,4 Milimeter. Heutige Morgentemperatur: 6 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptftadt. Gießen, den 20. Aprll 1926. Die Reichsgesundheitswoche in Giehen wurde gestern abend In der Reuen Aula der UnlDerfität eröffnet Der Auftakt war außerordentlich verheißungsvoll. Das Publikum war so zahlreich erschienen, daß der große Raum nahezu völlig gefüllt wurde. Mit gespanntem Interesse folgte man drn in hohem Maße aufschlußreichen, allgemein-verständlichen Darlegungen des ersten Vortragenden, Sr. Magnifizenz des Rektors Prof. Dr. Dürker. Den ersten Abend dieser Veranstaltung kann man als einen vollen Gewinn für die gute Sachs bezeichnen. Mögen sich weitere Pluspunkte drn gestrigen anreihen im Interesse der Volksgesundheit in unserer Stadt! Oberregierungsrat Br. heh ali Vertreter der Veranstalter, Kreis- und Stadtverwaltung Gießen, eröffnete die Vortragswoche mit einer Ansprache, in der er an Hand des 2lufruss der Zentralstelle In Berlin zunächst Zweck nnd Ziel der ReichSgesunöheitswoche herausstellte. Weiter sagte er Dann u. a.. Sie Frage der Gesundheit spielt nicht nur in der Familie, sondern auch in der Volkswirtschaft eine außerordentliche Rolle. Arbeiten kann nur der Gesunde, nur ein solcher kann sich und seins Familie erhalten und so das Gleichgewicht zwischen sich und der Umwelt nicht ins Wanken bringen. Gesunderhaltung ist daher in eine Wirtschaftskrise wie der heutigen dis Parole, die alle ohne Unterschied -u befolgen haben. Vielfach tritt durch Raubbau an der Gesundheit ein vorzeitiger Kräfteverbrauch zum Schaden des Einzelnen, der Familie und der Allgemeinheit ein. Sowohl vom persönlichen, wie vom nationalen Standpunkt ist deshalb Gesundheitspflege dringend notwendig. Mit Dankeswvrten an die Vortragenden und die bei der Vorbereitung Mitwirkenden, ferner mit dem Hinweis darauf, daß der Zutritt zu sämtlichen Vorträgen frei ist, und mit dem Wunsche, daß aus dieser Veranstaltung reicher Segen erwachsen und damit die Hoffnung, die man an sie knüpfe, in Erfüllung gehen möge, schloß der Redner seine Eröffnungsansprache. Anschllehend sprach Se. Magnifizenz Professor Br. Bürtet über „Eine besondere Leibwache unseres Körpers". •ilnfer Körper ist ein Zellstaat, der aus einer Unsumme von Staatsbürgern, eben von Zellen — es sind schätzungsweise Hunderte von Billionen — besteht. In diesem Staat haben die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) eine wichtige Transport- und Polizeifunktion zu erfüllen, sie dienen vor allem bei feindlichen Angriffen als Leibwache. Es wurde demonstriert, wie man sich diese Leibwache zur Anschauung bringen kann; sie ist gegliedert in zwei Stämme, von denen der eine aus dem Knochenmark (myeloischer Stamm), der andere aus den lymphatischen Apparaten (Lhm'hdrüsen, Mandeln) hervorgeht. Der erstere Stamm weist fünf Sippen, der letztere nur eine auf, so daß die Leukozyten normaler Weise in fünf Arten im Blut Vorkommen. Im Zelleib besitzen sie alle morphologisch und chemisch verschiedene Körnchen, Granula? sind Träger von Fermenten und Antitoxinen, sie können ferner die Dlutbahn aktiv verlassen und Bakterien sich einverleiben, weshalb man sie Freß- aellen, Phagozyten, genannt hat. D e Zahl der Leukozyten beträgt etwa 7000 in einem llirnet:r B u , im Eelamtblut sind etwa 3o Milliarden enthalten. Die fünf Arten kommen in einem ganz bestimmten prozentischen Verhältnis vor. Die Transport-und Polizeifunktion äußert sich nun darin, daß b^fe Leuko- abten unlösliche Stoffe nach den unteren Abschnitten des Darms tragen, daß sie durch Fermente Gewebe abbauen und andererseits auch wieder ihren Aufbau durch sogenannte Trephone befördern können, daß sie Batterien und ihre nftigen Stoff Wechselprodukte unschädlich machen können: jeder Sippe ist dabei aber eine verschiedene Funktion zugewiesen, lieberfunriion deS myeloischen Stammes hat ferner vielfach Unterfunktion des lymphatischen im Gefolge und umgekehrt, auch die Sippen des ersteren Stammes können sich gegensätzlich zueinander verhalten. Mit diesen fünf Sippen verfährt nun der Körper bei Abwehr feindlicher Angriffe wie ein Feldherr im Krieg mit seinen verschiedene» ig öon '6ott toT ^«gjeug^ttn MM i.s^ D'iNiUÄ 85S*i3teB m6on crHn» ®°^' ^tfle" ai?lht56t, lu,‘^ zur funvn ^ct# ■* uni S L8« bon y?h^ Cmi«8-X^ — '"»ussage. mer. 19 "^deratur, «hhS, • »«145; l»Ahüi!Wa-t, >ndheit5woche in iegen J" ta Acuen 2ula ba 9er Auftakt war außer. DoD. Das Publikum £ drr groß, i^\?U L^uatv, D® tt hohem Maße auf. «'vechaMchm Darleguil Wagnis^ 7 Durker. Den erste» Qltung kann man als einer ote gute Lachs bezeichne». Pluspunkte den gestrige» |e der Dollsgesundheil in nagstaf Vr. hetz anstalter, Kreis- und SM. tiffnde die Aortragswoche in der er an Hcmd d6 lstelle in 3er(In zunachii t Xeifäefunifeitätint/t fagtt er dann \l a.: ft spielt nbtyl nur hte in der DtMoirM loUe. Arbeiten kann na jvbher kann sich und |iiM so ba8 Gleichgewicht M- ImttKlt nicht ins Wanken rhaltung ist daher in wie der heutigen bi) [e ohne Unterschieb ben. vielfach tritt durch Gesundhüt ein vorzeitiger Schaden des Einzelnen, der lllgrmeinheit ein. Sowohl 1 wie vom nationalen b'GesundheitsPslege ndig. n an die Vortragenden und hing Mittoirkendrn, fernet auf. dah der Zutritt zu rügen frei ist. unb mit aus dieser Veranstaltung m und damit die Hoffnung, , in Erfüllung gehen möge, ine ErvffWngsanspracha. ich , Professor ®t M» Leibwachc ovferes £orpen. ein M«S- äsä t aus ben *t!?Ä in M«" 6 in ®ä,KÄ A »“tfe SS&iS Ä‘r,SS snn^5&V5 UN darm. M unteren & osse ^,ie toi A ; "°9 unMnbetfCer'&Dn< iuen u J' ^nnfe JJta J L unsH^ tXr' »Äi °L5> 5,5* ”ti5 “5 i SLim ciefl 'Töaffengattungm. GS wurde daS DerHalten geschildert. wenn der Ätjeg in den leukozyten. bildenden Organen selbst und wenn er entfernt davon, an anderer Stelle des Körpers, ausbricht. 2luS dem Verhalten der Leulvzylen in bezug auf Zahl und prozentischeS Verhältnis können wichtige Schlüsse auf den Verlaus der Krankheit gezogen werden. 60 hat die Statur dem Körper in den Leukozyten eine Leibwache zur Verfügung gestellt. die im Kampf ums Da'ein zur Erhaltung der Gesundheit eine äußerst wichtige Volle spielt. Gießener Wochcnmarktpreise. GS kosteten auf dem heutigen Wochenrnarft: Butter 200 biS 210. Matte 30 bis 35. Käse 50 bis 140. Wirsing 30, Weißkraut 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 20. rote Rüben 23. Spinat 3j biS 43. Spargel 130. Mischgemüie 30. Grünkohlsprossen 43 Zwiebeln 20. Meerrettich 43 bis 80. Schwarz- tonr-cln 40 bis 50. Rhabarber 25 bis 33. Kartoffeln 4 bis 5. Aepfel 15 bis 30. Dienenhowa 120 junge Hahnen 120, Suppenhühner 120 Pf. ö~j Pfund: Sier 10 biS 11. Blumenkohl 60 bis 220 Salat 23 biS 35, Salatgurken 120. Lauch 10 bis 20, Sellerie 20 biS 70 Pf. das ©tüd; Radieschen Dd. 20 bis 25 Pf. Vornot i;en. — lapesfalenber für Dienstag, 'ilcichsaesundbeitswoche: 8.15 Uhr, Neue Aula der Unlueqitäl, Vortrag von Professor Dr. K'chn über „Bazillensurcht"; 9.15 Uhr: Vortrag von Professor Dr. 5)untemüUer „Die biologischen Grundlagen der Vererbungslehre" (mit Lichtbildern). — Stadt- cheoter. 7.30 Uhr „Die Försterchristei" (Ende 10 Uhr). -* Lutherische Tagung in Gießen: 8 Uhr, Iohanneskirche, Abendgottesdienst. — Gießener LesehaUen-Derein: 6.15 Uhr. Universitätsbibliothek. Mitgliederversammlung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Das Mädel von Pontecuculi". — Stadttheater. Die heutige Dienstag- Vorstellung beginnt um 7i Uhr. nicht um 7- Uhr. Eine angenehme Neuerung ist jetzt in der hiesigen Bahnhofshalle getroffen worden. Dem vor kurzem auch im „Gieß. Anz." ausgesprochenen Wunsche Rechnung trauend, hat die Dahn- hossleitung zwei große Fahrplantafeln jetzt derart inmitten der Halle zur Aufstellung gebracht, daß allen berechtigten Wünschen Genüge geleistet ist. Mit dieser Neuerung ist eine Verlegung des Stand- ortcs der Bahnhofsbuchhandlung Hand in Hand gegangen. In manchen Mitbürgerkreisen sähe man nun auch eine andere Anordnung des Platzes der Bahnhofsuhren gerne. Die Anbringung dieser Uhren wird in einem Briefe an uns als unzulänglich bezeichnet. Weiter heißt es in diesem Schreiben: „Man kann die Uhren abends nicht lesen, weil der Schalten der Schirme der Beleuchtungslampen gerade auf die Zifferblätter fällt. Bei Tag aber sind sic bei hellem Wetter nicht zu erkennen, weil die Helligkeit der großen Fenster, die die Uhren beiderseits umgeben, blendet." Vielleicht findet die Bahn- hofsleitung eine Möglichkeit, auch diesem Wunsche zu entsprechen. •• Sin kleiner Dachstuhlbrand im UnlversitätSgebäude. Gestern nachmit- tag 1 40 IVr wurde der Feuermelder im Schtf- fenberger Tal wiederum böswillig betätigt. Kaum war die Wache zurückgekehrt, wurde 2.05 ilfir der Melder am Realgymnasium abgezogen. Die Wache rückte sofort auS und fand im Unl- verfttätsgebäude in der Ludwigstraße einen kleinen Dachstuhlbrand vor, der vermutlich durch einen Schaden am Kamin entstanden ist. Der Brand, der glücklicherweise IclTen allzu großen Schaden anrich.cte, w-rde rasch gelöscht, sodaß die Wache 2.53 llljr wieder einrüatc. SS fei hier nochmals darauf hingewiesen, dah immer und immer wieder Feuermelder ans grobem Unfug abgezogen werden, wodurch einmal ernstliche Folgen entstehen können, wenn ein wirklicher Brand entsteht und die Wache böswillig an einen weitgelegrnen Ort der Stadt gerufen ist. Cs ist unbegreiflich, daß cs nicht gelingt, diesem Unfug in Gießen zu steuern. ** Das Gießener Verkehrsflugzeug hat gestern eine besonders hervorragende Leistung vollbracht. Cs legte die ö.rele Mannheim—Gießen, mit Passagieren an Bord, in einer reinen Flugzeit von 35 Minuten zurück. Flug und Landung Verliesen wie gewohnt glatt. •• Abcschützen in Oiefjen. 3n diesem Jahre find in unserer Stadt 620 Kinder schulpflichtig geworden, und zwar 330 Knaben und 2S0 Mädchen. Die Kinder wurden gestern in die Volksschule ausgenommen. Heute hat allgemein der Unterricht wieder begonnen. Wohlfahrtsoorstellung im Stadt- theater. Man schreibt uns: Aus die übermorgen. Donnerstag, 22. April, abends 7.30 Uhr. im Stadl- Haubenlerche", deren Gesamtertrag der Genossen- ,Heater stattsindende Wohlfahrisoorftellung „Die schäft Deutscher Bühnenangehöriger zur Unter- stützung bedürftiger Mitglieder zufließt, sei nochmals empfehlend aufmerksam gemacht. Die Titelrolle liegt in Händen von Frl. Krahmer. In den anderen Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Oßke und Jüngling und die Herren Goll, (Sehers, Hanke und B a st S. Die Spielleitung hat Herr V 0 l ck. . Der Behörden.Dienst am 1. Mai. Das Reichskabinett hat hinsichtlich des Dienstes am 1. Mai die gleiche Regelung wie in den Vorjahren beschlossen. Die Richtlinien lauten: In den Ländern, in denen der 1. Mai als gesetzlicher Feiertag landesrechtlich anerkannt ist, ist auch in den Reichs- dehärden und Betrieben auf die Landesgesetzgebung Rücksicht zu nehmen. In den Ländern, in denen der 1. Mai nicht als gesetzlicher Feiertag gilt, haben Beamte, Angestellte und Arbeiter, welche zwecks Teilnahme an der Feier am 1. Mai dem Dienst oder der Arbeit fernbleiben wollen, rechtzeitig bei ihrem Dienstvorgesetzten um Befreiung vom Dienst nachzusuchen. Solchen Anträgen ist grundsätzlich überall soweit zu entsprechen, als dadurch die notwendige Fortführung des Dienstbetriebs nicht in Frage gestellt wird. Bei der Entscheidung über der- artige Gesuche soll nicht engherzig verfahren werden. Die hiernach beantragte und bewilligte Freizeit ist bei den Beamten und Angestellten auf den Er- bolungurlaub anzurechnen. Das gleiche kann auf Wunsch bei den Arbeitern geschehen. Wird von den Arbeitern nicht ausdrücklich um Anrechnung auf den Erholungsurlaub nachgesucht, so wird für die Dauer der Arbeitszeitversäumnis ein Lohn nicht gewährt. Bon einer Anrechnung auf Erholungsurlaub oder von einer Lohnkürzung kann abgesehen werden, wenn die Nachholung der versäumten Arbeitsstunden anderweit sichergestellt ist. In Betrieben, in denen Dtenstbesreiung zur Befriedigung religiöser Bedürfnisse an staatlich nicht anerkannten Feier- tagen ohne Anrechnung aus den Erholungurlaub und ohne Lohnkürzung gewährt wird, gilt das gleiche auch für Dienstbefreiung am 1. Mai. " (Ein Schwindler. Seit einiger Zeit treibt in Frankfurt a. M. ein bis jetzt noch unbekannter Betrüger sein Unwesen, indem er bei Rundfunkteil, nehmern vorspricht und Monatsbeiträge für den Rundfunk einkassierl. Da es nicht ausgeschlossen ist. daß der Gauner auch anderweitig auftritt, fei hier- mit vor ihm gewarnt. Es sei in diesem Zusammen- Hang auch darauf aufmerksam gemacht, daß die Rundfunkbeiträge stets durch die Post eingezogen werden. Preußen. Kreis Marburg. sch. Marburg, 19. April. Der her wohnende Montageinspektor Georg Gies. Vater von 7 unmündigen Kindern, der zur Zeit bei der Gleltri'itätsgesellfchaft in Zeitz beschäftigt ist. kam mit dem Draht einer 15 000-Dolt- Station t n Berührung. Er zog sich solch schwere Verletzung zu. daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Marburg. 18. April. Gestern beging ein bekannter Marburger Schulmann. Le'rer a. D. Heinrich Corel!, mit seiner G'ttin das Fest der goldenen Hochzeit. Der 3 bi'ar stand ununterbrochen 47 Jahre im städtischen Schuldienst. — Laut Polizeibericht entsprang in der Rächt zum Samstag aus einer hiesigen Klinik der Dort untergebrachte Strafgefangene .Schriftsteller" Erwin Mar Kiesewetter, geboren am 16. Avril 1893 in Koburg. Der Mann wird wie folgt beschrieben: 1,70 Meter groß, schlank, rötliches Haar und Anlage zur Glatze, schmales, blasses Gesicht, trägt braune Halbschuhe, einen In der Klinik gestohlenen grauen Anzug mit dünnen blauen Streifen und einen grauen Hut. Kreis Wetzlar. XX Wetzlar, 19. April. Der Provinzial- lanbtag bewilligte in seiner letzten Sitzung 6000 Mark für die Wiederherstellung der hiest- gen Franziskanerkirche und 2000 Mk. zur Instandsetzung der S ch l 0 ß k i r ch e in Greifen- ft e i n. Nach den Beschlüssen des Provinzial-Aus- schuffes beschloß der Provinziallandtag, nach Ausbau der Kreisstraße Wetzlar — Biskirchen und Wetzlar — Niederquembach durch den Kreis die Unterhaltung der beiden Straßen auf die Provinz zu übernehmen. Für den Ausbau der Straßen erhält der Kreis einen Prooinzialzuichuß. 00 Aus dem Kreise Wetzlar, 19. April. Das Frühjahr bringt es immer mit sich, daß die Strohvorräte der Landwirte zur Neige gehen. Die allgemeine Geldknappheit, von der besonders auch die Landwirtschaft betroffen ist, macht es den Landwirten unmöglich, sich andere Streumittel, z. D. Torf, zu kaufen. Aus diesem Grunde sind zahlreiche Gemeinden des Kreises bei der Forstbehörde wegen Abgabe von Streulaub aus den Gemeindewaldungen vorstellig geworden. Es bleibt abzuwarten, ob die Forstbehörde den Anträgen statt- geben wird. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren hat nämlich fast in sämtlichen Waldungen des Kreises eine sehr starke Streulaubnutzung stattgefunden, durch die dem Wakdboden große Nahrungsmengen entzogen worden sind. Vielleicht ließe es sich ermöglichen, daß Laub an Wegen und in Gräben ..gemacht^ werden könnte, um wenigstens in den dringendsten Fällen helfend etnzoareifen. In früheren Jahren geschah die Laubabgabe gegen Zahlung einer mäßigen Gebühr an die Gemeindekaffe. LbcrlahnkrciS. A Runkel a. d. Lahn, 18. April. Heute nachmittag hielt der seit mehr als 60 Jahren be- stehende V 0 r s ch u ß v e r e i n e. G. m. b. H. R u n- f e l seine ordentliche Generalversammlung ab. Der rege Besuch zeigte, dah Interesse für den Verein vorlag. Eine geordnete Bilanz lag jedem Mitglied vor, woraus zu ersehen war, wie der Verein seit der Neugründung von 1925 nach der Inflation gearbeitet hatte. Der Verein, der von ersten Banktratten geleitet wird, erfreut sich eines guten Rufes. Nach Erledigung der Tagesordnung, an die sich eine rege Diskussion schloß, unb nach Wiederwahl der ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder, ebenso des Direktors, die einstimmig wiedergewählt wurden, schloß der stellvertr. Dorsi zende die Versammlung. — Heute vormittag 7 Uhr hielt die hiesige ZreIwi11ige Feuerwehr eine Probe- Alarm-Uebung ob. Obwohl die Uebung geheim gehalten wurde, stand in kurzer Zeit die junge Wehr zum Abmarsch bereit. Nach vollendeter Uebung zog die Wehr vergnügt nach Hause. .Kreis L mbur^. WSA. Limburg. 19. April Der seit etwa zwei Monat'n wegen Konkursvergehens in Haft befindliche Bankier Herz, der hier und in Weilburg ein Bankhaus unterhielt, dnS vor einiger Zeit zuf am men gebrochen ist. ist jetzt infolge eines D?fch*""eS bei OberlandesgerichtS Frankfurt auS d c r Haft entlassen worden. Krei1 99rftrrbnrq. BöbL Wolin- n. Schlaf/Im mer mit2Betien, nuchge- trennt z. oerm. «m Crednerstr. 43 IL MDI moljn- unö Sffilofoinwet in schöner Loge und fluiem Lmuie au vermieten. Zu erfrcmen in b. G-fcväflssteUe ö. GtestAnA. P-2//2 s. Zimmer sofort a. verm. Eanögr.-WL-PL 10 l | Mietqesuche i Bef(i)lagnaDmef[ele 2-' -Stmmer- Wohnung oonfinderlolemEbe- vnar gcfltchl Sttir itnflebo e mit Ne- dmaungen u. 354'»v an den Gieß. An- »eiger erbeten. 26130 Wobnu tgs- Wieken. ^Stellenangebote 27 qm ®rab- Slur Wärterin SfitmigStrögtritt A.1. Mat gesucht «D Aug. Noll, Kreuz-Drog .Ludwigsplatz-Drog o- Neo. •Üdt-Drog. H.Noll, 0. Wtnterbol! Drog.KrttipLWIO Ltcher Straße 74. bald tausch Flur Stur Mainz— Schlifil 6.00 Jt . ..83 J) 65 Stück...... tote .. ....... Mired Pickt die 4-Ltter Dole '/« Psuvd ..... .6.00 Ji . Stück 10 4 garten 3 Ar. 144 32 100 = 161 qm tzo'reile 3 Ar. 144 34/100 — 146 qm Grab- le Drogerie* und Apotheken. SJditT zu haben bei: UW» in kleinen Hau-bali — tz Personen - für loiort g’lofii. Diclöitnflcn nütiagS zwischen 1 it. 3 Ubr Nordaal. 89 l. Ijre» weg 15 3 Ar. 144 30 100 Wir liefern: Herr n- und Tamcntudie, alle Alten von HnnS- und Wäschestoffen, tfc ncn, Leisen, sowie fertige toeircutodidic nach Masi ah lingerit bi ig?n Preisen solventen Personen bei mcbtmoimthdier (Lrcditgcwabruug. Prima Referenden! Lchrifit'd'e -tnfragen unter f-276» an den Lietzener An eiger erbeten garten versteigert, jedoch nur die dem Karl Mandler zustehende ideelle Halste. Die amtsgerichttiche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, öffentlich zur Einsicht auSgehöngt. Gießen, den 3. April 1926. 3. A. de- Amt-gericht- Gießen Leo, OrtSgerichtsoorsieher. Bekanntmachung, i In unser Handelsregister 2ibt.B wurde heute bei der Firma Mitteldeutsche Kreditbank Frankfurt a. M., Filiale Gießen folgendes eingettagen: Die Prokuren deS Latl Stoer und Heinrich Krahmer sind erloschen. Hans AarjeS, Ewald Äammeier, Ludwig vandsberg und Georg Obernesier sind nicht mehr Vorstandsmitglieder. I Gießen, den 13. April 1926. 3541V ches Ibimafrid» | MtighMsleWWT^ Montag, den 10. Mai 1926, nach. | mittags 4 Uhr. wird im Amtsgericht | Gießen, Sitzungssaal 101, 1. Obergeschoß daS im Grundbuche von Gießen den Kart Mandler II. Eheleuten in Gießen zu je zugefchriebene Anwesen Großer Stein» Lebewohl du Irzlllch empfohlene Mittel gegen Hühneraugen ■ ■ und Hornhaut Blechdose (8 Pflaster) 75 Pfg. Lebewohl-Fußbad gegen empfindliche Füße ond Fußschweiß (2 Bider) SO Pfg. Frische Fische Mittwoch früh 9 Ubr cinireffenb: Nstc. Cchcllfiiche o. ft., Pfd. 054 Pa. Seelachs u. Cabtiau o. ft. Im AuSIchi'l'i ........Vsd. 30 > Arische '^atffiidie......Pfd 22-z toolbbnrfrf) o. ft..... Pfd. 45 < Stichkotelctts..........Psd. 354 Heringe «c Pa. hon. Pollberinge pure -Utiidjer . 3 Sick 50«a Feinste Norwcgcr Votlbcrinar Sick. 10^ ......1U Sick Feinste etigt.MatjeS 3 Sick 704 Neue Kartoffeln Psd. 30^ Neue Zwiebeln 3 Psd 7.-5, Rollmops Bl^marckbcringe.Bratberinae, Hcri ge in Olctec, Ear- OK binen, die 1 Vi cr-Tofe. Roi movS. die 4-L't-Tote 2 50^« lof ............8 Sitick 40 4 Bratberinae, die 4-VtievTofe......2.20 Ji feinste frl thc Satzaurkeu ivte neue, öteS-ViiefDofe, zirka Aufgebot. Der Faselwärter Kaspar Bötz II.1 in Alten-Buseck, Daubringer Str. 24 bat alsPfleger beantragt, den verschollenen.1 am 14. Januar 1869 in Alten-Buseck geborenen und Im Jahre 1886 nach Amerika ausgewanderten Taglöbner Wilhelm 'Jeder zuletzt wohnhaft in Alten-Buseck für tot zu eillären. Der bezeichnete Verschollene wird auf- ?e'ordrrt, sich spätestens in dem auf den 8. Aovrmber 1926, vormittags 9 Llhr vor dem unterzeichneten Gericht anbe- räumten Aufgebotstermine zu me den, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. , ä An Alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen. vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im Au'gebotStermine dem Ge- , richt Anzeige zu machen. I Gießen, den 13. Wär- 1926. 35428 e VI r«aertd)l für nachmit:og- ge» Proviiizial'PtlegßaDSla 1 ''§nchband!ung^ ' "■ öaLltoitir. 2L «n Em grasteS lccrca i ober zwei kl. trete | Zimmer iür sofort nehtdit. Sdntftt. Vtmeb u. 027Ü4 a. b (Miefe Um. möbl- Wyn unö suMzimner mit Küche von kl. Familie iDtfabemifer1 gesucht. Suche wägt. Herren» u. Tamenkleider Teppiche,Portieren, Vor- weidrn in einigen Tagen tadel- Ijullßv [05 qelarbt u chemisch gereinigt. Traue» lachen innerb.ilt) 24 Diunden. Färberei Croon Rabrif und Laden. Marburger Siraße 40 Filiale Seiter»ioefl 25, ielepb ^-69. Für den Friedhof! Zur Bepflanzung von Grabstätten ?roße Sendung erstkl. Koniferen, axus, Buxus, Kirschlorbeer, Aucuba usw. eingetroffen. Wilhelm Moser, Frieiliiolsgärloerei Wiesecker Weg 10. Tel. 1614. Erniilßlcte Mittelst an dikaren 3 Wochen Pauschalpreis Mk. 189.—. Erstes Hnus: Der neue Badehof Sol- u d Im Hause. ZeMiiOWe rhein. Schwemmsteine bester Qualität zu billigem Preis C.Rübsamen,Gießen Rernfpt e ter 16">9. WOMütM Babnboittr.27. Sernfbr.1631. Angeb un er 0_7i>5 an den tatest An; Möbl. Zimmer unb gnte volle Per« Dfle iung für ninnen 'Dtnnn a. 1. Zuni ob 1. Inti gesucht. Dcvr. Slngeb nnt. 02703 nn den (Äiesi. 21 nv erb. Tüchtiger BäMft inFentäckeret durchaus erfiiü:en. gesuciit. Zu eil tonen in der GeschästSft. he? (Mieh. Änz. 10271)1 Eine in Steno- gravbie u Schreib- maschine beiuan- öcr.e acbilbcte und selbständige Privatsekretärin flciudit. - ckrii liche '2tu 1 cb mit Gehalts- ani'rüchen nner 365-21) n d-Giesi «n^. Sauberes, ehrliches Mädchen od. Zrau filt öorm1:tan5 se- lucht. Vorruitellcn bis Mi'tivoch nartp uiuiofl bei 027 7 llaae. Bahnbontr. 57 III. JnugeS Mädchen biS 17 $abre, für ■vauaaibcit tagS- über od halbe Tage fafotl geiüdit. diaberes in der Ge- schäitSst. d. ty. Ä.w 8 Helleres, jnoerlöfl. fflcöiüen daS lelbftänb kochen kann, für Küche und vanv lofort gesucht. 'Dili Zeugniss n ah meiden 02790 Nreuzvlatz 2 L sikMvugkr- MllWur gesucht. SInSfübrL fcbtiftl. Plnacboi unt. 35471) an den Gieü SIha. fträftigcr Zunge n du unt 15 Zähren d. sich auf Schmiede- und l'uiiipcnbau, au* zügl. emeo Spezial- amtet?, einarbeiicn iut:i, gegen lofomne j einütunn ncindit. Solche m:t etwas Vorkenntnisicn un Lchnnede- oder Ichlosieriach werden beoorAum. Hench.lbcim, Bachstrane 25 O77n Bureaudame für S'.enogravbte u. Lchreibmalchine >o- mie sonstige ureur arbeiten lofort gesucht Yoreift iditiit- liebe Angeb. unter 02774 a. d. Gieß-Änz. Zur Reichsgesundheitswoche! 3ms %,DfcL nue 50*8 Ak Choodtßa-Stiefel Mode-Schuh Las JiLe Jelb/t fuch. nue ueecat: — B Ilr. Inhal Bet An Kommanditgesellschaft auf Aktien Bet 3540V SriWWNtMtt! SU Beginn des neuen Halbjahres WOW Lichtspielhaus kauft 3548c '.vf. ’ '■ Bahn ho fet raße 34 S663C 3410c Anatomisch richtig. Vollendet in Schönheit und Form. D Tragen Sie?gha^d^^Srüoctor unter den Stiefeln! * Sctlil.fi /Klüt gebe sind, Alleinige Niederlage für Gießen und Umg. r ".U ' W Gießen, Marktpl. 2 Gegründet 1864 Stadttheater Mittwochs l.Avril 28.MiNM0lH-AV.VM. oon/Vib. nach 10 Uhr lieber unsere Scaft (IL teil). Schauspiel in 4 Auf» von Ljörnson. rMehr als 500 Verkaufsstellen gestell E der G stehenl 11 des Ql 3 den m gongei sänPn G 3-560 M auf Kurze Ieii gesucht. Schr Ana u. <'27:t an den Gien An Die glückliche Geburt eines gesunden Mädels zeigen hocherfreut an Adolf Kirstein und Frau Erna geb. Hopfner Gießen, den 19. April 1926 Friilikarlolielfl »u verkaufen. 02766 Marbura.Str.83. Gewissenhafte, tägliche Arbettsüber» wachung für (Öumtaner gesucht.Schule«, deck Nealgymnasiunic' bevorzugt. Schrnil. Angeb. it. 02788 an d. Gies;. Anz. ei bei. I *n me*ner besonderen Abteilung werden schmerzende Füße ■ kostenlos mit dem R.-Spiegelapparat untersucht und Auskunft erteilt über die Ursachen der Fußbeschwerden und ihre Abhilfe. 3551a Betr. 3t sestgest« De wird z markun Ur des QI, . Zu den mi gangen sängnir G v. .Seif ca." 25 Jähren . VAillioneT..Fc I Dienstag, 20. April 1926 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 91 Zweites Blatt tm 7 7 7 7 7 7 7 AusbilDungsbatterien: Pionier-Bataillonen: Nachrichten-Abteilungen; Äraftfa^T-OIbfeilungtn; Fahr-Abteilungen: <5 an i tätö-Qlbteihi ng«n. Gießener Stadtthealer. Otto (Sritft: „^rlflrfj^manti nl^(Sr^icl)cr chärfer zuzusehen und ein kritisches Wort zu wogen, o' wird man doch gegründete Bedenken haben mus- m, sich solcher bedingungslosen Zustimmung anzu- yierung zu dienen. Am Quai d Orsoy betonte man weiter, daß der Abschluß des deutsch.russischen Freundschastsver. frans offenbar schon lange Zeit ins Auge gefaßt war, weil allein aus wirtschaftlichen Gründen eine Erweiterung von Rapallo notwendig rrscheinen mußte. Dieser Pakt bewege sich, wie das französische Außenministerium wiederholt nachdrücklichst versicherte, durchaus im Rahmen von Locarno, er sei nicht gegen Frankreich oder gegen die Westmächte gerichtet. Deutschland habe schließlich mit Rußland eigentlich nur dasselbe getan, was ihm Frankreich mit der Türkei vorgemacht habe. Die Einstellung der französischen Oef- sentit chkeit zu dem Abschluß des deutsch-russi- schen Freundschaftsvertrags weicht von dieser offiziösen Auffassung sehr weit ab. Wir müfien uns damit ganz kurz beschäftigen. Auf dem europäischen diplomatischen Schachbrett machen sich heute drei Richtungen, die sich zum Teil sehr stark widersprechen, ganz deutlich geltend. Eine franko-britische Strömung sucht den Völkerbund für eine Art Organisation europäischer Zusammenarbeit vorzuschieben: eine russische Richtung bezweckt im Grunde genommen dasselbe, ober außerhalb oder vielmehr gegen den Völkerbund: eine italienische Strömung, die ganz andere und rein persönliche Ziele ntrfolgt, arbeitet dagegen. Zn der französischen Presse stehen sich zwei Ansichten schroff geaenuber: Die Rechtspresse erblickt in dem Abschluß dieses Vertrages eine hauptsächlich gegen 9^ ölen gerichtete Drohung, um gleichzeitig einen Druck auf d I e We st möchte auszuüben, damit diese nach dem Mißerfolge von Genf sich leichter zu Konzessionen am Rhein bereitfinden lassen. Aus inner» politischen Gründen nehmen diese Blätter gleichzeitig scharf Stellung gegen BrIand, der sich nun wohl davon überzeuge, daß entgegen seiner in der Kammer geäußerten Auffassung der Vertrag von Lo- Hieraus werden 2 Gruppen tommandos. Divisionen und 3 Kavallerie-Divisionen ge* Das deutsche Reichsheer. Bon unserem militärpolitischen Mitarbeiter. Nach dem Versailler Diktat sollte Deutsch- londs Entwaffnung der Anfang der allgemeinen Abrüstung aller Volker sein. Wie gründlich Deutschland entwaffnet ist, zeigt em kurzer Wick auf die Zusammensetzung des deutschen Reichs- Heeres und ein Vergleich mit einer modernen Militärmacht. Das deutsche Hunderttausend-Mann-Heer besteht aus: r 21 Infanterie-Regimentern zu je 3 Bataillonen und je einer Minenwerferkompagnie, 21 Ausbildungsbataillonen: 18 Reiter-Regimentern zu je 4 Eskadrons, 7 selbständigen Gskadrvns: dsutsch-russischen Vertrags als ein Ereignis von größter Bedeutung für die ganze diplomatische Lage im Europa, ja, sogar noch weit darüber hinaus. Als die ersten Nachrichten in Paris auftauchten, schonen Sevillanerinnen umhin möchte, der wird einen heftigen Reinfall erleben. Die schönen Andalusierinnen werden heute fanatischer, als es den Türken je eingefallen ist, von Vätern, Gatten, Söhnen. Schwiegereltern und Urgroßvätern vor jeder Berührung mit der frischen Lust behütet Niemand bekommt sie lebend zu Gesicht, es sei denn der angetraute Chegemahl. Was man auf den Straßen und Promenaden zu sehen bekommt, sind nur die Kocherln und kaum einmal die Damen, die ihre Gunst gegen Valuta verkaufen dürfen. Diese Erkenntnis stammt nicht nur aus eigener Anschauung. sondern wurde von eingesessenen Freunden bestätigt: und dies ist ausschlaggebend. Unvergeßlich werden uns fre Volksaufläufe bleiben, die entstanden — und alsbald von wackerer Polizei zerstreut werden muhten —, als einige sieggewohnte Damen unsrer Dampferbesahung sich mit üblicher Begleitung in den Cafes von Malaga niederzu- lassen wagten. So etwas war den guten Einwohnern ebenso ungewohnt und noch viel un- faßlicher. als werm bei uns auf dem Kurfürst end a mm eine junge (oder alre) Dame eS unternehmen würde, sich im Evakostmn zu pra- sentieren. Aber es ist kein Wunder, wenn man die Geschichte und die Eeelenversassung des Andalusiers etwas näher ins Auge faßt. Bis zum 15 Jahrhundert war hier die Maurenherrschast unbefchränlt. und ihr Erbe hat sich, unverwisch- ter als in manchen mohammedanischen Ländern, dort in Gestalt der Haremsidee erhalten. Wir schreiben 1926. und in der Türkei macht sich die Frau so selbständig wie bei uns: in Süd- spanien herrscht unerbittlich wie vor Jahrhunderten der HaremSzwang. mir in andern gesellschaftlichen Umschreibungen. Jedenfalls hat Don Juan eine kokettere Situation vorgefunden, als sie heute besteht." 18 Ausbildungs-Eskadrons: Artillerie-Regimentern zu je 3 Abteilungen, 3 selbständigen Artillerie-Abteilungen. sieben carno zum mindesten nicht das Verdienst habe, Deutschland von Rußland zu trennen. Die französische Linkspresse argumentiert folgendermaßen: lieber den Rapallovertrag mußte sich Europa erregen, denn er wurde von zwei Ländern abgeschlossen, die nicht dem Völkerbünde angehörten. Der Rapallovertrag hätte daher geheime, aggressive und für den europäischen Westen gefährliche Klau- sein enthalten können. Dies ist bei dem vorliegenden Vertrage unmöglich, denn wenn Deutschland nicht das ganze Abkommen von Locarno hinfällig machen will, bleibt es verpflichtet, in den Völkerbund einzutreten, indem es sich nach wie vor der Forderung unterwirft, daß alle Verträge dem Völkerbund unterbreitet werden müssen und daher nicht gegen die allgemeinen und friedlichen Bestimmungen des Völkerbundsstatuts verstoßen können. Frankreich und der deutsch-russische Vertrag Don unserem Pariser W. 8.-Korrespondenten. Paris, 17. April 1926. umr man sehr zurückhaltend. Man wußte nicht recht, Iwe man sich zu der ganzen Angelegenheit stellen falle, da man erst Fühlung aufnehmen mußte mit ten Kabinetten der Alliierten. Dies ist inzwischen' geschehen. Auch hat die deutsche Regierung durch ih.'e diplomatischen Vertreter die ausländischen Regierungen über diese Verhandlungen in Kenntnis gesetzt, so daß seit Freitag in den maßgebenden politischen und diplomatischen Kreisen der franzä- fischen Hauptstadt einigermaßen Klarheit herrscht. Es ist infolgedessen ebenso wichtig wie interessant, stltzustellen, wie sich Frankreich zu dieser ganzen hrage verhält. Wir haben sofort Gelegenheit genommen, uns ort den hierfür zuständigsten Stellen eingehend zu Informieren und erfuhren folgendes: Für Deutsch- lanb handelte es sich beim Anschluß dieses Der- ttcges zunächst einmal darum, Klarheit im 0 ft e n zu schaffen und „im Geiste von Locarno" i.nferc Politik Rußland gegenüber genau festzu- lefien. Diese deutsch-russischen Verhandlungen Haden — wie ausdrücklich festgestellt wurde — m i t G e n f gor nichts z u tun. Die Dälkerbundsfrage wird damit weder mittelbar noch unmittelbar irgendwie ! berührt. Es sei bei dieser Gelegenheit auch beson- ders hervorgehoben daß die Mitteilung einer deutschen Nachrichtenagentur absolut falsch ist, wonach die deutsche Regierung in der Völkerbund- rat »frage durch ihren hiesigen Botschafter bereits eingehende Sondierungen nm Ouai d'Orsay habe vornehmen lasten. Bis Freitag hotte der hie- k fiat deutsche Botschafter noch keinerlei dahingehende ?nstniktionen von Bersin erhalten. Erst im Lause | des Freitag traf hier ein längeres amtliches Schrei- ben des Auswärtigen Amtes ein, das einige Gedanken der Berliner leitenden Persönlichkeiten ent- । hält und geeignet sein dürste, als Grundlage für die weiteren Verhandlungen mit der französischen Re- Spanisches Allerlei betitelt sich in Westermanns Monatsheften ein mit Aquarellen und Skizzen von Franz Heckendorf geschmückter Aufsatz, tn dem Dr. Paul F. Schmidt interessante Dinge erzählt. Cs heißt dort u. a.: ..Man spielt ,©armen* neuerdings «wenigstens in der Gruner Staatsoper) m.t Dekorationen, die den Kenner mit der Lust des freudigen Wiedersehens erfüllen. 3a. ganz so sieht Sevilla vorn Guadal- quioir-Hfer aus: das ist die Stimmung der Fabrica de Tabacos. eines kostbaren Darock- palastes: ganz so lachsfarben und unwahrscheinlich leuchten die Dächer dieser verführerischen Stadt, wie dort auf der Opernbühne. So etwas von innerer Milieuechtheit hat man feit dem Reinhardtschen .Sommernachtstraum* nicht mehr gesehen Daß wir uns richtig verstehen: das Beiwort .verführerisch* besagt durchaus nichts Unmoralisches. Don Jüan hat zwar einmal, wenn wir Mozart und Sternheim glauben Dür- Jen in dieser Stadt gelebt und also auch wohl geliebt. Wer aber glaubt, eS ihm hier gleichtun zu müssen, und sich zunächst einmal nach den Zum Andenken an den vor nicht langer Zeck verstorbenen Hamburger Dichter und Lehrer Otto F r n ft (Schmidt) halte man „Flachsmann als Erzieher" neu herausgebracht, und es mochte scheinen, als ob der fast stürmische Beifall, den das Stuck beim Wiedererscheinen fand, den ersten, großen Bühnenerfolg vor nunmehr 25 Jahren bestätigen sollte. Der Gedanke, der der Aufführung zugrunde log, ist gewiß löblich und aller Ehren wert, und der Anblick eines fröhlich gestimmten Publikums sicherlich aus mehr als einem Grunde zu begrüßen. Denn es aber demgegenüber gestattet ist, em wenig kehrt: deus ex machina, mit schallender Stimme, energischen Bewegungen und einem erfrischend unverbrauchten Temperament: auch diskret und zurückhaltend in der Maske. Aus der unglaublichen Raritätensammlung des Kollegiums: Gehre, der intrigierende, brutale und schuftige Diercks, Bast 6 (Weidenbaum), der viel zu dick auftrug, Juhnke (viel seiner im Darstellerischen) mit dem in Stumpfsinn und Skatspiel versackten „Paedagogen" Riemann, Susanne H e y m , heiter, tanzlustig und verliebt, als Elementarlehrerin Gisa Holm. — Der Beifall war nach allen drei Akten gleichmäßig stark. ' Dr. Th. Holländischer Brief. Amsterdam, 18. April. Je mehr die Natur die Frühlingspracht der holländischen Landschaft mit ihren berühmten, jetzt in voller Blüte stehenden Dlumenseldern und Obstgärten zur Entfallung bringt, um so geringer wird hier das allgemeine Interesse an innerpolitifchen Dingen. Die Erste Kammer ist zwar am Ende der vergangenen Woche zur Besprechung der Regierungs-Erklärung zusammengetreten, doch da bei ist nichts Wesentliches zu Tage getreten. Aus dieser Debatte des holländischen Oberhauses ergab sich indes deutlich, daß die neue außerparlamentarische Regierung bei der Erfüllung ihrer Ausgaben von der Ersten Kammer noch weniger Opposition zu erwarten hat als von der Zweiten Kammer und daher vorläufig fest im Sattel sitzt. Bedeutend größer war die Nachwirkung der bekannten Ernennung des neuen Generalgouver- Es ist nicht ganz richtig, daß zuerst die „Times )Se so großes Aufsehen erregende Information oon tarn bevorstehenden Abschluß eines deutsch-russischen ^leundschastsoertrages veröffentlicht haben. -Denn ooch in einigen anderen Blättern, so z. B. im „^a- tu , fand man schon vor fünf lagen einige An- Deutungen darüber. Jedenfalls aber sind alle diese Mitteilungen auf eine ganz grobe Indiskretion zu- rückzuführen. Im vorliegenden Falle hat Die vor- .aitige Bekanntgabe dieser Nachricht noch dazu in tiefer Darstellung, in der ganzen Welt das aller- Htößte Aufsehen erregt Am allermeisten natürlich Paris Hier bezeichnet man den Abschluß dieses «tsch-russischen Vertrags als ein Ereignis von bildet. Frankreich, dessen Sicherheit durch dieses deutsch« Heer „gefährdet" ist. hat hingegen ein stechendes Heer von 785 913 Mann, das in 32 Infanterie- und 5 Kavallerie-Divisionen ein- geteilt ist. Während Deutschland z. B. 63 Bataillone hat, verfügt Frankreich über 477 Bataillone. Dazu tritt noch eine bedeutende Zahl von «Sonderformarionen, z. D. Maschinengewchr- Dataillone, Kampfwagen-Regimenter. Kavallerie und Artillerie auf Kraftwagen, schwere Artillerie mit Pferde- und Kraftzug, Fliegerabwehr- Artillerie und Luftstreitkräfte. Während bei uns die allgemeine Wehrpflicht, die Grundlage jedes mächtigen HeereS und jeder Weltgeltung ab- geschafft ist. ist In Frankreich jeder Staatsangehörige 28 Iahre zum Heeresdienst verpflichtet. Die aktive Dienstzeit ist zwar von 3 auf l'/r 3ahr herabgesetzt, doch wird diese Verkürzung zum größten Teil wettgemacht durch die gesetzlich geregelte, vollständig militärisch betriebene 3u- gendauSbildung. In der Kriegsstärke, die auf 5 Millionen anzunehmen ist, ist daher keine Aenderung eingetreten. Aber ganz abgesehen von dieser zahlenmäßigen Unterlegenheit deS deutschen HeereS, die noch erhöht wird dadurch, daß ringsum daS Reich von französischen Vasallenstaaten mit starken Heeren umgeben ist, ist auch die Bewaffnung und Ausrüstung des deutschen Heeres mit der des französischen kaum zu vergleichen. Eine Reichswehrdivision gliedert sich in 3 Snfanterie- regimenter. 1 Artillerie-Regiment und 1 Eskadron. Dazu treten Sondertruppen. Ein deutsches Infanterie-Regiment ist den Anforderungen eines modernen Krieges nicht gewachsen. Es fehlt ihm die Infanteriegefchüh-Datterie. die aus 6 besonders leichten Geschützen besteht, die im Notfälle auch von Mannschaften gezogen werden können. Die Infanteriegefchüh-Datterie hat die Aufgabe, der Infanterie innerhalb 3000 Meter gelegene, besonders hartnäckig gehaltene Widerstandsnester im Angriff aus dem Wege zu räumen. Ferner fehlt dem Regiment eine fest organisierte, mit allen modernen Mitteln (Funkgerät, drahtloses Telephon) ausgestattete Nachrichtenkompagnie. Auch reichen die 3 Maschinengewehr-Kompagnien des Regiments nut ihren insgesamt 36 schweren Maschinengewehren nicht aus im Kamps mit einem modern ausgestatteten Gegner. Die Reichswehr-Division verfügt für die Aufklärung und den Polizeidienst über eine einzige Eskadron. Diefe reicht bei weitem nicht tiqe) Ironie der drei Akte stoßen ins Leere. Zu- dem ist die selbstgefällige Bezeichnung des Ganzen als Komödie ziemlich übertrieben. An Komödien sind wir von jeher arm gewesen: an diefe sehr adlige Dramenform müssen wir hohe und strenge Ansprüche stellen, denen die veralteten und groben Mittel dieses Stückes (das als Lustspiel mit oft possenhaftem Einschlag gelten kann) nicht gerecht wer- den. Eine Komödie kann nicht auskommen mit einer Schwarzweißtechnik, die alle Mitspieler in ganz gute und ganz böse scheidet, die chre Charaktere typisiert und zu Zerrbildern macht, und die ihre Tendenz und ihre satirischen Angriffe mit so übertrieben ge- häuften, effektvoll billigen und deutlichen 2Drgu- menten an den Mann bringt . Die Einwände sind beinahe ebenso alt, wie Das Stück selbst. Und sind wohl ebensowenig zu leugnen, wie der stets sich erneuernde Erfolg des „Flachs- mann" auf dem Theater. Mit Recht wird man jedenfalls den besseren Teil solchen Erfolges der Aufführung unter T e le k y zuweifen. Die Spielleitung schöpfte, ohne freilich zu mildern oder zu verfeinern, verblüffende Wirkungen aus den drei Aufzügen, von Denen Der zweite am reinsten herauskam. Bester Gewinn: Die groteske Frühstückspause Des Kolle- aium« unD Die Liebesszene am Fenster, Die Die her- einDringenDe schöne DolkslieDweise vom „Aennchen von Tharau" stimmungsvoll untermalt Teleky nab auch selbst Die Hauptrolle Des Flachsmann: eine lange, hagere, überbaute Gestalt, mit verkniffenem unD zerknittertem Gesicht, grau in grau innen und außen, trockner Schleicher und Tartusfe, fo bösartig unD unsympathisch, wie er eben im Buche steht. Ihm gegenüber Der Starke, Fröhliche, Gesunde, Unverknöcherte. der Musterlehrer Ian Flemming, mit Dem Geffers ein leichtes unD dankbares Spiel hatte. Eine Der erfreulichsten unD runDeften @e tal- funqen des AbenDs bot Volck mit Dem Schulrat, der wie ein Wirbelwind Die „muffige Bude aus- ^De "mortuis nil nisi bene. Aber - feien wir ehrlich — Dies Stück ist sehr verstaubt unD dt geworden, und man merkt 'hm Die fünf- imDzwanziy Jahre an, Die es auf Dem JRuden tragt Cs ist ja nicht zu bestreiten. Daß es Der Dichter ernst imd ehrlich gemeint hat, unD Daß ihm Du Dinge, um Die es hier geht. Die Probleme Der Schule, der Erziehung und McnschenbilDung lehr am Herzen gelegen haben (So sehr, Daß er fpater nodj .m „Asmus Semper" roieDer zu ihnen zuruckkehrt, und eigentlich überhaupt nicht von ihnen losgekommen ist) Aber Die Zeit steht nicht still Die „©egenmart (von der man auf Dem Zettel heft) liegt ein Bie t - jahrhunDen zurück. Inzwischen smD wir immerhin weitergekommen: eine solche Schule unD 9e* raDezu petrefakte Jugendbildner (um Mit Fontane zu reDen) sinD heute, alücklicherweise wohl Ziemlich cusgeftorben. Die Problematik des Stuckes 'st überholt, die Satire und Die (häufig reichlich grobschlach- neurs für Niederländifch-InDien Kürzsich an der Westküste von Sumatra im Atjeh-Gcbiet erneut stattgefundene Zusammenstöße zwiss en einer militärischen Abteilung und aufständischen Eingeborenen haben das Interesse der Öffentlichkeit kolonialen Fragen zugewandt. Da bei dem obigen Zusammenstoß einer der fähigsten und be'anmc- sten holländischen Kolonialoffiziere, der sich mit einer Abteilung auf einer Straferpedition in dem fraglichen Gebiet befand, gefallen ist, und die in letzter Zeit periodisch ausgetretenen Ein- geborenenübersälle auf militärische Abteilungen fast stets zu schweren Verlusten der letzteren geführt haben, hat sich die Presse der Kolonien wie auch deS Mutterlandes besorgt mit den Zuständen im Atjeh-Gebiet besaht und versucht, die Ursachen für die noch immer nicht erreichte „Pazifizierung" der fricgcrifd)en und seinerzeit erst nach längeren Kämpfen unterworfenen Atjeh- Stämme zu ermitteln. 2e nach der Parieieinstel- tung des betreffenden BIat.es wurde hierbei entweder zu scharfem Vorgehen der Militärbehörden oder harten wirtschaftlichen und steuerlichen Maßnahmen der Zivilverwaltung die Schuld gegeben. Von behördlicher Seite wurde demgegenüber betont, daß derartige Zwischenfälle vorläufig noch unvermeidlich feien, die zum großen Teil tn dem religiösen Fanatismus mehrerer, noch lehr primitiv lebender Stämme ihre Ursache hätten. Eine große Rolle in den letzten kolonialen Prellebetrachtungen hat auch die Frage der wirksamen Verteidigung deS sehr exponiert liegenden kolonialen Gebietes und im Zusammenhang hiermit das Problem der augenblicklich im vorbereitenden Stadium befindlichen Flottenorganisation geführt. Der Streit dreht sich hier haupisüch- sich Darum, ob der Standplatz der gesamten holländischen Flotte nach den indischen Kolonien verlegt und im Mutterlande nur wenige kleine Küstenbewachungs- und äknterrichtSschiffe belassen werden sollen, oder ob die Flotte in zwei Teile, in eine indische und eine holländische Flotte .gespalten'* werden soll. Dieses Problem harrt zurzeit noch seiner Lösung. Die in der letzten Thronrede und auch in der neuen Regierungserklärung als bevorstehend angekündigte endgültige Vereinigung des Marineministeriums mit dem Kriegsministerium zu einem neuen Der- teidigungsministerium scheint jedoch mehr in die Richtung der ersten Lösung hinzudeuten. Bon maßgebender Seite ist vor kurzem im Nienwe Rotterdamsche Courant auf die Dringlichkeit dieser Frage mit der Begründung hin gewiesen worden, daß der augenblickliche Zustand der indsichm Flotte ziemlich traurig sei, und daß die kolonille Heermacht nicht genügend sei. um die Handhabung der holländischen Herrschaft im Indischen Archipel zu gewährleisten. Die letzten bedeutenden Ereignisse der ausländischen Politik wurden, wie üblich, namentlich soweit sie die Niederlande mittelbar oder unmittelbar berühren, eifrig verfolgt. Anläßlich des auf Mussolini verübten Anschlags wurde hier allgemein zum Ausdruck gebracht, daß man wohl eine Aenderung im politischen System Italiens warm begrüßen würde, aber nur wenn sie aus dem Wege einer unblutigen Evolution erfolge. Die von Mussolini nach dem Anschlag m bezug auf daS Ausland ausgesprochenen Drohungen sowie der Besuch des italienischen Premierministers in Tripolis gaben der Presse Veranlassung zu besorgten Diskussionen über die außenpolitischen Ziele und Absichten Mussolini« und des italienischen FasziSmuS, wobei allgemein die Befürchtung zutage trat, daß der Falzismus nach Erreichung seiner hauptsächlichsten inner- positischen Ziele seine Methoden der Gewalt auch auf die Außenpolitik übertragen werde und namentlich durch den kolonialen Ausdehnungsdrang den mühsam hergestellten außenpolitischen Frieden einer neuen schweren DedrcHung auSsehen werde. Großes Interesse haben ferner die Meldungen von den Verhandlungen über einen deutfch- rufsifchen Vertrag ausgelöst, und zwar umfomehr, als sie mit der endgültigen Weigerung Sowjct- rußlands zufammenfallen, sich nicht an der vorbereitenden Abrüstungskonferenz zu beteiligen. In den Niederlanden, von denen die Ootojet- regierung noch nicht anerkannt worden ist, sieht man eine weitere Annäherung Deutschlands an Rußland nur ungern. In der Frage der vorbereitenden Abrüstungskonferenz wird hier sehr energisch zum Ausdruck gebracht, daß die „her- aussordemden Erklärungen" der russischen Regierung, sich an den Arbeiten dieser Konferenz nicht zu beteiligen, keinerlei Anlaß zu einer geplanten weiteren Verschiebung der Konferenz geben dürsten, da Rußlands eventuelle Absicht, sich an Abrüstungsmaßnahmen zu beteiligen, noch niemals ernst zu nehmen gewesen sei. aus für die vielfältigen Anforderungen. 3n einem modernen Heere verfügt jede Division für die Aufklärung über eine sogenannte Aufklärungs-Abteilung, bestehend aus mindestens einer Eskadron, einer Radfahrer-Kompagnie, eine Strahenpanzerkraftwagen-Abie.lung. schweren Maschinengewehren auf Kraftwagen und einem Nachrichtenzug. Nur eine Derartige Abteilung ist in Der Lage, größere Aufklärungstätigkeit durchzuführen. Engen Den eigenen Truppen offen zuhalten, wichtige Punkte vorwärts Der eigenen Truppen rechtzeitig in Besitz zu nehmen und zu Haltern Dem deutschen Heere fehlen vor allem die Flieger völlig. Alle anderen Heere haben in jeder Division ein Deobachtungsgeschwader zu je einer Erkundungs- und einer Artillerie-Staffel. Daneben verfügen die Heere über eine große Zahl weiterer Luftstreitkräfte (Ausklärungs-. Der- bindungs- und Kampfeinheiten). Da in jedem künftigen Kriege die Luststreitkräfte eine ausschlaggebende Rolle spielen werden, ist der Mangel an Fliegern besonders hart. Ebenso traurig ist Der Mangel an schwerer Artillerie. Frankreich, Polen unD Tschechoslowakei verfügen bei ihren Divisionen über min- DcftenS 2, meist 3 schwere Abteilungen. Ebensowenig besitzen wir Artillerie zur Abwehr Der feindlichen Flieger. Am Schluß Des Krieges erwies sich eine Fliegerabwehrkanonen-Abteilung (Flak-Abteilung) für jede Division, bestehend aus einer 8 8-Zentimeter-, Atoei 7,7-Zentimeter-, einer 3,5-Zentimeter-Batterie und einem Flak- meßtrupp mit Scheinwerserzug als unbedingt ersorderlich. Endlich entbehrt unsere Artillerie auch der modernen Beobachtungsmittel. die wir gegen Ende des Krieges in einer sogen. Deob- achtungs-Abteilung (bestehend aus Stab, Dal- lontrupp, Artilleriemeßtrupp, Frontwetterwarte, Vermessungstrupp und Kartenstelle) zusammen- fahten. Das Pionier-Dataillon einer Reichswehrdivision besteht aus 2 Pionier-Kompagnien, einer Drücken-Kolonne und einem Scheinwerferzug, deren Ausrüstung keineswegs den heutigen Qln- forderungen entsprechen. 3 Pionier-Kompagnien find das mindeste, was eine moderne Division im Bewegungskriege braucht. Auch die Divisions-Nachrichtenabteilung mit ihren 2 Kompagnien kann den vielseitigen Anforderungen für die Nachrichtenverbindung der höheren Stäbe einer Division mit den Truppen nicht entsprechen. Es fehlt eine 3. Nachrichten-Kompagnie unD eine Masse Gerät, Das uns sowohl Das Versailler Diktat als die Finanzlage verbietet. Besonders schwerwiegend ist der gänzliche Mangel an Kampfwagen. 1918 haben wir die Bedeutung dieser Waffe zu unserem Schaden kennengelernl. Alle modernen Staaten arbeiten fieberhaft an Der Vervollkommnung dieses wichtigen Kampfinstruments. Die Franzosen verfügen schon heute über nicht weniger als 6000 Kampfwagen. Nicht einmal die für den Polizei- dienst bei inneren Unruhen notwendigen Straßen- panzerkraftwagen hat man unS gelassen. 3st das nicht Der reinste Hohn, wenn angesichts dieser völligen Entwaffnung und lln- fähigkeit zur modernen Kriegführung heute noch die Kontrollkommission in unserem Lande hec- umschnüffelt. und wie jämmerlich find die Vorwände dieser Kommissionen., Die zur Nichträumung Der Kölner Zone geführt haben. Es ist leider zunächst Tatsache, daß das deutsche Heer nicht einmal zum Grenzschutz bei einem starken feindlichen Einfall imstande ist. Um fo wichtiger ist es. daß das ganze Voll sein Interesse Der kleinen Wehrmacht entgegenbringt. Die berufen ist, wenigstens Den Geist des alten Heeres am Leben zu erhalten. Turnen, Sport und Spiel. Fußball. V. f. B. M Dis Scharte vom Docsomttag ist ausge- ti.n unentschiedenes 1:1 gegen die voll- - d ge Mannschaft des Sportvereins Offen v a ch ?u erzielen, soll schon etwas heißen, -uma! Q3. f. D. mit Ersah für die erEranften Spieler Kreft l. und Sieger, sowie für den o.t-j ■- j rts weil nden Mandler antreten mußte. 'S' - -pl - Mannschaft erschien mit: Böckler, Much- t'-r JL, Post, Hausrath, Dickhardt, Balser, Stöf;[er. Dingel. Ritsch und Kleinke. Offenbach kam p- t ci?or auffallend jungen Elf, die den E'm- b-r'mischcn larperlich durchweg unterlegen war, d.cses aber durch Schnelligkeit und Körperbeherr- fchung wieder arfwog. Mit Beginn des Spiels war B. f. B. leicht überlege», ohne jedoch klare Torschusjgelegenheiten herauszuarbeitem Etwa in der M.tte der ersten Spielhälfte kam der Platz- verein^durch ein selten schönes Tor in Führung. Eine Flanke von rechts wurde in feiner Kopfbali- kmnbi nation vor das Offenbacher Heiligtum weitergeleitet und von Dingel ebenfalls öurch Kopfstoß verwandelt. Z^eht erst kam Tempo in das Spie!. Oifenbach taute auf und Gießen schien die Torzahl erhöhen zu wollen. Kurz vor Halbzeit konnten die Gäste für etwa fünf Minuten sich in der Gießener Spirlfe'dhälftr sest'etzen. ohne jedoch zum Erfolg zu kommen. 1:0 für B. f. B. ging es in die Pause. Aach Wiederanstoh gab die Platzels wieder für einige Zeit den Ton an, ohne die in forschem Zug vorgetragenen Angriffe durch einen Torschuß krönen zu können. Einige Male verdarb übertriebene Kombination imStraf- raum des Gegners, die dann regelmäßig von den dazwichrn^ahreuden Svortvereinsverteii i'ern zerstört wurde, todsichere Gelegenheiten, oder die bestgemeinten Schüsse, wie einige von Köhler, Dingel imd Kleinke, gingen scharf über oder neben das Lor. Rach dieser Drangperiode fiel Gießen etwas ab. Die Offenbacher drückten mach- tag auf den Ausgleich, der ihnen dann auch durch den Halblinken gelang. Böckler hätte den mehr geschoben als geschossenen Ball halten müssen, mag aber Wohl von der Sonne geblendet gewesen fein, ihn ein Weniges wäre Sportverein noch der Siegestreffer gelungen. M u ch t a r rettete aber 'n ganz hervorragender Weise noch aus der Borlinie, wahrend Böckler sich an der Strafraumgrenze befand. Die übrigen Angriffe scheiterten an d:r vorzüglichen Abwehr der Hintermannschaft. Allmählich ste'fte B. f. D. das Gleichgewicht wieder her und ließ das Spiel sich bis zum Schlußpfiff des Schiedsrichters offen gestalten, ohne dabei eine Partei besonders im Dorteil zu sehen. Schiedsrichter Sack zeigte sich als gerechter Spielleiter. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbunt), 1. Klasse. Heuchelheim l — Lollar I 3:1. £ Auf dem Heuchelheimer Sportplatz stellten sich obige Mannschaften dem Schiedsrichter zum fälligen Berbandssplel. Es wurde ein scharfes Treffen vorausgesagt, denn wollte Leuchelheim ein ernsthafter Bewerber um die Meisterschaft bleiben, so muhte es das Spiel gewinnen, während Lollar nach seinen seitherigen Punktverlusten alles daransetzen muhte, um nicht zu weit an das Tabellenende gedrückt zu werden: zudem verfügen beide Mannschaften über einen starken Osfensivgeist. Dom Anstoß weg drückte Heuchelheim und konnte Lollar während 10 Minuten in feiner Spielhälfte festhalten. Eine Reihe erzielter Ecken wurden von Lollar sicher abgewehrt. Lollar machte sich nun zwar frei und versuchte Gegenangriffe, diese wurden jedoch zumeist schon von der Derleidigung gemeistert. Auch in der folgenden Zeit hatte Heuchelheim etwas mehr vom Spiel und zwang Lollar wieder eine ganze Serie Ecken auf, die aber alle verschossen wurden. Endlich schien es eine Wendung geben zu wollen. Lollar verschuldete einen Handelfmeter, der jedoch von Heuchelheim scharf am Pfosten vorbei ins Aus geschossen wurde. Rumnehr wurde auch Lollar gefährlicher und schuf recht gefährliche Situationen, so daß der Heuchelheimer Tormann seine ganze Kunst aufbieten mußte. Die Situationen wechselten blitzschnell, in der 35. Minute konnte der Heuckelheimer Torhüter einen scharfen Muh noch gerade zur Ecke lenken, zwei Minuten 'pllter schoß Heuchelheim zum zweitenmal einen Handelfmeter, diesmal zum Führungstor verwandelnd. Bis zum Schluß der ersten Halbzeit war das Spiel offen. Lollars Ausgleichversuche blieben aber erfolglos. Auch der Anstoß nach der Pause brachte Heuchelheim sofort nach vorn, nach zwei Minuten mußte Lollar zum zweitenmal va§ Wettrennen ;um Nordpol. Von den Nordpolexpeditionen, die für dieses Jahr geplant sind, find bereits drei in den ersten Ansangen der Ausführung begriffen. Die von dem amerikanischen Kapitän G. H. W i l k i n s mit Unterstützung der Detroit Aviation Society unternommene Uprd't.on hat am 31. März im Flugzeug Fatrbanks (Alaska) verlassen und in einem Mündigem Flug Pomt Barrow, den nördlichsten Punkt des ameri- kamschen Kontinents, erreicht. Das Flugzeug, das D0" Leutnant Eielson gesteuert wurde und nur Ka- pitan Wilkrns als Passagier an Bord hatte, hat in bi Stunden eine Strecke zurückgelegt, die auf dem Landwege mit Hilfe des Hundeschlittens mindestens sechs Wochen in Anspruch nehmen würde. Die strecke zwischen Point Narrow und Fairbanks — sie betragt etwa 600 englische Meilen — soll in der nächsten Ze» mehrfach durchflogen werden, um not- wendige Erfahrungen zu sammeln und um in Point Barrom für die eigentliche Expedition die not- wendigen Vorbereitungen zu treffen. Besonders be- !£enSSCrtf 1)05 Flugzeug mit einem Heinen Rundfunksender ausgestattet ist, so daß die Flieger ibre glückliche Ankunft in Point Barrow so- fort durch Funksoruch verbreiten konnten. sobald die Dorbereitunaen der Wilkins-Expedi- tton ,n Po,n Darrow abgeschlossen sind, werden die Erkundunassluge nach dem Eismeer aufgenommen werden. Das Ziel des ganzen Unternehmens ist der geographische Nordpol, der selbstoer- stündlich ebenfalls überflogen werden soll, als viel- "Ar b'e Erreichung des sog. Cispols, der auf dem 160. Langengrad bei 84 Grad nördlicher Breite oer- mutet wird. Früheren Polarexpeditionen ist es nur gelungen, den Rand des ungeheuren Eiszirkels zu den Düll aus den Maschen holen. Lollar versuchte nun, unter allen Umständen dem Spiel eine andere Wendung zu geben, konnte auch Heuchelheim zeitweilig in seiner Spielhälfte fest- halten, gab aber leider dem Spiel eine schärfere Rote. Eine ganze Reihe Ecken wurden von Lollar verschossen, bis es ihnen endlich infolge einer Unvorsichtigkeit des Heuchelheimer Torhüters, der den Ball zwischen den Beinen durchrollen lieh, gelang, ein Tor aufzuholen. Bald darauf verscherzten sie sich diesen Erfolg aber wieder, indem sie den Ball in einem Gedränge vor dem Tor selbst einlenkten, so Heuchelheim zum dritten Erfolg verhelfend. Was nun folgte, war n^,t mehr hervorragend, und, nachdem auch noch die von Dollar mitanwesenden Zuschauer im Verein mit Den Lollarer Spielern den sehr korrekten Schiedsrichter zu beeinflussen suchten, brach dieser 10 Minuten vor Schluß das Spiel ab. Marburg I — Meseck I 1:1. Ecken 4:5. Ilm ganz sicher au sein, die in der Borschau festgestellte „Serie der unentschiedenen Spiele" fortzusetzen, trat Wicseck in Marburg mit Ersah an. Tatsächlich haben sie das Kunststück fertiggebracht und lieferten abermals ein iln- entschieden, nunmehr das Vierte! Rach dem Anstoß Marburgs ging Wieseck sofort zum Angriff über, drängte Marburg in feine Spielhälfte zurück und tonnte bereits in der siebenten Minute in Führung gehen. Rach einer g-:ten Vorlage des Mittelstürmers war der Linksaußen der Torschütze. Marburg machte sich zwar frei, konnte bis Halbzeit auch drei Ecken erzielen, aber keine Torschüsse anbringen. Auch Wieseck konnte, trotz-' dem das Marburger Tor reichlich bombardiert wurde, nichts mehr erreichen. Rach dem Wiederanstoh lag Wieseck wieder ständig im Angriff. Marburg antwortete mit Gegenbesuchen, beiderseits zunächst erfolglos. Die letzte Viertelstunde spielte Wieseck nur noch mit 9 Mann, wodurch es Marburg gelang, das Ausgleichstor zu erzielen. Das Spiel hatte nicht den Charakter eines Punktspieles, beide Vtonnschaflen lieferten sich einen ruhigen und fairen Kampf, der von den Zuschauern mit großer Spannung verfolgt wurde. Alsfeld I — Gießen I 0:1. Mit äußerst knappem Vorsprung tonnte sich Gießen seine sehr notwendigen Punkte in Alsfeld holen, Alsfeld hat sich recht tapfer gewehrt und eine ehrenvolle Riederlaae erlitten. Gießens Anstoß verpuffte sofort, wurde von Alsfeld abgefangen und vor das Gießener Tor getragen. Die Sache stand für Gießen zunächst recht brenzlich, sie hatten indes Glück und konnten alle Angriffe abwehren. Don einer Ueberlegenljeit einer Mannschaft konnte bis jetzt nicht gesprochen werden, das Spiel war noch völlig offen, beide Torhüter hatten gleichmäßig reichlich Arbeit, der fte sich mit viel Geschick entledigten. Gießen erhielt einen Handelfmeter zugesprochen, die Hoffnung, nunmehr in Führung gehen zu können, wurde jedoch von dem Alsfelder Torhüter in glänzender Manier zunichte gemacht. Bei dem Stande 0:0 gings tn die Pause. Rach dem Wiederanstoh sah man ein völlig verändertes Dild. Die Lleberlegenheit Gießens wurde nunmehr bemerkbarer, wahrend Alsfeld immer mehr und mehr abfiel. Rach 10 Minuten schoß der Mittelstürmer Gießens das Führungstor. Ein zwetter Handelfmeter wurde von Gießen nicht verwandelt, und Alsfeld muhte es sich gefallen lassen, immer mehr in seine Spielhälfte zurückgedrängt zu werden. Die noch unternommenen Durchbrüche wurden von der ballsicheren Verteidigung Gießens unterbunden. Aber auch Gießen blieben weitere Erfolge versagt, sodaß sie sich mit diesem mageren Resultat bescheiden muhten. Das Spiel hinterlieh einen guten Eindruck. 2. Klasse. Alsfeld II — Gießen II 7:1. Dies Resultat bedeutet eine sensationelle Ueberraschung. Das kommt davon, wenn man seinen Gegner unterschätzt und glaubt, 9 Mann genügen auch einmal. Damit soll nicht gesagt sein, daß Alsfeld allein deshalb gewonnen hat, sondern die Alsfelder Zweite hat sich in ganz hervorragender Weise enttoidelt und einen verdienten Sieg und damit die Punkte eingeheimst. Dis zur Halbzeit waren die 9 Gießener noch in der Lage, einigen Widerstand zu leisten, indem sie das Spiel 'bis dahm 1:0 halten konnten. Dann wars aber auch vorbei. Rach der Pause mußte der Ball sechsmal zur Mitte gegeben werden, die Niederlage Gießens war damit katastrophal. Das Fazit: Die ßeftion mag eine heilsame Lehre sein! Rodheim I — £eun I 3:0. Die zweite stleberraschung kommt aus Rod- Heim. Dort schlägt Rodheim, der Anfänger, den alten Kämpen Leun in der einwandfreiesten We.se. Dies Resultat ist für Rodheim ein sehr beachtenswerter Erfolg und zeugt von einem guten sportlerftchen Geist. Die Gegner lieferten sich in der ersten Halbzeit ein volüg ausgeglichenes Spiel und konnten beiderseits nichts erreichen. Rach der Pause ging Rodheim mehr aus sich heraus und konnte kurz hintereinander drei Tore erzielen, während Leun sich scheinbar auf dem etwas kleinen Rodheimer Platz nicht zurechtfinden konnte. Dieser LImstand mag wohl mitgewirkt haben, daß Leun jeder Erfolg versagt blieb. Gießen Ila — Fronhaufen I 1:3. Auch bei diesem Spiel mußte Gcrßen die Punkte abgeben. Fronhausen konnte bis Halb-eit durch einen Elfmeter in Führung gehen und dem nach der Pause zwei weitere Erfolge Hinz fügen. Als 20 Minuten vor Schluß ein Gießener Spieler vom Schiedsrichter mit Platzverweis bestraft wurde, und dieser dem nicht nachkam, brach der Schiedsrichter das Spiel ab. Marburg II — Vlasbach I. 3n Marburg warteten die Marburger und in Dlasbach die Blasbacher auf ihren Gegner, von denen jeder der Meinung war, das Spiel fände bei ihm statt. Auf diese Weise konnten selbstredend keine Resultate erzielt werden. Isugendk^asse. Heuchelheim (Jugend) — Lollar (Jugend) 0:1. Lollar stellte die weil träfngere Mannschaft, aegen die die schwächeren Heuchelheimer, vor allem der Sturm, recht wenig ausrichten konnten. 3n der ersten Viertelstunde erzielte Lollar bereits das einzige Tor des Spieles, weitere Erfolge blieben ihnen jedoch versagt. Die kleinen Heuchelheimer gaben sich zwar alle Mühe, den kleinen Vorsprung der Lollarer aufzuholen, doch diese verteidigten mit vlel Geschick und — sehr zahlre'ch. Blasbach (Jugend) — Wieseck (Jugend) 0:5. Wie erwartet, waren bis Wiesecker die Besseren. 3n der ersten halben Stunde kam den Einheimischen der ungünstige Platz zu Hilfe, Wieseck konnte nur ein Tor erzielen. Rach dem Seitenwechsel drückte sich die Ueberlegenheit Wie- secks in vier weiteren Toren aus. Daß die Wie- secker sehr gute 2ugendmannschaft Sieger blieb, war ja klar, die Frage drehte sich nur um die Höhe des Erfolges. Gießen (Jugend) — Marburg (Jugend) 7:1. Auch der Ausgang dieses Spiels war von vornherein nicht zweifelhaft. Die neugegrünfccte Marburger Jugend trat zu ihrem ersten Spiel an, daß sie dabei gleich auf einen Gegner wie die Gießener Jugend traf, war Pech. Begreiflich wäre gewesen, wenn die Riederlage noch hoher ausgefallen wäre, daß dem nicht so war, und daß die Marburger sogar ein Ehrentor erzielen konnten, berechtigt für sie zu den besten Hoffnungen. Handball. Sport-Verein „Hessen". ö. Am Samstagnachmittag fand in Butzbach daS Rückspiel der Handballmannschast gegen den dortigen Polizei^portverein statt. Rach dem Vorspiel, welches 6:1 für Butzbach endete, zu urteilen, machte man sich wieder auf eine hohe Riederlage gefaßt, man wurde aber angenehm enttäuscht. Die „Hessen" traten mit Ersah für Lühl und Boger in der Aufstellung Völliger Herzog, Schnell, Rehren, Wagner, Wilh. Schneider, Ehrhardt, Kunze, Schäfer, Mohl und Butz an. Butzbach hatte Ersatz für seinen Mittelstürmer. Das Spiel nahm einen für Butzbach vielverspre. enden Anfang, denn g.'eich wurde daS Tor der „Hessen" bedrängt. Torwart und Verteidigung klärten manch heikle Sache, bis das Spiel sich ausgeglichener gestaltet. Ein schöner Angriff Gießens wurde durch Einzelspiel des Mittelstürmers zerstört. Butzbach kam vor, und schon sah Rümmer 1 im Gießener Gehäuse Der Anstoß Gießens scheiterte an der Butzbacher Läuferreihe, die ihren rechten Flügel nach vorne schickte. Gießens Verteidigung stoppie den Angriff. Statt weit nach vorne zu werfen, wurde in der Verteidigung kombiniert, was beinahe zum Verhangn's geworden wäre, denn der an den Gegner verlorene Ball sauste- haarscharf über den Kasten. Rehren brachte den^Dall gut vor, bie linke 6e?e war aber nicht schneTf genug, um erfolgreich eingreifen zu können. Butzbach dagegen erzielte nach schöner Kombination sein znei'es Tor. Jetzt siele Gießen um, Buß ging in die Berie digung zurück und Schne'l halbrechts. Schnell brachte Be egung in detn S urm, ater vorerst bleiben alle Angriffe erfolglos. Butzbach war glücklicher, denn ein ausgehend geglaubter Wurf landete gemächlich im Tor. Die „Hessen* ließen sich nicht entmutigen. Rehren brach auf der rechten Seite durch, und fein scharfer Wurf ging über den Torwart weg ins Tor. Gießen lag noch einige Minuten im Angriff. Dann wurden die Seiten gewechselt. Ohne Pause ging e8 weiter. Die „Hessen" waren nun dauernd im Angriff, die lleberlegenheit war eine ganz erdrückende, aber alles scheiterte an Butzbachs Verteidigung. Mehrere 16-Mete--Würfe brachten auch nichts ein. Schäfer muh mehr den Ball abgeben, wenn er sieht, daß er abgedeckt ist und die Rebenleute freistehen. Mit Einzelspiel ist bei einer guten Verteidigung schlecht durchzukommen. Butzbach kam nicht über Gießens Läuferreihe hinaus, die der beste Teil der Mannschaft war. Schäfer konnte noch einen unhaltbaren Wurf anbringen, dann verletzte sich der Butzbacher Tormann und wurde durch einen Mitspieler ersetzt. Dieser stand feinem Vorgänger in nichts nach, und hielt sein Heiligtum sauber. In den letzten 5 Minuten konnte Butzbach das Spiel wieder etwas ausgeglichener gestalten, am 3: 2-Siand für Butzbach wurde aber nichts mehr geändert. So endete das Spiel mit einem für Butzbach günstigen Resultat. Alle Spieler der „Hessen" waren auf dem Damm und liefen zeitweise zu großer Form auf. Das Derbandsfußballspiel gegen B. E. 20 Gießen sand nicht statt, da D. E. eS vorzog, nicht anzutreten. Kreisturntag des Mittelrheinkreises. Gauoberturnwart Will vom Turngau Hessen erhielt den Ehrenbrief der D. T. (Eigener Bericht beS Gießener Anzeigers.) Gpw. Braubach a.Rh., 18. April. Der Turnverein Braubach hatte den Mittelrheinkreis der Deu.scken Turnerschaft ein- geladen, den 84. Kreisturntag auf der Marksburg abzuhalten, die sich als einzig unzerstörte und in alter Form erhaltene Rheinburg über dem freundlichen alten Rheinstädtchen auf steilem Felsen erhebt. Aus allen Teilen des weiten Kreisgebiets, von der Saar, der Mosel, dem Rhein, dem Spessart und dem Hessengau waren die Turnerführer des 9. Kreises in großer Zahl erschienen. Am Vorabend der Tagung hatten sie bei dem vorn Tv. Braubach veranstalteten Begrüßungs- abend Gelegenbeit, rheinische Treue und Gastlichkeit und rheinischen Frohsinn kennen und schätzen zu lernen. Dom Turngau Hessen nahmen die folgenden Abgeordne en teil: Pfeiffer (Wetzlar) Schneider (Butzbach), Will (Gießen), W e n- S e l Meßen), G a ß m a n n (Marburg), T e x t o r (Marburg), Erle (Gießen), Schüler (Wetziar), Paul (Drehen) vom Gau- und Turnausschuß und außerdem Erb, Kling, Rautenberg, Veinig (G.eßen), Lang (Lang-Göns), Wal- t e r (Treis a. d. L.), Schneider (Weylar), Dr. Rau (Butzbach), Dr, Koch, Beck (Ridda), W e i ß, O ß w a l d, H o f rn a n n (Bad-Rauheirn), Köhler (Friedberg), Wenzel (Grünberg), Oertel (Rieder-Wöllstadt), Bopf lGroß- Eichen.) Nachdem gestern in der Kreisausschußfiyung und in den Sondersitzungen der Gaukassenwarie schon ein wesentliches Stück Vorarbeit geleistet worden war, nahm heute der eigentliche Kreisturntag um 11 Llhr auf der Marksburg seinen Anfang. Schulrat Schmuck (Darmstadt), der noch jugendliche 71-Lährige, begrüßte die Erschienenen und gedachte der Toten, besonders deS KreiSspielrarts Bär. Ramens der Stadt Braubach hieß deren Bürgermeister willkommen. Herzliche Degrüßungsworte richtete auch der Burghauptmann und der Gauvertreter deS Rhein-Mosel-Gaues an die Turnergäste, die sich aus 300 stimmberechtigten Abgeordneten und 57 Kreisausschußmitgliedern und Fachwarten zu- sammensetzten. 3n seinem von hoher Warte erstatteten Jahresbericht, der wertvolle Gedanken zur Anregung Dorirug, gab der 1. Kreisvertreter ein Dild der vielseitigen Arbeit in der Kreisleitung. Während die Zahl der Vereine von 1405 auf 1479 gestiegen ist, ist ein Zugang an Mitgliedern nur bei den Turnerinnen zu ver eichn-sn: bei den Turnern hat sich die her Mitglieder, wohl erreichen, während der sog. „Pol der Unzugänglich'' feit" unerreichbar blieb. Kaoitän Milkins, der bereits früher an der Sie- ohansson-Expedition, an Shakletons Antarktis-Expedition und schließlich (1921) an der britischen antarktischen Expedition nach dem Grahamland teilnahm, also als erfahrener Forscher zu gelten bat, will versuchen, den Stützpunkt seines Unternehmens von Point Barrow nach dem Eisool zu verlegen. Sollte es gelingen, diesen Pol der Unzugänglichkeit zu erreichen (was übrigens als viel schwieriger gilt, als die „Eroberung" des geographischen Nordpols), so will Milkins dieses Land für die Vereinigten Staaten in Besitz nehmen. Sollte die Aufsuchung des Eispols ergebnislos verlausen, so wird die Wilkins-Expedi- tion auf dem Luftwege den Nordpol anfteuern, dort eine Zwischenlandung vornehmen und dann nach Spitzbergen weiterfliegen Die Strecke von Point Barrow in Alaska dis zum Nordpol beträgt etwa 2200 Kilometer, während die Entfernung vom Nord- pol nach der Küste von Spitzbergen etwa 1200 Kilometer beträgt. D e Ausrüstung der Flieger besteht m der Hauptsache aus Waffen, Benzinvorräten und Lebensrnitteln für einige Tage. Sollte ein Zwischen- fall bie Flieger zur Landung zwingen, so wollen ste versuchen, nach der Methode Steohanssons „vom Lande zu leben" b. h sich durch Äagd und Fisch, fang die notwendiaen Lebensrnittel verschaffen, um bann zu Fuß nach Point Barrow zurückzukehren. Nach den Anordnungen bes Kapitäns Milkins soll eine Hllfsexpedition im Falle des Mißglückens erst Zwei Äahre nach dem Start abgeschickt werden. Jedoch hofft Milkins zuversichtlich, daß er seine Auf- gäbe vollkommen zu lösen vermag. . Die zweite Nordpol-Expedition ist die bes ameri- tonischen Kapitänleutnants Richard E. B y r d die am 6. April mit dem 3500-Tonnen-Dampfer „Chan- tner von Amerika abgefahren ist, um als erstes RMiel Spitzbergen zu erreichen. An Bord des Schiffes befinden sich ein großes Fokker-Flugzeug uno em kleineres Flugzeug. Von Spitzbergen soll die Fahrt nach Kap Morris Jessup auf Grönland gehen, Don wo aus der Flug nach dem Nordpol unternommen werden soll. Der Flug soll im Monat Mai an- getreten werden, da diese Jahreszeit in den Polar- gegenben erfahrungsgemäß für Flugunternehmun- günstigsten Witterungsoer- halknisie (nämlich Sichtigkeit der Luft) bietet. Die genießt die Unterstützung bes amerika- Nischen Marineministeriums, oerschiedener wissen- schaftlicher Gesellschaften und einiger Industrieller. Ste besondere Aufgabe der Expedition ist, die klimatischen Verhältnisse der Nordpolgegend zu erforschen, die für die Wettergestaltung auf dem amerikanischen Kontinent von besonderer Bedeutung sind. Als dritter ernsthafter Wettbewerber um den vlorbpol hat sich in diesen Tagen Amundsen an «h11™ !Ort Gegeben. Nach dem Scheitern seines am Mai d. I. unternommenen Nordpokfluges hat zlmunbfen ein italienisches Luftschiff erworben, das allerbinas nur 19 000 Kubikmeter faßt und mit drei ch-Motoren von je 450 Pferdestärken ausge- ftattet >st. Der Abflug bes Luftkreuzers, der auf den Warnen „Norge" aetauft wurde, ist in diesen Tagen von Rom aus erfolgt, und zwar soll das Luftschiff zunächst 'n Petersburg, wo sich eine Luftschiffhalle oon entsprechender Größe befindet, Quartier beziehen. dort aus soll in kurzer Frist die Fahrt über bas nördliche Norwegen nach Spitzbergen forta»feht we/den, Amundsen hofft die Strecke SS SoiÄ b -d°mt Barrow (Alaska), die etwa 3400 Kilometer umfaßt, bei einer Stundengeschwindigkeit von 80 Kilometer in 45 Stunde., zurucklegen zu können, während der Vorrat an Benzin und Del für 65 Flugstunden berechnet ist. Als Besatzung werden 16 Mann mitgenommen. Besondere Schwierigketten erblickt man in den Maßnahmen gegen die Einwirkungen der Polarkälte auf das Luftschiff und gegen das Einfrieren der Gasoentile, sowie schließlich bei der Landung in Alaska Wenn alles programmäßig verläuft, wird Amundsen mit feinem Luftschiff „Norge" die Offensive gegen den Nordpol in den ersten Tagen bes Mai unternehmen. Wie vielleicht erinnerlich, sind für dieses Jahr ferner geplant eine Nordvolexpedition des bekannten Arktisforschers Theodor Lerner (Frankfurt a. M.) ft-wie eine Expedition des Norwegers Storker- s o n, bie im Sommer zu Schiff bis zu den neu« sibirischen Inseln vorbringen, borl überwintern und bann im Frühjahr 1927 mit Hundeschlitten nach dem Cispol Vordringen will. Wie wir dagegen aus bester öueUe erfahren, wird eine arktische Expedition oon Professor Klute (Gießen) für dieses Jahr nicht beabsichtigt und ist auch nicht geplant gewesen. Die verhältnismäßig große Zahl der Polar-Ex« pebitionen gibt (ebenfalls Anlaß zu der Erwartung, daß die Auffindung des Nordpols nur noch eine ftrage kurzer Zeit sein kann. So sehr die Erreichung dieses Zieles dem menschlichen Sportgeist schmeicheln mag, so liegen die eigentlichen Aufgaben der Forschung mehr darin, die klimatischen und geologischen Verhältnisse der Antarktis naher kennenzulernen und die Probleme des Erdmagnetismus und der Meeres- und Luftströmungen zu klären. Hier ergibt sich ein Arbeitsfeld, das noch vielen Generationen die Möglichkeit reichster Betätigung bietet. W. „Sehr wohl. Ich wußte, daß am Abend die Frau Herzogin kommen würde, um da» Dokument zurückzufordern — zu kaufen, nennen wir es so. Ich hielt mich also im Keller des Hauses bereit und als die Frau Herzogin mit ihm im rückwärtigen Zimmer war, schlich ich hinauf und nahm eine höchst vorteilhafte Lauschersielluna hinter der Portiere ein. Da ich aus dem Verlaufe der Unterredung ihr Ende ooraussah, dielt ich meinen Browning parat Als die Sekunde da war, schoß ich. Sie sahen mich nicht, Frau Herzogin — aber er sah mich--Er [ab meinen Drownina--und er sah mein Gesicht --“ Gloria fuhr auf. „Daher dieser furchtbare Blick — — 1 0 — — jetzt verstehe ich." „Er glaubte, mit Ihnen spielen zu können. Und da sah er hinter Ihnen--den Tod! War für ihn eine sehr unangenehme Ueberraschuna. Ick) habe sehr genau gezielt — —! Doch wozu sict^ in (Erinnerungen verlieren! Sie werden fragen, «ir Walter, warum ich der Frau Herzogin jetzt nicht fofort da» Papier übergab. Ich hätte ihr viel Kummer und Herzensangst sparen können. Gewiß! — Leider --konnte ich es nicht! Ich hatte die Absicht sofort vorzutreten und mich der Herzogin zur Der- fügung zu stellen — ich wähle absichtlich diesen Ausdruck — — aber in derselben Minute wurden mir die Ereignisse gleichsam aus der Hand genommen. Lord Neville platzte herein, dinier ihm der Schutzmann. Meine Situation wurde kritisch. Ich mußte die beiden schleunigst loswerden. Gab also dem Auge des Gesetzes eins über den Schädel, worauf Seine Lordfchast mit einer Geschwindigkeit ausrifj, die meine helle Bewunderung hervorrief. Ich nahm La» Dalda» die Schlussel au» der Tasche, durchsuchte alle Fächer, steckte den Schlüssel wieder zurück, verließ das Haus, ging an eine Kinokasse, kaufte mir ein Bittet — ich mußte doch ein Alibi haben — und begab mich in meine Garage, wo ich mich in dem Bewußtsein, ein gottgefällige» Werk vollbracht zu haben, zur wohlverdienten Ruh« begab/ (Fortsetzung svlgt- weises. i erhielt im (M-HaufiM Denzel (©rün'terg. ldt), 2opf (W tt AreisousschuBtzuii; m btt ©aufalfen^axie id Vorarbeit geleimt der eigentliche Kreit- ber Warksburg sein» ud (LormftM btt je, begrüßte die 61' Toien, besonders W nens der Stadt Dra»- meister willkommen, le richtete auch der r Gajlvertreier M • Turnergaste, die M Abgeordneten und w und Fachtvarlen iei Warte erßattein le Gedanken zur 3n i KreiSvertre,er ein tt in 6« n,reine von 14Cc am IU ver e-chnen ^Miiglieöer, vB zuruckteg-n g ^nn‘J „1mw • * diele» h, sind fö ^funfllei Sä den neu- Sch'l Mntern ulü n doll übel ' 1 fjunbel^ duj befie' i »SÄ#* S atkllW. flyhr nw ) ch' S^7der 1** atze 3°^Lr mioartu^ 'M 2 7ur I ÄÄ S>v „na bie|?L Uti tlb»! UZ» iuM lur kin. Unu4i UH -nan4VS^ y»««ä teace te < e10! Äs k> ■ ,,$Ql ein« gani .. ?e Qny?u^ai>® Ter. ^"^rse brL Mt den Toi " obgedeckt i Sil Einzelspill 9,un9 schlecht durchs Jed der Aonnschalt i«n unhollbaien Duri h der Duhbacher Tor- nen Aitspieler ersetzt Qn9et m nicht- nach * 3" ta letzte! l$ da- Spiel isiebtt -rn. am 3: r-Sianb für 8 mehr geändert. 5o «für Butzbach günsti- 1 ^r.Hessen" tsatea n yütoeile zu großer lspiel gegen 3.6.20 2.L, eS vvrzog, nicht i»folge der schlechten Wirtschaftslage, dagegen im 3275 vermindert. Insgesamt beträgt die Zahl der KreiszugehöriZen 182 50.'. 284 Vereine besitzen eigene Turnhai en, 478 eigene Turnplätze, 1(8 Vee.nSbü^e.eirn. 13 Iugend^e/ergeN. 547 ^reis vereinen ist im Sommer, 65 Vereinen im Hinter die Wog.ichleit gegc'e.i, das Schlimmen zu pflegen. Auf das inne.e Getriebe des Kreises liSergegenb, betonte S.,ulrat Schmuck, daß man infolge allzugroßer Spe ialisierung an einer Ueberorgani'a ton leide. Rachdrückttchst wies er tele Untecoerbänbe darauf hin, daß sie nur in Ixchnifchen Angelegenheiten selbsränd.ge Te- s-chlüsse fassen dürsten. Es dürfe nicht zu .Maaten im Staate" führen. Ti.' Aus.ragung von Tieijtet- |poften werde vielfach übertrieben. Dieser Modekrankheit gegenüber sei doch im Auge zu bochalien, daß es sich in der D. T. nicht nur um Höchstleistungen und Siege drehe, sondern oiuch erziehliche Aufgaben zu lösen feien, linier der Aersi. erung, daß die Kre.s.ettung im Lahmen der Gesamtbelange des Kreise) auch Verständnis für das Fachtum und die Sonder- ^biele habe, schloß der 1. Kreisvertreier seine im wahrsten Sinne geistvollen Ausführungen unter dem lebhastestcn Beifall des Kreistages rrr.it der Mahnung zur Treue und Einigkeit. Lebhafter Beifall setzte auch ein, als daraus ter 2. Kreisvertreter, Kommerzienrat Schill ttOsthofen) den Lhrenbrief der D. I. an (ßauobertutnroarl Wilhelm Will (Ciefoen) twm Turngau He fen mit Inoden hei /.id/. r An» eikennung für die Verdienste des A iSgezeichneten te>erreich!e. Will dankte bewegt für die seltene Ehrung, die bekanntlich nur wenigen zuteil wird. Schill svrach dünn der Hessischen Regierung für die Zuwendung von 4000 Mark zur Ausbildung von Turnlehrern herzlichen Dank aius Zum Kreisturnfest 1925 in Dießen ii-urde m 11 geteilt, daß es notwendig sei, der D i e - faener Turnerschaft für die geleistete mühevolle und vorbildliche Arbeit herzlich zu ihanfen, wenn der Abschluß auch größere Der» test« infolge der überaus schlechten Witterung gebracht habe. Um des zukünftige KreiSturn- s est in 1 927 entspann sich eine längere Aus- IDrache Der Kreisvorstand war der Ansicht, v-sn der Abhaltung Abstand zu nehmen mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Loge, die dadurch gewonnene Zeit und die ersparten Mittel für den inneren Ausbau und für die Ausbildung von Kampfrichtern und Turnwarten zu verwenden. Sa der Turntag sich aber für die Durchführung in 1927 aus!prach, wurde das Fest, wie schon kurz berichtet, der Tur-'-rschaft Darm- srtadt einstimmig übertragen, die sich rechtzeitig b araum beworben und auch entsprechende Dorbe- t ntunqen eingeleitet hat. Weiter hatte sich noch b;.e alte Turnerschaft Hanau zur Hebernahme Per Deranstaltung bereit erklärt. Die von PH. R ö b i g (Rödelheim) oorgetra- q-me Rechnung schließt bei einem Kassen befind von 3513,85 Mark in Einnahme und Aus- (Cibe mit 209909,46 Mark ab. Die mustergültig geführte Rechnung wurde ohne Aussprache ge» n_rhmigt. 3m Doranschlag für das neue ®e- labaftsjahr find in Einnahme und Ausgabe 202 730 Mark vorgesehen, womit sich der Kreis- temtag einverstanden erklärt. Don den satzungsgemäß ausgeschiedenen Kreisvorstandsmitgliedern wurden wiederge- ivlthlt: 2. Kreisvertreter Schil 1 (Osthofen); Kreisoberturnwart ®g. Frey (Mainz), KreiS- Iclfenroart PH. Röbig (Rödelheim). Als Fech- tuarte wurden bestätigt: für das Fechten: Ott Offenbach), für das DolkSturnen E. Kramb iKreuznach), für den Svielbetrieb A. Reih l Frankfurt a. M.). während die Stelle des Kreis- I fxauentumtoart« vorläufig in Stellvertretung >urch W. Schmidt (Coblenz) verwaltet werden teil. Bei der Wahl der Abgeordneten zum SeutschenTurntag, der im August d. 3. in Bremen stattfindet, wurde im Gegensatz zu dem Beschluß der Kreisausschuhsihung ein Antrag M Aar-DaueS mit 113 gegen 63 Stimmen angenommen, der zum Ausdruck bringt, daß die OJedeilung der Abgeordneten in einer ge- i echten Form vorgenommen werden soll. Der Beschluß deS Kreistags gehl dahin, daß von ter dem Kreis zustehenden Anzahl 9 Abgeordnete auf den KreiSvorstand fallen, die übrigen 2:1 aber so verteilt werden, daß jeder Gau ebne Rücksicht auf seine Stärke vertreten ist. Ser Gau Hessen, der auf seinem ©auturntag tercit« Gauvertreter Pfeiffer und Gauober- taimtoart Will zu Abgeordneten bestimmt hat, tenn infolge der Reuregelung leider nur einen ter beiden nach Bremen entsenden. Durch gute Vordere tung in der Sitzung des Kre'.SauSschusseS war eS möglich, daß die große Der Attcefrauenverein in Gietzen schwärzen und verl eren damit alle Rechte an Kreis und D. T. Wichtig ist auch der Beschluß, wonach d'e Satzungen von Sonderabteil'ingen innerhalb der Vereine dem K eiSgrundgesetz angepaßt werden missen. Der Artrag, d?n Kre s- turntag zu einem früheren Zeitpunkt abzuhalien, wurde abgekbat. Hm 5 Hhr schloß der 2. Kreisvertreter den in vorzüglichem Turnergeist verlaufenen Turntag mit Dankesworten an die Braubacher und m t dem Wunsche, daß die gefaßten Beschlüsse und anregenden Beratungen der Deutschen Turnerschaft und dem deutschen Daterlande zum Gegen gere chen möchten. Begeistert wurde das „Gut Heill" auf die D. T. ausgenommen. Anzahl der vorliegenden Anträge verhältnis- mäßig rasch für bie De chlußfassang reif waren. Trotzdem wäre e.ne vollständige D rchberat ng kaum möglich gewesen, wenn eine Anzahl von Anträgen nicht zurückgezogen worden wären. Den Abbauanträgen wrrde nur um Teil zugestimmt; so wurde beschlossen, den Kreisturnt a g nur alle 2 3ahre statt finden und die Gau verbandSseste in Weg'all kommen zu lassen. Dagegen konnte man sich mit einer Verringerung der Zahl der Abgnrrdnrtrn des,Kr:is- parlamentS" nicht einverstanden erklären. Auch die von den Gauen Hessen, Rhein-Rahe und Süd-Rassau eingebrachten Anträge auf Abbau der 6 Gauverbände überhaupt sanden Ablehnung. weil der Kreisturnausschuß von der Maßnahme eine Zerr ißung deS t r'.technischen Gefüges befürchtet. Daß man sich im Kreise den auf die Erziehung und die geistige Ert-lchtigung der 3uaend qetlc,treten wichtigen A fgaben. wie sie in ber 3ugendofleg? und in der Betonung des turner scheu Geisteslebens gestellt fi id. nicht verschließen will. daS bewies die Annahme der Aufbauanträge des Kre'.swaris f.r Geistes- turnen Prof. ®g. Dender (Franks irt a. M.) Es wurde ein Kreisjugendausschuß rr.lt 4. ein Gesangsausschuß mit 2 und ein Wanderau «schuß mit 2 Mitgliedern bestimmt. Bezüglich der Festsetzung der Beiträge und Vergütungen lagen mehrere Spar- an träge vor. von denen aber Annahme nur ber sand,, der bei Fahrten bis zu 30 Kilom'ter die D. T. anerkannt w. rde, in der gleichen Höhe wie b Sher iestgeseyt. daS heißt auf 1,44 Mk. pro das Saargebiet je- Vorstand ermächt gt. die zu Erfolg« gezeitigt; folgende Hntemehmungen sind au nennen: Bazare für Kinder Hilfe, Studentenhilfe, Bienenkorb, Blumenlag«, DolkSküche und Skraßens ammlungen. 3m 3ahr« 1922 war der Verein wieder in der Laa«, seinen Zielen entsprechend, den alljährlichen SamariterkursuS aufzunehmen, dessen Hauptinhalt Hnterricht über erste Hilfe bei Hnglückssällen, Belehrung breiter VoHSkrcise über die Grundgesetze der Hygiene ist und der nicht zuletzt Anregung für die berufliche Pflegetätigkeit geben soll. Die SanltätSkolonne gewährt dem Kursus Hnterfunft in ihrem DereinSlokal und die Benutzung der Lehrmittel. Der B.enenkorb. Heber den Bienenkorb unter der Leitung von Frau 3ustizrat Dr. Rosenberg sind folgende Angaben von 3nteresse: Auf Anregung von Frau Geheimrat Dr. Gail, eines Vorstandsmitgliedes des Vereins, wurde der Bienenkorb als Abteilung des Alice- frauenverelnS im Mai 1921 ins Leben gerufen. Die Hot der Zeit hakt« es geboten, den Rentnerinnen eine kleine Erwerbsquelle zu verschaffen. ES wurde ins Auge gefaßt, alle Arten von Handarbeiten, je nach Fähigkeit der Herstellerinnen, anfertigen zu lassen. Gin Versuch, in dauernd« ArbettSverbindung mit größeren Abnehmern, wie Fabrikanten und Grossisten, zu treten, scheiterte an der geringen Bezahlung seitens der Arbeitgeber. Daher mußte man dazu schreiten, auf eigene Rechnung Material anzuschaffen, diese« verarbeiten zu lassen und die gefertigten Waren selbst unter der Hand abzufetzen. 3n den ersten Fahren boten sich hierzu die verschiedensten Gelegenheiten. 3n den Zähren 1922 23 und 24 fand gemeinschaftlicher Verkauf mit dem Rauheirner Alicefrauenverem in den dortigen Kolonnaden statt. Das Ausland hatte während der Inflationszeit großes 3nter- effe für diese Waren. Dank der Deutschen Kolonie in Rotterdam hatte der Bienenkorb jeweils die Möglichkeit, vor Weihnachten 1922 und 23 auf einem dort stattfinden Bazar zu verkaufen. Der Bienenkorb hatte weiter mit einer nach seinem Vorbild geschaffenen Einrichtung in Frankfurt Verbindung angeknüpft; Dort bot sich öfter« Derkaufsmöglichkeit. Ferner hatte er ein 3ahr lang Verbindung mit der Creditgemeinschaft gemeinnütziger Selbsthilfeorganisationen Deutschlands in Berlin. Da die Preise für die Waren au gering bemessen wurden, zog er es vor, durch Verlosung oder bei Gelegenheit eine« Bazars abzusehen. Der Betrieb wurde 1921 mit einem Kapital von 4000 Dk., das durch Spenden aufgebracht worden war, eröffnet. Lotterie und Auslandspende sicherten die Weiterarbeit im zweiten 3ahre. 3m 3ahre 1923 nahm der geschäftliche Gang der Einrichtung einen solchen Umfang an, daß in Herrn Konrad Schmidt und Fräulein H o ch st ä 11 e r geschulte Kräfte gewonnen werden mußten, die regelmäßig und fleißig dem Bienenkörbe zur Seite stehen. Da auswärtige 3n der Erfüllung h:manitirer Ausgaben in Gießen steht der Allce-Frauenvereln Stotes Kreuz) an hervorragendrr Stell«. Smne rbeit verdient die weitgehende Hnterstühuna der Dürgerschast, damit er durch diese Mithilfe in den Stand gesetzt wird, sich nach jeder Richtung hin weiter zu entwickeln zum Wohle weiter Mitbürgerkreise. Diesem vorbildlichen Verein in unserer Sozialarbelt sei heute d 'rch die nachstehenden Zeilen die öffe.illiche Aufmerksamkeit zugewandt. Eine Gesamlübersicht. Der Schweizer Philantrop Henry Dunant (1828—1910), der Urheber des Rot.reuz-Gedan- kens, forderte auf dem 1. 3nternatio-ialen Kongreß in Genf im 3ahre 1834 die Bildung von R o 1 k r e u z - D e r e l n e n, die sich die Förderung der Krankenpflege zur Aufgabe machten. 3n Hessen rief die Großherzogin Alice (1813-1878). eine writausschauendeLandeSmutter. den hessischen Landesfrauenverein, ihr zu Ehren Alicefrauenverein genannt, im Jahre 1869 ins Leben. Der Verein hatte vor- nehmlich ihrer 3nitin1ive feine lebenskräftige Gestaltung zu danken, sie bildete auch den geistigen ONittelpunkt seiner über das Grobherzogtum verbreiteten Zweigvereine. Der Gießener Zweigverein, im 3ahre 1880 gegründet, schlief wieder ein, wurde 1900 zu neuem Leben erweckt und erreichte seine hohe Bedeutung während des Weltkrieges 1914/1918 unter der ziel- bewußten Leitung der bamaliaen Dorsihendrn Frau Berta Gebhardt und der aufopfern- den Hilfe vieler Frauen und Jungfrauen Gießens. Zur Bekämpfung des Massenelendes des deutschen Volkes und der schweren Schäden nach dem Kriege, besonders zum Kampf in der 3n- flationSZeit mußten sich die kommunalen und privaten Wohlfahrtsvereinigungen die Hand reichen. Das höchste Streben des Vereins war, die Leiden des Mittelstandes zu lindern, und er schuf, neben seinen chnritativen Aufgaben eine soziale Abteilung: Der Bienenkorb, eine Arbeitsgelegenheit für Kleinrentnerinnen, von Frau Iustizrat Dr. Rosenberg geleitet; die Etudentenhilse, von Frau Saritätsrat Dr. S ch l i e p h a k e vertreten. Durch reiche ausländische Spenden, besonder- durch die Opferwilligkeit eines ehemaligen GroßgerauerS, des Herrn Gobel in Brooklin. war es dem Verein möglich. Schmalz, Mehl, Geld, kond. Milch diskret zu verteilen. Die Ehrung von Hausangestellten, die 20 3ahre in einer Familie tätig waren, fand wieder stall. 3m 3ahre 1925 konnten acht Angestellte mit einer silbernen Drosch« und einem Diplom ausgezeichnet werden. Das Hessische Rote Kreuz (Landesverein und Alicefrauenverein) eröffnete das im 3ahre 1925 eingerichtete Kinderheim in Bingenheim für Kinder des Mittelstandes am 15. April d. 3. wieder. Die Arbeitsgemeinschaft der Gießener Frauenvereine hat die schönsten Fahrtkosten nur für 4. Klasse vergütet haben to.IL Die KretSbeiträge für 1923 wurden nach längerer Aussprache, in der die Forderung der Sparsamke.t mit Rachdruck erhoben, auf der andern Se te aber auch die Gegenleistung der Mitglied. Für doch wurde Der __________ . „ . zahlende Steuer nach den jewe ligen Verhält- n'.s en festzufetzen. Mitglieder von Vereinen, die mit den Gaubeiträgen im Rückstände sind, haben nach Beschluß deS TurntageS keinen Anspruch au! Beihilfen auS der Hnfall-Hntrrstützungskasse deS Kreises, auf den KreiSehrenbries und den Ehrenbrief der D. T. Die V.'reine selbst find zu und au-ländisch« Lntkrstühungen in den letzten 3ahren ausblieben, ermögiichle eine Verlosung im Jahre 1924 dl« Weiterarbeit, und der gute Ersotg des Bazare« im Dezember 1925 (Reingewinn von 3300 Mk.) bildete da« Betriebskapital für da- laufend« 3ahr. Die Zahl der Dienen oeteug in den Jahren 1921. 1922 und 1623 von 80—123. 3m 3ahre 1924. nach der e.abllifierung der Mark, verringerte sich di« Zahl auf <9. Leiter find die Aussichten für den weiteren Verkauf gering. ES wird beab'ichtigt. wieder einen Verlaufsiag abzuhalien. Die Rachsra.^e nach Arbeit ist wieder größer geworden. D:« Zunahme des B enenschwar nc« ist ein Beweis für die Rolwendigkeit des Weilerbestchen» der Einrichtung, der auch fernerhin große« Wohlwollen entgegtngebradbt werden möge. D e Slubentenhilfe, in der Frau Danitätsrat Dr. Schliephake als Vertteterin des Verein- mitwirkt, konnte xum Bedauern des Vorstandes nur in bescheidener Wei'e unterstützt werden. An der gedeihlichen Entwilllung deS großen Werles, dessen erster Vorsitzender bekanntlich Pros. Dr. Eger ist, hat der Alicefrauenverein natürlich daS größte Interesse. Gr hofft, daß diese- Mittel- standsprobienz befriedigend gelöst werden kann und daß unserer akademischen 3ugend ball» sorgloser« Zeiten blühen. Das Dermoyen des Vereins wird seit nahezu 23 3ahren von Oberbürgermeister Keller als RechnungS'ührer verwaltet. Der Verein ist ihm für sein« Mitarbeit sehr dankbar. Leider ist auch der Verein in seinem Wertvapierbefitz von der 3nflat'on in Mitleidenschaft gezogen worden. Eine Siärkung des finanziellen Rückgrats wäre deshalb sehr zu wünschen. ______ _ Oberhessen. Landkreis Gießen. f. Klein-Linden, 19. April. 3n der jüngsten GemelnderatSsihung stand al- erster Punkt die Einrichtung einer Küche für bie Mädchenfortbildungsschule zur Beratung. Da eine Mehrheit dc« Gemeinderats bisher die Mittel dazu abgelehnt hatte, nahmen In dieser Sitzung der Schulvorstand sowie Schulrat Prof. Dr. Alles aus Gießen Veranlafsuno, über Zweck und Ziele der Kücheneinrichtung für unsere weibliche Fügend zu sprechen und zugleich auf die gesetzlichem Vorschriften hinz'.'weisen. Die Lokalfrage ist jetzt In günstigem Sinne gelost. Rach gründlicher Aussprache bewilligte bet Gemeinderat die Mittel In Höh« von 500 bi- 600 Mark zur Einrichtung der Küche. Da bie Gemeinde Allendorf (Lahn) sich jedenfalls an der Einrichtung beteiligen wird, soll über bie Höh« deS Zuschusses mit Allen- borf verhandelt werden. Betreffs der Einführung deS dritten Schuljahre« 1926/27 nahm der Gemeinderat eine ablehnend« Stellung an; es soll den Mädchen überlassen bleiben, sich freiwillig an dem Kochunterricht zu beteiligen. Del guter Beteiligung will bann der Gemeinderat später zur evtl. Einführung de« b ritten 3ahres al« Pfllchtfchuljahr Stellung nehmen. — Bei ber Reuwahl der Beisitzer zum Schulvorst anb wurden die bisherigen Vertreter wiebergewählt. — Wegen ber Reu- b e f e 6 u n g ber Gemelnberechnerstell« lag vom KreiSamt ein Schreiben vor zur Herbeiführung deS Beschlusses, ob bei der Festsetzung der Kaution deS neuen Rechner- Privatinteressen Vorlagen ober nicht, ba laut Einspruch ein Bruder be« Gewählten hierbei mitgettirtt hätte. Der Gemeinderat verneint ba« Bestehen von Privatinteressen. — Beschlossen wurde ferner, von der steuer!ich«n Begünstigung durch Richterheben der Gemeinde-, KrciS- und ProvinAialumlagen zur Belebung der Dauwirtfchaft Gebrauch zu machen. Demnach bleiben Die ab 1926 neuzuerstettenben ®e* bäube auf 5 3ahre von biefer Steuer befreit. — Sin urbargemachtes Grundstück wurde den antragstettenben, verheirateten Erwerbslosen, zur Anpflanzung von Kartoffeln für diese« 3ahr freigegeben. 3m Herbst sollen Obstbäume auf daS Grundstück gesetzt werden. — Ein Gesuch des Kleinkaliberschützenverein S um Erlaubnis zur Errichtung eine« Schieß st and«« an bet Schinderhohl wurde genehmigt. n. G r o h e n - L l n b e n, 19. April. Die bi«S- jährlgen Abc-Schützen, 63 an ber Zahl, und zwar 25 Knaben und 33 Mädchen, sanden beute Aufnahme in ber Schule. Die tolle Herzogin. Roman von E r n ft Klein. Copyright by Carl Duncker. Vertag. Berlin. tiS. Fortsetzung Nachdruck verboten „Und wenn ich mich weigere, blefe» Wort zu gtben?“ James Wood guckte die Achseln. „Dann würde übermorgen im „Malin" ber Der. hag zu lesen jein, den Lord Burnham und Mr. Mil- ter mit Herrn Karaschin, Doktor Röder und Gros- man» abgeschlossen haben. Ich glaube kaum, daß 5l)re Regierung große Freude an dieser Publikation falben wirb." Sir Waller nahm ba» Monokel aus bem Auge unb putzte es sehr sorgfältig. Blie» auf bas Glas, polierte es von vorn, polierte es von hinten, blickte nrüfenb durch unb klemmte es wieder ein. Madame Leonie lehnte mit ber Miene einer Tarne, bie sich königlich amüsiert, in ihrem Fauteuil. (5(oria stand an dem Tische unb ließ kein Auge von 3imes Wood. Alles las er in ihrem Blick — Angst. Verblüffung. Bewunderung--Sir Waller las e-« aud) und grinste. „Das fegen Sie bazu. Frau Herzogin? „Ich--?" Ein eigentümliches weiches Lächeln z.»g um ihren schönen Äunb. „Soeben, als Sie ein« traten, hat mir Herr Wood dasselbe erklärt. Unb id) glaube — Sir Waller — es bleibt Ihnen nichts oberes zu tun, als diese Bedingung zu erfüllen." „Scheint mir auch so", knurrte ber Mann von Scottlanb Yard. .Lch gebe bas verlangte Ehren« trort/ ,Lhre Hand daraus, Sir Walter?' Und sie hielt ihm ihre Hand hin. „Meine Hand und mein Wort.' Und zu James Wood n>enbefe er sich: „Wer aber bürgt mir dafür, daß die 2Ibmad)ung «ach von Ihrer Seite gehalten wirb?' „Diese» hier.' Zufriebenheit, fonbern auch Vertrauen. Hatte also keine Schwierigkeit, hinter bas saubere Planchen zu kommen, ba» sich Las Dalbas ausgeheckt hatte. Er bekam das Original des Vertrage» in bie Hand ober war es nur eine offizielle Abschrift? — — Egal — — er bekam das Papier. Sein Auftraggeber war Herr St. Aubain im Hotel Ritz--“ „Dollstänbig klar!' „Wie Las Valdas feinen Plan ausführte — darüber, Sir Walter, bitte ich schweigen zu dürfen. Das gehört ja, genau genommen, auch nicht hierher. Ich möchte nur betonen, baß Sie, wenn Sie es gewußt hätten, ibn erst mit ber Hundepeitsche traktiert unb bann niebergeschossen hätten. Ich muß gestehen, baß ich oft baran war, meine RuHe zu vergessen unb ihn grünbllchst burchzubläuen. „Was natürlich verkehrt gewesen märe." „Total verkehrt. Ich rufe übrigens die Damen als Zeugen bafür aus, baß Sir Waller mein Vorgehen burdjaus billigt. Doch weiter! Also. Las Dal- bas verschasfte sich bas Dokument unb schrieb es auf einem feiner Briefpapiere ab. Das Dokument sollt« wieder in den Schrank Lord Burnham» zurückpraktiziert werden. Nach getaner Arbeit ist aut ruhen. Las Valdas legte sich schlafen, und ich, ber ich die ganze Zeit unter feinem Bett gelauert, machte mich meinerseits an bie Arbeit. (Ein bißchen Aetyer auf bas Riechorgan bes Grafen — nun ja, der Chock hätte ihm, wenn er plötzlich erwacht wäre, vielleicht übel bekommen können. Ich vertauschte seine Abschrift mit einem leeren Papier, steckte es in dasselbe Kuvert, tat dieses in dasselbe Fach seiner Brieftasche unb verduftete. Dar ein gewagtes Spiel--doch ich hatte nur noch eine andere Chance--ihn an Ort und Stelle umzubringen. Aber bas Spiel gelang. Las Balba» hatte es am nächsten Morgen eilig, nach London zu kommen. Er hatte sich tatsächlich eine kleine Verletzung zu- gezogen — bie beste Ausrebe. Das andere misten Sie aus der Aussage bes Chauffeurs Joe Perkins.' „Stimmt. Doch leider verschwieg der Chauffeur damals ganz die Hauptszene selbst. Jubelnd, lachend, bebend vor Freude zog Gloria bas Dokument aus bem Busen unb hielt es ihm hin. „Derbammt!' schrie er. „Regelrecht geleimt! Nun. Frau Herzogin, wenn sogar Sie sich gegen bas hochheilige englische Gesetz verschwören, bann muß ich mich als geschlagen bekennen." „Was werben Sie jetzt tun?* Sir Walter äugte sie alle ber Reihe nach an. „Eine ganze Menge Dinge. Erstens bie Nilpferbe vor ber Tür ba in den Stall zurückschicken. Zweitens meinem Ehef unb Onkel bepeschieren, baß ich den Mörder von Las Valdas zwar gestellt, aber aus sehr triftigen, später noch zu erklärenden Gründen Aostand genommen habe, ihn au verhaften. Drittens um ein Glas Champagner bitten. Viertens diesen Herrn Perkins ober Wood oder TPZ ersuchen, endlich mit feinem Berichte loszufchießen." Die Gläser klangen zusammen, Sir Walter wurde in aller Form Madame Üsonie, der Konkurrenz aus Alexandrien, vorgestern und James Wood begann: Es ist nicht viel und nichts Großartiges zu be- richten, Madame LSonie, oberster Chef ber Inter- national Agency Sperazzi & Co., in Alexandrien, beauftragen mich, gewisse Briefe herbeizuschasfen, die Las Valdas zu kaltblütigen Erpressungen be» nutzte. Ich kam mit Ibrahim nach London und brachte es durch ein ausgiebiges Pfundopfer dahin, bah Adams, ber Chauffeur bes Portugiesen, plötzlich an intensivem Heimweh nach seiner Daterstabt Rich« monb erkrankte. Wo er sich, Sir Walter, noch im Schoße seiner Familie aufhalt--* „Ohne Interesse für mich.' „Schön, ich fahre fort. Adams präsentierte mich al» Ersatz — ich wurde akzeptiert und fuhr den Grafen noch am selben Tage nach Burr.harn Tower. Obwohl ich den Weg nicht kannte, kam ich doch tadellos dort an. Er war mit mir zufrieden, unb ick tat natürlich mein Bestes, diese Zufriedenheit nicht nur zu erhalten, sondern auch zu vergrößern. Ich bot meine Dienste als Kammerdiener an. Ich plättete Frackhosen unb erteilte Ratschläge in bezug auf bi« Farbe der Krawatte. Ich gewann nicht nut * Lollar, 18. April. Heute fand im Saale ..Hur Traube", hier, die diesjährige öffentliche (B e - feilen Prüfung statt, der sich 8 Prüfinge unterzogen, und zwar 3 Weißbinder: Karl Dort und Ludwig Vogel- Daubringen und Wilhelm H o f- m an n-Lollar; 3 Schlosser: Ludwig Größer- Allendorf a. d. Lahn, Hch. Becker- Kesselbach, Ernst Becker-Staufenberg; 2 Schreiner: Hch. Becker- Mainzlar und Philipp Kuhl- Fronhau- sen. Fünf erhielten die Note „gut bestanden", drei die Note „bestanden". Der Vorsitzende des Gewerbevereins, Spenglermeister Fuchs, konnte den Syndikus Röhr von der Handelskammer Gießen begrüßen, der der Prüfung beiwohnte und am Schlüsse eine warme, beherzigenswerte Ansprache an die Handwerker und Junggesellen richtete, worin er besonders hervorhob, daß das Handwerk Qualitätsarbeit leisten müsse, wenn der Kaufmann sich mit deutschen Waren auf dem Weltmärkte Absatzgebiete erobern wollte. Warme Mahnworte richteten auch der Vorsitzende Fuchs und Rektor Saab an die Junggesellen; der Schriftführer, Schreinermeister Hch. Geißler VII., dankte den Meistern und Gesellen, die sich uneigennützig in den Dienst des Handwerks gestellt hatten bei der Ausführung der Gesellenstücke. Unter Dankesworten an den Schriftführer Geißler, den Prüfungsleiter, Rektor D a a b, und die Prüfungsbeisitzer schloß der Vorsitzende die Prüfung. 5. Trohe, 19. April. Der Märchenerzähler Theo Mohr aus Hamburg, der z. Z. im hiesigen Schulhaus zu Besuch weilt, bereitete uns am Sams- tagabend einen seltenen Genuß, indem er im Schulsaale für Große und Kleine M ä rchen - und Volksreime in vollendeter Weise frei erzählte. Auch ein Versuch, in niederdeutscher Sprache die Zuhörer zu fesseln, gelang zu aller Freude. An der atemlosen Spannung, die bis zum Schlsse anhielt, konnte man erkennen, welche ungehobenen Schätze gerade noch im Märchen verborgen liegen. s. Trais-Horloff. 19. April. Dor einigen Tagen wurde im „Gieß. Anz." von der Küchenschelle berichtet. Diese Pflanze ist in unserer Gegend gar nicht so selten. Auf der Südwestseite einer Dasaftkuppe, die unmittelbar am hiesigen Bahnhof sich erhebt, wächst sie ebenfalls. Auch bei Steinbach — so wurde dem Einsender berichtet — ist sie anzutreffen. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 18. April. Eine von der Evangelischen Volksgemeinschaft auf Donnerstagabend hier einberufene öffentliche Versammlung konnte mangelsVeteili- gung nicht abgehalten werden. Kreis Büdingen. bs. Unter-Widdersheim, 19. April. Im Saale der Wirtschaft F. Michel sprach Landwirtschaftsrat Dr. König von Lich über neuzeitliches Düngen. In Anbetracht der Wichtigkeit des Stoffes hätte ein besserer Besuch erwartet werden dürfen. — Wie sehr das seitherige milde Frühjahrswetter den Pflanzenwuchs gefördert hat, erhellt daraus, daß die Kinder schon Sträuße Maiblumen im Walde pflücken. Kreis Schotten. D Saubad), 19. April. Ein wohlgelungener Operettenabend wurde gestern und vor- gestern auf der Theaterbühne des „Solmser Hofes" geboten. Zur Aufführung kamen an jedem Abend je zwei Stücke: 1. „M onsieurHerkule s", ein» aktige Posse von Georg Selig, in der Bearbei- tund von Bernhard Grafen zu Solms-Lau- bach; 2. „Der Schinderhannes", Operette in 3 Akten unter Benutzung bekannter Schlager, von Bemhard Grafen zu Solms-Laubach. Die zahlreichen Zuhörer aus der Stadt und Umgegend spendeten lebhaften Beifall. — Die hiesige Konzert- und Vortragsvereinigung hat in Gemeinschaft mit den beiden hiesigen Gesangvereinen den Gießener Bauerschen Gesangoer- e i n zu einem Konzert gewonnen. Es wird voraus- sichllich am 24. d. M. stattfinden. ♦ Eichelsdorf, 19. April. Wie nicht an- ders zu erwarten war, hat die im März durch viele Zeitungen Hessens gegangene Notiz über eine der Familie Würz winkende 70 M i l l i a r d e n e r b - schäft auf die Glieder des hier in Nachbardörfern weitverzweigten Geschlechtes keinen besonderen Eindruck gemacht. Wohl lieferte die Nachricht für die langen Märzabende einen willkommenen Gesprächsstoff, aber an die Möglichkeit eines solchen Milliardensegens vermochte niemand zu glauben. Die von geschätzter Seite erteilten Ratschläge, jede Hoffnung auf die holländischen Milliarden fahren zu lassen, waren völlig verfehlt, denn die Würz, schon um 1600 hier ansässig, sind als alte Vogelsberger so nüchtern denkende Menschen, daß sie sich durch einen derartigen „Aprilscherz" noch lange nicht in Aufregung versetzen lassen. Der in dem Zeitungsartikel genannte Ausschuß hat nie bestanden, höchstens in der Phantasie des Zeitungsschreibers, der eine schon mehrfach aufgetauchte, längst als aussichtslos bekannte Sache von neuem angriff und für feine Zwecke weidlich ausnutzte. Die Frühjahrsarbeit hat nun die Erbschaftsangelegenheit gänzlich verqesien lassem Es geht, wie Geibel sagt: „Ds Froijohr genq die Aerwet o, die Pingste doocht fa Mehsch nih bro. (Wir hatten von der phantastischen Schreiberei des Berichterstatters keine Notiz genommen. Kreis Alsfeld. U $118f eld, 18. April. Der Kreis- tag hielt unter Leitung des Kreisdirektors Dr feiner Srüf)ia6r8fi6ung ab. Man beschloß dre Herabsehung der Tagegel- £-\?ct™?b?-eoJönctcn auf 10 Mark für aus- wartige Mitglieder und auf 5 Mark für in Als- felö wohnende Mitglieder. Der Voranschlag w r ^-r 1a f fc für 1 926 wurde mit 445 276 Tlarf m Einnahme und Ausgabe und mit 130 000 SEbmigt.. Ferner wurde ein- o das Kreisamt möge bei der Landeshhpvthekenbank dahin wirken, daß zur V e- lebung der Bautätigkeit und zur Be- Hebung der Wohnungsnot billiges Geld ^"lüsung gestellt werde. Don besonderer Bedeutung ist eine Entschließung an das Ministerium, die auf Antrag der Abgeord- neten . Lutz und Korell gefaßt wurde; sie lautet: »Der Kreistag beantragt, daß die Mittel aus der A u 1 o m o b i l st e u e r, welche in diesem 2ahre für die Straßen Gießen—Frankfurt Ver- wendmig ftnden. un nächsten Jahre für die durchgehenden Straßen anderer Kreis- unh fer ™ «»«• A--s?-d'L-üLLg nnfHm «Jin»» r*' Samstagabend gab im kleinen Saale des Hotels „Deutsches Haus" die aus 10 Mann bestehende I u g e n d k a p e l l e Dotter unter Leitung ihres unermüdlichen Gründers und Förderers. Lehrers Dotter, ihr erstes öffentliches Konzert, nachdem sie schon vor einiger Zeit bei den Elternabenden der Oberrealschule und Stadtschule mitgewirkt hatte. Die junge Künstlerschar, die sich aus Studenten und aus Schülern der hiesigen Oberrealschuie zusammensetzt, zeigte erstaunliche Proben technischen Könnens und eines sauberen, flotten Zusammenspiels. Das von Herrn Dotter gut ausgewählte Programm wurde durch Solovorträge für Cello, Flöte, Klavier und Violine wirkungsvoll belebt. Man muß Herrn Dotter dankbar sein für seine Bemühungen um die Hebung des musikalischen Lebens in unserer Stadt, mit denen er einen recht lohnenden Anfang nach längerer Pause wieder gemacht hat. Irgendeine Konkurrenz für Berufsmusiker zu schaffen, ist nicht beabsichtigt. da die Kapelle lediglich zu ihrem Vergnügen spielt. — Einen vorzeitigen und unerwarteten Abschluß nahm eine von der Evangelischen Volksgemeinschaft unter Leitung von Pfarrer Weidner, Ober-Lais am Freitag im „Deutschen Hause" stattgefundenen öffentlichen Versammlung. Die Versammlung war im ganzen von nur a ch t Personen besucht und endete damit, daß die wenigen Teilnehmer unter Protest das Lokal verließen, nachdem der Redner auf die Angriffe von Bürgermeister Schröder- Elbenrod seinerseits zu Angriffen auf die Landwirtschaft überging mit der Behauptung, diese zahle keine Kirchensteuer. — 2lm Sonntagmorgen v e r st a r b dahier die älteste Bewohnerin unserer Stadt, Frau Katharine Orth Ww., im Alter von nahezu 9 3 Jahren. Die Verstorbene war bis in ihre letzten Tage hinein geistig vollkommen rüstig, während sie allerdings in letzter Zeit an das Bett gefesselt war. Wirtschaft. Von den Schlachlvsehmärkten. An den deutschen Schlachtviehmärkten der Vorwoche war die Marktlage nur für Schweine aus- gesprochen schlecht, während sie sich für die übrigen Gattungen nur unwesentlich gegenüber der Vorwoche geändert hat, und bann eher nach der günstigeren Seite. Die Auftriebsziffern haben im Vergleich zur vergangenen Woche, wo sie stark hinter dem Durchschnitt zurückgeblieben waren, wieder beträchtlich zugenommen und im allgemeinen das normale Maß wieder erreicht, teilweise sogar etwas überschritten. Die Notierungen lauteten für Schweine im Einklang mit der günstigen Marktlage sehr schwach, für Rinder dagegen recht gut behauptet. Kälber mußten sich verschiedentlich kleinere Preisnachlässe gefallen lassen, während Schafe sich im Preisniveau nicht wesentlich von den vorwöchigen "otierungen unterschieden Auf den nachstehenden Märkten wurden für ein Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin 20-55 40-88 30-55 68-77 Bremen 30-55 55-80 50-62 50-72 Breslau 20-53 — — 62-78 Chemnitz 22-54 50-86 50-60 68-82 Dortmund 20-57 30-80 30-55 65-74 Dresden 32-82 42-88 — 62-83 Düsseldorf 20-58 35-75 — 60-75 Elberfeld 20-56 40-75 — 65-78 Esten 28-60 38-110 27-52 62-77 FrankfurtM. 15-59 44-84 32-50 52-74 Hamburg 15-57 25-85 35-44 54-68 Hannover 20-57 30-80 20-55 64-72 Husum — — — — Karlsruhe 22-58 70-80 — 70-82 Kastel 20-55 51-72 — 66-80 Kiel 17-51 25-66 32-65 49-75 Köln 18-58 42-110 — 58-78 Leipzig 25-54 40-77 30-60 60-78 Magdeburg 18-55 30-70 20-53 60-76 Mannheim 14-58 50-85 42-46 62-78 München — — — — Stettin 12-52 30-80 15-50 65-88 Stuttgart 13-55 66-89 — 52-78 Zwickau 18-53 32-75 35-58 70-84 * Mainkraftwerke A. G., H ö ch st a. M. Der Abschluß für 1925 ergibt einen Rohgewinn von 3 682 095 Mk. Nach Abzug der Handelsunkosten, Steuern, Abgaben und nach Abzug der Zuweisung zur Anlagekapitalsbildungs- und Erneuerungsrücklage und unter Berücksichtigung der Anleihezinsen verbleibt ein Reingewinn von 1799 093 Mk., aus dem der H. V. (20. Mai) eine Dividende von acht Prozent auf die Stamm- und von 6 Proz. auf die ^Vorzugsaktien oorgeschlagen wird. Auf die Genußrechte von Anleihe-Altbesitz entfallen demnach vier Prozent. * Zuckerfabrik Frankenthal. Die Zuckerfabrik Frankenthal, die bei der bevorstehenden Fusion die übrigen vier süddeutschen Zuckerfabriken in sich aufnehmen wird, schließt das Geschäftsjahr 1924/25 nach Abschreibungen von 623 790 Reichsmark mit einem Tleberschuh von 120 807 Reichsmark ab. Der äleberschuh wird vorgetragen. Rach dem Derwaltungsbericht wirkte der große Zuckerimport nach Deutschland preisdrückend und hinderte außerdem den Absatz der inländischen Erzeugung. Derhängnisvoll haben sich ferner die Durchfuhrausnahmetarise gezeigt. Die Zuckerfabrik Heilbronn schließt das abgelaufene Geschäftsjahr nach Abschreibungen von 131170 Reichsmark mit einem Reingewinn von 139 947 Reichsmark, der ebenfalls vorgetragen wirb. Die Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation, Mannheim-Waghäusel, weist nach Abschreibungen von 284 520 Reichsmark auf Wertpapiere und 236 939 Reichsmark ordentlichen Abschreibungen einen Reingewinn von 296 998 Reichsmark auf, der ebenfalls vorgetragen werden soll. Berliner Börse. Berlin, 20. April. Die "Verstimmung über die Vertagung der amerikcnnschen Freigabe-Vorlage hat sich bereits gelegt. Die Tendenz der Dividendenpapiere war im heutigen Dormittagsverkehr leicht erholt und zeigte auch bei offiziellem Beginn eine freundliche Entwicklung. Das Geschäft setzte allerdings sehr zögernd ein, da eine gewisse Tlnsicherheit nach der gestrigen Erschütterung zurückgeblieben ist. Die Spekulation nahm teilweise Rückkäufe vor, die mit einer günstigeren Beurteilung der Freigabe-Angelegenheit begründet wurden. Außerdem fanden in den Papieren, die gestern den Hauptstoß auszuhalten hatten, Deckungen der Baisse-Partei statt, so daß verschiedentlich Kursbesserungen 'von 2 bis 3 Proz. gegenüber den Rachbörsenkursen des Dortages eintraten. Die Aufmerksamkeit der Börse wurde wieder mehr auf heimische Wirt- schaftssragen gelenkt, insbesondere fand die leichte Verfassung des Geldmarktes stärkere Beachtung. Tagesgeld war zu 3 bis 41/. Prozent reichlich angeboten. 3m Devisenver- tebr gab Paris gegen London weiter nach und erreichten einen neuen Rekord-Tief- stand von 14 7. Auch Brüssel lag matt mit 133,5 gegen London. Die Diskontermäßigung in Rorwegen brachte eine leichte Abschwächung des Wechselkurses auf 22,30 gegen London. Dörsenkurle. Frankfurt a.M Berlin Sd)lU6- fiurs i-Uhr» hur» 5d)iu6« knr^ ^Anfang Datum: 19. 4 20 4 19 4 20 4 5% Deutsche Rcichßanlcthe . 4% Deutsche RcichSanlcihe . 0.428 । 0.437 0,430 1 0,437 — — 0,4'10 0,417 8‘/t% Deutsche yieidj anlctbe 0.415 — 0,400 0.415 3% Deutsche Rcichsanleioe 0,500 — 0,480 0.5(0 Deutsche Sparpramicnanleive 0.261 — 0,265 4% Preußische KoniolS • • . 4% Hessen........ 3'/»% Hessen........ 0,405 1 — 0.400 0.415 0,410 0,390 _ _ — 3% Hessen.......... — — _ Deutsche tiBertb. Dollar Anl. — — _ _ dto. Doll.-Schah-An ireiina.-l 100 — — Hio de Jan 1,670 1.674 1,969 1,973 0.583 0.585 0.588 0.590 Wien in®.« Oest. abgest 59,158 59,191 59,17 59.31 Prag . . . 12,418 12,458 12,415 12,455 Äclzrad . . 7,384 7,404 7.384 7,404 Budapest. Bulgarien 5,865 5,885 5.87 5,89 3,06 3,07 3,055 3,065 Lissabon 21,325 21,375 21.325 21,375 Dansig. . 80.88 81,08 80,90 81,10 Konstantin. 2,043 2,053 2,075 2,085 Atben 5,39 5,41 5,29 5,31 Canada. . . Uruguav 4,20 4,21 4.20 4,21 4.31 4.32 4.315 4.325 Banknoten. Berlin, 19 April (Seit) Brie» Amerikanische Violen ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten . ....... Englische Noten. ....... Französische Noten ...... holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten..... Deutsch-Oesterr-, 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten..... Schweizer Noten...... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Unaartschc Noten..... 4,185 15,58 109,53 20,35 14,18 167,86 16,91 91,72 59,06 1,66 112,02 80,85 60,65 12,395 5.83 4,205 15,66 110,07 20,45 11,26 168,70 16,99 92,18 59,36 1,70 112,58 81,25 60,95 12 455 5,87 Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 20. April. Tendenz: Fester. — Die durch die ungünstige Weisung in der Freigabefrage gestern hervorgerufenen schweren Einbußen konnten im heutigen Börsengeschäft zum Teil wieder ausgeglichen werden. Die nervöse und gedrückte Stimmung des Vortages hat heute einer w e - sentlichen Beruhigung Platz gemacht, und allenthalben legte man größere Zuversicht an den Tag, wodurch auch die K a u f l u st eine Förderung erfuhr. Die Hauptumsahtätigleit entwickelte sich in Chemiewerten unter Führung von 3. G. Farben, die gute Kusgewinne zu verzeichnen hatten. Auch Elektroaktien verkehrten angeregt und gingen höher. Bei Eröffnung des offiziellen Verkehrs wurde die Stimmung bereits wieder schwankend, da Berliner Abgaben einen gewissen Druck verursachten, der aber schließlich überwunden werden konnte. Die Tendenz konnte sich wieder befestigen, doch hielt sich das Geschäft in engsten Grenzen. Schiffahrtsaktien vermochten, nachdem die Freigabeangelegenheit wieder etwas freundlicher beurteilt wurde, von ihren gestrigen starken Verlusten ungefähr 4 Prozent aufholen. Von Elektroaktien waren Siemens & jätete gut befestigt plus 5 Prozent, AEG. plus 1,25 Prozent. Bankaktien lagen ruhig, ohne nennenswerte Kursveränderungen. Darmstädter Dank wurden heute exklusive Dividende gehandelt und notierten 129,5. Autoaktien hatten gute Erholungen aufzuweisen, Daimler plus 2 Prozent. Die Werte des Kassamarktes waren überwiegend gut erholt, ohne jedoch einem groben Interesse z» begegnen. Deutsche Anleihen mäßig befestigt. Ausländische Renten gaben weiter nach, besonders Türkenwerte waren infolge der Meldungen über die Mobilmachung türkischer Truppen stärker gedrückt, 3m Freiverkehr stellten sich geringe Besserungen ein, Decker Kohle 5-1, Decker Stahl 39 Benz 68, Brown Doveri 71, Entreprise 11, wag 50, Ufa 63, Ufra 78 Prozent. Der weitere Verlauf war Schwankungen ausgesetzt, da die Tendenz im allgemeinen zum Rachgeben neigte. Schiffahrtsaktien blieben stark vernachlässigt. Die plmsahtätigkeit flaute stark ab. Am Geldmarkt war Tagesgeld heute etwas stärker gefragt. Der Satz dürfte sich auf 5.5 Prozent stellen. Monatsgeld 5,5 bis 7 Prozent je Adresse. Privatdiskonten 45/s bis 47/8 Prozent, 3ndustr:e- akzepte 56/8 bis 5TA Prozent. 3m Devisenverkehr lag Paris gegen London erneut schwächer mit 146,75. Auch Brüssel lag schwach mit 133,—. ankfurter- Getreidebörse. Frankfurt a. M, 20. April. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 30,50 bis 30,75 Mk.; Roggen, inländischer, 20,75 bis 21; Sommergerste für Brauzwecke 22,75 bis 24,75; Hafer, inländischer 23 bis 24; Mais (gelb) 18,75 bis 19; Weizenmehl, inländische (Spezial 0) 42,25 bis 48; Roggenmehl 29,50 bis 30; Weizenkleie 10,50; Roggenkleie 11,50 bis 11,75 Mk. Tendenz: stetig. Frankfurter Pferdema^t. WSN. Frankfurt a. M., 19. April. Der heute abgehaltene Pferdemarkt hatte einen Auftrieb von über 600 Pferden jeglichen Schlages. Besonders an erstklassigen Arbeitspferden bestand gutes Angebot. Das Geschäft war ziemlich rege, da der Markt stark von Landwirten aus der weiteren Umgebung besucht war, welche große Kauflust zeig, ten. Die Kaufabschlüsse bewegten sich in der ersten Klasse auf 1500—2500 Mk., in der zweiten auf 1000 bis 1500 Mk. und in der dritten Klasse auf 500 bis 1000 Mk. Auch Schlachtpferde, je nach Qua- lität (vollfleischig), wurden mit 50 bis zu 150 Mk. verkauft. Auffallend viele Gespanne, Wagen aller Typen, auch Droschken, standen zu Spottpreisen zum Verkauf; ein Zeichen der fortschreitenden Aritomobilifierung. Berliner Produktenbörse. Berlin, 19. April. Der Verflauung am Samstag folgte heute im Berliner Produktenhandel für Weizen in älebereinstimmung mit festeren Berichten aus Amerika und England sowie angesichts merklich erhöhter cif-Forderungen erneut eine festere Tendenz. Prompte Ware, wie auch Termin, waren durchschnittlich etwa 3 Mk. höher. Roggen hat wenig 3nlandangebot und schließt sich in der Tendenzentwicklung dem Weizen an. Die um 2 bis 3 Mk. erhöhten Forderungen fanden durchweg Bewilligung. 3m Zeitgeschäft war speziell 3uli infolge Deckungen stark nach oben gerichtet. Der erste Kurs eröffnete 4 Mk. über letztem Schlutzstand. Gerste etwas ruhiger, da die Käufer vorsichtiger geworden sind. Hafer hat Konkurrenz durch reichliche polnische Offerten und liegt schwächer. Mehl nur vereinzelt umgeseht. Futtermittel behauptet. Es notierten pro Tonne: Weizen (märt.) 293 bis 298, Roggen (märt.) 177 bis 182, Sommergerste 200 bis 216, inl. Gerste 175 bis 193, Hafer (märt.) 195 bis 205: pro Doppelzentner: Weizenmehl 38,25 bis 40,50, Roggenmehl 26 bis 27,50, Weizenkleie 41,25, Roggenkleie 12 bis 12.10, Diktoriaerbsen 32 bis 39, kleine Speiseerbsen 27,50 bis 30, Futtererbsen 23 bis 27, Peluschken 22 bis 25, Ackerbohnen 22 bis 24, Wicken 20 bis 32, Lupinen (blau) 11,75 bis 12,75, Lupinen (gelb) 14 bis 14,50, Serradelle (alt) 26 bis 30, Serradelle (neu) 38 bis 42, Rapskuchen 14,50 bis 15, Leinkuchen 18,80 bis 19,20, Trockenschnitzel 9,70 bis 10, Sohaschrot 19,80 bis 20,20, Kartoffel- flocken 16,30 bis 16,60. Büchertisch. — Sturms. Roman von Minna Falk. (Preis 3 Mk. Verlag von I. F. Steinkopf in Stuft» gart). — Die „Sturms" sind eine eigentümliche Familie. In höherem Akter erst kamen sie zusammen, obwohl sie sich von Jugend an kennen; jedes hat schon seine Besonderheiten. Er ist seines Zeichens Tischlermeister, mit der Spezialität „Sargmacher". Diese stete Beschäftigung macht ihn sinnierend, was sich auch auf seinen einzigen Sohn überträgt, mit dem er nach dem frühen Tode seiner Frau ein e n» James Leben führt. Er ist menschenscheu geworden und bringt manche Stunde am Grab seiner Lieben zu, der er alles berichtet, was ihn bewegt. Der Sohn aber kommt doch auf andere Gedanken, besonders beeinflußt von feinem Lehrer, der ihn versteht und ihm ein Freund wird. Es gelingt ihm, zum Studium zu kommen, ins Pfarramt und in den Hafen der Ehe einzulaufen. Wie sich das entwickelt, wird jeder Leser mit Spannung verfolgen. Ganz köstlich ist, wie die beiden Schwiegerväter, der Sargmachep und der Geheimrat sich kennen und schätzen lernen. 164 — D i e Entwicklung der Luftflotten 1 925. Eine willkommene Gabe ist das soeben zum 5. Mai erscheinende bekannte „Taschenbuch der Luftflotten", herausgegeben von Dr.- 3ng. Werner von Langsdorff (3. F. Lehmanns Verlag in München, Preis in Leinwand geb. 12 Mk.), das an Hand zahlreicher Statistiken, ergänzt durch 464 Abbildungen, alles Wissenswerte über die Entwicklung des Flugwesens in den Staaten der Erde bringt. Reben den Verkehrsflugzeugen werden Sport- und Kriegsflug- -zeuge behandelt. Die ausführliche Berücksichtigung gerade der letzteren gibt einen klaren Einblick in_ die unermüdlichen Rüstungen der Militärmächte. Auf den ersten Teil mit einer ^lebersicht öer Typen nach der technischen Seite und mit Angaben der Abmessungen und Leistungen folgt im 2. Teil u. a. ein vollständiges Anschriften- Verzeichnis der Luftfahrtfirmen, Fabriken und Vertehrsunternehmungen. Daneben werden Korken und Pläne be8 Weltlustverkehrs gegeben mit einem Etativns- und Streckenverzeichnis des europäischen Luftverkehrs. Ein Riefenstoff ist knapp und übersichtlich zu einem handlichen und unbedingt zuverlässigen Taschenbuch verarbeitet, das auf keine Frage, die man an ein solches Rachschlagewert stellen kann, die Antwort schuldig bleibt. Es kann jedermann warm embfoMen werden. (68) N Darmirägheii S und Stuhlverstopfung beseitigt das gute alte Hausmittel, die blutreinigenden Apotheker Richard Brandts Schweizerpillen Bxtf. a.u piL 1.6. Eitr. Ao»UL UlA . AloM - AMtoIK u I l* . ÄXO. TrtL - O..L U 0.6. Pol», red. Gent. . B nr. kksch Satin'1 f Dior 2 Ae Reich loh", schein^ Dlg Schns lag ui Lnschr nchten zrantt Sie 1 Pol hat Jen zu verha Sowjet Meute Wunsch, tionc unb fr'u legt sie Wfichtei iunge Maßen müßte, 1 will, der Stämme, oereinbai 1 nofit in । lich des de: tun Ris solo sich darr eine Zwe ten, lan nun. Geb I in I Huqe miißll U;> Hus tonn' lernt dm fichl, Arie diese Die zösis'e 1 minnque tretet K haben Generck L spamssen tvvlleöm taten ein »reche nid man nicht öen Seiten gesetzt hab A These i ifancn 6tö Unternehmern ei ist toieäer och jungen n Koidtza Uug cus Laurirt Ration UnDrrie ha ntttlßimt » AN el strul'iv Add Sche etÄ" W die sHenAe Würben ■Manöü N die Fr Km mit M el ff, Mfruy.' b*»’8, !ZL