116. Jahrgang Samstag, 20. Zebruar 1926 Ar. 43 Erstes Blatt Annahme von Luzetaen für die lagesnummex vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» Llameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blum schein; für den An. zeigeuteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen. poftscheKonto: Frankfurt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk und Verlag: vrühl'sche Umverfitütr-Vuch- und Steindruckerek «.Lange in Stehen. Schriftleltung und Geschäftsstelle: Zchutstrahe 7. Locarnogeist in Oberschlefien. Deutschlands Eintritt in den Völkerbund scheint sich unter wenig günstigen Auspizien vollziehen zu sollen. Einer der Hauptgründe für die Reichsregierung, mit ihrer Locarnopolitik auch den Beitritt zur „Liga der Nationen" zu verfolgen, war die Hoffnung, innerhalb des Völkerbundes besser für die deutschen Minderheiten im Ausland sorgen zu können, namentlich den deutschen Stammesbrüdern in den durch den Versailler Vertrag vom Reichs- körper losgerissenen Gebieten im Kampf um ihre völkliche und kulturelle Eigenart einen festen Halt zu gewähren. Die Ereignisse der letzten Tage zeigten, welche Riesenaufgabe den künftigen deutschen Vertretern in Genf hier bevorsteht. In dem, durch den Vertrag von St. Germain von Oesterreich abgetrennten Südtirol haben die Faszisten mit offener Unterstützung der italienischen Regierung über die 180000 Deutschen eine Gewaltherrschaft ohne Beispiel errichtet mit dem von Mussolini offen zu- gestandenem Endziel der völligen Verwelschung des deutschen Volksteils. In der T f ch e ch o f l o w a k e i, dem typischen Lande eines jahrhundertealten erbitterten Nationalitätenkampfes, hat die Regierung durch ihre neue Ausführungsverordnung zum Sprachengesetz zu einem neuen Schlag gegen das Deutsch- tum ausgeholt. Und nun meldet sich auch Polen mit einer neuen Deutschenverfolgung, in dem ihm durch den Spruch der Botschafterkonferenz 1921 zu- gefaUenen Ostteil Oberschlesiens. Das alles in einem Augenblick, wo Deutschland als gleichberechtigtes Mitglied in den Kreis der Nationen aufgenommen werden soll, wo es selbst daran- geht, seinen eigenen, zahlenmäßig bedeutend schwächeren Minderheiten weitgehendste kulturelle Autonomie zu gewähren, wo die preußische Staatsregie- rung mit einem, für die Minderheitenpolitik mustergültig liberalen Schulgesetz für die Dänen in Schleswig praktisch Hand anlegt. Diese brutalen Willkürakte, in denen sich Italien, Polen und die Tscheche! zu überbieten trachten, sind wenig hoffnungsvolle Ausblicke für unsere Arbeit im Völkerbund. Die neuen Verfolgungen in Oberschlesien treffen zudem noch zusammen mit Polens Bemühungen, gleichzeitig mit Deutschland einen ständigen Sitz im Völkerbundsrat zu ergattern, da es von hier aus jederzeit mit Hilfe feiner Freunde alle deutschen Bestrebungen zum Schutz der nationalen Minderheiten paralysieren kann. Gerade Ostoberschlesien ist ein Land, in das der deutsch-polnische Nationalitätenkampf erst in neuester Zeit von außen hereingetragen ist. Daran ändert auch nichts die Tatsache, daß K o r f a n t y , die Seele der Polenaufstände der letzten Jahre, von Geburt Oberschlesier ist. Der Regierungsbezirk Oppeln, um den es sich hier in der Hauptsache handelt, zählte zwar ca. 53 Prozent polnisch Sprechende in seiner Gesamtbevölkerung, aber hiervon stimmte bei den letzten Reichstagswahlen vor dem Kriege kaum mehr als die Hälfte für polnische Abgeordnete, die andere Hälfte für deutsche Parteien. Und das nimmt nicht wunder, wenn man sich vergegenwärtigt, daß die Oberschlesier seit Mitte des 14. Jahr- hunderts, also seit mehr als fünfhundert Jahren keine kulturellen oder gar politischen Beziehungen mehr zu Polen gehabt hatten. Sogar die Sprache, das sog. Wasserpolackisch, weist starke dialektische Unterschiede zum übrigen Polnisch auf. Die Oberschlesier nahmen keinen Anteil an den Kämpfen um eine Wiederaufrichtung- eines nationalpolnischen Staates und unterschieden sich auch hierin von den Polen der Provinzen Westpreußen und Posen, die sich mit den Stamrnesgenossen im russischen Kongreßpolen eng verbunden fühlten. Die nationale Bewegung zugunsten eines Anschlusses an den neuen Polenstaat war in Oberschlesien die Frucht einer skrupellosen Agitation, die ihren Sitz in Posen und Warschau hatte. Daß sie so rasch bedeutende Erfolge zeitigte, verdankt sic im wesentlichen den außer- ordentlich ungünstigen sozialen Verhältnissen Oberschlesiens, in dem der Großgrundbesitz und die Großindustrie einen gesunden, starken Bauernstand nicht hatten aufkommen lassen oder, wo er urfprüng- lich vorbanden war, vernichtet hatten. So sind, wenn wir r en statistischen Angaben glauben dürfen, noch i? '\'n Jahren 1850—80 rund 50 000 Hektar Bauernl.-'nd verschwunden, d. h. zum größten Teil wohl in den großen Latifundien der oberschlesischen Magnaten aufgegangen. Dazu trat, besonders feit ben 70er Jahren, eine in ungesund schnellem Tempo um sich greifende Industrialisierung, die die ohnehin starken sozialen Gegensätze in Oberschlesien noch vertiefte, ein Moment, das der polnischen Propaganda nur zu sehr den Weg bereiten hals. So laggh die Dinge, als die Friedensbedingungen von Compiegne den Regierungsbezirk Oppeln, mit Ausnahme der rein deutschen Kreise, den Polen zusprach. Erst der deutschen Friedensdelegation gelang es, mit Hilfe Lloyd Georges eine Volksabstimmung für Oberschlesien durchzusetzen, gegen deren Durchführung sich die Polen mit allen Mitteln zu wehren suchten. Schon im August 1919 brachen an der oberschlestschen Grenze von Polen angezettelte Aufstände los, die die gewaltsame L o s - reißung Oberschlesiens vom Reich bezweckten, von deutschen Truppen aber blutig niedergeschlagen wurden. Im Frühjahr 1925 tarn das oberschlesische Abstimmungsgebiet dann unter die Herrschaft der Interalliierten Regie- r u n g s k o,m m i s s i o n , die aus Vertretern Frankreichs, Englands und Italiens unter dem Vorsitz des berüchttgten Generals Le Rond bestand. Französische Truppen besetzten das aus dem preußischen Staatsverbanb losgelöste Gebiet, das, unter untätigem Zuschauen der Interalliierten Kommission, bald der Schauplatz wildester polnischer' Propaganda wurde. Da trotzdem die Abstimmungsniederlagen in Ost- unb Westpreußen bie Polen um ihren Sieg in Oberschlesien befürchten ließen, versuchten sie am 17. August 1920 zum zweiten Male mit der Waffe in der Hand eine für sie günstige Lösung zu erzwingen. Der Reichskanzler zur Finanzpolitik. Berlin, 19. Febr. Im Haushaltuusschuß des Reichstages wurde heute in die allgemeine Aussprache über die gestrigen Regierungserklärungen eingetreten. Der Reichskanzler und der Reichsfinanzminister wohnten den Derhandlun- gen bei. Abg. Hertz (S.) erklärte, wenn tatsächlich der Etat so angespannt sei, wie gestern von der Regierung ausgeführt worden sei. daß keine Mehrausgaben möglich seien, dann müsse das Steuersenkungsprogramm der Regierung noch kritischer anges^en werden ckks vorher. Zu der vom Finanzminister geforderten Rotgemeinschaft zur Durchführung seiner gewagten Experimente fehle die Zustimmung der Sozialdemokratte. Die Sozialdemokraten seien nicht der Tleberzeugung. daß eine allgemeine Lleberlastung der deutschen Wirtschaft mit Steuern vorliege. Die Steuerlasten seien in Deutschland ganz ungleichver- teilt. Die kleineren, und mittleren Unternehmungen litten viel mehr darunter als die großen. Einer Senkung der Besitzsteuer kömre er nicht zustimmen. Die Senkung der 11 m - satzsteuer könne die von ihr erhoffte toirt» ^chastsfördernde Wirkung nur haben, wenn damit entsprechende Maßnahmen in der Wirtschaftspolitik verbunden seien. Die jetzige Wirtschaftskrise beruhe auf der Absatzstockung. Die Zoll- und Steuerpolitik der früheren Regierung habe die Kaufkraft der breiten Masse tief herabgedrückt. Abg. Hergt (Dntl.) führt aus, daß die gestrige Rede des Reichskanzlers und der Minister seiner Fraktton zu einer bestimmten Stellungnahme nvch keine Beranlassung gebe. Für die Erwerbslosen müsse sofort etwas geschehen. Für 1927 könne man sich heute noch keine zuverlässige Schätzung machen. Der ReichsfinEminifter zeige in dieser Beziehung einen großen Optimismus. Der Reichsfinanzminister scheine ganz die Möglichkeit zu übersehen, daß auch neue Ausgaben entstehen können. Wie denke er sich deren Deckung? Reichskanzler Dr. Luther: Das Programm der Regierung wird gan- fest bestimmt durch die Lleberzeugung, daß jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, wo wir eine grundsätzlich andere Stellung zu unserer Steuerpolitik einnehmen können und müssen als im Herbst 1923. Damals war das große Vorzeichen unserer Finanzpolitik: Rettung und Schuh d er Währung! Erst die Einführung der Goldwährung und das Hereinkommen ausländischer Anleihen konnten unsere Steuerpolitik allmählich in aridere Bahnen weisen. Schon so- sofort nach dem Abschluß des Londoner Abkommens hat ein planmäßiger Abbau der Umsatzsteuer begonnen. Rachdem jetzt auch der große Prozeß der Reinigung der Wirtschaft von künstlichen Existenzen weit vorgeschritten ist — nicht ohne schwere und schmerzliche Opfer — ist jetzt an Stelle der Währung ein Vorzeichen unserer Politik die Wirtschaft. Es gibt jetzt nach Ansicht der Reichsregierung überhaupt keine andere Wahl, als sich auf den Boden zu stellen, daß wir den im Grunde gefunden Teil der Wirtschaft mit allen Kräften wieder aufbauen müssen. Damit die Wirtschaft sich erholen kann, wollen wir ihr von den öffentlichen Lasten so viel wie möglich abnehmen. Ich gehe an die Sache mit der Vorstellung heran, daß die Erhebung unserer Wirtschaft die Steuereinbuhe- gefahr kompensieren wird. Das ist das Kernstück des Programms der Regierung, über das wir uns mit dem Reichstag verständigen wollen. Es handelt sich auch um den Entschluß, die Ausgaben des außerordentlichen Etats auf Anleihen zu verweisen. Auch das ist ein Wagnis, das wir nur unternehmen, weil wir uns aus den Glauben an eine Erhebung der Wirtschaft stellen. Wir wagen es, uns wieder auf normale Etats- und Wirtschaftsver- h ä l t n i f f e einzustellen. Die Behauptung, daß das für die jetzigen Verhältnisse kein Wirtschaftsprogramm sei, kann ich nicht verstehen. Dazu kommt, daß wir in möglichstem Umfange versuchen, die Wirtschaft anzukurbeln. Die Preissenkungsaktion hat tatsächlich Erfolg gehabt. Sie hat anfangs sehr darunter gelitten, daß vielfach im politischen Leben unsere Arbeit nach dieser Richtung als nicht ernst bezeichnet worden war. Der Kanzler nennt dann Zahlen, die das ununterbrochene Vorwärtsschreiten der Preissenkung seit dem vorigen Sommer darlegen, schildert die durchgreifenden Maßnahmen gegen die Mißbräuche des Kartellwesens und geht schließlich noch auf die Bedeutung der gesamten Gesetzgebung des vorigen Sommers ein. Der Kanzler legte endlich dar, daß die Zollgesetzgebung des vorigen Sommers, die in ihrer Art durch die Schutzzollentwicklung im übrigen Europa notwendig geworden sei, überhaupt erst die Grundlage zum Abschluß von Handelsverträgen gegeben habe. Der Ausschuß wandte sich dann der Beratung der Anträge zur (5r verbsloscnfürsorge zu. Es lag dazu der gestern abend von den Regierungsparteien vereinbarte neue Antrag vor. Danach werden die Unterstützungssätze in den Ortsklassen A, B und C mit sofortiger Wirkung erhöht: 1. für alleinstehende Erwerbslose unter 21 Jahren um 20 Proz., 2. für alleinstehende Erwerbslose über 21 Jahren um 10 Proz., 3. für alle übrigen HauptunterstützungsempfLnger, sofern sie bereits acht ' Wochen nacheinander Unterstützung bezogen haben, ebenfalls um 10 Proz. Abg. Auf HLus er (Soz.) bezeichnet den Antrag als eine wesentliche Verschlechterung des Beschlusses des Sozialpolitischen Ausschusses. Die Reichskanzlerreden und die groß aufgezogene Finanzdebatte im Ausschuß hätten also keinen anderen Weg der Regierung herbei- gefuhrt als den über den sozialen Gedanken. Die Sozialdemokraten behielten sich für das Plenum ihre eigenen Anträge vor. Abg. Rädel (Komm.) lehnte den Antrag ab. Das Zentrum sei kläglich umgefallen. Abg. Frau Tausch (Z.) weist diesen Vorwurf zurück. Rach Ablehnung der kommunistischen und sozialdemokratischen Anträge wurde der Antrag der Regierungsparteien gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen, in der em Einschreiten gegen unberechtigte Aussetzung der Erwerbslosenunterstützung verlangt wird. — Angenommen wurde ferner eine Entschließung, in der eine Prüfung verlangt wird, ob in Betrieben, in denen Kurzarbeit nicht durch den Ausfall voller Arbeitstage durchführbar ist, nicht auch dann die ilnter- stützung eintreten kann, wenn die umgerechneten Stunden die erforderliche Zahl von Arbeitstagen ergeben, wobei die besonderen Arbeitsverhältnisse der Qlnge ft eilten zu berücksichtigen sind. Der Sozialetat im Reichstag. Berlin, 19. Febr. Der Reichstag seht die zweite Beratung des Haushalts des Reichsar- beitsmimfteriums fort. Abg. Hoch-Düsseldorf (Dn.) begrüßt es, daß die Sozialpolittk auch im vergangenen Jahre wesentliche Fortschritte gemacht habe. Die Deutschnationalen hätten allen diesen sozialpolitischen Maßnahmen zugestimmt . Aber sie wüßten, daß ohne eine gesunde Wirtschaft eine gesunde Sozialpolitik unmöglich sei. An Beitragserhöhungen sollte in der Sozialversicherung mit größter Vorsicht herangegangen werden. Richt llniftrmität sei im sozialen Versicherungswesen angebracht, sondern Anpassung an die jeweiligen Bedürfnisse und Selbstverwaltung. Abg. Dr. Moldenhauer (Dt. Vp.) weist darauf hin, daß in Amerika trotz des Fehlens einer eigentlichen staatlichen Sozialpolitik die Arbeiterschaft sich in sehr günstiger Stellung befinde. Das amerikanische System taffe sich aber nicht auf Deutschland mit seinen ganz anders liegenden Produktionsbedingungen übertragen. Der deutsche Arbeiter müsse durch eine verständnisvolle Sozialpolittk in seiner Arbeitskraft und Gesundheit geschützt werden. Die Sozialpolittk müsse freilich auch den Bedürfnissen der Wirtschaft an gepaßt fein. Die deutsche Wirtschaft könne nur wieder ausgebaut werden, wenn ihre Entwicklung nicht immer wieder durch umfangreiche Arbeitskämvse gestört würde. Eine Verständigung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern fei notwendig. Die leider eingeschlafene Arbeitsgemeinschaft sollte wieder errichtet werden. Wenn große Arbeitskämpfe nichtt anders verhindert werben könnten, müßte ber Staat burch Verbind- lichkeitserklärnngen von Schiedssprüchen eingreisen. Das sollte aber die Ausnahme fein. Die Regel müßte die freiwillige Verständigung ber Parteien sein. Abg. liebt (Komm.) nennt ben Arbeitsminister einen Minister gegen bie Arbeiter. Das Arbeitsministerium habe mit seiner Schlichtertätigkeit plan- mäßg bie Senkung der Löhne betrieben. In ber Unfallversicherung seien bie Kosten ber Verwaltung viel zu hoch im Verhältnis zu den jämmerlichen Renten. Auch in ben übrigen Versicherungszweigen miff 1 die Rente wesentlich erhöht werden. Abg. Erkelenz (Sem.) weist gegenüber ben Klagen über Verteuerung des öffentlichen Apparats daraufhin, daß diese Verteuerung in der ganzen Welt bestehe. In Deutschland machen die K o st e n der öffentlichen Verwaltung im Reich, Ländern und Gemeinden einschließlich Reparationen etwa 150 Mk. pro Kopf aus, in den Vereinigten Staaten von Nordamerika 100 Mk. Notwendig sei bie Durchführung des Prinzips ber sozialen Selbstverwaltung. Durch Revolutionierung ber Technik müsse man bie Verarmung burch ben Krieg über- winden. Aus die Fabrikatton eines bestimmten erstklassigen Automobils komme in Amerika 7000 Arbeitsstunden, in Deutschland aber 21 000 Arbeitsstunden. Diese nackten Ziffern zeigen, daß man durch Verringerung der Arbeitszeit und Verkürzung der Löhne niemals diese Spanne überwinden kann. Amerika habe die Technik Von Kattowitz aus breitete sich ber neue Aufstand schnell über die benachbarten Kreise aus. Die französischen Truppen schauten dem allen Gewehr bei Fuß zu. Verbrechen gemeinster Art, Plünderungen und Brandstiftungen waren an ber Tagesorbnung, um die deutsche Bevölkerung niederzuhalten. Von der Botschafterkonferenz geschah trotz aller deutschen Proteste ebensowenig, wie von der Regierungskommission, um diesem Terror ber polnischen Banden Einhalt zu tun unb bie Grenze Oberschlesiens gegen neuen Zuzug aus Polen zu sperren. Dank ber beut- schen Sicherheitspolizei gelang es ben Insurgenten zwar nicht, Oberschlesien ohne Abstimmung dem polnischen Staat einzuverleiben, der deutschen Sache war aber durch die Terrorakte ber Polen, bie sich besonbers gegen die deutschen Abstimmungsver- bänbe gerichtet hätten, großer Schaben zugefügt. Trotzbem brachte bie Abstimmung selbst am 20. März 1921 einen neuen deutschen Sieg: Heber 700 000 Stimmen waren für Deutschland, 470 000 für Polen abgegeben. Gelöst war damit die ober- schlesische Frage noch keineswegs, da Deutschland das ungeteilte Verbleiben Oberschwerens beim Reich forderte, Polen dagegen für bie sog. Korfantylinie eintrat, bie das Industriegebiet und wesentliche agrarische Distrikte für Polen abtrennte. Die Ungewißheit der Entscheidung veranlaßte die polnischen Machthaber, noch einmal an das Glück der Waffen zu appellieren. Anfang Mai brach unter Leitung Korfantys der dritte Aufstand los. In wenigen Tagen gelang es ben Insurgenten, die sog. Korfantylinie zu besetzen, wo sie auf ben Wiberstand des schnell zusammengerafften deutschen Selbstschutzes stießen, der jedes weitere Vordringen verhinderte. Während ber Kämpfe spielten lebhafte diplo- matische Verhandlungen um die Grenzziehung, bie schließlich am 20. Oktober 1921 mit bem ungeheuerlichen Spruch der Botschasterkonferenz erbeten, durch den 30 Prozent des Abstimmungsgebiets Polen zufiel. Das Industriegebiet wurde durchschnitten, 95 Prozent der gewaltigen Kohlenlager, sämUiche Eisenerzlager, fast die gesamte Zinkunb Bleiprobuktion, insgesamt etwa vier Fünftel der ganzen oberschlesischen Schwerinbustrie wurde den Polen zugesprochen. Die Grenzziehung durchschnitt so eng verknüpfte wirtschaftliche Interessen, daß es eines besonderen deutsch-polnischen Vertrages bedurfte, um bie Teilung Oberschlesiens überhaupt praktisch durchführbar zu machen. Alle politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Belange der deutschen Bevölkerung in dem Polen zugefallenen Teil wurden genau festgelegt und einer gemischten Kommission unter Vorsitz des Schweizers C a l o n d e r zur Ueberwachung unterstellt. Wie wenig Polen sich um diese Schutzbestim- mungen für seine neuen deutschen Staatsbürger zu kümmern gesonnen ist, trotz internationaler Garantien, bas zeigt die neueste Epoche in ber Leidensgeschichte Oberschlesiens, die in diesen Tagen mit ber Verhaftung von 40 namhaften Führern des Deutschtums in Oberschlesien eingeleitet wurde. Um einen Vorwand für den neuen Willkürakt, ber in erster Linie den Deutschen Volksbund, also die in dem obenerwähnten Genfer Vertrag ausdrücklich als berufene Vertretung der deutschen Minderheiten anerkannte Organisation, in ihrem Mark treffen sollte, war man nicht verlegen. Man phantasierte in Warschau von staatsfeindlichen geheimen Verbänden in Oberschlesien, bie eine Gefahr für den Bestand Polens wären unb unterbrächt werden müßten. Haussuchungen wurden in Oberschlesien und Pommerellen angeordnet und trotz ihrer völligen Ergebnislosigkeit 40 angesehene Deutsche, die im Volks- bunb tätig waren, verhaftet. Einer der willkürlich Verhafteten starb bereits im Gefängnis. Die polnische Pressemeute, die ben ganzen Felbzug gegen die Deutschen mit einer maßlosen Schimpf- und Hetzkanonade begleitete, meldet triumphierend, ber Verhaftete habe unter dem Druck feines Schuld- bewußtseins selbst Hand an sich gelegt. Aber nach den grauenhaften Terrorakten in den oberschlesi- fchen Äufständen, bei denen sich die polnische Justiz in einem für uns Westeuropäer sehr merkwürdigen Licht gezeigt hat, bedarf es nicht dieser krampfhaften Auslegungsversuche, um ben Tob eines politischen Gefangenen in polnischen Kerkern zu erklären. Wenn die Warschauer Presse wie aus ein Stich- wort die Unverschämtheit auf bie Spitze treibt und das deutsche Generalkonsulat in Kattowitz, von Rechts wegen ber Mittelpunkt unb Rückhalt des unterbrückten Deutschtums, als Zentrale ber beutschen Verschwörer- unb Spitzelbanden bezeichnet, so wird bas hoffentlich auch enblich bas amtliche Deutschlanb auf den Plan bringen, bas gerade Polen gegenüber aus bem falschen Gefühl heraus, burch energisches Dazwischentreten bie Lage bes Deutschtums in ben abgetrennten Gebieten - nicht verschlimmern zu wollen, allzu lange in einer schwächlichen Passivität verharrte. Wenn wir Herrn Dr. Stresemann recht oerftanben haben, so ist es boch wohl ber Sinn ber Locarnoverträge bie Sicherung der deutschen Westgrenze, um freie Hand im Osten zu bekommen, einmal um eine Revision ber ganz unmöglichen Grenzziehung gegen Polen durch- zusetzen, namentlich bie Beseitigung bes polnischen Korridors, anderseits aber auch, um mit aller moralischen Energie unb mit den, gewiß nicht übermäßigen, positiven Machtmitteln, bie man uns belassen hat, für ben Schutz ber Deutschen, in Polen einzutreten. Die Warschauer Regierung muß mit aller Entschiedenheit auf bie Pflichten hingewiesen werben, bie sie nach ber Teilung Oberschlesiens übernommen hat, unb bie unter neutralem Vorsitz stehenden gemischten Behörden müssen zu ganz energischem Einschreiten gegen die neuen Verbrechen ber polnischen Gewalthaber veranlaßt werden. Daß diese letzten Uebergriffe eines über- kochenden polnischen Nationalismus ben Polen keine neuen Freunbe zuführen werben, baß ber ganzen Welt ber Blick geschärft wirb für bie Recht- unb Kulturlosigkeit bes neuen Polenstaats, das ist Sorge ber deutschen Oeffentlichkeit, bie auch den Brüdern an der Ostmark des Reichs stetig und treu den Rücken stärken muß in ihrem Kampf um ihr deutsches Volkstum. Der Streit um die Ratssitze. r von 1925, Deutschland arbeite noch immer mit der von 1913. Die Automobilisierung Deutschlands sei nicht aufzu- tzalten. Notwendig sei eine eingehende Produktlons. statistik. Aba. Beier (Wirtsch. Vgg.) tritt für eine andere Form der produktiven Erwerbslosenfürsorge ein. Die ganzen Summen, die für diesen Zweck in den Etat eingestellt seien, sollten dem Gewerbe für die Beschäftig u n g von Arbeitern zur Verfügung gestellt werden. Nicht eine Erweiterung, sondern eine V e r e i n f a ch u n g und Zusammenfassung der sozialpolitischen Einrichtungen sei notwendig. Die sozialen Lasten seien außerordentlich gestiegen und machten fetzt schon hundert Mark jährlich auf den Kopf der Einwohner Deutschlands aus. Die beste Sozialpolitik würde darin bestehen, die Wirtschaft in den «tand iu setzep, Arbeit und Brot zu schaffen für die vielen Erwerbslosen. (Beifall.) Es sei ein Uebelstand, wenn Leute mit gutem Einkommen außerdem noch hohe Pensionen als Doppelverdiener beziehen. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns: In dieser Zeit der wirtschaftlichen Rot sind die Aufgaben des Ministeriums imb die Schwie- rigkeiten bei ihrer Lösung sehr gewachsen. Die- senigen, die die Dinge einseitig sozialpolitsch oder einseitig wirtschaftlich ansehen, sind niemals mit der Tätigkeit des Arbeitsministeriums einverstanden. Das Arbeitsministerium hielt sich durchaus unabhängig von den Vertretern beider Anschauungen, auch der Arbeitgeberverbände. Für Krankenkassen muß eine Mindestmitgliederzahl vorgeschrieben werden. Der Entwurf zum Ar- deitsrecht wird voraussichtlich noch vor Beginn der Sommerpause das Kabinett verlassen. Das Arbeitsministeriunc hat in seiner Schlichtertätigkeit immer das Bestreben gezeigt, die Löhne zu halten und ihre Senkung zu verhindern. Der einzige Weg zur Belebung der privaten Bautätigkeit wäre eine so große Steigerung der Mieten, daß der Wohnungsbau rentabel wird. Das wird aber niemand im Hause vertreten wollen. Auf dem Gebiet der produktiven Crwerbslosenfürsorge haben wir schon Großes erreicht. Wir wollen in ernster Arbeit die Siedlungs ar beiten lebhafter in Angrift nehmen. Abg. S töhr (Rat.-Soz.) begrüßt die Stetigkeit in der Leitung des Arbeits ntinisteriu nrs. Die Fortführung einer gesunden Sozialpolitik habe die völlige politische und wirtschaftliche Souveränität des Reiches zur Voraussetzung. Die Banken hätten jetzt so viele Gewinne, daß sie verschiedene Iv-Prozent-Dividende verteilen konnten, obwohl nach dem Dankdirektor Fürstenberg die Dividende nur derjenige Teil des Gewinnes ist, der sich beim besten Willen nicht verstecken läßt. Die Arbeitslosenversicherung ,misse unbedingt den berufsständigen (Eigenarten Rechnung Dingt den berufsständischen Eigenarten Rechnung tragen. Der Redner beantragt weiter die Einführung der einjährigen Arbeitsdienstpflicht. Die Deutschenverfolgung in Oberschlesien. Vorstellung bei Calonder. — Protest der deutschen Parteien. Berlin, 19.Febr. (Wolff.) Der deutsche und preußische S(aal9oertrefcr bei der Gemischten Kommission für Oberfchlefien hat dem Präsidenten (Kaloober gegenüber die gegen den Deutschen vottsbund in ösloberschlesien gerichteten Verhaftungen und Haussuchungen sowie die durch die r polnische Presse in der deutschen Minderheit hervor- , gerufene Beunruhigung zur Sprache gebracht. Der * Präsident der Gemischten Kommission widmete der , Sache die dem Ernst der Lage entsprechende Aufmerksamkeit. In der heutigen Sitzung des Schlesischen Se j m verlangten die deuftchen Fraktionen in einem Dringlichkcitsantrag, daß der Woiwode bei der Regierung in Warschau auf die schleunige Durchführung des Verfahrens gegen die in Vstoberschlesicn Verhaftelen dringt und mit allen Mitteln der Hetze gegen die deut- sche Minderheit seitens eines Teils der pol- nischen Presse ein Ende bereitet. Der den Antrag begründende Abgeordnete wurde durch zahlreiche Zwischenrufe der polnischen Parteien unterbrochen. Ein Abgeordneter der Rationalen Arbeiterpartei erklärte daraus, daß nicht nur 40 Personen, sondern 250 hätten verhaftet werden sollen. Die Dringlichkeit des Antrages wurde gegen die deutschen Fraktionen, einschließlich der devftchen Sozialdemokraten, und eines polnischen Sozialdemokraten abgelehnt. • 'Senator Szeponik vom Deutschen Klub in Warschau hat Dem Innen- und Iustizminister eine Interpellation betreffend die Aktion gegen den Deutschen Volksbund unterbreitet. In ihr wird daraus hingcwiesen, daß am 12. Februar in Polnisch-Oberschlesien Verhaftungen vorgenommen worden seien, die von den Zeitungen dazu benutzt wurden, gegen die polnischen Staatsbürger deutscher Rationalität und das Deutschtum überhaupt zu Hetzen, ja sogar zu Gewalttätigkeiten auszufordern. So Hobe die „Oonicc Slaski" am 13. Februar wörtlich geschrieben: „Den Deutschen gegenüber haben wir heute nur ein System. Wir müssen uns von ihnen trennen und mit großer Konsequenz danach streben, sie von der polnischen Erde zu beseitigen.“ Obgleich die Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei, und das bisherige Resultat derselben infolge deS Dienstgeheimnisses privaten Stellen nicht bekannt sein könne, referierten verschiedene Zeitungen über das Resultat der Ermittelungen in einer Weise, aus der die Leser schließen müßten, daß es sich um amtliche Auslassungen handele und benutzten diese Darstellung dann zu weiterer Aufhetzung der Bevölkerung. Die Interpellation fordert Beschleunigung der Untersuchung und Vorgehen gegen die Zeitungen, welche die Ruhe. Ordnung und Sicherheit gefährden und zu Gewalttätigkeiten auf reifen. Sie verlangt endlich eine Erklärung der zuständigen Stellen in Schlesien, daß sie an feine private Stelle und Zeitung Informationen über die Ursachen der Verhaftung und das Resultat der Ermittelungen abgeben. - - Die von der polnischen Staatsanwaltschaft freigegebene Leiche des nach seiner Verhaftung gestorbenen Berginspeftors Lamprechts ist in der oergangenrn Rächt in aller Stille nach Beuthen n b erführt worden. Der Tote ist im Städtischen Löschdepot aufgebahrt, von wo aus die Beisetzung erfolgen wird. Die gesamte Bevölkerung Beuthens wird fich an den Begräbnisfeierlichkeiten beteiligen. Die Rede des englischen Außenministers Ehamberlain hat nicht gerade dazu beigetragen, die unklare und von Tag zu Tag verworrener werdende Situation zu bereinigen. So wenig, wie wir mit seinen Ausführungen über die Ratssitze etwas anfangen können, so nichtssagend ist seine Rede auch für die englische Presse. Gerade sie muh es doppelt peinlich empfinden, daß der englische Außenminister um das Thema des Tages herumgegangen ist, wie die Katze um den heißen Brei, war eS doch die englische Zeitungswelt, die, unbeirrt durch die französischen Quertreibereien, ihren Kampf für die Zurückweisung der polnischen Wünsche durch- führte. Statt sich nun klar und unzweideutig zu äußern, und die antifranzösisch-polnische Front zu stärken, hat Chamberlain das getan, was ec eigentlich schon feit geraumer Zeit tut, nämlich den Geheimnisvollen gespielt und damit ben Franzosen einen recht erheblichen Dienst erwiesen. Wollte man aus feiner älnschlüssigkeit und schwankenden Haltung Rückschlüsse auf das englische Kabinett ziehen, dann möchte man annehmen, daß dieses ebenfalls nkfot weih, ob es die in Lausanne gegebenen Versprechen einlösen soll oder nicht. Es ist doch wohl notwendig, daß v v n Deutschland aus in nächster Zeit mit recht grobem Geschütz geschossen wird. Der 8. Marz rückt näher und näher, und die Gesamtsituation wird fortgesetzt uirdurchsichtiger. Mit halbamtlichen englischen oder französischen Pressenotizen ist uns nicht gedient, ebenso wenig mit dem Hinweis darauf, daß der Völkerbundsrat zuständig sei für seine Zusammensetzung. Wir müssen von den Ratsmächten hieb - und stichfeste Ant- Worten auf unsere Fragen erhalten. Verständlich ist immerhin das Herummanöverieren dec Franzosen, weil sie ein reges Interesse an der Hereinnahme Polens in den Rat und Stärkung ihrer Stellung im Völkerbund haben. Unverständlich dagegen ist die Haltung der englischen Regierung, die nicht einmal die offent- liche Meinung ihres Landes oder der Dominioirs hinter sich hak und gegen die sich doch ebenfalls die französisch-polnischen Intrigen richten. Sollte Chamberlain jedoch die geheime Erwartung hegen, daß er uns schließlich noch dahin bekommt, irgendeinem Kompromiß zuzustimmen und damit auf die von uns immer wieder in den Vordergrund geschobenen Voraussetzungen zu verzichten, dann gibt er sich einer Täuschung hin. Die Reichsregierung wird ihr Gesuch in dem Augenblick zurückziehen müssen, da der Völkerbundsrat einer Verärgerung unterworfen wird, um uns mundtot und einflußlos zu machen. Das französische Zyrienmandai. Ein türkisch-französisches Abkommen. Der Kampf Frankreichs um seine Mandatsmacht in Syrien war von Erscheinungen begleitet, die jetzt durch die Unterzeichnung eines tur- kisch-franzöfischen W e u t r n l i t ä t s d ertragen zwar pro forma aus der Welt geschafft fein dürften, die sich in Wirklichkeit aber um die syrische Wunde wie ein Brandring lagern. Aus den viel« achen Forderungen der Syrier sowohl in Genf wie zuletzt auch in Rom an die dort tagende Mandatkommission des Völkerbundes ist klar zu erkennen, was das Mandatsgebiet einerseits von Frankreich verlangt, andererseits vom Völkerbund. Das charakteristischste Merkmal aller dieser Forderungen ist das Bemühen, die französische Mandats- Herrschaft abzuschütteln und ein felbstän- d i g e r S t a a k zu werden. In solchen Bestrebungen werden die Syrier und die Drusen von türkischer Seite und von Seiten des Wahabitenfiihrers Ibn Saud u n t c r ft ü tz 1. Namentlich Angora hatte es sich angelegen fein lassen, den Franzosen ihre Untreue in der Mossul-Frage zu vergelten. Die Panarabar haben ihrerseits ihre Verbindungen mit der Türkei um so leichter fortführen können, als sie im Laufe der Jahre aus dem französischen in das englische Fahrwasser hinübergeschwenkt waren, in dem Sieg Englands in der Mossul-Frage aber ganz recht die Gefahr für Arabien erkannten. Diese Konstellation machten sich die Türken zunutze, indem sie ihre offiziellen Beziehungen zu Frankreich zwar korrekt aufrecht erhielten, in Wirklichkeit aber die Gebiete Alerandriette, Antiochia und Aleppo als eine Art Elsaß-Lothringen für sich in Anspruch nahmen. Angora unterstützte die türkische Propaganda besonders in Aleppo und ^ermöglichte der Iugend von Aleppo durch großes Entgegenkommen den Besuch von Schulen in der Türkei. Schließlich erhob Angora bann erneut und diesmal mit allergrößtem Rachdruck die Forderung nach einer Grenzregulierung und nach autonomen Rechten für türkische Gebiete unter dem französischen Syrienmandat. Wohl eine der schwierigsten Fragen aber ist die Zugehörigkeit jenes Teiles der Bagdad-Dahn, der syrisches Gebiet durchschneidet. Solange dieser Teil in französischer Hand ist, vermögen die Türken Truppenverschiebungen in der Richtung nach Mossul nicht in dem Umfange vorzunehmen, wie es auS strategischen Gründen nötig wäre. Zwar hat Fra>-ireich den Türken die Benutzung der Bahn zur Auswechselung von Garnisontruppen freigegeben, was währ-nd des Mossul-Konfliktes von den Türken ja auch ergiebig ausgenutzt worden ist, aber die Bahn in fremder Hand bringt immer wieder Abhängigkeiten mit sich Wenn jetzt aus Angora mitgeteilt wird, der fiaiv zösische Generalkonnnissar für Syrien, d e 3ou- venel, habe den Türken nicht nur Zusicherungen hinsichtlich einer Grenzrevision gegeben, sondern ihnen auch in der Bahnfrage Zugeständnisse ge macht, so heißt das, daß Frankreich unter dem Druck der türkifch-drnsischen Sympathien nachgegeben hat, daß Angora auf der anderen Seite seine Stellung nicht nur gegenüber Frankreich festigen konnte, sondern auch gegenüber England. Frei Kd) ist dem gegenüber zu halten, daß das englische Unterhaus gestern gegen die Stimmen der Arbeiterpartei den Vertrag m i t t> e m Irak angenommen hat, der eine Verlängerung des englischen Mandats in Mesopotamien auf 25 Jahre vor sieht. Ueberraschung in England. London. 20. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die Einzelheiten des zwischen 'Frankreich und der Gegen die Erweiterung des Dölkerbundsrats. Protest des Auswärtigen Ausschusses Berlin, 19.Febr. (Wolfs.) 3m Auswärtigen Ausschuß berichtete der Reichsaußenminister Dr. Slcesemann über den Stand der derzeitigen Verhandlungen, die sich auf die Verstärkung des völkerbundsrats beziehen. Rach einer umfangreichen Aussprache wurde ein kommunistischer Antrag, das Lintrittsgesuch Deutschlands in den Völkerbund zurückzuziehen, gegen neun Stimmen abgelehnt, hierauf wurde vom Vorsitzenden Abg. hergt (Dn.) feftgestellt, daß — unbeschadet der grundsätzlichen Stellung der einzelnen Parteien zum Völkerbund — im übrigen von sämtlichen Parteien des Ausschusses mit Ausnahme der Kommunisten und der völkischen die Auffassung vertreten sei, daß das Gesuch Deutschlands um die Aufnahme in den Völkerbund unter der Voraussetzung g e st eilt worden ist, daß entsprechend der gepflogenen internationalen Verhandlungen und den dabei gegebenen Zusagen Deutschland bei der bevorstehenden Tagung des Völkerbundes einen ständigen Sih im Völkerbundsrat erhält, ohne daß dabei eine weitere Aenderung in der Zusammensetzung des Rats ein tritt. England gegen Polen. Die englischen Wochenschriften zn den Ansprüchen Warschaus. London, 19. Febr. (WTB.) Alle Wochenschriften wenden sich energisch gegen den französisch-polnischen Plan einer „U c bc rf ü ttu ng“ des Völkerbundsrates. „Outlook" sagt, der französische Plan sei in sich selbst ein Zeichen schändlicher .Unehrlichkeit. Die Kandidatur Polens sei besonders schamlos, denn es gebe keinen Staat, der eine nationalistische Po- litif mit einer so außerordentlichen 'Nichtachtung der allgemeinen Wohlfahrt betriebe. Wenn es sich darum handle, einen seiner kleinen baltischen Rachbarn zu brutalisieren, dann pfeife Polen auf den Völkerbund. Dafür solle es mit einem ständigen Ratssih im Völkerbund belohnt werden. „Saturdah Review" führt aus, die Intrige wegen der ständigen Sitze im Völkerbundsrat habe wenigstens eine befriedigende Seite. Man könne sich kaum an einen Fall erinnern, wo die Presse des gefaulten Britischen Reiches einhellig in einer Frage der Außenpolitik war. Es bestehe Grund zu der Annahme, daß Chamberlain selbst erstaunt sei über die entschiedene Haltung der britischen öffentlichen Meinung, und daß er sich jetzt klar sei über Türkei abgeschlossenen Abkommens haben i n Londoner amtlichen Kreisen Erstaunen hervorgerufen: gewisse Zugeständnisse Frankreichs, insbesondere hinsichtlich der Bagdadbahn, wurden als undenkbar bezeichnet. Unter diesen Umständen wird die Kontrolle der französischen 'Behörden über die Beförderung türkischer Truppen von und nach der Irakgrenze unmöglich. Von maßgebendster Seite erklärt man, daß ein solches Abkommen über die Dahn den zwischen Frankreich und Großbritannien abgeschlossenen Vereinbarungen zuwi verlauf en wird. Vie österreichisch-deutsche Zollunion. Wien, 19. Febr. (WTB.) In der Versammlung des Gewerbebundes machte der Präsident der Wiener Handelskammer, Tilgner, die Mitteilung, daß die Handelskammer sich in intensivster Weise-mit dem Studium einer Zollunion zwischen Oesterreich und Deutschland beschäftige. Es sei dies eine wirtschaftliche Rotwendigkeil, deren Erkenntnis sich nicht bloß in Oesterreich durchzusehen beginne, sondern auch bei jenen Staaten, die ursprünglich diesem Plan nichts weniger als freundlich gegenüberstanden. Die Bildung eines großen Wirtschaftskörpers. der 66 Millionen Menschen umfaßt, werde zwar manche R a ch t e i l e für Oesterreichs Großindustrie mit sich bringen. Das Gewerbe und namentlich das Kunstgewerbe werde aber nur gewinnen. Die größte Industriegesellschaft Oesterreichs, die Alpine Monlangesellschast. die bis vor zwei Iahren gegen eine wirtschaftliche Vereinigung der beiden Staaten gewesen sei, habe jetzt ihren Widerstand aufgegeben in der Erwägung,, daß eine Verständigung der deutschen Großindustrie mit der österreichischen eine bedeutend günstigere Situation ergeben werde als die derzeitige ist. Diese Zollunion würde natürlich das europäische Wirtschaftsleben wesentlich beeinflussen und die Bildung eines großen europäischen Wirtschaftsgebietes bedeuten. Weiteres Sinken des französischen Frankens. Paris, 19. Febr. (TU.) An der Pariser Börse zogen heute die ausländischen Devisenkurse erheblich an. was allgemeine Be - ft ürjung hervorrief. Der Finanzminister Do um er erklärte Pressevertretern. eS könne fein Zweifel darüber bestehen, daß die finanziellen Schwierigleiten Frankreichs auf die Verschlechterung des Frankenkurses großen Einfluß hätten. Dadurch, daß die Finanzdebatte nicht zu Ende geführt werde, gelange die Oeffentlich- rcit in Europa zu der Ansicht, daß Frankreich '.nß erstände sei, sein Budget ins Gleichgewicht zu bringen. Auch dre Spekulation trag. große Schuld an dem weiteren Fall des Franken. Der Finanzminister gab jedoch der Hoffnung Ausdruck, daß nach Verabschiedung des Budgets am Mittwoch oder Donnerstag die weitere Frankenentwertung auf- gehalten werden könne. Kleine politische Nachrichten. Von den Regierungsparteien Ist im Neickrstcig I ein gemeinsamer Antrag eingebracht worden, m ötm der Reichspräsident auf Grund des Artikels I 72 der Reichsverfafsnng ersucht wird, die D e r i ü n- die großen Gefahren, die seinen Locarnovereinbarungen drohten. Die Zeitschrift glaubt, daß er jetzt hoffe, Schweden werde die Kastanien für Großbritannien aus dem Feuer holen. Der „Spectator" betont, daß Polen feit 1918 stets das störende Element in Europa war. Sogar die wichtigsten alliierten und asso- zierten Mächte hätten versucht, den polnischen Ausdehnungsgelüsten einigermaßen vernünftige Schranken zu ziehen, aber Polen habe sie alle durchbrochen und die vollendete Tatsache bis auf weiteres der Welt aus gezwungen. Die Zeitschrift zählt dann auf, was Polen sich in dieser Richtung erlaubt habe und erinnert an die Verschiebung der polnischen Ost grenze Hunderte von Meilen über die „Curzonlinie" hinaus sowie an die „Rebellion" des Generals Z e l i g o w s k i. die mit der Einnahme W i I n a s endete. Sie fragt ironisch, ob PokenE-vielleicht diesen „Rebellen" als ständiges Mitglied in ben Völkerbund senden wolle, oder vb nicht vielleicht Korf an ty auf Grund feiner rühmlichen Taten in Oberschlesien besser für diesen Posten geeignet sei. Infolge dieser Leistungen hervorragender internationaler Moral ist Polen jetzt ein Staat von 27 Millionen Einwohnern, wovon sicher nicht mehr — wahrscheinlich weniger — als 17 Millionen Polen sind. Aber auch die 27 Millionen würden den Anspruch auf einen ständigen Ratssitz nicht recht- fertigen. An dem Tage, wo Polen einen ständigen Ratssitz erhält, werden sich Millionen Deutscher, die weder zur extremen Rechten noch zur extremen Linken gehören, an die Warnung Tschitscherins erinnern. Das wird der Tag seines Triumphes sein: der Tag der Wiederherstellung eines deutsch- russischen Bündnisses, das Polen zum Gegenstand hat, und der Tag des wirklichen - wenn nicht des formellen — Endes von Locarno. Spaniens Ansprüche. Madrid, 19. Febr. (TU.) Das Verlangen Spaniens nach einem ständigen Sih im Völkerbundrat findet die Unterstützung Frankreichs. unter der Bedingung, daß Spanien an der Seite Frankreichs für einen ständigen Sih zugunsten Polens eintritt. Man ist in offiziellen spanischen Kreisen der Ansicht, daß Spanien, falls es allein auf einen ständigen Ratssitz prätendieren toirb, auf weit geringeren Widerstand stoßen würde als Polen, und man empfindet deshalb die polnische Kandidatur als sehr stören d. Iedoch hat sich ©fri- nien in dieser Frage bisher nicht dem sranzösftchen Einfluß zu entziehen vermocht. düng des am 3.Februar 1926 im Neichsrat beschlossenen Gesetzes zur Vereinfachung des Militärstrafrechts (Duellgesey) um zwei Monate auszusetzen. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten hält sich angesichts der Besprechungen zwischen dem Reichspräsidenten und Vertretern von Kriegsteilnehmer-Organisationen über das Reichsehrenmal für die Gefallenen für verpflichtet, daraus hinzuweisen, daß sein Bund als größte deuftche Kriegsopfer-Organisation dazu nicht eingeladen war. Wäre dies geschehen, bann hätte er erklärt, daß er die würdigste Ehrung der Gefallenen in einer ausreichenden Versorgung der Kriegerhinterbliebenen u. Kriegsbeschädigten sehe. In dieses große Ziel müßte die Schaffung von Kriegergedächtnishäusern eingestellt werden. Die demokratische Reichstagsfraktion macht bekannt, sie sei aus dem Bestreben heraus, die ungeheuerlichen F o r d e r u ng e n derFürsten abzu ■ wehren und das schwer leidende deutsche Volk vor weiterer Belastung zu bewahren, nachdrücklich bc müht, eine diesem berechtigten Verlangen entsprechende gesetzliche Regelung der Fürstenabfindung auf parlamentarischem Wege zu erreichen. Die .Hoffnung auf eine erträgliche Regelung sei vorhanden. Für die Deutsche Demokratische Partei sei daher der Zeitpunkt für eine Stellungnahme für einen Volksentscheid noch nicht gekommen. Aus aller Wett. Elia Brandström in Berlin. Dr. Elsa B r a n d e n st r ö m , die Tochter des ehemaligen schwedischen Gesandten in Petersburg, die unter größten persönlichen Entbehrungen und Opfern viele Jahre hindurch ihr Liebeswerk unter den Kriegsgefangenen Sibiriens ausübte, sprach auf Einladung der deutsch-schwedischen Ver- einigung un Saale des „Rheingold" über ihre Erlebnisse und ihr Werk. Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. den Reichskanzler D r. Luther, den schwedischen Gesandten und Gemahlin und den Präsidenten des Roten Kreuzes. Der Bortrag Fräulein Brandftröms war von unbeschreiblicher Wirkung. Der Präsident des Roten Kreuzes, der ihr das neue Ehrenzeichen de» Deutschen Roten Kreuzes überreichte, und ein Vertreter der Kriegsaefangenen gaben der tiefen Ergriffenheit der Versammlung beredten Ausdruck. Auch der Reichskanzler hielt eine kurze Ansprache, in der er sagte: Als Reichskanzler des Deutschen Reiches habe ich Anspruch darauf, dieser Frau, die so viel für Deutschland getan hat, im Namen des deutschen Volkes von ganzem Herzen zu danken. Henry Ford kommt nach Deutschland. Der amerilanische Großindustrielle Henry Ford beabsichtigt in nächster Zeit eine -SiaDicn- reife durch Deutschland zu machen. Es soll bereits feststehen, daß er auf feiner Reise Ma nnheim besuchen wird. Wettervoraussage. Zunehmend bebedt, westliche Winde, milder, vorübergehend leichte Riederschläge. Ein neuer Wirbel rückt nördlich von Großbritannien her in östlicher Richtung vor. Später Zunahme der Bedeckung und neue Riederschlage bei etwas höheren Temperaturen. Gestrige Tagestemperaturen: Maxinmin: 10,7 Grad CelsiuS. Minimum: 5,6 Grad Celsius. Rie- derschläge: 7,9 Millimeter. Heutige Morgen temperatur: 9,5 Grad Celsius. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Der Haushalt der Volksschule. Darmstadt. 19. Febr. Die heutigen Ar- handlnngen des Finanzausschusses des Hessischen Landtags zogen sich sehr in die Länge: es wurden mehr als ein Duhend Abstimmungen zu Kapi- tel 57 (Volksschule) vorgenommen. Ein Antrag des Abgeordneten Dr. Werner, die Volksschullasten wieder den Gemeinden zu übertragen unter Belassung der Lehrer in der Kategorie der Staatsbeamten, wurde mit Mehrheit abgelehnt. Ebenso wurde ein Antrag Dr. Leuchtgens—Glaser, die K reis f ch u l r ä 1 e «Stadtschulräte) von 27 auf 18 zu vermindern und die Stellen von 9 Kreisschulräten nur auf den Inhaber zu bewilligen, mit 9 gegen 5 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Heinstadt, der drei dieser Stellen auf den Inhaber bewilligt haben will, wurde mit 10 gegen 4 Stimmen angenommen. Ein Antrag Dr. Lencht- gens—Gmser. 800 Lehrerstellen z u streichen, wurde gegen 3 Stimmen abgelehnt. (Hessen hat im ganzen etwa 3600 Lehrerstellen.) Gin Antrag Heinstadt -Blank will, daß den Lehrern 300 Stellen offen bleiben: er wurde mit Stimmcn- rlüchheit abgelehnt. Ein Antrag Reiber—Kaul, wonach die Regierung ermächtigt werden soll, bis "ko. 200 Stellen für Lehrer. Lehrerinnen, Schulo^rwalter und Schulverwalterinnen unbe- seht zu lassen, wurde gegen 2 Stimmen angenommen, und zwar mit dem Zusatz, das) bei der Auswahl der auszuschcidendcn Lehrkräfte nach sozialen G e s i ch 1 s p un k te n , versa h r e n werden soll. In erster Linie sollen unverheiratete Lehrkräfte, soweit sie nicht Ernährer ihrer Familie sind, außer Dienst gesellt werden. Der Iusahantrag wurde einstimmig an- genommen. Ein Antrag Heinstadt—Blank will, daß in Gemeinden, welche weniger alö 12 Fortbildungsschulpflichtige haben, der Unterricht von April bis Oktober ausgeseht werden kann. In den Wintermonaten soll dann der .Unterricht in der Fortbildungsschule mit verstärkter Stundenzahl erteilt werden. Für die in der Landwirtschaft Beschäftigten soll die gleiche Regelung Platz greifen. Gesuchen um Befreiung vom Bezirks-Fortbildungsschulunterricht soll weitgehend entsprochen werden. Der Antrag wurde mit 12 gegen 2 Stimmen und 2 Stimmenthaltungen angenommen. Ein weiterer Antrag Dr. Leuchtgens will, das; die bei Titel 8 (Kosten für nebenamtliche Leitung und Unterrichtserteilung in der Fortbildungsschule) durch Streichung gesparten Summen in Titel 2 einzustellen sind. Dos wurde gegen 3 Stimmen abgelehnt. In gleicher Weise wurde ein Antrag Heinstadt—Blank, 100 000 Mark bei Titel 8 zu streichen, abgelehnt. Ein Antrag derselben Abgeordneten zu Ziffer 10 (Zuschüsse an private Volksschulen). 20 000 Mark für Ausbildungskurse zu streichen, wurde mit Stimmengleichheit ab gelehnt. Ebenso wurde ein weiterer Antrag desselben Abgeordneten, an Tagegeldern usw. für Kreislehrerratstagungen 40 000 Mark zu streichen, mit Stimmengleichheit abgelehnt. Ferner wurde ein Antrag Dr. Leuchtgens, die Stelle des Leiters der staatlichen Beratungsstelle für Werkunterricht zu streichen, mit 7 gegen 5 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen abgelehnt. Ein ähnlicher Antrag Heinstadt—Blank wurde damit für erledigt erklärt. Ein Antrag Heinstadt, den Handarbeits-, Haushalts- und technischen Lehrerinnen das Tagegeld zu gewähren, wurde gegen 3 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Ein Antrag Reiber, den entlassenen Schulamtsanwärtern und -anwärterinnen eine laufende Unter* stühung in Höhe der Hälfte der seitherigen Bezüge zu gewähren, wurde mit 10 gegen 3 Stimmen bei einer Stimmenthaltung abgelehnt. Für den Fall der Ablehnung hat der Abgeordnete Reiber den Antrag gestellt, den Entlassenen eine laufende Unterstützung in Höhe der Erwerbslosenunterstützung zu geben. Auch dieser Antrag wurde a b g e l e h n t. und zwar mit 9 Stimmen gegen 4 bei einer Stimmenthaltung. Ein Antrag Birnbaum will, daß von Ostern 1926 ab der Handarbeits-Unterricht in allen Mädchenschulen im zweiten Schuljahr beginnt: dies wurde vom Ausschuß gegen 4 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Dr. Greiner verlangt die Offenhaltung von Lehrerstellen für solche Lehrer, die die Erteilung von Religionsunterricht abgelehnt hoben. Der Antrag wurde abgelehnt. In einem Anträge des Abg. Dr. Greiner und in einer Vorstellung der Gemeinden Egels' bach und Erzhausen wird die Regierung ersucht, in den genannten Gemeinden Lehrkräfte, die ihrer Weltanschauung entsprechen, anzustellen. Der Antrag wurde mit 7 gegen 6 Stimmen abge- lehnt und die Vorstellung für erledigt erklärt. Gbens-o wurde eine Vorstellung der Gemeinde Gonsenheim gegen die Ausbürdung von Schul- lasten auf die Gemeinde für erledigt erklärt, da die Regierung ihren Antrag, einen Teil der persönlichen Lasten der Gemeinde zu übertragen, zurückgezogen hat. Ein Antrag Roth, der die Bereitstellung von Mitteln für die aus der Schule zu entlassenden Kinder will (je 50 Mark), wurde mit 7 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Dr. Greiner, der eine Reihe von Maßnahmen für die proletarische schulpflichtige Jugend verlangt, u. a. Schulspeisungen, wurde, soweit diese Maßnahmen nicht schon von der Regierung durchgeführt werden, abgelehnt, dagegen wurde die in demselben Antrag gestellte Forderung, den Unterricht, soweit dies möglich ist, im Sommer im Freien zu erteilen, einstimmig gebilligt. Das Kapitel 57 selbst wurde gegen 3 Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen angenommen. Zu Kapitel 65 (Volksbildung) lag ein Antrag Dr. Leuchtgens vor, die Stelle des Leiters der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung zu st r e i ch e n und den Inhaber einer seiner Bildung entsprechenden Stelle zuzuführen. Dieser Antrag wurde mit 7 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Das Kapital selbst wurde mit 7 gegen 7 Stimmen angenommen. (Zu bemerken ist zu dem Abstimmungsergebnis, daß Regierungsvorlagen, nach der Geschäftsordnung, bei Stimmengleichheit als angenommen gelten, Anträge dagegen bei Stimmengleichheit als abgelehnt.) Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 20. Februar 1926. Kurzarbeiter und Hochwassergeschädigte. Der Steuerabzug vom Arbeitslohn. 0 Wie wir hören, hat das Reichsfinanzministerium wegen des Steuerabzuges oom Arbeitslohn bei Kurzarbeitern und Hochwassergeschädigten ein Rundschreiben an die Landesfinanzämter gerichtet, dem u. a. folgendes entnommen ist: „In letzter Zeit ist verschiedentlich Klage geführt worden, daß seitens der Arbeitgeber den Arbeitnehmern, die Kurzarbeiter sind, beim Steuerabzug nicht die vollen, ihnen für den betreffenden Lohnzahlungszeitraum zustehcnden Ermäßigungen gutgebracht, sondern daß nur die Ermäßigungen berück- sichtigt worden sind, die auf die tatsächliche Beschäftigungsdauer entfallen, beispielsweise also bei einem Arbeitnehmer, der nur Montags, Mittwochs und Freitags in einer Fabrik arbeitet, nur die Ermäßigung für 3 Tage. Eine solche Handhabung ist alsch. Sie widerspricht auch dem 8 8 der Durch- uhrungsbestlmmungen über den Steuerabzug vom Arbeitslohn. Darnach sind im Falle der Kurzarbeit die im Gesetz für den betreffenden Lohnzahlungszeitraum vorgesehenen steuerfreien Beträge auch bann als steuerfrei außer Ansatz zu lassen, wenn der Arbeitnehmer für einen Teil des Lohnzahlungszeitraums ohne fein Verschulden keitien Lohn bezogen hat. Es sind deshalb z. B. bei einem Arbeitnehmer, der im Wochenlohn steht, ober in einem Betriebe tätig ist, in dem wegen Betriebseinschränkung nur 3 Tage in der Woche gearbeitet wird, die Wochen betröge des steuerfreien Lohnbetrags und der Familienermäßigungen gutzubringen und nicht etwa nur 3 Tages Ermäßigungen zu bcrück- fichtigen. Ebenso sind bei einem Arbeitnehmer, der im Wochenlohn steht und der zwar täglich, aber wegen Betriebseinschränkung nur 4 Stunden am Tage arbeitet, die vollen Wochen betröge, nicht etwa nur die Stunden betröge gutzubringen. In dem Runderlaß vom 20. Januar 1926 sind Richtlinien für die steuerliche Behandlung der durch Hochwasser Geschädigten aufgestellt. Ergänzend wirb darauf hingewiesen, daß die Anwendung des § 56 EStG, auch bei L o h n st e u e r p f l i ch- t i g e n in Frage kommen kann. Liegen die Dor- aussetzungen des §56 vor, so ist diesem Gesichtspunkt bei Anträgen auf Erstattung der Lohnsteuer für 1925 Rechnung zu tragen ober der steuerfreie Lohnbetrag auf Antrag nach § 75 Nr. 1 EStG, angemessen zu erhöhen. Das gilt besonders für Lohnsteuerpflichtige, die Grund st ücks- eigentümer sind und deren Grundstück durch Hochwasser erheblich beschädigt worden ist, sowie für Lohnsteuerpflichtige, bei denen die Wohnungseinrichtung in erheblichem Umfange beschädigt worden ist. Ium Umtausch der Mbesitzanleihen. Verlängerung der Anmeldepflicht. Der Reichsfinanzminister hat die Frist für die Anmeldung der Reichsanleihen des Altbesitzes bis zum 31. März 1926 verlängert. Wenn auch der weitaus größte Teil des Anleihebesitzes bereits zur Anmeldung gekommen ist, so scheint doch mit Rücksicht auf einige belastende Umstände (Kriegs- anleiheoersicherung, Sparkassenpolitik, hinterlegte Anleihen u. a.) eine Fristverlängerung unvermeidlich. Mit dem 31. März dieses Jahres läuft die Anmeldefrist endgültig ab. Eine weitere Verlängerung ist ausgeschlosien. Auch die Anleihegläu- biger, die ihre Anleihen bei Banken ober Sparkassen im Depot Haden, müssen für die rechtzeitige Anmeldung Sorge tragen, da die Banken und Sparkassen häufig die Altbesitzeigenschaft der Anleihen nicht kennen oder nicht die nötigen Belege für die Alt- besitzbegründung haben. Gießener Wochenmarktpreise. Es kostet« auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 150 bis 170 Pfennig. Matte 25 bis 35, Käse 65 bis 140, Wirsing. 25. Weißkraut 15 bis 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 25, rote Rüben 20, Spinat 40, älnterkohlrabi 15, Grünkohl 30 bis 35, Rosenkohl 70, Feldsalat 150. Endivien 100, Zwiebeln 20, Meerrettich 50 bis 70. Schwarzwurzeln 60 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Achsel 15 bis 25, Rüsse 60, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120; pro Stück: Gier 10 bis 12, Blumenkohl 60 bis 180, Salat 40, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 15 bis 20, Sellerie 20 bis 60. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Volkshochschule: 8 Uhr, Großer Hörsaal der Universität, Vortrag von- Studenrat Dr. König. — Wandervogel Höhenflug: 8 Uhr, Saalbau Sauer, Familienabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Puppenkönigin". — Astoria-Lichtspiele: „Die Texasreiter". — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater: 6.30 Uhr „Gräfin Mariza" (Ende gegen U) Uhr). — Gießener Konzertverein: 5 Uhr nachmittags, Reue Aula der Universität, 8. Abonnementskonzert. — Goethedund: 8.30 Uhr, Kaufm. Vereinshaus, Literarischer Abend. — Wartburg- verein: 8 Uhr, Vereinshaus (Diezstraße), Generalversammlung. — Geflügel- und Vogelzuchtverein für Gießen und Umgegend: 3 Uhr nachmittags, „Pfälzer Hof", Generalversammlung. — Lichtspielhäuser wie Samstag. — Palast-Lichtspiele, Kirchenplatz: „Der kleine Herzog". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns mitgeteilt: Rochmals sei darauf hingewiesen, daß die Erstaufführung der Operette „Gräfin Mariza" am morgigen Sonnntag bereits um 6.30 älhr beginnt, da nach den Erfahrungen an anderen Bühnen mit dem Verlangen nach zahlreichen Wiederholungen zu rechnen ist und das Ende der Vorstellung wegen der auswärtigen Besucher nicht zu spät erfolgen soll. — Es wird gebeten, Bestellungen für die Schülervorstellung von „M inna von Darnhelm" baldigst zu machen, damit beim Vorliegen größerer Bestellungen die Verteilung der Plätze rechtzeitig vorgenommen werden kann. — Vom Konzert-Verein wird uns geschrieben: Zu dem Programm des morgen stattfindenden Konzerts sei noch folgendes bemerkt: Frau Iekelius-Lihmann singt außer einer Gruppe von Schubert« und Wolf- Liedern auch solche von Gretschaninow und Mussorgski, den beiden originellsten russischen Komponisten der letzten Jahrzehnte. Modest Petrowitsch Mussorgski (geb. 1839, gest. 1881 zu Petersburg) teilt das Schicksal vieler großer Künstler: er ist erst nach seinem Tode gewürdigt und in Deutschland überhaupt erst durch seine Oper „Boris Godunoff" eigentlich bekannt geworden. Auch auf dem Gebiete des Liedes hat Mussorgski ganz Eigenartiges geschaffen, so in seinen Bauernliedern und der „Kinderstube". Einige seiner Kompositionen hat übrigens der Baritonist Lindberg vor mehreren Jahren hier sehr eindrucksvoll gesungen. Alexander Gretschaninow (geb. 1864 zu Moskau) ist vorzugsweise VokaUomponist und durch fein empfundene Lieder auch außerhalb seines Vaterlandes bekannt. - Die Cellosonate, die Herr Hindemith spielt, gilt noch heute als Muster ihrer Gattung. Ihr Komponist, der altitalienifd)e Weister Doccherini (geb. 1743, gest. 1805), hat den größten Teil seines Lebens in Madrid als Kammervirtuos der Infantin Luiz gewirkt und ist später Hofkompositeur des Königs Friedrich Wilhelm II. geworden, für den er dann ausschließlich geschrieben hat. Rach den neuesten Forschungen ist Boccherini von dem deutschen Meister Stamitz wesentlich beeinflußt worden. D a v i d o f f (geb. 1838 zu Goldingen in Kurland, gest. 1889 in Moskau), lange Zeit als Solocellist am Leipziger Gewandhaus, später in Petersburg als Direktor des Konservatoriums tätig, hat mehrere sehr gute und mit Vorliebe in die Programme aufgenommene Konzerte für Cello geschrieben. — Im Goethcbund wirb am Sonntag- abend der Bunbeswart einen Literarischen Abend geben, an dem er Proben ber jüngsten deutschen Dichtung vortragen wird. (Siehe heutige Anzeige.) — Verein für das Deutschtum im Ausland. Die hessen-darmstädtischen Ortsgruppen des Vereins für das Deutschtum im Ausland haben sich zu einem Landesverband des V.D.A. zusammengeschlvssen, dem eine besondere kulturpolitische Betreuungsaufgabe zu- gefallen ist. Dein Vorsitzender. Studienrat W e ck e r l i n a aus Friedberg, hat vor kurzem die Verhältnisse der ca. 9000 deutschen Dauern in der rumänischen Dobrudsch-a an Ort iinb Stelle studiert und bei dieser Gelegenheit eine große Zahl von Lichtbildenr auf genommen. Die Ortsgruppe Gießen des V. D. A. hat nunmehr Herrn Weckerling zu einem Vortrag über die kulturelle und politische Lage dieser Deutschen gewonnen. Der Vortrag wird am nächsten Dienstag abend stattfinden. (Siehe heutige Anzeige.) L. A. Von der Landes-älniversi- tät Gießen. Der ordentliche Professor ber Hygiene an der Technischen Hochschule Dresden Dr. meb. Philalethcs Kuhn hat den an ihn ergangenen Ruf als Rachfolger des Prof. Got- schlich, der zum 1. April an unserer älniversi- tät aus scheidet, angenommen. — Die venia le- genbt bei der theologischen Fakultät unserer Landes Universität wurde dem Repetenten bei derselben Fakultät Lic. theol. Ferdinand Laun für das Fach ber Kirchengeschichte erteilt. — Der ordentliche Professor für Geologie und Paläontologie an unserer ilnüxrfität Dr. Hermann Harrassvwih wurde von der Kaiserlich deutschen Akademie der Raturforscher zu Halle zum Mitglied ernannt. — Gerichtsassessor Dr. Ziffer, der sich für bürgerliches und römisches Recht zu habilitieren wünscht, wird am Montag, 22. Februar, nachmittags 5 Ahr, in der Kleinen Aula eine Probevorlesung über: „Die Gefahrtragung bei Kaufverträgen nach internationalem Privatrecht" halten. 2. il. älniversitätSgotteSdienst Am morgigen Sonntag, 21. Februar, vormittags ll1/, Ahr, findet in der Reuen Aula ein Uni- versitätsgvttesdienst statt, zu dem die Angehörigen der Universität eingeladen sind. Selbstverständlich hat auch jeder andere Zutritt. Die Predigt hält Prof. Dr. Riebergall aus Marburg. 'l Friedensmiete erst am 1. Juli? Die „Voss. Ztg." hört, daß bei der Reichsregierung die Absicht bestehe, den Termin für die Einführung der Friedensmiete, der auf den 1. April festgesetzt war, hinauszuschieben, und zwar voraussichtlich bis zum 1. Juli. * Die Postkraftwagenlinie Gießen-Krofdorf-Fellingshausen wird andauernd sehr stark in Anspruch genommen. Der Zudrang der Passagiere ist so rege, daß die Postverwaltung sich jetzt sogar genötigt gesehen hat, neben den sahrplanmäßigen Touren noch Sonderfahrten einzurichten. Die Fahrplane geben hierüber Ausschluß. —d. Städtische Drennholzverstei- gcrung. Trotz des schlechten Wetters war die 'Beteiligung an der gestrigen Drennhvlzversteige- rung im Stadtwald groß. Es wurden folgende Preise gezahlt: Duchenknüppel 16 Mk., Eichenknüppel 11 Mk., Birkenknüppel 14 Mk., Eichenknüppel 16 Mk.. Fichtenknüppel 6 Mk. je Rm.. Duchenwellen 40 Mk., Eichenwellen 26 Rkk., Dirkenwellen 23 Mk.. Eichen wellen 26 'Mk., Erlenwellen 28 Mk.. Aspenwellen 13 Mk., Fichtenwellen 16 Mk. je 100 Stück. Stadttheater-Abonnement. Die Einlösung des fünften Abschnitts der Abonnements muß am nächsten Donnerstag erfolgen. ** Personalien. Ernannt wurden: der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Rtdda, Karl Muhl, zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Fürth i. O. mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts bei diesem Gericht: der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Schlitz. Ludwig Schneider, zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Groß-Gerau mit Wirkung vom 1. Mai 1926. Steuerfreie Spareinlagen. Zu dieser Rvttz in Rr. 41 wird unS von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß nicht etwa nur Einlagen bei den Kreditgenossenschaften unter gewissen Voraussetzungen „steuerfrei"' sind, sondern ebenso auch Spareinlagen bei sämtlichen öffentlichen Sparkassen des Deutschen Reiches. Soweit also Spareinleger von ben De- freiungsbestimmungen des Einkommensteuergesetzes vom 10. 8. 1925 Gebrauch machen und Einlagen unwiderruflich auf 20 Jahre oder für den Todesfall unter Mitteilung an das Finanzamt festlegen wollen, können sie derartige steuer- treie Einlagen auch bei den öffentlichen Spar- lassen machen und den ersparten Detrag von jährlich bis zu 480 RM. als Werbungskosten von dem steuerpflichtigen Einkommen in Abzug bringen. Zum Schutze der Weidenkätzchen hat das Kreisamt Gießen die Polizei und Gendarmerie des Kreises jetzt erneut auf die strenge Durchführung der früher erlassenen Schutzbestimmungen hingewiesen. Gleichzeitig empfiehlt das Kreisamt den Dürgermeistereien, in geeignet erscheinender Weise darauf hinzuwirken, daß die Blütenstaub spendenden Sträucher, Weide- und Haselstrauch, die zur Förderung der Bienenzucht wichtig sind, geschont werden. Es Tarnt dies unter anderem auch durch Delehrung in den Schulen und durch das Forst- und Feldschutzpersonal geschehen. *• Die Maul- und Klauenseuche in Hessen. Rach einer amtlichen Veröffentlichung hat die Maul- und Klauenseuche in allen drei hessischen Provinzen im vorigen Monat einy starke Zunahme erfahren. Insgesamt waren zur Derichtszeit von der Seuche 123 Gemeinden (davon 53 neu) mit 327 Gehöften (davon 147 neu) befallen. Besonders stark verbreitet sich die Seuche in den Kreisen Gießen, Friedberg. Oppenheim, Groß-Gerau, Worms und Mainz. - Reuerdings ist die Seuche in Rieder-Erlenbach und Ober-Mörlen (Kreis Friedberg) und in Vordeck (Kreis Marburg» ausgebrochen. In Schwalbach (Kreis Wetzlar) ist sie erloschen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 21 Februar. Invokavit. Stadt- kirche. 9",: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche für die Maithäusgemeinde- Pfarrer Mahr. 6: Pfr. Becker. IohanneSkirche. 91;,: Pfarrer Bechtolsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgem. Pfr. Bechtolsheimer. 6: Pfarrasstst. Schultheis. - Mittwoch, den 24. Februar, abends 6 Uhr: 2. Passionsgvttesöienst in d. Stadtlirche. Pfarrasstst. Hertel. — Kirchberg. 10. Lollar: 1' .... Dienstag, den 23. Februar, abends 8", Bibelstunde in Lollar. Donnerstag, 25. Febr., abends 8' . Bibelstunde in Saubringen. — Wieseck. 8/410; 11 Kinderkirche. - Wahenborn-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 7'„. Garbenteich: 10. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 20. Februar. 4'/, u. 7 Beichte. Sonntag, 21 Februar. 1. Fastenfonntag, 6'/, Beichte, 7 Messe, Korn. d. Jungfrauen u. Hausangestellten. 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 4‘,. Versammlung der Jungfrauen-Kongregation und Hausangestellten, 5‘/3 Christenlehre und Andacht. Dienstag und Freitag abds. 6' , Fastenandacht. — Grünberg. 91/, Messe mit Predigt. Hungen 8 Messe mit Predigt. — Laubach. 10 Messe mit Predigt. — Lich. 10 Hochamt mit Predigt. LouutagSdiensf d. Merzte u.'Apotheken am 21.2.2c, Krau Dr. Mar». Dr. Schöner. 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Dah es einen solchen beanspruchen müsse, braucht gar nicht näher begründet zu werden. Obwohl geschlagen und entwaffnet, ist Deutschland heute doch eine Großmacht. Sowohl die Gründe des Prestiges als die der praktischen Mitarbeit machten es von vornherein unbedingt nötig, daß Deutschland einen solchen Sitz beanftruHte. Das lag auch von vornherein in der Idee der Gründer des Völkerbundes. Denn diese nahmen als den Kreis der Großmächte, die einen ständigen Sitz im Völkerbundsrat haben sollten, von vornherein in Aussicht: England, Frankreich, Japan, Italien und dazu Deutschland, Nordamerika und Rußland, so dah die ständigen Sitze von den alten sieben Großmächten eingenommen werden sollten, alle andern Staaten aber auf regelmäßigen Wechsel det nichtständigen Ratssihe verwiesen waren. 1922 hat die Völkerbundsversammlung die Zahl der nichtständigen Mitglieder von 4 auf 6 erhöht, so dah also jetzt mit Deutschland, aber ohne Nordamerika und Rußland, deren Beitritt ja in weiter Ferne liegt, 6 nichtständige unö 5 ständige Inhaber von Ratssrhen einander gegenüberstehen. Schon dieser Beschluß voy 1922 hatte also das Verhältnis etwas verschoben. 2lber man fand sich damit ab, und die Struktur des Rates ist damit nicht verändert. So schien eigentlich alles selbstverständlich zu sein, und die Heber- tragung des Ratssihes ebenso wie die ganze Aufnchhme Deutschland mehr oder minder eine Formalität, nach der die andere Seite lebhaft drängt, weil erst damit das ganze Werk von Locarno ja Recht und bindende Verpflichtung wird. Als nun aber mit der Anmeldung Deutschlands das alles wirklich akut wurde, hat sich eine Krise erhoben, die freilich den Kenner des Völkerbundes nicht überrascht hat. Denn wer eine über die äußeren Formen hinausgehende genaue Kenntnis dieser Organisatton hatte, wußte ganz genau, dah der Eintritt Deutschlands tatsächlich eine große Veränderung herbeiführen würde. Bis dahin war der Völkerbund, wenn er auch die drei anderen Besiegten, Oester- reich-Hngarn, Bulgarien und die Türkei umfaßte, nur die Gemeinschaft der Sieger, die ihre Wünsche immer mit jeder Mehrheit durchsetzen konnten. Mit dem Eintritt Deutschlands aber erschien der größte der besiegten Staaten, der gerade darum eigentümliche und eigenartige Aufgaben im Völkerbund ganz besonders wahrzunehmen hat — wir erinnern nur an die Minderheitenfrage oder an die Mandatsfrage — und der ganz von selbst, ohne daß er etwas dcuu zu tun braucht, an die Spitze der Besiegten tritt und daneben auch für eine ganze Reihe im Krieg neutral gewesener Staaten ein erwünschtes Sprachrohr, ein erwünschter Succurs werden müßte. In Genf bestand gar kein Zweifel darüber, dah mit dem Eintritt Deutschlands „die Gemütlichkeit im Völkerbund aufhören würde". Das ist bei der Behandlung des Aufnahme- gesuchcs deutlich zum Bewußtsein gekommen, und zugleich brachte die damit entstehende Erörterung Bemühungen an das Licht des Tages, die ohne jeden Zweifel schon monatelang vor uni) in Locarno den Verhandlungen mit Deutschland parallel gegangen sind. Bemühungen nämlich, das Eintreten Deutschlands in seinen Wirkungen von vornherein zu paralysieren, indem neben Deutschland im selben Moment auch andere Staaten, Polen, Spanien, Brasilien, «inen ständigen Ratssitz beanspruchten oder erhalten sollt em Heberlegt man sich das in Ruhe, so würde Die Erfüllung dieser Wünsche die Struktur'des Völkerbundsrates vollständig verschieben. Er wäre nicht mehr ein Rat der Großmächte, wie ihn die Begründer gedacht hatten, sondern eigentlich schon die Bundesversammlung im Kleinen. Was diesen drei Staaten Recht Religiöse Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. ' Auf Einladung des Kulturamtes der Gießener Studentenschaft sprach Pfarrer Dr. W i esen- hütter (Breslau) über das religiöse Problem in der deutschen Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Der Vortragende läßt das vorige Jahrhundert — als die Epoche der materialisierenden Naturwissenschaften — beginnen etwa mit dem-Tode Goethes. Hieraus erklärt sich, was zunächst befremden mochte, daß Romantiker und ältere Nazarener (deren Schaffen ja stark religiösen Einschlag aufweist) in die Darstellung nicht oder nur oberflächlich einbezogen wurden. Der Vortragende faßt die Entwicklung bis heute in vier großen Strömungen oder Kreisen: 1. deutsche Gemütskunst (exponiert etwa in Führich, Steinhaufen, Gebhardt, Hhde, Schäfer), 2. Idealismus oder Neuklassizismus (Feuerbach, Böcklin, Klinger), 3. Impressionismus (Menzel, Liebermann, Corinth), 4. Expressionismus (Heckel, Beckmann, Nolde). Der Vortragende, geschulter Redner und eindringlicher Interpret, ließ vor allem seine Bilder sprechen: formulierte (hier kann man nur einzelnes referierend herausgreifen) sehr interessant, anknüpfend an einen Ausspruch von van Gogh, die Wandlungen in der Ehristusgestaltung bei Gebhardt (Abendmahl), Steinhaufen, Hhde (Lasset die Kindlein zu mir kommen) und einer überaus feinen Graphik von Rud. Schäfer (Die letzte Reise), zeigte auch hier, schon den tiefen Zwiespalt zwischen der Kunst und ihrer Zeit auf, der schroff durch das ganze Jahrhundert hindurch geht. Dann die Idealisten. Wiederum im einzelnen treffend gefaßte Interpretation, glänzend z. B. die formale Analyse der Pietä bei Klinger und Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)Samstag, 20. Sebruar (926 wäre, wären anderen dann auch billig gewesen. Warum sollte z. B., wenn Brasilien einen ständigen Sitz erhielte, Argentinien nicht auch einen solchen verlangen? Warum, wenn Polen einen erhält, nicht auch die Tschechoslowakei? Auch China hat mehrfach schon betont, daß seiner Gröhe und Bedeutung gleichfalls nur ein ständiger Ratssih entspräche. Dann aber würde der Völkerbundsrat etwas ganz anderes als bisher, und würden sich für Deutschland die Voraussetzungen völlig verschoben haben, unter denen es den Eintritt in den Bund diskuttert und beschlossen hat. Sowohl Prestigegründe wie sachliche- Gründe machen es deshalb der deutschen Politik zur gebieterischen Pflicht, darauf zu bestehen, daß Deutschland jetzt, und zwar ohne „wenn" und „aber", allein den ständigen Ratssih erhält. Es muh in die Lage versetzt werden, wenn im Völkerbund eine solche Veränderung der Organisation wirklich in Angriff genommen werben soll, von vornherein dabei mit beratend und entscheidend tätig sein zu können. Unö gelänge cs nicht, die Erfüllung der Deutschland ja ohne jede Einschränkung gemachten Zusage zu erreichen, so mühte Deutschland den Entschluh aufbringen, das Eintrittsgesuch zu suspendieren, oder wenn die Dinge sich verschärfen würden, es zurückzuziehen. Schließlich hat sich doch Deutschland nicht in den Bund Das große eröffnet! Selbstverständlich wird ein Staat wie Polen nicht ruhen, und wenn er heute nicht zu seinem Ziele kommt, wird er ganz besttmmt im Herbst einen zweiten Anlauf nehmen. So zeigt gleich diese erste Krisis recht deutlich, dah der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ganz und gar nicht eine Aera des Friedens und der Freude eröffnet, sondern dah der Kampf um die Gleichberechtigung Deutschlands Unsere lommunalpolitische Arbeit steht gegenwärtig im Zeichen bedeutsamer Vorbereitungen. In diesen Wochen ist die Stadtverwaltung damit beschäftigt, den Haushaltsplan für 1 926/27 aufzustellen. Dabei handelt es sich um die Bewältigung einer Aufgabe, die diesmal weit schwieriger ist als im vorigen Jahre. Auf der einen Seite sieht sich die Verwaltung den Auswirkungen einer außerordentlich schaden Wirtschaftskrise gegenüber, auf der andern Seite ist wenigstens teilweise Forderungen zu entsprechen, die schon längst in vollem Umfange hätten erfüllt sein müssen. Unter diesen Umständen heißt es für die Verwaltung und das Stadt- Heimatblatt jetzt wohl überhaupt erst beginnt. Die Würfel sind gefallen in der großen Frage, ob Deutschland dem Völkerbund angchören soll oder nicht. Eine neue Periode schwieriger und ernster Kämpfe um Recht und Gleichberechtigung, um Einfluß und Bedeutung beginnt damit, die auch auf diesem Gebiet gespannteste Aufmerksamkeit, Uebersicht über das Terrain und Entschlußkraft von der deutschen Politik verlangt. der Strahenbeschaffenheit sichtbar werden, der hier ebenso hahnebüchen ist wie der unerträgliche Zustand der Straßen in den Außenbezirken. Einzelheiten über die Folgen dieser Zustände für die Anwohner und Passanten brauchen wir wohl nicht aufzuzählen, sie dürften auch ohne unsere Registrierung zur Genüge bekannt sein. Aber nicht nur die meisten gepflasterten oder chaussierten Straßen sind dringend verbesserungsbedürftig, auch in den asphaltterten Straßen sieht es an zahlreichen Stellen arg aus: Löcher in der Strahendecke, vor allem aber zahlreiche Senkungen lassen bei Regenwetter Pfützen entstehen, die sich im Handumdrehen zu ganz respektablen Seen ausdehnen, weil „die Geländebeschaffenheit vorzüglich" ist. Einer sorgsamen Erneuerung bedürfen ferner die meisten Spaziergängerwege, zum Teil sind sie sogar schon in unmittelbarster Nähe der Stadt in sehr wenig erfreulicher Verfassung. Daß diese Uebelstände den jetzigen außerordentlich großen Hmfang auf- weisen, ist nicht allein auf den stark gewachsenen Verkehr — der übrigens einen Teil der schlechten Straßen gar nicht oder nur ganz geringfügig berührt — zurückzuführen, sondern ist in hohem Maße eine Folge der jahrelangen .Untätigfeit der Stadt auf dem Gebiete der Ctraßenunterhaltung: die paar Reparaturarbeiten, die hier und da die schlimmsten „Granattrichter" einebneten, und die bis jetzt die einzigen Taten blieben, können hier als rechtes Plus nicht in Betracht kommen. Gießener Anzeiger Strahenerneuerung in Gietzen. Eine dringende kommunale Aufgabe. Das große Anzeigenblatt hereingedrängt, sondern die andere Seite hat ja unaufhörlich den Wunsch ausgesprochen, Deutschland im Bunde zu sehen! Es ist wieder eine Frage, an der die Gegensätzlichkeit der englischen unö französi - fchen Interessen deutlich hervortritt. Natürlich begünstigt Frankreich solche Wünsche, namentlich Polens und strebt es an, wenn nun einmal Deutschland nicht dem Bunde ferngehal- ten werden kann, von vornherein eine Frankreich gefügige und feste Mehrheit dauernd sicherzustellen. Das ist vom französischen Standpunkte aus ebenso verständlich, wie es vom englischen Standpunkt aus, der darin sich völlig mit dem deutschen deckt, unerträglich ist. Der „Daily Telegraph" hat das auch ganz offen ausgesprochen, daß, ganz abgesehen von Deutschland, eine so entstehende „lateinisch-westslavische Koalition"' Großbritannien und auch andere Staaten in eine unangenehme und hoffnungslose Minderheit versehen könnte. Auch darüber ist zur näheren Begründung gar nichts besonderes zu sagen. Aber die Frage ist, intotetoeit England darin fest bleibt. Man zweifelt, ob nicht Chamberlain aus Dankbarkeit für das Eintreten Frankreichs in der Irakfrage und um Briands Stellung zu erleichtern, in dieser sehr weittragenden Angelegenheit dem anderen schon sehr entgegengekommen ist. Chamberlain spielt damit um fein eigenes Renomme als Staatsmann. Er seht das Locarnowerk aufs Spiel, mit dem er doch seinen Namen mit so großer Feierlichkeit verbunden hat. Sein Kampf ist nicht leicht, besonders auch deshalb nicht, weil ein gegebener Bundesgenosse dabei ausfällt. DaS Gegebene wäre ja, daß Italien mit all seinem Einfluß Deutschland und England sekundierte. Aber die unberechenbare unö zerfahrene Außenpolitik, die Mussolini mit Lärm und Säbelrasseln betreibt, hat gerade in diesem Moment die Spannung zwischen Italien und Deutschland herbeigeführt, die natürlich auch in diese Völkerbundangelegenheit weiter spielt. Wie letztere nun im Moment auch ausgeht, ob vielleicht der englische Einfluß sich durchsetzt und nur Deutschland einen ständigen Ratssih jetzt bekommt auf der Tagung am 8. März, der Kampf im großen ist damit bereits Parlament, mit Vorsicht unö dennoch mit tat- froher Klugheit die entscheidenden Beschlüsse zu fassen. Ersparnisse müssen gemacht werden, wo sie nur irgendwie möglich sind. Jedoch muh man sich hüten, diese Forderung zum starren Grundsatz zu machen, dessen Anwendung zur völligen Negation jeder fortschrittlichen Arbeit, die natürlich stets Geld kostet, führen würde. Man muh sich vor Augen halten, dah die Stadtverwaltung nicht nur verpflichtet ist, so sparsam wie möglich zu wirtschaften, sondern daß sie auch die Aufgabe hat, dem heimischen Wirtschaftsleben nach besten Kräften neuen Impuls zu geben, besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Mit Recht sehen Handwerk und Gewerbe sorgsam darauf, daß ihnen in dieser Zeit wenigstens noch Aufträge der Stadtverwaltung zuteil werden und dah alle Arbeiten in Gießen bleiben, die nur irgendwie hier erledigt werden Kirnen. Die jetzige Zeit der Voranschlags-Aufstellung erscheint uns geeignet, das besondere Augenmerk der Oeffentlichkeit auf eine dringende Aufgabe zu lenken, deren Erfüllung sowohl dem Gesicht und damit der Wertgeltung unserer Stadt, wie auch dem heimischen Wirtschaftsleben zugute kommen würde. Wir meinen die Herstellung unseres Straßenpflasters durch Neupflasterung in den meisten Straßenzügen bzw. durch gründliche Ausbesserung in zahlreichen anderen. Unfer Straßennetz befindet sich heute — man kann diese Tatsache nicht mehr verschweigen, weil sie zu offenkundig vor aller Augen ist — zum großen Teil leider in einem Zustand, öen man als unhaltbar und der Pro- vinzialhauptstadt unwürdig bezeichnen muß. Schon beim Einmarsch in unsere Stadt empfängt der Fremde durch den Zustand der Bahnhofstraße einen Eindruck, der vom Gießener Standpunkt auS bedauerlich ist. Wirft der Besucher im Vorbeigehen einen Blick in die Neustadt und die Westanlage, oder passiert der Gast die Sttahen des bis jetzt recht stiefmütterlich behandelten Nordostviertels (Schillerstrahe, Weserstraße, Eder» strahe. Asterweg, Schottstrahe usw.), sieht er sich den Lindenplatz, den Kirchenplatz, die Gartenstraße an und vergißt die Gutenbergstrahe, Roon- straße, den Schisfenbergerweg, die Frankfurterstr. usw. nicht, allüberall wird ihm ein Jammer Böcklin. Hier ist die durchgehende Idealisierung der Figuren (besser: Stilisierung), vor allem auch bei Feuerbach, evident. Klar sind die Abstände dieser Malerei (z. D. in der Christus- geftaltung) gleichermaßen von Grünewald, wie von den Expressionisten, die (keineswegs tradi- tionslos, wie zutreffend gesagt wurde) eben gerade von Grünewald her vielfach zu verstehen sind. Aber: schon in dieser zweiten Gruppe fcheint der thematisch gewählte Blickpunkt den Gesichtskreis, der Gesamtwerte aufnimmt, stark einzuengen. Die „Toteninsel" Dvcklins, um ein Beispiel zu nennen, kann man auch anders sehen und innerlich erleben, als es hier geschah. Stark anfechtbar erschien uns ferner die Einstellung zum Impressionismus: mit dem Wort von der „seelenzerstorenden Wirkrmg" dieses Stils, der mehrfach in eine gefährliche Nähe zum Platten Naturalismus gerückt wurde, empsindet man die Kunst derer um Liebermann als solche doch in einer sehr bedenklichen Flachheit und Aeußerlichkeit, die wir ablehnen müssen. Tatsache ist: die Strö- mung hat sich wenig mit religiösen Vorwürfen befaßt, Hnö freilich kann die derbe und recht fleischige Magdalena bei Corinth (Kreuzabnahme) nicht eben den religiösen Gehalt und Stimmungswert des Bildes erhöhen. Im Expressionismus endlich (selten ist ein so vielfältig sich brechender, so schwer zu fassender Sttl, wie dieser, mit einem so unglücklichen Namen bezeichnet worden), sieht der Vortragende die große Wende, in der Reaktion neue Vergeistigung und neue S^nsucht emporwachsen. Stark religiöse Färbung ist zweifellos (im Zusammenhang hiermit) für eine breite Schicht dieser Kunst typisch Don Heckel schien uns das zweite Bild (Gebet) eindringlicher und künstlerisch stärker, als das im Feld (auf zwei Zeltbahnen) gemalte Marienbild. Sehr gut waren in diesem Kreis die geistigen Zusammenhänge bis in die Malerei des Mittelalters hinein aufgewiesen, oder doch angedeutet. Gezeigt wurden ferner die bekannte Kreuzabnahme von Beckmann (wobei sich wieder die innere Nähe zu Grünewald auf- örängt) und ein paar sehr reife, wahrhaft geistige Stücke von Nolde. Bei denen man nur bedauerte, die Farbe missen zu müssen, die ja gerade hier von eminenter Bedeutung ist. Die zuletzt gelesenen Bekenntnisse eines expressionistischen Künstlers konnten als Begleitworte zu dem Iohanneskopf aus Noldes Abendmahl gelten. Sie für die ganze Strömung gleichsam progrannnatisch zu erweitern, besteht indessen kein Grund. Ein großer Wesensteil des Expressionismus ist durchaus nicht so bergeiftigt, und ein ebenso starker Komplex (auch wertmäßig verstanden) beschäftigt sich nicht mit religiösen, sondern mit' sehr Prof amen Themen. Heberhaupt schien uns die gcmze zeitgenössische Kunst viel zu geschlossen und einheitlich begriffen und schon formuliert. Die eindringende, letzte Wesensschau in diese so unendlich vielfältigen, widersprechenden und chaotischen Dinge — je mehr man vom Expressionismus sieht, um so mehr drängt sich das auf — wird einer späteren Generation Vorbehalten bleiben müssen. —y— Ein literarischer Fund aus dem 14. Jahrhundert. Abgesehen von poetischen Bearbeitungen der Evangelien, wie dem bekannten Heliand unö der Evangelienharmonie Öes O t f r i e ö von Weißenburg, haben wir aus älterer Zeit nur eine Heber» sehung der Evangelienharmonie öes Tatian, die int 8. Jahrhundert an der Fuldaer Klosterschule entstanden ist und einige Bruchstücke einer Es ist dringend erforderlich, mit der bisherigen Passivität im Straßenunterhaltungs- wesen jetzt gründlich Schluß zu machen. Wenn wir Verkehrswerbung treiben wollen unö wenn uns öaran gelegen ist, öie Gäste mit guten Eindrücken von hier scheiden zu sehen, öle sich dann auch auswärts zum Vorteil unserer Stadt auswirken — im gegenteiligen Falle tritt natürlich die umgekehrte Wirkung ein! —, so müssen wir uns entschließen, öie Arbeit an der Straßen- unterhaltung kaufmännisch-großzügig in Angriff zu nehmen. Die Stadt muh sich aufraffen, für diese Aufgabe erheblich tiefer als bisher in den Stadtsäckel zu greifen, selbst um Öen Preis, daß vorübergehend an anderen wichtigen Sachen gekürzt werden mühte, wenn Ersparnismahnahmen unö Steuermöglichkeiten für öie Zwecke des jetzt bevorrechtigten Siraßen- wesens nicht ausreichen sollten. Wir möchten den Wunsch aussprechen, dah öie Stadtverwaltung im neuen Haushaltsplan wesentlich höhere Beträge für die Lösung dieser dringenden Ausgabe vorsieht, als im Haushalt für 1925. Weiter möchten wir wünschen, dah zu diesen Arbeiten in ausgedehntem Maße Erwerbslose herangezogen werden unö zur Erleichterung der Finanzierung der Versuch gemacht wird, in wettgehendem Maße Zuschüsse aus der produktiven Erwerbslosenfürforge zu erhalten. Aber selbst derartige Beihilfen unö auch Abstriche an anderen Teilen des Etats werben nicht verhindern können, dah die Gesamtheit der steuerzahlenden Bürger für diese wichtige Aufgabe eine besondere Anstrengung machen muh. In diesem Zusammenhang möchten wir betonen, dah man diese Angelegenheit nicht ausschließlich unter dem Gesichtspunkt des Steuerzahlers betrachten darf. Man muh sich vor allem rein wirtschaftlich zu dieser Aufgabe einstellen. Entschlichen sich die städtischen Körperschaften — was wir hoffen! — jetzt großzügig an die Beseitigung der unhaltbaren Straßenzustände heranzugehen, so wird dadurch unserer Gießener Wirtschaft ein starker Auftrieb gegeben werden. Denn wir betrachten es als selbstverständlich, dah der Auftrag in Gießen bleibt, soweit wie nur irgendmöglich auch die Materialbeschaffung hier erfolgt unö endlich die Arbeitsleistung in erster Linie nur den einheimischen Arbeitern, insbesondere den zahlreichen Arbeitslosen Vorbehalten wird. Eine solche Behandlung der Angelegenheit würde dazu führen, dah zahlreiche Mitbürger, die jetzt als leistungsfähige Käufer auf dem heimischen Warenmarkt fehlen, wieder tauffräftig gemacht würden. Davon hätte Hebersetzung des Evangeliums des Matthäus. Aus den folgenden Jahrhunderten sind nur ganz spärliche Fragmente erhalten. In einem Hr- funöenbanö des Bensheimer Stadtarchivs wurden kürzlich durch einen Zufall auf einem Heftstreifen eines HrkundenbandeS aus dem Jahre 1585 Bruchstücke einer handschriftlichen deutschen Heberfetzung des Neuen Testaments gefunden. Wie Prof. Henkelmann in den Bensheimer Geschichtsblättern mitt eilt, stellt dies Bensheimer Fragment unter Öen sämtlichen deutschen Evangelien- übersehungen die älteste dar. Sie muh in Öie Zeit zwischen 1330 und 1340 gesetzt werden. Sie zeigt eine auffallende Aehnl ich kett mit dem Evangelien- buch Beheims (Matthias von Beheim, Mönch zu Halle), das sicher im Jahre 1343 entstanden ist. Diese Aehnlichkeit erklärt sich teils daraus, daß die beiden Hebersehungen sich eng an die Vulgata anschliehen. Obwohl sie auf eine gemeinsame Grundlage zurückgehen, haben sie einen örtlich verschiedenen Hrsprung: das Bensheimer Fragment ist älter und hält sich enger an die Vulgata. Bezüglich des Ortes, wo diese älteste deutsche Gvangelienübersetzung entstanden sei, liegt für Prof. Henkelmann nichts näher, als daß ihr Hrsprung in dem benachbarten Kloster Lorsch zu suchen sei, dessen Bibliothek durch ihre Reichhaltigkeit berühmt war. Der wertvolle Fund, dessen sprachliche Behandlung Privatdozent Dr. Maurer, Gießen übernommen hat, gibt wieder Veranlassung, im Speichergerümpel befindliche alte Hrkunden und Schriften, namentlich in Kleinstädten, nicht leichtsinnig zu vernichten, sondern den Verwaltungsbehörden zu übermitteln, die für die nötige Feststellung zu sorgen haben. Ixtrni natürlich« auch die Teschüstswelt aller Branchen direkt oder indirekt Vorteile. Wir würden durch die Inangriffnahme des dringenden Projekts aber nicht nur eine schr beachtenswerte Ankurbelung unserer heimischen Gesamtwirtschcrst erreichen, sondern auch noch den Erfolg buchen können, daß wir den Erwerbslosen das für dre meisten niederdrückende Bewußtsein nehmen, überflüssige Glieder unseres Wirtschastskörpers zu sein. Uni) diese moralische Hebung eines großen TeitcS unserer Einwohnerschaft möchten wir nicht geringer einschätzen als den oben angebeuteten wirtschaftlichen Antrieb. Die Fürsorge für Erwerbslose verdient Anerkennung, weit besser ist es aber, ihnen Arbeit zu geben, denn Einkommen durch Arbeitsleistung steht höher als alle Fürsorge. Hoffentlich bringt die Stadtverwaltung un neuen Voranschlag großzügig eV v r s ch l ä g e für die Straßenerneuerung und hoffentlich kommt sie damit auch möglichst bald heraus. Sollte sich die Vorlegung des Voranschlags 1926'27 verzögern, so würden wir es begrüßen, wenn für diese Aufgabe eine Sondervorlage noch vor dem neuen Haushalt dem Stadtparlament unterbreitet wurde, damit die Ausgabe evtl, als Rotstandsarbeit erledigt werden könnte. And endlich möchten wir dem Wunsche Ausdruck geben, daß die Stadtverordneten-Versammlung über diese Angelegenheit nach großen Gesichtspunkten entscheiden möge. Damit würde sie unserem Gemeinwesen einen wertvollen Dienst leisten. Oberhefsen. f. Klein-Linden, 19. Febr. Einen interessanten Lichtbilderoortrag veranstaltete gestern abend der K o n s n m v e r e i n Gießen und Umgegend im Saale der „Deuischen Eiche" für seine hiesigen Mitglieder. Zur Vorführung gelangten Bilder über Gebäude und Einrichtungen der Konsumvereine und ihrer Zentrale in Hamburg. ;i„ Wieseck, 19. Febr. Bei Aufstellung des neuen Fahrplanes der Autolinie Wieseck-Gießen war probeweise die seit- herioe Haltestelle an der Postagentur in Fortfall gekommen. Aus Zweckrnäßigkeitsgrün- den und um den vielfach an die Betriebsleitung herangetretenen Wünschen Rechnung zu tragen, kommt diese Haltestelle in den nächsten Tagen wieder zur Einführung. Gegenwärtig ist man mit der Ausarbeitung eines praktischen Plakat- fahrplanes beschäftigt, der an den einzelnen Haltestellen zum Aushang kommen wird. Damit soll einem dringenden Bedürfnis abgehvlfen werden. Für den augenblicklichen Bedarf sorgt ein handlicher T a sch e n- Fah r p l a n, der in übersichtlicher Form alle Ankunsts- und Abfahrtszeiten der Autolinie enthalte daneben enthält das Heftchen, das bei den Schaffnern zu haben ist. alle auf dem Bahnhof Gießen ankommenden und abfahreüden Züge und den Fahrplan der Biebertälbahn. Die Inanspruchnahme des Autoverkehrsmittels ist nach wie vor eine recht zufriedenstellende. ---Mainzlar, 18. Febr. DerZweigver - ein Lumdatal des V. H. C. hielt hier sein Stiftungsfest ab, das durch Ansprachen, gute unter» haltende Darbietungen und 6ie Mitwirkung des neugegründeten gemischten Chors allen Teilnehmern einige wertvolle Stunden bereitete. Bg. Gr.- Buseck, 18. Febr. Bei der heute veranstalteten Hvlzversteigerung wurden erzielt für 5 rm Duchenreisig 18 bis 34 Mark. Für 2 rm Scheitholz wurden tm Durchschnitt geboten 34 OHarf, für Buchenprügel 32 Mark. f Grünberg, 19. Febr. Aus der gestrigen Gemeinderatssihung ist zu berichten: Ein Antrag Rühl forderte die Errichtung von acht Reihenhäusern, um dadurch der Wohnungsnot einigermaßen zu steuern. Man beschloß, die Bauunternehmer zu Bauangeboten aufzu- fordern, gleichzeitig auch von Dauinspektor Seim einen Kostenanschlag ausarbeiten zu lassen. Mit der Kreisbehörde soll Fühlung genommen werden wegen der Beschaffung der Gelder. Der Gemeinderat steht dem Projekt sehr wohlwollend gegenüber. — Das Kreisamt soll gebeten werden, einer Erhöhung der Sonder st euer von "60 auf 80 Pf. zuzustimmen. Die außerordentliche Knappheit an Betriebsmitteln zwingt zu dieser Maßnahme. — Rach der Ho lz s ubm iss iv n wurde beschlossen, die Angebote der Firmen Himmelsbach-Eichelsdorf, Haas u. So.-Grünberg und Röhrig-Mücke anzunehmen. — Schließlich wurde noch beschlossen, beschleunigt einen Kanalplan für unsere Stadt an^rlegen. — Im übrigen beschäftigte man sich noch »mit zahlreichen kleineren Angelegenheiten. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 19. Febr. Die Nachricht, daß der seitherige Kommandant der freiwilligen Feuerwehr, Zimmermeister nnb Stadtverordneter 3can Füller, sein Amt niedergelegt habe, wird nicht nur in dem Korps, sondern auch in der ganzen Bevölkerung mit Bedauern ausgenommen. Herr Fuller hat es verstanden, durch seine unermüdliche Tätigkeit und seiner großen Kenntnisse auf diesem Gebiete die hiesige freiwillige Feuerwehr in vorbildlicher Weise auszubilden. Bis zur Wahl eines neuen Kommandanten tritt Kaufmann Franz Fourier an seine Stelle. WSR. Friedberg. 19. Febr. Am Donnerstag morgen wurde durch Fischer bei Büdesheim eine Leiche aus der Ridda geländet. Es wurde festgestellt, daß es sich um ein seit sieben Wochen vermißtes junges Mädchen aus Oberau bei Büdingen handelt. Es war zuletzt am zweiten Weihnachtsabend zusammen mit einem juggen Burschen gesehen wvr- dem Die durch den Kreisarzt vorzunehmende Sektion soll Klarheit darüber ergeben, ob es sich um einen Unfall oder ein Verbrechen handelt. /i Bad-Rauhe im, 19. Febr. Der hiesige Deamtenverein (Ortskartell des Deutschen Beamtenbundes) hielt gestern abend seine Hauptversammlung ab. Der Rechenschaftsbericht §es Vorsitzenden, Lehrer P orth, gab ein anschauliches Bild der vielseitigen Jahresarbeit des Vereins. Die Mitgliederzahl beträgt 256, die Rechnung schließt mit einem Kassenbestand von 160 Mark ab. Die Vorstandswahl stellte Lehrer P o r t h wieder an die Spitze des Vereins. (2 Rieder-Flor st adt, 19. Febr. Bei der hiesigen Brennholzverstcigerung wurden zum Teil sehr hohe Preise erzielt. Besonders Buchenhartholz, das nur in kleinen Mengen zur Verfügung stand, war sehr teuer. Am zweiten Versteigerungstag waren die Preise im allgemeinen niedriger als am ersten. Bezahlt wurden für 1,4 Festmeter Eichenpfosten 30—52 Mk.. für einen Raummeter Buchenknüppel 18—20 2 Rm. Buchenstöcke 19—24 Mk., 1 Rm. Buchenreisig 3,50 Handelsregister, Firmenmitzbrauch und Kreditschwindel. Don Gg. 2 i n d, Rechtsanwalt in Grünberg. Die noch immer herrschende Geldknappheit macht sich in einem sehr schleppenden Eingang der Ausstande für den Lieberanten unangenehm bemerkbar. Es ist für ihn schwer, festzustellen, ob seine Schuldner aus wirklichem Geldmangel oder aus böswilliger oder gleichgültiger Saumseligkeit nicht zahlen. Da aber viele — selbst zahlungsfähige — Kunden es als beinahe selbstverständlich halten, Zahlungstermine nicht einzuhalten, so gehen die Ausstände nicht ein und wachsen zu Beträgen an, die mit dem Umfang des Geschäfts nicht mehr im richtigen Verhältnis stehen. Auf der anderen Seite wird der schlechte Geschäftsgang den Geschäftsmann um des Absatzes willen oft veranlassen, seinen Kunden längere Zahlungstermine und höhere Kredite einzuräumen. Er läuft dabei Gefahr, seine gute Arbeit oder Ware an Böswillige und Zahlungsunfähige zu verschleudern und wird Ware und Geld los. Meist kann er sich — leider — nicht dazu entschließen, Betrugsanzeige zu erheben, was durchaus am Platze wäre, schon um die Oeffentlichkeit auf unsaubere Elemente aufmerksam zu machen. Die gegenwärtige Lage ist recht geschaffen für das Treiben kreditbetrügerischer Kreise. Das Publikum auf dem Lande ist in letzter Zeit durch die Umtriebe solcher Kreditbetrüger geschädigt worden, weil sie als eingetragene Firma austreten und einen beglaubigten Auszug aus dem Handelsregister vorweisen. Der Unkundige setzt Vertrauen auf solch einen Registerauszug und fällt herein. Es ist der Irrtum weit verbreitet, eine handelsgerichtlich eingetragene Firma müsse — quasi auf Grund der gerichtlichen Eintragung — ein kreditwürdiges und leistungsfähiges Unternehmen fem. Man glaubt, die Eintragung einer Firma erfolge e'.ft, nachdem „von Amtswegen" die Solvenz der Firma, ihre Reellität und die Gefchäftsufance geprüft worden feien. Solche Irrtümer werden von Schwindlern weidlich ausgenutzt. Alles wird aufgewandt, um ein guffundiertes Unternehmen, Solvenz und Reellität vorzutäuschen: „Vornehmes" und flottes Auftreten, Führung eines glänzenden Haushalts, Auto, das neben Rädern auf Wechsel läuft, sollen den Eindruck erwecken, daß man es mit einer vornehmen, bemittelten Persönlichkeit zu tun habe. Es wird sich ein hochklingender Phantasiename als Firma bcigelegt. Oft legen sich Personen eine solche Firma bei, die nach handelsrechtlichen Bestimmungen eine Firma überhaupt nicht führen dürfen. Das geltende Recht bietet hiergegen Handhaben in den Bestimmungen des unlauteren Wettbewerbsgesetzes und des Betruasparagraphen. Auch kann nach § 37 des Handelsgesetzbuches das Amts- gericht solchen Schwindelfirmen die Forfführung der irreführenden Firma untersagen. In letzter Zeit ist auch noch eine andere Art von Firmenmißbrauch aufgekommen: Firmen, die Geld schuldig sind, wenden einen Trick an, sich ihren Verpflichtungen zu entziehen. Sie nehmen eine kleine, fast unwesentliche und wenig auffallende Aenderung in ihrer Firmierung vor. Z. B. aus der alten Firma M. Mayer & Co. wird eine neue Firma M. Mayer & Sohn; oder sie heißt nur noch M. Mayer oder auch M. Mayer G. m. b. H. Die alten Geschäftsformulare (Briefköpfe usw.) werden ruhig weiter benutzt, man macht darauf nur einen kleinen Stempelzusatz oder nimmt einen Durchstrich oder eine Rasur vor. Im Handelsregister wird natürlich die alte Firma gelöscht. Der alte Firmeninhaber bleibt ruhig in den allen Geschäftsräumen und betreibt alles m früherer Weife weiter. Er besitzt die frühere Einrichtung und behält den alten Kundenkreis. Für den Gläubiger des alten Geschäfts entstehen dann folgende Schwierigkeiten: Eine von ihm erhobene Klage kann der alten Firma nicht zugestellt werden, da sie nicht mehr existiert. Erhebt er eine Klage gegen die neue Firma, so wird seine Klage abgewiesen, da ein Anspruch gegen die neue Firma ja tatsächlich nicht besteht. Will er sich an den alten Firmeninhaber persönlich halten, so wird ihm eingewendet, die alte Firma habe keine Aktiva mehr und der Inhaber leistet vielleicht sogar den Offenbarungseid. Durch solche Manipulationen und Schiebungen wird der Gläubiger geschädigt, während der verschuldete Schwindler seine Geschäfte ungestört weiter treibt. Er hat sogar üoch den Vorteil, feine alten Schulden losgeworden zu sein, aber die alte Kundschaft und die sonstigen ideellen Werte der alten Firma ohne jegliches Entgelt übernommen zu haben; ober er übernimmt sie durch einen Strohmann. In derartigen Fällen liegt eine strafbare Handlung, und der Gläubiger sollte Betrugsanzeige erheben, um ein Vorgehen gegen diese Elemente herbeizuführen. bis 6 Mk., 1 Rm. Eichenscheiter 9—18 Mk., Eichen- knüppel 8—12 Mk., 2 Rm. Eichenstöcke 10—18 Mk., 1 Rm. Eichenreisig 1—4 Mk., 1 Rm. Kiefernscheiter 10 Mk., Kiefernknüppel 8,50—10 Mk., 2 Rm. Kiefernstöcke 7 Mk., 1 Rm. Kiefernreiser 1—2 Mk: □ 21 u 5 d c r W e 11 e r a u, 19. Febr. Hier machen sich die Zigeuner immer unliebsamer bemerkbar. Nachdem erst vor einigen Tagen ein Einwohner von Melbach um eine größere Summe geprellt worden war und durch Eingreifen der Gendarmerie nur 20 Mark zuruckbekommen konnte, verübte scheinbar dieselbe Truppe auch in anderen Orten Schwindeleien. Die unangenehmen Gäste verwenden dabei oft denselben Trick, indem sie mit großem Geld bezahlen und beim Herausgeben Geldstücke verschwinden lassen. Dadurch, daß vor einiger Zeit ein Geschäftsmann diesen Schwindel zu seinem Schaden zu spät gemerkt hatte, war er diesmal, als fünf Zigeunerweiber in seinen Laden kamen, schlauer und konnte einen größeren Verlust vermeiden. Die Weiber forderten viele Kleinigkeiten und drangen auf schnelle Bedienung. Sie wollten dann mit einem Fünfzigmarkschein zahlen und das Wechselgeld aus der Ladenkasse haben. Der Kaufmann aber holte in einem Nebenzimmer Kleingeld; seine Frau blieb im Laden vor der Kasse. Das Wechselgeld mit vier Zehnmarkscheinen wollten aber die Zigeuner nicht, sondern sie verlangten nur Silber. Eine Zigeunerin schob das Geld auf den Ladentisch zurück, und als der Kaufmann dies gegen Silber einlauschen wollte, fehlten zehn Mark, die sich im Aermel einer Zigeunerin sanden. Den Schein zu 50 Mk. hatten sie auch nicht abgegeben, sondern nur vorgezeigt, was sie nach einigem Leugnen gestanden. Die entstandene Ausregung benutzten einige Zigeunerweiber, um ohne Bezahlung zu verschwinden; der größte Teil der verabsolgten Ware wurde in kleinerem Geld noch bezahlt, ohne daß gewechselt zu werden brauchte. Vorsicht bei solchen Kunden! Kreis Büdingen. nd. Nidda, 18. Jrbr. Gestern abend hielt Missionar Lauk aus Basel in der hiesigen Kirche einen sehr interessanten Vortrag über bas größte Missionsgebiet ber ganzen Welt, über China, wo er 5 Jahre lang als Missionar gewirkt hat. Der Vortrag wirkte überzeugend für die Notwendigkeit und große Wichtigkeit der Mjssionsarbeit. th. Leidhecken, 19. Febr. In einigen Orten der südöstlichen Wetterau wurden bereits die ersten Störche wahrgenommen. Kreis Schotten. □ Laubach, 18. Febr. Gestern abend hielt die Ortsgruppe Laubach des Vereins für bas Deutschtum im Auslanb im Saale bes Prorealgymnasiums eine Sitzung ab, in ber Stu- bienrat Dr. Weckerling einen Vortrag hielt über unsere Stammesgenossen in Rumänien, mit besonbercr Berücksichtigung der Dobrudscha. Der interessante Vortrag fand lebhaften Beifall. — In unseren Waldungen, wie auch in der 'Nachbarschaft, wurde in diesem Winter unter den Füchsen verschiedentlich die Räude festgestellt. Als ein merkwürdiger Fall wurde neuerdings diese Krankheit auch bei einem Baummarder in der städtischen Waldung erkannt. Auf dem Rücken hatte bas Tier die ganze Behaarung verloren. Der Baumober Ebelmorber (auch „Buchmarber" genannt), ist hier verhältnismäßig selten. Er wirb ohne den fußlangen Schwanz fast einen halben Meter lang, ist von kastanienbrauner Färbung, rn Kehle und Unterhals gelb unb auf ben Sohlen behaart. Häufiger ist hier der H a u s m a r d e r (auch „Steinmarder" genannt), der sich bis in die Scheunen wagt. Er hat eine weiße Kehle unb Unterhals unb nackte Sohlen, ist auch von geringerer Größe. Sein Pelz ist weniger wertvoll, als ber- jenige bes Baummarbers. kg. Gebern, 19. Febr. In der letzten G e - meinberatssitzung würbe u. a. ber Be_- fchluß gefaßt, eine Verbesserung bes vielbegangenen H e r r n w e g e s , ber in seinem jetzigen Zustanbe schon lange ein Stein bes Anstoßes ist, vorzunehmen, bomit sich an ben tiefer liegenben «teilen das Wasser nicht mehr stauen kann. Bei einer Besprechung mit Vertretern des Kreisamtes Schotten bete, die Instandsetzung der Hauptstraße glaubte der Kreisdirektor Boeck- mann das Walzen der Hauptstraße bis etwa zum April in Aussicht stellen zu können. — Bei der im Bergwirtshause dahier stattgehabjen Brenn- Holzversteigerung ber Fürstl. Stolbergi- schen Revierverwaltung würben recht hohe Preise erzielt. So kam ber Raunimeter Buchen schei ter auf 15—18 Mk., wahrenb bic Taxe nur 10 Mk. betrug. Käufer hatten sich recht zahlreich aus ben um- licgenben Orten, manche sogar aus ber Wetterau, eingefunben. Die hohen Preise, zu benen noch bis Unkosten für Anfahren unb Zerkleinern bes Holzes zu rechnen pnb, bürsten immer weitere Kreise die Vorteile unb verhältnismäßige Billigkeit bes Kohlenbranbes erkennen lasten. — Am Mittwoch unb Donerstag fanb hier für bie Verwaltungsorgane, Rechner unb Mitglieber ber benachbarten Genossenschaften ein Raisfeisen-Ausbil- bungslehrgang statt. )—( Ruppertsburg, 19. Febr. Bei der heutigen Hvlzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 14,50 bis 16,75 Mark, Duchenknüppel 8 bis 11,50 Mark, Duchen- reiser 2 bis 3 Mark, Kiefernknüppel 2,75 bis 4,25 Mark, Fichtenknüppel 3 bis- 4 Mark, Eichenknüppel 4 bis 6,50 Mark. r. Herchenhain, 18. Febr. Der hiesige Zweigverein bes V. H. C. hielt einen Fa- milienabenb ab, bei bem Lehrer Weimer in einer Ansprache auf bie besonderen Verpflichtungen unseres Ortes gegenüber dem Gefamtoerein hinwies, da bei unserem Orte das Ehrenmal für die Gefallenen unb bie Iugenbherberge errichtet werbe. Kreis Alsfeld. -s-> A l s f e I b, 18. Febr. Aus ber Jahresversammlung bes hiesigen Zweigveceins bes V. H. C. ist zu berichten, baß bis Mitgliederzahl gegenüber dem Vorjahr mit 232 ungefähr gleich geblieben ist. Die Rechnung für 1925 schließt mit einem lieber» schuh von 422 Mk. ab. Der Voranschlag für 1926 bewegt sich mit 1170 Mk. in Einnahme und Ausgabe. Vorsitzender ist Bürgermeister Dr.V öl sin g. * Ober-Ohmen, 19. Febr. Die hiesige Feld- unb Walbjagb würbe für 1145 Mk. jährlich auf weitere sechs Jahre an Bäckermeister O. Philippi verpachtet. cP Lehrbuch, 19. Febr. Auf der Holz- versteigerung in den Oppermannschen Waldungen wurde ein Durchschnittspreis pro Raummeter von 9 bis 10 Mk. für Buchenscheit- Holz, 6 bis 7 Mk. für Knüppel und 1 bis 1,50 Mk. für Blichen- und Eichenreifer erzielt. Kreis Lauterbach. & Lauterbach, 19. Febr. Aus der jüngsten S t a d 1 v o r st a n d s s i tz u n g ist zu berichten: Zunächst beschäftigte man sich mit dem Gesuch der israelitischen Religionsgemeinde um- Erhöhung des Zuschusses zur Lehrerbesoldling. Dem Gesuch wurde entsprochen. — In einer der letzten Baukommifsionssttzungen wurde die Anschaffung einer Feueralarmsirene angeregt. Der Stadtvorstand will nun eine Sirene mit 1,5 P. S. anschaffen. Es wurde beschlossen, die in Frage kommenden Firmen zur Abgabe ihrer Angebote und probeweijen Aufstellung einer derartigen Sirene aufzufordern. — Die Einfriedigungsarbeiten am Neubau in der Adolf-Spieß-Strahe sollen dem Wenigstfordernden, Schreinermeister H. P i n t h e r, übertragen werden. Der Stadtvorstand schloß sich diesem Vorschlag an. — Das gesamte frühere S k i n n e r s ch e A n w e s e n ist durch Kauf in den Besitz der Stadt übergegangen. Es wurde beschlossen, dieses Anwesen als städtische An- läge auszubauen und dem Publikum zugänglich zu machen. Vor allem sollen die bestehenden Wege gründlich gereinigt und gangbar gemacht, sowie vorerst sechs Bänke an geeigneten Plätzen aufgestellt werden. — Hierauf beschäftigte man sich mit dem am 2. Juni stattfinbenben Prämienmürkt. Mit diesem soll erstmals ein Pferde markt verbunden werden. Zum Vertrieb gelangen diesmal 10 000 Lose ä 80 Pf. Weiter wurde angeregt, beim Landwirtschaftskammsrausschuß dahin vorstellig zu werden, daß er auch nicht in das Herdbuch eingetragenes Höhenvieh zur Prämiierung zulaßt, um dadurch zur Belebung des Marktes beizutragen. Die Bürgermeisterei wurde beauftragt, Hte^ diesbezüglichen Schritte zu unternehmen. — Der Web- und Handwerkerfchul- Verein ist an bie Stabt herangetreten mit bem Ersuchen, bie bem Verein gehörigen Gebäube unb Grunbstücke zu übernehmen. Nach eingehenber Beratung würbe beschlossen, bie Angelegenheit bis zu einem späteren Zeitpunkt zurückzustellen. — Die Verkehrs- kommission ber Stabt hat bie Errichtung eines Schwirnrnbabes vorgeschlagen bzw. angeregt. Der Stabtvorstanb ist grunbsätzlich bereit, biesem Vorschläge näherzutreten. Als geeigneten Platz für ein berartiges Bab würbe bas Brenner- wasfer vorgeschlagen, unb zwar am sog. Flurrasen zwischen Steinmühle unb Rimlos. Bevor jeboch mit ben erforberlichen Arbeiten begonnen wirb, soll bas Kulturbauamt Gießen über bie Angelegenheit gehört unb zu biesem Zweck bemnächst eine Besichtigung an Ort unb Stelle vorgenommen werben. — Die Schäfereigesellschaft hat Antrag gestellt auf Neu- bzw. Weiterverpachtung ber Schaf- weibe. Es würbe beschlossen, bis Schafweibe nn bie Schäfereigesellschaft wieber zu verpachten unb ben jährlichen Pachtpreis auf 300 Mk. festzusetzen. Weiter würbe beschlossen, zur Ergänzung ber Herbe für bas Jahr 1926 ausnahmsweise die Einführung von 100 Stück alten Schafen und 50 Nkmmern zu gestatten, während sog. Gastschafe nicht eingesührt und auch nicht zur Weide getrieben werben bürfen. Die Gesamtzahl ber Schafe barf einschl. Lämmer 350 Stück nicht überschreiten. An ben Abschluß eines neuen Pachtvertrages wirb jeboch noch bie Be- bingung geknüpft, baß bie Schäferei bie im vergangenen Jahre eingegangenen Verpflichtungen erfüllt unb bie vereinbarten 50 Proz. bes Ueberschus- ses vom letzten Jahre an bie Stabtkasse abführt, wozu sie außerbem auch verpflichtet ist, ba sie bic Bebingung, hunbert Schafe aus ber Herbe bes Just. Beck in Eigentum zu übernehmen, nicht erfüllt hat. Rheinhessen. WSR. W o r m s. 19. Febr. Das dcr Stadt Worms gehörige, in Michelstadt gelegene Kurhaus wurde wegen Alnrentabitität zum Berkaus gestellt. Die hessische Landwirt- schaftskammerhat das Anwesen zum Preise von 175000 Reichsmark erworben, um darin ein Heim für Landwirtstöchter zu errichten. Preußen. Kreis Wetzlar. Wetzlar, 19. Febr. Der Oberpräsibent der Rheinprovinz hat mit Zustimmung des Provinzialrats für den Almfang der Provinz eine Polizeiverordnung erlafsen, die sich die B e- kämpfung der Borkenkäfer zur Aufgabe macht. Rach der Polizeiverordnung ist der Eigentümer von eingeschlagenen Radelholz- stämmen, Stangen, Abschnitten und ungeschichte- tem Ruhholz von mehr als 7 Zentimeter Starke verpflichtet, dieses Holz, fofern es im Walde lagert, bis spätestens 15. Mai zu entrinden. Das gleiche gilt, wenn das Holz in weniger als 2 Kilometer Entfernung von der Grenze eines mit Radelholz bestandenen, wenigstens 0,25 Hektar großen Waldstückes lagert. An der Meßstelle darf ein 30 Zentimeter breiter Rindenring belassen werden. Fällt der Einschlag in das Sommerhalbjahr vom 1. April bis 30. September, so find die oben bezeichneten Radelhölzer innerhalb 8 Tagen zu entrinden. Bei ilebertretung der Polizeiverordnung wird der Eigentümer des Holzes und derjenige, für. dessen Rechnung die Fällung erfolgt, mit einer Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark oder mit Hast bestraft. Die Polizeiverordnung ist am 13. Februar in Kraft getreten. — In der Woche vom 8. bis 13. Febr. wurden im Bezirke des hiesigen Arbeitsnachweises unterstützt: 2549 Vollerwerbslose. 1541 Ehegatten und 2692 Kmder. In der vorhergehenden Woche betrug die Zahl der Alnter- ftützungsempfänger: 2699 Vollerwerbslose, 1629 Ehegatten und 2922 Kinder. Es war also auch in dieser Woche wieder ein geringer Rückgang der Erwerbslosenziffer zu verzeichnen. Die Zahc der beschäftigten Rotstandsarbeiter betrug 417 gegenüber 184 in der vorhergehenden Woche. —.— Aus dem Lahntal, 19. Febr. Wiederum sind zwei Altveteranen aus Deutschlands großer Zeit gestorben, und zwar in Atzbach der Kirchenälteste Christian Kraft, Teilnehmer der Feldzüge von 1866, 1870/71, im hohen Alter von 83 Iahren, in Wetzlar Georg Kinzenbach, 'Veteran von 1870/71, im Alter von 81 Iahren. XX Wißmar, 18. Febr. Untere Gemeinde verfügt über 690 Hektar Waldung. Roch nie in einem Iahr zuvor war die Holzfällung so rasch beendet,- wie in diesem Winter. Infolge der großen Arbeitslosigkeit waren diesmal ca. 100 Arbeiter im Gemeindewald beschäftigt. O Lützellinden, 18. Febr. Bei der heute im hiesigen Markwalde stattgehabten ersten Vrenuhvlzversteigerung wurden recht hohe Preise erzielt!. Es kosteten pro Meter Fichtenknüppel 10 Mark, Fichtenscheiter 12 Mark, Kiefernscheiter 15 Mark, Fichten- und Kiefernstörke 4 bis 5 Mark. Fichten- und Kiefernwellen für 50 Stück 10 Mark. Bei dieser Gelegenheit konnten die Anwesenden auch ein Bild der Zerstörung durch den Sturm sehen. Massen von Fichtenstangen und -ftämmen waren entwurzelt und lagen kreuz und quer durcheinander. <> Grohrechtenbach, 19. Febr. Bei der im hiesigen Gemeindcwald stattgefundenen Drennholzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheitholz 38 bis 42 Mk. für 2 Rm., Buchenknuppel 30 bis 34 Mk. für 2 Rm.. Buchenreiser 15 bis 18 Vlk. für einen Hausen (6 Rm.), Eichenfcheithol; 25 bis 28 Mk.für 2 Rm., Eichenknüppel 20 bis 25 Mk. für 2 Rm., Kiefernknüppel 18 bis 24 Mk. für 2 Rm., Kiefern- reifer 4 bis 6 Mk. für einen Haufen (6 Rm.), Fichtenknüppel 17 bis 23 Mk. für 2 Rm. und Fichtenreiser 4 bis 6 Mk. für einen Haufen (6 Rm.). —!— Groß-Rechtenbach, 19. Febr. Im hiesigen Schulsaale findet zur Zeit ein Krankenpflegekursus statt, ber von einer Schwester ber Rheinischen Frauenhilfe zu Bonn geleitet wirb. Der Kursus wirb von etwa 50 Frauen unb Mäbcheu ber hiesigen Gemeinbe besucht. Die große Teilnebmer- zahl legt Zeugnis bavon ab, baß 'man auch auf bem Laube Einrichtungen solcher Art großes Interesse entgegenbringt. " Groß-Rechtenbach, 20. Febr. Zu unserer Melbung in Nr. 41 bclr. staatliche W 0 h - nungsbau Hilfe für ben Bereich unserer Bürgermeisterei wirb uns von zustänbiger Seile nutge- teilt, oaß bisse Nachricht unzutreffenb ist. Ebenso entspricht bie Angabe von 150 Antragstellern nicht ben Tatsachen. 00 Hörnsheim, 19. Febr. Die diesjährige Drennholzversteigerung im hiesigen Temeindetvalde brachte folgende Durchschmtts- Preise: Ducheirscheithvlz 42 Mk., für 2 Rm., Ducheüknüppel 36 Mk. für 2 Rm., Buchenstockholz 18 bis 20 Mk. für 3 Rm., Duchenreisec 20 Mk. für 50 Wellen und gemischte Reiser ebenfalls 20 Mk. für 50 Wellen. ~ _ O Dornholzhausen, 19. Febr. In der Gastwirtschaft Rühl Hierselbst fand heute abend eine von der Ortsgruppe Wetzlar der Deutschen Dolkspartei einberufene Versammlung statt. Oberstleutnant a. D. v. Lohberg-Wetzlar sprach über den Vertrag von Locarno und das Dawes-Gutachten. Dillkreis. WSN. Dillenburg, 19. Febr. Im benachbarten Mandeln entstand vor einigen Tagen in der einige hundert Meter vom Orte entfernt liegenden Ma ndeler Mühle von Louis Kühn Feuer. Der schnell herbeigeeilten Feuerwehr gelang es, daß Feuer auf seinen Herd zu beschränken und die Nachbargebäude zu retten. Es soll B r a n d- st i f t u n g vorliegen. Zwei Tage später entstand wiederum Feuer, diesmal mitten im Dorfe in einer Scheune. Auch hier scheint Brandstiftung vorzuliegen, denn der Brand entstand im oberen Strohschober. Von der Scheune war nichts mehr zu retten. Das Uebergrcifen des Brandes auf die Nach- bargebäude konnte verhindert werden. Untersuchung ist cingeleitet. bl. Herborn, 19. Febr. In der Gemarkung Breitscheid wurde großer Windfallschaden angerichtet. Die bisherigen Feststellungen haben ergeben, daß über 1000 Meter Fichten- und Buchenholz dem Sturm zum Opfer gefallen sind. Kreis Marburg. WSR. Marburg. 19. Febr. Die Zahl der Arbeitslosen hat hier einen kleinen Rück- gang von 2259 ans 2166 erfahren. Vermehrte ÄachfragL nach Arbeitskräften ist vorhanden in der Landwirtschaft, im Baugewerbe und in der Steinindustrie. Leider haben sich aber die Der- hältinsse im Hüttenwesen beträchtlich verschlechtert, da ein gröberes Unternehmen (Buderus in Lollar) wiederum etwa 200 Arbeiter entlassen muhte. Maingau. WSR. Frankfurt a. M, 19. Febr. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Zu Beginn der Woche standen noch 23 603 Personen zur Verfügung. Reu gemeldet haben sich 2087 Arbeitsuchende, so daß die Gesamtzahl der Erwerbslosen 25 690 betrug. Rach Abschluß der Vermitt- lungstätigleit blieben am Schluß der Woche noch 24 125 Arbeitsuchende übrig. Die Zahl der angebotenen offenen Stellen ist etwas gestiegen. WSR. Hanau, 19. Febr. Ein schrecklicher Llnglücksfall ereignete sich gestern nachmittag in der Kunstmühle von Schönmeher u. Baumann in Rückingen. Als der 24jährige Sohn des Besitzers Schönmeher von einer Hausangestellten zum Kaffee gerufen werden sollte, bot sich ihr ein entsetzlicher Anblick. An dem Räderwerk der Korntrommel hingen Teile der Sportweste unZ> Hosenträger und beim näheren Zusehen gewahrte sie, auf dem Boden den Körper des jungen Mannes leblos liegend. Auf ihre Hilferufe kam die Mutter des Verunglückten hinzu, die nur noch den Tod ihres Sohnes seststellen konnte. Der Verunglückte hatte Frucht in die Korntrommel geschüttet und war dabei von dem Räderwerk erfaßt und zu Boden geschleudert worden. Kreis Fulda. WSR. FuIba, 19. Febr. Landwirt Gustav Schwarz, Pächter der großen Domäne Kinzig- heinrerhof und des Domänenvorwerks Wilhelms- badenerhvf bei Hanau ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Seine Verpflichtungen werden auf 130 000 Mark geschätzt, wovon das Kornhaus Hanau (Landwirtschaftliche Ein- unb Verkaufsgenossenschast, E. G. m. b. H.) allein etwa 70 000 Mark zu fordern hat. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 15 vom 19. Februar enthält: Wahlen der Bürgermeister in den Landgemeinden des Kreises. — Feilhalten und Verkauf von Weidenkätzchen. — Mau^- und Klauenseuche in Lich und Lang-Göns. — Feldbereinigung Grüningen. — Dienstnachrichten. Turnen, Sport und Spiel. Gerätewetturnen des 2. Bezirks D. T. Morgen, Sonntag, findet das Gerätewetturnen des 2. Bezirks (D.T.) in der neu erbauten Turnhalle in Heuchelheim statt, wohl die schönste Halle im ganzen Gau und darüber hinanS. Die Meldungen sind erfreulicherweise als sehr gut zu bezeichnen: es zeigt sich dadurch, dah dieser schöne Zweig des Turnens nunmehr auch in den Landgemeinden immer mehr Verbreitung findet. Die Heuchelheimer Turner werden am Rachmittag unter Mitwirkung der Gießener Turner ein Schauturnen veranstalten. Städtervettkamps im Kunstturnen. = Friedberg, 19. Febr. lieber einen Städteweltkampf i m Kun st turnen wurde heute endgültig Beschluß gefaßt. Es werden sich daran die zum Gau Hessen zählenden Turnvereine von Friedberg (Turngemeinde), Dad-RauheiNl (Turnverein 1860 und Man- nertumDerein) und Butzbach (Turn- und Sportverein 1860) beteiligen. Die erste Veranstaltung findet hier am 18. April statt. Jede der drei Wetterauer Städte wird mit 28 Turnern und Turnerinnen am Wettkampf beteiligt sein, der sich auf Freiübungen und Geräteturnen erstreckt. Gin Stafettenritt Kassel — Frankfurt. WSR. Kassel, 19. Febr. Der Verband ländlicher Reit- und Fahrvereine von Kurhessen und Waldeck wird am 14. März einen Stafettenritt von Kassel nach Frank- furt veranstalten. Die Reiter werden in der Hauptsache von den ländlichen Reitervereinen gestellt. Kürzeste Gangart ist Trab. Der Verband hofft, daß sich die Vereine stark an dem Ritt beteiligen. Jeder Reitet: erhält zur Erinnerung an die erste in Deutschland gerittene Stafette ein Diplom oder eine Plakette. Eine Motorsportwoche in Wiesbaden. WSR. Wiesbaden, 19. Febr. Den Bemühungen des Wiesbadener Automobilklubs ist es gelungen, die große Motorsportwoche als internationale Veranstaltung zur Durchführung bringen zu dürfen. Die Internationale Sportkommission hat die Genehmigung bereits erteilt. So wird in der Zeit vom 8.—13. Mai das Rero- bergrennen und das Hohe WurzelrSttnen zur Entscheidung gelangen. Buntes Allerlei. Dec Tierreichlum der Polarwett. Wir stellen uns die Polarwelt noch immer als das Gebiet des „ewigen Eises" vor, als eine kalte Wüste, in der nur wenig gedeiht. Aber diese Anschauung entspricht durchaus nicht den Tatsachen:, vielmehr gibt es in der Arktis eine erstaunliche Fülle von Tieren und Pflanzen. Das geht besonders deullich aus den Forschungen und Sammlungen hervor, die die Deutsche Südpolar-Expe- d i t i o n vor mehr als 20 Jahren auf dem Schiff „Gauß" durchgeführt hat. Das Werk dieser Expedition, das unter Leitung ihres Führers Geh. Rat Erich von D r n g a l f k y ausgearbeitet wurde, umfaßt bereits 20 Bände sowie zwei Atlanten und wird binnen kurzem vollständig vorliegen. In einem Dortrag in der Berliner Gesellschaft für Erdkunde, über den in den „Naturwissenschaften" berichtet wird, machte Drygalsky interessante Mitteilungen über die zoologischen Ergebnisse, die den Tierreich- tum der Polarwelt in hellstem Lichte zeigen. In den zoologischen Bänden des Expeditionswerkes werden 3046 Arten beschrieben, darunter nicht weniger als 1110 neue. Der Rand des Inlandeises zieht allerdings dem Tier- und Pflanzenleben eine unüber- steigliche Grenze. Auf den Felsen des Gausberges wurden nur ein Moos und wenige Flechten gefunden: in ihnen lebten zwei Rhizopoden, vier Rotiferen und eine Targigrade, aber keine Insekten und keine Milben. In den Lavahöhlen nistet ein blendend weißer Sturmvogel, die Pagodroma, von der nur die schwarzen Augen und der schwarze Schnabel sichtbar sind, wenn der Vogel über die Eisflächen huscht: sodann findet man hier im ewigen Eise die kleine schwarze Sturmschwalbe, den sogenannten Petersvogel, der auch in allen Ozeanen hinter dem Schiff auf dem Wasser herfliegt. Der weiße Sturmvogel lebt von kleinen leuchtenden Krebsen, die er sich zur Nacht in dem Eisbrei sucht, der an den Schollenrändern ausgepreßt wird. Im Meere aber herrscht selbst am Rande des Inlandeises ein reiches Leben. Da kommen an schönen Tagen die Robben heraus und Ionen sich mit ihren Jungen, die sie im Oktober werfen. Die großen Kaiserpinguine wandeln das ganze Jahr über in Scharen bis zu 200 Stück daher und besuchten mit ihrem gravitätischen Gange das Expeditionsschiff. Eigentliche Meertiere gibt es in Fülle. Auf der Winterstation wurden 19 Arten Fische, darunter fünf unbekannte, gefunden. Die Bodenregionen sind von Unmengen großer und kleiner Flohkrebse belebt; man konnte diesen gefräßigen Tierchen Robben und Pinguine zum Skelettieren anvertrauen, denn schon innerhalb 24 Stunden hatten diese Krebse die Tiere vollständig von allem Fleisch befreit. Die kleinste Organismenwelt des Plankton aeigt eine große Empfindlichkeit gegen die Schwankungen der Jahreszeit; ihre plötzliche Entwicklung gab bereits von dem Herannahen des Sommers Kunde, als Temperatur und Salzgehalt des Meerwassers noch nichts davon erkennen ließen. Bücherverlusle im 20. Jahrhundert. Die Wissenschaft hat durch den Verlust von Büchern zu allen Zeiten ungeheure und unersetzliche Verluste erlitten. Welche ungeheuren Mengen wertvoller Werke durch Brände ober andere Unglücksfälle im 20. Jahrhundert verloren gegangen sind, läßt sich aus einer Zusammenstellung von Max Kummer ermessen, die in den neu erscheinenden „Mitteilungen aus dem Antiquariat" veröffentlicht wird. Einige der wichtigsten dieser Büchcr-Kata- strophen seien danach aufgezählt: 1901 wurde in Peking während der Belagerung der ausländischen Gesandtschaften von chinesischen Soldaten die Bibliothek der Han-Li-Universität in Brand gesteckt, wobei unersetzliche Bücherschätze zugrunde gingen, darunter das größte Wert der Welt, die 11000 Bände umfassende Enzyklopädie des Kaisers Pang-Le. 1904 verbrannte mit der Turiner Universitäts- Bibliothek die älteste gelehrte Büchersammlung: über 100 000 Bände wurden vernichtet und 3000 wertvolle Handschriften, darunter das berühmte Stundenbuch mit den Miniaturen, die den Brüdern van Eyck zugeschrieben werden. Beim Erdbeben von San Franzisko 1906 wurden gegen 600000 Bände, 400 000 Handschriften aus altchristlicher Zeit, zahlreiche Inkunabeln und andere Schätze zerstört. Jrn selben Jahre zerstörte der Brand des Universitätsgebäudes von Groningen die unersetzlichen Sammlungen des naturhistorischen Museums. 1909 verbrannte in Karlsruhe das Antiquariat der Biele- feldschen Hofbuchhandlung mit 300 000 Bänden, darunter 145 000 Werken badischer Literatur. Das Erdbeben von Messina vernichtete 1908 zahlreiche Bucher und Kunstschätze. Beim Brande des Parlamentsgebäudes von 1909 wurden die kostbare Bücherei und die unersetzlichen Archive ein Raub der Flammen. Beim Brand der Brüsseler Weltausstellung 1910 wurden kostbare alte Drucke vernichtet. Im selben Jahre brannte die medizinische Bibliothek der Universität Toulouse mit 800 000 Bänden nieder. 1910 zerstörte auch eine Feuersbrunst die riesige Nationalbibliothek von Rio de Janeiro. Mit dem Kongreßgebäude des Staates Neuyork wurde 1911 die große Staatsbibliothek vernichtet: von den 750 000 Bänden konnten nur 10 000, von den 300 000 Manuskripten nur 30 000 gerettet werden. 1915 vernichtete der Brand der Bibliothek von St. Paul in Nordamerika mehr als 130 000 Bände. Unterdessen war der Weltkrieg aus- gebrochen, der große Bücherverluste im Gefolge hatte. Erwähnt seien der Untergang der Löwener Universitätsbibliothek, der Lemberger Bibliothek, deren größter Teil nach Petersburg verschleppt sein soll, der Sitter Stadtbibliothek, der Büchersammlung von Dendermonde, der Stadtbibliothek von Me- cheln, der kurländischen Bibliothek von Groß-Ecka». Nach dem Kriege wurde die Universitätsbibliothek von Warschau 1923 ein Opfer der Flammen; Hun- derttausende von Büchern gingen bei dem letzten japanischen Erdbeben zugrunde, und 1925' wurde die 100 000 Bände umfassende Bibliothek des ehemaligen Kadettenkorps in Moskau eingestampft. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 21. Febr: Tannhäuser. Montag, 22.: Fidelio. Dienstag, 23.: Der Troubadour. Mittwoch, 24^ Mignon. Donnerstag, 25.: Die zehn Küsse. Freitag, 26.: Eine Rächt in Venedig. Samstag, 27.: Tiefland Sonntag, 28.: Siegfried. — Schauspielhaus. Sonntag, 21. Febr.. nachm. 3 Uhr Wilhelm Teil; abends 71 3 Uhr Wer niemals einen Rausch gehabt. Montag, 22.: Wie es euch gefällt. Diens- tag, 23.: Die Jagd Gottes. Mittwoch, 24.: Der fröhliche Weinberg. Donnerstag, 25.: Das Kät- chen von Heilbronn. Freitag, 26.: Die Jagd Gottes. Samstag, 27.: Wer niemals einen Rausch gehabt. Sonntag, 28., nachm. 21/a Uhr: Wilhelm Tell: abends 3 iHrr: Das große Welttheater. Kirche und Schule. Die Aufbauschule in Friedberg. Die Aufbauschule ist eine höhere Schule, die ihren Lehrplan auf das 7. Schuljahr der Volksschule aufgebaut hat und ihre Schüler in 6 Jahren zur Reifeprüfung führt. Die gesamte Schuldauer ist also die gleiche wie bei den anderen höheren Schulen, nämlich 13 Jahre (4 plus 6 gleich 4 plus 9). Da der Lehrstoff von den Schülern in 6 Jahren bewältigt werden muß, kann die Aufbauschule nur gut begabte Schüler aufnehmen. Die Aufbauschule hat mit der Lehrerbildung nichts mehr zu tun. Wer Lehrer werden will, muß das Reifezeugnis irgendeiner höheren Schule haben und eines der Pädagogischen Institute (Darmstadt oder Maim) besuchen, die im letzten Jahr errichtet worden sind. Wohnung können die Schüler unentgeltlich in dem Schülerheim haben, das mit der Anstalt verbunden ist. Bei dem großen Andrang ist es der Direktion sehr erwünscht, wenn die Schüler möglichst nicht im Schülerheim wohnen. Die Verpflegung wird in der Anstaltsküche sehr billig hergestellt. Auch die Schüler, die täglich mit der Bahn fahren, können das Mittagessen aus der Anstaltsküche haben. Das Schulgeld beträgt, wie an den anderen höheren Schulen, 15 Mk. im Monat, es ermäßigt sich, wenn noch Geschwister da sind, die irgendeine andere Schule besuchen. Schüler, die die Gesamtnote „im ganzen gut" haben, können bei nachgewiesener Bedürftigkeit von der Zahlung des Schulgeldes ganz befreit werden. Für Schüler, die sehr arm sind, bezahlt der Staat auch die Verpflegung, wenn sie mindestens die Gesamtnote „gut" haben. In der Aufnahmeprüfung wird nur verlangt, was der Schüler nach 7jährigem Besuch der Volksschule nach dem amtlichen Lehrplan wissen and können muß. (Man beachte die heutige Anzeige). Aus der Statistik des evangelischen Dekanats Schotten. wg. Schotten, 18. Febr. Aus der setzt abgeschlossenen Statistik des Evangelischen Dekanats Schotten für das Jahr 192 5 sind folgende Mitteilungen von allgemeinem Interesse: Die Seelen zahl der Evangelischen betrug insgesamt 19 527 (1924: 19 321); von der Landeskirche getrennt lebten 2 Freireligiöse, 8 Altluthe- ranet, 59 Baptisten und Darbysten: Kirchenaustritte erfolgten keine; dagegen wurde ein Ucbettcitt von den Konfessionslosen zur Landeskirche gemeldet. Der Gottesdienst wurde auf Grund der Zählung an den drei offiziellen Zahl- fomrtagen besucht am 1. Osterfeiertag von 6771 Erwachsenen, 1935 Kindern, am 12. Sonntag nach Trinitatis von 2751 Erwachsenen, 1360 Kindern, am 3. Advent von 3522 Erwachsenen, 1528 Kindern. Am heiligen Abendmahl nahmen teil im öffentlichen Gottesdienst 8753 Männer, 9244 Frauen, privatim 59 Männer, 168 Frauen. Getraut wurden 168 Paare, g e t a uj t 431 Kinder, konfirmiert 390 Kinder, kirchlich beerdigt 217 Personen. Für Zwecke der evangelisch-christlichen LiebeStätig- feit brachten die Dekanatsgemeinden die Gesamtsumme von 22 666 Mark auf (1924: 19 650 Mark). Aufs Ganze gesehen bietet die Stattstik ein günstiges Bild. Es ist eine sehr erfreuliche Sat- 3000 Mk. zugenommen haben. DWWWe dienstc: Sonnt, nachm.3"°, obbß. SS Hin- Mittwoch abb. BUbr. - Gäste 'iml.toiUC. G1D Bei ffirovaniile D.R.R Jn V d VW fV V W V Eichenstämme Kl. 4 Stück 2,65 Fstm- Kiefernstämme Fichtenstämme IN QUALITÄT U.GLANXWf/ 4 5 6 3 5 2 3 4 bingungen bekanntgegeben werden. Albach, den 17. Februar 1926. 1548V Hess. Bürgermeisterei Albach. Lenz. DAS BESTE ALLER SCHUHPUTZMITTEL UNION-AUGSBURG Nutzholzsubmission Die Gemeinde Albach verkauft auf dem Submissionswege 8 „ 3,35 „ 12 „ 3,18 „ 1 . 0,84 „ 1 „ 0,81 „ 1 . 1.13 „ H , 12,97 „ 38 , 35,62 „ n n 53 111 , 62,83 „ „ 5b 279 „ 92,75 „ Das Holz ist mit Rinde gemessen. Die Gebote sind nach Klaffen getrennt zu hatten und müffen bis zum 23. Februar 1926, nachmittags 3 Uhr. auf unterzeichneter Bürgermeisterei eingereicht fein, wo die Oeffnung stattfindet und die Be- Betr.: Die Planierung des vorderen Trieb. Bekanntmachung. Die zur Planierung des vorderen Trieb erforderlichen Erdarbeiten sollen öffentlich vergeben werden. Angebote auf Vordruck sind spätestens am Donnerstag, 25. Februar, vormittags 10 Uhr, im Stadtbauamt abzugeben. Daselbst find Angebote erhältlich. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Stadtbauamt Gießen. Braubach. Der Voranschlag der Gemeinde Stangenrod für das Rj. 1926 liegt vom 21. d. M. an 1 Woche lang auf dem Bürgermeistereibureau zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Frist dort- felbst mündlich oder schriftlich vorgebracht werden. 1593V Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Stangenrod, 18. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei. Knau ß. Wartburg-Verein Sonntag, 21. Februar, abends 8Ubr, im Heim (Tiezttraße) Generalcersammlung wozu alle Mitglieder hiermit herzlich eingeladen werden. 1649c Der Vorstand. Bekanntes und bedeutendes Unternehmen mit eigenen Fabriken in bester Geschäftslage zu mieten. Schristltche Anaebote unter J. V. 467 an den Gießener Anzeiger. mild | Wohnungstausch Bieten au: 7-Zlmmer-Wohnung mit Bad sowie 3-Ztmmer-Wohnung mit Bad tu freier Lage und suchen: 5 Zimmer mit Bad in gutem Haufe Nahe Stadtzentrum. 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Mk liliHfeicMnrt auHgeführt von Mitgliedern der Kapelle des I. Hess. Bat!., 15. Inf.-Regiment. Eintritt 50 Pfennig. 1570c K«i!MMMMck Donnerstag, den 25. Februar, abends 8x/2 Uhr, in der Neuen Aula der Universität Lichtbi Ider-Vortrag des Herrn Pfarrers Dr. Arend Ehlers (Blexen) über: „Die nordwestdeutschen Moore Land und Leute“ Eintritt: Mitglieder frei. Nichtmitglieder 50 Pfennig. 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Tierprodukt. Nordpolarforscher. Versfuß. Stadt in Südrußland. Narrenkappe. Sparren vom RedattionStlsch. Notstandsarbeit. der Fabrik wird gestreikt? Ich zur Kantine, um einen Schnaps Es bedeuten von links nach rechts: 1. Herrschertitel. 4. Gaststätte. 7. Bischöfliches Würdezeichen. 0. Ortsbezeichnung. 12. Hülsenfrucht. 15. Fettige Flüssigkeit. 16. Nebenfluß der Donau. 17. Nordische Münze. 18. Biblische Person. 21. Naturerscheinung. 22. Stadt in der Provinz Brandenburg. 23. Beleuchtungsstofs. 24. Beamtentitel. Weibliche Gestalt aus einer Wagneroper. Altgermanischer Volksstamm. Bekannter Jäger. Gemeinschaft. Süddeutscher Fluß. fränkischer König. Weiblicher Vorname. Erdteil. Angezahlte Tausende wälzten sich, das goldene Blies zu holen, den großen Stiefel hinunter, in dessen Absatz S. Fernando liegt, das Glücksnest. Kamen, spielten, siegten. Der Staat fing vor Angst zu schwitzen an, als der Monco nicht nur die Neapler, sondern auch die römischen und Mailander Gewinnummern vvraussagte. Jetzt fielen die letzten Zweifler um, jetzt wurden buchstäblich die 'Betten versetzt für ein Terno ober Quaterno. Am 13. Februar — die 13. gilt in Italien als Glückszahl — erreichte der Wahnsinn den Höhepunkt. Schon nachts endlose Schlangen bildend, stürmten die Leute bei Tagesgrauen mit hemmungsloser Gewalt die Lottolädchen im ganzen Regno. Die Scheiben gingen in Trümmer, im Freien wurden die letzten Zettel mit den geweissagten Zahlen verkauft, nein, im Kampfe Mann gegen Mann erobert. Eine Frau brach sich mit hochgeschwungenem Küchenmesser Bahn. Militär mußte einschreiten. Kamen die gesichteten Nummern wirklich heraus, dann war die Staatsbank gesprengt: sie hatte über 80 Millionen an Einsätzen einkassiert! Aber der Himmel meinte es noch einmal gut mit Italien: keine der Nummern des Monco kam heraus. Was darauf folgte, läßt sich nicht schildern. Der Monco flüchtete nach dem Hosiannah vor dem Kreuziget, ist unauffindbar. Wehe, wenn Mussolini einmal fehl sehen sollte wie der Monco! geschmack des Getränkes müssen zum Genuß einladen. Sie weiß auch, daß die Gaumenfreude, die der braune Trank gewährt, verwöhntesten Ansprüchen genügen muß. Vor allem aber weiß sie, daß ein solches Getränk und dazu von gleicher Preiswürdigkeit nur mit einer Zutat von „Webers Carlsbader Kaffez-Gewürz“ hergerichtet werden kann! —- Eine kluge Frau vermag auch mit kleinen Mitteln Freude zu bereiten, ist eines der schönsten Menschenrechte, ein Vorrecht der Frauen. Der Mann ist gewohnt, draußen zu schaffen. Nach des Tages Last sucht er Erholung. Glücklich die Frau, der neben dem Zauber ihrer Persönlich- keit noch andere Vorzüge eigen sind. Eine gute Tasse Kaffee von ihrer kundigen Hand bereitet, wirkt Wunder! Sie weiß, daß Auge und Zunge des Gatten bestochen sein wollen. Farbschönheit und Wohl- „Den können Sie haben, die Notstandsarbeiten werden verrichtet!" Offenherzig. „Eins muh ich Ihrem Gasthof zur Ehre nachsagen: ich fand nie eine Wanze im Bett!" „Da haben Sie Glück gehabt!" Diplomatie. „Wat, noch mal 'runter uff'n Hof wollt ihr? Js nich'.' Ihr müßt sowieso bald ins Bett." „Na ja. die Frau Kulicke hat ja ooch schon jeschimpft, det wir immer im Hof spielen." „Die Kulicke? Wat der nich' infällt! Det jeht doch die nischt an! Jleich jeht ihr 'runter und spielt!" Die erste Alterserscheinung. Man fragte einen alten Herrn, der in seiner Jugend ein großer Don Juan gewesen, wann er zuerst gemerkt habe, daß er nicht mehr jung sei. Lächelnd entgegegnete der feinsinnige Graukopf: „Das war damals, als ich bei mir konstatieren muhte, daß der Gedanke, mit einem schönen jungen weiblichen Wesen eine Stunde lang, in strömendem Negen, ohne Negenschirm, einen einsamen Abendspaziergang zu machen, nichts Verlockendes mehr für mich hatte!" Silbenrätsel. Duriff, Enthusiasmus, Dobrudscha, Ezechiel, Romanze, Schlesien, Taglioni, Anemone, Nostradamus, Diamant, Himalaja. Jeder Stand hat seine Last. Die Splitter und 17 4 2 4 3 17 1 7 5 3 18 13 18 4 Endbuchstaben den Namen eines Malers und eines seiner Gemälde. Kreuzworträtsel. Dichter Verdioper Zimmerschmuck Sonnenbahn Vogel Wertgegenstand Kanton 9 Gestrüpp griechischer Buchstabe Verbrechen europäischer Staat indischer Gott Frauenname Prophet weibliches Pferd Kapselrätsel. Hochwasser, Kistendeckel, Goldaster, Inlett, Holzteller, Daimler, Rebensaft, Kandidat Jehova, Schaffner, Hungersnot. Jedem der vorstehenden Worte sind drei aufeinanderfolgende Buchstaben zu entnehmen, welche, aneinandergefügt, ein Sprichwort nennen. Auflösungen. Kreuzscharade. Ger I bet e | Harb Gerber, Gerhard, Eber, Eberhard, §ger. Füllrätfel. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 13 7 4 3 1 8 4 4 1 6 1 1 6 3 11 1 2 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. Gefilde der Seeligen. 12. Stadt in U. S. 21. 13. Festland. 14. Titel. Durch Reichsgesetz vom 10. August 1925 ist der § 28 Abs. 5 abgeändert worden und eine Besserstellung zahlreicher Steuerpflichtiger erfolgt. Vor allem ist ein neuer Stichtag bestimmt worden, der 31. Dezember 1918. Wer an diesem Tage ein gänzlich unbelastetes Anwesen hatte, kann Herabsetzung der Sondersteuer auf 10 Proz. der Friedensmiete beantragen, wer teilweise belastete Anwesen hatte, kann Herabsetzung auf* 15 bzw. 20 bzw. 25 vom Hundert der Friedensmiete beantragen. Diese Vorschrift tritt mit Wirkung vom 1. April 1926 in Kraft. Anträge auf Grund des bisherigen § 28 Abf.5 der Dritten Steuernotverordnung (Herabsetzung der Sondersteuer wegen Nichtbelastung des Grundstücks), ferner Anträge auf Herabsetzung aus Billigkeitsgründen sind bis spätestens zum 31. März 19 26 zu stellen. der Monco mußte nun bic schnelle W.vndel- barfcit der Volksgunst erfahren. Der Monco? Ja, der Seher von Avulien. Ein monco ist ein Mann mit einer verstümmelten Hand. Gottlob sieht der Weise dort unten ja mit den Augen. Sieht hell. Staat sauf regend hell. Sieht die irdische Seligkeit des Italieners: den Hauptgewinn im Lotto! Mussolinis Ausfall und des Monco Einfall hätten nicht glücklicher zusammenfallen können. So konnte man doch wieder einmal am lebenden Objekt erkennen, was die Volksseele bis ins Innerste aufwühlt. Die Politik? Die deutsch-italienische Krisis? Ach du lieber Himmel, wie viele Gebildete selbst wissen. wo Südtirol liegt? Das Lotto aber, das kennt jeder. Tabak und Spiel sind verstaatlicht. Die Politik zwar auch, aber das ist nur ein Spiel für die Großen, für Advokaten und Journalisten. Das Lotto ist viel wichtiger. Mussolini mußte es erfahren. Die Presseaufregung über Berlin war nichts als Mache, der Rest des Volkes beschäftigte sich nur mit dem Monco. Der Monco. man denke, sieht im Traneezustaird. in den er sich mit Hilfe des feurigen Apuliers begibt, die Lottonummern, die am Samstag gezogen werden, schon am Freitag! Sieht sie umso deutlicher, je gründlicher er — non olct! — besoffen ist. Als er dem Dorfarzt zu der ersten Million verholfen hatte, war des Ruhmes kein Halten mehr. Italien verfiel in mittelalterliches Massendelirium. (Weißer Hirsch) aufhielt, im «peisesaal des sogenannten Doktorhauses ein Gehpelz abhanden. Der Pelz war an einen der Kleiderständer im Vorraum aufgehängt worden. Das Landgericht Dresden erkannte den vom Kläger gegen das Sanatorium erhobenen Schadensersatzanspruch als gerechtfertigt an, das Oberlandesgericht Dresden wies ihn ab. Nur in bezug auf § 701 BGB. — der die verschärfte Haftung des Gastwirts behandelt — hat das Reichsgericht die Abweisung des Anspruchs gebilligt. Aus den reichsgerichtlichen Entscheidungsgründen ist zu der Auslegung der bekannten gesetzlichen Haftungsbestimmungen folgendes von größter Bedeutung: Die verschärfte Haftung aus § 701 BGB. greift nicht Platz gegenüber Betrieben, die Fremden Unterkunft und Verpflegung nicht zum Zwecke der Beherbergung, sondern behufs Ermöglichung oder Erleichterung eines von der Betriebsleitung angewandten Heilverfahrens gewähren und deren Zweck auf die Anwendung eines Heilverfahrens gerichtet ist. Die Vorschrift des § 701BGB. will den Gast, der sich über den einzelnen Gasthaus- ober Hotelbetrieb nicht näher unterrichten kann, gegen die ans diesem lebhaften Verkehr sich ergebenden Gefahren schützen. Bei einer in der Hauptsache auf Heilung der Gäste abzielenden Anstalt erscheint eine gleiche Belastung des Unternehmens bedenklich und ein Schutz der Gäste weniger dringlich, weil hier der Verkehr anderer Personen und der Wechsel der Gäste weit geringer zu sein pflegt. Im gegenwärtigen Falle ist das Urteil des Oberlandesgerichts aber doch zugunsten des Klägers aufgehoben worden, weil die Parteien in den Aufnahmebedingungen eine besondere „Vereinbarung" über die Haftung der mitgebrachten oder zur Verwahrung übergebenen Sachen bis zu einer Höchstgrenze getroffen haben und das Oberlandss- gericht diese Vereinbarung rechtsirrtümlich als eine weitere Einschränkung der Haftung ausgelegt hat. Zur Prüfung über die besondere vertragliche Vereinbarung ist die Sache an einen andern Senat des Oberlandesgerichts Dresden zurückverwiesen worden. Welche Abschreibungen sind auf Außenstände zulässig. Mil dieser Frage hat sich der Reichsfinanzhof verschiedentlich beschäftigt und entschieden: „Rückstellungen für Verluste, die möglicherweise in Zukunft eintreten können, sind nicht zulässig. Es muß vielmehr am Bilanztage schon feststehen, ob und inwieweit das Geschäft einen Verlust Uringen wird." Nach § 143 Abs. 1 AO. sind andere als die in § 11 bezeichneten Äapitalforderungen mit dem Nennwert einzusetzen, soweit nicht besondere Umstände einen höheren oder geringeren Wert begründen. Nach 8 2 bleiben unbeitreibbare Forderungen ohne Ansatz. Soweit auf bestimmte Forderungen Abschreibungen oorgenommen wurden, muß am Bilanzstichtage feststehen, daß die Forderung zweifelhaft war. Inwieweit für Außenstände allgemein, d. h. ohne daß einzelne zweifelhafte Schulden bezeichnet werden können. Betröge auf Delkredere-Konto zurückgestellt oder Abschreibungen vorgenommen werden dürfen, hat der Reichsfinanzhof im Urteil vom 4.10.1921 (Bd. 7, Seite 130) wie folgt entschieden: „Wenn ein Unternehmen infolge ausgiebiger Kreditgewährung eine große Anzahl ausstehender Forderungen verschiedener Art — darunter in immerhin höherem Betrage ungedeckte — besitzt, so kann es, zumal bei der seit den letzten Jahren herrschenden Unsicherheit aller wirtschaftlichen Verhältnisse, und zwar auch ohne daß ihm schon bis zum Bilanzstichtage Einzelheiten über Gefährdung oder Ausfälle bekannt geworden sein müßten, durchweg damit rechnen, daß nach dem vermutlichen Laufe der Dinge sich unter den Forderungen auch solche befinden, die schon am Bilanzstichtage mit dem, wenn auch für das Unternehmen noch nicht zutage getretenen Mangel behaftet sind, also als zweifelhafte oder einem gewissen Verlust unterworfen zu gelten haben. In einem Fall dieser Art entspricht es regelmäßig dem gesetzlich zu beachtenden. ordnungsmäßigen kaufmännischen Gebrauche, schon zur Zeit des Bilanzstichtages den wirklichen Gesamtwert der Forderungen niedriger als zum Nennbetrag einzuschätzen. Ob die Forderungen am Bilanzstichtag als minderwertig im Vergleiche zum Nennbeträge zu betrachten sind, ist vom 24. Baum. 25. Ort der Zurückgezogenheit. 26. Technischer Schriftsteller. Zahleurätsel. Silbenrätsel. Aus nachstehenden 81 Silben sind 26 Worte zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben beide von oben nach unten gelesen, eine zeitge- mäßige Mahnung ergeben, („ch" gilt als ein Buchstabe.) Die Silben lauten: ben — der — bert — bro — ca — che — cel — ci — ein — da — bat — de —de — der — do — c — e — e — e — ci — eis — en — eu — ex — garb — go — he — i — irtn — ka — kap — fer — klo — kon — Ian — law — lenz — lin — lüft — lus — ly — me — mi — nan — nat — nen — nent — nie — nik — nim — non — nos — pa — pe — peil — po — po — ri — ro — rod — ru — rup — rus — fe — sen — (en — schiff — si — si — sol — fter — tau — te — te — ten — ti — ti — ty — ul — um — zep. Die Worte bedeuten: 1. Modernes Verkehrsmittel. 2. Fluß in Spanien. subjektiven Standpunkt des ordentlichen, die Ge- samtverhältnifse verständig erwägenden, vorsichtigen Kaufmanns aus zu beurteilen." Wahllose und unbegründete Abschreibungen dürfen aber nicht vorgenommen werden. Für die Bewertung der Forderungen sind allein die Verhältnisse am Bilanzstichtage maßgebend. So braucht z. B. eine Forderung, die nach der Vermögenslage des Schuldners am Bilanzstichtage als uneinbringlich betrachtet werden durfte, nicht deswegen bewertet zu werden, weil sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners nach dem Stichtage verdesiert haben und er deshalb zahlungsfähig geworden ist. Dasselbe gilt entsprechend im umgekehrten Verhältnis. Zukünftige Risiken auf Forderungen können daher steuerfrei nicht in der Bilanz zum Ausdruck gebracht werben. Die Londerfteuer vom bebauten Grundbesitz. Kann die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz auf Antrag ermäßigt werben, wenn die betreffenden Grundstücke 1914 unbelastet gewesen sind? Gemäß § 28 Abs. 5 der Dritten Steuernotverord- nung ist bei Grundstücken und ©ebäuben, bie am 1- Juli 1914 entweber unbelastet waren ober beten bringlicfjc prioatrechtliche Belastung nicht mehr als 20 Prozent bes Gesamtwertes betrug, ber Betrag der Steuer auf Antrag des Eigentümers unabhängig von der Ueberschreitung der 70prozentigen Frie- bensmiete soviel Herabzusetzen, daß er nicht mehr als 20 vom Hundert der Friedensmiete ausmacht. Inwieweit es sich hierbei um Gebäude handelt, die nicht vermietet sind — Eigenhaus, Eigenmohnung —, können die Länder eine weitere Minderung ber Steuer eintreten lassen. Miete oder Pacht? Selbfteinbringung ber zum Betriebe einer Gastwirtschaft benötigten Einrichtung. BGB. § 535,581. Zur Annahme eines Pachtvertrages genügt es nicht, daß die Räume zum Betriebe eines bestimmten Gewerbes baulich geeignet sind. Es muß hinzu- kommen, daß sie die Ausstattung und Einrichtung im Innern enthalten, bie zur Führung bes Betriebes erforberlich ist unb bie Räume zu einer unmittelbaren Quelle von Erträgen werden läßt (RGZ. Bd. 81, S. 24; Bb. 91, S. 311). Muß der bie Raume Uebernehmende, wie hier festgestellt, erst noch bie innere Einrichtung beschaffen,, „um einen wirtschaftlichen Organismus zu erhalten, ber zur Fruchtziehung geeignet ist", so liegt nur eine Ueberlasfung leerer Räume, also Miete vor. In einer Reche von Entscheibungen 497/14, 428/17, III, 463/23, 840/23, 192/24, vgl. „Deutsche Richterzeitung" 1924 Nr. 8, Sp. 445) hat allerdings bas Reichsgericht bem Lorhanbensein ber zu bem Betriebe erforberlichen Ausstattung zur Zeit des Vertragsabschlusses ausschlaggebende Bebeutung beigemessen und ausgesprochen, der Annahme eines Pachtverhältnisses stehe es nicht entgegen, wenn der Pächter durch besonderen Vertrag die Einrichtung vom Verpächter ober einem Dritten käuflich übernommen habe. In biefen Fällen ging aber ein neuer Vertragsschließender, ber bis dahin weder zu ben zu überlaffenben Räumen noch zu deren Einrichtung in irgendwelchen Beziehungen gestanden hatte, als Pächter ein Dertragsverhältnis ein, bas für ihn vertragliche Beziehungen nach betben Richtungen hin begrimbete. Er erwarb Rechte an ben Räumen unb ber zu ihnen gehörenden Einrichtung, und wenn dies auch in mehreren Verträgen geschah, so war zwischen ihnen doch ein enger Zusammenhang gegeben. Hier liegt ber Fall anbers. Der Beklagte hatte bas Gafthofsgrunbstück im Jahre 1912 gemietet und die zum Betriebe einer Gastwirtschaft benötigte Einrichtung selbst bescbafst unb eingebracht. Hierdurch war bie Natur des Vertrags nicht geändert, V. ber Mietvertrag nicht zum Pachtvertrag geworden. Die Einrichtung bestand selbständig für sich, sie war ^Eigentum des Beklagten und nur seiner Verfügung , unterworfen, vertragliche Beziehungen des Ver- r Mieters zu ihr kamen nicht in Frage. Der Kläger ist später mit bem Erwerbe bes Gutes in ben noch laufenden Mietvertrag des Beklagten eingetreten. Wenn er mit diesem einen neuen Vertrag abschloß, ber mit dem bisherigen wörtlich übereinstimmte, auch die Einrichtung in keiner Weise einbezog, so war damit nur eine Fortsetzung des bereits bestehenden Vertragsverhältnisses, also des Mietvertrags begründet. Das Vorhandensein der Einrfch- tung an sich, die bisher außerhalb des Vertragsverhältnisses gestanden und seine Natur nicht beeinflußt hatte, war nicht geeignet, nunmehr das Mietverhältnis zu einem Pachtverhältnis werben ZU lassen. Sie ist nicht Gegenstanb bes Vertrags geworben, konnte also auch besten Rechtsnatur nicht bestimmen. (Urteil bes 3. Zivilsenats III 1072/23 vom 18. November 1924.) Hastei bie Heilanstalt für bie Garberobe der Kurgäste? Eine neue grundsätzliche Reichsgerlchtsentscheldung. js. Ein Gastwirt, ber gewerbsmäßig Fremde beherbergt, haftet gemäß § 701 BGB. für die ein- gebrachten Sachen seiner zur Beherbergung aufgenommenen Gäste. Bei Beschädigung ober Diebstahl ber Sachen hat er den Schaden zu ersetzen, wenn er nicht beweist, daß ben Gast ein Verschal- ben trifft ober höhere Gewalt vorliegt. Heiß umstritten in Rechtsprechung unb Rechtsliteratur mar aber bisher bie Frage, ob auf Grunb ber gleichen Gesetzesbestimmung auch Kur- unb Heilanstalten zu haften haben. Diese Frage ist kürzlich vom Reichsgericht verneint worben. Für diese Anstalten greift nur bie gewöhnliche Haftung aus vertraglichem (wenn Verwahrungsvertrag vorliegt) ober außeroertraglichem Verschulben Platz. Hier muß also ber Gast nachweisen, baß die Anstalt ein Versckulden an seinem Schaden trifft. Zum Zweck besseren Verständnisses der Rechtsfrage teilen wir einige Tatsachen und reichsgerichtliche Entschei- bnngsgrünbe mit. Dem Majoratsherrn Georg v. K. in Schlesien kam am 25. November 1922, während er sich als Kurgast in Lohmanns Sanatorium in Dresden Von oben nach unten: 2. Behörde. 3. Heilpflanze. 4. Alpenvaß. 5. Raubvogel. 6. Griechischer Gott. 8. Schmuckstück. 10. Biblischer Frauenname. 11. Gebirgszug in Schwaben. 13. Sportgerät. 14. Natürliches Wasserbecken. 19. Orientalischer Titel. 20. Weiblicher Vorname. J U R s T D A M A 5 T M I N u T E J A U A R G U S |T A V A R A E lL Sein oder Nichtsein. Ein Kriminalroman von der Wasserkante. Von Moritz Schäfer. 26 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Sie sind grausam, gnädige Frau, aber ich gehorche! — Wie ich Ihnen schon andeutete, handelt cs sich um Ihren Gatten. Er steht dicht vor dem „Sein Schicksal ist das meine, Herr Muhlfeld! Wenn es wahr ist, was Sie sagen — ich selbst hatte noch keine Gelegenheit, mich zu überzeugen — nun aut, so kenne ich meine Pflicht." „Ihre Pflicht, wie ick sie auffasse, ist — „Einen Augenblick. Ich halte es für geboten, Ihnen gegenüber noch einmal das Selbstverständliche zu "betonen; ichliebe meinen Gatten." Heiß flammte es in seinen Augen auf. „Und weil Sie ihn lieben, werden Sie ihn retten wollen, nicht wahr?" „W e n n ich es könnte —' „Sie können es.' „Ich bin ohne Vermögen," „Sie besitzen einen Schatz, so groß, so unendlich reich —" „Herr Mühlfeld, E'e wollten mir sagen —" „Ganz recht, ich wollte Ihnen sagen, wie Ihrem Manne zu helfen ist." „Noch weiß ich nicht, ob er Hilfe braucht. Aber reden Sie endlich!" „Äch hoffe, meine Gnädigste, es wird genügen, das Schlimmste abzuwenden. Aber nur, weil i ch die Vorbedingungen geschaffen habe." „eie?" „Ja, ich! Das erste Leck ist durch mich zuge- ftopft — den endgültigen Schiffbruch zu verhüten, ist Ihre Sache. Ich hatte, wie Ihnen vielleicht bekannt ist, bei Ihrem Gatten ein größeres Depot." „Sie hatten —?" „All right. Ich hatte! Heute habe ich es nicht mehr, denn es tat Herrn Lorenzen gute Dienste. Mit meinen Geldern hat er das besagte Leck abgedichtet." „Sie haben ihm Ihr Depot zur Verfügung gestellt? O, das ist gut, das ist edel!" Ihr Mißtrauen war geschwunden, ein warmes Dankgefühl wallte in ihr auf, und Impulsiv streckte sie Mühlfeld die Hand entgegen. Aber nur eine Sekunde dauerte diese Regung; das zynische Lächeln, mit dem er die Hand ergriff, der vielsagende Druck seiner Erwiderung scheuchten sie rasch in ihre Zurückhaltung zurück. „Zur Verfügung gestellt?" Wiederholte er gedehnt. „Na ja, man kann es so nennen. Jedenfalls wollen wir die Lesart einstweilen beibehalten. Schon damit ich das Anrecht auf die schmückenden Beiwörter „gut und edel" nicht verliere, für die ich Ihnen untertänigsten Dank zu sagen habe. Indessen, verehrte Freundin, Sie dürfen mich nicht für einen Sckulknaben halten, dem das Rechnen noch ein Buch mit sieben Siegeln bedeutet." „Es ift. gut, daß Sie mich daran erinnern!" „Ihren Gatten habe ich nicht gehindert, über mein Geld zu verfügen. Die Bedingungen, gnädige Frau, stelle ich Ihnen!" „Was verlangen Sie?" „Hören Sie mich ruhig an. Es liegt jetzt in Ihrer Hand, Lorenzen wieder auf die Höhe feiner geschäftlichen und gesellschaftlichen Position zu erheben ober ihn zuvernichten!" „Was soll die lange Folter? Ich erwarte den Spruch!" Er sah das königliche Weib in fliegender Erregung, sah, wie die stolzen Züge durchbebt waren von den Dualen der Ungewißheit. Ein heißes Verlangen rüttelte an seinen Sinnen; es drängte ihn, die schöne Beule an sich zu reißen, und dennoch wollte er langsam vorgehen, Schritt vor Schritt, um sich nicht durch Ungeduld den Sieg zu verscherzen. „Andrea," begann er, „Sie wissen, was Sie meinem Leben bedeuten —" Sofort war sie wieder eisige Abwehr. „Herr Mühlfelb, sobald Sie Ihre Kavaliersehre verleugnen, haben wir uns nichts mehr zu sagen!" Da sprang der Hohn in ihm auf und riß feine Taktik in Fetzen. Schrittweise vorgehen — wozu? Die Festung ist zum Sturm reif, also vorwärts! „Gemach, gemach, meine Gnädigste! Die Kava- licrsehre ist ein dehnbarer Begriff, und zu sagen haben wir uns noch mancherlei." „Das zu entscheiden, werden Sie mir überlasten!" Sie wandte sich hocherhobenen Hauptes zum Gehen. Ein Blick, in dem der Triumph aufleuchtete, fesselte sie an ihren Platz. „Bitte, bleiben Sie noch einen Augenblick!" Ein herrischer Befehlstonklang durch Mühlfelds Worte. „Lasten Sie mich zu Ende reden — es steht wirklich mehr auf dem Spiel, als Sie glauben! Wenn Sie meine Bedingungen zurückweisen, bann ziehe ich nicht nur meine Hand von Lorenzen zurück —" „Vollenden Sie!" „Dann zeig' ich auch Ihren Gatten wegen Depotunterschlagung an." Sie taumelte zurück. Alles Blut war aus ihrem marmorbleichen Gesicht gewichen, einen Moment setzte ihr Herzschlag aus. Mit dumpfem Knurren sprang Pascha an "ihre Seite und nahm Angrisfs- stellung gegen den Mann. Instinktiv mochte das kluge Tier in Mühlfelb einen Feind erfennen, vor dem es Andrea zu schützen habe. Doch Mühlfelb hatte keine Beachtung für bas Tier, bas feine erloschenen Augen starr auf ihn richtete, bereit, beim leisesten Wink der jungen Herrin den Angriff zu beginnen. All die erregten Sinne bes Mannes drängten zu Andrea hin; er trat einen Schritt vor und sah sein Opfer triumphierend an. „O, Sie Dämon," stöhnte Andrea auf, „wie haben Sie meinen armen Mann umgarnt!" „Wenn ich ein Dämon bin," zischte er, außer sich vor Leidenschaft, „so haben Sie mich dazu gemacht!" Abermals wollte er ihre Hand ergreifen, sie aber stieß ihn voller Ekel zurück. „Fühlen Sie denn nicht, wie tief ich Sie verachte?" brach es in Entrüstung von ihren zuckenden Lippen. Doch ohne Wimperzucken kam feine rasche Entgegnung: „Haß und Neigung sind Geschwister, Andrea! Ich will ja nicht viel, ich bin ja nur ein Bettler, der —" „Gehen Sie mir aus den Augen!" Sie hatte die Herrschaft über ihren Willen wie- bergefunben. Hochaufgerichtet, gepanzert mit bem ganzen Stolze ihres Hanseatenblutes, wies sie mit ausgestrecktem Arm nach ber Ausgangstür. „Anbrea, Sie wissen nicht, was Sie tun! Diese Minute entfdjeibet. Wenn Sie mich von sich stoßen — gut, gut — ich gehe! Aber mein Weg führt ohne Säumen zum Staatsanwalt!" „Wenn Sie — in ber Tat — entschlossen sind, meinen Mann — zu vernichten — in Gottes Namen denn —. Zeigen Sie sich vor aller Welt ohne Maste unb ohne Schminke! I ch habe Sie erkannt!" „Nein, Andrea, Sie kennen micht nicht! — Ich war ja außer mir! Verzeihen Sie mir! Ich will ja nicht seinen Untergang, ich will ihm die Freundeshand bieten, daß er den Weg zum Wiederaufstieg findet! Nie — nimmer werd Ich ihn an- zeigen! So hören Sie doch! Ich bin ja von Sinnen! Ich flehe Sie an, haben Sie (Erbarmen —" Seine ganze Taktik war zusammengebrochen vor ber reinen Größe dieser Frau. Jetzt, da er sühlte, baß seine Erpresserpartie verloren, hielt die falle Berechnung nicht stanb, unb die Leidenschaft, wie ein cnfeffelter Wildbach, riß alle Dämme der Ueberlegung nieder. „Ja, habe Erbarmen, Andrea," wiederholte er flüsternden Atems, indem seine stürmische Attacke die letzte konventionelle Hürde nierriß, „heiß lodern die Flammen meiner Liebe, — begreifst du, wie ich darunter leide? Denkst du daran, wie ich dir sagte, ich tnüffc an meiner Liebe verbluten? Soll ich Asra fein, Andrea, um deinetwillen? Nein, nein, ich lasse dich nicht!" Er fiel vor Andrea nieder, versuchte in taumelnder Verzückung ihre Knie zu umtlammern. Doch ber Neufunbländer verstand die Bewegung falsch. Was die toten Augen nicht sahen, verrieten ihm Gehör unb Instinkt, ber bei ber Kreatur das normale Wahrnehmungsvermögen, sobald es verkümmert, ersetzt. Pascha wartete nicht erst auf den Befehl des Zufassens. Mit gewaltigem Satz sprang er Mühlfelb gegen die Brust, bereit, ihm das noch immer gefahrdrohende Gebiß in die Kehle zu graben. „Um Gotteswillen — halten Sie sich ruhig — geben Sie keinen Laut —" Die Todesstarre, die Andrea erfaßt hatte, war gewichen, in fliegender Hast rief sie Mühlfelb die Befehle zu. Unb wäh- renb ber Verführer, burch bas Tier aus seiner Rolle gerissen, bleich wie der Kalk an der Wanb, die fdjräg gestellten Augen in krampfhafter Angst auf den Angreifer gerichtet, ber Warnung gehorchte, rief Andrea den Neufundländer zur Rason: „Aus! Zurück, Pascha!" Aber das Tier gehorchte bem Befehle nicht. Sei es, baß es Andrea nicht als Herrin anerkannte, fei es, daß das Alter es störrisch machte, kurz — es biß zu. Ein Wehlaut drang aus ber Kehle bes Mannes, bie der blinde Hund verfehlt hatte. Dafür war der Biß in die rechte Wange des Adonis gedrungen. So war das Leben des Mannes gerettet, aber ein schimpfliches Kainszeichen mußte fortan das Gesicht des Entehrten entstellen. (Fortsetzung folgt) Behördliche Anzeigen » Bekanntmachung. Stadttheater-Abonnement Die Einlösung des fünften Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonntag hat am Donnerstag, 25. Februar 1926, in der Zeit von 3 bis 5? Uhr nachmittags an der Kaste in der Vorhalle des Stabttheaters zu erfolgen. Zur teilweisen Deckung der we- jcntlichen Mehrkosten für bas große Operetten - Gastspiel „Oräfin Mariza" wird von allen Abonnenten ein Zuschlag von 1 Mk. erhoben. 16308 Die zu zahlende fünfte Rate beträgt deshalb für: Prvszcmumsloge, Rangloge unb 1. Rang- Vorberplatz 11 Mk., 1 Sperrsitz unb 1. Rang-Mitte 9 Mk., 2. Sperrsitz unb 1. Rang-Rückplatz 8 Mk., 3. Sperrsitz u. 2. Rang-Vorderplatz 6Mk., 2. Rang-Mitte 5 Mk., 2. Rang-Rückplatz 4 Mk. Eine Einlösung an ber Tages- und Abendkasse erfolgt nicht. Gießen, 20. Februar 1926. Dec Oberbürgermeister. ___________I. 21.: K1 ingspor.___________ Betr.: Errichtung einer Autohalle in Krosborf. Arbeitsvergebung. Zur Errichtung einer Autohalle für den Äiaftpostverkehr Gießen — Krofdorf — Fellingshausen sollen nachstehende Arbeiten vergeben werden: 16313 1. Erd- unb Maurerarbeiten, 2. Zimmerarbeiten, £ 3. Dachbeckerarbeiten, ’ 4. Spenglerarbeiten, l 5. Schreinerarbeiten. Angebote auf Vorbruck, ber bet uns erhältlich, (inb bis zu bem Verdingungstermin Samstag, 27. Februar b. I., vormittags 10 Uhr, bei ber unterzeichneten Stelle einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, 18. Februar 1926. Stabtbauamt Gießen. _________Braubach._________ ZagSverpachwng. Donnerstag, den 4. Mär; 1926, vormittags lOi Uhr, sollen in der Lehrscheu Gastwirtschaft zu Eichelsdorf (Oberhessen) die Staatsjagden des Forstamts Eichelsdorf auf bie Dauer von 12 Jahren öffentlich verpachtet werben, unb zwar: Jagdbezirk II: 456 ha Wald und Wiesen Jagdbezirk III: 190 ha Wald unb Wiesen Jagdbezirk IV: 574 ha Wald und Wiesen Jagdbezirk VII: 388 ha Wald unb Wiesen Die Pachtbedingungen sind gegen Entrichtung ber Gebühren erhältlich. Nähere Auskunft burch bas Forstamt, Fernruf Nidda 59. 1566D Für bie bem Forstamt nicht bekannten Pachtliebyaber ist Ausweis erforderlich. E i ch e l s b o r f, den 18. Februar 1926. Hessisches Forstamt Eichelsdorf. Bechtel Montag, den 22. Februar i. I., sollen im Staufenberger Oemcinbetoalb folgende Holzsortimente versteigert werden: 3 Kiefern-Stämme 2. u. 3. Kl. = 2 Fstm. Fichten-Derbstangen 1. Kl. 45 Fstm. 2. „ 15 „ Eichen-Nutzscheit für Küfer geeignet — 28 Dm. Eichen-Auhknüppel zu Spalierpfosten geeignet = 6 Am. 13 Stück Eichen-Derbstangen 0,48 Fstm. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr auf der Straße Gießen—Marburg auf dem Tiefenbach. Staufenberg, den 16. Februar 1926. Bürgermeisterei: Metze r. 1524D Arbeitsvergebung. Zur Erbauung eines Hochbehälters von 500 cbm Auhinhalt für die Stadl Grünberg sollen nachstehende Arbeiten öffentlich vergeben werden: Los 1 Maurer- und Betonarbeiten, „ 2 Schiosterarbeiten. Arbeitsbeschreibungen, Zeichnungen und Bedingungen können bei uns (Zim- mer Ar. 22) eingesehen werden. Angebote auf Bordruck zum Preise von 1 Reichsmark sind bis zum Dienstag, dem 2. März 1926, vormittags 11 Ähr, einzureichen. Zuschlagssrist: 3 Wochen. Gießen, 16. Februar 1926. Kreisbauverwaltung: Cellarius. 1537c Arbeitsvergebung. Zum Aeubau eines DiersamUien- Wohnhauses für die Stadt Lich werden die Weißbinder-, Tapezier-,Fustallations-, Schreiner-, Glaser- und Schlosterarbeiten, sowie die elektrischen Beleuchtungsanlagen zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Angebotsvordrucke, Zeichnungen und Bedingungen liegen vom Freitag, dem 19. Februar 1926 auf der Kreisbau- verwaltung. Zimmer Ar. 18 und imAmts- zimmer der Bürgermeisterei in Lich offen. Angebotsvordrucke werden daselbst, solange der Vorrat reicht, gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. Die Angebote sind verschlosten, portofrei unb mit entsprechender Aufschrist^versehen zu dem am Montag, dem 1. März 1926, vormittags 10 Llhr ftattfmbenbfen Eröffnungstermin einzureichen. Zufchlagsf^ist 14 Tage. Gießen, den 15. Februar 1926. Kreisbauverwaltung: Cellarius. 1493c Holzversteigermigen in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. Montag, den 2 2. Febr.: Bau- Hol z v e r st c i g e r u n g e n im Distrikt Meilbach (Kronau) und Riedwald (Ne- belsbach). Zum Ausgebot kommen fm: Stammholz (langschaftig) Fichte 3. Kl. 5, 4. Kl. 25, üa-Kl. 60, 5b-Kl. 130, Derb- stangen 1. Kl. (Sparren) 80, 2. Kl. 10. Daber wird das Brennholz in diesen Distrikten versteigert, und zwar: Raummeter Scheitholz: Buche 2, Kiefer 4, Fickte 17; Knüppel: Buche 20, Eiche 6, Linde 4, Kiefer 10, Fichte 50; Stockholz: Fichte 71; Reisholz,Forstwel- len: Buche 2400, Eiche 90, Kiefer 150. Zusammenkunft lft/2 Uhr vorm. auf der Lich-Hattenröder Straße, Grenze Stadtwald-Meilbach. — Bei schlechtem Wetter wird die Versteigerung nach Besichtigung des Holzes in Hattenrod ab- gchalten. Das Holz im Kreuzerfeld > Riedwald) wird nicht vorgezeigt, ebenso ivie einzelne Reste im Münchwald. Dienstag, den 23. Febr., werden aus Distrikt Hard versteigert: Raummeter Scheitholz: Buche 29, Fichte 8: Knüppel: Buche 16, Eiche 2, Fichte 26; Stockholz: Buche 11, Fichte 14; Reisholz, meist Forstwellen: Bucke 2100, Eicl^ 450, Linde 280; Schnittholz: Buche ca. 1, Derbstangen: Fichte ca. 20 Festmcter, zu Einzäunungszwecken geeignet. (Eichenholz zu Pfosten wird noch aus der Hand abgegeben.) Zusammenkunft 91/» Uhr vorm. am Steinbruch in der Hard, obenhalb Hof Kolnhaufen. 1403D Eberverkauf. Nächsten Dienstag, 23. Februar 1926, mittags um 1 Uhr, verkauft die Gemeinde Ettingshausen auf dem Rathaus an den Meistbietenden, ohne Garantie, öffentlich gegen Barzahlung einen erstklassigen abgängigen schlachtreifen Eber. 1638D Ettingshausen, 19. Febr. 1926. Bürgermeisterei Ettingshausen. L> vpe r. Holzsubmission. Die Gemeinde G e r l s h a u s e n verkauft int Wege schriftlichen Angebots folgende Holzsortimente: Los I. E i ch e n - S ch n i t t st ü nt m e. 2. Kl. 2 Stück 2,87 fm Eicken-Bauholz. 2. Kl. 3 Stück, 4,14 fm 3. Kl. 4 Stück, 3,79 fm Kiefern st ä m m c. 3. Kl. 6 Stück, 9,07 fm 4. Ml. 28 Stück, 18,73 fm ;>. Kl. 260 Stück, 01,30 fm Fichtenfta ui nt c. 2. Kl. l Stück', 12,96 fm 3. Kl. 46 Stück, 75,79 fm 4. Kl. 68 Stück, 67,22 fm üa-Kl. 167 Stück, 72,71 fm üb-Kl. 406 Stück, 86,90 fm Fichte nstang en. 1. Kl. 359 Stück, 31,10 fm Los II. Erchen-Bauholz. 2. Kl. 1 Stück, 1,53 fm 3 Kl 1 Stück, 0,96 fm 4. Kl' 2 Stück, 1,36 fm Kiefernstämme. 3. Kl. 7 totücf, 9,30 fm 4. Kl. 48 Stück, 43,84 fm 5. Kl. 202 Stück, 93,74 fm Fichlenstäm m e. 2. Kl. 1 Stück, 2,77 fm 3. Kl 8 Stück, 16,74 fm 1. Kl. 28 Stück, 27,75 fm 5a-Kl. 64 Stück, 40,25 fm 5b--Kl. 180 Stück, 51,86 fm Angebote sind nach Goldmark per Im losweise, getrennt nach Sortiment unb Klassen, mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens 25. d. M., nachmittags 2Vs Uhr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst die Eröffnung erfolgt. Verkaufsbedingungen sind günstig gestellt. Nähere Auskunft erteilt die unter-; zeichnete Stelle. 1$23D Geilshausen, 20. Febr. 1926. Hess. Bürgermeisterei Geilshausen. Wagner. Holzsubmission. Die Gemeinde Mainzlar beabsichtigt, nachverzeichnetes Holz im Wege schriftlichen Angebots zu verkaufen. 1607V fiicfcm-Stämme: 3. Kl. 3 Stück mit 2,30 fm 4. Kl. 1 Stück mit 0,83 fm 5. Kl. 6 Stück mit 2,83 fm Fichten-Stämme: 3. Kl. 12 Stück mit 20,31 fm 4. Kl. 32 Stück mit 35,36 fm 5a-Äl. 69 Stück mit 46,87 fm 5d-Kl. 1. Los etwa 125 Stück 36 fm 2. Los etwa 128 Stück 37,52 fm Angebote sind, getrennt nach Sortimenten unb Klaffen, bis zum Freitag. 26. Februar I. I., nachmittags 4 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzurei- chen, woselbst auch bie Verkaufsbebingun- gen bekanntgegeben werden. Vorherige Besichtigung des Holze» wird empfohlen, ba spätere Einwenbungen nicht berücksichtigt werden. Mainzlar, 20. Februar 1926. Bürgermeisterei. Vogel. Holzversteigerung. Die Fürstlich Solmsische Oberförsterei Hohensolms versteigert am Mittwoch. 24. Februar, im Saale des Gastwirts Gerlach in Bieber b. Gießen unb bem Distrikt helsholz: 1624D Stammholz: Fichten, 5. Kl., 4 Stück mit 1,34 fm, Derbstangen 1. Kl., Fichten 3 Stück; Scheitholz: Buchen 105 rm, Prü- gelholz: Buchen 207 rm, Lichen 62 rm. Kiefern 8 rm; Reisholz: Buchen 5530 Wellen. Eichen 2980 Wellen. Anfang 10 Uhr. Holzsubmission. Die Gemeinde Rieber-Bcssingen verkauft im Wege schriftlichen Angebots nach- oerzeichnetes Holz: 1628D Fichten-Stärnme 3. Kl. 11 Stück, 15,50 fm Fichten-Stärnrne 4. Kl. 42 Stück, 41,58 fm Fichten-Stämme 5a-Kl. 80 Stück, 48,04 fm Fichten-Stämme 56-Kl. 353 Stck., 86,57 fm Lärchen-Stämme 5. Kl. 5 Stück, 0,95 fm Kiefern-Bauholz 5. Kl. 5 Stück, 1,155 fm Kiefern-Grubenholz 5. Kl. 11 Stck., 2,51 fm Hainb.-Stämme 4. Kl. 2 Stck., 0,48 fm Hainb.-Stämme 5. Kl. 11 Stck., 2,7lfm Hainb.-Stämme 6. Kl. 32 Stck., 5,47 fm Eichen-Stärnrne 4. Kl. 10 Stck., 5,31 fm Eichen-Stärnine 5. Kl. 38 Stck., 18,69 fm Eichen-Stärnrne 6. Kl. 129 Stet., 35,75 fm Derbstangen Lärchen 3 Stück, 0,25 fm Derbstangen Fichten 1. Kl. 108 Stück, 11,80 fm Derbsiangen-Fichten 2. Kl. 104 Stck., 5,29 fm. Das Holz ist mit Rinde gemessen. Nähere Auskunft erteilt Förster Keil. Ettingshausen. Angebote sind, getrennt nach Sortiment unb Klassen, pro fm verschlossen mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Mittwoch, 29. Februar 1926. vormittags 11 Uhr, bei ber unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, woselbst alsdann bie Eröffnung ber Gebote erfolgt, Die Bedingungen werden im Termin bekanntgegeben unb können zuvor eingesehen werben. Die Gemeinde behält sich die Genehmigung vor, besonders, wie ihr der Kaufpreis am sichersten erscheint. Nie b. -Bessingen, 19. Febr. 1926. Hess. Bürgermeisterei Nieber-Bessingen. ________Steuer nagel.________ Hölzsubmifsio» Die (Bemeinbc Londorf verkauft im Wege schriftlichen Angebots nachverzeich- netes AichtenStammholz: Los 1: 4 Stämme 3. Kl., 5,88 fm 13 Stämme 4. Kl., 14,— im 51 Stämme 5a-Kl., 34,96 fm 82 Stämme 5h-Kl., 26,07 fm Los 2: 1 Stamm 2. Kl., 0,75 fm 16 Stämme 3. Kl., 25,68 fm 44 Stämme 4. Kl., 48,65 fm 49 Stämme 5a-Kl., 34,08 fm 62 Stämme 5h-Kl., 22,45 fm Sämtliches Holz ist mit Rinde gemessen unb nicht entrinbet. 15861) Angebote sind, getrennt nach Losen unb Klassen, mit der Aufschrift ,^Holzsub- mission" bis spätestens Samstag, den 27. Februar d. 3., vormittags 11 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei ein- znreichen, woselbst auch bie Verkaufsbe- bingungen eingesehen werden können. Londorf, 18. Februar 1926. Bürgermeisterei Londorf A u m a n n. Holzsubmission. Die Gemeinde Steinbach verkauft im Wege schriftlichen Angebots folgende Holzsortimente: 15850 a) ftiefern-Stämme: Los 1: 33 Stck. 4. Kl., 20,59 fm Los 2: 85 Stck. 5. Kl., 32,87 fm b) Jidjten-Stämme: Los 3: 42 Stck. 3. Kl., 65,08 fm Los 4: 34 Stck. 4. Kl., 35,08 fm Los 5: 55 Stck. 4. Kl., 54,56 fm Los 6: 121 Stck. 5a-Kl., 65,67 fm Los 7: 89 Stck. 5a-Kl., 54,9l fm Los 8 : 280 Stck. 5b-Kl., 76,09 fm Los 9: 133 Stck. 5b-Kl., 38,55 fm Das Holz ist mit Rinde gemessen. Los 1 unb 2 sind entrinbet. Verkaufsbedingungen können bei uns eingesehen werden. Angebote sind, nach Losen getrennt, bei uns einzureichen mit ber Aufschrift „Holzsubmission" bis zum Mittwoch, 24. Februar b. I.. nachmittags 3 Uhr. Steinbach, 18. Februar 1926. Hess. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. M und MMviMksleiMW im Licher Stabtroalbe. (Letzte diesjährige Versteigerung.) In den Distrikten Kleinhäuserberg, Et- tiugshäuserkops, Kronau, Lindenfels und Plattenwald werden nach vorheriger Zusammenkunft am Walbeingang an ber Nicder-Bessinger Straße am Freitag, ben 26. Februar 1926, vormittags 10 Uhr, versteigert: a) Nutzholz. Stämme: Eiche: 6.Kl. 1 St., 0,06 fm; Eschen: 6. Kl. 1 St., 0,14 fm; Ahorn. 6. Kl. 1 St, 0,35 fm; Hainbuchen: 6. Sil. 2 St, 0,22 fm; Birke: 6. Kl. 21 St, 4,60 fm; Elsbeer: 4.Kl. 1 St, 0,21 fm; Lärche: 5. Kl. 1 St., 0,38 fm. Derbstangen: Fichten: 409St,23,18fm; Eiche: 11 St, 0,43 fm; Esche: 56 St, 2,30 fm. Bohnenstangen: Fichte: 270 St. Nuhceisig: rm Fichte: 38. b) Brennholz. Scheiter: rm Buchen: 90; Hainbuche: 4; Fichte: 10. Reisig: Wellen Buchen: 3400; Eiche: 575; Weichholz: 300. Stöcke: rm Buchen: 47; Eiche: 4; Fichte: 35. Günstige Zahlungsbebingungen. Lich, den 15. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei Lich. ___________Völker.___________ örenichostversteigerung in ber StaatL Oberförsterei Krofdorf. Mittwoch, den 3. März 1926, vormittags - uni 10 Uhr, werden zu Krofdorf, bei Gastwirt Freund, aus dem staatliche Forste Waidhaus, Forstort Bäuerstädt, Distrikt 32, 40,41,43 ca. 750 rm Buchenscheiter, ca. 150 rm Buchen-Knüppel, ca. 1400 rm Buchen-Reifer, Freitag, den 5. März, vormittags um 10 Uhr, in Odenhausen a. d £., bei Klinket, werden aus dem staatlichen Forste Salzböden, Forstort Hirschsprung, 68, und Hemmstoß, 74, Eichen: 7 rm Scheiter, 92 Knüppel, 40 Reiser; Buchen: 67 rm Scheiter, 327 Knüppel, 2350 Reiser; Weichholz und Fichten: ca. 25 rm Scheiter unb Knüppel, 1596V öffentlich rneistbietenb oersteigett.__________ Nutzholzversteigerung Donnerstag, 25. Februar l. 3„ sollen im Gerneinbewald Mainzlar folgende Holzsortimente versteigert werben: Eiche: 3. Kl. 1 Stück mit 0,75 fm 4. Kl. 13 Stück mit 6,10 fm 5. Kl. 22 Stück mit 8,94 fm 6. Kl. 16 Stück mit 4,92 fm Nutzscheiter an 12 rm. Fichten-Derbstangen: 1. Kl. 63 Stück mit 10,34 fm 2. Kl. 677 Stück mit 43,20 fm Reisslängen: 1. Kl. 484 Stück mit 10,57 fm Bemerkt wird, daß das Eichen-Stamm- holz zu Wagnerholz geeignet ist. Die Zusammenkunft vormittags 9$ Uhr am Walbeingang ber Kreisftraße nach Treis a. b. Lba. 1606V Mainzlar, 19. Februar 1926. Bürgermeisterei. ____________Vogel.____________ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Langd liegt vom 19. bis 26. Februar 1926 auf dem Amtszimmer bes Bürgermeisters offen. Es ift eine Umlage beschlossen, zu der auch dir Ausmärker beantragen haben. 1621V Langd, 19. Februar 1926. Hess. Bürgermeisterei Langd. Fritz. 01157 5T0EWER ßetten Gelegenheit tu VERGNÜGUNG5* UND ERHOLUNGSREISEN ZUR SEE mit den Dampfern der regelmiBigen Dienste. Chassis D 9 9/32 P. S. ohne Bereifung M. 6350.- Sechssitzer D 9 9/32 P. S. „ „ M. 7200.- Chassis D12 13/55 P. S.Sechszylinder,ohneßereif.M. 7750.- Sechssitzer D12 13/55 P. S. 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