-Ich. 1 lif* lQn9cii T? i Birx fle° ^ilbn, ^Un8 VlefiuftÄln- Maut’» ' doz ßf ^^rn ^tel unfr1 drr >2r Luslsahrt "- nöd> >rt, der F L? und beä oÄQH 4“mrf5 **•&& .[c6"» ««! 6, ® 6*? Ä Mr M Ä'i aus em gefeilten- *teß; ■ e 21 rt öes IersasserK 2rf bringt unbedingte minber abenteuerlichen Kbt kannten. Das 2uch K“nö und Verehrer vermacht wärmsten-, . 637 er und sein §ei. vkeiermart schjs- leteä, wundervoll ilhi- nmenstellung von Bio« n Werken des Dichters gebers Hans Ludwig ein wertvoller Tührrr Dolksdichter und zu ea'en urdeutscher Erde. -Handlung in Derlin.s 823 gel", die temperament- ) Elsner und unter der riiM Ernst v. Aati° und satirische Wochen- eben erschienenen zwei- Jahrgangs ihrer Ten- wirtschastlichÄ und geistreicher und anm- n, treu geblieben. Zur Gesellschastslebenr und chcn Geschehens bilden n SMmetpsötchen einen Mona&Wte hir f.eic 5. CBrudmann L K. er der meistgenMntrn n deutschen KM«. AM und absoluter den Ausstellungen 6a kstes Aussehen erregen: 1 tzscherich getriebene, des Januarheftes der ml eine ergiebige 2na- j eigenwilligen Malerr alah zu diesem Stürmer stehen die wredergesun. gen und SAren aus d jungen Feuerbach. int gleichen Mev, Kameen aus dem W stellt ein von M Sem ^d«u m««* S Auffähe und Aertcyte , Der Wert WH der Tlaub^blt erkanm werden h eine SeMwm j eine" W l^menL( norb i|nrnCT Merlei. SethulaL [fln^Jr in einem chts. & K[tcr von 2b ist m beruhm Dillre unb 'st rohbntEZ 2io^Süon3^ w eie lliedn^Mkhe'^hohung. Nr. (6 Erster Blatt 176. Jahrgang Mittwoch, 20. Januar 1926 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vnkck und Verlag: Brühl'fche Univ^rsttals-Vuch- und Sleindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annoqme von Anzeigen für di« lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigentcil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatz-Sezvgrprek: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen cinzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686. Der Hufnagel. Dec Ches der Obersten Heeresleitung, Generaloberst von Seeckt, hat einen Erlaß an die ihm Nachgeordneten Stellen gerichtet, worin er sich darüber beklagt, daß innerhalb der Heeresleitung der Geschäftsgang zu schleppend und zeitraubend zu werden droht. Er nimmt das Beispiel, daß eine neue Form des Hufnagels eingeführt werden soll und rechnet aus, daß dieser Vorschlag vorher an neun bis siebzehn Stellen gehr, die ihn begutachten und ihr schriftliches Votum abgeben müssen, ehe er zur Entscheidung kommt, daß die einzelnen Abteilungen womöglich wieder bei den Truppenteilen Rückfragen halten und daß, bis dann schließlich allseitige Zustimmung herbeigesührt ist, entweder ungefähr 100 Pferde unnötig lahm geworden sind oder alles beim alten bleibt und eine Riesenmasse Arbeit um« ionst geleistet wurde. Herr von Seeckt hält seinen Ressorts diesen Hufnagel als Symbol vor und regt an, daß die Ressorteitelkeit bekämpft werden müsse. Er erinnert weiter daran, daß schließlich die einzelnen Referenten Zimmer an Zimmer sitzen, daß es deshalb nicht unbedingt nötig ist, wenn sie sich ihre Anschauungen schriftlich übermitteln, daß sie vielmehr sehr viel besser daran tun, durch mündliche Verhandlungen Zeit zu gewinnen und unnützen Arbeitsballast aus der Welt zu schassen. Es ist ein verdienstvolles Werk, das der Chef der Heeresleitung da getan hat. Denn in Wirklichkeit kann man wohl diesen Hufnagel als Symbol der ganzen deutschen Verwaltungsbureaukratie bezeichnen. Es war uns nicht einmal bekannt, daß bei der Heeresleitung besonders langsam gearbeitet wird. Dagegen ist es ja ein öffentliches Geheimnis, daß in den meisten Verwaltungen und Ministerien furchterregende Aktenstücke über jeden einzelnen Fall angelegt werden, die so lange hin und her gehen, bis die Entscheidung niemanden mehr nützt oder das Objekt durch die Verwaltungskosten aufgezehrt worden ist. Richt auszudenken, wie schön es wäre, wenn der Kanzler der künftigen Regierung einen solchen Erlaß durch alle Instanzen jagte und den verschiedenen Referenten zum Bewußtsein brächte, wieviel glücklicher sie sich und andere Menschen machen könnten, sobald sie sich entschließen, weniger zu regieren, dafür aber den gesunden Menschenverstand mehr zu Worte kommen zu lassen. Tenn in Wahrheit wird doch bet uns viel zu viel legiert. Der einzelne Staatsbürger ist immer noch Objekt der Verwaltung und muß sich einschalten in ein System, das aus Hunderten von Verboten zusammengesetzt wird. Die beste Verwaltungsreform besteht für uns darin, daß jegliche Art von Verwaltung sich auf ihren eigentlichen Zweck besinnt, dem Wohle der Bürger und des Staates zu bienen, daß sie nicht Selbstzweck, sondern Diener sein sollen. Sparmaßnahmen in Amerika. In den beiden ersten Januarheften der Wochenschrift ..Der D e u t s ch e n - S p i e g e l" (Berlin W 35) veröffentlicht Ministerialrat Dr.-Ing. Schäfer einen Artikel, der zeigt, in welch großzügig angelegter Weise und mit loelch wirksamen Mitteln in den Vereinig- ten Staaten Sparmaßnahmen in Angriff genommen worden sind und zur Durchführung gebracht werden. Trotz des stark gestiegenen Wohlstandes in den Bereinigten Staaten, der den im Vergleich zu Deutschland an sich schon geringeren Steuerdruck noch wesentlich erträglicher werden läßt, hat man dort durch planmäßiges Vorgehen ein Herabsenken öcr öffentlichen Belastung versucht und ermöglicht. Schon Im Jahre 1913 schuf die amerikanische Regierung des Bureau of cffi- eieney. dessen Aufgabe es ist. festzustellen, wie mit möglichst geringen Mitteln eine möglichst größte Arbeitsleistung in der öffentlichen Verwaltung erzielt werden könnte. 3m Jahre 1921 schuf Präsident Hard 1 n g daneben das Bureau 0 f t h e b u d g e t unter der Leitung des General Dawes, dessen Aufgabe es ist, die Verausgabung der bewilligten Mittel zu überwachen und dem Präsidenten Einblick und Einfluß aus die Vereinheitlichung der Geschäftsführung zu geben. Dank der Tätiglciit dieser Organisation ist es gelungen, das Budget von 5,11 Milliarden Dollar im pafjrc 1921 auf 3,062 Milliarden Dollar im Jahre 1925 herabzudrücken. Damit ist die vom Präsidenten Hard'ing bezeichnete Grenze von 3 Millrurden Dollar, auf die der Haushalt zu- rückzubr.ngen wäre, bis auf 2 Prozent erreicht. Der derzeitige Direktor des Bureau of the budgek, Eener,al Lord, gründete deshalb bei der Iahre-sversammlung im Januar v. 2s. einen „Tw0-Per-Ce-nt-Cluü", der alle Beamten und 2lngestollten umfassen soll und an ihren sport- Uchen Ehrgeiz zur möglichst schnellen Gewinnung der restlichen 2 Prozent appelliert. Amerika foll auf allen Gebieten an der Spitze stehen! Obwohl cs das reichste Land der Welt ist, soll es auch das sparsamste' sein. Aus dem Programm des General Lord ist manches be- herzigcnswert: „Beginne tm Kleinen, ende im Großen! Reise weniger, kaufe weniger, baue weniger, verbrauche weniger, schreibe weniger, druae weniger, verschwende nichts! — Untersuche deinen Dienstbereich mit dem Mikroskop in der einen Hand, mit der Gartenschere in der anderen! — Wenn Zweifel ist, ob weg- geschnitten werden kann — schneide! Entscheide jeden Zweifel zugunsten der Steuerzahler, die uns bezahlen und deren Diener wir sind." Das zweite Kabinett Luther. Eingreifen des Reichspräsidenten. — Einigung der Parteien. Berlin, 19. 3an. (MTB.) Amtlich. Der Herr Reichspräsident hat heute nachmittag 6 älhr die Vertreter der für die Koalition der Mitte in Frage kommenden Parteien empfangen. Für die Deutsche Volkspartci erschien Reichs- minister a. D. Dr. Scholz, für das Zentrum Reichskanzler a. D. Marr, für die Bayerische Volkspartei Ab«. Leicht, für dir Demokraten die Abgeordneten Koch, Dr. Haas und Erkelenz. Der Herr Reichspräsident gab den erschienenen Herren folgende Erklärung ab: „Ich habe Sie zu mir gebeten, meine Herren, um vor Ihnen auszusprechen, daß meines Dafurhalkens nunmehr eine Negierung zustanbe- kommen m u h. Vach dem durch das Ausscheiden der Deutschnationalen Volkspartei der bisherigen Mehrheitsregierung die Grundlage entzogen worden war, nachdem trotz der hingebungsvollen und schweren dankenswerten Arbeit des Herrn Abgeordneten Koch die andere Möglichkeit einer Mehrheitsregierung, nämlich die sogenannte Große Koalition, sich ebenfalls nicht bat verwirklichen lassen, blieb als zwar wenig tragfähige, aber immerhin noch durchaus gangbare Lösung die Regierung der Mitte übrig. Sollte auch diese Lösung scheitern, so wurde damit daS deutsche Vaterland vor eine Lage von größtem Ernst gestellt, da jedem Gedanken einer anderen Regierungsbildung schwerste Bedenken entgcgenstehen. Ich habe es deshalb aufrichtig begrüßt, daß die von Ihnen meine Herren, geführten vier Parteien sich grundsätzlich bereit erklärt haben, eine Koalition der Mitte einzugehen. Herr Reichskanzler D r. Luther hat mich sortlaufeird darüber unterrichtet, welche großen Schwierigkeiten durch die einzelnen Parteien bisher haben überwunden werden müssen, um einer praktischen Lösung näherzukommen. Es ist ihm leider nicht gelungen, diese Schwierigkeiten ganz auszuräumen. Auf der anderen Seite erträgt aber die Lage des Landes »ine längere Verzögerung nicht mehr. Was nach einem völligen Scheitern der Versuche dieser letzten Wochen, eine parlamentarische Regierung zustande zu bringen, folgen werde, ist nicht zu übersehen. Unter diesen ümflänben habe ich mich für verpflichtet gehalten, den Herrn Reichskanzler Dr. Luther zu bitten, nunmehr aufgrund dieser bisherigen Bemühungen der Parteien einen Plan zur endgültigen Beschluß fas-- s un g über die. Besetzung der Ministerien vorzu- lcgen. Ich bin von vornherein überzeugt, daß der Herr Riechskanzler dabei nicht alle an sich berechtigten Wunsche der Parteien erfüll en iann, bin mir aber klar, daß es einen anderen Weg, baldigst aus der Krise herauszulommen, nicht gibt. In Ausübung meiner Vers, ssungsmäßigen Verantwortung muß ich es begrüßen, daß der Herr Reichskanzler Sie nunmehr ersuchrn will, ihm noch h.ute abend Ihre e n d g ü l t i g e Stellungnahme zu seinen Vorschl .gen mitzuteilen. Ich bitte die hier vertretenen Parteien, ihre restlich en Bedenken hinter die großen vaterländischen Gesichtspunkte zuruckzu- st e l l e n und jedes Opfer zu bringen, damit endlich das betrübende Schauspiel der unausgesetzten Regierungskrisis beseitigt und die Möglichkeit fruchtbarer Arbeit, die jetzt mehr denn je erforderlich iß, wieder geschaffen wird. Im Anschluß hieran danrle der Herr Reichspräsident dem Abgeordneten Koch nochmals persönlich für seine wer volle und selbstlose Mitarbeit bei den bisherigen Versuchen zur Schaffung einer Regierung. Hierauf begaben sich di? Vertreter der vier Parteien in die Reichskanzlei, wo der Reichskanzler seine M i nist er liste verlegte, die ohne weitere Diskussion cntgegengenommen wurde. Die Liste lautet folgendermaßen: Reichskanzler: Dr. Luther, Reichsaußenmlnister: Sr. Streseirraun (St. Dpt.), Reichsrninister des Innern: Dr. Külz (Dem.), Reichsfinanzininister: Reinhold (Dem.), Deichswirtschaftsminister: Dr. Eurtius (St. Dpt.), Deichsarbeitsminister: Brauns (Cenir.), Reichst,iizannister: Marr (Ientr.). Reichswehrminister: Oehler (Dem.), Reichspostminister: Stingl (Bahr. Bpt.). Reichsberkehrsminister: Dr. Kröhne (0t. Dpt?. Das Ernährungsministerium ist zur Zeit noch nicht beseht. Cs wird wahrscheinlich durch einen dem Zentrum nahestehenden Politiker besetzt werden. Falls eine Besetzung jetzt noch nicht erreicht werden sollte, so wird der Reichskanzler selb st das Ministerium verwalten. Das Ministerium für die besetzten Gebiete bleibt zunächst unbesetzt, wird aber provisorisch von Dr. Marr verwaltet werden. Die Deutsche Volkspartei erklärte sich sofort mit der Liste einverstanden. Das Zentrum ist ebenfalls grundsätzlich einverstanden. Auch die Bayerische Volks- Partei stimmte nach kurzer Beratung der Fraktion der vorgeschlagenen Liste zu. In der Sitzung der Fraktion der Deinokra- tischen Partei, in der die Liste des Reichskanzlers Dr. Luther für das Kabinett zur Entscheidung vorgelegt wurde, wiederholte der Fraktions- vorsitzende Koch seine Bitte, ohne Rücksicht auf seine Person die Entscheidung nach freien sachlichen Gesichtspunkten zu treffen. Er erklärte, daß er bei der durch fremdes Verschulden zugespitzten Lage nicht einem zu bildenden Kabinett anzugehören wünsche, und empfahl, keinen Wider sprach gegen die vorgeschlagene Liste zu erheben, um in der schweren Bedrängnis des Vaterlandes eine parlamentarische Regierung zu ermöglichen. Es wurde nach längerer Debatte mit ganz kleiner Mehrheit folgender Beschluß gefaßt: „Oie Fraktion hält die von ihr geltend gemachten schweren Bedenken gegen die Art der Kabinettsbildung aufrecht. Sie erblickt insbesondere in der Berücksichtigung des gegen alle parlamentarischen Gepflogenheiten erhobenen, aus partikularistischen Gründen hervorgegangenen Einspruchs der Bayerischen Bolkepariei gegen die Ernennung ihres Frattionsvorsitzenden zum Innenminister eine schwere Belastung der Reichspolitik. Nachdem aber der Fraktionsvorsilzende erklärt hat, dem neuen Kabinett nicht angehören zu wollen und seinerseits den Eintritt in die Koalition empfohlen hat, und nachdem durch die Berufung des Herrn Dr. Külz an feine Stelle die Teilnahme eines Fraktion smikgliedes gesichert ist, stimmt die Fraktion der Bildung des vorgesehenen Kabinetts zu damit im 3n(ereffc des Staates, der Wirtschaft und der Volkswohlfahrt ein parlamentarisches Kabinett zustande kommen kann." Nachdem damit also im Laufe des Abends alle Fraktionen ihre Zustimmung zu der vom Reichskanzler Dr. Luther vorgeschlagenen Besetzung der Reichsministerien mitgeteilt haben, hat der Reichskanzler dem Herrn Reichspräsidenten mitgeteilt, daß das Kabinett der Mitte nunmehr gebildet ist. Das Kabinett hat die Z u st i m - mung des Herrn Reichspräsidenten gefunden. — Wie das „B.T." hört, wird die Regierungserklärung wahrscheinlich am Donnerstagnachmittag im Reichstag abgegeben werden. Jm Spiegel Ler Balmer preffe. Durch fast alle Berliner Blätter geht ein Aufatmen, daß es endlich dank des Eingreifens des Reichspräsidenten gelungen ist, die Regierungskrise zu beenden. Dor allem die Blätter der Regierungskoalition zollen dem Reichspräsidenten dafür, daß er durch seinen an die Parteien gerichteten Appell die Regierungsbildung erwirkt habe. Dank. Das neugebildete Kaainett Luther findet in der Rechtspresse nur durch die „Deutsche Zeitung" unbedingte Ablehnung, die die Parole ausgibt: Allerschärf st e Opposition mit allen Mitteln. In der „Deutschen Tageszeitung", die die Regierung ein Kabinett der „linken Mitte" nennt, wird vor allem kritisiert, daß die Landwirtschaft in dem neuen Kabinett durch keinen Vertrauensmann vertreten sei. Bei der Beantwortung der Frage, welche Aussichten auf Bestand das neue Kabinett habe, glaubt dcis Blatt Vorsicht üben zu müssen, da es in dieser Hinsicht entscheidend auf die parlamentarische und mehr noch auf die politische Gesamtlage ankomme. Auch der „Lo k a l a n z e i g e r" sieht in der Zusammensetzung der neuen Regierung eine starke Neigung nach links, die allein schon ans der scharfen Linkseinstellung des als Reichsjustizminister eingetretenen Zentrumsführers, Dr. Marr, hervorgehe. Immerhin erklärt das Blatt, daß Ne Rechte vorerst die Taten der neuen Regierung abwarten wolle. Die „Tägliche Rundschau" prophezeit dem zweiten Kabinett Luiher wohl einen schweren Daseinskampf, glaubt aber, daß das Kabinett von Bestand sein kann, wenn die Kea- litionspartcien ihre Differenzen der letzten Tage in der Erfüllung einer gemeinsamen hohen Aufgabe vergessen. Gegen das Kabinett stimmen werden voraussichtlich nur die Kemmttnisten und die Völkischen, während sich die Deutschnationaleir und die Sozialdemokraten der Stimme wahrscheinlich enthalten werden. Die „Germania" unterstreich noch einmal ihre Auffassung, daß auch die neue Regierung, nur die Politik der Großen Kealition machen könne, d. h. eine Politik des wirtschaftlichen und sozialen Ausgleichs. Was der Zentcumswählerschaft dieses Kabinett Luther vertrauenswürdig mache, sei die Tatsache, daß in ihm bewährte Vertrauensmänner der Fraktion sitzen und die Partei diesmal eine feste Verbindung mit dem Kabinett einging. . Im „Berliner Tageblatt" wird dem demokratischen Parteiführer Koch dafür höchste Anerkennung gezollt, daß er sich mit feinem ganzen Einfluß für die zustimmende Entscheidung der demokratischen Fraktion eingesetzt hat. ES versteht sich von selbst, daß der Demokrat Dr. Külz in den Fragen der Reichseinheit unü der republikanischen Reichsverfassung nichk um ein Iota anders denkt als der Demokrat Koch. Lieber die Haltung der Sozialdemokraten zu dem neuen Kabinett sagt der „Vorwärts", daß sie, die die Berlisung Kochs zum Reichsinnenminister begrüßten, durch sein Verschwinden gemahnt würden, mit ihrem Vertrauen sehr vorsichtig umzugehen. Die neuen Minister. Von den neuen Ministern gehörten die Herren Dr. Stresemann, Dr. Brauns, Dr. Geßler, Dr. Kröhne und Dr. Stingl bereits dem ersten Kabinett Luther an. Der neue Reichsinneuminister Dr. Wilhelm kiilz ist 1875 geboren, war nach seinem juristischen Studium lange im Kommunaldienst in Leipzig, Zittau, Meerane und Bückeburg, seit 1923 Bürgermeister in Dresden, 1907/08 war er für das Reichskolonial amt kommissarisch in DeutsckpSüdwestafrika zur C> richtung der Selbstverwaltung tätig. Seit 1920 ist Dr. Külz Mitglied des Reichstags. Der neue Reichswirtfchaflsminifter Dr. Julius Curtius ist 1877 in Duisburg geboren, wo er sich nach dem juristischen Studium in Kiel, Straßburg, Bonn und Paris 1905 als Rechtsanwalt niederließ. 1911 siedelte er nach Heidelberg über. Rach dem Kriege ließ er sich als Rechtsanwalt am Kammergericht in Berlin nieder. Auch er gehört dem Reichstag seit 1920 an. Jur Untersuchung der Preisbildung. Aus dem Neichswirtschaftsrat. Berlin, 19. Ian. Der vorläufige Reichs- wirtschastsrat befaßte sich in seiner heutigen Sitzung mit dem Regierungsentwurf, der Die Einsetzung eines Untersuchungsaus- schusses für Preisbildungsfragen verlangt. Dieser Untersuchungsausschuß soll aus 24 bis 30 Mitgliedern gebildet werden. Als solche werden von Der Reichsregierung berufen acht Mitglieder auf Vorschlag des Reichstages, acht Mitglieder auf Vorschlag des Vorstandes des vorläufigen Reichswirtschafts- r a t e s und acht Mitglieder nach freiem Ermessen der Reichsregierung. Der Ausschuß kann sich durch Zuwahl von höchstens sechs weiteren Mitgliedern ergänzen. Ein Unterausschuß von mindestens zehn Mitgliedern ist mit der Untersuchung der Frage zu beauftragen, in welcher Weise die Dauer der Arbeitszeit und die Art der Entlohnung nach den Erfahrungen der letzten Jahre auf die Arbeitsleistung eingewirkt haben. Die Befugnisse des Ausschusses umfassen insbesondere das Recht, von jedermann Ausiunft über Tatsachen zu verlangen, die für die Bemessung von Warenpreisen und für Vergütungen für Leistuirgen von Wichtigkeit sind, ferner das Recht, von Unternehmern, Verbanden und Vereinigungen sowie von öffentlich-rechtlichen Körperschaften allgemein Auskunft über wirtschaftliche Verhältnisse zu verlangen, weiterhin die Rechte zur Besichtigung von Belriebseinrich- tungen und Räumen, in denen Wareir hergestellt, gelagert oder feilgehalten werden und zur Einsicht in Unterlagen für die Bemessung von Preisen und Vergütungen sowie endlich das Recht zur eidlichen Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden von dem Ausschuß der Reichsregierung und von ihr dem vorläufigen Reichswirtschaftsrat, dem Reichsrat und dem Reichstag vorgelegt. Der Wirtschaftspolitische Ausschuß stimmte dem Gesetzentwurf mit der Maßgabe zu, daß der Unter- ausschuß aus 27 bis 33 Mitgliedern bestehen soll. Die Besatzur-gstrisppe:?. Boise! aftcr von Hocsch bei Briand. Paris, 19. Jan. (WB.) Nachdem Botschafter von H 0 e s ch bereits vor einigen Tagen mit dem Generalsekretär im Außenministerium, Berthe- lot, die Frage der Stärke der Besatzungstruppen in der zweiten und dritten Zone besprochen hatte, hat er nunmehr heute abend mit Minist erst r ä s i d e n t Briand hierüber verhandelt und ihm den Standpunkt der Reichsregierung in dieser Frage klargelegt. Die Unterredung dauerte etwa eine halbe Stunde. Zu der Unterredung teilt „Radio" mit, der Ministerpräsident habe den deutschen Botschafter darauf aufmerksam gemacht, daß nach der Räumung des Kölner Gebiets im Lause der Umgruppierung der alliierten Streitkräfte die Besatzun'gstruppen um 20000 Mann verringert worden seien. Es scheine Frankreich nicht möglich, weitere Zugeständnisse zu machen, da cs die Verbindung der Besatzungs- kontingente mit der übrigen Armee^nicht gefährden wolle. 3m übrigen sei die ganze Frage eine i n - keralliierte Angelegenheit und gehöre vor das Forum der Botschafterkonferenz. Es ist indessen kaum anzunehmen, daß Briand bereits gestern abend eine definitive Antwort gegeben hat. Die französische Oeffentlichkeit verhält sich weiter ablehnend. Im übrigen lassen Londoner und gleich- lautende Pariser Informationen darauf schließen, daß einer Entscheidung der französischen Regierung in der Angelegenheit ein Meinungsaustausch der alliierten Regierungen vorangehen wird. Ergänzende Londoner Meldungen besagen, daß Dr. S t h a m e r bei seinem Besuch im englischen Auswärtigen Amt eine schriftliche Aufzeichnung hinterlassen hat, die augenblicklich von den zuständigen Stellen geprüft wird. In den dem englischen Auswärtigen Amt nahe- siedenden Kreisen neigt man dazu, den deutschen Standpunkt zu teilen, wonach die Gesamtzahl der französischen, englischen und belgischen Soldaten im Nheinland nicht mehr als 45 000 Mann betragen sollte. Die Räumung Kölns. Köln. 19. Jan. (Wolff.) Die Räumung Kölns durch die Engländer ist nahezu beendet. Es ist zu erwarten. daß. sie Ende des Monats vollständig Durchgeführt sein wird, 'An welchem Lage daS letzte äußere Zeichen der Besetzung, die Flagge, eingezogen wird, steht noch nicht fest. Rach dem Abzug der Besatzung hört Köln aber nicht auf. als besetztes Gebiet in der ersten Zone zu gelten, solange, bis auch die Belgier und die Franzosen die erste Zone vollständig geräumt haben. Das wird voraussichtlich am 1. Februar der Fall sein. Der Lag. an welchem die Besetzung offiziell als aufgehoben gilt, wird durch die Bolschasterkonferenz in Paris bekannt- gegeben werden. Die M'ftenabfindungen. Ans dem Rechtsansschust des Reichstages. Berlin. 19. Ian. (B. D. Z.) Im Rechtsausschuh des Reichstages wurde heute die Beratung über die Anträge zur Fürstenabfindung fortgesetzt. Der Vorsitzende Dr. Kahl (DDpt.) teilte ein Telegramm des Generalbevollmächtigten des Herzogs von Gotha mit, in dem dementiert wird, daß der frühere regierende Herzog seinen Besitz durch Ausländsanleihen belasten wolle. Auch das bayerische Staatsministerium und die thüringischen Staats- Ministerien meldeten, daß ihnen davon nichts bekannt sei. Es seien auch Vorkehrungen getroffen. die eine derartige Belastung des Besitzes des Herzogs von Gotha verhindern würden. Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) erkennt an, daß von behördlicher Seite alles Erforderliche geschehen sei — ReuerdingS sei bekannt geworden. daß der frühere Herzog von Braunschweig Dennögensstücke in größerem Umfange in Holland verkauft habe. Auch dieser Mitteilung sollte nachgegangen werden. Der Vorsitzende. Abg. Dr. Kahl, hielt es für unzweckmäßig, wegen jeder unkontrollierbaren Meldung den ganzen Behördenapparat in Bewegung zu setzen. Abg. Hampe urbc uns ein zweiter dieser braunen Gesellen überreicht, ferner brachte man unS einen Schmetterling, der jetzt lustig um unieren Kops herumstattert und mit unverständiger Hartnäckigkeit die Fensterscheibe attackiert, schließlich schenkte man uns noch einen Marienkäfer, der langsam und bedächtig seine Spaziergänge auf unserem Schreibtisch macht. Mit diesen verfrühten Gästen in dieser unwirtlichen Zeit ist unter Bedarf nun gedeckt. Wir glaubens allen Angehörigen unserer Lesergemeinde, dah es solche Kuriositäten gibt, und verzichten gern auf die weitere Zeugenvorführung. ** Entrichtung der Beiträge zur Invaliden- und Hinterbliebenen- Versicherung. Das Kreisversicherungsamt schreibt uns: Bor kurzem ging durch die Tageszeitungen eine Rotiz, das) unter Ilmfl änDen Dom 1. Januar 1926 ab das Cinzugsverfähren wieder zur Einführung gelange. Da einzelne Arbeitgeber hiernach anzunehmen scheinen, dah von diesem Tage ab die Einziehung der Beträge zur Invalidenversicherung und das Kleben der Marken in die Quittungskarten wieder durch die Krankenkassen erfolgt, muh zur Aufklärung der Allgemeinheit darauf hingewiesen werden, daß vorläufig daS Sntrichtungsverfähren nach 4pi c vor weiter b eP e ht. Dementsprechend sind die Arbeitgeber auch weiterhin verpflichtet, für die bei ihnen beschäftigten Personen die Beiträge zur Invalidenversicherung selbst zu entrichten, da sie sich andernfalls unangenehmen Weiterungen aussehen. Wem «er mmM Wei! Sfflcnl «le ZWm! WER. DerWortmeldezettelist eine ilrfunDe. Das Unterschreiben eines in einer Versammlung abgegebenen Wortmeldezettels mit einem falschen Barnen ist eine Urkundenfälschung 267 StrGB.). So hat das Oberlandesgericht Dresden als Revisionsinstanz entschieden. Damit wurde in dem speziellen Fall eine Bestrafung rechtskräftig, die gegen einen Verbandssekretär von der Staatsanwaltschaft verfügt unD vom Amtsgericht und Landgericht Dresden durch entsprechende Urteile bestätigt worden war. Dieser Sekretär hatte sich unter Beilegung des Vamens und der Mitgliedsnummer eines Mitglieds eines Vereins in dessen Versammlung erngeschlichen und sich unter dem falschen Rainen schriftlich zur Rednerliste angemeldet. Er hatte barm die Leitung des Vereins heftig angegriffen und auf Befragen des Vorsitzenden wahrheitswidrige Auskünfte gegeben. ADD. Rachlösen von Fahrkarten im Zuge. Wer im fahrenden Zuge eine Fahrkarte nachlöst, hat zu dem tarifmäßigen Preise einen Zuschlag von 50 Pf., jedoch nicht mehr als den doppelten Preis der Fahrkarte, zu entrichten. Voraussetzung ist, dah der Fahrgast sofort unaufgefordert dem Schaffner meldet, er wolle über die Station, bis zu der seine Fahrkarte gilt, hinauSfahren, bzw. er wünsche eine höhere Wagenklasse als diejenige, die seiner Fahrkarte entspricht, bzw. er wünsche eine Zuggattung mit höheren Fahrpreisen zu benutzen. Von der Erhebung des Zuschlages von 0,50 Mk. kann in bestimmten Fällen abgesehen werden, um etwa auftretende Härten auszugleichen: z. B. wenn die Reisenden mangels durchgehender Tarifsätze eine Fahrkarte bis zur Zielstation nicht erhalten konnten; in solchen Fällen wird Dem Reisenden auf Verlangen am Schotter ein roter Zettel ausgehändigt, Der zur Rachlösung ohne Zahlung eines Zuschlages berechtigt. Von der Erhebung des Zuschlages kann ebenfalls abgesehen werden, wenn infolge von Zugverspätun- gen oder Schalterandrang eine Fahrkarte zur Weiterfahrt nicht mehr gelöst werden konnte. Die Richterhebung des Zuschlages wird in solchen Fällen auf den Blankokarten oder Rachlösezetteln kurz vermerkt. ** Keine Vermögens st euererklä- rung für Turn- und Sportvereine. Der Reichsminister der Finanzen hat auf Eingaben verschiedener Spvrtverbände hin jetzt geantwortet, daß gemäß Den geltenden Bestimmungen grundsätzlich auf Die Abgabe einer Erklärung über das gesamte Vermögen in den Fällen verzichtet werden kann, in Denen bisher schon eine Befreiung von der Vermögenssteuer Platz gegriffen hat, oder mit Sicherheit anzunehmen ist, das) die entsprechenden DefreiungsVorschriften Anwendung finden. Das ist bei Den Vereinigungen der Falt, Die satzungsgemäß und tatsächlich der körperlichen Ertüchtigung Des Volkes dienen, wie Die Turn- und Sportvereine. Rur wenn Zweifel über die subjektive Steuerpflicht bestehen, ist immerhin vor Einforderung einer VermögenSerklärung eine Behebung dieser Zweifel anzustreben; erst wenn Die angestellten Ermittelungen zu keinem Ergebnis führen, muß auf Abgabe einer Vermögenserllärung bestanden werden, ein Umstand, Der gegenüber Den Turn- und Sportvereinen jedoch nicht in Frage kommt. Oberhessen. Landkreis Gietzcn. s. K l e i n - L i n d e n, 19. Jan. Auf vielfachen Wunsch fand am Sonntagabend im großen Saale der Wirtschaft „Zur Deutschen Eiche" durch den Gesangverein „Eintracht" eine Wiederholung des am zweiten Weihnachtsfeiertage mit großem Erfolge auf geführten Theaterstücks „s' Müllerlies'l zu Waldmichelbach", Dolksstück in Odenwälder Mundart, statt. Es wurde flott und sicher gespielt; der zweite und Dritte Akt brachten wunderbar farbige Trachtenbilder auf Die Bühne. Viel zum Gelingen trug Die gute Licht- und Bühnenausstattung des Saales bei. Gesangliche und musikalische Darbietungen füllten die Pausen aus. Da der Reinertrag zum Besten Der Kleinkinderschule und Der Kranken- ft a t i o n bestimmt ist, war es zu begrüßen, daß der Saal sehr gut besetzt war. - - Watzenborn-Steinberg 19. Ian. Dieser Tage kam Die Jagd Der etwa 900 Morgen großen FelDgemarkung Obersteinberg ab 1. Februar 1926 auf weitere sechs Jahre zur Verpachtung. Es würbe eine Iahrespacht von 445 Mk. erzielt. Seither betrug sie 240 Mk. Pächter sind Die Herren Dentist FrieDrich und Heinrich Haas von Gießen. • Garbenteich, 18. Ian. Für gestern hatte Die Gefolgschaft Garbenteich des Iungdeutschen OrDens zu einem jung- deutschen Abend eingeladen. Dieser Einladung waren sehr zahlreiche Bewohner unseres Dorfes gefolgt. Auch aus Den Rachbardörfern hatten sich Besucher eingestellt. Der Abend wurde mit einer trefflichen Ansprache des Komturs Der Dalllei Oberhessen, Major Wichert- Büdingen, cingeleitet. In dieser Rede legte er die Grundgedanken und Ziele des Iungdeutschen Ordens in klarer Weise dar. Dann hielt der Gießener Gefolgsmeister, Obersteuerinspettor Metz, einen lehrreichen Vortrag über „Das Salz und seine Gewinnung". An diesen Vortrag chlossen sich vaterländische Bilder. Ansprache, Vortrag und Bilder waren von schönen Musikstücken der Gesolgschaftskapelle Garbenteich und von Ge- dichtoorträgen einzelner Ordensbrüder sinn- und wirkungsvoll umrahmt. Den Höhepunkt erreichte Der Abend in der feierlichen Aufnahme mehrerer Ordensbrüder. t Treis a. Lda., 18. Jan. Einen gemütvollen Familien- und Voltsunterhaltungsabend veranstaltete gestern abend in Wills Saal dahier, der seit 21 Jahren bestehende Turnverein „GutHei l". Rach eingehenden, die turnerischen und voltserzieherischen Ziele Der deutschen Turnerschaft hervor heb enden Begrü- ßungsworlen des 1 Sprechers. Lehrers Walter dahier, wurde ein flott gespielter Einakter, „Das Versprechen hinterm Herdvon Alexander Baumann vorgeführt. Cs folgten turnerische Hebungen am Darren, Pferd und Reck von den Zöglingen, Turner- und Samentiegen, die allgemeinen Beifall fanden, sowie mehrere Reigen, die von der in den Turnstunden geleisteten Vereinsarbeit zeugten. Tanz hielt die Anwesenden noch eine Zeitlang zusammen. :—: Beuern, 18. Jan. Am Samstagabend fand im alten Schulsaal dahier die erste öffentliche Gemeinderatssitzung statt, nachdem die Verpflichtung der neugewählten Mitglieder bereits in einer nichtöffentlichen Sitzung vorgenommen worden war. Die Gemeindevertretung, die vollzählig war, erledigte als ersten Punkt die Wahl des Kontrolleurs. In geheimer Wahl wurden abgegeben auf Den seitherigen Kontrolleur Daniel Ludwig SommerlaD 5 Stimmen, auf Johann Heinrich Funk ebenfalls 5 Stimmen. Da Der Vorsitzende, Bürgermeister Linde n ft t u t h, auf das Recht verzichtete, seine Stimme entscheiden zu lassen, so mußte das Los entscheiden, das auf Den seitherigen Kontrolleur Daniel LuDwig SommerlaD fiel. SoDann wurde zur Ergänzung bzw. Neuwahl Der Kommissionen geschritten. In Die Erwerbslosenkommission wurde gewählt als Arbeitnehmer Johann Heinrich Kehr und Kari August SommerlaD II., als Arbeitgeber Karl Kaspar SommerlaD II. unD Karl Damm; letzterer ist zugleich Der Vertreter Der (ScmeinDe. Als Wohnungskommission mirD Der gesamte GemeinDerat angesehen. In geheimer Wahl wurDen als MitglieDer Der Baukommission bestimmt Konrad Wilhelm W i ß n e r nut) Johann Karl Bellosf. Die Fürsorgekommission liegt in Händen Des gesamten GemeinDerats. Die Aufsicht über Das Faselvieh wurDe Karl B e l l o f f übertragen. In Die Rechnungs- ptüfungskommission wurDen Joh. Heinr. Funk und Heinrich Krämer gewählt. SoDann fand eine eingehende Aussprache statt über Den Antrag einiger Bürger, Die wünschen, Daß ihnen beim Bau von Scheunen auf Das verwendete Bauholz ein Nachlaß gewährt wird. Da nämlich infolge eines früheren Gemeinderatsbeschlusses allen Denen, Die eine Wohnung beschaffen, 30 Prozent Nachlaß auf Das Bauholz genehmigt mirD, so glauben Die Antragsteller, auch ein Recht Darauf zu haben, ihr Bauholz zu einem billigeren Preis von der Gemeinde zu erhalten. Nach langer ergebnisloser Beratung wurde die Beschlußfassung über diesen Antrag vertagt. An Dem nach Ostern einzurichtenden K o ch k u r । u s für die hiesige Mäd- chensortbilDungsschule beteiligen sich 7 Schülerinnen von Beuern und 5 von Bersrod. Die Unkosten des Kursus werden getragen von beiden Gemeinden entsprechend Der Kopfzahl. Der Kursus soll das ganze Jahr hindurch an einem Tag Der Woche ftattfinDen. Der Besuch kann auch älteren Mädchen genehmigt werden. Die Verhandlungen über diesen Punkt wurden abgebrochen und Die Wahl der Schulvorstands mitglieDer vorgenommen. Zu diesem Amt sollen vor allem Leute genommen werDen, Die auch tatsächlich an der Schule interessiert sind, insbesondere solche, die schulpflichtige Kinder haben. Diesem Vorschlag eines Gemeinderatsmitgliedes wurde zugestimmt. Es wurden deshalb wiedergewählt Daniel LuDwig SommerlaD und Philipp Wilhelm Sommer- l a D. Für Die beiDen ausgeschieDenen MitglieDer wurden Ludwig Stein II. und Johann Karl B e l l o f s neugewählt. Zum Schlüsse wurde noch die uns allen am Herzen liegende A u t o v e r - bindung mit Gießen besprochen. Von Der NotwenDigkeit eines Verkehrsmittels nach Gießen find alle Mitglieder überzeugt. Fahren Doch heute trotz der großen Arbeitslosigkeit immer noch täglich 70 Personen nach Gießen an Die Arbeit. Diese Leute müssen jeden Morgen und Abend Den recht beschwerlichen Fußweg von je einer Stunde an Die Bahnstation Großen-Buseck zurücklegen und finD bei meist neunftünDiger Arbeitszeit 14, einige sogar 15 Stunden von zu Hause fort. Damit nun bald etwas geschehen soll, will Der Gemeinde- r a t eine Kommission ernennen. Die sich mit Der ebenfalls interessierten GemeinDe Alten - Bu - seck in Verbindung setzen soll. Gemeinderatsmitglied Philipp Wilhelm SommerlaD schlug Deshalb vor. Diesen Punkt in Der nächsten Sitzung auf Die Tagesordnung zu setzen und erneut darüber zu beraten. Anschließend an Die öffentliche Sitzung, Die übrigens von Zuhörern gut besucht war, fanb noch eine nichtöffentliche Sitzung statt, in Der persönliche Fragen unD Dgl. beraten wurden. : Inheiden, 19. Jan. Am Samstagnach-- mittag sanden Passanten auf der Kreisstraße zwischen hier und Dltphe im tiefen Schnee am Straßenrand einen Mann in mittleren Jahren. Er erwachte erst nach längeren Bemühungen aus tiefer Bewußtlosigkeit. Rachdem er sich nur ganz langsam etwas erholt hatte, fonnte er erklären, daß er auf der Suche nach Arbeit eine lange Wanderung von Friedberg her hinter sich habe. Da er den ganzen Tag kaum etwas genossen habe, sei er plötzlich ganz entkräftet zusammengebrochen. Allen Anzeichen nach war auch ein Krampfanfall hinzugekommen. Ein später zufällig vorbeikvmmendes Fuhrwerk des Hofgutes Lltphe konnte den Bedauernswerten mit an Die Bahn nach Hungen nehmen. Wenn ihm dies Mißgeschick abends zugestoßen wäre, hätte dies bei dem zur Zeit geringen Verkehr wohl seinen sicheren Tod bedeutet. — Auch in unserem Ort mußte in den letzten Jahren eine ganze Anzahl von Wasserleitungsanschlüsfen erneuert werden, da infolge der Zusammensetzung des Bodens die Zuleitungsrohre zer- Preußen. Rreitf Marburg. Marburg 19. Ian. (WSR.) Zur Pflege des Wintersports beschloß der Magistrat Die Anlage einer 1800 Meter langen Rodelbahn und einer Skisportschanze. Ferner sollen zur Verminderung der Arbeit«» losigteit umfangreiche RotstanDsarbeiten in Angriff genommen werden. - - Gestern nach- mittag ist Der Steinbruchpachter Schöne weiß aus Viermünden in seinem Sleinbruch an Der Straße zwischen Viermünden und Franken berg beim Anlegen eines Sprengschusses durch eine herab stürz ende Eteinwand auf der Stelle getötet worden. Maingan. Frankfurt a. M., 19. Ian. (WSR.) Die Ermittelungen im F a l l e H o s, bei dem bekanntlich Frau Hof in ihrer Wohnung in Der Savigny- ftraße erschossen aufgefunDen wurde, nehmen immer noch ihren Fortgang. Jüngst hat sich auch die Münchener Kriminalpolizei mit dem Fall befaßt, da Frau Hof in erster Ehe in München verheiratet war. Ein in München verhafteter Mann hatte sich der Tat bezichtigt und solche Einzelheiten über die Vorgänge angegeben, daß man kaum noch Zweifel in Die Wahrheit seiner Angaben zu setzen vermochte. Er beschrieb Die Oertlichkeit so genau, Daß man glauben konnte. Den Täter vor sich zu haben. Er habe in Die Wohnung Hofs einen Einbruch versucht. Dabei sei er von Frau Hof überrascht worben. Er sei Dann mit ihr ins Ringen gekommen, nachdem Die Frau auf ihn geschossen hätte; hierbei habe, sich Frau Hof versehentlich erschossen. Bei Rach- prüsung Der Angelegenheit ergab sich aber, Daß Der Häftling als Täter gar nicht in Frage kommen kann. Da er an Dem fraglichen Augusttage in München eine Haftstrafe abbüßte. Was Den Mann zu Der Selbstbezichtigung veranlaßt hat. ist nicht bekannt. Bis jetzt haben Die ®r- Mittelungen im Falle Hof nichts ergeben, was gegen einen Selbstmord spricht. — Gegen einen im Vorort RieDerrad ansässigen R a t u r - heilkundigen wurde Anzeige wegen fahr - lässiger Tötung erstattet. In Riederrad verstarb kürzlich eine 54jährige Ehefrau, die sich wegen eines Abzesses in Die BehanDlung Des Raturheilkundigen begeben hatte. Die Frau erlag einer Blutvergiftung. Dem Ratur- heilkunDigen wird zum Vorwurf gemacht, Daß er es versäumte, rechtzeitig einen Arzt zu Rate zu ziehen. — Der Magistrat hat beschlossen, bei Der nächsten Ablösung Der RotstanDsarbeiten ein Drittel ausgesteuerter Erwerbsloser ein^u ft eilen, Die aus Den für Rot- standsmaßnahmLN zur Verfügung stehenden Mitteln bezahlt werden sollen. — Hier wurde ein aus Der Straußberger Fürsorgeanstalt entsprungener Zögling namens Otto Ried- r i g fest genommen. Der allerlei auf Dem Kerbholz hat, ebenso wurde der Karl Mandler aus Wetzlar verhaftet, Der hier in Den Kaffeehäusern Paletotdiebstähle im großen verübt hat. — In einer Fabrik in Der Hanauer LanDstraße wurde ein Block T o g o z i n n im Gewicht von 34x/s Kilo gestohlen. — Heute nachmittag wurden in Dem Gleis 8 des hiesigen Hauptbahnhofs bei Der Einfahrt eines Eilzuges einer Frau aus. der ©aalburgflraße beide Beine unterhalb Des Knies abgefahren. Die Ursache Des ihr« glückssalles ist noch nicht feftgeftcllt worden. Strafkammer Gießen. * Gießen, 15. Ian. Die Eheleute Wilhelm Sch. von Friedberg und Deren Tochter Minna waren durch das Amtsgericht Friedberg wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, die Minna Sch. außerdem wegen Deamtenbeleidigung zu mehrwöchigen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Auf ihre gegen dieses Urteil eingelegte Berufung hin wurde, heute die Sache nochmals verhandelt. Dabei tarn das Berufungsgericht, was den Ehemann Sch. und dessen Tochter anlangt, zu den gleichen tatsächlichen Feststellungen wie das Amtsgericht Friedberg. Hiernach hat Der Angeklagte Sch., gegen Den wegen einer Reihe nicht bezahlter Schulslrafen eine entsprechende Haftstrafe erkannt worden war, welche er nunmehr verbüßen sollte, Dem mit seiner Festnahme beauftragten Polizeiwachtmeister erheblichen Wierdstand entgegengesetzt, wobei er durch seine Tochter tatkräftig unterstützt wurde, indem diese sogar Den Polizeiwachtmeister tätlich angriff und außerdem nach Der Festnahme ihres Vaters Den Polizeibeamten durch nicht wieder- zugebende Worte schwer beleidigte. Unter Berücksichtigung Der Umftänbe, die Die Angeklagte zu Der Tat veranlaßt hatten, hielt das Gericht gegen Den Ehemann Sch eine Gefängnis strafe von 1 Woche und gegen die Minna Sch. eine solche von 3 Wochen für angemessen und erkannte dementsprechend, während Die Ehefrau Sch. mangels Beweises von Strafe und Kosten freigesprochen wurde. Weil der Kaufmann Heinrich Wilhelm wch. von Nidda seinen vom KreiSamt Büdingeir noch nicht zugelassenen Kraftlvagen fortgesetzt auf öffentlichen Wegen, ungeachtet der wiederholt seitens der Verwaltungsbehörde erlassenen Ermahnungen, geführt und in anderen Fällen in rechtswidriger Absicht den Kraftwagen mit einem anderen als Dem polizeilich für das Fahrzeug zugelassenen Kennzeichen versehen hatte, war er durch das Amtsgericht Ridda zu einer Gesamtstrafe von 10 Tagen Gefängnis verurteilt worden, wogegen er zum Zwecke Der Abänderung des Strafmaßes, bezw. Freisprechung Berufung verfolgt. Die heutige Verhandlung mußte nach längerer Beweisaufnahme nochmals zwecks An- stelttmg weiterer Ermittelungen vertagt werden. bester Quelle erfaßten haben will, soll der Sechser-Ausschuß des Landtags die Aufteilung des KreisamtSbezirkS Die- b u r g planen. Das Blatt betont, Daß daS für die Stadt Dieburg und weite Kreise Der Kreisbevölkerung eine schwere Schädigung bedeute. Eine sofortige Tagung deS Kreistages werde beantragt werden Rheinhessen. WSN. Mainz, 19.3an. Die ursprünglich für die Zeit oom 31. Januar bis 6. Februar geplante Rundfunkausstellung mußte infolge räum ließet Schwierigkeiten auf Anfang Marz verscho- b en werden. Wie wir erfahren, hat auch die Ncichspost ihre Mitwirkung an der Ausstellung zu- gesagt. reffen waren. Jedoch sind wir in Der glücklichen Lage, daß weder Der einzelne noch Die Gemeinde irgendwelche Aufwendungen Dafür zu machen laben, da seinerzeit bei der Anlage des hiesigen Wasserwerkes Die Provinz kostenlose Anlage und Unterhaltung des ganzen Ortsnetzes bis in Die Keller, sowie freie Belieferung mit Wasser aus Dem Werte zugesichert hat. ; Utphe, 19. Jan. Durch Mädchen Der oberen Schuljahrgange wurden in unserem Dorfe die diesjährigen Rothilfe märten verkauft und Dabei ein Betrag von 15 Mark erzielt. — Eine für das C l i s a be t he n st i f t, daS be- kannte Diakonissenhaus in Darmstadt, vorgenommene Haussammlung hatte das Ergebnis von 2 5,20 M ark. Vor einigen Monaten waren bereits zwei schwere Wagenladungen Kartoffeln für dasselbe Haus gesammelt worden. Kreis Aricdbcrg. Bad-Rauheim, 19. Januar. Der Krieger- und Militärverein „Has- s ia" veranstaltete im Hotel Bupk nach langer Zeit wieder einen Familie nabend, Dem Ernst der Zeit entsprechend in einfachem Rahmen. Stadtv. Ehr. Schäfer, der langjährige Vorsitzende der ..Hassia", begrüßt: Die Kameraden mit herzlichen Worten und gedachte anschließend Der Denkwürdigkeit des 18. Januars als des Reichsgründungstages Der unterhaltende Teil des Abends wurde fast ausschließlich von Georg Heß (Leihgestern), dem hier so beliebten oberhestischrn Heimat- und Dialektdichter, bestritten. Aus Dem reichen Schatze seiner von Heimatttebe getragenen Dichtungen bot ec eine treffliche Auswahl und fand Dann den ungeteilten Beifall aller Anwesenden. In feieulscher Handlung toufoen im Verlauf des Abends fünf Mitglieder für- 40jährige und 6 Mitglieder für 25jährige Mitgliedschaft geehrt. Kreis Schotten. □ Laubach, 19. Jan. Die Frage der Errichtung eines Denkmals für die im Weltkriege gefallenen Söhne unserer Stadt ist immer noch ungelöst. Wie wir mitteilten, hat Bildhauer Scholl, Darmstadt, zwei Modelle eingesandt, die allgemein gefielen. Der Entwurf des Bildhauers Arnold Beuern, der ebenfalls zum Wettbewerb eingeladen war, steht wegen Krankheit des Künstlers noch aus. Nun hat sich aber unter der hiesigen Bevölkerung eine starke Strömung gegen die Errichtung des Denkmals überhaupt gebildet, hauptsächlich wegen der drückenden allgemeinen Geldknappheit. Dies kam auch auf der letzten Versammlnug des Bürgervereins zum Ausdruck, über dessen Gründung wir berichtet haben. (Die Vereinigung hat sich unter Dem Vorsitz von Fabrikanten Hohmann mittlerweile gedeihlich entwickelt und zählt schon gegen 150 Mitglieder.) Die Mehrheit sprach sich entschieden gegen das Denkmal aus. Auch im Gemeindera t besteht wenig Neigung für die Errichtung. Es wird auch betont, daß wir bereits an würdigster Stätte, in unserer Stadtkirche, prächtige, künstlerisch vollendete Ehrentafeln haben, die das Andenken unserer Heldensöhne der spätesten Nachwelt überliefern. So wird wohl eine Zurückstellung des Planes auf bessere Zeiten ftattfinDen. lg. Gedern, 19. Jan. In unseren Waldungen sind durch Windfall zahlreiche S t u r m s ch ä ° den zu verzeichnen. Besonders stark ist der Hochwald in Mitleidenschaft gezogen worden. Ganze Schläge wurden umgelegt. Auch im Niederwald ist beträchtlicher Schaden dadurch entstanden, daß zahlreiche Bäume in halber Höhe geknickt wurden. Kreis Lauterbach. $ Crainfeld, 19. Jan. Der GemeinDerat hat Die hiesige GemeinDerechner- stelle an Den Wenigstnehmenden vergeben unD keinen Der Kriegsbeschädigten, Die sich um Die Stellung beworben hatten, berücksichtigt. Diese haben gegen Den GemeinDerat Beschwerde erhoben unD unter Berufung auf die bezüglich Der ilcbertragung von GemeinDeämtern erlassenen Bestimmungen Die HngüItigteitderHärung Des fraglichen Beschlusses beantragt. Starkenburg. D a r m st a D t 19. Jan. Die Fraktion Der Deutschen Volkspartei Der StaDtverorD- netenversammlung hat bei Der S t a D t v e r w a l - tun g Den nachstehenden Antrag eingereicht: „Die Lehrpläne für Die höheren Schulen im Dolksstaate Hessen, Die bereits Ostern 1926 probeweise eingeführt werden sollen, geben in pädagogischer, schultechnischer unD wirtschaftlicher Hinsicht Anlaß zu Bedenken. Sie greifen auch in die finanziellen Verhältnisse Der Städte ein Dadurch, Daß Die Zahl Der Typen höherer Schulen vermehrt toirD, Daß in Der Verwendung vorhandener Lehrmittel Aenderungen herbeigeführt werden unD Dergleichen. Wir beantragen Deshalb, Daß Die Stadt Darmstadt im allgemeinen und im eigenen Interesse zu den neuen Lehrplänen Stellung nimmt. Angesichts des nahe bevorstehenden Cinsührungstermines ist eine beschleunigte Behandlung unseres Antrages notwendig." — Die Stadt Darmstadt, die bereits eine Reihe von Regiebetrieben unterhält, wird diese noch weiter ausdehnen. Es sollen demnächst in den Straßen Verkaufs- Häuschen in großer Zahl errichtet werden (einige stehen bereits), in Denen außer Zeitungen auch noch Zigarren verkauft werden sollen. (Wir meinen, Die DarmstäDter Stadt- verwaltung habe anDere Aufgaben zu erfüllen, als ihren Steuerzahlern auch noch auf diesem Gebiete Konkurrenz zu machen. Oder soll Das eine neue Art ..Schutz der Wissenschaft" fein? Hoffentlich werden Die StaDtverordneten Der Verwaltung Das Deutlich zu Gemüte führen. D. Red.) Ein Zeichen Der Zeit ist es, Daß auf Der Ausstellung derDarmstädierGruppe Die vor kurzem im stäDtischen Ausstellungshause stattfand, fast nichts verkauft worden ist. Bon dem dadurch entstandenen Fehlbetrag hat Der hessische Staat 500 Mark gedeckt; auch Die Stadt Darmstadt hak jetzt 400 Mark bewilligt. — Die Darmstädter Männer gesangvereine, Die zu einer losen Vereinigung zusammenge- schlossen sind, geben alljährlich ein Konzert, auf Dem Die einzelnen Gesangvereine Chorvor- träge bieten. Zu Dem jetzt veranstalteten Konzert waren nicht weniger als 7 4 0 Sänger auf- geboten. , Dieburg, 19. Jan. (WSR.) Emen sehr anerkennenswerten Beschluß hat Der Kreistag Dieburg in seiner letzten Sitzung gefaßt. Er hat beschlossen. Den MitglieDern nur noch Tagegelder von je 10 Mk. auszuzahlen, statt bisher (nach Dem Vorbild des Landtages) 18 Mk. Der Unterschied des Betrages wird Der Kriegsblinden-Fürsorge des Kreises überwiesen. — Wie die ,^eff, LandeSztg." aus Gießen, den 20. Januar 1926. 0481 Das Seelenamt findet Freitag, den 22 Januar, vormittags 7x/a Uhr, statt. coeC Giessener Konzertverein Sechstes Abonnements-Konzert Deutsche Volkspartel 613c o. Mittwoch einzulösen. o. WkSieWMWW l F Kaiserallee 45 -a Telephon 1248 Tüchtiger 27. Januar "o Provisions- Reisenden Vertreter 620D Steinstrahe 13. 543 D ballsansprüchen 598A Gtestener An »einer. Li chtspielhaus-Bahnhofstraße 433c kaufen. 615c PERSONEN- Hausfrau Familie Familie Familie Familie Familie G V j Heinrich Kraushaar Wilhelm Braun III. Friedrich Fuchs Adolf Walter Heinrich Walter. Kabeljau K.' Pfd. 40 Pf. Seelachs K, Pfd 40 Pf. Goldbarsch 8ritz hackenberg, Marburg Grostbandl. in tttarnen, Kur» u.Wollw. Hansa Handelsschule /. Kunzeimann Güßen, Bahnhofstr. 60 vorn. Hermes Neue Kurse . Anmeldung täghah. . Henio Abend 7‘/a Uhr; Medizinische Film- Vorführung im Or. Eörsaal d. Frauentilnlu. Eintritt 1 Mk. Karten am ''aal- einpranR und bei Dr. Meyer, Selters weg 89 604 D erste Kraft, sucht Stellung, evtl, auch für halbe Tage. Schrift! Angebote unter 0413 an den Siebener Anzeiger erbeten. Mir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres aktiven geziemend in Kenntnis zu setzen. DieBeerViaung findet a.21. Jan., nachm 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten unsere Mitglieder um recht zahlreiche Beteiligung. Ter Vorstand. Sonntag, 24. Januar 1926, nachmittags 5 Uhr * in der Universitäts-Aula zum Verlaus von Autobetriebsstoffen ab Siebener Lager von Mineralöl-Import- geiellschast gesucht. Umg. Offerten unter Dd 4088 an den Suche für sofort oder später tüchtigen, etngeführien Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie in der Kirchstrahe und Schillerstrahc in Leihgestern liegt bei dem Postamt in Gießen von heute ab 4 Wochen aus. Giehen, den 20. Januar 1926. 614D Telegraphenbauamt. Die Beerdigung findet am Freilag, dem 22. Jan., nachm. 2', Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Lehrling oöer Boloniör mit gmerSchulbtl- düng so» gef. Dr. Wollg. Beyer vornuA.Freee'iohe Üniv.-Bachhendh. Seliersweg 89. Hermann Löns- Abend von H’i n Fue8, Cella am 21. Januar, abends."V, "br, vottragssaai öer BaißhOig. SMim. Karren zu Mk. 1.25 und Steuer. Stirdenien u. Volks- hochschülerMk. -.80 und Steuer im Vor- verkauf der Buch bblfl. Keistner. »D o. K., Pfd. 40 Pf. flcli. Kalblieisch Ltebigstr.71,Tel.l685. lolkslioebscliiile. „Franenichickiale in d. Lit." fällt mor en, Donnerstag, 21. I» aus. Nächster Abend: Mittwoch, eklMIM PßlZ verlor. Abzug, geg. nute Belohn. 0430 Blicestraste 19 H. Volk Staat Partei VORTRAG üon SverSluü -Mett. Dr. VingelDetziar Donnerstag, den21. d. Mts.,abcnds8Uhr pünhtl.,i. Hindenburg (oord.Seitenzimm.) Defuch aller intereff. Parteifreunde erwünscht. Mitgliedes Jacob Dehe Gießen (Marburger Straße 56), Treis, Koblenz, Limburg, Hamburg, | München, den 18. Januar 1926. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 21. Januar, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 612D Daubringen, Lollar, Buffalo (U.S. A.), 18. Jan. 1926. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 21. Jan , nachmittags 2*/a Uhr, statt. 0424 miiiiimmiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiimmiiii Auto vorhanden. Offerten erbitte mit Lichtbild und Ge- ■48oC Donnerstag,21.Ianuar 1926, nachm. 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: a) Einen Kassenschrank, 1 Schreibmaschine, 1 Aktenrollenschrank, l grotzer Bücherschrank, 2 Schreibtische, 1 achteckiger Tisch, 2 Büfetts, 1 zweitüriger Kleiderschrank, 2 Sofas, 1 Silberschränkchen, 1 Klavier, 1 Pritschenwagen, 18 Bände Brockhaus Lexikon, 200 Vorderrad- gabeln, 10 Motorradlaternen, 1 Tablettenmaschine. b) bestimmt. 1 Regulator, 1 Herrenrad (Rennmaschine); zirka 6 Zentner kleingehacktes Holz an Ort und Stelle, wird tm Dersteigerungslokal bekanntgegeben. Zubrod stellvertretender Gerichtsvollzieher in Giehen wenn Sie etwas vernickeln und emaillieren lassen wollen 5pejiali(0t: Wei- o. MröM MMW-MWkN KN«! bestes Vieh»Streupulver gegen ünge- ileler bei Tieren. Carl Seibel, Germania-Drogerie Frankfurter Str. 39. Gestern abend entschlief sanft nach langem schweren Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter FrauMeRelnMtWwe. im Alter von 60 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jakob Reinhardt. 3/-1-N.A.G.- tastwagen Baujahr 1925, in tadellosem Zustand, sofort verkäuflich durch vr. Bm-emann 0422 Herborn (OiKfreis), Tel. 36. WWW in Stenographie, Schreibmaschine, Buchhaltung, Mahnwescn usw. durchaus bewandert, sucht möglichst selbständigen Posten aus Bureau. Schriftliche Angebote unter 0416 an den Gtestener Anzeiger. Kurt von Randow .. .Hans Albers Ludw.Moser.Bankier Rob Garrison Harriet, seine Frau ... LEE PARBY I Ellen, seine Frau Lydia Potechlna Hermann v. Benthin, । Karla > jh T« ht Iwa Wanja Gutsbesitzer,Harriets I >aisy < lhre 1 öchter G v. Hoseheck Onkel ......... Rud.Lettinger | Enver Kiral-Bey, Wolf-rang Rainer. Inh Attachö......Julius Falkenstein d.Mo iehaueesRainer Olaf Fjord | Otto v. Brenken Hans Junkermann Lissy, seine Frau.. .LliEibensohftts ! HF Dnzn ein erNtklaeelgee Beiprogramm "W HMD» Hänflinge Distelsinlen - Seifige 5 llanarienhähne la Weibchen Saat - Niemand Mäusburq 17. vettte, morgen und Grellan blutfrijebcr SLkllsif!» o. k. fiBÖBi »11 0. 8. SeelMs o. 8. Sülvülufik o. 8. ölMMlV von morgen früh ab: @[äne öeünge vrelsw. ut haben bei teorg Wallenfels Markiplatz2l,TelL42 gegenüber der . Engelbavotbeke. ? Heute nachmittag 53,4 Uhr entschlief sanft in dem Herrn nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenen Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin u. Tante Frau MBiwethe Kraushaar geb. Walter in fast vollendetem 65. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: EvangelhcherBund Freitag, 22. Ian., abends 8 Uhr, in der Stadtkirche: Familien-Abend Professor Hans Weichelt-Marburg: Rezitation von »Huttens letzte Tage' Dichtung von Conrad Ferd. Meyer. 6hd Gesangliche und musikalische Darbietungen. Alle Evangelischen sind herzlich eingeladen. (Eintritt frei. A Dio Kernseife -ov denkenden Magdebiirger Lebens - Versicher.-Gesellschatt tGerliug Ko tzern-Gesellschaft). Wir suchen für den frei gewordenen Bezirk Giesten iganz Lberhessen) einen tüchtigen Inspektor für Leben, Unfall. Haftvfltcht und Auto- kasko gegen Gehalt, Retsesvesen und Provision. — Ferner für den Platz Giehen einen Vertreter zur Besorgung deS Inkassos sowie zur Neuaufnahme von Versicherungen. Schriftliche Bewerbungen mit Angabe der bisherigen J.’efuliate erbittet *i7D Lubdirektion Caffel. Gr. Rosenstr. 26. tolOBO mit gestr. 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Oberleitung Richard Eichberg Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Sohn, unseren lieben Bruder, Schwager und Neffen Jacob Dehe im blühenden Alter von nahezu 22 Jahren, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, von seinem langen Leiden zu erlösen. Die tieftrauerhden Hinterbliebenen. I. d. N.: Frau Carl Dehfe. Karl SMaltz, Asterweg 47. Gebrauchter Küchenherd zu v.-rkamen 0390 Wilbelmstr. 48 I 2 schicke Maskenkostüme zu verleih, oder zu ve,k. 0126 Rodbeimer Str. S. Warum quälen Sie sich noch? [ Sie erhalten eine MERCEDES Schreib maschine für 31k. 38.50 monatlich ohne weitere Anzahlung bei €10a. FranzVogt&Co. BoreaueiDrichluügen i Gießen Goethestraße 32 Telephon 264. Perfekte 1 Freibank. Donnerstag und Freitag von 8 bis 11 Uhr vorm eu9D KAMA BtteffloN mit 3000 Jt, die 'ich er zu Nellen find, an bestehendem, gineu Geschäft gesucht. Schr. Anfrag. um. 040!) an den G. ?l in. Wer leiht einem Beamten gegen oute Sicherheit 600 Bll? Schr. Angeb. u. ( 4il an den Gieir. 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Januar 1926 Sohn, Aus Natur und Technik Die Herstellung des Tabaipaletes geneigte Gestalt an und drehen sich alsdann gegen- M Tab ek-Paketierung Ta bakpak^t-Banderoi'erur^ VW !S Firmenaufdruck usw. versehen worden ist, und schiebt ihn unter den Formkern. Dieser' setzt sich nunmehr mit seiner unteren offnen Seite auf den Papierzuschniu und drückt ihn beim Hinuntergehen in einen darunter befindlichen, aus zwei festen Seitenwänden bestehenden Schacht (g in Bild 3), wobei das Papier eine v-förmige Gestalt (Bild 7a) annimmt. Darauf werden die über den dem Querschnitt des Paketes angepaßten Formkern hinaüsragenden Seitenteile des Papierblattes (k in Bild 4) durch Faltorgane an die beiden sich gegenüberliegenden vom Papier noch freien Seitenwände TobekFOHung bet i btfrJ chmilta8$3Ubr, 6120 ’ U hr, ’a' lO. W >32 64 - ibnb: w «n»'1 8ebene". bar£ Hamburg, F HermannLö"5- /ibenfl Äfi* „„, 21- nut/ «b<«68.iWi iet jiiÄat'-® Elegante Maskenkostüme billig zu verleih t juWiwi' Masken- Kostüm preisw-LUverstiüen. sTQUbtlmhrJJ: Jtrtir Ji iWf Mii®* fii®- Die Erforschung der Kälte. Don Professor Dr. Weilburg. Wem große Zahlen Eindruck machen, der wird cs weit erstaunlicher finden, daß man Hitzegrade von 3000, 4000, 5000 Grad Herstellen kann, als etwa Kältegrade von 270 oder 272 Grad unter Aull. Run kann uns aber schon einiges Rachdenlen selbst noch ohne genauere Kenntnis der Tatsachen davon überzeugen, daß gerade im Gegenteil durch die Beobachtung außerordentlicher Kältegrade Ergebnisse zu erwarten und, dre hinter denen der Beobachtung außergewöhnlicher Hitzegrade an Wichtigkeit zunächst für die rem betrachtende Raturforschung. dann aber aller-voi.-- aussicht nach auch für die Technik zum rnrndesten nicht zurückstehen. Die kürzlich erfolgte Gründung eines besonderen Kältelaboratoriums in der PHY- sikalisch-Technischen Reichsanstalt zu Derlin laßt die Erörterung dieser Fragen besonders zeitgemäß Wärme ist Bewegung der kleinsten Teile. Run ist gewiß manche Veränderung 'M Verhalten der Stoffe und demnach mancher wichtige Ausschluß über die Ratur des Stoffes zu erwarten. wenn diese Wärmebewegung eme ungewöhnliche Steigerung erfährt. Daneben aber erhebt sich die entgegengesetzte Frage, ob wir mcht die e sonst stets vorhandene, fast allgegenwärtig zu nennende Warmebewegung zum Stillstand brm- aen können: denn es ist doch zum mmdesten nicht unwahrscheinlich, daß sie manche Raturerschei- nungen stört, deren Beobachtung also nur gelingen lann, wenn man hc .Storungsursache nämlich eben die Wärme, besertigt. Es erhellt hieraus, wie wichtig es ist. dem sogenannten! absoluten Rullpunkb der 273 Grad unter dem regelmäßigen Abständen wiegen, so geben wir der Vermutung Raum, daß es vielleicht 'möglich ist, unter ihrer Zuhilfenahme in Verbindung mit einem über ihr aufgestellten siloartigen Vorratsbehälter auch das Abwiegen und Einfüllen in das Füllend automatisch vorzu- Da mit Bedacht darauf geachtet wurde, daß der Vollfullrauin die ungefähre Gestali des zukünftigen Tabakpaketes enthält und dadurch die übereinanderliegenden Schichten des Tabaks genau so durch den Füllraum gelangten, so kann auch langfaseriger Tabak jederzeit genau in der benötigten Pienge dem Pake! entnommen werden. Der sonst häufig auftretende und von, Raucher unangenehm empfundene Mißstand, daß mehr Tabak als nötig herausgezogen wird oder er infolge des falschen Ein- schichtcns*beim Herausziehen zerrissen wird, kommt bei der eben beschriebenen Paketiermaschine nicht mehr vor. Die Ausführungen haben gezeiat, in welch sinnreicher Weise die automatisch arbeitenbe Maschine die Leistung vieler menschlicher Hände ersetz,. Zu ihrer Bedienung sind nur noch drei Arbeiterinnen nötig (zwei für das Abwiegen des Tabaks, und eine zum Verpacken der gefüllten Pakete). Da es heute automatische Wagen gibt, welche ein bell nd auch von der Entstehung der Wärme durch Reibung machen wir beim Anzünden unserer Streichhölzer einen immerhin nicht ganz unwichtigen Gebrauch. Die Mittel, bestehende Wärme zu vernichten, al'o Kälte zu erzeugen, sind von vornherein viel spärlicher. Da haben wir zunächst die Derdun- stungslälte, die beim Verdunsten von Flüssig- teiten entsteht, und die in der Regelung der menschlichen und tierischen Körpertemperaturen eine so ungemein bedeutungsvolle Rolle spielt. Wir haben ferner die Kälte, die durch Ausdehnung zusaminengevreßter Gase unter Arbeitsleistung erzielt wird. Oeffnet man z. B. den Verschluß einer Selterswafserflasche und läßt die in ihr zusarninengeprestie Luft die Arbeit verrichten, das Verschlußstück zurückschleu- dern, io tritt eine so starte Abkühlung ein. daß sich der in der Flasche vorhandene Wasser- dampf Niederschläge, was man an dem entstehenden Dunst leicht erkennen kann. Ein ähnlicher Vorgang ist die Abkühlung, die entsteht, wenn Sa'c, toic etwa schweflige Säure oder Qlmmo- niat aus einer Flüssigkeit entweichen, in der sie aufgelöst waren, woraus die mc'iftcn Kältemaschinen beruhen. Eine demgegenüber zunächst unscheinbare Rolle spielt die Abkühlung, die bei der Ausdehnung von Gasen ohne Arbeitsleistung entsteht. Rach den sogenannten idealen Gasgesetzen sollte bei Ausdehnung eines Gases ohne Arbeitsleistung feine Temperaturänderung eintreten, aber da die Gase so wenig wie die Menschen ideal sind, so erfolgt doch bald eine geringfügige Erwärmung, bald auch eine Abkühlung; und gerade diese Erscheinung ist es, die in den Händen geschickter Raturforscher in den letzten Fahren ganz unerwartete Ergebnisse gezeitigt hat. Das «Aufsehen, daß bte. fabrifmäfoige Herstellung flüssiger Lust durch Linde vor etwa zwei Jahr- zchnten erregt hat, dürste noch nicht vergessen sein. 3n der Tat beobachten wir schon bei der Temperatur der flüssigen Lust, die etwa *.)0 Grad über dem sogenannten „absoluten Rullpunkt" liegt, manche wunderbare Erscheinungen, z. D. das beinahe völlige Aufhören aller chemischen Vorgänge. Ratrium und Salzsäure z. B. liegen bei dieser Temperatur friedlich beieinander, als ob die Ratur von der Kochsalzbildung nichts wüßte. Aber diese Ergebnisse sind längst hundertfach überholt. Cs ist überwiegend das Verdienst des niederländischen Physikers Komerlingh Onnes in seinem berühmten Kältelaboratorium zu Leyden die Wege zu Tiefen gebahnt zu Haden, die sich vorher kaum ahnen ließen. Rur schrittweise gelangt man noch öu tieferen Temperature flüssigen Lust. Rock) zwei andere Erscheinungen außer der schon erwähnten Abkühlung durch Aus-, dehnung der Gase, der die Hauptaufgabe bei der Erreichung, tiefer Temperaturen zufällt, find hierbei wichtig, einmal das sogenannte Gegen- stromverfähren, das darin besteht, daß man das bereits abgekühlte Gas zur Vorkühlung des nächst röinerrden, nun abzukühlenden Hases benutzt, und ferner die Derdunstungskälte. Pumpt man nämlich die aus einer siedenden Flüssigkeit, wie cs ja beispielsweise die flüssige Luft ist, entstehenden Gase ab, sodaß ein verminderter Druck entsteht, so bilden sich immer neue Gase aus der Flüssigkeit und infolge der Verdunstungskälte sinkt zugleich mit dem Druck auch die Temperatur. Aus flüssiger Luft gewinnt man zunächst flüssigen Wasserstoff, dessen Temperatur bei gewöhnlichem Luftdruck etwa 70 Grad unter Herder flüssigen Lust liegt und durch Druckverminderung noch weiter erniedrigt wird, und weiter aus dem flüssigen Wasserstoff das fluffige Helium. das von alten uns bekannten Stoffen den niedrigsten Siedepunkt hat: er liegt nämlich bei gewöhnlichem Druck 4 Grad über dem absoluten Rullpunkt und kann diesem durch Druckemtedri- gung noch ganz beträchtlich genähert werden. Freilich ist dies nicht so einfach, tote es ich weder- schreiben oder gar lesen läßt. Zunächst ist das Helium, das in den etwa zwei Jahrzehnten seit seiner Entdeckung ein so ungemein wichtiger Stoff acworden ist und seinen Ramen nach der Sonne führt auf dieser Erde leider ein ziemlich spärlich^' Gast. Zwar ist man in Amerika tu gewohnter Großzügigkeit dabei, mit dem nicht brennbaren Helium, das man dort aus Erdquellen gewinnen kann, Luftschiffe zu füllen: denn obwohl dies Gas doppelt so schwer ist wie Wasserstoss. braucht man nicht etwa doppelt so grobe, sondern nur um etwa ein Zwölftel Freibank. Tonuerötag und Freitag von 8 bik 11 Uhr uornt toD MM mm mit Mur, die sicher zu iieüen sind, an bestehendem, gnieu Geschäft gesucht, schr. Anlr.io. um. 0409 an den Um. Verleibt ernenne amten gegen «tv.c M Schr. Slwietut. Wt an den Gien, "in einca flerer- Selt^VL. S Von Dipl.-Jng. Mangold. (Nachdruck verboten.) Tabak, Zigarren und Zigaretten werden heute in ungeheuren Mengen hergestellt. Es ist klar, daß ihre Herstellung im Laufe der Zeiten manche Wandlung erfahren hat und heute mit allen Hilfsmitteln einer modernen Technik vorgenommen wird. Der Rauchtabak ist das billigste der drei Rauchwaren. Zu seiner Herstellung und insbesondere zu seiner Verpackung muß weitestgehend die teure Handarbeit ausgeschaltet und durch die billige Maschinenarbeit ersetzt werden. Jedermann weiß, daß der Rauchtabak in vielen Qualitäten für kurze oder lange Pfeife, sowie auch jur Herstellung von Zigaretten dem Raucher seit je her in abgemessenen Paketen von 50, 100, 125 ober 250 Gramm von den in Betracht kommenden Tabakfabriken herausgebracht und durch die Kleinhändler-an die Verbraucher wertergeleitet wird. Zeder einzelne Fabrikant legt natürlich Wert darauf, daß sich seine Erzeugnisse außer durch den Firmenaufdruck, noch durch eine besonders in die Augen springende Abbildung oder durch eine typische Form des Tabakpaketes von denen der Konkurrenz sofort unterscheiden und hervorheben, um dem Raucher die ihm zusagende Tabakmarke sofort und leicht kenntlich zu machen. Auch hier besteht wie bei so vielen anderen Gegenständen des täglichen Gebrauches die Tatsache, daß die meisten Raucher entweder gar keine ober nur eine sehr unklare Vorstellung haben, w,e nun eigentlich das von ihnen täglich benutzte Tabakpaket entsteht. Bei vielen besteht sogar noch die Vorstellung, daß man eine viereckige Dule mit der Hand formt, in diese alsdann den Tabak einfüllt und schließlich den Verschluß herstellt. Ein solches Verfahren würde natürlich die Ware viel zu sehr verteuern und die in Frage kommende Tabakfabrik wäre in keiner Weise konkurrenzfähig. Es kommt deshalb schon seit langem praktisch nicht mehr in Frage. Es mag vielleicht noch ab und zu in einer kleinen Tabakfabrik die Paketherstellung unter Anwendung ganz einfacher Hilfsmittel durch Handarbeit getätigt werden, wobei sich der Arbeiter durch die jahrelange Hebung eine geroi e Fertigkeit und damit eine verhältnismäßig schnelle Fertigstellung des Paketes angeeignet hat. Wir denken dabei an das Hilfsmittel eines viereckigen Holzklotzes, der eine der ungefähren Große und dem Querschnitt des Tabakpaketes angepaßte Oeffnung hat. Der Boden dieser Oessnung wird durch einen beweglichen Stempel gebildet. In diese Oef nung steckt man die vorher auf einer besonderen Maschine hergestellte Tüte, wobei die obere Oütenteil über ihren Rand hinaus ragt, fallt dieselbe mit Tabak und drückt letzteren durch einen Stampfer fest. Darauf wird die Tüte in der dem Paket eigentümlichen Form geschlossen und die Verschlußzipfel verklebt. Vielfach wird auch der Ver° Ichlnß ohne Klebung dadurch hergestellt, daß die Verschlußzipfel durch einen Stempel etwas m das Paket hineingedruckt werden. Mittels des beweglichen Bodenstempels wird das Paket aus der Form heraus gestoßen und ist oersandfertig, nach- öem vorher nodi die gesetzlich vorgeschriebenen Banderolen aufgeklebt sind. Durch Benutzung halbautomatischer Apparate hat man dann versucht, die Schnelligkeit zu steigern. Bei ihnen werden auf verschiedenen, im Kreise an einem horizontalen Rad angebrachten Stationen die einzelnen Arbeitsvorgänge von Hand teilweise durch inechanische Betätigung ausgeführt. Beide Arbeitsweisen sind durch die vollständig selbsttätig arbeitende Paketiermaschine, welche zuerst in England aufkam, überholt und sollten nicht mehr angewendet werden. Da der Engländer schon seit jeher bedeutend mehr Pfeifentabak als der Deutsche raucht, so war dort einerseits das Bedürfnis nach einer vollautomatischen Herstellung eher vorhanden, andererseits auch leichter möglich, weil die englischen Tabake im feuchten Zustande eine kompakte Masse barboten, im Gegensatz zu dem bei uns üblichen trocknen Tabake. Bei der englischen Maschine wird ein Blatt Papier über eine Form gelegt, welche dem flach- liegenden Tabakvaket entspricht und in diese hin- eingedrückt, wobei Kopf- und Bodenseite offen bleiben, um später die Boden und Derschlußfaltung vornehmen zu können. Das Einfüllen und Fest- stampfen des Tabaks von oben und von den Seiten erfolgt nun selbsttätig, darauf werden die seitwärts überstehenden Papierlappen nach oben hin mechanisch umgelegt und mittels eines auf dem einen Lappen vorhandenen Klebestoffstreifens übereinander geklebt. Weitere mechanische Faltorgane besorgen alsdann die Boden- und obere Verschluß- faltung. Das Paket wandert bei diesen Vorgängen durch die verschiedenen Stationen der Maschine. Heute stellt auch die deutsche Industrie, welche durch die bei uns übliche Verarbeitung des trockenen und losen Tabaks anfangs erhebliche Schwierig feiten zu überwinden hatte, vollständig automatnd) arbeitende Tabak-Paketier-Maschinen nach dem Stopsfystem her. Der Verkauf einer guten und billigen Tabakpaketherstellung ist mittels einer von den Zagenberg-Werken in Düsseldorf gebauter? Maschine nun kurz folgender: Die jeweils einem Paket entsprechende Ge- nudjtsmenge Tabak wird durch zwei Arbeiterinnen auf gecigten Tafelwagen abgewogen und in die Tabakfüllräder der Maschine eingefchüttet. Jedes Füllrad (a auf Bild 2) weist eine Anzahl kreisförmig angeordneter Zellen auf. Die beiden FüU- räber greifen derart ineinander, daß jedesmal eine Füllung durch eine im Boden angebrachte Oeffnung in ein darunter angeordnetes, umlaufendes und zur eigentlichen Paketiermaschine führendes Becherwerk (b auf Bild 2) entleert wird. Die Leistungsfähigkeit der Maschine erfordert, daß das Abwiegen des Tabaks von zwei Personen vorgenommen wird. Die gefüllten Becher befördern den Tabak in den Vorfüllraum der Maschine, welcher aus zwei beweglich angeordneten Seitenwänden (c in Bild 3) besteht, die ihren Drehpunkt um eine am Boden des Füllraumes angeordnete Horizontalachfe haben..Als die dritte Wand ist ein wagrechk hin und hei gehender Schieber anzusehen (d in Bild 5), während der Abschluß dieses kastenförmigen Raumes durch die eine Sertenwand eines auf- und abgehenden hohlen, dem Querschnitt des Tabakpaketes entsprechenden Formkernes (e in Bild 3 bis 6) gebildet wird. Beim Einfüllen des Tabaks S1 2- e Erforschung der tiefsten Temperaturen notwendigen Gases Hot gewinnen dieses zur unbedingt tonnen. Die Einheitspreise. Don unserem ^-Korrespondenten. Rom, Anfang Samiar. Der vierjährige Krieg um den Besitz der öffentlichen Meinung ist zu Eiche. Sn jenen bar- l dorischen Zeiten, die un5 weit entrückt sind, kämpfte man noch um Länderstriche. Kolonien, * Selbstbestimmungsrecht, Abschaffung bei- Geheim - Diplomatie, Petroleum. Mandate, Zivilisation und wie die Sdeale alle hießen, die in jenem denkwürdigen Sommer 1919 restlos in einer allgemeinen Friedensgemeinschaft verankert wurden. Diese Liga der freien Völker braucht sich daher gottlob nicht um die Dinge in Stalien zu kümmern. Was geht sie Südtirol an, waS die Freiheit eines (5-hriftemnenschen Smmerhin soll es zu beiden Seiten des Aequators der Gerechtigkeit noch Menschen geben, die Zeitungen lesen, ja. geradezu einen Rechtsanspruch auf solche Sitte erheben. Da ist - es nun tröstlich zu sehen, wie ihnen Fari- gröhere Luftschiffe, um denselben Auftrieb zu erreichen wie mit Wasserstoff. Aber leider haben die Amerikaner ein Ausfuhrverbot für Helium erlassen, von dem man wohl zugunsten des berühmten holländischen Kältelaboraioriums einmal eine kleine Ausnahme gemacht hat, während das deutsche Kältelaboratorium gezwungen ist. das zu seinen Versuchen notwendige Helium aus Dem Vorkommen dieses Gases in der Luft zu gewinnen, von der es indessen nur etwa 4 Millionstel ausmacht. Die Physikalisch - Tech- nische Reichsanstalt bekam allerdings von der Linde-Gesellschaft in München ein Gemisch von Helium mit seinem Verwandten, dem Reon, aber immerhin ist die Trennung der beiden recht langwierig, so das; man bisher nur etwa 700 Liter Von besonderem Einfluß wird diese Stellung Luthers und Stresemanns in England bei schwierigen Erörterungen sein, die beispielsweise noch ini Zusammenhang mit Der Frage Der Zahl Dev alliierten Truppen im R h e i n f a n D und 'hrem Einfluß auf Die Frage des Eintritts Deutsch, lands in den Völkerbund bevorstehen. Es darf nicht vergessen werden, daß Der übcrtniegenDe Teil Der öffentlichen Meinung Englands beim Abschluß des Vocarnouertragä das Hauptergebnis dieses Vertrags m dem Entschluß Deutschlands, dem Völker bund beizutreten, erblickte, und Daß man daher nicht nur van feiten Der Regierung, sondern aach im Lager Der Oppasitian mit einer saft ungeduldigen Erwartung dem Eintritt Deutschlands in Den VölkerbunD entgegensieht — freilich, ahne sich genügend zu vergegenwärtigen, wie wenig z. B. Dio Ernennung v a n H amels zum O b e r f o m =■ issar pan Danzig oder Die jetzige Ungewiß heit über die künftige Zahl Der Besaßungstruppen tm Rheinland Dazu angetan ist, Die Deutschen Anhänger eines unverzüglichen Eintritts Deutschlands in Den VölkerbunD zu ermutigen. Während in Der Außenpolitik der Eintritt Deutsch- lands in Den VölkerbunD Das bish^ri^ europäische Befriedungswerk Der konservativen englischen Re^ gierung krönen würde, ist in Der Innenpolitik Das Prestige Dieser Regierung mit Der Lösung Der kommenden Kohlenkrisis eng verknüpft. Durch Die inzwischen erfolgte Unterbreitung eines Planes Der Zechenbesttzer, der Die Rückkehr zum Achtstundentag tm Kohlenbergbau fordert, sowie eines Planes der Bergarbeiter, der für Die National i sierung Der Bergwerke eintritt, ist Die Lage Zwischen den gegnerischen Parteien geklärt. Alles hängt jetzt von Den Folgerungen ab, Die die Kohlenkommission aus Dem von ihr vorgenommeneii Verhör Der Zechenbesitzer und Der Bergarbeiter 3'eht. Daß Diese Folgerung Die Gestalt einer Kam promißformel haben wirD, scheint wenig zweifelhaft. ' TrotzDem die Zechenbesitzer Durch ihre bei Dei Untersuchung Der Kohlenkommissian an den Tag gelegte Unnachgiebigkeit die überwiegende Zahl derer, die ihrer Lage kein Verständnis entgegenbringen können, nur noch vermehrt haben und auch innerhalb Der konservativen Kreise Stimmen laut werden, Die für eine Abschaffung überlebter Vor. rechte eintreten, ist eine Nationalisierung Des Kohlenbergbaus schon wegen Der Damit für Staat und Steuerzahler oerbtmDenen Kosten ausgeschlossen. Keine Regierung wird es wagen können, eine anDere als eine auf Verminderung Der Ein- rommen ft euer gerichtete Politik zu verfolgen. Aus Diesem GrunDe mirD auch Den hier eröffneten VerhanDlungen über Fundierung Der italienischen SchulD an Großbritannien stanz besanDere BeDeutung beigemessen. Diese VerhanDlungen unterscheiDen sich im Prinzip von Den fettens Des Schatzamts mit Der französischen Regie- ning bisher ohne Ergebnis geführten VerhanDlungen DaDurd), Daß vorher bereits eine Regelung zwischen Der italienischen unD amerikanischen Re- gierung über Die FunDierung Der italienischen schuld an Die Vereinigten Staaten zustanDe kam — eine Tatsache, Die die italienisch-englischen Verhandlungen trotz des von der briUscheu Regierung für ihre kontinentalen Schuldner ausgestellten pari ps88u-GrunDsatzes mit Bezug auf Deren Zahlungen an Die Vereinigten Staaten kaum erschweren Dürfte. Vögel und Hochspannungslettungen Bon Max Fischer. Scheffel besingt bekanntlich im GnanolicD Die trefflichen Vögel, Die Die Gucmofelsen aufgebaut haben und sagt von ihnen Sie sitzen in frommer Beschauung, Kein einz'ger versäumt seine Pflicht, Gesegnet ist ihre Verdauung Und flüssig als wie ein Gedicht. Zum Aufbau von Guanofelsen mag diese Tätigkeit ganz angebracht sein, aber leider hat sie auch ihre Schattenseiten. Wie die Mitteilungen der Harms- dorf-Schomburg Jsolatoren-G. m. b. H. berichten, haben sich nämllch dadurch die Lichtbogenüber- jchlage" an den Hochspannungsleitungen der Big- Eroek-Anlage der Südkalifornischen Edison-Gesell- Ichaft nach der Erhöhung der Spannung von 150000 auf 220 000 Volt außerordentlich erhöht; während vorher der Jahresdurchschnitt etwa 16 Ileberschläge betrug, stieg er z. B. im August 1923 aus 14. Man konnte zuerst nicht hinter die Ursache dieser Erscheinung kommen, für die die Spannungserhöhung allein keine genügende Erklärung bot, bis sich durch eingehende Beobachtungen herausstellte, daß auf den Querträgern sitzende große Vögel wie Adler und Habichte, die Isolatoren durchs die oben geschilderte Pflichterfüllung verunreinigten und so ihren Jsolationswiderstand herabfetzten. Aber auch wenn nur ein Faden Der ..wie ein GeDicht flüssigen Verdauung" ohne Die Isolatoren und Die Leitung )" treffen, in Der Nähe Der Leitung berunterfiel, so bilDete er Die Brücke für Die Einleitung Der Licht bogenüberschlägc. Man hat viele Versuche gemacht. Die so entstehenden erheblichen Störungen DaDurd) tu beseitigen, Daß man Den Vögeln Die Sitzgelegenheit raubte, z. B. Durch Anbringung von Spitzen — cs hat aber alles nichts genützt. Schließlich hat man auf einer 60 Meilen langen Strecke über Den Jfola- lorenketten zwei QuaDrntmeter große verzinkte Eifenblechtafeln angebracht unD DaDurd) erreicht, baß überhaupt keine Ueberfchlägc mehr vor- tnrnen. Es zeigt sich hierbei wieDer Die ulte, Dem er ahrenen Techniker geläufige Regel, Daß es in vielen Fällen bester ist, eine schwer vermciDbare Erscheinung nicht zu verhindern — denn das gelingt eben häufig nicht —, sondern sie in Bahnen zu lenken, in denen sie nicht schadet. Chinesische Malerei. Die Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde und die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde halten in die Reue Aula dec Tkniversität zu einem Lichtbildervortrag über chinesische Maleret ein- geladen. Der Freiburger Kunsthistoriker Prof. Dr. Ernst Grosse, der hier schon vor längerer Zett über japanische Kunst gesprochen hatte, ausgezeichneter Kenner der Kultur des fernen Ostens n i n j st e r i u m zu bilDen. In öpv vergangenen Woche verlautete in Haager politischen Kreisen, Daß Die Lösung Der Kabinettskrise nun bestimmt erfolgen solle. Entgegen Den allgemein geteilten Erwartungen scheinen sich jeDoch. in letzter Stunde wieDer neue Schwierigkeiten ergeben zu haben, Die möglicherweise sogar zu einem schnellen unD gänzlichen Rücktritt Dr. De Vissers von seinem Auftrag zur 'tabinettsbifDung fuhren merDcn. Der GrunD Dieser Schwierigkeiten soll in ernsten VeDcnken bestehen, Die in Der letzten entscheiDenDen Beratung Der Römisch-Katholischen Fraktion Der Zweiten Kammer bczüglid) Des von Dr. De Visser zur Wiedorherstel- lung Der Einigkeit zwischen Christlich-Historischen unD Römisch-Katholischen vorgeschlagenen K o m - p r o m i s s e s aufgetaucht finD. Dieses Kompromiß liefe Darauf hinaus. Daß gemäß Dem Befd)luß Der Zweiten Kammer Der Posten Des n i e D er lä n D i sche n Ge sanD - i c n beim Vatikan offiziell als abgeschafft gelten loll. Es mürbe jeDoch Der jetzige holländische GesanDte beim Vatikan, Ihr. van Rispen tot Zeven a er, zum Nachfolger Des vor kurzem in Wien verstorbenen Dortigen hollänDischen Ge- sanDten ernannt werDen unD zugleich beim P a p ft a f f r e D i t i e r t bleiben. Auf Diese Weise wurDen auf Dem Etat Des Auswärtigen Amtes keine GelDer für Den HollänDischen päpstlichen GesanDten geführt zu werDen brauchen. Dieses „Ergebnis Des parlamentarischen Kuhhandels", wie sich mehrere liberale Blätter ausDrucken, scheint jeDoch neuerdings von Der Mehrheit Der katholischen Äam- inerfrattiori als eine für Die Katholiken unroürDige Lösung angesehen zu werDen; anDererseits Dürften s'ch Die Christlich-Historischen zu einem größeren Untoegenfommen kaum bereit finDen. Unter Diesen llinftänDen muß es als sehr fragüdj angesehen werDen, ob Die Bildung eines Geschäftsministeriums, zum minDesten aber eines solchen, Das sid) auf Die Rechte stützt, jetzt noch möglich ist. Vielleicht roirD als letzter Ausweg Die von Der katholischen Kammerfraktion seinerzeit als unerwünscht, aber Doch als „letzte Möglichkeit" bezeichnete Bildung einer Linkskoalition zwischen Römisch-Katholischen unD SozialDemokraten in Angriff genommen werden müssen, unD zwar höchstwahrscheinlich unter katholischer Leitung. Londoner Brief. London, 18. Jan. Was Die hiesigen politischen Kreise bei Der Zusammensetzung Des neuen Deutschen Kabinetts, soweit Namen Dafür bekannt werDen, am meisten interessiert, ist Die Tatsache, Daß es wieder Luther und 51 r e f e tn a n n einschließt. TrotzDem von Anfang an mit Diesen, 'Ausgang gerechnet worDen war, mirD vorbehaltlos Befriedigung Darüber aus- geDrürft, Daß Diese beiDen Manner, unter Deren Mitwirkung viele wichtige Fragen gelöst, anDere einer Lösung nähergebracht wurDen, unD Die Das volle Vertrauen Der britischen Regierung unD öffentlichen Meinung genießen, weiter in Der Lage sein werDen, maßgebenDen Einfluß auf Die Gestaltung Der Deutschen Außenpolitik auszuüben. Dieses Gefühl Der BesrieDigung roirD nicht beeinträchtigt durch das Bewußtsein. Daß nicht nur eine nackdrück- liche, sonDern, was im englischen politischen Leben viel wichtiger ist, eine- kühle, von Gefühlsmomenten freie, überzeugenDe Darlegung Des Deutschen Standpunktes und deutscher Forderungen von feiten Der Männer zu erwarten ist, Deren geschickte Vertretung Der Deutschen Jmeressen auf Der Locarnokonserenz von britischen Vertretern, nicht zum minDesten -von Chamberlin anerkannt roirD. Rußland. Moskau, 17. 3a n Nicht ohne Bitterkeit wird hier festgestellt, Daß weite Kreise der Bereinigten Staaten nod) immer Der Anerkennung Der Sowjetunion entgegenstehen. Man weist auf Die Erklärung Der Neuyorker Bankieroersammlung hin unD kommentiert, etwas spöttisch, Den Gesinnungsumschlag Des JnDustriellen 6 o r D, der 10 000 Traktors an Rußland verkauft habe, so Daß seine politische Umstellung verständlich werDe. Weiter roirD eine Aeußerung Des „Jour nal of Commeree" zitiett, Das jegen Die Anerken nung fei, weil jeDe Stärkung Der Kaufkraft Der Sowjetunion einzig DeutfchlanD zugute fom men roürDc, fo Daß Amerika Die Vorteile, Die es in dem Kriege errungen habe, verlieren müßte. Nebenbei roirD Dessen geDacht, Daß Amerika nod) immer auf Dem StanDpunkt stehe. Der Anerkennung müsse rufsischerseits Die grunDfätzliche Erklärung, man werde Die VorkriegsschulDen bezahlen, vorausgehen. Hierzu roirD auf eine Erklärung Des Neuyorker SchutzverbanDes hingewiesen, Der seine Tätigkeit fortsetze. Maler gilt das gleiche. Es gibt feine illusionistische. naturalistische jltaterei in China; sie würde mindestens als handwerklich gelten. Se knapper und prägnanter das Bild sich ausdrückt, desto höher ist es ästhetisch zu werten. Was wir vermissen, ist nickt Mangel an Können, sondern Beweis künstlerischer Kraft, in einer Malerei übrigens, die nie so unter wissenschaftlichen Einflüssen gestanden hat, wie bei uns. Lind die Revolutionierung unserer Kunst in den letzten Sah-r- zehrrten geht von ostasiatischen Anregungen aus. Der gleiche anaturalistische Stil beherrscht Form und Farbe. Alles Unwesentliche wird unterdrückt. «Dgl. Liebermann- Zeichnen ist Weglassen ...) Ae uh erste Reduktion der Form ut einem zeitgenössischen Bilde wirkt geradezu zwingend auf die auSmalende Phantasie des Beschauers. Derartige Bilder find nicht mit unseren „Skizzen" zu vermengen; sondern sie bedeuten konzentrierteste Essenz bildnerischer Ge- Haltung. Der aus Charakterisierung bedachte Stil des Chinesen ist rein linear und verzichtet bewußt auf das Spiel von Licht und Schotten. Er sieht, sozusagen, das Ding an sich, löst es aus dem Zusammenhang und behandelt es in der Fläche, wiederum ganz willkürlich, zwei- dimensional. (Sntereffantc europäische Gegenbeispiele: Rembrandt, Velasquez, spater Manet). Sn solcher Sehweise ist zugleich eine gewisse Zeitlosigkeit der chinesischen Figuren begründet. Zu einem unendlich zarten Blütenbild des 12. Sahrhunderts gaben feinste Deutung die schönen Verse des ..cherubinischen Wanders- mannes" Angelus Silesius. Die Rose, welche hier dein äußeres Auge sieht, in« hat von Ewigkeit also in Gott geblüht. Diele, vielleicht die besten chinesischen Malereien sind „farblos", d. h. in schwarzer Tusche ausgeführt Die Zeichnung, die Linie also, ist gleichsam der Träger der Melodie, die Farbe nur die gedämpfte Begleitung. Der Malfttl ist linear. Die lineare Klarheit des Rlalers (der gewissermaßen als Dchreibmedium eines durch ihn sich offenbarenden Dänwniums angesehen wird) würde aber unter Schattengebung gelitten haben: auch die Schattierung und Modellierung dn Linie muß also wegfallen. Das Bild bleibt retn innerhalb zweier Dimensionen. Richt etwa. rein äußerlichen Geschehen, unD Das dramatische optcl ist am EnDe ein „Theaterstück. Emil Bern- Hard hat Die uralte Sehnsucht seines Volkes nad) Der Erlösung zum GegenstanD seiner „IagD Gottes gemacht. Gott ist Der oberste JagDherr, unD er jagt Volk, läßt es jagen Durch Menschen (Kosaken umzingeln Den Tempel), unD Durch ihre eigene Leidenschaft, bis einst Die IagD obgeblasen wirb und Der Erlöser kommt. Angstvoll ist Die kleine Ge- uleinDe im Tempel versammelt, Die Kosaken sind unter Der Drohung, wieDerzukommen, abgezogen. Da plötzlich bemerken sie einen FremDen in ihrem Kreise. Dieser FremDe mit Nomen Naftali sagt. Daß er Der Bote Des Messias ist, unD Die verzweifel' Hoffenden klammern sich an ihn, bringen ihm all ihre Kostbarkeiten, nur Der alte Rabbi siehl tiefer unD versteht in Der Seele Des FremDen zu lesen. Im letzten Akt sind alle in Der Synagoge ver° sammelt unD harren auf Das Kommen Des Messias, Da schleudert Naftali ihnen Das Bekenntnis ins Gesicht, Daß er sie alle aus namenlosem Haß irre geführt habe, Daß er selber getaufter Christ lei. (Dieser Haß findet eine psychologisch schwache Erklärung in Der verprügelten KinDheit Naftalis.) Vor Der Tür wüten Die Kosaken unD fordern einen Juden zum Opfer, andernfalls stecken sic Den ganzen Ort an. Der alte Rabbi will gehen, Da stürzt sich Rastali dazwischen unb geht für die Gemeinbe in Den DpfertcD. In Den letzten Worten Des Rabbi liegt Die ganze Sehnsucht unD Tragik Des Juden tums ziijammengesaßt: „Der Messias ist unter uns gewesen, und wir haben es nicht gewußt'" Der Schluß — man hört, wie Naftali an der Tür ge- steinigl wird — ist formal genommen unbedingt theatralisch, aber er läßt in seinem Erlösungs- aeDanken Den christlichen Zuhörer auf einen, aus Der Fever Emil VernharDs bcfremDcnDen Schluß kom- men, nainna), Daß Die Erlösung Durch Das Prinzip Des christlichen GeDankens erfolgt (aber vielleicht ist Das nur die Schlußfolgerung christlicher Anschauung). — Die Ausführung war gut. Leontine ® a 9 a 11 hatte Diesmal Die Regie übernommen unb schuf aus Der sicheren Kenntnis Der Materie Sze- nen, die von starker Eindringlichkeit getragen wurden. Die Darsteller, an Der Spitze der Wiener Gast Herz Großbart (Naftali) gaben ihren Menschen Die bewegte LeiDenschastlichkcit Des Dra«> was. Emil Bernhard mußte sich wiederholt zeigen, ttacci die Qual der 'Wahl abnimmt und sie mit der großartigen Erfindung der Einheits - presse so trefflich über olles, was in Italien vorgeht, unterrichtet, daß sich Widerspruche von selbst erübrigen. Ein Volk, ein Diktator, eine Presse! Man sollte es nicht glauben, daß sich dein aufs innigste zu wünschenben Ziele Hindernisse entgegenstellten, die zu überwinden es des Aus- gebotes der ganzen saszistischen Macht bedurfte. Aber nun ist's geschafft Als Reuja hrsgefchenk konnte Mussolini dos neue Pressegesetz feinen beglückten Untertanen in die Hand drücken. Es sieht reizend aus. Ach! Paragraphen nur. aber leimig und schmackhaft wie ein dickgemandelter Pfefferkuchen. Sehe Zeitung oder Druckschrift periodischer Rotur muß einen verantwortlichen Direktor haben. Der muß in der journilisiischrn Berufsliste eingetragen fein, dem „Album". Ohne Albumvers kein Sournalist mehr, kein Direktor jmb kein Reporter. Außerdem bedarf der Zeitungsleiter einer Genehmigung von oben. Pvocuratore generale heißt der allmächtige Pressegott. Ohne sein Placet kein bedrucktes Zeitungs-biatt. feine Anstellung, kein Aufsichtsrat. Gesellschaften haben jedes Sahr ihre Mitgliederliste zur Prüfung vorzulegen. Für die Erfüllung der behördlichen Verfügungen haften Die Verleger mit Brieftasche und Maschinen vis zum letzten Gentesirno unb Bleiklumpen. Unnötig wohl, hinzuzufügen, daß auch der Staatsanwalt seine gewichtige Position hat. Die ausländischen Zeitungskorre- s p o n d e n t e n wissen noch nicht genau, ob auch ihre Zulassung von Der Einschreibung in Den „Orden" und das „Album" abtjängt. Wenn nicht, kann es noch kommen. Unter Aussicht stehen sie ja schon lange. Man fragt sich allen Ernstes, ob es noch länger „tragbar“ ist, daß sie von Dev Uniformierung der italienischen Presse obstechen und sogar Dinge berichten, die in ihr nicht enthalten sind. Sa, eS sind bockbeinige Kerle darunter, die sogar eine eigene Meinung haben! 'Wenigstens diesem unerhörten Zustand hat, soweit es die vierzig Millionen Einheimischer betrifft, Farinacci ein Ende gemacht. Richt mit dem neuen Pressegesetz nein, das bildet sozusagen nur das Sicgesbulletin und den Friedens- Vertrag nach Versailler Muster. Vorher schon wurde der Weg frei gemocht, und um der Wahrheit die Ehre zu geben, muß gesagt werden, daß auch zahlreiche saszistische Blätter unter die Dampfwalze gerieten. Wo nur eine Meinung herrscht, werden eben die meisten Kopien überflüssig. Sn diesen Tagen hat dos große Zeilungs- sterben den Höhepunkt erreicht. Wie Blätter im Herbste fallen sie. Do liegt die Epoco am Boden, früher contra, Dann pro. Da hauchte die 3 D e a nationale ihren triegerischen Geist aus oder vielmehr in die Tribuna hinein, die gestern contra war. heute mehr als pro ist. Das Smperv fühlt sich schier abgefögt daneben. Wie die Trutzburgen im Roiden geschleift wurden, der (Sortiere dello Sera und die St ampo, ist bekannt. Originell die Blockade der letzten liberalen Festung im Süden, des Matti n o. Farinacci ging noch der Aushungerung mit dem Sturmbock des Ankaufs vor. doch kam ihm ein faszistischer Abgeordneter, sagt man, zuvor. Der wurde darauf aß Amerika noch immer der Anerkennung inusse gliche Erklärung, man chulden bezahlen, auf eine Erklärung des hingewiesen, der seine .zwischen der Schweiz und Oesterreich endete unent schieden mit 2:2. Damir ist die Schwei z mit ins gesamt drei Punkten (k ti r o p a - M e i st e r, mäh renb die Tschechoslvwatei mit zwei und Oesterreich mir einem Punkt unterlageu. Die Schweiz Eishockey-Europameister. Davos, 1!).Ian. (Wolff.) Das letzte Spiel um E i s h o cke y - E n ro p a - M e ift e r s chaft meister Butzbach auf seinem Spielplatz im „Lustgarten" den Meister des M a i n - G a u e s Turnte s c l l s ch a f t Offenbach. Die Flocken wirbelten hernieder, als die Spieler in leichter Spiel- Ilcidung das Spielfeld betraten, wo sie unter der Leitung des vorzüglichen Schiedsrichters M i ch l e r vom Polize Sportverein Frankfurt ein ganz flottes Spiel entwickelte, lieber den Verlaus ist zu sagen: Butzbach hat Anstoß, der jedoch ichon von Offenbachs flinken Läufern abgefangen utib von dem grün-weißen Sturm vor Butzbachs Tor getragen wird. Das voll und ganz offene Spiel, das nur etwas unter dem hohen Schnee litt, wogt 2 0 1 beständig zunehme und damit Jugoslawiens Absatz. Möglichkeit verringere. Es kann fein Zweifel darüber bestehen, daß Rußland die größren Anstrengungen macht, feine durch Locarno entstandene Isolierung durch eine Verstärkung feiner Emanzipationsbestrebungen v enzumachen. Die Entschließung des 14. Parteitags, Rußland mit. ganzer Straft zu industrialifie reu, gibt zu erkennen, daß man auf die Finanzhilfe des Auslandes, vor allem Amerikas, rechnet. Daher das Bestreben, sich von Amerika anerkannt zu sehen. Andererseits vergibt man schon jetzt nach bester Möglichkeit Bestellungen ins Ausland und deutet damit an, daß man ipätcr, wenn mit der Aiislandanleihe fremde Zahlungsmittel in Fülle vorhanden sein würden, das Volumen dieser Aufträge start erhöben werde. Den Jndustrialisten stehen die Anhänger des Agrars y st ? m s gegenüber, bereit Verfechter der Volkskommissar der Finanzen, So t ol n i kow, ist. Er behauptete aus dem .Kongreß, daß die Sowjetunion nur dann auf litte äußere, ihr io notwendige 'Anleihe rechnen iönne, wenn sie ihren Getreideexport stärke. Man müsse deshalb mit der Industrialisierung warten. Sokolnikom wurde überstimmt. Jetzt wird hier der Versuch gemacht, die Anleihe in das Gewand von Strebitferungen einzulleidsn. Die Bezahlung von Vorkriegsjchulden würde freilich unter solchen Um ständen kaum möglich fein, da sie den größten Teil einer eventuellen Anleihe konsumieren würde. Franziska. Roman von Lies bet Dill. (Schluß.) Sic junge verschleierte Dame hatte ihr Grab gefunden: den Schleier zurückgeschlagen, ordnete sie die Kränze auf einem frischen Grab. Daneben sah er ein hoch auf getürmtes neues Grab. Er erkannte es an den goldgedruckten Inschriften der Kranzschleifen. ..... Dieser Teil des Kirchhofs lag abicbiüfig nach den Aachbargärten hin. und die Gräber an dieser S eite hatten nur eine Erddecke von et wa Mel erhöhe. Denn man den Stock seitlich m die Erde stieß tonnte man den Sargdeckel berühren, s'^asse hatte das Gefühl, als habe niemand mehr X)iit, die Menschen zu beerdigen. Hier an der . wäre das eigentliche Resultat gewesen, wenn nicht ein Ver- teibiger Wiesecks durch ein Selbsttor die Schluß- ziffer auf 3:2 gestellt hätte. Ein Werbeabend in Heuchelheim L Die am Samstag als Werbeveranstaltung durchgeführte Winterfestlichteit der Freien Turnerschaft Heuchelheim erfreute sich eines zahl- reichen Besuchs und war eine der schönsten Feiern, welche in den letzten Jahren begangen wurden. Hat es doch die technische Leitung des Vereins verstanden, den Verein auf sportlichem Gebiet auf eine außerordentliche Höhe zu brin^ gen. Das turnerische Programm, welches unge^ fahr zwei Stunden ununterbrochen andauerte, wurde von den an Ordnung gewohnten Sportlern und Sportlerinnen in mustergültiger Weife durchgcführt. Der Eröffnungsakt, dargestellt als ein Demonstrationsbild der gesamten Mitwir- fenben, wurde mit liedhaftem Beifall ausgenommen. Zu gleicher Zeit wurde hierbei der ge° legentlich der Olympiade als ewiges Andenken erhaltene Fahnennagel dem Verein feierlich überreicht. Bei der nun vorgeführten Gym- n a sti k der Männer und Frauen, wurde den Zuschauern gezeigt, wie man den Körper muskelkräftigend und geschmeidig machen kann. Diese ■Hebungen müssen bei einem geordneten Turn- betrieb den wichtigsten Teil bilden. Das G e r ä t e t u r n c n der Aktiven und Zöglinge, das in einfachen, aber guten Haltungsübungen bestand. zeigte wiederum, daß der Turner und Sportler unbedingt jedes Gerät beherrschen mutz. Eine Glanznummer waren die Frei- und Keulenübungen der Turnerinnen. Hierbei wurde durch die Begleitung durch ge- „Es ist teilt Platz mehr, Herr", sagte alte Gärtner. „Jeden Tag werden neue herein Vereine Spiele ? u.Sp.-V 46 Butzbach Lehr energisch setzt sich die Moskauer Presse dafür ein, daß die Schweiz, die die russische Regierung zur Beteilgiimg an der Abrüstungskonferenz bzw. deren Vorarbeiten einlade, zuerst sich wegen der Art," wie sie die Ermordung W o - rowskis durch Sionrabi „gesühnt" habe, voll entschuldigen müsse. Früher, als sie diese Verfehlung wieder gut gemacht habe, könne sie nicht daraus i ccbnen, daß die Sowjetunion den Boykott aushebe. Der Sowjetunion sei freilich sehr wohl bekannt, daß die schweizerische Industrie sich bei ihrer Re- gienmg iehr nm die Boykottaushebung bemühe, da ne für ihre Waren Absatz brauche. Sie Sowjetunion sei das Land, das Bestellungen zu vergeben habe. Der Vorwurf deutscher Zeitungen, der «ow- jjutiion sei es nur darum zu tun. bi? Abrüstung» kenterenz zu sabotieren, sei hinfällig, da Rußlands Friedensliebe über jedem Zweifel stehe. Die Spannung mit Polen dauert fort. Allerdings begibt sich eine Delegation polnischer AW ceorbnetev nach Moskau, begleitet von heftigen Drohungen eines Teiles der Warschauer Presse. Doch Hal schon der Vorsitzende der Delegation sofort nach seinem Eintreisen in einem Interview geäußert, er sehe alle feine Erwartungen übertroffen. In einem Leitartikel der „Isweftija" wird andererseits darauf hingewiesen, daß Jugoslawien schon deshalb großes Interesse an einer Verständigung mit der Sowjetunion haben müsse, weil der Export Rußlands nach dem nahen Osten Wie wäre mein Leben geworden, wenn ich sie nie gekannt hätte? Vielleicht wäre ich heute kein einsamer Mann, hätte Familie, Kinder. Run habe ich mir noch Arbeit. Ich bin bereits so weit, daß ich von den Menschen, denen ich diene, leine Dankbarkeit mehr erwarte. Wie weife bin ich geworden, dachte er mit leichter Bitterleit, wie alt... mein Haar ist grau geworden. Alnb doch . jene ersten Jahre waren mit der Jugend verwoben. Vielleicht hab' ich sie deshalb so geliebt! Liebt man nicht alles, was mit der Jugend verwachsen ist, Menschen. Häuser, Möbel, Landschaften. Wenn sich auch jetzt kühle Betrachtungen über Ziel und Zweck anstellen liehen.. ach. Ziel und Zweck! Wer einen einzigen Frühling erlebt und empfunden hat, ist jung gewesen und glücklich. Es war Kampf und Bitterkeit dadeig^- mischt. aber, wie sagte Franziska... es war doch etwas Ganzes gewesen. Ein großes Gluck ist immer von kurzer Sauer. Alle Empfindungen, die mit ihr verknüpft war eit, hingen nut feiner Jugend und dem Frühling zusammen. Rein, ich gäbe ftc nicht her, es war wert, gelebt zu haben. Franziska. . L ., Er würde sie nie vergessen. Richt ihre umherirrenden Augen, die sich angstvoll an ihn geklammert hatten... Er kam st.245 0.241 0,23 0,26 0.245 0,277 1 87»% Deutsche Reichsanlethe 0,2'5 0,35 0 2775 3% Deutsche RcichSanleihe . Deutsche Sparprämienanlethe 0,34 — o,;3 0,845 0.14 0.125 4% Preußische KonsolL . . . 4% Hessen.......... u ,22 — 1.2475 0 26 — — 0.245 3%% Hessen ... ...... 3% Hessen........... — — 0,19 0,21 — Deutsche Wert!). Dollar-Aul. dto. Doll.-SLatz-Anweisng.*) 911,25 — 91,75 _ 98.5 91,6 — *% Zolltürken......... 1 9 05 9 — —. 5% Goldmcpikaner..... ! - 42,5 45 w* Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank 110* 101,5* U3* 101 5* 143* 101,7* 144,5' 102* Darmst. und Natioualbank . 114,7* — 115,2* 115,9* Deutsche Bank......... 114,7* — 115,5* 116,5* Deutsche BcretnSbank .... 60 — DiSconto Commandit . . f . 112,6* 113* 112 2* 112,7* Mctalldank.......... 88 75 88 —— Mitteldeutsche Kreditbank. . 95* 95* .95,5* 95,5* Ocsterreichische Creditanftalt. 6,75 6.7 6,75 Westdank .......... 0 035 0 035 —. Bochumer (Soß ........ —• —• 80.5* 82* Buderus........... 37,5 34.9 Laro .......... . 43* 44* 42 5* 43* Deutsch Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke.. 82' 82,5* 77 6* 82* 86 25* 86,75 85,25* 87,5* Harvencr Bergbau...... tkaltwcrke Aschersleben.... 106* 116 105* 118,75 104* 114 7* 106* 117,5* Kaliwerk Westeregeln..... il? 119 116,5 119 Laurahütte........... Obcrbedarf........... 35 — 83.5 34.5 45* 48* 44,5* 48,75* Phönix Bergbau ...... 74.5* 74,5* 73* '75* Nheinitahl........... 64* 63.25* 62* 62.9* Nicbcck Montan........ 81 78,75 bi,5 Tellos Bergbau..... . 51.5 53 5 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Slovd..... 107.2* 118* 112,5* 125* 111.5' 124,7* 111,7* 124,5* Theraonschc Werke Albin . . — — Zementwerk Heidelberg . . . 73 74 _ _ Philipp Holzmann...... 57 57,25 55 — Anglo-Cont.-Guano..... — — 80 81,75 Chemische Maner Alapin . . — I. G. Farbenindustl-ie, A.-G. — — 125* 127,4* (Goldschmidt.......... 62 5 64 60 75 Holzverkohlung........ 55,5 _ NütgcrSwerkc......... 67.5 70'5 65 _ Schcidcanstalt......... 90 91 — Mg. Elektrizitäts-Gesellschaft 95,75* 95,5* 93.5* 95,75' Bergmann ......... Mamkraftwerke........ 75,5* — 80* 78 — _ Schuckert............ Siemens &. Halske ...... 72* 72,25* 69,5* 72“ 83,5* 87* 85,0' 87,5* Adlcrwerke Kieper ...... 33.5 34 31.5 34 25 Daimler Motoren. ...... 34 34,5 31,9 35 Heyligenstaed:......... 17.5 — Meguin............. 31 31 — Motorenwerke Mannheim . — Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . — — _ — 98 55 98.5 55 55 — Schuhfabrik Herz . . .... 20,26 20.5 19.5 Sichel...... ........ 2,75. 2 25 1,75 — Zellstoff Woldhof....... 91 94 »1 —- Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel • - • 53 46,25 51 47,5 45 — Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Frankfurt a. 1, 20. 3an. Lenden-: Nach fester Eröffnung abgeschwächt. — Die nun endgültig vollzogene Kabinettsbildung ließ die Höherbewegung, die bereits gestern unter Führung der Chemie- und Schiffahrlswerte den Markt beherrschte, aufs neue aufleben und brachte namhafte Steigerungen auf allen Gebieten. Das Geschäft nahm vorbörslich wieder ein größeres Ausmaß an, zumal der günstig lautende Ausweis der AeichZbairk ein neues Moment der Anregung bot. Die Kurserhöhungen erreichten aber nicht das Ausmaß wie gestern, immerhin waren anfangs bei Chemie- und Schiffahrtswerten Steigerungen von 2 bis 4 Proz. zu verzeichnen. Dagegen bot der Montanmarkt ein Bild großer Unregelmäßigkeit. Die Kurse waren teils behauptet, teils bewegten sie sich unter dem Niveau des gestrigen Abendverkehrs. Nur für Kali werte stellten sich neue Steigerungen von 2 bis 3 Proz. ein. Elektro- Aktien wiesen ebenfalls neue Gewinne auf. AEG. plus 0,75 Prozent, Licht und Kraft sowie Siemens-Halske je plus 1 Proz., Schuckert plus 2 Proz. Bankaktien behaupteten ihre feste Haltung. Berliner Handel plus 3 Proz. Auto-Aktien lagen unverändert fest. Auch Maschinen strebten nach oben. Karlsruher plus 2 Proz. Zellstvff- und Zuckeraktien verkehrten ebenfalls in fester Stimmung. Der Kassamarkt der 3ndu- striepapiere hatte neue Kursavancen aufzuweisen. Gesucht waren namentlich solche Aktien, die niedrig im Kurse stehen. Stark begehrt vor allem Eh- I Unger Spinnereien. Deutsche A nteihe n konnten ihrem Kursstand nicht behaupten und gaben leicht nach. Schutzgebiet 5,3. Auf dem Markte der ausländischen Renten entwickelte sich lebhafteres Geschäft in Türken und Nüssen. 3m Bordergrundc standen Bagdad II, die um 1 - Proz. anzvgen. Der Freiverkehr lag ziemlich fest. Beckerstahl 15 Proz., Beckerkohle 49 Proz., Benz 34 Proz., Brown-Boveri 56 Proz., Entreprise 10 Proz., Gro- roog 48 Proz., Kriigersholl 85 Proz., Deutsche Petroleum 76 Proz., Ufa 56 Proz., Ufra 57 Proz. Im weiteren Verlaufe wurde die Stimmung unsicher. Die Spekulation schritt in den stark gesteigerten Werten zu Gewinnsicherungen. Die Stimmung wurde etwas gedämpft und die Kurse erlitten mehr oder weniger starke Einbußen. Der Geldmarkt ist weiterhin sehr flüssig. Tagesgeld 7, Bankdiskonten 6,25, Industrie-Akzepte 7,50 bis 8 Proz. Monatsgeld, das in großen Summen vorhanden ist, stellte sich auf 7,50 bis 9,50 Proz. je nach Adresse. Im Devisenverkehr setzte sich die starke Steigerung des englischen Pfundes fort. London gegen Kabel 4,86z. Paris lagen dagegen abgeschwächt mit 130,30 gegen London. Die übrigen Valuten sind unverändert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 19 Jan. 20. Jan. Amtliche Notierung Amtliche Notierung »cld Briet Geld Brief Slrnft.-iHott. 168,58 169,uo 168.61 169,03 Buen--Aires 1,737 1,748 1.735 1,740 Brss.-Antw- 19.055 19.09.» 19 07 19.1 1 Christiania. 85,34 85,56 85,32 85,54 Kopenhagen 104,39 104,65 104,17 104,4! Stockholm . 112,22 112,48 112.28 112,56 Hftnngsors. 10,545 10,585 10.545 10,585 Italien. . . 16,94 16,98 16,91 16,9« London. . 20,39-1 20,454 20,400 20,453 Neupork . . 4,195 4,2)5 4,195 4,205 Pari?.... 15,80 15,84 15,66 15,70 Schwei; . . 81,02 81,22 81.03 81,23 Spanien - . 59,35 59.4>i 59,37 59,51 Japan . . - 1,861 1,865 1,842 1,876 Rio de Jan. 0,630 0,634 . 0 632 0.637 Wien in D>- Ceft. abgcst. 59,07 69,21 >9.05 59,15 Prag .... 13,417 12,457 12,415 12,455 Belgrad . . 7,432 7,452 7.4 >2 <, 452 Budapest. . ■»,87 6,89 5,875 6,893 Bulgarien. 2,395 2,405 2,615 2,625. Lissabon 21,225 21,275 21 225 21,275 Danzig. . . 80.86 81,06 80.90 81,10 Konstantin. 3,185 2,195 2,185 2,1.5 Athen. . . 5.79 5.81 5.79 5.81 Kanada. . . 4,187 4,197 1.187 4,197 Uruguav . - 4,325 4,335 4.335 4.345 Berlin, 19 Jan. Geld Brief Amerikanische Äotei . . . . . 4.20 4,22 Belgische Noten . ....... Dänische Noten ........ 19.01 103,*9 20 11 101,51 Englische Nottn........ Französische Noten ...... 20,363 20,465 15,84 15 92 Holländische Noten...... 168,23 163.07 Italienische Noten...... Norwegische Noten...... 16 925 17,005 85,14 85.56 1°° Kronen Rumänische Noten...... 58.94 59,24 Schwedische Noten ...... 112.09 112,65 Schweizer Noten ...... 80,95» 81,33 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 59,15 12,89 59,45 12.45 Ungarische Noten....... 5.83 5.87 Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".s Frankfurt a. M., 20. Jan. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 26 bis 26.25, Roggen, inländischer, 17.75, Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24, Hafer, inländischer, 18.50 bis 21.50. Mais, gelb, 20.50 bis 20.75, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 41 bis 41.50, Roggenmeht 26 bis 26.50, Weizenkleie 11.10 bis 11.30, Roggenkleie 11.25 bis 11.50. Tendenz: Leicht befestigt. -berliner Produktenbörse. Berlin, 19. Jan. Im amtlichen Mittagsverkehr konnten sich in Uebereinftimmung mit besseren Auslandmeldungen gleichfalls etwas erhöhte Preise durchsetzen, allerdings blieb der Weizen nach dem gestrigen starken Rückschlag nicht allzu sehr erhöht, während Roggen etwas bessere Gewinne erzielen konnte. Am Locomarkt hörte man ungefähr um eine Mark gebesserte Vortagspreise. Die Nachfrage seitens der Exporteure sowie der Mühlen hält wohl an, doch werden nur mäßige Höherforderungen bewilligt, während anderseits der Abgeber nur zu mäßig höheren Preisen am Markte erschien. Im Zeithandel eröffnete Weizen eine Mark höher, Roggen per Mai zwei Mark gebessert. Gerste gleichfalls angeboten, aber ruhig. Hafer ohne beachtenswerte Veränderungen, desgleichen Futterartikel. — Es wurden notiert: Weizen, märkischer, 246 bis 252, Weizen, pommerscher, 246 bis 252, März 267, Mai 272 bis 274; Roggen, märkischer, 144 bis 151, Roggen, pommerscher, 143 bis 150, März 175 bis 176, Mai 186 bis 188; Gerste, märkische, 180 bis 207; Futtergerste 148 bis 162; Hafer, märkischer, 160 bis 171, März 183, Mai 188; Weizenmehl 32,50 bis 36; Roggenmehl 22 bis 24; Weizenkleie 11,25 bis 11,50; Roggenkleie 9,75 bis 10,25; Raps 340 bis 345; Viktoriaerdsen 26 bis 35; kleine Speiseerbsen 22 bis 25; Futtererbsen 20 bis 22; Pelusch- i kcn 19 bis 20; Ackerbohnen 20 bis 21; Wicken 20,5 I bi 23; Lupinen, blau, 11,75 bis 12,50; Lupinen, gelb, 13,75 bis 15; Serradelle 18 bis 19; Rapskuchen 15,25; Leinkuchen 23,30 bis 23,60; , Büchertisch. Der soeben begonnene 10. Jahrgang der nationalen Monatsschrift „Deutschlands Erneuerung" (3. F. Lehmanns Verlag, München) bringt eine Reihe von Neuerungen mit sich, die ganz den Bedürfnissen der Gegenwart entsprechen. Zunächst wird von 1926 ab viermal im 3ahre die neue Vierteljahrsschrift für deutsches Volkstum „Volk und Rasse" den Heften von „Deutschlands Erneuerung" eingefügt. „Volk und Rasse" will vor allem den heute immer mehr an Interesse gewinnenden Fragen der Rassenkunde entgegenkommen, die Beziehungen zwischen Rasse und Volksleistung erforschen und immer weitere Kreise auf die Bedeutung der erblichen Beschaffenheit eines Volkes für seine kulturellen Leistungen aufmerksam machen. Einen weiteren Ausbau erfährt „Deutschlands Erneuerung" durch eine in Zukunft regelniqHig erscheinende Abteilung: „Schrifttum und Kunst", die der Leitung des Dichters Börries Frhr. v. Münchhausen unterstellt ist und besonders heimatliches künstlerisches Schaffen zur Geltung bringen wird. — Rasmussens T h u l e f a h r t. Zwei 3ahre im Schlitten durch unerforschtes Eskimo-- land. Von Knud Rasmussen. Ca. 700 S. Reich illustriert, ca. 10 Lieferungen. Pro Lies. 2.80 Mk. (Verlag der Frankfurter Societäts-- Druckerei, G. m. b. H., Frankfurt a. M.) — Ein Mann wie Knud Rasmussen, Eskimo und mo” derner Europäer seiner Abstammung nach, von Kindheit an der Sprache dieser sonderbarsten Nomadenvölker der Welt mächtig, ist der ge-» borene Polarforscher. Sein Forscherleben ist nur die glückliche Fortsetzung seiner Fügend, die harte und restlose Erfüllung der größten Ausgabe, die das Leben ihm gestellt hat. Sie liegt vor uns, diese leidenschaftliche Reise im Hunde-- schlitten über eine Strecke, die dem halben .Um* kreis der Erde entspricht! Der erste schlichte Bericht, ein wahres Volksbuch, sofort nach der Heimkehr geschrieben, ist noch heiß von dem Glück detz großen Erlebnisses, stark durch den eben errun-- genen Sieg über die namenlosen Mühen eines 31/jährigen Aufenthaltes in Eis und Schnee. „Rasmussens Thulefahrt" soll auch in Deutschland, in geringem Abstand von der dänischen, Originalausgabe, zunächst in der Form von einzelnen Heften erscheinen, um das einzigartige! Werk breiten Kreisen zugänglich zu machen. Das erste Heft einer Folge von etwa zehn, monatlich erscheinenden Lreferungen liegt jetzt vor. 3m Jahre 1902 begann Rasmussen seine polaren Reisen, 1912 unternahm er die erste Thule- Expedition. Erst die fünfte Thulefahrt bildete den organischen Abschluß dieser unentwegten Bemühungen um die Kenntnis und die Zusammenhänge der über die arktischer Kontinente - zerstreuten Eskimovölker. Erst jetzt ist erwiesen, daß die Eskimos vom vstgrönländischen Angmagssalik bis. zu den Klippen Sibiriens sich der gleichen Sprache bedienen, den gleichen Glauben lebendig erhalten, die gleichen Sänge besitzen und sich die gleichen Sagen erzählen. Ein einheitliches Volk wohrrt auf diesem halben Wege um die Erde tierffreuf Westlich der Hudsonbai liegt seine Urheimat, Reste der ursprünglichen Kultur bestätigen es. Wir folgen den Entwicklungen und Wanderungen der verschiedenen Stämme durch die Trümmerwelt des Eises. Eine noch nicht abgeschlossene Epoche der Völkerwanderung, ein? noch lebendige Zeit der Heldensänge erwächst auf der heutigen Erde. 3n diesem Buch ist die Sprache frei und groß, unbeschwert von dem geradezu erdrückenden Material, das die Erpe- dition mit nach Hause gebracht hat. Eine Fülle von Bildern - das beste und reichhaltigste Material, mit dem je eine arktische Expedition hat aufwarten können — ist verschwenderisch in die Schilderungen eingestreut. Aber gerade so steht Rasmussens Buch in der arktischen Literatur ohne Seitenstuck da! 871 ---------------- • Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amsch