Dienstag, 19. Oktober 1926 176. Jahrgang nr. 2H5 Erstes Blatt vruS und Verlag: vrühl'sche Univerfitüt§-Buch- und Ztetndruckerei ».Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftzstelle: Zchulfttahe 7. Annahme von Anzeiaen für di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorder. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm ‘Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Ne» hlameart'cigen von 70 mm Breite 55 Reichspsennig, Platzvorfchri't 20* * * * v mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich iür Politik Dr. Fr Wilh. Gange; für Feuilleton l> H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An. zeigenteil i.Verlr. H.Deck, iämtlid) in Dietzen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Erscheint täglich,nutzer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gtehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monals-Lezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfplechanschlüfse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahlnach« richten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Zranlfurt am Illa in 11686. WO 6ik ui Die W in MMti Wei. nichts gelöst habe. Standpunkt anschließen würde: aber das fei nur die Wirkung rednerischer Leistungen gewesen, und bei der Abstimmung sei Franklin Bouillon allein, oder fast allein gewesen mit der These, die die Sozialisten, die Gegner der Regierungsbeteiligung, von der Bereinigung der Linken ausfchlicße. Man müsse wahrlich sagen, daß der Kongreß von Bordeaux Der Parteitag der französischen raditalsozialen Partei in Bordeaux hätte für die innerpolitische Lage Frankreichs von ausschlaggebend«:! Bedeutung werden können, wenn die Partei den Mut zu einer klaren Ent scheidung gesunden hätte. Sie ist diesem Zwang aus dem Wege aegangen und hat sich mit einem wortreichen, aber inhaltlosen Kompromiß begnügt, wenigstens soweit ihre gründ- sätzliche Einstellung in Frage kam. Der Parteitag hatte eigentlich eine doppelte Ausgabe: nach der sachlichen Seite mußte er sich darüber klar werden, ob das Linkskartell endgültig b e g'r a b e n sei und neue Wege gesucht werden mühten, entweder in voller Selbständigkeit oder in Anlehnung an Potn- care, nach der persönlichen Seite mußte er eine Neuwahl für den bisherigen ParteivorsihendenHerriot vornehmen. Der zweiten Verpflichtung ist er nachgekom nen. Herr Herriot hat seine Kandidatur gar nicht wieder aufgestellt, und nachdem dies feststand, hat die Partei ihn aus Gründen der Höflichkeit gebeten, die Leitung erneut zu übernehmen: aber das war mehr ein abgekartetes Spiel, Herriot hatte sich so totgelaufen, daß er an der Spitze der Partei nicht mehr stehen konnte. Er hat die Hoffnungen, die auf ihn gesetzt wurden, nach allen Richtungen so schmählich enttäuscht, daß er zwar als Mensch noch unbegrenzte Sympathien genießt, als Führer aber jegliches Vertrauen verloren hat. So war denn auch feine Abschiedsrede vollendet in ihrer Wirkung, sie trug ihm einen starken persönlichen Erfolg ein, konnte indessen nichts mehr daran ändern, daß seine Rolle a u s g e spielt war. Denn in den zwei Jahren, wo er die Geschicke der Partei in der Hand hatte, hat er zu viel verwirtschaftet. Er war bet Mann der Erwartungen, der die Erbschaft Poincares liquidieren sollte. Wenn ihm das nur zum Teil gelang, dann lag die Schuld gewiß nicht ausschließlich bei ihm, sie lag ebenso sehr bei den Sozialisten, die sich zu einer ganzen Tat nicht entschließen konnten und die Berantwortunq der Regierungsbildung nicht übernehmen wollten. Herriot war aber doch als Führer einer der stärksten Kammerfrak- tionen, die zu einer für französische Berhältnisse ungewöhnlichen Einheitlichkeit sich zusammengefunden hatte, eine Macht, die, wenn der W.llr und die Zielsicherheit dahinter gesessen hätte, ihren Weg erzwingen konnte. Statt dessen hat er sich durch Illusionen und Doktrinarismus von einem Irrtum zum anderen leiten lassen. Seine finanzpolitische Anzulänglichkeit kostete ihn das Ministerium. Aber sein Ansehen war immer noch stark genug, um ihn zum Präsidenten der Kammer zu machen. Hier hatte er eine Art Ausnahmestellung gefunden, wo er nur zu warten brauchte, bis feine Zeit wiederkam. Statt dessen stürzte er in unbegreiflicher Kurzsichtigkeit das Kabinett Briand-Eaillaux, erlitt dann in einer 24stündigen Regierung erneut einen so schweren Zusammenbruch, daß nur durch seine Taktik gerade das erreicht wurde, was das Linkskartell von An sang an vermeiden wollte: daß jetzt der Weg frei gemacht wurde für den zurückkehrenden Poincare, dem Herriot auch noch das letzte Opfer brachte, indem er im Kabinett Poincare das Kultusministerium übernahm. Er hat es nicht vermocht, die Irrwege dieser Politik mit der Logik in Einklang zu bringen. Gewiß hat man es menschlich verstanden, daß er in das Kabinett Poincare hineinsprang, weil fein Versagen und damit die Unmöglichkeit einer Regierungsbildung international einen unheilvollen Einfluß auf den Franken ausgeübt haben würde: feine Verteidigung aber für das, was er vorher tat, für den Angriff auf das Kabinett Briand-Caillaux, das außenpolitisch im Begriff war, die Verständigung mit Deutschland herbeizuführen und innenpolitisch den Franken stabilisieren wollte, war so schwach und unzulänglich, daß ihm auch seine treuesten Freunde nicht mehr zu folgen vermochten. Die Partei stand also vor der Lage, sich einen neuen Führer zu wählen. Sie ist auf Maurice S a r r a u t, den Bruder des Ministers, verfallen: schließlich nur eine Verlegenheitswahl, weil man die prominenten Führer nicht Herausstellen wollte. Jeder Raine, der ein Programm bedeutet, hätte gleichzeitig auch die Sprengung der Partei zur Folge gehabt, und das sollte vermieden werden. Aber die Folge dieses Kompromisses auch in der Führerwahl ist eben, daß die Partei ohne jede Richtlinie für die Zukunft geblieben ist. Sie ist der Entscheidung aus dem Wege gegangen, wie sie sich zu dem Kabinett Poincare stellen will, sie hat jedes fachliche Programm außer einer platonischen Liebeserklärung für das Linkskartell unter den • Tisch fallen lassen. Damit mag ihr für den Augenblick geholfen fein, insofern als der Konflikt vermieden wurde. Für die Zukunft aber ist ihr damit nicht gedient. Männer wie Malvy und C a i l l a u x werden ihre Wege weiter gehen und vor allen Dingen die Wähler werden bei den kommenden Wahlen für einen Doktrinarismus, der sich abseits von den Tagesnot.vendig- keiten hält, kaum mehr zu haben fein. Alle Anzeichen sprechen also dafür, daß Herriot gleichzeitig mit seiner eigenen poli.ischen Karriere auch seine Partei begraben hat, die unter die Mühlsteine Poincares gerät und, wenn sie sich nicht entschließt, diesem ihrem abgesagten Feinde die Gefvlgschast auszukündigen, ihre ausschlaggebende Rolle in der inneren Entwicklung Frankreichs ausgespielt haben dürste. Das Ergebnis des Parteitages. Vcrlcgcnhc-tölösunqen. Paris, 18. Oft. (WTB.) Zum Radikalen Kongreß schreibt das „Journal des Ddbats", der ganze Herlauf des Kongresses zeige, daß die Radikale Partei von einer tiefgehenden Krise drallen sei. Die ganze Anstrengung sei darauf geachtet gewesen, vor der Oeffentlichkeit dasSchau» piel eines inneren Zwi st es zu ver- > e r g e n. Die Führer hätten mit diskreten Schleiern die Krise des Radikalismus bedeckt. Die Ernennung S a r r a u t s zum Vorsitzenden sei das offenkundigste Zeichen für die Bemühung, die Haltung zu bewahren. Sarraut habe mit der Präsidentschaft nichts zu tun haben wollen, schließlich habe er sie aber ür ein Jahr angenommen. Er allein fei der fähige Mann, provisorisch die Einheit wiederherzustellen. Solange er Präsident sei, werde man eben Z e i t zum Nachdenken haben. Die Radikalen würden das Kabinett der nationalen Einigkeit unter» tützen: beim Wiederzufammentritt der Kammer werde es keinen Sturm geben. Durch die Wintermonate und vielleicht auch während des Frühlings würden sich die Radikalen nicht regen. Auch der radikale „Paris Soir" vertritt einen ähnlichen Standpunkt. Er schreibt, der Kongreß habe zwischen dem Wunsch, nichts zu tun, was als Desavouierung des verehrten Führers ausgelegt werden könnte, und seinen Wunsch, der Politik vom 11. Mai und den Verbündeten von gestern treu Zu bleiben, geschwankt. Nur Franklin Bouil- l o n habe sich gegen diese Politik ausgesprochen, die er übrigens persönlich niemals getrieben habe. Man habe einen Augenblick an einen Erfolg glauben können, daß der Kongreß sich seinem Berlin, 19. Oft. (WTB.) In ber ange- künbigten internationalen Kundgebung der Wirtschaftsführer von 16 Staaten heißt es u. a.: „Wir wünschen als Geschäftsleute, bie Aufmerksamkeit auf gewisse beunruhigende Zustände zu lenken, bie unserem Urteil nach der Rückkehr zum allgemeinen Wohlstanb im Wege stehen. Man kam» nicht ohne Bedenken mit ansehen, in welchen» Ausmaße T a ri f b a rrier e n. Speziallizenzen unb Verbote seit dem Kriege sich in ben internationalen Handel einschoben und seinen natürlichen Ablauf behinderten. Riemals hatte es der Handel notwendiger als heute, von solchen Einengungen frei zu fein, um den Handeltreibenden zu ermöglichen, sich den neuen und schwierigen Bedingungen an» zupassen. Der Zusammenbruch von großen politischen Gebietseinheiten in Europa war ein schwerer Schlag für den internationalen Handel. Innerhalb weiter Gebiete, deren Einwohner bis dahin ihre Produkte im freien Handel ausge- tauscht hatten, wurden neue Grenzen errichtet, dir durch Zollgesehe eifersüchtig gesperrt werden. Alte Märtte verschwanden. Rassengegensätze konnten Gememschasten auseinanderreißen, deren Interessen untrennbar miteinander verwoben waren. Um diese neuen Grenzen in Europa zu verteidigen, wurden Lizenzen, Tarife und Verbote eingeführt, deren Resultate sich für alle Beteiligten bereits als höchst nachteilig erwiesen. Hinter den Zollmauern wurden neue Lokalindustrien begründet, die infolge der Konkurrenz nur dadurch am Leben erhalten werden konnten, daß die Zollmauern noch höher wuchsen. Cisenbahntarise, die nach politischen Ueberlegungen festgesetzt sind, machen Transitverkehr» und Frachttransporte schwierig und teuer. (Eine künstliche Teuerung ist hervorgerufen worden. Die Produktion als Ganzes genommen ist zurückgegangen. Die Kredite haben sich verringert, und der Geldumlauf hat abgenommen. Zu viele Staaten haben die gemeinsamen Interessen der IDelf außer acht gelassen, indem sie ihre kommerziellen Beziehungen auf die ökonomisch unsinnige Basis stellten, allen handel als eine Aorm von Krieg zu bewachten. Daher kann keine Erholung in Europa eintreten, bis die Politiker in allen Ländern sich darüber klar find, daß handel kein Krieg ist. sondern ein Austauschprozeß, und daß in Zeiten des Friedens unsere Nachbarn unsere Kunden find, und daß ihr Wohlstand eine Vorbedingung für unser eigenes Wohlergehen ist. Glücklicherweise find Anzeichen vorhanden, daß endlich die öffentliche Meinung in allen Ländern zur Erkenntnis der drohenden Gefahren gekommen ist. Der Völkerbund und die Internat t o» naleHandelskammer find am Werke, alle Formalitäten, Verbote und Einschränkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Einflußreiche Persönlichkeiten in einigen Ländern setzen sich für völlige Aufhebung der Zolltarife ein. Don anderen Seiten ist der Abschluß von langfristigen Handelsverträgen auf der Grundlage der Meistbegünstigung vorgeschla- Das französische SchuidenabKommen. Die Widerstände gegen eine Rat.fizierung. Paris, 18. Ott. (TU.) Dem „Echo de Paris" wird von der Regierung nahestehender Seite bestätigt, daß Poincare zögere, die Ratifizierung des Schulbenabkommens vor das Parlament zu bringen, weil die Haltung der Abgeordneten unklar sei. Poincare habe ben Besuch verschiedener Abgeordneter, darunter de Wendeis erhalten, die ihm erklärten, die Rechtsrepublikaner seien in der Gesamtheit gezwungen, gegen die Regierung zu stimmen, wenn das Schuldenabkommen in der gegenwärtigen Form vor die Kammer komme. Poincare habe erwidert, die Vereinigten Staaten hätten in einem Schreiben zugestanden, daß sie die französische Schuld nicht lommerzialisieren wollten. Wenn jedoch das französische Parlament das Abkommen Verengers nur mit gewissen Vorbehalten ratifiziere, so würde diese Geste von den Vereinigten Staaten als eine Ablehnung angesehen werden. Deshalb habe er für ben Augenblick keine Möglichkeit, Sicherheitsklauseln zu erlangen. gen worden. Einige Staaten haben in kürzlich abgeschlossenen Verträgen die Notwendigkeit anerkannt, den Handel von allen niederdrückenden Beengungen zu befreien. Unb Erfahrung lehrt allmählich auch andere, daß das Niederreißen der ökonomischen Hindernisse zwischen den einzelnen Nationen sich als sicherstes Heilmittel gegen das Stagnieren des Handels erweist, das überall zu zerstören ist. Wir sind der festen Aeberzeugung, daß die Wiedereinführung der Handelsfreiheit bie beste Möglichkeit in sich birgt, Handel und Kredit in der Welt wiederherzustellen." Die französischen Unterzeichner haben eine besondere Erllärung abgegeben, worin es heißt: „In der Befürchtung, daß einige Stellen des Manifestes gewisse Meinungsverschiedenheiten herbeisühren können, präzisieren die iUnterzeichneten die Punkte, mit denen sie einverstanden sind. Sie sind der Auffassung, daß die Ansicherheit und wirtschaftliche Anordnung in den Folgen des Krieges und insbesondere den Währungskrisen ihren Ar- sprung hat. Sie glauben, daß vor allem die Länder, deren Währung noch nicht stabilisiert ist, raschestens einer gesunden Währung zu streben mühten. Sie werden das um so eher können, als die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Völkern auf normalen Grundlagen wiederhergestellt werden. Sie finb der Auf as ung, daß die übermäßige H he rder Starrheit gewisser Zollschranken und bie Behinderung des internationalen Verkehrs durch mißbräuchliche Transportvorschriiten verurteilt werden müßten. Sie sprechen sich demgemäß s ü r alle Maßnahmen zur Beseitig ung derartiger künstlicher Schranken gegen die uneingeschränkte Wiederaufnahme der internationalen Wirtschastsbeziehungen der Vor- kriegszett aus. Es ist für einen modernen Staat unmöglich zu leben und zu gedeihen, ohne mit den anderen Staaten Handelsbeziehungen zu unterhalten. Infolge der engen gegenseitigen Abhängigkeit der Völker kann das wirtschaftliche Gleichgewicht der Welt nur durch einen gegenseitigen Austausch von Kreditgewährung und Warenlieferungen hergestellt werden." Aus Deutschland unterzeichneten Geheimer Kommerzienrat Dr. Bosch, Geheimrat Felix Deutsch, Dr. Karl Melchior, Franz v. Mendelssohn, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Karl Friedrich v. Siemens, Franz A r b i g, Generaldirektor Bögler, F. H. W i 1t- h o e f f t. Die Anterzeichner Italiens hätten begrüßt, wenn auch an all den zahlreichen Formen des unmittelbaren oder mittelbaren Zoll- schuhes, der Benachteiligungen oder Bevorzugungen, der künstlichen Prämien und der Auswanderungsbeschränkungen Kritik geübt worden wäre. Mit diesen Vorbehalten schließen sie sich dem Manifest an. Von Großbritannien haben u. a. unterzeichnet: Lord Balfour, Lord Dradburh, Govde- n o u gl), McKenna, Montagu Norman, Lord Lionel de Rothschild, Sir Josiah S t a m p. Außerdem haben unterzeichnet hervorragende Persönlichkeiten aus Holland, Angarn, Schweden, Schweiz, Norwegen, Polen, Rumänien Das Veltwirtschastsmanifest. ffiegsn die wirtschaftlichen Folgen des Versailler Vertrages. sowie aus ben Vereinigten Staaten, darunter I. P. Morgan und Perl ins. Von Oesterreich haben u. a. unterzeichnt An hur Krupp. Louis Rothschild. Richard Reisch, von Belgien D e s p r e t, F r a n c q u i und Hau 1 ain, von der Tsch^hoslowake. P o s p i s i l, von Dänemark Rosenkranh. Die deutsche Be eMgung. Berlin, 19. Olt. (WTB.-Funk ip.uch.) Dem WTB. - Handelsdicnst toira zu cem WiN- chaitsmanifest aus deutschen Wirt- chaftskreisen folgende Berner dang g:mK't: „Der Kreis be rdeutschen Anterzei-/N.-r i . wohl aus rein organisatorischen ©rünben zunächst nur ein verhältnismäßig kleiner. Cs dürfte aber kein Zweifel darüber bestehen, daß dieser Appell in den dcui.chen Wictschastskrcisen einen Karten Widerhall und zahlreiche weitere Befürworter unter ben führenden deutschen Winschastlera finden wird. Eine besondere Bedeutung erhält der Appell für Deutschland dadurch, daß von einer so großen Zahl führender Wirtscha t er aus nicht weniger als 16 Ländern bie w i r t s ch .. i t l i - chen Fehlgrisfe des 03er) ailler Vertrages erfaßt und ihre Beseitigung als Vorbedingung für ein Wiederau,blühen der cu.c» päischen Produktion und des europäischen Handels erkannt wirb. Line internationale LchniLen- und Reparationrlonserenz. Die wirtschaftspolitische» Ho!.stcr:i:ttsl n von Tsto rt) Paris, 18. Oft. (TU.) Der Berliner fiorro fponbent des rechtsgerichteten „Jntianfi- geant" bringt unter dem Titel „Eine internaiio« nale Schulden, und Reparationskonferenz?" Jnior- mationen über die deutsch - französischen A n n ä h e r u n g s o e r h a n d l u n.g e n , die er zwar von einer der höchstgesteUten politischen Persönlichkeiten des Deutschen Reiches erfahren haben will, die aber nur mit größter Zurückhaltung aus- genommen werden können. Demnach wäre die deutsche Regierung unangenehm überrascht von dem ungünstigen Widerhall, den in gewissen amerikanischen Kreisen die Besprechungen von T h o i r y erweckt hätten, wie auch von dem Widerhall, dem der Abschluß des Stahlkartells und die vor kurzem ftattgefunbenen Besprechungen deutscher und englischer Industrieller erzeugt hätten. Bemerkenswert wären die gegenwärtigen Verhandlungen des Generalagenten für die Reparation-;. Zahlungen, Parker Gilbert in Rom mit Mus- j o l i n i und Volpi, die sich besonders auf die Frage der Möglichkeit einer Abänderung des Dawesplanes bezögen und die Bemühungen zur Bildung eines sog. ABC-Trustes. Die deutsche Regierung sei der Ansicht, daß die deutsch-französischen Verhandlungen wohl einige Monate dauern würden, es bestände aber die Hoffnung, daß bis zum Wiederzusammentritt des Völkerbundsrates im Dezember Berlin und Paris hinsichtlich -ihrer politischen und wirtschaftlichen Entente in großen Zügen einig sein werden. Ereignisse von weittragendster Bedeutung, so hätte die genannte hoch- stehende deutsche Persönlichkeit erklärt, seien in Beratung. Thoiry werde in der Geschichte noch eine Diel größere Rolle spielen, als man anfänglich glaubte und zu der Einberufung einer großen internationalen Schulden- u n d Reparationskonferenz führen. Die Konferenz werde sich mit der Reorganisierung der internationalen Schulden und der Revision des Dawesplanes beschäftigen. Exp rten und Diplomaten würden dann die endgültige Höhe der deutschen Reparationszah. langen und die endgültigen Zahlen der Jahresraten festzusetzen haben, aber dieser letzte Punkt werde Frankreich kaum näher interessieren, da zwischen der Berliner Regierung und der Pariser Regierung inzwischen eine mächtwe internationale Finanzorganisation, der sog. AB E-Trust, dem sich Morgan anschliehen werde, abgeschlossen sein werde. Die Zukunft de§ DaWe§p!ane§. Ein Jnterviev mit dem Ncparat vns- n «Teilten. Rom. 19. OH. (WTB.) Die „Tribuna" veröffentlicht ein Interview mit bem in Rom weilenben Generalagenten für die Reparationszahlungen Parker Gilbert, ber erklärte, bah Deutschland seit dec Anterzeichaung des Dawesplanes pünktlich seiner Zahlung s p s l i ch t nachgekomme n sei. Die mit Rücksicht auf bie Stab.lität brr Währung nur in beschränktem Maße vorgenvmmenen Barg le über* Weisungen haben bisher keine großen Schwierigkeiten verursacht. Das Lransferiomitee tu. ree s.ch auch weiterhin in engster Verbindung mit ben verschiedenen Notenbanken halten. Die Zukunst des Dawesplanes hänge natürlich von verschiedenen Faktoren ab, bie nicht nur auf Deutschland, sondern auch auf die übrigen Länder bezug hätten, insbesondere aber von der Entwicklung des Welthandels und seine.' Be in- slussung durch die Reparationszahlungen. Außerdem werde die Fähigkeit Deutschlands, seinen Außenhandel zu entwickeln und Auslandzahlungen zu bestreiten, davon abhängen, wie bie neuen Industrien in den Nachbarländern Deutschlands und wie die Tarife und die Zollschranken sich entwickeln, ferner von ber Ernte in Deutschland und über» hcmpt von vielen andern heiklen Fragen. Kanada und das britische Reich. Mackenzie King über Kanadas Verhältnis zu den Vereinigten Staaten. London, 18. Ott (WTB.) Anläßlich der morgen stattfind endM Re.chskonserenz äußerte sich der hier weilende kanadische Premierminister Mackenzre King über das Verhältnis Kanadas zu England. Er erklärte, über Z>:e Möglichkeit eines Anschlusses Kanadas an die Ver- einigttn Staaten befragt: Diemand in Kanada nimmt den Gedanken an eine Angliederung an die Vereinigten Staaten ernst Ich kenne niemand in Kanada, der für diese Annexion wäre oder davon spreche. King bezeichnete es als sinnlos, zu behaupten, daß der amer'kanische Einfluß in Kanada zunehme und den Charakter des Landes ändere. Die Amerikaner, so erklärte er, machen bekanntlich große Reklame. Zweifellos bekommen wir Dächer und Filme aus einer Quelle, die nicht britisch ist, und dieser Ejn- fluß auf geistigem Gebiet kann nicht übersehen werden. Aber er wird den britischen Charakter des Landes ebensowenig ändern, wie der finanzielle Vorteil, den Kanada aus der Anlage amerikanischen Kapitals zieht. Dach meiner Ansicht sind die Beziehungen Kanadas mit dem Mutterland und den anderen Teilen des Reiches glücklicher als je. Wir haben keinerlei Klagen, und es wäre nicht klug, zu bereittoiHig neue Verfahrensarien oder tiefgehende Aend^- rungen in unseren Dez'ehungen einzuführen. 3c mehr sich das Reich entwickelt, wird es das, was es braucht, ohne technische Hilfsmittel und gewiß ohne revolutionäre Projekte finden. Kanada habe in diesem Jahre eine Ernte zu verzeichnen, wie sie in der ganzen Ge schichte Kanadas noch nicht dagewesen sei. Die Ernte sei zwei- bis dreimal großer als die der letzten Jahre. so daß Kanada als führendes Ausfuhrland für Weizen und Mais auftreten könne. Die Arbeitslosigkeit sei als Folge dieser Rekordernte auf den nieörigften Stand seit 1920 aurücfgegangen. Der Generaldirektor der Reichsbahn. Die Wahl Dorpmüllers bestätigt. Berlin. 18. Oft. (WTB.) Der Reichspräsident hat heule abend auf Vorschlag des Reichekabine'ts die Wahl des bisherigen stellvertretenden Generaldirektors der Reichsbahn, Dorpmüller, zum Generaldirektor der Reichsbahn 5 e ft ä 11 g f. Die Vereinbarung, die zur Bestätigung der Wahl Dorpmüllers geführt hat, sieht vor, daß die Deuwahl eines Generaldirektors in Zukunft nur erfolgen wird, nachdem vorher eine Verständigung mit dem Reichskabinett stattgesunden hat. Die Wahl wird also nur erfolgen, wenn die Destäti - gung vorher gesichert ist. Ferner ist vereinbart worden, daß auch bei der Ernennung des stellvertretenden Generaldirektors in derselben Weise verfahren wird. Weiter ist für die Zukunst dafür ge'orgt, daß zwischen der Reichsregierung und dem Derwaltungsrat der Deichsbahngesellschaft die notige Fühlung besteht. Dadurch soll erreicht werden, daß gegenseitig überraschende Beschlußfassungen vermieden werden. Wenn der Deichsverkehrsminister Sih und Stimme im Verwaltungsrat auch nicht erhält, so soll ihm jedoch vor jeder Sitzung die Tagesordnung rechtzeitig zugänglich gemacht werden, so daß er in der Lage ist, dem Verwaltungsrat seine Ansicht über die einzelnen Punkte vor der Sitzung mitzuteilen. Der Haupteinfluh der Reichsregierung liegt auch weiterhin in ihrem Rechte, die Hälfte der Verwol- tungsratsmitglieder zu ernennen. Bereits zum 1. Januar 1927 wird die Reichsregierung drei neue Verwaltungsratsmit- .glieder zu ernennen haben. t Aus den Reichslagsausschüssen. Berlin, 18. Oktober. (Wolfs.) Der Reichstagsausschuh für soziale Angelegen h e iten trat heute zum ersten Male nach ' der Sommerpause wieder zusammen. Der Ausschuß beschloß zunächst, regelmäßig an den Vormittagen die Beratungen des Arberts- gerichtsgesetzes zu Ende zu führen und an den Dachmittagen die Deuregelung der A r - beitslosensürforge zu behandeln. Dementsprechend wurde die Beratung über das Ar- -beitsgerichtsgesetz fortgeführt — Der Reichsausschuß für Deamtenangelegenheiten setzte die Beratung des Entwurfes einer Reichsdienststrafordnung bei den Paragraphen 23 und 24 fort Diese Paragraphen ordnen die Besetzung der Dienststrafkammem als der Gerichte des ersten Rechtsspruches. Sie sollen aus einem Präsidenten, dessen Stellvertretern und Beisitzern bestehen. — Der Rechts- ausschuh des Reichstages beschloß, in der Sttas- prozeßreform sich alsbald mit der Frage der älntersuchungshaft zu beschäftigen. Darauf begann der Ausschuß seine allgemeinen Besprechungen über den Gesetzentwurf zur Revision der Gerichtskosten und der Gebühren der Rechtsanwälte. Die Herabsetzung der Gebühren wurde vom Staatssekretär des Reichsjustizministeriums Joel mit dem Wunsche begründet, die Gebühren möglichst wieder auf die Höhe der Vo^riegszeit zu fenEen. Vertreter der preußischen, bayerischen und württembergischen Justizverwaltungen machten aber darauf aufmerksam, daß die Landesverwaltungen den finanziellen Ausfall nicht tragen könnten. Der Sieg Stalins. Moskau. 18. Oft. (WTB.) Die Unterwerfung bei von Trotzki und Sinowjefs geführten Opposition wurde von der Zentralexekutive der Kommunistischen Partei angenommen, nachdem die Opposition auf alle Bedingungen und Einwände, sowie auf das Verlangen, ihre Wünsche vor dem Plenum der Partei vorzutragen, re st los verzichtet hat. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident ist von Groß- Schwülper, wo er im Anschluß an seinen Besuch in Braunschweig das Wochenende verbracht hatte, wieder in Berlin eingetroffen. Der Herr Reichspr a sident empfing eine Abordnung der Sta dtverwaltung von Deuhvrk, die vor einigen Tagen hx Deutschland eingetroffen ist, um dem Stapellauf des neuesten Dampfers der Hamburg-Amerika- Linie beizuwohnen und ihn auf den Damen „Deuyork^ zu taufen. Der Abordnung, die von dem Vorsitzenden des Direktoriums der Ham- burg-A.nerika-Linie, Dr. Cuno, eingeführt wurde, gehören u. a. an d e Gattin des durch die bevorstehenden Wahlen in Amerika zurückgehaltenen Bürgermeisters von Deuhvrk James Walker, der Mitarbeiter des Bürgermeisters Edward L. Stan ton und der Polizeichef James P. Sinnott. Auf dem Landgut eines deutsches Kaufmanns in Duitenzora. der Residenzstadt Diederländisch Indiens auf Java, wurde ein Gedenkstein f ü r das frühere deutsch °o st - asiatische Kreuzergeschwader enthüllt. Der Kommandant und mehrere Offiziere des deutschen Schulschiffes „Hamburg" wohnten der Feierlichkeit bei. Der Kreuzer „E m b e n" tritt als Schulschiff der Reichsmarine am 14. November seine ente größere Ausbildungsreise an, die das Schiff über Spanien und einige afrikanische Häfen in den Indischen Ozean führen wird Bisher ist das Anlaufen folgender Häsen in Aussicht genommen: La Coruna, Lancerete, Puerto Ventura, Teneriffa, St Helena, D'Urban, Zansibar, Padang. Welchen Verlauf die Reis? später nehmen wird, steht noch nicht endgültig fest. Der Kölner Regierungspräsident Graf A^dekmann von Adelmannsseiden ist Montag abend im Alter von 50 Jahren an Herzschwäche gestorben. Der niederländische Minister des Innern hatte Montag in Doorn eine Unterredung mit dem ehemaligen deutschen Kaiser. * Der König von Schweden, der zum Besuch der Königin von Schweden in Baden- Baden weilte und auch der Königinmutter der Diederlande in Freudenstadt einen Besuch gemacht hatte, verließ Baden-Baden, um nach Schweden zurückzureisen. Die Königin von Schweden wird Donnerstag sich zum Winteraufenthalt nach Rom begeben. * Die norwegische Volksabstimm ung über das Branntweinverbot hat bis jetzt 297 000 Stimmen für und 296 188 Stimmen gegen das Verbot gebracht Die Anhänger des Alkoholverbotes haben bisher 48 861 Stimmen verloren, die Derbotsgegner 130 762 Stimmen getooraten. H. a. fehlen die Ergebnisse für Oslo und Bergen. Königin Maria von Rumänien ist mit Prinz Dikolaus und Prinzessin Jleana an Bord des Dampfers „Leviathan" in Deuhork eingetroffen. Die Königin wurde vom Publikum lebhaft begrüßt. Sie reiste nach Washington weiter, wo sie vom Staatssefretär Kellogg und seiner Gemahlin im Damen der amerikanischen Regierung begrüßt wurde. Die Königin wird Dienstag dem Präsidenten C o o l i d g e einen Besuch ab ft atten. Der neue Fürsterzbischof von Gnesen und Posen, Primas von Polen, D. Hlond, hielt unter lebhafter Beteiligung der Bevölkerung in Posen feinen feierlichen Einzug. Kunst und Wissenschaft. Gräberfund im Mainzer Dom. Bei den Ausschachtungsarbeiten im Mainzer Dom ist unter der Stelle des westlichen Hochaltars ein geschichtlich bedeutsamer Grabfund gemacht. Man stieß dabei auf einen frühmittelalterlichen Steinfarg, der die äleberrefte einer mit noch gut erhaltenen Lorbeerzweigen bedeckten Leiche barg. Die Leiche war in Tücher einge» hüllt ins Grab gelegt worden. Ein Teil des Schädels und die Fußknöchel sind noch gut erhalten, alles andere ist zerfallen. Man fand einen Ring in romanischen Formen, auf dem die Worte f Aribo Archieps eingraviert waren. Danach handelt es sich jedenfalls um das bisher noch unbekannte Grab des Mainzer Erzbischofs Aribo, des zweiten Dachfolders des hl. Willigis, der den abgebrannten Wclligisdom wieder aufzubauen begann. Bischof Aribo war im Jähre 1031 während einer Romreise in Como gestorben, worauf auch die Bestattungsweise der Leiche und die Beigabe von Lordeer deutlich hinweist. Der 3. Kongreß des Verbandes für kulturelle Zusammenarbeit. Wien, 19. Oft. (TU.) Der 3. Kongreß des Berbanbes für kulturelle Zusammenarbeit würbe gestern eröffnet. Zum Präsidenten des Kongresses wurde H n g o v. Hoffmannsthal, zum Vizepräsidenten Graf M e n ft o r f f • Pouilly gewählt. U. er den Anwesenden sah man Professor Weber- Heidelberg und Professor Graf Dohna (Bonn). S) go v. Hoffmannsthal begrüßte die Teilnehmer de- Kongresses, während Professor Graf Dohna im Namen der deutschen Delegierten dankte und der Versicherung zu rückhaltloser Mitarbeit Ausdruck gab. Annemarie von Dathusius f. Am Samstagabend ist die Dichterin Annemarie v. N a t h u f i u s im Alter von 52 Jahren in Berlin an einem Herzschlag gestorben. Auffindung eines frühchristlichen vischossgrabes in Ravenna. Bei Arbeiten in der Franziskuskirche in Ravenna wurde vier Meter unter dem Fußboden der Mittelkirche das Grab des Erzbischofs Leo von Ravenna entdeckt, der 452 nach Christi Geburt starb. Leo war Nachfolger des heiligen Petrus Chroy- fologus auf dem Bifchofsftuhl von Ravenna. Wie verlautet, soll das vollständig erhaltene Skelett in einem Sarge vor dem Hochaltar der Franziskuskirche beigesetzt werden. Kunstdersteigerung in Frankfurt. Bei der Versteigerung von Werken aus acht Jahr'ehnten deutscher und ausländischer Malerei, die Anfang des Monats im Auktionshause Rud. Bangel in Frankfurt a. M. stattfand, wurden u. a. die folgenden Gebote erzielt: Andreas Achenbach (Aufnahme des Lotsen) 3100, Boehle (Bildnis Treutlein) 2100, Constant (Bildnis) 7500, Corinth (Junge mit Hund) 3800, Feuerbach (Jnntalerin) 4900, Geri - cault (Fiucht in der Campagna) 6200, Liebermann (Garten in Wannsee) 3200, Marees (Pferdemarkt) 5000, Schönlebe r (Einfahrt bei Vlissingen) 8200, Spihweg (Jäger im Wald) 4100, Stadler (Wiesenlandschast) 5400, Trüb- ner (Garten) 6000, Waldmüller (Genesung) 9200 und Zügel (Schafe) 6100. Internationale TDetfbunbausffeflung 1930. Bei der Vorstandssitzung des Deutlichen Werkbundes wurde der Vorsitzende ermächtigt, ge» meinsam mit dem Sonderausschuß die Verhandlungen über den Ausstellungsort weiter- zufLhren und eventuell selbständig abzuschließen. Die mit Berlin gepflogenen Verhandlungen scheinen aussichtsreich zu sein. Als nächster Tagungsort des Deutschen Werkbundes wurde Mannheim gewählt. Aus aller Welt. Das Ergebnis der Eckener-Spende. Der Sekretär der Zeppelin-Eckener-Spende hat dem preußischen Wohlfahrtsministerium über bas Ergebnis der Spende Bericht erstattet. Das Gesamtergebnis im Deutschen Reich beläuft sich demnach auf etwa 2,5 Millionen Mark. Zehn Prozent dieses Betrages "finb zu Unkosten aufgebracht worden, ein Betrag, den das Ministerium als normal bezeichnete. Weitere Sammlungen find in Deutschland nicht beabsichtigt. Heber die Verwendung der 2,5 Millionen Mark wird das Kuratorium der Zep- pelin-Eckener-Spende Beschluß fassen. Emil Dannings in Dcuyork. Der Filmschauspieler Emil Jannings ist in Neu- york eingeiroffen und wurde von einer gewaltigen Menschenmenge empfangen. Man brachte ihm große Ovationen bar. Die Polizei hatte die größten Schwierigkeiten, die Ordnung aufrechtzu- erhalten. Die erste Gastwirtsmesse in Köln. Die erste Westdeutsche Gaftwirtsmesse in Köln wurde am Samstag mit einer schlichten Feier im Ehrenhose der Kölner Messe eröffnet. Oberbürgermeister Dr. Adenauer wies auf die Schwierigkeiten hin, unter denen das Gastwirtsgewerbe wie kein anderer Stand unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisten zu kämpfen habe. Die Beschickung der Messe ist, sowohl der Qualität wie dem Umfange nach, gut. Rund 400 Aussteller aus allen Teilen Deutschlands sind vertreten. So ist eine vielseitige Schau zustande gekommen, die alle Gebiete des Hotel-, Gastwirts- und Konditoreigewerbes zeigt. Vertreten sind Anlagen und Bedarfsgegenstände für den Restaurant-, Kellerei- und den Küchenbetrieb, Hotel- und Restauration-einr.chtungen, Möbel, Beleuchtungskörper, Kühlanlagen und Kühlschränke, Kochapparate, Kaffeemaschinen, Hotel- und Kochgeschirr, Bestecke usw. Selbstverständlich ist auch das Dahrungs- und Genußmittelgewerbe, Getränke usw. vertreten. Weiter sind Musikappa- rate, Reklameartilel, kunstgewerbliche Artikel zur Schau gestellt. Auch die Brauereien haben sich in großzügiger Weise an der Ausstellung beteiligt. vom Glück verfolgt. Wie ein Märchen mutet ein Vorkommnis an, das die „Düsseldorfer Dachrichten" erzählen. Konrmt da ein Oberwachtmeister aus Düssellwrf auf die Gesolei, nimmt sich ein Los und gewinnt drei Mark. Muttg geworden, löst er sich ein anderes, zieht ein Freilos, tauscht es ein und .... hat 500 Maü gewonnen. Von so viel Glück überwältigt, wird er leichtsinnig und opfert noch eine Mark für ein neues Los. Das neue Los bringt ihm..... 5000 Mark. Die Sache soll kein Märchen sein. Schweres Autounglück bei Lyon. In der Dähe von Lyon fuhr ein mit drei Personen besetztes Automobil auf einen elek- trischen Strahenbahntt>agen. Der Anprall war so heftig, daß das Auto zertrümmert, und die Plattform des Straßenbahnwagens eingedrückt wurde. Don den Insassen des Autos waren zwei sofort tot, während der dritte nach wenigen Minuten gestorben ist. Ein Polizeibeamter von einer Bisamratte angefallen. Dor einigen Tagen wurde in Maulbronn auf einem öffentlichen Platz der Oberwachmann K u n e r t gegen 4 Tlhr früh von einer ausgewachsenen Bisamratte von ungefähr einem halben Meter Länge, die aus einem in der Dähe befindlichen Park kam, angefallen. Das Tier sprang dem Beamten cm die Brust, doch gelang es diesem, die Bisamratte mit den Händen abzustreifen. Das Tier griff ihn jedoch neuerlich an, und erst nach etwa fünf Minuten gelang es ihm, die Ratte mit Hilfe des Sabels zu erschlagen. Direkte Fahrkarte Paris—Tokio. In den nächsten Tagen beginnt in Berlin eine internationale Eisenbahn-Konferenz, zu der Vertreter erschienen sind von China, Japan, Rußland, Litauen, Lettland, Estland, Polen, Deutschland, der Tschechoslowakei, Oesterreich, Italien, Frankreich und Belgien. Bei den Beratungen handelt es sich um die Durchführung eines direkten Personenverkehrs zwischen dem fernen O st en und Europa auf durchgehende Fahrkarten und durchgehende Gepäckabfertigung. Es wird später möglich fein, auf Grund eines besonderen Tarifs eine direkte Fahrkarte z. B. von Paris bis Tokio zu lösen, da auch die japanischen Dampffchiffahrts- gesellschaften sich diesem Verkehr anschließen. Banbifentiberfatt in Deuyork. Die Polizei sucht in Brooklyn angestrengt nach drei Banditen, die am Samstagabend auf die Frau eines führenden Senators, die mit mehreren Freundinnen im Auto aus dem Theater zurückkehrte, einen Ueberfall unternommen Haden, bei dem sie Schmucksachen im Werte von 15 000 Dollar erbeuteten. Bd einem Autounfall zwei Frauen verunglückt. Auf der Straße von Hordt nach Billigheim (Pfalz) wurden 2 Frauen von einem Lastauto gegen eine Wand gedruckt. Eine der Frauen erlag in der folgenden Dacht ihren schweren Verletzungen. Das Ende einer 1000jährigen Linde. Der am vergangenen Sonntag wütende außerordentlich heftige Sturm hat die vielen Wanderern bekannte tausendjährige Linde bei G r i e s- b a ch im badischen Odenwald, das Wahrzeichen des idyllisch gelegenen Dorfes, vollständig vernichtet. Wettervo r -::: Dach leichtem Dachtsrvst Aufklaren, tagsüber geringer Temperaturanstieg, trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 8,4, Minimum minus 1,9 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: minus 0,2 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 19. Oktober 1926. ] Völkerkunde und Mission: einedruls^ eBerufunginNeber'ee Don Umoerfttätsprofessor D. Dr. Heinrich Frick. Es ist bekannt, daß die Völkerkunde den Missionaren wertvolle Anregungen und Beiträge verdankt. Weniger bekannt dürfte jedoch fein, daß heute die Missionsarbeit ihrerseits wichtige Gesichtspunkte aus der Völkerkunde gewinnt. 'Gerade deutsche Missionare — wie Bruno Gutmann am Kilimandscharo — haben in letzter Zeit internationale Beachtung gefunden mit ihrer grundsätzlichen Einstellung auf die Pflege eingeborener Eigenart. Echte Mission ist ja nicht Propaganda. Echte Mission will nicht gewachsene Eigenart durch etwas Importiertes verdrängen, sondern im Gegenteil dazu verhelfen, daß Völler und Rassen im Kampf mit Europciismus und Amerikanismus stark genug bleiben, um ihren ursprünglichen Charakter zu wahren. Eine gewisse Anpassung an die unaufhaltsam vordringende abendländische Zivilisation kann heute ja keinem Volk mehr erspart bleiben. Versuche, diesen Vorgang künstlich aufzuhalten, etwa die Einfuhr von Maschinen zu verhindern, sind gescheitert, wo immer sie gemacht wurden. Damit aber, daß solche „Äußerlichkeiten" von draußen her übernommen roerben, beginnt stets auch das geistige Element, das solche Äußerlichkeiten unsichtbar, doch einflußreich wie die Atmosphäre umschwebt, seine werbende An- ziehungskrast zu entfalten. Unwillkürlich und viel tiefer, als wir gewöhnlich vermutan^wird durch Annahme abendländischer Zivilisation — etwa unserer Medizin — althergebrachtes eingeborenes Bewußtsein erschüttert. Daß diese Erschütterung nicht zur Auslösung aller religiös-sittlichen Substanz in den Völkern, also schließlich zum Nihilismus führe, ist ein wichtiges Anliegen, dem zwar schon immer besonnene Europäer Aufmerksamkeit gewidmet haben, das aber erst heute, angesichts der großen Weltkrisen in allen Kontinenten, mit der vollen Wucht einer schweren Verantwortung auf dem europäisch-amerikanischen Bewußtsein lastet. Ein mächtiger Ansporn zur Mitarbeit an diesen Problemen ist nun in jüngster Zeit gerade deutschen Menschen daraus erwachsen, daß die in Versailles über Deutschland verhängte missionarische Sperrfrist aufgehoben wurde und unsere Missionare auf mehrere Arbeitsfelder — z. B. ehemals deutsch-ostafrikanifches Gebiet — zurückkehren durften, häufig nach 10—20jähriger Verbannung. Gleichzeitig mit dieser Rehabilitierung deutscher Missionsardeit geht aber ein wichtiger innerlicher Umschwung in der gesamten Mission des Weltprotestantismus vor sich. Weithin wird heute mit Nachdruck die Wahrung der Eingeborenen-Kultur als sinn- und sachgemäße Aufgabe echter Mission verfochten. Unsere deutschen Missionare, getreu unserer Eigenart und in Uebereinstimmung mit einer Weltlage, die dem deutschen Missionar politisches Tun verbietet, treten als Freunde und Anwälte einheimischer Volks- kullur, als Gegner europäischer Anmaßung und Gewaltakte auf die Seite der Völker, zu denen sie ihr hoher Beruf aussendet. Es ist deshalb mehr als ästhetische Freude am Reiz des Fremdartigen, auch mehr als Erkenntnisdrang, was die Mission heutigen Tages zur Pflege der Völkerkunde treibt. Es ist das Bewußtsein, nur in ehrfürchtiger Achtung o o r fremdem Wesen derjenigen Pflicht genügen zu können, die auf dem tief und echt menschlich empfundenen Missionstrieb lebendigen Glaubens beruht: der Pflicht, zu dienen und nicht zu herrschen. Aus liebevoller Einfühlung in fremdes Volksleben sind auch die verschiedenen missionarischen Wanderausstellungen entstanden, deren eine von heute ab in Gießen gezeigt wird. Sie soll für das große deutsche Werk in Ueberfee, das sich erfreulicherweise durch alle Stürme des letzten Jahrzehnts hindurchgerettet hat und heute einen neuen Auffchwurrg erlebt, Verständnis und Freundschaft wecken. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: 7.30 Uhr: „Wer weint um Juckenack?" (Ende 1030 Uhr). — Großer Hörsaal der Universität: 8 Uhr: Vortrag über „Chinesische Poesie" von Missions-Inspektor Oehler-Basel. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren." — Chinesische Poesie, die den Reiche tum der chinesischen Seele in ihrer tiefen Sehnsucht und ihrem zarten Daturerfassen birgt, über dieses hoch nteressante Gebiet wird am heutigen Dienstag, abends 8 Tlhr. Dr. D. Oehler aus Bafel in der Hn'versität im großen Hörsaal sprechen. Siehe heutige Anzeige. » ** D i e ersten Sendboten des Winters sind jetzt auch bei uns in Gestalt von Frost- nächten in Erscheinung getreten. Bereits in der Nacht zum Montag war eine Temperatur zu konstatieren, die zu Bodenfrost führte. In der letzten Nacht sank die Temperatur noch weiter, und zwar auf minus 1,9 Grad. Heute früh hatte sich aber wieder eine geringe Erwärmung eingestellt. :-: D i e Schneegänse ziehen. Gestern nachmittag gegen 3.30 Tlhr zogen die ersten Schneeaänse über das Blecker Tal. Der Zug hatte Keilform und bewegte sich in der Richtung von Dord-Dordost nach Süd-Südwest. Mit dem Erscheinen dec Schneegänse beginnt nach alter Dauernregel die kalte Jahreszeit. ** Gin Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Bäckereifuhrwerk ereignete sich heute vormittag gegen 10.30 Uhr an der Ecke Roonstraße und Mottkestraße. Dort kam das Fuhrwerk des Bäckermeisters Strikter, Neustadt, aus der Roonstraße gefahren, um in die Moltke- straße in Richtung Ostanlage einzubiegen. Gleichzeitig kam aus entgegengesetzter Fahrtrichtung das Auto der Firma Eik meyer & Loeb heran. Da beide Fahrzeuge nicht schnell genug zum Stehen gebracht werden konnten, erfolate ein Zusammenstoß, bei dem das Pferd an der Brust erheblich verletzt wurde, während an dem Auto die Windschutzscheibe in Trümmer ging, es im übrigen aber unversehrt blieb. Menschen sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. •• Einen Strauß frischer Walderdbeeren in bestausgereiftem Zustande hat der Förster Kalberlah in Rüddingshausen (Kreis Gießen) am S a m s t ag 16. Oktober, in seinem Waldrevier gepflückt und uns als große Daturseltenheit zugeschickt. Wir überzeugten uns, daß die ganz unzeitgemäßen Kinder des Waldes von bester Beschaffenheit waren und ein köstliches Aroma besaßen. Die Aufmerksamkeit des Forstmannes hat unsere dankbare Anerkennung gefunden, obwohl der Strauß allerdings theaiers noch nicht möglich gewesen. •• Sie erleichte Einreise in chterte sich für 1927 die Verhältnisse noch nicht übersetzen lassen. - Ser Magistrat Hal sich m l der Einrichtung einer OmnibuSverbindung nach Vilbel einverstanden erNärt. Oberhessen. Landkreis Gietzcn. ck. Heuchelheim, 18. Okt. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde vom Bür- j germeister hinsichtlich der Auswertung von. Gcmeindeschuldoerschreibungen mitge- j teilt, daß er, um ein Versäumnis der Anmeldefrist | besonders von allen, alleinstehenden Bürgern zu vermeiden, noch einmal sämtliche Besitzer von Schuldverschreibungen auf den am 1. .i o v e m b e r 1 9 2 6 erfolgenden Ablauf der Meldefrist aufmerksam machen will. — Dem Pslastermeilter Ludw. Sack wurde die Ausführung von Palast e r a r b e i t e n zu dem eingereichten Preise übertragen. — Dem Gesangverein „Liederkran z", der um Aushebung der Vergnügung s° st e u e r für sein am 7. November stattfindcndes Konzert eingekommen war, wurde diese Steuer um die Halste ermäßigt. al. A l l e n d o r f a. d. Lahn, 18. Okt. Gestern feierten die Eheleute Johann Kaspar Di eh mann in voller geistiger Frllche das Fest der diamantenen Hochzeit. Dies ist die erste diamantene Hochzeit seit Menschengedenken in hiesiger Gemeinde. Der Ehegatte hat das 84. Lebensjahr überschritten und ist noch fast jeden Tag in der Ge- meindekievgrube tätig. Die Ehefrau wird im Dezember 84 Jahre alt. Der Ehe sind 10 Kinder ent- sprossen. Don den Töchtern sind noch alle am Leben, von den Söhnen sind zwei gestorben. ßerdem leben noch eine große Anzahl Enkel und Urenkel. Don den Kindern sind viele nach auswärts verheiratet, gestern aber konnte man sie alle hier sehen, um den hochbetagten Eltern ihre Glückwünsche darzubringen. Zur Ehrung des Jubelpaares fang am Abend vor der Wohnung der Gemischte Chor einige schöne Lieder. Prediger Wen von Großen-Linden hielt eine kurze Ansprache. nrcyr groll genug trat »um Ansetzen einer Erb» beerbowle. _ (?) D i e Autolinie Holzheim — Gru- ningen — Gießen, die erst kürzlich eröffnet wurde, erfreut sich fortgesetzt eines jo regen Zuspruchs, daß der Verkehr mit einem Wagen nicht bewältigt werden kann. Der Unternehmer sieht sich infolgedessen veranlaßt, einen zweiten Wagen in Dienst zu stellen. Voraussichtlich wird der neue Wagen Anfang Dezember in Betrieb genommen werden. ** Verkehrssünder. Sn der Zeit vom 1. bis 30. September wurden folgend: Anzeigen tragen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeug mhrer bzw. Kraft- und Radfahrer g:gen v:rkehrspotizei- lrche Vorschriften erhoben: 21 Anze.gen tragen Fahrens zur Nachtzeit ohne hellbrennende La- lerne, 7 Anzeigen tragen Fahrens auf Bürgersteigen, 1 Anzeige wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 3 Anzeigen tragen Fahrens, ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 16 Aw,eigen wegen Fahrens durch gesperrte Straßen. 10 Anzeigen tragen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspolizeilicher Hinsicht. »* Im in er noch in Lebensgefahr. Der am Sonntagvormittag durch das Schießen des Bäckergesellen Kronberg schwer verletzte Fahrbursche Hans H e n ß befindet sich, wie wir zuverlässig hören, immer noch in sehr ernstem Zustande in der Klinik. Die Gefahr für sein Leben ist noch nicht beseitigt. Eine genaue ärztliche Feststellung über den Umfang der Schußverletzung ist bisher Elsah-Lothringen. Wie tot den „Elsaß- Lothringischen QU Heilungen“ entnehmen, sind soeben nach einer Mi'te lung der französischen Regierung neue Bestimmungen über die erleichterte Einreise in Elsah-Lothringen an Allerheiligen und Allerseelen erlassen worden. Diese Bestimmungen beziehen sich auf die Ermäßigung der Gebühren für das Visum.- Die Gebühr wird auf 3 GoU>franken festgesetzt. Die Einreise ist bei den Konsulaten zu beantragen. Ob auch in diesem Jahre an den Grenzübergängen die Polizeikommissare die Einreise genehmigen können, ist nicht mitgeteilt. Heber die Gewährung der Zoll- freifjeit für Blumen und Kränze wird bis zum Ablauf dieses Monats eine weitere Mitteilung erfolgen. WSR. Falsches Silbergeld. Sn letzter Zeit wurden in Frankfurt a. M. wieder falsche Gin- und Zweimarkstücke im Verkehr festgefteillt. Die Einmarkstücke haben glatten Rand ohne Ziselierung mit der Jahreszahl 1924. Die Zweimarkstücke, die durch eine Helle, dünn aufgetragene S'.'lber schicht leicht erlemlllich sind, tragen die Jahreszahl 1926. WSR. Starker Rückgang derRund- funkteilnehmer. Wie die Reichssunkgesell- schäft mitteilt, hat sich die Zahl der Rundfunkteilnehmer in Deutschland im September um 11 675 Teilnehmer gegenüber dem August ermäßigt. Am 1. Oktober betrug sie demnach 1 246 524. Andrang von Kauflustigen stets sehr stark war, nicht hier stallfinden, sondern sie wurden meist in Ober- Ohmen abgehallen, was für die Käufer aus Zeilbach, Stumpertenrod usw. sehr lästig war. Nun hat der Gastwirt Erbes einen Saal erbaut, und damit ist dem unliebsam empfundenen Mangel abge- Holsen. Am gestrigen Sonntag wurde der schöne, geräumige Saal seiner Bestimmung übergeben. ttreis -llsscld. Peter Gerbel-sseier in Klem-Karben. sf. Der Vogelsberger Höhcnclub, besonders durch [eine Ortsgruppen Frankfurt.^Friedberg, Gießen, Butzbach vertreten, hielt am Sonutag in dem stillen Wetteraudörfchen Klein-Karben eine Ge- dächtnisfeier und die Enthüllung einer Gebe n t t a je l am Geburtshause des Heimatdichter» Peter ©cibel ab. Der Vertreter des V. H. C., Link aus Nudingshain, hielt die Ansprache. Er begrüßte zunächst den ältesten Sohn des Dichters, den Gemeindevorstand, an seiner Spitze Bürgermeister Neuland, den Vertreter des Taunusclubs, und alle erschienenen alten Freunde Peter Geibels. Die allen Hochstele des D. H. C., Heimatliebe und Wanderlust, seien auch die des Dichters gewesen, sie seien das goldene Band, das auch diese Feftver- sammlung umschlinge. Aus den humorvollen Gedichten weht der Hauch der Heimat. Geibel war aber auch ein tüchtiger Tierarzt, der viel Not linderte, er war ein treuer Freund, mit dem die Sonne ins Haus zog. Als guter Deutscher trug er sich 1864 in die Liste der Freiwilligen zur Befreiung Schleswig Holsteins ein. Seine Tätigkeit begann er im Vogelsberg, in Groß-Felda. Auch aus diesem Grunde gehörte er heute zum D. H. C. Als sichtbares Zeichen soll ihm eine Ehrentafel errichtet werden. Bei der Enthüllung dieser Tafel richtete der Redner noch einmal die Mahnung zum Gedächtnis an Geibel an alle Erschienenen. Dann sprach er den Dank für die Förderung dieser Ehrung an alle Beteiligten ans; zunächst an den Zweigoerein Frankfurt, der nach einer Wanderung zum Geburtshaus des Dichters die Anregung zu Der Ehrung gab, die bann in Alsfeld zum Beschluß erhoben wurde, weiter an den Ausschuß, bestehend aus den Prof. Werner (Butzbach), Weiden- haus, Julius Schwarz und Scheidt, an Baumeister Leidecker, der den Entwurf zeich. netc. und Herrn Siegler, der die Bildhauerarbeiten übernahm, an den Hausbesitzer Jakob e i l m a n n. Zum Schluß empfahl der Redner die Tafel der Obhut der Gemeinde und brachte dem Andenken des Dichters ein dreifaches „Frisch Aus!" Bürgermeister Neuland übernahm die Tafel in den Schutz der Gemeinde. Herr Heß au» Leihgestern ehrte dann den Dichter durch eine aus- gezeichnete Mundartdichtnng. Inzwischen war die Witwe des Dichters angelominen, die von Herrn i n l mit warmen Worten begrüßt wurd'. Nach dies? Feier bewegte sich die Menge im ge- ! schlossenen Zug zum Saal der Wirtschaft „Zur Linde". Hier begrüßte Prof. Werner die Erschienenen, besonders die Mitglieder der Familie Geibel und die M mdartdichter, die zum Ehrentag ihres großen Vorbildes erschienen waren: Heß (Leihgestern), „t-nfern Hannes", Dr. Scriba (Södel), Rudolf Dietz aus Wiesbaden, den nassauischen Heimatdichter, Peter Fuchs und Wilhelm Philipps aus Friedberg. Veterinärarzt Dr. Geibel sprach den Dank der Familie aus. Nach dem Vortrag eines prachtvollen Gedichtes auf Peter Geibel von W. Philipps hielt sodann Rektor Zimmermann (Frankfurt a. M.) die Festrede, in der er das Leben Geibels schilderte und ein Bild seines hervorragenden Charakters gab. Daraus wäre noch zu erwähnen, daß Geibel in Gießen bei der Burschenschaft Germania aktiv war. Geibel starb 60jöhrig am 2. Mai 1901 infolge eines schweren Leidens im Krankenhaus« zu Frankfurt a. M. Seine sterblichen Ueberreste wurden nach Höchst a. M. überführt. Er war ein knorriger Wetterauer geblieben, trotzdem er sie in seiner Ju- gend schon verlassen hatte. Seine Gedichte er- schienen zunächst in Zeitungen, später wurden sie gesammelt in zwei Bänden zuerst bei Scribo verlegt. Nach der mit stürmischen Beifall aufgenommenen Rede erzählte Rudolf Dietz von seinen Erinnerungen an seinen Meister Peter Geibel und trug eine Reihe seiner nassauischen Dichtungen vor. Ihm folgte die Parade der übrigen Mundartdichter, und die Verlesung einiger Gelegenheitsgedichte Geibels durch den Sohn feines ehemaligen Leibburschen, des Med.-Rats Dr. Schäfer. Nach vielen Vorträgen, bei denen auch die Klein Kar- bener Landsleute zu Worte kamen, trennten sich die D. H. Cer, im Herzen das Gedächtnis an den Dichter unserer Wetterau tragend. d) (Brün in gen, 18. Okt. Die Dau tätig- ! feit in unserer Gemeinde ist in diesem Jahr sehr I rege gewesen. Es sind fünf Neubauten entstanden. ! Für nächstes Jahr sind wieder eine Anzahl Neu- < bauten geplant, von denen einige von der Bau- und 1 Siedlungsgesellschaft (Sitz Darmstadt) ausgeführt i werden. # Lich, 18. Okt. Unsere im Jahre 1888 unter Leitung von Tiefbauinspektor Weber (Frankfurt am Main), einem Sohne unserer Stadt, erbaute und später durch Zuführung von Quellen aus dem nahe gelegenen Albach verstärkte Wasserleitung wird gegenwärtig mittels Stahltrossen, die man durch die Röhren zieht, einer gründlichen Reini - g u n g unterzogen. Zu diesem 3wecfe ist das Stra- henpflaster vorübergehend an verschiedenen Stellen aufgebrochcn, von denen aus die Arbeit vorgenommen wird. Eine Verkehrsstörung findet weder für den örtlichen, noch für den Durchgangsverkehr statt. Mrcie Fricdvcrg sf. Friedberg, 18. Okt. Der hiesige Volks- bildungsverein eröffnete am Freitagabend die Reihe seiner Vorträge für den kommenden Winter. Als Redner war Prof. Dr. H o l t a tz gewonnen, der über das Thema „Moderne Verfassungstypen" sprach. In fesselnder Weise führte er die verschiedenen Verfassungen, wie z. B. den Absolutismus, die parlamentarisch regierten Staaten, die demokratischen Republiken und die Räteregierung vor. Der geistvolle Vortrag hätte einen besseren Besuch verdient, es scheint aber fast so, als ob nur noch Lichtbildervorträge eine genügende Anziehungskraft besitzen. — Am Samstagabend hatten sich im „Deutschen Hause" eine Anzahl ehemaliger 25er und 61er Artilleristen versammelt. Der Zweck der Versammlung war, für einen Zusammenschluß aller ehemaligen Feldartilleristen in Hessen zu einem großen A r t i l l e r > e b u n d e zu wirken. Don Darmstadt war eine Anzahl Herren erschienen, u. a. Oberstleutnant Lenne und Hauptmann Bickel. Letzterer referierte über die Tätigkeit und Ziele des Bundes. Man beschloß jedoch, von der Bildung eines neuen Vereins abzusehen, da hier bereits ein solcher besteht. Die ehemaligen Kameraden sollen sich diesem Verein anschließen. Oberstleutnant L e n n 6 berichtete über die Denkmalfrage. Die beiden hessischen Regimenter haben sich für ein gemeinsames Denkmal entschieden, das in dem Orangeriegarten in Bessingen aufgestellt werden soll. Der Entwurf liegt bereits vor und fand all- seitige Zustimmung. Auch der Eingang der benötigten Mittel ist erfreulich, so daß man mit der Aufstellung im Juli 1927 rechnen kann. y. Wölfersheim, 18. Okt. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde ein dringendes Schreiben der P r o v i n z i a 1 d i r e k t i o n be- Fanntgegeben, wonach die Gemeinde laut früheren Vertrags die Grund ft ücksplätze in privatem Eigentum zur Errichtung von Hochspannungsmasten innerhalb der Gemarkung zu stellen und die Entschädigung dafür zu tragen habe. Der Gemeinderat wies darauf hin, daß die sechs Masten der neuen Leitung auf Gemeindeeigen- I tum ausgestellt sind und der Gemeinde dadurch Entschädigungskosten erspart werden können. — Die E r w e r b s l o s e n z i f f e r in unterem Orte schwankte seit Vorsommer zwischen 12 und 18. Gemeindenotftands-, Dresch- und Feldarbeiten vermochten den Erwerbslosen nur vorübergehend Beschäftigung zu bieten. Kreis Schotten. * Eichelsdorf, 18. Okt. Die auf der Sohle des Niddatales gelegenen Teile unserer Gemarkung bringen in nassen Jahren infolge des zu hohen Grundwasserstandes nur geringe Ernteerträge. Die unbedingt nötige, genossenschaftlich durchzuführende Entwässerung wurde früher schon angeregt, unterblieb aber, da eine Einigung der Grundbesitzer nicht herbeigeführt werden konnte. Nunmehr wurde unter dem Eindruck trübster Erfahrungen im letzten Erntejahre die Trockenlegung der „M ü hl- rn i e s e" beschlossen. Die Arbeiten sollen im kommenden Winter nach Plänen des Kulturbauamts Gießen ausgesührt und die Kosten der Entwässerung durch eine Umlage auf die verbesserten Aecker und Wiesen aufgebracht werden. Für Winterarbeit suchende Kleinbauern unseres Dorfes ist damit eine hochwillkommene Verdienstmöglichkeit geschaffen. -.- Burkhards, 18. Okt. Hier ereignete sich beim Dreschen ein Unglücksfall. Ein mit dem Herabwerfen der Frucht beschäftigter junger Mann stürzte vom Gerüst auf den Dresch- wagen und zog sich neben mehreren Rippen- I b r ü d) e n noch innere Verletzungen zu, die glücklicherweise nicht lebensgefährlich sind. I Unter-Seibertenrod, 18. Okt. Einem dringenden Bedürfnis ist jetzt hier abgeholsen. , Unsere Gemeinde hatte bisher keinen Saal, - so daß alle Veranstaltungen, wie z. B. Singstunden i und Unterhaltungsabende des hiesigen gemischten ! Chores, im Schulsaale abgehalten werden mußten, i Auch die Versteigerungen des Holzes aus den benachbarten Riedeselschen Distrikten konnten, da der KW W semmehueichen Teint | Schachteln zu 20.30. 60 u. 120 Pf$ bietungen sanden ein dankbares Publikum, das mit dem wohlverdienten Beifall nicht kargte. Die Einrichtung von Gastspielen des Gießener Theaters in unserer Stadt, welche die Stadtverwaltung ge- schaffen hat, wird nun hoffentlich eine ständige bleiben. 3 Kirtorf, 18. Okt. Gestern wurde der langersehnte Postautoverkehr von hier nach Ehringshausen wieder eröffnet. Die frühere Einstellung dieses Verkehrs hatte großes Mißfallen erregt. Es waren längere Verhandlungen nötig, um diesen Verkehr wieder ins Leben zu rufen. -er. Homberg a. d. Ohm, 18. Okt. Seit mehreren Jahren gingen die Absolventen der hiesigen Höheren Bürgerschule zwecks Abschlusses ihrer Fortbildung in die Oberrealschule z u Alsfeld, da diese die am nächsten gelegene Dollanstalt war. Seit drei Jahren ist nun auch die Realschule zu Grünberg zu einer Ober- realschule ausgebaut worden. Da die meisten Schüler dieser Anstalt von auswärts mit dem Zuge kommen, ist der Lehrplan ip bezug auf den Besuch des Unterrichts, insbesondere der Nachmittagsstun- den, dieser Tatsache angepaßt. Hierzu kommt noch | der Umstand, daß die Z n g v e r b i n d u n g nach (Brünberg im allgemeinen g ü n ft i g e r ist als die nach Alsfeld. Die hiesigen Eltern entschließen sich deshalb immer mehr, die Jungen in dis bequemer erreichbare Oberrealschule zu (Brünberg zu schicken. -er. Nieder-Ofleiden, 18. Okt. Infolge des immer stärkeren Rangierbetriebs an der Halt e- [teile des Basalt wertes der Mitteldeutschen Hartsteinindustrie dahier hat sich die seitherige Gleisanlage als zu klein erwiesen. Schon seit längerer Zeit war bnrum die Frage erörtert worden, ob nicht durch eine E r - Weiterung der Gleisanlage eine ord nungsgemäße Durchführung des Betriebes sich ermöglichen laste. Naturgemäß ergaben sich hierbei große Schwierigkeiten, denn das Werk ist an dc. einen Seite von dem Gleise der Staatsbahn und an den anderen Seiten von der Kreisstraße eingeschloft ( sen. Schließlich wurde die Frage so brennend, daß die Reichsbahngesellschaft die Firma zwang, hier Abhilfe zu schaffen. Nach langen Verhandlungen geschieht dies fetzt in der Weise, daß der Stra - Re nübergang um etwa 400 Meter nach Ober- Ofleiden zu verlegt wird, so daß die Firma ein neues Stück Straße bauen muß. Das hierzu nötige Gelände muß sie käuflich erwerben und dem Staate zur Verfügung stellen. Mit den betreffenden Landwirten sind die Verhandlungen zwecks Land- erwerb soweit abgeschlossen. Die Regierung hat ihre Zustimmung auch bereits gegeben. Mit der Ausführung dieses Straßenbaues wird demnächst begonnen. Die alte Straße bleibt als Feldweg bestehen. Bis Januar nächsten Jahres will man die neuangelegte Straße dem Verkehr übergeben. Rheinhessen. WSR. Mainz, 18. Okt. Sm Borvrt Bretzenheim wurde in der rargangenen Rächt in der Bürgermeisterei eingebrochen und der gesamte Betrag für die Erwerbs- lofen unter ft üljung von 5500 Mark gestohlen. Das GAd war In einer gewöhnlichen Schublade aufbewahrt. WSR. Bingen, 18. Okt. Der 17jährige Muttermorder Wilhelm Konrad zeigte auch bei seiner gestrigen Vernehmung keinerlei Reue. Als Grund für die grauenhafte Tat gibt er fortgesetzte Mißhandlung durch die Stiefmutter an. Sn den nächsten Tagen wird er in das Mainzer Gefängnis verbracht werden. Preußen. Maingau. WSR. Frankfurt a. M, 18. Okt. Der Magistrat hat dem Beschluß des Stadtparia- ments, nach welchem die ®eträn e ft euer für die Zeit vom 1. 3uli 1926 bis 31. März 1927 um etwa 50 Prozent ermäßigt und ab 1. A?ril 1927 gänzlich aufgehoben werden soll, die Zustimmung versagt, weil der aus der Ermäßigung sich ergebende Ausfall von 400 000 Mart angesichts der gespannten Finanzlage nicht getragen werden kann und weil »-£- Alsfeld, 18. Oft. Am Samstag sand die erste Dorstellun" *" E K ‘ ellung bts Gießener Stadt- 3 für die Winterspielzeit 1926 27 im großen Saale des „Deutschen Hauses" statt. Zur Aufführung gelangte „Bettinas Verlobung, Lustspiel in drei Akten von Leo Lenz. 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Gestern abend um V27 Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden meine liebe, herzensgute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Margarethe Otto im Alter von 73 Jahren. In tiefer Trauer: Karl Otto, Lehrer i. R. u. Angehörige sowie WsWW Todes-Anzeige. Meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie K Becker wurde gestern abend im 43. Lebensjahre von ihrem, in Geduld ertragenem schweren Leiden erlöst. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Harnisch, Postschaffner. Alten-Buseck, den 18. Oktober 1926. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 20. Oktober, nachmittags 2 Uhr, statt 07248 Verkaufsstelle: Gießen, J. M. 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Mai 1872 in Ober-Bessingen, ist schuldig der Beleidigung im Sinne der §§ 185, 186 u. 200 R.St.G.2. und wird demgemäß in eine Geldstrafe von 80 RM., die im Uneinbringlichkeitsfalle mit 8 Tagen Gefängnis zu verbüßen ist, sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens einschließlich der -dem Privatkläger erwachsenen notwendigenAuslagen verurteilt. Zugleich wird dem Privatkläger das Recht zugesprochen, 1 den entscheidenden Teil des Urteils auf Kosten des Angeklagten y einmal in dem Gießener Anzeiger öffentlich bekannt zu machen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urteilsformel wird be- ' glaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urteils bescheinigt. Ridda, den 12. Oktober 1926. örmW Äumackholz und Säamcbl zum Räuchern liefert 5- Weühöfer. Teleph. 743. 8551D WcheMe Mittwoch früh 9 Uhr eintreffenb: la. Schellfische, Cabliau, Seelachs,grüneHeringe, Goldbarsch, Zischkoteletts und Vratfische. 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Krauße Emmy Krauße Hedwig Werner geb. Krauße Ernst Krauße, Musikmeister Agnes Waag geb. Krauße Prof. Dr. F. Werner, M. d. R. u. d. H. U Karl Waag, Kaufmann Lotte Krauße geb. Goeden 8 Enkel und 2 Urenkel. Ofeßen, Butzbach, Ludwigsburg, Liegnitz, Altona, den 18. Oktober 1926. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 20. Oktober, nachmittags 3l/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 8562D pro Flasche m. Glas RM ........ 1.30 suchen Stellung. Gewerbsmäßige Stellenvermtillung Sovbic Dülser, Neustadt 50. IIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII0 Gesucht für junge Dame, 24 I., von alt. Akad. Stelle als SMoAer oder AW aber nur, wo Mädchen vorhanden ist. Schrift!. Angebote unter 07222 an den Gteß. 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Zür Zuschauer Bis- mardturni. 8579D 'S S o=O i - o 2. 52 3f ’"(ö 2 Cta» ZL-tS ■S-Co- o .«255 E.ß r^s-crs1 MA Dienstag, 19. Gttober (926 Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhchen) llr. 245 Zweites Blatt Verband für kulturelle Zusammenarbeit. Don Emile Dorel, Paris, Mitglied des Institut de France. Anläßlich des 3. Kongresses des mter- nationa'en „Derbandes für kulturelle 3u* sammenarbeit", der in Wien Dom 17. ms 23. Oktober tagt, veröffentlichen toir den interessanten ^itrag des bedeutenden französischen Gelehrten und Politikers, der als einer der ersten sür die Destreoungen des Derbandes eingetreten ist. Wenn es wahr ist, daß der Völkerbund — die Gesellschaft der Nationen — nur durch die m ihm vertretenen Nationen existiert, so lopt fity leicht begreifen, daß im gegenwartrgen Zustand Europas und der Welt eine stabile Organisation auf übernationalem oder internationalem Gebiet nur errichtet werden kann, wenn sie von festgefügten nationalen Organisationen ausgeht. Dieser Aufgabe hat sich der „Verband für kulturelle Zusammenarbeit" gewidmet, dessen Gründung wir den edlen Bestrebungen des Prinzen Karl Anton Rohans verdanken. Die Geschichte lehrt, daß große politische und soziale Bewegungen nur von Dauer sind, wenn geistige Bewegungen ihnen vor- angehen: den Philosophen deS 18. Jahrhunderts verdankt es die französische Devolution, daß sie für Frankreich und Europa eine neue politische Ordnung herausführen könn e. Desgleichen müssen für die Tatsache, daß der Sozialismus einen so erheblichen Platz in der modernen Politik einnimmt, seine Theoretiker, wie Ppoudhon und Karl Marx '-verantwortlich gemacht werden. Auch die politische Einigung Deutschlands und Italiens im 19. Jahrhundert wurde durch die Bildung ihrer geistigen Einheit eingeleitet. So wird es gewiß auch in Zukunft sein, und wenn man hoffen kann, den anarchischen und kriegerischen Zustand Europas eines Tages durch eine stabile, auf föderativen Prinzipien ruhende politische Ordnung erseht zu sehen, so ist diese Umwälzung nur dann möglich, wenn d i e geistige Einigung Europas zuvor vollzogen ist. Die Schwierigkeiten einer solchen geistigen Einigung sind sehr groß und dürfen nicht verheimlicht werden. Selbst wenn man alles beiseite läßt, was durch die Verschiedenheit der Sprachen und der politischen Anschauungen bedingt ist, so bleiben auch auf rein geistigem Gebiet sehr große Divergenzen zwischen den Geistern bestehen. Hm zur Versöhnung zu gelangen, gilt es also, drei Arten von Schwierigkeiten zu überwinden: einerseits die Streitfragen zwischen den Nationen, ande er'eits die zwischen den politischen Parteien innerhalb einer Nation, und schließlich diejenigen Streitfragen, die zwischen den ve-schiedenen, fast entgegengesetzter geist i g e r Spezialarbeit e-gelten Menschen stehen, wie Künstlern, Forschern, Historikern, Philosophen und Schriftstellern. Es ist das Verdienst des Prinzen Karl Anton Rohan, daß er vor diesen anscheinend unüberwindlichen Schwierigkeiten nicht halt gemacht, sondern vor nun bald vier Jahren seine Mission in den verschiedenen Ländern begonnen hat. Es gelang ihm, Menschen verschiedener Nationalitäten, politischer Richtungen und geistiger Berufe davon zu überzeugen, daß es eine höhere Ebene gebe, auf der sie sich treffen und den Versuch machen könnten, sich zu verstehen. Dieses Streben zu wechselseitigem Verstehen hat für jeden, der es unternimmt, größten Wert und kann ihm nur zuträglich sein: wir a..? sind nur zu sehr geneigt, uns in den Sonderangelegen- heilen unseres Landes, unserer politischen Partei oder unseres geistiaen Tätigkeitsfeldes abzuschlie- hen. Alles was uns verstattet, da herauszu- kommen und Fenster nach draußen auf* zustoßen, trägt zur Erweiterung unseres Geisteshorizontes bei. Nur durch gemeinsame Bestrebungen dieser Art wird man zur Schaffung eines wahrhaft europäischen Geistes kommen. Der „Verband für kulturelle Zusammenarbeit" verfolgt keinerle i politische Ziele, schon seine Zusammensetzung untersagt ihm alles politische Handeln, da dieses, gleich welcher Art und Richtung notwendigermaßen zu seiner sofortigen Auflösung führen müßte. Er wird daher nur gelegentlich und unter besonderen Umständen zu internationalen Organi a.ior.cn politischer Tendenz in Beziehung treten können, dagegen hat er die Absicht, seine Tätigkeit an die gleichgerichteten geistigen Organrationen an uschliehen, die mehr begrenzte Ziele im Auge haben. Der „Verband für kulturelle Zusammenarbeit" hat vermittels eines höchst einfach und unstarr eingerichteten Generalsekretariats dauernde Beziehungen zwischen seinen nationalen Cinzelgruppen ermöglicht. So ist es ihm gelungen, zunächst einmal zahlreichere und engere Beziehungen zwischen den europäischen Geist es- menschen herzustellen, d. h. zumindest unter denen von ihnen, deren geistige Wachheit die durch die nationalen Grenzen geatzten Schranken überwindet. Dies ist in großen Linien das Programm, das der Verband sich vorgezeichnet hat, und die bisherigen Ergebnisse zeigen in erfreulichem Maße, daß dieser groß angelegte Versuch zur rechten Stunde kommt. Deshalb muß jeder, der eine gedeihliche und friedliche Entwicklung Europas und der ganzen Welt berbeiwünscht, auf den Erfolg dieses Werkes, an dem Gründer und Mitglieder unausgesetzt arbeiten, die größten Hoffnungen sehen. Ein Experiment. Deutsche in der tschechoslowakischen Regierung. Don unserem K-Berichterstatter. Prag, 17. Oktober 1926. Knapp vor dem Zusammentritt des Parlaments ist es in Prag zu einem Regierungswechsel gekommen. Das Beamtenkabinett, das während der Zeit der inneren Streitigkeiten unter den tschechischen Parteien und der vielen unerquicklichen Scnsationsaffaren die Geschäfte des Staates geführt hatte, ist von einer neuen Regierung a b g e l ö st worden, in der der Führer der tschechischen Agrarier, SchwehIa, zum drittenmal das Präs dium inne hat. Dr. Benesch, der augenblicklich in Frankreich auf längeren Urlaub weilt, hat das Außenministerium behalten trotz der vielen Widerstände, die sich gegen ihn geltend gemacht haben. Auch drei weitere Beamte sind im Ministerium verblieben, die übrigen Stellen sind parlamentarisch beseht. Unter den parlamentarischen Ministern erscheinen zum erstenmal seit dem Bestand der Tschechoslowakei zwei deutsche Abgeordnete, der deutsche Agrar er Professor Spina als Minister für öffentliche Arbe ten und der deutsche christlich- soziale Professor Mahr-Harting als Iustiz- minister. Die Bildung der ersten naticMal gemischten tschechisch-deutschen Regierung ist ein bemerkenswertes Ereignis, eine neue Etappe in der Geschichte der Sudetenländer, wo feit Jahrhunderten Tschechen und Deutsche einen wechfelvollen Kamps um den politischen Einfluß führen. Dem Außenstehenden, der nichts mehr als statistische Zusammenstellungen über die Bevölkerung der Tschechoslowakei kennt, mag es wie eine Selbstverständlichkeit erscheinen, daß in einem national so bunt gemischten Staate wie der Tschechoslowakei auch die Regierung national gemischt sei. Wo Deutsche, Ungarn, Slowaken, Ruthenen und Polen f a st die Hälfte der Staatsbevölkerung bilden, erscheint es doch natürlich, daß wenigstens zwei Deutsche in der Regierung sitzen und die dreieinhalb Millionen Deutsche nicht bloß die Pflichten und Lasten der Staatsbürger tragen, sondern auch Anteil an der Macht haben und sich bei der Leitung des 'Staates zur Geltung bringen. Dennoch hat es sieben Jahre gebraucht, bevor diese Selbstverständlichkeit versucht wurde und die Umstände, unter denen die erste tschechisch- deutsche Regierung ihr Amt antritt, sind so unsicher, daß die Beständigkeit des neuen Systems höchst fragwürdig ist. Bisher sind dre Deutschen als Staatsbürger zweiten Grades behandelt worden. Im tschechischen Lager war der nationale Gedanke Trumpf, der den neugegründeten Staat als einen tschechischen Nationalstaat betrachtete und daraus den Grundsatz ableitete, daß bloß die tschechische Nation zur Herrschaft und zur Ausübung der Regierung berufen sei. Sieben Jahre hatte der nationale Gedanke die Kraft, alle tschechischen Parteien. Bürgerliche und Sozialisten, Freisinnige und Klerikale, zu einer festen Koalition zusammen- zuhalten und die übrigen Nationalitäten, vor allem die Deutschen, zu einer fruchtlosen Opposition zu zwingen. Nun endlich haben wirtschaftliche Gegensätze die längst morsch gewordene tschechische Koalition gesprengt. Trotz der tie en Verstimmung zwischen den tschechischen Bürgerlichen und Sozialisten wäre es aber wohl noch immer nicht zum völligen (e_ ail ter tschechische i Koali ion ge.ommen, wenn nicht die deutschen Aktivisten sich völlig vorbehaltlos zur Mitwirkung bei der Mehrheitsbildung bereit erklärt hätten. Ohne feste Vereinbarungen über eine Besserung der nationalen Verhältnisse, ohne vorangegangenen Pakt, ohne einen Ausgleich von Volk zu Volk nehmen die deutschen Aktivisten die Mitverantwortung sür die Leitung der Staatsgeschäste auf sich. Denn trotz der Verlegenhe t, in der sich die tschechischen Bürgerlichen befanden, weigerten sie sich ent= ch eden, anläßlich des Eintritts deutscher Parteien in die Regierung irgendwelche Verpflichtungen zu einer Be'serstellung der Subetendeutscken in nationaler Hinsicht einzugehen. Hnd täglich predigt die Presse der tschechischen Regierungsparteien der Bevölkerung, daß den Deutschen keinerlei nationale Konzessionen gewährt worden seien und auch nicht gewährt werden würden. Die Deutschen seien aus wirtschaftlichen Gründen in die Regierung gekommen, um einen Bürgerblock zu ermöglichen und bürgerliche Politik zu treiben. 3n nationaler Beziehung ändere sich nichts. Leider sind diese Beteuerungen nicht bloß taktische Schachzüge, um dem vielfach noch äußerst chauvinistischen tschechischen Bürgertum die neuartige Erscheinung einer tschechisch-deutschen Regierung schmackhaft zu machen und der Opposition das wirksame Schlagwort vom „nationalen Verrat" zu nehmen. Vielmehr liegen tatsächlich keine oder nur höchst kümmerliche Verabredungen über die weitere Behandlung nationaler Fragen vor. Die deutschen Parteien sind bloß auf die Hoffnung angewiesen, daß d'e Tschechen ihnen nicht zumuten werden, bei e’ner Regierung mitzuwirken, die das Sudetendeutschtum derart malträtiert, wie es die Kabinette der früheren tschechischen Koalition getan haben. Das ist die Dasis der deutschen Beteiligung an der Regierung, sie ist wahrhaftig schmal genug. Man muß nicht von vornherein jede Möglichkeit eines nationalen Erfolges bestreiten, aber sonderlich günstig sind die Voraussetzungen nicht. Vor allem sind die Tschechen in weit günstigerer Position. Der tschechisch-nationale Charakter des Staates ist in der Verfassung fest gelegt, e'ne Hn- zahl von Vesten sorgt dafür, daß das tschechische Element überall im staatlichen Leben besser- gestellt ist. Die Dodenenteignung hat das deutsche Si'dlungsgeb'et mit zahllosen tschechischen Kolonisten durchsetzt. Während deutsche Scbu - len z u Tausenden gesperrt worden sind, hat man überall in deutschen Städten und Dörfern tschechische Schulen emger'chtet und füllt sie mit deutschen Kindern. Aus der Beamtenschaft des Staates sind b:e Deutschen bis auf winzige Reste entfernt worden. Das deutsch? Wirisch a f t s l e b e n ist auf verschebenste Art tschechischer Kontrolle unterworfen worden. Der ganze Avvarat der Staatsverwaltung ist darauf geschult, mit und ohne gesetzliche Grundlage das Sudetendeutschtum auf kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet zu schädigen und zurückzudränaen. Ist es denkbar, haß diese eingelaufene Maschine durch den Eintritt zweier deutscher Minister in b:e Regier' ng zum Stillstand gebracht wird? Ganz zu schweigen von der Sisyphusarbeit, die dazu geboren würde, auch nur einen kleinen Teil der Schäden gutzumachen, die dem Hudctenbeutsch- tum zuqefügt worden sind. Da die Tschechen keine bindenden Verpflichtungen zu einer Wiedergutmachung einaeaangen sind, bleiben ihre deutschen Regierungskolleaen ganz auf den guten Willen der bisherigen Gegner angewiesen. Das ist beglich wenig angesichts eines wichtigen Schrittes, wie es die Hebernahme der Verantwortlichkeit für den Staat durch d.e deutschen Aktivisten ist. In der deutschen Bevölkerung wird die n ue Wendung keineswegs mit übergro ,cm O st in: Ismus ausgenommen. Die St mmung ist nach wie vor gedrückt unb skeptisch. Man erwar.et zunächst bestenfalls eine Mäßigung der -l-l:£-*)"-• ierungsbestrebungen und der nat.cnalen falrerung der deutschen Bevölkerung. Fce.l.a) ist es undenkbar, daß es auf die Dauer bloß bauet sein Dewcnben haben bürste. Dazu ist der Prc s, bcn bie beut scheu Aktivisten heute zahlen, zu hoch. Denn auch bie Tschechen müssen es zu würbigen wissen, welchen außerordent ichen Wert für sie bie Beteiligung deutscher Part.ien an der Regierung hat. um wieviel gefestigter die Tschechoslowakei in bcn Augen der Welt da steht. Die Deutschen konnten allenfalls voraussc'.'ungs- los in die Regierung gehen, um mit diesem letzten Schritt ihren guten Willen zu poß.iver, ftaat&aufbanenbcr Tätigkeit zu bewe gen. Ai er sie könnten kaum in der Reg erring bl::b n we m die Gegenseite das Vertra ien nicht rechtfcrllgt und nicht alsbald an d e Herstellung bet vollen nationalen Gleichberechtigt! nn a er Völker bcs Staates schreitet. Bis dahin bleibt das neue System ein Exver'.ment. Von den Schlachtviehmärk-en. An bcn Schlachlviehmärlten der d: i ,cn Woche war die Marltlage namentlich für Rini er. aber auch für Schafe ungünstiger als in der V. r- wcche. Für Kälber bagegen war der Marktverkauf allgemein recht gut, unb auch Schwrins verzeichneten im Vergleich zur Vorwoche t.ilwciss bes eres Geschäft. Die Aul tri ebszif fern hi.lten sich in den gewohnten Grenzen. Die Preise neigten für Kälber im Einklang mit der günstigen: Marktlage naturgemäß zur Festig eit. verbrich- neten aber auch bei ben übrigen Gattungen unter Schwankungen nur verhältnismäßig selten größere Abschläge. Auf ben nachstehenden Märkten wurden sür 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Rinder Kälber Schate öcbweine Berlin 20-55 52-98 25-57 70-81 Bremen 25-54 40-95 28-55 60-80 Breslau 20-60 53 — 82 30-53 71-85 Chemnitz 23-61 70-90 40-56 72-85 Dortmund 25-60 65-105 35-52 74-85 Dresden 24-63 70-93 30-62 72-84 Düsseldorf 24-60 55-95 — 65-84 Elberfeld 25-58 60-95 — 72-85 Essen 30-61 60-12d 25-50 72-84 Frankfurt M. 20- 59 66-90 25-45 65-84 Hamburg 15-55 38-95 25 - 56 16 — 81 Hannover 20-60 40-100 28-55 70-82 Husum 15-55 — 38-48 — Karlsruhe 20-58 75—80 — 78-84 Kassel 21-60 60-77 — 71-87 Kiel 17-49 21-82 24-52 49-77 Köln 20-60 60-115 35-46 70-85 Leipzig 25-57 48-88 28-59 70-83 Magdeburg 22-60 36-85 30-50 72-82 Mannheim 14-60 54-84 33-45 64-82 München 20-60 70-88 — 68-86 Stettin 10-56 35-99 15-50 72-85 Stuttgart 14-60 61-83 — 58-82 Zwickau 20-56 50-85 ,30-56 68-81 Rundfunk-Programm deS frankfurter Senders. (Aus der.Radio-Umschau".) Mittwoch. 20. Oktober. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Haüsorchefters: Lortzing. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Bücherstunde. 6.30 bis 7 Uhr: „Albert Lortzing", Vortrag von Adolf Stahl. 7 bis 7.30 Uhr: „Ausland, Deutschtum und deutsche Kultur", Vortrag des preußischen Staatsministers a. D. Dr. Otto Boelitz. 7.30 bis 8 Uhr: Die Schachftunde. 8 bis 8.15 Uhr: Eine Viertelstunde Naturkunde (Senckenberg-Viertelstunde) unter Leitung von Prost Dreoermann — Vortrag „Das Leben II. 8.15 Uhr: Heiterer Abend. Fünfte Schulmusikwoche. Der letzte Tag der Schulmusikwoche war der religiösen Musik gewidmet. Geheimer Konsistorial- rat D. gLoring (Darmstadt) sprach über »Die Bestrebungen zur Vereinheitlichung des Choralgesanges in Deutschland" und führte dazu etwa aus: Wenn von Deutschen aller Stämme ein Choral gesungen werden soll, so kommt man mit der Wahl in Verlegenheit. Schon bei den Texten hapert es meist nach dem ersten Vers und bei ben Melodien schon nach dem ersten Takt. Jede Landeskirche, und in Preußen jede Provinz, hat ihre eigenen Choräle. 1882 gab es noch 75 verschiedene Choralbücher, jetzt sind es immer noch 39. In der Provinz Sachsen zählte man vor kurzem 75 verschiedene Gesangbücher Ein großer Teil der deutschen Choräle stimmt überein, oder die Abweichungen in Text und Melodie sind geringfügig. Es gibt aber auch viele Choräle mit beträchtlichen Abweichungen. Besonders schmerzlich empfunden wurde die Zersplitterung im Weltkrieg, z. B. bei Lazarettgottesdiensten: aber auch im Stieben ist sie ein unerträglicher Mißstand. Frankfurt, Offenbach unb Hanau haben verschiebene Choralmelobien unb Texte: für zugezogene Gemeitzdemitglieder ist biefer Zustanb sehr unangenehm In der hessischen Exklave Wimpfen kreuzen sich württembergische, badische unb hessische Einflüsse. In der Choralliteratur spiegelt sich bie deutsche Zerrissenheit wider. Einheitliche Ausgaben von Chorälen sind deshalb anzustreben: eine Vereinheitlichung könnte erreicht werden, wenn ein Grundstock von etwa 30 Liedern, die in Text unb Weise überetnftim» men, geschaffen wird, gewissermaßen als eiserner Bestand. Die Verschiedenheiten ergaben sich aus ber Art des Gesanges: man fang ursprünglich nicht aus Büchern, sondern frei, bann entstanden Sammlungen, zumeist als buchhändletische Unternehmungen. Die Melodie hat oftmals dem Zeitgeschmack gehuldigt. Die Kirchenkonferenz in Eisenach strebte eine Vereinheitlichung durch Zurückgehen auf die ursprüngliche Form der Choräle an. Auch in Hessen wurde nach diesen Beschlüssen die Neugestaltung vorgenommen. Noch heute sind jedoch Unterschiede in Stadt unb Lanb vorhanden. Durch Mehrheitsbeschlüsse läßt sich eine solche Frage nicht _ entscheiden, sondern es sind nur Kompromißlösungen möglich. Die Jugend ist für bas Alte unb Echte ber Choräle empfänglich geworben: bie Qlelteren halten aber am Hergebrachten fest. 3m Jahre 1915 wurde vom Evangelischen K rchenausschuß ein deutsches evangelisches Kirchengesangouch herausgegeben. Es sind darin 110 Lieder einheitlich bearbeitet; in neun Fällen konnte man sich nicht einigen, unb so wurde eine doppelte Form gewählt. Der Redner bezeichnete bann näher bie in diesem Jahre im Auftrage einer Kommission im Druck erschienene Choralsammlung unb forderte die Pfarrer, Lehrer und Organisten auf, für den Gedanken ber Einheitlichkeit zu werben. Geheimrat D. Julius Smend (Münster) machte in ber Einleitung zu seinem Vortrag „Der deutsche Choral, ein vornehmes Dildungs- ünb Kulturelement" daraus aufmerksam, daß das Kirchenlied ursprünglich nur vom Chor gelungen wurde. Der Schatz an Chorälen unb Kirchenliedern ist außerordentlich groß; über 9000 wurden von Zahn gesammelt, doch ist vieles davon nicht mehr lebendiger Besitz. Die Reformation blieb in bezug auf die bildenden Künste im Ruck- stand, aber ün der Poesie unb in ber Musik hat sich die Kraft dieser religiösen Bewegung gesammelt. Das Verständnis des Chorals ist notwendig für das geistige Erfassen ber größeren Kunstwerke im Reich ber Töne. Der Rebner ging nach diesen Bemerkungen naher auf Die Entstehungs- unb Entwickelungsgeschichte be8 Chorals ein; er zeigte dessen enge Verwandtschaft mit ber religiösen Dichtung. Der Choral ist eine ber treuesten Wiberspiegelungen bes Deutschen, des germanischen Geistes; er ist ein kraftvoller Ausdruck deutscher Gemütsart, ©eelenticfe unb Frömmigkeit. Wenn auch bie Choräle zum Dell Neste altchristlicher Weisen sinb, so entstammt doch der größte Teil von ihnen einer spateren Zett dem Reformationszeitalter. Oftmals ist der Rhythmus im Lauf der Zeil erstarrt; man erstrebt daher jetzt seine Neubelebung. Viele Bottsliedmelodien sinb ben Chorälen zugrunbe gelegt worben, auch würben Melodien von katholischen Chorälen übernommen. Die Bedeutung des Chorals als Erziehungsmittel hatte schon Friedrich der Große erkannt, unb er räumte ihm in bem Landesschulreglement eine bevorzugte Stellung ein. Noch heute kann der Choral eine Sch uh wehr bilden gegen das Triviale unb Sentimentale der niedrigen Musik; er kann Mark in die Knochen bringen unb Stahl ins Blut. Er bereichert bas persönliche Leben, bas Gemüt unb stärkt bas Gemeinschaftsgefühl, das Gefühl nationaler, kirchlicher uyb religiöser Zusammengehörigkeit. Daß bie Choräle bas Verstänbnis für größere Kunstformen erschließen, bewies ber Redner an Beispielen ber Musik Hänbels. Bcu^, Schumanns, Regers unb Amolb Mendelssohns durch bie näheren Hinweise auf Anklänge an Choräle. Prof. E. 3. Mü11er (Köln) behanbelte bas Thema „Die religiös-e Musik in ber Volksschule, mit besonderer Berücksichtigung ber katholischen Jugenderziehung". Der Redner schilderte die religiöse Not ber Katholiken, bie aus bem materialistischen Zug ber Gegenwart zu erklären fiel Das religiöse Lieb könne nur aus religiösem Empfinden erwachsen. 3n Schule und Kunst müsse dieKonfessionalität betont werben, sie führe zu. einer Toleranz. 3m Musikunterricht sei auch die religiöse Musik au pflegen. Religion in Verbindung mit Kunst sei befähigt, einen neuen Humanismus ins Leben zu rufen. Die Frage der Vereinheitlichung der Gesangbücher sei im Katholizismus noch brennender; es müßten wertlose Lieder durch ältere, wertvollere und volksmäßigere ersetzt werden. Gerade die Jugend wolle die alten schönen Lieder wieder beleben. Der Redner trat ein für kirchenmusikali- sche Feiern. Es gehe ein frischer Zug durch die katholische Kirchenmusik, der sich u. a. in einer starken Dynamik gegenüber der Mechanik im Gesang äußere. Alle religiöse Musik müsse ein Symbol des Religiösen sein. Prof. K e st en beraer-Berlin gab in einer Ansprache einen Rückblick über die Tagung und schloß dann die Schulmusikwoche. Mufik und bildende Kunst in Darmstadt. Die Stäbtische AkabemiefürTon- kunst beging biefer Tage mit einer afabemtfa^n Feier im stäbtischen Saalbau bie Feier chr^ 75jährigen Bestehens. Sie begann mit einem „ Festgesang" für gemischten Chor von Gluck, ben bie Darmstäbter Mabtigalvereinigung unter Leitung von Ptivatbo^nt Dr. Friedrich Noack bot. 3m Mittelpunkte ber Feier stand eine Ansprache von Bürgermeister Mueller, ber barin bie Geschichte ber Anstalt schilderte, bie als eine ber ersten Anstalten i'jrer Art in deutschen Mittelstädten von Prof. Philipp Schmitt, bem Vater des gegenwärtigen Leiters. Musikdirektor Wilhelm Schmitt, ins Leben gerufen wurde. Es folgten Begrüßungsansprachen von Vertretern des Lanbesbildungsamtes. der Stabt unb zahlreichen Vereinigungen zur Pllege ber Musik. Die schöne Feier fand mit dem Vortrag von Beethovens Egmont-Ouvertüre durch ben ber stäbtischen Akabemie angeglieberten 3nstrumentalverein unb bas Orchester ber Akademie unter Leitung von Musikdirektor Schmitt ihren Abschluß. Am Sonntag wurde in Gegenwart eines sehr zahlreichen Publikums, worunter Vertreter ber Regierung und ber Stadt Darmstadt waren, in ber Kunsthalle eine Ausstellung ber Darmstäbter Sezession eröffnet. 3m Auftrage ber Sezession sprach ber Bildhauer Habicht über bas Unternehmen und erinnerte an die früheren Ausstellungen dieser im 3cfire 1918 gegründeten Künstlerdereinigung. Ihre Mitglieder umfassen Künstler, die in Westdeutschland wohnen ober aus Westdeutschland stammen. D.e gegenwärtige Ausstellung bietet in rund 200 Gemälden, Plastiken usw. einen wesentlichen Beitrag zu ber Kenntnis des gegenwärtigen Strebens ber Darmstäbter Künstler. Das Bild ist in'o'em nicht fest Umrissen, als auch viele auswärtige Künstler ber Sezession ausgestellt haben. Von hessischen Künstlern sinb zu nennen bie Maler Karl Gunschmann. Otto Wachsmuth ro» wie bie DilbHauer Antes unb Well Habi ch t. Namentlich ist es Gunschmann, ber große Fortschritte in seiner Kunst gemacht hat; er hat mehrere Akte ausgestellt, bie unter bem Gesichts- bunlt ber „neuen Sachlichkeit" aufzufallen sinb. Unter ben Arbeiten bes Bildhauers Habicht ist besonders bemerkenswert eine Porträtbüste des Finanzministers Henrich. E. B. Turnen, Sport und Spiel. Turngau Hessen D. T. Wilhe!m-Mll-S1asfel und Tagung der Vereinsvorsitzenden — o— Gießen, 17. Oft. Das innere Leben Les Gaues Hessen wurde am heutigen Sonntag von der Harmonie ein-es erhebenden Dreiklangs beherrscht: Die Turnerjugend mit über 2000 an Ler Zahl übte ihre Körperkräfte in einem Eil- boten-Sternlauf, der zugleich der Pflege echt turnerischen Geisteslebens diente insofern, als er der Dankbarkeit gegen ihren Oberturnwart Wilhelm Will (Gießen) Ausdruck verlieh, und der Rachmittag sah die Alten in vertraulicher Aussprache zusammen, um Rats zu pflegen über die Entwickelung der Turnsache im Gaugebiet. Der erste Endläuser gab um 12.50 Uhr seinen Köcher im Saalbau Sauer in die Hand des Gauoberturnwarts: dieser Streckenlauf kam von L a u b a 6) aus dem zweiten Bezirk (Giehen- Wehlar-Grünberg), dessen zweiter Lauf von Burgsolms um 1.15 Uhr ankam. Inzwischen hatte der Hoherodskopf im dritten Bezirk (Schotten) 12.58 seinen Gruß entboten, der fünfte Bezirk (Friedberg -- Dad-Rauheim) folgte 1.19 Uhr von Riederwöll st adt her, der erste Bezirk (Marburg-Kirchhain) hakte je einen Lauf von Biedenkopf und R e u st a d t mit dem sechsten Bezirk (Frankenberg a. d. Eder) in Cölbe vereinigt und gab seine Urkunden um 1.24 Uhr ab, während der vierte Bezirk (Alsfeld- Lauterbach) von Pfordt an der Fulda aus um 1.25 Uhr den Schluß machte. Gauvertreter Arthur Pfeiffer (Wetzlar) eröffnete nunmehr die Tagung dec zahlreich er- sch'enenen Derein^leiter und brachte die Eilboten- arüße zum 62. Geburtstag Wich. Wills zur Verlegung: neben dankbarer Verehrung bl Uzte auch der Humor schalkhaft auf, und insbesondere hatte der zweite Bezirk (Gießen-Wetzlar) als Heimat des Gefeierten in einem längeren ^Gedicht auch manche schöne Erinnerung aus der Jugendzeit wieder aufgefri'cht. Wtth. Wills kurzer, inniger Dank gipfelte in dem Versprechen weiterer restloser Pflichterfüllung. Auch der Toten wurde in ehrender Weise gedacht. In warmen Worten erinnerte der Gauv'rtreter an das arbeitsfreudige und erfolgreiche Wirken von Emmanuel Schmuck, der über 25 Jahre dem Mi telrheinkreis Vorstand: es wird dem außerordentlichen Kreistt-rntag zu Wiesbaden am 5. Dezember l. I. nicht leicht werden, hier vollen Ersatz zu finden. Der Gau Hessen beklagt weiter den Tod seines Gaurechners Herman.: Post iAlsfeld), der bis jetzt die längste Amtszeit in der Geschichte des Gaues auf diesem Posten hatte, und während dieser Zeit von 25 I-zreni die Finanzen des Gaues auch in der schweren Kriegs- und Inilationszeit mustergü^ig verwaltet hat. Ferner berichtete der Gauvertreter über den Deutschen Turntag zu Bremen, den er und Wilh. W:ll als Abgeordnete des Gaues Hessen besucht haben. Die Zeitungsberichte durch lebensvolle Darstellung persönlicher Eindrücke ergänzend stellte er befriedigt heraus, daß d:eses größte Parlament für die Pflege der Leibesübungen in Deutschland in den Mauern der alten Hansestadt eine würdige Aufnahme gefunden habe, bei der erhebende, ja feierliche Augenblicke sich mit den Freuden geselligen Zusammenseins in schöner Harmonie paarten. Die Steuer- p o l i't i-’ der D. T. soll und mutz in dem Rahmen gehalten werden, daß Jahns Vermächtnis vom deutschen Turnen als einer allgemeinen Volkssache damit vereinbar bleibt, und die D. T. darf und soll nicht mehr unternehmen, als sie aus eigner Krajt vermag, jedenfalls sich nicht auf Llnterstützunacn von dritter Seite verlassen. Der Kampf um die Jugend dauert in unverminderter * Kraft an: die Parteien, Konfessionen, Sonder- verbände für Leibesübungen werben um die kom- 1 mende Generation, und in diesem läuternden Kampfe gilt es, die deutsche Turnsache zu einwandfreier Ausgestaltung zu entwickeln. Von sachkundiger Seite wurde auf die sportärztliche Bewegung hingewiesen, die je länger je mehr zu dem Gedanken neigt, dah das beste Training für ein Sondergrbret der Leibesübungen doch letzten Endes durch eine voraufgehende, bzw. begleitende Gesamtausbildung des Körpers auf der breiten Grundlage des deutschen Turnens erfolgreich wird. Der nächste " Deutsche Turntag wird in Stuttgart stattfinden. Unter den größeren Gauveranstaltungen war das 5 3. Gauturnfest zu Ridda ausgezeichnet vorbereitet und formte trotz der Tücken des Wetters dank der arbeits- und opferfreudigen Unterstützung durch den Turnverein R.dda mustergültig durchgeführt werden: die noch ausstehende Verlosung findet nunmehr am 31. Oktober statt. Zum 5 4. Gauturnfest rüstet sich der Turnverein Heuchelheim bei Gießen auf den 10. und 11. Juli nächsten Jahres. Die Beteiligung an dem Wettkampf der Altersriegen hat erfreulich zugenommen: deshalb soll der Gau-Turnausschuß darüber entscheiden, ob statt seither zwei (35 bis 45 Jahre bzw. 45 Jahre und mehr) nunmehr drei Stufen geblldet werden sollen (ab 35, 45 und 55 Jahre), oder ob ein Ausgleich durch Gewährung von Vorpunkten an die Aeiteren geschaffen werden soll, wie es bei dem Feldbergturnen! geübt wird. Zur Ausbildung von Turnwarten und Vorturnern wird im Laufe des Rovembers in Gießen durch den Gauoberturnwart ein Lehrgang (Samstagnachm'ttags und Sonntags) abgehalten, zu dem noch Plätze mit Gewährung von Unterstützungen bei baldiger Anmeldung frei sind. Im Gegensatz zu Ridda hatte das Gaujugendtreffen, verbunden mit einer Gauwanderung . auf dem Gleiberg eine schlechte Beteiligung: die Iugendgruppen von Gießen und Friedberg werden vereint im Laufe des Winters in die sechs Bezirke gehen, Mm d'rrch turnerische, theatralische und gesangliche Darbiettlngen neue Anregungen im Geiste Jahns besonders auch jn die Landvereine des Gaues zu tragen. Bei Heranziehung von gaufremden Kräften zu Veranstaltungen müssen die Vereine die Genehmigung der Gauleitung einholen, die übrigens auch über gute gaueigene Werbekräfte verfügt. Zur Derminder-ng von Unfällen bei den Leibesübungen aller Art soll jeder Beteiligte nach besten Kräften beitragen: warm empfohlen wird die Versicherung der Schüler, Schülerinnen und Iugendturner im Anschluß an den Iugendpflegeverband in Preußen, zumal der Gau triele preußische Vereine in sich schließt. Erst spät am Rachmittag konnte der Gauvertreter die Versammlung schließen, die viel Anregung mit in den Gau hinausgab, wie sie vormittags viel Freude aus dem Gau hereingenommen halte. Handball im Gau Hessen der D. T. Meisterklasse To. 1846 Gießen — Mio. Gießen 3:2 (1:1). o Zum ersten Male waren am Sonntag zu einem Handballspiel mehr Zuschauer erschienen, als man sonst gewohnt ist zu sehen. Die überaus stattliche Zahl kam in jeder Weis« auf ihre Rechnung, denn es wurde «in schönes Spiel gezeigt. Tv. 1846 errang einen glücklichen Sieg, die Mtv.-Mannschast mußte eine unverdiente Riederlage hinnehmen. Der Sieger gefiel durch sicheres Fangen und flotte Durchbrüche. Mtv. spielte stets überlegen, shstemvoller, besonders das Stellungsspiel war ausgeprägter: der Verlust dürste auf die mangelnde Schuhfreudigkeit des Sturmes zurückzusühren fein. Ergebnis 1:1 in der ersten Spielhälfte, alsdann Führung der Mtver 2:1 bis kurz vor Schluß, hierauf noch zwei Tore der 1846er, von denen das eine eine sehr hübsche und ansprechende Leistung darsteltte. Mit diesem Sieg« steht 1846 Gießen mit 2 Siegen und einer Riederlage gleich 4 Punkten an der Spitze der Meisterschaftstabelle. Punktgleich folgen mit je einem Siege und einer Riederlage Männer-Turnvercin Gießen und Tv. 1860 Bad-Rauheim. Ohne Punkte ist bis jetzt noch Turn- und Sportverein 1860 Marburg. Der Gaumeister von 1925 26, Turn- und Sportverein Butzbach, spielt in diesem Jahre in der Verbanüsrunde des I. Verbandes ,.Main- Lahn" des Mittelrheinkreises: jedoch befremdet, daß nicht die A-Mannschaft der Butzbacher in der Meisterklasse teilnimnrt. A-ftlafie dec Gauspiele Tv. 1846 II — Mtv. II 2:0 (1:0). Auch die zweiten Mannschatten der hiesigen Turnveine trugen ihr Verbandsspiel am letzten Sonntage aus. T. V. 1846 war leicht überlegen und konnte 2:0 siegen. Schiedsrichter auch in diesem Treffen Turner Langsdorf vom Tv. 1860 Dad-Rauheim, der nicht nur spieltechnisch, sondern auch körperlich durch die Leitung dieser zwei Spiele, die ohne Pause durchgeführt wurden, eine ansehnliche Leistung vollbrachte. Handball der UrbLitsrsporNer. £ Zum ersten Pflichtspiel trafen sich am Sonntag die Mannschaften Gießens und Kinzenbachs auf dem Trieb, wo mit dem Anwurf Kinzenbachs ein forsches, aber völlig systemloses Spiel begann. Alles lief nach dem Ball und bildete so einen wirren Haul'm. In einem solchen Gedränge gelang es dem Ha^, linken Gießens in der 15. Minute, für seine Farben den ersten Treffer zu erzielen. Zehn Minuten später verwandelte der Mittelstürmer nach guter Vorlage mit einem Wurf zum zweiten Tor. Nach dem Wiederanwurf zeigte das Spiel schon schönere und besser durchdachte Momente: es zeigte sich der Einfluß eines durchaus kundigen Schiedsrichters. Nach einigem Hin und Her kam Kinzenbach durch seinen Rechtsaußen zum ersten Tor. Das Tempo ließ nun merklich nach, die Verteidigung Gießens rückte weit vor. Diesen Um- | stand konnte der Mittelstürmer Kinzenbachs ausnutzen, zum zweiten Tor einsenden und damit den Ausgleich Herstellen. Im weiteren Verlauf des Spiels bekam der Gießener Tormann reichlich Arbeit, die Anstrengungen beider Mannschaften waren aber ohne Erfolg, so daß die Punkte zu gleichen Teilen gingen. Bei Schluß trennten sich zwei Mannschaften, die noch viel lernen müssen, aber zu noch besseren Erfolgen Hoffnung geben. Futzbaü, D. s. B. Liga — Vereinigte Marburg 5: 3. Ligareferve — Herborn Ligareserve 4:0. 3. Mannsch. — 2. Mannsch. Daubringen 10: 0. 4. Mannsch. — 1. Mannsch. Daubringen 3:1. 1. Iugendmannschaft 1. Iugendmannschaft B. C. Wetzlar 3: 0. 2. Jugendmannschaft — 1. Iugendmannschaft Butzbach 0:1. 1. Schülermannsckast — Schüler Lollar 1:2. 2. Schülermanwchaft — Schiller Ste nbach 3:0. (-) Den vorgestrigen Sonntag kann der Verein in seinem Gesamtergebnis als vollen Erfolg für seine Farben buchen. In acht Wettspielen wurden sechs Siege mit einem Gesamttorergebnis von 29:7 Toren errungen. Die größte Bedeutung hat naturgemäß der Sieg der Ligamannschaft über V. f. B. Kur Hessen Marburg, durch den sie ihre Stellung in der Tabelle außerordentlich verbessert hat. Man kann fast sagen, daß dieses Spiel entscheidend war für den Verbleib des Gießener Vertreters in der Bezirksligaklasse. Daß V. f. B. trotz Ersah für die verletzten Spieler ‘Singel und Dickhardt, sowie für den gesperrten Kreß! antreten mußte und trotzdem verdient gewann, kann als moralischer Erfolg bezeichnet werden: dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dah der „Ersatz" eigentlich kein Ersah war und durch fein hervorragendes Spiel an der Erringung des Sieges großen Anteil hatte. Der Verlauf des Spiels war fpannend vom ersten bis zum letzten Augenblick. Schon in der 5. Minute führte die Platzmannschaft durch einen durch Flachskamp verwandelten Handelfmeter, muhte sich aber schon zwei Minuten später den Ausgleich gefallen lassen. Böckler hätte dieses Tor verhüten können. Das ohnehin schon sehr flotte Tempo wurde nun von beiden Mannschaften noch stark gesteigert. In fortgesetzt wechselnden Angriffen wurde um die Führung gekämpft. Man kann sagen, daß seit langer Zett ein Spiel mit so spannenden Momenten und sich blitzschnell ändernden Situationen in Gießen nicht mehr vorgeführt worden ist. B. f. B. schälte dank seines besseren Zusammenspiels die größere Anzahl Torgelegenheiten heraus, von denen Henrich II. eine durch Bombenschuß verwertete. Kurz darauf muhte Köhler wegen einer Verletzung seinen Läuserposten, den er bis dahin sehr gut ausgefüllt hatte, mit Rechtsaußen vertauschen, wo er dann kaum mehr als Statist wirkte. Während Gießen bei leichter Feldüberlegenheit die Torzahl zu erhöhen suchte, gelang «s Marburg durch zu weites Aufrücken der einheimischen Verteidigung den Ausgleich zum zweitenmal zu erzielen. Beim Stand von 2:2 wurden die Seiten ge- wechselt. Mit Anstoh entwickelte sich sofort wieder ein äußerst forsches Spiel, in dem beiderseits oft reichlich hart, jedoch ohne ausgesprochen unfair zu sein, um die Führung gekämpft wurde. Der V. f. B.-Sturm, von seiner Läuferreihe glänzend unterstützt und mit präzisen Vorlagen bedient, stattete dem Heiligtum des Gegners gefährliche Besuche ab, während die Hintermannschaft den Marburger Sturm kaum au,kommen ließ. Sieger konnte dann auch eine Vorlage Möllers durch Plazierten Schuh verwerten und das Resultat auf 3:2 stellen. Jetzt übernahm Marburg das Kommando und drängte beängstigend. Richt lange danach konnte der äußerst gefährliche Fischer, der auch die beuöen ersten Tore für Marburg geschossen hatte, durch eine feine Leistung zum drittenmal den Ausgleich erzielen. Rach kurzem Rachlassen kam V. f. B. wieder auf und rih durch K l e i n f e erneut die Führung an sich. Wiederum kämpfte Marburg mit dem Einsatz der ganzen Kraft und schuf beängstigende Momente vor dem D. f. B.-Tor. So ohne weiteres wollte es sich doch nicht geschlagen bekennen. Als jedoch S t e g e r zum fünften Tor einschoß, stand der Sieg seiner Mannschaft fest. Rach einem selten abwechslungsreichen und spannenden Treffen verließ die V. f. B.-Mannschaft, die ein uneingeschränktes Gesamtlob verdient, mit einem wohlverdienten Sieg den Platz. Auch die sehr guten Resultate der übrigen Mannschaften verdienen nicht nur angedeutet zu werden. Die Ligareserve schlug die gleiche Herborn mit 4: 0 und gewann damit ihr vietlls Verbandsspiel. Wenn sie so weitermacht, ist ihr auch die diesjährige Meisterschaft der A-Klasse nicht zu nehmen. — Die Dritte überfuhr die Zweite Daubringe ns mit nicht weniger als 10:0 und hat dadurch bewiesen, daß sie wieder stark im Kommen ist. Auch sie steht bis jetzt sehr gut in der Tabelle und kann u. a. den einzigen Sp'.elverlust noch aufholen. — Die durch einige kamvferp.obie A. H. verstärkte 4. Mannsch a f t hatte sich ein höheres Ziel als die eigene Dritte gesteckt und sich Saubringend Erste zu einem Gefellschaftsspiel eingeladen. Ihr 3:1- Sieg über diese zeugt von einem guten Geist. — Die 1. Jugend inannschaft schiug im Diplom- spiel die spielstarke 1. I u g e n d vom B. C. W e tz- lar mit 3:0 und machte damit die Schlappe vom Vorsonntag zum guten Teil wieder wett. — Die 2. Iugendmannschaft hielt sich gegen die 1.1 u g e n ö Butzbachs auf dessen Platz sehr gut. Bei der körperlichen itebenegen^eit und größeren Spielerfahrung des Gegners ist ihre knappe 0: 1--Riedellage als sehr gutes Resultat zu bezeichnen. — Die 1. und 2. S ch ü le r mannsch a s t e n spielten in Lollar bzw. auf eigenem Platz gegen Steinbach. Erstere verlor noch in der letzten Minute durch Elfmeter, durch die beginnende Dunkelheit stark benachteiligt, knapp 1:2. Letztere gewann überlegen mit 3: 0. SpMöereimgung 1900 Grehen. ö. Die Ligamannschaft trug in Marburg das Meisterschaftsspiel gegen den derzeitigen Tabellenersten im Lahnkreis, den Rasensportoer- ein „Germania" 0 8, aus und unterlag 7:11 Es ist eigentlich kaum denkbar, wie eine Mannschaft, die bis 25 Minuten vor Schluß in weit überlegenem Feldspiel mit nur 2:1 im Nachteil war, in den letzten Minuten eine so gewaltige Niederlage heraufbeschwören kann. Die Spieloereinigung war in der 1. Spielhälfte ständig die tonangebende Mannschaft. Die „Germanen^ gelangten in dieser Zeit noch nicht fünfmal in den Gießener Strafraum. Gießens Verteidigung stand saft immer bis zur Mitte aufgerückt. Bei Marburg verteidigte alles, nur die beiden Außenstürmer standen vorn. Selbst der hervorragende Halblinke Adorf mußte andauernd in der Verteidigung und in der Läuferreihe mithelfen. Das Glück war mit Marburg. Bei einem schnellen Durchbruch der linken Gennanen- slanke siel auf weiten Schuß das erste Tor Marburgs, aus einem von der Mittelfeldlinie vom linken Gießener Verteidiger dem Torwart zurückge- spielten Ball der zweite Treffer. 1900 holle direkt im Gegenstoß ein Tor auf, sonst scheiterten jedoch alle Angriffe an der oielbeinigen Marburger Abwehr. Bei den Gießenern fehlte immer noch der schußsichere Mittelstürmer, der gegenwärtig pausierte, und bei den anderen mangelte es an Geistesgegenwart und Treffsicherheit. Auch nach dem Wechsel lag 1900 sofort erneut im Angriff. Die Gießener Läuferreihe war überragend, sie beherrschte vollständig das Spielfeld. L o tz in der Marburger Verteidigung hatte ungeheure Arbeit zu bewältigen. Er kam gar nicht aus dem eigenen Tor- und Strafraum heraus, und trotzdem errang 1900 den Ausgleich, der um verftändlicherweife vom Schiedsrichter nicht gegeben wurde. Eine weitere krasse Entscheidung traf er, als der Marburger Merlau nach Abpfiff durch Treten und Schlagen den Gießener Rechtsaußen anging. Er verwies beide vom Platz, obwohl der Gießener keine Regelverletzung beging. Diese Maßnahmen des Schiedsrichters machten die Gießener Mannschaft so mißmutig, daß die Germanen in den letzten 25 Minuten leichtes Spiel hatten, insbesondere da die Hintermannschaft überhaupt nichts mehr aufs Spiel hielt. 1900 verschoß auch noch einen Handelfmeter, dann endete das so schön begonnene Spiel mit einem Mißton. Die Ligareserve kehrte von Dillenburg 4:2 siegreich zurück. Zwei weitere von Gießen regelrecht erzielte Tore gab der Schiedsrichter nicht. Die Lehrmannschaft war in geschwächter Aufstellung als East bei dem Fußballverein 1 9 2 0 Ockertshausen und spielte 3:3 gegen dessen Ligareserve, verstärkt durch Ligaspieler. Die 3 b - M a n n s ch a f t fertigte stark geschwächt Heuchelheims 2. 2:1 ab. Die 1. Juyend setzte, wie vorauszusehen war, in Niedergirmes ihren Siegeszug fort. Resultat 5H für Gießen. Die 2. Jugend unterlag in Leun gegen den körperlich weit stärkeren Gegner, ßeuns 1. Jugend, 3:4 und auch die 3.Jugend der Spielvereinigung 1900 mußte auf eigenem Platze gegen Daubrin - gen$ 1. Jugend eine 1:0-Niederlage hinnehmen. D. f. R. Cid) I - „Hessen"-G etzen I 0:8. h. Mit diesem Spiel hat „Hessen" fein zweites Verbandssviel siegreich aeftaltet Es war ein Kampf, reich an spannenden Momenten, in dem die „Hessen" technisch besser und bedeutend durch- schlagkräftiger waren. Lich hat diese hohe Riedrr- tage nicht verdient, denn sie verstanden es, das Spiel dauernd offen zu gestalten. Lediglich der Sturm versagte im Schießen, sonst hätten auch sie 2 bis 3 Tore erzielen müssen. Schon in der ersten Viertelstunde erzlllten de ..Hessen" 3Tore, und damit war das Spiel schon entschieden. Lich konnte mitunter ganz gefährlich aussehende Angriffe einletten, doch die Gießener Hintermannschaft war auf dem Damm und lieh keinen Erfolg zu. Gießen ging sogar mit 4 Toren in die Halbzeit. Rach Wiederbeginn erzielte „Hessen" zwei weitere Tore und konnte gegen Schluß das Resultat auf 8:0 erhöhen. 23. C. 20 Gießen II — „Hessen" II 1:10. ö. Auf dem B. E.-Platz trafen sich diese Mannschaften zum Derbandsspiel. „Heis-n" konnte das Spiel dauernd überlegen gestalten und dementsprechend auch einen hohen Si:g herausholen. Heuchelheim. Sportverein 1920 Heuchelheim I — Dallspielklub 1920 Gießen I 7:0. ck. Diesem Spiel sah man in Heuchelheim mit großer Spannung entgegen, da man in B. C. 20 den schärfsten Gegner in der A-Klasse vermüllte. Auch der Tlmstand, daß B. C. 20 durch nachträgliche Zusprechung einiger Puntte in der vergangenen Serie zum Tabellen-Ersten d.r 8-Klasse ernannt worden war, gab dem Spiel einen besonderen Reiz. Man war neug'erig, wer am meisten Berechtig mg hatte, den Titel 8-M:ister zu tragen. Jetzt kann man sageill, -daß Heuchsl- heim der Bessere ist, denn ein Toruitterfchied von 7:0 bedeutet Klassenunterschied. In der ersten Halbzett herrschte ziemlich ausgeglichenes Spiel, bei dem Heuch lheim etwas mehr drückte. D. C. verteidigte jedoch mit Erfolg und setzte sich dem forschen Spiel Heuchelheims energisch zur Wehr. In der 35. Minute kam Heuchelheim nach schöner Kombination zum ersten Tor, dem bald daraus die Rummern 2 und 3 folgten. Mit 3:0 ging es in die Halbzeit. In der zweiten Hälfte klappte B. E. vollständig zusam- men, so daß Heuchelheim noch viermal erfolgreich sein konnte. Die Derbandsspiele der II. Klasse im Arbeiler-Turn- u. Sportbund Wetzlar II — Fronhausen I 5:2 (3:1). t Rach den in der letzten Zeit erzielten Resultaten der Wetzlarer Zweiten au urteilen, konnte man wohl mit einem Sieg der Mannscka't Fronhausens rechnen, zumal diese Mannschaft in den letzten Spielen recht befriedigende Seiftuncen zeigte. Auf eigenem Platz tritt aber Wetzlar immer in ziemlich starker Aufstellung an, so auch am Sonntag, wodurch wieder einmal alle Vermutungen und Berechnungen über den Hausen geworfen wurden. Rach flottem Spiel legte Wetzlar zwei Tore vor, Fronhausen erzielte in Auswirkung feiner Anstrengungen ebenfalls ein Tor, dem Wetzlar kurz vor Halbzeit ein drittes folgen lassen konnte. Mit 3:1 für Wetzlar ging es in die Pause, nachdem für beide Mannschaften je ein Abseitstor nicht gegeben worden war. Rach dem Wechsel zeigten beide Mannschaften wieder ein ausgeglichenes Spiel, bei dem Wetzlar die gebetenen Torgelegenheiten besser auszunutz^n verstand. Halblinks schoß das vierte Tor, dem der Mittelstürmer durch einen verwände.ten Elfmeter das fünfte folgen lieh. Die Anstrengungen Fronhausens wurden bald darauf durch einen Treffer belohnt. Das Resultat hätte für Fronhaufen bei besserem Ausnutzen der gebotenen Chancen leicht günstiger lauten können. Bei dem Stande 5:2 für Wetzlar wurde das Spiel von dem gerecht amtierenden Schiedsrichter abgepfiffen. ßeunl — Wieseck II 7:1. Mit wenig Auss.icht auf Erfolg trat die Wiesecker Zweite die Reise nach Leun an. Unb vermutet wurde, so kam es auch. In der ersten Halbzeit ginge noch einigermaßen, der Mann im Wiesecker Tor hielt das Resultat niedrig, der Sturm war aber zu schwach. Rach dem Wechsel toollte man dem Mangel abhelfen und nahm den Tormann in den Sturm mit dem Erfolg, daß wenigstens das Ehrentor erzielt werden konnte. Dafür zeigte aber der neu eingestellte Tormann eine solche Tlnbeholsenheit, daß obiges Resultat zustande kam. Marburg II — Daubringen 1 2: 3. Zum fälligen Verbandsfpiel stelllen sich beide Mannschaften in Marburg. In der Marburger Mannschaft sah man e.ne Anzahl neuer Gesichter, sie gab dem Spiel sofort ein lebhaftes Tempo und erzielte in der 20. Minute den ersten Treffer. Daubringen raffte sich nun zusammen und erzie.te kurz vor Schluß i'er ersten HaV eit ten Ausstich. Marburg erzielte noch eine Ecke, die jedoch nichts einbrachte, so daß es mtt 1:1 in die Pause ging. Rach dem Wechsel sah man Marburg wieder stark im Angriff, die Verteidigung Saubringend wußte aber jeden Erfolg zu verhindern. Der Sturm sand sich jetzt besser zusammen, und die Angriffe drängten Marburg immer mehr in seine Hälfte zurück. Eine schöne Vorlage des Rechtsaußen Saubrin- gens konnte der Halbrechte unhaltbar einsenden. Marburg, hierdurch angespornt, sachte nun zum Ausgleich zu gelangen, was auch 10 Minuten vor Schluß gelang. Daubringen seinerseits gab jetzt alles aus sich heraus, um den Sieg an sich zu bringen. Zahlreiche Schüsse hielt der gute Tormann Marburgs, eine Reihe weiterer ging neben dem Pfosten oder über die Latte ins Aus. Kurz vor Schluß gelang es Saubringen, das fieg- bringenbe Tor zu erzie.en. Trotzdem Saubringen mit Ersatz spielen muhte, konnte es einen wohlverdienten 3: 2-Sieg mit nach Hau e nehmen und dadurch seinen zweiten Tabellenplatz behaupten. Ser Schiedsrichter leitete sehr korrekt. Raunheim II — Gießen Ha 1: 3. Erwartungsgemäß holten sich die Gießener die Punkte in Raunheim, allerdings hat.e man ein höheres Resultat vorausgesehen. Ser eingestellte Ersatz und der nasse schlüpfrige Platz sollen die Ursache dieses bescheidenen Sieges gewesen sein. Bei Halbheit waren die Raunheimer sogar 1:0 im Vorteil. Die Jugend. In Wetzlar trafen die Iugendmannschaften Wetzlars und Heuchelheims zusammen. Die von Spiel zu Sp el heiler werdenden Heuchelheimer lie,er:en den Wetzlarern e n gleichwertiges Spiel. Der Anstoh sah zunächst Wetzlar im Anriff, bald löste Heuchelheim ab und erzielte nach 10 Minuten das erste Tor. Kurz darauf folgte das zweite Tor. Ein für Wetzlar gegebener Elfmeter wurde verschossen. Einige Minuten vor 16.25 i 16.25 16.05 ein I66,25 - |155.75 177.75 181.75 166 108.75 164 Ih8 108 108.25 Lc8-a6? nicht für Schwarz halbroh wie's letzte Banknoten. muh. Berlin, 18 Eftbr trew^börse. Frankfurter -Ecke 135 145,5 148 209.5 101 91,5 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. TL Telegraphische Auszahlung. 180 116,25 12 des 143.5 o0.25 138 188.5 176 5 । 168 ; gewinnt. 18. Vebxt7 19. Lg5xf6 20. Tdlxd? 21. Df7xd7 n.71'25 0.6825 0,675 0 87 '1.6775 145.7 103,9 834 145 137,75 Dörsenkurle. (Dbne Gewahr.) 18. Lb7-c6 19. DdSxfö 20. Lcbxd? 21 D6xh? 17,5 45 174 103 65 6.5 200 87.5 105 d5Xe4 c6-c5 1. d7-d5 2. e7-eb 3. Sr8 - f6 4. Sb8-d7 5. Lf8-e7 6. 0-0 7. c7-c6 8. b7-b6 Spreckstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen 165.75 162.9 144 208.4 98.75 90,5 55 75 38,75 7 205 87.75 107 6.71 0,68 tausch aus e4 usw. die etwas brechen. 12. Tal-dl! 13. St3xd4 Also warum erst 14. 5' 4x16+ Selbstverstänblich 164.5 8.35 u.63 0.63 j 0.62 Halbzeit tonnten die Heuchelheimer euren Fehler | bet Wetzlarer Verteidigung geschickt ausnutzen 1 unß zum dritten Lor ein enden. Aach der Pause drückte Wetzlar stark und konnte kurz hintereinander zwei Tore ausholen, zum dritten und aus- aleichenden Tor langte es aber nicht ganz, obwohl Wetzlar jetzt etwas scharf spielte. Der nasse Boden war dem Spiel sehr hinderlich. Die Schülermannscha ten Wiesecks und Gießens 231.75 167 9" 235* 183.1* 170.25 । 160 149.75 i 8.5 , 230 157.5 34 5* 181.5* 116 170,2* 161 147 8.4 179.5 182 149 160.75 91 25 85 142 5 167.75 168.5 91.5 Frankfurt a. Ti., 19. Ott. Es wurden notiert: Weiten (Wetterauer) 29,50, Toggen (inl.) 23,75, Sommergerste (für Drauzwecke) 24 bis 29, Haler (inl.) 19,50 bis 20, Mais (gelb) 19,25 bis J9.75, Weizenmehl (inl., Spezial 0) 42,50 bis 3,25 Rogge .mehl 34,50 Li; 35, Wiek eie 10,25, Roggenkleie 10,50. — Tendenz: Fest. 12 c5xd4? 13. La6-b7 jetzt? 14. Le7xf6 Eine richtige Losung zum Problem Tr. 81 sandte ein Herr Schulamtsanwärter Stumpf, Gießen. Eine ausführliche richtige Lösung zum Endspiel Tr. 21 sandte ein Herr Lehrer E. Simon, Gießen. stellt sich einmal Schleie in drück.'ich hinzufügt: „Gut durch und nicht Mall" 1.6605 0.67 n R7 0 35 II Ii6d5 16? 110 5 168.5 172.25 177 146,5 158.5 90 77.5 137 5 164 162.5 91 Sch achbrte "asten. Lehrer E. S., hier. Sie übersehen in Problem Tr.81 nach l.Ld7, Tal+. Obersekundaner V. L., hier. Bei Problem Tr. 81 folgt auf 1. Sxgl+, Kxg4 2. Dc4+, KXg5, also irren Sie sich. 142 I 102.5 । 324* I 136 130.5 schlugen s i ch bie Kurs st eigerungen förmlich. Schiffahrtsaktien zogen zum Teil um 8 bis 9 Prozent an, von Montan- a f t i e n gewannen Bochumer über 12 Prozent und andere Werke 6 bis 7 Prozent, am Chemie- markte erreichten J.-G.-F arben mit 235 Proz. einen neuen Rekordstand: Elektroaktien lagen verschiedentlich um über 10 Prozent fester. Die durchschnittlichen Kurserhöhungen betrugen sonst 3 bis 4 Prozent. Eine Ausnahme bildete der heimische Rentenmarkt, für den das Interesse infolge der Hausse in Dividendenpapieren vollkommen nachgelassen hat. Kriegsanleihe bröckelten auf 0,75 ab. Im Devisenverkehr konnten sich die lateinischen Valuten befestigen. Paris 165,50 aegen London, Brüssel 172. Oslo war gegen das Pfund ebenfalls gut befestigt mit 19.62. Der japanische Pen erreichte mit 48,85 gegen Kabel einen besonders hohen Stand. Mark und Pfund lagen unverändert. o 705 0.65 0.80 0 40 0 675 0.65 11.65 0.65 95,25 105 64 8.5 201 86.4 105 ?/„ Deutsche 46 + , Ke6-d7 5. Dg6-g44-! und gewinnt die Dame. das Ende durch 22. Dd7-t5+ 23. Df5-f4-|- 24. 1)14-d: + 25. Dd6-e7+ 26. Db7-e64- 27. Tfl-dl! Lösung Die schwarze Partie ist natürlich infolge der gefährdeten Königsstellung sowie des^ weißen Dauernplus verloren: der Anziehende führt jetzt paar starre Züge herbei. 11. Sd2xe4 Wenn der Läufer schon auf bZ stände, Ware dieser Zug gut, aber so ist er ein Fehler, da die P-Stellung dl gegenüber der Dame entscheidend wirkt.. Bei dem Läu'erstande auf bZ würde Aus- Stärke der weißen Stellung nicht gut, aber Sxf6 ging mehr liegen Sxe6 nebst 15. Sd4xe6! Mit der Bemerkung: „Vielleicht erholt sie sich noch!" (Lust. Dl.) 9. Ddl -e2 Weih hat die Partie nach bekannten Mustern behandelt und steht gut. Durch ein paar folgende schwache Züge deS Tachz^ehenden gerät derselbe in eine prekäre Stellung, aus welcher es keine 22. Kh7 - ho 23 e7-g5 24. Kh6-h7 25. KH7-H6 26 Kh6-g7 Aufgegeben. des Problems Tr. 81. Wenn Sie erst einmsl probiert haben, j/? überrascht sein von dem feinen Geschmack der MAGGI-Suppen. Diese werden aus erstklassigen Rohstoffen und Zutaten auf ifHiähriaer Erfahrung in dergleichen Weise im großen hergestellt, wie man im Haushalt gute ^nnen berg et Nur nodmit Wasser zu kochen. Reiche Sortenauswahl. 1 Würfel für 2 Teller 13 Pfg. Suppen öe™tet-“zeichen: Der Name MAGGI und die gelb-rote Würfelpackung Problem Nr. S3, Don L. Fothergill, rwickenham. 1. Preis in einem Turnier des Cricket and Football-Field. Schwarz. gelische Christenheit feiert Ende Oktober dieses Lahres das 400jährige Gedächtnis der Einführung der Tesor.nat.on im Gebiete der Landgrafschaft Hessen. Am 21. Oktober 1526 tmwde die von Philipp dem Großmütigen nach Homberg a. d. Efze einberufeie Synode eröffnet, die den einn.ül g n Willen des Hes.envo'kes 5 ar Teior- mation test st ritte, und deren gewäh.ter A . s- schuh eine Trier . st.onsordnung für Hessen entwarf, die zwar niemals in Hessen eingeführt wurde, deren Grundgedanlen aber doch in der hessischen Kirche weiter wirkten. Jedenfalls datiert von dieser Zeit de allgemeine Einführung der Teformation in Hessen. Für die Hinterländer hessischen evang.l scheu Gemeinden liegt obiges Heimatbuch als schöne Festgabe vor. Es ist ein rechtes Volksbuch, dessen edle und anschaulich" Darstellung geradezu musterhaft ist. 3n fünf Abschnitten behandelt der Verfasser d e hestt'che Kirchengeschichte in großen Zügen. Er erzählt: 1. „Wie es vor der Teformation aussah". 2. „Wie die Teformation e'ngeführt wurde", 3. ^Wie unser Hessenlaird evangelisch wurde". 4. „Wie d.e Evangelischen für ihren Glauben stritten", und 5. „Wie der evangelisch ®(a "be siegte". Zahlreiche gute Dstder aus der allgemeinen Triormat ons- gesch.chte und schöne Zeichnungen Hess scher Hinterländer K rchen sowie Abbild ngen von S'enen heimatlichen k rchlichm Lebens erhöhen den Wert des vortr ffl ch zur Verbreitung d enenden Büchleins, das in s-ner Art neben tiefgrimbiger geschichtlicher Derstelluna des Prälaten D. Diehl, in seiner I.'.biläumsschrist über die evangelische Bewegung in Hessen, wohl bestehen kann. Wer es möglich machen kann, sollte beide Büchlein, die sehr billig sind, verbreiten. Er wird für beide Werke interess'-erte Leser finden. 365 Wirtschaft. ^rnntiiivtrr Börse. Frankfurt a. M„ 19.Oft. Tendenz: sehr fest. Die heute bekannt gewordene Kundgebung der Wirtschaftsführer von nicht weniger als 16 Ländern wurde von der Börse in günstigstem Sinne beurteilt, besonders in d m Appell zur Beseitigung der Hindernisse in den europäischen Handelsbeziehungen glaubt man eine wertvolle Kundgebung zu sehen, die geeignet sein wird, zum Wiederauf- blühen des Welthandels beizutragen. Da auch aus dem Reiche in wirtschaftlicher Hinsicht die Meldungen wieder hoffnungsvoller lauten, so waren alle Momente gegeben für lebhaftes Geschäft und fefte Stimmung. Die Spekulation war ungemein rührig, aber auch Kauforders, die wieder I in größerer Zahl Vorlagen, belebten das Geschäft. I Den Hauptnutzen zogen Montanaktien, die vereinzelt weitere Steigerungen bis zu 5 Prozent zu I verzeichnen hatten. Die bevorstehenden Trans- I aktionen auf dem Montanmarkt bildeten das Haupt- I Moment der Anregung. Stark gesteigert waren Bochumer, plus 7 Prozent, Deutsch-Lux plus 5, Gelsenkirchen plus 4, Rheinische Braunkohlen plus 3.25, M.msfelder plus 3, Phönix plus 2,5 Prozent. Besonders lebhaft wurden am Chemiemarkt J.G.- Farben umgesetzt, die einen neuen Kurssprung | von 6 Prozent auf 234 Prozent zu verzeichnen hotten. Goldschmidt plus 4.5, Scheideanstalt plus 2,5 I Prozent, dagegen waren Holzverkohlung um 0,75 | Prozent abgeschwächt. Elektroaktien lagen I ruhig und mußten sich mit geringeren Besserungen begnügen, die nicht 1 Prozent überschritten. Am Bankenmarkt standen Deutsche an der Spitze, die um 7 Prozent, bis auf 187,5 anzogen. Berliner Handel plus 4 Prozent, Disconto plus 3, Darmstädter plus 2, Metallbank plus 2,5 Prozent. Schiffahrtsaktien lagen gleichfalls fest, besonders Nordlloyd plus 2,5 Prozent. Autoaktien setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Kleyer plus 1, Hansa-Lloyd plus 2,5 Prozent. Don Zellstoff- aktien hatten Aschaffenburger eine starke Steigerung von 6 Prozent oufzuwcisen, wahrend Wclld- hok gehalten blieben. Delattien fest. Rütgers- werke plus 3 Prozent. Zuckeraktien setzten ihre Auswärtsbewegung fort. Offstein plus 3,5, Heilbronn plus 2,5, Stuttgart plus 2,25 Prozent. Hei - mische Renten lagen ruhig, aber befestigt. 1 Schutzgebiet 10,5. Ausländische Renten vernachlässigt. Türken gut erholt. Der weitere Verlauf der Börse brachte Schwankungen, und das Knrsbild zeigte teilweise große Unregelmäßigkeit. Die Grund- ftimmung blieb aber fest. Am Geldmarkt besteht die Nachfrage im lokalen Verkehr fort. Tagesgeld unverändert, etwa 6 Prozent. Monatsgeld 5,75 bis 7,5 Prozent. Privatdiskonten 4,65 bis 4,87 Prozent. Jnduftrieakzepte 5,25 Prozent. Im D e v i f e n v e r - kehr bewirkte die Kundgebung der Wirtschaftsführer eine kräftige Aufwärtsbewegung der westlichen Frankenvaluten. Paris gegen London 166,59, Brüssel 175,50, Mailand 115,50. Die Reichsmark und das englische Pfund lagen unverändert. Ber! ’.cr Börse. Berlin, 19. Okt. Aus dem Rheinlande und aus Süddeutschland, aber a> ch aus anderen Gegenden des Reiches lagen heute Kaufaufträge^ einem Ausmaß vor, daß die F e st s e tz u n g der e r ft e n Kurse bei den Standard papieren Schwierigkeiten bereitete und die Börsenkommissare zugezogen werden mußten. Neue Anregungen lagen daoei nicht vor. Man kann nur vermuten, daß die großen schwebenden nationalen und internationalen Wirtschaftsprojekte die Phantasie der Effektenkäufer besonders in Tätigkeit setzten. Die Banken scheinen dieser Bewegung nicht unsvmpa- thisch gegenüberzuftehen, da sie in der Hauptsache das Börsengeschäft finanzieren und dem Geldmarkt große Summen zur Verfügung stellten. Tagesgeld 4 bis 4,5 Prozent. In verschiedenen Aktienwerten über- | Geld | Brie' Kirche und Schule. B. Groß-Karben, 18. Okt. Aus dem Srizerbrunnen tagte die Konferenz der Geistliche n des evangelischen Dekanats Todheim unter Leitung von Dekan Heußelaus Altenstadt. Auf der Tagesordnung stand neben Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten ein Teferat des Anstattsgeistlichen an der Zellenstrafanstalt Pfarrer Wahl aus Butzbach über Gefangenennot. Als Ergänzung des Vortrags soll demnächst eine Führung der Dekanats- geistlichen durch die Anstalt stattfinden. Düchertisch. — K. Schmidt: Gottes Wort und Luthers Lehr. Hinterländer Heimatbuch zur Teformationsseier 1926. — D:e hessische er an- 169.5 168 146.75 I 210 102 25 94.9 Befreiung mehr gibt. 9. .. . 9. Tempoverlust; besser Lb7. 10. e3-e4! 3n der Mitte sieht es Uhr stießen in der Nordanl o g e an der Ecke Asterwcgs zwei Automobile zusammen, von denen das eine, einem Herrn Grieb in Gladenbach, das andere dem Automobilhändler Hoos im Asterweg gehört. Der Gladenbacher Wagen soll, wie uns mitgeteilt wird, in ziemlich raschem Tempo die Nordanlage aus der Richtung Ostanlage—Marburger Straße gefahren sein, während das Auto des Herrn Hoos aus dem Asterwcg in die Nordanlage mit Richtung Ostanlage einbiegen wollte. Der Führer des Gießener Wagens soll vorschriftsmäßig Signal gegeben und auch mäßige Geschwindigkeit gehabt haben, während bei dem Gladenbacher Wagen das Gegente.l der Fall gewesen trafen sich auf dem Wiesecker Sportplatz zum Tückspiel. Das Vorspiel gerannen die Jüngsten W.esecks 3: 0. Das Spiel am Sonntag zeigte auch viermal die Wie ecker im besseren Zusammenspiel ; ; ; ;; und besseren Sp'elverständni-, so daß das pressen Deutsche Vertb. Dollar-Ans. mit einem Siege der Wiesecker, und zwar aber- vio Toll -Schav-Amretlno*^ */» Boflturten........ S0/« Solümcnfana . . Serttner Handelsgesellschaft tfommerj- and Privat-Bank Tarrnft und 9lationalbant Deutsche Bank Deutsche BeretnSdank .... Tisconio Commandft Metall bank Mitteldeuklchc Leeditbank Lcsterreichische littbüonttaü Wcftbank ...... «ochmnei «hoh ...... HuderuS ..... Laro ....... Deuttch'Luremburg'..... Gcliennrcheucr tirrgtoerft . Harvener Bergbau - ... «aliwcrke Aschersleben.... Kaliwerk Weftcregela Laurabune - ....... Qberbcdars . ........ Phoinr Bergbau ...... Rdeimlabl ....... Nie keck Montan ....... Tellus Bergbau ..... Bereinigte Stablwerkc A, G- Ha-ndurg'Amcnka Paket. . . 1 Norddeutscher Llovd • . . I Ldrramlsche Werke L'bM . . Zementwerk Heidelberg . . . Pbilivv HoUmann .... Anglo-Conr.-Guano Cbemischc Matzcr Alavin . . I. (4. Jarbcninduslrie, A -G- Woldschmidt.......... Holzverkohlung NürgerSwcrkc . . ..... Lchcideanstalt ........ Allg ElektrrjttStS-Gelcllschaft vecguiann Mainlraitwerke Schucken ....... Siemens * Halste ...... Adleriverkc «lener ..... Daimler Motoren. ...... Hevligenftaedt -Uieauin . Psoiorenwerle Mannbelm Frankkurier Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Meiallgelcll chaft Frankfurt Pci Union A -lA. .... j Schob'abrik Her;....... Sichel Zell stoss Walddok ■ .... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckcriadrik Gagbäusel . . . 1. d2 —d4 I 2. c2-c4 3. Sgl -f3 — 4. Lei -g5 5. e2 —e3 206 6. Sbl -d2 7. Lfl-d3 8. 0-0 e 8 3 a b c a Frankfurt a.M. Berlin Teatbctiei von W. Drbacb. 5o)iu • l-4br- fturs fture SchUth-srinfauo fcur* ; i'i- Alle für bie Tebattbn bestimmten Mittel- 15. . .. 15 lungen, Lösungen usw. sind zu richten an die 16. De2xe64- 16. 1'5-'' Schachredattion des „Gießener Anzeigers". Kh8 hätte Dh3! mit fofortigcm Gewinn zur T-ttu-n: 18 10 19 10 18. 10. 1 19 10 18 Oktbr. 19 Oktbr- Ärmliche Noti runa Amtliche Notierung Geld 1 Briet (’)Clb Brie» 167,81 168.23 167,84 168.26 1.709 1.713 1.708 1,712 11.67 11,73 11.82 11,86 101.06 101,31 100.62 100,88 111,69 111,97 111,64 111,92 112.16 112,44 112.16 112.44 10.518 10,588 10.546 10.586 17,23 17.27 17.83 17,87 20.355 20,405 20,344 20.394 4,1955 4,2055 4,1955 4,2055 12,085 12.125 12.27 12,31 61,05 »1,25 61.00 61,20 63.14 63.30 63.64 63,80 2,047 2.051 2,052 2,056 0,558 9.560 0.559 0,561 69,18 59,3'2 59.19 59,33 12,422 12,462 12,422 12,462 7.417 7,437 7,418 7.438 5.875 6,895 0.875 0,895 6.03 3.04 >,037 4,047 21.475 21,525 21 475 21,525 81,39 81,59 81,37 81.57 2,17 2,18 2,167 2,177 5.24 5,26 5.24 5,26 4.195 1 4,205 4,196 4.206 4.195 | 4.205 4.195 4.205 vmerikanllche Note»..... 4,192 4,212 Belgische Noten ...... 11,62 11.68 111.42 112,98 20,325 20.425 Französische Noten ...... 12,14 12,20 Holländische Noten ...... 167.43 168,27 Ktalienilche Noten ..... 17 21 17,82 Norwegische Noten ... 100 85 101,35 Demlch-Qestcrr . a 100 Kronen 59.05 ->9.35 Nninänisch.' Noten . . . 2 21.' 2,262 Cckwedischc Noten . . . 111.81 • 12 4u Schweizer Noten . ... 80,82 61 22 Svaoischc Noten ...... Öi'.O'i u3.38 Tschechoslowakische Noten . . 12,392 12,452 Unflerifcbc Noieo . . ... 5.847 5.887 /////*- 5UNLICHT farnn ßuf dm unfei dern unbe lonb bte üoffit öen i auch r Schwii auch hung tonn; des' bei Airge gleich bei/ 6ebie an b M «V Drr toäi un Fl So in die 21: W btä Va§ große Würfelspiel. (Martina Wilemar.) Roman von Franz laver Kappus. 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten. XV. Rüstig stieg die kleine Gesellschaft talab. Wenig wurde gesprochen. Man war müde und abgespannt von der Tagesarbeit. Unzähligemal war die Szene auf der Tannenlichtung wiederholt worden, ehe sie klappte. Den ganzen oua der starren, schneebedeckten Gipfel wollte Findeisen im Hintergrund haben. Unerbittlich war er in solchen Fällen. „Die Rache der Berge" sollte ein wirklicher Monumentalfilm werden. Auch Lily Wilemar schwieg. Aber ihr Antlitz glühte. Wie mit elektrischem Strom war ihr Körper geladen. Seit vielen Wochen ging das nun so: und sie verspürte keine Müdigkeit. Wenn die Kollegen murrten, wenn Mia Hell ihre Launen hatte, wenn der Operateur seinen Kurbelkasten wie ein Tobsüchtiger umkreiste und Findeisen die Hände rang: Lily Wilemar stand lächelnd dabei. Wohl klirrten auch ihre Nerven: aber es war ein beseligendes, kristallklares Wachsein, das heiß bis in die Fingerspitzen pochte. Ein Blick rundum genügte, und das Gefühl wurde sichere Ueberlegenheit. Waren es die Aroser Berge, die mächtigen Gletscher, die stürzenden Wasser, die mächtigen Schuttmoränen, die das Wunder vollbrachten? Lily wußte es nicht. Immer nur griffen ihre Augen aufs neue in die zauberhafte Welt. Anders als überall schien die Sonne in Graubünden. Anders zogen die Nebel, anders leuchteten die Grate und Schroffen, anders schwammen die violetten Wölkchen am Himmel. Selbst die Abende kamen anders: In wenigen Minuten waren sie manchmal da, indessen Pinter den Plessurer Gipfeln noch letzte Feuer lohten. In der Halle des Bristol-Hotels traf Findeisen Anordnungen für den nächsten Tag. „Acht Uhr fünfzehn Abfahrt zum Langwieser Biadukt. Und gute Stimmung mitbringen, meine Herrschaften." Auch darauf freute sich Lily. Es war schön, durch die endlosen Tunnels zu donnern. Kaum hatte man einen hinter sich, sauste der Zug wieder über Brücken, darunter das Grauen kauerte, an finsteren Tannen vorbei, am Rande rauschender Wasser. Wenn man an diese Bilder dachte, konnte man gar nicht anders, als gut spielen. Vielleicht hatte die seinnervige Elvira, deren Rolle man mimte, einmal in Wirklichkeit gelebt. Vielleicht war ihre Sehnsucht wirklich an der stolzen Erhabenheit dieser Berge zerbrochen. Ohne weiteres konnte das alles wahr gewesen sein. Es fiel nicht schwer, als Elvira zu agieren, zu lächeln, zu leben. Findeisens kurze, befehlende Worte störten dabei ebensowenig wie die Bemerkungen der Kolleginnen. Lily machte große Toilette. Jeden Abend machte sie große Toilette. Auch das gehörte zum neuen Leben. Die Welt, nach der man sich verzehrt hatte, war da. Jrn Alexandra-Hotel wartete der engere Hofstaat: Mister Raisinan aus Buffalo und der kleine melancholische Doktor Bogdanski aus Warschau. Beide fügten sich ausgezeichnet in den Rahmen. Beide wußten genau, was sie einer angehenden Filmdiva in der fashionablen Umgebung schuldig waren. Sanft ober wild spielte das Hotelorchester. Mister Raisman sprach nicht viel. Er dachte an seine Geschäfte, obwohl er an seine Geschäfte nicht denken sollte. Die Aerzte hatten es verboten. Mit Mühe war ihm von dem großen Apparat, den er mitgebracht hatte, eine Stenotypistin bewilligt worden. Höchstens zwei Stunden des Tages durfte er diktieren: immer im Liegestuhl auf der Terrasse, immer das Fieberthermometer bei der Hand. Bitter beklagte sich Mister Raisman. Der Doktor Bogdanski lächelte mit glänzenden Augen. „Was wollen Sie, Mister Raisrnann? Das Leben ist kein Perpetuum mobile. Dann und wann muh die Maschine repariert werden. Vielleicht läuft sie dann noch ein paar Jahre." Teilnahmsvoll fragte Lily: „Wie fühlen Sie sich heute, Doktor?" Bogdanski griff in die Tasche und zeigte ein verkleinertes Röntgenbild. „Die letzte Aufnahme. Kein erbaulicher Anblick. Aber immerhin: etwas scheint von der Lunge noch übrig zu fein." Sein schön- geschnittener Mund spannte sich durstig: „Wir tanzen doch später?" Lily nickte. Jeden Abend tanzte sie im Kursaal. Jeden Abend war die Stimmung der Gäste verschieden. Manchmal tobte und lärmte die Jazzband vergeblich. Kaum zwanzig Paare lockte der Foxtrott. Dann wieder fuhr es allen in die Glieder. Irgendein Funke zündete unsichtbar. Flugs lösten sich die schmalen, sonnengebräunten Gesichter. Gesund ober todgeweiht: in diesen Stunden galt es gleich. Mia Hell war es vor Wochen gewesen, die die anderen so mitgerissen hatte. Später war die kleine Pariserin mit dem Wuschelkops gekommen, vierzehn Tage darauf die junge Engländerin, deren grüne Augen wie peruanische Smaragden schimmerten. Und heute war es die Sakubowa. Sie machte sich nichts daraus, daß alle Blicke staunten. Wieder schritt sie wie eine Königin, die Brauen hochgezogen. Noch weißer leuchteten ihre Schultern inmitten der dunkelgebrannten Menschen. Noch hoheitsvoller trug sie den Kopf mit dem glatten, braunen Scheitel. Noch gebändigter war das Spiel ihrer Hände. Noch biegsamer und weicher tanzte sie. Jeder der Herren wollte vorgestellt sein. Aber nicht jedem erwies sie die Gnade. Zuweilen streifte sie ihren Begleiter mit einem kurzen, fragenden Blick. Erst wenn der feierliche Russe, das Einglas im Auge, leise nickte, ließ sie sich zum Tango ober Tharleston führen. Mister Raisman fand nichts an der Sakubowa. „Es gibt hundertmal hübschere Damen hier," sprach er, nachdem er sie gemustert hatte. „Man braucht nicht einmal weit zu gehen." Das war seine unbeholfene Art, Lily zu huldigen." Bestimmt sagte Lily: „Sie ist sogar sehr schön. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine schönere Frau gesehen zu haben." Sie neigte sich zur Seite: „Was meinen Sie, Doktor?" Bogdanski antwortete etwas. Lily verstand den Sinn seiner Worte nicht. Während er noch sprach, stand sie auf und reckte den Hals. „Sie gefällt Ihnen wirklich sehr gut", sprach Bogdanski beleidigt. Er seufzte schwer. Lily lächelte geistesabwesend. Kein Zweifel: der dort drüben war Kreuth, Benno von Kreuth. Mitten in dem Knäuel nächst des Orchesters tanzte er. Jetzt wandte er das Antlitz der Saalmitte zu: ein Irrtum war ausgeschlossen. Es konnte nur Kreuth fein. Eine Weile beobachtete Lily. Nicht einen Augenblick verschnaufte der Mensch. Der Reihe nach montierten Mädchen und Frauen in seinen Arm. Zu- fammengepreht waren seine Lippen. Kaum ein Wort schien er zu sprechen. „Immer noch die Sabukowa?" fragte Bogdanski mit flackerndem Blick. „Ich sehe einen Bekannten aus Berlin." In der Pause ließ Lily Kreuth zu sich bitten. Wunderbar hatte er sich in der Gewalt. Keine Wimper zuckte in seinem mageren Gesicht, während Lily oorstellte. Stehend fragte er: „Sie filmen wohl hier, Fräulein Lily? Martina hat mir geschrieben, daß Sie in der Schweiz filmen. Da darf man ja gespannt sein. Wann wird man ,Die Rache der ‘-Serge* zu sehen bekommen?" „Im Winter jedenfalls", sagte Lily tonlos. Leibhaftig stand das Bild der Schwester vor ihr. Ihr ganzer Jammer wurde lebendig. Wie hatte das Mädchen schon gelitten, wie litt sie sicherlich auch letzt. „Und Sie, Herr von Kreuth?" fragte Lily schärfer. Groß weiteten sich ihre Augen. Kreuth verschränkte die Arme. „Es geht!" sprach er zwischen den Zähnen. „Seit wann sind Sie hier?" „Vormittag angekommen." . ?s „Unb wann gebenden Sie —** „Vielleicht schon morgen, vielleicht erst in etniacn Wochen." „Nach Berlin zurück?" erklärte Lily. Ihr Atem flog. „Ja — morgen oder in einigen-Wychen. Es ist noch Etliches in Schwebe. Man kann nicht immer, wie man möchte." Bogdanski war zur Seite gerückt. Eine Weile saß er stillll, dann knüpfte er mit dem Orientalen zu feiner Linken ein leises Gespräch an. Nachdenklich senkte sich der blauschwarze Kopf des andern. Auch Mister Raisman ahnte Zusammenhänge. Er entschuldigte sich kurz und ging. Vielleicht konnte er Miß Saunders hier irgendwo finden. Es war doch vorteilhafter, an Stelle des Briefes, den man morgen absenden wollte, noch heute zu fabeln. (Sortierung folgt.) neiS Drieschs Kaffee ist doch der beste Sitte* in 20. M. 1926 nachmittags 2 Uhr versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28: 2 Schlafzimmer, 3 Kleiderschränke, 1 Küche, 1 Küchenschrank, 1 Sofa mit 2 Sesseln, 1 Divan, 1 Sekretär, 1 Vertiko, 2 Laden- Iheken, 1 Ausziehtisch, 2 Tische, 2 Packtische, Bettstellen mit Sprungrahmen, Stühle, ein Ofen, Herde, Wäschemangel, 2 Grammophone (davon 1 trichterloses) mit 23 Platten, Spiralbohrer, Gewindeschneider, Feile, Sägeblätter, Kakao, Zigarren, Herren, und Damen-Strickwesten, w. Schuhe, 1 Schreibmaschine, 1 weißemaillierter Gasherd mit Tisch (fast neu), 1 Gasbackofen, 1 gut erhaltenes Damenfahrrad und Herrenräder, Tabak, Seifenpuloer u. v. a. 8569V Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator. Neuenweg 28 Telephon 1414. Marktverlegung! Der auf den 2. Dezember 1926 angesetzte Dich- und Ärämertnarft wird auf Mittwoch, den 3. November, verlegt. Der Klauenviehmarkt ist unter folgenden Bedingungen genehmigt: Die aus eigener Zucht stammenden Tiere aus dem Kreise Gießen sind gegen Ursprungszeugnis zum Markte zugelasien und kann deren Auftrieb nur von 8 bis 9 Uhr vormittags erfolgen. 8557 D Hessische Bürgermeisterei Allendorf an der Lumda. Rein. teil larmMM 1 Wagner 18 Alicestraße 18 Garantie für tadellosen Sitz und schicke Fasson Reiche Auswahl in ,nur modernen erstklassigen Stoffen ISt(^s Eingang von Neuheiten / Mäßige Preise Üei^ neiilermeisler als Fachmann der beste Sioffiieferant Der elegante Maßanzug die einzig mögliche Kleidung des Herrn ____ ________ 8552 D Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Mente Premiere: Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren 13er Film bleibt bis einsohl. Sonntag auf dem Spielplan I 8574c uhigjihuhi WRIGLEY AKTIEN - GESELLSCHAFT, FRANKFURT Akt ÄS Päckchen = 4 Stück = 10 Pf. Ueberall erhältlich! 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