Nr. M Erstes Blaff 176. Zahrgang Donnerstag, 19. August 1926 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'jche UnwerfitälL-vuch- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Schnftiettung und Seschästssteüe: §chulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfcnnig: für Re. klamean'ieigen von 70 mm Breite 35 Rcichspsennig, Platzvorschrift 20 mehr. Chefredakteur: Dr. Friede Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange: für Feuilleton Dr. H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein: für den An- zeigente,! Hans Iüstel. sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener FamilienblStter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 5L Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. poftschecnonto: Frankfurt am Main 11686. Die Abrüstung. Staatssekretär Kellogg über die Stellung Amerikas. Plallsburgh, IS. Aug. (2DB.) In einer Rede anläßlich der Enthüllung eines Denkmals für den Kommodore Mac Donough gab Staats- sekrelär Kellogg einen Ueber blick über die ameri- konische Politik in Genf und sagte u. a.: In der Landabrüstungsfrage haben mir cs als wünschenswert bezeichnet, zunächst mit örtlichen Abkommen den Anfang zu machen, durch die das Hauptproblem der Dell insofern berührt wird, als die Furcht vor dem Angriff eines unmittelbaren Rachbarn damit zum verschwinden gebracht wird, wenn wir von bescheiden st en Anfängen ausgehen, so haben wir mehr Aussicht, vorwärts zu kommen, als wenn alle Völker warten wollen, bis eine allgemein anwendbare Formel für die Abrüstung gefunden ist. wir hoffen, daß sich aus den Erörterungen in Genf eine Beschränkung der Rüstungen zu Lande und zu Wasser ergeben wird, hinsichtlich des Wunsches verschiedener Mächte, die Abrüstung zu Lande, Wasser und in der Lust als ein unteilbares Ganzes zu betrachten, glaubt Amerika, daß die Frage der Abrüstungsbeschränkungen mit allen Mitteln vereinfacht werden muß. Die Frage der Rüstungen zur See wird nach unserer Ansicht zwischen denjenigen Seemächten zu regeln sein, die hauptsächlich interessiert sind. Das Bestreben verschiedener Mächte, das Maß der Abrüstung von den wirtschaftlichen Quellen eines Landes abhängig zu machen, würde die vereinigten Staaten in Anbetracht ihrer großen natürlichen Hilfsquellen jeder Armee oder Marine vollständig berauben. Die einzig praktische Grundlage für eine Begrenzung der Rüstungen sollte in der Berücksichtigung der militärischen Machtmittel und der sichtbaren und greifbaren Rü st ungen bestehen. Die Durchführung jedes internationalen Uebereinkom- mens über die Rüstungsbeschränkungen wird, soweit die vereinigten Staaten beteiligt sind, von dem guten Glauben und der Achtung vor den vertragen allein abhängen müssen. Eine Aeberwachung durch ausländische Organisationen können wir nicht annehmen, wenn aber andere Mächte den Wunsch haben, eine neue internationale Kontrolle einzu- k-ichten, so würde das nur die übrige Welt, nicht aber uns angehen. In Washington wird der Rede des Staatssekretärs Kellogg eine größere, als nur persönliche Bedeutung beigemessen. Sie ist die AntwortanEuropa, daß die Washingtoner Regierung sich von der Genfer Bersanimlung zurückziehen tonnte. Es sei klar, daß Kellogg der Welt flar machen wollte, daß die Bereinigten Staaten nicht daftir verantwortlich gemacht werden dürften, falls die Genfer Versammlung keine praktischen Ergebnisse zeitigen sollte. Bevor Kellogg den endgültigen Wortlaut seiner Rede fest- legtc, hatte er Besprechungen mit dem Präsidenten Coolidge und erhielt Berichte aus erster Hand von Mitgliedern der amerikanischen Delegation, d-'e aus Genf zurück- kehrten und ihm ihre Schlußfolgerungen über die Motive m'.ttejlcn konnten, aus der,en einige persönliche und andere Meinungsverschiedenheiten 3U erklären seien. Kelloggs Erklärungen lassen die Tür halb osten für eine amerikanische 3ni= tiative, eine besondere Konferenz der großen Seemächte einzuberufen, um den Rahmen der Washingtoner Abrüstungsabkommen zu erweitern, falls sich die Genfer Versammlung Verlagen sollte, ohne eine positive, aussichtsreiche Allion hinsichtlich des Problems einer Verminderung der schweren militärischen Land-Rüstungen unternommen zu haben. Bedrohliche Lage in Tanger. London, 19. Aug. em Zusatz, daß Frankreich die Situation für außerordentlich ernst halte. Das Berliner Tageblatt schreibt hierzu: Ein Seil der französischen Presse führt eine heftige gegen die belgische Regierung, der die Absicht einer Rückgabe von Eupen-Malmedy als Gegenleistung für eine finanzielle Beteiligung Deutschlands an der Stabilisierung des belgischen Fran- k e n zum Vorwurf gemacht wird. Es ist bekannt, daß das Heer der französischen Rationallsten in jedem Falle in Aufregung gerät, sobald ein Werk des Friedens, das den Geist von Locarno überzeugend demonstriert, in den Bereich einer vorsichtigen Erörterung rückt. Bemerkt werden aber muh, daß diesmal der Kampf mit t e n d e n - ziösen Falschmeldungen geführt wird, gegen die Einspruch zu erheben ist. Eine solche Rachricht ist die Meldung der Pariser Ausgabe des „Rew Bork Herald", der von Deutschland die Uebemahme einer fantastischen Schuld an Belgien' in Höhe von 1,5 Milliarden Mark erwartet und die Frage Eupen-Malmedy mit der vielbesprochenen Aufwertung der deutschen Markbestände in Belgien verknüpft sehen möchte. Alle jene, die eine umfassende Verständigung Belgiens mit Deutschland wünschen, bewahren gegenüber dieser Gerüchteträgerei Schweigen. Weder auf deutscher, noch auf belgischer Seite besteht Reigung, die berufsmäßigen Giftmischer in ihrem Gewerbe zu unterstützen. Sparmaßnahmen in Frankreich. Paris, 18. Aug. (WTD.) Heute vormittag fanb unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Pomcare ein Kabinettsrat statt, öer sich in der Hauptsache mit den gegenwärtig Don den Derschiedenen Ministern geprüften Sparmaßnahmen^ beschäftigte. Sämtliche Maßnahmen sollen demnächst veröffentlicht werden. Der Handelsminister erstattet u. a. einen Bericht über die Maßnahmen zur Kontrolle der Lebensmittelpreise und teilte seine Absicht mit, einen Ausschuß Don Vertretern der Verbraucher zu bilden, während der Landwirtschastsminister über die Einschränkung des Brot - und GetreideDerbrauchs berichtete. U. a ist eine größere Ausmahlung des Mehles und die Beschränkung der Einsuhr ausländischen Getreidcs vorgesehen. In der ..Libertö" macht der Abgeordnete für Tochinchina, Outrey, den Vorschlag, zur Abwälzung eines Teils der französischen Schulden bei Amerika einer amerikanischen Finanzgruppe, die sich zu diesem Zweck mit einer möglichst großen Anzahl französischer Finanzleute zusammenschließen sollte, eine Million Hektar zum Kautschukanbau geeigneten Geländes in Indochina zur Ver- fügung zu stellen. Outreh begründet seinen Vorschlag damit, daß Amerika auf diese Weise die Möglichkeit erhalten würde, das ihm ur erwünschte englische Katschukmonopol zu brechen. Günstige Lage auf dem französischen Arbeitsmarkt. Paris, 18. Aug. (WB.) Rach einer Mitteilung des Arbeitsministeriums hat die wirtschaftliche Tätigkeit Frankreichs seit drei Monaten und besonders feit Juli einen außerordentlichen Aufschwung in allen Teilen der land- wirtschastllchen, industriellen und Handelsproduk- ti-on genommen. Die Zahl der Arbeitsuchenden, die keine Beschäftigung erhalten konnten, betrug am Ende der ersten Augustwoche 7700 gegenüber 10 000 im August 1925, während die Zahl der Arbeitsstellen, für die keine geeigneten Bc^ Werber vorhanden waren, am 7. August mehr als 12 500 betrugen gegenüber 10 000 im August 1925. Am 12. August zählte man in ganz Frankreich nur 35 1 Unterstützte Arbeitslose, davon 47 in Paris. 3m März 1921 bei der letzten Wirtschaftskrise betrug die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in Frankreich 91 000. Va§ griechisch-jugoslawische Bündnis. Frankreichs Genugtuung über den Balkanpakt. Paris. 18. Aug. (WTB.) Zum Abschluß des griechisch-jugoslawischen Bündnis- und Freundschaftsvertrages und zur Regelung der übrigen zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen schreibt der „Temps": Frankreich hat stets mit all feinem Einfluß eine griechischjugoslawische Annäherung begünstigt, die die erste Bedingung für jede Konsolidierung auf dem Balkan ist und vor deren Durchführung es nicht möglich sein würde, einen wirklichen Balkanpakt der gegenseitigen Garantie ins Auge zu fassen. Das feste Bündnis zwischen Jugoslawien und Rumänien genügt zur Rot, um den Respekt vor den Verträgen auf dem Balkan zu sichern. Aber damit diese Verträge gegen jede böse Ueberraschung geschützt sind, ist es notwendig, daß Griechenland mit Rumänien und Jugoslawien freundschaftliche, auf fester Grundlage beruhende Beziehungen unterhält. Man kann sagen, daß dieses Resultat jetzt erreicht ist. Das „Journal des D6bats" erklärt: Man muh sich zu dieser Annäherung beglückwünschen. Die Ergebnisse dieses Vertrages werden auf dem Balkan und anderswo ausgezeichnet sein. Trotz der Kritiken derjenigen, die in einem unorganischen Europa den Frieden auf» richten wollen, entfaltet sich das System der regionalen Bündnisabkommen. Das ist eine Bewegung, die nur diejenigen, die im Trüben fischen wollen, oder die reinen Utopisten zu hintertreiben suchen. Man muh im Gegenteil diese Bewegung fördern. In politischen Kreisen Athens verlautet, daß die griechische Regierung nunmehr unverzüglich Verhandlungen mit Rumänien wegen Abschlusses eines griechisch-rumänischen Freundschaftsvertrages auf nehmen wird, der in seinen Grundlinien dem griechischsüdslawischen Abkommen gleichen soll. Der Ksrchenftreit in Mexiko. Mexiko City, 18. Aug. ( Associated Preß.) Das mexikanische Auswärtige Amt gibt zu. daß sich die lateinamerikanischen Diplomaten bemüht hätten, in dem Kirchenstreit zu vermitteln. Dies fei auf Veranlassung des Episkopats geschehen, aber die mexikanische Regierung habe nicht gestatten können, daß sich eine fremde Macht in rein innere Angelegenheiten des Landes mische. Der Generalstaatsanwalt teilt mit, dah er Meldungen aus Riederkalifornien erhielt, denen zufolge alle dort lebenden katholischen Priester die kirchlichen Bestimmungen der Regierung angenommen hätten. — Der amerikanische Handelsattache in Mexiko erklärte, dah die Bohkottbewegung in Mexiko einen gewissen, aber nicht sehr großen Erfolg habe. Der wirkliche Erfolg könne erst nach einem oder zwei Monaten festgestellt werden. 'Der Boykott mache sich in der Hauptstadt und in den Städten, in denen die Petroleum-, Textil» l und Berawerksindustrie vorherrsche, weniger gel= tend. als in den landwirtschaftlichen Mittel» ' punkten und den Städten mit streng religiöser . Bevölkerung. Dem Verkauf von Automobilen und anderen Luxuswaren habe der Boykott geschadet. Das Wohnungsbauprogramm. Berlin, 18. Aug. (VDZ.) Der Reichstagsausschuß für das Wohnungswesen erörterte am Mittwoch die Fragen der Arbeitsbeschaf- sungdurch denWohnungsbau. Geheimrat Tr. Wölz vom Reichsarbeitsministerium berichtete eingehend über das neue Wohnungsbauprogramm der Regierung, wobei er daraus hinwies, dah die Finanzierung des Wohnungsbaues unbedingt verstärkt werden müsse. Durch die neue Hinausschiebung der Erhöhung der Friedensmiefe über 100 Prozent auf ein Jahr seien von der Hauszinssteuer nicht so viel Mittel zu erwarten, als man angenommen habe. Das Reichsarbeitsministerium habe sich auf die Belebung des er st en Hypotheken- Marktes beschränken müssen. Die allgemeinen Maßnahmen der Arbeitsbeschaffung würden außer den Bauarbeitern namentlich den Bauhilfsarbeitern zugute kommen. Das zusätzliche Bauprogramm bedürfe ganz besonderer Vorsicht bei feiner Durchführung, weil weit über die sonstigen Maßnahmen zur Deseittgung der Arbeitslosigkeit hinaus die Maßnahmen auf dem Gebiete des Baumarktes außerordentliche Anforderungen in finanzieller Beziehung stellten. Deshalb müsse besonderes Gewicht auf die Auswertung dieser nur unter großen Opfern aufzubringenden Mittel gelegt werden. Die Strafrechtsreform. Berlin, 18. Aug. Der Gesetzentwurf über die Strafrechtsreform ist bem Reichsrat zugeleitet worden, der mit den Beratungen des Entwurfes im Oktober beginnen wird. An den Beratungen über die Strafrechtsreform nimmt Oberreichsanwalt Dr. Ludwig Ebermayer als Sachverständiger teil, und zwar auch nach seiner am 1. September erfolgenden Pensionierung. Tagungen der Deutschen Volkspartei. Laut „Tägl. Rundschau" ist der B o r st a n d der Deutschen Dolkspartei auf den 31. August, Der Reichsauss chuß auf den 1. September nach Berlin einberufen worden. Die diesjährige Parteitagung findet vom 1. bis 3. Oktober In Köln statt. Kunst und Wissenschaft. Tagung für Säuglings- und Kleinlinderschutz. Die Deutsche Bereinigung für Säuglingsund Kleinkinderschutz veranstaltet am 13. und 14. September 1926 in Düsseldorf (Gesolei, Kon» grehsaal I) ihre VIII. Deutsche Tagung für Säug- ttngs- und Kleinkinderschutz. Es sind folgende Referate vorgesehen: 1. Die Auswertung der I Fürsorgegefetzgebung für die Säuglingssürsorge RJWD.. RFPD. RVO. - (Abteilungsdirel- tor Dr. Schwee rs, Berlin)' 2. Der Entwurf eines Gesetzes über das Recht des unehelichen Kindes und die Annahme an Kindesstatt (Sladt- medizinalrat Dr. Silberstein. Berlin-Reu' lölln), 3. Beziehungen zwischen Säuglingssterblichkeit und Rasse (Medizinalrat Dr. S e i f f e r t, München)! 4. Reichseinheitliche Regelung der Ausbildung von Säuglings- und Kleinkinderpflegerinnen (Geh. Med.-Rat Pros. Dr. Schloß- nunn, Düsseldorf). Anfragen und Anmeldungen sind zu richten an die Deutsche Vereinigung für Säuglings- und Kleinkinderschutz, Charlotten- bürg 5, Frankstraße 3. Aus aller Wett. Der 0-Jug Berlin-Hannover entgleist. Bier Tote. — 14 Schwerverletzte. Berlin, 19. Aug. (WTD. Funtspruch.) Don dem 10 37 abends nach Hannover abgehenden 0-Zug 8 sind gegen 2 Ahr nachts zwischen Isenbüttel und Lehrte die Lokomotive und 6 Personenwagen auf freier Strecke entgleist. Drei Reisende und der Zugführer toertn sofort tot. Der Pack- meister wurde so schwer verletzt, daß mit seinem Ableben zu rechnen ist. Außerdem wurden 13 Reisende als schwerverletzt gemeldet. Am 9 i)r früh wurde der Verkehr bereits wieder e ng .isig aufgenommen. Rach den bisherigen Feststellungen waren die D e r b i n - dungslaschen und Verschraubungen der Gleise gelockert, so dah die Vermutung eines Dahnfrevels berechtigt zu fein scheint. Der deutsche Geuossenschaststag. Die Verhandlungen des 63. Genossenschafts» tages des Deutschen Genossenschaftsverbandes fanden ihre Fortsetzung in der öanVertagung der Kreditgenossenschaft und zwar wurde in der Stadthalle die zweite Hauptversammlung eröffnet durch ein von Direktor R. Le t sch e r t-Kassel über „Kredit- und Zinspolitik der Kreditgenossenschaften" erstattetes Referat. Der Redner führte u. a. aus, die Kreditnot des Mittelstandes ist hauptsächlich eine Hypothekennot. Es muß daher von den Sparkassen erwartet werden, daß sie sich wieder mehr als in den letzten Jahren der Hypotherenausleihung zuwenden. Die schwierige wirtschaftliche Lage unseres Vaterlandes macht es den Kreditgenossenschaften zur Pflicht, bei der Kreditgewährung besondere Vorsicht walten zu lassen. Der Einzelkredit sott im allgemeinen nicht die Höhe des Reservefonds überschreiten. Bianco-Kredite sollen in der Regel ausgeschlossen sein. In der Beleihung von Mühlen, Ziegeleien und anderen industriellen Gewerben ist Zurückhaltung am Platz. In dem darauf folgenden Referat „Der Rationalisierungs» gedanke in der Kreditgenossenschaft" betonte Di» rettor Händel» Karlsruhe, daß den Kreditgenossenschaften trotz der durch die Inflation erlittenen schweren Schädigungen der Ausbau gelungen fei. Der Hauptgrund fei in der strengen Befolgung der Grundsätze der Selbsthilfe zu finden. Im Schluhreferat des Kammergerichtsrats C i t r o n - Berlin über „Reueste Rechtsfragen aus Genossenschafts- und allgemeinem Recht" waren besonders die Betrachtungen über zwei Gesetzentwürfe bemerkenswert, die in naher Zukunft den Reichstag beschäfttgen werden. 1. Der Entwurf eines Gesetzes über den Vergleich zur Abwendung des Konkurses. 2. Der Entwurf eines Gesetzes über die Einführung des Registerpfandrechtes. In der Aussprache wurden die Ausführungen des ersten Referenten, Direktor Letschert, von verschiedenen Seiten kritisiert. Tagung des Reichsverbandes der Haus- und Grundbesitzervereiue. In Anwesenheit von Vertretern der Behörden begann in Stettin die öffentliche Versammlung der ersten Reichstagung des im Februar gegründeten Reichsverbandes der Hausund Grundbesitzervereine Deutschlands. Der Vov- sitzende des Reichsverbandes, Wendel (Meiningen) gab im Rahmen seiner Begrüßungsansprache programmatische Erklärungen über die Ziele des Verbandes ab. Danach will der Verband den Hausbesih Derarrtaffen, das gesunde Prinzip der Selbsterhaltung voranzustel- len, um die Proletarisierung des Mittelstandes zu verhüten. Gertrud Ederle auf der Heimreise. Am Dienstagabend hat die Kanalbezwingerin und Weltrekordschwimmerin Gertrud Ederle ihre Heimreise angetreten. In Begleitung ihres Vaters, ihrer Schwester und einer Sekretärin begab sie sich im Auto nach Stuttgart, um nach kurzem Aufenthalt nach Paris und Cherbourg weiter zu reifen und sich am 21. August dort auf den Dampfer „Derengaria" einzuschiffen. Aus Reuyork kommt noch die Meldung, dah sie jede Herausforderung zu einem Wettschwimmen über den Kanal um 20 000 Dollar vor ihrer Abreise annehme. Es hat sich jedoch nur der amerikanische Schwimmer Sullivan bereit erklärt, aber nur gegen 10 000 Dollar. Erzbischof Soeberblom vor dem Völkerbund. Das Sekretariat des Völkerbundes hat den grimas von Schweden, Erzbischof von Apsala, . Soederblom, eingeladen, vor der Vollversammlung des Völkerbundes am 15. September zu p r edigen. Internattonales Jubiläumsschachturnier in Hannover. Das Schluhresultat des Internationalen Jubiläumsschachturniers in Hannover lautet: 1. Rimzowitsch, Dänemark, 6V< Punkte. 2. Rubinstein, Polen, 6 Punkte. 3. E>olzhausen, Deutschland, 4 Punkte. 4. und 5. Mieses und Saemisch, Deutschland, mit je 3 Punkten. Vildcrrundsunk In England. Das Londoner Postamt hat die ersten beiden Lizenzen für die Fernübertragung von Bildern durch Rundfunk an eine Gesellschaft erteilt. Augenblicklich finden vorbereitende Arbeiten statt, um allen denen, die die erforderlichen Empfänger besitzen, den Fernempfang von Bildern zu sichern. Zur Zeit werden die Gesichter lebender Personen und einige Szenen von London nach der Exverimentierftelle in Harrow gesandt. Es wird dabei eine Wellenlänge von 200 Metern benutzt. Dos Verfahren gegen die Studenten in Hannover eingestellt. Die Staatsanwaltschaft hat sich zur Einstellung des Verfahrens gegen die Studenten der Technischen Hochschule in wachen Lessing veranlaßt gesehen, da Professor Lessing es a b gelehnt habe, Strafantrag wegen Mißhandlung und Beleidigung zu stellen, so daß das Ver- > fahren auf dieser Grundlage nicht stattfinden kann. Ebenso ist kein Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt worden. Im übrigen fei zu prüfen gewesen, ob das Vorgehen der Studenten sich als einfache D e m o n st r a t i o n oder als Rötigungsversuch darstellt. Dabei sei es wesentlich, daß der Vorstand der Studentenschaft beschlossen hatte, Lessing mit legalen Mitteln zu bekämpfen und daß er Gewalttätigkeiten weder gefördert noch unterstützt hat. Die Gesamtheit der Studenten könne deshalb für einige vorgekommene Gewalttaten nicht verantwortlich gemacht werden. Die einzelnen Studenten, die für diese Handlungen verantwortlich seien, hätten aber nicht ermittelt werden können. Aus diesen Gründen sei das Verfahren eingestellt worden. Eisenbahnunglück in Frankreich. Mittwoch abend entgleisten bei Les Andelys, zwischen Paris und Rouen, fünf Wagen eines Personenzuges. Eine Person wurde getötet, eine schwer und mehrer: andere leicht verletzt. Kaubüberfaü in einem Zuge. In dem Vorzug von Bentschen nach Berlin ist in der Rächt zum Mittwoch unweit von Rahnsdorf bei Berlin in einem Frauenabteil zweiter Klasse eine Dame von einem Mann, der sie mit einem Revolver bedrohte, beraubt worden. Der Verbrecher öffnete die Koffer und riß, als er darin keine Wertsachen fand, der Ueberfallenen die Ringe von den Fingern. Darauf zog er die Rotbremse und sprang aus dem langsam fahrenden Zuge hinaus. Heute morgen wurde an der Stelle des Ueberfalls auf dem Rebengeleise die Leiche eines 24jährig en Mannes gefunden, der anscheinend von einem Zuge überfahren worden ist. In seiner Tasche fand man einen Revolver und mehrere Wertsachen. Man vermutet, daß er m i t dem Räuber identisch ist. Schwerer Unfall bei einer Felssprengung. Bei dem Talsperrenbau im oberen Saale tale hatte man vor der Sprengung eines Felsstückes unterlassen, ein Warnungssignal zu geben. Als der Sprengschuß losging, war gerade ein Arbeiterzug nahe an die betreffende Stelle herangefahren. Der Zugführer wurde durch einen niedersausenden Stein erschlagen, ein anderer Eisenbahnbeamter erlitt erhebliche Verletzungen. Großfeuer in einem Filmschuppen. In einem den Atlaswerken in Mölkau bei Leipzig gehörenden massiven Schuppen, wo 75 000 Kilogramm gebrauchter Filmstreifen eingelagert waren, die durch Behandlung mit Benzin wieder verwendungsfcchig gemacht werden sollten, erfolgte — offenbar als Folge einer Selbstentzündung — eine Explosion, die das Dach des Gebäudes im Vorhof, die Mauern nach außen drückte und in einem Amkreise von etwa 100 Metern alles Brennbare entzündete. Die sofort alarmierte Feuerwehr des Rachbarstädtchens Taucha mußte sich darauf beschränken, eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten. 50 Autos und 12 Autobusse verbrannt. Bei einem Garagefeuer in einem Londoner Vorort wurden heute 50 Autos und 12 Auto- omnibusse zerstört. Der Schaden beläuft sich auf 70 000 Pfund. 50 Passagiere eines javanischen Dampfers ertrunken. Auf einem japanischen Dampfer brach zwischen Hankau und Schanghai Feuer aus. Bei dem Versuch, das Schiff auflaufen zu lassen, um die Passagiere zu retten, weigerten sich Banditen, sie landen zu lassen und drohten sie zu erschießen oder gefangen zu nehmen. Dis zum Eintreffen eines japanischen Kanonenbootes kamen 50 Passagiere in den Fluten ums Leben. Todesfälle durch Pilzvergiftung. In Rheinhausen-Duisburg erkrankte eine ganze Familie an Pilzvergiftung, und zwar so schwer, daß bereits zwei Kinder im Atter von drei und sieben Jahren gestorben sind. Der Vater und ein weiteres Kind wurden in fast hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus überwiesen. Nur die Mutter und das jüngste Kind befinden sich außer Lebensgefahr!. Lin ganzes Dorf durch Feuer vernichtet. In dem Dorfe Großendorf im Kreise Stolp (Pommern) hat sich eine furchtbare Drandkata- strophe ereignet. Innerhalb von vier Stunden wurde fast das ganze Dorf eingeäschert. 26 Gehöfte sind den Flammen zum Opfer gefallen. Außer dem Inventar und der Ernte, die bei dem schonen Wetter der letzten Tage fast ganz ein» gefahren worden war, sind etwa 150 bis 200 Schweine, 50 Kühe und etwa 10 Pferde verbrannt. Sämtliche Telephonleitungen und die Kabel der Ueberlandzentrale sind zerstört. Das ganze Dorf gleicht einer einzigen Trümmerstätte. Bau eines neuen amerikanischen Marine-Luftschiffes. Eine Firma in Detroit erhielt einen Bauauftrag für ein lenkbares Marine- Luftschiff mit 200 000 KubMuß Gasfassungsvermögen. 150 Fuß Länge und 53 Fuß Breite, das eine Geschwindigkeit von 70 Meilen entwickeln soll. Tödlicher Absturz vom Matterhorn. Ein Genfer Tourist glitt beim Abstieg vom Matterhorn auf dem Schnee aus und stürzte, seinen Be- gleiter mit sich reihend, etwa 50 Meter tief auf einen Felsen. Beide Touristen fanden den Tod. Beim Ldelweißsuchen abgestürzt. Am Sonnwendjoch bei Jenbach ist der 18- jährige Kurt Hasenknopf aus Rosenheim in Bayern beim Edelweihsuchen abgestürzt. Er erlitt einen Schädelbruch und wurde ins Krankenhaus gebracht. Wettervoraussage. Vereinzelt Regenschauer, im übrigen tagsüber warm und heiter bis wolkig. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 24,0 Grad, Minimum 15.6 Grad Celsius. Riederschläge 7,6 Mm. Heuttge Morgentemperatur 16,1 Grad Celsius. Lus der VrovinzialhauMadt. Gießen, den 19. August 1926. , Gießener Wochenrnarktpreise. Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 180 dis 190 Pfennig, Matte 30. Käse (10 Stück) SO bis 80, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 10 Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Römischkohl 10, Bohnen (grüne) 15 bis 18, Bohnen (gelbe) 20, Erbsen 25 bis 30, Mttchgemüse 10, Tomaten 20 bis 40, Zwiebeln 15 bis 20. Meerrettich 80, Rhabarber 20, Pilze 25 bis 40, Kartoffeln 5, Fattäpsel 8 bis 12, Frühäpfel 30, Birnen 13 bis 25, Heidelbeeren 40, Preißeldeeren 60, Pflaumen 25. Zwet- schen 20, Mirabellen 45, junge Hahnen 90 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120; das Stück: Eier 12 bis 13, Blumenkohl 40 bis 120, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 60, Cinmachgurken 2 bis 5, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 20 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Donners- t a g: Liebigshohe: 8’/4 Uhr, 2. Sondcrkonzert der Reichswehrkapelle. — Gewerbeveretti Gießen: 8V2 älhr, Gewerbe Haus, Mitgliederversammlung. — Gießener Rudergesellschast: Uhr, Bootshaus, Generalversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Ich gab Dich zum Pfände". — Palast-Lichtsviele: „Lodernde Glut". — "Personalien. Cs wurden ernannt am 20. Juli die Schulamtsanwärter: Georg De- s a g a aus Bensheim zum Lehrer an der Volksschule zu Dorn»Assenheim (Kreis Friedberg); Johannes Günther aus Butzbach (Kreis Friedberg) zum Lehrer an der Volksschule zu Ober- Wöllstadt (Kreis Friedberg); Karl Oestreich aus Fechenheim zum Lehrer an der Volksschule zu Petterweil (Kreis Friedberg); am 26. Juki der Lehrer Karl S a m e s an der Volksschule zu Lauterbach zum hauptamtlichen Fortbildungs- schullehrer an der Fortbildungsschule daselbst; am 28. Juli der Schulamtsanwärter Wilhettn S p i tz n a g e l aus Wolf (Kreis Büdingen) zum Lehrer an der Volksschule zu Rebgeshain (Kreis Schotten). WSR. Rundfunk und Schulen. In einem Erlaß des Kultusministeriums werden die Schulbehörden erneut angewiesen, die Schüler auf die großen Gef ah ren und Unannehm- lichkeiten für die Inhaber nicht genehmigter Rundfunkanlagen hinzuweisen, da mehrfach die Beobachtung gemacht wurde, dah sich Schüler mit selbstgebauten Geräten oft ohne Genehmigung als Schwarzhörer am Rundfunk beteiligen. Es ist besonders auf die Genehmigungspflicht für die Errichtung von Rundfunkanlagen, auf die Gebühren und auf die Strafen aufmerksam zu machen, die auf Errichtung nicht genehmigter Rundfunkanlagen gesetzt sind. Bekanntlich steht darauf Gefängnis. " Ein seltener Besuch. Seit einigen Tagen kann man zwischen der Lahnbrücke und der Müllerschen Badeanstalt eine weiße Schwalbe sehen, was gewiß etwas Seltenes fein dürfte. Auch an anderen Orten, wie in Wieseck und der Marburger Straße, sind derartige Vogel gesichtet worden. Offenbar treten die Tierchen z. Zt. in größerer Zahl auf. ** Der Evangelische Kirchenge- sangverein bittet uns, in Ergänzung unseres Berichtes über die Trauerfeier für Prof. Traut- mann darauf hinzuweisen, daß die Chore in der Friedhofskapelle vom Akademischen Gesangverein zusammen mit dem Kirchengesangvereinl borgetragen wurden. " Ein Anlagenkonzert findet morgen, Freitag, nachmittags 5 Uhr, am ßiebig- denkmal durch das Musikkorps des I. (hessischen) Bataillons 15. Jnf.-Rgts. statt. Vortragsfolge: 1. a) Oranten Gelderland (Altniederländischer Marsch), b) Armeemarsch II, 197, „Steinmetz- Marsch". 2. Ouvertüre zur Oper „Der Calif von Bagdad". 3. Fantasie aus der Oper „Pre- ciosa". 4. „Sei gegrüßt, du mein schönes So- rent“, Lied. 5. a) Holländischer Ehrenmarsch, b) „Untere Marine", Marsch. * Marinesport in Gießen. Dom Verein für Bewegungsspiele wird uns geschrieben, daß am kommenden Donnerstag, 26. August, die Fußballmannschaft des Linienschiffes „Hessen" mit Ersatzleuten unter Führung eines Fähnrichs zur See nach hier konnnt, um der Ligamannschaft des D. f. B. auf dem Waldsportplah ein Freundschaf iss Piel zu liefern. Dies darf als ein sportliches Ereignis von Dedetttung bezeichnet werden, zumal die „Blauen Jungens" vom Patenschiff unseres Hessenlandes Fußballmeister der deutschen Reichsmarine sind und sowohl im Inland a!8 auch bet Auslandfahrten gegen fremdländische Gegner große Erfolge errungen haben. Unser Reichswehrbataillon und der hiesige Marineverein, die beide schon immer rege Beziehungen zum Hessenschiff haben, werden es sich sicherlich nicht nehm«i lassen, gemeinsam mit dem gastgebenden Verein für Bewegungsspiele einen unterhaltenden Festabend zu veranstalten. (Siehe heuttge Anzeige.) Oderhessen. Landkreis Gießen. — Lich, 18. Aug. Bei dem Tontauben- Meisterschaftsschiehen. das der Hessische Jagdklub in Darmstadt veranstaltete, errang In der Abteilung „Forsterschiehen" der Forster Textor von hier den 5. Preis mit 12 von 15 möglichen Treffern. Kreis Friedberg. Butzbach, 18. Aug. (WSR.) Beim hiesigen städtischen Elektrizitätswerk ist man größeren Unterschlagungen eines unteren Beamten auf die Spur gekommen, die sich auf längere Zeit verteilen, und einen Betrag von mehreren tausend Mark erreicht haben sollen. Da es sich um Fälschung handelt, gestaltet sich die Untersuchung, die im Gange ist, äußerst schwierig. ---Butzbach, 18. Aug. Das städttsche V 0 l k s b a d ist nach beendigter Erweiterung wieder in Betrieb genommen worden. — Die neuerbaute Synagoge am Wetzlarer Tor wird nächster Tage in feierlicher Weise eingeweiht. Seither hielt die israelitische Gemeinde ihre Gottesdienste im unteren Rathaussaale ab. x. Wölfersheim, 18. Aug. Unter dem Schweinebestand zweier hiesiger Landwirte ist heute die Rotlausseuche tierärztlich fest- gestellt und daher über ihre Gehöfts die Vieh- sperre verhängt worden. D Au« der mittleren Wetterau, 18. Aug Aach der in diesen Tagen von, Landcs- amt f. d. 03. herausgegebenen Dienstanweisung für Schulleiter und Mehrer ist es in den Schul, und Gemeindevorständen gestaltet, den iud) bestlmm- len Gesichtspunkten jufammenge’erten Schulvorstand noch durch einen sogenannten filtern- Beirat zu erweitern. Letzte.cr besteht für jede Schulklasse aus einer Perlon (Ollann oder ftrau). deren Wadi unter Leitung des l>etr. Schulleiters auS den versammelten Schülereltern und durch diese in geheimer Wohl erfolgt. Die Rechte und Pflichten des Elternbeirats lind ungefähr die des Schulvorstandes Allenthalben hat inan aber in Orten mit wenig gegliedertem Schulsystem aus die Wahl eines Elternoeirat- verzichtet. Kreis Büdingen. Bud ' ngcn, 13. Aug. 5m November v. 3. wurde süi die Schulen des .Greises ein Rciselino beschosst, welches mit allem Zubehör jetzt Eigentum derselben ist. Dom 1. bis st. September beginnt die dritte Vortragsreihe in den einzelnen Kinobezirken; es kommt ein grober Film aus dem Gebiete der Literatur: ..Wilhelm Teil" zur Dorführung. 3n nächster Zeit wird eine Heimatserie von Bildern wichtiger Gebäude, geschichtlicher Plätze usw. des Kreises zusammengestellt. Mitglieder des Lichtbildausschusses bereifen mit einem Photographen den KreiS. um Brauchbares in i>en einzelnen Orten auszunehmen. Gdiulen, die bereits einen Grundstock zur Beschaffung eines Lichtbildapparateü DaBen.-s sollen Zuschuß aus den Eintrittsgeldern erhalten. 3m Lause der Jahre wird dann jede Gemeinde in den Besitz eines Lichtbildapparates kommen. Kreis Schotten. Gedern, 18. Aug. Die Bezirke Schotten und Gedern beabsichtigen eine Schüler- s a h r t nach Heidelberg, an der sich auch Erwachsene beteiligen können. Ein ab Hartmannshain gehender Sonderzug soll an den einzelnen Stationen des Bezirks die Teilnehmer aufnehmen und so frühzeitig abfahren, daß genügend Zeit für die Besichtigung Heidelbergs, des Schlosses und seiner nächsten Umgebung xur Verfügung stehl, und die Rückkehr noch am selben Abend erfolgen kann. -.- Ulrichstein, 18. Aug. Der hiesige Arzt, Dr. B r u eh h ä u s e r, welcher sich infolge seiner lebhaften Anteilnahme am öffentlichen Leben seines Wirkungsbereiches großer Beliebtheit erfreut, konnte dieser Tage auf eine 2 5- jährige Tätigkeit in unserem Bezirk zu- rüablicken. Aus diesem Anlaß ehrten chn di« hiesigen Dereine durch einen Factelzug, an dem sich der Kriegerverein, der Sportverein, der B. H. E.. der Musikverein und der Gesangverein beteiligten. Anschließend sang der Gesangverein drei Lieder, während der Musikverein ein Musikstück zum Bortrag brachte und Bürgermeister Appel den Jubilar durch eine Ansprache ehrte. Der Gefeierte sprach für alle ihm zuteil gewordenen Ehrungen seinen Dank aus, woran sich eine schön verlaufene Feier anschloß. Ra in rod, 17. Aug. Das auf dem Reipperts gelegene Jagdhaus Wolfslauf ist in den Besitz einer Frankfurter Jagdgesellschaft übergegangen. Diese ist Pächterin der zur Obcrförftcrei Erchelsdorf gehörigen Waldiagd und har es ihrem 3agd-.uf'eher al; Wohnung über- wiesen. ' Bu r k h a r d s, 17. Aug tlnsercrGc.ncinde lchlägt schon seit langer öeit keine Stunde mehr, da die Kirchenuhr nicht mehr geht. Dieser Uebclflanb. her allgemein empfunden wird von den Dorfbewohnern, soll durch eine neue Kirche n- uhr beteiligt werden Die Kosten, die fi/,-Pjd.®.l. - ,»/»Psd.0.4S fiagnal-Betmallf ..-/.F-°,ch- 2.50 öamtiurget Ironien ■/. Flasche 3.50 und mit eigenen Kindern Schule besuchen. Schriftliche Angeb. unter 6746V an d. Gieh. Anz. erb. QiiiiiniininimiiiiniiiinnD HIÖÖL MM m.Kab. z. verm. 0Mil Wolkenaasse 19. Mbbl. Zimmer sofort zu verm. bis 15. Oktober 105683 Gnautbstr. 42IL Leibdragoner. 22. 8. Groß.-Luseck. Treffpunkt 1 Uhr: Brandplatz. Kinderspiele usw. C<4D Im September feine Bersammlung. MdI* Spielverband Am Donnerstag, b. 26. Aua. 1926, spielt die Fußball- manuickaft des Linienschiffes Hessen gegen die Ligaelf des Vereins für Bewegungsspiele, Gictzcn, auf dem Waldsportpiatz. 05631 B. f. toiehetu Der Vorstand. Neue W8W stets billigst zu haben bei 6«*d W. Hankel, Neuen Väue7. Telephon 612. E'-rglisch. 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M. gibt der Oefsentlichleit nach vielMriger Pause einen interessanten Heberblid über die Leistungen und Fortschritte der deutschen Lichtbildnerci nach dem Kriege. Die Entwicklung von Chemie und Technik zeigt sich nicht nur an manchem neuen Apparat, sondern auch in der Herstellung der Platten und Filme (besonders für die Farbenphotographie), sondern auch in der Re- probuktionstechnik. Die Deschickung der Ausstellung durch die gewerbliche und Amateurphotographie. durch die photographischen Lehranstalten und photowissen- schaftlichen Institute sowie nicht zuletzt durch dre in Frage kommenden Industriezweige war so gut. daß ein weitaus größerer. Raum als vorgesehen in Anspruch genommen werden muhte. Fast das ganze „Haus der Moden" auf dem Frankfurter Messe- und Ausstellungsgelände ist von der Ausstellung belegt. Sie bietet nicht nur dem Fach- und Amateurphotographen sowie dem Repvaduktionstechniker, sondern auch dem Laien außerordentlich viel des Interessanten. In dem linken Teil des Erdgeschosses im Haus der Moden ist in erster Linie die einschlägige Industrie einschließlich dec Reproduktionstechnik untergebracht Gleich nach unserem Eintritt in die Halle treffen wir auf die Stände der IG. Facbenindustrie A.-G. ..Agfa" Berlin SO. 36, deren Stände äuherst interessant und lehrreich aufgebaut sind. In der Mitte sehen wir ein Modell ihres Hauptwerkes in Wolfen bei Dessau, das bei 474 000 Quadratmeter Bodenfläche 80 Chemiker und Ingenieure. •150 weitere Angestellte und rund 4000 Arbeiter beschäftigt. Der Betrieb verschlingt täglich 500 Tonnen Kohle und 10 000 Kubikmeter Wasser. Don hier aus gehen dann die bekannten Agfa- Erzeugnisse in die ganze Welt. An einem der Stände werden wir anschaulich über die Rohmaterialien dec Filmherstellung unterrichtet. Der Film erfreut sich heute bekanntlich mit Recht auf Grund seiner Dorzüge (u. a. unzerbrechlich, leichtes Gewicht, lichthofsrei) gegenüber der Platte steigender Beliebtheit in Amatcurkreisen. Gegenüber sind neu hergestellte Rollfilmapparate in verschiedener Gröhe ausgestellt. Ratürlich gibt die Agfa auch eine interessante Llebersicht über alle von ihr hergestellten Platten, Papiere, Entwickler. Blihlichtartikel und sonstiges Zubehör, wobei das Gaslichtpapier Lupcx. das Dckyer- Bromid-Kontrast und Celloidin sowie Autoidin- Papier neue Erzeugnisse sind. Bei der Platten- saminlung ist besonders auf die Agfa-Farbenplatte hinzuweisen, die prächtige Bilder in allen Farben liefert. Vielen Lesern wird wohl bekannt sein, daß die Anwendung der Bromsilbergelatine gegenüber dem bisherigen nassen Verfahren oder dem Arbeiten mit Kollodium Emulsionen in vielen Fällen erhebliche Vorteile auf- weist. Bei gleicher Qualität der damit erzeugten Halbton-, Stich- und Raster-Olegative sowie Diapositive leistet die auf Glas oder Film vergossene Brom'ilb.rgelatine in quantitativer Hinsicht bedeutend mehr. Dazu kommt noch das bequeme und saubere Arbeiten, die stetige Bereitschaft für den Gebrauch und die leichte Retouchierbarkeit der Schichtseite. In einer besonderen. der Reproduktionstechnik gewidmeten Koje wird de... Besucher der Tiefdruck, der Farbenlichtdruck und der Filmlichtdruck eingehend und anschaulich erläutert. Besonderes Interesse erweckt die Gruppe ..wissenschaftliche Photographie". Reben äußerst scharfen astronomischen Aufnahmen von Mond und Sonne (hergestellt durch Direktor Dr. Archenhold auf der Treptowsternwarte) sind es besonders die farbigen Photographien aus dem Gebiete der Medizin und Röntgenaufnahmen, die den Besucher fesseln. Diese medizinischen Aufnahmen sind ein hervorragendes Hilfsmittel zur Erkennung der Krankheiten und Heranbildung des ärztlichen Rachwuchses. Ein Teil der Aufnahmen sind auch Mikrogramme. Don den für Amateur- und Derufskreise bestimmten photographischen Apparate sind wohl alle bekannteren Typen auf der Ausstellung zu slnden. Bei vielen ist manche gute und brauchbare Verbesserung festzustellen. Ganz besonders ist jedoch auf die Lcica-Kamera der Optischen W e rle Ern st Leih in Wehlar hinzuweisen. Man darf diese neue Kamera mit Recht als eine Revolution in der Photographie bezeichnen. Sie schafft billige Regative durch Der- wendung von Kinonormalsilmen. Ein Dutzend Leica-Aufnahmen sind billiger als eine Aufnahme 10 mal 15 Zentimeter. Die volle Kassette faßt 36 Filme und kann bei Tageslicht gegen eine neue ausgewechselt werden. Der automatische Filmtransport beim Aufzug des Verschlusses gewährleistet schnellste Aufnahmebereit- ichaft und schließt jede Doppelbelichtung aus. Der Apparat besitzt einen Deckrulloverschluh für Zeit- und Momentausnahmen bis 1/500 Sekunde. Ein Leig-Anastigmat-Clmar-F:3,5-Objettw erzielt schärfste Regative von höchster Vergrößerungs- Möglichkeit, wobei es durch die feinkörnige Emulsion des Kinofilmes unterstützt wird. Durch die kurze Brennweite des Aufnahmeobjektes ist eine cffbtme Tiefenschärfe möglich. Die Vergrößerung von diesen kleinen Bildern zeigt eine überraschend augenwahre Perspektive und natürliche Proportionen. Das haarscharfe Einstellen geschieht mittels des Lertz-Rahdistanzmessers. Die mit diesem kleinen, vorzüglichen und im Verhältnis zu seiner Leistung nicht allzu teueren (Preis 275 Mk.) Apparat aufgenommenen Bilder können entweder im Leica-Dergrößerungsapparat in Bilder von der Gröhe 6 mal 9 bis 18 mal 24 Zentimeter verwandelt oder im Leica-Pto- jektionsapparat als Diapositive an die Wand projiziert werden. Mit Recht darf man die Leica-Kamera als die Kamera der Zukunft bezeichnen. Sie ist universell für Atelier, Heim-, Landschafts-, Industrie- oder Sportaufnahme. In der Möglichkeit der vielen und billigen kleinen Aufnahmen liegt der große Vorteil, daß man fid) nachher in Muhe die zur Dergröherung geeigneten Bilder auswählen kann. Die Kleinheit des Apparates und sein geringes Gewicht erlauben, ihn stets bei sich zu führen. Auch für den im Betrieb und auf der Baustelle tätigen Ingenieur dürfte er sehr geeignet sein. Eine sinngemäße Ergänzung zu der kleinen Leica-Kamera sind das Klein-Epidiaskop und der Klein-Projektionsapparat. Die bisher vereinzelt in einigen Schulen usw. stehenden Epidiaskope haben aus dem Grunde keine weitere Verbreitung gefunden, weil ihre Anschaffung zu erhebliche Mittel erfordert Hier gebührt Leitz das außerordentliche Verdienst, in fernem Klein- EPidi askop einen Apparat herausgebracht zu haben, der nicht nur von einem Schulzimmer ins andere zu befördern ist und an jede Lichtleitung angeschlofsen werden kann, sondern auch nur 450 Mk. kostet, so daß feine Anschaffung Wohl jeder Schule oder jedem Verein möglich sein wird. Mit Hilfe dieses Klein-Epidiaskopes können nicht nur die Bilder der Leica-Kamera Projiziert, sondern auch jede Duchseite und jede Zeichnung oder einzelnes Bild kann unter den Apparat geschoben und an die Wand geworfen werden. Die Llmstellung des Apparates vom Epi- zum Diaskop ist mit wenigen einfachen Handgriffen zu machen. Wir möchten nicht verfehlen, die besondere Aufmerksamkeit der Lehrer und sonstiger Vortragenden auf dieses Klein- Epidiaskop zu lenken. Don einer Frankfurter Firina (Haake & Albers) wird ein modernes photographisches Musteratelier vorgeführt, bei dem u. a. die künstliche Beleuchtung beachtenswert ist. Es ist kein Zufall, dah diese immer mehr im Atelier statt der natürlichen verwendet wird, weil sie gegenüber dem Glashaufe eine ganze Reihe wichtiger Dorteile hat. Wir weisen nur auf die stets gleichmäßige, in jeder gewünschten Stärke unabhängig von der Witterung und Tageszeit zur Verfügung stehende elektrische Belichtung puy Wir finden auf der Aufstellung an verschiedenen Stellen Firmen mit den für diese Zwecke in Betracht kommenden Speziallampen vertreten. Dasselbe gilt auch sür öie Dunkel- Jammer und für die Dergröherung. wo die schnell ausschaltbare, in jeder Farbe und Stärke vorhandene elektrische Lichtquelle eine wesentliche Verbesserung bedeutet. Durch die Entwicklung mrr Technik hat sich überhaupt gerade in der Einrichtung der Dunkelkammern und Photo- Laboratorien eine vollständige Aenderung voll- zogen. Als Beispiel möge nur der von Heinz Behrens in Hamburg 5 ausgestellte Kopierapparat „Deregraph" D.R.P. genannt wer- Kinematischer Aufnahmeapparat für Operationen nach Dr. v. Rothe. den, der aus der Rotwendigkeit entstanden ist, im photographischen Gewerbe Einrichtungen zü schaffen, die ein zeitgemäßes rationelles Arbeiten ermöglichen. Mit ihm läßt sich schnell, sauber und sicher arbeiten, trotz wechselnder Formate und Delichtungszeiten, dabei ist er für Platten und Filme gleich praktisch und für jede Stromart passend. Reu und durchaus eigenartig ist an ihm ein Delichtungsregler, der sich zwischen einer Diertelsekunde und 1 Minute verstellen laßt. Er ist mit der Anpreßplatte des Llpparates fest verbunden und regelt die Belichtungszeit ganz automatisch. Das ungemein ermüdende und unsichere Abzählen oder auf die älhr-sehen wird hier durch eine Dorrichtung übernommen, zu deren Betätigung kein besonderer Handgriff erforderlich ist. Mit Recht ist besonderer Wert auf eine schnelle, exakte und solide Einstellung der Bildformate und auf das Verstellen der weißen Ränder gelegt worden. Das Anlegen des Papiers auf das Regativ in stets gleicher Weise ohne sich beim Drucken zu verschieben, ist praktisch durchgeführt. An kleinen nützlichen Ergänzungen für den Amateur sehen wir das „Ioret"-Futteral als Dtativ-Derlängever, die Sueda-Leuchtplatte für Llmninographie und Raßkopierfolien (Photo- Vertrieb Eberhard Goldammer in granff urta. OK). Das „Ioret". Futteral dient nicht nur dazu, um die Kamera in die gewünschte Höhenlage bei zu kurzem Stativ zu bringen, Rachdruck verboten. (widern die Kamera läßt sich, da sie in gewöhnlicher Weise mit beim Stativ auf das Futteral geschraubt wird, nach jeder Richtung drehen unb zu Panorama ufnahmen durch einfache Drehung des Deckels verwenden. Auch der Photsclip (Georg Rahn u. Cs. Frankfurt a. M.) feheint uns ein sehr praktischer Fernauslöser für den Verschluß der Llpparates zu fein. en unb langweilten sich augenscheinlich sehr. W. ren aber nicht zu veranlassen gewesen, im Hause zu warten, bis Christian Pedersen mit Horngeschmetter fein Nahen ankündigte. Neben ber Post, einem alten, breiten Fachwerkhause, lehnte ein vierfenstriges Häuschen, nüchtern, baufällig, mit kleinen Fensterscheiben, so recht das Haus der kleinen Landstadt. Rechts von dec Haus» tür ein Schild: Johannes Rübesam, Tischler. — Links ein ganz bescheidenes zweites: Angeline Eggers, Haubennäherin. Aus der Haustür, bie beim Deffnen einen kleinen aufgeregten Schrillton vernehmen ließ, kam ein schlaksiger, blasser Junge von sechzehn bis siebzehn Jahren, ließ bie mageren Schultern hängen, sah unter semmelblonden Haarsträhnen blinzelnd in ben blenbenben Tag unb erkannte bas Trio vor ber Post. Man konnte nicht sagen, baß feine Züge sich bei biefem Anblick erhellten, obgleich bie Doktors» fmber wirklich nicht übel waren. Aenne so fein unb schlank in ihrer lichten Slonbheit, Brigitte so kinb- lich weiß unb rot mit strahlenden Veilchenaugen, bie sieghaft bie Stupsnase überglänzten, unb Hans — Hans mar, wie gesagt: Murillo. — Aber ber lange Schlas sah mit unsicheren Blicken hin zu ihnen, unb schon erhoben sie ihre Stimmen im Choc und riefen ihn an: „Fiete Eggers! Fiete Eggers! Wir haben heut' keine Arbeitsstunde. — Etsch. — Äsebill kommt. —" „Darüber werde ich er ft eure Mutter fragen", sagte Fiele und wandte sich mit langen Schritten hinein in die Sandwüste des Marktes. Er hob die tfüfje ungeschickt, immer, als bemühe er sich, auf ben Zehenspitzen zu gehen, wie er es auf Befehl ber Mutter tat, wenn er in ben feinen Häusern über gebohnerte Fußböben stolzierte mit seinen plumpen Schuhen, unb hinter ihm her roanberten bie Blicke ber drei Geschwister, unb bie liebliche zlenne stimmte halblaur an: „Fiete Eggers! Fiete Eggers gebt auf Eiern!" »Gehl auf Eiern", echote Hans. „Fiete! Fiete Eggers geht auf Eiern!" schallte Brigittens Trompetenstimme schmetternd los. Man hörte es über den ganzen großen Platz. Fiete fuhr zusammen, als stieße chn von hinten ein Messer in den Rücken. Mst Gewalt hielt er sich davon ab, herumzufahren und die Peiniger anzu- fchreien. Wenn das nicht die Sache verschlimmert ®enn f*e dann nicht so herzlos gejucht hatten! Wenn er dann nicht in feiner hilflosen Wut ins Schluchzen geraten wäre! — Man mußte schweigend dulden. — Wieder schrillte die Türglocke bei Tischler Rübesam. Aus dem Hause kam eine kleine, dürre Frau in buntkariertem Umschlagetuch, einen Kapotthut, mit sehr vielen verblaßten Blumen geschmückt, auf dem fahlblonden Scheitel. „Ihr siechten Kinder! — Oh, was seid ihr einmal für stimme Kinder! So ein netten guten Jung so argem. — Soll man gar nicht glauben, daß o ne netten Eltern so ne bösen Kinder haben." Sie ging hart an ihnen vorüber. Brigitte gab eben Aenne einen kleinen Rippenstoß, die Straf» rede zu würzen. Aenne war nicht vorbereitet, verlor die Balance und fiel vom Eckstein, sich die Knie derb auf den Pflastersteinen ber Einfahrt stoßenb. tote schrie auf. Mabame Eggers roanbte sich um. ..«üh, das ist die gerechte Strafe Gottes", sagte sie äußerst befriedigt, und die vielen Blumen auf dec Kapotte wippten dazu. „Meck dir das, mein Kind." „Dumme Ziege", murrte Aenne und rieb sich die schmerzenden Gliedmaßen. „Hat sich mit ihrem Fiete, als wär' es ein Prinz." „Daum," fefunberte Brigitte, „ich lege ihm in ber nächsten Arbeitsstunbe Reißstifte auf den Stuhl." Hans sah der kleinen Frau still nach, nur seine 2lugen leuchteten. „Die gerechte Strafe Gottes", murmelte er vor sich hin. Ein feines Wort. Wert, bem Sprachschatz einoerleibt zu werben. Gegen bie großen Schwestern von neu unb zehn Jahren hatte er keine anbere Waffe als Worte. „Schnebbereng beng, beug, schnebdereng beug, "e,n9;. - öie hatten für eine Weile gar nicht an Christian Pebersen und die Postkutsche gedacht, ganz überraschend flog das Signal in ihre letzten Reden hinein. Postmeister Lobes kam aus dem Hause, Mudder Lobes steckte den Kopf aus dem Oaftftubenfenfter, Zu sehen, ob mehr als ein Wagen unerwartete Gäste ankündigten, der Hausknecht stellte sich unter das Tor. „Jlsebill! Jlsebill" schrien die Rottmannskinder und furzten dem Wagen entgegen und neben ihm her- »Jlsebill, wir haben junge Karnickel. Du, Jkse- bill, Mutter hat Hühnerpastete gemacht." „Senne, das sollst du doch nicht verraten." „Jlsebill, ich hab' alle dreiundoierzig Marmeln." — Man verstand nichts mehr, die Post rummelte über die Holpersteine und hielt. Aus dein Fenster hatte ein süßes Mädchengesicht gelacht, zwei Hände in hellgrauen Lederhandschuhen hatten ben Kinbern zugewinkt. Als kaum die Pferde ben letzten Tritt getan hatten, flog bie Kutschentüc auf, und Ilse Rottmann, bas Nieberschlagen ber Ireppe nicht abmartenb, ftanb mit einem Schwung auf bem Pflaster. Wie bie Wölfe fielen sie über sie her. Drückten sie, küßten sie, hingen sich an ihren Hals, an bie Arme, juchzten unb rebeten alle drei zugleich. - Gören, chr würgt mich. — Ja, Hannes, mein Gepäck rüber in unser Haus." Sie strahlte ben Hausknecht mit ihren braunen Augen an, baß bem der Mund breit wurde vor Vergnügen. „Wiedersehen, Pedersen, in sechs Wochen "fahre ich mit ihm nach Heide. — Na, nun kommt." Frau Doktor Rottmann stand schon unter ihren Linden und streckte der Tochter die Arme entgegen. .Endlich, mein Siebes. Wie wir uns sehnten nach dir. Ganz alt unb welk bin ich geworden von dec Trennung." „So siehtt du aus, Marn. — Wie das schön ist, wieder zu Hause zu sein. Wo ist Vater?" „Zu ftrogs. Krog hat wieder die bösen Füße. Aber ich denk', er kommt bald. Krogs holten ihn mit dem Jagdwagen." Den Arm um bie Stieftochter gelegt, ging sie mit ihr auf die große, hallende Diele, wo es immer nach Möschen unb Potpourri roch. Das kam von ben Leinenschränken rechts und links ber jiaustür, bie voll waren von selbstgesponnenen schätzen, Urmüttererbteil unb Aussteuergut ber temmenben Generationen Man lebte solide und wohlhabend im Rottmannhause. Hans hatte die andere Seite ber Schwester er- unö behauptete sie energisch gegen Aenne unb Gitta. Als es aber durch bie Stubentür ging, gelang es Aenne, ihn abzubrängen unb auf seinen Platz zu gelangen. Gitta zerrte sie ärgerlich an den Zöpfen, Aenne bockte unb feilte nach hinten aus, beibe stolperten unb fielen vornüber auf ben Fußboden. Triumphierend schrie ber Kleine „Das war die gerechte Strafe Gottes!" (Fortsetzung folgt.) y LichWerteilungsKrper und Verwendung von Filtern möglich ist. unter günstigen Lichwerhäll- nissen kurze Momentaufnahmen bis zu 1/100 Sek. zu machen. Hierdurch ist es möglich, von bewegten Objekten farbige Aufnahmen herzustellen. Durch ein neues Posltivverfahren werden dann farbige Papierkopien von den Negativen hergestellt. So schöne Bilder diese beiden Verfahren auch liefern, so haben sie doch den Nachteil, daß die benötigten Apparate usw. nicht billig sind, ihre Handhabung auch nicht so einfach ist und eine recht beträchtliche Sorgfalt und Sachkenntnis erfordert. Immerhin. daS muß betont werden, haben sie sich durchaus bewährt und werden von vielen Photographen heute gebraucht. Das größte Interesse in Fach- und Amateurkreisen finden nun die von E. Lage. G.m.b.H., Hamburg-Vöandsbeck herausgebrachten und erstmalig auf der Frankfurter Ausstellung gezeigten Platten, Papiere und Zubehörteile für Naturfarbenphotographie, die das Problem wirklich resllos zu lösen scheinen. Mit ihnen kann man Naturfarbenaufirahmen in jeder gewöhnlichen photographischen Kamera Herstellen, und es ist nur eins Platte dazu erforderlich. Jedes besondere Farbfilter usw. fällt weg Ein Versagen, resp. Fehlbilder sind bei richtiger Belichtung, Kopierung und Beachtung der ganz einfachen Vorschriften infolge des rein automatischen Verfahrens ausgeschlossen. Die Bilder sind färb- und lichtecht uni) in jeder beliebigen Anzahl von Kopien herzustellen. Eine Vergrößerung ist wie bei den Schwarz-Weiß-Dildern möglich. Wir sind der Ansicht, daß die Lage- Fabrikate eine Umwälzung auf dem Gebiete der Farbenphotographie hervorbringen und dem Amateur ohne Aufwendung erheblicher Mittel in den Stand setzen werden, farbige Aufnahmen herzustellen. Lage hat dies nach ungefähr 15jäh- rigen Versuchen erreicht. Seine Plcrttey sind so wunderbar hergestellt, daß sie die drei Einzel- platten bei der Dreifarbenphotographie durch eine ersetzen und jedes Farbfilter bei der Aufnahme überflüssig machen. Wir dürfen stolz auf diese neue Leistung deutscher Wissenschaft sein. In der Gruppe der Fachschulen ist der Stand der Staatl. Höheren Fachschule für Phototechnik in München hervorzuheben. Neben allen modernen technischen Einrichtungen für das photographische Laboratorium wird hier auch bas Photo-System Fiedler (Max Fiedler, Freudenstadt) gezeigt, das besonders für Photohändler von großem Nutzen für die Entwicklung der Platten usw. sein dürfte. Es räumt mit den veralteten und zeitraubenden Arbeitsmethoden auf und setzt an deren Stelle ein zeitgemäßes Arbeiten. Dem „System Fiedler" liegt eine verkürzte Standentwicklung zu Grunde, die jedoch die gleiche individuelle Behandlung der Negattve zuläht wie bei der Schalenbehandlung, ohne aber die Nachteile dieser Behandlungsart aulzuweisen. Dies wird durch die Eigenart der Geräte (Tröge statt Schalen und Behandlung der Negative in Rahmen) ermöglicht. Es ist natürlich, daß auf einer solchen Ausstellung die wissenschaftliche und historische Photographie nicht fehlen darf. Vielfach aus Privathäirden stammende Sammlungen zeigen die Entwicklung des Lichtbildes von seinen Anfängen vor noch nicht 90 Jahren bis heute. Ausnahmen von All-Frankfurt dürften hauptsächlich örtlich interessieren. — In der wissenschaftlichen Abteilung nimmt die Anwendung des einfachen Licht - undRöntgenblildes in Krankenhäusern und sonst in der Medizin einen weiten Raum ein. Alle Hilfsmittel der Röntgen- Photographie sind zu finden. Auch im Operationssaal findet heute die Photographie und Kino- tschnik Anwendung, um wichtige Operationen im Bild und Film für Unterrichtszwecke festzu- ti)alten. Dadurch wird endlich das Operieren im Lörsaal der Klinik überflüssig, da diese Auf- ^nahmen ein weit besseres Bild des Verlaufes , geben. Die älnterrichtsfilm-Gesell- 'schaft in Berlin stellt einen derarttgen Aufnahmeapparat nach Dr. v. Rothe aus, der in jeder Weise den Anforderungen genügt (siehe Bild). Photochemie und Photophysik zeigen, was auf meteorologischem Gebiete heute geleistet wird. Die Universitäts-Sternwarte Frank- furt a. M. zeigt, wie die astronomischen Bilder ausgenommen und dann vergrößert werden. Aus den Sammlungen des Frankfurter Polizeiprä- Farbenwirkung. Von Architekt A. Wanner. Von der Eigenart der Schrift aus versucht man Schlüsse auf den Charakter eines Menschen zu ziehen. Aehnlich verhält es sich bei der Farbe, sie ist für die Beurteilung der Wesensart eines Menschen ein so starker Faktor, daß kein Geringerer als Goethe sich eingehend damit befaßt hat. Seine Schrift: „Sinnlich sittliche Wirkung der Farbe" ist auch heute noch besonderer Beachtung wert, zumal wir in einer Zeit größter Farbenfreudigkeit leben. Wenn auch kein Gesetz der Farbenpshchologie konstruiert werden kann, so wirkt die Farbe, ähnlich wie Musck, unmittelbar auf unser Gemüt. Während aber Musik vorübergehender Art ist, können wir die Farbe, die unserem Empfinden entspricht, dauernd bannen und unsere Kleider, sowie die Wohn- und Jnnen- räume geben daher oft ein getreues Spiegelbild der Wesensart des Trägers bzw. Bewohners. Je nachdem welche Gefühle und Stimmungen nun ein Farbton in uns auslöst, wirkt die Farbe anziehend oder abstoßend auf den einzelnen, ganz seinem Wesen, seinem Grundton entsprechend. Weiß, als Farbe gewertet, wirkt in großen Flächen weit und erhaben. In seiner ganzen Gröhe nimmt man dies wahr beim Anblick verschneiter Felder, der Gletscher in den Zonen des ewigen Schnees, man vergißt die Erde und die Gedanken steigen zu dem ewig Göttlichen empor. Weiß erweckt religiösen Sinn, in Verbindung mit Gold schmückt man damit die Kirchen der Papst als Vertreter Gottes hüllt sich in ein weißes Gewand. Weih ist die Reinheit, die jungfräuliche Priesterin der Vesta, die Vestalin, trug Weih. Als Symbol der Reinheit gilt die weihe Lilie, in Weih kleidet sich auch die Braut. /Weih schasst uns Erleichterung, die weiße Zimmerdecke nimmt das Bedrückende des Raumes, Schlafzimmer mit weißen Möbeln und Hellen lichten Farben läßt uns die Crdenschwere vergessen — sanft wandert man hinüber ins Reich des Schlummers und Schlafes. Losgelöst von allen Dingen schasst es aber auch reinste Festesfreude und Räume, die dieser Freude dienen, erglänzen in strahlendem Weih. Weih, mehr und mehr dem Gelb hinstrebend, besitzt eine heitere, muntere, belebende Eigenschaft und wird auf sidiums sehen wir kriminalistische Tatortaufnahmen und Bilder aus der Untersuchungspraxis. Auch Luftbildaufnahmen aus dem Flugzeug und Zeppelin-Luftschiff sind vertreten. Große Beachtung finden die Zeitlupen-Aufnahmen, die wir ja auch manchmal im Kino sehen können. Mit ihnen kann man bekanntlich schnelle Beivegungen, die im gewöhnlichen Film nur im Ganzen betrachtet werden können, in ihre einzelnen Teile zerlegen. Was das für das Studium der Bewegungen unserer Sportgröhen usw. bedeutet, braucht wohl nicht gesagt zu werden. Die Erklä- rung der Möglichkeit der Auslösung einer schnellen Bewegung liegt darin, daß man die einzelnen Momentaufnahmen ganz langsam abrollen läßt. So können wir heute auch die schnellste Bewegung mit Hilfe der Zeitlupe in jedem einzelnen Teil verfolgen. — Zum Schluß soll nicht unerwähnt bleiben, daß jeder hundertste Besucher von der Ausstellungsleitung einen photographischen Apparat geschenkt bekommt. Die Nation«lisierrmg der technischen Bauweise für den Kleinwohnungsbau. Von Dr. Ernst Hamm, Beigeordnetem der Stadt Gießen. Eines der wichttgsten Probleme, die uns der Krieg mit seinen Folgeerscheinungen gestellt hat, ist die Behebung der Wohnungsnot. Die Wohnungsnot kann nur behoben werden, darin dürften sich wohl alle Kreise einig fein, durch Bauen. Die Wohnungsproduktion hat sich insbesondere dem Kleinwohnungsbau zuzuwenden,' denn wir müssen uns darüber vollkommen klar sein, daß etwa 85 Prozent aller städtischen Bewohner ein Einkommen haben, das ihnen nur ermöglicht, die Miete für eine kleine Wohnung aufzubringen. Der Kleinwohnungsbau liegt z. Zt. hauptsächlich in der Hand der Städte, weil nur die Städte in der Läge sind, den Mietern solcher Neubauwohnungen eine tragbare Miete anzu- setzen und den Verlust zwischen der Sollmiete und der tragbaren Miete zu übernehmen. Das Vorgehen der Städte ist mit Rücksicht auf die Wohnungsnot notwendig, aber als Dauerzustand nicht erwünscht. Wie vor dem Kriege müßte die Wohnungsproduktivn Sache des Unterneh- mertums und der Baugenossenschaften sein, Unferc Neubauten sind aber durch hohe Zinsen des Daukapitals und durch teure Baustoffe noch so belastet, daß für den Durchschnitt der Bevölkerung die Mieten in einem von privaten Unter- nehmern oder von Baugenossenschaften errichteten Neubau nicht zu erschwingen sind. Die Miete in einer solchen Neubauwohnung müßte etwa das 3,2 bis 3.5fache der Friedensmiete betragen. Wir müssen bestrebt fein, die Baukosten eines Neubaues so zu senken', daß die Miele in einem Neubau sich dem l.öfachen Betrag der Friedensmiete nähert. Auf diese Miete müssen wir aus folgenden Gründen zusteuern. Privatunternehmer und Baugenossenschaften werden nur bann zum Bauen angereizt, wenn sie erwarten können, daß ihre Neubauten auch wirklich bezogen und Mieten einbringen werden, die den Hausbau rentabel gestalten. Das. kann aber nur bann geschehen, wenn die Miete einer Neubauwohnung durch Senken der Baukosten und des Baukapitalzinses erschwinglich wird und ein Mieter in einem alten Haus nicht wesentlich billiger wohnt als in einem neuen. Die Mieten in den Altwohnungen müssen also auch steigen, sie haben sich noch nicht der allgemeinen Weltmarktpreislage angeglichen. Die Mieten der Altwohnungen werden etwa auf das 1,3 bis 1,5fache der Friedensmieten steigen und die Miete in den Neubauwohnungen werden etwa auf das Idfache fallen müssen, um den gewünschten Ausgleich zu schaffen. Dieser Ausgleich kann natürlich nur schrittweise erfolgen, denn die große Masse der Bevölkerung ist z. Zt. nicht in der Lage eine l.öfache Friedensmiete zu tragen. Das Bauen muß dadurch verbilligt werden, daß die Daustoffpreise und die Zinsen für das Baukapital herabgesetzt werden und auch der rein technische Vorgang des Bauens verbilligt wird. Es handelt sich also um einen finanztechnischen und einen bautechnischen Vorgang, wobei und hier nur der bautechnische interessiert. Die Verbilligung des bautechnischen Vorgangs gilt in erster Linie dem Kleinwohnungsbau, weil wir — wie oben schon gesagt — in Zukunft mit etwa 85 Prozent Kleinwohnungen in der gesamten Wohnungs- Produktion zu rechnen haben. Infolgedessen ist auch die Frage, wie man die Wohnungsnot behebt und wie man billiger bauen kann, gleichbedeutend mit der Frage, wie man Kleinwohnungen am rationellsten errichtet. Man beschäftigt sich deshalb heute in weitesten Fachkreisen frohsinnige Naturen stets eine angenehme Wirkung ausüben. Gelb ist gleich Gold dem Sonnenschein verwandt, schafft Behaglichkeit und Wärme. Treten wir an einem trüben Tage in ein gelb gehaltenes Zimmer, weicht die Schwermut, und der Zauber eines Sonnentags zieht in unser Gemüt. Gelb spielt bei der farbigen Ausschmückung von Heilstätten für Gemütskranke eine Rolle, durch Schaffung von Gelb- licht und Ruhehallen. Auf die Arbeitskraft wirkt es anregend und belebend, Versuche ergaben, daß gelb gehaltene Arbeitsräume in Fabriken bessere Arbeitsresultate erzielen als andersfarbige. Auch dort, wo sich frohe Menschen zu geselligem Beisammensein treffen, wie Gesellschaftszimmer, Teezimmer, gedeckten Beranden, wird man Gelb erfolgreich anwenden können. Setzt man dem Gelb Zinnoberrot hinzu, so wird es seine Wirkung nicht auf Menschen verfehlen, deren Lebensdrang gesteigerter Art ist. Wiegt Zinnober über, wird es von Charakteren mit stark ausgeprägter Genußsucht und großer Sinnlichkeit begehrt werden, und es entspricht daher einem gewissen Raffinement, wenn moderne Vergnügungsstätten, wie Tanzdielen und Paläste, mit Vorliebe dieses Kleid wählen. Reines Zinnoberrot wirkt direkt gewaltsam und wird von äußerst energischen, gesunden, auch roh-brutalen, jedoch kulturell anspruchsvollen Menschen bevorzugt werden. Ein Beweis dafür sind uns die gewalttätigen Herrenmenschen der Römer gewesen, bei denen Zinnober zur Ausschmückung eine große Nolle spielte. Die Aus- grabungen in Pompeji schafften wertvolles Material zutage: die Ucberrefte des Hauses von Caeci- lius Iucundus und andere legen beredtes Zeugnis davon ab. Die reizbare Wirkung auf Tiere ist allgemein bekannt. R o t (Purpur. Karinin) in satter Tönung, eint Wärme und Kälte und stellt Ernst und Würde dar. Könige und Fürsten kleiden sich in Purpur, und der hohe kirchliche Würdenträger, der Kardinal, trägt den roten Rock. Sattes Rot ist der gegebene Ton für Repräsentationsräume, in der eine bestimmte Autorität zum Ausdruck kommen soll, die Duldung verlangt und feinen Widerspruch will. Menschen, denen eine gewisse Feierlichkeit innewohnt, werden gern auf diese Farve reagieren, ebenso jene mit tiefem Emst, Ruhe. Würde und Unnahbarkeit. Allgemein bildet Rot ein gutes Milieu für Empfangszimmer. Mit Ruhe und Würde soll der Mensch aber auch mit der Rationalisierung der technischen Bauweise für den Kleinwohnungsbau. Unter Rationalisierung versteht man „die Anwendung von Mitteln zur Erhöhung des wirtschaftlichen Nutzeffekts", oder anders aus- gedrückt, „das Bestreben, den Bedarf mit möglichst geringem Aufwand möglichst vollkommen zu befriedigen". Die technische Bauweise im Wohnungsbau Deutschlands war bis vor kurzem ein Gebiet, das im Gegensatz z. B. von Amerika, von einer Rationalisierung noch wenig eriennen ließ. Unsere Baumethoden waren nur unwesentlich von denen früherer Jahrhunderte zu unterscheiden. Wie weit uns Amerika dabei überlegen ist. mag die Gegenüberstellung des Kostenaufwandes für den Kubikmeter umbauten Raumes in Amerika und in Deutschland für den Kleinwohnungsbau beweisen. Eine brauchbare Vergleichsunterlage bietet die Anzahl der Stundenlöhne, die ein Kubikmeter umbauten Raumes in Amerika und in Deutschland kostet. In Amerika beträgt der Lohn für einen Maurer-Arbeitstag von 8 Stunden etwa 10 Dollar. Gin Kubikmeter umbauten Raumes kostet für den Kleinwohnungsbau ebenfalls 10 Dollar. D. h. also: In Amerika braucht man den Arbeitslohn von 8 Maurerstunden, um einen Kubikmeter umbauten Raumes eines Kleinwohnungshauses Herstellen zu können. Da in Deutschland der Maurerlohn rund 1 Mark je Stunde, der Kubikmeter umbauten Raumes aber etwa 28 Mark kostet, so braucht man in Deutschland den Arbeitslohn von 28 Stunden, um einen Kubikmeter umbauten Raumes herzustellen. Wie ist dieser Unterschied zu erklären? Wohl mögen in Deutschland die Baustoffe etwas teurer fein als in Amerika, demgegenüber zahlt der Amerikaner, an der Jnlandskauf kraft gemessen, wesentlich höhere Löhne. Jeder Baustoff ist aber mit den hohen Arbeitslöhnen doch vorbelastet: es wächst kein Ziegel auf dem Dach und es wachsen keine Bretter und Latten, sondern Bäume im Wald, die verarbeitet werden müssen. Daß man trotzdem den Kubikmeter umbauten Raumes in Amerika um den dritten Teil der Lohnstunden Herstellen kann, liegt an der Rationalisierung der amerikanischen Betriebsmethode: ferner verzichtet der Amerikaner offen auf den Schei nindividualismus und wohnt in Typenhäusern, die nach vorrätig gehaltenen Zeichnungen als MassenerKeugnisse hergestellt werden. Diese Thpenpläne werden von guten Privatarchitekten ausgearbeitet und in der für ein Haus notwendigen Anzahl zum Gesamtpreis von durchschnittlich 25 Dollar abgegeben (nach Paulsen-Berlin). Da man die Wohnungsnot nur beheben kann durch Bauen, und zwar durch billiges Bauen, um eine tragbare Miete zu erzielen, so müssen wir also auch in Deutschland den Wohnungsbau rationalisieren. Die Rationalisierung hat sich auf folgende Gebiete zu erstrecken: 1. Baustofferzeugung, 2. Baumethvde, 3. Normierung und Typisierung. Bei der Baustofferzeugung ist man vor allem bestrebt, die Zeitspanne, die ein Baustoff zu seiner Erzeugung bedarf, zu verlleinern, was dadurch erreicht wird, daß man den Handbetrieb möglichst ausschaltet. Nach dieser Richtung ist die Kalk- und Zementfabrikation schon außerordentlich weit vorgeschritten. Die Fabrikation der Ziegel wird heute in Deutschland fast allgemein maschinell betrieben. Mit einer seine Mahlzeiten einnehmen, daher bildet Rot einen guten Hintergrund für das Speisezimmer. Eine zu liefe Tönung in Rot hingegen wirkt äußerst schwül, tot und düster, sowie erdrückend schwermütig, und ist unerträglich fast für alle Menschen. In leichter Tönung (Hellrot, Rosa) vertritt es Anmut und Jugend. Junge Mädchen und Backfische schwärmen dafür, in stolzer Freude putzt die Mutter mit rosa seidenen Schleifen das kleine Mädchen schon als Säugling. In allen seinen Abstufungen, je nach Alter der Kinder und Naturell, bildet es in Kinder- und Jungmädchenzimmern den beston Farbton. Je mehr man dem Purpur und Karmin Gelb zusetzt, wird es in zunehmenden Maßen ein wonniges Gefühl der Wärme wachrufen, welche zuletzt im Orange seinen Höhepunkt findet, aber immerhin durch das ihm innewohnende Rot noch einen Niederschlag von Ernst und Würde besitzt. Es übt auf Menschen Anziehungskraft aus gleich dem Gelb, deren Lebenslust groß, die aber vom Ernst reifer Jahre durchdrungen sind. Dein Karmin Blau zugegeben, ergibt Violett, die Farbe der Sehnsüchtig-Sentimentalen, die mit ihren Gedanken gern außerhalb des wirklichen Lebens weilen und die Zeit mit romantischen Träumereien zubringen. In der Biedermeierzeit, einer Zeit, da sich die Menschen gern in weicher Schwärmerei verloren, spielte Violett eine große Rolle, allerdings nur in Verbindung mit anderen Farben. In dieser Art ist das weiche Gemüt der Frau besonders empfänglich dafür und für Damenzimmer gut verwendbar. Allein verwandt wirkt Violett süßlich und ist auch die Farbe schwächlicher Naturen, aber auch solcyer, die sich in Abgeschmacktheiten verlieren. Violett ist in der Verwendung eine der gefährlichsten Farben, und so schön wie sie bei treffender Verwendung ist, so unerträglich wirkt sie auf die Dauer auf reine Verstandsmenschen. Ist Gelb Licht, so ist Blau der Schatten und gibt Kühle, tiefstes Blau bedeutet Nacht. Kobaltblau ist kältestes Blau. Kühle, berechnende Menschen, werden immer Gefallen an dieser Farbe finden. In hellen Tönen ist Blau die Ferne und die Ferne zieht an, erweckt Stürme der Sehnsucht und des Tatendranges, gibt aber auch durch das Gefühl der Unerretd)- barfeit, Verlassen und Verlorensein, sowie Einsamkeit. Blaue Flächen weichen zurück, ein Zimmer erscheint großer, die Bilder schweben scheinMaschine werden viele Tausende von Ziegeln an einem Tage hergestellt. In der gleichen Weiß» sind alle mobernen Konstruktionsmethoden, die den Backsteinbau ersehen wollen, darauf eingerichtet, die Handprodultion zugunsten der Ma- schinenproduktion auszuschalten. Hiermit berühren wir ein Gebiet, das schon zur Rationalisierung der Baumethoden gehört. Immer zahlreicher werden nämlich die Versuche, beim Wohnungsbau die Backsteinbauweise durch andere Daumethoden zu ersehen. Man empfindet es als einen Mangel von Wirtschaftlichkeit, daß der Backstein, unter Umständen von recht weit her. aus der Fabrik durch die Bahn antransportiert, bann an die Baustelle geschafft und von dort wieder auf dem Baugerüst befördert werden muß. Bei diesem mehrfachen Umschichten des Materials ergibt sich ein großer Verlust an Zeit und an Baumaterial. Ferner bedarf es eines verhältnismäßig großen Aufwandes an Zeit, das Mauerwerk durch den Maurer aus den einzelnen Backsteinen mühsam zusammenzusehen. Die Natur des Backsteins bringt es mit sich, daß er nicht maschinell zur Errichtung eines Gebäudes verwendet werden kann, sondern von Hand Stück um Stück gesetzt werden muß. Man ist deshalb dazu übergegangen, ganze Hauswände aus Betonmasse zu gießen obVt sogen. Betonsprihverfahren herzustellen. (Amerika.) Das Material (die Detonmasse) wird an Ort und Stelle in Maschinen gemischt und auf schmiedeeiserne Dauerwandverschalung unter hohem Druck aufgespriht. Eine andere Methode besteht darin, große einheitliche Detonwandtafeln in eisernen Rahmen an Ort und Stelle herzustellen und sie durch Kranen als Teile der Hauswand einzusehen. In England werden Versuche mit Stahl- Häusern gemacht. Gewöhnlich handelt es sich um ein Gerüst aus Stahlpfosten, das außen mit Stahl^locken. innen mit leichtem Jsvliermaterial verkleidet wird. Bei einem andern Typ werden gefalzte starke Stahlbleche miteinander verschraubt und die Ecken des Hauses durch Winkeleisen gebildet. Auf der Innenseite erhalten diese WärÄe einen Asbestbelag. Es würde zu weit führen, auf die vielen einzelnen technischen Neuerungen hier einzugehen. Das wesentliche Ziel, das sich diese Versuche gesteckt haben, liegt in einer Zerlegung des gefam- t en Bauvorganges, in die Zubereitung der Baustoffe und Bauteile einerseits und die Baumvntage andererseits. Zum Teil stecken diese Systeme noch zu sehr in den Kinderschuhen: sie müssen, um -eine gewisse Vollkommenheit zu erreichen, erst noch weiter durchdacht werden. Es fehlt uns auch noch die Erfahrung, wie sich diese Häuser im Lause der Jahre gegenüber den Witterungsverhältnissen verhalten werden, ob sie in hygienischer Beziehung auf die Dauer einwandfrei sind u. dgl. mehr. Jedenfalls ist es aber dringend nötig, diesen Dingern sein Augenmerk zu widmen. In Deutschland unterzieht sich dieser Aufgabe vornehmlich „der Ausschuß für wirtschaftliches Bauen", der mit bedeutenden Fachmännern theoretisch und praktisch zusammenarbeitet. Eine große Rolle in der Rationalisierung des Wohnungsbaues spielt die Normierung und die Typisierung. Es soll zunächst der Unterschied zwischen Norm und Type und bann ihr Grundgedanke für den Wohnungsbau erläutert werden. Unter der No rmierung eines Bauteiles versteht man, daß er mathematisch physikalisch genau und starr festgelegt ist. Mit der Normierung der Bauteile beschäftigt sich der deutsche Normenausschuß. Auf Grund langjähriger Erfahrung und wissenschaftlicher Besuche werden bestimmte Bauteile auf den Millimeter genau genormt. Während man vor dem Kriege im allgemeinen als Bauteil nur den Ziegelstein nach deutschem Reichsformat genormt hatte, erstreckt sich heute die Normierung auf Türen. Fenster, Beschläge. Balken, Treppen, Fensterscheiben, Dachhölzer usw., d. h., auf die Massenbedarfsartikel des Wohnungsbaues. Der Zweck, der durch die Normierung erreicht werden soll, ist ein doppelter: einmal soll durch diese Normierung der Rohbaustoff (z. D. die Bretter, aus denen Fenster und Türen gemacht werden, oder die Glastafeln, aus denen das Fensterglas geschaffen wird), so wirtschaftlich als möglich ausgenutzt werden. bar in der Luft, das Auge erstarkt. Kleine und beengte Zimmer wirken in Blau vorteilhaft. Dem Blau in geringem Maße Gelb zugeseht ergibt Dlaugrün, bringt Ruhe und auch wieder die Wärme und wirkt wohltätig auf ermüdete und abgespannte Menschen. Wohnzimmer mag man gern damit schmücken, aber auch im Schlafzimmer, in lichten Tönen schafft es Vergessen und Schlaf. Bei gleicher Mischung von Geld und Blau bildet zuletzt Grün die Farbe realer Befriedigung. In dem Gelb besitzt Grün bas Sonnenlicht, das sich mit des Himmels Blau vermählt und in grünenden Feldern und Wiesen unsere Sinne gefangen hält. Der Macht einer solchen Farbe, die die Natur zum Hauptschmuck ihrer selbst erkoren, können wir, ihre Kinder, uns nicht entziehen. Sie ist der wirklich wahre Untergrund, auf dem die bunten Blumen des Lebens ihr loses Spiel treiben. Grün ist der Grundton unserer Empfindungen, zu ihm werden wir immer und immer wieder hingezogen werden, alle, ohne Ausnahme. Grün bedeutet rms Heimat, ein Zuhausesein. Arbeitszimmer, die uns frei machen sollen von allem Störenden und Irritierenden, bieten in Grün Willen und Frieden zur täglichen Arbeit. Dies wäre das Wesentlichste, Farbe wirkt auf die Seele, mit ihr kann man Leidenschaften dämpfen und traurige, schwermütige Wesen zur Heiterkeit erziehen, wenn man es' versteht, das Heilmittel zu kredenzen. Ein in Schwermut Ver- strikter kann nicht sofort mit hellem Gelb behandelt werden, man wird ihm in weiser Voraussicht diese Farbe in kleinen Dosen oder satt getönt reichen. Einem unglücklich Verliebten ist letzten Endes auch nicht gleich mit reinen Vernunftsgründen beizukommen. Ein heißblütiges, leidenschaftliches Temperament hingegen wird zu seiner Lieblingsfarbe eine Portion Blau als Dämpfer schon vertragen können. Für das Farbenempfinden des anderen werden wir aber doch etwas mehr Verstehen zeigen müssen, und ihn nicht nur deshalb als geschmacklos bezeichnen dürfen, weil sein Empfinden sich nicht mit dem unsrigen deckt, sondern dies mehr psychologisch zu werten haben. Der Mensch, der sich unablässig bemüht, sein Wesen zu veredeln, zu kristallisieren, bas Gleichgewicht in seinem Innern herzustellen vermag, wird ganz von selbst unwillkürlich zur Farbe in ein fein empfundenes Verhältnis treten. iinnimonniimiiniiiniiiiiniißinnniiiiniiiiiiiniiiniiiiiiiniiiiiniiiiiiiiHii unseres Saison-Ausverkaufs Schlußiage imiiiuww Wetzlar, 18. Aug. tim einen Anreiz zur Bekämpfung des Schwarzwildes zu geben, das im hiesigen Kreise dauernd zu Hause ist, gewährt der Kreisausschub Schuß- Prämien, die nach dem Gewichte der erlegten Stücke abgestuft sind: diese betragen bei einem aufgebrochenen Gewichte bis zu 35 Kilo 10 Mark, von 35 bis zu 90 Kilo 20 Mark und über 90 Kilo 30 Mark. Empfangsberechtigt ist, wer ein Stück Schwarzwild auf einer Jagd erlegt hat, die von dem Jagdherrn, dem Jagdpächter ober von der Jagdpolizeibehörde oder deren Auftrag veranstaltet ist. Empfangsberechtigt sind auch die Grundbesitzer, denen nach der Jagdordnung das Recht zusteht, innerhalb ihrer Grundstücke Schwarzwild auf jede erlaubte Art zu fangen, zu töten unb zu behalten. kz. Wetzlar-Niedergirmes, 18. Aug. Die Neueinrichtung de« für Niedergirmes bewilligten Markte« an ben Tagen Dienstag unb Freitag hat bie Befriedigung der ganzen Dorstadt gefunden. Der Markt wird gut besucht, da die Entfernung zu den Märkten auf dem Duttermarkl am Mittwoch und Samstag für die Vorstädter nicht unerheblich ist. Man wünscht den Markt als eine Dauereinrichtung zu behalten. — Im vergangenen Jahre wollten hier die Klagen nicht enden über die dauernde Staubplage und bereu geringe Abhilfe durch den städtischen Sprengwagen. Mit einem Male sind nach der Strahenbesprengung durch das sog. Wasserauto alle Klagen verstummt. Die lange Hermannst einer Straße, die nach jeder Autodurchfahrt große Staubwolken aufwirbelte, befindet sich durch die rasche Bedienung durch den neuen Sp rengw agen in reichlicher Wassersättigung, die für die Anwohner als große Annehmlichkeit empfunden wird Der Hauptvorteil des großen Sprengwagens besteht außer seiner raschen und gründlichen Sprengarbeit darin, dah die ganze Strahenbreite mitsamt dem Bürgersteig ersaht wird, unb infolge schneller timftellung der Sprengapparate Passanten und Fuhrwerke nicht belästigt werden. Au « dem Kreise Wetzlar, 18. Aug. Die Handwerkskammer zu Koblenz, die in Wetzlar eine Handwerkskammer-Abteilung eingerichtet hat unb der sämtliche Handwerker des Kreises Wetzlar zwangsläufig angehören, erhebt für das laufende Rechnungsjahr an Beiträgen: für den Meister 8 Mark, für den Gesellen 4 Mark und für ben Lehrling 2 Mark. Die Beiträge sind in voller Höhe auch von solchen Handwerkern zu bezahlen, die ein Handwerk nur während einiger Zeit des Jahres ausüben (z. B. HauSmetzger. die nur in den Wintermonaten Hausschlachtungen ausführen). — Wenn auch die Ferkelpreise in der letzten Zeit etwas gesunken sind, so bewegen sie sich doch noch auf einer Höhe, die weit über den Friedenspreisen steht. Für 6 bis 7 Wochen alte Ferkel werden immer »roch 36 bis 38 Mark, für ältere Ferkel entsprechend höhere Preise gefordert. Dor dem Kriege wurden für Ferkel gleichen AlterS nur bis zu 25 Mar! für das Stück bezahlt. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Äsungen usw. sind zu richten an die Dchachredaktion deS „Gießener Anzeigers". Problem )ir. 75. Don ®. 3. Slater. 6 5 2 Schwarz, b c 0. Sc5-d7 21. Dal — c3 21. a7-a6 22. Ld5xd7+ 22. Td8xd7 23. Dc3-c8- 23 Td7-d8 Hetzt scheint Schwarz am Ziele angelangt zu fein, denn Weiß hat kein Schach, der Sd4 ist bedroht und er scheint zur Rochade zu kommen, aber der folgende interessante Zug stellt den Nachziehenden vor neue Verwicklungen. 24. DcSxb7! 24. Td7xd4 Schwarz muß zuschlagen, wenn er überhaupt nod) mit einem blauen Auge davonkommen will. 25. Db7-c6+ 25. Td4-d7 26. 0 -0! 26. Lg6-d3 Sonst durste e« woht keine Rettung vor der furchtbaren Drohung Tfdl geben 27. Tflxf7 Weiß behandelt die Partie originell, mit 27. Dc8 konnte er Remis erzwingen da Ke7 an Tf7 - : scheitert. 27..... 27. Lf8 — c54- 28. Kgl-hl 28. Ld3-b5 Die Fortsetzung 28...... Le7 wäre wegen der Antwort 29. De6:, Lg6 nebst 30. Tfl! sehr bedenklich. 29. Dc6xe6+ 29. Td7-e7 30. Tf7xe7+ 30. Lc5xe7 31. De6-c8+ 31. Le7-d8 32. Dc8-e6+ 32. LdS-e7 Auch die Fortsetzung 32. Kf8 würden wegen der Antwort 33. a4! zu keinem entscheidenden Resultate für Schwarz führen. Eine von beiden Teilen äußerst originell behandelte Partie. Losung deS Problems Nr. 73. Don A. DaherSdorfer. 1. Ld5-g2!. Kd6-c5 2. Db3-e3+, Ke5-f5 oder d6 3. Lg2 —h3 oder De3 —e7 matt. 1......Kd6-c7 2. Kf7-e7, bei. 3. Db3-b7 matt. 1....., Kd6-d7 2. Db3-b6 nebst 3. Lg2-h3 matt. 1...... c5-c4 2. Db3-b6H-, Kd6-e5 oder d7 3. Db6-f6 oder Lg2-h3 matt. Nichtige Lösungen zum Problem Nr. 72 sandten ein die Herren: Lehrer ö. Simon, Ober- sekundaner V. Loos von hier: sowie St. und Sch. in Lich: desgleichen zum Problem Rr. 73 Herr Lehrer E. Simon von hier. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom NedakttonStisch. Opferfreudig. Äarldjen geht mit dem Vater spazieren Auf einer Wiese weidet ein Pony. „Den Pony wollen wir mitnehmen", ruft Karlchen. „Das geht nicht, das wäre Diebstahl", sagt der Vater. „Wird man da bestraft?" „Gewiß, wer Pferde stiehlt, kommt ins Gefängnis." „Wie lange?" . „Mindestens sechs Monate." Pause. Dann sagt Karlchen: „Würdest du in der Zeit meinen Pony auch ordentlich füttern, Papa?" Scherzfrage. Warum haben die Kaninchen so blanke Nasen? Weil die Puderquaste am anderen Ende sitzt. Tstildernder Umstand. „Sie haben durch einen Messerstich dem Kläger die Leber verletzt!" „Herr Richter, ich hab' gar nicht gewußt, wo die Leber sitzt!" Matrosengespräch. „Donnerwetter, fo'n Pech. Meine Braut zieht von Hamburg nach Stettin." „Äa, was schad't das?" „Da hab' ich doch schon eine!" XX Bermoll, 18. Aug. Die Fabrikanten G e ck (Stromberg) und Schniewind (QUtena), Pächter der Jagd von Oberlemp, haben nunmehr auch die Groß-Alten st ädter Jagd, (bisheriger Pächter Fabrikant Junkers, für den Jahrespreis von 1540 Mark übernommen. XX Hohensolms, 18. Aug. Es ist erfreulich. daß die Erkenntnis von der bedeutenden wirtschaftlichen Erleichterung in der Ackerbearbeitung und der Erhöhung des Wertes der Grundstücke durch Zusammenlegung immer mehr Boden im Kreise Wetzlar gewinnt. Gerade in diesem gemeinnützigen Werk hat die Bürgermeisterei Hohensolms alle übrigen Bezirke de« Kreises überflügelt, denn selbst daS kleinste Dörfchen hat bereits die Zusammenlegung feiner Feldmark durchgeführt. Der Gesamtflüchen- inhalt der Bürgermeisterei beträgt 6163,9 Hektar, welche sich auf 10 Gemeinden verteilen. Erda, als die größte Feldmark, hat 1149 Hektar Bellersdorf. die kleinste Feldmark, nur 120,8 Hektar. Kreis Biedenkopf. kz. Hermannstein, 18. Aug. Fast als Kuriosum ist es zu betrachten, dah einem hiesigen Einwohner in der Dillstraße inmitten der Nacht aus einem Schuppen im offenen Hose ein fast neuer Kinderwagen gestohlen wurde, während ein daneben stehendes Fahrrad unberührt blieb. Die Nachforschungen nach dem seltsamen Dieb verliefen ohne Ergebnis. — Die KirmeS, die am vergangenen Sonntag unter großer Beteiligung des ganzen Ortes und vieler Gäste auS Wetzlar und den naheliegenden Dörfern gefeiert wurde, ist recht schön verlaufen. Man wollte nach den arbeitsreichen Wochen mal recht fröhlich sein Für Volksbelustigung war reichlich Sorge getragen. Die hiesigen Gastwirte hatten vollauf zu tun. Dittkreis. bl. Dillenburg. 18. Aug. Der Kreis will versuchen, ein Jugendrotkreuz zu gründen. Wie diese Bestrebungen in allen Teilen des Neiches guten Erfolg aufzuweisen hatten, hofft man auch hier, daß die Jugend sich gerne der edlen Sache annimmt. U Bischoffen, 18. Aug. Heute abend entgleiste die Lokomotive des Personenzuges 3379 beim Aussehen der Verstärkuilgswagen au« unbekannten Gründen auf freier Strecke. Da die Strecke gestört war mußte der Verkehr durch timfteigen an der tinfallstelle aufrecht erhalten werden. Sachschäden sind nicht vorgekommen. bl. Herborn. 18. Aug. In der letzten Zeit wurden in allen Gemarkungen des Kreises Flußschauen vorgenommen. Bei diesen örtlichen Besichtigungen handelte es sich darum. festzustellen, ob vor allen Dingen bei unseren Flüßchen keine Hochwassergefahr besteht. Zum anderen wollte man sich auch davon überzeugen, rb die Bewässerung der Wiesen vollständig und ausreichend sei. bl. Haiger, 18. Aug. Nunmehr soll nach langen Bemühungen den Jugendpflege treibenden Vereine eine ordnungsgemäße gluftbabe» anstatt errichtet werden. Der Magistrat hat r sich lebhaft bemüht, und man hofft, daß es mit ■ Mitteln von Kreis, Stadt und aus Spenden ge° • lingen wird, noch int Herbst die Badeanstalt • vollenden zu können. bl. H e r b o r n s e e l b a ch, 18. *2Iug. Mit dem Bau unserer neuen Turnhalle wurde sort- gefahren. Der Sockel des Gebäudes steht. Mitglieder des Turnvereins sind unter fachkundiger Hand am Werke, den Bau nach Möglichkeit schnell zu Ende zu führen. Die Finanzierung erfolgte größtenteils aus Mitteln des Vereins, sowie aus Beiträgen und Spenden. Bestimmt rechnet man mit der Vollendung der Halle im nächsten Jahre. bl. Ballersbach, 18. Aug. Der Turnverein wird den neben der neuen Turnhalle liegenden Platz zu einem ordnungsgemäßen Turn- und Spielplatz umwandcln. Die Kosten der Instandsetzung werden mit rund 6000 Mark veranschlagt. Der Verein selber will durch seine Mitglieder einen großen Teil der Erdarbeiten ausführen lassen, so daß sich der Betrag bedeutend reduziert. Allerdings ist die Kostenfrage noch nicht geregelt. Kreis Marburg. sch. Marburg. 18. Aug. Abgestürzt ist hier gestern vormittag von der Terrasse des Cafes Markees ein dort beschäftigter Lehrling, der Sohn des Polizei-Assistenten Mewis. Der junge Mann wurde schwer verletzt in eine hiesige Klinik eingeliefert. sch. Treysa, 18. Aug. Das hier am 1. August abgehaltene Schwälmer Trachtenfest brachte einen Reinertrag von 6195 Mk., der als Grundstock für die neu zu erbauende Festhalle dienen soll. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 17. Aug. Eine Pensionsinhaberin in der Taunusstraße wurde gestern tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Es liegt Gasvergiftung vor. Alle Umstände lassen darauf schließen, daß es sich um Selbstmord handelt. — Gesteint wurde die Leiche einer etwa 30 Jahre alten, unbekannten Frau an der Riederräder Schleuse gelandet. — Der 24 Jahre alte Bergarbeiter Paul Spieß aus Altenburg wurde auf dem Wege von seiner Arbeitsstelle von einem bis jetzt unbekannten Täter durch Pistolenschüsse und Messerstiche getötet und beraubt. Spieß hatte seinen Wochenlohn von 31 Mark bei sich. Höchst a.M.. 18. Aug. (WSR.) Ein v e r - brecherischer Anschlag wurde gestern zwischen Oberliederbach und Rieder-Hofheim a u f d ie Königsteiner Kleinbahn verübt. Eine Schienenlasche war quer auf eine Schiene gelegt worden, was die Aufmerksamkeit des Lokomotivführers erregte, der den Zug noch recht- Zzeitig zum Stehen bracht'. Die Reichsbahndirektion hat eine hohe Belohnung für die Ergreifung des Täters ausgesetzt. Wie wir weiter erfahren, haben die Ermittelungen bereits zur Verhaftung einer Person geführt, über deren Personalien noch nichts näheres bekannt ist. Groß - Wiesbaden. WSR. Wiesbaden, 18. Aug. Am letzten Samstag haben sich in ihrer Wohnung an der . Helenenstrahe zwei Frauen, eine Witwe und ein junges Mädchen (Tante und Richte), m i t Leuchtgas vergiftet. Kreis Fulda. WSR. Melsungen, 17. Aug. Im benachbarten Hausen wurde eine Tagelöhnerin, als sie beim Aufheben von Getreide beschäftigt war, derartig mit der Sense in das Schienbein getroffen, daß sie mit ernsten Verletzungen in ärztliche Behandlung übergeben werden mußte. Wirtschaft. • Di e Kohlen Produktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohleitproduktion des Dollsstaats Hessen weist für den Monat Juli 1926 folgende Zahlen nach: An Rohbramtkohlen wurden gefördert 33 630 Tonnen, verkauft davon 9216 Tonnen; der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten erzeugt: 500 Tonnen Braunkohlenbriketts, 1220 Tonnen Raßpreßsteine. Außerdem wurden in Hessen erzeugt eine Anzahl Tonnen Steinpreh- kvhlen. Anter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am Mo- natsschluß absatzfähig: 11 405 Tonnen Rohkohlen, 1510 Tonnen Briketts, 3132 Tonnen Raßpreh- steine, zusammen 16 047 Tonnen Braunkohlen und Brauntohlenprodukte im Gesamtwert von 133 577 Reichsmark. * Zum vorläufigen deutsch-f ran- zösischen Handelsabkommen. Das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft teilt mit, daß, soweit tu dem vorläufigen Handelsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich vom 5. August nachstehende zoll- begünstigte Kontingente für die Ausfuhr aus Deutschland nach Frankreich vorgesehen sind, die erforderlichen Kontingentbescheinigungeit erteilt werden: Für Holz (Pos. 128/133) von der Fachgruppe Sägeindustrie und Holzhandel im Reichs- verband der deutschen Industrie, Berlin, König- grätzer Straße 100a, für Rübensamen, Malz, Stärke und Sahmehl von Kartoffeln vom Hauptzollamt in Köln, für Käse, lebendes Vieh (Ochsen, Kühe, Widder, Schafe, Hämmel, Schweine, Spanferkel) und Hopfen vom Hauptzollamt Zweibrücken. Eine Anterverteilung der Kontingente für Rübensamen, Malz, Stärke und Sahmehl von Kartosfeln, Käse, lebendes Vieh und Hopfen erfolgt nicht. Die Kontingentsbescheintgungen selbst werden denjenigen zum deutsch-französischen Handelsabkommen vom 12. Februar entsprechen. Das Verfahren bei der Ausfuhr von zollbegünstigten Waren (Rübensamen, Zuckerrübenkraut, Grubenholz) nach dem Saargebiet ist auf Grund des Saarabkommens vom 5. Aug. besonders geregelt. • Deutsche Bank. Das Bezugsrecht auf 40 Mill. RM.-Aktien wird am 25., 26. und 27. August an der Berliner Börse notiert werden. ' 2. G. F a r b e n i n d u st r i e, Frankfurt a. M. Die I. G. Farbenindustrie hat auf dem Leunawerk mit dem großen Erweiterungsbau begonnen, der zur Vermehrung der Stickstoffproduktion und zur Herstellung von Salpetersäure dienen soll. Einige Hundert Arbeiter wurden zur Ausführung der Bauteit neu eingestellt. In der laufenden Woche werden noch weitere Einstellungen erfolgen. — Die zum Konzern der I. G. Farbenindustrie gehörende Zuckerfabrik Körbisdorf legt ihre Zuckerfabrik still und liefert ihre Rüben zur Verarbeitung an die Zuckerfabrik Stöbnitz. Dagegen wird sie, abgesehen von der Landwirtschaft, den Abbau ihrer Braunkohlenfelder betreiben, d. h. wohl ihn auf neue Felder übergreifen lassen. • Philipp Holz mann A. - G. in Frankfurt a. M. Wie auf Anfrage von der Verwaltung mitgeteilt wird, hat der an und für sich große Auftragsbestand des Unternehmens durch die im Gange befindlichen Verhandlungen eine Vermehrung erfahren. In den letzten zwei Monaten erhielt die Gesellschaft neben verschiedenen Aufträgen kleineren und mittleren Umfanges an größeren Aufträgen die folgenden: die Tiefbauarbeiten an der mittleren Isar, in Le Havre eine Daggerarbeit, die über Repara- lionslonto läuft, in Berlin Siedlungsbauten. Das Auslandsgeschäft zeigte allgemein eine Zunahme, insbesondere sind der Gesellschaft in der Türkei verschiedene neue Hochbauarbeiten übertragen worden. * Starker Konkursrückgang in der zweiten August » Woche. Die Zahl der neu eröffneten Konkurse blieb in der zweiten August- Woche mit 113 hinter der der Vorwoche von 138 erheblich zurück. Die Zahl der Geschäftsaufsichten erfuhr keine Veränderung und belief sich auf 48 gegen 53. Gegenüber den letzten beiden Wochen des Iuli stellen diese Ziffern bedeutende Verbesserungen bar. Angesichts des zahlenmäßigen, und materiellen Rückganges der Zahlungseinstellungen ist es bemerkenswert, daß die Zahl der mangels Masse eingestellten Konkursverfahren sich dieser Bewegung nicht angeschlossen hat, sondern während der bisherigen Monate des laufenden Jahres stabil geblieben ist. Don den in der Berichtswoche von Konkursen und Geschäftsaufsichten betroffenen 5 Aktiengesellschaften wurden vier in den Jnflationsjahren 1921 bis 1923 gegründet. Berliner Börse. Berlin, 19. Aug. Die Befestigung setzte sich heute in zahlreichen Rebenwerten fort, um hier auf die Gesamtbörse überzugreifen und deren Tendenz freundlich zu gestalten. Im Dor- bergrunde standen die Werte, bei denen Kombi- nationsmöglichkeiten mit der I. G. Farben- Industrie bestanden. Die Kurse für Rheinische Braunkohlen, Oberkoks und Rütgerswerke erzielten weitere Steigerungen. I. G. Farben selbst, die gestern mit 290 geschlossen hatten, zogen heute auf 301 Prozent an. Außerdem lagen Ba nka ktien sehr fest, da hier weitere Kapital- trandaftionen erwartet werden. Zu den haussierenden Spezialwerten gehörten weiter Baust o f f a f t i c n, ferner Schultheiß, Ost werke, Kahl- baum und einige Zellstoffaktien (Aschaffenburger plus 12,54), sowie einige Einzelwerte. Im Devisen verkehr konnte sich Paris erneut gut befestigen und zog auf 167 gegen London an. London gegen Brüssel 174, Mailand gegen London 147,75. Das englische Pfund notierte gegen Kabel 4,8608 fester. In der Beschaffung kurzfristiger Gelder ging die Reichskreditgesellschaft mit ihren Forderungen bis auf 2,5 Prozent herunter, die anderen Banken nahmen Auslei- Hungen von Tagesgeld zu 3 bis 6 Prozent je nach der Qualität des Geldnehmers vor, Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Schlug» Aura Kur» Schluh- Knrs Anfang itur'. Datum: 18.8. | 19 8. 18. 8. | 19. 8. 5°/. Deutsche RcichSankeihe . 4% Deutsche Reichsanleihe . 3*/i% Deutsche RcichSanlethe 3% Deutsche Reichsanleibe . Deutsche Svarprämicnanleihe <°/o Preußische Konlols • ■ • 4% Hessen...... • 3V-% Hessen........ 3% Hessen ........... Deutsche Werts,. Dollar-Anl. dto- Doll-Schav-Anweilng.*) 4% Zolltürken......... 6% Goldmerikaner .... Berliner Handelsaclellschasl. Lommcrj- and Prtvat-Bcmk Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank......... Deutsche Vereinsbank .... Tiveonio Lommandit Metallbau!........... Mitteldeutsche Lreditbonk. . Ocsterreichische LreditanstaU. Westbank........... Bochumer Guß ........ BuderuS • • .......... Goto ............. Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... ^anra hülle....... » » . . Oberbedarf .......... Phönir Bergbau ....... Ryeimtahk........... Riebeek Montan........ Tellus Bergbau. ....... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd..... Cheramische Werke Akbtn . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont.-Guano . Chemische Mäher Alapin . . ft'. G. ^arbcnindnstrie, A.-G. Goldschmidt.......... Holzverkohlung........ Rütgerswerke....... echeideanstalt......... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ........... Mainkraftwerke ........ Schuckerl........... Siemens L Halske ...... '.'ldlcrwerkc Klcyer ...... Daimler Motoren. ...... Hehligenstacdt . . . ...... Meguin............. Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Schuhfabrik Herz ...... Sichel.............. Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . , Zuckerfabrik Waghäusel . . . Devisenmarkt Derl Telegraphisch 0.48 ) 9.4825 - | - 0,51 0,27 - 0,43 - — ! _ = = 13,5 ' 13.25 44,25 | 44,5 201 - 138,5* 1 — 194,5* 205* 166,2* l 170,7* 93 i 162 ! 164’ 132,5 144 7.45 7.8 90 ; - 148,5* 149.5* 91,5 ; 99,5 80 153.5* ! 156,2* 177 I 181.5* 155.7* ' 158* 140 143* 150 153 55 — 70.1 73* 123* ! 124.9- 147* i 148.5* 154.25 70 - - j 153* 151* 154* 1 55,25 | 127,5 145 120 125 - 298* 112 | 114,75 5a.5 । — 109 117 158,75 | 161,75 158* 1 160,5* 156* ! 154,7* 103,5 106,5 136 - 187,5* | 192,5* 82,75 1 87.5 87 ! 67 25 ! — 45,25 1 16 — >9,751 — 142.75 - 85,75 | 49 - 2,8; 182,5 , 192 72.3 72,25 82,25 62 m—Frankfu e Auszak 0,4775 0,475 0.43 0.435 0.425 1 0,43 0.5075 - 0,265 0.425 0.425 - ! 0,425 - i 0,465 13.12 - 44,2 197.5 ; 206’ 138,75 140.5* 199 205* 167 170' 164 j 165* 142,5* j 145* 7.5 ! 7,45 145 150,7* 89,75 | 97,75 82 84.25* 152* 156,2* 176* 180,9’ 155* 1158,7* 140 144,9' 151 153,75 56 | 56.12 71.5 1 73* 120* 125* 145.75 , 149* 152,9 156 — ! 154.5* 151,5* . 153* - ~ i ~ 121,5 ! - 95,25 95,25 287,7* 299 112,25 1113,75 113 j 118 158,9* 159,7* 155 j 155 181 । 137 190,25 | 189 80 ' 85,5 85,75 1 87,8 45 ~ 38 ! - 87 1 - 49 - 181,25 194 74 82,5 ct a. M. Iun g. 18 August. 19. August. Amtliche Meld Kotierung Bries Amtliche Notierung Geld । Brief Amft.-Rott. Bueu.-Aires Brff.-Antw. Chrfstiania. Kopenhagen Stockholm • Helnngsors. fttalien. . . London. - . Ncuhork . . Paris. . . Schweiz . . Spanien . . Japan . . • •Mio de Jan. Wien in D-- Eeft abgest. Prag .... Belgrad • . Budapest. . Bnlaarien . Lissabon Dornig. . . Konstantin. Athen. Kanada. . Uruguay . . 168,29 1,697 11,53 91,98 111,59 112,26 10,553 13,845 20,384 4,195 11,90 81,04 65,30 2,015 0.641 59,28 12,418 7,405 5,87 3,04 21,375 81,47 2,295 । 4,474 4.198 I 4.195 D 168,71 1,701 11,57 92,22 111,71 112,52 10,595 13,885 20,436 4.205 11,94 81,24 65,46 2,019 0.646 69,42 12,458 7,425 5,89 3,05 21,425 81,67 2,305 4,476 4,208 4.205 intnote 168,25 1,696 11,64 91,96 111,51 112,28 10,557 13,82 20,385 4.195 12,04 81,03 64.85 2,012 0.643 59,26 12,421 7,405 . 6,868 3,04 21,375 81,60 2,30 4,74 4,198 4.195 n. 168,67 1,700 11,68 92,20 111,79 112,56 10,597 13,86 20,437 4,203 12,08 81,23 65,01 2,016 0,645 69,40 12,461 7.425 6,888 3,06 21,425 81,80 2,31 4,76 4,208 4,205 Berlin, 18. August. Geld Bries Amerikanische Note» ..... Belgische Noten ........ Dänische Noten ........ Englische Noten........ Französische Roten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oestcrr.,ä,00 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . kanarische Noten....... rankfurtc Frankfurt a. M Fest und lebhaft. — Di ihr 2nteresfe wieder den ten Hauptwerten zu. Di umfaßte nahezu ben gan Reihe von Rebenwerten 4,18 11,57 111,17 20,35 12,12 167,93 14,21 91,67 59.35 1.94 111,92 81,06 65,04 12,38 5.825 r Börse , 19. Au Börse u gestern feste E ;en Markt ebenfalls I 4,20 11,63 111,73 20,45 12,18 168,77 14,29 92,13 59,65 1,98 112,48 81,46 65,36 12,44 5.865 g. Tendenz: sandte heute sernachlässig- timmung wobei eine ebhafte Ilm» sähe aufwiesen. Die günstige Strömung wurdet beherrscht von den in den letzten Tagen ver- öffentlichten Berichten aus allen Teilen der Industrie, die einen guten Beschäftigungsgrad erkennen lassen. Es lagen heute auch größere Kaufaufträge aus der Provinz vor. Das größte Interesse konzentrierte sich wieder auf ‘Sauft o f f - und Zellstof f a k t i e n. Wayß u, Freytag plus 6 Proz., Dyckerhoff plus 5Vs Proz.. Holzmann plus 2,5 Proz., Zement Heidelberg plus 9 Proz., Zellstoff Waldhof und Aschaffenb. Zellstoff je plus 4, Doigi u. Haessner, die am Dor- abenb stark gesteigert waren, erzielten einen neuert Gewinn von 8 Proz. (118 Proz.). Am Mon - tanmartt war die Stimmung fest. Buderus plus 4,5 Proz.. Deutsch-Lux plus 2 Proz., Gelsenkirchen plus 2 Proz., Harpener plus 1,5 Proz.. Ilse plus 1,25 Proz., Rheinische Braunkohlen plus 1,5 Proz. Die übrigen Werte dieser Gruppe wiesen Steigerungen von 1 bis 1,5 Proz. auf. Stark gesteigert waren K a l i a f t i c n , die mit Gewinnen bis zu 3 Proz. aus dem Derkehr hervorgingen. Auch für I. G. Färben-Industrie zeigte sich lebhaftes Interesse, so baft ber Kurs um 4 Proz. anzog. Bankaktien waren unter Führung von Darmstädter - (plus 5 Proz.) befestigt. Die Besserungen betragen sonst etwa 1 Proz. Schiffahrtaktien sAöMn sich der Aufwärtsbewegung an. Auto-Aktien hatten gute Befestigungen aufzuweisen. Kleher plus 3 Prozent. RSÄ. plus 5,75 Prozent. Eine Ausnahme bildeten Daimler, die 1 Prozent nach- gaben. In Erdölaktien setzten sich die Steigerungen gleichfalls fort. Deutsche Erdöl plus 4 Proz., Zuckeraktien ohne Interesse und eher nachgebend. Heimische Anleihen und ausländische Renten konnten von der festen Strömung nichts profitieren. Dec Freiverkehr behielt fein stilles Aussehen bei. Benz 83 Prozent, Brown Doveri 123 Prozent, Growag 60 Prozent, Frankfurter Handelsbank 90,5, Ufa 41, Unterfranken 90,5 Prozent. 2m weiteren Derlaufe steigerten sich die Umsätze für die anfangs bevorzugten Werte. Auch E l e f t r o a f t ie n, die anfangs ohne Geschäft lagen, sanden etwas 2ntereffe und bekamen ein festeres Aussehen. Der Geldmarkt lag unverändert flüssig. Monatsgeld 5 bis 7 Prozent. 2m Devisenverkehr stellte sich Paris gegen London auf 170,50. Brüssel war dagegen etwas abgeschwächt mit 175.50 gegen das Pfund. Berliner Provuktenbörze. Berlin. 18. Aug. Rach dem wesentlich ruhigeren Beginn des Produklenverkehrs am heutigen Dormittag gestaltete sich das Geschäft an der Berliner Börse etwas lebhafter. 2m Zeit- Handel war es besonders Weizen, der in sauberer Ware gesucht war und seine Preise bis zu 2,50 Mk. gesteigert, scheint hier offenbar Besorgnis zu erregen, daß die Septemberengage- ments bei dem zur Zeit recht knappem Angebot an 2nlandweizen ihre Zwecke zu erfüllen sein werden und Auslandweizen so gut wir gar nicht gehandelt wird. Roggen hat ruhiges Geschäft. Das Angebot bleibt weiter schwach. Die Forderungen sind teilweise etwas nachgiebiger nur spätere Ware konnte ihren Kurs um l'Mk. verbessern. Gerste ist in guter Brauware nach wie vor gesucht aber knapp. Hafer für sofortige Lieferung etwas mehr offeriert aber ruhiger. Mehl gefragt, sonst aber still. Es notierten pro Tonne ab Station. Weizen (märf.) 268 bis 272, Roggen (märf.) 194 bis 200, Sommergerste 195 bis 205, Hafer (märf.) 180 bis 192, Mais (lofo) 176 bis 182. Raps 325 bis 330; pro Doppelzentner: Weizenmehl 38,50 bis 40, Roggenmeh! 28 bis 29,75 Weizenkleie 10,25 bis 10,50, Roggenkleie 11,10 bis 11,40. Diktoriaerbfen 35 bis 42, kleine Speiseerbsen 27 bis 31, Futtererbsen 30 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. Aug. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer, neuer Ernte) 28.75, Roggen (inländischer) 20.25 bis 20.50, Hafer (inländischer) 19.50 bis 20, Hafer (ausländischer) 20.50 bis 21.75, Mais (gelb) 18.25, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 41.75 bis 42.25, Roggenmehl 31 bis 31.50, Weizenkleie 8.75, Roggenkleie 10.50. Tendenz: Stetig. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der »Radio-Umschau".) Freitag, 20. August. 3,30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4,30 bis 5.45 Uhr: Hausfrauen-Rachmittag. 5,45 bis 6,05 Uhr: Die Lesestunde. 6,15 bis 6,30 Uhr: Stunde der Frankfurter Bereinigung für Heimatkunde. 6.30 bis 7 Uhr: „Besuch bet 2. P. Hebel", Dortrag von Dr. Gerathewohl, München. 7 bis 7,20 Uhr: Zwanzig Minuten Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 7,20 bis 7,30 Uhr: Film-Wochenschau. 7,30 bis 8 Uhr: „Bildtelegraphie", Vortrag von Prof. Dr. A. Korn. 8,15 bis 9,15 Uhr: G'schichten aus Bayern. 9,15 bis 10,15 Uhr: Heiterer Abend. Verantwortlich für den lokalen Teil i. D.: Dr. Hans T h Y r i o t. BimWerKolontaifreimbe Ortsgruppe Gießen veranstaltet am Samstag, den 21. August, abends 8Vs Uhr im MMüllk „MlsilU"e!lM UMleilMM verbunden mit Tanz. 6725V Sonntag, den 22. August, ab 3 Uhr nachmittags großes koloniales Kinderfest mit allerlei Belustigungen für jung und alt. Alle Freunde der kolonialen Bewegung sind zu beiden Veranstaltungen herzlich willkommen. In ganz Deutschland trinken Kenner nur Thams KAFFEE & Garfs* Kaffee. Wir veranstalten am 4.20 Pfund Wir bieten uns. Kunden hierdurch glinst. Gelegenheit, sich von der vorzügl. Qualität uns. Kaffees zu überzeugen. 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