Zrettag, 19. Mürz 1926 176. Jahrgang Ur. 66 Erstes Blatt Annah»« von Anzeigen für die Tagesnummet vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm HSHe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Deranttoortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein; für den An- zeigenteil Hans Iüstel, sämtlich m Gießen. Lrsch eint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Vießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schristleilung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe». postschecttonto: $ranffurt am Main 11686. GietzenerAMger General-Anzeiger für Oberhefsen vn«k imd Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Stetafrniderei B. Lange in Sieben. Schnstlettung und Geschäftsstelle: Schnlftraße 7. Vertrauensvotum für Briand. Eine dramatische Parlamentssitzung. — Der Kamps um den Innenminister Malvy. — Die Kammer mit 361 gegen 164 für das Kabinett Briand. Der locarnifiette Völkerbund. Von unserem W. v. K., ständigen Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) London, 18. März 1926. Das Scheitern der Genfer Bölterbunbstagung läßt die englische Qeffentlichkeit 'trotz der scharfen Kritik, die wir in den Blattern aller Partei, richtung finden, im Grunde recht kühl. 3a, eS läßt sich hie und da ein gewisses Auf atmen der Erleichterung feststellen, denn der englische Außenminister Sir Austen Chamberlain. der Bitter des Hosenbandordens und Dem» nächstiger Ehrenbürger der Stadt London, ist zunächst politisch gereitet. Hätte Brasilien kein Beto eingelegt, dann wäre es ihm gelungen, sagt man, die von ihm vertretene Politik zu gutem Ende zu führen, d. h. den Widerstand Deutschlands gegen Eintritt in den umgewandelten Bölkerbundsrat zu überwinden. Seine Einschätzung Deutschlands war eben richtig. Diplomatische Kreise, wie die Mehrheit der kompetenten Beurteiler der polittschen Lage Cng^ lands waren sich niemals über die außerordentlich peinliche Lage der englischen Regierung im Unklaren. Man hatte Chamberlain.nach seinem Erfolge von Locarno zu einem 'Staatsmann großen Kalibers abgestempelt, ihn mit Ehren überhäuft, obschon Locarno ein Anfang und keine Ende war. Wäre Chamberlain in Genf an dem Widerstand Deutschlands gescheitert, und hätte Chamberlain als Opfer der eigenen Torheit mit einem glatten Mißerfolg nach London zurückkehren müssen, wäre eine Neubesetzung des Postens des Außenministers notwendig geworden. Eine neue Besetzung des Auhenministerpostens wäre aber mit Rücksicht auf die großen Ehrungen, die man Chamberlain hat zuteil werden lassen, wiederum nicht zweckmäßig gewesen, weil die übereilte Anerkennung der Chamberlainschen Derdienste letzten Endes eine unerträgliche Blamage der englischen Regierung für den Fall seiner Entlassung bedeutet hätte. Baldwin ist also zunächst die Sorge um Prestigefragen, soweit sie mit der Person Sir Austen Chamberlains verbunden sind, los. Man wird weitere Nachrichten abwarten müssen, ehe eine endgültige Beurteilung des Gesamtergebnisses von Genf möglich ist. Zur Zeit kennt man erst die Simriffe der Ereignisse, doch ist es sehr wohl möglich, daß das Genfer Fiasko sehr weitgehende Wirkungen aus die künftige Gestaltung der englischen Außenpolitik haben wird. Eines läßt sich schon heute sagen: Chamberlains Slebertölpelung durch Briand, Chamberlains im tiefsten Grunde un- englische Politik hat das Problem einer Beschleunigung der deutsch-englischen Annäherung sehr viel aktueller gemacht. Wenn Chamberlain gehofft hat, durch seine Politik einen neuen englisch-französischen Liebesfrühling Hervorrufen zu können, so war das ein grober Irrtum. Man kann trotz aller Einwendungen, die sich gegen einzelne Phasen der deutschen Politik in Genf erheben lassen, sagen, daß trotz des Fiaskos der Locarno-Politik für Deutschland ein politischer Gewinn erzielt worden ist. Bedauerlich ist es vielleicht, daß es nicht die deutsche Delegation ist, die nunmehr das Verdienst für das Auseinandersliegen der Völkerbundsversammlung in Anspruch nehmen darf. Denn es ist eine verdienstliche Aktion gewesen, Deutschlands Aufnahme unter den gegenwärtigen Umständen zu verhindern. Gerade die englische Oeffentlichkeit hätte den Eintritt Deutschlands inmitten einer mit Feindseligkeit und Niedertracht übersättigten Atmosphäre als eine Katastrophe betrachtet. Die Politik von Locarno verfolgte nach englischer Auffassung das große Ziel der Wiederherstellung sauberer, anständiger Verhältnisse in der europäischen Politik. Einzelheiten waren dabei belanglos. Man wünschte „das Vertrauen" wiederherzustellen, man hoffte auf einen Gesinnungswechsel aller beteiligten Mächte. Selbst gesetzt den Fall, Deutschland wäre heute aufgenommen worden, so wären alle diese Ziele nicht erreicht, alle diese Absichten nicht verwirklicht worden. Aus dem großen Ereignis der feierlichen Ausnahme Deutschlands war schon lange eine Parodie geworden. Daß es Brasilien gewesen ist, das diesen unerfreulichen Abschluß verhinderte, ist, wie gesagt. ebenso unerklärlich wie bedauerlich. Dadurch wird die Diskussionsgrundlage verschoben. Der eigentlich für das Genfer Fiasko Verantwortliche ist und bleibt Sir Austen Chamberlain. Wenn der Ausgang der Genfer Verhandlung auch seine sofortige Demission nicht erforderlich macht, so läßt sich andererseits nicht leugnen, daß sein Rücktritt nur noch eine Frage der Zeit sein kann. Ob er jetzt, ob er im September erfolgen wird, wird sich erst nach Rückkehr der englischen Delegation^ beurteilen lassen. Wir stehen vor dem Beginn eines neuen Abschnittes in der Geschichte der europäischen Politik. In Genf ist der Geist von Locarno begraben worden. Chamberlain wollte ihn seinen eigenen persönlichen Zielen dienstbar machen. Nun ist man in London in peinlichster Verlegenheit. Der locarnifierte Völkerbund ist politisch nicht zu brauchen. Man wird also einen neuen Geist erfinden müssen, als Ersah für den alten. Mit einem Worte: England wird den Versuch machen, sich aus der ganzen Affäre herauszuziehen, um seine Tätigkeit als weltpolitischer Makler erst wieder aufzunehmen, nachdem sich die aufgeregten Gemüter etwas beruhigt haben. Paris', 18.März. ($11.) In der heutigen Sitzung der Kammer, die um 4 Uhr nachmittags begann, stellte Briand der Kammer das neue Kabinett vor. Gleich zu Beginn der Sitzung gab Briand die vom Ministerrat heute vormittag festgelegte Regierungserklärung ab, in der es heißt: Trotz längerer Debatte ist es unmöglich gewesen, zum vorgesehenen Zeitpunkt eine Lösung des Finanzproblems zu finden. Die neue Regierung hat wie die vorausgegangene die unbedingte Pflicht, einen vollständigen und wirklichen Ausgleich des Budgets zu sichern. Schon jetzt verlangen wir von Ihnen eine außerordentlich^ Arbeitsdisziplin, damit vor den Parlamentsferien die nötigen Maßnahmen getroffen werden können, um zu einem normalen Regime und zur budgetären Ordnung zurückzukommen. Wir sind willens, auf sämtliche Maßnahmen zu rechnen, die bereits angenommen oder zugelassen worden sind. Wir wollen rasch zu dem großen nationalen Sanierungswerk gelangen, dem alle Fragen unserer Politik untergeordnet werden müssen. Die Regierung wird mit dem Willen, zu einem wirksamen Abkommen zu gelangen, die zur Regelung der interalliierten Schulden ein« geleiteten Verhandlungen fortsetzen, die unter günstigen Bedingungen sich anlassende Polittk der internationalen Abkommen, der die Kammer mit einer sehr großen Mehrheit uno der Finanzausschuß des Senats bereits zugestimmt haben, wird von der Regierung weitergeführt werden. Die Regierung wird sich bemühen. durch ständige Aufmerksamkeit und Tättg- feit die Gegensätze auszugleichen, und die Empfindlichkeiten der verschiedenen europäischen Völker zu beschwichtigen. Unglücklicherweise ist es nicht möglich gewesen, in der außerordentlichen Sitzung des Völkerbundes den Eintritt Deutschlands durchzusehen. Aber diese Vertagung, für die keinen der Unterzeichner der Abkommen von Locarno die Schuld trifft, hat die Signatare keineswegs veruneinigt, wie sie auch in einem Kommunique bestätigt haben, das den feierlichen Wunsch zum Ausdruck bringt, die Abkommen von Locarno aufrechtzuerhalten und ihren Geist zu fördern. Die Nationen haben noch nicht ihr völliges Gleichgewicht wiedergefunden. Die wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, die Verschiedenheit der Interessen und Neigungen, die sie bekunden, und die man ausgleichen muß. um endgültig den Frieden zu sichern, machen mehr denn je dem Parlament und der Regierung Wachsamkeit. Einigkeit und Entschlossenheit in den Plänen und Stetigkeit im Handels zur Pflicht!" Der Ministerpräsident erklärte sich bereit, die Interpellation über die Zusamenfehung des Kabinetts zur sofortigen Beratung anzunehmen, jedoch morgen erst das Finanzgesetz zur Debatte zu stellen. Dieser Vorschlag wurde angenommen. Der der Demokratisch-Republikanischen Vereinigung angehörende Abg. ^barnegarat) leitete die Begründung seiner Interpellation über die Zusammensetzung des neuen Kabinetts Briand mit Bemerkungen über die Genfer Verhandlungen ein und erklärte nach dem Havasbericht: „Herr Ministerpräsident! Wir haben in der Zeit zwischen Ihrer Abreise und Ihrer Rückkehr eine ungeheure Enttäuschung erlebt. Ihre Rede über die Abkommen von Locarno ist überall öffentlich angeschlagen worden, und wir erwarteten vom Völkerbunde die Bestätigung dieser Abmachungen. Nun aber hat gleich am ersten Tage der Völkerbund rücksichtslos die Zerbrechlichkeit dieser Abkommen hervortreten lassen. Wir zweifeln nicht daran, daß Sie alles getan haben, um den Frieden zu verteidigen. — Als der Abgeordnete erklärte, gleich bei feiner Ankunft in Genf habe Deutschland sein wahres Gesicht gezeigt und die Karte des Prestiges und der Beherrschung ausgespielt, ruft Kammerpräsident H e r r i o t den Abgeordneten zur Sache, der alsdann erklärt, Genf habe die Notwendigkeit hervortreten lassen, eine Politik der Wachsamkeit zu betreiben, die allein e i n Kabinett der nationalen Konzentration durchzuführen in der Lage wäre. Der Abgeordnete ruft lebhaften Widerspruch bei den Sozialisten, den Radikalen und den Mittelparteien hervor, als er erklärt, die Pariser Neuwahlen vom letzten Sonntag hätten bewiesen, daß das Kabinett tot oder mindestens krank sei. Führer des Kartells fei jetzt Marcel C a ch i n. Deshalb seien auch die Radikalen geneigt, in der Pariser Stichwahl die Kom- inunisten zu unterstützen. Unter lärmenden Zurufen des ganzen Hauses erklärt er. mit der Aufnahme M a l v y s, des Verurteilten des Staatsgerichishofes, in das Kabinett habe Briand diesen glorifiziert. Malvys Anwesenheit im Kabinett zwinge die Demokratisch-Republikanische Vereinigung, gegen d i e Regierung zu st i m m e n. Der Äbg. Malvy meldet sich zum Wort, wird aber von Briand daran gehindert, der ihn beschwichtigt und dann s e l b st die Rednertribüne besteigt. Der Ministerpräsident gibt feiner Verwunderung Ausdruck, daß jnan ihm jetzt wegen einer Personalangelegenheit das Vertrauen verweigere. Vor einigen Tagen sei dies nicht der Fall gewesen und trotzdem habe man gegen ihn gestimmt. Die Zusammensetzung seines Ministeriums entspreche nicht der nationalen Konzentration. Derartige Ministerien seien während des Krieges möglich gewesen. Aber das Land fordere Handlungen und werde gegen die Regierung gerichtete Manöver verurteilen. Er habe Malvy in sein Kabinett aufgenommen, weil er früher als Innenminister seine Pflicht getan habe. Der Ministerpräsident wird dauernd von lärmenben Kundgebungen der Opposition unterbrochen und ist schließlich gezwungen, die Rednertribüne zu verlassen. Nachdem Kammerpräsident Herriot sich endlich mit einem Appell an die Abgeordneten Gehör verschafft hat, erklärt Briand, er wolle weiter sprechen, verlange aber, da er durch seine Reise noch stark ermüdet sei, daß man ihn in Ruhe anhöre. Malvy sei das Opfer eines Irrtums gewesen, den man anerkannt habe. Die ungeheure Anklage des Landesverrats könne nach den letzten Enthüllungen nicht mehr aufrechterhalten werden. Briand erinnert bann an die Schwankungen der französischen Währung und an das Verlangen der Regierung, daß schon morgen Quellen für das Schatzamt erschlossen würden. Würden sie nicht bewilligt, bann würbe eine neue Minister- kr is e ausbrechen. Wenn die Kammer bewilligen wolle, bann solle sie es sofort tun, denn die Zeit dränge. Nach ujm wirft der Abg. D a r i 11 e t namens der ehemaligen Frontkämpfer Malvy vor. er trage die Verantwortung für den Tod vieler Väter. Malvy erhebt sich und verwahrt sich dagegen, daß man ihn als Verräter und Mörder hinstellt. Malvy wirb fortgesetzt von der Opposition unterbrochen. Gr erklärt schließlich, zu Briand gewendet, er möge ihn von feinem Posten entbinden, wenn er feinem Ministerium hinderlich sei. Briand erhebt sich und ruft: Ich bin doch kein Feigling! Hierauf ergreift Oberst Fabry das Wort und erklärt, daß der Plan des Angriffes am Chemin des Dames bei einem getöteten französischen Unteroffizier gefunden worden fei. 3n diesem Augenblick bricht Malvy neben Briand bewußtlos zusammen und muh aus dem Sitzungssaal getragen werden. Sofort bemühen sich Aerzte um den Minister. Der Kammerpräsident unterbricht unter größter Erregung die Sitzung. Es kommt zu heftigen Zor- nesausbrüchen auf der Linken. Die Rechte erwidert, so daß man einen Augenblick lang befürchten muß, es würde zu Tätlichkeiten komemn. Saaldiener bilden eine Kette, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Malvy erholt sich wieder. Die Sitzung konnte erst nach halbstündiger Unterbrechung wieder ausgenommen werden. Abg. Oberst Fabry erklärt, er sei davon überzeugt, daß Malvy nicht Verrat geübt habe. Als Mitarbeiter des Marschalls I o f f r e müsse er, Fabry, auch anerkennen, daß dieser Malvy stets als einen Freund und Mitarbeiter angesehen habe. Er, Fabry, persönlich habe aber die Ueberzeugung nicht verlieren können, daß Frankreich damals in der Heimat nicht mit genügender Wachsamkeit verteidigt worden sei. Ministerpräsident Briand erklärt, es sei durch diesen Zwischenfall selbst getrosten worden. Briand erinnert ebenfalls daran, wie damals, als er das Kabinett des Burgfriedens im Kriege bildete, Marschall I o f f r e, der Präsident der Republik und zahlreiche Generalstabsoffiziere sich dafür eingesetzt hätten, daß Malvy, der tragische Zwischenfälle zu vermeiden gewußt habe, Innenminister bleibe. Ich wollte, so rief Briand alsdann aus, die Kammer hätte meine Unterredung mit Malvy gelegentlich der Bildung des neuen Ministeriums gehört. Malvy hat mich davor gewarnt, ihn zum Innenminister zu machen, denn er und die Seinen hätten schrecklich gelitten. Ich habe darauf zu Malvy gesagt: Aber jetzt hat sich doch die Wahrheit Dahn gebrochen und jedermann weiß, daß Sie nicht Verrat geübt haben, sondern das Opfer gehässiger Verleumdungen geworden sind, worauf Malvy erwiderte: Niemals wird man das anerkennen wollen. Malvy hat recht gehabt, so schloß Briand, ich aber habe einen Ekel vor der Politik unter diesen Bedingungen. Hierauf wird die Sc batte geschlossen und die Tagesordnung, für welche die Regierung die Vertrauensfrage einsehte, mit 361 gegen 164 Stimmen angenommen. Diese Tagesordnung hat folgenden Wortlaut: „Die Kammer ist fest entschlossen, eine Politik des Friedens und der internationalen Verständigung, der steuerlichen Gerechtigkeit und der Finanz- sanierung zu unterstützen, und spricht der Regierung ihr Vertrauen aus, bah sie in kürzester Frist die Verabschiedung eines ausgeglichenen Budgets sicher st eilt und die von der Demokratie so ungeduldig erwartete Militärreform sowie die Sozial- versicherungsgesehe verwirklicht werden." Das Ergebnis der Absttmmung wurde auf der Linken mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Die Rechtsparteien hüllten sich in mürrisches Schweigen. Entgegen den Voraussagungen der Presse ist die Zahl der Sttmmenthaltungen weit geringer als angenommen wurde. Offenbar ist das auf den außerordentlich dramatischen Verlauf der Kammersitzung zurückzusühren. Die Sitzung der Kammer wurde auf Montag vertagt, und zwar wird die Kammer die Aussprache über die Finanzvorlage Anfang nächster Woche aufnehmen. Die heutige Kammersitzung hat insofern eine Klärung der parlamentarischen Lage gebracht, als sie die Möglichkeit einer Regierungsmehrheit ergeben hat. Das Einspringen der Sozialisten für Briand kam unerwartet und wurde lediglich durch dis feindliche Haltung der Rechtsopposition hervorgerufen. Es ist indessen zu beachten, daß die vage Ausdrucksweise der Regierungserllärung den Sozialisten es leicht machte, für das Kabinett zu stimmen. Alles in allem hat die Kammer- sihung eine starke Annäherung zwischen Briand und den Sozialisten ergeben. Es besteht der deutliche Eindruck, daß Briand, obwohl ein kleiner Teil des Zentrums zu feiner neuen Mehrheit gehört, nach wie vor entschlossen ist, sich vornehmlich auf die Linksparteien zu stützen. Die Rückkehr der deutsche Delegation. Das Reichskabinett billigt die Politik Stresemanns. Berlin, 18. März. (WTB.) Die deutsche Delegation unter Führung des Reichskanzlers Dr. Luther und des Reichsauhen- Ministers ift heute nachmittag 2.50 Uhr tm Sonderzug auf dem Anhalter Bahnhof eingetroffen. Zu dem Empfang waren u. a. der stellvertretende Reichskanzler Dr. Gehler, der Reichsfinanzmtnister Dr. Reinhold sowie zahlreiche Herren des Auswärtigen Amtes erschienen. Besonders wurde vermerkt die Anwesenheit des französischen Botschafters de M a r g e r i e und des englischen Botschafters Lord d'A bet non. Gegen 3 ilbr begab sich die Delegation durch den Seitenausgang des Bahnhofes in die Autos, nachdem sie vorher noch dem Trommelfeuer der Pressephotographen standgehalten hatte. Als Erster fuhr Reichs- Pressechef Dr. K i e p mit Gemahlin ab. Ihm folgt in einem zweiten Wagen der Reichskanzler und der Reichswehrminister, in einem dritten der Reichsauhen Minister mit Gattin, daraus die anderen Delegationsmitglieder. Der Reichskanzler hat sich noch im Laufe des Nachmittags zum Reichspräsidenten zur Berichterstattung begeben. In einem heute nachmittag unter Vorsitz des Reichskanzlers abgehaltenen Minister- rat wurden die Genfer Verhandlungen durch- beraten, nachdem die beiden delegierten ihre fortlaufenden schriftlichen Berichte durch mündliche Darlegungen ergänzt hatten. Das Reichskabinett billigte einstimmig die Haltung der deutschen Delegation und nahm insbesondere davon Kenntnis, daß durch die in Gens getroffenen Abmachungen die beiderseitige Fortführung der Locarnopalitik gewährleistet ist. lieber die Sitzung des Reichskabinetts weiß die „Vossische Zeitung" noch mitzuteilen, daß die Reichsregierung nach Anhören des Berichtes des Kanzlers und des Reichsaußenministers davon überzeugt sei, daß die anderen Dertrags- mächte von Locarno den dort abgeschloffenen Vertrag als d e facto bestehend und gegenseitig wirksam ansehen, trotzdem der Vertrag erst durch den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund rechtskräftig werden sollte. Aus diesem Grunde und auch weil die in Locarno von Deutschland angebahnte Politik der direkten Verständigung für das Reich eine Lebensfrage fei, könne eine Zurückziehung des Ausnahmegesuches Deutschlands nicht in Frage kommen, da durch einen solchen Schritt die Voraussetzung für den Locarno- vertrag beseitigt würde. — Reichskanzler Dr. Luther und Reichsaußenminister Dr. Stresemann empfingen heute abend nach Abschluß der Kabinettssitzung die deutsche P r e f- s e und gaben in ausführlichen Darlegungen und Auskünften auf gestellte Fragen ein Bild über die Entwicklung der Vorgänge in Genf. Die Ausführungen gipfelten in der Feststellung, daß die Auhen-Politik des Locarno-Paktes weiter verfolgt werde und daß der deutscheStand- punkt durch die Vorgänge'in Genf, an denen die deutsche Delegation keinerlei Mitschuld treffe, unverändert bleiben wird. Wie die Telunion erfährt, wird die Reichsregierung bei der parlamentarischen Erledigung der Genfer Frage ein positives Vertrauensvotum fordern. Die kommunistische Reichstagsfraktion hat bereits folgende Interpellation eingebracht: Ist die Reichsregierung bereit, angesichts des katastrophalen Zusammenbruchs der Völkerbundspolitik in Genf sofort das Eintrittsgesuch Deutschlands in den Völkerbund zurückzuziehen? Ferner hat die gtatftum beschlossein, bei der bevorstehenden, Aussprache über den Außenetat einen M i ß - trauens antrag gegen das gesamte Kabinett ernzubrtngen. Die Studien-Uommisfion. Die letzten Beschlüsse des Bölkerbundsrats Genf, 18. März. (SU.) 3n der Sitzung des Völkerbundrates, die die Einsetzung einer Stubienkommissron zur Prüfung der Rats- fragen zum Gegenstand hatte, schlug der Vorsitzende, Gras Ishii, vor. mit Rücksicht auf die von einer Reihe von Vertreten; in der Versammlung ausgesprochenen Wünsche, eine möglichst große Anzahl von Mitgliedern in die Kommission zu wählen, und auch Vertreter von denjenigen Staaten hinzuzuziehcn, die nicht Mitglieder des Rates seien. Der frühzeitige Termin, der für die Kommission festgesetzt sei, wurde gewählt, um jedem Mitgliedsstaat des Völkerbundes zu ermöglichen, vor der Vollversammlung im September die Frage aufS genaueste zu prüfen und sich ein Urteil darüber zu bilden. Die vom Grafen Ishii vorgelegte Resolution, die vom Rate einstimmig angenommen wurde, besagt u. a.: „Der Rat ist der Anschauung, daß es notwendig ist, die Probleme, die die Zusammensetzung des Rates bestimmten, sowie die Anzahl der Ratsmitglieder und die Art ihrer Wahl einer besonderen Kommission zur sorgfältigen Prüfung zu überweisen. Die Kommission wird die einzelnen Vorschläge, die der Rat oder die Vollversammlung bisher gemacht haben, prüfen. Der Kommission werden außer den 10 Vertretern des Rates folgende Staaten angehören: Deutschland, Argentinien, Chile, Polen und die Schweiz. Die Kommission wird am 10. Mai in Genf zusammentreten und einen Bericht an den Rat ausarbeiten. Falls die Kommission sich außerstande sieht, einen einstimmigen Beschluß zu fassen, wird sie einen Bericht der Mehrheit und der Minderheit fassen. Heber die Frage der Einberufung einer vorbereitenden Kommission für die internationale Abrüstungskonferenz berichtet der tschechische Außenminister Dr. Bene s ch. Er machte den Vorschlag, daß außer Len bereits genannten Mitgliedern der gemischten Kommission vier weitere Mächte ernannt würden, die als Sachverständige in Industrie- und Verkehrsfragen gelten können und dem folgende vier Staaten angehören müßten: Deutschland, die Vereinigten Staaten, Japan und die russische Sowjetrepublik. Im weiteren Verlauf der Ratssitzung wurde die Bereitwilligkeit Amerikas, sich an dem internationalen Gerichtshof zu beteiligen behandelt. Hm eine übereinstimmende Stellungnahme aller Völkerbundsmitglieder zu den amerikanischen Vorbehalten zu erwog- l i ch e n, beschloß der Rat auf Wunsch Chamberlains am 1. September in Genf gemeinsam in einer besonderen Besprechung zwischen einem 'Vertreter der Vereinigten Staaten und Vertretern der Völkerbmidsmitglieder die amerikanischen Vorbedingungen zu diskutieren. Der Rat be- 'chästigte sich darauf mit dem polnisch- litauischen Zwischenfall und nahm die Erklärung des polnischen Vertreters entgegen, daß die polnische Truppen unverzüglich das Gebiet räumen würden, das sie immer noch widerrechtlich beseht haben. Am Vormittag hatte der Rat den Bericht des italienischen Delegierten Dcialvja über das Saargebiet entgegengenommen. Der Bericht begründet die Rotwendigkeit des Vorhandenseins größerer französischer Truppenver- dände an der Grenze des Saargebietes. Entsprechend dem von der Regierungskommission des SaargebieteS im Januar borge- legten Bericht mit dem Hinweise, daß die Orts- Polizei unter normalen Verhältnissen für die Aufrechterhaltung von Rühe und Ordnung aus- reiche. daß sie aber zu schwach sei, um die Re- gierungsLommission in die Lage zu setzen, unter allen Umständen den chr vom Friedensvertraa übertragenen Schuh von Eigentum und L e b e n zu bieten. Der Rat hat sich den Beschluß der Regierungskommission des Saargebietes zu eigen gemacht, aber gleichseitig betont, daß die Zurückziehung der am 31. Mai schon fünf Jahre im Saargebiet vorhandenen beiden französischen RegimentLr nach und nach erfolgen müsse. 'Man nimmt in Kreisen der saarländischen Delegation an, daß die endgültige Räumung des Saargebietes von französischen Truppen bis zum Herbst durchgeführt fern müsse. Die Rückwirkung aus Amerika. Das Urteil des Weißen Hauses über das Fiasko von Genf. Washington, 19. März. (Wolfs. Funkspr.) Der Hauptinhalt des Berichtes des amerikanischen Botschafters in London, houghlon, für den Präsidenten Loolidge und den Staatssekretär Kellogg über die Lage in Europa mit besonderer Berücksichtigung der Ereignisse und Tendenzen, die zu der Vertagung der Volkerbundsver- sammlung führten, ist der amerikanischen presse jetzt befanntgegeben worden. Die amerikanische Regierung und das amerikanische Volk seien bestürzt über das entworfene Bild, houghton erkläre, die europäischen Staatsmänner hätten nichts vom Kriege gelernt. Der Völkerbund, weit davon entfernt, ein wirklich internationales Werkzeug für die Organisation des Friedens zu werden, fei auf dem Wege zu einer Wiederbelebung der Alliance vom Jahre 1815, ohne die Hoffnung auf Gewährleistung einer wirklich währenden Ruhe In Europa zu bieten. Augenblicklich fei Frankreich der Führer, dem gewisse Trabantenstaaten Vorschub leisten, während die britische Regierung widerstrebend mitgejogen werde, weil das Zusammenwirken mit Frankreich im nahen Offen und anderswo wünschenswert sei. Die Mächte des europ. Kontinents wünschten nicht, wirklich abzu- rüffen und wollten gar keine amerikanische Beteiligung in ihren Räten. Es handle sich nur um eine Geste, wenn die Rationen Europas diesen Wunsch betonten. Die Alliierten beabsichtigten, dem berechtigten verlangen Deutschlands nach A b r tfft u n g der Alliierten den w l n d a u s d e i>. Segeln zu nehmen. Es sei daher mehr als fraglich, ob die alliierten Mächte im September bereit fein würden, die Enfwaffnungsfrage anzu- fchneiden. Hessischer Landtag. D a r m st a d t, 18. März. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.45 Ahr. Die Beratungen des Staatsvoranschlags für 1926 werden bei Kapitel 5, das von den Wölfersheimer Werken handelt, wieder aufgenommen. Abg. Kindt (Dtschntl.) äußert kritische Bedenken gegen die gestrigen Ausführungen des Regierungsvertreters, es sei fraglich, ob die Verschwelung der Kohle so günstige Erfolge zeitigen werde. Der Redner empfiehlt seinen Antrag, den Erneuerungsstock um 176 390 Mk. zu kürzen und diesen Betrag zur Ablieferung an die Hauplkasse einzusehen. Der Redner empfiehlt weitere Ausnutzung des Wasserkraftwerkes Lißberg und weitere Anlagen von Wasserkraftwerken in Oberhessen zur Ausnutzung der „weißen Kohle". Abg. R e ch t h i e n (Soz.) verlangt, daß alles getan wird, um den elektrischen Strom zu verbilligen: würden die Preise nicht herabgesetzt, so wäre wohl Strom im Aeberfluß da, aber die Abnehmer fehlen. Oberhessen sei durch die hohen Strompreise allein von den hessischen Provinzen damit belastet, hohe Beträge an die Staatskasse abzuliefern. Der Redner fragt bei der Regierung an. warum sie nicht Verträge mit anderen hessischen Clektrizitätsunternehmun- gen abgeschlossen hat, und wendet sich gegen die gestrigen Ausführungen des Abg. Dr. Rie- poth, der eine ablehnende Haltung zu dem Konsumverein des Wölfersheimer Werkes eingenommen hatte. Abg. Heinstadt (Ztr.) meint, die Aussichten für die Wölfersheimer Werke wären nicht so ungünstig. Mehr als im Etat vorgesehen sei, könne mcht herausgeholt werden. Abg. H a u r y (Dtsch. Vp.) bemerkt, Abg. Dr. Riepoth habe nicht den Konsumverein an sich verurteilt, sondern die Art, wie die Regierung den Konsumverein unterstützt. Die Preislisten zeigten, daß die Geschäftsleute in Friedberg keine zu hohen Preise forderten. Die Regierung schädige durch den Konsumverein die Steuerzahler. Ministerialrat W i n d i s ch erwidert auf verschiedene Ausführungen der Vorredner gestern und heute u. a„ die hessische Regierung habe durch Aebernahme eines Aktienpaktes des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerkes keine Pflichten übernommen. Der Regierungsvertreter kündigt über alle diese Fragen das Erscheinen einer Regierungsdenkschrift an. Zwischen der Provinz und dem hessischen Staate soll eine wirtschaftliche Ehe geschlossen werden, aber es sei noch keine Zuneigung vorhanden: die Provinz sei zwar wohlwollend, aber sie stehe auch abwartend da. Die Regierung müsse prüfen, ob die Zeit schon reif dazu sei, einen Vertrag zwischen Staat und Provinz abzuschließen. Die Verhältnisse in Wölfersheim wären gegenwärtig katastrophal, darum wäre es unmöglich, dem Anträge des Abg. Kindt zu entsprechen. Wenn man einem staatlichen Betriebe die finanzielle Rückendeckung nehme, so drohe bei einem Rückschlag der Zusammenbruch. In den Wölfersheimer Werken sei jetzt eine neue Buchführung eingeführt, ein Mittelding zwischen kameralistischer und kaufmännischer Buchführung. Der Redner meint, das Lihberger Werk wäre zwar rentabel, aber es wirke doch volkswirtschaftlich insofern schädlich, als die Förderung der Kohle in Wölfersheim dadurch verhindert werde. Das Lißberger Werk sei für sich allein gar nicht lebensfähig, weil es in Zeiten der Trockenheit den Strom aus Wölfersheim beziehen müsse. Weiter erörtert der Redner eine Reihe von Einzelheiten über die finanzielle Auswirkung des Vertrages mit dem Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk. Abg. Dr. Werner (Dntl.) bemängelt die Thesaurierungspolitik der Regierung: er hält das Verhältnis zwischen Staat und Provinz Oberhessen auf die Dauer für unerträglich. Auch dieser Redner spricht über die finanzielle Seite des Vertrages mit dem Rhein.-Wests. Elektrizitätswerk. Dadurch sei eigentlich das Schicksal des Wölfersheimer Werkes besiegelt: der Vertrag mit den Mainkraftwerken könne doch nicht aufrecht erhalten werden. Am besten wäre es, das Wölfersheimer Kraftwerk st i 11 z u l e g e n. Abg. Kindt (Dntl.) fordert bei Erklärungen über das Lißberger Werk, die baldige Regulierung der Ridda und die Anlage weiterer Wasserkraftwerke. Abg. Kindt änderte dann seinen Antrag in Bezug auf die Zahlen ab. Die Beratung des Kap. 5 wird hierauf geschlossen. Die Abstimmung soll "später vorge- nommen werden. Die Verhandlungen werden bei Kapitel 6 (Salzwerk, Badeanstalt und Ties- bauamt Bad-Nauheim) fortgesetzt. Von den zu diesem Kapitel vorliegenden Anträgen ist der des sozialdemokratischen Abgeordneten Widmann vom Finanzausschuß angenommen worden. Dieser lautet: Die Ablieferung an die Haupt st aatskasse zu Titel 8 Ziffer 2 von 200 000 Mk. zu erhöhen. Um den Mehrbetrag von 200 000 Mk. sind die Titel 4 bis 8 entsprechend zu kürzen. Ministerialrat W i n d i s ch gibt die Erklärung ab, daß die Regierung dem Ausschußantrag zustimmt. Die Abgeordneten Roth (Komm.), Schaub (Soz.), Heräus (Dtschntl.), Lux (Soz.) und Galm (Komm.) äußern Sonder- wünsche. Ministerialrat W i n d i s ch erwidert u, a., daß aus Sparsamkeitsgründen der Theatervertrag mit Gießen für das Jahr 1926 nicht mehr erneuert wurde, sondern, um die Lebensfähigkeit des Gießener Theaters zu erhalten, ein Abkommen vorgeschlagen wurde, wonach das Gießener Stadttheater in B a d - Rauheim spielen kann, aber die Bade- und Kurverwaltung eine finanzielle Mitverantwortung ab 1 ehnt. Rach einer Pause erklärt Abg. Birnbaum (Dtsch. Vp.), es sei ihr gesagt worden, durch die höheren Abführungen aus Bad-Rauheim müßten die Bäderpreise erhöht werden. Es sei unmöglich, daß die Preise noch hinaufgesetzt werden konnten: schon der Preis von 4 Mk. für ein Bad wäre zu hoch. Zu bedenken sei auch, daß für den minderbemittelten Mittelstand es sehr schwer sei, Rachweise für die Bedürftigkeit und die Rotwendigkeit von Bädern zu erlangen. Bad-Rauheim habe ein gut geschultes Personal und Angestellte, die über 20 Jahre dort wären, aber feine Möglichkeit hätten, höher eingestuft zu werden. Es möchte doch die Möglichkeit geboten werden, daß diese Angestellten höher im Dehalt eingestuft werden, damit sie in Bad- Rauheim bleiben. Ministerialrat W i n d i s ch bemerkt dazu, daß die Mehrentnahme aus dem Etat von Dad- Rauheim nur eine Verrechnung sei und keine Rückwirkung auf die Bäderpreise habe. An Hand von Zahlen legt der Redner dar, daß die Däderpreise unter den Badeorten, die mit Rauheim konkurrieren könnten, am billigsten seien. Die Abstimmung über dieses Kapitel wird zu- rüdaefteUt, ebenso die über Kap. 6a (Bad Salzhausen). Kap. 7 (Landestheater) wird zurückgestellt. Unter Zurückstellung einiger weiterer Kapitel werden sie bis zu Kap. 20 (S taatsoerlagsfonbs) angenommen. Zu diesem Kapitel liegt ein Antrag H e i n ft a b t und Blank vor, die „Darmstädter Zeitung" zum Amtsblatt aller Provinzen und aller Kreise zu machen. Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) beantragt, die „Darmstädter Zeitung" eingehen zu lassen, da es genug Blätter in Hessen gäbe, die deren Aufgabe erfüllten. Abg. Dr. Niepoth (D. Vp.) wendet sich gegen den Antrag Heinstadt-Blank, weil dadurch doppelte Kosten für amtliche Bekanntmachungen entstehen, da diese jetzt noch in der „Darmstädter Zeitung" erscheinen müßten. Abg. Kindt (Dntl.) hält es für unmoralisch, außer den Zwangsabonnenten, die die „Darmstädter Zeitung" lesen müßten, auch noch Inserenten zu zwingen, in der „Darmstädter Zeitung" Anzeigen erscheinen zu lassey. Abg. Hoffmann (Ztr.) spricht für einen von ihm gestellten Antrag, der eine erneute Prüfung der ganzen Angelegenheit, insbesondere der Amtsverkündigungen, will. Abg. Dr. Leuchtaens (Bbd.) tritt für die Herausgabe besonderer Amtsblätter in den einzelnen hessischen Kreisen ein. In der weiteren Debatte erklärt Staatspräsident Ulrich, die einheitliche Regelung des Bekanntmachungswesens wäre noch teurer als die „Darmstädter Zeitung". Die Regierung müsse ein Organ haben, um ihre Meinung bei Gelegenheit öffentlich mitteilen zu können. Das Amtsblätterwesen in Hessen sei geradezu ein Skandal, weil die Amtsblätter (Kreisblätter) vielfach die Regierung herunterreihen. Der Staatspräsident erklärt, einen Antrag, der die Angelegenheit prüfen will, unterstützen zu wollen. Das Bekanntmachungswefen, wie es in Bingen und Gießen geregelt fei, habe sich nicht überall bewährt. Die Abstimmung über Kap. 20 soll, wie der Präsident mitteilt, morgen erfolgen. Nächste Sitzung Freitag 9 Uhr. Das vorläufige Ergebnis des Volksbegehrens. Berlin. 18. März. (TTl.) Bis 3 Llhr nachmittags konnten in 100 Städten und Bezirken 6 987 566 Eintragungen in die Listen für das Volksbegehren gezählt werden. Wie die „Tägl. Rundschau" mitteilt, glauben unterrichtete Kreise, daß man mit einem Gesamtergebnis von etwa 8 Millionen Stimmen rechnen könne. In der Stadt Berlin sind 1584 082 Llnterschriften abgegeben worden. Es haben sich also 53,4 Prozent aller Stimmberechtigten vom 26. April 1925 (2. Wahlgang der Reichspräsidentenwahl) eingetragen und 119,6 Prozent der -Zahl der Stimmen, die auf die Sozialdemokraten, die Unabhängigen Sozialdemokraten und die Kommunisten bei der letzten Reichstagswahl entfallen find. An weiteren Einzelergebnissen sind zu nennen Altona 66019, Braunschweig 40 679, Lüneburg 6576, Kassel 43626, Stettin 76 142, Düsseldorf 101 447, Dresden (zika) 200 000, Aachen 26 081, Wiesbaden 18532, Rostock 16 563, Beuthen (Zirka) 25 000, Stuttgart 96 976, 'Freiburg i. Br. 27 961, Mannheim (zirka) 91000, Nürnberg 97 364, Fürth 20 655, Regensburg 8300, Köln a. Rh. (zirka) 156 000, Solingen 59191, Mülheim (Ruhr) 18 885, Bochum 24329, Recklinghausen 7904, Detmold 2113, Lübeck-Stadt 36 557, Lübeck-Land (zirka) 4000, Stuttgart 96 900, Augsburg 30 494, Bremen 75 987, Barmen 59 287, Elberfeld 44 449, Bielefeld 25 423 Deutscher Reichstag. Berlin, 18. März. Rachdem zu Beginn der Sitzung die Vorlage über die Einsetzung eines Wirtschaftsenqueteausschusses dem Wirtschaftsausschuß überwiesen worden war, wurde die Cinzelberatung des Etats des Innen- Ministeriums beim Abschnitt „Gesund-- liche Fragen" fortgesetzt. Im Verlauf der Debatte kam wiederholt zum Ausdruck, daß die zur Förderung der Volksgesundheit ausgeworfenen Reichsmittel viel zu gering seien. Rach Schluß der Aussprache folgten die zurückgestelllen Abstimmungen zum Haushalt des Reichsministeriums des Innern, wobei der deutsch- nationale Mißtrauensantrag gegen den A e i ch s i n n e n m i n t ft c r D r. K ü l z mit 252 gegen 97 Stimmen bei 41 Stimmenthaltungen abgelehnt wurde. Ebenso wurde der Antrag Schultz-Bromberg ab gelehnt, der den Antrag Dr. Scholz (D. Dpt.) über Heraufsetzung des Wahlalters und Aenderung der Reichsfarben dem Rechtsausschuß überweisen wollte. Dagegen wurde ein Antrag auf Reuregelung des Reichsschulgesetzes angenommen. Der Haushalt des Reichsinnenmini- fteriumS wurde im übrigen ohne wesentliche Aen- beruugen gebilligt. Ohne Aussprache fand dann der Antrag der Regierungsparteien auf Aussetzung der Verkündung des vom Reichstag beschlossenen Gesetzes zur Vereinfachung des Militärstrafrechts (Duellgesetz) Annahme, worauf das Haus sich vertagte. Der MateoM-Prozeh. Chieti. 18. März. (WB) Der Sichrrhetts- kommissar am Hauptbahnhos Iantaffi sagte aus, die Verhaftung des Angellagten Duminis sei auf Befehl des Generaldirektors der Sicherheitspolizei, General Debono, erfolgt, das Gepäck des Verhafteten sei in seiner — des Zeugen — Anwesenheit im Palast des Ministeriums des Innern geöffnet worden. — Ein Karabinieri- Anteroffizier erklärte, er habe bemerkt, wie Du- mini, von zwei Personen begleitet, in einem Automobil vor dem Ministerimn des 3intern ankam. Der Kabrnettsches des Quästors von Rom sagte aus, er habe am 28. Juni vier Gesuche um Waffenscheine von Dumini erhalten. Er habe nach dem Verschwinden Mateottis seinem Vorgesetzten davon Mitteilung gemacht. Die Aussage des Polizeikommissars Pennetta ging davon aus, daß die Tätigkeit Mateottis vor, während und nach dem Kriege unheilvoll und zersetzt und gewesen sei. Unsere luftpolitischen Aussichten. Von Hauptmann a.D. Schreiber, Berlin. Die luftpolitischen Verhandlungen in Paris scheinen sich dem Ende zu nähern. Gerüchte besagen, daß man den Weg gefunden haben will, die Geaen- sätze zu überbrücken, und daß man nur noch über geringe Einzelheiten der Schriftsätze verhandle. Es fragt sich nur, um was für Einzelheiten es sich hier handelt; denn wir haben auf Grund unserer bisherigen Erfahrungen alle Ursache, höchst mißtrauisch zu sein. Nicht umsonst hat man sich gegenseitig Schweigepflicht auferlegt, nicht umsonst wurde so das deutsche Volk üoer den wahren Stand der Verhandlungen im Dunkeln gehalten. Die spärlichen Nachrichten, die in der Presse standen, tauchten unter in dem Kampf um die Ratssitze im Völker - bund: fast hat man schon vergessen, daß es in Paris darauf ankommt, Deutschland die Freiheit zur Luft wiederzugeben. Die deutsche Delegation hat es sicher nicht leicht; denn zwei Verhandlungen laufen nebeneinander. Das eine ist die allgemeine Luftfahrtve-rhLndlung vor der Botschafterkonferenz, und sie ist die grundlegende; hier soll erzielt werden, daß nun, endlich die hemmenden „Begriffsbestimmungen" und die '-Befilmungen über die neutrale Zone fallen und zu der Rechtsgrundlage des Versailler Vertrages zurückgekehtt wird. Die andere beschäftigt sich mit der Regelung des deutsch- französischen Luftverkehrs, die paritätisch das Ueberfltegen von Gebieten deutscher Länder ermöglicht. So äußerlich verschieden die Ziele der beiden Verhandlungen sind, so innerlich hängen sie miteinander zusammen. Der Ton, den die Pariser Blatter schon in der letzten Zeit anschlagen, muß uns auf- horchen lassen; die Verhandlungen mit der Bot- schafterkonserenz werden hier als ganx zweitrangig behandelt, und der bevorstehende Abschluß eines deutsch-französischen Luftabkommens in den Vordergrund geschoben. Daß dieses aber auf der vollen Beseitigung der Begriffsbestimmungen und allen über den Versailler Vertrag hinausgehenden Bindungen zu fußen hat, wird nicht erwähnt. Ein durchsichtiges Manöver! An der französischen Ostgrenze häufen sich die Lufthäfen an; im Osten Deutschlands liegen die französischen Verbündeten: Polen und die Tschechoslowakei; dorthin sucht sich die Luftmachtpolitik Frankreichs freie Bahn. Man rechnet immer wieder mit der Nachgiebigkeit Deutschlands und fordert in der dortigen Presse weitere Beschränkungen, um einen Druck auf uns auszuüben. Man betont immer wieder, wie notwendig Sicherungen vor einer deutschen ßuftrüftung seien; in Wirklichkeit aber hat dies Frankreich, das über eine Kriegsluftflotte von über 3500 Flugzeugen verfügt und in der Lage ist, monatlich 10000 Flugzeuge herzustellen, vor ein paar deutschen Apparaten, die etwa als Militärflugzeuge benutzt werden könnten, keine Angst. Der Ruf „Le danger allemand“, der so oft in den Partei r Zeitungen ertönt, ist für sie weniger ernst zu nehmen, als für uns: „Die französische Gefahr!" Jedenfalls haben wir keinen Anlaß, mit friedlicher, versöhnlicher Stimmung zu rechnen, wenn Leute wie Andrs Michelin, der Vizepräsident eines Propagandakomitees für Luftfahrt, offen in seiner Fachzeitschrift von einem großzügigen Einkreisungs- plane sprechen und uns bei Nichterfüllung Gas- und Bombenfliegerüberfälle androhen kann. Mögen die Verhandlungen in Paris noch so günstig stehen, so sei dennoch die deutsche Oefsentlichkeit mit aller Energie darauf aufmerksam gemacht, daß von der Abfassung der Verträge die ganze luftpolitische Entwicklung Deutschlands und das Aufblühen feiner jungen Luft-Hansa abhängig ist. Die luftgeographische Lage unseres Vaterlandes gibt uns Trümpfe in die Hand; der gesamte transkontinentale Luftverkehr führt vom Westen über unser Gebiet nach Osten und Südosten; der beste Weg von ßonbon nach Indien führt über Deutschland die Donau entlang. Aus diesem Grunde kann der europäische Luftverkehr gar nicht gegen uns oder über uns hinweg, sondern nur mit uns in friedlicher Zusammenarbeit aufgebaut werden. Machen wir also Zugeständnisse von Wert, bevor wir auf der Basis des Vertrages von Versailles stehen, so würden wir eine schlechtere Lage erzielen als zuvor. Erst wenn dieser Standpunkt einwandfrei erreicht ist, kann über das gegenseitig zuzuerkennende Eins lug recht verhandelt werden. Aber auch hier kommt es auf eine vorsichtige Verhandlungsführung an; denn es geht nicht nur um ein privates Handelsabkommen, sondern um eine politische Angelegenheit von größter Bedeutung. Immer vorausgesetzt, daß die Rechtsarundsätze des Versailler Vertrages vorbehaltlos anerkannt find, dann hat der Kurs der deutschen Luftpolitik dahin zu steuern, daß keinem Fremdstaate eine lleberquerung, sondern höchstens ein Einflugrecht nach Deutschland zugebilligt werden kann; das gilt auch für das besetzte Gebiet, in dem Deutschland, außer über die Militärflugzeuge der interalliierten Armee, „Lusthoheitsrechte^ hat. Es kommt hier auf das Handeln für die Zukunft an, daher hat die Wahl der E i n f l u g h ä f e n mit größter Vorsicht zu erfolgen; kurzsichtige Fehlgriffe können für die Fortführung der deutschen Luftpolitik von größtem Nachteil werden. Jede Durchkreuzung unserer Luftstrecken muß vermieden werden, um allen Einkreisungsmanövern von vornherein begegnen zu können: daher müssen wir uns genügend Vorbehalte schaffen: berücksichtigen, daß die Verträge auf lange Sicht abgeschlossen werden und nicht vergessen, daß man versucht, sich vom Westen Europas über uns hinweg zum Osten auf dem Luftwege die Hände zu reichen. Erinnert sei daran, daß Frankreich nicht nur mit Rumänien und der Tschechoslowakei Luftabkommen getroffen hat, sondern letztere auch, um die Kette zu vervollständigen, zur Zeit im Begriffe ist, sich luftpolitisch mit Jugoslawien wiederum zu einigen. Die Luftfahrtoerhandlungen in Paris entscheiden über Deutschlands Freiheit zur Luft, und noch mehr, ihre Ergebnisse werden für die ganze politische Entwicklung des Reiches sich irgendwie zum Guten ober Schlechten auswirken. Werden die Begriffsbestimmungen und alle weiteren Beschränkungen über den Versailler Vertrag fallen gelassen, so steht der deutschen Handelsluftflotte der Weg zu freier Entfaltung offen, und es besteht für sie die Ansicht' sich zu einem Faktor von größter wirtschaftlicher Bedeutung zu entwickeln, dessen Auswirkungen sich bis tief in alle Schichten von Handel und Industrie bemerkbar machen werden. Alle Kreise sind daran interessiert: hier geht es nicht um Parteigeschäfte, Das Ausblühen unserer friedlichen Luftfahrt wird dazu beitragen, für unzählige Menschen Erwerbsquellen, Arbeit und Brot schaffen $u können und so den Volkswohlstand zu yeven. Endlich würden mir einen Schritt vorwärts kom men. In letzter Stunde möge es sich daher ein jeder klarmachen, welch für Deutschland bedeutsamen Dinge in Paris vorgehen. Die deutsche Regierung aber braucht, um unbeugsam die für uns unbedingt notwendigen Forderungen durchzusetzen, den einheitlichen Willen des ganzen Volkes hinter sich: denn sind einmal die Verträge im großen Umriß fertig, enthalten sie Verklausulierungen, die sich vor den Fortschritt der deutschen Luftfahrt stellen, so ist es schwer, sich den auf Schleichwegen moderner Geheimdiplomatie gezogenen Netzen zu entziehen. Es ist an der Zeit, daß die Karten aufgedeckt werden! Der Lanöraub in Polen. Die polnische „Agrarreform" in den ehemals deutschen Provinzen. Danzig, 18. MärH. (Sil.) Der offiziöse ..Monitor Polski" veröffentlicht die Land» kontingente, die jetzt nach dem polnischen Agrarreformgeseh zur Aufteilung kommen sollen. Danach ist beabsichtigt, im gesamten polnischen Claai-gebiet 80 000 Hektar Grundstücke und 120 000 Hektar private Grundstücke a u f z u t e i » len. darunter fallen int ehemaligen West- pceußen 8000 Hektar Staatsgrundstücke und 8000 Hektar Privatgrundstücke. Zur Aufteilung kommen in Posen 8000 bzw. 8300 Hektar und im Bezirk Kattowitz 600 Hektar Privatgrund- stücke. Der int „Monitor Polski" als Grund dec Landaufteilung angegebene LandhtBtger trifft auf die ehemaligen preußischen Gebiete in keiner Weise zu. Die erste Aufteilungsliste enthält unter den nach der Agrarreform in Westpolen zur Aufteilung gelangenden 92 Prozent deutsche E r u n d st ü ck e. Die Gründe für diese Aufteilung lassen sich weder w irtschaftlichnoch moralisch rechtfertigen und stehen überdies mit den eindeutigen Bestimmungen der polnischen Verfassung und des Minderheitenschuhvertrages int offenen Widerspruch. Kleine politische Nachrichten. Der hessische Staatspräsident Ulrich hatte am Mittwoch einen Parlamentarischen Abend in den Empfangsrämuen des Staatsministeriums veranstaltet, zu dem Einladungen ergangen waren an das Ministerium, an die Spitzen der Behörden sowie an Vertreter der Wirtschaft, Wissenschaft und Presse. Außer einer kurzen Begrüßungsansprache des Staatspräsidenten wurden keine weiteren Reden gehalten. Der österreichische Bundespräsident Dr. Haintsch wird sich zur Eröffnung der Zugspihbahn im April nach München begeben. Bei diesem Anlaß wird er sich mit Reichspräsident von Hindenburg zu einer freundschaftlichen Begegnung treffen. • Die in London tagende Arbeitszeitkon- f e r e n z wurde Freitag früh 2.30 Uhr beendet. Das erzielte Uebereinkommen wurde von Deutschland (durch den Reichsarbeitsminister Dr. Brauns), Großbritannien, Belgien, Frankreich und Italien n n t e r z e i ch n e t. * Zur Feier der fünfzigsten Wiederkehr des Sodestages Ferdinand Freiligraths legte dir Reichsregierung am Grabe des Dichters einen Kranz mit den Farben des Reiches nieder. Der Reichspräsident und die preußische Staatsregierung gewährten dem über 70 Jahre alten einigen Sohn des Dichters eine monatliche Rente von 50 Mark. Der Preußische Landtag beschäftigte sich mit der zweiten Beratung der Hauszins- ftcuer. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff hob hervor, daß durch das Reich die Hauszlnssteusr zu einem wesentlichen Bestandteil des Flnanzaus- gleichs gemacht worden sei. Die Erhöhung dieser Steuer komme in Preußen zum größten Teil der Neubautätigkeit und der Wohlfahrtsoflege zugute. Die Staatsregierung fei bereit, im Rahmen des vom Reich gelassenen Spielraums das Gewerbe zu schonen. Eine wirkliche Handlunasfreiheit sei den Ländern aber nur bei der Landwirtschaft gelassen. Die Abstimmungen über den vorliegenden Gesetzentwurf sollen am Freitag erfolgen. 0 Rach Wiener Meldungen wurde infolge des Einspruchs der Familie Cesare 'Battistis von der Errichtung eines Dattisti-Denk- mals in Bozen abgesehen. Dafür soll ein Gedenk st ein für Groß-Italien in diesem Sommer zur Enthüllung kommen. Das neue tschechische Kabinett ist gebildet worden. In ihm übernehmen u. a. der Chef der politischen Sonderverwaltung Mährens Iohann Cerny Präsidium und Inneres und Dr. Denesch Aeuheres. Aus aller Welt. Riesenbrand im Hafen von Livorno. Am Donnerstagmorgen ist im Hafen von Livorno ein Riesenbrand ausgebrochen. Rach der Löschung des Benzindampsers „Fedelta" war eine große Menge Benzin bei den Löscharbeiten in das Meer ausgelaufen und zufällig in Brand geraten. Im Augenblick stand der ganze Wasserspiegel des Hinterhafens Man- draccio in Flammen, wo zahlreiche Warenschiffe und Segler in Erwartung der Löschung verankert waren. Die Gefahr war um so größer, als neben dem brennenden Schiff das Petro» l e u m s ch i f f .,S p l e n d o r" lag. Der große Segler „Fratelli Abbsto" geriet sofort in Brand. Die Mannschaft konnte sich mit knapper Rot retten. Das Feuer griff auf eine Reihe Güterwagen voller Waren über sowie auf eine mit Hanf gefüllte große Barke und aus viele Leichter. Zahlreiche Schiffe haben erheblichen Schaden erlitten. ThPhuSepidemie in Südhannover. In Duderstadt bei Göttingen (Südhannover) ist eine Typhusepidemie ausgebrochen. Insgesamt sind bis jetzt 20 Typhusfalle zu verzeichnen, von denen drei tödlich verlaufen sind. Die Ursache soll in mangelhaften Wasserverhältnissen liegen. Die Stadt, die in zwei Iahren ihr tausendjähriges Bestehen feiert, ist bis jetzt immer noch ohne Wasserleitung und Kanalisation. Dtavtlicherseits sind jetzt entsprechende Schritte unternommen worden. Zusammenbruch eines Hungerkünstlers. Der Hungerkünstler Sacco, der in Bonn mit SOtägigem Hungern einen Weltrekord aufstellen wollte, hat am 38. Sage seine Hungerkur abbrechen müssen, da er z usa mmengeb r o ch en war. Man hatte drei Sage vorher einen anderen Mann, der gleichfalls hungern wollte, zu ihm in den Glaskasten gesperrt, dieser brach aber, da er das Hungern nicht gewöhnt war, zusammen und dadurch wurde auch Saeco aus seinem Gleichgewicht gebracht. Er muhte ins Krankenhaus gebracht werden. Aus der Provinzialhauptftadt. Gießen, den 19. März 1926. Das Volksbegehren. Oberhessen. Kreis Gießen (5 ®eniehißcn fehlen noch): Wahlberechtigt 64 026. Eingeschrieben 17 317 Personen. (Bei der Reichspräsidentenwahl am 29. März v. Is.: Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen 15 835 Stimmen). Kreis Friedberg (17 Orte fehlen noch): Wahlberechtigt rund 50 000. Eingeschrieben 17 952 Personen. (Bei der Reichspräsidentenwahl am 29. März v. Is.: Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen 18100 Stimmen.) Kreis Büdingen (8 Orte fehlnen noch): Wahlberechtigt 27 500. Eingeschrieben 5573 Personen. (Bei der Reichspräsidentenwahl am 29. März vorigen Jahres: Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen 5858 Stimen.) Kreis Schotten: Wahlberechtigt 17000. Eingeschrieben 2285 Personen. (Bei der Reichs- Präsidentenwahl am 29. März v. Is.: Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen 2333 Stimmen.) Kreis Alsfeld: Wahlberechtigt 23949. Eingeschrieben 2392 Personen. (Bei der Reichspräsidentenwahl am 29. März v. I.: Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen 3096 Stimen.) Kreis Lauterbach (ein Ort fehlt noch): Wahlberechtigt 18 940. Eingeschrieben 1979 Personen. (Bei der Reichspräsidentenwahl am 29. März vorigen Jahres: Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen 2915 Stimmen.) Einzelergebnisse. In die Einzeichnungslisten für das Volksbegehren haben sich, wie wir in einem Teil unfern gestrigen Ausgabe schon mitteilen konnten, In den oberhessischen Städten eingeschrieben: In Grünberg 197, Alsfeld 563, Lauterbach 687, Lich 388, Laubach 143, Hungen 124, Ridda 262, Schotten 336, Gedern 330, Ortenberg 218, Büdingen 597, Butzbach 1037, Bad-Rauheim 1702, Friedberg 1993, Vilbel 2699 Personen. In Gießen wurden, wie schon berichtet, 4834 Einschreibungen gezählt. Wahlberechtigt 21 454 Personen, mithin beläuft sich die Beteiligung am Volksbegehren in Gießen auf 22,5 Prozent. L Wieseck, 18. März. Don 2200 Wahlberechtigten trugen sich hier 1756, das sind 80 Proz. aller Wähler, in die Listen für das Volksbegehren ein. Don oberhessischen Orten werden weiter folgende Ergebnisse gemeldet: Ober-Mör- len 1480 (67 Prozent), Rieder-Mörlen 399, Heldenbergen 635 (60 Prozent), Dortelweil 289. Die Rachbarschaft Oberhessens. Ferner sind aus dem übrigen Hessen zu registrieren: Darmstadt 17 500 (Reichstagswahl 16 026), Mainz 30 879 (wahlberechtigt 74 500), Offenbach 29 592' (wahlberechtigt etwa 52 000), Stadt Groß-Gerau 1557 (wahlberechtigt rund 3600), Arheilgen 3019 (68 Prozent), Griesheim bei Darmstadt 3118 (69 Prozent), Eberstadt 2584 (57 Prozent), Pfungstadt 2941 (66 Prozent), Mörfelden 2190 (80 Prozent), Kelsterbach 2408 (85 Prozent), Rüsselsheim 2730 (54 Prozent), Langen 3753 (73 Prozent), Bischofsheim 1400 (42 Prozent), Gernsheim 977 (32 Prozent), Walldorf 1331 (64 Prozent), Raunheim 1036 (75 Prozent), Büttelborn 625 (52 Prozent). Ginsheim 992 (60 Prozent), Gustavsburg 539 (36 Prozent), Biedesheim 492 (33 Prozent). In Hanau haben sich 11 033 =■ 42 Prozent der Wahlberechtigten eingeschrieben. 5 Groß-Rechtenbach, 18. März. In den Orten der B ü r g e r m e t ft e r e i Groß - Rechte n b a ch zeichneten sich für das Dolksbegeh ren ein in Dornholzhausen 3, in Ebersgöns 6, in Groß-Rechtenbach 24, Hochelheim 62, Hörnsheim 23, Klein-Rechtenbach 12, Lützellinden 75, Münchholzhausen 138, Oberkleen 8, Reiskirchen 47, Volpertshausen 10, Weidenhausen 4, insgesamt 412 Personen. In Niederkleen und Vollnkirchen fanden keine Eintragungen statt. Wettervoraussage. Vorwiegend nördliche Winde, wolkig mit Aufheiterung, höchstens unbedeutende Niederschläge, schwächerer Nachtfrost. Die ruhige, vielfach heitere Witterung dauert in ganz Deutschland im allgemeinen fort. Schwache, durch Temperaturgegensätze bedingte Druckstörungen verursachen nur ganz vereinzelt geringe Regenfälle. Die Frostgrenze hat sich noch weiter westlich bis nach Holland verlagert. Das mit feinem Zentrum über Nordeuropa lagernde Hochdruckgebiet beherrscht weiter die Wetterlage. Bornotizen. Sageskalender für Freitag. Stadttheater, 7Vs -Uhr: „Die letzte Rächt". (Enos gegen 10 Llhr.) — „Die Wanderer", Gießener Radfahrer-Gesellschaft, 8' Uhr, Der einslokal: ordentliche Frühjahrs-Hauptversammlung. — Der Goethe-Bund teilt uns mit, daß infolge schwerer Erkrankung eines Künstlers der Marionettenspiele das Gastspiel am Sonntag nicht stattfinden tonn. Dio Veranstaltung soll in Kürze nachgeholt werden, worüber noch Näheres mitgeteilt werden wird. (Siehe Anzeige.) — Stuart Bellachini veranstaltet am nächsten Dienstagabend im Katholischen Vereinshaus ein Gastspiel. Dem Künstler geht ein guter Ruf voraus. (Siehe heutige Anzeige.) — Regimentsverein des Dragoner- Regiments Nr. 14. Nächsten Sonntag nachmittag Besprechung in Frankfurt a. M. (Siehe heutige Anzeige.) ** Das Schwurgericht der Provinz Oberhefsen wird, wie wir schon berichteten, vom Montag, 22. März, bis einschl. Freitag, 26. März, feine erste diesjährige Verhandlungs- Periode nbhalten. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Cramer. Es stehen folgende Fälle zur Verhandlung: Montag, 22. März, gegen Marie Billasch von Rieder-Florstadt wegen Kindestötung (Anklage: Staatsanwalt Dr. Eckert, Verteidiger: Rechtsanwalt Iustizrat Katz): Dienstag, 23. Marz, pegen Aug. Franzmann von Hahnenbach, Wtlhelm Schuster von Frankfurt am Main, Erich Richter von Mühlhausen i. Sh. wegen Meineids (Anklage, Staatsanwalt Schneider, Verteidiger: die Rechtsanwälte Homberger, Dr. L. Katz und Fischer): Mittwoch, 24. März, gegen Heinrich Frank von Busenborn wegen Mordversuchs (Anklage: Staatsanwalt Iustizrat Weidemann, Verteidiger: Rechtsanwalt Dr. Aaron): Donnerstag. 25. März, gegen Otto Berg von Wohnbach wegen Totschlags (Anklage: Staatsanwalt Dr. Ecker>. Verteidiger: Rechtsanwalt Leun): Freitag, 26. März, gegen Marie Krack, geb. Ohly, von Ober-Rosbach wegen Kindestötung (Anklage: Staatsanwalt Dr. Eckert, Verteidiger: Rechtsanwalt KochS). —d. Städtische Drennholzverstei- gerung. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung im Stadlwald wurden folgende Preise bezahtt: Fichtenscheiter 9 bis 10 M. Eichenknüppel 9,60 M., Dirkenknüppel 11 bis 12 M., Aspenknüppel 9 M., Kiefern knüppel 10 M., Fichtenknüppel 7 bis 8 M.. Achtenstocke 2 M. je Raummeter. Eichenwellen 25 bis 28 M.. Kiefern» wellen 26 M., Fichtenwellen 15 M. je 100 Stück. *• Erholungsaufenthalt für Kin- der an der See betrifft eine Bekanntmachung des städtischen Iugendamtes in unserem heutigen Anzeigenteil. Die Eltern machen wir auf diese Veröffentlichung besonders aufmerksam. *• S i e Firma Modehaus Salomon, Gießen begeht am morgigen Samstag, 20. März ihren 4 0. Gründungstag. Das in Gießen und Umgebung beliebte und angesehene Haus wurde am 20. März 1886 von Herrn Alexander Salomon und dessen Gattin gegründet und hat sich aus kleinen Anfängen beraub zu seiner heutigen Bedeutung entwickelt. In unserem heutigen Anzeigenteil kündigt die Firma anläßlich ihres Iubiläums einen besonderen Verkauf zu Rach» laßpreisen an. •• Deutsche VolksPartei. Man schreibt uns: Ein paar fröhliche Stunden be» reitete am Montag den zahlreich erschienenen Frauen der D. D. P. Frau Martha Froh- wein-Düchner aus Ebsdorf bei Marburg. Sie freute sich herzlich, in ihrer Heimatstadt, in ihrer Partei und im Kreise manch lieber alter Freunde ihre Dialektdichtungen zu Gehör bringen zu können. Ein lustiges Stücklein in hessischer Mundart folgte dem andern. Der prächtige Humor, der aus allem Dargebotenen svrach, versetzte die dankbaren Zuhörer in die heiterst? Stimmung. Zuletzt trat Frau Frohwein-Büchner als „Hessemuhme" auf und erzählte das Märchen vom Schneewittchen in Auffassung und Dialekt einer hessischen Bauersfrau. Stürmischer Beifall belohnte die Darbietende. Während einer längeren Pause erfreute Frau Zieprecht die Anwesenden durch einige schöne Lieder, zu denen Frau Fischer die Begleitung übernommen hatte. Die nächste Versammlung der Frauengruppe wird im Mai stattfinden. ** V. H. C. Trotz der ungünstigen Witterung der letzten Sage hatte sich am Sonntag eine Schar von über 80 Teilnehmern zur Märzwanderung am Bahnhof eingefunden. Der Weg führte von Lang-Göns über Riederkleen—Oberkleen durch das Kleebachtal nach dem Hauptpunkt der Wanderung, dem landschaftlich sehr schön gelegenen Kleeberg, wo in dem Gasthaus „Zum Deutschen Hof" längere Rast gemacht wurde. Nachdem man die alten Schloßanlagen besichtigt hatte, wurde der Weitermarsch auf schönen Waldwegen nach Butzbach angetreten, und zwar gemeinschaftlich mit dem Butzbacher Zweigverein, der als Ziel seiner Märzwanderung ebenfalls Kleeberg aus» ersehen hatte. In Butzbach fand man noch genügend Zeit, bis zur Abfahrt des Zuges ein Stündchen der Ruhe und dem gemütlichen Bei- fammenfein zu widmen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Stadlkirche. Samstag, den 20. März. 2 älhr: Beichte für die Konfirmanden von der Matthäusgemeinde und deren Angehörige. Rundfunk-Programm des Franksnrter SeuverS. (Aus der „Radio-Umschau".) Samstag, 20. März: 3,30 bis 411br: Die Stunde der Iugend. Aus dem deutschen Liederkranz (Liedervorträge Frankfurter Schulen): Strahlenbergschule. 4,20 bis 5,45 Ubr: Konzert des Hausorchesters: Reue Schlager. 5,45 bis 6,10 Ahr: Die Lesestunde (für die reifere Iugend): Aus dem Roman „Die Regulatoren in Arkansas" von Friedrich Gerstäcker. 6,20 bis 6,45 älhr: „Der Kanusport als Volkssport". Vortrag von Franz Reibicke-Köln, Vorsitzender des Deutschen Kanu-Verbandes. 6,45 bis 7.15 Ahr: Stunde des Südwestdeutschen Radio-Clubs — Kursvortrag: Dr. P. Lertes: „Die Kraftverstärker". 7.15 bis 7,45 2hr: Der Briefkasten. 7,45 bis 8,15 Llhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Der Sinn unserer Sozialversicherung", Vortrag von Prof. Emst Cahn. 8,15 bis 10,15 Uhr: Robert-Koppel-Abenv. Anschließend bis 12 Ahr Uebertragung von Berlin: 'Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. keil mbJ jedem Kenne* «in Begriff — Höfliche, ■ie euch di bieten eevokl dein verwl NESTOR .G'llANMl iWUNG 6--, IWO . 8 kUkDlVE 10 - rQUEElxf. . 12» \KING ?- ; Ä5" kV SFSTOP GANÄCLIS / E« gib* Cigirettemauchcr. 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Gleiberg i mit Damen 2'in tiijt Mnbrlille. Bei schlechtem Weiler abdS. sllhc Caf6 Astoria. Im Namen der Hinterbliebenen: Wilhelm Will. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Margarete Schmitt Witwe im fast vollendeten 86. Lebensjahr heute morgen 12*/4 Uhr zu sich zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schmitt, Lokomotivführer i. R Die Beerdigung findet Samstag, den 20. März, nachmittags 37, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 01932 Miere Z AkWNilM : werd, sachgemäß u. preiswert gestimmt u. repar. S.MrlmL Sieben. vlErdi : Telephon 2403. : Ankanfflbr. Sllaü. u. Harmoniums 120,5 32,2 6,0 35,3 15,4 42,3 ' geb. Brück nach kurzem schweren Leiden in der Klinik zu Gießen verschieden ist. Motorradsport 1926, Gießen sonntflo, 21.3.26, 1.30 Uhr Anfahren nach Frauken. [,M$ Treffpunkt 1 Ubr Hebstreit. Der Vorif,and. Gäste luiQfommcn Hierdurch die traurige Mitteilung, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Frau Elisabethe Will Die Beerdigung findet Samstag, den 20. März, nachmittags 3 Uhr, vom Hause Alten-Busecker Straße 3 aus statt. 2514D 1141 Wellen Buchenreisig 1015 Wellen Eichenreisig 300 Wellen Aspenreisig 15,0 rm Buchenstöcke 11,0 rm Eichenstöcke 12,6 rm Fichtenstöcke. Das Holz aus den Abteilungen 4 und 8 Buchenscheiter Eichenscheiter Fichtenscheiter Duchenknüppel Eichenknüppel Fichtenknüppel 2505D Farbenspezialhaus Obermann L. Co. zu mäßigen Preisen treu bleiben und unserer Kundschaft nur das Beste vom Besten bieten. 150 Wellen Eichenreisig 25 Wellen und 4 rm Kiefernreisig 50 Wellen Fichtenreisig 20,9 rm Kiefernstöcke 62,2 rm Fichtenstöcke. Das Holz aus dem Stolzenmorgen und Philosophenwald wird nicht vorgezeigt. Zusammenkunft: Grünberger Straße- Weggabel Kreisstraße nach Rödaen. 2. Freitag, den 26. 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B. steht noch in aller Erinnerung. Diesmal sollte es denl voraussichtlichen Meister schwerer fallen, die Punkte mit nach Hause zu nehmen. Karlsruhe leistete auf eigenem Platze trotz Ersatzes einen unerwartet hartnäckigen Widerstand, den i>ie Bayern schwerer, Lls es das Resultat mit 6:3 für sie sagt, brachen. Der vorjährige Meister V. f. R. Mannheim besiegte den F. B. Saarbrücken mit 2:1. Mannheim war wohl besser, zeigte aber doch einen merklichen Rückgang gegenüber dem Vorjahre in seinen Leistungen. Trotz der Verworrenheit der Affäre Linnighäuser griff der F. Sp. V. Frankfurt in den Kampf um die Meisterschaft ein. Fürths S. Vg. stellte sich in Frankfurt erst nach langen! Sträuben gegen diesen Verbands- beschluh. Dadurch, daß sich die ordentlichen Gerichte z. Z. noch mit dem Fall befassen, steht der endgültige Entscheid noch aus. Aus allem bisher vorgegangenen ist bedauerlicherweise nur tzu entnehmen, daß die Affäre um die Mitwirkung eines zweitklassigen Spielers der Fuh- ballbewegung nur geschadet hat. An der Plazierung der Spitze hat sich also, nachdem Fürth trotz allem auch in Frankfurt,, wenn auch sehr knapp und nur mit großer Mühe 2:1, gewonnen hat, nichts geändert. Jetzt erfahrt man nun den Ausschuß des Hanauer F. C. 93, mit dem aber die Frankfurter Differenzen noch nicht beendigt sein dürften, denn eine so eigenartige Wendung der Geschehnisse werden sich die Hanauer ebensowenig gefallen lassen, wie das bisher der F. Sp. V. duldete. Daß in Westdeutschland der B. V. Altenessen dem Altmeister Duisburger Spielv. derart sicher mit 3:2 die Spitze abnehmen würde, hätte so leicht niemand gedacht. Aber der Altenessener Sturm spielte mit einem derartigen Feuereifer, daß selbst die standsichere, robuste Duisburger Hintermannschaft dagegen machtlos war. Mit dem Ausgang des Treffens Turu Düsseldorf gegen V. f. R. Köln mit 3:3 hat Köln relativ noch die meisten Chancen auf den 2. oder 3. Platz, während Altenessen ausgesprochener Anwärter auf den Meistertitel ist. Siegen und Sport Cassel feierten am (Sonntag. — Die Runde der Zweiten läßt Schwarz-Weih Essen mit seinem hohen 6:1 Sieg über den V. f. L. Osnabrück auch in den Vordergrund kommen unter stärkster Konkurrenz mit dem Rhehdter Spielv. Kurhessen Cassel landete seinen ersten Sieg. Hagen 1911 war in Hagen der Gegner und verlor mit 4:3. Damit rückt Kurhessen sogar auf den drittletzten Platz. Rorddeulfchland trug am Sonntag infolge schlechten Wetters und unbespielbarer Plätze keine Endspiele aus. Die Lage ist demzufolge dort unverändert. Mitteldeutschland hatte wieder seine Ueberraschungen, von denen die des Spieles S. C. Erfurt gegen Preußen Langensalza mit dem 1:4 Siege der letzteren die größte ist. Trotzdem dürfte Langensalza die Frage nach dem Meister kaum entscheidend beeinflussen. S. C. Dresden gegen Concordia Plauen 4:1 und Fortuna Leipzig gegen Chemnitzer B. C. 3:0 entsprechen ungefähr den Erwartungen. Sportfreunde Halle gewannen mit dem ungewöhnlichen Ergebnis von 8:4 gegen Gerinania Halberstadt. In der Runde der Zweiten sind Olympia Germania Leipzig und die Chemnitzer Preußen Favorit. Bedin-Branbenburg meldet immer noch dieselbe Lage im Kampf um die Meisterschaft. Immer noch ist in Abteilung A. die führende Stellung Herthas gefährdet,' wenn es auch durch eine Niederlage der „Vor- wärts"-Leute am letzten Sonntag diesen einen Die Gesährdung und Sicherung der Mainzer Domes. Am Mittwochnachmittag fand auf Einladung des Landtagspräsidenten Adelung eine Zusammenkunft im Landtagsgebäude statt, der die Mitglieder des Ministeriums, zahlreiche Regierungsvertreter, viele Gäste sowie die Landtagsabgeordneten beiwohnten. Man versammelte sich im Sitzungssaale. Die vorderste Reihe der Sitzplätze wurde von dem Staatspräsidenten Air ich und den Spitzen der katholischen und evangelischen Kirchenbehörden, dem Bischof von Mainz Dr. Hugo und dem Prälaten D. Dr. Diehl eingenommen. Nach einer Begrüßungsansprache des Landtagspräsidenten Adelung hielt Prof. Dipl.-2ng. Ruth einen Vortrag über .Die Gefährdung und Sicherung des Mainzer Domes". In Verbindung mit einem kurzen Lieberblick über die Baugeschichte wurde an Hand, von Lichtbildern nachgewiesen, daß die alten Fundamentnerhältnisse des gesamten Dombauwerkes vor Inangriffnahme der Sicherungsarbeiten sehr ungünstig waren, da das Bauwerk zum Teil auf den Fundamenten der ersten Domanlage (Willigis-Dom), zum Teil auf Holzpfählen und zum Teil auf aufgefülltem Boden gegründet war. Durch die allmähliche Absenkung des Grundwasserstandes infolge Rheinregulierung und Kanalisation der Stadt Mainz sind die früher bei der Ausführung im Grundwasser gelegenen Holzpfähle allmählich verfault und Durch das schwankende Grundwasser solche Zusammensackungen des Hintergrundes verursacht worden, daß ganz verschiedenartige Setzungen der einzelnen Bauteile, ja sogar Hohlräume auf große Strecken unter den Fundamenten entstanden sind. Die alten Gründungsverhältnisse gefährlichen Gegner abgeschüttelt hat, so ist Tennis-Borussia immer noch auf den Fersen. Letzteren wird der große Wurf nur gelingen, wenn ihm andere Vereine, gegen die Hertha noch anzutreten hat, durch Siege über Hertha dazu verhelfen, also nicht mehr aus eigener Kraft. In Abteilung B. ist Norden-Nordwest nicht mehr einzuholen und sicherer Meister. Die übrigen verbände des D. $. B. der Baltenverband und Südvstdeutschland, haben eine weitere Klärung der Lage zu verzeichnen. Im Baltenland hat sich eine Spitzengruppe herausgeschält, in der als erster V. f. B. Königsberg, ferner Titania ujid S. c. Stettin vertreten sind. Im Südosten ist eine Punktgleichheit zwischen den drei führenden Vereinen: Breslau 08, Viktoria Forst und V. f. B. Gleiwih ein getreten. 3m allgemeinen zeigen die diesjährigen Kämpfe eine größere Ausgeglichenheit innerhalb der einzelnen Verbände als je. Als Folge davon natürlich auch einen so starken Kampfcharakter, wie wir chn selten erlebt haben. Das berechtigte zu dem Schluß, das wir in diesem Jahre nur einen Meister haben werden, der über alle Eigenschaften des Fußballspiels im ausgeglichendsten Maß verfügt, einem Meister, der mehr können muß. als alle die Jahre vorher. Der Weg zur höchsten Würde des Bundes ist weit und schwer, mit Glück und Zufall wird sie dieses Jahr keiner erreichen können, sondern nur mit Können und überragender Leistung. Eine WetzlarerSportgemeinde? tz. Am heutigen Freitag treffen sich die Vorstände der Wetzlarer Rasensport- und Schwimmvereine zu einer zunächst unverbindlichen Einigungsverhondlung. uni die Grundlagen für eine neuzugründende große Wetzlarer Sport gemeinde zu besprechen. Beteiligt sind: F. C., B. C., S. C. Niedergirmes, Schwimmverein und Polizeisportverein. Nach den guten Vorbildern, die die Vereinigungen im Bezirk in letzter Zeit mit Erfolg gegeben haben, ist zu erwarten, und im Interesse der Geschlossenheit der Sportbewegung zu wünschen, daß die Vereinigung recht bald zustandekvmmt. Vereinigung im Kasseler Rasensport. tz. Der altbekannte Kasseler Sportverein „K u r h e s s e n" hat sich mit dem ca. 300 Mitglieder starken Kasseler Polizei-Turn- und Sportverein vereinigt. Sie Versammlungen der beiden Vereine bekannten sich einmütig und einstimmig zu den Vorteilen dieses Zusammenschlusses, der sich besonders im Kasseler Handball- und Leichtathletikbetrieb auswirken wird. Der Name des Sportvereins Kur- Hessen bleibt bestehen. Die Handball- und Leichtathletik-Abteilung desselben nennt sich jedoch „K u r h e s s e n p o l i z e i". Man geht wohl nicht fehl, anzunehmen, daß sich diese Maßnahme aus den seinerzeit geplanten Zusammenschluß zwischen dem S. C. 03 Kassel und den „Hessen- Preußen" in ähnlichem Sinne auswirken wird. Radsport. Quer durch Ohm- und Lahnlar. Der Landesverband Hessen im Bund Deutscher Radfahrer eröffnet seine diesjährige Straßen-Renn- Saison mit dem nunmehr klassischen Straßenrennen „Quer durch Ohm- und Lahntal". Der glanzvolle Verlauf des im Vorjahr als Großer Komet-Preis gelaufenen Straßenrennens ist noch in aller Erinnerung. Wie so oft, haben auch diesmal wieder die Opelwerke den Deutschen Amateursport gefördert, denn sämtliche Ehrenpreise wurden von Opel (Rüsselsheim) gestiftet. Das Rennen findet wiederum am 2. Osterfeiertag ab Kirchhain statt und gelangt auf der Strecke Kirchhain — Neustadt — Treysa — Ziegenhain — Alsfeld — Grünberg — Lich — Butzbach — Wetzlar — Gießen — Marburg — Kirchhain zur Austragung. Start und Ziel befinden sich in Kirchhain. Die Oberleitung hat wiederum das Vorstandsmitglied des Bundes Deutscher Radfahrer Carl Noll (Kirchhain). Die Deutschen Radsport-Meisterschaften werden gelegentlich des D. D. R.-Dundesfestes in Dresden vom 7. bis 9. August, offen für alle haben sich als so schwerwiegend herausgestellt, daß die Gefahr eines Einsturzes größerer Teile des Bauwerkes außerordentlich groß war. An Hand von Lichtbildern wurden dann die sehr umfangreichen im unterirdischen Stollenbetrieb ausgesührten Llnterfangungsarbeiten besprochen und gezeigt, wie durch Verwendung von hochwertigem Zement hierbei außerordentliche Leistungen erzielt werden konnten. Neben den durch die mangelhaften Fundamente entstandenen Schäden wurden an Hand von Lichtbildern auch die durch statische Alt» fachen des Aufbaues bedingten Schäden gezeigt. Besonders interessant sind die statischen Verhältnisse des Domquerschnittes, die zeigen, wie in gotischer Zeit durch Anbau der gotischen Seitenschiffe mit starken Strebepfeilern die Standsicherheit des Hochschiffes und der romanischen Seitenschiffe verbessert wurde, und daß diese Maßnahme auch wirkungsvoll gewesen ist, solange die Fundamente der Außenwände noch tragfähig waren, daß aber diese Standsicherheit in starkem Maße gefährdet war, nachdem die Fundamente der Außenwände nachgaben. Der Ostturm, der erst vor etwa 50 Jahren in seinem oberen Teil abgetragen und damals leider in sehr nüchternen, zum Gesamtbild schlecht passenden Bauformen wieder ausgebaut worden ist, hatte in seinem oberen Geschoß bereits wieder sehr beträchtliche Schäden, deren Llrsache durch die statischen Untersuchungen in der Wirkung des Kuppelschubes und der Dachträste gefunden wurden. Durch Ausführung von Ring- und Verteilungsankern wurden diese Tlrsachen einwandfrei beseitigt, so daß auch dieser Bauteil, nachdem er bereits früher unterfangen war, als endgültig gesichert gelten kann. Nachdem ferner bis Herbst vorigen Jahres die gesamten Hochschiff- und Seitenschiffpfeiler, deutschen Amateure, ohne Unterschied ihrer Verbandsangehörigkeit, ausgetragen. Am 7./9. Aug. die Vierer-Dereins-Mannschaftsmeisterschast über 100 Kilometer und die Meisterschaft im (Siner- streckenfahren. Am 8. August die Dahnmeister- schaften über 1 und 25 Kilometer. Am 9. August die Deutschen Meisterschaften im Saalwettfahren. Schwimmen. Neuer deutscher Rückenrekord. vo. Am Dienstagabend gelang es dem deutschen Rekordhalter Günther, Göppingen, im Rückenschwimmen über 200 Meter einen neuen deutschen Rekord aufzustellen. Der Start erfolgte in dem Müllerschen Volksbade in München anläßlich ehre# ItebungÄabtnM des ®. D. München 99. Mit 2:50 verbesserte er seine letzte Leistung um 1,8 Sekunden. Anerkannte deutsche Rekorde. vo. Nicht weniger als drei neue Rekorde hat jetzt der Deutsche Schwimmverband anerkannt. Alle drei wurden von den Damen erzielt. Es sind dies: 400-Meter-Drustschwimmen: 7:18,1 Käthe Büns, Damen S.V. Bille, Hamburg: ausgestellt am 27. Februar 1926 in Altona. 200 Meter Rücken: erstmalig 3:30,3 W. Simon, Damen S. V. Bille. Hamburg, ausgestellt am 27. Februar 1926 in Altona. — 200 Meter Rücken: 3:18 Hanna Wunram, Damen S. V., Hildesheim: aufgestellt am 8, März 1926 in Magdeburg. Was der Sonntag bringt GauLurntag des Turngaues Hessen der D. T. -I- Eine bedeutsame Tagung der Turner findet am kommenden Sonntag in Gieße n statt. Der Gauvorstand hat alle Gauvereine zum 9 4. ordentlichen Gautag eingeladen. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre ist mit einem außerordentlich starken Besuch zu rechnen, zumal sehr wichtige Punkte zur Beratung stehen. Neben den Berichten des Gauvertreters und sämtlicher Gauwarte stehen einzelne Neuwahlen auf der Tagesordnung. Die Festsetzung der Höhe der ®aufteuer und die Anträge einzelner Vereine, die durch Abbau und Zusammenlegung von Gau- veranstaltungen Ersparnisse zeitigen sollen, werden eine lebhafte Erörterung Hervorrufen. Ebenso wird u. a. die Genehmigung und besonders die Bestimmung von Festorten für das Gausest 1927 Gegenstand reger Aussprache werden, insbesondere, da verschiedene Meldungen eingegangen sind. Ferner wird die Wahl der Abgeordneten für den Kreistag des Mittelrheinkreises auf der Marksburg bei Braubach und für den Deutschen Turntag in Bremen erfolgen. Wir werden übet den Verlauf der Tagung berichten. D. s. B. (-) Für kommenden Sonntag hat sich die Ligamannschaft nach Wetzlar verpflichtet. um gegen den dortigen D. C. das fällige Rückspiel auszutragen. Das Vorspiel auf hiesigem Platz endete 4:0 zugunsten D. f. D.'s. Vergleicht man bei der Frage nach dem Ausgang des nächsten Treffens die beiderseitigen Chancen, so kann man wohl D. f. D. ein gewisses Plus zusprechen, trotzdem Wetzlar den Vorteil des eigenen Platzes für sich hat. Auch der bekannte Kampfgeist der D. C.er wird das systemvollere Spiel der aller Voraussicht nach komplett stechenden D. f. D.-Mannschaft Baum aufwiegen können. Unter Voraussetzung normaler Verhältnisse dürste Gießen ein knappet Sieg nicht zu nehmen fein. Auf keinen Fall aber sollte sich der 5Zahnkteis- meiftcr in allzu großem Gefühl der Ueberlegen- heit dazu verleiten lassen, den Sieg im voraus in der Tasche wähnend, nicht von Anfang an schon das Letzte aus sich herauszugeben. Der nicht zu unterschätzende Gegner könnte ihn sonst leicht eines Besseren belehren und ihn jäh aus seinem Siegestraum fallen lassen. Eine Niederlage nach dem großen Sieg des Vorsonntags wäre deshalb unentschuldbar. Die Ligaersah Mannschaft fährt ebenfalls nach Wetzlar und trägt ihr Rückspiel gegen die gleiche des B. C. vor dem Ligaspiel aus. Auch sie kann wie im Vorspiel gewinnen, aber auch nur, wenn sie dieselben Leistungen zeigt, die ihr in letzter Zeit eine ganze Reihe beachtenswerter Erfolge einbrachten. Das für die Liga Gesagte gilt auch für sie. Die dritteMannschaftist beim Polizei-Sportverein Friedberg zu Gast. Ob ihr dort eine Wiederholung des Sieges auf hiesigem Platz gelingt, kann erst mit dem Schlußpfiff des Schiedsrichters gesagt werden. Die 3a-Mannschaft hat sich die Erste von L a u b a ch zu einem Gesellschaftsspiel auf dem Waldsportplatz verpflichtet. Wer hier der Sieget sein wird, kann nicht vorausgesagt werden, da über die Spielstärfe der Gäste noch nichts bekannt ist. Zwecks UmfteHung der beiden Jugendmannschaften bzw. evtl. Neuaufstellung einer dritten Jugendmannschast sind sämtliche Jugend- sußballer am Svnntagvormittag auf dem Wald» spvrtplatz zu einem Trainingspiel verpftichtet. Außerdem findet anschließend an dieses gemeinsam mit der neugegrünbetesn Schülerabteilung! eine kurze Waldlauf Übung statt. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. £ Die Zeit der Frühjahr «Waldläufe beginnt! Den Anfang hiermit macht der 3. Bezirk am kommenden Sonntag, wozu sich eine größere Anzahl Langstreckenläufer gemeldet haben. Diese sportlichen Veranstaltungen, die immer einem besonderen Interesse begegnen, werden wohl auch diesmal ihre Anziehungskraft auf das sportliebende Publikum ausüben, zumal äußerst hartnäckige und spannende Schlußkämpfe bei den einzelnen Läufen zu erwarten sind. Start und Ziel ist der Sportplatz Trieb der Freien Turnerschaft Gießen. Nach dem Waldlauf sindet auf dem gleichen Platz ein Prvpagandaspiel zusammengestellter Jugendmannschasten statt, und zwar spielt die Gruppe Oft gegen die Gruppe West, Da es sich hier um ausgewählte Spieler handelt, dürfte ein interessantes Treffen zu erwarten sein. Diesem Spiel schließt sich etn Auswahlspiel an, das von einer Bezirksmannschaft, aus Spielern der 1. Klasse zusammengestellt, und dem diesjährigen Dezirksmeister, der Freien Turner- schaft Gießen, bestritten wird. Dieses Spiel gilt als Rückspiel für das gelegentlich des vorjährigen Reichsarbeitersporttages ausgetragenen Spiels der gleichen Mannschaften, das Gießen damals 4:0 verlor. Diese Mannschaft dürfte wohl versuchen, die vorjährige Niederlage sich nicht wiederholen zu lassen, während andererseits die Dezirksmannschaft eine Aufstellung aufweist, die «in äußerst interessantes Tressen verspricht. Im übrigen besteht für die Mannschaften der 1. Klasse und die Jugend au8 Anlaß des Frühjahrswaldlaufs Spielverbvt. Nur in der 2. Klasse werden, um die Termftmot nicht zu groß werden zu lassen, einige Spiele ausaetra- gen, und zwar in BlaSbach (gegen Rodhelm). in Fronhausen (gegen Alsfeld II) und in Marburg (II. gegen Leun). Die Turnerinnen des Bezirks vereinigen sich am Sonntag vormittag zu einer Hebung»- stunde in Wieseck, um die Proben für die Massenvorführungen zum diesjährigen Bezirks- fest in Wieseck fortzusetzen. Handball in (Dießen. Am nächsten Sonntag finden aus dem Wald- spvrtplah des V.f. D. zwei Handballspiele von Bedeutung statt. Zunächst spielt Babenhausen gegen Sport-Verein ,Hessen" Gießen, anschließend die A-Mannschaft des Hessenmeisters »Tum- und Sportverein" Butzbach gegen Turn-Verein v. 1846 Gießern Sportverein „Hessen" hat in Babenhausen einen Gegner, dem ein unbedingtes Plus zuzuschreiben ist. Bei Babenhausen spielen einige Leute, die an den Endspielen um, die Polizei - Meisterschaft teilgenvmmen haben. Sportverein „Hessen" tritt in stärkster Aufstellung an. Das Spiel T. V. 1846—Butzbach dürfte auch zugunsten Butzbachs ausgehen, da Butzbach über eine ausgezeichnete Spielstärke verfügt. Wetzlarer Sport. h. Der D. C. bat sich den V.s.D. Gießen, wohl die z. Zt. spielstärkste Elf des LahnkreiseS, die nördliche und südliche Außenwand und die östlichen Flankentürme durch vollständige Unterfangung gesichert waren, wurde die Westgruppe, bestehend aus den westlichen Querschiffen, West- turm und Westchor in Angriff genommen. Bei dieser Westgruppe, die auf aufgesülltem Mnter- grund aufruht, sind besonders bei Westturm und Westchor sehr schwere Schäden im Ausbau vorhanden, die zum Teil auf die Anter grundverhält- nisse, in der Hauptsache aber auf die statischen und konstruktiven Verhältnisse des Aufbaues zu- rückzuführen sind, und deren Amfang und Gefahr erst im Oktober vorigen Jahres festgestellt wurden, nachdem durch Schließung des westlichen Teiles und innere Einrüstung des West- turmes diese Schäden näher untersucht werden konnten. An Hand von Lichtbildern wurden diese außerordentlich schweren Schäden nach photographischen Aufnahmen vorgeführt und deren Tragweite durch statische und technische Bilder erläutert. Diese schwierigsten Sicherungs- arbeiten am Westturm und Westchor sind bereits im vollen Gange. Zu ihrer Durchführung muhte das Innere des Domes ganz geschlossen werden, um die Arbeiten möglichst beschleunigen zu können und jede Gefahr für die Besucher zu vermeiden. 'Die baupraktische Durchführung der gesamten Cicherungsarbeiten erfolgte im engsten Zusammenhang mit den statischen und konstruktiven Fragen, wobei oft die Reihenfolge der Durchführung von weitestgehender Bedeutung ist. Neben den sehr umfangreichen Betonarbeiten für die Unterfangungen werden zahlreiche Verankerungen aus Eisen und Eisenbeton durchgeführt und ferner im großen Umfang zerstörtes und beschädigtes Mauerwerk durch Einpressung von Zementmörtel unter atmosphärischem Druck (Injektion) sowie durch Aufspritzen von Zementmörtel (Torkretierung) wieder in trag- und widerstandsfähigen Zustand versetzt. Zu all diesen Arbeiten kommt hochwertiger Portlandzement zur Verwendung. Nur unter weitestgehender Anwendung all dieser modernen Hilfsmittel war eS möglich, die Arbeiten mit der erforderlichen Sicherheit und Beschleunigung durchzufuhren. Am Schluß des Vortrages wurde noch ein Gesamtüberblick über die bis Ende deS JahreS 1925 durchgeführten Leistungen gegeben und die Hoffnung ausgesprochen, daß durch rechtzeittge Beschaffung der Mittel die Durchführung der restlichen Dicherungsarbeiten ohne Unterbrechung möglich ist. um einen der bedeutendsten deutschen Dome als hervorragendes Denkmal deutscher Kunst und deutscher Kultur am schönen deutschen Rhein im Hessenlande zu erhalten. Die Schlußworte des Vortrages wurden von lebhaftem Beifall begleitet, ©er Bischof von Mainz schilderte in bewegten Worten, welche Sorgen ihm feit Jahren der Dom bereitet hat, da ihm der Dombaumeister erklärt hatte, daß er für nichts mehr hafte. Gr erzählte daim von seinen Bemühungen in Berlin, die Geldmittel für die Erhaltungsarbeiten zu erlangen, die schließlich von Erfolg gekrönt waren: das Reich, der hessische Staat, die Provinz Rheinhessen und die Stadt Mainz hätten die beträchtlichen Geldmittel aufgebracht: der Referent nahm Gelegenheit, ihnen dafür zu danken. Der Bischof wies ferner auf die kunsthistorische Bedeutung des Domes hin. pries die Ausgeglichenheit des Bauwerkes, das uns noch lange viel zu sagen haben werde. Landtagspräsident Adelung gab der Hoffnuiig Ausdruck, daß die Worte des Bischofs und des Professors Ruth wie ein Aufruf in das Land hinausgetragen würden. verschrieben, btt mit der Liga- urtb her Rescrve- est in Wetzlar anlreten werden. Auch mit seinen Ouaenb- anb unteren Mannschaften tritt der D T. an. 3m Handball ist der F. C. in den Endspielen um die Westdeutsche spielfrei. Der Polizelspori- verein hat die Gießener „Hessen" gefordert. 3m Falle des Aichtzustandekominens dieses Abschlusses ist eine Lokalbegegnung des F. E. mit der Polizei geplant, die große Anziehungskraft haben dürfte. Fuhball in Hessen-Hannover. h. Endlich hat ein Hessenvertreter in den westdeutschen Endspielen triumphieren können. Kurhessen Kassel schlug in Hagen die dortige S. Vg. 19 11, den Vertreter Sudwest- falens, mit 4:3 Toren. Wenn der Sieg auch glüctlich errungen war. so ist der erste vollständige Punktgewinn der Kasselaner erfreulich. Weniger erfreulich ist. daß nach den bisher gezeigten Leistungen dies zugleich auch der letzte Erfolg sein dürste, der für die beiden Vertreter des Heimatbezirkes überhaupt noch in Frage kam. Denn „Sport" dürfte seines großen Gegners am kommenden Sonntag trotz des Vorteils des heimatlichen Platzes in Kassel kaum Herr werden. Turn Düsseldorf ist noch Anwärter auf den dritten Platz, das bedeutet eventuelle Teilnahme an den D. F. V.-Gndspielen. Turu wird sich diese Chance wohl nicht gerade durch Sport Kassel nehmen lassen. Wir müssen also auch diesmal wieder mit ein* Niederlage unseres Vertreters rechnen. 3n der Runde bevxjtoeiten, von dem Spiel Kur Hessen gegen Duisburg 0 8 in Duisburg. ein anderes Ergebnis als einen Punktverlust in jedem Falle zu erhoffen, wäre gewagt. Wir müssen eben die Tatsache hinnehmen, daß unsere Leistungen denen des Westens noch nicht gleichkommen, trotz Trainer, Ivoh Vereinigung und trotz allein. Die Auf- und Abstiegspiele nahmen mit dem Spiel Northeim gegen Osterode ihren Fortgang. Northeim als Aufstiegskandidat nahm einen unverdient glücklichen Sieg mit nach Hause. Beide Vereine sind noch nicht reif für die Vezirksliaa, das hat der Kamps am Sonntag mit aller Deutlichkeit gezeigt. Die aussichtsreichsten Anwärter für die höchste Spielklasse sind unD bleiben Tura Kassel und Germania Marburg. Letztere tritt am kommenden Sonntag zur weiteren Entscheidung in Marburg gegen die vereinigte S.Vg. Gießen 1 900 an. 1900 hat am vergangenen Sonntag schon mehr Einheitlichkeit und System gezeigt als bisher, so daß man in diesem Spiel nutzt ohne weiteres den Germanen den Sieg zusprechen kann. 3m Gegenteil, die Gießener könnten die Klippe sein, an der die Marburger scheitern, nachdem Tura-Kassel Gießen bereits im ersten Aufstiegsspiel mit 4:2 Toren abfertigte und also den derzeit gefährlichsten Gegner bereits hinter sich hat. So erfreulich es für den Lahnlreis wäre, einen weiteren Vertreter in der Vezirksliaa zu haben, an Stelle des Kasseler Vereins, so selbstverständlich ist es aber auch, daß 1900 alles hergeben wird, um nach Möglichkeit in Marburg siegreich zu bestehen. 3m Reiche. Rasensport. Im Fußball werden die Meisterjchaftsspiele in West, Nord-, Nordost', Mitteldeutschland und Brandenburg fortgesetzt. 3m Süden fallen diese Spiele wegen der nächsten Pokatrimde aus, in Südostdeutschland finden Uebungsspiele zur Aufstellung her Pokalmannschaft statt. 3m Handball werden ebenfalls die Meister -schaftssviele in Süd-, West-, Nord-, Mitteldeutschland, Brandenburg und im Südosten fortgesetzt, ^desgleichen im ganzen Reich die Hockey Meisterschaftsspiele. Besonders findet statt: ein Länderspiel Schottland—England (am Samstag) in Bristol. — Das hervorragendste Tennis- ereignis Ist der traditionelle Städtekampf Paris- London in Paris. — 3m (st o l f verdient das internationale Golfturnier auf Brioni erwähnt zu werden. — Ein N u g b n - Länderspiel England—Schottland kommt in Twickenhom zum Austrag. Turnen und Leichtathletik: Ein deutsch.fchweizerischer Kunstturn-Wetttampf kommt in dem Städtetreffen Frankfurt a. M.— Zürich in Frankfurt a. M. zur Entscheidung. Ein Dreiftädte-Kunftturuen Danzig—Marienburg—Königsberg ist in Königsberg vereinbart worden. Auch Die Waldläufe werden fortgesetzt. Die Mitteldeutsche Waldlauj Meisterschaft wird in (So- then, die Brandenburgische in den Müggelbergen bei Berlin, die Südbayerische in München aus getragen. Schwimmen: In Schlesien versammeln sich die Schwimmer zu einem lreisofsenen Hallenschwimmfest des S. E. Liegnitz, das eine gute Besetzung gesunden Hal. Ein Kulturgeschichtliches von der Straße. Von A. Blum-Erhard. Auch die Römer hatten schon Steinstraßen mit Randsteinen, neben dem Dohlweg, der aus eichenett oder tieferncn Brettern, wie man es noch im Oldenburgischen findet, eng zusammen- qefügt war. Am Ende jedes Brettes pflegte man einen Pflock aus Birke, Tanne oder Erle ins Moor zu treiben. Die Breite der Pfahlwege der alten Zeit betrug getpölyn Ud) vier Meter Es mürben Elchen - pfähle von zwei Meter Höhe in den Grund- Lehm ober Kies getrieben, fest gerammt, und auf dieser Unterlage wölbten sich die neben einander gebreiteten gespaltenen Stämme. Die Steinstraße dagegen hatte eine Decke von Heinern, festgestampstein Steinschlag, etwas gewölbt, mit zwei seitlichen Grüben zunt Ablauf des Regenwassers, Wohl auch seitliche Fußgänger» Wege. Meilenweit längs dieser großen Heerstraßen ragten (Drabmäler als Schmückung. Hie und da traf man aus Bänke, und es fehlten nicht die deit Ausstieg aufs Roß frermlttelnbcn Steine. Die Meilensteine waren rund und mit der An-- gäbe sowohl der Entfernungen als des Kaisers, der sie hatte errichten lassen, versehen. Solange es Städte gibt, gibt es eine Pflasterung der Wege, und das ÜAakadam, das gestampfte aei'Helnerte Gestein, der Kleinschlag sand alS Untergrund schon in Babylon seine Anwendung Pompeji benützte zum Bürgersteig den Asphalt, und stets wölbte man die Straßendecke zum Ablaus deS Wassers Unebenheiten wurden mittels Auslegen von Schutt und Gin- .stampfen von Sandstein ausgeglichen. kreisoffenes Damen-Schwimmfest veranstaltet her S. B. Poseidon 05 in Düsseldorf. In Köln-Ehren- feld wird ein Rheinischer Schwimmertag abgehalten. Berlin bringt einen Elubkampf Poseidon—Friesen B. S. E. Wintersport: Der Skiverband Sachsen bringt in Oberwiesental seine Meisterschaften zum Austrag. Der Skiclub Schwarzwald veranstaltet einen 30-Kilometer- Dauerlauf. Boxsport: Die Ostdeutschen Amatcur-Boxmeisterfchasten werden in Königsberg entschieden. In der Dortmunder Westsalenhalle finden Berufs-Boxkämpfe statt. Motor- und Radsport: Die D. M. S. bringt als erstes Rennen zur Deutschen Motorrad-Straßenmeisterschaft das Eilen- riede-Rennen um den Pokal der Stadt Hannover zum Austrag. Die D. R. U. entscheidet die Quer- felbein-Meisterschast in Berlin. Auch die Schweiz bringt die Querfeldein-Meisterschast zum Austrag. Treptow-Berlin bringt Eröffnungs-Bahnrennen, während Brüssel ein internationales Fliegertreffen vorsiehl. Der üanu-verbandstag findet in Frankfurt statt. Brieftcmbenfport. pH. Am Sonntag hielt die Oberhesfischs Reisevereinigung ihre diesjährige Früh- jahrsgeneratversarnmlung ab, zu der eine stattliche Anzahl Mitglieder bet zugehörigen Vereine: Brieftaubenclub Gießen, Verein Heimatliebe, Krofdorf und Verein Bölke, Rieber- Walgern erschienen war. Der Verein Marburg war durch einen Vertreter anwesend. Die diesjährigen Reisen sind, ausschließlich her Vortouren, etwas anderes als die seitherigen, da die Oberhessische Reisevereinigung, zwecks Verbilligung der Reisen, sich der großen zirka 450 Vereine zählenden Kölner Reiseoereinigung angeschlossen hat. Gereist werben solgenbe Strecken: Hungen 20 Kilometer, Stockheim 35 Kilometer, Gelnhausen 55 Kilometer, Würzburg 126 Kilometer, Ansbach 210 Kilometer, Regensburg 300 Kilometer, Straubing 350 Kilometer, Passau 410 Kilometer, St. Pölten 566 Kilometer und Bruck a. b. Leitha 640 Kilometer. Vergangenes 3ahr machten 30 Tauben ber Oberhessischen Vereinigung bie weite Reise von St. Pölten unb kehrten alle ohne Verluste zurück. Das Reisen beginnt am 25 April. Sonntag ist immer Auflaßtag. Der Flug Regensburg gilt als Derbhflug für Tauben des 3ahrgangs 1925. Diese müssen bis zum l. Mai mit einem Einsatz von 2 Mk. gemeldet sein. Preisberechtigt ist icbe 10. gemeldete! Taube. Der Flug Regensburg gilt auch als Flug um die Verbandsmebaille, die für bas 3ahr 1925 an Herrn Willi Schornbe r, Walltorstraße vergeben wurde. Für den Vorstand wurden die seitherigen Herren wiebergewählt. Oberhessen. Landkreis Gießen • Steinbach, 18. März. Die Vereinigung ber Fünfziger (1876 1926) von Steinbach und Albach versammelte dieser Tage ihre Mitglieder zu einer Feier anläßlich des 50. Geburtstages. Ein kleiner 3mbiß vereinigte zunächst die Gesellschaft. Der Vorsitzende ber Vereinigung, Philipp Balser, Steinbach, wies nach seinen herzlichen Begrühungsworten aus bie Bedeutung des Tages hin, habet zugleich der verstorbenen Steinbacher Kameraden gedenkend, während Kamerad Schäfer, Albach, der dortigen verstorbnen Kameraden gedachte: bas Gedächtnis an die Verewigten wurde in der üblichen Weise durch Erheben von den Sitzen geehrt. 3m weiteren Verlause des Abends bot Mitglied B a l - s c r humoristische Gedichtvorträge in oberhessi- fcher Mundart, wahrend Kamerad Reusch -> I in g für den musikalischen Teil sorgte. Der Abend, ber auch beit Tanzlustigen gerecht würbe, hat bei allen Teilnehmern den besten Eindruck hinterlassen. -f G r ü n 6 e r g, 18. März, 3n der Steuer- P r o t e st v e r s a m in l u n g am SamStagnach- mittag werden hier die Landlagsabgc-ordnelen Dr. Leuchlgens, Dingelbetz unb Fenchel, sowie einige Vertreter der Wirtschaft sprechen. - 3n ber letzten Zeit treiben hier Augenblick) e nachts oft sehr r u h e st ö r enben Lärm. GS dürfte ratsam sein, diesen ilebermütlgen einen gehörigen Dämpfer zu geben. df. Langsbor, 17. März. Herr Philipp K ö h 1 e r V. (genannt Pfeifer) und Ehefrau schauten heilte auf ihre 5 0jährige Ehe zurück. Der Jubi- tar, der auch über die Grenzen unseres Dorfes be- kann! ist, und seine Ehegattin sind beide noch recht rüstig. Der Gesangverein „Concordia" gedachte Man muß über bie hohe Kultur im Straßenbau des Orients staunen, toemi man damit den Zustand europäischer Straßen des Mittelalters vergleicht. Die ältesten bekannten Straßen in Alexandria, Antiochia unb Ephesus waren „Säulenst raßen". Griechenland und 3talien wurden bie nächsten Erben solcher Baulünst. Neben ben Hauptstraßen gab es Nebenstraßen, sie waren eng unb beschattet und deshalb, wie Tacitus vermerkt, gesünder. Die Straßenbreite schwankte zwischen 2,5 unb 7 Meter. 3ebe Fahrbahn hatte seitliche Bürgersteige, mit Randsteinen eingefaßt. Manche Straßen waren so eng, daß ein einfacher Wagen am Eingang warten mußte, bis ber entgegenfoin- menbe sich entfernt hatte. War es nötig, bie Straße zu sperren, |o setzte man Prellsteine oder Böcke. Sehr häufig bestand ber Pflaster aus Lava, in Blöcken ober Platten aufgelegt, itnb quer barüberffin gab es Tritt- steine für bie Fußgänger bei Regenwetter. Denn die Burger Roms pflegten nur außerhalb der Stadt zu fahren oder zu reiten, meist auf Eseln: innerhalb ihrer Stabt gingen sie gewöhnlich zu Fuß oder sie ließen sich in Sänften tragen. Kaiser Hadrian ließ bei Tivoli an Stelle einer Allee eine „Spaziermauer" in west-östlicher Richtung anlegen, bie eine Länge von 200 Meter hatte und zu jeder Tageszeit Sonne und Schatten gewährte. Die srüheste Pflasterung im mittleren Europa hatte wohl Prag 1336. Bis zu Ende des 14. 3ahrhunderls folgten Bern, Regensburg unb Winbberg bei Straßburg. 3tallcn war ihnen um zwei 3ahrhunberte darin voraus. Der erste Pflasterer in AugSburgl416 Meß Hans Gwarlich. 3ehn 3ahre vorher bekam Dr.-Slau Pflasterung, während Nürnberg schon 1398 die Möglichkeiten eines besseren Gehwgs innerhalb feiner Mauern seines Ehrenmitglieds, das allezeit treu zur Fahne hält, durch einen Fackelzug unb ein Ständchen. Kreis Friedberg. WSN. Friedberg, 18. März. 3n ber ganzen Wetterau, auch in Friedberg, hat tc Grippeepidemie einen verhältnismäßig großen Umfang angenommen. Besonders leiben barunter die Schulkinder. Aber auch viele Erwachsene sind von der Krankheit befallen. Auch einige Todesfälle sind bereits zu verzeichnen. sf. Friedberg, 18. März. In ben Räumen der Schillerfchiile unb Frauenschule findet in biefen Tagen eine Ausstellung statt, die sich über alle Zweige handarbeitlicher unb haus- wirtschaftlicher Betätigung erstreckt. Die Arbeiten zeugen von großem Geschmack, von eifrigem Fleiß unb tüchtigem Können ber Schülerinnen. Die Ausstellung erfreut sich, wie auch in früheren Jahren, regen Besuches unb finbet viel Lob unb Anerkennung. — Im „Verein ber Freunbinnen junger Mäbchen" hielt Professor Keller einen Vortrag über ben '.Dialer' Lubwig Richter. Zahlreiche Lichtbiiber, bie burch ber Stimmung ber bargestellten Bilber angepaßte Deklamationen bes cand. theol. Draubt Begleitet waren, schlossen sich an ben Vortrag an. Der Zweck bes Vereins ist, heimatlosen jungen Mäbchen auf ber Durchreise ein Obbach zu gewähren. Es ist bem Verein gelungen, zu biejem Zwecke schon einige Zimmer mit Betten zur Verfügung zu haben. Vorsitzenbe bes Vereins ist Frau Direktor Schäfer. 88 O b e r - F l o r ft a b t, 18. März. Am Mon- tagabenb fanb eine Sitzung bes Gemeinbc - r a t s statt, bie sich in ber Hauptsache mit ber Vergebung ber Gemeinbearbeiten, bie auf Submissionsweg erfolgte, beschäftigte. Für bie Bullenhaltung, bie eine engere Abstimmung erfor» berte, mürbe bas Angebot mit 400 Mi. pro Jahr genehmigt. Die Haltung bes Gemeinbcebers würbe für 130 Mk., bie ber Ziegenböcke für 250 Mk. jährlich vergeben. Die Uebernahme bes Faselviehs erfolgte auf brei Jahre. Die Schulreinigung unb bas Schulläuten würbe mit 300 Mk., bie Reinigung bes Rathauses mit 54 Mk. pro Jahr genehmigt. Die Straßenreiniqung erforbert eine Ausgabe von 60 Mk., dos Hüten ber Schweine eine solche von 450 Mark. Das Angebot, betr. die Reinigung ber Feuerspritze, mit 14,50 Mk. mürbe genehmigt. Ferner bejchloß ber Gemeinberat, bem Obst- unb Gartenbauverein mit einem Beitrag von 10 Mk. beizutreten. * Vilbel, 18. März. Eine neue Ortsgruppe konnte bie Deutsche Volkspartei Hierselbst grünben. Zu ber Versammlung mar eine stattliche Anzahl von Einmohnern erschienen. Der Geschäftsführer ber Provinzialgeschäftsstelle in Gießen, Herr Weißer, entwarf in einem einftünblgen Referat Vebeutung, Wege unb Ziele ber Partei unb beleuchtete in feinem Vortrag befonbers bie Jbee Stresemanns in Locarno. Die Versammlung mar einmütig zu ber Ueberzeugung gekommen, sofort die Gründung der Ortsgruve vorzunehmen. Im Namen aller bankte Beigeorbneter Bergmann bem Referenten für bie glänzenden Ausführungen. Die Versammelten zeichneten sich restlos in bie Mitgliederliste ein. Kreis Schotten. □ Laubach, 18. März. Die Reichsbahn- b i r e f t i o n hat auf die Anregung bes hiesigen Vertreters ber Jnbustrie- unb Hcmbelskammer Friebberg (Fabrikant Karl Michel) betr. günstigere Zugverbinbung für unsere Stabt folgenden Bescheid erteilt: „Der Pz. 4256, Hungen ab 11.07 Uhr o., Friedberg an 12.04 Uhr n., wirb frühergelegt, unb zwar Hungen ab 9.23 Uhr v„ Friebberg an 10.20 Uhr v. Der Zug nimmt in Hungen bie Anschlüsse auf von Pz. 4268 von Mücke, 8958 von Rupperisbura, von Pz. 503 von Gelnhausen unb von Pz. 506 von Gießen, Hungen an 8.40, 8.54; 8.55 unb 8.544 Uhr u.f in Friebberg werben bie Anschlüsse an ben beschleunigten Per fonenzug 768 unb an ben Personenzug 774 nach Frankfurt a. M. erreicht, Friebberg ab 10.27 unb 10.57 Uhr v. Hierburch wirb gleichfalls bie Zeit zur Besorgung von Geschäften in Friebberg erheblich erweitert unb ber Pz. 4257, Friebberg ab 1.33 Uhr n. kann zur Rückfahrt benutzt werben; letzterer muß auch wegen seiner wichtigen Anschlüsse in Hungen biese Lage beibehalten. Ferner wirb ber Pz. 4261. jetzt Friebberg ab 7.23 Uhr n., Hungen an 8.18 Uhr il, versuchsweise frühergelegt, Friebberg ab 6.57 Uhr n., Hungen an 7.52 Uhr n., unter Aufgabe bes Anschlusses von Pz. 2921 w. von Bab Homburg." Hierzu sei bemerkt, baß sich in ben Orten ber Bahnstrecke Mücke—-Laubach bas falsche Gerücht verbreitet hat, baß bie Lau- bacher Geschäftsleute gegen bie Durchführung bes Abenbzuges biefer Strecke feien. Dies ist völlig u n z u t r e f f e n b. Die Laubacher Geschäftsleute verlangen sogar, baß bieser Abenbzug nicht in Station Mücke bleibt, sonbern reicher zurück nach Laubach geht. Hierburch reirb ben von Gießen bis Station Mücke fahrenben die Unannehmlich- schuf. Bis dahin batte es allerorten nur hölzerne Uebergänge und einen Damm (Fürschlächt) längs der Häuser gegeben. Der Kanzler Karls IV., der Bischof von Neumarkt, beklagte sich damals sehr eingehend über ben ewigen Regen und Nässe in Nürnberg unb über Massen von Schmutz, derart, baß ein Reiter kaum hinbuvch käme ohne zu stolpern, zu fallen unb übel verspritzt zu werben auf dem weiten Weg von der Herberge zum kaiserlichen Schloß. Auch in Tuttlingen versank im Jahre 1485 das Roß Kaiser Friedrichs lll. bis an die Schenkel im Schmutz und ähnlich war es in Reutlingen. und es waren doch freie Reichsstädte und keine Dörfer, wo derlei geschah. Ein Verkehr mit Wägen war dabei natürlich ausgeschlossen, wer nicht gehen wollte, bediente sich ber Sänfte ober bes Gauls. Lange noch hieß bie meist mit Kieselsteinen gepflasterte Straße ber „Stein- weg"; wo cs teuer zu leben war, hieß es: Da ist ber Steinweg heiß? So in Nürnberg. 3n Braunschweig war er „nit so heiß", das Leben war dort billiger. Der natürliche Schmutz auf den Straßen wurde durch bie frei umherlaufenden Tiere, Schweine vor allem, bis zum Unerträglichen vermehrt. So bestrafte Krakau schon 1373 mit Strenge die Unsauberkeit und erließ Gesetze für das Wegfchauseln des Kots, unb Verbote gegen das Herabgießen aus den Fenstern. 3n Mühldorf bestand eine Verordnung, daß ber Mist nicht länger als 14 Tage liegen bleiben durfte. Die Nürnberger hatten im 15. 3ahr^ hundert einen Knecht ausgestellt, ber vor Tag mit einer Dutte burch bie Gassen ging, um bie toten Tiere aufzulesen. ES lieh seinen Marktplatz 1495 neu pflastern. War es also schon unter Tage nicht immer ein Vergnügen, auf ber Gasse zu sein, so gehörte öS bes Nachts säst zu ben Unmöglichkeiten, da feit ersparen, von Station Mücke aus in der Nacht nach Hause laufen zu müssen. □ Laubach , 17. März. Auf ber Holzvcr - steigerung bes gräflichen Forstamts, bie gestern morgen im „Solmfer Hof" ftattfanb, kam ber Raummeter Buchenscheiter auf 15 bis 16 Mk.; ber Raummeter Buchenknüppel auf 10 bis 12 Mk.; ber Raummeter Buchenstöcke auf 7 bis 8 Mk.; ber Raummeter Buchenreifer auf 2 bis 2,50 Mk. Diese Preise find höher, als bie ber letzten Versteigerung bes gräflichen Forstamts, aber immer noch nichtiger, als diejenigen ber Umgegenb. — Am fommenben Samstag wirb bie Zweignieberlafsung F ricbrichshüttc des Vereins für chemische Industrie ihren Betrieb stillegen. Wie wir aus guter Quelle vernehmen, wird diese Stillegung burch Absatzstockung verursacht, hervorgerufen burch bie ungewöhnlich hohen Holzprcksc. Tatfächlich kann für ben Preis von einem Raummeter Brennholz ber hoppelte Heizwert an guten Steinkohlen gekauft werben. Wie lange ber Betrieb stillgelegt bleiben wirb, läßt sich nicht Voraussagen. Es werben baoon runb 80 Arbeitet betroffen, die in ihrer Mehrzahl in Ruppertsburg, Gonterskirchen, Laubach, Wctter- felb, Röthges, Einartshaufen wohnen. Die Eisengießerei ber Friebrichshnfk e--(Philipp Römhclb) führt ben Betrieb weiter, nllerbings in beschränktem Maße. lg. Gebern, 18. März. Dieser Tage hielt ber Pfcrbcvctsichcrungsvercin seine Generalversammlung ab. Außer ben 17 Orten, in denen ber Verein bereits vertreten ist, würbe feilt Tätigkeitsgebiet ausgcbchnt auf bie Orte Illnhausen, Bösgesäß, Hettcrsrob, Leißerwalb, Eschenrod, Lichenrob unb Fischborn. Die Rechnung für 1925 würbe gutgeheißen. Die Höchstversicherungssumme würbe auf 1500 Mk., bei Minbestlaxe auf 150 Ml. festgesetzt. Im Geschäftsjahre 1925 wurden an Entschädigungen insgesamt 1945 Mk. ausaezahlt. Da zur Entschädigung ber Mitglieber Christian Birx (Gebern) unb Karl Schaub (Wenings) ber Prä mienfonbs aus 1925 nicht ausreicht, muß eine Nachzahlung von 1 Prozent ber Versicherungssumme zur Deckung bes Schabens erhoben werben. Im übrigen beschäftigte man sich mit einigen Satzungsändc' rungen. Der Verein ist völlig auf bas Prinzip ber Gegenseitigkeit eingestellt. Kreis Alsfeld. (=) Zeilbach, 18. März. Der hiesige Kriege rvc rein veranstaltete im Saale von Gastwirt Heinrich Zimmer einen Lichtbilberabenb, ber von weit über hunbert Personen besucht mar. Die Bilber berichteten von ben Kricgserlebnissen an ber Westfront. Dem Abcnb würbe eine recht beifällig« Aufnahme zuteil. (=) Zell, 18. Mörz. Die hiesige Dresch- genossenschaft hielt bieser Tage ihre Generalversammlung ab, in welcher ber Vor- sitzenbe, Lanbwirt Schäfer, mit Genugtuung auf die ersprießliche Tätigkeit der Genossenschaft im ab-- gclaufenen Jahre verweisen unb babei ben guten Abschluß heroorheben tonnte. Es würbe beschlossen, zum nächsten Herbst einen neuen Dreschwagen anzuschaffen, nachbem man im vorigen Herbst eine neue Lokomobile gekauft hatte. Ein Arbeiter bet Genossenschaft, Johancs Wolf aus Groß-Fclba, steht bereits feit vierzig Jahren in ihren Diensten. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 18. März. Bei her kürzlich in Arnshain vorgenommenen Versteigerung von Massegrundstücken, von denen her Morgen auf Durchschnittlich 186 Mk. geschätzt war, wurden im Durchschnitt sur einen Morgen 224 Mk. erlöst. Ebenso war haS Ergebnis her Versteigerung von Massegrunhstücken in 61 re - ben hörs. Dort tourhen für einen Morgen Massegelänhe hurchschnittlich 469 Mark bezahlt gegenüber einem durchschnittlichen Abschätzungswert von 372 Mk. Starkenburg. D a r in ft a b t, 18. März. Bei einem Vortrac in ber Ausstellung „Mutter unb Jftnb' im stäbtischen Saalbau geriet vorgestern abenb ein Film in Branb. Das Publikum strömte ben Ausgängen zu. Durch ben Branb wurde ber Apparat schwer bcschcibigt unb ber Film vernichtet. Der Schaben wirb auf etwa 1000 Mark Worms, 18. März. An der Lebe n b a h n Guntersblum — Osthofen wurde von unbekannten Tätern ein 3 Meter langer Kilometerstein auf die Schienen gelegt. Das Unheil wurde rechtzeitig entdeckt, ehe ein Unglück geschehen war. Die Reichsbahn hat 7ür Die Entdeckung der Tater eine Belohnung von 100 Mk. ausgesetzt. Preußen. Wetzlar, 18. März. Die Hauptversammlung Des Kreiskriegerver- b a n D e s war aus allen Teilen deS KveiseS jegliche Beleuchtuna fehlte, außer daß bei BrLn- Den an Den Eckhäusern Laternen angebracht würben. Breslau verordnete daher 1516, daß nie- manD deS Abends sollte auf den Ring (D. L Markt) oder in die Gassen gehen ohne Licht — wenn Die Glocke geschlagen. Ds Durfte nicht mehr Schlitten gefahren werden, wenn eS dunkel war und jeDes Geschrei war verpönt. Die Nachtwächter hatten Dienst von 7 Ufcr abends bis 5 Uhr früh. 3m Sommer, von Walburgl bis Michaeli, von 10 Des Nachts bis 3 Uhr. Auch Den HunDen war Der Ilmtrieb nächtlicherweile unterlagt, und wer auf Den Gassen Unruh stiftete, wurDe ins Loch gesteckt oder muhte Buße zahlen. Es gab zwar keine Numerierung der Häuser, aber benannt waren Gassen und Plätze immer, gewöhnlich nach Dem Gewerbe, daS sich Darinnen ansässig gemacht, nach der Hantierung, Die Dort getrieben wurDe. Daher noch heute Die verschie- Denen Schmied-, Gerber-. Färber-, Tuchmacher-, Schustergafjen u. a. m. Brach ein Brand aus, so trat Der „Sch.^r- wächter" sein Amt an, Der nach Dem BranDstiftcr und nach Dieben, durch Die günstige Gelegenheil gelockt, forschen muhte. Der Büttel hielt Wache, daß nichts gestohlen WurDe. Lohnfuhrleute unk Müller muhten Wasser herzufahren, auch Det StaDtfischer toarD herangezogen. UnD zuDeni waren zum Löschen verpflichtet eine bestimmte Menge Leute, wie die gemeinen Frauen, Die 2lblaDer. Wagknechte, (Zimmerer und Maurer, und Die Löschmeister unD Bader hatten samt ihrem Gesinde auf Dem Plan zu erscheinen. Die Schützen traten an. unD in das mit Kerzen, Fackeln unD Laternen erhellte Rathaus kamen Die zwei Bürgermeister samt Den Ratsherren. Die SölDner, so man Deren beDurfte, versammelten sich z. B. in Nürnberg am „schönen (Brunnen“ und warteten, bis man sie rief. Dinier r Me ha: Schwalöm ulttn Dai iugeleS madjimg nich« ben bem 15.’ Wasserbu Mie, b diese Vor Ginlragur Wasserbai isischereib! ,ju Prolok Nachweije ein oollstö bekannten (fhttragun hinderlich ch. ßi laß seines hiesige hranz ein sich einer puntt der Dreiailett Der Ceihr born-Stei wie die gen land Ausnahm ü. * J vi-M onddck Strich M? 9\ ün verl Äu! e" Äblar. es tmii schloß iu/ngeI Ä / iniDetr stand n Kamera vunkl N der J fühM^ sorgeeiol tffffltn t q®a n 0* * * * 5 eiettro jirfe des Mtzlar g btnlen Zeiipunkl im Are'le slallateurl nung an. ösfenll'chl t r a g u n stark besucht, so daß der Saal tm Sfrotd Kaltwafser bis auf den letzten Platz beseht war. Der neue Verba ndsvorsihendo, Kamerad Schlott, konnte n a. den Vertreter der Geschäftsstelle der Pro- vinzialgruppe Rheinland der Kriegsbeschädigten und den Lcmdrat begrüben. Rach dem Geschäftsbericht zählt der Verband 2064 Mitglieder gegen 1797 Ende 1924. 37 Kameraden hat der Verband tm verflossenen Jahr durch den Lod verloren. Auf ein ZOjähriges Bestehen blicken die Vereine Aßlar, Raubvrn, Diefenbach und Wetzlar zurück, es wurden ihnen die Fahnenmedaillen am schwarzweihen Bande verliehen. Die Iahresrech- mmg ergab eine Gesamteinnahme von 1559 Mk., irebst einem Guthaben bei der Kreissparkasse im Betrage von 381,94 Mark. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. Gin Vortrag des Kameraden Heil- Braunfels über „Die Kriegervereine und das alte Heer" stand im Mittelpunkt der Tagung. $um Schlüsse verbreitete sich der Vertreter der Provinzialgruppe in ausführlicher Weise über Zweck und Ziel der Fürsorgeeinrichtung. 0 Wetzlar, 18. März. Im Anschluß an die Meldung in der Nr. 64 des „Gießener Anzeigers" erfahren wir von gut unterrichteter Seite, daß die Zwangsinnung für das Spengler- und Elektroinstallateur-Handwerk im Bezirke des Kreises Wetzlar mit dem Sitze in Wetzlar gemäß Anordnung - des Regierungspräsidenten zum l.Mai 1926 errichtet wird. Von dem Zeitpunkt ab gehören alle Gewerbetreibenden, welche im Steife Wetzlar das Spengler- und Elektro-In- stallateurhandwerk betreiben, zwangsläufig der Innung an. — Der Bezirksausschuß zu Kovlenz veröffentlicht eine Bekanntmachung, die die Ein - iraaung von Fischereirechten in das W a s s e r b u ch behandelt. Nach der Bekanntmachung erlöschen bestehende Fischereirechte, die nicht dem Eigentümer des Gewässers zustehen, mit dem 15. April 1927, wenn die Eintragung in das Wasserbuch nicht bis dahin beantragt wird. Auf Rechte, die im Grundbuch eingetragen sind, findet diese Vorschrift keine Anwendung. Der Antrag auf Eintragung in das Wasserbuch ist entweder bei der Wasserbaubehörde (Bezirksausschuß) oder bei der Fischereibehörde (Bürgermeister) schriftlich oder zu Protokoll zu stellen. Dem Anträge sind die zum Nachweise des Rechtes dienenden Urkunden sowie ein vollständiges Verzeichnis der dem Antragsteller bekannten Personen beizufügen, denen die mit der Gintragung verbundene Vermutung der Richtigkeit hinderlich sein würde, Rechte geltend zu machen. ch. Lühe ll in denn, 18. März. Aus Anlaß 'eines 40jährigen Bestehens veranstaltete der hiesige Gesangverein in der Gastwirtschaft Franz einen Unterhaltungsabend, der sich eines guten Besuchs erfreute. Den Mittelpunkt des Abends bildete die Aufführung eines Dreiakters, die reichen Beifall fand. Die unter der Leitung des Dirigenten Sommer. Watzenborn-Steinberg, gebotenen Gesangsvorträqe, sowie die reichhaltigen musikalischen Darbietungen sanden gleichfalls wohlverdiente beifällige Aufnahme. t s- Sakko-Anzüge Ulster Paletots Sport-Anzüge Lodenmäntel Gummimäntel Windjacken Breeches Hosen Beste Qualitäten Billigste Preise Große Auswahl MM GIESSEN GIESSEN Marktplatz-Schulstraße Marktplatz-Schulstraße 2508a Die Hoffnung Tausender erfüllen wir mit unseren billigen Schuh-Angeboten Wthner. 2503D Marktstraße .Gießen 8 Schaufenster geben Ihnen ein Bild unser überaus reichen Auswahl ü 2510a vergeben werden. 01935 Der Festausschuß. l.Vors. Größer. 4 *■ C 1 2 5 22 60 4. 5a* 5b. ganze! Leben lugend tLlimbach, den 1?. März 1926. Hessische Bürgermeisterei Climbach. Prise Dr.Sohröders Aufbau- Salz e * rag. 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Der Oberbürgermeister. Wohlfahrtsamt. Abteilung Jugendamt. Dr. Frey. Kleiakur 1.20 GroBkur 3 - in Apotheken and Drogerien za habdn Vltamln-Nährsalz-Ges. m. b. H. Hamburei • Benerelv rtr.: A. Daniel, Cassel, Steinwegi, Tel. 5770 e. Äebeaanschlnß 2113. 5s Die Bedingungen ... _____ Termin bekanntgegeben. Das Holz ist mit Linde gemessen. Die Angebote sind Verschlossen, nach Klassen getrennt pro Festmeter biS zum Teimtn einzureichen, wo alsdann die Eröffnung im Rathaus statt mdet. Brennabor- Kinder- und Klappwagen billigste Preise o. größte Auswahl 1865D Aug. Kilbinger Stück 2. ÄL 3,34 Fstm. .3. pL * sprechen für sich selbst. 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Von dieser Gruppe waren besonders bie Werte des Siemenskonzerns begehrt und wesentlich höher. Das Ausland beteiligte sich ebenfalls am Geschäft, namentlich die Schweiz. Ferner übertrug sich das Interesse für Schiffahrtsaktien auch auf die heutige Börse. Die Kurssteigerungen setzten sich zwar nicht in dem gestrigen Umfange fort, dock konnten die Werte um weitere 1 bis 2 Prozent anziehen. Weiter bestand etwas Interesse für Farbe n w e r t e und die unnotierten Kaliaktien. Die amtlich notierten Kaliwerte lagen zwar auch fest, aber ruhig. Die Geschäftstätigkeit an den sonstigen Märkten war gering, die Kursoeränderungen hielten sich daher in engen Grenzen. Die Gesam11en - d e n z kann somit als behauptet, für die Spezi a l w e r t e als fest bezeichnet werden. Am Geldmarkt hält die Flüssigkeit an und nimmt eher noch zu. Die offiziellen Sätze für Tagesgeld waren 5 bis 6 Prozent. Im Deoifenverkehr lag Paris gegen London eher etwas abgeschwächt. Nordische Valuten waren erholt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. März. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 26,75 Mk.; Roggen, inländischer, 17,50 bis 17,70; Sommergerste für Brau zwecke 20 bis 24; Hafer, inländischer, 19,25 bis 21,50; Mais, gelb, 17,50 bis 18; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 40,25 bis 40,75; Roggenmehl 26 bis 26,25; Weizenkleie 9,35 bis 9,50; Roggen fiele 10 bis 10,25 Mk. Tendenz: befestigt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 18. März. Nachdem gestern in den späten Abendstunden überraschenderweise für Roggen eine Aufwärtsbewegung einsehte hinsichtlich der für Freitag endgültigen Schlußver- handlungen über die Roggen-Valorisation, sowie der wahrscheinlichen Schaffung eines Einfuhrmonopols, machte diese Entwicklung heute weitere Fortschritte. Auch Weizen hinsichtlich der merklich gesteigerten argentinischen Forderungen,, der weiteren höheren Liverpooler Anfangsmeldungen und auch wegen der Monopolerwartungen ziemlich beträchtlich befestigt. Diese Stimmung übertrug sich auch auf den Terminhandel, für Weizen um 4 Mark höhere Dortagskurse bewilligt wurden. Roggen erzielte ein Aufgeld von 4,50 Mark. Im übrigen waren auch Gerste und Hafer von dieser Bewegung begünstigt, während Mehl noch nicht allzugrohe Umsätze hatte. Futtermittel ohne beachtenswerte Veränderungen.. Es notierten per 1000 Kilo: Weizen, märf, 254 bis 258; Roggen, märf., 156 bis 160; Gerste, märf., 166 bis 190; Futtergerste 138 bis 152; Hafer, märf., 163 bis 173; per 100 Kilo: Weizenmehl 32,75 bis 36,50; Roggenmehl 22,50 bis 24,50; Weizenkleie 10,20 bis 10,30; Roggenkleie 9 bis 9,30; Viktoriaerbsen 25 bis 31; kleine Speiseerbsen 23 bis 25; Futtererbsen 19 bis 21; Peluschken 20 bis 21; Ackerbohnen 20 bis 21; Wicken 23 bis 25,50; Lupinen, blau, 11,50 bis 12,50; Lupinen, gelb, 14 bis 14,50; Serradelle (alt) 16 bis 21; Serradelle (neu) 26 bis 29; Rapskuchen 14,50 bis 14,70; Leinkuchen 18,20 bis 18,50; Trockenschnitzel 8,40 bis 8,60; Kartoffelflocken 13,70 bis 14; Sohaschrot 18,50 bis 18,60 Mark. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 17. März. Ein Drogist, ein Kaufmann, ein Handlungsgehilfe, alle von hier, die beiden elfteren wegen Diebstahls bereits bestraft, hatten sich wegen Betrugs, Urkundenfälschung und schweren Diebstahls zu verantworten. Sie waren im wesentlichen geständig. Ilm sich Lebensmittel zu verschaffen, die sie ebensogut rechtmäßig hätten erwerben können, hatten sie Urkunden gefälscht und hiesige Geschäftsleute beschwindelt; ferner hatten sie mittels Einbruchs Gegenstände von nicht erheblichem Wert gestohlen. Wegen der verhältnismäßigen Jugend der Täter wurden mildernde Umstände angenommen. Strafen: sieben Monate zwei Wochen, neun und fünf Monate Gefängnis. Gegen einen Unteroffizier des hiesigen Regiments wurde wegen Fahnenflucht auf zehn Monate Gefängnis und Dienstentlassung erkannt. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen Arbeiter aus Hartmannshain wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Mangels ausreichenden Beweises erfolgte, dem Antrag der Staatsanwaltschaft gemäß, Freisprechung. Ein Jahr neun Monate Gefäng- n i s wegen Untreue erhielt ein Bevollmächtigter landwirtschaftlicher Genossenschaften aus Büdingen Unter grobem Dertrauensmißbrauch hatte er feine Stellung dazu benutzt, die von ihm vertretenen Genossenschaften um erhebliche Summen zu schädigen. Wegen der Ehrlosigkeit seiner Handlungsweise wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf zwei Jahre aberkannt. Vüchertisch. — Verzeichnis der Wissenschaftlichen Arbeiten der Dozenten der Technischen Hochschule Darmstadt. Von Januar 1922 bis Oktober 1924. Heft 2 der Schriften der Hessischen Hochschulen (Technische Hochschule Darmstadt), Jahrgang 1925. Continental « Regenmäntel, Regenhüte und Sportbekleidung, gummiert und imprägniert, fiirDiroen,Herren u.Kinder. So gui 'S Continental Die tolle Herzogin. Roman von E r n st Klein. Copyright by Carl Duucker, Verlag, Berlin. 20. Fortsetzung Nachdruck verboten. 12. Kapitel. In Gloria stürmten zwei Empfindungen gegeneinander — das Entsetzen über die Tat und das Mitleid mit der Täterin. Doch die „tolle Herzogin" war teilte von den Frauen, welche sich umwerfen lassen. Sie fühlte — hinter dem Geständnis ihrer Schwester steckte noch ein Geheimnis. Alles mutzte sie wissen--! Sie lief; sich neben Grace nieder, zog sie an sich. „Du mutzt mir alles sagen. Grace!" sprach sie ruhig und eindringlich. ..Wenn du willst, datz ich dir steifen soll." „Ich kann nicht!" stöhnte die unselige Frau. „Es ist zu schmachvoll —! Ich — ich —" Wieder fuhr die Erregung über sie. Ritz und zcrrle an ihr. erstickte ihre Stimme--. Geduldig hielt Gloria sie, lictz den neuen Anfall sich austoben. Ihre Nerven waren selbst am Reitzen, doll) sie dachte an den Vater — an den Vater drinnen im Hause, an die Schwester neben ihr. Sie mutzte ruhig bleiben. Mutzte sich die Klarheit des Denkens bewahren — Lange dauerte cs, bis Grace sich überwunden hatte. Ganz allmählich löste sich der Krampf von ihr — müde, mit gebrochener, noch immer nicht befreiter Stimme hob sie an: „Gloria, wenn du wüßtest, wie recht du kürzlich mit deinen Vorwürfen gehabt hast! Ill) bin leichtsinnig, gefallsüchtig — alles, was du willst. Ich habe Schuld daran, daß Harald mich verlassen hat! Gloria, ich schwöre dir, ich war nicht schlecht! Ich habe kokettiert, ich habe geflirtet, es hat mir ein Vergnügen bereitet, mit den Männern zu spielen — — aber mehr stabe ich mir nicht vorzuwerfen, Gloria! Auch bei Rutherwall nicht. Glaubst du mir, Gloria?" Gloria sah sie an. Ernst war der Blick, beinahe fall. Für die kleinen Sünden und Verbrechen, deren sich ihre Schwester da anklagte, hatte sie kein Verständnis. „Sprich weiter!" sagte sie. Grace warf einen schüchternen Blick zu ihr hin. Doch nur Strenge und Härte sah sie in dem schönen, dem sonst so freundlichen und frosten Gesichte! — „Sprich weiter! Komm zu den Tatsachen, denn ich meine, wir werden schnell handeln müssen." „Ich habe — Gloria--du darfst mich ja nicht nach dir beurteilen--" „Wir sprechen jetzt nicht von mir, sondern von dir. Ich will dir nur das schmachvolle Gestehen ersparen. Du hast dasselbe Spiel, wie mit den anderen, auch mit Las Valdas angefangen, und du hast nun einen hohen Einsatz dafür zahlen müssen. Ist es nicht so?" Grace nickte, sie ballte die kleinen Hände und preßte sie auf ihren Knien zusammen. „Konnte ich denn ahnen, daß er ein solcher Schurke ist? Datz er nur darauf ausging, mich in ein Falle zu locken?!" „Du hast das Dokument für ihn — — gestohlen?" Ähre ganze Verachtung preßte Gloria in dieses eine Wort. Brennende Röte der Scham flog über die bleichen Wangen ihrer Schwester. „Hakst Mitleid, Gloria!" flehte Grace. ,,3d) bin wahrstaftig gestraft genug--" „Weiter! Was will er mit dem Dokument? Ich kann mir nicht denken, daß es für ihn oder seine Gesandtschaft Bedeutung haben sollte, vielleicht arbeitete er für jemand anderen, größeren?" ,Lch weiß es nicht, Gloria — ich weiß es nicht — ich weiß nur, datz er mich gezwungen hat, heute nacht dieses Dokument aus dem Schranke zu nehmen--" „Das verstehe ich nicht, Grace", sagte Gloria kopfschüttelnd. „Dich gezwungen? Wie kann dich ein Mensch zu einer schändlichen Handlung zwingen?" Grace würgte und würgte an der Antwort, sie fürchtete sich, der Schwester die Torheit einzugestehen, die sie jenem Manne wehrlos ausgeliefert hatte. Das Weib fürchtete sich vor der Verachtung des Weibes. „Er hat — ich--mein Gott. Gloria-- ich habe geglaubt, es ist ein Spiel. Eine Unterhaltung — allbarmherziger Gott, man kann doch einmal einem Manne schreiben--!" Gloria sprang auf. Der Zorn riß sie in die Höhe, sie mußte an sich halten, um die Schwester nicht zu schlagen! „Du — du!" rief sie. „Du bist wirklich schlechter, als ich je gedacht habe! Du willst mich glauben machen, du hättest dir nichts weiter vorzuwerfen als leichtsinnige Tändelei. Wie müssen die Briefe aus- scheu, die du an Las Valdas geschrieben hast, wenn er dich durch sie zwingen kann, zur Diebin an deinem eigenen Vater zu werden? Aber selbst das, Grace — stast du bedacht, was du dem Vater ankust, wenn du jenem Manne das Dokument auslieferst? Hast du nicht daran gedacht, welchen Verlust und welche Schmach du ihm dadurch zufügst? Ich wäre eher in den Weiher da gegangen!" Grace antwortete nicht, unter der Wucht dieser Anklagen versank ihr letzter Rest an Mut. Run war sie wirklich nichts anderes mehr als ein unglückliches Weib, das schwer für seine Vergehen zu büßen hatte. In dieser furchtbaren Minute sah sie sich in dem erbarmungslosen Spiegel der Wahrheit. Sah sich so, wie sie war — nicht, wie sie sich bis jetzt selbst vor- gespiegelt hatte. In dem Herzen selbst dieses leichtsinnigen, oberflächlichen Geschöpfes stand ein Altar, an dem sie ein Heiligtum verehrte — wirklich aufrichtig und liebevoll verehrte — den Vater. Als sie, durch die brutalen Drohungen des Portugiesen gezwungen, ui der Nacht in die Bibliothek huschte und den Diebstahl beging, dachte sie nur an sich. Was war ihr dieses Dokument, das sie nicht einmal ansah! Für sie war es nur das Mittel, durch das sie die vier Briefe zurückbekam, die sie sich von Las Valdas hatte abschmeicheln lassen. Nicht einen Moment dachte sie an den Vater. Selbst dann nicht, als sie in sein Schlafzimmer glitt und den Schlüssel von dem Brette neben seinem Bette nahm. Selbst dann nicht, als sie nach vollbrachter Tat den Schlüssel wieder zurückbrachte. Der Vater hatte so ruhig geschlafen, so ahnungslos--und jetzt--und jetzt-- Plötzlich fuhr sie auf. Sie erinnerte sich, sie hatte ja noch das Dokument! Las Valdas hat es ihr ja zurückgegeben. Mit zitternden Händen holte sie es aus der Taille hervor und hielt es der Schwester hin. „Vielleicht", flüsterte sie zaghaft flehend, „ist der Schaden nicht so groß. Er hat das Dokument nur abgeschrieben und es mir dann wieder zurückgegeben. Ich wollte es heute früh wieder in das Kuvert stecken, ober — Gloria — Gloria, es gibt wohl einen Gott im Himmel, der hat meine Tat gesehen, und er wollte nicht, daß ich unaeftraft dafür bleibe. Heute morgen, als ich in die Bibliotstek hinunterkam, war Graham schon am Schreibtisch. Weißt, du, ich habe nämlich den Schrank absichtlich offen gelassen, um das Papier wieder an Ort und Stelle legen zu können. Las Valdas hat mir das gesagt — er wollte sich ja nur eine Abschrift machen, und das Dokument sollte wieder an seinen Platz kommen--" „Damit der Betrug nicht gemerkt wird?" knirschte Gloria! „Du bist nicht nur schlecht, Grace, du bist auch dumm!" Wer hätte das sonst wagen dürfen, so zu Grace, der Tochter des Lord Burnstam, der Gemahlin Lord Nevilles, zu sprechen! Selbst Gloria hätte ihr dieses Wort nicht bieten dürfen, das sich so ätzend in ihre Eitelkeit bohren mutzte. Aber jetzt war nur ein verzweifeltes Stöhnen ihre Antwort. „Gloria — du — eine Frau, die für die heiteren Seiten des Lebens keinen Sinn hat--" „Was weiht du davon", rief Gloria. „Ich wünschte, du wußtest etwas mehr von den heiteren Seiten, wie ich sie kenne. Schamlose Flirts und törichte Spielereien sind allerdings nicht nach meinem Geschmack und Verständnis. Aber es gibt noch andere Freuden als einen gut angezogenen Mann, der sich hinterher als Schurke entpuppt. Doch weiter, Grace —! Du hast also das Dokument! Hat der Vater den Verlust schon bemerkt?"^ — „Das ist es ja!" schrie Grace in ihrer Verzweiflung heraus. „Graham muß ihm gleich das Verschwinden gemeldet haben, denn als ich etwas später wieder hinunterkam, war er bereits selbst in der Bibliothek — und — an feiner Haltung konnte ich sehen — — es war schrecklich, Gloria!" Gloria hielt das unselige Blatt Papier In den Händen. Sie öffnete es nicht, selbst jetzt wollte sie nicht wissen, was ihr Vater ihnen nicht mitzuteilen für aut befunden hatte. Aber ein Gedanke schob sich langsam in ihr empor, ein Gedanke, der wenigstens nach einer Seite hin etwas Hoffnung versprach. Konnte man das Dokument nicht irgendwie in die Bibliothek zuruckschaffen? Den Anschein erwecken, als sei es nur verlegt gewesen? Da mußte sich bann der Vater wenigstens beruhigen — — Mit Las Valdas konnte man später fertig werden. (Fortsetzung folgt.) Vermählte Gießen, den 20. März 1926 2528V iiiiiinuiimimiiinimmiiiminiimuniiniuiiiiniiiiiHiiiimniimiiiiimiiiiiiiiimmniiniiiiiiummiii Weidemanns Schuhe Eingang Ecke Volksbad. Kein Laden. Halb- und Spangen- Stiefel,Halbschuhe,in Stiefel Ausschneiden! Aufbewahren! Große Auswahl in allen Preislagen 2504a 90 StWitas Konrad Weidetuaun, Sellersweg 71 11 Ji t e ck t ifHiiiiiiiiiuiiiuimimiiiiiiuiiiimiiiuifHiiiiiiiiiuiiiiuuiiiHiHiiiiiiiiHiiimiuiiiuiiiimmiiiHiiinuiiii JL B. Häuser - Gießen Neustadt 56 Fernsprecher 660 PERFIOR Frühe und späte * 1 tt.fi SOtt schuhe, mod. Formen in Schwarz, Braun, Lack- und Wildleder Halb- und Spangenschuhe in Landwirtschaftsrat Dr. Schneider und Frau Annemarie geb. Schäffer Braun Schwarz Lack KRAEMEk u. FLAMrfEk HEILBRONN AN Schwarz, Braun und Lack Handelsschule J. Kunzeimann Güßen, Bahnhofstr 60 vorm. Hermes Neue Kurst 20. April. Heinrich Hochstätter Brandplatz 1, gegenüber dem Alten Schloß Knaben-Agraffen-Stiefe! in Schwarz u. 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