Samstag, 18. September 1926 176. Jahrgang Nr. 219 Erstes Blatt Erscheint täglich,anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech ans chlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen, voftfchecttonto: firanffurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesten vrvS und Verlag: vrühl'lche Univerfitüts-Vuch- und 5teindruckerei ».Lange in Gießen. §christ!eitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mra Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20"/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An- zeigenteU i.Dertr. H.Beck, sämtlich in Gießen. Die Zusammenkunft von Thoiry Vriand und Stresemann verhandeln über eine „Gesamtlösung" des deutsch-französischen Problems. Städte und Zlnanzreform. Stettin, 17.Sept. (WTB.) Der Haupt- ausschuh des Deutschen Städtetages ist zu einer Tagung zusammengetreten, um zu wichtigen kommunalen Fragen des Tages Stellung zu nehmen, sinter den zcchlreichen Gasten bemerkte man u. a. den Reichsminister Dr. Külz und den preußischen Minister des Innern Severing, sowie den früheren Reichswjrtschastsminifter Hamm, geschaftsführendes PrLsidialmitglied des Deut- sehen Industrie- und Handelstages. Der Präsident des Deutschen Stadtetages, Dr. Mulert, erstattete über die Frage der Finanzreform einen eingehenden Bericht, worauf in der Aussprache der preußisch« Innenminister Severin betonte, daß er den Kommunalverwaltungen dazu verhelfen werde, örtliche Zuschläge zur Einkommensteuer zu bekommen. Die ftnan- zielle Selbstverwaltung der Gemeinden müsse unbedingt wieder hergestellt werden. Einen großen Anteil an der Wiederherstellung geordneter Zustände nach dem ungeheuren Zusammenbruch hätten die Gemeinden durch die Anlage von Spiel- und Sportplätzen und Stadien im Dienste der körperlichen Ertüchtigung. Die Ausgaben dafür seien jedenfalls wertvoller und mehr zu begrüßen als die Gewährung von Schadenersatz für Tumulte. Der Minister betonte zum Schluß unter lebhaftem Beifall nochmals, daß er als Minister wie als Parlamentarier die Interessen der Gemeinden im Sinne der Selbstverwaltung vertreten werde. Relchsminisler des 3nncm Dr. erklärte, daß er sich als Treuhänder der Interessen der Gemeinden betrachten wolle. Die ganze Finanzgesetzgebung sei völlig unorganisch geworden. Runmeyr gelte es. eine organische Entwicklungsperiode einzuleiten und die endgültige Scheidung der Steuerquellen bzw. die endgültige Fixierung des Anteils an den Steuerquellen durchzuführen. Werter handele es sich darum, die Selb st Verantwortung der Gemeinden bei den finanziellen Entscheidunaen wieder herzustelleu. Man sei einig in dem großen Ziel, daß der Finanzausgleich zur Doraussehung hat die Abgrcnzi- ng der Zustand'.gkeit und der Funktionen zwischen Rew), Landern und Gemeinden. Gesetzgebung, Regierung und Verwaltung mühten wieder getrennt und von den zuständigen Stellen ausgeübt werden. Auch ihrem inneren Auf- und Ausbau nach müsse es sich um eine organische Gestaltung der (Steuern handeln. Die Hauszins st euer müsse sozial gerecht und wirt sch aftlrch erträglich'gestaltet werden. Ein befriedtgender Ausgleich zwischen Staat und Verwaltung fei unbedingt möglich, wenn man die ganzen Gegensätze behandelt unter starker Betonung der gegenseitigen Lebensinteressen und unter Betonung der Tatsache, daß eine gesunde Wirtschaft die beste Säule eines geordneten Staates ist. Es wurde dann eine Entschließung einstimmig angenommen, in der es heißt: Die Finanzlage der Städte hat sich im Gegensatz zu der des Rrnches in letzter Zeit erheblich verschlechtert. Die Städte fordern daher erneut eine endgültige Regelung des Finanzausgleiches. Reben der Gewährung ausreichender Mittel muß ihnen die R ü ck k e h r z u r v o l l e n Selbstv er antwortlichkeit und die Wiederherstellung der Selbstverwaltung ermöglicht werden. Mit der Reuregelung des Finanzausgleiches ist ein einheitlicher und systematischer Lastenausgleich zu verbinden, bei dem die Verteilung der Mittel unter Berücksichtigung der örtlichen Leistungsfähigkeit und der Belastung mit Pflichtaufgaben nach objektiven Merkmalen zu erfolgen hat. Aenderungen von Reichs- und Landessteuergesetzen, die sich aus den städtischen Haushalt auswitten, dürfen während eines laufenden Rechnungsjahres im Interesse einer geordneten Wirtschaftsführung nicht vorgenommen werden. Die gegenwärtige Regelung der Hauszins- si e u e r kann auf die Dauer nicht beibehalten werden. Ihre Umwandlung in eine ablösbare Rente erscheint auch als geeigneter Weg, um die zur Beseitigung der Wohnungsnot durch eine umfassende Neubautätigkeit erforderlichen Mittel zu beschaffen. 80 bis 90 Prozent der Gesamtaufwendungen der Städte sind gesetzlich oder anderweitig festgelegte Pflichtausgaben, an deren Höhe sie keine unmittelbaren Einwirkungsmögllch'keiten besitzen. Die vielfach geforderte Einschränkung der städtischen Ausgaben ist nur möglich durch Ein schränk ungder A u f g a b e n , der eine entsprechende Aenderung der gesetzlichen Bestimmungen vorangehen muß. Die Städte sind bereit, gemeinsam mit Reich und Ländern an der Verringerung des öffentüd)en Aufgaben- freifes und der unaufschiebbaren Reform der inneren Verwaltung mitzuwirken, um so eine Senkung d e r ö f f e n t l i ch e n L a st e n zu erreichen. Der Reichspräsident in Mergentheim. Mergentheim, 19. Sept. (Sil.) Der Herr Reichspräsident von Hindenburg traf gestern nachmittag 6.50 ilhr zusammen mit dem Reichswehrminister Dr. Gehler zur Teilnahme an den süddeutschen H erbst - manövern in Bad Mergentheim ein. In der Begleitung des Reichspräsidenten befanden sich Mayor von Hindenburg und Oberleutnant von der Schulenburg. Zum militärischen Empfange hatten sich am Bahnhof eingefunden: Gens, 17. Sept. Reichsminister des Aeußercn Dr. Stresemann und der französische Außenminister V r.i an d kehrten von einem gemein- famen Ausflug nachmittags 5.40 Ahr nach Genf zurück. Die mehrstündige Unterredung zwischen ihnen fand auf französischem Boden in Thoiry, einer kleinen französischen Ortschaft im französischen Iura, statt, lieber die Zusammenkunft wurde folgende gemeinsam vereinbarte amtliche Mitteilung ausgegeben: „Der deutsche Reichsaußenminister Dr. Stresemann und der französische Außenminister B r i a n d trafen sich zum Frühstück in Thoiry. Sie hatten dort eine mehr- stündige Unterhaltung, die in herzlichster Weise verlief. 3m Verlauf dieser Unterhaltung prüften sie der Reihe nach alle ihre beiden Länder interessierenden Fragen und suchten gemeinsam nach den geeignetsten Mitteln, um die Lösung dieser Fragen im deutschen und im französischen Interesse und im ©elfte der von ihnen unterzeichneten Vereinbarung sicherzu- ftetten. Die beiden Minister brachten ihre Auffassungen über eine Gesamtlösung der Fragen in Linklang, wobei sich jeder von ihnen oorbehielt, seiner Regierung darüber Bericht zu erstatten. Denn ihre Auffassung von ihren beiderseitigen Regierungen gebilligt werden, werden sie ihre Zusammenarbeit wieder aufnehmen, um zu den gewünschten Ergebnissen zu gelangen. Der Sonderberichterstatter des WTB. erfährt dazu noch folgende Einzelheiten: Die Aussprache dauerte nicht weniger als fünf Stunden und ihre vollkommene Vertraulichkeit war dadurch sichergestellt, daß ihr außer den beiden Ministern lediglich ein Dolmetscher beiwohnte und daß der Ort der Zusammenkunft, über den ein Teil der Auslandprefse die ver- schiedenarttgsten Kombinationen angestellt »hatte, streng geheimgehalten worden war. Verschiedene amerckanische und französische Iournalisten ver- su.-ytm vergebens dyrch Abstreifung der ganzen Umgegend den Ort der Zuiammerckunft ausfindig zu machen. Die Alrtterrebung betraf in der Tat wie das auch der Wortlaut des Kommuniques hervor- hebt, alle zwischen den beiden Ländern bestehenden Fragen, die bisher der Lösung harren. Das Schwergewicht bei dem in dem vereinbarten Kommunique dargestellten Ergebnis liegt vielleicht in der Betonung des Einklanges, der zwischen den beiden Auffassungen über eine „Gesamtlösung" der Fragen erzielt wurde. Es ist bekannt, daß die Auffassung Dr. Stresemanns stets dahin ging, daß nicht die Lösung von Einzelfragen, sondern nur eine Gesamtlösung zu den angestrebten Zielen führt. Das Verfahren für die weitere Behandlung der heute erörterten Aufgaben wird dahingehen, daß zunächst die beiden Minister ihren Regierungen über ihren Gedankenaustausch und die dabei gewonnenen Resultate Bericht erstatten. Das wird bei Briand, der heute einen kurzen Urlaub antritt, etwa Ende September der Fall fein, also ungefähr gleichzeitig mit dem Termin, zu dem auch in Berlin nach Rückkehr der deutschen Delegation die Erörterung dieser Frage gegenständlich wird. Iedenfalls besteht die Absicht, wenn die Billigung der beiderseitigen Kabinette erlangt ist, auf die sowohl Briand wie auch Stresemann hoffen, sofort in die weitere Bearbeitung einzutreten, da eine Gesamtlösung, wenn sie überhaupt angestrebt wird, sobald wie möglich erzielt werden muß. Reichsminisler Dr. Stresemann selbst schilderte seinen Eindruck von der heutigen Zusammenkunft dahin, daß er bei Briand wie stets bisher starkes Verständnis dafür gefunden habe, daß die ganze Situation eine europäische Verständigung fordert, deren Kernstück die deutsch-französische Verständigung sei. Wenn ein Zusammenwirken auf den verschiedenen Gebieten angestrebt werde, so dürf- der Oberbefehlshaber des Gruppenkommandvs II, General der Infanterie Reinhardt, der Kommandeur der 5. Division, Generalleutnant Hasse, der Kommandeur der 6. Division, Generalleutnant Freiherr von Ledebour, der Kommandeur der 7. Division, Generalleutnant Kreß von K r e f s e n st ei n, der Kommandeur der 3. Kavalleriedivision, Generalmayor von Vier- e ck, alle mit den Herren ihres Stabes. Der wütttembergische Staatspräsident Bazille entbot dem Reichspräsidenten herzlichen Willkommengruß und stellte ihm die zur Begrüßung erschienenen Herren vor. Anschließend fuhr der Reichspräsident in Begleitung des Staatspräsidenten Bazille und der übrigen Herren durch das Spalier der Schuljugend und der zahlreichen Vereine zum Kurhaus. Der ganze Weg war von einer dichten Menschenmenge umsäumt, die den hohen Gast durch begeisterte Zurufe begrüßte. Am Kurhaus stand die von der 5. Division gestellte Ehrenkompagnie, deren Front der Reichspräsident abschritt. Am Abend nahm der Reichspräsident an einem ihm zu Ehren veranstalteten Begrühungsabrnd teil. Vor dem Kurhaus brachte eine gewaltige Menschenmenge dem Reichspräsidenten begeisterte Ovationen dar. ten keine Streitfragen zwischen den beiden Ländern offenbleiben, welche fortgesetzt die Annäherung hemmen. Als seinen Gesamteindruck bezeichnete der Minister den einer außerordent- lichen Befriedigung über den ganzen Lauf der Besprechungen. Auch Briand, der heute abend 1/210 Uhr Genf verläßt, um ebenso wie der gestern nach Genua abgefahrene Chamberlain sich eine kurze Erholung zu gönnen, empfing im Lause des Abends für einige Minuten Die Presse, um ihr in ähnlicher Weise wie Dr. Stresemami seine Eindrücke und Empfindungen mit Bezug auf die Zusammenkunft von Thoiry auszusprechen. Auch er hat es natürlich vermieden, auf Einzelheiten einzugehen, für deren Erörterung der Zeitpunkt heute noch nicht gekommen sei. Der Genfer Havasvertreter erfiärt hierüber: Die Zukunft her deutsch-französischen Beziehungen, so, wie sie Dr. Stresemann und Briand auszufassen scheinen, hängt atfo nicht mehr allein von ihnen, sondern von den Regierungen ab, denen sie angehören. Rach der Auffassung Driands wie auch nach derjenigen Dr. Sttesemanns, werden die in Gens und Thoiry eingeleiteten Besprechungen mehr oder weniger von Erfolg gekrönt sein, je nach dem diese in den beiden Ländern Ermutigung finden. Es werden neue Besprechungen stattfinden, jedoch nur dann, wenn die beiden Außenminister die Billigung ihrer Regierungen finden, Briand und Dr. Stresemann werden in diesem Falt Gelegenheit haben, sich in den ersten Dezember- Wochen in Genf bei der nächsten Völkerbundstagung zu treffen. Iedvch ist es auch möglich, daß, wenn es der Stand der Verhandlungen erlauft, sich die beiden Staatsmänner vor diesem Zeitpunkt entweder in Paris oder anderswo trefe?- Briand hat mit seiner Befriedi- g*u u g über di« Fühlungnahme mit dem deutschen Außenminister in Genf nicht zurückgehalten. Sett dem Beginn seiner Besprechungen mit Dr. Stresemann hat er bei jeder Gelegenheit dessen große Korrektheit und vollkommene Loyalität anerkannt, Tleberdies werden die in Genf und in Thoiry abgehaltenen Besprechungen, wenn es die Regierungen für angezeigt halten, die erste Etappe auf dem Wege zu einer engeren Zusammenarbeit auf allen Gebieten zwischen den beiden Ländern darstellen. Polens Wahl in den Rat. Die Haltung der deutschen Delegation. Berlin, 18. Sept. (Eigene Meldung.) Mit der Wahl Polens in den Völkerbundsrat unter Zusicherung der Wiederwählbarkeit nach Ablauf des auf drei Iahre bemessenen Mandats hat das große Intriguenspiel um die Ratssihe fürs erste endlich seinen Abschluß gefunden. Die deutsche Delegation hat die Wahl Polens, die keinesfalls zu verhindern war, benutzt, um durch eine große Geste den Willen Deutschlands zur friedlichen Zusammenarbeit mit den Polen kund zu tun. Obwohl die Wahl selbst streng geheim vor sich ging, weih man doch, daß die deutsche Delegation und die ihr nahestehenden Mächte für die Zuerteilung eines sogenannten halbständigen Ratssitzes an Polen gestimmt haben, wodurch die Mehrheit für dieses Land so überraschend groß wurde. Darüber hinaus lag andererseits aber für die deutsche Delegation kein Grund vor, auch in der Frage der Wiederwählbarkeit den Polen bei ihrer unfreundlichen Haltung gegenüber Deutschland entgegenzukommen. Polen ist im übrigen das einzige Land, dem die Wiederwählbarkeit zugesprochen wurde, was offenbar auf eine Rücksichtnahme gegenüber Spanien und Brasilien zurückzusührcn ist, denen man die Rückkehr in den Völkerbund nicht nur nicht verbauen, sondern möglichst leicht machen will. Jur Rede Dr. Silverbergs. Berlin, 17. Sept. (WTB.) Der Gewerkschaftsring deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Deamtenverbände nahm in einer erweiterten Vorstandssitzung Stellung zu der auf der Dresdener Tagung des Reichsverbandes der deutschen Industri e durch Dr. Silver- berg aufgeworfenen Frage einer Verständigung zwischen Arbeit ge bern u n d Arbeitnehmern. Voraussetzung dafür sind für den Gewerkschaftsring: Vorbehaltlose Anerkennung der Gewerkschaften als Vertreter der Arbeitnehmer, endgültige Verzicht- Lüftung aus älnterstühung und Begünstigung der sogenannten wirtschaftsfriedlichen Verbände und Werkgemeinschaften, Anerkennung des Tarifvertraggedankens und des Schlichtungswesens, Anerkennung der Erhaltung und Weiterführung der Sozialpolitik. Unter diesen Voraussetzungen ist der Gewerkschaftsring zu einer den heutigen Dolksstaat bejahenden Verständigung bereit. Wenn es also 9em Reichsverband der Deutschen Industrie mit seinem au der Dresdener Tagung ausgesprochenen Angebot ernst ist, muß zu diesen Fragen eine klare unzweideutige Stellungnahme erfolgen. politische Rebenschauplötze. Nachdem auf der Hauptbühne der Polltik in Genf nach der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund und der, wenigstens vorläufigen Lö- ung der Ratskrise für einige Zeit Ruhe eingetreten ist, ist es angebracht, sich wieder in erhöhtem Maße den Nebenschauplätzen des politi- chen Welttheaters zuzuwenden. Auf allen ist die Lage im Augenblick kritisch genug, um in jedem Augenblick neue diplomatische Verwicklungen, ja ogar kriegerische Ereignisse von unabsehbarer Tragweite zu zeitigen. Da ist einmal China, das an räumlicher Ausdehnung und Bevölkerungsdichte gleich ungeheure Reich der Mitte, das nun chon seit mehr als einem Jahrzehnt in blutigen Bürgerkriegen um die Befreiung von fremden Vormündern und um die Gestaltung einer neuen modernen Staatsform ringt. Gerade die letzten Wochen, in denen unsere Blicke ausschließlich nach Genf gerietet waren, haben geze gt, wie außerordentlich kritisch die militärische owohl wie die politische Lage in China steht. Neben dem Bürgerkrieg, neben den Kämpfen chinesischer Kondot- tieri um den Besitz der Zentralgewalt und um die Macht in den einzelnen Provinzen, von deren Ausdehnung man sich in Europa kaum einen Begriff machen kann, läuft das Ringen der großen Mächte des Stillen Ozeans, von denen eine jede Gruppe bestrebt ist, die Neugestaltung des chinesischen Reiches in ihrem Sinne zu beeinftussen. Es konnte nicht ausbleiben, daß die Mächte Verbindung suchten mit den chinesischen Marschällen, die ihrerseits bei dem chronifchen Geldbedarf, den der Krieg mit sich bringt, nur allzu gerne auf die Kassen und Munitionslieferungen der Großmächte zurück, griffen. Sie alle wohl glauben, sich im entscheidenden Augenblick ihrer Helfershelfer und deren politischen Aspirationen entledigen zu können, um frei und unbeschwert ihr persönliches Ziel zu erreichen. So sehen wir in Nordchina den Marschall T s ch a n g - t s o - l i n um den festen Kern der Mond- schurei eine gewaltige Macht entfalten, deren Rückendeckung Japan übernommen hat. In Mittelchina, aber unabhängig von der gänzlich machtlosen Zentralregierung in Peking, hatte Marschall W u - pei - fu um das fruchtbare Tal des Pan^fekiang, mit feinen großen Zusammenballungen hochent wickklter chivefischel? Industrie, in fta p f a ü , Wul- schang und Nanking eine starke Armee konzentriert, der England seine Unterstützung lieh. Im Süden des Reiches, von Kanton aus, Haven wir eine Bewegung entstehen sehen, die in ihren sozialen Zielen dem russischen Bolschewismus äußerst verwandt, sich nach dem Tode ihres großen Führers Dr. Sun- Pat-fen zu einem starken, durchaus fremdenfeindlich eingestellten Nationalsozialismus umge- ftaltet hat. Diese Partei, die sogenannte Kuoming- t a n g , hat mit Unterstützung sowjetrussischer Offiziere ein großes, schlagkräftiges Heer ausgestellt. Den Russen nahe stand auch der sogenannte „christliche General" Feng-jn-siang, der nach den für ihn unglücklich verlaufenen Kämpfen am Nankaupaß, sich vor den damals verbündeten Generalen Wu- pei-su und Tschang-tso-lin auf die russischen Linien zurückgezogen hatte und später vom Kriegsschauplatz gänzlich abgetreten ist. Neue Kämpfe sind nun entbrannt zwischen der unter der Führung Tschang-kai-scheks nach Norden vorgedrungenen Kantonarmee und dem Marschall W u - p e i - f u. Es ging um den Besitz der bedeutenden Industrie- und Handelszentren am unteren Pangtsekiang, Wutschang, Hankau und Haniang, zugleich aber auch um den Besitz der großen Muni- tionsdepots bei Hankau, dem größten Waffenarsenal Chinas. Wenn es auch schwer fällt, bei den zumeist widersprechenden und nach den einzelnen Parteilagen gefärbten Nachrichten aus China, sich ein richtiges Bild über die wahre Kriegslage zu machen, so scheint es doch — wie auch englische Zeitungen zugeben müssen — daß W u - p e i - f u , Englands Schützling, von der Kantonarmee geschlagen ist und die Aanatse-Städte hat räumen müssen. Damit breitet sich also die Herrschaft der Kuomingtang, die dem Einfluß der fremden Mächte einen starken chinesischen Nationalismus entgegenzusetzen gewillt ist, auch auf Zentralchina aus. Der Boykott englischer Waren, der unten vor Hongkong den britischen Kaufleuten bereits empfindlich geschadet hat, droht nun auch sich gegen den englischen Handel im Vangtsetal zu erstrecken. Man beginnt ob dieser Aussichten im Mutterlande selbst sowohl, wie in den englischen Machtzentren Chinas nervös zu werden, und spricht von einer möglicherweise notwendig werdenden bewaffneten Intervention der Mächte. Anlaß dazu würde gegeben fein durch den Zusammenstoß chinesischer Truppen mit britischen Kanonenbooten auf dem Pangtse, nachdem General Pang-sen, ein Parteigänger des englandfreundlichen Marschalls W u - p e i - f u , zwei kleine englische Flußdampfer beschlagnahmt, und Offiziere der englischen Han- öesmarine gefangen genommen hatte. Doch England scheint bei seinen Bemühungen um "ine gemeinsame Intervention der Mächte sowohl in Washington, als auch in Tokio auf wenig Gegenliebe gestoßen zu sein. Amerika verfolgt in China rein wirtschaftliche Interessen, die durch einen neuen kriegerischen Eingriff nur noch mehr gestört werden könnten. Japan wird aus einem Gefühl der Rassensolldarität heraus mit dem Anschluß an eine bewaffnete Intervention fremder Mächte sehr vorsichtig sein müssen und veralt sich vorläufig durchaus kühl und zurückhaltend, zumal auch seine wirtschaftlichen Interessen nicht mit der Sicherstellung des britischen Handels in Süd- und Mittel- China identisch sind, Beide Mächte, die Vereinigten Staaten fowohl wie Japan, würden zudem Gefahr laufen, daß der Boykott englischer Waren sich auch auf ihren Handel in China erstrecken würde, sobald sie in die von England gewünschte Einheits- front der Möchte einschwenken würden. Schließlich aber würde eine militärische Intervention als stärksten Gegner R u ß l a n d aus dem Plan finden. Diese Aussichten auf die Entfesselung eines neuen Weltkrieges um den Besitz Chinos scheinen auch in England ihre dämpfende Wirkung nicht verfehlt zu haben. Man sucht das lokale Ereignis am Dangtse, das jederzeit zum Kriege hätte führen können, friedlich beizulegen und wird sich wohl auch ferner damit begnügen müssen, einen chinesischen Marschall zur Verteidigung der britischen Interessen zu unterhalten. 3n Amerika Ijat in letzter Zeit das bri-- tischc „Dominion of Canada" durch eine Parlamentskrisis die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, die leicht zu einer Krisis im britischen Weltreiche hätte werden können. Die liberale Regierung Mackenzie Kings hatte im Parlament zu Ottawa nur eine sehr geringe Mehrheit. Sie muhte sich stützen auf die wohlwollende Neutralität der erst vor wenigen Jahren ge- grüirdeten Progressistenpartei. Mackenzie King hoffte im Oktober 1925 durch Neuwahlen die unbedingte Majorität im kanadischen Unterhaus zu erlangen, aber dec Generalgouverneur Lord Byng, ein Mann, der als Führer der kanadischen Truppen im Weltkrieg sich im Dominion einer außerordentlichen Popularität erfreut, bewilligte dem liberalen Premier zwar das erste Mal die Auflösung des Parlaments, versagte sich aber fernerhin seinen Wünschen, als die Neuwahlen nicht das von Mackenzie King erhoffte Ergebnis brachten. King demissionierte, und mit der Neubildung des Kabinetts wurde der Führer der Konservativen, Meighen, beauftragt. Doch seinem Kabinett war keine lange Dauer beschieden. Die Liberalen, jetzt Oppositionspartei geworden, setzten das konservative Kabinett bei der ersten Gelegenheit in die Minderheit und Meighen erbat nun seinerseits pom Generalgouverneur das Auflösungsdekret, das er auch prompt erhielt. So plötzlich sogar, daß die Abgeordneten, als sie zu einer angesagten Sitzung erscheinen wollten, das Parlamentsgebäude bereits geschlossen fanden. Die Propaganda zu den Neuwahlen ist außerordentlich lebhaft gewesen. Die liberale Partei hat das Verhalten des britischen Generalgouverneurs, der dem liberalen Premier qb° schlug, was er wenige Tage später dem konservativen Führer bewilligte, zum Gegenstand heftiger Angriffe gemacht. Die Frage der nationalen Selbständigkeit Kanadas wurde zum Mittelpunkt des Wahlkampfes. Trotz der großen persönlichen Beliebtheit des Generalgouverneurs hat die von ihm begünstigte konservative Partei, die politisch die Ideen ernes allbritischen Imperialismus, wirtschaftlich den Schutzzoll und enge Anlehnung an das britische Mutterland vertritt, bei den Anfang dieser Woche stattgesundrnen Wahlen eine schwere Niederlage davongetragen. Die Liberalen dagegen, die für die nationale Selbständigkeit Kanadas und für wirtschaftlichen Freihandel eintraten, werden, namentlich gestützt auf den französischen Teil der Bevölkerung, mit 118 Abgeordneten in das neue Parlament etnziehen. Die Wiederkehr eines liberalen Kabinetts unter der Führung Mackenzie Kings ist damit gesichert. Der Ausgang der Wahlen erlangt dadurch programmatische Bedeutung, daß auf der im Herbst zusammentretenden britischen Reichskonferenz in London nunmehr Mackenzie King neben General Hertzog, dem südckfrikanischen Premier, als Anwalt der älnabhängigkeits-De- strebungen der Dominions auftreten wird. Auch die Politik Lord Dhngs hat gewiß das ihre dazu beigetragen, daß die Wahlniederlage der Konservativen in England als eine Schlappe der britischen Krone und eine bedenkliche Gefährdung des Reichsgedankens empfunden wird. In Europa lind es die drei unter der Diktatur stehenden südlichen Halbinselstaaten Spanien, Iwlien und Griechenland, die in den letzten Wochen von sich reden machten. Seit Griechenland, dank der venizelistischen Politik, gegen den Willen seines Königs in den Weltkrieg hineingezogen wurde, zerfleischt der Bürgerkrieg das unglückliche Land. Die Friedensverträge brachten ihm zwar erheblichen Gebietszuwachs in der Aegaeis und Klein- Asien, aber die kurz darauf folgende Niederlage im Turkenfeldzug, die Vertreibung des Königshauses und die rücksichtslose Ausweisung der griechischen Bevölkerung aus Kleinasien und Thrazien, machten Griechenland zum unglücklichsten der „Siegerstaaten" von Versailles. Die Herrschaft ehrgeiziger Militärs loste sich ab mit dem Regiment zügelloser Parteiführer. Blutige Aufstände. Ministerhinrichtungen und Verbannungen kennzeichnen den Weg des griechischen Volkes in den letzten Jahren. Vor sieben Monaten hatte General P a n g a l o s als Diktator, gestützt auf die Armee, das Staatsruder ergriffen. Das Parlament wurde davongejagt, und eine Regierung nach dem Muster Mussolinis sollte Griechenland best seren Zeiten entgegenführen. Aber das griechische Volk und namentlich die Armee wurden des Diktators bald müde. Vor wenigen Tagen gelang es dem General Kondylis mit Hilfe seiner Truppen den Diktator zu stürzen und den verbannten Admiral K o n d u r i o t i s als Präsidenten der Republik nach Athen zuruckzuführen. Ein neuer Aufstand der Pan- galos treugebliebenen Garden wurde in blutigem Strahenkampf niedergeschlagen. In einem Appell das Dplk kündigen die neuen Machthaber die Rückkehr zum parlamentarischen Re- g i m e an Aber es hat den Anschein, als ob zwischen dem Mmisterpräsidenten Kondylis und dem Staats- prastdenten bereits Verwicklungen drohen, so daß Griechenland auch unter der neuen Herrschaft kaum zur Ruhe kommen dürfte. Auch in Spanien hat es in der Armee, wegen einer komglichen Deförderungsordre iln= SKJIPÄ01, c^ch gegen die Person des ^Eatvrs Generals Primo de Rivera, rich- leten. Dedenkllch war, daß die Anzufriedenh7it Artillerie, der Elitetruppc des spani- schm Heeres, ausging. Der kaltblütigen Cnt- Ichlossmheit Pruno de Riveras, der bei König Alfons Rückendeckung fand, gelang es jedoch diesmal noch, den Aufstand im Keime zu ersticken. Das Kriegsgericht hat bereits das Tvdes- urtell gesprochm das die Gnade des Königs m lebenslängliches Zuchthaus unwandelte. Auch Pinmo denkt an eine Rückkehr zu parlamentari- schen Formen Nachdem das Votum des Volkes seine Politik billigen soll, soll eine Nationalver- lammlung einberufen werden, um der Diktatur das verfassungsmäßige Mäntelchen zu geben St? italienische Halbinsel durchzittert noch die Erregung rrber das neue Attentat gegen die Person Mussolinis. Ein junger vor einigen Monaten aus Frankreich über die Grenze gekommener Italiener hat an der Porta Pia eine Bombe gegen den Wagen des Ministerpräsidenten geworfen. Der Duce blieb auch diesmal unverletzt. Die saszistische Presse sucht die Schuld an dem Zustandekommen dieses neuen Attentats jenseits der Alpen. Die Empörung des italienischen Volkes kehrt sich gegen Frankreich, das seit Jahren den Gegnern des faszi- stischen Regimes, den zahllosen italienischen Emigranten, bereitwillig Asyl gewährt hat. Die erst durch den Madrider Vertrag einer starken Belastungsprobe ausgesetzte Freundschaft der beiden romanischen Schwesternationen hat einen neuen Stoß erhalten. Bemühungen, den Konflikt durch eine persönliche Aussprache der leitenden Staatsmänner auf diplomatischem Wege zu schlichten, scheinen schon im Anfangsstadium fehlzuschlagen. Meldungen von der Konzentration französischer Truppen an der italienischen Grenze sind bis zur Stunde nicht dementiert worden. Die Spannung ist damit aufs höchste gestiegen, und man weiß nicht, ob nicht die nächsten Tage bei der völligen Tlnberechenbarkeit der italienischen Außenpolitik den bewaffneten Zusammenstoß zweier europäischer Großmächte bringen werden. Der Streik im englischen Bergbau. Ein neuer Vermittluugsvorschlag Baldwins. London, 17. Sept. (WTB.) Im Anschluß an Besprechungen mit dem Vorsitzenden der Vereinigung der Bergwerksbesitzer und mit dem Vollzugsrat des Bergarbeiteroerbandes richtete Premierminister Baldwin an den Sekretär des Bergarbciterver« bandes Cook ein Schreiben, in dem er u. a. ausführt, es sei der Regierung nicht möglich gewesen, eine gemeinschaftliche Konferenz mit den Bergwerksbesitzern zustande zu bringen, da diese sich geweigert hätten, an einer solchen Konferenz teilzunehmen. Indessen habe der Verband der Bergwerksbesitzer doch seine Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, d i e w.' cht' llften Leitsätze, die unter anderen Umständen Gegenstand eines Arbeitsabkommens für ganz England fein könnten, zu beachten. Die zufriedenstellende Regelung des Konflikts müsse d a s B e - zirkslohnabkommen mit der für ganz England geltenden übergeordneten Kontrolle vereinigen. Wenn die Bergarbeiter bereit seien, sich mit den wirtschaftlichen Verhältnissen abzufinden, wie sie tatsächlich in der Kohlenindustrie vorlägen, so wäre die Regierung bereit, auf dem Wege der Gesetzgebung ihrerseits die Sicherheit dafür zu schaffen, daß durch die Bestellung eines A r b e i t s f ch i e d s g e r i ch t s für ganz England die obenerwähnten Leitsätze zu angemessener Geltung verhalfen würde. Die von Baldwin gemachten tatsächlichen Vorschläge sind folgende: 1. Sobald dieArbeitaufGrundvorläu- figer Abkommen lokaler Art wieder ausgenommen fein sollte, wird die Regierung em Gesetz durchbringen, durch das ein Schieds- 9 e r i d) t für d i e Arbeitsbedingungen im Kohlenbergbau für ganz England ge|djaffen wird, es fei denn, daß durch ein vorheriges Zustandekommen eines Abkommens für ganz Eng- lano ein solcher Schritt sich erübrigen sollte. 2. Jede an irgendwelchen provisorischen Abkommen beteiligten Partei kann in dem Fall, daß dieses proviforische Abkommen eine Verlange- ,""Sd ° r A r b - I t-z e i t Corfiet)t, sich Qn ba” zu schassende Schiedsgericht wenden, um eine U e b e r° P 5,u J u 9 aller solcher Punkte zu erreichen, die bis letzt durch em Arbeitsabkommen fstr ganz Englund geregelt worden sind. Das Schiedsgericht hat die Befugnis, derartige proviforische lokale Abkommen zu bestätigen oder abzuandern, und alle Bergleute in einer Grube wo eine längere Arbeitszeit herrscht, haben, wenn sie durch eine derartige Entscheidung des Gerichts betroffen werden, das gesetzliche Recht auf Löhne, die der Entscheidung des Schiedsgerichts entsprechend festzusetzen sind. Englands Rückzug in China. ™9foc?’- 171 Sept. (Wolff.) Die eng- nschen Mannebehorden hgben aufgrund von Der- sicherungen der Kantonregierung, daß Schiffs- ladungem und Passagiere geschützt und polizeiliche Maßnahmen gegen die Einmischung der Streikposten getroffen werden sollen, i h r e Kanonenboote zurückgezogen. General Iangsen hat dem^chlnesrschen Außenministerium mitgeteilt daß truppen und die Bevölkerung von Scheschuan fest entschlossen seren, bis zum letzten Blutstropfen zu k a m p f e n, wenn ernezweite englische sm e 1 °-n nach Wanhsien entsandt werden sollte Es wurden gegenwärtig Vorbereitungen getroffen, um eine solche Expedition entsprechend empsangen zu können. Die Professoren der e n&c LV y n i t> e r f i t ä t haben in einem ftrr die Mitglieder des britischen Parlaments be° trmmten Telegramm Einspruch gegen das un- menschlrche Vorgehen der britischen Kanonenboote rn Wanhsren erhoben. DiesüdafrikanischeFlaggensrage Kapstadt 17. Sept. (WTB.) Vor seiner Abreise zur britischen Reichskonferenz gab Pre- $er<3°9 bekannt, die Regierung beabsichtige, einen Regierungsvorschlag über die Schaffung einer Nationalflagge für Südafrikanische Union einer Volks- öbTtimmung öu unterbreiten. Das Fehlen des dritisch^l slaggenmusters in der Flagge der Südafrikanisch^ Union hat bekanntlich lebhafte Meinungsverschiedenheiten in der öffentlichen Meinung Südafrikas hervorgerufen. Verschärfung derLage inSpanien r unterwegs tun können. Dieser Gedanke sei ihm erst gekommen, als erHelling zu Hause auf dem Halse hatte und keinen Ausweg fand. Seinen Fluchtversuch habe er nicht aus Feigheit unternommen, er habe nur die Ueberzeugung gehabt, daß er von dem Magdeburger Gericht nicht objektiv behandelt würde. Er habe darum fliehen wollen, um möglichst vor ein anderes Tribunal zu kommen. Zum Schluß bat Schröder, auch zu erwägen, ob er schon so verroht sei, daß keine Desserungsaussicht mehr vorhanden sei und daß die Todesstrafe am Platze wäre. "**■ -— Rach mehrstündiger Beratung des Gerichtshofes verkündete der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Dr. L ö w e n t h a l, folgendes Urteil: Der Anaeklagke Schröder wird des Raubmordes für schuldig befunden und wird zum Tode verurteilt. Außerdem werden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte für dauernd aberkannt. Die Mordwaffe wird eingezogen. Wegen schwerer Urf unbenfäl- chung in Tateinheit mit Betrug erhielt Schröder echs Monate Gefängnis. Bon her Anklage der Bereitung zum Meineid wurde er freigesprochen. Der Vorsitzende betonte bei der Begründung des Urteils besonders, daß durch Zeugenaussagen, das Geständnis Schröders bestätigt worden sei. Es sei e r w i e s e n , daß der Angeklagte Helling auf Grund eines Inserates veranlaßte, fein Grundstück aufzusuchen, mit der Absicht, ihn zunächst zu berauben, später aber mit der gefaßten Absicht, ihn zu töten. Das Gericht habe die feste Ueberzeugung gewonnen, daß kein anderer an dieser Tat beteiligt ist und daß diejenigen, die bisher in dieses Verfahren verwickelt wurden, unschuldig sind. Der Vorsitzende kam zu dem Schluß, daß auch dann, wenn man Schröder seinen Angaben glaube, es sich nicht um Totschlag, sondern um wohlüberlegten Mord in Tateinheit mit schwerem Raub handele. Am der Provinzialhanpistadt. Gießen, den 18. September 1926. Der Schaufensterwettbewerb. Der Wettbewerb hat seinen Höhepunkt erreicht, die Ausstellungswoche neigt dem Ende zu, in kürzester Zeit wird die öffentliche Meinung, werden die gesammelten Stimmen des Publikums die Entscheidung gefällt und die Siegeskränze im kaufmännischen Werbekampf unserer Stadt verteilt haben. Da scheint es nicht übel angebracht, noch einmal kritischen Blicks einen Rundgang zu machen, Eindrücke zu sammeln, überblickend zu prüfen, was die Geschäftswelt von Gießen dem Publikum zu bieten hat, mit welchen Mitteln sie die Stadt als geschäftliches Zentrum, als Sammel- und Anziehungspunkt auch für die Provinz dem Auge des Beschauers und Verbrauchers präsentiert. Im ganzen ist zu sagen, daß der vom Gießener Verkehrsverein angeregte Gedanke eines großzügig angefaßten, gemeinschaftlich ins Werk gesetzten Werbefeldzuges zweifellos gut war, auf fruchtbaren Boden gefallen ist und allenthalben in die Tat umgesetzt 'wurde. Wenn man die Hauptgeschäftsgegenden: Bahnhofstraße, Seltersweg, Kreuzplatz, Marktplatz, Markt- ftraße imb Neuen Bäue etwa langsam und aufmerksam durchwandert, wird man sich dem unall- taglichen und bei aller Mannigfaltigkeit einheitlichen Eindruck des Massendildes im Gießener Geschästs- oiertel gar nicht entziehen können. Es ist, um die ersten Beobachtungen am Vorabend des Wettbewerbes zu bestätigen, viel Mühe und Arbeit und Liebe vom einzelnen daran gewendet worden, im Wettbewerb nicht nur mit Ehren zu bestehen, sondern auch in Gemeinschaft mit andern zu beweisen, was die Stadt geschäftlich, kaufmännisch und industriell zu leisten und darzubieten imstande ist. Und auch die andere, erste Wahrnehmung bestätigt sich im Gesamteindruck: die Vielseitigkeit und Verschie- denheit der zum gemeinsamen Ziele aufgewendeten Mittel. Ueberall ist dieser interessante Wechsel in der Behandlung der gestellten Aufgabe zu beobachten: auf den verschiedensten Wegen sucht man dem Ziel der wirksamen Werbung und Darbietung der Ware möglichst nahe zu kommen. Strenge iZachlich- kett wechselt mit gefälliger und origineller Dekoration: diese wieder legt bald auf Raumanordnung, bald aus Farbenwirkung die entscheidende Betonung. kunstgewerbliche Schmückung wechselt mit raffinierter Sinnsälligkeit, Fülle mit Sparsamkeit, Auswahl mit Masse. Fassen wir die einzelnen Branchen ein wenig naher ms Auge, so wird etwa bei den Möbel- Händlern gemeinhin zu sagen fein, baß es pnen bei diesem Wettbewerb vergleichsweise leicht gemacht wurde, vermöge der ihnen naturgemäß zu Gebote stehenden Raumverhältnisse gute, nachhaltig wirkende und anziehende Schau- fenster zu zeigen. Dies wurde auch wobl überall erkannt und ausgenutzt. Brück Nachts. Inh. Weinert wäre mit einem recht guten Herren- oimmer besonders zu erwähnen. In anderen Schaufenstern scheinen die räumlichen Möglichkeiten nicht völlig ausgenutzt. Allerdii>rs ist wiederum zu bedenken — dies gilt allgemein und nicht nur für die Möbelbranche — daß in einer Mittelstadt, wie Gießen, längst nicht die raffinierten Werbemittel großzügigster geschäftlicher Retlame gegeben sind, wie sie in Großstädten längst als selbstverständlich gelten. Eine hübsche Probe bietet auch die Firma „Hausrat" am Kirchenplah, die besonders mit einem Wohnzimmer zu gefallen L>eih. T ä u b e r t (Teps/iche) weiß die großen räumlichen Möglichkeiten eines Eckgeschästes vortej^aft auszu- nuhen, erscheint aber in der Farbe nicht immer einheitlich. Eine gute Vereinigung bilden die Firmen Hoch st ät ter, Appel und Restaurant „Hindenburg", die im Selters- weg bei „Hindenburg" sehr appetitliche Auslagen in aparten Innendekorationen zusammenfassen. Vogt L Co. stellten Bureaubedarf zur Schau, geschickt, vielseitig, übersichtlich. In derselben oder verwandten Branche wären zu nennen E. Jung (Seltersweg, Papierwaren), der viel Mühe und Sorgfalt auf seine Auslagen verwendet hat, Heinrich Noll, Schneider und Schnellzüge für ber Vereinswett- und auf« 90 Ltsso Mädchen- und Damen-SHefel 90 Gießen™ Seitersweg 91 Nr. 87 7673a SCHUH-GES- m-b-H- und ganz gewachsen kleine Nachfeier tm voll eine der schwierigsten Lage sei. Am Abend fand Hotel Lenz statt. WSN. Freigabe tcht Chevreau a. echt Boxcalf- Schnürschuhe x. T. Rahme narbeif, alle Gröben Echt Boxcalf- Herren - Stiefel elegant, unvergleichliche Qualität Waldsportpkah, leichtathletische Braune echt Boxcalf- Spangcn schuhe allerfelnsfe Rahmenarbeit Wird eine Prämiierung des besten Pserde- Materials verknüpft, wofür über zweitausend Mark für Preise zur Verfügung stehen. Die Pserdemarktlolterie findet am 30. September statt (Siehe Bekanntmachung.) ** Neue elektrische Strompreise treten mit Beginn der Zählerablesung ab 1. Oktober in Kraft. Für den Lichtvcrbrauch in der Stabt ist ber Preis auf 45 Pf. für bie Kilowattstunbe ermäßigt worben. •* Eine städtische Obstversteige- r u n g wird am nächsten Montag vormittag vorgenommen. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung ersichtlich. •* Ein Lebensretter. Dor einigen Tagen rettete der Gerichtsreferendar Kurt Neuenhagen von hier, ein Sohn des Präsidenten des oberhessischen Landgerichts, den anfangs der zwanziger Jahre stehenden Arbeiter Nickert, Neuen-Bäue wohnhaft, aus der Lahn vom Tode des Ertrinkens. Rickert badete in der freien Lahn, obwohl er des Schwimmens unkundig ist. Die mutige Tat seines Netters ist der öffentlichen Anerkennung gewiß. ** Eisenbahndienstjubiläu m. Am Donnerstag, 16. September, waren es 25 Jahre, daß der Eiscnbahnassistent Heinrich L u h von Klein-Linden in Diensten der Cisenbahnverwal- tung steht. Aus diesem Anlaß sand eine kleine Feier im hiesigen, mit Blumen geschmückten ehemaligen Fürstenzimmer statt, wobei dem Jubilar ein den Tag würdigendes Geschenk seiner Mit- bediensteten überreicht wurde. Der Dienststellen- leiter würdigte in ehrenden Worten die Der- dienste des Jubilars, der seinem Dienste auch in ** Zur Gartenbau- und Elektrizitäts-Ausstellung. Die Besucher ber Ausstellung seien in Ergänzung unserer bisherigen Berichte an dieser Stelle barauf hingewiesn, baß bie Singer - -N ä h m a s ch i n e n f a b r i f in ber Abteilung Elektrizität auf ber Galerie recht sehenswürbige Erzeugnisse ihres Werkes zur Schau stellt. Man gehe an biessm Stanb nicht achtlos vorüber. ** Der Gießener Herb st Pferde- markt findet am 29. September, vormittags 7 ^lhr beginnend, auf den städtischen Marktan-- lagen am Güterbahnhof statt. Mit dem Markt Arbeitsstiefel 090 prima Fahlleder mit LH Beschlag......... w Amtsgericht Gießen. ' Gießen, 14. Sept. Ein junger Kaufmann von hier war in einem hiesigen Geschält als Buchhalter beschäftigt und schied nach einiger Zeit wieder aus. Nach seinem Weggang behauptete der Geschäftsinhaber, es fehle Geld in der Kasse, und übersandte dem Vater des jungen Mannes eine Aufstellung über die von diesem angeblich vereinnahmten und veruntreuten Beträge mit der Bitte um umgehende Erledigung der Angelegenheit. Darauf erhob der junge Mann Privatklage gegen den Briesschreiber, weil er wider besseres Wissen ihm den Vorwurf der Unterschlagung von Geldern gemacht habe. Die Privatklage wurde solange ausgesetzt, bis das Ergebnis des auf Antrag des Geschäftsinhabers gegen den jungen Mann eingeleiteten Strafverfahrens wegen Unterschlagung feststand. Dieses Strafverfahren wurde nach umfangreichen Er- Mittelungen auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt, weil die Untersuchung keine genügenden Anhaltspunkte dafür ergeben hatte, daß der Angeschuldigte Gelder zum Nachteil des Geschäftsinhabers unterschlagen habe. In der heutigen Hauptverhandlung nahm der junge Kaufmann mit Rücksicht darauf, daß der Geschäftsinhaber in, Wahrung berechtigter Interessen oe- handelt habe, und eine Verurteilung desselben nicht zu erwarten stand, seine Privatklage zurück. fehlen dürfte, bei ber Vorbereitung von Veranstaltungen (Umzüge u. bgl.) bie Leitung ber Straßenbahn als bes Hauptverkehrsgiittels unserer Stabt hinzuzuziehen, bainit sie von ben Plänen unb Wünschen rechtzeitig Kenntnis erhält unb noch vor ber enbgültigen Entscheibung ihre Ratschläge ober Bedenken hinsichtlich der Verkehrsabwicklung zu Gehör bringen kann. Aus diese Weise dürfte etwaigen Wünschen wohl am besten Rechnung getragen werden können. Oberhessisches Volksfest in der Ausstellung. Am morgigen Sonntag, dem letzten Tage der Gartenbau- und Elektrizitätsausstellung, nachmittags 4 Uhr, soll in der Volkshalle unter Mitwirkung von Hüttenbergern, Schwälmern und Schlitzerländern ein Oberhessisches Volks- f e st zur Aufführung gelangen. Es ist gedacht als eine Oberhessische Kirmes, wie sic in der Hüttenberger Gegend (Leihgestern, ©rohen- Linden usw.) heute noch gefeiert wird. Verbunden ist damit gleichzeitig das Erntefest, weil die Kirmes in die Zeit der Ernte fällt. Blumenreigen der Schulkinder, Erntetanz von Schnittern und Schnitterinnen, Volkstänze einzelner und gemischter Gruppen, sowie Volkslieder werden in bunter Reihe hintereinander folgen. Auch der Gesangverein „Gemidlichkeit" wird sich hören lassen, und der Radfahrer-Verein des Dorfes, der preisgekrönt von einem Radfahrerfest heimkehrt, totrh zur Unterhaltung beitragen. Die Festleitung bei der Kirmes hat der bestens bekannte oberhessische Heimatdichter Gg. Heß aus Leihgestern als Dorfschulze übernommen, in dessen Handelt auch die Zusammenstellung der ganzen Aufführung lag. Heß wird auch hier wiÄtev passende Momente sinden, die bei den Besuchern starken Anklang auslösen werden. Der Besuch der Veranstaltung ist bestens zu empfehlen. Borrrotizcrr. — Tageskalenber für Samstag. Volksballe: Gartenbau- unb Elektrizitätsausstellung, 10 Uhr vormittags bis 7.30 Uhr nachmittags Besichtigung: 8 bis 12 Uhr abenbs Musik unb Tanz. — Konsumverein: Saalbau Sauer, Warenausstellung. — Einheitsverbanb ber Eisenbahner Deutschlanbs: 5.30 Uhr nachmittags, Katholisches Vereinshaus, allgemeine Versammlung. — Biochemischer Verein Gießen: 8.30 Uhr, im Saale bes früheren Hotels „Großherzog", Vortrag. — Geflügel- unb Dogel- zuchtverein für Gießen unb Umgegenb: 8.30 Uhr, „Pfälzer Hof", Versammlung mit Vorführung. — Ruberklub Hassia: Bootshaus, Siegesfeier. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Runb um bie Ehe". — Astoria-Lichtspiele: „Der schwarze Pierrot". — Tageskalender für Sonntag. Volkshalle: Gartenbau- und Eleltrizitäts-Aus- stellung: 11 bis 773 Tlhr Besichtigung, 11 bis 1 Äpr Frühkortzert, 4 bis 6V2 41hr nachm. Ober- hessisches Volksfest, 8 bis 12 Tlhr abends Musik und Tanz. — Konsumverein: Saalbau Sauer: Warenausstellung. — Ober-Hessischer Handwer- kertaq: 10 Tlhr vorm. „Liebigshöhe" Vorträge. — Spiel-Vereinigung 1900: 10 äckhr norm, und 2 .116 r nachm., Sportplatz au der Liebigshöhe, Klubmeisterschaften. — V. f. B: 9 4lhr norm. <5 0 n n t a g 5 f a r t e n. Wie uns von unterrichteter Seite mitgeteilt wirb, beabsichtigt bie Reichsbahn- birettion Frankfurt a.M., im Bereiche bes Direk- tionsbezirks Frankfurt a. M. im Winterfahrplan bie Schnellzüge für ben Sonntagsverkehr mit wenigen Ausnahmen roieber freizug^ben. Die barüber schwebenben Verhanblungen sinb noch nicht abge schlossen. WSN. Fahrpreisermäßigung für J>>. genbliche bei Privatbahnen. Nachbem bie Wieberherstellung ber 50prozentigen Fahrpreisermäßigung zugunsten ber Jugenbpflege beschlossen ist, sinb, wie wir einem Erlaß bes preußischen Wohl- fahrtsministers entnehmen, auch bie Privatbahnen gehalten, biese Tarifvergünstigung auf ihren Strecken spätestens bei Herausgabe bes Nachtrages zum Deutschen Eisenbahn-Personen- unb Gepäck- tarif zu gewähren. ** Aufgehobene Straßensperre. Die vom Polizeiamt Mitte Juli angeorbnete Sperre bes Aulwegs entlang ber Oberhessstchen Werkstätte zwischen Schisfenberger Weg unb Riegelpsad ist jetzt roieber aufgehoben worben. HA Nur LJ I I so lange V Vorrat reicht. kämpfe. — Ruder-Club Hassia: 4 älhr nachm. Abrudern. — Lichtspiel-Theater wie Samstag. — Aus bem Stadttheatssrbureau wirb uns geschrieben: Der neue Schwank von Schwarz unb Mathern „Das goldene K a l b", ber in biefer Woche abgesetzt werben mußte, wirb nun am Dienstag, 21. September, als letzte Vorstellung bes Sommerabonnements in Szene gehen. Für ben erkrankten Herrn V 0 lck ist, wie in Dab-Nauheim, eine Hilfskraft gewonnen worben. Die Erstaufführung bes Schwankes hat im Bab-Nauheimer Kurtheater bei Publikum b Presse einen burchschla- genben Erfolg erzielt. SÄ“* t sei. Es lei e Alling auf /Jjpf zu be- “Hefte UeberzeuMg er an bie[er lat WM«, bie bisher jn Aden, unschuldig n? Wb. daß auch men Angaben glaube Mdem um wohl.' Tateinheitmit Wagner. Ernst Balser, der sein Fenster in der Bahnhofstraße geschmackvoll und zugkräftig in einheitlichem Blauwcih ausstattet. Dann die zahlreichen Konfektionshäuser und verwandten Geschäftszweige. Eine gute, aber fast zu reichhaltige Auslage bieten Hermanns und Froitzheim, auch Nachma nn (Damenhüte) tut wohl des Guten ein wenig zu viel, äkeberhaupt wäre bei dieser Gelegenheit allgemein zu bemerken, daß es in der Wirkung eines Schaufensters keinesfalls ausschließlich mit überwältigender Fülle getan ist. Ebensowenig wie übrigens mit der Anbringung schematischer, von der Fabrik in Mengen gelieferter Plakate und Anpreisungsobjekte. Individuellen Charakter zeigen die Fenster von Heilbronner: auf weih und violett das Ganze abgestimmt, guter Zusammenklang von Wäsche und Veilchen. Frensdorf paßt sich sinnvoll seiner großen Landkundschaft an und bevorzugt heimatliche Motive in der abschließenden Hintergrundbehandlung: Schultheiß stellt Pelze und Blumen zusammen. Ärberhaupt Blumen über Blumen! Wer hätte beispielsweise gedacht, daß es in Gießen so viele Astern gibt! Der Schaufenstevwettbewerb im Zeichen der Gartenbau--Ausstellung. Blumen sind auch natürlich immer wirksam: aber an manchen Stellen hat man sich doch wohl etwas ,-u sehr und zu einseitig auf diese Chance eingestellt und verlassen. Die Fenster von Bette erfreuen mit Dleyle-Erzeugnissen und einer drolligen Kaffeellatschgruppe. Ausgezeichnete Gruppierung der Auslagen sieht man bei Gebr. Im- Häuser. Auch Salomon und Co. wurde viel beachtet: insbesondere der Wettbewerb im Strumpfzählen hat seine wohlberechnete Anziehungskraft nicht verfehlt. Dasselbe ist von dem Gänserupfen im Fenster der Firma Baer zu sagen. Nicht übel sind die Pelzauslagen von K r e h s ch m a r. Sehr lebhaft die farbige Wolle bei H 0 l t e r h 0 f f. Wäschehaus N 0 w a d- ist mit sehr fesselnden Schaufenstern vertreten. Die Auslagen wirken geschmackvoll und einladend. Emma Greb, Strümpfe: das Dein ist Trumpf! Sehr hübsche Zusammenstellungen in Damenhüten bringt die Firma Mohr. Auch Schuchardts Herrenhüte sind geschickt zur Geltung gebracht. Altenpoht hätte mit größerer Einheitlichkeit im Fenster bessere Wirkungen erzielen können. Sehr beachtlich die aparten Auslagen von P. Jensen (Herrenartikel). Auch Röhr wäre wohl besonders zu nennen. Hübsche Einfälle wirken bei Lehmann (Moden) und im „Haus der Ausstattung". Das Modehaus N 0 w a ck stellt ein Fenster recht geschickt und einheitlich unter das Motto „Herbst", zeigt auch geschmackvoll' ungeordnete Stoffgruppierungen. Die Auslage Offenbacher Lederwaren (Bahnhofstr.) bringt entschieden zu viel auf dem vorhandenen Raum. Springmann (Schuhe) bevorzugt heimatliche Motive: in der Ausgestaltung aber nicht immer glücklich. Sehr sicher in ihrer Wirkung auf den Konsumenten: Singer (Nähmaschinen) mit gut aufgemachten Ausstellungsobjekten und Blumendekor. Auch die Agfa- Artikel werden durch einfaches Grün gefällig belebt. Das Dlu- menhaus Dietz hat sich um seine Auslagen sehr bemüht. Desgleichen seien an dieser Stelle auch die KunstgewerbehäuserDach und Hirz lobend hervorgehvben. Porzellanhaus Mettenheimer ist nicht ganz einheitlich in der Ausstattung seiner Fenster. Bei den Drogisten hatte die Viktoria-Drogerie einen netten Einfall: sie baut in ihrem Schaufenster ein gotisches Gemäuer auf, darin ein Alchimist, umgeben von den geheimnisvollen Ingredienzien seines Berufes, sein seltsames Wesen treibt. Die Auslagen bei W i n t e r h 0 f f gehen mit ihren starken, etwas grellen Farben auf unmittelbaren Blickfang und suggestive Augenwirkung aus. Kilbinger baut lustig ein ganzes Haus ins Schaufenster. Auch die Ludwigplatz-Drogerie hat einen wirksamen Einfall im Schaufenster verwertet. Diel Gutes sieht man auch in den Geschäften der Lebensmittel- und Genuß- mittelbranche. Schade & Füllgrabe in der Dahnhofstraße z. B. dekorierten ihre Fenster ebenso sachlich wie einheitlich und im Gesamteinüruck geschlossen, daß ihre Wirksamkeit außer Frage zu stehen scheint. Sehr hübsch und originell ist die Auslage von Bäcker Müller (Dahnhofstraße), inmitten blauweiher Dekoration präsentieren sich sehr große und sehr winzige Backwaren. „So will's der Verbraucher — so der Produzent!" Wir nennen weiterhin lobend Zigarren -Loeb und Schlierbach (Kolonialwaren): auch H eitler präsentiert sich gefällig: farbenfreudig, ohne bunt und überladen zu wirken. Gut macht sich Sonntag im Seltersweg (Zigarren): recht appetitlich aufgcmacht das Fenster bei W i l k e (Südfrüchte). Vorteilhaft zeigt der Konsumverein, was er zu bieten hat. Hankel präsentiert mit Sorgfalt und Delikatesse Obst und Gemüse. Bei S ch w a a b findet man, lecker dargeboten, ein apartes Vielerlei, Geisse gefällt sehr mit einer originellen: Kasfeereklame: recht-hübsch und appettilich sind die Fenster der Konditorei Schwarz berge- richtet, sauber und einladend die Metzgerei Meister: sehr originell sind die Auslagen von Wilh. Böß (Kaiserallee) hergerichtet. Auch Huntemann (Schokolade) ist zu beachten. Bei Mörser interessiert sowohl das Stammhaus (Seltersweg, auch die Fenster in der Löwengasfe sind übrigens nicht zu übersehen), wie etwa die Auslage in der Bahnhofstraße. In der gleichen Branche nennen wir noch Chambre (Dekoration Jungermann): doch scheint hier ber Charakter der Gartenbauausstellung in einem Schaufenster etwas zu stark betont. Zum Schluß die Buchhandlungen. Bei der Färber- f cf) e n Rniversitätsbuchhandlung macht sich etwa die Beschränkung auf die „blauen Bücher" in der Wirkung durchaus bezahlt: das Fenster sieht vornehm und einheitlich aus. Ausgezeichnetes leistet K e i ß n e r. In sämtlichen Fenstern waltet Geschmack und Dezenz:aparte Dekoration und vornehme Auswahl der Ware sind hier mit glücklicher Hand vereinigt. ‘ Die gebotene Raumbeschränkung läßt es leider nicht zu, diesen Aeberblick, der durchaus nur 11 e & e r & I i d sein soll und keine Vollständigkeit erstrebt, so zu erweitern und auszudehnen, daß man allen Geschäften gerecht würde. Hier konnte nur angedeutet werden, welche Fülle an kaufmännischer Werbearbeit der Wettbewerb zu erfolgreicher Entfaltung gebracht hat. Ein leicht kritischer Üeberblick sollte nur Anregung und Ansporn fein, ohne etwa dem „Volksentscheid", der Entscheidung des großen, konsumierenden Publikums vorzugreisen. Stratzenbahn und Umzüge. Von der Direktion ber stäbtischen Straßenbahn wirb uns geschrieben: Die Einsenber, bie sich in ber Donnerstagnummer bes „Gießener Anzeiger" über bie Durchführung bes Straßenbahnverkehrs am vergangenen Sonntag wcihrenb bes Blumen- ko r f 0 s beschweren, gehen von falschen Voraus- sehungen aus. Der Korso ist dem Verkehrsverein mit Schreiben vorn 10. September seitens bes Polizeiamtes nurunterderVorausfetzung genehmigt worben, baß ber S t r a ß e n b a h n - betrieb in keiner Weise behinbert werbe. Ein zeitweises Einstellen bes Straßenbahnbetriebes ober auch bie Durchführung eines Pendel- betriebes, wie ber eine Einsenber vorschlägt, läßt sich ohne erhebliche Störungen bes Straßenbahnbetriebes auf längere Zeit nicht burchführen, ba bie Gießener Straßenbahn nicht zweigleisig ausgebayt ist, auch eine Umleitung bes Verkehrs über andere Strecken, wie dies in Großstäbten möglich ist, hier nicht in Frage kommen kann. Es blieb also nichts übrig, als ben Verkehr burchzuführen, was nach unseren Beobachtungen gut gelang unb auch auf ben Festzug selbst nicht qllzu störend einwirkte. Schließlich bars man auch nicht vergessen, baß es sich bei der Straßenbahn um einen Betrieb im allgemeinen Interesse handelt, dessen ungehinderte Durchführung doch auch im Interesse des Publikums liegt. Wir find sicher, daß wir bei einer vorgenommenen Unterbrechung des Betriebes von anderer Seite, etwa von Personen, die die Straßenbahn zum Bahnhof benutzen wollten und sich au die Beförderung mit der Straßenbahn verlassen hatten, berechtigte Vorwürfe erhalten hätten. Es darf bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen werden, daß nach unserem Dafürhalten bei Umzügen eine Vermeidung der besonders engen Straßen unserer Stabt zweckmäßig wäre. In Straßen, wie ber Marktstraße, Mäusburg, Schulstraße unb 'Walltorstraße, ja selbst auf bem Seltersweg haben Festzüge nichts zu suchen. Es wäre viel richtiger, wenn zu Umzügen bie Anlagen benutzt würben, in benen auch Festzüge beoeutenb besser zur Geltung kämen, als in ben engen Straßenzügen ber Jnnenstabt. Zum Schluß sei noch bemerkt, baß es sich für künftige Fälle im Interesse ber Allgemeinheit emp= innen. Er ist, um bie Bombend der Weil' Whe unb Arbeit unb gewendet worden, im hren zu bestehen, jon- t andern zu beweist", ufmanniid) unb * an imstande ist. M chwung beJW * Weit unb W’ Ziele ausg-wend°l-u eressante Wechsel m Ausgabe zu beobach' )egen h 6 Wochen all, verkauft ”‘8D Möer-Kerii Bleinr. Zitnmer, Nieder-Bessingen, Wut erhaltener \MÄx£ llroöer-Mii bnlt z. 15. Oktober I Gröhe 106x71, weg. ^er November Plahmang. zu verk. Schr.Angeb. u.06349 an d. Gieh. Anz. erd. •Hauptstr. 140. Geschäftshaus Landgraf- Vhilipps- Plal- & ist zu verkaufen. Schr. Ansrag. unter 06369 an d. G- Anz. Haus~ mit 4 Hirn.-Wohng., vergrogerungsfähig auf 6. Da Einfahrt sowie Garten z. Aufbau v. Nebengebäuden Vorhand, u. für Geschäftszwecke auch bezügl. der Lage bestens geeign.,so günstige Kansgelegen- heit. Schr.Ansrag. u. 06377 an d. G. Anz. NW Ws MM: in beit, befind!. Verfassung: Eln Bau, 7x3 qm, 2 Stockwerke, ein Bau, 6X21,4 qm groh, ein Stockioerk,Fachwerk ausgemanert, Dach bl- Pfalzziegeln. A. 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Diendtag. 21. Sevt, 81/4 Uhr, in der Ge- wcrbeichule: Mltglieder- Dersammlung. Tagesordnung: 1. Bericht d. Herren Stadtverordneter! Ötscher und Hohn über wichtig» städtische Angelegen- beiten, 2. Wahl der Delegierten zuiir Parteitag In Nauheim 3. Verschiedenes. ’ßl,c lltzr Vorstand. Spielvereioiguag 1909 e. V. Unsere diesjährigen Mvineisterilhülten finden Sonntag, den 19. 9„ vorm. ab 10 Ubr, uachm. ab 2 Ubr statt. Eltern der Jngend- lichcnsowieJreunde ii. Gönner des Vereins sind herzl ctn- geladen. 7650D Ter Borstaud. wvvwwww Nr. 219 Zweites Blatt Außenpolitische Umschau. Von Prof. Dr. Otto Hvetzsch, M. d. R. Als der Völkerbund gegründet wurde, war Deutschland bereit, ihm beizu- t r et e n. Aber die andere Seite lehnte damals den Beitritt Deutschlands ab. Unter dein Schein einer die Welt umfassenden Friedens-und Rechts- vrganisation wollte man eben die Sn ter- essenorganisation der Sieger schaffen zur Aufrechterhaltung des Versailler Frie» dens, überhaupt der Pariser Friedensverträge. Weiterblickende Mitglieder und Vertreter der Völkerbundsidce sahen schon damals, daß damit dieser Völkerbund unweigerlich den Keim zum eigenen Untergang in sich selbst pflanzen würde, daß der Völkerbund entweder universal oder nicht sein würde. Sie sahen weiter, daß es auf die Dauer ganz unmöglich sein würde, Deutschland, dessen Verhältnisse durch den Völkerbund an so vielen Stellen direkt berührt wurden, außerhalb zu halten in der Rolle des Objekts für Völkerbundsbeschlüsse, auf die er selbst keinen Einfluß habe. Aus dieser Erkenntnis heraus beantragte schon 1920 Motta, Deutschland sofort ohne Sonderbestimmungen in den Bund aufzunehmen, aber Divianis schroffes .Rein"- wies das in Frankreichs Ramm zurück. 1922 sprach Motta seine Aufforderung erneut aus in Form einer direkten Einladung an Deutschland, der auch im Völkerbund kaum widersprochen wurde, sich dem Bunde anzuschließen. Seitdem war dies Problem unweigerlich zur Erörterung gestellt, und es war klar, dah ihm Deutschland entweder im Sinne des 3a oder des Vein nicht ausweichen könne. Seitdem war es nötig, die Frage zu überlegen, wie und unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen ein Anschluß Deutschlands an diese Organisation möglich wäre oder nicht. Heute ist das nun zu Ende gegangen: seit dem 10. September 1926 ist Deutschland Mitglied des Völkerbundes und ständiges Mitglied seines Rates. Auch die fanatischsten Anhänger des Dölkerbundsgedankens in Deutschland werden heute, nachdem die Erfahrungen von sieben Jahren vorliegen, und ganz besonders die des letzten 3ahres, zugeben, dah es nur zu Deutschlands Vutzen war, wenn sein überstürzter und verfrühter Eintritt in diese Vereinigung aufgehalten worden ist. Man wird ruhig sagen Kimen, daß sich die nationale Opposition in ihrem Kampf gegen einen verfrühten und bedingungslosen Eintritt in den Völkerbund ein großes Verdienst erworben hat. ilnö wenn es auch keinen Sinn mehr hat, über die Bedingungen und Voraussetzungen. unter denen nach unserer Auffassung der Eintritt nur hätte erfolgen dürfen, heute noch zu diskutieren, so mutz doch das festgestellt werden. dah sich ohne Zweifel dieser Eintritt Deutschlands in günstigerer und vorteilhafterer Weise vollzogen hätte, wenn die Einsicht auf unserer Seite allgemein gewesen wäre von den besonderen Daseins- und Lebensnotwendigkeiten Deutschlands innerhalb einer derartigen Orgairi- sation. Aber genug davon! Diese Auseinandersetzungen und Kämpfe liegen nun hinter uns. Die Tatsache, daß Deutschland Mitglied des Völkerbundes ist. ist da. Sie ist ebenso eine Tatsache und ein Teil des internationalen Rechts, wie nunmehr auch das ganze L o c a r n o-Shstem, das am 14. September von allen Beteiligten ratifiziert worden ist. Es wäre zuviel gesagt, ganz besonders für Deutschlands besondere Lage, wenn man nun behaupten wolle, die deutsche Außenpolitik könne künftig nur in und mit dem Völkerbund gemacht werden. Es wird auch künftig sehr viel grohe Aufgaben geben, die die Mächte un- mittel b ar unter sich erörtern, und Nordamerika, wie auch Ruhland, mit denen uns wichtigste Beziehungen verbinden, stehen ja außerhalb des Völkerbundes. Aber darüber ist kein Zweifel, daß von nun an die deutsche Außenpolitik nur von diesem Boden aus gemacht werden kann, der Mitgliedschaft Deutschlands im Völkerbund und innerhalb dieses ganzen Systems von Verabredungen und Pflichten, die Deutschland nun einmal auf sich genommen hat. Sich darüber klar zu sein, sich in dieser Beziehung gar keiner Täuschung oder 3llusion hinzugeben, sich also, wie man so sagt, darauf einzustellen, ist absolutes Gebot der politischen Klarheit. Ist das so, so liegen eben die Erörterungen, ob es gut oder richtig war, Deutschlands Eintritt zu betreiben oder nicht, nunmehr hinter uns. Es gilt, vo rwärt s zu blicken, und innerhalb dieser Organisation, deren Schwächen und Probleme ja gerade in den letzten Monaten recht stark hervorgetreten sind, die aber nicht von heute auf morgen einfach in die Luft fliegen wird, zu arbeiten, damit die Lebensinter- essen Deutschlands im deutschen Sinne durch- aesetzt werden. Diese Linie hat auch die deutschnationale Partei eingeschlagen, diese Direktive zog sich als maßgebend durch die große Programmrede des Grafen Westarp in Köln, und das ist innen- wie außenpolitisch auch eine Tatsache, gerade so gut, wie die Mitgliedschaft Deutschlands im Bunde, und die Rechtsbindung an diese Verträge für jede Partei, die in Deutschland regieren will. Daß mit dieser Mitgliedschaft ein Gelände sehr schwieriger Art betreten wor- ben ist, haben bereits die ersten Tage nach Deutschlands Aufnahme gezeigt. Wir wollen heute diese ungemein verwickelten Fragen nicht streifen, damit zunächst einmal die großen Linien für die nächste Zukunft recht klar und deutlich herausgearbeitet werden. Es wäre ja auch töricht, nun von der Vertretung Deutschlands im Völkerbund zu verlangen, dah sofort Deutschlands Mitgliedschaft überall bemerkbar würde, dah alle deutschen Forderungen angemeldet würden und daß Deutschland vom ersten Augenblick an als der Störenfried aufträte, als der er vorher von der anderen Seite immer an die Wand gemalt worden ist. Zunächst kann Deutschlands Vertretung für längere Zeit gar nichts anderes tun, als sehr sorgfälttg ein Gebiet zu studieren, auf dem T—«inj nw mm in । । iiiHiiMiin—mnwi Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Samstag, 18. September 1926 uns noch sp, gut wie alle Erfahrungen fehlen und für das tmr in Deutschland sehr wenig schon vorbereitete, mit den Dingen und Menschen vertraute Köpfe haben. Kenntnis, Takt, Feingefühl sind die nächsten ersten Aufgaben der deutschen Vertretung. Aber das berührt durchaus nicht, was über Gesamteinstellung und Rahmen der deutschen Arbeit im Bund heute schon ganz bestimmt zu sagen ist und auch gesagt werden muh gerade auf dem neuen Boden deutscher Außenpolitik, innerhalb eines neuen Systems, innerhalb der ganzen Neu- ordnung und Verschiebung, die sich vollzogen hat. Es genügt, in Bezug auf die ©efamtein» stellung, von der aus Deutschland im Völkerbund zu arbeiten hat, zunächst einmal nur die Schlagworte zu wiederholen, deren Inhalt ja jedermann geläufig ist, die Schlagworte der Gleichberechtigung, womit zunächst die Probleme der Militärkontrolle, der Rheinlandsbesatzung, der Abrüstung getroffen werden, ferner der Möglichkeit zur Revision von unmöglichen Teilen des Versailler Friedens und schließlich des Minderheitenschutzes und des Minderheitenrechts. Rimmt man diese Schlagworte eben nicht als Schlagworte, denkt man ihren Inhalt und Begriff durch, so ergibt sich ohne weiteres die Stellung zu den einzelnen Fragen und ergibt sich auch, wie weit oder vielmehr, wie wenig ein Optimismus in Bezug auf Deutschlands Arbeit im Völkerbund berechtigt ist. Der Rahmen aber bleibt nach wie vor gezogen, daß vor Deutschlands Eintritt der B e r- Itner Vertrag mit Ruhland liegt. Man hat ihn in Genf mit Recht nicht herangezogen land aus diesem Boden und in diesen neuen Verhältnissen die Gleichberechtigung sich erkämpft. Oder auch dieses mühevolle Werk wird nur eine Episode sein, die Friedensbegeisterung und der völkerversöhnende Optimismus dieser zweiten Septenrberwoche von 1926 werden verfliegen wie Seifenblasen vor dem Windhauch. Ein neues Kapitel in der Geschichte des europäischen Staatensystems beginnt. Es ist ein Abschnitt und Einschnitt von großer Bedeutung. Wie man auch zum Völlerbund gestanden hat und stehe, die geschichtliche Bedeutung dieses Vorganges muh man empfinden, erkennen und einstellen in seiner Auffassung und Behandlung der grohen Politik überhaupt. Bon nun an ist Deutschlands Bölkerbundsmacht mit dem ständigen Sitz im Rat. Von nun an gilt es, mit aller Kraft in diesem nun einmal gezogenen Rahmen das deutsche Interesse wahrzunehmen und durchzusehen. Das wird aber, von uns aus gesehen, nur möglich fein, wenn hinter der Wahrnehmung der deutschen Interessen im Völlerbund auch die gesammelte Kraft der Nation einig und in Liebereinstimmung steht! Oberhessen. Eine Autottnie Bietzen-Holzheim > Grüningen, 17. Sept. Vor Wochen schon hatte die Oberpvstdirektton die Errichtung einer Autolinie von (Sieben nachHolz- heimüberWahenborn-Steinberg und Grüningen geplant. Dieser Plan, so sehr er auch von vielen Bewohnern begrüßt wurde, scheiterte schließlich an der Höhe des Fahrpreises, Krage Welche (Zmpfehlungsanzeige in den Nummern des Gießener Anzeigers vom 11. September an bis beute macht den lebhaftesten Eindruck auf Sie? Äntwsst muß spätestens am Dienstag, dem 21. September, mit Anzeigennummer und Anschrift des Einsenders beim Verlag des Gießener Anzeigers eingegangen sein Ziel 3 Äelohnungen von je NM. 50.- für Anzeige mit der größten Stimmenzahl 3 Belohnungen von je NM. 25. - für Anzeige mit der zweitgrößten Stimmenzahl 3 Äelohnungen von je NM. 20.- für Anzeige mit der drittgrößten Sttmmenzahl und diskuttert. Er steht außerhalb der Diskussion. Seine Verpflichtungen fügen sich in Deutschlands Völkerbundsverpflichtungen und wahren Deutschlands Freiheit zwischen Westen und Osten. Gerade nach dem 10. September sei erneut betont, dah Deutschland eine Stellung für den Westen gegen den Osten grundsätzlich und unter allen Umständen ablehnt, daß es feine besonderen festen Beziehungen zu Rußland sich unter keinen Umständen stören lassen wird und darf. Aus dieser Stellung Deutschlands als des neutralen GrohstaateS in der europäischen Mitte, ergibt sich, was zur sogen. „Orientierung" deutscher Außenpolitik zu sagen ist und ergibt sich die Richtung und Direktive zu einer selbständigen, hoffentlich immer fetb- ftänöiger werdenden deutschen Außenpolitik! Zum Schluß: Hinreißend und, wie wir gern anerkennen, aufrichtig hat Briand in Genf den neuen Abschnitt insonderheit der deutsch-französischen Beziehungen gekennzeichnet. Er hat sich bis zu dem Ausruf verstiegen, daß nun der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich ausgeschlossen fei Wir verschließen uns wahrlich nicht der Begeisterung und Hoffnung, die aus dieser Rede blicken, und ebenso nicht den idealen Gedanken und Wünschen, zu denen Deutschlands Eintritt in den Bund gewiß anregt. Aber mit aller Nüchternheit stellen wir, ganz abgesehen davon, daß es für den Politiker allgemein schon äußerst mißlich ist, einen Sah auszusprechen, wie den, dah für alle Zeiten der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich ausgeschlossen fei, fest: die Probe auf das, was Briand hofft, muß schon die allernächste Zeit bringen! Deutschland tritt in den Bund ein, in seiner Souveränität gefesselt, an unmögliche Bestimmungen des Versailler Friedens gebunden, und nicht in jeder Beziehung gleichberechtigt. Man ist heute gerne bereit, Deutschland, das man haben wollte, den Titel der Großmacht zu Der* lechen, daß wir aber eine Großmacht im vollen Sinne des Wortes nicht sind, das lehrt uns jeder Tag. Der Kampf um das, was wir Gleichberechtigung nennen, beginnt jetzt im Völkerbund, mit den Mitteln, die sich da bieten und mit den Genossen, die gleiche Interessen mit uns verbinden. Ob er im Briandschen Sinne zu führen ist, das hängt ganz besonders von Frankreich ab, einem Frankreich, das nicht nur das Frankreich Briands und Herriots ist, sondern auch das Poincares. Lind England, das mit Klugheit und Takt am 10. September in Genf geschwiegen hat, wird wissen, warum Deutschlands Gleichberechtigung noch nicht erreicht ist. Es war sehr stark Englands Interesse, daß Locarno zustande kam und Deutschland in den Völlerbund eintrat. Es ist Englands Interesse, daß Deutschder sich auf 10 Pfennig pro Kilometer belaufen sollte. Eine Fahrt von Holzheim nach Gießen und zurück wäre also ungefähr auf 2,60 Mark zu stehen gekommen. Das Unternehmen wurde daher als wenig aussichtsreich bezeichnet und auf- gegeben. Trotzdem machte sich immer wieder der Wunsch nach einer direkten Ve r bindung mit Gießen geltend. Diesem Wunsche sind nun Kaufmann Schäfer und Gastwirt Arnold von hier nachgekommen. Beide haben den Kauf eines Autos beschlossen, das für 16 Personen Platz bietet und das nun viermal am Tage die Strecke fahren soll. Der Fahrpreis soll sich auf 6 Pfennig pro Kilometer belaufen, so daß also die Fahrt erheblich billiger wird, als die oben angeführte. Die beteiligten Gemeinden liefern einen monatlichen Zuschuß von 100 Mark. Don dieser Summe entfallen auf Wahenborn-Steinberg 40 Mark, auf Grüningen und Holzheim je 30 Mark. Die Gemeinden haben sich für ein Jahr zur Zahlung dieses Betrages verpflichtet. Man hofft, daß die Benutzung des Autos ziemlich reichlich ausfällt, damit die Erhaltung der Linie nicht gefährdet ist. Gegenwärtig zweifett man nicht an der Rentabilität, zumal nun auch der Winter vor der Türe steht, wo Fahrten nach der Stadt von der Landbevölkerung reichlicher unternommen werden, als in der heißen Jahreszeit. Landkreis Gießen. f Grünberg, 17. Sept. Arn Mittwochnachmittag stieß am Eingang zur Stadt in der starken Kurve der Alsfelder S t r a tz e ein Auto, das von Mücke kam, mit einemDad- fah rer zusammen. Das Auto, das im letzten Augenblick ausweichen wollte, erlitt schweren Materialschado.n. Der Radfahrer, ein junger Mann aus Flensungen, der in Grünberg beschäftigt ist, blieb bewußtlos an der Llnfallstelle liegen, bis Dr. Fuldat ihm die erste Hilfe brachte und ihn im Auto nach Hause überführte. Die Ursache des Llnglücks- falles steht noch nicht genau fest. y. Aus der mittleren Wetterau, 17. Sept. Am nächsten Montag beginnen allenthalben an den Volksschulen die drei- bzw. vierwöchigen Herbst- oder Kartoffelferien, zuweilen auch — wo die Kartoffelernte später ein- setzt — Michaelisferien genannt. Die Kartoffelernte ist nach den bisherigen Wahrnehmungen vielfach eine reichliche. An dem Garten- und Feldgemüse kann man jetzt häufig den durch Raupenfraß entstandenen Schaden wahrnehmen. -i.- Ettingshausen, 17. Sept. Gestern fanden in Harbach bei günstigem Wetter die Reichsjugendwettkämpfe der Schulen Harbach, Hattenrod und E11ingshau- s e n statt. Der Platz war dank der Vorbereitungen durch Lehrer Faber in bestem Zustand. Die Leistungen der jugendlichen Wettkämpfer waren zum Teil hervorragend. ES beteiligten sich bas 5. bis 8. Schuljahr der genannten Schulen im Fünfkampf, der auS Weitspruna, Dreisprung. Ballwurf, Kugelstoßen und 100-Meter-Laus bestand. Die Ehrenurkunde des Reichspräsidenten erhielten 1. Hermann Keil aus Ettingshausen mit 117 Punkten, 2. Heinrich Albach aus Hattenrod mit 99 P., 3. Ernst Braun aus Hattenrod mit 96 P., 4. Karl Knöß aus Ettingshausen mit 91 P. Die Llrkunde des deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen konnte an die Schüler Otto Schepp, Harbach, 90 P., Karl Launspach, Ettingshausen, 84 P., Adolf Keil, Ettingshausen, (5. Schuljahr) 82 P., Walter Keil, Ettingshausen, 81 P.. Wilhelm Gon - trum, Hattenrod 76 P., Emil Pfeiffer, Ettingshausen, 73 P., Wilhelm Seipp. Ettingshausen, 70 P., Eduard Walter. Hattenrod, 63 P. und Karl Pfeiffer, Ettingshausen, 63 P. verliehen werden. Im ganzen beteiligten sich 38 Schüler an den Kampfspielen. Der Verlauf der Wettkämpfe legte Zeugnis ab von dem regen Eifer, mit dem die Schuljugend unterer Gemeinden sich dieser neuen Einrichtung, die wesentlich zur Förderung der körperlichen Tüchtigkeit beiträgt, widmet. !! Hungen, 17. Sept. Vor einigen Tagen sanden hier die R e i ch s j u g e n d wc 11 k ä mpfe statt, bei denen ganz hervorragende Leistungen zu verzeichnen waren. Es beteiligten sich an dem Wettkampfe 31 Schüler und Schülerinnen der Volksschule und Höheren Bürgerschule, wovon 25 die erforderliche Punktzahl erreichten, sogar einige mit wesentlichen Lieberpunkten den Kampfplatz verlassen konnten. In der Mädchengruppe [®rei- kamps: 75-Meter-Lauf, Weitsprung und Schlagballweitwurf) gingen als Siegerinnen hervor: 1. Leni Schmidt 65 Punkte (5 Lieberpunkte). 2. Märgrit Gerendasi 52 P.. 3. Marie Dender 51 P., 4. Margarete Schäfer 44P.. 5. Margarete (Sonnenburg 40 P.. 6. Erna Seybicke 40 P. In der 1. Knabengruppe (Fünfkampf: Reck, Darren, 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Schlagballweitwurf) blieben Sieger. 1. Heinrich Augustin mit 105 Punkten (öileber- puickte), 2. Walter Frutig 100 P., 3. Otto Jockel 88 P., 4. Georg Lutz 86 P.. 5. Ernst Niemann 83 P., 6. Friedrich Kupka 82 P., 7. Wilhelm Eifer 78 P., 8. Ernst Iurasik 75 P., 9. Ernst Wolf 74 P., 10. Ernst Seipp 73 P.. 11. Heinrich Reinhardt 72 P.. 12. Karl Schmidt 71 P.. 13. Ernst Sommer 69 P. Sieger in der 2. Knabengruppe (Sechskampf: Reck, Darren. 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Pferd) waren: 1. Wilhelm G erhardt 102 Punkte und 2. Willy H e r o l d 95 P. In der 3. Knabengruppe (SechSkamps: Reck. Darren. 100-Meter-Lauf. Hochsprung. Kugelstoßen, Pferd) blieben Sieger: 1. Kurt Katz 124 Punkte (vier Lieberpunkte). 2. Heinrich Geißler 105 P., 3. Werner Glitsch 103 P., 4. Wilhelm Draube n b u r g e r 101 P. Der beste Läufer war Heinrich Augustin, der seinen Lauf mit vier 2eberpunkten abschloß', den besten Schlagballweitwurf vollbrachte Walter Frutig, der das Ziel mit 12 Punkten überwarf, Kurt Katz erreichte beim Kugelstoßen 8 Lieberpunkte. Die beste Läuferin war Margrit Geren dass, dis 3 Lieberpunkte für sich buchen durfte. Kreis Friedberg. bs. Friedberg, 17. Sept. Dieser Tage wurde in den Räumen der Hessischen Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft ein Obft- pflege- und Obstverpackungslehr- gang abgehalten, an dem sich 11 Herren, meist Baumwärter, beteiligten. Der erste Tag diente der theoretischen Llnterweisung durch Vorträge von Dr. Hehle r. Oberreallehrer Rings- hausen und Fachlehrer, Garteninspektor R e n t s ch. Die Einführung in die Praxis erfolgte daraus, und zwar galt es zu zeigen, wie der Absatz des deutschen Obstes zu heben ist durch zweckentsprechende Verpackung und Aufmachung. wie dies bei dem amerikanischen Obft- handel schon nahezu ein Jahrzehnt in Hebung ist. Der Erreichung dieses Zieles soll die vom Reichsverband des Deutschen Gartenbaus her- gestellte Obst-Einheitskiste dienen. Eine Besichtigung der großartigen Sammlungen der Lehr- anstall, sowie ein Rundgang durch den großen, gegen Obstbaumschädlinge bestgepflegten Geärgerten bildeten den Abschluß der anregend verlaufenen Tagung. <£ Bad-Nauheim, 17. Sept. Die jüngste Sitzung der Stadtverordnet en halte 8 Punkte auf der Tagesordnung stehen, die in ein» stündiger Beratung erledigt waren. Es handelte sich nur um wenige Gegenstände von allgemeinem Interesse. Beschlossen wurde u. a., die Reinigung der F e u e r w e h r g e r ä te der Freiwilligen Feuerwehr zu übertragen und ihr dafür eine jährliche Vergütung von 350 Mk. zu gewähren. Die Jahresvergütung für den Branddirektor wurde auf 60 Mk. festgesetzt, während die Brandmeister je 20 Mk. an Vergütung erhalten sollen. Ein Teil der Frankfurter Straße soll mit einer leer- splittdecke neu hergestellt werden. Entgegen früherer Vereinbarung hat das Kreisamt folgende Kostenverteilung in Vorschlag gebracht: Für die ersten 5 Meter Breite der Fahrbahn hat die Kreis- und Provinzialverwaltung 3, die Stadt i der Kosten zu tragen; die Herstellungskosten des Fahrdammes über 5 Meter hinaus fallen ganz der Stadt zu. Durch diese neue Berechnung vermindert sich der ursprünglich vom Kreis zugesagte Kosten» beitrag um 4000 Mk. Trotzdem beschloßen die Stadtverordneten, die Straße mit einer hochwertigeren Asphaltdecke zu versehen, wogegen die Kreisverwaltung, die Genehmigung der Provinz vorausgesetzt, nichts einzuwenden hat. Unter Besprechungen fragte Stadto. I. Ehr. Schäfer nach dem Stand der Vorarbeiten für das Krieger- ehrenmal, dessen Schaffung seit Jahren schon angestrebt wird. Der Bürgermeister mußte dazu mitteilen, daß städtische Mittel jetzt dafür nicht vorhanden seien; ein größerer Betrag für den Zweck 1826 S1926 ich sowohl die gan^e Veranstaltung, Besuch derselben lohnt. Kaufgesuche Wickel s Nr. 88 Fernsprecher 102 Schiffenberger Weg 50 Fabrikmäßig eingerichtete Werkstätten 7672D P^T™?n^xC^FTSREKLAME IST STETS N INSERAT IM GIESSENER ANZEIGER Landwirtschaftliche Kretsausstellung in Lauterbach Kaufe 60 bis 70 Ztr. Ziec;elkohlen die nach Probezeit Weines Kapital für notwendiges Privatlager zur Verfügung hab. Nur solche Herren werden berück- slchbgt. 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Aach grundsätzlichen Erörterungen über unsere Stellung zur Welt und über Jesu Stellung zur „sozialen Frage" führte er eine Reihe von Ein- zelfragen aus, die Hausbesuche, die Fürsorgetatrg- keil, deS Pfarrers Stellung zur Politik, die Qllto- bolfrage, die Wohnungsnot, der Schmutz - und Echundkamvf, die Pressetätigkeit usw. Don der Gelegenheit, anschließend sich auszusprechen, wurde reichlich Gebrauch genommen und diese Aussprache zeitigte noch mancherlei schöne Ergebniste. Erst um 2 Ht)r ging man dann zum gemeinsamen Mittag, essen auseinander, das im „Hindenburg" stattfand und die Teilnehmer der Konferenz noch eine Zejt- lange beisammenhielt. Gießener WochenmarLtpreise. Es kosteten aus dem heutigen Wvchrnmarkt: Butter 190 bis 200, Matte 35 bis 40, Käse (10 Stück) 60 bis 100, Wirsing 6 bis 12, Weisi- traut 6 bis 10, Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 18, Römischkohl 5 biS 10, Dohnen, grüne 12 bis 15, gelbe 15 bis 20, Dlnter-Kohlrabi 6, Tomaten 20, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 40 bis 80, Kürbis 8 bis 10, Kartoffeln 4, Frühäpfel 15 bis 20, Falläpfel 8. Dirnen 10 bis 20, Zwetschen 15 bis 18, Mirabellen 35, Honig 45. junge Hahnen 90 bis 100, Suppenhühner 100 bis 110 Pf. das Pfund: Eier 15, Blumenkohl 10 bis 100, Dalctt 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 4, Endivien 10 bis 20, Ober- Kohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20 Sellerie 20 bis 50 Pf. das Stück: Radtes- chen Dd. 10 Pf. Wettervoraussage. Bei schwacher Luftbewegung vorwiegend heiter, nachts kühl, tagsüber Ansteigen der Temperaturen, trocken, Dunst- oder Frühnebel. Die ReichsjugendweLtkämpse der Gießener Schulen. Wie wir in unserer gestrigen Rümmer bereits kurz meldeten, fanden am Mittwochvormittag auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 auf dem Trieb die diesjährigen Reichs - jvgendwettkämpfe der Giehener Schulen statt. Rach den Wettkämpfen sprach Oberstudiendirektor Dr. Kalbfleisch vor der Siegerverkündigung zu den etwa 300 Teilnehmern über den Wert der Leibesübungen und über die Bedeutung der Reichsjugendwettkämpfc: dem Hoch auf unser deutsches Vaterland schloß sich das Deutschlandlied an. Die Ergebnisse der Wettkämpfe sind folgende (die Abkürzungen bedeuten: St.-K. = Stadtknabenschule, D.-Sch. — Dezirksschule, St.-M. = Stadtmädchenschule, H. H. = Höhere Handelsschule, Lyz. = Lyzeum, Päd. = Pädagogium, Gym. = Gymnasium, RG. — Realgymnasium, OR. = Oberrealschule): Schüler, Oberstufe, 16 Teilnehmer = 16 Sieger, Jahrgang 1908/09: 1. Sieg Willi Reih. OR., 113 P. 2. Fritz Morneweg, OR., 109 P. 3. Wilh. Schneider, OR., 102 P. 4. Walter BQIÖMP5ON1S SEIFENPULVEP koste! ein Trabet ÄjyDr. fäotnpsofi's Seifenpulver nur 30* Wg? Wei! hierzu eine Hebung genom men wind, die so einfaeh und billig wie nun irgend möglich id- An der (Packung wird alles, am Jnhalf nichts gespart. Loh, RG., 100 P. 5. Rudolf Buh, RG.. 99 P. 6. Otto Gerhardt. OR.. 98 P. 7. Paul Fuchs, OR., 96 P. 8. Hermann Lohnes, OR.. 94 P. 9. Walter Wolf. OR.. 91 P. 10. Erich Seyb. H. H., 90 P. 11. Karl Drose. OR., 88 P. 12. Willi Dörr, OR., 86 P. 13. Rikolaus Katbhenn, Gym., und Alfred Schröder, OR.. je 85 P. 14. Werner Glitsch, OR., 83 P. Schüler. Mittelstufe. 53 Teilnehmer - 49 Sieger. Jahrg. 1910 1911: 1. Sieg Friedrich Bvckstahler, OR., und Heinrich Müller, RG., je 128 P. 2. Karl Marx, OR., 120 P. Kurt Hory- seck, Gym., 114 P. 4. Karl Trechsler, OR., 110 P. 5. Willi Roth, RG., 109 P. 6. Emil Arnold. OR., Wilh. Schneider. OR., je 108 P. 7. Karl Schick. OR. 106 P. 8. Wilh. Gontrum, OR., Willi Rau, OR.. je 105 P. 9. Ferd. Stremmel. OR.. Fritz Wolf, Gym.. je 103 P. 10. Wilh. Krämer. OR., 101 P. 11. Erich Krämer, OR., Ernst Stern, OR.. je 99 P. 12. Reinhard Decker, OR., 98 P. 13. Werner Loh, Gym„ 95 P. 14. Wilh. Glaum. OR., 94 P. 15. Otto Feiling, RG., H. Müller, RG.. H. Straub, OR., Lud. Bogt, RG., je 92 P. 16. Heinr. Jung, H. H-, Hans Kümmel. OR.. Ernst Klein, OR., je 91 P. 17. Hans Bremer. OR 88 P. 18. Theodor Ccllarius. RG., Walter Heußel, RG., je 86 P. 19. Hans Heller. OR., Er,ist Stengel, OR., je 85 P. 20. Sommerlad, OR., 82 P. 21. Willi Diepel, OR., Hans Gewinner, OR.. Heinr. Rotherinel, OR.. je 81 P. 22. Willi Reuschling, OR.. 80 P. 23. Karl Brömer. OR.. 79 P. 24. Konrad Sänger. OR., 78 P. 25. Karl Schwinn, OR.. Ulrich Sporleder, Gym., je 77 P. 26. Ernst Seifert, OR.. Karl Sauer, OR., je 76 P. 27. Kurt Speier, OR., 75 P. 28. Heinr. Schäfer, OR., Otto Rühl. OR.. je 74 P. 29. Aug. Philipp, OR. 73 P. 30. Schimmel. OR., Paul, OR., je 71 P. 31. Heinz Velten 67 P. Schüler, Dl n 1 e r st u f e, 114 Teilnehmer --- 83 Sieger, Jahrgang 1912/13: 1. Sieg Oskar Bier, OR.. 124 P. 2. Erich Ploch, OR., 119 P. 3. Erich Hartmann, RG., 117 P. 4. Hans Schütz, OR., 114 P. 5. Heinr. Schlesinger. OR.. Otto Kern, OR.. je 109 P. 6. Karl Geller. OR., Erich Volk, OR., je 106 P. 7. Otto Lindenstruth, RG., 104 P. 8. Emil Mörler. OR.. 103 P. 9. Rudolf Fritz, RG., 102 P. 10. Erwin Körber, OR., 101 P. 11. Karl Bree. OR., Heinrich Schäfer, OR., je 100 P. 12. Otto Günther. RG-, Heinr. Schmandt. RG., Wilh. Schüz, RG., je 99 P. 13. Karl Lutz. OR., 97 P. 14. Wilh. Reeh, OR.. 96 P. 15. Erich Klotz, OR., Rudolf Rückert, OR., je 95 P. 16. Fritz Arnold, RG., Willi Becker. St.-K., je 94 P. 17. Lud. Häm, OR., Karl Rohm, OR.. je 92 P. 18. Willi Pfeffer, 89 P. 19. Heinr. Goerh, Gym., Walter- Krömmel- bein, RG., je 88 P. 20. Rich. Lenz, OR., Karl Schmidt, St.-K., je 37 P. 21. Fried, Drück, St.-K., 36 P. 22. Lud. Weiß, St.-K., 85 P. 23. Heinr. Müller, RG., Heinr. Schaub, St.-K., je 84 P. 24. Karl Enders, OR., Lud. Häuser, OR., Heinz Kirchhöfer, RG., Herm. Weiß, OR., Werner Seifert, OR., je 83 P. 25. Fried. Gries, OR., Wilh. Köhler, Gym., je 82 P. 26. Lud. Harth, St.-K., Heinz Lisch, RG-, Lud. Schneider, St.-K., je 81 P. 27. Walter Günther, OR., Wilh. Wolf, OR., Emil Ziegler, OR., je 80 P. 28. Wolfram Hadermann, H. H., Franz Krämer, St.-K., Ernst Ploch, D.-Sch., je 79 P. 29. Max Hardt, D.-Sch., 78 P. 30. Lud. Lotz, St.-K., Karl Schmidt, D.-Sch., Walter Schreiber. OR., je 77 P. 31. Walter Grünebaum, RG., Hans Rübsamen, RG., Gustav Seibert, OR., je 76 P. 32. Heinz Decker, OR., Hans Betz. OR.. Harry Denhard, OR., Walter Frihges, OR. Otto Schmalz, OR., Ernst Weimer, RG., je 75 P. 33. Hans Löb, OR., Wilh. Ludwig, OR. je 74 P. 34 Adolf Berger, OR., Hans Werner. St.-K.. je 72 P. 35. Willi Alt, St.-K., Heinz Fischer. Gym., Lud. Pfeil, D.-Sch., Hans Stephan. St.-K.. Werner Geiß, OR., je 71 P. 36. Ernst Faulstich, OR., Wilh. Lesch, St.-K., Willi Schneider. D.-Sch.. je 70 P. 37. Willi Braun, St.-K., Helm. Mooh. OR., Hans Vogt, RG-, je 69 P. 38. Herbert Reubia, St.-K., Hans Schenk, RG.. Fritz Werner, OR.. ic 68 P. 39. Erich Heidlindemann, OR.. 67 P. 40. Gerhard Metz, St.-K., 66 P Mädchen, Jahrgang 1910/11, 20 Teilnehmerinnen, 15 Siegerinnen: 1. Sieg Martha Seiferth, Lyz., 70 P. 2. Erika Herzog, Lyz.. 65 P. 3. Ruth Heid, Lyz., Fränzi Zwang. H. H-, je 63 P. 4. Gretel Lang, Lyz., Anna Schwengber. Lyz.. 62 P. 5. Ria Vogt, Lyz.. 60 P. 6. Ellen Vagis, Lyz., 59 P. 7. Erna Bramm. Lyz.. Rora Davids, Lyz., Christel Holstein, Lyz.. Käthe Preis), Lyz., je 58 P. 8. Rosemarie Birnbaum, Lyz., Else Reuschling, H. Sy. 57 P. 9. Rikchen Vömel, Lyz., 55 P. Mädchen, Dln te rstufe, Jahrg. 1912/13 85 Teilnehmerinnen, 70 Siegerinnen: 1. Erne Ruckstuhl, St.-M., 75 P. 2. Erna Althaus, Lyz., 74 P. 3. Wilh. Stört, Lyz., 66 P. 4. Erna Konrad, Lyz., 64 P. 5. Wilma Schleenbecker, £1)5., 63 P. 6. Emmi Wiedmeyer, B.-Sch., 62 P. 7. Therese Korndörfer, B.-Sch., Gretel Otto. Lyz., Else Wagner, St.-M., je 60 P. 8. Hertha Wilhelm, St.-M, 59 P. 9. Lieselotte Roll, Lyz., Lieschen Schick, St.-M, je 58 P. 10. Minnl Andräe, Lyz., Hanni Euler, Anneliese Heß, Lyz., Auguste Müller, D.-Sch.. je 57 P. 11. Erika Dock, Lyz., Elfriede Fischer, Lyz.. Frieda Stille. D.-Sch., je 55 P. 12. Johanna DöbuS, D.-Sch.. Elise Janisch, St.-M., Käthe Runkel. Lyz.. Frieda Theiß. St.-M., je 54 P. 13. Erika Fischer, D.-Sch., Hanni Marquardt. Lyz., Johanna Sturm. Lyz., je 53 P. 14. Käthe Dötz, Lyz., Toni Kimpcl, Lyz., Frieda Krüger, St.-W.. Emmi Philipp, Lyz., Anni Weiershäuser. St.-M, je 52 P. 15. Elis. Dörnbach, St.-M, Lurie Glitsch, St.-M. Marg. Höfer. Lyz.. Irmgard Roller, Lyz., je 51 P. 16. Anneliese Gissel, St.°M., Hilde Jsheim, Gym., Else Krug. St.-M, je 50 P. 17. Henni Kliffmüller, St.-M, Elfe Kuhn, St.-M., Hermine Obmann, St.-M.. Else Opferniann, St.-M, je 49 P. 18. Mariechen Dlr- ban, 21)5-, 48 P. 19. Hermine Krämer, Lyz., Gerda Schmittgall, Lyz., je 47 P. 20. Lotte Homberger. Lyz., Ruth Loh. Lyz.. Johanna Rent- ineister, St.-M., Lieselotte Sattler, Lyz., Lina Wagner, St.-M., Gretel Wehrheim. 21)5.. je 46 P. 21. Elise Hönig, St.-M., Gustel Krum- biegel, St.-M., Helene Maus, St.-M., Martha Schüttler, 21)5., Hertha Spatz. Lyz., Annedore Stein, Lyz., je 45 P. 22. Metha Amend, Lyz., Hedwig Lenz, Ly5-, Marg. Mattern, St.°M, Therese Stein, B.-Sch., je 44 P. 23. Elis. Eh- brecht. Lyz., Gertrud Lenker, Lyz.. je 43 P. 24. Christe v. Holly, Lyz., Lresel Kalbfleisch. Lyz., Gretel Müller, St.-M, Irmgard Sonneborn. Lyz., je 42 P. 25. Hilde Hartmann, Lyz.. Bertha j Schmidt, Lyz., Gertrud Schmid, St.-M.. je 41 P. Staffelläufe: Sieger der Oberstufe Gymnasium, Sieger der Mittelstufe Pädagogium, Sieger der Dlnterstufe Oberrealschule und Stadt- lnabenschule. Im Handballwettspiel blieben die Schüler des Gymnasiums gegen die Schüler deS Realgymnasiums siegreich. Brtl-Mefflarkt zu Giuta. Am Mittwoch, dem 29. September 1926, vormittags von 7 Uhr ab, findet auf den städtischen Marktanlagen am Güterbahnhof Pferdemarkt statt. Bezüglich der in der Nähe des Marktplatzes vorhandenen Stallungen erteilt Herr Hoflohnkutscher Huhn Auskunft. Mit dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung des besten Pferdematerials verbunden, wofür über 2000 Mark zur Verfügung stehen. 76108 Der Prämiierungsplan ist von Herrn Rentner August Schwan in Gießen erhältlich. Die Prämienverteilung erfolgt nach Beendigung der Prämiierung. Der Pferdemarkt muh die- fesmal auf den Marktanlagen am Güterbahnhof stattfinden. Am 30. September Ziehung der Pferdemarktlotterie. _ Gießen, den 14. September 1926. Die städtische Pserdemarkt-Deputation. I. D.: Dr. Rosenberg. KartoffeMeserung. Die Lieferung von 1000 — eintausend — Zentnern Speisekartoffeln, Industrie, soll im Wege des unbeschränkten Wettbewerbs vergeben werden. Die Anlieferung hat im Oktober 1926 zu erfolgen. Die Bedingungen liegen während der Dienststunden auf der Kanzlei zur Einsicht offen, sie können auch abschriftlich gegen Erstattung von 70 Pf. bezogen werden. Für das Angebot ist ein besonderes Formular vorgeschrieben, das zum Stückpreise von 10 Pf. auf der Kanzlei erhältlich ist. 7615D Angebote mit der Aufschrift „kartoffel- Neseruna" sind verschlossen bis spätestens zum Eröffnungslermin Samstag, den 2. Oktober 1926, vormittags 11 Uhr, hier einzureichen. Es können auch Teillieferungen, jedoch nicht unter 50 Zentner erfolgen. Zuschlaasfrist eine Woche. Marienschloß, den 14. September 1926. Die Direktion des hesi. Landeszuchthauses. Bekanntmachung. Obstversteigerung der Stadt Gießen. Montag, den 20. September 1926, soll die diesjährige Obsternte öffenllich meistbietend versteigert werden, und zwar: vormittags 9 Uhr beginnend von den Bäumen an den Kläranlagen, am Wartweg, Leihgesterner Weg, Aller Steinbacher Weg, Licher Straße, Obstbaum- stück, Lärchenwäldchen, an der Liebigs- höhe und Alter hardtweg. 76208 Die Birnen am Alten Hardtweg werden an der Kläranlage mitversteigert. Zusammenkunft findet um 8; Uhr vormittags an den Kläranlagen statt. Gießen, den 14. September 1926. Der Oberbürgermeister. 3. 23.: Dr. Rosenberg. 150 ti) 125 tb 165 tt> Es macht schlank! Wieviel wiegen Sic über Ihr NormaJgewicht? Eine frage von großer Wldülgheir, die Jede Dame inlereesleren wird. Körperfülle ist in der Hauptsache hervorgerufen durch zu reichliches Essen, aber auch oft durch ungenügendes Funktionieren der Stofiumwandlung im Kieper sowie schlechtes Arbeiten der Nieren und Leber. Nehmen Sie deshalb in Ihrem ersten Morgengetränk eine gant kleine Dosis Kruschen-Salz, so wird die Verdauung gefördert, Nieren und Leber in gütet Ordnung gehalten, für gutes Funktionieren des Stoffwechsels gesorgt und das Blut gereinigt, so daß die überflüssigen wässerigen Massen, die den Körper aufschwemtnen, auf natürliche Weise heraua- gctrieben werden. Kruschen-Salz ist daher von großem Einfluß auf das körperliche Normalgewicht. Führen Sie dann noch eine leichtere, fettarme DUt durch, so wird die Wirkung erhöht. Sie werden sich' von dem Resultat in Kürze überzeugen könpen. In Apotheken und Drogerien M. 3,— pro Glas, für 3 Monate ausreichend. BEUTHIEN & SCHULTZ G.M.B.H., BERLIN N 39, PANKSTRASSE 13-14 Fabriklager: Julius Braz, Frankfurt a. M., Qünthersburgallce 38. Fernruf: Römer 1801, Hansa 4864 . 71508S Bekanntmachung. Mit Beginn der Zählerablesung ab 1. Oktober d. 3. treten folgende Strompreise in Kraft: 7653C Für den Lichtverbrauch im Stadtgebiet 45 Pf. für die Kilowattstunde. Der monatliche Mindestverbrauch bei einem Doppeltarif ist für die Zeit vom 1. 10. bis 31. 3. eines jeden Jahres auf 45 Kilowattstunden, 1. 4. bis 30. 9. eines jeden Jahres auf 25 Kilowattstunden Der ^Zreis für den während der Nachtzeit bezogenen Strom auf Grund des Dreifachtarifes (für Warmwasserspeicher, Raumheizungsspeicher, Backöfen usw.) wird von 10 Pf. auf 8 Ps. für 1 Kilowattstunde heravgesetzt. Die seitherigen Rabattsätze, sowie Tages-, Nacht- und Lichtspitzenzeit und Zählerbenutzungsgebuhren bleiben unverändert. Auskünfte über die Stromtarife werden im Verwaltungsgebäude des Elektrizitätswerkes, Zimmer Nr. 4, erteilt. Gießen, den 17. September 1926. Direktion des Elektrizitätswerkes der Stadt Gießen. S t o l t e. Zu dem am Mittwoch, dem 22. d. 2H., in Rieder-Ohmen ftattfindenden Vieh- und Krämermarkt laden wir ergebenft ein. Der Aufttieb erfolgt vormittags von 8 bis 8.30 Uhr. 7660D Der Ortsvorstand. auf AeüzaKlung (SernkinnuAge Möbelversorgung für öas Berufs-Bücher-Reisende = geziemend in Kenntnis zu setzen. L'flff 5 Mookswies Watzenborn-Steinberg Gute Speisen und Getränke / 5 Hallen UQ Es laden ein: ff 766 ID Trant geladen. 7M9D Wlistliche Berfammlnng Siegen ssesssEsa Eintritt frei! Keine Kollekte! I Maasburg 10. WM« Ml 7639c Wie £ > 5hm In Jlolnj? Bauer sehe Bonbons 7343 D Meßausweise zum Vorverkaufspreis bei S. Loeb, Gießen, Bahnhofstr. 52 a, oder durch das Meßamt Frankfurt a.M. S> QO am 19. und 20. September mit eilendem Schritt auf die Unser Schulanzug Bleyle-Kleidung entspricht den Anforderungen der modernen Schul • Hygiene am vollkommensten; sie kleidet dabei flott und vornehm und ist bei größter Strapazierfähigkeit leicht instand zu halten. 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Gültig ab Santfbafj mittag 12 Hhr- Rückrememwj Wonfaff früh W Bimrs Knaben-fflnzüge Sweater-Kleidung L und der Abt beg Hai in Geor- als er ni Gebürtig, an WI' w flb( WM lc finfziger Den beide bürg, dan her mir Hause dc Pädagog' rühmt 1 meinen 2 schloß ® cerjagt u fein Amt lang innei Fabriklager und Alleinvertretung: Gg. Gelchsheimer,Großen-Linden b. Gießen. < Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und vielen Kranzspenden bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen, sowie den trostreichen Worten des Herrn Pfarrers Staubach und die Niederlegung der Kränze usw. des Herrn Forstrats Schneider, sowie dem Vorsitzenden des Turnvereins Hausen und des Lahn-Dünsberg- Turnerbundes, der Kollegen des Lokalvereins Gießen und des Forstamts Schiffenberg, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Hausen, den 18. September 1926. Im Namen der Hinterbliebenen: «w. Theodor Schlag. öelamtmachmg 3n der Generalversammlung vom 28. Juni 1925 und li. Juli 1925 wurde einstimmig die Auflösung der Genossenschaft beschlossen. 7551D 3U Liquidatoren wurden bestellt die Herren: Heinrich Degen I und GeorgPfeifer, beide in Grotzen-Linden. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche innerhalb der gesetzlichen Frist geltend zu machen. Crotzen-Linden, den 18. August 1926. Landwirtschaftlicher Konsum- verein, e. G. m. u. H. in Großen- Linden, in Liquidation Heinrich Degen i.Georg Pfeifer ? i[ i ■ durchgebü! vielseitiger Charakter, füllt. Seit lerne Psli der Chara werden, d „allpreußi Erziehung Meiningen Wicht, ih selbst aber tit Losuni -denn! an- nicht - denn d langte sm anfeuernti sinne mich, Großvater aber aas geblieben Nacht oir in 1 Seit Wortes b mich auf Dieser str loben, M stems m langte oi nigstens i reifen zv Ziel natü Mise ault rmbfolgt $an n /in wie ir die Freud, oussetzungi Denn freu' herben Ml dem Perc geworden Ü>ehung-n die mich , listen" gef Mein: Leitung 1 ? Uhr ini sämtliche einschlägigen Artikel und originelle Neuheiten kaufen Sie preiswert und in großer Auswahl für den Wiederverkauf bei Ernst Muth, Schokoladen-Großh. Ludwigstr. 42 GIESSEN Fernruf 721 Tf Donnerstagabend 8 Uhr verschied sanft und unerwartet nach kurzem, aber schweren Leiden meine innigstgeliebte Frau, meine herzensgute Mutter, Tochter, Schwester, Schwiegertochter. Schwägerin, Enkelin. Tante und Nichte Frau Johanna Benzler geb. Völkl im Alter von 21 Jahren. AostrLtALr SZHwLrAbrex Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sowie für die vielen Kranzspenden und die tröstenden Worte am Grabe sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Freund I. und alle Angehörigen. Alten-Buseck, den 18. September 1926. 7607D Stur Copyright 25' Fach . Sie di Ziehen ö( wand geg loscht wer ^hr in d kommst du „ '^ann verlassen, ( .. Sie qin hotte. '"chtigen । ?>e Ase Denn die d'eiem r Sr er ne «chen Ser ^2laf b. S ,an9e bitten J erst S1 Speifefartoffeln und ZittauerZwiebeln gute, gesunde Ware und sorgfältiger Sortierung ,u bisher unerreicht billigem Preis Zeder Quantum lieferbar [7669D waggonfrei, ab Lager und frei Hans H- Sauer, Gartenstrahe 13 Kohlen und Landesprodukten Kar eou und £ rjumuMl. n !>■—■■■ WLM muiMiTa» rvj.ga»c ncrojzac gungen offenbarte, und die mir bis auf den heutigen Tag geblieben ist. Daneben entwickelte sich schon in diesen Jahren für die deutsche Geschichte ein geradezu leidenschaftliches Interesse bei mir, das durch die Ereignisse des großen Jahres 1870 nur bestärkt werden konnte. Geringe Neigung und Veranlagung brachte ich hingegen den'Fächern Rechnen und Mathematik entgegen, meine Begabung war hierfür nur schwach entwickelt. Ich habe wohl gelernt, was gelernt werden mußte, aber ich bin über den Durchschnitt nicht hinausgekommen. Andererseits aber besaß ich ein ausgesprochenes Talent für Sprachen, besonders Englisch und Französisch, die mit Rücksicht auf meine spätere Stellung in erster Linie gepflegt werden muhten. * Hand in Hand mit meiner wissenschaftlichen ging meine körperliche Ausbildung. Ein ausgesprochenes Hemmnis war es aber für mich, daß mein linker Arm infolge einer bei der Geburt entstandenen, anfangs über [ebenen Verletzung in der Entwicklung zurückgeblieben war und seine freie Beweglichkeit eingebüht hatte. Die ärztliche Wissenschaft der Zeit hatte wohl noch nicht jene modernen orthopädischen Mittel bereit, mit denen man heute einen solchen Zustand beheben würde. Jedenfalls wurde ich auf die verschiedensten Arten behandelt, die man jetzt wohl nur noch als laienhaft bezeichnen würde, und die das einzige Ergebnis hatten, daß ich in schmerzvollster Weise gequält wurde. Das schwierigste vor allem aber war für mich reiten zu lernen. Bei diesem Änterricht habe ich schwere Stunden erlebt. Ich möchte statt eigener Worte die hierauf bezüglichen Ausführungen HiiHpeters selbst heysehen, in denen er sich Rechenschaft über seine Erziehung gibt: „Das Reiten, welches anfangs nur mit wirklichem Risiko und trotz tränenreichen Widerwillens mit besonderer Entschiedenheit aufgezwungen war, wurde eine mit Vorliebe und Erfolg geübte Fertigkeit. Das hierbei mit unsäglicher Selbstüberwindung beobachtete Verfahren war so chrakteristisch für die ganze Erziehungsweise, daß wir glauben, es ausführlicher erwähnen zu sollen. Der Prinz war 8V2 Jahre alt, und noch führte ein Lakai seinen Ponny am Zügel, weil seine körperliche Unsicherheit ihm selbst wie anderen unüberwindliche Angst einflobte. Solange diese aber bei ihm dauerte, war an Reitenlernen nicht zu denken; sie muhte um jeden Preis besiegt werden. Da weder Reillnecht noch Stallmeister dazu imstande waren, hob der Erzieher, seine inzwischen unbedingt gewordene moralische Autorität einsehend, den weinenden Prinzen auf fein Pferd ohne Bügel und erzwang die ilebung der verschiedenen Gangarten, taub gegen alles Bitten und Weinen, erbarmungslos den unaufhörlich herunterstürzenden Reiter wieder hinaufhebend, bis endlich nach wochenlanger Quälerei das nötige schwer zu erwerbende Gleichgewicht erlangt war. Diese Morgenübungen in den Seitenalleen des Parkes von Sanssouci waren ein Schrecken für jedermann, ein größerer für den Zwingenden als für den Gezwungenen. Aber nur ungewöhnliche Energie und Rücksichtslosigkeit konnten die ungewöhnliche, wenn auch natürliche Schwäche besiegen. Rachdem dies einmal geschehen und der Prinz durch Wecken der eigenen Kraft jedem anderen Knaben gleichgestellt war, konnte er dem Stallmeister übergeben werden zu weiterer schnell fortschreitender Ausbildung." Der Erfolg hat Hinzpeters Methode recht gegeben. Aber bitter hart war der Unterricht, und mein Bruder Heinrich hat oft aufgeheult vor Schmerz, wenn er das Martyrium meiner Jugend mit ansehen mußte. Spielplan ver Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 19. Sept.: Der Rosenkavalier. Ans. 61/2 Uhr. Montag, 20 : Othello, Ans. 7 Ähr. Dienstag, 21.: Die verkaufte Braut, Ans. Z1/2 Ähr. Mittwoch, 22.: Ariadne auf Raxos, Sturm in Schmaledeck Roman von Sophie Kloerss. Copyright 1926 by Aug. Scherl G. m. b. $)., Berlin. 25. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Sie drängte ihn zurück, als er sie wieder an sich ziehen woHtc. Denn über das Feld heran kam jemand gegangen, und sie wollte nicht wieder überrascht werden. „Auf Wiedersehen, Olaf. Wenn nicht mehr in diesem Winter, dann zum Frühjahr. Dann kommst du wieder." „Dann komme ich wieder. Darauf kannst du dich verlassen, süße Ilse. Sie ging über das Feld, Olaf wandte sich zurück, die Landstraße zu erreichen, und traf auf den Jemand, der ebenfalls nun den Feldweg eingeschlagen hatte. Er ruckte zusammen. War das nicht der korrekte Hamburger? Das war fatal. Der hatte einen tüchtigen Schritt am Leibe und wollte wohl ebenso wie Ilse die überfrorene Schmale überschreiten; denn die Landstraße, die eine Brücke dicht vor der Stadt halle, machte einen Bogen. Und wenn er mit diesem Schritt noch drei Minuten so weiterging, war er neben Ilse. Dann konnte er sich einen deutlichen Vers machen. Olaf blieb stehen und sah ihm nach. Sollte er mit langen Sprüngen hinterher eilen und ihn bitten--Teufel nein, das ging auch nicht. Das machte erst etwas aus der Sache. Ein Ehrenmann schwieg auch ohnedem, und der Hamburger machte den Eindruck eines solchen. Nun war es auch schon zu spät, nun hatte die Dunkelheit das Mädchen und den Mann eingeschluckt. Olaf Hammersmid Machte sich auf den Rückweg nach Eichtal. Heiß war ihm von den Küssen. Dies entzückende kleine Mädchen. Ach was! Mochten die Eltern reden, mochte Dänemark einen siebenjährigen Krieg mit den Herzogtümern beginnen, mochte die Mutter zehnmal eine Gräfin Schimmelmann zur künftigen Baronin Hammersmid ausgesucht haben-- er wollte seine Ilse, seine süße kleine Ilse. Bisher ,hatte er noch wenig Gelegenheit gehabt, seinen Willen durchzusetzen, der war ihm immer ohne Umstände gewährt worden, nun kam es einmal daraus an, nun wollte er zeigen, daß er ein Mann war. Und sehr begeistert von der eigenen Energie Pfiff er den tapferen Landsoldaten vor sich hin, bis das Gutshaus mit hellen Fenstern aus dem Schneetreiben auftauchte. Ilse hörte die Schritte, die hinter ihr herkamen, ging schneller, glitt und wäre fast gefallen, wenn nicht jemand hastig zuaesprungen märe. „Hallo", ein Arm legte sich um sie, sie zitterte ein bißchen, denn der linke Fuß war böse umgeknickt, aber mehr als der Schmerz ließ das Erschrecken sie beben. Thomas Raben! — Ausgerechnet der! — Es hätte nicht schlimmer sein können. Obgleich sie im gleichen Augenblick sich ganz sicher war, daß über seine Lippen nie ein verräterisches Wort kommen würde. Aber sie schämte sich vor chm. O, wie sie sich schämte! Als sei es das Selbstverständlichste von der Welt, daß sie sich in Dunkelheit und Schnee hier draußen im Felde begegneten, bot er ihr den Arm. „Das Tauen heute in der Mittagsstunde und das Frieren hinterher hat eine abscheuliche Glatte geschaffen. Ich wollte darum auch den Wagen aus Neukrug nicht annehmen, denn ohne geschärfte Eisen fallen die Pferde heute leicht. Lehnen Sie sich nur fest auf meinen Arm. Fräulein Rottmaun, ich gleite nicht so leicht. — Ja, wir waren heute zusammengekommen in Neukrug, die letzten Kontrakte aufzusetzen. Nun ist hier in der Gegend der Bau der Bahn gesichert, nun bin ich in Schmale- beck überflüssig geworden. Aber im Januar, zur goldenen Hochzit Ihrer Großeltern, da komme ich noch einmal wieder." Er redete ruhig und gewandt, sie hatte Zeit, sich zu fassen und das Herzklopfen zu überwinden. Jetzt waren sie an der Schmale. Der Wind hatte den Schnee über das blaute Eis hingepustet, daß der Flußlauf sich wie ein dunkles Band aus all dem Weiß ringsum heraushob. „Wollen wir einmal glitschen?" fragte Raben und lachte dazu. „Ich spüre ganz knabenhafte Gelüste." „Dann will ich Sie darin nicht stören", und Ilse sauste leichthin auf der spiegelblanken Bahn. Raben folgte, sie glitten — immer ein Streckchen laufend und wieder rutschend, mit Windeseile über das Eis, wurden ganz vergnügt, lachten und machten erst nach einigen Minuten kehrt. Da sahen sie am Doktorgarten den Schein einer Laterne, und Ilse sagte verstört: „Man sucht mich. Es ist gewiß schon spät. Mein Gott — Vater kann so heftig werden." „Wenn man solchen alten Beschützer bei sich hat wie mich, darf man sich schon einmal auf dem Eis verspäten. Morgen laufen wir zusammen Schlittschuh. Sollte Ihre Mutter nicht auch mitkom- men?" Sie sah dankbar zu ihm auf. Es war gerade noch so viel Licht im sinkenden Abend, daß er ihre dunklen Samtaugen leuchten sehen konnte. „Ilse!" kam ein Ruf vom Garten her. „Ja, Vater!" Ein letztes Gleiten, im Schein der Laterne stand Doktor Rottmann vor ihnen. Er hatte die Tochter am Kaffeetisch vermißt, hatte im Schnee ihre Spuren bis zum Fluh verfolgt und etwas sehr Unbehagliches war in ihm aufgestiegen. An Radens Seite aber hatte er sie nicht erwartet. Der kam mit der heiteren Sicherheit des Mannes aus der großen Welt auf ihn zw „Sie sind natürlich sehr ärgerlich, Herr Doktor. Ich muß für Fräulein Ilse um Entschuldigung bitten, denn als ich sie hier auf dem Eise traf, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, auch einmal wie ein Junge die alten Künste zu üben. Dabei haben wir die Zeit versäumt. Wenn man lange draußen ist, gewöhnt sich das Auge an die Dunkelheit, daß man sie gar nicht so merkt. Morgen will Ihr Fräulein Tochter mir erlauben, sie beim Schlittschuhlauf zu begleiten." Er ging, wie selbstverständlich, dabei neben dem Arzt her durch die stillen Gartenwege, und als sie an der Haustür standen, reichte er ihm die Hand. „Wollen Sie Ihrer Frau Gemahlin einen Gruß von mir sagen, ich kann leider nicht mit in das Haus kommen. Wie ich Fräulein Ilse schon erzählte, komme ich von Neuhaus herüber mit den letzten Kontrakten. Ich möchte jetzt gleich für ihre Absendung nach Hamburg sorgen.'' Ein letztes Ziehen des Hutes, da ging er hin über den Markt. Rottmann sah zweifelnd auf die Tochter. Er hatte es im Gefühl, daß irgend etwas nicht ganz stimmte, doch sie ließ ihm keine Zeit zu langen Fragen, sondern lief hastig die Treppe zum eigenen Zimmer empor und kam erst wieder hinab, als er noch einmal ausgegangen war. * Georg Grützmann hatte tapfer geholfen bei der I Armenbescherung, hatte Tannenbäume mit Lichtern Samstag, 18. September 1926 Ans. 71/- il&r. Donnerstag, 23.: Der Opernball, Anf. 71/» 41hr. Freitag, 24.: Tanzabend, An- fang 8 Ähr. Samstag, 25.: Don Juan, An- 7 Uhr. Sonntag, 26.: Eine Rächt in Venedig, Ans. ZVa Ähr. — Schauspielhaus. Sonntag, 19. Sept.: Ribelungen 1. Seil, Ans. 7V? Ähr. Montag, 20.: Schluck und Jan, Ans. 8 Ähr. Dienstag, 21.: Ribelungen 1. Seil, 2lnf. 71 . Ähr. Mittwoch, 22.: Das Kettchen von Heilbronn. Anf. 8 Ähr. Donnerstag, 23.: Ribelungen 1. Seil, Anf. ZVr Ähr. Freitag, 24.: Ribelungen 1. Seil. Ans. 71/? Ähr. Samstag, 25.: Der Revisor. Anf. 8 Ähr. Sonntag, 26.: Orpheus in der Unterwelt, Ans. 8 Ähr. Die Ausstellung in Gießen. Die Gartenbau-Ausstellung geht ihrem Ende entgegen. In zwei Tagen wird ihre Schönheit verschwunden sein. Wer es noch nicht getan, benütze die kurze Frist zu einem Besuch der wissenschaftlich praktischen Ausstellung des Universitäts-Versuchsgutes (Sieben. Rechts sind die Tische bedeckt mit Weißkraut, Sorte Glückstädter, Braunschweiger, Dithmarscher, Rotkraut Mohrenkopf, Wirsing Eisenkopf und eine Anzahl anderer Gemüsearten. An sich nichts aufregendes. Wenn man aber weiß, daß diese Gemüse erst jetzt zu wachsen beginnen, so wird man staunen über die Erfolge neuzeitlicher Düngungsmethoden. Dies tritt besonders überzeugend hervor bei Gurken von 60 Zentimeter Länge, Oberkohlraben Wiener blauer von 14 Zentimeter Durchmesser und den Tomaten Lucculus und Johannis- feuer. Bei letzteren in bezug auf Frühreife. An der Rückwand finden mir eine Kartoffelsammlung von 74 Sorten, sowie die Sortimente der Hauptgetreidearten in Aehren und Körnern, darunter eine Neu- züchtung des Universitäts-Versuchsgutes als Gießener Wintergerste. Das Korn unserer Wintergerstensorten war bisher etwas leicht. Die Neuheit besitzt ein volles schweres Korn und stellt demnach einen wesentlichen Fortschritt dar. Eine zweite Neuzüchtung dieser Anstalt, die in der Praxis fich bewähren dürfte, ist eine sehr reichtragenüe, zweischotige Erbse, welche sich sehr leicht kocht. Die getrocknete links hängende Pflanze läßt Behang und Wuchs zur Genüge erkennen. Auf dieser Seite findet der Landwirt und Gemüsezüchter fast alle Wurzelgewächse, von denen dasselbe bezüglich Düngungsergebnis gilt, was schon bei Kohlgemüsen gesagt war. De r Stand von D r. K i l b i n g e r auf der Empore ist nicht weniger lehrreich. Er führt uns in das Tätigkeitsgebiet der von ihm geleiteten Beratungsstelle für Landwirtschaft und Gartenbau. Durchleuchtete, nach dem Uvechrom-Verfahren her- gestellte Lichtbilder vergegenwärtigen Düngungsversuche in der Gärtnerei Carl B e cf e r an Blumen, Gemüse und einer Wiese. Ferner werden Getreidepflanzen aus Einzelsaatversuchen bei einer 2lus- faatmenge von 12 Pfund auf den Morgen gezeigt. Geerntet wurden au Gerste 23, von Hafer 24 Zentner vom Morgen an Körnerertrag. Dieses überraschende Ergebnis war nur bei Anwendung der Einzelkorn-Sämaschine in erstklassigem, untraut- freiem Boden und wiederholtem Behacken möglich. Auch ward die übliche Stickstoffmenge verstärkt. Eine Reihe weiterer Anbauversuche mit (Betreibe stammen aus Dünnsaaten mit 40 Pfund Saatgut pro Morgen. Es wird in Zukunft das Bestreben eines Landwirtes fein müssen, durch reichliche Düngung und dünne Saat die Erträge zu steigern. Die Nutzanwendung für den Gartenbau, der mit bestem Boden arbeitet, liegt auf der Hand. Gezeigt wirb weiterhin das Modell eines ßanningcr Feldbereg- ners. Neu ist die Form der Düsen, die nicht, wie bisher, eine kreisrunde, sondern quadratische Fläche beregnen. Durch diese Neuerung ist es leicht, trockne Stellen ober Uebergreifen der Kreisflächen und damit verbundene Doppelberegnung zu vermeiden. Die ausgestellten Bekämpfungsmittel gegen saugende und fressende Insekten, sowie Pilzkrankheiten sind in Verbindung gebracht mit dem dazu gehörenden Anschauungsmaterial über die Art und Lebensweise dieser Schmarotzer. Ein kleiner, von Dr. Kil- binger erfundener Apparat vereinfacht die Bodenuntersuchung auf Säuregehalt dem Praktiker in Landwirtschaft und Gartenbau, ein zweiter Apparat die Feststellung des Kalkgehalts im Boden. Das rechtzeitige Erkennen von Mängeln im Boden ist versehen, hatte Teller mit braunen Kuchen gefüllt, hatte den alten Weibern ihre Tücher und Pcin- toffelp zusammengepackt, hatte sich von Frau Pastor Jessen ganz als Laufbursche benutzen lassen und hatte zu seinem eigenen Erstaunen Gefallen an der Sache gefunden. Man war ordentlich ein bißchen in Bewegung gekommen und hatte sich doch nicht anzustrengen brauchen mit geistreichen Reden und liebenswürdigen Komplimenten. Riek- chen verlangte so etwas nicht, die war ungeheuer bequem, man vergaß eigentlich ganz, daß sie eine junge Dame war. Und bann hatte Ilse ihm am Abend nach der Bescherung, als er die Lichter aus- blasen mußte, gesagt: „Nein, Georg, das hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut, daß Sie so tüchtig wären." Und für dieses Lob hätte er gleich noch einmal die ganze Plackerei auf sich genommen. Er durfte sie und Riekchen nach Hause bringen, und wenn der Weg auch nur sehr kurz wyr — Ilse hatte solche Sehnsucht nach ein bißchen frischer Luft gehabt, denn in der Post war richtig Klein- leutemüff gewesen, und da waren sie noch fünfmal um den ganzen Marktplatz gegangen, ganz gemächlich, und Riekchen hatte erzählt von allerlei Vorbereitungen zur goldenen Hochzeit, und die beiden Mädchen hatten gefragt, ob er nicht der Bär sein wollte in ihrer Ausführung. Nämlich in Pastor Rottmanns Freierzeit war ein entsprungener Zigeuner- bär in Meldorf umgegangen, wo er damals Kandidat gewesen, und da hatte er seine Luise immer vom Abendgottesdienst heimbringen müssen, und wie gern hatte er das getan. Dieser Bär sollte nach fünfzig Jahren wieder aufleben. Wollte Georg nicht so nett sein und in sein Fell kriechen? Georg wollte alles, was man von ihm verlangte. Sein gutes Jungengesicht war ganz verklärt bei der Aussicht, als Fellträger zu Ilsens Füßen ruhen zu dürfen, denn Ilse — das verjüngte Ebenbild der Großmutter — mußte natürlich diese darstellen. — Sicher wollte er der Bär sein. Höchst natürlich wollte er brummen. Alles überhaupt könnte man von ihm verlangen. Er war im Begriff, fich zu bcu wunderbarsten Ritterdiensten zu verpflichten, da waren sie einmal wieder bei ihrer Rundfahrt vor dem Pastorat, und Helene Jessen sah aus der Tür, wo in aller Welt denn ihr Riekchen bliebe. (Fortsetzung folgt.) Torfmull ab Lager und waggonweise liefern [5099D Ssdr. Kahl. Teil. 87. flEchnta tage Inben'ieur- schul • MascMnenöauEiekfro-a i irnävAna teclinlk.Hpeß-u. rief aas. U Tomnaustrie. 6»ir»»ni ■ I Htl HVMIHHltiKr W*rkmeisler-Ab1eilunaee.a Slud-ftatina-Lstirplinafrei. 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Der heute abend kurz vor 9 Uhr unsere Stadt berührende Lauf wird von der Frankfurter Straße durch die Südanlage—Ostanlage—Marburger Straße geführt. Leichtathletische Vereinswettkämpfe der Spielvereiniqung 1900. Am morgigen Sonntag bringt die Sp. Vgg 1900 ihre alljährlichen leichtathletischen Vereinsmeisterschaften zum Austrag. Werden die Wettbewerbe auch nur von den 1900er Leichtathleten bestritten, so sind bei deren guter Durchbildung und Gleichwertigkeit doch spannende Kämpfe zu erwarten. Die Zusammenstellung der Bewerbe, sowie die gute Organisation werden zum Gelingen der Veranstaltung beitragen. Die Vorkämpfe beginnen um 10 Uhr, die Entscheidungen um 2 Uhr. (Siehe heutige Anzeige.) Den Kanal abermals durchschwommen. London, 17. Sept. (WB.) Der Engländer Norman Durham durchschwamm den Aer- m c l k a n a l von Kap Grisnez ab in 13 Stunden 56 Minuten. Begonien, Primeln und Alpenveilchen nebst einer Menge anderer Ziergewächse, die allesamt in monatelanger Arbeit verkultiviert worden sind, prächtigen Palmen, jungen Bananen, blühenden Myrten und dergleichen ist in der Art eines fein abgetönten, in streng symmetrischen Formen gehaltenen Teppichs nach Entwurf von Carl Becker ein Parterre geschaffen, das mit seinen leuchtenden Farben ein Drittel des Saales füllt und seine Wirkung auf den Beschauer nicht verfehlt. Jede der ersten Gärtnereien, darunter auch eine aus der nächsten Llmgebung, haben aus ihren blühenden Beständen ihr Bestes zum Gelingen beigetragen. Es sind zu nennen: die Gärtnereien Gerhard, Hubing, Keil (Heuchelheim), Moser, Rieger, Schab, Schneider und W i t t m a n n. Carl Becker, in dessen Händen die Leitung lag, schmückte die großen Basen und Plastiken, welche die Gail'sch en T o n w e r k e zur Verfügung gestellt hatten, mit Winterastern in dec Blumengröße eines modernen Damenhutes. Welche Blumenarten jeder Aussteller hergegeben hat, ist aus den nicht aufdringlich wirkenden Schildern zu ersehen. Um diese Leistung zu verstehen, ist zu beachten, daß jeder Aussteller toter Gegenstände, wie Maschinen, Geräte, Hausrat und dergleichen, seine Ware unvermindert im Werte wegschaffen oder mit Gewinn veräußern kann. Dies ist bei lebenden Pflanzen nicht der Fall. Diese Kinder Floras beenden nach Schluß der Ausstellung zum großen Teil ihr Dasein auf unrühmliche Weise auf dem Komposthaufen, und niemand fragt, wieviel kostbare Zeit und Mühe sie kosteten. So stellen die arbeitsgewohnten, fleißigen Gärtner die Idealisten dar. Es wäre ihnen zu gönnen, wenn ihr Werben um die Gunst des blumcnliebenden Publikums nicht vergebens war. Aus dessen Kreisen wurde der Wunsch geäußert, man möge diese schönen Topfgewächse nach Schluß der Ausstellung in einer Weise versteigern, die es auch wenig bemittelten Menschen ermögliche, sich einige dankbare Blumenstöcke zu erwerben. Neuere Anwendung der Elektrizität in Industrie und Gewerbe. Ueber dieses Thema sprach gestern abend Stadtverordneter Dberingenieur A. Kurz in der Gartenbau- und Elektrizitäts-Ausstellung. Im ersten Teil seines Vortrages beschäftigte er sich mit den Elektro- Fcihrzeugen, worüber in der gestrigen Ausgabe des „Gieß. Anz." bereits Näheres gesagt wurde. Im zweiten Teil führte der Vortragende aus, in well.) vielseitiger Weise man sich neuerdings im Haushalt, in der Industrie und im Gewerbe die Elektrizität nußbar machen kann. Im Lichtbild wurde eine große Zahl von Apparaten vorgeführt, die der Redner einzeln erläuterte. Es seien hier nur die wichtigsten angeführt. Da kommt zunächst der Heißwasserspeicher in Betracht. Man versteht darunter eine Vorrichtung, die es ermöglicht, auf elektrischem Wege — am besten außerhalb der Sperrstunden — Heißwasser in beliebiger Menge für den Bedarfsfall vorzubereiten. Im Haushast, in Hotels, Bureaus, Fabriken, Aerztezim- mern, Friseurstuben, Krankenhäusern usw. ist täglich eine Menge Heihwasser notwendig. Hier ist die 'Anschaffung von Heißwasserspeichern zu empfehlen. Die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen kann auch für Gießen bejaht werden, weil das Elektrizitätswerk außerhalb der Sperrstunden elektrischen Strom zu geringem Preis abgibt. Eine besondere Form der Heiß- wasserspeicher sind die Elektrospeicherkessel, die als Kochkessel, Waschkessel und als Diehfutterkessel, insbesondere auch aus dem Lande gebraucht werden können. Im Elektrokühlschrank, den der Vortragende dann erläuterte, kann auf elektrischem Wege eine sehr niedrige Temperatur erzeugt werden. Er eignet sich für Haushaltungen, Hotels und besonders für alle Geschäfte, die mit leicht verderblichen Lebensmitteln handeln. Das Gegenstück zu ihm ist der Elektro. Wärmeschrank, der zum Warmhalten von Nahrungsmitteln und anderen Stoffen im Haushalte und in der Industrie zu verwenden ist. Die elektrische Reg- neranlage, die dann gezeigt wurde, ermöglicht es dem Gartenbesitzer und dem Gärtner, eine beliebig starke Berieselung seiner Ländereien auf bequeme Art vor- zunehmen. Anschließend daran wurden die sogenannten oszillierenden Ventilatoren erläutert, die im Gegensatz zu den seither gebräuchlichen, eine größere Luftmenge bewegen und deshalb zweckdienlicher sind. Für Schulen, Gasthöfe, große Versammlungs- und Fabrikräume sind diese Ventilatoren zu empfehlen. Nachdem der Vortragende die Motortrage und die Motorschleife beschrieben — Vorrichtungen, die ein bequemes Transportieren der Motoren besonders im landwirtschaftlichen Betrieb ermöglichen — und auf die sogenannten explosionssicheren Motoren aufmerksam gemacht hatte, ging er noch näher auf das elektrische Schmiedefeuergebläse ein, das den guten, alten Blasebalg bald verdrängt haben wird. Dann zeigte er noch eine größere Anzahl elektrisch betriebener Maschinen, die im Holzbearbeitungsgewerbe Verwendung finden. Man sah da eine Bohrmaschine, eine Holzdrehbank, eine Schälmaschine, eine Brennholzkreissäge und eine Universal-Holzbearbeitungs- maschine, die durch bequeme Umstellung zu den verschiedensten Verrichtungen zu benutzen ist. Interessant war die Vorführung einer elektrischen Schermaschine, die zum Schafscheren verwendet werden kann. Zum Schluß verbreitete sich der Redner noch über die verschiedenen Arten des elektrischen Schweißens. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 19. September. 16. n. Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8: Pfr. Mahr. Zugleich Christenlehre f. d. Reukonfirmierten a. d.Matthäusg. 9l/a: Pfr. Becker. 11: Kinderkirche f. d. Markus- gemeinde. Pfr. Becker. - JohanneSkirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer. Zugl. Christenlehre f. d. Reukonfirmierten a. d. Lukasgem. 9'/,: Pfr. Ausfeld. 11: Kinderkirche für die Johanne-sgemeinde. Pfr. Ausfeld. 8: Bibelbesprechung im Johannessaal. Pfr. Müller. — Kirchberg. 10; 11: Christenlehre f. d. männl. Jugend. Rachrn. 1'/,: Lollar, abends 87., Saubringen. — Lich. 9* ,StiftsdechantLenz, Christenlehre f. d. Jungen, ®/4l Kindergottesdienst, 2 Stiftspfarrer Schorlemmer. - Wieseck. 97,. - Watzenborn-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 7,10. Garbenteich: 9 Pfarrass. Ackermann, Klein-Linden. Katholische Gemeinden. Gisßen. Samstag, 18. Septbr. 4'/, u. 7 Beichte. Sonntag, 19. Septbr. 17. Sonntag nach Pfingsten. 67, Beichte, 7 Messe, Kom. d. Jungfrauen u. Hausangestellten, 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Meße m. Predigt, 2 sakramentalische Brudevschafts- Andacht. — Grünberg. 97, Messeamt-Predigt. — Hungen. 8 Messe mit Predigt. — Lgubach. 10 Messe mit Predigt. - Lich. 10 Hochamt mit Pred. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau".) Sonntag, 19. September. 8 bis 9: Morgenfeier, veranstaltet von der Baptisten-Gemeinde Frankfurt a. M. 11 bis 12: llebertragung von Leipzig: „Stellung der Beamten zum Staate". Bortrag von Reichsinnenminister Dr. Külz anläßlich der Tagung des „Verbandes Sächsischer Gemeindebeamten". 12 bis 1: Konzert des Gesangvereins „Sängerkranz" Dreieichenhain. 4 bis 5: Die Stunde der Jugend. 5 bis 6: Konzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 6 bis 7: „Johann Peter Hebel". Bortrag und Vorlesungen zu seinem 100jährigen Todestag von Alfred Auerbach. 8.30 bis 10.30: Böhmische Kammermusik. Anschließend bis 12.30: Ilebertragung von Berlin: Tanzmusik der Kapelle Ette. Montag, 20. September. 4.30 bis 5.45: Konzert des Hausorchesters: Operetten. 5.45 bis 6.05: Die Lesestunde. 6.45 bis 7.15: „Das Theatergeschäst in Berlin und in der Provinz". Vortrag von Dr. Ludwig Marcuse. 7.15 bis 7.45: Funthochschule Frankfurt: „Die Romankunst Marcel Prousts". Vortrag von Prof. Dr. Schulz. 7.45 bis 8.15: Funkhochschule Frankfurt: „Charaktergestalten aus der Geschichte des neueren deutschen Unternehmertums: Georg von Siemens und die Anfänge der Deutschen Bank". Vortrag von Prof. Dr. Künhel. 8.15 bis 8.45: „Strindbergs Gesvenstersonate". Vortrag von Dr. Bernhard Diebold. 8.45: „Gespenstersonate". Kammerspiel von August Strind- berg. Carl Schunck eeeeeeeoeeee Brennholz kleingehackt, sowie Anmachholz liefert frei Haus J. Wellhöfer, Teleph. 743. 6“3D 8^/eZigaretie 6 e solei' ist derdfegleiter der großen Ausstellung indöüsseldotß sie verkörpert den dbeist und /Allen deutscher QualitätsarbeitX ein wesentlicher Teil praktischer Bodenkunde, der ohne Hilfsmittel nicht denkbar ist. Zu erwähnen ist schließlich noch ein neuer Erdbohrstock zur raschen Feststellung der Bodenbeschaffenheit im Untergründe. Eine Anzahl Tabellen erläutern den Nährstoffbedarf der einzelnen Kulturgewächse. Rosen. Ohne sie wäre eine Gartenbau-Ausstellung nicht vollständig. Da wir jedoch weder Rosenschulen haben, noch Liebhaber aufweisen können, welche ihre Schätze dem Publikum öffnen, so trat das Rosengeschlecht leider wenig hervor. Aus den beiden ausgestellten Sammlungen der Gärtnerei Schneider und G i l l m a n n greifen wir als besonders schöne Färbungen die folgenden heraus: Hadleyrose schwarzrot, Gloire de Hollande und Preußen dunkelrot, Amerika, Columbia und Mad. Segond Weber rosa, Wilh. Kordes kapuzinerrot, Elise Beck- with krebsrot, Reverend I. Page Roberts, zinnoberrot mit gelb neu, Golden Ophelia, Golden Emblem, Sunburst, Souvenir de Claude Pernet, Victor Teschendorf, alle in gelb. Westfield Star rahmweiß. Geräte und Hilfsmittel. Nicht unerwähnt dürfen eine Reihe ausgestellter Gegenstände bleiben, welche für Blumenzucht und -pflege unentbehrlich sind, oder die auf diesem Gebiete einen wesentlichen Fortschritt bedeuten, die Arbeit erleichtern, oder zur Bekämpfung der Schädlingsplage dienen. In dieser Hinsicht verdienen die Balkon- oder Fensterkästen und -Kübel aus dünnwandigem Eisenbeton an erster Stelle genannt zu werden. Sie sind leicht, dabei unzerbrechlich, können mit Tannenbäumchen bepflanzt über Winter im Freien bleiben und stellen sich infolgedessen mit der Zeit billiger als die vergänglichen Holzkästen, deren Anstrich alljährlich erneuert werden muß. Gröhenverhältnisse und Färbung paßt sich jeder Fassade an. Die Käserei toommerforn zeigte solid und sauber gearbeitete Holzkübel. Handliche Mistbeete mit Schattenoorrichtungen und Abessinierbrunnen sah man in der Ausstellung von Daniel Baum, Hammstraße 10, ein neuartiges Gartengerät „Iätelu st" genannt, in der reichhaltigen Kollektion praktischer Hilfsmittel bei Edgar B o r r- m a n n. Es stellt eine Kombination von Stoßeisen mit Rechen dar. Unsere Obstzüchter seien auf die Obstpflücker, Raupenfackeln und Rindeybürsten dieser Firma aufmerksam gemacht. Die zur Obstoaumzucht heutzutage unentbehrlich gewordenen Spritzen finden sich bei den Ausstellern Samenhandlung Hahn und Eifengeschäft Knorr, Einmachgläser bei der Firma Mettenheimer und schöne Garten- und Seranbamöbel im Oberhessischen Korbwarenhaus e. In der Abteilung Schnittblumen wird täglich gewechselt. Die Dahlien sind vollständig erneuert. Auch die viel bewunderten Blütenstauden der Firma Kaiser & Seibert aus Roßdorf bei Darmstadt sind frisch ausgestellt. Die Bindereien werden fortgesetzt durch neue Arbeiten ergänzt, so daß trotz mancherlei ungünstigen Einflüssen, die ein Ausstel- lungsbetrieb mit sich bringt, Schönheit und Frische der Blumenpracht unvergänglich erscheint. Der Farbengarten in der Ausstellung. Diesem Hauptteil unserer Gartenbau-Aus- stellung konnten seither nur wenige Worte gewidmet werden. Er ist aber darum doch einer der wichtigsten und verdiente eingehendere Würdigung. 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September 1926 Vormittags 11 Uhr: Frühkonzert Nachmittags: Großes oberhessisches Trachten-und Volksfest (SchwSlmer, Schlltzer und Sflttcnb crger) Abends: Musik und Tanz (Auftreten des Tanz-Künstlerpaares Nino Berns und Otto Beiloff) Einmaliger Eintritt: 80 Pfennig 7645D iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Stadttheater Dienstag, den 21. September 1926 SaWMesMAalmW-MWll Erstaufführung! Ns golHene 8O Schwank in 3 Akten von Otto Echwarh und Karl Mathern. 7586c Anfang 8 Ahr. Ende nach 10 Ahr. Der Dorverkauf beginnt am Samstag, den 18. Sept., in den gewöhn!. Kasfenstunden. lIIIIIIII!IIIIIII!IIIII!IIIII!IIIIIII!II!IIIIIIIIIII!!II!III!IIIII!!!iI!III Mkl-Wll Ml, MW. 8 AeltestcS und nrößieS Spezialgeschäft OberhessenS. 0637, Elefctungpn lofott. Iflalifl) BoHnettonO. CafeAstoria Heute Tanz-Abend 06410 Ihre Vermählung geben bekannt Dr. Wilhelm Kopp Berta Kopp geb. Reitz Gießen, 18. September 1926 Bismarckstraße 30 Gnauthstraße 36 Hotel Schütz Empfehle meinen neuhergerichteten Saal sowie den großen Saal und Klubzimmer im früheren Hotel „Großherzog von Hessen" für I Vereins - Festlichkeiten, Hochzeiten Ausstellungen, Versammlungen Sitzungen mit und ohne Restauration L. Klingler 7670V | llllIHlHIlinillliniHllllIHliillllillliihllhliillllllHIIIIIIHiiiiliimnillllHHHHIIIIIIIIIIlHISnn Hallt! Hallo! die Watzebörner-Ztaberger Kirmes is wirrer do! Do gihn mer off die W Bier, Münchener Löwenbräu, Brate, Rippcher, Würstcher und Koteletts von ilhelmshöh es is do ganz besonners schö! Die hawe e Weinche wie Oel, Mainzer Aktien- 76i6v große Säu. Lichtspielhaus, Bahnhofstr.34 Ab heute bis eiuechl. Montag: Ernst Lubitschs Meisterfilm der Ufa Rund um die Ehe Hervorragendes Gesellschaftsdrama in 6 Akten. In der Hauptrolle: Ernst Eubitsch. Ferner: Frauen in Flammen Hervorragender Sensationsülm in 5 Akten. Ab Dienstag: Charlie Chaplin in Goldrausch. Astoria-Lichtspiele Bis einschließlich Sonntag: Barry Piel Sensationsfilm Der schwarze Pierrot _____ _____________7655c nauiki «uiinmwi Kohlen Koks liefert Handelsgesellschaft derThyssenschen Zechen G. m.b. H. Zweigniederlassung Gießen An den Bahnhöfen 25, Tel. 757 7632D Hoste und billigste iozugsqaeHcfi.Kllnstiex'-änstrumente: Mit doppelten Melodicneaiten u. daher berrl. Mondoiinenton: 5 Akkorde,62Saiten, 11M. 6 „ 74 Saiten, 13 „ Mit verstärkt. Akkorden, L 7 Saiten: 5 Akk.. 56Seiten 12M..6 Akkor.,67 Saiten, 14M. Mit verstärkten Akkorden, 4 7Saiten u. mit dopp. Melodiesaiten, daher ganz berrl. Ton: in Sakkordlg mit 77 Saiten 13.50 Mark in 6 „ 92 . 13.60 „ Tricnterloxe Konzert-Sprecfamasebluen genau n. Abb-,41X41X30 cm Gr., bestes Werk, Klappbügel, m. wundervoll. Ton u. 20 Muiikst 40 M. Schullplatten billigst zu Tagespreisen. Komp". Violinen mit allem Zubehör, Kasten und Bogen 15, 20, 25, 30 u. 35 Mk. Yerund ;e<|.Hadn). Mandolinen 7,10,12,15,20 M. 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September 1926, mittags 12 Uhr, mit der Aufschrift Bullenverkauf auf der Bürgermeisterei Rodheini a. d. B. abzugeben, woselbst anschließend Oeffnung der Angebote erfolgt. Nähere Bedingungen können auf der Bürgermeisterei eingesehen werden. Leicht, Bürgermeister. Meierei - Tafel- Butter erste Qualitätsinar- ke .Holüems, Holst. Landraach-ScblnkOD, Zirvelai-, Plock- u. Delikatefl - Teewurst inVost-u LabnkolltS liefert prompt 56;*A Erich Drescher, Plön in Holstein. Tel.61, Tclegr.-Adr.: Drescher, Plön. j 'M 14 ist u. bleibt das beste Persil.- Wenn Sie es bisher nicht wussten, so machen Sie einmal die tfrobe. Tur farbige Sachen genügt eine einfy- ehe kalte £auge. D/e wunderbare Reinigungskraft dieses Wasch mittels bewirkt auch so schon die sorgsamste Säuberung,. ffir-alle! M ' E »st <*os Wasehmrid Öbstversteigerung an den Kreisstraßen des Kreises Gießen. Orb.- Nr. Kreisstraße Zeit der V erfteigerung Ort der Zusammenkunft I. Baubczirk. Sept. 1 Gießen—Gleiberg..... 20. vorm. 8 Uhr An der Hardt 2 Gießen—Nodheim..... 20. „ 9-2,, Am Ende der Linden- Pflanzung 3 Klein-Linden—Dutenhofen. . 21. „ 8 Ortsausg. Klein-Lind. 4 Mein-Linden—Großen-Lind. . 21- „ 11 ,, Ortsausg. Klein-Lind. 5 Groß.-Linden—Lützellinden . 21. nachm. 1 „ An der Bauernmühle 6 Großen-Linden—Langgöns . 21. „ 2 „ Ortsausg. Groß.-Lind. 7 Gießen—Leihgestern .... 22. vorm. 8 „ Am Kreismagazin 8 Leihgestern—Langgöns . . . 22. „ 9 „ Bei Leihgestern 9 Grüningen—Langgöns . . . 22. „ 11 „ Bei Grüningen 10 Watzenborn—Garbenteich . . 22. nachm. 2 „ Bei Watzenborn II. Baubczirk. 11 Lich—Langsdorf (bis Birk- . larer Abfahrt)..... 20. vorm. 9 „ Nächst Lick) 12 Lich—Steinbad) (bis Wald) . 20. „ 9 „ Im Anschluß 13 Lich—G arbenteich .... 20. „ Im Anschluß 14 Kreisgrenze—Ober-Hörgern . 21. vorm. %Y?a, Nächst der Kreisgrenze 15 Ober-Hörgern—Eberstadt . . 21. Im Ansck)luß 16 Eberstadt—Hof-Güll .... 21. Im Anschluß 17 Muschenheim—Trais-Mün- zenberg ........ 21. Im Anschluß 18 Gießen—Steinbad) (V. Wald) 22. vorm. 9 „ Nächst dem Wald 19 Albach—Steinbach..... 22. Im Anschluß III. Baubczirk. 20 Lich—Langsdorf (Von Birk- laror Abfahrt)..... 20. vorm. 10 „ Am Virklarer Wald 21 Langsdorf—Hungen .... 20. „ ny2„ Nächst Langsdorf 22 Hungen—Inheiden..... 21 9 Nächst Hungen 23 Bellersheim—Bettenhausen . 22. „ 10 „ Nächst Bellersheim 24 Nonnenroth—Röthges . . . 23. 10 „ In Nonncnroth an der Schule 25 Münster— Kreisgrenze . . . 23. mittags 12 „ Nächst Münster IV. Baubczirk. 26 Rüddingshausen—Deckenbach 20. vorm. 8 „ Nächst Rüddingshausen 27 Wertershain—Lumda .... 20. „ 11 „ Nächst Weitershain 28 Stangenrod—Lumda—Atzen- Hain......... 20. Im Anschluß 29 Grünberg—Stangenrod . . . 20. Im Anschluß 30 Londorf—Nordeck..... 21. vorm. ?’•>„ Nächst Londorf 31 Kesselbad)—Geilshausen . . . 21. Im Anschluß 32 Geilshausen—Beltershain (Bis Wald)...... 21. Im Anschluß 33 Beltershain—Grünberg . . . 21. nachm. 1 „ Nächst Beltershain 34 Grünberg—Röthges..... 22. vorm. 8 „ Nächst Grünberg 35 Grünberg—Mücke..... 22. Im Anschluß 36 Grünberg—Weickartshain . . 22. Im Anschluß 37 Grünberg—Lindenstruth. . . 23. vorm. 8 „ Nächst Grünberg 38 Göbelnrod—Grüuberg. . . . 23. Im Anschluß V. Baubczirk. 39 Gießen—Annerod ..... 20. vorm. 8 „ Am Baum Nr. 1 40 Annerod—Grünberg .... 20. Im Anschluß 41 Gießen—Reiskirchen .... 20. vorm. H/2» Bei der Ganseburg 42 Reiskirchen—Bersrod .... 20. Im Ansck)luß 43 Reiskirchen—Hattenrod . . . 21. vorm. 9 „ Am Baum Nr. 1 44 Reiskirchen—Lindanstruth . . 21. Im Anschluß 45 Lindenstruth—Grünberg (Bis Abfahrt Harbach) . 21. Im Anschluß 46 Mainzlar—Treis (Lda.) . . . 22. vorm. 8 \'2„ Am Pfingstkopf 47 Allendorf—Londorf..... 22. „ H „ Am Baum Nr. 1 48 Allendorf—Climbach— Allertshausen ..... 22. „ 12 „ Nächst Allendorf VI. Baubczirk. 49 Gießen—Wißmar. . . . . . 20. vorm. 8 „ Bahndurchlaß nächst 50 Wieseck—Alten-Buseck.... 20. etwa 10 „ Im Anschluß 51 Wieseck—Trohe....... 20. Im Anschluß 52 Kirchberg—Sichertshausen. . 21. vorm. 9%„ Nächst Kirchberg 53 Odenhausen—Staufenberg. . 21. Im Anschluß 54 Odenhausen—Ruttershausen. 21. Im Anschluß 55 Ruttershausen—Kirchberg . . 21. nachm. 3 „ Im Anschluß 56 Staufenberg—Daubringen . 21. nachm. 3 „ In Staufenberg 57 Daubringen—Lollar .... 21. Im Anschluß Gießen, den 14. September 1926. 7548c Kreisbauverwaltung Drehen. Die Gemeinde Staufenberg beabfichtigi einen fetten Vogelsberger Lullen auf dem Submisfionsweae zu verkaufen. Schriftliche Angebote find bis zum Dienstag, dem 21. l. M., nachmittags 2 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei abzugeben. 7643V Staufenberg, den 17. Sept. 1926. Bürgermeisterei. Zwangsversteigerung. Am 28. September, nachmlttggs 3 Uhr, wird in Krumbach, Gastwirtschaft Wilhelm Geller, versteigert das Anwesen der Eheleute Landwirt Jakob Wagner V. und Frau Elisabeth geb Jost und Tochter Luise Lang geb. Wagner in Krumbach, Hofreite und größerer Grundbesitz. Das Amtsgericht Gladenbach. Trinkt das gute Mainzer Aktien-Bier! EmiLä,„ma" I Blergroflhandl. n. Eisfabrik ==£- Telephon 83 2414 D Zam selben Preise wie die einheimischen Exportbiere VERTRAUENSSACHE ist nev\ der Einkauf von HERD UND OFEN Gewähr für eine wirklich fachliche Beratung bieten Ruf und Größe meines Geschäfts. Besuchen Sie ohne jede Verpflichtung meine Ausstellungsräume 7554 v Nr. 42 NWeK la Lallte rieloii Sonn & Hertz, Liegen s Nr. 86 Etagenheizungen Warmwasserversorgung 765 ID ZENTRALHEIZUNGEN ALLER SYSTEME 7612 D »MWW» ................................................................................ Feinere sanitäre Einrichtungen u. 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Rudolf Schneider Gartenbaubetrieb 7336D J. B. HAUSER Neustadt 56 GIESSEN Telephon 660 6 NW&K j WOU.GARNE 1 xN\e xje' * * Nr. 219 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefien)Samstag, 18. September 1926 Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die Aktien börsen haben in der letzten Woche verschiedene Anstürme auszuhalten gehabt. und wenn bei einem Vergleich der jetzigen Kurse mit denen gegen Mitte der vergangenen Woche festgestellt werden kann, daß vereinzelt sogar wesentliche Erhöhungen, im ganzen aber keine Senkungen als S a l d o e r g e b nis zu verzeichnen sind, so spricht dies für die markt- technisch verhältnismäßig günstige Situation der Börse. Der Bereinigungsprozest. der durch die diesmalige Restriktion von Reportgeldern am Mediotermin Fortschritte machte, hat einige Opfer gekostet. So wurde die Berliner Bankfirma Eugen Bab & Co. insolvent und gezwungen, einen Aus- ?gleich herbeizuführen, während neuerdings Exe° utionen für Maklerfirmen auf die Tendenz der Aktienmärkte gedrückt haben. Auch scheint bei der Medivabwicklung schon die Vorsorge für den älltimo eine.Rolle gespielt zu haben, so daß man diesem zwar mit größter Vorsicht, aber doch wohl ohne ernsthafte Befürchtungen entgegensieht. Durch die größeren Positionslösungen aus diesen Gründen hat aber jedenfalls die Dörsen- lage ^inc wesentliche Erleichterung erfahren, und hieraus ist auch ifxe im ganzen zu beobachtende Widerstandskraft zu erklären. Erst am Donnerstag wagte sich die Baissespekulation stärker hervor, nachdem vorher die Aufmerksamkeit der Spekulation noch durch eine Anzahl von Spezialhaussen in Anspruch genommen war. So hatten in dieser Woche einige Papiere Rekordkurse zu verzeichnen, wie etwa Darmstädter und Ra- tionalbank-Aktien, die vorübergehend auf über 220 Proz. anzogen, Siemens & Halske überschritten den Kurs von 200 Proz. Die Blanko- Verkäufe gegen Ende der laufenden Woche haben wieder eine Korrektur nach unten erreicht. Das Geschäft hielt sich im allgemeinen jedoch in engsten Grenzen, namentlich am Markt der Dividendenpapiere. Wie auch schon in früheren -Zeiten, benutzte die Börse die ruhigere Epoche der Industrie- «aktien, um am Markt der ausländischen Renten eine Bewegung zu inszenieren, die erst in wenigen Papieren (Rumänen) anfing, dann aber rasch auf den gesamten Auslandrenten markt Übergriff, dessen Papiere zieinlich wahllos gekauft wurden und täglich scharfe Kurssteigerungen aufweisen konnten. Die Begründungen, die man hierfür hörte, erschienen wenig stichhaltig. Man hat hauptsächlich mit Hoffnungen auf Wiederaufnahme der Zinsenzahlungen bzw. Aufwertungserwartungen operiert, die man aus den verschiedensten Anzeichen herleiten wollte. Wenngleich kaum angenommen werden kann, daß die ganze Bewegung der Auslandrenten nur ein spekulatives Manöver war. so muß doch festgestellt werden, daß von Tatsachenmeldungen in den erwähnten Fragen bisher nichts bekannt wurde. Das Interesse für Auslandrenten ging immerhin soweit, daß man Tauschoperationen gegen deutsche Aktienwerte vornahm, um Mittel für die Engagements in den fremden Renten freizumachen. Eine Enttäuschung bereitete die Gothaer Waggonfabrik der Börse, die mit einem Sanierungsplan hervortrat. dessen Wirkung ein scharfer Rückgang des Kurses war. Die Görlitzer Waggonfabrik scheint die Absicht zu Haden, die anscheinend schon längere -Zeit notwendige Sanierung demnächst ehenfalls vorzunehmen. Von sonstigen besonderen Veränderungen bei den Aktiengesellschaften fanden die Vollfusionen der bisher durch Interessengemeinschaft verbundenen Linoleumfabriken und die Verschmelzung der vier großen Photogesellschaften, ferner die beabsichtigte Fusion im Berliner Hotelgewerbe Beachtung. Am Geldmarkt ist eine außerge- wöh nliche Flüssigkeit für Tagesgeld festzustellen, die damit zusammenhangen dürfte, daß die Danken schon jetzt Vorsorge für den LIltimvbedarf treffen, und die bereitgestellten Gelder vorübergehend an der Börse Verwendung finden. Es wird aber zweifellos damit gerechnet werden müssen, daß diese am -Ultimo zum großen Teil wieder zurückgezogen werden. Auf der anderen Seite dürften die verschiedenen neuerdings erfolgten oder bevorstehenden Ausland- anleihen dazu beitragen, daß dem Herbstbedarf am Geldmarkt genügend Angebot gegen- übersteht. * Achtprozentige Goldmarkpfandbriefe der Preußischen Landespfand' briefanstalt, Berlin. Laut Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil bietet die Preußische Landes. Pfandbriefanstalt in Berlin ihre reichsmündelsicheren achtprozentigen Goldmarkpfandbriefe zum Kauf an. Die Pfandbriefe sind in Stücken zu 100, 200, 500, 1000 und 5000 Goldmark erhältlich und mit im Januar und Juli fälligen Zinsscheinen ausgestattet. Der Ausgabekurs ist zur Zeit 100 Prozent.' frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 18. Sept. Tendenz: Still, aber fest. — Die heutige Börse nahm auf allen Gebieten einen recht ruhigen Verlauf, da der Markt infolge des hohen jüdischen Feiertages einen sehr schwachen Besuch aufwies. Die Stimmung war aber zuversichtlich, wobei die freundliche Gestaltung der politischen Verhältnisse, besonders die Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland, die in der Aussprache zwischen Stresemann und Briand ihren Ausdruck fand, eine Stühe bot. Das Geschäft beschränkte sich auf wenige Kaufaufträge und einige Wochen- schluhdeckungen. Das Zeitgeschäft hielt sich in den engsten Grenzen. Bei den ersten Kursen waren ein» bis zweiprvzentige Besserungen festzustellen. Rheinstahl plus 2 Prozent. Auch Mannesmann und Phönix waren leicht gesteigert. Ein großer Teil der führenden Aktienwerte konnte während der ersten Stunde infolge Um- lahlosigkeit nicht zur Rotiz gelangen. 3. G. gar» ben-Jndustrie eröffneten auf dem Stande des Dorabends mit 280,75. Am Elektromarkt Sogen AEG. 0,75 Prozent an, Siemens plus 2 Prozent. Don Bankaktien zeichneten sich Darmstädter durch eine Steigerung von 2 Prozent aus. Deutsche plus 1,25 Prozent. Schifffahrtsaktien fest. Hapag und Lloyd plus je 0,75 Prozent. Von Autoaktien stellten sich Kleher 1 Prozent höher. In den variablen Werten kamen Umsätze kaum zustande. Holzmann plus 1,25 Prozent. Zuckeraktien neigten zum Rachgeben. Deutsche Renten umsatzlos. Von ausländischen Renten waren Ungarn und Türken gesucht und gut gehalten. Serben waren lebhaft im Geschäft und lagen fester, ebenso Goldrumänen. Dagegen fanden in den gestern stark gesteigerten Mexikanern Realisationen statt. Goldmex minus 1 Prozent. Der Freiver - kehr lag umsatzlos. Im Schluhverkehr blieb die Stimmung zuversichtlich. Kursänderungen traten nicht mehr hervor. Am Geldmarkt hat sich die Lage erleichtert, ohne daß sich jedoch die Sätze ermäßigt hätten. Tagesgeld 5,5 bis 6 Prozent, Monatsgeld 5,5 bis 7,5 Prozent je Adresse. Privatdiskonten 4,75 Prozent. Industrieakzepte 5,5 Prozent. 2m Devisenverkehr bildete die Hausse der Reichsmark das hervorstechendste Merkmal. Kabel gab gegen die Mark auf 4,197 nach, London auf 20,37' <. Von den lateinischen Valuten schwächte sich Paris gegen London auf 172 ab. Brüssel gegen London 177,50, Mailand 133,50 fast unverändert. London gegen Kabel 4,85l/2- Börsenkurse. U,4*J 15 | 47 | 16.3,2* 161 161,7' 136,5' 8,7 ®. 99,75 Frankfurt a.M. Berlin Schlug, fturs 1-Ubc. Kur» Schluh.'Änfang Kur» 1 flurc Datum: 17. 9. 18. 9. 17.9. | 18 9. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Banknoten. '----------- 17 Septbr. 18. Leptbr. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Briet Geld Bries Amft.-Nou 168,05 168.47 167.94 168,36 Buen.-Arres 1.703 1,707 1,705 1,709 Brff.-Äntw 11,45 11,49 11,41 11,45 Christiania - 91,88 92,12 91,87 92,09 Kopenbagcn 111,43 111,71 111,39 111,67 Stockholm 112,14 112,42 112,12 112.45 Helstngfors 10,552 10,597 10,554 10,591 Italien. . 15,19 15,23 15,25 15,29 London. 20,355 20,405 20.349 20.399 Weunorl . ■ 4,193 4.20! 4.192 4,202 Paris. . . 11,81 11,85 11,80 11,84 Schweiz . - 61,03 61,23 81,00 61,20 Spanien . 63.74 63,90 63,77 63,93 Japan . . . 2,036 2,040 2,041 2,045 Rio de Jan. Wien in D-- 1.636 0,638 U.636 0,638 Ceft. obfleft 59,13 59,27 59,09 59,23 Prag .... 12,418 12,458 12,404 12,414 Belgrad ■ . 7,410 7,436 7,416 7,4-6 Budapest. - Bulgarien 5,868 5,888 u,862 5,882 3,052 3,062 ..,052 d,062 Lissabon 41,53 41,58 21.53 21,58 Danzig. . - 81,30 81,50 81,38 81,58 Konstantin. 2,202 2,212 •2,195 2,205 Athen. . 4,86 4.88 4,89 4,91 Canada. . 4,196 4.206 4.195 4,205 Uruguav . 4.19 4.20 4.19 4.20 Berlin. 17. Septbr. Geld Bries Amerttakiische Note» ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten . ....... Englische Noten........ Französische Noten...... holländische Noten ...... italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr., äioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten..... Schweizer Noten...... Spanische Noten....... Tschcchoilowakische Noten . . Ungarische Noten ... 4,178 11,44 111,14 20,326 11,94 167,73 15,21 91,62 59.13 2.19 >11.84 80,90 63,49 12,40 5.84 4,198 11,50 111,70 20,426 12,00 168,57 15,29 92,08 59,33 2,23 112,40 81,30 63,81 12,46 5.88 Rätsel-Ecke. Silbenrätsel. a — bad) — bett — bro — chard — chod — de — de — del — dow — c — e — ell — er — eu — eu — foe — ge — gel — i — i — i — katz — ter — klid — kus — Ian — li — mau — mol — na — na — nat — ne — ner — or — phi — scha — for — stib — tato — tieb — ton — u — man — zir. Aus vorstehenden 46 Silben bilde man 23 zweisilbige Wörter mit folgender Bedeutung: 1. Amts- tracht; 2. englischer Dichter; 3. Fluß im Ober- gebiet; 4. Stabt in ben Bereinigten Staaten; 5. griechische Orakelstätte; 6. Tonkünstler; 7. griechischer Mathematiker; 8. Bauwerk für Schaustellungen; 9. spanischer Fluß; 10. Stabt in ber Türkei; 11. Handelsgericht; 12. Nebenfluß ber Ober; 13. weiblicher Personenname; 14. russischer Personenname; 15. Schlachtort in Böhmen; 16. Stabt in Norwegen; 17. Insektenfresser; 18. erfrischenbes Getränk; 19. Bildhauer; 20. biblischer Hohepriester; 21. deutscher Dichter; 22. Chemiker; 23. Ort in Tirol. — Nach richtiger Bildung ergeben die Anfangs- und Endbuchstaben beidemal von vorn nach hinten gelesen, ein Zitat von Th. G. von Hippel. Kreuzworträtsel. io n i«f 15 16 18 19 21 23 20 25 26 21 29 31 9 12 11 13 2*t 2£ 30 1. Bon links nach rechts: 1. Naturerscheinung; 5. Köroerorgan; 9. berühmter Astronom; 11. starker Wind; 12. Gras- fläche; 13. Sportausdruck; 14. Himmelsrichtung; 15. Singstimme; 17. persönliches Fürwort; 18. alkoholisches Getränk; 20. Gesangstück; 22. Herrschertitel; 24. durch eine Seeschlacht bekannte Insel in ber Adria; 26. Figur aus Schillers Don Carlos; 28. Stadt in Südtirol; 29. Körperteil; 30. hinter- indischer Staat; 31. Betrübnis. 2. Bon oben nach unten: 1. Fluß in Spanien; 2. Stadt in Südamerika; 3. Borkenfaser; 4. gesetzliche Gemeinschaft; 5. Gattungsbegriff; 6. Erlaß; 7. italieniscber Freiheits- held; 8. Schwimmvogel; 10. weiblicher Personenname; 11. Wind; 16. Raubtier; 18. weiblicher Personenname; 19. biblischer Priester; 20. biblische Person; 21. fettige Flüssigkeit; 23. Grasart; 25. männlicher Vorname (abgekürzt); 27. phönizische Gottheit. Bilder-Rätsel. Lprichworträtsel. 1. Wer überwinden will, lerne vertragen. 2. Zuerst komm' ich, bann komm' ich noch einmal. 3. Wer fortgeht, ist halb vergessen. 4. Man wird jeden Tag älter. 5. Der Hahn kräht am kühnsten auf eigenem Mist. 6. Der Taler gilt am meisten, wo er geschlagen ist. 7. Es ist nichts so schlecht, es ist zu etwas gut. 8. Es ist gemacht. Man entnehme vorstehenden 8 Sprichwörtern je ein Wort. Zufammengestellt ergeben diese Wörter wiederum ein Sprichwort. Anagramme. 1. Dieses Lastschiff, bas mit — beloben ist, nennt man ein —. 2. Nur im — spielte ich ben —. sonst hätte ich als alter Skatspieler bi es nicht getan. 3. Meine — würbe erfüllt, ich konnte nach — reifen. 4. Auf biefer — gebeiht von Hülsenfrüchten nur bie —. Rätsel. Bist bu gern gesehn als Gast, 1, 2 — 3, 4 bu bei mir; Doch, wenn 1 bis 4 du hast, Dann bedank' ich mich dafür Auslösungen. Silbenrätsel. 1. Georgine; 2. Ragout; 3. Odoaker; 4. Sap- pho; 5. Zanow; 6. Enschede; 7. Furkapaß; 8. Ramses; 9. Erato; 10. Ulster; 11. Dapsang; 12. Erwin; 13. Hoboe; 14. Ararat; 15. Tirol; 16. Seife. Große Freude hat selten große Worte. Kreuzworträtsel. TnJ , T Je i |R|I |O IoIeIl] mtimI Hf TTl rTÄ Bilderrätsel. Schloß und Schlüssel macht man nicht für treue Finger. Zahlenrätsel. Miesbach. Wirrwarr. Editha, Urteil, Pensum. Epoche, Nachod, Mimikry. Eupen — Malineby. Rätsel. Die Füße. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Zartes Gewissen. Es gibt auch noch sehr zarte Seelen, trotz unserer harten Zeit, das beweist folgender Vorfall, der sich in einer Thüringer Mittelstadt ereignete. Fräulein Biblich, älteren Jahrgangs, muh wegen einer harmlosen Sache vor Gericht erscheinen und wird vom Richter gefragt: „Sind Sie schon einmal vorbestraft?" Fräulein Biblich schlägt verschämt die Augen nieder: „Ja, einmal wegen Postvergehens." „Mit Gefängnis oder mit Geldstrafe?" forscht der Richter weiter. Fräulein Biblich lispelt „Mit 20 Pfennig Strafporto." Dolchstoß. Die Schauspielerin D. ging mit ihrem Hund im Tiergarten spazieren. Da traf sie ihre intimste Freundin in einem neuen, wunderbaren Pelzmantel Freudig kläffend sprang der Hund die andere Dame an, und die Schauspielerin sagte süß lächelnd: „Entschuldigen Sie, bitte, liebste Freundin, daß der Hund so kläfft, er ist immer ganz wild auf Kaninchen." Stoßseufzer. „Eins versteh' ich nicht — nämlich, warum der Roah damals in der Arche, verstehste — also warum der nich' damals die beiden Mücken einfach tvtgeschlagen hat!" Berliner Börse. Berlin, 18. Sept. Die heutige Börse war außergewöhnlich schlecht besucht, da ber hohe israelitische Feiertag einen großen Teil ber Besucher fernhielt. Das Geschäft, bas schon in ben letzten Tagen außerordentlich ruhig war, kam heute fast völlig zum Erliegen. Bon einem regulären Effektengeschäft konnte bei der herrschenden Umsatzlosigkeit kaum noch gesprochen werden. Eine einheitliche Tendenz- bewegung war bei dieser Lage nicht möglich. Die ersten amtlichen Kurse zeigten größtenteils nur Veränderungen von Bruchteilen eines Prozentes nach beiden Seiten. Später belebte sich bas Geschäft etwas in einigen Spezialwerten. So mürben Darmstäbter Bank von spekulativer Seite um fast 4 Prozent auf 224 Prozent hinaufgetrieben. Ferner fanben Schiffahrtsaktien etwas Beachtung. Die Grunbftimmung ber Börse war im allgemeinen freunbüd). Die sührenben Terminwerte lagen fest. Lebhaft erörtert würben an ber heutigen Börse vor allem politische Fragen, bie sich an bie Zusammenkunft zwischen Stresemann unb Briand knüpfen. AmG e l b m a r k t stand der Satz für Tagesgelb im Hinblick auf bie Bereitstellung größerer Beträge zum Ultimo auf 3,5 bis 5 Prozent unb barunter. Monatsgelb 5,75 bis 7 Prozent. Der Devisen- verkehr war außerorbentlich ruhig. Die Kurse blieben fast unoeränbert Die Reichsmark befestigte sich weiter gegen Kabel auf 4,198. Berliner Produktenbörse. Berlin, 17. Sept. Bej mäßigen Umsätzen ging bas Niveau im Berliner Probuktenhanbel für Weizen, in Uebereinftimmung mit festeren amerikanischen unb englischen Marktdepeschen gleichfalls nach oben Lieferung stellt sich auf Deckungen für oorbere Termine 1,50 Mark höher spätere Sichten vernachlässigt. Von Roggen ist Kahnware angeboten, währenb Waggonware mangelt. Seit gestern sinb roieber größere Mengen beutschen Roggens zum Exportverkauf, bie Preise für Lieferungen eröffneten zwischen 0,50 unb 1,50 Mark höher. Gerste unb Hafer sinb reichlicher angeboten aber die hohen Forderungen finden Umsatztätigkeit. Mehl hat noch gutes Konsumgeschäft, ist aber gegenüber dem Beginn der Woche etwas ruhiger geworden. Es notierten (1000 kg): Weizen, märf., 264 bis 268 Mk.; Roggen, märt, 212 bis 218; Sommergerste 205 bis 248; Wintergerste 170 bis 175; Hafer, märt, 173 bis 186; Mais, loko Berlin, 184 bis 186; Raps 100; (100 kg): Weizenmehl 36,75 bis 39; Rog- genmehl 30,80 bis 32,50; Weizenkleie 10. Sprechstunden der Reduktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. Sonutaasdiem't d. 'Ucrztc u. Apotheken am 19.9.26 Dr. Neumann. Pelikanavolheke. Zahnarzt: Dr. Baum. ”D Quieta als Kaffee! Gesund fürs Herz, Port’monnaie, Und ein Genuss? Besucht die Waren-Ausstellung im Saalbau Sauer Eintritt für jedermann frei! 7464a Konsumverein Gießen u. Umg. 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Sept, geöffnet von 11—3 Uhr. | — nie loset Da Fälschungen im Handel, achte man beim Einkauf genau auf Schutzmarke 1 Liter Wasser zu kochen oder 10 Tassen Tee oder Kaffee bereiten 6 Tier zu kochen Suppe für 6 Personen kochen 1 einfaches Mittagessen für 4 Personen bereiten 1 besseres Mittagessen für 4Personen bereiten l Dollbad (250 Lrter) herzustellen 1 Brat- und Backofen zu heizen je Stunde Aadttheater Gießen Abonnements-Einladung. In der Spielzeit 1926/27, die vom 5. Oktober-ILO bis Ende Apr:l 1927 dauert, werden an den Tagen Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonntag je 28 Abonnementsvorstellungen statt- fmben: die Vorstellungen beginnen an den Werktagen um Uhr, am Sonntag um 7 Uhr. Die Abonnementskarten sind gegenüber den Tageskarten wesenUtch billiger; bei Nichtbenutzung der Abonnementskarten können, rote bisher, für Schauspiel und Operette Gutscheine gegen Entrichtung einer Gebühr gelöst norden, die für die gesamte Spielzeit, auch für die Sonntagsvorsiellungen, Gültigkeit haben. Der Preis für die 28 Vorstellungen einschließlich der Operetteügastspiele sowie einer Opernvorstellung betrögt mit Steuer: 72788 Proszeniumsloge, Rangloge und 1. Rang-Vorderplatz 110 Rm. 1. Sperr itz, 1. Rang-Mitte und Logen-Ruckplatz ' 86 „ 2. Sperr itz und 1. Rang-Rückplatz 71 3. Sperr itz und 2. Rang-Vorderplatz 47 ' 2. Rang-Mitte 31 2. Rang-Rückplatz 23 " Die Ausgabe und Bezahlung der Abvnnementskarten erfolgt in sieben Raten. Anmeldungen zum Abonnement sind bis spätestens 20. September 1926 nur schriftlich an die Stadtverwaltung Gießen, Bergstraße. Zimmer Nr. 12, unter Angabe des Abonnements- lages und der Aufschrift „Theater-Abonnement" zu richten. Die letztjährigen Abonnenten haben Anspruch auf Beibehal- tung ihrer Plätze an ihrem Abonnementstage, wenn sie diesen bis zum 17. September 1926 geltend machen. Gießen, den 9. September 1926. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Rosenberg. __ ' » — — — ~v»wu. I 1111UHU Manchester-Hosen, lang und kurz, von schwarte Bosen f. Kellner und Musiker an- «bwarsi Hosen ,ür Eisenbalml J“• 8e8,relP® Hosen, in allen tzarben u. Gränen, von ML 7.-an, »portdoson von ML 8.- an, Buschen- honen Mk. 4.BO. blaue Arbeitsanzüge Mk. 8.-, WelB- „laaeraustlge Mk. 10.60, KlnflerausUgo für 6-9iäbrtae febr billig, Dosten Lophlrhemüsn mit 2 Kragen, in ftbdnen Sorbett Mk. 5.50 pro Stück, Arheltshemien in allen Größen sehr billig. letzter Kurs 100% unkündbar bis 1930, Rückzahlung 100°/o Der Verkauf erfolgt zum jeweiligen Berliner Börsenkurs durch Vermittlung aller Danken, Bankiers und Spar- kaffen, sowie durch die Anstalt selbst. 7626id Fabelhaft billig — für Herbst und Winter SV nur in Qualitätsware "Vfft Gaskocher u. -Herde, Heiz. u. Badeöfen ufw. in neuzeitlicher, vervollkommneter Ausführung, vorzüglich regulierbar, sind auch in nachstehenden Geschäften erhältlich, die mit uns ein Abkommen über Lieferung von Gasgerüten auf Teilzahlung getroffen haben: E. Borrmann,Neustadt 11, Fr. Heydt L Sohn, Selters- weg 12, 3 B. 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