Blatt 176. Jahrgang Die Revision des Tangerstatuts habe, weil er sich der finanziellen Wiederherstellung des Landes angenommen habe. Die radikale Vereinigung sprach Herriot darauf ihr uneingeschränktes Vertrauen aus. PoincarSs Sparprogramm. Par i s. 18. Aug. (£11.) Ministerpräsident Poincare, der am vorigen Freitag Paris zu einem kurzen Landaufenthalt verlassen hatte, ist am Dienstag nachmittag zurückgelehrt. Am Mittwoch und Donnerstag finden Kabinetts!iyungen statt, in denen sich die Regierung eingehend mit dem Kampf gegen die Teuerung und mit den Spar- mahnohmen befassen wird. Die Sparmaßnahmen Rach dem diplomatischen Berichterstatter des „Daily Telegraph" ist die spanische Forderung keineswegs neu. Bereits seit einigen Monaten sei Tic mehr oder weniger öffentlich in London Parts oder Rom auf diplomatischem Wege vorbereitet, und auch während des kürzlichen Besuches des spanischen Königs in Frankreich und England besprochen worden. Aber das Wiederauftauchen der Forderung im gegenwärtigen Zeitpunkt, am Dor- Mittwoch, 18. August 1926 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr vis 3n den europäischen Hauptstädten beschäftigt man sich noch immer eingehend mit dem spanisch-italienischen Vertrag, der im Mittelpunkt der politischen Diskussion steht. Die Erklärung Primo de Riveras, daß Spanien Tanger verlange, wird mit dem italienischspanischen Vertrag in Verbindung gebracht. In Paris und London glaubt man, daß in Gen diese neue Kräfteverteilung sich bereits sehr bc- merkbar machen wird. England ist über die Reuaufrollung der Tangerfrage und über das spanisch-italienische Ablonimen keineswegs erfreut, denn der spanische Einfluß in Tanger würde sich nicht nur auf Frankreichs, sondern auch auf Englands Kosten vergröbern. Während des marokkanischen Krieges zeigte sich immer wieder, daß England an Tanger ein nicht unbeträchtliches Interesse hat und über die neutralisierte Tangerzone auch alle möglichen politischen Geschäfte gemacht hat. Die an sich noch keineswegs geklärte Ratsfrage wird durch die spanischen Tanger- onsprüche weiter kompliziert, worüber man in England nicht besonders erfreut ist, denn Spanien wird in Genf erklären, daß es entweder einen Ratssih oderTanger, oder beides, haben möchte. Die spanischen Blätter weisen immer wieder darauf hin. daß die Verzögerung in der endgültigen Beendigung des Marokkokrieges im wesentlichen darin seine Ursache hat. daß durch das sogenannte „Loch von Langer" die Djeballas, der mächtigste Stamm an den westlichen Ausläufern des Atlas, sich dauernd Waffen. Munition und Lebensmittel beschaffen können, ohne daß cs den Spaniern möglich ist, ihnen diese Verkehrswege zu sperren. Das 1923 zwischen England und Spanien abgeschlossene Tangerstatut hat nämlich die Stadt Tanger mit einer Bannmeile von 15 Kilometer internationalisiert, also dem Machtbereich des Sultans von Marokko entzogen. Hier befinden sich bekanntlich die diplomatischen Vertretungen der europäischen Staaten bei dem Sultan von Marokko, fast alle Länder haben dort ihre eigenen Postämter und mehr oder weniger bedeutende kaufmännische Riederlassungen. Solange es in Marokko Kriege gegeben hat. war Langer der Sih der Spionage oeider Parteien; die Kaufleute der Stadt versorgten die Eingeborenen ständig mit Lebensmitteln, in keiner Stadt der Welt ist der Waffenhandel und Waffenschmuggel so in Blüte wie in Tanger. Rachdem Spanien sich nun in Rordmarokko festgesetzt hat, empfindet es die internationale Stadt als einen Dorn im eigenen Fleischc Spaniens Forderung. Madrid, 18. August. (211.) 3n Regierung», kreisen wird erklärt, daß Spanien darauf dringen werde, daß Tanger in die spanische Zone cinbezogen werde. Falls es mit seinen Forde- rungen keinen Erfolg hoben werde, so würde das den Anfang schwerer internationaler Erschütterungen bedeuten. Spanien wolle keineswegs grundsätzlich eine Gefährdung dec internationalen politischen Loge hecausbescf)wören, es müsse jedoch die Gewähr haben, daß seinen berechtigten Forderungen entsprechende Beachtung ge- schenkt werde. „Debale" meldet aus Tanger, daß eine Abordnung streikender Arbeiter Abänderung des Tanger-Statuts verlange, dessen Bestimmungen den Interessen der Arbeiterschaft entgegenständen. Der italienisch-spanische vertrag. Mailand, 17. August. (TU.) Aus dem Inhalt des italienisch-spanischen Vertrages, dessen Wortlaut heute durch die italienische Presse veröffentlicht wird, seien folgende Paragraphen beson- ders heroorgehoben: Im 1. Artikel verpflichten sich die beiden Vertragspartner, die unter ihnen enlstehenden Streitfragen jeglicher Art einem Schiedsgerichts- verfahren zu unterwerfen, falls nicht innerhalb einer angemessenen Zeit auf diplomatischem Wege etwaige Meinungsverschiedenheiten gelöst werden können. Nach Artikel 3 setzen»die beiden Vertragspartner eine st ä n d i g e Kommission ein, die aus fünf Mitgliedern bestehen soll. Die Schieds- gerichtskommission kann von einer der Vertrags- Parteien cinberufen werden, wenn diese den Präsidenten der anderen Vertragsparei davon verstau- k:gt. Sollte das Schiedsgerichtsverfahren nicht Er- folg haben, so soll (nach Paragraph 7) der I n t e r • nationale Gerichtshof im Haag angerufen werden, und zwar auch für die Klärung solcher Fragen, für die eine besondere Gerichtsbarkeit vorgesehen wäre. Die weiteren Artikel enthalten im wesentlichen die auch sonst üblichen Bestimmungen eines Schiedsgerichtsvertrages. Bedeutsam ist noch der N e u t r a l i t ä t s a r t i k e l 13, der fol- gendermaßen lautet: Wenn einer der Vertragsteil, nehmer trotz friedlicher Haltung von einer dritten Macht angegriffen wird, fo soll der andere Vertragsteil wahrend der gan- zen Dauer des Konfliktes Neutralität wahren. Der Austausch der Ratifikationsurkunden soll in Madrid erfolgen. Der Vertrag ist für die Dauer von 10 Jahren vom Ratifikationsdatum ab gerechnet abgeschlossen. Die Vertragsparteien verpflichten sich, in jeder Weise und in jeder Hinsicht die Arbeit der Schiedsgerichtskommission zu erleichtern und alle gesetzlichen Mittel anzuwcnden, um der Kommission die Zuständigkeit einer höchsten Gerichtsbarkeit zu verleihen. Ablehnende Haltung in Paris und London. Paris, 17. Aug. (DB.) Das „Journal des Debats" beschäftigt sich mit der Tangersrage, die durch eine Erklärung Primo dc Riveras in der Zeitung „ABC", die zuerst in der englischen Presse verbreitet wurde, aufgerollt wurde. Das Blatt fragt, wie man sich die Initiative Primo de Riveras erklären solle. Der erste Gedanke sei. daß im Laufe der Verhandlungen zur Vorbereitung des kürzlich geschlossenen italienisch- spanischen- Schiedsgerichtsvertrages die italienische Regierung der spanischen Regierung ihre A n t e r st ü tz u n g in der Tangerangclegenheit im Austausch gegen ihre Hilfe an anderer Stelle versprach. In diesem Falle müsse man annehmen, daß Italien in der Zuteilung Tangers an Spanien ein Mittel erblicke, um andere Mittelmcer- fragen entsprechend der oft von der italienischen Presse vertretenen Auffassung aufzurollen, daß lede Veränderung des rechtlichen oder tatsächlichen Zustandes in Marokko Italien das Recht gebe, Gegenleistungen zu fordern. Diese Theorie sei absolut unzulässig. Was die Haltung der französischen Regierung gegenüber der spanischen Forderung betrifft, so ist es angebracht, sich 3eit zur Heberlegung zu nehmen und nicht eine Entscheidung zu treffen, bevor man den wirklichen Sinn des Vorgehens kennt Augenblicklich ist es im Interesse Frankreichs j nrcht unbedenklich, Veränderungen zu begünstigen, die vielleicht weitere Aenderungen im Gefolge haben würden. Man muß zweimal überlegen, bevor man zuläßt. daß an den bestehenden Verträgen gerührt wird. In London ist man über die Aktivität des spanischen Diktators, soweit sie auf eine Revision des Tangerstatuts hinzielt, noch weniger entzückt. Die „Daily Rews" schreibt, es könne mit- I geteilt werden, daß Großbritannien ebenso wie Frankreich endgültig gegen den Vorschlag sei. Tanger m die spanische Marokkozone einzubeziehen. Das Volksbegehren in Hessen. Siljiutfl des Lattdcsabftimnrttnttsa» sschusses. (Von unserer Darmstädter Redaktion.) D a r m st a d t, 17. Aug. Der heutigen Sitzung des Landesabstimmungsausschuffes zur Bc är!utz- sassung über daS Volksbegehren auf Auslö'ung des Hessischen Landtags wohnt Ministerial- dircktor Dr. Schwartz al- Gutachter b.-i. Für den verhinderten Stadtverordneten Ludwig es Tabakmonopols Genugtuung erhalten. Wenn er es angenommen habe an einem Werk kes öffentlichen Wohls milzuarbeilcn. so käme er für seinen Teil keineswegs von den Ideen ab. die er fein ganzes Leben lang Derticteir habe und auch nicht von den Freundschaften denen er treu geblieben sei. Er befinde sich beinahe in der gleichen Lage, in der sich in Belgien der große Demokrat Vandervelde befinde. Heute handle es sich darum, den Krieg zu Liquidieren und die ganze Ration zu retten. 2ln den Republikanern sei es jetzt, zu erklären, »b er die demokratischen Interessen betraten Ministerialrat Bornemann erklärt, daß nach einer Mitteilung des Reichsabstimmungs- leiters Dr. Kaifenberg die Zusammensetzung des Landesabstimmungsausschusses richtig fei. Eine Aussprache darüber lasse er nicht mehr zu. & °VcL=—°"'k-v| 2n der Schweiz wären die Strichelungen unui- abenö be« Äambfe« um ständige oder halbstän- lässig; derselben Meinung sei auch Dr. Kaiser- dtge Ratssthe. habe tn zahlreichen diplomatischen berg. — Abg. Widmann (Soz.) vertritt den Ereilen ernste Besorgnis hervorgerufen Standpunkt, daß überhaupt nachträglich S;Qge ftän- keine Verbesserungen (Berichtigungen) dlgen Ratssihes für Spanien und die mehr an den Listen vorgenommen werden bürf- Ä0 es spanlschen Tanger ge- ten. Auch will er die Strichelung, und zwar in Ichiat vereinigt wurden, anscheinend um jeder Form, nicht gelten lassen. — Generalsekre- zum mindesten eine Befriedigung in einer der tär Kollbach bekämpft diesen Standpunkt, 9cfn- erhalten. Der Korrespondent namentlich in bezug auf die Strichelung. — Dr. Aschen Kreisen weiterhin die K l e i n k u r t ist der Auffassung, daß'in erster Ansicht vertreten werde, daß die sofortige Linie durch die Unterschrift Die Identität -au [nähme D e u t schlan d s in den Döl- einer Persönlichkeit feftqcfteUt werden soll: wenn erbundsrat und in die Dolkerbundsocr- also Beruf oder Mädchenname fehlen, fo könne das ammlung die Hauptfrage fei, im Vergleich zu der kein erheblicher Mangel sein, weil ja den Bürger- aller anderen Fragen von untergeordneter Be- meistern diese Persönlichkeiten bekannt seien. — »-»rüP tbcrbe daher von neuem be- Ministerialdirektor Dr. Schwartz entgegnet bar- traitigt, daß Großbritannien bezüglich feiner auf, die Reichsvorschrift wäre hier anders als die funfttgen Haftung gegenüber allen Mächten hessischen Bestimmungen; hier verlange m n eine rDeutschland f r et von allen Der- unzweifelhafte, vollständige Unterschrift. Nur bei P tLr « vest^e auch Grund allgemeingültigen Angaben könne man in Hessen t^r ■^nnabme, daß Schweden als Wort- die Strichelung gelten lassen. — Abg. h e i n ft a b t iF,'vischcn und vormals neutralen (Zentr.) glaubt, es fei schwer sestzultellen, ob die ^tacyte lich Der Wahl irgendeiner anderen Macht Striche von eigener ober von fremder Hand her- tn den Rat oder der Beförderung im Rat w i d er- ! rühren; er neige daher zu der strengeren Aus- b's Deutschland seinen Sih im faffung. — Ministerialdirektor Dr. Schwartz volkerbundsrat eingenommen habe. betont demgegenüber feine bereits feftgelegte Mei- ------- nung. — Generalsekretär Kollbach vertritt die ;--Anschauung, daß bei einer Unterschrift, aus der der Regierung werden unverzüglich auf dem Willenserklärung unzweifelhaft heroorgehe, Verordnungswege durchgesührt werden Man er- wohl die (Bültigfeitserfläruna nicht ’.u beanstanden wartet eine weitgehende Reuorganisierung I fe*- — Ministerialdirektor Dr. Schwartz halt b e S Post- und Telegraphendienstes, aber an der Auffassung fest, boß die Unterschrift ferner wird bei den Zentralbehörden dieZahl ben formellen Anforderungen g e» derBeamten erheblich reduziert tret- nügen müsse. den, wobei eine Altersgrenze für die Be- Generalsekretär Kollbach stellt einen Antrag, amten festgesetzt werden soll. Die Regierung I der dahm geht, daß die Strichelungen eigc- rechnet damit, daß diese neuen Maßnahmen einen n e r Hand für gültig z u erklären sind,. B.'ttag Don 5 Millionen Franken einsparen zu wenn sie sich auf Beruf, Mädchennamen und ' tonnen. Ferner wird sich die Regierung in der Wohnort beziehen (also nicht die bei Vor- oder nächsten Zeit mit der Ausgleichung des Nachnamen). Budgets für 1927 beschäftigen. .3° der weiteren Aussprache treten die Abg. IReiber (Dem.), heinstabt (Zentr.) und Widmann ----------- , z. I (Soz.) für Auffassungen ein, die auf eine strenge ihlPKOTlOr s 1 » W Ej ▼ ▼ Playvorschtist 20 .mehr. Chefredakteur _gy Dr. Fnedr Will) Lange. General-Anzeiger für Oberhessen WWW • 1 ’ Blumschein; für den An- Drud tmö Verlag: vrühl'schc UniverfilälsBuch- und öieindruckerel R. Lange in Gießen. Zchristleilung und Seschüftzftelle: Schnlftraße 7. "'Amtlich m°GießÄ'^ Auslegung des Begriffes Mängel hinauslaufen. — Ministerialrat Bornemann widerspricht teilweise und verteidigt sein Verfahren zur Abstellung der Mängel. — Dr. Kleinkurt zieht seinen Antrag vom Freitag zurück und unterstützt den Antrag Kollbach, der als gemeinsamer Antrag Koll- bach-Kleinkurt eingebracht wird. — Abg. Widmann beantragt, alle Strichelungen für ungültig zu erklären. — Dieser Antrag wird gegen die Stimmen der Abg. Widmann und Hardt (603.) abgelehnt. Ein Antrag Widmann, die nicht eigenhändig vollzogenen Strichelungen für ungültig zu erklären, wird einstimmig angenom m e n. Der Antrag Äollbach-Kleinkurt wird daraufhin von den Antragstellern, weil die eigenhändigen Strichelungen gelten sollen, zurückgezogen. Zur Fra^ der Kontrolle der Doppel e i n t r a Hr n g in die Listen liegen zwei Anträge vor. Ein Antrag Widmann-Hardt will, daß sämtliche Listen, auf denen Doppeleintragungen festgestellt sind und der Ausschuf) Zweifel erhebt, den Dürgemeistereien zur Kontrolle z u - rückgegeben Werdern Ein Antrag Reiber verlangt, das) nur die Darmstädter Listen soweit sie noch nicht auf Doppelunterschriften geprüft sind, zur näheren Kontrolle zurückgegeben werden. Während der Verhandlungen hierüber fragt Abg. Reiber, an, ob die Personen, die doppelte Unterschriften geleistet haben, gerichtlich belangt werden könnten Ministerialdirektor Dr. Schwartz bemerkt dazu, das) zurzeit eine Bestrafung nicht möglich sei, aber die Reuordnng des Strafrechts stelle Doppeleintragungen unter Strafe. An sich wären die Gemeindebehörden verpflichtet, auf Verlangen die Listen auf Doppeleintragungen hin durchzusehen,' in der Praxis solle man aber ohne Rot das Verlangen wegen der Umständlichkeit des Verfahrens nicht stellen. Im Verlaus der Aussprache macht Generalsekretär K 0 l l b a ch darauf aufmerksam, das) es nur wenige Doppeleintragungen sind und das) es sich keineswegs um Fälschungen, sondern nur um irrtümliche Unterschriften handelt. Dr. K l e i n k u r t weist nochmals auf das gleichzeitige Volksbegehren für den Sparcrbund hin. Der Antrag Widmann, der weitestgehende, wird angenommen. Ein Antrag Reiber, die Personen, die Doppelunterschristen leisteten, strafrecht ich zu berfolgen, wird abgelehnt. Generalsekretär Kollbach richtet an den Vorsi.tzcndt.-n des Ausschusses die Anfrage, w i c viele gültige Unterschriften nach Ar- tuci 10 des hessischen Gesetzes übet das Volksbegehren geleistet worden seien. — Ministerialrat Vomemann erwidert 72 000. — Generalsekretär Kollbach macht darauf aufmerksam, das) nur 42 6 00 Unterschriften notwendig sind: es gebe doch Konsequenzen, die sich automatisch vollziehen. u. a. die, das) die Abstimmung einer .'leitet werden muh. — Ministerialdirektor 'S):- Schwartz meint dazu, Voraussetzung sei, daß der Ausschuß die vom Leiter des Landes- al s ir.^nunaSausschusses genannte Zahl anerkannt habe. — Ministerialrat Dornemann vertagt hierauf die Beratungen auf Mittwoch 10 il. r. - Generalsekretär Kollbach beschwert sich noch nael-träglich, das) die Sitzung so kurzerhand geschlossen wurde, bevor er einen Antrag auf Anerkennung der genannten Zahl eingebracht habe. Amerikas Turopapolitik. R e u h 0 r k, 17. Aua. Man nimmt hier an, das) die heute beginnenden Besprechungen zwischen Cvolidge und Kellogg fünf Lage dauern werden, und das) Kellogg am Sonntag wichtige Erklärungen über die Außen» politil Amerikas abgeben wird. Kellogg hat dem Präsidenten die von den amerikanischen Dele- . gierten bei den Vorbesprechungen zur Abrüstungsfrage in Genf eingegangenen Be- y richte zur Information vorgelegt. Die Berichte bringen zum Ausdruck, daß die Genfer Despre- chungen auf einem toten Punkt angelangt sind. Sollte eine Völkerbundskonferenz über die Abrüstungsfrage nicht zustandekommen, so wird, wie hier verlautet, Cvolidge in angemessener Zeit eine Konferenz nach den Vereinigten Staaten einberufen. Ein weiterer Gegenstand der Besprechungen zwischen Cvolidge und Kellogg soll die Erörterung der bisher nur von drei Rationen angenommenen amerikanischen Vorbehalte zum Eintritt in den internationalen Gerichtshof sein. Man ist der Ansicht, das) Kellogg Cvolidge gegenüber die Ansicht vertreten wird, die Mitglieder des Weltgerichtshofes werden den fünften amerikanischen Vorbehalt (Gutachten sind öffentlich zu erstatten und Gutachten über eine Frage, an Der Amerika beteiligt ist, Dürfen nur mit amerikanischer Zustimmung abgegeben werden), nicht annehmsn. Cvolidge wird sich also vor der Alternative befinden, entweder einen Teil der Vorbehalte abzuändern, oder außerhalb des Internationalen Gerichtshofes zu bleiben. Am kommenden Donnerstag wird Kellogg in Platts- burgh eine Rede halten, deren Text er mit Cvolidge genau festlegen wird. Wie man annimmt, wird sich Kellogg in dieser Rede mit der religiösen Krise in Mexiko befassen. Cvolidge wird noch, vor Abreise aus seiner Sornmerresidenz die amerikanischen Botschafter in London, Paris und Mexiko empfangen. Neues Wettrüsten zur See. Englisch-amerikanische Verhandlungen über Rüstungsbeschränkungen gescheitert. London, 17. Aug. (WTB.) Rach einem Artikel des Marineberichterstatters der „Daily Rews", wird in Washington der englischen Admiralität der Vorwurf gemacht, daß sie den aussichtsreiche Plan für eine weitere Beschränkung der Seerüstungen torpediert habe. Dieser Plan sei vor zwei Monaten von Cvolidge und Kellogg ausgearbeitet worden. Frankreich und Italien sollten, wenn nölig, völlig unberücksichtigt gelassen werden mit der Begründung, daß ihre Interessen hauptsächlich auf das Mittelmeer beschränkt sind. Dieser Plan sei in langen Erörterungen zwischen dem amerikanischen Dotschaster in London, dem amerikanischen Admiral Jones, Chamberlain, Lord Cecil und Beamten der britischen Admiralität beraten worden. Die Verhandlungen seien bereits so weit fortgeschritten gctoeicn, das) Washington Ende Juli offizielle Einladungen zu der dritten Flvttenkonseren z ergehen lassen wollte. Der Plan sei jedoch infolge der angeblichen plötzlichen Front- veränderung der britischen Ad - m i r a l i t ä t fallen gelassen worden. Cs heißt, daß der Hauptgrund für diese Haltung Großbritanniens die Besorgnis vor der kommenden R e i chsk2 n f e r enz sei. Es ziehe aber auch das französische und italienische U-Bootsprogramm im Mittelmeer unD den neuen sPani sch ein Schiffsbauplan in Höhe von 40 Millionen Pfund in Betracht. In Washington werde ziemlich deutlich zum Ausdruck gebracht, daß die Weigerung Großbritanniens, an der Seeabrüstung mitzuwirken, die Vereinigten Staaten zwingen könnte, zahlreiche weitere Schiffe zu bauen, um ihre Flotte auf den 5: 5 Standard zu bringen. Der Korrespondent schließt den Artikel mit der Feststellung, daß alle Anzeichen auf eine baldige Beschleunigung des Flottenbaues in Amerika und Japan bindeutetrn, was natürlich auf die Lage in Europa zurückwirke und wahrscheinlich eine allgemeine Wiederaufnahme der Flottenrüstungen herbeiführen werde. Die „Daily Rews" beendet dieses Thema, indem sie ihre Besorgnisse um die sich entwickelnde Lage ausdrückt mit den bezeichnenden Worten: Es scheinen glückliche Zeiten für wenigstens eine britische Industrie bevorzustehen. Der internationale Eisenpakt. Die zögernde Haltung der Belgier. Berlin, 18. Aug. Zu dem Fortgang der Verhandlungen über den Eisenpakt wird von französischen Blättern mitgeteilt, daß an dem Gerücht, wonach das Eisenkartell infolge der Haltung Belgiens gescheitert sei, nur soviel wahr sei, daß Frankreich lind Belgien sich einen Aufschub für ihre Zustimmung vorbehalten hätten, der am 17. September ablaufe. Das „Journal" teilt mit, daß die Belgier und Franzosen diese Haltung von vornherein eingenommen hätten. Die vorgeschlagene ßö|ung werde als völlig befriedigend nur von Deutschland und Luxemburg betrachtet. In Frankreich habe das Kompromiß im ganzen die Zustimmung des größten Teils der Metallindustrie gefunden; der Widerstand komme lediglich von einigen Firmen, die der Ansicht seien, daß man ihnen u n - genügende Kontingente zugewiesen habe, die durch neue Verhandlungen leicht besser geregelt werden könnten. Aus der belgischen Seite stehe man vor einer allgemeinen Opposition. Die gesamte belgische Metall-Industrie halte sich für übervorteilt und sei der Ansicht, daß man der luxemburgischen Konkurrenz zu weit entgegengekommen sei. Ob dies der einzige Grund des belgischen Widerstandes sei, bleibe jedoch fraglich. Man dürfe nicht vergessen, daß Belgien zwischen England und Deutschland stehe. England habe aber bisher es nicht für wünschenswert gehalten, in das Kartell einzutreten, obwohl man ihm ganz bestimmte Vorschläge gemacht habe. Belgien zögere, Partei zu ergreifen und suche, gewisse Vorteile zu erreichen, indem es die versteckte Opposition Englands nach außen hin vertrete. Die Beunruhigung, die das Eisenkartell in England und Amerika hervvrgerufen habe, hänge im letzten Grunde mit der Haltung Der Belgier zusammen, da die beiden Länder über die Kredite für die belgische Stabilisierung zu entscheiden hätten. Einberufung des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages. Berlin, 17. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages, Abgeordneter Hergt, hat nach Besprechung mit dem Reichsminister des Auswärtigen für Ende des Monats, voraussichtlich Donnerstag, 26. August, vormittags 10 Uhr, eine Sitzung des Auswärtigen Ausschusses zur Entgegennahme von Erklärungen der Reichsregierung über die außenpolitische Lage, insbesondere auch über die dringlichen Fragen der bevorstehenden Tagung des Völkerbundes in Aussicht genommen. Griechenlands Bündnispolitik. Die Unterzeichnung eines griechisch- jugoslawischen Frenndschaftsvertrages Berlin, 18. Aug. Wie die Morgenblätter aus Athen melden, sind am Dienstagvormittag im Ministerium des Auswärtigen von Minister Ruff 0 s und dem Generaldirektor der Staatseisenbahnen, P a n t a z i s , einerseits und von dem jugoslawischen Gesandten in Athen, Gawrilowitsch, und dem Unterstaatssekretär im Verkehrsministerium in Belgrad, Abramowitsch, die Abkommen unterzeichnet worden, die auf den von Ruffos und Rin- tschitsch im vorigen März in Genf festgelegten Grundlagen abgeschlossen worden waren. Diese Abkommen regeln endgültig die Frage derEisen- bahnen in der freien Salonikizone und bringen zugleich eine Lösung aller zwischen den beiden Ländern schwebenden Fragen. Zu gleicher Zeit wurde ein Verständigungs- und Freundschaftsvertrag zwischen Jugoslawien und Griechenland unterzeichnet, dessen Wortlaut bei dem Sekretariat des Völkerbundes niedergelegt werben soll. Die ..Agenee de'Athenes" teilt mit, daß diese Unterzeichnung die Spannung in glücklicher Weife beseitigt habe, die schon zu lange den balkanischen Horizont verdunkelte. Die Unterzeichnung des griechischjugoslawischen Freundschaftsvertrages sei vom griechischere Volk freudig begrüßt worden, das der Meinung sei, der Abschluß dieses Abkommens sei der erste Schritt auf dem Wege der Befriedung, wie sie General Pangalos plane. Die Regierung Pangalos, die von den früheren Regierungen eine sehr schlechte, durch Mißverständnisse und Reibungen unsicher gemachte, äußere Lage übernommen habe, habe in toeiligen Monaten durch aufrichtige Annäherungsversuche aus Athen den Mittelpunkt freundschaftlicher Besprechungen zwischen den Dalkanländern machen können. Andere Abkommen mit der Türkei, mit Albanien und Bulgarien seien in Vorbereitung. Kunst und Wissenschaft. Professor v. Iagemann f. In Heidelberg starb der 77 Jahre alte ordentliche Honorarprofessor der juristischen Fakultät der Uniberfität Heidelberg und frühere badische G esandte in Berlin, Exzellenz Eugen v Iagemann. Als Sohn des bekannten Kriminalisten in Karlsruhe geboren, studierte er zunächst in Berlin. Rach seiner Teilnahme am Krieg 1870/71 trat er in den badischen Staatsdienst über und nahm im Justiz- und Kultusministerium an den Gesehgebungsarbeiten und der Verwaltung Badens bedeutenden Anteil, ganz besonders auf dem Gebiet Der ©e- fängnisreform. Rachdem er bereits wiederholl im Auftrag des badischen Großherzogs an Den Vatikan entsandt worden war, kam er 1893 als badischer Gesandter nach Berlin, wo er zugleich Stimmführer Badens im BundeSrat wurde. Rach seinem Rücktritt aus Dem politischen Leben im Jahre 1903 widmete er sich Dann Der akademischen Laufbahn an der Uniberfität Heidelberg. Tagung des Gesamtvereins der Deutschen Geschichts- und Altcrtmns- vcrerne. Im Anschluß an Den 18. Deutschen Archivtag begann in der Aula der Universität Kiel die Hauptversammlung des Gesamtvereins der Deutschen Geschichts- und Altertumsvereine. Der Vorsitzende, Geheimrat Prof. Dr. Wolfram, Frankfurt a. M., wies Darauf hin, daß der Gesamtverein nunmehr auf eine nahezu 75jährige stolze Geschichte zurückblicken könne. Die Tatsache, daß zum diesjährigen Tagungsort wiederum eine Universität in den Grenzlanden gewählt wurde, künde besser als alle Worte, daß der Verein seiner Ueberlieferung gemäß sich nicht nur seiner wissenschaftlichen, sondern auch seiner nationalen Aufgabe in gleicher Weise bewußt sei. Ministerialrat Donneoert (Berlin) überbrachte die Grüße der R e i ch s r e g i e r u n g und würdigte die Verdienste, die sich der Gesamtverein bisher durch seine Mitwirkung am Aufbau des Deutschen Reiches und seiner Kultur erworben habe. Regierungspräsident Dr. Johannsen sprach als Vertreter des Preußischen Ministerpräsidenten und des Ministers des Innern. Weitere Grüße überbrachte der Landeshauptmann der Provinz Schleswig-Holstein. Für die Oesterreicher sprach Ministerialrat Bittner (Wien). Weitere Ansprachen hielten der Oberbürgermeister von Kiel und der Rektor der Universität. Sodann hielt Universitätsprofessor Dr. Scheel (Kiel) einen mit großem Interesse entgegengenommenen Vortrag über Rordschleswig und das Problem im schleswig-hol- fteinfdjen Gedanken. Im Anschluß an die Hauptversammlung des Gesamtvereins folgten gruppenweise Besichtigungen der Kieler Museen. Aus aller Wett. 63. Geuvsseuschaststag des Deutschen Geuvsseuschafts-Verbandes. Königsberg, 17. Aug. (Wolff.) Der 63. Genossenschaftstag Des Deutschen Genossen- schasts-Verbandes hat gestern abend mit einem Begrüßungsabend seinen Anfang genommen. Heute vormittag sand im großen Saal der Stadthalle Die Eröffnungsfeier statt. ES waren zahlreiche Ehrengäste erschienen, u. a. Ministerialrat Hoppe vom Reichswirtschaftsministerium, Ministerialrat v. Hoffmann vom preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe, Geh. Oberregierungsrat Pauly vom Ministerium für Volkswohlfahrt, Vertreter der bayrischen und sächsischen Ministerien, des Deutschen Industrie- und Handelstages, des Reichsverbandes des deutschen Handwerks, des Zentralverbandes des deutschen Bank- und Bankiergewerbes. Die Preußische Zentralgenossenschaftskasse war durch Geh. Finanzrat Semper vertreten. Ferner waren neben den Deutschen Raiffeisen-Genossenschaften verschiedene andere namhafte kreditwirtschaftliche und landwirtschaftliche Verbände vertreten, auch solche aus Wien und Prag. Geh. Iustizrat Alberti, der den Vorsitz führte, überbrachte der deutschen Ostmark und ihren wackeren Bewohnern einen von Herzen kommenden Gruß. Er richtete Worte herzlichen Willkommens an die Ehrengäste und gedachte besonders auch des durch Krankheit am Erscheinen verhinderten Chrenanwalts Dr. C rüg er, in dessen Vaterstadt man sich diesmal versammelt habe. Sein Hoch galt einem einigen deutschen Vaterlande. Ministerialrat Hoppe übermittelte Die Grüße unD Wünsche Der Reichsbehörden, namentlich des Reichswirtschaftsministeriums, und sprach Die Hoffnung aus, daß Die Tagung zum Wohle Des Deutschen Genossenschaftswesens und zum Heile des deutschen Volkes Dienen möge. Auch Ministerialrat v. Hoffmann, Der für Das preußische Ministerium für Handel und Gewerbe und für Die ßänberregierungen sprach, wünschte Der werbenden Kraft Des genossenschaftlichen Ge° Dankens einen weiten Widerhall. Es folgten Begrüßungsansprachen Durch Den Präsidenten der Landwirtschaftskammer, Dr. Dran Des, Durch Den Ehrenmeister Des deutschen Handwerks Plate- Hannover und durch Vertreter der Raisfeisenorganisationen, Der landwirtschaftlichen Genofsenschaften Ostpreußens, Der Handelshochschule und der Kreditanstalt der Deutschen in Prag. Rachdem Alberti seinen herzlichen Dank für alle Wünsche ausgesprochen hatte, begannen die geschäftlichen Verhandlungen. Zu einer Dondertagung fanden sich Die Vertreter der Baugenossenschaften zusam- men. Assessor Dr. Lang- Berlin sprach über die Aufwertung und Entschuldung bei Den Baugenossenschaften. Er gab eine Darstellung von der durch das Aufwertungsgesetz geschaffenen Lage und von Den Maßnahmen, Die Der Zentralverband Deutscher Hausbesitzervereine wegen der Rückzahlung Der aufgewerteten Hypotheken ergriffen hat. Darauf sprach Geheimrat Dr. A l =•• berti - Wiesbaden über das Thema: „Sparpflicht und Baugenossenschaften". Er besprach den schon vor Dem Kriege aufgetauchten Plan eines Sparzwanges für Minderjährige, wonach ein bestimmter Prozentsatz des Einkommens jugenDlicher Personen einbehalten und von einer staatlichen Kasse bis zur Volljährigkeit des Sparers verwaltet werden soll. Das bis dahin zur 'Verfügung stehende Kapital soll in erster Linie für denWohnungsbau Verwendung finden. Der Grundzug des Planes, den Sparzwang für Minderjährige einzuführen, fand allseitige Zustimmung. Der Rest des Rach- mittagö war mit internen Verhandlungen des Genossenschaftsverbandes angefüllt. Friedrich Decker f. Der Vorsitzende des Reichsverbandes Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegshinterbliebener e. V., Friedrich Decker, ist im Alter von 40 Jahren nach längerer Krankheit gestorben. Unter Spionageverdackt verhaftet. Wie das „Kasseler Tageblatt" meldet, wurde der Redakteur Der kommunistischen „Arbeiterzeitung für Hessen und Waldeck", Gabel, unter dem Verdacht Der Spionage verhaftet. Außerdem fand eine Durchsuchung des Ortsoureaus Der Kommunistischen Partei, das auch gleichzeitig die Redaktion und Geschäftsstelle der „Arbeiterzeitung für Hessen und Waldeck" darstellt, durch Geheimpolizisten statt. Ein vierzehnjähriger Brandstifter. Ein vierzehnjähriger Hirtenknabe zündete den Vogtshof in Hinterzarten (Schwarzwald) an. Der Ho: brannte vollständig nieder. Der Schaden ist beträchtlich Schweres Bauunglück in den Leuna-Werken. Mittwoch früh ereignete sich im Ammoniakwerk Leuna bei Merseburg ein schweres Bauunglück. Einige Arbeiter waren mit Dem Abbau eines eisernen Trägers beschäftigt, als dieser sich plötzlich lockerte und aus einer Höhe von 25 Meter herab- st ü r z t e. Fünf Arbeiter stürzten mit ab, von denen zwei getötet und zwei schwer verletzt wurden. Der fünfte kam mit geringen Verletzungen davon. .WettervorerrrSsLgs. Veränderliche Winde aus südlicher vis westlicher Richtung, nach Aufheiterung und stärkerer Erwärmung trüber und stellenweise gewitterhafte Regen mit nachfolgender Abkühlung. Der hohe Druck, der das sommerliche Wetter der letzten Tage bedingt hat und der nur vorübergehend von schwachen Gewitterströmungen abgeschwächt wurde, hat sich kllsher gehalten: er wird jedoch jetzt durch einen neuen atlantischen Wirbel stärker gefährdet, dessen Hauptteil in Rordeuropa ostwärts ziehen Dürfte. Seine Ausläufer bedingen für unser Gebiet schnell- wechselnde Luftströmung. Uns der strsvinzialhallMM. Gießen, Den 18. August 1926. Gustav Trautmann Kr. ilnfere Stadt und unsere Uniberfität sind von einem harten Schlag betroffen worden. Freitag, Den 13. August, hat ein fünfter Tod den akademischen Musckdirektor Professor Gustav Otto Trautmann von längerem Leiden erlöst. Am 7. Oktober 1866 als Sohn des Lehrers Friedrich Trautmann zu Brieg i. Schl, geboren, widmete er sich dem Studium Der Musck am Dr. Hochschen Konservatorium in Frankfurt a. M. Seit Herbst 1892 wirkte er an diesem Konsey», vatorium als Lehrer für Theorie, Klavier utti> Chorgesang. Im Spätherbst 1896 wurde er in Rachfolge des verdienstvollen Adolf Felchner als Musikdirektor an die Landesuniversität berufen, mit welcher Stellung Die Leitung desAlademifchen Gesangvereins verbunden ist. Gleichzeitig übertrug ihm Der Gießener Konzertvere n Die Leitung seiner Orchesteraufführungen. Die Q3erbin» Dung mit Frankfurt gab er nicht auf. Er hatte kurz vorher Die Stelle des Chormeisters am Schulerschen Männergesangvercin übernommen, und „seinen Schulern" hat er durch 30 Jahre Die Treue gehalten. Aber auch in Gießen wuchsen ihm im Laufe der Jahre noch andere Aufgaben! zu: so Die Leitung des Evangelischen Kirchen- gesangvereins und des Kronbauerschen Quartett- Vereins, nicht zuletzt Die schiedsrichterliche Tätigkeit bei Den Wettgesängen Der zahlreichen' Vereine in Stadt und Land, Die Trautmarms Sorgfalt und Unparteilichkeit neiDlos zu rühmen wußten. Die Lust am eigenen musikalischen Schaffen, Die ihm in früheren Jahren manche schönes Lied entlockt hatte, trat vor Der Fülle Der Devufs- aufgaben allmählich zurück. Diesen Aufgabenaber hat er sich mit unermüdlichem Eifer in rastloser, zielbewutzter Tätigkeit gewidmet, und reicher Erfolg ist ihm beschieden gewesen. Im Kreis seiner Kollegeir an der Universität erwarb er sich bald besonderes Ansehen. Um so mehr, als er es verstand, auch der musikwissenschaftlichen Seite feiner Ausgabe, für Die er von Haus aus kaum vorbereitet war, in steigendem Maße gerecht zu werden. Die Musik hatte bisher im Lehrplan Der Uniberfität nur eine bescheidene, fast eine Aschenbrödelrolle gespielt. Es war Trautmann, Der sie durch seine Vorlesungen aus dieser unwürdigen Stellung befreite. Schon 1901 wurde ihm ein Lehrauftrag für Musikgeschichte erteilt, und seine Verdienste 1906 durch Verleihung des Charatters als Professor auch von höchster Stelle anerkannt. Seine Vorlesungen am Donnerstagabend vereinigten stets eine große Schar dankbarer Hörer und Hörerinnen. Den Akademischen Gesangverein hat er auf eine zuvor nicht erreichte Höhe erhoben und Leistungen erzielt, Die weit über Gießens Grenzen hinaus als mustergültig gepriesen wurden. Das gleiche gilt von seiner Tätigkeit als Dirigent des Konzertvereins, Dem er in allen Lagen Der treueste Berater war. Den allen Meistern in höchster Verehrung ergeben, lieh er Dem Reuen und Großen, das ihm Die zeitgenössische Musik bot, stets ein willig aufgeschlossenes Ohr, und unter seinem Taltstock gewann auch spröder Stofs daS Den empfänglichen Hörer in seinen Dann zwingende Leben. Er schreckte vor keiner noch so großen und schweren Aufgabe zurück und verstand es stets, das leidige Mißverhältnis, in dem die ihm zur Verfügung stehenden Kräfte und Mittel oft genug zu Dem angestrebten Ziele standen, durch den vollen Einsatz seiner zähen Persönlichkeit auszugleichen. Dabei scheute er, Der von Der Pike auf gedient hatte, und Dem nicht nur Die Theorie, fonDem auch die Technik deS Klaviers, Der Orgel und mehrerer Saiteninstrumente bis zur Meisterschaft vertraut war, auch HandlangerDienste nicht. Er führte nicht nur Den Stab, sondern er wußte auch Die Finger zurecht- zusetzen. Er leitete nicht nur Die Massen zum Siege, sondern er wandte auch Der einzelnen Stimme peinlichste Aufmerksamkeit zu. Er war wirllich ein großer Lehrer und Erzieher. Feind alles und jeden Dilettantismus, stellte er die höchsten Anforderungen an sich und an seine Schüler, für die bon ihm geleitet zu werden eine Erhebung bedeutete. Für seine Person war er Die Bescheidenheit selbst und sein schärfster Kritiker, von lauterster Gesinnung, reinen Herzens, vorbildlich in der Treue zum Beruf, selbstlos und opferwillig. Der aufreibenden Tätigkeit eines Musikers großen Stiles, Die schon so manchem reichen 2eben ein vorzeitiges Ziel gesetzt hat, ist auch seine von HauS aus gesunde Ralur auf Die Länge iricht gewachsen gewesen. Er hat das Maß der Jahre nicht erfüllen Dürfen, das uns nach göttlichem Willen beftimmt ist. Aber er hinterläßt ein reiches Erbe im Herzen aller derer. Die ihm als Freunde und Schüler haben nahestehen dürfen. Eine überaus große Trauergemeinde bereinigte sich am Dienstagnachmittag in der Kapelle des Reuen Friedhofes, um von Professor Gustav Trautmann, dem verehrten Lehrer und großen Künstler, Abschied zu nehmen. Die Trauerseier wurde elngelettet Elfter. sauE * , ivurob Htfta-t. 1925, mn i lovrdrn. Job Nelfot Suftov ^geboren, wid. IW am ®t Frankfurt a. A, ° diesem Konto jj Klavier und i’O tourto er UI N §eich«r al< Midi berufen. desAiadernischen »echeiti? über- t&ete.n die Leien. Die Derbb»- aus. Er hcüir ^hvmeisterS a, in übrriumW, ** ach 30 Jahre ta Tiehen iouchsm andere Ausgabe zelischen Kirche» lerschm Quarto richterliche Ah zahlreichen 'her- rautmams Sorg* »los au rühmen kusitolischm öchoi- m mani) schönet W bet Zewss- r Xjfgaben aber ser in rMvl«, Md xWt 'St* Im AM seiner ward er sich halb hr, als er cs der- jichm Seite irim 8 aus kam to? Maße gerecht p -her im LchrM cheidene, saft ein war Srautmam» m aus dieser u» n Lehrauftrag fit ic Verdienste 1906 eti als Prosellot tonnt Seine Dvl» » vereinigten lteo Hörer und Sott* sangverein hat « Höhe erhoben und . GiehenS Grenze rsen wurden. Das l als Dingenl w» ßagenbträ istem m W® dem Vg»‘ J* .Nische Au!ii W z Ohr. unduM sprvder Stoffs einen DannM di W J7* » lurütf N iS-Ä uff£i £k& *J£ • 5 her einzeln. mH. gt war vnleit Kl- tinh w-. Ta, I» M ""Lri® ei»1 «"LK «* Ws jac*** , 7 “men. hWl» b*. ^r üig *«ä ^r nur hf» •®s C. Röhr & Co 2U wechseln Betten 6702a Federbetten Steppdecken Bettwäsche 2 1.2 „ Weichholzreisig (sitzt bei den städt. Tennis- plagen hiter dem Schützenhaus). Rm. Eichenfcheiter. Baumwolle ist widerstandsfähiger als Seide, doch nimmt auch sie leicht Schaden. Selbst die besten Farben leiden durch das Reiben und durch scharfe Waschmittel. / Drücken Sie einfach Ihre farbigen Baumwollkleider durch den reichen, milden LUX Schaum und spülen Sie gründlich nach. / LUX Flocken für Alles .was Wasser verträgt Doppelfroße Packung 90 Pfg. Normal Packung 50 Pfg GarLenglück. Wer sein Gärtchen nur recht zu benutzen versteht. wird wissen, daß es ihm zur Rot eine Reife ersehen kann. Es gibt nichts Gesünderes für Leib und Seele als regelmäßige Gartenarbeit, wenn man sie recht gewissenhaft nimmt. Täglich wächst das Unkraut heran, Raupennester müssen entfernt werden, aber man darf auch ernten und für diese schöne Beschäftigung seine freien Stunden vertun. Da gibt es Beeren zu pflücken. Salat zu schneiden, von den Beeten die Reiten abzubrechen, um sie für einen Strauß mit heimzunehmen. Dieses Gefühl dec „eigenen Ernte" verleiht eine tiefe Befriedigung wie sonst nichts, um so mehr, als eS einem den Zusammenhang der Kräfte zwischen Ratur und Menschen zum Bewußtsein bringt. Die Aepsel werden voller und runder. Der Gartenfreund betrachtet sie von Tag zu Tag mit größerer Liebe. Hin und wieder findet er sogar Zeit zu einem deinen Scherz. Einer meiner Rachbarn pflegt auf die heranreisenden Birnen oder Aepsel auS Papier ausgeschnittene Buchstaben aufzukleben. Dann überläßt er das tneitere der Sonne. Die überklebten Stellen zeigen später wunderlich beschriebene Früchte, die wie kleine Zauberwerke aus dem Tische liegen. Wieder ein anderer nimmt sich die Mühe, unter die einzelnen Früchte, besonders wenn sie schön geraten sind, noch besondere Stützen zu schieben. Dadurch strömt ihnen der Saft stärker zu als den anderen: sie werden noch kräftiger und gewinnen oft einen Riesenumfang. Einige Wochen vor der Pflück- reife werden ihnen Papiertüten übergestülpt, damit die Schalen weicher und duftiger werden. Die Früchte schwellen unter diesem Schutz und behalten ein sehr zartes, anmutiges Aussehen. Kinderwagen zu bedeutend herabgesetzten Preisen Aug. Kilbin ger 2 4 8 10 300 200 60 von den Ochsenwiesen und den Wiesen im Stolzenmorgen. b) nuchm. 1 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Gro- ßen-Buseck und Rödgen. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen beabsichtigen, wollen sich an den städt. Wiesenmeister Klos, am Rodberg 5, wenden. Im Anschluß an die Versteigerung in der Restauration „Philosophenwald" am Montag, dem 23. August, nachm. 2 Uhr, wird noch folgendes Brennholz versteigert: Reisender gesucht! Tabakwarengrohhandlung sucht tüchtigen, jüngeren Reisenden für eingeführte und neue Touren, besonders Landtouren. ES kommen nur solche Herren in Frage, die either mit Erfolg in der Branche oder in Kolonialwaren, Spirituosen usw. tätig waren, über festen Kundenstamm verfügen und neue Kunden zu werben verstehen. Bei Erfolg dauernd« Stellung. SchriftUche Angebote unter 05660 an den Gießener Anzeiger erbeten. Rm. Eichenrundscheiter. „ Kiefernrundscheiter, „ Eichen knüppel, „ Kiefernknüppel, Wellen Eichenreisib, „ Kiefernreisig, O Der Hessische C a n b a t m t i n b • la g bolt am Sonntag. 29. August, in Mainz seine dies- lohriae Vertret.'rverfammllmg ad. und zwar in un- mittelbarem Anschluß an den Lertretertag de. Deut- fchen Landaemeindetag». der in diesem Jahre in Neffen ftattsindet. Zu den beiden Tagungen sind Vertreter der Reichs, und der Landesregierung ein- flelabcn. Die Tagesordnung sieht u. a. vor: Vortrag bet Landrats und Mitglieds des Reichstags Dr. G erd c über Finanzausgleich und Selbständigkeit der Gemeinden und einen Bericht des Mmifteriialrat» Mtrnberger lDarmstadts über den Stand der Verwaltungsreform in Hessen. Sport preisaus st ellung D:c vom Gießener Ruder-Slub .Hastia" in diesem Jahr errungenen Preise find, wie unS mitgeteilt wird, von heute ab im Zigarrengeschäft Löb. Bahnhofstraße. ausgestellt. Beet- ud Zwelechar-Pflüce empfiehlt er*D A.J.Tröster,Butzbach burrfe einen Thor des Akademischen Gesana- vereinS Dann sprach Psarrer Ausfeld an der Bahre des Verstorbenen in Anlehnung an das Wort aus dem Kolofserbries - .Alles was 'dk tut, daS lut von Herzen, als im Herrn und nicht den Menschen" — von dem großen Verlust, den mit den Angehörigen des Verstorbenen die Landesuniversität. daS Gießener Musikleben und das ganze Hessenland erlitten hat. Der Geistlich« rühmte die edlen menschlichen Eigenschaften deS so plötzlich Dahingeschiedenen, würdigte die große künstlerische Bedeutung Trautmanns und pries den vornehmen Charakter des Verstorbenen, der in Demut vor Gott, in rührender 'Bescheidenheit seine Persönlichkeit stet» hinter dem Werk zurücktreten ließ, der seine Kunst nicht auS persönlichem Ehrgeiz, auch nicht um ihrer selbst, sondern um des Höchsten willen ausgeübt hat. Rach den Worten deS Geistlichen und einem weiteren Thor des Akademischen Gesangvereins wurde die sterbliche Hülle zur Gruft geleitet. Am offenen Grabe, über'das sich die umflorten Danner der studentischen Korporationen senkten, fang der Schulersche Männerchor, der aus Frankfurt a.M. in großer Zahl herbeigeellt war, seinem Chor- meister ein letztes Lied. Dann sprach für die LandeSuniversitSt der Efrektor, Geh. Kirchen- *at Professor D Dr. Gustav Krüger. Worte herzlicher Dankbarkeit für den liebenswerten Kollegen und hervorragenden Lehrer Im Aul- trag der Philosophischen Gesamtfakultät der Lan- besuniversität legte Professor Dr. Engel einen Kran- um Grabe nieder. Für den Akademischen Sesanaverein sprach Buchhändler Legler, für len Konzert verein Medizinalrat Professor Dr. Walther, für den Evangelischen Kirchengesangverein Oberstudienrat Professor Dr. Weimar, für das Dekanat Gießen, dessen Mafsenchöre der Verstorbene geleitet hatte, widmete Dekan Guß- •n a n n. Kirchberg, einen Kranz. Ergreifende Worte sand der Vertreter des Schulerschen Män- nerchvrS für den entschlafenen Chormeister, der ’n dreißigjähriger treuer Arbeit den Chor zu feiner heutigen künstlerischen Höhe emporgeführt 5at. Ein Vertreter des Frankfurter Sänger- bundes sprach Worte herzlichen Beileids, ebenso ein Vertreter deS Reichsverbandes deutscher Ton- künstler und Musiklehrer. Dem entschlafenen Logenbruder warf Landgerichtsrat Stümpert im Auftrag des Meisters oom Stuhl der Frankfurter Loge .Zur Einigkeit" drei letzte Rosen ins Grab. jRei farbiger Wasche empfiehlt es sich, das LUX-Bad bei jeder Farbe Verkäufer aus der Textilbranche 'ür einige Monate, per L Sevt. ob. früher gesucht. Ichr. Angebote nebst ZeugntSabschriiten auer 06656 an den Gievener Anzeiger. fOf j1Äero für die Herbstbestellung 1 "UlgC; Original Eberhardt, Ulm den Frauen" verfügten über eine selbständige Bohnung. Die andere Hälfte war beiVerwa'.dtcn einquartiert ober wohnte verteuert in möblierten Zimmern Unser neuer Roman. Zn der morgigen Ammner beginnen wir mit bem Abdruck eines neuen RomanS Der Autor- name. den das neue Werk aus dem Titel trägt, ift unseren Lesern nicht mehr unbekannt und wird vielen - so hoffen wir — sreundllche Erinnerungen an eine früher erschienene Geschich!: Ktfrufen: »DaS lachende HauS". Der kommende an heißt: in Lchrualcbcck", und die Verfasserin Sophie Kloerß versteht eS auch diesmal meisterlich, die Menfch?n. deren Schicksale sich hier auftun, mit einer leit- fam leichten, liebenswerten und eindringlich?» Kraft des Erfassens vor unS hinzustellen und uns miterleben zu lassen, was ihre Herzen bewegt und ihr Leben sühn. Sine reife, gütige Menschlichkeit und ein eingeborener, goldener Humor verklärt die Figurinen deS Spiels, das sich vom Hintergründe einer bewegten Z?it wirkungsvoll und eindringlich abhebt. Bornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch. Hubertus: hessischer Hof. Versammlung. Sonderkonzerte. Mau schreibt unS. Für das am Donnerstagabend auf der Liebigs- hvhe ftattfinbenbe 2. Londerkenzert fei hiermit ^•fenberfi hingewiesen. Vorgesehen ist im Saal Streichmusik: eS kommen u a Stücke aus folgenden Opern zum Vortrag: WotanS Abschied von .Drunhilde' und Feuerzauber aus „DieWal- fürc", ^Rhapsodie Ar. 2 über Schwäbische Lieder". „Deutschlands Erhebung". .Traumbilder- Fantasie". Ouvertüre ^Die lustigen Weiber", sowie die Ouvertüre ..Beherrscher der Geister" K. M v. Weber. Den Schluß bilbei ein Fanfarenmarsch .Unter dem Sparrenschild". Eine rege Beteiligung kann nur empfohlen werden Die Liebe zur Ratur bedarf nicht dieser Ad- sonder.ichkeiten. 2lber der eine oder andere läßt ei sich eben doch nicht nehmen, ihr einige Schnurren abzulisten. Wer seine freie Zeit im ©arten zubringt, wirb mir recht geben, daß er bann wenig danach Verlangen hat. in die weite Ferne zu schweifen, weil für ihn da« Gute so nah liegt. $ D te Frau als Doppelverdienerin. Die Stellenlosigkeit unter den gewerblichen und kaufmännifchen Angestellten ist groß. Hier und da ist der Gedanke aufgetaucht, die verheirateten Frauen völlig aus der Wirtschaft hinauszudrängen, bcmii für männliche Kollegen Matz frei werde. Auf den ersten Blick scheint Die Forderung etwas Berechtigtes zu haben, cer.n jeder, der heute fein Auskommen hat, ist gewissermaßen moralisch verpflichtet, einem Hungernden nicht noch die Möglichkeit des Brot- verdicnens wegzunehmen. Geht ma t der Frage tcÄ weiblichen Doppelverdienens auf ?en Gruick>. so muß man jedoch erkennen, daß heule die verheiratete Frau in den Kreisen des Arbeller- standes und deS kleinen Mittelstandes, in die die weiblichen Angestellten meist bineinbeiralen, nid'l zugleich auch die versorgten Frauen lind, daß -von ichrer Mitarbeit viellnehr die Existenz der Famllie überhaupt in vielen Fällen abhängig ist. Zudem stellt es sich heraus, daß die Zahl der berufstätigen verheirateten Frauen bei weitem nicht so groß ist, wie man das vielfach annimmt. Ter Verband der weiblichen Handels- und Bureauangestellten, die größte Frauenberufsorganisation Deutschlands, hat sich durch eine Umfrage einen Einblick in Die Derhältniffe der berufstätigen verheirateten Frauen innerhalb der eigenen Mltgliederrcihen verschafft. Anfang 3a- nuar 1926 umfaßten Z6 Gefchäftsstellen mit ins- getarnt 65 142 Mitgliedern nur 3637 »Frauen", also Verheiratete, Verwitwete und Geschiedene oder getrennt Lebende. 471 dieser .Frauen" waren stellenlos. Es arbeiteten also nur 3166, gleich 4,9 Prozent, der Gesamtmitglieder als .Frauen" leinschl. Witwen und Geschiedene) in der Wirtschaft. Etwa die Hälfte dieser Frauen, gleich 1789, beantworteten die Fraged'acn. Von diesen waren zwei Drittel (1134 »Frauen", gleich 63,4 Prozent) unbebingt auf das Verdienen angewiesen, und zwar 35,4 Prozent (632) aller antwortenden Frauen, weil sic Witwen oder Geschiedene waren und die übrigen 28 Prozent (502), weil sie trotz Verheiratetseins dem Berufe nicht fernbleiben konnten. Als Gründe hierfür wurden angegeben: Stellenlosigkeit oder Kurzarbeit ober nur teilweise Erwerbsfähigkeit oder völlige Arbeitsunsähigkeit oder unsichere oder unständige Beschiistigu.ig her Ehemänner, LlnterhaltungSverpflichtung gegenüber Ellern, Schwiegereltern. Geschwistern, hohe Miete für möbliertes Wohnen, doppelte Haushaltführung infolge Eigenart des Berufes des ManneS, nachträgliche AuSstenerbefchaffung. da die FriedenSersparnifse entwertet, besonders unglücklich? Fainilienverhältnille usw ufto. Die reft- llchen 36.6 Prozent (655) aller antwortenden Stauen sind nicht als ausgesprochene Doppel- Verdiener anzusehen, denn einerseits ist der Lebenskampf in den kleinen Kreisen so schwer, daß jeder hinzuverdiente Groschen zur Bestreitung der notweirdigsten Ausgaben dient, andererseits wurden zu diesen ..Doppelverdienern" statistisch eine ganze Zahl Frauen eingereiht, die einen irgendwie berufstätigen Mann haben, deren nähere persönliche Verhältnisse aber unbekannt blieben. Auch absolut genommen ist die Zahl dieser Frauen so klein, daß eine gesetzliche Aktion gegen die berufstätige verheiratete Frau nicht darauf aufgebaut werden könnte. Eine Sanierung unseres Wohnungswesens würde übrigens die Reihen der Fraueir im kaufmännischen Berus noch weiter lichten, denn manche Angestellte bleibt nach der Verheiratung weiter im Beruf, weil ihr mangels einer eigenen Wohnung Betätigungsmöglichkeiten im Haushalt fehlen. Erft durch das Erarbeiten einer Bauzufchuh- smnme kann sich die junge Frau, die oft von ihrem Manne getrennt noch bei den Eltern wohnen muß, das eigene Heim, die eigene Fa- milie, erkämpfen. Aur die Hälfte der antworten- L. U. Von der Landesuniverfitat. Der ordentliche Prosefsor an der Philosophischen nafultät der Landesunioersitat Gießen Dr. Karl Hermann Scheu mbn n wurde auf sein Nach, suchen mit Wirkung vom 1. Oktober d. 3. ab aus dem hessischen Staatsdienst entlassen. Professor Scheumann hat einen Nus an die Ted)nische Hoch- schule Berlin-Charlottenburg angenommen. ~~ Lehrgänge für Schulturnen undBewegungsspiele wurden dieser Tage in verschiedenen Städten des Hesfenlandes eröffnet- Ein saldier Kursus nahm auch gestern unter zahlreicher Beteiligung von Lehrern der Volksschulen und der höheren Lehranstalten deS Kreises Gießen hier seinen Anfang. — Belehrung der Schüler über P o st f e n d u n g s v o r f ch r i f t e n. Im Post- verkehr erweist es sich immer mehr als miß. ständig, daß die Postversendungsvorfchristen nicht genügend beachtet werden. Die älteren Schüler sollen deshalb entspred)end belehrt werden. Die Postbehörden haben Merkblätter über die wichtig- ften Vorschriften herausgegeben und an die Kreis- und Stadtfchulämter, Direktionen der höheren Lehr- anftalien, die Leiter der höheren Bürgerschulen und an die gewerblichen Nnterrichtsanstalten gesandt. Aus dem Gießener Standesamt s r e g i ft e r. In der Zeit vom 4. bis 13. August ereigneten sich in unserer Stadt folgende Todesfälle: Bernhard Martin LübberS, 6 Jahre alt, Roonstraße 31. Karl Paul Müller Friseur. 53 Jahre. Wagengasse 11, Käthe Repp 10 Monate. Kleine Mühlgasse 7, Dr. Georg Kipper, vrakt. Arzt. 57 Jahre. Wilhelmstraße 9, Marie Balser, ohne Beruf, 76 Jahre, Licher Straße 74. Katharine Wagner, geb. Al back). 74 Jahre, Wolfstraße 4, Alvert Lindig. Bäcker, 58 Jahre. Weserstrahe 20, Therese Backhaus Hausdame, 69 Jahre, Rordanloge 29, Heinrich Smmelius, Rentner, 74 Jahre. Wilhelmstr. 26 Walter Becker, 4 Monate, Brandgasse 7. und Otto Gustav Trautmann, Univ.-Musikdirektor 59 Jahre, Moltkeftr. 6. „ Eichenknüppel fitzt in Abt. 19 (Philosophen- wald). 6709B Gießen, den 16. August 1926. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Seid. Hessischer Landgemeindetag. ®cr. Erstand deS Hetsi chen Landaemcindc- tags befaßte >,ch in seiner am 16.1.0Htu. ftatt- gcbablen Sitzung u. a. auch mit der Frage der E r w e r b s l o ' e n f ü r s or g e. die namentlich in den Jndustriegemeinden. mo’elbft bis zu 20 Proper Gesamtbevölkerung «nicht der arbeitenden Bevölkerung) erwerbslos find, mit ihren notwendig werdenden Aufwendungen für die Gemeinden untragbar wird SS galt insbesondere auch die Frage zu prüfen, in welcher Weise sich die Fürsorge sur die angesteuerten Erwerbsiofen weiterhin zu vollziehen hat. Die von dem Deutlchen Landgemeindetag bereits bei der Reichsregierung gestellten Anträge wurden deshalb gebilligt und weiter belchloslen. an den zuständigen Stellen in Darmstadt und Berlin keinen Zweifel darüber zu lassen, daß die Gemeinden angesichts ihrer gespannten wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse aus absehbare Zeit hinaus nicht mehr mi Stande sind, die von ihnen aufzubringenden Anteile zu den DerwaltungSkosten der Erwerb«- losenfürsorge zu tragen. Wurde doch hierbei der untrügliche RachweiS geführt, daß in Gemeinden in der Rähe von Großstädten bereits feit Monaten eine Erwerbslosigkeit besteht die weit über den Reichsdurchschnitt hinauSgeht" und die Aufwendungen der Gemeinden daS gesamte Steueraufkommen in Anspruch nehmen. Wenn deshalb von den Gemeinden die plebernahme aller Aufwendungen auf dem Gebiete der Er- werbslofenfürforge auf da« Reich durch entsprechende Gestaltung einer Arbeitslosenversicherung gefordert wird, so entspringt diese Forderung nur einer zwingenden Rotlage der Gemeindeverwaltungen. Im weiteren beschäftigte man sich mit der Art der Verteilung der B a u k 8 st e n z u s ch ü s s e und insbesondere der vorn Reich zur Verfügung gc- siellten Zwischenkredite. Es wurde hierbei in erster Linie die Beseitigung des sehr zeitraubenden Ver- fahrens bis zur Auszahlung der Baudarlehen. die erst nad) erfolgter Eintragung der Sicherungshypo- theken erfolgt, gefordert und befchloffen, in Ver- Handlungen mit dem hessischen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft untei allen Umständen zur För- dcrung der Bautätigkeit eine Vereinfachung dieser umständlichen, ledigliä, nach buremikratischen Prinzipien erfolgenden Mitielverteilung herbeizuführen. Der von der Regierung zur Stellungnahme vor- gelegte Antrup der Abgeordneten Böhm und (*)e- nossen auf Einführung einer Betrieb» st euer wurde für undurchführbar gehalten, und zwar schon um deswillen, weil er eine Teilung der Steuer in einem Gemeinde- und Staatsanteil zu beroerfflel- lijjen sucht. Auch weitere für die Landgemeinden sehr wichtige Gesichtspunkte sprachen nicht für eine Befürwortung des Antrags durch den Hessischen Land- gemeinbetaa. 3m übrigen wird bei der Beratung des neuen Gemeindeumlagengesetzes Gelegenheit ge- geben sein, noch eingehender auf diese Frage a,rückzukommen. Schließlich sah sich der Vorstand angesicht« der durch die Aushebung der Richtlinien für die Bef oldu n g der Gerne in d ebe a m t e n in den Landgemeinden von Tag zu Tag sich mehrenben Willkürakten der Gemeindevertretun- gen den Beamten und Bürgermeistern gegenüber genötigt, auch zu dieser, die Gemeindeverwalturl- gen außerordentlich berührendeir Frage Stellung Bekanntmachung. Rachdem die Zustellung der Steuerbescheide über die Gemeinde-. Kreis - und Provinzialumlagen einschl. der Sondergebäudesteuer für Aj. 1926 an die Zahlungs- pflichtigen stattgefunden hat, wird als Tag. an dem die sämtlichen Steuerbescheide als zugestellt zu gelten haben, der 14. August 1926 festgesetzt. 67006 Diejenigen Grundsteuer-, Gewerbesteuer u. Sondergebäudesteuer.Pflichtigen, die bisher einen Steuerbefcheid nicht erhalten haben, werden aufgefordert, dies alsbald beim städt. AechnunaSamt, Stadt- Haus Bergstraße, Zimmer 16. anzuzeigen. Gießen, den 16. August 1926. Der Oberbürgermeister 3.03.: Dr. Seid. Bekanntmachung. Grummetgras - Versteigerung der Stadt Giehen. IHontag, den 23. August, und Diens- tag. den 24. August 1926, soll das Grum- metgras von den städt. Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar: Montag, den 23. August 1926: a) vorm. 8 Ahr an Ort und Stelle von Wiesen in der Schwarzlach in 5 Abteilungen. Zusammenkunft Mar- burger Straße 25 (Jeckel, Karl). b) norm. 9 Uhr Zusammenkunft am ^chlachthof von den Wiesen im Neustadter Feld, Hohleiche und auf der Insel. c) oorm 1(H Uhr in der Restauration r°n N Schnmpf, Äaiferattee 4, von öen Wiesen am alten Wetzlarer Weg bei der Thromschen Fabrik, am Weiher, am Ohleberg, im Heegstrauch am alten Steinbacher Wea (Rußland).' d) nachm. 2 Ahr in der Restauration „Philosophenwaid- von den Wiesen im Wiesecktal, am Fürstenbrunnen, an der Eselswiese (fr. Staat) und von den Diesen in der Gemarkung Wieseck. Dienstag, ben 24. August 1926. a) vorm. 9 Ahr an Ort und »teile an der Anneröver Straße von den Wie- sen am Altentisch und Utersbrunnen, anschließend an der Rödger Straße xu nehmen. Er faßte die nachstehende Entschließung, die der Hessischen Regierung un- verzüglich als Antrag unterbreitet werden soll: Der Dorstand des Hessischen Landgemeinde-- tags mißbilligt einmütig die größtenteils völlig unmotivierten Gehaltskürzungen, die in zahlreichen Gemeinden Hessens infolge der Aufhebung der Besoldungs- ric^linien zum einseitigen Nachteil der Gemeindebeamten und Bürgermeister beschlossen wurden. Der Dorstand ist der Auffassung, daß raschestens eine andere zweckmäßige Regelung an die Stelle der aufgehobenen Richtlinien treten muß, und daß ferner eine Sicherung der Rechtsverhältnisse der Gemeindebeamten gegen Willkürmaßnahmen geschaffen werden muß, weil sonst die Gefahr entsteht, daß schließlich die Gemeindeämter zum Schaden -i»qn usquauKjaußBiuagj, uiaq u^uiauw© as. Sckr. Angebote unt. 05666 an den Gieß. An». Altes Blei (Bletrohrem lauft Lrühlfche Druckerei ' D Schulstr 7'9 Sommersest am 29. August, 3 Uhr, im Philosophenwald. Näh «Hess. Kam." No. 16» S. 256 Anmeldung teilnehmender Kinder bis 27. 8. bei Kameraden Albin Klein u. Kaufmann Bender, Walltorstratze. Preisschiesten an drei Standen «neue Gewehre». 6701D Der Vorstand. Donnerstag, den 19. ds. MtS.: MMiissms. Treffpunkt 7*/4 Ubr BereinSkokal. 0 Der Vorstand. ßubedtis. Heute: 05668 Hessischer O<* Nr. 192 Zweites Blatt Gießener Anzeiger ISencral-Anzeiger für Gderheffen) Mittwoch, 18. August 1926 Aus dem Reiche der Frau. Lebenskunst. Don H. Pleimes-Eulemeher. ,3m 5. Akt soll applaudiert, und nicht gepfiffen inerten!" Frau Aja schreibt diese Worte ihrem Sohn, als sie im Begriff ist, das stattliche Haus am Hirschgraben au Frankfurt am Main verlassen und ihr Altersheim am Roßmarkt im .HauS -um goldenen Brunnen" zu beziehen. Wie ein Symbol klingt unS heute dieser Dame. Der goldene Humor und die goldene Weisheit in den Briefen, die in den kleineren und engeren Stübchen dieses HauseS geschrieben sind, lind unS heute noch ein Quickbrunnen Wir stehen ehrfürchtig vor dem Bilde dieser seltenen Frau, die im besten Sinne daS Leben meisterte in einem Alter, da andere anfangen, müde zu werden, verdrossen und vergrämt inS Leben zu schauen. Sie schöpfte auS goldenem Brunnen. Man sage aber nicht, das; sie & leicht halte. Lebenskünstlerin zu sein, ihr Leben in flctig aufwärts gerichteter Linie zu leben bis zur letzten Stunde. Gewiß, sie war schon als junge Frau die Mutter eines berühmten SohneS. Der Le- benSkreis dieses Sohnes war die Sonne, die ihr Leben durchleuchtete. Bon Weimar aus kam ihr Glück und Freude. Lind sie, die Mutter von GotteS Gnaden, hat dieses Mutterfein auszukosten verstanden, wie wenige Mütter vor ihr und nach ihr. Sie war mehr als die Mutter des größten Deutschen. Sie hat nicht nur als solche die Groszen der Erde angezogen und für den weiten KreiS der Menschen, die mit ihr in Berührung kamen, Bedeutung gehabt! Don ihr selbst, ihrer einzigartigen, im edelsten Sinne lebendigen Persönlichkeit. gingen Lebensströme aus, denen sich niemand entziehen konnte, aus denen wir heute noch schöpfen wie aus frischem Quell. Sie war Lebenskünstler, das, was wir Heutigen unter dem Druck des Lebens uns meist vergebens bemühen zu fein. Aber gerade den Druck ber Verhältnisse hat sie auch empfunden mehr alS wir. Das Jahrzehnt nach ihrem Umzug in den .Goldenen Brunnen" war eine einzige Kette von „Kontributionen. Requisitionen, von Einquartierungen und Durchmärschen". Von ihrem Fenster aus. das ihr die „herrlichste Aussicht von ganz Frankfurt bietet", sieht sie flüchtende Bürger, plündernde Soldaten, Straßenkämpfe und brennende Häuser. Sie muh mit ihrer Habe vor dem Bombardement der Frcmzosen in den Keller flüchten. Die Siebtzig- jährige muh von Frankfurt nach Offenbach fliehen, um Brand und Plünderung zu entgehen. Sie muh sich aufs peinlichste einschränken, um ihren Anteil an den Kontributionen aufzubringen, Hnd doch — - der strahlenden Fröhlichkeit ihres Wesens können diese Dinge nichts anhaben. „ilnferc Lage ist fatal und bedenklich — doch vor der Zeit sich grämen oder gar verzagen, war nie meine Sache — auf Gott vertrauen — den Augenblick nützen den Kops nicht verlieren. Worin lag das Geheimiris ihrer Lebenskunst? Sie besah die seltene Fähigkeit des Erlebens. Richt, was der moderne Mensch heute Erleben nennt, die Hausung der Reizmittel, die sich möglichst zu Sensationen steigern müssen, die schale Ernüchterung und Blasiertheit zurücklassen. Ihr wurde alles zum Erlebnis: Die ausgehende Sonne und die ausziehende Wache, jeder Brief und jeder Besuch, der leuchtende Frühlingstag und die bunte Fülle des auf gekannten Para- PluieS auf dem Plahe vor der Katharinenkirche. Der Besuch des Königs von Preuhen, die Zauber- flöte, Konfektbacken und das Durchsuchen alter Papiere — wie ftc es in ihren Briefen in einem Atem nennt, — so hat es auch fast gleichen Erleb- niSwert für sie. Wie die Sinne der alten Frau, so sättigen sich Seele und Herz an allem, was ter Tag bringt Run hat sie, wie alle innerlich reichen Leute. Menschen nötig, die sie an all ihrem goldenen Reichtum teifnebmen lassen tarnt. Sie muhte frohe, lachende Menschen um sich haben — sie mochte lachen und sah lachen, wo andere nur Grame!n sahen. Hnö das ist's, was wir von ihr lernen sollen — lachen — lachen trotz Rot und Sorge, das Lachen, das „ansteckt wie die Furcht und der Schnupfen." Lachende Menschen sind Kraftquellen für alle, die mit ihnen in Berührung kommen. Menschen mit ter Gabe, die Sonne zu sehen und Sonne auszustrahlen, tun unserer armen, kranken Zeit not. Die Greisin im Allersstübchen, die jeden Alexander bitten wollte, ihr aus der Sonne zu gehen, die sich rühmt, für ihr Hrenkelkind viele Ellen Brabanter Spitzen ohne Brille geklöppelt zu haben, „was sicher seit Anbeginn der Welt nicht geschehen sei", mochte nicht im Schatten leben. Sie wünschte, dah man applaudierte, sie hatte das Selbstbewuhlfein aller starken, origi- nellen Menschen. Sie bcsah aber daneben die fast kindliche Demut, die auS echter Frömmigkeit erwachst und die sie fugen Iaht: „So soll in Lob und Dank und Freude ein Tag nach dem andern hingehen, bis ter Vorhang fällt." Hochzeitsgeschenke. Von A Juliane Richert. Mit den Hochzeitsgeschenken geht es leider oft genau so. wie man es einstmals dem heih- erfebnten eigenen Häuschen nachsagte. die Besitzer haben zwei glückliche Tage. Einen, wenn sie die Eigentümer geworden sind, und den zweiten, wenn sie daS Haus wieder los find. Die Hoch- zeitsgeschenke wurden reine Wandervögel, bis sie auf irgendeinem Wohltätigkeitsfest als Staats- stück prunkten und jedem Losinhaber Angst ein» flöhten, dah er die Punschbowle, oder die Eh- bestecke gewinnen könnte, mit denen er doch nichts anzufangen vermochte. Diese Art meine ich nicht, wenn ich von Hochzeitsgeschenken sprechen möchte. Sondern ich wlll Vorschläge machen, wie man Freude mit ihnen bereiten kann, und doch nicht in schwere Auseinandersetzungen mit seinem Geldbeutel gerät. Erstens soll man sich nie in das Hniernehmen stürzen, ohne von den nächsten Angehörigen ter Braut darüber unterrichtet zu sein, wo es noch in dem Hausstand an praktischen Dingen fehlt. Sine Teppichkehrmaschine wird tatenlos chr Dasein fristen müssen, wenn keine Teppiche vov- ßanten sind, wahrend eine hübsche Küchenwage feiten unwillkommen ist. Rähere Verwandte werden vielleicht den Hauswaschebestand auf eine reichere Grundlage stellen, oder die fehlende Diwandecke stiften. Scheinen diese Anschaffungen für einen einzelnen Schenkenden zu kostspielig, so hilft man fich. indem man eine Aktiengesell- schast gründet Wenn sich z. B. die Freunde deS Bräutigams zusammentun. oder die Kränzchenschwestern der Braut, so wird daS Geschenk die Mittel des einzelnen nicht so stark angreifen und sich trotzdem als sreudebringend ermeifen. Wer als Einspänner zur Familie gehört, vielleicht eine Tante, der es nicht moqhd) ist. Überhaupt Aufwendungen zu machen, kann vielleicht seine Kocherfahrungen in einem selbstgeschriebenen Büchlein niederlegen und der jungen Frau damit eine große Hilfe leisten Hübsch ist auch eine italienische Sitte der Hochzeitsgabe. Die Verwandten beider Familien bringen alte Familienbriefe Zeugnisse von Vorfahren oder auch nur Gehörtes zusammen und vereinigen eS in einem hübsch gebundenen Büchlein, das dann späterhin zu weiteren Eintragungen über wichtige Familienangelegenheiten benutzt werten kann. Aus diese Weise wird das Andenken der beiderseitigen Stammeltern und sonstigen Angehörigen wachgehalten und eine Art Familiengeschichte begründet. Wenn iwch alte Zeichnungen oder Bilder das Buch schmücken, so gewinnt es an Wert. Der Grundgedanke bei einem Hocdzeits- geschenk sollte auf Dauerndes. Bleibendes gerichtet fein und darauf etwas zu geben, was nicht im Winkel steht oder nur alle Jubeljahr einmal gebraucht werten kann, also etwas, das täglich freundlich an den schönen Tag ter Hochzeit und an den feinfühlenden Geber, ter das Richtige traf, erinnert. Dann mag es ein stabiler Kochtopf öder eine kostbare Lampe sein — je nad) Vermögen und Verhältnissen — ter erste glückliche Tag des Besitzes ist dann nur ter Anfang einer Reihe tesitzesfroher Tage und Jahre. Fürsorgeerziehung und Schutzaufsicht. Von Elsa von Liszt, Berlin'). Heber die Fürsorgeerziehung (F. E.) wird sehr viel geschrieben. Man kann kaum eine Zeitung aufmachen, ohne etwas von chr zu erfahren: da liest man im Bericht über eine Gerichtsverhandlung, daß natürlich wieder ein Fürsorgezögling das schlimme Berbrechen begangen hat: ba finden fich Klagen über schlechte Behandlung, über Mißhanteung von Zöglingen, die Zeitschrift „Evangelische Jugendfürsorge" hat fich der Mühe unterzogen, in ihrem Augusthest v. Js. eine ganze Dlütelese solcher Zeitungsnotizen zusammenzustellen. Ist denn nun das Bild, wie es sich so bietet, richtig? Ist die F. E. so schlimm wie ihr Ruf? Wenn es wirklich so wäre, dann sollte die F. E. ihren Bankrott erflären und ihre Tätigkeit aufgeben. Es ist dem aber nicht so: immer wieder, wenn man einer besonders gehässigen Rotiz nachgeht, erweist es sich, daß ter Verfasser selbst niemals eine Anstalt gesehen hat, daß er nur gutgläubig nachgeschrieben hat, was er von einem andern und dieser wieder von einem andern gehört hat: oder daß es sich um einen Einzelsall handelt, an dem ein Körnchen Wahrheit ist, der aber unglaublich übertrieben und dann verallgemeinert worden ist. Die Menschen, die in ter Arbeit stehen, die kennen am besten die Schäden und Mängel, die der F. E., wie jeder menschlichen Einrichtung, anhaften, und sind dankbar für jede sachgemäße Kritik und jeden Vorschlag zu einem gesunden Fortschritt: aber durch eine kritiklose Kritik wird der Sache, d. h. hier ter Jugend, nicht gedient, f entern geschadet. Die meisten Menschen geben ja von ganz falschen Voraussetzungen aus, wenn sie von F. E. sprechen: sie denken nur an geschlossene Anstalten, in denen ganz verdorbene Kinder untergebracht sind: sie wissen nicht, daß F. C. angeordnet werden kann, um eine drohende Verwahrlosung zu verhüten: daß sie nicht nur in einer Anstalt, sondern auch in einer geeigneten Familie: unter öffentlicher Aufsicht und auf öffentliche Kosten, in Dienst, Pflege, Arbeit oder Lehre durchgeführt werden kann. Mehr und mehr führen die F. E.-Dehorten ihre Zöglinge Be- rufen zu, für die sie besonders geeignet sind, für die sie Reigung oder Begabung haben: nicht nur die volle hauswirtschaftliche Ausbildung können Mädchen erhalten, auch Putzmachen, Schneidern. Kinderpflege, einen kaufmcstrnischon Beruf können sie erlernen; ebenso können die Knaben eine Fachschule besuchen, erhalten kaufmännische Ausbildung, werden einer höheren Schule zugeführt. Von all denen, die etwas gelernt haben, die in einem tüchtigen 'Derus tätig sind, die sich die Achtung ihrer Mitmenschen erworben ßaben, lesen wir in den Zeitungen nichts, unb das ist gut so: manch einem aber ist sein Weg unendlich erschwert worden durch die unvernünftige Einstellung ter öffentlichen Meinung zur F. E., und manch einer mag gescheitert fein nur aus dem Grunde, weil ihm immer wieder das Wort ., Fürsorgezogling, also natürlich ein Taugenichts" entgegengerufen worden ist. Die F. E. rechnet mit 70 Prozent Erfolg in ihrer Arbeit, und von den 20 Prozent zweifelhafter Fälle mögen noch manche hier mitgezählt werden: wir dürfen wirklich nicht an den übrigbleibenden 10 Prozent Mißerfolgen den Wert ter ganzen Arbeit bemessen! Immerhin bleibt die F. E. ein schwerer Eingriff in das Leben eines jungen Menschen, sie betoirft zunächst wenigstens einAuseinanterreißen der Familie. Die F. E. darf daher nur eintreten, wenn sie notwendig ist, wenn nicht durch eine andere Ergänzung und Hnterftüßimg der elter- lüßen Erziehung geholfen werden kann. Sin Mittel dazu ist die Schutzaufsicht (SchA). die, nachdem sie schon jahrelang vor allem dann, wenn Jugendlichen Strafaussetzung und Dewäh- rungäfrift zugebilligt worden war. ausgeübt wurde^ nun durch das Jugendwohlfahrtsgesetz chre breite gesetzliche Grundlage gewonnen hat. ') Der „vorzüglichen Zettschrift »Mutter u n d K in d. Beiträge des Kaiserin Auguste Victoria-Hauses. Reichsanstalt zur Bekämpfung ter Säuglings- und Kleinkindersterblichkeit, für tee Pflege Ernährung und Erziehung des Kindes lBerlin-Eharl. 5, Fraickstraße 3) entnommen. Trotzdem ist diese Maßnahme noch sehr unbekannt in unserem Doll, und doch wäre es nötig, daß sie in weitesten Kreisen bekannt wäre, tenn nur dann kann sie ihre volle Wirksamkeit entfalten. Die Sch. A soll cintrctcn „bei körper- tiitaltransaktionen der Danken, durch die inzwischen eingetretens Entwicklung keine Anregung mehr bieten. Allerdings setzte sich in einigen Spezialwerten die hausseartige Bewegung weiter fort, so vor allem in Braunkohlen-Aktien, besonders Rheinische Braunkohlen und Oberkoks, sowie in Baustoff-Aktien. Die Geldverhältnisfe zeigen keine wesentliche Aenderung. Tagesgeld 4 bis 6 Prozent und darunter migeboten. Im internationalen Devisen verkehr konnte sich Paris gegen London erstmals wieder befestigen, und zwar von 183 auf 178. Auch Brüssel lag befestigt. Mailand erholte sich gegen London auf 147,75. 4°/o Bontürfen 5% Sofbrncrifaner ... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- nnd 'Vrivat-Bank Sarmft und Nationalbank . Deutsche Bank......... Deutsche Nrreinsbauk . . . , Disconto Commandit . . . Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank . . Ocslcrreichttche Credilanstalt Westbank ........... Bochumer Guß ....... Buderus • ■ Caro ...... »-Luxemburg irchener Bergwerke . . Harpencr Bergbau...... Kaliwerke Äschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahulte........... Oberbedarf Phönix Bergbau Nheinstahl Niebeck Montan ....... Tellus Bergbau....... Hamburg-Amerila Paket. . . Norddeutscher Llovd..... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Hohmann...... Anglo-Lont.-Guano..... Chemische Maper Alapin . . 9- G- jyarbeninbitftrie, A.-G- Goldschmidt Holzverkohlung Rütgerswerkc Scheideanstalt Zllg. ElektrizitätS-Gesellschaft Mamlrastwerke ....... Schlickert............ Siemens A Halske ..... Vldlerwcrkc Kieper ...... Daimler Motoren. ..... Henligenstaedk Meguin. ........... Motorenwerke Mannbeim Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Schuhfabrik Her;...... Sichel.............. Zellstoff Waldhof ..... Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waabäufel . . . dem Sonntag, ter ja ein wahrer Sonnentag war, ein Stück Heirnatschönheit neu erschlossen werden konnte. Auf dem Gleiberg trafen sich die wanderfreudigen Turner aus verschiedenen Teilen des Gaues, besonders gut waren Gießen, Wetzlar, Treis a. d. Lda. und Krofdorf vertreten. Es war eine Auslese der Besten, die die geistesturnerischen Bestrebungen schon seit längerer Zeit pflegen und zu fördern suchen. Wer sich in ihren Kreis begeben, hat die schönen Stunden, die echtester Fröhlichkeit gewidmet waren, nicht zu bereuen brauchen. Das Treffen war dem Gedanken einer engen Fühlungnahme zwischen jung und alt gewidmet. Das drückten die markigen Turnerworte des Gauoberturnwarts Wilhelm Will (Gießen) aus, und das entnahm die versammelte Turnerschar auch der begeisterten Ansprache des Turners Wilhelm Oertel (Rieder-Wöllstadt), der damit das ihm kürzlich übertragene Amt des Gau- wartes für turnerisches Geistesleben antrat. Er legte das Wesen und Ziel des Turnerlebens dar. Von ter Turnerjugend verlangte er Festhalten dieses Wesens und Zieles und warnte vor Verlieren in Phantasterei. Der Gaujugendturnwart Lotz (Dorn-Assenheim), ter sich um die ganze Veranstaltung besonders bemüht hatte, erzählte schlicht und packend einiges aus ter fesselnden Geschichte des Gleibergs und seiner Umgebung, damit wie die anderen Redner den Beifall der dankbaren Zuhörerschaft findend. Aber auch die Iugend selbst war nicht untätig. Turnersang, Volkslied und Volkstanz belebten die frohe, ungetrübte Stimmung. Die Turnerjugend von G i e- ßen und Wetzlar erfreute außerdem durch einige Freiübungen ungezwungener Art, so wie sie besonders für das freie Wanderleben geeignet sind. Alles in allem war das Treffen ein Tag reichen Erlebens. Die Anregung, die von ihm in weitere Kreise des Gaues gehen wird, wird gewiß gute Früchte im Interesse der noch jungen Bewegung tragen, die eigentlich schon so alt ist, wie das Turnen selbst. Denn in Wirklichkeit bedeutet die Bewegung nichts anderes als: Zurück zu Jahn! £50 „ 8|~ H '?>! » 6,’- II Dittkrcis. bl Dillenburg, 17. Aug. Im Walde bei ter Adolfshütte entstand am Dienstagmorgen ein Brand, der auf einen Schuppen und ein Hüttengebäude Übergriff. Dieses wurde vernichtet. Der Betrieb der Hütte blieb jedoch im Gange. Der Schaden ist nicht so groß, da es sich um ein baufälliges Haus handelte. — Wie fest- gestellt werten kann, wird das vom Kreift angeschafft« Krankenautomobil in regem Maße benutzt. Ein Beweis dafür, daß ter viel umstrittene Wagen doch Anklang gefunden hat. bl Haiger, 17. Aug. Beim Bahnbau der Strecke Haiger—Gusternhain fand man an der Landstraße in etwa 1 Meter Tiefe eine firne aus Ton, die noch unverkohlte Knochenreste enthielt. Es gelang, die arg zersplitterte Urne wieder zusammenzusetzen. Man nimmt aü, daß das Gefäß aus ter Zeit des Vorchristentums stammt. bl Sinn, 17. Aug. Hier fand eine große Hebung der Feuerwehren von Hörbach. Fleisbach und unserer Gemeinde statt. Die Fabrik von Haas und ein Wohnhaus im Dorfe waren Brandobjekt. Alles klappte vorzüglich. Regierungsrat Dr. Jünger als stellvertretender Landrat sprach sich lobend über die Uebung aus. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 16. Aug. Die Einweihung des neuen Flughafens ging heute nachmittag vor sich. Die Reihe der mehr als reichlichen Ansprachen eröffnete Oberbürgermeister Dr. Landmann mit einer kräftigen Rede, in der er der Männer gedachte, die sich um das Luftfahrtwesen der Stadt Frankfurt besonders verdient gemacht haben, so des Meteorologen Prof. Dr. Lincke, und des ersten deufichen erfolgreichen Fliegers August Euler. Auch dem Erbauer des Flugplatzes, Oberbaurat Uhlfelder, widmete der Oberbürgermeister warme Worte der Anerkennung. Die Glückwünsche der Reichsregierung überbrachte Ministerialdirektor Brandenburg. Der hessische Staatspräsident Ulrich fand launige Worte über das Verhältnis des großen Flughafens Frankfurt zu den benachbarten kleinen Bruderhäsen. An die Feier schlossen sich zahlreiche .Schau- und Passagierflüge an, an denen Flugzeuge vom kleinsten Typ, wie ter Darmstädter ..Mohamed", und dreimotorige Großflugzeuge beteiligt waren. Maingau. WSR. Bad-Homburg, 16. Aug. Die Wilddieberei im Taunu.s scheint wieder zuzunehmen. Erst vor eurigen Tagen wurde in ter Rähe der Capers bürg ein prachtvoller Ze hn- ender verludert aufgefunden. Anscheinend wurde das stattliche Tier von Wilderern ange- -chossen, die ihm aus Furcht vor Ueberraschung durch den Förster nicht zu folgen wagten. Es sind bereits Bestrebungen im Gange, um dem Wildererunwesen zu steuern und die Wilddiebe unschädlich zu machen. Berlin, 17. August. Amerikanische Stole» Belgische Noten........ Dänische Noten . , , Englische Noten........ Franjösische Noten ..... Holländische Noten...... Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch-Oesierr., ä ioo Kronen Rnmaninhe Noten...... Schwedische Noten . . ... Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten....... Frankfurter Frankfurt a. M., 18. Aug. Tendenz- Unregelmäßig. — Die Börse war auch heute nicht ungünstig veranlagt, obwohl die Tendenz große Unregelmäßig leit aufwies. Das Geschäft bevorzugte mit Rachdruck wieder einige Spezial- werte, die schon am Vorabend den Verkehr beherrschten. Das Hauptinteresse konzentrierte sich dabei auf B a u a 11 i e n, die in der Auswärrsbewegung rasche Fortschritte machen konnten. Wayß & Freytag plus 7,5 Prozent, Holzmann plus 3.5 Prozent, Hochtief plus 4,5 Prozent, Dyckerhoff plus 8 Prozent. Am Montanmarkt setzte sich die lebhafte Kauf, bewegung in Kohlenaktien fort, wofür öer gesteigerte Kohlenexport Anregung bot. Bochumer plus 1 Prozent. Buderus plus 4,5 Prozent, Deutsch - Lur plus 4 Proz., Harpener plus 4,5 Proz., Ilse-Bergbau formten auf erheblich gesteigerte Rachfrage 10 Prozent anziehen. Die anderen Werte dieser Gruppe lagen nicht ganz sicher und konnten sich erst im Verlaufe leicht befestigen. I. G. Farbe n a 11 i e n hatten unter Abgaben zu leiden und mußten sich eine Einbuße von 3 Proz. Rundfunk-Programm des frankfurter ScnderS. (Aus der „Radio-Umschau-.) Donnerstag, 19. August. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Haus- orchesters: Ungarische Musik. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45. Uebertragung von Kassel: „Die Kunst dem Volke". 7 Uhr: Uebertragung aus dem Stadttheater Salzburg (im Rahmen der Salzburger Festspiele): „Die Fledermaus". Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenauftrage sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Verantwortlich für den lokalen Teil i. V.: Dr. Hans T h h r i o t. (Ohne Gewahr.) Frankfurt a.M. Berlin Schlutz. Kure. I-Uhr. Kur, Schluß. Kur» Anfang Ituro Datum: 16. 8. | 18 8. 16.8 18. 8. 5% Deutsche Reichsanlethe . <% Deutsche Reichsanleihe . 3*/,% Deutsche ReichSanleihe 9.4825 0.485 0,4825 0,43 0.485 0,43 — _ 0.4275 0,427 3% Deutsche NcichSanleihe . — _ 0.495 0.455 Deutsche Svarpranneuanleihe 0,27 0,27 0,37 <°/o Preußische Konsols - . . — fi.43 0,43 4% Hessen......... — _ 0.4275 3’/3% Hessen......... — — 0,4675 — 3% Heuen .... ...... Deutsche Wertb. Dollor-Anl. _ 96 _ bfo. Doll.-Schas-Anweilng.*; — — 17 August. 18. August. Amtliche Geld Kotierung Brief Amtliche Notierung Geld Brief Amst.-Ron. Buen.-Aires 168,33 168,65 168,29 168,71 1,695 1,699 1,697 1,701 11,29 11,33 11,53 11,57 91,98 92,22 91,98 92,22 Kopenhagen 111,49 111,77 111,59 111,71 KAtrvrnm RI 112,30 10,552 112,58 112,26 112,52 Helssngsors 10,592 10,553 10,595 Italien. . . 13,75 20,380 13,82 13,845 13,885 London. . . 20,432 20,384 20,436 Neupork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 11.405 11,445 11,90 11,94 Schwei; . . 81,06 81,26 81,04 M,24 Spanien . 64.42 64,58 65,30 ttbe Jan' 2,003 2,017 2,015 2,019 0.644 0.646 0.644 0,646 Wien in D- Oest. abgeft 59,29 59,43 69,28 69,42 Prag .... 12,421 12,461 12,418 12,458 Belgrad . . 7,405 7,425 7,405 7,425 Budapest. . 5,87 o,89 5,87 5,89 Bulgarien . 3,035 3,015 3,04 3.05 Lissabon . 21.375 21,425 21,375 21,425 Kon/wn'ti'n. 81,47 81,67 81,47 81,67 2,31 2,32 2,295 2,305 Athen. , . 4,74 4,76 4,474 Lanada. . 4,198 4,208 4.198 4.208 Uruguay . . 4.18» 4.195 4.195 4.205 4,18 4,20 11,42 11.48 111,17 111.73 70,348 20,44^ 11,57 11.6! 168,06 168.90 14.14 14,22 91,67 92,13 59,21 69.51 1,89 1.9; 111,97 112,53 81,06 81,46 63,94 64,26 12,38 12,44 5,835 5,875 Börse.