h»«6t fs'"« A'd--°L^2 tlen i*[.r, ^ten (.., “nfl an^fc, 'ich E ncnjJQl minu/’^ J’inuj '"ÄÄÄ ni) konnten c neigte ÄW n) 67. DrL.Z'-'rben. a0 59,5. 1K^ eti 88. :verlaus fiwiL4^ Z?r5 t'mtn iuff[nt. ^^nch. uiib 5U ^titeLrU ®^atfl,kt \? fCAxrUn9en 'drri flüllin Geld. 3'5 Mn 4,37 bin je 87 Prozent. 3m|^TL ie westliche,, «^7"^rn- nterventi?nen ’on 171- S.SMti, •''*■»* L er Getreidebörse ’"ÄVS #“hi“ «•■ 50 | -»»--I-ch- für J. ^.^..Gommerflerfk für ÄÄÄH 2ch!achtdichmartt. S' In,3™; ^ftrieb- 6 Uhc, '» 5 Sch°e>ne. Ls wurden lnste Mnslkälber 65 bis 70 Mk - «ste Saugkälber 66 bis 64 Mk ' 6 flute Saugkälber 48 bis 55 Uflkälber 49 bis 45 Mk. - ner und Masthämmel 45 bis !ias>hänimel und Schafe 36 bis me: vollsleifchige von 80 bis 15 81 Mk.; unter 80 Kilogramm 100 bis 120 Kilogramm 75 bis 150 Kilogramm 77 bis 80 Mk/. 50 Kilogramm 75 bis 79 Mk., geschnittene Eber 60 bis 70 Mk. vt und Echase bei regem, und nem handel ausverkaust. Produktenbörse. Juni. Äach-em vormittags •n "Bureau zu Iureau fki« Weizen und Roggen vor- i Tbeginn die schm Hui* iMMchen Wnzm. Rvg- ächrr, da man vielfache Klage an der neuen Ernte bei dem Setter nicht mehr voll aner- ir ein Verzögern aber nicht wartet. Diese Stimmung »crs am Lerminhandel aus. Sichten für Roggen leicht be- äterliegende Sichten bei ganz ihren letzten Kursstand nicht unten. Weizen unverändert. Ochen Früchten ist Hafer ruhig merhin preishaltend, .ebenso >n zeigen sich wenig verändert, len pro 1000 Kilo. W j; Sommergerste 5 bis 183; §afer marl 19 e;i0' Weizenmehl 37,23 die «75 bis 27,25; M* i« biß 1140; Viktonaerbsen Peluschken2 ^incn ;• Wicken 32 bw ' en >,e flldneim cht D< ittöidige. rfilrei VC ndJh** M. HO (Elftes Blatt 176. Jahrgang Sreitag, 18. Juni 1926 Gießener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Vrvck und Verlag . vrühl'sche UniverfilLtr-Such- mrd Steht&rnrferei L Lange in Sieben. Schnftleltimg und Seschäftrstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzelaen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlnmschein; für den Anzeigenteil § ans Füstel, sämtlich in Dietzen. Ersch eint täglich.nutzer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Diehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats.Bezvgspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichs Pfennig für Träger, lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzrlaer Giehen. Postscheckkonto: Sranffnrt am Main 11686. Die englisch-russischen Beziehungen. Eine Rede Balfours im Oberhaus. London, 17. 3unt (WTD.) 3m Oberhaus« fand heute die Erörterung der russischen Geldsendungen für die britischen Bergarbeiter statt. Lord Rewton erklärte, es sei seltsam, daß die englischen Bergarbeiter sich bereit erklärten, Geld von ihren unglücklichen und schlechtbezahlten Kollegen in einem anderen Lande abzunehmen. Lord Rewton nannte die russischen Geldsendungen eine offenkundige Einmischung in die inneren Angelegenheiten Englands. Er fragte, welche Vorteile man von der Anerkennung der Sowjetregierung gewonnen habe. Die amerikanische Regierung habe niemals die Sowjetregierung anerkamtt, trotzdem sei die Lage der Amerikaner in Ruhland besser, als die der Engländer. Es sei nicht erstaunlich, dah viele Leute das Vertrauen verlieren und einen Abbruch der Beziehungen verlangen. Lord Balfour, der für die Regierung erwiderte, sagte, er stimme mit dem positiven Inhalt der Erklärungen Rewtons im aUgmenten überein. Lord Balfour fuhr fort, die russische Regierung wünsche die Weltrevolution. Der Zweck der Geldsendungen sei der ganz klar zugegebene Wunsch, diese Revolution hervorzurufen. Was jedoch die Frage des Abbruches der Beziehungen betreffe, so sei es zweierlei: Keine Beziehungen haben oder sie abzubrechen, wenn man sie habe. Der Abbruch der Beziehungen bringe deutliche Gefahren mit sich. Bringe er aber irgendwelche deutlichen Vorteile mit sich? Er könne solche nicht sehen. Rach seiner Ansicht mühte man, bis die Lage sich gut entwickele, (und er habe die ernste Hoffnung, dah sie dies tun werde), diplomatisch wie bisher verfahren. Die Lage in der Welt erfordere im gegenwärtigen Augenblick Vorsicht in allen diesen internationalen Fragen, und daher sei er, bis dies bewiesen werden könne, dah ein klarer Vorteil durch eine Aenderung der brittschen formellen Beziehungen mit Ruhland erzielt werden könne, dafür, die Dinge so zu lassen, wie sie sind. Lord P a r m o o r stimmte Balfour in seiner Weigerung, den Anregungen Rewtons stattzugeben, vollkommen zu. Auch Lord Emott begrüßte warm die Erllärung Balfours. Das Unterhaus über die russischen Gelder. London, 18. 3uni (TTl.) Der Innenminister bestritt am Donnerstag im Unter« Haus die Rlchtigkeitdervonderrussi- schen Regierung aufge st eilten Behauptung, dah sie sür den Export von Kapital aus Rußland zur Unterstützung desGeneralstreiks und desBergarbei- terauS st andeskeineVeran't Wortung trage. Die erste Summe in Höhe von 26 400 Pfund sei direkt an ein Londoner Bankhaus gesandt worden, indessen wurde die Annahme von der englischen Gewerkschaft verweigert. Zwei weitere Beträge in Höhe von 175 000 und 25 000 Pfund seien auf dem Wege über die Deutsche Bank in Berlin bzw. eine amerikanische Dank in London angewiesen worden. Von diesen beiden Beträgen seien 100 000 Pfund dem englischen Gewertschaftskongreß von Moskau aus zur Verfügung gestellt woü>en. Nach dem englisch-russischen Notenwechsel. London, 17. Juni. (TU.) Wie „Daily E x - preß" berichtet, ist das englische Kabinett her Ansicht, daß ein diplomatischer Bruch mit Rußland sich unter den gegenwärtigen Um« tänden nicht rechtfertigen ließe. Man sei aber entschlossen, zwischen diplomatischen Vertretern und Vertretern russischer Handelsorganisationen in Zukunft sorg- iältig zu unterscheiden. Die bisher den Vertretern russischer Handelsdelegationen gewährten diplomatischen Privilegien würden in Zukunft sehr eingeschränkt werden. Die Behörden würden sich alle Rechte für eine sorgfältige Prüfung der Anträge auf Gewährung von diplomatischen Vössen und Privilegien Vorbehalten. Moskauer Kundgebungen gegen die britische Note. Moskau, 17. Juni. (WB.) lieber 300 000 Gewerkschaftsmitglieder nahmen an einer Kundgebung gegen die britische Noto teil, die beute nachmittag mit den Losungen stattfand: .Hände weg von den Sowjctgewerkschasten!", „Wir werden auf Solidarität mit den Arbeitern anderer Länder nicht verzichten!", „Wir weisen eine Ein« nischung in die inneren Angelegenheiten der Sowjetunion zurück!" usw. In Betriebs' und Straßen- ursammlungen wurden nach Ansprachen der Gewerkschaftsführer Entschließungen in obigem Sinne gefaßt. Vie Folgen des Streiks. London, 18. 3unt (WTB.-Funkspruch.) Den Blättern zufolge sind gestern Mitteilungen iber eine weitere Verminderung der Belieferung mit Kohlen und eine weitere Verminderung der Gasbeliefe- a u n g für den Hausgebrauch bekanntgegeben Druden, Die Bestellung der schwedischen Staats- Die französische Regierungsbildung. Um das Kabinett der nationalen Einigung. Die Stellung der Sozialifteu. Paris, 17. Juni. (TU.) Der Versuch Sri« ands, eine neue Regierung zu bilden, ist durch die Entschließung des Kongresses der Radikalsozialisten stark gefährdet worden. Er nahm mit großer Mehrheit folgende von Chautemps eingebrachte Tagesordnung an: »Der ftongrefj der Radikalfozlalisti- schen Partei erklärt sich bereit, unter den schwierigen gegenwärtigen Verhältnissen seine pflichten gegenüber der Republik zu erfüllen. Er verwirft alle den Gefühlen des republikanischen Landes widersprechenden Bestrebungen, jeden politischen versuch, der unter dem Deckmantel der nationalen Einigung zum Ziele hat, die Macht einer Minorität auszuliefern. Dagegen ist der Kongreß entschlossen, eine demokratische Regierung zu unterstützen, die die Einigung der Parteien auf em starkes Programm des finanziellen Wiederaufbaues herstellt." Die Entschließung der Radikalsozialisten hat zur Folge, daß Herriot unter Berufung auf den Beschluß des Kongresses ein« Berufung in das Kabinett Briand ablehnen wird. Dagegen wird sich Herr io t wahrscheinlich, falls er vom Präsidenten dazu berufen wird, bereit erklären, selb st ein Kabinett zu bilden. Staatssekretär Danielou, der sich ausführlich über die Absichten Briands bei der Kabinettsbildung äußerte, erllärte gestern, Briand werde versuchen, unter formeller Zustimmung aller republikanischen Parteien der Kammer und des Senats, von den Sozialisten bis zu den Rechtsrepublikanern «in Kabinett der nationalen Einigung zu bilden. Er habe die feste Hoffnung, daß ihm dies gelingen werd«. Wenn jedoch dieser Plan nicht durchzuführen sei, dann werde Briand ein Kabinett bilden, in das die repräsentativsten Persönlich keilen der verschiedenen Parteien eintreten. Unter seinen Mitarbeitern wären P a i n l e v 6 und L e h g u e s zu rrennen, ferner politische Persönlichkeiten wie T a r d i e u. Auf alle Fälle aber habe Briand die Absicht, von der Kammer volles Vertrauen und alle Vollmachten zu fordern. Vermutlich werde er von der Kammer eine Frist von sechs Monaten fKr die Durchführung der Franken sch la ch t verlangen. Ebenso wie die Radikalsozialisten haben die republikanischen Sozialisten gestern abend eine Entscheidung gefällt, die sich gegen die Bildung eines Kabinetts unter Einschluß der Rechtsparteien wendet. Die Derwaltungskommission hat eine Entschließung angenommen, in der die Abgeordneten aufgefordert werden, dafür zu sorgen, daß bei der Abstimmung im Parlament die Partei- Parole befolgt wird. Die Abgeordneten werden weiter aufgefordert, ihre Mitwirkung an jeder Regierung zu verweigern, die nicht eine Politik auf Grund der Linksmehrheit vom 11. Mai 1924 betreibt. Noch keine Lösung. Paris, 17. Juni. (TL1.) Briand hat heute nachmittag um drei Llhr die Beratungen über die Regierungsbildung wieder ausgenommen und zunächst den Senator 6arr aut, den Botschafter in Angora, empfangen. Vorher erllärte Briand Pressevertretern, er werde er st gegen Abend klar sehen, wenn er seine Beratungen abgeschlossen habe und werde sich nur dann zum Präsidenten der Republik begeben, wenn er etwas Wichtiges mitzuteilen habe. Briand betonte nochmals ausdrücklich, daß es sich nicht um eine Parteifrage, sondern um eine Programmfrage handele. Für das Programm müßten die richtigen Männer gefunden werden. Er weigere sich ein Kabin ett ^usammenzu st eilen, das nur eine Täuschung bedeute. Wie in der Kammer verlautet, hat Briand bei seinen Besprechungen heute morgen mit Herriot und Poincar6 , sowie mit den Sozialisten die Personenfrage und die Frag« der Besetzung der einzelnen Ministerposten er st in zweiter Linie berührt. Alle Persönlichkeiten, die sich mit Briand unterhielten, hatten darauf hingewiesen, daß man zunächst ein Finanzprogramm Herstellen müsse, das die Zustimmung der verschiedenen Parteien sinden könne. Briand dürfe nicht vor morgen den Präsidenten der Republik von dem Ergebnis seiner Bemühungen unterrichten. Wie verlautet, soll Herriot die akttve Mitarbeit an dem Kabinett Briand end- aültig abgelehnt, dafür aber die wohlwollende Tlnterstühung Briands bei der Kabinettsbildung zugesichert haben. Der heutige Tag hat, wie vorauszusehen war, nochkeine Lösung der Kabinettskrise gebracht. Die parlamentarische Lage ist noch nicht so weit gellärt, daß man mit Gewißheit sagen kann, ob die Bemühungen Briands scheitern oder Erfolg haben werden. Poincare weigerte sich, den Journalisten irgendwelche Angaben über den Stand der Verhandlungen mit Briand zu machen. Es scheint festzustehen, daß Briand nicht nur für den Fall, daß Poincare und Herriot ablehnen, sondern auch für den Fall, daß einer von beiden ablehnt, seinen Auftrag an den Präsidenten der Republikzurückgeben wird. Gegen 6Tlhr traf Darthou in Begleitung von Franklin Bouillon am Quai d'Orsay ein. Die sozialistisch« Gruppe hat noch keine endgültige Entschließung gefaßt. Man war sich lediglich darüber einig, erst das finanzielle Programm der kommenden Regierung abzuwarten, bevor man irgendwelche weittragenden Beschlüsse faßt. Auch die Radikalen kamen Iu einem ähnlichen Ergebnis, indem sie das inanzielle Programm der Regierung ür ausschlaggebend erklärten. Ein Mit- glied der radikalen Linken erllärte heute, daß seine Freunde, falls das Ministerium der nationalen Einigung nicht möglich sei, eine Regierung der republikanischen Konzentration von Herriot bis Dokanowski unter Ausschluß der Gruppe Marin ins Auge faßten. Infolge der ungeklärten Lage ist der Franken heute wieder gefallen. Poincars Finanzminister? Paris, 17. Juni. (TU.) Briand hat heute früh eine längere Besprechung mit Herriot gehabt, über deren Ergebnis noch keine zuverlässigen Angaben oorliegen. Die Bewegungsfreiheit H e r r i o t s ist durch die gestrige Resolution des radikal-sozialistischen Kongresses beträchtlich eingeschränkt Es liegt die Frage nahe, wie weit die Grupe Marin eine ausreichende Mehrheit erreichen könne, ohne daß die Sozialisten zur Unterstützung des Kabinetts herangezogen werden. Die aktive Mitarbeit Poincarös an dem neuen Kabinett kann als gesichert be« trachtet werden. Darin liegt das erste greifbare Ergebnis der Bemühungen Briands. PoincarS hat im Laufe des Dormitatgs eine längere Aussprache mit dem Ministerpräsidenten und im Anschluß daran im Finanzministerium eine dreioiertelstündige U n • terredung mit P6 r e t gehabt. An seinen Eintritt in das Kabinett hat PoincarL weitgehende Forderungen geknüpft, so u. a., daß ihm zur Durchführung seines Finanzprogrammes absolute Vollmacht durch das Parlament übertragen werde. Briand hat diese Forderungen angenommen. Poincars und Herriot werden heute nachmittag noch einmal mit Briand zusammen« kommen. Im Laufe des Bormittags waren auch Marin und Leo Blum beim Ministerpräsidenten. Französische Blätterstimmen zur Regierungsbildung. Paris, 17. Juni. (Wolff.) Das „Oeuvre" wendet sich dagegen, daß man jetzt Männer des nationalen Blocks durch Berufung in die neu zu bildende Regierung damit beauftrage, die von ihnen früher begangenen Fehler einer zu weitgehenden Zentralisierung wieder jjut zu machen und schreibt: Hinsichtlich der äußeren Politik wird man eines Tages Porncarä den Prozeß machen müssen. Wie kann man dann ibn oder andere Männer des nationalen Blocks jetjt als Rationalgarden verkleiden, um sie zusammen mit Republikanern unter dem Befehl ein- und desselben TlnteroffizierS manövrieren zu lassen? Das wäre eine Posse. Der „Quvtidien" wendet sich gegen die Absicht Briands, Pviucares und Herriots Mitarbeit zu gewinnen. Herriots Stärke liege nicht nur in seiner Person, fonbern auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der stärksten Partei in der Kammer. Poincare würde mit einem eigenen Programm in das Ministerium Briand eintreten und nicht zulassen, daß auch nur ein Artikel davon abgeänüert werd«. DeHalb wäre es falsch wenn Briand Poinccrrs in fein Kabinett Äe, denn dieser würde sich des Steuers beigen. Drimch könne nicht das Wunder vollbringen, den nationalen Block und das Kartell zu versöhnen. Er könne aber ein eigenes Mini- ftelnrm bilden, wenn er ein Programm habe. Die Zukunft gehöre dem Mann, der sich mit einem fertigen Plan vorstelle und bereit sei, ihn zwar ohne Brutalität, aber auch ohne Schwäche durchzuführen. Der „Radical?' schveibt: Die radikale Partei muß daS wesentliche Element der Mehrheit fein, auf das di« neue Regierung sich stützt. Zur Aufnahme der französischen Regierungskrise in Deutschland schreibt der „Temps", man hatte erwarten könnSn, daß die deutsche Presse die ftanzösische Kriset in einem Geiste ausbeutete, der besonders Zeugnis ablegen würde für Deutschlands, aus den augenblicklichen ihn Rauben em Urteil zu ziehen. Man müsse der Wahrheit gemäß anerkennen, so erklärt das Blatt, daß, abgesehen von den Organen der Rechten, die deutsche Presse bis jetzt Mäßigung und Takt bewiesen habe. Ihre Hauptsorge scheine zu sein, sich darüber Rechenschaft abzulegeu, ob der Wechsel des Ministeriums in Paris und die Orientierung der französischen Politik hinsichtlich der Durchführung des Locarno-Der- träges einen Antrieb ausüben werde oder nicht. Briand, der das Werk von Locarno geschaffen habe, fei stets zur Stelle, um es zu verteidigen. Frankreich achte seine Unterschriften, die die ganze Ration verpflichtete. Wie auch die kommende Regierung aussehen werde, sie werde sich stets von den eingegangenen Verpflichtungen leiten lassen, um fn aller Loyalität eine Ent- spannungs- und Annäherungspolitik auf internationalem Gebiete zu beweisen. eisenbahnen von 250 000 Tonnen für Juli-Oktober sollen laut Blättermeldungen an westfälische undschlesische Gruben gegeben worden sein. Der „Daily Mail" zufolge haben die Bergleute bisher eine Einbuße von 24 Millionen Pfund Sterling erlitten, während der Ausfall an Kohlen 3 7,5 Millionen Tonnen beträgt. Bisher seien aus dem Auslande etwa 2 5 0 000 Tonnen Kohlen nach England eingeführt worden. Die Bedingungen der Verg- werksbesitzer. London, 17. Juni. (TU.) Das Zentralkomitee der B e r g w e r k s b e s i tz e r - Vereinigung hielt heute in London seine Jahresversammlung ab. Die Grubenbesitzer bereiten die Wiederaufnahme de.r Arbeit in den Bergwerken vor. Sie wollen alle Grubenbezirke in dre i K a t e- gorien einteilen: 1. in Bezirke, in denen keine Lohnherabsetzung ftattfinben soll, 2. in Bezirke, in denen die Löhne um fünf bis zehn Prozent herabgesetzt werden sollen, und 3. in Bezirke, in denen alle Löhne um rund zehn Prozent herabgesetzt werden sollen. Die Grubenbesitzer werden, wie es heißt, alles tun, um möglichft viele Bergwerke in die erste Kategorie einzureihen und den Bergarbeitern die W i ed e r a u f n a h m e d e r A r« beit so leicht wie möglich zu machen. Auf die Kategorien zwei und drei sollen j e d i e H ä l f t e der übrigen Gruben entfallen. In der Hauptsache handelt es sich um die A u s f u h r b e z i r k e, die infolge ihrer großen Unrentabilität in Gruppe 3 emgerelht werden sollen. Hier erachtet man außer der Rückkehr zum Acht stunden« t a g auch eine Reduzierung der Löhne um mindestens zehn Prozent für unvermeidlich. In Kreisen der Grubenbesitzer glaubt man, daß die neuen Bedingungen eine große Anzahl von Bergarbeitern zur Wiederaufnahme der Arbeit bewegen werden. Neue5chWierigkeiien in Aegypten L 0 n d o n, 17. Juni. (IU.) Im ägyptischen Senat kam es gestern, wie aus Kairo berichtet wird, wegen eines Antrages zu erregten Szenen, nach dem die unter dem Kabinett Sir - war Pascha entlassenen Bürgermeister wieder in ihr Amt eingestellt werden sollten. Der Brief Lord Lloyds an den bisherigen Ministerpräsidenten Sirwar Pascha, in dem der Dank der englischen Regierung für die wertvollen Dienste, die Sirwar Pascha während seiner Amtszeit im Interesse der englisch-ägyptischen Beziehungen geleistet hat, ausgesprochen wurde, ist in der ägyp- rischen Presse sehr ungnädig aufgenom- men worden. Die Zeitungen der Liberalen und der Wafdpattei veröffentlichen heftige Attikel, in denen Sirwar Pascha als Verräter bezeichnet wird. Auch die englische Regierung und der eng« lische Oberkommandierende werden scharf angegriffen. In englischen Kreisen in Kairo ist man der Auffassung, daß sich diese Haltung der Regie« rungsorgane mit den vor einigen Wochen abgegebenen Erklärungen amtlicherfeits, dag die neue Regierung gute Beziehungen zu England herzustellen wünsche, nicht vereinbaren laste. Lord Lloyd ist gestern abend von Palästina nach Kairo zurückgekehtt. Rach dem I „Daily Exp r e ß" hat König Fuad wegen bet unsicheren politischen Lage seine Reise nach England bis zum Oktober verschoben. Die Konferenz der Kleinen (Entente. Ratifizierung der Dcfensivverträge. B l e d (VeldeS), 17. Juni. ($11.) Der rumänische Auhemnynister Mitilineu und der tschechische Auhenpllnister Dr. D e n e s ch trafen heute vormittag in Bled ein und wurden von Ä i n t s ch i t s ch alif dem Bahnhof begrüßt. Die erste Besprechung der Minister begann um 11 Uhr vormittags. Behandelt wurden Fragen der allgemeinen Polittk. In der Rachmittagssitzung standen die Berichte über die Arbeiten der Q^er- sassungskoinmission des Völkerbundes zur Erörterung. Wi» aus bester Quelle mitgeteitt wird, hat D e n e s ch geäußert, dah er am Samstag bereits nach Prag abreifen werde. Seine Erklärung habe großes Aufsehen bei seinen Kollegen hervorgerusen, und man befürchtet, dah die Konferenz damit zur Ergebnislosigkeit Deazrteilt sei. Die Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien haben am 14. d. Mts. in Bukarest einen Grundvertrag zur sog. Kleinen Entente bzw. das Defensivbündnts zwischen den drei Staaten auf drei Jahr« verlängert. Die beftebenden M i 1 i t ä r Verträge zwischen Jugoslawien und der Tschechoslowakei, die schon abgelausen sind, und zwischen Jugoslawien und Rumänien, die mit dem 1. Oktober ablaufen, die keinesV5egs gleichbe- deutend sind mit den Teilverträgen des I Defensivbündnisses, wurden jedoch bisher nicht erneuert. Cs ist als sicher anzunehmen, das; es auf der Konferenz von Bled, wenn auch nicht zum Abschluß, so doch zu entscheidenden Vorbesprechungen der Wilitärver- trgge kommen wird. Der Zusammenhang der Miliiäroertragsverhandlungen mit den offiziösen Konserenzthemen „Haltung der Kleinen Entente im einzelnen und als Ganzes zu den Valkanplänen Italien s", sowie „Stellungnahme zum Berliner Vertrag" wird auch hier als offenkundig angesehen. Ob und wie Italien offiziell oder beobachtend sich in Bled vertreten läßt, ist noch vollkommen, ungewiß. Die in Bukarest provisorisch unterzeichneten Defensivverträge sind zwischen der Tschechoslowakei und Rumänien und zwischen Rumänien und Jugoslawien ratifiziert worden. Sie laufen jetzt für drei Jahre. Der Defensivvertrag zwischen der Tschechoslowakei und Jugoslawien brauchte noch nicht verlängert zu werden, weil er erst mit den: 23. Oktober 1927 abläuft. Die Verträge haben keinerlei Ergänzung oder Erweiterung erfahren. In unterrichteten Kreisen wird versichert, daß die Verlängerung dieser Defensivverträge keinerlei Spitze gegen Deutschland enthalten, umsoweniger, als die Kleine Entente dem Beitritt Deutschlands zum Völkerbund wohl wollend gegenüberstehe. Reichskanzler Marx zur Fürstenfrage. Berlin, 18. Juni. ($11.) In einer Unterredung mit einem Pressevertreter äußerte sich Reichskanzler Dr. Marr eingehend darüber, wie sich die Regierung zur Enteignung der Für st en vermögen verhält, und wie sie sich die Lösung der Frage der Auseinandersetzung der Länder mit den ehemals regierenden Fürstenhäusern denke. Er sagte u. a.: Eine völlige Ent - eign un g tonn die Reichsregierung! nicht billigen, wie sie schon bei Einbringung des Gesetzentwurfs beim Reichstag klar zum Ausdruck gebracht hat. Eine entschädigungslose Enteignung des gesamten Vermögens bestimmter Staatsbürger in der im Entwurf vorgesehenen Art und Weise widerspricht den Grundsätzen, die in einem Rechtsstaat die Grundlagen für jeden Gesetzgebungsakt zu bilden haben. Rach der verfassungsmäßigen Heberwindung der Revolution müssen die Grundlagen des Rechtsstaats unverändert bleiben. Zu diesen geboren die Rechtsgleichheit o 11 c r Staatsbürger und die Anantastbar» keit des Privateigentums. Mit diesem obersten Gebot eines Rechtsstaats ist die in dem jetzt zur Abstimmung gelangenden Gesetzentwurf vorgesehene entschädigungslvse Enteignung nichtvereinbar. Die Reichsregierung hält eine gesetzliche Regelung für erforderlich. Sie hat daher ihrerseits dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorgelegt und ist entschlossen, mit allen Mitteln auf die Verabschiedung dieses Gesetzentwurfs zu dringen. Der Grundgedanke dieses Entwurfs beruht darauf, daß Staatseigentum und Privateigentum der Für st en getrennt werden, und zwar derart, daß diejenigen Vermögensstücke, die die ehemals regierenden Fürsten nur als Staatsoberhäupter besessen haben, angesichts der veränderten staatsrechtlichen Verhältnisse nunmehr als das Eigentum des Staates, und zwar ohne i Entschädigung angesehen werden sollen, während das reine Privateigentum den Für- sten verbleiben soll. Bei den im Gesetzentwurf der Reichsregierung vorgesehenen Auseinandersetzungen muß den auf kulturellem und gesundheitlichem Gebiet liegenden Interessen der deutschen Länder besonders Rechnung getragen werden. Deshalb sollen den Ländern aus der streitigen Vermögens» mässe solche Dermögensstücke wie Theater, Schlösser, Museen, Sammlungen, Bibliotheken, Archive, Parkanlagen vorweg zugeteilt werden. Im übrigen soll die Auseinandersetzung nach Billigkeit und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und finanziellen Lage beider Teile erfolgen. Dabei soll insbesondere zu gunsten der Länder in Betracht gezogen werden, daß die wirtschaftliche Lage des deutschen Volkes infolge des Krieges und seiner Rach- wirkungen gegenüber den früheren Verhältnissen wesentlich herabgedrückt ist, während bei den vormals regierenden Fürstenhäusern die Rvtwendigkeit zu solchen Ausgaben w e g g e f a l l e n ist, zu denen sie früher als Träger der Staatsgewalt verpflichtet touren. In der Frageder Aufwertung sollen die ehemaligen Nirstenhäuser genau so behandelt werden wie alle anderen Staatsbürger. Die hannoversche Landeskirche gegen die Fürstenenteignung. Hannover, 17. Juni. (TU.) Dom Lande s b i s ch o f und dem L a n d es kir ch e n amt Hannover wird folgende Kundgebung zum Volksentscheid bekanntgegeben: „Der bevorstehende Volksentscheid Lber die entschädigungslose Enteignung der Fürstenhäuser erregt die Gemüter. Die schwierige Frage, welche Vermögenswerte als Privateigentum zu gelten haben und in welchem Maße auch die Fürstenhäuser in dieser schweren Zeit nach.Recht und Billigkeit Opfer bringen müssen, kann nur durch sorgfältige sachkundige Prüfung gerecht geklärt werden. Stattdessen wird das Volk zum Entscheid über eine entschädigunas» lose Enteignung auf gerufen. Die Kirche hat sich von den mit dem Volksentscheid zusammenhängenden Rechts- und Parteifragen ferngehalten. Sie hat aber in dieser die christlichen Gewissen bedruckenden Frage die Pflicht, eindringlichst davor zu warnen, sich bei der Stimmabgabe von Begehrlichkeit, Haß und Mißgunst leiten z u lassen. DaS ist gewiß: Wer aus Habsucht anderen ihr Eigentum nehmen will, um sich selbst dadurch zu bereichern, wer, weil er selbst viel verloren hat, anderen ihren Besitz nicht gönnt, wer sich durch Haß und Feindschaft leiten läßt, der handelt gegen Gottes Gebot. Darum prüfe jeder Christ, ob er vor Gott und seinem Gewissen eine blähende Stimmabgabe bei dem Volksentscheid verantworten kann." In einer weiteren im Kirchlichen Amtsblatt veröffentlichten Kundgebung sagt der Landesbischof u. a. folgendes: „Was ich nicht ertrage, ist, daß man am 20. Hessischer Landtag. Darmstadt, 17. Juni 1926. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9Vi Uhr. Vor Beginn der Tagesordnung werden von Minister v. Brentano einige Anfragen des soz. Abg. Stork beantwortet: es wird u. a. mit» geteilt, daß die beiden Schupowachtmeister, die bei der Anwesenheit des Kapitänleutnants Ehrhardt in Darmstadt Posten gestanden hatten, mit Geldstrafen belegt worden find und verseht wurden. Der Minister bestätigt, daß Waffen bei dem Landwirt Heinrich H e l d m a n n in Groß- Bieberau gefunden worden sind. Dieser gibt an, früher dem Jung deutschen Orden angehört, jetzt aber nichts mehr damit zu tun zu haben. Das Haus stimmt dem an den Ausschuß zurückverwresenen Antrag Ha urh über die Auszahlung von Entschädigungen in Drandfällen zu, und zwar in der Form, daß nach den in dem Anträge niedergelegten Bestimmungen die Fälle individuell behandelt werden formen. Ferner stimmt das Haus neuen Bestimmungen über die Meldepflicht der Ausländer, die besonders für Dad-Rauheim wichtig sind, zu. Runmehr tritt das Haus in die erste Beratung des Entwurfs eines Gesetzes über: 1. das Str aßenwesen in Hessen und 2. das Bauwesen der Provinzen und Krei'e. Zusammen mit den Gesetzentwürfen werden zahlreiche Anträge und Vorstellungen beraten; diese gehen u. a. aus von den kommunistischen Abgeordneten, der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten, vom Reichsbunb der höheren technischen Beamten, vom Verband der oberen Daubeamten Hessens, vom Hessischen Landgemeindetag, vom Landbezirk Hessen des Bundes deutscher Architekten, des Vereins der Kulturtechnifer usw. Abg. Mann (Soz.) gibt im Hamen seiner Partei die Erklärung ab, daß das Gesetz nicht ihren Wünschen entspreche und daß die Sozialdemokraten, wenn ihr Minderheitsantrag ab» gelehnt jvürde, für den Mehrheitsantrag stimmten. (Die Mehrheit empfiehlt die Uebertragung des Bauwesens an die Provinzen, eine Minderheit lehnt ihn ab unid tritt u. a. für die Regelung des Straßenwesens durch den Staat ein, eine andere Minderheit tritt für die Kreise ein.) Abg. Dr. Riepoth (D. V.) erstattet Bericht über die Gesetzentwürfe; er weist auf die großen Schwierigkeiten bei den Beratungen hin, weil die Koalitionsparteien besonders Ihre Wünsche zur Geltung bringen wollten, während die Oppositionsparteien bei diesen Parteiverhandlungen an der Türe hatten stehen müssen. Der Verkehr habe sich seit Erlaß deS Gesetzes von 1896 ganz bedeutend vermehrt. Als Ziel stelle die Regierung hin, die Lasten für die Straßenkosten auf breitere Schultern zu legen, die Organisation der Behörden zu vereinfachen, sie zu zentralisieren und die Arbeiten gemeinsam zu vergeben. Der Redner tritt für die Kreise ein und bestreitet es, daß für die ärmeren Kreise die Straßenkosten künftig verringert würden; die ärmeren Kreise würden sehr wahrscheinlich zu den Kosten der größere,! Kreise mit herangezogen. Die Neuorganisation der Behörden werde ebenfalls keine Verringerung der Kosten bringen; es wäre das erstemal, das durch eine Zentralisation eine Verbilligung der Verwaltung eintrete. Selbst der Finanzminister habe sich gegen die Vermehrung der Staatsausgaben gewendet. Die D. D. habe sich stets gegen die Vermehrung der Staatsausgabenausgesprochen und könne in diesem Falle keine andere Auffassung vertreten. Wo es darauf ankomme, habe der Entwurf die Hebernahme von Kosten auf die Provinz abgelehnt. Ein Antrag der Deutschen Volkspartei, der diese Kosten auf die Provinz oder zum Teil auf die Provinz ab» wälzen wollte, sei abgelehnt worden. Der Redner wendet sich nachdrücklich dagegen, daß die höheren Beamten Provinzialbeamte werden, er spricht von der Provmzialverwaltung als einem Staat im Staate und unterzieht die in dem Entwurf vor» geschlagene Reuordnung der Baubehörden einer eingehenden Kritik und bespricht die einzelnen Anträge. Im Ausschuß wäre keine Einheitlichkeit der Ansichten zu erzielen gewesen. Der Redner weist auf verschiedene gegensätzliche Auffassungen in Einzelfragen hin und bemängelt u. a. an dem Entwurf, daß fein Zusammenhang zwischen der Bevölkerung und den Aemtern mehr bestehen werde. Die Provinzen hätten die Kosten aufzubringen, selbst aber auf die Verwaltung feinen Einfluß mehr. Die Kosten der Aemter würden groß und die Gebühren sehr wahrscheinlich ftart erhöht werden. Es sei nicht gesagt, daß durch die Verringerung der Aemter nun auch eine Kostenersparnis erzielt werde. In den Schlußausführungen des Redners wird nochmals Stellung genommen gegen die Forderung, die oberen Baubeawten zu Provinzialbeamten zu machen. Wenn man auf dem von dem Abg. Schreiber vorgeschlagenen Wege folgen würde, werde eine Entwicklung eintreten, die von der Gegenseite schließlich selbst bedauert werde. Abg. Schreiber (Dem.) erklärt, durch den Vorredner und dessen Partei würden politische Gesichtspunkte In die Angelegenheit hineingetragen. Die Verhältnisse wären letzt so, daß eine Neuregelung des Straßenwesens nicht mehr aufzuschieben sei. Die Verstaatlichung des Siraßenwesens sei jetzt noch nicht zu erreichen, daher stimme feine Partei der Uebertragung des Straßenwesens an die Pro- , vinz zu. Abg. Dr. Müller (Bbd.) weist auf den Kom- promißcharalter des Gesetzes hin. Die Sozialdemokratie habe ursprünglich das Straßenbauwesen dem Staate zuweisen wollen, erst nachdem die Regierung abgelehnt habe, sei der Kompromiß zustande gekommen, die Materie den Provinzen zu übertragen. Die Kosten würden den Kreisen in der Hauptsache verbleiben, aber ihr Einfluß würde ausgeschaltet. Durch die vorgeschlagene Zwischenlösung werde keine wesentliche Verbesserung der gegenwärtigen Verhältnisse erzielt. Das Bauwesen müsse seinen Schwerpunkt in Kreisämtern haben, über die der Staat die Aufsicht führen müsse. Jede Zentralisation vermehre nur die Kosten; die ländlichen Kreise hätten bei dem Uebergang der Forst- und der Ver- messungsämter auf den Staat sehr schlechte Erfahrungen in bezug auf die Kosten gemacht. Abg. S ch ü l (Ztr.) spricht für die Uebertragung des Straßenwesens an die Provinzen. Abg. Kindt (Dnl.) tritt in seinen Ausführungen im wesentlichen für die Vorschläge der Regierung ein; er will statt 11 jedoch 14 Bauämter. Abg. Golm (Komm.) spricht für eine Verstaatlichung des gesamten Straßenwesens und für die einzelnen Anträge der Kommunisten. Abg. Mann (Soz.) setzt sich mit verschiedenen Darlegungen der Vorredner auseinander und vertritt ihnen gegenüber den Standpunkt der Sozial- demokratie. Nach einer Pause werden zunächst wieder einige Kleine Anfragen an die Regierung gerichtet. Abg. Dr. Müller fragt wegen der Anstellung eines Kassenrendanten an. Minister v. Brentano erklärt, die Anfrage später beantworten zu wollen. Abg. Dr. Werner fragt an, warum nicht die Aufführung des Lustspiels „Der fröhliche Weinberg" verboten werde, wie dies in Kassel geschehen sei, und warum die Regierung gewiße Hetzfilme (Po- temkin-Film) gestatte. Die Mitteilung des Präsidenten, daß die Antwort durch Ministerialdirektor Urstadt noch nicht vorbereitet sei, und daher später erteilt werde, erregt auf der Rechten des Hauses große Heiterkeit. Abg. Dr. Keller hat eine Anfrage eingebracht, in der darauf hingewiesen wird, daß die Mehrzahl der Insassen höherer Schulen wenig bemittelten Kreisen entstammt, der hessische Staat aber ein übermäßig hohes Schulgeld fordert. Für den Schüler einer höheren Lehranstalt wende der Staat weniger auf als für einen Volksschüler, so daß auf Kosten der Eltern eines Schülers einer höheren Schule Ersparnisse im Staatshaushalt gemacht würden. Es lägen Anzeichen dafür vor, daß eine neue Hinaufschraubung des Schulgeldes geplant sei. Ministerialrat 11 r ft a b t erwidert darauf, daß das Landesamt für das Bildungswesen sich mit der Schulgeldfrage beschäftige und deshalb Fragebogen habe ausgehen lassen. Zu der Frage selbst habe das Landesamt noch nicht Stellung genommen. Das Schulgeld In Preußen sei höher als in Hessen; es komme auch derEltern- schafl beim Schulbesuch mehrerer Geschwister In der Berechnung des Schulgeldes mehr entgegen als Preußen. Die Behauptung, daß Hessen weniger für einen höheren Schüler auf bringe als für einen Volksschüler, sei zurückzuweisen. GS wird hierauf zunächst der Gesetzentwurf über das Bauwesen der Provinzen und Kreise zur Abstimmung geftefit. Abg. Kaul (Soz.) teilt mit, daß die Sozialdemokraten ihren Hauptantrag zu diesem Gesetz zurückziehen, denn in wenigen Jahren werde doch eine völlige Verstaatlichung des Bauwesens erfolgen müssen. Ein Antrag Dr. Müller (Bbd.) wird abgelehnt, worauf Dr. Leuchtgens erklärt, daß der Bauernbund den Antrag der Sozialdemokraten aufnehme. Der Antrag wird mit allen gegen die Stimmen des Bauernbundes abgelehnt. (Lachen und Unruhe im Haufe.) In den weiteren Verhandlungen wird das Gesetz über die Enlschädi gung für Ver- luste infolge Tierseuchen in zweiter Lesung angenommen. Ein früher gestellter Antrag des Bauernbundes, der eine stärkere Heranziehung des Staates zu den Gntschädigungskosten will, wird abgelehnt. Eine Anfrage des Abg. Dr. Werner und Gen. über die Beflaggung des Universi- tätsgebäudes tn Gießen wirb von dem Abg. Werner begründet. Er schildert die bekannten Vorgänge in Gießen, die zu der Anfrage führten. Er macht verschiedene Beispiele namhaft, aus denen hervorgeht, daß das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold parteipolitisch eingestellt; u. a. habe der Reichswehrminister darauf hingewiesen. Die Führer des Reichsbanners in Hessen seien alle eingeschriebene Mitglieder der sozialdemokratischen Partei. Der Redner wendet sich nachdrücklich dagegen, daß die Universität Gießen gezwungen wurde, zu flaggen für eine Demonstration, die sich gegen sie gerichtet habe. In seinen weiteren Ausführungen bemerkte der Redner, das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold sei nur eine vorübergehende Erscheinung, der Zeit- purckt sei nicht mehr fern, an dem die roten Fahnen wieder zum Vorschein kämen. Abg. Dingeldey (D. Vp.) kritisiert die Antwort des Staatspräsidenten in der Gießener Flaggenangelegenheit; sie zeuge von wenig Objektivität und von geringem Vermögen, sich tn die Seelenzustände anderer zu versetzen. Der Vorfall in Gießen sei ohne Beispiel in ganz Deutschland, es sei eine Herabwürdigung dec Universität. (Lärmende Unterbrechungen des Redners durch die Sozialdemokraten.) Durch derartige Demonstrationen, wie die in Gießen, werde ja geradezu die Abneigung der akademischen Streife gegen das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold gezüchtet'; man solle sich über das Echo, das von den Hochschulen komme, nicht wundern. (Während der ganzen Besprechung der Gießener Flaggenangelegenheit herrscht solche Unruhe im Hause, oaß die Redner sich kaum verständlich machen können.) Das hessische Volksbegehren. (Don unserer Darmstädter Redaktion.) Am gestrigen Donnerstag sind im 2an6* tagsgebäude dem Präsidenten des Landtages die Änterzelchnungslisten des Volksbegehrens für Auflösung des Landtages überreicht worden. Der Vorgang hat sich ohne Förmlichkeit abgespielt. Die Erwartung, daß in der Donnerstagssltzung des Landtags auch der Antrag der Rechtsparteien zur Auflösung des Landtages und in Verbindung damit auch das Volksbegehren besprochen werde, hat sich nicht erfüllt. Offiziell ist im Landtag bis jetzt noch nichts von dem Ergebnis des Volksbegehrens bekanntgcgeben worden, aber der Ordnungsblock, von dem die llnterschriftensammlung ausgeht, hat mitgeteilt, daß rund 1 6 4000 Llnterschrif - Juni unter Verzicht auf jede gewissenhafte, durch Recht und Billigkeit gebundene Prüfung mit alten Mitteln einer Masfenagi- tatior einen einzelnen Volksteil entrechten will und daß man diese Entrechtung vornimmt, weil man ihn offenbar haßt. Alle Beschönigungsversuche können nicht darüber hinwegtäuschen: Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe werden am Tage des Volksentscheides- ausgescholtet. Ich kann den Weg eines ,Aus- I nahmegesehes", das auf eine Auseinandersetzung | verzichtet und einen einzelnen Volkstei entschädigungslos enteignen will, nicht gehen" Das Westfälische Zentrum gegen den Volksentscheid. Münster, 18. Juni. (SA1.) Auf dem Parteitag der westfälischen Zentrumspartei in Hamm wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Der Prodmzialpartei» tag der westfälischen Zentrumspartei bittet bei der Abstimmung zum Volksentscheid die Parteifreunde in Stadt und Land, geschlossen der Parole des Aeichsparteivor- ftandes und der Zentrumsfraktion des Deutschen Reichstages zu folgen und an dem bevorstehenden Volksentscheid sich nicht zu beteili gen. 01 Lan H-Lang.Ti Sonntag wird do Hon«feft gefei« Dekanatsmis, UWtesdienste n Uvn Trvmw Ä* Brechen ÄJW sta Hermanns "Krochen. Mb Bindeglieder i geben. * ter SSs Wettervoraussage. Bei wechselnder Bewölkung und Winden aud westlicher Richtung einzelne Riederschläge in Form von Schauern, für die Jahreszeit kühl. Von Westen her ist schneU ein neues Störungsgebiet, das in ganz Deutschland öerbeitetenf Regen verursacht, ostwärts gezogen. Es scheint schnell weiter zu rücken, jedoch ist für morgen] noch verändertes Wetter bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen zu erwarten. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 19,8, Minimum 11,4 Grad Celsius. Riederschläge: 18,8 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 13,8 Grad Celsius. Nur < itab1' « J sLr ten vorliegen. Zu dieser Ziffer ist zunächst zu bemerken, daß sie die gesetzlich notwendige Zahl von 42000 Unterschriften bei weitem überschreitet. Es wäre aber ein Leichtes, noch viel mehr älnterschriften beizubringen, wenn nicht beschlossen worden wäre, die Listen jetzt schon zu überreichen und das weitere Verfahren des Volksbegehrens in Gang zu bringen, um die Auflösung des Landtages zu erreichen. Aus einer Reihe von Aeußerungen tn der Presse der Gegenseite ist zu entnehmen, daß diese alles daran setzen wird, um das Verfahren möglichst hinzuziehen. Die gesetzlichen Bestimmungen werden dabei ohne Zweifel nach dieser Richtung hin weidlich ausgenuht werden. Zunächst ist ein Staatskommissar zu ernennen, der vier Wochen Zeit hat, die Echtheit der ilnter- schriften zu prüfen. Jeder denkende Mensch muß sich sagen, daß, wenn er sich auch tagelang hin- letzt und die Echtheit von Tausenden Stimmen anzweifelt, doch noch die 42 000 übrig bleiben, die zum Volksbegehren notwendig sind. In wenigen Tagen also könnte diese Angelegenheit erledigt sein. Daß auch der Landtag mit seiner Linksmehrheit sein Menschenmöglichstes tun wird, um die Verschleppungstaktik der Regierung zu stützen, läßt sich benfan. 5>er Antrag der Rechtsparteien, daß der Landtag sich aus eigenem Recht auflösen kann, wird z. D- in den Ausschußberatungen so weit zurückgeschoben, daß er vor den Sommerferien nicht mehr zur Abstimmung gestellt werden kann. Es war zu erwarten, daß die Linksparteien, die erst über das Volksbegehren spöttelten und es als erfolglos hinstellten, den Eindruck, den die gewaltige Zahl von Unterschriften auf das Land machen wird, zu verkleinern suchen. Zu diesem Zweck müssen nun Zahlenexperimente und Vergleiche herhalten. Die Ziffern sind schon deshalb wenig dazu geeignet, weil sie doch nur einen Teil der Stimmen wiedergeben, die eine Neuordnung der hessischen Innenpolitik verlangen. Auch ist ein Vergleich mit Wahlziffern " oder mit dem Volksbegehren im Reich gar nicht durchführbar, weil ganz andere Verhältnisie vor- liegen. Zweifellos ist der Eindruck der gewaltigen Zahl von Unterschriften bei den Führern der Links- Parteien sehr stark, sonst würden sie nicht so eifrig Darauf bedacht sein, die Bedeutung dieser Tatsache vor ihren Parteimitgliedern herabzusetzen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 18. Juni 1926. •• Die Wartezeit der zu gezogenen Wohnungsuchenden. Der hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft hat jetzt in Ausführung des Artikels 22 der hessischen Wohmrngs- mangel-DeroiLnung bestimmt, daß Wohnung- suchenden, die aus dringlichen wirtschaftlichen oder beruflichen Gründen ihren Aufenthaltsort wechseln müssen, und in ihrem bisherigen Wohnort als Wohnungsuchende eingetragen waren, die Wartezeit, welche sie dort nach einem Nachweise der Gemndeibehvrde zurückgelegt haben, bei der Eintragung in die Wohnungsliste der neuen Aufenthaltsgemeinde angemessen anzurechnen ist. ** Inventurausverkäufe. Rach der Bekanntmachung des Hessischen Kreisamts Gießen vom 8. Juni 1925 dürfen Saison» und Inventurausverkäufe nur in der Zeit vom 2. Januar bis 31. Januar und vom 1. Juli bis 31. Juli jeden Jahres, jedoch nur auf die Dauer von je 14 Tagen, abgehalten werden. Ausverkäufe, die außerhalb dieser Zeit stattffnden sollen, sind unter genauer Angabe des Grundes unter Einreihung eines Verzeichnisses der auszuverkaufenden Waren sieben Tage vor der Ankündigung bei der Handelskammer Gießen anzuzeigen. Im Zuwiderhandlungsfalle müssen Strafanzeigen erhoben werden. *• Abschlagszahlungen auf die Grund- und Gewerbesteuer, sowie die Sondersteuer werden von der Stadtkasse bereits entgegengenommen, obwohl die Genehmigung der Umlagen für 1926 bis jetzt noch nicht vorliegt. Die Abschlagszahlungen sollen den Steuerpflichtigen die Erfüllung ihrer ZahlungSpslicht erleichtern. Man beachte die heutige Bekanntmachung der Stadtverwaltung. *• Zweiwochenmarken für die In - validenverslcherund. Die Verwendung von Zweiwochenmarken für die Invalidenversicherung bietet den Arbeitgebern insofern erhebliche Vorteile, als das Klebegeschäft wesentlich eingeschränkt wird und die Gebrauchszeit der Qurttungskarten sich verdoppelt. Hierdurch ergeben sich auch bedeutende Ersparmsse an Quittungskarten und Beitragsmarken. Zweiwochenmarken werben in den gangbarsten Sorten von solchen Postanstalten vorrätig gehalten und in beliebiger Menge abgegeben, bei denen in örtliches Bedürfnis vorliegt. In Hessen kommen hierfür allerdings zur Zeit nur wenige Post^ ämter, darunter auch das Postamt Gießen, in Frage. Der Vertrieb von Zweiwochenmarken wird jedoch auch bei den übrigen Postämtern alsbald dann eingeführt werden, wenn sich ein Bedürfnis hierfür ergibt. Von der Kasse der Landesversicherungsanstalt können Zweiwochenmarken gegen Voreinsendung des Wertes und Portos bezogen werden. ** Förderung des Fremdenverkehrs in den hessischen Bädern. In einer soeben dem hessischen Landtag zugegangenen Regierungsvorlage wird die Meldepflicht der Ausländer einer Aenderung unterzogen. Im Interesse des Fremdenverkehrs, besonders von Dad-Rauheim, soll die persönliche Meldung und die Vorlage eines. Lichtbildes an die Polizeibehörden ausgehoben werden. Künftig soll grundsätzlich die schriftliche Anmeldung unter Vorlegung des Reisepasses genügen. —Der Derbandstag der Gabels- bergerschen Stenographen für Hessen und Dti«"1 .’rifrt, Die N'Ärhen. ücrinef ünhd , tälern ff iinDr ELgeb'ld auf dies $erlläte5 bett' w Jäi wie 'in I ÄC "-Ss en Daneben W S Ü6ri* « hat hort erkannt, fabritdion W leistet, wie auf J Znduftrieflcibes. r beit allerdings >st. man den im SrauSverkäuse. Nach der ■.WiS; ' Labres jedoch nur aut W i Taaen abgehalten teerten KSS>»-« )ben werten. ., gszahlungen । obwohl oie .L gorheflt. ütWÖrs# W- ,tüt die Sn’ frtnma Oie Drrwendunl WUten^ ÜSSK» fr Ä fcÄ. das * qmtiti)O|ven_ ,u. rtgtttieb vo"^moslämiem < übrige v |iA em s img^ h,nDer- 7 d>e erro4^ fl Sss§< '-Mr N. KM >'dre Ech^?"len, jj t h auch tQr;rn|d> muh vn rausniV^ng Mnj ' \ 42000 übJ ^mmen n Notwendig linh 9-s T Landtag erle. "'^glichLz"'^r Linke, ^^ktikd.r^-u-n iV® Lan^ s->°S n ^nn, wird i a> . ? sveit jurücfaJÄ ln S meßt daß -den kann »Ur Ab. eÄ lpÄPQryien- die al» m aus bQ5 fl6U Wtige 3u ble|,m 4 SerglSÄff"1 nun urfjj® ■tti£Äs: träte •stets l,ebem herabzusetzln. ? uten.Heuer nie redt- solge des anhaltenden starken RegenS nicht zur Hungen. Ausführung kommen konnte, bzw. abgebrochen | im „Solmser Host' eine Versammlung des De Verantwortlich für Politik i. V. Dr. -ans Thyrlot. Zeit wieder hergestellt sind, der an dieser Kinderkrankheit (Sin Erwachsener, darniedertiegt, ist der län- kam all- be- Handelskammer, Dr. Goebel, hielt einen geren Dortrag über Steuerfragen und zu dem Resultat, daß die Steuern zwar all« Zweige des Frauen- und des Männer- turnenS. Rhythmische, gymnastische, turnerisch« Klebungen, Dolkstänze und Geräteturnen werden miteinander abwechfeln. "Beteiligt sind In erster Linie erste Kräfte der Frankftrrter Turnerfchaft. aber auch Vereine dcS GaueS He'sen werden Mitwirken. "Der die früheren KurbauSturnen noch in Erinnerung hat, die Hd> alle durch glanzvolle Ausgestaltung imb Leistungen ausze.chneten. wird gern auch an der Veranstaltung am Samstagabend Icilncbmer. CO Nieder-Florstadt, 17. Juni. Die Masern treten hier sehr viel auf. jedoch bei Kindern in leichter Form, so daß sie in kurzer mit einer ziemlich g nen können, da durch Di . iaS gerade noch recht-,eilig eintretende Rcgenwetter die besonders wertvollen der Verein wird hiergegen öffentlich Stellung nehmen. Der wissenschaftliche Mitarbeiter gemein schon sehr hoch wären, aber ganz .. sonders in Hessen, wo das neue Jahr eine dadurch in die Lage verseht werden, den seither unbekannten Verlaus des Limes zwischen Hof Craß und Muschenheim festzustellen. Hungen. 17.3uni. Am Samstag fand schwer und gefährlich erkrankt. Auch der K c u ch- husten tritt sehr stark auf. — Heut: ornittag um 11 Uhr ging ein schweres Gewitter über unserer Gegend nieder. daS viel Hagel brachte. Die Hagelkörner erreichten Haselnuß- grobe, haben aber in Garten und Feld wenia Schaden angerichtet. — Am 3. und 4. Juli findet hier das D e z i r k s t u r u f e st des 6. B e- zirks des Arbeitcr-Turn- und Spor t- b u n d e s statt. Aach den bis jeht cingelaufcnen Meldungen wird die Beteiligung stark. Kreis -llsscld. -er. Aus dem Ohmtal, 17. 3unl Aach- dem das Sehen der Dickwurzpflanzen sich unter den günstigsten Witterung^ verstältnissen glatt vollzogen hat. vor allem das üble Rach- sehen durch das feuchte "Detter entbehrlich wurde, werden nunmehr die Sensen geschärft und die Mähmaschinen instand gesetzt, um mit dem Mähen des saftigen Heugrases zu beginnen. Voraussichtlich wird btc Heuernte, waS Quantität anbelangt, eine ergiebige werden. -er. Kirtorf. 17. Juni. Der von Frl. Deiß aus "Dellersheim geleitete dreiwöchige Kursus für Handarbeitslehrerinnen Hierselbst hat am Dienstag seinen Abschluß gefunden. Die Teilnehmerinnen liehen es sich nicht nehmen, ihrer Lehrerin ein wertvolles Geschenk zu überreichen und den Kursus mit Kaffee und Kuchen würdig zu beschließen. um auf diese Weise ihren Dank und ihre Anerkennung zum Ausdruck zu bringen. Oberhessen. Landkreis Gieherr. h. L a n g - D ö n s. 17. 3unt Am kommenden Sonntag wird dahier ein größeres Misst onS fest gefeiert werden, das zugleich als Dekanatsmtssionsfest gedacht ist. 3m FestgotteSdienste wird der bekannte Kanzelredner Pfarrer TrommerShausen aus Frankfurt am Main sprechen, während in den beiden Rach- mtttagSversammlungen, die auf dem groben Platz vor bet Kirche stattfiirden Missionare von Basel und Hermannsburg erzählen werden. Der hiesige Posaunenchor hat seine Mitwirkung versprochen. AähereS besagt die Anzeige. Den auswärttgen Gästen werden die hiesigen Ge- metn begliche r Gelegenheit zum Kaffeetrinken geben. älnrergräser sich gut entwickeln konnten. Für das Sommergetreide und den Roggen war der anhaltende Regen weniger günstig, da diese sich streckenweise stark gelagert haben. Andererseits kam die feuchte Witterung dem mit Avsr befallenen Weizen sehr zugute, konnte er sich doch dadurch von seiner Krankheit wenigstens etwas erholen. Auch den jungen Dickwurzpflän^chen kam der Regen sehr zu statten, ebenso wie den Kartoffeln, die trotz des anfänglich kalten Wetters im allgemeinen einen guten Stand aufweisen. Kreis Friedberg. sf. F r ie d b e r g, 17. 3uni. Die Vereinigung des Friedberger Einzelhandels hielt unter dem Vorsitze des Stadtverordneten Hirsch eine gut besuchte Versammlung ab, die sich mit wichtigen Tagesfragen befaßte. Bei dem ersten Punkte, „R a b a t t f r a g e", sprach sich die Versammlung dagegen aus, daß an bestimmte Vereine ein besonderer Rabatt gewährt wird: Gerichtssaal. (Ein Massenmeineidsprozeß. WSA. Hanau, 17. 3uni. Vor dem hiesigen Schwurgericht fand gestern und vorgestern ein Monsterprozeß statt, In dem sich nicht weniger als elf Angeklagte aus Aeueichaßlau und Rte- dermittlau im Alter von 20 bis 50 Jahren wegen Meineids zu verantworten hatten, die mit unglaublicher Leichtfertigkeit vor Gericht trotz der darauf ruhenden hohen Strafen wissentliche oder fahrlässige Falscheide geleistet haben. Vor einigen Jahren wurde auf der Landstraße zwischen Riedermittlau und Aeuenhaßlau eine junge Dame abends 8 Tlhr von einem Radfahrer an- gepackt und zu vergewaltigen versucht. Aur durch das Herannahen von Leuten korrirte sie vor denr Schlimmsten bewahrt werden. Der Täter konnte damals festgestellt werden und erhielt vom Schwurgericht deswegen eine Gefängnisstrafe von 2y2 Icchren. Er beruhigte sich aber nicht mit dem Urteil und leitete ein Wiederaufnahmeverfahren ein, in dem er zehn Personen aufmarschieren ließ, die zu seinen Gunsten eidliche Aussagen machten, die sich aber nachher als falsch herausstellten. 3n der Verhandlung gaben drei Personen reumütig zu. von dem Hauptangeflagten dazu verleitet worden zu sein, einen Meineid geleistet zu haben, während die übrigen dies auch jetzt noch bestritten. Die ausgedehnte Zeugenvernehmung erbrachte den Beweis, daß es sich zum Teil um wissentliche, zum Teil um fahrlässige Eidesverlehung gehandelt hat. Das Gericht hielt nach vierstündiger Beratung die Schuld aller Angeklagten, bis auf zwei, die freigesprochen wurden, für erwiesen. Der Hauptangeklagte und Triebfeder der ganzen Affäre wurde wegen Verleitung zum Meineid zu sechs Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Die übrigen Angeklagten kamen mit Zuchthaus st rasen von einem bi - 1' , Jahren davon. Starkenburg. Os f en b ach, 17. 3uni. (WSA.) Gestern abend gegen 12 Uhr kam es in der Waldstraßo zu einem Zusammen st oß zwischen Mitgliedern des Roten Frontkümpferbun- des und S t a h l h e I m 1 e u t e n, wobei einige Schüsse fielen. Außer einigen geringfügigen Verletzungen wurde je eine Person des Roten Frontkämpferbundes und des Stahtheims durch Stockhiebe erheblicher verletzt. Eine Person wurde unter dem dringenden Verdacht der Körrer- verletzung und verbotenen Waffentragens sest- genommen. zirkslehrervereins Hungen statt. Da die Deamtenkrankenkasse. bei der dte meisten Lehrer versichert sind, wiederum ein großes Defizit hat und infolgedessen eine abermalige Erhöhung der Beiträge zu erwarten ist, wurde die Aeu- gründung einer eigenen Krankenkasse erörtert, die nur tüt den Kreisverein Gießen bestimmt ist. Dagegen wurde jedoch geltend gemacht, daß für einen Teilverein wohl daS Wagnis zu groß sei, man solle lieber der Kasse des Deutschen Lehrervereins beitreten, deren "Beiträge weit unter denen der Hessischen Kasse blieben. Zuletzt einigte man sich auf einer Verbindung beider Vorschläge: man will der Krankenkasse des Deutschen L. D. beitreten, die 70 v. H. aller Kosten vergütet und im Kreis nur eine Art Zuschu ßkasse gründen, die die restlichen 30 v. H. ersetzt. Weiterhin wurden über die in Gießen statt findenden Werk- unterrichtslurse Mitteilungen gemacht, sowie Fragen dienstlicher Aatur behandelt. Ueber- weisungen von Schülern nach anderen Orten sollen künfttghin nur durch die Post erfolgen, anstatt sie dem Schüler einzuhändigen, da dies zu Unzuttaglichkeiten geführt hat. > Aus der nördlichen Wetterau, 17. 3uni. Durch das anhaltende Regenweiter in letzter Zeit sind die Feldarbeiten stark zusammengedrängt worden. Das Hacken der Rüben- und Kartoffeläcker muß auf schnellstem Wege beendet werden, da die Heuernte kurz vor der Türe steht. Mit dem Grasschnitt wird man in den ersten Tagen beginnen. Entgegen anfänglicher Bedenken wird der Landwirt nun doch ganz gewaltige Steigerung bringen wird. Der Einführung sog. schwarzer Listen steht die Versammlung im allgemeinen sympathisch gegenüber, doch wird darüber noch kein bestimmter Beschluß gefaßt: ein Ausschuß soll darüber beraten, ob sich die Sache durchführen läßt. —.— Friedberg, 17. Juni. Die vollständig erhaltene Römer st raße, die von Frledberg- Kastel—Ober-Florstadt führte, wurde in der Nähe des Dorfes Ossenheim aufgedeckt. Die Straße liegt etwa einen Meter unter der Oberfläche. 4. Dad-Aauheim, 17. 3uni. Aus der jüngsten Stadtverordnetenslhung seien ÄDe Beschlüsse mitgeteilt: Für Den ge- imen Ausflug, den die hiesigen Schulen am 3ugenbfelertag (24. 3uni) mit Sonderzug nach Heidelberg unternehmen werden, wurde ein Betrag von 400 Mk .bewilligt, wovon bedürftigen Kindern die Fahrtkosten bezahlt werden tönnen. Der Verkehrskommission wurde ein monatlicher Zuschuß von 200 Mk. bewilligt. Don staatlicher Seite besteht die Absicht, die in Touristenkreisen bekannte und beliebte Wirtschaft im Forsthaus Winter st ein aufzugeben. Der volksparteiliche Stadtverordnete Krauß bat den Bürgermeister, im 3ntereffe der Kurgäste und Ausflügler dagegen Schritte zu unternehmen. Der Bürgermeister wird sich im Sinne des Antragstellers bemühen. — 3mTheater- saal des Kurhauses sprach gestern abend Graf Hermann Keyserling über das Thema „Die neuentstehende Welt". Das Haus war schon am Aachmittag ausverkauft. Unter den Besuchern befanden sich auch zahlreiche Auswärtige. Das Publikum verfolgte mit gespannter Aufmerksamkeit die tntereffarrten, oft recht schwierigen Gedankengänge des Philosophen. — Wie in dieser Aummer durch Anzeige bekanntgegeben wird, wird am Samstagabend in Verbindung mit der Tagung der Turnwarte und Vorturner des 1. GauverbandeS im Mittelrheinkreis der Deutschen Turnerschaft im Kurhause «ein großer Weroeabend für deutsches Turnen veranstaltet. Dte reiche Dorführungsfolge umfaßt werden mußte. Die daraus abgehaltene Generalversammlung beschäftigte sich insbesondere mi dem Stiftungsfest am 31. 3uli und 1. August Man faßte hierzu mehrere Beschlüsse: darunter auch einen Beschluß, daß der Aufmarsch der teilnehmenden Wehren bewertet wird und die vier bestaufmarfchierenden Wehren ausgezeichnet werden sollen. Bürgermeister Schmidt gab im Verlaufe der Versammlung an Hand von alten ilrfunbcn und Prorokoll- büchern einen interessanten Rückblick auf die Entstehung deS Feuerlöschwesens in der Gemeinde und die Gründung und Entwicklung der hiesigen Wehr. Hieraus war zu ersehen, mit welch schwierigen Verhältnissen die Gründer der Wehr zu kämpien hatten, da zu der bamaligen Zeit sehr wenig Verständnis für diese Bestrebungen vorhanden war. wie es aber dennoch vorwärts ?ing und sich die Wehr zu einer allseitig aner- annten segensreichen Einrichtung entwickelte. AlSdann gedachte der erste Kommandant der verstorbenen Gründer, deren Andenken in der üblichen Weise geehrt wurde. Sin hierauf von der achtzehn Mann starken Musikkapelle gespielter Choral, die damit zum ersten Male seit ihrer vor ungefähr einem 3ahr erfolgten Gründung in die Oesfentlichkeit trat, zeigte deren Können im besten Licht. Möge nun der Wettergott fein klebriges tun und dem Stiftungsfest nach den mühevollen Vorbereitungen ein besseres Wetter bieten als es die bisher stattgehabten Veranstaltungen zu verzeichnen hatten. — Sein sünszigjähriges Meisterjubiläum feiert am nächsten Sonntag. 20. 3uni, der Schreinermeister Heinrich Arnold Hierselbst. Der Jubilar erfreut sich bei feiner Kundschaft des besten RuseS und allseitigen Vertrauens. sk. A e i s k i r ch c n, 17. 3uni. Bei der Verlegung der Wiesect in der Gemarkung Linden st rulh wird nun auch unsere Gemeinde berührt. Das neue Flußbett kommt nahe der Dahn zu liegen und soll in gerader Richtung zwischen Lindenstruth und Reiskirchen verlaufen. Dadurch wird es nötig, daß auch in dem Teil des Wiesengrundes, der zur Gemarkung Reiskirchen gehört, der Fluhlauf verlegt wird. Das neue Flußbett wird etwa 2 Kilometer lang. Dom Kulturbauamt Gießen war an die Gemeind« das Ansinnen gestellt worden, zu dieser kostspieligen Angelegenheit Stellung zu nehmen. Der Gemeinderat hat es> abgelehttt, hierüber bindende Beschlüsse zu fassen. Run sand Anfang dieser Woche eine Dersammlung der beteiligten Grundbesitzer statt, die diese wichtige Frage besprechen und bindende Beschlüsse fassen sollte. Da jedoch nur eine geringe Zahl der beteiligten Eigentümer erschienen war, konnte die Frage auch nicht endgültig entschieden werden. 3m GemarkungSteil Lindenstruth soll bereits nach der Heuernte mit den Erdarbeiten zur Verlegung der Wieseck begonnen werden. t. Beltershain, 17. Juni. Die Arbeiten bei unserer Feldbereinigung sind nun soweit vorgeschritten, daß die Zuteilung der neuen Grund st ücke im Herbst erfolgen kann. Gegenwärtig werden die Abzweigstellen der neuen Feldwege ausgesteint, die Feldwege selbst können bei den Aeckern erst nach der Einbringung der Ernte abgegrenzt werden. Große Teile der Gemarkung wurden auch entwässert. Die Kosten hofft man aus den Erträgen der Massengrundstücke decken zu können. ± Weickartshain, 17. 3uni. Durch die Betriebs ein st ellung der Gruben hiesiger Gegend war im vorigen 3ahre in Weik- kartShain eine allgemeine Arbeitslosigkeit eingetreten. Dieser mißliche Zustand hat sich in letzter Zeit etwa- gebessert. Die früher in Stockhausen beschäftigten Männer konnten infolge DetriebSeröfsnung auf der Stock- Häuser Grube wieder mit der Arbeit beginnen. Auch die hiesige Grube scheint ihre Ruhezeit beenden zu wollen: denn ein auswärtiger Unternehmer hat die Herrichtung der Schlammteiche übernommen und läßt diese Arbeit durch hiesige Arbeiter verrichten. Hoffentlich erfolgt bald die Eröffnung deS Grubenbetriebes. df. Langsdorf, 17. 3uni. Wie vor einiger Zeit an dieser Stelle berichtet wurde, weilte Prof. Helmke auS Gießen hier, um Feststellungen über den Verlauf des Psahlgrabens zu machen, auf den man beim Bau der Zuleitung für unsere Wasserleitung gestoßen war. Die Vermutungen Prof. Helmkes gewinnen dadurch noch mehr Wahrscheinlichkeit, daß man beim Aushub der Erde für den Hochbehälter wieder auf den Limes stieß. Damit wäre der Verlauf mit ziemlich großer Sicherheit festgestellt und die Forschung ein gut Stück vorwärts gekommen. Somit wäre der Langsdorfer Wasserleitungsbau von doppeltem Wert, einmal für die Gemeinde, die dadurch zu einwandfreiem Wasser kommt, deS weiteren für die L i m e s f o r s ch e r, die 'i5 Lollar, 17. Juni. Am vergangenen Sonntag, dem GründungStage der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr, versammelte die Wehr zu einer 11 e b u n_g, die leider in- Hesfen-Nassau findet am 10. und 11. Juli in D a r in» ,t a b t statt. Damit ist ein Derbandswettschrciben verbunden, bas eine Slunbgebung unb ein Erfolg für bie Ncichskurzschrift werden soll. •• Perfer-Tepplche aus dem — Schwarzwald. In unserer gestrigen Ausgabe haben wir bereits kurz Mitteilung gemacht von der Ausstellung einer jungen deutschen Industrie, die im Schaufenster der Firma Ferd. N e n n ft i e l, Plock- strahe, einen Ausschnitt ihrer Tätigkeit zur Anschauung bringt. Es handelt sich um die Teinacher- Orient-Tepoich-Knüpsereien, die von deutschen Volksgenossen, die nach dem Kriege aus Persien vertrieben wurden, in den stillen Schwarzwald» tälern gegründet worden sind. 2Iuj Grund ihrer Erfahrungen im Orient haben die Gründer zahlreiche Schwarzwälderinnen im Knüpfen orientalischer Teppiche ausgebildet, unb heute ift die industrielle Fertigkeit auf diesem Gebiete deutschen Untcrneh- inungsgeistes bereits soweit gediehen, daß wir in der Lage sind, echt persische Teppiche ebenso ein» wandfrei wie in jenem fernen Lande, ja, vielleicht sogar noch besser, herzustellen. Das Rohmaterial dazu, die Wolle, wird aus Persien bezogen, die Zusammensetzung der Farben geschieht ebenfalls nach persischen Erfahrungen, die Verarbeitung unb vor allem bie künstlerischen Entwürfe bagegen kom» men in Deutscblanb zustande. Wie hoch diese Erzeugnisse deutschen Gewerbeslelßes sogar im Orient eingefchätzt werben, geht baraus hervor, baß aus den Schwarzwälder Arbeitsstätten bie aus persischem Material geknüpften Teppiche nach — Per» sicn ausg^führt unb bort mit Vorliebe gekauft werben. Daneben finden diese Fabrikate aber auch in den übrigen Weltteilen guten Absatz, denn man hat dort erkannt, baß ber Deutsche in ber Teppich» fabrifation ebenso ausgezeichnete Qualitätsarbeit leistet, wie auf vielen anderen Gebieten deutschen Jnbustriefleißes. Wie unendlich mühevoll diefe Arbeit allerdings ist, kann man sich ausmalen, wenn man den im Schaufenster der Firma N e n n st i e 1 tätigen Knüpferinnen am Teppich»„Webstuhl" zu- schaut, unb man kann sich das noch stärker vor» stellen, wenn man von sachverständiger Seite hört, daß e i n e Knüpferin an einem Quadratmeter Teppich rund einen Monat zu arbeiten hat. Die Entstehung eines solchen Erzeugnisses zu beobachten ist außerordentlich interessant, entzückend ist aber auch der Anblick der burd) beutsche Arbeit ge- schassenen Teppichherrlichkeiten, bie in bem großen Schaufenster ber Finna Nennstiel in reicher Fülle ausgestellt finb. Unsere Mitbürger mögen bie Gelegenheit, biesen seltenen, interessanten Einblick in eine junge beutsche Jnbustrie zu tun und deren ausgezeichnete Fertigware anzuschauen, sich nicht entgehen lassen. ’• Einbruchsbiebstähle in Gießen. Der Polizeibericht melbet: Vor einigen Tagen mürbe in ber Nacht in eine hiesige Bäckerei ein Einbruch verübt unb 200 Mk. Bargelb gestohlen. Der Verbacht lenkte sich auf einen früheren Lehrling aus Frankfurt a. M., ber inzwischen mit einem Som- piken feftgenommen werden konnte unb bie Tat auch eingestanden bat. Weiter wurde am 15. Mai abends gegxn 10 Uhr in ber Klinitstrahe in einem Geschäftshaus eingebrochen unb Rauchtabak im Werte von 86 Mk. entwendet. Als Täter wurden zwei junge Leute aus Gießen ermittelt und ebenfalls festgenommen. Falsche 5-Rentenmarkscheine. 3n der letzten Zeit sind in Bayern, Thüringen, Hannover. Westfalen, dem Rheinland und neuerdings auch in Mannheim falsche S-Renten- markscheine aufgetaucht, die an den nachstehenden Merkmalen leicht als falsch zu erkennen sind: mangelhafte Rachbildung, dünneS lappiges Papier. Wasserzeichen und Fasern fehlen, der Unterdrück weicht in Farbe und Muster von dem der echten Scheine stark ab. Die Beschriftung ist unsauber und zum Teil unleserlich Die Rummer- bezeichnung ist, soweit sie nicht fehlt, plump: auch die Rückseite ist in Farbe, Zeichnung und Beschriftung äußerst mangelhaft. Nur noch wenige Tage ist deutscher Sekt steuerfrei Die neue Sekl-Steuer wird am 1 Jufi ds. Js. in Kraft treten. = Bis 50 Flaschen in jedem Haushalte werden nicht nachversteuert Bezug durch den Wein- und Feinkosthandel nnrh Ha ) Badiem $ Cie, Hochheim a. M. * Bemard-Massard, Trier . Burgeff ® Co, Hochheim a.M. . E 81 F. Cantor, Mainz » Deinhard & Co, Cobtenz. L/CSICllCn ÖIxL Uul 1C1 1 lUU 1 IICUIC . Feist-Sektkellerei. Frankfurt a. M. • Henkell L Co, Biebrid)-Wiesbaden • Gebrüder Hoehl Geisenheim * G.C Keßler 81 Co, Ehlingen a. N. • KlohD Foerster,. Freyburg a. U. • Friedrich Kröte, Coblenz • Chr. Ad- Kupferberg & Co, Mainz • Langenbadi 81 Söhne, Worms • St. Martin-Sektkellerei Trier * Matheus Müllet, ' Eltville - Mumm 81 Co, Frankfurt a. M. • Saarfels“ A.-G, Trier • .Sdmliz-Grünladk". Rüdesheim a. Rh. • „Söhnlein-Rheingold", Sduerstein a. Jos. Stock Söhne, Kreuznach • Moselsektkeflerei Otto Treis, Merl a. M. - Sekt Schloß Vaux. EttviBe, im Verband Deutscher Sektkellereien E.V., Wiesbaden. dHRkd' -Mn Heute morgen 6V« Uhr entschlief sanft nach arbeitsreichem Leben unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Elise Wagner geb. Bender im Alter von 83 Jahren. In tiefer Trauer: Heinrich Wagner nebst allen Angehörigen Familie Rosenbaum Familie Kühn Gießen (Friedrichstr. 7), Frankfurt a. M., 17. Juni 1926. Die Beerdigung findet Samstag, den 19. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 04310 Gießen, den 17. Juni 1926. 04291 Lidi, den 16. Juni 1926. 5156D Marie Schlosser geb. Rendtorff. Frankfurt a. M., den 18. Juni 1926. Danksagung. Für die vielen Beweise herrlicher Teilnahme beim Heimgange unserer teueren Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: L. Riebel, Oendarmerie-Wachtmeister i. R. Danksagung. Für die überaus vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem Heimgange unserer geliebten Mutter Frau Elisabeth Bonarius Wwe. sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Kinder: Lina Schmidt Wwe. Donnerstag, den 17. Juni, vormittags 12 Uhr, entschlief sanft nach schwerem, mit großer Geduld ertragenen Leiden unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel ■eh Kreiling II., tato'ii im Atter von 68 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Kreiling VII. Friedrich Kreiling Otto Kreiling. Heuchelheim, den 18. Juni 1926. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 19. Juni, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Brauhausstraße 22, aus statt. 5193D Für alle Beweise der Teilnahme und Anhänglichkeit beim Tode meines lieben Mannes danke ich zugleich im Namen meiner Kinder auf das herzlichste. b1)5d Feos. Brandl Ä’a.'Sz Zimmer frei. ______Tel. 108o» iflßftD Gut möbliertes Zimmer ;n gutem Hause zu vermieten [04299 Stevbauttratze 6. MdI. Simmet i an sol. Herrn - vrm. eaMr.M.'vl.mi,l. Habe mehrere Räume zuvermieten, die sich, sowie der hies. Platz, besonders z. Nieder- lassung eines Spe- ziaiarztes eignen. Schrift l. Angebote unter 5171D an den Gieß. Anz. erbeten. 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Neidei Kath. Hartmann Marie Hartmann Familie Rob. Kreiling Die Beerdigung findet Samstag, den 19. Juni, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause Heuchelheim, Bachstraße 36 aus statt Donnerstag vormittags1/, Uhr verschied nach längerem Leiden plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser herzensguter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Philipp Hartmann IV. im 68. Lebensjahre. Todes-Anzeige. Nach kurzem schweren Leiden verschied am Donnerstag, dem 17. Juni, mein lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Georg Weher, Landwirt im 69. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Weber. Lützellinden, den 18. Juni 1926. Die Beerdigung findet Samstag, den 19. Juni, nachmittags 2 Uhr, statt. Haus der Moden 5206a FRÄNKEL Seltersweg 52. Trauer-BL Maßanfertigung J/ Große westdeutsche y Schokoladen- und Bonbonfabrik \ ' sucht f. d. Bez. Giessen u. Wetzlar tüchtigen Vertreter Branchekundigen Herren mit eigenen Lagerräumen u. 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Der ehrliche Kinder wird gebeten, dasselbe gegen Belohnung bei Kreuter,Abendstern iTonwerk), oder bet Sauer, Gießen, Neuen Bäue 7, ab- zugeben. 04285 llavallerie- verein. Sonntag, 20. Juni: Familien- ansflug nach Marburg. Abfahrt 12.32. Sonn- lagskarte lösen. Für passende Rückfahrt ist gesorgt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 5177D Der Vorstand. MiMZ hMSHiHMS werd, fachgemäß u. preiswert gestimmt u. repar. S.ESeli^L Gießen. ploMdl Telephon 2403. Ankäufer. Klav. u. Harmoniums Verein Amieitia. Samstag, 19. Juni: Zusammenkunlt mit Damen auf der Hardt. o4.ro? Der Vorstand. Bürger gesellschaft. Sonntag, 20. Juni, V,4 Uhr: MllD Familien- Ausflug mit Tanz nach der Karlsruhe. Samstag. 19.3onl: Wanderung nach Kölzenhain— Hoherodskwpf Abfahrt 12.30 Uhr bis Mücke. 5186a Der Vorstand. 1.GSMÜM öes Miktellüeiii- kieiseslS.l.). Samstag, 19. Juni, abends 8 Uhr, im Kurbause Sad-Nauyeim Werbeabend deutsches Turnen veranstaltet von den Gauen Frankfurt, Offenbach - Hanau und Hessen. Preise der Plätze: 1, 2 und 3 Mk. Sonntag, 20. Juni, 10 Uhr beginnend: Gauverbands- meisterfchasts- fpiele in Friedberg iSeewiese). Eintritt frei! Zahlreicher Besuch beider Veranstaltungen ans den Ver- einen des Gaues Hessen wird erwartet. 5179D U'VU 1900 e. B. «idjtüiiji.-yotig. Es wird hiermit allen Jugendlichen und Schülern zur Pflicht gemacht, in unserem Auftrag ihre Eltern und Angehörigen zu unseren Aat. Jugend- Wettkämpfen einzu» laden, da wir infolge Zeitmangels persönliche Einladungen nicht mehr ergehen lassen konnten. 5182D Der Leichtathl.- Ausschuh, deutsche ’s volkrpartei. Sonntag, 20. Mi, flüös. 872 Uhr, im hinvenillirg: Gemütliches BeiiamUtiiseiii. Der Vorstand. WP । (jgroß u. klein, beseitigt ÄMjklXWa/te/n AerzUich empfohlen. Millionenfach bewahrt. Packnng 76 Psa. «liegen Fußschwetb. Brennen nnd Buntifanfen SuNrvl- Fnbbav. Bestimmt aber in den nachstehenden Kukirol-Verkaufs stellen: Kaiser-Drogerie, Lmdenplatz 5: Kreuz-Drogerie, Bahnhosstr. 51: Ludwigsplatz-Drogerie, Roonstraße 2 und Neustadt-Drogerie: Victoria-Drogerie, Marktstraße5:Drogerie Wallenfels,Markt21: Winterhoff-Drogerie, Kreuzplatz 9-10. 2664« öailtiH i«»b2s *■ fftfe ■ M 1926 IbendftU Me 3eUmuglfl< LÄ$Ä* “eW > 'S° Vorsta^.' oren Der eft' iber wir asMze bei V«1**1** Es' kvird ianscheiten „ aygyiMN SamSM J®Ä jut demLe.se ff«J*t) in en»*” Äy am tfS W”11 Er* ta»» । ”11770 der U >Ä ....... .:.i., -MW) K ni**: zfluü Sfl’i.wJ« Nr. HO Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheßen) Zreitag, 18. Juni 1926 England und dieügyptifchen Wahlen Don unserem Orientkorrespondenten. Kairo, im 3uni 1926. Der Ausgang der Wahlen brachte keine Lleberraschungen: eine starke Majorität der Partei Saad Zaglul, welche von 214 Sitzen des neuen Parlaments 166 Mandate eroberte. Die beiden anderen zum nationalen Kartell gehörigen Parteien, die Liberalen und die Rationalisten, erzielten 29, beziehungsweise 6 Mandate. Das Kartell wird also mit 201 Vertretern ins neue Haus «inziehen. Demgegenüber stehen nur — 6 Abgeordnete der bisherigen Regierungspartei und 7 sogenannte Unabhängige. Eine vernichtendere Niederlage konnte die Regierung Siwar Paschas, welche einundeinhalb Jahre am Ruder war, nicht erleiden. Der Wahlkampf spielte sich mehr hinter den Kulissen ab, ohne öffentlich — eine typisch orientalische Erscheinung — besonders bemerkbar zu werden. Seilens der Kartellisten werden den Organen der bisherigen Regierung illegale Wahl- beeinslussung und allerlei Durchstechereien vorgeworfen. Dinge, die, wie man sagt, auch wo anders Vorkommen sollen. Dagegen sind die Kartellisten in ihrer Art zu kämpfen auch nicht immer rlegant gewesen. So ließ das Parieiblatt der Zaglulisten die Kandidaten der Regierungspartei Revue passieren und bediente sich dabei folgender entzückender Stilblüten- „Da ist Siwer Pascha (der Ministerpräsident), diese Masse sich wälzenden Fleisches, dieses schlaffe und indolente Geschöpf, welches, plötzlich heroische Instinkte fühlend, es für nötig hielt, sich mit den Flüchen von 14 Millionen Seelen zu belasten. Da ist Ismail Sibky Pascha, alt und verrunzelt, der noch in seinen letzten Zuckungen nach einem dem Fremdling geweihten Leben jenem dienstbar sein will. Da ist Helmh Issa Pascha lDer- kehrsminister), ebenso dumm wie häßlich, dessen Schlechtigkeit jede Konkurrenz schlägt. Helmy Issa, der Intrigant, Reidling und Giftspritzende, der eine persönliche Rache im Vernichten einer Ration befriedigen will, die er verraten hat. Da ist Ali Mäher Pascha, der Unterrichtsminister mit der unreinen Seele und dem scheuen Vllck, der rachsüchtige brudermörderische Kain (der Bruder und Vorgänger Ali Mähers als Unterrichtsminister war in den letzten antienglischen Der- schwörerprozeß verwickelt), welcher für einen roten Sammtfauteuil die Seinen verkaufte. Da ist Mohamed Tewfik Rifaat Pascha, das Richts, das um jeden Preis etwas werden will. Da ist General Musa Fuad Pascha mit dem widerlichen und klebrigen Gesicht, der sich für einen Soldaten hält. Da ist Sulfikar Pascha, der Oberhofmeister des König, mit dem vernagelten Kopf, den man aus Rom kommen ließ, um diese Truppe von Hampelmännern vollständig zu machen." usw. Die tatsächlichen StärkevetyLltnisse der Parteien sind aus oem Wahlresultat nur mit einer gewissen Reserve zu beurteilen. So sind z. D. die sogenannten Rationalisten, die keineswegs im landläufigen Sinn »nationale", sondern radikal panislamitische Tendenzen verfolgen und als die extremste der hiesigen antienglifchen Parteien anzusprochen sind, in Wirtlichkeit weit stärker, als es nach ihrer Mandatzahl den Anschein hat. Denn ein sehr bedeutender Teil der Partei Zag- luls sind Rationalisten, oder richtiger panislamitisch Orientierte, welche nur des persönlichen Ansehens Saad Zagluls wegen, und weit sie von der unbesiegbaren Zähigkeit des alten Dolks- sührers im gegenwärtigen Augenblick am meisten im Kampf gegen die englische Okkupationsmacht erhoffen, mit diesen gehen. Die »Vollspartei" Zagluls ist die eigentliche nationale Partei, da sie, auf nationaler Grundlage basierend, sowohl die Rechte der moslimitischen Fellachen, wie der christlichen Kopten, beides „Rachkommen der allen Aeghpter", ohne konfessionelle Unterschiede zu machen, verteidigen will. Befragt man den „man in the street“ über diesen Programmpunkt, so sagt er lächelnd, das sei natürlich Unsinn und mehr für die „Außenstehenden" bestimmt, der wichtigste Programmpunkt der Vollspartei sei „Hoch Zaglul Paschal", was andererseits wieder gleichbedeutend sei mit „Raus mit England!". Kurz und bündig. Die Liberale Partei, welche Wer ausgezeichnete Köpfe verfügt und das wohlhabendste Bürgertum vertritt, verdankt dagegen ihre verhältnismäßig große Zahl an Parlamentssitzen vornehmlich dem Wahlpakt mll den Zag- lulisten, denen sie ihrer Köpfe und ihrer materiellen Mittel wegen notwendig ist. Don den Unionisten, der bisherigen Regierungspartei, kann man dagegen sagen, daß sie, toerm sie nicht gerade am Ruder wären, wahrscheinlich nicht einmal sechs Mandate erhallen hätten. Ihre gegen englische Aspirationen recht weitgehende Rachgiebigkeit macht sie ziemlich unbeliebt. Die Folgen des Wahlausganges dürften, wie die Dinge heute liegen, ernste Verwicklungen unD Konflikte mit der englischen Okkupationsmacht sein. Die Wahlniederlage der Regierung müßte in jedem anderen konstitutionell regierten Lande zur Demission des Kabinetts und einer Reubildung der Regierung durch die siegreichen Parteien führen. Richt so hier, wo die feierlich anerkannte Souveränllät und Unabhängigkeit des Landes die englische Okkupationsmacht keineswegs hindert, bei jeder passend erscheinenden Gelegenheit rücksichtslos in die inneren Angelegenheiten des Landes einzugreisen. England verlangt für sein Einverständnis der Regierungsübernahme durch Saad Zaglul — oder durch einen anderen Exponenten der kartellierten Parteien, welcher, auch wenn er der liberalen Partei angehören würde, von Zaglul abhängig und als dessen Mandatar anzusehen wäre — den feierlichen Verzicht auf die Verfolgung des wesenllichen Teiles der Zaglulistischen Programme. Dazu gehören unter anderem die faktische Teilnahme Aegyptens an Verwaltung und militärischer Besetzung des de Jure ein Mondeminium darstellenden Sudans, sowie die Ent,ernung der englischen Truppen aus Aegypten (mit eventueller Ausnahme der Kanalzone). In welchem Maße diese Fragen die Weltmacht- stellung Englands berühren, darüber kann man verschiedener Meinung sein. Aber man sollle glauben, daß, wenn ein Mitglied der weniger intransigenten Liberalen formell die neue Regierung bildete, man diese gegenwärtig scheinbar unlösbaren Fragen sozusagen einverständlich „aufs Eis" legen, und sich mit derzeit näher liegenden, rein innerpolitischen Problemen beschäftigen könnte. Aber gerade hier steht man vor neuen, durch Englands direktes Eingreifen verursachten Schwierigkeiten, und gerade hier erscheint eine weitere Rachgiebigkeit Zagluls aus- geschlossen, wlll er nicht den Ast absägen, auf dem er sitzt, und nach einem ruhmreichen Leben als vergötterter Dolksführer rühmlos abschneiden — was sein Ehrgeiz nimmer zulassen würde. Dem Mann aus dem Volke erscheint die Betonung der ägyptischen Autorität gegenüber dem aufgedrungenen, verhaßten englischen Beamtentum, womöglich dessen völlige Entfernung, weit wichtiger, als der ferne Sudan und mindestens ebenso wichtig wie die Entfernung der englischen Truppen. Zaglul war in dieser Hinsicht schon recht weit gegangen und wlll noch viel weiter gehen. Der englische Oberkommissär Lord Lloyd dagegen hielt den Abbau des englischen Beamtentums, insbesondere im Innenministerium, das heißt Sicherheitsdepartement, beziehungsweise Polizeiverwaltung, für geradezu gefährlich für die britische Herrschaft am Ril. Aegypten hat heute keine Machtmittel, seine Aspirationen durchzusehen, vor allem keine nennenswerte Armee, nichts als den Ausbruch seiner Volksleidenschaft, kurz gesagt, die Revolution. Eine rein ägyptische Polizei und politische Verwaltung würde eine solche Revolution bestimmt nicht zu verhindern suchen, man kann ruhig sagen — im Gegenteil! Das weiß und fürchtet England. Das hätte es aber voraussehen müssen. Man kann nicht einem Lande die widerrechtlich entrissene Unabhängigkeit wiedergeben und ihm gleichzeitig nochmals nehmen. Richt einmal England kann dieses Kunststück fertig kriegen. Das ist der Fluch der bösen Tat (der Okkupation Aegyptens), daß sie fortzeugend Böses muß gebären. Für Aegypten handelt es sich darum, ob es auf die Möglichkeit einer wohl- organisierten Revolution hoffen darf. Das ist eigenllich des Pudels Kern. Rach langwierigen Verhandlungen, während welcher sich England veranlaßt sah, eine Flotten- demonstration einzuleiten, und englische Flugzeuge unermüdlich über der ägyptischen Hauptstadt Demonstrationsflüge veranstalteten, kam ein Koalitionsministerium unter dem Vorsitz des Liberalen Adli Pascha Ieghen zustande. Das neue Ministerium seht sich jedoch sonst vorzüglich aus Zaglulisten zusammen. Im übrigen haben die Zaglulisten gegenüber den Engländern keine wefenlliche Bindungen eingegangen. Man könnte also von einem Erfolg Zagluls sprechen. Daraus folgt, daß die Parlamentsseffion, welche man eben im Begriffe ist, zu eröffnen, wahrscheinlich leidenschaflliche Ausbrüche antienglischer Stimmung bringen wird. Diese Stimmung wird zunächst auch innerhalb der Verwaltung des Landes in der Haltung gegenüber den englischen Beamten zum Ausdruck kommen. Die Reibungsflächen zwischen der parlamentarischen Majorität und der englischen Okkupationsmacht sind so groß, der aufgehäufte Zündstoff so bedeutend, daß man hier recht ernsten Zellen entgegengehen dürfte — hoffentlich nicht so blutigen, wie die des roten Jahres 1919 waren. Um die Herabsetzung der Besatzungsstärken. Don unserem Pariser W. 8.-Korrespondenten. Paris, im Juni 1926. Mehrere Zeitungen hatten berichtet, deutscherseits sei in Paris eine neue Demarche über die Frage der Herabsetzung der 'Besatzung in der 2. und 3. Zone erfolgt. Rach unseren Informationen an zuständiger Sielle sind diese Rachrichten nicht zutteffend. Der hiesige deutsche Botschafter hat zu wiederholten Malen in lebhaften Besprechungen sowohl mit dem Ministerpräsidenten Briand als auch mit dem Direktor des Auswärtigen Amtes Berthelot immer wieder diese Frage mrgeschnit- ten, ohne daß hierbei nennenswerte Erfolge erzielt wurden. Die Franzosen behaupten einerseits, daß sie selbst ihre Truppenzahl ja verringert hätten. Auf die Verringerung der englischen und belgischen Truppen hätten sie keinerlei Einfluß. Sie selbst könnten aber unmöglich noch mehr Truppen aus dem besetzten Gebiete herausziehen, denn nach den übereinstimmenden Urteilen ihrer Generale wäre dies ausgeschlossen, sowohl aus technischen Gründen, wie auch aus Gründen der Sicherheit. (!) Es wird also trotz der gegenteiligen Versprechungen hier vorläufig alles beim alten bleiben. Das ist um so bemerkenswerter, als Briand früher wiederholt darauf hingewiesen hat, er müsse auch auf die Stimmung im Lande Rücksicht nehmen, und Frankreich sei aufgebracht über den „gefährlichen" deutsch-russischen Vertrag. Run hat aber Briand in seiner Senatsrede neulich selbst darauf hingewiesen, daß der Berliner Vertrag nach seiner Auffassung keinerlei Gefahr für Frankreich darstelle. Mithin entfällt also diese Stimmungsmache, mit der die französische Regierung so gerne zu operieren pflegte. Derttscherfeits muß mehr denn je verlangt werden, daß die Alliierten ihr einmal gegebenes Wort in der Besatzungsfrage auch halten, und es müssen Mittel und Wege gefunden werden, dieses ganz selbstverständliche Ziel so rasch wie möglich zu erreichen. Denn bei all diesen Verhandlungen um die Besahungsstärken muß man von den früheren Versprechen der Alliierten ausgehen, daß erstens die Besahungsstärken baldmöglichst soweit herabgesetzt werden sollten, daß fie etwa der deutschen Besatzung in der Vorkriegszeit entsprächen, und daß zweitens nach Räumung der 1. Zone die 2. und 3. Zone nicht stärker belegt werden sollten als zuvor. Beide Versprechen, die zu wiederholten Malen und in feierlicher Form der deutschen Regierung oder ihren Vertretern gemacht wurden, sind bisher nicht erfüllt worden. Allerdings muß zugegeben werden, daß die Franzosen in dieser Frage wenigstens ihren guten Willen bekundet haben. Die Desahungs- lasten sind in erster Linie vermehrt worden durch die En^änder, die die allergrößten Anforderungen an die neu von ihnen besetzten Gebiete hinsichtlich Bereitstellung von Quartieren usw. gestellt haben. Auch die Belgier könnten bei einigermaßen gutem Willen die Zahl ihrer De- sahungstruppen noch ganz erheblich einschränken. Was die Haltung der Engländer in dieser Frage anbetrifft, so können wir auf Grund besonderer Informattonen von sehr gut unterrichteter Selle Mitteilen, daß in Berlin in diesen Tagen deswegen eine eingehende Aussprache zwischen dem dortigen englischen Geschäftsträger und dem Reichsaußenminister Dr. Stresemann stattgefunden hat. Der englische Geschäftsträger in Berlin protestterte wegen der kürzlich stattgehabten Illumination des Riederwalddenkmals. Es wurde ihm mit Recht bedeutet, daß dieser Vorgang keinerlei Grund zu irgendeinem Proteste der englischen Regierung wäre. Im Auftrage des englischen Außenministers Chamberlein selbst erklärte der englische Geschäftsträger dann weiter, daß die englische Regierung die Aufrechterhaltung der Rheinlandbesahung mit dem Abschluß der Locarno-Verträge für nicht mehr zu vereinbaren hielt, daß aber dahingehende Verhandlungen mit den übrigen Alliierten bisher noch zu keinerlei greifbarem Ergebnis geführt hätten. Die Bedeutung dieser amtlichen englischen Aeußerung liegt auf der Hand. Fraickreich möchte — um dies auch an dieser Stelle noch einmal zu unterstreichen — aus der Frage der Herabsetzung seiner Desatzungstruppen vornehmlich ein Geschäft machen. Es liegen die allerbestimmtesten Informationen darüber vor. Frankreich wlll in der Besatzungsfrage „mit sich reden" lassen, wenn Deutschland einwilligt, einen Teil der Industrie- und Eisenbahnobligattonen aus dem Dawes-Plan zugunsten Frankreichs zu mobilisieren. Man spricht in Pariser amtlichen und maßgebenden, finanziellen Kreisen zunächst von einem Abschnitt von 200 Millionen Goldmark. Alles deutet darauf hin, daß über diese Frage tatsächlich verhandelt worden ist und noch verhandelt wird. Die Reisen der amerikanischen Bankiers nach London usw. stehen mit dielen Plänen im engsten Zusammenhang. Wie well sie sich verwirklichen lassen werden, dürfte schon die nächste Zukunft lehren. Deutscher Geist in Oesterreich. Von Prof. Raimund Friedr. Kain dl, Graz. Es war im Frühjahr 1848, da dichtete der Oesterreicher Anastasius Grün (Gras Auersperg) auf der Reise nach Frankfurt die herrliche Strophe: Jauchze, du Herze von Oesterreich, Jauchze mit freudigem Schrei: Heil dir, mein deutsches Vaterland, Einigung mächtig und frei. Brüder, wir Bolen aus Oesterreich Grüßen euch traulich mit Sang, Schlagt ihr mit freudigem Handschlag ein, Hat es den rechten Klang. Grün brachte damit die Gefühle tausender Deutschösterreicher zum Ausdruck. Denn cs ist nur ein Märchen, daß das nationale Leben in Oester- reich damals erstarrt war und die Deutschen daselbst fein Verständnis für die Freiheit und Einheit Deutschlands hatten. Man weiß nun leider gar zu wenig darüber. Auch in Oesterreich gab es 1820 Burschenschaften, so in Wien, Prag und Graz. Der junge Baue r n- selb, später ein bekannter Wiener Dichter, schrieb 1820 in sein Tagebuch: „Unlängst um Mitternacht ein Gedicht gemacht: An das tausendjährige Deutschland." 20 yaf)-? später ist Bauernfeld einer der eifrigsten Kämpfer für die Freiheit, gegen die Zensur. 3m Jahre 1844 brachte er sein Schauspiel „Oer deutsche Krieger" auf die Wiener Bühne. Woche für Woche wurde dieses vor ausoerkauften Häusern gespielt. Es ist ein Hochgesang auf Deutschlands Einheit und Größe. Es heißt hier: Doch wähnet nicht, es bringt euch Glück und Segen! Deutschland zerteilen heißt zwar Deutschland schwächen, Doch Deutschland schwächen, heißt euch selber schwächen, Der Sitte Bollwerk stürzen und der Kraft, Die Schutzwehr gen den Andrang der Barbaren. Mit Deutschland sinkt der zeugende Gedanke, Der Geist, der schäftende, die Kunst, das Wissen, Das Herz der Welt — Europa sinkt mit Deutschland. Und als 1848/49 die Schaffung des eigentlichen Deutschlands auf die bekannten Schwierigkeiten stieß, dichtete Bauernfeld: Ob ein einig Deutschland wird? 3a, wer kennt der Dinge Lauf! Aber tausend 3ahre schon Warten wir darauf. Ein Mitkämpfer Dauernfeld mar während dieser ganzen Zeit auch Anastasius Grün. Er trat 1831 in seinen „Spaziergängen eines Wiener Poeten" nachdrücklich gegen alle Rückständigkeit und für den Fortschritt ein. Man anerkennt ihn geradezu als den Gründer der neuen politischen Lyrik Deutschlands. Zugleich ist er ein Herold deutscher Einheit. Hierher gehört auch der Trinkspruch des volkstümlichen Erzherzogs 3ohann. Er weilte 1842 als Gast des Königs Friedrich Wilhelms IV. auf Schloß Brühl am Rhein. Auf die Ansprache des preußischen Königs antwortet er unter anderem: „Vereint haben wir damals den großen Freiheitskampf bestanden. Solange Preußen und Oesterreich, solckkge das übrige Deutschland, soweit die deutsche Zunge klingt, einig sind, werden wir un erschütterlich dasteheu wie die Felsen unserer Berge." Es ist derselbe Erzherzog, der 1848 Reichsoerweser wurde. Ebenso haben Oesterreichs politische und volkswirtschaftliche Schriftsteller für das große Deutschland schon vor 1848 volles Verständnis. Der Deutschböhme Franz S ch u s e l k s a tritt in verschiedenen Schriften für die Zusammengehörigkeit Oesterreichs und Deutschlands ein. Er fuhrt aus: „Oesterreich als solches, als deutsches Oesterreich, steht und fällt mit Deutschland: es ist nur solange Weltmacht, als es eine deutsche Macht ist: der deutsche Geist macht es stark . . . Aber gleich wie Oesterreich seine Macht nur dann dauernd erhalten und in angestammter Würde entwickeln kann, wenn es in Deutschland wurzelt, so ist auch für Deutschlands nationale Entwicklung Oesterreichs Einigung oder Trennung eine Lebensfrage von entschiedender Wichtigkeit." Mo ring ruft in seinen „Sybilli- schen Büchern aus Oesterreich", in denen er auch für die wirtschaftliche Einheit eintritt aus (1846): „Denkt euch dieses herrliche Ländergebiet, von der deutschen Donau durchströmt, wie dorthin statt nach Amerika die Flut deutscher Auswanderung sich ergoß, wie dort Ackerbau und Viehzucht blühen, wie dort Gewerbe und Handel türkische Faulheit und Der Adler von Lille. Von Else Arnheim. Am 18. Juni sind zehn Jahre darüber hin- gegangen, daß einer unserer berühmtesten Flie- gervftiziere, Oberleuttrcmt Immelmann, bei den Kämpfen Im Westen den Tod fand. Er starb als ein Unbesiegter, denn Augenzeugen, die den letzten Kampf Irnrnelrnanns mit mehreren englischen und französischen Doppeldeckern in den Lüften beobachten komllen, berichten, daß von einem Abschuß des Follers, den Immelmann lentte, nicht die Rede sein kann. Durch welchen tragischen Zufall die Heine Maschine zum Absturz kam, ob irgendein Maschinenteil versagte, das bleibt ein Geheimnis derer, die man nicht mehr befragen kann. Rach dem ilrteU seiner Kameraden zeichnete sich Immelmann durch eine unerschütterliche Ruhe aus. Er schien eiserne Rerveir zu haben, und diese eisernen Rerven machten ihn kühn und zielbewuht. Hatte er einen Gegner vor sich, dann schaute er weder seitwärts noch rückwärts, dann gab es nur eine Parole: Vorwärts und drauf! Den „Adler von Lille" nannten ihn Franzosen und Engländer, denn seine Kampfweise glich in der Tat durch die Art der Luftjagd einem Adler oder Habicht. So stieg er vor dem Kampf meist zu großer Höhe auf, um das Kampffeld besser übersehen zu können. Stand er dann steil über dem Gegner, stürzte er plötzlich auf den Ueberraschten wie ein Raubvogel hinab und machte ihn fast im Augenbttck unschädlich. Ost nahm er auf diese Weise den Kampf mit mehreren Gegnern zu gleicher Zeit auf, die durch den plötzlichen Steilabflug der irrigen Meinung waren, der Fokker sei getroffen und stürze ab. Es gab Kampftage für Immelmann, an denen er sechs Gegner zur Strecke brachte und dadurch zum Schrecken der Feinde wurde. Diese großen Erfolge beruhten wohl in erster Lutte auf der Fähigkell Immelmanns, alle Möglich- kelleu geistesgegenwärtig und kühl zu berechnen und nach ihnen seine Kampfweise einzurichten. Aitsfichtslose Unternehmungen begann er nicht, da er sicher zwischen Kühnheit und Tollkühnheit zu unterscheiden verstand und das ihm anvertraute Flugzeug niemals in unnötige Gefahr brachte. Wie es dennoch geschah, daß Immelmann sein Schicksal ereilte, darüber berichtete damals ein Augenzeuge folgendes: Ich trete aus meinem Quartier und sehe über mir in mehreren tausend Metern Höhe fünf Fluazeuge, von denen ich sofort zwei Fokker und drei englische und französische Doppel- decker erkenne, in heißem Kampf. Die Foller, winzig und schnell wie eine Schwalbe im Vergleich zu den großen, behäbigen, aber sicher dahinstreichenden Doppeldeckern. Plötzlich Bewegung da oben. Die Fokker haben die Doppeldecker jetzt eingeholt und sausen mll erschreckender Geschwindigkeit auf die Doppeldecker los, dazwischen ein wahnsinniges Geknatter aus fünf Maschinengewehren. Jetzt haben die Fokker den Feind erreicht, reißen sich aber wieder los, und 'stürmen sich mit neuer Kraft auf die verwirrt durcheinander- kreisenden Doppeldecker. Jetzt hat sich auch der eine Fokker einen Gegner ausgesucht. Er läßt ihn nicht mehr los, verfolgt ihn, der Große versucht tiefer zu kommen — vergebens: höher — vergebens, der Fokker hat ihn gefaßt, ist bald über, bald unter ihm — vorn und hinten, unmöglich zu entkommen! — Da — ein plötzliches Schwanken des Großen, er geht tiefer — „er ist getroffen!“ Ich beobachte scharf, und so entgeht mir nicht, daß auch der „Fokker" ganz eigenartige, taumelnde Bewegungen macht, sich wie ein zu Tode getroffenes Tier kerzengerade aufrichtet, wie er anfängt zu flattern und ganz allmählich tiefer kommt, erst langsam, dann immer schneller —der Schwanz trennt sich von den Tragflächen und fällt nach unten, eine der Tragflächen flattert hinterdrein, und mit unheimlich pfeifendem Geräusch und dumpfem Aufschlag stürzt der Apparat, sich mehrere Male überschlagend, aus 2000 Meter Höhe zur Erde. Ich laufe, so schnell mich meine Füße tragen, der Unfallstelle zu. Der Motor hatte stch ttes in die Erde gegraben und lag mit dem unteren Teil nach oben, den Führer unter sich begrabend. Mit vieler Mühe drehten wir den Motor um. Mehrere Offiziere erscheinen und beaufsichtigen die Durchsuchung des Toten. — Wer mag es sein, Engländer, Franzose oder Deutscher? Jeder ergeht sich in Vermutungen, niemanD weiß Bestimmtes. Endlich hat man dem Toten den Lederrock geöffnet und findet als erstes — den „Pour : Mörite“! — Immelmann? Dölcke? Irgend jemand sprach es, wie ein Lauffeuer ging es weiter, und plötzlich entftanb eine beängstigende Stille. Dann fand man das E. K., und dann kam die traurige Gewißheit, das Monogramm in der Wäsche — M. I. — »Unser armer Immelmann!" sprach ein anwesender höherer Offizier, und wir sprachen es traurig nach. Goethe und die beiden Studenten Anekdote, aus alten Quellen mitgeteilt von Franz Lächler. Als auf dem Hoftheater zu Weimar Goethes „Ratürliche Tochter" zum ersten Qltale gegeben wurde, traf es sich, daß zwei Jenenser Studenten neben die Loge des gleichfalls anwesenden Dichters zu sthen kamen. Rachdem ein paar Szenen ohne jeden Erfolg gespielt worden waren, fragte der eine der Studenten den andern: »Du, von wem ist das Stück?" „Ei, von Bulpius!“ lautete die Antwort. Goethe, der bas hörte, und Den es ärgerte, mit seinem späteren Schwager, Der ein Haupt - Vertreter Des Räuberromans war, verwechselt zu werben, beugte sich aus Der Loge unD sagte: „Sie irren sich meine Herren, es ist von Goethe.“ „Pahl“ nahm wieder einer Der Studenten das Wort, ..das glaub' ich nickt!“ „Mein Herr", fuhr der Dichter ziemlich pikiert fort, „ich muß das besser wissen, Denn ich selbst bin Goethe." Auf diese Erklärung folgte ein andauerndes Sttllschweigen, und das Spiel -"hm seinen Fortgang, doch wurde das Der! bclamMch sehr lau ausgenommen. Als nun der Vorhang fiel, trat Der eine Student nahe zu Goethe heran, klopfte ihm vertraulich auf Die Schulter und sagte: ..Sie, ich glaube, das Stück ist doch von VülPftrSl“ h ‘ i '1 i’H.’nttiliidjen Jndifferentismus verdrängen." Und \!i ö r i a n e r b u r g (um 184-5) hsskkNNt sich ZUM Grundsatz, daß „Oesterreich ebenso wenig otzne Deutschland bestehen könne, als Deutschland ohne Oesterreich'. Ex betont, daß Deutschland, Oester lkich und die Donaurnündungen auseinander angewiesen sind. „An Deutschland sind lpjx durch die Mm auslössichsten aller Bande, durch Abstammung. Sprache, eitle, Bildung, zweilausendjührige Geschichte gefesselt: an die Donaurnündungen knüpfen uns unsere ernsthaftesten Handelsinterefjen und die wachsende Grütze Ungarns, eerbien, die Moldau und Walachei, können nur in ihrer bleibenden Vereinigung mit uns ihre Fortdauer, ihre Entwicklung erlangen, wie wir nur durch eine innige Verbindung mit ihnen nach allen Seiten gesichert und unabhängig werden." Bei dieser Gesinnung der Deutsch-Oesterreicher kann es uns nicht wundern, daß sie in der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49 mit Nachdruck für die großdeutsch-mitteleuropäische Gestaltung emtraten. Einige von ihnen verfochten den Fördera- lismus, weil nur dieser diese Gestaltung ermöglichen konnte. Wenn es einem Schmerling, Mühlfeld, Giskra und ihren Mitkämpfern nicht gelang, dem großdeutschen Gedanken zum Siege zu ver- belfen, so war das sicher nicht Schuld der Deutschösterreicher. Und dieselbe Gesinnung finden wir in Oesterreich in den folgenden Jahren. Einer ihrer überzeugtesten Verfechter mar der Finanzminister Frhr. Bruck. Im Jahre 18ßD schrieb er: „Von deutscher Gesittung getragen, ist das Donaureich seiner Geschichte, Lage und Stellung nach wesentlich ein deutscher Staat. In Deutschland liegt sein Schwerpunkt. Die klare Einsicht in die Grundbedingungen seiner Existenz muß Oesterreich unter allen Umständen die innigste Vereinigung mit Deutschland juchen und festhalten. dagegen seine größte Lebensgefahr in jeder Ablösung davon erkennen lassen, die seine Lebensquelle abgraben würde .... Die Pflege und Fortbildung des deutschen Zusammenhanges ist der Kern der neuösterreichischen Politik." Und 1859 meldet sich nochmals Anastasius Grün und singt zur Zeit der hundertjährigen Schillerfeier: Lodert ihr deutschen Herzen in Flammen, Schlaget zu einem Brande zusammen ... Aber statt Großdeutschland kam der Bruderkrieg von 1866. Anastasius Grün rief in erschütterter Stimme: „Finis Austriae!" Grillparzer gab der kommenden Entdeutschung in seiner Klage . „Als Deutscher bin ich geboren, bin ich noch einer?" Ausdruck. Ueberall dachte man an den kommenden Zerfall Oesterreichs als Folge der Trennung von Dentichland. Als das neue Deutsche Reich entstand, dichtete Robert Hamerling seinen Gruß an das deutsche Vaterland: Der wackere Stamm, der deutsches Eisen hämmkrt, Bei ©ott, der Stamm ist kein Thumelikus! Schon als es nicht getagt, mir erst gedämmert. Flog nordwärts frei so mancher deutsche Gruß. Glicht ist's der erste, welcher heut' der Grenzen In Trepe spottet — und, so wahr im Schein Der deutschen Sonne auch die Alpen glänzen, Es wird nicht unserer Grüße letzter sein. In allen folgenden Jahrzehnten blieben die Deutsch-Oesterreicher dem deutschen Gedanken trey. In meinem Buche „Oesterreich, Preußen, Deutschland" habe ich dargelegt, wie sie sich stets nach inniger Verbindung mit Deutschland sehnten; wie die einen Deutsch-Oesterreich mit Deutschland zu verbinden suchten, die anderen im Sinne Bismarcks stets Stützen seines Bündnisses waren. Der Anschlutzgedanke ist in Oesterreich nicht erst 1918 entstanden. Er reicht Jahrzehnte zurück und wich auch durch Hemmungen nicht erdrosselt werden- ; §in- die Planeten bewohnt? * Eine Unterredung mit dem Direktor der Berlin- v Treptower Sternwarte Dr. F. S. Archenhold. Amerikas hervorragendster Astronom, Professor Multon, hat kürzlich vor einer internationalen Hörerschaft in Neuyork einen Vortrag gehalten, in dem er erklärte, daß seiner Ansicht nach Hunderte Millionen Planeten im All vorhanden wären, die reges Leben besähen. Sm Zusammenhänge damit hat der Gelehrte auch über den Untergang der Erde gesprochen- Um die Abfassung eines hervorragenden deutschen Wissenschaftlers zu diesem Problemen kennen zu lernen, bat unser Berliner Vertreter den Direktor der Sternwarte in Berlin-Treptow, Dr. F. S. Archenhold, um eine Unterredung. Dabei erklärte Dr. Archenhold: „Erst vor kurzer Zeit habe ich in ernsthaften Tageszeitungen und auch in einigen Fachblättern wieder einmal Erörterungen und Prophezeiungen über einen Weltuntergang gelesen. Es muh einen Mann von Wissenschaft wirk- Pocci im Abendlicht. Von Earl Ferdinands. Die Abendsonne, selbst mattgelb. sank in den mattgelben Sommerdunst hinter dem scharf- schwarzabgezeichnetM breiten Rücken des Peißen- berges, ihre letzten Grüße galten dem Kirchlein vom Dorf Ammerland und den beiden Kuppeltürmen des Ammerlander Schlosses, während der breite Starnberger See sich schon in ein weiches Dämmerlicht einhüllte. Aus dem Altan des Schlosses stand der Graf Frgnz Pocci, schlank noch trotz seiner Satire, mit einer gewissen höfischen Vornehmheit gekleidet; sein hohes Amt, das ihm Ludwig II. kurz nach seiner Thronbesteigung verliehen hatte, er war Oberstkämmerer, hinderte ihn nicht, hier in der Einsamkeit des Seeufers und der Alpennähe seine Sommeptage auf seine Weise zu genießen. Ex hatte heute wieher mit einem jener seltsamen Anfälle von Verstimmung zu ringen, wie sie alternde Menschen von geistiger Regsamkeit so leicht befallen; es war itzm, als ob er selbst ganz wie ein Fremder, Unbekannter, tpie ein etwas boshafter Beobachter durch Schloß Ammerland schreite, die Gärten, die Gemächer, den Grafen Pocct und fein Tun und Treiben begutachte und ein Urteil zu fällen habe; und das fiel erheblich härter aus als damals die Urteile ausfielen, als der junge Gras nach beendigten juristischen Studien zu Landshut im bescheidenen Landstädtchen Starnberg ein juristisches Wesen bar- stellte, das man jetzt als Reserendarius bezeichnen würde, und in dieser Eigenschaft durch milde Urteile gegen die Bäuerlein von sich reden machte. Und letzt, da der hohe Sechziger auf seinem Qfitan stand, in baB sommerliche Gewühl von lich wundern, daß dieses Thema fid) noch immer erhält und noch nicht längst zu den Akten getan worden ist. Aber Spekulation und Aberglaube spielen hierbei eine allzu große Rolle, und so wird wohl niemajs der Zeitpunkt e.n- treten, wo man sagen kann, kein Mensch glaubt mehr daran, daß die Erde auf eine der prophezeiten Arten vernichte^ werden ipnnte. Die Dinge liegen ganz anders und viel r.’aler. Die ständigen Fortschritte der Astronomie haben schon seit langer .Zeit zu dem Ergebnis geführt, daß die Stabilität des Planetensystems eine derartig gesicherte ist, daß nach gewissenhafter Prüfung eine Vernichtung der Erde nicht in Frage kommen tann. Wenn man an die vielen Durchgänge denft. die in b?n vergangenen Jahrhunderten die Erde durch Kometenschweife und durch Reste ehemaliger Planeten gemacht hat, so ist auf diese Weise schon der Beweis klar geführt, daß derartige Berührungen keine Gefahren in sich bergen Wenn auch untere Erde mit einer Geschwindigkeit von 19 Kilometern in der Sekunde durch das Weltall rast, so ist hiermit keineswegs eine Erhöhung der Gefahr durch etwaige Zusammenstöße gegeben. 3m Gegenteil: Wiese hohe Geschwindigkeit könnte nur bewirken, daß alle etwa gefährlichen Fremdkörper glatt überrannt oder beiseite gedrückt werden. Eine ganz andere Frage tritt für die Beurteilung einer Weltvernichtung in den Vordergrund: Von wissenschaftlicher Sette wird vielfach auf eine langsame Erkaltung der Sonne hingewiesen, und zwar feilen als Beweis dafür die jedem Menschen befannten ßsnnenslecke dienen. Wie weit und wie viel von dieser Theorie zu halten ist, läßt sich im Augenblick nicht abschließend beurteilen. Die Meinungen gehen hierbei noch stärkstens auseinander, denn die Beobachtungen neueren Datums haben ergeben, daß aus irgendwelchen inneren Quellen der Sonnenkörper immer wieder neue Wärme schöpft. Sollte aber die Theorie der Sonnenerkaltung aufrecht zu erhalten bleiben, so würde eine Erkaltung des Erdkörpers in so überaus weiter Zeitferne liegen, daß heutigen Tages noch keine Berechnungen hierfür möglich find. Käme also dermaleinst der Tod von der Sonne. so könnte lediglich also für die Erde von einem Kältetod gesprochen werden. 3m Irrtum befinden sich aber sicherlich die Wissenschaftler ober Theoretiker, die da annehmen, wir Erdsnbewohner könnten irgendwann den Wärmetod erleiden. Die zweite Frage der Bewohnbarkeit fremder Himmelskörper ist ziemlich leicht zu beantworten. Wenn in amerikanischen Zeitungen der bekannte Astronom Multon die Behauptung aufgeftelit hat, daß Hunderte und Aberhunderte vpn Himmelskörpern irgendwie geartete Lebewesen aufweifen, so ist das eine absolute Theorie. Durch ntchts, aber auch rein gar nichts läßt sich erweisen, daß andere Planeten eine Bewohnerschaft haben. Zieht man hierbei selbst in Betracht, daß auf fernen Gestirnen die gleichen Lebebedingungen wie auf der Erde nachweislich vorhanden sind, so bedingt diese Tatsache noch lange nicht, daß auch wirklich Lebewesen existieren. Mit wieviel Berechnung und mit wieviel Klugheit ist man daran gegangen, den Nachweis zu führen, daß es Marsbewohner gäbe. Hat sie jemand schon gesehen? Hat man eine zuverlässige Erklärung für die Marskanäle? Alle Beobachtungen sind in Vermutungen stecken geblieben und soweit die zeitige astronomische Wissenschaft es zuläßt, wird vorläufig keine Beantwortung aller dieser Fragen möglich sein. Man kann also den ganzen Komplex kurz dahin zusammenfassen, daß das Vorhandensein von Lebewesen auf anderen Planeten in keinem einzigen Falle nachzuweisen ist." Soweit die interessanten Ausführungen Dr. Archenholds. Alles von ihm Gesagte konnte er namentlich mit Bezug auf die Frage des Weltunterganges durch einen Berg von Schriftenmaterial aus aller Herren Länder belegen. And man mußte sich wundern, wie tief im Erdenvolke die Idee einer Vernichtung unseres Planeten verwurzelt ist und wie stark der Aberglaube dazu beiträgt, immer wieher neuen Nahr- boden für solche Phantastereien zu fchaffsn. Heber alle diese Vermutungen kann man aber beruhigt zur Tagesordnung übergehen und es getrost in die Hände der Wissenschaft verlegen, wann vielleicht her Tag kommen könnte, an dem die Erde aufhört zu bestehen. Preußen. Kreis Marburg. ]( Marburg, 17. Juni. Auf dem heutigen Schweine markt verblieb bei hohen Preisen großer Heber st and. Vier bis sechs Wochen alte Ferkel kosteten 40 Mark, sechs bis zehn Wochen alte bis 60 Mark, zehn bis zwölf Wochen alte bis 100 Marr und Läufer je nach Größe und Qualität bis zu 130 Mark das Stück. Zugefshren waren rund 500 Tiere. Wegen eines Gelb und Blaßblau schaute und sich am letzten Glühen der Alpenkette erfreute, das am Wetter- steingebirge, am Krottentodf, dein Hsirngarten und Herzogsland haftete, fühlte er wieder, wie der unsichtbare Mahner und Spielverderber neben ihm stand und ihm das alles verleiden wpllte. »Seltsam", dachte der Graf, „mein Großvater stand ebenso vielleicht, im römischen Viterbo, wo wir Poccis seit Jahrhunderten hausten, auf einer hohen Warte und schaute auf den Bvlsenasee und schaute auf den Monte Eimino, wie hier sein Enkel auf den Würmfee und den guten, breiten Peißenberg. So gehen Generationen und Jahrhunderte hin!" Der dunkele Beobachter aber flüsterte: „Ja, ja, ganz schön, fragt sich nur, ob jeder einzelne etwas Rechtschaffenes hervoxbrinat!" ^3a, ja.“ bemerkte Pocci zu sich selbst, „du hast nicht Unrecht, Versucher, äußerlich ist ja alles recht gut, was will man mehr, die Leut' sagen, ich sei ein Kind des Glücks, mit allem gesegnet, was man sich so wünschen tonnte: eine liebe Familie, ehrenvolle Aemter, die Freundschaft von drei- Königen („dreier Kunege Kame- räre“), von denen der erste mir ein Schloß schenkte, Freiheit zur Arbeit, ganz wie es mir gefällt!" „Aber innerlich, mein lieber Graf." murmelte der Hnsichtbare dunkel, „innerlich, wie ist es damit?' „Du meinst, ob ich baä geleistet hätte, was ich vielleicht hätte schaffen können, wenn ich wirklich fleißig gewesen märe? 3a, ich muß bekennen, ich habe eigentlich nie ernsthaft gearbeitet. mit aufeinander gebissenen Zähnen, um das widerspenstige Werk zu zwingen, nein, das habe ich nie getan! Darin bin ich schuldig! 3ch war harmlos und liebte angenehme Stunden, Gewitterregens mutzte der Martt abgebrochen werden. Tilttrers. bl. Dillenburg, 17. Juni. Der Kreistag ses Dillkreises trat gestern im hiesigen Kreishaus zu einer Sitzung zusammen. Es wurden u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: Der Aufnahme eines D a r l e h n s von 480 000 Mckrk zur Unterstützung des Bahnbaues H a i g e r — G u ft e r n h a i n wurde zugeftimmt. Hierbei fanden vier Anträge Annahme, die fordern, daß die Arbeiter nach dem Tarif besoldet und nur Arbeiter aus dem Disikreis beschäftig' werden sollen. Ferner wurde der Kreis- ausschuß beauftragt die Grundstücke bald zu bezahle.! und mit der Reichsbahnoerwaltuna wegen Wetterführung des Dahnbaues bis nach Breit- j ch e i d zu verhandeln. Zur Lelstung einer Sicherheitsrücklage bei der Kreis- und Stadtspar- kasfc soll ein D a r l e l) n von 25000 Mark bei der Nassauischen Landesbank aufgenommssn werden. — Die Anstellung eines nebenamtlichen Kreiskommunalarztes wurde bewilligt. Sie entstehenden Kosten von jährlich 3000 Mark wurden bewilligt. — Der Anschaffung eines Sanitäts- k rast wagens wurde zugeftimmt. Gleichzeitig wurden die Mittel hereitgeftelst und der Umbau des Schuppens bewilligt. — Ein Appell um Eingemeindung verschiedener 6 rt - jchaften der Umgebung zum Dillkreis wurde zur Kenntnis genommen. — Um die npch nicht fertig- gestellten Wohnungen im Kreise zu vollenden, fall der Kreisapsschutz eine Vorlage machen, wieviel Mittel zu dem Zweck bereitgestellt werden können. — Auf der Landstraße zwischen hier und Nieder-Schcld rannte das Auto eines Holländers gegen einen Baum. Dabei wurde dessen Ehefrau derart schwer verletzt, daß sie im hiesigen Krankenhaus verstarb. Der Fahrer kgm mit dem Schrecken davon. Der Wagen wurde stark deurolisrt. WSN. Secäshelden b. Dillenburg, 17. 3uni. Beim Abladsn eines Wagens Eisen- schrott verunglückte der Ersenhändlsr Adolf S ch n a u tz dadurch, daß eine Sprengkapsel, die in einem alten Ofenrohr verborgen war, beim Aufschlagen auf den Baden explodierte. Schnavtz erlitt schwere Verletzungen beider Oberschenkel, die seine Hebersühxung in das Krankenhaus notwendig machten. Kreis Limburg. WSN. Limburg. 17. Juni Der seit ettsa acht Sqgen vermißte 25jährige Sohn Otto des Lokomotivführers Oskar Wenk wurde gestern bei Bad Ems als Leiche aus der Lahn gelandet. Die Leiche wies eine starke Kopfverletzung auf. Es konnte noch nicht festgestellt werden, ob ein Unfall oder ein Verbrechen vorliegt. Anzeichen zp einem freiwilligen Tpd Iggen quf keinen Fall vor. Der Lote wurde nach der Friedhofskapelle verbracht, wo die Sektion vorgcnommen wird. Die ein- geloitete Hntersuchung dürfte näheres ergeben. Maingari. WSN. Frankfurt a. M„ 17. Juni. Rektor Schmidt, der Hauptschuldige bei den großen Unterschlagungen i m Jugendherbergsverein, hat sich am Dienstag der Staatsanwaltschaft gestellt. Er wurde fest genommen und dem Untersuchungsgefäntz- nis zugeführt. Rheinhessen. WSR. Mainz, 17. 3uni. Die Nachricht des „Mainzer Journals" von einem Flieger- unglück bei Gonsenheim, bei dem zwei Franzosen den Tod gesunden hätten, ist, wje die Havasagentur mitteilt, unbegründet. Es hat sich keinerlei Unfall ereignet. Der VernkasLeler Winzerprozetz. WSR. Trier. 17. Juni. Die heutige Bor- mittagsverhandlung erbrachte nichts wesentlich neues. Landrat Gorius aus Bcrnkastel betonte nochmals als Zeuge, daß er bei den Winzern stets treu deutsche Gesinnung gesunden habe. Die heute vernommenen Zeugen fagten u. a. aus, bestimmte Personen, die an der Erstürmung beteiligt waren, konnten nur in Aus- nahmefällen namhaft gemacht werden. Wiederholt wurde bekundet, daß Winzer andere von Unbesonnenheiten zurückgehalten hätten. Polizeiassistent Zimmer aus Grach sagte aus, daß schon einige Sage vor dem Zug nach Bernkaftsl in Grach Aeuherungen gefallen seien, wie „Paß mal auf, seht euch da oben vor!" Der Zeuge, Obersteuersekretär Stessen, gegen den bei der Erstürmung des Finanzamtes Drohrufe laut geworden waren, weil die Winzer ihn als besonderen Steuerdrücker in Verdacht hatten, bekundet, man habe ihm im Finanzamt „Steuererpresser" zugerufen und mit einem Stock vor dem Kopf ich flüchtete von einem Künstcheu ins andere, hatte ich das Gedichtefchreiben satt, nahm ich das Schnitzmesser und fabrizierte einen Hanswurst aus einem Stück Holz und, wenn er nicht ganz so gelang, wie ich wollte, zeichnete ich schnell ein paar Burgen in einem Bexgland (das kann ich nämlich besonders gut, und unser junger König Ludwig liebt meine Blättlein so sehr, daß ich bei schuldigem Respekt sagen must. er setzt eines meiner Phantafiefchlösser nach dem anderen leibhaftig an den Alpenrand hin). Und wenn das zu Ende ist, konrponiere ich ein Liedchen oder verfasse einen Artikel für die Augsburger Allgemeine Zeitung, bin ich aber daS müde, so nehme ich den Stift und zeichne eine Karikatur für die „ Fliegenden Plätter" oder mache ein Bilderbuch für die liebe Jugend..." „Siehst du, höhnte der schwarze Geist der Nachdenklichkeit, „siehst du, mülta non multum, sagt der Lateiner, du hast dich lediglich beschäftigt und hast das große Werk, das auf dich wartete, kläglich sitzen lassen! Bei deiner Begabung!" Franz Poccis Blick trübte sich; wie die fernen Berge im gelbgrauen Dunst versanken, so versank er selbst in eine unzufriedene, wehmütige Stimmung und sah gar nicht, daß ein zartes, geisterfeines Mägdlein, mis schillernden Libellen- flügeln, gleich einem leuchtenden Dämmerungsfalter ums Schloß geflogen war und sich nun, mit einem geschmeidigen Schwung ihrer schönen Glieder plötzlich neben den schwarzen Geist der Unzufriedenheit auf dem Altan niederließ, den mürrischen Gesellen an feiner Nase packte und ein paarmal tüchtig hin und her zerrte, ohne daß der üble Gast gegen die festen rosigen Fäustchen des hübschen Kindes etwas anfangen konnte. Und schon begann sie mit einer lieblichen, glocken- herumgesuchtett. Er bestreitet, besonders scharf bergeganggn zu sein. Die Vermögenssteuer wurde erst von 5000 Mark an festgesetzt. Die Wein- besiände wurden je nach per Lage mit 80 Pf. bis 4,20 Mc. bewertet. Nach längerer Auseinandersetzung über die Art her Steuererhebung des Finanzamtes Pernlaftel erhält Oberstaatsanwalt R u st aus Köln, es solle die weite ft* gehende Rücksicht auf b i e Angeklagten genommen werden. Man könne von vorne- berein unterstellen, daß die Angeklagten sich bedrückt fühlten und durch die Maßnahmen des Finanzamtes in Erregung versetzt wprden feien. Oberregierungsrat Haag vom Landesfinanzamt erklärt, es liege auch ihm fern, zu behaupten, daß kein Steuerdruck vorgelegen habe. Jeder spüre dies ja am eigenen Leibe Weiter wurde auch die Frag- erörtert, ob die Winzer steuer- scheu gewesen feien Demgegenüber erklärten Weingutsbefitzer V e 11 i n und Dr. Meyer aus Zettingen, wenn die Leute nicht bezahlt hätten, so fei nur ihre Äot daran schuld gewesen. Es habe z. B in Zettingen nur sehr wenig Leute gegeben, die noch eine Mark im Hause gehabt hätten. Die Leute hätten sich npch Nicht einmal einen Hering kaufen können. Ihre Schulden bei Handwerkern—Utzd Lebens- mittclhänblern seien ständig gewachseckT-Die meisten Kredite seien zum Ab trag en p pn Steuern benutzt worden. In der Nachmittags- sitzung erklärte der Lcmoxat ppn Bepnkastsl, Go - rius, die Winzer hätten sich tatsächlich in einer wirtschaftlichen Notlage befunden, es seien auch eine Hnmenqe Beschlüsse nach Berlin gesandt wprdcn. Der deutjch-spanische Handelspextrag habe große Schuld an dem Elend der Moselbeppskerung. Der Brrnkastelex Bürgermeister Hammel rat erklärte, der Angriff auf das Finanzamt sei mit Steinwürfen eröffnet woxden. Auf keinen Fall aber Hape die Sache etwas mit kommunistischen oder separatistischen Motiven zu tun. Die vernommenen Landjäger bekundeten, sie hätten die Menge vor hem Eindringen in das Finanzamt zurücktialten wollen, doch seien sie machtlos gewesen und einfach zur Seite gedrängt worden. Einer von ihnen habe einen Schlag über den Kopf bekommen. Wirtschaft. Dsr dsutsche Kapitalmarkt und seine Entwicklung. Der deutsche Kapitalmarkt hat sich schon seit längerer Zeit als außerordentlich aufnahmefähig erwiesen- Man kann rechnen, daß seit Anfang dieses Jahres über 1 Milliarde Mark an Anleihen, Obligationen. Pfandbriefen usw. aufge- r.omnien worden siuh. Am stärksten ist die Beanspruchung gewesen, die von staatlicher Seile an den Kapitalmarkt gestellt worden ist; man fqnn sie auf-über l/4 Milliarde Mark beziffern. Von Körperschaften der öffentlichen Hand (Girozentralen, Provinzialverwaltungen usw.) fino ungefähr 140 Millionen Mart an Anleihen heraus- gegeben worden; die Kommunalverwaltungen sind mit über 160 Millionen Mark beteiligt. Gegenüber diesen (Beträgen für öffentliche Zwecke (insgesamt über 550 Millionen Mark) nimmt sich die Beanspruchung des Kapitalmarktes durch die Industrie mit rund 160 Millionen Mark relatib bescheiden aus. Zu diesen Beträgen kommen noch die Psandbriefemifsionen, die für Preußen allein auf 250 Millionen Mark veranschlagt werden können und für Pas ganze Reich auf über 300 Millionen Mark. Trotz dieser Inanspruchnahme von insgesamt 1 Milliarde Mark ist der Kapitalmartt immer noch recht flüssig. Wenn man fragt, woher diese Erscheinung kommt, so ergeben sich verschiedene Antwortern Verhältnismäßig gering ist der Anteil, der als Dauereiniage bei Sparkassen, Danken usw. auf den Kapitalmarkt gelangt. Etwas höher zu schätzen ist der Anteil der Eteuereingänge bei der öffentlichen Hand, die vielfach bis zu ihrem endgültigen Verbrauch auf dem Kapitalmarkt angelegt werden. Der größte Anteil ist aber darin zu suchen, daß infolge der nun schon seit langem andauernden Wirtschaftskrise hohe Beträge, die sonst in der Wirtschaft produktiv angelegt zu werden Pflegen, jetzt Dem Geld- und Kapitalmarkt Angeführt werden. Eine gewisse Rolle spielt auch der Hmstand, daß viele Beträge im In- uns Auslande als Anleihen ausgenommen worden sind, die erst allmählich zu einer unmittelbaren Verwendung gelangen und die bis dahin aus dem Geld- und Kapitalmartt zinstragend tätig sind. Aus diesen Gründen für die Flüssigkeit des Kapitalmarktes ergeben sich auch gewisse Anzeichen für ihre Dauer. Wirklich langfristig und ohne Rücksicht auf die Schwankungen der Konjunktur werden im allgemeinen nur die Sauer« fpareinlagen fein; diese sind aber relaftv niedrig; Hellen Stimme: „Nun hast du genug geunkt, du Schwarzseher, du lliiredjttuer, du Obersthof- Philister! Jetzt spreche ich und sage vom Franzel folgendes, und merk es dir, wenn du willst und kannst: Wer sagt dir, daß auf den Pocci ein großes Werk wartete? He? Niemand weiß es, und es wartete auch keines guf ihn! Was er konnte, war dies Wesen, wie ep es trieb und wie ich, die Phantasie, es ihm verliehen habe. Hnd hat er nicht Hundexttauserche mit seiner reizenden Kunstspielerei, die ihr Finsterlinge Dilettantismus nennt, erfreut und beglückt, hat nicht ganz Deutschland über seinep unvergeßlichen „Staatshämorrhoidarius'' gelacht, aste deutschen Kinder mit seinem flagenben Hasßn geweint, der sich mit dem Taschentuch die Tränen trpefnet pper mit feinem Hanswursten der steifleinenen Welt fröhliche, harmlose Pritschenschläge verseht? Hnd erfreuen sich nicht noch heute kfuge Männer und Frauen an seinen kleinen, phantastischen Berg- und Burglandschaften? Hnd wenn nun dieser liebe Pocci-Franzi jetzt auch wirklich, sagen wir anno 1856 oder 58 ein „Werk" verlaßt hätte, einen sechsbändigen Roman? Was bann? Ist es nicht viel luftiger, in Bilderbüchern zu leben als wie in verstaubten, hochmütigen Romanen begraben zu fein? Also!" Damit nahm die schimmernde Phantasielibelle den Geist der Hnzufriedenheit wieder beim Nasenbein und Hupps schleuhexte sie ihn im, großen Bogen in den Starnberger See, es glupfte' ordentlich, als wenn ejn Bleistück hineipsiele. Md huscy. war sie fort, die Libelle. In dem Augenblick fing das Glöcklern im d?x Kirche gn zu läuten zum Engel des Herrn. Da beugte Franz Graf Pocci kindlich den Kopf und betete sein Ave Maria. ... fli wft Sause v.i WLf weck «rtli Ks fofi die W 2t m m fetten -SH Stilen k M-nend g Piekerum d e Wen, da Ä fttzst nach A len Mr nc länge« W Sefdflüsllglcr -usgimnen iß Kßfden wir • Sie |6. YM dere MssM A g.ZM M 0 den HMW M H y, oeben DerlN an dkk geßr' neutgg he! Platz yenW f-inteM 6ir i'eköOrung Bericht M ' ter tetoflt, ringelt hab lobung am * beliefen Her mit einer bk Aordb. Lloy! Fortgang. ( svlgHesseir u Mvntanm Lordergrimb mit einer Sie im ^erlaufe ten übrigen ' die Führung, lebhgst gehand Der "Baute Wißt, und f K/SSUNCf Greif $ erst! Sefa M en dc Daru, Ätz Mim, fie ü-nnen also dem QeiD» und Kapitalmarkt inc Stüde nicht gewähren Kic Beträae, die icßt noch qyä Anleihen usw zur Ve-iugung sieben, werden allmählich immct geringe^, da iie tm Laufe der Zeit ihrem eigentlichen Zwea -gLxführt werden müssen. Etwas sehnliches gilt nyn den Beträgen, die nur vorübergehend aus der Wirtschaft genommen Wochen sind, weil sie Ür die Dauer der Krise und der aus ihr tztulticrenden schlechten Befchaftigungsmöglichkeit n der Wirtschaft selbst langfristige Detäligungs- iöglichkciten nicht finden konnten, deshalb auf em offenen Markt vorübergehend Anlage jW uchen ae-wungen waren. Auch hixr werden fich ie TerhSltnisse Dann ändern, wenn die Wirt- chaftslage sich bessert und damit wieder mehr .Selb produktiv tätig fein kann- Wir sehen also Pie interessante Erscheinung, ho6 die Flüssigkeit auf dem Geld- und Kapital' inarlt in der Hauptsache zu rrflaren ist aus der schlechten wirtschaftlichen Lage, und dast sie in tvem Augenblick anfangen wird gufzuhören. in dem die Wirtschaft einen Aufschwung nimmt, -iese Feststellung ist besonders wichtig, weil sie die Folgerung zulätzt, daß eine Besserung dk'- wiktfchastlichen Lage schon bald wieder am automatisch einsetzenden Kapitalmangel ihr Ende finden wird Fmmer wieder ist die Beobachtung zu machen, dah der Kapitalverlust der deutschen Wirtschaft durch die Inflation in den Aufstiegsmöglichkeiten der wirtschaftlichen Entwicklung sich hemmend bemerkbar macht. Daraus ergibt sich wiederum die Schlustfplgerung, daß die einzelnen ^Konjunkturschwankungen noch für absehbare Feit schneller folgen werden als in normalen Feiten, da Kapitalmarkt und innere Wirtschaftskraft noch zu schwach sind, als dast längs re Feiten guter Konjunktur möglich wären. Aach für längere Feit wird es nur eins geben: entweder «Seldslüssigkcit oder gute Wirtschaftslage. Beides lulammen (also eine eigentlich gute Konjunktur) werden wir für« erste noch nicht erleben. • Die amtliche (Arosthandels- indekziffer. Die auf den Stichtag des i0. Juni berechnete Grosthandelsinbexziffer des Uatistifchen Reichsamts ist gegenüber dem 9.9imi um 0,4 v. S. auf 124,2 gestiegen Bon den Hauptgruppen Haden die Agrarerzeugnisse um (f? o. H auf 124,ö angezogen, während die Fndunriestosse um 0,2 v. H auf 123,6 nachgegeben haben. Berliner Börse. Bersin, 18. 3uni. Die starke 2lbschwachung an der gestrigen Rachbörse hat bereits einer erneuten heftigen Aufwärtsbewegung Platz gemacht Der Ausweis der Reichsbahn hinterfief) hinsichtlich der stark gesteigerten Kohlen- beiörderung einen günstigen Eindrucks auch der Bericht des Rheinischen Braunkohle»'Hyahikates, her betont, dast die Kohlenabfuhr wieder voll eingesetzt habe, wirkt« anregend. Pie gestrige Belebung am S ch i s s a h r s s m g rk t t, die neben besseren Berichten über den Frachtvprkehr auch mit einer bevorstehenden Kapitglerhöhung beim Rordd Lloyd begründet wird, nahm peutc ihren Fortgang Schissahrtsoktien konnten in- solgeoessen um 3 bis 4 Prozent anziehen. Am Montanmarkt standen Brsunkostlenwerte im Bvrdergrunde Rheinische Braunkohlen eröffneten mit einer Steigerung von 5 Prozent und konnten im Verlaufe sich noch weiter befestigen. Don den übrigen Montanwerten hatten Gelsenkirchen die Führung. Auch Farbenaktien wurden lebhaft gehandelt und waren ansehnlich gesteigert. Der Banken markt blieb dagegen vernachlässigt, und hier waren Abschläge von 0,5 bis 1 Prozent gu verzeichnen Auch den: , und « u s i ö n 's i f ch e Renten waren fast cc chä'ls- los. Ztm Geldmarkt ist die Lage unver- ändeii leicht. Tagesgeld 3.5 b;£ 5 Prozent 3m Devifenperkehr nh die l a t ? i n i i che n Valuten wieder i m Fallen begri-?. i. Pgris gegen London 174 25. jr'tf'c'-Sonfcon 171, Matlanö-London 135. Sörienluric. mffurl o.M. I 3 P-Utschc ^eiO.-antiiiic 3l/xVo Deutsch. ?. •■■iieLiiIcibt Vi* Lcutsck, VI-'-'l.:-:. Deutsche Stiflrpranncuc.r.lcibt r/e Prcußnliic Äcnfold ■ - . 0.400 Berlin Schluff. rtivan - 07,5 - Ldefamitchc Werte 31 bin . . ZMUMpk Pkipelberg . . Pbtllpp DoljMüNN ... Slnglo-Cont.-Guano . . . . Lykmischc Maoer SUapin . . 5- ®- ftarbenmbufiric, A^G. ytotofdnnibt......... Holzverkohlung........ lnütgirSwerfe........ Sch/ipcanftalt ........ BerUnex Hmidklsgetellschaft. Lommerz- «nL Prtvai.Bct.nt Tlunnli- ugt> Raiionalbant • Druttchs Vu»t ....... icHtfdjt B/rcin.dao' • . . . üvcoiup ffcmmaobit , . MkraUbpyI...... . . . Mitleldrnych? Crcditdank. . QifUi-reichilche Credttanslalt Bochum« ®n6 . ...... tBuberui ......... Sbtniicb-Umzaii'ura. . . . . . Gcljenksrchener Bcralvertr. . Harocncr Vtrgbau . . SfilltiMF« Hffflcr6lcbe.i. . . . H,i liirey ®eft»rcgcln. . . . . L'auraljiut,......... Dberbcöavf Sbpatf Bergbau ...... Rheimiabl • - ....... Hiicdcct Montgn TelluS Bergbau...... Slmiburß.Wmerika Pake. . . orddeutscher L'loBb . . . 13.25 49,5 158 Hl" 147* 137.71 84,25 134.6* 118 Hfl 18.45 13,12 - 49 75 - IBS» 110,7* 111’ 147* I14S.2* 136,7* 138' Iß4’ 102* 164* HO, 7* U6.5' 115,9 73 59,25 >14.2* 124,5» 194.5* .Hs 93. n 184,e 141 38 94,18» 119.5* 117.5 fO 139 H' i34,r 46.5 141,3* >17' ÜB,?»’ 121,5- 1|8 114- 73.9 59* 114.5* 124* 132.7- 134* 140 39 5413 «4.5- 119* 116,5 140,6* 130* 137,7* |34,9* 06,5 195,5’ 82 56.5 93 135.6 60,5 45 195* 81 94,25 141 137,2 114,9- 72,2.5 59.5’ U8' 126.5’ 135’ 1:16.25 142,5- 39,75 94- 121.9- 116 195* 83J 63,5 122,5' 123.5' 116,7' 123.2- 116 96,1 111,5* 157 I22.fi* 116,7» «Qfl- Beranillim ........ Mohid-aüwerle...... . . Cchucken ......... Siemens & HalSk ,.. .. 112,5* IM- «djermcrte alener...... Daupler Wptorcn. 6cllhflaifincbt ...... . Mran'-N. . . ........ Motorenwerke Manubelm ^nrnffurtcr «Mokuren . . 'tonservciNahnk Brfluu . . U.-fiellacfcrtfcriaft ^r.-nl-un. ■Bei. Union ...... Schub'abrik üetä...... Fcllftoü Daldbo'f. . . ’ -juckertadrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waabäulel . . . 68.751 73 s.7 67,25 tz»! - 9D I — jtz T- 5 5 er 124 - 76,25 - 138 139,75 58 68 68 68 70 66 66,25 -I - — — — — _ — - M — 31,5 — — —— 139 138,2* 57,25 — frankfurter Börse. Frankfurt. 16 a r f t hielt sich das Geschäft in engsten Grenzen. und die Kurse zeigten nur unwesentliche Besserungen AeichSpank plus 0,75 Prozent. Gröbere Beack tung sanden erneut Motorenwerte, von denen Äleijer 4 Prozent und Daimler 2 Prozent höher gingen. Zellstoff-Aktien fest. Z u ck s r a k t i e n lustlos und kaum verändert. Von Paustoffpktien gaben Wahfz ft Frey tag 1,5 Prozent nach. Der deutsche Renfe »markt zeigte Merkmale einer Belebung, die Kurse hielten sich auf dem bisherigen Stande. Von ausländischen Renten waren Türken weiter fest. Der Freiverkehr war still. Becker Stahl 23. 'Benz 66, Brown Boveri 92. Entreprise 8, Groprag 60, ilfa 37,5, Ufra 77 Prozent. Der weisere Verlaus brachte bei gesteigerten Umsätzen neue Ve- festigungen aus fast allen Märkten. Aw Geld- mar k t ist die Lage für kurzfristige Gelder weiter leicht. Lagesgeld 4 Prozent. Monafsgeld wurde dagegen etwas reger gefragt, sobah erste Adressen 5 bist 5,25 und zweite Adressen 6,25 bis 7 Prozent zu zahlen haben Privgtdiskonten 4,37 bis 4 5 Prozent, Industrie-Akzepte 4,87 Prozent. Im Devisenvsrkßhr trat eine neue Senkung der lateinischen Q3 q (u jen ein. Par-s gab gegen London auf H3,—, Brüssel avl 170 - nach Mark und Pfund sind unverändert. Sebifenmartt Berlin—Frankfurt a. M. Telegravh^sche Auszahlung. j 17 tzunsE ”7 IS Wnl Brss- tflflüt) tthnftiania ■ tüiNnbflflin tojlioiin ■ Helsingsors ytalicn. . . Lcnvon. . cunort . . T.m8.... Schweiz . . Spanien. . Japan . . . Rio de Ja«. Wien in D-- Ceft. abgest Prag . . . . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien ^'ffabon DanUg. . . stonstanti«. Mben . Canada. . Uruauav NlnMche^-stgti riiüg ist, 49 112.>9 10,598 15,21 20.463 4,205 11,98 81,39 67.68 59,42 12,46 7,45 5,89 3.04 21,485 61,175 2,25 5.21 4,207 4.-35 3,03 ä, 435 ,975 2,24 5,19 4,197 4.225 59,43 12,46 ’iS 8,02 81,M 81,16 3 4.246 crcld 168,49 1,693 111:11 10,558 15,17 20,411 h$ 81,10 67,52 1,961 0.654 Am, ticke «Äelv 16X,58 1,695 li,79 111,26 Hüttt 4,195 11,59 81.195 67.62 1,990 0.653 M 7.485 5.86 J,01 W A 4.199 4.235 IW.9O 1,699 111:11 10,592 15,13 20,465 Brie- 168.91 i jnlnoten. virli.i, II tlH.nfäiuliti tNeice , , , , , dei|&. 0 tfitii .. . ,. , xanuau viokii ...... Lnglilcke Rei.-:i s)rsni. «ick.- ijoi-n...... pellqiidiickc Bs, :i . . . . Jirlienischk V.’aici: ...... Rsr>oe,nsHi Kalen . •TiUlliti c. e«,rr, q iaa Aron,« nliimaautbi Kalen . , . Sckmrv.ich« Ke,«« , ., tzchiotiits Kann . . , Snqniicl .' Wrun . , . , , rsch-chsii°>n»kii«|.,- Kan« . , pnaariick. Ulcitii , , . 4, *52 13,30 «H 55 •?>>.48 IH.73 1967 IM5 112.76 81 60 67.80 13,452 fei, «li Ui ,5' iliAntfurtn* «vett'-lvevörsk. Frankfurt a M |6 Zuns. Ls wurden notiert: Weizen, Wctterauer 3* vis 31.50, Roggen, inlänb. 21,50 bis 22. Sommergerste für Brauzwecke 22 b.» 2-'. Hafer in 8 ib. 2’ b 8 23. 22f.ri^. gelb 17,50 bis 17,75, Weizenmehl, inlänb., Spezial 0 42,75 bis 43,25, Roggcnmeyl 29J5 bis 30,25, Weizentteie 9 bis 9,25. Roggenkleie 11 Mk. Tendenz fest Berliner Produktenbörse. Berlin, 17. Zuni. Die ausländischen Preis- Meldungen für Weizen waren kaum verändert und übten auf den Berliner Verkehr wenig Einflust gu$. Die hiesigen Preise stellten sich heute bei erheblicher Vorsicht der Erzeuger leicht erholt. Roggen hat in prompter Ware viel Beg:hr. doch sind sehr schwer Abschlüsse zu erzielen. Gerste ruhig, nur Futtersorten fest. Hafer behauptet. Das Mehlgeschäst blieb still. Futterartikel stiller und vereinzelt im Preise gedrückt Im Zsithandel erhöhten sich d'.e Weizcntermine für nahe Sichten um 75 Pfennige, für Herbstlieferungen um eine halbe Mark. Am Roggenmarkt hat sich wider Erwarten hie gestrige begonnen? Befestigung für Herbstmonate »ich: fortgesetzt. Di? heutige» ersten Kurse waren unverändert, während Utes ex Gieren PUtzeo dis In- and Autiiaflei Ini Gießen: Sally Loeb, Bahnhofstr. 52a UBERSEEREISEN REGELMÄSSIGE PERSONEN- UND TR ACH T BEFÖRDERUNG NACH ALLEN TEILEN DER WELT Nadi New York und Boston gemeintem ffill ■ UNITED AMERICAN LINES welche zum guten Gelingen MesAkkSMer durch persönliche Mitwirkung, sowie durch Gaben und Geldspenden beigetragen haben, sagen wir unfern wb w. Gießen, im Juni 1926 MMW 5166V Hr. 140 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Freitag, 18. )uni <926 Turnen, Sport und Spiel. 1911 in Stockholm 4:2 für Deutschland. 1911 in Hamburg 3:1 für Schweden. 1923 1924 1925 in Stockholm 2:1 für Schweden. in Berlin 4:1 für Schweden. in Stockholm 1: 0 für Schweben. 18. 6. 29.10. 29. 6. 31. 8. 21. 6. Hessen, die dabei tätig sind, nennen wir: Will tGiehen), Textor (Marburg), Lehmann (Bad- Nauheim), R. Paul (Dieben). Reuter (Dieben). Die anwesenden besten Turner des Gauverbandes veranstalten am Samstagabend im K u r h a u s e einen turnerischen Werbe- abend. Ein bedeutsames Ereignis sind die G a u - Verbandsspiele des 1. Gauvcrbandes, die am Sonntag in Friedberg ausgetragen werden. Diesen gilt eine besondere Vorbesprechung an anderer Stelle. Die Sommcrfpicle der D. T. Meisterschaftsspiele im 1. Gauverband des Mittelrheinkreiscs. = Zahlreiche und verschiedenartige Spiele Pflegt die Deutsche Turnerschaft, und als Belohnung für den Sieger winkt der Titel eines deutschen Meisters. Cs sind Kampfspiele im wahrsten Sinne des Wortes, die Gewandhcit, Kraft und Ausdauer verlangen, um die heißumstrittene Siegespalme zu erringen. Die Spiele sind Mannschaftsspiele und verlangen von dem einzelnen Spieler restlose Unterordnung und Hncigennützigkeit. Als ausgesprochene Sommerspiele kommen in der Hauptsache zwei Spielarten in Frage, die auch das gröbere Publikum interessieren: Faustball und S ch l a g b a l l. Beides sind Mannschaftsspiele ganz verschiedener Art. Betrachten wir uns zunächst das Faustballspiel. Zwei Parteien zu je 5 Spielern stehen sich, nur durch ein 2 Meter hohes Seil getrennt, dabei gegenüber. Im Gegensah zu früheren Zeiten ist jetzt der Endzweck, den Faustball, der die Gröhe, nicht aber die Schwere eines Fußballs hat, so über die Schnur zu schlagen, daß der Gegner den Ball nicht erreicht. Als Punkt zählt immer nur ein Ball, wenn er von einer Partei verschlagen wird. Gerade bei diesem Spiel ist es unbedingt erforderlich, dah die aus 5 Spielern bestehende Mannschaft vollkommen aufeinander eingespielt ist. Jeder muh sich unterordnen, um durch schnelles Zuspiel dem Mitspieler den Ball so zuzuschlagen, dah er in der Lage ist. ihn möglichst scharf und plaziert ins gegnerische Spielfeld zu schlagen. Ein Faustballspiel dauert zweimal eine Viertelstunde. Ann zum Schlagball. Hier stehen sich zweimal 12 Spieler gegenüber, die durch keinerlei Schnur getrennt sind; vielmehr gibt es eine Schlag- und eine Fangpartei: Die Schlagpartei versucht durch Schläge ihre Läufe zum Laufmal hin und zurück zu bringen. Die Fangpartei dagegen hat die Aufgabe, den geschlagenen Ball zu fangen, durch Zuspiel die laufenden Schläger einzukreisen und abzuwerfen, um dann selbst das Schlagmal zu besehen. Gerade dieses Spiel ist außerordentlich svannend, und es fesselt unwillkürlich den Zuschauer, wenn die schnellfüßigen, frischen Turnergestalten in gewandtem Lauf sich der Einkreisung entziehen und das Mal erreichen. Bei den Meisterschaftsspielen in den Bezirken unseres Heimatgaues und dann vor allem bei den Gaumeifterschaftsspielen in (Ziehen (worüber der „Gieh. Anz." ausführlich berichtet hat) hatten wir Gelegenheit, uns von neuem an den alten schönen Turnspielen erfreuen zu können. Aoch gröberem Interesse der Sportfreunde werden aber die Meisterschaftsspiele im Gauoerbond Main-Lahn begegnen, das heißt die Spiele im 1. Gauverband des Mittelrheinkreises, die in diesem Jahre im Gebiet des Gaues Hessen ausgetragen werden, und zwar am kommenden Sonntag in Friedberg auf dem Platz der dortigen Turngemeinde. die bekanntlich wieder Gaumeister des Hessengaues in der Faustball-Meisterklasse ge- worden ist. Ein seltenes sportliches Ereignis wird uns dadurch in unserer engeren Heimat geboten, denn unter den teilnehmenden Gaumeistern anderer Gaue befinden sich mehrfache deutsche Meister: so die Frauenabteilung des Tv. 1860 Frankfurt a. M. im Frauen-Faustball und dann der ..Verein für Licht, Luft", Wohl die beste deutsche Faustball-Mannschaft, die der eigentliche Wegbereiter des modernen Faustballspiels gewesen ist und von 1913 bis 1924 ungeschlagener deutscher Meister war. Als hervorragende Schlagballmannschaft erscheint Tv. 1 860 Frankfurt a. M.. eine Mannschaft, die schon mehrmals an den Endspielen um die deutsche Meisterschaft beteiligt war. Von den übrigen Gaumannschaften, die an den Spielen teilnehmen und sich um die Gauverbandsmeisterschaft bewerben, sollen nur noch die Vertreter des Gaues Hessen in den einzelnen Spielarten genannt werden: Faustball- Meisterklasse: Tgm. Friedberg: Faustball- Altersturner: Tv. 1 846 Gießen: Faustball. Turnerinnen: M t v. Gießen: Schlagball- Meisterklasse: Akad. Tv. Marburg. Leichtathletik. Wettkämpfe zur Einweihung der Laufbahn der Universitär Gießen Zur Einweihung der neuerrichteten, mit großer Sorgfalt bergestclltcn Laufbahn auf dem Turn- und Spielplatz der Hniver - sität Gießen fanden am Sonntag Wettkämpfe zwischen den Universitäten Marburg und Gießen und der Spielvereinigung 1 9 0 0 Gießen statt. Die Laufbahn erwies sich als ganz vorzüglich. Leider war das Wetter wenig günstig - die Vorkämpfe wurden bei strömenden Regen ausgetragen so daß die erzielten Zeiten dadurch beeinträchtigt wurden. Auch litt darunter der Besuch der Veranstaltung. Immerhin hatten sich mehrere Hundert Zuschauer eingefunden, die mit großem Interesse den Wettkämpfen folgten. Kurz nach Beginn versammelte Seine Magnifizenz der Rektor der Universität Gießen. Pros. Dr. Bürker. die Wettkämpfer um sich und begrüßte sie im Ramen der Universität. Der schärfste Kampf fand um die Schwede n st a f f e l (400, 300. 200, 100 Meter) statt, die für die Spielvereinigung 1 9 0 0 Gießen und die Universität Gießen offen war. Der Kampf in dieser Staffel ging um einen von Geheimrat Sommer der Stadt Gießen gestifteten Wanderpreis, den die Spielvereinigung 1900 zu verteidigen hatte. Beide Mannschaften waren gleichwertig, so daß aus der ganzen Strecke Mann neben Mann gekämpft wurde. Die Universität Gießen gewann schließlich mit Drustbreite und wurde damit 2. Inhaber des Wanderpreises. In den kurzen Strecken (100 Meter. 4mal°100- Meter-Stassel) war die Spielvereinigung 1900 überlegen, in den Mittelstrecken die Universität Marburg. Marburg gewann das Faustballspiel gegen die Universität Gießen. Die 3 0 mal - 2 0 0- M e t e r - S t a s f e l, die alljährlich zwischen den Universitäten Marburg und Gießen ausgetraqen worden (Wanderpreis der medizinischen Fakultät der Universität Marburg) wurde von Marburg mit ca. 250 Meter Vorsprung gewonnen. Anschließend an die Wettkämpfe hatte der A. A. f. L. der Universität Gießen die Teilnehmer zu einem Abendimbiß in der Baracke auf dem Arad. Turn- und Spielplatz eingeladen. Der Einladung waren über 100 Personen gefolgt. Aach dem Essen wurden die Sieger durch Geheimrat Sommer verkündet und ihnen Urkunden und Wanderpreise erteilt. Mit einem Gedicht, das den Strophenschluh: „Es werde Lichtl" hatte, wurde sodann die neue Beleuchtungsanlage in der Svprtbaracke und auf dem Wad. Turn- und Spielplatz feierlich ein- geweiht. Die Teilnehmer blieben noch lange fröhlich zusammen. Bet Einbruch der Dunkelheit wurde der Wad. Turn- und Spielplatz durch flammende Feuer auf den Betonsäulen an der Terrasse erleuchtet. Am Schluß führten 20 Studenten und Studentinnen unter Leitung von Herrn Steinbach einen Fackelreigen auf, der reichen Beifall der Zuschauer fand. Die Ergebnisse der Wettkämpfe im einzelnen sind folgende: _ 100-Meter-Lauf: 1. Fischer, Spog. 1900, 11,9 Sek.; 2. Fricke, Univ. Marburg, 12; 3. Baumblatt, Univ. Gießen, 12. 400-Meter-Lauf: 1. Rathke, Univ. Marburg, 57 Sek.; 2. Birkenstock, Spog. Gießen, 58,8. 1500-Meter-Lauf: 1. Heim, Univ. Marburg; 2. Kallenbach, Spog. Gießen 1900; 3. Weber, Univ. Gießen. 3000-Meter-Lauf: 1. Schäffer, Univ. Marburg, 10:29 Min.; 2. Berg, Spvg. Gießen, 10:40,3; 3. Hien, Univ. Gießen, 10:55,2. 4X100-Meter-Staffel: 1. Spvg. Gießen 1900, 46^6 Sek.; 2. Univ. Marburg, 46,7; 3. Spvg. Gießen Schwedenstaffel: 1. Univ. Gießen, 2:11,8 Min.; 2. Spog. Gießen 1900 2:11,9. Olympische Staffel: 1. Mannschaft 1. Sieger Univ. Marburg 4:07 Min.; 2. Spog. Gießen 4:2,2; 2. Mannschaft 3. Univ. Marburg 4:5,4. 30X200-Meter-Staffel: 1. Univ. Marburg 13:55,4 Min.: 2. Univ. Gießen 14:41. Faustball: Univ. Marburg gegen Gießen 60:50. Nationale Iugendwettkämpfe der Spielvereknigung 1900. ö Am Sonntag veranstaltet die Spiel- Vereinigung 1 900 ihre diesjährigen n a Ho- nalen Jugendwettkämpfe. Das Meldeergebnis ist über aNes Erwarten gut ausgefallen. Am Start wird beste West- und süddeutsche Klasse aus Frankfurt, Siegen, Offenbach, Butzbach, Limburg, Fulda, Alsfeld und Wetzlar erscheinen. Insgesamt ungefähr 100 auswärtige Teilnehmer Das Hauptinteresse richtet sich aus den Start 6er S.G. „Eintracht" Frankfurt und der Sportfreunde Siegen, die beide mit über 20 Mann ihres erstklasägen Jugendmaterials er* Garnitur der Schweden nicht zu besiegen vermochte. sondern mit 1:4 den kürzeren zog. Bis 15 Minuten vor Spielschluh stand der Kampf noch 1:1, dann ließ der völlig versagende Berliner Torwart Kuhnt drei zum Teil leichte Bälle passieren. Auch im Vorjahr war uns kein Erfolg beschieden, nur der glänzende Münchener Torwart Ertl behütete uns vor einer ziffernmäßig sicheren Aiederlage. Aufs neue stehen sich nun beide Mannschaften gegenüber. Dieses Mal ist, wie gesagt, Nürnberg zum Austragsort gewählt und der Däne Andersen — der auch Deutschland- Holland leitete — zum Schiedsrichter besttmmt. Die deutsche Mannschaft basiert dieses Mal in erster Linie auf Nürnberger Kräften und wird allgemein für sehr spielstark gehalten. Sie besteht aus. Stulfauth (Aürnberg), Popp (Aürnberg), Kutterer (München), Schmidt (Aürnberg), Köhler (Dresden), M a r t w i g (Berlin). Auer, Franz (beide Fürth). Harder (Hamburg), Pöttinget, Hoffmann (beide München). Leicht wird den Schweden also der Sieg nicht gemacht werden, wenn nicht gar der Wunsch und die Hoffnung der deutschen Fuhballwelt in Erfüllung geht, daß uns endlich wieder einmal ein Sieg über Schweden beschieden fein und damit der Abstand in der tabellenmäßigen Spielstärke herab- gemindert werden möge. Turnen. Die Amerikariege der D. T. in Chicago. Die Amerikariege der Deutschen Turnerschaft nahm auf Einladung am Deutschen Tag in Chicago teil. An diesem waren 50 000 deutsche Sänger, Krieger und Turner beteiligt. Die deutschen Turner waren der Mittelpunkt der Veranstaltung. Sie wurden begeistert ausgenommen. Ihr vorzügliches Turnen an Reck, Barren und Pferd, sowie ihre Leistungen im Freiübungsturnen weckten jubelnden Beifall und waren der Höhepunkt des Festes, das für die Wiedererstartting des deutschen Gedankens in den Vereinigten Staaten ebenso sehr von Bedeutung war wie für die Sammlung aller Vereinigungen, die in Aordamerika deutsche Sprache und deutsche Sitte Hochhalten. Mit Jubel wurde die Ansprache ausgenommen, die der Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft, Direktor Dc. Berge r. hielt. Bemerkt sei, daß auch der deutsche Konsul in Chicago die Riege gastlich aufnahm und bei sich empfing. Die nächste Aufgabe den Riege ist ihre Teilnahme am amerikanischen Bundesturnfest, das in Louisville stattfindet. Hier werden die Deutschen im Wettbewerb mit den amerikanischen Turnern treten. Neue D. T. Höchstleistungen. vo. Bei den Gau-Meisterschaften des Hell- wig-Märktschen Turngaues in Dortmund stellte Lingnau zwei neue D. T.-H öch stlei - ftungen auf, indem er im Steinstoßen; (15 Kilo) mit 10,16 Meter die bisherige Höchstleistung um nicht weniger als 0,56 Meter verbesserte und im Kugelschocken 22,36 Meter erreichte. Bemerkenswert ist auch die Leistung von Fräulein Repp (Dortmund) im 100-Meter-Lauf mit der Zeit 12,4. Dom Mittelrheinkreis der D. T. Kreisjugendtreffen — Gauberbandsspiel — Dorturnerstunde deö 1. Gauverbandes. = Der Sonntag bringt drei größere Veranstaltungen des Mittelrheinkreises, die in das Gebiet unseres Heimatgaues Hessen fallen. Die Turnerjugend des Mittelrheinkreises trifft sich, wie wir bereits mitgeteilt haben, am Samstagabend in Münzenberg zur Feier der Sommersonnenwende. An die 2o- hannisfeier, die am Sonntag in Kloster Arnsburg statt findet, schließt sich eine F ü h - rersitzung, in der hauptsächlich über die Beteiligung von Jung-Mittelrhein am 3. Jugendtreffen der D. T. in Hirschberg beraten werden soll. Auf der Hardt bei Lich soll dann die Jugend sich noch zu Spiel und Sang vereinen. In Bad-Aauheirn findet am Samstag und Sonntag eine Gauverbandsvortur- n er st und e des 1. Gauverbandes im Mittelrheinkreis statt, woran die besten Turner der Gaue Hessen, Frankfurt, Offenbach, Hanau, Kinzig und Main teilnehmen. Der Samstagnachmittag gilt dem Frauenturnen, wobei u. a. „Körperbildende Gymnastik" (F. Fleck), „Schwungfvrmen mit Belastung" (Frl. Kasten). „Spiele" (R. P au l. Gießen) Gegenstand der Hebung und Belehrung fein werden. Das Männerturnen wird am Sonntagvormittag durchgeführt. Ein reicher, interessanter Hebungs- stoss wird vorgeführt. Don Vorturnern und Berichterstattern aus dem Gebiete des Gaues Futzball-Länderkampf Schweden—Deutschland. Aach langen Terminverhandlungen ist endlich der sechste Länderkampf zwischen Schweden und Deut schl a n d für den kommenden Sonntag nach Aürnberg angeseyt worden. Die Schwierigkeiten der Terminfrage lagen in der Tatsache begründet, daß beide Länder eine von einander verschiedene Spielzeit haben, da die Schweden vom Aovember bis Februar wegen des hohen Schnees und wegen der Kälte ihren Meisterschaftsbetrieb unterbrechen müssen und deshalb Frühjahrsspiele wegen der mangelnden Form der Spieler nicht austragen. Zu dem für sie günstigen Zeitpunkt vom Juni bis August steht Deutschland aber gerade in den Endkämpfen um die deutsche Meisterschaft, die Spieler sind infolge der ausgedehnten Spielzeit sehr häufig nicht mehr in bester Form, und andererseits haben auch die Schweden ein ausgedehntes Programm abzuwickeln, so daß lie sich gern bet den Abschlüssen für die Aationalmann- fchaft gewisse Reserve auferlegen. So trägt Schweden in den Monaten Juli bis August acht Länderspiele gegen Norwegen, Tschechoslowakei, Deutschland (Juni), Italien, Finnland, Lettland, Estland (Juli) und Belgien (August) aus. Der schwedische Verband kann sich nach Erledigung seiner Meisterschaft restlos den großen Länderkämpfen seiner Nationalmann- fchaft widmen. Die Spielstärke Schwedens ist in Göteborg beheimatet. Die Hauptstadt Stockholm hat in Hamarbh und A. I. K. ihre stärksten Vereine, die aber in der diesjährigen Meisterschaft nicht mitreden konnten. Schwedischer M e i ster wurde zum 11. Male bei 30 zum Austrag gelangenden Meisterschaften Oergrythe-Göteborg. Für die Heberlegenheit der Gotenburger Vereine im schwedischen Fußballsport zeugt die Tatsache, daß auch Gais-Göteborg zweimal und Kamraterna- Göteborg viermal den Titel eines schwedischen Meisters heimführen konnten. In der Schwedenmannschaft spielen am Sonntag. Lindberg. Alfredsson, O. Karlsson (alle Helsingborg): Wyss (Malmö), Rosen (Helsingborg), Erik Andersson (Gotenburg): Haglud (Stockholm). H. Dahl (Landskrona). Brost (Malmö), A. Dahl, Kroon (beide Helsingborg). Bisher haben fünf Länderkämpfe gegen Schweden stattgefunden. Beachtlich ist dabei die Tatsache, daß unsere Mannschaft nur den ersten, am 18. Juni 1911 in Stockholm ausgetragenen Kampf zu gewinnen vermochte und die nachfolgenden vier Spiele verloren gingen. Die bisherigen Spiele verteilen sich wie folgt: Der sportliche Verkehr mit Schweden begann 3 Jqhre nach Einführung der Länderkämpfe durch ®eut(aTanb. Auch in der Aachkriegszeit ließ der Wiederbeginn der Kämpfe lange Zeit auf sich warten. Das hat aber nicht etwa seine Mr- fache in irgendwelcher Voreingenommenheit der schwedischen Fußballer gegen uns, sondern in der Tatsache, dah Schweden selbst Länderspiele erst 1910 aufnahm. Vor der ersten Begegnung mit Deutschland haben nur je 2 Kämpfe gegen England und Aorwegen stattgefunden. In der Nachkriegszeit wahrte Schweden die sportliche Neutralität in striktester Weise. Es beteiligte sich nicht an dem von England ausgesprochenen Boykott gegen die Mittelmächte, hielt sich aber auch die Hände frei, um diesen unsportlichen Mt Englands voll unwirksam machen zu können. Deutsche VereinSmannschaften haben gleich in der ersten Nachkriegszeit in Schweden gespielt und glänzende Aufnahme gefunden. Der erste und einzige Sieg Deutschlands in Schweden wurde mit einer Mannschaft errungen, in der 4 Berliner Spieler standen. Die ReichShauptstadt war damals auf der Höhe ihres fuhballsportlichen Könnens und Victoria zum zweiten Male deutscher Meister geworden. So kamen 3 Diktoriaspieler in die Mannschaft, die den 13. deutschen Länderkampf bestritt: Worpitzky, Dumke, Hunder und von den Ber- Htier Preuhen Droz. Der flinke Dumke war der Hrld deS Tages, er schoß von den vier erhielten Toren drei. Der Kampf war hart und entzückte die 3000 anwesenden Zuschauer. Der Spielstand war 1:0, 1,2, 4,2. Das Rückspiel, vier Monate später in Hamburg ausgetragen, enttäuschte allerorts. Die deutsche Mannschaft zeigte ein schwaches Spiel und verlor verdient. Mit Äfogler und Knefebeck (ohne den ausgeschiedenen Wdkpihth) standen wieder vier Dictorialeute in der Mannschaft. Die Känipfe der Nachkriegszeit sind schnell Zestretstz Die schwächste Leistung bot unsere Mannschaft 1924 in Berlin, wo sie eine zweite SCHIEL Kinder essen Süßspeisen gern! Viele Geschmacksarten wie: Mandel, Vanille. Zitrone, Erdbeer, Himbeer, Ananae ermöglichen reiche Abwechslung, Versuchen Sie ferner; Dr. Oatker’i Feinkost • Pudchngi wie; S*ekoMe*speiM mH HtaktM Mandela 8e#*kda