Nanik a> rreihe 5 ?Q<6 Ott too*08 Ae- chle^,Nng^ üa*g ^lo:8. sy?»* I ist -0.03. der'g^ ■nöe frt "Ul^en. SWiM*3 'M schland. NvDeu'sch. ^öenden h.-, ^Men aber, N» mit "Preis hftn “«-es "p/remien btr 9 ln Berlin, ann Lawali ? und Lewa. c^n Laus gr. m, Wne Dei. Achter lQ1Ur, "nnen muß. 'lebten Detter- t t 1926. is des Deutschen diesem Jahre >ge Wandersahrt, er Lahn bei zahl-. Beifall sand. In oiohrt aus der 'erg—Klingenbcrg ' ZU bewähigenbe terschaften. m Hochschulamies ■ftenmal atabemi- Wen. Sie Huste $)od)id)u!(imt Whrung dieler im Jahre 1.121 c des Druden eisletschasttn sind mden einer deui- snholt der vorlie- n wir mit einp- ussätze namhaft: d Sogelmorb aus e monographische ;on Adalbert Ba> mg), eine 6# igbgrünbcn" von Abhandlung von die von Hund tragen werden", auf eine Gegen- einst und jetzt" der tolle Früh- teilt, spult auch * äugen auf dem Darmseer Soli- :e durcheinander, *&T- üb-°>--b. D°i tenberget. JW- A*Ä sonders bunten gestaltet. (6. .i-dn «ne ”* »*taj K* «* Diesen di° Pl°u> grants cnders- schaut «5 -S bis M to &>• gpeiele » Nr. M Erster Blatt 176. Jahrgang Dienstag, 18. Mai 1926 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts-Vllch- Ulli» äteindruckerei R. Lange in Sietzen. 5christleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7. Bon Luther zu Marx müsse «ine Unter ft ütjung eines Kabinettes kam, war der fei durch feine Angehörigkeit zum Reichsbanner sehr stark nach links fest gelegt. Die Oppofitionssteltung der Deutschnationolen könne sich in nichts ändern. noch schwebt, eine Regicrungsgemeinschast zwi schrn ihnen und der Deutschen Dolkspartei aus- zcschlossen ist. Das Einzige, was in Frage uni) was auch angestrebl werden muhte, Erfchernt täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Rsuots'vezvgrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Richter- fcheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüffe: Schrislleitung 112, Ver« lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Mnjeiqer Siehe«. Postscheckkonto: franffurt am Main 11686. Der Volksentscheid über die Fürstenenteignung. (Berlin, 17. Mai. ($11.) Da der Reichs- t a g den Gesetzentwurf über die enlfchädigungs- lose Enteignung der Fürstenhäuser abgelehnt hat, hat des Reichskabinett in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, dem Wunsche des Volksbc- gehrens stattzugeben und Den Volksentscheid über die entschädigungslose Enteignung der Fürstenhäuser am 20. 3uni ds. 3s. stattfinden zu lassen. Der Reichsminister des 3imem hat durch Verordnung vom 17. Mai 1926 die näheren Anordnungen für die Durchführung des Volksentscheids getroffen. Gegen stand des Volksentscheids ist die Frage, ob der im Volksbegehren im Reichstag verlangte Entwurf eines Gesetzes über Enteignung der Fürstsnvermögen Gesetz werden soll. Der Stimmzettel enthält eine dementsprechende Frage dorgedruckt. Die Stimmabgabe erfolgt in der Weise, daß der Stimmberechtigte, der die zur Abstimmung gestellte Frage bejahen will, das mit ,3a", der Stimmberechtigte, der sie verneinen will, das mit „Nein" bezeichnete Viereck durchkreuzt. Die Stimmlisten und Stimm karten sind vom 6. 3uni bis einschließlich 13. 3uni aufgelegt. Die Gemeindebehörden find ermächtigt worden, die Auslegung schon früher beginnen zu lassen. auf die Notwendigkeit einet gesicherten Mehrheitsregierung hin. Von den Rechtsblättern wird vielfach auf die außerordentliche Schnelligkeit der Lösung der Kabinettskrise bingetoiefen. Die „TäglichcRund- fchau" erklärt jedoch, die gegenwärtige Lösung sei nur eine Notlösung, geboren aus dem unmöglichen Zustand der Dinge, daß in dieser Zett außen- und innerpolitifcher Spannungen schärfster Art das Land ohne Regierung war. Auch die ,Deutsche Allgemeine Zeitung" betont, daß die Regierung Marx eine ausgesprochene Niedergangs- und Zwischenlösung sei, ein 3nterregnum mit befristeter Laufzeit. Die Möglichkeit für eine in Aussicht genommene Umbilbung werde sich vielleicht schon in kurzer Zeit ergeben. Die ^Deutsche Tageszeitung" weist darauf hin, daß das ^lebergangskabinett Marx auf der gleichen sachlichen und personellen Grundlage ruhe, wie das gestürzte Kabinett Luther. Diele ausgleichende Krise fei jedoch mehr als unbefriedigend. Einer Einbeziehung der Deutschnationalen in das Kabinett stehen nicht nur die bekannten Meinungs- fchwierigkeiten in der Außenpolitik, sondern ebenfalls die Stimmung im Zentrum entgegen. Die „Kreuzzeitung" und die „Deutsche Zeitung" erklären ausdrücklich, daß die Deutsch- nationalen diesem Kabinett noch mißtrauischer gegenüberständen als dem Kabinett Luther. Marx Annahme von Injelatn für die Tagesnummer vir zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig: für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil Hans Füftel, sämtlich in Gießen. stück fertiggebracht hat, eine Krisis auf wenige Tage zu beschränken. Er hat ossiziell die Parteiführer nicht zu sich bemüht, er hat sich auch nicht darauf eingelassen, wie das bisher der Landes so der Brauch war. sich von den Parteien ihren Willen vorfchreiben zu lassen, sondern nur durch Herrn Geßler als Treuhänder mit ihnen verkehrt und die Aspirationen des Parlamentarismus in 2>ie gebührenden Schranken zurückzuweisen verstanden. Gewiß hätte auch Herr v. Hindenburg es I lieber gesehen, wenn sich eine andere Kombination ergab, die mehr Dauerhaftigkeit verspricht. Aber er hat einsehen müssen, daß dazu der Augenblick noch nicht gekommen ist. Wobei ' es nach der ganzen selbständigen und überpartei- lichen Art des Herrn v. Hindenburg selbstverständlich ist. daß auch er nicht daran denkt, die Sozialdemokraten von der ^Beteiligung an einer Regierung, entsprechend der Stärke, die sie nun einmal haben, auszuschliehen. soweit die sachlichen und politischen Voraussetzungen dafür ge- I neben sind. Daß sie in diesem Augenblick nicht gegeben ' ren. darüber kann eigentlich ein Zweiefl nicht glich sein. Haben doch sogar die Demokraten. ■ i;c bei der Vorbereitung der Krise weiter nichts I cls eine Stohstruppe der Sozialdemokraten waren, »ugefteben müssen, daß gegenwärtig die große Koalition nicht in Frage kommt, weil c5 eben ein Ding der Unmöglich leit ist. daß die Sozialdeipo- tratie als Regierungspartei den ©igentumzibegriff verteidigt und gleichzeitig mit den .Kommunisten zusammen die Fürsten enteignen will. Deshalb ist es auch so unverständlich, weshalb das Zen- ‘ttum urplötzlich eine starke Verärgerung gegen die Deutsche D olkspartei markierte, nur weil Herr Scholz dem Zentrumskandidaten Adenauer gegenüber rund heraus ausgesprochen hatte, wie die Dinge liegen. Dabei hat auch er grundsätzlich die Meinung vertreten, daß ein Zusammenarbeiten zwischen Deutscher Voltspartei und Sozialdemokratie keineswegs ein Ding der Tlnmöglichkeit sei. er hat nur hingefügt, daß ein gemeinsames Programm dafür nicht gesunden werden könne, bis zum mindesten die dringenden! Fragen der Gegenwart, in erster Linie also die Fürstenenteignung, die Auswertung und der Finanzausgleich, bereinigt wären. Aber das Zentrum hat Wohl auch diese Unterhaltung Adenauer-Scholz nur benutzt, um lie innenpolitisch auszunuhen. ilnb dadurch ist es ihm in der Tat gelungen, die Deutsche Volks» Partei in die Enge zu treiben. Die Erklärung, Die am Sonnlagnachmittag zwischen Zentrum und Deutscher Volkspartei vereinbart wurde, besagt zwar in ihrem 3nhalt so gut wie gar nichts. Aber daß sie gerade jetzt veröffentlicht wurde, ist ein' politischer Erfolg auf Kosten der Deutschen Volkspartei. Natürlich, die Parteien, >ie bisher in der Regierung fallen und die Locarno-Politik gemacht haben, müssen an den 2ocarno-Verträgen festhalten; sie können also mit Parteien, sie von den Ergebnissen Locarnos nichts wissen wollten, nicht zusammenar- beiten, solange diese Parteien ihre Stellung dazu nicht revidiert haben. Das zielt nur auf die Deutschnationalen, die ja auch sehr gut wissen, daß, solange der Streit um Locarno Allmählich gelingt es jetzt, einen Heber&lid über die Ziele und den Umfang der großen Aktion des Berliner Polizeipräsidenten zur Enthüllung „rechtsradikaler Hochverratspläne" zu gewinnen. Wir erfahren ja auch zu unserer De- ruhigung, daß düs Material endlich an den Oberreichsanwalt weitergeleitet worden ist. Damit kommt die älntersuchung zum Glück in unparteiische Hände. Das wird von allen Seiten begrüßt werden, denn man muh doch einmal offen ausfprechen, daß das ohnehin nicht allzu große Vertrauen zu der Objektivität der Berliner Potttischen Polizei durch diesen neuesten Schwabenstreich einen schweren Stoß erlitten hat. Gewiß, wir wissen alle, daß es in Deutschland immer noch Leute gibt, die an einem Putsch- Spleen leiden, in ihrer Art gewiß sehr ehrenwerte Männer, die von starkem 3dealismus erfüllt sind und das deutsche Volk gerne nach ihrer Fasson selig machen würden. Solange sie in Kaffeekränzchen ihre Pläne ausbrüten, sind sie harmlos, sobald sie aber dazu übergehen, ihre Theorie in die Praxis umzuwerlen. sind sie staatsgefährlich. Es ist also das Recht und die Pflicht der Polizei, sie zu überwachen und zuzupacken in dem Augenblick, wo greifbare Handhaben dafür Dorliegen, daß von irgendeiner Seite akttve Vorbereitungen zum Hochverrat getroffen werden. Ob davon in diesem Falle überhaupt gesprochen werden kann, ist vorläufig noch mehr als zweifelhaft. Die Politische Polizei Berlins verzapft ihr ..Material" tropfenweise. Was sie indessen bisher belanntgegeben hat, ist mehr als dürftig, und bei den schar» Angrisfen. die gegen sie erhoben sind, darf man ohne weiteres annehmen, daß sie nicht gezögert hätte. Schuldbeweise an den Tag zu bringen, wenn sie nämlich welche gefunden hätte. 3ndessen, diese Frage kann man einstweilen offen lassen. Darüber wird ja d'.e Llntersuchung des Oberreichsanwalts Klacheit schaffen. Eins jedoch steht heute schon fest, daß die Haus- suchungen bei Führern der deutschen Wirtschaft aufs Blaue hinein ohne jede gesetzliche oder materielle Handhabe in Szene gesetzt worden sind. Vielleicht in der Hoffnung, das Material, was noch fehlte, dort zu finden, sicher aber in der Absicht, die davo.i betroffenen Persönlichkeiten politisch und to.r.schafttich zu diskreditieren. Denn welche Wirkungen soll das anders haben, wenn ein Mann. Vie Dögler. der sich von der aktiven Politik zurückgezogen hat, um freie Hand für den größten Gedanken unseres Wiederaufbaus, die Gründung des Stahltrusts, zu haben, mitten in der Nacht aus dem Bett geholt wird, zusehen muß, wie seine Wohnung durchsucht wird und sich nicht davor schützen kann, daß er in polizeilicher Bewachung in fein Bureau begleitet wird, um auch dort die Prozedur der .Untersuchung über sich ergehen zu lassen. Herr Dögler ist mit feinem Stahltrust im wesentlichen fertig. Was er jetzt braucht, ist eine internationale Anleihe. Die Voraussetzung für diese Anleihe aber ist das Vertrauen des Auslandes in ihn als den Führer des Trusts, ilnö ausgerechnet in diesem Augenblick wird Herr Vögler ohne irgendeinen Beweis vor der ganzen Welt als des Hochverrats dringend verdächtig denunziert. Wir wollen nicht hoffen, daß dadurch die Anleihe- Verhandlungen in Amerika gestört werden, aber möglich ist es immerhin; und diese Möglichkeit mußte zum mindesten in Rechnung gestellt werden, ehe Polizeiorgane auf Herrn Vögler los- gelassen werden. Wahrhaftig, das bekannte vierbeinige Tier im Porzellanladen ist ein Tanzkünstler zu nennen rn Vergleich zu der Polizei, die nicht imstande ist, zu verhindern, daß vor den Toren Berlins am hellichten Tage wehr- und dadurch diesen Streitpunkt zu beseitigen. Niemand kann sagen, was bis zum Herbst geschieht. 3edenfalls muß die Deutsche Volkspartei darauf bestehen, daß der Kurs des Kabinetts Marx innerpolitisch genau der gleiche bleibt, wie der des Kabinetts Luther. Und die Tatsache, daß die Flaggenverordnung auftechterhalten bleibt, spricht ja auch deutlich dafür, daß fachlich sich durch den Kanzler- Wechsel nichts geändert hat. Herr Marx gehört äu den Ministern, die den Flaggenerlah gebilligt haben. Damit ist feine Stellung dazu gegeben. Auch die Demokraten werden sich damit abfinden müssen, daß sie in Wirklichkeit sogutwienichts mit ihrer Ministerstürzerei erreicht haben. Die Ausgabe der neuen Regierung aber kann nur fein, über den Sommer bis in den Herbst hinein die Geschäfte in der Linie einer ruhigen Entwicklung weiter zu führen. Dann werden hoffentlich auch innenpolitisch die Möglichkeiten gegeben fein, um den Fehler wieder gutzumachen, den die Deutschnationalen durch ihr vorzeittges Ausspringen aus dem Kabinett Luther machten. Bie6rnennungöesReid)$fanjlers Berlin, 17. Mai. (IM.) Amtlich. Der Herr Reichspräfident hat den bisherigen Reichsjustizminister Dr. Marx zum Reichskanzler ernannt und ihn gleichzeitig mit der einstweiligen Wahrnehmung der Geschäfte des R e i ch s m i n i - ftersderJufti; und des Reichsministers für die besetzten Gebiete beauftragt. Ferner hat der Reichspräsident auf den Vorschlag des Reichskanzlers die Mitglieder der bisherigen Regierung in ihren Aemlern bestätigt. Das Reichskabinett trat heute vormittag gegen 11 Ahr unter dem Vorsitz des neuernannten Reichskanzlers zur ersten fonffifuierenben Sitzung zusammen. 3m Lause des Nachmittags empfing Reichskanzler Marx die Parteiführer sämtlicher Reichstagspartelen mit Ausnahme der Kommunisten und der völkischen. Gegenstand der Besprechung war die Vorbereitung der Regierungserklärung, die voraussichtlich am Mittwoch in der Reichstags- sihung abgegeben wird. Die Regierungserktärung dürfte zum Ausdruck bringen, daß die Regierung bemüht fein werde, der Aufforderung des Reichspräsidenten, eine L i n h e i t s f l a g g e für das Deutsche Reich zu schassen, schnellstens Folge zu kiffen. Die Reichsregierung werde nach Pfingsten dem Reichstag einen besonderen Antrag auf Bildung eines Ausschusses oorlegen. Ls ist beabsichtigt, daß an diesem Ausschuß nicht nur Parlamentarier, sondern auch Historiker und Heraldiker teilnehmen sollen. Die vorbereitenden Arbeiten würden mit größter Beschleunigung betrieben werden, so daß die verfassungsmäßige Erledigung der Flaggenfrage noch vor dem Sommer möglich sein werde. Die Regierungerflürung wird ferner betonen, daß die bisherige Politik des Kabinetts unverändert forlgeführt werde, besonders gelte dies von der Außenpolitik, deren gleichmäßige Fortsetzung einen feststehenden Programmpunkt bilden wird. Der „Tägl. Rundschau" zufolge wird sich das Kabinett Marx dem Reichstag mit einer Regierungserklärung Vorsteven, die nur kur; und formaler Natur sein werde. Auch die Fraktionen würden sich in der Hauptsache auf die Abgabe einer kurzen Erklärung beschränken, so daß man hofft, die Debatte über die Regierungserklärung bereits am Mittwoch zu Ende zu führen und am Donnerstag die Pfingftferien beginnen zu können. Ein Vertrauensvotum werde nach dem genannten Blatt nicht verlangt werden. lose Frauen ermordet werden, die betfür aber bisher unbeschuldigten Staatsbürgern bei Nacht und Nebel ins Haus fällt. 3st das nicht wirklich ein öffentlicher «Elan» bgl? Die Kommunisten betreiben für die Pfingsttage in aller Oeffentlichkeir eine große Invasion nach Berlin. Die Polizei hat sich bisher nicht gerührt, vermutlich. weil Herr Min'ster Severing an die Gemeingefährlichkeit feiner „politischen Kinder" erst glaubt, wenn es zu spät ist. Dagegen werden auf irgendeine Denunziation hin Hunderte von Polizisten durch die Wälder in der Umgegend von Berlin gejagt, um ein geheimnisvolles Wafsenlager zu finden; mit dem Ergebnis, daß nachher drei verrostete Gewehre gefunden werden, deren Herkunft ganz natürlich zu erklären ist. Liegt nicht in dieser ganzen Methode System, daß Verbände, die vaterlän- dischen Sinn pflegen wollen, auch wenn sie nächst ewiesenerm ah en sich zum großen Teil aus der Deutschen Volkspartei reirutieren, r«htsradikaler Putschabfichten verdächtigt werden, daß dagegen die rote Front mit Unterstützung der amtlichen Stellen die Straße beherrschen darf. Die preu* ßifche Regierung hat eine blutdampfende Notverordnung veröffentlicht, die der Ausgangspunkt ihrer ganzen Untersuchungen fein soll. Sie ist aber trotz aller Nachfragen bisher nicht damit herausgerückt, von wann dieser Plan batiert ist, wenn sie auch hat zugeben müssen, daß sie ihn schon feit längerer Zeit im Besitz hat. Darüber hinaus hat sie einen Aufmarschplan gefunden, der aufgestellt tour als Gegenmahregel für den Fall einer Besetzung Berlins durch die Kommunisten und endlich hat sie einige Briefe des Alldeutschenführers C 1 a h veröffentlicht, ohne Rücksicht auf das Briefgeheimnis, die in keiner Weise die Grenze der freien Meinungsäußerung jedes Staatsbürgers überschreiten. 3m preußischen wie im Reichsparlament sind Anfragen über diese ungeheuerliche Ansammlung von Verstößen gegen Recht und gefunden Menschenverstand bereits angekündigt. Cie werden Gelegenheit zur weiteren Besprechung des ganzen Tyemas geben. Darüber aber kann Herr Se- vering sich nicht im Unklaren gewesen fein, daß fein Vorgehen eine Kampfansage gegen das gesamte Bürgertum bedeutet. Wir nehmen den Fehdehandschuh auf und sind gern bereit, den Kampf auch gegen ihn bis zum Ende zu sichren. Die Debatte im Landtag. Berlin, 17. Mai. (VDZ) Zu Beginn der zweiten Beratung des Nothaushalts gibt Abg. Dr. Dorsch (Ztr.- folgende Erklärung ab: Es dürfe kaum möglich fein, sich jetzt schon ein abschließendes Urteil darüber zu bilden, welche Bedeutung dem von der Staatsregieru.'-g herbeigebrachten Material über d i e beabsichtigte Putsch- unter n e b m u n g e n im einzelnen beizumefsen ist, so daß darüber das Urteil Vorbehalten bleiben muh. Die Zentrumsfraktion gibt aus diesem Anlaß mit allem Nachdruck der Meinung Aus' druck, daß es nicht nur ein selbstverständliches Recht, sondern die absolute Pflicht der Staats- regietung ist. mit größter Aufmerksamkeit darüber zu wachen, daß nichts geschieht, was den be- stehenden Staat irgendwie gefährden könnte, ganz gleichgültig, von welcher Seite Umsturzbewegungen zu erwarten, wären Der neue Staat hat leider- feine Veranlassung, in dieser Hinsicht weniger behutsam zu fein wie der alte. (Sehr richtig! in der Mitte.) Die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes steht heute zur Derno» fratie und hat keine Lust, sich die Staatsform, die sie sich nach dem Kriege geschaffen hat. an» tasten zu lassen. Zu dieser überwältigenden Kitte durch die Deutschnationalen. Davor je- ivch hatte das Zentrum Angst,-weil es sich bei seinem linken Flügel durch eine erneute Ver- iindung mit den Deutschnationalen zu koinpro- nittieren fürchtet, deshalb stellt es seine Taktik k rauf ab. dem neuen Kabinett wenigstens den kchein einer Kursdrehung nach links ?u geben. Und das ist ihm auch gelungen. Die Persönlichkeit des Herrn Marr genießt bei kn Sozialdemokraten größeres Vertrauen als lei den Deutschnationalen, und die Deutschnatio- rnlcn werden die Vereinbarung, die schlteßlich zur Bildung des Kabinetts führte, als eine Ab- hge an ihre Adresse betrachten. Darin gehen sie jedoch zu weit. Es handelt sch dabei lediglich darum, auszusprechen, was jetzt ist. Dis zum Herbst kann sich die Lage dieder vollkommen verschoben haben, vielleicht titfoideln sich ja auch die Dinge in Genf so, laß der Eintritt in den Völkerbund sich für Deutschland unter ehrenhaften Bedingungen vott» zcht, und der Abschluß des Russenvertrages bnnte dann auch den Deutschnativnalen Veran- bssung geben, unter das Vergangene einen Strich P ziehen, sich mit dem Geschehenen abzufinden Die Berliner Presse z,uu neuen Kabinett Marx. Berlin, 17. Mai. «Abendblätter.) 3n eingehenden Besprechungen nimmt heute die Berliner Presse zu dem neuen Kabinett Marx Stellung. Uebcrall wird dem Gedanken Ausdruck gegeben, daß es sich bei dem gegenwärtigen! Kabinett nur um eine Uebergangsregie- rung handelt. Das ..Berliner Tageblatt" weist darauf hin. daß die Wendung spätestens der Volksenischeid bringen werde. Die Konsequen- Sn aus dieser Volksabstimmung werde nur eine egterung ziehen, die auf festen Füßen steht. Marx möge dann von der verfassungsmäßigen Waffe Gebrauch machen, die er vor zwei Jahren unbenutzt ließ, die Auslösung des Reichstages. Die ..Vossische Zeitung" erklärt, die Re» gienmg Marx sei ein Uebergangskabinett. dessen, wichttgste Aufgabe es sei, die Hindernisse für die Verwirklichung der großen Koalition aus dem Wege zu räumen. Sehr viel weitgehender ist die Stellungnahme des ^Vorwärts", der in der Regierungsumbildung nur die Aufschiebung einer endgültigen Entscheidung zwischen rechts und links sieht. Die Entscheidung stehe zwischen den Deutsch' nationalen und den Sozialdemokraten, sie werde beim Vollsentscheid fallen. Der „Bö rsen- Courier" weist auf das große Vertrauen hin, das Marx bei den Parteien genießt, jedoch auch Ob Mihtrauensanträge eingebracht werden, abgewartet werden. Eine Notlösung. Von Marx zu Sucher, von Luther wieder zurück ZU Marx, das ist also das mehr als unbefriedigende Ergebnis der jüngsten Krise, das in feiner geradezu Protesten Verhöhnung des gefunden Menschenoer- tandes erst recht herausgearbeitet wird, wenn man dagegen hält, daß Herr Marr seinerzeit gehen Atuhte, roeil'er mit feinen Versuchen zur Lösung der innerpolittschen Schwierigkeiten Schiffbruch erlitten hatte. Und doch wird man bei richtiger Einschätzung her parteipolitischen Lagerung zu der betrübsamen Schlußfolgerung kommen müssen, daß dies vielleicht in der Tat der einzige Ausweg war, der sich tot, wenn nicht eine wochenlange regierungslose Zeit eingeschaltet werden sollte, die wir aus inner- oie aus außenpolitischen Gründen im Augenblick nicht vertragen konnten. Es ist deshalb auch dankbar anzuerkennen, vah der Reichspräsident durch die kluge Zurückhaltung und dabei doch durch die Festigkeit feines Willens zum ersten Male das Kunst- Die „Putschpläne" im Preußischen Landtag Ministerpräsident Vraun verteidigt die Aktion des Berliner Polizeipräsidiums. MeHrheft gehört auch die Deutsche Zen- trumspartei. Deshalb erwartet auch die Zen- trumsfraktioir des Preußischen Landtages von der Ltaatsregierung, das) sie zur Sicherstellung der Verfassung und damit zur Verteidigung der republikanischen Stoatsform unablässig auf dein Posten ist, gestützt letzten Endes auf die für die Staatsgewalt unerläßlichen Machtmittel. Wir haben zur gegenwärtigen preußischen Staatsregie- rnng das volle Vertrauen, daß sie alles tut, was in ihren Kräften steht, um frühzeitig alle Gefahren abzuwenven, die einer ruhigen Aufwärtsentwicklung unseres Wirtschaftslebens durch unruhige Elemente drohen. e das größte Aufsehen in der Well, von der wir abhängen, erregen müssen, und zwar von hoher Regierungsstelle und nicht etwa irgendeinem sensationslüsternen Blatt. Zerstört man das Vertrauen auf die Führer der Wirtschaft, dann zerstört man i) i c Wirtschaft selbst. Einigen dieser Führer — darunter der. dessen Rame mit am bedeutendsten in der Welt ist und außerordentliches Vertrauen genießt, der jetzt an die Spitze der größten deutschen wirtschafls- technischen äl n t e r n e h m e n tritt, dessen« Macht und Bedeutung weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinausreicht, der durch das Vertrauen seiner Berufsgenos- f e n zur Führung des Gebildes berufen ist. das England feit langer Zeit vergeblich sich zu schaffen bemüht, um eine internationale Verständigung auf dem Gebiete der Kohle zu schaffen — diesen Männern wird von der Staatsregierung vorgeworfen. in Pläne verwickelt zu sein, die den ge- to n f t f a m e n äl m ft u r 5 zum Ziele haben. Einer Wirtschaft, die unter solchen Führern steht, muß man in höchstem Grade mißtrauen, deren Händen kamt man nichts anvertrauen, das wird das Echo fein. Wer i st denn in erster Linie die deutsche Wirtschaft? Die Millionen von Menschen, die in ihr das tägliche Brot finden muffen und heute schon nicht finden können und zum größten Teil sind es ihre früheren Vertreter, die so völlig übersehen, welche Schäden, sie durch ihr übereiltes Vorgehen gerade denen bereiten, wie sie die Zahl der Brotlosen gerade unter denen vermehren, durch deren Vertrauen sie zu den Stellungen gekommen sind, die ihnen die Macht geben, di e seK eul e n f chl ä g e auf öie Wirtschaft niederfausen zu lassen. Politik wird zum Verbrechen, wenn sie die Lebensmöglichkeiten des Volkes zerstört. Die Lage in Warschau. Warschau, 17. Mai. (WTD.) Die Stadt gewinnt langsam ihr gewöhnliches Aussehen. Der Ausnahmezustand ist aufgehoben worden. Bei Pruschkow — 15 Kilometer westlich von Warschau — und bei Kali sch stehen noch die aus dem Posener Gebiet von der Regierung Witos zu Hilfe herbeigerufenen Regimenter, die mit der Front gegen die Hauptstadt Aufstellung genommen haben. Die von der Warschauer Regierung in die Wege geleiteten Versuche, sie zum Abmarsch in ihre Garnisonen zu bewegen, sind bis jetzt ohne Erfolg geblieben. Amtlich wird der noch nicht vollzogene Abmarsch damit motiviert, daß die von Warschau nach dem Westen führenden Eisenbahnlinien noch verstopft sind. Heute abend trat der Ministerrat zusammen, um über die Einberufung der Ratio n a l v e r s a m m l u n g, die die R e u w a h l taatspräsidenten vornehmen soll, schlüssig zu werden. Eine in Posen zufammen- getretene zahlreiche Gruppe von Senatoren und Abgeordneten der drei Rechtsparteien, der Pia- ften und der Rationalen Arbeiterpartei hat sich ui einer an den Sejm- und vorläufigen Staatspräsidenten R a t a j gerichteten Drahtung gegen Warschau als Einberufungsort der Ola» honalDerfammtung ausgesprochen! da in der Hauptstadt die Dedingimgen für eine freie Aussprache nicht gegeben sind. Der neuernannte Außenminister Za leski empfing heute Vertre- ter der ausländischen Presse und erklärt, daß er von dem Willen getragen fei, die Politik des Grafen Skrzynski fortzusetzen. Auf die von deutscher Seite erhobenen Vorstellungen, daß die bis letzt in Warschau geübte Telegram mzen für oie richtige 3nformation des Auslandes über oie politischen Vorgänge unmöglich mache und der fteien Erfindung und Phantasie Tür und Tor öffne, versprach der Minister, bei den Miki- tarbehorden im Sinne der sofortigen Aufhebung sämtlicher Beschränkungen vorstellig zu werden. Gegenrevolution in pofen. General Haüer marschiert qeqen Pilfudfki. 3n pofen soll eine (Segen tegierung ausgerufen worden fein, an deren Spitze General ft aller stehl. Die Einigungsoerhandlungen zwi- fchen der pofen er Opposition sgruppe und der neuen Warschauer Regierung sollen Montag nacht er- Lkbuislos abgebrochen worden fein. Zwi- 'chen Kavallerieabteilungen der Truppen des Gene- 5«U£r’ d-e bei Sallfch und Lod) stehen, und Pilfudftl-Truppen sollen sich bereits größere Gefechte entwickelt haben, bei denen es auf beiden Seifen Tote und verwundete gegeben habe Die #aUlc,'Ic?ppen f°Uen den Befehl erhalten haben, bis Girardow zu marschieren, wo anscheinend General Salier seine Truppen zum vorstohgegen Warschau zusammen zieht. Bis jetzt sollen ihm 27 000 Mann zur Verfügung stehen. Eine Meldung der „Chicago Tribüne" aus Vosen bestätigt die Nachricht, daß General Haller sich weigere von feinem Posten zurückzutreten und den tl ro,a H nf c ? ® i b e r ff a n b gegen Mar- !? ?«‘LS V,LU oski zu orqanifieren gedenke. Marschall Pilfudfki habe dem Senafspräfibenfen beauftragt, mit General Haller zu verhandeln. Rationalistische Mitglieder des polnischen Canbtages feien in Posen eingetroffen und entfalteten eine rege Tätigkeit. Der Berliner Berichterstatter des „Ccho de Paris" ist noch Posen gereift und berichtet über den widerstand, der in pofen gegen Marschall pil- fubfti organisiert werde. Die Lage fei ernst, der Kampf zwischen den Anhängern pilsudskis und den Regierunqfnippen werde fortgesetzt. Gestern habe bie Kavallerie von Posen Wilamow. ben Stammsitz beo Königs Johann Sobieski, wohin sich mehrere Mitglieder der alten Regierung geflüchtet hätten, beseht. Oberschlesien gegen PilfudsKi. Kattowitz, 17. Mai. (WB.) 3m schlesischen Sejm wurde ein Antrag der Korfantyportei und der nationalen Arbeitspartei auf Mißbilligung des Staatsstreichs Pilsudskis, der die gesamte oberschlesische Wirtschaftslage besonders schwer erschüttert habe, mit einer Mehrheit von fünf Stimmen angenommen. Schon gestern waren die Führer der polnischen politischen und gewerkschaftlichen Organisationen, mit Ausnahme der sozialdemokratischen, die sich für Pilfudfki ausgesprochen haben, zu einer Besprechung zusammengetreten. Es wurde ein Komitee gebildet mit dem Ziel, eine Einheitsfront zu schaffen, um die erforderlichen Maßnahmen gegen die durch Pilfudfki geschaffenen Verhältnisse zu ergreifen. Der Westmarkenverein hat die Beteiligung an der Bildung dieser Einheitsfront abgelehnt mft der Begründung, daß er keine politische Organisation sei. Wie die „Polenia" aus industriellen Kreisen erfährt, ist infolge der politischen Wirren die Kohlen Verladung in Polnisch-Oberschlesien fast um 50 Broz. gesunken. Für heute abend haben die ge- samlen Kohlenzechen nur 2000 Wagons von der Eiscnbahndirektiou gestellt erhalten, während eine der größeren Kohlenzechen allein täglich 700 Waggons benötigt. Die Verladung nach Kleinpolen ist uoUftär.big unterbunden, während die nach Posen eingeschränkt durchgeführt werden kann. Die Genfer AudienkommWon. Die Bescklr'ifse zur Ratsfrage. Genf. 17. Mai. lWB.) Der Prüfungsausschuß hat heute abend nach, einer langwierigeni Diskussion über die Forderungen Uruguays und Chinas auf grundsätzliche Zuteilung von drei nichtständigen Ratsfitzen an Asien und Länder. die nicht zum europäischirn bzw. amerikairischen Kontinent gehören, seine erste Tagung abgeschlossen und den von Motta vorgelegtenl Bericht noch einigen Abänderungen einstimmig angenommen. Der Bericht Mottas betont, daß die Aufgabe des Ausschusses noch nicht abgeschlossen ist. Er beschränkt sich auf die Feststellung des gegenwärtigen Standes der Arbeiteick und besagt im wesentlichen, öafr* »Pas Prinzip der Vermehrung der nichtständigen Ratssitze. abgesehen von dem bekannten Vorbehalt Schwedens, einstimmig angenommen wurde. Der Hauptteil des Berichtes wird gebildet von dem heute vormittag angenommenen Entwurf des Redaktionskomitees, der die Wahl der nichtständigen Ratssitze regelt und verzeichnet die bei einzelnen Punkten von Brasilien. Spanien, Polen und Schweden bekannten Vorbehalte. 3n dem Bericht wird ferner festgestellt, daß der genannte Entwurf bei der Gefamtabstimmung einstimmig angenommen wurde und nur Brasilien und Spanien sich der Stimme enthalten haben. Der Bericht. der zugibt, daß die Frage der ständigen Ratssitze und der Gesamtzahl der Ratsmitglieder noch offen ist, spricht sich schließlich für den Grundsatz der Verteilung der nichtständigen Ratssitze nach geographischen Gesichtspunkten unter Anführung der von -Uruguay und Ehina erhobenen Forderungen aus und verzeichnet den Umstand, daß in, Ausschuß bezüglich der Forderung von drei nichtständigei, Ratssitzen für die südamerikani- schen Staaten Einstimmigkeit herrsche. Die endgültige Stellungnahme des Ausschusses über die Ansprüche auf ständige Ratssitze, die nur noch von Brasilien und Spanien aufrechterhalten werden, sowie die Festsetzung der Gesamtzahl der Ratsmitglieder wird der zweiten Tagung des Prüftlngsausschusses Vorbehalten, die provisorisch auf den 28. 3uni angesetzt wurde, aber vom Präsidenten Motta auf Veranlassung des Völkerbundsrates eventuell verschoben werden kann, falls fich bis dahin Brasilien und Spanien, die beiden einzigen 3nt«ressenten, die ihre Ansprüche auf einen ständigen Sitz noch aufrechterhalten, noch nicht für eine Vereinbarung auf Grund der durch den jetzt angenommenen Entwurfsmöglichkeiten entschieden haben sollten. Schwere Verluste der Spanier in Marokko. Madrid, 18. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Nach einer Meldung aus Alhucemas haben die Spanier dort bei ihren Operationen schwere Verluste erlitten. Eine Abteilung der Fremdenlegion von 360 Mann soll bis auf den letzten Mann getötet ober gefangen genommen worden sein. Kaufleute in Alhucemas senden ihre Warenvorräte nach Melilla zurück in Erwartung eines baldigen stärkeren Angriffes Abd el Krirns. Beträchtlich mehr als 100 Soldaten der spanischen Fremdenkgion sind in der Nähe von Tetuan gefallen. Die Zahl der Verwundeten ist groß. Aus aller Wett. Die Nordpolflieqer. Reuhork, 17. Mai. (WTB.) Lincoln Ells- worth berichtete einem Vertreter der ,Associated Presse" in Rome, das Meer in der Gegend des Rordpols fei zum großen Teil offen gewesen. Man habe am Pol felsige 3 nselnl gesehen, die aber kaum als Land betrachtet werden konnten. Amundsen, Ellsworth, Kapitän Wistmg und Omdahl warten in Rome auf den Dampfer, der sie nach den Vereinigten Staaten bringen soll. An den italienischen Teilnehmer der Expedition, R o b i l e, hat Mussolini folgendes Telegramm gesandt: „3hre Triumphfahrt erfüllt das ganze italienische Doll mit Begeisterung und Stolz. 3ch umarme Sie und alle 3hre unerschrockenen Gefährten." An Frau Robile sandte Mussolini einen Korb mit Rosen und einen eigenhändigen Brief, in dem er erklärte, „öie Rosen sollen meine tiefe Bewunderung für 3hren heroischen Gatten ausdrücken. Gr hat ein unauslöschliches Blatt in die italienische Geschichte geschrieben. Die Königin hat der Tochter Roblles, die gestern die erste Kommunion nahm, einen kostbaren Ring zur Erinnerung an den Triumph des Vaters gesandt. Robile soll nicht nur die goldene Medaille der Wissenschaft erhalten, sondern auch zum General befördert werden und das Kommando über die italienischen Luftschiffe erhalten. Ferner soll er zum Ehrenbürger der Stadt Rom ernannt werden. Kreuzer Hamburg in Sau Pedro. San Pedro (Kalifornien). 18. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der Kreuzer „Hamburg" tauschte mit den Forts und der Pacificflotte Begrüßungssalute aus. Vertreter der Flotte und der Regierung Südkaliforniens gingen an Bord zur Begrüßung der Besatzung des Kreuzers, der zwei Wochen hier bleiben wird. (Ein Riefenbrand in Rumänien. In Bacau wurden durch eine gewaltige Feuersbrunst 500 Häuser im Arbeiterviertel und zahlreiche Fabriken z e r st ö r t. Tausende von Einwohnern sind obdachlos. Infolge eines heftigen Sturmes war es unmöglich, bas Feuer zu lokalisieren. Erst als sich her Sturm gelegt hatte, konnte bas Feuer eingebämmt unb gelöscht werben. Der Schaben ist sehr groß. Wettervoraussage. Etwas wärmer, wolkig mit zeitweisem Auf- klaren, meist trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 10,2 Grab Celsius, Minimum 5,2 Grab Celsius, Nieder- schlüge 4,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 6,8 Grab Celsius. An V-, r l Sanien&ij l^manr Väscäe-j l*äsche',e6' Tische Küt kS buntff L ^dnerin fPr, I her schalen « I , ßnttoia1 I Schaffung ein 1 Jahren nf S mir ti Meitigen ff ,ur W&eit. tüiM in » 0* die em Men und de öcklg in 6W Lehrstühlen fu erwähnte Job die durch W Standes zur - rem Dkahe in *un roegung Die J' MenöeweM MMeMrö rung Verbund sondere Erschein: sein des Staat« Mim lojialen c die 3ugenbto Mhe an der beteiligt sei Aul sei dringend noi arbeit könne erst Gesichtspunkten g bei der Dohisah tome bekämpfen. I gehen und versuc erreichen. Dor al fing die Kraft z> stark machen, das bedürfe. Kein ® hilse. Aednerin b der Äigendtvvh! Schulkinbersiirsor schulentlassene 3 der GrchstM, BvhnungSnot u misst durch sozi arbeitmimen m erfolgen. "Men. fei bie Qlufflärui schuft Don grostci Rachitis, Sefchii deres Augenmerk eine wlchhMch besonders auf de sittlichen Gefahr Reachtung zu ft Maßnahmen sei der Lehrerin a Eine engere D Lehrer sei zu < 'nähige $anß6e|: arbeit der Lehr rmd in der 3ug Stig. Zur Erf W gestellten 2 Vertiefung der 2 Wschen Seite hj, obligatorische Arb augendverein usir »er soziale Beruf Ä ’^alet. die Luhe Giekener > , bsteten । Wimb: Dub M Zwiebeln 25, SIn 50 & Win 0 04 nrouf S* 100 tu 2i«o,e0 ^3! W )er Spanier o. Funkspruch.) Aach laben b'u Spanier ©«t Dniche er- vbeniepion von 360 0tn Mann flt- »men worben lein. ihre Knrtnoorräie hing einer baldigen 15. Leträchtlich mehr i Fremdenlgion sind illen. Die Zahl der W n b» Girren »n et. M en4 tnüh,, J1 WS*1»* >*h »-tzr arSSs - »Ä ftn ."-chlsiäichL nnfen 3#rß rr^Z ZArr «Ttttourl btt k.. genommen tDutbt Manien |E \9e ber ffänbigtn patimitgHf, V1« Ä Verteilung bet Sevgtatzhitchrn |tun9 der von S>® Zvrdnun. Umstand, dah in, «nmfl von drei lubantenlani- Ä * lMlles übet die W. die nur noch aulrochtechalten m9 der ®damt- 1 der zweiten Ta- r Vorbehalten, die i angescht wurde, auf Jeranlallung H verschoben wer- lin Brasilien und Interessenten, die ändigen Sitz noch für eine Berein- den fehl angenvm- entschieden haben Welt. r$J Lincoln SIU* xfer der ,2Dfoäa« >er in der Gegend - Teil offen ge« eisige Inseln t> betrachteiverdm , Kapitän Dlfmg 'auf den Dampfer, igten Staaten mfchen reilnchm« Mufsol'N'^ .Ihre rrimphsahrt )ie itaMW *** '«'S efartOt. »,r Medaille on»«n <>«* j,m. •hät und dar . äs*-- tor Hamburg d 6 Lt Sfotie ul1[ ctiet-^ndan Bord ns fl’jS" qreu-ers. unfl Pv ‘ en w>r6; Kumäni«1' itiae irch Arbeitet' im “V.f lau- fen öerÄolge eint» Ä rX- r> * S- Aus der Provinzialhauptftadt. Dietzen, den 18. Mai 1926. Der Hessische Landes-Lehrerinnenverein veranstaltete am SamÄagabend aus Anlab seiner S)aut>toeriammlung im Droben Hörsaal der Universität einen auberordentlich gut besuchten Vortragsabend. Aach einer kurzen Einleitung durch die Vorsitzende des Landcs- Lehrerinnenvcreins hielten Beigeordneter D r. Leib (als Vertreter der Stadt) und Stadtschulrat Prof. Dr. Alles (als Vertreter des Stadt- »chulamtes und des Landesamtes für da« Dil- dungstvcien) kurze VcgrübungSanfprachen. 2In- 'chliebend hieran referierte Frau Margarete •? reuge, Leiterin der sozialen Frauenschule in Hamburg. über „Die loziatpädagogi- » 1 t c n Aufgaben unserer Z e i t". Die Rednerin sprach zunächst über die Bedeutung der sozialen Frage, welche durch die wirtschaftliche Entwicklung und die hierdurch bedingte Schaffung eines neuen Stande- seit den 70er wahren in immer steigendem Mabe in Erscheinung getreten fei. Die soziale Fro^e, d. h. die loyale Verpflichtung zur Hilfe und Tat sei heute so lief in unser Volksleben eingewurzelt, dob wir sie in unserer Gedankenwelt nicht 'mehr beseitigen könnten. Auch die Pädagogen seien zur Mitarbeit auf sozialem Gebiet berufen. Wir stünden in einer neuen Strömung der Pädagogik. die eine engere Verbindung mit sozialen Fragen und deren Lösung suche. Gin wesentlicher I Erfolg in dieser Hinsicht sei die Errichtung von Lehrstühlen für Sozialpädagogik. Die Rednerin erwähnte sodann die einzelnen Organisationen, die durch die Entwicklung des sogenannten vierten Stande- zur Lösung der sozialen Frage in höherem Mabe in Erscheinung getreten sind, und zwar mnächst die Sozialdemokratie, der als Gcgcnbe- roegung die Innere Mission folgte, auherdem die Frauenbewegung, die von Ansana an die Menschheitsforderung mit der sozialen Forderung verbunden habe. Hierzu komme als besondere Erscheinung das Verantwortungsbewußt- sein des Staates. UmtoanMung vom RechSstaat zum sozialen Staat (Sozialgesetzgebung). sowie die Jugendbewegung. die in besonderem Mähe an der Lösung der sozialen Frage beteiligt sei. Auch die Mitarbeit der Pädagogen sei dringend notwendig, denn die Wohlfahrts- arbeit könne erfolgreich nur unter erzieherischen Gesichtspunkten geleistet werden. Man könne heute bei der WoblsahrtSarbeit nicht mehr die Symptome bekämpfen, sondern müsse den Ursachen nachgehen und versuchen, das Zentrum der Seele zu erreichen. Vor allem aber müsse man dem Zög- ing die Kraft zur Selbsthilfe geben und ihn so rtarf machen, dab er des Erziehers nicht mehr bedürfe. Kein Mitleid, sondern Kraft zur Selbsthilfe. Rednerin besprach dann weiter das Gebiet der Jugendtoohlfahripslege (Kleinkinder' und Schulkinderfürsorge, sowie die Fürsorge für die schulentlassene Jugend), schilderte die Gesahren der Grotzstadt. die Folgen der Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot usw. Die Lösung dieser Aufgaben müsse durch soziale Derufsarbeiter und Berufs- arbeitenimen in Gemeinschaft mit der Lehrerschaft erfolgen. Reben der Unterstützung des Schularztes lei die Aufklärung der Eltern durch die Lehrer- Ichast von grofter Bedeutung (Kanftrf gegen die Rachitis. Gefahren des AlkoholiSmus). Deson- t-eres Augenmerk sei auch darauf zu richten, datz eine wirtschaftliche Ausbeutung der Schulkinder, besonders auf_ dem Lande, vermieden werde. Der littlichen Gefährdung der Kinder sei besondere Beachtung zu schenken. Bei Fürsorgeerziehung-- Maßnahmen sei eine Zuziehung des Lehrers ober der Lehrerin als Berater dringend notwendig. Eine engere Verbindung zwischen Eltern und Lehrer sei zu erstreben und evtl, durch reget- nähtge Hausbesuche zu erreichen. Auch die Mitarbeit der Lehrerschaft bei der Berufsberatung und in der Zugendbewegung sei außerordentlich richtig. Zur Erfüllung der hier an die Lehrerschaft gestellten Ausgaben sei eine Ergänzung und Vertiefung der Ausbildung nach der svzialpäda- goaischen Seite hin notwendig. Hierzu gehöre u. a. obligatorische Arbeit in einem Jugendamt, einem Iugendverein usw. Die Rednerin wünschte, daß der soziale Beruf pädagogischer, der pädagogische öaaegen sozialer gestaltet werde. Reicher Beifall belohnte die äuherst interessanten Ausführungen. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wvchenmarir das Pfund: Butter 2.00 bis 2.10, Watte 35 bis (0, Käse 10 Stück 60 bis 80, Wirsing 35, Weihkraut 35, Rotkraut 40, gelbe Rüben das Päckchen 35 bis 40, Doterüben 20. Spinat 40 bis 45, ALmischkohl CO. Spargel 70 bis 1.30. Tomaten 1.50, Zwi^eln 25. Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 50 bis 60. Rhabarber 20 bis 25. Kar- rffeln 0,04, Aepfel 20 bis 40, Kirschen 80 bis 1.00, Erdbeeren 2.00 bis 3.20, Honig 40, junge Hahnen 1.00 bis 1.20, Suppenhühner 1.20 bis | C40; das Stück: Eier 11 bis 12. Blumenkohl .20 bis 1.50. Salat 20 bis 30. Salatgurken 80 | bis 1.00. Lauch 5 bis 15. Rettich 30. Sellerie 30 di» 40. Tauben 90. Radieschen Bund 15 bis 20. Vornotizcn. — Tagestalender für Dienstag: Derlchrsvercin: 8 Uhr, Hotel Prinz Carl, Mitglie- öeroerjammlung: „Kommunale Gegenwerts- und Zukiinftkaufgaben". — S'ingbeutidwr Orden: 9 Uhr, Bayr.icher Hof. Gedenkfeier für Schlageter. — Na- turheilverein: 8 Uhr. Gewerbehaus, (Bcneraloer- lammlung. — Lichtipielhaus, Bahnhofstraße: „Die Wacht am Rhein". — Asloria Lichtspiele: „Der weihe Reiter von dolornbo ". — Gießener Gesangvereine. Die letzte ©cfamtprobe findet nächsten Donnerstag abend im Katholischen Verein: Haufe statt. (Siche 'Anzeige.) *• Anonyme Einsendungen gehen uns nach roic vor zu, obwohl wir schon wiederholt darauf hingewicicn haben, daß derartige Zuschriften keine Berücksichtigung sinden. Wir möchten unsere Leier heule erneut auf diese selbstverständliche Behandlung anonymer Briese aufmerksam machen und ihnen empfehlen, in ihren Einsendungen an uns vertrauensvolle Offenheit walten zu lassen, wenn sie wünschen, daß wir uns mit ihren Mittcillingen befassen sollen. >e Eine wertvolle Neuerwerbung der Universitätsbibliothek. Die berühmte Manessesche Liederhandschrift in Heidelberg, die zur Zelt vom Inselverlag in einem kostbaren Neudruck reproduziert wird, liegt in einer ersten Lieferung (das Gefamlwert ist auf sechs Lieferungen berechnet) auf der hiesigen Universitätsbibliothek vor. — Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die eingehende Würdigung des Werkes durch den namhaften Heidelberger Germanisten Geh. Rat Panzer im Familienblatt Nr. 36 vom 4. Mai. ** Unsere Garnison kehrt nach vierwöchiger Truppenübungsplatzzeit am 20. Mai in zwei Transporten vom Truppenübungsplatz Grasenwöhr hierher zurück. Die Ankunft erfolat um 6.15 Uhr und 6.45 Uhr abends. ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Walzarbeiten hat das Polizeiamt die Frankfurter Straße von der Straße „Am Steg" bis zur Eifen- bahnüberführling Klein-Linden von heute ab bis auf weiteres für jeglichen Fuhrwerksverkehr gesperrt. ** Zur Vermeidung von Staubentwicklung bei Bauten. Das Polizeiamt weift erneut darauf hin, daß nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen diejenigen Bestrafung zu gewärtigen haben, welche es unterlassen, bei Bauten, namentlich bei Abbruch von Gebäuden und bei der Erneuerung des Verputzes, alle Vorkehrungen zu treffen, welche geeignet find. Gefahren für Vorübergehende und eine belästigende Staubentwicklung zu verhindern. Insbesondere ist dafür Sorge zu tragen, daß: 1. der Verputz und das Mauerwerk vor dem Abschlagen und während dieser Arbeiten ausreichend benäßt wird, 2. Bauschutt nicht auf die Erde abgeworfen, sondern abgetragen ober in Gefäßen abgelassen und hierbei — ebenso wie beim Aufladen auf Wagen und Abfahren — ausreichend benäßt wird, 3. derartige Bauarbeiten, bei welchen eine Staubentwicklung nicht ganz zu vermeiden ist, nur in den frühen Morgenstunden vorgenommen werden dürfen. Die Polizeibeamten sind mit der Ueberroachung beauftragt. ".Die Gießener Geldinstitute geben m unserem heutigen Anzeigenteil bekannt, daß sie am Pfingstsamstag für jeglichen Verkehr geschlossen sind. •* Der Saarbrücker Gesangverein „Lieberkranz", der zu Pftngsten unserer Stadt einen Besuch abstatten und in der Volkshalle ein Konzert geben wird, fand bei seiner vorjährigen Konzertreise u. a. in Offenbach a. M. eine sehr warnte Ausnahme. In großen Scharen war die Bevölkerung Offenbachs und dessen Umgebung zu dem Gastkonzerte gekommen, und sie ward nicht enttäuscht. Von den Saarsängern wurde Vorzügliches geleistet. So darf wohl erwartet werden, daß das Konzert am 1. P fing st feier tage in Gießen sich ebenfalls eines zahlreichen Besuches erfreut und bte Oberhessen dadurch zeigen, daß auch bei ihnen das Wort: „Treue um Treue" noch Geltung hat. ** E i n Achtzigjähriger. Der in weiten Burgerkreisen, besonders aber bei der hiesigen Metz- gerschaft durch seine langjährige Tätigkeit im städtischen «chlachthof bekannte Maschinenmeister i. R. Jean B r n ck m a n n, Seltersweg 67, begeht am morgigen Mittwoch, 19. Mai, in voller Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. *• Justiz-Personalien. Ernannt tour- ben der Amtsgerichtsrat bet dem Amtsgericht Homberg (Oberhessen) Walter Leun, zur Zeit in Butzbach, zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Wöllstein mit Wirkung vom 1. QKai; bet Gerichtsassessor Dr. Karl Sack in Schlitz zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht in Schlitz mit Wirkung vom 2. April: der Ge- richtsassessor Richard Schaeg in Homberg zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht in Hom- berg (Oberhessen) mit Wirkung vom l.Mai: bet Gerichtsassessor Artur Herber in Friedberg zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht in Ottenbach a. M. mit Wirkung vom 2. Mai; der Iustizsekretär bei dem Amtsgericht Mainz EonreliuS Franz Psau zum Gerichtsvollzieher bc: dem Amtsgericht Vilbel: der Amtsgerichts- rat bei dem Amtsgericht in Offenbach a. M. Ferdinand Klose, zur Zeit in Ridda, zum Amtsgerlchisrat bei dem Amtsgericht in Rtdda mit Wirkung vom 2. Mai. Aushebung des Sichtvermerk- zwangeS zwischen Deutschland und Dänemark. Don der Pressestelle beim Hess. Staatsministerium wird mitgeteilt: Zwischen der deutschen und der bänischen Regierung ist die gegenseitige Aufhebung deS Sichtvennerizwan- ges mit Wirkung vom 20. Mai 1926 vereinbart worden. Von diesem Zeitpunkt an können Reichsangehörige bas dänische Staatsgebiet und dänische Staatsangehörige das Reichsgebiet über die arntlich z igelassenen Grenzübergar.^sstellen jederzeit lediglich auf Grund eines gültigen Heimat- pattes ohne Sichtvermerk betreten und verlas- fen. Für Kinder unter 15 Jahre genügt an Stecke eines Passes ein amtlicher Ausweis über Ramen, Sliter. Staatsangehörigkeit und Wohnsitz ober bauernben Aufenthalt: ber Kinberauswcis muß bei Kinbern über 10 Jahre mit e'nem Lichtbild versehen sein. Mit Rücklicht auf die gegenwärtig stark gespannte Lage des Arbeitsmarties der beiden Länder ist vorgesehen, daß Angehörige des einen Staates, die im Gebiete des anderen Staates eine Stellung antreten wollen, mit einer vor der Einreise bei der zuständigen Auslandvertretung des Ziellandes zu beschaffenden Bewilligung zum Stellenantritt ausgestattet fein mässen^ Die für Sammelpässe nach wie vor erforderlichen Sichtvermerke werden gebührenfrei erteilt. Sprechstunden der Redaktion. Besuche können nur in der Zeit von 1 2 b i 8 1 Uhr mittags und 5 bis 7 Uhr nachmittags auf Annahme rechnen. — Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigesügteS Rückporto wird keine Gewähr übernommen. B. I u g e n d g e r i ch t s h i l fe in Hessen. In einigen Greifen, z. B. Friedberg und Gießen, hat der evangelische Jugend- und'Wohlfahrtsdienst eine Jugendgerichtshilfe organisiert. Sie setzt sich zur Aufgabe, die Jugendgerichte bei Prüfung des Tatbestandes, der Beweggründe zur Straftat und der Veranlagung der Straffälligen wirtfam zu unter« S. Vor allem tritt sie nach der Aburteilung der blichen in Tätigkeit. Als Tatbeweis christlicher Nächstenliebe will sie den auf Abwege geratenen jungen Leuten nach Verbüßung ihrer Strafe weiter- helsen, sie beraten, die Schutzaufsicht übernehmen und sie vor Rückfällen bewahren. Um diese wertvolle Einrichtung noch weiter auszubauen und für das ganze Land wirksam werden zu lassen, ist das evangelische Landesjugendpfarramt in Vorträgen und Kursen eifrig am Werk. Die Kreisbehörden dürften diesen freiwilligen Helferdienst christlicher Männer und Frauen dankbar bearüßen, da bei den Jugendgerichten eine immer steigende Zahl jugendlicher Personen zur Aburteilung kommt. ** Deutsche Heimatfilme. In den Palast-Lichtspielen wurden am Freitag sehr interessante und lehrreiche Filme aus dem Riefengebirge, der Nordsee und dem Oberharz gezeigt. Zur Einleitung erschien zunächst ein schlesischer Heimatfilm, der abgesehen von Sitten und Gebräuchen der dortigen Gegend (Bauernhochzeit, Spinnstube, Volkstänze usw.) herrliche Landschaftsbilder (Sommertage, Win- terzauber) bot. Sehr viel Interessantes zeigte sodann der Film „Die Nordsee", Ctirhafen mit allen Reizen eines Seebadeortes, Wanderung durch das Wattenmeer nach Neuwert, Bilder von Helgoland, Sylt, Föhr, Halligen, Büsum (Wattenläuse und moderne Wattentänze). Husum (Hafen bei Ebbe und Flut, Sturm und Durchbruch). Außerordentlich lehrreich waren ferner die Bilder über die Tiere des Wattenmeeres. Der letzte Film zeigte das Leden und Treiben im Oberharz. Lauthenthal, Hahnenklee, Wildemann, Bad Grund, Clausthal - Zellerfeld, Altenau. Herrliche Landschaftsbilder, deren Reiz noch durch vielseitiges Sportleben (Bobrennen und Rodeln, Skilaufen usw.) wesentlich erhöht wird. Sehr interessant waren die Bilder über die Ausnutzung der reichen Wasserkräfte des Oberharzes für den Bergbau, Gewinnung des Erzes usw. Den Schluß der Filmvorführungen bildete eine luftige Fuchsjagd im Brocken- und Bruchberggebiet, die viel Heiterkeit erregte. Man kann den Vorführungen nur vollen Beifall spenden. •' Sie Maul- und Klauenseuche ist neuerdings in Röthges, Ruttershausen, ältphe (Kreis Gießen), Büdesheim (Kreis Friedberg), Orleshausen, Ranstadt (Kreis Büdingen), Hartmannshain (Kreis Schotten). Dorlar und Münchholzhausen (Kreis Wetzlar) amtlich fest- gestellt worden. 3n Lumda und Obbornhofen (Kreis Gießen), Aßlar und Erda (Kreis Wetzlar) ist die Seuche erloschen. ** Der Paketoerkehr nach Großbritannien. Der Paketverkehr nach und über Großbritannien, der wegen des Generalstreiks gesperrt war, ist jetzt wieder zugelassen. Buntes Allerlei. Mitten im Urwaldbrand. Die australischen .Buschfeuer", die jetzt wieder so gewaltige Vertzeerlmgen angerichtel und zahl- rcickc Meittckenopser gefordert haben, gehören zu den furchtbarsten Gefahren, die dem Ansiedler un Llrwald drohen. Die Kraft des Menschen ist richt ,mstände, diesem Wüten der Elemente Ein«' halt zu tun, und meistens kann nur das Um-' schlagen des Windes, das Eintteten deS Regen, Rettung bringen. Trotzdem nehmen die Former' mit der Kraft der Verzweiflung den Kampf mit' ben Feuermassen auf. und auch diesmal wieder sind Heldentaten vollbracht worden. Eine anschauliche Sch.lderung gibt ein Teilnehmer an een RettungSarbeilen bei einem solchen Busch- brant) in e r.cnt Londoner Blatt: „Die Schreckens-^ nachricht kommt in den ersten Stunden des frühen Morgens. Husgellapper. eine heisere Stimmt schreit: „Ter Busch brennt!“ Der Feuerkarren,< von zwei frischen Pferden gezogen, jagt nach der ang.gcbcnen Richtung, wir folgen auf den Pser- den. lieber all im Rorden ist der Himmel glührot," Ein Streifen brennender Baumrinde, vom Wind« fortgetrieben, segelt über uns hoch durch die Luft: essängt sich in den Zweigen eines Gummi-)' baunts. uni) in ein paar Sekunden ist der ‘3aum' eine riesige flammende Fackel. Wir machen uns daran, die umstehenden Bäume und das Buschwerk niederzuhauen. Plötzlich fühle ich, wie meint Stiefelsohlen glühen. Das Feuer züngelt um uns wie schnellende Schlangen und springt aus den, dichten Rauch empor Da hat man keine Zett,* sich an diesem grandiosen Schauspiel zu weiden.“ da heißt es arbeiten, arbeiten, arbeiten. Alle drei Minuten kommt ein Mädchen mit einer nassen Akt und einer Flasche kalten Tees. Man wechsett das Werkzeug, dan-n ein Schluck, und weiter> immer weiter. Die Sonne steht bereits hoch am Himmel, aber ich kann die Gesichter derer, die um mich sind, nicht sehen, so dicht ist der Rauch. Rur wenn man gcmz nahe an den anderen heran- tritt, s eht man die kohlschwarzen Züge mit den hvchgeröketcn Augen und den offenen Mündern, die nach Luft schnappen. Immerfort werden wir von dem vorwärtsstiirmenden Feuer zurückge- *’ trieben. Der glühend heiße Wind treibt die feurige Lohe über unsere Köpfe, so daß die Haare abgesengt werden. Ein großer Streifen Baum- ! rinde wirbelt über uns und steckt hinter un8 benv Dusch in Brand. Wir sind von den Flammen' umringt und brechen uns mühsrnn die Bahn ’ durch die Flammenmauer. Da ist nichts mehr zu retten, wir müssen flüchten. Zu Mittag kämpfen wir schon für eine Ansiedlung, die fünf Kilometer dahinterliegt. und wir werden wieder ver- • trieben. Am Rachmittag kämpfen wir für unsere eigene Farm, und wissen doch ganz genau, daß auch sie dem Untergang geweiht ist. Aber der Buschmann sicht gegen das Feuer bis zum letzten Atemzuge und hoftt, hofft.. . 3)a endlich die Rettung durch ein Wunder! Der Wind hat sich gedreht: cs wird empfindlich falt: wir zittern vor Kälte, wo wir eben noch glühten, langsam bricht das Feuer in sich zusammen. Run heihfs: wieder aufbauen." Was ein allrömischerFuhabdrnck erzählt. Bei den Ausgrabungen des altrömischen Soldatenlagers zu Eaerleon in England hat man; einen merkwürdigen Fund gemacht. Es ist ein Ziegel, in dem sich mit größter Deutlichkeit bet, Fuhabdruck eines Knaben erteimen läßt, und darunter sieht man das FabriZeichen .Leg. II. 2lug." der zweiten Legion, die zur Römerzeit in diesem Lager stationiert war Die Sandale, die der Knabe vor mehr als 1600 Zähren trug, ist auf dem Ziegel ganz deutlich abgedrückt, und aus den Maßen läßt sich mit Sicherheit darauf schließen, daß es sich um einen halbwüchsigen Knaben handelt. Ja, bei genauerem Zusehen er- blickt man sogar die Spuren einer Hundepsote, die sich auf dem Ziegel abzeichnen. Die Archäologen ' erklären sich diesen merkwürdigen Fund auf fo(- V genbe Weise: Ein Pferdejunge der Legion oder ein anderer von den Halbwüchsigen, die mit dem Heere in das fremde Land gekommen waren, hatte den Auftrag erhalten, die im Lager ve» ' fertigten Ziegel mit dem Fabrikzeichen zu fteni- peln, und als rechter Junge formte er der Versuchung nicht widerstehen, auf die weiche Mafte zu treten und seinen Fußabdruck so für die Ewigkeit zu erhalten. Wahrscheinlich lungerte bei ihm ein Regimentshund herum, und auch dieser tappte mit seiner Pfote au) den Ziegel. So erschließt sich nach so vielen Hun- - beeten von Jahren aus diesem Funde uns ein amüsantes Bild aus dem altrömischen Lagerleben. Feme. Ein Roman unserer Tage beginnt unter diesem Titel in der „Berliner Illustrierten''. Dunkle Vorgänge in den Seelen fanatischer, junger Menschen erleben wir mit — wir verstehen, was unheimlich und rätselhaft war. — Beachten Sie den Prospett in unserer heutigen Rümmer. 4406c Anzüge - 18.-, 20.-, 25.-, 32.-, 38.-, 45.-, 68.- Damenkleider, Mantel Gummimäntel 12.50,18. , 25. Steppdecken, Wäsche, Gardinen Jttmann, KrpTlr‘Z;”' «Som* Gut bürgerliche -«u Wäsche Aussteuer bestehend r.ufl: Leibwäsche Bettwäsche Tischwäsche Küchenwäsche Frottierwäsche Steppdecken auch geteilt, gegen Lasse billigst abzugeben. Falls größere Llnzabluug geleistet wird, kann Rcstfummc auf einige Monate gestundet werden, schriftliche Angebote erbeten unter 03558 an den Gießener Anzeiger. Drucksachen alierArt I öert fn jeder Ectrünschten Ausstattung stilrein und I Hlwert die Brühl'sche Univ. Druckerei, R. lange. I 2-3 Zimmer in guter Lage lir MWMll-Mm gesucht. Schriftliche Angebote unter 43880 an den ______Gießener Anzeiger erbeten. 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Kreistag sterbuw riffii «Md® ML "U-'lur n er allen n heroorzugehen, daß stark in jbm das (Gefühl des Schauspielers wirkte, der in vorzüglicher Maske vor das Publikum tritt. Und Villers war ein Virtuos. In feiner Maske sich bewegend, gefiel er sich, genoß er sich, erhöhte sich das Gefühl seines Daseins, wenn er mit empfangenen Wirkungen wirken konnte. Seine Erscheinung verweist auf das Thema Dilettantismus. Ein weites Fejd. „Weil der Dilettant" hören wir Goethes mahnende Worte, „seinen Beruf zum Selbstprodnzieren erst aus den tffllrfnp gen der Kunstwerke auf sich empfängt, so verwechselt er diese Wirkungen mit den obiektivssn Ursachen und Methoden und meint nun den Empfindungszustand, in den er versetzt ist, auch produktiv praktisch zu machen; wie wenn man mit dem Geruch einer Bfume auch die Blume selbst hervorzubringen gedächte." — Nach einigen Versuchen, die mißlangen, trachtete Vkllers nicht mehr nach der Blume, er freute sich an dem Glanz der Erscheinungen, die er vorfand. Das ist Resignation, aber es'ift das Sich- bescheiden des aristokratischen Lebensmeisters, der den Wettlauf der Menge nach Erfolg, Ruhm und Geld verachtet. „Alle Produktion ist doch zuletzt Anrede, ein geistiges Tauschverhältnis," schreibt er, „Ausgabe ohne Einnahme aber führt zur Erschöpfung." Noch nie hat ein Künstler seine Mission als erschöpfendes Tauschverhältnis empfunden. Wir wissen jetzt ein wenig mehr von diesem Visiä (tpie er sich manchmal unterschreibt) und wunhern uns nicht mehr, in ihm einen Virtuosen des Briefes zu finden- »Er hatte", urteilt einer seiner Freunde, „ersebt, was sonst die Existenz von hundert Menschen ausfüllt." Einer schöpferischen Natur hätten diese Erlebnisse hundertfache Frucht getragen — Villers war es genug, sich jn ihnen zu spiegeln. Dem Sprößling aus rpmanstchem Geschlecht lag die Empfindung für die Form tief im Blut; man weiß, wie stark die überwuchernde Ausbildung der Form zu verwirren, wie sie Gehalt und Stärke vorzutäuschen vermag: was die Position des Künstlers schwächt, stärkt die des Briefschreibers. Er muß ein Fanatiker her Mitteilung gerne en fein- »verehrte Gräfin, nun Sie fort sind, kann man doch endlich einmal ein vernünftiges Wort mit Ihnen reden". Die scherzhafte Anrede gewinnt im Zusam- menhqngr tiefe Bedeutung. ähnelnder, aber dunkel gefärbter Schädling auf den mit Dickwurz ausgestellten Beeten, Grabgärten und Aeckern anrichtet. Noch vor kurzem prächtig stehende Pflänzchen sind nun, da die Wurzeln ab gefressen sind, der Vernichtung anheimgefallen. Es wird nicht nur in mancher Landwirtschaft Mangel an Setzpflanzen eintretssn, sondern auch der nun ausbleibende Erlös der sonst nach dem Vogelsberg gelieferten Setzlinge wird in unserer geldknappen Seit einen spürbaren Ausfall bedeuten. Ib. 21 u 5 dem Niddatal, 17. Mai. Eine nicht besonders angenehme Überraschung wurde dieser Tage den Losholze mpfängern bereitet, die jetzt schon, nicht erst wie früher am 30. Juni, die Anforderungszettes über das Losholz - gelb erhielten. Die Preise schwanken je nach Zusammensetzung bes Loses, zwischen 30 unb 40 M. Da niemanb auf bie frühere Fälligkeit bes Geldes eingerichtet war, gingen am ersten Fälligkeitstage nur geringe Beträge ein. Bad Sqlzhausen. 17. Mai. lR e - form-Wettfingen des Sängerbunds ,.M ittleres Biddata l".) Ein kühler Mai- sonntag. von regenfeuchten Winden beherrscht, führte gestern die Vereine des ..Mittleren Niddatalsängerbunds" in den Konzertsaal unseres idyllisch gelegenen Badeortes, im friedlichen Wettstreit ihr gesangliches Können zu messen. Als Preisrichter waren zugezogen die Musiklehper B l a ß - Gr.-Linden und Samper ° Darmstadt. Jeder der 10 Bundesvereine fang den Pflichtchox ..Wie war so süß der Lindenduft". von Pauli, und einen Wahlchor', der dem Schatz unserer Volkslieder entnommen war. Die vorgetragensn Chöre verrieten fleißige und ziel-- bewußte Arbeit, und selbst kleine und kleinste Bereine, die in gesanglicher Hinsicht mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, zeigten beachtenswerte Leistungen. Abgesehen von einigen schwierigen Stellen des aufgehenenen Chores, die zu einer Trübung der Tonreinheit führten, klangen die Chöre im allgemeinen ansprechend und tonrein und wurden musikalisch und textlich gut wiedergegeben. Immer wieder seien aber die Vereine zu größter Vorsicht bei der Auswahl ihrer Chöre angehalten, damit endlich der schlechte, sentimentale Liedertafel st il dem Chore ferngehalten wird. Wenn dies erreicht wird, ist unsagbar viel gewonnen. Die Wertung der Gesänge geschah nach den Zensuren: sehr gut, gut, im ganzen gut und befriedigend- Auf die letzte Note konnte aber verzichtet werden. Die Chöre wurde mit sehr gut. gut unb im ganzen gut gewertet. Das Ergebnis wurde auf künstlerisch ausgeführten Ehrenürkun-- den den Vereinen überreicht. Bach eingelegter Mittagspause schloß sich ein Gesangs-Kpn- Sert an. bei dem jeder Dundesverein nochmals zwei Lied-er zum Vortrag brachte. Die beiden Massenchöre „Brüder, reicht die Hand zum Bunde" vpn Mozart und „Es blies ein Jäger wohl in fein Horn" von Pohlenz, hinter dem Konzertsaal unter dem Taktstock des Bundesdirigenten L e n tz - Geiß-Nidda im Freien gesungen, fanden begeisterte’ Ausnahme. Es war zü schade, daß die Maisonne fehlte. Die Zuhörer wären zahlreicher gewesen, und auch das Auge wäre mehr auf seine Rechnung gekommen. Denn die Pracht der rot- und weißblühenden Kastanien. die fast alle Straßen, Wege und Pfade unseres Badeorts beschatten, muß bei Himmelsbläue ausgekostet werden. Kreis Schotten. Ib. Schotten, 17. Mai Das kalte Wetter der letzten Tage zwingt bie Vogelsberger Bienenzüchter in einer Zeit, in der sonst bie Schwärme fielen unb aus guten Völkern bereits geschleubert werben konnte, zu füttern, um nicht noch mitten in der Maienblüte Völker zu verlieren. Die ungünstige Witterung dieses Jahres wird wieder viele Imker zur Verkleinerung ihrer Stände zwingen, denn die Zeitläufte gestatten kaum noch eine so kostspielige Liebhaberei wie es die Bienenzucht unserer Gegend mit ihrem rauhen Klima unb ihren schlechten Absatzmöglichkeiten für Honig ist. ♦ Eichelsborf, 16. Mai. In ber Nacht auf Samstag wurden einem hiesigen Eisenbahner seine 10 Legehühner gestohlen. Ein am Samstag nachmittag herdeigehofter Polizeihund folgte einer Spur, bie hoffentlich halb zur völligen Aufklärung bes Diebstahls führt. Kreis Alsfeld. fest’ Alsfelb, 17. Mai. Am gestrigen Sonntag veranstaltete ber Jungbeutsche Orden, Ballei Oberhessen, eine öffentliche Versammlung im kleinen Saale des Hotels „DeutTiere — gilt als ausgeschlossen, Aebrigens werden alle Bestände, in denen die Krankheit durch Blutuntersuchungen festgestellt wird, sofort abgeschlachtet, und es werden sehr gründliche Desinfektionen durchgeführt, um die Seuche im Keim zu ersticken. Es besteht also für die markt- besuchenden Landwirte keinerlei Gefahr fstr ihre Viehbestände. — Der Stadtvorstand hat in seiner letzten Sitzung den Beschluß gefaßt, daß alle Felddieb st ähle unter Benennung des Täters in den Aushängekästen zur öffentlichen Kenntnis gebracht werden. Durch diese Maßnahme erhofft man für das lausende Jahr die Stelle eines Hilfsfeldschützen einzusparen. Kreis Friedberg. 00 Aus ber südlichen 9B e 11 e r a u, 17. Mai. Der Frost vom 9. auf 10. Mai hat bie Aussichten auf bie O b st - unb Beerenob st ernte stark verringert. Hauptsächlich bie späteren Obstsorten, bie noch teilweise in Blüte standen ober noch kein schützenbes Blätterbach haften, haben gelitten. Beim Beerenobst würben hauptsächlich Stachelbeeren geschäbigt, währenb bie Johannisbeeren, wohl infolge ber stärkeren Belaubung, weniger Frostschäben zeigen. Die Erbbeeren stanben ge- rabe in vollster Blüte, haben aber nur strichweise stark gelitten, wie überhaupt bie Wirkung bes Frostes selbst in einzelnen Geknarkungsteilen ganz verschieben ist. — Das (Betreibe, besonbers ber Weizen, leibet stark unter bem G e t r e i b e r o st. Dabei ist besonbers bie Frühscft im Herbst stark befallen woxben. Die Krankheit greift aber nun auch auf spät gesäte Weizenäcker über. Bis jetzt sind noch bie Weizenäcker, bie voriges Jahr Klee hatten, von bem schciblichen Pilz verschont. — Die schönen Tage im Vorfrühling hatten viele Lanbwirte zu allzu früher Bestellung ber Aecker verleitet. Die zuerst ausgestellten Kartoffeläcker mußten nun zum Teil umgeackert unb neu gesteckt werben, ba bie Kartoffeln nicht tarnen. Wo sie gut aufgegangen waren, hat sie ber Frost in ber Entwicklung sehr zurückgehalten, benn bie Blätter finb erfroren. Ebenso finb alle frühen Bohnen vernichtet. Die jungen Pflänzchen in ben (Bärten werben burch bie falte Witterung im Wachstum behindert unb von Würmern unb Schnecken, bie massenhaft auftreten, so stark „vereinzelt", baß neu eingesät werben muß. Kreis Büdingen. △ N idba , lß. Mai. Der seit einigen Jahren in unserem Kirchspiel bestehenben schönen Sitte ent- prechenb, feierten heute bie vor 36 Jahren in unserer Kirche konfirmierten jetzigen Fünfziger ihre Zusammenkunft, zu ber fast alle noch Lebenden, teilweise aus weiter Ferne, erschienen waren. Die Feier würbe durch einen gemeinsamen Besuch bes Gottesbienstes eröffnet, in bem Pfarrer Laut in feiner Predigt auf bie Gäste Bezug nahm und herzliche Worte über bie Pflege echt christlicher Kameradschaft und Freundschaft an bie Versammelten richtete. Zu Beginn unb Schluß des Gottesdienstes fang der Madchenchor des Niddaer Frauenvereins den Fünfzigern zu Ehren ein paffendes Lied. Nach der kirchlichen Feier fand im Gasthaus „Zur alten Post" ein gemeinsames Mittagessen statt, dem ich ein fröhliches Zusammensein der Feiernden, die zum Teil ihre Männer bzw. Frauen mitgebracht hatten, anschloß. Dabei kürzten ernste und heitere Reden unb Gesänge die Zeit. Auch die Sechziger wollen demnächst hier eine ähnliche Feier begehen, zu ber schon ein Teilnehmer aus Amerika in ben ersten Tagen erwartet wirb. — Der Verkauf des auf dem Marktplatze stehenden Wohnhauses der Lehrer Uhl Erben an Bäckermeister Hermann Rullmann, worüber wir berichteten, konnte nicht zum Abschluß kommen, weil keine Einigung über bie Verzinsung des Restkaufschillings zu erzielen war. Jetzt hat nun Bäckermeister Adolf Rp t schlag hier das Anwesen für ben gleichen Kaufpreis, wie bei bem ersten Verkauf, nämlich für 14 000 Mark, endgültig erworben. Ib. Nidda, 17. Mgi. Das Jahr 1926 sollte durch eine gute Ernte ber Lanbwirtschaft aus ihren Nöten heraushelfen. Mit größtem Bebauern muß nun festgestellt werben, daß bereits allerlei Pflanzenschädlinge an ber Arbeit sind, manche Hoffnung zu zerstören. So sind viele Weizenfelder, besonders bie früh ausgestellten, vom Rost befallen. Die jungen Weizenpflänzchen sind gelbbraun gefärbt unb versprechen in ihrem küm- lichen Aussehen eine schlechte Ernte. Neben ben Nachtfrösten der vergangenen Woche hat der Apfelblütenstecher viele Apfelblüten zerstört unb so bie Aussichten auf bie Erträgnisse ber Obstbaumzucht sehr geminbert. Dazu kommen nun noch bie Verheerungen, bie ein bem Engerling Fluch und einem stattlichen Wechsel nach Paris, unb hier schien ber Ungeratene, in Cafes nächti- genb, gänzlich zu versinken. Inmitten biefes Zigeunerlebens blieb bennoch ber Zauder seiner ungewöhnlichen Persönlichkeit immer ungebrochen, sein Wesen hielt sich blank, sein Geist rein unb geschliffen. Er fand Gönner, bie ihn halb wider feinen Willen in eine geregelte Bahn schoben. Mit dreißig Jahien beginnt er alle Lücken seiner Bildung aufzufüllen, besteht Examina, rückt in diplomatische Stellungen unb kommt 1853 zur Wiener sächsischen Gesandtschaft. Gewiß, dieser Legationssekretär hätte ein leitender Diplomat werben können, diese gelenkige, biegsame Natur hätte sich auch in bas Erlernbare mancher Künste geschmiegt, sein scharfer schneller Ver- |tanb manches Wissensgebiet rasch beherrscht unb erneuert. Er wollte nicht. Wie hätte ber Vater mteber über diese dämonische Natur geseufzt, hätte er noch die lebhafte Abneigung Alexanders gegen alles erlebt, was mit Laufbahn und Ehrgeiz zusammen- hangt. Zwang, Vorgesetzte, Würbe, solche Dinge preßten zusammen, was er mit wachsenbem Alter immer leibenschaftlicher liebte: bas Bewußtsein seiner Unabhängigkeit; sie hinberten ihn, seiner höchsten Sehnsucht nachzuleben: ber freien Gestaltung seines Daseips. In seiner Wiener Stadtwohnung waren bie erlesensten Dinge versammelt: „Ebenso Bücher wie Porzellangeschirr, frische Blumen und alte Mobilien, seltene Mineralien, orientalische Teppiche unb altbeutsche ßegepbenbilber, golbleudjtenbe Messing- schüsseln, Unzählbares, Unübersehbares, aus allen Weltteilen und von allen Völkern Zusammengetragenes ... es erzählte und stellte in lebenden Bildern ben barin febenben Menschen bar." — In diesem erwählten Milieu mag man sich nun Villers denken, wie er im Sessel am Kamin dem Freunde seine Ansichten entwickelt — worüber? Er hat sich als Dichter unb Musiker versucht, er sprach über alte unb neue Literatur, Sprachwissenschaften, über alle Gebiete ber Naturwissenschaft, auch über entlegenere Dinge wie über Photographie und Büchereinb'inben; das alles, und noch manches andere, hatte er gelernt und betrieben. Vor Bekannten heiter wie Komiker der Bühne, bie er trefflich kopierte, not dem Freunde wehmütig und niedergeschlagen. Aus allem scheint „Vom Leben ausruhn ist erst Leben", heißt einer der im Jnselverlagsbanbe angefügten Aphorismen. Gegen bas Ende seines Lebens erwirbt er feine Einfiebelei am Wiener Walbe — ber Aesthet, ber Mensch ber Palais, Hotels unb großen Stäbte sieht sich über Nacht in ein kleines eigenes Gemeinwesen versetzt, daß er ausgestalten unb bewirtschaften will. Auch hier wird er glücklich. Je ferner ihm jetzt bie Freunbe rücken, um so reicher, schöner, voller strömt die schriftliche Mitteilung- Er lebt in diesem Wiesenhause nicht „zurückgezogen", sein Geist weitet sich immer inniger in alle Erscheinungen unb Gestalten bes Lebens aus. Nicht will er sie kritisch werten, es genügt, ben Freunben hohe Gefühle unb Gipfelpunkte mitzuteilen unb in diesen Mitteilungen sich selbst zu entdecken. Es jst eine kennzeichnende Bemerkung Villers', daß Briefe nicht von bem stammten, ber sie schreibt, sondern von bem, an ben sie gerichtet sind: es strömte nicht hinreißend aus ihm; er wußte es unb versuchte nicht, zu einer vagen Menge zu reben; er bedurfte bes Anreizes ber entfernten unb boch vertrauten Persönlichkeit. -vo tritt Villers heute wieder vor uns. Sollen wir ihm bes Dichters Lorbeerkranz auf bie Stirne drücken? Einmal in seiner Jugenb hat er vielleicht davon geträumt; er erwartete, reif unb weise ge- roorben, einen Nachruf ganz anberer Art: „Ja, ber gute alte Dille," schreibt er einige Tage vor seinem "de, „bas war ein Kerl! Könnt' er schön tanzen, unb was er für gute Zigarren geraucht hat: er ritt nicht im Prater, ging in kein Theater, war unverheiratet und hatte nicht einmal Kinder, kurz ggr fein Laster- Wo kriegen wir wieder einen Ville her, ich will einen Vills haben, und sollt er mich tausend Gulden kosten!" Das wollen wir nun weniger festhalten. Aber dieses: er war einer ber sehr wenigen, die sich das kantenreine Dasein in Wahrheit zu einer schönen freundlichen Gewohnheit ausgeweitet haben. Er überwölbte es mit einem schillernden Regenbogen — das sind seine Briefe. Und jetzt kann ein Schimmer dieser Erscheinung auch wieder in uns sinken, wenn wir's wollen- Die Briese des Wiener Unbekannten, der ims jetzt nicht mehr ganz unbekannt sein mag, sind wieder da. sches Hans" dahier, der bis auf ben letzten Platz gefüllt war. Nach einleitenben Worten bes Studienrats Schmidt- Butzbach sprach ber Komtur ber Ballei Oberhessen, Major a. D. Wichert, über „Jungbeutsches Wollen unb Zweck unb Ziele bes Ordens". Die Ausführungen bes Rebners gipfelten barin, baß ber Orden unter Ausschaltung jeglicher Parteipolitik unb unter Ablehnung aller Putschgedanken die Wiebererneuerung bes bentschen Volkes auf sittlich-religiöser Grundlage erstrebe. Zu der Versammlung, die ohne jede Störung verlief, unb bie als Werbeveranstaftung gedacht war, waren die Alsfelder Vereine eingeladen worden e. Aus dem Kreise 'Alsfeld, 17. Mai. Vor kurzem lasen wir im „Gieß. Anz." von ber interessanten Ortschronik, die gegenwärtig in dem Dörfchen Unter-Seibertenrod " im Kreise Schotten angelegt wird. 'Nicht minder interessant sind aber auch die Familienchroniken, wie sie besonders nach dem .Kriege in vielen Häusern begonnen wurden. Cir.e solche kam dein Schreiber dieser Zeilen unlängst in die Hand, und die Art ihrer Anlage scheint nachah.iiingswert. Sie beginnt mit einer Stammtafel der Eheleute, die sich bis zu den Urgroßeltern derselben erstreckt und in verschiedene Kreise unserer Provinz hineinragt. Hierdurch wird es ermöglicht, Freundschaften mit Personen anderer Ortschaften anzuknüpfen, pon denen man ein verwandtschaftliches Verhältnis seither nicht kannte. Was die Chronik weiter iTfterefsant macht, waren die eingeklebten Geburts- Verlobupgs- und Todesanzeigen von Bekannten unb Verwandten, ferner eine Reihe von Photographien, vor allen Diitgen der Kinder ig verschiedenen Altersstufen, aber auch von Geburtshäusern, besuchten Schulen u.dgk. mehr. Auch fehlten bie vielen Bescheinigungen unb Karten ber .Kriegs- unb Nachkriegszeit nicht, bie Brot-, Fleisch-, Milch-, Kartoffel-, Butter- unb anbere Karten, bie ben Nachkommen einmal in späteren Zeiten zeigen können, welch schweren Kampf ums Dasein ihre Vorfahren ip ber Zeit bes Weltkrieges führen mußten. Die vielen Geldscheine, vom Mark- bis zum Billionenschein, geben Zeugnis von der furchtbaren Geldentwertung in der Inflationszeit unb zeigen ben späteren Geschlechtern, wie ihre Väter um ihr sauer erworbenes Gilt gekommen sind. Starkenburg. * Darmstabt, 17. Mai. Im November b. I. besteht hie hiesige Oberrealschule hunbert Jahre. Gegenwärtig werden schon Vorbereitungen für bie Feier getroffen. In einer Versammlung ber ehemaligen Schüler, die in den nächsten Tagen statt- fipbet, wirb über bie Art ber Feier beraten. — Die Darmstädter Bücher- und Lesehalle wurde vor 25 Jahren von ber Stabtoerwaltung ins Leben gerufen- Aus biesem Anlaß fgnb am Samstagabenb eine schlichte Feser statt, bei ber Stadtbibliothekar Dr. Waas einen Vortrag hielt, in bem er bie Bebeutung bes Pitches in bem Kulturleben ber Gegenwart behapbefte. Rheinkesfen. WSN. Mainz, 17. Mai. Der Koloradokäfer, ein sehr gefürchteter Kartoffelschäbking, ist in ber Gemarkung Mainz - Kaste 1 auf einem Grunbstück eines Lanbwirks aus Erbenheim fest- gestellt worben. Maßnahmen zur Bekämpfung, bes Schädlings sind eingeleitet worden. Preußen. Kreis Wetzlar. □ Wetzlar, 17. Mai. Die jüngste Kreis- t q g s s i tz u n g ist hinsichtlich der E t a t - B e r a b - schiedung ohne das erhoffte A b s ch l u ß ergeb n i s verlausen, weil die Höhe bes zu becken- ben Fehlbetrags bei allen Fraktionen B e - denken auslöfte. Die SPD- hätte zwar gerne ben Etat sogleich verabschiebej, aber auch hier war man stch nicht einig, wie ber Fehlbetrag auf Stabt und Land umgelegt werden solle. Die 47 Proz., mit denen die Stadt Wetzlar bisher anteilmäßig belastet war, hätten für diese eine Umlage von rund 320 000 Mk- ausgemacht, gegen deren Höhe sich die Wetzlarer Vertreter mit aller Macht wehrten. Es soll nunmehr im verstärkten Haushaltausschuß versucht werben, zu einer Einigung zu gelangen bzw. noch Ersparnisse ausfindig zu machen. Ob dies gelingt, ist eine andere Frage. Es ist jedoch damit zu rechnen, daß der Prozentsatz für die Stadt bei gegenseitigem Entgegenkommen etwas ermäßigt wird, was allerdings auch erforderlich ist, weil die Mehraiifwenbungep im lausenden Rechnungsjahr in erster Lime durch die Arbeitslosigkeit auf dem Lande verursacht sind. Der Ausgleich des Der Wiener Unbekannte. Von Gerhard Bvhlrnann. Im Jahre 1891 erschienen „B riefe eines Unbekannten mit einem Porträt und einer biographischen Skizze"; das war eine vom österreichischen Grafen Hoyos besorgte Auswahl von Briesen, die Alexander v. Villers an Freunde geschrieben hatte. Dieses Buch war ein Erfolg und machte den Verfasser plötzlich in weiten Kreisen bekannt — für wenige Jahre nur, bann waren zwei Auflagen vergriffen, unb bamit schwank) bie Teilnahme an ihrem Schreiber. Heute lieft man in einigen Literaturgeschichten wohl einen kurzen nachbxücklichen Hinweis aus Alexanber von Villers,'auf ben virtuosesten Meister ber Epistel in der nachgoetheschen Zeit, unb bamit hat es bann sein Bewenden. Bis jetzt die „Briefe eines Unbekannten" von Wilh. Weigand im Jnseloerlag neu herausgegeben wurden. Ein altes lothringisches Geschlecht, bie Villers. Ehärles, Alexanbers Onkel, muß immer genannt werden, wenn man sich mit ber Geschichte ber beutsch-französischen Beziehungen beschäftigt; sein Bruber Friedrich, Alexanders Vater, französischer Emigrant, wurde als französischer Lehrer nach Moskau verschlagen — hier wurde Alexander 1812 geboren — verlor nach dem Feldzug Napoleons Stellung und Vermögen, kam als Professor nach Dresden und stellt hier durch eine zweite Heirat ben früheren Wohlstcmb wieder her. So kam Alexander nach Deutschland. ,,Cet Alexandre est un demon”, jagte der Bgter von bem störrischen Knaben. Aver nichts eigentlich Dämonisches ist in seinem Wesen spürbar, nichts von einer Verlorenheit in ber Welt -Nüsts von jener zutiefst im Blute schwelenbep Unrast, bie ben Menschen aus sich selbst heraus ins UnenSto jagt, nichts Promethidisches, Schöpfendes. Wie begannen benn seine Jünglingsjahre? Der Vater hatte sich in den Kopf gesetzt, den Sohn als Leiter eines großen Verlagsunternehmens zu !cyen, er schickte ihn zu Weltfirmen in die Lehre, aber dieser Alexander war störrisch, toll und unfüm |am- In Leipzig und Dresden beging er, pour epater le bourgeois, viel gerügte und bemerkte Engenspiegeleien, der Vater schickte ihn mit einem »Xi SH Leidende ten Ol” Der E nodj.^V jtellunfl v ai?« qreislaS &.S yon 301 lehellS! ben W Lerklv qlied.b sicht M erlaßen J »s» VSl D pfrein pirden I Sie Fahrt quartier SM Wirt' Metresen jtft vor mannsl uni «üt beten cäni ifn Mrk lipb von bß K r f|d) infplgfj niart M Ziffer" IMS temy nerous W Ich in die $0 War u üuchlales fiel pachlW- 2i gn uni ijnbel fichbe! pich bunte Der Mich aewefen. gebende Stellen für bie Beseitigung dieser Ungerechtigkeit sorgen werden. f. Klein-Linden, 17. Mai. Bei einer am Samstag hierfelbst stattgehabten f r e i m i H i g en Grundstücksversteigerung ber Ehefrau M. Lang, geb. Abolph, wurde für Ackerland ein Durchschnittspreis von 33, für W i e f e n l a n b ein solcher von 57 Ps. geboten. Der Kreis der Kauflustigen war nicht sehr groß und hielt auch stark mit ben Preisbietungen zurück. Der Umftanb, daß Bargelb bei ben Landwirten wenig vorhanden ist unb bie Zahlungen auf brei Raten, davon zwei noch in diesem Jahre, die.dritte Rate am 1. Februar 1927, verteilt waren, mag zu dem knappen Preisangebot geführt haben. Im allgemeinen ist festzustellen, daß der Landhunger auch in unserer Gemeinde g e - stillt ist, soweit die Einwohner in Frage kommen, welche den Ackerbau als Nebenerwerb betreiben. — Eine weitere Verschönerung unseres Straßenbildes wird dadurch herbeigeführt, daß Entwässerungsgräben längs der Wetzlarer Straße bei ber „Burg" mit Rohren versehen unb eingeeonet werben. Damit verschwinbet ein Miß- stanb, ber besonbers im Sommer für die Anlieger des betr. Straßenteils in gefunbheitlicher Beziehung eine Plage war. Der Verschlammung burch stehenbes Wasser erzeugte einen fürchterlichen Geruch unb förderte auch bie Ansammlung von großen Mückenschwärmen. Die Kreisstraßenbauperwaltung trägt einen Teil zu den Kosten bei. • Großen-Linden, 18. Mai. Der bei der hiesigen Firma Krause & Co. aushilfsweise beschäftigte Kraftwagensührer Wilhelm Weinandt von hier kam beim Einbringen eines Fasses in ben Keller eines Gastwirtes in Niederkleen bei Kirchhain der elektrischen Lichtleitung von 223 Volk, die wahrscheinlich nicht sachgemäß isoliert toar, zu nahe und erhielt einen Schlag, der tödlich verlief. Der 41 Jahre alte Mann hinterläßt eine Frau und fünf Kinder. Die Leiche wird hierher überführt. ®er traurige Vorgang beweist, wie sehr man auf eine einwandfreie Isolierung der elektrischen Leitungen achten muß. £ 2B i e f e rf, 17. Mai. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr wurde auf der Marburger Straße ber sechzig Jahre alte Weißbinberrneister Dech von hier, als er, auf seinem Fahrrab sitzenb, von ber Marburger Straße in die Möserstraße nach Wieseck einbiegen wollte, von einem Automobil übersah- r en. Der bedauernswerte Mann wurde am Kopfe verletzt. Die Insassen des Autos brachten den Verunglückten nach Wieseck. Das Fahrrad ging bei dem Zusammenstoß in Trümmer, lieber die Schuldsrago wird die behördliche Untersuchung Klarheit bringen müssen. s. Trohe, 17. Mai. Die Wieseck, von der ein Stück zwischen hier und ber Wiesecker Mühle bereits gerabe gelegt worben ist, soll nun noch weiter gestreckt werben, und zwar unterhalb der Bälzer- mühle in einer Länge von etwa 1 Kilometer. Es iapd bereits eine Besprechung der Gemeinbevorstände von Alten-Buseck, Rödgen unb Trohe mit Herren von der Behörde statt. Gewiß wird durch diese Bachstreckungen Land gewonnen, aber man vergißt dabei, daß bas Lanbschaftsbilb eines Schmuckes unb bie Vögel ihrer Zufluchtsstätten und Nistgelegenheiten beraubt werden. t Grünberg, 17. Mai. An Stelle des am 6. Mai wegen der Maul- und Klauenseuche ausgefallenen Viehmarktes findet am Donnerstag dieser Woche Schweine- und Rindermarkt statt, statt. H Lich, 17. Mai. Der Licher Pfingst- markt. einer der beliebtesten und bestbesuch- testen Märkte unserer Stadt, der alljährlich am 3. Pfingstfeiertag stattfindet, wird in diesem Jahre wieder in hergebrachter Weise begangen. Außer dem üblichen Ferkelmarkt wird Ziegen - und Lämmer markt veranstaltet, verbunden mit einer Schau des Kreis- ziegenznchtvereins und mit Prämiierung. Zum Auftrieb zugelassen sind Tiere 1 von oberhessischen Züchtern, soweit sie nicht im Sperr- oder Bevbachtungsgebiet wohnen. Lich * ist bis auf einen Umkreis von mehr als 15 Kilometer frei von Maul- und Klauenseuche. Das in verschiedenen Gehöften fest- gestellte Auftreten von Lungenseuche hat auf die Veranstaltung des Marktes keinen Einfluß, da von dieser Krankheit nur das Rindvieh befallen wird, und die Ansteckungsgefahr gering ist. Ansteckungen an dieser Krank- vert erfolgen nach wissenschaftlichen Feststellungen nur von Tier zu Tier, wenn ein Tier von dem Hauch des anderen aufnimmt; die Aebextragung durch Zwischenträger — Menschen oder andere 'Wett desSreft sthrstogung des Innen; lellnilg v einer TM 'Neofbneter bAer davon Westerbv! Mg irgenba nadigleit ba= 'M AufNun MrWch » Shkkig, luhrzehntelar en9 Zufonim würde wedi ffreißbeoölfei Mnfnot WB von Kr Uhr nachmittags schließen. 3 - -- T T ' ' ' '>• • • 11 [:Hahma-biilkrgkidi! manns unb R ü Men Sängern am Rhein besucht werden. Am zwei- >en Feiertag geht's nach dem herrlichen Mainz, und non da mit der Bohn in die Heimat zurück. ! Kröffelbach, 17. Mai. Auch hier haben f|d) infolge der Umstellung der Papiermark in Goldmark zwischen Gemeinde und Iagdpächter Differenzen ergeben, so daß die hiesige Dertre- ipng dem derzeitigen Iagdpächter, Bankier Kell, n e r aus W e tz l a r , das I a g d r e ch t k ü n d i g t e. Roch in diesem Manat gelangt nun die ungefähr 650 Hektar umfassende, zu beiden Seiten des Solms- bachtales gelegene Wald- und Feldjagd zur Neuner- Pachtung. Die Jagd ist durch ihren reichen Bestand qn Rot> und Rehwild bekannt. Auch Schwarzwild Ünbet sich besonders als Wechselwild var. Sehr zahlreich dürfte auch das Niederwild anzutrcffen sein. Der Wildschaden ist bis jetzt noch nicht beträchtlich gewesen. Tittfr :£ bl- Dillbrecht, 17. Mai. Im Laufe dieses Jahres wird hier mit dem Bau eines neuen Schulgebäudes begonnen. Die Errichtung ist dringend notwendig, da die Räume in der jetzigen Schule die Schüler nicht ordnungsgemäß beherbergen können. bl. Herborn, 17. Mai. Dre Verhandlungen betr. die Erweiterung des Kraftpost- betrtebes Weilburg-Driedorf hatten den Erfolg, daß am Pfingstfest die Autobuslinie von Driedorf bis nach Herborn verkehren wird. Der Fahrpreis beträgt pro Kilometer 7 Pf., so daß einem großen Kreis die Möglichkeit zur Fahrt gegeben sein dürste. Schwoge rauigehetzk bgttt. er sei noch viel schlecht» als lein Schwager. Der Beleidigte erhob daraufhin Prioarklagc, die edenialls durch Vergleich erledigt wurde. Danach nimmt brr Angeklagte bit Aeutz» rung mit Bedauern zurück und zahlt die Kosten Be» Verfahrens einschließlich 30 Mark conberbonerw des Vertreters de» Prioattlugers. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 12 Mai. Ein Schuhmacher von Heuchelheim Kat einen Gemeindeoertreter von da, dessen Hund ihm ein Huhn zerrissen hatte, dadurch beleidigt, daß er ihm zurief: „Du Spitzbub". Er nimmt heute vergleichsweise die Beleidigung mit Bedauern zurück und zahlt sämtliche Kosten des Verfahrens. Ein Privatier von hier sprach zu einer Nachbarin mit Bezug aus seinen Hausherrn und dessen Frau von einem „Angerstein" und seinem „Bankert". Heute erklärte er, ihm sei von der Sache nichts bekannt. Das Gericht schenkte jedoch der beeidigten Auslage der Nachbarin vollen Glauben und verurteilte den Privatier mit Rücksicht aus die Roheit und Gemeinheit der Beleidigung zu einer Geldstrafe von 50 Mark und zur Kostentragung. Ein Lanhwirt von Lang-Göns, der mit seinem Schwager uneinig ist, äußerte zu einem anderen Landwirt, der nach seiner Meinung seinen KrciS M H Marburg, 17. In schwere •Strafe nahm das hiesige Landgericht zwei wegen Steuerhinterziehung Angeklagte. Vater nebst Sohn. ($8 erkannte auf 1 000 bzw. 3000 Mart Geldstrafe. Kreis Westerburg * Westerburg. 17. Mai. Der Kreistag des Kreises Westerburg hat in seiner Früh- jahrstagung zu der vom preußischen Ministerium des Innern beabsichtigten Aenderung oder Auf- teilung von Kreisen Stellung genommen. In einer Entschließung an die Staatsregierung und die Abgeordneten wird u. a. gesagt: „Wenngleich amtlich bisher davon nichts bekannt ist, daß der Kreis Westerburg von diesen Plänen der Staatsregierung irgendwie betroffen ist, erhält sich mit Hartnäckigkeit das Gerücht, daß der Kreis Westerburg zur Aufteilung ausersehen sei. Der Kreistag und der Kreisausschuß des Kreises Westerburg erklären sich nachdrücklich gegen eine Aenderung des bisherigen Zustandes. Der Kreis ist in jahrzehntelanger Arbeit wirtschaftlich und kulturell enH zusammengewachsen. Eine Auseinanderreißung würde weder im Interesse dey Staates noch der Kreisbeoälkerung liegen. Auch ist der Kreisort W e - st e r h u r g als einer der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte auf dem Westerwald zum Sitz von Kreisbehörden besonders geeignet. Der Kreis hat sich als durchaus lebens- und ausreichend leistungsfähig erwiesen: die Aufwendungen des Staates für die landrätliche Verwaltung des Kreises find so gering, daß deren Einsparung kein Grund für eine Kreisauflösuna sein kann. Insbesondere ist zu berücksichtigen, daß bei der nassauischen Landgemeinde-Verfassung und dem Fehlen eines Organs zwischen Landrat und Gemeinde die Kreisverwaltung ständig in stärkstem Maße Angelegenheiten der Landgemeinden zu erledigen hat: die Kreise dürfen deshalb hier nicht zu groß sein, weil dadurch die sachgemäße Erledigung der Geschäfte unmöglich würde. Der Kreistag und der Kreisausschuß des Kreises Westerburg richten deshalb an die Staatsregierung die eindringliche Ditte, die oorgetragcne Auffassung ent- gcgenzunehmen und von einer etwa beabsichtigten Aufteilung des Kreises Westerburg unter allen Umständen a b z u s e h e n." Kirche und Schule. B. Die Konfessionen nach der letzten Volkszählung. Auf Grund der letztjährigen Volkszählung liegen nunmehr in vier deutschen ßän- dern, darunter auch Hessen, die Zahlen über die Bekenntntszugehörigkeit vor. Allgemein haben feit der letzten Volkszählung, die nach der Religionszugehörigkeit fragte (1910), die Israeliten stark abgeRundfunk-Programm deS Avarrk/urtrr Senders. (Aus der .Radio-Umschau-.) Mittwoch, 19. Mal. 12 bis 1 ilU: i’hhu'Jh. ng des Pro»»- nabenlpnZerles am SrhwrizersäuschLn. 1.30 bi8 4 Uhr. Die Stunde der Jugend. .KriemhildsnB Rache'' (für Kinder vom 10. Jahre ab). 4.30 Mi 5 45 ilfjr: Konzert des Hausorchesters: Asua tkanzinusik. ‘ 45 bis 6.05 Ufa: Stenographisch« Fottbilbungstursus für Ansänger und schrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 6.15 bis 6.45 Ahr: .Gustav M hier (gestorben 18. Mat 1911)“, Vortrag von Kapellmeister Hermaay Scherchen. 6.45 bis 7,15 Ahr: Schach stunde. tW bis 7.45 Ahr: DeamtenfortblldungSkurfui — Sechste Stunde: ,Das geltende Steuersystem in Reich und in Preußen", Vortrag von Dr. Reumark. 8 Ahr. Acbertrag.nra von WtesbaHM Abonnementskonzert des Städtischen Kurvrchelk«» nommen, wohl infolge von Ueberfrttten unb geringerer Geburtenzahl. In Hessen besteht bei Kalho- lischen wie bei Evangelischen eine Bevölkerungszu- nahme, die beiderseits ungefähr gleich ist. Wenn die . hlen für das ganze Reich oekannt sind, wird sich der Einfluß der Zu- und Abwanderung auf die ton- iiifioneUe Zusammensetzung genauer bewerten lassen, tfür das Gsssamlgebiel des Deutschen Reiches hat Professor D. Schneider (Berlin) auf Grund von Zahlenmaterial, das er den amtlichen Angaben der evangelischen Landeskirchen und der katholischen Zentrale für kirchliche Statistik entnahm, sestgestellt, daß in der Spanne eines Jahrfünftes von 1920—24 die Bilanz des Konfessionswechsels sich zugunsten der Evangelischen Kirche verschoben hat, deren lieber- schußzifsern im Schluhjahr 1924 die höchste ist. Strafkammer Gießen. Gießen. 14. Mai. (£in wiederholt weg«« Betrugs voröestrasrer Kandier aus R. batte bei einer Sri arte r Siuna für 69,50 Ml. War«, bestellt. Als sie ihm gegen ^(achnahme zuge» sandt wprden. ließ er diese zurückgehen und bat um Zusendung ohne Rachnahme und Stundung des Betrags. Dies geschah auch. Da er kur- vor der » Df enbarung-ew geleistet hatte, wurde ein Verfahren wegen Betrugs gegen ihn eingeleitet, das mit einer Verurteilung zu mehrmono iger Gcfangnivstrase ende«. DaO Amtsgericht nahm an. daß der Angeklagte zuH Zeit der Warenbestellung weder zahlungsfähig noch zahlungswillig getoclcn sei und die liefernd« Firma getäuscht habe Das Berufungsgericht hielt den Nachweis, daß die Erfurter 5Irma getäuscht werden sollte, nicht für erbracht, fcoe das verurteilende Erkenntnis auf und sprach den Qlngeflagten frei. 3m Sommer v. 3. übernachtete ein Kauf» man aus Bochum in einer Pension zu BaQ« Vauheim und mußte hierfür 14 Mk. ohne Morgenkaffee. Bedienung und Wohnsteuer zahlen. Diese Forderung hatte ein Verfahren gegen die Pensionsinhaberin wegen Preistrelberei zur Folge, das auf Gründ eines Gutachten- der Preisprüfungsstelle zu einer Verurteilung der Zimmervermieterin zu einer Geldstrafe führt«. 3n der heutigen Berufungsverhandlung wie- die Angeklagte nach, daß sie derartige Ankosten Hobe, daß ihr Verdienst gering sei. von einem übermäßigen Gewinn könne keine Rede fein. Die Strafkammer schloß sich der Beweisführung der Angeklagten an und sprach sie frei. Wegen Aebertretung der Polizeistunde war eine Wirtin aus Ober-Erlenbach zu 15 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Zur Begründung ihrer Berufung behauptete sie sie habe ihre Gästr zum Verlassen des Wirtslokals wiederholt ohne Erfolg aufgefordert und rechtzeitig Feierabend geboten. Zwecks weiterer Aufklärung wurde die Verhandlung vertagt. Am 15. Oktober 1925 hatte ein Dresch» maschinenbesitzer aus Krofdorf eine ..Spritztour" nach Gießen unternommen. Als er um Mitternacht im hiesigen Darielaal 3. und 4. Klasse eingeschlafen wgr. wurden ihm seine Brieftasche mit 5 Mk 3nhalt. eine silberne Taschenuhr mit goldener Kette, sowie noch mehrere Geldstücke aus seiner Westentasche gestohlen. Unter dem Verdacht, die Diebe zu sein, wurden ein hiesiger Arbeiter und Schneider angellagt und trotz ihres Leugnens vpm Amtsgericht auch für überfuhrt erachtet. In der Berufungsinstanz gelang es dem einen der Verurteilten, nachzuweifen, daß er sich an dem Diebstahl nicht beteiligt hatte, er eratelte Freisprechung: die Berufung des anderen wurde verworfen. Längere Verhandlung beanspruchte die An» klage gegen vier arbeitSstrse fangt Burschen ander oberen Kaiseraller und dem 'Heuentoeg. die im Juni v. 2. nacht- ohne jede Veranlassung au- reiner Vauslust mehrere Gäste der Wirt» schäft ..Germania* und etwa eine Stunde später in der Stabt friedliche PassoTTten. die au3 einem Kaffee kamen, in rohester Weise überfielen und mit Latten und Stöcken zum Teil schwer verletzten. DaS Amtsgericht hatte gegen die Rohlinge auf Gefängnisstrafen von 5 biS 7 Monaten erkannt. Ihre Berufung wurde im wesentlichen zurückgewielen. Die Strafkammer setzte die Strafen etwas herab unb verhängte Gefängnisstrafen von 3 bis 5 Monaten. Die Dorstandswahl war au» besonderen Gründen den oben angeführten Punkten der laqct- ordnung oorangefteUt worden. Nachdem einige Mißverständnisse, die zu längeren Auseinandersetzungen geführt hatten, aus dem Wege geräumt waren, mürben gewählt: Mohr (Gießen) als 1.. Dr. ftnic- riem (Bad-Nauheim) al» 2. Vorsitzender mit großer Mehrheit. Im übrigen fand der seitherige geschästs- führende Lorstand mit 4" Stimmen (bei 7 Stimm- enthaltungen) Wiederwahl. Es stehen mithin den Vorsitzenden zur Seite: 1. Rechner Becker, 2. Rechner Bolz, 1. Schriftsührer Schmalz, 2. Schriftführer Noll, Beisitzer Bill, Storck, Damm (sämtlich in Gießen) Während der Dorstandswabl leitete Oberst a. D. Kö11schau (Bad-Nauheim) als Alterspräsident die Verhandlungen. lieber die Notwendigkeit, nach dem Borbilde anderer Regimentsverbände (beispielsweise 115er) eine eigene V e r b a n d s z e i t u n g der 116er herauszu- bringen, verbreitete sich Dr. L a tz von der Gießener Vereinigung. 3n der Angelegenheit sind bereits Vorbereitungen im Gange, (für das Verbandsorgan, das monatlich erscheinen und pro Nummer 20 Pf. kosten soll, ist Pflichtbezug vorgeschlagen. Es soll die Verbands- und Dereinsnachrichten und außerdem Feldzugserinnerungen ufw. bringen. Von anderer Seite wurde der Anschluß an bereit» bestehende ähnliche Zeitungen befürwortet, schließlich aber doch der Beschluß gefaßt, dem Verbandsvarftand alle weiteren Schritte in der Angelegenheit zu über- lassen. Bei Behandlung der Anträge standen im Vordergründe der Beratungen zwei Vorschläge, die von den Vereinigungen Gießen und Lauterbach eingebracht waren und die möaIich st baldige Tilgung der Schulden, die durch Er- ridjtung des 116er Denkmals und aus der Deranstal- tung des großen 116er Tages dem Verband entftan- den find, durch Erhebung einer befände- ren Umlage (der Gießener Antrag schlägt 7 Mk. vor) fordern. Nach entsprechender fachmännischer Üluftlärung sah die Versammlung ein, daß der Verband als solcher in beiden Fällen der Der- anftalter und jedes einzelne Mitglied somit Schuldner ist. Annahme fand daher ein Dermittlungsvor- schlag, der außer der bis zum 1. Juli fälligen U m - läge von 2 Mk. pro Mitglied für die Zeit vom 1. Juli bis zum Herbftoerbandstag eine weitere Kopfsteuer von 2 Mk. fordert und vom Herbstver- bandstag weitere Beschlüsse in der Angelegenheit erwartet. Allgemein kam dabei zum Ausdruck, daß es Ehrensache aller Kameraden sei, die Schulden bald aus der Welt zu schaffen. Abgelehnt wurde ein Antrag der Vereinigung Darmstadt und Umgebung, der eine Aenderung des Absatzes 1 in § 1 der Satzung fordert. Zurückgezogen wurde ein Antrag Bad-Nauyeim auf Gründung einer Verbands> ft e r b e f a f f e, nachdem von Gießen auf die Möglichkeit hingewiesen worden war, daß die einzelnen Vereine entsprechende Verträge mit einer 'Versicherungsgesellschaft schließen können. Annahme fand ein zweiter Antrag Bad-Nauheims, der den Verband beauftragt sich mit anderen Verbänden zwecks Schaffung eines allgemeinen Ehrenzeichens für Kriegsteilnehmer durch das Reich ins Benehmen zu setzen. Begrüßt und einstimmig angenommen wurde ferner ein Antrag der Vereinigung Gießen, wo die Errichtung einer unentgeltlichen Beratungsstelle für kriegsbeschädigte Derbandsmitgliedcr in Gießen in Aussicht stellt und außerdem diesen Mitgliedern bei den mündlichen Verhandlungen vor den Verfiche- rungsgettchten einen unentgeltlichen Vertreter zur Wahrung ihrer Rechte sorgt. Ein von verschiedenen Vereinen eingebrachter Bringlichkeitsanttag, der wünscht, daß der erweiterte Vorstand mindestens zweimal im Jahr zusammen tritt, wurde ebenfalls gutgeheißen. Auf eine Anfrage von Dr. K n i e r i e m (Bad- Nauheim) wegen Instandhaltung des 116- Denkmals am Landgraf-Philipp-Platz in Gießen konnte Vorsitzender mit einem Schreiben des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen antworten, wonach die städtische Baudeputation beschlossen hat, die Platzflache westlich des Eingangstores zur Zeughauskaserne als Grünfläche anzulegen und mit einer 60 Zentimeter hohen Einfriedigung unb mit einer niedrigen Heckenpflanzung zu umgeben. Auch das Becken könne bann wieder mit Wasser gefüllt werden. Der Stadtverordnetenversammlung soll in Kürze eine entsprechende Vorlage gemacht werden. Der Verband wird offiziell an der Denkmalsweihe der 168er in Offenbach beteiligt sein und auch einer Einladung der Vereinigung Neheim (Ruhr) zu deren Bannerweihe Folge leisten. Der Vorstand wurde weiter beauftragt, werbend für den Verband tätig zu fein, vor allem die vielerorts bestehenden losen Vereinigungen zum Beitritt zu gewinnen. So feien beispielsweise in Lich, Hungen, Laubach, Grünberg noch keine Der- bandsvereine. Mitgeteilt werden konnte im Zusammenhang damit, daß im hinteren Odenwald und auch in Neu-Isenburg neue Vereine in nächster Zeit dem Verband beitreten würden. Der Herbstvertretertag findet in A l s f e lt statt. Mohr (Gießen) konnte die Tagung, die zwar mit lebhaften Aussprachen verbunden gewesen sei, aber doch guten kameradschaftlichen Geist gezeigt und in Uebercmftimmung der Anschauungen erfolgreiche Arbeit gezeitigt habe, nach anregendem Verlauf um Turnen, Sport und Spiel Das deutsche Sportabzeichen auch für Kanufahrer. Der Vertretertag des Deutschen Reichsausfchusse» für Leibesübungen genehmigte den pom Deutschen Kanu-Verband gefteUien Antrag um Aufnahme des Paddelns in die Bedingungen zur Erwerbung de» Deutfci-en Tum- und Sportabzeichens. Danach werden viese Bedingungen folgende Erweiterung erfahren: In Gruppe A 41: 1. Wer auf einer verband», offenen Kanuregatta (Kurzstrecke: 1000 Meter, Langstrecke: 10 Km.) bei einem Statt von mindestens drei Booten einen Sieg errungen hat. (Kajak, Kanadier oder Faltboot). 2. Wer im Einerkajak 1000 Meter auf stillstehendem Wasser in 5,50 Min. ober im Einerkanadier in 7,10 Min. zurücklegt. In Gruppe A 5 g: Wer im Einerkajak der Bootsklasse Alla oder im Doppelkanadier C H auf stromlosem Wasser 25 Km. in 3 Stunden zurücklegt. (Prüfung durch den Deutschen Kanu Verband.) städtischen Etats hängt daher lediglich von der Höhe der Kreisumlage ab. Es war Pflicht der Stadtverordneten, die Elatsberafung auf einige Zeit zu verschieben, um Klarheit über die Ausgaben zu gewinnen. Die Angriffe, die aus diesem 03runbe von linker Seile gegen die bürgerlichen Abgeordneten hier und da gemacht werden, sind also vollkommen unberechtigt. Wie wir hören, soll nunmehr die ent= scheidende Sjtzung der etabtoerorbne- ten am kommenden Donnerstag ftattfinben, in der der Etat verabschiedet werden soll. Vorher wird sich noch der Finanzausschuß mit der Angelegenheit be id)äftigen. Hjergn anschließend soll dann die Vorstellung. von dsei Bewerbern um die neu zu be- setzende © t a b t b a u r a i s ft e 11 e erfolgen, so daß auch hier mit einer baldigen Besetzung dieses für die weitere Entwicklung unseres Gemeinwesens äußerft wichtigen Postens zu rechnen ist. — Der Kreistag beschloß im übrigen, dem Anträge der SPD. auf Aufnahme einer weiteren Anleihe von 300 000 Mk. zur Hergabe von B a u b a r- leben zu entsprechen unb ben Kreisausjchuß mit den weiteren Schritten zu beauftragen, ferner dem Verkehrsperein für d i e Lahn als Mitglied beizutreten, ein Kaufmannsgericht einzurichtenAnd für dieses ein Kreisstatut zu erlassen und endlich dem Antrag der Rheinischen Wohnungsfürsorgegefellschaft 'u Düsseldorf auf Beteiligung an der notwendigen Kapitalerhöhung mit 0,25 Reichsmark je Kopf der Einwohner des Kreises zu entsprechen unb den erforderlichen Betrag im A n l e i h e w e g zu beschaffen. XX Dorlar, 17. Mai. Der hiesige Gesangverein „2 a b n t a l* nistet zur P f i n ls ft f a h r t an dem schönen Rhein. Samstag mittag roirb die Fahrt vom Bahnhof Gießen nach dem Stand- quattier N i e d e r h e i m b a ch , unweit Bacharach, dem Wirkungsort eines früheren Dorlarer Lehrers, angetreten. Für den Abend ist daselbst ein Kon, zert vorgesehen. Am ersten Feiertag sollen Aß- öevbanbstag der ehemaligen 116er. (Eigener Bettcht des „Gieß. Anz.) =s= Bad-Nauheim, 16. Mai 1926. Die Vertreter der dem Verbände ehema? tiger 116er angeschlosfenen Vereinigungen waren gestern und heute in unserer Badestaot zum diesjährigen Frühjahrsverbandstag versam- melt, der in jeder Beziehung einen wohlgelungenen Verlauf nehmen konnte. Schon beim gestern nachmittag im Teichhaus stallgcfundenen Militärkonzert der Kapelle des Ausbilbungsbataillons Inf.-Rcgts. 15 (Marburg) das den würdigen Auftakt zur Tagung bil- bete, trafen sich viele Kameraden. Die Zahl der Besucher erhöhte sich bann bei der Begrüßungsfeier am Abend, die ebenfalls im Teichhaus unter Mitwirkung der Marburger Kapelle unb reger Teilnahme der hiesigen Bevölkerung [tattfanb. Nahezu 1000 Personen erfreuten sich an dem reichhaltigen Unterhaltungsprogramm, das von der Bad-Nau- hkümer Vereinigung bestritten wurde. Die Begrü- ßungsansprache hielt der Vorsitzende der Bad-Nauheimer Bereinigung, otubienrat Dr. Knieriem, während Mohr (Gießen) im Auftrage des Verbandes für die gastliche Aufnahme dankte. Amtsgerichtsdirektor Dr. Fuhr (Bad-Nauheim) sprach für die geladenen übrigen Militäroereine. Viel Anklang fand ein von Oberst a. D- Koe11schau (Bad-Nauheim) verfaßter Prolog. An dem heute früh 10 Uhr im Teichhaus eröffneten Verbandstag nahmen teil Vertreter der Vereinigungen ehemaliger 116er Gießen, Butzbach, Alsfeld, Alsfcld-Land, Bad-Nauheim, Offenbach, Darmstadt, Frankfurt a. M., Marburg, Neheim a. d. Ruhr, Lauterbach, Verein Landwehr-Regt. 116 Gießen, Offiziersoerein Landwehr-Regt. 116 Gießen, Offiziersverein Ref.-Regt. 116 Gießen, Offiziersver- fin Regt. 116, Gießen. Mohr (Gießen) entbot die Grüße des Verbandes und dankte den Bad-Nau- Heimer Kameraden dafür, daß sie den Verbandstag übernommen und fo trefflich vorbereitet hätten. Der von dem seitherigen 2. Verbandsvorsitzenben Mohr (Gießen) erstattete Geschäftsbericht teilte mit, daß feit dem Frühjahrsvettretertag 1925 in Marburg sechs Sitzungen des geschäftsführenden Ausschusses und eine Gesamtvorftanoesttzung ftatlgefunben hätten, in denen insgesamt 17 Punkte beraten worden feien. Der Festausschuß für die Denkmalweihe und den damit verbundenen großen 116er-Tag in Gießen tagte in 15 Hauptsitzungen, wozu zahlreiche Sondersitzungen der einzelnen Arbeitsausschüsse kamen. Vom 1. bis 7. Juni 192fr wurde unter Leitung von Kamerad Sudbeimer In Gießen auf Veranlassung des Verbandsvorstandes ein Blumen- und Denkmalskartenverkauf durch Frauen und Jungfrauen der Gießener Der- bandsoereine veranstaltet, wobei ein Reinertrag von 1474,73 Mk. erzielt werden konnte. Gelegentlich des 116er-Tages nahmen dann die Damen des Empfangsausschusses unter Leitung von Kamerad Del- Hermann in der Festhalle eine weitere Sammlung vor, deren Ergebnis in Höhe von 570,27 Mk. ben Grundstock eines Unter ft ützungsfonds bildet. Damit wurde den Vorschriften des § 1, Nr. 4 des Verbqndsstatuts nachgekommen, wonach unschuldig in Not gekommenen Kameraden sowie den Hinterbliebenen gefallener oder gestorbener Kameraden Unterstützungen gewähtt werden können. Einem Beschluß der Herbsttagung 1925 in Offenbach a. M. zufolge ist man an die Stadtverwaltung in Gießen wegen Bewilligung eines weiteren Zuschusses (6000 Mark) für den Denkmalbau herangetreten, ferner um Gewährung eines rückzahlbaren Darlehens in Höhe von 5000 Mark. Der Finanzausschuß der Gießener Stadtoerordnetenoerfammlung mußte mit Rücksicht auf die ungünstige Finanzlage der Stabt die Eingabe ablehnen, zumal Gießen bereits einen Beitrag von 2000 Mark für das Denkmal beigefteuert hatte, während andere Garnisonstädte, in denen «on Verbänden Denkmäler oder Gedenk- teine errichtet worden sind, keinerlei Zuschüsse aus täbtifchen Mitteln gewährt haben. Der Geschäfts- ührende Vorstand hat denn auch den Antrag zurückgezogen, bevor er in der Stadtverordnetensitzung zur Verhandlung kam, um die Möglichkeit zu gewinnen, in einer günstigeren Zeit erneut an die Stadtverwaltung herantreten zu können. Der gründliche Jahresbericht fand den Beifall der Versammlung. Die von Becker (Gießen) oorgefegte Rechnung ergibt folgendes Bild Der Finanzlage des Verbandes: 1. Gedenkstein: Einnahme 28608,89 Mark (davon 18 548,04 Mark in Stiftungen, 2607 Mark aus Sonderbeiträgen): Ausgaben: 28 608,89 Mark: D e n k m a l f ch u 1 d e n: 10 063,85 Mark (darunter ein Bankoorfcyuß von 7453,85 Mk ). 2. 116er-Tag: Einnahmen: 39 156,42 Mark: Ausgaben: 39 022,55 Mark: Kaffenbestand: 133,87 Mark: Schulden: 7585,70 Mark, die sich etwas vermindern werden, wenn die noch in Aussicht stehenden Einnahmeposten von etwa 2672 Mk. ganz oder teilweise eingehen (was aber bezweifelt wird). 3. Derbandsrechnung: Einnahmen: 1880,60 Mark: Ausgaben: 1600,56 Mark: Kassenbeftand: 280,04 Mark. 4. Unterstützungsfonds: 2?0 Mark 27 Pf. Die Mitgliederzahl des Verbandes beträgt rund 2300. Eine besondere Prüfungskommission unter Vorsitz von Dill (Gießen) hat die sorgfältig geführten Rechnungen geprüft Der von Bill qefteUte Antrag auf Entlastung des Finanzausschusses und Des Derbandsrechners wurde ohne Widerspruch angenommen. en, Niederwalddenkmal e i m gemeinsam mit den befreun- ACHTUNG! M Wegen Aufgabe des Artikels. ::: Dam- unil Berrenlahrräder:::: zu staunend billigen Preisen, darunter eine Rennmaschine komplett 150 Mk. Heinrich Appel, GIESSEN, Seltersweg 73. Cafe Astoria täglich Konzert Preisermässigung 03549 Telephon 1051. 1 Liter ow VxJfonrftarxdf und >2 Bohnen ko Ff es (Zubereitung in jedem Folie wie Bohrrenkotfee) Slm?ivMeo «Tso öuBnlieteo Maikum elelttiime GeMts- onö gopfmafffloe empfiehlt billigst Jakob Schäfer Herren- und Damen- Frisiersalon Ludwigstt. 57, Ecke Liebigstr. Nr. 114 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffenf Dienstag, 18. Mai 1926 Lörrtschast. Börse und Geldmarkt. Di« A t l i e n b ö r s e fand in der vorigen Woche nach Lie vor eine stiesi.rüt.eruche Behandlung. Die Umsätze waren so unbedeutend, Daß selbst in maßgebenden Setminallicn Abschlüsse von nominell 6000 Mark die Kurse zeitweilig um Prozente verändern tonnten. Bei einer solchen Lag: erfüllt die Börse die ihr im Gesamtrahmen der Bolkswirtscha t zugcwiesenen Ausgaben naturgemäß nicht mehr. Allerdings erscheint es verständlich, dah Die Dagesspela- lalion sehr mutlos blieb. Aus dem (Sebiet der deutschen Innenpolitik ging cs in den vergangenen acht Tagen sehr bewegt zu mit dem Ergebnis, daß eine offene Aegierungskrilis den Schlußstein der Parleistrciligkeiten bildete. Engagements nach oben fanden mit Rücksicht auf die innerdeutschen Verhältnisse nicht statt, während man andererseits an eine stärkere Ver- flauung der Aktienkurse gleichfalls nicht glaubt und daher größere Positionslösungen ausblieben. Das Gesamtresultat sind wieder nur kleine Kursveränderungen. eher ein leichtes Abbröckeln der 'Kotierungen. Eine Ausnahmestellung nahmen die Aktien des deutschen Farbentrustes »in. Die 3. G. Farbenindustrie verteilt bekanntlich 10 Prozent Dividende und braucht für diese Ausschüttung an die Aktionäre einen Barbetrag von über 60 Mill. Reichsmark. An dieser Ziffer kann man ermessen, daß vermutlich ein ganz bedeutender Bruttogewinn erzielt wurde, da sicherlich reichliche Abschreibungen und Rückstellungen erfolgt sickd. Diese Keberlegung und anscheinend auch verschiedene tatsächlich durchgesickerte Zahlen gaben her Börse Grund dazu, eine imposante General- bikanz des Farbentrustes zu erwarten, die Wohl demnächst der Oeffentlichkeit vorgelegt wird. Die Aktien der Gesellschaft wurden tagtäglich lebhaft umgeseht. In her ersten Hälfte der Woche fand auch der Elektroaktienmarkt lebhafte Beachtung. Reuerdings hat die Freigabefrage hie Tendenz wieder aktiv beeinflußt. Die Reuyorker Meldung eines Berliner Blattes, wonach neue Kompromißverhandlunaen zur Freigabe des deutschen Eigentums stattfinden. gaben dem Schiffahrtsaktienmarkt und überhaupt den Freigabewerten einen kräftigen Austrieb. Es handelt sich hierbei um eine Rachricht, hie durchaus nichts Reues besagt und der vermutlich bald wieder pessimistischer gestimmte amerikanische Telegramme folgen werden. Man kann den außerhalb der Börse stehenden Kreisen nur raten, sich gegenüber allen Freigabemeldungen mit größter Vorsicht zu wappnen, bis die Tatsachen sprechen werden. Sonst wäre vielleicht noch mehrfach eine Enttäuschung möglich, da anscheinend System in der Behandlung bzw. Berichterstattung über die Freigabeangelegenheit besteht, die von Zeit zu Zeit abwechselnd pefsimisti'ch. bzw. zuversichtlicher geschildert wird. Der noch vor einigen Wochen verhältnismäßig belebte Kriegsanleihe- markt ist von der Tagesfpekulation inzwischen langsam fallengelassen worden. Das Geschäft in diesem Papier wird immer geringer. Die neuen industriellen Anleiheemissionen haben bisher nur vereinzelt den Weg zum offiziellen Börsenhandel genommen und sind zum größten Teil noch nicht unter das breite Publikum gekommen. Die Kurse dieser Werte, für die das Interesse feit kurzem erheblich nachgelassen bat. können sich nur knapp behaupten. Es scheint, als wenn die Leistungsfähigkeit des deutschen Kapitalmarktes überschätzt worden ist. da auch die jetzt neu aufgelegten Anleihen wenig günstige Zeichnungsergebnilke aufweisen. Beunruhigend wirkten hie ständig sich häufenden Valutarückgänge europäischer Länder. Die Währungen der sogen. Siegerstaaten, h. h., Italiens. Frankreichs, Belgiens und Polens, setzten ihre Abschwächungen teilweise in lebhaften Sprüngen fort. Diese Tatsache war für die Aktienmärkte zweifellos eine Hemmung. Am Geldmarkt ist die Flüssigkeit für kurzfristige Gelder unverändert geblieben. Tagesgeld stellt fick auf 4 bis 5.5 Prozent, vereinzelt bis auf 3.5 Prozent herunter. Monatsgeld auf 5.5 bis 6.5 Prozent, der Privatdiskont unverändert auf 4.75 Prozent. Die Medioliguidation hat das Geldangebot nur zum geringsten Teil absorbiert. Die Frage einer Diskontermäßigung wird dennoch angesichts her Vorgänge in England kaum mehr diskutiert. Von den Schlachtviehmärkten. An den deutschen Schlachtviehmärkten der vori- gen Woche hat das Geschäft für alle Gattungen eine entschiedene Belebung erfahren. Im Einklang damit waren die Preise allgemein gut gehalten: Kälber verzeichnen sogar fast ausnahmslos beachtliche Preisbesserungen. Aus den nachstehenden Märkten wurden für ein Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin 24-58 45-85 30-63 71-80 Bremen 30-61 30-85 30-60 64-73 Breslau 20-53 52-75 36-57 60-75 Ehemnitz 20-54 45-78 40-62 65-78 Dortmund 23-58 45-85 35-55 60-75 Dresden 25-57 45-80 38-65 62-83 Düsseldorf 25-62 35-78 65-79 Elberfeld 20-58 50-80 30-50 65-77 Essen 25-56 45-100 28-55 65-76 Frankfurt M. 15-63 40-80 30-50 60-78 Hamburg 16-58 30-88 25-58 60-77 Hannover 15-60 30-85 20-55 60-74 Husum — — — Karlsruhe 22-58 70—80 — 70-80 Kastel 22-60 50-70 — 65-78 Kiel 17-51 27-69 — 49-73 Köln 20-53 45-105 40-50 65-82 Leipzig 25-54 50-76 40-63 68-78 Ragdeburg 20-57 30-75 20-54 62-78 Mannheim 14-60 52-85 40-46 52-76 München 17-58 70-88 — 50-80 Stettin 10-52 30-82 15-53 58-72 Stuttgart 14-56 75-90 — 58-79 Zwickau 18-52 35-70 35-63 66-79 * Ermäßigung Der Rotiz für Privatdikonten. Die seit einigen Wochen auf 4,75 Prozent lautenden Privatdäkontsähe wurden am Montag an der Berliner Börse um 0,12 Prozent auf 4,62 Prozent ermäßigt. älmsähe Phönix schwächten sich um 0,62 Prozent Börsenkurse. Familienverhältnisse 46,5 106,25 120 Dankno Len. Berlin, 17. Mai (Seid Dnc' »ytantfurkr Börse 103.5* 116* 49,25 58,25 94 109 130.5* 127' 134,< 131," 77,4 96,5' 110,2* 104 97* 148,6* 62,25 61,25 165* 78.5 79 brauch toci- aber ab. 74 34 119,4 12,12 46 34 bis 38. Rapskuchen 13,75 bis 14, Leinkuchen 18 bis 18,50. Trockenschniyel 9,80 bis 10,10; Soya-Schrot 19,20 bis 19,50, Kartosselflocken 15,70 bis 16,10 Ml. 112* 105,7* 101* 150* 63,5 64,4 sonders Rheinstahl, plus Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische A u s z a h l u n g. 98,5 72,5 veranlaßt worden, mir 70,5 76,62 161.5* 75,4 75 sanden auch auf dieser Basis kaum stau. 3m freien Verkehr werden Privatdiskonlen mit 4.37 bis 4,5 Prozent gehandelt. An der Börse ist man geneigt, die-e Anpa' g des Privatdis- konies an die tatsächlichen Marktverhällnisse. die wohl in Den nächsten Tagen noch weiter fort- schreiten wird, als Vorläufer einer Reichsbank- diskontermäßigung anzusehen, zumal die Reichsbank in der Frage einer Erleichterung der Bankzinsen gerade die'er Tage eine besondere Initiative entwickelt und hierin auch von anderen führer?:n Instituten unterstützt wird. • Ausbau der Interessengemeinschaft Daimler-Benz? Nachdem bereits im Mai 1924 ein Interessengemeinschaftsvertrag zwischen der Daimler-Motoren-Ecsellschait und den Benzwerken abgeschlossen wurde, schweben nunmehr infolge der in der Automobilindustrie eingetretenen schmierigen Verhältnisse Pläne, die Beziehungen zwischen beiden Firmen noch enger zu gestalten. Anfang Juni wird eine Aufsichtsratssitzung der Gruppe Benz-Daimler endgültig darüber entscheiden, ob eine völlige Fusion beider Unternehmen vollzogen werden soll. 105,5* 127,5 125 1,5 Prozent, konnten um fester werden. (kinqesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Rotruf eines alten Anleihegläubigers. Einsender ist ein alter Kapitalrentner und 81 Jahre alt. Im Herbst 1868 bin ich durch 165* 78 62 77 111,75 111,1* 105,75 99 100* 150.75 63,5 63,2 154,5* 105,5* 127,5* 125* 122,2* 110 6,5 schliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. sdienst der isr. ReligionSgesellschaft» den 19. Mai und Donnerstag, den 20. Mai toenfeft. 1. Tag: Vorabend 8.00, Dor- V. Predigt. Rachmittag 4.30. 2. Tag: Bor- , Vormittag 8.00, Rachmittag 4.30, Festes- k05. litische Religlonsgemeinde. Gottesd. Hoge (Süd-Anlage). Mittwoch, d. 19. Mai krstafl, den 20. Mai 1926. Wochenfest, orabd. 7.45, Morgens 830. Predigt. 2. tabb. 7.45, Morgens 820, Abends K26. 92,9* 58,12 51.7 97* 100.2* 113,7* 121 122 35,4 50,75 75,9* 9.3.5* 92 Rheinische Braunkohlen tere 1,5 Prozent s 95,25 59.9 52,5* 98.75 10.1 116.75 120.75 123,5 36 52 77,5* 96.5* 95 Büchertisch. — Denksport, eine Zcitschrist für geistig Regsame. 5)crnuegcgebcn von Dr. mcd. Adolf Beyer. Ministerialrat im Preußischen Wohlfahrts- nünifterium. Frcmckhsche B-rlagshandlung, Stuttgart. — Dem deutschen f) c i m a t [ p i c l ist Heft 5 Der Zeitschrift „Der Buhnenvolksbund" gewidmet. und zwar insbesondere der Tätigkeit des neugebildcten Reichsausfchuffes Deutscher Heimat- spiele. Das 5)eft, das eine lleberficht über den Arbeitskreis des ixrcilidib und volkstümlichen Heimat- spiels bietet, erschließt der öffentlichen Beachtung ein weites Gebiet, das die besondere Würdigung aller Bolksbildner und Fugender,zieher verdient. — „Die schöne Literatu r . Das Mai- Heft (Ar. 5) beschäftigt sich an erster Stelle einläßlich mit Stefan George: Heinrich Lützeler versucht in einem größeren Aussatz ein Bild des Dichters zu formen, von dem man seit langem nichts mehr gehört hat: die beigegebene, recht umfängliche Bibliographie mag beweisen, wie sehr man sich um den so Verschlossenen und gänzlich in sich Gekehrten bemüht hat. Feine und kluge Worte, in eigener Sache, hie doch zugleich allge- mein-lünftlerifd) interessiert, stehen in Wilhelm Sck)äfers Glosse ..Plagiat". Die übrigen Spalten präsentieren, wie gewohnt, eine Fülle neuen, literarischen Stoffes. In einer Berliner Theaterkritik von Hans Knudsen liest man mit Befremden das Wort ..Pirandello-Pest". Ohne auf das Problem einzugehen (wozu hier der Raum fehlt), möchten wir aus geschmacklichen, wie künstlerischen Gründen diese Degriffsprägung entschieden ablehnen. — Nr. 31 des ,D a h e i m" ist erschienen. Das mit vielen Abbildungen nach Kunstwerken und zahlreichen aktuellen Bildern geschmückte Heft enthält die illustrierten Aufsätze ..Düsseldorfer 5)umor und seine Meister" von Dr. P. Weiglin und „Der Werdegang einer Tasse". Neue Erinnerungen an den Feldmarschall Colmar Freiherrn von ‘ der Goltz werden anläßlich seines zehnjährigen Todestages wachgerufen. Eine Besprechung neuer Romane und Novellen, das Frauendaheim mit vielen praktischen Ratschlägen für die Hausfrau und Mutter und mit einer Plauderei über die schwarzen Dienstboten deutschen Frauen in Südwestafrika, endlich die selbständige, fröhlich bunte Kinderzeitschrift „Arche Noah" vervollständigen das reichhaltige Heft. Für Schiffahrtsaktien brachten r.euc Meldungen in her Freigabeangelegenheit aus dein amerikanischen Kongreß, wonach die Erledigung dieser Angelegenheit in dieser Ses'ion als durchaus zweifelhaft angesehen werden kann, eine starke Enttäuschung und Kurseinbuhen bis zu 5 Prozent. Es war zu beobachten, daß große Tauschgeschäfte gegen I. G. und Elektrowerte ftattfanhen. Bankaktien blieben gut behauptet. Von sonstigen Industriewerten zeichneten sich Motor- und Bauaktien durch weitere Kurssteigerungen cus. die bis zu 2 Prozent betrugen, bei sehr lebhaften Umsätzen. Lechwerke plus 1. Daimler plus 0,75. Kleyer plus 1,25, Reckarsulmer plus 0.5. Unbeeinflußt von der festen Strömung blieben wieder Zuckeraktien, die weiter abbröckelten. Deutsche Anleihen waren wenig verändert. Kriegsanleihen 0,4. Auch die Auslandren- ten und die Pfandbriefe hatten nur gering veränderte Kurse. Der Freiverkehr war etwas fester. Beckerstahl 30. Beckerkohle 54, Benz 71, Brown Boveri 77, Entreprise 9.5, Growag 58 Krügershall 100. Rastatter Waggon 21, Ufa 52, Ufra 80. Der Geldmarkt hat sein leichtes Aussehen zurückgewonnen. Der Zinsfuß für Tagesgeld dürfte eine Ermäßigung erfahren. Monatsgeld 5 bis 6.5 Prozent. Privatdiskonten niedriger. 4,62 Prozent. Industrieakzepte gesucht, 5,25 Prozent. Im Devisen- verkehr ist eine neue starke Abschwä - chung der beiden westlichen Valuten zu verzeichnen. Die Pariser Pfundparität stieg aus 164.5, die Brüsseler Pfundparität auf 168. Dieser Entwicklung folgte die italienische Lira bei einer Pfundparität auf 136. Mark und Pfund sind unverändert fest. Berliner Börse. Berlin, 18. Mai. Die Entspannung der inner- politischen Lage, die Ermäßigung der Privatdiskont, notiz, aus der in Börsenkreisen Schlüsse auf eine . offizielle Diskontermäßigung gezogen werden, die Festigung einiger Spezialwerte, die Flüssigkeit des 'Geldmarktes, überhaupt eine allgemeine optimifti- fche Anschauung der Börse führten zu weiteren neuen Engagements der Spekulation. Die Steigerung der Aktienkurse machte bei Beginn der Börse daher Fortschritte. Die ersten Notierungen lagen im Durchschnitt 2 Prozent über den gestrigen Schlußsätzen. Im Mittelpunkt standen unverändert Farben 3.^(3., die in großen Beträgen umgesetzt wurden. In diesen Werten fanden angeblich aus- ländische Käufe statt. Die Gerüchte, daß der Farbenkonzern eine Kapitalerhöhung vornehmen wolle, um den Aktionären eine Ent- schädigung für die Nichterhöhung der Dividende zu geben, verdichteten sich. Man hörte bereits die Zahl von 1 Milliarde, auf die das Aktienkapital erhöht werden solle. In der Tat scheinen Kapitalerhöhungsabsichten im Farbenkonzern bereits erörtert worden zu fein. Zu einem Kurseinbruch kam es dagegen am Schiffahrtsaktienmarkt, der in Den Vortagen große Kurssteigerungen aufzuweisen hatte. Die Börse sieht heute ein, daß ihre Freigabehoffnungen zu weit gespannt waren und entledigte sich beträchtlicher Positionen. Norddeutsche Lloydaktien verloren 5,75, Hapag 4 Prozent. Sehr fest lagen B o u a f t i e n. Am D e - oifenmarft gingen Paris, Brüssel und Mailand gegen London wieder st a r k z u r ü cf, und zwar Paris auf 16-5,75, Brüssel auf 169, Mailand auf 135. Der Zloty lag gegen Neuyyrk mit 11,25 kaum verändert Das englische Pfund behauptete gegen den | Dollar den Paristand. Am Geldmarkt marenNHHtaMMägMM|^|taJMB obachten. Tagesgeld 'M 5,5 bis 6,5 Prozent. I Frankfurt a. 'M fiert: Weizen, WetterM Roggen, inländischer. I für Brauzwecke 22 •*■ bis 23,50: Mais, gelbH fches (Spezial 0) 41,?■ bis 28,25; WeizenkleicM Tendenz: ruhig. Berliner 'M Berlin. 17. QM mit der Befestigung M heute die ausländisch^ und dementsprechen >)W im Berliner Produkts weizen eröffnete eftoM gebot zeigt sich nur inM vermehrter UmfafctätM den kann. Auch RcM Lagerware leichter zcM still. Hafer behält seiM lenen Forderungen. I fester. Mehl ruhig. Im Lieferuw^W per Mai und 3ul/M 2 Mk. fester. De/ M weiterer Tlnbien/tgM zu letzten Preis/c, vM 1 Mk. höher e'nketztW grainml: Ro^en, iM gerste 191 Zxs 204,■ 185, Hafers märt. 19M Weizeng^hl 36,75 I bis WeizenkliM 11.8^ DikloriaerbseiM erhFfn 25 bis 26, (M tt/chken 20 bis /Bicken 28 bis 30, M Lupinen, gelb 14,75™ 163* 73,75 61,25 76 111.5 110.5* 104,75 99 98* 149,75 61,75 62,5 25,5 37 der Farbenindustrie über Massen- erzeugung von Gasolin oder Benzin- e r s a tz. was durch Errichtung einer großen Kohlenverschwelungsanlage erreicht werden soll, Anlaß zu neuen großen Käufen. Farbenindustrie zogen daraufhin um weitere 1,75 bis 2 Proz. an. Von den anderen Werten tourhen Goldschmidt 2.75, Rütgersw^rl? 1 Proz. besser. Für Elektro- id er t c hatte AEG.. Schuckert. S'-e-rens L Halste die Führung, wobei auf Verständigung^- beftrebungen in dieser Industrie hinsichtlich gemeinschaftlicher Geschäftsunternehmungen hingcwieseu wurde. AEG. zogen um 2. Bergmann um 1. Elektrische Lieferungen um ca. 4, Lahmeyer um 1.5, Schuckert um 1 und Siemens & Halske um 0,56 Pro . an. Am Mon- tanmerft bestand nur Interesse für eigentliche Kohlenzechen. So wurden Harpener, Gelsen- hier eine Existenz zu gründen, und habe da als Kaufmann und Fabrikant bis ins Jahr 1922 gewirkt. Dann habe ich mich ins Privatleben zurückgezogen. Während meines Geschäftsbetriebs habe ich es durch Fleiß, Umsicht und Sparsamkeit unter Gottes Beistand zu einem gewissen Wohlstand gebracht. Mein Vermögen Hatto ich fast nur in sog. mündelsicheren Deutschen Wertpapieren, und zwar größtenteils in Städle-Obligationen, darunter eine damals nicht unerhebliche Summe in Gießener Obligationen angelegt. Damit dachte ich für mich und meine Familie möglichst sicher vorgesorgt zu haben. Run brach die Inflation herein, mit ihr hörte die Verzinsung dieser Werte auf, und ich war schließlich mit meiner Familie für unfern Unterhalt auf die Rentnerfürsvrge der Stadt Gießen angewiesen. Das ging natürlich mir nicht allein so. sondern auch einer erheblichen Anzahl von Leidensgenossen. Voriges Jahr stand im „Gießener Anzeiger" die Mitteilung, daß in dem Voranschlag der Stadt Gießen für 1 925 eine Summe für Zinszahlungen an notleidende Gießener Gläubiger eingestellt sei, und jetzt wurden in den Gießener Voranschlag für 1926 27 wieder 100 000 Mk. für Verzinsung der Obligationen eingestellt. Im Sommer v. Is. kam dann das ungerechte Aufwertungsgesey heraus. Mit der Auszahlung der Vorzugsrenten des Deutschen Reichs und der deutschen Staaten läßt man aber die alten bedürftigen Gläubiger unDeranttdortlid) lange warten, trotz aller Mo- Bitten. Wenigstens geht es mir I und. wie ich höre, andern auch. Die ■ ung der Gießener Obliga- Mläßt heute noch auf sich warten. Es Wallerdings richtig, daß die Stadt I an dieser langen Wartezeit keine sondern das hessische Ministerium Minttoortlicb ist, weil es bis heute noch 1 Ausführungsbestimmungen zum Aus- Mesetz erlassen hat. An das hessische ■ r i u m habe ich mich schon vor Ian- Ht wegen her Ausführungs- und Ergün- Mje zur Verzinsung Der hessischen Städte- Mien und der Obligationen der Provinz Mi schriftlich gewandt, aber bis heute Mn t wort erhalten. Run bleibt mir Mes Mittel übrig, als auf diesem Wege Mrtlichkeit auf die große Rot der alten Miubiget aufmerksam zu machen und Menen Männer und Frauen zu bitten, Möafür zu sorgen, daß das hessische Mrium nun endlich hie fehlen- M§ führungsbe stimm ungen h e r- Mt und hie Oemeinhen und Provinzen Manh versetzt werben, ihren alten ®läu* M ch der langen, langen Warte- ■ e der Zinsen zahlen zu können, K. 152,5* 105* 126.2* 123,7* 121* 109,25 6,95 kirchen höhe-. Stark gefragt waren 92 57,5 51 98 102 114.5 121 122,4 35,5 49 । 76,75* 94 I 93.5 59 135,7* 132,2* | 48.5 , 98 । 12,25 45,62 152.75 105.5 126,25 123,25 89 120.9 94 107 6,95 <131,6 I 126' Amerikanische Note» . . . . . Belgische Noten ..... Dänische Noten . Englische Noten........ Französische Noten ..... Holländische Noten ...... Italienische Noten..... Norwegische Not-n ..... Teuksch-Lcsterr.. 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ..... Schwester Noten . ..... Spanische Roten ..... Tschechoslowakische Noten . . Ungarisch- Notm . . . . 17,9 40 105,5 33.75 4,1 120 50,0» 58,62 Frankfurt a. M. 18. Mai. Tendenz: 5eft, Schiffahrtsaktien schwach. — Die günfttge Entwicklung her Effektenbörse kam auf?arbenindustrie, A.-G. oldschmidt.......... , Hostverkohluug Nütgerswerke Scheideanstalt Allg. ElektrstitätS-Gesellschaft Bergmann .......... Mamkrastwerke . . Schocken . . ..... , . . €temen» t. abgeft. 59,225 59.365 59,225 59,36» Brog .... 12,417 12,457 12.41 12,45 Belgrad . . 7,407 7.457 7,40 7,42 Dndap.-st. . Bulgarien . 5.87 3,045 5.89 3,055 5,855 3,045 5,875 3,055 Lissabon 21.425 21.475 21.425 21,485 Danzig. . . stonstontin 80.93 2.195 81.13 ■.205 80,92 2,21 81,12 2,22 Athen. . . 5.54 5,56 5,59 5.61 Canada. . . 4,197 4,207 4.197 4.207 Uruguay - • 4.315 4.325 4.305 4.315 4,203 4,205 12,24 12,30 109,92 110,48 20,362 20,462 12,66 12,72 168,48 169,32 14,86 14,90 90.92 91,38 59.20 59.50 1.535 1,575 111,97 112,53 81,03 81,45 60,4.5 60,75 12,40 12,46 5.84 5,88 Das lachende Hsus. Roman von Sophie K l o e r ß. 20. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Rose war mit Brockdors in einem Stück von Bernarb Shaw gewesen, und dann sahen sie bei Pforte, und er lehrte sie Hummer essen, und sie war so ungeschickt dabei und mußte so viel lachen, und dazu tranken sie weißen Bordeaux, bis Rose heiße Wangen bekam und heiße Augen und so durstig auf die Worte horchte, die er flüsterte, und so selig war, so unbeschreiblich selig. ~cnn das kleine, törichte Ding hatte es sich so zurechtgelegt: Diese Monate, die gehören mir. Und baß ich so ganz im stillen ein bißchen glücklich bin, — wem schadet das? Mir schenkt es unendlichen Reichtum, ihm wenigstens ein bißchen Freude, und später, wenn ich wieder zu Hause bin, dann werd' ich es c'nmül der Mutter beichten. Was ist denn für Unrecht dabei? Wir gehen zusammen in ein Theater oder Konzert. Wir sitzen zusammen in seinem Zimmer oder im Restaurant und erzählen uns harmlose Dinge. Er sagt mir, daß er mich lieb hat, und fragt nie, ob ich ihn auch liebe. Er kann nicht daran denken, ein Mädchen an sich zu binden, so unglücklich, wie seine Ehe ausgegangen ist. Er sagt, das wäre Sünde — soll er doch sehen, daß man treu sein und warten kann auch ohne bindendes Wort. Und wenn sie so gedacht, sprachen ihre Augen alles, was der Mann wissen wollte. Laute Fragen konnte er sich schenken. Wenn sie jetzt in seinem Zimmer saß, duldete sie es willig, daß er den Arm um sie legte, sie auf Stirn und Wange küßte und von der Ziel sprach, wo sie nicht mehr von ihm gehen würde, wo er noch einmal glauben könnte, daß es wirklich Glück gäbe, großes Glück, und daß ih mein Mädchen sein ganzes Herz schenken würde, ohne zu handeln. Was konnte das heißen, als daß sie warten sollte? Warten auf den Tag, wo er ganz frei sein würde, wo er ihr den Ring an den Finaer schieben und zur Mutter gehen durfte, sie sich zu eigen zu begehren? Wie lange es auch währen würde — sie fragte nicht, sie hatte so felsenfestes Vertrauen. Einmal sagte er ihr, daß er viel älter sei, als sie glaube. Bereits sechsunddreißig. Sein hellblondes Haar und das schmale, bartlose Gesicht täuschten die Menschen. Run, und wenn? Sechzehn Jahre Unterschied — war das eine große Sache? Um sv sicherer wußte er, was er tat, um so ruhiger konnte sie sich führen lassen. Sie hatte nun schon gar leine corge mehr, zu ihm zu gehen, und die blonde Frau, die sie anfangs gestört, ließ sich auch nicht mehr sehen. 'Rar der Diener ging geräuschlos aus und ein. und nicht einmal feine Blicke ftreitten sie, wenn er nicht gerade ihr etwas zu reichen hatte. Er war die vollendete Diskretion. Anfangs Februar wollten sie zusammen in ein Geigerkonzert. Da kam im letzten Augenblick Klassen und brachte ein Briefchen. „Befinde mich sehr schlecht: entschuldige mich! Immer dein getreuer Freund!" Rose stand und zitterte. Krank? Klassen war gleich nach Abgeben des Brieses wieder gegangen. Sie konnte nicht fragen. Run versuchte sie Telephonanschluß — sie bekam keinen. Da faßte sie einen kurzen Entschluß und fuhr hinaus. In seinem Zimmer war Licht. So tonnte er also doch nicht allzu schwer krank sein , denn dann würde er das Bett hüten. Auf ihr Klingeln öffnete die blonde Frau. Etwas erstaunt sah sie aus, tagte aber höflich, Herr von Brockdorf sei selbstverständlich zu sprechen, zu melden brauche sie wohl nicht, und öffnete die Tür. So hatte er sie noch nie in die Arme gerissen. Zum erstenmal ließ er die Leidenschaft durchbrechen. Und Rose stemmte erschrocken die Arme gegen seine Brust, bestürzt von dem Sturm, den ihr unerwartetes Kommen entfesselte. „Ich will gleich wieder fort. Ich sorgte mich so um dich. Ich wollte nur wissen, was dir sei." „So sorgtest du dich um mich, daß du abends noch hergekommen bist' Ganz allein zu mir! — Mein süßes Mädchen! Meine geliebte kleine Rose? So lieb" hast du mich?" „Was ist es denn? Influenza? Du hast so heiße Augen, du hast gewiß Fieber." „Ich habe kein Fieber. Was mich verstimmte, war etwas ganz anderes. Nachrichten von meinem Rechtsanwalt. — Schlechte Nachrichten." — Er küßte sie wieder leidenschaftlich. „Es sind nicht alle Frauen so hold und selbstlos wie du, mein Liebling. Und Liebe ohne Berechnung gibt es überhaupt nicht mehr." „Glaubst du, daß ich berechnend bin. Glaubst du daß ich nicht weiß, ich schlage allem in das Gesicht, was bei uns im Hause für Recht und Sitte gilt, wenn ich hier so zu dir komme? Ader ich kann doch nickt anders. An einen Menschen sollst du wenigstens glauben können. Glaubst du an mich, Geliebter?" Er sah sie lange an. „Vielleicht, du ganz kleines, du ganz törichtes kleines Mädchen. Aber wenn du da immer auf der Schwelle stehenbleiben willst in Hut und Mantel, dann glaube ich doch, daß die Ansichten aus dem lachenden Haus dir noch viel mehr bedeuten als mein Glück. — Sieh, da steht ein Stuhl vvr dem Kamin — niemand sieht und hort uns mehr, nur der Wind singt uns das Abend- lied — setz' dich und laß dich liebhaben, süße Rose." Sie setzte sich. Er soll doch spüren, daß es noch Liebe gibt, die glaubt und gibt und nicht fragt, dachte das Kind. * Der ganze Strom stand in Eis. Wenn der Schnee drüber hinfegte, lagen die weißen User und die weißen Felder Seite an «eile und glichen einander zum Verwechseln. Wenn aber Taüwind einsetzte, die Flut preßte und der Strom drängte, brach es unter der schimmernden Hülle, Schollen hoben sich, knirschten und krachten, stießen gegen den Deich, warfen sich empor, eine ober die andere, brachen wieder zusammen, trieben hinaus in die breite Fahrrinne und segelten in die Weite, in ferne schäumende See. Dann brüllte es Tag und Nacht um den Deich, und oben im Giebelzimmer des lachenden Hauses lagen zwei Mädchen abends wach und lauschten auf das wilde Konzert. Sie kannten es feit ihrer ersten Jugend, aber satt wurden sie nie daran. Soviel Kraft war darin, soviel Ringen und Sterben und Wiederauferstchen. Die Elbe wehrte sich gegen den ehernen Zwang des Eises. Dröhnend sprengte sie die Fesseln, ihr stolzer Leib bäumte sich, grollend schleuderte sie die zersprungenen Eisgsteder gegen die Ufer. Und die Wogen rauschten geschwellt von den Schmelzwasfern ferner Berge in langen, schäumenden Hügelketten daher, und die stolzen Dampfer hoben und senkten fid) in ruhigem Gang hinweg über die atmende Wasferfran, die Segler folgten den kleinen flinken Schleppern, hatten die Leinwand zusammen gefaltet bis auf wenige Fetzen, ließen sich ftromabroärfs Ziehen und glitten bei Cuxhaven an den Molen Darüber in das Meer. Die Fischerboote aber lagen noch immer oben am Deich; denn ihre Zeit war noch nicht gekommen. Doch ehe man nur daran dachte, in einer Nacht, kam schon wieder der Frost mit klirrenden Waffen herangeschlichen, legte sich zwingend über Land und Sand, kittete die treibenden, klingenden Schollen zusammen zu wilden Eisbergen, zu rissigen, unüber-- steiglichen Mauern, rief den Schnee und deckte alles aufs neue zu. Im lachenden Hause brannte die neue Heizung, und wenn Frau Margrit auch mit Schrecken die Kohlenvorräte schwinden sah, hübsch wann und behaglich war es. In ihrer Webestube saß es sich gut: sie webte oft bis tief in die Nacht hinein. Roie hatte neue Muster gebracht und gesandt. Nun waren Kissenplatten entstanden, Herbstlaub auf stahlblauem Grunde, ein weißer Falle über grauer See, Chrysanthemen, weiß und vollblütig in licht- grünem Felde, — immer neue Muster kamen und wurden ausprobiert, und die Hamburger Gescharte nahmen alles mit Eifer an. Der Webskuhl klapperte den ganzen Tag. Bisweilen, wenn Thora an . Heider Steffens Worte dachte, trat sie dazwischen. „Du sollst nicht so viel arbeiten. Wie blaß du roieber bist! Laß doch einmal deine Kinder für dich sorgen!" „Mir ist ganz wohl, und ich brauche Arbeit, um die Unruhe zu überwinden. — Es ist wieder mal etwas unterwegs. Ich spüre es und weiß nicht, woher es kommt. Aber ich habe solch unsicheres Emp. finden, als wenn es um Rose wäre." „Kleine Mutter, laß die alten dummen Ahnungen doch sein! Es kommt nichts anderes als Iven Lorn- sen. Der wird Ostern erscheinen, und dann wird Rose auch nach Hause kommen, und dann wird alles herrlich werden." Aber zu Ille sagte sie: „Stimmen tut das nicht mit Jens Apoelbom. Du hast da falsch gelesen in den Seelen, Schwarzdrossel." „So? Hab' ich? Ich bin keine Pythia. Und Liebesdinge liegen mir nicht. Ich werde mich nie mit ihnen abgeben." _______________(Fortsetzung folgt) Mietern slq LIEBKG von. MAS OlAßA gfctabfa*i9ßr 'M Georg Appel Gießen “*’D Bekanntmachung 43738 4372C gönnen. Die richtige Feststimmung ^ii(iiiiiiiimiiiiiiiimmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiimiuiiiiiiiiiiiiiHiuiimiiiiiim^) 267D intensive Arbeit. 4364V Kräftig, duftig und ausgiebig sind: kommt von selbst, wenn ein fein aromatischer Kaffeeduft über dem Frühstückstisch schwebtI Ach, daß die Decken, die im Bede Man fiets mit Lax ge- wafdien hätte Geboten wird: Höchste Provision und iede nur mögliche Unterstützung durch die Firma. Nur wirküch tüchtige Verkäufer bitten wir, ihre gefl Bewerbung unter Ausgabe von Referenzen richten zu wollen unter K1018 an die Annoncen-Lxpedttion Kara Reklame, (B. m. b. H., Berlin SW 19, Beuthestr. 19. XVic Schnell find wollene Decken verdorben, wenn Sie Scharfe XVa/chmtiiel verwenden, und wie prächtig und leicht wäfiht man fie mit LUX Seifenflocken! 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Die Kinder muffen zum Impftermin mit reingewaschenem Körper und reinen Kleidern gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zum öffentlichen Impftermin zu bringen. Gießen, 15. Mai 1926. Der Oberbürgermeister. I. V.: Klingspor. Milt Größte Auswahl. Marke Hammer von Mk. 15.— an Teuuisichuhe von ML 5.— an Tenniö,chuhe, echte amerikanische/ mit Creve-Sohle von Mk. 9.50 an Bälle von Mk. 2.25 an Spanner, Lacke, Oete usw., Proste« und Netze. Reparaturen u. Neubespannen fachmäßig in eigener Werkstatt innerhalb 24 Stunden SUNUCHT GESELLSCHAFT A.-G. Mannheim-Rheinau Am 7. Mai 1926 a) bei der Firma Wilhelm Frey in Lang-Göns: der seitherige Inhaber, Kaufmann Wilhelm Frey von Lang-Göns, ist verstorben. Die Firma geht nunmehr mit dem Geschäft auf 1. die Wilhelm Frey Witwe, Anna Marie, geb. Dietz, 2. Bertha Marie Frey, 3. Karl Gaß und 4. dessen Ehefrau Luise Katharine, geb. Frey, alle in Lang-Göns, derart über, daß jeder derselben voll und zeichnungsberechtigter persönlich haftender Gesellschafter ist. Die offene Handelsgesellschaft hat am 22. Januar 1926 begonnen. Die Prokura des Karl Gaß zu Lang- Göns ist erloschen, b) die Firma Ernst Muth in Gießen. Inhaber der Firma ist der Kaufmann Ernst Muth in Gießen. Dem Kaufmann Robert Muth in Gießen ist Prokura erteilt, c) bei der Firma Eli sabeth Schott in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 11. Mai 1926 bei der Firma Carl Oettershagen in Gießen: Die Firma ist erloschen. Gießen, 12. Mai 1926. Hessisches Amtsgericht. Aug. Kilbinger Seltersweg 79 3865D Telephon 222 Bekanntmachung. Der auf den 20. Mai verlegte Butzbacher Faselmarkt kann infolge erneuten Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in einigen Nachbarorten zum vorgesehenen Termin nicht gehalten werden. Er wird deshalb auf 4361V unbestimmte Zett verlegt. Die Ziehung der Faselmarktslotterie findet dagegen bestimmt am 10. Juni d. I. statt. Die Beträge für verkaufte Lose, sowie etwa nichtoerkoufte Lose find bis zum 5. Juni einzusenden. Butzbach, 14. Mai 1926. Faselmarkt.Gesellschaft AMslkMmfenM U.WÄgkMMlW,MkMWHO hat ihre Generalvertretung f. d. Provinz Oberhessen u. den Kreis Wetzlar zu vergeben. Verlangt wird: Wirklich großes Verkaufstalent und t Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde F eingetragen: Am 24. April 1926 bei der Firma August Wehn in Gießen: Die Pro- • fura des Heinrich Schraner in Gießen ist erloschen. Am 28. April 1926 a) bei der Firma P. I. Möbs in Gießen: Kaufmann Karl Möbs in Gießen ist mit Wirkung vom 1. Januar 1924 als weiterer persönlich haftender Gesellschafter in die offene Handelsgesellschaft eingetreten, b) bei der Firma Valentin Frey & Co. in Gießen. Kaufmann Gustav Frey zu Gießen ist mit Wirkung vom 1. Januar 1926 als persönlich haftender Gesellschafter in die Firma eingetreten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Januar 1926 be< Hotel Deutsches Haus Alsfeld, Inh. Hermann Schmall Bequemer Pfingstaufenthalt, anerkannt gute Verpflegung, schöne luftige Zimmer mit fließendem Wasser, gut gepflegte Weine und Biere, Autogarage, mäßige Preise. Karlsbader Mischung .... Mk. 4.- Echt gelb Java-Kaffee . . . Mk. 4.40 Echt blau Java-Kaffee . . . Mk. 4.80 Weitere Sorten von Mk. 2,60 an w •E« | o 5^.5 £ 3 Q® o S® *-ß c r. »’■ IL-« W ,= ri Bl ph । io y 5$ e= 3 M *901, =C y^l ..a Us jj 3 ?!