Nr. 65 Erster Blatt Frage dürfe es keinen Parteikainpf 'N e u y o r k, der der berichtet ferner: Bei der Arbeiter- bei den Liberalen werde zwar Shm- Chanrberlain ausgesprochen. Es er 3n dieser geben. Reuter Partei und pathie für lf. nter dieser Dubri! ie Redaktion dem IrmnUvortnng.) rödel ' erjudjen hiermit der Lahn- itüde drei Lam- Cs wäre sehr vrde sich selbst von »freien Beleuchtung eits der Lahn. igungsblatt f: Dahlen zum Landgestütsbe- Delehrung über lnlch der Au>- läschullehrerinm ig Wiendorf a. d. »rinde Saasen. - Ein Pakt gegen den Anschluh. London. 17. März. (IDIB. Junffprudj.) Der Genfer Sonderberichterstatter der „Times" erfährt, daß Frankreich, Italien und Jugoslawien die Grundlage eines Paktes über die Aragen Mitteleuropas geschaffen haben. Die in Gens versammelten Delegierten der drei Staaten legten schriftlich die Nebereinstimmung ihrer Ansichten in der Frage der Beseitigung der Möglichkeit einer politischen Union zwischen Oe st erreich und Deutschland nieder. Die Einzelheiten des Vertrages sollen später anderswo ausgearbcilet werden. zen geschichtlichen Acberblick der Stellung, die Deutschland gegenüber dem Völkerbünde in den letzten Jahren einnahm. Die Stellung einer Schuldfrage lehnte Dr. Stresemann in diesem Zusammenhänge ab und meinte, daß es sür das Leben der Völker wichtiger sei, nach Mitteln des Ausgleichs als nach Schuldigen zu suchen. Die Idee des Völkerbuir des nicht dessen hinreichend starte Organisation — habe im Herzen der Menschheit einen schwc - r e n S t o tz erlitten. Das gelte besonders für Deutschland, wo gerade die Airssicht auf das Genfer Ergebnis die Abneigung gegenüber dem Völkerbunde und schwer überwundene Bedenken gegenüber der Locarnopolitil ausgeräumt hätten. Das Zurüektreten des Gedankens der wenigstens teilweisen älniversalität hinter verhältnismäßig kleinen Einzelinteressen werde man in DeutschMärz. ('511.) Das (St. ersch eint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Maaats-Vezugrprelr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfcnnig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. scheine aber sicher, daß beide Flügel der Opposition bei Gelegenheit der Debatte in der nächsten Woche der Regierung kritisch entgegen t r e t e n werden. Die Opposition habe die Erklärungen Chamberlains vor seiner Abreise nach Genf nicht vergessen. Die Opposition könne allein einen M i ft t r a u e n s a n t r a g nicht durchbringen. Es sei eine Abstimmung wahrscheinlich. Amerika zu dem Genfer Fiasko. land kaum verstehen. Die erschwerte Stellung der Regierung gegenüber der deutschen Oeffent- lichkeit dürfe sie freilich nicht hindern, in fuhr man nur, soweit sich seine Tätigkeit auf die Aeuorienticrung bezog, bei Besprechungen mit Denesch, Rintschitsch, Rufos und Skrzynski. So erklären sich auch die Schlußkommentare Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr bis zum Rachmittag vorher. Preis ftit 1 mm höhe für Anzeigen von 27 in in Breite örtlich 8, auswärts 10 Rcichspfennig: für Ne- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich sür Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; sür den An- zeigenteil Hans Pustel, sämtlich in Gießen. Deutschlands Politik in Genf. Ein Rückblick des Reichskanzlers auf die Haltung der deutschen Delegation angegebenen Richtung weitcrzuarbeiten. Die Abreise der deutschen Delegation. Genf, 17. März. (WTD.) Die deutsche Delegation hat heute abend 8 Uhr im Sonderzug die Abreise nach Deutschland angetreten. Vor ihrer Abreise empfing sie noch die Besuche verschiedener Delegationen der Völkerbundsversammlung. darunter den Besuch des österreichischen Bundcstanzlers Dr. R a m e k, des italienischen Ratsmitglieds S c i a l o i a und des polnischen Ministerpräsidenten Grafen Skrzynski. Zur Abreise hatte sich eine größere Menschenmenge. darunter zahlreiche Vertreter der deutschen Kolonie in Genf auf dem Bahnhof ein- gefunden. Der Reichskanzler und der Reichs- auhenminister, sowie die Staatssekretäre nahmen in einem Salonwagen Platz, der sich gleich hinter der Lokomotive befand. In dem anderen Wagen sahen die übrigen Mitglieder der Delegation und viele deutsche Journalisten, die gleichzeitig die Reise nach Berlin antraten. Regierung und Parteien. NachRückkehr der deutschen Delegation. Berlin, 17. März. (2BB.) Die deulschnationale Pressestelle teilt mit: Die Genfer Vorgänge haben in den gestrigen Sitzungen des Parteivorstandes, der Landesverbandsvorsitzenden und der Deutschnationalen Volkspartei zu einer Aussprache geführt, in der die einmütige Auffassung zum Ausdruck kam, dah die Behandlung des deutschen Antrages aus Eintritt in den Völkerbund und die Haltung der deutschen Delegierten in Gens zu einem völligen Mißerfolg der Auhenpolitik des Kabinetts Luther-Stresemann geführt hat. Die Reichstagsfraktion der Deutschnationalen Volkspartei wird sofort die erforderlichen parlamentarischen Mohnahmen ergreifen. Rach einer Mitteilung einer demokratischen Zeikungskorrcsponden; beurteilen die Regierungsparteien dos Ergebnis der Genfer Tagung wesentlich anders als die Deutschnationalen. Durch die gemeinsame Erklärung der Locarno- mächte sei die Sicherheit für die Fortführung der einmal eingeleitcten europäischen Friedenspolitik gegeben. 3in einzelnen würde noch festzustellen sein, ob und in welchem Umsange die Auswirkungen der Locarnoverträge weitcrlaufcn. Die Regierungsparteien glaubten mit guten Gründen eine g e - schlossene Front zur Verteidigung dec bisherigen auhenpotitischen Linie einnehmen zu können. 3n dieser Beziehung würden sie, wie es in der Mitteilung der Korrespondenz heißt, auch mit der Unter st ühung der Sozialdemokraten rechnen können, vor der außenpolitischen Debatte im Reichslagsplenum müßten vertrauliche Besprechungen der Parteiführer mit dem Kanzler und dem Außenminister stattfinden, in denen die Fraktionen über die Einzelheiten der Genfer Verhandlungen unterrichtet werden sollen. 3m Gegensatz zu der Auffassung der demokratischen Korrespondenz steht eine Mitteilung der „Deutschen Allgemeinen Zeilun g", wonach bei den Regierungsparteien die S ti tn mung nicht einheitlich sei. Auf dem rechten Flügel des Zentrums, bei der Deutschen Volkspartei und bei der Bayerischen Volkspartei herrsche v c r st i m - m u n g über die Genfer Vorgänge. Das Blatt kündigt ebenfalls Besprechungen der Parteiführer mit der Delegation an. Vic in parlamentarischen Kreisen verlautet, wird die große außenpolitische Debatte über Gens in Verbindung mit der zweiten Lesung des Haushaltes des Reichsministeriums des Aeuhern am nächsten Montag beginnen. Der Acltestenrat und der Auswärtige Ausschuß des Reichstags sind bisher noch nicht einberusen worden, da man erst die Rückkehr des Reichskanzlers und des Reichs- außenminiflers aus Genf abwarten will. Kritik an Chamberlain. London. 18. März. (WTD. Funkspruch.) M a c d o n a l d bezeichnet tn einer Unterredung die Verschiebung der Genfer Verhandlungen als einen Fehlschlag erster Gröhe. Es sei noch zu früh, um zu sagen, welches die Rückwirkungen z. B. in Deutschland sein werden. Das Ansehen Englands sei In Genf sehr vermindert worden, Pflicht des Unterhauses sei es, das Ansehen wieder zu heben. G e n^f, 17. März. (WTB.) In einer Unterredung des Reichskanzlers Dr. Luther mit dem Chefredakteur der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" erklärte der Kanzler: Ich bedauere auf das tiefste, daß diese Entwickelung eingetreten ist. Vor den Augen der ganzen Welt ist der Arbeit der leitenden Staatsmänner der abschließende Erfolg versagt geblieben, und zwar in einer Weise, die ich spreche es offen aus - sowohl für den Völkerbund, wie für alle Beteiligten im einzelnen etwas recht Unerfreuliches an sich hat. 3d) kann nun mit Befriedigung darauf Hinweisen, daß die deutsche Regierung wegen dieses negativen Verlaufes nicht einmal der leiseste Vorwurf treffen kann. In den Kundgebungen des gestrigen und heutigen Tages ist das von der Gesamtheit der Welt, soweit sie in Genf vertreten ist, auch anerkannt worden. Von der großen Mehrheit der Vertreter neutraler Mächte in der Bundesversammlung ist gerade diejenige These unterstrichen worden, die Deutschland in den diplomatischen Verhandlungen und im Kampfe der öffentlichen Meinung immer wieder vertreten hat, daß nämlick die Entscheidung über die Ausgestaltung oer Völkerbundsorgane zu dessen eigener Zuständigkeit gehört und nicht Gegenstand der Abmachungen einzelner Mächte sein könnte. Auf die Frage, weshalb sich die deutsche Delegation Überhaupt an diesen Lo- carnobesprechungen beteiligt hat, erklärte der Reichskanzlern Ihr war dadurch eine Zwangslage entstanden, daß die ganze Stellungnahme der deutschen Parlamente und der deutschen Oeffentlichkeit sich nur auf d i e Möglich" feit eines Eintritts Deutschlands in den Rat, ohne vorherige Erweiterung oder grundsätzliche Veränderung aufgebaut hatte. Hieraus ergab sich mit logischer Notwendigkeit die Beteiligung Deutschlands an den Besprechungen der Rheinpakt- rn ä ch t e über die Ratsfrage. Sei b st verständlich haben wir aber in diesen Besprechungen immer wieder betont, daß wir eine Bindung Deutschlands hinsichtlich seiner künftigen Dölkerbundspolitik vor seinem Eintritt in den Bund aus allgemein politischen Gründen sowohl, wie aus unserer grundsätzlichen Auffassung vom Völkerbund ablehnen müßten. 3d) glaube auch, daß es uns trotz vieler Anfeindungen gelungen ist, unseren Standpunkt aufrechtzuerhalten. Der Vorwurf, Deutschland habe bereits vor seinem Eintritt dem välker- bundsrat seinen Willen aufzunötigen versucht, ist, wie meiner Meinung nach die Entwicklung gezeigt hat, vollkommen unberechtigt. Deutschland hat vielmehr durch die Ablehnung der ihm angcfomicnen Bindungen eine Zurückhaltung geübt, die ihm heute im Urteil der Welt zugute kommt. Auf die Frage, welche Gründe dafür maßgebend waren, daß die deutsche Delegation dem letzten Kompromiß Vorschläge zu gestimmt habe, erwiderte der Kanzler: Ich möchte das Wort Kompromiß hier unbedingt vermieden sehen. Vergegenwärtigen Sie sich die Entwicklung der Dinge: Deutschland lehnt die ihm zugemuteten Bindungen einer gewissen Qlenberung des Rates ab. Dann machte eine uns vef.eundrte Macht seinen ganz neuen Vorschlag, und Schweden erklärte sich zur Rettung des Völkerbundes und in letzter Konsequenz seines grunb- . süßlichen Standpunktes dazu bereit, das Opfer des eigenen Sitzes zu bringen. Selbstverständlich , konnte ein Ersah Schwedens durch Polen nicht ■ in Frage kommen. Auch diejenigen, die auf Polens Eintritt in den Rat drängten, hatten , eine solche Lösung wohl nie annehmcn können. Als bann jeboch ein Mitglied einer Polen nahestehenden Mächtegruppe seinen freiwilligen Rücktritt anbot — ohne Mitwirkung Deutschlands und ohne daß wir diesen Schritt mit irgendwelchen Mitteln hätten verhindern können — stand eine Regelung in dem Sinne in Aussicht, daß für Schweden eine neutrale Macht derselben Gruppe vorgesehen war, während ein evtl. Eintritt Polens durch die srei- willige Rieberlegung des tschechischen Ratssihes kompensiert werden sollte. Die neugeschafsene Lage schloß keinerlei deutsche Bedingungen ein und verhalf ter deutschen These von der alleinigen Zuständigkeit des Völkerbundes zum Siege, indem sie eine Organisatiansänderung der Endentscheidung der Völkerbund sversarnrnlung zuschob. Bei dieser Lösung trat keinerlei Änderung ces bestehenden politischen Krästeverhältniises innerhalb des Rates ein. Also vom deutschen Standpunkt eine völlige Wahrung der vor und in Gens Vertretenen grundsätzlichen Ausfassung. Ich glaube durch meine Ausführungen dar- flelcgt zu haben, daß Deutschland auf den Genfer Verhandlungen in den Augen der Weltöffentlichkeit vollkommen unbelastet hervorgeht und daß die deutsch: Politik in Genf nicht an Terrain verloren hat. Erklärungen Stresemanns. Gens, 17. März. (WB.) Vor den Vertretern der ausländischen Presse gab Reichs- oußenminister Dr. Stresemann unter nochmaliger Darlegung des deutschen Standpunktes einen kur- l°rbiL Uegen MeTb^len 5 bis 'cb«t|e. S 2s.iT SN, »bitfe. »Ätz «t iLm ®Orten SU Um 267 auf fy* 5 50 i pr° Sonnt: 'Mn (matt) 154 162 bis 172> 32,50 bis H E'Mllch 1010 ?'n??^rbsrn 3 ^25, Futter. 0 b's 21, Mr- 's 25,50, Lupinen "V (gelb) 14 bis Serradelle (neu) 14,70, Lein. Hel 8,30 bis 8,60 Sohaschrot 18,40 Damsladl. >m wir Oberheffen „hessischen Lan- nu5 den Berichten andtags, wo oller, ^shall des Lander' heu Debatten An- verschiedener Seift en bemängelt, die ers für den Staat oditen werden, ab i WM Steuer- mdestheatere regel: ns Theater - nun winz l'ch auch W* r sehen laßt, Und jrger aus der Pro« hört er mit Gr« pieien auswärtiger •Hein bet f [ . nicht einmal gut L» Ganz ab- Srn «■>*'! «mb. " III« auf d, ler 6W* .nenaerM®* gramrn rnSctS. rchau".) AAS 45 . hebel' 19,15 jfjt: jftunbe. J* Peter General-Anzeiger für Oberhessen Druck unb Verlag: Vrühl'sche Univerfitäts-Vuch und 5tem-ruckerei N. Longe in Sietzen. Schriftleitung un- Geschäftsstelle: schulstratze 7. Der Vorhang füllt. Als nm die Iabreswcnbe Deutschlanb seine Ausnahme in ben Völkerbunb anmelbcte und bev Rat für Anfang März eine außerorbentttche Völker bunbsversammlung einberief, um über den deutschen Antrag zu befinben, da hielt man dies für die formale Erledigung einer Frage, deren politifd)c öeite ja schon in Locarno und London bis in alle Einzel beiten festgelegt sei. Man glaubte, es werde fid) nun an den in der ersten Frühlingspracht stehenden Ge staden des Genfer Sees einer der zeremoniösen Fest atte absvielen, mit denen gewöhnlich langwierige diplomatische Verhandlungen gleid)sam als äußerem Aplomb zu endigen pflegen. Man redjnctc kaum noch mit Ueberroschungen. Deutsd;land hatte ja in den strittigen Punkten die Auffassung der Locarno möchte in feierlicher Form schriftlich niedergelegt erhalten. Die Auslegung des Art. 16 der Völker bundsakte, der das Durchmarschrecht im Kriegsfälle regelt, war in einer, wenigstens nad) Ansicht der Locarnodelegierten, eindeutigen Form fixiert worden. Auch hatten fid) die Vertragskontrahenten verpflichtet, daß Deutschland sofort bei seinem Eintritt in den Völkerbund feiner Großmachtstellung ent- spred)end ein ständiger Sitz im Völkerbundsrat zugebilligt werde. Die Zustimmung der in Locarno nicht vertretenen Ratsmächte hatte Deutschland ja früher schon gelegentlid) einer Umfrage über die Voraussetzungen seines Eintritts erhalten. So schien dem Ausnahmeakt nichts Sachliches mehr im Wege zu stehen, als fid) in den ersten Februartagen der Schleier lüftete über ein weitverzweigtes Intrigen netz, das offenbar in Paris geknüpft war zu dem alleinigen Hweck, den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und vor allem feine Wahl zum ständigen Ratsmitglied dodurd) zu paralijfiercn, daß man durch Erweiterung des Rats um einige Freunde Frankreichs das gefährdete „Gleid;gewid)t", richtiger gesagt, das Uebergewicht Frankreichs wiederher stellte. Wir haben uns bemüht, aus dem politischen Wirrwarr der letzten Wochen durd; genaue Registrierung der einzelnen Phasen unseren Lesern ein anschauliches Bild dieser Intrigen zu geben, die sich unaufhaltsam zu einer regelrechten Krisis des Völkerbundes selbst und des Locarnopaktes auswachsen sollten. Die Tagung von Genf wurde fein kurzes festliches Beisammensein, sondern ein erbittertes diplomatisches Ringen, als dessen Ergebnis nun in der Versammlung, die für Deutschlands Aufnahme bestimmt war, die Delegierten einen Scherbenhaufen beweinen. Es erübrigt fid), noch einmal all den verschlungenen Pfaden nachzugehen, auf denen die Genfer Völkerbundsdiplomatie in den letzten acht Tagen herumspaziert ist. Rur das sei kurz herausgestellt, was zur Klärung der Ursachen dieses Mißlingens und zur Erkenntnis der Folgertingen dienen kann. Die äußere Ursache für die Vertagung des Beschlusses über den deutschen Aufnahmeantrag gab Brasilien mit seinem Veto gegen die Zubilligung eines ständigen Ratssitzes an Deutschland, nachdem ein gleiches ihm selbst vom Rat ver- weigert war. Die inneren Ursachen liegen tiefer. Briand und Chamberlain, die sich gestern vor dem Plenum des Völkerbundes gar nicht genug tun konnten, die Einigkeit der Locarnomächte zu betonen und die ganze Schuld für das Scheitern der Verhandlungen Brasilien aufzubürden, find selbst die Hauptschuldigen, daß solche Verhandlungen überhaupt noch möglich waren, nachdem die ganze Frage des deutschen Eintritts bod) in Locarno schon für alle Beteiligten gelöst schien. Frankreid) hat in übelster Weise, hinter dem Rücken des deutschen Vertragspartners und unter völliger Mißachtung des so laut und viel gerühmten Geistes von Locarno, aus eigennützigsten Interessen gleichzeitig mit Deutschland aud) Polen den Zutritt zum Völkerbundsrat erschließen wollen. Drangen erst die Zusagen, die man in Paris dem ehr- geizigen Skrzynski gemacht hatte, an die Oeffentlichkeit, so durste man sich nicht wundern, mit dieser Gebefreudigkeit auch die Begehrlichkeit anderer Mächte zu reizen. So traten Brasilien, Spanien, China und andere mit dem gleichen Verlangen nach einem ständigen Ratssitz auf den Plan, nöd) dazu alles Mächte, die, wie Brasilien und China, dank ihrer Größe und Bevölkerungszahl oder wie Spa- nien dank ihrer Geschichte und kulturellen Bergan- genheit, weit triftigere Gründe für die Geltendmachung ihrer Ansprüche vorzubringen hatten, als Polen, das durch den Raub Wilnas, durch seinen brutalen Kampf gegen die deutschen und ukrainischen Minderheiten bewiesen hat, wie es die Völ- kerdundssatzungen zu achten gesonnen ist. Eine Erweiterung des Rats durchzudrücken durch Schaffung neuer ständiger Ratssitze für Spanien und Brasilien, mit denen man aud) Polen hinein- schmuggeln wollte, gelang nicht. Dieser saubere Plan- scheiterte am Widerspruch Schwedens. Unter Leitung Chamberlains begann nun ein kon- zentrischer Angriff auf Und 6 n , den schwedischen Außenminister, mit dem Erfolg, daß Schweden, das als Vormacht der ehemals neutralen Mächte Holland, Norwegen, Dänemark, Finnland. Baltische Staaten und Sd)weiz im Rate saß. auf seinen Ratssitz zugunsten einer anderen Macht feiner Gruppe, vermutlich Hollands, verzichtete. Bene sch. her tschechische Außenminister, hatte schon lange Nück- trittsabsichten geäußert, da die Kleine Entente, bereu Delegierter er war, eine anberc Macht vorschicken wollte. Nun sollte aber nicht Rumänien ober Ingo- flamien ben Sitz Beneschs einnehmen, jonbern P o - len gebuchte man an Stelle ber Tschechoslowakei von ber Völkerbundsversammlung als nicht ständiges Ratsmitglieb in ben Rat wählen zu lassen. Man rechnete wahrscheinlich babei auch damit, daß Polen sich der Kleinen Entente anschließen werde, für die man in diesem Falle im Herbst feinen neuen Ratssitz zu schaffen brauche. Soweit waren die Verhandlungen am Montagabend gediehen, als nad) authentischen Berichten Mello Franco, der brasilianische Botschafter, in Presse, die noch Dienstag den deutschen Sieg in Genf befürchteten. Einstimmig wird der deutschen Intransigenz die Schuld an dem Ausgang der Genfer Verhandlungei in die Schuhe geschoben. „Giornale d'Italia" schreibt, die deutsche Provokation der letzten Monate hätte Deutschland auch diejenigen Völker entfremdet, die den Fehler gemacht hätten, ihm Wohl gesinnt zu fein. Heute erhalte Deutschland Durd) das Genfer Fiasko seinen Lohn, der aber zugleich ein Fiasko des Völkerbundes sei. da es 50 Rationen nicht gelungen fei, Deutschland in den Völkerbund aufzunehmen. Der Absichit Deutschlands, sich mit Hilfe des Völkerbundes eine Vormachtstellung zu sichern, müsse der Zusammenschluß aller entgegengesetzt werden, die nachbarlich, wirtschaftlich oder kulturell gemeinsame Interessen hätten. Rur so könne der Frieden garantiert werden. In dieser Hinsicht könne ja der Völkerbund vielleicht noch einige Dedeutung haben. Der faschistische „Tcvere" geht noch weiter: Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, den man als einen entscheidenden Schritt zum Frieden gepriesen, den Italien aber immer als ein Moment der Beunruhigung auf- gefaßt habe, sei gottseidank nicht erfolgt. Chamberlain. Briand und Genossen gingen mit schweren Herzen heim, nur in Kom atmeman frei. Am politischen Horizont zeichne sich die Gefahr der pangermanistischen Revanche ab. Mussolinis Stimme habe sich dagegen erhoben und auch den Blinden die Augen geöffnet. Jetzt sei Rom das Zentrum neuer Kombinationen. Der Geist von Locarno sei tot und das Leben der Völker pulsiere wieder lebendig. gebnis von Genf gibt Amerika Anlaß, noch mehr vom Völkerbund abzurücken wie bisher. Der „Herald" sagt, daß der Grundsatz des Präsidenten Coolidge nunmehr der sei, daß Amerika nach Amerika zurückkehre. Er werde programmähig festlegen, was Europa von Amerika zu erwarten habe. Die amerikanische Presse sieht in der Völkerbundstagung den schwersten Schlag für die Locarno-Verträge. Der Geist von Locarno wäre überall unterwühlt worden. Es sei fraglich, ob Deutschland im September noch in den Völkerbund eintrete. Daß Luther und Stresemann gehen müssen, hält man für sicher. Die „Times" schreibt, daß mehr als ein politisches Haupt fallen werde. Was könnten Stresemann, Chamberlain und Briand nunmehr von dem neuen Geist, Den ihre Politik bringen sollte, sagen, nachdem dieser Geist in Genf einen solchen Mißerfolg gehabt habe. Die „Times" zweifelt stark an der Zukunft Locarnos und gibt damit die allgemein in Amerika vorherrschende Ansicht wieder. Die Mehrheit in Gens sei für Frankreich und gegen Deutschland gewesen. Damit fei von vornherein Deutschlands Stellung in einer Versammlung, die der Welt den Frieden bringen sollte, schwach gewesen. Jubel in Italien. R o m, 18. März. (511.) Dem nationalistisch eingestellten und faschistisch regierten Italien ist der Ausgang der Genfer Verhandlungen zweifelsohne erwünscht gekommen. Aus innerpoliti- schsn Grüüden und wegen der sich vorbereitenden außenpolitischen R e u o r i e n t i c r u n g, die Mussolini anftrebt, fehlte schon während der Verhandlungen in der Presse die ständige Rubrik, die sich bei allen vorausgcgangenen internationalen oder interalliierten Zusammenkünften sand, die Rubrik der vermittelnden Rolle, d e Italien übernommen hätte, um die Gegensätze auszu- gleichen. Davon war diesmal nichts zu spüren. Von Scialoja hörte man kaum, von Grandi er- 176. Jahrgang ■ Donnerstag, 18. Marz 1926 Metzener Anzeiger der Ratssitzung aussprang und auf Chamberlains nervöse Frage, was er denn noch wolle, sehr temperamentvoll mit der Faust auf den Tisch schlug und erklärte, Brasilien dächte nicht daran, sich still- schweiacnd diesen Abmachungen zu fügen, cs liehe sich nicht von Europa an die Wand drücken und beharre auf seinem Beto, wenn ihm nicht der geforderte ständige Ratssitz zugebilligt werde. Alle Beschwichtigungsversuche, alle Drohungen, alle Bemühungen um andere Instruktionen aus Rio de Janeiro änderten nichts: Herr Mello Franco verteidigte mit der Sache seines Landes auch seine höchsteigenen Interessen. Er ist der erste beim Völkerbund ständig akkreditierte Botschafter und beabsichtigte offenbar, seine Stellung in Genf nach allen Seiten hin ausgubauen. Seiner Eitelkeit und seinem persönlichen Ehrgeiz wird man ein gut Teil Schuld daran zuschreiben dürfen, daß die Diplomaten nun die Koffer packen und unverrichteterweise Genf den Rücken kehren müssen, um im Herbst das Spiel von neuem zu beginnen. Soll es dann anders ausfallen als diesmal, wird man auch etwas in die Hintergründe hineinleuchten müssen, die dieser Krisis ihren besonderen Charakter gaben. Einmal muß es mit der Organisation dieses Völkerbundes schlecht bestellt sein, wenn er sich einen solch schmählichen Affront von einer Macht dritten Ranges wie Brasilien bieten lasten muß, die ihre Bockigkeit nicht einmal mit dem Mandat einer größeren «staatengruppe beschönigen konnte, nachdem die spanisch sprechenden Staaten Südamerikas für die Vertretung ihrer Jnteresten durch das portugiesische Brasilien dankten. Immerhin hätte auch ein Herr Mello Franco es nicht zum Aeußer- sten kommen lassen dürfen, wenn er nicht die, zumindest indirekte Unterstützung einer Großmacht gefühlt yätte. Es steht außer Zweifel, daß Mussolini durch seinen Getreuen Grandi hinter den Kulissen, vielleicht sogar hinter dem Rücken des offiziellen italienischen Delegierten, des sehr ehrbaren «enators Scialoja, alle Minen springen ließ, nm die Versammlung zu sprengen und Deutschlands Aufnahme wenn nicht ganz zu verhindern, so doch aufzufchieben. Wenn dabei gleichzeitig auch der Locarnopakt mit in die Luft geflogen wäre, so wäre ihm auch dies nur eine angenehme Beigabe gewesen, da Italien die geringsten Interessen an Locarno unb den Rheinpakt binden, ja ihm die Lo- carnonbmachungen geradezu im Wege stehen bei dem neuen Koalitionsring, den er soeben durch Abmachungen mit der Kleinen Entente über Jugoslawien, mit Griechenland, mit England, ja auch mit Frankreich zustandezubrlngen jucht, und der ihm das geben soll, was Locarno ihm nicht hat bringen können: Garantie der Brennergrenze und Verhütung des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland. Merkwürdig wie die Stellung Italiens ist auch die Rolle, die Chamberlain, britischer Außenminister und seit seinen Verdiensten um Locarno Ritter des Hosenbandordens, in Genf und noch mehr in den vorausgegangenen Wochen gespielt hat. Lassen wir fein Eintreten für die spanischen Wünsche beiseite, so sind seine Sekundnntendienste, die er Briand und dessen polnischem Schützling geleistet hat, kaum aus reiner Courtoisie und uneigennütziger Freundschaft zu dem alten Alliierten zu erklären, um so weniger, als er ihretwegen im eigenen Lande, ja in der eigenen Partei den heftigsten Angriffen und Vorwürfen ausgesetzt war. Seine Genfer Politik wird r>erständlicher, sobald man sie in den großen Rahmen britischer Weltpolitik rückt. Es wird uns Deutschen immer wieder unsagbar schwer, zu begreifen, daß der Rhein, Deutschland, ja Europa mir ein Bruchteil der britischen Gesamtinteressen ausmacht, daß in Afrika, Vorderasien und im fernen Osten oftmals Interessen auf dem Spiele stehen, die , für das britische Imperium von ganz anderer Bedeutung sind, wie die Fragen, um die der euro- l päische Kontinent sich gerade rauft. In geringerem Maße trifft das auch für Frankreich zu. Und beide F sind naturgemäß geneigt, durch Kompensationen in den verschiedenen Interestensphären einen Ausgleich zu suchen. Sie müssen ihn suchen, solange beide noch vor einem kriegerischen Austrag des latenten Gegensatzes aus den verschiedensten Gründen zurück- schrccken. So dürfte der sog. Iouvenelvertrag zwischen Frankreich und der Türkei, dessen Vorge- ichichte unser türkischer Korrespondent gestern hier schilderte, in seinen unbequemen Folgen für Eng- - land ein sehr wesentliches Moment für Chamberlains Haltung in Genf fein. Wenn wir nun zum Schluß kurz Deutschlands Politik in Genf betrachten, so können wir uns nur schwer eines Gefühls der Erleichterung erwehren, daß nur der Zufall dieses brasilianischen Vetos Deutfchland vor einer politischen Niederlage par excellence bewahrt hat. Deutschland war in Genf durch das diplomatische Intrigenspiel der andern in eine Sackgasse hineinkomplimentiert worden, aus dem es kein Entrinnen gab. Nachdem formal dem deutschen Standpunkt dadurch Rechnung getragen war, daß keine weitere Macht neben Deutschland zum Rat zugelassen wurde, sachlich indessen gegen Deutschlands Interessen durch einen Austausch der nichtständigen Ratsmitglieder Polen doch in den Rat kam, wenn auch vorläusig nur als nichtständiges Mitglied, blieb der deutschen Delegation mir ein Entweder-oder: entweder nahm man das mühsam ausgeklügelte Kompromiß aus Briands Händen mit süßsaurer Miene entgegen in dem Bewußtsein, für Deutschland in facto nichts erreicht zu haben als die Verärgerung des spanischen und eine schwere diplomatische Niederlage des schwedischen Freundes, oder man verließ unter Protest den ungastlichen Boden Genfs und lud damit vor aller Welt die Schuld auf sich, durch seinen Eigensinn die Verhandlungen zum Bruch getrieben zu haben. Die Pariser Presse traf bereits alle An- stalien, aus ein Stichwort Briands in einem großzügigen Propagandafeldzug Deutschlands Schuld an dem Mißlingen der Genfer Verhandlungen in die Welt zu posaunen. Man kommt gewiß gescheiter vom Rathaus, als man hinauf geht, aber es muß doch im Hinblick auf die Möglichkeit einer ähnlichen Situation im Herbst gesagt werden, daß es vielleicht zweckmäßiger gewesen wäre, nach der ersten internen Besprechung der Locarnomächte die Ratsmitglieder sich selbst zu überlassen und es den Vertragskontrahenten anheimzugeben, wie sie die Deutschland gemachten Versprechungen bei ihren Kollegen vom Völkerbundsrat zur Anerkennung verhalfen. Der Vochang in Gens ist gefallen. Was sich vor den Augen der erstaunten Welt auf ständig wechselnder Szene dort abwickelte, war eine Tragikomödie, roic sie kleinlicher und hinterhältiger in den schlimmsten Zeiten der verruchten, angeblich längst ad acta gelegten Scheindiplomatie alten Stils nicht hätte gespielt werden können. Die Akteurs kehren nach Hause zurück. Nicht alle werden daheim freundlich empfangen werden: Chamberlain hatte schon vor Genf schwer um sein Prestige als großer Sohn eines großen Vaters zu ringen. Ob ihm vergönnt sein wird, im Herbst wieder als britischer Außenminister nach Genf zurückzukehren, bleibt abzuwarten. Briand erwartet man in Paris, um endlich seine neue Regierungserklärung zu hören. Da bislang lediglich seine großen cwßenpolitischen Erfolge seine Ministerpräsidentschaft stützten, der er ja keinerlei Ergebnisse auf finanzpolitischem Gebiet zur Seite zu stellen hatte, wird er wohl bald einem Anderen weichen müssen. Die sinanzielle Sanierung muß durchgeführt werden, wenn Frankreich leben will. Das liegt Briand nicht. Auch in Schweden herrscht begreifliche Mißstimmung über den Rückzug des Außenministers UndSn, der allcroings seinen vorgeschobenen Posten mit erstaunlichem Mut und bewunderungswürdiger Zähigkeit bis zur letzten Patrone verteidigte. Ohne Kritik wird es auch in Deutschland kaum abgehen. Ohne nähere Kenntnis des Verhandlungsganges wird man kaum sagen können, ob man Dr. Stresemann mit Recht vorwerfen kann, sich zu weit vorgewagt zu haben. Es wird jedenfalls höchster Aufmerksamkeit bedürfen, um die politische Gesamtlage im Auge zu behalten und zu verhüten, daß sich in den Sommermonaten hinter unserem Rücken wiederum etwas anspinnt, das uns bann in Genf eine unliebsame Ueberaschung bereitet. Zum zweitenmal wirb sich kaum ein Brasilien als Retter aus der Sackgasse finden. Das Spiel Mussolinis. London, 17. März. (WTD.) Der „Daily Telegraph" schreibt in einem Leitartikel, die Verschiebung der Ausnahme Deutschlands in den Bund sei der erbärmliche Schluß eines bedauerlichen Kapitels der Völkerbundsgeschichte. Man könne bedauern, daß die deutschen Vertreter sich nicht in der Lage sahen, einer Milderung ihrer starren, aber korrekten Haltung zuzustimmen. Aber nicht aus sie werde der Tadel für das Scheitern gerechterweise fallen können. Wenn solche Dinge wegen des Statuts des VöllerbundSrates geschähen, was werde dann geschehen, wenn eine außerordentliche n a t i o n ale Krise zwischen zwei wichtigen Mächten entstehe? Es sei jetzt llarer als je, daß die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund und in den Dölkerbundsrat ganz getrennt von jeder anderen Erwägung hätte stattfinden müssen. Die „Times" kitifiert die Haltung Polens und bemerkt dann ironisch, ein Staat in der Lage Vrasiliens könne kaum eine so widerspenstige Haltung in kritischen Angelegenheiten, die Europa stark berühren, annehmen, ohne irgendeine Zusicherung kräftiger Unter« stühuug don außen. Auch der „Daily Expreß" glaubt Anzeichen dafür zu sehen, daß die verborgene Hand, die die augenblickliche Lage herbeigeführt habe, Italien gehöre. Briands Aussichten in der Kammer. TU. Paris, 18. März. Das neue Kabinett Briand wird Donnerstag nachmittag vor das Parlament treten. Die Aegierungs- crtlärung enthalt Angaben über das Finanz- Problem, über die Genfer Tagung sowie Anspielungen auf die Wahlreform Die Interpellationen über die Zusammensetzung des Kabinetts werden Anlaß zu einer Debatte bilden, bei deren Ausgang Briand voraussichtlich die Vertrauensfrage stellen wird. Trotz des unzweifelhaft ungünstigen Eindrucks, den der Fehlschlag der Genfer Tagung in parlamentarischen Kreisen hinterlassen hat, rechnet man mit einer Mehrheit für bas Kabnitett. Radikal- sozialisten und Linksradikale werden für das Kabinett stimmen, die Kommunisten und eventuell auch die Sozialisten dagegen. Möglich ist auch, baß die Sozialisten sich der Stimme enthalten werden. Die Linksrepublikaner haben beschlossen, ihre Stellungnahme von der Regierungserklärung abhängig zu machen. Eine stabile Regierungsmehrheit ist unter diesen Umständen nicht wohl 'denkbar. Ein Vertrauensvotum würde lediglich durch umfangreiche Stimmenthaltungen zustande kommen. Finanzminister P e r c t teilt wie man hört, die Verabschiedung derjenigen Teile der letzten Finanzvorlage beantragen, die bereits in der Kammer angenommen wurden. Der Matteotti-Prozeh. Ehieti, 17. März. (W. D.) Bei dem heute beginnenden Verhör der Zeugen erklärte ein Kommissar der Sicherheitspolizei, daß die Polizei das Haus Matteottis sorgfältig beaufsichtigt hätte, daß aber die Polizisten die Entführung nicht hätten beobachten förnien, weil sie in der Uferstraße erfolgte. Ein anderer Zeuge sagte aus, er hätte gesehen, wie die Entführer einen Menschen mit Gewalt in den Kraftwagen schoben. Ein 12jähriger Knabe sagte, er hätte gesehen, wie vier Menschen einem fünften einen Stoß gegen den Bauch versetzten und ihn in einen Kraftwagen schoben, in dem sie ihn festhielten. DaS Personal des Gasthauses, wo die Angeklagten gewohnt haben, behauptete einmütig, daß an dem betreffenden Rachmittag diele nicht in ihren Zimmern waren. Das bisherige Ergebnis des Volksbegehrens. Berlin, 18. März. (TU.) Die Frist für die Einzeichnung in die Listen für das Volksbegehren für Fürstenenteignung lief am Mittwochabend 8 Uhr ab. Da die Kreiswahlleiter diesmal die Ergebnisse auf brieflichem Wege dem Reichsteahlleiter nach Berlin übersenden, ist eine genaue Feststellung des Gesamtergebnisses erst in einigen Tagen möglich. Rach den bisher vorliegenden Einzelergebnissen waren bis Mitternacht rund 4,5 Millionen Eintragungen in 35 Städten gezählt. An Einzelergebnissen sind erwähnenswert: Berlin 1 583 000, Frankfurt a. M. 140 990, Darmstadt 15 000, Hannover-Stadt 149 210, Königsberg 50 410, Frankfurt a. O. 18 478, Breslau-Stadt 155 652, Görlitz 30115, Magdeburg-Stadt 91 597, Halle 50 125, Merseburg 6770, Weißenfels 9306, Gera 20 000, Erfurt 37 661, Buer (Westfalen) 17 985, Dortmund 95 986, Bochum 27 750, Herne 13 039, Gelsenkirchen 40 839, Hagen 22 466, Essen (Ruhr) 111017, Duisburg 42 368, Oberhausen 16 290, München 99 600, Leipzig 239 747, Chemnitz 117 561, Karlsruhe 29 200, Hamburg Stadt und Land 396 000, Schwerin 6107. Kleine politische Nachrichten. Ein Wormser Blatt berichtet, daß an Stelle des demnächst von seinem Amte zu rückt retenden hessischen Gesandten in Berlin von Diegeleben der Zentrumsabgeordnete Ruß ausersehen sei, da der Abg. Sturmfels, der früher dafür auserfehen gewesen sei, wegen gewisser Vorgänge nicht mehr in Frage kommen könne. Als weitere Kandidaten werden genannt der Ministerialrat Kirn berge r, der demokr. Reichstagsabg. Kvrell und der Ministerialrat Dornemann. • Im Reichstag wurde die zweite Beratung des Haushalts des Reichsinnenministeriums fortgesetzt. In der Aussprache über Kunst und Wissenschaft wurde auf die schwere Rotlage der deutschen Kunst und der geistigen Arbeiter hingewiesen und die Summe, die im Etat zur Förderung der Kunst ausgesetzt ist, als beschämend bezeichnet. Bei Besprechung der Etatskapitel zum Schulwesen und zur Förderung der Leibesübungen wurde von nahezu allen Rednern die Rotwendig- keit der baldigen Vorlegung eines Reichs- schulgesehes unterstrichen und eine noch stärkere Förderung der Körperkul-- t u r verlangt. Die Abstimmungen wurden auf Donnerstag vertagt. Im Preußischen Landtag wurde die zweite Beratung eines Gesetzentwurfs einer G e - bäudeentschuldungssteuer fortgesetzt. Der Ausschuß hat eine Reihe von Maßnahmen für die Steuerbefreiung der Minderbemittelten vorgesehen und das Gesetz bis zum 31. Mürz 1923 befristet. Die Steuer beträgt 40 Prozent der Friedensmieke. Unter Ablehnung von Aenderungsanträgen fand der Entwurf gegen die Deutschnationalen, die Deutsche Volkspartei und die Kommunisten Annahme. Berliner Blätter wollen wissen, daß Reichs- Minister a. D. Schiele erklärt haben soll, die Wahl zum beut sch nationalen Partei- Vorsitzenden nicht anzunehmen, und daß jetzt als Rachfolger für den Parteivorsihenden Winkler in erster Linie der Vorsitzende der Reichstagsfraktion, Gras Westarp, in Frage komme. Präsident C o o 1 i b g c empfing am Mittwoch die deutschen Schwimmer Rademacher und Fröhlich. Nachdem der Arbeitsminister dem tschechischen Ministerpräsidenten S v e h l a sein Portefeuille zur Verfügung gestellt hatte, beschloß heute abend ein Ministerrat unter Svehlas Vorsitz, dem Präsidenten der Republik die Demission des Gesamt- k a b i n e t t s anzubieten. Man nimmt an, daß ein Beamtenkabinett unter Führung Dr. Czernys gebildet werden wird. In Moskau ist der im Weltkrieg durch zahlreiche Feldzüge, namentlich durch die nach ihm benannte Offensive gegen etqr und Stripa Juni 1916 bekannt gewordene russische General Brussilow an einer Lungenentzündung gestorben. Aus aller Welt. Schwerer Stroßenbahnunfoll in Berlin. In her Rähe der Verwaltungsgebäude in Siemens stabt ereignete sich ein schwerer Straßenbahnunfall. Der Schaffner eines Beiwagens, der einen Triebwagen ankuppeln wollte, wurde zwischen beide Wagen das noch!) In Rierstein wären in den nächsten Jahren sicher geeignetere Objekte zu^ finden. Gegen die Abgabe von Wein zu ermäßigten Preisen an die Regierung sei nichts einzuwenden, das machten alle Domänen so: eS handle sich da doch auch um Reklamezwecke. Cs sei anzuerkennen, daß die Domäne dem Hess Weinbau den Markt erobert habe, aber mit den in den Anträgen festgesetzten Geldern könne die Domäne auskommen. Abg. Schott (Dtsch. Vp.) berechnet die Kosten eines Morgens für den Weinbau für verschiedene Lagen und stellt sie den Angaben der Regierung gegenüber. Es wäre interessant, einmal eine Aufstellung über die Ausgaben des Finkschen Weingutes in diesem Jahre oder in Zukunft zu ermatten. Von einem Rückgang der Ausgaben könne sicher nicht in der staatlichen Bewirtschaftung die Rede fein. Es sei geradezu bezeichnend, daß die Staatsbetriebe so wenig abwcrfen: die freie Wirtschaft, die Privatbetriebe wirtschafteten vorteilhafter. Wenn man aus dem Finkschen Weingut ein Mustergut machen wolle, so müsse man noch ein Million hineinstecken. In Rheinhessen gehe das Gerücht um, daß die Regierung wieder ein Objekt für den Weinbau im Betrage von etwa 100 000 Mk. angekauft habe. Der Redner richtet an die Regierung die Anfrage, was Wahres an diesem Gerüchte sei. Die Handelsvertragsverhandlungen hätten es nicht erreicht, daß der deutsche Wein geschützt würde. Im letzten Jahre wäre beinahe ebensoviel Wein eingeführt worden, wie in Deutschland erzeugt werde. Der Redner bekämpft die Bestrebungen zur Trockenlegung Deutschlands, insbesondere das Gemeindebestimmungsrecht. für das sehr viele Sozialdemokraten gestimmt hätten. Weiter wird die Abschaffung der Wein st euer verlangt. Wenn nicht die hier gestellten Forderungen auf bessere Handelsverträge, Aufhebung der Weinsteuer usw. durchgeführt würden, so werde die. schwierige Lage des Weinbaues nicht gebessert. Abg. Dr. Werner (Dtschntl.) macht darauf aufmerksam, daß ein Mitglied der Sozialdemokratischen Partei (gemeint ist Dr. Strecker) Herumreise um Stimmung für das Gemeindebestimmungsrecht zu machen. Das Zentrum habe den Antrag für das Gemeinde^estünmungsrechk unterschrieben. Der demokratische Abgeordnete Reiber habe sogar die Bestrafung der Trunkenheit mit Gefängnis verlangt. Die Gegner sollten die deutschnationale Partei nicht anschwärzen, diese wolle keineswegs eine Trockenlegung. Staatsrat Balser erklärt, daß von einer Ankaufspolitit der Regierung nicht die Rede fein könne. Die Kosten deS Finkschen Weingutes seien im ersten Jahre der Uebernahmc wohl etwas größer als später. Der Redner verteidigt dann den Ankauf deS Schmidtschsn HofguteS, das entgegengesetzt der Behauptung des Qlbg. Blank, zwei Keller habe. Ebenso verteidigt er oie Ren tabilitätSberechnungen der Domäne. Eine zu große Beschränkung der Betriebsmittel würde sich in einer Verminderung der Rentabilität auS- wirken.. Stellv. Präsident Ruß teilt mit, daß die Beratung dieses Kapitels geschlossen sei; die Abstimmung werde morgen stattfinden. Rach einer Pause wird eine Anfrage des Abg. Widmann über dieSenkung des Zinssatzes der öffentlichen Sparkassen von der Regierung dahin beantwortet, daß die öffentlichen Sparkassen Hessens in ihrer Zinspolitik vielfach durch örtliche Konkurrenzunternehmen behindert würden. Es wurden dann die Zinssätze mitgeteilt, die in der vergangenen Woche von den Hess, öffentlichen Sparkassen vereinbart worden sind. Die Beratungen des Staatsvoranschlags werden dann bei Kapitel 5 (Braunkohlenwerke Ludwigshofsnuag in Wölfersheim und Weckesheim und Kraftwerk Wölfersheim) fortgesetzt. Abg. Lux erstattet Bericht über das Kapitel und fügt hinzu, daß sich die Verhältnisse seit Aufstellung des Voranschlags sehr verschlechtert haben. Ministerialrat W i n d i s ch macht hierüber dem Hause ausführliche Mitteilungen. Im Anfang des Jahres 1925 waren die Verhältnisse in Wölfersheim nicht ungünstig gewesen, aber seit etwa dem Oktober hätten sie sich außerordentlich verschlechtert. Diese Verschlechterung hätte ihre Ursache in der allgemeinen Wirtschaftsnot, vor altem aber in dem Umstand, daß der *23er- forgungsbezirk Gießen zu dem preußischen Kraftwerk Oberweser A. - G. übergegangen fei. Das Prvvinzialwasser- kraftteerk L i ß b e r g hätte in den letzten Monaten dem Wölfersheimer Werk empfindlich Konkurrenz gemacht. Die Tagesleistung des Wölfersheimer Werkes, rund 60 000 Kilowattstunden, wäre auf etwa die Häffte zurückgegangen. Auch die Steinkohle wäre für das Braunkohlen - werk ein schlimmer Konkurrent gewesen, so das; es außerordentlich schwer gewesen sei, auf dein Markt Rohbraunkohlen abzusehen. Ferner hätten auch Lohnerhöhungen die Rentabilität der Werke ungünstiger gestaltet. Es sei die Hoffnung nicht unberechtigt, daß sich die Verhältnisse in Zu kunft besser gestalten würden, wenn erst einmal die Hochspannungsleitung von Höchst a. M. nach Wölfersheim, die von den Mainkraftwerken erbaut wird, hergestellt fein würde. Im Anschluß hieran machte der Redner nähere Mitteilung über den Vertrag der Hessischen Regierung mit dem Lahmeyer-Konzern und über günstige Versuche mit der Verschwelung der Kohle von Wölfersheim. Abg. Dr. Riepoth (D. Vp.) übt Kritik an dem Vertrag der Hess. Regierung mit dem rheinisch-westfälischen Elektrizitätswerk. Hessen werde im Aufsichtsrat wohl nicht viel ausrichten. Für das Kraftwerk Wölfersheim werde der Anschluß an den großen Konzern nur von Vorteil sein, wenn eine richtige S tromp reis- Politik getrieben werde. Die Provinz Oberhessen fei nicht in der Lage, nach Ablaus des Vertrages an Wolfersheim höhere Strompreise zu bezahlen als an die Kvnkurrenzunternehmungen des Wölfersheimer Werkes: dieses Werk dürfe nicht teurer sein als die anderen Werke. Heber die Frage der Verschmelzung möge die Regierung dem Landtag eine Denkschrift vorlegen. Der Staat dürfe ben Konsumverein des Wölfersheimer Werkes nicht unterstützen, damit nicht die Geschäftsleute, die doch Steuern zahlen sollen, geschädigt werden. Abg. Dr. Leuchtgens begründet feine Ersparungsanträge und forrdert in Uebereinstim- mung mit diesen eine größere Abführung aus den Werken an bic Staatskasse. Man brauche nicht so hohe Abschreibungen zu machen, dann komme man zu einer besseren Rentabilitätsberechnung. Bei der Umstellung auf Goldmari im vergangenen Jahre fei der Wert der Wölfersheimer Werke überdies sehr niedrig angesetzt worden. Es müsse vor allem verlangt werden, daß von der Regierung die Verhält- nisse zwischen Staat undProvinz geregelt werden, sonst würde immer durch das Lihberger Wasserkraftwerk das Wölfersheimer Werk ungünstigt beeinflußt. Um 1.15 Uhr werden die Verhandlungen abgebrochen,- nächste Sitzung Donnerstag 9 Uhr. Wettervoraussage. Heiter bis wolkig, nördliche bis östliche Winde, Temperaturen wenig geändert, trocken. Der hohe Druck über Europa ist nach Rorden abgedrängt worden. Sein Zentrum liegt zur Zeit über dem Rordmeer. Westlich Dort Großbritannien tauchen neue Wirbel auf, die bereits nach der Biscaha hineinreichen. Störungen von Bedeutung sind aber vorläufig nicht zu erwarten. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 5,2 Grad, Minimum 1,3 Grad. Heutige Morgentemperatur 2,7 Grad Celsius. W Sink und । Hal @eg genut zügeln- nach / Cflttiw" ben. o WM bungskv' Beruf ger, 9 aus de' darüber Gesamte dem er Verteil^ le.ste $ BorauW iii ^e.irech"? lnm für die 2 macht ux crtlärung Abnuhun träge. Qt von der für 1925 zugrunde der Der! ning m pflichtige Gesamte' dasür bc eine Gr bieten. ( nachdem Jahren der eine Steuerbe tigen Di die Dora werden öteuerüb! muffen; d inßbefonbi schuh der verheuern in handel die Dvv der für Lleuersch durch de Dorouszc neuem 51 gäbe vor ”**. H .Neu, , Feinkost-Margarine SOPftMuq WM, Jk & lür anS° Dk. Ltlt LS drr a5Wttrte LLr Ä teilten bb*' ■ Vj Dr. tzMnw- rHs Ä L*S* lMn ^."lchvärzri,, TRfl. 2 kn einer 2 die Rede »Wmt foofjf £Vw, ,0 9t er die W *»■ Sine zu L"°ürdelich ^eickibiliiöt aus- mit dnh die Ve- 'ien fti; dir Ab° i.oeii. nne Anfrage des ung der Zin^ Sparkassen rvttoortet, bah die ö in ihrer jütg. Konkurrrnzunter- ivurden bann die ergangenen Dvche Een vereinbart Voranschlags wer- udwigshossnuny i unb Krastwert Bericht über das h die Verhältnisse lagS sehr der- h macht hierüber ilungrn. Im 2n- i die Verhältnisse tifl gtiDtfen, aber e sich tmhervi-denl- lchlechterung hätte m Dirtschastsnot, », Sah Ser Der- zu Sem preu- rvrier *1.=®. PwvmzÄvLssn- en letzten Mimten empfiMch Äon- [hmg des Wölfers' > Kilowattstunde, üdgegangen, Auch das Draunkoblen it gewesen, so Sah lesen sei, auf dem )cn. Fern« Mn Mttät der Werke die Hoffnung nicht rhältnisse in 3uf wenn erst einmal Höchst a. D. nach ainkraftwerken er« cde. Im Anschluß rähere Mitteilung M Regierung wt über gunftige 3a* t Kohl- von Dol- i. Dp.) S6t W Legierung mü dm Atswert, Mn icht viel ausnchM »im werde der An n nur von Bvüe'l J DiE Ä$t 1°»« g [ ®l0®3tc# nicht ss&^i I ^^erfvartcn-'.,H HeliNS^ Sonncts« Ostern, beim dar Verein- Tlmfahsteuer- T^ornotizen. ageskalender für Finanzamt eingeht. 3m Interesse fachung gilt das gleiche bon der erfläruixg. Grundlage für die ilcbcrlcitung non dem bisherigen anormalen in das künftig normale V o r a u s z a h l u n g s - fhstem. Zweitens sei darauf hingewiesen, daß die Frist für die Abgabe einer Steuererklärung an sich am 2 7. März abläuft. Wegen der Schwierigkeiten, die sich insbesondere für Gewerbetreibende nach der zweijährigen Unterbrechung bei der diesjährigen Abgabe der Steuererklärungen ergeben können, wird aber — wie daS Aeichsfinanzministerium mitteilt — von der Festsetzung von Zuschlägen wegen. Fristversäumnis abgesehen werden, wenn die Einkommen- oder Körperschaftssteuererklärung spätestens bis zum 8. April, also zwei Lage nach Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 18. März 1926. Einkommensteuererklärungen und künftige Vorauszahlungen Halbamtlich wird mitgeteilt: Gegenwärtig find die ©teuere rflä tun« gen über die Einkommen für 1 925 abzugeben. Hierzu ist nicht nur verpflichtet, wer bisher feine Vorauszahlungen nach Umsatz oder nach Vermögen, oder nach dem sich aus der Zwischenbilanz ergebenden mutmaßlichen Gewinn entrichtet hat, also die Gewerbetreibenden. sondern wer die Vorauszahlungen nach den Tieberschüssen der Einnahmen über die Wer- bungskvsten entrichtet hatte, also die freien Berufe, größeren Gehaltsempfänger, Hausbesitzer und bergt Insbesondere aus den letzteren Kreisen wird sich mancher darüber wundern, daß er nunmehr noch eine Gesamterklärung für 1925 abzugeben hat, nachdem er bereits im Lause 1925 am Schluß jedes Vierteljahres, zuletzt im Januar 1926 für das le^te Vierteljahr 1925, für die jeweils fällige Vorauszahlung sein Einkommen deklarierte. Richtig ist, Laß in manchen Fällen das jetzt anzugebende Einkommen sich aus einfachem Zusammenrechnen der vier Vierteljahresbetrüge ergeben wird, immerhin ist dies aber doch nicht Regel, da für die Vorauszahlungen nicht alle Abzüge gemacht tverden durften, die jetzt bei der Gesamterklärung zulässig sind, z. D. Absetzungen für Abnutzung, Kirchensteuern und Versicherungsbeiträge. Auch bei denjenigen, die im Januar 1926 von der Befugnis, ihrer letzten Vorauszahlung für 1925 das Gesamteinkommen dieses Jahres zugrunde zu legen, Gebrauch machten, kann von der Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung nicht abgesehen werden, da die Steuerpflichtigen damals noch keinen Vordruck für die Gesamterklärung hatten und daher keine Gewähr dafür besteht, daß die abgegebenen Erklärungen eine Grundlage für eine richtige Veranlagung bieten. Es kommt nun aber gerade daraus an, nachdem die Einkommensteuerveranlagung in den Jahren 1923 und 1924 aussiet, jetzt endlich wieder eine richtige Einkommensteuererklärung und Steuerbescheid zu bekommen, da darauf die künftigen Vorauszahlungen aufgebaut werden. Für die Vorauszahlung, die am 10. April fällig ist, werden allerdings rwch die Grundsätze des Steuerüberleitungsgesehes niafjgcbeitb bleiben müssen, dagegen wird dafür gesorgt werden, daß insbesondere diejenigen, die nach dem lieber-- schuß der Einkünfte über die Werbungskosten versteuern, bis Ende Juni ihren Steuerbescheid in Härchen haben, fo daß am 10. Juli und später die Vorauszahlungen in Höhe eines Viertels der für 1925 in dem Steuerbescheid sestgestellteir Steuerschuld entrichtet werden können und es dadurch den Steuerpflichtigen erspart bleibt, ihre Vorauszahlungen jedcS Vierteljahr wieder von neuem zu errechnen. Die jetzige allgemeine Abgabe von Steuererklärungen bildet somit die im Gießener Bahnhof vor der Bahnsteigsperre anzubringen, wird uns von zuständiger Seite mitgeteilt. daß diese Verlegung bereits ins Auge gefaßt war und nun in den nächsten Tagen erfolgen wird. ** Don den inhaftierten Gießener K o m m u n i st e n sind gestern und heute früh die letzten über Kassel nach Leipzig abtransportiert worden. Wie wir schon mitteilten, wird der Prozeß dort in Kürze vor dem Reichsgericht stattfinden. ** Das Einbauen von Garten was fermes fern betrifft eine Bekanntmachung des Was fermerts in unserem heutigen Anzeigenteil. ** Der O b st - und Gartenbauver- e i n hielt am Samstag im Saale des Kaufmännischen Dereinshauses seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Jahresbericht, vom Vorsitzenden, Lehrer Decker, erstattet, zeigte ein erfreuliches Bild der Entwicklung, sowohl in der Zahl der Vereinsmitglieder, wie auch in den mancherlei Veranstaltungen, insbesonders der Rosen- und Dahlienausftellung. Der Kassenbestand ist günstig. Die DereinSgärten sind durchweg in guten Händen und wurden fleißig, zum Teil musterhaft gepflegt. An den Vortrag des Garteninspeltors R e h n e l t über Kleingartenarbeiten und Garteneinteilung im Hinblick aus die Heberschwemmung des Marttes mit ausländischen Erzeugnissen schloß sich eine äußerst lebhafte Aussprache. Sie bot auch dem erfahrenen Gartenfreunde manches Reue. Ein reichhaltiger Gabentisch der Gratisverlosung ermöglichte es. daß jedes Mitglied ein Andenken mitnehmen konnte. <"il Aus dem Gießener Standesamt s r e g i ft e r. Es verstorben in der Zeit vom 1. bis 15. Tlkärz: 1. März Anna Katharine Reitz, geb. Himmler. 52 Jahre alt, Wiesenstr. 1. 2. Peter Zimmer. Former, 46 Jahre alt, Reuen Däue 21. 3. Anna Magdalene Krieger, geb. Schloßmacher, 14 Jahre alt. Ebelstraße 20. Willi. Karl Söhngen, 1 Jahr alt, Am Riegelpfad 58. 4. Joseph Franz Fröhlich. Schlosser, 52 Jahre alt, Wehst einstraße 40. Marie Siegert, geb. Fetz. 67 Jahre alt, Hofmannstraste 8 Amalie Margarete Schäfer, geb. Kunz, 33 Jahre alt. Sicher Straße 65. Marie Kissel, geb. Otter. 21 Jahre alt. Schützenstrabe 17. 7. Fritz Berthold Karl Schmitz, Schlosser. 28 Jahre alt, Krofdorser Straße 44. Antonie Großmann, geb. Adler, Witwe, 71 Jahre alt, Crednerstraße 45. Elise Langer, geb. Jäckel. Witwe, 60 Jahre alt. Damm- straße 43. 9. Margarete Horst, geb. Sack, Fabrikarbeiterin, 51 Jahre alt, Löwengasse 19. 10. QInni Rau ,geb. Ullrich. 34 Jahre an, Dammstraße 23. 11. Katharina Aliendörfer, geb. Eisner, 73 Jahre alt, Frankfurter Straße 88. 12. Luise Schneider, geb. Kreiling, 58 Jahre alt, Kirchenplah 5. 14. Ulrila Schmidt, 1 Monat all. Großer Steinweg 16. Anna Marie Schmehl. geb. Erb, Witwe. 69 Jahre alt, Licher Straße 74. ** Auftrieb auf dem heutigen Frank- furterSchlochtviehmarkt: 1 Bulle, 5Kühe, 1307 Kalber, 349 Schafe, 601 Schweine. tag: Vortrogssaal der Buchhandlung Keißner: 31/. Uhr Vortrag von Dr. med. Gerfler. — Spielvereinigung 1900 : 8 Uhr, Turnhalle der Stadt- knabenfchule (Rordanlage) Vorführung des Trai- ningbetriebes der leichtathletischen Abteilung. — Gießener Rudergesellschaft: 8 Uhr, Palast-Lichtspiele (Kirchenplah) Vorführung des Ruderlehr- filme. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Ritt in die Sonne". — Astoria-Lichtspiele: »Mister Radio". — — Vorn Konzert-Verein wird uns geschrieben: Das Konzert vorn nächsten Sonntag, 21. März, ist das letzte in der Reihe der dieswinterlichen Abonnements-Konzerte. Es bringt — cütc der selteneren Erscheinungen in den Kvnzertsälen — Vorträge auf zwei Violinen, teils mit, teils ohne Begleitung des Klaviers. Dabei sollen unsere Musikfreunde mit einer Geigerin allerersten Ranges bekannt gemacht werden. Melanie Michaelis — dies ist ihr Qlame — ist eine Schülerin Prof. Wendlings, die, trotzdem sie erst vor turzec Zeit in die Oefsent- lichkeit getreten ist, von berufenen Kreisen schon als vollkommene Künstlerin angesprochen wird. Sie hat in Wien, obwohl völlig unbekannt, ungewöhnlich liefe Eindrücke ausgelöst und ist von dem dortigen berühmten Komponisten Kvrngvld als eine der besten Geigerinnen, wie man fie lange in Wien nicht mehr gehört hat, bezeichnet worden. Ihr Bruder und Partner Hans Michaelis braucht hier nicht besonders einge- sührt zu werden: er ist durch seine Mitwirkung im Wendling-Quartett unseren Zuhörern hinlänglich bekannt. Beide werden gemeinsam die Händelsche L-Dur-Soncüe und eine Serenade von Viotti vortragen. Ihnen gesellt sich im Dach-Konzert in O-Mokl und in dem Eoncertants von Mozart Herr Rudolf Peters als Dritter im künstlerischen Bunde zu. Herr Peters ist 1902 in Gelsenkirchen als Sohn des dortigen Musikdirektors Heinrich Peters geboren. Er war anfangs Schüler seines Vaters, nach dessen Tode von Grüters in Bonn und später von Pauer und Haas in (Stuttgart. Trotz seiner Jugend hat er sich auch als Komponist schon einen Ramen ge- 2. II. Die Vertretung des Arbeitsrechts an der Universität Gießen. Der Gewerkschaftsring deutscher Arbeiter--. Angestellten- und Beamtenverbande hat an die Ministerien des Reichs und der Lander das Ersuchen gerichtet, an einer Reihe deutscher Universitäten, darunter auch Gießen, selbständige Lehrstühle sür Arbeitsrecht au errichten, da der gegenwärtige Zustand der arbeitsrechtlichen Ausbildung auf den deutfchen Universitäten unerträglich sei und es mit verschwindenden Ausnahmen an Einrichtungen fehle, die den zukünftigen Praktikern des Arbeitsrechts eine wissenschaftliche Vorbereitung für ihren Beruf ermögliche. Demgegenüber fei festgestellt, daß an her Universität Gießen Arbeitsrecht mit feinen Rebendisziplinen durch einen auf diesem Gebiete als Forscher und Lehrer anerkannten Gelehrten (Professor Dr. Groh) hauptamtlich vertreten ist und in Vorlesungen und Hebungen regelmäßig behandelt wird. Daher ist jedenfalls für die Universität Gießen die von den Gewerkschaften erhobene Forderung bereits befriedigt. ** D i e Einzcichnungslisten für das Volksbegehren betr. die Enteignung der Für- stenoermögen find gestern abend 7 Uhr vom Wahlamt geschlossen morden. Insgesamt haben sich hier 4834 Personen eingeschrieben. Der stärkste Andrang herrschte ant Sonntag, an dem sich rund 1300 Personen in die Listen einzeichneten. Zum Vergleich sei erwähnt, daß die Parteien des Volksbegehrens, die Sozialdemokraten und die Kommunisten,'bei der Neichspräsibentenwahl am 29. März v. I. in Gießen rund 4400 Stimmen aufbrachten. — Aus 19 Gemeinden des Streifes Gießen lagen bis heute vormittag 10.30 Uhr die Meldungen über das Ergebnis der Eintragungen vor. Danach haben sich dort 3673 Personen eingeschrieben. ' Die Fahrplantafeln im Gießener Bahnhof. Zu der Anregung in uiv- serem Blatte vom SamStag. die Fahrplantafeln macht und eine Reihe höchst beachtenswerter, von reicher Begabung zeugender Werte geschaffen. Zwei von ihnen, eine Rhapsodie und ein Präludium und Fuge wird er selbst hier vortragen. — Vortrag in der Stadtkirche. Am nächsten Sonntag, 21. März, abends 8 Uhr, spricht in der Stadtkirche Professor D. Dr. Frick über „Die Kirche i m öffentlichen Leben Amerika s". Der Vortragende ist bekanntlich erst vor kurzer Zeit von einem mehrmonatigen Aufenthalt in Amerika zurückgekehrt unb hat bereite in zwei bedeutsamen Vorträgen in Volkshochschule unb Hvch- schulgesellschaft über feine Stubienreisc gesprochen. In dem Vortrag in der Stabtkirche wirb er sich mit beni Xjauptgegenftanb feiner Shibicnrcife beschäftigen, bem kirchlich-religiösen Leben in Amerika, bas wegen seiner Bebeutung im öffentlichen Leben nicht nur viel Interessantes, fonbern auch mancherlei Anregung unb Wegweifung für unsere beutschen Verhältmste bietet. Das Thema besagt schon, daß dieser Vortrag inhaltlich ganz ander? sein wirb als die beiben vorangegangenen. Iebermann ist bazu eingelaben. Siehe heutige Anzeige! ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Die Berste aentuo © ün Q Cho 16 ÖeÖB\SuüenC TMSMklvlM vierräderigen Wiewen 1650 findet am r». März, vorm. 10 Uhr statt. I. (Hess.) Ball. 15. Inf -Regts. Hansa Handelsschule f.Kunzeimann Gießen, Bohnhotstr. 60 vorm. Hermes Neue Kurse bester Qualität, billigst abzugeben. C. Rübsamen 01899 Tclevbo» Fordern Sie die „Blauband-Woche“ zu jedem Pfund. Warnung! Gerüchten, daß die Kapelle Topp nicht mehr bestehe, ist kein Glauben zu schenken. Dieselbe besteht nach wie vor. Ich bitte die Gießener Bürgerschaft, das mir seither entgegengebrachte Vertrauen auch fernerhin zu wahren. — Die vorgekommenen Verleumdungen werde ich wegen Geschaftsfchädigung gerichtlich belangen. 2483V 9. TW, BlnnimeiKer o.D. Bekanntmachung. Mit dem Einbauen der Gartenwaste» meffer wird in Kurze begonnen. Gartenbesitzer und Pächter, deren Gärten Waffer- anfchluh haben, werden erfucht, die Anmeldungen bis zum 1. April d. I. in unserem Verwaltungsgebäude, Zimmer 3, vorzunehmen. Rachträgliche Meldungen können nicht prompt erledigt werden. Gießen, den 16. März 1926 2479V Stadt. Gas- und Wafferwerk Gießen Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Bersrod für das Rj. 1926 liegt vom ‘Freitag, dem 19. ds. AUs. bis einschließlich Donnerstag, den 25. d. Mts auf unserem Bureau zur Einsichtnahme offen. Es ist die Erhebung einer Umlage befchlvsien, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 2484D Bersrod, den 17. Marz 1926. Hess. Bürgermeisterei Bersrod. _______________Decker._______________ Holzsuvmission Aus den Waldungen der Gemeinde BerSrvd soll nachverzeichnetes Stamm- holz auf dem Submissionswege vergeben werden. Los l. 4. Klaste 34 Fichtenstämme 44,54 Fstrn. 5a- „ 31 „ 21,77 „ 5b. „ 27 „ 10,74 „ Los 2. 4. Klasse 34 Fichtenstämme 37,27 Fstm. ,5a- „ 37 „ 26,15 „ 5b. „ 46 „ 15,17 . LoS 3. 4. Klasse 9 Kiefernstämme 7,71 Fstm. 5. ..21 „ 10 34 „ Angebote sind bis zum Dienstag, den 23. März 1926, nachmittags 2 Uhr, aus, hiesiger Bürgermeisterei getrennt nach Lo en und Klassen einzureichen, woselbst auch die Eröffnung der Angebote statt- finbet Bemerkt wird, daß dos Holz mit Rinde gemeßen ist. vorherige Besichtigung wird empfohlen, da spätere Einwendungen nicht berücksichtigt werden. Rohere Auskunft erteilt Forstwart Koch unb bie 2 hiesige Bürgermeisterei. Die Zahlungs- bedingungen, welche günstig gestellt sind, werben vor bem Termin bekanntgegeben. Bersrod, den 16. März 1926. Hess. Bürgermeisterei Bersrod. Becker. 2481D ist Jede Mutter, d le Blauband kauft statt teurer Butter, weil sie ihr in jeder Art Freude macht und Geld erspart. Jeder rechnet heut' genau, deshalb kauft die kluge Frau 1. Heute frisch von der See Hebbel, hessischer Gerichtsvollzieher in Gießen, Dammstraße 24 I. sisüD Freitag, den 19. Marz 1926, nachm ttags 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: Pfund 0.30, im Ausschnitt 0.34 SWLMM 48 Paar Strumpsschützer, 8 Schreibtische, 3 Diwans, 1 Standuhr, 1 Perser Teppich, 1 Flurgarderobe, 3 Sofas, 2 Sessel, einen runden Tisch, 1 Nähmaschine, 1 Kontroll, hafte, 2 Ladentische, 1 Ladeneinrichtung, 2 Glaskasten, 1 Strickmaschine, 1 Sekretär, 3 Glasschränkchen, 1 Bild, 1 Musik lutomat, 2 kl. 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März 1926 Var polnische Agrarreformgesetz Das Agrarreformgeseh für die Republik Polen ist nach erbitterten Kämpfen zwischen den Parteien und nachdem der Senat den Entwurf etwas weniger radikal gestaltet hat, am 28. Dezember 1925 vom Sejm endgültig verabschiedet und sodann amtlich publiziert worden. Seine Bedeutung für unsere deutschen Brüder in den an Polen abgetretenen Tellen WestpreußenS und Posens (in Oberschlesien ist das Gesetz nach Art. 99 einstweilen nicht in Kraft) ist sehr grob; sind sie es doch, die die ungeheuren Härten! des Gesetzes zuerst zu spüren bekommen werden. Zwar ist es nach Art. 1 der Zweck des Gesetzes, „den landwirtschaftlichen Organismus der Repu- blil auf kräftige, gesunde und zu einer ausgiebigen Produktion fähige Wirtschaften verschiedener Typs und verschiedener Gröhe, die das Privateigentum ihres Besitzers bilden" zu stützen. Aber jeder Deutsche in Polen weis; es, daß es der ungeschrieben gebliebene Hauptzweck des Gesetzes für die ehemals deutschen Lcmdesteile ist, die deutschen Grundbesitzer zu beseitigen oder doch zum minbeften wirtschaftlich so zu schwächen, daß sie politisch feine Rolle mehr spielen und Len Resten deutschen Handwerkerstandes in den Dörfern und Städten feinen wirtschaftlichen Rückhalt mehr bieten können. Wie schon das GZeh nationalpolitische Zwecke verfolgt, erhellt aus Art. 11, wonach die für die Aufteilung zu erwerbende Fläche sich nicht nach dem Bedarf, der Rachfrage richtet, sondern für die nächsten 10 Jahre einheitlich auf 200 000 Hektar jährlich festgesetzt ist. Denn das; es den Polen bei ihren zerrütteten Wirtschafts- und Währungsverhältnissen ganz unmöglich sein wird, jährlich 200 000 Hektar aufzuteilen, ist ohne weiteres klar, selbst wenn ein erheblicher Teil der Fläche zur Vergrößerung von Arbeiter- und Kätnerstellen, also zur sogenannten Adjazenten- parzellierung benutzt werden sollte. Hat doch die Preußische Ansiedlungskommislion für Westpreu- ßen unb Posen, die allerdings nur für zwei Provinzen zuständig war und diesen neues deutsches Blut zuführen wollte, in der Zeit ihres Bestehens von 1886 bis zum Schluß des ersten KrleMahreS im ganzen nur rund 453 000 Hektar erworben. Für die Aufbringung des jährlich zu erwerbenden Areals von 200 000 Hektar sollen nack Art. 2 in Anspruch genommen, d. h. er- joroerlichenfalls enteignet werden, Staatsgüter, .Ländereien der Bauern- und Landschaftsbank, der Preußischen Ansiedlungskommission", Güter der sogenannten „toten Hand" nach Maßgabe der mit dem Heiligere Stuhl darüber getroffenen Vereinbarungen, Güter „öffentlicher Institutionen" mit Ausnahme der der Kommunen, sowie die üleberschüsfe aller anderen Landgüter". Diese sogenannten .^leberschüsse" bilden das Hauvtan- kaufsobjekt und das Mittel zur Cntdeutschung der Wojwcdschaften Pofen und Pommerellen, „ikber- schüsse" sind Ländereien, die über die dem Eigentümer eines Landgutes zu belastende Mindestfläche hinausgehen. Diese Mindestfläche beträgt für Posen und Pommerellen 180 Hektar landwirtschaftlich nutzbarer Fläche, die sich der Eigentümer in einem besonders geordneten Verfahren aussuchen darf. Es dürfen also einem Gutsbesitzer, der 500 Hektar Acker und Wiese besitzt, 320 Hektar davon enteignet toerben; daneben verbleiben ihm die ihm gehörigen Wald- und Wasserflächen, sofern erstere übet 30 Hektar, letztere über 20 Hektar im Zusammenhänge groß sind. Es würde über den Rahmen dieser Ausführungen hinausgehen, wenn dargelegt würde, welch große dauernde wirtschaftliche Härte es bedeutet, wenn einem Gutsbesitzer, um bei dem obigen Beispiel zu bleiben, fast s/8 seines landwirtschaftlich nutzbaren Areals enteignet toerben; es sei nur die schwere Belastung hervorgehoben, die darin liegt, baß die für einen Bedarf von 500 Hektar nutzbarer Fläche berechneten Wirtschaftsgebäude später für ein auf 180 Hektar herabgesetztes Arela unterhalten werden müssen. Rach Artikel 5 ist eine Vergrößerung der Mindestfläche von 180 Hektar zulässig bei Gütern mit Spiritusbrennereien ober Stärkefabriken und bei solchen mit „intensiver Zuckerrübenprobuktion". Entsprechend ber Anbaufläche dürfen den ersteren höchstens 350 Hektar, den letzteren, einschließlich einer Vergrößerung für Brennerei und Stärke- Die tolle Herzogin. Roman von E r n ft Klein. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Ist es nicht möglich, Mylord, daß jemand von außen her hier eingedrungen ist und den Schrank mit einem Nachschlüssel geöffnet hat?" meinte Graham. Lord Burnham trat an die Terrafsentüre, schlug fle auf und blickte prüfend um sich. „Weder an der Türe noch auf dem Boden hier stnd irgendwelche Spuren zu vemerken, die auf einen Eindringling von außen schließen ließen. Ich muß gestehen, Graham, daß mich die Sache immer mehr und mehr irritiert. Ein Diebstahl in meinem Hause! Und an die Folgen mag ich gar nicht denken, wenn dieser Vertrag in unberufene Hände kommt!" „Das wird er wohl, Mylord, denn sonst wäre er doch wohl nicht gestohlen worden." Lord Burnham biß die Zähne aufeinander und sah seinen alten Vertrauten mit mehr als besorgter Miene an. Der Schrecken senkte sich auf die beiden Männer. Stumm standen sie und starrten einander an-- Aus der Hall klang fröhliches Lachen und Stimmengewirr. Die ersten Gäste erschienen zum Frühstück. Draußen auf den weiten Rasenflächen zitterte noch der frische Morgentau. Lord Burn- Harns Collies und Terrier veranstalteten unter wildem Gekläff ihre Morgenpromenade. Sie spielten und jagten sich und vollführten ein Höllenspektakel. — Dem alten Mann, der sonst jeden Morgen hinunter ging, um seine Lieblinge zu begrüßen, verschwamm heute dieses fröhliche Bild in grauem Nebel. Immer wieder bohrte der eine Gedanke in seinem Kopf: Ein Diebstahl in seinem alten, ehrwürdigen Hause! Das spöttische mißtrauische Gesicht Millers sah er vor sich--Laut stöhnte er auf unb ließ sich schwer in den Fauteuil vor dem Schreibtisch fallen. Im selben Moment öffnete sich die Türe, Grace trat ein. Blieb einen Moment, mit der Klinke in der Hand, stehen, stockte, zuckte sogar zusammen. Als sie aber des Vaters niedergesunkene Gestalt sah, f abrik, höchstens ZOO Hektar landwirtschaftlich nutzbarer Fläche belassen werden. Verfehlt wäre die Annahme, daß damit besonders großen Härte.: bei einem Teile der Güter ein Riegel vorgeschoben sei. Dem ist, jedenfalls soweit Deutsche als Eigentümer in Betracht kommen, nicht so Denn einmal ist die Fläche, die in der ganzen Republik durch die zugelassenen Vergrößerungen der Parzellierung entzogen toerben bürfen, auf 550 000 Hektar beschränkt; dann aber ist die Entscheidung über baS Vorhandensein ber Voraussetzungen für bie Zulassung einer Vergrößerung den Ministern für Bodenreform unb ßanbtoiri- schaft übertragen, die ohne Angabe von Gründen endgültig entscheiden. Was dabei für die Deutschen herauskommen wird, ist ohne weiteres klar. Der Parzellierungsplan wird jedes 3ahr bis spätestens 31. Januar vom Ministerrat für das folgende Kalenderjahr im „Dziennick älftan", dem amtlichen Publikationsorgan, bekanntgegeben und muß die für die Parzellierung (Ankauf) bestimmten Privatgruirdstücte angeben. Rach Bekanntgabe des Plans bleibt es den von tfrm betroffenen Grundstückseigentümern zunächst über» lassen, den „Aeberschuß" freiwillig zu „parzellieren", d. b. an die staatlichen LandtoirtschastS- banken zu verkaufen; tun sie das bis zum 1. Dezember des Jahres nach der Publikation des Planes nicht, so werden sie dem „ZwangSankauf" unterstellt, der bis zum 1. Rovember des nächst- folgenbcn Jahres durchgeführt werden soll. Interessant ist die Wirkung, die der Zwangsankauf für die Realgläubiger hat. Man sollte annehmen, baß ber Staat als Erwerber für die eingetragenen Rechte pro rata haftet. Weit gefehlt! Denn Art. 26 bestimmt, daß der Staat gegenüber allen Hhpotbekengläubigern usw. nur im Rahmen ber nach dem Gesetz rechtskräftig sestgesehlen Entschädigung haftet. Was das für den Realkredit in Polen bedeuten müsse, bedarf keiner Ausführung. Die Schätzung des Wertes der enteigneten Flächen erfolgt durch das „Dezlrksland- amt", das sich dabei auf das Gutachten der Klassislkatlons-- und Schähungskommls'ion stützt, die aus drei Ministerialvertretern und je einem Vertreter des Groß-, des Kleingrundbesihes und der lairdlosen landwirtschaftlichen Arbeiter- besteht. Die Schätzung erfolgt unter Anwendung der Bestimmungen, die bei der Festsetzung des Wertes der Liegenschaften für die Vermögenssteuer maßgeblich waren, die aber zuvor — natürlich, denn jetzt kommt es darauf an, möglichst niedrig zu taxieren für den vorliegenden Zweck revidiert werden. Die Festsehmrg der Entschädigung erfolgt durch die Dezlrlslandkommlision, deren Entscheidung endgültig ist. Der Rechtsweg ist gegen sie nur in beschränktem Umfange gegeben. Denn der enteignete Grundstückseigentümer kann sich an die Gerichte nur mit der Begründung toen- den, daß die zuerkannte Entschädigung „in Widerspruch mit den in diesem Gesetz anerkannten Grundsätzen stehe". Daß dies wesentlich weniger bedeutet als die — nach dem preußischen Enteignungsgesetz selbstverständlich zulässige Anfechtung der Höhe der Bewertung der einzelnen Liegenschaften, ist klar. Geradezu ungeheuerlich sind die Vorschriften über die Auszahlung der Entschädigung. Sie wird zum Teil in bar, zum Teil in 5prvz. staatlichen Landrentenbriefen in Gold, die ihrerseits wiederum teilweise zum Rennwert, teilweise zu einem von dem zuständigen Minister festgesetzten, sich nicht unter 70 Proz. des Rominaltoertes belaufenden Kurse in Zahlung gegeben werden, geleistet. Der in bar ober in Rentenbriefen zu zahlende Teil der Entschädigung richtet sich nach ber Größe der enteigneten Fläche, je größer bie Fläche, desto geringer die Barzahlung. Bei den hier in erster Linie interessierenden Enteignungen bis zu 1000 Hektar werden 50 Proz. ber Entschädigung in bar unb 50 Proz. in Rentenbriefen zum Rennwert gezahlt. Der enteignete Gutsbesitzer bekommt also 50 Proz. seiner Entschädigung in den entwerteten Zlotys — ihr Kurs an der Berliner Börse schwankt zur Zeit zwischen 53 unb 54 — unb die andere Hälfte In Rentenbriefen, die bei der Bewertung der Entschädi- ?ung ruhig mit 0 in Ansatz gebracht werden onnen. Zusammenfassend kann man Wohl sagen, daß das Gesetz eine furchtbare Waffe gegen unsere deutschen Brüder in den geraubten Landestellen Ist. I «>I. .......■um »■um Iir.aa— kam sie eilend heran. Bleich war sie, ihre großen blauen Augen weit atifgerissen vor Angst. „Um Gottes willen, Vater," rief sie, „was ist passiert'!'" Lord Burnham erhob sich, reckte sich mühsam zusammen. Vor seinem Kinde durste er keine Schwäche sehen lassen. Vor allem durste sie nichts von dem schrecklichen Schlag ahnen, der auf ihn niedergefallen war. „Nichts, mein Kind", lächelte er, indem er ihr weiches Haar streichelte. „Ich habe mich nur eben über etwas sehr geärgerl. Aber dein Anblick hat den Aerger verscheucht, und ich werde, wenn du mir eine Tasse Tee Herrichten willst, gleich Ins Frühstückszimmer kommen," Grace zauderte. Mit Staunen sah Graham, wie sie am ganzen Leibe zitterte Wie dunkle Schatten sich auf die Hellen Wangen legten. Sie sorgte sich um den Vater — —. Nochmals versicherte ihr Lord Burnham, daß gar kein Grund zur Besorgnis vorhanden fei. Immer noch stand sie neben ihm, hielt seine Hand in der ihrigen und wollte nicht weichen. Mit sanfter Gewalt mußte er sie vom Schreibtisch fortschieben. Abermals wunderte sich Graham, als er sah, mit welch schleppenden, unsicheren Schritten sie den kurzen Weg bis zur Türe zurücklegte. Schwankte sic noch sogar/ Merkwürdig —! Langsam öffnete sie die Türe, drehte sich nochmals um — unwillkürlich beute sich Graham vor--Etwas war in Blick und Haltung der jungen Frau, das er sich nicht zu erklären vermochte. War denn der Schrecken über den Anblick des Vaters wirklich fo groß? Lord Burnham selbst sah nichts. Die Hände auf dem Rücken, ging er in der Bibliothek auf und ab. Immer tiefer grub die Sorge ihre Falten zwischen seinen weißen Augenbrauen. „Was sollen wir machen, Graham?" rief er endlich. „Wir müssen doch irgendetwas tun! Ich kann doch nicht die Polizei herbeirufen und meine Gäste der Reihe nach untersuchen lassen?" „Wenn ich mir die Bemerkung gestatten darf, Mylord, werden wir wohl nicht darum herumkommen können, einen Detektiv —" „Einen Detektiv? In mein Haus? Nein, Graham — nein! Wir wollen zunächst einmal feststellen, ob irgend jemand das Halis verlassen oder"---- ein plötzlicher Gedanke durchzuckte fein Gehirn, „oder ob jemand einen Brief aufgegeben hat. Ich gehe jetzt DasumgebilöeteKabindtBriaiiö Von unserem Pariser >V.-8.'Korresponden1en. Paris, 17. März. Jeder Mensch in Paris gewinnt jetzt immer mehr die lleberzeuguna, daß die feit Monaten latente französische Minister krisis durch die Umbildung des Kabinetts Briand alles andere als gelöst ist. Im Gegenteil: Das politische Unbehagen hier ist so groß, daß man jetzt ganz bestimmt mit einer neuen und viel ernsteren Regte- runaskrisis in den nächsten Wochen zu rechnen hat. In den Wandelgängen der Kammer, in den politischen Klubs, in den maßgebenden Salons und vor allen Dingen in den für Frankreich fo außer- ordentlich wichtigen maßgebenden Finanzkreisen rechnet man mit einer ganz kurzen Lebensdauer des Kabinetts Briand, das nur noch als Platzhalter bezeichnet wird für das kommende Ministerium C a i 11 a u y. Briand ist 65 Jahre alt, ganz zweifellos einer der hervorragendsten Redner der französischen Kam- mer und der geschickteste Außenpolitiker, den der Quai d'Orsay in den letzten Jahren erlebt hat. Briand und Locarno sind in Paris ein und derselbe Begriff. Aber Locarno allein reicht nicht mehr aus, um die französische Finanzkrisis zu bannen, denn wie schon vor mehreren Monaten an dieser Stelle unb seitdem wiederholt auogeführt wurde: ^Oiese F i n a n z k r 1 s i s ist eine Staatskrisis, deren Lösung vorläufig noch niemand voraussagen kann. Locarno, Genf und der Völkerbund interessieren den Durchschnittsfranzosen gar nicht. Er hat größere, viel dringlichere Sorgen, als da sind: Die allgemeine Lebenoteuerung, die drohende Inflation, das ständige Anziehen aller Preise, die bevorstehende, sehr beträchtliche Erhöhung der Post- und Eifenbahntarife, neue Steuerlasten usw. Und Locarno ist für weiterschauende französische Außenpolitiker nun wirklich nicht das Ende oer Welt; es gibt noch Nordafrika, Marokko, Syrien, es gibt ein Mittelmeer, es gibt Kleinasien, die Türkei usw., wo — wie man weiß — noch eine ganze Reihe zu in Teil tiefgehender Kontroversen mit anderen Mächten, nicht zuletzt mit England und Italien, bei- zulegen sind. Den aus Genf znrückgekehrten Briand erwarten in der K a in mer die allergrößten innerpolitischen Schwierigkeiten. Hauptsächlich die auf finanziellem Gebiete. Die Stimmung im Palais Bourbon ist außerordentlich flau und ganz verkatert. Dabei hat sich das neue Kabinett Briand der Kammer überhaupt noch nicht vorgesteUt. Mit Ungeduld erwartet man Briands Regierungserklärung, obwohl man von vornherein ganz genau weiß, daß sie gar nichts Neues enthalten kann. Denn was soll sie anders besagen, als daß man das Budget ausgleichen muß, daß man das Vertrauen des Landes auui Franken wiederherzustellen habe, um für die fo bedrohlichen Fälligkeitstermine im Mai gerüstet zu fein, und daß man außenpolitisch eine „Politik des Friedens" fortfetzen will. Das Kabinett Briand cerfügt in der Kammer über eine Mehr- beit von dreißig bis vierzig Stimmen, vorläufig wenigstens. Was von dieser Mehrheit bei einer neuen Inflation übrig bleiben wird, ist aber doppelt zweifelhaft. Von allen Seiten ertönt der Ruf nach einem Ministerium Caillaux, der Schrei nach der Finanzdiktatur. Daß Briand einen der intimsten Freunde Caillaux', Pierre Laval, schon jetzt zum JustiAminister gemacht hat, gibt immerhin zu denken. Und es ist fehr wohl möglich, daß Caillaux fein Kabinett außerordentlich weit nach rechts orientieren wird. Die Kombination Her- riot-PoincarS vor der Umbildung des neunten Kabinetts Briand war tatsächlich keine leere Phantasie. Mit einer fo zweifelhaften und unsicheren Majorität wie Briand wird Caillaux gar nicht zu regieren anfangen. Er wird das tun, was schon längst hätte geschehen müssen, nämlich die Kammer nach Hause schicken und Neuwahlen ansschrei- ben. Nur fo läßt sich überhaupt noch die Klarheit schaffen, die von Tag zu Tag eindringlicher wird angesichts der großen Finanzkatastrophe Frank- reichs. - r—e ***'' ’ ■ 1 ■w—WBi— ■ । ——— Parlamentarisches aus Hessen. Die Deutsche Volkspartei beantragt zur Frage der Anstellungsverhältnisse der Gemeindebeamten, der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen: Bei Genehmigung der nach Artikel 138III zu erlassenden OrtSsatzungen ist ins Frühstückszimmer, man könnte sonst aufmerksam werden. „Bitte, Graham, eruieren Sie inzwischen diese beiden Punkte!"^ Als Lord Burnham nach einer halben Stunde zurückkam, meldete ihm Graham, daß niemand das Haus verlassen habe und daß auch kein Brief auf- gegeben worden sei. Er und Ryther selbst hätten persönlich dies festgestellt. Die gesamte Dienerschaft sei beauftragt worden, auch die der Gäste — soweit dies möglich war, ohne besondere Aufmerksamkeit zu erregen. „Herr Graf Las Valdas liegt noch zu Bette," fetzte der Sekretär hinzu, „fein Chauffeur jagte mir, e. würde noch heute vormittag in die Stadt zurück- fahren, um hier nicht mit feiner Krankheit lästig zu fallen." „Dann bin ich mit meiner Weisheit zu Ende", stöhnte der Lord. Gloria kam mit ihren Pferden zurück. Sie frühstückte jeden Tag bereits um sieden Uhr und fuhr bann ihr Gespann selbst zwei Stunden lang durch die weit ausgedehnten Alleen des Parkes, um ihm die notwendige morgendliche Bewegung zu geben. Als sie heute an der Rampe vorfuhr, frifd), lächelnd, mit roten Wangen unb wehendem Haar, sah sie Grace am Tore stehen — eine bleiche, zitternde, wahnsinnig erregte Grace. Mit einem Satz sprang sie vom Bock und war bei der Schwester. „Um Gottes willen, was ist?" Unbekümmert um die Stallpagen, die den Wagen in Empfang nahmen, klammerte sich Grace an Glaria. „Ich muß dich sprechen, Gloria", stammelte sie. „Sofort, Gloria! Es ist etwas Schreckliches passiert!" In der Halle erfdjienen mehrere Käste. Man rüstete sich zu den üblichen Tennis- und Golspar- tten. Parteien bildeten sich, man lachte, schrie, lärmte--- „Komm schnell fort! Wir wollen in den Park gehen!" flüsterte Grace und zog Gloria mit sich. Sie liefen vis an den Weiher, der still sich unter ben Jahrhunderte alten Buchen und Eichen breitete. Tiefer Frieden herrschte hier — weiße und schwarze Schwäne zogen stolze Kreise auf dem dunklen Wasser, das am Rande dicht mit weißen und gelben See- auf die Gemeinden einzuwirken, daß tolbcrruflkb angestellte Gemeindebeamte nach zehnjähnger Dienstzeit und eintoandsreier Führung im Dienste einer Gemeinde unwiderruflich anzustellen sind. — Ferner, der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen: Artikel 138 III der Landgemeindeordnung wird wie solgt geändert: 3n allen Gemeinden sind die AnstellungS» und Besoldungsverhältnisse der Gemeinbebeamten durch OrtSsahung zu regeln. Der demokratischen Abgeordnete Reiber beantragt, die Regierung zu ersuchen, den Ver- sorgungSanwärtern die bei Reichsverwaltungen, den Staatsbehörden der Länder, den Provinzen, Kreis- und Stadtverwaltungen abgelegten Vorprüfungen für alle Verwaltungen anzuerkennen, sofern fle nach den vom Reichsfinanzministerium für die Ablegung von Vorprüfungen erlassenen Vestimmungen (Amtsblatt der ReichSsinanzverwaltung Rr. 34 vom 17. Dezember 1924) vorgenommen sind. • Die Zentrumsabgeordne!en Weck er und Vlank beantragen: Der Landtag wolle beschließen, die Regierung wird ersucht, den Ausbau des dritten Jahrganges der Mädchen fortbilbungS- schule nicht vorzunehmen. • Die Zentrumsfraktion beantragt, der Landtag wolle beschließen Die Verwaltung der Kameral- güter wird von den Forstämtern abgetrennt und den Landtoirtschastsämtern zugeteilt. * Die kommunistische Fraktion beantragt: Der Landtag wolle beschließen: Der geplante Abbau von Lehrern an der Volksschule darf unter keinen Umständen durchgeführt werden. Die sozialdemokratische Fraktion beantragt: Der Landtag möge beschließen, die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung nachdrücklichst darauf zu dringen, daß alsbald Ausführungsbestimmungen zum Reich ssiedlungS- gesetz vorgelegt werden, die die Möglichkeit schassen, daß Arbeitslose, die aus der Landwirtschaft In die Industrie gekommen sind und nun keine Arbeitsgelegenheit mehr finden, durch Zuteilung der erforderlichen Vetriebskredite sich eine neue Existenz in der Landwirtschaft auf- baucn können. • Der sozialdemokratische Abgeordnete Schaub beantragt: Der Landtag wolle beschließen, die Regierung möge bei der Reichsregierung vorstellig werden, daß die Gemeinde Hiebet- Weisel von Ortsklasse D in C eingestuft werde. Rleder-Welsel liegt nur eine halbe Stunde von Vutzbach entfernt, welches In Klasse B ist, und eine Stunde von Dad-Rauheim, welches in A eingestuft ist. Die Lebensverhältnisse sind hierin Rieder-Weisel genau so teuer wie In beiden Rachbarstädten, ebenso liegen die Wohnungsverhältnisse. Ganz besonders leiden unter dieser ungerechten Einstufung zur Zeit die Erwerbslosen, da die Unterstützungssätze nach der Ortsklasse bemessen werden. Die sozialdemokratische Fraktion beantragt: Der Landtag möge beschließen, die Regierung au ersuchen, bei der Reichsregierung mit allem Rachdruck vorstellig zu werden, daß 1. die ®tn* heitSorganisation der Sozialversicherung herbeigesührt und demzufolge der wirtschaftlichen Rat entsprechend eine Ersparnis getätigt wird, 2. die staatliche Betriebs- krankenkasse ausgehoben und die Mittel für dieselbe im Voranschlag gestrichen werden. Die gleiche Fraktion beantragt ferner: Der Landtag möge beschließen, die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung auf die sofortige Beseitigung des Ortsklassenstzstems zu bringen. Sollte diese Maßnahme zur Zeit nicht durchzufiihren fein, so möge die Regierung daraus bringen, daß alle als Industriegemeinden geltenden Städle und Orte sowie alle Orte mit stärkerer Arbeilerbevölkerung In die Ortsklasse A zu versetzen sind. Die Lebenshaltung ist nachweisbar auf dem flachen Lande und in den Industriegemeinden mindestens ebenso hoch wie rosen bedeckt mar. Hart am Ufer stand eine alte Steinbank — dort sank Grace nieder. Mit beiden Händen bedeckte sie ihr Gesicht und brach in Weinen aus. In jenes trockene, tränenlose Weinen, das nur der größte Schmerz und das größte Entsetzen erzwingen können. Lange dauerte es, bis sie sich wenigstens soweit beruhigt hatte, daß sie halbwegs zusammenhängend sprechen konnte. „Gloria," stöhnte sie, während noch immer der Krampf des Schmerzes ihren schlanken Körper rüttelte und marterte, „ich bin eine Verworfene--" „Grace — ich beschwöre dich — — so komm doch zu dir! Was ist geschehen? So sprich doch endlich!" Gloria, die starke Gloria begann selbst am ganzen Leibe zu zittern. Die Angst vor dem, was sie hören sollte, griff ihr ans Herz-- „Der Vater/ begann Grace, „hat heute morgen entdeckt, daß ihm ein sehr wichtiges Dokument gestohlen worden ist." „Ein Dokument? Was für ein Dokument?" „Mein Gott, ich weiß selbst nicht recht, was. Ich glaube, ein Vertrag — den Vater gestern mit den Herren besprochen hat. Es muß ein sehr wich- tiger Vertrag sein, denn sonst hätte er uns doch nicht aus dem Haufe geschickt, nicht wahr?" „Unbedingt. Es wird wohl der Vertrag über die Oelkonzefsion fein. Es hat doch darüber so viel in den Zeitungen gestanden, und du selbst hast doch gesagt, daß dieser russische Herr schon einmal beim Vater war--" „Ja — ja, ganz recht. Dieser Vertrag — das heißt der Vertrag selbst nicht, sondern nur eine Abschrift ist aus dem Schranke Papas heute nacht gestohlen worden--" „Sprich nicht weiter!" schrie Gloria. Packte die zusammenbrechende Grace an beiden Schultern und riß sie au sich empor. „Sprich nicht weiter, sprich das Entsetzliche nicht aus." Grace glitt ihr aus den Händen. Brach auf der Bank zusammen. Unb stammelte tonlos, zerbrochen in wildester Verzweiflung: „Ich habe das Dokument gestohlen." „Nein!" Weithin über den stillen See gellte der entsetzliche Schrei Glorias. (Fortsetzung folgt.) in btn Städten. Hessen bildet ein einheitliches Wirtschaftsgebiet mit durchaus gleichartig gelagerten Lebensbedingungen, im Gegensatz zu anderen deutschen Gebieten. Deshalb ist eine Differenzierung in Ortsklassen eine große Llngerechtig- keit und bedeutet eine durch nichts gerechtfertigte Verschlechterung der Lebenshaltung der in Frage kommenden Devölkerungsteile. Dem Landtag ist eine Regierungsvorlage zugegangen, in der für den Ausbau «ineS medizinisch-wissenschaftlichen Institut - in Dad-Aauheim der Betrag von 371 000 Mark gefordert wird. Fern« ist dem Landtag eine Regierungsvorlage zugegangen. wonach bis zur Zustellung der Steuerbescheide über die auf Grund eines besonderen Gesetzes erfolgende endgültige Gewerbesteuerveranlagung die Gemeinden und Gemeinde- Verbünde berechtigt sind, für das Jahr 1926 ihre Gewerbesteuer auf Grund der für das Jahr 1925 fest gestellten Besteuerung-grnndlagen vorläufig zu erheben. Aus der Praxis der Aufwertungssteüe. Bon Amtsgerichtsrat Jockel, Es wird für manchen, der eine Hypothek bei der Aufwertungsstelle zur Aufwertung ongemeldet hat, von Interesse sein, etwas über den weiteren Verlauf des Aufwertungsverfahrens zu erfahren und wie er sich nun selbst zu verhalten hat. Ich gehe aus von dem häufigsten Falle: an- oemeldet ist die Aufwertung einer zurückbezahlten Hypotheksorderung. Nachdem die Aufwertungsstelle dem Schuldner eine - Abschrift der Anmeldung hat zustellen lassen, beginnt eine Frist von 3 Monaten, innerhalb deren der Schuldner Einspruch bei der Aufwertungsstelle erheben kann, und zwar entweder, indem er den Grund der angemeldeten Forderung oder deren Höhe bestreitet. Eine Bestreitung des Grundes liegt z. B. dann vor, wenn bei einer vor dem 15. Juni 1922 erfolgten Zahlung der Schuldner bestreitet, daß bei Annahme der Leistung ein Vorbehalt in Betracht komme. Erfolgt eine Einspruchserhebung, so erhält der Gläubiger hiervon eine Abschrift und hierdurch die Gelegenheit, die Einwendungen des Schuldners zu widerlegen. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle wird der Schuldner die dreimonatige Frist verstreichen lassen, ohne Einspruch einzulegen. Nach Ablauf der Frist, ohne daß Einspruch eingelegt worden ist. bekommt der Gläubiger hiervon Nachricht und kann nun bei dem Grundbuchamt die Berichtigung des Grundbuchs beantragen. In vielen Fällen sendet aber der Schuldner vor Fristablauf das ihm mit der Anmeldung übermittelte Formular unter Anerkennung des angemeldeten Anspruchs an die'Auswertungsstelle zurück, und diese gibt es an das Grundbuchamt zur Wahrung im Grundbuch weiter. Hat der Schuldner den Anspruch anerkannt, so wird dem Gläubiger hiervon Nachricht gegeben. Ebenso erhält er Kenntnis, sobald die Eintragung im Grundbuche geschehen ist. Wird bei der Einspruchslegung das Bestehen der Hypothekforderung bestritten, so hat, falls nicht die Zuständigkeit der Aufwertungs- stelle von den Parteien vereinbart wird, das Prozeßgericht zu entscheiden, und das Aufwertungsverfahren wird während des Prozeßverfahrens ausgesetzt. Richtet sich der Einspruch gegen b i e Höhe der begehrten Aufwertung, also namentlid) bann, wenn, wie bei Kausgeld- (Rest-) Forderungen, der Gläubiger eine den Normalbetrag von 25 Prozent übersteigende Aufwertung der persönlichen Forderung begehrt hat, so hat die Auf- wettungsstelle die Höhe festzusehen. Bekanntlich können Kaufgeldforderungen, 1. die vor dem 1. Januar 1909 begründet worden sind, nur zu 25 Prozent, 1. solche aus der Zeit vom 1. Januar 1909 bis 1. Januar 1912 bis zu 75 Prozent, 3. aus der Zeit vom 1. Januar 1912 bis 1. Januar 1922 bis zu 100 Prozent, 4. die nach dem 31. Dezember 1921 entstanden sind, unbegrenzt aufgewertet werden. Wenn der Schuldner die vom Gläubiger begehrte Aufwertung in der von ihm verlangten Höhe nicht anerkennt, sondern durch Einspruch die Festsetzung seitens der Aufwertungsstelle erforderlich wird, so wird die Aufwertungsstelle vor eine Aufgabe gestellt, von deren Schwierigkeit sich die meisten Gläubiger keine Vorstellung machen unb machen ! können, indem sie auf eine baldige Entscheidung , drängen. Zunächst muß dem Schuldner Gelegenheit gegeben werden, seinen Standpunkt zu rechtfertigen, wenn er sich gegen eine Aufwertung auf den an stch gesetzlich zugelassenen Höchstsatz von 75 oder 100 Prozent oder auch einen niedrigeren Sah verwahrt. S?—II—1iw Der Gefangene Friedrichs des Grohen. Das 18. Jahrhundert, war die Blütezeit der großen Abenteurer. Unter diesen interessanten Gestalten, die. wie z. B. Cagliostro und Casanova Weltruhm erlangten, ist bie eigenartigste und auch heute noch rätselvollste der Freiherr Friedrich Wilhelm von der Trenck, der als der „Gefangene Friedrichs tes Großen" in der Geschichte fortlebt. Trenck unterscheidet sich von den italienischen und französischen Glücks- rittern durch die gewiß zum Teil unverschuldete Tragik seines Schicksals, durch die Schwere seines ostpreußischen Temperaments, durch einen lehrhaften und moralischen Zug, und man weih über» -stäupt nicht genau, inwieweit er Betrüger war oder Betrogener, da eine unselige Verwicklung !??^e und verworrene Verhältnisse seinen Lebenslauf bestimmten. Abenteurerlust. Leichtsinn, Streitsucht und Citelleit sind wohl die Haupteigenschaften. die den eleganten Gardeoffizier und Günstling des großen Königs in furchtbares Elend stürzten und zu einem „Mär- threr" machten. „Beim Element, was könnt' ich letzt für ein Kerl sein!" ruft er selbst einmal in seiner Lebens-(schichte aus. „Aber die verdammten Geniestreiche... Wenn ich so überdenke, was ich tn meinem Leben alles gewesen bin: Liebling des einzigen Königs, Soldat dreier Monarchen, jetzt von allen Freunden umdrängt, bann nu»- der düstere Freund einer philosophischen Spinne, heute von Fürsten gesucht, morgen mit Geschenken überhäuft, daß ich nur wieder gehen möchte, jetzt ein glücklicher Landwirt, dann ein Schriftsteller, bald Wahrheitsfreund, bald Lügner und selten Liebhaber der Gerechtigkeit — in jeder Lage ein so kauderwolschig Quodlibet, daß ich oft selbst nicht weih, ob ich mich lieben oder verabscheuen, entschuldig n oder strafen soll." Das größte, traurigste und ungeklärteste Ereignis in Trencks Leben wir seine Verhaftung, die ihn von der Sonnenhöhe königlicher Gunst in tiefste 2lacht stürzte und Friedrich als grausamen Despoten erscheinen ließ Man hat früher stets geglaubt, daß die ai herordentliche Strenge mit der gegen Trenck verfahren ward., auf ein Liebesverhältnis ßurüJ’ufübten ist, das er mit der reizenden Prinzessin Amalie, einer Schwester Friedrichs des Großen, unterhielt. Aber in neuester Zeit haben so hervorragende Kenner der Aufwertungsrichter in Gießen. Ich will im Nachstehenden an zwei ganz einfach gelagerten Fällen nachweisen, baß der Aufwertungsrichter sich von jeder schematischen Behandlung fernhalten und jeden Fall individuell behandeln muß. 1. Es hat jemand im Jahre 1909 ein Haus zu dem damals angemessenen Preise von 50 000 Ml. verkauft; 25 000 Mark wurden angezahlt, der Rest in Höhe von 25 000 Mark durch Hypothekeintrag gesichert. Der Vertäufer verlangt die hochstzulässige Aufwertung auf hier 75 Prozent, also auf 18 775 Goldmark. Das Naus hot heute einen Verkaufswert von 30 000 Reichsmark. Es bedarf hier wohl keiner Erläuterung, weshalb der Verkäufer sich mit einer niedrigeren als 75prozentigen Aufwertung begnügen muß. 2. Am 5. April 1920 wurde ein Kaufvertrag über ein Haus abgeschlossen, dessen Friedenswert 50 000 Mark war; als Kaufpreis wurde unter beiderseitiger Verkennung der bereits hochgradigen Geldentwertung ein Betrag von 200 000 Papier- mark vereinbart. Die Hälfte mit 100 000 Papier- mark wurde alsbald bezahlt, für den Restkaufpreis von 100 000 Papiermark wurde eine Hypothek eingetragen, deren Aufwertung der Gläubiger auf 100 Prozent begehrt. Der heutige Derkaufswert des Hauses beträgt 30 000 Mark. Nach dem für den 5. April 1920 maßgebenden Goldmarkumrechnungssatz (100 Mark = 7 Goldmark) hatte die hypothekarisch gesicherte Restkaufgeldforderung einen Goldwert von 7000 Goldmark. Hier wird jedermann einsehen, daß eine Aufwertung auf 100 Prozent — mehr kann der Gläubiger gesetzlich nicht verlangen — angemessen ist. Es handelt sich hier um zwei typische, aber relativ einfach liegende Fälle, wie sie nur selten vorkommen werden. Meist liegen noch Komplikationen vor, die eine Lösung der an sich schon bestehenden Schwierigkeiten außerordentlich erschweren. Zu berücksichtigen ist, wie sich aus den gewählten Beispielen ergibt, der gegenwärtige Grundstückswert, der ursprüngliche Goldmarkwert ober die ursprüngliche Kaufkraft des vereinbarten Preises. Die Aufgabe der Aufwertungsstelle ist es, die mit dem Währungsverfall entwertete Kaufpreisforderung den jetzt maßgebenden Wertverhältnissen anzupassen. Es ist daher regelmäßig von dem Vertragspreise auszugehen und zu ermitteln, welcher Goldbetrag jetzt dem inneren Wert des Kaufpreises zur Zeit feiner Vereinbarung ober seiner damaligen Kaufkraft entspricht. Liegt der vereinbarte Kaufpreis über dem angemessenen Wert, so muß dies dem Verkäufer bei der Auswertung zugute kommen; andererseits ist die Aufwertung nicht dazu bestimmt, einen ju billigen ober für den Verkäufer unvorteilhaften Verkauf für ihn nachträglich günstiger zu gestalten. Bei ber Ermittlung des bem Kaufpreise entsprechenden Gölte betrags ist eine Umwertung lediglich nach dem Dollarstand oder nach der Reichsrichtzahl nicht zulässig, weil die Kaufkraft ber Mark auf dem Grund- stücksmarkt erheblich größer war. Ausgangspunkt für die Aufwertung muß regelmäßig die Kaufkraft des Goldwertes des Kaufpreises zur Zeit feiner Festsetzung, nicht aber zur Zeit feiner Zahlung fein. Jedoch ist mich sie nicht allein maßgebend, vielmehr sind bei ber Aufwertung alle Umftänbe bes Einzelfalles zu berücksichtigen, unb es ist em gerechter unb billiger Ausgleich zwischen den Interessen der beiden Parteien zu suchen, wobei es zulässig ist. die weitere Entwicklung der Verhältnisie auf bem Grundstücks- markt in Betracht zu ziehen unb bernnach auch den gegenwärtigen gesunkenen ober gestiegenen Grunbstückswerten gebührenb Rechnung zu tragen; keineswegs barf aber ber gegenwärtige Grunb- stückswert ausschließlich zugrunde gelegt werden, friederizicmischen Zeit, wie Koser und Volz, diese ganz romantische Liebesge chichte ins Reich der Fabel verwiesen. Das Gerücht taucht erst sehr spät auf und wurde hauptsächlich von Trenck selbst in seiner „Lebens beschichte" durch geheimnisvolle Andeutungen genährt. Wohl mag sich die Prinzessin für den schneidigen Leutnant interessiert haben; sie scheint ihm auch in seiner Aot ihre Hilfe und Protektion zugewandt zu haben. Aber alles, was von diesem leidenschaftlich n Herzensroman und von dem rührenden Wiedersehen des greisen Paares nach 40 Fahren gefabelt wird, steht auf sehr schwachen Füßen. Viel wahr'cheinlicher ist es, daß Friedrich den jungen Offizier einer Hochverräter i.chen Verbindung mit seinem Vetter, dem berüchtigten Pandurenführer der Kaiserin Maria Theresia, Franz von der Trenck, für überführt hielt. Jedenfalls hatte er sich in einen leichtsinnigen Briefwechsel mit dem feindlichen Heerführer eingelassen, und so erschien eine derbe Lektion, die ihn auf die Festung Glatz verbannte, durchaus nicht ungerecht. Daß er dann aus Glatz floh und in österreichische Dienste trat, also den Verdacht gleichsam bestätigte, hat Trenck später selbst für den größten Fehler seines Lebens erklärt. Friedrich muhte ihn für einen Hochverräter ansehen, und es war ganz natürlich, daß man ihn. als man in Danzig seiner habhaft wurde, verhasste. Dann aber ist er zehn Jahre lang in Magdeburg unter den grausamsten Verhältnissen eingckerkert gewesen, in einem entzen Loch, mit einem Halseisen an die Wand geschmiedet und mit schweren Ketten belastet. Auch in Magdeburg versuchte er sich mit erstaunlicher Energie zu befreien, durchfeilte seine Ketten, grub unterirdische Gänge in den Boden seines Kerkers und mußte dadurch seine Wachter zu noch schärferen Mitteln anspornen. Auf Fürsprache Maria Theresias wurde der ..Gefangene von Magdeburg" nach dem Siebenjährigen Kriege freigelassen und entfaltete nun eine große literarische Geschäftigkeit, indem er in Zeitschriften und Büchern als Opfer der Despotie auftrat, für Freiheit und Menschenrechte kämpfte. Er heiratete in Aachen die Tochter des Bürger- me.sters und ließ im Todesjahre Friedrichs des Großen den ersten Band seines bekannteste» Werkes erscheinen, der „Merkwürdigen Lebensgeschichte", die er „als ein Lehrbuch für Menschen, die wirklich unglücklich sind oder noch Wenn ein Teil des Kaufpreises getilgt ist, ist dem Verkäufer von bem nach bem gesamten Kaufpreise zu berechnenben Aufwertungsbetrag berjenige Bruchteil zuzusprechen, ber bem Verhältnisse bes Restkaufgelbes zu bem Gesamtpreise entspricht. Der gegenwärtige Grunbstückswert kann als Aufwertungsfaktor höchstens nach bem Verhältnis in Frage kommen, bas sich bei einer Vergleichung bes zu er- mittelnben Golbwertes des vereinbarten Preises zu bem wahren Wert bes Grunbstücks im Zeitpunkt bes Vertragsschlusses ergibt, nicht aber kann als Auswertungsbetrag ber Bruchteil bes gegenwärtigen Grunbstückswertes gelten, ber bem Verhältnis bes Betrages des Restkaufgelbes zu bem Betrage bes Gesamtkaufpreises entspricht, weil ber Grunbstückswert zur Zeit bes Vertragsschlusfes nicht ohne weiteres bem vereinbarten Kaufpreise gleichgestellt werben kann. Diese von ben höchsten Gerichten, inshefonbere bem Reichsgerichte aufgestellten Grunbsätze zeigen, rote viele Momente ber Aufwertungsrichter bei seiner Entscheibung zu berücksichtigen hat, unb baß bieje nicht alle meiner Verhanblung mit ben Parteien festgestellt werben können, sonbern baß schon vor bem Verhonblungstermin, ber übrigens nur bann stattzufinben braucht, wenn nicht eine gütliche j Erlebigung ausgeschlossen erscheint, bie Parteien Ge» I legenheit erhalten müssen, sich über alle für bie bem- j nächstige Entscheibung wesentlichen Punkte zu unterrichten unb zu äußern. Nur so wirb eine Entschei- I bung gefällt werben können, bie alle berechtigten Ansprüche ober Einwenbungen einer Würbigung unterzieht unb zu einer Lösung gelangt, bie von beiden Teilen als zutreffend anerkannt wirb. Lehrer-proteftk»ndgebung in Darmstadt. WSA. Darmstadt, 17. Marz. Heute nachmittag fand in der Turnhalle am Woogs- Platz eine überaus stark besuchte, von sämtlichen hessischen Lehrer - und Lehrerinnenorganisationen ohne Unterschied der Konfession und Richtung enü>erufene Protestversammlung statt, die in entschiedener Weise gegen den beabsichtigten Abbau von Volks schullehrern Stellung nahm. Aach Referaten des Landtagsabgeordneten Reibe r - Darmstadt, Rektor Winkel-Mainz, Frl. Schlick- Darmstadt und Schulverwalter Melchior wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der schärfster Ginspruch gegen die Ansicht eingelegt wurde, die Volksschule in besonderem Maße zur Beseitigung des Fehlbetrags im Staatshaushalt heranzuziehen. Dieser Abbau bedeute zugleich Heraufsetzung der Klassenstärke unb damit Verminderung der Lei- stungssähigkeit von Lehrern und Schülern, Erschwerung der unterrichtlichen und erziehlichen Tätigkeit, Gefährdung der Jugend in gesundheitlicher Hinsicht, vor allem aber eine soziale Härte gegen Tausende von bedrängten Junglehrern, denen jede Existenzmöglichkeit geraubt werde. Zugleich sei das finanzielle Ergebnis dieser Sparmaßnahme für den hessischen Staat gleich Aull. An Regierung und Landtag wird schließlich das Ersuchen gerichtet, diesem Eingriss in das Schulwesen die Zustimmung zu versagen. Eine Erklärung. Landiagsabgeorbneter D i n g e k d e h - Darmstadt übergibt der Presse die nachstehende Gr- Härung; »Zu der gestrigen Protestversammlung der hessischen Volksschullehrer und -lehrerinnen in Darmstadt waren die Fraktionen des hessischen Landtags als G ä st e geladen. Vorherige Rückfragen bei dem Herrn Vorsitzenden des Landeslehrervereins führten zu dem Ergebnis, daß eine Wortmeldung der ersch enenen Abgeordneten in der Aussprache nicht vorgesehen sei. Gleichwohl haben außer den linksstehenden Fraktionen des Landtags auch die Fraktionen des Zentrums, der Deutschen Volkspartei, des Bauernbundes und der Deutschnat'.onalen Partei geglaubt, ihpe Hochachtung vor der Schule des Volkes und den Erziehern durch zahlreiches Erscheinen bekunden zu sollen. Zu ihrem lebhaften Bedauern mußten sie erleben, daß die ungebildetsten und lärmendsten Schimpfworte und Zurufe namentlich von den zahlreichen jugendlichen Besuchern der Versamm- guter Vorbilder zur Aachfolge bedürfen", auf- gefaßt wissen wollte. Dies Buch hatte einen großen Erfolg, erschien in über einem Dutzend Auflagen, wurde direkt zum Dollsbuch und mochte Trenck zu einer in ganz Europa bekannten Persönlichkeit. Das Werk, das auch heute noch in Neudrucken verbreitet ist und dies abenteuerliche Lebensschickfal spannend erzählt, wimmelt von falschen Angaben und von abstrusen Ideen, denn Trenck hielt sich für einen großen Staatsmann und Weltverbesserer und verdächtigte alle, die auf seine phantastischen Pläne nicht eingegangen waren. Es ist aber doch ein nicht unwichtiges Zeitdokument, das die Sitten und Zustände in der Zeit Friedrichs des Großen und Maria Theresias lebendig schildert. Aach vielen Irrfahrten, während deren er in eine älnzahl Prozesse und dunkle Machenschaften verstrickt war, kam Trenck schließlich noch Frankreich, wo man ihn zunächst als ein Opfer der Fürstenwillkür begeistert aufnahm. Durch eine tragische Ironie des Geschicks fiel er aber, der stets für die Ideen der französischen Revolution eingetreten war, als eines der letzten Opfer der Schreckensherrschaft auf der Guillotine. 3n diesem dramatischen Abschluß seines Abenteuererlebens zeigte er sich noch als Held und Edelmann, so daß von seinem Ende ein verllärender Schimmer auf sein Dasein fällt. Samuel Heinzerlings Sohn. Der Aufsatz in Ar. 21 der „Gießener Familienblätter" vom 13. März 1926 bedarf einiger Berichtigungen, bzw. Ergänzungen. Es dreht sich um einen Mann, der heute noch lebt (was und leider unbekannt war. D. Red.) und um einen Lehrer, dem sehr viele Schüler zu bleibendem Danke verpflichtet sind, kurz einen Mann, dessen Charakter keinen Makel aufweist, und zu dem alle, die ihn kennen, voller Hochachtung emporblicken. Die Geschichte von dem Heimweg des „Ar- minius Heinzerling" von Büches nach Büdingen, wo „Arminius". offenbar alkoholberauscht, über seinen eigenen Schatten wie über gefährliche Gräben gesprungen ist, ist ganz nett, aber nur leider frei erfunden, weil sie unter den „Klassikern" Büdingens unb auch sonst um lief, ehe „Arminius Heinzerling" Büdingens schlimmes Pflaster betreten hat. Auch ist es nicht richtig, lung dauernd gegen die erschienenen Abgeordneten gerichtet wurden, und daß die D e r s a m m- lungsleitu ng trotz der ständigen Wiederholung und Steigerung dieser für die Volksschule unb ihre Sache beschämenden Zwischenfälle nicht das geringste tat, um den geladenen, als G ä st e anwesenden Parlamentariern den nach Anstand und Herkommen erforderlichen Schutz zu gewähren. Es haben deshalb nach dem Referat des Rektors Winter unter betäubendem Geheul, Johlen und Pfeifen der Versammlung die Abgeordneten Frau Härreus, Frau Hctttemer, Frau Birnbaum, Hein- stadt, Dr. Leuchtgens, Dr. Müller, Wolf, Hauck, Dr. Keller, Dr. Aiepoth, Schott und der Unterzeichnete die Versammlung verlassen. Ich darf wohl feststellen, daß die Eindrücke dieser Versammlung ein tief beschämendes Zeugnis gegen die menschliche Würde der hessischen Volksschullehrer war. Sollte der Hessische Landtag unter solchen Eindrücken seine Entschlüsse über die Zukunft der hessischen Vollsschule fassen müssen, so würde es leider schlimm um dies' Zukunft bestellt-fein. Dingeldeh, " Rechtsanwalt, Mitglied des Landtags." Oberhessen. Landkreis Gießen. * Leihgestern, 17. März. Hervorragende Erfolge konnte unser Turnverein „Frisch- Auf“ von den am Sonntag abgehaltenen Ge- raterneisterschaftSkämpsendesTurn- gaues Wetterau nach Hause bringen. Errangen doch drei Turner des Vereins die Meisterschaft, und zwar: am Pferd Wilhelm Dietz, am Reck Wilhelm Häuher, am Darren Heinrich Volk. Weiter errang der Turner Wilhelm Schmidt den zweiten Preis am Pferd. Volk ist nun zum zweitenmal Gaumeister am Darren. Dg. Großen-Buseck, 17.März. Im Saale des Gastwirts Wagner hielt die Liga zum Schutze ber deutschen Kultur ihren britten Vortrag. Webner war Herr Grothe (Gießen). An Hcmb von prächtigen Lichtbildern verstanb er es vortrefflich, bie Zuhörerschaft in bie wirtschaftlichen unb kulturellen Verhältnisie bes märchenhaft am mutenben Lanbes Siam einzuführen, wo er 20 Jahre lang als Hofphotograph des damaligen Königs tätig war. : Deuern, 17. März. Am Dienstagabend hielt Missionar Laut von der Baseler Missionsgesellschaft im hiesigen Gotteshause einen Vortrag über Land und Leute in China. Recht schöne Lichtbilder ergänzten die Ausführungen des Redners. — Die Zahl der Erwerbslosen ist auf 47 gesunken und wird im Laufe dieser Woche noch weiter heruntergehen. t Grünberg, 17. März. Der für den 25. März vorgesehene Viehmarkt fällt aus wegen der in der Umgegend herrschenden Maul- und Klauenseuche. — Voraussichtlich wird am nächsten Samstag nachmittag die schon seit langem geplante Steuer-Protest-Der- fammlung in der Turnhalle dahier stattfinden. — In Stockhausen ist seit kurzem der Betrieb in der Brauneisenstein- Grube wieder ausgenommen. Die Belegschaft zählt gegenwärtig ungefähr 45 Mann, gegen früher die Hälfte. In den Betrieben Flensungen, Ilsdorf, Aieder-Ohmen und Lardenbach ist jedoch noch keine Aussicht auf Detriebser- öfsnung vorhanden. In diesen Orten werden die Arbeiter mit AotstandSarbeiten, wie Wegebauten, Steinbrucharbciten, Holzmachen und dergleichen beschäftigt. ri. L i ch, 17. März. Die Eheleute Peter Dietz HL, beibe aus alten Licher Familien stam- menb, hatten in ihrem Testament die Kirche, in ber ber Ehemann längere Zeit in großer Treue als Mitglieb bes Kirchenvorstanbes mitarbeitete, unb verfchiebene Werke ber Wohltätigkeit, für bie sie währenb ihres Lebens jährlich gern ihre Opfer barbrachten, mit Stiftungen bebacht. Diese Stiftungen kommen jetzt nach bem Tobe ber beiten Eheleute zur Auszahlung. Durch bie Inflation haben sie wohl beträchtlich an Wert verloren, boch entfallen immerhin auf bie Kirche, ben Gustav-Abolf-Derein, bas Diakonissenhaus Elisabethenstift in Darmstabt, die Anstatt Bethel bei daß dieser Lehrer besonders oft nach Büches gegangen ist. Hier liegt eine Verwechslung vor. Aach den Ausführungen in Ar. 21 ist „Arminius" dem Alkoholgenuh stark ergeben gewesen. Wäre das richtig, dann hätten „Die Klassiker", deren Bierdurst in jener Zeit oft größer als der Durst nach Wissen war, diese Konkurrenz mit stolzer Schadenfreude festgestellt. Davon hat man aber nichts gehört. Es ist auch nicht richtig, daß „Arminius" mit Dr. Kritz ganz besonders befreundet gewesen ist. Er stand, soviel ich weiß, mit allen Lehrern des Gymnasiums auf gutem Fuße. Der angeb- llche Hund „Botz", den „Arminius" gehabt haben soll, ist gleichfalls ein Phantasiegebilde. „Arminius" hat nie einen Hund gehabt. Mit dieser Tatsache rückt aber auch die Erzählung von dem Klassenausflug nach Gelnhausen in das Reich der Fabel. Auch hinter die Wählerversammlung im Rathaussaale zu Büdingen möchte ich ein großes Fragezeichen machen. Ein Mann von dem großen, umfassenden Wissen dieses „Arminius" kann wohl in einer Wählerversammlung so niedergebrüllt werden, daß er als Mann der Bildung gern auf das Wort verzichtet. Daß er aber so kläglich geendet hat, wie in Ar. 21 geschildert wird, ist schwer zu glauben. Es ist richtig, daß dieser Lehrer ein wenig vorteilhaftes Aeußere hatte und auch in feiner Sprechweise einigermaßen auffiel. Aber — und das war schließlich doch die Hauptsache — er hatte in seiner Klasse eine mustergültige Disziplin, die bekanntlich die Seele des Unterrichts ist. Sein unbestechlicher Gerechtigkeitssinn erwarb ihm das restlose Vertrauen seiner Schüler, und seine fabelhaften Kenntnisse erfüllten uns alle rnit Bewunderung und einer gewissen Ehrfurcht. Wer bei ihm die alten Sprachen lernte, war sich dessen bewußt, daß er sie bei keinem Pfuscher gelernt hatte. Aoch ein Zug seines Wesens darf nicht vergessen werden: Er war nicht nur gut kirchlich gesinnt, sondern auch, was noch mehr bedeutet, ein entschiedener Christ und als solcher ein Feind der heute so beliebten, aber unglückseligen Kompromisse, kurz ein ganzer deutscher Mann, der stets den Mut zur Wahrheit fand. Ihn grüßen - dessen bin ich gewiß — auch heute noch viele seiner Schüler im Gefühle treuer Dankbarkeit und aufrichtiger Verehrung. Heinrich Kullmann. Bielefeld und bat Syrische Waisenhaus in yeru« falem je eine Gabe von 20 Mark als Zeichen treuer Liebe über das Grab hinaus. Solche Stiftungen wirken um so wohltuender, da die hiesige Marien- stiftskirche durch die Geldentwertung um ihre wohltätigen Stiftungen gekommen ist, mit denen manches Liebeswerk getan werden konnte, und zu denen z. D. der weitbekannte Luziusfonds gehört hat, der zur Unterstützung von Studenten der Theologie diente. :|: Bellersheim, 17. Marz. Nächsten Sonntag feiert der frühere Handelsmann 6a- muel Wetterhahn und feine Ehefrau Hann- chen, geb. Stern, das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Trotz des hohen Alters — Wetterhahn ist 89, seine Gattin 83 Jahre alt — erfreuen sich beide Subilare noch etter s:ltenen Rüstigkeit. An der Familienfeier w.rden Kinder, Enkel und LIrenkel teilnehmen. - AtPhe, 17. März. Gestern wurde der älteste Einwohner unseres Dorfes, Konrad Dornmann, zu Grabe getragen. Der Verstorbene hätte im Mai Lin 8 9. Lebensjahr vollendet. Sn den letzten Monaten war der alte Mann völlig erblindet und sehr gebrechlich. Da der Berstorbene einer der Mitbegründer des Gesangvereins „fiort» l e y" war. sang der Verein ihm einige Trauer- c '5re, und der Präsident legte einen Kranz am Grabe nieder. > Kreis Friedberg WER. D ad -Rauheim, 17. 3. Die Erne u e r u n g s a r b e i t e n am und im hiesigen Kurhaus sind in vollem Gange. Vorge- schr tten sind die Arbeiten namentlich in der Vorhalle, im großen Speisesaal und in den Gesellschaftsräumen des ersten Stockwerks. Man hofft, bis Ostern den Hauptteil der Arbeiten fertigstellen zu können. Die Besuchsziffer läßt sich in diesem Jahre bis jetzt gut an. Angekommen waren bis zum 11. Marz rund 1200 Kurgäste (gegenüber dem Vorjahr etwa 50 weniger). Anwesend waren an diesem Tage 619 Kurgäste, das sind über 50 mehr als 1925. . : Pohl-Göns, 17. März Gestern wurde wieder ein alter Veteran, Anton Steiger II., der den Feldzug 1870/71 in dem Hess. Sägerbataillon mitgemacht hatte, zu Grabe getragen. Der Kri gervere'.n, dessen Mitbegründer und Mitglied in 50 Jahren er gewesen war, erwies ihm nach der Grabrede des Geistlichen die, letzten militärischen Chrm. Sn unserer Gemeinde leben nun noch zwei Veteranen aus 70/71: Anton Slge I., der 79 Jahre, und Sohannes Zörb III., der 80 Jahre alt ist; beide erfreuen sich noch ein.r guten G sundh.L und Arbeitskraft. — Sn diesem Sabre feiert der hiesige Krie- aerverein sein 50jäh iges Bestehen. Sn diesen 50 Sahren stand an seiner Spitze Wilhelm Göbel I., der also am 13. Suni sein goldenes Präs ident «.njubilä um f.iern kann. *** (Samba d), 17. Mörz. Der Zweigverein Butzbach des hessischen Fechtvereins Waise n s ch u tz veranstaltete am Sonntagabend im Saale der Gastwirtschaft Mohr einen wohlgelungenen Theaterabend. Der Besuch war ein sehr guter. Hoffentlich kann das auch von dem finanziellen Erfolge gesagt werden. In unserem Dorfe bestand in früheren Jahren ebenfalls ein Zweigverein, der jedoch während der Kriegs- und Nachkriegszeit eingegangen ist. Der Vorsitzende des Zweigvereins Butzbach regte in seiner Ansprache die Neugründung eines Zweigvereins an. * Rockenberg, 17. März. Im vorigen Jahr wurde nach fast vierjahrzehntelangen Verhandlungen eine neue Orgel für die Kirche im hiesigen Zuchthaus Marienschlotz bei der bekannten hessischen Firma Förster & Nicolaus in Lich in Auftrag gegeben. Das Werk wird zur Zeil an seinem Bestimmungsort durch die Firma auf- wontiert. Es ist nach "den heutigen Neuerungen in diesem Fach ausgeführt. Kreis Büdingen. Echzell, 17. März. Das Fest der Goldenen Hochzeit begingen gestern die Eheleute Landwirt Heinrich Heller 1. Kreis Schotten. XIX Schotten, 17. März. Am Mittwoch nächster Woche findet im Rathaus zu Schotten eine Bürgermeisterversammlung statt» Es werden Referate über Schafhaltung, Förderung der Schweinezucht, Gründung von Ortsoiehkassen, Geldbeschaffung, Jagdoerpachtungen, Sparmaßnahmen und anderes gehalten. wg. Gedern, 17. März. Der hiesige, im Jahre 1914 gegründete Evangelische Kirchen- gesangverein hielt am Sonntag seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Ortsgeistliche als Präsident des Vereins erstattete den Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr, der im allgemeinen ein günstiges Bild von der Arbeit des Vereins gab. Der Rechner, Eisenbahnbetriebsassistent Stöhr, berichtete Über die Kassenverhält- nifier die ebenfalls günstig sind. Bei der darauffolgenden Dorstandswahl wurden die meisten bisherigen Vorstandsmitglieder wiedergewählt; neu- fewählt wurden: für den Sopran Frl. Lina Mül- er, für den Baß Molkereibesitzer Gruner und als Vertreter der inaktiven Mitglieder Oberbauinspektor Fink. Beschlossen wurde, im Sommer einen Vereinsausflug zu unternehmen und dabei in einer Gemeinde, die dabei berührt würde, im Gottesdienst mitzuwirken. — An der hiesigen H o f - kaplaneischule unterzogen sich fünf Schüler der Untersekunda der unter dem Vorsitz des Kommissars des Reichsverbandes Deutscher Privatschulen, Dr. phil. Lucius, abgehaltenen Reichsverbandsprüfung mit dem Erfolg, daß sämtliche Prüflinge bestanden und das Reichsoerbandszeug, nis erhalten konnten. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 17. März. (Stadtver -> ordnete nsihung.) Den ersten Punkt der umfangreichen Tagesordnung der jüngsten Sitzung bildete der Voranschlag des städtisches Schlachthofes für das Rj. 1 926. Dieser schließt in Einnahme und Ausgabe mit 19457,07 Mark ab gegen 14 278,48 Mk. im Voranschlag 1925. Der Voranschlag fand ohne Aussprache unveränderte Annahme. — Festsetzung der Sagb- und Fischereipachten für 1926. Da sich die wirtschaftlichen Verhältnisse gegenüber dem vergangenen Sabre nicht geändert haben, wurde beschlossen, die für das Sabr 1924 festgesetzten Beträge auch für das Sabr 1926 gelten zu lassen. — Der Vertrag zwischen der Stadt und der G e n o s s e n s ch a f t s - schäferei wurde um ein weiteres Sabr zu den seitherigen Bedingungen verlängert. Die Abgabe für die -Ueberlaffung der zu behütenden städtischen Triften wurde auf 300 Mk. festgesetzt. — Prämienmarkt. Mit dem am 5. Juki stattfindenden Prämienmarkt werden wieder größere sportliche Deranftaltungen, Pferderennen und Fahrkonkurrenzen, verbunden sein. Der Voranschlag wurde genehmigt Bezüglich der von den landwirtschaftlichen Organisationen angeregten Erbauung einer Llnterftlnftshalle für Vieh und einer Reithalle wurde beschlossen, eine Orts- besichtigung vorzunehmen, da man sich über die Plahfrage nicht einig werden konnte. — Einsprüche gegen die Heranziehung z u den Fuhsteigkosten. Die Anlieger der Schiller- straße und der Straße am Lieden haben gegen die Heranziehung zu den Kosten der gepflasterten Bürgersteige, die auf Grund der Bestimmungen des Ortsbaustatuts erfolgt ist, Einwendungen erhoben und Aushebung der Bestimmung des OrtS- baustatuts über die Anliegerbeiträge beantragt. Der Antrag wurde abgelehnt und die Reklamationen als unbegründet zurückgewiesen, jedoch soll den Anliegern in Anbetracht der gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse die ratenweise Bezahlung der Beiträge nach näherer Vereinbarung mit der Bürgermeisterei gegen 9 Proz. Zinsen gestattet werden. — Erhebung eines Schulgeldes von den ortsfremden Fortbildungsschülern. Hierzu wurde be- schlossen, gemäß Art 67 des Hess. Dolksschul- gesetzes von den Heimatgemeinden der ortsfremden Fortbildungsschüler ein Schulgeld von 15 Mk. pro Kopf und Sabr vom Schuljahr 1926 ab zur Erhebung zu bringen. — Ein Vertrag zwischen der Stadt und dem Verein für Körperkultur to:gen lieber- laffung der Festhalle zu Aebungszwecken wurde genehmigt. — Ehrung für Geh. Sustizrat Pros. Dr. Stammler: Anläßlich des 70. Geburtstages des bedeutenden Rechtsgelehrten, der in Alsfeld geboren ist und seiner Vaterstadt große Anhänglichkeit bewahrt hat, wurde beschlossen, ihm ein Bild von Alsfeld mit einer entsprechenden Widmung zu überreichen. — Mitteilungen: Hierunter gab d:r Vorsitzende die wesentlichsten Bestimmungen d:r neuen hessischen Verordnung über die Erhebung der Sonder- gebäudesteuer für das Rj. 1923 bekannt, die eine wesentlich stärkere Steuerbelastung bringt. Ferner wurde mitgeteilt, daß den Erwerbslosen als letzte Rate der Winterbeihille wieder ein Betrag von 10 Mark nebst Zuschlägen von je 1 Mark für die Kinder gegen Gutscheine auf Lebensrnittel und Bekleidungsstücke betollligt worden sei. Auf Antrag eines sozialdemokratischen Vertreters wurde beschlossen, die noch nicht erledigten weiteren Anträge, der Erwerbslosen auf Gewährung von verbilligtem Brennholz u.tb Zuschlägen zur Pflichtarbett der Finanzkommission zur Beschlußfassung zu überweisen. Zum Schlüsse gab der Vor,itzende das Ergebnis der (Brenn- Holzversteigerung aus d m Stad.wald bekannt, das als sehr befriedig :nj zu bezeichnen sei, während die erzielten Prei.e aus der Submission des Rutzholzrs zu wünschen übrig liehen. —Ober-Ohmen, 17. März. Der ä I - teste Einwohner und zugleich der letzte A11 v e t e r a n unseres Dor,es ist der 82 Sahre alte Sohannes Strittet. Er hat als hessischer Säger 1866 bei Laufach und 1870/71 bei Gravelotte mitgekämpft. Starkenburg. MSN. D a r m st a d t, 17. März. Der kürzlich von der hiesigen Strafkammer wegen Abtreibung zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilte Arzt Dr. Mack hat gegen das Urteil keine Berufung eingelegt, so daß es jetzt rechtskräftig ist. Wie verlautet, will der Verurteilte aber den Gnaden- weg beschreiten. Dagegen hat der wegen Beihilfe nach früherer Freisprechung in zweiter Instanz mit 44 Johren Gefängnis bestrafte Dr. Blum Revision beim Reichsgericht eingelegt. WSR. Worms, lc. M^rz. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr ereignete sich im Bezirk des hiesigen Bahnhofs untrhalb des Tunnels Reuhaufen ein Unglücksfall, der einen tödlichen Ausgang nahm. Der Bttriebsinge- r.ieur Rübsam geriet zwisch en die Puffer zweier Wagen und wurde dabei so stark gedrückt, daß der b er beigerufene Arzt nur den Tod feststellen konnte. WSR. Groß-Gerau, 17. Marz. Sm nahen Bürstadt (Ried) gerieten einige junge Burschen nach einem Wirtshausbesuch, wobei sie dem Alkohol übereifrig zugesprochen hatten, in eine toüfte Messerstecherei. Einer der Burschen wurde mit dem Messer derart bearbeitet, daß er nach kurzer Zeit verstarb. Der Täter wurde verhaftet. Preußen. Kreis Wetzlar. Z Groß-Rechtenbach, 18. März. Die Einzeichnungslisten für das Volksbegehren betr. Fürsten-Enteignung wurden gestern abend geschlossen. Eingeschrieben haben sich in Groh-Rechtenbach 24, Weidenhausen 4, Ebers- Göns 6, Dornholzhausen 3 Personen. Kreis Marburg. Warburg, 17. März. (WSR.) Die Pläne und Vorbereitungen für das aus Anlaß der 400-Sabrfeier der Marburger Universität bewilligte Subiläums-Kunst- i n st i t u t sind soweit gefördert, daß mit den Erdarbeiten bereits begonnen werden konnte. Die feierliche Grundsteinlegung soll am 2. Mai stattfinden. Sn dem Gebäude sollen bekanntlich nicht nur die Marburger Kunstsammlungen, sondern auch die dazu gehörigen wissenschaftlichen Snstitute der Universität untergebracht werden. Maingau. WER. Hanau, 17. März. Auf der Landstraße zwischen Dietesheim und Klein-Steinheim verunglückte gestern abend gegen 8 Uhr ein mit zwei Herren aus Offenbach besetztes Motorrad dadurch, daß das Fahrzeug in der Dunkelheit gegen einen auf der Straße zusammengebrochenen, aber nicht beseitigten Wagen mit Sand aufrannte. Beide Motorradfahrer wurden in schwer verletztem Zustande im Offenbacher Krankenhaus eingeliefert. Die Schuld an dem Unglück trifft den Fuhrwerksbesitzer, der den Wagen unbeleuchtet stehen ließ und sich nach Hause begab. Homburg v. d. H., 13. März. (WSR.) Sn der Rähe des Herzbergweges gegenüber der Saalburg wurde gestern die Leiche eines älteren Mannes aufgesunden. Gegen Mittag wurde die gerichtliche Lokalbesichtigung vorgenommen. Der Tote wurde als Soh. Fried- r i ch aus Zeitlofs (Unterfr.) festgestellt. Zuletzt Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Dchachredattion des .Gießener A'eigerS". Problem Nr. 53. Don Frank Melville Teed. 8 6 7 5 3 4 2 3 ■ s 7 6 5 4 3 Schwarz. 2____h Weiß deck Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. W eih: 4 Steine Kcl, Df7, Lgl, Se8. Schwarz: 1 Stein Ke4. Ein weitblickender Einleitungszug muh für die Verbrauchtheit der Mattwendungen entschädigen. Endspiel Nr. 14. Don A. Trotzki. Schwarz. 2 a b g h h d t Writz. b c d e ' g Weiß zieht und gewinnt. Weiß: 3 Steine Ka3, Dg2, Lb8. Schwarz: 5 Steine Kc3, Dh4, Ba6, Ba7, Bh7. Lösung des Endspiels Ar. 14. Don A. Troihki. 1. Lb8-e5+, Kc3-c4 2. Dg2-c64-, Kc4-d3 3 Dc6-f3+, Kd3-c4!4 Le5-f6, Dh4-el 5 Df3- c6+, Kc4-d3 6. Dc6xa6+, Kd3-c2! 7. Daö- a4+. Kc2-d3 8. Da4-b54-, Kd3-c29 Db5-b3+ etc. 4. .... Dh4-h2 5. Df3-c6+. Kc4xd3 6. Dc6-d5+, Kd3-ei 7. Lf6-d4-H etc 4 . . . ., Dn4-h6 5. Df3- c3(e4)-H Kbel 6. D-e5+, K-c6, b6 7. De5-e6+, K-b5 ober b7 8. De6-d5 ober d7+ u. erz. Matt. 6. K-c4 7. De5-d4+, Kc4- b5 8. Dd4-d5+, Kb5-b6 9. Lf6-d8+4-. 3..... Kd3-c2 4. De2+ etc. 3. Kd3-d2 4. Lf4-f- etc. Lösung deS Problems Ar. 52. Don §. Schindler. 1. Ld8-a5, Kd3 2. Db3+, Kd4 oder e2 3. Dc3 oder f3+ + . 1 , Kd4 2. Df4, Kc5 oder d3 3. Db4 oder e4 + + . 1 , Kf2 2. Dh2+, Kfl oder e3 3. Dg2 ober d2++, 1 , Ke2 2. Db4, Kfl, f? 3. Del++. 2 Kdl, e3 3. Dd2 + +. 2 Kd3 3 De4-i-+. Leider führt nach 1 Kd4 auch 2. Dd6+, und nach 1 , Ke2 auch De4 zum Ziel. Aus der Schachwelt. 1. Internationales Panhans-Schachturnier. Der Beginn des Semmering-Schachturniers brachte eine große Ueberraschung, nämlich das völlige Versagen des Weltmeisterschaftskandida- ten Alexander Aljechin aus Paris. Aljechin verlor in der ersten Runde eine wilde Kombinations- Partie als Rachziehender gegen Riemzowitsch, nachdem er das Remisangebot seines Gegners abgelehnt hatte. Hierauf wurde er nervös. Sn der zweiten Runde entging er dem Verluste durch das zu frühe Remisangebot Vaidas und in bet dritten Runde mußte er sich sogar eine Rieberlage durch den Hauptturnierspieler Gilg gefallen lassen. An der Spitze stehen Dr. Tarta- kower und Riemzowitsch. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Aedakttonlttsch. Bosheit. Der berühmte Kanzler Francis Bacon war seiner witzigen Antworten wegen allgemein bekannt. Als einst der Gesandte eines fremden Hofes bei der ersten Audienz mehr Lebhaftigkeit und Hitze als Verstand und UrtcilSfraft bewies, fragte Sakob I. den Kanzler, was er von ihm dächte. „Er ist ein großer, wohlgebildeter Mann", antwortete Bacon. „Das meine ich nicht." erwiderte der König, „ich will wissen, was Sie von seinem Kopfe halten." — „Sirel" war die Antwort, „die großen Leute haben oft viel Ähnlichkeit mit Häusern von vier ober fünf Stockwerken: da ist das oberste gewöhnlich am schlechtesten möbliert.“ Lheateranekdote. Bei dem Schauspieldirektor Samuel Foote (1720—1777), den man den englischen Aristo- phanes nannte, machte einmal eine Schauspielerin, die wegen ihres starken Körpers ebenso merkwürdig war wie wegen ihrer Launen, ihre Aufwartung. Als sie fragte, auf welche Bedingung sie für den Sommer angenommen werden sollte, bekam sie zur Antwort, daß, well sie früher verschiedene Sahre bei seiner Gesellschaft gewesen, er ihre Besoldung nicht verringern wollte, obgleich sie am Körper so sehr zugenommen hätte und nicht mehr so brauchbar tote sonst wäre. Die Dame, die voll von ihrer Wichtigkeit gekommen toar, erstaunte nicht wenig, als sie dies hörte, und fagte, sie erwarte eine Vermehrung der Gage. „Madame," sagte der witzige Foote, „ich engagiere Schauspielerinnen niemals nach Pfunden." Offenherzigkeit. Der berühmte rattonalistische Pädagog Gust. Friedrich Dinter hatte seinem „Leben, von ihm selbst beschrieben" (1829) statt eines Porträts die folgende launige Erklärung im Faksimile der Handschrift vorangestellt: „Ein Künstler, der mich abbilden wollte, mühte sich entweder an der Wahrheit oder an der Aesthetik versündigen. Deydes soll mit meinem Willen nie geschehen." ist er bettelnd in Oberhainstedten beobachtet worden. Er scheint auf dem Wege zur Saalburg einem Herzf chlag erlegen zu sein. Die Leiche wurde nach Dornholzhausen gebracht, wo sie beigeseht wird. lurnen, Sport und Spiel. Die Deutsche Turnerschast eine Spitzenorgani ation. do. Dem Preußischen Minister für Volkswoht- sahrt haben verschiedene Nachrichten, nach denen die Deutsche Turnerschast nicht als eine dem D. R. A. und der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege gleich geordnete Spitzenorganisation für Leibesübungen und Jugendpflege anerkannt wurde, Veranlassung 31t einem Erlaß gegeben, in dem der Minister ausführt: „Dieser Auffassung vermag ick) nicht beizutreten. Ich weise darauf hin, daß die Deutsche Turnerschast der älteste und größte (rund 1,6 Millionen Mitglieder) Verband für Leibesübungen ist. Zudem widmet er sich seit langer Zeit mit großem Erfolge der Jugendpflege in seinen überall bestehenden Jugendabteilungen, während die oben genannten Organisationen auch Verbände in sich schließen, die mit Jugendpflege nichts zu tun haben (z. B. Automobilklub, Keglerbund u. a. m. im D. R- 21.). Bei dieser Sachlage erscheint die Nichtanerkennung der D. T. als Spitzenorganisation als nicht verständlich. Ich bitte daher, auf Die genannten Stellen im Sinne meiner Ausführungen einzuwirten. Ich bemerke noch dazu, daß für die staatlichen Behörden nur die Bezirks, Kreis- (Stadt-) und Ortsausschüsse für Jugendpflege mit ihren Sonderausschüssen für Leibesübungen als Vertretung für Jugendpflege und Leibesübungen in Frage kommen." Kunstturnstädtekampf in Augsburg. Zu einem Kunstturnstädtekampf in Augsburg trafen sich Tv. Göggingen, Augsburg und Berliner Turnerschast. Der Tv. Göggingen konnte einen überlegenen Sieg mit 1274 Punkten davontragen vor Augsburg mit 1190 und Berliner Turnerschaft mit 1058 Punkten. Kunftlurn-Wettkämpse. vo. Der Kunstturn-Städtekamps Würzburg—Kassel—Mainz zwischen der Turngemeinde Würzburg von 48, der Kasseler Tumgemeinde v. 44 und dem Mainzer T. V. v. 1817 in der Stadlhalle zu Mainz endete mit dem Siege der Würzburger mit 632 vor denn Mainzer T. V. 539 und der Kasseler Turnge- meinde 566 Punkte. vo. Der Kunstturn-Städtekamps Zerbst — Rohlau — Dessau im Großen Kristallpalast-Saal in Dessau sah Dessau mit 1032 vor Zerbst 998 und Roßlau 910 Punkte siegreich. Gießener Wochenmarktpreise. Cs kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 180 bis 200 Pfennig, Matte 30 bis 40, Käse 65 bis 140, Wirsing 30, Weißkraut 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 25, rote Rüben 20, Spinat 30 bis 40, Unterkohlrabi 10, Rosenkohl 60, Feldsalat 100 bis 120, Endivien 100, Zwiebeln 20, Meerrettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 50 bis 60, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 25, Honig 50, Rüsse 60, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120; das Stück: Eier 11 bis 12, Blumenkohl 60 bis 150 Salat 40 bis 45, Lauch 10 bis 20, Sellerie 20 bis 60. Kirche und Schule. Tagung der Dorfkirchenvorsteher in Langsdorf. Die am Sonntag und Montag in L a n g s- dorf stattgefundene Tagung der Dorfkirchenvorsteher unterschied sich in ihrem Aufriß und Thema nicht wesentlich von denen zu Grohen-Linden und Altenstadt. Wie dort, predigte am Vortag ein Vertreter der Dorfkirche in Langsdorf und dem Filialdvrf Bettenhausen. Der fe stgebenden Gemeinde wurde ein Familienabend über den Sonntag gehalten. Als Vortragenden hatte man den ehemaligen Langsdorfer Pfarrer Mahr- Gießen gewonnen. Sein Vortrag über den Sonntag in Familie und Dorf wurde von Pfarrer G ö ck e 1 ° Hungen durch Lichtbilder erläutert. Einheimische Kräfte vervollkommneten den Abend. Am Haupttag sammelten sich über 200 Kirchenvorsteher zum Gottesdienst, der vom Oberkirchenrat Wagner zelebriert wurde. Er stellte das Kreuz Christt in den Mittelpunkt des Tages. Die Rachmittagsversammlung mußte in der Kirche stattfinden, da kein Saal die Menge der Erschienenen gefaßt hätte. Wie anderwärts wurde die Dorftirche von Oberkirchenrat Wagner. Schulrat Fischer und Bürgermeister Kneipp begrüßt. Den Vortrag über den Sonntag hielt Dekan ©criba-Eichelsdorf. Die Besprechung litt darunter, daß sie in der Kirche stattfinden muhte, in der mancher aus berechtigter Ehrfurcht sich scheut, das Wort zu ergreifen. — Die Geistlichkeit Langsdorfs hielt sich auf bemerkenswerter Höhe. Zurückblickend auf die Dorfkirchenvorsteher- taaungen dieses Winters darf man sagen: Wohl läßt der Erfolg geistiger Bewegungen sich nicht mit der Elle abmessen. Aber die Dorfkirchenfreunde haben durch ihre Tagungen fast alle Kirchenvorsteher Oberhessens wenigstens zum Rachdenken über die Verantwortung ihres ernsten Amte- gebracht und Haben um unsere Dörfer ein Band der Gemeinschaft im Glauben geschlungen, das nicht ohne seine verbindende Wirkung bleiben wird. • B Aus dem evangelischen Deka- n at Rodheim v. d. H., 17. März. Auf dem Eelzerbrunnen bei Groh-Karben, dem üblichen Tagungsort, wurde die zweite diesjährige K o n- ferenz der Geistlichen des Dekanats Rodheim unter Leitung von Dekan Heu Hel, Altenstadt, abgehalten. Sn Anwesenheit des oberhessischen Superintendenten, Oberkirchenrat Wagner, Giehen, referierte Pfarrer Eichenauer, Groh- Karben, über das Aeichsschulgeseh. Eine lebhafte Aussprache schloß sich dem Vortrage an. Wirtschaft. Handelspolitische Entwicklungsmöglichkeiten für Deutschland. Interessant ist, wie der Reparationsagent sich die Weiterentwicklung unserer Außenhandelspolitik denkt. Er hat bisher nichts davon gesagt, daß die Passivität unserer Außenhandelsbilanz (7 Milliarden Mark in 2 Jahren) hauptsächlich entstanden ist durch den uns infolge des Frie- Densdiktats entstandenen Verlust der Märkte und durch die Zollabschnürung des Auslandes, die gerade t:i den Ländern am ausgeprägtesten ist, die von uns die größten Reparationen haben wollen. Der Reparaticnsagent findet kein Wort der Kritik gegen das Ausland, das durch seine Zollpolitik die Erfüllung des Dawes-Planes unmöglich macht. Dagegen rät er uns, im Inland die Preise so hoch zu halten, daß im Ausland zu billigeren Preisen verkauft werden kann, d. h. also, daß unsere Ware unter Preis ins Ausland verschleudert werden soll. Des weiteren rät er, die Passivität der Handelsbilanz auszugleichen durch Aeuaufnahme von Auslandkrediten, also durch Fortführung unserer Verschuldung. Aus derselben Einstellung erfolgt der weitere Rat, den Diskont in Deutschland nicht weiter zu ermäßigen, um den Transfer nicht zu gefährden; mit anderen Worten soll also der Diskont in Deutschland so hoch bleiben, daß ständig ein Hereinströmen von Auslandanleihen möglich ist. Hier sind sehr interessante Zusammenhänge gegeben zwischen privaten Krediten und Transfer- mahnahmen von Staat zu Staat, die vom privaten Kreditnehmer nicht unbeachtet gelassen werden sollten. Die Gedankengänge des aus Rord- amerika stammenden Reparationsagenten sind um so interessanter, als Europa und vor allem Deutschland seinerzeit den Der. Staaten, als diese stark an Europa verschuldet waren, es ermöglicht haben, die Schulden in Gestalt von Aus- fuhrskeigerung abzuzahlen; uns sollte jetzt eigentlich dasselbe zu tun möglich sein; aber gerade die Ver. Staaten sperren sich in besonders starkem Maße gegen die Einfuhr nach Rordamerika. Rordamerika will keine Einfuhr haben, will aber- feine eigene Ausfuhr auf immer mehr Fabrikate erstrecken. Auf diese Weise kann natürlich niemals zwischen Gläubiger- und Schuldnerländern ein Gleichgewicht erzielt werden, das zum Funktionieren der Weltwirtschaft unbedingt notwendig ist. Von besonderer Wichtigkeit sind für uns die Entwicklungsmöglichkeiten aus dem Dawesplan. Dieser ist bisher vielfach anders durchgeführt worden, als anfangs beabsichtigt war. So hat sich - z. V. infolge des niedrigen Valutastandes vieler Länder eine sehr empfindliche Störung des Sachlieferungsverfahrens ergeben; außerdem ist durch Gewährung von Subventionen (im eng- : lischen Kohlenbergbau), durch Erhebung von be° sonderen Abgaben (die 26proz. Abgabe an Frank- 7 reich usw.) für Deutschland ein geregelter Handelsverkehr vielfach sehr erschwert worden. Troh- - dem ist der Dawesplan von der deutschen Regierung in mehreren Punkten über die eigentlichen Verpflichtungen hinaus erfüllt worden. So sind z. D. Zahlungen früher geleistet worden; monatliche Abschlagszahlungen, die hauptsächlich für VesahungZzwecke verwendet sind, wurden gezahlt usw.; entsprechende Zinsvergütungen dafür wurden nicht gewährt. Infolge unserer Steuer- und Zollpolitik besteht die Gefahr, daß die Leistungen aus dem Dawesplan noch mehr vergrößert werden. Der Dawesplan geht davon aus, daß in Deutschland 1 Milliarde Mark an Zöllen und Verbrauchsabgaben einkommen; tatsächlich wurden aber im letzten Jahr mit insgesamt 1,75 Milliarden noch 500 Millionen Mark mehr als veranschlagt vereinnahmt. Da wir nach dem Dawesplan von dem Mehreinkommen ein Drittel als Reparationszahlung zu leisten haben, besteht die Möglichkeit, daß wir im nächsten Jahr statt 1,2 Milliarden Mark an Dawes-Verpflichtungen im ganzen 1,45 Milliarden Mark zahlen müssen. Es ist unbedingt erforderlich, die indirekten Abgaben zu ermäßigen oder eine Entlastung der Reichsbahn vorzunrhmem Es besteht zweifellos für Deutschland die große Gefahr, daß mit Hilfe künstlicher Mittel ein Funktionieren des Dawesplanes länger als eigentlich möglich aufrechterhallen wird, und daß uns dadurch Verpflichtungen entstehen, die wir bei loyaler Auslegung der Verträge niemals zu tragen brauchten. * D i e Reichseinnahmen i in' Februar. Rach der vom Reichsfinanzminister im Haushaltsausschuß des Reichstages vorgelegten Einnabmeschähung für Februar sollten die Vesih- und Verkehrssteuern 320,4 Mill. Mk., die Zölle und Verbrauchsabgaben 153,6 Mill. Mk. erbringen. Die Besitz- und Verkehrssteuern sind gegenüber der Schätzung um 1,3 Mill. Mk., die Zölle und Verbrauchsabgaben um 6,0 Mill. Mk. zurückgeblieben, so daß sich insgesamt ein Minderaufkommen von 7.3 Mill. Mk. ergibt. Infolge höheren Aufkommens an veranlagter Einkommensteuer und an Körperschaftssteuer erhöhen sich die Ueber- weisungen an die Länder gegenüber der Schätzung um 2,1 Mill. Mk., so daß die Mindereinnahmen des Reiches im Februar insgesamt rund 9,4 Mill. Mark beträgt. * 10 Proz. Reichsbanldividende. Der am 26. März stattfindenden o. H.-D. wird die Verteilung einer Dividende von 10 Proz. wie im Vorjahre vorgefchlagen. " Abnahme der Insolvenzen in der zweiten Märzwoche. Verglichen mit der Vorwoche, hat sich in der Becichtswoche die Zahl der Konkurse von 463 auf 431. die der Geschüstsaufsichten von 328 aus 302 gesenkt. Mangels Masse wurden 46 Verfahren eingestellt. Unter den vom Konkurse betroffenen Firmen befinden sich 14 A -G. (6), 33 Ges. m. b. H. (27), 5 Komm.-Ges. (6) und 6 eingetragene Genossenschaften (6). Reue Geschäftsaufsichten verhängt wurden über 4 A.-G. (8), 19 Ges. m. b. H. (21), 4 Komm.-Ges. (3) und 0 eingetr. Genoss. (2). * Weitere Ausdehnung der fiskalischen Bergbau-Interessen. Der preußische Staat hat auf dem Wege über die Bergwerks-Gesellschaft Hibernia, die in ihrem kürzlichen Bericht erhebliche Staatszuschüsse infolge ihres Verlustabschlusses zugibt, die Beteiligungen der Firma Peter Glasmacher, Kohlen- großhandlmig. Düsseldorf, erworben. Es handelt sich um die Syndikatsbeteiligung in Höhe von insgesamt 270 000 Tonnen, die mit ca. 200 000 Tonnen übertragen wird. * Phönix A.-G. für Bergbau und Hütten betrieb, Abteilung Horde. Die Verwaltung hat sich genötigt gesehen, den Antrag zu stellen, 1740 Arbeiter, die augenblicklich ohne Gehalt beurlaubt sind (Werksurlaub), entlassen zu dürfen. Diesem Anträge liegt eine Verfügung der Regierung zugrunde, nach welcher Werksbeurlaubte nur noch bis zum 27. März Erwerbs- losenunterstühung erhalten, falls nicht vorher ein Cntlassungsantrag gestellt ist. Da in absehbarer Zeit mit einer Einstellungsmöglichkeit nicht zu rechnen ist, mußte die Verwaltung die Entlassung beantragen, obwohl praktisch keine Aenderung eingetreten ist, da die Arbeiter bei einer Be- fchäftigungsmöglichkeit wieder bei Phönix eingestellt werden können. Die Belegschaft Hörde beträgt seit längerer Zeit etwa 4600 Mann, wobei die nunmehr endgültig zur Entlassung kommenden Leute schon abgerechnet sind. * Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und H ü t t e n - A. G.. Bochum. Bekanntlich weist die Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 1 914 288 Mk. aus. der vorgetragen werden soll. Aus dein Geschäftsbericht geht hervor, daß auch das vergangene Geschäftsjahr im Zeichen schwerer wirtschaftlicher Rot gestanden hat. Die» Absahregelung der Kohlen hat weitere Fortschritte gemacht. Rach äußerst schwierigen Verhandlungen ist mit Wirkung vom 1. Mai 1925 ein neuer Syndikatsvertrag für die Dauer von 5 Jahren abgeschlossen worden. Der Absatz des Syndikats ließ derart nach, daß die Zechen sich zur Einlegung von zahlreichen Feierschichten gezwungen sahen. Da mit einer baldigen Lösung der Frage der Arbeitszeitverlängerung nicht zu rechnen war, mußte mit den bereits begonnenen Rationalisierungsbestrebungen in verstärktem Maße fortgefahren werden. In Verfolg dieses Zieles wurden im Laufe des Geschäftsjahres die Grubenbetriebe der Zeche Windahlsbank, Glückauf Tiefbau und Kaiser Friedrich gänzlich eingestellt. Die ersten 6 Monate brachten den Werken gute Deschäftv- gung, wenn auch die Preise unzureichend waren. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres machte sich der Wettbewerb der südwestlichen Werke infolge der fortschreitenden Frankeninflation und der fortgesetzten Zollstundung für das Saargebiet noch stärker bemerkbar. Die Bestellung der Reichseisenbahn auf Oberbaumaterial im August 1925 wurde gerade rechtzeitig genug erteilt, um eine weitere Verminderung der Produktion zu verhindern. Die Beschäftigung in den Werkstätten sank von Monat zu Monat, so daß man sich schließlich genötigt sah, den Waggonbau, der früher monatlich bis zu 300 Waggon ablieferte, nur noch mit Reparaturarbeiten aufrechtzuerhallen. Aeber die Frage der Vereinigten Stahlwerke A. G., die auch die bevorstehende H.-V. beschäftigen wird, schweigt der Bericht, ebenso über die Geschäftsgestaltung im laufenden Jahre. * Dresdner Bank. Wieder 8 Proz. Dividende! In der gestrigen Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, eine Dividende von wieder 8 Proz. vorzuschlagen. Der Abschluß weist einen Rohgewinn von 69 577 816 Mk. gegen 76 714 273 Mk. i. D. aus. Einschließlich Vortrag vom Vorjahre in der Hohe von 156 904 Mk. verbleibt ein Reingewinn von 8 670 523 Mk. (8349878 Marl). Die Dividende erfordert 6 240 000 Mk. Der gesetzlichen Rücklage werden zur Auffüllung auf 25 Mill. Mk. 1,6 (1,4) Mill. Mk. überwiesen, dem Versorgungsbestand 350 000 Mk. (300 000 Mark), der Gewinnanteil des Aufsichtsrats beträgt 252 973 Mk. (252 974 Mk.), der Rest von 227 550 Mk. wird vorgetragen. Die Liquidität beträgt 62 Proz. gegen 60 Proz. i. V. Sie ist also im Gegensatz zu den anderen Großbanken gestiegen, da von der Steigerung der Schulden um 320 Millionen nur etwa 210 Mill. Mk. an Schuldner in laufender Rechnung gegangen sind, so daß etwa 100 Mill. Mk. in flüssigen Mitteln angelegt sind. 3m laufenden Jahre hat sich das Effekten- und Pfandbriefgeschäft gut entwickelt, so daß man annehmen darf, daß hierin Ersah für die verringerten Zinseinnahmen gefunden wird. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 18. März. Die Börse hatte heute einen Tag der Spezialwerte. Weit in Front lagen S ch i f s a h r t s a k t i e n. Die Vermutungen über die künftige enge Zusammenarbeit zwischen der .f) a p a g und dem Norddeutsch en Lloyd, die die bisherige Konkurrenz künftig ausschließen soll, veranlaßte die Spekulation zu bedeutenden Engagements in diesen Werten. Die Meinung war für Schiffahrtsaktien auch deswegen besonders günstig, weil eine baldige Herein- nähme der Freigabewerte erwartet wird, die eine wesentliche Erweiterung und Verbesserung des Schiffahrtsmarktes ermöglichen dürfte. In diesem Zusammenhänge wird darauf hingewiesen, daß der Abschluß zwischen Hapag und Harriman jetzt unmittelbar bevockteht, der nicht nur die Uebernahme der Harriman-Schiffe, sondern auch der Peersanlagen in Neuyork vorsehen soll. Das Interesse der Spekulation wandte sich daher während der ersten Börsenstunde ausschließlich den Schiffahrtsaktien zu. Besonders fest lagen Hapag, Nordd. Lloyd, Kosmos, Hansa und Deutsch-Australische. An den übrigen Terminmärkten stockte demgegenüber das Geschäft. Nur K a l i a k t i e n waren infolge der Veröffentlichung der Februar-Absatzziffern, die die Schätzungen noch übertrafen, um einige Prozent gebessert. Dagegen waren am M o n t a n in a r f t teilweise sogar leicht Rückgänge zu verzeichnen, was wohl aus eine Verstimmung infolge neuer Arbeiterentlassungen in der Montanindustrie zurückzuführen war. Rombacher Hütte blieben allerdings infolge der Verkaufsverhandlungen wegen der Zeche Konkordia weiter gefragt. Die Grundtendenz der Gesamtbörse war, abgesehen von den Spezialbewegungen, zunächst k n a p p behauptet. Am Geldmarkt hielt die Flüssigkeit unverändert an. Tagesgeld war zu 5 bis 6,5 Prozent nahezu unanbringlich. Monatsgeld war zu 6 bis 7,5 Prozent ebenfalls reichlich ungeboten. Im Devisenverkehr war das englische Pfund gegen Kabel leicht befestigt. Im übrigen waren keine wesentlichen Veränderungen zu verzeichnen. | Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Sd)iuj« Kure l.Uör. Kur» Schluß flat» Anfang ’l'tr-. Datum: 17. 3. | 18- 3. 17. 3 18 3. 5% Deutsche 4% Deutsche 8Vs°/q DeutlcI 3% Deutsche Deutsche Spo 4% Prcußllck 4% Hessen 3«/,% Hessen RcichSanleihe Reichsanleihe je Reichen» leihe Reichsauleihe rprämienanlcihe je Koniols . . . 0,378 0,350 0,45 0,221 0,360 0.350 0,330 100 99,5 11,6 40 151.5 111,75 187,25 126,25 76,5 122,4 84,25 103,25 6,62 0,041 81 49,5 40,5 86,5 86,5 102,5 130,5 34,25 42,5 76,75 78,25 85 55 116 140,25 90,5 70,25 127,5 74 63,25 73,5 93,9 92,75 85 86 83,75 106 50 48 27,75 32,25 20 43 95,25 73,25 30 5,6 110 47,5 56 it—s e Au 0,375 I 11,4 1 40,25 111,2* 127* 84,5 103,2* 6.7 0,041 49 102,9* 125 135 77.25* 78,25* 149,4* 146' I 90,25 128* 74,5 — — 49 z 110,75 49 56 eankfu szah 0,37 0,37 0,36 0,4625 0,2225 0,3625 0,38 0,3775 0,3675 0,47 0,3675 E 152* 111.2* 128* 127* 121,7* 6,9 81* 49,4 40,25* 85,4* 86* 101,7* 125,25 134 35,5 42* 76.9* 78* 81,5 149,5* 146,5* - z 127,7* 74 73,75 92,4* 86,5* 84,4* 109* 50 110,25 m. Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto- Doll -Schav-Anwetsng.*) 4»/0 Zolltürken........ 5% Goldmcrikaner ... . Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Privat-Bank Darmft. und Nationalbank Deutsche Bank. ... Deutsche Veremsbank ... DiSconto Eommandit Mctallbank....... Mitteldeutsche Kreditbank. Ocstcrreichische Creditanstall Weltbank ....... Bochumer Gag ....... Buderus ........» 96 99,7 11,3 1.50.5 111 128 127,25 122,25 103 6,75 81 47,12 41,25 84,25 86 101,25 122 132 35,61 41,25 76,62 '84~5 145 139 69,5 89,5 73,25 Deutsch-Luxe Gelsenkirchen Harpcncr Be Kaliwerke A Kaliwerk W Laurahütte Oberbedarf Phönir Bcrc Rycinstahl Riebeck Mon Tcllys Berg Hamburg-Ar Norddeutsche Cheramische Zementwerk Philipp Hob Anglo-Cont. Chemische Ä y. G ftarbc öloldschmidt Holzvcrkohlu Nütgcrswerk Scheideansta Allg. Elektrik Bergmann Mainkraftwe Schlickert Siemens A Adlerwcrke Daimler Ml Hehligenstae 'iJieouiii. . Motorenwer Frankfurter Konservenfa Mctallgesell" Pet. Union Schuhfabrik Sichel. Zellstoff Wa Zuckerfabrik Zuckerfabrik Devise Tel mburg ..... er Bergwerke. rgbau ..... chersleben.... steregelrr ■ . . * • bau ....... tau........ bau. ..... nerika Paket. . . r Llovd . . . Werke Albin . . Heioelberg . . mann .... Guano..... aher Alapin . . aindustric, A.-G. t ........ itätS-Gesellschaft 72,5 91,5 84,5 82,5 106,25 49,75 49,12 — 2 28 111 49,5 ct a. t l un rke ........ Halske' * kileyer ...... toren. ...... . ...... c Mannheim' ’. Armaturen )rif Braun . chaft Frankfurt. 8.-G..... «er, . .... lddo's‘ * Frankenthal . . Waghäusel . . . nmarkt Der! egraphisch 17 März. 18. März. Amtliche Geld Jtotictuno Briet Amtliche Notierung Geld 1 Brief Slmft.»iKou Buen.-Arreö Brss.-Antw Christiania. Kopenhagen Stockholm . Helsingfors. Italien. . London. . Nenvork . . Paris. . . Schweiz . Spanten . . Japan .. . mio de Ian Wien in D-- Oest. abgest Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien Lissabon Danzig. . Konstantin. Athen Canada. . Uruguay 168.07 1,634 17,04 90,17 109,91 112,36 10,555 16,83 20,389 4,195 15,055 80,74 59,07 1,900 0,607 59,18 12,417 7,38 5,575 3,003 21,275 80,87 2,175 5,85 4,18 4,255 Dc 168,49 1,638 17,58 90,39 110,19 112,64 10,595 16,87 20,441 4,205 15,075 80,94 59,21 1,904 0,609 59,32 12,457 7,40 5,595 3,004 21,325 81,07 2,185 5,87 4,19 4,265 infnote 168,08 1,651 16,68 89,39 109,84 112,38 10,55 16,83 20,395 4,195 15,045 80,735 59,07 1,899 0,603 59,16 12,407 7,38 5,875 3,03 21,275 80,88 2,17 5,85 4,18 4,255 n. 168,50 1,655 17,02 89,61 110,12 112,66 10,69 16,87 20,4-17 4,205 15,085 80,935 59,21 1,903 0,605 59,30 12,457 7,40 5,895 3,04 21,325 81,08 2,18 5,87 4,19 4,265 Berlin, 17 März Geld Brief Amerikanische Note» ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten........ Französische Noten ...... Holländische Noten .... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Ocsterr., äioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ■ . Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten...... 4,188 17,00 109,72 20,35 15,15 167,66 16,89 90,09 59,08 1,77 112,12 , 80,63 59,00 12,38 5.85 4,208 17,08 110,28 20,45 15,23 168,.50 16,97 90,55 59,38 1,81 112,68 81,03 59,30 12,44 5,89 Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. M., 18. März. Tendenz fest, besonders für Schiffahrtsaktien. — Das Börsengeschäft, das heute in ruhigen Bahnen eröffnete, zeigte wieder eine durchaus freundliche Veranlagung. Obwohl die unklare außenpolitische Situation den Verkehr scharf ein- engte, hatte man den Eindruck, daß die Börse in ihrem überwiegenden Teile in bezug auf die Genfer Angelegenheit bereits zur Tagesordnung übergegangen ist. Ausgeheno vom Schifffahrtsmarkte, der in verstärktem Maße die Kauflust auf sich vereinigte, konnten die bereits gestern hervorgetretenen Befestigungen weitere Fortschritte machen und sich a u f fast alle Märkte übertragen. Für die feste Haltung der Schiffahrtswerte (Hapag plus 2,37 Prozent und Rordd. Lloyd plus 3,25 Proz.) sollen, wie verlautet, wiederum die gebesserten Aussichten für die baldige Freigabe des Amerikabesihes maßgebend fein. Dies läßt sich auch daraus begründen, daß sich nicht nur in Frankfurt zahlreiche Käufe für diese Werte einstellten, sondern außer Hamburg und Bremen noch weitere Interessenten für diese Werte auftraten. Für Farbwerte zeigte sich etwas Interesse. Auch Montan- und Elektroaktien wurden höher, obwohl die Kursgewinne sich in bescheidenen Grenzen hielten. Kaliaktien waren stärker gefragt und hatten Kursbesserungen von 3 bis 4 Prozent aufzuweisen. Der Kassamarkt der Industriepapiere verkehrt in steigender Tendenz. Von Maschinenaktien waren Karlsruher um 1,5 Prozent höher. Zuckeraktien zeigten nur geringe Veränderungen. Frankenthal waren gut befestigt plus 1 Prozent. Am Bankenmarkt Umsätze unbedeutend. Kursveränderungen minimal. Bayerische Hypothekenbank plus 0,5 Proz., dagegen lagen Deutsche Dank 0,5 schwächer. Deutsche Anleihen blieben vernachlässigt, die Kurse behaupteten aber ihren Stand. Ausländische Renten verkehrten ruhig und kaum verändert. Der Freiverkehr war geschäftslos. Decker Stahl 46, Decker Kohle 52, Benz 49, Drown Doveri 68, Entreprise 10, Growag 55, Ufa 50, älntersranken 69 Proz. Der weitere Verlauf brachte keine Veränderungen von Belang. Während Schiffahrtsaktien weiterhin scharf umstritten blieben, hielt sich das Geschäft in anderen Werten in engen Grenzen, doch konnten sich die erholten Kurse auf fast allen Märkten behaupten. Der Geldmarkt steht im Zeichen großer Flüssigkeit. Tagesgeld 5 Proz. Monatsgeld 6 bis 7,5 Prvz. je Adresse. Privatdiskonten 5 Proz. Industrie-AHepte bei 6 Proz. gesucht. Im internationalen Devisenverkehr notierte Paris gegen London 135,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 18. März. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 26,50 bis 26,75 Mk.; ? Roggen, inländischer, 17,50; Sommergerste für Brauzwecke 20 bis 24; Hafer, inländischer, 19,25 bis 21,50; Mais (gelb) 17,50 bis 18; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 40 bis 40,50^ Roggenmehl 25,75 bis 26; Welzenkleie 9,25 bis 9,50; Uöggenkleie 10 Mk. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M„ 18. März. Auftrieb: 6 Rinder, 1 Bulle, 5 Färsen und Kühe, 1310 Kälber, 349 Schafe, 601 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: feinste Mastkälber 68 bis.75 Mk.; mittlere Mast- und beste Saugkälber 58 bis 67; geringere Mast- und gute Saugkälber 50 bis 57; geringe Saugkälber 40 bis 49. — Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50; geringere Masthämmel und Schafe 36 bis 44; mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 28 bis 34. — S ch w e i n e: vallfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 75 bis 78; unter 80 Kilogramm 70 bis 74; von 100 bis 120 Kilogramm 77 bis 80; von 120 bis 150 Kilogramm 76 bis 78 Mk. Marktverkauf. Kälber und Schafe bei lebhaftem, zum Schluß abflauenden Handel ausverkauft. In Schweinen gedrücktes Geschäft und Ueberstand. Berliner Produktenbörse. Berlin, 17. März. Die Tendenz im Berliner Produktenhandel ging heute weiter zurück, wenn auch für Weizen mittags schon wieder eine gewisse Widerstandsfähigkeit unverkennbar war. Das Angebot vom Inland ist äußerst gering. In Roggen zeigten sich die Forderungen nur teilweise williger. Das Kursniveau war hier aber gleichfalls nicht voll behauptet, da die Unternehmungslust sehr vorsichtig bleibt. Gerste bleibt in besten Sorten fest, im übrigen schwer abzusetzen. Hafer folgt der allgemeinen Tendenz, desgl. Mais, Futterartikel still. Im Lieferungsgeschäft ermäßigte sich Weizen und Roggen um etwa 1 bis 1,50 Mk., Mais 2 bis 2,50 Mark. Hafer bis 2 Mark unter Vortagsschluß. Es wurden notiert (1000 Kilogramm): Weizen, märt., 250 bis 254 Mk.; Roggen, märkischer, 153 bis 156; Sommergerste 166 bis 190; Futtergerste 138 bis 152; Hafer, märkischer, 162 bis 172; (100 Kilogramm) Weizenmehl 32,50 bis 36; Roggenmehl 22,25 bis 24,25; Weizenkleie 10,1 bis 10,2; Roggenkleie 9 bis 9,2; Viktoriaerbsen 25 bis 31; kleine Speiseerbsen 23 bis 25; Fultererbsen 19 bis 21; Peluschken 20 bis 21; Ackerbohneu 20 bis 21; Wicken 23 bis 25,5; Lupinen (blau) 11,5 bis 12,5; Lupinen (gelb) 14 bis 14,5; Serradelle (alt) 16 bis 21; Serradelle (neu) 25 bis 29; Rapskuchen 14,5 bis 14,7; Leinkuchen 18,2 bis 18,5; Trockenschnitzel 8,4 bis 8,6; Kartoffelflocken 13,7 bis 14; Soyafchrot 18,5 bis 18,6 Mk. Büchertisch. — Der neue „Heger" (März 1926) bringt eine Schilderung vom „Lenz in der Tucheler Heide", aus einem schönen Revier in der Weichselgegend, das uns der Krieg, wie so manches andere, genommen hat. Hans Breuning plaudert aus Kriegserinnerungen von einem Iagdtag im Felde „Mit Remsi Essendi", von Reineke Rotvoß erzählen der Rheinjäger und Karl von der Klaudnih, während Usinger einen sachgemäßen Aufsatz über das Haselwild liefert. 2m übrigen fei besonders auf den kynologischen und schießfachmännischen Teil des Heftes empfehlend hingewiesen. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr. ReNgionSgemeinde. Gottesd.i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, 20. März 1926. Vorabd. 6.30, morgens 9.00, abds. 6.45 u. 7.25. Gottesdienst der isr. Religivnsgesellschast. Sabbatfeier, den 20. März 1926. Freitag abds. 6.10, Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30, Sabbatausgang 7.25. Wochengottesdienst: morg. 6.45, abds. 6.00. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau".) Freitag 19. März. 3.30 bis 4 älhr: Die Stunde der Jugend. 4.20 bis 5.45 älhr: Hausfrauen-Rachmittag. 5.45 bis 6.10 Tlhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 älhr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 6.45 bis 7.15 Tlhr: Schachstunde. 7.15 bis 7.35 Tlhr: Zwanzig Minuten Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik; vorgetragen von Ing. Randewig. 7.35 bis 7.45 Tlhr: Stunde der Frankfurter Vereinigung für Heimatkunde. 7.45 bis 8älhr: Film-Wochenschau. 8 bis gegen 10 älhr: Tlebertragung von Wiesbaden: Achtes Volks-Sin- fonie-Konzert. 10 bis 11 älhr: Heiterer Abend. Letzte ’JIarhricMen. Das Volksbegehren. In die Cinzeichnungslisten für das Volksbegehren haben sich in den oberhessischen Städten eingeschrieben in Grünberg 197, Alsfeld 563, Lauterbach 687, Lich 388, Laubach 143, Hungen 124, Ridda 262, Schotten 336, Gedern 330, Ortenberg 218, Büdingen 597, Butzbach 1037. Dad-Rauheim 1702, Friedberg 1993, Vilbel 2699 Personen. Das Ergebnis in der Stadt Gießen ist an anderer Stelle dieser Ausgabe registriert. ech/e Sodener PäsHllen gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung Der M Don «***' au !lk. bö( Die51 lohn, «jjL !*<,neTieSht ffeiw . lag snschnstL zkaWltavii Jas ScheÜ läßt die enB Kritik, bie J ridjtunfl M läßt sich re ' derErlera lisch« M lain.der M nächster E Wächst po' silien kern T gelungen, sai Politik zu B stand Deutsch gewandelten. Seine 6W1 Diplomat! kompetenten 1 lands waren lich peinliche Unklaren. W Erfolge von großen Kalim überhäuft, ob keine §nde w< an dem Wider unb hätte Chc Torheit mit eil bon zuMehv setzunz des wendig gewo Außenminister auf die große hat zuteil we mäßig gewese der Chamber eine unerträ; schen Aegi lassung bedeu nächst die So. mit der Perfo bunten find, It Man wirk müssen, ehr e Tesamtergebnis Zeit kennt ma doch ist es se! 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