Nr. 41 Erstes Blatt 176. Jahrgang Donnerstag, 18. Zebruar 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Berugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprcchanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: Vrühl'sche UmverfttälL-vuch- und Ztetndruckerei R. Lange in Stehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorfchrist 20 °/n mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Das Ergebnis der Reife Drummonds. Rückkehr des Generalsekretärs nach Genf. V-crlin, 17. Febr. (Amtlich.) Der General- sekrclär des Völkerbundes. Sir Eric Drummond, hat heute abend die Rückreise unmittelbar nach Genf angetreten. Er hat feine volle Vefriedigung über die Atmosphäre zum Ausdruck gebracht, in der sich der Gedankenaustausch über die mit Deutschlands Eintritt in den Völkerbund zusammenhängenden fragen vollzogen hat. Wie sich aus den Besprechungen über das Verfahren der Zulassung Deutschlands ergibt, ist Deutschland berechtigt, sofort nach seiner Zulassung an der geplanten zweiten Völkerbundskommission für Budgetsragen t e i l j u - nehmen. Während seines Aufenthalts hat der Generalsekretär zur Jrage der (Ernennung deutscher Mitglieder beim Völkerbunds- sekretarlal im einzelnen das übliche Verfahren hierbei dargelegt. Rach dec allgemeinen Formel hat die Auswahl dieser internationalen Beamten seilens des Generalsekretärs zu erfolgen, bleibt aber von der Zustimmung des Völkerbunds- raks abhängig. Der Generalsekretär würde selbstverständlich dem Völkerbundsrat keine Kandidaten Vorschlägen, gegen welche die Regierung des Staates, dem sie angehören, ernstliche Einwendungen erheben könnte. Bei dem mit diesen (Ernennungen zusammenhängenden Budgetfragen hat die Völkerbunds- versammlung das letzte Wort. 3m Völkerbundskreisen ist es immer für selbstverständlich gehalten worden, daß Deutschland in dieser Frage als Großmacht behandelt werden muß. Die Minderheiten und der Völkerbund. London, 17. Febr. Eine Reutermeldung nd dem Zentralverband Deutscher .Vnnbarbcv.r bi. gen soll, insbejoiD... um das viel erwähnte 500'. Mark-Darlehen einwandfrei festzustellen. Dem Sachverständigen wurden sieben Fragen vorgelegt, aus deren Beantwortung zu entnehmen ist, daß beim Zentralverband der Landarbeiter mit Ausnahme des Abg. Meyer keine von den bezeichneten Personen ein Konto gehabt Hal. Auf dem Konto Meyer stehen nur kleinere Beträge, die aber nicht mit der zur Erörterung stehenden Angelegenheit in Verbindung gebracht werden können. Reichstagsabgeordneter L e m m e r (Dem.) teilt mit, daß das Vorstandsmitglied des Landarbeiterverbandes Sauer, das politisch dem Zentrum angehöre, gegen feinen Kollegen Meier in einer Besprechung des Vorstandes die Anschuldigung erhoben habe, daß ein Darlehen von 5000 Mark an Oberleutnant a. D. Schulz gegeben worden fei. Dem Zeugen fei mitgeteilt worden, daß diese 5000 Mark zu dem Zwecke gegeben worden seien, um sie dem im Gefängnis sitzenden Oberleutnant Schulz zur Verfügung zu stellen. Die Namen der Personen, die ihm diese Mitteilung gemacht haben, will der Zeuge nicht nennen. Er weigert sich ei' gerinnen frei fe näher zu bezeichnen, aus denen diese Mitteilungen gemacht worden sind. Nachdem der Aba. Lenuner iroch bekundet hat. daß er seine Mitteilungen im wesentlichen den inneren Auseinandersetzungen der christlichen Ge- weEchasten verdanke, schließt seine Vernehmung. AeichStagsabg. Behrens äußert sich über die Organisation des Zentralverbandes der Landarbeiter. Für die Geldgeschäfte und die banktechnischen Transaktionen des Zentralver- bandes wurde die Landvoltsbank gegründet. Vorsitzender: Wurde nicht auch ein Ausschuß für nationale Aufklärung gebildet? Zeuge: Don diesem Ausschuß für nationale Aufklärung habe ich erst Kenntnis durch die Zeitungsnotizen erhalten. Das ist keine Organi- satton des Zentralverbandes, wenigstens weiß ich darüber nichts. Vorsitzender: Es ist Ihnen in gewisser Weise ein Vorwurf daraus gemacht worden, daß Sie über ein Darlehen von 5000 Mark von der Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände quittiert haben, und cs ist behauptet worden, daß diese 500p Mart zugunsten des Oberleutnants a. D. Schultz verwendet worden sind, der sich wegen verschiedener Wörde oder Beteiligung an Morden in Untersuchungshaft befindet. Zeuge: Ich bin aus meiner hauptamtlichen Tätigteil als Vorsitzender des Zentralverbandes im Frühjahr 1924 ausgeschieden. Erst im Januar 1926 bin ich auf Wunsch des Zentralverbandes wieder hauptamtlich in die Leitung eingetreten. Die meisten Vorgänge sind mir daher nur durch die Presseerörterungen und durch informatorische Besprechungen einigermaßen bekannt geworden. Der Dersorgungsstelle sind aus den Kartoffel» lieferunqen für die besetzten Gebiete während des Ruhrkampfes Verluste entstanden, die nicht gedeckt werden konnten. Der Dersorgungsstelle war das erforderliche Gelb für die Kartoffelbeschaffung von der Aeichskreditanstalt vorgestreckt worden. Es wurde mit der Reichskreditanstalt ein Abkommen dahin getroffen, daß monatlich ein Sechstel von je 5000 Mark gezahlt wurde. Im Frühsommer 1925 sagte der Geschäftsführer Malettke von der Dersorgungsstelle, es sei wieder ein solcher Wechsel fällig, aber kein Geld zur Einlösung vorhanden. Ich erklärte ihm. daß ich auch kein Geld habe, er solle sehen, wie er die 5000 Wart beibringe. Beziehungen zu irgendwelchen Feinemordvrganisativnen hat der Zeuge nie unterhalten. In ein Verfahren wegen Fememordes ist der Zeuge seines Wissens nicht verwickelt. Schultz machte einen durchaus sorglosen, nicht einen schuldbewußten Eindruck. Man habe es als eine Pflicht des Anstandes gehalten, dem zu Tlnrecht Beschuldigten zu helfen und ihm sein Los zu erleichtern. Abg. Weher (Dn.) Dorstandsmttglied des Zentralverbandes der Landarbetter bekundet: An dem Küstriner Putsch beteiligt zu sein, bestritt Schultz ganz entschieden. Ich habe ihm das geglaubt. Ich riet ihm, sich sofort im Polizeipräsidium zu melden, wenn er eine weihe Weste habe. Das tat er auch. Dort wurde er verhaftet und nach Landsberg transportiert, Schultz bat mich, Geld für seine Verteidigung und Beschäftigung zu besorgen. Ich selbst hatte das Geld nicht. Ich habe deshalb zunächst mit Dr. Sachs Rücksprache genommen. Dr. Sachs sagte mir, es würde wohl alles in allem 10 000 Mark für eine solche Verteidigung erforderlich sein. Ich habe mich mit Herrn von Z e n g e n in Verbindung gesetzt und verlangte zunächst 5000 Mark Das lehnte Herr von Zengen glatt ab. Da versuchten wir das Geld auf privatem Wege aufzutreiben. In einer Besprechung in einem Restaurant unterhielten wir uns über Organisationsfragen, Technische Rothilfe usw. Beim Hinausgehen fragte ich Herrn von Zengen, ob ich noch auf seine Hilfe für Schultz rechnen könnte. Darauf sagte Herr von Zengen: Die Sache ist erledigt. Ich fragte: Wieso? Darauf sagte Herr von Zengen: Sprechen Sie nur mit Behrens, der hat auch bereits kassiert. Darauf sagte ich: Davon weiß noch gar nichts. Sie wissen, wofür ich das Geld haben will. Rach einiger Zeit habe Herr von Zerrgen plötzlich die Zurückzahlung des Darlehens gefordert. Es ser deswegen zu Differenzen gekommen. Er habe das Darlehen dann zurückgezahlt. Die Weitervernehmung des Zeugen Meyer wird dann auf Donnerstag vertagt. Die Rechtspflege. Deutscher Reichstag. Berlin, 17. Febr. Die allgemeine Aussprache über den Iustizetat wird fortgesetzt. Abg. Dr. Korsch (Komm.) empfiehlt eine ganze Reihe kommunistischer Anträge auf Reform des Strafrechts. Danach soll die Ehescheidung erleichtert, die Rechtsstellung unehelicher Mütter und Kinder verbessert und die Todesstrafe ab- geschaftt werden. Dringend notwendig sei neben einer Reform des Strafrechtes eine Reform der Strafprozeßordnung und des Strafvollzuges. Die Aufhebung deS Staatsgerichtshofes zum Schuhe der Republik sei zu begrüßen, denn diese Einrichtung habe sich zu einem Gericht zur Verfolgung der Republikaner entwickelt. Abg. Haas (Dem.): In weiten Kreisen des deutschen Volkes sei das Vertrauen geschwunden. Es liegt heute so, daß der Republikaner in weiten Gebieten Deutschlands Gefahr läuft, daß er sein Recht vor Gericht nicht findet. (Lebhafte Zustimmung links!) Der Redner führt eine ganze Reihe Urteile an, in denen nach feiner Meinung Fehlurteile zugunsten rechtsgerichteter und zuungunsten republikanischer Personen gefällt worden sind. Außenpolitisch gefährlich sei auch der im Berliner Fememordprozeh vom Gericht gegen den Willen der Reichs- und Landesinstanzen verfügte Ausschluß der Oeffent- lidbfeit. Daß Gericht und Staatsanwaltschaft es ablehnten, nach den Hintermännern des Mordes zu forschen, hat mir den Glauben genommen, daß diese Stellen lediglich vom Standpunkt des Rechts aus die Dinge beurteilt haben. Es ist unerträglich, wenn durch solche nicht zu rechtfertigenden Maßnahmen der Gerichte und der Staatsanwaltschaft wichtige außenpolitische Interessen Deutschlands gefährdet werden. Die Richterorganisationen sollten mit größerer Entschiedenheit vorgehen. Gegen Richter, die in ihren Entscheidungen die erforderliche Llnpartei- lichkeit vermissen lassen und sich bei ihren ih> teilsbegründungen große Taktlosigkeiten erlauben, sollte auch mehr vom Difziplinarwege Gebrauch gemacht werden. Wenn die Richter wissen, daß Frechheiten gegen die Republik auch bei Richtern geahndet werden, dann werden sie vorsichtiger werden, und dann wird auch bas jetzt sehr erschütterte 'Vertrauen in die Rechtspflege sich wieder festigen Viele Richter halten überhaupt jede objektive Kritik an der Rechtspflege schon für ein Verbrechen. Demgege»rüber muh die Rotwendigkeit betont werden, daß die Justiz durch innere Reinigungsarbeit sich wieder das Vertrauen verschafft, das sie durch eine Reihe von Fehlurteilen in der Öffentlichkeit verloren hat. (Beifall links.) Abg. 5) a m p e (W. Vgg.) wünscht eine Verbesserung des Ehescheidungsverfahrens. Eine Herabsetzung der Gerichtsgebühren wäre wünsä)enswert, aber die Anwaltsgebühren sollten nicht zu stark gesenkt werden. Die Arbeitsgerichte würden von der Wirtschaftlichen Vereinigung glatt abge lehnt. Das Uebermaß der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse störe die ordentliche Rechtspflege. Der Abg. Emminger (Bayr. 23p.) stimmt dem Vorredner darin zu, daß die Gesetzgebungsmaschine in der nächsten Zeit etwas weniger tätig sein sollte. Bis Ende April könne der Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik aufgehoben fei». Bei der Vorbereitung des neuen Strafgesetzbuches sollte man mit den österreichischen Gerichten Fühlung nehmen. Der Einzelrichter sei auch in Bayern wenig populär. Der Redner weist dann die Kritik des Äbg. Dr. Levi an der Rechtspflege als unberechtigt und unbegründet zurück. Es feien zweifellos auch in manchen Urteilen von Einzelrichtern große Mißgriffe vorgekommen. Aber dann habe die Berufungsinstanz die Möglichkeit zur Korerktur gehabt. Andere Fälle seien von Dr. Levi ganz schief und unvollkommen daraestellt worden. Abg. Dr. Frick (D. 23p.) meint, man könne von einer deutschen Rechtsnot sprechen. Die neue deutsche Republik habe sich mit der Aufwertungsgesetzgebung und anderen Maßnahmen über Recht und Gesetz hinweggesetzt. Den wirtschaftlich Schwachen und politisch Einflußlosen werde das Recht verweigett. Der Staatsgerichtshof zum Schutz der Republik müsse noch vor dem 1. April beseitigt, die Zuständigkeit des allgemeinen Gerichtshofes dagegen dahin erweitert werden, daß er die Verfassungsmäßigkeit von Reichsgesetzen nachzuprüfen hat. Die Amnestie müsse endlich auch den Leuten zugute kommen, die auf Veranlassung der Franzosen beim Ruhreinbruch wegen politischer Delikte gefangen gesetzt wurden. Abg. Dr. Heuß (Dem.) begründet eine Interpellation, welche Maßnahmen die Regierung ergreifen wolle, um der unbefugten Veröffentlichung amtlicher Aktenstücke, Dokumenten usw. durch ehemalige Reichsbeamte ober Offiziere entgegenzutreten. Die Interpellation beziehe sich auf Veröffentlichungen amtlicher Schriftstücke durch den Großadmiral von Tirpiß. Aktendiebstahl könne man Tirpitz nicht vorwerfen, aber er habe sich durch Abschriften aus den Originalakten ein Privatarchiv angelegt. Bismarck habe den Botschafter v. Arnim wegen einer ähnlichen Sammlung durch den Staatsanwalt verfolgen lassen. Der Fall v. Tirpitz liege viel schlimmer, weil hier eine Veröffentlichung ohne Einverständnis und Kenntnis der Behörden vorgenommen wurde, der die Originalakten gehören. Der Generalstaatsanwalt in Berlin Hot erklärt, daß dieses Delikt durch die 'Amnestie der Volksbeauftragten von 1918 erledigt sei. Die Deutschnativnalen müßten aber jetzt erklären, ob sie das Verhalten des Herrn v. Tirpitz mißbilligen oder nicht. Reichsjustizminister Dr. Marx geht auf verschiedene Einzelfragen der Abgeordneten ein. Abg. Dr. Haas habe aUgemein eine zulässige Kritik an der Rechtssprechung geübt, sei aber zu weit gegangen mit der Behauptung, daß der Republikaner vor deutschen Gerichten sein Recht mcht finde. Es ist richttg, daß der Schutz der Republik von manchen Richtern nicht so wahrgenommen worden ist, wie es wünschenswert gewesen wäre. Wir können nicht von jedem Richter Sympathie für die Republik verlangen, aber wir müssen fordern, daß jeder Richter sich zum Schutze der Republik verpflichtet hält. Wir werden darüber wachen, daß das Recht gewahrt wird gegen hoch und niedrig. (Beifall.) Abg. Dr. Moses (S.) begründet eine sozialdemokratische Interpellation gleichen Inhalts wie die demokratische zur Aktenveröffentlichung des Großadmirals v. Tirpitz. Fechenbach habe nur einen Bruchteil dessen getan, was Tirpitz tat. Aber Fechenbach sei deswegen zu langer Zuchthausstrafe verurteilt worden. Reichsjustiznrinister Dr. Marx beantwortet die Interpellation dahin, von Tirpitz habe sich amtliche Dokumente nicht angeeignet, sondern sich davon Abschriften machen lassen und sie veröffentlicht. Eine widerrechtliche Aneignung amtlicher Urinnben komme nicht in Frage. Auch die Veröffentlichung dieser Akten sei nicht strafbar, weil diese Veröffentlichung nicht geeignet sei, die Sicherheit des Reiches zu schädigen. Disziplinarmaßnahmen seien nicht in Frage gekommen, weil v. Tirpitz bei der Veröffentlichung nicht mehr im Amte war. Ob solche Veröffentlichungen auch den aus dem Amte geschiedenen Beamten verboten werden solle, werde bei der Beratung des neuen Wahlrechts entschieden werden. Abg. Trevira nus (Dn.) erflärt, es sei zu begrüßen, daß durch die Antwort des Ministers der Schlange der Verleumdung gegen Tirpitz der Kopf zertreten sei. Es sei nachgewiesen, daß Tirpitz durchaus korrekt gehan beit habe. Es sei eine Pflicht der Rotwehr gewesen, wenn er den Geschichtsklitterungen von Links gegenüber die Wahrheit fest gestellt habe. Abg. Sonner (Z.) wendet sich im Interesse des Handwerks gegen die Konkurrenz der Gefangenenarbeit. Reichsjustizminister Dr. Marx betont die Rotwendigkeit, die Strafgefangenen zu beschäftigen. Es werde aber darauf Rücksicht genommen, daß dem gewerblichen Mittelstände nicht eine unzulässige Konkurrenz gemacht wird. Damit schließt die Aussprache. Das Mini- stergehalt wird betoilligt. Ein Zentrumsantrag auf Ermäßigung der Gerichtskosten wird angenommen. Entsprechend dem Zuschuhantrage werden die Kosten für den Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik gestrichen. Härten bei der Rückerstattung von Reichsnotopfern. Berlin, 17. Febr. Die Abgeordneten Dr. Philipp, Hergt, Dr. Schetter, Dr. Wunderlich, Hanrpe, Emminger haben mit Llnterstützung zahlreicher anderer Abgeordneten eine Interpellation eingebracht, in der u. a. darauf hingewiesen wird, daß bei Durchführung des Anleiheablösung s g e s e tz e s sich bezüglich der Erstattung von überzahlten Reichsnotopfern. Schuldverschreibungen des Reiches bzw. jetzt Ablösungsanleihe erhebliche Unbilligkeiten und Härten herausgestellt haben. Als Unbillig* feit wird nach der Interpellation u. a. empfunden. daß die nachträgliche Erstattung in bar in Form von Schuldverichreibungen nur insoweit stattfinde, als der überzahlte Betrag über die Barzahlung hinausgeht, ferner, daß die Erstattung davon abhängig ist, daß ein Antrag bis zum 11. Dezember 1923 einschließlich gestellt war. Weiterhin sei der Begriff der Kleinrentner durch § 24 der Rotopserabwickelungs- Verordnung Diel ju eng gefaßt worden. Ferner sei es unbillig, daß Rotopfersteuerpflichtige, die sich die Barmittel erst durch Verkauf von Markanleihen beschafft haben, Erstattungsrecht nicht besitzen. Der Marineetat. Aus dem Haushaltausschuß des Reichstags. Berlin, 17. Febr. Der Haushaliausschuh des Reichstages setzte heute unter dem Vorsitz des Abg. Heilmann (S.) die Beratung des Marineetats fort. Angenommen wurde gegen eine Stimme folgende Entschließung der Deutschen Volkspartei, des Zentrums, der Demokraten und der Sozialdemokraten: „Der Reichstag wolle beschließen, die Reichsregierung zu ersuchen, alsbald in eine Erwägung darüber einzutreten, wie die Beschaffung des gesamten Reichsbedarfs behufs Erzielung möglichst großer Ersparnisse zentral eingerichtet und die zu vergebenden Gegenstände tunlichst normalisiert werden könnten." Gegen 2 Stimmen wurde folgende Entschließung genehmigt, die Reichsregierung zu ersuchen, die Verwaltungsabteilung für Heer und Marine im Ministerium möglichst zusammenzulegen. 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Man muß wissen, daß Degradationen m Prag seit Jahren in Massen oorgenommen werden. Im .Kriegsministerium Amtiert eine eigene Kommission, deren Aufgabe es ist, Offizieren den Rang abzuerkennen und sic als gemeine Soldaten in die Armee einzureihen. Allerdings wird nicht mit aktiven Offizieren so verfahren. Die Moral des tschechoslowakischen Offizierskorps ist nicht besser und nicht schlechter als anderswo und die Notwendigkeit, un° paßende Elemente zu entfernen, stellt sich nicht häufiger und nicht seltener als anderswo ein. Wohl aber wird das Reserveoffizierskorps mit Sorgfalt gesiebt. Denn man hat gefunden, daß es unter denReserveoffizierenzuvielDeutfche gibt und das bereitet der französischen Militärmission, die in Prag ihr Wesen tpeibt, Unbehagen. Ueberhaupt ist das nationale Problem in der Armee stachlig. Als dem neuen Staat durch die Gunst der Entente weite deutsche Gebiete zugewiesen wurden, war die Freude groß. Mehr Land bereitet allen Staatslenkern Vergnügen, Überdies erwarb der Staat mit dem deutschen Gebiet eine wohlhabende steuerkräftige Bevölkerung. Das find schöne Sachen Bei der Adoptierung des Staatswesens tauchten allerdings verschiedene Unannehmlichkeiten auf, die nun schon seit Jahren Verdauungsstörungen bereiten. Besonders die Militärs haben schwierige Probleme zu lösen. Es ergab sich nämlich, daß das stehende Heer, mit dem die (Entente die junge Republik beglückt hat und das Schuß und Schirm des nationalen Staates der Tschechen sein soll, zu mehr als einem Viertel Deutsche umfaßt, ganz zu schweigen davon, daß ein Fünftel der Mannschaft Slowaken und ein weiteres Zehntel Magyaren sind. Die nationale Armee ist also nichts weniger als homogen und guter Rat ist teuer. Soll man die Sudetendeutschen und die anderen Nationalitäten von der Rekrutenstellung befreien? Damit geschähe ihnen ein Gefallen, den ihnen die tschechischen Machthaber wahrhaftig nicht erweisen wollen und überdies ist die tschechische Bevölkerung durchaus nicht gewillt, die Militärlasten allein zu tragen. Der Generalstab hat sich also mit dem Vorhandensein deutscher Rekruten abfinden müssen und tröltet sich damit, daß sie schließlich für Kanonenfutter gut genug sind. Aber an höheren Stellen dürfen natürlich keine Deutschen sein und so mußte das Offizierskorps gesäubert werden. Bei den aktiven Offizieren ging die Sache leicht. Die Deutschen wurden entlassen ober pensioniert. Schwerer war es schon beim Reserveoffizierskorps, das aus österreichischen Zeiten stammend, zur guten Hälfte deutsch war. Auch hier wieder fand man es nicht geraten, die Deutschen einfach der Dienstpflicht zu entbinden. Es wurde vielmehr eine Kommission zur Überprüfung der Reserveoffiziere eingesetzt, die sehr komplizierte "Instruktionen hat. Wir leben ja in einem gerechten Staat und der deutsche Reserveoffizier wird beileibe nicht deshalb degradiert, weil er ein Deutscher ist, sondern es wird ihm schwarz auf weih nachgewiesen, daß er aus Dien st rückfichten nicht die Fähigkeit hat, Reserveoffizier zu fein, auch wenn er vier Jahre Kriegsdienst auf dem Buckel hat. Der Nachweis der Unfähigkeit erfordert Schreibereien und so werden alljährlich nur etliche hundert Reserveoffiziere degradiert — daß es samt und sonders Deutsche find, beweist ja nur die bekannte Minderwertigkeit dieser Rasse. An diese Massendegradationen ist man also gewöhnt und horcht nur auf, wenn ein besonderer Fall vorkommt, wie es dieser Tage geschah. Da wurde der deutsche Adg. Josef Meyer feiner Charge als Rittmeister der Reserve verlustig erklärt und als einfacher Infanterist seinem heimatlichen Regiment zu- geteilt. Meyer hat seinen Offiziersgrad in der österreichischen Armee an der Front erworben. Er war schon im Krieg Mitglied des österreichischen ParlaGießener Stadttheater. Kalidasa: „Sakuntala". Man könnte fragen: was gilt uns die halb mhchenhafte Gestalt des altindischen Klassikers aus dem 6. nachchristlichen Jahrhundert, was bedeutet dem modernen 'Abendländer dieses Schauspiel, das seinen Stofs aus dem Sanskrit-- epos „Mahabharata" schöpft, Werk eines uns fremden Volkes und fern abliegenden, alten Kulturkreises? Cs ist aber mit diesem Spiel um Sa° funtala, das Pflegekind des frommen Einsiedlers Kanva im Düherwalde, ähnlich bestellt wie mit dem „Kreidekreis", der Wohl ebenso alt und in seinen schönsten Motiven noch älter ist, und dessen Dichter wir kaum mit Flamen kennen — Kali- d a sa aber war schon Goethe nicht mehr fremd —: auf der primitivsten und menschlichsten Stufe der Dichtung reichen auch die weitest getrennten Kulturen einander die Hände. Lyrik und Märchen sprechen in der unmittelbarsten und eindringlichsten Sprache zum Herzen, und es klingt in allen Sprachen aUer Völker der Erde gleich, oder doch verwandt. Gerade hier liegt das Weltliterarische in diesem Werk. Märchen und Lyrik (wer einmal chinesische Liebeslieder hörte, oder afrikanische Legenden, wird es wissen) tragen völkerverbindende Kraft in sich, bauen Brücken über das fernste Meer, sind tiefste und allgemeinste Poesie und offenbaren sich, übernational, jedem Gefühl. Rolf Caudnet, der Dramatiker unserer eigenen Zeit, hat das Spiel überseht, die schwerfällige, überkommene Aktgliederung des Sanskrit in neun Bildern verwandelt und für die moderne Bühne hergerichtet als eine liebliche und zartgesponnene Dichtung, die unser Empfinden herzlicher und unmittelbarer anspricht, als das zeitgenössische indische Schrifttum etwa des Rabin- dranath Tagore, dessen meiste Dichtungen, abgesehen vielleicht vom „Postamt", für uns ferner liegen und nur auf Hinwegen und mit bewußter Einfühlung zugänglich sind, sicherlich schwerer, als dieses Schauspiel aus einer fast nebelhaften Zeit, wo in Deutschland die Merowinger zur Herrschaft kamen. Rcvch dem priesterlich-weihevollen Dorspruch der Brahmanen beglicht, mit ..Spielleiter", „Schauspielerin" und Flötenbläsern, das Vorspiel auf dem Theater. Leider war in unserer Aufführung diese Szene gefallen, die (ein sehr altes Wvtiv, das auch Goethe für den „ Faust" aus ments und bei Kriegsende wurde er in die erste Regierung der Republik Deutschösterreich als Staatssekretär für Heerwesen berufen. Nach dem Frieden von Saint Germain, der feine Heimat, das Egerland, der Tschechoflowakei zuwies, demissionierte Meyer als deutschösterreichischer .Kriegsminister und ging in sein neues Vaterland. Hier wurde er Abgeordneter und figurierte natürlich in den Standeslisten der Reserveoffiziere, die die Tschechoslowakei von Österreich übernommen hatte, als Rittmeister. Sechs Jahre hat es gedauert, ehe man darauf kam, was für einen gefährlichen Re- feröerittmeifter die tschechische Armee beherbergt. Jetzt ist aber der Schandfleck beseitigt. Die Heben Prüfungskommission hat den Rittmeister der Reserve und gewesenen Kriegsminister wegen Unfähigkeit seiner Charge entkleidet und zum Gemeinen degradiert. Jetzt ist der tschechischen Armee geholfen. Dieser Tage hat in Prag eine eigenartige Parlamentssitzung stattgefunden. Der Präsident des Abgeordnetenhauses hat die gesamte Beamtenschaft des Hauses, die Tippmamsellen nicht ausgenommen, in den Sitzungssaal beordert, um mit ihrer Hilfe eine Generalprobe mit einem neuen Mittel zur Bekämpfung der Opposition vorzunehmen. Die tschechischen Herren empfinden es sehr unangenehm, daß ihr Parlament überaus häufig der Schauplatz heftigster Lärmszenen ist. Mau könnte darin etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit spüren, denn die Tschechen waren es, die vor dreißig Jahren die sogenannte „lärmende Obstruktion" erfunden haben, nämlich das Erzeugen von Lärm zur Verhinderung der Parlamentssitzung. Diese Erfindung, die im Prager Landtag ausprobiert worden war, ist von den Tschechen später mit Erfolg im Wiener Reichsrat angewendel und in den Parlamenten aller Herren Länder mit mehr oder weniger Geschick nachgeahmt worden. Allerdings hat sich Prag stets einen gewissen Vorrang gewahrt und das Lärmrnachen zur Sprengung der Parlamentssitzung virtuos ausgebildet. Heute freilich, wo die Tschechen das 5)eft in der Hand haben, sind ihnen die Methoden parlamentarischer Opposition, die sie selbst in die Welt gesetzt haben, höchst unbequem. Es ist ihnen peinlich, daß jetzt die Deutschen in Prag lärmende Obstruktion betreiben und soviel Geräusch erzeugen, daß die Worte der Redner ungehört verhallen. Man hat sich bisher, so gut es ging, mit Geschäftsordnungsmitteln beholfen. Lärmende Abgeordnete wurden von der Sitzung ausgeschlossen und, wenn sie nicht freiwillig gingen, von der Parlamentspolizei aus dem Saale getrieben. Die Mehrheit hat aber feine Freude daran gehabt, denn Gewaltanwendung macht keinen günstigen Eindruck und die Tschechen wurmt es, daß die Opposition überhaupt die Möglichkeit hat, Sitzungen zu stören. Man kann ihr zwar nicht Maulkörbe umhängen, aber es sollte doch, so meinten die Parlamentstechniker, ein Mittel geben, um ungeachtet des Lärms die Sitzungen fortzusetzen und sich verständlich machen zu können. Tatsächlich hat nun die Technik dieses Mittel geliefert: Den Lautsprecher. Im Prager Paria- mentssaal sind auf dem Tisch des Präsidenten und auf der Rednertribüne Mikrophone angebracht worden und an allen viex Ecken des Saales gähnen Schalltrichter. Die Probesitzung, die eben abgehalten wurde, hatte den Zweck festzuftellen, ob die Lautsprecher den Obstruktionslärm übertönen. Aus Befehl des Präsidenten mußte die im Saal versammelte Beamtenschaft einen Höllenlärm vollführen. Dazu standen ihr nicht bloß die Lungen, sondern auch Kindertrompeten, Signalpfeifen, Ratschen und Holzscheite für das beliebte Pultdeckelkonzert zur Verfügung. Ein Beamter mimte den Redner und sprach ins Mikrophon. Die Generalprobe ist unbefriedigend ausgefallen. Denn die Beamtenschaft hat sich der ihr zugeteilten Aufgabe mit solchem Feuereifer unterzogen, daß der Saal nur so dröhnte, und es erwies sich, daß vier Lautsprecher diesen Lärm nicht übrtönen können. Dennoch ist das Parlamentspräsidium guter Laune und glaubt, auf dem richtigen Wege zu fein. Der Präsident hat angeordnet, daß noch weitere vier Lautsprecher aufzustellen find und er ist entschlossen, nötigenfalls die Decke des Sitzungssaales mit Lautsprechern pflastern ■ iw—in i im iirnri ' • ----_ "~"'CTT der Kunstdichtung des Sanskrit übernommen hat) überleitend sogleich die stilisierende Strenge des Priesterchors ins Scherzhafte wendet und das Märchendrama in naiver, alter Weise spielerisch an Zuschauer und Hörer heranträgt und in der vermittelnden Form des Prologs zum Herzstück des Ganzen hinführt, zum Spiel von Liebe und Leid und endlichem Glück der jungen Sakuntala, die im Priesterwalde, unfern der Einsiedelei Kanvas. das Herz des nordindischen Königs Duschjanta gewinnt, verliert und zum guten Ende wiederfindet und für immer behalten darf — bis das große Richts Leben und Zeit und Raum in seinen dunkeln Schoß aufnimmt. 3n der Fassung Lauckners heben sich aus dem behaglichen, märchenhaft ausspinnenden, oft genug lyrisch unterbrochenen, erzählend gehemmten Fluß der Ereignisse, aus dem so ganz un- aktiven, indischen Geiste der Kontemplation und der Rirwanasehnsucht, bewegte und dramatische Szenen heraus, ohne ermüdende Längen und Breiten, in geschictter Konservierung des überkommenen, zwanglosen Wechsels zwischen freier und gebundener Rede dem Inneren Stil der Dichtung glücklich sich anschmiegend. Diese Szenenbilder fügen sich leicht zusammen zur lieblichnaturverschwisterten, weltlichen Legende, die erst in den letzten, ausklingenden Worten wieder zum Priestervorspiel und an die Ufer des heiligen Ganges zurückführt. „Will ich den Himmel, die Erde mit einem Ramen begreifen, nenn ich, Sakontala, dich und so ist alles gesagt." Das ist, in den Versen Goethes, Sakuntala, die als einfc andre Rausikaa mit ihren Gespielinnen vom König Duschjanta überrascht wird, der sich auf der Jagd in den Einsiedelwald verlor. Sie sehn sich an und haben sich lieb, der junge König will sie als Gemahlin an seinen Hof nehmen und gibt ihr einen Ring mit funkelndem Stein, als ein Erkennungszeichen. Sakuntala aber, in Liebesseligkeit verloren, erzürnt einen bösen Waldgeist, Durvasas, den zornigen Heiligen, und verliert den Ring. Durvasas schleudert einen schlimmen Fluch gegen die Liebenden: über den König kommt, wie eine Vorahnung des Rirwanas, tiefe Vergessenheit: er weiß nichts mehr von der Geliebten, die man bräutlich geschmückt an seinen Hof führt. Er will nichts wissen von ihr und verstößt sie, die sich ohne zu lassen. Seine Kalkulationen dürften wohl ftim- men. Die Technik hat noch immer die menschliche Straft überwunden und die Lungen der Opposition werden die Konkurrenz mit den Lautsprechern der Regierung kaum aushalten. Der Lärm als parlamentarisches Kampfmittel wird vom Lärm als Abwehrmittel niedergerungen werden. Die Kraftpostlinie Giehen — Kleebachtal Dr. Th. fall. Ungestüms über die starre Kühle unter dem Fluch der Vergessenheit bis zur Läuterung und reuigen Rückkehr: beherrschte Gestaltung aus einem Guß. (Hiermit ist eigentlich schon alles zum Besten dieser Aufführung gesagt, die stets mit der Besetzung dieser beiden Rollen stehen und fallen wird.) Baste spielte den Hofnarren Mathavia, mit viel Bewegung, ohne doch den vom Dichter Wohl tiefer gelegten Gehalt dieser Figur auszuschöpfen. Schubert umgab den frommen Eremiten Kanva mit milder, priesterlicher Würde: Auguste Marcks sehr warm und mütterlich als die Einsiedlerin Gantami. Von den Gespielinnen Sakuntalas kam Alix K rahm er dem Stil des Ganzen am nächsten. Teleky als berserkerhaster, in Wut entfesselter Waldgeist und W e h r l s Götterbvte Matali seien noch erwähnt. — Das Haus war erfreulich besucht: man dankte mit sehr verdientem, herzlichen Beiden Ring nicht zu erkennen geben kann und zu Tode betrübt fortwandert, eine freudlose Witwe, das Königskind unter ihrem Herzen tragend. Aber da greifen, ganz im Stile des Märchens, die Himmlischen helfend ins irdische Geschehen: Matali, Indras Wagenlenker, führt den König über die Wolken in den heiligen Wald des Kaschjapa, wo er Sakuntala wiederfindet mit seinem kleinen Sohn, um sie nicht wieder von sich zu lassen. Mitten hinein in diese einfachen Dinge ist ein lärmendes, shakespearisierendes Rüpelspiel gestellt, das, das Polykrates-Motiv vom wiedergefundenen Ring im Fischmagen behaglich ausspinnend, ein glückhaftes Ende des Schauspiels vorbereitet. Die Aufführung, vom Intendanten Hermann Stein goetter selbst geleitet, war eine schöne, in sich geschlossene Gabe, abgerundet und durchgearbeitet, ganz auf die sanfte Heiterkeit und orientalische Märchenferne des Spiels eingestellt. Phantasie und einfühlendes Stilempfinden hatte die Bilder geschaffen, die (ebenso wie die Kostüme), nach den Intentionen Steingoetters von Löffler, Keim und Boeck entworfen, durch einen gemeinsamen, ornamentalen Rahmen zu- sammengefaht, bem Drama seine fremdländisch leuchtende, farbige, oft in bizarres Linienspiel aufgelöste Form gaben. Als besonders glücklich bewältigt seien der wechselnd von Sonne und Mond erhellte, phantastische Einsiedelwald und das prunkvolle Hofbild vor ttefviolettem Grunde genannt. Der den geschwungenen Rahmen füllende Vorhang war geschickt benutzt, um vom großen Spielfeld eine schmale Rekiefbühne für die unterbrechenden Intermezzi abzutrennen. Hier hätte übrigens auch die gefallene, zweite Vorsptelszene Raum gefunden. — Aus dem vielgliedrigen Personal der Dichtung sollen an dieser Stelle nur die wichtigsten Figuren herausgegriffen werden. Sakuntala war Susanne H e Y m. Sie gab diesem rührenden G.schöpf zwischen Mädchen und Weib die geschmeidige, ein wenig morbide Anmut und Zartheit der Stimme und der Bewegung, die scheue Sprödheit der ersten keuschen Begegnung, die schmerzliche Ergebenheit in Verstoßung und Abschied, und auch das Aufblühen im Glück des endlichen Wiederfindens. Reben ihr Hanke als König Duschjanta. Eine der reifsten Leistungen, die wir bisher von ihm gesehen haben. Stark und männlich im Ton, in Maske und Haltung, gesteigert aus der jugendlichen Glut Derliebten Leihgaben im Frankfurter Liebighaus. In der Städtischen Galerie im Lie- -bighaus (Schaumainkai 71) sind für kurze Zeit drei Altartafeln aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts aus Privatbesih ausgestellt. Ihre Farben sind so schön erhalten, daß man glauben könnte, sie kämen eben erst aus der Werkstatt. Zwei Tafeln, die zusammen in ihrem oberen Kontur einen Spitzbogen bilden, sind beiderseitig bemalt. Aus der Vorderseite ist das Ma- rienleben, auf der Rückseite die Legende des hl. Severus, Bischofs von Ravenna, des Schutzpatrons der Weber und Tuchmacher dargestellt. Es find Flügel eines wohl nicht mehr erhaltenen Schnihaltars, der in den zwanziger Jahren des 15. Jahrhunderts entstanden ist. Die dritte Tafel, ein Altar-Mittelbild, hat die Anbetung der HI. drei Könige mit dem Stifter und seinen drei Frauen zum Thema. Sie ist wenig später, etwa gegen 1440 gemalt worden. Die bisher ganz unbekannten Bilder füllen eine erhebliche Lücke in der mittelrheinischen Kunstgeschichte, und wirken darüber hinaus durch die lebendignaive Form ihrer Erzählungsweise und ihre köstlichen Farben erquickend. Kein Kunstfreund sollte versäumen, diese seltene Gelegenheit zur Besichtigung sonst schwer zugänglicher Malereien dieser frühen Zeit wahrzunehmen. aussichtslos ab; denn einmal werde diese Linie nicht rentabel fein, da sie auf der Strecke Groh.Rechtenbach—Wetzlar starken Leerlauf infolge ungenügender Besetzung bringen werde, weiter würden durch diese Streckenführung andere Orle (Dornholzhausen, Niederkleen) unberücksichtigt bleiben, schließlich aber fei auch ein Einspruch der Reichsbahn zu geroärtigen, die in dieser Linienführung eine Konkurrenz für die Eifenbahnstrecke Gießen—Wetzlar sehen werde. Die Linie Niederkleen—Hochelheim—Gießen sei dagegen eine gute 3 u b r i n g e r l i n i c für d i e Reichsbahn. Von Interesse war übrigens die Mitteilung des Bürgermeisters Schneider (Groß-Rechtenbach) über die wirtschaftliche Orientierung der hierbei in Betracht kommenden Gemeinden seiner Bürgermeisterei. Lützellinden, Hörnsheim und Hochelheim tendieren wirtschaftlich nach Gießen, lediglich für den Verkehr mit Behörden sind sie nach Wetzlar eingestellt, weil sie eben staatlich nach dorthin organisiert sind. Dornholzhausen schwanke wirtschaftlich zwischen Gießen, sodann Wetzlar und Butzbach, Niederkleen zwischen Butzbach, dann Gießen und schließlich Wetzlar. Groß-Rechtenbach tendiere wirtschaftlich nach Wetzlar. (Diese Feststellungen des Herrn Bürgermeisters Schneider decken sich mit unseren Beobachtungen. D. Red.) Behördlich sei für alle diese Orte allerdings Wetzlar zuständig. Die Fahrt-Gruppen wurden wie folgt in Aussicht genommen: Vorerst drei Fahrten täglich in beiden Richtungen; und zwar dergestalt: im Sommer etwa um 7 Uhr, im Winter gegen *8 Uhr früh in Gießen, damit die Reisenden hier die Anschlüsse an alle Morgenzüge erreichen, mithin gegen 6 bzw. 17 Uhr in Niederkleen ab; nach ungefähr einstündigem Aufenthalt in Gießen zurück nach Niederkleen, damit früh heimkehrende Landleute und Gießener Einwohner, außerdem aber die Post zeitig vormittags an ihren Zielpunkten im Kleebachtal eintreffen; mittags gegen j 12 Uhr in Niederkleen ab, gegen ZI Uhr in Gießen, von hier zurück gegen 1 Uhr mit den Schulkindern und sonstigen Personen; abends gegen 6 Uhr in Niederkleen ab, an Gießen etwa 7 Uhr, von hier zurück nach 10 Uhr, damit die Landbewohner Gelegenheit erhalten, in Gießen das Theater, Konzerte ufw. zu besuchen. An den Markttagen in Gießen soll möglichst verstärkter Fahrdienst eingerichtet werden, außerdem will man darauf bedacht fei, die Marktwagen möglichst bis auf den Platz des Marktes zu fahren. Natürlich ist das noch keine endgültige Festlegung des Fahrplanes. Im weiteren Verlauf der Beratungen wurde noch eine vorläufige Abmachung hinsichtlich der Verteilung der Garantiesumme gegenüber der Reichspost erzielt. Hierüber haben nun die Gemeindekörperschaften zu bestimmen. Hervorzuheben ist, daß nach den Erklärungen des Oberpostrats Deutler die Reichspost noch nirgends die Garantiesumme in Anspruch genommen hat, daß diese Angelegenheit von der Postverwaltung stets mit weitestgehendem Entgegenkommen und Verständnis für die Lage der Gemeinden behandelt wird, daß sie in der Hauptsache eigentlich nur formeller Art ist. Von der Errichtung einer festen K r a s t w a g e n h a l l e soll einstweilen noch Abstand genommen werden, bis man die wirtschaftlichen Bedingungen der Linie voll überblicken kann. Der vorläufige Ausgangspunkt Niederkleen soll jedoch für eine entsprechende Unterstellmöglichkeit für den Kraftwagen sorgen. Erst nach etwa Jahresfrist fei der Frage der Errichtung einer festen Halle näherzutreten. Zufammenfassend ist zu sagen: Dank der guten Aufklärung und Beratung durch die Vertreter der Postbehörde und dem ernsten Willen aller Ausschußmitglieder zu einer gedeihlichen Lösung der be- Die Frage der Verkehrserschlietzung des Kleebachtales durch eine Postkraftwagenlinie ist gestern einen guten Schritt der Lösung nähergekommen. Der Fortschritt wurde in einer Sitzung des Derkehrsausschusses der beteiligten Gemeinden erzielt. Diesem Ausschuß, der unter dem Vorsitz bes Beia. Dr. Hamm- Gießen arbeitet, gehören der Vorsitzende als Vertreter der Stadt Gießen, außerdem die Bürgermeister und Gemeindevorsteher der .Kleebachtalgemeinden und die Bürgermeister von Klein-Linden und Mendorf (Lahn) an. Zu der gestrigen Sitzung, die nachmittags im Gießener Stadthaus stattsand, waren die Ausschuß- Mitglieder vollzählig erschienen, ferner waren zugegen Oberpoftrat Deutler (Darmstadt) als Vertreter der Oberpostdirektion Darmstadt, Postdirektor Körber als Vertreter des Gießener Postamts, ein Vertreter des Landratsamts in Usingen, mehrere Gießener Stadtverordnete und ein Vertreter des Gießener Verkehrsvereins. Zunächst wurde sehr eingehend die Frage geprüft, ob die geplante Postkraftwagenlinie von Gießen bis nach Brandoberndorf geführt werden solle. Aus der vielseitigen Betrachtung des Für und Wider ergab sich schließlich, daß wirtschaftliche Gründe, aber auch der als sicher in Aus- sicht stehende und wohl kaum abzuweisende Einspruch der Butzbach-Licher Eisenbahn es ratsam erscheinen lassen, die Linie nicht bis Brand- o6ernborf z u führen; in wirtschaftlicher Hinsicht ist mit der erforderlichen Frequenz des Kraftwagens in jener Gegend nicht zu rechnen; der Bahn-Einspruch würde eine sehr starke Position ijab^n, weil die Linie von Niederkleen bis Brandoberndorf tatsächlich parallel zur Butzbach-Licher Eisenbahn laufe. Nach Lage der Dinge würde das Projekt allein schon daran scheitern, außerdem komme aber noch die mangelnde Rentabilität hinzu. Von diesen Erwägungen ausgehend, beschloß der Ausschuß einstimmig, die Linie von Gießen nur bis nach Niederkleen zu führen. Nachdem durch diesen Beschluß die Strecke Niederkleen — Brandoberndorf abgelehnt war, zogen sich die Vertreter der dortigen Orte aus dem Ausschuß zurück. Die nächste Aufgabe des Ausschusses war, nunmehr die Strecke für das neue Verkehrsmittel festzulegen. Man sprach sich nach längerer Erörterung für' die nachstehende Streckenführung aus: Niederkleen — Dornholzhausen — Hochelheim —Hörnsheim — westlich abbiegend nach Groh- Rechtenbach zu — Lützellinden—Mendorf, für diesen Ort ein Haltepunkt an der Strahen- gabelung zwischen Lühelinden und Mendorf— Klein-Linden—Giehen. Zum unmittelbaren Befahren Allendorss konnte man sich gestern noch nicht entschließen, da nach den Erklärungen mehrerer Herren die Der - bindungsstraße zwischen Allen darf und der Wetzlarer Chaussee wohl fest genug, aber nicht genügend breit i st; das Postauto könne zwar fahren, aber entgegenkommende Fuhrwerke hätten keine Möglichkeit des Ausweichens. Es wurde die Anregung gegeben, die Gemeinde Allen- darf solle auf die Schaffung genügender Ausweichmöglichkeiten bedacht fein, dann könne die Frage des direkten Befahrens des Ortes erneut geprüft werden. In diesem Zusammenhang beschäftigte man sich auch kurz mit der von Wetzlarer Inter- essentenseite ausgegangenen Anregung, eine Ring-Auto-Linie Wetzlar — Höckel- heim —Gießen und umgekehrt zu schaffen. Diese Linie solle von zwei in Gießen und Wetzlar gleichzeitig abfahrenden Wagen befahren werden. Der Ausschuß lehnte die Weiterverfolgung dieses Bors ch l a g e s als beutfamen Aufgabe ist gestern begründete Aussicht auf nicht zu fern liegende Verwirklichung des weit- ausfchauenden Planes erstanden. Mögen alle Beteiligten nur in der gleichen tatfreudigen Art wie bisher zum Nutzen ihrer Gemeinden und der gemein* (amen Interessen einträchtig Weiterarbeiten. Dann wird die Saat recht schnell die erhoffte Frucht bringen! <> Aus dem Kleebachtal, 16. Febr. Zur großen Freude der Einwohner fuhr heute ein mit einer Anzahl Herren aus Gießen besetztes P o st - a u t o einen Teil der Strecke ab, die für die Einrichtung einer Kraftpostlinie durch das Kleebachtal in Aussicht genommen ist. Doller Erwar- tung sieht man der Eröffnung der Linie entgegen, damit die Gemeinden des Kleebachtales endlich einmal ein öffentliches Verkehrsmittel erhalten, das sie schon lange ersehnen. Oderhesfen. , Landkreis Gießen • Großen-Buseck, 17. Febr. Am nächsten Sonntag findet hier der D e le g i e rten ta g des Gesangvereins Sängerkranz zur Vorbereitung des am 10., 11. und 12. Juli anläßlich des 25jährigen Vereinsjubiläums stattsindenden G e - fangswettstreitev statt. du. Burkhardsfelden, 17.Febr. Hier oer- b r ü h t e sich ein etwa dreiJahrealtesKind eines Bahnarbeiters mit kochender Milch derart schwer am ganzen Körper, daß sofort ärztliche Hilfe herbeigerufen werden mußte. — Der Männer- gefangvercin Liederblüte veranstaltete am Sonntagabend einen Unterhaltungsabend. Unter der Leitung seines Dirigenten Sommerlad aus Beuern brachte der Chor verschiedene Lieder treff- lich zu Gehör: ferner wurden einige Theaterstücke unter der Spielleitung von Hern, Gorr flott gegeben. Sämtliche Darbietungen fanden lebhaften Beifall. Tanz bildete den Abschluß des Abends. * Steinberg, 16.Febr. Der Gesangverein Jugendfreund veranstaltete am Samstag im Vereinslokal einen Unterhaltungsabend, der sich eines sehr guten Besuches erfreute. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Aufführung der beiden Theaterstücke „Des Glockentürmers Töchterlein" und „Der wilde Horst". Die vortrefflichen Leistungen der Dacheller verhalfen den Stücken zu einer sehr guten Wiedergabe. Das Publikum dankte mit lebhaftem Beifall. Den Rahmen dieser Darbietungen bildeten Musikstücke und einige Chöre des Vereins, die unter der Leitung des Dingenten Heinrich Köhler ausgezeichnet zu Gehör gebracht wurden. Einige besonders verdiente Mitglieder wurden durch die lieber« reichung von Ehrendiplomen ausx^zeichnet. Kreis Friedberg. WSN. Friedberg, 17. Febr. Der Pferdemarkt war gut befahren. Auf dem Marktplatz standen etwa 150 Pferde, meist Mittelware, wäh- rend die befferen, namentlich belgische und nieder- rheinische Pferde, etwa 40—50 Stück, in Stallungen untergebracht waren. Der Handel war sehr lang- fam, die Tendenz flau. Trotz einer Anzahl Interessenten wurden nur wenige Käufe abgeschlossen, da die Forderungen hoch, di« Angebote niedrig waren. ®e macht sich eben überall die Geldknappheit bemerkbar. — Dem „Vberhessischen Anzeiger" zufolge ist eine größere Anzahl von L o k o m o t i v- anwärtern tn den letzten Tagen hier abge- baut worden. — (Sambach, 17. Febr. Mit dem Anlauf von Ackergelänbe beschäftigte sich etne Versammlung der OrtSeinwvhner, die im .RathauSsaale abwchalten wurde. Es handelt sich 'um eine ca. 34 Morgen arvhe in der Gambacher ^Gemarkung liegende Ackerfläche, die zur Zeit von Griedeler Landwirten gepachtet ist. Slnige -Gambacher Landwirte haben sich bereit erklärt, sich an dem Geländekauf zu beteiligen. Eine besondere Kommission soll die weiteren Der- kaufsverhandlungen mit dem Eigentümer, Moritz Dender-- Butzbach, führen. Die Gemeinde follie sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Gelände zu erwerben, das später von Daulustigen gekauft und dann gegen Baugelände an der Butzbacher Straße eingetauscht werden könnte. C Rieberflorstadt, 17. Febr. Auf den Verbindungsweg von der Alt« nstäd - ter Straße nach dem Friedhof stößt senkrecht ein Graben, der am Weg entlang führt. Dieser Graben bringt das Wasser von einem großen Riederschlagsgebiet. Bei starken Regen, besonders bei Gewittern, schossen die Waifer- maffen über den Weg und drangen in Gärten, Arbeitsplätze, Hofreiten und Keller ein. Dadurch wurden die Anwohner fast jedes Jahr empfindlich geschädigt. Aach einem schweren Gewitter im Sommer 1925 wurde beschlossen, diesen Mißstand abzustellen. Der Verbindungsweg wurde ausgefüllt und chauffiert. Die Seite nach dem Graben zu sollte gemauert werden. Dieser Plan wurde aber abgeändert und der Graben vorher geknickt, so daß er schräg auf den Weg stößt. Außerdem wurde der Durchlaß durch die Straße erweitert. Die Befürchtung, daß das Wasser an einer anderen Stelle übertreten und dort ähnlich schädigend wirken würde, hat sich glücklicherweise bei der diesjährigen Schneeschmelze, die mit starkem Degen verbunden war und sehr viel Wasser brachte, nicht bestätigt. Es konnte festgestellt werden, daß die durchgeführten Maßnahmen die Gefahr beseitigt haben. Kreis Büdingen. ow. Ober Widdershcim, 17. Febr. In diesen Tagen besuchte der Vertreter der Baseler Mission für Oberhessen, Missionar Saut aus Frankfurt, unser Kirchspiel. Er hielt am Sonntag Missionsgottesdienste in Ober-Widersheim und dem Filialdorf Borsdorf. In Unter-Widdersheirn wurde am Montagnachmittag eine Missions-Bet- ftunoe gehalten. Bei diesen Gottesdiensten wurden von Kindern mit passenden Versen Gaben der Konfirmanden, des Kindergottesdienstes und des Unter- Widdersheimer Bibelstundenkreises überreicht. An den Abenden der drei Tage führte der Missionar in den drei Kirchspielorten die zahlreich versammelten Gemeindeglieder an Hand vorzüglicher Lichtbilder auf das chinesische Missionsfeld. Es war ein Genuß, die wvhlgelungenen Bilder von Land und Leuten in China zu schauen, und durch die klaren Ausführungen des Redners, der 11 Jahre in China tätig war, wurde das Missionvinteresse neu belebt und gestärkt. Zur Förderung des Missionswerkes wurden 113 Missionvgaben gespendet. Auch Missionsschriften im Wert von 37 Mark wurden in den Gemeinden gern und freudig aufgenommen. Kreis Lcho-tcn. * Schotten, 17. Febr. Bei der Jagd - und Flschereiverpachtung des hessischen Forste amts Schotten wurde folgendes Ergebnis erzielt: Domanialjagdbezirk II (542 Hektar Wald, 6,6 Hektar Feld) Prof. Hahn-Schotten zum Pachtpreis von 485 Mk. jährlich, Fischereibezirk III (Hillersdach) Gastwirt Wilhelm Heß-Frankfurt 70 Mk. jähr- liche Pacht, Fischereibezirk IV (Ridder) Dr. K i l - b i n g c r ; Gießen und Th. Fischer- Hof Zwiefalten , jährliche Pacht 85 Mk. Die neuen Pachtpreise bedeuten gegenüber den Vorkriegspachten einen Rückgang von 50 Prozent. „?* Ober-Schmitten, 17. Febr. Trotzdem in der Nachkriegszeit von industrieller und privater Seite 22 F a m i l i e n w o h n u n g e n neu gebaut wurden, ist die Wohnungsnot hier noch immer groß. Unerträgliche Wohnungsverhaltnisse zwingen hiesige Bewohner zum Adwan- dcrn in andere Dörfer. So mieteten dieser Tage zwei Familien ein leergewordenes Gutshaus auf dem Neinhäuser Hof, um daselbst Wohnung zu nehmen. Sie wohnen fortan im Kreis Gießen, ihr Weg zur Arbeitsstätte führt durch den Kreis Büdingen, und sie arbeiten im Kreis Schotten. — Seit gestern ist der B r o t p r e i s für den Vierpfünder von 7 0 auf 60 Pf. herabgesetzt. Diese für den Verbraucher erfreuliche Maßnahme darf wohl darauf zurückgeführt werden, daß vier auswärtige Bäcker, die wöchentlich mehrmals mit Brot und Brötchen hierherkommen, einen scharfen Konkurrenzkampf führen. — Der Mannergesangverein veranstaltete am Sonntag einen Bunten Abend, zu dem sich die Mitglieder mit ihren Angehörigen zusammenfanden. Chorgesänge, Solovorträge, Musikstücke, ernste und heitere Darbietungen in wechselnder Folge gaben dem Abend das Gepräge und fanden eine beifallsfreudige Zuhörerschaft. Dankbar sei des Brudervereins aus Eichelsdorf gedacht, der durch seine Lieder und humoristischen Beiträge wesentlich zur Verschönerung des Sängerabends beitrug. Die „Dicke Elche" In der Försterei Eichelsdorf. * E i ch e l s d o r f, 17. Febr. Die Alterslast, der Regen und der viele Schnee haben die 1000jährige „Dicke Eiche" in der Tiefenstruth stark beschädigt. Der stärkste Seitenast, 140 Zentimeter unteren und 70 Zentimeter mittleren Durchmessers und von einer Länge von 25 Meter ist am vorigen Freitag abgebrochen und in die 30jährige Eichenschonung „Trautweinseichen" gestürzt. In seinen Tod hat er ^noch viel Jugend mitgenommen. Traurig streckt der Riesenstumpf seine zwei letzten Aeste, von denen auch der eine schon geborsten ist, in die Lust. Die Forstverwaltung will durch Auszementieren versuchen, dieses Wahrzeichen des Eichelbachtals — wenn auch als halbe Ruine — zu erhalten. Kreis Lauterbach. —.— Lauterbach, 17. Febr. Der für den 24. Febr. vorgesehene Rinder-undSchweine- markt wurde wegen der dauernd um sich greifenden Maul- und Klauenseuche behördlich verboten. Preußen. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 17. Febr. Die Maul- und Klauenseuche nimmt hier weitere Verbreitung. 9 Stück Rindvieh, meistens jüngeres, sind schon gefallen. — Das Schluß- und SchmerzenSstück unserer Wasserleitung, die Kreuzerstrahe, ist jetzt auch beendet bis auf einige Hausanschlüsse, so daß die Straßen wieder sämtlich passierbar find. Feuerspritze und Säugpumpen mußten ihr möglichstes leisten, daß die Arbeiten gemacht werden konnten. Zur Kanalisierung dieser Straße als Rotstandsarbeit hat der Staat eine Beihilfe versagt. Die Hausbesitzer haben sich daher gruppenweise zusammen- getan, um eine Entwässerung ihrer Grundstücke zu bewerkstelligen. Kreis Wetzlar. !—! G r o ß-R e ch t e n b a ch, 17. Febr. Für die 14 Orte umfassende Bürgermeisterei Groh-Rechtenbach ist vom Staate eine Wohnungsbaubeihilfe in Höhe von 100 000 Mk. zur Verfügung gestellt worden. Etwa 150 Antragsteller sind daraus zu bedenken. 1—1 Oberkleen, 17. Febr. Der Inhaber der hiesigen Gemeindejagd erhielt dieser Tage die Pachtzeit aus der Hand auf weitere 6 Jahre verlängert. Die Jagd, die bis jetzt einen jährlichen Betrag von 300 bis 400 Mark einbrachte, wurde nun für die Summe von 1800 Mk. verpachtet. Der Pächter, Direktor Roßlothen aus Thüringen, verpflichtete sich sogar, diesen neuen Betrag rückwirkend vom 1. April 1925 zu entrichten. In großzügiger Weise stellte Herr Rohkothen, Direktor eines Technikums, der hiesigen Volksschule einen Lichtbilderappa-- rat zur Verfügung. Kreis llfiitqen. !*—! Cleeberg, 17. Febr. Gestern mittag durchfuhr ein mit Vertretern der Stadt Butzbach besetztes Auto unser Dorf. Man wollte sich über die Wegeverhältnlsse der zu errichtenden Au tobus st recke von Butzbach über Pohl- Göns, Rieder- und Ober-Kleen, Cleeberg, Griedelbach nach Drandoberndorf unterrichten. Im allgemeinen stellte man fest, dah einige Wege einer wesentlichen Ausbesserung unterzogen werden mühten. Eine auf den 26. Februar in Butzbach angesetzte Versammlung soll nun über die endgültige Errichtung der geplanten Strecke Beschluß fassen. DiLlkreis. bl. Dillenburg, 17. Febr. Die Erwerb s l o s e n z i f f er des Dilltreis es beträgt z. Zt. etwa 2300. Dazu kommen noch 3000 Zuschlagsempfänger. Es ist ein leichter Rückgang festzustetten. bl. Ri oder scheid. 17. Febr. Die Gemeinde erbaut, anläßlich des Umbaues des Rathauses, auch eine Badeanstalt, die eine Airzahl Brause- und Wannenbäder enthalten soft und ganz neuzeitlich ausgestattet wird. Kreis Marburg. II Marburg, 17. Febr. Gestern früh gegen elf Uhr wurde ein junger Landwirt aus Ginseldorf auf dem Waldwege von dort nach Marburg von einem Manne a n g e h a l t e n und um eine Unterstützung gebeten. Als er ihm 10 Pfennig überreichen wollte, versuchte der Wegelagerer, ihm die Börse zu nehmen. Der Landwirt schlug den Mann jedoch mit seinem Knüppel nieder und setzte seinen Weg eiligst fort. Der Niedergeschlagene hatte sich bald wieder erholt und verfolgte mit noch zwei im Walde verborgenen Männern den Landwirt bis in die Nahe der Schießstande. Der Angreifer ist etwa 22 bis 25 Jahre alt, kräftig, Anflug eines Schnurrbarts, 1,65 bis 1,70 Meter groß, Heller Mantel, Helle Patschmütze, Sportstrümpfe. WSN. Marburg, 17. Febr. Der „Oberhess. Zig " zufolge ist der im Forstbezirk Meißenhain bei Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. 2llle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen ufto. sind -u richten an die Schachredartion des »Gießener Anzeigers". Problem Nr. 49. Don I. Kotrc. 8 6 5 3 2 4 h 8 7 6 5 4 3 2 1 „Andrews Turnier 1888“. Schwarz. b c d e f d e t ' g Weiß. Weih zieht und seht in drei Zügen matt. Weih: 9 Steine Kal, Dg3, Tf2, Tf8, Ba4, Bb5 Bc4, Bd3, Bc5. Schwarz: 6 Steine Kä7, Lh3, Ba5, Bc5, Be7, Bg4 in 1. e2-c4 1. e7-e5 Sb8-c6 2. 3. Sg8-f6 6. d7-d6 fordert das Bauernkorps des ein schwarzen Königsflügels zum entscheidenden Vorgehen auf. Wie sich später herausstellt, ist dies Lf8-c5 h7-h6 ins Gedränge. Rochade nach läßt ihm keine 13 14. h2-h3 15. Lg3-h2 16. Lh2xe5 2. Lfl-c4 3. Sbl — c3 4. d2-d3 5. Lcl-g5 6. Lg5-h4 7. Sc3-d5 Dieser Zug aber kein Vorteil für Weih, sondern eher solcher seines Gegners. 7 8. Lh4-g3 9. Lc4xd5 10. Ld5-b3 11. Sgl -e2 12. d3-d4 13. Ddl-d3 Der Textzug bezweckt wohl die der Damenseite, aber Rubinstein Zeit hierzu. 13. h6-h5! 14. h5-h4 15. Sg6-e2 7. §7-g5 8. Sf6xd5 9. Sc6-e7 10. Se7-g6 11. Dd8-f6! 12. e5xd4 Bogoljubow, welcher seinen Gegner aus dem theoretischen Gleichgewicht bringen wollte, kommt jetzt durch seine eigenartige Partieanlage selbst Partie Nr. 37. Gespielt im internationalen Schachturnier Moskau. Königsläuferspiel. Weih: Bogoljubow (Ruhland). Schwarz: Rubinstein (Polen). 4. 5. Dieser Austausch ist, wie leicht ersichtlich, erzwungen. 16 16. d6xe5 17. Dd3-b5-f- Hierdurch glückt es Weih noch, sich einiger- mähen aus der prekären Stellung zu befreien. 17 17. Dfö—c6 18. Db5xc6 18. b7xc6 19. Lb3-a4 20. Se2-cl 21. Sei -d3 19. Lc8-d7 20. F7 — f6 21. Lc5-b6 Die Läuferstellung aus e7 hätte sich hier besser bewährt. 22. c2—c41 Um Schwarz nicht zu dem Durchbruche c6—c5—c4 gelangen zu lassen. 22 22. d4xc3 23. b2xc3 Schwarz hat nun in der c-ßinie einen doppelten Mehrbauer: dieser minimale Vorteil bürste aber den Gewinn keineswegs klarstellen. 23 23. c6-c5 24. La4xd7+ 24. Ke8xd7 25. Sd3-b2 25. Kd7-c6 26. a2-a4 26. c5-c4 Befreit den Stellung, sicher! 27. Sb2xc4 28. Kel-e2 29. Thl-dl 30. TdlXd? 31. Tal-bl 32. Tbl-b4 33. Tb4-b3 34. Tb3-b4 Läufer aus seiner gedrückten aber Weih das Remis. 27. ThS-d8 28. Td8-d7 29. Ta8-d8~ — 30. Td8xd7 31. a7-a6 32. Td7-d8 33. Td8-d7 34. Td7-d8 .Unb remis im 47. Zuge. Losung des Problems Rr. 48. Don P. T. Deckwtth. 1. Dhl-h2, Kf3 2. Lb6! etc. 1 Kd4 2. Df4! etc. 1 . Ke4, 2. Lc7! etc. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttvnSttsch. Der Herr Hosrat. Der Herzog der „Meininger" hatte einen Untertanen, der sich brennend nach dem „Hofrat" sehnte. Aber er kam nicht. Run hatte besagter Herr einst Gelegenheit, sich in einem irgendwas betreffenden Gesuche an den Herzog wenden zu dürfen. Am Schluß des Gesuches schrieb er, vom HosratSteufer getrieben, ungefähr: „Danz nebenbei gestatte ich mir noch zu bemerfen, daß ich sehr oft von den Leuten mit , Hofrat" angeredet werde. Ich bin es nun aber doch nicht und weih nicht, waS ich mir dabei denken soll." Das Gesuch kam zurück. Wie es sonst erledigt wurde, ist hier Rebensache, aber neben der klotzigen Anspielung auf den Hofrat, „ich weih nicht, was ich mir £abei denken soll", stand am Rande von des Herzogs Hand geschrieben: „Denken Sie nichts dabei!" Organisation. Zwei Bettler wollen trotz der schlechten Zeiten ihr Glück in einer großen Fabrik probieren. Der eine wartet vor dem Eingang, indes der andere es inzwischen durchsetzt, trotz des Widerstandes des Kontorpersonals, in das Allerheiligste, ins Bureau des Direktors zu gelangen. Der Direktor hört ihn ruhig an, drückt dann einen Stempel auf einen Zettel und sagt zu dem Mann: „Damit gehen Sie jetzt zum Prokuristen." Der Prokurist sieht das Papier an, drückt einen Stempel darauf und sagt: „Damit gehen Sie zum Kassier." Der Kassier sieht's an, drückt einen Stempel daraus und sagt: „Damit gehen Die jetzt zmn Portier." Der Portier sieht das Schreiben an, packt den Bettler am Kragen und wirft ihn, ohne ein Wort zu sagen, hinaus. Der Kollege außen ruft erfreut: „Du warst lange drin, was hast du bekommen?" „Bekommen hab' ich nichts, aber eine Organisation haben die Leute — grohartigi" Dbernburg gelegene Kal krücken mit der dort befindlichen Dolomithöhle als Naturschutz d e n k m a l erklärt worden. Der Eingang der Höhle ist fast ganz verschüttet: jedoch erkennt man schon am Eingang Tropfsteinbildungen. Jedenfalls entspricht die Höhle den Zechsteinhöhlen im Harz. Es kann angenommen werden, daß sie bereits zur Eiszeit bewohnt gewesen war. Auf alle Fälle wäre es ein dankbares Forschungsgebiet, einmal tzn die Räumung der Höhle heranzugehen. Maingau. WSR. H ö ch st a. M., 17. Febr. In ihrer Wohnung im Wingertsweb wurde heute morgen die Witwe Thoma mit ihrem achtjährigen Jungen durch Gas vergiftet lot aufgefunden. Die Frau war schon seit längerer Zelt leidend und hat das Kind mit in den Tod genommen, da sie für dessen Zukunft fürchtete. Kirche und Schule. Von der Dorfkirche. i. Wie im vorigen Jahre für das südliche Oberhessen, so hat die „Bereinigung der Freunde der Dorfkirche" jetzt für das nördliche Oberhessen zwei Tagungen für Kirchen- vorsteher eingerichtet. Diese finden statt in Schlitz am 1. März unb in Rieder-Ge- munden am 8. März. Die Predigt in den Grösfnungsgottesdiensten hat der Superintendent von Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, übernommen. Das Referat über das Thema: „Kir- chenvorsteher und Kirchengemeindevertreter und das gottesdienstliche Leben der Gemeinde" liegt in den Händen des Prälaten D. Dr. Diehl. Zur Herausgabe einer hessischen Kirchengeschichte. * Seit einer Reihe von Jahren erwarten die Religionslehrer der hessischen 'Volksschulen eine Kirchengeschichte für die Volksschulen Hessens, da der kirchengeschichtliche Anhang zum Eulerschen Katechismus nicht mehr den Anforderungen unserer Zeit entspricht. 3n der vergangenen Woche tagte in D a r m ft a b t unter dem Vorsitz deö Prälaten D. Dr. Diehl eine von der Kirchenregierung mit der Herausgabe einer „Kirchengeschichte" beauftragte Kommission. um über Stosfauswahl und Form der Deröfsentlichung zu beraten. Zunächst soll ein von Prälat D. Dr. Diehl zusammengestelltes „Quellen buch zur K i r ch e n g e s ch i ch t e", das mehr für die Hand des Lehrers gedacht ist, herausgebracht werden. ES soll ein kirchen- geschichtliches Heimatbuch werden. daS jedoch an keiner Stelle unterlassen soll, den Blick auf die Gesamtgeschichte der evangelischen Kirche hin- zulenken. Rach Erscheinen des „Quellenbuches" soll ein von Quellenstücken durchsetztes Buch für Die Hand des Schülers geschaffen werden. Aus der Statistik des cvstl. Dekanats Büdingen. )( Büdingen, 17. Febr. Aus dem Rechenschaftsbericht des Dekanats Büdingen für 1 9 23 und 1 924 ist hervorzuheben: Im Innern erneuert wurden die Kirchen auf dem Herrnhag, zu Wenings und Stammheim, in Bergheim wurde eine neue Kirchenorgel angeschafft, neue Kirchenglocken erhielten die Kirchen in Langenbergheim, Rinderbüge» und Usenborn. In Lindheim wurde die elektrische Kirchenbeleuchtung cingesühtt, in Rohrbach eine neue Klrck-enuhr angeschafft, in Enzheim Kirchenheizung angelegt. Das Dekanat umfaßt 21 Pfarreien mit 40 bzw. 46 Gemeinden, die Zahl der Evangelischen betrug in 1923: 22 686, in 1924: 22 935. 251 Personen leben von der Landeskirche getrennt, darunter 173 Altlutheraner und 78 Angehörige verschiedener Sekten. Zwei Personen traten von der katholischen Kirche, sechs Personen von sonstigen Gemeinschaften zur eogl. Kirche über. Dagegen trat eine Person zur katholischen Kirche, zwei zu sonstigen Gemeinschaften über, zwei vollzogen iijrdn Austritt aus der eogl. Kirche ohne Uebertritt. Die Zahl der evangelisch eingesegneten Ehen betrug 201 bzw. 181, es kamen drei Trauungeverweigerungen vor. Es wurden in beiden Jahren je 516 Kinder getauft, Taufverweigerungen kamen nicht vor, konfirmiert wurden 496 bzw. 485 Kinder, kirchlich beerdigt wurden 262 bzw. 277 Personen. Der Kirchenbesuch der Erwachsenen erfuhr eine kleine Steigerung und stieg von 24 Prozent im Jahre 1917, 1922 auf 26,7 Prozent bzw. 24,7 Prozent im Jahre 1923 bzw. 1924; er betrug an den drei Zählsonntagen 12134 bzw. Zum fest schmaus € i'e?< - Nudeln 11947 Erwachsene. Der Abendmahlsbesuch stellte fich in 1923 auf 11622. in 1924 auf 11305 Teilnehmer und weift einen bedauerlichen Rückgang gegen die Vorjahre auf; die Durchschnittszahlen betragen in 1923 76 Prozent, in 1924 73,9 Prozent, während fie z. B. im benachbarten Dekanat Nidda fast das Doppelte betragen. An Liebesgaben gingen in 1924 ein: für die Heidenmission 2167 Mark, Innere Mission 6937 Mk., Ev. Bund 1165 Mk., Gustav-Adolf-Verein 1184 Mk., Kirchenkollekten 3187 Mk., Gaden für Arme 1720 Mk., für sonstige Zwecke 4995 Mk., zusammen 21 355 Mk., d. h. 2850 Mark mehr als in 1913, auf den Kopf der eo. Bevölkerung ausgerechnet 0,93 Mk. in 1924 gegenüber 0,83 Mk. in 1913. Nack dem Bericht wird fast in allen Gemeinden über das Ueberhandnehmen der Festlichkeiten geklagt, ferner darüber, daß ,Hie Festlichkeiten öfters wie früher auf Samstag abend aelegt werden, um den Sonntagmargen zum Ausschlafen und den Sonntagnachmittag zur Nachfeier au benutzen; das schlechte Vorbild der Kreisstadt Büdingen macht Schule". Hier und da zeigt sich auch ein vertieftes und verstärktes Verlangen nach Gottes Wort, nach Gemeinschaft mit Gott, nach brüderlicher Liebesge- m"infchaft und nach rechter Lebensheiligung. Für die Gesundung unseres Volkes ist es nötig, daß diese Gesinnung überall wieder an Einfluß gewinnt und fießt _________ Wirtschaft. Der Agrarkreditplan der Golddiskontbank. Es ist überflüssig, über die Notwendigkeit der Kreditzuführung an die schwer ringende Landwirtschaft viele Worte zu Deriieren. Die deutsche Landwirtschaft hat durch die Inflationszeit ihr Betriebskapital verloren, die kurzfristigen und mit viel zu hohen Zinsen belasteten Kredite der ersten StabilisierungSjahre waren keine wirksame Hilfe, nach wie vor besteht ein Mangel an lang befristeten Krediten zu erträglichen Zinssätzen. Ein kurzfristiger etwa l2prozentiger Kredit bedeutet bei der Eigenart des landwirtschaftlichen Betriebes mit seinen langen Umschlagssristen eher eine Gefahr als eine wirkliche Hifte. Aus verschiedene Weise hat man bereits mehr oder minder wirksame Kredite gegeben. Erinnert sei an die Pfandbrief anleihe der Renten-- banf in Höhe von 25 Millionen Dollar, deren Erlös an die Landwirtschaft gegen hypothekarische Sicherstellung ausgeglichen werden soll. Trotz der neuerlichen Ermäßigung des Zinssatzes auf 10,5 Prozent für den letzten Kreditnehmer scheint dieser Kredit zu teuer, einen Vorteil bedeuten allerdings die langen Lauftristen. Es seien weiter angeführt die Bereitstellung von 60 Millionen Mark zur Stickstoffversorgung, die Dersügbar- machung von 65 Millionen Mark für Zwecke der landwirtschaftlichen Besiedelung und die Bestrebungen zur Erlangung einer Ausfallgarantie des Reiches beim Kalibezug. So wertvoll die zuletzt angeführten Kredite im einzelnen auch sein mögen, eine allgemeine und durchgreifende Hilfe stellen sie nicht dar. Eine solche Hilfe kann nur in der Bersügbarmachung größerer, langfristig gebotener Mittel zu erträglichem Zinssatz gesehen werden. Das Angebot der Deutschen Golddiskontbank an die Rentenban^reditanstalt, das dieser die Gewährung eines drei- bis fünfjährigen hypothekarischen Zwischenkredits ermöglichen soll, ist ein beachtenswerter Fortschritt in der Lösung der landwirtschaftlichen Kreditfrage. Es sei kurz auf die Entstehung des Planes hingewiesen. Die Deutsche Golddiskontbank ist aus währungspolitischen Gründen an der Entwicklung der deutschen Landwirtschaft stark interessiert. Man hofft durch Zuführung von Krediten, daß die intensive Bewirtschaftung gefördert und der, für die Gestaltung unserer Zahlungsbilanz so ungünstige Import von Rahrungsmitteln vermindert werde. Es darf als Tatsache unterstellt werden, daß die Tlnterstuhung der Landwirtschaft nicht einseitige Hilfe für einen Stand, sondern Förderung des Bolksganzen bedeutet. Die Gold- diskontbank, die ja praktisch ein durch Personalunion verbundenes Tochterinstitut der Reichsbank ist. will mit der bisherigen Handhabung, der Landwirftchast untragbare Zinslasten aufzulegen, brechen. Ferner soll durch die neue Kreditaktion verhütet werden, daß die Landwirtschaft mit ihrem gesamten Kreditbedürfnis auf den Geld- und Kapitalmarkt drückt und so den Zinsfuß in feiner Entwicklung ungünstig beeinflußt. Betrachten wir uns den Plan selbst, so taucht zunächst die Frage nach Höhe und Herkunft der verfügbaren Summen auf. Man nimmt an, daß das gesamte Kapital der Golddiskontbank in Höhe von 200 Millionen Mark zur Verfügung steht, dazu kommen die Gewinnnreserven, etwa 10 Millionen Mark, ferner alle die Beträge, die die Golddiskontbank dem Marft und den öffentlichen Stellen in der Form von Schuldscheinen zu verkaufen in der Lage ist. Gs werden also keine Maximalschähungen abgegeben, aber auch ohne das ist ersichtlich, daß es sich um eine bedeutungsvolle Hilfe handelt, allein in Ansehung der beiden oben genannten Beträge. Bei der Frage nach der Herkunft des Geldes sind zwei Hauptquellen zu berücksichtigen. Die eine ist das eigene Kapital der Godldiskontbank, die andere die Aufnahmefähigkeit des heimischen Geldmarktes für den Verkauf der Schuldscheine, denn um solche handelt es sich, wie wir weiter unten sehen werden. Hier ist der Versuch, eine Brücke zwischen dem überströmenden Geld- und dem außerordentlich knappen Kapitalmarkt zu schlagen, außerordentlich bemerlenswert. Insbesondere wird dabei an die Anlage der öffentlichen Gelder gedacht, wobei man freilich etwas im Zweifel sein kann, ob sich dieser Optimismus rechtfertigt. Rach der Beantwortung der Fragen nach Höhe und Herkunft der Gelder kämen wir zu dem wichtigsten Punkt, den Kreditbedingungen. Es handelt sich um eine Beleihung des Grund unb Dodens bis zu 33»/, Prozent des Wehrbeitrag- wertes. Eine Löschung der Auswertungshypothe- ken ist hierbei nicht Voraussetzung. Die entstehenden Hypothekarschuldscheine lauten auf Reichsmark, es werden hier zum ersten Mal wieder Ilaufelfreie Reichsmark in die Grundbücher gebracht. Die laufenden Zinsen sollen einschließlich aller Derwaltungskoflenbeiträge nicht höher als N/° Prozent sein, an einmaligen Kosten werden nur ö/4 Prozent gekürzt, so daß jeweils 983'< Prozent der betreffenden Summe zur Auszahlung gelangen. Die Zinslasten bewegen sich, unter Berücksichtigung der Tatsache, daß der Durch- schnittssah der Bankkredite noch immer 12' -2 Prozent ist, in relativ erträglicher Höhe. Die zeitliche Begrenzung der Kredithingabe ersieht man daraus, daß nach den Bestimmungen ein Drittel nach drei Jahren, ein weiteres Drittel nach vier Jahren und das letzte Drittel nach fünf Jahren, vom Beginn der Lauftrist an gerechnet, zurückgezahlt werden soll. Wichttg ist. daß die Kredite auch vor diesen Fristen, nämlich jederzeit zurückgezahft werden können. Der Landwirtschaft soll durch diese Kredithingabe eine Atempause gewährt werden. Man will dem Landwirt Gelegenheit geben, die „eingefrorenen Wechsel" der Banken und ® erraff en - schäften einlösen zu können. Ferner soll auf Förderung der Produktivität bei der Kveditzu» teilung in erster Linie gesehen werden. Es werden für die Kreditgewährung besondere Richtlinien aufgestellt, wobei man die naheliegende Gefahr eines Schematismus bermeiixm will. Bor allen Dingen will man von einer Kontingentierung und der Festsetzung bestimmter Quoten absehen. Es bleibt abzuwarten, wie die Gvlb- diskvntbank bei der Hergabe verfahren wird, bei der Eigenart und Verschiedenheit der landwirtschaftlichen Betriebe wird es nicht immer leicht sein, Fehler zu vermeiden. Interessant ist es. daß man in den Kreisen der landwirftchaftlichen Genoftenschaften die bevorstehende Kreditaktion begrüßt, dabei aber darauf hinweift, daß die nunmehr der Landwirtschaft zufließenden Summen nicht zu einer neuen Verschuldung führen dürfen, daß man vielmehr den Zeitpunkt für gekommen erachtet, die kurzfristigen Persvnalkredrte in langfristige Realkredite umzuwandeln. Dieser bereits oben erwähnte Puntt gewinnt an Interesse, wenn man chört, daß die Preußenkasse noch immer 1200 Millionen Mark ländliche Forderungen haben soll. Die Genoftenschaften wünschen bei der Zubringertätigkeit besonders berücksichtigt zu werden, ein Verlangen, das bei dem Hochstand der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften durchaus berechtigt erscheint. Um Zweifel zu beseitigen, sei besonders betont, daß die Zuführung weiterer Kredite, besonders von Auslandskrediten, durch die laufende Aktion nicht abgeschnitten werden soll. Voraussetzung hierfür wäre freilich, daß fich diese Kredite zu erträglichem Zinssatz abschliehen lassen. Hans M. Müller. Die Geldbewegung bei der Reichs- hauptkasse im Januar. Nach den Mitteilungen des Reichsfinanzministeriums hak sich für die Zeit vom April 1925 bis Januar 1926 ein Zukchuß- bedarf von 188 835 145 Rm. und für den Monat Januar 1926 ein Zuschußbedarf von 26 191 391 Rm. ergeben. Die schwebende Schuld hat am 31. Januar 1926 einen Stand von 70 847 600 Rm. erreicht. Berliner Börse. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".') Berlin, 18. Febr. Der Effektenmarkt stand heute unter dem Zeichen mangelnder Beteiligung des Publikums. Die Börse blieb in der Hauptsache unter sich, infolgedessen verlief das Geschäft außerordentlich still. Die Tendenz war unsicher und etwas niedriger, da nach den gestrigen Kursbefserungen Gewinnmitnahmen erfolgten. Während der ersten Stunde konnte man noch nicht einmal in Spezialwerten größere Umsätze beobachten, wie dies sonst an stillen Börsen- tagen der Fall ist. Das Ausbleiben der auswärtigen Käufer wirkte verstimmend auf die Spekulation, die infolge der heutigen Differenzzahlungen kaum Mittel für nennenswerte Käufe frei hatte. Am Montanmarkt touröen die Verhandlungen innerhalb der Vereinigten Stahlwerke A.-G. stärker beachtet, die jedoch entgegen den Erwartungen der Börse ein positives Ergebnis nicht gezeitigt haben. Am Montanmarkt kam daher die Lustlosigkeit am stärksten zum Ausdruck. Später flackerte etwas Interesse für Freigabewerte auf, da fich in den nächsten Monat das amerikanische Parlament mit der Rückgabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums beschäftigen soll. Besonders Schiff- fahrtswerte zogen hierauf etwas an. wenn auch ihre Haftung nicht so entschieden fest war, wie an den letzten Dörsentagen. Günstige Ab- sahschahungen im Kalishndikat bewirkten einige Meinung für diese Werte. Im übrigen war die Kursgestaltung recht farblos. Am Geldmarkt war TageSgeld etwas stärker gefragt. Der Satz ist unverändert 41/2 bis 6’A, Proz. Wechselmaterial lag kaum vor. Der Diskontsatz stellte sich auf 6 bis 6* 2 Proz. Privatdiskonten hatten nur unter dieser Rvtiz älmsähe zu verzeichnen. Im Devisen» er kehr war Paris gegen London eine Kleinigkeit gebessert mit 133,50. Die übrigen Valuten sind nicht wesentlich verändert. frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „(Siebener Anzeigers".) Frankfurt a. M.. 18. Febr. Tendenz: Ruhig. — Die Börse eröffnete an den Aktienmärkten wieder unsicher. Die Llnterneh- mungslust war äußerst gering, weshalb sich bas Geschäft in kleinem Rahmen bewegte. Im allgemeinen bot die Börse das gleiche Bild wie gestern. Aktienwerte, die etwas vernachlässigt blieben, zeigten gegenüber dem gestrigen Stande keine nennenswerten Veränderungen. Geringfügige Besserungen waren jedoch übettoiegenb, so daß die Stimmung als behauptet bezeichnet werden kann. Rur am ausländischen Renten markt konnte sich etwas regeres Geschäft entwickeln. Türken und Russen beanspruchten wieder größeres Interesse. Stark begehrt waren vor allem Zolltürken, Bagdad unb 08er Russen, die neue Steigerungen aufzuweisen hatten. Türkenlose notierten 24. Auch ungarische Renten waren gefragt. Deutsche Anleihen hatten dagegen nur geringes Geschäft. Kriegsanleihen wurden anfangs etwas lebhafter gehandelt, der Kurs mußte aber im weiteren Verlaufe wieder nachgeben (0,440). Am Montanmarkt war die Kursbewegung unregelmäßig. Niedriger wurden Buderus, Glöckner-Werke. Mansfelder und Phönix, gebessert waren: Ilse-Bergbau. Deutsch-Lux und Rheinische Braunkohlen. Farbwerte waren um 1 Proz. gedrückt. Auch am Elektro markt war die Stimmung etwas schwächer. Rur Lahmeyer konnten sich infolge vermehrter Nachfrage steigern. Bankaktien weiter begünstigt. An der Spitze standen Berliner Handel, die in Rachwirkung der guten Bilanz um 0,5 Proz höher gingen. Reichsbankanteile plus 0,5 Prvz. Bahr. Hypothekenbank plus 1.5 Proz. Schiffahrtsaktien waren kaum verändert. Don A u t o a 11 i e n erzielten Kleyer eine weitere Besserung um 0,5 Prvz. Recht fest lagen ferner Zellstoffwerke. Zucker- a 11 i e n neigten eher etwas zum Rachgeben. Der Kassamarkt der Industriepapiere verkehrte in uneinheitlicher Haltung. Der Freiverkehr war sehr still. Beckerstahl 45 Proz., Beckerckohle 61. Benz 39, Brown-Boveri 71,5, Growag 54, Krügershall 90,5, Ufa 61 Proz. Im weiteren Verlaufe der Börse setzten sich die Steigerungen am Bankaktienmarfte fort. Hiervon wurde die allgemeine Tendenz günstig beeinflußt, so daß sich die allgemeine Tendenz leicht befestigte. Der Geldmarkt steht weiterhin im Zeichen großer Flüssigkeit. Monatsgeld unverändert 6 bis 81/' Proz je nach Adrefte. Tagesgeld 5i 2 Proz BanDiSkrmten 5’ s Proz. Industrieakzepte 6-V; Proz. Im Devlfenverkehr war das englische Pftuck» wieder etwas fester mit 4,86' 1fi gegen Kabel. Auch Paris batte gegen London eine geringe Besserung auf 133,50 aufzuweisen. Börsenkurse. > Frankfurt a.M. Berlin flurt 1 l.Utzr. flnre Schluh. Anfang 'tu— Datum: | 17.3- | 18- - 17.2 | 18 2 5% Deutsche RcichSanleihe • 4®/o Deutsche Reichsanleihe ■ Deutsche ReichSanleib« 0.445 '.440 il.4225 ! 0,440 0 400 0.4275 0,4075 0 4475 0.43 3% Deutsche RcichSauleihe Deutsche Sparprämienan leihe 0,450 0,275 — 0.485 0 26 0,53 4°/« Preußische ÄoidelB ■ . . <® * Hellen........ 0,420 — 0.4075 1.4275 0,400 — 0 41 — 3*/=% Hellen ... ...... 3% Hellen........... -* 0 39 * 0 43 0,39 — Deutsche 'Derrb. Dvllar-Anl. !>0 25 — 92 —— dto- Dov-Schall-Anweilng.-) 99.05 — 99,2 —- 4°/o Zolltürktzn....... 10.09 11 25 — -* 5°/e Goldmettkaner .... 42 42 •— *- Berliner Handelsgesellschaft. ßomntec^ und Privat-Bewt 148,7* 1 8.,-* 149,2- 109,7* 149* 109 5- 109,7” Darmst. und Naiionalbank 130 5* 1.11‘ 129 !l- 12'1.5- Deutsche Bank........ 129,5- 129,7- 129.9- 129,1- Deutsche BereinSbank - - . . — DiScomo Lommandii Metalldank.......... 122* 123.3- 122,2- 80 2 Mitteldeutsche Creditbank . 100 4* 101- 101- Ocsterreichische Credrtanstalt 7.05 6.9 7 Wcstbrmk ......... 0.033 0 03'J — Bochumer Gaß ...... 87" — 88* L'8* Budcri'S ......... 44.5 <4 4.1.5 43.74 Taro ............ Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. 45.12* — 45- 89.5- 91- 90- 89 9* 91- 89.9* Sarpencr Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben.... 110.5- 116 — 112.5- 115.5 111 5* 110- Kaliwerk Westeregeln..... 119 - 19,12 119,75 klaurahütte - ....... 36 — 35 75 37 Oberbedarf.....• • « • . Phönix Bergbau ...... Rheinstahl ....... sichel. ......... Zellstoff Waldhos...... Zuckerfabrik Frankenthal . . 6 6 — 103 43 62 ! 104 75 43 5 103 25 105,25 - Zuckerfabrik Waabäukel . . 43 9 44 — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt cu M. Telegraphische Auszahlung. 17 Jebr. 18 Febr. Amtliche Noti runa Amtliche Geld totierung Brief Geld Bries Ämst-Äton 168.0» 108,48 168 11 1.7-0 M,«3 Bucn.-ÄireS 1.724 1,723 1..21 Brss.-Antw 19 07 19,11 19,07 19.11 Cbrisiiania. 87.91 88.13 87,67 87.89 Kopenhagen 108,7« 199 24 108,54 108,92 Stockholm 112.27 112,35 112.28 112,50 Helstngfors 10 65 10,59 10.551 10,691 Ätoliri, ■ . 10 91 16. «6 15 «2 18,90 London. -0.40, 20,452 20,401 20,45'. Ncuyork . 4.105 4,205 4,195 <,S»5 Paris. • . 15.19 5.23 15,28 15.32 Schweiz . Spanien. g-apan . . . 9tio de Jan >» 77 80.97 80,78 SO.98 59.0» 59,23 59,18 59,32 1.9j8 1,942 .943 1,847 > 631 1.621 0.623 Wien in D- Oest. abgest i9.0t 59,18 59,03 69,17 Prag .... 12.418 13,45> 12,421 7.38 12,481 Belgrad . . 7.38 7 30 7,40 Budapest. ■ Bulaorien »,872 ->.8U3 5,878 5.89 3,045 3,055 3.055 3,063 Lissabon 21 242 21.295 21,245 ;1,295 Danzig. . 80 «1 81 1' 80,Ml 81,10 .stonst.ntin- 2.197 2,207 1.145 2,195 Atben li 04 6 Oli 99 6.01 Canada. . 4 179 4.189 4.178 1,188 Uruguay 4,325 4,835 4.325 4,335 Banknoten. Berlin, 17 Febr Geld Briet Amerikanische Note»..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten........ Fran;ösische Noten..... Holländische Noten ..... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Dcutsch'Oesterr-, n 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten..... . Spanische 9it>ren ...... Tschechoslowakische Noten .. Ungar,sche Note« ... 1.189 19 02 108,73 20,117 15,39 187,73 18 to 87.73 58.96 111.92 H),87 5ÖJ6 12,895 5.84 4.209 19 12 109,27 20,47 n 47 168.57 17,01 81 17 59,26 112,48 81,07 59,43 13.455 5,88 eyr :AJVJSCHE,’I F.WÖLFF&SOHN KARLSRUHE Serfc »o1 K M« ]eo? । nr. 42 Sithentt ' "fittrnc Vie L Ni 1* Aeichs^ 3m 5 tags muri leitete 2lut das neue, ^nächst ler sowie den Ttani Seiten be$ derdeu eignete 2 Den Erllc btt gemei §r. Lut daß die 5 3uiamr Kräfte z Wunsch bi faltend Hierbei f feMgen , gegen de Aussprache Mrde. 3m ein Aeinhvl sah, dah t< gen gem örücklichst; sündigten C als Teilmi Programmi die Absicht für die De füMg zu jellc leine werden, di 3nterefsan gemachte i giermg gi der Errverl fünfzig Mi Mm. W- nrn der ’S weiden, fv lvfenunteri Produli Die hierf träge bet beitragen, stützen und 3 m gr ausstelli einmal beg! die '3eranf< und beehre Monopol dü Ziehen seir kungen ven noch kein Aeinhold h ^nkfachvei bonkpräfide men könne Anleihe wnne. $o' rgtel nod uch die ti Zukunft t ^nunen, q ^echt ver ™ Dorn 5o5en An arbeit ^rität i Erteilung ^gronnns ?n9 einesf Ä an d land vff: Ml ö(btt>ierioi( Nachdmck verboten. 24. Fortsetzung. Alleinverkauf S©it@l*SW©S£ 81 1533a für Gießen und Umgegend Steiners Parat ies-Betten Sein oder Nichtsein Ein Kriminalroman von der Wasserkante. Von Moritz Schäfer. nierung spielerisch in den Schoß warf, waren keineswegs aus de mUeberfluß geschöpft. Gewiß, die Million war ja damals schon eine entthronte Größe, aber immerhin noch ein Faktor, mit dem man zu rechnen hatte, selbst wenn man Mühlfeld hieß und „white natives“ direkt importierte. Der fchöne, freigebige Fedor war dann auch plötzlich auf der Suche nach einem „Nebenerwerb“, und als ihm Lorenzen die Gefolgschaft verweigerte, bedeutete das nicht nur einen Zusammenbruch kühner Hoffnungen. Freilich dachte er nicht daran, das Projekt aufzugeben: jetzt mußte halt sein Spezi Heinemann an dem Geschäft partizipieren, der erprobte Heinemann aus der Fürsorgeanstalt, der als Schieber sein Meisterstück längst gemacht hatte. Allerdings war Heinemann eine Figur, die man nur der Not gehorchend zu kühnerem Zuge vorschob: aber Fedor hatte keine andere Wahl. Wenn der Mensch xinmal mattgesetzt wurde, was kaum zu befürchten stand, würde sich fein Drahtzieher schon salvieren. Auch Lorenzen, der Mitwisser der Mühlfeldschen Herzensgeheimnisse, mußte so weit gebracht werden, daß er bürgerlich erledigt war. Ein Zeuge, der selbst von der stolzen Höhe seiner Ehrpusseligkeit herabgestiegen ist, kann von einem Manne, der sein Per- fonalregister fleckenfrei weiß, leicht an die Wand gequetscht werden. Lorenzen mußte im Sinne des Gesetzes straffällig werden, das war Mühlfelds nächste Aufgabe, die er mit aller Energie verfolgte. Er hatte es verstanden, den Bankier die Ueber- lassung des Depots als reinen Freundschaftsdienst aufzureden, und er war entschlossen, jede Formalität, welche die Uebertragung der Wertpapiere schriftlich regelte, als Beleidigung abzuweisen. Aber in seiner Vertrauensseligkeit kam Lorenzen den Plänen Mühlfelds entgegen. Der Depotschein blieb in seinen Händen und bildete eine Waffe, die er anzuwenden dachte. Lorenzen durfte nicht in die Lage versetzt werden, das Manko aufzubringen, bevor Mühlfelds Früchte reiften. Es galt, seinen Kredit zu erschüttern, seinem geschäftlichen Renommee einen tödlichen Stoß zu versetzen. Mit ausgesuchtem Raffinement verstand es Mühlfeld, die Gerüchte von Lorenzens Insolvenz auszustreuen und zu verbreiten. Zechlins Mißtrauen mit allen Wassern Gewaschenen, daß der Ehrlichkeitsfanatiker wie jeder Mensch, der auf Superlative eingeschworen ist, leichter als irgendein Dutzendmensch von einem Extrem ins andere taumeln werde, wenn man ihn richtig beackerte. Er wollte dem guten Thomas die Flötentöne schon beibringen, mit denen man die Gimpel auf den Leim lockt! So ganz allmählich wollte er ihn einweihen in die hohe Kunst, ohne Mühe und Schweiß den Besitz zu ungeahnten Potenzen zu erheben. Wollte ihm zeigen, daß ein verschobener Wagen mehr einbringt, als ein halbes Jahr „schuften", und daß es ein Verbrechen fei, Korn zu dreschen, aus dem der Staat dicke Kuchen für sich selber backe. Für diese seine Lehre, die er allein nicht zu rationeller Nutzanwendung führen konnte, glaubte Mühlfeld den Bankier um so eher gewinnen zu können, als er Mühlfeld mehrmals geklagt hatte, daß er, ohne daß feine Buchführung anerkannt werde, zu weit höheren Sätzen in der Steuer veranlagt worden fei, als nach Gesetz und Recht zulässig wäre. Lorenzen hatte einen dauernden Kampf mit der Veranlagungsbehörde durchzuführen, ohne daß der Erfolg auf seiner Seite gestanden hatte. So war er gegen den Fiskus erbittert, und auch die hochmögende Kundschaft reizte ihn oft durch ihre Verständnislosigkeit für durchaus gerechte Anforderungen. Dieser Mann schien Mühlfeld reif zu seinen Zwecken, und als ihm der Augenblick gekommen schien, rückte er mit seinem Plan heraus. Es war eine schwere Enttäuschung für den Versucher, als Lorenzen standhaft blieb. Die Lebensweise des eleganten Nichtstuers verschlang enorme Summen. Sonjas Erbe unangetastet zu lassen und durch mühelosen Kursgewinn zu mehren, war fein Streben. Was ihm die Einkünfte feines Depots bei Lorenzen und die Spekulationsgewinne einbrachten, hätte zwar hingereicht, eine zahlreiche Familie auch bei verwohnten Ansprüchen einen luxuriösen Haushalt führen zu lassen. Doch die kapriziösen Passionen des Lebemanns, der sich vom Rennstall bis zum Kammerdiener, vom Perserteppich bis zum edelsteininkrustierten Nargileh, von der selbstkomponierten Edelkrawatte bis zum Kapdiamanten seiner kleinen „Mädels vom Chanson" keinen Genuß versagte, verschlangen Unsummen. Die Summen, die er Lorenzen mit dem Lächeln des Grandseigneurs zu dessen Sa- Dieses Depot seiner Heimgegangenen Freundin brachte Fedor auf die Idee, die er Lorenzen entwickelt hatte. Von dem Grundsatz ausgehend, daß es besser sei, auf dem Dorfe der Erste, als in der Stadt der Zweite zu fein, hatte Mühlfeld seinen Wohnsitz, als er dreißig Jahre alt und etwas bequemer geworden, von Berlin nach Schwerin, und da er dies zu „spießbürgerlich" sand, nach Rostock verlegt. Hier konnte er zur Geltung kommen, hier verschwand seine gepflegte Eleganz nicht in der Menge. Hier war er der Adonis in Reinkultur, und alles, was nicht in „Kohm und Hering" fein Genüge fand, huldigte dem fo glänzend aufgegangenen Stern. Den Besitz Sonjas ließ er in Dänemark liegen, und fein im Inlands sauer genug erworbenes Geld — durch Spekulation, Schiebung und allerlei diskrete Geschäfte, die hart am Staatsanwalt vorbei führten, in der Tat sauer genug erworben — legte er bei Lorenzen an. Der gute Thomas wurde von Mühlfeld mit besonderer Gunst ausgezeichnet. (Einmal galt er was im Lande und war mit feiner Reellität unbezahlbar. Wer seinen „Zaster" hinter Lorenzens Kassengewölben lagern hatte, war eine Persönlichkeit, und der Nimbus strengster Rechtlichkeit, der die Firma umschwebte, warf feinen Strahlenglanz auch auf die Kundschaft. Das waren lauter feiste Gesellen, runde fette Geldsäcke, gewissermaßen eine Brüdergemeinde, in die aufgenommen zu werden als besondere Ehre galt. Später freilich war das anders geworden, da operierte Lorenzen auch mit kleinen Leuten. Oft genug hatte Mühlfeld den Freund gemahnt, er solle doch den Ruf feiner Exklusivität nicht aufs Spiel setzen. Doch der Bankier hatte lächelnd abgew'ehrt. „Wie soll ich denn das machen, lieber Fedor," hatte er gesagt, „ich kann doch die Leute, die mir ihre Spargroschen bringen, nicht abweisen." Er konnte nicht? Nun, so sollte er es jetzt büßen. Der zweite Grund, warum sich Mühlfeld fo eng an Lorenzen anschloß, war die gute Witterung des war durch seine^ Initiative geweckt, und die Nachricht, daß die Junker begannen, ihre Gelder zurückzu- ziehen, vernahm er mit innerster Genugtuung. Jetzt ging es an den Lebensnerv des Geschäfts, und selbst wenn der Bankier imstande war, alle Depots zurückzuzahlen, mußte der Rückgang und schließlich die große Pleite kommen . Denn erschüttertes Vertrauen ist untergrabener Kredit, und wenn das nicht zum „knockout" reichte, hatte Mühlfeld einen letzten Stoß in Reserve: das Manko in seinem Guthaben! Und mit diesem heimtückischen Stoß streckte er gleich zwei Gegner in den Sand: Lorenzen, der ihm durch seine Mitwisserschaft gefährlich wurde, und den als glaubwürdigen Zeugen auszuschalten, ihm Pflicht der Selbsterhaltung dünkte: dann aber auch Lorenzens hochmütig geschwollenes Eheweib. Hei, wie sollte die stolze Hamburgerin um Gnade winselnd vor Mühlfeld im Staub liegen! Wie wollte er ihre königliche Würde beugen, wie die Löwin zum girrenden Täubchen machen! Geduld — jeder Mensch hat seinen Preis! Auch diese stolze Unnahbarkeit war käuflich, und wenn sie den Schilling verschenken würde — was kümmerte es ihn! Sie würde sich verkaufen, um den Gatten zu retten. Ski-ss drum! Wenn der Tor zur Ohnmacht verdammt, wenn er gestrichen war aus der Liste der Unantastbaren, dann konnte man ihm sogar mit der Geste unentwegter Freundschaft die Hand zum Wiederaufftieg reichen! Hatte Mühlfeld nicht zu dem alten Narren, dem starrköpfigen Kapitän Hinriks, von feurigen Kohlen gesprochen? Nun wohl, wenn sich der Niedergebrochene erdreistete, ihn zu verdächtigen, dann würde er in echt menschlichem Mitgefühl Vergeben üben. Mehr noch, er würde die Summe streichen, die jener ihm unterschlagen, und Mittel und Wege finden, ihn wieder auf eigene Füße zu stellen! Mochte er dann seine sogenannte Schande weiter schleppen! Nur kein Posieren mit Ehrbegriffen und solchen Kinkerlitzchen, wenn man satt zu essen hat! Und Sie, Kapitän Hinriks, werden es Herrn Fedor Mühlfeld schon noch Dank wissen, daß er ihr schönes Mündel ein bißchen unter feine starken Fittiche nimmt! O ja, er hält fein Versprechen: die feurigen Kohlen sind schon zur Lohe angeblasen! (Fortsetzung folgt.) üC . Haus der Handarbeit Zur Konfirmation Kleiderstoffe Eolienne, schwarz und farbig Samt 1534a Große Auswahl Billigste Preise Etagengeschäft Sonneborn Alicestraße 11 (neben ,,Hessischer Hof“) Bad Orb, Villen: Fürst Bismarck am Kurpark (Pension) und Daheim. Kurmittelhaus für Licht- und tleklr.-physikal. Heilmeth. (früh. Geheim, at Dr. W. Hufnagel) in enger Verbindung mit den Heilfaktoren des Kurortes. Anfr. an Dr. Viktor Hufnagel, “»ss Biochemische Heilpraxis Giessen, Asterweg 14 Am Montag, dem 22. d. Mts., halte ich keine Sprechstunde Ernst Naumann 15200 Horn. nimm TÄGLICH Dr. SlHILOPEfc’S jgp AUFBAU - e» (6*H2tS ILE6EM juetrto Junge Junge Junge Junge Schleien Blaufelchen Zander Groß-Kur M. 3.-, Klein-Kur M. 1.20 In allen Apotheken und Drogerien zu haben. General vertrieb: A. Daniel, Cassel, Stein weg 4, Telephon 5770 und Nebenanschluß 2113. Brenn- und Nutzholzversteigerung Montag, den 22. Februar 1926, vormittags 9*/, Ahr beginnend, soll im Annervder Gemeindewald folgendes Holz versteigert werden: 114ötüd Fichten-Derbstangen 1 u. 2. KI. 10,80 Fstm., 49,2 Am. Kiefern»Scheit, 28,4, Am., Fichlen-Scheit, 13 Am. Weih- tannen-Scheit, 29,3 Am. Kiefern-Knüppel, 100,2 Am. Fichten-Knüppel 9 Am. Weiß- tannen- Knüppel, 3710 Stück Fichten- Wellen, 201,5 Am. Fichten-Siöcke. Die Zusammenkunft ist auf der Grünberger Straße beim Hochbehälter. Annerod, den 16. Februar 1926. Bürgermeisterei Annerod, Kennen Sie schon daS Original „Spranzband“, D.R.Patent Nr. 302281 ? Es wird durch die ärztl. 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Kl.: Knüppel: 200 Buchen 1. und 2. Kl. 2 Eschen, ein Ahorn, 9 Kirschbaum und Elchen: Stocke: 90 Buchen; Aeisknüppel: 87 Buchen. Aus Peterswald 2a kommen Buchen- knüppel 1. Kl. nicht zum Ausgebot: aus Wintersberg 4, Schömberg 3 u. Peters. Wald 1 b nur Buchenstöcke und Reis- knüppel aus Mushau und Peterswald. 2) aus den Distrikten Wetterauerberg 1, 2 a, Hoherain 1, 3 des Försterbezirks Freienseen - Am. - Scheiter: 20 Buchen 2 Kl., 2 Birken 1. Kl.: Knüppel: 62 Buchen 2. Kl., 1 Grien: Stöcke: 50 Buchen, Reisknüppel: 95 Buchen: Stammreiser: 5 Fichten (teilweise zu Bohnenstangen geeignet). 1525V Kohlreiser und Lesholz beider Bezirke flächenweise. Blau unterstrichene Aum- mern werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilen die Herren Förster Schreiner und Krautwurst zu Glashütte—Altenhain. Gar. naturr.Bieneu- Lluten-Schleuder- HONIG edelst.Qu.10-Pfd.-Dj. ir.Nachn.1lM, halbe 6.50,Garant.Zurückn. Jliik.Btenenhof,Inb Carl Scheibe. Ober« Neuland 73 Bremen. Montag, den 22. Februar l. 3., sollen im Staufenberger Gemeindewald folgende Holzsortimente versteigert werden: 3 Kiefem-Stämme 2. u. 3. Kl. — 2 Fstm. Fichten-Derbstangen 1. Kl. 45 Fstm. 2. „ 15 „ Eichen-Autzscheit für Küfer geeignet — 28 Am. Eichen-Auhknüppel zu Spalierpfosten geeignet — 6 Am. 13 Stück Eichen-Derbstangen 0,48 Fstm. Zusammenkunft vormittags 9 älhr auf der Straße Gießen—Marburg auf dem Tiefenbach. Staufenberg, den 16. Februar 1926. Bürgermeisterei: Meyer. 1524V BoMiM aufgeschlossen mit Schrotter-Anlage und gutem Material für längere Jahre von bedeutender Firma im Aheinland zu pachten gesucht. Vorhandenes Material wird mit übernommen. Offerten an Wilh. Magel, Burkhardsfelden bei Gießen. 1405V Zu Gesellschaften :: Anlässen:: empfehle aus eigener Kühl- und Gefrieranlage stets vorrätig: Mast-Enten Junge fette Suppenhühner Mast-Hahnen Junge Fasanen französische Poularden Junge Perlhühner Puten Frisch geschossene Hasen “s Carl Schwaab AUFBAUSALZ Wissenschaft und Nahrsalzfrage. 5. Die führenden Physiologen Professor Dr. Alba und Neuberg schreiben: Es hat sich erwiesen, daß die Salze durchaus keine unwesentlichen und passiv mitgeschleppien Begleiter der organischen Nährstoffe sind; sie spielen vielmehr eine eminent aktive Rolle bei der Ausnutzung der Gesamtnahrung und gerade der anorganischen Nährstoffe Wenn auch in ganz anderer Richtung als der letzteren, sind auch die Salze Träger von Energie, welche im Körper in Bewegung umgesetzt wird. Diese Erkenntnis ist eine der reifsten Früchte........“ Hansa I Handelsschule /. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr 60 vorn. Hermes U Neue Kurse j Frühjahrs-Neuheiten I in i Promenaden-und Klappwagen Naether • Phoenix • Frankonia ♦ Excel stör ——— Brennabor ! Große Auswahl! Billige Preise! । A. Grünebaum, Gießen : 35 Bahnhofstraße 35 I 1538V Arbeitsvergebung. Zur Erbauung eines Hochbehälters von 500 cbm Autzinhalt für die Stadt Grünberg sollen nachstehende Arbeiten öffentlich vergeben werden: Los 1 Maurer- und Betonarbetten, „ 2 Schlofferarbeiten. Arbeitsbelchreibungen, Zeichnungen und Bedingungen können bei uns (Zimmer Ar. 22) eingesehen werden. Angebote auf Bordruck zum Preise von 1 Reichsmark sind bis zum Diens-- tag, dem 2. März 1926, vormittags 11 Ähr, einzureichen. Zuschlagssrist: 3 Wochen. Gießen, 16. Februar 1926. Kreisbauverwaltung: Eellarius. 1537c Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Direction der Disconto-Ge- sellschaft Zweigstelle Gießen folgendes eingetragen: Für die Zweigniederloffung Gießen sind die Prokuren von Heinrich Klöcklers und Hermann Oppenheim erloschen. 1523B Gießen, den 12. Februar 1926. Hessisches Amtsgericht. 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