1 Nr. 295 Lrstrs Blatt 176. Jahrgang Zreitag, 17. Dezember 1926 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Polfd} cflonto: _ ftflutfiirt am Main ii68g. vrittk vno Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Steindruderef R. Lange in Stehen. Schristleitung und Seschäftzstelle: ZchlllNrahe 7. Erscheint taghd),außei Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener FamUienblätter Heimat im Bild Die Scholle MonatS'k ezvgsxret». 2 Reichsmark und 20 Reichspsenntg für Träger- lohn, auch bei Richter» scheinen einzetnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüss«: 51, 54 und 112 Lnschrffl für Drahtnach» ridjtert Anzeiger Gießen. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer vi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höh« für Anzeigen do.i 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re» klamean,eigen von 70 u m Breite 35 Reichspfennig, Playvorfchrift 201 , mehr. Chefredakteur Dr Frredr Wilh Hange. Verantwortlich für Dolii'k Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H Ihn: ot; für den übrigen Teil irrnst Blumschein: für den An» zeigenteil i.Dertr H.Deck. sämtlich in (Bienen Die innerpolitifdje Aussprache im Reichstag. Scheidemanns Angriffe auf die Reichswehr. - Protest des Reichskanzlers. - Kein freiwilliger Rücktritt der Reichsregierung. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß die Sozialdemokraten von Anfang an nicht die Absicht gehabt haben, wirklich ihr angebliches Ziel der GroßenKoalition zu erreichen, so haben sie am Donnerstag diesen Beweis nach» drü^lich und reichhaltig geliefert. Als die kurze Pause in den Reichstagsverhandlungen eintrat, war di« allgemeine Anschauung von Demokraten bis Deutschnationalen, daß nunmehr auf absehbare Zeit an die Gröhe Koalition im alten ©Inne des Wortes nicht mehr zu denken sei. Veranlassung dazu und zu verschiedenen stürmischen Svenen gab die große Rede des sozialdemokratischen ReichetagSabg. Scheidern a n n , der in seinem ganzen Auftreten und Gebaren sehr lebhaft an die Zeiten vor dem Kriege erinnerte, da er eS war, der das damals für die Sozialdemokraten gleichfalls beliebte Thema der Soldatenmihhandlungen behandelte. Die Sitzung begann mit einer Verspätung, von zwei Stunden und mit einem Keinen Borspiel. innerhalb zehn Minuten ging der Gesetzentwurf zur Verlängerung der Sperre für Prozesse mit den Fürsten über deren Vermög ens- aufeinander fetjung über die Bühne. Dann erhielt der Reichskanzler Marr das Wort zu einer Erklärung, die das Kabinett vorher entworfen hatte. Diese Erklärung war die Antwort auf den am Mittwochabend zu später Stunde gefaßten Beschluß der Sozialdemokraten. ihre Zustimmung zu versagen und den sofortigen R ü ck t r i 11 der Regierung zu verlangen. obwohl sie ausdrücklich erklärten, zu Derhandlungen über die D ldung der Großen Koalition bereit zu fein. Die Erklärung der Reichsregierung war zwar noch immer vorsichtig gefaßt, sprach aber zum Schluß mit anerkennenswerter Deutlichkeit den Entschluß der Reichsregierung aus, dem sozialdemokratischen Druck nicht zu weichen, sondern zu bleiben, bis sie in offener Feldlchlacht gestürzt werde. Die Verantwortung namentlich für die außenpolitischen Folgen, auf die der Reichskanzler besonders scharf hingewiesen hatte, würde den Parteien zu überlassen sein, die den Sturz der Regierung im jetzigen Augenblick herbeisühren. Rach dicser Erklärung erhielt Herr Scheidemann das Wort. Die ganze Summe von De» schuldigungen, und zwar von Beschuldigungen, die zum größten Teil weder bewiesen noch beweisbar sind, las er in dem ihm eigenen falten Pathos vor. Echeidemann ist innerlich kalt wie ein auf Eis gelegter Marmorblock, versteht es aber meisterhaft, eine gewisse Erregung und Steigerung vorzutäuschen. Wer ihn beobachtete, merkte auch, daß er seine ganze Rede Wort für Wort vom Manuskript ablas. Es war also eine durchweg sorgfältig vorbereitete Rede, nicht etwa in der Erregung gemachte Ausfälle. Bei verschiedenen Stellen dieser Rede gab es lebhafte Auftritte, stürmische Pfui» und Hört-Hört-Rufe, und etwa gegen die Mitte verliehen die Deutschnationalen unter Protest den Saal. Die Regierungsparteien blieben, weil sie abwarten wollten, was der Redner noch Vorbringen würde. Alö Herr Scheidemann unter großer Erregung geschlossen hatte, erhob sich sofort der Reichskanzler und gab eine zweite Erklärung ab. die nunmehr glücklicherweise an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ. Er sprach fein tiefstes Bedauern, sein Befremden und sein Erstaunen darüber aus, daß die Sozialdemokraten jetzt eine solche Rede halten lassen konnten, und zwar mit Beschuldigungen, die erst vor kurzem der Reichsregierung zur Prüfung mitgeteilt worden waren, deren Prüfung aber zum Teil bereits die Anrichtigkeit dieser Anklagen ergeben haben. An dieser Stelle besonders klang lebhaftes Bravo und starker Beifall. Diese Gelegenheit benutzte auch der Reichskanzler, um kurz krrzulegen, was für Maßnahmen zur Reform innerhalb der Reichswehr in Aussicht genommen seien. Maßnahmen, mit denen man sich einverstanden erklären fann. D.e wichtigste davon ist ein scharfer Trennungsstrich zwischen Reichswehr und Verbänden irgendwelcher Art. Zum Schluß seiner Ausführungen sprach Herr Dr. Marr im Gegensatz zum Abgeordneten Scheidemann der Reichswehr sein vollstes Vertrauen, Dank und Anerkennung für ihre Tätigkeit namens des deutschen Volkes aus. Seine Worte wurden mit begeistertem Händeklatschen belohnt. Mit diesem Auftritt hat also die Große Koalition ein Begräbnis erster Klasse erfahren. Run muß sich zeigen, ob das Zentrum in erster Linie und die Demokraten bereit sein werden, die vollen Folgerungen aus den Vorgängen zu ziehen und entschlossen Verhandlungen mit den Deutschnationalen übet deren Eintritt in die Regierung aufzunehmen. Von den Drutsch- nationalen wiederum wird es abhängen, ob diese Verhandlungen zu einem gedeihlichen Ende geführt werden können oder nicht. Jedenfalls steht heute die deutsche Politik an einem politischen Wendepunkt erster Ordnung. Sitzungsbericht. Berlin. 16. Dez. Am Regierungstisch Reichskanzler Dr. Marx. Außenminster Dr. Stresemann. Reichsrehrmin.stet Geßler und die übrigen M tgl.eder des Reichskabinetts. Präsident Lobe eröffnet die S.hung um 2 Ahr. Die Vorlage zur Verlängerung des Sperrgesehes fürdie Fürst enausein- ■anderfeßung wird in zweiter und dritter Lesung gegen Deutschnotionale und Völkische angenommen. Der Präsident stellt fest, daß die erforderliche Zweidr.ttelmehrheit oor[i?gt. Es folgt dann die dritte Lesung des Rachtragshaashalts. Verbunden damit sind die Mißtrauensvoten der Kommunisten gegen dasReichs- f a b i n e 11 und gegen den Reichswehr- ml n i st e r im besonderen. Unter allgemeiner Spannung nimmt sofort Reichskanzler Dr. Marx das Wort zu folgender Erklärung: Die Fraktion der scz ald.mokratischen Partei hat durch Beschluß vo n 9. Dezember festgeftellt, daß sie eine Entscheidung über bietünf- tige Gestaltung der Reichsregierung für notwendig halte und daß fi? d ese Eirische bung bei der dritten Lesung des Nachtrags ttats herbeiführen werde. Die Reichsrcg rrung müsse sich demgegenüber von dem Gedanken leiten lassen, Ikl MOMlMfdlt WlMIMlM. Die neue Lage. Tic Aussichten für das Kabinett Marx. Berlin,'16. Dez. Die polit sche Lage im Reichstag ist, nachdem die erste Rednergarn'.tur zu Worte gekommen war. noch völlig ungeklärt. Die Fraktionen der Deutschnationalen Volkspartei. der Deutschen Dolkspartei und der Demokraten werden am Freitag vor der Plenarsitzung erneut zur Besprechung zusammentreten. 3m Lause des Abends ging öle Meinung in parlamentarischen Kreisen überwiegend dahin, daß die Große Koalition mit den Sozialdemokraten wohl als gescheitert anzusehen sei. 3n Verhandlungen, die eventuell morgen vormittag geführt werden sollen, wird sich erst Herausstellen müssen, ob die D e u t s ch nationalen sich bei der Abstimmung über die Mißtrauensvoten der Stimme enthalten oder für die Mißtrauensvoten stimmen werden. Ziemlich allgemein neigt man jedoch insbesondere nach der Stellungnahme der Bayerischen Volkspartei zu der Ansicht, daß das Kabinett aus dem Abstimmungskampf unversehrt hervorgehen wird, lieber eine Fühlungnahme der Regierungsparteien mit den Deutschnationalen zwecks Erweiterung der Regierung läßt sich zur Stunde noch nichts berichten. Jedenfalls werden morgen die Beratungen zu Ende geführt werden, und der Reichstag wird sich bann b i s zum 19. Januar vertagen. Verftiihmung bei den Demokraten. Berlin, 17. Dez. (Wolff.) Der Demokratische Zeitungsdienst schreibt: Die demokratische Aeichstagsfraktion hat sich nach der Vertagung des Plenums mit der durch die Rede Scheidemanns geschaffenen Lage beschäftigt. 3n den Fraktionsberatungen kam das Erstaunen über die Rede Scheidemanns zum Ausdruck, da in der letzten Zeit in vertraulichen Verhandlungen eine große Anzahl der von Scheidemann vorgebrachten Dinge bereits erörtert worden ist. Dazu kommt, daß die vorgebrachten Tatsachen in vergangener Zeit ihre Erklärung finden in der Rotlage Deutschlands, im besonderen in der ungeschützten deutschen Ostgrenze. Es herrschte die Auffassung vor, daß durch diese Rede Derhand» lunqcn über eine Regierungsneubildung aufs äußerste erschwert worden sind. DiePolitit derventfchnationalen Zur Mitregierung bereit. — Die Stellung zur Vertrauensfrage. Berlin, 17. Dez. 3m „S a g" schreibt der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Trevi- r a n u s in einer Beurteilung der Lage u. a. folgendes: Die Deutsche Volkspartei und die Bayerisch« Dolkspartei haben der Deutschnationalen Partei offiziell mitgeteilt, daß sie keinen anderen Ausweg aus der augenblicklichen Krise sehen als den der Verhandlungen über eine Regierungsbildung mit der Rechten. Don solch n Vorbesprechungen bis zur Regierungsbildung pflegt ein langer am Scheiterungsrnöglichkeiten reicher Weg zu fein. Man kann es den Deutschnationalen darum nicht verdenken, daß sie angel chls der Möglichkeit, mit der Unterstützung des sozialdemokratischen Mißtrauensvotums das Kabinett zum Rücktritt zu zwingen, weitere Sicherungen wünschen gegen die Gefahr einer Wiederholung des Verlöbnisses zwischen der Sozialdemokratie und dem Zentrum. Mit der Verhandlungsbereitschaft allein ist es nicht getan. Die Erfahrungen während des Sommers 1924. die die deutschnationale Partei mit dem Reichskanzler Marx machen mußte, mahnen zur Vorsicht. Eine Stützung des Kab netts Marr bei der heutigen Vertrauensfrage wird nur möglich kin. wenn der Deutschnationalen Dolkspartei (Garantien gegeben werden, daß nach der Weih- nachtspaufe mit der Rechtserweiterung der Reichsr.gier.mg ernst gemacht wird. Es wird von der Aussprache des Reichskanzlers Marx und der nach'oigenden des Grasen Westarp mit dem Herrn Reichspräsidenten ab- hängen, wie sich das Sch cksal des Kabinetts Marx gestaltet. Das D.kenntnis zur Volksgemeinschaft dürfte nach einem Versagen der Linken auch zum mindesten die ehrliche Berestschast für R gie- rungS arbeit m t der Rechten e.nfchiießen. Di: Lage für die Mittelparteien ist ernst. Sie allein tragen angesichts der deutschnationalen Regierungsbereitschaft die Verantwortung. •Berliner Pressestimmen. Berlin, 17. Dez. (WTB.) lieber die Haltung her Deutschnationalen sagt die „Deutsche 2 a < g e s 3 e i t u n g", daß die Rechte solange Zuschauer sein werde, als sie nicht um ihre Hilfe angegangen werde. Immerhin bezeichnet das Blatt die Regierungsbeteiligung der Deutfchnatio- nalen als den klaren, einfachen und sichern Weg, der allein aus der Krise führen könne. Auch die „K r e u 3 3 e 11 u n g" spricht von Verständigungsbereitschaft der Deutschnationalen, die jedoch an ihrer Grundstellung festhalten müßten und aus Kompromisse nicht eingehen könnte. — Der „Lokal-An- 3 e i g e r" weiß mitzuteilen, daß der Reichspräsident, der gestern den Reichsminister des Innern, Dr. Külz, und den Führer der Deutsch- nationalen Volkspartei empfangen habe, heute vormittag eine Besprechung mit dem Reichskanz - (er und erneut eine Besprechung mit dem Kra - fen W e starp haben werde. — Die „Germania" sagt: Wenn der sozialdemokratische Ent- lassungsantrag noch einen Rest von Verständigungsmöglichkeiten offen gelassen haben sollte, so hat ihn gestern Herr Scheidemann mit seiner Rede gründlich beseitiat. Die Kläruna, die die Sozialdemokraten herbeiführen wollten, besteht einstweilen darin, daß kein Mensch weiß, was werden soll. — Das „B. I." hält einen Rechtsabmarsch für ausgeschlossen und sieht nach einem Sturz des Kabinetts vielleicht einen Ausweg darin, daß ein neues im Personenbestand verändertes K abinett ber Mitte sich zur Großen Koalition künstlich erweitern könne. — Aus dem folgenden Satz des „V 0 r w ä r t s" barf man wohl eine bei den Sozialdemokraten noch bestehende Verständigungsbereitschaft entnehmen: Ihre Bereitschaft, verantwortlich mitzu- helfen, wo der ehrliche Wille besteht, vorhandene Mißstände zu beseitigen, und der Republik und ihren arbeitenden Massen nützliche Dienste zu leisten, hat die Sozialdemokratie keinen Augenblick verleugnet. Rommuniftische „Reformpläne" für die Reichswehr. Berlin, 16. Dez. (TU.) 3m Reichstag ist ein kommunistischer Antrag eingegangen, der die Auflösunng der Reichswehr fordert. 2ln ihre Stelle soll eine Miliz treten, die aus der werktätigen Bevölkerung unter Kontra Ile der Arbeiterorganisationen gebildet Werben soll. Die Unteroffiziere und Mannschaften sollen unter Mitwirkung ter Gewerkschaften und Betriebsräte in die von ihnen selbst gewählten Berufe übergeführt Werben. 3m Falle ber Ablehnung dieses Antrags schlagen die Kommunisten Maßnahmen zur Reorganisierung ber Reichswehr und Reichsmarine vor. So sollen die Reichswehrangehörigen bas Wahlrecht erhalten. Die Vorrechte der Offiziere sollen auf. gehoben, die Truppenführer von den Unteroffizieren unb Mannschaften gewählt werben. Auch soll ber Reichswehrangehörige das Recht auf dreimonatliche Kündigung erhalten. Reueinstellungen in die Reichswehr sollen in Zu- tonft nur durch die freien Gewerk» s cha f t en erfolgen. Untersuchung»kommissionen sollen nachprüfen, ob Reichswehrangehörige zu den vaterländischen Verbänden gehören. Wer dazu gehört, soll fristlos ohne Pensionsanspruch entlassen werben. daß angesichts der außenpolitischen Lage unb der dadurch gegebenen HDttocnbigf.il, für d.e Lösung etnger bedeutsamer in Genf noch unentschieden gebliebener Rechtsfragen verhau blungs.. fähig zu bleiben, eine Regierungsk.ists, w n:t irgend möglich, vermieden werben müsse. A..S der Gesamtentwicklung der letzten Zeil heraus bat die Reichsrcg erung baßer di: Initiative für Verhandlungen mit derSozialdemo- kr at ie als ber größten Oppofil.o 'spar.e. z r Erzielung einer Verbreiterung ber Reg.erungs- basis ergriffen. Die Regierungsparteien billigten ohne Ausnahme diesen Entschluß der Regierung, '0 baß am Rachmittag bes 15. Dez ber Sozialdemokratischen Partei mitgeteilt werden t~:i die Reichsregierung sei in Lieder ein stimm ung mit den Regierungsparteien bereit, in Verhandlungen mit der sozialdemokratischen Fraktion einzutreten mit dem Ziel der Bildung her ©rojeit Koalition. Die sozialdemokratische Fraktion hat dann bekanntlich gestern abend sich zwar zu Verhandlungen über die Bildung der Großen Koalition bereit erklärt, Zugleich aber den Rücktritt der Reichsregierung verlangt. Die von ber Reichsregierung unb den Reaie- rungsparteien beabsichtigten Verhandlungen mit der sozialdemokratischen Fraktton hätt n ihren Fortgang genommen, ohne daß die A lorittir der Regierung nach innen und außen geschwächt worden Wäre Der geforderte Rücktritt ber Reich regterung müßte für längere Zeit zu einer nur geschäftSsührenben Regierung führen, da unter den obwaltenden Verhältnissen eine ra'che Lösung ber KrisiS unmöglich erscheint. Die Reichs- regierung vermag die Verantwortung für einen solchen Zustand, ber mit den schwersten Ra öftesten, vor allem für unsere außsnp.-li tischen 3ntereffen, verbunden sein muß, nicht zu übernehmen: sie muß diese Verantwortung denjenigen Parteien des Reichstags' überlassen, die durch ihre Beschlüsse ihn herbeiführen. Ramens der Reichsregierung habe ich daher die Erklärung abzugeben, baß die Regierung entschlossen ist, nicht zurückzutreten. Das weitere muß sie der Entschließung bes Reichstags überlassen. (Beifall rechts unb in der Mitte.) Abg. Scheidemann (Soz.) Die Reichswehr bildet heute noch einen Staat im Staate. Kein Volk ist über seine Wehrmacht so schlecht unterrichtet wie das deutsche. Für das Aus- land bilden die Dinae, die ich hier vorbringen will, nichts neues mehr. (Zuruf rechts- Durch euch!) Das Reichswehrministerium hat eine sog. Sondergruppe „S. G." Diese hat bei dem Abschluß oon Verträgen zwischen den Junkers-Flugzeugwerken und Moskau mitgewirkt. Seit 1923 find für diese „S. G." jährlich etwa 70 Millionen Goldmark gezahlt worden. Der Redner teilt weitere Einzelheiten über Einzahlungen der „S. G." auf das Konto russischer Wasfenfabrikcn mit. Das deutet auf eine unmittelbare Verbi n d u n a des Reichswehrministeriums mit Rußland hin, eine Rüstungsindustrie im Auslande zu schaffen. An den Verträgen mit Rußland ist ber General Hasse beteiligt, der mit falschem Namen unterzeichnet hat. (Große Un- ruhe rechts und Zurufe: Unerhört! Lump! Raus! Abg. Graf Westarp (Dn.): Dast ist Landesverrat! Unter großer Erregung verlassen die Deutschnatio- nalen und Völkischen den Saal.) Ehemalige Offiziere sollten als Reichsoffiziere auf Prioatdienstoerlrag eingestellt werden. In Pommern seien für 30 Orte 36 Reichswehroffiziere eingestellt worden. Angestellt wurden nur ganz rechtsgesinnte Offiziere. In Ost- Holstein feien der O. E. zwölf Maschinengewehre von der Marine ^ur Verfügung gestellt worden. Die Marine war seiner Zeit bereit, ihre Mannschaften der O. E. zu unterflcUen. (Hört! Hört!) Nach Nieder- schlagung des Hitlerputsches richtete sich die Wut gegen General Seeckt, den man mit Gasbomben erledigen wollte. Der für die Tat ausersehene Giin- ther werde heute noch oon der Marinestation Kiel bezahlt. (Hort! Hört!) Das Kleinkaliber-Schülzen- wesen fei vielfach außerordentlich weit entwickelt. Seit Frühjahr 1926 schicke man Reichswehrunteroffiziere zur Ausbildung in die vaterländischen Verbände. Der Redner weist dann auf die Enthüllungen bes Hochmeisters bes Iungbeutfchen Drbens M ah - raun hin, ber zuerst bie größte sog. nationale Or- ganisation geschaffen habe, bann aber umgefchwenkt fei, weil er erkannt habe, baß gewisse Kreise die Verbände nur zur Gewinnung der Macht im In- nern verwenden wollten. Der Redner weist dann weirer auf Geländeübungen oon Rechlsorganisa- tionen in Verbindung mit der Reichswehr hin. Don den Veröffentlichungen des „Manchester Guardian^ über Lieferung von Flugzeugen aus Junkers Fabri« fen in Rußland will ich im einzelnen nicht reden, nicht?) Er wolle die Gefahren für die Republik nicht (Zuruf bei den Kommunisten? Na nu9 Warum denn übertreiben. Sie fei heute, morgen und übermorgen noch nicht bedroht. Aber in bewegten Zeiten werbe eine bewaffnete Macht, bie ber Republik feindlich flegenüberftünbe, zu einer ungeheuren Gelahr. Da- her forbere bie Sozialbernokratie eine Reform ber Reichswehr an Haupt unb Gliedern. Ein anderer Geist muffe in die Reichswehr einziehen. Dr. Geßler habe sieben Jahre an der Spitze der Reichswehr gestanden. Das Ergebnis seien bie Heu- tigert Zustände. Deshalb verweigere die Sozialdemokratie besonders Dr. Geßler das Vertrauen. Wenn in der Koalition alles zerschlagen fei, so sei es geschehen durch die Schuld des deutschnational gesinnten Dr. Scholz. Die Sozialdemokratie werde ein Mißtrauensvotum gegen die gesamte Reichsregierung einbringen. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Reichskanzler Dr. Marx verliest eine Regierungserklärung, in der eine Politisierung der Reichswehr ausdrücklich ab - gelehnt wird. Den Reichswehrangehörigen soll die Zugehörigkeit zu den sogenannten Wehrverbänden streng verboten werden. Mit der überwältigenden Mehrheit des Reichstags ist die Reichsregierung der Ansicht, daß die Schlagfertigkeit der Wehrmacht der Republik und ihr Zusammenhalt erhalten werden müssen. Die ganze Schulung und Erziehung der Reichswehr wird nach wie vor auf die Treue der bestehenden republikanischen Stoatsform und zur Pflichterfüllung gegenüber den verfassungsmäßigen Gewalten abgestellt. Der Einstellung von Elementen, die sich nachweislich versassungs- feindlich betätigt haben, in die Reichswehr werden wir uns mit allen Mitteln widersehen. Unser Ziel ist, die Zusammenarbeit zwischen der Bevölkerung und ihren Vertretern in den Parlamenten in Stadt und Land und der Reichswehr immer inniger zu gestalten und das in manchen Kreisen bestehende Mißtrauen zu bekämpfen. Dazu gehört auch, daß sich der Ersah der Reichswehr aus allen Bevölkerungsschichten in allen Teilen des Reiches zusammenseht, denn die Wehrmacht kann ihre Ausgabe nur erfüllen, wenn sie vom Vertrauen des ganzen Volkes getragen ist. Dies vorausgesetzt, habe ich zu den einzelnen Beschwerdepunkten folgende Ausführungen zu machen: 1. Den Angehörigen der Reichswehr ist die Z u - gehörigteif und das Zusammen- arveiten mit politischen verbänden aller Richtungen, zu denen die sog. Dehrverbände in erster Linie gehören, verboten. 1. Diese Bestimmungen werden strengstens durchgeführt, und Zuwiderhandlungen sollen im Rahmen der bestehenden Gesetze und Bestimmungen streng geahndet werden. Die Jragc der Geldspenden unterliegt zur Zeit einer Reuregelung, nach der die Annahme von Geldspenden jeder Art der Zustimmung des Ministers bedarf. 3. Eine Rachweisung der aus Privatvertrag beim Reichsheer angestellten Personen kann dem Reichstag aus Wunsch bis zum Ende d?s Etaksjahres milgeieilt werden. 4. Die Bestimmungen für das Ersatzwesen im Heere sind auf Grund des ihm im heer- geseh verliehenen verordnungsrechles vom Herrn Reichspräsidenten im Jahre 1921 erlassen. Ls wird zur Ze^ geprüft, ob und inwieweit Veranlassung vorliegi, dem Herrn Reichspräsidenten Aenderungenan diesen Bestimmungen vorzuschlagen. Die unteren Verwaltungsbehörden werden übrigens schon zwecks Auskunstserteilung weitestgehend in Anspruch genommen. Denn ich zum Schlüsse zur Rede des Herrn Abg. Scheidemann komme, so kann ich über diese Rede nur mein tiefstes Bedauern zum Ausdruck bringen. Wenn ich daher auf Einzelheiten und einzelne Vorgänge, die Herr Scheidemann in feiner Rede vorgetragen hat, nicht eingehe, so habe ich damit in keiner Weise d i e Richtigkeit derselben anerkennen wollen. Jedenfalls liegen sie soweit zurück und haben sich unter so anders gearteten Verhältnissen zugetrsgen, daß ich ihr Vorbringen heute in keienr Weise für richtig halten kann. Ich muß im übrigen mein stärkstes Befremden darüber zum Ausdruck bringen, daß eine große Anzahl von Einzelheiten hier vor- getregen worden sind, die erst vor kurzem der Reichsregierung zur Kenntnis gebracht worden Ifinb. Cs ist die Prüfung alles Vorgetrage-neni ■ und Mitteilung des ErgebnisieS zuges^gt worden. k'Ich muh es dem Geschmack des einzelnen über- , las.en, das Vorbringen 'dieser Sachen an dieser '*■ Stelle zu bewerten, ehe die Prüfung stattgefunden hat. (Lebhafter Beifall rech s und in der Mitte.) Die eingeleitete Llntersuchung hat übrigens bereits fetzt schon die^lnrichtigkeit einer ganzen Anzahl der mitgeteilten Vorgänge ergeben. S'.eie einseitige Darstellung, wie sie der Herr Vorredner beliebt hat, wirft auf die Zustände unserer Re'.chstrehr ein durchaus falsches Bild. Gerade ge'e -.über di:ser Sachlage, und da in den letz en Wochen und Monaten ja überhaupt unsere Wehrmacht zahlreichen Angriffen ausgesetzt ge° tre'en ist, und da in der Oeffentlichke t Stimmen laut ge worden sind, die an ih rer Zuverlässigkeit zweifeln, halte ich es für eine selbstverständliche Pflicht, zu erklären: Die Reichsregierung hegt einen neuen Zweifel n cht. Sfe ist sicher, daß die Wehrmacht in jeder Lage ein sicheres Instrument des Staates ist. Dies h'er auszusvrechen und der Reichswehr für die stifle und selbstlose Arbeit im D'enste des Vaterlandes zu danken, ist mir in dieser Stunde ein Tedürfnis. (Lebhafter Beifall in der Mitte und rechts, Händeklatschen bei den Deutsch- nationalen.) Abg. von der Schulenburg (Dn.) 5er Deutsche Reichstag ist heute durch die Ausführung deS Abg. Scheidemann, die uns mit tiefster Entrüstung erfüllen, der Schau- vlatz eines Vorlommnisfes geworden, das wir in einer deutschen Volksvertretung bisher für unmöglich gehalten haben. (Lebhafte Zustimmung rechts — Gelächter bei den Sozialdemolraten.) Wären die Behauptungen des Abg. Scheidemann wahr, so wäre durch feine Rede der Tatbestand des Landesverrats in jeder Hinsicht erfüllt. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Wir sind aber der festen äLeberzeugung, daß sie unwahr sind. Ich beschränke mich daher darauf, im Ramen meiner Fraition folgende Er- llärung abzugeben: Die deutsche Wehrmacht ist in den kritischen Entwicklungen der letzten Jahre der feste Halt der Ordnung in unserem Vaterland gewesen. Deshalb bedauern wir doppelt, daß sie neuerdings die Zielscheibe leichtfertiger, vielfach verleumderischer Angriffe geworden,•$. Unter dem Vorwand einer Entpolitisierung versucht man, auS der Reichswehr ein willfähriges Werkzeug einseitiger parteipolitischer Bestrebungen zu machen. Wir vertrauen darauf, daß, hiervon unberührt, die Wehrmacht auch weiterhin in selbstloser Hingabe an den Dienst ihre schwere ernste Pflicht I erfüllen wird. Dafür darf sie aber auch erwarten, daß Regierung und Reichstag sie gegen solche Zersetzungsbestrebungen, die vielfach o.fenen Landesverrat darstellen, in Schuh nehmen. Rur so ist die Gewähr gegeben. daß Dienstfreudigkeit und Staatsgesinnung weiterhin die festen Grundlagen unserer jungen Wehrmacht bleiben. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Dr. Wirth (g.) erklärt, man habe angesichts der außenpolitischen Entwicklung eine ernste würdige Debatte erwartet. Darin sei man durch den bisherigen Verlauf der Debatte bitter enttäuscht worden. Für ihn stehe das Wohl des deutschen Volkes an erster Stelle. Im Laufe der letzten Jahre sei er sich bei feiner Politik bewußt gewesen, daß man mit Pazifismus allein keine vaterländische Politik machen könne. Er stehe zu dem. was er getan habe. Er habe damals geschwiegen, aber vaterländisch gehandelt. Den Vorwurf der Erfüllungspolitik weife er zurück. Wir spürten den wachsenden Druck an den Oft- grenzen, wir spürten, daß es offizielle polnische Kräfte waren, die den Griff nicht nur nach Oberschlefien, sondern auch nach weiteren Teilen Schlesiens beabsichtigten. Damals habe Reichspräsident Ebert den notwendigen Schuh für die Ostgrenze geschaffen. (Lebhafter Beifall.) Ein polnischer Einmarsch hätte uns in die Zeiten vor Friedrich den Großen zurückgeworfen. Damals habe man einen Grenzschutz organisiert, der feiner Partei hörig war, sondern von allen Parteien gemeinsam aufgestellt worden fei. Durch Deutschlands Eintritt in den Völkerbund fei eine völlig neue Lage geschaffen. Es fei aber heute noch lange nicht alles aufgeräumt, was vor drei Jahren unsere Besorgnis erregte. Dr. Wirth betont, er könne sich ein selbständiges Deutschland nicht ohne Sicherung seiner Ost grenze denken. (Lebhafter Beifall.) Wenn die Idee des neuen Staates nicht ernstlich in der Reichswehr verankert wird, dann wird Deutschlands letzte Wehr und Waffe in den Parteikämpsen zerrieben werden. Ein Voll freilich, das feine Geschichte nicht ehrt, ist nicht wert, wieder einmal Geschichte machen zu können. Richt weil wir formal Republ.kaner sind, sondern weil wir mit dem Herzen unser Volk lieben, verlangen wir die Entpolitisierung der Reichswehr. Der heutige Tag mit dieser sozialdemokratischen Rede sei ein schwarzer Tag in der Geschichte des deutschen Volkes. Die Parteien der Mitte wollten aber ihren Beruf in dem neuen deutschen Staat nicht verfehlen. Darum solle man sich nicht in der Wehrfrage die Köpfe zerschlagen. QEan dürfe nicht gerade in diesem Augenblick in eine Debatte hineinschliddern, die das äl n glück des deutschen Volkes herbeiführen müsse. Die Regierung solle sich aus ihrer heutigen außenpolitischen Linie nicht herausdrängen lassen. Der Deutschen Volkspartei ruft der Redner zu, sich nicht von Gruppen beeinflussen zu lassen, die den Bürgerblock propagieren. Dann sei Deutschland verloren, sei es ausgelöscht, wenn die deutschen proletarischen Massen wieder von der Mitarbeit an dem Staatsleben ausgeschaltet werden. Sinnlose Dinge feien abzubauen. Jetzt komme auch für die Wirtschaft die Parole: Zum Staat hin! Sonst werde auch die Wirtschaft der Zerstörung anheimfallen. Staatssorm und Idee der Ration müsse man jetzt miteinander verbinden. Ich lade die Republikaner in diesem Hause ein, diese Idee an die erste Stelle zu setzen. (Beifall.) Abg. Koen en (Komm.): Die Sozialdemokraten haben dem „Manchester Guardian" sein Schwindel- material geliefert. Die Ausführungen Scheidemanns waren allerplumpeste Demagogie und niedrigste Heuchelei. (Ordnungsruf.) Die Reichswehr hat nicht ein Flugzeug von Rußland bekommen, auch nicht eine einzige Gasbombe. Die ganze Gra- nalengeschicht-e des „Vorwärts" ist erstunken und erlogen. Es sind Ammenmärchen, um kleine Kinder graulich zu machen. Wenn die Sozialdemokraten kein wirkliches Deweismaterial vorbringen, dann sind sie vor der Oeffentlichkeit als ganz gewöhnliche Schwindler festgestellt. Der „Manchester Guardian" ist mit dem Material hineingelegt worden. Aby. Dr. Scholz (D. D. P.) schließt sich den Erllärungen des Reichskanzlers an. Im gegentoärtigm Stande der Debatte habe er dem nichts hinzuzufügen. Der Redner mißbilligt lebhaft die Art des Sprechers der Sozialdemokraten, der einzelne Fälle verallgemeinert habe, die sich auf einen Zeitraum von mehreren Jahren belieben und zum großen Teil in einer Vergangenheit liegen, in der der Bestand des Staates gefährdet war. Die Rede Scheidemanns ist geeignet, im In- und Ausland ein vollkommen falsches Bild von der Einstellung der deutschen Reichswehr zu geben, an deren Verfassungstreue ein Zweifel nicht gestattet ist, und die diese Treue zum Staat wiederholt durch die Tat bewiesen hat. Der Redner stimmt den anerkennenden Worten des Reichskanzlers für die Reichswehr zu, ebenso seiner schrrfen Kritik der Rede Scheidemanns. Die Deutsche Volks- Partei werde alle Bestrebungen, die geeignet fein können, das Vertrauen zu unserer Wehrmacht zu erschüttern, oder ihren Aufbau zu gefährden, nachdrücklich bekämpfen. (Beifall.) Abg. Dr. Bredt (Wirt. Vg.) bedauert das Aufsehen, das die Ausführungen Dcheidemanns im A siande unberechtigterweise erregen werden. In Oesterreich sei das Heer völlig politisiert worden. Dieses Beispiel muffe schreck en. Der Redner erklärt, daß seine Fraktion sich namentlich mit Rücksicht auf die auswärtige Politik nicht entschließen könne, für das Mißtrauensvotum zu stimmen. Abg. Leicht (Bahr. Dpt.) hält die Politik der Sozialdemokraten für völlig unverständlich. Sie wollen in die Große Koalition und schicken der Regierung die seidene &$nur mit der freundlichen Mahnung: Hänge dich auf! Zugleich fügen sie die Drohung hinzu: Hängst tu dich nicht selbst auf, so hangen w i r dich auf. (Heiterkeit.) So kann man keine Politik machen. Die Bayerische Dolkspartei stelle sich durchaus hinter die Erklärungen der R.ichsregierung. Man solle nicht immer bloß von Rechtsverbänden reden, sondern auch vom Reichs bann er. das doch eine ausgesprochen sozialdemokratische Einrichtung sei. Seine Ausgabe sei weniger die Erhaltung der deutschen Republik als vielmehr die Herbeiführung der sozialistischen Republik. (Zustimmung rechts. — Lachen bei den Sozialdemokraten.) Politik in der Reichswehr wollen wir nicht. Ihre einzige Politik muß die Liebe zum Daterlande sein. Rur kein politisiertes Heer. Wir wollen keine österreichischen Zustände in Deutschland. Untere Reichswehr soll ein (tarier Hort und Schuh des Vaterlandes bleiben. (Beifall.) Das Haus vertagt sich auf Freitag 12 -Hbr. Weiterbevatung und Abstimmung über die Mißtrauensvoten. Weihnachtsbeihilfe für die Kriegshinterbliebenen. Berlin, 16. Dez. (WTB.) Wie der Reichebund für Kriegsbeschädigte mitteilt, ist durch die Reichstaas- und Reichsratsbeschlüsse über die einmalige Zuwendung an die Beamten auch bestimmt worden, daß die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen ebenfalls eine Weihnachtsbeihilfe in Hohe eines Viertels ihrer Rente und Zusatzrente erhalten. Von dieser Regelung werden ferner auch die Altrentner und Altveteranen betroffen Auf Anregung des Abg. Schudt-Beelitz (Dem.) stimmte der Reichsfinanzminister zu, daß die Beträge, die nach den Rotmaßnahmen der Reichsregierung zu Weihnachten an die Gehalts-, Lohn-, Pensions- und Rentenempfänger gezahlt werden, soweit deren Einkommen die steuerfreie Grenze nicht erreicht, vom Steuerabzug gemäß § 75 des Einkommensteuergesetzes befreit bleiben sollen. DieMielefürzwangswirtschafts freie Räume in Preuhen. Berlin, 17. Dez. (WTB.) Gemeinsam mit dem Reichsoerband Deutscher Geschäfts- und Industrie- Hausbesitzer e. V hat nunmehr der Preußische LandesverbandderHaus- undGrund- b e f i tz e r o e r e i n e e. D. die Richtlinien für die Mietfestsetzung in den nach der Verordnung vom 11. November 1926 zwangswirtschaftsfreien Räumen Preußens veröffentlicht. Die Richtlinien empfehlen. bei Wohnäusern mit freigegebenen g e - werblichen Räumen nicht mehr als 12 0 v. $). der 1914 angemessenen bzw. vereinbarten Miete zu fordern. Als Zuschlag zu diesen 120 Prozent tritt dann noch der Betrag, um den sich die Kosten für Heizung, Warmwasser und Fahrstuhl seit 1914 erhöht haben. In allen Fällen ist in die neuen Mietverträge eine Steuer- und Lastenklausel aufzunehmen, die automatisch die Miete etwaigen Erhöhungen oder Ermäßigungen von Hauszinssteuer und Kommunalsteuern oder etwaigen neuen öffentlich-rechtlichen Lasten anpaßt. Füu Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter sind örtliche Ausgleichsstellen vorgesehen. Die Reichsbahn kaust englische Koh?e. Berlin, 17. Dez. (WTB.l Die „Tägliche Rundschau" meldet: Die Reichsbahn hat in Hamburg etwa 70 000 Tonnen'englische Kohle gekauft. Wie erklärt wird, beruht diese Maßnahme darauf, daß der Reichsbahn, die ihre Vorräte auffüllen muh, vom Reichskohleßkommissar zur Bedingung einer Belieferung aus dem Inlande gemacht worden ist, 10 v. H. der Menge in Koks abzunehmen. Die Reichsbahn kann Koks nicht verwenden und hat sich daher anderweitig versorgt. Verhandlungen über den Streitfall schweben. Man erwartet, daß der Bezug englischer Kohle nur vorübergehend sein wird. Kein Konflikt Vriand-Poincars? Ein gefälschtes Strescmann-Jntcrview. Paris, 16. Dez. (WTB.) Das Außenministerium veröffentlicht folgende Erklärung: Mehrere französische Zeitungen geben ein ang.btiches Interview wieder, das Reichsauhenminrster Dr. Stresemann einem Redakteur der „Baseler Rationalzeitung" gewährt haben soll, das völlig unbegründete Erklärungen enthält über Schwierigkeiten, d.e die Verhandlungen von Genf durch eine starke Meinungsverschiedenheit zwischen Briand und Poincarß erfahren hätten. Diese Erklärungen entbehren jeder Begründung. Das Ministerium protestiert mit Energie gegen derartige Behauptungen der Presse. Sie stehen mit der Wahrheit ;n Widerspruch und zielen darauf ab, zwischen dem Ministerpräsidenten und dem französischen Außenminister bezüglich der Außenpolitik einen Konflikt aufzuzeichnen, der gar nicht besteht. Wie die Telegraphen-älnion hierzu von zustän- (diger Stelle erfährt, ist die Darstellung der „Baseler Rationalzeitung", die fb große Aufregung in der französischen Presse verurfacht, gänzlich unzu treffend. Ein Interv'ew hat i e: Rcich.au' enminister d.m Dert.e er les Blattes überhaupt nicht gewährt, sondern ihn nur ganz kurz auf der Durchfahrt des Zuges nach Berlin auf dem Baseler Bahnhof gesprochen, ohne dabei irgendwelche Andeutungen in dem behaupteten Sinne gemacht zu haben. Die Kontrollbesuche in den deutschen Ostsestungen Berlin, 16. Dez. (TU.) Bei den neuerlichen Kontrollbesuchen der Interalliierten M i l i • tärkontrollkommission handelt es sich, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, um die Erledigung des sog. Nooemoerprogramms des Jahres 1925. Damals sind kalendermäßig mit der Reichswehr Daten vereinbart worden, an denen sich die Kommission von der Ausführung vereinbarter Programmpunkte überzeugen sollte. Dies ist jetzt geschehen. Ebenso gelten die Besuche auf den Befestigungen in Königsberg, Küstrin und Glogau, über die bereits in Paris genaue Pläne vorgelegt worden sind, der persönlichen Orientierung. Polen dementiert. Warschau, 16. Dez. (WB) Vic Polnische Telegraphenagentur erklärt, ermächtigt worden zu fein, die Rachricht von einer vermeintlichen Grenzverletzung durch eine Abteilung des polnischen Graudenzer 18. Ulanenregiments bei Garnsce-Bahnhof auf das entschiedenste zu dementieren Die französische Zollpolitik im Saargebiet. Saarbrücken, 17. Dez. (TU.) Die Steuervorlage gab den Partein des Landesrats des Saargcbiets Veranlassung, nochmals Protest dagegen zu erheben, daß die Saa.beoölkerung mit Steuern überlastet wird, weil die Re- gierungskomn.i^s.on die französische Saargrubenverwaltung, das größte Unternehmen im Saargebiet, nicht zu den vertragsmäßigen Steuerleistungen heranzieht. In aller Form wurde der Regierungskommissivn das Mißfallen des Landes.ats darüber ausgesprochen, daß sie gegen die schikanöse Zollwirtschaft im Saargebiet trotz dringendster Vorstellungen nichts unternommen habe. Aus aller Welt. Versicherungsbetrug auf See. Vor dem Schwurgericht Lübeck hatte sich der Kapitän Suhr wegen Versicherungsbetruges und Meineides zu verantworten. .Gr hatte auf hoher See den von ihm geführten Fischkutter verlassen und dann unter Eid vor dem Lübecker Seeamt Schiffbruch angegeben, um die Versicherungssumme zu erhalten. Der Fischkutter war später an den Strand getrieben worden. Das Gericht t>erurteilte den Angeklagten zu zwei Iahretz drei Monaten Zuchthaus. 1000 Mark Geldstrafe und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf 3abrc. von Wildschweinen zerrissen und aufgefressen. In der Octscha t Hnbenoerg im xreife Olpe im südwestlichen Westfalen wurden seit einigen Tagen zwei schulpflichtige Mädchen vermißt. Man nahm an, daß sie sich auf dem Schulwege verirrt hätten und bei einem starken Schneegestöber erfroren oder aber einem Verbrechen zum Opfer gefallen feien. Runmehr fanden Waldarbeiter im Dickicht die äleberrefte eines Körpers, die von einem der vermißten Kinder herrührten. Die Leiche des zwe.len toten Mädchens konnte noch nicht gefunden werden. Es wurde sestgestellt, daß mir Wildschweine die Kinder überfallen, zerriffen und aufgefreffen haben konnten. Der harte Frost der letzten Tage hat es den Tieren anscheinend unmöglich gemacht, sich Futter auf den Feldern zu holen. Das verbot des Schleiertragens In der Türkei. Der Gouverneur von Trapezunl erließ eine Verordnung, durch die den Frauen da- öffentliche Tragen von Schleiern verboten wird, mit der Begründung, daß es sich mit ihrem Recht, den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen, nicht vertrage, daß eS ungesund sei und daß es eine bequeme Verkleidung gegenüber der Polizei bedeute. Die Frauen» die nach zehn Tagen noch in den Straßen Tra- pezunts den Schleier tragen, sollen sofort verhaftet werden. von dec Patientin bestohlen. Während ein Kasseler Zahnarzt eine Patientin im Operationszimmer einige Minuten allein ließ, um die W.rkung der schmerzstillenden Injektion abzuwarten, stahl diese alldem Wohmimmer aus einer Schublade 1200 Mari. Di« Kriminalpolizei konnte bei einer plötzlichen Haussuchung in der Wohnung der Patientin die Summe bis auf einen kleinen Betrag wiederfinden. (Eine Zugmaschine Im Schaufenster. In Berlin wurde ein Arbeiter, der mit einer Zug ma schine und zwei Anhängern durch die Dlumenstraße fuhr, durch die Löcher auf dem Straßendamm vom Sih geschleudert. Das Fahrzeug fuhr führerlos in die Schaufensterscheibe eines Lebensmittelgeschäftes. Hierbei wurde eine Passantin in das Schaufenster gedrückt und erlitt dab.i schwere Verletzungen. Die Schuld dürste im schadhaften Stratzenpflaster zu suchen sein. Die Feuerwehr mußte die Maschine aus der Schaufenstersche.be schaffen. Ans dem Bürgersteig von einem Auto getötet An der Allen Hauptwache in Poisvam geriet ein Personenauto ins Schleudern und fuhr auf den Bürgersteig. Zwei Passanten, die Dtift- insassin Rittner und dec Hausdiener Gehrmann, wurden von dem Wagen gegen e inenPfei - I e t gedrückt. Frau Rittner verstarb kurz darauf, während Gehrmann mit schweren Verletzungen in das Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Bluttat eines Geisteskranken. In Breslau stürzte sich, wahrscheinlich im Zustande geistiger Umnachtung, der a u s d e r G ö r- litzer Irrenan st all entlassene Kontor- diener Richard Rohn mit dem Messer auf feine Wirtin. Diese konnte fliehen, mußte jedoch ihr achtjähriges Töchterchen zurücklassen. Dem Kinde brachte der Unhold durch Zerschneiden der Pulsader schwere, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen bei. Raubmord. Donnerstag nachmittaa wurde auf der Chaussee von Seehausen nach Stendal ein Mann im Chausseegraben in einer Blutlache liegend t o t a u f g e f u n- den. Die Kriminalpolizei m Stendal stellte fest, daß ein Hamburger Automobil mit drei Personen See- hausen passiert hatte. Die drei Insassen des Wagens haben, wie feftgeftellt wurde, den Chauffeur erschossen, ihn dann in den Chausseegraben ge- Sund dort liegen lassen. Dann sind sie in der ng Wittenberg—Spandau weitergefahren und wahrscheinlich nach Berlin gekommen. Die Berliner Kriminalpolizei stellt Ermittlungen über den Fahrer an. Verhaftungen in Moabit Unter dem Verdacht, Strafarten beseitigt bzw. zurückgehallen zu haben, sind, wie jetzt bekannt wird, der Iustizinspektor Pahlke und der Iustizobersekretär Rössel sowie der Rechtsanwalt Dr. Ludwig Meyer verhaftet worden. Ob der An- walt direkt an den Aktenschiebungen beteiligt ist, oder ob seine Festnahme nur wegen Verdunkelungsgefahr erfolgt ist, steht noch nicht fest. An einem Hering erstickt In einer Leipziger Gastwirtschaft blieb einem Gaste bei dem Genuß eines Herings ein großes Stück in der Luftröhre stecken. Der Mann ft a r b eines qualvollen Todes. Keine Meihnachtsbaume in Rußland. Rach einer Blättermeldung aus Moskau ist auf Anregung des Naturschutzvereins der Verkauf von Weihnachtsbäumen in Rußland verboten worden. L 7ttcrvoraussafte. Bedeckt bis trübe, zeitweise wolkig, westliche Winde, Temperaturen ansteigend, vereinzelt Niederschläge, kein Nachtfrost. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 2,8 Grad Celsius, Minimum: 2,4 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 1,0 Grad Celsius. Wetterlage auf dem hoherodskopf vom 17. Dezember, morgens 8 Uhr: Windrichtung: West. Windstärke: mittel. Temperaturen: minus 4 Grad Celsius. Höchsttemperaturen der letzten 24 Stunden: minus 4 Grad Celsius. Gesamtschneehöhe: 25 Zentimeter. Höhe des in den letzten 24 Stunden gefallenen Neuschnees: 8 bis 10 Zentimeter. Beschaffenheit der Schneedecke: pulverförmig. Sportmöglichkeit: gut. W Straf Den sich SetW Stalle* Ta-rst Zestv) und üfe 2Iti Stall b- Äugen1 ab-an Vater u konnten sie-. A und hol täuete,। Lamines arme w in ih^ Darme hoben 2iun vielfach 1 schüttel m -rauhen auch die sie herzu Dauer h für alle Der Hrifina fcllfamei Wenige nehmen, Freude geborene Nacht. Neue Sie ihrer gesl henben hend im bisherigen Straß Sita1 Gründer! (Aeubau et« von der Sira der Die genannte! Straß abzlveigeni Liäbauges dem Tew Weg der Gott Sira dämm b ausgebar Stra dammS Weg ünterfühl nicht auss Weg und Mcse Straff abzweiaen Edmund : Weg -wischen ’ Straf garetenhr Straf Gutmann geböude Straß Zwischen Klinik für Wind un> m Aula getötet )e in S)o10oam chleudern unb fuhr dllanten, dir Stift« »diener Kehrnmn. eneinenPfri« er verstarb kur; mit fchweren Der- 8 eingeliefert wer. rkranlm. wahrscheinlich im )er o u 5 61 r @ ö r« (offene Kontor- i Messer auf fein« che jedoch ihr acht- . Dem Kinde brachte er Pulsader schwere, Rehungen bei, de auf der Thauste« i Mann im Wusste- 161 o t o u f a e f u n« lenifll stellte Ml W drei Personen 8» den Hann N siein ntlitMp tmtn. D'e Derlmn en über den üQ9 oabll , . falten des« dm, s>»d, . Tarife«rli»r «ter W«*” KL chi fest- 6li,t L L'L'Ä- - 68^: 8 «' jut HK Ml iS«. Dr Uch -T1 S rK und m^cht- r*m Xtti|e «n touth* -chtig7L ? M sie sZ°d. und L«r «6« ,£ .?°Ä! S SMei, Fa izÄ ”n Trauen w dnlttfcP« ^age. bah « Mu«y Arrklei- ^Die Frauen, Ttraben 5«. ^len sofort der. Miro. ■r atu unter einige Df. R der schmerz. . Ml diese aut Schublade J200 te bei einer plöz. nung der Palen« n kleinen Mog chauseustn. Arbeiter, der mit -toei Anhängern durch die Löcher n vom Sih ge. ' führerlos in ebenzmittelgeschäf. lin in bad Schau. schwere 3er. ? Int f&ibfa't.'n Die Feuerwehr aelfm«- Aulweg auSmünbenb Körner strahe. strahe Arndt st ratze. Be- fchränkungen nicht ein. genannten (noch nicht Weg entlang des Bahndamms von der älntersührung am Reustädtcr.or nordwärts (noch nicht ausgebaut) BoothauS st raste. gebäude der Dahn Hollerweg. Strahe von der abzweigend vor den Tiesbaugcscllschast Strotze dämm bis ausgebaut) Strahe dämm- zur Marburger Strahe (noch nicht Schworzlach st raste, nach Wtstmar jenseits des Dahn- Wistmarerweg. des Schissenberger A u l w e g. zur Wilhelmstraste Strahe Aus der Weicker st raste. auLgebaut) Zeppelin st raste. Marburger Strahe rechts Häusern der Hoch, und Strahe von der Liebig- führend (Parallelstrahe zur Weisterde) Strahenzug von der Klinikstrahe bis zur Friedrichstrastc Uhlandstraste. Strahe zwischen der vorgenannten und dem Wartweg Freiligrathstra,ste. Strahe zwischen Körnerstraste und Friedrich- dem Aeuen Friedhof abzweigend FriedhofSallee. Weg links von der Marburger Strahe nach "Anttstage des Kreisamtes. Amts- tage des Kreisamtes Dietzen sollen im ersten Halbjahr 1127 regelmästig stattl nden. In G r ü n - berg: jeweils am leh:en Fre tag der Monate Januar (28 ), März (25.), Mai (27 ), von vormittags 9,15 bis I Ühr im Rathaus. In Hungen: jeweils am letzten F.e.tag der Monate Februar (25.), April (29.), Juni (24), von vorm. 9,30 Uhr im Rathaus. Anliegen der Kreis- eingeselsenen aus den Amtsgerichtsbezirken Grün- berg, Homberg und Laubach können an den Amtstagen in Trünberg, solche der Kreiseingesessenen aus den AmtSgerichtsbezirken Hungen, Lich und Ridda an den Amtstagen in Hungen vorgebracht werden. •' D i e Rechnung des Stadt. Gas- Werks für daS Rechnungsjahr 1924, die gestern von den Stadtverordneten genehmigt wurde, weist auf der Einnahmeseite den Betrag von 974 901,92 Mark, aus der Ausgabrseite di Summe von 973 393,33 Mark auf, so dast ein Ucberschuh von 1508,59 Mark auf die neue Rechnung vorgetragen werden konnte. — Die Rechnung des Stadt. Strahenzug zwischen Mörickestra^e und L ih- gesterner Weg F i ch t e st r a h e. Strahe zwischen Arndt- und Fichtestraste H o ch w e g. Strahe zwischen Friedrichstraste und Aulwcg Fritz.Reuter-Strahe. Treppenweg in der Verlängerung der Ebel- strahe Studenten st eg. Strahe von der Withelmstrahe zur Friedrichstraste führend R o d h v h l. der Gotlmannlchen Hofreite abzweigend Am Rodtberg, parallel zur Steinstraste vom Dahn- „ . , . Am Wingert. Straste links von der Marburger Strahe nach Strahe südöstlich der Frankfurter Strahe zwischen dem Hygienischen Institut und der Klinik für Rcrvenkranke Am Steeg. Strahe vom Schisfenberger- nach dem Erdkauterweg führend, zwischen den Gailschen und Bänningerfchen Fabriken Sandkauterweg. Ter neue Strahenzug vvm Sl rnplah, Goethe-, Bismarckstraste nach dem Schissenberger Weg Schiffenberger Weg. Ter Teil des Schissenberger Weges vom seitherigen Bahnübergang bis zur Einmündung der neuen Stratzenstrecke, sowie die Verlängerung des Strahenzugs bis zum Druchzraben Alter Schiffenberger Weg. Ter Teil deS Schiffenberger Weges von der Licherstraste nach dem Sternplatz, Goethe-. Dis- marckstrahe (Verlängerung der Gnauthstraste) Am Rahrungsberg. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadtthcater: 71/. Uhr „Leonie" (Ende gegen IO1/* Uhr). — Deutscher Deamtenbund (Orts- kartell Giesten): 8'A Uhr Unioers.tat. Hörsaal 54, Vortrag. — Lichtspielhaus Dahnhofstrahe: „Sibirien". — Astoria-Lichtspiele: „Der Kampf um das rote Gold". — Matthäus-Gemeinde. Kommenden Sonntag. 19. Dezember, Gemeinschastsabend in der Stadtkirche mit Aufführung eines Krippenspiels. (Siehe Anzeige.) — Reichsverband der Derufs- krast fahrer. Morgen, Samstag, abend im Gewerlschastshaus Vortrag über „Knorr-Druck- luft-Dierradbremfe". (Siehe Anzeige.) Strahe links bon der Frankfurte: Strahe abzweigend nach der Gasskystrahe htnter der Klinik für Rervenkranke Schubert st ratze. Strahe neben der Stempelfabrik von der Frankfurter Strahe abzweigend bis zum Aulweg Thaerstrahe. Strahe neben der Zigarrenfabrik Büttner von der Frankfurter Strahe abzweizend biS zum Aulweg Am Zollstock. Rächste Parallelstrahe zu der vorgenannten zwischen Frankfurter Strahe und Aulweg Haydn st ratze. Parallelstrahe zur Frankfurter Strahe zwi- schen Schubertstraste und Aulweg Händel strahe. Zweite Parallelstrahe zur Frankfurter Strahe von der Echubertstrahe bis zur Dachstraste Beethoven st raste. Strahe von der lehgenanntcm auf den Aulweg stoßend Richvrd-Wagner-Strahe. Strahe von der Gasskystrahe aus den Aulweg unterhalb der Lupusheilstätte Röntgenstraste. Strahe oberhalb der Lupushellstätte auf den Ter Aulweg von der Frankfurter Strahe bis zum neuen Strahenzug Weges Weg nach den beiden Lahnmühlen von Klinke! und Möser Zu den Mühlen. Strahe rechts von der Rodheimer Strahe abzweiaend im früheren Gelände des Herrn Edmund Holland Hinter den Schiestgärten. Weg links von der Rodheimer Strahe zwischen Pulvermühle und Schlachthof Schtachthof strahe. Strahe an den Lagerhäusern bei der Mar- garrtenhütte An der Margaretenhutte. Straste entlang des Bahnhofs hinter dem , Gutmannschen Lager bis zum Uebernachtungs- bis 4 Uhr nachmittags offengebalten. Im leie» grammonnahme- und Fernsprechdienst treten säure erzeugt, und zwar in der Sekund« 4 Gramm und mehr. Am Ende eine» 300-Meter-Lauset befinden sich schllehlich über ICK) Gramm Milchsäure frei in den Geweben, eine Menge, von der der Körper nur einen Teil gleichzeitig neutralisieren kann. Die übrige fre.« Milchsäure ruft dann alle die Erscheinungen hervor, die wir al# Ermüdung bezeichnen. Der önergic- verbrauch während eine# Laufe# wächst mit der dritten Potenz der Gcschwindiakcit. Daher treten bei der Erreichung von HöwstgeschwindigkelteiH Anstrengung und Erschöpfung besonders stark hervor. Run ist allerdings die Kraftvergeudung beim Lauf besonders groh. Ein Läufer braucht zur Fortbewegung bei einer Geschwindiakeit von 30 Kilometer in der Stunde sehr viel mehr Energie, al# wenn er sich zur Erreichung dieser Schnelligkeit eines Fahrrades oder Ruders be- dienen würde. Die bei weitem rationellste Fort- bewegungsarl. di« sich der Mcnlchenkvaft bedient, ist tas Rudern. Die Milchsäure, die sich im arbeitenden Muskel bildet und normalerweise durch die Azalien des Körpers neutralisiert wird, kann bei sehr starker Inanspruchnahme deS MuS- kels nicht mehr unschädlich gemacht werden, unb der Muskel wird dann durch die Ueberproduktion von Milchsäure an seiner weiteren Tätigkeit gehindert. Die englische Cluster verschwindet. Eine Trauerbotschaft für alle Feinschmecker kommt aus England: die britische Auster nimmt an Gröhe und Gute ab. und die so beliebten Whitswble „natives" werden bald nicht mehr zu haben lein. Der Bedarf, der in der Austernsaison auherordent- lich groh ist. ist schon gar nicht mehr zu besriedigen, und niemand weist, wie man dem Verschwinden der „besten Auster der Welt" begegnen kann, als die die britische Auster gilt. Die Enaländer müssen sich in steigendem Umfange mit holländischen Austern be- gmigen. Das amtliche englische Flschercimstikul bat verschiedene Gelehrte beauftragt, sich mit den öe- chensgewohnheiten unh -bedinqungen der Austern cingcbenö zu beschäftigen, um Mastnahmen gegen das Verschwinden der Austern zu finden. Die Magd Molidres. Die Magd MoNLres ist sprichwörtlich geworden: in ihrer Person ist noch heute der gesunde Geschmack des Publikums verkörpert, auf den jeder Bühnendichter Rücksicht nehmen must. Moliere las bekanntlich dieser alten treuen Hausgenossin, die Laforet hieß, alle seine Stücke vor, und wenn sie bei einer komischen Stelle nicht in Lachen ausorach, dann änderte er sie solange um, bis sich die ersehnte Heiterkeit auf ihren Zügen malte. Eines Tages wollte er ihren Geschmack auf die Probe stellen und las ihr etwas aus einer Komödie vor, die von einem Schatt- fpieler namens Bröcourt herrührte: er sagte ihr aber, es sei ein neues Stück von ihm. Kaum Halle die Gute einige Worte gehört, da fiel sie ihren Herrn ins Wort und sagte: „Machen Sie keine Flausen! Das haben Sie nie und nimmer geschrieben. Ich kenne doch meinen MoliLrel" s nung 1925 Dorgetragen. ’’ D i e städtischen Wohnungen in der Strahe Am Kugelberg worden seit einigen Tagen so rege bezöge,, dah sie bi# auf wenige jetzt schon beseht sind. Unter den ein- gezogenen Mietern herrscht Befriedigung über die Verbesserung ihrer Wohnungsverhältnisse. Tie Daugenvssenscha'tswohnungen an der gleichen Strahe werden Anfang Januar zum Bezug bereitstehen. Q Weitere Daumfällungen. Die am TorhäuSchen in der Walitorstrahe stehenden Kastanienbäume wurden k irz.ich euer Untersuchung unterzogen. Dabei stellte sich heraus, dast zwei dieser Bäume stark angefault waren. Sie werden gegenwärtig entfernt und sollen durch neue ersetzt werden. An einem dieser Bäume brach im Frühjahr schon ein schwerer Ast ab. glücklicherweise ohne erheblichen Schaden anzurichten. j Die Ausbesserungsarbeiten am Bahnübergang in der Frankfurter Strahe sind nunmehr beendet. Die Strahe ist in ihrem vollen Umfange für den Derkchr wieder freigegeben. Man hofft, auch die Arbeiten am Uebergang in bet Liebigstraße bis Ende dieser Woche zu beenden. Uebcr das Autounglück in der Wilhelmstraste im August ds. 38., bei dem ein verheirateter Mann aus Hattenrod so ungefähren wurde, dast er kurz darauf seinen Verletzungen erlag, fand am Mitst-vch vor dem erweiterten Echöf'enxe.icht die Verhandlung statt. Angek.'agt waren bi: Ehe'rau des h esigen Ar tcs Dr. St. und der Fahrlehrer A. von hier. DaS Urteil lautete auf Freksprechung beider Angeklagten. Wir werden morgen darauf noch zu- rückkommen. WSN. Sonntagsfahrkarten für die kommenden Festtage. Die Gültigkeit der Sonntagskarten beginnt bereits am Donnerstag, 23. Dezember, mittags 12 Uhr, d. h. am Tage vor dem Christabend. Die Dauer erstreckt sich bis zum Montag, 27. Dezember, vormittags 9 Uhr. Bis zu dieser Zeit must die Rückfahrt vom Ziel oder einer anderen Station auf dem Wege zum Endziel angetreten sein. Die Sonntagsfahrkarten für die Reu- jahrstage gelten ebenfalls von Freitag, den 31. Dezember, mittens 12 Uhr, bis Montag, 3. Januar, vormittags 9 Uhr. “ Der Postdienst am 24. Dezember. Am Freitag, 24. Dezember, werden bei den Post- anftolten, wie in den Vorjahren, Dienstbeschränkun« aen im Berfebr mit dem Publikum vorgenommen. U. a. werden die Postschalter im allgemeinen nur Rundfunk-Programm deS Aranksnrter Tender-. (Aus der.Radio-Umschau".) Samstag, 18. De'.ember. 3,30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4,30 bis 5,45 Uhr: Konzert des HauSvrchesters: Earl Maria v. Weber. — 5,45 bis 6,05 Uhr: Die Lesestunde. 6,15 biS 6.45 Uhr: Der Briefkasten. 6,45 bis 7,15 Uhr: Funkhochschule. „Alt- germanischer Totenglaube", Vortrag von Pros. Dr. Raumann. 7,15 bis 7.45 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7,45 bis 8.15 Uhr: „Ist die Astrologie eine Wissenschaft?", Vortrag von Prof. Sittig. 8,15 bis 9,15 Uhr: Konzert des „Musical Society String Quartet" London. 9.15 b:s 10,15 Uhr: Lieder zur Laute. 10,30 bis 11 Uhr: Weih- nachtswvche des atmen Kindes: Konzert. An- schließend bis 12,30 Uhr: Tanzmusik. Vermischtes. was der Körper beim Sport leistet. Bei dem groben und allgemeinen Interesse, das man heute dem Spott entgegenbringt, wird die wissenschaftliche Erforschung seines Einflusses auf den menschlicheir Körper von immer gröberer Bedeutung. Die neuesten Untersuchungen dieser Art, die sehr bedeutsame Ergebnisse gezeitigt haben, saht der Londoner Professor der Physiologie, der RobelpreiSträger A. H. Hill, in einer Abhandlung zusammen. Bei länger dauernder, starker Körperanstrengung must das Herz, um den Organismus ausreichend mit Blut zu versorgen, eine Menge von 30 bis 40 Liter Flüssigkeit weiterpumpen und dabei einen Druck von 1 '5 Atmosphäre überwinden. Die rechte wie die linke Herzkammer haben gleichzeitig diese Blutmenge durch den Körper zu befördern. Infolge dieser gewaltigen Kraftlci''tung steigt der Puls von den normalen 70 bis 83 Schlägen bis aus 180 Schläge in der Minute. Ein Langstreckenläufer atmet in der Minute etwa das Doppelte seines eigenen Volumens an Luft ein. Davon treten vier Liter Sauerstoff in das Blut über, die bei dem zur Energieerzeugung nötigen Oxy- dationsprozeb verbraucht werden. Von dem Energieverbrauch, ter bei sportlichen Leistungen gefordert wird, gibt Hill eine Vorstellung, indem er die Leistung eines Ruderers im Achter während eines 5-Kilometer-Rennens beobachtet. Er must dabei dauernd 0,6 P. S. an Energie entwickeln, und bei einem 100-Meter-Lauf müssen insgesamt 15 P. S. aufgebracht werden. Bei tiefer Anstrengung wird nun von den Muskeln Milch- Geschäftliches. O, du liebe Weibnachtß eit. Das Fest der Freude und der Liebe naht. Froher Zauber und Gebesreudigkeit umfangen die Menschheit: feder möchte seinen Lieben eine Freude bereiten. Wer die Femkostmargarine „Blaubaich frisch geürnt" in seinem Haushalt verwendet, braucht sich das nicht nur zu wünschen, sondern kann es auch verwirklichen. Für wenig Geld wird der schönste WefmachtSku^-en gebacken. Cs gibt in der neuesten „Blauband-Woche", die man beim Einkauf von ..Blauband" gratis erhält, eine Menge guter Dackre-evte. „Dlauband" ist ebenso ergiebig wie beste Süstrahmbu'ter. Jede Hausfrau, die ..Blauband frisch gekirnt" noch nicht erprobt hat. versuche sie. um den Angehörigen eine rechte Weihnachtsfreude zu bereiten. Wasserwerks ’ür das gleubc Verwaltungs- jahr schließ! in Einnahme und Ausgabe mit 234 866,15 Mark ab. •• Der Arbeitsnachweis für das nördliche Oberheffen, umfassend Stadt und Kreis Gießen und die Kreile Alsfeld, Lauterbach und Schotten, hat seine Rechnung für 1924 wie folgt abgeschlone.1- Einnahme 726 327,37 Mk, Ausgabe 697 389,32 Mi. Der Restbetrag auf der Einnahme- feite von 28 938,05 Mk. wurde auf die neue Rech- Mus der Provinzialhaupistadt. Dietzen, den 17. Dezember 1926. Weihnacht der Tiere. Wenn daS Kind geboren wird und alle Welt sich an dem frommen Geheimnis der Menschwerdung freut, dann müssen auch die Tiere im Stalle etwas von der Menschenfreude schmecken. DaS ist von alters so. Der Ganbmaim in früherer Zeit wuhte eS noch besser als mancher moderne Lcmdwirt von heute: aber auch von dielen kennen und üben eS viele, und es ruht Segen darauf. AlS OchS und Esel, Ziege und Lamm im Stall bei dem Kinde waren und mit ihren groben Augen dreinschauten. die am Tage so gleichgültig, aber an Abenden schwermütig und in der Rächt rätselhaft sind, da waren sie die ersten, die nach Vater und Mutter d-m Kinde huldigten. Sagen konnten sie nichts. Rur im Märchen sprechen sie. Die Menschen verstehen aber meist keine Märchen: nut die Mütter, die sie dann so sinnig und hold zu erzählen wissen. Der Ochs wieder- fäuete, der Esel > chnaufte. das leise Klagen deS Lammes, das liebkosende Getue des Mutterschafes — das war der Grust der Tiere an das arme Kind auf dem Stroh, auf ihrem Stroh, in ihrer Krippe, in i hr e m Stall, in ihrer Wärme. DaS Kind muh die Tiere sehr geliebt haben. Kann man sich wundern, dah eS ein Tierfreund wurde? Run steckt man am Heiligabend im Stalle viellach mehr Heu alS sonst in die Raufe schüttet mehr H .fer und Häcksel auf und hängt draußen hin eine ungedroschene Darbe, bamit auch die Vögel ihr Fest haben. Fröhlich fliegen sie herzu und picken an dey Aehren, und der Dauer freut sich, wenn eS ihnen schmeckt. Raum für alle hat die Erde. . . . Der Aberglaube erzählt davon, dah in der Christnacht die Tiere zu reden beginnen in der seltsamen Weise, wie damals vor der Krippe. Wenige verstehen es. Die es aber hören und vernehmen, müssen kindl chen Geistes oder voll Freude einer Mutter fein, die über ihrem Erstgeborenen lächelt. Auch die Tiere feiern Weihe- Rachl- & H. Neue Straßennamen in (Sieben. Tie Dtadtverotdneten-Versammlung hat In ihrer gestrigen Sitzung zahlreiche neue 6 t r a. tzenbenennungen beschlossen, die nachstehend Im Sperrdruck unter Beifügung der bisherigen Benennung aufgesührt sind: Strahe nach den Kasernen An der Kaserne. Strahe vor der Liebigshöhe Alter Rödgerweg. Strahe an Stelle der Schneise zwischen der Grünberger Strahe und der Strafte nach Rödgen (Reubau Rehnelt) H e y e r w e g. Strahe zwischen den beiden Gerichtsgebäuden von der Ostanlage nach dem Philosophenwald Gutfleisch strahe. Strahenzug parallel zur Ostanlage zwischen der Wiesenstrahe und der unter Oordn.-Rr. 5 Mein großer Weihnachtsverkauf hat begonnen I Herren-, Damen» und Kinder-Stiefel und -Schuhe in guter Qualität sind immer ein b Dbtes Weihnachtsgeschenk, zumal, wenn sie gut sitzen und vo Wich ausgearbeitet sind, wie dies selbst in den billigsten Preislagen bei mir der Fall ist. Deshalb benutzen Sie zum Einkauf Ihrer Weihnachtsgeschenke meinen großen Weihnachtsverkauf Schuhhaus Neumeier Sonnenstraße 20 GIESSEN Sonnenstraße 20 10*07« bewahren vor Nässe und Erkältung! ^nomaur« mCHAFT- KHNÜR-U. f PORT-)i\ k STIEFEL bamÄtasch weiß gestreift... 0.85 2.50 7.40, 6.90, August Kilbinger 0.65 0.48 Steppdecken, Kolter Seltersweg 79 10403« Altbekanntes Spezialgeschäft feiner Lederwaren, eig. Fabrikation C. Röhr & Co lOWhnachlsrabatt 10406.1 09*48 1923 Chäleau Siret St.Eulalie H. 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Unke Dem Titel ,Der versäumte Frieden" teilt Die ..Vos fische Zeitung" lolgendcn interessanten Beitrag zur Kriegsgeschichte mit: Professor Mar Apt. vormals erster Syndikus Der Korporation der Koufmannschalt von Berlin und Kurator der Handelsschule, berichtet in einem umfangreichen Werke, das in diesen Tagen erscheint. unter "dem Titel ,25 Jahre im Dienst Der Berliner Kaufmannschaft" über die Gesamt, heil der wirtschaftlichen und politischen Ausgaben, die in diesen entscheidenden Zähren von der Der. tretung der Berliner Industrie und des Berliner Handels behandelt wurde. Drsonders bemerkens- wert ist eine Mitteilung, die Professor Apt macht, um seine Auffassung zu erhärten, daß der Welt- krieg vermeidbar gewesen wäre, wenn wir an der Spitze unserer Politik die richtigen Männer gehabt hätten und daß er noch zur rechten Zeit hätte beendigt werden können, wenn nicht Luden- dorsf Ziele verfolgt hätte, deren Erreichung bei richtiger Bewertung der realen Machtverhältnisse niemals hätte angestrebt werden dürfen. Prof. Apt wurde in dieser Ueberzeugung durch eine längere Studienreise bestärkt, die er während des Weltkrieges im Interesse des stellvertretenden Generalstabs im Jahre 1917 nach der Schweiz machte. ,Bei dieser Gelegenheit traf ich." so berichtet er. .in Bern mit Professor Haguenin. dem Leiter der französischen Auslandspropaganda, zusammen, den ich seinerzeit als Lektor an die Berliner Handelshochschule empfohlen hatte. Ha- Suenin fehle mir damals auseinander, daß sein hes. der französische Ministerpräsident B r i a n d. zu einer Verständigung mit Deutschland geneigt sei. Man sollte in Deutschland diese Gelegenheit benutzen, da man einen versöhnlicheren Präsidenten wie Driand nicht bekommen werde. Die Lage der französischen Armee wäre keine gute. Trotzdem würde die französische Armee bis zum fehlen Blutstropfen kämpfen. Wenn aber Deutsch- land die französisch sprechenden Teile von Lothringen an Frankreich abtreten würde, so würde Briand in der Lage sein, eine Verständigung vor dem französischen Volk zu vertreten. Deutsch, land könnte auch bei dieser Gelegenheit Kolonien in Marokko bekommen. Ich hatte bei dieser Reise auch Gelegenheit, die Auffassung russischer Kreise kennenzulernen, die dahin gingen, daß sich in Aufstand eine linksradikale Devolution vorbereile. Als ich im Februar 1917 nach Berlin zurücklehrte, besuchte ich den damaligen Staatssekretär des Auswärtigen Amtes. Zimmermann, welcher mir auf meinen Bericht, soweit Frankreich m Betracht kam. erwiderte, das, wir ni cht einen Stein abtreten. Und über Ruß- land sei er besser informiert als ich. In Rußland habe der Zar seine Armee fest in der Hand und nur mit dem Zaren würden wir Frieden schlicstcn. Kurze Zeit darauf ist in Aufstand hie Revolution ausgebrochen und die bessere Kenntnis des Herrn Staatssekretärs Zimmermann hat Schiffbruch erlitten." Mit der kritischen Situation. in Der die Demokratisch? Partei durch die Abstimmung über das Schundlltcraturgesey zurückgelafsen wurde, beschäftigt sich die »Frankfurter Zeitung". Sie schreibt: „Last Parteien bei einer Abstimmung auscinanderfallcn. ist ja nicht ungewöhnlich. Aber die näheren Umstände machen den Vorgang diesmal besonders peinlich. Man hätte trohdem zweifeln können, ob es im Interesse des demokratischen Gedankens liegen mag. weiterhin die Oeffentlichkeit mit dem Verhalten der demokratischen Fraktion zu beschäftigen. Aber die Fraktion entscheidet selbst diesen Zweifel, indem sie gleich beim nächsten Gesehentwurf. der den Reichstag beichäfligt. ihren Fraktionsredner verkünden lässt, dast feine Freunde wieder geteilt abstimmen werden. Gs handelt sich um die Schaffung Der Arbeitsgerichte. Wir wollen hier nicht auf die sachliche Bedeutung dieses Gesetzes eingeben und gar nicht fragen, welcher der beiden Fraktionsleile die besseren Gründe für sich habe. Hs mag gewist keine weltentscheidend'? Frage fein, ob die Arbeitsgerichte den ordentlichen Gerichten angegliedert werden oder nicht. Aber wie Der Anblick Des Auseinanderfallens der flcinen Fraktion gleich wieder bei der nächststehenden Gelegenheit wirkt, das sehen wir aus der sehr bitteren Bemerkung eines allen Demokraten, die uns (AsbaU) zugegangen ist. Den stärksten Eindruck in der Oefsentlichkeit machte der tewpera- Tafelschmuck von einst. Zu einer festlichen Mahlzeit gehört auch ein schön gedeckter Tisch: ja in ihm prägt sich recht eigentlich Geschmack und Stil einer Gesellschafts- fultur aus. Die Geschichte der Tafeldekoration läht sich daher bis in die ältesten Zeiten zurück- verfolgen, und der moberne Tafelschmuck entnimmt so manches den Formen der Vergangenheit. wenn er auch freilich die Ueberfteigerungcn eine« allzu üppigen Schmuckgeistes vermeidet. Hat es doch Zeiten gegeben, in denen man Den Eßtisch in eine bunte Bühne mit den merkwürdigsten Gestaltungen verwairdelte. Im griechischen Altertum wird hauptsächlich die Blume als Tafelschmuck verwendet, die seitdem bis auf Unsere Tage die schönste Zier des Esttischcs geblieben ist Roch ein Dichter der Spätantike, Denantius Fortunatus, singt von dem duftenden und blühenden Teppich schöner Rosen, der als herrlichstes Tischtuch eine wohlgedeckte Tafel ziere. Das Mittelalter aber kannte zunächst keine Eß° kultur: man besah nicht einmal ein besonderes Speisezimmer, u. von einem ..Decken" des Tisches konnte nicht die Rede sein, weil es keine Tischtücher gab. Die Tafel wirkte in jenen Zeiten durch die Kostbarkeit ihres Holzes und später durch Malereien. Solche Kunstwerke von Tischplatten sind uns von Hieronymus Bosch, von Lucas Cranach, dem jüngeren Holbein und anderen erhalten, aber man begnügte sich in jener Zeit bereits mit der 'Bewunderung des Bildes und — ast nicht mehr darauf. Das Tischtuch erscheint in der neueren Zeit zuerst in der Blüte- epoche des Rittertums. In feinen Kreisen galt es seit dem 12. Jahrhundert für unschicklich, auf Dem blosten Tisch zu essen. Vornehme Gäste erhielten auch bereits Servietten: herrliche silberne und goldene Schalen und Schüsseln standen auf Dem Tisch. Die Tischtücher waren zunächst sehr sang und wurden beim Auflegen doppelt zusammengefaltet. Später deckte man in reichen Häusern zwei bis drei Tischtücher übereinander, und feit Anfang des 15. Jahrhunderts wurde mentvvlle Sprung mit dem Theodor Wolff über die Parteihürde fehle. Im Sommer erst war. nach der anderen Seite hin. Re'.chLbankvräfident Sch a ch t aus derselben Partei ausgcbrochen. Hier tritt eindrucksvoll d.e besondere Schwierigkeit -u- tag?, Menschen von ausgesprochen demokratischliberaler Weltanschauung polil lch zu organisieren. Erich Koch. Der Parteiführer, seyt sich jetjt in einem Artikel »Zwei Austritte" mit diesem Doppelvorgang auseinander. Schacht hatte einseitige Stellungnahme ber Demokraten gegen ein« Volksentscheid vor allem deshalb verlangt, weil ein Gefeh. das als Eingriff ins Privateigentum sich Deuten liest. Deutschlands Kredit im Auslände schädigen muffe. Koch, der jetzt Drei Monate in Amerika war. stellt fest, dast dies eine ganz falsche Einschätzung gewesen i>'. Wer die Reue Well kennt, wird der Beobachtung Kochs recht geben, dast einzelne Maßnahmen eines europäischen Landes dort viel zu oberflächlich beurteilt werden, als dast sie dauernd die Gemüter beeinflussen könnten. ^Imgekehrl darf folgende Feststellung Kochs auf einiges Interesse rechnen: „Rachdcm jetzt ein Vergleich mit den Hohen- zollcrn zustandegekommen ist. der auf einer mittleren Linie liegt, fast! die amerikanische Ocffent- lichkeit diesen Vergleich durchweg als einen Beweis dasür auf. dast Deutschland noch monarchisch gesinnt sei und dast die Gefahr monarchistischer Wirren unmittelbar drohe." Freilich werde eine vernünftige Politik in Deutschland auch Diese Befürchtung wieder zerstreuen können. Herrn KochS Artikel zeigt daweiter, dast so wenig wie Schachts Sorgen beim Volksentscheid, fo wenig auch jetzt die fachlich schärfste Auffassung des ,.Schandgesetzes" eine Begründung zum Einstellen der Parteiarbeit geben durfte. Koch selbst hat ja auch gegen DaS Gesetz gestimmt. Mit Recht verlangt er jetzt, dast. wer politisch arbeiten will, im Einzelfall auch für die Gründe anders denkender Parteifreunde Verständnis haben müsse. „Ich weigere mich, eine Partei zu führen, die nur eine einzige, allein seligmachende Meinung kennt und Ketzerrichterei gegen alle treibt, die von ihr abweichen." — Die »F- Ztg " stimmt dein zu und sagt: „Je kleiner eine Partei an Zahl ist. desto seltener kann sie auf ihre Geschlossenheit verzichten. Deshalb must heute sehr deutlich gesagt werden. Dast die Demokratische Partei ihre Daseinsberechtigung in Frage stellt, wenn sie so wenig zu einheitlichem Handeln gelangt, wie es jetzt beim Antischund- gefeh der Fall war." Das Blatt fährt dann fort: ..Herr Koch wird sich darüber klar fein, dast hier fein Einzelfall vorliegt. Auch sonst ist die Einheitlichkeit der Demokratischen Partei häufiger gefährdet, als ihr auf die Dauer gut sein kann. Das gilt vielfach von dem Verhältnis der demo- fratifchc.T Mitglieder d:S R-ichskabinelts zu ihrer Partei, wobei allerdings nicht Herr Dr. A e i n • hold in Frage kommt, dessen Verdienste um Reichsfinanzen und Wirtschaftsleben allgemein anerkannt werden. Was aber die Herren Külz und Gest le r angebt, so ist es für die Ocffent- lichkeit wirklich oft schwer zu erkennen: was ist nun demokratische Politik, das, was diese beiden Minister treiben, oder das, was die Partei- instanzen und die Mehrzahl der demokratischen Abgeordneten öffentlich vertreten? Hier ist einer der Punkte, wo eine energische Parteiführung nun endlich Klarheit schaffen müßte. Demokratie soll gewist keine Gewissen vergewaltigen, aber sie soll auch nicht sich selbst zur Ohnmacht verurteilen. Rur wenn sie sich handlungsfähig erweist, wird sie Werbekraft entfalten." Sehr unerquicklich ist die Einstellung geworden, die neuerdings der ..M a n c ft c r Guardia n" zu allen deutschen Angelegenheiten findet. Die „Leipziger Reuesten Rachrichte n" glossieren einen Bericht des englischen Blattes über das Schandgesetz, das kürzlich im Reichstag verabschiedet wurde. Cs heiht dort: ..Der Bericht geht unter dem Sammellitel „Terror deutscher Zensur" und behauptet, das Gesetz stelle die gesamte deutsche Literatur, Zeitungen und periodische Druckschriften ausgenommen, unter Zensur. In seiner Abneigung gegen die deutsche Gesetzgebung leistet der englische Berichterstatter sich dabei die folgende Stilblüte: „Gräfin Mahler, eine ehrwürdige Dame von untadelig hohem Gedankcnflug. hat einige hundert Erzählungen geschrisben, Die von Millionen von Deutschen verschlungen wurden. Gleichwohl ist die gesamte literarische Kritik Deutschlands einig darüber, dast diese Erzählungen Schund zunächst ein kurzes Tuch aus weichem faltenlosem Damast ausgedeckt, darüber aber kunstvoll ein zweites Tuch gebreitet, das in den wunderlichsten Kräuselungen gerafft war in der Art eines munter fließenden Stromes, dessen Oberfläche ein Wind in grotzen und kleinen Wellen aufwogen läßt, fo dast zwischen vielen kleinen galten einige dicke Bausche entstanden" Die Teller und Gefäße wurden in die Wellentäler dieses Tischtuches gesetzt: aber praktisch war das nicht. Ebenso entwickelte man eine hohe Kunst in der Drapierung der Servietten. Es gab unzählige Formen des Serviettenfaltens, und man betrieb darin eine wahre Plastik, indem man von den gewöhnlichen Formen des Kreuzes und der Schnecke bis zu Rachahmungen von Hasen und Fasanen, ja der päpstlichen Mitra, ausstieg. Die Zeit der Renaissance entfaltete einen besonderen Prunk mit lostbaren Tafelgeschirren, die von den größten Goldarbeitern, einem Benvenuto Cellini oder Wenzel Iamnitzer gestaltet wurden. Eine solche Verschwendung griff um sich, daß den Bürgern das goldene und silberne Tafelgerät verboten wurde. Ludwig XIV.. der besonders kostbare Tafelgeschirre aus Gold und Silber halte, mußte sie in den Zeilen der Rot in die Münze schicken und speiste seitdem von Fayence. Später erschien das Porzellan als schönster Crlah für Gold und Silber. Der Haupt- schmuck der Festtafel bestand auch im Barock in Blumen und Lichtern oder Fackeln. Gewaltige Massen von Blumenkörben, von Fackeln umstellt, verwandelten die Tafel in ein duftendes Meer, aus dem die herrlichen Tafelaufsätze her- vorblitzten. Diese Tafelaufsätze wurden allmählich der Haupt- und Mittelpunkt der Dekoration. Das spätere Mittelalter erging sich in künstlichen Mechanismen, wie Burgen mit beweglichen Personen. Bäumen mit singenden Vögeln, Felsen und Höhlen mit schlafenden Prinzessinnen und wilden Riesen. Die Renaissance stellte ganze Tritonen- unb_ Bacchantenzügc auf den Tisch: ja, *ogar große Bildwerke wurden von den größten Künstlern, u. a. von Leonardo, dafür geschaffen. Das fr feien, obwohl fic jeden Versuch, ihn zu unterdrücken. ablehnen würde." Der englische Spießer, der daS lieft, hält kcn Atem an. Eine .Eountetz Mahler", die über hundert Erzählungen geschrieben bat. dünkt ihn an und für fich noch zehnmal ehrwürdiger, als cs die schlicht bürgerliche Courths- Mahler tun würde, wenn er von ihrem Dasein eine Ahnung hätte. Aber wir können den „Manchester Guardian" und fein gefühlvolles tiefe- Publikum beruhigen. feiner „Eountetz Mahler" wird keine Zensur in Deutschland ein Haar krümmen, gegen diese, in England fast noch mehr als in Deutschland geschätzte Art von' Literatur ist auch bei uns kein Kraut gewachsen. Den dreimal heiligen Kitsch ausrotlen zu troll2.1, so gemullos ift der Deutsche Reichstag gar nicht. Der „Manchester Guardian" beklagt bann, daß dem Kampf gegen das Gesetz ein Bernard Shaw fehle, der freilich — fo fügt das Blatt selbstgefällig hinzu im beschränkten u.ti> terroristischen Deutschland niemals hätte hochkommen können. Dazu dürste doch vielleicht die bescheidene Anfrage geftattet fein: wo ist denn Bernard Shaw früher hochgekommen, im .freien“ England oder im „recht)- nären" Deutschland? Die Antwort daraus dürsten wir in aller Seelenruhe vielleicht Bernard Shaw selbst überlassen, der im Vorkriegs-England doch kaum als „verlehrfähig" im Sinne der „guten“ Gesellschaft angesehen wurde, während er zur selben Zeit in Deutschland bereits auf allen Bühnen gespielt wurde. Im weiteren Verlauf des Berichts wird dann in hohen Tönen das Lob Breitscheids gelungen, als eines Vorkämpfers von „meisterhafter" Beredsamleit gegen das Gesetz, und auch der „Simplicissimus" bekommt eine gute Rote für seine .Spezialnummer", die wieder auf der Höhe seiner Ceiftungcn aus der Vorkriegszeit fei. Im Kriege war der .Sim- plicifsimus" bekanntlich gut deutsch und sonst nichts, waS, nach Ansicht des .Manchester Guardian". offenbar an fich schon schlechten Geschmack verrät. Wir möchten aber wohl Wilsen, ob der Gewährsmann des englischen Blattes fich auch den Anzeigenteil der . geftiiummcr“ des .Simpli- cissirnuS" angesehen hat. und ob er der Meinung ist. Daß im prüden England Ankündigungen dieser Art überhaupt möglich wären? Rechnet man in England diese Ankündigungen und Anpreisungen etwa zu ben .heiligsten Gütent der Ration", Die um jeden Preis erhalten »erben müssen? In England liegt die Sache im großen und ganzen doch wohl so: daß es eines besondersn Gesetzes zum Schutze der Jugend gegen den Schmutzkapitalismus nicht bedarf, weil eine geschulte öffentliche Meinung der Staatsgewalt Autorität genug verleiht, um ihren Willen gegenüber dem Schmutzkapitalismus durchzusetzen, auch wo inS einzelite gehende Gesetzesbestimmungen etwa fehlen sollten. Daß in Deutschland eine solche Autorität, infolge der gewaltsamen Erschütterung geltender Gewohnheileit und Rechte Durch die Staatsumwälzung, erst wieder aufgebaut werden mutz, braucht man in England schließlich nicht zu wissen Wissen aber könnte auch der Berliner Gewährsmann des .Manchester Guardian", datz es sich hier um ein Gesetz zum Schutz der Jugend handelt, und nicht um ein Gesetz zur Knebelung cintoairbfreicr Erzeugnisse einer ernsten Literatur: datz er dessen mit keiner Silbe Erwähnung tut, beweist wohl am meisten seinen üblen Willen." die französische Ijeetesrefotm. Von Kurt von Tippelskirch. Mit der ihnen eigenen Kunst, die Dinge so darzustellen, wie sie nach autzen hin die beste Wirkung erzielen, werden die Franzosen in den kommenden Wochen und Monaten die Welt über ihre Abrüstungs- und Heeresver- minderungstaten in Erstaunen setzen. Sie werden besonders guf die verdienstvolle Tatsache Hinweisen, datz sie zur Abrüstung schreiten, b c - vor noch im Völkerbund Einigkeit über diese Fragen erzielt ist. Sie werden hieraus die Folgerung ziehen, datz Frankreich vorbildlicher als jedes andere Lcnrd der Sache des Friedens durch die Tat dient uird in diesem edlen Streben auch vor schweren Opfern und Verzichten nicht zurückschreckt. Solche und viele andere, ebenso wirksame Redensarten werden den Kern der bevorstehenden Heeresreform um so dichter verschleiern, als nur wenige Sachverständige das dichte Zahlengewirr zu durchdringen vermögen, mit dein in solchen Fällen üblicherweise aufgetischt wird. Die bevorsteheirde französische Heeresreform ist daher nicht allein beachtenswert, weil d i c stärkste Militärmacht Europas sich nunmehr eine auf Jahrzehnte berechnete Wehrverfassung gibt, sie verdient auch aus den oben gekennzeichneten Gründen eine Prüfung dahin, ob sie wirklich den Anfang einer mehr oder minder freiwilligen Abrüstung bedeutet, die mili- tärische Leistungsfähigkeit des ßanbeS also fühlbar verringert. Zunächst bedarf es der Feststellung, warum Frankreich überhaupt zur Zeit zu einer Heeresrefonn schreitet. Der Grund ist einfach genug: Frankreich hat nach dem Kriege überhaupt noch keine Wehrgezetze geschaffen, die Armee befindet sich seit über acht Jahren in einem unaufhörlichen ^lebergangsstadium. einer sich langsam vollziehenden Demobilmachung, deren Ende bisher noch nicht erreicht war. Rur die aktive Dienstzeit ist im Jahr 1923 auf 18 Monate gesetzlich festgelegt worden, im übrigen beruht Einteilung und Stärke der Armee auf Gesetzentwürfen, die vom Parlament nie genehmigt worden sind und nur als organisatorische Grundlage dienen, weil eine solche in irgendeiner Form vorhanden fein mutz. Es bestand eben eine Rotorganisativn, dip auf einen ganz bestimmten Fall zugeschnitten war: die Durchführung der französischen Rachkriegspolttik, nötigenfalls mit Waffengewalt. Infolgedessen war das Heer auch unnatürlich groß gehalten, hatte zahlreiche Divisionen, so datz es jeder- Barock erfand in seiner Maßlosigkeit Tischdeko- rationen, die in kunstreichen Bauten und tropischen Landschaften mit der Bühne wetteiferten. Da gab es in der Mitte der Tafel einen See^ in dem lebende Fische und Enten schwammen. Das Rokoko baute auf Bahnen von Spiegelglas ganze Städte und Völler von Porzellan auf, und im Empire traten an die Stelle dieser bunt- phantastischen Welt sentimentale Statuen im antiken Geschmack, Weihetempelchen und Trauer- umen. Rachdem man es in der Herstellung künstlicher Blumen zu hoher Vollendung gebracht hatte, zauberte man Landschaften auf die Tafel. Besonders berühmt war unter Ludwig XV. der Tafeldekvrateur Eos ade, der einen künstlichen Reif erfand, den die Wärme der aufgetragenen Speisen zum Schmelzen brachte. Wie durch einen Zauber verwandelte sich das Bild des die Tafel bedeckenden Winters: „Man sah den Fluß auf- lauen, die Bäume grünen, die Blumen erblühen und den Frühling sich in seiner Schönheit entfalten." Unter Ludwig XVI. führten die sogen. ..Sableurs" mit gefärbtem Sande, MarmorglaS oder Zuckerstaub mit unglaublicher Schnelligkeit persische Teppichmuster und andere Bilder auf Dem Tisch aus, die dann ein Hauch oder ein Wasfertropfen zerstörte. Frankfurter Theater. Leopoldine Konstantin absolvierte zwei Gastspiele am Reuen Theater. Es liegt bei diesen Provinzgastspielen die Gefahr nahe, datz die Künstler ihre Stücke der jeweiligen Rolle zu lieb wählen und den literarischen Wert gänzlich unbeobachtet lassen. So brachte diesmal, um der „Ginette" teilten die Konstantin „Die Schule der Koketten" von A r m v u t und Gabi- d o n, eine Komödie, die unsagbar lächerlich im unlustigen Sinne ist. Auch die sonst fo charmante Künstlerin gefiel sich in maßlosen Uebertreibangen. Diese Enttäuschung wußte sie allerdings in Fedvrs Komödie „Dr. Iuci Szabo" durch ihr glänzendes Spiel und das brillante Hinüber- wechfeln rn die verlchieDsnartigen Empfindungen l zeit mit gewaltiger ^levermacht ohne zeitraubende Mobilmach,tng jede deutsche Auflehnung mit Waffengewalt Niederschlagen tonnte. Es genügte tazu. zwei Jahrgänge zu den Waffen zu rufen, ’jn. verfassungsrechtlich betrachtet, nicht zur „Reserve" gehörten, sondern dem KriegSminister jederzeit ohne Mitwirkung des Parlaments „zur Verfügung" standen, deren Einstellung rechtlich keine Mobilmachung bedeutete. Der Zustand kam daher auf eine verkappte. ständige Mobilmachung hin- au£. Er mochte, vom französischen Standpunkt aus betrachtet, für einen befristeten Zeitraum und einen bestimmten Zweck vorteilhaft fein, kehrte sich jedoch in daS Gegenteil, sobald mit der Beendigung des Ruhrkrieges die französische Politik einen völligen Wandel in der Wahl ihrer Mittel vollzog. Runmehr zeigte sich die iln- bra uchbarkeit eines Heeres, das auf die ständige Aufnahme von Reserven eingerichtet war. dessen Reihen aber durch den normalen Ersatz der dienstpflichtigen Iahresklassen nicht annähernd gefüllt wurden. Das Rahmenheer tear wohl im älmsehen mobil, hatte aber normal äußerst niedrige Etats stärken in den zahlreichen Verbänden. Die Ausbildung wurde zu einer Farce. Eine Reform war unabteeis Ein weiteres kam hinzu. In die 1924 gewählte Kammer zog eine Mehrheit, die sich auf die baldige Einfü hrung der einjährigen Dienstzeit fcftgclegt hatte. Ein Kampf gegen diese erschien aussichtslos. Sie tixir auch bei dem Riangel an Arbeitskräften in Frankreich wirt f chastlich eine nahezu zwingende Rotwendigkeit. sie war außenpolitisch erwünscht, denn sie bildete ein zugkräfttges Gegenargument gegen die immer mehr um sich greifende Empörung über den Militarismus des zahlungsunfähigen Frankreich. So blieb dem französischen Generalstab, der seine Blütenträume am Rhein nicht mehr reifen sah, nur übrig, das Heer auf die Friedensa rbeit u m z n st eilen und dabei eine Organisation zu finden, die die zu erwartenden Schäden einer verkürzten Dienstzeit für die Ausbildung ausschaltete. Das tonnte gelingen, wenn man sich von den überlieferten Dorkriegsformen freimachte und gänzlich neue Wege ging. Aus diesen Gedankengängen heraus sind die Gesetzentwürfe entstanden. Die zur Zeit dem Heeresausschuß der Kärntner zur Begutachtung vorliegen und demnächst vom Plenum beraten des Fräulein Dr. Szabo wettzumachen. Diese Komödie aber war auch nur aus dem Selbstzweck der Rolle gewählt. — Rachdem in Berlin die „Mrs. Cheney" unzählige Male geendet hat, interessiert jetzt „Mrs. Cheneys Ende" im Reuen Theater auch das Frankfurter Publikum FrÄ>erik Lonsdale (deutsch Julius B e r st l) hak einen ganz reizenden Lustspiel- und Abenteuer-Film für die Bühne geschrieben. Die vier Bilder find unterhaltsames, spaßiges, leicht satirisch angehauchtes Kino der Worte. Der Aufbau und die Entwicklung dieser „Mrs. Cheney" ist gut, aber die Schluhpointe, das eigentliche Ende der Heinen Abenteuerin, die der englischen guten Gesellschaft den Kopf verdreht, nach Perlen fahndet, die Herzen zweier Lords stiehlt, auf nächtlichem Raubzug von dem einen abgefangen wird um ihr Ende findet, indem dieser Lord, Arthur Dilling, sie nach allen Aufregungen, ihrer reizen^ den Raivität halber, zur Lady Dilling macht. Dieses Ende der. in ihrer Charakterisierung ganz entzückend anständigen Gaunerin erscheint em wenig zu romantisch und gewaltsam. Aber ccftenß ist es ein Lustspiel, zweitens gefällt der ausschlaggebenden Mehrheit, dem Publikum dieses „Happy end" ausgezeichnet und drittens sindMrs. Cheney und Lord Dilling zwei äußerst sympathische Outsider, daß wir ihnen ihr Glück gönnen wollen, zumal die andere scheinbar moralinsaure Gesellschaft so herzerfrischend die Meinung gesagt befommt. Die Aufführung gehört zu den besten, die das Reue Theater in letzter Zeit herausgebracht hat. Die Regie Alfred Rollers sorgte für ausgezeichnete Besetzung, schlagfer- ttges Zusammensplel und gut gesteigerte Span- mmg. Traute Carlsen brillierte in der Xitel- rolle und gab der Figur den über alles siegenden fraulichen Charme. Georg Lengbach (ßorb Dilling) gab wieder eine seiner eindrucksvoll umriffenen Erscheinungen und war ein vorzüglicher Partner der Carlsen, das gleiche gilt von Karl G»ü n t h e r s Hochstapler und als Kammer- diener figurierendem Charles. Das Publikum unterhielt sich glänzerS. L.W, ipcrden öiMxih Sann hier mcht im einzeln«»! w'.e-ergeacben Werden. TB-.tß öle Reform er- rcichen uriU, irt kürzlich durch eine AtMafsrrng . es französischen Kriegsniinifters klar zum 2Iu5- ruck gebracht worden. (Ybren Gedankcngangen >U in den nachstehenden AWÄh«mgen gefotzt werden. Die Einsührmlg' i'-er einjährigen Dienstzeit wir- von bestimmten, unumgänglichen Voraus- etznngen abhängig gemach:. Die Gesetze fordern frier für die Schaffung von 106 000 Berufssoldaten (ilnterofttiiere und Gefreiten), außerdem aber etwa 30 000 Offiziere. Rur an ter diesen ilmftihtben hält man die Ausbildung der Rekruten in einem Fahre für gewährleistet. glaubt man auch im Kriegsfall genügend Führerpersonal zu haben, um die Aufstellung zahlreicher Kriegsformationen sicherzuslcllen. Für diese stehen außerdem noch über 50 OCO R e serveofsiziere. ferner auch Reservisten als Unlerstihrer .zur Verfügung. Die Schwierigkeit, 106 000 Berufssoldaten zu finden. liegt nur in den erheblichen Kosten. Die Berufssoldaten müssen etwa fo gestellt werden, wie ihre OUter« - genossen im bürgerlichen Leben, sonst meldet sich niemand freiwillig. Es kommt also darauf hinaus, daß Frantreich allein für sein Führer- versonal (30 000 Offiziere, 106 000 Anteroffiziere und Gefreite) mehr ausgeben muh als Deutschland >ür das ganze ihm .zustehende Personal von 4000 Offizieren und 96 000 Unteroffizieren und Mannschaften. 3ft diese Voraus - fetzung erfüllt und kommt die einjährige Dienstzeit tatsächlich zur Durchführung, fo bleibt der Grundsatz der allgemeinen Wehrpflicht 'elbftverständlich unangetastet. Aber jeder fron- asische Bürger bleibt nicht allein wehrpflichtig, er wird auch tatsächlich im dienstpflichtigen Alter einberufen. Gerade in diesem Punkt kommt das Fehlen jedes Abrüstungsgedankens am sinnfälligsten zum AuSdruck. Von Abrüstung liehe sich doch nur sprechen, wenn ein Teil des Rekrutenjahrganges nicht ausgebildet, sondern wie in Deutschland vor dem Kriege einer Art ($ v = satzrese rve überwiesen würde. Rur dann würden sich die füfc den Kriegsfall vorhandenen ausgebildeten Reserven allmählich verringern, wurde auf einem der zahlreichen Rusdangs- gebiete der Beginn einer Abrüstung zu spüren sein. Reben der Erhöhung der Zahl der Berufs-' soldaten bedingt die einjährige Dienstzeit eine weitere grundsätzliche Abkehr von der bisher üblichen Heeresorganisation: Die Abtrennung aller Mobilma chu ngs vo r b ereitu n- gen — die selbstredend bestehen bleiben -- von der aktiven Truppe. Während bisher die aktive Truppe im wesentlichen auch alle Arbeiten für die Mobilmachung versah, dient sie jetzt nur ausschließlich der Ausbildung. All die zahlreichen Arbeiten, die zur Vorbereitung der Mobilmachung gehören, werden eigene zu diesem Zweck einzurichtenden Organen .uzgewiel'en. Sie verfügen zu diesem Behuf über Zivil-Angestellte und -Arbeiter. Damit wird die Truppe auch von allen Abstellungen befreit, die bisher zahlreiche Kräfte dem eigentlichen Dienst mit der Waffe entzogen und die Ausbildung störten. Diese Maßnahmen hält der Kriegsminister für leesonders wichtig, denn „das für Mobilmachungszwecke bereitzus'. (lende Material ist, den Cr- sahrungen des Krieges entsprechend, heute im« vrrgleichlich viel umfangreicher als im Juli 1914“. Abrüstung?! — Roch weitere Maßnahmen zur Entlastung der Truppe sind geplant: Zivilkräfte auf Schreibstuben, in TruppenküchM. Handwerks- stuben, kurz überall dort, wo aktive Soldaten der Ausbildung eirtzr^eir würden. Rimmt man hinan, datz die ständig steigende Schulbild'ang das Auffassungsvermögen des modernen Rekruten hebt, das) die gHehlich eingeführte militärische Zugendvorbereitung zum mindesten die körperliche Durchbildung vorwegnimmt. schliestlich . der Krieg auch wertvolle Erfahrungen in der kürzeren Ausbildung gebracht hat. so ist es ein- leuchtend, daß durch all die aufgeführten Matz- ^hrnen die Herabsetzung der Dienstzeit militärisch u ns ch ä d l i ch geworden ist. Zahlenmästig wirrt sich die Herabsetzung der Dienstzeit naturgemäß in einer geringeren 1 Friedensstärke aus. Uno mit diesem Ar- gument werden die Franzosen besonders zu wirken versuchen, äkotgedramgen must auch die Zahl der Divisionen, Regimenter, Abteilungen usw. geringer sein. Das ist ein völlig zwangsläufiger Vorgang, der aber aus die Kriegsstärke des Vücherkriss? Die Klage darüber, dah in Deutschland nicht mehr gelesen würde, angestimmt in der Hauptsache vom deutschen Buchhändler, ist geradezu zu einem Schlagwort mit unheilvoller Suggestions- kraft geworden. Derlei Schlagworte tauchen quar- lalwetse auf, aber niemand nimmt sich eigentliche die Mühe, sie ans ihre Richtigkeit hin zu prüfen. Dast der Deutsche verlernt habe, zu lesen, ist in Wahrheit Llnsinn. Richt zu leugnen ist allerdings, dast tu allerletzter Zeit wohl weniger Bücher gekauft worden find, als in den Ofnfln« UonSjahrsn. Aus allen Gebieten, auch beim Duch- bandel, brachten die Inflationsjahre eine ungeheure Absatzsteigerung. Diese Absatzsteigerung, durch die Entwertung der Mark beständig angetrieben, hat bei vielen Produzenten zu einer gewissen Trägheit und Bequemlichkeit geführt: Im Gegensatz zu früher war der Produzent nicht mehr gehalten, sich Gedanken über Absatzmöglichkeiten zu machen. Am unerfreulichsten waren die Verhältnisse vielleicht doch auf dem Gebiete des Buchhandels, weil durch den ausgebrochenen Kaufwahn das Buch als Lese-Buch seinen Sinn vollkommen einbühte. Die Aufnahmefreu- digkeit deS Publikums schien der Dücherproduktion überhaupt keine Grenzen mehr zu stellen, namentlich wurde das teure Buch, der Luxusdruck, ii er Ein blind ein Anlagewert , das Buch fiel unter die berühmte Kategorie der . Sachwerte". nach denen damals atteti jagte, und schliestlich wurde eine Angelegenheit der Dichtung zu einer Angelegenheit der „KapiialSanlage". Ls folgte die Stabilisierung der Mark. Es folgte der natürliche Rückschlag: Das Buch ver° lor al« „Kapitalsanlage" zu allererst seine Bedeutung. Die massenhaften, von Kmijunktnrver- legem dem Publikum angehängten Lurussüstig- 1 eiten hatten den Käufern den Magen gründlich .'crborben, einem Publikum, das überdies er- tonnen mutzte, datz weder Maroquin noch Per- ;ament wie SchiftSaktien wertbeständig notieren. ?a« Schlimmste war, daß, al« die Stabilisierung über Rächt da war. die LuxuSbücherfontäne noch eine ganze Weile lustig weiter sprudelte, ircit vor Monaten begonnene Werke fertig wurfranzösischen Heeres ohne jeden Einfluß bleibt, da jeder Franzose milltärifch ausgebildet wird und da- erforderliche Fschrerperional 'chon im Frieden bereitgehalten wird. Zum Ueberftutz bleiben aber trotz einjähriger Dienstzeit 20 weihe und 4 farbige, zusammen allo 24 Divisionen tm europäischen Frankreich beftetjen, wäbrend bei dreijähriger Dienstzeir vor dem Kriege 42 Divisionen bestanden, das iranzösiiche Heer dermmch, wie ein kleines Rechenerempel ergibt, nur noch 14 Divisionen haben sollte. Die Wehr- keaft des Landes ist also tatsächlich noch schär- f c r angespannt als vor dem Kriegei Dies wird erreicht durch erhöhte Einstellung von Farbigen, Erhöhung der Zahl der Berufs!oldatew Beirei- ung von den. Mobilmachungsarbeiten und verschiedene andere organisatorische Aenderungen. Abichliestend sagt der französische Kriegsminister: „Das Wesentliche der R.-lorm ist. dah die mllikärische Organisation start genug ist. um die g ef amten Kräfte der Ration im Kriege zum Tragen zu bringen. Sie muh ferner biegsam und handlich genug fein, um den verschiedensten Möglichkeit-m Rechnung zu tragen." Die u ns in Versailles ausgezwungene militärische Organisation soll es uns unmöglich machen, auch nur einen Bruchteil der Kräfte der Ration im Kriege zum Tragen zu bringen. Danach möge man bemessen, inwieweit die Franzosen mit ihrer kommenden Heeresreform abrüsten! S« Persönlichkeit -er KeichrgerichtsprSsi-enten. Im Zeitspiegel der Deutschen Richterzeitung findet sich eine Ausle'e aus zahlreichen Zeitungen, deren Aeußernngen über die derzeitige „Krisis der Justiz" wiedergegeben werden. Ver- trauenskrisis — Genesungstrisis. so lautet die Parole in diesem Kampfe, in dem es sich in letzter Linie um die Unabhängigkeit des deutschen Richters und der Rechtspflege überhaupt handelt. Im Rahmen der Vertrauensfrage wird auch der Reichsgerichtspräsident Dr. Simons gewürdigt. In einem Aufiah „Der deutsche Richter und die deutsche Rechtspflege" schreibt der vormalige Staatspräsident von Baden Dr. Hellpach: Der Reichsgerichtspräsident Dr. Simons ist selber die reale Idealgestalt eines deutschen Richters. Eine Ration, die das seltene Glück hat, an der Spitze ihrer Rechtspflege den Mann zu wissen, der den Richter darstelll, wie er in höchster 'Vollkommenheit sein soll, aus den jeder -angehende Richter mit dem 'Vorsatz schauen darf: so mutz ich und so will ich werden! — eine solche Ration darf ehrlich darauf bauen, dah sie auch die Vertrauenskrise ihrer Rechtspflege überwinden und den deutschen Richter hervorbringen wird, den das in Freiheit sich selbst regierende Deutschland von heute und morgen braucht und verdient. Änd unter der Ueberschrist: „Justiz und Politik" schreibt Rudolf Olden im „Berliner Tageblatt": Der Reichsgerichtspräsident Simons hat, entgegen der bisher nie durchbrochenen Tradition, den Vorsitz in einem Strafsenat übernommen und hat diesen Vorgang öffentlich in einem aufsehenerregenden Schreiben damit begründet, dah er die Justiz in Strafsachen für wichtiger, bedeutungsvoller als die zivilistische halte. Hier haben wir das Zeugnis des höchsten richterlichen Funktionärs dafür, dah es erhebliche Gradunterschiede in der Beschäftigung der Richster gibt, was den Zusammenhang ihrer amtlichen Tätigkeit mit dem öffentlichen Leben angeht. Frankfurt als Messe- und Industriestadt. WSR. Frankfurt a. M., 16. Dez. Auf eine Anfrage in der heutigen Stadtverordneten- sihung, welche Vorkehrungen der Magistrat zur weiteren Abhaltung von Messen in Frankfurt a.M. getroffen habe, angesichts dessen, dah hiergegen infolge des dürftigen Ausfalls •'er letzten Herbstmesse in weiten Kreisen 'Bedenken bestünden, führte Oberbürgermeister Dr. Land mann u. a. aus: Man sei bei den Der- 6 $Ar ** b,( ^Dfl|iAf^trb an bet o 8e- to»la|lföü Kn'ch Atzung Nutzung b **<• ^tfülluno Me >'S Sich lndvieb 3.30 14,1 «fe?e2£ äs »unb Set Z DZ-§ zZrr Äl€° iugentft. Einladung bn und behandelte Manie $ ir.. ioeNee virtsch^. °M Scr Laa E MiWan Sc- *rJXeteier -arligie W eint trübe Lp Mitglied nut vollen gtew spornen oommtr, nnschasten mnechalö . rmt 3erftiitten;na wnanni Reibet fr. c 3ci1blitterunfl yn gemelnschast der M fönnc. Aach einer ' ■wdanimlungtleite.1 DanfeMfitn an den Mn«. Anser Aad- iltcte am vorigen ücnfr dessenHaup.» s Dramas „31».’; m in. der M-ü>" wch Mi LuApieie mden den her. tteu. j. Zum Seiler Der )u(e schmale Pri- > vom Landreami hir dienasschvr Hchuch- i lebten Jahren nxr unserer ötabt ich lit freundlichen 6ir.- r Tendamen^ und ?inem Kemeindebaue nben. die den 2amen Strafe ifr in ihrm [e nußgebtidt und mir em völligen Av-bair vischen dem „Herrn» trche Herfiellen. Zur ten Acubau als sog. : mehrere Wohnung- Luch im kommenden Seit hier recht lettflft 3n Zndim. vv die er berönlontmcn. wt* diesen Raubtiere« g> die Wölfe ch K KiM-m/IM 6en» **“man en /»arten, die freund- hfliibclten. ®m * wro lebt- adop»^ >, den man gesund» n Mammen Daß« .chnvondenDM wütend um nch <-• >Iich aber g M* n ben meAn W ZSH LM 6Ä Sa» Kind .ra<@?bict. [jr(l s'Ähl »o« <®. ’tf ionnie >■= . M ÄwffjS ». r.»* ,nd 'gj"n WcssN den 111®.$ als die K-SSw Hk |an.ifl ®ubte6 i e* Öen an den die b^'Achen, W ■S'fs» Detgsschmack gegeben bat. Mit fernem Blick hat der prinzlichc 2md)icrftatter die wrllgrichich'.- ltchen Dorgänge der unixraleichlichen „iimbea“- Fahrt er Sprache, die manche köstliche Perle echten Seemannhumors einftteut. hat er diele Ereignisse für alle Zeiten sestgehalten. Dieses Buch möchten toir auf jeden Weihnacht sgadcntisch wünschen, da e6 den Erwachsenen und der gereiftercn Jugend, blc Sinn und Verständnis für menschliche und vaterländische Gröhe deutscher Männer haben, gleich hohe Freude bereiten wird. Lobend fei noch vermerkt, dah der Verlag dem Buche eine gute Ausstattung hat zuteil werden lassen 4Ü0 »M i t dem Kurbelkasten um d i e Erd e." Don Lolin R o st. Drosch 4 Mk.. Seinen geb. 5 Mk. 240 Leiten, reich illustriert. (Dild und Duch Verlag G. m. b. H., Derlin SW. 19.) — Der Verfasser ist einer unserer bekanntesten und geiefenften Aeifeschriststeller. Er erzählt in diesem Buche von Dordamerika. Japan, Korea. Ehina, Dritisch.Malaya. Liam Sumatra. Java. Vali. Etwas Besonderes sind die ausserordentlich Hthlreichen Illustrationen, schätzungsweise 500 Stuck, die der Verfasser aus seinen Fahrten selbst ausgenommen hat. zum grössten Teil für Film, zwecke. Die Bilder sind aus neuartige, reizvolle Weile in den Den eingefügt und bilden so ein organisch« Ganzes. Der künstlerische, elegante Leinen-Ei nba nd macht einen vornehmen Eindruck. Ruch daS broschieNe Derk ist geschmackvoll aus- gestattet und wird jeder Bibliothek zur Zierde gereichen. Sine gute Gabe für den Weihnachtstisch. 563 — 3n der Bei he von Kriminalromanen, die ber bekannte juristische Verlag Otto Liebmann in ‘Berlin W. 57 unter dem Sammeltitel .Schatten, bilder deS Lebens" veröffentlicht, erscheint soeben in zweiter Auflage Heinrich Lindenaus Polizeigeschichte .Kriminalinspektor Dr Ö t r e 11 e r“. -Der bekannte Kriminalist gewährt hier interessante Einblicke in den ungeheuren Polizeiorganismus einer Grossstadt und zeigt die Tätigkeit eines mit allen Hilfsmitteln der modernen Kriminalistik arbeitenden Beamten bei der Aufdeckung eines schweren Verbrechens. Der fesselnd geschriebene Roman wird Zuristen wie Laien eine aufschluhreiche Lektüre fein. 712 Wirtschaft. * Die amtlicheGrohhandelsindex- Ziffer. Die auf den Stichtag deS 15. Dezember berechnete Grohhandelsindexziffer des Statistischen ReichSamteS ist gegenüber betft 8. Dezember um 0,5 v. H auf 130,7 zurüctgegangen. Don ben Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse- auf 134.8 nachgegeben, während die Zndustrie» stosse mit 123,2 nahezu unverändert blieben. ' Bamag-Meguin A. - G . Berlin. Die ordentliche Hauptversammlung genHmigte den Abschlus) für das Geschäftsjahr 1925 26 und befchloh, den Verlust von 845 166 RM. vorzu- tragen. Rach Mitteilung der Verwaltung sind Die Derlustabschlüsse der früheren Meguin-Ge- sellschaft inzwischen abgewickelt worden. Durch Eingang von in- und ausländischen Aufträgen habe die DLuation sich weseietllch gebeffart, so bah ein besseres Ergebnis erwartet werden könne. Berliner Börse. “Berlin, 17. Dez. Die Verschärfung der innerpolitischen Lage hat im heutigen Vormit- tagSverkehr Befürchtungen auslommen lassen, die sich als voll begründet herausstellten. Der Ein- bnuf der politischen Vorgänge wurde aber ausgehoben durch günstige Rachrichten aus dem Wirtschaftslebens 3m amerikanischen Repräsentantenhause wurde die Rückgabe-Bill lebhaft befürwortet, für verschiedene Terminpapiere hofft man auf günstige Abschlüße, und ferner wirkte die leichte Entspannung am Geld m a r k t stimulierend. Der Sah für Tagesgeld gab auf 5 bis 6 Prozent nach, dagegen stellte sich Monatsgeld unverändert auf 7 bis 8 Prozent. Die ersten amtlichen Kursnotierungen konnten sich daher behaupten, teilweise 2,46 Belirad . 7.395 7.415 7.4'1 7.42 Budapest. . •>.875 5,893 5.865 5,885 Bulgarien Lissabon . . 3,032 3,012 3.032 >.012 21,495 21,545 21 495 1.545 Danzig. . . 81.47 11.67 kl.45 61,65 ,13 .tzonsi.mtin "2.115 2.126 -.12 5.84 5 JÜ . 5,24 . % Canada 1 191 4.201 4,191 4.201 Um uan 4.25 . 4.26 t 26 4.27 Cairo . . 20.88- Ä.941 JJ.8M 20,936 fein. So werden u. a durch kne Deutsche Dau- und Siedlungsgemeinschaft mehrere Wohnungen errichtet werden. An zwei Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe der D. B. S. G. wurden bereits Dar- lehen in Höhe von 10 000 und 12 000 Mk. gegeben. — Mit dem Bau der neuen Verbin- dungsstraße Burkhards — Gedern wurde vor einiger Zeit begonnen und dadurch neue Arbeits- und Derdienstmyglichke.ten ge- schasien. Die Strohe stellt für Fuhrwerke eine wesentlich kürzere Verbindung zwischen den beiden Orten dar, als die Staatsstrahe — Die in einem Seitenbau des hiesigen Stolbergischen Schlosses untergebrachte V. H. E. -Iugendherberge hatte im lausenden Iahre bis jetzt 374 Hebenuid) tungen von 356 männlichen und 18 weiblichen Besuchern aufzuweisen, womit ännähernd die doppelte Anzahl der vorjährigen Uebernach- tungen (1925: 197 erreicht wurde. Unter den Besuchern waren 82 Schüler höherer Lehranstalten und Studenten. 118 Dolksfchüler. 18 Schülerinnen und 156 Angehörige sonstiger Berufe lLehrlinge freie Berufe 1 Was die Orts- bzw. Landes- zugehörigkeit betrifft so waren aus Frankfurt a. M 139, aus Hessen 51 und aus dem übrigen Deutschland 184 Besucher. Bemerkenswert ist noch, dah die Iugendherberge Wasserleitung erhielt. Starkenburg. * Darmstadt. 16. Dez. In der Rähe von Darmstadt geriet ein Auto lLieferwagen für Brot) durch einen Dergaserbrand in Flammen. Die zu Hilfe gerufene Feuerwehr versuchte mit einem minimal und mit Sand den Brand zu löschen, das Auto brannte aber bis auf das Fahrgestell nieder. Büchertifch. IKafim Gorki. „Wanderer in t> e n OH o t g e n“ (Derlag Ullstein. Berlin. Preis 3 Mk.) — Der russische Dichter gibt hier ein Teil seiner Selbstbiographie, romanhaft, ungeheuer farbig in seinem wilden Umherziehen durch das russische Land. DaS Buch ist ein Führer in die Tiefen des russischen Volkes in seiner ganzen Breite und Verschwommenheit. 656 Arnold Dennet: „Millionenjäger" iEngelhvms Romanbibliothek Dd. 999, Verlag 3. EngelhornS Rachf Stuttgart). — England ist von jeher die Heimat des spannenden Kriminal- und Abenteurer-Romans gewesen. Der in feiner Heimat vielgelesenc Autor läßt hier feine dn originellen Einfällen reiche Phantasie auf dem Gebiete des Abenteuerlichen tummeln. Mit den .Millionenjägern" bietet er eine fesselnde Erzählung, die dem Leser nach den Mühen be« Tages in ausgezeichneter Weise Entspannung und Ablenkung brinal. 442 „Elisabe 1 h Chryssanthis". Roman von Reich Rolden. lRikola.Derlag. Wiek.) In reizvollen Bildern zeigt die Verfasserin die internationale Gesellschaft der ägyptischen Mittelmeer- stobt -ren Schauplatz der Handlung. Lebendig und eindrucksvoll schildert sie, wia Elisabeth Ehryssanthis — mit SLächelt und Edelsinn gr- fegnet und von allen geliebt und verwöhnt — ®aftin wird. Herrin im Haus, Mutter von glücklichen Kindern, wie schließlich An Abenteurer die Harmonie zu stören, ihre Leidenschaft anzufachen und eine Situation auSzunüyen vermag, um ihre Einwilligung zur Flucht zu erlangen. — Ein feinsinniger Roman, der angenehm unterhält. 307 „Emde n". Meine Erlebnisse auf S. M. Schiff „Emden". Don Franz Iosef Prinz von oben ad Hern, Oberleutnant z. S. a. D (Verlag Richard Eckstein Rachf., Leipzig, geb. 6 Mk.) Der Verfasser berichtet hier aus feinen Erlebnissssn und Eindrücken als Teilnehmer an den grosten Kriegstaten der alten „Emden" im ersten Weltkriegsjahre. Mit gewaltiger Spannung folgt man der schlichten und gerade darum doppelt eindrucksvollen Erzählung, die 5 Bilder und 2 Seekarten bereichern. Eine grosse Zeit ersteht beim Lesen dieses Buches vor unserem geistigen Auge wieder auf, eine Zeit des hohen Idealismus. der Harmmonie der Geister, die zu Heldentaten ohnegleichen befähigte. Was dieses Kriegstagebuch besonders auszeichnet, ist feine Einstellung auf reine Tatsachenschilderung, das Beiseitelassen jeder Polemik, die so manchem andern Buche derKricgserinnerungen einen unangenehmen u 76 ' 0.6&> 16.4 106.5 126,25 159,75 226,5 126 191,5 174.6 144.5 165.75 1'16.5 83,75 165.5 163 146 227.5 126,25 159 168,9 110 86 •1.755 0.693 0 7575 U.665 0.692j 0.77 159.75 155.5 I5O 158,75 197 HO 87,9 142.73 75 189 167.25 166.75 168.5 149 151 156.25 193.5 KiS.5 82,25 169 182 UL:' 156 74 190 132 5 109 5 236 191.5 176 273 5 207.25 183.75 172 75 (M 25 173 156.9 7,9 161,5 1 171.5 108.5 171 186 141.75 154 76 194 13 134 9 114 128.75 237 9 195 ISO 145.5 167.13 I66,2o 270 2 "2 256 170 170.5 145 c Send DaUar-AnI dio-Toll -Sdras-Lnireilng. . Hodturtcn......... ä 0 «Belhmerifanet ... • trimer HandeIsaelcutdiati Lommer; und Pnvak-Baul. lannft. und Jianonalbanf . Teuli-e vank......... Tirkoaio Lonnnandii Ttcflhnrr Bant........ MeiaUbaol........... MnieldcuNHe 6rtbrtbflnf . £e(teimd)n®c Crebttanftall. Reich-haut...... Bochumer Satz ....... Buber.is 6aro ...... leutfd) ynrentberg...... '^elscnktrchtner Bergwerke. . *.'2r»cncr Bergbau . . •Hchrverfc Ascher-leben . . . .Oaltroerf Wetzeregeln..... ^anraSuue....... . . . annesmanu ........ Maaselder Cberbcbarf ...... Tbontr Bergbau 'Hlftinifthe Braunkohlen . . . D(bcinftnhl........... IHtcberf Montan Tellur Bergbau........ ‘■bereinigte Stahlwerke . . . . Hamburg-Amenla Paket. . . Norddeutscher Lloyd ... cc heramische Werke Albm . . Zementwerk Heidelberg . . . Phtltvv Holjmann ..... '.'(jiglo Cont lÄaano..... Cdeniische Mayer Alaptu- . . Goldschmidt HoUverkohlung a sfarben-Industrie. . . tziütqerswerle Schetdeaittzalt Alla Ekcktrijität-.ctzesellschgst Bergmann tklektr. Lieferungen L'-djt und Kraft Mainkraiiwerke........ S drucken temtnft A Halske dldlcrwerke -tzleyer ...... Tmmler Motoren. ..... Heyligenslaebt ......... 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Es wurden notiert: Weizen, Wetlerauer 29 bis 29.25, Rog- gen, inländ. 24,25 bis 24,50, Sommergerste für (?cauiit^Ldc. 24150 bis 26,50, Hafer, Inlänb. 19 bis 19,50, Mais (gelb) 19,50, Weizenmehl, inländ, Spezial 0 40,50 bis 41.50, Roggenmehl 35 bis 36 Weizenkleie 11,75, Roggenkleic 12. Tendenz stetig. Letzte Nachrichten. Militärdiktatur in Litauen. Königsberg, 17. Dez. T U. /Drahtmeldung.) Wie der T. H. vom hiesigen litauischen Konsulat mitgeteilt wird, ist die litauische Regierung in Kowno gestürzt und die M.l.tär- bdtatur ausgerufen worden. In Kowno und im Lande herrscht Ruhe. Es soll versucht werden, m den nächsten Tagen eine neue Regierung zu bilden. ; fjäv;, -.L"® 111 Leder-Pelzscbab. eleganter warmerStraßcnnchnb Dera. In Lack, Komteßabaatz, ayhr acbick 13,91 M Lack-Spangeniichahe, konkurrenzlos Derselbe mit Eidechsen Im. Einsatz . . 12,54 M Derselbe mit franzöe. 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Dezember 1926, abends 8 Uhr, in der Turnhalle, Steinstr. Weihnachtsfeier Mädchen-Hängerschürzen Mk. 1.15, 1.25, 1.40, 1.60, 1.85, 2.00, 2.60 Damen-Kleiderschürzen Mk. 6.00, 6.75, 7.50 Knaben-Schürzen Mk. 1.10, 1.25, 1.40, 1.50, 1.80, 1.95 . . . „ 0,75 . . . „ 0,64 , 0,90 u. 0,75 10 Stück 1,65 l°U8a Block-Schokolade, la . . . Pfd. 1.05 Schokolade, 4 Tafeln ä 100 g 1,- Milch, Nutz, Schmelz und Block Damen-Schürzen, Satin Mk. 2.60, 2.80, 3.00, 3.40, 3.80, 4.25, 4.50 Hosenträger, aus nur ausgesucht guten Qual., Vollgummi m.Lederpatte Mk. 2.50 Steh-Umlegekragen, moderne Form, prima Maßanfertigung ohne jeden Aufschlag Pfd. 1,90 h 0,70 „ 0,64 n 1.20 „ 0,80 „ 2,40 H 2,- „ 0,70 „ 0,70 n 0,70 „ 0,45 WWMUttllNhWhWM vülglievschtlsl im Deutschen Bertehceöunö, Sezirksnemaiiunls Gießen Herren-Socken, Mako, Fantasie gemustert <195 moderne Farben Mk. 1.25 U Herren-Socken, la reinwollen. 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Antrag e mit etwa 3li ' Aus Aussüh: Dinier U bruchgel 2. 9 der Spc 3.1 flächen । gvlen Po der Dau Sie werden 6 gen bei Ausbau t Mnlnbd Der der Dm' Ariegerh rentner, Kredit 1 fcchrtsai 3n sozialdei die Erw Kleinren 3er langt Hält eint der fyiul maß der lnrsrm $ Evrniuai 11000 T Sie 5 spräche, i Viertelst! brochen Leig. Sladtoer grundsä^ berjumen Ultid) fjiei um eine, und daß I Antrags I den Wach kntlid) üb die Unter1 klärt der ' dezernent befreunbei Untechütz den, jo r Der 18- ijortle „Biel i „Seit einer bekannt. 3d >'e M unk M an di y 'n eine fr'1"« mm °er nach » ,3)abe' ■Bronb \t „Sie waren un "chuhrerr glaubt, di wußten, | °ußen. 2 bracht?" >-4a", ?°rum m »r°|d)en? Sa;.8?r °°n den i °°wals n, Knfb°mmei >es^ J-n ä# Stilen ° Treove. Nr. 2?5 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für ©berljeffen) Sreitag, (7. Dezember 1926 Notstandsbeschlüsse des Gietzener btadtparlaments Ausbau von Straßen Erweiterung des Flughafens Verbesserung der Straßenbeleuchtung so sparsam 18. Fortsetzung. Nachdruck verboten von ausgebeutetem Stein- des Triebs und Humusierung und Reueinsäen der Rasen- 401 501 751 500 750 Stadtv. Dr. zur Sprache, 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 1001 „ 1500 mehr als 1501 zelnen Arbeiten und Lieferungen wie möglich gewirtschaftet wird. Dei dieser Gelegenheit bringt KrauSmüller (D.Vp.) Klagen 1. Planierung bruchgelände; 2. Planierung der Sportplätze: 3. Mmgraben die ihm als Vorsitzenden des Ortsgewerbevereins zugegangen sind. Hiesige Schreinermeisber, die an der Submission von Arbeiten für diesen Dau beteiligt waren, haben ihm mitqetrUt. Daß einheimische Meister bei einer Auftragserteilung übergangen wurden und die Arbeit'einem Unternehmer von Friedberg zugesprochen worden sei. 2. Für Abnehmer, die ausschließlich für Raumheizung GaS verwenden, ist der monatliche Verbrauch bis zu 30 Kubikmeter mit je 20 Pf. und der sestgestellte Mehrverbrauch mit 12 Pf. je Kubikmeter zu berechnen. 3. Der Grundpreis für Industrie- und Ge- wcrbegas wird auf 18 Ps. pro Kubikmeter festgesetzt. Diese Vergünstigung tritt ein für industrielle und gewerbliche Betriebe, welche durchschnittlich einen monatlichen Verbrauch von mebr alS 250 Kubikmeter Das haben. Für den Mehrverbrauch werden folgende Rachlässe gewährt: Bei einem monatlichen Verbrauch von: 301 bis 400 Kubikmeter 1 Pf. Nachsatz Oer Frosch mit -erMaske Roman von Edgar Wallace. „Viel ist ja nicht zu vermelden", meine Broad. „Seit einer Woche bin ich mit den Fröschen näher bekannt. Ich hielt es für höchst unwahrscheinlich, datz sie sich untereinander nicht kennen sollen und blieb gleich an den ersten hängen, den ich fand. Ich traf ihn in einem Logierhans in Dcptford. Ich Hörle heute, daß ein höchst eiliger Aufruf für ein grobes Unternehmen ergangen fei und schloß mich an. Auf dem Wege nach Scotland Pard hat man mir erzählt, daß eine Gruppe beordert worden sei, flitnoro, der nach Wandsworth fuhr, abzupassen." ,J)aben Sie einen von den Großen gesehen?" Broad schüttelte den Kopf. „Sie haben alle gleich ausgesehen. Aber es waren unzweifelhaft zwei oder drei von den Haupt- anführern mit im Dienst. Ich habe nie daran geglaubt, daß man Litnow retten würde. Die Frösche wußten, daß er alles gestanden hatte und er mußte büßen. Das heißt, — sie haben ihn ja wohl umgebracht?" „Ja", nickte Dick. „Aber sagen Sie mir, — warum nehmen Sie selber solch ein Interesse an den Fröschen?" „Bloß aus reiner Abenteurerlust", antwortete Broad. „Ich bin ein reicher Mann, habe nichts zu tun, und interessiere mich unendlich für Kriminal- fälle. Dor ein paar Jahren hörte ich zum ersten Male von den Fröschen, sie reizten meine Phantasie und damals nahm ich mir vor, ihnen auf die Spur zu kommen. Sein Blick hielt Dicks forschenden Blicken stand. „Ich möchte nur noch wissen, wieso es geschah, daß Sie ein reicher Mann wurden? fragte Dlck. „In den letzten Kriegslagen sind Sie mit einem Viehtransport nach England gekommen und hatten ungefähr zwanzig Dollar in der Tasche. Sie selbst haben es Elk erzählt, daß Sie auf diese Weise an« kamen und haben damit die Wahrheit gesprochen. Ich interessiere mich säst ebenso für Sie. wie Sie sich für die Frösche interessieren. Und ich habe einige Erkundigungen eingezogen. Sie kamen 1917 nach England und verliehen ihr Schiff. Im Mai 1917 ver- hnadellen Sie wegen des Kaufes einer alten baufälligen Bude in der Nähe von Hampshire. Dort wohnten Sie, indem sie die elende Hütte zusammen- slickten und lebten, soviel ich entdecken konnte, von den paar Dollars, die Sie mitgebracht hatten. Plötzlich waren Sie verschwunden und sind erst in Pans am Weihnachtsabend desselben Jahres wieder aufgetaucht. Sie waren es anscheinend, der eine Familie gerettet hat, die anläßlich eines Luftangriffes in ihrem Haufe verschüttet wurde, und Ihr Name wurde von der Polizei notiert, damit Ihnen eine Belohnung verliehen werden könne. Der französische Polizeibericht besagt, daß Sie ziemlich ärmlich gekleidet waren. Man hielt Sie für einen Deserteur der amerikanischen Armee. Aber im Februar wohnten Sie in Monte Carlo, einen Haufen Geldes in der Tafch? und mit erquifiter Garderobe wohl versorgt." Joshua Broad blieb während dieses Vortrages unbeweglich. Nur der Schein eines Lächelns zeigte sich in seinen unrasierten Mundwinkeln. „Aber, Herr Hauptmann, in Monte Carlo muß man Geld besitzen!" „Wenn man es hingebracht hat", sagte Dick und fuhr fort: „Ich meine ja nicht, daß Sie das Geld anders als ehrlich erworben hätten. Ich stelle bloß fest, daß Ihr plötzlicher Aufstieg von Armut zum Reichtum, gelinde gesagt, sehr merkwürdig roar/' „Das war er auch", pflichtete der Amerikaner bei. „Und dem Anscheine nach ist meine Veränderung vom Reichtum zur Armut ebenso plötzlich und merkwürdig." Dick sah den schmutzigen Stromer an, der ihm gegenüber saß. „Sie meinen, daß, wenn es für Sie möglich ist, sich jetzt zu maskieren, es auch damals für Sie möglich war und Sie im Jahre 1917, ob- gleich anscheinend mittellos, ebensowohl ein reicher Mann gewesen sein mochten?" „Das stimmt", sagte Joshua Broad. „Ich würde vorzichen, daß Sie das respektablere Selbst blieben. Ich liebe es nicht, einem Amerikaner sagen zu müsien, daß ich ihn des Landes verweise, denn das klingt, als ob es eine Strafe wäre, in die Vereinigten Staaten zurückzukehren." Joshua Broad erhob sich. „Das, Herr Hauptmann Gordon, ist ein Wink mit einem zu dicken Zaun- pfahl und eine zu liebenswürdige Drohung. Don nun an wird Joshua Broad wieder ein ehrbares Mitglied der Gesellschaft werden. Das einzige, worum ich Sie bitte, ist, dah Sie die Polizei nicht der sich an der Submission überhaupt nicht beteiligt habe, dessen Firma bei der Oessnung der Angebote auch nicht genannt worDm fcL Der Redner ersucht um Aaftlärunz des Sachverhalts, und fordert, datz künftig in dieser Beziehung anders verfahren w?rde. B.si KorOneter Dr. Selb hat nach feiner Attwvrterklärung Erfahrungen in der an den Vorredner berichteten A i nicht gemacht, er hält den Fall auch für undenkbar, datz nachträglich ein 21:acbot eing:sch>ben worden fei- Selbstverständlich sei, daß bei her Auftragserteilung in erster Linie Gießener Geschäftsleute in Betracht kämen, falls sie im Preis nicht alt- zuhoch über einer billigeren auswärtigen Offerte ständen Rach telephonisch eingeholtrr Erkundigung bei der in Betracht kommenden Dienststelle teilt der Bei geordnete am Schlüsse der Sitzung noch mit, dah in dieser Angelegenheit ein Mißverständnis der bei Dr. Krausmüller beschwerdeführenden Handwerker vorliege. Die Friedberger Firma sei mit ihrem Angebot innerhalb der vorgeschriebenen Zeit zur Stell: gewesen, der Brief sei nur zunächst an eine falsche Dienststelle geleitet worden, aber doch noch rechtzeitig zur Oessnung der Angebote bei der Submission an der entscheidenden Stelle eingetroffen, und habe dort borcefegeu. Ausbau des Flughafens. Für den Bau einer Ro.lva^n im Flughafen und das Derschen der Werkstätte wird ein Kredit von 10 000 Mark zur Verfügung gestellt. Der Dau eines Flughafengebäudes nach den vor- geiegten Plänen des Stadtbauamtes wird genehmigt. Zur Deckung der Kosten in Hohe von 60 0C0 Mark wird der noch verfügbare bewilligte Kredit in Höhe von rund 37 400 Mark heran- ge'ogen. Für die noch fehienden Baukosten in Höhe von 22 600 Mark wird ein weiterer Kredit be nilfigt, der von der Luftverkehr 21.-0. Oberhefsen-Lahngau verzinst wird zu einem Zinssatz in Höhe von einem Prozent über dem je«* welligen Reichsbanld skrnll^tz. Ausbau von Straßen. Der Ausbau der Straße zwischen der Straße Am Kugelberg und der Oberhesfischen Bahn wird genehmigt und dafür ein Kredit von 52 000 Mark zur Verfügung gestellt. Ferner stimmt das Haus dem Ausbau drr Dcrb.ndungsstraße zwischen Bruch- rmd Goethestraße zu und eröffnet für Straßen- und Kanalbau einen Kredit von 12 000 Mark Bessere Straßenbeleuchtung. Für die (Srtreiierung der Straßenbeleuchtung, sowie für die Beleuchtung neu auSaebauter Straßen wird ein Kredit von 90 000 Mark bewilligt und die jetzt im Voranschlag vorgesehenen Betriebskosten um 30 000 Mark auf 90 000 Mark erhöht. Ruch zu dieser Vorlage werden allerlei Ginzel- Wünsche geltend gemacht, die den BauauSschuh noch beschäftigen werden, der über die Anbringung von Straßenlampen zu entscheiden hat. Beachtenswert ist eine Anregung seitens des Stadtv. Horn (Dt. Dp.). der zur Sprache bringt, daß zahlreiche jetzt schon vorhandene Lampen überhaupt nicht brennen, die man doch nachsehen und in Betrieb feh-n solle. Festsetzung des Gaspreises. Auf Antrag des F.nanzau/sch'. sses wird folgender Gaspreis-Festschung zugestimmt: 1. Für Haushaltungen, in denen Gasheiz- öfen.oder mit Gas betriebene Zentralheizkessel neu ausgestellt werden, wird der Mehrverbrauch an Gas gegenüber dem mittleren Verbrauch der drei Vorjahre auf 12 Pf. je Kubikmeter festgesetzt. Das Gaswerk wird ermächtigt, den Gasmehrverbrauch bei Haushaltungen, die seither schon Gas für Raum Heizzwecke benutzt haben und bei denen sich der Heizgasbedarf der Vorjahre nicht vom übrigen Bedarf trennen läßt, nach der Zahl und Gröhe der eingebauten Heizkörper festzustellen baw. nach billigem Ermessen zu entscheiden. Streitfälle sind der Betriebs Deputation vorzulegen. flächen Der Anlagen, sowie Herrichten und Rigolen von Gräberieldern auf Dem alten FrieDhvf: 4. Ausbau von Straßen. Deren Bestimmung her Baudeputation übc'rlafien wird. Die Kosten in Höhe von rund 140 000 Mk. werden bewilligt. Mehrere Stadtverordnete tragen bei Der Beratung Einzelwünsche über Den Ausbau von Straßen usw. vor. winterbeihilfe für Fürsorgeempfänger, Erwerbslose und Kurzarbeiter. Der FinanzauLschuß beantragt, für Zwecke her Winterversorgunz der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen. Kapitalrentner. Sozialrentner, Erwerbslosen und Kurzarbeiter einen Kredit von 24 000 Mk. zur Verfügung des Wohlfahrtsamtes zu eröffnen. In Verbindung Damit toirD ein Antrag der fozialdemokrali'chen Fraktion beraten, her für Die Erwerbslosen, Kur.arbeiter, Invaliden- und Kleinrentner eine Weihnachlsbeihilse fordert. Das Verlangen der sozialdemokratischen Fraltion enthält einen Haupt- und einen Eventualantrag: Der Hauptantrag sieht ein weitergefaßtes Ausmaß Der Beihilfe vor, das insgesamt rund 24 000 Mk. Kosten verursachen würde: falls man diesem Ersuchen nicht ftattgeben wolle, soll der Eventualantrag gelten, dessen Gesamttvsten rund 11000 Mk. ausmachen würden. Die Anaeiegenbeit fuhrt zu einer langen Aussprache, in deren Verlauf die Sitzung auf etwa eine Viertelstunde zwecks Fraktionsbejprechungen unterbrochen wird. Beig. Dr. Frey spricht zuerst namens der Stadtverwaltung. Er macht zunächst Ausführungen grundsätzlicher Art über Fürsorgewesen und Sonderzuwendungen, betont dabei, daß die Beihilfe vom Reich hier nicht zur Debatte stehe, daß es sich nur um eine Zuwendung aus städtischen Mitteln handle und daß bei der Annahme des sozialdemokratischen Antrags das Wocheneinkommen des Erwerbslosen den Wochenlohn eines ungelernten Arbeiters wesentlich überschreiten werde. Vor kurzem erst seien die Unterstützungssätze erhöht worden. Weiter erklärt der Redner, grundsätzlich könne ein Fürsorge- dezerncnt sich mit solchen einmaligen Beihilfen nicht befreunden, denn sie verschleierten das Wesen der Unterstützung. Wenn solche Beihilfen bewilligt würden, so müsse das — vom grundsätzlichen Standpunkt der Fürsorge aus gesehen — in den meisten Fällen als politisck-er Akt angesehen werden. (Pfui- rufe aus dem Zuhörerraum. Der Vorsitzende droht für den Wiederholungsfall die »Räumung des Zu- härerraums an.) Er halte es für seine Pflicht, offen auf die Bedenken hinzuweisen die vom Standpunkt des Fürsorgewesens gegen solche Beihilfen geltend zu machen seien. Es wäre nach seiner Ansicht eine Pflichtverletzung, wenn er auf diese Bed en nicht Hinweise. Schließlich berichtet der Redner der Fi- nanzausschuß habe mit Stimmenmehrheit den io- zialdemokratischen Antrag abgelehnt. Er betone jedoch, daß dieser Beschluß nicht die Reichsbeihilfe betreffe. Hierauf treten die Stadtv. Mann und M o v s - do r f (So5.) mit Wärme für ihren Antrag ein, wo. bei sie auf die große wirtschaftliche und seelische Not der Erwerbslosen, Kurzarbeiter und Rentner hin- weisen. Wenn auch infolge der erstrebten Beihilfe das Wocheneinkommen eines Erwerbslosen hoher sei als der Lohn eines ungelernten Arbeiters, so müße man doch bedenken, daß dieser Fall nur ein mal eintrete, jetzt zu Weihnachten, wo man auch Diesen Bedrängten eine Freude und die Möglichkeit zu dringenden Anschaffungen bereiten solle. Stadtv. ff 3 ft n er (Komm.) spricht gleichfalls für den Antrag. Stadtv. Fischer (Dem.) erklärt die Bereitwilligkeit seiner Fraktion, in Anbetracht der Notlage der Erwerbslosen usw. dem Eventual antrug der Sozialdemokraten zuzustimmen. Stadtverordn. Schultz (Dntl.), Geschäftsführer des Deutfchnatio- nalen Handlungsgehilfen-Derbandes, tritt gleich- falls für den Antrag ein, wobei er auch an die Notlage der stellungslosen Handlungsgehilfen erinnert. Stadtv. Nikolaus (Mittelst. Vgg.) erklärt, er sei nicht in den Besitz des Antrages gekommen, und beantragt eine Unterbrechung der Sitzung, damit feine Fraktion sich beraten könne. Das Haus unterbricht die Sitzung. Nach Wiederaufnahme der 5Bed)anblungcn teilt Beig. Dr. Frey mit, daß er feine grundsätzliche Stellungnahme zur Frage der Sonderbeihilsen beibehalte, in Würdigung der gegenwärtigen Notlage jedoch bereit fei, eine Erhöhung der vom Finanzausschuß beantragten Winterbeihilfe um 1 8000 Mark (d. h. also von 24 000 Mk. auf 42 000 Mk.) vorzuschlagen. Diese Erhöhung gehe erheblich über das hinaus, was die sozialdemokratischen Antrag- fteller im 2. Teil ihres Antrages wünschten. Er werde au chdafür sorgen, daß die entsprechenden Betröge noch vor dem Fest ausgezahlt würden. Stadtv. Mann (Soz.) bezeichnet diesen Vorschlag als einen Mittelweg zwischen den beiden Teilen seines Antrages, erklärt sich mit dieser Regelung einoerftan- den und zieht zu deren Gunsten den sozialdemokratischen Antrag zurück. Die Stadtv. Dr. ffrausmül- l e r (Dt. Dp.), Goerz (Freie Vgg.), Nikolaus (Mittelst. Vgg.) und Fischer (Dem.) erklären die Zustimmung ihrer Fraktionen, woraus der Verwaltungsantrag (Erhöhung der Winterbeihilfe von 24 000 Mk. auf 42 000 Mk.) einstimmig angenommen wird. Innere Ausstattung der Lezirksfchule Westanlage. Die Derfammlung erklärt sich mit her Beschaffung Der Inneren Einrichtung D:r Bezirks- schule Westanlage nach Den Vorschlägen Des StaDtbauamtes einverstanden. Die Kosten sinh auf 49 000 Mk. veranschlagt. Durch Diesen Beschluß wird Das Stadtbauamt ermächtigt, Gegenstände, Die sich nicht für eine öffentliche Ausschreibung eignen, in Gemeinschaft mit Der Schulleitung freihändig zu beschaffen. Man spricht Die Erwartung aus, Dah bei Ausführung Der ein- Gießen, 16. Dezember 1926. Das Dtadtpaclament hatte heute einen großen Tag. Richt nur im äußeren Verlauf, sondern auch in Den Beschlüssen kam dieser Eha- ralter Der Sitzung zum Ausdruck. Es wurden Entscheidungen getroffen. Die zum Teil für die Gegenwart von großer 05Deutung sind, aber auch Zukmstsausgahen in weitem Ausmaß berührten. Der Jahresschluh 1928 steht jedenfalls kommunalpolitisch an ganz hervorragender Stelle in dem Arbeitsergebnis d:s Stadf>arlaments von 1926. Eine eingehendere Würdigung Der gestrigen Verhandlungen werden wir in unserer morgigen Ausgabe folgen lassen. Rachstehend geben wir Den Sitzungsbericht. Anwesend Oberbürgermeister Keller, die Beigeordneten Dr. Seid, Dr. Frey. Dr. Hamm. Justizrat Dr. Rosenberg. Kommerzienrat K l i n g s p o r und 37 Stadtverortnele. Der Zuhörerraum ist überfüllt von Erwerbslosen, Kurzarbeitern usw., die sich für einen Antrag über eine Weihnachtsbeihilfe besonders interessieren. Da Der Finanzausschuß über diesen Antrag erst noch berät, beginnt hie Plenarsitzung mit etwa halbstündiger Verspätung. Jlotflanbsarbeiten Im Winter 1926/27. Aus Antrag deS Finanzau.schu ses wird Die Ausführung folgender RotstanDsarbeiten im Winter 1926,27 beschlossen: 4. Der Gasmindestverbrauch von 2 Kubikmeter monatlich bleibt bestehen. 5. Eine Miete für den ersten Gasmesser wird nicht erhoben. 6. Preisermäßigung tritt grundsätzlich nur dann ein, wem Der Gasverbrauch aus einem Grundstück durch ein und denselben Abnehmer erfolgt. Sind mehrere Zuleitungen vorhanden, so ist Der von jeDem Messer angezeigte Verbrauch gelremit zu berechnen. 7. Die neuen Preise sind mit Beginn Der nächsten Mcsserablesung zu berechnen. Bei Der Beratung Dieser Vorlage werden Klagen über mang sind: Versorgung her B vol- kerung mit G a s k o k s vorgebracht. Rach Rückfrage. an zuftändiger Stelle wird seitens D?r Verwaltung erwidert, Daß Gaskoks nach wie vor abgegeben toirD, jeDoch Der starken Rachfrag « wegen eine Rationalisierung vorne wmmen werden miß. Maschinenbetrieb bei der Stadlkasse. Die A sichas, rng einer Reg ,tri ec- . nd Buchungsmaschine „Rational", sowie ejirc Rechenmaschine wird genehmigt und Der hier'ür erforderliche Kredit in Hohe von 17—18 000 Mk. bewilligt. Umbenennung der Gießener volksschulhäuscr. Aus zwingenden fach.ich n Grü:iden und um auch einem Wunsche der Lehrerschaft zu entsprechen. sollen die Gießener Volkrschulhäuser wie folgt umbenannt werden: S.ad.k labenschule Rordanlage als P e sta l o z z i s ch u l e, Stadr- mädchenschule Schillerstraße als Schiller- schule und Begirksschule Westanlage als Goetheschule. Automobiler Sprengwagen. Die Ciercrung e.iies automobilen Sprengwagens wird der ‘BogtTänDifdhen Masch nensabr k in Plauen zu ihrem Angebotspreis von 20 '04 Mark übertragen. Das ©taDtbouamt wird ermächtigt, Die Bereifung von der F rma Poppe & Co. in Gießen freihändig zu beschaffen. Beitritt zur hafraba. Die Stadt Gießen tritt Der Hafraba e. D. (Verein zur Vorbereitung Der Autostraße Hamburg — Gießen — Frankfurt a. M. — Da seh als Mitglied bei. Der M.tgliehsb.ttrag wird auf jährlich 500 Mk. festgesetzt, mit welchem 05? trag gleichzeitig her Erwerb eines Sitzes im Verwaltungsrat verbunden ist. Umbau der Zehntscheuer ;um PoNzelamtsgebäude. Rachdem jetzt ein Vertrag mit Dem h.fj.schon Staat bezüglich des Umbaues her Zehnt scheu er zum Polizeiamtsgebäude zustande gekommen ist. wird der oorgelegte Fluchtlinienplan A für de Drcmdgasse vom 25. März 1925 genehmigt. Danach verpflichtet sich der Staat, beim etwa gen Zurückverlegen Der Fluchtlinie Das erforderliche GelänDe zur Verfügung zu stellen. Jleue Strahenbenermutigen. Vach Aussprache erklärt sich Das HauS mit einer Reubenennung von Sraßen einDerftin.’en, übet Die wir im lokalen Teil Näheres berichten. tcm ffupee und livrierter Dienerschaft, der alte Mann trug auch einen vorbildlichen Frack, gebaut noch den Gesetzen der allerletzten Mode. Sein Bart war um ein paar Zoll gekürzt und über seine fleckenlose weiße Weste spannte sich eine schwere goldene Kette. Im Revers seines Abendmantels steckte eine Kamelie und es war der glänzendste aller Ztilinder der Welt, den er trug, der eleganteste Stock aus Ebenholz und Elfenbein, auf den er sich beim Gehen stützte. „Seibenftrümpfe! — Lackschuhe! — Mein (Bott, sehen Sie sich ihn doch an", stammelte Elk. Die Vision des Glanzes zog an ihnen vorbei und durchmaß die Halle. „Er ist verrückt geworden!" flüsterte Elk hohl. Don feinem Platz aus konnte Dick den Millionär beobachten. Er saß während des zweiten Teiles des Programmes mit geschlossenen Auaen da. Nach jedem Stück applaudierte er mit seinen riesigen, weißbehandjchuhten Händen. Dick war dessen sicher, daß er schlief und erst das Klatschen ihn erweckte. Einmal entdeckte er, wie der alte Mann ein Gähnen unterdrückte. Es war im zweiten Satz von Elgars Violinkonzert, das durch feine wundervolle Wieder- gäbe alle Zuhörer im Banne hielt. Als das Konzert zu Ende war, sah Maitland sich ängstlich um, wie um sich zu vergewissern, ob auch alle aufstünden. Dann erhob er sich und schritt hinaus. „Das ist der reiche Mailland!" horte Dick einen f^errn jagen. „Er hat jet»t bas Haus des Prinzen von Caux in Berkeley Square gekauft." Elk kam mit noch andern Neuigkeiten, zum Uebergehen voll, zurück. „Was halten Sie vom Musikoerständnis des alten Maitland, Hauptmann Gordon? Nun, er hat im voraus Sitze für jedes große Konzert der nächsten Saison bestellt, ^ein Sekretär kam heute nachmittag mit diesem Auftrag her. Der war auch nicht wenig verdutzt darüber und er sollte einen Tisch für heute abend im Herons fftub bestellen. Elks Gesicht war während seines ganzen Berichtes totenernft geblieben. Er winkte einen seiner Begleiter heran „Wie viele Leute brauchen Sie, um Herons Klub zu besetzen?" fragte er. •V - (Fortsetzung folgt.) anwcisen, meine Erlaubnisscheine zuriickzuziehcn." „Erlaubnisscheine?" fragte Dick. „Ja, ich führe zwei Revolver mit mir und die Zeit ist nahe, wo auch diese beiden nicht genügen werden", sagte Joshua Broad. XII. Herrn Maitlands Verschönerung. Es fand ein Konzert in Queens Hall statt und die Verlockung, den großen Violinspieler zu hören, war so stark, daß selbst in diesen Sommertagen der riesige Zuschauerraum überfüllt roar. Es fiel Dick Gordon mitten in feiner dringenden Abendarbeit ein, daß auch er längst einen Sitzplatz bestellt habe. Er fühlte sich übermüdet, von den rätselhaften Er eigniffen genarrt und fast hoffnungslos, sic zu losen. Ein Bries von Lord Farmley, der heute an ihn gelangt war, forderte schleunige Anstalten, um den verlorenen Handelsvertrag wieder zu erlangen. Es roar ein Brief, wie ihn ein schwer überarbeiteter Mann schreiben mochte, ohne sich darüber Rechen- schäft abzulegen, daß er damit seine eigene Panik auf den Empfänger übertrug, ixtti er doch keinesfalls zu überstürzten Maßnahmen verleiten durfte. Dick entschloß sich, alle Sorgen zur Seite zu werfen und das Konzert zu besuchen. Er rief seine Garage an, ließ aber statt seines eigenen einen geschlossenen Mietwagen vorfahren und war nach zehn Minuten einer von den zweitausend Bezauverten, die dem Spiel des Meisters lauschten. In der Pause schien- derte er ins Foyer, und die erste Person, die er traf, war ein Zentralpolizeibeamter, der feinen Blick vermied. Ein zweiter Geheimdetektio stand auf der Stiege, die zur Bar führte. Ein dritter rauchte seine Zigarette auf den Stufen vor der Sjalle. Das Glockenzeichen ertönte und Dick wollte eben die halb- gcraudjte Zigarette fortroerfen, als eine prachtvolle Limousine vorfuhr, und ein diskret livrierter Lakai absprang, um die Türe zu öffnen. Ein einzelner Herr stieg aus dem ffupee und Dick erkannte ihn sogleich. Es roar Ezra Maitland. .Heiliger Moses!" murmelte jemand hinter ihm und als Dick den Kopf wendete, sah er Elk in dem einzigen alten Frack, den dieser je im Leben besessen hatte, hinter sich stehen. Sie waren beide von fassungslosem Erstaunen gelähmt. Denn nicht nur, daß Herr Maitland gleich einem regierenden Monarchen vorfuhr, mit silbernen Beschlägen, mit lackier- 3mon Ludwig i Abend Herrn. Hauth ;r in seiner Szene Wonneschluck". Wit vah| ^nchuh, Schuhe p-enstiefei rel Wk ibtnt btt Wh. 8 A» "te. chiel ^ScnDöeteiniguna. °gramm 120 mn ittbringen. mf in den '■Darius und Schmidt flfnöiener. ,on'D it die Schüler und Schülerinnen d« lutnoetelns oon 1846 Montag, den 20. Dezbr. 1926, adends ?', uhr pünktlich, in btt Turnhalle, Sitinslr. Wir bitten um zahl, httnitglieder haben Der Vorstand- ■R cherverkäuf« •ische Eier A und M StütL e von 103MD liosenstock frmfiurt a.M» MfaMMM 8, eine Zahlung Mäntel 1 in itbtrStoRüi: ■ 10.-, w ■ er lu. ■ YepedcChiDc™ - 'Anzahlung ■ läntel nzüge , 15.-. 2».-> UVV »aleto<* ■ ll&ntel ■ vreiic. ■ aiitklen- ■ )cr monatliche M Von besonderem Interesse ist ou3 der Beratung .»in sozialltemokratifcher Antrag, der von der Stadtverwalturrg innerhalb sechs Monaten Vorschläge zur Benennung einer Strafte als F.r ied - rich-Ebert-Straße, durch die der erste Reichspräsident geehrt werden solle, verlangt. Für diesen Antrag stimmen 18 Mitglieder des Hauses (Sozialdemokraten. Demokraten und der Kommunist), dagegen stimmen 19 Mitglieder der übrigen Fraktionen. Stadtv. Dr. Kraus- müll e r (D. D.) erklärt zur Begründung dieser Stellungnahme, man habe den Antrag nur deshalb abgelehnt, weil er die befristete Zeitangabe enthal e. Lbrrbürge m.ister Keller erll-rt, dem Wunsche der Antragsteller werde baldmöglichst entsprochen werden. kleinere Vorlagen. Einer Aenderung der Vergnügungssteuer (Anpassung an reichsgesehliche Bestimmungen) wird glatt zugestimmt, da es sich nur um eine Formsache handelt. Der Gesellschaft Liebig-Museum wird ein einmaliger Zuschuß zu Instarrdsehungsarbeiten von 1000 Mk. bewilligt. Zur Hrtterstühung der Hessischen Künstler- Hilfe wird der Anka uf von Kun st Werken von hessischen Künstlern bis zum Betrage von 1000 Mk. genehmigt. Ferner wird beschlossen, die Tvautscholdsche Vorstudie zum Rhenanrnbild zum Preise von 200 Mk. zu erwerben. Einem Nachtrag zum O r t s b a u st a t u t für das Gebiet westlich der Frankfurter ©trabe von der Alicestvahe bis zur Strafte Am Weiher stimmt man zu. Der in der Gebührenordnung zur Friedhofs- und Degräbnisordnung vorgesehene Zuschlag von 25 Prozent für Auswärtige zu den Kosten für die Feuerbestattung wird nicht erhoben, wenn ein Leichenwärter oder eine Leichenwärterin nicht in Anspruch genommen wird und die Stellung des Leichenwagens n'cht erfolgt. Eine Neufassung des Abs. 3 § 4 der Crb - bauverträge wird genehmigt. Der von der Krofdorfer Strafte abzweigende, nach Gleiberg führende Weg erhält die Bezeichnung Gleiberger Weg. Mit der Gebäudenummerierung nach dem Vorschlag des Stadtbauamts erklärt man sich einverstanden. Für die K r a f t p o st l i n i e G i e ft c n — Kleebachtal übernimmt die Stadt die Hälfte der erforderlichen Garantiesumme. Die andere Hälfte wird bekanntlich von den beteiligten Landgemeinden gemeinsam getragen. Zur Bekämpfung der Schnaken im Winter werden 1500 Mk. zur Verfügung gestellt. Zur Einführung der Zentralheizung in den Auto schuppen der Feuerwache wird ein Kredit von 2000 Ml. bewilligt. Für die 11 f e r b e f e st i g u n g in der Badeanstalt des Männerbadevereins in der Lahn werden 1500 Mk. vorgesehen. Die Beton- schuhwand soll um etwa 25 Meter verlängert werden. In dem städtischen Hause An den Bahnhöfen 3 4 wird elektrische Beleuchtung ein- geführt. Kostenpunkt 150 Mk. Für die Erweiterung des städtischen Pslanzgartens um 1500 Quadratmeter werden 2500 Mk. zur Verfügung gestellt. Die Stadt Gehen beteiligt sich an den Herstellungskosten der Klischees für das Kunftheft „Mit den schön st en Ansichten der Lahn von der Quelle bis zur Mündung" mit einem Betrage bis zu 300 Mk. — Sladtv. Schwi e- der bittet bei dieser Gelegenheit die Stadtverordneten, sie möchten als Vertreter den Allgemeinheit auch Mitglieder des Siebener Verkehrsvereins werden, da dieser doch gemeinnüh'ge Bestrebungen verfolgt. Das gleiche Ersuchen richtet er an die Geschäftswelt, ■ die ebenfalls zum groben Teil noch lau oder ganz gleichgültig der Arbeit des Verkehrsvereins gegenübersteht. Der Erfolg der Werbearbeit des Verkehrsvereins kommt letzten Endes doch i allen Bürgern zugute. In nehmenden Worten . weist der Redner auf die tatkräftige Mitarbeit F des Beigeordneten Dr. Hamm im Verkehrs- veretn y n, oer trotz seiner sehr starken Inair- » sprr.chnahme durch vielerlei Dienstgeschäfte sich doch in we tgehendster Weise auch noch der Arbeit des Verkehrsvereins widmet. Hoffentllch findet dieses Beispiel recht eifrige Nachahmung. Tie Erd- und Maurerarbeiten für die Wohnungen an der Margareten» Hütte werden dem Bauunternehmer Gg. D e k- ter und der Bauhütte zu den seitherigen Preisen im gleichen Verhältnis übertragen. — Der kommunistische Vertreter kritisiert bei dieser Gelegenheit an der Schaffung dieser^ Notwohnungen, und will Klagen darüber gehört haben. Eine ganze Anzahl anderer Redner weih indessen nur von befriedigenden Äußerungen der Bewohner zu berichten.Der kommunistische Kritiker macht keinerlei Vorschläge, wie das dringende Problem der Unterbringung der Exmittierten anders und besser zu l.sen sei, er verlang aber Einstellung dieser Notbauten. Einige Daugesuche werden antragsgemäß erledigt, ebenso einige Schankkonzessions- gesuche. Tie Rechnung der Stadtkasse für Rj. 1922, sowie des Wasserwerkes für Rj. 1924, des Gaswerkes für Rj. 1924 und deS Arbeitsnachweises für Rj. 1924 werden genehmigt. Iveihnachtsbelhilse für die Beamten. Aus Antrag des Finanzausschu ses wird beschlossen. den städtischen Beamten die gleiche Weihnachtsbeihilfe zu gewähren, wie sie die Reichßbeamten vom Reiche erhalten. Mitteilungen. Oberbürgermeister Keller teilt mit. daß ein Antrag Fischer bett. Aufwertung der städtischen Anleihen vorliegc. Die An- gelegcnh.it f:i im Fluh, sowohl innerhalb der Stadtverwaltung, wie auch beim hessischen Städtetag. Man müsse aber noch auf die Entscheidung des Treuhänders warten. Es ist zu hoffen, daß die Frage bald erledigt werden kann. — Aus Bemerkungen von Stadtverordneten ist zu schließen, daß außer dem Antrag Fischer noch weitere Anträge in der gleichen Richtung von anderen Parteien vorliegen. Beigeordneter Dr. Hamm bemerkt zu Beschwerden über Verzögerung der Regulie- cungSarbeiten im Klingelbach, daft daran nur einige Grundbesitzer schuld sind, die alle möglichen Hemmnisse schaffen. Die Klagen müßten gegen die betreffenden Anlieger, aber nicht gegen die Stadtverwaltung erhoben werden, die gerne dort vorwä.tskommrn wolle, die Widerstände aber noch nicht habe beseitigen können. Turnen, Sport und Spiel Was der Sonntag bringt Norden: Freien Turnerschafl Die erste Mannschaft der Süden: Lahn- ber mehr Spiel verlieren als ein Spiele Tatra! Gemeinschaftsfahrt des Skiklub Lauerland. Tore 45:20 21:18 29:23 25:15 18:17 28:26 26:27 15: 14 22:39 24:38 15:28 tz. für erteilt Wil- Kaiserstr. 90. 28:7 18:22 17:23 16:15 12:10 10:33 Leistung noch werden. Punkte 18 16 15 14 12 9 8 7 7 6 2 Alljährlich Skitouristik im des Facharztes (Ruhr) steht. Sauerland mit 11 11 12 11 10 10 11 6 11 10 11 Hohe Stadtv. Balzer (Mittelste-Vgg.) beschwert sich darüber, daft der „®teftmer A.izeiger" kürzlich eine Mitteilung über die Ausarbeitung eines Diehhofprojekts durch das Dauamt gebracht habe, von der man den Stadtverordneten nichts mitgeteilt habe; er ersucht, doch immer erst die Stadtverordneten zu unterrichten. Beigeordneter Dr. Hamm antwortet, die Angelegenheit sei wiederholt im Ausschuß beraten worden, der Niederschlag davon sei die Aus- Dr. W ä ch t e r hat eigens im Sommer das Gebiet bereist und konnte feststellen, daß es sich für den Skisport in jeder Weise eignet. Man kann in den Bergen der Hohen Tatra sowohl Mittelgebirgstouren machen, als auch mit dem Ski m d e Alpine Region vordringen und Besteigungen ausführcn. Wenn die Hohe Tatra als Skigebiet in Europa noch nicht so bekannt ist, so liegt das an der Lage dieses Gebirges, das im Osten der Tschechoslowakei ein deutsches Bällchen beherbergt, die Zipser Deutsche, deren Abstammung auf rheinischen Ursprung zurückgeht. Schiedsspruch in der Schuhindustrie. WSR. Frankfurt a. M., 16. Dez. Wie au> Berlin berichtet wird, wurde heute in dem Lohnst r e i t in der deutschen Schuhindustrie von der im Reichsarbeitsministerium tagenden Spruchkammer em Schiedsspruch gefällt, der für die Zeitlohnarbeiter und einen Teil der Akkordarbeiter eine Lohnerhöhung von ungefähr 11 v. H. für die Zeit vom 20. Dezember 1926 bis zum 30. Juni 1927 Vorsicht. Die Parteien haben sich dis 20. De- gember zu erklären. wundervolles Skigebiet kennen zu übergehen lassen werden. Auskunft Helm Schumacher, Mülheim-Ruhr, Bezirksligavorschau für Hessen-Hannover. Ein verhältnismäßig starkes Programm den kommenden Sonntag vorgesehen. In veranstaltet der Ausschuß für S. K. S., der unter der Leitung Dr. Fritz Wächter- Mülheim eine Gemeinfchaftsfahrt. Das feinen unsicheren Schneeverhält- Heuchelheim verpflichtete sich für den Sonntag Gäste aus dem Taunus. Nieder-Esch- bach gibt den Gegner ab. Heuchelheim zählt mit zu den besten Mannschaften des 3. Bezirks und wird von den Gästen, zumal auf eigenem Platz, kaum zu schlagen sein. — Die Jugend des Plahinhabers spielt vorher gegen die 2. Mannschaft Rodheims. Hier ist fraglich, ob die gröftere Spielerfahrung der Heuchelheimer ausreicht, der körperlichen Heberlegenheit der Rodheimer Herr zu werden. Verein Germ. Marburg Gießen 1900 Herborn Ockershausen Franlenberg Butzbach B. C. Wetzlar * F. C. Wetzlar Niedergirmes Gladenbach Dillenburg In die günstige Gelegenheit, ein n:uo8, und nach den vorliegenden Berichten und Bildern geradezu lernen, vor- nissen bietet nicht genügend Gelegenheit zu ausgedehnten Fahrten auf dem Ski. und so ist es erklärlich, daß die Mitglieder des großen Westdeutschen Skiverbandes in das Hochgebirge streben. um in Sonne und Schnee die Freuden der winterlichen Dergwelt auszukosten. Im letzten Winter war das Ziel dieser Tourenfahrt die schneereiche Dergwelt um Wolkenstein, das Land der stammverwandten Südtiroler. In diesem Jahre ist ein anderes Gebiet gewählt worden, und zwar die Hohe Tatra. Die diesjährrae Gesellschaftsfahrt wird am 12. Februar 1927 beginnen und bis 8um 6. März dauern. Standquartier ist das Hotel Kriva.a am Tschirmer See, 1356 Meter hoch gelegen. Ziel der Touren sollen die zahlreichen Hochtäler in der Umgebung des Tschirmer Sees sein. Gipfeltouren sind in die Krivungruppe und di? Mengsdorfev gruppe In Aussicht genommen. Weitere Touren werden erschlossen durch die auch im Winter betriebene Tatrabahn, durch die man leicht den Polnischen Kamm. Schmecks mit dem GroßenKohb- bachtal und dem Mittelsten Gebirge und Tatra- Lomnitz mit dem Grünen Serk:ssei erreichen kann. Die Teilnehmer der Fahrt werden in einzelne Gruppen geteilt, die je nach ihren Fähigkeiten unter einem Führer Touren machen. Die Hinreise wird über Breslau—Od rberg—Siltein angetreten, während die Rückreise wahlweise über Prag oder Wien erfolgt. Da das Hotel eigens für den Skiklub Caucrland geöffnet wird, muh natürlich eine möglichst große Te InehrnerAahl zu der Fahrt melden. Es ist auch nicht daran zu zweifeln, daß die westdeutschen Skiläufer aus dem S. K. S. die BezirMiga II. Interessant ist die Veränderung in arbeitung des Vorprojekts. Ihm sei es unver- Ländlich, wie die Information nach außen getragen worden sei. (Wir haben keinen Aellaß, uns in dieses Frage- und A.ttwortspiel einzumischen. Unfere Aufgabe ist es nur — und wird es stets sein — unsere Leser über die Vorgänge in der Stadt auf dem ßaufenben zu halten. D. Red.) Schluß der öffentlichen Sitzung. Es folgt eine nichtöffentliche Beratung. 3. Bezirk des Gaues Hessen der D. T. Am vorigen Sonntag fand inNidk> a in der neuen, geräumigen Turnhalle eine Bezirksvorturnerstunde statt. Unter Leitung der Dezirksturnwarte Z e s ch k h - Schotten und Reih- Langsdorf wurden die für 1927 vom Gau vorgeschriebenen Freiübungen und die für das Winter-Gcrätewetturnen bestimmten Hebungen an Reck, Darren und Pferd durchgetumt. Beim anschließenden Kürturnen an den Geräten wurden prächtige, neuartige Hebungen gezeigt. De- zirksturnwart Zeschky lieft durch anwesende Kampfrichter die Hebungen werten. Auch das muft gelernt und geübt werden. Darum läßt sich der Bezirk die Ausbildung von Kampfrichtern angelegen fein. Am Nachmittag traten die Vorsitzenden der Dezirksvereine, von denen nur Gedern und Mer» kenfrih fehlten, zu ihrer Dezirkstagung zusammen, zu der sich auch Vorturner eingefunden hatten. Dezirksvertreter Wolf- Hnter-Dchmitten eröffnete die Tagung und gedachte des verstorbenen Kreisvertreters Schmuck-Darmstadt, dessen Andenken die Versammelten in üblicher Weise ehren. Dann gab der Vertreter einen Bericht über das turnerische Leben im Bezirk, das — von einigen Ausnahmen abgesehen — auf beachtenswerter Höhe steht. Neue, sehenswerte Turnhallen erstanden in Nidda und Freien feen, während in Schotten der Grundstein zu einer neuzeitlichen Halle gelegt wuroe. Zeschkh - Schotten und Steller- Hungen sprachen ergänzend über die Vorturnerstunden und das Drzirksturnen in Hungen. Koch- Nidda berichtete über den Kreisturntag in Wiesbaden, auf dem Gauvertreter Pfeiffer- Wetzlar zum Kreisvertreter gewählt wurde. Ein Glückwunschschreiben, von allen Anwesenden unterzeichnet, wurde an „unfern Pfeiffer" abgesandt. Ein heikles Kapitel für alle Turnvereine — Hnfall- und Haftpflichtversicherung — wurde ebenfalls von Koch-Nidda eingehend behandelt. Er empsasg allen Vereinen den Anschluß an die preußisch: Iugendwohlfahrts- pflege, die für geringe Beiträge ausfallend hohe Hnterstützungen zahle. Beim Gau soll der Antrag eingebracht werden, alle Gauvereine bei der vorgenannten Anstalt zu versichern. Zum 2. Dezirksvertreter wurde St eil er-Hungen einstimmig gewählt. Das Winter-Gerätewett- turnen soll am 13.März in Freienseen, das Dezirksfest mit volkstümlichen Wettkämpfen am 29. Mai in Hirzenhain abgehalten werden. Der Frühjahrs-Gelände- l a u f am 1. Mai wurde Dettenhausen übertragen. ist, _ - erster Linie ist der Lokalkampf Hermannta gegen Kurhessen Kassel zu nennen, der von erhöhter Bedeutung gewesen wäre, wenn Hermannia sich nicht alle Chancen auf die Spitze durch feine Niederlage gegen V. f. D. Gießen verscherzt hätte. Wer die Tabelle kennt, weiß, daß Hermannia im Falle eines Steges mit Kurhessen punktgteich geworden wäre. So kann es günstig- stenteils nur den Abstand verringern. Kurhessen wird sich wohl seine derzeitige Vormachtstellung kaum nehmen lassen. Der Sieger ist in diesem Lokaltressen nicht ohne weiteres vorauszusagen. — In einem weiteren Spiele der Gruppe Süd treffen sich in Gießen V. f. D. und H e s s e n 09 Kassel. Diesmal haben die Gießener Dewe» gungsspieler bestimmt keine leichte Aufgabe zu lösen. -Die Kasseler Hessen sind der einzige Verein, der es unter normalen Hmständen noch mit Kurhes'en, nach Punkten gerechnet, aufnehmen kann. Die Hessen werden also wohl alles daran sehen, sich dieser Chance nicht durch eine Niederlage in Gießen zu begehen. Hm so erfreulicher wäre es, wenn es den Gießenern gelänge, zu fieqeft. Mit ihrem in letzter Zeit gezeigten Eifer und der nötigen Sorgfalt liegt ein Gießener Sieg durchaus im Bereiche der Möglichkeit. In der Nordgruppe stehen drei Spiele an. Sport Kassel gegen Münden auf Sports Platz ist für die Kasseler unschwer zu gewinnen. Die Mündener sind fein ernsthafter Gegner. 03 Kassel muß nach Einbeck, zu dem „Sport"-Bezwinger, sollte sich aber die Punkte nicht entgehen lassen. Der anerkannt große Eifer der Einbecker ist trotzdem kein Aequivatent gegen die Techniker 03'8. — Einen ungleich härteren Kampf wird es in Göttingen geben. Die S. V g. empfängt Tur a Kassel und damit einen gleichstarken Gegner, wenn nicht Göttingen durch den eigenen Platz knapp im Vorteil ist. D. f. B. (-) Kommenden Sonntag findet für die diesjährige Spielsaison das letzte Verbandsspiel der Dezirksliga (1. Ligaklasse) in Gieften statt. „Hesse n" 09 Kassel ist 6er Gegner. Der Ausgang dieses Treffens ist außerordentlich bedeutungsvoll, da er mitentscheidend ist für die Besetzung der zweiten Stelle der Tabelle, die zur Tellneahme an einer weiteren wichtigen Verband sspielserie, der sog. „Runde der Zweiten" berechtigt. Es wird einen hartey Kampf zweier gleichwerttge Gegner geben, aus dem derjenige als Sieger yervorgehen wird, der sein Spiel mit Ruhe und Heberlegung aufbaut und von feinem gewohnten System keinen Augenblick ab- weicht. „Hessen" 09 war anfangs d. 2. schon einmal auf dem Waldsportplah zu Gast und mußte sich damals eine 3: 6 Niederlage gefallen lassen, konnte sich jedoch beim Verbandsvorspiel vor einigen Wochen durch einen klaren 3:0-Sieg glänzend revanchieren. Auch in seinen übrigen Verbandsspielen hat „Hessen" bis jetzt sehr gut abgeschnitten. Die D. f. D.-Mannschaft wird altes Können auf bi et en müssen, wenn sie erfolgreich sein will. Die ÖigarefetDe hat sich Aßlars Erste zum Rückspiel hierher verpflichtet. Alle übrigen Mannschaften sind spielfrei, um Zeuge des letzten Punktkampfes der Liga sein zu können. Lahnkreisliya. h. Don den ursprünglich angesetzten fünf Treffen wurden drei äbgesetzt und ein neues Spiel vorgesehen. Letzteres ist mit Herborn gegen Gladenbach besetzt, in dem die Herborner als Platzverein knappe Sieger bleiben wollen. — Auch Ockershausen gegen Niedergirmes in Ockeröhausen dürfte dem Platzinhaber keine Sch Gierigkeiten machen. Unter normalen Umständen sind die Ockerhäuser einwandfrei bester. — Der V. f. R. Butzbach hat sich in letzter Zeit zu einem beachtenswerten Gegner herausgemacht, bet dem F. C. Wetzlar das S'eaen nicht leicht machen sollte, wenn auch die Wetzlarer Platzverein ssind. Es ist sogar sehr 'eicht möglich, daß die Wetzlarer, die mit Ersatz für ihren Torhüter anzutreten gezwungen sind, den kürzeren dabei ziehen. Auf jeden Fall dürfen die F. C.er bei ihrer relativ günstigen Stellung keine Punkte mehr verlieren, wenn sie noch ernste Abrichten auf die Meisterschaft haben. Sptelücretnigung 1900 Kietzen. ö. Am kommenden Sonntag fallen die Jugendspiele anläßlich des goldenen Sonntags aus, da fiele Spieler und Schiedsrichter geschäftlich tätig sein müßen. Die 3a- (Lehr-) Mannschaft fährt zum Rückspiel nach Sinn, die L i gare s e r o e zu einem Gesellschaftsspiel nach Ehringsbausen bei Wetzlar. Man erhofft beide Mannschaften in Front. Sonst ruht der Spielbetrieb. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. ~ Die Kreisspiele. £, Am Sonntag finden die ersten Spiele der Nachrunde um die Kreismeisterschaft statt, nachdem der vorige Sonntag für die Mannschaften, die hieran beteiligt find, spielfrei gelassen war. Gießen tritt gegen Hanau in Hanau an. Die Mannschaft nimmt zwar zum erstenmal wieder den Kampf in ihrer alten Aufstellung auf, fraglich erscheint aber, ob sie sich sofort zu ihrem alten Elan aufschwingen kann. Das Vorspiel der beiden Vereine endigte unentschieden 1:1. Die nachfolgenden Spiele zeigten Hanau In auf steigender Linie, so daß diesmal die Mannschaft versuchen wird, ein günstigeres Resultat herauL- zuhvten. In Wiesbaden treffen sich V. f. R. Wiesbaden und D. f. L. Bornheim. Wiesbaden hat sich in der letzten Zeit zwar recht gut herausgearbeitet, dürfte aber gegen einen so alten Kämpen, wie ihn die Bornheimer stellen, kaum aufkommen. Daran ändert auch die Niederlage Domheims gegen Mörfelden nichts. In einen aussichtslosen Kamps begibt sich Friedberg, dessen Mannschaft Mörfelden, iten Bezwinger Bornheims, zu Gast hat. Dabei verfügt die Mannschaft über recht gutes Können, leidet aber an einem großen Fehler: sie bat für derartige ©biete au schwache Nerven. Damit besiegelt die Mannschaft ihr Schicksal zumeist von vornherein selbst. Aus dem Bezirk. Der /V-Klassen-Anwärter Gießens, die Id. tritt auf dem Trieb gegen die außerordentlich spielstarke 1. Mannschaft Naunh eims an. Die Siegesaussichten Gießens sind zwar gering, aber als Gradmesser für die Fähigkeit zur Teilnahme an der 1. Klasse ist der Ausgang des Spieles recht interessant. Vorher spielen die zwei - t e n Ma nnschas ten der gleichen Vereine, wobei es ebenfalls nicht überraschen würde, wenn man Naunheim in Front sieht. Ein ebenso interessanter Kampf findet in Wieseck statt, wo die dortige 1. Mannschaft gegen die 1. Mannschaft Daubringens an*, tritt. Daubringen repräsentiert stärkste 2. Klasse, und konnte das Vorspiel gegen Wieseck unentschieden halten. Auf eigenem Platze werden die Wiesecker wohl Sieger bleiben. — Im vorher stattfindenden Spiel der Iugendmannschaf- t e n beider Vereine wird wohl die Jugend Wiesecks ohne Zwe.fel die erfolgreichere fein. Tabellenstand in Hessen-Hannover. Bezirksliga I. h. Die letzten Spiele haben eine ziemliche Veränderung im Tabellenstand hervorgerufen. Die Spihenfhürer festigten ihre Stellung entschieden und sind unter besonders günstigen Hmständen noch einzuhvlen. labelle. Die bisher unbedrohte Führung der Marburger Germanen ist durch ben glänzenden Sieg der 1900er Gießen vom vorigen Sonntag erheblich bedroht, zumal die Aussicht besteht, daß die Marburger mit ihrer am Sonntag gezeigten Gerichtssaal. Raffinierter Schwindler. WSN. Kasse l, 16. Dez. Dor dem hiesige« Schöffengericht hatte sich der Handlungsgehi.fe Hermann Scharf aus Erfurt zu verantworten, der früher einer der Führer des Freikorps „Lühow" war. Bei der Auflösung M Freikorps eignete er sich die Stemvel an und benutzte sie zu umfan greichen Betrügereien, bei denen noch andere Kumpane mit* wirkten So verübten sie gemeinsame Betrügereien in München, Erfurt, Dresden, Magdeburg und Hannover. Bei dieser Tour verschwand schließlich einer seiner Genossen nach dem andern, bis Scharf allein in Kassel landete, wo er sich in einem Hotel am Bahnhof einmietete, um sofort seine Schwindeleien wieder zu beginnen. Nach seinen Angaben sollte in Kassel ein großer Kongreß der Lützower stattfinden Er bestellte bei vielen Gastwirten und Hotelbesitzern Zimmer für 2000 Personen Sale und große Festessen, ließ sich bei dieser Gelegenheit frei bewirten und veranstaltete eine Sammlung zugunsten der Freischar Lühow, wobei der Betrüger namhafte Summen erbeutete, die er für sich verbrauchte. Die Sache ging lange Zeit hindurch gut. bis schließlich der Schwindel doch anS Tageslicht kam. Wegen Betrugs im Rückfall wurde Scharf zu iy8 Jahren Gefängnis verurteilt. Verein Spiele Punkte Tore Sp. V. Kassel 9 16 38:12 Sport 10 13 27:22 Tura 9 11 29:17 05 Göttingen 11 11 20:14 03 Kassel 8 10 33:21 S. Vg. Göttingen 11 9 25:30 Einbeck 11 6 28:47 Münden 9 2 15:50 Kurh. Kassel 8 13 V. f. B. Gieften 9 10 Herm. Kassel 8 9 Fulda 8 8 Hess.-Kassel 6 7 Marburg 9 1 Preußen. Kreis Wetzlar. WHN. Wetzlar, 16.Dez. Die Buderus- ,'chen Eisenwerke errichten in ihrem Werk Sophien Hütte zu Weylar einen Neubau oon bedeutenden Ausmaßen, welcher der Lergröße- eung der al» Spezialität betriebenen Rohrengi e ß e r e i dienen soll. In dem Neubau sollen^ Röhren nach einem ganz neuen, produktiveren Schleu- derverfahren hergestellt werden. — Die ausgedehnte Loge der Stadl machte seil langem die Schaffung eines geregelten Autoverkehr» oon dem Lahnhpf nach den entfernt lieaenden Stadtteilen erforderlich. Nunmehr hat der Berkehrsver- ein die Initiative ergriffen und zunächst versuch», weise einen regelmäßig verkehrenden ca. 20 Personen fassenden Kraftomnibus eingestellt, der ryd) geregeltem, mit dem Zugverkehr in Ueberemstimmung gebrachten Plan den Ber- kehr vom und zum Bahnhof aufnimmt. Man hofft, daß sich die Einrichtung so bewahrt, daß sie in Kürze zu einer ständigen und umfangreichen wird. 3 Groh-Rechtenbach. 16. Dez. Lin Autounglück ereignete sich auf der Provinzialstraße oon hier nach Wetzlar an dem sog. Schirnberg, der wegen seiner gefährlichen Kurve allgemein bekannt ist. Lin mit zwei Insassen besetzte» Per- jonenouto geriet ins Schleudern und fuhr gegen einen Baum, wobei der Kühler des Autos vollkommen zertrümmert wurde. Die Auto- lnfasscn, ein Kaufmann aus Barmen und sein Chauffeur. kamen mit dem Schrecken davon. Das Auto wurde nach Wetzlar abgeschleppt. •ö- Klein-Rechtenbach, 16. Dez. Der von unserer Gemeinde noch im Spätherbst begonnene Dau einer neuen Schule ist noch vor 6intr.it des Winters glücklich unter Dach gebracht. DaS Gebäude stehl direkt an der Prov.n» zialstrahe Wetzlar—Butzbach. Entsprechrnd der hiesigen geringen Schülerzahl sind die AuSrnahe verhältnismäßig klein.- bri einem Grundriß von 9,5 mal 11 Meter entspricht der Dau dem eines größeren PrivathauseS. Das erste Stockwerk enthält Flur und Schulsaal, während im zweiten Stock die Dienstwohnung des Lehrers unter- aebracht ist. Die Fertigstellung des Daues soll baldmöglichst im Frühjahr erfolgen, so daß er noch im nächsten Jahre bezugsfertig wird. KrciS Ufingen. Ufingen, 16. Dezember. QIm Sonntag wurden dem hiesigen Schäfer am Hellen Tage während seiner Abwesenheit zwei Schafe aus dem Pferch gezogen. Die Diebe schlachteten die Tiere im Walde ab und ließen Fell und Eingeweide liegen. D e Spur der Diebe führte nach Ufingen und Wehrheim, wo der größte Teil des Fleisches wieder entdeckt und dem Eigentümer zugestellt werden konnte. Ein Teil des Fleisches mußte sogar aus einem Bette herausgeholt werden, in dein ein Mädchen schlief. Die fünf Tä.er. die aus Usingen unD Wehryeim stammen, sind zur Anzeige gebrach: worden. KreiS Westerburg. f. 2t , rod. 16. Dez. Gestern abend gegen 8 Uhr brach hier in der S ch e u n e des Wilhelm Stickel ein 2 ranb aus. DaS Feuer griff so schnell um sich, daß in kurzer Zeit auch das dicht daran stehende Wohnhaus in Flammen stand. Die Feuerwehr konnte nur noch das ^tätigste retten und ein Hebet greifen des DrandeS aus die Rachbargebäude verhüten. CbcrtocftettvalDftTi:?. & Höhn-Urdorf, 16. Dez Am Montag, 20. Dezember, feiern die Eheleute Ferd Eisen- m e n g e r und Juliane geb. Kram das seltene Fest der diamantenen Hochzeit im Alter von 85 bzw. 82 Jahren. Die beiden yubilare, die noch sehr rüstig sind und sich einer ausgezeichneten Gesundheit erfreuen, können an ihrem Festtage 6 Kinder, 26 Enkel und 14 Urenkel in ihrem Kreis vereinen. Ferdinand Eisenmenger hat als nassauischer Soldat den Feldzug 1866 und ipäter als Preuße 1870,71 milgemacht. — Die evangelische Gemeinde von hier hat beschloßen, sobald wie möglich eine K a- pelle zu bauen, und richtete diesbezüglich ein Ge- |u(h an den Gu st ao-Adolf-Verein um Unterstützung. Maingau. WSR Frankfurt a. 2K., 16. Dez. Die Erwerbslosen der Stadt Frankfurt erhallen nach der heutigen Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung eine Win - terbeihilfe in Höhe der für Frankfurt geltenden wöchentlichen ErwerbSlosenunlerstützunqs- sähe, jedoch mindestens m Höhe von 12 Rm. Für den Fall der Auszahlung einer Reichs- beihilfe soll denjenigen HUfsbedürftigen, die keine Reichsbeihilfe erhalten trotzdem eine Unterstützung zugeteilt werden Für die städtischen Deamten, Angestellten und Arbeiter gelten dieselben Sätze, wie sie vom Reich und Staat bewilligt worden sind. Die von v:r Stadt unterstützten stellenlosen Schulamtsbewerber erhalten eine WrihnachtSbeihilfe von 3D Mark. — Festgenommc n wurden wegen Einbruchs in ein Ledergeschäft in der Reum Mainzerflraße der vor drei Wochen unter Bewährungsfrist aus dem Zuchthaus enllässene Arbeiter Lorenz Lotter, der 23jährige 2Hed>aniter Johann Lotter und der 28jährige Monteur Georg Häusler. Die Dieb: hatten die Ansicht. daS Diebesgut mit einem Rollwagen aubzutrcrnsportieren. Der Fuhrmann erschien aber ohne den Rollwagen, so daß sie die Deute vorerst in den Anlagen verstauen mußten. Drim Wegholen der Deute am andern Tag wurden sie festgenommen. WSR. D a d H o m b u r g v d. H., 16. Dez. Dem Zuge ihres Herzens folgend, bewirtete gestern die Gattin eines jungen Geistlichen in einem Rachbardorfe einen vorsprechenden Handwerksburschen mit einem warmen Mittagessen. Rach dem Abgang des Bruders Straubinger mußte sie allerdings die unangenehme Entdeckung machen, daß gleichzeitig mit ihm fünfzehn Mark, die in greifbarer Rähe gelegen haben dürften, Deine bekommen hatten. Buntes Allerlei. Das geheimnisvollste Schiff der englischen Marine. Es gibt ein überaus seltsam aussehendes Fahrzeug in der englischen Mar ne, um das ein dichter Schleier deS Geheimnisses gebreitet ifL Das ist der .Hermes", das einzige Sch.st der britischen Flotte, das als Jlagzrugträger gebaut ist. Niemand. der dieses Schift betritt, darf eine photographische Kamera mit sich führen, und nur ganz vertrauenswürdige PersönliHke ten dürfen an Do cd kommen, baut man sucht ötc Geheimnisse dieses Schiffes sorgfältig zu schützen. Ein besonderer Berichterstatter eines Londoner Dlaltes macht einige M.tteilungen über dieses .Rätselschiff". .Der Hermes", so schreibt er. läßt sich ganz allgemein als ein schwimmender Flugplatz beschreiben. Alle Erfahrungen d.^S Krieges sind dazu verwe idct worden, um diesen Sch'.fss- typuS auf das wirksamste auszubllben. Doä Schiss trägt 20 Flugmaschinen, die von den Hangars nach dem Flugdeck durch elektrische Lifts herauf und wieder herunterzebrächt werden: Werkstätten zur Ausbesserung der Flugzeug: sind vorhanden. Was für eine Umwälzung in der Kriegsführung durch diese Flugzeugträger in Schiffs- form hervvrgerr.fen werden kann, läßt sich an dem Beispiel zeigen, wie man ben in Hankau ein- geschlossenen Ausiändrrn Hilfe bringen kann. Große Kriegsschiffe können den Zangtsekiang nicht bis zu der Stells hinnauffahren, an der Hankau liegt, die Reichweite Ihrer Kanonen ist «auch Immer beschränkt. Ein Schiff wie der .Hermes" fennt solche Begrenzungen seines Wir» kungskrerfes nicht. Er braucht nur in b;r Räh« von Hankau oder eines anderen Hafens zu erscheinen und dann feine Flugzeuge auszusenden, um den betreffenden Ort vollkommen zu beherrschen. Die Flugzeuge werfen ihre Bomben ab, während das Mutterschiff sicher in weiter Entfernung liegt und auch von den weitreichendsten Küstenbatterien nicht getroffen werden kann. Auf diese Weise können Städte an der Küste, aber auch weiter im Inland leicht und schnell mit Flugbornben belegt werden. ES ist ein etwa- unheimliche Gedanke, daß einige wenige solcher Flugzeugschiffe, die sich an verschiedenen Punkten In der Räh: unserer Küste befinden, dis ganze vereinigte Königreich von der Lust aus a beschießen vermögen." Der moderne Knigge auf hoher See. Die Passagiere der Luxusbampser scheinen nicht immer allen Anforderöngen zu genügen, die man billigerweise an gutes und rücksichts- volles Betragen stellen darf. Auch die strenge Unterscheidung von Mein uni) Dein ist bei ihnen nicht immer in wünschenswertem Maße ausgebildet, und ein moderner Knigge, der Gesetze über den Umgang mit Menschen und Dingen vorschreibt, wäre auf hoher See sehr angebracht. Das ist wenigstens die Ansicht des größten englischen Reederei-Besitzers, des Lord Inchoap:, der auf der Jahresversammlung seiner Gesellschaft recht wehmütige Betrachtungen über die durch die Unachtsamkeit der Passagiere hervor- gerufenen Schäden anstellte. So teilte er u. a. mit, daß in dieseick Jahre 92 9<7 Weingläser und 276 787 Teller und Schüsseln erseht werden mußten. Auch die Ergänzung des Wäschebestandes erforderte eine ganz fabelhafte Summe. .Man berichtet mir, obwohl ich es kaum glauben kann," fuhr er fort, .daß beim Ende einer Reise die Kissenbezüge von den Damen sehr häufig benutzt werden, um sie in ihre Schuhe zu verpacken. Ich erwähnte dies kürzlich einer Dame gegenüber, die vielfach auf unseren Dampfern reist, und ihre Antwort ließ tief blicken. .Das ist ja ein großartiger Gevanlel" iabie he. .Daran habe ich noch gar nicht gedacht." Ich ärgerte mich natürlich daß ich mil ihr davon gesprochen hatte. A:S Tatsache wird nun mitgeteilt, daß ein Herr iürzlich zwei DetUaken zerschnitt, um sich daraus ein Phantafiekostüm für einen Ball zu machen. Aeuherungen. die ich im Gespräche mit Reisenden nicht feiten höre, erregen in mir schwere Bedenken Auch Briefe bekomme ich die mir Sorge machen. Darnach lassen Sitte und Anstarrd bisweilen alles zu wünsch en übrig Lord Inchoape stellt bann leibst einen kleinen .Knigge" für die Passagiere feiner Dampfer auf; es finden sich darin die folgenden, gewiß sehr beherzigenswerten Ermahnungen .Es wird gebeten, nicht den Wallerhahnen offen und den Stöpsel in der Wanne zuzulallen, wenn man am Abend den Laderaum verläßt. Man versichere sein Gepäck gegen alle Gefahren und liefere Wertsachen im Bureau ab. Die A chenbech r sind zur Benutzung da. und weder Sofas md) Tisch noch der Boden sind die geeignete Stätte für Zigarren- und Zigarettenftummel. Das Füllen b:s Federhalters erfolgt am besten nicht über der Tischdecke oder den Teppichen des Salons." Ler heilende Lolomotidpsist. Eine nicht alltägliche Heilung erlebte eine Frau, als sie auf einer Fahrt nach Bordeaux in dem Keinen Ort Dergerac umsteigen wollte. Währe ird sie aus den Zug wartete und aus dem Perron aus- und abging, hörte sie plötzlich den schrillen Pfiff einer vorn verfahrenden Lokomotive. Dieses gellende Geräusch verursachte ihr heftigen Schmerz in den Ohren, aber als dieser vorbei war, fand sie, daß sie vorzüglich hören konnte. Sie war seit langer Zeit bei einem Ohrenspezialisten in Behandlung, ohne daß dieser ihr Hellen konnte, und sie hatte sich bereits mit dem Gedanken vertraut gemacht. Ihr ganzes Leben lang taub zu bleiben, als ber heilende Lokomotivpstff ihr das Gehör wiederverschaffte. Grüne, silberne und goldene Hochzeit an einem Tage. Ein seltenes Familienfest wurde vor fumem in Turin gefeiert. Drei Hochzeiten aus drei verfchiedenen Generationen sanden in einem Hause statt, und zwar heiratete der Sohn des Hauses, während am selben Tage der Dater die silberne, und der Großvater die goldene» Hochzeit begingen. Als die drei Paare in feierlichem Zuge zur Kirche gingen, hatte sich eins große Menge versammelt, die sie mit Jubel begrüßte. Die italienischen Blätter, die dieses Fest ausführlich schildern, fürchten, daß durch dieses schöne Beispiel die Steuereinnahmen stark Der- mindert werden dürsten, die man aus der neuen Besteuerung der Iungg seilen zu gewinnen hofst. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschloßen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäft» st eile zu richten. Mit vollem Vertrauen ^6d,p'c1' können Sie Ihre Weihnachts-Einkäufe bei uns vornehmen. — Sie brauchen von Schuhen nichts zu verstehen, denn wir führen keine minderwertigen Qualitäten. Unser Prinzip seit fast 40jähr. 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