Nr. 218 Erstes Blatt 176. Jahrgang Aeitag, 17. September 1926 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen: Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle. Monalr-Vezvgrprek: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanfchlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift Jür Drahtnachrichten: 2fii3eiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrnck und Verlag: vrühl'sche Univerfttätt-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den An- zeigenteil i.Dertr. H.Beck, sämtlich in Gießen. Der neue Völkerbundsrat. Die Genfer Tragikomödie, die sich um den polnischen Ratssitz entwickelt hatte, ist zu Ende. Sie hat den Ausgang genommen, den man schon seit Lagen befürchten mußte: Deutschland ist von der französischen Diplomatie vollkommen überspielt worden: es hat zwar formell das Ziel erreicht, daß es zuerst und allein in den Rat ausgenommen wurde, praktisch aber hält es seinen Einzug doch gleichzeitig mit den Polen, Dieser Gewinn von wenigen Tagen wäre schließlich im Frühjahr in Genf auch zu haben gewesen. Dazu war der große Aufwand an Energie, der damals von deutscher Seite entfaltet wurde, wirklich nicht nötig, vielleicht hätte sich sogar erreichen lassen, daß die Zusammensetzung des Rates etwas weniger deutschfeindlich ausgefallen wäre, als jetzt. Denn eine für uns ungünstigere Kombination läßt sich eigentlich kaum denken. Schweden ist verschwunden, H o l l a n d ist dafür nur ein schwacher Ersah, auf China werden wir kaum rechnen können, auf die drei südamerikanischen Staaten nur insoweit, als das rein amerikanische Interesse es bestimmt, obwohl Chile sogar deutschfreundlich interessiert ist. Dagegen hat Frankreich es verstanden, seine letzten Reserven mobil zu machen. Cs hat nicht allein Polen auf drei Jahre in den Rat hineingeholt, es hat auch Rumänien und die Tschechoslowakei wieder wählen lassen, ja sogar Belgien zieht wieder in den Rat ein. Wobei allerdings zu bemerken ist, daß Belgien den rein französischen Kreisen wohl etwas entwachsen ist und aus dem Zwang der Wirtschaft heraus sich wieder bemüht, seine Selbstbestimmung zurückzugewinnen, so daß von deutscher Seite gerade unter dem Gesichtswinkel einer Wiederaufnahme der Verhandlungen wegen Eupen-Malmedy gegen eine Wiederwahl Belgiens nichts zu bemerken war. Aber trotzdem, das eine ist sicher, daß Frankreich im Rat auf eine zuverlässige Mehrheit rechnen kann. Der einzige Schutz, den wir zur Verfügung haben, ist die Einstimmigkeit, die aber vielleicht auch einmal versagt, wenn Deutschland ye- wissermaßen in den Anklagezustand versetzt wird und infolgedessen an der Entscheidung nicht mit- stimmberechtigt ist. Unsere Stellung im Völkerbünde ist durch diese Zusammensetzung des Rates noch schwieriger geworden, als sie ohnehin war. Die deutsche Delegation hat von Anfang an mit Recht Zurückhaltung gepredigt und nur sehr vorsichtig begonnen, den Boden zu sondieren. Es ist ja auch ganz selbstverständlich, daß durch unseren Eintritt in den Völkerbund Erfolge von heute auf morgen nicht zu erwarten sind. Nur müssen wir uns klar werden, welche Linie wir zu verfolgen haben, wenn wir im Völkerbunde wirklich etwas erreichen wollen. Die nächstliegende Politik wäre die, daß wir die mit der augenblicklichen Machtpolitik der Siegerstaaten unzufriedenen kleineren Staaten um uns sammeln und uns gleichsam zum Fraktionssührer der Unzufriedenen wählen lassen. Das hat etwas Bestechendes, der Rachteil ist nur der, daß alle diese Staaten uns im entscheidenden Augenblick wahrscheinlich nur eine sehr schwache Stütze sein würden, weil die Macht- verteilung zu ungleich und der Völkerbundsrat, wie wir aus eigener Erfahrung wissen, zuletzt doch mit den stärkeren Bataillonen geht. Aber auch auf der Gegenseite haben wir nichts zu suchen. Sich ins Schlepptau Frankreichs und Englands zu begeben, das wäre ein Fehler, weil auf der Seite für uns nichts zu wollen ist. Es hat sich ja bei den Vorbereitungen der zweiten Sitzung der Studienkommission herausgestellt, welch schlechten Eindruck es auch bei den deutschen Freunden machte, daß Fromageot und Gaus am selben Strange zogen. Vielleicht wäre es klüger gewesen, wenn wir uns bei diesen englisch-französischen Vorbereitungen draußen gehalten hätten: die Stimmenzahl, die für die Wiederwählbarkeit Polens abgegeben ist, zeigt ja, daß es zur Rot erreichbar gewesen wäre, unter starker Ausnutzung der polnischen Angriffsfläche durch geschickte Agitation den Polen diesen Stuhl wieder wegzuziehen. Wenn man die Dinge bei Lichte besieht, ist doch der Völkerbund nichts anderes, als eine große Börse, wo politische Geschäfte aller Art gemacht werden. And wenn es uns gelingt, den Mitgliedern des Rates klar zu machen, daß ihre Interessen nicht auf der französischen Seite liegen, dann ist trotz des ungünstigen Ausganges der Wahl noch keineswegs alles verloren. Wir sagten schon, daß Belgien nur noch ein halber Bundesgenosse Frankreichs ist. Die Zuspitzung fer französisch-italienischen Beziehungen ist nicht erst von heute, sie hat gerade in jüngster Zeit Formen angenommen, die den Italienern die Anlehnung nach anderer Seite wünschenswert «erscheinen lassen mutz, und diese Seite wäre Deutschland. Von Rom aber führen die Fäden wieder nach Bukarest, wo sich am Ende auch der Hebel einsehen liehe, um die Beziehungen zwischen Frankreich und seinen Hilfsvölkern etwas zu lockern. Es hat daher für uns gar keinen Sinn, daß wir dem Mißerfolg nachweinen, den wir beim ersten Beschreiten des Völkerbundsparketts erlitten haben. Viel wichtiger ist es, daß wir versuchen, aus der verfahrenen Lage das Beste herauszuholen und den Franzosen zu zeigen, daß die Gemeinsamkeit der Interessen schließlich doch stärker zusammen» schweiht, als ihre taktischen Kniffe. Die Wahl der nichtständigen Ratsmitglieder. Genf, 16. Sept. (Sil.) Bis zum letzten Augenblick haben die Verhandlungen über die Wahl der nichtständigen Ratsmitglieder angedauert und noch in den Wandelgängen des Reformationssaales fanden kurz vor Eröffnung der Vollversammlung eine Reihe von Besprechungen zwischen den einzelnen Delegierten statt. Als die Versammlung um 10,15 Uhr vom Präsidenten eröffnet wird, ist der Saal sehr stark gefüllt. Der Präsident verliest den vom Büro der Vollversammlung festgelegten Wahl- modus. Dann werden die einzelnen Staaten dem Ramen nach aufgerufen und es wiederholt sich das bekannte Schauspiel, daß die Delegierten, einer nach dem anderen, die Runde über die Rednertribüne machen, auf der die Wahlurne, ein hölzerner Kasten, aufgestellt ist. Links von der Dirne haben die beiden Wahlleiter Senator S c i a l o j a und Graf I s h i i Platz genommen. Der Generalsekretär Sir Eric Drum- m o n d steht neben der Dirne und achtet darauf, daß die Zettel wichtig ins Innere befördert werden. Der Aufruf beginnt mit Albanien. Es folgt Südafrika, dann besteigt Dr. S t r e s e - mann als Dritter die Tribüne, um feinen Stimmzettel abzugeben. Die Feststellung des Wahlergebnisses dauert Si/2 Minuten. Das Ergebnis wird unter der gespanntesten Oluf inert» samkeit der Versammlung vom Präsidenten verkündet. Abgegeben wurden 49 Stimmen. Die absolute Majorität betrug danach 25 Stimmen. Folgende acht Staaten wurden zu nichtständigen Ratsmitgliedern gewählt: Polen mit 45 Stimmen, Rumänien mit 41, Holland mit 37, Chile mit 43, China mit 29, Belgien mit 41, Columbien mit 46, San Salvador mit 42 Stimmen. Da nur diese acht Staaten im ersten Wahlgang die absolute Majorität erhalten haben, wird ineinem neuen Wahlgang das neunte rNitglied gewählt. Cs ist die Tschechoslowakei mit 27 Stimmen. Finnland hatte 11, Portugal 7 und Irland 4 Stimmen erhalten. 3m dritten Wahlgang wurden dann P o l e n mit 44 Stimmen, R u - mänien mit 30 und Chile mit 41 Stimmen zu nichtständigen Ratsmitgliedern „a u f d r e i 3 a f) r e“ gewählt. 3m weiteren verlauf wurden zu zweijährigen Ralsmitgliedern folgende Staaten gewählt: Columbien mit 47 Stimmen, Holland mit 47 und China mit 34 Stimmen. Der Präsident teilte nach Verlesung des Abflimmungs- rcsultats mit, daß nunmehr die restlichen Staaten Belgien, Tschechoslowakei und San Salvador für die Dauer eines 3ahres im Rate sitzen werden. 3m letzten Wahlgang zur Bestätigung derjenigen Ratsmitglieder, denen die Wiederwählbarkeit zugesprochen werden soll, wurde Polen mit 36 Stimmen gewählt. Da kein anderes Gesuch vorlag, ist Polen allein zum wiederwählbaren Mitglied des Rates ernannt worden. Punkt 6 Dlhr eröffnete Bene sch die erste öffentliche Sitzung des erweiterten Völkerbundsrates mit einer Ansprache, in der er u. a. auf die geschichtliche Bedeutung dieses Ereignisses hinweist und zunächst im Ramen aller Ratsmitglieder das Deutsche Reich und feinen Vertreter, Reichsminister Dr. Strese- mann, als ständiges Ratsmitglied herzlich begrüßt. Rach weiteren Worten der Begrüßung an die Vertreter der neuen nichtständigen Ratsstaaten erinnerte Denesch, unter Hinweis auf die geschichtlich denkwürdige Sitzung des Einzuges Deutschlands in den Völkerbund an die Worte Briands, daß es im Völkerbund keine Parteien geben dürfe, um dann zu erklären, daß es die Pflicht des Völkerbundsrates sei, die graften Prinzipien des Dölkerbundspaktes tm Geiste der Freundschaft, Herzlichkeit und Aufrichtigkeit durchzuftihren. Der Völkerbundsrat habe während seiner bisherigen Tätigkeit jederzeit versucht, etwa auftretende Schwierigkeiten zu überwinden und er habe dabei einen unstreitbaren Erfolg gehabt. Er schloß mit dem Wunsch, daß der Rat auch in seiner neuen Zusammensetzung in gleichem Geist internationaler Zusammenarbeit und gegenseitigen Verständnisses die großen Grundsätze des Völkerbundspaktes durchführen möge. Rach dieser kurzen Degrühungs- ansprache trat der DölkerbundSrat in die Behandlung feiner Tagesordnung ein, die rftir Punkte untergeordneter Bedeutung enthält. DerneueVölkerbundsrat Genf, 16. Sept. (TU.) Die Zusammensetzung des neuen Völkerbundsrates braucht nicht zu überraschen. „ Im wesentlichen sind diejenigen Staaten gewählt worden, die in den letzten Tagen als die aussichtsreichsten Kandidaten genannt wurden. Bedauerlich ist, daß Finnland nicht tn den Völkerbund einrückt. B e n e s ch , der sich, ganz objektiv gesprochen, die größten Verd'enste um den Völkerbund erworben hat, hat den Finn- läirdern den Rang abgelaufen und man wird ihn wiederum als treibende Kraft des Rates erblicken. Reben der Tschechoslowakei sind Polen und Rumä n i en in den Rat eingezogen. Damit hat die Kleine Entente zwei Sitze errungen und besitzt in Polen einen weiteren guten Sreunb. Eine enge Zusammenarbeit dieser Staaten mit Frankreich und Belgien ist vorauszusehen. Der französische Block verfügt somit über 5 sichere Stimmen. Die drei südamerikanischen neugewähl- ten Staaten Columbien, Chile und San Salvador sind in der Völkerbundspolitik noch unbeschriebene Blätter. Der Eintritt Chiles wird in Deutschland sicherlich begrüßt werden, da wir zu dem chilenischen Staat die besten Beziehungen unterhalten. Auch China dürfte man in Deutschland gern im Rate sehen. So bleibt denn noch als neuester Staat Holland, das sich in der Völkerbundspolitik durch die mannhafte Betonung der Interessen der kleinen Staaten die Achtung aller anderen Völkerbundsmitglieder erworben hat. In der Oeffentlichkeit ist noch nicht bekannt geworden, durch wen die einzelnen Staaten sich im Völkerbund vertreten lassen wollen. Stresemann vor der deutschen Presse. Genf, 16. Sept. (WTB.) Auf einer geselligen Veranstaltung, die vom Reichspressechef heute abend am Sih der deutschen Delegation gegeben wurde, sprach Reichsautzenminister Dr. Stresemann vor den Delegationsmitgliedern und den Vertretern der deutschen Presse. Der Minister nahm zu den verschiedenen Anschauungen bezüglich der gegenwärtigen Genfer Tagung in grohangelegten politischen Ausführungen von grundsätzlicher Bedeutung Stellung. Ich habe, so führte er u. a. aus, das Recht, subjektiv zu sein. Eine reine Objektivität in politischen Dingen gibt es nicht. Ein Mensch, der immer und unter allen ilmftänöen um eine reine Objektivität sich bemüht, ist kein Kerl im deutschen Sinne. Ich empfinde tiefe Genugtuung über die Stellung, die sich Deutschland in der Welt wieder erobert hat. Cs war nicht mein eigener Wunsch, aber durch die Entwicklung der Dinge war ich dazu berufen, an die Spitze des Reiches zu treten, zu einem Zeitpunkt, wo wir alle Kräfte darauf rüsten mutzten, auch nur zum Versailler Frieden zurückzukommen, während unsere Gegner glaubten, weit über dessen Bestimmungen hinausgehend uns zum Opfer ihrer (Belüfte und Ansprüche machen zu können. Damals wäre als Rarr bezeichnet worden, wer vorhergefagt hätte, daß Deutschland heute mit solchem Jubel begrüßt als gleichwertige Großmacht in den Völkerbund einziehen würde. Ich habe heute die Empfindung, daß dieser Vorgang ein Auf geben des Geistes von V er - s a i l l e s bedeutet. Wir haben 1919 um Aufnahme in den Völkerbund gebeten. Man hat sie uns verweigert. Dann kam Macdonald, der von dem leeren Stuhr sprach, der besetzt werden müßte. Wir folgten dieser Einladung nicht. Wir sind nicht bedingungslos in den Völkerbund ein» getreten. In Locarno sprachen wir es aus, daß unser Eintritt in den Völkerbund niemals die Anerkennung moralischen Unrechtes von deutscher Seite bedeuten könne. Wir haben uns dagegen verwahrt, daß wir unbefähigt seien, an der kolonialen Arbeit anderer Weltvölker teilzuhaben. Wir haben als selbstverständlich darauf bestanden, daß, solange ein Unterschied im Rat zwischen Großmächten und anderen Mächten bestehe, Deutschland nicht anders als im Rahmen dieser Großmächte in diesen Rat eintreten könne, und schließlich hat auch der Austritt zweier großer Rationen den Völkerbund nicht daran gehindert, anzuerkennen, daß der Eintritt Deutschlands wichtiger ist als selbst dieses Opfer. Wir wollen doch das eine hier feststellen: Cs gibt keine ausdrucksvollere Zurücknahme der moralischen Anschuldigung, als die Ausnahme Deutschlands selbst, so, wie sie sich am Freitag, begrüßt von den Rationen der ganzen Welk, vollzogen hat. Indessen: die Gröhe der deutschen Wiederaufrichtung wird draußen in der Welt weit mehr anerkannt, als in unserem eigenen Volke. Jedes andere Volk hätte die Wärme dieses Sonnenstrahls empfunden. Ob das bei uns in zureichendem Maße der Fall ist, daran kommen mir berechtigte Zweifel, wenn ich sehe, wie die dereinst für uns kritisch den Dingen gegenübersteßenden Deutschen heute so sehr zu Extremen neigen und das Verständnis dafür vermissen lassen, wie verschieden das gleiche Ereignis von draußen und von drinnen gesehen wird. Für unsere Haltung ist entscheidend, daß die künftige Geschichtsschreibung nicht die Frage des ilnterliegens voranstellen wird, sondern die Frage, wie es überhaupt möglich war, daß Deutschland die Kraft aufgebracht hat, so lange einer Welt von Feinden zu widerstehen. Ich erinnere an das Wort, das ein Argentinier kurz nach dem Kriege öffentlich aussprach: „Das Haupt umwunden von Lorbeer, ist Deutschland im Kampfe gegen eine Welt von Feinden unterlegen. Aber der Ruhm seiner Taten wird durch die Jahrhunderte leuchten!" Für uns war die große Frage, ob wir einmal in der Welt d i e moralische Genugtuung erhalten würden, wie sie uns in Genf zuteil geworden. Wan kann naturgemäß nicht verlangen, daß all die realen Dinge, die durch den verlorenen Krieg zur Tatsache geworden sind, mit einem Schlage ihre Bedeutung verlieren. Ich kann es nicht verstehen, wie die Leute, die sich auf den größten deutschen Staatsmann berufen, sein Wesen so verleugnen können, daß sie heute von seiner Auffassung der Realitäten sv wenig verspüren lassen. Wir sind machtlos von toaffenftarrpnben Rachbarn umgeben, nicht mehr im Sonnenglanze deutscher Weltgeltung, und wir müssen versuchen, schrittweise das zurückzu- bringen, was wir verloren haben. Der Minister erörterte dann die Tagesereignisse und sagte, daß man nicht erwarten könne, daß die früheren Feinde auf Früchte ihres Sieges verzichten und auf Deutschlands Forderungen eine Entsagung üben sollten, die wir im gleichen Falle ebensowenig geübt haben würden. Aber die moralischen Erfolge sind Gewähr für eine weitere Entwicklung. „Hätte etwa Bismarck", so fragte Dr. Stresemann, „1877 eine versöhnlichere Rede an die Adresse Frankreichs halten können, als Br i and an diejenige Deutschlands?" Er stellte dabei eine viel verbreitete Redewendung richtig, die ihm unterstellt werde: „Ich habe niemals gesagt, es gibt keine Sieger und Besiegten. Aber das habe ich gesagt: Cs gibt unglückliche Vesiegke, aber keine glücklichen Sieger? Und das ist auch die Signatur dieser Tage. Man versteht endlich, daß man den falschen Weg gegangen ist. Ich habe die feste lieber- zeugung, daß Driand feine Rede aus dem Innersten des Herzens gehalten hat, daß er diese Empfindungen wirklich und aufrichtig hegt. Richt das ist das Entscheidendste, daß er sie gehalten hat, sondern daß er sie halten konnte, ohne von dem französischen Volk desavouiert zu werden. Eingehend auf die heutige Ratswahl untersuchte der Minister Wetter die tatsächliche Einstellung der verschiedenen neugewählten Ratsmächte zu Deutschland, um zu dem Schluß Hu kommen: Man kann diese Staaten nicht in em starres System einrangieren, und, um dann auf Grund eines soeben von dem früheren Reichskanzler Dr. Luther aus Peru eingetroffenen Funkspruches angesichts der geradezu begeisternden Kundgebungen, die ihm und Deutschland dort zuteil geworden find, den Schluhgedanken zu entwickeln, daß das deutsche Prinzip die Grundlage jeder Verständigung sei und sein mutz. Dabei haben finanzielle Leistungen grundsätzlich hinter dem Gedanken zurückzutreten, daß d i c politischen Fragen das ober st e Ziel unseres Strebens sein müssen. Dabei kommt es auch nicht auf Tageserfolge, wie etwa eine kleine Verminderung der Besahungstruppen an, sondern auf die vollständige Bereinigung der zwischen uns und unseren ehemaligen Gegnern schwebenden Punkte. Eine Frage, die durch die vollkommen veränderte geistige Atmosphäre ihrer Erledigung entgegenreift. Vor der Besprechung Briand-Stresemann. Genf, 16.Sept. (Havas.) Briand und Dr. Stresemann haben vereinbart, sich im Laufe des morgigen Tages zu treffen, um über die zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen eine längere Aussprache zu führen. Es ist möglich, daß sie, um den zahlreichen in Genf anwesenden Journalisten zu entgehen, sich nicht in der Stadt selbst treffen werden. In französischen Kreisen mißt man der morgigen deutsch-französische Aussprache zwar die gebührende Bedeutung bei, hebt jedoch hervor, daß diese Unterredung keine allgemeine Tragweite haben kann, und daß es für die beiden Staatsmänner vorteilhafter sein wird, wenn sie Ansichten und gegenseitige Sondierungen vornehmen, als wenn sfe hinsichtlich der von ihnen vertretenen Länder präzise Verpflichtungen übernehmen. Wie mit Bestimmtheit verlautet, wird der englische Außenminister Chamberlain bereits heute abend Genf verlassen und sich nach London zurückbegeben. Die Führung der englischen Delegation übernimmt Lord Robert Cecil. Driand wird, soweit bis jetzt sestzustehen scheint, morgen abend nach Paris zurückreifen. Amerikanische Journalisten haben hohe Wetten über Ort und Zeit der Zusammenkunft zwischen Driand und Stresemann abgeschlossen. Danzigs Zollabkommen mit Polen. Danzig, 16. Sept. (TU.) R-ch Meldunaen aus Genf wurde gestern abend dort der Text ocs Abkommens zwischen Danzig und Polen in der Frage der Reuverteilung der Zolleinnahmen endgültig festgesetzt. Die Unterzeichnung des Abkommens wird erst erfolgen, sobald die Warschauer Regierung, die telegraphisch um ihre Stellungnahme ersucht worden ist, sich bereit erilärt, die vereinbarte Mindest- zahlung von 14 Millionen Gulden jährlich ab 1. September zu leisten. Ein neues französisches Kriegs- gerichlsurleil. Koblenz, 16. Sept. (TU.) Das französische Kriegsgericht verurteilte gestern den Referendar Gaß aus Koblenz zu einem Monat Gefängnis, weil er am 26. Juli in der Dunkelheit den Posten vor der Kommandantur angegriffen bzw. im Vorbeigehen berührt habe. Der Angeschul- digte bezeichnet die Behauptung des Postens als unwahr, wurde aber trotzdem vom Kriegsgericht verurteilt. Dem Verurteilten wurde Strafaufschub eingeräumt. Wette rvo Mittelrheinischer Verband evangelischer Arbeitervereine, kühl 19,3 Heu- Bei südivestttchen Winden meist heiter, und trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: Grad Celsius: Minimum: 6,1 Grad Celsius tige Morgentemperatur: 8,5 Grad Celsius. Die Typhusepidemie in Hannover. Hannover, 16. Sept. (WTD.) Amtlich wird niltgcicilt das) bis heute nachmittag sich die der in den Krankenhäusern eingelieferteir Zersonen von 1259 auf 1297 erhöht hat. Damit Ist ein Rachlassen der täglichen Zugänge zu verzeichnen. Bis jetzt sind 38 Todesfälle zu beklagen. ändianeraussland in Mexiko. agenten in den letzten Tagen bedeutend er höht worden, und zwar hauptsächlich i Aus -er Provinzialhauptstadt. Gießen, den 17. September 1926. Die ELsenbahnbeschwerden Oberhessens. Der französisch-italienische Zwischenfall. Neue Husamnienktmst BriaudS mit Mussolini. — faschistische Geheim- agcuteu in Parts. Part«, 17. Sept. (TU.) Die von einem Morgenblatt aufgeworfene lLventualität einer Zusammenkunft B r i a n d S mit Mussolini zur Bereinigung der Atmosphäre zwischen Frankreich und Italien wird in unterrichteten Kreisen als verfrüht bezeichnet. Wie der demokratische „Paris Sair" zu berichten weist, ist die Zahl der saszistischcn De heim- inert auch daS Handwert in da« ArbeitS- l>eschaffungSprogramm mit einKubeziehen. Vom Reichswirtschaftsminister ist darauf eine Antwort ergangen, worin darauf hingewiesen wird, dast den Beschlüssen de« Reichstage« entsprechend möglichst solche Arbeiten in Angriff ?u nehmen sind, die geeignet seien, eine mög- ichst große Anzahl von Arbeitskräften, vor allen Dingen auch Ungelernte. aufzusauaen. Das Handwerk sei im Rahmen de« Durchführbaren berücksichtigt worden, wobei vom Minister auf die umfänglichen Bauprojekte verschiedener Behörden, die Herstellung von Landarbeiterwohnungen und ähnliches verwiesen wird, wobei auch handwerkliche Betriebe In größerem Umfange Arbeit und Verdienst finden. Da» ArbeitSbeschaffungS- Programm habe nicht die Aufguß, einzelnen notleidenden Gewerben als solchen Hilfe zu bringen. Richtunggebend müßten vielmehr arbeit«- politische Gesichtspunkte sein. Handwerk und Arbettsdeschaffungsprogramm. Berlin. 16. Sept (WTB.f Der Reichs- verband des Deutschen Handwerk» hatte sich an den ReichSlvirtschaftSminttter armanbi mit der Ditte, angesichts der ArbeitSlosi^eit im Hand** Vom Autobetrieb Wieseck — Gießen. Schon feit Bestehen der Autolinie der Gemeinde Wieseck ist in den Welter abgelegenen Orten des Dusecker Tales starke» Inter- esse für eine Weiterführung dieser Linie vorhanden. da seither die Möglichkeit, zur Erledigung von Geschästen in die Stadt zu gelangen nur -unter großem Zeitverlust vorhanden oder von einem längeren Weg nach der nächstgele- genen Bahnstation abhängig war. Die in letzter Zeit geführten Verhandlungen zwischen den Gehöht worden, und zwar hauptsächlich in Vari s. Die Agenten feien al» Arbeiter verkleidet nach Frankreich geschickt worden, um Zwischenfälle herbeizuführen und so die Ausweisung a n i > f a s z t st i s ch c r Clemente au« Frank- reich zu erreichen. Die Vereinigung der republikanischen Italiener in Frankreich warnt die in Frankreich wohnhaften Antifasztsten vor den Provokateuren. Die Ange egenheit erregt natürlich in Linkskreisen bedeutende« Aussehen. Es wird die Frage laut, welche Maßnahmen die Regierung gegen derartige Verstöße der italienischen Behörden vorzunehmen gedenke. Die .Kundgebungen vor den französischen Konsulaten in Italien beherrschen die Aufmerksamkeit der gesamten Oefsentlichkeit. Dabei wirb aber heute zu einer gewissen Vorsicht in der Kritik dieser Zwischenfälle ermahnt. Selbst in den äußersten Rechtskreisen wird betont, dast deren Regelung am besten auf dem diplomatischen Wege geschehe. Andererseits wird aber , --------e-..J ableate. Ebenso hc.... Dekan Weistgerber, Messel, und Etadtpfarrer K l e b e r g e r. Darmstadt, in zu Herzen gehenden Worten der Anerkennung ihre Bereitwilligkeit zur Mithilfe, da« notwendige Werk der cimn- aelischen Arbeitervereine zu fördern, versichert. Der Generalsekretär des GesamwerbandeS R u • dolph - Berlin konnte in seinen B^sißniige- Idorten im Rainen der ganzen Beu^ß» g der Kirche daS Gelöbnis zurückgeben: Treue um Treue. Der Landesverein für Innere Mission und der Evangelische Bund ließen herzliche Glück- und Segenswünsche übermitteln. Als Mittel- und Ssege. Höhepunkt der Tagmlg darf der FestgotteS - dien st am Sonntag in der altehrwürdigen Stadtkirche zu Darmstadt angesehen werden. Stadtpfarrer Vogel predigte über 2. Korinther 1.24: »Richt dast wir Herren seien über euren (Rauben. sondern wir sind G.tzckfen eurer Fi-ead?: denn ihr steht im Glauben." Der Nachmittag rer- einigte große Scharrl von Mitgliedern und Freunden auS allen Tci'.ea Bsrbandsaeb: t -3 zur Rachfei e r. Städtisches Orchester, öde Ge- Die Lage in Ientralchina. Lvndan, 16. Sept. (Wolff.) lieber die Lage in Zentralchina meldet der amtliche britische Funk- bumst: In chankau herrscht Ruhe. Die Bewohner der ausländischen Konzessionen in Han kau befinden |id) nicht in Gefahr. Ein Teil von Wutschang aus der linken Seite des Yangtse leistet noch immer gegen die südchinesischen (Kuonulngtang.) Truppen Widerstand, die unter dem Kommando des Generals Tschangkal-schek lieben. Die Angriffe der südchim-si- fchen .truppen haben In der letzten Zeit offenbar nachgelassen, wa» möglicherweise damit zusammen- hangt, daß Trnppenverbände auf der südchinesifchen «eile herauagezogen wurden, um In Kiangsi zur Abwendung der von den Truppen Suntschnngfangs drohenden Gefahr eingesetzt zu werden. Ameiikanl- fche und andere ausländische Dampfer sind den -langtse von Tschungking aufwärts gefahren, um alle Ausländer, die abreisen wollen, an Bord zu nehme n. Die Verhandlungen über die R ü ck aa b e b r i II f d) e r S chiffe in Wanlnng und Wuuhsien, Die von General Yangsen b c schla g n a h m t worden waren, machen gute Fori- fchrltte. Die Verhandlungen werden auf briti djcr «eite von Konteradmiral Makeron, dem Komniau- deur der '.'sangtfeflotte, geführt, lieber die Einzel- beiten der Verhandlungen liegen noch feine Rach- rldjicn vor. Hongsen erklärte sich bereit, zwei von |,I)111 beschlagnahmte Dampfer lx-rauszngeben. Man betrachtet, das als Vorstufe für weitere Verhand. tungen. Wie der Ehlkago Tribüne" dagegen aus Petina aemeldei wlrd. Ist der Bo» tot t gegen eng. tische W a r e n In China infolge einer Aussorde- rung des Generals Banasen erneuert worden. U» wird erklärt, daß die Kantonregierung einen Vergleich mit den britifchen Truppen nur dann Wirten walle, wenn der britische General eine n ri’ Ei di g u n a für die Zwischenfälle verspreche. chmesifche Prefse verlangt, dast der Bangt e vollständig für die fremde Schiffahrt geschlossen werde. '1 Aus aller Welt. Die Hauptversammlung bed deutschen ApothckerBercinS. Der zweite Tag der Düsseldorser Hauptver- ammlung deS Deutschen Apotheker-Vereins brachte zunächst die Genehmigung einer XI m - läge zur Stärkung dcS ä.lnterftühungsfondS für notleidende Kleinrentner und Angehörige deS ApothckerstandeS. S t u m p f f - Grossen gedachte der wirtschaftlich schlechten Lage der Lcmdapo- theker, deren LebenSmögltchkelt mehr denn je sefäbrdet sei. Die Regierung habe wohl diese »edrängte Lage anerkannt, aber bisher noch keine Maßnahmeir ergrisfen, die eine Besserung der unhaltbarkir Zustände bringe. Gs sei notwendig, den Arzneimittelverkehr in die Apotheke zurückzu- leitcn, wenn man nicht diesem Stande daS Wasser abgraben wolle. In einer Gntschliestung wird gefordert, daß die Ginrichtimg von ärztlichen Hausapotheken nur nach Anhörung der Apothekerkammer von der Regierung genehmigt werden dürfe. Mvrdprozeft Schrvdcr. Magdeburg, 16. Sept. (Wolfs.) Unter großem Andrang deS Publikums begann hier der Prozeß gegen den der G r m o r d n u n g d e S Buchhalter« Helling beschuldigten Schröder. Wegen Mordverdachts war bekanntlich vor einigen Monaten der Chef des Helling, ein Kauf- mann Haase, verhaftet, später aber, nachdem sich die Verdachtsmomente als haltlos erwiesen hatten, wieder aus freien Fuß gesetzt. An die Verhaftung knüpften sich seinerzeit ein Kompetenzkonflikt zan- schen dem Untersuchungsrichter und Oberpräsident Hörsing sowohl, wie zwischen der Magdeburger und Berliner Kriminalpolizei, die ohne Aufforderung des älntersuchungsrichterS einen Beamten nach Magdeburg entsandt hatten, plner- auickliche politische Erörterungen begleiteten den Sreitsall. In der jetzigen Verhandlung führt Land- gertchtüdlrektor Dr. Löwenthal den Vorsitz. Er richtet eine kurze Ansprache an die Ge- schworenen. in der er aus den Meinungsstreit hluwelst, den der Fall in der Oefsentlichkeit erregt bat. und die Geschworenen aufsordert, jede Meinung, die sich bei ihnen gebildet hat, auS ihrem Gedächtnis auSzulvschen. Ginzlg und allein der Gang der Verhandlung dürfe für ein Urteil maßgebend sein. Darauf schildert der Angeklagte seinen Lebenslauf und macht auf die .'xragen des Vorsitzenden Angaben über die Vorgänge beim Tode feiner Mutter blc von i h m s a h r l ä s s t g erschoss e n wurde. Schröder gibt an, beim 'Besuch Hellings In GrostrottmerSleben aus den Gedanken gefommen au sein, Helling zu erschießen, um sich deS Geldes, das Helling bei sich trug, zu bemächtigen. (3r schildert im ivelieren Verlauf seiner Vernehmung, in welcher Welse er die Leiche Hellings zerstückelt batte, und gab an. nach der Tat gegessen und mit einem Bekannten Schach gespielt zu haben. Der Vorsitzende weist daraus hin. dast die Erregung SchröderS über die Tat nicht groß gewesen sein könne, wenn er unmlttel- bar nach der Tat Schach habe spielen können. Schroder sagt dann weiter au«, er habe am Id. Juli dem Magdeburger Kriminalkommissar Tenbold gesagt, daß er der Mörder feL ienbolö bube erwidert, daS glaube er nicht. Auf Befragen de« Vorsitzenden erklärt Schröder er fei zu der Tat von k e I n c r -0 e 11 e a n g e stifte t worden und habe sie a Hei n begangen Äaa«. Reuter und Fischer, die früher der An- stiftung verdächtigt waren, seien nicht daran beteiligt gewesen. ®v sei auch von keinem der vernehmenden Beamten zu seiner Darstellung beeinflußt worden. Me Tat tue tbm leid, eine Reue wegen der Tat aber selbst empfinde er nicht, höchstes wegen In den Tagen vom 9. biS 11. September veranstaltete der M i t te l'r h e t n i s ch e Verband evangelischer Arbeitervereine erstmalig für seine Mitarbeiter eine Freizeit in D a rmstadt. Lieber 40 Teilnehmer wurden gesdblt die in ernstem Ringen sich mühten um die Losung der sie und unser Volk bewegenden Fragen, wie: ..Kirche und Arbeiterschaft", "^nselische Kirche als soziale Organisation". „WirtschastSethik . ..Führe.Problem, insbesondere •• ®l. ©art.nbau- unb Sl.kt-t. | i i " 2l uü st e 11 u u g erfreut sich fort- Die Freizeit war der Auftakt zum 34. Der - gesetzt eines sehr guten Besuches. Der gestrige bandst ag des Mittelrheintschen Verbandes 3^61X^510 ^rfonS Ä11 ?Im Samstagnachmittag tagte die Bertreierver- xtntereite die diudnen Abteilungen besichtigten sammlung. stark beschickt von fast allen Vereinen bzw am Abend sich an dem Militärkonzert er- deS Gebiets. Der Hauptvo!trag- Deretti Der" Ma schen'^aeschätz^'di".^^ allein aus über 4000 band, Gesamtverband" führte di? -Teilnehmer her- Alenschen geschätzt, di< den an.'gezeichneten Dar- auS aus der Gnge dec VevejnSarbeU in die O^rburger Reichechi-kapelle leb- großen Zusammenhänge der befdmtbetoegung Jaftcn Befall spendeten. Qlivii die Straßen- Die Begrüßungsfeier am Abend stellte bahn hatte gestern erneut einen großen Tag, die Arbeit deS Verbandes in daS Licht der Wiederum etwa 8000 Fahr- Öffentlichkeit. Aus den trefflichen Worten reicher boiiC,0nni5trtn3\^mihb«T8t‘V1 Aberkennung seien hervorgehoben die Worte?eS von Smiiskag nachimttag bis gestern abeub fol- Prälaten D. Dr. Diehl nicht nur weil er der ?S821 ^ct!aVcn- Petlcr der Hessischen evangelischen Kirche ist, a^nn t Tilfn 3^2 Schülerkarten, ins- sondern weil er durch Wort und Tat ein von ?■ iL^*m21 9®? Karten. Dalun Ist zu beuch- Herzen kommendes 'Bekenntnis zur evangelischen meist täglich bcnw’toerSem far eH 'Irlich | Vrbeite^vereinsbewegung ablecste. Ebenso haben Eine öffentliche Stadtverord- netensitzung findet am nächsten DienStaa nachmittag 5 älhr im Sladtlmus Bergstraße statt v Dagasordnung stehen n. a. folgende wichtige Vorlagen: Schulhausneubauten. Erhebung der Vergnügungssteuer. Zusatzwohnunas- bauprogramm 1926. Errichtung von Wohnungen für WohnungSlose an der Margarethenhütte. Reu re gelang der elektrischen Strompreise im Stadtgebiet. Beschaffung eines automobilen Sprengwagens. ... ".Der S o n d e r z u g nach D ü s s e l b o r f. V >e‘ nochmals darauf hingewiesen, baß der für toonntng, dcn 19. September, vorgesehene Reiche- bahn-Sonbsrzug zur Gesole, nach Düsseldorf ob (Jliehen be ft t m m t gefahren wirb. Abfahrt in (Sie- Ben am o n ntag 5.30 Uhr vormittags, Ankunft In Dusselborf 9.41 vormittagv. Rückfahrt ad Dussel- i LnrV 0 11 f 0 H '.59 Uhr iiachinittags. Ankunst in Gießen I> Uhr nacht >. Der '(Vobrnrete be- trägt 9 20 Mark. Die süddeutschen Herbstmanöver Berlin, 16. Sept. (TU.) Reichswehrminister Dr. Gehler und der Ehef der Heeresleitung, Generaloberst von S e e ck t, die gestern von den großen Manövern deS TruPpeukommaudoS I in her Mark wieder in Berlin eingetrosfen fmO, begaben sich im Lause deS heutigen TageS nach Mergenthetm, um dort an den großen Manövern deS GrcrpPenkommandoS II teilzunehmen. die am 17. September unter der Leitung deS Generals Reinhardt ihren Anfang nehmen werden. Das Interesse an den Manövern ist im In- und AuSlande außerordentlich lebhaft. Wie die Telnnlon erfährt, wird auch da« befreundete Ausland Vertreter entsenden. Aus Ihren Wunsch nehmen an den Manövern unter Führung deutscher Begleitoffiziere eine Anzahl fremdländischer Offiziere teil, und zwar die bet der Reichsregierung beglaubigten MilitäraltachöS von Schwede n, Rußland, den Vereinigten Staaten, Argentinien, Chile und Peru, ferner Vertreter der f ch w e i z e r i f ch e n, holländischen, norwegischen, sinn- ländischen, ungarischen und bulga- rischen Armee. Auch wird eine Anzahl RelchS- tagsabgeordneter Im Manövergebict etntreffen. Abreise des Reichspräsidenten ins Manövergeiände. Berlin, 16. Sept. (Eigene Drahtmelbung.) R e i ch s p r ä s i b e n t von H i n b e n b u r g ist am Donnerstagabend nach Mergentheim abgereist, wo er den «roßen süddeutschen Manövern beiwohne n wirb. Am Samstag- nachmittag soll in Anwesenheit bes 9ieidiopräUben- Ion eine größere Veranstaltung der Fliegerschule Böblingen stattsinden. Die Rückkehr .yinbenvurgs nach Berlin erwartet man für Sonntag. des H a a S. In der öffentlichen Beweisaufnahme sagte eine Schwester de« ermordeten Helling aus, Helling sei von der Firma Haas mit der Begründung entlassen worden, daß für ihn keine Arbeit mehr vorhanden sei. Gr habe sich diese Entlassung sehr zu Herzen genommen und zu ihrem Schwager geäußert, daß er In Steuersachen «ine Anzeige gegen die Firma Haas erstattet hat. Die Braut SchröderS, Hilde Götze, bekundet u. a., am Mordtage habe Schröder sie aufgefordert, ihn allein zu lassen mit dem Herrn, der jetzt kommen würde und hinzugesügt, I meinen Wieseck'und Alt em - BÜseck''füb^ i/tit m ü ff c em ao paff ter en. Rach einer len nunmehr zur Gründung eines Zweckver- ganzen Weite habe ße et neu Schuß fallen bau des, der vorbehaltlich der erforderlichen Horen. Schroder habe gesagt. „Jetzt ist etwas paf- Konzessionserteilung den Autobusverkehr fiert. Spater habe er sie aufgeforbert, ihm im Alten-Du keck Wieseck - G iVk V» > Keller zu Helsen, was sie auch getan habe. Sie Ziele hat. Wir werden auf dieses IteK I^S ch \?r\r h I,nbc' weiI fie !ame wirtschaftliche Creignis noch zurückkommen. si>h die S ch ü r z e vor b i c Augen gehalten I Der bereits aewäblte 930rßantvlrf|«i|[lne blnline Messe gelegen, die sie nusgewisch. leiten, um noch ÄS brt n"' Hobe, auf die iW dee Oberftaotenkroalti ob (le Detrteb au,nehmen -m kdme» den M°ed bälie verhindern rönnen, sagte die •• Weristdo r »öTfr'rV Seugln, sie Ijabe in gar nicht geahnl, bnfi Schröder wird uns milgeleUl- «m acftrlge” .m(t machen wurde. Die weitere Beweiaausnahnre gegen 3 Uhr nachn iliaga Mtd Äi^. Schuttes de? »lrt> auf morgen normINag vertagt. | äauptpostamte S der °Bahnh«k versehentlich 7 rn mc nfD-mn)Cn^CUCrmarfcn 3U ß0 Nw. anstatt 3U oO Pf. vorkaust worden. Der Käufer (ein Junge) totrb oebeten, bte Marken umgehend zurllckzuliefern, ^.cr, Postbeamte sonst für den erheblichen Unter- schiedobetrag von .346,50 Nm. aufkommen müßte. Die Sandgrube am Nahrungs- b e r g. Zu dem Emgesanbt in unserer gestrigen ! über die städtische Müll- abfuhrstelle in der alten Sanbkaule" wirb uns von Reuhork, 17. Sept. lT-U.) Wie au8 I Seite mitaetciH, baß biefe Sanbgrubc Mexiko gemeldet wird, tobt in der Provinz 111.1 Stabt, sondern einer hiesigen Firma Sonora ein gefährlichier Indianerausstand, der 6^ort. Mit dieser Feststellung fallen natürlich die auch auf die Provinz Guayama überaegriffeni fle,9ern Dtc 'gotische Verwaltung erhobenen Dor- hat. Der frühere Staatspräsident Obregon ,Icür'LU)e0- 2)10 benachteiligten Anwohner müssen der selbst vor einigen Tagen im Gisenbahnzug ihre Klagen nunmehr bei der maßgebenden Behörde von aufrührerischen Iacqui-Indicmem überfal- verbringen. len worden war, hat sich jetzt am die Spitze Jahre Eisenbahner. Auf eine mehrerer Kompagnien Reglenmastruppen ge- ^iohnge Latigkeit bei der Eisenbahn kann heute stellt, um den Aufstand zu unterftrüden. Die ?er ®«!*in^a<5n?Wc,nL^?nr^ uh aus Klein-Lin- Indianer durchziehen mordend und plündernd Den,*?ln! Gießen tätig, zurückblicken, das AufstandSgebiet. Am Mittwoch erst haben «> , Die Frauen gruppe der Deutschen sie ein Bataillon R e g ie run g s t r u p- , f spartet hielt am Montag ihre Monats- ven in einen! Hinterhalt gelockt und fast voll- mU,n® U)ar der Abgeordneten Frau ständig a u f g e r i e bem. ,, 5.ric Birnbaum gelungen, Frau Dr. War > J bossel als Rednerin zu gewinnen. Frau Dr. Warlich, die besonders als Organisatorin der Hausfrauenvereine bekannt ist, hielt einen von war- mer Liebe zu unserer Jugend getragenen Vortrag über „Jugend und Aller, Erziehiingssragen". Sie ging aus von den Konflikten, die in einem gewissen Filter fo leicht zwischen Vätern und Söhnen, Mut- tern und Töchtern entstehen, die wir ja bis in die Bibel zuruck verfolgen können, und zeigte, wie aus LUZWWZ | s «LHBL -MW SÄ Vehorbenvertreter, Abgeordneten unb fachkundiaer Dfenl , " r*?.”öar‘fte öer Wrfonen ftnltflnlen. ÄR-d.» ’ ' J Äl? ‘,r.c *’S,c»t,18cn ®orle' ?,ld> Die Diskussion brachte diesen Dank warm zum Aus- Bornotizen. druck und es wurde die Hoffnung ausgesprochen, TaaeSkalender für Rednerin möge bald einmal in einem größeren aWMlxOfc: iSurtenbau- unb sLririjltatJatu«- r,0”"!in- I" dm>I-n-. stellung. 2 bl« 7' , Ahr Brsichtigung. 8 WUfe wurden die Bestichernmen auch wieder abends Lichtbildervortrag von OlK'rlngcnleur | Hrf^ ^"stkalifche Darbietungen erfreut. S. V. Kurz. — Konsumverein: Saalban Sauer, Waren- auSstellung - V. f. B-' 8*/3 -Uhr: UnIversitätS- ^afö, Dpielerversannnlling. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Ich hatf einen Kameraden". — Astoria-Lichtspiele: „Der schwarze Pierrof. — Palast-Lichtspiele: Ftlinvortrag deS Konsum- Vereins". nicht daraus verzichtet, die eigene Regierung oder besser gesagt den Außenminister Briand nut dcn ausfälligsten Vorwürfen zu bedenken und die Rückkehr PoincaröS zur Macht als wünschenswert unterstreichen. Zu Zeiten Poin- carös sei die Stimme Frankreichs respektiert worden. Französische Truppenkonzentrationen an der italienischen Grenze. Vers in. 17. Sept. (Wolff.) 3u einer Meldung der ..Boß. Alg." aus Paris Über die itallenlsch-fran- sds'.sche Nontroverse hn Zusammenhang mit dein letzten Attentat ans Mussolini heißt es: Wie wir von gut unterrichteter Selle hören, hat die franjö- stfche Negierung in den letzten Tagen beträchtliche I r u p p e ii f o ii 3 e » f r a 1 i o n e n a n der I t a I i e n i s che n Üt r e n z e vorgenommen und eine scharfe U e b e r w a cl) n n g de« G r e n , n ecke h r v angeordnet. Cs sollen In dem fransöstschen Alpengebiet nicht weniger a l o sechs V i vi - | Ion eii kon,enlrlect sein. Auch die Armierung und die Artillerlebeslände der (fircii)fcfhiiigcn sollen In den letzten lagen wesentlich v e r st ä r k l worden sein. Der Zweck dieser Maßnahmen ist lediglich Sicherung gegen Ueberraschungen von italienischer Seite. (Ein rumänisch-italienisches Bündnis. Rom, 16. Sept. (WB) Mussolini und Avere-cu haben im Palazzo Chigi einen italienisch-rumänischen ZusammenarbeltS- und Feeundschastsvertrag unterzetchnct. Rach den Blättern wird der ttaltenlsch-rumänische Freund- schaftövertrag noch beute veröffentlicht. Der „VeDaro d'Italia" macht darauf aufmerlfam, daß dieser Feeundschastsvertrag keine Anspielung aus die Ratisikatton der Pariser Konvention von 1920 bezüglich Bessarabien« enthält, weil Ita- licu kein c riet D ersprechungen in dieser Hinsicht auf sich nehmen könne. <38 scheine jedoch nicht ausgeschlossen, baß. obschon die genannte Konvention nicht ratifiziert werden könne, dennoch in Anbängen zum Freundschastsverlrag sich eine Gelegenheit biete, Rumänien In dieser Hin- licht ein gewisse« Entgegenkommen zu beweisen. Bsi den Vorbesprechungen zu dem Pakt feien Öle beiderseitigen Besuche der König«, paare geregelt worden. °ach d^"den S »ev-K^Te. -rrF'-L LeMiAcWt ■J bo*ln?utn L nock.. ’^oeöeiit. t6®8aäj5»n4 -7 ® M Din^ len. bÄte« ?2*yi ?ZG am m n t. u"r<- t V& ^stngm iMautÄe Müll, haß bÄutl5 von *S eÄ'6* hit ' ""iiebmiens,^ '"b°hner. Aul 4 &" Eüenn h°u!e SÄ "L^ ln, 3U fleroinnen. Frau flf5 Organifalorin btr *- Nt einen non war. ^getragen«, Lor,rag Wngsfragen*. eie Die in einem gewissen 7 and Löhnen, UJiüt, oie wir ja bis in die >, und zeigte, wir aus yugenb der Wander- vegungen hervvrtzehen zlich rein Mnnlichen chten. Wie beide glei- - Amtes ablehnen, für Wt aber immer zu üner und wahrhasliger erotische Moment und Jugend ost so schutzlos suche in ihren Bünden ! ihnen nicht biete: Je Acht werde, um so ' Bedürfnis gut Llus- ien könnten da natür- : Men uns bemühen, en, denn wir konnten ms selbst zu eigen ge- i eben aller. Wir sollten und wie hellsehend die tonte die schwere Wicht unitten der moktischen Ilich gesund zu erhalten: he ja die ganze Zukunft Schulst dankte der prächtigen Worte. Auch Lank warm zum Aus- josfnung ausgesprochen, mal in einem größeren lammen. 3n dankens- Aucherinnen auch wieder jen erfreut. S.V. er Verband Kitervereine. 1, bis 11. September rheinische W lrbeitervereru ■itet eine FrerzeU ) Teilnehmr vurden ngen sich mühten m ytiäg 'Ä*-Wl **£fÄS* ■Ä* fitärs« -i 1" gehoben .< (t der angel'lf von »ort und ^„geüschen habe" iU so^^des 2" * Treue 1**S» 6'* en über <,ttseN vtti °a S-' SW*5 sangsabtellmrgen der Vereine und Äugendmusiker AobSn ihr Bestes. den Teilnehmern einige Stun- bm rechter Freude zu bereiten. Der Gesamteintwuck der viertägigen Veranstaltung ist. daß hier Kräfte am Werke sind. von ernstem Wollen beseelt, für Evangelium.' Doll und Stand einzustehen. Die starke 'Beteiligung von evangelischer Arbeiterjugend gab dem Ganzen eine besondere Rote und zeigte, daß ein belebender, frischer Zug durch die Bewegung geht. Turnen, Sport und Spiel. Spieloereinigung 1900 (Sieben. o. Eine Abwechslung in den seit Anfang dieses Monats in Gang befindlichen Ligaverbandsspielen bietet die Spielvereinigung 1 9 0 0 Gießen am kommenden Sonntag. Die Ligamannschast empfängt auf eigenem Platz die weit über die Grenzen Frankfurts hinaus bekannte Sonderelf des Mainbezirksmeisters Fußballsportverein Frankfurt a.M. Diese Elf, in der fast nur Reservespieler der Meistermannschaft tätig sind, verfügt über ein ganz solides Können: ein großer Teil der Spieler war mitbeteiligt an den Erfolgen des Mainmeisters bei den Spielen um die deutsche Meisterschaft. Don Erfolg zu Erfolg schreitend, mußten selbst namhafte Frankfurter Kreisligavereine sich dieser EI: beugen. 1900 tritt den Gästen in stark verjüngter Aufstellung entgegen, einesteils bedingt durch die Abwesenheit der Soldaten, andererseits um unter den der Jugend entnommenen Ersah- spieleni 41mfd)au zu halten. Man erwartet ein schnelles, spannendes Spiel unter der Leitung eines Marburger Schiedsrichters. Dor diesem Spiel tritt 1 9 00s Zweite zum erstenmal in die Verbandsspiele ein. Ähr Gegner ist der D. f. D. Gießen. Beide Mannschaften spielen in der stärksten Aufstellung, trotzdem die Soldaten nicht mittun können. Spielvereinigungs Dritte trifft im Derbands- spiel vormittags auf die vierte Mannschaft des eigenen Vereins, da durch Aushebung der C- Klasse beide Mannschaften in der zweiten Gau- klasse spielen. Vormittags spielen die Schüler ihr Rückspiel gegen Daubringen und werden auch Wohl einen abermaligen Sieg erringen. Die 1. Äugend har Wetzlar F. C. 05 mit der 1. Äugend zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet, das nach dem Ligaspicl zum Austrag kommt. Die Bezirksliga in Hessen-Hannover. tz. Man kann nicht behaupten, daß die Punktespiele des vorigen Sonntags den Erwartungen entsprechen. Hatte man zunächst einen hartnäckigen Widerstand des S. C. 05 Göttingen vorausgesehen, so aber doch nicht in der Form, daß „Sport" Kassel das gegen diesen erzielte Unentschieden 1:1 um ein kleines nicht erreicht hätte. Wenn man Göttingen am Sonntag allgemein als den tatsächlich Besseren bezeichnen muß, so fehlte nur wenig, um die 1:0- Führung bis zum Schluß zu halten.' Diesmal kann also „Sport", dessen Elf gegen die Leistung des Vorjahres ganz entschieden zurückgegangen ist, mit Recht nur von Glück sprechen. Der zweite Göttiger Bezirksligavertreter lieferte gleichfalls ein Unentschieden gegen den F. D. Einbeck mit 3:3. War das 1:1 der 05er als ein Fortschritt im Göttinger Fußball anzusehen, so bedeutet das 3:3 der S. 23g. Göttingen ein Nachlassen in deren Spielstärke, sonst hätte es niemals passieren dürfen, daß die Einbecker beim 3:1-Stande noch aufholen konnten. Auch in dem dritten Treffen in Hessen-Hannover, Kurhessen Kassel gegen V. f. B. Gießen 7:1, hatte man dieses Torverhältnis in keinem Falle erwartet. 23. f. B. muß weit unter Form gespielt haben, um sich dieses Ergebnis gefallen zu lassen. In Wirklichkeit können sie bei normalem Spielverlauf entschieden mehr, als sie am Sonntag zeigten. Mag sein, daß einzelne schwache Punkte der Els diese aus dem Konzept brachten. Wie im Borbericht erwähnt, fehlen hier die Erfahrungen solcher Kämpfe, für die leider Lehrgeld bezahlt werden muß. Daß F. E. Wetzlar auf die weitere Teilnahme an den Bezirksspielen verzichten mußte, ist bereits bekannt. Somit kam naturgemäß das vorgesehene Treffen gegen die Fuldaer Borussen nicht zustande. Zum Sternlauf der Arbeitersportler. £ Am Sonntag wird eine Kulturstätte ersten Ranges ihrer Bestimmung übergeben: in Leipzig weihen die Arbeitersportler ihre Bunde s s ch u l e. Das unter großen Opfern und Mühen vollendete Werk ist ein Denkmal vor» wärtsstrebenden und ausbauenden Geistes. Än ihrem Ännern beherbergt die Bundesschule neben allen Einrichtungen für die Leibesübungen zwei sehr geräumige, mit den modernsten Geräten versehene Turnhallen, ferner Hörsäle, Arbeitszimmer und die Schlafzimmer für die Kurftsten. Daneben sind mustergültige Spielplätze, Wassersportanlagen und Lichtbäder geschaffen. Ein modern eingerichtetes photographisches Atelier vervollständigt die Schule auch nach dieser Richtung. Den aus Anlaß der Einweihung geplanten Stern lauf behandelten wir schon an dieser Stelle. Für unser Heimatgebiet ist der Lauf 2 von besonderer Bedeutung, da dieser durch unser Gebiet fuhrt. Er nimmt seinen Anfang in Zürich, geht durch Württemberg, Baden, der Bergstraße entlang und trifft am Samstag nachmittag 3V2 Uhr in Frankfurt ein. Um diese Zeit findet auf dem Romerberg eine kurze Feier statt, der Glückwunsch des 9. (hessischen) Kreises wird den anderen Wünschen beigefügt. Hierauf nimmt der Lauf in Richtung Vilbel, Friedberg, Gießen, Marburg, Kassel seinen Fortgang. Der 3. (Gießener) Bezirk übernimmt am Samstagabend 8,25 älhr den Stab in Großen- L in den von dem benachbarten 6. Bezirk. Die ganze, von Grohen-Linden bis Treysa führende Teilstrecke, zu der mehr als 300 Läufer benötigt werden, ist in 11 Gruppen eingeteilt. Die Läufer werden in Gießen in der äußeren Frankfurter Straße fürs vor 9 Ahr eintreffen und nehmen ihren Weg weiter durch die Frankfurter Straße, Seltersweg, Kreuzplah, Mäusburg, Marktplatz, Lindenplah, Walltorstrahe, Marburger Straße. Der Lauf führt dairn im Zuge der Marburger Straße nach Lollar, Kirchberg, Dellnhausen, Wolfshausen, Marburg-Süd, Cölbe, Wiera, Treysa. Hier wird der Stab 12,25 nachts an den 13. Kreis abgegeben. Die tellnehrnenden Vereine sind in folgender Reihenfolge in den Lauf ein» «eteilt: Grohen-Linden, Allcndorf a. d. L., Klein-Linden, Gießen, Wieseck, Staufenberg, Treis a. d. Lda, Wißmar, Lollar, Fronhausen, Marburg, Herborn, Weidenhausen, Heuchelheim, Gleiberg, Kinzenbach, Launsbach, Beuern, Krofdorf, Oppenrod, Annerod, Allendorf a. d. Lda., den Rest der Strecke läuft Alsfeld. Die Läufer, die die Strecke zwischen Marburg und Treysa zu durchlaufen haben, müssen mit Autos an die Stellplätze gebracht werden. Bei der Eigenartigkeit der Veranstaltung ist wohl mit einem größeren Änteresse zu rechnen, zumal der Lauf unsere Stadt noch zu günstiger Zeit berührt. Wetzlarer Sport. tz. Än Wetzlar finden am kommenden Sonntag, wie alljährlich, die großen Stadt st affel- l ä u s e des Verbandes für Leibesübungen, Ortsgruppe des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, statt. Die große Staffel mit 20 Läufern über eine Strecke von 5 Km. konnte feit Beginn ihres Bestehens der F. C. 05 Wetzlar jedes Äahr g»= Winnen. Siegt er am Sonntag wieder, so geht der wertvolle Wanderpweis endgültig in seinen Besitz über. Die Chancen stehen auch in diesem Lauf wieder für ihn, da er über den besten und größten Durchschnitt verfügt, so daß ihm der T. D. Wetzlar und der D. C. Wetzlar kaum zur Konkurrenzwerden wird, es sei denn, daß dieses Mal der T. V. Braunfels in das Rennen eingreift. Einen harten Kampf wird es in der Äugend staffel geben, die eine 2-Km. »Strecke durchläuft mit 9 Läufern. Hier haben der F. C. und T. V. ungefähr gleiches ßäufermaterial am Start, so daß die Entscheidung nur nach scharfem Kamps fallen wird. Än der Klasse der zwei Seniormannschaften wird der F. C., in der Klasse der Landvereine der Verteidiger des Wanderpreises der T. D. Braunfels in Front erwartet. Am Rachmittage kommen dann die Einzel- wettbewerbe im Laufen, Werfen und Springen, die eine starke Besetzung von feiten aller angeschlosseneit Verbandsvereine aufzuweisen haben. Die Siege und ersten Plätze werden sich wie oben unter den F. C., T. V. und Braunfels verteilen, in den Mittelstrecken der D. C., in der Äugend werden sich F. C. und T. D. die Sie- gesehren teilen. Da fast alle Derbandsvereine teilnehmen, ist mit mindestens 300 Teilnehmern zu rechnen. Abturnen in Alsfeld. ft. Alsfeld, 16. Sept. Der hiesige Turnverein hielt am Sonntag, wie schon kurz berichtet, sein Abturnen, verbunden mit verschiedenen Wettkämpfen, ab. Die Wettkämpfe bestanden aus volkstümlichen Hebungen; sie nahmen am Vor mittag unter starker Beteiligung einen guten 23er lauf. Am Nachmittag marschierte eine recht stattliche Schar im „weißen Gewände", darunter Alterstur ner, aktive Turner, Turnerinnen, Zöglinge und Schüler nach dem „Lindenplatze". Mit Musikbegleitung wurden die allgemeinen Freiübun gen ausgeführt, die guten Anklang fanden. Hierauf folgte Schauturnen der sehr starken Schülerabteilung, der Turnerinnen und der Altcrsriege. Die aktiven Turner führten noch Sonderkämpfe im Weithochsprung, Kugelstoßen, Hürdenlauf und 3000- Meter-Lauf durch. Ein interessantes Handballspiel zwischen einer Mannschaft des Lauterbacher Tv. und der 1. Mannschaft des hiesigen Tv. bildete den Schluß der schönen 23eranftaltung. Nach einer Ansprache des 1. Sprechers, Prof. Decker, fand die Preisverteilung statt, die folgendes Ergebnis hatte: Aktive Turner: 1. Preis K. Deckenbach und Jakob Mades, 2. H. Lang, 3. K. Bücking. Jugend-Ober stufe: 1. Preis Rudolf Weber, 2. Hch. Roth. 3. Richard Greb. Jugend- U n t e r ft u f e: 1. Preis Richard Koch, 2. Karl Schwalm, 3. Thomas Decker. Turnerin nen- D b e rftuf e: 1. Preis Auguste Etting, 2. M. Knieriem, 3. Kätchen Bücking. Jugendturnerinnen: 1. Preis Marie Lampe, 2. Kätchen Roth, 3. Emmy Dickhaut. Schüler-Oberstufe: 1. Pr. Ed. Gebauer, 2. Gg. Heuler, 3. Willi Herzog und Hans Dickel. Schüler-Unterstufe: 1. Preis Karl Völkel, 2. O. Madel und Hans Schwalm, 3. Willi Port. Sonderwettkämpfe: Weithochsprung: 1. Preis Herrn. Volz. Kugelstoßen: 1. Preis H. Lang. Handballweitmurf: 1. Preis Richard Greb. Hürdenlauf: 1. Preis Jakob Knieriem. 3000-Meter-Lauf: 1. Preis Hch. Kober. Ski-Wettläufe in der Rhön. WSR. Auf der diesjährigen Tagung des Verbandes Mitteld..Skivereine in Wetzlar wurde beschlossen, im kommenden Winter die Verba n d s - L a n g sp r un g - und Gclände- läufe in der Rhön bei Gersfeld auszutragen. Weiterhin soll in Gersfeld auch eine Skilehrer- und Kampfrichterprüfung abgehalten werden. Der Sprunghügel am Simmerlsberg.bei Gersfeld soll zu einem modernen Turnieryügel ausgebaut werden. Diener nach Punkten geschlagen. * Neuyork, 16. Sept. Der erste, in Amerika ausgetragene Kampf des deutschen Schwergewichtsmeisters Franz Diener endete, wie schon kurz gemeldet, für ihn mit einer Niederlage nach Punkten. Franz Diener hatte gegen feinen Gegner Bud ©ormann einen schweren Stand, hielt jedoch mit großer Zähigkeit durch und vermochte sich durch [eine Kampfführung die Sympathien des amerikanischen Publikums zu erwerben. IPII BW MAU rinfiandUcfier' \MreufLaScfee,! Julius Schulze DAMEN STRÜMPFE Kreuzplatz Nr.S3 WMMi»Me««llWW Für die letzten Filmvorführungen am Montag, dem 20. Sept., nachmittags 4V3 Uhr und abends 8 Uhr, werden Eintrittskarten in der Warenausstellung im Saalbau Sauer Samstag, den 18. September, nachmittags 2 Uhr ausgegeben. Der Vorstand. 7öoia Farbenspezialhaiis Obermann & Cn. Schulstraße 6 G. M. B. M. früher Plockstr. 10 Nr. 82 Vom Besten das Beste in allen modernen Farben Origlnalpreis Mk. 2.50 3 Paar . . . . Mk. 7.00 Alleinverkauf für Gießen: Strumpfhaus Greb, Seltersweg 61 Nr. 61 Achtung! Aus zur Achtung! Nach-ttimer in Crohe tfr am 19. September 1926. -ras Es laden ein: 06353 Der Burschenklub „Fidelio" und Gastwirt PH. Seipp. Für Speisen ».Getränke ist best. gesorgt (toerWole lilbbo Dreiklasiige Fachschule für Baubandwerker, Metallarbeiter, Möbclschreiner und Dekorationsmaler. Beginn des Wintersemesters am 23. Oktober 1926. Dle bestandene Abgangs- prüfung ersetzt den theoretischen Teil der Meisterprüfun!). 7590 D Anmeldungen sind zu richten an die Schulleitung: Vitt, Rektor. ,3flr den Aufsichtsrat: _______Römhel d. Geh. 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Juli 1925 wurde einstimmig die Auflösung der Genossenschaft beschlossen. ?551D Zu Liquidatoren wurden bestellt die Herren: Heinrich Degen! und GeorgPfeifer,beide in Grotzen-Linden. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche innerhalb der gesetzlichen Frist geltend zu machen. Grotzen-Linden, den 18. August 1926. Landwirtschaftlicher Konsumverein, e. G. m. u. H. in Grotzen- Linden, in Liquidation Heinrich Degen I.Georg Pfeifer Sehr günstige Gelegenheiti Mietgesuche | Spezialgeschäft 1. Ranges Nr. 81 sucht 06360 Gegr. 1889 Fernspr. 216 Feiertagshalber ist das Geschäft Samstag, den 18. geschlossen | Vermietungen | Mansarden Wohnung 13 Zimmer it. Küche) mit Dampfheizung geg. Abstand tn dies. Villa zum 1. November zu vermiet. Schr. Angeb. u.06348 an d. Gieh. Anz. erb. Zugehfrau die auch selbständig waschen und bügeln Gute Verdienst- möglichkeitund hoheProvision ist tüchtig., solidem Manne geboten durchBesuchentnein. 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W&nsi Siehusfen müssest dann belästigen Sie nichtnur Ihre Umgebung, sondern Sie selbst leiden an etwas, das Ihnen jede Freude —- sowohl an der Arbeit, wie am Vergnügen — rauben kann. Denken Sie an sich selbsi In erster Linie, Indem Sie schon beim ersten Hustenreiz einige W Y B E R T-Tabletten in den Mund nehmenl Noch besser aber Ist es, wenn Sie das Übel gar nicht abwarten, sondern vorbeugen, Indem Sie ständig W Y B E RT-Tabletten bei sich tragen. W Y B E R T - Tabletten lösen rasch und machen frei vom Hustenreiz, wirken reinigend auf die Schleimhäute der Atmungsorgane und schaden weder dem Magen, noch den Zähnen. Eino Schachtel WYBERT enthält über 400 Tabletten. Astoria-Lichtspiele Bl» einschließlich Sonntag: Harry Piel Sensationsfilm Her schwarze Pierrol M 150( 1 big 3 S’iiei ht 7 ! kl 8* , btt «% -An der 4 SM S°9rQl Mupsrj n6en Str .Un9e 3 - 4000 1 aus Geschäftshaus für Bauzwecke zu leiben gesucht. Schr. Ang. u. 7594V an den Gieft. Anz. Gestern nachmittag verschied nach langem Leiden plötzlich und unerwartet mein geliebter Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Julius Baer im 62. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Olga Baer geb. Walther. Gießen (Bismarckstr. 43), den 17. September 1926. I Ad heb Am < I unsm ( lächelnd ein Nil pustende roieberur I ■ erschrini den Sol Cafe Ernst Ludwig Samstag, den 18. September, 8 Uhr abends Sonderkonzert mit verstärkter Hauskapelle. TANZ — SNNMSllWse schwarzu. farbig, verstärkte ©»t^u^ede 55 t SomenSitOamle schwarzu.sar- big, verstärkte 75 4 ZMNMWse schwarz u.far- btg. Doppel- sohle u. Hoch- 1 on ferse. Paar Bomen- MlAOstzoseli Baar 08 4 tzekkenSoaeii grau . Paar 48 -) öenen-5otfen bunt .. Paar 85 Reslposlen Klöppel- und Zmspita von 20 Mtr. 1 Bäderei gesucht. Späterer Kauf nicht ausgeschlossen. Schr. Ang. u 061345 an d. G. Anz. SamStag, 18.9.26: Siegesfeier im Bootsbaus. 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Heute früh entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau KatharineSchreiner geb. Wagner im Alter von 68 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fritz Schreiner. Gestern entschlief sanft unser lieber Vater, Großvater, Schwiegervater und Onkel Herr Heinrich Preis Veteran von 1870/71 nach langen Leiden im Alter von 79 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Otto Preis Familie Heinrich Preis. Gießen, den 17. September 1926. Die Beerdigung findet Montag, den 20. Sept., nachmittags 21/, Uhr von der Kapelle des Neuen Zreitag, (7. September 1926 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 2(8 Zweites Blatt Gartenbau und Elektrizität. Elektro-Fahrzeuge. p Von Stadtverordnetem 21. Kurz. In wenigen Jahren feiert die Elektrizität ihr goldenes Dienstjubiläum als 2lntriebskraft für Fahrzeuge. Es war im Jahre 1879, als Altmeister von Siemens in der Berliner Gewerbeausstellung die erste elektrische Bahn vorführte. Dieses Bähnlein, das uns heute wie ein Puppenspiclzeua anmutet, erbrachte den Beweis seiner Leistungsfähigkeit und beförderte während der Dauer der Ausstellung über 100 000 Menschen. Einige Jahrzehnte später durchrasen gewaltige elektrische Lokomotiven die Alpen, Bergbahnen erklimmen die vereisten Gletscher, Hoch- und Untergrundbahnen, Straßenbahnen erobern Großstädte und flaches Land. Durch die Stollen der Bergwerke, durch Höfe und Hallen der Fabriken rollen die von kleinen Lokomotiven geschleppten Schmalspurbahnen. Elektromobile, Triebwagen, Seil- und Kettenbahnen, Krane, Aufzüge «> und Hebezeuge aller Art befördern, vom elektrischen Strom getrieben, Menschen und Lasten, Der elektrischen Zugbeförderung gehört die Zukunft und unsere Enkel, vielleicht schon unsere Kinder, werden lächelnd der Zeiten gedenken, da man jahraus, jahrein Millionen Tonnen Kohle mit zischenden und pustenden Dampflokomotiven spazieren fuhr, um wiederum diese Lokomotiven zu füttern. Der Tag erscheint nicht mehr fern, da die Großkraftwerke auf den Kohlenzechen, die Wasserkraftwerke der Gebirge ohne Schwierigkeit. Es können sogar Steigungen bis zu 14,5 Prozent unter voller Last, genommen werden, jedoch sinkt dann die Leistungsfähigkeit der Batterie rasch. Die Gießener Straßensteigungen würden beispielsweise dem normalen Karrenbetrieb keine nennenswerten Beschwerden bieten. Die Bedienung der Karren ist einfach. Ein Führerschein ist bei den Typen mit geringer Geschwindigkeit nicht erforderlich. Wenn der Führer nicht auf der Plattform steht, kann der Karren nicht anfahren. Springt der Führer ab oder wird er abgerufen, dann wird der Antriebsmotor selbsttätig abgeschaltet, der Karren steht still. Steuerung und Lenkung erfolgt durch 2 bequem bedienbare Hebel vom Führerstande aus. Dabei kann der Führer vor- und rückwärts fahren, fein Gesicht der Ladefläche zu- oder abwenden. Signalvorrichtung und Beleuchtung kann er von seinem Stande aus beherrschen. Zur Bremsung dienen 2, voneinander unabhängige, sicher wirkende Backenbremsen. Die Wendigkeit der Karren ist sehr groß. Es können, je nach Bauart und Anzahl der lenkbaren Räder, kleinste innere Krümmungshalbmesser bis zu 500 Millimeter befahren werden. Eine gute Federung und die Vollgummibereifung der Laufräder'schonen den Führer, die (federnd aufgehängte) Batterie und den Karren. Die Ladung der Karren kann in Betrieben, die Gleichstrom von 110 Volt verwenden, unmittelbar, in Betrieben mit Gleichstrom von 220, 440 oder 500 Volt unter Zwischenschaltung eines kleinen Lade-Umformers, in solchen, die an Wechsel- oder Drehstromnetze angeschlossen sind, unter Zwischenschaltung eines Kleingleichrichters erfolgen. Wird ein automatischer Ladeschalter verwendet, dann vollzieht sich die Ladung selbsttätig, ohne daß irgendeine Ueberwachung notwendig ist. Zur Ladung wird am zweckmäßigsten die Nachtzeit benutzt, da die meisten Elektrizitätswerke, so auch das der Stadt Gießen, Nachtstrom zu sehr günstigen Bedingungen abgeben. Die Kosten werden dadurch sehr gering, wie ein Beispiel erläutern mag: Zur vollen Aufladung der Batterie eines Karrens von 1500 Kilogramm Tragkraft find 14 Kilowattstunden erforderlich. Angenommen, der Ladeumformer sei an 440 Volt angeschlossen. Er hat einen Wirkungsgrad von ca. 70 Prozent. Es werden daher benötigt 14 Kilowattstunden geteilt durch 0,70 — 20 Kilowattstunden ä 8 Pf. Die Ladung kostet demnach 1,60 Mk. Damit können 60 Nutzlast-Tonnenkilometer gefahren werhen. Die reinen Stromkosten für den Nutzlast-Tonnenkilometer betragen also 2,65 Pf., d. h. man kann für 2,65 Pf. 1000 Kilogramm — 1 Tonne einen Kilometer weit fahren. Selbstverständlich kommen zu diesen reinen Stromkosten die Kosten für Verzinsung des Anlagekapitals, Tilgung, Instandhaltung und Bedienung. Die Anschafsungskosten eines Karrens von 750 Kilogramm Tragfähigkeit find mit etwa 2500 Mk., »1 or ODOPQOS ,0C OQOÄSiOtB ü( 0oo\Z<001 liiiimiea? IAT ■"<" und Ströme das Eisenbahnnetz mit elektrischer Energie speisen und die letzte Dampflokomotive ins Deutsche Museum nach München wandert. Auch im Nahverkehr, im Kleinförder- wesen, ist die Elektrizität in den letzten Jahren zum „Auto", dem von Wärmekraftmotoren getriebenen Fahrzeug, in lebhaften Wettbewerb getreten. Das Auto ist im geschlossenen Betriebe, in den großen Montagehallen und Höfen der Industrie, auf den Bahnsteigen der Bahnhöfe, im Hafen- und Postbetrieb vielfach unbrauchbar und unangenehm. Auch die Schmalspurbahn, sei sie durch tierische, menschliche oder maschinelle Kraft betrieben, ist oft unhandlich und zu kostspielig. Diesem Uebelstand abzuhelfen, begann die Elektrizitätsindustrie schon vor dem Kriege, zunächst nur für den eigenen Bedarf, Kleinfahrzeuge auszubilden, die man Elektrokarren nannte und die sich, dank ihrer großen Verwendbarkeit, ein großes Betätigungsfeld erobert haben. Wem find diese flinken, niedrig gebauten Wägelchen, die ganze Berge Dön Koffern und Gütern durch das Gewühl der Bahnsteige schaffen, nicht schon ausgefallen? Mit gellendem Hupenton schlängeln sie sich durch die Mässen der Reisenden, stehen augenblicklich still, sausen geräusch- und geruchlos wieder fort und nehmen dem Menschen gewaltige Arbeitsleistungen ab. Der Elektrokarrey wird von der in einer ntttgeführten Akkumulatoren-Batterie aufgespeicherten elektrischen Energie durch einen oder zwei Elektromotoren angetrieben. Das Gewicht der Batterie ist dabei keinesfalls nur „tote Last". Es ist notwendig, um dem Karren das nötige „Adhäfions- aewicht" zu geben, dessen er beim Schleppen und Ziehen bedarf. Die Ladefähigkeit beträgt 750, 1500 und 2500 Kilogramm, die Ladefläche etwa 1 bis 3 Quadratmeter. Man kann sie bei Bedarf vergrößern. Die Fahrgeschwindigkeit beträgt 7 bis 15 Kilometer stündlich, je nach Größe der zu befördernden Nutzlast. Die Leistungs- f 3 h i g k e i t der Karren ist, je nach Größe, mit etwa 30 bis 90 Nutzlast-Tonnenkilometer zu veranschlagen, wenn die Fahrstraße gut ist, d. h. ein Karren von 750 Kilogramm Ladefähigkeit kann m i t einer Batterieladung unter voller Belastung 40 Kilometer fahren, bei nur halber Belastung aber etwa 80 Kilometer. Das gleiche leistet der Karren von 1500 Kilogramm Tragfähigkeit bei voller Belastung, während er 60 Kilometer, mit 1000 Kilogramm beladen, leisten kann. Bei sehr schlechter, schlüpfriger oder holpriger Fahrbahn und bei großen Steigungen geht- die Leistung zurück. Steigungen bis zu 80 pro Mille (8 Proz.) nehmen die Elektrokarren infolge der charakteristischen Eigenschaften der Hauptstrommotoren, die sie antreiben, für 1500 Kilogramm mit etwa 3600 Mk. (bei normaler Ausrüstung) anzusetzen. Die Ladestation wird etwa 500 bis 1000 Mk., je nach Ausstattung, kosten. Abschreibungen sind mit ca. 10 Prozent einzusetzen. Aus den vorstehenden Zahlen ersieht man, daß jeder Industrielle, Kaufmann und Gewerbetreibende, der häufig Warentransporte irgendwelcher Art auszuführen hat, die Beschaffung eines Elektrokarrens zu mindesten einmal erwägen und die Kosten kalkulieren sollte. Ersah- SäA&zsi UQ H rungsaemäß machen sich die Anschaffungskosten bald bezahtt und es liegen eine große Zahl von Fällen vor, wo sie bereits in i bis z Jahren durch erzielte Ersparnisse voll getilgt wurden. Der Gießener Nachtstromtarif mit nur 8 Pf. pro Kilowattstunde und Rabatten bis zu 25 Prozent würde die Betriebskosten außerordenllich vorteilhaft beeinflussen. Von den heute in zahlreichen Bauarten hergestellten Elektrokarren seien nur einige besonders erwähnt. Da hat sich beispielsweise der Elektro-Hub- tarren mit Ladebänken in der Massenfabrikation sehr bewährt. Karren mit aufgebautem Schwenkkran finden beim Transport schwerer Stücke vorteilhaft Verwendung. In Kliniken und Krankenhäusern verwendet man sie mit besonderen Aufbauten zum Transport von Wäsche, Lebensmitteln und von Speisen aus den Küchen nach den Verwendungsstellen. In Ziegeleien und Tonwerken haben sich besondere Rolltische gut bewährt, die beladen und von dem Karren abgeholt werden. In den Schlachthöfen, in Metzgereien dienen sie zum Fleischtransport: der Lebens- mittelhandel bedient sich ihrer zum Transport von Gemüse, Milch, Mineralwasser, Flaschenbier und Wein. Eisfabriken, Wäschereien, Mühlen, Bäckereien haben besondere Aufbauten zum Transport ihrer Erzeugnisse geschaffen. Es gibt kaum ein Gebiet des Handels, der Industrie, des Gewerbes, in roelchen Elektrokarren nicht vorteilhafte Verwendung finden würden. Erwähnt fei noch, daß die Karren auch mit Führersitz nach Art der Automobile, ferner als Schlepper zum Schleppen von Eifenbahnwagen und anderen Fuhrwerken, lieferbar sind. Die städtische Straßenreinigung und Müllabfuhr vieler Städte benutzt Elektrokarren in den verschiedensten Bauarten, mit Kippmulde, Sprengfaß, Asphalt- Schrubber und Schwenkkran zum Hochheben der Sinkkästen. Gewiß könnten noch eine Menge Verwendungsgebiete für Elektrokarren genannt werden, doch genug davon. Es fei noch darauf hingewiesen, daß auch Gleisfahrzeuge, in ähnlicher Bauart wie die Elektrokarren, für Schmal- und Normalfpurgleife gebaut werden und vielseitig verwendbar sind. Auch sie werden durch Akkumulatoren angetrieben und dort benutzt, wo auf bereits vorhandenen Gleis- bahnen Lokomotivbetrieb nicht wirtschaftlich erscheint. Wer näheres darüber zu erfahren wünscht, möge sich an die betreffenden Firmen wenden, die über alle Fragen erschöpfende Auskunft zu geben in der Lage sind. Der Slekiro -Zutter-impfer. Von Dipl.-Jng. Mangold. Nachdruck verboten. Eine sorgfältige Futterbereitung ist für das Gedeihen des Zucht-, insbesondere des Mastviehes, von weitgehender Bedeutung. Für die Ernährung wichtig sind die in den verfütterten Vegetabilien enthaltenen Nährsalze, die außerdem die Verdauung fördern. Gerade diese Nährstoffe vermindern sich aber bekanntlich bei dem üblichen Kochprozeß durch Auslaugung des Futters. 2lnders ist eine Verfütterung in rohem Zustand wegen der Gefahr von Erkrankungen durch Krankheitserreger, die mit in die Verdauungsorgane gelangen, nicht angängig. Leichte Verdaulichkeit und gute Ausnutzung des Futters werden erreicht, wenn die Zubereitung nicht durch Kochen, sondern durch Dämpfen erfolgt. Selbst nicht mehr ganz vollwertige Futtermittel werden bei dieser Zubereitungsart wieder verwendbar. Die Nährsalze bleiben erhalten, der Geschmack der vom Vieh bevorzugten Nahrung wird bei gemischtem Futter durch die ganze Masse verbreitet und hierdurch die Freßlust gesteigert. Gleichzeitig wirkt der bei der Dämpfung erzeugte Dampf sterilisierend, indem er Krankheitserreger und Parasiten abtötet. Auch die Keimfähigkeit oqn Unkrautsamen wird vernichtet, so daß der Dung weniger Unkrautkeime enthält. Das Dämpfen des Futters kann nun sehr vorteilhaft durch Verwendung elektrisches Futterdämpfer vor sich gehen. Hierbei ist außerdem noch der auch nicht zu unterschätzende Vorteil vorhanden, daß durch die Verwendung elektrischer Heizung jede Feuersgefahr ausgeschlossen ist. Der im Bild gezeigte Elektro-Futterdämpfer der Elektrobeheizung G. m. b.H., Nürnberg, ist als Speicherapparat ausgebildet, arbeitet also mit langer Anheizung und geringem Anschlußwert. Dies hat betriebstechnisch den großen Vorteil, daß die Anheizzeit auf die Stunden geringen Stromverbrauchs bei den Elektrizitätswerken gelegt werden kann. Dadurch ist einerseits die Anschlußmöglichkeit an das vorhandene Netz ohne Neuinstallation gegeben und anderseits kann der Strom von den Werken ganz billig zur Verfügung gestellt werden. Der Elektro-Futterdärnpfer besteht aus dem kippbaren Kessel, dem Einsatz nebst dicht abschließendem Deckel und der elektrischen Heizvorrichlung. Kefsel und Deckel sind aus Eisenblech gefertigt und doppelwandig. Die Zwischenwände sind mit Wärmeschutzmaterial ausgefüllt. Der wird durch einen abnehmbaren Bügel mit Handrad dampfdicht auf den Kessel gepreßt: ein auf dem Deckel angebrachtes Ventil macht durch den austretenden Dampf die Beendigung des Dampfvorganges erkenntlich und verhindert die Entstehung von Dampfspannung: gleichzeitig dient es zum Abgießen des Dampfwassers. Der herausnehmbare Einsatz nimmt das zu dämpfende Futter auf und ermöglicht, da er durchlöchert ist, den Dampfzutritt. Der Kessel ist durch einen starr angeordneten Hebel zur leichteren Futterentnahme und zur Reinigung kippbar. Die Beheizung erfolgt durch einen Patronenheizkörper, der leicht auswechselbar ist. Die Nennaufnahme beträgt 800 Watt, sie ist so bemessen, daß das Futter in etwa acht Stunden fertig gedämpft wird. Der elektrische Anschluß erfolgt mittels einer besonders für landwirtschaftliche Betriebe gebauten eisengekapselten Kragensteckoor- richtung für Zweileiteranschluß, an welche die biegbare Leitung angeschlossen wird. Zur Erdung des Apparats ist der Stecker mit einer besonderen Erdungsklemme versehen, an welche die Erdungs- beslechtung der Zuleitung oder die besondere Erdungsader anzuschließen ist. Die Normalgröße hat einen Nutzinhalt von 65 Liter, entsprechend einem Zentner Kartoffeln. Sie ist ausreichend zur Futter- bereituna für etwa sechs Tiere. Infolge guten Wärmeschutzes kann der Kefsel auch tagsüber zur Warmhaltung des Futters benutzt werden. Eine weitere Verwendungsmöglich- feit besteht in der Bereitung von warmem Wasser für Ställe, für Waschzwecke, zum Sterilisieren von Früchten u. dgl. Weitere Vorteile des Elektro-Fut- terdämpfers sind starke Entlastung des Hausküchenbetriebs, Ersparnis an Zeit und Arbeit durch Auf- stellung in unmittelbarer Nähe der Stallung, einfache Bedienung und Fortfall der Beschaffung von Brennmaterial und eines Kamins. Die Ausstellung. Backofen und Elektrizität. Im Anschluß an eine Däckerversammlung tourbe am Mittwochvormittag au fdcr Bühne der Dolkshalle ein sehr lehrreicher Vortraz über elektrische Backofen und Konditoröfen gehalten. Redner war Regierungsbaumeister Oelkrug- Stuttgart. Seinen interessanten Ausführungen sei das Folgende entnommen: Endlich beginnt man nun die Elektrizität auch als Heizquelle für Backöfen einzuführen, nachdem ihre Bedeutung für die Maschinenarbeit im Däckereibetrieb und ihre Benutzung als bequeme und billige Antriebskraft schon lange allgemein bekannt und anerkannt ist. Schon seit etwa 16 Jahren ist das Problem des elektrischen Backofens hinsichtlich Konstruktion und guter Back' fähigkeit gelöst. Llnd seit dieser Zeit stehen viele derartige Oefen in den Alpenländern, in Hamburg, auf mehreren Ozeandampfern usw. in dauerndem Betrieb und haben lebhaften Anklang gesunden. Der springende Punkt bei der Ein- sührung ist die Detriebskostenfrage, doch ist bei immer steigender Stromerzeugung zu erwarten, daß die Elektrizität billiger abgegeben werden kann: eine Reihe bedeutender Elektrizitätswerke sind in bezug auf Strompreis für Backöfen schon fehr entgegengekommen. Wer die leidige Rauch» und Rußplage in den Städten kennt, wird zu- geben, wie wichtig auch für -die öffentliche Gesundheitspflege die Einrichtung elektrischer Backöfen ist. Reben vielen kleinen Erleichterungen und Annehmlichkeiten bietet die elektrische Dack- osenheizung viele Vorteile, z. D. vollendete Reinlichkeit, große Ersparnis an Raum und Arbeitszeit, Ausnützung der ganzen Raumhöhe a*I) bei Holzgebälk der Decke, Wegfall eines Kamins und der Reinigungskosten, Wegfall eines Holz- und Kohlenlagers, spätere Bezahlung des Heizstroms, Ersparnis von Unterhaltungskosten, einfache Bedienung, höchste Ausnützung der Wärmeenergien, Verwendbarkeit für alle Gebäcke und Brote, genaue Üleberwachung des Stromverbrauches, es gibt keinen Rauch, keinen Kohlenstaub, keine Asche, keinen Ruß mehr: die Dackofenheizung ist daS höchste Ideal an Sauberkeit. Die Ausnützung der dem Ofen zugesührten Wärmeenergie ist bei elektrischer Heizung eine fast restlose, also ist die elektrischeL Heizung die denkbar wirtschaftlichste. Man hat eine genaue LleberwcLchung des Wärme- Verbrauchs, eine bequeme Llebersicht über den Dackbetrieb. Die Beheizung des Ofens und die Arbeit an ihm ist gefahrlos. 3m Anschluß an den Vortrag zeigte der Redner zahlreiche gelungene Lichtbilder über die Entwicklung, Einrichtung, Behandlung und den Gebrauch des elektrischen Backofens. Die Ausführungen des Redners befriedigten die Zuhörer (Bäcker) in hohem Maße. Rach dem Vortrag begaben sich die Bäcker nochmals zu dem in der Ausstellung in Tätigkeit stehenden elektrischen Backofen, der eingehend besichtigt wurde. lieber Schädlinge im Obstund Gartenbau sprach am Mittwochabend in der Ausstellung Landwirtschaftsrat Dr. Schad, Direktor des Landwirtschastsamtes Butzbach. Der Vortragende führte u. a. aus: Wachstumsstörungen, welche die Ernte schwer schädigen oder den Ertrag gänzlich in Frage stellen, können außer ungünstigen Witterungsverhältnissen vielfach durch Tiere oder niedere Pflanzen hervorgerufen werden. Derartige Schäden lassen sich zahlenmäßig nur schwer ermitteln: sie müssen durch Bekämpfung der Schädlinge vermindert werden. Sie lassen sich vermindern, wenn ihre Kenntnis Allgemeingut des Volkes wird, wenn jedermann die Lebensweise der Parasiten kennen lernt und die tauglichen Mittel allgemein rechtzeitig zur Anwendung bringt. Einer der schlimmsten Feind« des Obstbaues ist der Apfelblütenstecher. Er frißt als Larve das Innere der Blüten aus, diese vertrocknen und sehen dann verbrannt aus. Der kleine Rüsselkäfer überwintert zum großen Teil in den Rissen der Rinde. Rindenpflege durch Abkratzen mit der Baumschere und Kalkanstrich mit Karbolineum im Winter ist unerläßlich. Auch Fanggürtel, unter denen die Tiere ihr Winterquartier aufsuchen und dann vernichtet werden können, sind zu empfehlen. Maikäfer fressen am Laub, ihre Larven, die Engerllnge, an den Wurzeln. Sie werden abgeschüttelt und aufgetefen. Ein gefährlicher Obstbaumfeind ist der Splint- oder Borkenkäfer, der das iunge Holz unter der Rinde zerstört. Er tritt häufig in der Rähe von Kahlschlägen auf und geht von hier aus auf Obstbäume über, die er zum Absterben bringt. Er verrät seine Anwesenheit durch Bohrmehl auf der Rinde. Befallene Aeste müssen abgeschnitten und verbrannt werden. Am Stamm kommt Schwefelkohlenstoff gegen ihn zur Anwendung. Weidenbohrer und Blausieb leben drei 3ahre im Holzkörper der Obstbäume, das sie zerstören. Die Raupen dieser beiden Racht- schmetterlinge sind als Holzwurm bekannt. Unter den laubfressenden Insekten ist der Frostspanner eines der schädlichsten. Man fängt die ungeflügelten Weibchen an Klebegürteln weg, die im Oktober anzulegen sind. Von großen Raupen können Baumweißling, Goldafter, Ringeispinner durch Kahlfressen ganzer Aeste und Bäume viel schaden. Man zerstört die Raupennester im Laufe des Winters. Ein schlimmer Feind ist ferner die Apfelbaum-Gespinnstmotte. tote z.D., wo es sich um die Rechte einer kleinen Kul- turnanon wie Finnland handelte. So wurde er au em em * der weitestbekannten Anwälte der Ge° recht!giert in jedem Sinne. Politisch wre auch lur seinem sehr beachtenswerten Buch über ^<>?osialismus") und vor allem geistig. f?vne sich dem Drängen der Zeit zu ver- schliehen, sah er doch das Beste am Menschen, leur Innenleben, sehr bedroht, und diese Einsicht warf ihre dunkle Schatten aus den Abend '^n» wnst in jeder Beziehung glücklichen und an Liebe, Ehre, Verehrung und tiefster Achtung reich gesegneten, vorbildlichen, voll ausgelebten Lebens. Hüte aus Holz. Der Holzhut ist eine Reuigleit, die ein französischer Hutmacher Fontanier auf den Markt bringen will, und er soll nach einem Bericht Pariser Blätter sogar schon ein Patent in Deutschland genommen haben. Die Hüte werden aus ganz feinen Holzfasern hergestellt, die mit Hilfe einer besonderen Maschine geschnitten und dann mit Feuchtigkeit behandelt werden. Der Holzhut soll leichter sein als der Strohhut und besitzt vor diesem den Vorzug der Billigkeit. Der erste, der sich mit einem runden Hut aus Holz der Oeffentlichkeit zeigte, war der Vater deS jetzigen Fabrikanten, der so bekleidet in der Stier- kampf-Arena von Rimes erschien und nicht nur 6et den Stieren, sondern auch bei der Zuschauermenge großes Aussehen erregte. Sein Sohn gedenkt nun diese Erfindung, die der Vater infolge des Krieges nicht ausnutzen konnte, in grobem Maß- SU verwerten und die Welt mit einer groben Anzahl seiner praktischen Holzhüte zu beglücken. a r- Ein- pognien der Ctoechtstrotz wird in voller Seefimg Mluna f*on umTai T zuruckgelassen. Der nahe bei Wendifcbenbns B». ='on :U um 4,20 ö£>rm .melden, die sindliche Vorhutführer, mit dem sofort Vei-bin- k.^genommen 5u f?tn brauchte, düng ausgenommen wird, beurteilt die Lage nicht ” ^^tierungsvermögen MMMZMMMMW! Die neunte Tagung der ober» en Dorfkirchenfreunde, die am 15. September in Nidda stattfand, hatte über Die Fe!dmanöver der 5. Division Von unserem militärischen K-Sonderberichterstatter. Gegenmitteln Abbrennen mit der Raupenfackel unb Bespritzen mit Tabaksbrühe und Quassia- Abkochungen. Gegen den Apfelwickler oder die Obstmade legt man Fanggürtel an. Ferner ist Rindenpslege und Anstrich im Herbst mit Kalk und Karbolineum zu empfehlen. Unter den Läusen ist die aus Amerika stammende Blutlaus am schlimmsten. Gegenmittel „Fructusan". Dieses Mittel ist auch gegen die verschiedenen Blattläuse ein Radikalmittel, ebenso „Veneign". Gegen Schildläuse wirkt Abbürsten mit Schmierseifen- brühe. Alle Mittel müssen öfter wiederholt angewendet werden. Bei Anwendung von Arsen- giften ist größte Vorsicht nötig. Unterkulturen dürfen nicht getroffen werden. „Zabnlan", ein Mittel von Hinsberg in Rackenheim, hat sich bewährt. Desgleichen „Äosprasen", wirksam gegen Raupen und Schorf zugleich. Die Maßnahmen sollten gemeinsam getroffen, Spritzen und Spritzmittel von Vereinen beschafft werden. Gegen Mäuse, Wühlmaus und Ratte ist der Hora°Räucherapparal ein ausgezeichnetes Mittel. Gegen Schnecken hilft Hebest reuen mit Ruß, Gerstenspreu, Kalk und Kainit. Gegen Drahtwürmer hilft Feststampfen des Bodens und Kallen. Auch gegen Kohlgallenrüßler und Kohl- hernie ist reichlich Kalken zu empfehlen. Zum Schluß fanden noch Kartoffelkäfer und Kartofseckrebs Erwähnung. Ersterer ist in Frankreich über fünf Departements verbreitet. Wirksame Vertilgungsmittel hat man noch nicht gefunden. Wo der Kartoffelkrebs auftritt, wende man sich an eine landwirtschaftliche Anstalt wegen Bezug krebsfester Sorten. Solche sind: Preußen, Hindenburg, Kuckuck u. a. OBeg vorgezeichnet, der ihn weder in die Sackgasse des absoluten ZdealiSmus zieht, wo nur noch der olafje Intellekt Alleinherrscher über das so kom- r e ^Ohsische und soziale Leben zu bleiben glaubt, noch auf den Holzweg des Raturalismus, aus dem die Feuerbach und Büchner mit ihrem trostlosen „Der Mensch ist, was er ißt", stecken blieben. Ebenso weise den in Wirklichkeit sehr schwer zu behauptenden, wahrhaft „goldenen" Mittelweg verfolgend, den er in seinem verbreitetsten Werre, r "^enensanschauungen der gro- einschlug, kämpfte er um eine Selbstandiglett des Geisteslebens, um den Charakter, um die Weltmacht des Geisteslebens als tragendes Fundament auch aller noch so bewun- dernswerten Erfolge einer einseitig technisch oder erfmderrschen Vervollkommnung der Mittel in denen der Mensch seelisch immer fühlbarer feE6er axir QKcifcbine herabsinkt. Lind weiter für eitsgehalt der Religion" lenfertS aller historischen und völkerpshchologi- schen Bedingtheit. 1 u So wuchs er über den Lehrer in Jena zum Erzieher der Deutschen, ja der ganzen aermani- schen Kulturwelt, wie seine Ersolg?in Schweden und Amerika beweisen. Seine Hauptwerke wur- den in sämtliche Kultursprachen übersetzt. Aber trotz der übernational allgemeinen Wertgehxilte seiner unermüdlichen Kulturarbeit war er im Weltkriege wie vorher und nachher in erster Lime Deutscher. And verfocht die Daseinswerte des »ewigen Deutschlands" nun auch gegen jede 2lrt politischer Anmaßung und auch ganz allgemein, Nun ist am 15. September schon wieder der letzte Uebu ngstag der D i o i s 1 o n s Manöver, der unter einer neuen Lage in die Gegend von Boxberg führen wird. Dann folgt ein Ruhetag. Am 17. September beginnen alsdann d i e großen Manöver der 5. gegen 7. Division unter Leitung des Generals der Infanterie Rein- er nach, daß im Reformalionszeitalter zwei Bewegungen zu beobachten sind: die rein geiftig-religiöfe Umwälzung, die, von Martin Luther ausgehend, die unteren und mittleren Bevölkerungsschichten zu Tragern hat und von da zu den Regierenden durch» dringt, oder auch von ihnen unterdrückt wird. Sodann die eigentliche Reformation, d. h. die Begründung der evangelischen Kirchen, die von oben nach unten verläuft, von den Fürsten aus, die so bas evangelische Leben in geordnete Bahnen lenkte Für diese Reformation ist 1526 mit dem Abschied des ersten Reichstags zu Speyer der entscheidende Mo- ment. Der Redner wußte beide Bewegungen durch vackende Biwer aus der hessischen Geschichte zu be- säkjäss«:» | ws wehre, die bergauf bergab quer durch den Wald stundenlang getragen werden muhten, das vermögen nur alte Soldaten zu ermessen. Kein Laut fiel: auch trotz der vielen zur Aufrechterhaltung der Verbindung und als kurze Ruhe- vause nötigen Halte wurde nicht gemurrt, wie dies jeder aus dem Feld noch zur Genüge kennt. Dabei war es so dunkel, daß nur im langsamsten Schritt Mann hinter Mann, die Hand auf dem Tornister des Vordermanns, gegangen werden konnte, wobei mancher über eine Wurzel oder in ein Loch hineinstolperte. rahmten Gelehrtenstirn zu blicken, der vuhte: J?n Aann, der in einem ganz anderen Maße von seiner hohen Verantwortung nicht "ur gegen sein Lehramt, sondern gegen fein Doll JJSfJ* wtm« me&r in seinen Grundsätzen er- ö&SSj Abendland ergriffen ist als sonst die Gelehrten im allgemeinen. sich schon früh an dem großartigen ülniversalismus eines Aristoteles begeistert. Aber elner^nrfT6?^ erfa™xle er. daß man mit ™c fundierten philosophischen Technik und begrifflichen Terminologie dem eigentlichen K°^problem deS Daseins als solchem nicht auf P rucf2nne^l-7 ^wesensfremden, weil aus frei- au? hnS Stimmung her- lehrt? f» ^usehr übersteigernden Nietzsche lehrte, in Sena zu dem Geiste Fichtes. Aber er strakt^E-Ä UnÖ ^tig, daß sich aus rein ab- ^ rUn9enf aus die Welt als Kosmos nicht begreifen lieh, und so fand er einen Selbstvollendung des Men- ^atur und seinem Leben als Politisch-soziales Wesen durch eine geistige Tat- «te? ist fein ton« geizigen Anlage, die em fortgesetztes Streben, Dasein zu einem „Beisich- selbstsein des Lebens überhaupt" involviert, der Mit einer glänzend verlaufenen zweitägigen Hebung wurde das Manöver eröffnet. Manöver- loitung und Truppen konnten Dienstag vormittag 11 Uhr voll innerer Befriedigung den Schauplatz ihrer Tätigkeit verlassen und einige Stunden wohlverdienter Ruhe genießen. Für die Hebung war etwa folgende Kriegslage ausgegeben: Eine rote Armee kämpft mit Front nach Norden am Kocher, ihr rechter Flügel hat die Höhen nördlich von Niedernhall erreicht. Zwei weitere Marschkolonnen nähern sich aus süd- ostwärtiger Richtung dem Kampffeld, und zwar das preußische I.-R. 9, die III. (Söürttemb.) Abteilung Art.-R. 5 und ein Zug des Neiter-Regts. 18, die mit den vordersten Sicherungen die Höhen nördlich Künzelsau noch am Abend, dem 12. 9., besetzt hoben, und weiter ostwärts das württ. I.-R. 13, verstärkt durch das 2. (Thür.) Batl. des I.-R. 15, die 1. Eskadron des Reiter-Regts. 18 aus Ludwigsburg und eine Artillerieabteilung, das, unter Führung des Oberst v. Greifs stehend, mit den vordersten Teilen Mulfingen und Jag st berg erreicht hat. Beide Kolonnen zusammen bilden die rote Partei unter Oberst v. Stülpnagel, Infanterie- Führer V, Stuttgart. Auf der blauen Seite führt Generalmajor Frhr. von Botzheim, er verfügt über das 14. (Badische) Jnf.-Neat., das I. (Hessische) und III. (Preuß.) Batai 11 on des 1 5. Inf. - Regts., eine Artillerieabteilung und stärkere Kavallerie. Sein Detachement war am 12. 9. aus Gegend Boxberg herangezogen worden und hatte abends mit Anfang das 3agfttal bei Krautheim erreicht. Tie Aufgaben beider Detachements waren etwa dieselben: eine feindliche Einwirkung auf die Flanke der eigenen Hauptabteilung zu verhindern bzw. durch Borstoß in Flanke und Rücken des Feindes die Entscheidung im Hauptkampf der Armeen mit herbeizuführen. Der rote Parteiführer entschloß sich zunächst, die Höhen zwischen Meßbach und D ö r t e n z i m m e r n in Besitz zu nehmen, um von dort aus auf Krautheim in den Rücken der feindlichen Hauptkräfte vorzustoßen. Er stand dabei vor der tfrage, wie er die beiden, etwa 12 Kilometer Eeinanderstehenden Marschkolonnen zu einheitl- licher Wirkung bringen könne: auch hatte die linke Abtellung einen erheblichen zeitlichen und räumlichen ^arsprung gegenüber der rechten. Auf die Nachricht, daß bei Krautheim neuer Feind eingetroffen mar, ensichloß er sich, zunächst seine linke Kolonne, das I.-R. 9, zum Angriff auf die beherrschenden Wj-ndischenhof einzusetzen mit der Absicht, dort starke feindliche Kräfte hinzu- zrehen und in hinhaltendem Kampf zu fesseln, wäh- rend die rechte Kolonne von M u ?f i n g e n über elb in gsf eiben in Gegend nördlich Wen- dr chenhos herangezogen werden sollte zum An- Aufs gegen die Flanke des vor I.-R. 9 festliegenden versammelten Kommandeure der unterstellten Ein- Vn£L-&UrrS und Gebet eröffnet worden war, begrüßte der Bor? Hecken seinen Bormarschbefehl aus. Punkt 8 llhr I Achtung auf dre Flanke d^s die sitzende, Dekan Scriba (Eichelsdorf), die Erschtt- kommt Leben auf die Straßen, wie aus dem Erdboden ^?nn^rau^2lm J? ?,arE neuen und berichtete über das Wachstum des ae- heraus erscheinen plötzlich Marschkolonnen der In- Svätrn: sollte samtdeutschen Dorfkirchenoerbandes und der ober. -L----y — und > nordwestlicher Rich- hessischen Landesgruppe. Den ersten Dortraa dielt f(f>npnl°TMPastor Traue aus Schwarz (Prov. Sachsens über schnelle Befehlsgebung gelang es schon um Mit- „Alte und neue W-ae im hfiHi aA nifJÄ ersten Truppen bei Dötzbach über die K o n f i r m a n b e n u n h’ r ? i rf) t" GY iies %nc 1 Bat?^ Schwierigkeiten sozialer, psychologischer und reLi-- -in^eTMn 9nSfmen?igermefif?imitil2firb^nTbuenbn ^^n7i^Ub^n9 ... ac?.t .in *nM Swnden lautlos und unbe- I pädagogischen Methoden nach, die zur lleberwrndung dieser Hemmungen führen können. Die Besprechung des Vortrages suchte die Ausführungen des Redners aus dem Obersächsischen ins Hessische zu übertragen, und ging besonders der Anwendung der Arbeits- Aufgabe verteidigungsweise losen, so mußte über diese Höhen hinaus die Infanterie vorgescboben werden, damit die an diese Höhen gefesselte Artilleriebeobachtung nicht in den unmitteloaren Jnfan- teric-Kampfbereich hineinkam. Die getroffenen Entschlüsse führten zu einem höchst fesselnden und wechseloollen Begegnungsgefecht. Schon um 3.30 Uhr morgens wurde die nächtliche Stille der weiter rückwärts gelegenen Dörfer durch die Weckrufs der Hornisten und das bald darauf einsetzende Kommen und Gehen der Mannschaften, Verladen des Gepäcks, das llmschirren der Pferde und kurze Kommandoworte unter» Obftbäume und Obstverwertung. I Leerten Fernen der Höhe zu unter dem Feuer» ' , . r. « x . schuh der 9 S. M. G. des Bataillons. Zum selben Zm Erdgeschoß der Vollshalle rechts hüben Zeitpunkt erreicht der Feind, von der andern wir gut gezogene Hochstammchen Zwergobst. Zier- i Seite heraufsteigend, die Höhe, wie sich später geholze. Rosen. DeerLnobstbaumche.r u^ Strau- ^igte. Teile des 14. (Bad.) Fnfanterie-Regi° , fD^lcnZ?niferrerl t 6ran? und Moos ge- ments. And sogleich setzt ein mörderisches Feuer bettet. Aussteller sind dre bechen Heuchelheimer blauen leichten und schweren Laschinen- Daumschulen August Engelhardt und Phrsi gewehre ein. unter dessen Wirkung der Anariff Rmn I.. soww die Fürstliche Obstbaum- Grenadier-Bataillons zum Stehen kommt schule in Llch. Hieran anschließend werden Mehr als einmal geht Wendischenhof den in geschmackvoll ausgefuhrtem Aufbau die Garten- Württembergcrii verloren, immer wieder wird erzeugnisfe der Fürstlichen Hof gartnerei gestürmt. Um die Mittagszeit erreicht das an prachtvollem Gemüse ausgestellt, an welchem Gefecht seinen Höhepunkt: die Artilleriesalven der Erfolg sachgemäßer Düngung überzeugend rollen auf beiden Seiten, deutlich wird die Aeber- uu"E . . . legcnheit der roteu Artillerie, die günstigere, Was in Garten und Feld gezogen wird, oder Stellungen gefunden hat. hörbar. Das 2. (Schützen-) der Wa d an Beeren hervorbringt. wird gegen- Dataillon des 13. Infanterie-Regiments aus Lud- wärtig In mustergültiger Weise von Fabriken wigsburg ist inzwischen rechts neben dem Grena- konserviert und m den Handel gebracht Die dier-Bataillon eingesetzt worden, und zwei wei- beiden hiesigen Firmen I. M. Schulhof und tere Bataillone von Rot (L/9, und 2./15) folgen ®. Krock zeigen m ihren Ausstellungsabteilun. rechts rückwärts gestaffelt, um auf alle Fälle die g^?4?n rcJrei; un& ^^100(01020 ^luf- ilmfaffung des Feindflügels durchführen zu machung die verschiedensten Gemüse- und Obst- können. Roch weiter draußen deckte Kavallerie konserven, sruchtsafte. Konfitüren Gelees und geschickt die Flanke. Trotzdem will der Angriff Marmeladen, von deren Wohlgeschmack man sich nicht vorwärts gehen. Die Infanterie liegt sich M "berzeugen kann Settgemafc auf nächste Entfernung gegenüber: jetzt versucht Obst- und Gemüseverwertung hilf der Hausftau der Führer des verstärkten I. R. 13 durch Einsatz icher Zetten hinweg, wo der Garten nichts mehr seiner letzten Reserven den Kampf zu seinen zu bieten vermag, ermöglicht die Dersorgung von Gunsten zu wenden, und der überraschende Hotels und verbessert die oft einseckme Kost m Vorstoß gelingt, weil die blaue Artillerie Anstalten und Krankenhäusern. Roch tuet zu in diesen Raum mit ihrem Feuer nicht hinein- wenig ist der Wert erkannt, der den aus Obst und reichen kann J Gemüse bestehenden Rahrungsmitteln infolge ihres hohen Gehaltes an Vitaminen zukommt. . b^?ue Führer hatet noch größere Schwierigkeiten. Der Ausstieg aus dem Iagsttal bei R r a p t h e i m war nur möglich, wenn es ihm gelang, vor dem Feind die Höhen westlich Wen- bl ch e n h o s zu erreichen, die er im Besitz haben muftte, um em feindliches Vordringen zwischen °?^9sgemäß zu verhindern. Er ent chloß sich daher, beschleunigt seine Kavallerie oorauszuwerfen mit dem Auftrag, diese Höhen in Besitz zu nehmen und zu halten. Wollte Blau seine IumTode RudölsEuckens Von Paul Friedrich. f?"bolf Euckens, des großen deut- schen Philosophen von Weltruf und Robelpreis- ^agers in Jena, hat eine im Augenblick unaus- Cucfc in das deutsche, ach so unheilvoll zerspaltene und zerklüftete Leben gerissen. Auch er Über die afigemeine Trauer um Ä Sr U8 bteles letzten großen Vertreters des -Idealismus in einer immer hemmungsloser in Materialismus einseittg zerfallenden Welt für die aroßeNl aufbauenden inneren Geistes» und Eeelenkrafte imnier mehr zu unfaßbarem Spuk ^l^beginn meines bei a?^nrrr ö.cn Fundamenten ^fDP-en s^olistlschen Tradition beruhenden Wirkers für eine spezifisch deutsche Getttigkett Kulturund Kunst fand ich den Weg zu diesem , gütigen, vornehmen und hilfsbereiten ,Ekkehard des deutschen Gewissens"^ und schon meinem vielfach noch unzulänglichen ersten Stoß- den immer gigantischer anwachsen- den Materialismus wurde er in einer eingehenden Besprechung in dem Gefühl, wieder einen jünae- ^^A^fgenossen gefunden zu haben, zum nach- sichtigsten Aiiwalt. Lind ein immer gleich hilfs- beretter. gütiger Schützer ist er auch meinem Ringen geblieben, als er schon ein hochberlchmter Rame und eine weithin ihre Strahlen werfende Leuchte des gelftigen Deutschlands war. .. , Mer das Glück hatte, in diese wundervollen, tiefen, blauen und unbestechlich klaren Friesens äugen ynter den hohen, von Silberhaar nm° fanterie mit ihren vielen Gefechtsfahrzeugen und den am Ende der Schützenkompagnien befindlichen, von je vier Mann gezogenen sechs Handkarren mit den leichten Maschinengewehren. Ein vierspänniger M.-G.-Begleitzug trabt vor, später wird eine Kraftwagen-Batterie in die Lücke zwischen Vorhut und Gros in scharfem Tempo vorgezogen. Während des Vormarsches hört man ab und zu einzelne Schüsse i u . rjLr - --— ------- in der rechten Flanke, die wohl von feindlichen Ka- ^ernd geschlagene Pontonbrücke zu vallerie-Patrouillen herrühren, die aus den weiter bnb9en; das Detachement des Oberst- seitwärts gelegenen Waldrändern heraus aufklären. I11 T 13* das alsdann auf «LstL-L- 2agc am rechten Flügel dec Armee und über das riae^ Au aabe daß ? I |Cin^n ^lnzeiyelien packenden Vortrag des Prä- erste Zufammentreffen des 3. R.9 mit hervorragknd^ Beweis sü? die aten Dt Dr‘ D.icdl über das bevorstehend- Re- feindlicher Kavallerie. Allmählich schwillt der Ge- kett der^Truvve v^m mL?- ^^ungsfahig- f o r m a 11 o n s j u b i lä um 1 526 — 1 926. Mit ÄÄöu &KÄ Ä Iuberiei,8^^r- Queaen,eroiniä roi=s Greiff bei Wen di schenk o f nebm R '^schwege niußte in größter Eile in der Rächt WßMWW UWWMW Der Gegner hatte nun der roten Partei den Gefallen nicht getan, in den am Abend innegehabten Stellungen zu bleiben und den überraschenden An- griff, der zweifellos zu einem vollen Erfolg geführt hätte, anzunehmen. Er ging in der Nacht auf die Höhen südostwärts und ostwärts N s u n ft e t» t e n zurück. Patrouillen des I.-R. 9 waren ihm sogleich gefolgt, so daß das Detachement Schmidt schon um 4.30 llhr vormittags einen der neuen Lage entsprechenden Befehl ausgeben konnte, in dessen Auswirkung bann ein planmäßiger Angriff auf Neunstetten im Laufe des Vormittags angesetzt und durchgesührt würde. Dieser Angriff erlitt eine erhebliche^^Lerzögerung dadurch, daß zwei Batterien aus den (teilen engen Waldwegen stecken blieben, was nach den unerhörten Anstrengungen der letzten 24 Stunden, von denen die Pferde ebenso mitgenommen waren, wie die Menschen, nicht rounbemimmt. So kam Rot trotz r zr . AX « < I erheblicher Heberlegenheit an Infanterie nur unter Da macht das Signal »Das Ganze der großen Verlusten in den Besitz der Höhen um Neun- Hebung ein Ende und Generalleutnant Hasse ftetten, womit die Hebung beendet war fernen 'Un Ä&Ä 7ndÄ f°ehV-^bÜfe^ I »XÄTÄ ersten in der Gegend von Mulfingen. Trotz aller Anstrengungen war, was besonders anzüerkennen ist. bis zum Signal „Abrücken in die Quajtiere" die Truppe in glänzenderBerfassung. Dazu mag außer dem prächtigen Manöverwetter auch die interessante Anlage der Hebungen beigetragen haben, die zu geistiger Mitarbeit anregten. deseinwohner, umlagern dicht die Truppen, besonders da. wo Musik zu hören ist. Die überall von dem spannenden Verlauf des ersten Gefechtstags angeregten Mannschaften sind guter Laune. Alm 7 .Uhr abends, also nach nur 5stün- diger Pause, von der naturgemäß viele Mannschaften und Pferde nur einen geringen Teil genießen konnten, ging die Tlebung weiter. Der rechte Flügec der Armee war bei brachen. Als einundeinhalb Stunden später der I Tb sternh au sen auf das Rordufer der Jagst Tag anbrach, waren schon alle Straßen mit früh- ""d der Abteilung von Stülp- lichen, im Friedensmarsch zur kriegsmäßigen Ver- g e l war es gelungen Blau bei Kraut- l'ammlung ziehenden Truppen bedeckt. Die Quartier- X e 1 Suimckzuwerfen. Das erlebniffe wurden besprochen, und man sah es den ro“?? 2atJ; £• Einem Teil des lachenden, Gesichtern an, daß sie den Sonntag im S$inö nachgestoßen i hn rhf Kreise ihrer fränkischen Quartierwirte in bester Er- unD emen Brückenkopf rm engen Bogen 0 0 r 0 L ---------——__ innerung hatten. Da und dort zogen ganze Trupps I y1?1, r a u i b 5 i m gcfHlöet. Hinter dieser Ab- I _w von Einwohnern mit; einer Kraftwagenkolonne, die l^ung war spater die Brücke bei A l t - K ra u t- UNd S&UlC. eben aus ihrer Unterfunft heraussuhr, wurde aus Pe ^n. ^"ft gefllrgen und die Ortschaft . allen Fenstern nachgewinkt. Jrn Iaqsttal bei Mui- geraten, auch waren alle weiteren, DorfklrchentagUNg IN Nidda, fingen wird die Kolonne Greiff für den Vor- ^ebergangsversuche an dieser Stelle gescheitert, 2 marsch zusammengezogen. Man hat Mühe, sich zu 2? unternommen waren, um den abgeschnittenen hessisch finden, so geschickt sind die einzelnen Bataillone und ^Clr?5en* \ —r........... „ u ,.uuc uvei Batterien in Waldstücken, Ortsrändern und Baum- * e.= ?D txcnt@to5 nun. die noch hundert Teilnehmer herbeigelockt. Wie in früheren guten; »erfterft. Muf einer GeilenftraBe ein Ge,chÜtz | .^h^h^n^räfte | Sauren, fanden sich Lehrer und «Pfarrer w gemein, zur Straßenpanzerwagenabwehr in Stellung. In der Nähe der Jagstbrücke gibt Oberst v. G r e i f f an die Der bedeutsame Dortrag des gründlichen Forschers bildete einen Auszug aus einem Buche des Herrn Prälaten zur Jubelfeier, das in den nächsten Tagen erscheinen wird. So waren es gehaltvolle Stunden, mit denen sich die Dorfkirche ein Verdienst erworben hat. Oberhessen. Landkreis Gießen. * Göbelnrod. 15. Sept. Um gegen ein Versagen unserer Wasserleitung geschuht zu sein, bat unsere Gemeinde das Wasser wer t neu eingerichtet. 3m Winter wurde schon eine neue Pumpe eingebaut, als die alte durch den Frost vernichtet war. 3eht wurde eine voll- lommene Reserveeinrichtung eingebaut, eine zweite Pumpe mit besonderem Elektromotor. Da- mit ist unsere Wasserversorgung sichergestellt — Die stiefmütterliche Behandlung der Strecke Gießen — Fulda zeigt sich am deutlichsten an unserem Halte p un!t. Vor mehr als 25 Jahren wurde er unter groben finanziellen Opfern der Gemeinde gegen hatte Widerstände der Bahn geschaffen. 3n der Abbauzeit wurde er vorübergehend ganz geschloßen, trotz unserer Proteste. Vach langwierigen Kämpfen gegen die Dahnverwaltung halten hier nun drei Zugpaare: aber das genügt nicht für unsere Bedürfnisse, denn vier Gemeinden benutzen unsere Station. Augenblicklich sind wieder Bestrebungen im Gange, noch einige Züge hier halten zu lassen, vor allem fehlt das Halten des Abendzuges nach Grünberg, 16. Sept, Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung: Dem Turnverein soll in Anbetracht seiner gemeinnützigen Tätigkeit auf Antrag die städtische Geländeerwerbs. steuer erlassen werden, wenn das Land und Reich in gleicher Weise entscheiden. — Der hiesige Fuß- ballverein beantragte eineVergroherung des Sportplatzes und bemerkte in seiner Eingabe, er wolle die Arbeiten evtl« selbst aussuhren. Der Gemeinderat zollte dem letzteren Vottchlag seine Anerkennung, konnte sich jedoch nocy nicht zur Sache selbst entschliehen, vielmehr soll erst noch eineBefichu- flung des Platzes stattfinden. — Aach einer Mitteilung des Kreisbauamtes find für die Kanali- salion in der Londorfer Strahe noch umfangreiche Vorarbeiten zu erledigen; u. a. muhten vom Marktplatz bis zum neuen Hochbehälter andere Wasserrohre mit gröberen Dimensionen gelegt und die Höhenlage dementsprechend im Plan hergestellt werden. Diese Arbeiten beanspruchen viel Zeit und verursachen etwa 15 bis 20000 Mark Kosten. Die Angelegenheit dürfte voraussichtlich bis 1927 verschoben werden. ri. Li ch, 16. Sept. Gestern wurde der allen Ausflüglern bekannte St (bad) er Seid) ausgefischt, der eine Viertelstunde von hier entfernt reizend im Wald unmittelbar an der Gießener Landstraße liegt und von hiesigen Schwimmern im Sommer gerne als Badeplatz benutzt wird. Der Besitzer des Teiches ist ter Fürst von Solms-Hohen- folms-Lich. bs. Aus der mittleren Wette rau, 15. Sept. Die diesjährige Grummet ernte m unserer Gegend ist nach Menge und Gute zu einer ausgezeichneten Dürrfuttere r n t e, wie seit Jahren nicht mehr, geworten. Eine überaus reiche Birnenernte wartet jetzt m allen Dörfern hiesiger Gegend auf die Verarbeitung. Die Kartoffelernte hat in diesen Tagen mit dem Ausmachen der zu Saatgutzwecken vorgesehenen Kartoffeln begonnen. Den besten Ertrag liefern Böhms „Odenwälder Blaue", „Allerfruheste Gelbe" und „Allerfrüheste Juni". Die A p f e l - ernte ist nur geringfügig; man beginnt jetzt nut dem Ernten dieser Früchte. In diesem Jahre ist hauptsächlich der Apfelwickler an der Arbeit, in geringerem Maße auch der F r o st s p a n n e r. Es ist zu begrüßen, daß die Kreisstraßenverwal- langen jetzt an ihren Kernobstbäumeii Jnsekten- fanggü'rtel angebracht haben und damit bahnbrechend in der Schädlingsbekämpfung vorangegangen sind. Kreis Friedberg. i). Wolfersheim, 16. Sept. Gestern fand hier die V e r ft e i g e r u n g des diesjährigen G e • meindeobstes statt. Die Apfelernte war recht spärlich, die Birnenernte fast reichlich. Die Nachfrage war gering. Der Zentner Koch- und Weinäpfel war am Baurn für 5 Mark, das gleiche Quantum Tafelobst für 8 Mark zu haben. Birnen wurden — je nach Güte — mit 2 bis 4 Mark ter Zentner bezahlt. Kreis Büdingen. le. Büdingen, 16. Sept. Hier fand ein gut besuchter Sprechtag für Rechner und Vorstandsmitglieder der etwa 2 0 N a i f f e i s e n v e r e i n e der Umgegend von Büdingen statt. Generalsekretär Grisa'r vom Frankfurter Raisfeisenoerband berichtete über die fast durchweg günstigen Bilanzergebnisse ter jungen Vereine, gab den Rechnern Richtlinien für selbständige Bilanzstellungen, damit die Vereine die Kosten der Inanspruchnahme von Revisionsbeamten des Verbandes sparen und diese selbst für ihre eigentlichen Aufgaben freier werden, als das bisher der Fall war, und teilte mit, daß zu diesem Zwecke in einem der nächsten Monate ein sechstägiger kostenloser Ausbildungslehr- g a n g in Frankfurt a. M. eingerichtet werden wird. Außerdem soll ein Bilanz st ellungsbureau beim Verband eingerichtet werden. Bei der Besprechung zeigte sich, daß der letztgenannte Plan bei den hiesigen Vereinen keine Gegenliebe findet, da die Rechner dabei persönlich ausgeschaltet sind. Die Rechts- und Steuerauskunft st eile in Wetzlar.wird sehr stark in Anspruch genommen, so daß für deren Benutzung einige neue Maßnahmen getroffen werden muhten. Nachdem Generalsekretär Grisar noch mancherlei Ratschläge für die Vereinsverwaltung, die Führung der Kleinverkaufsstellen und der Lager gegeben hatte, berichtete Haupt- geschäftsführer kleinert über den sehr günstigen Abschluß des ersten Geschäftsjahres der im November v. I. gegründeten Raiffeisen-Haupt' genossen sch ast Frankfurt sowie über das abgelaufene und kommende Warengeschäft. 2)ie meisten Vereine sind der Hauptaenossenschaft beigetreten. Ueber das Raiffeisen-Versicherungswesen, die zahlreichen neugegründeten Dorfsterbekassen in unserer Gegend berichtete der Versicherungsbeamte, Th. Höhn, Bleichenbach, sehr eingehend und klar. Id. Aus d e m N i d d a t a l, 16. Sept. Jelddieb- stähle fürchtend, beginnen viele Obstzüchtec bereits mit der Aepfelernte, ohne zu bedenken, daß das verfrühte Abmachen die Güte des Obstes bedeutend herabmindert. Die zu erwartenden Mengen können nicht einmal den örtlichen Bedarf decken und kommen rasch unter. Ein fester Preis hat sich noch nicht herausgebildet; man spricht von etwa 20 Mk. für den Zentner. „?" Aus dem Niddatal, 16. Sept. Die Kartoffelernte ist bereits In vollem Gange. Die Gewitterregen am vergangenen Sonntag haben die verkrustete Erde durchweicht, so daß die Arbeit flott von statten geht. Im Durchschnitt muß mit geringeren Erträgen als im Vorjahre gerechnet werden. Nasse Sieder liefrn nur geringe Mengen. Die gelbfleifdjigen Speisekartoffeln „Jti- dustrie" und die „Blaue" haben auch in diesem Jahre wieder versagt. Sie gingen schlecht auf, verkümmerten während der Nässe, so daß das Kraut jetzt völlig abgestorben ist. Nur auf durchlässigen, trockenen Siedern ist ihr Ertrag befriedigend. Gegen Nässe weniger empfindliche Sorten wie die „Hassia" haben das Jahr gut üoerftanben und füllen die Säcke. Kreis Schotten. * Ober--Schmitten, 16. Sept. Ein von hier gebürtiger, kürzlich verstorbener Deutsch-Amerikaner, namens Braun, bedachte in feinem Testament die Kirche Eichelsdorf mit 300 Dollar. Da die gesprungene Vaterunserglocke zu ersetzen ist und allerlei Wiederherstelludgsarbeiten an der Kirche auszusühren sind, kommt die Dollarspende sehr gelegen. ---Aus dem Vogelsberg, 15. Sept. 3n den letzten 3abxen hat es sich ganz besonders gezeigt, daß die Viehzucht der lohnendste Zweig der Landwirtschaft in unserer Gebirgsgegend ist. Die Grundlage der Viehzucht sind gute Wiesen und Weiden, Tummelplätze und Iungviehweiden. Seit 30 Jahren ist die Regierung erfolgreich mit der Melioration der Oedländereien beschäftigt, die Landwirtschafts- fammer hat mustergültige 3ungviehweiden angelegt. Einzelzüchter und Gemeinden wetteifern, die besten Tiere zu züchten oder zu kaufen, um ihre Viehhaltung milch- und fleischergiebiger zu gestalten. Die Landwirtschaftstammer legt bei den Körungen den größten Wert auf Reinzucht, Abstammung und Milchergiebigkeit. Die Hauptkörungen 1926 haben im Vogelsberg jetzt ihren Abschlub gefunden. Don den 53 Gemeinden des Kreises Schotten werden in 32 Gemeinden Simmentaler Rinder, in 7 Gemeinden Rotvieh gezüchtet, 14 Gemeinden treiben beide Zuchtrichtungen, 42 Gemeinden haben Schafherden, 21 Gemeinden treiben Ziegen- und Schweinezucht, 8 Gemeinden befihen einen Gemeindefaselstall. Der Kreistag des KreiseL Schotten hat einstimmig 300 Mark als Prämie für gute Faseltierhaltung bewilligt. Den besten Vogelsberger Bullen besitzt die Gemeinde W o h n f e l d, den besten Simmentaler Dullen die Gemeinde Gedern. Bei den Hauptlörungen 1926 wurden neu angekört: 29 Dogelsberger Dullen, 88 Fleckviehbuklen, 40 Schafböcke, 21 Ziegenböcke und 21 Eber. Die Statistik zeigt eine starke Abnahme der Schafzucht; 1900 betrug die Zahl der Schafe 10 262, 1925 nur noch 7c42. Dagegen erfreut sich die Ziegenhaltung einer starken Zunahme; 1900 waren es rtznd 2000 Ziegen, heute sind es 2620 Tiere. Gewaltig zurückgegangen ist die Schweinehaltung; 1914 zählte man 16 020 Tiere, 1925 nur noch 12 022. Eine Vermehrung der Schweinezucht ist aus wirtschaftlichen Gründen dringend notwendig, da unser verarmtes Land sich eine starke Fleischeinfuhr nicht leisten kann. Kreis Alsfeld. -er. Alsfeld, 16. Sept. Am Mittwoch fand in der Turnhalle dahier das Abturnen der in einem besonderen Kursus im neuzeitlichen Turnen ausgebildeten Lehrer unseres Kreises statt. Das neuzeitliche Turnen erstrebt eine intensivere, allseitige Ausbildung sämtlicher Muskeln des menschlichen Körpers, und stellt dadurch an seine Zöglinge hohe Anforderungen, die aber der Entwicklung des jugendlichen Organismus in hohem Grade förderlich sind. Auch in Homberg dürfte in der dortigen Stadthalle ein solcher Kursus bald folgen. -er. Homberg a. d. Ohm, 16. Sept. Da der Vogelsberg größtenteils aus Basalt aufgebaut ist, trifft man auch in unserer Gegend, an der Rordwestseite desselben, vielfach Basalt an. Dieser gehört zu den jungoulkanischen Gesteinen und kommt bisweilen in sechsseitigen Säulen vor. Diese findet man hier in dem außer Betrieb gesetzten Bruche in der Rahe des Frankfurter Hofes. Einen vorzüglichen Basalt liefert der an der Straße Düßfeld-Hom- berg, in dem Distrikt „Rothe Kuh", gelegene B a s a l t b r u ch, der von der Firma „Mitteldeutsche Hartsteinindustrie" gepachtet ist. Die durch Steinrichter behauenen Steine werden mittels einer Kleinbahn entlang der Straße nach Station R e u h a u s zum Verladen gebracht. Sie werden meistens zu Pflastersteinen verwandt. 3m Distrikt „H e r rn a n n s b e r g" liegt gleichfalls ein Dasaltsteinbruch, der von einem Gießener Herrn gepachtet ist; diese Ausbeute wird per Achse zur Station Reuhaus befördert und gelangt dort zum Einladen. Auch^vieser Bruch liefert meistens Pflastersteine. An der Südseite des „Hermannsberges" wird hauptsächlich Sand gefördert, in dem schichtenweise Quarzit st eine eingebettet sind. Er wird ebenfalls in Station Reuhaus eingeladen, der Transport erfolgt selbsttätig durch etne veionvere Förderanlage. 3m Distrikte Born st rauch wurde der etwa ein 3ahr in Betrieb befindliche Basaltbruch wieder ft i 11 g e I eg t. Der größte Betrieb herrscht in dem Basaltsteinbruche der Mitteldeutschen Hartsteinindustrie zwischen Homberg und Rieder-Ofleiden, wo Tag und Rächt gearbeitet wird. Die gebrochenen Steine werden hier durch Förderkörbe zu einer Klopfmaschine gebracht, die sie in Grus verwandelt, das dort teiLS feinkörnig, teils grobkörnig in einer besonderen Haltestelle unserer Rebenbahn eingeladen wird. Dieser Grus kommt zum Versand und dient zur Bedeckung von Spazierwegen (Gartenwegen), auch verwendet man es zur Herstellung von Beton. Das Vorkommen von Basalt und Quarzit (Rordseite) bietet unseren Arbeitern mannigfache Gelegenheit zu lohnendem Verdienste. -er. Ober-Ofleiden, 16. Sept. Seit einigen Tagen ist auch in unserem Dorse die Dreschmaschine in Tätigkeit. Sie bedient gleichzeitig den Strohbinder, wodurch die Leute dieser staubigen Arbeit enthoben sind. Auch hier helfen sich die Bauersleute bei diesen Arbeiten gegenseitig. Die großen Getreidevorräte liefern reichen Ertrag an Körnern und Stroh. 00 Kirto rf, 16. Sept. Die vor kurzer Zeit in dem nahen Erbenhausen ausgebrochene Maul- und Klauenseuche hat sich leider nicht auf das Ausbruchsgehöft beschränkt, sondern greift weiter um sich. Es wird schon der Verlust von einigem Klauenvieh, namentlich junger Stiere, beklagt. Der Fährverkehr mit dem Rindvieh ist daher innerhalb des Ortes und der Gemarkung gänzlich eingestellt worden, was die Einbringung der Kartoffel- ufw. Ernte, sowie die Bestellung'der Sieder sehr behindert. Es ist zu befürchten, daß diese Seuche trotz aller Vorsichtsmaßregeln noch in die Nachbargemeinden einbringt. Kreis Lauterbach. V Grebenau, 16. Sept. Der Dienst bei unserer Landjägerstelle wurde seit deiti int Jahre 1923 erfolgten Tode des Oberwachtmeisters Becker von Wachtmeister Mertens allein versehen, da eine Neubesetzung der Stationsführerstelle am Wohnungsmangel scheiterte. Da es auch im vorigen Jahre noch unmöglich war, eine Wohnung zu beschaffen, entschloß sich die Behörde zum N e u - bau eines Doppelwohnhauses. Das Gebäude wurde am Bahnübergang westlich des Bahnhofs errichtet und in diesem Sommer fertiggestellt. Infolgedessen konnte Oberwachtmeister Sczer- b o w s k i aus Homberg a. d. Ohm jetzt mit der Führung der hiesigen Station beauftragt werden. Während unsere friedliche Bevölkerung wohl kaum Anlaß aur Verschärfung des Polizeidienstes geben dürfte, ist das Vorhandensein eines zweiten Beamten aus einem anderen Grunde sehr zu begrüßen. Unser abseits gelegener Grenzwinkel wird so sehr von „fahrenden Leuten", die nach Bc- lieben über die nahe Grenze wechseln können, heim- gesucht, daß sie zu manchen Zeiten eine rechte Landplage sind. Nunmehr werden diese unangenehmen Gäste wohl leichter auf den Schub zu bringen Jein. l Willofs, 16. Sept. Sim Sonntag hielt unfer Schützenverein fein zweites Preis- schießen ab. Das Ergebnis des edlen Wettstreites war folgendes: 1. Preis Johannes Habermehl, Willofs, 35 Ringe; 2. Lippert, Wernges, 35 R.; 3. V. Dahmer , Willofs, 35 R.; 4. H e i l, Niederjossa, 34 R.; 5. K. Lindner, Willofs, 34 R.; 6. V. Habermehl II., Willofs, 34 R.; 7. V. Ha - bermehl III., Willofs, 34 N.; 8. Fritz Möller, Angersbach, 34 R.; 9. Ortwein, Angersbach, 33 R.; 10. Johannes Hildenbrand, Willofs, 33 R.; 11. Valentin Becker, Willofs, 31 N.; 12. Förster Adolf, Wernges, 31 R. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Wetzlar, 16. Sept. Der hiesige S^ar- u n d B a u v e r e i n, der seit 1904 auf dem Gebiete Sturm in Schmaiebeck Roman von Sophie Kloerss. Copyright 1926 bq Slug. Scherl G. m. b. H., Berlin. 24. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Wenn ich nur wüßte, wie Mutter das angefangen hat", sagte Riekchen zu Ilse. „Es ist mir fo peinlich. Und die Leute werden wieder reden. Was soll fo etwas? Er mag doch einmal nur dich, und ein Mann, der Augen im Kopf hat, der kann auch nicht anders." . „Tu mir die Liebe und laß mich mit ihm in Frieden. Ich hab wirklich allein meine Sorgen." Sie wollte aber nicht sagen, was das für Sorgen seien. Doch als um die Zeit nach dem Mittagessen jedermann im Hause feinen eigenen -Gedanken Audienz gab, nahm Ilse den wattierten blauen Seidenmantel und die blaue Sammetkapuze, mit Iltisfell umrandet, zog sich Ueberschuhe über die leichten Stic- selchen, band einen Schleier vor das Gesicht und ging leise aus der Hintertür in den Garten. Durch die verschneiten Steige schritt sie hinunter zum Flusse. Der lag unter einer Eisdecke und knisterte ein bißchen, als sie über ihn hinging. Sie lieh sich davon nicht stören, trat jenseits auf den schmalen Feldsteig und ging in die stille Winterwelt hinein. Mußte sie das nicht tun? Gestern war mit dem Milchmann von Eichtal ein Briefchen in ihre Hände gekommen, bas war ein Schrei um Erhörung. „Es ist ganz schnell gekommen, geliebte Ilse. Ich soll schon morgen früh fahren. Und werde Sie nicht mehr sehen. Unmöglich, ganz unmöglid) zu denken. Alle guten Geister, die sehnende Herzen beschirmen, mögen mir beistehen, daß Sie meinen flehenden Worten Gehör geben und morgen nachmittag die Landstraße zwischen Schmalebcck und Eichtal hingehem Sie ist um diese Zeit verlassen wie ein Kirchhof. Aber sie soll kein Kirchhof meiner Liebe werden, sondern ein Rosenhain mitten im Winter, wenn es mir gelingt, in Ihnen das gleiche Feuer zu entzünden, das in meinem Herzen lodert. Werden Sie kommen? Werden Sie einem ver- zweifelten Manne Mut geben zum Harren auf eine bessere Zukunft? Immer Ihr in den Tod getreuer Olaf Hainmersmid." Mußte man nicht gehen? Wem davon sagen? — Hanse? — Nein, Hanse war gut, aber Hanse war doch immer Vaters Frau und sagte stets, zwischen Eheleuten dürfe es kein Geheimnis geben. Daß Vater aber mit diesem Gang nicht einverstanden war, bas konnte sie sich sagen. Sie sah schon von fern eine schlanke Gestalt her- anfommen, grau gekleidet, den eleganten Handstock im Kreise wirbelnd, wie es ein gewisser Jemand zu tun pflegte. Für einen Augenblick kam es ihr erschreckend zum Bewußtsein, daß sie etwas tat, wad ganz und gar ungehörig war, daß sie einem Herrn ein Stelldichein gewährte. Aber nun war es nicht mehr zu ändern. Sehr ruhig, keinen Schritt beeilend, ging sie vorwärts, und als der blonde Baron mit hastigen Tritten näher kam und schon bei zehn Schritt Entfernung begeistert ausriefr „Süße Ilse, o meine süße Ilse!" sagte sie ganz gemessen: „Bitte, wenn Sie sich nicht durchaus als Kavalier benehmen, Herr von Hammersmid, gehe ich sofort zurück." „Wo mein Herz in hellen Flammen steht! — Es ist unmöglich." „Dann tut es mir leid, daß ich kam." „Aber Sie tarnen." „Jetzt muß ich wohl sagen: leider. Ich dachte bei mir — mir sind so gute Freunde gewesen, ganz ohne einen Abschiedsgruß soll er doch nicht gehen. Obgleich ich nicht weiß, warum Sie nicht in unser Haus kamen, um Adieu zu sagen." „Oh, Sie wissen es. Wem hätte ich Adieu sagen müssen? All den alten Herrschaften. Und sie hätten sich so verneigt, fo aus der Ferne — jawohl so — und ich hätte nicht ein Wort sagen dürfen von meinem Herzen und von allem, was da drinnen brennt." „Sie hätten ja--" Ilse brach ab. Das konnte sie doch nicht sagen: „Sie hätten ja meinen Vater um Erlaubnis bitten dürfen, „mir alles zu sagen. Dann wäre es wohl gegangen." Er hatte ihre Gedanken erraten. „Wenn ich wie- derkomme, dann darf ich anders kommen, darf ich? Wissen Sie, warum ich schweigen muß, jetzt noch? Es steht so viel zwilchen uns, die Menschen und die Politik und meine Eltern--" „Ihre Eltern?" Sie horchte auf. _______ „Oh, meine Eltern kennen Sie nicht. Und man hat ihnen geschrieben von hier und hat Untraut ge- säet--' „Wer hat geschrieben?" . „Der all die schlimmen Briefe schreibt. Ohne Namen. Daß ich--nein, davon wollen wir nicht reden." „Doch, gerade das möchte ich wissen." Aber Olaf legte den Arm um sie, zog sie trotz der dicken Wattierung fest an die Brust und flehte: „Wir haben nur diese eine Stunde, da wollen wir an nichts Häßliches denken. Wenn ich dort bin, und ich habe mit meinen Eltern gesprochen, und ich habe ihnen gesagt, was für ein liebes, süßes Mädchen meine Ilse ist —" „Ich bin noch gar nicht Ihre Ilse." „Du bist meine Ilse. Meine ganz allein. Oder ist da ein anderer? Ist der dicke Grützrnann mit seinen harten Talern besser? Oder der korrekte Hamburger? Oder sonst einer, den ich nicht weiß? Sag', ist da einer?" „Nein, nein — da ist keiner ---" in diesem Augenblick, wo er so bat und seine Augen noch viel mehr bettelten als seine Worte, war sie ihm wirklich von ganzem Herzen gut. Nur daß sie einen klaren Kopf behalten wollte, wenn es auch schwer wurde. „Wenn ich dich mitnehmen könnte. Gleich, meine Ilse. Und für immer und alle Tage. Da würdest du mit mir wohnen ganz tief in unserem Wyld. Da hab' ich ein kleines Jagdhaus, mitten in der Heide, da sind rings lauter hohe Tannen — die Hirsche schreien, und nachts die Eulen, — da ist es so einsam, — nur der Jäger wohnt da. Der heizt uns den Ofen und brät uns Wildfleisch, — und abends, wenn der Schnee fällt, sitzen wir vor dem Feuer und vergessen Schmalebeck und das ganze Schleswig-Holstein, und du wirst meine kleine Danske-Frau, und niemand weiß, wo wir sind--" Langsam gingen sie vorwärts, während er redete, Ilse atmete tief auf. „Müßte das sein? Daß ich deine D a ns k e -Frau würde? Geht es nicht anders?" „Willst du denn das nicht? Wenn du meine Frau wirst, da ist mein Land dein Land--" ,3a, und dein Gott ist mein Gott--" sie blieb stehen. „Das kann doch nicht fein." „Warum kann es nicht fein?" „Ich muß bleiben, was ich bin." „Meine Mutter ist auch ganz eine Dänin geworden. Sie liebte meinen Vater, so liebte sie auch fein Land." „Ich kann dein Land lieben, aber ich kann mein Land nicht vergessen. Wenn du das verlangst —" „O nein, nein, ich will nichts verlangen, ich will warten. Ich will geduldia fein, fo sehr geduldig. Bis du es nicht anders mehr weißt, als daß Ii5.land deine Heimat ist." Er stand wieder still, sie waren nahe an Eichtal herangekommen, hob ihr Gefixt ein wenig mit der Hand und bat: „Soll ich gehen ohne einen Kuß von meiner lieben, schönen Braut?" Da litt sie es, daß er den Schleier von ihrem Gesicht schob und sie küßte. Die kleinen Flocken, die immer einmal trotz des blauen Himmels durch die Luft gestäubt waren, wurden dichter. Droben zog es sich zusammen, die Dämmerung kam früh. „Laß uns umkehren", bat Ilse. „Wenn mich jemand hier mit dir gehen sieht, ist das Geklatsch fertig. Das darf ich den Eltern nicht antun." Arm in Arm schritten sie zurück nach Schmale- deck, immer einmal stehen bleibend, wenn Olas durchaus noch einen einzigen Kuß halfen mußte, und als die Stadt dämmrig gegen den Himmel stand, als die ersten erleuchteten Fenster über die Felder schienen, war es schon fast dunkel geworden. Plötzlich fuhr von hinten her ein Wagen ay ihnen vorüber. Jemand hockte neben dem Kutscher, vermummt bis an die Nasenspitze, wandte den Kops zurück und lachte laut auf. So voll Hohn war das Lachen, — es ging dem Mädchen durch und durch. „Wer war das?" fragte Olaf. „Ich weiß nicht. Es kam mir vor, als müßte ich den Ton kennen, aber nein--Wenn es Schmalebecker sind, haben sie uns erkannt." „Der'Mann — o, er war der Knecht von unserem Müller von Eichtal. Aber die Frau--Mach dir keine Sorgen, mein liebes Mädchen, es war zu dunkel, sie kannten dich nicht." „Geh jetzt zurück, Olaf. Ich geh' quer über das Feld und über die Schmale, da bin ich am schnellsten zu Hause. Und vergiß mich nicht, da in deinem Jütland. — Ich glaube, es werden schlimme Zeiten kommen für uns beide." (Fortsetzung folgt.) Besucht die Waren-Ausslellung im Saalbau Sauer Eintritt für jedermann frei! 7464a Konsumverein Gießen u. Umg. ■ i Wv.,UvuVa ■'-.. v*4 -M. AW "■ - W ► .-. i s .ZW? HWM. ,burg^" 1^™» « >A3 ®riZ> stellte sich gegen bas Pfunb Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 17. Sept. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 28,50 bis 28,75, Kreis Fulda. WER. ö" u I b a , 16. Sept. Wie amtlich mit- geteilt wirb, sind auch in Fulda unb Umgebung einige Fälle von Typhus aufgetreten. Es hantelt sich um die leichtere Form, ben sogenannten Paratyphus. Sämtliche Kranke sind bis auf einen Fall, wo Derbreitungsgefahr nicht vorliegt, im hiesigen Landkrankenhaus untergebracht. Mitteldeutscher Rotviehzüchterverband. — Gießen, 16. Sept. Der Mitteldeutsche RotviehzüchterVerbanb hielt gestern nachmittag im Eisenbahnhotel Hupfeld feine 20. Sitzung ab, bie gut besucht war. Die OberhessischeHerbbuch-Gesellschaft für Vogelsberger Vieh war vertreten durch Fischer aus Zwiefalten, Gott mann aus Gießen. Professor Dr. Knell (Gießen). Oekonomierat Dr. Wagner (Gießen), der Kreis Wetzlar war vertreten durch Geheimrat Dr Sartorius, Landrat des Kreises Wetzlar Der Vorsitzende des Verbandes Dr. Ritgen aus Wormeln und der Geschäftsführer Ebing- haus aus Paderborn erstatteten Bericht über die Zuchtziele, ben weiteren Ausbau ber Rotviehzucht, Hebung des Zuchtmaterials unb über bie letzte Versteigerung im Mai 1926 zu Frankenberg. Von sämtlichen Rebnem würbe betont daß die Förberung ber Rotviehzucht eine wirtschaftliche Rotwendigkeit sei. Die 7. Ausstellung und Zuchtviehversleigerung l für rotes Höhenvieh - begann heute vormittag in Grünberg Das 1 aufgetriebene Zuchtmaterial — Bullen, Kühe ' . Rinder — war als vorzüglich zu bezeichnen. ! Der Besuch des Marktes war bei günstigem ; Wetter über alles Erwarten groß: weit über i 1000 Besucher hatten sich eingefunben. Besonbers ! Sohlreich waren bie Käufer erschienen aus ben I Kreisen Wetzlar. Marburg. Wolfhagen und aus Obevhessen. Rach dem Kreise Wetzlar gingen allein 10 Zuchttiere. Selbst Schlesien. Ober- I bayern unb ber Oberlahnkreis hatten Käufer gesandt. Die Versteigerung hatte folgendes Ergebnis: 1. Bullen. Das teuerste Tier verkaufte Dr. R i t g e n aus Wormeln für 1300 Mark an die Gemeinde Ehringshausen bei Weh- I lar. Das zweitbeste Tier verkaufte bie ßanb- wirtschastskammer vom Selgenhof für 1260 Mark an bie Gemeinbe Rubinghain. berselbe Besitzer — Bad Oeynhausen unb (Führer durchs Weserbergland.) 3. Auslage. Heimawerlag Walter Hieke. Bad Oeynhausen. — Ein gut zusammengestelltes, geschickt an geordnetes Büchlein mit Bildern, Plänen und Karten, in dem man alles finden wird, was billigerweise darin vermutet werden kann. — Der Hund, unabhängige Zeitschrift für praktische und wissenschaftliche Kynologie. Der- lag: Gersbach & Sohn, Verlag, Berlin W. 35. Monatlich zwei Hefte mit zahlreichen Abbildungen. 3m Heft 16 setzt E. Aichele (Berlin) seine Betrachtungen über die deutsche Dogge unb ihre beiden „chronisch geworbenen Fehler", Ostermann (Gütz) die Auffassungen früherer 3agdschriftsteller über die Spursicherheit des Vorstehhundes fort. Der „Kynologische Beobachter" spendet zahlreiche, anregende und wissenswerte Gaben. 3m Bilber- teil hat ber beutsche Spitz biesmal das erste Wort. Bezugspreis Mk. 1,50. Wirtschaft. * D i e amtliche Großhandelsindex- z i f f e r. Die auf den Stichtag bes 15. September berechnete Grohhanbelsinbexziffer des Stati- I sttschen Reichsamts ist gegenüber dem 8. September um 0,3 Prozent auf 127,4 gestiegen. Von den Hauptgruppen hat bie Indexziffer ber Agrarerzeugnisse um 0,5 Prozent auf 128,8 an- gezogen, währenb bie Indexziffer ber Industrie- I stoffe um 0,2 Proz. auf 124,8 nachgegeben hat. * Barnag-Meguin QI.-©, in Berlin. I Der B. B. C. zufolge, sind die Bilanzarbeiten des Llnternehmens noch nicht abgeschlossen, jedoch ist mit ber Verteilung einer Dividenbe für das am 30. 3uni abgelaufene Geschäftsjahr nicht zu rechnen, (i. 03. OProz.) Frankfurter Börse. Frankfurt, 17. Sept. Tendenz lustlos und schwächer. — Der am Vorabend hervorgetretene Anfall Zu einer leichten Befestigung mußte bei Eröff- ! "Ung der heutigen Börse bereits wieder einer rückläufigen Bewegung Platz machen. Hoffnungsvolle Berichte aus der Wirtschaft und sonstige anregende Momente blieben unbeachtet. In der Hauptsache war die Tendenz burd) eine starke Zurückhaltung beeinflußt, wozu wohl die große Ge- schaftseinschränkung, die morgen anläßlich des hohen lüdischen Feiertags eintreten dürfte, beigetragen hat. Die Verstimmung ist auch in der angespannten Geldmarktlage zu suchen. Das Geschäft war anfangs so ruhig, daß für eine Reihe führender Werte eine Erstnotierung nicht Zustandekommen konnte. Infolgedessen waren auch die Kurseinbußen eng begrenzt, zumal Abgaben nicht in größerer Zahl hervortraten. Am Montanmarkt betrugen die Verluste 1 bis 2 Prozent. Phönix blieben gehalten. Stärker gedrückt waren Kaliaktien. Am C h e- miemarkt blieb das Abkommen mit Rußland auf I. G. Farben ohne Einfluß, das Papier lag vielmehr 2 Prozent schwächer. Elektroaktien lagen umsatzlos. Bankaktien waren niedriger. Darmstadter minus 1 Prozent, Deutsche minus 0,5 Prozent. Schiffahrtsaktien gehalten. Das variable Geschäft war recht klein, und die Kursqe- ftaltung uneinheitlich. Von Z e 11 ft o f f a f t i e n flößen Aschaffenburger 1 Prozent an, während Waldhof 0,75 Prozent nachgaben. Bauftoff-Aktien schwacher. Deutsche Anleihen blieben umsatzlos. Am A u s l a n b re n t e n m a r f t trat stärkeres Interesse für Mexikaner und Serben hervor, beson- sonders Mexikaner lagen recht fest. Sonst herrschte auch hier Ruhe. Der Fr ei verkehr hatte keine Umsätze aufzuweisen. Benz 78, Brown-Boveri 133 Beckerstahl 33, Ufa 39, Unterfranken 94,5 Prozent. Der weitere Verlauf zeigte für Aktienwerte Besserungen um Bruchteile eines Prozentes. Recht leb- haft wurden Kanada umgesetzt, die um 5,5 auf (1 Prozent anzogen. Am Geldmarkt machte sich eine geringe Erleichterung bemerkbar. Zages* gelt» durfte sich auf 5 bis 5,5 Prozent stellen. Monats- gelt 0,5 bis 7,5 Prozent. Privatdiskonten 4,75 Proz., Jndustneakzepte 5,5 Prozent. Im Deoisenver- kehr lagen Paris und Mailand infolge des der gemeinnützigen Wohnungsfür- sorge mit aroßem Erfolg tätig ist, hat auch in diesem Jahr sämtliche Neubauten soweit gefordert, daß mit dem Eindecken der Dachwerke begonnen werden konnte. ' • XX Dutenhofen, 16. Sept. In diesen Tagen sind es 20 Jahre, daß die Einweihung unseres nach den Plänen des Kreisbaumeisters Witte in Wetzlar umgebauten und vergrößerten Kirchleins stattfand. Es war am 13. August 1905, als unter großer Beteiligung der Grundstein zu diesem Anbau gelegt wurde, und am 4. März des folgenden Jahres wurde im trauten alten Raum der letzte Gottesdienst abgehalten. Kreis Biedenkopf. * Königsberg, 16. Sept. Das fürstliche Hofgut in Hohensolms wirb mit Qlblauf ber Pachtzeit im nächsten Februar be« deutend verkleinert. Das in ber Königsberger Gemarkung gelegene Lanb erhält bie Gemeinbe in Pacht, bie es zum selben Preise an Kleinlandwirte abgibt. Von bem an Königsberg fallenben Teil des früheren Gutes wirb je Morgen 16 bis 20 Mk. bezahlt. Das an bie Hohensolmser Gemeinbe abgegebene Lanb zur "Pacht ist bebeutenb größer. "Mit dieser Abgabe »an bie Kleinbauern erfüllt man einen langgehegten Wunsch ber beiben Dörfer. Dillkreis. bl. Dillenburg, 16. Sept. Zur Durchführung des großen Meliorationswerkes auf dem Weste rwa Ide hat der Landesausschuß des Regierungsbezirkes Wiesbaden dem Dillkreis eine Beihilfe von 60 000 Mark bewilligt. Der Kreis W e st e r b u r g und der O b e r w e ft e v« waldkreis erhielten 20- bzw. 40000 Mark. Der Staat stellt ebenfalls namhafte Beträge zur Verfügung. Kreis Usingen. 5% Deutsche RcichSanletbr . 4% Deutsche Reichsanleihe . Bl/ao/o Deutsche ReichSanleihe 3% Deutsche ReichSanleihe . Deutsche Sparprämtenanlcihe Lissabon 21,53 21,58 21,53 <1,58 81,50 2,212 4,88 4,206 4.20 Danzig. . . Konstantin. ?lthen. . . Canada. . 81,30 2,16 4,89 4,196 81,60 2,17 4,91 4,206 81,30 2,202 4,66 I 4,196 Uruguav . . 4.19 4,20 4.19 14.5 | 14 47 4 1 47,5 _ 209* 136' 136,5* 217* 216* 164* 165,5* — —— — 160,5* 132 — — 134.75 8.7 8,7 — ■» 149,6* 149,5* 94 92,62' — 84.5' — 149,2* — 161.7* — 155* 132* 133.7* ___ Danknoten. Berlin, 16 Septbr. (Selb Brief Amerikanische Note»..... 4,174 11,53 111.14 20,322 12,05 167,68 15,44 91,65 59,08 2,10 111,84 80,82 63,92 12,39 5.84 4,194 11,59 111,70 20,422 12,11 168,52 15,52 , 92,11 59.38 2.14 112,40 81,22 64,24 12,45 5.88 Belgische Noten ....... Dänische Noten........ Englische Noten........ Französische Noten ...... Holländische Noten ..... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... K'utsch.Ocsterr.Lioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten....... Svantsche Noten ....... Tschechoflowakische Noten .. Ungarische Noten ....... KinderrcUiing „Der Klane Coca oder IteUere (R^l.grutie! ein rassiger und ausgiebiger Edelkaffee, einer der feinsten, die überhaupt auf den Weltmarkt kommen. Echt blau Java, hocharomat. Mk. 4.80 Echt gelb Java, herb u. kräftig Mk. 4.40 Weitere Sorten von Mk. 2.40 bis 3.60 Unenigeitildj erhallen Sie eine Kostprobe von («sm vananen- Kafoo Reformhaus Kreuzplav 5. Wxuzu£r(poWmg und ßfnius JJaih£deÄau5(Huj haben muss; Ramabutkifd a RASSOL 1 gr. Fl. Mk. 1.75 mengen. Verlangen Sie nur echtes Raffol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engel- apolheke Gießen. Zu haben in allen Alpotheken. 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