Dntd mrd Verlag: vrühl'sche Univerfitütr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Seschäftsjtelle: Schulstrahe 7. ist schlechthin zu einer Idealgestalt deutschen 2elsms und deutscher Art. 2iese Auffassung vom Grafen Zeppelin, die in .inim weitere Kreise unseres Volkes drang und idrl Wurzel faßte, hat sich insbesondere nach dem uwtarenpn Krieg zum Glauben aller deutsch denken- md deutsch hoffenden Menschen gehärtet: Der »WHerschien allen alsBeispielund Ideal- l»!p des festen unbeugsamen Vertrau- «»>5 auf eine bessere und freiere Zu- II>r rt Deutschlands, die durch tatkräftige Ar- 64,1 mit eigenen Kräften heraufzuführen die Auf- cg-e unserer gesamten Nation ist. Zeppelin wurde iw; der Führer, der uns durch sein Beispiel die Cöi'gfjeit unserer besonderen Bestimmung auf ößiiti: Erde gab. eine positive geistige Leistung vollbrachte und seiner Ration eine Erfindung als Vermächtnis hinterließ, die einen außerordentlichen technischen und kulturellen Wert in sich birgt, und die zu erhalten und fördernd zu vollenden die D a n k e s p f l i ch t an den genialen Schöpfer in erster Linie gebietet. Gerade in einer Lage, die die Unterstützung und Anteilnahme aller Dolks'chichten erfordert, um das unvergängliche Werk lebensfähig zu bewahren, will es der Zufall, daß in manchen Kreisen wieder die alten Anzweifelungen des Wertes der Zeppe.sinschen Schöpfung erhoben werden. Man vergißt, daß das von vielen bevorzugte und allein gewertete Flugzeug sich seit dem Kriege fast ungehemmt entwickeln konnte, und daß das Luftschiff, das sich unterdessen mindestens ebensosehr vervollkommnete. von jedem Wettbewerb, abgesehen von der einen Amerikafahrl des Z.R. Ill, fast völlig ausgeschaltet blieb. Es ist heute unsere Pflicht, in erster Linie den großen Erfinder zu ehren, der uns ein Werk hinterließ, deren Möglichkeiten und Entwicklungs- umfang man heute kaum schon ganz übersehen kann. Graf Zeppelin hat sein Werk seinem Volke vermacht. Möge das deutsche Volk sich bewußt bleiben, daß dieses Geschenk auch verpflichtet, daß in seine Hände das Schicksal einer großen Kulturidee gelegt ist. Die Regierung wird ermächtigt, bis zum 30. November 1926 durch Dekrete, die im 21U- nifferrat beraten imd gebilligt wurden, die finanziellen Reform,..! und Währungsslabilisie- Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig,- für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20°,, mehr. (n)efrcbnklcur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriosi für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin: für den An« zeigenteil Hans Füstel, sämtlich m Gießen. iiliih ruWr g** SÄ iffK *- L-S S 6^* 68 ’Äi’W i , 902 bis 21. iart, Ajso: Ä!Ü lleto" t $" 'at-__ Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: vießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. BlenatS'Bejugsprets: 2 Reichsmark und 20 Keichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter« cheinen ejnzelnerRummern nfolge höherer Gewatt. rernsprechanschlüsse: :5chriftlettunq 112, Der« kg und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach« »Achten: Anzeiger Gietzen. poflscheckkonto: LrantfuN am Main 11686. 'N fürb l Men UnHn= .DerIehen U? ber= ?’Uni öen ihS' schönen Worten hat, prophetisch, ein Dichter, »Lio : Flaifchlen, schon vor einer ganzen Reihe 11001 fahren diesem Empfinden Ausdruck verliehen bin üerfen, die er dem Grafen Zeppelin in den legte: „Mein deutsches Volk, ich schenk' es dir! Es ging dir auch ja schon wie mir, auf manchem deiner Wege! Doch wo ein Wille am Werk, trägt's über den Berg, er sei so steil er möge! Und wenn man spottet auch und lacht, bleib treu dem, das dich groß gemacht, lach mit und sag: Verzag, wer mag! es kommt ein Tag, , an dem 's gelingt, ein Tag, an dem die Hülle sinkt, ein Tag, der euch zum Glauben bringt! Und sperrt man rechts den Weg und links, fürcht' dich vor rechts nicht, noch vor links, und sieg' es durch und zwing's! Kopf oben auf, die Hand am Knauf, mein deutsches Volk ... Sonn' auf!" * Leute steht es nun aber vielleicht so, daß uWe dieser Auffassung, so schön und wertvoll ß«e uw das deutsche Volk in seiner gegenwärtigen sein mag, ein wenig vergessen wird, daß dckttal^ Heros und Führer verehrte Graf Zeppelin | Ht. 165 Erstes 176. Jahrgang Samstag, 17. Juli 1926 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen 2ln meinen Erinnerungen an den Grafen Fe mehr sich die Oeffentlichkeit, nicht nur bei Mppelm und fern Kämpfen fmte ich folgende I uns, sondern auch in England und Frankreich, mit Aufzeichnung: „Die Landung war, wenn auch den bekannten Schriftstücken des Generals Walch Ititoimg, Io doch im ganzen glücklich getoefen. und dem Vorstoß gegen Generaloberst v. Seeckt -lur das Achterleil war in emem Daum hän- beschäftigt, desto mehr kommt man hinter die eigent« JtQr^C l'chen Zusammenhänge. Es kann keinem Zweifel c-n T5™1? unterliegen, daß man in England davon mindestens x em paar Mal auf ebenso überrascht war und heute noch ebenso un« Boten gestoßen. Da waren die Rippen ge- angenehm berührt ist, wie in Deutschland, und die JÜS? letzt unmöglich, das 9000 Aeußerungen der offiziösen englischen Presse sind Mogramm w eaende Schaff vom Fleck zu brin- deutlich genug. Offenbar hat General Walch ganz beschloß man, es awSemanber 3u schla- auf eigene Faust gehandelt, und zwar, wie S Stunden, nach- man namentlich in England vermutet, im Ein« ?A^B.uber oerständnis mit Marschall F o ch. Wenn bus letzte Rippen- man damit die geradezu unglaublichen Vorgänge in S m m fi<$ dufammen @crmer5f)eim und das immer schärfer he?vor« Ä^^?o"en von zerfetztem Dattonstoff rmd tretende herausfordernde Verhalten der französi« r s D0nrCQfFUmin?Un<3t7Il^CriaUae Besatzungstruppen in Rheinland und Pfalz IE# r/lC ?JiLI>Cnx r€in ^mutiger Qln- IM allgemeinen zusammenhält, dann kann man sich J rJU. ton. ber jahrelang ffajjje, begei- der Erkenntnis nicht verschließen, daß es sich um | systematisches Vorgehen handelt, das von einer || Ä' 8 miL5 bestimmten Stelle aus angeregt worden ist. Diese ( h -^bpelm selber aufrecht Stelle kann nur Marschall Fach und seine Um« H -n.b ruhig, und gab hm und wieder Anordnun- gebung sein ’ U Wer kann nachfühlen, was den Erfinder Botschafter v. Hoesch hat in diesen Taaen h»ennCma? °hi.n Entschluß gekostet eine längere silnterredung mit dem französischen ^bl zum Zertnimmem des Ministerpräsidenten sowohl über das IH nnrfileS&i ÜbnC Cln Menschen- Verhalten der fra,höfischen Desatzungstruppen ■ 'In ’nrxn 25»bolle sieben und über die neuesten Forderungen des Gene- ' ^at! Wer ahnt, was letzt in chm rals Walch wie über die Frage der Abkürzung i flm^fieS Mer Desatzungsfristen gehabt. Das ist nicht di? 1 Ä Ä £n erste ihrer Art, sondern es sind ihr unAhlige I En ff J?'Neffen, zedes Knirschen der vorangegangen. Immer wieder ist uns von Zeit kommen« ünd^L« L ^FolgNL DriaL . Ä allen Mächten auf Erden Trotz bietet, und erkenne und Abhilfe versvreche Das bat ■ I^Windbauck DeriidTten'1L?l^*Cntü€r'' bal [i<6 fci‘ Cw:arno' “Wo'U bald ■ Cs handett HA ™ ÄV. x»a in?mer wiederholt. Immer aber ist es auch b e i m W" u8nU[^fÄrSÖeÄ ^Ia-nne8 der hinter dem Werk kinnb I Lust zu machen. Aber ber alledem sollte Ä n^Welt mÄ man fa^ Ä aud) sranzösische Ministerpräsident ( »nfnrt aiI5 Tehten nwiwSv. ’ ^ut<3 etwas mchr Verständnis für die Lage des deut- j bunte, ein drittes Schiss ‘ Es war acht"Monate Dottes und für die Stimmung in Deutsch- I L-Jttr fertia und — fieate tc land haben. Wir müssen uns ja schließlich in Und damit wurde Graf Zeppelin uns Deut- ^^rlosigkeit darauf beschränken, Vor- ||ke mehr dls ein bloßer erfolarei-ber nnd nrn. Lä ^ngen zu erheben und, wenn fein anderes fc Mnbe? 4 tDwÄ nnlTTrÄZ; Mittel mehr Hilst, uns an die breite Oeffentlich- Ifm guten deutschen Kräfte. Er wurde uns v h t k I M deutsche Vorbild, ohne es sein zu wollen x Ä ..^°naten ungefähr findet die Ta- Mim Bild: wie es damals entstand' hkt sich »des V olker b vin d e s statt, bei der nun 3'M imd bleibend dem deutschen Volke eingepräg? auf genommen wer- — h starke echte Vaterlandsliebe, die sich eben- JS Driand muß sich selbst sagen, ? foorbl im Werk wie im Wort des unennüülich diie AlImosphare m Deutschland durch Vor- .1-b*iitenden kundgab. sein stets schlichtes be- I tol a^lc- längsten Zeit, für einen so ■ki-tene« und dabei so gütiges Wesen eroberten nicht gerade günstiger gestal- ifii die Liebe des ganzen Voltes und machten . öl(L ®ln9c letzt liegen, spricht is: schlechthin zu einer Idealacstalt deutschen I f^unsirn^ Eintritt J10^ jur unicrn Eintritt, nämlich der, daß wir dann als neues Mitglied in der Lage sind, durch unsere Vertretung in der Vollversammlung des Völkerbundes die Dinge zur Sprache zu bringen, die uns bedrücken und dadurch besser das Ohr der Welt gewinnen, als bisher. Herr Driand und seine Minister sollten aber auch ferner bedenken, daß sie selbst angesichts der finanziellen Schwierigleiten, in denen sie sich befinden, und des dauernden Abgleiten der französischen Währung alles vermeiden müssen, was in der übrigen Welt einen schlechten Eindruck machen könnte. Das Ermächtigungsgesetz in Frankreich. m. _ ... । Caillaux vor dem Finauzausschuft. neue Ä n f ft Fln iX Ju s'schen und Ländern, in denen eine Wiederherstellung der etwas neeianet ist do-- 9fn?ph»ü "Zeugen. Wenn Finanzlage notwendig gewesen sei, die Regierung Reaieruno?m Aimtnn^ bCr /^näosischen dahin gebracht worden sei, vom Parlament die n x £ * schädigen, so ist es der U e b e r t r a g u n g von Machtbefugnissen dettn ffÄI? fordern, um die für bie Finanzsanierung Maße fftP Don^beS *m notwendigen Maßnahmen durchzuführen. Von treu^Mu VhPn SiwnRAt ■ n r L“ FÄ’ Nachbarländern, insbesondere von 3el- irfif nirfiSt' fSinP nJJ Äbf6 C‘nx 0l4e r^6, g i e n, gegebene Beispiele hätten ihn in seiner mein mm0nn hei ftnnh Ä begründet zu sein, Haltung bestärkt. Caillaux gab alsdann einen XfT 5" Hond der letzten Ereignisse den kurzen äleberblick über die in der Begründung her Ä ber Gesamthaltung des Ermächtigungsgesetzes enthaltenen Destim- w- toS b°s Auftreten des Gene« mungen und erklärte, daß er gewisse Punkte ab- Urla^jb1 rnitreten^iinh^16 Cr -f?^. !cÖi ein^n längeren sichtlich etwas im Dunkeln gelassen habe, da Urlaub antreten und es wird die Vermutung aus« man ihm gesprochen daß seine zu unverdienter Berühmtheit fjanblunqsfreibeit ^in Abschieds. bei der Wahl der noUmbigen Mittel fnnfrn rtnrnm^Hinn 9°n3°n zugestehen müsse. Caillaux hat sich einer Havas- n dem Eintritt Deutschlands Meldung zufolge auch Über die Schulden a b- x\$U r5? cu d e n hat. Wir kommen von London und Washington ge- Cn' rorr- lur b'kse ^frt von Ab« äußert, deren Ratifizierung wenn möglich noch • rroIni9 A^stuudnis und wenig Gegen« vor Schluß der Session erfolgen solle, damit die Es wäre für alle Teile sehr viel Regierung chre Verhandlungen über die Er- esser gewesen, wenn General Walch e tutti quanti offnung von Krediten im Auslande gemäß 0 n 1,0 n g st sang- und klanglos sich nach den den Vorschlägen der Finanzsachverständigen fort- Orkus verzogen hätte. Nur ein setzen könnte. Auch Driand, der den Deratungen Mündlicher Wechsel im System und e i n e n e r g i« beiwohnte, griff in die Debatte ein und erklärte ajes Auftreten: bes französischen M i« sich mit Caillaux hinsichtlich der Rotwendigkeit n 1 e r p r a 11 ö e n t e n gegen seine intri» der schleunigen Verabschiedung des Ermächti- r 6 x C c11- ® ? n c t a I e können den Wandel gungsgesehes durch das Parlament solida- Ichassen, der für eine bessere Stimmung notroen« risch. Der Finanzminister antwortete hierauf auf 010 l*L zahlreiche von Ausschuhmitgliedern gestellte Fra- k, gen, worauf der Llusschuh mit 15 gegen 10 Stim- ttltGlUltO UHO OIC Kontro HOtC. men 6ei 13 Enthaltungen beschloß, IN die De- o . sprechung der einzelnen Artikel des Antrages 7" on d 0 n, 16. Juli. (WD.) Wie Reuter er- und der ihm beigefügten ‘Begründung einzutreten. la^rtr ‘Wfac die wiederholten Andeutungen, Der Text des Artikels 1 wurde sodann in fol- .D P16 a Kontrollkommission ohne Kennt- gender Fassung angenommen: ms der englischen Regierung an Deutschland in 1 Betreff der Abrüstungen Forderungen gestellt habe, lern tatsächlicher Grund vorhanden. Es scheint unzweifelhaft, daß ein S ch r i f t w e ch s e l zwischen der deutschen Regier.ung und der Kon- trollkommission erfolgt ist, aber dieser Schriftwechsel ist gänzlich aus den Forderungen V touAt n' vor einem Jahre an Deutschland gestellt wurden. Es ist keine Ab- we.chung von der bisherigen Politik eingetreten da Die fragliche Korrespondenz von dem Vorsitzenden der Kommission nicht aus eigener Machtvollkommenheit und ohne Dezugnahme auf seine Kollegen m der Kommission, wie dies berichtet wurde geführt worden ist. Rach der englischen Auffassung hegt in der jüngsten Handlung Deutschlands hinsichtlich der Abrüstung nichts um Forderungen vorzubringen, wie sie in einem Seil der deutschen Presse berichtet worden sind obgleich es richtig ist. daß man in einigen Krei- rst, Deutschland hätte bei seinen Maßnahmen schnellerzu Werke gehen können. °N »enC®raf"n3 3abr- lOtebvlväb rt. 142ßd SCHUHE BIS €RMA'5$8GT in prima weißem Leinen mit Lederabs. und über« zog. Holzabsaß, solide Verarbeitung, konkurrenzlos »82a Sirümpie». Sorten Herrensocken von 0.75 Gießen, Seltersweg 91 Daß die halbstündige Kafseepause nutzbringend gewandt wurde, bedarf kaum der Erwähnung. chenrat Trommershausen von Frankfurt mit seiner geistvollen Predigt über 2. Korinther, Kap. 4, In allen modernen Farben und Mustern: la SeldenflorsfrUmpfe t. Damen 1-55 la heilbarste Waschseide v. 2.95 soll, an» Ernennung Bismarcks zum Ehrendoktor der theol. Fakultät und kommandierte einen Salamander auf He Ludoviciana. — Roch lange leuchteten die Kirchliche Nachrichten. Evangel sch« Gemeinden. Sonntag, den 18. Juli. 7. n. Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8: Psarrass. Schultheis. ;en, und in zwei herzan» „ „ . , m 93 gab Missionsdircktor Schmidt von Barmen erschütternde und reizvolle Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 17. Juli. 4'1 und 7 Beichte Sonntag, 18. Juli. 8. Sonntag nach Pfingsten. 6'/, Beichte, 7 Messe, Kom. der Jungfrauen und Hausangestellten, 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 2 Andacht, 3 Ftrmungüunter- richt für auswärtige Firmlinge. — Grünberg. 9'/, Messe mit Predigt. — Hungen. 8 Messe mit Predigt. — Laubach: 10 Messe mit Predigt. — Ltch. 10 Hochamt mit Predigt. Kopfschmerz. Migräne Neuralgie Zahnschmerz Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Gewerkschaftsbund der Angestellten: 8 Uhr, „Hessischer Hof", Monatsversammlung. — Gießener Ruder-Gesellschaft: 9 älhr, Bootshaus, Generalversammlung. — Ruder-Klub „Hassia": 8.30 injr, Bootshaus, Mitgliederversammlung. — Bavaria: 8.30 ^!hr. Vereinslokal. Generalver- Kirche und Schule. * Holzheim, 16. Juli. Unser Missions« f e st am Mittwoch gestaltete sich zu einer ausgedehnten Wallfahrt. Aus mindestens 12 Orten der Umgegend strebte man dem Festort zu. Der Frauen- gleich Christenlehre für die Reukonfirmierten a d. Markusgcmeinde. 9".,.-Pfr. Mahr. - Johannes- kirche 3: Pfr. Ausield Zugleich Christenlehre f. d. Reukonfirmiert, a. d. Johannesg. 91/,; Pfr. Dech- tolsheimer 11: Kinderkirche für die LukaSgemeinde. Pfr. Bechtolshsimer. - In der Reuen Aula. Borm. 11' 4: Universitäts-Gottesdienst mit predigt Prof. Dr. Cordier. — Kirchberg. 10; 11: Christenlehre f. d. Konfirmierte, weibl. Jugend, nachmittags I'/,: Mainzlar. - Wieseck. 9'/,: Vic. Laun-Gießcn. Christenlehre. - Watzenborn-Garbenteich. Watzen- born-Steinberg: 1 mit Christenlehre Garbenleich: Melodien auS der Oper „Faust." (Herr Wa - n i h e cf), die Fantasie aus der Oper »Der Trom- peter von Säckingen" und das »Zwiegespräch der Klarinette und Oboe" (Herren von Ob st - selber und Schubert) recht beifallsfreudige Aufnahme Der Abend brachte den Besuchern einige angenehm-unterhaltende Stunden. Der mit jedem Konzert sich steigernde Besuch legt Zeugnis ab von dem Anklang, den diese Veranstaltungen unserer Reichswehrkapelle in der Bürgerschaft fortdauernd finden. Bei itrovamlle Bilder von der Notwendigkeit und den Erfolgen der Heidenmission. Die Rheinische Mission hatte 1914 halb soviel bekehrte Eingeborene auf allen ihren Gebieten als jetzt, und hat jetzt nur halb soviel Einnahmen als vor dem Krieg, ein gefährlicher Zustand, der nur im Glaubensgehorsam aller Missionsfreunde überwunden werden kann. Möge ihre Zahl und ihr Liebeseifer sich verdoppeln! — Die beim Fest mitwirkenden Chöre (Posaunenchor und Gemischter Chor von hier) trugen Erhebung in alle Glieder der hörenden und mit einstimmenden Gemeinde. Die Spende für das Missionswerk betrug 731 Mk., ein Betrag, der im Vergleich mit den Kosten weltlicher Feste kaum ins Gewicht fällt, aber für Zeit und Ewigkeit kostbare Frucht schaffen i Saterland vorbildlich für die Studentenschaft 6e- J ^aue. kKZL * fallt li* , . vtoatlnji ?n’anfi?ö(eit. "Ä j?,tn Ifi N'uniML ’M , . ^oaiKtn, 8t m M leinen btrt> *• °ll«rS sehen. ii den $C|ümmungj- lfalich! Aber auch h ’Sfncn Gören, die to mit Delchlao klcon ^aat mit den beit« >n schon die ganze 3r usterlen, auch die sti Ziel ihrer Dün'Ä »ich andern nicht de n. Sv denkt der Ohe I ist er nebenbei «faj. oliv er ijt ki welchen seine M« i, zu meiden, fitafcj entleert sich zierlj übt den Idealisten l den Ort. Da liegt- undüch toirfenbe# H- erhaupt sehr txtlodr er Idealist, Mieder chi in Unfcnntnii M en Intel bestellt k g vor! „Dedauere o ir ertvarten noch n Sie nnS gestv?^ gerlid), es halte Io Ir für aufging, achrkei reis billig Das k,; am tr.. Ja äeben..Utowß W tt Ott wM mnbn- i ihn, weite W Luge, daß Panstma ' ists gut sein, wenn r: köpf hat, Io « Aach einer Stund«,. Ich wand're still, ' "fragt der Seufzer t i es zurück - - « dem ungastlichen Ott ! ndwo wird s doch X jot die Station vor - ht wird dem 3bcaL prücben, jolf* ' s Dlaue zu bunt. -i" Diedet zumS, r ibchen, und Wtt e^ mel hat ein etwas w em Privatlogis 'st f qer Jaum Ire • , ilchenbmg tf S obren grinl^ Istaot blM W h , tretendem tt Hebenfo vollkowEE "ennls? 'Bttfflicte^ nete .< Unb / ries 3'5 e ^Asache? r die ern> t, Io JJ dem,?' ywerzl'ch J-Gidijeiti? “ 'S -.die «Äl in *■ Ln und gl»-' eriU^m5t6 .hlb Sie < uMA teils 0”; tSt» v-M ne W L ft io wJ 'toA pi^n,uf ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten im Aulweg entlang der Oberhes- fischen Werkstätte ist der A u l w e g' zwischen dem Schiffenberger Weg und dem Riegelpfad vom Polizeiamt bis auf weiteres für jeglichen Fährverkehr gesperrt wotden. ** Aufgehobene Straßensperre. Die vom Polizeiamt Mitte Mai angeordnete Sperrung der Straße „An der Wart e", zwischen Leih- geftemer Weg und Friedrichstraße, ist jetzt wieder aufgehoben worden. ** Oberhessischer Kun st verein. Um den Besuch der Ausstellung in den Sommerwochen zu erleichtern, sind die Ausstellungsstunden in teilweiser Abänderung der bisherigen Zeiten wie folgt festgesetzt worden: Sonntags, Mittwochs, Freitags von 11 bis 1 Uhr, Montags (bisher 11 bis 1 Uhr) und Mittwochs (bisher 3 bis 5 Uhr) jetzt an beiden Tagen von 5—7 Uhr nachmittags. (Siehe Anzeige.) ** Personalien. Ernannt wurde der La'nd- wirtschaftsrat an dem Landwirtlchaftsamt zu Mainz Dr. Richard Gör lach mit Wirkung vom 1. August an zum Landwirtschaftsrat an dem Landwirt- chaftsamt zu Lauterbach. — In den Ruhestand ver- etzt wurde der Jnftitutsdehilfe am zoologischen Jn- tiiut der Landesuniversität Heinrich Müller in Gießen auf sein Nachfuchen mit Wirkung vorn 1. September ab. ** Sein 25jöhriges Arbeitsjubi - läum feiert heute der im EafZ Hettler beschäftigte Karl Weichsel. Seitens seines 2lrbeiigebers und feiner Mitarbeiter wurde der Jubilar beglückwünscht und mit Geschenken bedacht. ** Von einem Fuhrwerk ü ber fahre n wurde gestern nachmittag das 3 Jahre alte Söhnchen des zur Zeit in Rodheim a. d. Bieber wohnenden Generaldirektors Dr. Gail von Gietzen. Das Kind befand sich auf einem Esel reitend, in Begleitung eines Fräuleins auf der Ortsstrahe. Gerade in dem Augenblick, als ein Fuhrwerk vorüberfuhr, stürzte der Kleine von dem Esel und fiel unter den Wagen, von dem er überfahren wurde. Das Bübchen wurde sofort in die chirurgische Klinik in Gietzen überführt, wo sich herausstellte, daß die Verletzungen glücklicherweise nicht lebensgefährlich sind. Das Befinden des Kleinen ist den Llmständen entsprechend befriedigend. •’ Der Derbandstag der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Giehen findet am 1. August in Lollar statt. Die Motorspritze des Kreises soll bei dieser Gelegenheit vorgeführt werden. ** Das5. Ahonnementskonzert unserer Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Löber, das am Donnerstag im „Philosophenwald" stattfand, war trotz des wenig günstigen Wetters und der durch die Riederschläge stark aufgeweichten Wege überaus gut besucht. Das Konzert wurde wieder als Streichmusik ausgeführt; das abwechslungsreiche Programm gelangte in flotter Weise zum Vortrag. Sämtliche Darbietungen lösten lebhaften Beifall aus; vor allem fanden das Violin-Solo Rüben 15 Pf. das Pfund. Der Vismarckturm auf der Hardt. Am morgigen Sonntag liegen 20 Jahre hinter uns. seit der Grundstein zu dem wuchtiger» Steinbau auf der Höhe des Hardtbcrges bet Gießen gelegt und damit Dem Gründer des Deutschen Reiches auch in Gietzen ein Denkmal gcs.tzt wurde. Eine Reihe von Jahren ging vorüber, bevor auch Gießen da- Andenken des Mannes durch ein Denkmal ver- 'örpern konnte, der nach den Siegen der Fahre 1270/71 dem Deutschen Daterlande das feste (Seime gab, daS leider nach knapp einem halben Jahrhundert auf tragische Weise gelockert wurde. Das hat niemand von denen geahnt, die am Abend deS 29. Juli 1905 mit der Gietzener Studentenschaft nach der Hardt zogen, um der Srundsteinlegung zu dem schlichten, aber nackigen Dau beizuwohnen. Es waren bei AuS- ührung deS Werkes mancherlei Schwierigkeiten >u überwinden, aber dank dem Opßersinn der Studenten und einiger Gietzener Bürger wurden 'ie überwunden. Der nach dem Entwurf des Baurat Decker, aus heimischem Gestein errich- rete, 12 Meter hohe Turm erforderte 12 000 Mk. Baukosten; 9000 Mk. brachten die Studenten auf, Äet Rest wurde durch Zuwendungen beschafft. Die Plahfrag« war ebenfalls nicht leicht $u losen, aber der ReichStagsabgeordnete H e y l t - Senstaedt und Brauereibesiher Dichter fielt- ■en das Gelände zur Verfügung, ersterer dadurch, Satz er für schweres Geld einigen Heuchelheimer Landwirten die Grundstücke abkaufte, letzterer . ^aichnete, damit sie gerüstet seien, wenn dereinst fr er Ruf erschalle: „Parati literis et armis“. — Es folgten Reden der Vertreter der Sludentenschast, 5 es Oberbürgermeisters Mecu m, der das Denk- mal in J^n Schutz der Stadt übernahm. Bei dem folgenden Kommers erinnerte Geheime Rat Dehn gh el an die am 10. Rovember 1888 erfolgte Dam.-Spöngenseh., beigeu.holz/arb., I Schwarze Herrensllefel, Btndbox, weiß ge» I Eleg. brauner Herren-Halbschun, la Rind- echt Cnevreau mti Komfesse - Absatz | dopp., Ringsbesatz od. runde Form m. 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Beileidsbesuche dankend verbeten. Gute 8ahr- u. Milchkuh srtichinelkend zu ver- In tiefer Trauer i. N. d. H. jeglicher Art kann jederzeit an dem Neubau Georg Philipp- Gailstraße 12 abgeladen werden. Anna Egly geb. Kramer. Gießen, den 17. Juli 1926. Die Beerdigung findet Dienstag, den 20. Juli, 3 Uhr, auf dem Alten Friedhöfe statt Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu Am 14. Juli verschied infolge Unglücksfalles meine gute Frau, meine liebe Mutti, unsere einzige Tochter und Schwester, Nichte und Schwägerin EdithCollin geb. Denninghoff im Alter von 26 Jahren. Donnerstagabend boIö?ne Btoidie verloren (oor der Resrr. Philosophen- wald). Da Andenken geg. gute Belohnung abzug. Scblpkipaß, BahnhoIatraBe. 0lW8 "1, . . I Gut möblierte Vermietungen || Woh„- und Heute morgen 6 Uhr entschlief sanft nach langem, schweren, mit Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Bruder und Schwiegervater Herr Fritz Egly, Zigarrenfabrikaot im 59. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: an Anncncea-Expefl. weil zu eng, zu ver- wd, kaufen. 04977 "'D'Hammttrafte 8,11. Gut erhaltenes üiWtftt preiswert zu ver» Montag. lv. Juli, abds.8'/«UKr vünftL 6eW#W Antreten um 8 Uhr am Spritzenhaus, ■.«ne Da» Komniaado. Umstände halber zu verkaufen. 04963 Ludwig Rudel, Rodbeim, Post Hungen. (Verschiedenes LIMA in Latein und Französisch wird erteilt. Schrift!. Angebote unter 04964 an den (Siebener Anzeiger. Heute abend 11 Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Bruder Herr Ludwig Luh V. Werkstättenarbeiter i. R. im nahezu vollendeten 86. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Familie Ludwig Luh IX. Familie Karl Luh IV. Familie Wilhelm Luh IV. Für die vielen wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme, für die überaus zahlreichen Blumen- und Kranzspenden, für die lieben, trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Müller, sowie für die Kranzniederlegung und die ehrenden Worte des Herrn Direktors der Heil-und Pflegeanstalt, Herrn Med.-Rat Dr. Oßwald, anläßlich des Heimganges unseres teuren, unvergeßlichen Entschlafenen Herrn Heinrich Völsing Lehrer i. R. sagen wir allerherzlichsten Dank. Marie Völsing Bürgermeister Dr. Völsing und Familie. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen um 10 Uhr meinen herzensguten Mann, unseren treusorgenden Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Landwirt Heinrich Wagner III. nach kurzem schweren, mit Geduld ertragenem Leiden, nach vollendetem 48. Lebensjahr, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Allendorf (Lahn), den 16. Juli 1926. Die Beerdigung findet Montag, den 19. Juli, nachmittags 3 Uhr, in Allendorf statt. 06007 • Tüchtiger erfahrener Kaufmann sucht sich an solidem Unternehmen mit JUt 15000.— gegen Sicherstellung tätig zu beteiligen. Schriftliche Angebote unter 5972V an den Gieftener Anzeiger erbeten. Kräftiges !Mn für vormittags für alle Hausarbeiten sofort gesucht. 0,060 Frau E. Haas, Crednerstrafte 12 I. Sonntag, 18. Ault, abends Vi9 Uhr, Frankfurter Hosr Gemütliche ZlWMükllllst. Der Vorstand, Regimentsappell Inf. Reg. 160 Es wird darauf aufmertsamgemachr, daftd. ehern O.NHem. Inf. Reg. Nr. 160nut 11., 12. und 13. Sept. 1926 in der ehemai. GarnisonBonneiuen RegimentSapvcll veranstalt. DieRegt- ments-Angehörigen der hiesigen Gegend werden gebeten, ihre Teilnahmezusage schon rechtzeitig an Herrn Hauptmann Baumann, Essen» Bredcnev,Talbogen 6 zu geben. M7iss Wilhelm Fenner, Bieber b. Rodbeim Ich beabsichtige 5 Auswertungs- Hypotheken über G.M. 4 000.-, 5 000.- u. 7 000.- zu verkaufen und bitte Interessenten um Vereine iiiilortaog. 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Es ist eben gehemmt und gefesselt und die letzte Karte bleibt, dah Abessinien, in einer Unabhängigkeit bedroht, im September in Kens die ganze Sache mit sraiuösischer Unterstützung aus das Tapet bringe. Aber auch da ist man schon bereit. dieser Beschwerde will man entgegenhalten, dah Abbessinien verbotenen Handel mit Waffen und Sklaven treibe. Die englische Politik aber manövrierte unglaublich geschickt: Die Türken schreckten sie mit Mussolinis Orientplan und so gewannen sie die Zustimmung der Türkec zum Abkommen von Mossul, Italien wiederum wird für seine Haltung zum Mossul- abkommen mit dieser abessynischen Abmachung entschädigt? Das Abkommen zwischen Caillaux und Chur» chill, das Frankreichs Schulden an England endgültig regeln soll, nachdem vor einem Jahr der erste Anlauf gescheitert ist, ist sicherlich in mancher Beziehung für Frankreich günstig, namentlich in der Hauptsache, in der Summe und den Zinsen selbst, worin auch England, wie das Nordamerika tut, einen Rachlah gewährt hat. Damit dürfte denn auch das englisch-amerikanische Schuldenverhältnis in eine neue Phase treten, insofern damit der Grundsatz der bekannten Bal- four-Note aufgegeben wird, dah England nur so viel von seinen Schuldnern fordere, als es selbst an Amerika zu zahlen verpflichtet sei. Aber das wesentlichste hat Caillaux nicht erreicht, oder es liegt noch in weitem Felde. Ersteres bezieht sich auf den französischen Wunsch, dah Frankreichs Zahlungen unmittelbar in Zusammenhang, in Abhängigkeit von Frankreichs Einnahmen aus dem Dawesplan gebracht werden mühten. Das lehnt Rordamerika reael- mäßig ab. Das hat auch England abgelehnt. Das allgemeine Versprechen einer Prüfung der französischen Verpflichtungen, wenn Deutschland in Verzug gerate, ist dafür kein Ersah. Andere Spezialpunkte, wie das französische Golddepot bei der Dank von England lassen wir beiseite. Die Hauptsache ist ja doch nicht das Abkommen selbst, sondern das Abkommen als Voraussetzung für Dalutakredite und für ein Zusammenarbeiten der Zentralbanken, mit denen der Frank. bann gehalten werden soll. Auf letzterem, auf der Aussicht und Hoffnung auf Anslandkredite ruht Caillaux' ganzer Finanzplan, der in dem sogenannten Sachverständigen!) ericht ausführlich dargelegt tst. Dieser Bericht ist sehr sorgfälttg, s^hr offen. Er reiht den letzten Schleier von dem bodenlosen und unverantwortlichen Finanzschwindel, in dem sich Frankreich sieben Jahre selbst betrogen hat. Er gibt die Hoffnung auf, dah der „boche" alles bezahlen werde, und stellt die Finanzreform auf die Rotwendigkeit eigener französischer Opfer ab. Vieles in der Krittk und in den posittven Vorschlägen kommt uns außer- ordentlich bekannt vor. Alles das haben wir seinerzeit auch in Deutschland gehört und versucht. Aber sucht man nach den Mitteln, mit benen diese Reform durchgeführt werden soll, so sind das: Eine Amortrsationskasse für die schwebende Schuld, Steuern, eine Liebergangsinflation, und -AuslaNdanleihekredite der Dank von Frankreich und andere Kredite. Von einem Entschluh, die Krisis im Wesen zu fassen und. so schwer es ist, zu überwinden, wie wir es 1923 getan haben, ist noch gar feine Rede. Auch das Ermächtigungsgesetz, das Caillaux jetzt anstrebt und das er längst nicht in dem von ihm gewünschten Mähe erhielt, auch das läßt in keiner Weite Möglichkeiten offen, wie sie vom Reichsfinanzministerium Luther dann in der dritten Steuernotverordnung ergriffen tourben. Herve sagt ganz ergeben unb erschrocken von dem Sachverständigenplan, bah das eine „Roßkur" sei, mit der die Sanierung erlauft wurde Was Deutschland 1923 machte, war eine Rohkur, hat unzählige Existenzen vernichtet, aber Deutschland gerettet. Was Frankreich hier anstrebt, ist ein Versuch, den Pelz zu waschen, ohne ihn nah zu machen. Caillaux hat den Zusammenhang zwischen Auslandkrediten, die natürlich für Frankreich ebenso notwendig sind, wie sie für uns damals notwendig waren, unb Schuldenanerkennung absichtlich im Unflaten gelassen. Die Mehrheit der Kammer ist ja heute noch gegen bas Abkommen von Washington, in dem die französischen Schulden an Amerika anerkannt worden sind. Wan reitet noch darauf herum, daß Frankreich ja mit seinem Blute längst bezahlt habe und dah es, wenn es schon Gelb bezahlen müsse, nur eben das aus Deutschland bekommene weitergeben dürfe. Solange man darin verharrt, kommt man nicht weiter! Gröhe Kredite aus England unb Amerika sinb für Frankreich an bic .Anerkennung seiner Schulden in förmlichen Abkommen gegenüber diesen Staaten gebunden Wenn man will, kann man das als den Dawe^plan für Frankreich bezeichnen. Die drei Finanzgewaltigen, Strong, Rorman und Gilbert, die sich eben an der Riviera getroffen haben, sind sich darüber ganz einig: Anerkennung der Schulden, bann Hilfe zur Sanierung. Sowohl England wie Amerika sind bereit, Frankreich zur Sanierung zu Helsen. Aber der Weg dazu führt nur durch das Tor der Anerkennung dieser Schuldenabkommen, wobei ja Frankreich wieder sieht, daß es materiell auf erheblichen Rachlah rechnen kann, wenn es formell sich dieser Anerkennung unterwirft. Und wenn die Finanzgewaltigen der Welt auf dieser formellen Anerkennung bestehen, so wissen sie sehr genau, was sie damit wollen. Diesen Zusammenhang kennt und begreift natürlich auch Taillaux. Aber noch ist er nicht stark genug, seine Kammer zu dieser Erkenntnis zu bringen. Trotz Sachverständigenbericht und Vertrauensvotum und ttotz seines Abkommens von London unb auch ttotz der unzweifelhaft sehr großen Fähigkeit von Caillaux halten wir die Aussichten auf baldige Sanierung des französischen Franken nicht für groß, Unb das ist sehr unerfreulich für Frankreich, aber auch für Europa und für Deutschland. Denn außer Schiebern und Spekulanten kann in Europa niemand ein Interesse daran haben, daß der heutige französische Wirrwarr noch lange weitergeht, der ein wesentliches Hindernis auf dem Wege zum europäischen Wiederaufbau ist! Der 7. Nassauische Bauernlag. * Herborn, 16. Juli. Die Vorbereitungen zu dem 7. Rass attischen Dauern tag vom 17. bis 20. Juli in unserer Stadt sind abgeschlossen; sie verbürgen den Besuchern einen befriedigenden Verlaus der Veranstaltung. Am Samstag wird unter Mitwirkung zahlreicher hiesiger Vereine ein Begrüßung-abend stattfinden. Sonntag bormittag werden die Maschinen- und Imker-Ausstellung, sowie die Geflügelschau ihre Pforten öffnen. Anschließend wird in der Festhalle die V e r - treterDerffammlung der Dezirksbauern- schaft für den Regierungsbezirk Wiesbaden und für den Kreis Wetzlar ftattfinben. Hier werden die Präsidenten des Reichslandbundes, Graf Kalkreuth und Reichstagsabgeordneter Hepp sprechen. Sonntag nachmittag sindet Volksfest statt, verbunden mit einer Festspielaus- f ü 5 r u n g. Am Montagnachmittag wird ein Festzug mit nahezu 50 Wagen und Gruppen den Zuschauern einen reizvollen Anblick bietens besonders wird der historische Teil des Zuges die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich lenken. Für den Dienstag sind Ausstellungendes Pferdezuchlverbanbes, des Wcsterwälder und Vogelsberger Züchttrvereins und des Ziegenzuchtverbandes vorgesehen. Diese Ausstellungen werden erstklassige Tiere in großer Zahl aufweisen. Der Besuch sämtlicher Darbietungen ist zu empfehlen. Mehmarkt ober Mehhof in Gießen? Zu unserem Artikel unter dieser Ueberschrift in 'Jlr. 159 vom 10. Juli wird uns von dem Siadtt. Balzer geschrieben. „Die Ausführungen des Artikelschreibers berühren ein sehr wichtiges Gebiet im Wirtschaftsleben der Stadt Gießen. Der V i e h m a r k t, früher der bedeutendste für Oberhessen und Umgebung, liegt nun schon lange still, während die Märkte in Wetzlar unb Kirchhain abgehalten werden. Es müssen daher alle Hebel angesetzt werden, daß diese Märkte wieder stattfinden, soll Gießen nicht seine Bedeutung als Zentralpunkt ganz verlieren. Dies liegt sowohl im Interesse der Stadt selbst, als auch des Handels und der hiesigen @e schäftsleule, die die Steuerträger sind und durch den Ausfall der Märkte schwer geschädigt sind. An einen Viehhof ist in den nächsten Jahren nicht zu denken. Die Kosten sind hierfür vorläufig nicht aufzubringen, auch dürfte die Platzfrage erst nach Ausführung der Lahnkanalisation und unter Berücksichtigung der weiteren Entwicklung der Stadt in der Zukunft gelöst werden können. Ein b ringe n b e 5 Bedürfnis liegt zudem nicht vor. Wie die früheren Märkte bewiesen haben, sind Stallungen reichlich vorhanden, ba bei ben hiesigen Stallbesitzern zirka 1000 bis 1200 Stück Bi eh eingestellt werben können, bazu kommen die Stallungen der Umgegend, Wieseck, Heuchelheim usw. Es liegt also kein Grund vor, andere Unterstellungsräume zu schaffen, die zudem große Kosten verur- fachen werben. Es geht boch nicht an, einen Ausnahmefall als Regel anzusehen. Was die Frage der Maul- unb Klauenseuche anbetrifft, so bürste beim Unterstellen bcs Viehes in ben einzelnen Gehöften die Gefahr der Weiteroerbreitung der Seuche erheblich geringer fein als bei einem Viehhof. Deshalb Viehmarkt und keinen Viehhof." • Der Einsender sagt mit Recht, daß es sich biet., um ein sehr wichtiges Gebiet unseres heimischen: Wirtschaftslebens handelt. Deshalb muß diese Frage auch mit der größten Gründlichkeit geprüft werden. Oberster Gesichtspunkt muß dabei fein, daß bei aller Würdigung des Einzd- interesses — das ja für den Einsender selbst hier nicht vorliegt — doch das wichtigere Interesse der Bürg er gesamt he it den Vorrang besitzt. Von dieser Grundlage aus möchten wir zu den Ausführungen des Einsenders einige Anmerkungen machen. Zunächst ist es nicht zutreffend, toenn der Einsender behauptet, daß „bic Märkte in Wehlär unb Kirchhain abgehalten werben." Diese Märkte sind wegen der Maul- und Klauenseuche seit einiger Zeit ebenso verboten wie die Gießener Märkte. Unsere Rachbarstabte haben also in dieser Hinsicht nichts vor uns voraus. Daß alles getan werben muß, um bic Markte toieber stattfinden zu lassen, wird von allen verantwortungsbewußten Stellen als selbstverständlich angesehen. Die Freigabe der Märkte seitens der Dekerinär- poltzei ist jedoch abhängig von der völligen Beseitigung der Seuche. Zu den „Steuerträgern“ zählen wir neben dem Handel und der Geschäftswelt auch noch das große Heer der Angestellten, Beamten und Arbeiter, sowie bic Angehörigen der freien Berufe, die durch ihre Außenpolitische Umschau. Von Professor Dr. Otto H o e h s ch, M. d. R. Am 12. Juli unterzeichneten Caillaux und Churchill das neue englisch-französisch c Schuldenabkommen. Am 13. wurde zwischen Briand unb Primo bc Rivera das spanisch-französische Marokkoabkommen vollzogen. Bedeuten beide Abschnitte wirklich einschneidende Erfolge für Frankreich und Sicherung des Kabinettes Briand-Caillaux? Das Marokkoabkommen ändert an den bestehenden Marokkoverträgen nichts. Beide Staaten haben in ihrem Rahmen die Reuvrdnung allein für sich getroffen, die Grenzen zwischen den beiden Zonen, der spanischen unb französischen, angelegt. die Küstenüberwachung und was sonst zur Aufrechterhaltung der Ordnung unt) des Friedens notwendig ist. Das Abkommen bedeutet für Spanien, daß es nun seine Zone auch toirf- sich im ganzen besetzen und verwalten muh und sich nicht mehr auf die Küste beschränken fonn. lieber Abd e t Krims Schicksal ist insofern entschieden, atö er nach Madagaskar ober einer in der Rähe gelegenen Insel deportiert werden soll. Bei der Unterzeichnung sprach Briand die Hoffnung aus, daß dies Abkommen das erste in einer Reihe von Vorträgen zwischen beiben Staaten zur Festigung der Freundschaft zwischen beiden -innen sein möge. Das war keine selbstverständliche Redensart. Denn Spanien erkennt die Gunst der Lage jetzt gar wohl unb sieht nicht ein, warum es sich unbebingt an die französische Politik fesseln lassen soll. Es hat bestimmte Wünsche in bezug aus Tanger und in bezug auf den Völkerbundsrat. Sein Königspaar war in Paris, aber bann auch in London, unb in London hat König Alfons mit den englischen Staatsmännern über diese Frage gesprochen und so die Sang erfrage mit der Völker bundsfrage verkoppelt. Er deickt sich das wohl Io. daß Spanien gegen das Versprechen, im September ganz neutral und still zu fein und die Völkerbundstagung glatt vorüberziehen zu lassen, Entgegenkommen in bezug auf die nordafrikanischen Wünsche erhäll. Gleichzeitig hat Italien plötzlich das Tangerstatut, das es bisher noch nicht ratifiziert hatte, anerkannt, dafür aber die Frage Tunis gegenüber England unb Frankreich zur Diskussion gestellt. Das neue spanisch-französische Abkommen also gewiß ist ein Erfolg, insofern es das politische Siegel auf die glücklich zu Ende gebrachte militärische Unternehmung gegen Abd cl Krim drückt, eine Unternehmung, die ja ganz vornehmlich durch Frankreich so ausgelaufen ist. Aber das Unternehmen hat sich damit politisch ungemein verbreitert: Marokko, Syrien, Tanger, Tunis, Dölkerbundsrat und Abessynien. Immer mehr zeigt sich eben, dah eine neue Aus- einanders e hu n g um Rordaf rika und das westliche Mittalmeer heraufzieht. In dieser . t .Frankreich durch seine inneren Verhältnisse gefesselt und isoliert, zur Defensive gezwungen, unb, wie man bemerken kann, sogar Spanien löst sich etwas von ihm. Ihm gegenüber stehen England, das eine erstaunlich egoistische und geschictte Politik macht und Italien, das seine bekannten Kolonialwünsche vorwörtsbringen will. Dabei dreht es sich um Abessynien, bekanntlich einen unabhängigen Staat, bet seit 1923 im Völkerbund ist unb alle aus bieser Zugehörigkeit ssiehenden Sicherheiten doch haben müßte. Im Vertrag zwischen England, Frankreich und Italien von 1906 ist auch Abes- syniens Unabhängigkeit ausdrücklich anerkannt worden. Seit 1919 aber verhandeln England unb Italien, wie ein englisches Weihbuch gut zeigt, über, auf beutsch gesagt, eine Teilung dieses Landes in Interessensphären. Das haben sie soeben abgeschlossen, inbem England den Tana-See erhält, der als Quellgebiet des Blauen RilS von größter Bedeutung für den Sudan und Trinkt das gute Mainzer Aktien-Bier! ■■ ik. -l.. a I o alnlmim iurbpn F.innrthli'.rA Zu in selben Preise wie die einheimischen Exportbiere MW» WWWWW zu müssen. — Die so schon begonnene Reise hat eine höchst unliebsame Unterbrechung erfahren. Aber »glücklicherweise dauert die Seekrankheit meist nur ein paar Stunden, höchstens ein paar Tage, dann können sich die Reifenden wiederum ungestört dem Genuß der Meerfahrt hingeben. Welches sind nun die Ursachen der See- krantzeit, die ihren Ramen zu Unrecht trägt? Sie ist nämlich gar keine Krankheit im eigentlichen Sinne des Wortes: sondern nur ein Mangel an Gewöhnung, der glücklicherweise von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen nach kurzer Zeit ausgeglichen wird. Denn die Gewöhnung an die seekrankhettauslösenden Schaukelbewegungen des Schisses tritt meist schon nach Stunden oder nach Tagen ein. Allerdings gibt es eine gewisse Zahl von Menschen, die von vornherein gegen die Schiffsbewegungen unempfindlich sind: und andererseits wiederum Personen, die überempfindlich sind unb bleiben, bei denen sich also die Gewöhnung nur schwer und bann noch höchst unvollkommen einstellt. Schließlich reicht ja auch die übliche Gewöhnung der normalen Menschen bei hvchgehender See in vielen Fällen nicht aus. So berichtet die Historie, dah die berühmten Seehelden Tegethoff und Relson angeblich niemals die Seekrankheit völlig verloren haben. Wie der Wiener Privatdozent Dr. Abels in einer medizinischen Fachzeitschrift ausführte, treffen die ungewohnten Schaukelbewegungen des Schiffes den Gleichgewichtsapparat im inneren Ohr, die die Empfindungsnerven der Haut, die im Innern des Körpers gelegenen Nervenappa- rate, die Lage und Stellungsempfinden vermitteln, und schließlich auch den Sehapparät. Das Ausmaß und die Zusammensetzung der Reise ist zu Beginn der Seefahrt derart ungewohnt, daß bic Rerven hierauf eben in anormaler Weise reagieren. Die Erscheinungen beim Stampfen und Schlingern des Schiffes gehören übrigens in das gleiche Gebiet wie die Störungen auf der Eisenbahn, im Flugzeug, im Karussell usw. Erst wenn der nervöse Apparat des Körpers gelernt hat. sich den neuartigen Reizen anzupassen, wird lustig flattern. Sie fühlen sich beide unendlich wohl: eine breite Sperre legt das unendliche Meer zwischen das junge Paar und die „lieben Verwandten". Auf einmal bemerkt „sie" ein sonderbares Unbehagen, das aber schnell wieder vergeht: auch „er“ fröstelt ein wenig: bald sehen bei ihr die unangenehmen Gefühle — diesmal stärker — wieder ein: die Unterhaltung stockt: bei beiden treten Schwindel und Kopfdruck auf; sie gehen — untergehakt — auf die Windseite: doch hier wird der Zustand noch ärger. Gin Steward stellt mitschisss Stühle hin, auf denen sie sich mit müden und schweren Beinen niederlassen: der jungen Frau treten die Tränen in die sonst so glück- sttahlenden Augen: er — blassen Gesichts — versucht, sie mit mühsam abgequälten Worten zu trösten. Jedes trinkt einen Kognak, er noch einen zwecken. Doch die Sache wird schlimmer: auf und ab schwenkt der Horizont. Der Gong läutet zum Esten; keines von beiden richtet sich auf, um in den Speisesaal hinabzufteigen; immer heftiger wird das Schwindelgefühl, Arme und Beine werden kühl; kalter Schweiß bedeckt die Stirn, im Magen wühlt es. Mit der letzten Kraft erheben sie sich, — da kommt auch schon der Steward mit den bekannten Spucknäpfen: mit Mühe gelangen sie bis auf die Treppe, die zu den Kabinen führt. Sßgeruch bringt in die Rase — da gibts kein Halten mehr, im Munde zieht sich der Speichel zusammen, im Magen wirb es kalt, der Puls wild Hein und beschleunigt — beide opfern ben Meeresgöttern, ganz gleich, wohin es geht. — Eine kurze Pause ber Erholung, in der sie mühsam mit fremder Unterstützung die Kabinen erreichen, um sich erschöpft auf die Betten zu toetfen. Rur nicht an Essen denken, nur nichts von Esten hören, nur nicht Esten riechen müssen! Jedoch bic U ebelkeck seht von neuem ein: eine Opferung folgt der anderen: immer weniger Speisen, immer mehr Galle unb bitterer Schleim, manchmal auch Dlutspuren Völlige Gleichgultig- feit hat die kurz zuvor lebensfrohen Menschen befallen. Rur ein Gedanke beherrscht sie jetzt: Land. Land! lieber den Tod in den Wellen, als noch weiterhin ben entsetzlichen Zustand erdulden Die Seekrankheit schwtnben. Besonders in Mitleidenschaft gezogen ist noch das Brechzentruni; wie denn überhaupt die Rerven des Magen- unb Darmkanals, die schon durch bas Durch - schütteln in einen Erregungszustand versetzt find, stark angegriffen werben. Daher rührt bic "alte Mattosenregel, sich bei drohender Seekrankheit ben Leibgurt enger zu schnüren, um die Hin'- unb Herbewegungen ber Dauchorgan? zu mil<* bern. Natürlich soll ber Scereisende den Magen nicht überladen, mit Alkohol und Nikotin muh er vorsichtig sein, sie am besten ganz vermeiden. Aber selbst in schwereren Fällen ist bte Aufnahme kleiner Mengen flüssiger Speisen sehr erwünscht, um bas lästige Leerbrechen zu verhüten. — Auch die jeweilige Kö tV Perstellung ist von größtem Einfluß auf die Entstehung unb ben ßtärtegrab ber Seekrankheit. Wird ber Körper horizontal, zumal in frischer Luft, gelagert, so wird auch die Seettankhelt er-, ttäglich werden, besonders wenn das Sehorgan durch Schließen ber Augen ausgeschaltel wirb. Andererseits werben die Erscheinungen der Seekrankheit durch aufrechte, komplizierte Körpern Haltung lebhaft gesteigert. Bei gesunden Menschen hinterläßt bte Seekrankheit für gewöhnlich keine nachteiligen Folgen. Die hie und ba beobachtete Abmagerung infolge länger bauember Nahrungsverweigerung auf hoher See wird durch den nachher aeftei- gerten Appetit zu Lande schnell ausgeMhen, Dagegen wttkt Die Seekrankheit auf Personen mit schwerer Arterienverkalkung, mit Nierenleiden unb ernsten Herzfehlern höchst nachteillg ein. Bei vorgeschrittener £ungentuberMofc können durch das Würgen und Brechen schwere Blutungen ausgelöst werden: bei Entzündungen im Darm kann es zu Durchbrüchen in die Bauchhöhle kommen. Für den gesunden erholungssuc^nden Menschen jedoch wirb die Meer fahrt — ttotz der ersten unangenehmen Stunden ober Tage, sofern Neptun nicht allzu bösartig ist — stete ein wunderbares Erlebnis, eine Quelle der Erfrischung und Erquickung fein. / Das Rätsel ber Seekrankheit. Von Dr. E. Mosbacher. Dck Ferienzeit ist gekommen, und wieder wird eS zahlreiche Menschen geben, die auf einer Seereise Skholung und Ausspannung von der Tretmühle der Arbeit suchen. Wo sollten auch wohl die aufgeregten Nerven ihre Ruhe, Seele und Geist ihr gestörtes Gleichgewicht eher wiederfinden als unter dem tiefblauen Meereshimmel, im strahlenden Glanze der goldenen Meeressonne, umgeben von der unendlich wecken Einsamkeit und Stelle der See. ..Also mir,“ sagte Herr Piesecke am Stammtisch. „können Sie versprechen, was Sie wollen. Mich kriegt keine Macht der Erde wieder auf ein Dampfschiff, das übers Meer fährt. Einmal habe ich es versucht: daran werde ich mein Lebtag denken: seekrank war ich, seekrank von der ersten Stunde bis zum letzten Tage, obwohl mir der Kapitän jeden Morgen — mehr oder weniger, meist mehr — spöttisch versicherte, der Zustand würde sich bald geben, das wäre nur die ersten Tage. Jawoll, bei mir waren es die ersten, die mittleren und die letzten Tage. Und selbst als ich glücklich wieder an Land war, habe ich die ersten Rächte über mir immer ein Gefühl gehabt, als führe ich auf hoher See. Lassen Sie mich mit Neptun und seinen Trabanten in Ruhe.“ Solche Naturen gibt es, die derart überempfindlich sind: und sie haben recht, wenn sie das Meer meiden. Aber der Durchschnittsmensch dürfte bessere Erfahrungen machen, obwohl keiner beschwören kann, daß er stets gegen Seekrankheit gefeit ist. Selbst der wetterfeste Seemann kann in die Lage kommen, angesichts eines Sturmes im Golf von Biscaha den Göttern des Meeres Opfer barbringen zu müssen. Begleiten wir mm für ein Weilchen em frisch gebackenes junges Ehepaar auf feiner ersten oee= reife. Den neuen Krimstecher vor ben Augen, lucht ber junge Ehemann eifrig den Horizont ab- eine frische Brise läßt ben bubikopfschuhenden Schleier ber neben ihm steheirden jungen Frau her noch nicht beorbeitet mnr. Unser Trotz 88 tfkiefis r 4cüVtt/) - ' jette uns eine Lahnufarpromenade zu Hinsichtlich der Frage der Maul- und scuche-Bekämpfung in Gaststallungen einem Viehhvf dürsten die berufenen ständigen doch Wohl anderer Ansicht schaffen. Klauenoder in Sachver- sein als alledem darf man annehmen, daß der hiesige Turnverein auf seine Rechnung gekommen ist. Nidda, 16. Juli. Seitdem die Wettcran, insbesondere die Gegend um Echzell, mit der Belieferung des K a r't o f f c l rn a r k t c s in Erscheinung getreten ist, sind die Preise für Früh, kartosseln in ständigem Senken begrif- .? t genommen, das hat nicht nur die Vielgestaltigkeit und starke Beschickung der Wett- kämpfe gezeigt, das drückte sich auch aus im ganzen äußeren Gepräge der großen Veranstaltung. Untere Stadt hat noch nie einen so groben eindrucksvollen F c st z u g gesehen, sic hat. allerdings mit der Unterstützung g a st l i ch c r V ach- bar o r t e, noch nie so viele Menschen als Gäste in Freiquartieren ausgenommen. Viele ältere Turner hatten wieder die Quartiere ausgesucht, in denen sie vor 25 Jahren Aufnahme gefunden. Das 5 3. Gau turnfest ist nun aus- flclfnngen. Es bat die b e st e n Eindrücke und schönstcn Erinnerungen hinterlassen: bei uns Aiddaern an die Gäste und ihre eindrucksvollen Veranstaltungen, bei den Gästen, wie man aus aller Mund hörte, in die alte Turnerstabt Nidda, die ein selten schönes und hochstehendes Fest vorbereitet und geboten habe. Zu berichten träte aber nych. daß ein bekannter Turnveteran deS Hessengaues, das Ehrenmitglied unseres Turnvereins Friedrich Henning 2. mit dem Ehrcnbrics deS Mittelrhein kreiscs ausgezeichnet wurde. Gauvertreter Pfeiffer überreichte am Sonntagabend dem hochverdienten Turner, der bei Gründung de» Vereins 1859 in diesen als Zögling eingetreten ist. die seltene Auszeichnung Turner Henning bnu&c bewegt mit echt turnerischen Worten. Wie sehr unser Turnverein und seine Arbeit in her Be- völkernna Anerkennung finden, gebt wohl am besten aus der Tatsache hervor, daß ihm von den Herren des Ehren- und Festa us- schusfeS ein Heck und ein Barren als sinnige $ c ft g a b c gestiftet word-n sind. Vicht unerwähnt soll auch das inhaltreiche Fest- buch bleiben, das durch einen wertvollen Beitrag des Gauvressewarts, Hckror Bich iGroßen- Linden), über dis Geschichte des Gaues Hessen auch über unsere Stadt hinaus allgemeinem Interesse in Turnerkreisen begegnen wird, zumal der Werdegang des Gaues in dieser Form bis- .1 Ober-Florstadt, 16. Juli. Gestern wurde eine hiesige Fran bei dem Versuch, ihr Kind aus der unmittelbaren Nähe zweier sich streitender Hunde wegzuholen, von dem einem Tier Steuerzahlungen doch auch mittragen an den Toimnunolcn Lasten. Der Einsender meint, an einen Vicyhof le; in den nächsten Jahren nicht zu denken. Wir wollen hoffen, bah die Stadtverwaltung und die Stadtvcrordneten-Versammlung hierin anderer Meinung sind. Wenn wir in Gießen an eine solche Einrichtung nicht denken und nicht bald Herangehen wollen, dann werden es zweifellos andere Städte in der Nachbarschaft tun — Anzeichen für diesen Willen der andern liegen hier schon vor —, und dann hätten wir wieder eine neue verpaßte Gelegenheit zu den vielen bisherigen hinzu zu zählen. Anscheinend kennt der Einsender die Stimmung in den Kreisen des Viehhandels nicht. Die berufenen Vertreter des Viehhandelsverbandes haben Mitgliedern der Stadtverwaltung, dem Vorstand des Verkehrsvereins und auch uns wiederholt erklärt, daß die Viehhändler mit den Möglichkeiten ihrer Geschäftsabwicklung auf den Gießener Märkten schon lange unzufrieden sind: sie sträuben sich dagegen, ihre Geschäftsangelegen- heiten weiterhin aus der Straße abzuwickeln, und sie erwarten, daß der bisherige Zustand in absehbarer Zeit gründlich beseitigt wird, andern- falls würden sie dorthin gehen, wo man ihren Wünschen besser Hechnung trägt. Die Lösung der Schwierigkeiten kann nur ein Viehhof bringen. mit dessen Schaffung sich auch die Händler- lchast einverstanden erklärt hat. Zeigen wir in Gießen diesen Wünschen gegenüber die falte Schulter, treiben wir hier K t r ch tu m s p o li - tif. und kommt uns eine sehr regsame Nachbar - stadt zuvor, so wandert der Handel zweifellos ab, damit kommen dann aber auch unsere Märkte zu Fall. Das wäre ein Ergebnis, das auch der Stadtverordnete Balzer sicherlich nicht wünscht, das aber eintreten würde, wenn seine oben dargelegten Gedanken Anklang fänden. Der Einsender verneint ein dringendes Bedürfnis für einen Viehhof mit dem Hinweis auf die „reichlich vorhandenen Stallungen". Auch in diesem Punkte befindet er sich im Irrtum. 3n die jetzt vorhandenen Stallungen können nach unseren Informationen an sachkundiger Stelle nicht 1 000 bis 1200 Stück Vieh eingestellt werden, sondern höchstens 6 0 0 S-t ü ck. Diese 600 Tiere müßten aber auch schon überaus eng zusammengestellt werden: ordnungsmäßig gestellt wären überhaupt nur 500 Stück uickerzubringen. Wenn die Gewährsleute des Stadtv. Mllzer 1000 bis 1200 Stück stellen wollen, dann könnte das nur so geschehen. daß das Vieh in zugige Toreinfahrten, auf die Höfe usw. angebunden über Nacht zusammengepfercht wird, ein Zustand, der hier schon dagewesen ist, über den sich aber die Nachbarschaft der Stallbesiher wegen der Begleiterscheinungen wiederholt beschwert hat. Wenn der Einsender weiter noch auf die Stallungen in Wieseck und Heuchelheim hinweist, so möchten wir Hei aller freundnachbarlichen Gesinnung für diese Orte doch sagen, daß wir diese Einnahmen auch in Gießen sehr gut brauchen und nutzbar werden lassen könnten. Der Einsender meint, die Kosten für einen Viehhof seien vorläufig nicht nufzubringen. Anscheinend waltet bei dieser Behauptung der Gedanke ob. daß die Einrichtung aus Steuern bezahlt werden solle. Daran ist natürlich nicht zu denken. Ein Wehhof wird in Gießen ebenso wie in anderen Städten stets eine werbende Anlage fein, die man mit Hilfe von Anleih en errichtet. Die Erträge eines Gießener Viehhofes dürften bei den günstigen Möglichkeiten, die wir dem Viehhandel bieten können, zweifellos so groß sein, daß mindestens alle Betriebskosten des älntemehmens und die Verzinsung und Tilgung des Anleihekapitals gedeckt werden: vielleicht wird sich außerdem so- 'gar noch ein äleberschuß für die Stadtkas'se cr- . zielen lassen. Die Plahfrage bat mittlerweile in gewissem ? Maße schon ihre Erledigung gefunden. Ein Vertreter der Negierung und Sachverständige des - Veterinärwesens haben dieser Tage in Begleitung von Herren der Stadtverwaltung die verschie- schiedensten für dieses Projekt in Betracht kommenden Plätze besichtigt und sich dabei übereinstimmend für das städttsche Terrain bei der Margarethenhütte ausgesprochen. Selbstverständlich hat die Stadtverordneten-Versammlung das letzte Wort, aber auch sie wird sich dem Urteil der Sachverständigen nicht entziehen und über den Standpunkt der Negierung nicht hinweggehen können. Die Lahnkanalisation spielt also in diese Angelegenheit gar nicht hinein. Uebrigens wollen wir den Viehhof doch nicht an die Lahn bringen, denn wir werden doch auch einmal daran denken müssen, in absehbarer Zeit nach der Erledigung der bekannten großen Lahnpro- jetzl an Händlern und Käufern etwa 200 tue» 300 Fremde in Gießen, durch deren Hand natürlich manches Stück Geld unserer Wirtschaft zufließt. Bisher hatten wir in normalen Zeiten alle zwei Wochen Markt. Schaffen wir einen Viehhof. so können wir mindestens in jeder Woche einen Markt stattfindrn lassen, und wir können uns allmählich noch weit mehr als bisher zum Zentralviehmarkt eines sehr großen Wirtschaftsgebietes au6bauen, das im Norden bis an die Weser, im Westen bis an den Nhein und im Osten bis in die Thüringer Gegend reicht. Sollen wir uns dieser bedeutsamen Zn- kunstsmöglichkeiten um kteiner Gesichtspunkte willen selbst entäußern? der Stadtv. Balzer: man kann nach unserer Meinung auch in einem Viehhof die Seuche wirksam bekämpfen, ohne dabei den ganzen Vieh- Hof schließen zu müssen. Es handelt sich nur darum, beim Bau des Viehhofs bauliche Einrichtungen zu schaffen, die ein völliges 2lb- fchließen der einzelnen Abteilungen von den anderen Teilen ermöglichen. Das ist nur eine Frage der Bautechnik. Wer diese Sache von dem Standpunkt des gefunden kommunalen Fortschritts aus betrachtet. wird zugeben müssen, dah die Argumente des Stadtv. Balzer gegen ein Diehhofprojekt nicht ausreichend sind, dagegen zahlreiche wichttge Gesichtspunkte für die baldmöglichste Schaffung eines solchen Betriebs sprechen. Wie bedeutsam eine solche Einrichtung für unser Gemeinwesen fein wird, haben wir in unserem vorigen Artikel in Nr. 159 in großen Umriffen dargelegt, und glauben wir heule noch deutlicher gemacht zu haben. Einige zahlenmäßige Angaben mögen aber noch ergänzen: Im Jahre 1913 schwankte der Großvieh-Austrieb zum einzelnen Markt zwischen 867 bis 1702 Stück. 1914 wurden bis kurz vor Kriegsausbruch zu zwei Märkten im Monat auf getrieben: Januar 1672, Februar 3143, März 3398, April 2852, Mai 2696, Juni 2775 Stück Großvieh. An jebem Vkarkttag sind arbeitet bemerkt rückschauend noch folgendes zu der großen turnerischen Veranstaltung: Was der hiesige Turnverein und seine einzelnen Ausschüsse, an- geeifert und immer wieder mitgeriffen von dem vor- bildlichen Wirken des 1. Vorsitzenden Dr. med. Fritz K o ch, in den letzten Wochen und Dkonaten an Vor- bereitungsarbeiten geleistet, darüber darf es nur eine Stimme der Bewunderung und des Lobes geben. Die gewaltige Arbeit, die sanft im allgemeinen den stärkeren" Schltltern größerer totäbte vorbehalten ist, konnte nur geleistet werden, weil hinter dem T u.r n ü c r e i ’n bas ganze Städtchen stand, der Stabtoorstand und insbesondere sein rühriger Vorsitzender, Bürgermeister R i n g s h a u s e n. Galt es doch, nicht allein der Sorgen um das Fest Herr zu werben, sondern auch den T u r n h a 11 e n c u b a u fertigzustellen. Beide Aufgaben wurden glänzend gelöst. Die Festwoche stand im Zeichen der W c 11 c r p r o g n o {e n. Man sah nach dem Himmel, der Wetterfahne und dem Wetterglas, hoffte und bangte. Als aber in der Nacht Aum Donnerstag ein wolkenbruchnrtiger Hegen den FestpIatz in einen See uermonbeltc, da verlöschte auch der letzte schwache Hoffnungsstrahl. Und doch war rasches Handeln not! Was Hönde hatte, sich- zu rühren, half mit. Man hob Entwässerungsgraben aus, leitete bas, Wasser ab, warf B a - s a l t g r u s waggonweise über den Festplatz, um 'hm Festigkeit zu geben. Der Samstag brachte noch schwache Niederschläge, auch der frühe Somitaa. Aber man durfte zufrieden mit dem Wetter sein, wenn auch keine sengende Sonne für den nötigen Durst sorgte. In den Mittaasstunben des Sonntags schob sich ein ungeheurer Menschenstrom aus den benachbarten Orten in unser Städtchen, sich den Hefigen Festzug anzufehen. Die umliegenden Dörfer waren am Nachmittag wie a u s g e st o r > b e n. Der größte Teil der Zuschauer aber zog es vor, dem Festplatz fernzubleiben, weil ihm der Ein- angefnUen. Dabei erlitt sie eine tiefe Bißwunde, so baß sie sich in ärztliche Bohanblung begeben mußte. — Ein herzerfrischenbes Bild bietet zur Zeit die Nidda, wo ein wahres S tra nb- bab entstauben ist. Die Hitze lockte alt unb jung in die kühle Flut, um sich darin zu erquicken. — Die Ernte hat mit dem Schnitt der Winter- g c r st e ihren Anfang genommen. Wie verlautet, soll der Körnerertrag hinter dem des vorigen Jahre'-- zurückstehen. Mit dem Schnitt des übrigen Getreides dürfte bei weiterer anhaltender Trockenheit bald begonnen werden. — Die B a u t ä t i g f e 11 ist bei dem immer knapper werdenden Baukapital sehr beschränkt. In unserer Gemeinde ist gerade ein Neubau entstanden. Kreis Büdingen. Nidda. 16. Juli. Der dritte Tag des großen G a u t u r n s e st e s des Hessen- gaues war mehr als ein lokaler Festtag. Die Turnergäste waren noch in recht großer Zahl anwesend und konnten bei schönstem Wetter nach der anstreirgendcn Arbeit der Vortage nun noch Stunden der Erholung bei den gastlichen Quar- ticrleuten und im Freundeskreis verleben, lieber- all belebten größere und kleinere Turnergruppen das durch den Neuaustrich der Häuser und überaus reichen Festschmuck an sich schon bunte StÄr- henbild. Die Sonne, die es nach langen Hegen- tagen aus einmal wieder so gut meinte, belebte die Stimmung. Froher Turnersang schallte von allen Seiten entgegen. ES sind 25 Jahre her, daß unser Städtchen zum letztenmal ein Turnfest in seinen Mauern gesehen. Wie gewaltig der Aufschwung ist, den die Turnerschaft in dieser hierbei sind tzte vnt* jicr Gemeinde zu hey? hier ben filinifsfnfteii. Die Schuten bringen eine nnrmis- sichtliche Einnahme von 580 Mk., an Ausgaben sind 7424 Mk. norgetehrn. Hierbei wirb bas Mißnerhött ins scharf verurteilt, daß" bic hiesige Fortbilbimgs- schule hei einem hauptamtlich angestellren Lehrer teilweise saft leere Säle mijweist, während von der Gemeinde an die Stadt Gießen jährlich etwa 1800 Mark für die dortige Fortbildungsschule besuchende Schüler non hier bezahlt werben müßen. Unter der Rubrik G e m e i n.d e f r i e d h ö f e sind an Aus gaben 3014 Mk. zu erwarten, bnn stehen 400 Mk. Einnahme gegenüber. Eine nächste Sitzung soll sich mit her Oteurcgcliittg des Beitrags für Erbbegräbnisse befassen. Für bic Unterhaltung her Straßen solle«! 12 2<>O Mk. cmsgegeben morden. Hierunter sind 10 000 Mk. für Neubauten vorge sehen. Für die Unterhaltung lind den 'Ausbau dos Kanalnetzes sind 3000 Mk. vorgesehen. Rubrik L a n d m i r t z w e ck o meist eine Einnahme von 1-100 Mk. und eine Ausgabe non 7365 Mk. auf. Die Grenzverhältnisse, bedingt durch bic Feld- bci einigung, bringen eine Einnahme non 11 20t) Mk. und eine Ausgobo von 15 700 Mk. Für die soziale Fürsorge muffen 4670 Mk. in Ausgabe eingestellt werben. Für Stenern unb Abgaben sind 6725 Mk. Ausgaben zu erwarten. Der Reservefonds bedarf einer weiteren Erhöhung, 2507 Mk. sind hierfür vorgesehen. An Kapital -- zinsen ist eine Einnahme non 1330 Mk. zu erwarten. Aus der Ausgabenscitc stehen 12 000 Mk. Die von der Gemeinde gegebenen verbilligten Ba«>- dartehen urtb der Ankauf des Autos belasten dies Konto besonders. Die S o n b c r ft c u c r n (Ber- gnü^ungsftcueru, Hundesteuern usw.) werden vor- aiisstchtlich 1400 Mk. Einnahme bringen. Au Einnahmen aus der R e i ch s e i n k o m m c u ste u e r sind 18 700 Mk. zu erwarten. Die Wenigereinuohme gegenüber dem Vorjahre mit 24 040 Mk. erklärt sich aus der non reichswegeu vorgenommenen Herab setztmq der Gemeinbeonteile. In der dritten und letzten Sitzung über diesen Gegenstand machte der Bürgermeister zunächst Mitteilung von einer Verordnung der Regierung, bic eine weitere Milderung b c r Sondergebäude st euer zum Ziele hat. Dabllrch wirb bic Ausgabcuseite des Voranschlags um weitere 5500 Mk. belastet. Unter Berücksichtigung bieses llmftonbes müßten nach dem norgetegten Voranschlag der Bürgermeisterei an G e- m c i n b e u m I a g c n 46 924 Mk. erhoben werden, um di« vorgesehenen Ausgaben von 164 853 Mk. decken zu können. Da der Gemeiuderat die Einnahmen erhöbt und bic Ausgaben ermäßigt hat, ergib: sich ein wesentlich anderes Bild. Danach betragen die Einnahmen nunmehr 121 029 Mk., die Ausgaben 160 440 Mk., so daß an Umlagen noch 39 420 Mk. aufzubringeu find. Diese mürben folgendermaßen ausgeschlagen: Sonbcrfteuer vom bebauten Grundbesitz — 13 000 Mk. (= 30 Pf. je 100 Mk. Steuerwert), für Gebäude unb Bauplätze — 7623 Mk. (— 18 Pf. je 100 Mk. Steuerwert), für land- unb forstwirtschaftliches Gelände — 13 123 Mk. (== 40 Pf. je 100 Mk. Steuerwert), für Anlage unb Betriebskapital ----- 273!) Mk. (= 60 Pf. je 100 Mk. Steuerwert) unb vom Gewerbe- ertrag ----- 3760 Mk. (= 1,20 Mk. je 100 Mk. staatliches 6infommenftcuerfoU). 'Lollar, 16. Juli. Gestern beging unser Mitbürger Ludwig Besier in körperlicher und geistiger Frische seinen 7 0. Geburtstag. Dem alten Herrn, der in weiten Kreisen der Ginwohnerschast sehr beliebt ist, wurden an diesem Tage zahlreiche Aufmerksamkeiten zuteil. Die Sängervereinigung Lollar erfreute Herrn B. ihren früheren Vorsitzenden und jetzigen Ehrenpräsidenten, mit einigen schönen Lieder- vortrögen. Kreis Fried-erg :: Pohl-Göns. 16. Juli. Zu der hier für den 25. Juli anberaumten Wahl des Bür - m e i st e r s ist nur ein Wahlvorschlag, lautend auf den derzeitigen Bürgermeister Wilhelm Spies, cingelaufcn. bet demnach als gewählt gilt unb für weitere sechs Jahre an der Spitze unseres Gemeinwesens stehen wird. Bürgermeister Spies, der seiner Zeit aus heißem Wahlkampf als Sieger ßervorging, hat es in deir 6 Jahren verstanden, durch entschiedenes und stets gerechtes Wesen sich das Vertrauen der ganzen Gemeinde zu erwerben. Zu seiner Wiederwahl, die ein ehrendes Zeugnis für ihn ist, ist die Gemeinde zu beglückwünschen. Auch ist zu begrüßen, daß ein Wahlkampf mit allen unliebsamen Begleiterscheinungen der Gemeinde erspart bleibt. trittspreis zu hoch erschien. Die Wirtschaften in bet Stabt machten baburch glänzenbe Geschäfte. '23er- hältnismäßig hohe Eintrittspreise sind immer ein zweischneidig Schwert. Oberhessen. Lnudlreis Gießen. £■ Wieseck, 16. Juli. In drei Sitzungen be- jchäftigte sich brr ©emeinberat mit her Beratung des Voranschlags für 1 926, nachdem er cs vorher mehrfach abgelehnt hatte, die Beratung ohne Vorlage ber notmenbigen Unterlagen vorzunehmen. Um in biefer Sache überhaupt vorwärts zu kommen, kam damals ein Kompromiß zu- ftanbe, bas nirgends Befriedigung auslöfen konnte. Da ohne weiteres anzunehmen ist, daß diese Frage auch im kommenden Jahre erneut oufgcrolft wird, dürfte cs angebracht erscheinen, schon vorher feststellen zu lassen, ob der Bürgermeister berechtigt ist, bic Vervielfältigung bes Voranschlags für bic ©emeinbcratsmitglicbcr adzulehnkM Sn der Gemeinderat hier einstimmig ein Verlangen stellte, bas nirgenbs mit ben Interessen der Gemeinde in Widerspruch steht, hätte sich eine andere Lösung ermöglichen (affen. Geschieht bis zur nächstjährigen Beratung des Voranschlags in dieser Fr.aqe nichts, so steht jetzt schon zu ermatten, daß bann bic unerquicklichen Atiseinonbcrsetzunqen erneut ftnitfin- ben. Da cs ober im Interesse ber Verwaltung, des Gcrneinbernts und der ganzen Gemeinde liegt, dies nach Möglichkeit zu vermeiden, muß bis dahin ein befriedigender Ausweg gefunden werden. — In ber ersten Sitzung, die sich mit ber Erörterung bes Voranschlags beschäftigte, mußte zunächst dos Fehlen bes Gcmeindcrcchners, dessen Anwesenheit noch ber tianbgemeinbeorbnung voraeschrieben ist, festgestellt werben. Der Abbruch ber Verhandlungen am ersten Abend hatte in diesem Mangel mit seine Veranlassung. Zum Voranschlag selbst ist mitzuteilen: Die Rubrik „R e rt) n u n g s r c ft" weift in Einnahme 19 432 Mk. auf, in Ausgabe ftchcn 300 Mk. Für Gebäude ist eine Einnahme von 6242 Mk. zu erwarten. Die erhöhte Einnahme hat ihre Begründung in ber Erhöhung ber Mieten und benx Hinzukommen einer Anzahl neuer Gemeinbcwoh- nungen. Für bie bauliche Unterhaltung ber Ge- meinbehäuser sind 2000 Mk. eingestellt. Für Grundstücke war eine Einnahme von 4947 Mk. vorgesehen, bie sich aus 1427 Mk. für Güterpacht, 1000 Mk. für Pacht ber Stinbgrubc in ber Heide upb 2500 Mk. Einnahme für Obst unb Gras zusammensetzt. Der Gemeinberat setzte bic Einnahmeeinstellung für bie Pacht der Sanbgrube auf 4000 Mark ein, da mit diesem Eingang unbedingt zu rechnen ist. Die Ausgaben unter dieser Rubrik betragen 1890 Mk. Die Waldungen bringen eine Einnahme von 27 064 Mk. Gegenüber den Vorjahren ist die Mindereinnahme in der Herabsetzung ber zu schlagenden Holzmenge begründet, während andererseits die erforderlichen Aiissorstungsarbeiten eine erhöhte Ausgabe, bic mit 16 700 Mk. vorgesehen ist. notwendig machen. Die Rubrik „Jagden, Fischerei und Deiche" sieht eine Einnahme von 1584 Mk. vor. Ausgaben sind hierbei nicht erforderlich. Die Schäferei bringt einen Erlös von 1500 Mk. (1200 Mk. Einnahme aus der Pferchoerpachtung, 300 Mk. Beiträge der Schafhalter), an Ausgaben stehen dem 1946 Mk. gegenüber. Bei dieser Gelegenheit wurde sehr ernsthaft die Frage cr= wogen, ob cs ratsam ist, bei ber immer mehr zu- rückgehenben Schafhaltung bic Gemeinbeschäferei aufrecht zu erhalten, ober bic zur Verfügung stehenden Weibeplätze zu verpachten. Nach weiterer Klärung der Verhältnisse wird man darauf zurückkvm- men müssen. Bei Messen und Märkten waren in Einnahme 150 Mk. vorgesehen, welcher Betrag für zu niedrig gehalten wirb. Ausgaben sinb nicht vorhanben. Die Wag- und Eichan st alten sahen 500 Mk. in Einnahme unb 600 Mk. in Ausgabe vor. Der Gemeinderat setzte nach Prüfung ber Verhältnisse die Einnahmen auf 600 Mk. und die Ausgaben auf 500 Mk. fest. Bei der Wasserversorgung ist eine Einnahme von 10 000 Mk. ZN erwarten. Die zu erwartenden größeren Reparaturen machen eine erhöhte Ausgabe notwendig, die mit 8240 Mk. vorgesehen ist. Die Rubrik all- gemeine Verwaltung, die mit 400 Mk. Ein. nähme und 21141 Mk. Ausgabe in Voranschlag erscheint, wurde am ersten Beratungsabend der Fi- nanzkommission zur Vorberatung uberwiejen und am .pveiten Sitzungabend in nichtöffentlicher Sitzung verhandelt. Veranlassung hierzu gab das Fallen bes Besoldungssperrgesetzes und bic Aushebung ber hierzu von der hessischen Regierung herausgegebenen Richtlinien. In der zweiten Sitzung lagen hierzu zwei Anträge vor. Der eine sah in ben höher bezahlten Stellen eine geringe Abstufung vor, währenb bie Gehälter ber Angestellten unb geringer befolbeten Beamten unverändert bleiben sollten. Nach dem zweiten Antrag sollen bei allen Besoldungen die Fricdensiätze z u = gründe gelegt werben, hierzu soll ein Ueber- teuerungszuschlag von 50 Proz. treten. Der letztere Antrag würbe mit einer Stimme Mehrheit bei zwei Enthaltungen in geheimer Abstimmung angenommen. Die Rubrik öffentliche Sicherheit erfuhr auf der Ausgabeseite durch die Einstel- lung von zwei Nachtwachmännern eine beträchtliche Erhöhung. Insgesamt find 6306 Mk. erforderlich, denen eine Einnahme von 200 Mk. gegemibersteht. Für die öffentliche Gesundheitspflege 'und Wohlfahrtseinrichtungen find Ein nahmen nicht ju erwarten. An Ausgaben find 3155 Mark vorgesehen. Der neugegründeten Arbeiter- Samariter-Kolonne wurden zur Anschas- fung der notwendigen Gerätschaften 200 Mk. bewilligt. Bei dem Feuerlöschwesen muß in diesem Jahre von größeren Anschaffungen Abstand genommen werden. Einnahmen unb Ausgaben decken sich mit 400 Mk. Die Armenpflege erfordert eine Ausgabe von 8250 Mk. Die drückendsten Posten dessen Weltruf in der Verwendung nur allerbesten Materials u. sorgfütigster Arbeit beruht. 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Die Insassen sprangen Elisabeth (habe — Liebste — bat — Ball — bei alles — lebe). le un anber» wtl a k t handeln. Kreis Himburg. WSR. Limburg, 16. Juli. Gestern nachmittag ereignete sich in der Rahe der Landgerichts ein Autounfall, dem ein sechsjähriger Knabe zum Opfer fiel. Der Fahrlehrer einer hiesigen Autofirma kam mit seinem Kraftwagen die Wörthstr hierauf, als Starkenburg. WSR. O i j • nbach, 16. 3ui Der Kru- minalpolizei 0 eS gelungen, die ®tnbre Au , aU(h *.,$*'• aui* ; n Entmin/ Unfl unb ffSS: bei unb 62r M >w«t t^ltr Ung 2 mu titCi PsA!" ina bflnh. slutz des Rheins. 9. rumam|(be Münze. 11. deutsches Gebirge; 13. französischer Xonbirtjter. 16. andere Bezeichnung für Erquickung. 17. weiblicher Vorname; 18. Wurfspiest; 19. Gteichklang zweier Worte, 20. Berg in der Sdiweiz; 21. wie 18.. 22. roeib- licher Personenname; 23. Maschengewede. (^rgäuzunsts-Aufqabc. Arg — Au — Bein — Bruch — Deich — Ei — Eis — Feld — Flust — Gras — Ilm — Leu — List — Mund — Nab — Ob — Part — Rohr — Ian} — Tor. Aus vorstehenden 20 einsilbigen Wörtern sind 10 zweisilbige Wörter zu bilden. Sind diese richtig gebildet und geordnet, so nennen die Anfangsbuch staben ein beliebtes Soinmervergnügen. Bilderrätsel. 75-5 " ^arrcn ar6 tc* borden sind "chütkeiche f.,' n hlCft Sora h. T .U'lstt rtod) folgenbe» du “Jfl: »os ber hleflqt ßenffen von dun dot- * Dr. med. Irin n6 Monaten an j0I. "U'bcr darf M nur nöerun9 und b« tJrWI, dir Mim odjulffrn größerer nur jeffift/t merien. frein da; genv vorstand und insbf. tnbtr, Lutzrrnikistki od). nicht allein bei »erben, ionbern auch leniMllellen. tzeide stlösl. Die Zeslivoi-r proanosen. Aa Bettertaftne und dcin As aber in ber Nach! 'ucharliger Wegen diu vandelle, ha verläschk lungrstrahl. Und doch i Hönde halte, sich qu X n t ro a (f e r u n g 5; Lasser ab, mori Baer den Festplatz, um Lamstag brachte noch btr friitje Sonntoa. iit bem SBttttr Mn, tne für den nöfiaen unten bte> StaW nschensltvm QU9 den zädtchen, sich den ric- nt umliegenden aa wie aurgesl 0 r > juschauer aber zog es »en. weil ihm der Hin )ie Wiltschasten in der }fnöc Oefdjälte. 8« trittspreile Jini g Schwer!. Trog doh der hiesige Ium- gekommen ist. jeitbem die ®ettcrau. fchzell.mit Mr«c- larktes in Eriche,- (reift für Frühem Lenken begru- Preußen. Kreis Äöctzlar. ,7^ Wetzlar, 16. Juli. Der Regierungspräsident zu Koblenz hat die Frist zur Erlangung von Führerscheinen für Kleinkrafträder bis zum 1. Oktober b. 3- verlängert. Die Führer von .Kleinkrafträdern, die früher noch keinen Führerschein besessen haben, müssen den Nachweis erbringen, haft fic. mindestens ein halbes Jahr lang ein Kleinkraftrad einwandfrei geführt haben. — Die ständig zunehmenden Klagen über rasendes Fahren mit Fahrrädern in den bisher für den Radfahreroerkehr noch freigegebenen Straften unserer Stadt haben die Polizei Verwaltung zu dem öffentlichen fiinmeis veranlaßt, da st noch weitere Straften für den Radfahrerverkehr gesperrt werden müftten, wenn diese Klagen nicht verstummen. Auch der hiesige Rodfahrerverein ermahnt nicht nur seine Mitglieder, sondern überhaupt alle Radfahrer, den besteyenden polizeilichen Vorschriften mehr Beachtung zu schenken, damit die Polizei im Interesse der Verkehrssicherheit nicht zu noch schärferen Maftnahmen schreiten und das Radfahren in dem gröftten Teile der Stadt gänzlich ver- bieten müsse. XX Burgsolms, 16. Juli. Schichtmeister a. D. August Pender konnte heute in voller Rüstigkeit feinen 9 0. Geburtstag feiern. Der alte Herr war bis vor einem Jahrzehnt auf Grube „Eleonore", Gewerkschaft Stumm, bedienstet und damals in Rodheim n. d. Bieber wohnhaft. <> Dornholzhausen. 16 3uH. Dieser Tage sand im hiesigen Geineindewald die Ver- fteigerung des Lohholzes statt. Es wurden für den Haufen Lohholz (6 Am. gleich 60 Wellen) 1 bis 10 Mark gezahlt <> Hochelheim, 16. 3uli. Der hiesige Gemeindewald bringt in einzelnen Distrikten fast alljährlich eine gute Heidelbeerernte. Auch in diesem 3aftre kamen die Beerensucher, die nicht nur aus Einwohnern der hiesigen, sondern auch aus solchen der Aachbargemernden bestehen, auf ihre Kosten. O Oberkleen. 16. 3uli. Lehrer Schü - fier von hier ist durch Verfügung der ‘Regierung zu Koblenz, Abteilung für Kirchen- unb Schulwesen, mit Wirkung vom 1. August ab endgültig als Lehrer an der hiesigen Schule an» ge fte l Tt worden 0 Vollnkirchen. 16. 3uli. 3m „Gießener Anzeiger" würbe vor kurzem berichtet, haft bei Klein-Rschtenbach Wilds chwein e aufgetreten seien unb dort Schaben angerichtet hätten. Hierzu ist zu bemerken, haft die Schwarzkittel in letzter Zeit sowohl in der hiesigen, als auch in der Gemarkung Volpertshausen gespürt worden sind und-,dort ebenfalls in den Getreide- unb Kartoffelfeldern Schaden angerichtet haben. Die 3agbpächter können in der jetzigen Zeit zur Bekämpfung ber Schwarzwildplage kaum etwas tun, ba den Sauen in dieser Jahreszeit sehr schwer, ja fast gar nicht beizukommen ist. 5. Esra; 6. Ire; 7. Dampfschiff; 8. Hammer; 9. Hula; 10. Triumph; 11. Sander. Der Neid hat scharfe Augen. Auslösung des Sprichwork-Rätsels: Reisen kostet Geld, doch sieht man die Welt. Auslösung der Lrgänzungs-'Ausgabe: Fuchs-Bau — Ei-Ger — Rund-Schrift — Ist Furt — Emst-Thal — Not-Wehr — Süd-Lohn — Ohr- Ring — Nil-Pserd — Dampf-Schiff — Eis-Meer — Rind-Fleisch — Zaun-Gast — Ur-Text — Geist. Blatt. Ferien-Sonderzug. Auslösung des BruchstÜckKätsels: Ise — Jod — Amu — Amt — Lei — Orb — llri — Ger — Lid — Ost — Met. — Sommerreise. "“iS fen. '2fu?|dilaggebcnb ist dabei, haft die Frühkartoffeln in diesem Jahr lehr gut geraten find und hoh-- Ertrage abmerfeu Mit ihren ugenen Fuhrwerken tommen die .Kartoffelzuchter in die nördlich gelegene-' Orte, um ihre Vorräte direkt an hie Verbraucher abzusetzen. Für den Zentner werden '-> bis 6 Mk. bezahlt. Da die Preise für Spätkartoffkl" gewöhn- sich nur die Halste erreichen, so darf man annehmen, haft unter gleich günstigen Umständen die .Kartoffelpreise in diesem Jahr die des Vorjahres kaum über steigen werden. — Begünstigt durch das anhaltende Regenwetter hat sich das Unkraut auf den Aeckern mit fi a ck f r 11 ch 1 c n mächtig entwickelt. Die Disteln sind kniehoch. In den letzten Tagen ruckte man ihnen mit der finde zu Leibe und hoffte, die sengende Sonne wurde sie verdorren. Ob dies jetzt nach erneuten Regenfällen der Fall ist, erscheint mehr als fraglich. . «r - Hirzenhain, 16. 3uli. Am Mittwochabend ertrank in dem Stau Weiher der Talsperre beim Baden der 26jährige Arbeiter Karl Gmrich von hier, jedenfalls infolge etnrf Herzschlages ]:[ Aulendiebach . 16. 3uli. Lin dreizehn 3ahre alter Knabe von hier er- kletterte einen Mast der Starkstr0mlei - tung . um vermutlich nach einem Vogelnest ^u sehen Dabei berührte der 3ungc die Lei- tungsdrähte. wodurch er schwer verletzt wurde und brennend abstürzte. Er ist seinen Verletzungen erlegen. Der Vorfall möge zur Warnung dienen. Kreis Schotten. ... Aus dem Kreise Schotten, 16. Juli. Das Hreisamt Schotten bringt in einer Bekanntmachung die Anordnung zur Verhütung non Waldbranden erneut in Erinnerung. Zum Schutze des Waldes werden 23 e r ft ö ft e gegen diese Sicherungsvorschriften mit Geldstrafen b i s z n 9 0 Mark belegt. Beerensucher und Wanderer, insbesondere die Jugendlichen, mögen sich diese behördliche Ermahnung gut merken, damit sie nicht den schönen Wald durch Feuer beschädigen und sich selbst der Bestrafung ausliefern. Gedern. 16. 3uli. Allmählich neigt sich auch hier die Heuernte, die durch die Witterung der Vorwoche sich etwas allzusehr in die Länge zog, dem Ende zu. Mit der Qualität unb Quantität deS Heues ist man im allgemeinen zufrieden. Id. St 0 rnfe 1 s. 16. 3uli. Die Ge - meindegrasversteigerung, die Wiesen mit vorzüglichem Futter zum Angebot bringt, war non Steigerern aus den Vachbargemeinden iltfa, Einartshausen und Cichelsdors gut besucht. Für den Morgen wurden bis zu 40 Mark bezahlt. ld. Aus dem Vogelsberg, 16. Juli. Trotz her starken Maifröste hätten manche Vogelsberger Gemeinden eine einigermaften befriedigende Obsternte bekommen, wenn jetzt nicht noch die zahlreichen Niederschläge dieses Sommers zgrstörten, was der Frost verschonte. Birnen, die mitunter reichlichen Behang zeigen, und A e p f e l, die zwar schwächer augesetzt hatten, aber immerhin, wo auf spätblühende Sorten gesehen wird, eine geringe Ernte geliefert hätten, sind infolge des Regenwetters dieses Jahres schorfig geworden und fallen zu Boden. Kreis Alsfeld. ck. Aus dem O h m t a I, 16. 3uli. Die Heuernte in unserer Gegend ist beendet. Quantitativ und qualitativ ist man mit dem Ertrag recht zufrieden. Der zweite Klee ist infolge des warmen Vegenwetters gut gewachsen. Die Himbeeren in den Wäldern gehen bet Reise entgegen. Das Deerensuchen wird in Kürze beginnen. Die Aussichten dieser Ernte sind vielversprechend. ck. W e t t s a a s e n. 16. 3uli. Unser Schultz a u S ist einer gründlichen Erneuerung unterzogen worden und steUt in seiner jetzigen Gestalt ein besonderes Schmuckstück unseres Dorfes dar. Das gefällige Aussehen des Gebäudes wird noch erhöht durch den reichenBlumen- schmuck, den Lehrer Roth an den Fensterladen. auf Dorplatzmauern und auf der Mauer- Umfassung des Schulhofes in reicher Fülle angebracht hat. Dieses lobenswerte Handeln sei zur Vachahmung empfohlen. Id. Z e i l b a ch , 16. Juli. Das 3 e i l w a l d s e st, ein christliches Volksfest, das seit Jahren am ersten Sonntag im Juni im Zeilwatd zwischen hier und Unter-Seibertenrod gefeiert wurde und sich einer starken Anziehungskraft auf die Bewohner der umliegenden Dörfer rühmen durfte, wird in diesem Jahre erst am 1 8. I u l i gefeiert. Da der früher benutzte Festplatz zugepflanzt wurde, wählte man nun den sagenumwobenen Loh bei Unter-Seibertenrod, der von allen Seiten leicht zu erreichen ist. Für das diesjährige Fest sind Oberkirchenrat Wagner- Gieften, Pfarrer Waldeck- Darmstadt unb Pfarrer Glock- Mainz sfrüher in Stumpertenrod) als Redner gewonnen worden. Wie immer wirken Gesangvereine, Gemischte Chöre, Schülerchöre aus den umliegenden Ortschaften und der Posaunenchor Unter-Seibertenrod mit. SechShelben durch rohe Hand fein g anzes Ba u m stück - 14 schone Bäume — zerstört. Es bürste sich um einen Rache- v h k »13 i 9 » w m h b 4a — 2c — 2d — le — 2h — 1k — 11 — lo — 3r — 1s — 2u. 26 27 23 20 25 21 22 EJ TTr gBGiaBl H Kreuzworträtsel. Auslösung des Anagramms: MirolAI TABAK besser denn je / Ueberall zu haben. Generalvertreter: HERMANN HOSSE, Gießen, Wilhelmstraße 44, Fernsprecher 300 ADI 3037V [Auf zum Burgkeiir Robei . - - . , Langenkranke, Herz-, Nieren- in das Ausland 597m oute °asthwe>zahir- Privatwot» 5971D r zu günstigen Bedingungen. 5781D Bezirkssparkasse Grünberg Weserstraße 7 Steinstr 1. August 1926 sind obige Anleihen zur Aufwertung anzumelden und die Stücke bei den Vermittlungsstellen einzureichen. Es liegt im Interesse der Anleihebesitzer, die Stücke baldigst einzureichen. - Ich bin in der Lage, für die bei der ehemaligen Datmftflöter unö notionalönnt MW in Depot ruhenden und gekauften Effekten den Altbefitznachweis zu besorgen. Die Verlobung ihrer Tochter Maria mit Herrn Dr. Ing. Kurt Nischk, BerliN'Friedrichshagen beehren sich ergebenst anzuzeigen Oberkirchenrat Karl Wagner Superintendent von Oberhessen und Frau Luise geb. Ferber Gießen (Südanlage 13), im Juli 1926 ................................. 5974D Ihre Verlobung geben bekannt Erna von Zangen Erwin Wendt Sonntag, den 18., und Montag, den 19. Juli ■ KIRMES ■ Es ladet freundlichst ein flMi Karl Schwarz Wwe. | und Burschenschaft 8 I 618881 Wir nehmen Spar-Einlagen zu den höchsten Zinssätzen an und gewähren Darlehen aller Art, insbesondere Hypothek-Darlehen Tanz-Abend 04996 Stadttheater Gastspiel des Kurtheaters Bad-Nauheim Dienstag, den 20. Juli 1926, Zwei Wappen Schwank in 4 Akten von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg. Anfang 8 Uhr. #934t Gnde IO1/. Uhr. Der Vorverkauf beginnt am Samstag, dem 17. Juli, in den gewöhnlichen Kaffenstunden. Leiste Garantie für sorgfältige Ausführung von Reparaturen an 1125D Uhren und Goldwaren. 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Dies Dörfchen, das im Schöffe grüner Wiesen ruht, ist von groffen Forsten mit über 60 Kilometer langen, prächtig gepflegten Spazierwegen umgeben. Rechts oben ragt ein Buchenwald, darin Tannenhochstämme gleich einsamen Riesen stehn. Don seinen Ruheplätzen aus haben wir eine fast unvergleichliche .Aussicht hinüber zum etwas tiefer liegenden Schlosse und weit hinaus über das Tal bis zum See, bis zur schimmernden Kette der Hochalpen. Am herrlichsten mag es sein, diesen Wald im Frühsvmmer zu durchwandern, wenn die Buchen noch in ihrem leuchtenden Lichtgrün stehen. Auf einem der erhöhten Ruheplähchen wollen wir dann rasten — neben uns das sacht wogende, goldgrüne Meer, drüben das weiße Schloff, unten das zauberschöne Taff Weither glitzert der See als schmaler Silberstreifen, dahinter wächst die Wunderwelt eiserstarrter Derg- giganten ins süddeutsche Himmelsblau. Waldesodem umfächelt uns lind, süffes Dogelzwitschern schmeichelt sich in unser Ohr, und vom Schloff- garten herüber weht der Duft von tausend Rosen. Nördlich vom Ort dehnt sich ein vorwiegend aus Radelhölzern bestehender Wald ziemlich eben bis zum ülrspimng der (Deggenhauser) Aach unb gen Pfulleirdvrf. 3m Schlosse, das steil aus dem Burggarten emporsteigt, bildet, neben vielen anderen Kunst- schähen, die Kapelle und fast mehr noch derRilter- saal den Hauptanziehungspunkt. Dieser nimmt die beiden obersten Stockwerke des ganzen südlichen Flügels ein. und Lübke sagt von ihm in seiner „Geschichte der deutschen Renaissance", es sei ein Werk ersten Ranges, wie wir von gleicher Schönheit unter den deutschen Renaissancebauten kein zweites besäßen. Aus seinen Fenstern genießt man eine schier unbegrenzte Aussicht; von der Siesaplana bis zum Berner Oberland, bis zu den Königen des Schwarzwaldes. Feldberg, Belchen und Blauen, bis zu den Dasaltkegeln des Hegau, dem Hohentwiel, Mäg^eberg. Hohen- DoniWtoiteg Wer A -sslll M! Mevs Reizender Blick v. d. herrlich ge eqcnen Terrasseaufdaspräckt.Landschaftsbild Angenehmer Familien-Aufenthalt Pensionspreis JUt -5.- Iugverbinüungen: 1.43, 4.33, 5.30, 6.42 zurück 7.47, 9.43. 4874V Fernruf 183 Flensungerhof Chrlil.lchei Erholungsheim Station Mutte t. H. Netne Höben- lüft. 3 Mm oom Heim ausnedc-vme Waldungen. Tanevtonren m den ißifld8bern mönltch 4 gute teictl DlabUeiteii. Lieaeballe. Milchkuren möiil'.ch. Zänl. Andachten. Tayec» vretS litt 3.50— 4.50, je nachZimuier Geebneter Erdolunason für Müde und Adgearbettete, die leibliche u d seelische Stärkuna suchen. Proloekie kostenl.Referenden auTiensteu „0 Hotel-Kurliaus iatltibirg (Eder) Kr. B'-chenkovs 4520D Vollständig neuzeitlich emneriebtet - 5ton- ferenz» und BeriammlunnSräume—Ueber 500 Personen fass. Gartenlokal - Bette PenffonSoervslenunn und nach der Karte. Täglich Streich- und Iazzbandkonzeri durch meine Dortmunder HauSkavelle ivcrnnif Nr 54 A. Auer. 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Moderne Strandanlagen und Hünengräber, Kurkapelle und friesischer Woriklang, die weite Ebene der Marsch und die hohe Geest, neuzeitliche Dampfer und aligefügte Segelboote, neu- zeitliche Strandkostüme und die schone, alte Tracht der einheimischen Mädchen und Frauen, das alles vereint sid) zu einem Bilde von unsagbarem Reiz, einem Bilde, das sich tief in unsere Herzen gräbt. Und so kommt es, daß die Besucher von Föhr auch später noch gern Ihre Gedanken zurückwenden nach dem meerumrauschten Eiland, das inmitten seines Jnselkranzes liegt und träumt, wie von wuchtiger Riesenfaust in die Fluten hineingeschleudert. Wanderung im Linzgau. Bon Hanna v. Dosen st ein. Das zum Kreise Konstanz gehörende Gebiet, welches sich jenseits des Bodensees gegen Hohen- zollern und Württemberg hin erstreckt, heißt der Linzgau. 3m Garten Deutschlands, in Baden, ist dies Stückchen Erde eines der gesegnetsten. Bon den Nordostufern des Schwäbischen Meeres, Immenstaad bis Ludwigshafen, dehnt sich, durch liebliche Hügel getrennt, eine Reihe von Tälern ins Landinnere, jedes von irgend einer Aach durchplätschert. Ihr weitestes und leuchtendstes ist das Salemer Tal. Für den, welcher das Wandern in der Ebene liebt, mag's am lohnendsten sein, zu Fuff den etwa dreistündigen Weg von Meersburg nach dem Heiligenberg zu durchwandern. Auf breiter, nur sehr wenig ansteigender Landstraße, zwischen prangenden Wiesen hin, durch ragcnfce Wälder, bringen wir immer tiefer hinein ins Herz des Salemer TaleS. Bei dem langgestreckten Dorfe Mimmenhausen, einer Zweigstation der Bodenseegürtelbahn, weitet sich das Tal zu breiter Ebene, und links ragt weiß schimmernd auf dunklem Grunde, Salem, das ehemalige Zisterzienserkloster Salmaußweyl. Rechts oben aber, wie eine Perle in smaragdner Schale, des Fürsten zu Fürstenberg Besitztum, Schloff Heiligenbevg. Das Tal, das diese beiden Edelsihe trennt, Bad-Nauheim Sommeraufenthalt Zimmer mit reichlicher guter Verpflegung pro Tag 5 Mark 4524D E. Schäfer, Hauptstraße 36 stosfeln, Hohen!rähen, Staufen, Hohen- imb Neu- Höven. Sonne bi? Fülle, und Bl^men'u't webt überm Linzgau und umspinnt fein; köstlichste Perle, den heiligen Berg, ihn zum Dorado machend für alle, die Ruhe, Schönheit und Frieden suchen. Kloster Seron. Don Hans Bethge. In der Kunsthalle zu Hamburg hängt eine kleine bestechende Malerei von Wilhelm Trüb- ner: „Kloster Seeon", ein ausgezeichnetes, to- niaes, gedämpft blau-grünes Bild von überraschendem landschaftlichen Rhythmus. Es zeigt eine edle, ganz runde deutsche Landschaft: ein altes Kloster in einem kleinen See und im Hintergrund die Alpenberge. Es ist eine typisch oberbayerische Landschaft, und als ich das schöne Bild zum erstenmal sah, hatte ich gleich den Wunsch, dieses reizende Idyll einmal in Wirklichkeit kennenzulernen. Ich sah auf dem Atlas nach und fand, daß Kloster Seeon ziemlich abseits liegt, nämlich im Chiemgau, nicht weit von dem nördlichen Zipfel des Chiemsees, wo eine ganze Reihe kleiner Seen auf der Karte verzeichnet ist. Offenbar hat sich der Chiemsee in weit zurückliegenden Zeiten einmal wesentlich weiter nach Norden ausgedehnt, er ist dann allmählich in sein heutiges Becken zurückgetreten, und dort, wo einst im Norden eine einzige große Wasserfläche war, haben sich als Reste in den wichtigsten Bodenvertiefungen einzelne kleine Seen erhalten. Als ich im Sommer am Chiemsee wohnte, verabredete ich mit einem Freund, dem, obwohl er Maler ist, das Trübnersche Bild noch unbekannt war, eine Radtour rund um den See, unb wir nahmen in unser Programm natürlich auch Kloster Seeon mit auf, einen Abstecher, der mir offengestanden als das Derlockendste der ganzen LInternehmung erschien. Wir fuhren auf unseren Rädern durch eine äufferst anmutige, in ihrer Vegetation beinahe tropisch üppige Gegend. Bald durch Wald, wo dichte Brombeersträucher wucherten und das blühende Gaisblatt duftete, bald durch Wiesen, strotzend in saftigstem Gras und ganz übersät von Schierlingsstauben, becen weihe Dolden ich nirgends so kolossalisch gefunden habe wie hier. Zuweilen entfernten wir uns vom Seespiegel, dann näherten wir uns ihm wieder, so veränderten sich die Prospekte aus das große, erhabene Wasser fortwährend, wir kamen durch kleine, Derenffamte Dörfer, dann, von Chiemsee aus, das am Ostrand deS Sees gelegen ist, lenkten wir auf wenig befahrenen Straffen landeinwärts auf Kloster Seeon zu. Wälder nahmen uns auf, bann kam toieber Feld unb Wiese, die ganze Gegend ist hügelig, — wenn das Gelände abfiel, liehen wir die Räder treiben und sausten lachend in die Landschaft hinein, und als wir wieder einmal auf diese Weise aus einem tiefen Walde ins Freie hinausstürmten, lag eine kleine menschliche Siedlung an einem Wasser vor uns: Seeon. Es ist in der Tat eine entzückende Idylle von hohem malerischen Reiz. Der Dee ist klein, eigentlich nur ein großer Teich. Das alte weiffe Darockkloster zeigt eine sympathische, ganz einfache Architektur unb wirkt fast wie ein vornehmer. schlohartiger Profanbau. Nur die dicht nebeneinander stehenden Zwiebeltürme über der barocken Kirche lassen den stattlichen Gebäude- komplex gleich als Kloster erkennen. Das Anwesen, das heute klösterlichen Zwecken nicht mehr dient, liegt auf einer Halbinsel, mitten in den See hinausgeschoben, dicht von Schilf umgeben. Eine ganz schmale, zierliche Holzbrücke, saust geschwungen, führt von der Spitze bet Halbinsel zum Festland hinüber, in ihrer Wirkung fast japanisch. Hier, am Festlande, liegt auf einer Höhe dicht über dem See, ein kleines, schindelgedecktes Kirchlein, von einem beinahe russischen Umrifj der Architektur. Auch die Formation der beiden Zwiebellürme über der Klosterkirche will an russische Kirchen gemahnen. Wir stiegen auf eine beherrschende Höhe am Ufer hinan, lagerten uns oben am Waldrand und blickten auf Kloster und See, aus die japanische Drücke, auf das rusfische Kirchlein und die blaue Kette der Alpenberge im Hintergrund. Don hier oben hat Trübner sein reizendes Bild gemalt. Diese Landschaft, auf die wir mit Lust hinabsehen, ist in der Tat ein vollendetes Bild. ein ganz geschlossenes Idyll. Trübner verstand es immer, solche alten schönen Architekturen, die malerisch in die Landschaft gesetzt sind, aufzuspüren, im Odenwald, in Baden und Bayern, und er malte solche Dinge zuweilen Md-Salföausen SlflÄlhdie« Sollen in Oberto«»een. Solquellen mit schwach KohleosluregehalL Lithium-, Stehl-, Schwefelquellen, Inhalatorium, Höhensonne, Sonnenbad m. Seleusehe Heilwirkungen bei Rheumatismus, Ischias, Skrofulose und Rachitis. Herrlicher, KÖer Park und Wald. Ruhige Lage. Malige Preise. sockt d. Hessische Badedirektion Bid-Salzbausea unser Sinn wohl grübelnd jenen Katastrophen zu, und wir vermcinen plötzlich tief unten auf dem Grunde der See weitgewölble Kuppeln und hoch aufragende Turme zu sehen, und dumpfer Glocken- klang scheint still und schwermütig ans der Tiefe heraufzutönen, während sich eine festlich geputzte Menge in feltfamfrember Tracht durch die Straßen zwischen altertümlich breinfdjauenben Häusern dahinschiebt. Doch wenn der lichte Tag hell unb leudjtcnb auf den Wassern glitzert, bann schwinben biese Bilber, unb das Leben, das niemals rastende, in stetem Kreislauf sich erneuende Leben jauchzt uns allüberall entgegen. Zur Zeit der Ebbe, wenn das Wasser, durch tausend Kanäle und Rinnen verrieselnd, sich weit zurückgezogen hat, bildet das Wattenmeer eine Brücke hinüber nach Amrum und lehrt uns, wie einst diese ganze Inselwelt zusammenhing. In dem wasserfreien Gebiet aber beginnt es sich zu regen: Wagen und Fußgänger suchen vor der nächsten Flut die Nachbarküste zu erreichen; kleine Burschen und Mädels mit aufgekrempelten Höschen und hochgeschürzten Röckchen forschen nach Austern; auf der schattigen Sandwallpromenade von Wyk, dem Hauptort der Insel, ertönen die Weisen der Kur- kapelle, und die Töne wiegen sich weit hinaus auf das leise atmende Meer, während geputzte Stadt» menschen sich plaudernd ergehen oder sich am Strande den tausenderlei Nichtigkeiten widmen. Oder man nimmt den Wanderstab zur Hand und durchschweift die etwa 8 Quadratkilometer große Insel, besucht die ausgedehnten Bogelkojen, wo jahraus, jahrein Tausende schmackhafter .Krickenten ihr Leben für das Wohl der fremden Gäste opfern müssen; man zieht zu den alten Hünen» und Wikkinger» gräbern, dem Kjökkenmödding unb ber Lembecks» bürg, im Westen ber Insel, und läßt den geheim» nisDoUen Zauber auf feine Seele einwirken, der, wie mit unhörbarem Flügclschlage, diese verwitterten Zeugeneiner längst verschollenen Zeitperiode umschwebt. Manch einer tritt in eine bescheidene Seemannsstube ein und ist erstaunt über die traulich zweckmäßige Einheitlichkeit, die hier ber einfache Sinn eines wackeren Menschenschlages geschaffen hat. Hollänbische Fliesen bebecken bie Wände, über ber Türe hängt ein roh geschnitztes Schiffsmobell, währenb hinter den blanken Scheiben des Schrankes ber matte Glanz zinnerer Schüsseln, Krüge unb Teller aufblitzt, unb aus dem von der Zeit dunkel gebeizten Uhrgehäuse friedliches Ticken hervortönt. Die Bewohner der Insel, die Friesen, sind tüchtige Seeleute und treiben Schiffahrt, namentlich Frachtschiffahrt, ferner Fischerei, Austernfang und Entenjagd. Auch die Halligen draußen im Meere locken zum Besuch, und es bereitet eine seltsam wehmütiges Gefühl, über diese dürftigen Reste einer mehr und mehr verschwindenden Welt dayinzuschreiten. Im Gegensatz zu den größeren, durch Dünen und Deiche geschützten Inseln, bezeichnet man die kleineren Eilande an der schleswig-holsteinischen Küste mit dem Namen Halligen. Eine sölche Hallig ist ein flaches Grasfeld, kaum 2 oder 3 Fuß höher als der Stand der gewöhnlichen Flut des Meeres gelegen, und wird daher sehr oft und besonders in den Winter- Monaten von der See überschwemmt. Hier auf diesen Halligen, wo das weder durch Deiche noch Dünen geschützte Erdreich auf Gnade und Ungnade dem Wüten der Meeresstürme ausgesetzt ist, hier, wo während der Flut häufig nur die auf 4 und 5 Meter hohen Werften ober künstlichen Erderhöhungen erbauten Häuser über den Wasserspiegel hinausragen, ist der Kampf des Menschen mit den Elementen ein besonders hartnäckiger und hoffnungsloser. Wenn die Stürme von Westen her über die Wogen peitschen, lecken die Wasser mit gierigen Zungen sogar diese dumpfem Wogenschwall an Tür und Tor. Und oben auf dem Boden zittern wettoerlasien die ärmlichen Bewohner dem grausen Ende entgegen, das unfehlbar eintritt, wenn die Mauern dem wuchtigen Drängen ber Flut nicht wiberstehen können unb krachend zusammenstürzen unb bie Bewohner mit sich in das Wellengrab herniederzerren. Die Halligen nehmen durch das ständige Anspülen der Meereswogen jedes Jahr ab, und der Bewohner sieht so den Boden vor seinen Augen schwinben unb bentt an bie Zeit, wann bas Erbteil seiner Kinber ganz verschlungen sein wirb. Dennoch liebt diese Bevölkerung ihre ärmliche Heimat, und der aus ber Sturmflut Gerettete baut sich immer wieder da an, wo er vor kurzem alles verlor. — In den stillen Gassen der stillen Inseldörfer aber — Föhr zählt deren etwa 18 — blühen die Bäume, und auf den kleinen Friedhöfen ruht, blütenumrankt, mancher schmucklose Stein, der in seltsam berührender Weise vom Werden und Vergehen fpridjt, das hier, mehr als anderwärts, nahe beieinander wohnt. Und wie Tod und Leben, so wohnt auch Altes und Neues in seltsamer Durchdringlichkeil hier dicht beieinander .........Urisleiii Angenehmer Familien-Aufenthalt in sehr waldreicher Gegend Vorzügliche Küche,eigene Metzgerei Pension von 4 Mk. an Besitzer Ludwig Statt Auf der nordfriefifchen Insel 8öhr Von A. B r a m m. Wie von wuchtiger Riefenfaust in "bie Fluten hineingeschleuderi, so liegt träumend inmitten eines weiten Inselkranzes das große, nordfriesische Eiland Föhr, eine der größeren Nordseeinseln an der Westküste Schleswigs. Die Wogen der Nordsee umrau» scheu es mit ihrem alten, gewaltigen Liede und erzählen in stürmischen Nächten wunderseltsame Sagen von jenem Toben der Elemente, die vor Zeiten die ganze Inselwelt von den Küsten Schleswig-Hol- steins losgerissen. 3m Norden und Südwesten blinken die flammenden Feuer der Leuchttürme von Sylt und Amrum herüber, und im Süden wimmelt das Heer der winzigen Halligen, die nur durch die sorgende Hand des Menschen einigermaßen vor dem gefräßigen Wogenschwall des Meeres beschützt und der raschen, völligen Vernichtung entrißen werden können. Auf der hohen Geest von Föhr aber wiegen uralte Baumriesen ihre mächtigen, schattenspendenden Kronen, während auf der deichgeschützten, weit- hin sich erstreckenden Marsch weidende Rinder und Pferde friedlich ihre Nahrung suchen. Und wohin man sich wenden mag, überall begegnet unser Auge dem Me?re mit seinen ewigwechselnden Bildern. Ein wackeres Völkchen haust hier, und wenn auch das moderne Bäderleben etwas Fremdes in diese eigenartige Welt hineingebracht hat, noch blühen Die alten Sitten unb Gebräuche unb selbst bie alte friesische Sprache fröhlich weiter. Noch begegnen wir hier ber schönen Tracht, wie sie sich von Geschlecht zu Geschlecht herübergerettet hat in unsere alles niueUicrenbc, alles Bunte unb Bluhenbe ver- brängenbe Zeit. Gilt es ein Fest zu feiern, gilt es eine Gespielin zum Altar zu geleiten, wo ihrer ber hochzeitlich geschmückte Bursche harrt, bann werden die soliden, mit friesischem Zierat bedeckten Truhen geöffnet, und die Brustspangen und Gehänge aus blinkendem Metall, die buntgestickten Kops- und Busentücher werden hervorgeholt und wetteifern im lachenden Sonnenschein mit der lieblichen Anmut ihrer Trägerinnen. Alte, wie aus einer anderen Welt herübertönende Lieder erklingen auf der Fahrt zur festgefügten Kirche, und die hochgewölbten Hünen- gröber, die hier und dort wie aus längstversunkener Vorzeit herübergrüßen, vermögen nicht die quellende, ihrer herzerquickenden Ursprünglichkeit noch nicht beraubte Lebensspende zu dämpfen. Denn wie ernst auch das Leben dieser wackeren Inselbewohner sich im allgemeinen gestaltet, wie mancher der als tüchtige Seeleute vielbegehrten Männer draußen auf dem Grunde des Weltenmeeres ein feuchtes Grab gefunden,— der fröhliche Lebensmut und die sonnige Heiterkeit der Leute auf Föhr ward nicht erstickt und kommt bei den wenigen Festen stets zum Durchbruch, Wer aber die Geschichte des friesischen Lan- des kennt, diese furchtbare Kette von Kampf und Not, non Leid und Elend, die sich durch die Jahrhunderte zieht, der wird sich bewundernd beugen vor soviel Lebenskraft und Lebensmut und vor dieser rührenden Anhänglichkeit an den heimischen Boden, der nur mit zähem, nimmer erschlaffendem Eifer vor den Katastrophen des Meeres gerettet werden kann. Mit Recht fragt der Marfchendichter Hermann Allmers im Hinblick auf die Vefuvbewohner: „Allein, was sind solche Gefahren gegen das namenlose Elend, welches das Friesenvolk seit so vielen Jahrhunderten erduldete! Was sind einzelne Vesuvaus» brüche . . . gegen die ungeheuren Sturmfluten, deren das Volk der Friesen so viele in feinen Annalen aufzuweisen hat; — Sturmfluten, von denen eine einzige 20 bis 30 Dörfer vom Erdboden ver» schwinben ließ, meilenlange reiche Landstriche in sbes Watt verwandelte, vielen Tausenden wackerer Menschen das Leben raubte, die kostbarsten Schleusen und Deichanlagen in wenigen Stunden vernichtete und ganzen Küstenstrichen nicht selten eine andere Gestalt gab!" Und wenn man bann die lange Reihe solcher Springfluten an sich vorbeigleiten läßt, deren mehrere fast in jedem Jahrhundert die Küsten und Inseln der Nordsee heimsuchten, wenn man von den großen Opfern vernichteter Menschenleben lieft, bann erst versteht man ben alten friesischen Nechtsgrunb- satz in seiner tieferen Bebeutung: „Kein Land ohne Deich, kein Deich ohne ßanb"; versteht erst ben an» beren Spruch: „De nich will biken, mot reifen" (Wer bie auf seinem Besitz (aftenbe Deichpflicht nicht erfüllen mag ober kann, ber muß weichen, muß sich seines Eigentums begeben). Denn hier gilt mehr als irgendwo anders das Gebot: „Einer für alle, alle für einen!" — Wandelt man bei sinkendem Abend, wenn fern im Westen die Sonne auf ben Wogen glüht unb bas Meer raunend gegen die Küste schlägt, am Strande der Insel entlang, oder schaukelt man im leise da- hinzielenben Segler über die Wasser, so wendet sich Lnflkororl Hais Luginsland b.Schntten. Oberhessen Christi. 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Die Spekulation, die sich wieder etwas zuversichtlicher zeigte, betätigte sich in einigen Rückkäufen, die aber im großen und ganzen unbedeutend blieben und nicht ausreichten, der Umsatztätigkeit einen lebhaften Charakter zu geben. Nach Erledigung der ersten Kaufaufträge wurde es im Börsensaal wieder sehr ruhig, und nur vereinzelt kam es zu einem Aufflackern des Geschäfts. Montanaktien eröffneten unregelmäßig und eher weiter abgefchwächt. Gegenüber den gestrigen Abendnotierungen wurden niedriger. Deutsch-Lux minus 1, Mannesmann minus 0,5, Gelsenkirchen minus 0,25, Riedeck minus 1 Prozent. Unverändert blieben Phönix und Rheinstahl. Höher wurden: Harpener plus 0,3, Rheinische Braunkohlen plus 2, Romdacher Hütte plus 3 Proz. Bon Elektrowerten, die stilles Geschäft hatten, konnten AEG. etwa 0,75 Prozent gewinnen, während Schlickert eher nachgaben. Farben- aktien wurden etwas reger gehandelt und konnten 2 Prozent anztehen. Holzverkohlung plusj) Prozent. Der Bankenmarkt hatte durchweg ansehnliche Aufbesserungen zu verzeichnen. Schiffahrts- aftten lagen weiter schwach. Hapag minus 1,5, Norddeutscher Hloyd minus 0,5 Prozent. Von Autoaktien lagen Kleyer 3 Prozent höher. Bauaktien wiesen leichte Erholungen auf. Zellstoffaktien bröckelten dagegen weiter ab, desgleichen Zuckerakkien. Deutsche Anleihen lagen bei lustlosem Geschäft unverändert. Von ausIändi - scheu Renten lagen Türken gebessert. Der Freiverkehr blieb umsatzlos. Becker Stahl 20,5, Brown Boveri 115, Benz 86, Entreprise 7, Growag 60, Krügershall 110, Ufa 40,5, Ufra 80 Prozent. Der weitere Verlaus war unsicher, die Kurse schwankten hin und her. J.-G.-Farben gingen auf 241 Prozent zurück, um dann wieder 0,5 Prozent anzuziehen. Die Tendenz war im allgemeinen eher zum Nach- geben geneigt. Der' Geldmarkt war etwas angespannt. Tagesgeld 5 Prozent, Monatsgeld 5,25 bis 6,75 Prozent. Jndustrieakzepte 5.25, Privatdiskonten 4,5 "Prozent. Im . Devifenverkehr waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen. Paris stellte sich gegen London auf 204, Brüssel auf 206, Mailand notierte 144 gegen das Pfund. des französischen Franken bot der Börse eine Anregung. Nachdem sich die sog. Frankenfluchtkäufe mehr als Hausseanregung bestimmter Kreise erwiesen haben und von neuen Auslandkäufen nicht mehr die Rede ist, sieht man die Frankenverschlechterung wieder als das an, was sie in Wirklichkeit ist: eine ungeheure Erschwerung der deutschen Ausfuhr- arbeit durch Förderung des französischen und belgischen Dumping. Das Geschäft am Devisenmarkt war ebenfalls eng bearenzt. Paris stellte sich anfangs gegen London auf 202,75, erholte sich dann später bis auf 199. Brüssel notierte 200 nach 205 gegen das Pfund. Mailand lag unverändert. Am Geldmarkt ist die Lage weiter leicht. Tagesgeld 4 bis 5 Prozent, Monatsgeld 5 bis 6 Prozent. Dörlenkrmc. (Ohne Gewähr.) gestellt, daß die Phantasie der Wirtlichkeit weil vorausgeeilt ist. Man hatte bei den I. G. - F a r - ben eine große Kapitalerhöhung erwartet, die mit einem recht beträchtlichen Dezugsrecht verbunden sein sollte. Herausgekommen ist lediglich die Fusion mit Köln-Rottweil, wobei das Ämtauschverhältnis bereits durch die Börse vorweg reguliert worden ist. Bewahrheitet haben sich trotz der verschiedensten Dementi die Kapitalerhöhungen der großen Schifffahrtsgesellschaften. Hier enttäuschte das Bezugsrecht, obwohl man sich hätte sagen müssen, daß die Gesellschaften keinerlei Veranlassung haben, bei dem derzeitigen Kursstände mit der Reu-Emission noch näher an den Paristand heranzugehen, als sie dies tun. In erheblichem Maße hat auf die Kursgestaltung die Maßnahme der Reichskreditgesellschaft e’n» gewirkt, und insbesondere auch die Form, in der diese Maßnahme bekanntgegeben worden ist. Es handelt sich darum, daß die Reichskreditgesellschaft an der Börse bekanntgab, daß sie für den Medio Juli nur noch etwa die Hälfte der Reportgelder, die fie zu Ultimo Juni zur Cß rfugung gestellt hat, zur Verfügung zu stellen beabsichtige. Die Reichskred tgesellschaft begründet" diesen Schritt mit der Ueberlaftung ihres Personals, eine Begründung, der man wenig Stichhaltigkeit beimaß, da hierin das Eingeständnis technischer Unzulänglichkeit liegt. Man nimmt vielmehr an, daß das Ergebnis dieses Schrittes, Einengung der Spekulation, auch in der Hauptsache beabsichtigt war. Daneben dürft» man richtig vermuten, wenn man in diesem Schritt einen Druck auf den Dörsenvorstand sieht, den Medio abzuschaffen. Der Wunsch auf Abschaffung des Medio ist bekanntlich an der Börse sehr verbreitet. Der Widerstand soll im wesentlichen bei den Danken liegen, die auf die mit der Medio-Prolongat'.vn verbundenen Provisions-Einnahmen nicht verzichten wollen. Auch die Bereitwilligkeit, die verschiedene Banken zum Ausdruck gebracht haben, bei der Prolongation zum Medio besonderes Entgegenkommen zu Egen, vermochte nicht, einen Umschwung her beizuführen. Unter Berücksichtigung unserer gesamten Wirtschaftslage haben ja schließlich auch die Börsenkurse eine Höhe erreicht, die ein» Stetigkeit der Besserung schon vorwegnimmt. Man wird daher, zumal wir jetzt mitten in den Ferien stecken, mit einigen ruhigen Wochen an der Börse zu rechnen haben. Eine unbekannte Größe bildet noch die bevorstehende Einführung der Aktien der Bereinigten Stahlwerke an der Börse. Man ist sich nicht klar darüber, ob neben den Aktien der Muttergesellschaft nun auch noch daS gesamte Aktienkapital der Tochtergesellschaften der Verein'gten Stahlwerk? an der Börse eingeführt werden soll, da alsdann für einen und denselben Sachwert zwei Arten von Aktien im Umlauf wären. Hierüber werden wohl die nächsten Tage Klarheit bringen. Wie zu erwarten, war die Anspannung am Geldmarkt zum Halbjahres-Ultimo nur von geringer Dauer. Schon die Diskont-Ermäßigung der Reichsbank ließ daraus schließen, daß die alte Flüssigkeit recht bald wieder eintreten werde, und bereits eine Woche nach dem Ultimo war der alte Sah von 3 bis 5 Proz. für tägliches Geld wieder erreicht. Der Medio hat überhaupt keine Einwirkung auf die Geldfätze gehabt. Es erscheint aber zweifelhaft, ob sich dieser Geldüberfluß bis zum Herbst hält. Es stehen zur Zeit dem Markt kurzfristiger Gelder große Geldmengen zur Verfügung, die in Bälde ihrem endgültigen Zwecke zugeführt werden. Die starke Beanspruchung des inneren Kapitalmarktes, sowohl von kommunaler Seite wie auch für die Durchführung des Arbeitslosenprogramms, und schließlich die im Herbst zu erwartende 200-Millionen-Reichsanleihe dürste doch dem jetzigen Geldüberfluß auf längere Zeit ein Ende machen. fdr unsere bekannt guten Qual iWen in Herren-uDamerv Kleidung BENSHEIM Ä HERMANN A 6 Frankfurt0/*. Schillerplatz 4 6 S- dnderHaupfwdche euyott iciri-3. . ipanicn 131* 141 I 70 I 147,5* i 142* | 50: 108.5 82| 81 -42* 92.1 51 99 135 139* 123.7* 95 119* 160,2* | 75 86 24.5 44 mit einer Hingabe, ja Verliebtheit, die über feine malerische Sachlichkeit weit hinausging. Wir lagen wohlig im Gras am Waldrand, plaui'ericn heiter, rauchten mit Genuß unsere Zigaretten, sahen über der paradiesischen Landschaft ein paar silberne Möwen leichtbeschwingt in der Sonne fliegen — und verträumten eine jener glückhaften, über das Irdische fast schon h nausgehovenen Viertelstunden, wie sie nicht allzu häufig sind im Wirbel dieses flüchtigen Daseins. Dann schwangen wir uns wiedex auf die Räder, rollten auf den menschenleeren Landstraßen durch Wiese, Wald und Feld, und nicht lange, bei Seebruck, da sahen wir wieder über die mächtige, blinkende Fläche des Chiemsee, des geliebten Wassers, an dessen lieblichem Ufer wir wohnten. Wanderfahrten. 3m Vogelsberg. Freunde des Vogelsbergs und solche, die es werden wollen, werden es zu schätzen wissen, wenn fie von Zeit zu Zeit auf Stellen dieses lange mit Unrecht so verschrieenen Gebirges aufmerksam gemacht werden, deren Schönheiten in Touristenkreisen noch nicht gewürdigt werden, weil sie ihnen unbekannt sind, und die daher eine unverdiente Aschenbrödelei spielen. Der Touristenverkehr geht an ihnen vorüber. Eine knappe Stunde östlich der Station Nösberts liegt im Lüdertale das freundliche Dörfchen Heisters. Wir durchschreiten es und schlagen den Weg nach dem benachbarten, noch reizvoller gelegenen Dörfchen Zahmen ein. Kaum haben wir dos letzte Haus des erstgenannten Dorfes passiert, so eröffnet sich uns ein wunderbarer Blick in das Tal der Lüder, hier „Steigertal" genannt. Die Natur hat hier ein Landschaftsbild geschaffen, das geradezu voralpinen Charakter hat, zumindest aber an Harz und Schwarzwald erinnert. Wir wissen nicht, sollen wir unsere Aufmerksamkeit zuerst dem zwischen felsenbedeckten Talwänden dahinplätschernden, über Sieingeröll hinwegeilenden Flüßchen zuwenden ober die idyllisch am Waldrande im Hintergründe liegende „Kohlenmühle" mit ihrem roten Dache, die dem ganzen Gemälde einen besonderen Reiz und einen gewissen Abschluß verleiht. Weithin schweift der Blick über den „Steigerwald" hinweg und läßt weitere Schönheiten ahnen. Ein nicht minder anziehendes Bild bietet das etwa eine Viertelstunde entfernte Dörfchen Zahmen mit feinem terrassenförmigen Aufbau am Bergesabhang. Seine freundlichen Fachwerkhäuser laben den Wanderer zum Verweilen ein. Besonders in der Richtung nach dem benachbarten preußischen Dorfe Blankenau bieten sich wundervolle Ausblicke. Alte Grenzsteine (zwischen preußischem und hessischem Gebiete) tragen ab und zu noch eingemeißelt die Buchstaben G. H. (Großherzogtum Hessen) und K. P. (Königreich Preußen). Der Volkswitz überseht dies mit „Großer Hunger" und „Kleine Portionen", was in diesem Zusammenhänge erwähnt sei. Möge der eine ober andere wanderlustige Leser, dem diese Zeilen zu Gesicht kommen, den Versuch machen und seine Schritte in diese unberührte Vogelsbergnatur lenken. Er wird cs nicht bereuen. L. G. Herborn—Forsthaus Reuhaus—Donsbach- tal—Dillenburg. Wir fahren mit dem Frühzug 6.33 älhr nach Herborn, durchwandern daS interessante Städtchen, um in der Rahe der Dillbrücke auf ein blaues H zu stoßen, dem wir nunmehr folgen. Sn mäßiger Steigung, ziemliche Windungen machend, gelangen wir zu einer Schuhhütte, Schöne Aussicht genannt, von wo wir einen hübschen Blick auf Herborn, das Dilltal und u. a. auch auf Ruine Greifenstein haben. Die weitere Wanderstrecke gestaltet sich immer mehr zu einer genußreichen Wanderfahrt. Von einem Hochplateau, 'der sog. Platte, genießt man prächtige Ausblicke auf die Berae des Hohen Westerwalds, auf - Schluchten und Täler, auf Wälder und friedliche Dörfchen, namentlich auf das malerisch gelegene 9 Llckersdorf, das wir spÄer auch durchschreiten. Durch Wald und Feld gelangt man in etwa 3stündigem Marsche nach dem herrlich auf steiler Waldeshöhe gelegenen Forsthaus Reuhaus, wo gute Unterkunft ist. Der Weitermarsch führt durch das liebliche Donsbachtal, dann durch Donsbach nnd hierauf über einen Höhenrücken mit wiederum entzückenden Ausblicken in H/j Stunden nach dem Endziel Dillenburg, dessen hochragender Wilhelmsturm schon von weitem grüßt. Berlin, 16 Juli Amerikanisch« Note, ..... Belgische Noten . , Dänische Noten ..... Englische Noten ....... Franzönsche Noten ..... Holländische Noten .... Italienische Noten ..... Norwegische Noten Z^ch'Oesterr.,Lioo Kronen Rumänische Noten ..... Schwedische Noten ..... Schweizer Noten ..... Svanische Noten ..... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noleo 160.5* । 160,5* 89,75 । lot' 150' 115 | 113 Pulimann-Limousine M. 10300.- Abnehmbare Pullmann-Llmouelnen, Landeufntts, Lleferwaaen In allen AuifOhrungen ab Werk 8 sechssitzig, Vierradbremse, sechsfach ballonberelft, mit elektrisch. Licht und Anlasser, elektrisch Signal Kilometerzähler, Geschwindigkeitsmesser, Fahrtrichtungsanzeiger, Scheibenwischer, Gepäckbrücke usw.* . . . , Auf Wunsch Zahlungserlelchterunflen Vertretung: Dupont A.-G., Frankfurt a.M., Kaiserstraße 64,Telephon: Hansa 6836, 4694 Bade Frankfurt a.M. Äcrli'i Schlu • fuirs i-Uhc. flute Schills,, flure Anfang i l- Datum: 16.7 | 17 7 16 7 17 7 5% Deutsche Rcichsonlcih« 4®/o Deutsche NcichSanleche 0.4537 0.45 IL45 0.4105 0.4475 0.405 3y,°/n Deutsche Reichsanleibr 0,43 0,4007 0.40 3% Deutsche NcichSnilcitie 0,50 - 0.4907 0,485 Deutsche Svorvränücnanleib« 0,24 — 0 245 4°/» Preutziichc Komols 0,41 _ 4° o Hessen 0,40 - 3V*°/n Hessen ...... _ _ 3% Hessen ....... . - - Deutsche Dertb Dollar-Anl. 96,5 - 97,5 Dio Doll -Schav-Anweilng.'! — 16 Juli. 17. Juli. Amtliche Noti rung Geld 1 Brief Amtliche Notierung Geld 1 Brief 168,61 169,03 168,61 1,707 1,711 1,706 9,70 9,75 10,33 91,93 92,17 92,03 111,26 111,54 111,24 112,31 112,55 112,33 10,55 10,59 10,552 14,13 11.17 14.25 20,401 20,453 20,402 4,195 4,205 4,195 9.86 9,90 10,30 81.205 81,405 81,19 60,20 66,36 66,27 1,970 1,974 1.974 0,660 0.663 0,658 59,34 59,48 59,29 12,452 12,462 12.422 7,41 7,43 i.ll 6,87 6,89 5,865 3,03 3,M 8,04 21,405 21,455 21,405 81,37 81,57 81,37 2,31 2,82 2,31 5,19 4,198 4,215 5,21 5,09 4,208 4,198 4.225 4.21 Banknoten. (Ohne Gewähr.) Die Krummhölzer. Roman aus den bayerischen Bergen Don Michael Wagner. 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Sie holte ein wenig Atem und setzte dann ihr Selbstgespräch wieder fort: „Wahrhaftig — gar keinen Rat weiß ich mir! Net vorn und net hinten! — Ach ja! — Und den alten Herrn Professor ausquartieren wegen dem Bankmenfchen und feinem Geld? — Sündhaft wär' fowas, wenn wir's net gar fo gut brauchen könnten!" Paufe. Jetzt erst fiel ihr ouf, daß Marianne zu der ganzen, sie so tief bewegenden Angelegenheit noch kein Sterbenswörtchen geäußert. Es machte die Frau Rontaler etwas nervös, sich in diesem Dilemma sich selbst überlassen zu sehen. „Und du sagst überhaupt nichts, Mariann! Läßt mir alten Frau das ganze Kopfzerbrechen über —" Den schönen Kopf mit dem vollen Blondhaar lief über die zarte Arbeit gesenkt, sah Marianne n Sinnen versunken. Es schien, als yörte sie die Mutter gar nicht. „Was meinst denn nachher du, was ich tun soll?" fragte die Mutter noch einmal. Marianne antwortete nicht sogleich. ,La, also —drängte ungeduldig die Mutter weiter. „Schau, Mutter, deswegen bin ich ja' zuvor so in die Gedanken kommen, weil ich über allerhand nachgedacht, was mit diesen Dingen zusammen- hängt! Deine Pension würde wohl für dich allein ausreichen — für zwei aber ist sie bei dieser Teue- rung entschieden zu wenig." „Was hat setzt meine Pension mit dem Zimmer- vermieten zu tun?" Marianne lächelte über den resoluten Einwurf. Unbeirrbar führte sie den angefangenen Gedanken weiter aus: „Und von diesem Standpunkt aus, Mutter, sollte man eiaentlich doch nicht lange überlegen und zugreifen'/' „Aber Kind! — Das ist ja alles recht und gut — aber der alte Herr Professor!" „Da niuß eben ein Ausweg gefunden werden!" sagte der blonde Schelm schmunzelnd. .Darum frag ich dich doch!" Jetzt lachte Marianne aerobe heraus. Unbekümmert um das vorwurfsvolle Gesicht der Mutter. „Da lachst, du, pfui!" „Verzeih, Mutter! Ader dafür mache ich dir auch einen hoffentlich recht brauchbaren Vorschlag Du sagst dem Runkelberg zu unb ben Professor behältst bu auch! Die Sache ist sehr einfach: wir machen nämlich auch mein Zimmer frei, und ich ziehe zu bir! Dann ist bie Sache erlebigt!" Gerabezu fjerausforbemb triumphierend klang bas. — Die Mutter wiegte bebächtig ben Kops hin und her. Ihre Stimme klang merklich trübe, als sie nun einwars: „Ich kcmn's nicht glauben, Mariann, daß bir fo leicht ums Herz ist, wie bu tust!" Da schob sich eine kurze Stille ins Gespräch der beiben. Ohne zu antworten, stützte Marianne ben Kopf in die Hand und blickte gedankenverloren durch das Fenster an ihrer Seite in die Berg- winlerlandschaft hinaus. „Gel ja, Mariann!" wiederholte die Mutter. Marianne aber rührte sich nicht. Wie gebannt starrte sie zum Fenster hinaus. Dann stand sie auf — und plötzlich schnellte sie herum: „Mutter — es kommt jemand!" Die verwitwete Frau Hauptlehrer erschrak bis in ihr liefinnerftes —: dieser Ausdruck im Gesicht ihrer Tochter — das Blitzen in den Augen, der halboffene Mund, die geröteten Wangen — völlig angst wurde ihr . . . Sie wollte fragen, aber — „Ich komme gleich wieder, Mutter — geh du ihnen entgegen!" rief Marianne, aus dem Ammer eilend. Die Frau Rontaler saß darauf erst ein Weilchen vollkommen unbeweglich, gleich Lots Weib, und starrte auf die Tür, durch welche Marianne so plötzlich abgegangen war. Dann aber kam Leben in sie, und mit ein paar Schritten war sie am Fenster. „Ah!" entfuhr es ihr unwillkürlich. Auf der schmalen Wegspur, die sich von einer baumumbuschten Dillengruope über ein ausgedehn- tes Schneeseld zu der sanften Höhe schlängelte, die dar Rontalersche Häuschen trug, kamen zwei Männer geschri.ren. Der eine war groß und breitschulterig uno hatte einen schweren, bedächtig-gc- messenen fflang, der andere, schier ebenso groß, doch nicht so breilbruftig, hinkte auf einem Peine und stützte sich schwer auf feinen Stock. Troy der Entfernung erkannten bie alten Augen der Frau Hauptlehrer sogleich die beiden, und ihr Mutter- herz schlug einen fröhlichen Generalmarsch: die Uradjer, der Vater und Zeno! Da gab es nur eines: bie kamen, um zu freien! Das pumpte ihr Beweglichkeit in bi« alten Glieder. Rasch ben Wollschal umgeschlagen und hin- aus zur Tür. „Mariann! Zieh die weiße Spitzenschürze an unb richt' bann gleich zum Kaffee an!" Bimbim! machte die Hausglocke. Nun folgte eine unschuldige kleine Empfangskomödie, wie sie unter hundert ähnlichen Besuchen bei neunzig aufgeführt wird. „3a! — Ja! — Ja, was ist denn das! Der Uracher und der Zeno! Eine solche Ueberraschung!" „Grüß Gott, Frau Hauptlehrer!" sagten bie beiden Vksucher, eintretend, fast zugleich, und zwei Hände streckten sich der Hausmutter entgegen, eine klobige, von harter Arbeit zerschundete, und eine leichtere, feinere. Beide schüttelte sie mit großer Herrlichkeit. Dann geleitete Frau Rontaler ihre Gäste in die warme, freundliche Wohnstube. „Ah, da is schön freundlich herin und bacherl- roarm!" sagte der Uracher und rieb sich wohlig die Hände. „Eine solche Ueberraschung, ich bin noch ganz weg!" hob die Frau Hauptlehrer wieder an, unb schaute mit strahlenbem Gesicht von einem zum andern. „Ha, ha, ha!" lachte dröhnend der Uracher las. Dann nach dem üblichen Hin unb Her, wie es gehe und stehe, gesundheitlich und im Hauswesen, ließ es dem Zeno keine Ruhe mehr: „Wo steckt denn eigentlich bie Mariann, Frau Hauptlehrer? — Jst's vielleicht gar —" „Jeß', die Mariann! Gel, da hält' ich vor lauter Ueberraschung bald vergessen —" entschuldigte sich die Mutter. Sie war aber schon an der Tür. „Mariann! Mariann!" „Ja, Mutter!" antwortete bie Stimme ber Tochter. „Was ist'»?" „Komm g'schwind unb schau, wer ba ist!" ... Dann trat sie «in: groß, voll erblüht in ihrer blonden Schönheit — em herrliche», lebensfrische», junges Weid. Wie auf Kommando erhoben sich die zwei Uracher. Und die Blicke der Frau Hauptlehrer gingen voll mütterlichen Stolze» von ihrem schönen Kinde zu ben beiben Männern, als wollte sie sagen: Schaut sie euch nur an — ist sie nicht mehr wert, als euer ganzer Krummholzerhof?" Obwohl vorbereitet — einen Augenblick stand Marianne doch in echter Verwirrung. Sie faßt« sich aber rasch unb trat auf Uracher zu: „Grüß Euch Gott, Uracheroater! Wie mich ba» freut!" Hei, da ging dem Alten das Gesicht auseinander! Dann kam der Zeno an die Reihe. Eine Sorte, entzückende Röte überhauchte ihr schönes Gesicht, als sie ihm den Willkomm bot. Ihre Augen aber sagten mehr. Zeno hotte am allerliebsten bie Geliebte in bie Arme geschlossen und sie nach Herzenslust abgc« busselt, statt ihr des langen und breiten zu be- richten, wie es ihm gehe. Er mußte sich wohl oder übel damit bescheiden, die warme, kleine Hand so lange in der seinen zu halten unb bedeutungsvoll zu drücken, bis sie ihm saust entzogen wurde. „Ich bitt' um Entschuldigung — geC Mutter, ich richt’ gleich zum Kaffee an!" „Ist recht, Kind!" Ein Blick voll Stolz unb Liebe aus den Mutteraugen folgte bet Hinaus- eilenden. Wenn Zeno nicht schon eigens deswegen herge- kommen wäre, um sich Mariannens Jawort zu holen, heute hätte er sie gefreit, unb wenn bie Welt in Scheichen gegangen wäre. Der stille, ruhige Mann brannte lichterloh. Vorderhanb mußte er sich aber noch gebulben. Der Vater war dabei, und bei dem ging’s schön bedächtig, eins noch dem andern. Da gab es erst so mancherlei durchzureden, ehe man so quafi wie von selber auf das rechte Gleis kam. Zu machen war dagegen nichts. Da mtißte man eben grad soviel Geduld als ungeduldige Liebe haben . . . (Fortsetzung folgt.) 0 WWW ______d________________"'' • ■__________________- C7. 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