Samstag, 17. April 1926 176. Jahrgang Nr. 89 Erstes Blatt vnick iind Verlag: vrühl'Iche Unwerfilitr-Vuch- und Stdnörudcrci R. lange in Sieben. Lchriflieitnng und SeschästLftel«: rchnljttabe r. Italiens Kolonialpolitik heutigen ihre Parallele. so unbegreiflicher ist es, reffe der Westmächte vielfach wenn man in der Presse WIN die heute vormittag zwischen dem R e i d) ß - tangier, den beteiligten Ressortsministern und den Vertretern der Regierungsparteien des Reichstages über das Kompromiß zum Geseb für die Fürstenabfindung und über dar Gesetz zur Vereinfachung des Militürstrasrechtes (Duellbe st immun g) begonnen haben, tour' den um 2 iüjr zum Abschluß gebracht. W.e toii hören, ist in bezug aus die beiden Angelegen-' heiten eine völlige Liebereinstimmung zwischen der Reichsregierung und den Regierungsparteien erzielt worden. Die Kompromiß - Vorschläge über die Fürstenabfindungen decken sich inhaltlich mit dem Kompromißenlwurf, der vom Rechtsausschuh des Reichstages vor Ostern in der ersten Lesung erledigt worden ist Rur sind auf Wunsch des Reichsjustizministeriums einige andere Formulierungen des Textes gc- wählt worden. Die wesentlichen Vestimmungen Fürstenabfindung und Duellgesetz. Verlin, 16. April. Die Verhandlungen, zwischen dem Reichs- Lnnahme von Lnzeiaen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breit« örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig: für Ne- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorfchrist 20° , mehr Chefredakteur: Dr. Friedr Will). Lange. Derantwottlich für Politik Dr Fr. Will). Lange: für Feuilleton Dr tz Thyriot: für den übrigen leil Ernst Dlumschem; für den Av- geigenteil Han» Iüstel, sämllich in (Bieben. die Bezeichnung „Rückversicherungsver- trag" findet, in Erinnerung an den deutsch-russi- schen Freundschaftsvertrag, den Bismarck seinerzeit dem Dreibundsoettrag mit Oesterreich und Italien nach Ablauf des Dreikaiserbündnisses 1887 zur Seite setzte. Für einen solchen Rückversicherungsoertrag fehlt die Voraussetzung in Gestalt eines Dersiche- rungsvertrages, denn der Locarnopakt hat nicht den Charakter eines beradigen Bündnistes. Gewisse Vergleichspunkte wird man allerdings darin finden können, daß der Vertrag in erster Linie der Furcht Rußlands entspringt, daß Deutschland in Locarno und Genf doch Bindungen eingegangen ist, die sich einmal gegen die Sowjetunion würden kehren können, Bindungen, die tatsächlich nicht vorhanden sind. Mit der Tatsache, daß es sich weder bei dem Locarnopakt noch bei dem neuen deutsch-russischen Vertrag um Bündnisse im engeren Sinne handelt, sondern vielmehr um Garantieverträge, die den Der- -jcht auf eine gewaltsame Aenderung der bestehenden Grenze aussprechen, wird man auch die Bedenken entkräften können, als ob Deutschland sich mit dieser Politik zwischen zwei Stühle setze. Das entwaffnete, rings von waffenstarrenden Nachbarn umgebene Deutschland muß durch Verträge die Integrität seines Gebiets zu sichern suchen, ohne durch politische Bindungen nach irgendeiner Seite hin seine Handlungsfreiheit zu beschränken. Das Gleichgewicht der deutschen Politik zwischen Ost und West dürfte durch den Locarnopakt nich.t gestört werden. Der Locarnopakt mußte also durch einen ähnlichen Vertrag mit Rußland seine natürliche Ergänzung sinden. Nichts mehr und nichts weniger soll eben dieser deutsch-russische Vertrag bedeuten. Das wird mit aller Deutlichkeit von der Reichsregierung klargestellt werden müssen angesichts der Versuche einer gewisien Anslandpresse, aus den Verhandlungen mit der Sowjetunion eine deutsche Hinterhältigkeit gegen die Lv'arnomächte und den Völkerbund zu konstruieren. Locarnomächte jenem ominösen Artikel 16 über das Durchmarschrecht gegeben haben. Das ernennen auch einzelne Pariser und Londoner Blätter an. Um so unbegreiflicher ist es, Die britische llohlenkrisis. E ne Solidaritätserklärnnq des internationalen Bcrgarbeitcrkomitees Brüssel, 16. April. (WTB) Das Internationale Dergarbeiterkomttee nahm heute in Gegenwart der englischen Dergar beiterdelegierten einstimmig eine Resolution an, in der es u. a. heißt: Das Internationale Komitee erklärt sich vollständig solidarisch mit den englischen Bergarbeitern. Das Internationale Komitee ist bereit. Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausfuhr von Kohle nach England zu verhindern. Sollte nach einer Prüfung der Lage durch die zuständigen nationalen Organisationen ein internationaler Streik beschlossen werden, so wird das Internationale Komitee diese nationalen Organisationen dazu verpflichten, den Streik nicht zu beenden, bevor nicht eine vernünftige Grundlage für die Wiederaufnahme der Arbeit in allen Ländern, die in den Kampf verwickelt sind, gefunden worden ist. Das Internationale Komitee wird in diesem Falle als Streikkomitee handeln, dessen Anweisungen für alle Länder bindend sind. Der in London zutage tretende Optimismus in der Beurteilung der Kohlenkrise hält an. Der Premiermini st er verlangte von den Bergtoerksbesitzern konkrete Unterlagen über neue Lvhntarife. Am Montag wird Valdtoin erneut die Bergtoerksbesiher empfangen und gleich darauf die Exekutive der Bergarbeiter. Man hegt die Hoffnung, daß sich daraus eine gemeinsame Tagung beider Parteien entwickeln wird. Im Unterhaus teilte der Staatssekretär des Innern mit, daß der Ministerpräsident zum König nach Windsor berufen worden sei, um ihm über die Kohlenkrise und ihre letzte Entwicklung Bericht zu erstatten. Für das Gesetz zur Vereinfachung des Militär st rafrechtes, bei dem es sich bekanntlich um die Dienstentlassung wegen Duellvergehen handelt, liegt dem Reichsrat bereits ein neuer Entwurf vor. Die heute zwischen den Regierungsparteien und der Regierung in dieser Angelegenheit erzielte Einigung richtet sich dahin, daß dieser Entwurf noch verschärft werden wird; es soll nämlich auf Aberkennung des Amtes erkannt werden können, aber in besonders schweren Fällen, wie etwa bei leichtfertigem oder ehrlosem Verhalten, auf Aberkennung des Amtes erkannt werden müssen. Diese Bestimmungen sollen f Ü r alle Beamten allgemein, also nicht mehr allein für Offiziere, gelten. Der Kutisker-Prozeß. Berlin, 16. April. (TU.) In der heutigen Verhandlung des Kutiskerprozesses teilte der Bor- sitzende mit, daß von Rechtsanwalt Dr. Ablsberg als Vertreter des Bankiers Michael ein Antrag eingegangen fei, Michael, der eine Beleidigungsklage gegen Kutis ker führe, als Nebenkläger in diesem Prozeß zuzulassen. Diesen Antrag erklärte der Vorsitzende für ganz abwegig. Der Verteidiger Kutiskers stellte darauf den Antrag, den Bankier Michael, angeblich in Paris wohnhaft, als Zeugen zu laden dafür, daß der Angeklagte Kutisker sich bei der Angelegenheit des Hanauer Lagers vollkommen korrekt benommen habe und daß Michael es gewesen ist, der eine um geheure finanzielle Schädigung Kutiskers verschuldet und damit ganz allgemein einen großen Schaden angerichtet habe. Das Gericht wird später über diesen Antrag beraten. Es wurden dann weitere Wechselkreditge- schäfte verhandelt. Kulisker erklärte, es sei der Staatsbank nicht so sehr darauf angekommen zu wissen, wie die Verhältnisse bei den einzelnen Betrieben seien, denn die Steinbank habe der Staatsbank ja für die Gesamtheit der Äonzerndetnebe gehaftet. Kutisker erklärte in großer Erregung, über hic bezahlten Wechsel spräche heute kcin Mensch. Auch der Verteidiger Kutiskers fragte, warum man die Wechsel, die zugunsten Kutiskers sprächen, nicht zur Sprache bringe. Aus einem Schreiben der Steinbank gehe hervor, daß 13 Wechsel an das Lombard-Konto gegangen seien. In der Anklageschrift sei der Betrag dieser Wechsel mit 1350 009 Mark als Auszahlung an Kutisker angegeben worden, während tatsächlich eine Million gar nicht an Kutisker gezahlt, sondern für Verstärkung «rlch eint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Eletzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Äonats-Beiucsprels: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter- Idjeinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. ternsprechanschlüffe: chriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Ließe«. Postscheckkonto: franffurl am Main 11686. irograinnt F SenderS. .Umschau"-) s'M ) $)'••.* nhm&funf' »rleser m Llektor o- AM i 7.15 2er rgenno von ^^hischer Fort' StenogA''gn 80 Sil' 815 Uhr. R15 bis »2t g 15 bi« des Kompromisses gehen dahin: Der Sondergerichtshos für die Auseinandersetzungen zwischen den Ländern und den ehemaligen Fürstenhäusern soll außer dem Vorsitzenden. dem Reichsgerichtspräsidenten. aus vier richterlichen und vier nicht- richterlichen Beisitzern bestehen. In den Fällen, wo eine Gesamtabfindung stattgesunden hat, kann nur auf Antrag beider Parteien das Verfahren wieder aufgenommen werden. Bis zum Jahre 1950 dürfen die aus den Entschädigungen gewonnenen Mittel nur zum privatwirtschaftlichen Gebrauch oder zu Wohltätigkeits- oder zu kulturellen Zwecken verwendet werden. Ebenfalls bis zu diesem Jahre darf ein ausgezahltes Kapital nur mit Genehmigung des Landes in daS Ausland gebracht werden. In der Vcurormulierung wird der Kompromißentwurf am rllchsten Dienstag dem Rechtsausschuh des Reich .ages vorgelegt werden. Bei dieser Gelegenheit wird der Reichsinnenministcr Dr. Külz eine Erklärung zur Frage des verfassungsändernden Charakters des Gesetzes abgeben. Die Erklärung steht jedoch offiziell noch nicht fest. Weitere Verhandlungen mit anderen Reichstagsparteien in der Frage dieses Gesetzentwurfes sind noch nicht vorgesehen. Das „V. Saget»l.“ glaubt, dah die Reichsregierung den verfassungsändernden Charakter des Kompromißgesetzes verneinen wird. „Vorwärts" und „Voss. Ztg." wissen dagegen zu melden, daß der Gesetzentwurf von der Reichsregierung als verfassungsänderndes Gesetz betrachtet wird. Aach den gestrigen Besprechungen soll Reichsjustizminister Dr. Marx erklärt haben, daß nach Auffassung der juristischen Sachverstän'figen zur Annahme des G.fehentwur es un'trefc h s eine Zweidrittelmehrheit erforderlich sein würde, da der Entwurf in bc.c -u- -> '.'nun- gen über die Enteignung über die von der Verfassung gezogene Grenze hinausgehe. Dieser Auffassung hätten sich auch die Vertreter der Parteien angeschlossen. 926. Freitag abbß.U 400. SabbatauSg.Sio z 6.30, abends 6.30. emeinden. hottesd.ld.SMM- 17 April lS2ö.2orabd. 7.30, und 8.10- Zwei Meldungen liegen vor, die in innerem Zusammenhang stehen. Rach der einen sollen Verhandlungen zwischen England und Italien über Abessinien stattfinden, wenn nicht zu dem Zweck einer Teilung. so doch in der Richtung einer Schaffung von Interessensphären. Die zweite berichtet, daß italienische Truppen von Mogadischu im südlichen Teil von Italienisch-Somaliland nach Rogal in der nördlichen Zone transportiert worden sind, um dort die unmittelbare italienische Herrschaft herzustellen. Während also Herr Mussolini seine Lohengrinfahn nach Tripolis durchführt und Brandreden hält, benutzt er dieselbe Gelegenheit. um diplomatisch wie militärisch das italienische Kolonialreich in Afrika weiter aufzubauen. Somaliland, das darf zum Verständnis noch hinzugefügt werden, liegt an der Rordvstspihe des mittleren Afrika, dort, wo der schwarze Kontinent gemeinsam mit Arabien den Golf von Aden bildet. Cs ist schon seit langem in eine französische, in eine englische und eine italienische Interessensphäre aufgeteilt, umklammert Abessinien von Süden und Osten und schneidet es gleichzeitig vom Meere ab. Weiter im Rordert schließt sich daran ins Rote Meer hinein die italienische Kolonie Erythrea. die ihre wesentlichste Bedeutung darin hat. dah sie Abessinien wieder vom Rordvsten und Rorden umschließt und vom Meere abgrenzt. Von hier aus haben die Italiener vor dreißig Jahren den ersten Versuch zur Eroberung Abessiniens gemacht, wurden aber von dem । kriegerischen Kaiser Menelik in der Schlacht von QjTou a vernichtend geschlagen und haben feit» dem ihren abessinischen Ehrgeiz in den Rauchfang gehängt. Mussolini holte nun diese Ansprüche wieder hervor. Er will dasselbe Experiment, das vor einem Menschenalter von Rorden aus mißlang. von Süden her wiederholen, um dadurch an der Ostseite Afrikas einen großen italienischen Kolonialblvck zu schaffen, der dann späterhin vielleicht einmal die Verbindung mit Tripolis sucht. ) Daß allerdings England dazu bereit sein sollte, scheint uns einstweilen zweifelhaft, denn der ganze Stoß richtet sich g e g e n England. Wenn Italien wirklich seine Besitzungen in Somali militärisch ausbaut und auch nur zum Stützpunkt von Unterseeboten macht, ist es jeden Augenblick in der Lage, den l)afen von Aden zu blockieren, also den Weg nach Indien für England zu sperren. Ein italieni. sches Abessinien würde gleichzeitig den Weg ans Rote Meer suchen und finden und dadurch auch von Norden her den wichtigsten Kanal des englischen Weltverkehrs unter Kanonen bringen. Höchstens, wenn England seinen Teil an der Beute abbekommt und Italien sich auf den südlichen Teil Abessiniens beschränkt, wäre eine Verständigung benkoar. Ganz abgesehen davon aber ist Abessinien immer noch Mitglied des Völkerbundes, und es ist etwas Ungeheuerliches, daß im Zeichen einer Weltfriedenspropaganda derartige kriegerische Pläne überhaupt möglich sind. Denn wenn auch Abessinien zur Zeit durch innere Wirren entkräftet ist, ein kriegerisches Volk wohnt auch heute noch da, das nicht ohne weiteres in sein Kolonialschicksal sich fügen würde. Die italienische Politik kann also höchstens dazu führen, daß einer der dichtbevölkert- ' Der deutsch-russische vertrag. Die Verhandlungen zwischen Berlin und Mos- fau über einen deutsch-russischen Neutralitätsvertrag wirbeln zu Unrecht in der internationalen Welt der Politik so viel Staub auf. Namentlich die fron- Msche und englische Presse hat keinerlei Grund, In ihren böswilligen Kommentaren von einer deutschen Illoyalität oder gar von einer Verletzung der bestehenden Vertrage zu sprechen, sind doch die Regierungen der am Locarnopakt beteiligten Mächte unb darüber hinaus auch die Kabinette von Tokio unb Washington von bem Gang ber beutsch-russi- schen Verhandlungen fortlaufenb unterrichtet worden. Auch ber mutmaßliche Inhalt bes Vertrages — ber Wortlaut ist offenbar noch gar nicht enb- gültig sestgestellt — bürste ben Westmächten keinerlei Anlaß zu Beunruhigungen geben, hanbelt boch Oeutschlanb seinem wieberholt bekanntgegebenen Gcunbsatz gemäß, unter keinen Umftänben zwischen Ost unb West zu optieren, d. h. sich nicht einer ausschließlichen West- bzw. Ostorientierung zu ver- schreiben. Die neuen Verhanblungen bürsten im ®runbe nichts anberes bezwecken, als ben Rapallovertrag ben oeränberten politischen Verhältnissen anzupassen, mit anberen Worten also bem Locarno- iMttrag, ber Deutschlanbs Grenze nach Westen hin sichert, einen analogen Vertrag mit Rußlanb zur Sicherung unserer Ostgrenze zur Seite zu setzen. Der Beginn ber Verhanblungen über ben jetzt zur Erörterung stehenben beutsch-russischen Vertrag fällt schon in bie Zeit vor der Locarnokonferenz Sommer 1925. Damals erschien der russische Volkskommissar des Auswärtigen Tschitscherin nach einem alarmierenden Besuch in Warschau in der Reichs- Hauptstadt, um sich offenbar über bie Rückwirkungen bes in Aussicht stehenben Weftpaktes unb bes damit oerbunbenen beutfchen Eintritts in ben Völ- ferbunb auf Rußland zu informieren. Bei der bekannten, strikt ablehnenden Einstellung der Sowjetregierung zum Völkerbund unb dem seit Macdonalds Sturz anhaltend gespannten Verhältnis zu England war es nicht verwunderlich, daß Rußland in der deutschen Außenpolitik, die mit dem Wort .Locarno" eindeutig umschrieben wird, die Gefahr einer (Einrangierung Deutschlands in die von England propagierte antibolschewistische Front erblickte. Die gegenteiligen Erklärungen der deutschen Staatsmänner konnten Tschitscherin nicht beruhigen. Er versuchte offenbar, die Wilhelmstraße von dem Ga- rantiepakt mit den Westmächten abzuziehen, und verließ, als dies nicht gelang, Berlin mit ben heftigsten Verwünschungen ber brutschen Locarnopolitik. Trotz aller Versicherungen der deutschen Staatsmänner, daß Locarno unb Deutschlanbs Eintritt in den Döl- bunb keineswegs ein Abreib en d e s r u s - ,,schen Drahtes bedeute, war eine gewisse Spannung im deutsch-russischen Verhältnis nicht zu leugnen. Die Sowjetregierung wandte sich mit betonter Herzlichkeit nach Warschau, man sprach von einem russisch-polnischen Garantievertrag, ber auch die polnische Westgrenze einbegreifen sollte, ließ aber dach nicht jede Verbindung mit Berlin fallen und nahm nach dem Abschluß des Locarnopaktes die Verhandlungen mit Deutschland wieder auf. Dabei fiel bem russischen Außenkommissariat die Initiative zu. 7schitscherin wünschte offenbar einen unbedingten ec-gen eiligen Neutralitätsvertrag. Die Oeffentlichkeit i<üher die Einzelheiten des Vertrages nur unvoll- ior-men informiert. Aber soviel wird man mutmaße-: Lernten, daß Deutschland sich auf einen so weitgehenden Neutralitätsvertrag nicht wird eingelassen haben. Es scheint sich vielmehr nur um eine begrenzte Neu cralitätsklausel zu Han- beln d h beide VertragsFontrahenten verpflichten sich,'im Falle eines ’M n g r i ff s aur benan- ben Staat zu strikter Neutralität. -r-olllealso R.tz- lanb der Angreifer fein, tritt dieser Punkt des Vertrags nicht in Kraft. Damit entspricht der Dettraa durchaus dem Charakter des in Locarno obgef(Wollenen Garantiepaktes mit den Westmächten und verstößt auch nicht gegen die Völkerbundsjatzung, namentlich auch nicht gegen die Auslegung, bie die Der Rapallovertrag wurde, wie erinnernd), am Ostersonntag 1922 zwischen Rathenau, bem damaligen deutschen Außenminister, und Tschitscherin auf der Konferenz von Genua unterzeichnet. Er sollte nach bem offiziellen Kommunique bie Folgen bes langen Krieges, bie Nach- wirfungen ber russischen Revolution liquidieren, unb für beibe Staaten ein Funbament für ben künftigen gemeinsamen Wieberaufbau legen. An bie Stelle bes in Versailles annullierten Friebensver- trags von Brest-Litowsk unb feiner Ergänzungen sollte ein neues Regime treten, bas weber Sieger noch Besiegte kennt, bas beiben Völkern^ volle Gleichberechtig Gleichberechtigung gewährt unb eine sichere Orunb- löge für ein friebliches Zusammenarbeiten schafft. Wenn auch nicht alle Blütenträume gereift finb, bie sich schon in biesem Kommunique an ben Vertragsabschluß knüpften, so war bie Notwenbigkeit einer Regelung bes deutsch-russischen Verhältnistes nicht oon der Hand zu weisen, namentlich dann nicht, wenn man sich erinnert, daß zur gleichen Zeit in Genua Lloyd George unb bie anberen alliierten Staatsmänner in bireften Verhanblungen mit ben Russen unter Ausschluß Deutschlanbs ebenfalls zu einer Regelung mit Rußlanb zu kommen suchten. In diese Verhandlungen platzte die Bekanntgabe des Rapallovertrags wie eine Bombe. Doch die bei den Westmächten geheuchelte lieber- roschung war auch damals grundlos, hatte doch Rathenau mit größter Loyalität den alliierten Delegationen von den deutsch-russischen Verhandlungen, die schon vor der Genueser Konferenz eingefädelt waren, Kenntnis gegeben unb ben Vertrags- abschluß erst bekanntgemacht, als bas Verhalten ber Alliierten es offensichtlich werben ließ, bah man trotz gegenteiliger Versicherungen versuchte, Deutschland an bie Wanb zu brücken. Die Situation vom April 1922 finbet also in manchen Zügen in ber Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen ten Teile Afrikas in Bewegung kommt. Unb bas würbe roicber unabsehbare Rückstrahlungen auf ben ganzen übrigen Teil bes Kontinents unoermeiblich machen. Abessinien. I§in englisch-italienisch s Abkommen. London, 17. April. (WTB. Funkspruch.) „Daily Retos" meldet, eine maßgebende Erklärung sei gestern abend erfolgt, in der betont werde, daß keine Rede von einer „Teilung" «A b e s s i n i e n s zwischen Großbritannien und Italien sein könne. Die Interessen Groß» brttcmniens seien streng beschränkt auf die Frage der Rilwasserversorgung. Italien ersuche um Konzessionen einschließlich einer Konzession für eine Eisenbahn von Rorden nach Süden, die möglicherweise von Frankreich als schädlich für die von dem französischen Ha'en Djibouti ausgehende Eisenbahnlinie angesehen werden könne. „Times "berichtet, die britische und d e. italienische Regierung gingen vor einiger Zeit eine Vereinbarung ein, um in genauerer Art ihre wir tschaftlichenRechtein Abessinien in üebereinftimnumg mit dem Abkommen vom 13. Dezember 1906 zwischen Großbritannien Frankreich und Italien zu definieren. Die britische Botschaft in Paris teilte den Wortlaut der neuen Vereinbarung der französischen Regierung mit. Da Abessinien Mitglied des Völker- bun des ist, wird das Abkommen nach der Ratt- fikation beim Völlerbundssekretariat hinterlegt werden. Rach dem neuen Abkommen anerkennt Italien das ausschließliche Recht Großbritanniens auf den Tana-See, wie dies im englisch-abessinischen Abkommen vom Jahre 1912 vorgesehen ist, während sich England bereit erklärt, sich einem italienischen Plan auf Entwickelung der Eisenbahn im Hinterland von Erythräa oder dem italienischen Somali-Land, das Abessinien berühren könnte, nicht zu widersehen. Mussolinis Rückreisevon Tripolis Rom, 16. April. (TL1.) Wie aus Tripolis gemeldet wird, hat gestern abend um 10 Llhr das Schlachtschiff „Cavour" die Anker gelichtet und die Rückreise angetreten. Kurz vorher fand an Bord des Schiffes noch ein Diner statt. Mussolini wird am Sonntag vormittag in Rom erwartet. Vor seiner Abreise hielt ft auf dem Kolonial - Landwirtschaftskongreh eine Red:, in der er ausführte: „Die neue ita» lienifaje Generation, die der Faszismus geschaffen hat, ist aufopferungsvoll und zäh. Unter den hiesigen Kolonisten sind Söhne der besten Familien. die nicht mehr so töricht sind, ihre Zeit auf Bällen zu vergeuden, sondern die s ch a f- fcn. Das sind die wahren Pioniere. Vom Staat soll man nicht alles erwarten, greift er nur ein, wenn das Interesse der Gesamtheit in Frage kommt und wenn das der Fall ist, dann weiß man auch, daß der saszistische Staat energisch durchgreist. Wir Italiener haben Hunger nach der Erde, da wir selbst fruchtbar sind. Dann kommt mir die feste Lieberzeugung, dah wir von Gott geschickt sind. Gott schütze uns Wetter, das übrige müssen wir selbst tun." Abg. Scholz (S. schäft unb Industrie ' deS Die einzise Vttdevbettasr ift seine eigens süv das Heimatgevret beav- beitete Dormevstagssabe Heimat im Bild" Das gute Ltntevhattm»gsvtatt ist feine Dienstags unt* Samstags erscheinende Beilage „tiSiefcenee SamUienblSttev- Die seske Tagesrettung -SbevhessenS mrd des LahusebieteS ist irr seinem iSL.Sabvgaug der Gietzeuer Slnrelsev Dev sachvevslündige Ratgebee süv Landwivtschast, Gartenbau und Bieh- mrht ist seine ^veitagsbeilage ^Die Scholle" sozialen La st en au,gebürdet werden. Zum Schluß fordert A)g. Dr. Büchner eine Vermehrung und Verbilligung der Produktion. Aög. Lautenbacher (Ztr) verteidigt gegenüber sozialdemokratischen Angriffen die Preisbildung im Handwerk. Tie zur Förderung des Wohnungsbaues bewilligten Mittel sollten bald ausbezahlt werden, damit das Handwerk Beschäftigung finde. Abg. Scholz (D Dp.) meint, Landwirt- Inzw.schen ist dem Hause ein Antrag Dr. Werner zugegangen, der Landtag möge den De- schluh aufheben, wonach der Gemeinde Schotten nicht gestattet ist. in ihrer Realschule eine Obersekunda einzurichten. Abg. Weckler (Ztr.) führt in seiner Rede versch.ebene charakteristische Merkmale für die ieh:ge Wirtschaftskrise an und macht Reformdorschlage, durch die nach seiner Meinung der Wirtschaftsnot geholfen werden kann. Schluh der Beratungen um l1/» Ahr; nächste Sitzung Dienstag 91/? ÜIHr. Mittwoch nachmittag wird Bürgermeister M u eil e r - Darmstadt im Hessischen Landtag vor oen Abgeordneten einen Dortraa über Flugwesen halten. Die russische W'rtscha^sKrisis. M osfau 16. April. (EU.) D-r andau-rnX- An-Tscherwonez (der sowjetrussi- schen Währungseinheit) hat In Moskau große Beunruhigung bei der Sowjetregierung hervor- §^ufew Man ist jetzt dazu übergegangen, zahl- reiche P r l v a t k a u f l e u t e zu verhaften, die im Verdacht stehen, mit Auslandvaluten gehandelt zu haben. Es ist sestgestellt worden, bah Der österreichisch-polnische Schiedsvertrag. Wien, 16. April. (WTD.) Ministerpräsident Graf S k r z h n s k i und Bundeskanzler Dr. R a m e k haben heute vormittag den österreichisch-polnischen Vergleichs- und Schiedsgerichtsvertrag unterzeichnet. Der Vertrag lehnt sich inhaltlich an das kürzlich zwischen Polen und der Tschechoslowakei abgeschlossene Abkommen an. sieht jedoch nicht den ständigen Vergleichsvertrag vor, sondern bestimmt, bah in einzelnen Streitfällen ein Schiedsgericht zu bestellen sei. Vom Vertrage ausgenommen bleiben Streitlg- IRumäniens Außenpolitik. w D u k a r e st. 16. April. (Agentur Orient Radio.) Der Minister des Aeuße.n M i t i l i n c o äußerte heute vor auswärtigen Pressevertretern seine Genugtuung über die Erneuerung des Bündnisses mit Polen und sprach die üleberzeugung aus. daß in der nächsten Zusammenkunft von Dertre een der Kleine Entente am 17 3unl die Bündnisse zwischen den Ländern der Kleinen Entente erneuert würben. Rumänien verfolge eine Politik der weiteren Vermehrung der regionalen Glieds- vertrage, und er werde die Politik seiner Dor-'änaer fortführen und R u ß l a n d eiren Palt anbie'en, in den beide Länder sich verpflichten, feinen Angriff gegeneinander zu unternehmen' Er merde aber die Bedingung stellen, daß die Integrität rumänischen Gebietes (.(■cnarabien) nicht in die Verhandlungen einbe- zogen werde. feiten über Fragen, die nach internationalen Rechte zur ausschiiehlichen Zuständigceit der einzelnen Staaten gehören, sowie Streitigkeiten, die aus Tatsachen entstanden sind, die dem Abschluß des Vertrages zeitlich vorangehen und dec Vergangenheit angehören. Die Entscheidung über die Auslegung des Vertrages bezüglich einer Streitfrage bleibt jedoch dem Ständigen Internationalen Gerichtshof Vorbehalten. Der Vertrag wird für drei Iahre abgeschlossen und bleibt, falls er nicht sechs Monate vor Ablauf gekündigt wird, für ein weiteres Iahr in Kraft. Das 5chiLsaI INanenbaös. Der Spruch des tschechische» Bcr° waltnttstsqcr ichtshofs. Prag, 16. April. (Tschechoslowakisches Pressebureau.) Der oberste Verwaltungsgerichtshof fällte, heute die Entscheidung über die Beschwerde de s Tepler Klosters gegen das staatliche Bodenamt wer.,, der Beschlagnahme von K l o st e r g r u ii d st ü ck e n und Badeobjekten in Marienbad. Der DerwoltungsgerichtLhof hat die Entscheidung des staatlichen Bodenamts in einigen Fällen a l s ungesetzlich oder wegen der Mangelhaftigkeit des Verfahrens aufgehoben. In anderen Fällen wurden die Beschwerden a b - s ch l ä g i g beschieden. Der Streitfall ist dadurch definitiv nur bezüglich einiger untergeordneter Objekte gelöst worden. Das Schicksal der Hauptbabe, objekte konnte aber vom Verwaltungogerichtsbw bei dem gegenwärtigen prozessualen Stande nicht definitiv entschieden werden. Die Entscheidung wird von den deutschen «Blättern eifrig besprochen. Einen erheblichen Teil der Beschwerden des Stiftes, meint das Organ der Christlich-Sozialen Partei, die „Deutsche Presse", sei von dem Obersten Derwalt'^gsgerichtshof Folge gegeben worden. Was den Umfang des Areals betreffe, so sei entschieden worden, daß dem Stift 75 Hektar mehr gebühren, als das Bodenamt dem Stift belasten wollte, und daß ferner aus der Beschlagnahme freizugeben sind: das Zentralbad Teplerhaus, die Goldene Kugel, das Salzsudwerk, das Bahnhofsmagazin, das Dampfsägewerk, der Kursalon, das neue Bad und der Quellenschutzrayon. Die Entscheidung selbst besprechend sagte die „Deutsche Presse" u. a., wenn überhaupt von einem Siege die Rede sein solle, so habe ihn der Oberste Verwaltungsgerichtshof errungen, der weder dem engstirnigen Chauvinismus noch der nationalistischen Mentalität der Praxis des Bodenamts unterlegen fei. wäre hier im Hause in einen Gegensatz gebracht worden, der eigentlich nicht zu verstehen sei. Bride wären aufeinander angewiesen. Die Stärkung des3n- landmarktes sei ebenso wichtig, wie die Förderung men habe, erwiderte Kutisker in großer Erregung und wiederholt mit der Faust auf den Tisch schlagend, ter Staatsanwalt möge auch die Briefe herausgeben, aus denen heroorgehe, daß von ihm Millionen bezahlt woroen seien. Wenn der Vertreter der Staatsanwaltschaft in der Lage sein werd; nachzuweifen, daß er auch nur einen Pfennig von der Staatsbank verschoben habe, dann sei er bereit, diesen bcachweis zu unterschreiben und man könne ihn zum Tode verurteilen. Kutisker schloß, er f>i ganz erstaunt darüber, daß eine Staats- bank s o große Fehler machen könne, wie sie tatsächlich vorgekommen seien. Da Kutisker darauf einer neuen Schwächeanfall erlitt, wurden die Verhandlungen auf Samstag vertagt. Hessischer Landtag. Da rm sta dt. 16. April. Präsident Adelung eröffnet di» Sitzung um 9V» ülhr. Atg. Frau Birnbaum (D. Dp) richtet an die Regierung eine Kleine Anfrage, worin ausgeführt wird, daß durch den neuen Fahrplan der Reichsbahn Oberhessen, na- m e ntlrch auch Gießen, schwer geschädigt wird. Ministerialrat Krapp erwidert darau , daß ohne genaue D^eichrung der Fahrplcm- wünsche die Regierung keine Schritte unternehmen könne. (Die Fahrplanwünsche der oberhessischen Bevölkerung, namentlich der Wirtschaftstreise wurden inAr. 78desG. A vom 3. April und Rr. 61 vom 13. März in allen Einzelheiten bargelegt. Es ist erstaunlich, daß den zuständigen Stellen dies entgangen zu sein scheint, zumal tie hessischen Steuerzahler ja auch eine Presse- st e l l« beim Staatsministerium unterhalten. D. Red.) Die Beratungen des Staatsvoranschlags werden bei den zum Diinlfterlum für Arbeit und Wirtschaft gehörenden Kapiteln (75 bis 99) fortge'etzt. Abg. Schott (D. Vp.) erklärt, daß die Wirt- schafts- und Agrarkrisis nicht behoben werden kann, wenn nicht der Kapitalmangel zu beseitigen ist. Die hohe Zahl der Erwerbslosen, namentlich auch in Hessen, fei ein Beweis für die Heftigkeit der Krisis. Die Landwirtschaft sei der größte deutsche Berufszweia und wäre deshalb besonders zu schützen; eine Regierung, die nicht darauf Rücksicht nehme, gebe sich selbst auf. Die Erzeugnisse der Landwirtschaft überträfen an Umfang bie der Industrie. Zn der Volkswirtschaft sei daher die Landwirtschaft ein bedeutender Faktor. Die Zahl der Konkurse habe bereits im Januar (im Reich) dis Zahl 2000 überschritten. 2$ Milliarden Mark, bie nach dem Reichswirtschaftsminister notwendig eien, um die Passiva unserer Handelsbilanz zu be- eitigen, könne die Landwirtschaft aufbringen, aller- nngs müsse sie bann gefördert und ihr Zoll- schütz gewährt werden. Da Deutschland ganz von Zollschutzländern umgeben fei, wäre es nicht zu verstehen, daß nicht jeder auch in Deutschland für einen ^schütz eintreten müsse. Trotz, zum größten Teil, guter Ernte, herrsche d,e Krisis, well die Preise 2 u n i e b r i g sind. Dabei wird in außerordentlich großen Mengen Getreide aus dem Aus- lanb ein geführt. Inländisches (Betreibe und andere inländische Produkte können nicht abgesetzt werden. Notwendig fei daher, die Förderung des Jnlandmarktes. Die Landwirtschaft habe feit Be- stehen der Republik nicht den Schutz gefunden, den sie beanspruchen müsse. Wie lange habe es ge- bauert bis die Zwangswirtschaft gefallen fei. Zu einer blühenden Volkswirtschaft müßten Kapital, Unternehmertum und Arbeiterschaft verbunden fein. Mit der Landwirtschaft stehe und falle die Volkswirtschaft: wenn die Landwirtschaft Geld habe könne sie auch das Handwerk beschäftigen. Wenn ave Berufsstände zusammenarbeiteten, würde vieles . bester werben. Die Lanbwirtschaft organisiere sich, weil sie gefunben habe, daß sie ohne Zusammenschluß unter die Räder komme. Der Redner erörtert sodann verschiedene landwirtschaftliche Fragen und verlangt u. a. eine beschleunigte Auszahlung der Entschädi- cungsgetöer für Dichverluste durch Seuchen Der Weg der Produkte vom Erzeuger zum Verbraucher wüste verkürzt werden. Die Lage iw Weinbau habe sich etwas gebeffert, die Wein- ^eise seien immer noch niedrig;'seit Aufhebung der Weinsteuer wäre keine Zunahme des Konsums zu verzeichnen. Die Einfuhr ausländischer Weine wäre SeSÄ lo Srufc, roie die Erzeugung im Inland. 2 Millionen Menschen ernähren sich in Deutscstland vorn Weinbau; die Weineinfuhr und die Versuche der Trockenlegung müßten darum bekämpft werden Weitere Betrachtungen des Redners gelten dem Steuerbrurf, der auf der Landwirtschaft lastet. Es wurden viel mehr Bobenmeliorationen ausqe- fuhrt, wenn eine günstigere Kreditgewährung ein- irete. Die Winzerkrebite in Hessen wären zu spät ausgezahlt worben; sie seien leider auch nicht als Real- sondern als Personalkredite gewährt worden. Ä uri die Lcmdw. Versuchsstation, die landwirt- jchastlichen Schulen und die Landwirtschaftsämter im E a eingestellten Betrage wären zu niedrig; wie in »oben mußten auch biese Institutionen der Landwirtschaftskammer unterstellt werden. Don den Ver- beißungen der Revolution: Frieden, Feiheit, Brot hadere Landwirtschaft bis jetzt noch nichts gespürt. Der «taat müsse der Landwirtschaft den ihr zukommenden Schutz gewahren. Auf Vorschlag des Präsidenten wird jetzt über eine 1 9 Regierungsvorlage mm Abbau oon Lehramts- astessorensielleu abgestimmt. Es war vom Hause die Aufhebung von 35 Assessorenstellen be- fc loffen toor ct; je zwei Stellen sollen nach ber Dorlage auf Kosten der Städte Gießen und Friedberg bestehen bleiben. Abg. Dr. Werner (Dn ) bezeich.net die :ge als eine Ungerechtigkeit gegenüber c-tten, das eine Ober-Sekunda einrichten woll e, dem man aber diesen Wunsch abgeschlagen habe. — Der Ausschuß hat einstimmig die A n - nähme ber Vorlage beschlossen; das Haus stimmt zu. , Selber lZtr) bespricht Gegenwarts- frog i ces Wirtschaftslebens. Er stellt eine Reihe von sozialpo.it scheu F ri'erungen und vertcpift die Sozialpol tck der Kirche gegen Angriffe der Kommunisten hinaus. Er spricht für ein Zu- samme:iarbeiten Lon Unternehmertum und 21'.- beiter,chaft. Besonders scharf Wendel sich der Redner gegen die Großbanken, oie sehr rigoros gegen ihre Ange stell'en vor gegangen seien. Zur Förde- rung des sozialen Friedens werden Berufs- ' fammern gefordert Die Regierung sollte bei . werden, daß das ArveitSzeltgesetz und das Gesetz über de Arbeits- i losenfürsorge mög.ichst bald verabschiedet wer- 1 ; Die vorbereitende Abrüstungs Konferenz. ' Paris. 16.Apiil. (WV.) Der Oberste Rat , I ö r die nationale Verteidigung wird am 22. April zufammeotreten, um die Verhaltung», maßregeln für die französische Delegation für die vorbereitende Abrüstungskonferenz fastzulegen. Die Konferenz wild am 17.Mal in Genf zusammen, treten, denn entgegen gewissen io der presse de» Auslandes verbreiteten Nachrichten fei — fo erklärt die Haoas-Agentur — keine Vertagung plant, und man fei der Ansicht, daß die Weigerung Sowjetruhlands, an der vorbereitenden Konferenz teilzunehmen, fo bedauerlich sie auch fei, nicht die Besorgnisse rechtfertigen könne, die in gewissen aus. ländischen Kreisen bezüglich des Ausganges der Konferenz geäußert worden feien. Die (Eroberung Pekings. London, 16. April. (TU.) Nach Meldungen aus Peking befinden sich bie Kuomingtschano-Trup- pen (sog. Nationalarmee) in wilder Flucht. Sie haben nach lebhaften Kämpfen ohne Geschütze und Verpflegung den Enapaß oon Nankau erreicht. In Peking herrscht Panik. Zn das Gesandtschafts, viertel sind siebzehn Kabinettsminister, dazu bie chinesischen Vertreter für bie Pelinger Konferenz, geflüchtet. Die reichen Chinesen versuchen, ihre Wertgegenstänbe in den Speichern, auslänbischer Firmen unterzubringen. Die Hotels sind mit Flüchtlingen überfüllt. Der Reichsverweser luant- schuijui wird morgen eine Erklärung des In- Halts veröffentlichen, baß er bie vollziehende Ge- lvalt bis zur Wieberherstellung einer Regierung übernehmen müsse, aber zum Rücktritt bereit sein werde, sobald ein verantwortliches Regierungsober. Haupt gewählt sein werde. Die siegreichen Generäle werden morgen in Peking zusammentreten, um über bie Lage, befonbers im Hinblick auf die Zukunft Pekings zu beraten. Die Truppen Tschang. tsolins sind noch nicht in Peking eingetroffen. Die französische Stabilisierungsspende. Paris, 17. April. (TU.) Die Bildung der A rn o r t i s a t i o n s k o s s e zur Entgegennahme „freiwilliger Spenden" wurde gestern beendet. Dem Finanzminister sollen bedeutende Beträge ^gegangen sein. Der F ü rst von Monaco hat dem französischen Generalkonsul 70 000 Franken über- geben. Mitglieder der Ehrenlegion haben sich bereit erklärt, auf die ihnen zustehende Pension zu uer- Achten. Die Blätter geben bekannt, daß für die Spende auch Wertgegenstände, Juwelen, Uhren, Ri gr, silberne Lössel und bergt, entgegengenommen ben. Das Finanzministerium ist über bas weitere Steigen ber fremben Devisen an der Pariser Börse außerordentlich beunruhigt. Man ist der Ansicht, daß bie Gründe für die Verschlechterung des Frankenkurses in der Hauptsache im Auslande zu suchen sind. Vor allen Dingen wer- den die starken Frankenoerkäufe in Belgien und Italien zur Unterstützung ber belgischen und ita- lienischen Währung dafür verantwortlich gemacht. Ebenso hat man in Holland Frankenverkäufe festgestellt, über deren Gründe man sich noch nicht im Klaren ist. Als innerfranzösisches Moment wird jedoch der Rückgang des Außenhandels in Betracht gezogen. Kleine politische Nachrichten. Reichskanzler Dr. L u t h er Ist Freitag abend 1/s9 Ahr in Begleitung des Reichsinnenministers Dr. Külz und des Reichssinanzministers Dr. Reinhold nach München abgereist. e Reichsminister Dr. ©trefemann ist nach etwa 14täg:gem Aufenthalt in Locarno nach Deutschland abgereist, um über Stuttgart, wo er an dem Parteitag der Deutschen Volkspartei teilnehmen wird, nach Berlin zurück- zukehren. • Wegen des bereits gemeldeten längeren Ur» laubs, den der Reichswehrminister Dr. Gehler vor einigen_ Tagen angetreten hat, hat der Reichspräsident den Reicks.nnenminister Dr. Külz mit der zeitweiligen Wahrnehmung der Geschäfte des Reichswehrministers betraut. • Der König von Schweden ist, von Rom kommend, Freitag vormittag auf dem An- Halter Bahnhof in Berlin eingetroffen. Die Weiterreise erfolgte am gleichen Abend. Die 23 Abgeordneten der Rechtsgruppe der sozialdemokratischen Fraktion des sächsischen Landtags haben sich zu einer neuen Fraktion unter dem Rainen „Alte sozialdemokratische Fraktion" zusammengeschlossen. Aus aller Wett. Drei Jahre unschuldig im Zuchthaus. Der Former Orömg war am 12. Mai 1921 von der Bremer Strafkammer wegen K i r chen- diebstahls zu 3 Iahren Zuchthaus verurteilt worden, die er in Bremen verbüßt hat. Auf Anordnung des Hanseatischen OberlandesgerichtS wurde im Wiederaufnahmeverfahren bad Urteil aufgehoben und Ord'ng freigesprochen. Ein Nordlicht. Von der Sternwarte auf dem Königsstuhl ift in der Rächt zum Donnerstag ein Rordlicht beobachtet worden. Kurz nach Beginn der Rächt zeigte sich der Rordhimmel gründlich beleuchtet. Später erhoben sich überall leuchtende Strahlen, die durch schwache Streifen getrennt waren. D e Sirahlen wechselten ständig Ort und Helligkeit, waren jeweils wenige Minuten sichtbar, um dann zu verschwinden und neuen Strahlen Platz zu machen. Das Spiel währte bis Mitternacht. Erfolge in der drahtlosen BUbübermifllung. Alle von ber Seewarte Hamburg über bie Funkstation Norbbeich gesanoten Dieck- mannschen Funkbilder der Ozean-Wetterkarte sind von dem Dampfer „Westfalia" während seiner Ozeanfahrt nach Neuyork gut empfangen worben. Große Usberschwemmungen in Sumatra. Eine große Ueberschwemmung, bie durch plötz- l'ches Anwachsen der heißen Berg ströme entstanden ist, richtete in Pa dang, der Residenz- Hauptstadt an der Westküste Sumatras (Niedert. Indien), sowie in der Umgebung dieser Stadt große Verheerungen an. Der Eisenbahnverkehr ist unterbrochen. Es sind vier Personen ertrunken. Der Schaden ift groß. den. Ferner wird von dem Redner die Beseitigung ber Wohnungszwangswirtschast und die Besriii- gung von gewissen Vorrechten ber Reichsbahn gefordert. Abg. Dr. Büchner (Dem.) wendet sich gegen die SchutzsollforderunPen des Abg. Dr. QEüHer; was bieser wolle, sei eine Zwangswirtschaft. Direktoren und Aufjichtsräte wären start abgebaut worden. Die Wirtschäiiskrise könne von der Lohnseite aus nicht kuriert werden; eine Erhöhung der Löhne würde die Krise nur verschärfen. DaS schwerste Problem ber Zukunft fiebt der Redner in der Sozialpolitik, rn den sozialpolitischen Lasten. Unter den gegenwärtigen Zuständen könnten der Wirtschaft teine neuen des Lombards benutzt worden sei. Als der 23er- sitzend- den Angeklagten fragte, ob er nicht manch- mal auch Geld aus dem Lombard-Konto entnom- die Bevölkerung in den Hafenstädten von Ma- trosen ausländische Valuten zu kaufen sucht. An den schwarzen Börsen wird für gute europäische Devisen bereits jeder Preis gezahlt. Wie verlautet, hat sich die Sowjetregierung in den letzten Tagen eingehend mit dem Tscherwonezsturz beschäftigt und Stützunasmahnahmen beschlossen. Vor allem soll so schnell wie möglich in Amerika eine große Anleihe ausgenommen werden, für die der größte Teil bc-3 Staatsschatzes verpfändet werden soll. Der amerikanischen Rationalbank in Washington sollen die Pfandobjekte übergeben werden. Exportes. Die Zolltarife wären schon notwendig als ein Mittel, um zu erträglichen Handelsverträgen zu kommen; es wäre daher falsch, wenn etwa der Hessische Landtag ertlärte, wir gewähren dem Ausland alles. Don der Sozialdemokratie wäre oft diese falsche Erklärung abgegeben worden. Die freie Wirtschaft sei mit allen ihren Konsequenzen zu fordern, daher auch die freie Auslese. Wohl müßten heute manche Tüchtige beiseite stehen, aber auf dem Markte müßte das Prinzip der Auslese durch- geführt werden.^ Die Derbindlichkeitserllärungen von Tarifen wären dem gerade entgegengesetzt. Ohne Vermehrung der Produktion wirke eine Lohnerhöhung nicht als solche, sondern eher als eine Verminderung des Reallohnes. Der Redner verweist dann auf Rußland, wo die Sowjetwirtschaft vor dem Bankerott stehe und Hilferufe an die Bauernschaft ertönen. Die kleinen Hausbesitzer und andere Volksschichten, namentlich der Mittelstand, hätten, so führt der Redner gegenüber einem sozialdemokratischen Vorredner aus, in der Inflativn schwerer zu leiden gehabt als die Arbeiterschaft. Zur Parität der Derufskammem bemerkt der Redner u. a., daß da Dinge erörtert würden, die ein Einzelner, der z. D. nicht kaufmännisch geschult sei, nicht beherrschen könne; es dürfe deshalb nicht jemand ohne weiteres die Geschäftsführung einer Kammer bestimmen wollen, ohne verantwortlich zu sein. Zur Arbeitslosigkeit bemerkt der Redner, daß es gut wäre, wenn ein Arbeitsjahr eingeführt und etwa Meliorationsarbeiten im Dienste der Allgemeinheit durchgeführt würden. Viele öffent- lichen Betriebe feien, wenn sie Steuern bezahlen müßten, älnterschußbetriebe. Das M i - nift erium für Arbeit und Wirtschaft könnte ohne Schaden für die hessische Wirtschaft aufgehoben werden. Das Ar- beits losenprob lern sei die entscheidende Frage unseres Wirtschaftslebens. Die deutsche Wirlfchaft könne nur durch Zusammenfassung aller Kräfte wieder aufblühen. Abg. G a l m (Komm.) wendet sich gegen Versuche, e.ne Arbeitsgemeinschaft wieder herzu- stellen; die Wirtschaftskrise werde dadurch nicht aufgehalten. Einer Reihe von Ausführungen der Vorredner tritt der Abgeordnete sodann von kommunistischen Gesichtspunkten au3 in längerer Rede entgegen. Turnen, Sport und Spiel im deren W Man rühre mich kalt an iindHerrrn (bei evtl, ivätcr icstdezablter B ® a B B HB B H B AatteUuna) durch Zerkau' eines neuen, Suppen in Wurstform 34241) Gießen. Äcmet$rtifau( ' S/f 7/7VERLÄSSIGSTE BREMSEIMGEBIRGE || (Nähe bevor- 3003D 3003V mit Morgenkaffee gesucht. Ba'.mhof oder Ludwigsplatz zugt). Schrift!. Angebote unter an den Gießener Anzeiger. he NüGlhtk lutt)« ist FreitagaiüL i deS Aeichsinnenminih.it Aeichsiinan-minista- Lr i n ch e n abgneisl. fesselt und die Handlung schreitet spannend fort zu gutem Ausgang. Wir glauben, mit unserer Wahl einen würdigen Abschluß in dec Reihe der Stücke dieser allgemein gerühmten Winterspiel- Dauernder guterVerdienst bietet die Uebei nähme unterer Ver- irenmn Ei »''rderliwes Knpiial ca 2X) bi« rxM DIE. je nadi Bezirk Crf. unter AR 83 an LI. Isaac h Co., An» • xued., Franilarl a. BI., Eoraheuoer aadstr. 85. c. Stresemann ist nck ienthall In Locarno nage r e i st. um über 6lutt« i Parteitag der Deutschs n wird, nach Berlin zurück' nur erste .jerhaufskr., mit laRefe, enz gesucht, als Alleinvertreter für Bezirk Gießen und Oberhessen von be» deu ender Schckolodenfabrik. Offerten unler 3500V an den Gieß. Anzeiger erbeten. Reisender für Oberheffen und die Rhön mögt aus der Tabak- oder Kolonial- lunvenbrn ’djc neinrtit ne« fei (Meual u.R. liefpefen. rluSiiihrl SieiDcrbuuflv' schreib, ui. Änaabe v Alter. bisb Talta- tcii u. GebailSnnivr. eiforbcrl Es n't inner anauaeb. in welch, «reifen der neu Eeaend besonders gut b o. Kundschaft cingcfiibrt. 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Itemben Devisen u nordenttich beunruhigt SRce ' Grunde für die Ser(d)lei Ur^ Jn ber Hauptsache h finb.Jßor allen Dingen men ."Verkäufe in Belgien uni Jßung der belgischen und tla- ifur verantwortlich gemach. Holland Sranlenoerlöüif Orünbe man sich noch niä krstanzöfisches Moment M s ilu^tn^nbtb in Sehet' Anfang. Man beruhte bit heutigen Anzeigen der De reine. •• Einbruch. Der Polizeibericht meldet: Jn der Nacht zum 11. April wurde am Alten Schiffen- berger Weg ein Gartenhäuschen erbrochen und bar- aus verschiedene Kleidungsstücke gestohlen. Als Taler wurden ein Mann und eine Frau, die sich feit Wochen in hiesiger Gegend umhertreiben, durch die Kriminalpolizei festgenommen und dem Gericht zugesührt. Der Mann hatte bei der Festnahme eine geladene Schußwaffe in Besitz, welche ihm abgenommen wurde. Aur der Provinzialhauptstadt. Dießen, den 1Z. April 1926. gum ersten Schulgang. Die ADT-Schützeu In Hessen werden am Montag den ersten großen Tag ihres jungen Leben- zu verzeichnen haben: den Schulanfang Er schließt einen Lebensabschnitt unserer Kleinen ab. Zum erstenmal treten sie hinaus aus der alleinigen Obhut des Elternhauses In das brausende Leben, in die Welt der Pflichten Sie stehen nun einer neuen Autorität ihres Daseins gegenüber, dem Lehrer, der ihnen Freund und Führer. Helfer und Gestalter ihrer Jugend sein soll und auch sein will. Wohl dem Kinde, das von verständigen Eltern in der rechten Weise auf dieses Reue in feinem Leben vorbereitet wurde, das In dem Lehrer nicht den bösen, immer nur strafenden Mann erblickt, sondern ihm in offenem kindlichem Vertrauen gegenübertritt mit dem Dewußtsein, hier einen großen, erfahrenen Freund zu finden, der es gut mit ihm meint. Die Eltern selber können dem Kinde den neuen Lebensabschnitt unendlich erleichtern, wenn sie es in guter Weise auf die einschneidende Veränderung seiner Lebensbedingungen hinweiien, sie werden ihm aber viele deine auf den Weg gewälzt und Dornen gestreut haben, wenn sie so unvernünftig waren, den Lehrer als Kinderschreck hinzusteUen, den sich das Kind nun ohne den sausenden Rohrstock gar nicht mehr vorstellen kann. Wer von den Alten so töricht gewesen ist, seinem Kinde diese falsche Vorstellung einzuprägen, der möge sich schleunigst bemühen, unterstützt von den freundlichen Eindrücken, die das Kind von feinen Dchul- aängen nach Hause bringt, eine Wandlung in Dem Denken des kleinen Menschleins herbeizuführen. Wenn wir Alten am Montag daS kleine Volk mit dem Ranzen auf dem Rücken oder der Tasche in der Hand, geleitet von der Mutter, zum erstenmal teils gewichtig daherschreitend, teils ängstlich trippelnd den Weg zum Schulhaus gehen sehen, dann steigt unsere eigene Jugend wieder vor unS auf. Wer dächte da nicht mit Wehmut zurück an den Tag, als er se'bst die'en Weg ging, noch ungeriht von den Dornen des Lebens, unbeschwert von den Sorgen und Lasten des Da- seinSkampses. Ich entsinne mich da immer wieder meines alten, nun schon längst im Schoße der Mutter Erde schlummernden ersten Lehrers, der mit mit liebevollem Klopfen der Wangen und einem freundlichen Lächeln die, der Sitte in meiner Vaterstadt entsprechende, mordsmäßig große Zuckertüte in den Arm legte, die für mich „am Tannenbaum auf dem Schulboden gewachsen war. Und ich denke dann weiter zurück an so manchen hochverehrten Lehrer, der mir e.n gütiger Freund, ja beinahe ein Vater war, und dem ich so unendlich viel zu verdanken habe. Lehrer sein ist ein schwerer, aber auch ein dankbarer Beruf, wenn er ausgeübt wird mit hohem Idealismus. Kinder, die Lehrern mit idealster Berufsauffassung in die Hände kommen, sind glücklich zu Preisen. Mir hatte ein freundliches Geschick diese große Gunst erwiesen. Daß allen Buben und Madelchen, die am Montag zum erstenmal die Schwelle der Schulhauser eingespannt in Pflicht überschreiten, die gleiche Gunst des Schicksals beschieden und ihnen die Schule allezeit ein glückhafter Abschnitt des Lebens fein möge, das ist der Wunsch, mit dem ich diese Zeilen niederschreibe. E- B. ** Dr. Eckener in Gießen. Der vor einiger Zeit von uns an gekündigte Besuch Dr. Eckeners in unserer Stadt findet, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, bestimmt am 1 0. M a i statt. Der Besuch des berühmten Zeppelinlustschiffkommandan- ten verdanken wir dem Einwirken einer mit Dr. Eckener bekannten prominenten hiesigen Persönlich- feit. Anläßlich des Besuches sollen Dr. Eckener Ehrungen bereitet werben, über die ein Ausschuß anfangs nächster Woche beschließen wird. Am Abend seines Vesuck-es wird Dr. Eckener einen öffentlichen Vortrag halten. •• Das neue Schuljahr der Fortbildungsschule beginnt am Montag. Die Aufnahme der Schüler und Schülerinnen findet am gleichen Tage statt. •* D i e Volkshochschule Gießen gibt in unserem heutigen Anzeigenteil den Arbeitsplan des neuen Semesters bekannt, das am Montag, 26. April, beginnt. Interessenten seien auf diese AiMndigung besonders hingewiesen. •• Zu der Wohltätigkeitsvorstel- lung im Stadttheater am 22. wird uns vom Ortsausschuß des G.D. V. A. geschrieben: „Die Haubenlerche", häufiger gespielt als irgendeine der großen Tragödien des Dichters, hat immer „gefallen", und das bestimmte uns, das Stück auszuwählen. Wildenbruch schreibt einen flotten, humorgewürzten Dialog und stellt einige lebensechte Charaktere auf die Bühne. Da ist die stets fröhlich singende Lene (Titelrolle), ihr Onkel Ale, die Mutter Schmalenbach und der treuherzige Düttgeselle Ileseld, die als natur- wahre Individualitäten zuerst zu nennen sind. Leichtathletik. Trainingsbeginn bei den 1900er Leichlalhleien. ö. Der Beginn desBahntrainingifürdie 19 0 0er Leichtathleten ist auf den morgigen Sonntag. 18. April, festgesetzt worden. Um die gefegten Ziele zu erreichen und allen Anforderungen eines modernen Athletikbetriebes gerecht zu werben, hat die Abtellungsleitung in diesem Jahr insofern eine Aenderung im Trainingsbetrieb eintreten lassen, als zu den seither üblichen Trainingstagen (Dienstag, Donnerstag und Sonniagoormittag) zwei weitere Tage, nämlich Mittwoch und Freitag, hm- zufommen. Diese beiden Tage sollen ausschließlich den Jugendlichen und Schülern, yahrgang 191011 und Jahrgang 1912 und jünger, gehören. Daß aber durch diese Regelung die Abteilung in zwei Lager gespalten wird, vermeidet das gemeinsame Training aller Abteilungsmitglieder am Sonntagmorgen (vorausgesetzt. daß der betr. Tag wettkampssrei ist). Auf den Trainingsplan näher einzugehen, würde hier zu weit führen. Nicht unerwähnt aber soll ein Schritt der Abteilung zum Wohl ihrer Mitglieder bleiben, der von den größeren Leichtathletikvereinen entweder schon getan ist ober im Laufe der Zeit doch not* gedrungen getan werden muß. und der sicherlich auch von der Elternschaft begrüßt wird: die spart- ärztliche Beratung. Sie ist von einem der Abteilung nahestehenden Arzt übernommen worden. Auf Grund der Vorbereitungen und der von vornherein gebotenen Gewähr einer in jeder Hinsicht guten Durchführung des Trainingsbetriebs durch den feit Jahren bewährten techn. Leiter A. Wallenfels ist zu erwarten, daß auch die Saison 1926 hohe wie sie leider überall mehr und mehr zu beobachten ist, dazu führen, die Werbekraft gelegentlich reeller Sonderankündigungen zu schwächen; si trägt weiter dazu bei, das Publikum zu verwirren und kopsscheu zu machen. Endlich muß eine solche Häufung in den dem Einzelhandel ferner stehenden Kreisen falsche Vorstellungen über die Kalfulationsmethoden des Einzelhandels erwecken. Auch die eigenen Interessen der Geschäftsinhaber sollten diese zur Vorsicht und Zurückhaltung ueran- lassen. Geschäfte die fortlaufend in martt|d)reieri- fcher Weise heule diese, morgen jene Sonderoer- anflaltung anzeigen, laufen Gefahr, in den Der- dacht einer unsoliden Geschäftsführung zu kommen. Sie schädigen damit sich selbst und die Allgemeinheit. Der Einzelhandelsausschuß des Deutschen In- buftrie- und Handelstags hält sich daher im wohl- verstandenen Interesse der Käuferschaft wie des reellen und soliden Einzelhandels verpflichtet, gegen die Ueberhandnahme von Sonderoerkäufen und Sonderoeranstaltungen aus künstlich hervorge- suchten Gründen seine warnende Stimme zu erheben." 2Zornoti-en. — Tageskalender für Samstag. Ehemalige Leibgardisten: 9 Uhr bei Prell, Feier des 5. Stiftungsfestes. — Gesangverein Concordia. 8 Uhr Im „Frankfurter Hol" Feier des 62. Stiftungsfestes. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Hanseaten". — Astoria-Lichtspiele: „Der letzte Kamps". — TageSkalender für Sonntag. StariHcater: 1 Uhr .Flachsnann aB Erzieher" 9 / 115r). — Gießener Sch-wimmverein: 3 Uhr Stadtisch-es Volksbad A'ischwimmea und interne VereinZwettkämp'e. — Erste Reichskurz- schriit Gescllsckxi'l „Gabelsbergech': 9 Uhr vvnn. Sat' tkna" rnsc'iulr. D:r:inswc1tschrrloen. — SHüt- ze-.-Dercin: Erösinung^P-.e ss 'ließen. — B. D I. Gießen: (lernetn^e'}cm3 (K rch-str. 9> Lichtbilder- Dortrcg — Rcich-Zbcmner Schwarz-Rot-Gold: 8 Uhr, Gcroerischc t3;au3, 11.niechaltungsabend. — Eiferbahn-Fa'iroeamt.n-Lerein: 4 Uhr nachm. .Statt Wetzlar" Versammlung. — Lichtspielhäuser wie Samstag — Statztrnission: nachm. 3 Uhr und abends 8 Uhr: Turnhalle, Juge.rdsest für die christliche Jugend. — Eine lutherische Tagung findet am Dienstag und Mittwoch nächster Woche hier statt. Näheres im heutigen Anzeigenteil — Buno Deutscher Iuaendver- eine. Sonntagabend im Gemeindehaus Kirchstraße Lichtbilt-ervort.ag. (Siehe A'--,eige.) — Reichsbanner SHwarz-Rot- G ol d. Morgen abend Unterhalt mLsabend im GewerlschaitZhauS. (Sie'e QI tätige) zeit zu bringen und erhoffen regen Besuch zur Unterstützung der guten Sache. •• vberhes s« scher Kun st verein. Die derzeitige Ausstellung von Gemälden der Feld- grauen Sünstlerbundes München Ist Sonntag, 18. April, zum letzten Male geöffnet. Der Ausstellungsraum bleibt bann bis Sonntaa, 2. Mai, geschloffen, zwecks Dorbereituna der an diesem Tage zu eröffnenden neuen Ausstellung, welche in Pri- vatbesitz befindliche Gemälde W. Trautscholds enthalten wird. " Stenvgraphifche Lehrgänge nehmen am Montag und Dienstag hier ihren eine Rettungsvorführung ftattstnden wird, durch die neben der praktischen Ausführung durch ergänzende Erläuterungen bargelegt werden soll, wie man sich bet der Rettung eines Ertrinkenden zu verhalten hat. Ee ist dies ein Gebiet, mit dem jeder Schwimmkun- higr, auch wenn er nicht Spvrtschwimmer ist, unbe- hmgt vertraut sein sollte. Dann wird es nicht mehr nvrkvmmen, daß beide, sowohl der Ertrinkende ab ai;d) der Reiter, durch falsches Verhalten den Tod in den Fluten finden. Reben dieser sehr emftcn Teile wird das Programm durch eine Anzahl Wasser- scherze eine willkommene Belebung ersahren. Handball. T. D. 1846 - T. u. 5p. D. Marburg Am morgigen Sonntag empfängt der T. D. 1846 auf dem Hessenplag Trieb die Handballelf des T. .u. Sp. D. Marburg zum fälligen Rückspiel. Das Dor- (piel in Marburg konnte T. u. Sp. V. mit 2:1 für sich entscheiden. Rach dem Verlaus des Vorspieles zu urteilen, ist Marburg für morgen wohl ebenfalls em kleines Plus zuzufchreiben. Die 1846er Handball- elf tritt am Sonntag verstärkt in einer anderen Auf- ftcOung an. Fußball. D. s. B. (-) Am morgigen Sonntag findet auf dem Waldsportp'ah ein sehr interessantes Tressen statt, und zwar ist es die Ligamannschaft des bekannten „Sportverein" Offenbach, die gegen die Liga des Plahvereins antreten wird. Der Ruf der Gäste bürgt für guten Sport. Sie Pflegen daS süddeutso e flache Paßspiel und sind Irenen ihrer vornehmen Spielweise ce:n gesehen. Die V. f.V.» Elf wird alles hergeben müssen, wenn sie ehrenvoll bestehen will. Ein Unentschieden au erringen, wäre schon höchst schmcichelhast für sie und würde die Scharte des Vorsonntags auswehen. Ob dies in anbetracht des Könnens der Ofsenbacher gelingt, erscheint zweifelhaft, es sei denn, daß V.f.D. die Leistung des z eilen Dfler- feiettageS zeigt, wofür natürlich die entsprechende Aufstel ung die Grund a e ciöt. Die zweite Mannschaft fährt nach Butzbach, um gegen die gleiche des dortigen D. f. R. anzutreten. Die Übrigen Mannschaften ruhen auf den Lorbeeren des Vorsonntags aus. IWohniingslausch Gesucht: ö—7Zimmer. Westanlage. Süd- anlanc. oberer LelterSweg. innere ivraiirtiiriei Straste.Babnvolstraße, Vtebiflitrafte oder Alicestraße. Geboten: ii Biuimer tm Südvienel. rdjrtfil’tbe Slnneboie unter 0.702 an den Gtenener An einer_______________ Don Ende April bis Anfang Juni 1611. 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Je mehr die Fürsorgeausgaben für Kranke und Schwache sinken, desto mehr werden Mittel für aufbauende Arbeit frei. Ferner soll der Gedanke verbreitet werden, daß die Gesundheit erarbeitet und gepflegt sein muß, weil vielen von uns der natürliche Sinn und eine gesunde Umgebung verloren gegangen ist. Man kann die Gesundheit weder beim Arzt noch beim Apotheker kaufen. Es ist die sog. kostenlose Hygiene, auf welche in der Gesundheitswoche besonders hingewiesen werden soll, die jeder betreiben kann, dem die einfachsten Regeln der Gesundheitspflege klar geworden sind, dabei ist besonders der Leibesübungen zu gedenken, die neuerdings in unserem Volke vor allem aus sportlichem Interesse, also aus dem Wetteifer heraus, weniger wegen ihres hohen gesundheitlichen Wertes, gepflegt werden. Da die Gesundheitspflege nicht viel kosten soll, so soll auch die Durchführung der Reichsgesund- heitswoche allen Prunk und alle äußerlichen Feierlichkeiten vermeiden. Mit wenig Mitteln soll eine große Wirkung erzielt werden. Vereine und Einzelpersönlichkeiten haben die Führung, unter den letzteren insbesondere die Aerzte und Lehrer. Die Behörden vermeiden es dabei, von oben her einzugreisen. Wie wir sehen, ist es also das Gebiet der persönlichen Gesundheitspflege, das bearbeitet werden foll, während das große Feld der öffentlichen Gesundheitspflege weniger in den Rahmen der Gesundheitswoche fällt. Und doch scheint es mir notwendig, zu Beginn der Gesundheitswoche über diesen £eil der Hygiene einige Gedanken auszusprechen. Es wird mancher, der von den Veranstaltungen der Gesundheitswoche Kenntnis nimmt, die Empfindung haben, daß es für viele Kreise unseres Volkes in der jetzigen schweren Zeit unmöglich ist, manche Gebote der Gesundheitspflege zu erfüllen, weil sie völlig verarmt sind und kaum soviel Geld zur Verfügung haben, um das Leben fristen zu können. Was soll der Arzt über die Hygiene der Ernährung vor einem Hörerkreise vor- tragen, der vielleicht aus Erwerbslosen besteht, von denen die meisten wieder wie zu Kriegszeiten wissen, wie weh der Hunger tut. Welche Regeln der Wohnungshygiene sollen gepredigt werden, wo in allen Städten Hunderte und Tausende auf eine passende und gesunde Wohnung warten, und viele Familien, insbesondere die kinderreichen, zusammengepfercht wohnen. Wer will es übernehmen, vor einer Versammlung von arbeitslosen Handarbeitern und kaufmännischen Angestellten etwa von der Hygiene der Kleidung zu sprechen? Hier liegen Fragen vor, die in den Bereich der öffentlichen Gesundheitspflege gehören, wie sie von den Gemeinden, von den Landern und vom Reich geübt werden muß. Namentlich die Aufgaben des Staates find von entscheidender Bedeutung. Es ist daher bei der Gesundheitswoche nicht nur zu erwarten, daß alle Vortragenden und alle Vorführungen in Bild und Lichtbild auf die traurige Lage weiter Kreise unseres Volkes taktvoll Rücksicht nehmen, sondern daß auch alle Veranstaltungen dazu dienen, die Wichtigkeit der öffentlichen Gesundheitspflege zu betonen. Der Staat muh der erste Hüter der Volksgesundheit sein. Jedem Staatsbeamten muh eindringlich vor Augen geführt werden, „Dem Wohl der Gesamtheit". Jeder Deutsche hat die sittliche Pflicht, seine körperlichen und geistigen Kräfte so auszubilden und zu betätigen, wie es dem Wohl der @e- amtheit dient. In diesem Sinne wünsche ich den Bestrebungen der Reichsgeundheitswoche besten Erfolg. Möge sie das Verantwortungsgefühl deS einzelnen sich selbst und der Gesamtheit gegenüber stärken und dazu beitragen. doh die in den schweren Kriegs- und Rachkricgsjahren geschwächten Kräfte unseres Voltes sich wieder zu voller Leistungsfähigkeit entwickeln! Reichskanzler Dr. Luther. „Vereitschast und Fähigkeit zur Arbeit". ,Gesundheit ist Lebensglück". Diese Wahrheit, die als Motto über der Reichsgcsund- heitswoche steht, sollte sich jedermann einprägen, denn Gesundheit ist die Voraussetzung fürs Le- bensglüct nicht nur beim einzelnen, sondern die ist auch eine wichtige Lebensbeöingung für die Gesamtheit und für den Staat. Es ist erfreulich, dah sich in allen K r e i - s e n unseres Volles, ohne LInterschied des Standes und der Konfession die Ueberzeugung von der Notwendigkeit und der Bedeutung der Reichs- gesundheitswoche Bahn bricht. Alle sollen, hier mittun. denn schließlich beeinslußt die Gesundheit eines Menschen und eines Volkes nicht nur deren äußere Kraft, sondern auch die Bereitschaft und Fähigkeit zur Arbeit. Der Arbeitsprozeß aber ist eine wirtschaftliche Angelegenheit, die das Wohl aller angeht. So führt die Gesunderhaltung unseres Dolles zur Belebung unserer Wirtschaft und damit zur Erleichterung von den Lasten, die wir nach außen und innen zu tragen haben. Ich wünsche, daß der Reichsgesundheitswoche ein voller Erfolg be.chieden sei, und daß sich unser Volk öfter so einmütig, zu einer das allgemeine Wohl betreffenden großen Sache bekennen möge. Präsident des Reichstages Paul Lobe. Gesundheitliche Verantwortung Die Reichsgesuni.heitswoche soll ein gewaltiger Gewissensap pell an jeden einzelnen werden, auf daß er sich seiner gesundheitlichen Verantwortung nicht nur ge- daß die Menschen im Staat der wertvollste Besitz sind. Daß alle Einrichtungen wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, künstlerischer Art nur der Menschen, der Volksgenossen wegen vorhanden sind, das wird noch viel zu häufig verkannt und übersehen. Wirtschaftliche Ge- sichtspunkte namentlich geben oft da den Ausschlag, wo biologische Rücksichten, d. h. die Belange der lebenden Menschen und die Forderungen der kommenden Geschlechter den Ausschlag geben sollten. Diese Rücksichtslosigkeit und Unklarheit prägt sich so recht darin aus, daß wir häufig auch in amtlichen Schriften dem Worte „Menschenmaterial"^ begegnen. Menschen sind kein Material, aber sie werden vielfach, wenn auch oft nur unbewußt, als solches angesehen. Menschen sind das höchste Gql eines Staates, darum sollten wir nur von Menschengut sprechen. Besonders möchte ick) dem Wunsche Ausdruck geben, daß kein Arzt in der Gesundheitswoche das unschöne und herabziehende Wort „Menschenmaterial" in den Mund nimmt. Wenn wir die Hygiene in Ansehung derjenigen Teile des Volkes an denen und für die Gesundheitspflege getrieben wird, einteilen, so kommen wir nach der geschichtlichen Entwicklung der Hygiene als Wissenschaft zu einer Dreiteilung. Wir unterscheiden zunächst die Hygiene schlechtweg, wie sie von Petten- kofer, Koch, Rubner, Flügge und anderen begründet worden ist. Sie hat das Ziel, möglichst viele Einzelmenschen unseres Volkes zu erfaßen, sie gesund zu machen ober zu erhalten. gen über sich selbst und feiner Familie, sondern auch gegenüber dem Vaterlande bewußt und er Mitstreiter werde in dem gemeinsamen Ringen um die deutsche Volksgesundheit. Gesundheit ist Vorbedingung für volle Arbeitskraft und Arbeitsfreude, wie überhaupt für jede echte Lebensfreude. Rur durch vollwertige Leistungen aber, wie sie lebenskräftigen Völkern eigen sind, können wir den Wiederaufstieg Deutschlands sichern. Die Reichsgesundheitswoche soll ferner auch ein Mahnruf sein an alle behördlichen und privaten Stellen, die die Volksgesundheit betreuen, daß sie trotz aller Rot und Schwere unserer Zeit nicht erlahmen in ihren Bemühungen um die Stärkung der Vollskrast und mit verdoppeltem Eifer sich für diese hohen Ziele einsehen. Hygienische Durchbildung eines ganzen Volkes kann nicht in wenigen Tagen erreicht werden. Dazu bedarf es jahrelanger hingebungsvoller Aus klär ungs- und Erziehungsarbeit, die indessen nur dann von Erfolg gekrönt sein wird, wenn der Samen der hygienischen Dolksbelehrung aus guten Boden fällt: diesen Boden soll die Reichs» gesundheitswoche vorbereiten. Unb so hoffe und wünsche ich, dah alle diejenigen, die sich jetzt mit den Behörden zu uneigennütziger Gemeinschaftsarbeit für die Reichsgesundheitswoche verbunden haben, auch fernerhin zusammen geschlossen bleiben, um die Saat, die in der Reichsgesundheitswoche aufgegangen, weiter zu entfalten. auf dah gesundheitliches Wif - f e n immer mehr zum Gemeingut unseres Volkes und immer mehr auch zur Richtschnur für ge- fundheitsmähiges Handeln jedes einzelnen werde. Aus solcher Arbeit wird der Volksgesundheit und damit unserem ganzen Volke reichster Segen erwachsen. Reichsminister des Innern Dr. Külz. Eine wichtige Aufgabe der Sozialpolitik. Erhaltung von Gesundheit und Arbeitskraft ist eine wichtige Aufgabe der Sozialpolitik. Reue Gesetze verstärken den Schuh dieser Ledensgüter. Dadurch wird der einzelne aber nicht von der Pflicht der Selbstverantwortung und der eigenen Vorsorge befreit. Möge die Reichsgesundheitswoche diese Erkenntnis verbreiten und befestigen! Reichsarbeitsminister Dr. Brauns. Als zweites Gebiet hat sich in ber neueren Zeit, bas ber sozialen Hygiene gebil- bet. Sie erstrebt bie gesundheitliche Hebung ber Lage ganzer Volksschichten, ja bes Volkes in feiner Gesamtheit, sie ist ein Hauptfelb für bie Betätigung ber öffentlichen Gesunbheits- pslege. Ihre Maßnahmen müssen großzügig sein, weil sie bie sozialen Schichten in ihrer Gesamtheit unb oft bas ganze Volk mit einem Schlage erfassen sollen. Die soziale Hygiene, so wie ich sie auffasse, paktiert nicht mit den liebeln, sie sucht nicht nur einzelne Auswüchse zu beschneiben und unschöne Erscheinungen aus bem Gesellschaftskörper bes Volkes in dunkle Ecken zu u-'rroeifen, fonbern sie erklärt ben liebeln, bie am Marke bes Volkes zehren, den Kampf bis aufs Mester; so will sie bie Volksseuchen z. B. an ihren Wurzeln aus- schneiden. Sie sagt nicht: es hat immer Geschlechtskrankheiten gegeben unb wirb immer welche geben, fonbern sie weist darauf hin, daß schon manche Seuche, bie unsere Vorfahren in Angst unb Schrecken versetzt hat, in unserem Lande zur Sage geworden ist, so die Pocken, die Pest, ber Hungertyphus. Aber sie verlangt vom Staate, baß er zugreift, baß er keine Mittel scheut, um burch solche Ganzmaßnahmen sein Volksgut zu wahren. Auch ber jüngste Zweig ber Hygiene, bie Rassenhygiene, welche bie Zukunft ber tommenben Geschlechter sicherstellen will, hat ben Anspruch barauf, von Seiten bes Staates jebe Sortierung zu erfahren. Sie will bie gefunden Familien vor bem Aussterben bewahren unb eine Fortpflanzung von Minder- wertigen, so von Geisteskranken unb Verbrechern, verhinbern. Was nützt es bem brutschen Volke, wenn es Wunder der Technik ersinnt, unb boch einem schmählichen Untergänge entgegengebt, wie ihn einst bie alten Griechen unb Römer erlitten haben? Wir, ile wir in biefem Lande noch bie Trümmer ber Befestigungen aus ber Römerzeit vor Augen haben, wir hoffen in erster Linie auf eine staatliche Förberung der Rasienhygiene. Wenn bie Gesundheitswoche nicht nur auf ben einzelnen Mann unb bie cinMnc Frau aus bem Volke einen Einbruck macht, fonbern wenn sie vor allem auch bie Gewissen ber verantwortlichen Hüter bes Wohles ber Gemein« ben, ber Sänbcr unb bes Reiches schärft, bann wirb V. von großem Segen fein. Keine falsche Spar'amkett! Don Dbcrregierungsrat Dr. ® reger, Reichsgesundheitsoml Berlin. Diele Menschen lernen den Wert ihrer Gesundheit erst schätzen, wenn sie dies wertvolle Gut verloren haben. Erst dann kommen ihnen dir wirt- fdiaf tlicfccn Folgen des Zusammenbruchs in Gestalt von Aufgaben für Arzt, Apoiheler und Krankenpflege sowie in dem Verlust an Arbeitsein- kommen und Produktionskraft zum Dewußtsein. Ebenso liegen die Dinge bei der Gemeinde und dem Staate. Einige Beispiele mögen dies erläutern. Die Choleraepidemie, die während der Monate August bis November 1892 in Hamburg mberrscht hat, verursachte 16 956 Erkrankungen mit 5605 Todesfällen. Alle die wirtschaftlichen und seelischen Opfer dieser Katastrophe hätten durch rechtzeitige Fertigstellung einer einwandsreien Wasserversorgung vermieden werden können. Aehnkich wie die Cholera kann auch der Unterleibstyphus durch infiziertes Trinkwaffer verbreitet werden. Die letzte große Trinkwasserepidemie hat sich in Deutschland im Jahre 1919 in der Stadt Pforzheim ereignet, wo unter einer Einwohnerschaft von nur 75 000 Seelen innerhalb weniger Wochen 4000 Personen an Typhus erkrankt sind. Don diesen sind 409 gestorben. Schon früher (1896) war hier eine ähnliche Epidemie mit etwa 900 Erkrankungen aufgetreten. Beidemal hat die mangelhafte Quellwasserleitung der Stadt, durch Jauche verunreinigt, die Masieverkronkungen hervorgerufen. Vergegenwärtigt man sich, daß jeder Tnphuskranke etwa fünf Wochen im Krankenhaus verpflegt werden muß, so kann man sich einen Teil derjenigen Summen errechnen, die hätten gespart werden können, wenn man die Kosten nicht gescheut hätte, rechtzeitig das Wasserwerk einwandfrei zu gestalten. Der Gefamtverlust, den da- teutkfc Ra« tionalvermögen durch Tuberkulose jährlich erleidet, wird auf einen Br'rag geschätzt, der sich zwischen 1 und 2,3 Milliarden Dvldmark bewegt. Aus gesundheitlichem Gebiete bedeutet aber die größte Derschwsndung an Arbeitskraft und Rationalvermögen das Auftreten von übertragbaren Geschlechtskrankheiten. Wenn man auch nicht so weit gehen soll, für Deutschland mit seinen 62 Missionen Einwohnern die wirtschaft lick'« n Schäden der Geschlechtskrankheiten nach Milliarden — wie bei ter Tuberkulose — zu berechnen: auf Hunderte von Millionen Goldmark belaufen sie sich sicher. Alle die'e Ausgaben erscheinen nur zu einem geringen Teil in einem Haushaltsplan te5 Staates oder der Gemeinte, Für den flüchtigen Beobachter find ebenso unsichtbar wie diese großen nationalen Der- luste die w rlschaftlichen Gewinne, die wir ter Vorbeugung verdanken. Sie erscheinen nirgends als Einnahmeposten, und dennoch müssen wir sie dankbar anerkennen. In den Jahren 1871 und 1872 starben im Deutschen Reiche 162111 Menschen an den Pocken (Blattern!. Die Zahl ter Erkrankungen betrug l*/< Million. In den letzten fünf Berichtsjahren (1921—7925) bell es sich dagegen die Zahl der Poe'enerkrcnluvgen (Todesfälle) nur auf 639 (100), 215 (23), 17 (2), 16 (2) und 24 (9). Hier haben wir ein Beispiel dafür, wie es einer vorbeugenden Gesundheitspflege gelingen kann, eine gefährliche VvlkSseuche nahezu zum Verschwinden zu bringen. Die ärztliche Wissenschaft hat längst die Waffen geschmiedet, um viele vermeidbare Krankheiten auszurotten. Drr Erfolg ist lediglich eine Frage der Aufklärung, der Organisation und der vernünftigen Se.dwirtschast. Rur keine falsche Sparsamkeit! Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Die Technik auf der Frankfurter Frühjahrsmesse. Don unserem nach Frankfurt entsandten technischen Mitarbeiter. II. (Rachdruck Derb.) Während die Holzbearbeitungsmaschinen toie auch auf den früheren Wessen wieder recht zahlreich vertreten waren, fehlten die Werkzeugmaschinen für die Metallbearbeitung fast vollständig. Lediglich ein paar in nächster Rähe Frankfurts ansässige Firmen hatten die Messe beschickt. Auf dem Stande von Friedrich Schmalh. G. m. b. H. in Offenbach a. M., ist außer im vorigen Herbst der schon erwähnten Sägenselbstschär,er und Spiralbohrerfchleifauto- maten auf den Lauer-Schrnalz-Kleinschleifmotor hinzuweifen, der für Werkbank- und Aufsatz- Echleifapparaten in Frage kommt. Diese vielseisig ausgebildeten K einschle fvorrichtungen dürften berufen sein, unentbehrliche Hilssmtttel für jeden Betrieb zu werden. Sie dienen als Tckch- ftationen, aus hangende Hand^chlersapparate oder auf Werkzeugmaschinen aufgesetzt zur Dor- nähme von sonst nur mit Speztal-Schlelfmascht- nen auszuführenden Arbeiten. 2lhre außerordentliche Vielseitigkeit macht sie be,anders für den Heineren Betrieb wertvoll. Der als Innenstator und Außenläufer gebaute Motor ist beim Arbeitsgang niemals hinderlich, und die ^chley- täbet können bis auf den letzten Rest aufgeoraucyt werten. Bei Handschleifen liegen seine Handgriffe axial beiderseits vom Schleifrad, was unseres Wissens bisher bei keinem anderen Schleif- motor zu finden ist. Bei den Holzbearbeitungsmaschinen ist zu bemerken, daß sich der elektrische Einzelantrieb wohl vollständig durchgeseht hat. Wir konnten nirgends mehr einen Riemenantrieb erblicken. Genau so ist festzustellen. dah die Verwendung der Echleisarbeit weiter zugenommen hat. Ein großer Forsichritt auf dem Gebiete der Ablang- und Querkreislägen^ ist die von Teichert & Sohn in Liegnih erstmalig ausgestellte Auslegersäge, die schwingende Pendelsägen sowie alle Quersägen vorteilhaft ersetzt und in Leistung weit übertrifft. Sie besitzt elektrischen Antrieb. Das Sägeblatt hat einen Durchmesser von 500 Millimeter und sitzt direkt auf dem Motorwellenstumpf. Man erreicht einen parallelen Schnitt von 125 Millimeter Höhe und 700 Millimeter Breite. Der Motor ist an einem Rol.ensupport befestigt, dessen Rollen in Kugellagern laufen, was eine spielend leichte Bewegung des Schlittens zur Folge hat. Durch eine federnde End- stellung des Supports wird jeder harte Schlag gegen den Ausleger vermieden. 51m ter Blatt» ausnuhung Rechnung zu tragen, befiht der Ausleger Hoch- und Tiefverstellung mittels Handradspindel und Kegelrädern. Die Hochverstellung ist so weit ausgebaut, daß man in einen Längste lken auch Querschnitte schneiden kann. Der Motorstumps ist zur Ausnch ne von Sägeblat.ern, Schlitzscheiden oder Anschlagmefsern verlängert. Man kann also auch breite Querschlitze aus- schlagem Vermittels der Schwenkbarleit um die Säule ist man in der Lage, Gehrungen genauestens nach Slala zu schneiden. Die neue Ausleger äge dürfte für alle Tischlereien große Vorteile bieten und wird sich ohne Zweifel rasch verbreiten. Die Griesheimer Autogen-Terkaufs-G. m. b.H. in Frankfurt a. M. zeigte u. a. ihre Apparate zur autogenen Aluminium - Schweißung. Während früher die Aluminium-Schweißung wegen des sich bildenden A.uminiumoxybs keine brauchbaren Ergebnisse zeigte, hat Griesheim durch fein patentiertes Verfahren diese Schwierigkeiten restlos überwunden. Wir sind heute mit diesen Apparaten in der Lage, einwandfrei jedes Aluminium schweißen zu können. Auf einem umfangreichen Stand gab die Wäschereimafchinensabrik Rumsch & Hammen in Forst i. L. ein interessantes Bild einer modernen Wäschereianlaoe. Die gezeigten Waschmaschinen, Zentrifugen, Dampf- und Wuldenmangein, die Plättpressen und Bügelmaschinen wurden im Betrieb vorgesührt und gaben einen Beveis dafür, daß sich auch weitestgehende Mechanisierung vorteilhaft durchgesetzt hat. Ebenso geht es mit dem Aufbügeln von Kleidern. Es ist noch viel zu wenig bei den Schneidern, Färbereien ufto._ bekannt, welche enormen Vorteile eine Bügelmaschine bietet. Außer der vielfachen Leistung wird auch eine Qualität des Bügelns erreicht, wie nie bei der Handarbeit möglich ist. Mit Recht finden die fleinen Eis- und Kältemaschinen in den dafür in Betracht tommenben gewerblichen Betrieben und auch im Haushalt immer mehr Verbreitung. Wie in so vielem, ist auch hier in dem Elektromotor ein Anwendungsgebiet gesunden. Wir sahen u. a. den Olutoirigor der Efcher-Wyh-Werke in Lindau, der eine vollkommen automatische Kältemaschine für Lebensmittelgeschäfte, Restaurants, Cafes, Konditoreien, Haushaltungen usw. ist. Seit längerer Zeit sind schon in den meisten Detailgeschäften Schnellwagen anstatt der umständlichen Gewichtswagen im Gebrauch. Ein wesentlicher Fortschritt sind nun die Schnellwagen, welche auch gleichzeitig sofort den Preis der auf der Wage liegenden Ware, entsprechend ihrem Gewicht, berechnen. Dadurch wird dem Verkäufer eine leicht zu Fehlern Anlaß gebende Arbeit weggenommen, und er kann bei großem Andrang rascher bedienen, wodurch toieter an Personal gespart wird. Bei den Rapid - Sek nellwagen mit Preisanzeiger (Srciber.er Wagenbau D m. b. H.) kann der Preis der auf der Wage liegenden Ware für einen PfundpreiS von 0,60 bis 2,20 Mk. sofort abgelesen werden. Restaurateure dürfte es interessieren, daß ein Bierleitunssrrinigungs- apparat „Rorea" (Hamburg) vorge'ührt wurde, mit dem man die Bierleitungen ohne jegllchen Verlust an Bier oder SiS sauber halten kann. Der Parfümautomat „Favorit" dürste einem rechten Bedürfnis entsprechen. Der Automat gibt auf billige Weife die Möglichkeit, fich für wenige Pfennige entsprechend zu versehen. Auf dem Gebieie der Baumaschinen war eine sehr beachtenswerte Steuerung erstmalig zu sehen. Es ist dies der von 3of. Vögele Mannheim. 21.-©. hergestellte „Jäger-Mischer", der sich in Cornertla und in England schon in vielen Zehntausenden von Maschinen bewährt hat und ohne Zweifel dazu beiträgt, daß bie Baukosten vermindert werden. Eine eigenartige Stellung unb Form der Mischtrommel unb bie fest in blefe eingebauten Mischschausein erzielen in lürzesler Zeit Mischungen von hervorragenber Qualität. Ferner baut Vögele mit bem Jäger-Mischer Straßenbetvn- maschinen zur Herstellung von Betoirstraßen. auch diesem liebel suchen die Lieferanten dadurch abzuhelfen, daß sie zum Teil recht lange Raten- Zahlungen einräumen. — Der Regierungspräsident zu Koblenz hat die im vorigen Jahre erteilte Aus- nahmegenehmtgung zur Verlegung des Arbeitsbeginns in Bäckereien von 6 Uhr auf 5 Uhr morgens unter dem Vorbehalte des jederzeitigen Widerrufes bis zum 31. März 1927 verlängert. Alle bestehenden Sondergenehmigungen sind dadurch auf. gehoben. — Der Oberpräsident der Nheinprovinz hat Richtlinien für ein beschleunigtes Tuberkulosetilgungsverfahren beim Rindvieh erlassen, die vom 1. April ab in Kraft getreten sind. Nach den Richtlinien kann unter gewissen Voraussetzungen für tuberkulöse Rinder auch dann eine Entschädigung gezahlt werden, wenn der Nachweis an Tuberkelbazillen nicht erbracht ist. Die Richtlinien können bei den Polizeiverwaltungen des Kreises eingesehen werden. — Wie der Landrat amt- lich bekannt gibt, findet der für den 21. April in Aussicht genommene Frühjahrsbullen, markt wegen des Wiederausbruches der Maul- und Klauenseuche in Wetzlar, Aßlar und Groß- Altenstädten nicht statt. Wenn die Maul- und Klauenseuche erloschen ist, soll erwogen werden, den Markt zu einem späteren Zeitpunkte abzuhalten. XX Wetzlar, 16. April. Aach dem Jahresbericht der Landwirtschaftlichen Winke r s ch u l e wurde das 34. Schulhalbjahr von 31 Schülern besucht. Dies ist die höchst« Zahl seit Bestehen der Anstalt. XX A tz b a ch, 16. April. Etwa 8/* Stunde nördlich von Ahbach liegt der geschichtlich berühmte Himberg oder Königsstuyl, auf welchem in alter Zeit die Lahngauischen Gaugerichte abgehalten tourbcn. 3n der Aähe dieses Königsstuhls befindet sich noch eine wohlerhaltene, aus t>em Siebenjährigen Kriege her- rührende Schanze, im Volksmunde „Schweden- schanze" genannt. Auch altgermanische Grabhügel sind oben auf dieser Höhe im vorigen Jahrhundert aufgedeckt worden. Die Ausbeute bestand in Urnen, Knochen und Asche. X Dutenhofen, 16. April. In unserer Gemarkung ist der R a p s a n b a u noch nicht ausgestorben. Die Aussaat besteht jetzt in voller Blute, so daß die Bienen reichlich Honig finden. Das von einem großen Kranz von Obstbäumen umgebene Dorf prangt jetzt in einem einzigen großen Blüte n m e e r, da Pflaumen, Dirnen und Zwetschen in prächtiger Blüte stehen. ch. Lützellinden, 15. April. In unserer Gemeinde vermißt man noch immer eine Turnhalle, die auch den Vereinen für ihre Veranstal- hingen dienen könnte. Der im Besitz der Gemeinde befindliche Spielplatz konnte wohl durch Hin- zunahme bisher verpachteter Grundstücke wesentlich vergrößert werden, womit die Platzfrage ihre Lösung fände. Für eine weitgehende Unterstützung der Vereine in der angedeuteten Richtung, die den baldigen Bau einer Turnhalle ermöglichen würde, wäre man sehr dankbar. — Unsere Straßenbeleuchtung läßt in der letzten Zeit mancherlei zu wünschen übrig. Die Einwohnerschaft würde eine durchgreifende Aenderung des jetzigen unangenehmen Zustandes sehr begrüßen. 00 Hörnsheim, 16. April. Die hiesige Ge- meinde beabsichtigt, den Friedhof zu erweitern. Es sind von angrenzenden Grundeigentümern zwei Parzellen angekauft worden, die dem bisherigen Friedhofsgelände zugelegt werden sollen. <> Niederkleen, 16. April. Das hiesige Pfarrhaus, das Anfang Mai von dem neu- gewählten Pfarrer bezogen werden soll, wird zur Zeit einer gründlichen Instandsetzung unter- zogen. <> Oberkleen, 15. April. Wer schon einmal von hier nach Oberwetz gegangen Ist, wird an her Wegegabelung Oberkleen — Oberwetz — Griedelbach einen Wegweiser vorgefunden haben, dem eine Soldatenfigur aufgemalt ist. Es handelt sich um den sogenannten „Napoleon- st o ck", an dem heute jedoch mit Rücksicht auf Witterungsschäden nicht mehr viel zu sehen ist. Man erzählt sich, daß Napoleon aus seinem Rückzüge aus Rußland diese Straße gezogen sei, und zum Andenken daran soll man dann vor längerer Zeit seine Figur auf diesen Wegweiser gemalt haben. Wie neuerdings festgestellt wurde, hat der Wegweiser jedoch nicht den geringsten historischen Wert. Alte Leute, die schon vor dem Kriege 1870/71 den frag- licken Weg gegangen sind, erinnern sich noch gut, daß zu dieser Zeit der Wegweiser nichts anderes als feine Zweckbestimmung enthielt. Erst noch dem Kriege von 1870/71, etwa zu der Zeit, zu der zum ersten Male „Sedan" gefeiert wurde, soll die Na« poleonsigur erstmalig auf dem Wegweiser gesehen worden fein. Und zwar soll sie damals ein in der Nähe angestellt gewesener Förster, der inzwischen verstorben ist, auf den fraglichen Wegweiser gemalt haben. Immerhin wäre es interessant, etwas Bestimmtes über die Angelegenheit zu erfahren, falls sich überhaupt etwas darüber nachweisen läßt. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 16. April. Der Anstreicher Wilhelm Schmidt von hier bestand vor der Prüfungskommission in Herborn die Meisterprüfung. — Die Maul - und Klauenseuche ist hier erloschen, von heute ab ist die Sperre aufgehoben. XX Oberweidbach, 16 April. Obwohl unser Ort, wie viele Hinterlanddörfer, von großen Jt.® In, w,Ä flügelp rntunge ern* wirte kostkmos » Dflri perungi W 1,01 Versagens Slraße Heine uni beikonnnen und her V Wagen he Herborn 3l Bibi ist" Gemein Gute EV" schen Dat städtischen nähme di slerun auch ant Projekte hassen, d schen Gi fiommui nunge mäßig worden. s 40,01 ö KH rerD Nacht bk pelans Haufe' wurde a eine sch, lleW Klinik no CO steht K ununter bürg. § gefühl 3n R Krop Hochz schen, TBeftcrl Tierzuä Aus der Aufwertungspraxis. Overheffen. Matzgebende Gerichtsentscheidungen. Das Anmeldungsoersahren. 1. Die im Anmeldungsverfahren erlassenen Entscheidungen können mit der einfachen Beschwerde angefochten werden. 2. Als Personen, denen im Anmeldungsverfahren von der Aufwertungsstelle zuzustellen ist, kommen nur der Eigentümer des belasteten Grundstücks und der ihr vom Gläubiger bezeichnete persönliche Schuldner in Betracht, nicht aber ein Zessionar des eingetragenen Gläubigers; die von dem anmelden- ben Zedenten beantragte Mitteilung an den Zessionar wird daher von der Anmeldungsstelle mit Recht abgelehnt. 3. Von dem Anmeldungsverfahren ist zu unterscheiden das eigentliche Aufwertungsoerfahren; inwieweit in diesem Verfahren die Zuziehung des Zessionars geboten ist, richtet sich nach der Lage des Falles. Aus den Gründen: „Der Antragsteller hat aller- dings keine „Anmeldung" nach § 16 Abf. 1 Ausw. G. eingereicht, sondern einen Aufwertungsantrag gestellt, und zwar als früherer Gläubiger einer abgetretenen Forderung. 3n jedem Aufwertungsantrage muß aber in den Fällen, in denen eine Anmeldung nach § 16 Abs. 1 Aufw. G. vorgeschrieben ist, auch eine Anmeldung erblickt werden. In diesem Sinne hat die Aufwertungsstelle den Aufwertungsantrag auch aufgefaßt und oehandelt, indem sie den Antrag der Antragsgegnerin mitgeteilt hat. Die weitere Beschwerde ist hiernach zwar gemäß § 27 FGG. zulässig, sie ist aber nicht begründet. Nach § 17 Satz 2 Aufw. G. finden, wenn der frühere Gläubiger Aufwertung beansprucht, die Vorschriften des § 16 Anwendung. Nach § 16 Abs. 1 Satz 2 hat die Aufwertungsstelle die Anmeldung dem vom Gläubiger bezeichneten persönlichen Schuldner mitzuteilen. Damit ist der Kreis derjenigen Personen, denen die Anmeldung zuzustellen ist, durch eine klare gesetzliche Vorschrift festaelegt. Da der Zessionar (im Falle des § 17 Aufw. G.) zu diesen Personen nicht gehört, hat die Aufwertungsstelle mit Recht abgelehnt, ihm die Anmeldung zuzustellen. Die Ausführungen der weiteren Beschwerde verwechseln das Anmeldungsverfahren mit dem eigentlichen Aufwertungsverfahren. Im Anmeldungsoer. fahren beschränkt sich die Tätigkeit der Aufwertungsstelle im wesentlichen auf die Entgegennahme der Anmeldung, die Mitteilung der Anmeldung an die vorgenannten Personen und die Entgegennahme des Einspruchs; eine Berechnung des Aufwertungsbetrags kommt im Anmeldungsverfahren überhaupt nicht in Frage. Erst wenn sich an das beendete An- meldeverfahren ein Aufwertungsoerfahren ansckließt, was keineswegs immer der Fall zu fein braucht, hat die Aufwertungsstelle die zur Berechnung des Aufwertungsbetrags erforderlichen Ermittlungen zu veranstalten, und do wird es allerdings im vorlie- genden Falle zur Feststellung des Abtretungsentgelts notwendig sein, den Zessionar als Zeugen zu vernehmen oder ihn sonst anzuhören." (Beschl. d. KG. v. 16. 7. 25, Rechtspr. i. Aufw. S. 1926, Heft 7, S. 93.) GesÜlligkeitsdarlehen. Ein Gefälligkeitsdarlehen ist ein solches, bei dem nicht die Wahrnehmung der eigenen geschäftlichen Interessen, sondern Hilfsbereitschaft das ausschlaggebende Motiv der Darlehenshingabe bildet. Gefälligkeit braucht aber nicht das einzige Motiv zu sein. 3m geschäftlichen Leben werden regelmäßig Motivaruppen miteinander verbunden, sein (verzinsliches Darlehen aus Gefälligkeit gewährt). Ist die Gefälligkeit das überwiegende Motiv, hinter das die Wahrnehmung der eigenen Interessen zurücktritt, dann handelt es sich nach der Lebensauffassung immer noch um eine „reine Gefälligkeit" (Entsch. d. OLG. Hamburg o. 10. 9. 25 Hans. Zeitschrift 1925, S. 864). Langfristige Darlehen sind grundsätzlich Vermögensanlagen, insbesondere wenn eine Verzinsung vereinbart ist. (KG. 16. 12. 25, Jur. W. 1926, Heft 2, S. 189.) Nur diejenigen Darlehen, die reine Gefälligkeitsakte sind, sind keine Dermögensanlagen. (OLG. Breslau 5. 11. 25, Jur. W. 1926, Heft 2, S. 193.) Ein langfristiges Darlehen kann als Vermögensanlage angesehen werden. (NG. 23. 11. 25, Jur. W. 1926, Heft 2, S. 193.) kann der Eigentümer vom Gläubiger gegen Zahlung des Auswertungsbetrags der Hypothek Löfchungs- bewilligung verlangen, wenn die persönliche Forderung höher aufgeroertet wird als 25 v. h. des Gold- markbelrags? Die Frage wird verneint vom OLG. Karlsruhe (U. o. 11. 11. 25, Jur. W. 1926, Heft 2, S. 149) und vom Reichsgericht (U. v. 11. 11. 25, DRZ. Rechtspr. 5—7); die Reichsgerichtsentscheidung bezieht sich nur auf Sicherungshypotheken und läßt die Frage bezüglich der Verkehrshypotheken (Brief- und Buchhypothekcn) offen. Gegenteilige Ansichten f. Mügel, Ges. Aufw. R., S. 261, Durchs. VO. und Ergänzungen S. 263 und die dort erwähnte Literatur und Rechtsprechung, ferner OLG. Stuttgart 2. 11. 25 (Rechtspr. i. Aufw. S. 1926, S. 39). vergleich und Aufwertung der Vergleichssumme. Ein während der Inflationszeit geschlossener Vergleich wird nicht dadurch unwirksam, daß die damalige Auffassung „Mark sei gleich Mark" gewechselt hat. — Die Beklagten sind oei Abschluß des Vergleichs nicht von einem falschen Sachverhalt ausgegangen, sondern nur einer damals allgemein als richtig angenommenen Rechtsmeinung gefolgt. Der Wechsel dieser rechtlichen Auffassung rechtfertigt den Gläubiger, seine in Papiermark ousgedrückte Vergleichsforderung jetzt aufzuwerten, gibt ihm aber nicht das Recht, den Vergleich gemäß § 779 BGB. als unwirksam anzufechten. (Urt. d. KG. v. 11. 7. 25, Jur. W. 1926, Heft 1, S. «8.) Art und Weise der Aufwerkung von Kaufgeldforderungen. Bei der Aufwertung von Kaufgeldforderungen nach allgemeinen Grundsätzen aus der Zeit von 1909 bis 1921 (einschl.) ist nicht von der Höchstgrenze von 75 bzw. 100 o. H. auszugehen und dann je nach den Verhältnissen der Hundertsatz festzusetzen. Es ist vielmehr so vorzugehen, daß zunächst der Aufwer- tungssatz ohne Rücksicht auf die Höchstgrenze nach allgemeinen Vorschriften (Jndtvidual- aufroertung) ermittelt wird. Bleibt dann der so gefundene Betrag hinter 75 bzw. 100 v. H. des Goldmarkbetrags zurück, so ist die Forderung auf diesen Betrag aufzuwerten, übersteigt er den Satz von 75 bzw. 100 v. H., so ist er auf diesen heräbzusetzen (uerql. Nadler, Grundbuchs- und Auswertungs- fragen, S. 99). Nur dieses Verfahren führt zu Ergebnissen, die eine gerechte und billige Ausgleichung der Interessen beider Teile bewirken und damit dem das Aufwertungsrecht beherrschenden Grundsatz von Treu und ©tauben f§ 242 BGB.) gerecht werden. Es verhindert insbesondere bei Vorkriegsforderun- gen, die durch Hypotheken auf städtischen Hausbesitz gesichert sind, eine zu hohe, für den Eigentümer und Schuldner nicht traabare Aufwertung. (Beschl. d. KG. v. 7. 1. 26, Jur. W. 1926, S.176.)' Auswertungsverzichl? Eine in der Zeit vom 15. 6. 22 bis 14. 2. 24 ausgestellte Löschungsbewilligung enthalt nicht schon um deswillen einen Aufwertungsverzicht, weil in ihr gesagt ist, daß vorbehaltlos quittiert und die Löschung bewilligt werde. (Beschl. d. KG. v. 1. 10. 25.) ---- - ■ ■ ....... Landkreis Gießen. • Heuchelheim, 17. April. Musikfreunde feien auf die zwei großen Konzerte aufmerksam gemacht, die der Gießener Orchesterverein (Dirigent Kapellmeister Herrn. Weller) am morgigen Sonntag in der neuerbauten hiesigen Turnhalle veranstaltet. Der konzertgebende Verein spielt mit etwa 40 Herren. Man beachte die heutige Anzeige. s. G r o B e n - 2 i n b e n, 16. April. Im „Rebstock" fand gestern abend ein 2 icht - bild ervortra g „Deutsches Land und deutsche Durgen" statt. Die Mandolinenvereinigung „Hüttenberg" verschönte den Abend durch einige Konzertstücke. Einleitend sprach Dr. Kraushaar über das Wandern. Ein Gast aus Ostfriesland, Bildhauer Er von, zur Zeit Leihgestern, trug ein selbstversatztes Gedicht „Andacht" vor. : 2 i ch, 16. April. Dieser Tage wurde im hiesigen Kriegerverein im Saale des Gastwirts Ludwig Glöckner ein 2 i ch t b i l d e r v o r- trag gehalten über „Kriegsschauplätze aus dem Weltkrieg". Der Vortragende war Tierarzt Dr. Walter, der Vorsitzende des Bezirks Lich der Kriegerkameradschaft Haisia. Am 16. Msi wird sich der Verein am Befirksfest in Ober-Dessingen beteiligen. — Der Schütz en verein 1921 plant die Errichtung neuer Schieß stände von 100, 175 und 300 Meter auf der Ostseite des „Rodenschütts", eines kleinen Berges, eine knappe halbe Stunde östlich der Stadt gelegen. Die Pläne dazu, auch die des geplanten SchühenhauseS, hat Architekt R i c o 1 a u s von Gießen entworfen. Der alte Sch'.eßstand auf der Hardt, den der Sicher Fürst einst dem Verein überlassen hat, wird wahrscheinlich in den Besitz des Kriegervereins übergehen. Letzterer hat seinen Schießstand aus der Vorkriegszeit am Albacher See aufgegeben. : Beuern, 16. April. Nachdem vor einigen Wochen die Maul- und Klauenseuche erloschen war, ist sie jetzt erneut in einem Gehöft aus- gebrochen. Es wurde aber glücklicherweise nur Sperre des Gehöftes und des Bezirks, in dem das verseuchte Gehöft liegt, angeordnet. — Die Zahl der Erwerbslosen ist gegen die letzten Wochen wieder etwas gestiegen und beträgt gegenwärtig 23 Hauptunterstützungsemvfänger. Einschließlich der unterstützungsberechtigten Zuschlagsempfänger müssen insgesamt 36 Personen über 21 und 17 Personen unter 21 Jahren von der Erwerbslosenunterstützung ihr Leben fristen. t Grünberg, 16. April. Durch den Ausfall des gestrigen Diehmarktes infolge der Maul- und Klauenseuche hatte auch der Krämer- mar k 1 empfindlich zu leiden. Auswärtige Käufer waren fast gar nicht erschienen. — Der Schützen- verein wird am nächsten Sonntag seine diesjährige schießsportliche Saison eröffnen. Gegenwärtig zählt der Verein 70 Mitglieder. Er will dem Kriegerverein von Zeit zu Zeit den Schießstand zur Benutzung überlassen. Das günstige Wetter bdr letzten Tage yat auf die Entwicklung der Kirschblüte außerordentlich günstig gewirkt. Tausende von Kirschbäumen stehen ä. D. bei Lauter in voller Blüte und geben der Landschaft ein reizvolles Bild. — Bei der gestrigen Holzoer st eigerung im hiesigen Stadtwald wurden folgende Preise je Raummeter bezahlt :Scheiter: Buche 15, Fickten 5,50, Fichten 6, Erlen 4, Knüppel: Buchen 13, Kiefern 6, Fichten 3, Erlen 2,50, Eichen 5, Aspe 3, Stöcke: Buchen 4,5, Kiefern 1, Fichten 2, Reisig: Buchen 2, Kiefern-Knüppel 1, Fichten 1,2, Eichen 1, Aspen 1 Mk, Kreis Friedberg $ Aus der We11erau, 16. April. Die landwirtschaftlichen Arbeiten sind bei dem günstigen Wetter gut oorangeschritten. Man ist selten um diese Zeit soweit vorgewesen. Die Frühjahrssaaten, die zeitig beendet waren, und so vorerst noch reichlich Bodenfeuchtigkeit hatten, waren rasch gekeimt und zeigen jetzt bereits einen frischen Stand. Was später gesät worden ist, leidet aber unter der Trockenheit, so daß jetzt der Wunsch nach einem erquickenden Frühlingsregen allgemein ist. Die Bauern sind am Stecken der Dickwurzsamen und am Setzen der Frühkartoffeln, unter denen die „Blaue Odenwälder" immer noch die am liebsten angebaute Sorte ist. Unter den Spätkartoffeln wird neuerdings die „Preußen" neben der „Industrie" mehr und mehr eingeführt. Kreis Schotten. ld. Schotten, 16. April. Rasend schnell steigen in unserer Gegend d i e Preise für Ferkel und Läuferschweine. Während man noch vor acht Tagen sechs Wochen alte Ferkel für 40 Mark haben konnte, werden heute für ein solches Tierchen bereits 50 Mk. gefordert. Für vier bis fünf Monate alte Läufer werden Preise von 100 bis 120 Mk. für das Stück verlangt. Preistreibend ist in erster Linie die geringe Zahl der zum Berkaus angebotenen Schweine. Die Züchter behalten vielfach ganze Würfe Ferkel, um die noch vor- handenen größeren Mengen Kartoffeln verwerten zu können. Da um diese Zeit Arbeiter und Kleinbauern ihr Schlachtschwein für den Winter erwerben wollen, entstehen bei geringem Angebot und sehr starker Nachfrage Phantasiepreise, die wahr- scheinlich zu einem Ueberangebot von Jungtieren im Nachsommer und einem starken Rückgänge des Prsstes führen. —Gedern, 16. April. Die Gemeindeverwaltung beabsichtigt die Anpflanzung einer Weißdornhecke auf der einen Seite der Schloß- bergatlee, um dadurch die Blickrichtung nach dem künftigen Kriegerdenkmal, das auf der Höhe des Schloßberges zur Aufstellung kommen soll, möglichst einheitlich zu gestalten. Regierungsbaurat N o d n a g e l - Schotten wurde gebeten, einen Entwurf für das Denkmal, das jedenfalls im Laufe des nächsten Jahres zur Aufstellung kommen dürfte, auszuarbeiten. — In seiner letzten Sitzung beschloß der Vorstand des K r i e g e r v e r e i n s , der Gründung eines Kleinkaliberschühenvereins näherzutreten. „?" Ober-Schmitten, 16. April. Wie überall, so sinkt auch hier das Häuflein der Veteranen von 1 8 7 0 /7 1 rasch zusammen. Innerhalb Jahresfrist starben drei von ihnen, zuletzt der 78jährige Wilhelm Schäfer. Jetzt sind nur noch zwei am Leben. — Die Hirtendienste in den Dörfern finden kaum noch Bewerber. Seit Jahren schon vermag die Gemeinde keinen Gänsehirten aufzutreiben. Ein Einwohner des benachbarten Eichelsdorf hütet die Schweine. Kreis AlsscLS. -er. Homberg a. d. Ohm, 16. April. Infolge der fast sommerlichen Witterimq der letzten Tage stehen jetzt unsere Kirsch - und Birnbäume mit duftendem Blütenschnee bedeckt weithin leuchtend da; auch der Schwarzdorn steht im vollen Blütenschmucke. Scharenweise stehen Frauen und Mädchen in den Gärten und graben und säen und setzen Frühkartoffel, ebenso sind die Landwirte sehr rührig bei der Frühjahrsaussaat. Infolge der Trockenheit bearbeitet sich der Boden besser als in nassen Jahrgängen, auch können etwaige Nacktfröste dem trockenen Boden weniger schaden. Ein alles erquickender Regen wäre fetzt sehr willkommen. Starkenburg. * Darmstadt, 16. April. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung wurde ein Antrag der Stadtverwaltung, 500000 Mark für Notstandsarbeiten bereitzustellen, an den Finanz- und den Sozialpolitischen Ausschuß verwiesen. Für verschiedene Herstellungen in dem vom Staat übernommenen Herrengarten wurden 85 000 Mark bewilligt. Z M i ch e l st a d t i. O., 16. April. Wie ein Aufatmen ging es durch die Bevölkerung des hinteren Odenwaldes, als gestern der Beschluß des Erbacher Kreistags bekannt wurde, wonach in der feit längerer Zeit schwebenden Oberreal- schulfrage eine günstige Lösung gesunden worden ist. Bekanntlich hatte, wie wir kürzlich schon mit’ teilten, die hiesige Gemeindevertretung den Zuschuß zu den oberen Klassen der Anstalt abgelehnt mit der Begründung, daß die Primen kaum von Michel- ftcMern, sondern vorw'eaend von Auswärtigen besucht gewesen seien. Nachdem eine Protestversckmm- lling der Eltern für die Erhaltung der Anstalt eingetreten war und dabei gefordert wurde, den Kreis zu den Kosten heranzuziehen, beschloß der Gemeinderat in einer weiteren Sitzung 25 Proz. der seither ganz getragenen Kosten zu übernehmen. Diesem Beschluß stimmte auch die Sozialdemokratie zu, die sich erst ablehnend verhielt, nachdem ihr die Versicherung ge« geben worden war, daß auch der Volksschule im Falle eines Abbaues dieselben Unterstützungen gewährt würden. Nachdem nun der Kreis die restlichen 75 Proz. der Kosten übernommen hat, bleibt die Anstalt als V o 11 a n st a 11 bestehen, was für den hinteren Odenwald eine Notwendigkeit ist, denn das verhälMisrnäßiq große Landqebiet^hat nur diese eine ausgebaute höhere Schule, die nächsten Vollanstal- ten sind erst in Darmstadt. Preußen. Kreis Wetzlar. lU Wetzlar, 16. April Daß das Motorrad immer mehr Allgemeingut wird, ergibt sich aus der großen Zahl von Motorradfahrern, die sich hier fast jede Woche vor einem Beamten des Dampskessel-Ueberwachungsvereins zu Siegen, der zur Erlangung eines Führerscheines vorgeschobenen Prüfung unterziehen müssen. Unter den Prüflingen befinden sich Angehörige aller Berufsstände, so z. B. Reisende, Kaufleute, Aerzte, Beamte, Studenten usw. Sogar Arbeiter, die von ihren Wohnorten zu den Arbeitsstätten weite Strecken We^es zurückzulegen haben, schaffen sich, wenn es auch nur ein Leichtmotorrad ist, einen „Klapper" an, um bei dem Fehlen eines sonstigen Verkehrsmittels täglich von dem Arbeitsorte nach Hause zurückkehren zu können. Leider stehen die Preise für Motorräder noch weit über Dorkriegshöhe, so daß die Anschas- fung gar manchem Fahrer sehr schwer fällt. Aber EonntaISdieust d. Aerrte ». Apotheke:« am 18.4.26 Frl. Dr. Gürtler. Dr Wolf Pelikanavotheke. Urthttimf: Dr Bann,. WD 'RongnafefilififllTP Gemeind . kxberifr. 13. Gottes- UCU ijJvflUlllUjv dten.rc: Sonntag vormtliaqS 6lD 9'Nbr Sonntai nafhinb'anS 4 Uhr. Bei O■ FR. A Jn Apotheken Jabr- Ittte bewährt. 1426id MMfM werd, tackqemäh n. vretsweet qe- stimmt u. renar. Giekrsn.VioMUi Televlron 2403. Lvlrsa'abr. Klar, u. Harmoniums hrebsfef Weichet olaue j ©antorjti S^53ttin i: Kepa <{.«& sM 'N be[(h?Srooit 5öetf0TtuMgiÄ °m i, AJfr,n bei * fr^Mann*1 'n StQfl ‘"bertuJJ. unter W\ werh.?lnbet Q 4 en nch K wenn S -Wir berSM ■r für ben ftfllW. ^usbrudjj li^lfn. Ja?*-’®*1' chalMch^Äres. 34. 6dmlr? " Din. fe>* ZL?N M-.Ä M« nl"pril> 2n unlerer Te. ft QinOd) nid)t nu^se. M' >n voller IBlütt. fe-bnben> $Q5 °°n 1 \V|tbaumen umnebene ]> mzigen großen Slü. B'rnen unb Zwischen 15; ®Pnl. 9n unferer ®t- °ch mmer eine Iutn. einen für ihre Reranflal« 'M ”e|i^ bet Gemeinde tonnte wohl durch hinter Grundstücke mejenflid) 1 °>e Plohstage ihre Lö tgehende Unteritühung der ten Richlupg, die den 6ab e ermöglichen wurde, wäre lereStrabenbeleud)- 3°>t mancherlei zu roün- >er|chai't würde eine burdj- o jetzigen unangenehmen 16. ÄpriL Die hiesige 6e< Friedhof zu erweitern, n Grundeigentümern zwei rben, die dem btyeriger werden /offen. , 16. Äpril. Dar mg Mai von txm v. i werden \oü, wird v rstandsetzung unter 5. April. Wer Ichon m« >eh gegangen ist, wird cn rtleen-VberweN- ®egmel|er oorgefun- olbatenfigur aufgemalt ist. ogenannten „Ropoleon- jod) mit Rücksicht auf Wit- r viel zu sehen ist. Man er« auf feinem Rückzüge am zogen fei, und zum rinden« in vor längerer Zett |eine oeiser gemalt haben. Wie lurbe, hat der Wcgwei er m h'st°nschen»' Kriege 1870/71 ben frag ib. erinnern sich noch W, egweifer nichts anderer a^ enthielt. Sch nach taj n VJbcry iU^UUm «feiert wurde, soll ®'e if dem Segrocuer oll sie damals em 's der er Förster, ber nzmM glichen Wegwe. er g--m itg*i i« ,‘Ä ■über nachweifen M icdenkops. i'" rt’ill-rM“« a *»*•**"•* . 1t 8,-ii ®«i' ffiSiigMnn'”' "Bei n’ckcwerMe O- Kostenlos allen Fußleidenden zeigt und dafür Eier unentgeltlich erhalten zu haben. Sn der Hauptverhandlung schränkte der als Zeuge vernommene Landwirt seine belastenden Bekundungen wesentlich ein. Es lieh sich nicht feststellen, ob überhaupt eine kriegswirt- WlUp macht alte U<#erv/arer wieder neu! gZ Kroworier Lir. 20. 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SamStag, 24., „Martha". Sonntag, 25., „Lohengxin". — Schauspiel- Acker (Bauvlatzl co. 20)0 qm, an der neuen Ariebboiftr. in Glesien f. Gärtnerei ob. (Mrabfteinfleldiäfte besonder» neetmet, zu verkaufen. Wieseck, Schulitrahe 4. relepb 7fi± 3434D Maixena,^^ das Nährmehl tKranke kMler liefert jede» Quant, promot u.bidtg V*"* Ksieyeölmilsholl Nritaim-liiMite 9 32 P. S., kompl. Mk. 7500 Sechszylinder 13 55 P. S., kompl. Mk. 9500 Ahmami & Zchneider Teleph. 1248/2417 fl475a Kaiferallee 45. Reparaturwerkstätten WMIi krebsfeste Sorten wie: Hindenburg, Preußen, Baler Rhein, Wohltmann, Blaue Odenwälder, Industrie ufro. Hermann Sauer Walltorstratze 36a. 9,ttp Teleph. 1154. Daldungen umgeben ist, sind die H o l z p r e i s e tn ben letzten Fahren weit h o h e r als in Gegenden mit verhältnismäßig geringem Waldbestand. Bet der diesjährigen Gemeindeholzoersteigerung erreichten die Preise fast die d o p p e l 1 e H ö h e der Preise der Vorkriegszeit. Es kamen zum Angebot: 621 Raummeter Scheiter- und Knüppelholz, 1715 Raummeter Reiser, 367 Eichenstämme mit 169 Festmetern, 255 Eichenstangen 1. ««« JO. »«$enltamn« Jg 40,01 Festmetern, 414 Nadelholzstamme mit 165 Festmetern, 57 Nadelholzstangen 1 Kl., 135 2. SU., 193 3. Kl. und 1-10 4. Kl. Wahrend das Brennholz sehr begehrt war, Hai das Nutzholz dte Friedens- preise nicht erreicht. ... , . sch Gladenbach. 16. 2lprtl. Em schwerer Autounfall ereignete sich in der letzten Dacht bei Endbach. DaS 2luto des Dr Stippe l auS Herborn fuhr g e g e n ein e n Stern - Hausen und u b e r s ch l u g s l ch. Dr. Strpp^ wurde auS dem Auto geschleudert und zog sich ene schwere Kopfverletzung zu, die seine Lleberführung in die Marburger Deutschhaus- Klinik notig machte. Gr soll heute operiert werden. Dittkrcis. bl. Dillenburg, 16. April. Der Kreis schasst in Kürze einen Sanitätskraftwagen un der zu Krankentransporten innerhalb des Dillkreises Verwendung finden wird. bl Herborn, 16. April. Der Nass. G e ° flügelzuchtverband hat hier eine Dera t u n g s st e l 1 e für alle Fragen der Geflügel- zud)t errichtet. Direktor Möhler von der Land- wirtschostrschule erteilt jedem Kreiseinwohner kostenlos Auskunft. □ Driedorf, 15.April. Tierarzt Dr. Heine verunglückte heute mit seinem Auto auf der Fahrt von Hohenroth nach Waldaubach infolge Versagens der Steuerung. Das Auto kam von der Straße ab und überschlug sich, so daß Dr. Heine unter den Wogen zu liegen (am. Dor- beifommenbe Motorradfahrer leisteten sofort Hilfe, und der Verunglückte konnte unversrhrt unter dem Wogen hervorkriechen. Der Wogen mutzte nach Herborn zur Reparatur gebracht werden. — Unsere Stadt ist in der glücklichen Lage, noch immer ohne G e m e i n d e st e u e r n auskommen zu können. Gute E^nahmen aus dem 340 Hektor großen städtischen Waldbesitz gestatteten bis jetzt die Deckung der städtischen Berwaltunaskosten ohne Jnanspruch- nähme der Einwohnerschaft. Obwohl die.Kanalisierung die Finanzen der Gemeinde belastet und auch andere bedeutende, aber dringend notwendige Projekte bewältigt werden müssen, darf man doch hoffen, daß es der geschickten Leitung unserer städtischen Gesckicke gelingen wird, auch fernerhin ohne Kommunalsteuern auszukommen. — Die Wohnungsnot ist in unserer Stadt durch verhältnismäßig rege Bautätigkeit nahezu gänzlich beseitigt worden. firei i Wcstcrburq. 00 Westerburg, 16. April. Am 18. d.M. steht Kreisbaumeister Schumacher 25 Jahre ununterbrochen im Dienste des Kreises Westerburg. Sein freundliches Wesen und sein Pflichtgefühl erwarben ihiK allerseits Hochachtung. — 3n Rehe feierte das Ehepaar Wilhelm Kroppach das seltene Fest der eisernen Hochzeit. Ilm das Jubelpaar zu bealückwun- schen waren u. a. der Landrat des Kreises Westerburg. Dr. Schiereü mit Gemahlin und Tierzuchtinspektor Schulze -Rößler, Wester- und ihr Kaffee, es gibt nichts Besseres! ’Vrt Ihr Geheimnis ist J/ die Verwendung der / berühmten Wiener Kaffeegewürze, die mit feinem Bohnenkaffee in Gulda vereinigt sind. Zm Gebrauch trotzdem nicht teurer als verschiedene Kaffee-Ersatz-Mittel ohne Bohnenkaffee. Darum: Koche Kaffee mit Quleta in der Tat — delikat! Nur in Pakelen: Gold 1204, Gelb 904, 9lot 55 4, Grün 28 4 Salon Schulstraße. 3002a fchastliche Verfehlung vorlag, ferner bestanden Zweifel, ob der Dendarm tatsächlich Siet et- ballen und ob er fie nicht bezahlt hat. Der Zeuge lebt in dem (Stauben, von dem cm geklagten Oberwachtmelster, der ihn wiederholt an- gezeigt hat. schikaniert zu werden: ferner wurde sestgesteltt, datz im Wohnort des Angeklagten eine dem Zeugen nahestehende Gruppe besteht, die den Beamten aus dem Amt zu drängen sucht. Mangels ausreichender Beweise erfolgte danach Freisprechung. Ein Steuersekretar au» Friedberg hatte sich wegen Verbrechens im QI m t zu verantworten. Er hat in den Jahren 1924'25 in amtlicher Eigenschaft empfangene Gelder, etwa 5000 Mark unterschlagen und zur Verschleierung seines Verbrechens llrhmöen gefälscht. Strafe: zwei Jahre Gefängnis unb drei JahreGhr- Verlust. Rundfunk-Programm des frankfurter Tenders. (Aus der ^Radio-Amschau-.) Sonntag, 18. April: 8—9 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wart- burgoerein Frankfurt a. M. 11—12 Uhr: lieber- tragung von Kassel: Festakt anlählich des Außerordentlichen Gautages des Maingaues im Reichs- bund für Volksbühnenfpiele Berlin. 12—1 Uhr: Mittagsständchen, veranstaltet von der Arbeitslosen- kapelle des Städtischen Arbeitsamtes Frankfurt a. M. 2.15—3.15 Uhr: Die Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Märchenborn (für Kinder vom 4. Jahre ab). 3.15—5 Uhr: Uebertragung aus dem Rhein- Stadion in Düsseldorf: Futzbal'-Länderspiel Deutsch- land—Holland. 5—6 Uhr: Konzert des Haus- vrchesters: Franz v. Suppä. 6—7 Uhr: Stunde des RhelnMainischen Verbandes für Volksbildung: ..Körperliche Ausbildung der Schulentlassenen , Vortrag von Frau L. Brunifch, Inspektorin des städtischen Turn- und Sportwejens. 7—7.30 Uhr: Große Erzieher :Aus dem .Handbüchlein"' des Gra- cian. 7.30—8 Uhr: Paul Edm. Hahn spricht aus eigenen Werken (u. a. aus der unveröffentl. Novelle ..Pechoufs Ehe"). 8.30—9.30 Uhr: Heiterer Vortragsabend: Gustav Hochstetter. 9.30—10.15 Uhr: „Löttchens Geburtstag", Lustspiel in einem Akt von Ludwig Thoma. 10.15—10.30 Uhr: „Frankfurter Sport . Vortrag von Dr. Paul Laven. Anschließend bis 12 Uhr: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik t trächtige Knb, 1 Waaen, 1 Ben- trifuae, Knl mitt u. verseh, landw. (gerate ä. verk. Job. W*l«htr, Urt. Wir bieten an: Ein vollständiges Wasch-Kleid aus gutem Zephir mit hübscher Garnitur völlig lang und weit Garantiert waschecht für 500 WAWMM. UMftortm mittig g.vttisiven öi? 5tWi$e imto.-Drunetti n. £tmae. siese«. 56uint. 7 \ steht vom 19. bis 24. April ein Fü3-Sp6Zialist ck im MisiiM Reiss, Gießen Mäusburg 12 2^1 zur Verfügung. Kaufen Sie nicht, wenn Sie irgend einen Fuß-Schmerz verspüren, wahllos "Ll eine Plattfuß-Einlage, sondern lassen Sie, wie dies auch bei jeder anderen Krank- 4 heit geschieht, erst die Art Ihres Leidens von einem Spezialisten feststellen. 7 Eine falsche Einlage kann Ihnen mehr schaden als nützen. Dr. Scholl3 Fußpflege-System hat für die verschiedenen Leiden die verschiedenartigsten Behelfe; es verfährt nicht nach Schema, sondern behandelt jeden Fuß-Kranken individuell je nach seinem besonderen Leiden. Einerlei ob Sie Schmerzen im Rist, am Knöchel, in der Wade, an der Ferse, verkrümmte Zehen, Ballen, Hornhaut, Hühneraugen usw. haben, Dr. Scholls Fußpflege System gibt Ihnen rasche Hilfe. 34310 Verlangen Sie kostenlos das Buch »Die Pflege der Füße“. haus: Sonntag, 1&. nachm. 3.30 Uhr. Vchnitzler- Slnakter: abdS. 7.30 Uhr, „DaS Kälchen von Hekl- brvnn". Montag. 19.. „Der Bauer ati mUlionär“. DienStag, 20., „Der fröhliche Weinberg" Mittwoch 21., „Brennende Erde'. DonnerStaa. 22.. „Brennende Erde". Freitaa. 23., „Shristofer" SamStag, 24., „Brennende Erde". Sonntag. 25 nachm. 3.30 Uhr, Schnitzler-Einakter-, abdS. S UHr, „Der fröhliche Weinberg". Gießener Wochcnmarktpreisc. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkl: Butter 190 bis 210. Matte 35 biS 40. Käse 50 bis 140. Wirsing 30. Weißkraut 25 bis 30. Rotkraut 25 bis 30. gelbe Rüben 25. rote Ruben 20. Spinat 35 biS 40. Spargel 120 biS 150. Grün- kohlsprosfen 30. Feldsalat 120 bis 150, Tomateü 150, Zwiebeln 25, Meerrettich 40 bis 80. Schwarzwurzeln 30 b.S 60. Rhabarber 30, Kartoffeln 4 biS 5. Aepfel 15 bcs 40, Honig 50, junge Hahnen 120, Suppenhühirer 120 Pf. das Stück. Sier 9 bis 10. Blumenkohl 60 biS 220. Salat 35 biS 40. Salatgurken 120 bis 150, Lauch 10 bis 20. Sellerie 20 bis 70 Pf. das Stück, Radieschen Bd. 25 Pf.___________________________________ Geschäftliches. — Zur ReichsgesundheitSwoche veröffentlicht der Konsumverein Giehen tn unserem heutigen Blatte eine A:r^eige. die auf die Herslellung von KonsumveveinZwaven hinweist. Bad Kreuznach. Nachdem der Erwerb der Dr. Ganzschen Aktien durch die Städtische Verwaltung die Gefahr der Schließung des Bades befcitigt hat, ist die Kurverwaltung so energisch an die Arbeit gegangen, daß bereits zu Ostern die nunmehr städtischen Kur« und Badedetricbe geöffnet waren, sicherlich zur Ueberraschung der zahlreichen, teilwellc von weit her herbeigereisten Ostergäste. Zahlreiche Erwerbslose schassen eifrig an der Herstellung der Milchkuranstalt, des Kinderspielplatzes, der Tennis- platze, an der Beseitigung der Schäden am Radium- Emanatorium, so daß vor Aulaus dieses Monats alles wieder in Ordnung und Bad Kreuznach mit der Eröffnung de. vollen Kurbetriebes am Sonntag, 2, Mai, den hoffentlich recht zahlreichen Kurgästen und Reisenden das alte, schöne und vertraute Bild bieten wird. Da die Kurtaxe und alle anderen Preise in Bad Kreuznach erheblich herabgesetzt wurden, kommt ein Kuraufenthalt In Bad Kreuznach heute beinahe billiger als vor dem Kriege. bürg erschienen Dte Rachkommen des Jubelpaares betragen 42 Köpfe. — 2m DicnStaa wurden in die hiesige Volksschule 42 ÄBE- Schützen aufgenommen. Dreie Zahl übertrifft um daS Doppelte die im Vorjahre aufgcnomme- nen Kinder und wurde seit 30 Jahren zum ersten Male wieder erreicht. Wenn dieS auch in anderen Orten so geht, wird die Rot der Junglehrer in absehbarer x3cit behoben sein. — In di« hiesige Realschule wurden 19 Kinder ausgenommen. — Wegen vorzunehmender Wegearbeiten werden für die Zeit vom 12. bis 30. April bis zur Kreisgrenze die Vizinalwege Mademühlen — Rehe und Beil st ein — Holzhausen. Kreis Wetzlar, für den Fuhrwerks- und Kraftwagenverkehr gesperrt. Der Verkehr wird von Mademühlen über Hohenroth noch Rehe. bzw. von Beilstein über Rodenroth nach Holzhausen geleitet Auch im Kreise Westerburg wird der Dau des Weges nach dem nächstgelegenen Bahnhof M a d e m ü h l e n besonders von der Gemeinde Oberrod kräftig in die Hand genommen. Damit kommt wohl endlich ein Proiekt zur Ausführung, über das seit Fertigstellung der Westerwald-Querbahn am 1. Oktober 1906 viel geredet und gestritten wurde und das nun den Bewohnern des reich bevölkerten Lasterbachtales einen Verbindungsweg mit der Dahn eröffnet. Eine FUeger-Dravourleiftuny. WSR. Frankfurt a. M.. 16. April. Don Frankfurtern wurde heute mittag ganz unerwartet und kostenlos ein F l i e g e r k u n st st ü ck geboten, wie es selbst Udet an den vorjährigen Flugtagen nicht gezeigt hat. Die Berliner Flieger W e i ch e l t und Baumgart von der Fliegerschule Dornemann waren heute morgen in Staaken bei Berlin aufgestiegen und gegen Mittag auf dem Frankfurter Flughafen gelandet. Bereits am Rachmittag erschienen sie wieder über dem Main. Weichelt zeigte^ über bem bekannten Eisernen Steg, der Fuhgängerbrücke zwischen der Altstadt und Sachsenhausen, mit welcher Meisterschaft er kcber sein Flugzeua, einen Dietrich-Dobiet-Zweisiher, gebietet. In schneidigen Wendungen, dann in fo r t w ä h - renden Ueberschlagen ging er bis knapp auf das Wasser nieder, um daraus in schneidiger Fahrt unter der nur acht Meter hohen Drücke hindurchzu- sausen. 2loch zweimal wiederholte er sein waghalsiges Experiment, jedesmal mit Jubel von der inzwischen angesammelten Menge begrützt, während sein Fluggenosse D a u m g a r t mit seinem erheblich gröberen Fahrzeuge in majestätischem Fluge über ihm kreuzte. Erweitertes Schöffengericht Gietzen. ' Giehen, 14. April. Ein Gcndarmerie- oberwachtmeister war der Bestechlichkeit angeklagt. Es wurde ihm zur Last gelegt, gegen Kriegsende eine kriegswirtschaftliche Verfehlung, die er bei einem Landwirt entdeckte, nicht ange- (Eingesandt auf das D-Rad-Preisausschreiben) -Ra- das billige deutsche Qualitätskraftrad von internationalem Ruf! 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Donnerstag: Das Mädel von Pontecuculi Große Filmoperette in 6 Akten unter Mitwirkung erster Sänger. Saalbau Sauer Morgen Sonntag ab 5 Ehr Miste Musseline und Crepe in prachtvollen Mustern u. großer Auswahl. Woll-Cripe elegantesGewebe in vielen Farben Holl-Kl schöne leinfadige Qua ität, Mtr. 2 70 Die ßoubenlerdie (Schauspiel in 4 Akten von C von Wildenbruch) Gewöhnliche Eintrittspreise. Anfang 7»/, Uhr. Der Gesamtertrag flieht der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehörigen zu für Unterstützung bedürft. Mitgl. Lichtspielhaus BahnhofstraBe 34 Restauration Karlsruhe Äinr noch heute und morgen: Hanseaten Nach dem bekannten Roman v. Rndoll Herxog. Beginn oö fliontog, 26. Mil. in Oer Ddetreolfflnle (Eingang Bismarck stratze) 2lües Nähere über die Kurse sowie über Anmeldung und Gebühren in den Programmen, die in den durch Aushang bezeichneten Geschäften kostenlos zu haben sind. Ferner auf der SesWlsslelle: MerslM 26", zernrns Hr. 2401 Sprechstunden: Dienstag bis Freitag 1-2 Uhr. 3429c In den Astoria-Lichtspielen nur noch heute und morgen: :: Harry Piel m :: Der letzte Kampf FranKtnn a. M. Pferde-Mia 19. April, 10. Mai, 7. Juni >• Juli, 16. August, 4. Oktbr. 1. November, 6. Dezember, Jurchsci nittlicher Aufirieb 1000 Pferde aller Rachlonvermalter daselbst, Bedingungen d. Gro» erlogt. Vurernb. Verwaltung Btebrich n 9?b. 3377u Original-Jazz-Band Die Musik wird ausgeführt von Mitgliedern der hiesigen Militärkapelle ,4'J6c Mähmaschinen 34390 Eväng. Kircüe gssaigvei ein, Gieflen Montag, den 19. April, abends 8 Uhr Probe für den Festgottesdienst am Dienstag, dem 21. April. Um vollzähliges Erscheinen bittet Einladung zu der neue Iinuit in WW Sonntag, den 18. April 1926 3ioei Me WM ausgeführt vom Orchester - Verein Bietzen 1908, unter Leitung des Kapellmeisters H. Weller. (ca. 40 Herren). Während der ~ — NeichsgefundheitZwoche vom 19. bis 24. April 1926 werden folgende Vortrage in der Neuen Aula der Landesuniversität Gießen gehalten: Montag, den 19. April 1926, 8ü Uhr abends: Prof. Dr. Bürker: „Ueber eine besondere Leibwache unseres Körpers* Dienstag, den 20. April 1926, 8k Uhr abends: Prof. Dr. Kuhn: „Ueber Bazilienfurcht" 9« Uhr abends: Prof. Dr. Huntemüller- „Die biologischen Grundlagen der Vererbung», lehre", mit Lichtbildern und Anschauungsmaterial Mittwoch, den 21. April 1926, 8j» Uhr abends: Prof- Dr. v. Iaschke: „Ueber den gegenwärtigen Stand der Bekämpfung des Gebärmutterkrebses" 9i» Uhr abends: Prof. Dr. Koeppe: „Gesundheitspflege des Kindes", mit Lichtbildern und Anschauungsmaterial Donnerstag, den 22. April 1926, 8« Uhr abends: Prof. Dr. Huntemüller: „lieber Körperkultur", mit Filmvorführung und Anschauungsmaterial 9n Uhr aben s: Prof. Dr. Brüning: „Ueber Krüppelfürsorge", mit Lichtbildern Freitag, den 23. April 1926, 8m Uhr abends: Dr. Moos: „Ueber Lungentuberkulose, ihre Verbreitung und Bekämpfung" 9k Uhr abends: Dr. Rothmann: „Die soziale Bedeutung der Geschlechtskrankheiten" Samstag, den 24. April 1926, 8n Uhr abends: Med.-Rat Dr. Walger: „Gefahren und Bekämpfung der Infektion». Krankheiten" 9« Uhr abends: Zahnarzt Dr. Baum: „Ueber Mund, und Zahnpflege, mit Lichtbildern. W Der Eintritt ist frei! 3220D Beiclislianner Schwarz-Roi-Sold —— Orte verein Gießen ——— Zu unserem IIIWWSOW am Sonntag, öem 18 toll.aüenööSUör im großen Male ves GeweMaMonses onler Mitwirkung unserer Musik-Kapelle laden wir unsere Kameraden herzlich ein. „Frei Heil!" DER VORSTAND Eintritt 50 Pfg. Saalöffnung 7'/, Uhr. MMHtüln 15. Halbjahr: 26. April bis 10. Juli 1926 Arbeitsplan 1. Regelmäßige Kurse Mensch und Welt: Donnerstag 8-9'/, Uhr. Dr. Herz. Staatsbürgerkunde: Montag 8-9'/, Uhr. Referendar Holtzmann. Einführung in die Literatur: Dienstag 8-9'/, Uhr. Dr. Werner. Deutsch: Donnerstag 8-9'/, Uhr Dr. Kraushaar. Thorfingen: Freitag 8-9'/, Uhr. Studienrat Krauh. Botanische Streifzüge: Auf Ausflügen (Vorbesprechung: Freitag, den 30. April, 8 Uhr, Oberrealschule). Inspektor Rehnelt. Gesteinskunde: Montag 8-9'/, Uhr. Dr. Flörke. Gymnastik: Für Männer Herr Steinbach - Für Frauen und Mädchen 1. Frau S. Werner, 2. Fräulein Aubel, 3. Fräulein Weinberger. Vorbesprechung für alle Kurse Dienstag, 27. April, 8 Uhr, Ober, realschule. 2. Dolkshochschulabende Mittwochs. Näheres wird bekanntgemacht. 3. Ferienkurse. Mklim Iiigiio in men Dienstag, 20. April, 3’/2 Uhr nachmittags: Dortrag von Prof. D. Procksch-Erlangen: „Die Annen Gottes". (Die soziale Frage im Alten Testament.» 8 Uhr abends: Abendgottesdienst in der Zohanneskirche, Prediger: Generalsuperintendent D. Dettmering.Kassel. äNittwoch, 21. April, 81/, Uhr vormittags: Vortrag von Prof. D. Althaus.Erlangen: „Die Kirche als Gemeinschaft". )ie Tagung findet im Saal der Zohanneskirche (Südanlage) statt. Alle Evangelischen sind herzlich eingeladen. Kapitalien Wahrer ausjs I iljen flcnen nur i Hypothek. Keine Bernltn- ter. Schr. Anyeb. u. 02671 an d G. Anz. bei 3198a 4 Schulstraße 4 Ullstein- Schnittmuster TO1- Samstag, 17. April 1921 Etzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Nr. 89 Drittes Blatt der dem heutigen Verhältnis Europa Umfang erhöhen, Petersen. Don W. Stokkebhe. Dar das ein trostloses Wetter im Golf von Biskaya. Der Himmel schwarz, das Meer schwarz, die Wellen fjod) wie Berge. Der Dampfer warf sich von einer Seite auf die andere, stieg und stampfte durch die unruhige See. Auf dem Hinterdeck traf ich den Bootsmann, einen von diesen kurzbeinigen breitschultrigen Seemannsgestalten, die bei jeder tollen Wrnkellage des Schisses fest auf Deck stehen. In einer großen, tätowierten Hand lag etwas Merkwürdiges. „Was haben Sie da?" fragte ich. „En' Affen," sagte er, „en toten Affen." Er hielt das unnatürlich lange dünne Aeffchen unterm Arm, ich mußte an den gerupften Hals einer Weihnachtsgans denken. Der Schwanz baumelte und fegte übers Deck und war an und für sich das Toteste, was man sich vorstellen konnte, besonders wenn man einmal aufmerksam das spielende bewegliche Leben beobachtet hat, das in der äußersten Spitze eines Affen- fchwanzes sitzt, ilnö während wir so dastanden und uns bei der harten See im Gleichgewicht zu halten suchten, erzählte der Bootsmann die Geschichte des kleinen Tierchens. „Es war in Chemulpo, Sie wissen, ich geh' durchs chinesische Viertel und denke an nichts — so ist da plötzlich einer, der reiht mir den Hut vom Kopf. Hallo, sag ich. und dreh mich schnell mit einem geärgerten Gesicht um, verstehen Sie und wollen Sie's glauben, so war es dieser hier." Er hielt mir den Affen entgegen. „llnb wie das nun so zuging oder nicht, ehe ich mich's versah, hatte ich ihn gekauft. 3d) nannte ihn Petersen, das ist so em netter Rame aus meiner Heimat. Es war so tin feiner kleiner Affe. Sehen Sie einmal. bann die Vereinigten Staaten etwa der wirtschaftliche Sklave der alten Well geworden fein? Europa braucht sich auch hierüber keine Sorge zu machen. Amerika hat den Krieg durch Ab'warien gewonnen und Europa muß ebenso brav und geduldig sein. Der Gläubiger hat manchmal dieselben od.er mehr Sorgen als der Schuldner und falls die ^Bereinigten Staaten eine Verzinsung ihrer Kriegsschulden wünschen, so müssen sie Europa diese Bezahlung möglichst angenehm und leicht zu machen versuchen. Amerikas Entwicklungskurve mag ganz anders verlaufen als diejenige Europas. Die Union mag Hochkonjunktur ihrer Wirtschaft erleben, soviel sie will, während Europa unter starker Depression leidet. Eines Tages wird sie den Sättigungspunkt erreicht haben. Wenn jede fünfte Person einen Motorwagen, einen Flügel, Brillantring und andere Luxusgegenstände besitzt, dann wird Amerika andere ßänber zu finanzieren haben, um sich neue Märkte zu erschließen. Hierbei muß es ganz na- lürlicherweise die wirtschaftlichen Fesseln Europas etwas lockerer machen. Die Umstünde, die die gegenwärtigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa gelchaffen haben, sind nicht neu. England hat z. B. Millionen den mittel- und süd- amerikanischen Staaten geliehen, die für Zwecke politischer Bestechung, für Rüstungen und Revolutionen draufgingen. Die betreffenden Länder konnten bann bald nicht einmal ihre Zinsen mehr bezahlen, erholten sich aber, als noch mehr Geld investiert wurde, um die Produktion erhöhen und die Verkehrsverhältnisse zu verbessern. Es wurde aber während der ganzen Zeit nie b won gesprochen, baß etwa Argentinien ober Brasilien ber Wirtschaftssklave Englanbs seien. Europas wirkliche wirtschaftlid)e Lage wird durch die ungünstigen Verhältnisse in Rußland und China erschwert. Wenn sich diese Länder einmal aus ihrer versumpften Politik reißen werden, bann wirb es einen Wieberaufbau über alle Maßen geben. Vor wenigen Jahren waren alle Dampfkessel in Rußlanb unbrauchbar geworben. Sie sind wahrscheinlich jetzt nod) in einem höheren Grabe reif für ben Alteifenhaufen unb ebenso wie bei den Dampfkesseln liegt es mit vielen Artikeln bes täglichen Lebens. Wenn man mit Rußland und China wieder geschäftlich verkehren kann, wirb wahrschein- lid) auch bas Gerebe von ber wirtschaftlichen Versklavung Europas an Amerika von selbst ein Enbe nehmen. importieren muß, biefer Einfuhr wirb möglicherweise bis und durch die Waren, Frankfurter Oper. Die Neueinstudierung von Mozarts „Don Juan" sucht ein Kompromiß zwischen ber ewigen Zeitlosigkeit Mozarts unb bem sich roanbelnben Stilgefühl ber Zeiten: es ist selbstverstänblich, baß bie Stilgrunbsätze bes plastischen Szenenbildes nicht mehr den künstlerischen Bedürfnisien der Gegenwart entsprechen, daß man ein Werk von ber tragischen Würde unb klassischen Kraft des „Son Juan" heute Gerichtssaal. Drei Jahre Zuchthaus für einen Hühnerdkeb. WSR. Frankfurt a. M.. 15. April. Das Schöffengericht verurteilre heute den Gelegenheitsarbeiter 3 o f e f Taraba, der vor einiger Zeit in den Bororten Hausen und Rödelheim in die Hühnerställe gering bemittelter Leute eindrang, den Tieren an Ort und Stelle den Kopf abschlug und sie säckeweise fortschleppte, wegen schweren Rückfalldiebstahls in zwei Fällen zu drei 3ahren Zuchthaus und fünf 3ahren Ehrverlust. Der Angeklagte behauptete hartnäckig, die Hühner vom „großen Unbekannten" im Taunus gekauft zu haben. Bei einer Haussuchung wurde festgestellt, daß er 26 Hühner gerupft und für ben Markt zurecht gemacht hatte. Auch die zahlreichen attderen Hühnerdiebstähle in den beiden Orten dürften auf fein Konto kommen, doch war ihm das nicht nachzuweifen. Mildernde Umstände wurden ihm versagt. Lin ungetreuer Gerichtsvollzieher. Höchst a. M., 16. April. (WSR.) Rach zweitägiger Verhandlung vor dem Großen Schäfchen 3ahres erfolgt die Beschießung Lafa-Blan- ca»; im allgemeinen finden im nächsten 3ahre keinerlei internationale Berhandlungen wegen Marokko statt. Am 9. Februar 1909 aber wird das erste deutsch-sranzösiiche Marokko-Abkommen abgeschlossen: gleichzeitig wird Briand zum französischen Ministerpräsidenten gewählt. Am 21. Mai 1911 erobern die Franzosen Fez, fast gleichzeitig besetzen die Spanier Larache. Am 1. 3uni desselben 3ah res erfolgt die berühmte Reise des deutschen Kanonenbootes „Panther" nach Agadir, am 4. Rovember wird hierauf der deutsch-französische Maroklo-Bertrag unterzeichnet. Gleichzeitig annektiert 3talien Tripolis. Anfang des 3ahres 1912 schließen Spanien und Frankreich ihren Marokko-Vertrag. Diese letzten beiden Marokko-Verträge werden eine Grundlage bilden müssen für die bevorstehenden Friedensverhandlungen mit Abd ei Krim. Es haben bekannllich eine ganze Reihe von Staaten späterhin ihre Zustimmung zu diesem Marokko-Abkommen gegeben, so z. B. Portugal und England, nicht aber, und zwar bis auf den heutigen Tag noch nicht, Amerika und vor allen Dingen nid>t 3talien. Gerade diese Tatsache muh man besonders unterstreichen. Was nun die Tatsache anbelangt, daß ohne Deutschland überhaupt keine Aenderung in Marokko Platz greifen kann, so muß hier folgendes berücksichtigt werden: 3m Vertrag von Versailles hat sich bekanntlich Deutschland auch aller seiner Rechte aus all diesen Verträgen begeben müssen. Spanien hat aber bekanntlich den Vertrag von Versailles nicht unterzeichnet. Die rechtlich-diplomatische Lage zwilchen Deutschland und Spanien hinsichtlich Marokkos ist also j^ll- fommen klar. Was ergibt sich nun aus alledem für Spanien und namentlich für Frankreich? Wenn man sich diese außerordentlich verwickelte diplomatische Lage vergegenwärtigt, so begreift man sofort, weshalb Frankreich sowohl wie Spanien aus der Liquidierung des Marollo-Abenteuers möglichst wenig Aufhebens machen möchten. Die Kammer bat an den Marokko-Krediten für Monat März der französischen Regierung eine Million gestrichen. an den April-Krediten aber schon zehn Millionen. Briand ist feinfühlig genug, um diese Warnung des Linkskartells sofort zu verstehen. Die Situation ist also nicht nur auhenpolitilch, [ sondern auch innenpolitisch so. daß Frankreich ! alles daran setzen muß. um jetzt in Oudjda so rasch wie möglich u Ende zu kommen. Große Gebietserweiterungen wird Frankreich bei diesen Verhandlungen nicht erstreben können, denn fein we teres Vordringen nach Westen würde besonders England wegen Gibraltar viel zu stark. beunruhigen. Der Leidtragende bei den bvorstehenden Verhandlungen wird Spanien fein. Spanien muß große Konzessionen in Oudjda machen. Es bleibt abzuwarten, ob die R^ie- rung Primos de Riviera diesen Schlag wird überdauern können. bie Amerika aus zurüdgeholt. Der sich vielleicht bauernb zu einem Umfange, Europas zu Amerika entspricht. Wenn dieser Zeitpunkt eintritt, würben er hat so einen weihen Kranz ums Köpfchen, ganz wie einen Menschenbart. Und was für ein lächerliches Schnäuzchen! Er war ja nicht eigentlich komisch, im Gegenteil — ein ernster Affe war er. Aber wenn man selbst so dasah und den Kopf hängen lieh, konnte er sich heran- schleichen und einen ganz leise mit der kleinen, kalten, schwarzen Affenhand anrühren und einen so ansehn, als ob er sagen wollte: Kops hoch, Kamerad! 3ch liebe nicht viel zu reden und Karten spiele ich auch nicht, ich sitze meistens allein für mich. So sah ich denn und schwatzte mit Petersen, er konnte mäuschenstill dasihen und den Kopf bald auf die eine, bald auf die andere Seite legen. Und sie hätten seine Augen sehen sollen — nun kann man ja keinen Staat mehr mit ihm machen — aber die waren wie Menschenaugen, sage ich 3hnen. Er war so munter und lustig, gerade bis wir im Suezkanal in die kalten Tage kamen. Da fror es. das kleine Tier. 3ch nähte ihm ein wollenes 3äckchen und er sah und zupfte an den Maschen und war ganz glücklich. Es war so eine ganz merkwürdige Dankbarkeit in dem Tierchen. Aber als es nun immer kälter wurde, da wurde er ganz still und niedergeschlagen, stundenlang sah er am Fenster der Koje und starrte hinaus, und konnte es nicht verstehen, wo die Sonne geblieben war! Bor einigen Tagen fing er an leise zu husten und der Wagen arbeitete nicht mehr ordentlich. 3ch bekam etwas Rizinus vom Steuermann, aber er wollte es nicht nehmen. „Sei nu vernünftig, kleiner Petersen," sagte ich, „es ist zu deinem Besten!" Und er verstand es. Er nahm dann auch das Zeug, ohne es auszuspucken. Aber der Husten wurde schlechter. 3ch rauchte nicht mehr meine Pfeife in den letzten Tagen, um ihm zu helfen, aber da war nichts zu machen. Am Tage sah er und zitterte, und in der Rächt lag er bei mir in der Koje, unb unb Dildunasfragen, beschäftigt sich mit sämtlichen übrigen Ausgaben allgemein kultureller Art, wätr renb bie brüte Sektion sich mit ber Reaelung ber Zusammenarbeit aller bestehenden wiffenfd)aftlid)en Vereine unb Organisationen befaßt, vor allem and) ben Besitz biefer Verbände, Museen, Büchereien usw. erhalten und fortentwideln will. Dem Kulturamt ist übrigens auch noch ein weiteres Dezernat, und zwar das für Sport und Leibesübung angegliebcrt, ein Gebiet, das künftig in einem ganz besonderen Maße berücksichtigt werden soll. Die zweite große Arbeit, bie von der cftlänbi schen Kulturselbstverwaltung bisher geleistet worden ist und deren letzter Teil vor einigen Tagen vom Kulturrat durchgeführt wurde, ist die Annahme der ersten Kultur st euervorlage einer Nationalität. Es ist dies eine Steuervorlage, die ber staatlichen Einkommensteuer angepaßt wird und die bereits in allernächster Zeit nach ihrer Bestätigung durch die Regierung in Kraft treten wird. Die Steuer setzt sich aus einer Grundsteuer und einer Zuschlagsteuer zusammen. Die ©runbfteuer wird von allen Gliedern, soweit sie nicht mittellos sind, getragen und stellt eine sehr geringe Belastung dar. Die Zuschlagsteuer wächst parallel den Einkommenbezügen, so daß durch sie ber Grund- sap einer sozialen Gerechtigkeit berücksichtigt wird. Ueberhaupt bars festgestellt werben, daß es dem Kulturrat gelungen ist, eine Steuer zur Annahme zu bringen, die niemanden zu sehr belastet unb zugleich ber sozialen Gerechtigkeit entspricht. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, baß bie Tatsache, baß es bem estlänbijchen Deutschtum geglückt ist, eine regelrechte Kulturbesteuerung durchzuführen und auf diesem Wege mit der bisher bei allen Minderheiten üblichen' Spenden- und Sammlungenwirtschaft zu brechen, von einer ganz außerordentlichen Bedeutung für bie Weitergestaltung ber Autonomiebe- roegung im Rahmen der europäischen Nationalitäten ist. Gerade bie erste estlünbische Kultursteuer beweist, daß bas Besteuerungsrecht einer Minberheit keineswegs eine Utopie ober eine bem Staate Schaben bringende Entwicklung darstellt, sondern daß sie vielmehr eine reale Möglichkeit zur Regelung des rei bungslosen Zusammenlebens von Mehrheitsvolk unb Nationalität bietet. Auch auf bem Gebiet ber Schulorganisa- tion hat bie estlänbische KullurselbsiVerwaltung jetzt eine Reihe von Erfolgen aufzuweisen. Dor allem ist eine Derorbnung in Kraft getreten, daß alle bisherigen Privatschulen nunmehr in bie Verwaltung ber Autonomie übergehen. Nachdem dieses geschehen ist, wird auch bie Möglichkeit zur Organisation eines alten Bedürfnisses angepaßten Schulnetzes — die einzelnen Schultypen wurden während der letzten Ktttturratstagung festgesetzt — demnächst gegeben sein. Zu erwähnen wäre noch ein Beschluß des Kulturrats, daß die wichtigste Fremdsprache im Lehrplan unserer Schulen das Russische sein soll. Bei diesem Beschlüsse ließ bie Mehrzahl aller Glieder des Kiilturrats sich vom Gesichtspunkt« leiten, baß ber Balte seine Aufgabe als Kultur- Vermittler zwischen bem Westen und Rußlanb künftig nur bei Beherrschung ber ruf- fischen Sprache, als des notwendigsten Rüstzeugs, durchführen kann. Die Zusammenarbeit unserer Kulturverwaltung mit der Regierung unb allen übrigen amtlichen Stellen erfolgt bisher reibungslos. Ein Grund mehr, um zu behaupten, daß bie estlänbische Kulturauto- nomie nicht eine Utopie — wie viele anfangs dach- ten —, sondern einerealeSchöpfung ist, ein Werk, das auch anderwärts ohne Schwierigkeiten und zum Nutzen aller Teile verwirklicht werden kann. anders ausftattet als vor zehn Jahren-, seinen Ansprüchen sucht bie Wallerstei nsche Inszenierung zu genügen. Sie oerwanbelt bie Szene ohne Pausen unb unter Verzicht auf die Kreisausschnitte stabiler Dekorationen, bie in ben letzten Jahren überall zur Anwendung kamen. Die Bühnenbilder sind von dem Maler Ludwig Sievert geschaffen. In ihm besitzt Frankfurt einen der stärksten, szenisch- dekorativen Bilbgestalter des'deutschen Theaters, um den sich immer wieder Berlin bemüht. Seine Silber sind farbenglühende unb doch im Schatten des tragischen Geschehens verweilende Impressionen von starker Wirkung, zugleich von großem Reichtum der Phantasie. Weniger glücklich, als der Gesamteinbruck ber Bilblösung, ist das szenische Arrangement einzelner Teile, bas burch die offenen Verwandlungen bedingt wird. Die musikalische Neubearbeitung hatte Professor Siemens K r a u s. Er huldigte ben Manen Mozarts mit hingebender Treue an die Partitur, es gab nichts, was in ber musikalischen Reproduktion nicht dem feinempftinbenen Stil ber opera seria Mozarts entsprochen hätte ,unb gleichzeitig blühte das Orchester im Glanze mozartscher Melodik und er- fd)ütterte es durch ben ehernen SchicksalsNang der Tragik, bie das heitere Element beschattet. Eine prachtvolle Leistung bot bas Orchester, die gesangliche Wiedergabe war teilweise vollendet, teilweise war es ein Bemühen um die Kultur des Belcanto, besten Technik immer mehr entschwindet. Eine Donna Anna von hinreißender dramatischer Wucht des Ausdrucks und ber gesanglichen Große war Beatrice Sutter-Kottlar, gut war Peermann als Don Juan: Abolf Jäger als Octavio und Elisabeth F r i e b r i d) s als Elvira zeigten sich gefänglich allen Ansorberungen Mozarts gewachsen. Die Aufführung zählte zu den künstlerischen Ereignissen ber zu Ende gehenden musikalischen -Saison. L. W. Deutschland und die bevorstehenden Marokkoverhandlungen (Don unserem Pariser ^^.-Korrespondenten.) Paris, 17. April 1926. Sonderbarerweise ist bisher in Deutschland noch nicht eine Stimme laut geworden, die daraus hinweist, daß die bevorstehenden französisch-spanischen Friedensverhandlungen mit den Abgesandten Abd el Krims Deutschland unmittelbar berühren, denn nach dem Marokko-Abkommen von 1904 und den Beschlüssen der großen Algeciras-Konferenz darf irgendeine Veränderung am Marokkostatut bekanntlich nicht vorgenommen werden, ohne daß die Signatarmächte hierzu ihre Einwilligung geben. Bekanntlich ist die diplomatische Lage in Marokko wie das Tanger-Statut ganz außerordentlich kompliziert. Wir stehen vielleicht am Vorabend ganz großer neuer diplomatischer Berhandlungen wegen Rord- afrika. ja wir müssen vielleicht sogar mit der Möglichkeit neuer Verwicklungen rechnen, auf die hier im Zusammenhang mit den augenblicklichen Ereignissen in Marokko einmal ganz kurz hin- gewiesen werden soll. Rachstehend ganz kurz die wichtigsten Daten: Am 6. Oktober 1904 Abschluß des Marokko- Abkommens zwischen Spanien und Frankreich, nachdem kurz zuvor Frankreich und England sich über Marokko geeinigt hatten. Am 21. Februar 1905 reist die berühmte französische Sonder- Gesellschaft nach Fez: am 31. März desselben Jahres reist Wilhelm II. nach Tanger. 3 Monate später erfolgt der Rücktritt Delcasses. Ende 1905 tritt die Algeciras-Konferenz zusammen, an der teilnehmen: Deutschland, Frankreich, Rußland, Oesterreich-Ungarn. Italien. England und Spanien. 1907 wird das neue Mittelmeerabkommen zwischen Frankreich, England und Spanien abgeschlossen. 3m Monat August des glei- ich hielt ihn im Arm. und es jagte in ihm, und eine Rächt biß er mich im Fieber, und nachher war er so unglücklich, und es war. um darüber zu lachen und zu meinen. Die letzten drei Tage ah er nichts, da wußte ich, daß es nu’ vorbei war. „Petersen," sagte ich. „warum rissest du mir den Hut vom Kopf? Du selbst hast es gewollt, daß ich dich kaufen muhte. Wenn du nur dein Leben behalten könntest bis zur nächsten Reise, so wollte ich dich in den Palmenwald bringen und dich loslassen und du solltest der glücklichste Affe fein . . ." und ich schwör es 3hnen, ich hätte es getan. Und nu' vor einem Augenblick, wie ich in die Koje komme, liegt er da und hat sich die Decke über den Kopf gezogen. 3d) hob sie ganz vorsichtig auf und sagte: „Schläfst du. Petersen?" — 3a. guten Morgen, schlafen! Da kommen Sie sehn." Er hob das Aeffchen in die Höhe und zeigte, wie unweigerlich tot es war. 3n demselben Moment kam eine hohe See auf uns zu. Der Bootsmann lehnte sich über Bord und lieh das Tierchen ins Wasser fallen. „Leb' wohl, Petersen", sagte er. Einen Augenblick später hob sich die Welle und stand wie eine mächtige Wasserkuppel zur Seite des Schiffes. Wir sahen nach dem Affen, wie er sank, ganz schwach schimmerte er aus der grünen Glasglocke hervor, dann zog die Welle vorüber und nahm Petersen mit sich. Europa der Wtrtfchafts- skiave Amerikas? Von Sir Ernest Harvey, K. B. E., London. Kreuzworträtsel sind eine beliebte Spielerei unserer läge. Sie haben eine erfreuliche Belebung des Scharfsinnes gebracht unb bie Nachfrage nach Wärter- unb Nachschlagebüchern aller Art erheblich gesteigert. Sie wirken zweifellos bildungs- förbemb. Bei ben vielfach vortominenben Fremd- worten nehme ich an, bah bas Wort „Oxymoron" heute bekannter ist als in früherer Zeit. Es bebrütet eine Zusammenfassung zweier sich widtzr- Ipredjenber Begriffe, hinter ber sich ein geistreicher Gebaute verbirgt. Horaz war ein Meister bes Orymorons. Nun, ich kann mir kein besseres Schulbeispiel für ein Oxymoron benken als bas Wort „wirtschaftliche Versklavung". Sklaverei hat mit Wirtschaft recht wenig zu tun, unb unsere moberne Jnbustriewirtschaft ist alles anbere als Sklaverei. Bevor unsere moberne Sozialpolitik bie Arbeitslosenunterstützung einführte, konnte man während schlechter Zeiten in unseren Jndustriestaa- ten vielfach lange Züge Arbeitsloser sehen, bie burch eine Demonstration ihren Wunsch nach Arbeit aus- briirften. Diese Arbeitslosen verlangten keine Versklavung, sie hatten vielmehr bas Bestreben, sich durch Arbeit all bie kleinen Annehmlichleiten zu verschaffen, bie uns bas Leben versüßen. Sie verlangten nicht zu Sklaven gemacht zu werben, noch waren sie wirklich Sklaven, selbst wenn bas Produkt ihrer Hände Arbeit nach ben Vereinigten Staaten exportiert würbe. Das Hauptkontingent aller Menschen aller Cänber arbeitet für Nahrung. Behausung, Bekleidung und für gewisse Luxusbedürfnisse, die wir uns im Laufe der Zeit angewöhnt haben. Die Arbeit selbst ist nur das Mittel zum Zweck. Erzwungene Arbeit kennen wir in zivilisierten Ländern nicht mehr. Jeder arbeitet um seines Lohnes willen, unb ber Amerikaner hat sogar als Arbeitgeber einen guten Ruf, da er als guter Zahler gilt. Ist die White Star ober Cunard-Line, ist der Besitzer des Kasinos von Cannes oder die Geschäftsleitung der Spielbank von Monte Carlo der Wirtschaftssklave Amerikas, weil viele Amerikaner diese Einrichtungen frequentieren? Falls ja, dann sind diese Sklaven zu betreiben. Die Ursache der ganzen ^Betrachtung bildet bas Schlagwort von ber wirtschaftlichen Versklavung Europas an Amerika infolge des Krieges. Die Tatsache, baß Europa von ben Vereinigten Staaten währenb bes Krieges ungeheure Summen für un- probuktive Zwecke borgte, bie es nun allmählich zurückzahlen soll, soll versklavend wirken. Mit am schlimmsten bran ist natürlich Englcmb, das an die Bereinigten Staaten £ 100 000 per Tag an Zinsen allein zu zahlen hat. 90 Prozent des englischen Volkes braucht sich aber hierüber keine Kopfschmerzen xu machen. Die restlichen 10 Prozent müßen versuchen, bie Probuktionsmethöden zu verbessern unb ben Wert unb Umfang ihrer Produktion zu erhöhen, ganz gleich, ob es sich um eine materielle ober um eine geistige Probuktion hanbelt. Alle Anleihen, die Amerika an Europa gewährt, mit Ausnahme ber Kriegsanleihen, sinb sicherlich von Vorteil für Europa, falls sie in vernünftiger Weife angelegt werden. Einige amerikanische Investierungen in ber alten Welt bedeuten sogar außerordent- lich günstige Kapitalsanlagen. Mit den Bankver- luften, die Amerika in Frankreich und anderswo nach dem Kriege erlitt, ist es natürlich etwas anderes. Aber Europa war stets ein gerissener Geschäftsmann, unb Amerika hatte stets eine etwas großzügige Aber. Es gibt eine kleine Geschichte von einem Amerikaner, ber nach vielem Feilschen ein Portrait von Rembranbt erftanb unb einen anständigen Preis selbst für einen Rembranbt zahlte. Um dem hohen Zolle, der in Amerika auf Kunstgegenstände gelegt ist, zu entgehen, beauftragte er einen Künstler, eine möglichst harmlose Landschaft über den Rembrandt zu malen. Auf diese Weise gelang es ihm auch wirklich, die Zollbehörden zu täuschen unb das Bild mit einem verhältnismäßig geringen Zoll nach Amerika einzuschmuggeln. Er beauftragte Rembrandt wieder hervorzuzaubern. Die Firma teilte ihm nach einiger Zeit mit, daß sie die Landschaft henintergelosi habe, auch das darauf folgende Blld sauber abgewaschen habe, und sie fragte nun, was mit der Krönung Georgs V. geschehen sollte. Vielleicht ist die Geschichte, um der Wirkung willen, etwas übertrieben, aber ist denn der europäische Handelsmann notwendigerweise der wirtschaftliche Sklave des Amerikaners, weil die Union eine Hypothek auf Europa besitzt? Die Zinsen für Kriegsschulden werden die europäischen Staaten nicht immer so schwer belasten, wie sie es augenblicklich tun. Ein Teil dieser Besteuerung wird bereits jetzt durch erhöhte Preise, die die Amerikaner bei Reisen in Europa zu zahlen haben, Die Erfolge der esttändischen Kulturautonomie. Von Dr. Ewald A m m e n d e, Mitgl. d. Äulturrats. Reval, Mitte April. Mehr als vier Monate ist die Kulturverwaltung der Deutschen in Estland an der Arbeit, unb schon jetzt läßt sich eine ganze Reihe von Erfolgen dieser Arbeit aufweifen, Erfolgen, die besonders deutlich während der letzten Session des esttändischen deutschen Kulturrats — dieses ersten Kulturparlamentes der Welt — zutage traten. Vor allem ist es gelungen, eine zweckmäßige O r - g a n i f a t i o n d e r Kulturverwaltung durchzuführen, die bekanntlich das ständige Organ des sich nur einigemal versammelnden ftulturrates ist. Die Äulturoerwaltung besteht auf fünf Gliedern, die alle, bis auf den Präsidenten, einem der vier Aemter — dem Finanzamt, Schulamt, Katasteramt und allgemeinem Kulturamt — oorstehen. Das Finanzamt hat sich mit der Ausarbeitung des Kulturbudgets der Minderheit und vor allem auch mit den Fragen der Besteuerung zu befassen. Im K a t a st e r a m t sind alle Arbeiten die mit der Registrierung aller Mitglieder der Autonomie und den statistischen Arbeiten in Verbindung stehen, konzentriert. Das Schulamt verwaltet das gesamte bisher private Schulnetz ber Minberheit, währenb das Ku11uramt die Losung aller übrigen Kultur- aufgaben, Vortragswesen, Theater, Büchereien usw. durchzuführen hat. Das Kulturamt zerfällt übrigens in drei gesonderte Dezernate, von denen das erste, das für Hochschulwesen, Vortragszyklen für die akademische Jugend in Dorpat unb ähnliche Fragen behandelt. Das zweite, das für die allgemeine Kultur “&en gehalten: ®od>e Metes Körpers- Stanb 6« Dämpfung tos', mit Lichtbildern i tnit Filmvorführung mit Lichtbildern Verbreitung und $e» rschlechtskrankheiten- pfung bet Jr.feitwu• lege, mit Lichtbildern. 3220 D material B Wchr folgende * -SSEN ^e*ePhon 102 ^->7—-Ml) r Sichen l22.1Ipril 1926 “D Vorstellung -nierdie T von Wildenbruch) i|e. Anfang^/, Uhr. Genoßenschaft Deutscher -rstühunci bedürf!. Milgl. l, abends 8 Uhr je lllTlCJ 34350 il ii W Ihr . cgüdanlog^ f' fengericht wurde gestern in später Abendstunde der Obergerichtsvollzieher S p ä t h e wegen w i - verrechtlich er Aneignung von 69 Paar Schuhen, die er aus einer Pfändungs- masse unterschlagen hatte, unter Anrechnung der Alntersuchungshaft mit neun Monaten Gefängnis bestraft. Strafmildernd wurde die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten in Betracht gezogen. Dagegen betonte der Richter, bah im Interesse des Ansehens der Beamten und der Aufrechterhaltung der Staatordnung gegen Beamte, die sich derartig vergehen, mit der ganzen Streng« des Gesetzes eingeschritten werden müsse. Eine weitere Anklage gegen Spätste wegen Verstoßes gegen die Gebührenordnung wurde auf Freitag vertagt. Zu der Verhandlung sind 27 Zugen geladen. Hessische Philologentagung in Gießen. Die Fachsitzungen. Die Fachsitzung der evang. Aeligions- l e h r e r, an der von feiten des Landeskirchenamts Geheimerat Flor in g. von feiten des Landesbildungsamts Ministerialdirektor AI r - stadt und Staatsrat D l o ck und als Vertreter der theologischen Fakultät Prof. S>. Schmidt le.lnahmen, befaßte sich vor allem mit der Frage der Rotenbewertung, die durch behördliche Erklärung eine den Wünschen der Religionslehrer entsprechende Regelung erfuhr. Hieran schloß sich der Vortrag des Vorsitzenden Prof. L a m p a s über „Die neuesten Angriffe gegen das Alte Testament und ihre Bedeutung für den Religionsunterricht". Der Redner setzte sich besonders mit den Bewegungen gegen daS „Jüdische" im Christentum auseinander, gab zu, daß der zeitgeschichtlich bedingte Charakter des Alten Testaments noch starker betont werden könne, hob aber dann um so ent'chiedener dessen bleibenden erzieh- lichen Wert heraus. Die Aussprache diente zur weiteren Klärung. Die Tagung des Deutschen Altphilo- kogenverbandes wurde mit begrüßenden Worten von Studienrat Dr. L i st m a n n eröffnet, der vor allem eingehend auf die Festigung und Klärung des humanistischen Dildungsideals hinwies. Danach folgten vormittags drei Vorträge von Angehörigen der Alniversität Gießen, die den W llen engsten Zusammenwirkens von Schale und Alniversität auf dem Gebiet der humanistischen Erziehung aufs schönste zum Ausdruck brachten. Professor Dr. Kalbfleisch svrach zu den Lehrplänen über die griechisch-römische Metrik in der Schule. Prof. Dr. Herzog behandelte in lebendiger Darstellung das Thema: .Die hellenistische Literatur in der Schule. Frau Prof. Dr. Bieber svrach über .Das griechische Theater im 5 Iahr- hunder t". Am Rachmittag d«S Verhandlungstages sprach Etudienrat Dr. L i st m a n n über Organisation und Ziele, sowie über die bereits geleistete Arbeit des Reichs- und Landesverbands im verflossenen Jahr und über die augenblicks zu bewält'genden A fgaben. In den Vorstand wurden gewählt außer Studienrat Dr. L i st m a n n- Darmstadt Oberstud'endirektor Dr. Müller» Offenbach, AIn'dersitätsprofessor Dr. Herzog» G'eßen und Professor Dr. S ch w a r z - Mainz. Alsdann hielt Oberstudiendirektor Dr. Müller einen Vortrag über die hessischen Lehrpläne. Der Vortragende legte die Verstiegenheit und Aln- klarheit der ganzen Zielsetzung der Reformen dar. Den Inhalt seiner Ausführungen faßte der Vortragende in 12 kritischen Leitsätzen zusammen, die einstimmig angenommen wurden. Alntcr dem Vorsitz von Prof. Dietrich, Darinstadt, sand eine zahlreich besuchte Fach- sitzung der neusprachlichen Abteilung statt. Studienrat Dr. Krämer, Darmstadt, sprach über „Sinn und Wesen des neusprachlichen Alnterrichts". Daran anschließend behandelte Oberstudiendirektor Dr. Stockhausen. Offen bad) „Die neueren Sprachen im neuen Lehrplan der Oberrealschule" und wies nach, daß es schlechterdings unmöglich ist, die in den neuen Lehrplänen vorgesehenen Ziele zu erreichen durch die beherrschende Stellung der Mathematik einerseits und die geringe Stundenzahl für die Frenrd- sprachen andererseits. Abänderungsanträge wurden gestellt. Den Schluß der Sitzung bildete ein von Lektor Dr. Vlamynk in französischer Sprache gehaltener Vortrag über die Bedeutung des Symbolismus für die französische Dichtung. Mit großem Interesse sahen die Reu- s p r a ch l e r der Aussührung eines englischen einaktigen Stückes durch die Mitglieder des eng- lischen Seminars an der Alniversität entgegen, die in der Turnhalle stattsand. Einleitend schilderte Lektor Scott B a y l i ß in kurzen Zügen das Wesen des englischen Dramas. Das Stück ----»I Ml Die tolle Herzogin. Roman von E r n st Klein. Copyright by Carl Duncker, Lerlag, Berlin. 43 Fortsetzung. Nachdruck verboten Der Mann griff in die Tasche seines Fracks, entnahm ihr ein gelbes, versiegeltes Kuvert und reichte es ihr--- "Frau Herzogin," sagte er, ,chier sind der Vertrag Lord Burnhams und die Briefe der Lady Grace." Unsicher, kaum ihren Augen, ihren Ohren trauend, griff sie nach dem Kuvert. Hielt es. Oeffnete es nicht. Blickte nur den Mann an. Zäh fuhr sie wie aus einem Zauber auf. Sprang an den Tisch. Riß das Kuvert auf — — Za — ja--— da waren sie! Das dünne Durchschlagpapier mit der Abschrift — das Päckchen mit den Briefen---1 Sie achtete nicht darauf, daß ihr der Mantel von den Schultern geglitten war. Sie stand und starrte die Papiere an--ihre Hände zitterten --ihre Lippen bewegten sich--- Und dann--dann--- Alle die Not, die Qual, die Herzensangst der vergangenen Tage, die sie schon überwunden, ver- Kessen glaubte, brachen in wlldem Sturz aus ihrer Brust heraus. Sie fiel in den Stuhl neben dem Tisch ---und schluchzte, schluchzte---. Kon- vulsiioisch zuckte ihr ganzer Leib---auf dem Boden lag der Hermelinmantel-- Langsam, langsam ward sie frei. Ihr Atem ging ruhiger. Sie hob den Kopf--sah sich um-- sie war allein. Doch der Fremde schien nur auf diesen Moment gewartet zu haben. Er hatte sich vor ihrem Schmerz diskret zurückgezogen — nun trat er aus der Loggia herein — — "Daus ich Ihnen etwas anbieten?* fragte er. „Ein Glas Wasser, bitte!" Er ging hinaus und brachte ihr das Verlangte. S e trank zwei, drei gierige Schlucke. Tupfte in den Rest des Wassers ihr Batisttuch und fuhr sich damit über die Augen. „Sie müssen mich für sehr dumm und albern Hallen , sagte sie bann mit leisem Lächeln. selbst, Drinkwaters „Little Johniry", wurde flott gespielt und gab ein typisches Bild der englischen Gerichtsbarkeit mit ihren altertümlichen S.tten und Trachten. Der ßeiter des englischen Seminars, Alniversilätsprofessor Dr. Horn, der Lektor und die mitwirkenden Damen und Herren haben sich aller Dank verdient. In der D e u t s ch k " n d l i ch e n Abteilung hielt Studienrat Dr. Ludwig (Groß- Almstadt) einen Dortrag über die Lesebuchsrage. Der Dortrag war eine scharfe Kritik an dem Lesebuch „Saat und Ernte", das bestrebt sei, das nie ruhende Leben in seiner Rhythmik und Dynamik einzufangen. Es sei notwendig, mit der philosophischen Einstellung, die von den Lehrplänen gefordert wird, auch hier Ernst zu machen. Eine sehr lebhafte Aussprache schloß sich an. Den zweiten Dortrag hielt Studienrat Schoen (Gießen) über das Thema „Lehr- oder Arbeitsschule in Deutschunterricht". Der Redner trat für die Ersetzung der Lernschule, die bloße Einprägung von Wissensstoffen erstrebt und Wissen, aber kein Können erzielt, durch die Arbeitsschule ein. Abgewiesen wurde das Aleberwiegen der Handarbeit: wesentliches Kriterium ist die Befreiung des inneren Lebens. Aus eigenen Versuchen wurden Erlebnisse mitgeteilt und vom Standpuntt der Arbeitsschule der neue Lehrplan beurteilt. Oberstudiendirektor Pfersdorfs eröffnete die Sitzung der machemalisch-physilalischen Fachgruppe mit einem Aleberblick über die Wandlungen des mathematischen und naturwissenschaftlichen Alnterrichts, denen im letzten Jahr das Hauptinteresse zugewandt war. Zu den Lehrplänen und Stundentafeln sprachen Studienrat H e u ß e l. Prof. Dr. Maennchen und Oberstudiendirektor Pfersdorfs. Maennchen zeigte an treffenden Beispielen, wie die Mathematik nicht nur das logische Denken, sondern vor allem auch die produktive Phantasie und die Erfindungsgabe dec Schüler zu fördern vermag. Alniversitätsprofessor Dr. Schlesinger beleuchtete in einem geistvollen Dortrage die kulturelle und geisteswissenschaftliche Bedeutung der Maihimatiki Diese Wissenschaft wird leider in Deutsa-.ano in den letzten Jahrzehnten stark unterschätzt. — In der Rachmittagssitzung zeigte der berühmte Rechenkünstler Dr. R ü ckl e in einem mit großem Beifall aufgenommenen Dortrag, wie man durch planmäßige Beobachtung individueller Zahleneigenschaften das sonst so „trodene“ Zahlenrechnen beleben kann. In der allgemeinen Aussprache trat hervor, welche starken Einbußen unsere Fächer durch die eingetretene Beschränkung der Stundenzahlen, selbst auf der Oberrealschule, erlitten haben. Besonders in der Physik bedeutet diese Reuordnung einen Rückschlag um 30 Jahre. Zn der chemisch-biologischen Abteilung führte Professor Dr. Bo eck (Gießen) den Vorsitz. Dr. F l o e r t e (Gießen) sprach über die Stellung der Mineralogie und Kristallographie in den neuen Lehrplänen. Er betonte, daß diese Gebiete einer weit stärkeren Berücksichtigung bedürfen, als vorgesehen ist. Dies setzt jedoch eine dementsprechend gründlichere Ausbildung der Chemie« lehrer voraus. Professor Dr. Bo eck sprach über Arbeitsunterricht und die neuen Lehrpläne in der Biologie. Er betonte die Schwierigkeit, im Rahmen der zur Verfügung stehenden geringen Stundenzahl den Unterricht so auf Hebungen und Exkursionen aufgubauen, wie es notwendig wäre. Universität- profefi'or Dr. Funk trat mit warmen Worten für den Schuh unserer heimischen Pflanzen- und Tierwelt em. Er machte Vorschläge zur Organisation eines Naturschutzes. Zn der geographischen Fachabteilung erstattete Studienrat Dr. K n i e r i e m vor einer zahlreichen Zuhörerschaft seinen Bericht „Zur Lage der Geographie", der sich mit dem neuen Lehrplan beschäftigte. Die ausgedehnte Wechselrede zeitigte „Frau Herzogin", gab er zurück. „Ich würde mich gewundert haben, wenn Sie nicht gemeint hätten — —" Wieder sah ste ihn an. Groß war er, breit in den Schultern, in dem kühnen, energischen Gesicht ein seltsam Leuchten--. Sie verstand es, dieses Leuchten--Noch ihrem Mantel tastete sie-- Er war sofort bei ihr, hob ihn auf, legte ihn um ihre Schultern---Draußen rauschte das Meer--- Sie stand und wußte nichts zu sagen, nichts zu beginnen. Wo war ihr Stolz--ihr Sieges- bewußtsein--? '-Zch. 'ch —* sagte sie endlich, zögernd, zaghaft. — Sie haben gewiß Mühen und Kosten gehabt, mein Herr--" Er winkte mit der Hand ab-- »Das hätten Sie vorher fragen müssen, Frau Herzogin", lachte er. „Jetzt ifts zu spät? Sie wurde dringlich. Trat auf ihn zu.-- „Aber Sie wissen nicht, wie wertvoll mir — uns diese Papiere sind!" „Um so größer meine Freude, sie Ihnen zurück- erstatten zu können, Frau Herzogin." Sie kam sich so klein vor--so--sie wußte selbst nicht recht wie. Ein Gefühl, wie sie noch keines gehabt hatte, schnürte ihren Stolz ein Machte gleichzeitig ihre Pulse höher schlagen. Doch plötzlich zuckte grell, schmerzhaft, ein Gedanke hervor: --- „Sie haben ihn erschossen?" Er nickte. „3a, ich habe ihn erschossen. Und ich hoffe, diese Tat wird mir dereinst am Tage des jüngsten Gerichtes hoch angerechnet werden." Wie er da vor ihr stand — —! Unwillkürlich — — sich selbst vergessend-- kam sie ganz nahe an ihn heran--- „Wer sind Sie?" fragte sie »Zch heiße James Wood, Frau Herzogin." 2 8. Kapitel. Sie war enttäuscht. Kam sich lächerlich vor mit öicfer Enttäuschung — aber sie war nun einmal enttäuscht. Einen ganz anderen Namen hatte sie er- erwartet — einen stolzen, klingenden. Einen, der zu dem Manne paßte wie der Frack, den er trug. 3ames Wood! Wie ein Ritter aus blauem Märchen- eine Anzahl von Anträgen. Die geographische Fach- abteilung bedauert, daß der Quinta die dritte Stunde genommen worden ist, und fordert, daß diese Aende- rung wieder rückgängig gemacht wird, und daß auch die Sexta 3 Erdkunoestunden erhält. Sie bedauert ferner, daß den Oberklassen nur eine Stunde gegeben worden ist. Aus pädagogischen Gründen muß unbedingt die zweite Stunde gefordert werden, ganz ab- gesehen davon, daß ein einstündiger Unterricht pä- dogogisch und methodisch nicht y.\ rechtfertigen ist. Ferner muß der Lehrplan für Unter- und Obertertia den Lehrstoff festlegen, nicht nur aus Gründen der Einheitlichkeit in allen Schulen, sondern auf die Einrichtung der Lesebücher. Studienrat Prof. Herbert (Worms) machte dann „Einige Mitteilungen zur Neubearbeitung der Wamserkarte von Hessen". Studienrat Weiß (Worms) wies auf die beabsichtigte Ausgabe von Reliefkarten der drei hessischen Provinzen hin. Nachmittags besuchte man die Ausstellung „Deutsche Landschaften in Schulbeispielen". Die Fachabteilung für Turnen, Spiel und Sport tagte unter Leitung des Oberstudiendirektors Lauteschläger, der auch für das kommende Zahr zum Vorsitzenden gemäblt wurde. Zunächst gab er die Grundsätze und Richt- linien bekannt, nach denen die Schlagballwettspiele um die beiden Wanderpreise sich regeln sollen. Der vorgeschlagenen Einteilung der drei Provinzen in einzelne Bezirke wurde zugestimmt, ebenso dem Antrag des Vorsitzenden, die Wettspiele auf neuen Einheitsregeln entsprechend auszutragen. — Dann berichtete Oberstudiendirektor Lauteschläger über die Maßregeln, die notwendig werden durch die Erhöhung der Zahl der Turn- und Spielstunden in den neuen Lehrplänen. Eine ausgedehnte Aussprache gab allen Fachgenossen Gelegenheit, Wünsche und Anregungen aller Art vorzubringen und zu begründen. In der Tagung der geschichtlichen Fachgruppen sprach Studienrat Dr. König über ..Grenzprobleme im Westen". Er behandelte die ge- sellschaflliche und staatliche Entwicklung in den zur Zeit vom Deutschen Reich im Westen ungelösten germanischen Gebieten: Niederlanden, Flandern, Eupen, Luxemburg, Deutsch-Lothringen, Elsaß und Schweiz. Ungefährdet ist germanische Art in Holland und in der Schweiz. Dagegen schienen die dazwischen liegenden besonders gefährdet, weil sie sich seit langer Zeit hemmungslos der französischen Zivilisation Hingaben. Die „Gesellschaft" ist dort stark durch das Französische beeinflußt, aber die bäuerliche Schicht bleibt doch fest beim Deutschtum, wobei die Kirchen beider Bekenntnisse in hervorragender Weise mitroirften. So ist das deutsche Volk erwacht und nunmehr im Kampfe gegen französische Regierung und Französierungsbestrebungen. Wie die Sprach- grenze noch heute besteht, wie vor 1500 Jahren, so wird auch die deutsche Art noch weiter bestehen. Hierauf hielt Studienrat S e p b o l d - Grünberg einen sehr fesselnden Vortrag über „Staatsbürgerlichen Unterricht im Zusammenhang mit allgemeinen Stcmdesfragen". Zn der philosophischen Abteilung sprach Prioatdozent Dr. Raab über das Thema „Philosophie in der höheren Schule". Er stützte sich auf die These, daß es Philosophie als Lehrfach nicht gäbe, sie sei nichts anderes als vor allem Erkennt- nis der in der Welt wesensmäßig notwendigen Zusammenhänge. So nähme die philosophische Erkenntnis die Vorurteile weg, gäbe aber kein neues Wissen. Philosophische Unterweisung bestehe darin, den Menschen immer dahin zu bringen bei allem Denken und Tun, seinen Sinn auf die letzten Grunde zu richten. Als die beste Methode dieser Unterweisung stellte der Referent die okkasionalistische Methode hin, bei der das Problem aus dem Gana der gemeinsamen Arbeit sich bei rechter Gelegenheit ergäbe und herausgearbeitet werde. Die Hauptversammlung. In der neuen Aula der Alniversität fand gestern vormittag die Hauptversammlung statt, die sehr stark besucht war. Der Vorsitzende, Oberstudjenrat Prof. Dr. R e e b, eröffnete Die Versammlung mit begrüßenden Worten an die Gäste und mit Dank an die Alniversität für die Aleberlassung der Aula. Es waren u. a. als Gäste zugegen: Ministerial- direttor AI r st a d t als Vertreter des Staats- präs deuten und des Landesamts für das DU- dungswesen, Provinzialdireltor Graes, Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Bürker. Beigeordneter Dr. S e i b für die Stadtverwaltung, Oberstleutnant Fritz als Vertreter der lande trat er in ihr Leben — und nun James Wood---1 „Zch muß jetzt gehen", sagte sie. Aber sie streckte nicht die Hand aus, um sie ihm zum Abschied zu geben. Und sie rührte sich auch nicht vom Platze.-- „Ich habe weder das Recht noch die Macht, Sie zurückzuhalten, Frau Herzogin", sprach er-- Wenn er nur nicht so lachen wollte! Nur nicht so sie anfunkeln wollte mit den dunkeln, übermütigen Augen —--l „— aber darf ist etwas sagen?" „Was wünschen Sie also?" fragte sie — scheu, furchtsam. „Würden Sie mir die Ehre erweisen, ein Glas Champagner mit mir zu trinken, Frau Herzogin?" Während der ganzen Unterhaltung hatten sie dicht voreinander gestanden. Blick immer in Blick. Und nun erschrak Gloria. Sie fühlte ihr Blut heiß werden. Fühlte, wie es in den Adern zu wirbeln begann---. Ihre Sinne zuckten--. „Zch habe nicht lange Zeit", erwiderte sie — „So lange Sie wollen, Frau Herzogin." Er öffnete die Tür zu dem rückwärts gelegenen Zimmer. Hier wartete ein köstlich gedeckter Tisch. Silber und Kristall funkelte auf ihm. Wunderschöne, rote Rosen leuchteten aus seiner Mitte empor-- üppige, blühende Rosen. Und ein ri/figer Neger stand neben dem Champagnerkübel bereit--. „Das ist Zbrahim, der Sohn des Abdullah, die Perle unter den Negern", sagte James Wood. Er schreibt deutsch wie Professor Einstein und spricht englisch wie Lloyd George. Er ist in seinem Aeuhe- ren schwarz wie Kohle und in seinem Innern weiß wie ein Kind an der M-itterbrust. Und zum Schluß sei noch hinzugesügt, daß er bei der Rückerlangung Ihrer Papiere keine unbedeutende Rolle gespielt hat, Frau Herzogin!" Mit raschen Schritten ging Gloria auf den Neger zu und reichte ihm die Hand. "Zch danke auch Ihnen, Herr — Herr Ibrahim. Und ich hoffe, Sie werden meinen Dank annehmen, nicht so wie Ihr Herr, der ihn zurückweift." „Tue ich das?" lachte James Wood. ,Lst das nicht Dank genug, wenn Sie, Frau Herzogin, mit einer obskuren Persönlichkeit wie Ihrem ergebenen Diener hier ein Glas Champagner trinken? 'Denken Wehrmacht und Landeskommandant, Land« gerichtsprästdent Reuenhagen, Superintendent, Oberkirchenrat Wagner, Pfarrer Dech - t o l s h e i m e r, Geistlicher Rat Beyer, Provinzialrabbiner Dr. Sander, Handelskammer» präs.dent Schirmer, Lehrer Kneipp vom Gießener Lehrervereln, Lehrer G o e r h vom Hefs. katholischen Lehrerverein, Geh.-Rat M e l l - mann, der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes. Hierauf sprach Ministerialdirektor Air stabt, der die besten Wünsche und Grüße des Landesbildungsamtes und des Staatspräsidenten überbrachte. Der Redner betonte toeter das große Interesse des Landesbildungsamtes am Philologenverein und seiner Arbeit für die höheren Schulen. Dann sprach der Redner, der das Jahr 1926 als ein Rotjahr In der Geschichte des hessischen höheren Schulwesens bezeichnete, „ernste Worte über ernste Dinge". Gr hofft, daß die hessischen Philologen in ihrer oft bewährten Staatsgesinnung für die notwendig gewordenen Sparmaßnahmen nicht Personen verantwortlich machen werden, sondern die Verhältnisse, deren Alnersreulichkeit auch dem Philologenstand Opfer auferlegen. Das Landesbildungsamt habe alles getan, um dieD rchsührrng derLandtagsbeschlüsse so schonend wie möglich zu gestalten. Der Redner beschäftigte sich weiter mit der endgültigen Einführung der neuen Lehrpläire^^die in der hessischen Schulgeschichte ein Wendepunkt fein würden. Die Rotwendigkeit dieser Maßnahme bejahte der Redner, und er gab seiner Hoffnung aus den Idealismus der Philologenschaft Ausdruck, der auch für dieses Werk noch vorhanden sei und nutzbringend wirken werde. In diesem Geist möge die Philologenschaft weiter arbeiten zum Wohle der Jugend, der Schule und des Vaterlandes. Auf diesen Deist vertrau« das Oan- desb'.ldungsamt, und deshalb begrüße und beglückwünsche er im Ramen des Landesamts dir Hauptversamml'.'ng. (Vereinzelter Beifall.) Se. Magnifizenz der Rektor Pros. Dr. Bürker sprach die Grüße der Landes-Alnivcr- sität aus und betonte die innige Gemeinschaft der Interessen, die der Philologenverein und die Alniversität an den neuen Lehrplänen haben. Le der habe Prof. Dr. Horn von der Alniversität im Einverständnis mit dem Gesamtsenat bei der Stellungnahme zu den neuen Lehrplänen daraus Hinweisen müssen, daß die Landes-Alni- versitat vor der Aufstellung der neuen Pläne nicht gehört worden sei. Einträchtiges Zusammenarbeiten zwischen Philologenverein und Alniversität zum Wohle der Jugend sei notwendig. Weiter nahm der Redner Stellung gegen die unsinnigen Gerüchte über einen Abbau der Alniversität Gießen, die sich im Gegenteil recht lebenskräftig fühl«, und ferner bat er um die Unterstützung der Siebener Hochsckulgesellschaft. der jeder Freund unserer Alniversität und jeder ehemalige Gießener Student angeboren müßte, um dergestalt die Alniversität zu kräftigen und zu fördern. Mit dem Wunsch«, bah aus diesen Beratungen Lehrpläne entstehen möchten, di« unsere kommende Generation um ein bedeutendes Stück vorwärtsbringen. schloß der Redner feine mit stürmischen Beifall aufgenommene Ansprache. Der Vorsitzende des Deutschen Philologenver- bantes, Geh. Rat M e l l m a n n, mit lebhaftem Beifall begrüßt, sprach im Ramen des DerbandeS mrd der preußischen, württembergischen. badischon und naffauifchen Organisationen herzliche Druß- worte. Er erinnerte sodann an den Ausgangspunkt der Gründung des Deutschen Philologen- verbandes: eine Red« des Staatsrats Block, des heutigen Referenten, di« er vor 25 Jahren hier in G.ehen gehalten hat Weiter sagte der Redner, wenn wir nicht überall Regierungen hätten, die alles nur nach polittschen Gesichtspunkten verwalteten, dann stände es um die Philologonscwst besser. So aber werd« sie ^beiseite geschubst", und mit vollem Recht sei heute beklagt Worten, daß bei der so schwerwiegenden Frage der neuen Lehrpläne nicht auch die AJni- versität vorher gehört wurde. Dieses Vorgehen sei höchst bedauerlich. Man könne doch sonst immer auf den Idealismus der Philologenscbaft zurückgreifen! Wer glaube, mit dem jetzigen Abbau Ersparnisse zu machen, der irre sich gar sehr. Wemi die Zahl der Schüler sich vermehre Lehrer abzubauen. lediglich im Interesse der Finanzen, sei verkehrt. Der Redner wünschte dem Hess. Philologen verein, daß alle verkehrten Maßnahmen im Orkus verschwinden und man end- lich wieder zu gesunden Verhältnissen im hessi- Sie einmal nach, haben Sie schon je eine solche Einladung angenommen? Oder sagen wir besser, hätten Sie sie angenommen, wenn man sie Ihnen gemacht hätte?" „Nein — Sie sind der erste, der das wagt!" rief sie. Aber sie lachte--. „Nun also! Schenk ein, Ibrahim, Sohn des Abdullah! Wir wollen anstoßen auf diese Minute, Frau Herzogin!" Der Neger hielt ihr das^Glas hin, in dem der goldgelbe Saft schäumte und perlte. Schon schob sie es an die Lippen--doch da kam ihr neuerdings die Warnung Sir Walters in den (Sinn! — Ein gefährlicher, verwegener Bursche! — Konnte nicht irgend etwas in Dem Olafe sein — —? Er sah ihr Zaudern. Lachte--ihr stieg das Blut in die Wangen--. Sie schämte sich. „Trinken Sie ruhig, Frau Herzogin! — Es ist der beste Champagner, den ich in diesem Provinz- ncst, das sich Ostende nennt, auftreiben konnte. Er ist rein — ganz rein---! Sie ließ ihr Glas an das seine klingen. Sie tranken. Der Neger war lautlos verschwunden. Sie waren allein. „Noch ein Glas?" Ich nc’n — — i6 der Äedner seine mit ifgenommene Ansprache. i Deutschen Wlologendei' eil mann, mH kfyafa im flamen des Verband w'teinbergischen. babiüy ifatioiien he^chr H bann an den lißga^ es Drachen WloM drs Tlaatsrals DI»-, m, die er tot 23 Jahr« en hat. Weiter sagt« ta ächt überall Degienmatt nach pM-hrn Gesichts dann [tind? es um die r. 6o aber tverd« sie ,tei- mit vollem Aech! sei heute bei der so schtverwieMdea irbläne nicht auch die Uni- 1 mrk Dieses Dorgeh« > Mn könne doch sonst Ismus der Wlologenschast aube, mit dem jr)iM 2> ichan, der irre sich gar W. Miet sich vemehre Lehrer m Interesse der Sinam ebner wünschte fcem M , alle Versehrten Mahnoh' chwinden und man en» ^n^^ältmssen^m^w Tci.ldion je eine solche Ein- 0der sagen wir besser, halten OTnw|i=*"«**1 616” J»ä ®' iS„w®'*3b* ^Vu'rsche! - «°nlüt r-sX. 555» iat lautlos or>^ _ ich mu6 fDrt " SE *&•*'*" ior er" । .. tu’4 'XU ""., da» tu « e>» . MMr S* SS '* toen Schulwesen kommen möge. 3n diesem Cbme begrübe er die Versammlung. (Langanhaltender stürmischer QkifalL) ße^rer Kneipp- Giehen und Lehrer ö o e 11) - (Steten überbrachten in kuzen Worten die herzlichen Grüße ihrer Organisationen und gaben dem Wunsche Ausdruck, daß ein Verstehen zwischen allen Lehren'en Überall sichtbar unb fruchtbar werden möge zum Desven dec ge- mehtfamen Arbeit an unterer Jugend. D-iden 2brsprachen wukde mit starken B'i all zugestimmt. Staatsrat Blöd (Darmstadt) sprach hierauf in fessemdec Wei,« uber doS Thema „Probleme de» Grenz- und Auslanddeutschtum S". Wit Recht hob er nachdrück, lich hervor, daß es sich bei dieser Frage nicht um eine parteipolitische Sache handelt, sondern daß wir es hier mit der politischen Frage des Deutfcfcn Volkes zu tun haben. Gr zeigte in eindrucksvollen Darlegungen die hohe aufien- und inncnpoli.ische Bedeutung dieser Probte::« auf. Lc.ca OtöpC deutlich wird, wenn wir uns einer- se j vor Auge i Hal ei, daß Ii?r le CO Millionen j.dtfd c:i innerhalb der Rnchsgrenzen etwa 15 M. 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Die Ausstellung von Ausweiskorten erfolgt im Stadthaus, Bergstraße 20, Zim- mer Nr. 29. 34708 Gießen, 15. April 1926. Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachnng. Das neue Schuljahr Beginnt für die hiesige Fortbildungsschule am Montag, dem 19. April 1926. Die Anmeldung der in die Fort- btldungsschule neu eintretenden Schüler und Schülerinnen hat an diesem Tage, vormittags 8 Ilhr, zu erfolgen und zwar: 1. für die Allgemeine und Kaufmännische Abteilung in der Alten Klinik, Liebig- (trage 16. 2. für die Mädchen-Abteilung im Schulhaus Aeustadt 61, 3. für die Gewerbliche Abteilung in dem Gewerbehaus Kirchstraße. Gießen, den 13. April 1926. 34238 Stadtschulamt. 3. V.: Dr. Alles. ZWWversleigeMg. Freitag, den 28. Mai, vormittags 10 Ahr, wird auf dem hiesigen Amts- gericht, Sitzungssaal 101, 1. Obergeschoß das den Karl Gustav Durhenne Eheleuten in Gießen zugeschriebene An- wesen, Steinstrahe 63 Flur II Ar. 147 — 319 qm Grabgarten . 11 - 148 = 505 „ Hofreite, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist öffentlich zur Einsicht, an der Ortstafel, Bergstraße 20, angehestet. Gießen, den 29. März 1926. 3. A. des Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. 28648 Nutzholzversteigerung Donnerstag, 22. April 1926, von vor- mittags 9 Uhr ab, werden im Markwald der Gemeinde Lützellinden aus den Distrikten hahnenkopf und Schanze versteigert: Z472V Stämme: Kiefer.- 3. Kl. 4 Stck.. 3 62 fm, 4. Kl. 2 Stck., 1,06 fm; Achte: 2. Kl 1 Stck., 0,83 fm, 3. Kl. 15 Stck., 17,64 fm 4. Kl. 43 St., 38,66 fm, 5a-Kl. 134 Stck 74,76 fm, 5b-Kl. 92 Stck., 32,24 fm; Nutz-! scheiler: Fichte: 90 rm (3m lang); Nuh- knüppel: Fichte: 12 rm (3 m lang). Beginn der Versteigerung im Distrikt hahnenkops bei der Waldschenke Sämtliches Holz lagert an guten Abfuhrwegen, in der Nähe der Kreisstraße Klein-Linden—Großen-Linden. Lützellinden, 15 April 1926. Der Gemeindevorsteher. ____________________Norsch.___________________ Vergebung von Rohrlieferung. Die sofortige Lieserung von ca. 410 m Ltciuzeugröbrcu 1. Klaffe von 20, 30 und 40 cm Durchmesser samt den erforderlichen Faffonstücken soll vergeben werden. Näh. durch die unterAeidmeie Bürgermeisterei. Laubach, den 15. Avril 1926. Hessische Bürgermeisterei Laubach. B o e h m. 34481) Arbeitsvergebmrg. Für die Feldberetnigung Großen- Linden soll Mittwoch, den 21. April 1926, vormittags 9 Uhr» auf dem Rathaus zu Großen-Linden die streckenweise Regulierung des Kleebachs zu 33000 Mk. veranschlagt, in einzelnen Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angeboie in Prozenten des Voranschlags verschloffen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postsrei bis zum Eröffnungstermin einzureichen sind. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 10. April 1926. Hessisches Kulturbauamt. (gez.) tz. Stein ba ch. 3363V Arbeitsvergebnng. Für die Feldbereinigung Allendorf a. d. Lahn sollen Freitag, den 23. April 1926, vormittags 9 Uhr auf der Bürgermeisterei zu Allendorf a. d. Lahn die streckenweise Kleebachregulierung zu 6300 Mark und Herstellen von Gräben mit Rohr- durchläffen zu 900 Mark veranschlagt in einzelnen Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschloffen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Gröffnungs- termin einzureichen sind. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 15. April 1926. Hessisches Kuliurbauamt. H Steinbach. 3463D Offeriere Sontow gelb- und weißfleischige Sorten von norddeutschen Sandboden-Gegenden: Industrie,Hessenland,Preußen Odenwälder Blaue, Centifolia und Glatiola. 3469D 3H.8iür,W Telephon 1571 Seltersweg 89. Möwen alMt "SÄ Wlattung mirein iLDrelsroeti öieBrüljlW Unio.-Srufletel H. Cange. Gietzeu. SlvvM.7. 7 Photo- Arbeiten werden in meinem Laboratorium mit besonderer Sorgfalt schnell und preiswert henrestellt Ueberzeuffen Sie sich! 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Das D Lichte fiüppe: Marburg, un die reizvoll x der Wanderui Böl Währenl noch zu Qlnfa gelammt war Dind gedreht merfangen be. anläßlich derer ondeutcte, dak nur vorübergeh banfen haben i Ätoeibeutig zun jun aber nicht uitet plötzlich ü unb die Au-s wären, sondern olveck verfolgt aufgelegten un ""leihen ti vermeiden, dal blieb und muh Publikum durd seht wurde, t ®ertc abzu'neh ^ gefolgt, e ^"leihen gc:ci, y begreiilich iSi t 1 tne nu s^chändig q(u Mterung Uni w^"^"leche> ,7chen werde wrbllon der ll ^ten Ders L^Denna t '"gen sßen 45 3476a 'On 11%» nobilteilen 1d Fahrrädern & Schneider j17- Kaiserallee 45, eWüVSitkM «Ä'Eer Wälder gelegen Penslvn-Jagdgelegenbeii, ^achiauSffchi. >chc Suche, reine Deine, Dielroeitt ff. Biere. Bedienung. Zivile PMe. r mit voller Pennin und Nochmiiiagskaffeei ).5O Slark. AM Ernst Sominerlad. itllalittftas. bem 13 Mm I°ch,Mbrich°.K 5W'Me > '• erster Weingüter JangeJP«i*L_- verkaufen: Meile beziehbare a, Liageo-H^ler gchöiisek, Ville», 0 Scheei olster- itratzen rbettmatratze» rungr die folgenbe. Wir fahren mit ber Bahn nach Nieder- Walgern (Sonntagslarte Marburg), aehen burch Wenkbach mit einem hübschen alten Ziehbrunnen überschreiten bei ber Nehbrücke, wo wir auf blaue Grenze stoßen, bie Lahn unb kommen hinter bem Dörfchen Nonhauscn in stattlichen Buchenhochwalb, der uns, bei mäßiger Steigung, bis nahe an ben Gipfel bes Frauenberges begleitet. Auf bem Berge definben sich zwei gute Gastwirtschaften. Born Gipfel des Frauenbertzes, ber mit einer Ruine bekrönt ist, genießt man einen entzückenben Runbblick, so vor allem in ben Ebsborfer Grunb, auf Amöneburg, bas Lahntal unb bas malerische Marburg mit feinem hochragenben Schloß unb ber herrlichen Elisabeth- kirche. Das Wegezeichen führt bann weiter über ben Lichte Küppel unb bie Hanfehäufer (Einkehr) nach Marburg, unterwegs immer prächtige Ausblicke auf die reizvoll gelegene Mufenftabt genießenb. Dauer ber Wanberung etwa 3 Stunben. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Während die Börsenberichte der Großbanken iroch zu Anfang April außerordentlich optimistisch gestimmt waren, hat sich bei ihnen plötzlich der Wind gedreht. Das gcht nicht nur aus den Bemerkungen des Leiters der Diseontogesell^chast anläßlich deren Generalversammlung hervor, der andeutete, daß die Börsenhausse wahrscheinlich itur vorübergehender Statur fei, sondern die Großbanken haben in letzter Zeit ihre Kundschaft un» zweideutig zum Aktien verkauf animiert. Es ist ttun aber nicht anzunehmen, daß die Großbank- leitet plötzlich über die allgemeine Wirtschaftslage itnö die Aussichten anderen Sinnes geworden wären, sondern es ist hiermit augenscheinlich der Zweck verfolgt worden, den in den letzten Tagen aufgelegten und noch bevorstehenden Inlandanleihen die Wege zu ebnen. Man wollte vermeiden, daß mar. auf diesen Anleihen sitzen blieb und mußte daher Dorsorge treffen, daß das Publikum durch Altienverkauf in die Lage verseht wurde, die aufgelegten fest verzinslichen Werte abzunehmen. Das Publikum ist dem Rus brav gefolgt, es hat seine Aktien verkauft und Anleihen gezeichnet. Solange diese eine 3pro- zentige Verzinsung gewährleisten, wie die Kommun a l a n l e i h e , die Anleihe von H 0 e s ch , ist es begreiflich, daß sich Käufer fi ibcn. Schwie- riger dürste es aber schon sein, bie ^o^t-^n• leihe, die nur mit einer 6' »prozentigen Der- z.ir.sung ausgestattet ist, an den Mann zu bringen. Sollte auch diese Unterbringung, die bekanntlich freihändig geschieht, möglich sein, so wäre damit allerdings der Beweis für eine wesentliche Erleichterung unseres Kapitalmarktes erbracht. Es ist anzunehmen, daß die bisherigen Erfolge mit Inlandanleihen auch weiteren Stellen Appetit machen werden, was letzten Ende* vj einer Absorbtion der flüssigen Mittel und damit zu einer erneuten Versteifung am Kapitalmärkte führen muß. Wenn auch, wie die neuesten Ziffern über die Spargelder bei den deutschen Sparkassen be- weisen, die Spartätigkeit in Deutsch- Land erfreuliche Fortschritte macht, so wird sie doch mit den erhöhten Anforderungen Samstag, 17. April 1926 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gbrrhefsen) noch nicht gleichen Schritt halten können. Vielleicht wird man alsdann wieder zu Auslandanleihen, die in den letzten Wochen etwas ins Hintertreffen gekommen sind, zurückgreisen. Da bei dem sinkenden Zinsfuß Deutschlands der Anreiz für das Ausland, der deutschen Wirtschaft Geld zu leihen, stark im Rachlaffen begriffen ist. wird man dann vielleicht auch wieder etwas höhere Zinsfüße zahlen müssen. Die Kursrückgänge an der Börse sind auch bereits, abgesehen von den oben skizzierten Maßnahmen der Großbanken. mit einer zu befürchtenden Versteifung am Geldmarkt begründet worden. Im Vordergründe des Interesses standen aber die sich stark widersprechenden Meldungen über das amerikanische Freigabegesey, und es hat den Anschein, als wenn der Spekulation dieses Gesetz, solange es noch nicht vom amerikanischen Kongreß angenommen ist, eine gute Gelegenheit ist, um je nach dem wie sie liegt, mit günstigen und un- günft gen Gerüchten zu manipulieren. Ramentlich am Schissahrtsmarkt traten infolgedessen außerordentliche Schwankungen ein, die diesem Markt einen ungesunden Stempel aufdrückten. Wenn die neuerdings bekannten Cin-elheiten richtig sind, so wird man feinen Optimismus in bezug auf die finanziellen Folgen des Gesetzes für die Schiffahrtsgesellschaften allerdings stark herabschrauben müssen, da für die Aus ahlung der Entschädigungen für In eigenen Verbrauch genommene Schiffe eine Gesamtfrist von mehr als 6 Iahren vorgesehen ist. Zufolge derGe'amttendenz konnten sich günstige Dividendenerklärungen für einzelne Werte nur in geringem Maße auswirken. Am Geldmarkt ist bisher von einer Einschränkung nichts zu merken. Die Einzahlungen auf die verschiedenen Inlandsanleihen sind ja aber auch noch nicht, oder nur in geringem stNaße erfolgt. Die am 15. April vorgenommene Einlösung der Dollarschahanweisungen dürfte zunächst dem für’triftigen Geldmärkte neue Mittel zusühren. Die A frechterhaltung des öprozentigen Satzes für Privatdiskonte entsprach in den letzten Tagen schon lange nicht mehr der tatsächlichen Lage, da. wie allgemein bekannt war, Privatdis- fonte nur noch mit 4''? Proz. umgeseht wurden. Man hat augenscheinlich auch hier ein Interesse daran, der Oeffentlichkeit ein unrichtiges Bild von der tatsächl'chen Lage zu geben. Erst am 15. April entschloß man sich, beide Sichten um i/tzPro'.. zu ermäßigen, was aber nach obigem der wirklichen Lage ebensowenig eitBricht. Bankgirierte Warenwechsel finden bereits Unterkunft zu 5l/z Proz., und unter diesen Umständen ist es begreiflich, daß eine neuerliche Ermäßigung des Reichsbankdiskontes in den Kreis der Erörterungen gezogen wird. Für die allernächste Zeit dürfte aber eine derartige Maßnahme noch nicht bevorstehen. • lleberzeichnung der badischen Anleihe in Holland. Wie in Emittentenkreisen in Amsterdam verlautet, sind die Zeichnungen auf den dort im Betrage von I Mill. Schweizer Franken zum Kurse von 9OV2 Prozent ausgegebenen holländischen Anteil der 6Vrproz. zwanzigjährigen Obligationen des Freistaates Baden so zahlreich eingelaufen, daß die Zeichnungen beträchtlich reduziert werden müssen. • Inlandanleihe für öie Stadt Magdeburg. Die Girozentrale-Kommunal- bank für die Provinz Sachsen, Thüringen und Anhalt in Magdeburg übernahm in Gemeinschaft mit der Magdeburger Stadtbank 14 Millionen 8proz. Magdeburger Stadtanleihe. Die Aufforderung zur Zeichnung wird in den nächsten Tagen erfolgen. * Oberschlesische Eisenbedarfs- A. - G.. G l e i w i y. Die 0. H.-V. genehmigte die Regularien. Der im Geschäf'sjahre 1925 erwachsene Verlust von 1 067 088 Rm. w rd aus dem gesetzlichen Reservefonds gedeckt. Die turnusmäßig aus dem AR. ausscheidenden Mitglieder wurden Wied er gewählt. Eine An'rage aus Aktionärkreisen wegen des niedrigen Kursstandes der Oberbedarfs-Äktien wurde dahin beantwortet, daß die Bewertung sich der allgemeinen Wirtschaftslage anpasse. * Der französische Außenhandel im März. Rach Der offiziellen Statistik betrug die Einfuhr nach Frankreich im Monat März 5 095 370 000 Franken. Sie ist gegenüber dem Monat März 1925 um 1 777 426 000 Franken gestiegen. Die Ausfuhr betrug im vergangenen Monat 4 950 216 000 Franken: das bedeutet gegenüber demselben Monat des Vorjahres eine Steigerung von 1 204 946 000 Franken. Berliner Börse. Berlin, 17. April. Der letzte Tag dieser Woche begann in fester Stimmung. Das Interesse der Spekulation hat sich von Schiffahrtsaktien ab gewandt, da die Vorgänge der letzten Tage an diesem Markte und die noch völlig in der Schwebe befindliche Freigabeangelegenheit eine endgültige Stellungnahme noch nicht zulafsen. An die Stelle der Schiffahrtsaktien traten Chemie- werte, in denen große Umsätze stattfanden. 3m Miteipunkte des Interesses standen I. G. Farben- Industrie, die von guter Seite gekauft wurden, und mit einem Kursgewinn von 4 Proz. einsetzten. Angesichts dieser Bewegung wurden sofort Gerüchte laut, die u. a. von einer 9proz. Dividendenausschüttung (bisher schätzte man 8 Proz.) und von produktionstechnischen Neuerungen wissen wollten. Chemiewerte lagen unter Führung von Farbenindustne durchweg 2 bis 3 Proz. höher. Am Elektro- m a r k 1 traten nennenswerte Kursoeränderungen nicht ein. Diontanaktien waren etwas stärker beachtet und konnten im Kurse bis zu 2 Proz. höher gehen. Die Börse zeigte somit im ganzen heute ein günstiges Bild. Die Spekulation blieb allerdings in der Hauptsache unter sich, da das Publikum eine abwartende Haltung zeigte. Die gute Stimmung wurde noch gefördert durch den Monatsbericht der Deutschen Bank und die anhaltende Gelb- flüssigkeit. Tagesgeld hörte man mit 4 bis 5i, in einzelnen Fällen auch darunter. Der Medio hat sich nicht bemerkbar gemacht, obwohl am Montag die Differenzzahlungen erfolgen. Im Devisen- verkehr war Paris und Brüssel stark ab- geschwächt und erreichten einen neuen lief- ft a n b. Paris senkte sich auf 145 gegen London, Brüssel auf 142,5. Auch Warschau lag gegen Kabel schwächer. Das englische Pfund zeigte sich infolge der ausgebliebenen Diskontermäßigung gegen Kabel widerstandsfähig. Dörfenkurfc. (Ohne Gewähr.» strankturr a-M- Berlin Schlu fiur« i-dhe* ftvte SAluh- Aniana Rur- > i- 16 4 17 4 16 4 17 4 5°/ Icutfdx !)kid)6an’ttbe 4% Irutftbc Ne ichsan leibe 3V*°/a Deutsche Neichcanletdr 3% Deutsche Neichsanleiür Deutsche «parpranutnanltlbe 4% Preußische LouiolS ■ ■ «"o Hessen . . 3 ,j°/n Hessen . . ... 3°/0 Heiken.......... Deutsche Wend Tpnar-SnL bto Toll Schatz-Slurreiina-'t <*lo ZolNurken . • 5°/e Goldmerikaner . . Berliner Handelsgesellschaft Lommerj- und Brivat-Bant Tormft und Wadonalbanf Deuvchr Bank Deutsche BcreinSbank - - Itfrcontc (iommanbtl Mnallbanl Mitteldeutsche Trrditbank Lcsteiretchiiche Creditansialt Weltbank Bochumer lSntz Buder.S Caro . . .. Deutsch.Luxrmbnra . . . . Gelsenkirchener Bergwerke. Harpeuer Bergbau tkaliwerke Aschersleben ... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütre ...... Lberbcdars Phönix Bergbau ..... iHbeinitahl ....... -Mkbcd Montan ItHus Bergbau Hamburg Amerika Paket. . Norddeutscher VIodö . . 0.4425 U.475 9,4302 0,475 — — 0.420 0.442 0.410 0,4105 0.4225 0.500 — 0.510 0,52 0,250 — 0.260 —— O.4IO 0.4102 _ 0.380 — — — —- —— — 1 — —— — — _ 100 — 99 — — 1 — — — 13.4 13.5 13.4 — 41,75 41,75 — 152 — 152,7* 151,7* 114,7 114.7- 114 114,7* 137.4* 138.2- 137.5- 138,5* 126.5 — 127 _ 87 — — _ 132 _ 122.75 _ 94,25 96.25 — — 102,5- 105.2- 105,5 — 7.4 7.4 7.4 7.5 — ' — — —— 94 95.25- 92' 98,5* 63 63,75 62,25 — 58,25* — 57,5* 58.75- 97* — 97,5* 105- 99.5- 101- 99.4' 102- KW 110.25 107,7* 111.9- 128' 128,75 128.5- 129 2* 135.5 — 135,5 137.75 40.5 — 39,75 41,75 53.5 — 53- 81.5- 83- 80 75* 82,5' 96- 96,62- 94.75- 96.9- 95 — 95.75 98 61 — — — 149- 146,2 1147,2* 147' 144,5- 142,5- 1143,4* 143,5* Ederawiichc Wer c ÄlbM Scmcütroert Heiocloerg Pbilivv Hottrriunn Anglo-Cont -Guano . . . . Chemische Mayer Alopin . I. W starbcnindi.slrie, A.-G Wolbft Midi........ Holzverkohlung RiNgcrSwcrke........ Scheidconftalt .... . . Lllg. ClekrruUülS-GeselNchaft Bergmann ....... 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Srockoolm HclüngforS Iialien London. 9,'euvorl ■ Tc.rid. Sckwei, ■ Sva i:n Iaran • ■h-jo bc JYnn Dien In T - £ t*"1- abfltft Prag . . Bclirab - - Budav.-ll - Bul arten y-finbon Danvg • flonft nttn Alden Cnnada. - Urufluan 168,27 168,69 1.670 1,674 15,56 15,60 91.69 91,91 109,84 110,12 112.31 112,59 10.545 10.585 17.88 ; 17.92 20,394 20,444 4,195 4,205 14,19 14.23 bO.955 , 81.25c 59.73 1 59.87 1.957 : 1.961 0.510 0.582 59,175 59,315 12,418 i 12,458 7.38 : 7,40 5,865 i 5,885 3,055 ' 3,065 21.325 21.375 80,87 81,07 2,075 2.185 5.39 5,41 4.199 4,209 4.31 4.32 Banknote 168 26 168,68 1,678 1,682 15.52 15,56 91,81 92.06 109,88 110,17 112.36 112,64 10,54-. 10,58.. 16,875 16.915 20,396 20,44» 4,195 1 4,20.' 14,043 14,115 *0,945 i 81.14. 60.27 60.4.1 1.967 1.971 0.581 i 0.583 59,188 59,298 12.418 i 12,458 7,38.5 । 7,405 5,87 5,89 3.05 i 3.06 21.325 । 21.375 80,96 i 81.10 2,067 l 2,077 5,39 ; 5,41 4,20 , 4.21 4.31 4.32 n. Berlin, 16 April Meld Brie' Amerikanische Motte..... Belgische Noten . . .... Dänische Norcn ....... Enalilche Noten........ stranilssische Noten ..... vollänbischr Noten .... stt'lientsche Noten ..... Norwcoilche Noten ... Deutsch Crftrn . 5100 Kronen Numanilche Noten .... Schwedische Noten..... Schwei,er Noten ..... Svanilche Noten ...... Tschechoslowakische Noten . . Unoarilche Noren . . . 4,185 15,50 109,58 20,352 14,20 167.87 16,92 91,57 59.07 112,02 80,87 59,65 12,40 5 f35 4,205 15,58 110,12 20.452 11.28 168,71 17,00 92,03 59,37 112,58 81,27 59,95 12 46 5.875 Frankfurter Börse. (Gtgcnei Dtatztaerich des ^G eße e Arzergers".) Frankfurt a. M., 17. April. Tendenz: Fest. Die wieder zuversichtlich gewordene Börsenftimmung erfuhr d>.. .:> die große G e l d f l ü s s i g k e i t eine wesentliche Steigerung, die sich anfangs in einer lebhaften Umsatztätigkeit äußerte. Die neue Aufwärtsbewegung vollzog sich unter Führung von I. G. Fardeninduftrie, die von der Spekulation weiter bevorzugt wurden. Hartnäckige Gerüchte wollten wissen, daß eine Dividendenausschüttung von 91 Prozent erwartet werden könne. Daraufhin wurden in diesen Werten in großem Umfang Deckungen vorgenommen, die zu einem weiteren Kursgewinn von 3 Proz. führten. Auf den übrigen Märkten hatte das Geschäft ein ruhigeres Aussehen, doch konnten auch bei den variablen Werten neue leichte Steigerungen erzielt werden. Die 93 er- nadHäffigung der Schiffahrtsaktien, die sich bereits im gestrigen Abendverkehr zeigte prägte sich heute schärfer aus und führte zu Kurseinbußen von |e 2 Proz. bei Hapag und Nordd. Llond. Elektroaktien hatten lebhafteres Geschäft bei nur unbedeutenden Besserungen. M 0 n t a n ro e r t e traten etwas in den Hintergrund. Bankaktien hatten dagegen ansehnliche Steigerungen aufzuweifen. Aut 0 aktien zogen weiter kräftig an. Zuckeraktien waren gebessert. Von B a u a k t i e n erreichten Zement Heidelberg heute den Parikurs. Der heimische Anleihemarkt lag ruhig, Kursänderungen von Belang traten nicht ein. Don Auslandrenten bestand eine lebhafte Nachfrage für Türkenwerte, die im Kurse wesentlich anziehen konnten. Im F reiner- kehr waren vereinzelt gute Kursbefestigungen zu verzeichnen. Becker Stahl 40, Becker Kohle 58, Benz 69 Brown Boveri 71, Entreprise 10, Growag 54, Ufa 58,5, Ufra 73 Prozent. Der weitere Verlauf nahm eine unsichere Haltung an. Nach Erledigung der üblichen Wochenschlußdeckungen flaute das Geschäft stark ab, und die eingetretene Stille drückte auf das Kursniveau. Farbenwerte büßten etwa 1 Prozent ihres Gewinnes wieder ein. die anderen Märkte begannen abzubröckeln. Der Geldmarkt hatte hatte wieder großes Angebot aufzuweifen. Tages- gelb 4,5 Prozent Monatsgeld je nach Adresse 5,25 bis 6,5 Prozent. Im Devisen verkehr hatte Paris einen neuen erheblichen Sturz zu verzeichnen. Paris gab gegen London auf 145 nach und erreichte damit einen neuen Tiefstand. Berliner Produktenbörse. Berlin, 16. April. 3m Berliner Pro- duktengcschäst ist das Weizenangebot seitens deS Inlandes infolge der ziemlich beträchtlichen Steigerungen an den amerikaniichcn und englischen Börsen gleich null geworden, so daß selbst die stärksten Aufgelder Käufe fast unmöglich machen. Es überrascht deshalb nicht, wenn bei Beginn des amtlichen Mittagsverlchrs bie Tendenz für Weizen eine ausgesprochen feste war. Loloware stellte sich etwa 5 Mark höher, während im Lieferungsgeschäft Steigerungen zu 5 biS 8 Mk. pro Tonne sich durchsetzten, wobei späte Sommer- fichten stärksten Gewinn erzielten. 3n Roggen haben die erreichten hohen Preise etwas mehr Angebot herausgebracht, doch besteht wenig oder gac keine Abschlnstneigung. Die Preise für Lokoware sowie im Lieserungshandel eröffneten kaum verändert. Gerste fest. Hafer etwas freundlicher, Mehl bleibt in den Forderungen unnachgiebig, teilweise sogar neuerlich erhöht. .Futtermittel ruhiger, doch in den Preisen immerhin gehalten. Es notierten per 1000 Kilo: Weizen, mark., 292 bis 297; Roggen, mark., 178 bis 182; Sommergerste 200 bis 218; Winter- und Futtergerste 175 bis 187; Hafer, märt., 193 bis 205; per 100 Kilo. Weizenmehl 38 bis 40; Roggenmehl 25,75 bis 27,50; Weizenkleie 11,25; Roggenkleie 11,75 bis 12; Diktoriaerbsen 32 bis 39, Wettet Voraussage. Wolkig mit Aufklärung, westliche Winde, tagsüber milde, fonft kühl, noch einzelne Regenfälle. Gestrige lageriempciaturcn: Maximum: 13,6 Grad Celsius. Minimum: 3,8 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 7,7 Grad Celsius. Geschäftliches. Mit dem ersten Schulweg beginnt für unsere Kleinen ein neuer Lebensabschnitt. Jede Mutter kann, sei ihr Einkommen mich noch so schmal, ihrem Kinde das für die Entwicklung des Körpers gerade in dieser Zeit so notwendige Fett in bester und bekömmlichster Form und in reichlichem Maße geben, seit es die Blaubandmargarine gibt. Denn diese ist ebenso gut und nahrhaft wie Butter, dabei nur halb so teuer. 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