Mittwoch, 17. Zebruar 1926 176. Jahrgang Br. 40 Erstes Blatt Der Iustizetat im Reichstag Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/o mehr. Chefredakteur- Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein; für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Ä • Jk M ®iefiencr Anzeiger scheinen einzelnerNummern WW infolge höherer Gewalt. 9 MM General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen. groninirtcmmaiiuess. Omd und Verlag: »rühl'jche Univerfiläls-Vuch- unö SteindruSerei R. Lange in Siegen. Schristleitung uai> SejchästsiteNc: Schnlftratze I. Die Wirtschastskrifis. EiuBortrag desReichsarbeitsminifters SU. Berlin, 16. Febr 3m Plenarsaal des Reichstages behandelte Reichsarbeitsminister Dr. D r a u n s in einem Vortrag die sozialen Probleme der Groh st ädte. Cr wies auf den auch heute in Zeiten einer ungeheuren wirtschaftliches- Krise noch anhaltenden Zuzug nach Len Großstädten hin. Der Minister hob „ die Fragen hervor, die unter den sozialen Schaden der Großstadt im Augenblick besonders brennen: 3rt erster Linie bas ungeheure Wohnungs- elend, dessen Folge die leidige Wohnungs- -zwangswirtschaft sei, die je eher desto besser verschwinden müsse. Dah wir im Wohnungsbau nicht vorwärts kämen, liege einmal daran, dah die Mieten nicht Schritt gehalten hätten mit der Geldentwertung, ferner Daran, dah das Geld für langf ristige Kredite überhaupt kaum und nur zu sehr hohen Zinssätzen zu haben sei. Daher sei die Gewinnung in- oder ausländischen Kapitals für den Wohnungsbau notwendig. Auch der notwendige Wohnungsbau sei eine produktive Kapitalsanlage. Letzten Endes habe jede Produktion und jede Wirtschaft dem Konsum zu dienen. Der Wirtschaftskrise sei nicht abzuhelsen mit Sozialpolitik, diese sei ja nur ein Stück der Wirtschaft, auch nicht mit der Arbeitslosenversicherung im Sinne eines völligen Lohnersahes. Helfen könnte man nur mit wirtschaftlichen Mitteln. Wir seien, aus den Inflationsgewohnheiten nach nicht ganz herausgekommen. Alles müsse getan weichen, um den Preisabbau zu fördern. Bei dem Mangel an Kaufkraft! im Inlande und der riesigen Konkurrenz des Auslandes könne man nur mit einem durchgreifenden Abbau der Preise die Kaufkraft wieder heben. Rur mit Mühe hätten wir eine Wiederholung der Inflation vermieden. Auch mit Streiks um höhere Löhne müsse man sehr vorsichtig sein. Hoffentlich werden wir in diesem Icchrc keinen zweimonatigen Dauarbeiterstreik bekommen! Der Minister drückte die Hoffnung auf weitere Senkung des Zinsfuhes und auf eine Hebung der Expvrttätigkeit, insonderheit nach Rußland aus. Die Rotstandsarbeiten der Kommunen seien zum Seil bis zu 90 Prozent vom Staate finaw- ziert worden. Wan werde jetzt auch eine Erwerbslosenversicherung schaffen, weil man der Meinung sei, dah Das Erwerbslosenproblem für die Großstädte eben ein dauerndes Problem sein werde. Die Gewerkschaften beim Aeichswirtschastsminister Berlin, 16. Febr. (WSD.) Wie der Gewerkschaftliche Rachri chtendienst mitt eilt, fand auf Einladung des Reichswirtschaftsministers Cur - t i u s im Reichswirtfchaftsministerium eine Aussprache mit Vertretern der Arbeitnehmerspitzenorganisationen statt. Der Minister betonte, daß er seinerseits den größten Wert auf eine dauernde Fühlungnahme mit den Gewerkschaften und auf die Herstellung des gegenseitigen Vertrauensverhältnisses lege. Er ging dann näher auf die großen schwebenden Fragen, wie z. D. -das russische Geschäft, die schwere Lage der Ruhrkohlenindustrie, Wohnungsbau und auf die Frage der Schaffung einer Exportkreditversicherung zur Belebung der Wirschaft ein. Er berichtete weiter über die Bestrebungen, zu einer möglich st schnellen Vergebung größerer Materialaufträge seitens der Reichsbahn zu gelangen, und berührte auch das Problem des Wohnungsbaues. Der Reichswirtschaftsminister betonte ferner die Rotwendigkeit einer baldigen Umwandlung des vorläufigen Reichswirtschaftsrates in den endgültigen. Es wurde von Arbeitnehmerseile begrüßt, daß der Reichswirtschastsminister die Rot- wendigkeit einer engen Fühlungnahme mit den Geweäschaften anertennc und die Hoffnung aussprach, daß sich diese Fühlungnahme recht fruchtbar auswirken möge. Die Vertreter der Gewerkschaften forderten im besonderen eine baldige, wirkliche und befriedigende Regelung des Arbeitslosenproblems. Die Besprechung kann im allgemeinen als ein sehr erfreulicher Anfang einer besseren Verbindung des Reicks- wirifchaftsministeriums mit den Vertretungen der Arbeitnehmer bezeichnet werden. Der Minister kündigte eine Denkschrift der Regierung an, die sich mit den einzelnen aufgeworfenen Problemen beschäftigen wird. Baugewerbe und Arbeitslosigkeit im Keich. Berlin, 16. Febr. (MSB.) Die Arbeitslosigkeit hat auch im Baugewerbe einen bedrohlichen Tlmfang erreicht. Eine Besserung der Lage des Baugewerbes ist zu erreichen, Wenn alle in Betracht kommenden Stellen sich entschließen, die (Bauarbeiten, die jetzt schon ausführbar sind und in kurzer Zeit noch ausgesührt werden müssen, sofort in Angriff zu nehmen. Es sind vor allem die In- standsehungs- und Reparaturarbeiten im Innern der Geb äu d e, die von der Witterung nicht allzusehr beeinflußt werden. Die sofortige Inangriffnahme dieser Arbeiten liegt im Interesse aller Beteiligten. Bei dem Lleberangebot von Daufacharbeitern wird besonders die sofortige Durchführung der Arbeiten gesichert, während im Sonnner durch die Inanspruchnahme der Facharbeiter für Reubauten naturgemäß Verzögerungen bei den Instandsetzungs- und Reparatur- (Berlin, 16. Febr. Die Etatberatung wird bei dem Haushalt deö Reichsverkehrsministeriums fortgesetzt. Abg. Gilde meister (Dt. Dpt.) begründet eine Entschließung, die Reichsregicrung möge umgehend in eine Nachprüfung der Saris- Politik der Reichsbahn eintreten, insbesondere in der Richtung, dah Rachteile für die deutsche Produktion vermieden werden. Der Redner verurteilt die jetzige Sarispolitik als durchaus falsch. Die Reichsbahn dürfe sich auch nicht das Recht amnaßcn. die Konkurrenz der Binnenschiffahrt und des Krastwagenverkehrs durch Monopolisierung auszuschalten. Im Dawesgutachten sei der Wert der Deutschen Reichsbahn z u h v ch eingesetzt. Zur Durchführu?«g eines ordnungs- geniäßen Erneuerungsprogramms wäre eine Summe von 21/? Milliarden notwendig, aber die Aufnahme von Anleihen sei der Reichsbahn sehr erschwert durch die Dawesgesetzgebung. Dennoch brauche die Reichsbahn, um aus der Höhe zu bleiben, unbedingt neues Kapital. Abg. Wallraf (Dn.) richtet an die Regierung die Mahnung, den Schuh der deutschen Landschaft auch bei der Durchführung von Verkehrsprojekten nicht zu vergessen. Die von Heidelberg aus gegen das Reckarkanal- projekt geäußerten Bedenken in dieser Richtung sollten doch zu einer Zurückverweisung dieses Projektes an den Ausschuß führen. Reichsverkehrsminister Dr. Kröhne wendet sich gegen eine Zurückverweisung des Projektes an den Ausschuß. Dom Ministerium seien alle Maßnahmen getroffen worden, damit durch die Kanalisierung die Schönheit des Landschaftsbildes im Reckartal nicht beeinträchtigt werde. Damit ist die allgemeine Aussprache beendet. In der Einzelberatung wendet sich Abg. Rosenbaum (Komm.) gegen die Art der Subventionierung der Flugzeugfabriken und erklärt, die Ausbildung der Flugzeugführer erinnere geradezu an eine militärische Ausbildung. Reichsverkehrsminister Dr. Kröhne spricht unter der lebhaften Zustimmung der Mehrheit fein schärfstes Bedauern über die Ausführungen deS Abg. Rosenbaum aus, die den Eindruck erwecken könnten, als würden die Luft- veickehrsbestimmungen von Deutschland verletzt. Die jetzt in Paris schwebenden Luftverkehrsverhandlungen könnten durch solche 'unvercrntwort- lichen und grundfalschen Reden für Deutschland sehr erschwert werden Don einer militärischen Ausbildung der Flugzeugführer könne keine Rede fein, wenn auch strenge Bedingungen an die Leute gestellt würden, denen man fväter Flugzeuge und Menschenleben anvertrauen wolle. Aus der Subventionierung der Flugzeugfaortten sei niemals ein Hehl gemacht Worten Sie sei notwendig, um die technischen Fortschritte auch dem deutschen Flugzeugverkehr nutzbar zu machen. Es folgen die Abstimmungen. Die Anträge, die sich auf die Rechtsverhältnisse und die Personalpolitik der Reichsbahn beziehen, werden dem Rechtsausschuh überwiesen. Ein Antrag He Meter (Dn.) auf Gleichstellung der Fabrikkar- arbeiten eintreten müssen. Es liegt aber auch im allgemeinen Interesse, die Kosten für Erwerbslosigkeit und Fürsorge, die in erster Linie von allen Staatsbürgern getragen werden, zu vermindern. Dieser Gesichtspunkt muh für die öffentlichen Stellen (Reich, Länder und Gemeinden), die Bauarbeiten zu vergeben haben, von besonders ausschlaggebendem Interesse sein. Volksbegehren und Meichsregierung. Gegen die entschädigungslose Gnteignnng der Fürsten. Sil. Berlin, 16. Febr. Die Reichsregie- rung hat die gesetzlich vorgeschriebene Zulassung des von der Sozialdemokratischen Partei und der Kommunistischen Partei beantragten Volksbegehrens auf Einbringung eines Gesetzes über die Enteignung der Fürstenvermögen beschlossen, nachdem festgestellt war, daß die gesetzlichen Voraussetzungen zur Zulassung erfüllt finb. Mit dieser Zulassung hat die Reichs regier ung lediglich den gesetzlichen Vorschriften über die Behandlung solcher Anträge entsprochen; den Inhalt des Gesetzentwurfes, der eine völlig ent» schädigungslvse Enteignung vorsieht, macht sie sich in keiner Weife zu eigen. Sie arbeitet vielmehr darauf hin, dah die gegenwärtig im Reichstag geführten Verhandlungen über eine angemessene Regelung der Auseinander- sehungsfrage bald zu einem gesetzlichen Abschluh gelangen und dah dann der weitergehende, mit Dem Volksbegehren verfolgte Antrag, wenn er nicht zurückgezogen wird, ab gelehnt wird. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Verordnung des Reichsministers des Innern, in der die Eintragunosfrist für das von der Sozialdemokratischen und der Kommunistischen Partei beantragte Volksbegehren „Enteignung der Fürstenvermögen", auf die Zeit vom 4. März bis einschließlich 17. März festgesetzt wird. Das Duellvsebot in der Reichswehr. Berlin, 16. Febr. (SU.) Der Reichs- rat nahm heute von dem Gesetzentwurf über die toffeln mit den übrigen in den Frachtsätzen wird im Hammelsprng mit 128 gegen 126 Stimmen bei elf Enthaltungen angenommen. Einstimmig angenommen wird ein Antrag Hemeter, der die Bahnhofswirtschaften zur Bereitstellung frischer Milch verpflichtet. Der Antrag Ha ne mann (Dn.) auf nochmalige Ausschußberatung des Reckarkanalisie- rungsprojektes wird abgelehnt. Das Projekt wird genehmigt. Die Mittel für den Reichswasserschutz werden gegen die Stimmen der Kommunisten bewilligt. Ohne Aussprache werden hierauf die Etats des Rechnungshofes und der Reichsschuldenverwaltung bewilligt. Es folgt die zweite Beratung des Etats des Reichs- justizministeriumS. Abg. Hanemann (Dn.) ist der Meinung, daß die durch die Emmingerschen Verordnungen herbeigeführten Neuerungen im Strafprozeß- verfahren sich in der Praxis bewährt hätten. Jetzt müßten aber alle die verschiedenen Verordnungen zu einem einheitlichen Reform ge s e h zusammengefaht werden. Dem Verlangen der Reichstagsmehrheit.nach Aufhebung des Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republik sollte schleunigst entsprochen werden. Mit der Schaffung der Arbeitsgerichte könnten sich die Deutschnationalen nur befreunden, wenn diese Sondergerichte vom Einfluß der Verwaltungskörperschaften losgelöst und auch in anderen Punkten abweichend vom Entwurf des Reichswirtschaftsrates eingerichtet würden. Ein Bedürfnis, das E h e s ch e i - dungSrecht jetzt im Wege einer Seilreform zu ändern, sei nicht vorhanden. Der Redner wendet sich dann gegen den republikanischen Richterbund. Der Richter dürfe sich bet feinen Entscheidungen überhaupt nicht von Parteianschauungen leiten lassen, für ihn dürfe die Frage der Staatsform keine Rolle spielen. Gin republikanisches Recht im Sinne einer Staats- oder Parteigesinnung könne es nicht geben, sondern nur gleichesRecht f ü r alle. Volle Unabhängigkeit der Richter von der Justizverwaltung sei notwendig. -Die Richterkollegien sollten allein ohne Mitwirkung der Verwaltung über die Besetzung der Richterstellen entscheiden. Die verantwortungsvolle Arbeit der Gerichts- fd) reib er sollte besser entlohnt werden. Die Presse hat die hohe Pflicht, Mißstände zur Sprache zu bringen. Aber es ist zu einem üblen Brauch geworden, daß jedes Urteil mit politischem Beigeschmack in der Presse ohne »olle üeuntnis des Sachverhaltes heruntergerissen wird. Wg. Levi (Soz.) bezeichnet die Mißstände in der deutschen Strafjustiz als traurigstes Ueberbleibjel einer politisch kulturlosen Vergangenheit. Die Em- mingersche Iustizreform habe sich weder im Zivilno ch im Strafprozeßverfahren bewährt und sollte schleunigst reformiert werde». Besonders dringend sei eine Reform der Untersuchungshaft. Der Redner wendet sich dann gegen die Machtbefugnis, die die Emmingersche Iustizreform dem Ein- Vereinfachung des Militärstraf- r echt es Kenntnis, ohne Einspruch zu erheben. Der neue Gesetzentwurf enthält als wichtigste Bestimmung die Bestrafung von D u e l l v e r - gehen mit Dienstentlassung. Der Vertreter der Provinz Pommern brachte 'Bedenken gegen den Entwurf zum Ausdruck, der eine Sonderregelung für Offiziere schaffen würde. Reichswehrminister Dr. Gehler wies auf die formalen Bedenken hin, die der Beschluß des Reichstages bei der Reichsregierung hervor- gerufen habe. Die Neuregelung werde von den betroffenen Kreisen als eine Ausnahme- gesehgeb ung empfunden. Diese Frage habe an sich nichts au tun mit der Frage für oder gegen das Duell. Aus den Keichstagsausschüssen. Im Haushaltausschusr wurde bei der weiteren Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums ein Antrag des Untersuchungsausschusses angenommen, wonach als neuer Sitel eingesetzt wird: „500 000 Mark als Beihilfe für Zwecke der Ausbildung von Personen, die auf Grund gesetzlicher Bestimmungen zur Vertretung der Arbeitnehmer berufen werden." Dann setzt der Ausschuß die Beratung des Marineetats fort. Abg. Brüninghaus (Dtsch. Vp.) wies auf die großen Vorteile hin, die unsere Ma - rinebesuche im Ausland für die Verbindung mit den Auslanddeutschen und für das Ansehen unserer Wehrmacht bei den fremden Regierungen hätten. Der Redner verlangt Wecker, daß die von den Deutschen Werken in Kiel wegen Deschäftigunoslosigkeil entlassenen älteren Arsenalarbeiter in das Marinearsenal übernommen werden. Er bedauerte die Abstriche, die durch den Kompromißantrag bei der Marine gefordert würden. Abg. Dittmann (Soz.) behauptete, daß ein Seil der alten Marineoffiziere rechtsradikalen Organisationen angehört, daß sie-aber trotzdem noch mit amtlichen MarinekreUen in n'?rT' ständen. Im MniK’ cnet Dolchstoßprozr.,. eu. privaten Belew _ Prozeß, feien den An 3 e l r i d) t e r eingeräumt hat. Das System der (luv zelrichter führe geradezu zu einer der Ocffenllichkeik entzogenen Femejustiz. Hier werde Vivisektion nm Volkskörper getrieben, in dem lebendige Mensd)en Assessoren ausgeliefert werden, deren Eignung zum Richteramt damit erprobt werde. (Vizepräsident Dr. Bell ersucht den Redner um Mäßigung ui seinen Ausdrücken.) — Der jetzt vor seinem Ende stehende Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik war kein Ruhmesblatt der beut fchen Justiz. Er hat fick) ganz einseitig gegen links gewandt. Es ist eine der wichtigsten Kulturaufgabeu der Presse, durch scharfe Kritik an Fehlurteilen zur Gesundung der Justiz beizutragen. Die Reichs justizverwaltung hat die Pflicht, gegen die vielen Pflicht- und Rechtswidrigkeiten einzuschreiten, die wir leider in so großer Fülle bei den Richtern feststellen müssen. Reichsjustizminister Dr. Marx: Das Ansehen und die Autorität-unserer Richter und unserer Rechtsprechung zu fördern, ist unsere Pflicht, denn eine intakte und allgemein angesehene Rechtsprechung ist eine der festesten Grundlagen unseres Staatswesens. Dieser guten Absicht dient man aber nicht durch solche V e r a l l g e m e i- nerungen, wie sie Dr. Levi vorgebracht hat. Er hat ganz allgemein schwere Vorwürfe gegen den 'Richterstand gerichtet, die unbegründet und auch von ihm unbegründet finb, unb bie ich entschieben zurückweisen muß. (Hört,hört! unb Zuruf der Kommunisten: Das ist euer Reichsbanner- kamerab Marx!) Die Reichsjustizverwaltung wirb gegen alle ihr'unterstellten Beamten vorgehen, bte sich Pflicht- unb Rechtswidrigkeiten zuschulden kommen lassen. Wo ein Richter politische Andeutungen in die Urteilsbegründung bringt, würde ich bas entschieden mißbilligen. Scharf und entschieden mutz id) Widerspruch erheben gegen bie durchaus un- begrünbeten Angriffe, bie Dr. Levi gegen den Staatsgerichtshof zum Schutze ber Republik gerichtet hat. Wir werben uns im Kabinett demnächst mit ber Frage ber Aufhebung des Staatsgerichtshofes beschäftigen. Die von Dr. Levi angeführten Urteile lassen sich bei einer so knappen Darstellung gar nicht nachprüfen. Aber allgemein kann diese Kritik nicht zutreffen, denn die Zahl ber Berufungen hat sich oerminbert. Wenn es möglich sein wirb, werden mir allmählich zu den alten Verhältnissen wieder zurückkehren unb mehr Richter einstellen. Die Reform ber Untersuchungshaft wird die Gesetzgebung schon in nächster Zeit beschäftigen. Abg. Schulte (Zentr.) weist die Angriffe des Abg. Dr. Levi gegen den deutschen Richterstand zurück. Auch der schwere Angriff, der im Rechtsausschuß gegen die Richter in der Form gerichtet wurde, man traue ihnen als Schiedsrick)tern nicht bie nötige Objektivität zu, zurückzuweisen. Abg. Kahl (D. Vpt.): Wir verteidigen keinen Richter, der bei seinen Entscheidungen die Unparteilichkeit vermissen läßt. Die Herabsetzung b er beu tfdjen Rechtspflege, wie sie gern e r b s - unb gewohnheitsmäßig betrieben wirb, richtet aber großen Schaden an. Die Strafrechtsreform sollte schleunigst vom Reichs- rat verabschiedet werden. Weiterberatung Mittwoch. klagten amtliche Denkschriften zur Verfügung gestellt worden. Abg. Ronneburg (Dem.) stimmte den Schifssneubauten zu. Das Streben nach Entpolitisierung der Reichsmarine muß von allen Dienststellen gefördert werden. Reichswehrminister Dr. Gehler betonte, dah die Bemühungen, Heer und Marine zu entpolitisieren, gute Erfolge gezeigt hätten. Lieber dir größten Schwierigkeiten sei man jetzt hinweg. Bei dem veranschlagten Bauprogramm seien auch die Belange der Wersten zu berücksichtigen. Deshalb müsse der Neubau wie die Instandsetzung von Schiffen in regelmäßigen Zeitabstän- den erfolgen. , _ Nach längeren marmcnechmschen Ausführungen des Chefs der Marineleitung, Admirals von Zencker, der auch die,Personalverhältnisse der Reichsmarine behandelte vertagte sich der Ausschuß auf Mittwoch. Im Volkswirtschaftlichen Ausschuß wurde die Beratung ber Agrarkreditfrage fortgesetzt. Abg. v. Dewitz (Sn.) wies den Vorwurf zurück, daß bie Landwirtschaft gewohnheitsmäßig klage. Tatsächlich bestimme heute kein Lanbwirt seine Preise. Der Kernpunkt der landwirtschaftlichen Probleme liege in der Absatzlage. Man könne annehmen, daß von der Kartoffelerne noch } Millionen Tonnen ungedeckt liegen, bie voraussichtlich mit erheblichem Schwund unb Verlust zu einer Zeit auf dem Markte erscheinen, wo bereits wieder der Kartoffelexport im Gange sei. Die i n b u ft r i e 11 e Verarbeitung ber Kartoffelernte liege völlig barnieber. Es seien 20 bis 25 Millionen seitens des Reiches dringend nötig, um den kartoffelverarbeitenben Industrien die weitere Fortführung der Betriebe zu ermöglichen. Unser Getreide markt wird durch die Börsenberichte unheilvoll beeinflußt. Zum Gesetz über bie Reichs- getreibefteUe sprach sich ber Redner dahin aus, daß ihm die größten Schwierigkeiten in ber Organisation ber Reichsgetreidestelle zu liegen schienen. Im sozialpolitischer! Ausschuß begründete Reichsarbeitsminister Dr. Brauns den Vorschlag der Reichsregierung, der eine Erhöh ung der Erwerbslosenunter st iit- h’c alleinstehenden Ledigen um 10 Pro- I zent vorsieht. Abg. Dr. Schneider-Berlin (Dem.) verlangte, daß die Sätze für die Hauptimterstützungs- empfänger um 10 Prozent und für die alleinstehenden Jugendlichen um 20 Prozent erhöht werden sollen. Der Vertreter des Zentrums brachte einen ähnlichen Antrag ein. Nach sehr eingehender Aussprache wurden die gleichlautenden Anträge der Demokraten und des Zentrums auf Erhöhung der Unterstützungssätze angenommen. Die Beschlüsse müssen zunächst dem Haushaltausschuß zur Nachprüfung oorgeleat werden. Reichsfinanz- minister Reinhold griff mehrfach in die Aussprache ein und legte seine grundsätzlichen Gedankengänge über die Bewegung des Arbeitsmarktes dem Ausschuß dar. Hierauf versprach der Finanzminifter eine Prüfung der Frage, wie den ausgesteuerten Erwerbslosen durch eine einmalige Zuwendung geholfen werden könne. Im Rechtsansschns; für die besetzten Gebiete wurde ein Antrag Dr. Beckers (Dt. Vp.) besprochen, den Gemeinden mit Besatzung für die Unterstützung des Wohnungsbaues darlehensweise Borschüsse zu gewähren, uni die Bautätigkeit zu fördern. Der Regierungsvertreter führte aus, daß im Haushalt für 1926 ein Betrag von 10 Millionen Mark vorgesehen ist. Es sollen Baudarlehen in Hohe von 10 bis 12 000 Mark gewährt werden. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Der nächste Punkt betraf die Frage der von den Franzosen im Gefängnis gehaltenen deutschen politischen Gefangenen. Generalreichskommissar Schmidt machte längere Ausführungen und Angaben über der Zahl der Gefangenen in den verschiedenen Gefängnissen. Der überwiegende Teil der Gefangenen sei wegen gemeiner Delikte verurteilt worden. Das Reichskommissariat sei zur Zeit in Unterhandlungen mit der Rheinlandkommission wegen Erlaß oder Milderung der Freiheitsstrafen. Gin Abschluß der Verhandlungen sei in DLDe zu erwarten. Cs wurde ferner darauf hingewiesen, daß die gefangenen Reichsdeutschen durch das Rote Kreuz betreut werden. Ein Vertreter des Auswärtigen Amts machte ferner Mitteilung über den Fall Graff, der zur Zeit vor einem Schiedsgericht verhandelt wird, dem ein Deutscher, ein Belgier und ein Schweizer angehören. Die Fememorde. Ausschußberatungen des Preußischen Landtages. Der Ausschuß des Preußischen Landtages für die Untersuchung der Beziehungen zwischen deutschnationalen Abgeordneten und Fememördern sowie für den Fall Panni^r begann am Dienstag unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektor Göbel (Zentr.) seine öffentliche Verhandlung. Der Vertreter des Preußischen Innenministeriums, Ministerialrat Schönner, führte aus: 3m Dezember 1925 erschienen in verschiedenen Zeitungen Veröffentlichungen, daß die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände dem Zentralverband der Landarbeiter ein Darlehen in Höhe von 5000 Mark gegeben habe, und zwar zur Verwendung zugunsten des Oberleutnants a. D. Schultz, der der Beteiligung an verschiedenen Fememorden verdächtig ist, und deshalb in Untersuchungshaft sitzt. Herbei wurde gleichzeitig der Verdacht geäußert, daß das Geld für Schultz zum Zwecke einer Befrei- -ungsaktion bestimmt gewesen sei. Da sich aus diesen Veröffentlichungen der Verdacht einer strafbaren Handlung ergab, hat der Polizeipräsident von Berlin ein Ermittlungsver- ' fahren eingeleitet. Die Hauptbeteiligten Abgeordneten Meier (Dn.) und Behrens (Dn.) sind in diesem Verfahren von dem Polizeipräsidenten noch nicht gehört worden, und zwar mit Rücksicht auf ihre Zmmunität. Die Untersuchung hat ergeben, daß das Darlehen zur Unterstützung des Oberleutnants a. D. Schultz verwendet worden ist. Ob die beteiligten Herren der Arbeitgeberverbände gewußt haben, wie die 'Darlehensgelder verwendet werden könnten, ist nur bezüglich des Herrn v. Zenge wahrscheinlich, da diesem bereits früher durch den Abg. Meier ausdrücklich der Zweck, nämlich die Unterstützung des Schultz, angegeben worden ist. Dem Geschäftsführer des Verbandes der Arbeitgeberverbände hat v. Zenge davon keine Mitteilung gemacht, v. Zenge selbst bestreitet auch, etwas über die Verwendung des Darlehens gewußt zu haben. Rach seiner Auffassung sollte das Darlehen an den Zentralverband der Landarbeiter lediglich den Zweck haben, den Abg. Behrens und den Zentralverband der Landarbeiter der Arbeitgebervereinigung zu verpflichten. Der Leiter der Arbeitgebervereinigftng, Herr v. Bor - s i g, erklärte, erst nach den Pressemitteilungen Kenntnis von diesem Darlehensgeschäft erhalten zu haben, und betonte, daß er niemals ein solches Darlehensgeschäft zugegeben haben würde. Oberjustizrat Würtz vom Justizministerium erklärt, aus den von Sachverständigen nachgeprüften Büchern habe sich ergeben^ daß seitens des Ausschusses für nationale Aufklärung im August 200 Mark an Schultz überwiesen worden seien. Beim Amtsgericht in Landsberg seien in der Zeit vom 2. Mai bis 8. August insgesamt 1320 Mart für Schultz eingezahlt worden. Das Ergebnis der bisherigen Ermittlungen habe den Verdacht einer strafbaren Begünstigung nicht bestätigt. Das Verfahren sei aber noch nicht abgeschlossen. Die Zeitungsnachricht, daß Abg. Meier von Herrn v. Zenge 5000 Mark bekommen hotte, sei nach den bisherigen Ermittlungen noch nicht bestätigt. Abg. Dr. Deerberg (Dn.): Besteht ein dringender Verdacht, daß Oberleutnant Schultz an Fememorden beteiligt ist? Oberjustizrat Würtz: Der Oberleutnant Schultz ist 1. an der Ermordung des Zeitfreiwilligen Greschke beteiligt, 2. an der des Zeitfreiwilligen Braun, 3. des Leutnants a. D. Zanke, 4. des Feldwebels Gedicke, 5 an der Ermordung eines dem Ramen nach bis jetzt noch äln&etannten, 6. an der Ermordung des Leutnants a. D. Samt, 7. an der Ermordung des Feldwebels Wilms und 8. an der Ermordung des Legner. Alle diese Morde haben sich um die Mitte des Zahres 1923 ereignet. Gegen Rafael ist wegen Beihilfe zur Ermordung des Zeitfreiwilligen Greschke gleichfalls Anklage erhoben und Haftbefehl erlassen. Abg. Cichhofs (DVP.): Don wem sind die Gell>er für Verbesserung der Verpflegung usw. für die inhaftierten Fememörder eingezahlt? Oberjustizrat Würtz: Rach einer Aufstellung sind immer abwechselnd von einem Rechtsanwalt Sack und einem Herrn v. Oppen jeweils 200 Mark für diese Zwecke bei der Gerichtskasse eingezahlt worden. Abg. Eichhoff (DVP.): Ist bisher festgestellt, daß hinter diesen Zahlungen ein deutsch- nationaler Abgeordneter steht? Oberiustizrat Würtz: Die Quelle dieser Gelder ist noch nicht bekannt, weil öie. Ermittlungen noch nicht so weit vorgeschritten sind. Oberstaatsanwalt Rvhrlack - Landsberg gibt Auskunft über den Vefreiungsversuch der Fememörder aus dem Gerichtsgefängnis in Landsberg im Dezember 1925. Schulz und Rafael suchten durch Kassiber miteinander in Verbindung zu treten. Sie teilten sich darin mit, was sie aus- gesagt haben und berieten auch Fluchtversuche. Alle' Kassiber sind in die Hände des ilnter- suchungsrichters gekommen. Der Fluchtversuch im Dezember war in seiner Vorbereitung nur möglich durch die außerordentlich große Sorglosigkeit des vorübergehend beschäftigten Hilfswacht- meisters Bartsch. Rafael wollte seiner Aburteilung durch die Flucht entgehen. Er konnte in einigen Wochen nur wenige Worte mit den Strafgefangenen Reubauer und S ch ö n i ck e wegen des Fluchtplanes wechseln. Rafael versprach Reubauer und Schönicke 3000 Mark für seine und der anderen d^ Fememords Beschuldigten Befreiung. Er steckte Schönicke einen Kassiber zu, der an den Oberleutnant a. D. Cisenbeck und den Leutnant Fürstenberg gerichtet war und auf dem stand: „Man kommt in unserem Auftrage — alles zur Verfügung stellen. Rafael." Dieser Plan scheiterte aber daran, daß Schönicke in der nächsten Zeit nicht zu Besorgungen in der Stadt genommen wurde. Ein anderer Plan wurde nun darauf gegründet, daß der Wachtmeister Bartsch fein zuverlässiger Beamter war. Einbezogen in den Plan wurde auch ein polnischer Strafgefangener M ich a- l o w. Schönicke und Michalow lockten Bartsch in die Schusterstube angeblich zum Anprobieren von Schuhen. Da zog Michaww den Schusterschemel, auf dem Bartsch saß, unter ihm weg, so daß Bartsch zu Boden stürzte. Michalow drückte ihm mit beiden Händen die Kehle zu, der andere suchte ihm den Schlüsselbund zu entreißen. Bartsch stieß noch zwei Hilferufe aus. Ein Gefangener, dessen Zelle Bartsch offengelassen hatte, horte die Hilferufe, lief hinaus und setzte den Signalhebel „M e ut cre i“ in Bewegung. Auf diese Weise wurde die Tat dann verhindert. Die Täter wurden vor Gericht gestellt: Schönicke erhielt P,'4 Zahr Zuchthaus, Michalow ein Jahr Zuchthaus. Rafael hat das Gericht nur verurteilt, wegen Anstiftung zur Eefangenenbefreiung und nicht zur schwerer Meuterei, und zwar zu l’A Zähren Zuchthaus. Kriminalkommissar Stum in bekundet auf Befragen durch den Abg. Riedel (Dem.) nach den Beziehungen zu Schultz und den Zsntralverbcinden, daß ein abschließendes Urteil darüber noch nicht möglich fei, weil die Abgeordneten Meier und Behrens noch nicht vernommen find. Wahrscheinlich sei der Name Schultz den beiden deutschnationalen Abgeordneten schon im Jahre 1923 nicht unbekannt gewesen. Die Oeffentlichkeit wird dann ausgeschlossen. — Nächste östentliche Sitzung Mittwoch. Der Besuch Drummonds. Berlin, 16. Febr. (WTD.) Der Besuch Sir Eric Drununonds in Berlin ist in erster Lime ein Akt der Höflichkeit. Es werden, fvie schon bekanntgegeben, rein technische Fragen behandelt werden. Auch wird die Per- f o n a (f r a g c über die Besetzung des Sekretariats beim Völkerbund besprochen. Heute vormittag war Sir Eric Drummond wieder im Auswärtigen Amt. Heute mittag hatten der Reichsauhenunnister und Frau zu einem Frühstück cingeladcn, an welchem u. a. leilnahmen. der Reichskanzler, der Staatssekretär der Reichskanzlei. Staatssekretär v. Schubert, der deutsche Gesandte in Bern, Ministerialdirektor Dr. Gaus, sowie der englische und der französische Botschafter mit ihren Damen. Die Besprechungen sind soweit gediehen, daß die Abschlußverhandlungen am Mittwoch nur noch von kurzer Dauer sein werden. Sir Eric wird Mittwoch abend Berlin verlassen, um nach Genf zurückzukehren. Nutzrand und der Völkerbund. London, 16. Febr. >WTB.) Der Genfer Berichterstatter der „Mornmg Poft" schreibt, über die von Hennessy, dem französischen Gesandten in Bern, in dem schweizerisch-russischen Streit eingeschlagene Dermittlungstaktik bestehe erhebliche Unzufriedenheit, linier den Mitgliedern des Völkerbundes seien beträchtliche Teile dafür gewonnen worden, die vorbereitende Abrüstungskonferenz in Evi an les Bains, am französischen Ufer des Genfer Sees, abzuhalten, um auf diese Weise festzustellen, ob es die Sowjetregierung aufrichtig meint. Allgemein sei man der Ansicht, daß Deutschland das beste Bindeglied zwischen dem Völkerbund und Rußland sein werde. Ratürlich werde die zukünftige Außenpolitik der Bolschewisten in hohem Maße von den politischen Maßnahmen der Wilhelmstraße abhängen. Gegen die Sprachenverordnung m der Tschechoslowakei. 15 rag, 17.Febr. (MTB. Funkspr.) Der Deut, sche verband hat heute gemeinsam mit dec Deutschen Ralionalparlel und uulerstühk von den Sozialdemokraten und llommu- u i ff e n einen von über 100 Abgeordneten der Opposition unterzeichneten Antrag überreicht, der Regierung wegen Verletzung des inlernational verbürgten Schuhes der Sprächen der nationalen Minderheiten das Mißtrauen auszusprechen. Lärmszenen im Prager Parlament» Prag, 16. Febr. (WTB.) 2n der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde Malh- pe tr (Tschechischer Agrarier) mit 159 Stimmen definitiv zum Präsidenten des Abgeordnetenhauses gewählt. Die deutschen Sozialdemokraten hatten wahrend der Wahl den Saal verlassen. Während der dann folgenden Rede des Außenministers Bene sch über die ungarische Geldfälscheraffäre kam es zu S t u r rn s z e n e n der Opposition. Seitens der kommunistischen Abgeordneten wurde die Anerkennung Sowjetrußlands gefordert. Zn dem ungeheueren Lärm konnte man fein Wort des Exposees des Außenministers verstehen. Die Opposition machte durch Pultdeckellonzert, Pfeifen und Trompeten die Verhandlung unmöglich, nachdem sic zuvor die Defeitigung der Parlamentswache aus dem Saale erzwungen hatte. Kleine politische Nachrichten. Der Hel fische OberförsterDerband lädt angesichts der außerordentlichen Bedeutung der Beschlüsse des Finanzausschusses bei Beratung des Kap. 1 des Staatsvoranschlags: Forst- und Kameralgüter unter Forstverwaltung auf Montag: den 22. Februar, nach Frankfurt am Main zu einem außerordentlichen Verbandstag ein. Einladungen sind ergangen an den Herrn Minister der Finanzern den Finauzaus- fchuß und den Sechserausschuh, ferner an fämtliche Fraktionen des Landtags. Die deutschnationale „Mainzer Tageszeitung" wird am 1. März ihr Erscheinen cinst e l l e n. Auf Grund des Antrages, den der Deutsche Reichsausfchuß für Leibesübungen unter dem 12. Januar an den Präsidenten des Deutschen Reichstags gerichtet hat, hat der Aeltestenaus- schuß des Reichstags beschlossen, einen interfrak- tionellenAusschußfürkörperlicheEr- Ziehung zu bilden. Der Ausschuß tritt am 17. Februar zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. * Der Erzbischof von Köln, Kardinal Dr. Schulte, wird im Sommer d.I. eine Reife nach Amerika unternehmen. Der Kardinal wird mehrere Städte besuchen und auf Einladung des Erzbischofs von Chikago an dem im Juni in Chikago stattfindenden Eucharistischen Kongreß teilnehmen. * Nach einer Meldung der „Vossifchen Zeitung" hat der Bater des im Spätsommer 1917 kriegsgerichtlich erschossenen Matrosen R e i ch p i e t s ch, dessen Verurteilung bei den letzten Verhandlungen des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses über die Kieler Vorgänge zur Sprache küm, die Wiederaus- nahmedes Verfahrens beantragt. Unser ehemaliges Schutzgebiet Deutsch-Süd- w e st a f r i k a wird am 1. April einen neuen A d° m i n i st r a t o r, Herrn Werth aus Kroonstad im Oranjesreistaat, erhalten. Werth war bisher Parla- mentsobgeordneter der Nationalen Partei, ist deutscher Abstammung und beherrscht auch die deutsche Sprache. Nach den Urteilen von Deutschen aus Südafrika, die Herrn i)2erth persönlich kennen, darf man unsere ehemalige Kolonie zur Ernennung dieses Administrators beglückwünschen. Die nun drei Monate latente Regierungskrise in den Niederlanden dauert fort. Die sozialdeMokratifche Fraktion faßte den Beschluß, den Kammerpräsidenten um die Einberufung der Kammer zu ersuchen, um der sozialdemokratischen Fraktion Gelegenheit zur Einbringung eines Antrages zu geben, durch den die Königin aufgefordert wird, die Kammer a u f z u l ö f e n und so den Versuch zu machen, durch Ausschreibung von Neuwahlen der Krise ein Ende zu bereiten. Der ehemalige belgische Minister für auswärtige Angelegenheiten, Paul Hymans, tritt als erster Delegierter Belgiens beim Völkerbund zurück. Ms belgischer Delegierter in Genf wird in Zukunft Vander v e ld e auftreten. Aus aller Welt. Ein ärztlicher Rundfunk. Der ärztliche Rundfunk ist durch' einen Vortrag des stellvertretenden Vorsitzenden des Reichs- ausschusses für hygienische Volksbelehrung, Geheimrat Dr. Hamel, eröffnet worden. Rach ihm sprach Prof. Dr. Körte, Vorsitzender des Zentralkomitees für das ärztliche Fortbildungs- Wesen in Preußen, über „Darmverschluh". Zm Anschluß daran gab der Generalsekretär des Ausschusses, Pros. Dr. Adam, Mitteilung über neue medizinische Kongresse und Kurse. Der ärztliche Rundsuni ist in erster Linie bestimmt, den Aerzten aus dem Lande und in den kleineren Städten eine Fortbildungsgelegenheit zu schassen. Die Vorträge werden von Königswusterhau- sen auf Welle 1300 vermittelt. Ein yessenmaler gestorben. Der niederhessische Landschaftsmaler Friedrich F e n n e l ist nach kurzer Krankheit im Alter von 54 Jahren in Kassel gestorben. Ein Riesenschiff auf dein Main. Ein Riesenschiff von etwa 100 Meter Länge wurde durch einen Schleppdampfer von Aschaffenburg bergwärts gebracht. Das Schift kam von Straßburg und soll am oberen Main mit Holz befrachtet werden und dann wieder die Heimfahrt antreten. Ein deutsches Leichtflugzeug über dem Groß-Glockner. Rach einer Meldung aus Villach hat ein 19°?. ^.-Daimler-Leichtflugzeug mit dem Piloten ©uriger und dem Ingenieur Dr. v. Langsdorfs den Groß-Glockner überflogen. Unterschlagungen beim Berliner Magistrat. Die Berliner Stadtinspektoren Gerhard, Gottfried Schulz und Simon haben die Stadt Berlin um mehr als I Million Mark geschädigt dadurch, daß sie falsche K a s s e n q u i 11 u ng e n für die Entrichtung der Grunderwerbs- und Wertzuwachssteuer ausfertigten und die gezahlten Steuerbeträge sich ancigneten. Alle drei Beamte sind flüchtig ins Ausland entkommen. Die Staatsanwaltschaft hat Steckbriefe erlaßen. Ein unheimlicher Fahrgast. Zn der Gegend von Mayen (Eifel) wurde ein Autobesiher auf der Heimfahrt von einer Krankenschwester gebeten, sie mitzu- nehmen. Die Schwester war schon eingestiegen und hatte die Tasche neben sich auf den Sih gestellt, als der Autosührer bemerkte, daß die Schwester Männerschuhe trug. Er bat daraufhin die vermeintliche Schwester noch einmal nachzusehen, ob das Schlußlicht Brenne und fuhr dann schleunigst davon. Beim Oessnen der Tasche wurde ein Rumrnerverzeichnis von Autos und ihren Besitzern und B e t ä u b u n g s m i t - t € l vorgefunden. Von dem unheimlichen Fahrgast fehlt jede Spur. Sturm an der großbritannischen fiüffe. Stürmisches Wetter hat in den letzten Tagen an der englischen und irischen Küste mehrere S ch i f f b r ü ch e zur Folge gehabt. Zwei Schleppdampfer aus Swansea sind an der Küste von Galway verloren gegangen. Die Rachsoc- schungen nach der Mannschaft waren bisher ergebnislos. Man hoftt. daß es den Schiffbrüchigen gelungen ist. sich auf irgendeine entferntere Znsel zu retten. Drei Mann der Besatzung des italienischen Dampfers „Liberia", der bei Dolthead (De- dvnshire) strandete, wurden unter den schwierigsten Umständen durch ein Rettungsboot aus Brixham, das 20 Seemeilen weit durch die sturmbewegte See fahren mußte, gerettet. Die Rettung der übrigen 27 Marrn wurde mit Hilfe eines Raketenapparates von den Klippen aus bewerkstelligt. Weiler wurden 34 Mann von dem spanischen Dampfer „Cirilo Amo- ros", der auf die Klippen bei Stradbalty (Grafschaft Waterfort) aufgelaufen war, von einem Rettungsboot aufgenommen und an Land gebracht. Wettervoraussage. Roch vorwiegend trübe und Regen bei zeitweiser Aufklärung und gleichbleibenden Temperaturen. Ein westliches Tiefdructzebiet führt unserem Bezirk weiterhin warme Regenluf^zu, daher ist noch mit wenig Aenderung des ^rrschenden Witterungscharakters zu rechnen. Aus der Provinzialhauptftadt. Gießen, den 17. Februar 1926. Kirchenrat Strack. Am morgigen Tage, 18. Februar, darf ein in weiteren Kreisen, besonders unter der evangelischen Bevvllerung Gießens und seiner Umgebung bekannter und allgemein geschätzter, verdienter Mitbürger in jugendlicher, körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag feiern: Kirchenrat Karl Strack, geboren zu Ober-Rosbach als Sohn des damaligen dortigen Pfarrers, nachmaligen Pfarrers zu Großen - Buseck und dann zu Lang-Göns und Dekans des Dekanates Gießen Dr. Karl Strack. Kirchenrat Strack wurde nach dienstlicher Verwendung in Langstadt und Londorf 1873 Pfarrer zu Obbornhofen, 1886 zu Leeheim und 1890 zu Leihgestern, wo er bis zu seiner RuheftandSver- setzung 1914 in großem Segen wirkte. Von 1900 bis 1912 war er Dekan des Dekanats Gießen, zu welchem Amte ihn seine große verwaltungstechnische Begabung, seine Gaben als Pfarrer und Seelsorger, sowie sein feiner edler Charakter, verbunden mit Wohlwollen und Herzensgute, besonders befähigte. Zn dieser Stellung hat er in großem Segen gewirkt und sich das allgemeine Vertrauen erworben. Seine Verdienste wurden 1910 durch die Ernennung zum Kirchenrat anerkannt. Reben feiner beruflichen Wirksamkeit war er jahrelang als Mitglied der Kreisschnl- kommifsion, als Vorstandsmitglied der hiesigen Bezirksfparkasfe und als Rechner des Oberhessischen Vereins für Innere Mission mit Erfolg tätig. Der Burschenschaft Germania, der er angehörte, war er allezeit ein treues Mitglied. Wahrend des großen Krieges forderte das Vaterland auch von ihm schwere Opfer, zwei Sohne und ein Schwiegersohn wurden ihm entrissen. Trotz seiner 80 Zähre und seiner schon seit Zahr- zehnten gebleichten Haare ist er heute noch an Leib und Seele frisch und lebendig. Roch immer nimmt er am kirchlichen Leben der Gemeinde und der Landeskirche regen Anteil und ist bei deren Tagungen ein fleißiger Gast. Wöge ihm weiterhin noch manches Jahr ein Lebensabend in gleicher Rüstigkeit beschießen sein. Preisaufgaben der Universität Metzen für das Jahr 1926/27. LTl. Für das Zahr 1926/27 werden von der Universität Gießen folgende Preisaufgaben gestellt: Von der Theologischen Fakultät: Die Bodenfrage im Alten Testament. Von der Zurist ischen Fakultät: Die Aufrechnung vor einem für die Gegenforderung unzuständigen Gericht. Von der Medizinischen Fakultät: Für den akademischen Preis: Es sollen bei eben erwachsenen weiblichen Personen absolute Haemoglobinbestimniungen und Erythro- ctztenzählungen durchgeführt werden zur Ermittlung des Haemoglobingehaltes eines Crhthrvcy- ten und des Haemoglobins pro u* Oberfläche des Grythrochten. — Für denBalserpreis: Die funktionelle Vedeutung der Gallenblase. Don der Veterinärmedizinischen Fakultät: Beiträge zur Kehlkopfentwicklung bei den Haustieren. Don der Philosophischen Fakultät: 1. Aus der griechischen Philologie: Appellationes honorificae quae in papyris Graecis post decimum huius saecuii annum exstant colligantur disponantur illustrentur. 2. Aus der Chemie: Die Alterungen von Schmelzflüssen und Lösungen sollen experimentell untersucht und theoretisch gedeutet werden. 3. Aus der Mineralogie und Geologie: Die petrologischen und geologischen Ver- haltnifse der Klastoporphyroide der westlichen Lahnmulde. 4. ' Aus der Forstwissenschaft: Die waldbauliche Bedeutung der Kiefernrassenfrage in Hessen. 5. Aus der deutschen Literaturgeschichte: Roman und Gesellschaft im Zeitalter der deutschen Aufklärung. (Zu untersuchen ist, wie sich in den deutschen Romanen, die vor der klassisch-romantischen Epoche geschrieben wurden, Lebensformen und Lebenswerte der damaligen Stande, vor allem des Bürgertums, spiegeln und ihrerseits wieder von der Literatur her gebildet oder gewandelt werden. Die Gestalten wie der weltanschauliche Gehalt und die Psychologie der betreffenden Werke sind in diesem Sinn zu deuten. Für die Methode einer derartigen äkntersuchung wären neuere anglistische Werke, vor allem die Arbeiten von Schücking und Schöffler, zunächst zu Grunde zu legen, aber nach der Seite einer systematischen Soziologie hin zu erweitern.) Wer sich um einen Preis bewirbt, muß mindestens in einem der beiden auf die Stellung der Aufgabe folgenden Semester an der ilninerfität Gießen immatrikuliert gewesen fein. Zede Dewerbungsschrift darf nur einen Verfasser haben. Die Bewerbungsschrift. ist in der Sprache abzusofsen, in der die Aufgabe gestellt ist. Aus dem Titel ist ein Kennwort anzubringen. Die Bewerbungsschrift ist vor dem 1. 'April 1927 einzusenden unter Beifügung eines ver- öOLDSTÜct \g~3rj£aac5l ®§M MIHtRJ egl/jwairöwei putzt Sä*. SchifKr er- Nt\98booi 1 ^ettSt Se '"rde Sei* ton den » ■? itötn 34 K» ‘ ™h «SM» WM. ebruar M ck. M em "" dn rdnn- ^ leinet geschätzter, der. >er. korperlichrr Teburtstlg 3^, geboren zu nahgen dortigen re iu Troßen- und Dekans -es rod. Airchenra! Ttttoenbung in Her zu Obborn» 1890 zu Leih. AuhestandSder- "tfte. Son 1900 uals Gießen, zu ^erwaltunMch. ls Pfarrer und ölet Charakter, d Herzensgute, Stellung hat er das afigmeinc rdreKe wurden Airchenrat an- i>en Wirklamteil der KrciSschul- ied der hiesigen >ner des Ober- Mission mit Er- Aemania, der er treues Mitglied, rderte dasDater- pser, zwei Löhne n ihm entrissen, r schon seit Iahr- t heute noch cn )ig. Aoch immer der Gemeinde teil und isi Üi dast. Mgr ihm ein Lebensabend i sein. Universität hr 1926/27. I werden von der zreisausgaben gc- jen FakuUän lament. , . en Fakultas : die Gegenforde- eu Fakultät: reis: Es sollen i Personen abso- Ä und Srhihrv- erben zur Gtrnin* eines ,ro u- Oberfläche Jalserpeets. Ä»*: lif»-« trä: , quae m papy™ jVsaeculi annum üiustrentur. K- ** E ss!&£ . (3» untÄ Kcmanen.JJ« dwerte oec ■ von der "Lü md?c ? E in diele" verlegner bet- klcthodc e pische neuere/Zhücdng üen vm^ab-- ' ÄS**/. b'k'-E uifWesS>t an D. e^r e‘”e &** ic. Nöl bei iMj. L >< War« 3 perrschenben Sie ver-- finden Sie bei 1493a vormittags 9*/2 Ahr. 1477D Kiefernstämme: 5. Grb. Kl. 01138 Erdal 1495D Jwiebeln prima Haushaltzwiebeln (Heine) 12.50 .pflegt das Leder! mung Geschädigten einen gut besuchten Abend". Die Vortragsfolge war sehr lungsreich. Der musikalische Teil wurde verstärkten Orchester der Vereinigung licher Musikfreunde in bester Weise „Bunten abwechs° von dem jugend-- durchge- fuhrt. Bei den vielseitigen theatralischen Darbietungen machten sich FrI. Ebert und Frl. Gerdes, sowie die Herren Sondermann. Steuerwald, Wehn und Seih sehr verdient. Ein Tanzduett, ausgeführt von zwei Turnerinnen des M. T. V., und die Vorträge der Gesangsabteilung des 'Vereins unter der Leitung von Lehrer Möller waren weitere, beifällig aufgenommene Höhepunkte des wohl gelungenen Abends. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabethe Schmidt geb. Weigand Familie Ph. Schmidt Familie Heinr. Schmidt Familie Lud. Seth. Ruppertsburg, den 15. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei. Högy. 3. J 4. 5a= 5b= 61 „ 74 „ 88 „ Los 3. Kl. 4. „ 5a= „ 5b-v 4. Kl. 5. Bau. 5. Grb. =70,19 =52,98 =28,22 II. schädigung- ist von den Beschädigten, denen die Rente entzogen wurde und deren monatliches Einkommen nach Abzug von Frauen- und Kinderzulage 200 Mark nicht überschreitet, unverzüglich beim zuständigen Versorgungsamt zu stellen. Zu gleicher Zeit läuft auch die Frist ab für die Stellung eines Antrages auf einmalige Entschädigung von 1000 Mark gegen Rückgabe des Versorgungsscheines (Beamtenscheine) für diejenigen Versorgungsanwärter, die ihren Ver- sorgungsschein infolge schwerer Leiden nicht haben ausnühen können. ” D i e Ortsgruppe Gießen des Bundes für christlich-evangelische Erziehung in Haus und Schule hielt ihre Februarversammlung am Freitagabend im Fohannessaal ab. Der Saal war dicht gefüllt. Studienrat Dr. Avemarie, Darmstadt, sprach über das Thema: ,,Du und die Seele deines Kindes". 3n ^.»stündigem glänzenden Vortrag führte er etwa folgendes aus: Kinder sind von Gott anvertraute Schätze. 2m Bunde zwischen Eltern und Kindern liegt das größte Glück auf Erden. Hebe die Erziehung nicht als Pflicht, sondern als Kunst, indem du die Kindesseele zu ihrem Ursprung hinführst, zu Gott. Des Kindes Seele aber ist wie eine Burg, sie will erobert sein. Du wirst sie gewinnen, wenn du 1. ein Vorbild für dein Kind bist. Das Kindesleben ist wie weicher Schnee. Das Kind sucht Spuren darin, in die es treten kann und will. Gib sie ihm. sei ihm ein gutes Vorbild! Habe 2. Zeit sür dein Kind! Diele Eltern haben Zeit für alles, für Konzerte, Theater usw., nur keine für ihr Kind. In dieser Beziehung sollten wir Los I. Kiefernstämme: brachten mit ihren Kindern die stillen Feierabendstunden, die ruhigen Feiertage, die erholungspendenden Ferien. Weihe also deinem Kinde nach der Väter Weise die Feierabende, Feiertage und Ferien! Sei 3. deines Kindes Freund. Wirst du es nicht sein, so wird dein Kind sich andere Freunde suchen. Dann wundere dich nicht, wenn es in böse Gesellschaft gerät. Erwirb dir deines Kindes Vertrauen, daß es kein Geheimnis vor dir hat. Und endlich vergiß nicht, für dein Kind und mit deinem Kinde zu beten. Wenn du das alles tust, so arbeitest du auch an deinem Teil an Deutschlands Wiederaufbau, und der Segen für Volt und Vaterland wird nicht ausbleiben. Der für Eltern wie Erzieher gleich interessante Vortrag hinterließ aus die Zuhörer einen tiefen Eindruck, und cs ist wohl niemand ohne inneren Gewinn aus der Versammlung nach Hause gegangen. —M i t dem Flugzeug nach dem Suez-Kanal. 2Iu,f Einladung des Hess. Vater- ländischen Blocks, Bezirksoerband Gießen, hatten sich am Sonntagabend zahlreiche Gäste im großen Hörsaal der Universität eingefunden. Oberleutnant a. D. von Fichte, ein Nachkomme jenes großen deutschen Mannes der Befreiungskriege, hielt einen lehrreichen und interessanten Vortrag über: „Die Entwicklung des Flugsportes" und „Mit dem Flugzeug nach dem Srlez-Kanal". Klar und spannend schildert der Vortragende im ersten Teil des Abends die Entstehung und die allmählichen Fortschritte des Flugsportes von Lilienthal bis zur Jetztzeit. 1880 begann Lilienthal mit seinen Versuchen, er beobachtete die gegen den Wind auf- steigenden Störche und benutzte Flügel zu Schwungbewegungen. Es gelang ihm, mit einem brachen - nachmittags 3‘ ’2 Uhr, statt. Aufwertung der Hessischen Staatsbuchschuldforderungen. Vom Presseamt beim hessischen Staatsministerium wird mitgeteilt: Die Einträge in das hessische Staats- schuldbuch sind auf Grund des Anleiheablö- sungsgesehes dem Reichsschuldbuchbureau in Berlin zmn Eintrag als Anleiheablösungsschuld in Ettingshausen, den 15. Februar 1926. Bürgermeisterei Ettingshausen. O p p e r. C. Röhr & Co. 3. Kl. 4. „ 5a= „ 5b-„ 'Deutscher' 5^ Ztefnbranä KtisM-LrSr'e« Kiefernstämme: 2 St,— 2,49 Fstm. Bekanntmachung. Der von den: Gemeinderat durchberatene Voranschlag unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1926 liegt vom 18. bis 24. l. Mts. auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 1509D Ober-Hörgern, den 15. Februar 1926. Bürgermeisterei Ober-Hörgern. Müller. DAS IN APOTHEKEN BESTE U. DROGERIEN Nur für WiederverkÄufer und Großverbraucher! Großmarkt Gießen Beachten Sie unsere Schaufenster Bahnhofstraße 44 Heute nacht 12 Uhr entschlief sanft nach langem schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater 3. KL 4. „ 5. Bau. ins Rrichsictzuldbuch übergeben worden. Der Gläubiger einer vor dem 1. 3uli 1920 in das hessische Staatsschuldbuch eingetragenen Forderung ist „Altbes ih er". Seine Schuldbuchforderung wird von amlswegen ohne sein Zutun in Anleiheablösungsschuld umgewandelt: die gesetzlichen Auslosungsrechte werden gewahrt. Sobald der neue Eintrag in das Reichsschuldbuch bewirkt ist, erhält der Gläubiger hierüber Nachricht. Bei der großen Zahl der Einträge kann sich die Mitteilung dieser Benachrichtigungen an die Gläubiger unter Umftänbcn bis in die Sommermonate 1926 hinausziehen. Ein Schuldbuchgläubiger kann aber auch Altbcsiher sein, trenn seine Forderung erst nach dem 1.3ulil920 eingetragen ist, nämlich dann, wenn er die eingetragenen Stücke schon am 1. Fuli 1920 in Besitz hatte. 3n diesem Fall muß er umgehend seine Ausweise (Zeichnungsschein. Bankausweis, Finanzamtsbescheinigung usw.» der Hessischen Staatsschuldenverwaltung bis spätestens 28. Februar vorlegen. Anträge auf Vorzugsrenten sind nur an die Bezirksfürsorgestellen (Kreisamt oder Wohlfahrtsamt der Städte) des Wohnorts des Gläubigers zu richten. ** Tanzbelustigungen und öffentliche Lustbarkeiten. Das Kreisamt Gießen macht im neuesten Amtsverkündigungsblatt darauf aufmerksam, daß Tanzveranstaltungen während der Fastenzeit keine Aussicht auf Genehmigung haben, und Ausnahmen nur in besonders begründeten Ein- zclsällen innerhalb geschlossener Gesellschaften zugelassen werden. Auch find am ersten Öfterfeiertag und am Vorabend dieses Tages, sowie in der ganzen Karwoche einfchl. des Palmsonntags, alle öffentlichen Lustbarkeiten verboten. ** Zur Warnung. Vor einigen Tagen vergriff sich der 17jährige K. G. von hier in der Fortbildungsschule an seinem Lehrer, der noch dazu schwerkriegsbeschädigt ist. K. G. wurde Ende 1923 vom Schöffengericht Gießen wegen einer anderen Straftat zu zwei Monaten Gefängnis, unter probeweiser Strafaussetzung bei guter Führung verurteilt. Diese Strafaussetzung wurde jetzt widerrufen und die sofortige Strafverbüßung an geordnet. Wegen des Angriffs auf den Lehrer ist ein neues Strafverfahren eingeleitet worden. Voraussichtlich wird eine empfindliche Strafe folgen. Diesen Fall mögen sich gewisse Jugendliche zur Warnung dienen lassen! ** Der Hilfsverein für bie Geisteskranken in Hessen veröffentlicht jetzt seinen Jahresbericht. Hiernach hat sich die Zahl der Geber beträchtlich vermehrt: sie stieg von 39 349 auf 47 719. Durch Haussammlungen wurde die Summe von 32 285 Mk. aufgebracht. ** Einmalige Entschädigung für Kriegsbeschädigte. Allen Kriegsbeschädigten, die nach dem Reichsversorgungsgesetz mit 20 Prozent Erwerbsbeschränkung versorgungsberechtigt waren und infolge Minderung ihrer Erwerbslosigkeit auf unter 25 Prozent nur aus diesem Grunde durch die Rovelle zum Reichs- versorgungsgeseh vom 30. Juni 1923 feit dieser Zeit aus der Rentenversorgung ausgeschieden sind, wird auf Antrag eine Entschädig g u n g von 50 Mark unter näheren Bedingungen gezahlt. Wie der Reichsbund der Kriegsbeschädigten mitteilt, läuft nach Art. II des dritten Abänderungsgesetzes zum Reichsversorgungsgesetz die Frist zur Antragstellung mit dem 2 8. Februar 1 92 6 ab. Der Antrag auf diese Ent- Fichtenstämme: 16 St.---27,51 Fstm. von unseren Altvorderen lernen. Holzversteigerung im Gemeindewald Ruppertsburg. Freitag, den 19. Februar Ifb. ZS., vormittags 10 älhr, werden aus den Distrikten Buchwald (Weides und Geraums) und Rothe versteigert: ' Stamme: Kiefer, 5. Klasse, 3 Stück, 0,77 Fstm; Lärche, 5. Klaffe,Stück,0,17Fstm.: Derbstangen: Eiche, 5 Stück, 0,20 Fstm., Fichte, 625 Stück, 28,32 Fstm.: ReiSftangen: Fichte, 2238 Stück (teils Bohnenstangen), 12 Fstm.: Ruhscheiter: Eiche, Rm.: 3,2; Rutzinüppel: Rm.: Eiche 6,6, Kiefer 19,4, Fichte 5,9; Scheiter: Rm.: Buche 200, Eiche 15, Fichte 2; Knüppel: Rm.: Buche 130, Hainbuche 5.9. Eiche 90, Obstbaum 1,6, Kiefer 24, Fichte 24; Stammreistg: Rm.: Hainbuche 43; Ast- reisig: Buche 200. Eiche 15, Fichte 8 ; Knüppelreistg: Rm.: Siche21,2, Kieferl8,9; Stöcke: Rm.: Buche 25, Eiche 16, Fichte 18. Die Kiefern- und Lärche - Stämme, sowie das Derbstangenholz im Geräums beliebe man sich vorher einzusehen, da nicht alles vorgezeigt werden kann. Zusammenkunft auf der Straße Ruppertsburg—Röthges (am Pflanzgarten) W An der Spitze stehen ■rimraraä wiitenden Zusatz 18 SU -14,93 Fstm. 139 „ —70,68 „ 104 „ —36,04 „ Großen-Linden, den 16. Februar 1926. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 18. Februar, 18 „ —11,68 79 „ —32,84 95 „ =28,47 Los III. Kiefernftämme: 34St.=36,90Fsttn. 18 „ =15,36 „ 8 „ ----- 4,44 „ 25 „ =12,13 ,, Fichtenstämme: Fichtenftämme: 3St.= 4,42 Fstm. 13 „ =11,91 „ 54 „ =30,54 „ 110 „ =30,4-1 „ Fichtenftämme: 2St.= 2,85 Fstm. 8 „ = 7,73 „ 33 „ =21,95 „ 98 „ =30,87 „ Die neue Indanthren- Schürze ähnlichen Flugzeug eine Minute in der Luft zu schweben und 800 Meter zurückzulegen. Leider uer unglückte er 1896 tödlich. Die Gebrüder Wright in Amerika waren bahnbrechend auf dem Gebiete des Motorfluges, sie erzeugten den Wind aum Aufstieg selber durch Motor und Propeller. Die technischen Fortschritte entwickelten sich jetzt mit Riesenschritten. 1905 hatten die Gebrüder Wright ihre Versuche abgeschlossen und gingen nun an die Erbauung von Flugzeugen. In Europa errangen 1908 Farman, 1910 Dlsriot Erfolge, letzterer überflog zum ersten Male den Kanal. In Deutschland konstruierte Rumpler 1914 seine Taube und bald danach den Doppeldecker Albatros. Das Prinzip des Fluges war jetzt klar und glänzend gelöst,, nachdem auch die Probleme der Steuerung gefunden waren. Red ner tarn dann auf den motorlosen Flug zu sprechen; in Rofitten (Lehrer Schulz), in der Rhön, auf der Halbinsel Krim seien große Erfolge erzielt worden. Nachdem uns der Motorflug durch den Frieden von Versailles verboten wurde, warfen fick) die Reste der einzigen Fliegertruppe auf den motor losen Segelflug. Seit 1920 sind die Segelflüge auf der Wasserkuppe in der Rhön zur ständigen (Einrichtung geworden. Unter den zahlreichen Lichtbildern zeigte be£ Redner Martens auf der Wasserkuppe und Schulz in Rofitten, wie sie dem statischen Segelflug huldigen. Der dynamische Segelflug stecke jedoch noch in den Anfängen. Seit 1924 hat man begonnen, leichte Motore in bie Segelflugzeuge einzubauen, um die Gebiete ohne Luftströmung überwinden zu können. Der zweite Teil des Vortrages ,N^ife mit dem Flugzeug nach dem Suez-Kanal" zeigte die wunderbaren Schönheiten des Orients. Hinsichtlich der Türkei sagte der Redner, wir sollten nicht spotten über die Türken, sie verdienten ebenso wie ihr Staatswesen unsere Sympathie. Zahlreiche und sehr schöne Abbildungen von Land, Städten und Menschen zeigte der Vortragende, das herrliche Konstantinopel, den wild zerklüfteten Taurus, die heiligen Städte, den Suezkanal, die Pyramiden und endlich die heiligen Orte des Islams Mekka und Medina. Herr v. Fichte ver stand es, die Zuhörer bis zum Ende der beiden Vorträge andauernd zu fesseln, wozu nicht wenig die vorzüglichen Lichtbilder beitrugen. Der starke Beifall der Zuhörer war durchaus berechtigt und wohlverdient. *• Der Evangelische Arbeiterverein veranstaltete am Sonntag im Eaalbau Sauer zum Besten der durch die Lleberschwem- Gasherde Junker & Rub — Gaggenau in größter Auswahl UW MW, VMM. 35 Erleichterte Zahlungsbedingungen. Auf Wunsch Ratenzahlungen, Wir empfehlen, solange Borrat reicht, ab Lager: "1US Orangen ÄS 2 Holzheim, 16. Febr. Nachdem in der letzten Gemeinderatssitzung die Mittel zur Einführung des K o ch u n k e r r i ch l s in dem letzten SchulFreiwillige Feuerwehr im Saale des „Löwen" einen Theaterabend, der sich eines guten Zuspruchs erfreute. Nack) der Begrüßung durch den Kommandanten Christian Braun, erfolgte die Aufführung von drei Einaktern, die infolge ihrer guten Einstudierung und Wiedergabe großen Beifall fanden. Die Pausen wurden ausgefüUt durch flotte Weifen der Feuerwehrkapelle. Im weiteren ©erlauf des Abends überreichte Bürgermeister Müller dem Kirchendiener B i c g c r in Anerkennung feiner 25jährigen Mitgliedschaft mit ehrenden Worten ein Ehrendiplom nebst Medaille. Die Veranstaltung schloß mit dem üblichen Tanz, der die Besucher noch lange beisammen hielt. — Am Sonntagnachmittag fand im Bergwirtshause unter dem Vorsitze des Bundesdirigenten, Lehrer Strossinger - Ober- Lais, eine Dirigentenbesprechung statt, die fid) u. a. beschäftigte mit der Festsetzung des Wer lungschores für das im April in Volkartshain stattfindende Wertungssingen des Vogelsberger Sängerbundes. Man einigte fid) auf den Chor „Einkehr" (Im Krug zum grünen Kranze) von Zöllner. Außerdem wird jeder Verein einen Pflichtchor fingen. Zum Wertungsrichter wurde Kantor S a m- per- Darmstadt bestellt, der bereits zugefagt hat. )—( Rupperts bürg, 16. Febr. Als letzter der hiesigen Vereine hielt auch der Radfahrerverein im Saale des Gastwirts Schlörb seine Abeirdunterhaltung ab, die sehr gut besucht war. Sie wurde mit einer kurzen De- grühung^anfprache des Vorsitzenden Wilhelm Paar eröffnet. Im Mittelpunkt des Programms stand das Theaterstück „Rur ein Dauer", ein heiteres Volksstück in drei Aufzügen. Daneben kamen noch heitere Stücke zur Aufführung. Alle Mitfpielenden gaben sich die größte Mühe, ihren Rollen gerecht zu weichen. —§— Ulrich stein , 16. Febr. Unsere (9 e - meindejagd wurde an Svarkassen-Rechner Meiski zu 461 Mk. meistbietend verpachtet. Die Jagd kostet jetzt 140 Mark weniger als bisher. □ Freienseen, Iß. Febr. Die Ausführung unserer Turnhalle ist rüstig vorgeschritten. Ende dieses Monats beginnt bereits die innere Einrichtung. Die Weißbinderarbeiten, wie auch die Schreiner- und Schlosferarbeiten sollen sofort in Angriff genommen werden. Der Bau stellt sid) auf dem mit herrlichen Lindenbäumen bestandenen Hügel des „Heilluch", an dessen Ostseite das stimmungsvolle Ehrendenkmal steht, sehr ftattlidj bar. Gegen 50 Quadratmeter Fenster werden hergestellt; die Lichtanlage wird gegen 25 Brennstellen umfassen. Mrciö Lauterbach. sl. Lauterbach, 16. Febr. In der Versammlung deS hiesigen Dienenzüchtervereins hielt der Vorsitzende, Lehrer Mink, einen lehrreichen Vortrag über das Thema: „CSie erziele ich starte Völker." Aus dem reichen Schah seiner Erfahrungen gab er besonders den jüngeren Imkern manche TLinle. Im Verlauf der Versammlung wurde auch ein Fall bekanntgege- bcn, wo ein Dereinsmitglied durch die Haftpflichtversicherung vor großem Schaben bewahrt wurde. Einem anderen Mitglied auS der Friedberger Gegend will der Hauptverein zwei Deuten schenken, da dieser Imker durch Auftreten der Faulbrut gezwungen war, seine sämtlichen Völker samt Beuten zu vernichten. Preußen. Kreis Wcülar. XX A tz l) a Cb 16. Febr. An, Sonntagnach- mittag wurde hierselbst ein Gerätewettkampf zwischen den Turnvereinen Dorlar, Kinzenbach und A tz b a ch ausgetragen. Unter Lei hing von Turn wart August M a n b l e r treuen tret Riegen von je 5 Mann zum Wettbewerb an. Es wurden je 2 Kürübungen an Reck, Barren, Pferd und eine Kürfreiübung von den Vereinen zur allgemeinen Befriedigung vorgesuhrt Während der Verein Dorlar infolge seiner meist jungen Mann schast den Anforderungen kaum gewachsen war, stellte der Verein Kinzenbach bessere Kräfte. Den Siegerpreis erlangte der hiesige Turnverein mit 812 Punkten, mähend Kinzenbach 808 Punkte und Dor lar 765 davontrug. Als Einzelpreisträger seien er wähnt Wilhelm Bep 1 er - Kinzenbach und Wilhelm Brück- Dorlar mit je 180 Punkten, Fritz Geier Atzdach 176 Punkte, Fritz Becker- Atzbach 173 Punkte und Georg B e p l e r Kinzenback) 169 P. !—! Cleeberg, 16. Febr. Bei der im hie figen Gemeindewald ftatlgefunöenen 9! u tz - und Vrennholzversteigelung hielten sich die Preise für Nutzholz wesentlich geringer. So wurden für Nadelholz-Stangen 1. Kl. pro Stuck 1,50 Mk., 2. Kl. pro Stück 1 Mk., 3. Kl. pro Stück 35 Pf., 4. Kl. pro Stück 6 Pf. und 5 Kl. pro Stück 5 Pf. gezahlt. 100 Buchendurchforstungswellen erlangten den stattlichen Preis von 35 Mk., und für Nadel Holz-Scheiter zahlte man pro Klafter (vier Raummeter) 30 Mk. Ebenso wurde das Klafter Nadelholz- Knüppel mit 22 Mk. bezahlt, 2 Raummeter Birken- holj erzielten sogar einen Preis von 30 Mk. — Die Maul- und Klauenseuche ist hier erloschen. Kreis Biedenkopf. nichts ist doch leichter zu lernen als Ruhe, absolute Ruhe im Spiel. Wir haben Mannschaften, die soweit diszipliniert sind, man versuche, das angenehm berührende Beispiel nachzuahmen? Leichtathletik. Einführung des Spiels im , Lahn-Dünsberb-Gau. Mit der Einführung des Spiels im Lahn- ^ Dünsberg-Gau bejahten sich in einer Sitzung in Gießen die Vertreter der interessierten Vereine. ' Nachdem die Vereine Allendorf a.d. Lda., Garbenteich, Hausen, Launsbach. Londorf, Mainzlar, Rodheim und Wieseck ihre Spielmannschaftcn zur Anmeldung gebracht hatten, gab der Gau- spielwart, Lehrer Heil (Allendorf), Erläuterungen zu verschiedenen Spielen, wie Fußball, Handball und Schlagball. Das Ergebnis einer darauf gepflogenen allgemeinen Aussprache über das Spielen — insbesondere über das zuerst einzuführende Spiel — ergab die einmütige Auffassung, vorerst das Faustballspiel auf- zunehmen. Dieses soll in einer 21=, D- und 3ugendklasse zum Austrag gelangen. Bei einer Zusammenkunft am vorigen Sonntag in Wieseck im Vereinslokal des Turnvereins wurden die Spieler von dem Gauspielwart mit den Regeln des Faustballspiels vertraut gemacht. Anschließend daran begaben sich die Turner auf den Sportplatz der Gemeinde Wieseck, um hier die ihnen gegebenen theoretischen Erörterungen in der Praxis zu erproben. Irgendwelche Anforderungen konnte man an das vorgeführte Spiel natürlich nicht stellen. Vor allen Dingen müssen sich jetzt die Mannschaften durch entsprechendes Training, Technik und Dallberechnung langsam aufwärts arbeiten. Schwimmen. 4. Iahnschwimmen der D. T. Am Sonntag fand, wie bereits kurz berichtet, vor einer großen Zuschauermenge im Stadtbad zu Halle des 4. 3ahnschwimmen der D. T. statt, eine schwimmsportliche Veranstaltung innerhalb der D. T. von größter Bedeutung. Aus allen Teilen Deutschlands waren die besten Turnerschwimmer und -fchwimmerinnen zu- sammengekommen, um ihre Kräfte im Wettstreit zu messen. Auch der Gießener Turnverein von 1 8 4 6 hatte seine Turnerinnenstaffel zum erstenmal gemeldet. Fast sämtliche Meisterschwimmer innerhalb der D. T. waren am Start erschienen, und so war man auf scharfe unb interessante Rennen gespannt. Aber mancher Meister vom 3ahre 1925 muhte sich von jüngeren Kräften schlagen lassen, z.B. H. Fuchs, Offenbach. Meister über 100 Meter in Hüh, endete an 4. Stelle. Lossak, Berlin, Meister im Springen, tonnte nur einen 3. Platz belegen. Der Offenbacher Turnverein verteidigte drei Wanderpreise, konnte aber keinen einzigen mit nach Hause nehmen, der Osnabrücker Turnverein entriß die Preise Offenbach in schärfstem Kampfe. 3n sämtlichen Wettkämpfen wurden die Zeiten bedeutend verbessert, so auch in der 4x50 Meter-Druststafsel für Turnerinnen. War in Frankfurt die Zeit mit 3.292/s Minuten eine gute zu nennen, so wurde in Halle von drei Vereinen die Strecke in 3.1275 zurückgelegt. Die Staffel des Oie» Heuer Turnvereins von 1 846 schwamm in Frankfurt 3.29V6. in Halle verbesserte sie ihre Zeit auf 3.257; und erreichte hiermit in der Turnerinnenstaffel die zweitbeste Zeit an 4. Stelle. Der Turnverein 1846 kann seine Staffel mit zu den besten innerhalb der D. T. zählen, sie wird immer ein nicht zu verachtender Gegner sein. Schwimmen int (Bau Hessen der D. T. 4 Zur zweiten planmäßigen Vorschwimmerstunde hatte der stellvertretende Gauschwimmwart Sauer (Gießen) am Sonntag in das Städt. Schwimmbad eingeladen. 28 Turner und 14 Turnerinnen der Schwimmabteilungen aus Gießen (T.D. 1846 und M. T. V.), Friedberg. Wetzlar, Vad-Nauheim. Butzbach und Treis a. d. Lda. hatten si • 4% Hessen 3•/,% Hessen 3% Hessen ....... Deutsche Wertd. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schav-Anweiing.’) 4*lo Zolltürken 5°/o Goldmerikaner. • . . . Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nationaldank Deutsche Bank Deutsche Vereinsbank .... Disconto Commandit Metallbank Mitteldeutsche Kreditbank. . Oestcrreichische Crcditanstalt Westbank ...... . Bochumer Guß ....... Buderus - . ........ Caro ............ Deutsck-Luremburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau Kaliwerke AscherSleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahütte ■ ....... Oberbedars Phönix Bergbau ..... Rbeinttahl....... • • • . Ricbeck Montan ..... Tellus Bergbau. .... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . Cheramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmuiin ..... Anglo-Cont.-Guano Chemische Mayer Alapin . . I. G ssarbcnindusirie, A.-G- Goldschmidt.......... Holzverkohlung Rütgerswcrkc Echcideansialt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ........ , Mamkrastwerke ........ Schuckert . . Siemens & Halske ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren Levligenstaedt......... Meguin...... Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgcsell'chaft Frankfurt. Pet. Union A--G. ...... Schuhfabrik Herz Sichel Hellstoss Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . .. 1.414 — 0,4125 0,4225 0 405 0,415 0.4175 0,405 — 0.40 0, 95 0.46 - — '1.4' 0,4776 0 265 0 28 — 1 ,415 — 0 41 0,4025 0.4 — 0,43 - — —— 0 42 0.405 — 0,44 —— «0.25 — 92 —— 90.05 — 99,5 —■> 10 3 10.62 -- — — 41,7. — 148' 148 2’ 149 1’ 109.5' 10)’ 109.7’ 109’ 1.0.2' 130’ 12'’ 130 2* 129’ —- 129,5* 129' — — _ 122,7’ 122' 122’ 122* 87 86 — 101,5’ 101 2' 101.7’ 101’ 7.24 7 1 7 6,9 0 033 0,033 — 89* — 87* 87* 6 44,9 47 44,9 45 — 45.25 45’ 89* — 89.75* 89 5’ 90 5* 90,62’ 89.9* 90 6i’ Ul’ 111’ Ul’ 110.2’ 115.5’ — 117* 116’ 118,5 122,25 — 118,5 i)3 — 32 — 50* — 50.75* 49.5* 79,25* 78.5* 8,75’ 78* 81’ 82’ 81 75* 81,5’ 85 — 87,5 86 55 — — - 127,5* 129,5’ 130* 129* 131,5* 130,5’ 131.7’ 130.9’ — — — 78.25 78,5 - — 63,25 o7,5 — —- — — 89 — 12 < ,7* 128,6’ 129,2* 128 7* 71 75 72 72 70,75 63 — *■ — 7< 77 77,5 76 94 92 5 —— — 97,25* — »7* 97* 86* — 85* 85* 86 — — _ 84,5* 103.7’ — 81,75* 83.5’ —- 102* 102* 41.5 41,75 40 41 36.5 36 86 35,9 23 — — —— 30 31,5 — 19 — —e» - 30 - 97.25 97 — 63,5 — 64,75 31,5 —» 34 6 -w 6,5 — 101 101 101,5 102,5 45 43.5 —— 44 43.5 — — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 16 Jebr. 17. Febr. Amtliche Noki.rung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Briet Amsl.°Rou 168.06 <68.48 168.06 168,48 Buen.-Aires 1,7-8 1.729 19,11 1.724 1,728 Brss.-Aniw- 19,07 19 07 19,11 Christiania. 85,31 85,76 87,91 88,13 Kopenhagen 109,04 109,32 108,70 109 24 Stockholm - 112,29 (12,57 112,27 112,35 Hclsingfors. 10,552 10,592 10,55 10,59 Italien. . !6,92i H.965 16.92 16,06 London. . 20,'.99 40,451 20,40) 20,452 Neuyork . . 4,195 4,2'15 4,195 4,20.5 Paris. . . li,24 15,28 15,19 >5,23 Schweiz . . »0,7 i 10,97 SO 77 80,97 Spanien. . 51.06 59,30 59,0 < 19,22 Japan .. . 1,914 1.918 1,938 1,94.2 Rio dr Jan. Wien in D-- 0.021 0.623 1 621 1.6'23 Oest. abgest 59,045 59,185 59,01 59,18 Prag .... 12,418 12.458 12,418 12,468 Belgrad . . 7,379 7,395 7.38 7,40 Budapest. . Bulgarien . 5,872 0,892 6,872 5,892 3,13 3,01 3,045 3,055 Lissabon 21,245 21,295 21 242 21,295 Danzig. . . 80,1'1 81,11 80 «1 81.11 Konstanftn. 2,20.1 2,215 2,197 2,207 Athen- . 5.89 5 91 6 04 6.06 Canada. . . 4.179 4,189 4.179 4,189 Uruguay 4,325 4,335 4.325 4.335 Banknoten. Berlin. 16 Febr Geld Briet Amerikanisch - Note» ..... ♦ .191 4,212 Belgische Noten........ 19.01 19 ll Dänische Noten........ Englische Noten........ 107.88 108.42 20.367 20,462 Französische Noten ...... 15,36 15 41 Holländische Noten ..... 167,78 168,62 fttaltenische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oe sterr-, 5 100 Kronen 16 92 17,00 88.18 88 6'2 58.9-2 59,24 Rumänische Noten...... — —- Schwedische Noten..... 111,91 112.45 Schweizer Noten....... 80,66 81.06 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 59.00 59 30 12.395 12.455 Ungarische Noten..... . 5.83 5.87 Berliner Börse. kEigencr Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".) Berlin, 17. Febr. Das Börsengeschäft war heute ä u ß e r ft gering. Die Kurse zeigten keine einbeitliche Bewegung, neigten aber überwiegend leicyt zur Schwäche. Der Hauptgrund hierfür dürfte in positionstechnischen Gründen zu suchen sein. So mar u. a. durch den morgigen Differenz-Zahlungstag die Spekulation eher zu Abgaben geneigt. Aus der allgemeinen Lustlosigkeit hoben sich nur einzelne Papiere heraus. So waren Berliner Hochbahn gefragt, da ein Angebot der Stadt Berlin an die Aktionäre bevorstehen soll. Heimische Staatsrenten waren wieder befestigt. Zu der wenig freundlichen Stimmung dürfte auch der w e V- tere Rückgang des französischen Frankens beigetragen haben, der sich gegen London auf 134,50 senkte. Japan lag gegen Neuyork fest mit 46,15. Auch Oslo und Kopenhagen waren befestigt. Am Geldmarkt herrscht die Flüssigkeit unverändert an. Da sich das reichliche Angebot in der Hauptsache auf Tagesgeld erstreckt, so kann die Börse von diesen Mitteln zu Effektenkäufen kaum in größerem Maßstabe Gebrauch machen. Tagesgeld hörte man mit 4,50 bis 6,50 Proz., Monatsgeld 6,50 bis 7,50 Proz. frankfurter Börse. Frankfurt, 17. Febr. Tendenz: Schwan- kend. — Die Börse war auch heute durch eine große Unsicherheit gekennzeichnet, was sich in neuen Schwankungen zeigte. Nachdem die Dor- börse auf das Nachlassen des Angebotes etwas freundlicher gestimmt war und leichte Kursbesserungen eingetreten waren, hatte der offizielle Beginn wieder Rückgänge zu verbuchen, die sich aber im allgemeinen in engen Grenzen hielten und über 1 Prvz. nicht hinauSgingen. Das Geschäft trug auch heute einen lustlosenCha- rafter, da die Spekulation wenig Unternehmungslust zeigte und größere Engagements nicht einzugehen gewillt war. Die Llmsahtätigkeit blieb, da es an Anregung fehlte, und auch an Kaufaufträgen mangelte, gering. Am Montanmarkt wurden Buderus 1,13 Proz. niedriger, Phönix minus 0,7 Proz., Riebeck-Montan minus 1 Proz. Gelsenkirchen, Harpen er und Rheinstahl eröffneten unverändert. Leicht gebessert waren Mansfelder und Rheinische Braunkohlen. Farbwerte waren ettoaä gehalten. Elektro- aktien neigten zum Nachgeben. Bankaktien bröckelten weiter ab. Schiffahrtswerte gaben ebenfalls nach. Don Autoaktien zogen Kleher l.icht an, während Daimler um 0,5 Proz. nachg^beu. Don Bauaktien setzten Weiß & Freytag die Aufwärtsbewegung um 1,5 Proz. fort. Zellstoff- aktien waren gehalten. Zuckeraktien lagen niedriger. Don deutschen Anleihen standen Kriegsanleihe wieder im Vordergründe des 3nteresses, doch hat sich der Kurs auf 0,415 gesenkt. Lebhaft ging es am Markt der Ausländischen Renten zu, wo Türken und Russen weitere Steigerungen erzielten. Ungarn lagen behauptet, während Mexikaner leicht nachgaben. Der Freiverkehr war still bei kaum veränderten Kursen. Api 0,4, Deckerstahl 45, Beckerkohle 61,5, Benz 36,5, Brown-Boveri 71, Entreprise 9,25, Growag 53,5, Krügershall 93, Ufa 53, ilfra 61,5 Proz. 3m weiteren Verlaufe waren die Kurse etwas behauptet. Leichte Schwankungen nach oben und unten hielten sich die Wage. Das Geschäft blieb aber ruhig. Am Geldmarkt hält die Flüssigkeit an. TageSgeld war wieder etwas ermäßigt und stellte sich auf 5 Proz. Monatsgeld 6V2 bis 8Vz, je nach Adresse. Privatdiskonten 5V2 Proz., 3ndustrie-Akzepte mit Bankgiro 6,75 bis 7 Proz. 3m Devisenver- kehr stellte sich Paris gegen London auf 133,80. Die übrigen Valuten sind unverändert. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Frankfurt a. M., 17. Febr. Cs wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 26 bis 26,25, Roggen (inl.) 17 bis 17,25, Sommergerste (für Brauzwecke) 20 bis 22, Hafer (inl.) 18,50 618 21,50, Mais (gelb) 18,50, Weizenmehl (inl., Spezial 0) 40 bis 40,50, Roggenmehl 25,50 bl6 26, Weizenkleie 9,75, Roggenkleie 10 bis 10,25. — Tendenz: Ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 16. Febr. An der Berliner Produktenbörse setzte sich heute in Tlebereinstimmüng mit festeren Auslandmeldungen gleichfalls eine freundlichere Nachfrage durch, besonders vermochten die Weizenlurse von dieser Gestaltung zu profitieren. Iul.iridsangebot ist zu erhöhten Preisen vereinzelt mehr vorhanden, geht aber im Durchschnitt über den bisherigen Umfang nicht hinaus. 3m Roggengeschäft bleibt es still, auch waren die Preisforderungen verhältnismäßig gering. Das 3nlanb offeriert mehr, doch ist die Nachfrage sehr gering, da von Export gar keine Rede fein kann. Gerste und Hafer ruhig. Don Mehl ist lediglich Weizenmehl in bester Auszugsware bevorzugt. Futtermittel im Angebot, aber schwer verkäuflich. 3m Lieferungsgeschäft eröffnete Weizen mit 264,50 per März und Mai mit 272 mit je 1,50 Mark hoher. Roggen per März mit 165 und Mai mit 177,50 0,50 Mark über Vortag. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märt 246 bis 249, pomrn. 246 bis 249, do. März 264,50 bis 263,50, do. Mai 272,50 bis 271, Roggen, märt 144 bis 149, do. Pomm. 144 bis 148, do. März 165, do. Mai 177,50 bis 176,50, Gerste, märt 156 bis 192, Futtergerste 138 bis 154, Hafer, märt 152 bis 166; für 100 Kilo: Weizenmehl 32,25 bis 35,50, Roggenmehl 21,75 bis 23,75, Weizenkleie 10,50, Roggenkleie 9,20 bis 9,40, Dittoriaerbsen 26 his 33,50, kleine Speiseerbsen 23 bis 25, Futtererbsen 21 bis 23, Peluschken 20,50 bis 21,50, Ackerbohnen 19,50 bis 20,50, Wicken 21,50 bis 23,50, l Briefkasten der Redaktion. (Rechtsguthaben sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitang.) E.P. Da Sie nicht Mitglied der Krankenkasse waren, haben Sie keinen Anspruch auf die Wochenbeihilfe. 3edoch käme für Sie evtl, die Wochenfürsorge durch den Fürsorgeverbanb in Betracht. Zuständig hierfür ist in der Stadt Gießen das städtische Wohlfahrtsamt, für den Kreis Gießen das Kreiswohlfahrtsamt. L. K. in O. Arbeitern unter 18 Jahren kann nach den reichsgesetzlichen Bestimmungen die 6r- werbslosen-älnterstützung nur dann gewährt werden, wenn besondere Bedürftigkeit vorliegt. ü. 2H. in R. Kanalgebühren und Wassergeld sind in P r e u ß e n in der Miete enthalten. Will der Hausbesitzer das Wassergeld gesondert erheben, durch Umlage, so hat der Mieter das Recht, dafür 3 Proz. des Mietsatzes zu kürzen. Den gemeindlichen Zuschlag zur Grundvermögenssteuer, der 100 Prozent übersteigt, kann der Hausbesitzer neben der Miete besonders erheben. ft £. In diesem Alter können Sie nicht mehr Förster werden. Wir werden über diese Frage demnächst einen Aufsatz veröffentlichen, den Sie beachten wollen. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau".) Donnerstag, 18. Februar: 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.15 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Neue Tanzschlager. 5.45—6.15 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Uebertragnng von Kassel. Vortrag von Redakteur German Vohnau: Publikum und Kunst. 6.45—7.15 Uhr: Funkhochschule (Sozialwissenschaft): ,Hauptbegründer der Elektrizitätsindustrie (Werner 0. Siemens, Emil und Walter Rathenau)", Vortrag von Prof. Dr. Kuntzel. 7.15—7.45 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 815—9.15 Uhr: Altitalienische Musik. 9.15—10.15 Uhr: Zeitgenössische italienische Musik. Anschließend bis 12 Uhr: Uebertragung aus Berlin: Tanzmusik der Kapelle Rapse.