Nr. 29| Erster Blatt 176. Jahrgang Donnerstag, (6. Dezember 1926 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmrf und Verlag: vrühl'sche Universtlülr-Buch- und Steinörndcrei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Erschein» täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen; ©(ebener Familienblättei Heimal im Bild Die Scholle Monorr.Leritz,preis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfenntg für Träger» lohn, auch Lei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanlchiüsfe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten; Anzeiger rleßeu. postschccttonto: SroHflnrl am Main 11688. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bl» zürn Nachmittag vorher. Preis für | rem höhe für Anzeigen vv.i 27 mal Breite önlich 8, auswärts 10 Reichspsennig- für Reklameanzeigen can 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorfchrift 20" mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wiih. Gange; für Feuilleton Dr H.Tdyriot? für den übrigen Teil Ernst Dlumfchcin; für den Anzeigenteil i. Dcrtr. H. Deck, sämtlich in Gieszen. Die päpstliche Friedensaktion im Jahre 1917. Reichskanzler Michaelis und Staatssekretär von Kühlmann vor dem Untersuchungsausschuß des Reichstages. Haben wir doch einmal den Mut. das öffentlich groben Unfug zu nennen, was tatsächlich grober Unfug ist. Da tagt wia-er irgendeiner der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse des Reichstages, um „Klarheit" über die politische Rolle zu schaffen, die der frühere Reichskanzler Michaelis in Sachen des päpstlichen Friedensschrittes gespielt hat- Diese Klarheit kann Unmöglich durch Parteipolitiker geschaffen werden, die -um Teil ganz offensichtlich dabei demagogisch« Zweae verfolgen. Es geht nicht an, heute den geschichtlichen Tatsachen Gewalt anzutun, darauf zu bauen, daß nicht- leichter vergessen wird, als die Geschichte von ehenestern. Michaelis wird heute von der Linkspresse als F.icdensverhinderer bezeichnet, obschon im Herbst 1917 die führenden Parlamentarier des Zentrums und der Sozialdemokratie die Politik des Reichskanzlers Michaelis in Sachen der päpstlichen Friedensnote durch- au8 gebilligt hatten. Um was handelte es sich überhaupt? Am 4. August 1917 halte Papst Benedikt eine Rundnote an die kriegführenden Mächte gerichtet, in der diese aufgefordert wurden, sich zu bestimmten Leitsätzen der Rote zu äußern, um fo einen gerechten und dauernden Frieden vorzubereiten. Die erste Antwort gab Wilson durch seinen Staatssekretär Robert Lansing. Eie war in so hemmungslosen Ausdrücken gehalten, daß selbst der »Vorwärts" nach der Veröffentlichung der Rote Anfang September 1917 schrieb, da st auf der Grundlage der Antwort Wilsons Fricdensverhandlungen für die Mittel- "»äckte nicht möglich seien. Eine Auffassung, Uv ' ' m 23. September i;n Haushalts- ausschuß Oeu ' 3 ausdrücklich bestätigte, wobei Roste besonder!, betonte, dah ein Verzicht auf Elsah-Lothringen sür das deutsche Volk überhaupt nicht in Frage käme. Inzwischen hatte die Reichs regierung am 19. September die päpstliche Rote von sich aus beantwortet. Sie war trotz der herausfordernden, ja gewollt beleidigenden Antwort Wilsons in versöhnlichem Ton gehalten, wobei noch aus die Iuli-Enischließung des Reichstages verwiesen wurde. Allerdings, über Del- g i e n stand nichts in der Rote. Und gerade das wurde vom Abgeordneten Crzberger am 23. September im ReichsHaltsau5schust gebilligt, der bei dieser Gelegenheit die Politik von Michaelis und Kühlmann über den Schellcndaus pries. Heute aber sind es Zentrumspolitiker. die Michaelis beschuldigen, aus konfessioneller Cngherziglcit den Papstfrieden vereitelt zu haben! Zunächst; die erhabene Persönlichkeit des Papstes Benedikt bürgt dafür, dah er nichts anderes wollte, als einen dauernden und gerechten Frieden herbeizuführen. Er hat in den Kriegsjahren ununterbrochen dafür gearbeitet, jede Anregung ausgegrisfeu, um dem Völk rkrieg ein Ende und die Weder! chr ähnlicher Kriege unmöglich zu machen. Aber wenn jemals, fo hatten diese in voller Unparteilichkeit unternommenen Versuche gerade im Sommer 1917 keine Aussicht auf Erfolg. Das wird bc sp e'.sweise von' einem so unverdächtigen Zeng m, wie dem tschechoslowakischen Siaalsp.äsideweu M a s a r y k bestätigt, der in seinem Buche „Die Weltrevolution" u. a. fest stellt, dah die Entschlossenheit und die Siegeszuversicht der Verbündeten niemals größer war als im Herbst 1917. Allein was Michaelis zum Vorwurf gemacht wird, das ist. dah e: de n Siebenerausschuh des Reichstages nicht Mi tteilung machte über einen Brief, den er als Reichskanzler dem päpstlichen Runtius Pacelli am 24. September 1917 gesandt hatte. Also fünf Tage nach der offiziellen Antwortnote. Und in diesem Brief soll kein klarer Verzicht auf Belgien vorhanden gewesen sein, aus den es angeblich den Verbündeten hauptsächlich angckommen sei. Die Verbündeten wollten damals, schon etwas mehr als nur die bedingungslose Preisgabe Belgiens. In den Geheimverträgen der Verbündeten sollte Deutschland nicht nur Elsah-Lothringen verlieren und hinter den Rhein zurückgedrängt werden, es sollte auch im Osten soviel Land an Ruhland abgeben, dah die deutsch-russische Grenze etwa dem Laus der Oder entsprochen hätte. Rur der Zusammenbruch Ruhlands hat die Ausführung dieser Pläne verhindert. Und der Zusammenbruch Ruhlands war das Werk der deutschen Heere und ihrer Führer im Osten. Weshalb richtet Scheidemann heute im Unterausschuß allerhand neugierige Fragen an Michaelis, aus denen nur das eine hervorgeht, daß Scheide- mann alle Dinge und alle Zusammenhänge völlig vergessen Hot. So behauptet er nach dem .Vorwärts"', die Papstnote sei von den Vereinigten Staaten und England beantwortet worden. England und Frankreich hatten überhaupt nicht geantwortet, wohl aber hatte Asquith am 26. September 1927 die Kriegsziele Englands in einer Rede ungefähr fo umschrieben, wie sie sich im Versailler Vertrag wiederfinden. Und als Nosks am 28. September im Haushaltsausfchuß des Reichstages sprach, wies er ausdrücklich diese Kriegsziele Asquiths zurück. Was Scheidemann nicht abhält, heute Michaelis zu stellen, wie er damals erklären könnte, der Kanzler behandle die mit der Pc-pstnote zusammenhängenden Dinge aufschiebend, um den Gegnern die Schuld am Scheitern des päpstlichen Fricdenschrittes zuzuschieben. Die Erklärung ist sehr einfach: der Kanzler stand da- damals mitten im Fluß des Gej Ziehens, während Scheidemann alles vergessen i i gemäß seiner Lebensregel nichts hinzugelernt hat. Und das Ergebnis? Die kaiserliche Regierung Hal das päpstliche Friedensangebot n i ch t auf das tote Gleise abgeschoben. Die Gegner wollten keine Verständigung, woran nichts ändert, daß schließlich auf deut- scher Seite auch diplomatische und politische Fehler gemacht worden sind. Dor allem dadurch, daß die sozialistischen Führer in Deutschland von der Internationalen Sozialistenkonferenz in Stockholm so viel Aufhebens machen durften, da nachweisbar ist, daß gerade diese Konferenz Deutschland a l s S ch w ä ch e a u s g e l e g t wurde. Am Mittwoch wurde nun auch noch der ehemalige Staatssekretär von Kühl- m a n n vor dem Untersuchungsausschuß des Reichstages vernommen. In der Hauptsache hat Kühlmann diese Vernehmung durch die Darstellung der außen- und innerpolitischrn Ereignisse im Sommer und Herbst 1917 ausgefüllt. Dabei ist nichts, aber auch gar nichts für die These der Linksparteien übrig geblieben, daß die kaiserliche Regierung die Schuld und die Verantwortung dafür trage, daß der Friedensversuch des Papstes nicht zum Erfolge führte. Es bleibt dabei: der päpstliche Friedensschritt hatte keinerlei Aussicht auf Erfolg, weil die Gegner entschlossen waren, vor dem Zusammenbruch Deutschlands die Waffen nicht niederzulegen. Selbst Er^berger hatte die Politik der Rcichs- regierung in Sachen der Papstnote öffentlich gebilligt. Tie Gegensätze waren nicht auszuglei- djen, auch nicht durch die hohe diplomatische Kunst des Vatikans. Frankreich wollte Elsaß- Lothringer!, wie Italien unbedingt an der Eroberung an Südtirol und Istrien festhielt. Daß das hätte anders kommen können, sofern der Siebenerausschuh des Reichstages von dem streng vertraulichen Brief an den Papst vom 24. September 1917 unterrichtet worden wäre, ist kaum anzunehnlen. Völlig töricht und abwegig ist es, der kaiserlichen Regierung den Vorwurf zu machen, dah sie in Sachen der Papstnote eine gefährliche und unzulässige Geheimdiplomatie getrieben Habs. Der Vorwurf ist noch törichter, wenn als Gegenbeispiel auf — Wilson verwiesen wird, der die Macht der öffentlichen Meinung ausgespiell habe. Das Bispiel ist für den Fall nicht tauglich. Wilson hat die öffentliche Meinung für den Krieg bis zur völligen ilnter- werfung der Gegner eingesetzt. Deutschland aber hätte nach der Meinung der Linksparteien die Macht der öffentlichen Meinung für den Friedenswillen Deutschlands einsetzen sollen. Wenn das in Kriegszeiten fein Schwächezeichen ist, dann gibt es keins. Ein Ultimatum der Sozialdemokraten. Berlin, 15. Dez. (I2L) Die sozialdemokratische Reichstagssraktion faßte am Mittwochabend nach vierstündiger Sitzung folgenden Beschluß: Die sozialdemokratische Fraktion ist zu Verhandlungen über feie Bildung b er Großen Koalition bereit. Sie ist aber der Aufsassnng, dah hierzu der Rücktritt der Reichsregierung erforderlich ist. - Der Beschluß der sozialdemokratischen Fraktion bedeutet, wie wir hären, dah die Fraktion e i n Mißtrauensvotum einbringen wird, wenn der Rücktritt der Reichsregierung nicht erfolgt. In der Debatte wird für die Fraktion der Abgeordnete Scheidemann das wort nehmen. Der „Vorwärts" schreibt erklärend zu dem Vesch.ust der Fraktion: Der Fraktion sei es mit ihrer Verei.scha.t zur Vtloung e.ner Regierung ter Grapen JCoaa.ion durchaus ernst, necchtver- ständuch wolle s.e in der Grasten Koalition für die Repub.ik und für die arbeitenden Mas,en etaas erreichen. Erne Regierung der Großen Koa-i.ion könne geschaffen werden, ohne dah grund'äh.ich alle Por.e.euilles neubeseht würden. Das schließe natürlich nicht aus, dah der eine ober andere Minister bei der Reubildung der Regierung wieder in fern Amt zurückkehre. Das Mißtrauen der Sozialdemorra- tie gegen Gehler könne durch leine irgendwie gear.cle Erk.ä.ung beseitigt o.er beschwichtigt werden. Sollten sich die Parteien der Mitte mit der ©Ojialbcmalra.ie über die notwendige Reform der Reichswehr einigen, fo werde der Wann, der diese Reform durchzusühren habe, noch zu finden sein. Stresemann müsse unglücklicherweise Berlin bald wieder verlassen, um für sechs Wochen in Aegypten Erholung zu suchen. Dah es für die Sozialde.nolratie ein ziemlicher Unterschied sei, ob sie mit Stresemann ober mit Scholz zu tun habe, werde man verstehen. Auf eine Vertagung der Krise könne sich die Sozialdemokratie nach alledem nicht einlasten. Erst trenn der Rücktritt der Regierung erfolgt sei, sei der Weg frei für Verhandlungen. Ein Schlag ins Gesicht. Tic Berliner Presse zu dem sozialdemokratischen Beschluß. Berlin, 16. Dez. (Wolfs.) Durch den gestern in später Abendstunde von der sozialdemokratischen Reichstagssraktion gesahten Beschluß hat sich die innerpolitische Lage von Grund auf geändert. Ob die gestern getroffenen parlamentarischen Dispositionen sich aufrecht erhalten lassen werden, ist fraglich geworden. Die endgültige Entscheidung über die Lage dürfte am heutigen Vormittag fallen, wenn die Stellungnahme des Reichskabinetts zu dem sozialdemokratischen Beschluß und das Ergebnis der sich an die Kabinettssitzung anschließenden Besprechung des Kanzlers mit den Fraktionsführern der Regierungsparteien vorliegen wird. Die „Germania" sieht in dem Beschluß ein Zugeständnis an den radikalen Flügel der Partei. Mit Politik habe eine solche Taktik wenig mehr zu tun. Das Blatt glaubt nicht, dah die Reichs- regierung und die Regierungsparteien viel Rei- gung zeigen würden, der sozialdemokratischen Forderung zu entsprechen. Man brauch: sich deshalb auch nicht zu wundern, wenn die Beschlüsse des heutigen Minifterraks unb der RegierunZSpac- teien anders aussielen, als sie oh« die sozsal- demokratischen Eingriffe ausgefallen wär«. — Auch die „Tägliche Ru-nd schau" zweifelt nicht daran, dah das Kabinett der sozialvomo- kratischen Forderung nicht Rechnung tragen werde. — Die ,V os s. Zt g.^ sagt, der Frailionsbeschluh werde als ein Schlag in das Gesicht des Kabinetts Marx empfunden, das unzweideutig zu erkennen gegeben habe, da) es ehrlich die Große Koalition wolle. Das Blatt hält es nicht für ausgeschlossen, dah die Reichsregierung die Antwort als eine Brüskierung empfindet und daraus die Konsequenzen zieht, die ebensogut in einer Gesamt Demi st ion wie in einer Auflö sung des Reichstages bestehen könnten. — Der „Lokal-Anzeiger" schreibt: Zum zweiten Male sei die sozialdemokratische Fraktion über Abmachungen hinweggegangen, die ihre Führer getroffen hätten. Das zeige zur Genüge die außerordentliche Stärke des linken Flügels der Sozialdemokratie. Rach wir vor richte sich der Hauptstoß der Sozialdemokraten gegen b i e Minister der Demokraten, die dennoch immer wieder versuchten, mit der Svzialdemrkralie in Fühlung zu kommen. — Die „Deut sche Tageszeitung" meint, die Mittelparteien hätten sich in dieiem Falle unter Führung des Zentrums und seines Reichslanzlers in eine Situation hineinmanöveriert, die verzweifelte Aehnlichkeit mit einer Sackgasse habe. Denn sie besäßen im Augenblick kaum noch die Freiheit irgendwelcher selbständiger Entschließung, liehen sich vielmehr von der Sozialdemokratie das Gesetz des Handelns dik.ieren. Vie Uoaiilionsverhandlungen. Berlin, 15. Dez. (DDZ.) Bevor der De- schluh der sozialdemokratischen Fraktion, durch das Einbringen eines Mißtrauensvotums gegen die derzeitige R:gierung den Weg zu Berhan> hingen über die Bildung eines Kabinetts der großen Koalition freizumachen, die parlamentarische Lage von Grund aus verändert hat, hatten im Reichstag Besprechungen des Reici-skanzlers mit den Führern der Regierungsparteien und den Sozial- dernokra len stattgefunden, in denen vor allem ber vermittelnde Vorschlag der Demokraten zur Frage einer Umgestaltung der Reichswehr eine Rolle gespielt haben soll. Der Reichskanzler brachte außerdem die Tkroreiterung der Regierungsbasis zur Sprache. Die Fraktionen des Zentrums und ter Dem otr a ten hatten in später Abendstunde ihre Bereitwilligkeit zur Bildung der großen Koalition mit den Sozialdemokraten ausgesprochen. 'Das Zentrum hatte sich dem demokratischen Vermittlungsvorschlag angeschlossen, nachdem ein besonderer Ausschuß des Zentrums die V rchläge der Demokraten neu formuliert hatte. Auch die Reichstagskxaktion der Deutschen Volks- Partei hatte in chrer Abendsitzung beschlossen,' ohne Aussprache die Erklärung gutzuheihen, dah die Deutsche Dolkspartei zu Verhandlungen über bie große Koalition bereit sei. Der Beschluß war sofort dem Reichskanzler mitgeteilt worden, der ihn den Sozialdemokraten bekanntgegeben hatte. Trotzdem faßten diese den oben mitgeteilten Beschluß, der in dem derzeitigen Augenblick der Verhandlungen in den Kreisen der Mittelparteien als scharfe Brüskierung empfunden wird. Schwere Grenzverletzung durch polnisches Militär. Znstruktionsstundc ans dculschcm bkbict Marienwerder, 15. De;. (TU.) wie die Weichsel zettung" meldet, erschienen am letzten Montag in einem Lastauto etwa drei Offiziere und 40 TTlann polnisches Militär, anscheinend vom 18. Ulanenregiment in Graudenz, in der an der Strohe Garnfee (deutsch), Bahnhof Garnsee (polnisch) gelegenen pahkontrollstelle. hier glicöAtr sich das polnische Militär in zwei Abteilungen, während die cme auf polnischem Gebiet blieb, überschritt die andere die Grenze. Dort wurden von einem polnischen Ossizier an Hand einer Karte Instruktionen erteilt. Die Abteilung hat sich etwa eine Diertelstunde auf deutscher Seite auf- gehaltcn. Jlad) den Umständen zu schlichen, liegt eine vorsätzliche und o s s en s i ch 11 i ch e Grenzverletzung vor. Ein Irrtum ist ausgeschlossen. panamaunterdem„protektorat" -er vereinigten Staaten. Ein sensationeller Vertrag. London, 16. Dez. (WTB. Funkspruch.) wie „Times" aus Reuyork meldet, hat in Panama das Bekannlwerden eines kürzlich zwischen Panama und den vereinigten Staaten abgeschlosfenen Vertrages beträchtttche Erregung verursacht, in dem Panama sich verpflichtet, s i ch'a n einem Kriege, in den die vereinigten Staaten verwickelt werden, zu beteiligen. In diesem Falle sollen die vereinigten Staaten die ft entrolle für Verkehrswege und Funkstationen über-' nehmen können. Ferner wird in dem vertrage die Manzarilloinsel vor dem atlantischen Ausgang des Kanals abgetreten. Panama und Colon werden zu Freihäfen erklärt, weiterhin enthält der Vertrag die Verpflichtung w gew.sfen Wege- und Brückenbauten sowie Befflmmunq-n Zoll- und wirtschaftspolitischer Art. Der Staatssekretär des Aeuhern von Panama hat bereits zugegeben, daß der von zwei Zeitungen In Havanna veröffentlichte Wortlaut des Vertrages zutreffend ist. wie „Times" mitteilt, wird aHg'm?1n angenommen, daß die gesetzgebende Versammlung von Panama s i ch weigern wird, diesen Vertrag zu ratifizieren. Die 8inanzlage Belgiens. Ter Erfolg der Frankenstabilisterung. Brüssel, 15. Dez. (WTB.) In * der Kammer führte Finanzminister Houtart u. a. aus: Im Innern fei die Aktion zur Kons oli- bierung der Währung sofort zum Signal für die Rückkehr des Vertrauens geworden. Aus den ausländischen Märkten habe Liese Maßnahme zur sofortigen und vollstänii en Wiederherstellung des Kredits für Belgien geführt. Die Lage der Ralionalbank sei derartig, dah man Vertrauen auf den Erfolg der Wahrungsstabilisierung haben könne. Del- gische Kapitalien strömten mit bemerkenswerter Gleichmäßigkeit in daS La nd zurück. Morgen werde eine Verordnung erlas en, durch welche die Kapitalsfreiheit wiederhergestellt werde. Das Budget für 1927 zeichne sich ins besondere durch die Abtragung des größten Teils der schwebenden inneren und äußeren Schuld aus. Die allgemeine industrielle Sage habe sich mit Ausnahme der Zuckerindustrie gebessert, unb zwar besonders feit der Stabilisierung der Währung. Der deutsch-italienische vertrag. Keine geheimen Zusatzabkommen. Rom, 15. Dez. (WB.) „(Sortiere della Sera" bemerlt in einer politischen Information, daß die Unterzeichnung deS deutsch-italienischen Freund- schasts- und Schiedsvertrages bald er olgen werde. Wenn auch der neue Vertrag in seinen Einzelheiten noch nicht belannt fei, so könne doch schon jetzt en'lärl werden, daß er im wesentlichen nichts anderes enthalte als ähnliche zwischen anderen Ländern abgcschlo.sene Verträge. Insbesondere sei es ausgeschlossen, daß dein Vertrage ein Zusatzprotowll oder irgend.ine geheime Konvention beigerügt werden solle. sei nötig, auf diesen Umstand aufmerrfam zu wachen, um der Phantasie gewi ser ausländischer Tlatter schon jetzt ein Ziel zu setzen. Der deutsch- italienische Vertrag sei ein reiner und einfacher Freundschasts- und Schieds- v er trag und verfolge den Zweck, das fried, liche Zusammenleben zwischen Italien und Deutschland im europäischen Kon-ert immer Herz- lichcr zu gestalten. In dieser Hinsicht sei der Vertrag eine logische Folge von Lo- c a r n o und stehe öurdyaud nicht im Gegensatz zu Tholrv. Trotzdem wäre es naiv, wenn man glauben würde, daß dieser Vertrag lediglich eine diplomatische Formalität bedeuten wüä>e. Angesicksts der ilmftänbe, die zu dem Zustandekommen des Vertrags geführt hätten, und der Feierlichkeit, mit welcher seine Unterzeichnung wahrscheinlich statt- inden werde, müsse man große politische Bedeutung annehmen. Vergeblich würde man aber in dem Wortlaut des Vertrages irgendeine besondere Bedeutung suchen. Diese bestehe vielmehr in dem Geiste, die zu seiner Abfassung geführt habe. Die Wiederaufnahme herzlicher Beziehungen zwischen Italien und Deutschland, ver- Antrag der Regierungsparteien, wonach der bmrden mit dem Vorsatz, sie hnmer herzlicher in Zukunft zu gestalten, sei ein Ereignis von europäischer Bedeutung angesichts der Gemeinsamkeit der Interessen zwischen den beiden Aationen auf sebr vielen Gebieten und des Fehlens der Interessengegensätze auf irgendeinem Gebiet. Deutscher Reichstag. Berlin, 15. Dez. (VDZ.) Auf der Lagesordnung steht die zweite Beratung der Vorlage auf Verlängerung des Gesetze- über die Depot- und Depositengeschäfte. Während die Regierungsvorlage die Verlängerung biS zum 31. Dezember 1928 vorsah. beantragt der Ausschuß die Verlängerung bis zum 31. Dezember 1927. Abg. Kraetzig (Soz.) erklärt, ein Interesse an der Verlängerung hätten nur die Banken, die sich damit ihre Monopolstellung zum Schaden der Sparkassen und kommunalen Banken erhalten w-ilten. Die Sozialdemokraten würden die Vorlage a b l e h n e n. Abg. F i s ch b e d (Dem.) lehnt für seine Fraktion gleichfalls die Vorlage ab. Es sei nicht zu verstehen, warum die Zwangswirtschaft auf dem Gebiete des Kreditwesens noch weiter aufrechterhalten werden soll. Hier könne man ruhig der freien Wirtschaftsentwidlung vertrauen. Abg. Rauch (Bahr. V.) tritt für die Vorlage in der AuLschußfassung ein. Es fei nicht Sache der Sparkassen und Gemeinden. Bankgeschäfte zu treiben. Dem Mittelstand würde die Aufhebung des Gesetzes keinen Vorteil bringen. Abg. Dr. W i e n b e d (Sn.) spricht sich ebenfalls für die Vorlage aus, ebenso Abg. Dauch ,D. Vpt.). Im Hammelsprung wird die Ausschußvor- lage (Verlängerung bis 31. Dezember 1927) mit 156 gegen 126 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Daraus wird das Gesetz auch in dritter Lesung endgültig angenommen. Es folgt die erste Lesung der Vorlage über die Veränderung des Sperrgesetzes für die Fürstenabfindungsprozesse bis zum 30. 3nai 1927. In der Vorlage wird auch die Veräußerung von Vermögensstüden der Masse ohne Zustimmung der Landesregierungen verboten. Aeichsjustizminister Dr. Dell erklärt, die Reichsregierung habe s. Z. ihre Auseinander, sehungsvvrlage zurückgezogen in der Erwartung, daß in absehbarer Zeit in den noch schwebenden Auseinandersetzungen ein gütlicher Aus gleich gelingen werde. In Preußen fei das geschehen. Durch die Verlängerung des Sperrgesetzes um ein halbes Jahr solle verhindert werden, daß die in andern Fällen noch vorhandenen Der- gleichsmöglichkeiten durch Wiederaufnahme der Prozesse vereitelt werden. Die Reichsregierung hoffe, daß die Verlängerung des Sperrgesetzes von den Parteien zur gütlichen Verständigung ausgenuht wird. Der Artikel über das Der- äußerunasverbot sei auf Beschluß des Reichs- ratS in biej Vorlage ausgenommen worden. Abg. Schulte (Zentr.) begründet kurz den zweite Artikel der Vorlage ersetzt werden soll durch eine Bestimmung, die die Länder zum Erlaß eines Deräußerungsverbots auf dem Wege der LandeSgesehgebung ermächtigt. Die Vorlage wird dem RechtSausschuh überwiesen. Rumnehr wirb die zweite Beratung teS RachtragSetatS fortgesetzt beim Haushalt deS ReichsfinanzminisberiumS und der allgemeinen Finanzverwaltung. Reichsfinanzminister Dr. Reinhold wiederholt feine schon im Ausschuß abgegebene Erklärung, daß die Regierung unmöglich mit den großen Erhöhungen, die der Reichstag beim Ostprogramm und bei den RotstandSbei Hilfen beschlossen hat, einverstanden sein könne. Gr erinnert an seine frühere Erklärung, daß daS Gleichgewicht deS Etats nur dann gesichert sei wenn ter Reichstag nicht zu wetteren ungedecktenAus- gaben dränge. Gr bittet den Reichstag, bet der drillen Beratung zu den ursprünglichen Sätzen des Ostprogramms und Rotstan^sbeihilfen zurückzukehren. Sollte das nicht geschehen, so werde die Regierung die Mehrbewilligung nicht ausführen, denn sie erhalte vom Reichstag wohl die Ausgabenberechtigüng, aber nicht die Verpflichtung. Ein solcher Zustand würde sehr bedauerlich sein. Abg. Dr. v. Dryander (Sn.) führt Beschwerde über den Abbau höherer Beamten in der ReichSfinanzver waltung. Die höheren Beamten hätten überhaupt den Eindruck, daß auf sie zu wenig Rücksicht genommen werde. D^s habe sich auch bei der WeihnachtSbei- hilfe gezeigt. Rach Abschluß des Personalabbaus sei von der Regierung feierlich versprochen worden. daß ein solcher Abbau nicht wiederholt werden solle. Die Maßnahme des Reichsfinanz- mmistcrs sei ein Bruch dieses Versprechens, der Ausfluß eines neuzeitlichen Absolutismus demokratischer Minister. Die Denkschrift über die Umbildung des ReichSfinanzministerinms sei sehr dürftig. Abg. Hölle in (Komm.) erklärt, die Sieger- mllberungen deS Ministers feien eine Prämie für den Befih auf Kosten der arbeitenden Massen. In der Finanzverwaltung werde Deschwcndung mit den Steuergeldern der Armen getrieben. Abg. Dr. Hertz (Soz.) bezeichnet die heutige Erklärung des Reichsfinanzministers als unvereinbar mit der parlamentarischen Hebung. Wenn der Minister glaubt, einen Reichstags, befchluß nicht durchführen zu können, so müsse er die Vertrauensfrage stellen. Der gegen den Reichstag gerichtete Vorwurf zu großer Bewilligungsfreudigkeit stehe gerade dein Minister schlecht an, denn er habe diese Bewilligungsfreudigkeit durch eine allzu rosige Schilderung der Finanzlage gefördert. Ehe der Minister Mahnungen an den Reichstag richte, sollte er erst in der Regierung Ordnung schassen und verhindern, daß Reichsernahrungsministerium und Wehrministerium ohne Genehmigung des Reichstags große Ausgaben machen. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Der Redner wendet sich schließlich gegen die Absicht, nach der Sperrfrist vom 1. April 1927 die Wohnungsmieten wesentlich zu erhöhen. Reichsfinanzminister Dr. Reinhold erklärt: Die Reichsregierung ist sich bewußt^tzah eine ge- echte und ausreichende Bef (düng der 'Beamten eine Staatsnotwendigkeit ist. Sie wird üt der größten Beschleunigung die Besoldungs- : i- ' dnung in Angriff nehmen und sie gleichzeitig ' -nh gültigen Finanzausgleich im nächsten Frühjahr den gesetzgebenden Körperschaften zuleiten. Die Etats des Reichsfinanzministeriums und der allgemeinen Finanzoerwaliung werden nach den Ausschußanträgen bewilligt. Nachdem noch ohne Aussprache das Haushab tungsgefetz in zweiter Lesung angenommen ist, vertagt sich das Haus auf Donnerstag. Preußischer Landtag. Berlin, 15. Dez. (DDZ.) Der Preußische Landtag setzte die erste Beratung des Etats fort. Abg. Dr. Winckler (Dntl. : Bedauerlicherweise Ijat Preußen jeden Einfluß auf den deutschen Eisenbahnbesitz verlogen. Die Reichsbahngesellschaft mißachte preußische Gesetze. Größte Sparsamkeit in der Tlatwirtschaft sei am Platze. Die Staatsaufsicht müsse über die kommunalen Verwaltungen in bezug auf die Kreditwirtschaft intensiver sein. Die Prrionalpolitik dürf. nicht dahin gehen, unbefähi^l Leute in die Kreisverwaltungen zu bringen, i'.ur weil sie Parteimänner sind. Heute herrsche -lizeiliche Willkür. Früber sei für das Wirken der Polizei das Motiv der Staat gewesen, heute sei die Partei daS Motiv. «Sehr wahr bei den Deutfchnationalen.) Die Deutfchnationalen träten für den Richterstanb und seine Unab- hängigkeit ein und wendeten sich entschieden gegen Uetetgriffe auf eine weitere Säule aus besserer Zeit, aus das Berufsbeamtentum. Sogar Ministerpräsident Brauls habe jüngst dieses Berufsbeamtentum mit Verunglimpfungen und Bedrohungen bedacht. Die Deutfchnationalen hätten beantragt, daß die StaatSregierung sofort mit Vorarbeiten für eine neue Beamtenbesoldungsrc, o beginnen solle. Abg. W a en t i g (Soz.) b<)andell die Frage, wo man wirksame Ersparnisse erzielen könne. Das sei vor allem möglich bei Durchführung der Verwaltungsreform. Seine Partei werde an der HauSzinssteucr gewissermaßen als einer Erschbaft der Armen festhallen. Dom Finanz- mmister sei eine klare Darlegung zu verlangen, welche Pläne er hat hinsichtlich der Gestaltung des FinaruausgleichS. Abg. Grebe (Zentr - schildert die Schwierigkeiten, bei gesteigerter Sozialpolitik Abstriche am Etat zu machen. Die Gemeinden erhielten zwar jetzt mehr Staatsgelder als früher, hätten aber auch entsprechend mehr Aufgaben zu erfüllen. Auf dem Anleihewege sollten genügend Mittel für produktive Erwerbslosenfürsorge, allgemeinen Wohnungsbau und planmäßige Siedlungen beschafft werden. Hochwassecschutz und Meliorationen dürften hinter dem Dau von Kanälen nicht zurückstehen. Bismarcks Wort, daß die Länder Kostgänger deS Reiches werden sollten, sei so zu verstehen, daß die Staaten vom Reiche so ausgestattet werden müßten, daß sie zufrieden sind. Dieses Ziel sei bisher noch nicht erreicht. Daß von dem Erträgnis der Hauszinssteeur erhebliche Teile für den allgemeinen Finanzbedarf herangezogen werden, sei eine schwache Seite des Etats. Abg. Dr. W i e m e r (D. V.) erklärt, daß feine Partei die Mitverantwortung gegenüber 0hMtinottDenbigfetten empfindet. Wrr haben vom Finanzminifter unitarische Aeuherungen gehört, gegen die wir Verwahrung einlegen müssen. Auch uns geht der Einheitsstaat vor, für jetzt aber tarnt die Selbständigkeit der Sinzelländer, insbesondere Preußens, nicht entbehrt werden. Mag heute noch mit der Hauszinssteuer gerechnet werden, so muh man doch an ihren Abbau denken. Unter der Sparsamkeit dürfen die Kulturaufgaben nicht leiden. Wir halten eine De - s oldungSreform für alle Deamtenkatego-rien für nötig. ES muh alles geschehen, um die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft zu erhalten. Wir können dem Staatsministerium nicht unser Vertrauen schenken. Hierauf wird in allen drei Lesungen der Inittativgesetzentwurs aller Parteien mit Ausnahme der Kommunisten, der genau wie im Rriche den preußischen Beamten eine einmalige Zuwendung noch vor Weihnachten machen will, angenommen. Das HauS vertagt sich auf Donnerstag. Das Wohnungsbauprogramm in Preufien. Berlin, 15. Dez. (WTD.) Der Heimst attenausschuh des Preußischen Landtages verhandelte über den sozialdemokratischen Antrag auf Bereitstellung höherer Mittel, um zu erreichen, daß im Jahre 1927 in Preußen mindestens 200 000 Wohnungen erbaut werden. Vertreter des Finanzministeriums und des Wohl- fahrtsministeriums erklärten, daß für den Wohnungsbau deS nächsten Jahres 430 Millionen bereits durch den Etat zur Verfügung gestellt seien. Es könne daher ohne weiteres mit dem Woh- nungSbauprogramm begonnen werden, sobald die Witterung es zulasse. Heber ein zusätzliches Dauprogramm und seine Finanzierung seien zwischen den Reichsministerien und dem preußischen Staatsministerium Verhandlungen im Gange. Es bestehe die Hoffnung, daß ein erhöhtes Wohnungsbauprogramm im nächsten Jahre durchgeführt werden könne. Weitere Ausdehnung des Dortmunder Schulstreibs. Dortmund. 15. Dez. (TA.) Der Dortmunder Schulftreik Hal sich nun auch auf Schwelm ausgedehnt. In Soest wurde die Wsendung eines Protesttelegramms an den Kultusminister beschlossen. Frils dieses heut? abend nicht beantwortet ist, wird sich die Soester Elternschaft dem Schulftreik anschließen. In Dortmund Stadt und Land streiken insgesamt 9938 Kinder, in U n n a 70 Proz. dec K.nter, dagegen ist die Zahl der Streckenden in Bochum Stadt zurückgcgangen. während im Landkreis 80 Prozent fehlende Kinder festgestellt sind. Empfang der ausländischen Presse bei Briand. Paris. 18. Dez. (WB.) Außenminister Brian d hat heute mittag eine Abordnung des Syn- dikats der ausländischen Presse empfangen. Der Vorsitzende der neugeßrünteten Vereinigung der deutschen Zeitungskorrespondenten in Paris, Paul Block, nahm an dem Empfang teil. Die Abordnung sprach dem französischen Außenminister im "Hamen der Pariser Vertreter der großen Rachrichtenbu.eaus und Zeitungen anläßlich der Zuerkennung des Nobelpreises Glückwünsche aus und überreichte Briand eine Dronzebüste PasteurS, die der russische Künstler 2 r o n- son gebildet hat. Mitttärkcnlrollbe'uch in Pillau ^Berlin, 16. Dez. (Wold.) Rach einer Meldung der „Täglichen Rundschau" hat am Mittwoch als Ergänzungskontrolle im Anschluß an öen Besuch der Muiärlor.trolle in Königsberg eine Kontrolle deS Ha ens Pillau stattgesunden. Dott erneu.en Kontrollbesuchen in den Festungen Küstrin und Glogau ist dagegen bei den zu- ständigen S eilen nicktz be.'annt. Englands Verhandlungen mit der Kanlonregierung. London, 16. Dez. (WTD. Funkspruch.) Der diplomat sche Berichterstatter des .Daily Telegraph" schreibt über die Verhandlungen deS brr- tischen Gesandten in China und dem Außenmini- ft er lum der Kantonregierung werde zwar Zurückhaltung gewahrt, es sei aber bekannt geworden, daß bisher diese aussührlrchen Besprechungen keinen Erfolg gehabt haben. Der Außenminister Tschen bestehe daraus, daß seine Regierung als d i e Rcg :ru; g Chinas cn rlarmt werde. Der Gesandte sei aber nicht ermächtigt, bei der gegenwärtigen Lage diese Forderung zuzugestehen. Kunst und Wissenschaft. Glückliche Rückkehr der Gran-Ehaco-Expeditton. Nach einer Meldung aus Buenos Aires ist die deutsche Expedition, die den Oran Ehaco durchforschte, wohlbehalten in Buenos Aires e i n g e t r o f f e n. Die Expedition hat ihr wissen' schaftliches Ziel erreicht und bringt reiche Ausbeute heim. Sie tritt am >18. Dezember die Rückreise noch Deutschland an. Theaterfufiou in Thüringen. Da der Fürst zu Reatz, der bisher das reußische Theater in Gera allein unterhalten hatte, dazu in der bishrrlgrn Form nicht mehr in der Lage ist, haben d.e Intendanten des reußi- schen Theaters in G e r a und desaltenburgi- schc. n Lanbestheaters den bereits von der thüringischen Regierung genehmigten Vertrag abgeschlossen, der dic Fusion beider 'Bühnen vvrsiehl. Man erhofft eine Aufrechterhaltung des Betriebes im bisherigen Umfange. Es soll ein Zuschuß gewährt werden, und zwar die eine Hälfte vom Fürsten von Reuh und bte andere vom thüringischen Staate. Künstlerischer Leiter des gemeinsamen Unternehmens wird Generalintendant I l tz - Gera und verwaltungstechnicher Leiter ©enerali-terhant Berg ° Ehl ert - A tenburg. Paul Bekker wird Jnfenbanf in Wiesbaden. Der derzeitige Intendant des Kasseler Staats- theaiers, Paul Bekker, ist als Nachfolger von Dr. Hagemann als Leiter des Wiesbadener Staatstheaters vorgesehen. Aus aller Welt. Gefallenenehrung der „Hannover" in Pmuideu. ..Das Linienschiff „Hannover" hat bei seiner Rückfahrt von Holland die Schleusen von P m u i • den passiert und noch der Einfahrt in die Nordsee die Weiterfahrt in der Richtung nach Terschelling angetreten. Vorher hatte sich eine Abordnung des Linienschiffes zu den aus dem hiesigen Friedhof befindlichen Gräbern der im Weltkrieg gefallenen An - gehörigen des deutschen Torpedobootes V 8 9 begeben und dort namens der Besatzung der „Hannover" einen Kranz niedergelegt. Dieser Feierlichkeit sowie der Durchfahrt durch die Schleu- fen in PmuidFN wohnten auch der deutsche Vizekonsul in Bmuiden, Bakker, sowie zahlreiche- Mit- glieder der deutschen Kolonie in Amsterdam bei. Goldtranspori im Flugzeug. Von London wurden Mittwoch nahezu 3 Tonnen Goldbarren im Werte von 500 000 Pfund Sterling mittels Flugzeug nach Köln abgesandt. Es ist die größte Goldsendung, die bisher jemals auf dem Luftwege befördert wurde. Großer holeldiebslahl in Berlin. Schwer bestohlen wuroe ein schlesischer Grotz- inbuslrieller, in einem größeren Hotel im Zentrum der Stadt. Während seiner Abwesenheit drang ein Dieb ein und erbeutete eine goldene Uhr, mehrere Schmuckstücke, 2500 polnische Zloty und 100 Dollar in barem Gelde. Man vermutet, daß der Dieb auch die beiden in einem anderen Hotel vollbrachten Diebstähle ausgesühri hat. Don den bei diesen gestohlenen Gegenständen ist bisher nur der Reisepaß und der Jagdschein Dr. Eilverbergs aufgefunden worden. 3m Bahnableil beraubt. Einem Redenden aus Hettelverg wurden im Zuge Leipzig-Rord heim de Bri.ftosche, die Uhr und sämtliches Gepäck geraubt, nachdem er von zwei Mitreisenden chloroformiert worden war. Ausbruch aus dem Gefängnis. In Bochum brachen mit ^ü.e einer felbft- gefertigten Säge neuerdings vier Schwerverbrecher, von denen zwei zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt waren, aus dem Strafgefängnis aus. Sie konnten bisher nicht wieder ergriffen werden. Einbruch in ein 3uslizgebäude 3n Aschaffenburg ha.ten s.ch im Justiz- gebäube nach der Sch.Urgerichtsverhandlung D.eoe einschließen las en, d e nachts sämtliche Bü» ros im linken Flügel des Gehäudes erbrachen und Sparkassenbücher, 400 Mart Fahrgeld, Zigarren, Zigare.ten und anderes stahlen. Ob auch Akten gestohlen worden find, ist noch nicht festgestellt worden. Das Schwein als Raubtier. In G e h w e l l e r bei T ier brach ein Schwein nachts aus seinem Stall aus, drang in den Kuhstall und fiel dort über ein junges Kälbchen ßer. Der Besitzer sand das Kälbchen am anderen Morgen von dem Schwein halb auf gef reffen vor. C ttcrvoraussage. Zunächst bedeckt bis trübe, westliche Winde, vorerst etwas milder, dann erneut Temperaturfall, vorwiegend trocken: mit stell onweisen Riederschläaen muß gerechnet inerten. Gestrige Tagestemp.raturen: Maximum 2,5 Grad DelsiuS, Minimum 0,6 Grad Eelsius. Heutige Morgentemperatur: minus 3.9 Grad TelsiuS. Bericht über die Wetterlage auf dem hoherodskopf am 16. Dezember, morgens 8 Uhr: Windr.cht -ny: Rordwest. Windstärke: Mittel. Temperatur. Minus 6 Grad TelsiuS. Höchsttemperatur In den letzten 24 Gmunden: Minus 4 Grad. Gesamtlchaeehöhe: 1? Zentimeter Beschaffenheit der Schneedecke: Pulverförmig. Sportmöglichkeit: Sehr gut. I Aus der Provinzialhauptstadt. Diesten, den 16. Dezember 1926. Weihnachtliche Umtauschgeschäfte. Daß es keine reine Freude auf der Well gibt, merkt der Geschäftsmann so recht in ter Weihnachtszeit. Har sich daS Weihnachtsgeschäft gut entwickelt, ist viel gekauft Worten, desto größer wird auch die Zahl der Fälle, tn denen nach den Festtagen die Käufer oder glücklichen Beschenkten die Ware Umtauschen wollen. Meist wird sich das weihn achtliche Umtauschgefchäft leicht und reibungslos vollziehen: ter Verkäufer wird zu weitesten Entgegenkommen gegenüber seiner Kundschaft bereit sein Aber es kommt manchmal auch anders: leicht stellt ter Käufer auch zu weitgehende Ansprüche, die ter Geschäftsmann nicht erfüllen kann. Was dann? Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, denn das Bürgerliche Gesetzbuch schweigt, soweit es sich um den Umtausch nicht gefallender Daren hantelt. Ob also überhaupt ein Anspruch auf den vom Käufer verlangten Umtausch besteht, richtet sich lediglich nach den diesbezüglich bei Abschluß des Kaufvertrages getroffenen Abreden Diese Abrede kann ausdrücklich getroffen fein; der Käufer kann z. B. ertlärt haben, er kaufe die Sache zu Geschenk- zwecken und überlasse die endgültige Dahl dem Beschenkten. Dann hat dieser das Recht zum Umtausch. Vielfach wird der Umlauft and) als stillschweigend verabredet zu gelten haben, z. B. aut Grund der allgemein üblichen Geschäftsbedingungen. In anderen Fällen schreiben die Geschäftsleute selbst vor, in welchem Zeitraum sie bereit sind, den Umtausch vorzunehmen Rach Ablauf ter so gesetzten Frist ist dann das Recht zum Umtausch erloschen Ob ter Käufer selbst oder ein anderer, z. D. ter Beschenkte, den Umtausch vornimmt, ist im allgemeinen gleichgültig. Selbstverständlich ist nur, daß die Ware in unbeschädigtem Z u st a n d zurückgeliefert wird. Fehlerhafte Ware umtauschen zu müssen, hieße ein unbilliges Verlangen an den Verkäufer stellen. Rur wenn die Ware schon in fehlerhaftem Zustande sich befand, als sie gekauft wurde, dann genügt es. daß sie zum Umtausch in dem Zustand zurückgebracht wird, in dein sie vom Käufer in Empfang gekommen wurde. Umtausch heißt natürlich Eintausch der Ware gegen eine andere, nicht etwa gibt daS Recht zum Umtausch dem Käufer das Recht, sein Geld gegen Rückgabe der Ware herauS- zuverlangen. Der Käufer darf auch nicht irgendeine ausgefallene Sache im Wege des Umtausches verlangen, die der Verkäufer gar nicht führt, sondern er muß sich etwa« aus dem normalen Warenlager des Geschäftsmannes aussuchen. Daß diese neue Ware denselben Preis hat wie die alte, ist nicht erforderlich, — ist sie teurer, so muh ter Umtauschende zu» zahlen, ist sie billiger, so muß er für den Differenzbetvag noch ein weiteres Stück wählen. Vielfach wird in solchem Falle der Vetckäufer auch bereit fein, über die Differenz einen Gutschein au8- zustellen, den er später in Zahlung nimmt Niemals braucht aber ter Verkäufer die Differenz dem Käufer in bar zu erstatten. Dr. B. Gietzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochcnmarkt das Pfund: Butter 180 bis 190 Pfennig, Matte 35 bis 40, Käse 60 bis 150, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 8 Rotiraut 10 bis 12, gelte Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, Unter-Kohlrabi 5 bis 8, Grünkohl 20, Rosenkohl 45 bis 50, Feldsalat 80 big 120, Tomaten 50 bis 100, Zwiebeln 10. Meerrettich 40 bis 30, Schwarzwurzeln 35 bis 50, Kartoffeln 6, Aep cl 15 bis 30, Birnen 10 bis 15, Dörrobst 30, Honig 50, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100 bis HO, Gänse 100 bis 130, Truthühner 120: Rässe 60 bis 90; das Stück: Tauben 50 bis 70, Eier 17 bis 20, Blumenkohl 80 bis 150, Endivien 8 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 20 bis 40 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender f ü r Donnerstag: Gesellschaft für Erd- und Völkertunte: 8,15 Uhr, Reue Aula ter Untbe-fi-ät, Lichtbi.ter-Vortrag. Groter Hürsaal der Univer i ät: 8,15 Uhr, Vortag des englischen Pro'e wrs M. E. Wilson. — Sp ewereinigung 1600: 9 Uhr, Gasthaus Boller, Mitglieder-Dersammlung. — Verein für Bewegungsspiele: 8,30 Uhr, Univcr itätr-2afö, Mo- natsversammsung. — Lichtspielhaus Bahn hofftest raße: „Sibirien". — Astoria-Lichtspiele. „Der Kamps um das rote Go'd." — Aus dem S t a d 11 h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Wenn es schon für ganz große Bühnen ein Unternehmen ist, ein Werk wie Franz Werfels Historie ,,„y uarez und Maximi. Han" zur Aufführung zu bringen, so bedeutet die Einstudierung eines solchen Stuckes für eine mittlere Bühne wie die imfriac geradezu ein Ereignis. Die Erstaufführung des Werkes, dos überall, wo es bisher gegeben worden Ist, tiefsten Eindruck gemacht hat, findet am Dienstag, 21. Dezember, im Abonnement statt: die zweite Aufführung ist für den ersten Feiertag außer Abonnement angesetzt worden. Di« Einstudierung steht unter Leitung des Intendanten, und außer sämtlichen Herren des Personals wirken in dem überall» figurenreichen Stücke verschiedene Hilfskräfte auch von außerhalb mit. Vortrag. Der englische Pro'es!or W. G. Wilson, ter gestern in deutscher Sprache einen Vortrag über „Die Weltanschauung des Quäkertums" hielt, wird heute, Donnerstag, abend um 8 Ufir im Großen Hor- faal der Universität einen Vortrag in englischer Sprache über „Moderne religiöse Strömungen in England" halten. Der Redner ist ein führender Quäker, der viele Freunde in Deutschland und einige davon auch in Gießen hat, da er Dozent von dem berühmten internationalen College Woodlrooke in Birmingham ist, wo alljährlich minteftens 3 Deutsche für je ein ganzes Semester vollständig Gäste ter Quäker sind. Viele junge Deutsche haben dies gerate in ter bunt en Zeit ter Inflation als einen Akt lebendigsten Christentums erleben dürfen ,unö haben dort besonders an Prof, Wilson einen väterlichen Freund gesunden. Sein Vortrag dürste recht in« teieffant werden, da Wilson selbst in einer ter führenden religiösen Bewegungen drinsteht, der sogenannten Eopee-Bewegung, die einen wesentlichen Anteil an ter Beilegung deS Generalstreiks vom letzten Frühjahr hatte. DSN. D i e Polizeistunde in 5)ejrfi n. Da, hessische Utlnifterium btt Innern Hal für alle Stabte und Landgemeinden de- Dolksstaorr Hessen die Polizeistunde auf 12 Uhr nachts, für die Tonn» und Feienage sowie deren Vorabende auf 1 Uhr festaesem. * Rreisausschußsitzung. Äm nächsten Samstag, vormtttaa» 9 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Aegierungsgedaudes dahier eine orfcnUtd)« Sitzung des Kreisauefchufses statt. Auf der Tagesordnung stehen: Vergütung des Borger, meister, und die Besoldung der Gemeindebeamten der Gemeinden Bettenhausen, Beuern und Treis an der Lumda. Entschädigung für Vehverluste; hier Beschwerde der G. gabel. Geilshausen und Paul K ü ch l e r, Ltch. • • Legitimationsscheine zur Verteilung von Druckschriften usw. Dos Poltzeiamt weist darauf hin, daß diejenigen Per. fönen, die Druckichristen, andere Schriften ober Bildwerke aus öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen öffentlichen Orten gewerbsmäßig ausrufen, verkaufen, enteilen, anheften oder anschlagen rooi len, die für das 9abr 1927 erforderlichen Legi- umationsschcin« alsbald bei dem zuständiges Polizeirevier beantragen müssen. ' Verkehrssünder. 3n der Seit vom 1. bie 30. November wurden folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer >.';w. straft« oder Radfahrer gegen verkehrsooltzei« liche Vorschriften erhoben: 23 Anzeigen wegen Fahrens zur Nachtzeit ohne hellbrennend« Laterne, vier wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 5 wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 2 wegen Fahrens, ohne die rechte Slraßenseite einzuhalten, ( wegen Fahrens durch gesperrte Straßen, 5 wegen lonfttger Zuwiderhandlungen in verkehrspolizeiiicher Hinsicht. *• Ein Frifiergefchäft seltener Art tonte man dieser Tage im Seltersweg beobachten. Dort^hatte ein bekanntes Blumengeschäft eine Ion« fiflur in das Schaufenster gestellt, die Onkel Theodor mit üppig grünendem Haarwuchs zeigte. Diese Gelegenheit benützte ein Mäuschen zu einer Sondervorstellung. Während draußen auf dem Bürger» steige das dankbare Publikum sich staute, weidete das Mäuschen in Seelenruhe den Haarwuchs ab, bis nichts mehr abzuweiden war und Onkel Theodor kahlköpfig geschoren daftand. Ob der Geschästsin« Haber diesen Erfolg wohl erwartet halte':' • * D i e Badezeiten im Städtischen Volksbad werden in der Weihnochts- und Neu- jahrswoche geändert. Auf einem Aushang im Volks» bad find die veränderten Zeiten zu ersehen. Am Hei» ligabend und am Silvestertag wird das Bad bereits nachmittags um 8 Uhr geschloffen. “ Personalien. Ernannt wurden die provisorischen Handarbeitslehrerinnen Regina. Grünewald und Johanna Rehr zu Gießen zu Handarbeitslehrerinnen an der Volksschule zu Gießen. Versetzt wurden der Amtsvorstand des Forstamts Grebenhain, Forstrat Wilhelm A e i h , in gleicher Diensttigenschaft in -da» Forst- amt Ober-Ramstadt. der Förster Rudolf Graulich zu Breungeshain in gleicher Diensteigenschaft in die Försterei Offenbach 1, Foistamt Offenbach, und der Förster Karl Kopp zu Offenbach in gleicher Diensteigen schalt in die Försterei Breungeshain, Forstamt Schotten. ' Gin Achtzigjähriger. Der In weiten Kreisen unterer Einwohnerschaft bekannte evangelische Kirchen'irner b R. Hermann Hoffe begeht morgen (17. Dezember) seinen 8 0. Geburtstag. Der Jubilar ist Veteran von 1870/71 und erfreut sich noch guter geistiger und körperlicher Frische. • * D le Hundesteuer in Hessen. (56 sei noch einmal daraus hingewiesen, daß die im Lause diese» Jahres abge'chafften Hund« bis spä e'tens zum 31. Dezember bei der zuständigen Bürgermeisterei abzumelben sind. W rd die Abmeldung erst nach dem 31. Dezember bewirkt, so ist die Hundesteuer für da« folgende Jahr weiter zu entrichten. Wer ferner am 1. Januar r wird leü mit Scheckdettäge telegraphisch auszahlen zu lassen, wie auch bei allen Postanstalten Einzahlungen auf Postscheckkonten mit telegraphisch zu cr- leöigenten Zählkarten geleistet werden können. AuslandsüberweifungSverke' von den deutschen Postscheckämtern zur den Postscheckeincichtungen in Danzig, Dänemark. Lettland. Luxemburg Riederlande, Oesterreich, Schweden, Schweiz und Ungern unterhalten. Für den Ve kchr werden die gewöhnlichen tole.i Post- übertoeif ungen verwandt. Die ilcoettoeifungen kann der Postscheckkunde nach seiner Wahl in Reichsmark oder in der Währung des Bestimmungslandes ausstellen. "Die Maui» und Klauenseuche ist jetzt in Klein Karben (ftreis Friedberg», Bergheim und Hof Breitenhaide (Kreis Büdingen), sowie in Fellingshausen (Kreis Biedenkopf) amtlich feftgeftcUt worden. In Ortenberg, Lißberg, Eckartsborn, Rohrbach und Echzell (Kreis Büdingen) ist die Seuche erloschen. phischen Girvverlehr und den intern atonalen Giroverkehr einzuführen beabsichtigt, teilt btt Post Verwaltung mit. daß beide Einrichtungen im Postlcheckvetlehr schon leit Iabren bestchen. Um Postüderwcisungen telegraphisch ausführen zu lassen, genügt cs, auf die roten Ueberwcisunaen den Der merk „telegraphisch" zu fetzen. Soll Vas Lastschrist-Poftscheaamt den Gmpsänger unmittelbar benachrichtigen, so mutz der Vermerk lauten: .Telegraphisch überweisen. Empfänger telegraphisch (schriftlich) benachrichtigen" In ähnlicher Weise kann man die Postscheckämter anweisen. Turnen, Sport und Spiel. Die Spielberoegung in der D. T. vo. Die Spiele, vornehmlich Handball, Faustball und Schlagball, aber a ich Fußball, Schleuderball. Trommclball, ferner Darlauf und Hockey haben in dem zu Ende gehrnd.rn Jahre in der De.tsche.t Turnerfchaft wiederum viele Anhänger gef. nben- inSg samt n-ahmen 18 659 Mann'chasten *- gegenüber den Vorjahre fast tausend mehr — an dicsen Spielen teil. Handball spielten 4895 Mannschaften, Funball 676. yockey 43. Faust ball 10’45, Schlagball 2347, Schien der ball 210, Trommelball 285. Darlauf 57. insgesamt umfaßten diese Mannschaften 144 491 Spieler, so daß auf 100 Mitglieder der Deutschen Turnerlchast neun Spieler entfallen. Unter bett einzelnen Kreisgruppen d r D. T. ergeben sich folgende Zahlen: Ön Mitteldeutschland spielten 424 Handballmann- schaften. 25 Fußball naimschasten 1195 Fr.-stball-, 231 Schlagball-. 6 Schle derball-, 62 Trommelball-. 8 Barlauf-Mannschaften. Auf Aord- westdeutschland entfallen Handball 477, Fußball 41. Hockey 17, Faustball 1757, Schlag- ball 546, Schlcaderball 169. Trommelball 47. Westdeutschland weist folgende Zahlen auf: Handball 1459. Fußball 115. Hockey 8, Faustball 2215, Schlaabatt 557. Gchleuderball 18, Tromm l- ball 100, Barkauf 9. 3n S ü d w e st d e u t s ch- land spielten 334 Mcnntschasten Handball. 10 Fußball. 15 Hockey. 578 Faustball, 42 Schlagball. 54 Trommelball, in Süddeutschland 331 Handball, 203 Fußball. 1062 Faustball. 375 Schlagboll, 8 Gchleuderball, 2 Trommelbatt, 4 Bct'a s. Aorddeutschlond stellt? zu den Spielen 786 Handball-, 137 Fußball-. 1435 Faust- ball-, 332 Schlaabatt-, 6 Schier derball-, 18 Trommelbatt-- und 9 Barkausmannscha'ten. Am schwächsten ist Ostdeutschland mit 69 Handball-, 10 Fußball-, 3 Hockey-, 211 Faustball-, 49 Schlagbass-, 3 Gchleuderball' und 2 Trommelballmatm- schaften vertreten. Die südoftdeutsche KreiS- gruppe umfaßte 1043 Handball-, 135 Fußball-, 1693 Faustball-, 245 Schlagball- und 27 Darlaufmannschaften. Die meisten Mannschaften und Spieler stellte also Westdeutschland (Kreise Westfalen). Rheinland und M i 11 c l r h e i n). nämlich 4481 Mannfelbft aezüchtetc junge Hunde im Atter von un-er bre: Monaten besitzt, wird entweder glelch oder nachträglich zur Hundesteuer für das kommende Äahr betangcjögen. Rur wenn nach- getplefen wird, daß ein junger Hund vor Er- re.chung des Alters von drei Monaten zugrunde gegangen. oder nach Otten außerhalb Hel ens veräußert worden ist, tritt Steuerbefreiung ein. ** Markusgemeindc. Die Gem:.ndr- ferer, die am Sonntagabend in der Stadtk rche staltfand. war trotz der vielen sonstigen Drranstal- tungen in diesen Wochen sehr stark besucht und zeigte so schon durch br volle Kirche, daß in unseren Gemeinden ein starke- Bedürln » nach solchen Feierstunden besteht. Di- S tb ct.ngen — sowohl die Sologesänge von Fräulein R ö l k e und Privatdozent Lic. Sau*, wie auch das Violinsp.el von Herrn Fr 'Sauer j r. und das Orgelfpiel von Lehrer Simon — w iren nicht nur aus voller künstlerischer Höhe, sondern packten auch die Hörer im 3inerten und bereiteten so eine wirkliche Feierstunde. Dem fügten sich ein die gemeinsam gelungenen Weihnachlschoräle und vor allem der kraftvolle Vortrag von Professor Keller-Friedberg über Deut ich? Weihnacht", der nach tiefernster Schilderung der deutschen Rot das Licht der -deutschen Weihnacht mit ihrer Freude und ihrem Frieden auflcnchten ließ. Allen Mitwirkendest, 6{c sich in so selbstloser Weise in den Dienst der schönen Sache gestellt haben, ist der herrliche Dank der Feierg^ n' ndc gewiß. ' Die Männer- und Fraucnver- e in i g u n g der Matthäusgcmeinde hatte ihre Mitglieder auf Dienstagabend in den Matthäussaal zu einem Vortrag eingeladen, der ap den fomiigen Rhein führte. Herr Engels- Wehlar, der von seiner Tätigkeit im hiesigen Wartburgverein her in allen Kreisen der evangelischen Kirchengemeinde noch in bester Erinnerung steht, war der Führer auf dieser frohen Fahrt „Dom goldenen Mainz b s ans ferne Meer". An Hand zahlreicher hübscher Lichtbilder, gewürzt mH launigen Worten, durchstacht en von mancherlei köstlichen Erinnerungen an seine Erlebnisse auf früheren Rheinfahrten, führte der Vortragende leine sehr »ahlre'che Zuhörerschaft schlicht, aber genußreich ourch d e deutschen Laarde am Rhein, durch Holland bis zur Mündung in die See. Die bemerkenswertesten Schönheiten des Rhe nlandrS tonnte man dabei durch die Lichtbilder auf sich wirken taffen, den sonnigen Humor des Rheinländers schilderte der Redner, der selbst ein Kind vom Rhein ist in prächtiger Weise. Es war eine sehr unterhaltsame Reise, die das zahlreiche Publikum dem trefflichen Führer verdientermaßen mit lebhaftem Beifall dankte • • Ter K eglerbund Lahn - und Buseckertal hielt am Sonntag in Wieseck seinen diesjährigen, gut besuchten Telegiertentag unter Vorsitz deS Herrn Wilhelm Schäfer- Wieseck ab. Rach dem Rückblick auf eine zweijährige Tätigkeit des Bundes, dem jetzt neun Vereine angeboren, wurde bet Vorstand einstimmig wiedergewählt. LS wurde sodann beschlossen, das nächstjährige Dundesfest in Reiskirchen abzubal- ten. Schließlich wurde noch beantragt, zur Hebu ig des Kegelsports in den kommenden Jahren Ver- einSwettspiele unter Leitung eines Kegelwart» abzuhalten. WSN. Die Anmeldung zum Rundfunk. Die Ansicht, daß eine Rundfunkanlaae erst bann an- gemeldet zu werden braucht, wenn sie in Benutzung genommen ist und einwandfrei arbeitet, ist, wie uns von postalischer Seite mitaeteilt wirb, irrig. Die Verordnung über den Rundfunk bestimmt vielmehr, daß die Anmeldung zu geschehen yat, ehe mit der Errichtung der Anlage begonnen wird. Es dürste daher im eigenen Interesse liegen, Rund» funkanlagen rechtzeitig beim zuständigen Postamt anzumelden. *' Telegraphische Hebertoeifun- g en undAuslandsüberweisungen im Postscheckverkehr. Zu der kürzlich gebrachten Rachricht. daß die Reichsbank den telegraschatten mit 36 013 Spielern. & folgen Sudvst- deutichland (Kreise Schlesien und Freistaat Sachten) mit 3143 Mannschaften und 24 577 Spielern Rordwestdrutschland eni;teilte den Kaufmann Rudolf Triller au» Bonn, bet mit fünfzehn Per- Ionen des feind iben Auslands zwecks llebermitt- lung geheimer Rachrichten in Verbindung gestanden hat, wegen Landesverrats zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis. Aus Der Amtsverkündigunasblatt. • Das Amtsoerkündigung blatt N r. 10 0 vom 14. Dezember enthält: Legitimierung aus» länd>fcher Arbeiter. — Bekämpfung der Krähen. — Dienstliche Versammlung der Fleischbeschauer. — Gemeinde», Mark- und Stistungerechnungen für Rj. 1925. — Feldbereinigung Ober-Steinberg. — Dienst nachrichten. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Jsr.Religl'rnSaemeia'»». tz»ttrt>. . b.Hynagoge (Südanlage). Samstag, den 18. Dez. 1926. Vorabend: 4 30, morgend: 9.00, abends 4.35 und 5.15. Gottesdienst der Ifr. ReligtonSgeseüschaft. Sabbatfeiei, den 18. Dcz. 1926. Freitag abcnd4 00, SamStagvormittag83S.nachmittag3.30. Sabbatausgang 5.15. Wochengottesdienst: morgens 7.10, abends 4 00. SprcdtftuiiDcH der Redaktion. 12 bis 1 llhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschloßen. Für unöcdanai eingesandte Manuskripte ohne beigesügles Rückporto wird keine Gewahr übernommen. Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschaslsstelle zu richten. Frankfurter Straße 88 10357V Die Mltgl eier werden gebet en. sich an der am Frvji andern 17. Deren ber. 2* - Uhr statt findenden Beerdigung recht zahlreich zu betei laen. Köhler. L Vorsitzender. Laden ver 1. ,'mn. a» vevm. Ändt fürBurenn ge» elflttet.cutl iii.9icbcn» Aimmer. gdnthltdje ttnflcb. unter 087 6 nn b (Hteh. Wnv erb. Eisenbahn-Pa' rbeamten-Verein Giessen Nachruf. Montag, den 13. d. M. verschied unser Jang- jähriires Mitglied Herr Louis Walther, Zugführer i.R. Wir verlieren In ihiu einen aufrichtigen und liebenswürdigen Kollegen. Sein Andenken wird von uns stets In E >ren gehalten werden. V'38BI) Verein der Gastwirte Gießen u. Umg. Am 14 l ezember verschied unser langjähriges treue» Mitglied Georg Kraft JUKV-Mü Gießen. Die Beerdigung unseres lieben Kameraden K3esD Herrn teerg [fall, Gastwirt findet Freitag. 2 /,Uhr. auf dem Neuen Friedhöfe statt. l»er « »rvtand. Altersvereinigung 1869 — 1919 Wir erfüllen hiermit die traurige Pfi cht. unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alters kameradon Herrn GastwirtJoh.Georg Kraft in Kenntnis zu setzen Gießen, den n Dezember Die B erdigung findet Freitag, nachm 1 Uhr aut dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten, ihm recht zahlreich die letzte Ehre erweisen tu wollen. Der Vorstand. jj/ermietung^u iWolm- lind Schlal- »iinmert,!. Etage, per 1. ftnn a. verm. Babiibofktr. 46. Ont Möbl. raexÜ Zittuner für so ort au rerm Setter "wen L Gießen, den 16. Dezember 1926. Für die herzliche Teilnahme bei dem Heimgang unserer heben Verstorbenen und die vielen Kranzspenden unseren allerinnigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Stern und Sohn Heinz. Linoleum -Teppiche Größte Auswahl Billigste Preise Heinrich Hochstätter inrs». in allen gangbaren Ausführungen |o= | fort ab meinem Lager lieferbar. Eduard (Bontiner Gießen, Sleinstraße 84/86. I_________Telephon Nr. 326. . ^rtitog, 17. 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Nr. 2YH Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 16. Dezember 1926 Albaniens Königsiraum. Aus deutschen Archiven: Grohmachtseiferjucht auf dem Baikan. - Die Episode des Prinzen Wilhelm zu Wied. Drohe Gebietstelle. deren die Türkei in den Balkankriegen verlustig gegangen war — sie wurde damals fast völlig aus Europa verdrängt — waren in den (Zähren 1912 13 den verbündeten siegreichen Daltanstaaten in die Hände gefallen. Eine allzu grohe Ausdehnung Serbiens erregte die Besorgnis Oesterreichs. Es setzte sich deshalb mit ganzer Kraft für die Schaffung eines autonomen albanischen Staates ein. Die übrigen Drohmächte stimmten äil Die in London tagende Dotschafterkonferenz schuf im Sommer 1913 die Verfassung dieses neuen Staates und setzte in groben Zügen auch die Grenzen fest. Des Genaueren jedoch sollten diese durch mehrere internationale Grenzfest setzungs- Kommissionen, bestehend aus Delegierten Deutschlands, Englands, Frankreichs, 3tattens. Oesterreich-Ungarns und Rußlands, an Ort und Stelle bestimmt werden. Die Berichte der Delegierten über ihre Tätigkeit geben ein interessantes Bild von den in Albanien angetroffenen Zuständen. Sie zeigen aber auch, wie die der Komik nicht entbehrenden Uneinigkeiten der Delegierten im Kleinen die vielfachen iln- einigkeiten der Mächte reflektieren Wir bringen im folgenden hiermit einen Bericht des deutschen Delegierten zur nordalbanischen Grenzkommission, Majors von L a f f e r t, aus dem" in Kürze bei der Deutschen Derlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin erscheinenden 36. Bande der Groben Aktenpublikation des Auswärtigen Amtes') zum Vorabdruck: Der Delegierte zur nordaibanischen Grenzkommission, Major von Lafsert, z. F. in Cln am Ochridasee, an den Reichskanzler v. Bethmann Hollweg. Ausfertigung Ar. 6 Lin am Ochridasee, den 23. Oft. 1913 lpr. 1. November) Wie ich gleichzeitig telegraphisch meldete, ist die Kommission hier angelangt und hat heute mit ihren Arbeiten begonnen. Der Marsch durch Albanien ist ohne Unfälle verlaufen, nur die Verpflegung von Mann und Pferd war trotz der mitgeführten fünf Tagesvorräte mehrfach kritisch. Die Albaner bereiteten uns überall einen begeisterten Empfang, weil sie vage Hoffnungen an daS Erscheinen der Kommission knüpften. Don Tirana an such wir etwa 20 000 Flucht- lingen aus dem serbischen Albanien begegnet. Es waren fast ausschliehlich Mohammedaner. DaS Elend war natürlich sehr grob, weil diese ganzen Massen lediglich aus die Mildtätigkeit deS sehr armen Landes angewiesen sind, in welchem es eine staatliche Autorität noch nicht wieder gibt. Es scheint, als wenn die Serben allen Mohammedanern die Rückkehr über die Grenze verwehren, während sie die christlichen Albaner schon wieder passieren lassen. 3n Durazzo waren wir von Essad Pascha, dem größten Gauner von Albanien, zum Essen eingeladen. Gr macht den unangenehmen Eindruck eines Orientalen, mit lautem Gekreisch und den typisch semitischen Handbewegungen (gespreizten Händen mit dem Daumen unter den Achselhöhlen). Er versicherte uns, dah nur von ihm eine Rettung Albaniens zu erhoffen sei. Er rühmte seine Heldentaten bei der Belagerung von Skutari und machte seinen äuberst tüchtigen •) »Die Grohe Politik der Europäischen Ka- binette 1871 — 1914.“ Sammlung der Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes. 3m Auftrage des Auswärtigen Amtes herauSgegeben von Johannes Lepsius (f), Albrecht Mendelssohn-Bartholdy. Friedrich Thimme. 5. Reihe. Dritte Abteilung: Band 34 bis 40. »Europa vor der Katastrophe." 3m Verlage der Deutschen DrrlagSgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin W 8. (Siebener Stadttheater. „Der liebe Augustin." Drei Augustine haben es in der Literatur zu einiger Berühmtheit gebracht: der erste spielt eine nicht ganz durchsichtige Rolle in jenem tiefsinnigen Liedchen, das mit dem hoffnungslosen Kehrreim .alles ist hin" die irdische Vergänglichkeit betrauert. Der zweite war „ein Spielmann im heiteren Wien", der, wie die Sage geht, zur bösen Türkenzeit nächt kicher welle in ein Pestloch fiel, und am anderen Morgen gutgelaunt, unversehrt und ausgeschlafen der Totengrube entstieg. (Dinzkey und Dietzenschmidt haben seine Abenteuer der staunenden Aachwelt erhalten.) Der dritte aber, ein simpler Klavierspieler, ist der allerberühmteste unter ihnen und wird Wohl die beiden andern lange überdauern Wir haben es alle erlebt und können uns noch gut besinnen, mit welcher Begeisterung man kurz vor dem Kriege diese Operette von Leo Fall aus der Taufe hob. Was die merkwürdige Geschichte dieses dritten und letzten Augustin, mit anderen Worten: das Textbuch von Verna uer und Welisch, betrifft, so wird man sich ohne Zweifel gern erinnern, dah es so zuging: Prinzessin Helene (hinten wett in der Türkei, wo Operetten meistens spielen: im Buche heiht es „Thessalien", aber das ist un- gefähr dasselbe) — Prinzessin liebt also ihren Klavierlehrer Augustin, soll aber den Fürsten Aicola heiraten, um mit dessen Geld ihren regle- reichen Onkel vor Pleite und Palastrevolution zu rotten. Augustin liebt die Prinzessin, soll aber Anna, die Tochter des Kammerdieners heiraten. Anna hinwiederum will hoch hinaus ... und wer sich jetzt noch nicht erinnert, der kann sich Ke Fortsetzung an den fünf Fingern abzählen. Tenn es versteht sich doch wohl, daß sich die zarten Liebesfäden, übers Kreuz gesponnen, also entwirren, dah die viere sich kriegen: Der Augustin mit) die Helene, die Anna und Fürst Ricola... ttnd was das Schönste ist, was man 'den ganzen Abend ahnt, was aber erst der (schwächlich?) Schlußakt neckisch ans Tageslicht bringt: bad ist der alte Scherz von den bri der Taufe vertausch- t«n Säuglingen: will sagen: die Prinzessin mit Vorgänger Ali Risa auf jede Weise schlecht. Rur über dessen Ermordung äußerte er sich mcht, wahrscheinlich weil er zu gut darüber Bescheid weih. Essads Einfluh reicht nicht über Alessio, Durazzo und Tirana hinaus. 3n Elba» fan wollte schon niemand von ihm etwas wissen. Die Einigkeit in der Kommission läht sehr viel zu wünschen übrig. Darin sind wir Augen- blicksdiplomatcn den zünftigen Diplomaten durchaus ebenbürtig. Leider sind unsere beiden Bundesgenossen wie an der ganzen Adria so auch hier natürliche Gegner, und es kommt jeden Augenblick zwischen ihnen, manchmal wegen der lächerlichsten Kleinigkeiten, zu heftigen Zusammen- stöhen. Ein Beispiel hierfür: Sett wir uns der serbischen Grenze näherten, wurden die aufgerollten Fahnen der sechs Großmächte am Anfang des Detachements getragen, um sie gegebmenfals als Schuh gegen serbische Geschosse enthüllen zu können. Run ließ ein österreichischer Leutnant beim Durchmarsch durch einen Ort eigenmächtig seine Fahne entrollen, worüber M a r a f i n i einen sörmlichen WutparoxhömuS bekam. Auf Befehl der Kom- mifiion mußten die Oesterreicher ihre Flagge einziehen und M i e h l, der österreichische Delegierte. entschuldigte sich mit dem Versehen des Leutnants. Das genügte aber dem 3taliener nicht, sondern er befahl seinem Detachement, auch die Fahne zu entrollen und sie genau bis zu der Stelle entfaltet zu tragen, wo die Oesterreicher die ihrige eingezogen hatten. Darüber geriet nun wieder der Rest der Kommission in starke Erregung, und Potapow, der Russe, forderte die Delegierten auf, sich im Trabe nach vorwärts zu begeben, um nicht unter der fremden Flagge marschieren zu müssen. Die Entente folgte der Aufforderung, während die Allianz äußerlich einig, aber voll innerer Konflikte zurückblieb. Auch der Engländer blieb, aller« tings unter Protest, zurück, weil er wegen Hämorrhoiden nicht zu traben vermag. 3ch brachte nun folgenden Vermittlungsantrag cln: Feder Delegierte, der sich durch das Dorgefallene beleidigt fühle, solle zurückreiten und mit entfalteter Fahne di'.s.lbe Strecke durchmessen, die die österreichische und italienische Fahne zurückgelegt hatten. Dieser Vorschlag fand Beifall bei der Allianz, aber Mißbilligung bei der Entente, die nicht umsonst vier Kilometer zurückreiten wollte. 3mmerhin war dadurch das Eis zwischen den feindlichen Brüdern gebrochen, und der Rach- mittag vereinte die Allianz wieder äußerlich versöhnt im österreichischen Zelte. Meine Haupttätigkett besteht überhaupt i m Vermitteln zwischen Miehl und Mara f i n i, was mir bisher mit einigem Humor auch noch stets geglückt ist. Rur in einer Sache find beide sich stets einig, öie Grenzen 211- baniens, auf das ja beide Länder reflektieren, so weit wie möglich zu stecken. Und dazu wird jede Heine llngcnauigfeit, die das Londoner Protokoll aufweist, hervorgefucht. Rach den 2leußerungen der hiesigen österreichischen Offiziere scheint man im dorttgen Osfi- zierkorps einen Krieg mit 3 talien a l s unvermeidlich anzusehen und wünscht ihn sogar herbei. Lieber will man sich mit Serbien verständigen. Der Führer des österreichischen Detachements, Oberleutnant Mühlhofer, ein sehr energischer und tüchtiger Felkfoldat, der in Tripolis gegen die 3taliener, bei 3anina gegen die Griechen gefochten hat, machte mir folgende für die Stimmung der deutsch-österreichischen Offiziere sehr bezeichnende Bemerkung: Er sagte, Oesterreich ist ein Staat, der in nicht zu langer Zeit auseinanderfallen wird. Vorläufig aber hält es, wenigstens militärisch, noch die ganzen in ihm vereinigten Völkerstämme fest zusammen. Di.se Zett muß man benutzen, um noch einmal, vielleicht zum den obskuren Steigungen ist die Kammerdienerstochter, und die vornehme Ama ist die „richtige" Prinzessin. Und der Himmel hängt voller Geigen. Auf den Himmel und die Geigen kommt es überhaupt an. Das Libretto nämlich ist genau so schlecht und recht, wie bei den vielen anheim, gleichaltrigen Operetten, nach denen kein Hahn mehr kräht, und die Liedertexte wollen wir auch nicht kritisch bei Licht besehen. Die Mu'ik macht es allein, die melodiöse und liebrnswürdige Musik: die vielen guten Einfälle des Komponisten haben der Operette damals sofort die Volkstümlichkeit und weite Derbrettung geschaffen, geben ihr heute bereits einen Schimmer von Klassizität: der „Liebe Augustin" wird noch oft gespielt werden. Die Musik — unter Leitung von Kapellmeister Reff, der Orchester und Chöre straff zusammenhielt — verfehlte auch diesmal ihre findende Wirkung nicht. 2lls Spielletter waltete Curt H a m p e, der sich um Tempo und Ausstattung bemüht hatte und besonders im zweiten 2TEt gute Szenen herausbrachte, obschm die etwas breit-parvdlstische Betonung der höfischen Atmosphäre gelegentlich störte: während der dritte Att durch eine unvermeidliche Pause nach dem Dorspiel erst verzögert und dann ziemlich hastig heruntergespielt wurde. Die Prinzessin Helene hatte, da Ellsabeth Friedrich wegen Heis.rkett ab,agen muhte, Perta Menzel, die eine nicht eben große, aber besonders im Piano und In der Mittellage angenehme, übrigens sehr biegsame Stimme vräsen- tierte; sehr hübsch der etwas sentimentale Aus- Hang des ersten und das berühmte Duett des zweiten Attes. Ganz famos legte ReSni den schwadronierenden Duodezfürsten Bogumil auf die Bretter: solche idyllischen Staatsoberhäupter liegen ihm ungemein. Den Ricola spielte Sauer: Serenisiimussigur mit durchgedrücktem Kreuz, SKonoIcl und einer gewaltsam affektierten Kopf- stimme: eine mit alten und billigen Mitteln gemachte Erscheinung, die einigen Schliffs durch den Regisseur dringend bedarf. Steinbrecher fand sich erfreulich in die lyrisch angehauchte Augustinpartie, spielte beweglich und war frifch bei Stimme, Else Simon gab die unendlich vornehme. verkannte Lakaientochier und fang sehr lustig das Liedchen von der Lavallchre im zweiten letzten Wale, die gesamten österreichischen Slawen für das Germanentum ins Feuer zu werfen, lind wie alle österreichischen Offiziere, die ich buber gesprochen habe, zeigte er eine ungemessene Bewunderung und Derehrung für Seine Majestät, unseren Kaiser, und erwartet ooy ihm alles Heil auch für das Deutschtum Oesterreichs. Es ist geradezu rührend und erhebend für einen Reichsdeutschen, zu sehen und mitzufühlen, wie diese Oesterreicher. deren Deutschtum überall zu kurz kommt, in unserem Kaiser die Hoffnung und den Stolz des Germanentums erblicken, der ihren heimlichsten Traum eines größ.ren und unerreicht machtvollen Deutschlands erfüllen soll. — Testern passierten wir die serbischen D o r p o st e n , die im allgemeinen längs der neuen Grenze stehen. Die serbischen Offiziere waren voll ausgesuchter Liebenswürdigkeit. Diele von ihnen sprechen deutsch. Sobald sie merken, daß man Reichsdeutscher ist, werden sie zutraulich und versichern einen der freundschaftlichsten Gefühle für Deutschland. Die Soldaten sind recht abgerissen, zeigen aber gute militärisch? Haltung. Die Offiziere find voll würdigen Ernstes. Man fühlt, daß sie durch die beiden siegreichen Kriege an innerem und äußerem Selbstbewußtflin gewonnen haben, das natürlich und daher nicht anmaßend wirft. v. L a f f e r t. Die Schaffung eines feld- ständigen Albaniens erfolgte, wie schon gesagt, durch Beschluß der in London tagenden Botschafterkcnser:n; tm Sommer 1913. Wie ein heratinahendes Erdbeben hatten mehrmals die politischen Ausläufer der kriegerischen Eruptionen auf dem Balkan die Kabinette der europäischen Großmächte durchzuckt. Die durch die Beschlüsse der Londoner Konferenz und durch den Frieden von Bukarest dann erzielte Beruhigung war jedoch nur eine äußerliche. 3m Innern des Balkan-Dulkans tobte die Glut weiter. 3n Albanien arbe t:te seit Oktober 1913 eine internationalere ntrolHDmmlffion. Unter holländischen Offizieren sollte eine Gendarmerie Ordnung schaffen. Als Kandidat für den Herrscher dieses Landes wurde der Prinz Wilhelm zu Wied gewählt, der sich aber erst im Februar 1914 entschloß, den Thron von Albanien anzunehmen. Die Abreise des Fürsten zog sich dann noch bis Anfang März hin, da vor ihr noch der Empfang der unter Führung Cs,ad Paschas stehenden albanischen Deputation und seine Antrittsbesuche in Rom, Wien, London, Paris und Petersburg zu erledigen waren. Die Ausnahme, die der Fürst an den europäischen Höfen fand, war vorwiegend eine recht günstige, so dah Kaiser Wilhelm 11. die Derse dichtete: „Reiselust in frühen Lenzen 3edes Menschen Brust durchzieht, 3n Europiens Residenzen Tummelt sich der Prinz von Wiedl" Die Verhältnisse, die der Prinz jedoch In Albanien antraf, waren alles andere als erfreulich. War es nicht schon leicht für einen christlichen Fürsten, als Herrscher über einer vorwiegend mohammedanischen Bevölkerung zu walten, so bereitete die mittelalterliche Siruftur der sozialen und politischen Verhältnisse in der Bevölkerung weitere Schwierigke.ten und die mühleiige Arbeit, den Staat auf die Deine zu bringen wurde durch Prätendenten i nao'.äffig gestört. Besonders war es Essad Pascha, der ein selbständiges Mittelalbanien zu schaffen suchte und immer wieder Deranlassung zu Aufständen gab. Außerdem spielten griechische 3ntrigen eine Hauptrolle, indem Griechenland behauptete Ansprüche auf das epirotische Land zu haben und für die Sicherung seiner Konnationalen sorgen zu müssen. Ueber die unheilvollen Zustände in Albanien, die sich zuspitzten, bis schließlich der Akt. Unvergesfen fei der von Patschky wohltuend diskret gespielte Kammerdiener mit dem frommen Rainen 3afomirgott. Es gab zahlreiche Dorhänge und Wiederholungen. Dr. Th. Romane der Flaschenpost. Wenn ein Schiff auf hoher See in großer Erfahr schwebt, dann schreibt die Mannschaft ihre letzten Grüße und Nachrichten auf Zettel, die in lüft- und wasserdicht verschlof enen Flaschen dem Meere anvertraut werden. Diese Flaschen, posten genießen völkerrechtlichen Schuh, und da ihre Auffindung von den Seeämtern reich be- lohnt wird, so ist die Bestellung in allen Erdtellen ziemlich sicher, wenn das Meer seine Deute nur wieder hergibt. Dies ist aber leider selten der Fall, denn in den unendlichen Wetten der Ozeane sinken die Flaschen oft in die Tiefe, zerschellen an felsigen Ufern oder werden an ein- kamen Ufern angespült, die keines Menschen Fuß betritt. Bisweilen aber erreicht doch diese merkwürdigste Post ihren Bestimmungsort, und so gibt es so manchen interessanten Flaschenpost- Roman. Die Einrichtung der Flaschenpost dürfte sehr alt sein, aber die früheste Nachricht findet sich erst in den Tagebüchern des Kolumbus 2lls der Entdecker 2lmerikas auf seiner Rückreise aus der Reuen Welt in der Rächt vom 14. zum 15. Februar 1493 einen furchtbaren Sturm zu bestehen hatte, da glaubte er. dah fein Schiff dem Untergang geweiht sei, und verschloß daher, um die Kunde von dem neuen Erdteil nicht mit rn£ Grab zu nehmen, eine hqye genaue Angabe seines Entdeckungsweges in ein kleines Faß. das über Bord geworfen wurde. Diese älteste Rachricht der Meeres post ist spurlos verlorengegangen: wir besitzen historische Belege für Flaschenposten erst feit dem Anfang des 19. 3cchr- hundertS. Damals fingen die hydrographischen 3nftitute an. die Naschenposten für wissenschaftliche Forschungen zu verwenden, um mit ihrer $tlfe die Richtung und Geschwindigkeit der Meeresströmungen zu ermitteln, und bei diesen Versuchen wurde auch die Bezeichnung „ Flaschenpost" zum erstenmal angewendet. Man hat dabei die tägliche Durchschntttsgeschwindigkett einer Flaschenpost auf 15 bis 16 Kilometer berechnet. Prinz zu Wied bei Ausbruch des Weltkrieges bas Land verlassen muhte, berichten die folgenden Schriftstücke. Der Delegierte bei der Internationalen Kontrollkommission für Albanien, Generalkonsul Vincke!. z. Z. in valona, an bas Auswärtige 'Amt. Telegramm. Entzefierung. Valona, den 22. 3unl 1914. Aufstandsbewegung im 3nn e rer stark angewachsen. Aufständische können In wenige« Tagen Valona nehmen. Hiesiger Gouverneur hat Regierung telegraphiert: Linker Flügel gänzlich geschlagen, da die Truppen zum Plündern in die Dörfer zerstreut, im Zentrum aus unbekannten Gründen Pantt entstanden und rechter Flügel unter Deklasch nicht vorrückte. Allgemeine 'Flucht wurden Kanonen bis Kalmibatsch m.tgcnommen, dann Feind überlassen. Truppenrest unter Dessim und Holländer de 3ongh abends Fiert angenommen. hoffe ScmenUinie oder Dojussa zu verteidigen. Gouverneur erbat 530 Gewehre. Munition. Uniform, eine Kanone, ferner zwei Kri gs- schifle für Valona. Diese Ditte ist berechtigt angesichts des Ueberflusses an Kriegsschiffen vor Durazzo*) und der Wohl unnötigen dortigen Flotten demonstration. Abschrift geht Durazzo. Winckel. Randbemerkungen Kaiser Wilhelms II.: *) Erst haben sie nach den Schiffen geschrleen. und jetzt werden sie für unnötig gehalten ganz wie ich vorhergesagt. Schlußbemerkung des Kaisers: Die Alban(ische) Regierung kommandiert die fremden Schiffe aus taktisch-milit(ärllchen) Gründen herum, als ob sie ihr gehörten! während sie nur moralischen Schutz für den Fürsten geben sollen. Die Position wird, wie vorauszusehen. eine gänzlich schiefe werden, wenn in d?r Roch nachher sogar Landungsabtheilungen mit den Albanern handgemein werden sollen! Davor warne ich auf das schärfste. Der Fürst muß fechten, siegen oder fallen, an der Spitze von d'm, das ihm treugeblieben ist, aber nicht sich mit Hülse internationaler Mannschallen gegen Theil? seines Volkes hatten lassen. Er wäre verloren, im Augenblick — der eintreten muß — des Zurückz ehender Schiffe, die nicht in Ewigkeit dott liegen bleiben können. Wilhelm k. R. Der Geschäftsträger in Durazzo, Frelh. v. tuc 1 us, z. 3- In Lastelnuooo, an bas Auswärtigr Amt. Telegramm. Entzifferung. Eaftelnuovo. den 30. Juni 1914. (aufgegeben den 1. Juli.) Darvn Aliotti fährt heute abend Rom, um Minister vorzutragen, daß Fürst jetzt f a ft ganzes Land gegen s t ch hat und nur durch europäische Truppen*) noch zu hatten ist. Gesandter wies dabei auf wachsende Tät gleit Griechenlands hier und im Epirus-) h n> worin eigentliche Ursache jetzigen Aufstandes F.e-re. Teile mit meinem österreichischen Kollegen Ali- ottis Ansicht vollkommen»). LucluS. Randbemerkungsn Kaiser Wilhelms II.: *) D(as), h(eiht) durch eine für längere 3ahre permanente 'Eurvp(äische) Garnison des ganzen Landes! II ’) ? 3ungtür!en, 3taliener, Bulgaren,Serben. ’) ich nicht. Sch'uhbemerkung des Kaisers: Das muhte alles geschehen. ehe der Fürst hinging! Es muh also durch Europa erst Emma! das Land total erobert und pazifizirt werden, was 6—8 3nf(anterie) Divis onen und 300 bis 400 Millionen) Mark bedarf. Danach erst der Fürst überhaupt eingesetzt werde,. Wem — M Da aufrecht schwimmende Flaschen besser erhalten bleiben, so Pflegt man ihre Böden mit Blei, Sanb ufw. zu beschweren, und am Flaschenhals wird ein Flaggenstäbchen befestigt, um die Aufmerksamkeit zu erregen. Die Berichte, die in Flaschenposten erhalten bleiben, enthüllen manchmal ganze Romane und Tragödien. Da wird von Meutereien, von Morden und Seeräubern gemeldet. 1893 wurde eine Flaschenpost aufgefunden, die mttteilte, daß der Kapitän des Schiffes „Buckingham" am 11. Oktober 1893 westlich von den Schottland-3nseln von einem Arbeiter ermordet wurde. Eine Flaschenpost, die aus einer zertrümmerten Holzplanke bestand, wurde im selben 3ahre bei Kilnesea an Land geschwemmt. Sie stammle von dem Schiff „Caller Du“ und enthielt mit Bleistift geschrieben die folgende Mitteilung: „Wer dieses aufrinbet, erfahre. dah der „Caller Ou" von einem unbekannten Dampfer in den Grund gebohrt wurde." Auf der anderen Seite der Planke stand: „Möge der Herr meine Mutter trösten. „Caller Ou" sank durch die Schuld eines unbekannten Dampfers. Dawson — keine Zeit mehr —ste fintt..." Manchmal machen F.afchenposten sehr lange Reisen. So churde 1858 eine Flaschenpost an der irländischen Küste aufgefunden, die 183? ein amerikanischer Kapitän in Seenot abgesandt hatte. Eine Flaschenpost, die von den Tril- nehmem der österreichisch-ungarischen Rordpol- eSpedition 1874 an der Küste des neuentdeckten Franz-3osrph-Landes ins Polarmcer vettenft war. wurde 1921 völlig unversehrt von der nor- wegllchen Polare?peditton auf Rowaja Sem.ja bei russischen Kolonisten gefunden. Während deS Weltkrieges entdeckte ein Fischer aus Marstrand 1916 im Sfageral eine gewöhnliche Bierflasche, bie die letzten Nachrichten der Mannschaft des in der Nordsee verunglückten Luftschiffes „L. 19“ enthielt. 3n einem der darin enthaltenen Briefs heißt eS: „Wir leben noch alle, haben aber nichts ju elfen. Früh war hier ein Fischdampfer, ein englischer, er wollte unS jedoch nicht retten. Der Mut sinkt, der Sturm nimmt zu..RuS ^ern anderen Schreiben erfährt man. dah der Kommandant Löwe mit feinen 15 Mann um II Uhr nachts auf der Plattform deS Luftschiffes *wch ein gemeinsames Gebet verrichtete: dann versanken sie inS ewige Meer, Oer jetzigen Lage unfi Aufregung im ganzen Balkan - eine solche Truppenrneng: zum Kampfe angesetzt wirb, danngeül der Krieg wieder l o ß. Wer soll solch: Truppenmengen stellen? bezahlen? ernähr n? Der soll sie fom- mandiren? Woher sollen sie genommen werden? Welche Garantieen bekommen di: Staat n, welche die Soldaten liefern, daß ihnen die Auslagen ersetzt werden? und woraus? Ich detachire keine Kompanie. Die paar Spanier in Marokko kosten 1 Million Pesos Pro Tag? Wilhelm I. R. Oberhessen. Landkreis Gictzen CO Klein-Linden, 15. Dez. In der gestern nachmittag staltgeyab.e.i Sitzung der Felove - reinlgungsko-nMission fand eine längere Aussprache statt übe. bsn Zu stand der Feldwege. Man eingte sich dahin, daß einige dieser Wege mit festem Unterbau versehen und mit Steinen eingedeckt werden sollen. Für den Ausbau wurde dne Summe von 10 090 Mk. vorgesehen. Auch sollen in den nächsten Tagen größere Dranagearbeiten in Angriff genommen werden. Die Kosten betragen für ben Landbesitzer 2l/$ Pfennig pro Quadratmeter. Die Mehrkosten werden aus dem Ueberschuh der Frldöereinigung gedeckt. Mit dem Abschluß dieser Arbeiten, die in den nächsten Wochen ihre Erledigung finden sollen, gilt die Felkchereinigüng für unsere Gs- marfung als beend t. X Klein-Linden, 15. Dez. (£in im benachbarten Dutenhofen wohnender Bahnarbeiter, der aushilfsweise auf verschiedenen Wärterposten als Schrankenwärter tätig war, fuhr dieser Tage in der Dunkelheit mit seinem Fahrrad auf dem Bankett des Bahndammes seinem Wohnort zu. Dabei stürzte der Mann vom Bahndamm ab und zog sich eine schwere Verletzung am linken Oberarm zu. Er mußte nach der ersten ärztlichen Versorgung in die Klinik nach Gießen überführt werden. ck. Heuchelheim. 15. Dez. Der Kredit- verein Heuchelheim e. D. hielt am Samstag seine Herb st- Generalversammlung ab, die von etwa 70 Mitgliedern besucht war. Aus dem vom Vorsitzenden des Auslichterats, Bürgermeister Kreiling, verlesenen Revi i n.- berichl ergab sich, daß die Geschäfte des Der- eins recht beträchtlichen Umfang angenommen haben. Die Geschäftsfübrung des Dorstandes wurde als gut und erfolgreich bezeichnet. Wis sehr der derzeitige Rechner, Ferd. D o l k - mann II., dos Vertrauen des Vereins genießt, ergab sich aus seiner einstimmigen Wiederwahl. In den Aufsichlsrat wurden die drei satzungs- gemäh ausscheidenden Mitglieder W. Hartmann II., I. Rinn VII. und Christ. Volkmann wiedergewählt. Für den wegen Ueber- bürdung mit Amtsgeschäften aus dem Aufsichts-- rat ausscheidenden Bürgermeister Kreiling wurde Fried. Karl Rinn neugewählt. Eine längere lebhafte Aussprache verursachte der der Versammlung vorgelegte Entwurf der neuen Satzungen. y. Lollar, 15. Dez. Zahlreiche Zuhörer hatten sich am Sonntag- und Montagabend im geräumigen Saal der Kleinkinderschule eingefunden, um der Advents- und Weihnachtsfeier deS evangelischen Mädchenvereins beizuwohnen. Die schwierigen Darbietungen waren unter der sachkundigen Leitung der beiden Schwestern auf das sorgfältigste totbereitet und hinterließen bei allen Zuhörern einen tiefen Eindruck. 3m Mittelpunkte des Abends stand ein Weihnachtsspiel von Waldemar Dönsels, der in eigenartiger Weise — abseits des gewohnten Geleises — den tiefsten Sinn der Weihnachtsbotschaft „Liebe für ba$ Menschenherz" verkündet. Er hat die Form gewählt, daß einem schlafenden Kinde im Traume die verschiedenen, bekannten Gestalten der deutschen Märchen erscheinen, die zum Höhepunkt, der Geburt des Christuskindes hinleiten. DaS nicht . leichte Verständnis dieses Spiels wurde deshalb zum Beginn der Aufführung von Pfarras'istenten l Hartmann den Anwesenden erklärt. Alle Darstellerinnen (17 Mädchen) boten ihr Bestes. Den F musikalischen Teil hatte danlenswerterweise die Lehrerin Fräulein H e b e r e r übernommen. ♦ Daubringen, 15. Dez. Gestern schlachtete der Gastwirt und Weißbindermeister Emil Schär ser Hierselbst ein elf Monate altes Schwein im Nettogewicht von 401 Zentner. Das Borstentier hatte eine Länge von 1,78 Meter und Mofe'-Weihnacht. Von Werner Beumelburg. Die Rächt wurde von einem wundervollen Mondschein eingebettet... Er war so zart und duftig, daß alle Gegenstände im Tal und auf der Höhe wie durch einen seltsamen Märchenschleier schimmerten. Der Fluß glich einem silbernen Streifen, auf dem die dunkien Schalten der Felsen gleich Märcheninseln ruhten. Die Berge leuchteten hell, von endlosen Schneefeldern überzogen. Ein feiner Rebel füllte das Tal, so daß es schien, als sei der Mond in ein weiches Kissen von unendlicher Zartheit gebettet. Die schwarzen Umrisse der alten Burgruine schwammen düster und latt in diesem Meer. Kein Laut unterbrach die Stille. Und toenn nicht in jeder Viertelstunde die müden Schläge der Kirchenuhr diese seltsame Rächt durchzogen hätten, so hättest du glauben können, alles sei nur ein Traum. Diese Rächt unterschied sich durch nichts von den andren Rächten. Aber dennoch Dcrriet ihre Feierlichkeit eine besondere Erwartung... Ueber die glitzernde Eisfläche, die den Fluh- wn bedeckte, strich in scharfem Fluge ein Eisvogel, vom Mondschein aufgeschreckt, oder ob ihn )ieie sonderbare Erwartung, die über allem lag, iu$ seiner Ruhe getrieben? Die alten Krähen, die in ihren dürren Restern .n den Kronen der Uferweiden hock.en und durch )as Knurren ihres hungrigen Wagens um den schlaf betrogen wurden, toa.en jedenfalls anderer Meinung. S'«e empfanden die Kargheit des Winters in dieser Rächt um nichts angenehmer als sonst und ha ten weder Verständnis für die Aufregung des Eisvogels, noch für den garten Dust des Mondscheins, noch für die dunklen Inseln auf dem Strom, noch für die düstere Kälte der Burgruine. Der Eisvogel strich wie ein Pfeil ab und an über die mondscheinglitzernde Fläche. Die Augen halb geschlossen, den Kopf starr gesme Halsweite von 1,26 Meter: gewiß ein selten starkes Tier. * Geilshausen, 15. Dez Am Samstagabend wurde unserer Gemeinde ein seltener Vortragsgenuß zuteil. Auf Einladung der hiesigen Jugendgruppe sprach der ehemalige Seiten- steuermann des Zeppelin - Luftschiffes „L. 59", Wilhelm Hohn aus dem benachbarten Beltershain, über seine Erlebnisse auf deutschen Luftschiffen im Weltkrieg. Hahn hat an dem weltgeschichtlichen Zeppclinflug, der mir „L. 59" von der bulgarischen Küste nach Deutsch-Ostafrika gehen sollte, aber auf der Höhe von Charlum durch Funkspruch der Admiralität zurückgerufen wurde, teilge- nommen. In 2tstündigem Vortrag erzählte der Redner in außerordentlich fesselnder Weise und fand damit den lebhaften Beifall der gutbefuchten Versammlung. T Grünberg. 15. Dez. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist zu b? chten: 59 Ausmärker (Quedtiorn) haben den Antrag gestellt, in einem Teil der Grünberger Gemarkung die Felbbereinigung vorzunehmen. Auf Anfrage des Feldbereinigungskomm ssars wurde erklärt, daß die hiesigen Landwirte, sowie der Gemeinderal die gewünschte Maßnahme begrüßen, jedoch der Ansicht sind, die Angelegenheit im Hinblick auf d e gegenwärtigen Wirtschaftsver- hällnisse auf bessere Zeiten zu verschieben. — Zur Deckung dringender städtischer Ausgaben soll bei der Girozentrale in Darmstadt eine kurzfristige Anleihe in Höhe von 30 000 Mk. ausgenommen werden. — Die H u n d e st e u e r für 192? wird in der gleichen Höhe wie in diesem Jahre erhoben, nämlich 10 Mk. für den ersten Hund, 20 Mk. für den zweiten, 30 Mk. für einen dritten ufto. — Da die Stadt in ö. fern Jahre hohe Ausgaben zu decken hat, soll eine Sonderfällung im Stadtwald von etwa 6)0 Festmeter Fichtenholz beantragt werden. — Im übrigen beschäftigte sich der Gemrjnderat mit einer Reihe kleinerer Angelegenheiten, wobei er u. a. beschloß, den Bauplatz in der Bahn- hofstraße öffentlich versteigern zu lassen und den Pachtpreis für die st ä d t i s ch e Weide auf 1500 Mk. festzusetzen. Kreis Friedberg — ?— Butzbach, 15. Dez. Seit einigen Wochen finden hier Besprechungen über die Eröffnung einer Prioatautolinie statt, welche die Dörfer Pohl-Göns, Ebersgöns, Oberkleen, Cleeberg, Griedelbach, Brandobcrndorf und zurück über Weiperfelden, Espa nach Butzbach führen soll. Am Donnerstag findet nun zur endgültigen Entscheidung die erste Probefahrt statt. B. R o d h e i m v. d. Höhe, 15. Dez. Die Zahl der Arbeitslosen ist hier auf rund 20 gesunken. Ein großer Teil der seither Erwerbslosen hat Beschäftigung beim Holzhauen in den Beständen unseres umfangreichen Gemeindewaldes gefunden. Nach Beendigung dieser Arbeiten, welche in kurzer Zeit zu erwarten ist, sotten die Vorarbeiten an der neuen Wasserleitung in Angriff genommen werden. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 15. Dez. Unsere Stadtver- waltung ist eifrig bemüht, die seit einiger Zeit stark vernachlässigten Büdinger Märkte wieder zu beleben. Auf Veranlassung der Bürgermeisterei wurde vom Gemeinderat unter Zuziehung des Landwirtfchaftsamtes und anderer Behörden eine Kommission gebildet, die zweckdienliche Maßnahmen in die Wege leiten soll. Zunächst sollte der P e t r i m a r k t im Frühjahr nächsten Jahres als Pferde- und Rindviehmarkt, wie auch als Krämer markt in großem Maßstäbe abgehalten werden; in Verbind ; damit soll eine Verlosung und Prämiierung statisinden. Für den Pferde- und Rindviehmarkt liegen heute schon zahlreiche Anmeldungen vor, .,?" Aidda, 15. Dez. Infolge der Llirguust der Zeitverhältnifse mußte* bie Stadt von ihrem Vorhaben a b s e h e n , einen Realschulneubau auszuführen. Durch den Umbau der Baulichkeiten des in Stadtbesitz befindlichen Kraft'scheu Saalbaues konnten verschieden« Säle für die Realschule bereitgestellt werden, so daß einigermaßen erträgliche Zustände geschaften sind. Da die neuen Räume in unmittelbarer Rähe des seitherigen Realschulgebäudes liegen, ist die räumliche Trennung vom Schulbetrieb nicht sonderlich störend. △ Ridda, 15. Dez. Auf dem heute hier abgehaltencn Weihnachtsmarkt durfte kein Auftrieb von Ferkeln erfolgen, weil in den umliegenden Dörfern Geih-Ridda. Borsdorf und Wallernhausen die Maul- und Klauenseuche sehr stark auftritt. Der Krämer markt brachte radeaus gereckt, kreiste er um den Mond. Richts regte sich, ganz leise nur stießen hier und dort unter dem duftigen Rebelschleier ein paar Eisschollen aneinander. Ruhelos wie der Bogel jagte, pilgerte der Fluß durch das Tal in Jahrtausende alter stumpfer Gelassenheit... Die Krähen mochten wohl recht haben ... Um dieselbe S unde, als der Eisvogel sein Rest wieder aufsuchte, tagte auf dem verlassenen Warllplatz des Städtleins eine seltsame Versammlung. Das große Wort führte ein riesiger Kater, dessen schwarzes Fell gleich einem dunklen Punkt im Schnee war. Die sämtlichen Katzen der Rachbarschaft lauschten mit den Mienen unzufriedener Zeitgenossen feinen weishe t-voilen Wor.cn. Der Kater betonte mit Lachdruck, welche Gegenstände im Leben aller Wesen zum Schaden des Geschlechtes der Katzen bestünden. Gin klägliches Miauen auS dem Kreise seiner frierenden Anhängerinnen bestätigten sein« tragischen Auffassungen. Ohne Zweifel, meinte er. bereiteten sich die Menschen auf etwas ganz Besonderes in dieser Rächt vor. Oh, der feinen Empfindsamkeit einer Katerseele entgingen die sonderbaren Formen des menschlichen Verhaltens nicht! Woher stammte dieser festliche Geruch in allen Küchen? Warum sprachen die Menschen so leise und erwartungsvoll? Was bedeute dieses heimliche Tuscheln, dieses zärtliche Bcie'nanderweilen, dieses Leucklen der Augen, das m allgemeinen nur ein besonderer Vorzug der Katzen sei? Schließlich wurde eine Resolution gefaßt, man müsse der Sache auf den Grund gehen. Di« Versammlung zerstreute sich auf leisen Sohlen, feine Spuren int Schnee zurücklassend ... Die meisten vermochten nichts zu entdecken und wurden in ihrem Gefühle weltschmerzlichcr Resignation bestärkt. Der alte Kater aber fand hoch oben im äußersten Speicher eine köstlich duftende Wurst, die D^ enbar den Anschluß an daS große Fest der W '-scheu versäumt hatte. Rachdem er sie -ur Hälfte verzehrt, letzte er sich im Mondschein auf den höchsten Giebel des Daches und empfand in stiller Zufriedenheit die Versöhnung mit feinem Katerschtckial. . einigen Verkehr. Die Marrtbesucher kauften meistens Hpiclwaren und billigere Gcschrnkartikel. Reger gestaltet sich in b:n letzten Tagen wieder der Heuhandel. Der Zentner wird mit 3Mk. bezahlt. — Bei dem in diesen Tagen torgenommenen zweiten Treiben in dem Jagdbezirk der Stadt Ridda wurden 33 Hasen und ein Fuchs geschossen. Für Rehe besteht schon Schonzeit. Die Hasen werden nach Gewicht verkauft. Das Pfund kostet 3D Pfennig. h. Geih-Ridda, 15. Dez. Einem hiesigen Landwirt wurden 25 neue Fruchtsäcke, die in der Rähe des Hauses zum Trocknen aufgehängt waren, gestohlen. Die Säcke waren aus felbstgewonnener Lcknwand gefertigt und von ansehnlichem Werte. Von den Dieben — ein Mann kann sie allein nicht fortgefchafst haben —' fehlt bis jetzt jede Spur. y. Grund-Schwalheim, 15. Dez. Gestern wurde hier unter scht großer Beteiligung der Landwirt Gustav Mogk l. zu Grabe getragen. Besonders zahlreich waren im Trauergefolge seine B.rufsgrno f:n aus dec nordöstlichen Wetterau vertreten. Der Verdorbene war nicht nur ein musterhafter Landwirt, sondern auch ein eifriges und tätiges Mitglied des Bauernbundes, in dem er für unseren Bezirk eine führende Stellung einnahm. Als Mitglied der Landwirt- fchaftskammer für Hejfen, des Krcisousschusses des Kreises Büdingen, des Verwaltungsausschusses der Landkrankentasse Ridda, als Preisrichter bei zahlreichen Prämiierungen von Zuchtvieh, als Ankäufer desselben im Auftrage der Landwirtschaftskammer, als Gemein''erat und Inhaber anderer Ghrenämter hat sich der Verblichene ganz außerordentlich um das Allgemeinwohl verdient gemacht. Dies wurde von den Vertretern genannter Körperschaften am Grabe unter Riederlegung von Kränzen durch herzliche Rachrufe in danstbarer, ehrender Weise anerkannt. Mogk war unverheiratet und erreichte ein Alter von 57 Jahren. Kreis Schotten. □ Laubach, 15. Dez. Der gestrige Christmarkt, der letzte unserer Märkte in diesem Jphre, war in allen Teilen sehr gut besucht. Eine Reihe von Spielwarenhandlern aus Laubach und den Nachbarstädten hatten ihre Stände aufgeschlagen; ans viele Zuckerwaren fand man ausgestellt. Ebenso ging der Verkauf in den Manufatturgeschäften sehr flott. Der Christmarkt ist der größte der vier Lcu^ bacher Märkte; er wird auf dem Marktplatz (eigentlich „Linde-Platz") inmitten des Städtchens abge- ballen, während die drei anderen Märkte außer- yalb, auf der fog. „Hülle" zwischen der Hungener Straße und der Wetter, stattfinden. Für den kommenden Sommer (Mai oder Juni) ist die Abhaltung eines Prämien Marktes in Aussicht genommen. Diesen Markt will man zu einer regelmäßigen Einrichtung machen. Eine Zuchtviehoer- steigerung mit Verlosung soll abgeholten werden. Diese Einrichtung wurde auf Anregung der hiesigen Ortsgruppe des Landbundes in Aussicht genommen. Man will sich zwecks Festsetzung des Prä- mienmarftes mit der Landwirtschastskarn- m e r in Verbindung setzen. — Gestern mittag hielt Baurat Steinbach von Gießen vor dem hiesigen Gemeinderat einen Vortrag, worin er über die Anlage der Wasserleitung eingehende Ausführungen gab und Vorschläge zur Verbesserung und Erweiterung machte. Zur besseren Erfassung des Wassers soll noch eine zweite Rohrleitung von der Quelle bis zum Luftschacht angelegt weroen. — In der Angelegenheit des Ehrenmals für b i c Gefallenen des Weltkrieges ist nunmehr ein endgültiger Beschluß des ®e- meinderats erfolgt, und zwar in Uebereinftimmung mit dem Vorstand des Krieger- und Militärvereins. Der Arnoldsche Entwurf soll im kommenden Frühjahr ausgeführt werden; als Platz des Denkmals wurde die Westseite des Schloßgartens bei der Unterpforte bestimmt. — Demnächst werden die Einzelheiten des Ortsbau st atuts in Verbindung mit der Baubehörde festgelegt werden. L_ Unter-Seibertenrod, 15. Dez. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr brach auf dem Grundstück des Landwirts O. Bast im Bodenraum des Nebengebäudes Feuer aus Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der Doch stock bereits in Hellen Flammen. Der angestrengten Tätigkeit der Wehr gelang es, daß Feuer aus feinen Herd z u beschränken, das bei einer Ausbreitung auf die angrenzenden, mit Heu, Stroh und Holz gefüllten Gebäude sehr gefährlich hätte werden können. Die benachbarten Wehren von Ober-Sei- bertenrob, Ober-Ohmen und Stumpertenrod waren' Von dort oben herab machte er eine sehr sonderbare Veobachtung. Von seiner hohen Warte aus konnte der schwarze Kater über alle Dächer der Rachbarschast und über den Gar en des Pastors hinweg, just nach der Kirche Schauen, deren hellerleuchtete Fenster irgendeine seltsame Verkündung in die Rächt sandten. Auf einmal öffnete sich das große Kirchenpvrtal, und, indes ein Heller Strom von Kindern in dichtem Gedränge über die lange Treppe in das S lädt lein hinunterdrang, quoll aus dem geöffneten Portal heraus ein so wundersam gewaltiges Rauschen von Tonen und Akkorden, daß es dem alten Kater auf seinem Giebel ganz sonderbar zumute ward. Auf den Schleiern des Mondscheins schwangen sich diese jubelnden Akkorde breit in die Rächt hinauf, füllten das ganze schweigende Tal, klangen von den dunklen Felsen wider, wallten über den Strom und verkündeten in allen stillen Winkeln dieser geheimnisvollen Rächt die Offenbarung dec ewigen Wiederkehr. „O, du fröhliche, o, du selige, gnabenbtinger.be Weihnachtszeit". Freilich verstand der alt« Kater nicht, waS dies alles zu bedeu'en hatte. Aber gleichwohl wurde seine Seele en.'i Gefühls teilhaftig, daß allen «Lebewesen in dieser Rächt ein großes Glück begegnet sei... Ganz gegen seine Gewohnheit sah er noch lange auf dem Giebel, indessen langsam hier und dort in den Häusern die Lichter erloschen. Dann stieg er mit leisen Schritten nachdenklich durch die Dachluke hinab ... Mussolinis zwölf Arbeiten. Von Gustav W. Eberlein. Als ein gütiges G llch ck Italien den Helden geschenkt hatte, säumte der nicht lange und zog auf herakleische Taten aus. Z-crst Luft? und erwürgte er den kommunistischen Löwen, dann machte er sich an den roten Stier des Königs Dmios. erlebte dr lltens die Hydra des Parlamente und vrrsagte die furchtbaren Raubvogel, di se scheußlichen Stymphaliden schnell zur Stelle, brauchten über nicht mehr «in- zugreifen, da bei ihrem Eintreffen die Gefahr bereit» gebannt war. Im Erdgeschoß des betroffenen Gebäudes war eine Hausfchlachtung im Gange, fo daß man vermutet, der Brand sei durch starkes Kessel- feuer und schadhaften Kamin entstanden. ld. Aus dem vorderen Vogelsb erg, 15. Dez. In den letzten Wochen haben diq Dienstboten, deren Dienstzeit am letzten Weihnachtstage abläufl, neue Mietverträge abgeschur'sen. Arter dem Druck der wirtschaftlichen Rotlage wollen viele Landwirte, die jahrelang Knecht oder Magd hielten, im kommenden Jahre versuchen, ihre Arbeit mit eigenen Arbei-slrä.ten zu tun. Der Rückgang der Zahl der Dien st boten, der in unserer Gegend schon seit einigen Jahren beobachtet werden konnte, ist daher in diesem Jahre außerordentlich start. Wenn das Gesinde ehemals von Iqhr zu Jahr steigend« Lohne durchsetzen konnte, so ist nunmehr liefern Beginnen nur in ganz seltenen Fällen Erfolg be- schieden. Die I a h r l ö h n « , die sich aus der Höh« der vorjährigen beregen, betragen hier, nach Alter und Anforderungen ettoai nach u t n oder oben schwankend, für einen Knecht etwa 500 Mark, für ein Dienstmädchen ungefähr 400 Mark, und setzen sich zusammen aus einem monatlichen Barlohn von 25 bis 30 Mark uni) Raturalgaben. Da>u kommen die Dersicherungsbeiträre, die hier ganz vom Arbeitgeber getragen werden. Aus dem Riddatal, 15. Dez. Seitdem die Holzindustrie dazu übergegangen ist, sich M o 1 o r l a !* w egen -um Abichlevpen des Holzes aus dem Wl c zu ulc^en, sind bie Derdienstmög ichkeiten b?r Holzfuhrleute in faft allen Orten stark beschnitten oder ganz aufgehoben worden. Wo eS nicht möglich war, als Fuhrmann in der Basaltinknistrie unterzukommen, sehen sie sich gezwungen, den Fuhr- betrieb einzustellen und die Vierdezahl ihrem landwirtschaft ichen Betrieb an»u';a'ren. Die Rotwendigkeit, sich noch einen Rcbenverdicnst zu verschaffen, macht sich in einem starken Unterbieten der Gemeindeakkorde und anderer Fuhrleistungen bemerfbac, so daß dabei oft Preise zu verzeichnen sind, die mit der aufge» wand'en Zeit und Arbeitsleistung in keinem Verhältnis stehen. - s- Gedern, 15. Dez. Unsere Stadt plant die Erbauung eines neuen Postgebäudes. Wie verlautet, soll dazu ein Bauplatz in der Rähe des Bahnhofs auserschen sein. - s- Sichenhausen, 15. Dez. Die Maul- und Klauenseuche ist jetzt hier erloschen, die Sperrmaßnahmen sind ausgehoben. Ein Vierteljahr hat hier die Seuche gewütet. Sie hat neben Verlusten an Vieh den Landwirten während der Herbstbestellung großen Schaden zugefügt. Im nahen Burkhards hält die Krankheit immer noch an. - s- Hartmannshain, 15. Dez. Die hiesige Gemeindeverwaltung ist in eine gewisse finanzielle Bedrängnis geraten. Wie bekannt, war der Bau einer Rebenbahn Birstcin—Hartmannshain geplant. Die Gemeinde hatte sich s. Z. u. a. auch zur Tragung der DermessungSkosten anteilmäßig bereit et# klärt. Rachdem nun der Dau der Bahn nicht vorgenommen wird, hat die Gemeinde doch die Dermesfungskosten in Höhe von ca. 1 800 RM zu bezahlen. Kreis Alsfeld. L_ Mücke, 15. Dez. Der Pächter einer benachbarten Jagd hatte vor einigen Jahren in seinem Revier Fasanen ausgesetzt, von denen man jetzt in anderen Revieren des O h m t a l e s Abkömmlinge bemerken kann. In Jägerkreisen glaubt man, mit einer starken Vermehrung der Fasanen in unserer Gegend nicht rechnen zu können, da der Winter hier oben bekanntlich sehr hart ist und außerdem das Raubzeug — besonders Füchse und Marder, aber auch Habichte usw. — in ziemlicher Zahl auftritt. Immerhin würde es begrüßt werden, wenn auch andere Jäger zur Pflege oieses Wildes durch Ansiedlung und Schonung bei der Jagd beitragen würden. Bemerkenswert ist, daß einige Sätze Fasanen, die man vor dem Kriege hier einführte, sich zum Teil gut akklimatisieren, jedoch leider nicht die nötige Schonung fanden. - -er R i e d e r - O s l e i k> e n, 15. Dez. Bei der am Sonntag stattgehabten Wahl eines Bürgermeisters wurde unser seitheriger Bürgermeister, Johannes Wolf IV.. einstimmig wiedergewählt Da die erste Wahl auf sechs Jahre erfolgte, f' ■'- •"t dt? zweite Amtsoder Freimaurer. A |vL ec so manchen Augi'sftall ausge r.i'tet haben, aber es ist möglich, daß bie Welt, hinterhältig und furchtsam wie Eurysth^ s, diese Arb itm nicht gelten läßt. I.den- falls hat «in' böser Geist in der AKichl. den starken Mann daran z'gründe g hen zu lassen, zwölf Arbeiten ausg sonnen, di? mehr Kraft, Mut und Glück erfordern, als alle bisherigen Antcrnehmung n. Der D ce Hersktes soll: 1. Die Mafia in S zllien außrotten. 2. Der „kleinen Camorra", die tm ganzen Lande verbreitet ist und zum Pc spiel mit den Preisen nicht herunt::g ht. wenn d . Valuta steigt, den Hals urnbrehe.u 3. Den Fiebergürtel u Rom herum sprengen, so daß man auch im Sommer einen Abcndspaziergang vor den Toren my. m kann, ohne ihn mit einer Malaria zu be;-" 'en 4. Den Sin gvogelmo> d D.ril ten. 5. Die ausgestsrbene Halbie.sel - eder t t Tieren bevöllern, indem er t : gr nd- sähliche Erla' bnis für jed mann, alles, was k eucht unb fleucht, abzuk.aallen, in bie Wolfs» schlucht wicft. 6. In bie Hölle d's DureaukratiSmus htn- untetf.eilen und den Höllenhunb Schlendrian überwältige i. 7. Sic Straßen um und südlich von Rom so umgestalten, daß man sogar mit einem Automobil darauf fahren farm. 8 Wegweiser an den Landstraßen aufstellen. wie sie sagenhafte ferne Länder schon haben sollen. 9. Den F bewerten und Radfahrern nachts Laternen anhängen. 10. Anstelle der unheimlichen Briefmarken- höhlen Postämter errichten, die sauber und zweckmäßig sind wie Danken. 11. Den Baumwüterich bändigen und den rollenden Wald in den ne. erworbenen Landesteilen aufhalten. 12. Ein Schwimmbad in Rom errichten, damit wenigstens die Fremden, Um sich's die heutigen Röm-r an bei trockenm Ruinen 'fiter Vorfahren Genüge sein lassen, dem neumobifchcn Körperkult huldigen könnin. üiibtrra Sette in btn Gruden kamen aber mit dem -äuslichlle.tt«g schrecken davon. Die Reichsbahn sollte an biestm ge- t und die zum fahrlichcn Ueberron- durch eine schranke für die des Stremabnehmers legen lüstt und großen Teile erweitert werden wurden ebenfalls km- ist Stück Rindvieh. 5 Esel, Oie echten Billige Bettwäsche Kij enbeziige aus unseren bewährten Stoffqualiläten gestickt u. mit hanügez. Säumen, 4.30, 3 95, 3.75 Bettücher, rollgrost, in Halbleinen, Kretonne, Stuhlluch Mk. 7.45, 6.65, 5.95, 4.85, 3.95 usw Bettbezüge, 130x180 cm, guter geblümter od.r gestreifter Damast Mk. 10.90, 9.50, 7.90 Sonder-Angebot Koltertücher, 150 x 250 cm, gute Stoffe ■ u auf iangfrisiigeT eHzahlung 1W4*a IQMOa »alten und gehoben. An lahr für die Stadl und Pfd. Pid. Stephan Mk. 2 90 Mk. 2.25 -öaictniiHfcriie Mofocnun, aeraipelt 0.70 o.oo 0.60 0.60 1.30 0.76 0.70 1.20 Mandl ieriatr Rorinthen Jiofiaen Lultariueu . Bienenhonig Walnüffe Ha elnüfle Spekulatius in Dielen Ausführungen feftoniert............ 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Die .Krankenschwester Wilhelmine Flessa. die bekanntlich seinerzeit den Ehirurgen Dr. Seih erschollen hat und deswegen vom Schwurgericht zuerst tum 5c?e. später im Wiederaufnahme- ren jedoch zu heben Jahren Zu ch t- baue beiurtetU worden war. ist. wie wir erfahren, vom preuftifchen Ltaatsministerium zu sieben Jahren Gefängnis begnadigt worden Jhn wegen schweren Diebstahls schon vi»lsach roibeltwfter. er t vor einigen Tagen au* einer basischen €:rafanitalt entlaf euer Arbeiter stahl in der Aach: zum Dienstag leinen in Aschaslcnbucg wohneu^en Eltern mittels Eiitbruch* ihre sämtlichen Ersparnisse m Höbe von 1500 Mk und ging damit mit seiner Geliebten flüchtig Der «yeaxfiurter Kriminalpolizei i t es je'tcch bereits am andern Tage gelungen, das Pärchen ausfindig zu machen utzd festzunehmeir. Das Geld, das noch fast ganz vorhanden war. fojuUe sichergestellt werden. Der ungeratene Tunichtgut hat feine Eltern jetzt schon - um dritten male bestohlen. — Gestern mittag gegen 1 Uhr lies auf dem Bömeplatz der Aa-ifmaiui Herz Goldschmidt aus Frankfurt gegen einen Straften- bahnwagen. Gal. schmidt wurde dabei so schwer verletzt, daft er eine Stunde nachher verstarb Es ist dies innerhalb weniger Tage der zweite tödliche Unfall auf demselben Platz und aus derselben Ursache. Auf dem Bahn- hofsplatz stieft gestern abend ein Lieferauto mit einem Straßenbahnwagen zusam. men. Der Zusamrnenstoft war so heftig, daft der Kraftwagenführer Dingel und fein Beifahrer schwer verletzt nach dem Hcanten- haus gebvacht werden muftten. Der Straftenbahn- führer und ein Aahrgast erlitten leichtere Der» letzungen. Das Auto wurde schwer beschädigt und sein Inhalt, bestehend aus Bier- flasche«, fast völlig zerbrochen. — Gestern nach- mittaa tourte, ebenfalls auf dem Dahnhofsplatz. der Kaufmann S ch l o ft von einem Auto überfahren und mutzte infolge erheblicher DerLetzungen nach dem Krankenhaus geschafft werden Schlotz soll direkt in das Auto hineinaelaufcn fein. '29691. chöch st a. M., 15. Dez. Am Montaa früh geriet im benachbarten Dbcr-liieberbam ein 60 Jahre alter Mann auf bisher noch unaufgeklärte Weise in eine Iauchegrube, in der er ertrunken ist. Er konnte nur noch als Leiche geborgen werden. .HÄ* 5 betrog kstlt» & Ä ^lien bit Arbeit' 3 km, ,D«r eige. ^n, tJ\8an8 .K L!mib*en ien l>ch ®«'.U l»n,,« 15. Dt» gu. « flQnJ Ä-E ^ar cn Unter. Qnbu baß dabei oft brr üuigt, Clftun9 in fdS fe etabt dient y®i>0eb8ubee KOKch in bet ' fein. N. Vit %au[, 0'er erlösche, ausgehoben. Tiö che gewütet. 6;t । den Qanbttirirn *\ SJflien ,u, darb« hält dir ■ 15. Dez. Die hip ang ist in eine ge. 'ängnis geraten, i einer Aebenbühn lanl Di« Seineindr M TraMg der tdlmafjig bereit er, iu der ‘Safin nicht Vemeiiide doch die Höhe boo ca. Darmstadt. 15. Dez^ 3n der letzten Zeit sind hier in verschiedenen Stadtteil«, eine Ai- -ahl Hunde plötzlich verendet. Die tier- äiztliche Untersuchung ergab, haft die Stere infolge Vergiftung eingegangen find. Wre feft- aeftellt wurde, kamen Strychnin und mttall- haUtgL Gifte zur Deewendung. Die tatet- konnten bisher nicht ermittelt werden. Zahlreich.' Slraftenlaternen sind in bin letz: en Wochen neu aufgeftellt worden. S it einiger Zeit werden aber in den Auftrnstrahen die M e f - fingteile daraus gestohlen WSN. Darmstadt, 15. Dez. Am »ergangenen Freitagabend wurde hier ein sechssitziger >) ar ch" Personenwagen entwendet. Funksprüchc wurden sofort an sämtliche Funkstellen und telephonische Nachricht an bte Nachborstüdle abgegeben. Noch in der Nacht auf Samstag konnte dos Auto in Eubigheim in Baden ermittelt und die täur fest genommen werten. Diese, drei junge Bürschchen aus Darmstadt im Alter von 16 und 17 Jahren, hatten vor einiger Zeit schop den Plan gefaxt, ein Stute zu entwenden, ' m damit das Weite zu suchen. Der eine Täter verschaffte sich zu diesem Zwecke Z u n d u n g s s ch l ü s> sei für alle Arten von Kraftwagen, da- mit es ihm möglich war, die Motor« in Gang bringen zu können. Ähre Festnahme wurde erleid) tert, da sie sich in der genannten Ortschaft verfuhren und in der Dunkelheit in ein Ackerfeld gerieten, wo sie den schweren Wagen nicht mehr wegbringen konnten. Die drei jugendlichen Täter mürben dem Amtegericht zugeführt und unter Haftbefehl gestellt. Der Wagen wurde durch den Eigentümer In Eubigheim wieder abaeholt. Preuften. ttrciA tSchliir. - - Lützellinden, 15. Dez Die Arbeiten am Umbau des elektrischen Orts- Leitungsnetzes sind schon gut vorangeschrit- ten. Um die Gemeindekasse nicht zu sehr zu belasten, laftt die (Sem ?inDc die Gcneuerungs- arbeiien abschnittweise in mehreren Zähren durchführe«. Gegenwärtig wird etwa ein Drittel des gesamten Ortsnetzes umgebaut. Der erste Teilabschnitt wurde auf dem *5ubmi?fioesondkrs Füchse uri isw. - in ziemW e es begrüftl toerbtn, Pflege dieses Ailder ig bei der Zagd bei- j ist, daß einige Sätze srieqe hier einsührie, >n, iedoch leider nicht n, 15. Dez- W >ahs klnkSr'ir' seitheriger 'Birger* i IV., einflimmih ie erste Dahl aus 'rl dir MiieDrtt« ol er so manchen n ab-r er ist möglich. umd M «le MW judü » * „ r r a , Clk >7 iss« a tu W 'p w er P ‘ * war 58*6*** s *** * d-" * Qualitäts-Weine 1924«r 4Sto ,enhel«uer .. llt ftf, |,ip Dlonunersheimer.. ' , i>l t.r»O Vanflenlencb«'!mer ‘ , .*1, e.4o (tbcinburn rttieeling Vi^L 1.60 jJInnbclnSdiloüberusil I .SO Deuisch rNoiwein.. •/,<>l i.io 1922er Cüci-dn.ielbeunet ,F1 l .»0 1922er ’h-alportbljetmer . .' »Fl i.40 Schaum-Weine 1037 Nhe ifRieSlinn gll. 4.50 Hochdeimer Trockkn . 1 , >sl. 5.2 5 Mouss. Drachenblut, rot.. ', ^l. 4.75 « Äthmannshäuier, rot'/, >>L5.75 Berlan.1 nach ouSwanS iranko utiret ^a-tmajine 'ch Kirchhain, 15. Dej. An her aestrtßen Litzuna des hiesigen Kreistages wurde u. a. der Aotretung der Ohmtalbahn an die Reichsbahn zugestimmt. Nach dem Vertrag zwilchen Äreisaus'chusj und der Reichst hngefeU- fchast geht die Ohmtolbahn am 1. Januar 1427 ent* schadigun.-los mit allen Aktiven an die Reichsbahn über, während dem. Kreise die noch vorhandenen Passiven in 5)ohe von 50 (NW) Mart zur Versinstmg und Abtragung verbleiben. Tillkrcis. sind Hausrat-Küchen * Darmstadt, 15. De,,. Oberbürgermeister Dr. Glüsling oeröfsentlichte aus Änlaft feines 2 5 j ä ft r i g e n Amtsjubiläums unter dem Titel „Darmstadts Gegenwart und Zutun f t“ einen Aufsatz, der einige bemerkenswerte Mitteilungen über die Verhältnisse der Londeshaupl- statzt enthält, die auch anderwärts interessieren dürr, len. Anfang 1923 hatte die Stadl über 6000 Haupt- Unterstützungsempfänger mit ihren Angehörigen, schwankend oon 15 000 bis 20 000 Personsh. 'Jlaä) einer Feststellung im Jahre 1924 waren nach dem Ergebnis der schulärztlichen Untersuchungen nahezu der 11 000 Kinder aller Schulen, insbesondere auch der höheren Lehranstalten, unterernährt. Ein be= trächtlickftr Teil litt auch an Tuberkulose. Sie er. forderte so starke Opfer, daft di« früher herabgedrückte Sterblichkeit wieder die alte Höhe oom Fahre 1*95 erreichte, lieber das Wohnung-elend und den Wohnungsbau wird u. a. gesagt: Die Bebau- ungsplöne, zusammengefasit in einen Oeneralbcbau- ungsplan, sind aus praktischen (Brünben mehr im «Inne allgemeiner Richtlinien bearbeitet, unter Beachtung der landschaftlichen Reize, der Lage des einzelnen Quartiert. Die an die Stabt heranreichenden Wald- und Wicienttächen, die Ausblicke nach den Waldungen und in die Ferne werden als Ziel- punkt soweit wie möglich crhi " Baukredit haben wir dieses Schweine, 4104 Ziegen, 1157 Kaninchen, 260 Gänse, 1143 Enten, 75 287 Hühner. Gegenüber dem Vorjahre blieben die Zahlen im wesentlichen unverändert, nur die Schwei ne nahmen stark zu. . ftrcts Westerburg. 00 Westerburg. 15. Dez. Bei einer Treib» i a gb in der Gemarkung 0 c r » ft a f e n wurden 16 Hasen erlegt. — Dieser Tage wollte ein M o - torrabfaftrer mit einem Beifahrer bei ein» bredjenber Dunkelheit von Berzhahn nach Oemün» den fahren. Durch einen Neubau in ber 'Nähe ber Bahn mar den Fahrern bie Uebcrficht über den Bahnkörper genommen, so baft sie den von We» fterburg nach Limburg fahrenden S-Uhr»Zug nicht heranbrausen sahen. Im letzten Augenblick gab ber Fahrer Vollgas und unmittelbar vor der "oko motive kamen die beiden noch über das Gleis. Zwar stürzten beide auf ber bl. Dillenburg. 15. Dez. ' h z ä h l u n g vom 1. Dezcmvei l k reis vorhanden: 1269 v! Prompter Versand nach auswärts, bei Einkäufen von Mk. 10.- an franko. ■ Umtausch auch nach dem Fest gestattet! > — > —— | tjmmiümstvttcki | g Hießen, SahnhofjTraße 14 1(neu g ^iiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ Sonntag ist unser Geschäft von 11 bis 6 Uhr geöffnet T aschentiicher und Schals Krawatten Regattes 4 Art ' Seidenschal» rt ap lauge Form, für Steh- und Stehum- I UH schwere Qualität, moderne Dessin« / /•) legkragen......................2.90, 3.25, Hosenträger 0.95 Garnitur Damen -Wäsche Herren-Wäsche an Herren-Kragen Kalender mit dem Bild mit Ecken und moderne Formen, Herren-Taschentücher weiß Linon mit Hohlsaum.. Herren-Taschentücher rein Leinen, 42/42 cm ... Herren-Taschentücher weiß Linon mit farbigem Rand . 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Die Entscheidung darüber, ob eine Schrift auf die Liste gesetzt werden soll, wird von Reichsprüfstellen gefällt; diese werden nach Bedarf in verschiedenen Landesteilen vom Reichsministerium des Innern eingerichtet, naturgemäß im Ettwernehmeii mit den betreffenden Länderregierungen. — Eine Oberprüfstelle des Reiches in Leipzig wird den Prüfstellen als Berufungsinstanz übergeordnet. Jede Reichsprufstelle besteht aus einem > beamteten Vorsitzenden und acht Sachverständigen, letztere zu je zweien aus den Kreisen 1. der Kunst und Ltteratur, 2. des Buch- und Kunst- handels^ 3. der Jugcndwvhlfahrt und der Jugendorganisationen. 4. der Lehrerschaft und Volksbildungsorganisationen. Der Beschluß, eine Schrift auf die Liste zu setzen, muß mit mindestens 6 von 9 Stimmen» gefußt werden; dadurch ist eine etwaige kleber- ff immung der Vertreter unter 1 und 2 unmöglich gemacht. Die Oberprüfstelle besteht aus einem Vertreter des Reichöministeriurns des Innern als Vorsitzenden, zwei vorn Reichsrat gewählten Beisitzern und je einem Sachverständigen der oben genannten vjer Gruppen. Sollen Entscheidungen zugunsten einer Aussetzung auf die Liste gefällt werden, so muß die Mehrheit wenigstens 5 Stimmen (gegen 2) betragen; sonst erfolgen die Entscheidungen mit einfacher Mehrheit. Gegen den von einer, Reichsprüfstelle gefaßten Beschluß der Aufnahme in die Liste kann OerFrosch mii derMaske Roman von Edgar Wallace. 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten „Sagen Sic ihm, daß ich glaube, ihn bei dem Mann in Wcmbsworlh gelassen zu haben", sagte er. ,LLHm!" sagte Elk und ging zu dem wartenden Hogn zurück. „Er sagte, er hätte ihn auf der Pctonville- Straße gelassen", sagte Elk, nicht ganz der Wahrheit entsprechend. Aber Herr Hagn verabschiedete sich höchst befriedigt. Elk ging zu den Zellen zurück und rief den Gc- 'ängnk-roärtcr. „Hat Sic dieser Mann gefragt, wohin er von hier aus gebracht würde?" -Ja, Herr Inspektor", sagte der Beamte. „Ich habe ihm gesagt, daß er nach Wandsworth kommt. Wir sagen gewöhnlich den Gefangenen, wohin sie kommen, damit sic ihre Verwandten benachrichtigen können." Elk war von Triumph geschwellt. Eine Tele- phonanfragc nach Mary Lane, wo der Rest der Bande gefangengehalten wurde, brachte die merkwürdige Information zutage, daß eine Frau, vermutlich die Frau eines dieser Leute, heute nach dem fehlenden Schlusiel vom Kohlcnkellcr gefragt hatte. Der Bescheid sei gewesen, daß ihn der Mann in Brixton besitze." „Die Männer müßen nach dem Wormwood Scrubbs Gefängnis geschickt werden, und es ist nicht erlaubt, ihnen mitzuteilen, wohin sic gehen", befahl Elk. Am gleichen 'Nachmittage rumpelte ein von Pferden gezogener Gefangenenwagen von Cannon Row nach Whitehall. Bei dem Zusammentreffen der St. Martins Lane und Shaftesbury Avenue stieß ein unvorsichtig geführter Motorlastwagen mit ihm zu- lammen, .zertrümmerte ihm eine Seite und riß ein Rad ab. Sofort kamen von überall Leute von merkwürdigsten Aussehen herbei. Es schien, als ob alle Vagabunden der Wei! hier im Hinterhalt gelegen hätten. Die Ture wurde aufgedrückt und der diensthabende Gesängniswärter hcrausgeholt. Bevor chrn aber ein. Haar gekrümmt werden konnte, entströmten dem Wagen zwanzig Polizisten und aus den Seiten- gaffen kam ungefähr ebensoviel berittene Polizei mtt Knütteln in den Händen. Der Kampf währte roAii» ger als drei Minuten. Einige de rwild aussehenden Individuen konnten entwischen, aber die Mehrzahl marschierte zu zwei und zwei gefesselt und ziemlich niedergedrückt zwischen ihrer Eskorte ab. Dick Gor- don, der ftoli auf seine Organisation war, beobachtete die Schlacht vom Dache eines mit Polizisten vollgestopften Omnibusses aus, der den Gesängnis- magcn flankiert hatte. Er kam zu Elk, nachdem der Rummel vorüber war. .Haben Sie jemand wichtigen arretiert?" fragte er. „Es ist zu früh, das beurteilen zu können. Sie schauen mir alle zusammen nur nach gewöhnlichen Kaulquappen aus. Litnow ist vermutlich schon in Wandsworth. Ich schickte ihn in einem geschlossenen Polizeiauto fort, lange bevor dieser Wagen abfuhr." In Scotland Harb angekommen, ließ er die Frösche in Doppelreihen aufmarschieren. Man prüfte einen nach dem andern und bei jedem kam die Tätowierung auf dem Handgelenk zum Vorschein. „Einer der Leute möchte mit Ihnen sprechen, Herr Inspekwr", meldete ein Polizist. Elk tauschte einen Blick mit seinem Chef aus. „Sprechen Sie mit ihm", sagte Dick. „Wir können leider auf keine Information verzichten. Der Polizeimann führte den Frofch vor. Ein großer Mann, mit einem Bart, der eine Woche alt war, ärmlich gekleidet und ruhig. Sein zerbeulter Hut war über feine Augen gezogen, und aus den Aermcln seiner Jacke, die einem kleineren Manne gehört haben mochte, sah man seine mächtigen Fäuste heroorkommen. „Nun, Frosch," sagte Elk, ihn fixierend, „was hast du zu quaken?" „Quoten ist hübsch", sagte der Mann, und beim Klang der Stimme fuhr Elk auf „Herr Inspekwr, Sie glauben doch nicht, dah Ihr aller Polizei wagen jemals Wandsworth erreichen wird? — Was?" .Wer sind Sie?" fragte Elk und starrte ihn an. „Sie muffen den Lirnow zurückbekommen, sie wollen ihn um die Ecke bringen", sagte der Frosch. „Und wenn dieser arme Narr glaubt, daß der alte Frosch einzig aus brüderlicher Liebe sich dieser großen Mühe unterzieht, so hat er sich noch nie im "eben so sehr geirrt." „Droad!" Der Amerikaner befeuchtete seinen Finger und wischte das Froschzeichen vom Handgelenk. .Ach werde es Ihnen später erklären, Herr Elk, aber vom Reich, von jedem Land, sowie vom Verfasser ober Verleger bei der Oberprüsstelle Einspruch erhoben toerben. Der Vorsitzende der Ober» Prüfstelle kann veranlassen, daß die öffentliche Bekanntgabe des auf die Liste zu letzenden Buches unterbleibt; sie muß ausgZeyt werden, wenn der Einspruch vom Reich oder von einem Lande erfolg: Lehnt eine Reichsprüfstelle Die Aufnahme eines Buches in die Liste ab. fo können die Antragsbercchllgteu. der Vorsitzende oder zwei der Beisitzer. Be'änverDe bei Der Oberprüfstelle cinkgen. Sobald die Ausnahme einer Schrift in die Liste bekannt gemacht ist. daN fit im ganjen Reichsgebiet nicht im Llmherzichen ober im stehenden Gewerbe "der von Haus zu Haus feilgeboten oder angckündigt werden; desgleichen darf sie nicht zur Schau gestellt, ober Personen unter 18 Jahren zum Kauf angeboten oder überlassen werden. Reichs-. Staats- und Gemeindebehörden haben dafür zu sorgen, dah in keiner ihrer Einrichtungen Kindern oder Jugendliche:! 'Bücher und Schriften zugängig sind, die in Der Liste der Schmutz- und Schundschriften stehen. 'Vorsätzliche Zuwiderhandlung gegen Die Bestimmungen Des Gesetzes und insbesondere Die Vervielfältigung Der Liste zum Zwecke Des Anpreisens wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr unD mit Geldstrafe oder mit einer Dieser Strafen btbroljt. V. H. C.-Taqung. n. Gelnhausen, 15. Dez. Am 11. und 12. Dezember sand hier eine Führertagung des Jung-V. H. E. (Iugendabteilung des Vogelsberger Höhenclubs) unter Leitung des Obmanns, Prof. Gg. Bender (Frankfurt a. M.) stall. Am Sr.nstagnadjmittag ging der Tagung eine Dorstandcsitzung des Gesamt-V. H. C. unter dem Vorsitze von 2)r. Bruchhäuser (lllrichstein) voraus, die von 14 Zweigvereincn beschickt war. Neben Beschlüssen interner Art sind folgende von allgemeinem Interesse: Der V.H.C. wird Mit- fll 1 e d des neu gegründeten Dcrkehrsbundcs Oberhessen und darin durch seinen 1. Vorsitzenden vertreten. Von dem Hohcrodskopf werden regelmäßig Schnee- und Wetterberichte nach Gießen und Frankfurt gegeben. Die Herstellung eines Vogelsbergfilms wird auch durch den V. H. C. finanziell unterstützt. Die Pacht der beiden Klubhäuser soll dem Klubwirt Stein auch fernerhin übertragen werden. Das Hcrbsttrcf - f e n des G e s a m 1 ° D. H. C. soll am ersten Sonntag des September anläßlich der Tagung Deut- scher Gebirgs- und Wandervcreine in Herborn stattfinden. Dringend Der Erledigung harrende V c r- kehrsfragcn sollen gemeinsam mit dem Ver - kehrsbund einer baldigen Regelung entgegen- geführt werden. Abends fand eine Veranstaltung des Zweigvereins Gelnhausen im Saale Der „Hoffnung" stall, an der die Bevölkerung Der Stabt regen Anteil nahm. Nach herzlicher Begrühung durch den Vorsitzenden Dr. Michels hielt Oberstudienbirektor Dr. Bin - z e l (Butzbach) einen äußerst interessanten Vorirag mit Lichtbilbern über seine Reise burch Spanien. Arn Vormittag bes Sonntags führte Lehrer Druschel, ein feiner Kenner Gelnhausens, die Teilnehmer durch bic altehrwürdige Barbarossastabt. Bon 10 Uhr ab berieten bann die Führer des I u n g - V. H. C. unter Der Leitung Gg. Benders über Fragen der Iugendabteilungcn, woran auch Schulrat H a f s 1 n g c r (Darmstadt), der Direktor der Zentralstelle zur Förderung Der Volksbildung und Jugendpflege im Volksstaa'te Hessen, tcilnahm. Dr. B i n z e l (Butzbach) berichtete eingehend über die Tagung in Urach und verbreitete sich ausführlich über Mittel und Wege, wie in Zukunft die 'Arbeit erfolgreich zum Ziele geführt werden müsse. Außer dem am 20. und 21. August 1927 auf dem neuerbauten Jugendheim ftattfinbenben Iugendtag sollen am 1. Januar auf dem Hoherodskopf, im Mai in Münzenberg Jugendtreffen, im November in Friedberg ein Führertag abgehalten werden. Die Nachmittagssitzung, an der auch die Mitglieder des neugebildeten Ausschusses für Jugendherbergen und Iugendwanberu, Geh. Oberfinanzrat Braun (Darmstadt) und Rektor Dem (Offenbach a. M.), teilnahmen, widmete in der Hauptsache seine Arbeit "Dem wirtschaftlichen Aus- bau des neu erbauten I u gendhcims auf der Herchen Hainer Höhe. nehmen Sie jetzt den guten Rat eines Freundes an und rufen Sie Wandsworth auf." Elks Telephon läutete wütend, als er fein Bureau erreichte. Die Wandsworth Station rief ihn an. „Ihr Polizeiauto ist auf der Gemeindewiese aus- gehalten worden, zwei Ihrer Leute wurden verwundet, der Gefangene wurde erschoßen", lautete der Bericht. „Ich danke verbindlichst", sagte Elk. XI. Herr Brvad erklärt. Dick Gordon und sein Assistent erreichten Wands- wonh ,j€f)n Minuten, nachdem ihnen die Neuigkeit jugetommen war, und fanden bas Wrack eines Polizeiautos von einer großen Menschenmenge umgeben, die von Polizei in Schach gehalten würbe. Litnows Leichnam war nach bem (Befangenen- häufe überführt worben, wohin man auch einen ferner Angreifer gebracht hatte, einen Mann, der von einer Abteilung von Gefängniswärtern festge- nnmmen worben war, als biese gerabe von ihrer Mittagspause zurückkehrte. Eine kurze Untersuchung des Toten sagte Dick nicht mehr, als er ohnehin wußte. Das"Herz war durchschossen unb ber Tod mußte sofort eingetreten sein. Der neue (Befangene, ber gebracht würbe, war ein Mann von ungefähr dreißig Jahren unb gebildeter, als ber Durchschnitt ber Frösche. Es wurden keine Waffen bei ihm gesunden unb er befeuerte, an bem Komplott in keiner Weise beteiligt gewesen zu sein. Er behauptete, er sei ein arbeitsloser Beamter, ber gerabe über bie Wiese schlenberte, als bas Scharmützel begann. Er sei unschuldig arretiert worden, während er den Mörder verfolgte. „Frosch, du bist ein toter Mann!" sagte Elk mit feiner tiefsten Grabesstimme und sah ihn über den Stahlrond feiner Brille hinweg an. „Wo haft du gewohnt, als du noch am Leben warst?" Der Gefangene gestand, daß er im Norden Londons zu Hause sei. „Nord-Londoner kommen nicht nach Wandsworth, um auf der Gemeinbewiese spazieren zu wandeln", sagte Elk. Er hatte eine kurze Unterredung mit bem Ober- gesangenenaufseher unb führte Den Arrestanten in den Hofraum hinunter. Dort sprach Clk unverblümt zu ihm: Wirtschaft. Jur weltwirtschaftlichen Lage. Es besteht nach wie vor ein ausgesprochener Gegensatz zwischen Der Wirtschaft Europas und Derjenigen Der überseeischen Länder auf Dem Gebiete Der Umsätze Der Produttion und Der Bedarfsdeckung. Ter gute Geschäftsgang in den Vereinigten Staaten von Amerika hat angehalten. Desselbe gilt von Kanada. Auch Die Berichte aus Australien lauten im allgcm.in.en noch günstig. Eine leichte Verschlechterung scheint freilich in Südafrika, Drttisch-JnDicn. Neuseeland und Südamcrlla clngctrctcn zu fein Im ganzen bewegt sich aber die Geschäftslage aus einem wesentlich höheren Stand als in Curova. 3n Europa Dauert Der kritische Zustand noch an; er hat sich jedoch ein ivenig zum Besseren gewendet. Die Arbettslofigkeit ist im Durchschnitt zurückgegangen, und zwar von rund sechs auf fünf Millionen Kräfte Eine gewisse Konsolidierung ist insofern eingetreten. als Die Jnslations- tcclle hat cingebämmcrt werden können. In Frankreich ist seit August d. I. die Dalutafcn- tung zum Stillstand gekommen; in Belgien ist inzwischen eine Stabilisierung der Währung erfolgt; in Italien wird bewußte Deslalionspottttk getrieben. Damit iverDcn die Störungen der curo- päischen Handelsbeziehungen, soweit sic durch die Inflation herbeigeführt wurden, all mählich beseitigt. Stärker als durch Die Jnslcttion ist Die europäische Wirtschaft durch Den englischen Kohlenstreik beeinflußt worden. In England selbst hat der Kohlenstreik außer der Kohlenprobuklioir namentlich die Schwerciscnindustrie lahmgclcgt. im übrigen aber doch geringere Beeinträchtigungen nach sich gezogen, als ursprünglich erwartet wurde; es hat sich deshalb auch die englische Ausfuhr — von Kohle und Den Erzeugnissen der Schwerindustrie abgesehen - im ganzen behauptet Außerhalb Englands beschränkten sich Die Wirkungen Des Streiks in Den ersten Monaten in der Hauptsache auf Den Kühlen- markt selbst. Etwa von August an machte sich der Ausfall Der englischen Kohle aber mehr und mehr auch an anderen Punkten Der Wirtschaft bemerkbar. Transportumstcllungen. Ton- itagcinangcl, Verstopfung Der Häfen, rapide Erhöhungen der Frachtsätze, Kohlcnbestandserhebun- gen und Kohlenrattonicrungen in den verschiedenen Ländern (vor allem in Skandinavien), schließlich A usfuhrbes chrä ntun g en (Frankreich), zwischenstaatliche Interventionen sowie Stillegung von Eisenhütten und anderen industriellen Bc- trieben sind Die Folge gewesen. Wenn auch der Konjunkturvcrlauf in keinem Lande durch Den Kohlenstreik in eine neue Richtung gelenkt wordcn ist, so hat der Streik Doch an vielen Stellen Den normalen Konjunkturvcrlqus insofern gestört, als manche Länder eine Konjunkturbelebung erfahren haben, die sie sonst zweifellos nicht aufzuweisen gehabt hätten. Bor allem ist durch Den Streik auch eine völlige Verschiebung auf Dem internationalen Frachtenmarkt eingetreten. Ob sich auch nach Beendigung des Kohlenstreiks die Durch bie Kohlenpreis- und Frachten- erhöhungcn eingetretenen Preissteigerungen auf dem Weltmarlt werden noch behaupten, bleibt abzuwarten. Dagegen spricht, daß nach Wiederherstellung Der normalen Kodlenprodultion Die jetzt fehlenden Rückfrachten wieder vorhanden: fein und rasch frachtverbilligend wirten werden. Eine nachhaltige Wirkung dürfte aber sicherlich von Den Verschiebungen ausgehen, Die Der Kohlenstreik auf dein Gebiete Des intcrnationalcui Geld- und Kapitalmarktes herbeigeführt hat. Man rechnet damit, Daß Die englische Zahlung^ bilanz in diesem Jahre durch Den Kohlenstreik infolge Vermehrung der Brennstoffeinsuhr und Verminderung ber Ausfuhr eine Belastung von IV2 Milliarden Mark erfährt. Der Ausgleich kann hier nur durch entsprechende Veränderungen in der auswärtigen Kapitalbilanz Englands ermöglicht worden fein. Jedoch hat daö Darnieder- liegen der Kohlen-- und Der Schwerindustrie neben anderen Schrumpfungen Der englischen Wirtschaft offenbar auch Kapitalien freigcftellt. die im 2his- lande Anlage gesucht unb gefunden haben. Soweit es sich um kurzfristige Anlagen handelt, wird mit ihrer Zurücknahme nach Beendigung des Streits gerechnet werden müssen. Bor allem aber werden sich bic auf mehrere Milliarden Gol^mark lSchät- „Was würde dir zustoßen, wenn bu aus der Schule schwatzen würbest?" Der Mann zeigte mit einem unangenehmen Grinsen seine Zähne. „Der Bär ist noch nicht erschlagen, besten Haut ich zu Markt tragen soll", sagte er. Elk blickte um sich. Der Hof war ein kleines, ftcingepflasteries Viereck, von hohen, entfärbten Mauern umgeben. In einer Ecke ftanb ein kleiner Schuppen mit grauen Schiebetüren. „Komm hier herein!" sagte Elk. Er nahm ben Schlüssel, ben ber Oberauffeher ihm gegeben hatte, schloß bic Türe auf unb schob sie auseinanber. Man sah in ein reines, kahles Gelaß mit kalk- gestrichenen Wanden. Quer über bie Decke liefen zwei starke Balten unb zwischen benfelben Drei stählerne Stangen hin. Der Gefangene runzelte bic Stirne, als Elk zu einem langen Stahlhebel trat. „Gib acht, Frosch!" sagte er unb zog an bem Hebel. Die Mitte bes 'Lobens öffnete sich mit einem Krach unb man sah in eine tiefe, mit Ziegeln aufgelegte Grude hinab. „Sieh bir bie Falltüre an, siehst bu bas T, bas mit Streibe gezeichnet ist? Dort muß ber Manu seine Fuße hinstellen, wenn ber Henker ihm bie Beine zu- fammenbinbet. Das Seil hängt von bem Balken bort herunter. Des Mannes Gesicht würbe fahl unb er schrak Zurück. „Sie können mich nicht hangen", keuchte er. „Ich habe nichts getan!" „Ste haben einen Menschen getötet", sagte Elk, trat hinaus unb versperrte bie Türe hinter ihnen. „Sie sinb ber einzige, ben wir gefangen haben unb Sie werben für bie übrige Banbe büßen müssen." Der Gefangene hob seine zitternde Hand zu beu Lippen. ,Ach werbe Ihnen alles sagen, was ich weiß", sagte er heiser. Eine Stunbe später fuhr Dick mit beträchtlichen Jnsormolionen bereichert in bie Polizeidirektion zurück. Seine erste lat war, nach Joshua Broab zu schicken unb ber SBagabunb kam fröhlich heraus. „Run, Herr Broad, lassen Sie uns Ihre Geschichte hören", sagte Dick unb hieß ben anbem Platz nehmen. (Fortsetzung folgt) zungen gehen bis zu 10 Milliarden Mark) zu beziffernden Vermögensverluste Englands auch in der Weltwirtschaft bemerkbar machen müssen, >ci es in einer gewissen Schwächung tat englischen Wirtschaftskraft, sei es in den Arbeiten, die zum Wiederaufbau erforderlich sind. Aeuzulassungen zur Frankfurter Börse. Zur Frankfurter Börse wurden nunmehr zugelassen die 21 Millionen neuen Stammaktien der H a p a g. Zulassungsantrag zur Frankfurter Börse wurde gestellt für die acht Millionen Goldmark Iprozentige Teilschuldverschreibungen der M a in r ra f t w e r k e AG- Höchst a. M. Diese sind zum Nennwert bis 1961 rückzahlbar. Bom Oktober 1927 ist eine verstärkte Auslosung und Gesomtkündigung zulässig. Dörlevwrle. Frankfurt a.M Berlin Schlug ' 1-Uhe- Schluh. sLafaug fluro Kur, «ar» ttur*-. Datum: 15. 12. 16. 12. 15. 12. ' 16- 12. £>% Deutsche Reichsanleihe . 0.7525 1 0.76 0.7425 _ ■V'f Deutsche Reichsanleihe . 0.686 — 0,6875 _ B'/A Deutsche Reichsanleihe — 0,69 — 3% Deutsche RcichSanleide . Deutsche Sparprämienanleihe 0.78 0,45 0.77 0.4275 — 4% Preußische Sonfoti . . . 4% Hessen........... 0,68 - 0.70 0.69 3V»6/» Hessen.......... — 1 — 0,73 — 3% Hessen........... — 0,66 Deutsche Denk». Dollar Anl- 100 99,85 1 ________ dto-Doll.-Schav-Anweisng. . 1 — — 4% äjollturlen......... i 16.4 16.4 16.3 — 5% Goldmertkaner...... 1 43,ö 1 - 42,75 — Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Pnvat-Bank. 265 1 268,5 268 270 l»7 207,75 196,5 1 2'2 Darmst. und Nalionakbank . £18 1 255,5 251 256 Deutsche Bank......... «78 — 178.5 ISO DiSlonto Commandit .... 168 25 171,5 169.25 170 Dresdner Bank........ 157 158.25 MctaUbank........... 168.5 171,5 168.75 170.5 Mitteldeutsche Kreditbank. . Oesterreichische Lreditanstalt. 144 — 144.75 7.35 _ 7,4 e-. Reichsbank.......... 159.25 — 160 145,5 Bochumer Guß........ 167 — 167 168,5 BudcruL............ 104.25 106,5 106,75 106,5 Coro.............. Deutsch.Luxemburg...... 167,25 2 167.75 168.25 (Gelsenkirchener Bergwerke. . 169 — 168.5 169 Harpencr Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . »8-1 139 142,75 181.62 139.75 182 141.9 .staliwerk Westeregeln..... 153 152.75 151.5 156 Laurahütte........... 72.75 75 74 74 Mannesmann......... 190.12 189 189.25 190 Mans'eldcr........... 130 — 129 25 132 5 Obcrbedars........... 106.25 109 109.5 Phönix Bergbau....... 125 126 125 126,5 Rheinische Braunkohlen . . . 235 235 236 Rheinstahl........... Riebeck Montan........ 191.75 191,5 190.25 191.5 176 75 174.5 176,5 176 Tellus Bergbau........ 101 - Bereinigte Stahlwerke.... 144 6 144.5 144,25 — Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... 169.25 165,75 168.5 165,5 163,25 — 164,9 163 Cheramische Werke Albtu . . 95.25 — — _ ftementwerk Heidelberg . . . 125 126,25 Philipp Holzmann...... 158 — 153 159,75 Anglo Cont Guano..... — — 107 _ Chemische Mayer Sklavin. . . — — _ Goldschmidt. ...... 140 140 139 140,25 Holzverkohlung........ 70 — — fr G Karben-Industrie. . . 309.8 .07 308.5 307,5 Rütgerswerke.......... 129 130.5 129 129.5 Scheideanstalt . . ...... 168 172 Lkllg. Elektrizitäts-Gesellschaft 156 5 158,5 157.9 158,5 Bergmann........... — 152,5 El.ktr. Lieferungen...... 148.6 — 146,25 149 Licht und straft........ 153 155 152,25 151 Mainlraitwerke...... . 112 Schlickert............ 157.75 158 .56,75 156.25 Siemens 2,47 12,424 12,461 7,402 7.422 < .395 7,415 Budapest. . Bulgarien o,867 5.887 3,875 o,895 3.032 3.042 3,032 3,042 Lissabon . . 21,575 -1,625 21.495 21,545 Danzig. . . bl,47 81,67 81,47 61,6/ Konst tfitin. 2.112 2.125 2,115 2,125 Athen. . . 5,34 5,36 5.34 Canada . 4.191 1,201 4.191 4.201 llru uan . . 4.250 4.265 4.25 4,26 Cairo . . . 20.889 20.941 20.88< 20,941 Berlin, 15 Dezbr Geld Briet Amerikanische Note«..... Belgische Noten........ Dänische Noten..... . . Englische Noten........ Französische Noten...... Holländische Noten...... frlalirnische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Lesterr., 5 ioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschcchoilowakische Noten . , Ungarische Noten....... 4.187 58,40 111,67 20,32 16,75 167,50 18.6? 105,7-i 59.02 2.-0 111.82 -1.06 64,05 13,41 4,207 58,70 112,13 20,42 16,83 168,34 18,77 106,30 69,32 2,24 112,38 81.46 64.07 12.47 Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeiger-".) Frankfurt a.M., 16. Dez. Tendenz: un- emhei.ltch, Spcz.alaecte fest. — Die Effektenbörse wurde heute von Spezialbewcgungen getragen, die bereits gestern Abend in Erscheinung traten. Bevorzugt waren Commerzbank, die durch den Berkaus des ihr gehörenden Passage-Kaufhauses in Berlin neue Barmittel in Höhe von 7 Mill. Mk. erhielt. Außerdem verweist man aus das relativ niedrige Aktienkapital. Commerzbank setzten «in Prozent höher ein und stiegen im Verlaufs rasch um weitere 5 Prozent. Daneben blieben Darmstädter achucht, ebenfalls auf das niedrige Aktienkapital n, und konnten sich um 5,5 Prozent befestigen. Am Montan- markt hielt die Nachfrage nach Stahlvereins. Aktien an, die trnfct 145 Prozent eröffneten, wobei hauptsächlich Termin- Deckungen noch mitspielten. 3m übrigen lagen Montanaktien eher schwächer. 3n Verbindung mit 3. - G. - Farben verloren Rheinstahl 2 und Riebect 1 Prvz. Kaliaktien lagen im Hinblick auf die bevorstehende endgültige Ratifizierung! des deutsch-französischen Kaliavlommens fest. Westeregeln 152,75, Aschersleben 142,75 Proz. Die Werte der Metallbankgruppe zeigten zunächst uneinheitlich: Haltung. Elektro- a k t i e n schwächten sich zumeist ab. Widerstands- fähig blieben die Aktien der Siemens-Gruppe. Schlickert plus 1,5 Pro,z. Am Chemiemartt wurden 3.-G.-Farben von der Spekulation nach wie vor vernachlässigt und Letzten rund 3 Proz. niedriger ein. Bon A u t o a k t i e n lagen Kleher, in denen wieder starke Berliner Käufe auftraten, weiter fest (plus 3,5 Prozent) da- gegen Daimler abgeschwächt (minus 1,25 Prozent), da in diesen Werten die Rückdeckun- gen der Leerverkäufe beendet zu sein scheinen. Baustvffaktien gut behauptet. Süddeutsche Zuckeraktien unverändert. Am Rentenmarkt bröckelten die Kurse leicht ab. Schutzgebiet 15,4, Ablösungsanleihe 324. Ausländische Renten zeigten keine wesentlichen Ber- änderungen. Anatolier I 315/8, Anatolier II 30,5. Der Freiverkehr blieb still. Growag 69, Ufa 34 Prozent. 3m weiterer! Verlaufe trat, ausgehend Dom Montanmarkt, eine größere Geschäftsbelebung mit ausgesprochen f e st e r Tendenz ein. Mannesmann 196. Stahlverein 145,5, 3. G. Farben 310,5 rozent. Am verein 145.5, 3. - G. - Farben 310,5 Prozent. Am geld 6, Monatsgcld 6,25 bis 6,75 für erste Adressen und 8 bis 8,5 Prozent für zweite Adressen. 3m Devifenverkehr waren wesentliche Veränderungen nicht zu verzeichnen. Mailand fester mit 103,25 gegen London. London-Kabel 4,8525. Die Reic^mark stellte sich gegen Kabel auf 4,2020 und gegen London auf 20,3925. Berliner Börse. Berlin, 16. Dez. Während vormittags noch mit einem freundlichen Verlaufe der Börse gerechnet wurde, brachte bei Beginn des Verkehrs ein Kurseinbruch in Kanada-Shares eine unerfreuliche Erscheinung. 3m Freiverkehr gab das Papier nach dem gestrigen Schluhkurs von 85,25 sprungweise auf 65 bis 67 nach. Der Vorgang wirkte sich natürlich auf die allgemeine Tendenz verstimmend aus. Die Llnternehmungs- lust ließ erheblich nach, und es kam zu neuen Kursschwankungen, die nach beiden Seite!! durchschnittlich 0,5 Prozent betrugen. Verhältnismäßig freundlich notierten Montan- und Elektrowerte, sowie ein großer Teil der Nebenwerte. S ch i f f a h r t s a k t i e n brök- kelten dagegen leicht ab, auch Chemiewerke gaben nach. 3. G. Farben 307,5 Prozent. Am Terminmarkte wurden heute die Aktien der Vogt- ländischen Glanzstoff-Werke, Th. Goldschmidt A.-G. und des Essener Steinkohlenwerkes neu eingeführt. 3n Da nlaktien entwickelte sich lebhafteres Geschäft. Darmstädter und Commerzbank konnten um je 4 Prvzeirt anziehen. Dir übrigen Werte dieses Gebietes hatten Kursbesserungen von 1 bis 1,5 Prozent aufzuweisen. Heimische Renten ruhig und vorwiegend behauptet. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld immer noch stark gefragt zu 5 bis 6,5 Prozent. Monatsgeld war zu 7 bis 8 Prozent stark gesucht und sehr schwierig zu haben 3m Devisenverkehr sind keine bedeutenden Veränderungen zu verzeichnen London gegen Kabel leicht befestigt. Die Reichsmark stellte sich gegen Kabel mit 4,2030 etwas schwächer. Frankfurter (Äetrcidebörfc. Frankfurt a. M., 16. Dez. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 29 bis 29,25, Roggen, inländ. 24,25 bis 24,50, Sommergerste für Brauzwccke 24,50 bis 26,50, Hafer, inländ. 19 bis 19,50, Mais (gelb) 19,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 40,50 bis 41,50, Roggenmehl 35 bis 36, Weizenkleie 11,75, Roggenkleie 12. Tendenz stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 15. Dez. (SH.) Auch heute zeigte sich im Berliner Produktengeschäft keinerlei Belebung. Die Tendenz, die am Vormittag Neigung zur allgemeinen Befestigung zeigte, war bei Beginn des amtlichen Verkehrs unentschieden. Die Zurückhaltung des 3nlandes bei der Abgabe von Offerten dehnt sich aus, während andererseits das Ausland in seinen Forderungen williger bleibt. 3nt Lieferungshandel trat etwas Deckung für Dezember-Weizen hervor, so daß der erste Kurs 50 Pfennige höher eröffnete, Frühjahrs- inonate bis eine Mark niedriger. 3n Roggen war die Tendenz bei gleichfalls kleinem Angebot ziemlich behauptet, März etwas höher. Von Futtergctreide ist Gerste bei sehr hohen Forderungen verkäuflich, in geringen Sorten dagegen kaum abzusehen. Aehnlich ist die Lage für Hafer. Mais behauptet, bei ansehnlichen Hmsähen. Dec Mehlabsah ist nach wie vor sehr schleppend. Cs notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 268 bis 270 Mark: Roggen 232 bis 237: Sommergerste 217 bis 245: Wintergerste 192 bis 205: Hafer, märkischer, 175 bis 185; Mais, loco Berlin 195 bis 199; (100 Kilogramm): Weizenmehl 35 bis 38; Roggenmehl 32,25 bis 34,50; Weizenkleie 13; Roggenkleie 11.80 bis 12; Vikloriaerbscn 54 bis 61; kleine Eveiseerbsen 32 bis 34: Futtererbsen 21 bis 24; Peluschken 20 bis 22; Ackerbohnen 21 bis 22; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau, 14 bis 15; Lupinen, gelb, 14,50 bis 15; Serradelle, neu, 20 bis 22 50- Rapskuchen 16,20 bis 16.30; Leinkuchen 21 bis 21,30; Trockenschnihel 9,60 bis 9.80; Soyaschrot 19,30 bis 19,90; Kartoffelflocken 26.60 bis 27 Mark. Frankfurter Schlachtvichurarkt. Frankfurt a. M., 16. Dez. Auftrieb: 90 Rinder. 1450 Kälber, 585 Schafe. 809 Schweine — Kalber: Beste Mast- und Saugkälber 76 bis 80, mittlere ONast- und Saugkälber 68 bis 75 geringe Kälber 60 bis 67. — Schafe: Qliaft» lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 40 bis 43. mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 34 bis 39 fleischiges Schafvieh 30 bis 33. — Schweine- Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 76 bis 77, vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 76 bis 77, von ca. 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 76 bis 78. von 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 75 bis 77. fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 72 bis 75. — Marktverlauf.- Kälber bei anfangs lebhaftem, später abflauendem, Schafe bei regem Handel ausverkauft. 3n Schweb nen langsames Geschäft und Heberstand. Buntes Allerlei. Gespenskerbäome. Ein in unseren forstlich so sorgsam gepflegten Wäldern seltenes Naturschauspiel erleben zur Zeit die Wanderer, die sich in den Kiefernwäldern der Umgebung Berlins verspätet haben. Bald nach Eintritt der Dunkelheit beginnen einzelne Stämme in einem unwirklich anmutenden. milchig phosphorcfzierenden Lichte zu strahlen, fo daß man bei völliger Dunkelheit ihre Llrnrisse auf weite Entfernungen scharf abgezeichnet erkennt! Diese Erscheinung ist eine Folge des großen Zchrleulcn-Raupenfraßes, der vor zwei Fahren die Kiefernwälder Ostdeutschlands bis in die Mark hinein verwüstet hat. Diele kahl geftessene Stämme, die man noch zu retten hoffte, sind inzwischen abgestorben. Der Specht und das Wetter haben die Docke abgeschält, und auf dem Dast. der das tote Holz mit einem dünnen Heberzug bekleidet, haben sich Pilze angesiedelt, welche das gsspensterhafte Leuchten Hervorrufen, wie man es sonst gelegentlich in hohlen Kopfweiden und an in Mooren lagernden Holzstücken beobachten kann. Unzählige Sagen der Vergangenheit sind ja durch solche Erscheinungen veranlaßt worden, und man kann annebmen, daß derartige Bäume früher in den deutschen Wäldern bei nächtlichen Wanderungen in so großer Zahl zu beobachten waren, daß sie wohl geradezu zum Bilde des unheimlichen Waldinneren gehört haben mögen. Don ihrer Wirkung auf ängstliche Gemüter kann man sich einen Begriff machen, wenn man sie in größerer Menge zu Gruppen vereinigt sieht, wie man es jetzt besonders gut im staatlichen Forst von Erkner in dec Nähe von Hvhenbinde beobachten kann. Hebcigens leuchten sie nicht an allen Abenden gleichmäßig kräf- tig, sondern der Grad der Phosphoreszenz scheint vom Welter abzuhängen. lind zwar benötigen die Leuchtpilze augenscheinlich einen gewissen Grad von Luftfeuchtigkeit, der aber nicht zu stark sein darf, denn bei trockenem Wetter geht die Erscheinung ebenso zurück wie bei anhaltendem Regen. Trockener Frost bringt sie zeitweilig zu vollkommenem Erlöschen. Wahrscheinlich wird das in unseren kultivierten Forst gebieten so seltene Naturschauspiel nicht sehr lange zu sehen sein. Die diesjährige Auslichtung hat in den meisten Förstereien begonnen und wird wohl im Laufe dieses Winters mit sämtlichen Gespensterbäumen der Groß-Berliner Wälder aufräumen. Tttifj Sherlock Holmes. Die englischen Polizeibehörden haben beschlossen, die Zahl der weiblichen Detektive zu vermehren, und so eröffnet sich der englischen Frauenwelt eine neue aussichtsreiche Laufbahn. Die Nützlichkeit der Frauen im Sicherheitsdienst hat sich als sehr groß erwiesen, und man will daher allmählich die weiblichen Polizeimannschaf- len in ihren Rechten und Pflichten wie in ihren Bezügen den männlichen gleichstellen. Miß Sherlock Holmes, die das schwierige Amt eines Detektivs ausübt, wird aus der weiblichen Schuhmann- schast ausgewählt, die den allgemeinen Sicher- heits- und Fürsorgedienst versieht. 3hre Ausbildung ist ziemlich langwierig. Sie hat zunächst eine Prüfungszeit von etwa einem 3ahr durchzumachen, in der sie die notwendigen Kenntnisse der Polizeiordnung und der Rechtsvorschriften erhält. Dann wird sie mit einzelnen Sonderausgaben betraut und in verschiedenen technischen Dingen ausgebildet, wie im Fingerabdruck-Nehmen, in der Photographie, im Verfolgen von Spuren usw. Der weibliche Detektiv ist bisher hauptsächlich bei der Verfolgung und Aufklärung von Verbrechen verwendet worden, die von Mitgliedern des eigenen Geschlechtes begangen wurden, aber man hat jetzt das Tätigkeitsgebiet von Miß Sherlock Holmes bedeutend erweitert, da man gefunden hat, daß sich auch in anderen Fällen Frauen bisweilen besser bewähren als Männer. Der Typ, der sich zur Detektivin eignet, wird in einer offiziellen Mitteilung umschrieben: „Nicht die essigsaure alte 3ungfer oder die Fanatikerin in mittleren 3ahren, sondern die junge, freundliche Frau, die ihren Menschenverstand und ihre Herzensgute für das Schicksal ihrer Schwestern anwendet." Die Detektivin muß von der Pike an ihre Laufbahn beginnen; sie hat zunächst Patrouillendienst, wird dann in der Fürsorge beschäftigt, und wenn sie ihre Ausbildung vollendet hat, vielleicht auch über Universitätsbildung verfügt, dann kann sie es auch zu den höheren Stufen des Polizeioffiziers bringen. Büchertisch. — Günther H. Wahnes: Freundliches Begegnen. Goethe, Minchen Herzlieb und das Frornrnannsche Haus 272 Seiten 8°, 32 Bilder auf Tafeln. Leinen 6.50 Mk. Fr. Frommanns Berlag, Stuttgart und 3ena. — Neben ihrem dichterischen und philosophischen Schaffen führten die Großen der klassisch-romantischen Epoche ein bürgerlich-menschliches Dasein, in dem ihre Geistigkeit ihren menschlich-erfreulichen Niederschlag fand. Einen Sammelpunkt solch gehobenen Lebens bildete u. a. das Haus des Buchhändlers Frommann. Außer Goethe, der der Familie in naher Freundschaft dauernd verbunden war, gingen dort Hegel, Tieck, 3ean Paul, Schelling, Schlegel und viele andere ein und aus, die alle in persönlichen Aeuherungcn oder in Briefen die frohe Freizügigkeit, die urbane Gastlichkeit der Familie Frommann rühmten und ihr ein dankbares Erinnern wahrten. Die freundschaftlich-herzliche Zuneigung, die Goethe zu Minchen Herzlieb trug und die ihre Gestalt in den 17 Sonetten, in der Ottilie der Wahlverwandtschaften fand, bildet den zarten Unterton der Schilderung dieser Zeit. Ungewollt ist bas Buch ein Loblied auf das Rutsche Bürgerhaus geworden. Das Buch ist auch das Zeugnis einer Zeit, die wie die unsere voll äußerer Not und Bedrängnis war und die es trotzdem über sich gewonnen hat. das Geistige über das Materielle zu stellen und deshalb in mehr als einer Hinsicht uns Vorbild ist. 837 — Als Zweig des bekannten Volksverbands der Bücherfreunde (Wegweiser Verlag G. m. b. H. Berlin-Charlottenburg 2) tritt nun die Welt- geist - Bücher - Derlagsgesellschaft mit einer Reihe wertvoller, gut ausgestatteter und dabei recht billiger Werke an die Öffentlichkeit. Die Auswahl umfaßt alle Literaturen der Welt und trifft jeden Geschmack. Auch aus denGeisteswissen- schakten sind schon wertvolle Einzelschristen erschienen. Die erzählende Literatur erfreut sich besonderer Pflege. So liegen uns von nordischen Dichtern Werke von Geijerstam. Hallström und Lie vor, die moderne deutsche Literatur ist vertreten mit Vicki ‘Baum, Hegeler. Isolde Kurz, Ornpteda, Schlaf u. a. Don Franzosen bemerkt man Novellen von Zola und Dalzac, Reiseskizzen von Loli, von älterer deutscher Literatur sind besonders Storm, die Schweizer Gotthrlf und Keller, Mörite, Hoffmann und die Francois vertreten. Die schmucken Dändchen dürften sich auch zu Geschenlzwecken vorzüglich eignen. 795 — Wilhelm 3äger, Kriegeslärm und W a l d e s st i l l c. Ein Zeitbild aus dem 17. 3ahrhundert. herausgegeben von Karl Esselborn. Heppenheim a. d. Bergstraße, Ekkehart-Verlag 1926. — 3m Nachlaß unseres auch sonst als Erzähler hervorgetretenen oberhessischen Landsmanns Wilhelm 3äger (geboren 1822 in Schlitz, gestorben 1892 in Darmstadt) fand für die Geschichte von der Liebe des Kupferstechers Felix Druckenstein zu feiner Vase Susanne, der Tochter des Damastwebers und Ratsherrn Matthias Hornung zu Worms. In sie verwebt ist die Zerstörung von Worms im 3ahre 1689 und die Verwüstung der Pfalz durch Ludwig XIV. Bei der Anschaulichkeit der Schilderung der geschichtlichen Vorgänge und der warmen, zu Herzen.gehenden Darstellung von Menschenliebe und -leid war es kein übler Gedanke Esselborns, auch jetzt noch die Erzählung zu veröffentlichen. 3hr schlichter, gemütvoller Ton macht sie besonders geeignet zum Volksbuch und zur Lektüre für unsere Heranwachsende Fügend. Ein Abriß des Lebensganges des Verfassers und ein äleberblick über die zugrunde liegenden geschichtlichen Ereignisse vom Herausgeber erleichtern das Verständnis wesentlich 3ns- befonbere_ für die erwähnten Kreise sei das vom Verlag hübsch ausgestattete Werk als Weihnachtsgabe warm empfohlen. — 3n der Bücherreihe „Deutsche Stadt — Deutsches Land", die Erich Kohr er seit einigen 3ahren herausgibt (in der Deutsch«L Verlags- Aktiengesellschaft. Berlin W.9). ist alS Band 13 em Werk über „Das Land Hessen — seine Entwicklung und seine Zukunft" erschienen. DaS Buch, dem Staatspräsident Ellrich ein Geleitwort auf den Weg mitgab. legt in einer Reihe von Aufsätzen und Bildern entschieden Zeugnis für den deutschen Charakter des Landes Hessen ab, dec in mehreren Aussätzen zielbewußi und klar betont wird. Nicht minder deutlich tritt die kulturelle und wirtschaftliche Verbundenheit mit dem gesamten Deutschtum und dem Reich in Erscheinung, und die Bedeutung, die die hessische Wirtschaft im Gesamtbild der deutschen Wirtschaft für sich in Anspruch nehmen darf. Dem Herausgeber ist es gelungen, die kompetentesten und sach'undig- sten Mitarbeiter auf allen Gebieten zu gewinnen. Von den allgemeinen Aussätzen sind die Arbeiten über „Hessenland - Deutsches Land" von Direktor Dr. Dieterich, über „Kulturleben in Hessen" von Oberregierungsrat Henrich, über „Hessische Dildungsanstalten" von Ministerialrat Dr. Löhlein, über „Hessische Museen" von Geheimrat Dr. Back, über „Die Kirchen in Hessen" von Geheimrat Walbe. über „Burgen und Schlösser" von Prof. Bronner, und Museen" von Geheimrat Dc. Back, über „Die Kirchen in Hessen" von Geheimrat Wald«, über „Burgen und Schlosser" von Prof. 'Bronner, und über die eigenartigen Mundarten von Prof. Dr. Hans Reis besonders erwähnenswert. Weinbau, Weinhandel und die 3ndustrie in Hessen kommen nicht zu kurz und werden in einer Reihe von sachkundigen Artikeln behandelt. Dr. Hamann schildert die Bedeutung dec Landwirtschaft in Hessen, Oberforstrat Dr. Urstadt führt den Leser in die hessische Forstwirtschaft ein. 3n einer Reihe von gut illustrierten Aussätzen werden die größeren hessischen Städte behandelt. Darmstadt. Bingen, Gießen. Mainz, Nauheim, Offenbach und Worms, nach allen Gesichtspunkten sowohl nach ihrer kulturellen 'Bebüutung wie nach ihrer geschichtlichen Entwicklung, das Bild der Städte wie ihre wirtschaftliche Arbeitsleistung. Von besonderem Reiz sind einige Aufsätze, die die vielen markanten kleinen Städtchen des hessischen Staatsgebietes behandeln. Mehr als 150 Abbildungen, teilweise ganzseitig, und einige Kunstbeilagen geben allen diesen Aufsätzen vertiefte Wirkung und erhöhen das 3ntereffe. 823 — Das von Professor Loceh gegründete Handbuch der Forstwissenschaft, das der bekannte Freiburger Professor Heinrich ‘Weber soeben in vierter verbesserter und erweiterter Auslage im Verlag der H. Laupp'schen Buchhandlung in Tübingen herausgibt, schreitet rüstig fort. Mit den soeben vorliegenden Lieferungen Nr. 21 und 22 hat der erste Band seinen Schluß erhalten. Er umfaßt in sechs Abschnitten Grundlegung, Gliederung und Methode der Forstwissenschaft, die Bedeutung des Waldes und die Aufgaben der Forstwirtschaft, Wald- schonheitspflege. Forstliche Standortslehre, Forstzoologie und -botanif. Für die Bearbeitung sind, wie seither die führenden Fachleute der deutschen Forstwissenschaft gewonnen, so daß das Handbuch auch in dieser neuen Auslage das unentbehrliche Hilfsmittel für den Forstwissenschaftler sowohl, wie für den Mann der Praxis, namentlich natürlich auch für die Studierenden unserer Hochschule bilden wird. — „Die Ku n st", Monatshefte für bildende Kunst. (Berlag F. Bruckmann, München). — DaS Dezemberheft beginnt mit einer Veröffentlichung über die tiefe gedankenvolle Kunst des Dänen Edvard Muno), der dieses 3ahr in den großen deutschen Ausstellungen in umfassenden Kollek- Brachert, Radierungen von höchster Delikatesse tionen vertreten war. Schöne Plastiken von H. von F. Heubner schließen sich an. Als Proben künstlerischer Landlchaftsphotographie sind herrliche Blätter aus dem Brückmannschen Sizilien- Werk von P. Hommel und Hugo v. Hofmannsthal wiedergegeben. Folgt ein Aufsatz über die wundervolle, eines dec ganz seltenen künstlerischen Ereignisse darstellende Gartenbauausstellung der Dresdner 3ahresschau; köstlich unter den vielen Abbildungen, besonders der Brunnen von Poel- zig. Dem zeitgemäßen Thema „Billiges Bauen" ist der Aufsatz über „Das Haus des geistigen Arbeiters" auf der Düsseldorfer Ausstellung gewidmet, dec in Gießen besonders internieren wird, da dec Bau als Heim eines hiesigen Professors hier seinen endgültigen Standort erhalten soll. Rundfunk-Programm. Freitag, 17. Dezember. 3.30 bis 4: Die Stunde der 3ugend. 4.30 bis 5.45: Hausfrauen-Nachmittag. Programm u. a.; „ODie deutsche Dichter Weihnachten feierten“, Vortrag von August Kruhm. 5.45 bis 6.05: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45: „Theaterkritik, Theater. Publikum", Vortrag von Dr. Ludwig Marcuse. 6.45 bis 7.15: Beamlenfortbildungskursus: „Testament und Erbfolge", Vortrag von 3ustizinspektor Heinz Biehn. 7.15 bis 7.45: Italienischer Sprachunterricht. 8.15: Dramatischer Abend. 10.30 bi- 11: Weihnachtswoche des armen Kindes. Ur. 2 Lflcht' Soni'M D Iflonai 2 «Reich Neich^p lohn. £ scheinen infolge gn|N Po Zlinkstr Sche Denn t»i ii‘( Sie Abf-ch Ziel der ( haben sie öpidlid) ' Pause in war die bil Deu bare Ze Sinne l ken sei. stürmisch« sozialdem mann, Gebaren Kriege ei mals für liebte 2h handelte. Die c von Mi spiel. 3nn eniwuri z Be mit, auÄeinaw der Re einer Er tvorfen t, auf den । faßten 2 ten, ihr« fertigen : fangen, oi Derhandlm Koalition MchLrezi gesaht, sp teertet 5 regimmg nicht zu offener Z anttoortm Folgen, a hingeteiesc lallen seit ledigen Ai Aach mann das schuldigung die zum g teeisbat si Pathos vc ein auf 8 aber meist. gerung t merkte au für Do dar also fete Red Ausfälle, gab es sek ließen die: lest den Sa W sie abte Wngen , ^6 S)( ■Kei^ta rung ab, f l'chleit nii fem tiefste ^'staunen len jetzt x und äh)« kurzem de geteilt to0 Seil berei agen ng "ang lebh , Diese " Wer, un öurAefo geno, "'an sich e 'Sfte davo Reich tzerr Dr. Q ^iöeman- Soltau Ä n.Un MUH ! un?