Samstag, 16. Oktober 1926 176. Jahrgang Blatt KoalitionspoliliK die dritte Beratung der hohenzollernvo klage. A en >s* >s. J» a* in. i e n (Großer Lärm bei den Kommunisten. Lebhafte Zustimmung rechts und in der Mitte.) Nacheinander marschieren dann noch mehrere kommunistische Abgeordnete auf, um zu versuchen, die Maßnahmen des Präsidenten zu kritisieren. Präsident Bartels erklärt jedoch, daß er eine Kritik an seinen Vorbereitungen für die heutige Sitzung nicht zulassen könne und daß er den Rednern das Wort ent* - iehen müsse. Bei diesen Worten, die von der wissen. Qlbg. Pieck (Komm.) beantragt, Die Rede des Qlbg. Grube durch Säulenanschlag bekanntzumachen. (Stürm. Heiterkeit.) die Rede sein, ihr heute unter ganz anderen Verhältnissen die gleiche Position in der Regierung einzuräumen, die sie seinerzeit bei ihrem Ausscheiden gehabt habe. Die Volkspartei hat also, rund herausgesagt, einen glatten Korb erhalten, den sie sich wird merken müssen. Und sie wird es nun nicht nötig haben, im Reich auch nur einen Finger zur Wiederherstellung einer Konstellation zu rühren, die erst vor drei Jahren so wenig glückliche Ergebnisse gezeitigt hat. Im übrigen wird sich der Leiter der deutschen Außenpolitik dessen bewußt werden müssen, daß im Vordergrund jeder ^Neugestaltung unserer innerpolitischen Lage der Gesichtspunkt _ stehen muß, auf welche Regierungskoalition gestützt, die Verhandlungen mit Frankreich den größten Erfolg versprechen. Driands Stärke ist, daß er einem Kabinett angehört, in dem die Richtung P o i n c a r 6 mit ihren prominentesten Persönlichkeiten vertreten ist. Er wird also jederzeit bei seinen Verhandlungen mit Stresemann darauf Hinweisen können, daß man „zu House" von Deutschland ganz andere Angebote erwarte, und daß, wenn er nachgebe, dies seinen Sturz und die Riederlage der Politik von Locarno und Annahme von »n;etgen für di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 .nm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 n m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 . mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H-Tbynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein: für den Anzeigenteil i. Dertr. H. Belli, sämtlich in (Bienen Qlbg. Wulle (völk.): Wir glauben nicht, daß der vorliegende Vergleich dem Recht des Hauses Hohenzollern völlig genügt. Da aber das Haus Hohenzollern dem Vergleich mit dem preußischen Staat zugestimmt hat, werden auch titfr der Regierungsvorlage zustimmen. Wir werden unter Ablehnung der kommunistischen Begründung für die eingebrachten M.htrauensanträge stimmen. _ , Qlbg. Bartels- Krefeld (Komm.) erklärt, die Sozialedmokratie habe Die proletarische Ehre mit Füßen getreten. Als der Redner Den Ministerpräsidenten als ersten Lakaien der Hohenzollern bezeichnet und dann von „Hohenzollern- Halunken spricht, wird er vom Vizepräsidenten Garnich zweimal zur Ordnung gerufen. Die tom- munistischen Abgeordneten haben sich dicht um das Rednerpult geschart. Von der Rechten drängen die Deutschnationalen ebenfalls heran. Vizepräsident Garnich fordert alle Parteien auf, die Plätze einzunehmen, da die kommunistischen QlbgeorDneten ja über so ausgezeichnete Stimmittel verfügten, daß sie überall z»u hören seien. (Heiterkeit). Abg. Ruschke (Dem.): Wenn es nach mir ginge, würde Der vormalige König nicht in Holland zu wohnen haben, sondern hier im Lande unter ständiger Aufsicht eines energischen Innenministers. Die Geschicke wird bestätigen, daß Putsche stets vom Exil her organisiert werden. Wir bedauern außerordentlich, daß ein Hohen- zollemsproß in die Reichswehr kam und daß der verdienstvolle Chef der Reichswehr einem solchen Intrigenspiel zum Opfer siel. Cs gilt jetzt auch, mit dieser Vorlage zu einer Beruhigung des öffentlichen Lebens beizutragen als ein Teilstuck der großen Befriedungspolitik. Ainanzminisker Dr. höpker-Aschoss äußert sich aus die Frage nach der Auslegung des Wohnungsrechtes des vormaligen Königs folgendermaßen: Der ■§ 25 des Republik- schutzgesetzes bestimmt, daß den Mitgliedern Der ehemaligen Deutschen Fürstenhäuser Der Oluf ent» >fralt in Deutschland versagt oder beschränkt werden kann, wenn Staatsinteressen das erforderlich machen. Diese Bestimmung ist auch heute geltendes Recht. Deshalb kann naturgemäß das in dem jetzigen Vergleich vorgesehene Wohnuugsrecht nur im Rahmen Der Bestimmungen des Republikschutzgesetzes betrachtet werden. Durch Den neuen Vergleich fallen an Den Staat 400 GemälDe und 1000 Skulpturen. Damit ist alles erreicht, was erreicht werden konnte. Damit ist Die allgemeine Aussprache beendet. § 1 wird gegen die Stimmen der Kommunisten bei Stimmenthaltung Der Sozialdemokraten angenommen. Mit ähnlichem Stimmverhältnis werden Die folgenDen Paragraphen des Entwurfes ebenfalls in namentlicher Abstimmung angenommen. Nach diesem Abstimmungskampf kommt es zur Schlußab st immun g. Auch diese findet auf Antrag der Kommunisten namentlich statt. Sie ergibt die Annahme der Vorlage mit großer Mehrheit. Das von Vizepräsident Garnich verkündete zahlenmäßige Abstimmungsergebnis ist im einzelnen nicht zu verstehen, weil die Kommunisten einen ohrenbetäubenden Lärm veranstalten, der noch durch Beifallskundgebungen wegen du Annahme der Vorlage durch die Rechte erhöht wird. Auch die Tribünen mischen sich jetzt ein. Plötzlich kommt es vor dem Rednerpult'zu einem Handgemenge iränkliche, ebene und 6843D hnell, echtes ir. 51 l. 1.75 ginalflaschen er: Engel- solheken. schärfere Tonart gegen rechts herauslesen können, was angesichts Der alles Maß erlaubter Kritik überschreitenden Angriffe von selten einzelner Radikalen Der Rechten immerhin begreiflich war. Andererseits scheint man aber auch in Den Reihen Der Deutschen Volkspartei keine allzu große Rei- gung dazu zu verspüren, mit Den Sozialdemokra- ten im Reich Die Regierung Der Großen Koalition toieDer zu erneuern, die seinerzeit unter Skresemanns Kanzlerschaft so bald Schiffbruch erlitten hatte. Wenn nun in Preußen die Dolkspartei trotzdem die Fühler ausgestreckt hat, um wieder ein Kabinett der großen Koalition herzustellen, so ist das negative Ergebnis Der Verhandlungen doch wohl ein Nr. 245 Erstes Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Stehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Dlonais-Eejugspieis: > Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägen lohn, auch bei Richter- icheinen einzeknerRuminern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanj chlüss«: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postschellkonto: $rantfurt am Main 11686. zwischen kommunistischen, volksparteilichen und Deutschnationalen Abgeordneten. Die Abgeordneten schlagen mit den Fäusten aufeinander los. Vizepräsident Garnich kündigt durch Verlassen seines Stuhles an, daß die Sitzung unterbrochen ist. Sofort tritt Der kommunistische Abg Pieck vor das Rednerpult und richtet an die Tribuncnbe. s u ch e r eine Ansprache, in der er von einem Schmach- und Schandvertrag 'pricht. Aber auch seine Ausführungen gehen in dem tosenden Lärm fast völlig verloren. Nun versucht der kommunistische Abgeordnete Abg. Kasper seinem Freunde Pieck Ruhe zu verschaffen, indem er Die große PräsiDentenglocke unaufhörlich schwingt. In hat l)Q>b neun Ohne Debatte überweist Das Haus Dann einen Antrag des Abg. Fries- Siegen (Soz.), die für das Siegerland und das Lahn gebiet gebilligten S t a a t s b e i h i l f e n zu verlängern, der hauptausfchußreratung. Das Haus, tritt in die Tagesordnung ein. Ohne Debatte wird ein interfraktioneller Antrag auf Ausbau der Eisenbahnlinie Herne—Recklinghausen dem Hauptausschuß überwiesen. Nach Erledigung Der Eingabeberichte folgt Frühzeitige Herbststürme haben Die innere Politik unsanft aus Dem langen Schlas der Sommermonate ausgerüttelt. Roch vor dem Wie- derzusammentiitt D.t Parlamente hatten wir Sensationen ersten Ranges: Den Rücktritt Severings unD Die Verabschiedung Sceck 1 s. 3m Preußenhause gibt es wieder Die alltägliche Keilerei mit Den Kommunisten: Hohenzollernvergleich und Die politische Auswer- tung des QHagDeburger MorDprozesses geoen .... . Stell genug zu langen ReDeübungen zum Fenster s ch a hinaus, währenD hinter Den Kulissen über Das fclbft wieder einmal aktuelle Problem Der Großen Ohne ‘ d-e graue, waren :aÖ6 zwej, *! Briesen, * Die 3u. 1 weniy. «n wvitzen. Gelegenheit Prügeleien Ersparnisse Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrrck und Verlag : Vriihl'sche Universitälr-Vuch- und Zlemdruckerei B. Lange in Stehen. Zchriflleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. h?Qs *l?t 'S Abends, ° 'Nttner , einmal ping ^ndenk- bet Mut. ”Q.9 anbe. ^Feten. ildenl°5 . ö|on Qlle Werden. M be- ’ür J auch mit ° 1Q aUein lrs würde mung begrüßt werden, erhebt sich ein neuer und anhaltender Lärm bei Den Kommunisten, in Dem Die weiteren Ausführungen Des Präsidenten verloren gehen. Die Kommunisten halten die linke, eine Gruppe deutschnationaler Abgeordneter die rechte Treppe zur Rednertribüne besetzt. MTÄ | p ÄÄ Lage beim Zentrum, Dessen Spaltung in Dem Tangen. ... . - ' - Augenblick unvermeidbar wäre, wo eine große Linke und eine große Rechte sich zu geschlossenen Parteiorganisationen zusammen,inden. Statt einer grundsätzlichen Auseinandersetzung über Die künftige Gestaltung unseres Parteilebens haben wir nun also wieder Den alten Disput über Die Möglichkeit unD Die taktische Zweckmäßigkeit Der Großen Koalition auf Der einen Seite, unD Die Aussicht auf Einbeziehung Der Deutsch- nationalen in Die augenblickliche Regierungs- I foalition Der Mitte auf Der anDeren. Auf Dem I Kölner Parteitag Der Deutschnaiionaleu hat Der Parteiführer Graf W e st a r p Die grunDsähliche Bereitwilligkeit Der Partei zur verantwortlichen Mitarbeit in Der Reichsregierung ausgesprochen unter Fortführung Der außenpolitischen Linie, Die Durch Locarno, Genf und Thoiry sich Dokumentiert. Der Abgeordnete H e r g t hat Diese Bereitschaft noch einmal unterstrichen in einer Zuschrift an Die „Tägliche Rundschau", in Der er Slresernanns Politik in Genf billigte unD anerkannte, Daß Der Eintritt in Den Völkerbund und Die Besprechung von Thoiry „für Die künftige deutsche Außenpolitik Möglichkeiten Darböten, trenn diese nur im weiteren Verlauf von Deutscher Seite richtig ausgenuht unD in Reaiitä en umgetoanDelt würden ... auch die Deutschnationalen müßten um Des Deutschen Gesamtinteresses willen auf Dieser Basis das Bestmögliche herauszuholen suchen und demgemäß m i t a r b e i t e n“. Diese Ausführungen haben kein allzu lautes Echo geweckt. Der Kölner Partei.ag Der Deutschen Volkspartei wurde — was durchaus verständlich — zu einer einzigen großartigen Kundgebung für den Parteiführer Stresemann, Der selbst in einer groß angelegten Rede das Ergebnis seiner Außenpolitik Dnrlegte und sich zu der erschütternden Kulturkrisis, in Der wir uns befinden, warnend und mahnend äußerte. Aber ängstlich vermieden wurde jede klare Stellungnahme zur innerpolitischen Lage. Die Antwort auf Die Frage, wie Die Deutsche Volkspartei sich zu Den künftigen Regierungskombinationen stellt, wurde nicht gegeben. Die Volkspartei scheint also Den Augenblick noch nicht für gekommen zu erachten, zwischen rechts unD links zu optieren, also Den Schwerpunkt Der Regierungskoalition von Der Mitte nach rechts oder links zu verschieben. Man hätte sogar aus einzelnen temperamentvollen Aeuherungen Skresemanns eine I Beweis dafür, daß den Sozialdemokraten wenigstens vorläufig an dieser Erweiterung der Regierungsbasis nicht allzuviel gelegen ist. Hat man doch trotz der laufenden Verhandlungen mit volksparteilichen Ab-eordneten den seit Monaten vor der Tür stehenden Rücktritt Severings überstürzt, einen der wenigen volksparteilichen Beamten in der Zentralregierung, den Staatssekretär M e i st e r, ebenso eilig entlassen und die freigewordenen Stellen postwendend mit Angehörigen der Weimarer Koali- tionsparteien wieder besetzt. Das ist eine offenbare Brüskierung für eine Partei, mit der man gleichzeitig Verhandlungen über den Eintritt in das Kabinett pflegt. Der Ministerpräsident Braun, der bei dieser wenig loyalen Personalpolitik wohl mehr der Geschobene zu sein scheint, hat nun zwar noch Besprechungen mit den Parteivertretern der Linken gehabt, aber die Sozialdemokraten haben sehr bald erklärt, daß sie die Verhandlungen vertagen möchten. Sie wünschen offenbar erst Verhandlungen im Reich, um Dann in Preußen eine für ste I günstigere Basis zu erlangen. Auch sonst reibt man der Volkspartei bei jeder Gelegenheit unter die । Nase, daß es mit ihrer Mitarbeit in Preußen keine I besondere Eile habe. Es könne auch gar nicht davon Thoiry beDeute. Es war zweifellos ein grunD- sählicher Fehler Der letzten Deutschen Regierungen. Daß sie ihre Außenpolitik mit Der Linken machten, von Der ein Widerstand ober auch nur eine Kritik an Den ForDeru.igen Der Gegenseite kaum zu erwarten war. Das gab Driand von vornherein e ne so auherorDentlich aussichtsreiche Position und hat gewiß Das feurige Dazu beigetragen, Daß Das Ergebnis von Locarno für uns so mager ausgefallen ist. Es mag Dahingestellt bleiben, ob Die Politik Der Deutschnatwnalen, Die mit Dem Austritt aus Dem ersten Kabinett Luther enDete, noch einen anDeren Weg offen ließ, als Den, Den Luther unD Stresemann schließlich gegangen sind. GrunDlätzlich bleibt Daraus Die Lehre, Daß aus Der Durch Genf unD Thoiry gegeben en außenpol t schen Situation für Deutsch- lanD nur ein Höchstmaß von Erfolgen heraus- geholt werden kann, wenn sich unsere Außenpolitik auf die Rechte stützt, wobei es gleichgültig ist, ob Die Deutschnationalen zu Dem augenblicklichen Kabinett tn wohlwollenDer Opposition stehen ober innerhalb Der Regierung an Der Verantwortung teilnehmen. diesem Augenblick tritt Präsident Bartels wieder auf seinen Platz und schickt einen Diener gegen den Abg. Kasper vor, um ihm die Glocke abzunehmen. Gleichzeitig schwingt er die viel schwächere Ersatzglocke und verkündet mit Aufgebot all seiner Stimmmittel, daß der Abg. Kasper von der Sitzung ausgeschlossen sei. Die Kommunisten nehmen mm- mehr Front gegen den Präsidenten und drohen ihm mit den Fäusten: auch A k t e n b ü n d e l fliegen >m Saale herum. Man hört nur noch, daß Präsident Bartels noch weitere Kommunisten von der Sitzung ausschlicht. Dann wendet sich die Aufmerksamkeit wieder den Tribünen zu, wo inzwischen Krimr- nalbeamte den Versuch unternehmen, einig- besonders laute Tribünenbesncher hinauszufiihien. Auch die Besucher leisten Widerstand und versuchen Ansprachen an das Haus zu richten, wurden aber schließlich durch Kriminalbeamte abgcdrängi. Die kommunistische Fraktion begleitet die Räumung der Tribünen mit ohrenbetäubendem Lärm. Anschließend kommt es vor den Tribünenflure-r noch zu stürmischen Auftritten zwischen den Kriminalbeamten und den aus dem Saal erntsernrcn Besuchern. v, Es folgen die Abstimmungen über Die koin- munistischen Mißtrauensanträge. In namentlicher Abstimmung wird Der fominuniflildje Antrag, Dem Staatsministerium Das Vei-t rauen zu entziehen, mit 202 gegen 44 Stimmen abgelehnt Enthalten haben sich 118 Abgeordnete. Das Ergebnis Der Abstimmungen wird von Den Kommunisten mit Dauerndem Lärm ausgenommen. Der Mißtrauensantrag gegen Den Ministerpräsidenten wird mit 201 gegen 52 Stimmen bei 82 Stimmenthaltungen abgelehnt. Das gegen Den Finanzminister gerichtete Mißtrauensvotum wird mit 206 gegen, 39 Stimmen bei 140 Stimmenthaltungen abgelehnt. Auch Das gegen Den neuen Innenminister! Grzes inski eingebrachte Mißtrauensvotum wirb mit 206 gegen 114 Stimmen Der Deutsch- nationalen, Völkischen und Kommunisten frei 35 Enthaltungen afrgelebnt. Rach ErleDigung kleiner Vorlagen vertagt sich Das Haus auf Mittwoch, 3. Rovember. TyphusepiDemie in Hannover. Va§ Scheitern der Verhandlungen in Preußen. Die (Gründe der Bolkspartc». Berlin, 15. Olt. (DDZ.) Die Fraktion Der Deutschen Vokkspartei im Preußischen Landtag gibt folgende offizielle Verlautbarung bekannt: „Die Landtagsfraktion Der Deutschen Volkspartei sieht nach dem bisherigen Verhalten Der Regierung und Der Regierungsparte en die Verhandlungen über eine Erweiterung Der Regierung als abgebrochen an, aus Mangel des ernsten Willens, zu eürr Einigung zu kommen. Es wird daraus verwiesen, daß bereits die Ernennung des Ministerialvireltoi-s Ab egg zum Staatssekretär, Die erfolgte, ohne daß man mit Der Deutschen Dolkspartei sich in Verbindung setzte, diesen ernsten Willen vermissen ließ. Besonders verstimmt hat auch die Tatsache, daß von dem Ergebnis Der Besprechungen des Ministerpräsidenten mit den Fraktionsführern Der Regierungsparteien Der Deutschen Vollspartei offiziell keineMitteilunggemacht wurde, daß Diese vielmehr erst aus Der Press« Kenntnis erhielt." Zu Der Stellung Der Deutschen Volksparter erfahren wir von parteioffiziöser Seite ergänzend noch folgendes: In erster Linie ist maßgebend gewesen Die Behandlung des Falles A b e g g. Ein Der Volkspartei befreundeter Staatssekretär (Meister) wird entlassen, eine au) das schärfste umkämpste Persönlichkeit wird ernannt. D.ckdcs, während schon Verhandlungen schwebten unD nachdem die Volkspartei zu erkennen gegeben hatte, daß eine Bereinigung des Falles Abegg erforderlich scheine und daß hier in irgendeiner Weise erkennbar gemacht werden müsse, daß Grundlagen für eine Einigung vorhanden seien. Rach alle dem erscheinen Zwe.sel berechtigt, ob auf Der anderen Seite wirklich ein Der hohenzollernvergleich angenommen. Neue Skandaftzenen. - Ablehnung der kommunistischen Mitztrauensanrräae Abg. Grube (Komm.) meint. Die Deutsch- nationalen hätten es verstanden, Die Sozialdemokraten für Die Kassengeschäfte Der Hohenzollern zu interessieren. Der Hundecharakter Der Sozial- Demokraten sei nicht mehr zu unterbieten. (Präsident Bartels ruft den Redner zur Ordnung.) Gerade Die Parteien, Die sich hier als Gralshüter Des Eigentumsschutzes hinstellten, feien Die größten Räuber gewesen. (Präsident Bartels erteilt Dem Redner einen zweiten Ordnungsruf.) Selbst das „Berliner Tageblatt" müsse zugeben, daß KunstgegenstänDe von den Hohenzollern gestohlen worden seien. (Präsident Bartels weist diesen Ausdruck als unzulässig zurück. Lärm bei den Kommunisten und Zurufe: „Jawohl, gestohlen^) An Stelle dieses Vertrages müsse die entscha- digungslose Enteignung unter Verlängerung Der Sperrfrist des Reichstages treten. Inzwischen müsse Die SPD. Den Kamps jetzt aufnehmen und Die Auflösung des Reichstages und des Landtages durchsetzen. Die Kommunisten hätten Den Sozialdemokraten gestern diesen Vorschlag gemacht, aber diese wollten nichts davon Berlin, 15. Okt. Morgens um 10 Uhr bot das Strahenbild vor dem Hauptportal des Landtages in der Prinz-Albrecht-Straße nichts besonderes. Der Straßerverkehr spielte sich wie üblich ab, nur ist dem Landtag gegenüber eine Hundert ft Schutzpolizei untergebracht. Im Hause |tlV|1 werden Polizeibeamte, die nicht in Uniform sind, für Ordnung sorgen. Der Zugang zum Land- Ä o*a 1 i t i o n eifrigst debattiert wird. I tag von der Leipziger Straß« aus ist nur mit Le- Das ist immerhin überraschend. Denn als gitimationskarten passierbar. Bisher bestand reine man bn Frühsommer aus Den eben abgeschlossenen Kontrolle für Leute, die zur Sommunt st t • parlamentarischen Arbeiten sich anschickte, das sctzen Partei wollten und sA teilweise m einer Fazit zu ziehen, schien rechts sowohl wie Unlls störte von 100 Mann „a 1 s B e s u ch e r m den die Tmdenz aut Abkehr von derMitte Räumen der Fraktion, in den Gangen und Wandel- vorherrschond z: s in Die Fu .rer der die Deutsch- hallen aufhielten. Auch diese Möglichkeit ist für nationalen um) Volkspart Iler um: ass end en Ar- heute nicht gegeben. beitSgeineinscha,t im preußischen Staatsrat Der yor (jintritt in die Tagesordnung begründet Duisburger OberbürgermI ter Jarres und der ^bg. (ßOmm.) einen kommunistischen An- ostpreußische Delegierte Freiherr von Gahl tra- . Landtag aufs schärfste die vom Pra- ten mit einem Aufruf zur Sammlung Der fftium für die heutig Sitzung getroffenen poli- Rechten an Die Öffentlichkeit. Was sich in ei|id)cn Maßnahmen mißbilligt (Sehr dem allerdings engen Rahmen des Staatsrats maLr &en Kommunisten, Gelächter rechts.) Die bewährt hatte, sollte nun auch auf die übrigen Kommunisten beantragen Aussetzung der Be- parlamentarischen Körperschaften, nament.id) auf rcitungen bis die Kriminalbeamten aus dem Land- den Reichstag übertragen werden. Die Verwirk- . verschwunden seien. lichung dieser Gedanken hätte im Augenblick Präsident Bartels erklärt dazu, daß er es für die Deutsche Volkspartei den Ve^cht auf ^Aas.dent beschämend hatte, daß Polizei zur ihre Mitarbeit in Der ^6'^ung bedsite j Aufrechterhaltung der Ordnung im Landtag nötig man kann wohl sagen, daß fte m der Folge em ' Maßnahmen wegen des Ver- SÄ X-* SÄÄ I ren Rachbars zur Rechten in einer solch engen Arbeitsgemeinschaft gerecht zu werden. Auf Der Linken erhob Der ehemalige Reichskanzler Dr. Joseph Wirth seine Stimme für die DilDung einer republikanischen Einheitsfront. Zustimmung fand er eigentlich Damit nur bei Den Demokraten. Die Sozialdemokraten wollen ihre Tuchfühlung nnchlints >yei vielen uisoncn, uie mm uei ÄmS? an’ 8mÄ"bU I Wen und.-am S-ntrum mit Suftim- Mitte zu sein. So wurde es damals schon bald still von diesen Versuchen, unser verworrenes Parteittben durch eine Umgruppierung fla- rer zu gestalten und man hort auch freute nichts mehr davon. Qlbgesehen von den Widerständen, die diese Bestrebungen in allen Parteien bei Der Parteib-rolrotie f nden, liegt das größte Hemm- ' für eine Klärung unserer i----- so starker Wille zu einer Einigung vorhanden ist, daß die zutage tretenden Schwierigkeiten einer Einigung überwunden werden können. Der Aufenthalt der ehemaligen Fürsten. Ein Antrag der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Berlin, 15. Okt.' (Wolff.) Wie die „Voss. Ztg." hört, hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion folgenden Entwurf eines „Gesetzes betreffend Aufenthalt der Mitglieder vormals landesherrlicher Familien im Reichsgebiet" eingebracht: Mitgliedern solcher Familien, von denen ein Angehöriger bis Ro- vember 1918 in einem ehemaligen deutschen Bundesstaat regiert hat, ist von der Reichsregierung das Betreten des Reichsgebietes oder der Aufenthalt darin zu untersagen oder auf bestimmte Teile oder Orte des Reiches zu beschränken, falls die Besorgnis gerechtfertigt ist, daß andernfalls das Wohl der Republik gefährdet wird. 3m Falle der Zuwiderhandlung sind die durch Beschluß der Reg erung, der mit Gründen zu versehen und den Betroffenen zuzustellen ist, aus dem Reichsgebiet auszuweisen. Dem ehemaligen Kaiser und König von Preußen Wilhelm II. wird das Betreten des Reichsgebiets und der Aufenthalt darin untersagt. Für den Fall, daß Wilhelm II. feindliche Unternehmungen gegen das Reich oder den Freistaat Preußen richtet, hat der preußische Staat das Recht, das durch den Vertrag vom 12. Oktober 1925 und 6. Oktober 1926 den Mitgliedern des vormals regierenden Königshauses zuerkannte Vermögen einzuziehen. Der Reichspräsident in Braunschweig. Brauns weig, 15. Okt. (Wolff.)Braunschweig begrüßte heute den Reichspräsidenten, der zum offiziellen Besuch hier weilt. Der Vor sitzende des Braunschweigischen Staatsministeriums, Minister M a r q u e r t, begrüßte den hohen Gast. Oberbürgermeister Dr. Trautmann entbot den Gruß der Stadt. Dom Bahnhof begab sich der Reichspräsident zum Schtoßhof, wo die Veteranen von 1864, 1866 und 1870/71 Aufstellung genommen hatten, von hier nach dem Schloß, in welchem er Wohnung nahm. 3m Laufe des Vormittags stattete der Reichspräsident dem Dtaatsministerium im Schlosse einen Besuch ab Gegen 11 Uhr vormittags fuhr der Reichspräsident nach dem Rathaus. Am Eingang des Ratbauses wurde er vom Oberbürgermeister Dr. Trautmann begrüßt. Der Reichspräsident dantte mit freundlichen Worten. Darauf trug sich der Reichspräsident im Rats- zimmer in das Goldene Buch der Stadt Braunschweig ein. Rachher begaben sich der Reichspräsident, die Minister, der Oberbürgermeister und der Stadtverordnetenvorsteher zu Fuß zum Gildehaus, wo der Reichspräsident den Ehrentrunk der 3nnungen entgegennahm. Rach Besichtigung des Domes und einem Besuche der althistorischen Burg Dank- wardervde wurde in der Burg das Frühstück eingenommen. Daraus kehrte der R ichspräfident ins Schloß zurück. 3m Landestheater fand eine Festvorstellung statt. Beim Verlassen des Theaters wurde der Reichspräsident von der Bevölkerung stürmisch begrüßt. Anschließend fand im Schlosse ein Festabend statt. Von Braunschweig hat sich der Reichspräsident nach Groß- Schwülper begeben, wo er auf dem Gute des Freiherrn von Mare-nholtz bis Montag zu bleiben gedenkt. Das Urteil im Kattowitzer Do ksbundprozetz. Kattowih, 15. Okt. (Wchff.) Der vierte Derhondlungstog im deutschen Volksbundprozeß begann mit der Vernehmung des Leiters des Wohlfahrtsamtes Dennorz. Dem Wohlfahrts- t amt wird vorgeworfen, gegen Subventionen und sonstige Unterstützungen eine staatsfeind- Firdjc Agitation betrieben zu haben. Der hierzu geladene Belastungszeuge Oberkommissar '» H e r o m s k i, der Chef der polittfchen Polizei, versagte wiederum vollständig. Der Vorsitzende verzichtete deshalb auf seine weitere Vernehmung. Daran schloß sich die Vernehmung der polizeilich vorgeführten Damas, einer früheren Angestellten des deutschen Generalkonsuls. Die Derteivigung hatte auf diese Zeugin besonderen Wert gelegt. Die Damas hatte bekanntlich Aktenstücke an den Polizeispitzel Cielawski a u s g e l i e f er t, die dieser an den Rachrichtenstab weiterleitete. Bei ihrer Vernehmung selbst verweigerte die Zeugin in den meisten Fällen die Aussage, so daß auch hier von der weiteren Vernehmung Abstand genommen wurde. Rach etwa anderthalbstündiger Beratung wurde das Urteil verkündet. Alle Angeklagten mit Ausnahme von Arbainski und Kolibai, die sreigesprvchen wurden, wurden zu Festungsstrafen von sechs Monaten bis zu zwei 3ahren verurteilt. Einem Angeklagten wird die Untersuchungshaft von drei Monaten und zehn Tagen angerechnet. 3n der Begründung des Arleils erklärte der Vorsitzende des Gerichts, daß den Angeklagten, obwohl das Gesetz für ihr Vergehen Zuchthaus vorsehe, mildernde Lim stände zugebilligt worden seien, weil sie aus idealen Gründen gehandelt hätten. Die An- gellagten werden gegen das Urteil Revision einlegen. (Eine Tagung des Dölkerbunds- rates in Berlin. Berlin, 15. Okt. Die „Voss. Ztg." glaubt zu wissen, daß die Reichsregierung sich mit dem Gedanken trägt, den Völkerbundsrat zu seiner ordentlichen, im März nächsten 3ahres stattfindenden Frühjahrsversammlung nach Berlin einzuladen. Das Blatt fügt hinzu, daß, falls die Einladung angenommen werde, in Aussicht genommen sei, die Verhandlungen im historischen Saal des Reichskanzlerpalais stattfinden zu lassen. Der „Lokalanz." bemerkt dazu, daß formelle Einladungen des Völkerbundsrates nach einem bestimmten Orte nicht üblich seien. Der Tagungsort, der jeweils nächsten Sitzung des Rates werde vom Vorsitzenden der voraufgegangenen Tagung festgesetzt. Rach der alphabetischen Reihenfolge Würdeallerdings Deutschland den nächsten Anspruch darauf haben, daß die Märztagung des Völkerbundrates innerhalb seiner Grenzen stattfindet. Somit sei die Möglichkeit gegeben, daß der Völkerbundsrat im März nach Berlin kommt. Rücktritt des Kabinetts Ramel. Das Ult matum der österreichischen Bnndrsa «gestellten. Wien, 15. Off. (WB.) Das Kabinett Kämet Ist wegen der Unmöglichkeit, die Beamlenforderun- gen zu erfüllen, zurückgelreten. Der Beschluß der Bnndesangeskellten. der unmittelbar zur De- misston der Regierung Anlaß gab, besagt, daß, falls die Regierung nicht bis Samstag mittag 12 Uhr ihren Standpunkt ändert, die Verhandlungen als gescheitert betrachtet werden mühten, und daß die Bundesangestellten dann die gewerkschaftlichen Konsequenzen ziehen werden. Bundeskanzler Dr. Kämet berichtete um 530 Uhr abends dem zusammengcttetenen Ministerrat über die Lage. Der Bundeskanzler stellte fest, daß seine Verhandlungen mit den Bundesangestellten zu keinem Ergebnis geführt hätten, und daß ec die Wiederaufnahme der Verhandlungen durch ihn für aussichtslos hatte, da er mit Kücksicht auf die budgetäre Lage des Bundes und die Sorge um das Gleichgewicht im Staatshaushalt weitere Zugeständnisse nicht verantworten könne. Der Ministerrat nahm daraus auf Vorschlag des Bundeskanzlers einhellig einen Antrag an, den Bundespräsidenten zu ersuchen, die Bundesregierung gemäß § 74 der Verfassung vom Amte zu entheben. Der unerwartete Beschluß des Ministerrats hat in politischen Kreisen außerordentliches Aufsehen erregt Angesichts der neuen Sachlage haben die Beamten für morgen den Zentralaktionsausschuß zu einer Beratung einberufen. Ls heißt, daß das Ultimatum der Beamtenschaft biß Montag verlängert wird, und daß der Streik erst Montag abend in Kraft treten würde, falls nicht vorher noch eine Einigung erzielt werden sollte. Der Jlafionalrat wird für Dienstag einberufen werden, um die Demission der Regierung zur Kenntnis zu nehmen. 3n politischen Kreisen rechnet man mit einem Kabinett Seipel. Rücktritt Asquiths. Der Führer der englischen Liberalen, Lord Asquithanb o x f o r d hat den Vorsitz niedergelegt. Damit erleidet die Liberale Partei einen unersetzlichen Verlust, der um io stärker ins Gewicht fällt, als er es war, der die innerlich immer mehr zerbrechende Partei trotz der heftigen Minier- arbeit seines Gegners, Lord George, zusarn» menzuhalten verstand. Er will zwar aus dem politischen Getriebe noch nicht ganz ausscheiden, doch wird man in Zukunft von ihm, der bereits 75 Jahre alt ist, nicht mehr allzuviel hören werden. Asquith gehört unzweifelhaft zu den erfolgreichsten und tüchtigsten Parlamentariern Englands. Wenn er sich jetzt überraschend entschlossen hat, seine Führerrolle in der Liberalen Partei aufzugeben, so dürfte das auf seine persönliche Einstellung zum Staat zurückzuführen sein, den er stets vor d i e Partei stellte. Während Lord George den Bergarbeiterkampf benutzte, um gegen die Regierung mobil zu machen, hat sich Asquith entschieden hinter das Kabinett gestellt und Hessin Politik verteidigt. Auch schon früher machte sich sein entschiedenes Eintreten für den Staat wiederholt be= merfba-, so während des Burenkrieges, für dessen tsetzung bis zum Sieg er trotz der Mehrheit seiner Partei, die gegen ihn war, eintrat. Auch den U l ft e r a u f ft a n o, der unter feiner Minister- Präsidentschaft ausbrach, ließ er ohne Rücksicht auf die Stimmung im liberalen Lager Niederschlagen. Aehnlich verhielt er sich während des Weltkrieges, dem er innerlich abhold war, weil er ihn mit Englands Interessen für unvereinbar hielt. Infolgedessen mußte er auch wegen seiner zu schwachen Kriegspolitik zurücktreten. Wahrscheinlich wird jetzt Lord George die Führung in der Partei übernehmen, der die Mehrheit der Unterhausfraktion hinter sich hat. Mit ziemlicher Sicherheit darf aber wohl angenommen werden, daß bann die Liberale Partei noch mehr an Ansehen und Bedeutung ein- büßen wird, zumal sich zahlreiche Mitglieder des Asquith-Flügels mit dem Gedanken tragen, zuden Konservativen hinüberzuwechseln. Lloyd Georges Pyrrhussieg. London, 15. Okt. (WTD.) Der Rücktritt Lord Oxfords vom Vorsitz der Liberalen Partei steht naturgemäß im Mittelpunkt des öffentlichen 3nterefses. „Daily Graphic" schreibt, Oxfords Rücktritt lasse nur eine Auslegung zu: Lloyd George habe gewonnen, aber es sei ein Pyrrhussieg gewesen. Das Blatt erwartet, daß die Zersetzung der Liberalen Partei noch weiter gehen werde und daß viele ihrer Mitglieder zur konservativen Partei übergehen werde. Die „Westminster Gazette", die ebenso wie die gesamte übrige Presse die hervorragenden Eigenschaften Oxfords und feine dem Staate geleisteten Dienste hervorhebt, führt aus, die Liberale Partei fei immer noch mächtig im Lande und wenn sie vereint und klug geführt werde, könne Jkb leicht das Schicksal des Landes bei der nächsten Wahl entscheiden. Aber sie könne nicht gedeihen, wenn sie unsicher über ihre Grundlagen sei oder wenn sie zwischen zwei gesonderten Organisationen mit zwei gesonderten Fonds geteilt sei. „Daily Rews" meint, die augenblicklichen llmftänöe deuteten darauf hin, daß eine allgemeine Verschwörung stattfinden werde, um den Vorsitz der Partei unbesetzt zu lassen. Kein einziger der Kandidaten habe augenblicklich Aussichten, alle Teile der Partei für sich zu vereinigen. Neue Ehrung Discount D'Abernons. London, 15. Okt. Der König hat den bisherigen Botschafter in Berlin, Viscount d'Abernon, zum Ritter des Großkreuzes des Hosenbandordens ernannt. Der 1348 von König Eduard III. gestiftete Orden ist der älteste und höchste des Königreichs und zählt nur 26 inländische Ritter. Bekannt ist fein Wahljpruch: „Honi soit, qui mal y peuse" (Schande dem, der Schlechtes dabei denkt). Die Außenpolitik der Türkei. Moskau, 15. Okt. (Sil.) Die letzten Besprechungen des russischen Botschafters in Angora mit der türkischen Regierung über eme Umorientierung der türkischen Politik haben zu feinem Erfolg geführt. Die Sowjetregierung erwartet daher, daß die Türkei ihre Politik nach dem Westen orientieren wird und insbesondere eine Annäherung an England u nd Frankreich be- absichtigt. Man erwartet, daß nach dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund auch die Türkei sich zum Eintritt entschließen wird. Die Sowjetregierung betont, daß in diesem Falle der türkisch-rusfifche Reutralitätsvertrag feinen Sinn verlieren würde. Trotzdem beabsichtigt die Svw- jetregierung die Zusicherung von der Türkei zu verlangen, daß sie zum mindesten 1927 und 1928 noch nicht in den Völlerbund eintreten wird. Niederlage der Opposition in Rußland? Moskau, 15. Okt. (Täl.) Rach dem offiziellen Bericht Stalins im politischen Bureau wird die Opposition vollkommen liquidiert werden. Trohtt und die anderen Oppositionellen werden an den Sitzungen des Zentralexekutivkomitees der Partei, auf denen die bevorstehende Konferenz besprochen wird, nicht teilnehmen. Ein Mitglied der Opposition in Moskau erklärte, daß diese sich gezwungen sehe, der Parteimehrheit nachzugeben, um die Sowjetunion vor außenpolitischen Schwierigkeiten zu bewahren. Weitere Mitglieder der Opposition aus dem Kaukasus wurden aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen. Die Settton der russisch-kommunistischen Partei hat Stalin ihr Vertrauen ausgesprochen. Die „Prawda", das Zentralorgan der Partei, schreibt: Die vollständige 'Riederlage der Opposition bei dem letzten Austreten verlangt eine klare Antwort, ob sich die Opposition nunmehr, nachdem sie sich von der Einmütigkeit der gesamten Partei überzeugte, bedingungslos den Beschlüssen der Parteitage unterordnen oder die letzten Reste ihres Einflusses ein» büßen will. Die Partei fordert, daß die Opposition endgültig auf ihre Fraktionstätigkeit verzichtet und sich als geschlossene Fraktion auf« l 5 ft. Sollten diese Forderungen nicht erfüllt werden, wird die Partei gezwungen fein, Weiter- Schritte gegen die Opposition zu unternehmen. D,e Partei verlangt ferner Garantien, daß die Opposition jeden weiteren Versuch, eine neue Diskussion zu erzwingen, auf gibt und ihre Verletzungen der Parteidisziplin unterläßt. Der verband für kulturelle Zusammenarbeit. Eine Erkürung des Prinzen Rohan. Wien, 15. Okt. Der Gründer des Verbandes für kulturelle Zusammenarbeit, Prinz Karl Anton Rohan, empfing aus Anlaß der 3. Generalversammlung dieses Bundes, Vertreter der Presse. Rohan erklärte, der Kulturbund sei aufgebaut auf drei Grundsätzen: Gemeinschaft, Qualität, Ration. Die Gemeinschaft der geistigen Elite in Europa könne allein die Atmosphäre für die notwendige Verständigung der Länder bilden. Der Bund, der jenseits aller politischen Willens- bildung stehe, bejahe dabei durchaus die nationalen Eigenarten und lei ein Feind jeder internationalen Gleichmacherei. Daher nannte er auch seine Einstellung von vornherein als ü b e r-, nicht international. Er betrachte als die wichtigste Aufgabe, die normalen Bedingungen des geistigen Zufammenarbeitens zwischen den Völkern wieder herzustellen und fei in diesem Sinne bestrebt, mit den Organisationen, die die gleichen Ziele verfolgen, zusammen zu wirken. Zu dem bevorstehenden Kongreß haben sich zahlreiche Teilnehmer aus zehn Ländern, darunter mehrere aus Deutschland, angemeldet. Von letzteren wird am Montag bei dem großen Empfang in der Hofburg Prof. Weber- Heidelberg über den deutschen Geist in Europa sprechen. Ar' der Tagesordnung steht u. a. die Aufnahme der deutschen und anderer Ländergruppen In den Verband. Oeffnung der französischen Archive. Paris, 16. Okt. (Wolff.) Der französische Historiker Professor A u l a r b erklärte, bie Oeffnung ber französischen Archive fei nur noch eine Frage von Monaten. Brianb habe vor einem Jahre bie Erschließung ber Archive formell versprochen. Diese Zusage werbe nunmehr eingelöst werben, falls bie Regierung bie hierfür notwenbigen Kredite bewilligt erhält. Sarraut Führer der Radikalen Partei. Bordeaux, 15. Okt. (Havas.) Eine Delegation der radikalen Partei ist nochmals bei H e r r i o t vorstellig geworden, um Herriot zu veranlassen, den Vorsitz beizubehalten. Herriot erklärte, sein Entschluß zurückzutreten, sei endgültig. Die Delegation hat darauf erklärt, daß sie nunmehr Maurice Sarraut den Vorsitz anbieten werde. Herriot erklärte, daß er diesen Entschluß billige und Sarraut selbst ersuchen werde, den Vorsitz anzunehmen. Sarraut hat bie Kanbibatur angenommen. Das Kabinett Bethlen bestätigt. Budapest, 15. Okt. (WTV.) Der ungarische Reichsverweser hat die Demission des Kabinetts Bethlen nicht angenommen, das Kabinett seines vollständigen Vertrauens versichert unh die vakanten Ministerposten folgendermaßen beseht: Aeußeres Walle, bisheriger Handelsminister; 3nneres Seilovszkh, bisheriger Präsident der Nationalversammlung: Handelsminister Prof. Hermann, Abgeordneter. Aus aller Wett. verschwinden eines amerikanischen Großindustriellen. Auf dem Dampfer .,M aj e st i c", der Freitag, von Reuyork kommend, in Cherbourg einlief, ist während der Lleberfahrt der amerikanische Millionär Davis, einer der bekanntesten Persönlichkeiten der amerikanischen Zementindustrie, verschwunden. Es steht nHch nicht fest, ob es sich um einen plnglücksfall oder um Selbstmord handelt. Rieseneinbruchsdiebstahl. 3n der Biarritzer Billa des belgischen Finanzmannes Löwenstein, der durch seine Dollarmillionenangebote an die belgische Regierung in letzter Zeit Aufsehen erregt hatte, ist eingebrochen worden. Es sollen Kostbarkeiten im Werte von 12 bis 15 Millionen Franken entwendet worden sein. Wettervoraussage. Bei mäßiger Luftbewegung wolkig mit zeitweiser schwacher Aufheiterung, noch vereinzelte Riederschläge, kühl. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 17, Minimum 11,5 Grad Celsius. Riederschläge: 3,1 Millimeter. Heutige Morgentemperaturen: 1 11,8 Grab Celsius. Am der Provinzialhauptftadt. Gießen, den 16. Oktober 1926. } Förderung der Giehener Studentenhilfe. Bon der Gießener Studentenhilf« wird uns mitgeteilt: Aus Anlaß ihres fünfjährigen Bestehens ist der Gießener Studentenhilfe folgendes Schreiben der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft in Dresden zugegangen: „Die Gießener Studeptenhilfe feierte in diesem 3ahre ihr fünfjähriges Bestehen unter lebhafter Anteilnahme der akademischen Bürger und weitester Dolkskreise des Hessenlandes. 3n selbstloser Aufopferung und Hingabe an das gemeinsame Werk haben Leiter und Mitarbeiter der Studentenhilfe in den zurückliegenden 3ahren schwere, aber auch erfolgreiche Arbeit geleistet. Aus gemeinsamer Initiative der Studentenschast, Dozentenschaft und zahlreicher Altakademiker ist ein Werk entstanden, das, getragen von dem Selbsthilfewillen der 3ugend und der Hilfsbereitschaft weitester Dollskreife, den Studierenden der Hessischen Landesuniversität, insbesondere den bebürftigen, eine sichere Lebensgrundlage bietet. Was durch die Studentenspeisung, das Wohn- heim und die vielen anderen Einrichtungen für Oie Studentenschaft getan worden ist, kann die heutige Generation nur unvollkommen wür- ptgen; denn sie ist gewöhnt, dieses jetzt gesicherte Werk als etwas Selbstverständliches zu betrachten. Deshalb muh gerade jetzt immer wieder daran erinnert werden, daß nur durch Dienst- und Tatbereitschaft einiger weniger die Gießener Studentenhilfe entstanden ist und daß die ersten Fundamente fast aus dem Nickis geschaffen wurden. Wenn die Gießener Studentenschaft heute die Frücht« dieser Arbeit einer durch den Krieg hart gewordenen früheren Studentengeneration genießt, so kann sie dies nur tun in der inneren Bereitschaft, sich selbst einzusetzen für die Erhaltung und die weitere Entwicklung dieses gemeinsamen Werkes. Einer Studentenschaft, die diese Pflicht auf sich nimmt, werden dann der Staat und alle Be- volkerungskreise gern jede Förderung und Hilfe zuteil werden lassen. Daß die Gießener Studentenhilfe auch in den kommenden 3ahren diese lebendige aktive Mitarbeit der Studentenschaft und die Unter* stützung aller Bürger des Landes in reichstem 2Naße finden möge, ist unser herzlicher Wunsch. Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft. Tillmanns. Merkel." 3m Anschluß daran sei mitgeteilt, daß die Vorbereitungen für den geplanten Reub au eines Studentenhauses in letzter Zeit erhebllche Fortschritte gemacht haben. Durch eine Spende der Kommunal - und Landesbank war es möglich, ein für den Neubau erforderliches Grundstück zu erwerben. Besonders freudig begrüßt wurde auch eine Spende der Schweizerisch-Deutschen Hilfskommission in Bern in Höhe von 5000 Franken, die auf Veranlassung des Herrn Staatspräsidenten Ulrich durch Vermittlung des deutschen Gesandten in Bern, Herrn Dr. Müller, für den Studentenhausneubau bei der Gießener Studentenhilfe einging. Auch von Seiten der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft ist eine umfangreiche finanzielle Unterstützung des Baues in sichere Aussicht gestellt. Erwähnt fei schließlich noch, daß der Gießener Studentenhilfe durch die Firma Opel in Rüsselsheim ein Lastauto geschenkt wurde, das insbesondere für die häufig notwendigen Aeberlandfahrlen gute Dienste leisten wird. Völkerkundliche Ausstellung der Basier Mission. Weit über zehn 3ahre sind es her, daß einmal eine derartige Ausstellung in Giehen war und damals hier großen Anklang fand. Dazwischen liegt der Krieg mit all feinen Folgen, ilnjere Beziehungen %u_ fremden Ländern und Völkern find dadurch gestört oder gar unterbrochen worden. Haben solche Beziehungen überhaupt einen Wert? Haben wir Deutschen die Fähigkeit, Kulturgüter an andere Völker mitzuteilen? Sind wir im Besitze einer höheren Sittlichkeit, die uns das Recht gibt, erzieherisch auf andere Völker ernzu- wirken? Steht unsere Religion auf solcher Höhe, die uns das Recht gibt, missionarisch auf Völker anderer Religion einzuwlrken? Lauter Fragen, die des Rachdenkens wert sind, und im Laufe der letzten 3ahre sehr verschieden beantwortet wurden. 3m Diktat von Versailles wurden wir als zu höherer Kulturarbeit unfähig und zur Missionsarbeit unwürdig hingestellt. Unsere Kolonien wurden von den Siegerstaaten aufgeteill. aber das Feigenblatt der Mandate, kraft deren man sich dieselben übertrug, vermag die Blöße des tatsächlichen Raubes derselben nur sehr ungenügend zu verdecken, so sehr man diesen auch sonst noch mit überaus human oder gar christlich klingenden Phrasen zu beschönigen versucht. Die Eingeborenen unserer Schutzgebiete merkten gar bald den Llntersch'.ed zwischen der deutschen Verwaltung und der ihrer „Befreier". Man mag manches gegen die deutsche Kolonisationsarbett zu sagen vermögen, es mögen Fehler, Mißgriffe, Uebereilungen, Härten vorgekommen sein, den einen Ruhm wird man ihr lassen müssen, daß keine der anderen Kolonialmächte so selbstlos gewesen ist wie die deutsche. Koloniale Kulturarbeit von Staats wegen ist uns leider heute nicht möglich. Ganz ausgeschaltet sind wir aber trotzdem nicht. 3n der überaus beachtenswerten Tatsache, daß die deutschen Missionen hauptsächlich auf das Drängen der Eingeborenen hin wieder auf alle ihre Arbeitsgebiete zurückgerufen werden, erkennen wir eine göttliche Fügung, die es uns ermöglicht, der Welt zu beweisen, daß wir nicht nur ein Volk von „Hunnen" und „Barbaren" sind, und daß wir nicht nur aus eigennützigen, gewinnsüchtigen Beweggründen mit fremden Völkern in Beziehung treten, sondern daß auch in uns Deutschen noch hohe 3deale leben und auch wir heute noch zum Fortschritt und zur Höherentwicklung der Menschheit einen namhaften Beitrag zu liefern haben. Trotzdem von den 290 Millionen Goldmark, die für evangelische Missionen jährlich aufgebracht werden, nur 16 Millionen Goldmark aus allen kontinentalen Mifsionsländern zusammen beigesteuert werden, wird gerade der Beitrag der Deutschen an kulturellen Werten auch von den Anglo-Amerikanern sehr hoch eingeschäht, was sich Büchertisch I426i (I »'icinr Hit .• vcwabrt. biegen, 8331B Beginn des Unterrichts im Glanz-Etagen^e^chäft ‘ bügeln am 2V. Oktober. 07213 I X O o S AOMSMN! S°„°rn ■ Belegenheitskausr j «U» 8495 D feiten 8 ri m-immi» Lehrling mit böberer Schuld- düng nuS nutet an den Gieirener Anzeiger. Das Mslüche leinrösTbittere Aroma des kerngesunden,,echten Kathreiner* Ist anregend und wohltoend tür Herz und Nerven.-Ger Gehalt machi's! sofort Röte Zum Betuch der Schichmachcr nnb Sattler geeignete Persönlichkeit für den Vertrieb eines hervorragenden, wasser Flockköper Hemdenflanell Hemdentuch Nessel Sportflanell Bettkattun Bettdamast Bettbarchent Bettfedern Bettuchbiber Bettkolter Reste aller Art gesucht. Gute BerdienuMöglichkeit. Angebote sind zu netten au die ftirmn Mechler & Co., (9. m. b. -H.. Mann beim Jndnilrievafen, Fabrik für Kleb' stofte aller Art. ta ta Ws fcatalritelieii Arbeilsvergebnng. Für die Feldbereinigung Holzheim Oktober 1926, Bürgermeisterin . . 435 Mk. . . 3300 „ Mot. Nr. 34257, in erstkl. Zustand, bruch- und rißftei, für Rm. 585.- abzugeben, evtl, gegen anderes MarkemMotorrab (250-500 ccm) mit kleiner Aufzahlung zu vertauschen. Schriftliche Angebote unter 8520V an den Gießener Anzeiger erbeten. sollen Dienstag, den 26. vormittags 9 Uhr, auf der rei zu Holzheim Fuhrleistungen zu . . Drainage-Arbeiten zu . Kopfschmerz. - . Neuralgie Zahnschmerz abgeschossen werden. Gießen, den 7. Oktober 1926. Der Oberbürgermeister 3. B. Dr. Rosenberg, Bekanntmachnng. Sperrzeit für Tauben. Die Besitzer von Tauben werden ausgefordert. ihre Tauben während der Saatzeit vomhl. Oktober bis 8. Mod. 1926 einzuhallen, anderenfalls die Taubenhalter zu gewärtigen haben, dah sie bestraft und die Tauben von dem Feldfchutzperfonal Bei itrovaniile Bekanntmachung. Bett.: Eröffnung des ordentlichen Lehrganges 1926/27 an der Hess. Landwirt- fchaftlichen Schule Aidda. Der ordentliche Lehrgang 1926'27 an der Hess. LandwirtschaftlichenSchuleMdda beginnt Montag, den 8. November 1926. Das Schulgeld beträgt für Hessen 25 Marl, für Aichihcssen 30 Mark. Anmeldungen nimmt vor lausig die Bürgermeisterei Aidda entgegen, wo auch jede weitere Auskunft erteilt wird. Aidda, 15. Oktober 1926. Hess. Landwirtschastsamt Aidda. D r. Schad 8531V Sonntag, den 17. Oktober 11^0 . Gastwirt Wagner Kuplerkessel fabriziere als GIESSEN Ba nhofstr. 12 T I. 272 m„D Wiederverkäufen besonderePreise MkNirmß8 öroßen-Buseck höchster Verdienst Bekannt letstungsmhlge Korfeltfabrik sucht tüchtige . 84938g Dezirksverlreter(innen) für leichten Verkauf beftfivender Hüst- formet, Leibbinden und onatsbosen an j Private. Höchste Provision bei fofortlger Auszablung. Auch Meldungen von Retfe- damcn erbeten unt Ag. K. 42S an den i Gießener Anzeiger. darin zeigt, dah man zu allen wichtigen Beratungen Deutsche heranzieht und sich bemüht, die Arbeit nunmehr auch nach den Grundsätzen zu tun, wie sie bei den Deutschen schon seit Fahren maßgebend waren. Etwas von der Art deutscher Kultur- und Missionsarbeit wird uns auch die Ausstellung, die vom 20. bis 27. Oktober in Giehen stattsmden soll zeigen können. Durch das Eingehen auf de Eigenart fremder Völker und das Drmuh^. sie au verstehen, lernt man erkennen, dah auch bei ihnen unter mancherlei Schutt und Geröll manch Edles vergraben liegt, das durch eine höhere Religion zur Entfaltung gebracht werden kann Wir haben alTo anderen Völkern etwas zu g-ven und damit eine Aufgabe an hS- Ausstellung ist zu empfehlen. (Aahrres heutigen Anzeige.) Vornotizcn. - Tageskalender für Samstag. Deutschnat ona'cr Hand'ungsgehll en - Veroand. Kausm. Vereinshaus. Mitgliederversammlung. - Män e.'-Turnverein: 8.30 Uhr, Gasthaus ^aulfticb Mitgl'ederver'ammlung. — Bund dec Kolonialsreunde: Vereinslola! Mllgl^derver- sammlung. - Lichtspie.'haus Bahnhofftratze: „D.e e?f Schillschen Offiziere". — Astoria-Lichtspiele: Rund um den Alexanderplatz". " — TogeSkalender für Sonntag: Etadtthea'er: 7 Uhr, „Ein Wal erträum" (Ende 9.45 Uhr). — Mä. ne -Turnverein: 3 älhr nachm., Turnplatz am Schisfenberger Weg. Handball- Verbandswelt'p'el. — Lichtspielhaus Bahnhof- strasie: „Das Spielzeug von Paris". — Asioria- Lichtspielc: „Rund um den Ale^anderplah". — Deutsch-nationale Volkspartei. Man schreibt uns: Bei dem am nächsten Montag abend im ..Postkeller" stattsindenden Vortragsabend wird über den Reichsparteitag in Köln berichtet. Außerdem, werden hessische Parteisragen (Volksbegehren usw.) behandelt. (Siehe Anzeige.) — Der Frauenmissronsverern nimmt am Mittwoch. 20. Oktober, seine winterlichen Zusammenkünfte auf. Die evangelischen Frauen von Giehen. die Interesse für das grolle Werk der Mission haben, find hierzu eingeladen. (Siehe Anzeige.) .Hausa-Handels-Schnle g I. Kunzelmann öorm. Harmes Sieden, Dahnhofstratze 60. Neue Kurse beginnen am 2. November. Prospekt frei. .6„D Aquarium Wa8tor?trage 5 Süßer Apselmsst eigene Kelterei 8534V Wiener werten Kundschaft von Wicieck, Giehen und llmacncnb zur SlennintS, bau ich unter der Rufnummer 1171 an das Fernsprechnetz Amt Giehen an- gcfiUloffcn bin. 8528D Kar! Stark Tavevet» und Latilormeifter, Wiewock. heutigen Zeit ganz besonders anzuerkennen rst. Hoffentlich wird auf dem Gebiete der Stra- henerneuerung auch im nächsten Jahre tatkräftig weiter gearbeitet, denn zu tun bleibt hier immer noch genug übrig. •• Steuer - Vorauszahlungen. Das WTD. meldet: Am 11. Oktober waren die Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftssteuer für das dritte Kalendervierteljahr (Juli bis September) fällig. Wer innerhalb der Schonfrist — also bis zum 13. Oktober einschllesi- lich — zahlt, ist von Zuschlägen frei. Die Vorauszahlung richtet sich grundsätzlich nach dem zu- gestellten Steuerbescheid, d. h. sie betragt, wenn nicht im Steuerbescheid anderes mitgeterlt ist. ein Viertel der Steuerschuld für 1925. Aur Die wenigen Steuerpflichtigen, die bis zum 18. Oktober einen Einkommen- oder Körperschaftssteuerbescheid noch nicht erhalten haben, mästen die Vorauszahlungen nach der zweiten Steuernotverord' nung und nach dem Steuerüberlettungsge.etz, in der Regel allo nach den Betriebseinnahmen (Umsatz) oder dem Vermögen leisten. Landwirte leisten ihre Vorauszahlungen für die Einkommen- und Körver'chaftssteuer erst am 15. Aovember. »♦ Aufgehobene K r e i s st r a st e n s p e rre. Die am 20. «eptember angeordnete Sperre der Kreisstraße Grünberg—Queckborn ist jetzt wieder aufgehoben worden. " Die (Siebener Volkshochschule eröffnet ihr 16. Halbjahr mit einem Vortrag des vortrefflichen Kenners des Volkshochschulwesens, Vibliothekar Dr. Koch, am Sonntag, den 24. Oktober. Die Arbeitsgemeinschaften beginnen am 25. Oktober. Der Arbeitsplan, so schreibt man unä, ist auch diesmal recht gut beseht, so daß die verschiedenen Wünsche befriedigt werden können. Dabei finden wir auch neue Aamen unter den Lehrern, ein Tew eis, dah der Gedanke der Volkshochschule auch hier sich entwickelt. Auch diesmal wieder werden sich genug Gruppen von Hörem sinden. die nicht bloß eine einmalige Anregung durch einen guten Vortrag haben wollen, sondern in ernster Zusammenarbeit ihre Bildung zu vertiefen bestrebt sind und etwas geistige Ruhe in die Tagesarbeit bringen möchten. Bewundernswert ist es mit welcher Energie manche Hörer es durchsetzen, die Abende zu besuchen. (Siehe •• Umfangreiche Strahenerneue- rungsarbeiten sind im Lause des Frühjahrs und Sommers im Auftrage der Stadtverwaltung zur Ausführung gekommen. Mit Chaussierung wurden versehen: Schiffen- berget Weg, Wartweg. die Querstraße zwischen Wilhelm- und Lirbigstraße, Aulweg. Mice- straße, die Paralellstr-'ße zu der Georg Philipp Gailstrahe, Gaffchstr ße, Friedrichstraße, Am Kugelberg, Wilh-lmstraße. Straße am Amtsgericht, Schottstraße, der Hintere Asterweg. Eder- straße und Hintere Schillerstrahe. Groll- Pflasterung wurde vorgenommen in derRod- heimerstraße: dagegen erhielten Kleinpflasterung die Frankfurterstrahe von der Friedrichstraße bis Klinilstrahe und die Dammstraße an der Walltorstrahe. Asphaltbe- l a g wurde im mittleren Asterweg gelegt, wo die Arbeiten dieser Tage zu Ende gegangen sind Gegenwärtig sind noch Aeupslasterungen in der Bahnhofstraße (zwischen Schanzenstraße und Westanlage), für die im Arbeitsplan Asphaltbelag vorgesehen ist, und in der Westanlage (zwischen der Bahnhofstraße und der Frankfurterstraße). wo Kleinpflaster gelegt wird, im Gange. Außerdem wurden in zahlreichen anderen ^Straßen größere und kleinere Reparaturen vorgenommen und in einigen Straßen Versuche mit Oberslächentcerung ausgeführt, die im Dewährungsialle künftighin ftärier in Gebrauch kommen soll. Durch die Gesamtheit dieser Arbeiten hat das Stadtbild eine wesentliche Verschönerung erfahren, außerdem wurde zahlreiche Arbeitsgelegenheit geschaffen, was in der brechen versucht. Nachdem der Dieb in einem Falle bereits in ein Zimmer eingestiegen war, wurde er durch Hinzukommen des Wohnungsinhabers gestört und ging flüchtig. Vor Ankauf der obengenannten gestohlenen Werkzeuge wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen, die zur Wufhärung der D-edstähle und Einbrüche zweckmäßig find, erbittet die Kriminalpolizei Gießen. — Alexander Castell, Spleen. Roman. Preis Ganzleinen gebunden 6 Mark. Verlag von Albert Langen in Blunchen. — Mit ter müden Grazie des Wissenden, der nur seststellt. ein leises Lächeln höflich verbirgt und sich der Wertung enthält, führt der Dichter uns in eine Welt, die uns Deutsche jetzt fremd anmutetin das Paris von heute. Das Hotel Ritz und andere Gaststätten des internationalen Verkehrs sind die Bühne, auf der hauptsächlich sich die nervösen, glänzend gespielten Szenen dieses Romans abspielen, und dann — um des Gegensatzes willen — die kalte Hinterhofstube einer alten Pariser Bettlerin. Castell weiß die Aermsten so trefflich zu schildern wie die Reichsten: diese Bettlerin, die sich aus Behagen und Ruhe, die ihr verschafft wurden, in ihr altes Elend hinaiissehnt, so gut wie die Amerikanerin der Rachkriegszeit auf ihre Europafahrt, — die junge, lebenssprühende, hemmungslos selbständige, und die alternde, immer noch schöne, die gerissene Geschäftsfrau, die sich den Mann kauft und wieder wegwirft wie ein S.ielzeug. Sein Mitleid gilt der Bettlerin wie der Millionärin, die in all ihrer Klugheit einen Hauptfaktor der Lebensrechnung, die Liebe, übergehen zu können glaubte, die sich dann an ihr rächt und für sie zum Spleen wird. — Wetzlarer Heimathefte. Heraus- gegeben von Lehrer H. R e u h a u s, Wetzlar. Druck und Verlag: Scharfes Druckereien K.-G.. Wetzlar. — Die beiden vorliegenden Hefte stellen die erste und zweite Folge des Heimatbuches für Stadt und Kreis Wetzlar dar. das aus naheliegenden, wirtschaftlichen Gründen in monatlicher Heftfolge erscheint. Renn Hefte, mit einem reichhaltigen und interessanten Arbeitsprogramm, in dem Geschichte. Kulturhistor e, Kunstgeschichte, landschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung von Stadt und Kreis behandelt werden, sollen nach der Drucklegung zum Buch vereinigt werden. Es lag für die Wetzlarer nahe, sich Goethe zum Patron ihres Heimatbuches zu wählen, der dem Werk mit diesen ernsthaften Worten das Gelette gibt: „Achtung und sorgsames Bewahren alles dessen, was von den Vorfahren herrührt, ist eine gute und fromme Sitte, die nicht genug empfohlen werden kann." — Das erste Heft wird eingeleitet mit einer gründlichen „Geologischen Geschichte der Umgebung von Wetzlar" von Dr. H. Richter, Wetzlar. Privatdozent Dr. W. Panzer, Gießen, behandelt danach in einem instrukttveii Aussatz „Die Landschaft um Wetzlar"; unter den Dildbeigaben von der Hand des Verfassers interessiert vor allem eine schematische Darstellung der Entwicklung des Lahntales. 3n einem dritten Aussatz beschäftigt sich Universitätsgarteninspektor Rehnelt. Giehen. mit der heimatlichen Pflanzen- weit, der auf gedrängtem Raum eine bemerkenswerte Fülle botanischen Materials vereinigt. Heft 2 wird eingeleitet mit einer Spezialarbeit linguistischer Art von Dr. Luise Berthold, Marburg: „Ein Blick in die Wetzlarer Mundart"; auch hier wirken fprachgeographische Kartenskizzen sehr instrukttv. Den Rest des Inhaltes bestreitet der Herausgeber mit einer stattlichen Sammmlung von Lokalsagen. Wertvolle Unterlagen boten hier die Arbeiten des bekannten Folkloristen Wehrhan. Sehr hübsch b:e vignettenartigen Tcxtzeichnungen des Verfassers. — Die Ausstattung der Hefte ist geschmackvoll und ge- Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie in d. Hauptstraße in Bieber an der Bieber liegt bei dem Postamt in Gießen von heute ab 4 Wochen aus. Giehen, 16. Oktober 1926. 8530D Telegraphenbauamt. veranschlagt in einzelnen Losen, vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hess. Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, poftfrei bis zum (Eröffnungster ' min einzureichen sind. Zuschlagsfrist vierzehn Tage. Gießen, den 9. Oktober 1926. Hessisches Kutturbauamt Gießen. S t e i n bad). SpaziaLlä: s WILHELM ZIMMER । G. m.b. H. KamIÜPU UeliaeS kaufmännisches I Unternehmen ver fotort aefuchr. Schriftliche Angebote unter 8527D Ardeitsvergebnng. Für die Ausführung von Kanalisationsarbeiten in der Stabt Alsfeld sollen nachfolgende Arbeiten und Lieferungen vergeben werden: 8522D Los 1: Lieferung von Zementröhren und glasierten Steinzeugröhren von 10 bis 30 Zentimeter l. W., sowie von Strahensinkkasten u. Scyacht- ringen aus Zementbeton. Los 2: Erd-, Maurer- und Rohrverlegungsarbeiten (etwa 4000 Kubikmeter Kanalgrabenaushub). Pläne und Bedingungen liegen beim Stadtbauamt Alsfeld offen, wo auch die Angebotsoordrucke für je 1,50 Mk. in bar erhältlich find. Eröffnung der Angebote Montag, den 25. d. M., norm. 11 Uhr, beim Stadtbauamt Alsfeld; freie Auswahl ausdrücklich vorbehalten, Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 15. Oktober 1926. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Reg.-Baurat. Kirchliche Nachrichten. Evangelisch« Gemeinden. Sonntag, den 17. Oktober. 20. n. Trinitatis. Gießen. Stavtkirche. 9'/,: Pfaralsist. Hertel. 11: Kinderkirche f. d. Markusg. Pfarrasstst. Hertel. 6: Pft. Mahr. - JohanneSkirche 9'/,: Pft. Ausfeld. 11: Kinderkirche für die Zohannesg. Pfarrer Aus- seid. 6: Pst. Bechtolsheimer. 8: Bibclbefprechung im Zvhannessaal. Pir. Ma Irr. — Kirchberg. 10. 11: hell. Abendmahl f. d. jungen Manner u. Frauen von Lollar. - Aachmitt. 1‘ : Lollar; hell. Abend- mahl für die alten Gemeindeglieder. — Ltch. 9 /, StiftSdechant Lenz. - ’ ,1 Kindergottesdtenst. - 2 Stiftspfarrer Schorlemmer. — W'.eseck. 9 Beichte, 9', Predigtgottesd.enst; im Anschluß Feier des heil. Abendmallls. — Watzenborn-Gardenteich. Erntedankfest. Watzenborn - Steinberg: 1 (Kirchenchor, Kollekte). Garbenteich: 10 (Kollekte). Katholische Gemeinden. Gießen. 5amsiag, 16 Oktober. 4", u. 7 Beichte. Sonntag, 17. Oktober. 21. Sonntag nach Pfingsten. 6' , Beichte, 7 Messe, Kom. d. Jungfrauen u HauS- angestellten, 8 Korn., 9 Hochamt mit Predtgt, 11 Messe mit Predigt, 4'/^ Versammlung der Jungfrauen und Hausangestellten, 5' , Christer.! u. Andacht. 8 Abend des Hausangestellten- Vereins. An den Werktagen ist abendS 8 Rofenkranzandacht mit Segen.- Grunberg. 9' , Meße mit Predigt. — Hungen. 6 Messe mit Predigt. - Laubach. 10 Messe mit Pred. Lich. 10 Hochamt mit Predigt.__________________ Sonntansdienst d.Aerzte n.Apotbeken am 17.10.2« Dr. Neumann. Dr Pioch. . Htrschavotbeke lahnatAt: Dr Metz. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Direktion der Dis- conto-Gesellschaft, Zweigstelle Gießen, folgendes eingetragen: Gemäß dem bereits durchgeführten Beschluß der Generalversammlung vom 8. September 1926 ist das Grundkapital um 35 000 000 Reichsmark auf 135 000 000 Reichsmark erhöht worden. Durch Beschluß der Generalversammlung vom gleichen Tage sind die Art. 5 und 29 des Gesellschaftsvertrags geändert worden. Die Aenderungen betreffen die Höhe und Einteilung des Grundkapitals (Art. 5) die für den Auffichtsrat zu entrichtende lanticmefteuer (Art. 29). Gießen, den 11. Okt. 1926. 8473C ___________Hessisches Amtsgericht.___________ Mrbeitsvergebnng. Unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 und die Ergänzungen hierzu werden unter Vorbehalt der Genehmigung Hess. Ministeriums die Ausführungen der Wafferzu- und Ableitungen, sowie der Gasleitung im früheren Garnisonlazarett, Braugasse 7, unter den für diese Arbeiten zugelassenen Unternehmern öffentlich ausgeschrieben. Angebotsunterlagen und Zeichnungen liegen vom Montag, dem 18. d. M. an, auf unserem Zweiqbureau im Amtsgericht. Zimmer Rr. 218, offen. Angebots- untcrlagen, keine Zeichnungen, können gegen Erstattung der Herstellungskosten dort abgeholt werben. 8476C Angebote find verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei bis Mittwoch, den 27. Oktober 1926, vormittags 11 Ahr. dem obengen. Zweigbureau ’ einzusenden. Zuschlagssrist 3 Wochen. Gießen, den 16. Oktober 1926. Hess. Hochbauamt Gießen. _______Ä. V.: Kuhlmann._______ Eberverka's. Wegen Inzucht ein noch zur Zucht tauglicher Eber (veredeltes Landschwein) zu verkaufen. 8501V Schriftliche Angebote bis Mittwoch, den 20. d. M., mittags 12 Uhr, an den Unterzeichneten, wo auch die Verkaufsbedingungen zu erfahren sind. Bellersheim, den 14. Oft. 1926. Hahn, Markmeister. heutige Anzeige.) . ** Personalie. Aus dem Staatsdienst entlassen wurde der Sekretär bei der Universitätskasse August Dittma r in Gießen mit Wirkung vom 16. Oktober an auf sein Nachsuchen. ** E i n größerer Menschenauflauf entstand gestern mittag gegen 1.30 Uhr auf dem Marktplatz. Dort nahm ein Gerichtshof, der über eine Anklage gegen einen Automobilisten wegen Anfahrens eines Passanten urteilen sollte, eine Inaugenscheinnahme des Tatortes vor. Im Nu hatte ich eine große Menge Neugieriger versammelt, die den Verkehr in der belebten Stunde vorübergehend etwas behinderte. . ** Einbrecher am Werk. Der Polizei- bericht meldet: In der Nacht zum Donnerstag wurde aus einem verschlossenen Neubau vor dem Walde an der Anneröder Chaussee ein Einbruchs- biebstahl ausgeführt und dabei nachstehende Sachen entwendet: Eine verschlossene braune Holzkiste von 65 Zentimeter Länge, 45 Zentimeter Breite und 45 Zentimeter Höhe. Inhalt: eine Rauhbank (Hobel), ein verstellbarer Falzhobel mit Messingbeschlag, zwei Schlichthobel, ein Schrubbhobel, ein Satz Stemmeisen, vier Stabhobel, vier Steinmeißel, ein verstellbarer Nuthobel, eine neue Wasserwage mit Messingschild und Namen Pfeil versehen, eine Bohrwinde, acht Windelbohrer, eine Flick - schwanzsäge, eine Zange, ein Hammer, eine große Büchse Karbid, ein Schleifstein (Schmirgelscheibe), etwa 35 Pfund schwer, ein Fischbandmeißel und ein neuer Zweimetermaßstab. — In der gleichen Nacht wurde auch ein Einbruch in ein Nechtsan- roaltsburcau in der Liebigstraße ausgeführt. — Am Freitagabend wurde in der Wilsonstraße, Niegel- psad und Bleichstraße an mehreren Stellen einzu- Gröberes WELLBLECH BAUTEN WELLBLECH GARAGEN a WOLF NETTER 5JACOBBwE9Ke BERLIN W. 15»FINNENTROP VWESTF. Vertretung: Emil Becher, uammstraße 43, Giehen 8510V Gießen, den 15. Oktober 1926. Kleines Michael Weidmann und Angehörige, Gießen, den 14. Oktober 1926. 8452V i-10000j)lt<$cbrifil 8 Hlpg Gießen, den 16. Oktober 1926. 07208 tfimköeieljrliüfl l.stellenils^-l Gießen, den 16. Oktober 1926. 8479V ÄM ter aui eldhasen Produkte geeignet, in i verknusen 07203 1 Läuterschwein | Mletgesuehe j 07133 w verkauft •RfpikmanfipHntpl^oiid) vomLande ges taiBiienangeuoie|. ed)iücrftt.. g(i x. 8475c kommen. I Vermietungen | 5®ÖII85 älBlBKt i , auch als Bureau ne* 8532V gesucht. Zarteste Zephirwolle zum Sticken und Häkeln WM Kaufgesuche 8685V Verlangen Sie unverbindliche Vorführung und Angebot von dem Alleinvertreter Robert Zeitz, Motorfahrzeuge / Gießen Frankfurter Straße 431ÄWÄ“' Telephon 1194 Frankfurter Straße 43 NW&K WOLLGARNE Schr. Angeb. n. 07116 an den Gietz. Au-. <*n»tav Koch Haufen iGietzenf. beste Lage d Jnnen- stadi, für Mk. 27000.— zu verkauf. Anzahl. Georg Krug L, Lindcnitrutli. Angeb. unter (.7192 an den Gietz. Anzeig. Gut möbl. Wobn- n. Schlafzimmer zu vermieten 07146 Franks. Str. 12 v. Gebild. Mädchen mit guten Zeugn. sucht Stellung in kleinem Haush., eotl. zu Kind, auch nach auswärts. Schrtiil Angeb. unter 07'209 a. d. Gietz. Anz erb. Die Teubo bOryt fUr GOto sofort gesucht. [07139 H.'Ad.Lindenstrutb Nachfolger onw Tteienweg 6. 12 öüWt Ä zu verkauien Näher, in der Geschäftsstelle des Gietz Anz. u7H9 2 Zimmer mit ob. ohne Möbel, mit separatem Ging., zu vermieten [07151 Oitanlage 38 1. L Zimmer zu vermieten [07143 Moltkcstr. 20 HI. sucht Stelle (9ebr., gut erhalt. Brecher zu kauien gesucht. Schr. Ana. u. 07158 aa den Gien. Anz. Wer lauscht 2 bis 3 Ztmmerivohnung m städtischem Haufe iMühlstratzel gegen 3 Zimmerwohnung iilgutemHauseMitie der Stadt. Zu etfr. in der Geschäftsstelle des Gietz. Anzeigers Dienstmädchen Bureau oder als Reisender. Schrift!. Angeb. unter 07093 a. d. Gien. Anz. erb. Äl Simmet zu vermieten orm; Marktplatz 17111. Marke Berr lAll^ wenermotorrad 1,97 St- P. 8 l, fast neu, zu verkaufen. Wieseck, 07163 Schusternasse 5. Dickwurz Mist uni) Fauche zu verkaufen. 07148 Wolfstratze 14. Pens. Branill L°° Gnt DÖbl. Zimmer.2 Tel. 1085. eignet, tn bester Ge- schäsislage zu ver- mteten. ^iähercs tn d. Geschäftsstelle des Gies;. Anz. 07200 Tücht., kalkulations- fähigcr Konditor sucht Arbeit, egal wo, geht auch auswärts zur Aushilfe, evtl. Stundennrbell. Nimmt auch Bestell lungeu u. besondere Wünsche entgegen. Schr. Angebote nut. 07195 a. d. G. A. erb Gut erh. Gehrock, Gr. 5i), 2 Winter' mäutel zu oett0,112 Moltkcstr. 20 III. Überall erhaitllchl Aut Wunsch Boxugsquellen-Nachweis durch: Sternwoll-Spinnerei Bahrenfeld Q. m. b. H., Altona-Bahrenfeid Für die überaus zahlreichen Beweise herzlichster Teilnahme und die vielen Kranzspenden bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sprechen wir allen unseren aufrichtigsten Dank aus. Garage INäheLudwigstratzc, Bahnübergang» zu mieten ges. Schriftliche Angebote unt. 07191 an den Gietz. Anzeiger erbeten. Schäfer, Sicher Stratze 9. I kehrsreicker Lage zu mieten gesucht. Schr. Angeb. unier 8516V a. d. Gtek Anz. erb. ^Wohnungstausch) ,7i7« Ehrliches Günstigste Zahlungsbedingungen • Ersatzteillager Suche Lebensmittel- geschäft m guter Lage, sofort zu kaufen od. zu mieten. Schr.Anneb. u 8488V a. d.G.Anz. Möblierte Z-Zim.-WohiiMü mit Küche in bester Lage zu vermieten. Schristi. Angebote . unter 07178 an den Gietz Anzeiger erb. Die Beerdigung findet am Montag, 18. Oktober, nachm. 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Kegen NMilse 112jäbriges Mädchen, Luzeanst möbliert. Zimmer, elek. Licht, Ösen, Nähe Kliniken abzugeben. Näheres in d. Geschäftsstelle d. Gietz. Anz. [M)5V Tüchtiges Mädchen von 19Jahren sucht Stelle tn besserein Haushalt. Schristi. An geb. u 07202 an d. Gietz Anz. erbet. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem Verluste unseres lieben Entschlafenen sprechen wir hiermit unseren Dank aus, insbesondere seinen Kollegen. Geschwister Dinnes. Großer Loden mit angrenzendem Zimmer i Geschäftslage zu vermieten. Schr. Angeb. u. 07144 an d. Gietz. Anz. erb. Cutaway für schl. Figur, wenig genügen, billig zu verkaufen. Lollar, Bleichtzr. 15. 07095 an gckdinnbr. in- dustrieltem Unternehmen in Höhe von 8-10000 Mk. gesucht. Schr. Angeb. u. 07157 an den Gietz Anzeiger erbeien Für ein besser, alt. Svezialgeichäst eine ältere tüchtige »Wem lllsGMiWleilerin mit nur guten Zeugnissen gesucht. Evtl. Lebensstellung. Schri il. Angebote unter 07183 an den Gietz. Anzeig, erbet. Doli-Motorrad, als schnelle Tourenm. u.vorz.Bergst.bek-, 3 ?L.. zügel. f2Pri, neuest.Atod.m Kickstart. u. Komeibr.- Naben, lief, wegen vorger.Sais.z.Aus> nahinevr. v.650.^b. 300 Anz. Batch:- nenfabr. Stein A.-G. Franks. M,Zetl23 ÄMMI zum Streuen geeignet, wird billigst abgegeben. 8483V Dambssägewcrk Lollar. kauft zu den höchsten Preisen 07168 M. notOflnlflfle 1. Verschiedenes j Milchgeschäft nicht unter 150 Lir. für Privaikundschaft unter evtl. Weiier- lieseruna der wiilch nach Gietzen. zu kauf, gesucht. Schriftliche Angebote unt. 07167 an den Gietz. Auzeig. ZWkk HM sucht Stelle als Schrift!. Angebo:e unter 07045 an den Gietz. Anz. erbeten. Verkäufe ' Taselbirnen 9 Pfund Mk. L— zu verkaufen. 07165 Leihgestern. Weg 5 p. Laden für Molkerei- Akademiker sucht ruhiges, gut und freundl. möbl. Zimmer dtähe d. Universität bevorzugt. Schnitl. Anneb. u. Fr Jns. 150 (8497D) an den Gietz. Anzeiger erbeien. Güter auch mit Nebenbe- trieb, in jed. Grötze, für zahluligSsäb. sofort entschloss. Kälter zu kaufen gesucht. AuSführl. Cff. erbeten an diealtbekann- te Güter-Agentur Hermann Böhm Frankfurt a.M. 63 Zeil 111. *»c Kgkilneigeigc aus Ober-Ungarn ist an nur Kenner zu verkaufen. SÄr. Angcb. unter 07166 an den Gietz. Anz. Suche Leisenver- föuier.; 20 Mutzer Alk. 2,40 frei Nachn. P. Holster, Breslau Sv. 433. 5145SS K«»mieiiWWe «.ZWlMiMeii verfetziingShalber billig abzuneb. 0:113 Wcttergafsc 5 III. W1 nicht unt. 17 Jahren, sofort gesucht. 07204 Mülberger, Rodheimer Sir. 42 p. Spriingf., 16 Mon. a. Simmentaler iNoischecki zu per- Gespielt, gut erhalt. Flügel möglichst ausPrivat- band zu kauf, gesucht. Schristl. Angeb. mit Preisangabe, Alter und Firma u. 8500D 50ß-800Hm. Ait leihen gesucht auf Ge. äude od. Grundstück, nur '/, Jabr gegen bohe Zinsen. Schr. Ana. u. 07214 an den Gietz. Anz. Ladest in guter Lage zu mieten gesucht. Schr. Angel), unter 07162 a. d. Gietz. Anz erb. Staimneater Sonntag, 17. Cff., 2. Soniilag'M.-volsl. von 7 bis Uhr: WWlzeliraum Ooereue in 3 Akten von Oskar Straus. Dienstag, Itz.Ckt., 3. Dieuslag'Aii.-brsl. von/1;, biölol.2 Ubt! Wer meint nm lüöeuntf? Tragikomödieindrei Akten von Nebnich- Mittwoch. 2O.Cft., 3. naiirootD 'Uü.-btfL von 7'/r bis 10 Uhr: Der Kaufmann von Venedig Dramatische Dichtung in8Bildern von Lhakeweare. Freitag, 22. Cff., 3. ZreiM-M.'voclk. von 7*/i bis uViUOr - Ludwig Tboma- Abe. d Die üieöatne Komödie in 1 Akt von Ludwig Thoma. Hierauf: ,6Uc Lottchens G.burlslag Lustspiel in 1 Akt von Ludwig Thoma. Sonntag. 24. Ckt.» 3. Sonlilag-M.-VoM. von 7 bis 9*/< Ubr: Dos goldene Solö Schwank in 3 Akten von Schwartz und Mathern. Alletnst. Herr f. zur Führung sein. HauM haltes eine altere Dame od. Ehepaar ohne Kinder gegen Abgabe von zwei Zimmer mit Stürben- benutzung. DteWoh- nttng liegt in best. fr. Lage d. Stadt. Schr. Ang.u.07164a.d.G.A. Besseres Mädchen für halbe Tage gesucht 07159 Südanlage 17 p. Nachruf zu unsrer Mutter Frau Caroline Schäfer geb. Opper gestorben 1878, aber nicht vergessen von ihren Kindern 07100 Carle Wueatner, Cincinnati (Amerika) Marie Mittag, Brook'yn (Amerika) Elisabeth Peter, Gießen. Kleineres Anwesen zur Geflügelzucht geeignet, zu pachten oder zu kaufen gesucht. Schrlilt. An- geböte mit Angaben Über Lage, Gröge, Preis unt. 07188 an den Gietz. Anzeiger 29ir suchen [8469Ä Bäckerei zu pachten oder zu kaufen, auch nm dem Lande. Angeb. erbet. Ge seutrof, Rotd &Uämrucrcr Frankfurt a.Main Tnunusstratze 52/60. Klavierunterricht für Anfänger u. jüngere Schüler wird zu mätzigem Honorar erictli. Schr. Ang u. 07038 an d. G. Anz. MW hinter der schönen Auöstcht, ganz oder geteilt, preiswert zu verkaufen. Näheres tn der Geschäftsstelle des Gietz. Anz. o?-:» Villen uns Boenüiinlei: tn besten Lagen, preiswert zu ver- kausen durch 07141 G. Katz, Ludwigtzratze 45, Telephon 646. Villa 10 Zimmer, Zentralheizung, beziehbar, für Mk.30000 - u verkaufen. Anzahlung Mk 15000. Schristl. Angeboie unt. 07193 an den Gietz. Anzeig. I Sorgenlose Existenz bietet sich flewigem, ordentl. Herrn iChntz.I, der für Beamten-Organtsation in grötzerem Bezirke die Beamtenschaft besuchen soll.Leichte gutbezahlteTälig- keit. Schriftl-Angebote m.Altersangabe | bisher.Täiigk.erb.u.07161 a d.Gietz.Anz. Transport-Versicherung Feuer-Versicherung Großeraasländischer Versicherungskonzern . sucht eingeführten Vertreter mit ersten Beziehungen zu Handel und Industrie. Offerten unter F. T. 9260 an Ala Haasen- stein & Vogler, Frankfurt a. M. M70A ßäiilstatiiÄ Wkspailei Montag. 18. Cff., abends 8'/» Uhr Boiwmö im Postkelle r. 1. Bericht über den Mnu Pfitttitofl 2 öejf.ßaneifcafien Gaste herzlich null- Erfahr. Baasbälten perfekt in der feinen Küche sucht felbst- ständtge Stelle. Schrtfllich.Angebote unter 07180 an den Gietzener Anzeiger Bess. jung Mädchen sucht Stelle als Haustochter gegen Taschengeld. Schr. Angebote unt. 07170 a. d Gietz. Anz. stille VS. tätige MMlW mit 5-15 000 Mk. in gutem Geschäft gesucht. Schristl. An ebote unter 07155 an den Gietz. Anz. erbeten. 5»r Metzgers Hackklotz ii. zwei- rädigerjrarren gesucht. Dort selbst ein kleines Brettcr- bünSchcn zu verk. Lchr. Ang. u. 07196 an den Gietz. Anz. LamStag, Itt.Ä.M. BundüerKol.-Freunde Ortsgruppe Gießen IfäUfflleder- Ver »am ml n i> g Gründung der Mädchengruope. Vortrag von «ol.- Freund Steil über: Ginrichtung eines modernen Czean- damPferS. 8.703 V DerVorstand. Statt besonderer Anzeige. Mein lieber Gatte, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Eisenbahn-Inspektor i. R. Ter Vorbaud» fraueomi88ioD8verein Erste Zufammenk.: Lstttiivoch, 20. ©ft., nach n. 4 Ubr, in der MissioiiSaustzellung iHoiel Grotzherzog«. Zw.Zufammenkunft Dienst., r.'Aov., nach. 4 Uhr i.Maith.-Saal. Boiidaabregelmätz. alle 14 Tage. Dte ev. Frauen d.Genie.tide die für die Arbeit der Miss. Interesse hab., sind herzt, emgelad. ttogO Mahr, Pfarrer. 1. tzMlN von 3000^, rückzahlbar L 111. 27, für 1500 au verkaufen. Schr Ang. u. 8481L) an den Gietz. Anz. Fast neue Ulmer hodeibani mu Werkzeug zu verkaufen. Schr. Ang.u. 07124 an d. G. Anz. St leine Zützäpsel frisch gebrochen, lange haltbar, z. Slodjen 10 Pfd. 1 Mk. M,,D Hosmannttratze 14 Junge Veihiöherin nimmt noch Kunden an, in u. autzer dem Hause,nähievtl.aiich im Geschäft. 1)7174 Zu erfragen Niegclps ad^ 98. Gefchäfismnnli sucht 500 Marl gegen 5sache Sicherheit sosort zu leihen. Schristl. Angebote unter 07182 an den Gietzener Anzeiger. Wer übernimmt das Einüben eines Bnkokoianzes in den nächsten 14 Tagen. Schr. Angeb. mit Preis u- 8533D an den Gietz. Anz. Lehrerin suchtgutmöbliertcs Zimmel mit eleftr. Licht ab 1. Novbr. Schristl. An geb. mit Preisangabe unter 07198 n. d. Gietz Anz. erst Student sucht zum 1. XL möbl. bcizb. Zimmer mit eletir. Licht u. voll.Pension. tNäbellnivers.i Ang. m. Preis an [8480V R. Terbcrgcr, Bitburg bet Trier. Me» gewandt in Stenogr. und Mafchinenschr. sowie sonst. Btlreail- Qrbei.cn sucht üch zu verändern. Schristl. Llngeboie unt. 07186 an den Gietz. Anzeig. MMtlMkW eines vielfach patentierten Qualitätsar- iikelS für die Eisenwaren- und Baube- Ichlagsbranche ist für Cberbessen, Streis Wetzlar und Streis Marburg gegen hohe Provision zu vergeben. Es wollen sich nur bestens eingesühne Herren oder Firmen mit erstklassigen Reierenzen, die die oben angeführte Kundschaft tatsächlich ständig besuchen, bewerben. 8502A Angebote unt. Dd. 4v()9anAla, Haasen- stein & Vogler 21. G., Dortmund. Zimmer,K,, — Schreibt., el. Licht, sep. (Sing. — in gut. Hause u. best Lage bis l.Nov., evtl. etro. früher, zu vermieien. Schr Angeb. u. 072-0 a. d. Gietz. Anz. erb. Gut möbl. Zimmer an ruhige Mieterin abzugeben 107065 Bismarckstr. 14 11. Eins. möül. Zimmer mit eletir. Licht zu vermieten. Zu erst in d. Geschäftsstelle d. Gietz. Anz. [07169 («iit möbl. arotzes Zimmer an besseren ruhigen Mieter ab- zugeben 07175 G r.St einweg2ril 2 geräumige belle Zimmer für Bureaurwecke geeignet, evtl, auch möbliert, zu vermiet. Offerten unter Nr. 54 an Anuviic.-Exved. Benner & Wagner, Neuenweg 50.^w> SGhauieLSlsr- ekorationsggslelle zu kauf. ges. Schriftl. Angebote unt. 07187 an den Gietz. Anzeig. Ein eüernec' Kinder' bett zu kauf gesucht iltäh. in d. Geschäftsstelle dG^Anz^^ Existenz findet junge Dame oder Herr durch Uebernahme von Lenretung. Berkaus nach Äiustern tut Privaikundschaft. 10°/aUmiatzprovision. Schr. Angeb. unter 07216 a. d. Gietz^Anz Herr Georg Giegling wurde gestern abend in fast vollendetem 72. Lebensjahre von seinem schweren Leiden erlöst. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Anna Giegling geb. Luckhardt Smte für Zunge« luom Lande) zu Ostern 1927 Lehrstelle als Metzger Schr. Angeb. unter 84991) mi b. @teh. 2ln- zeiger erbeten. Suche für meine Tochter, 17 I. alt. Aitfangsstelle als pferde-u.Viehversicherung Seit 18S7 bestehende bestrenommierie Vesellfchast mit festen Prämien ohne Nach- schutzvsticht sucht e , 8494A fleißige Mitarbeiter die in den einschlägigen Kreisen gut ein- nefüftrt sind. Ausführliche Meldungen an die Vaterländische Vieb-Verficherungs- Gesellschaft zu Dresden, Werderstr. 29. Klavier zu mieten gesucht. Schriftl Angebote unter 07171 an den Gietzener Anzeiger. Gebrauchtes Klavier zu kaufen oder zu miet, gesucht. Schr. Llngeb. mit Preis u. 838sD o. d. Gletz-Anz. Grotzer Heller Raum als Werkstatt oder Lager, 'Nähe d. Kliniken, sofort zu verpachten. Schr. Ang. u. 07207 a. d. G. Anz. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen, für die zahlreichen Blumenspenden und besonders für die liebevolle Pflege der evang. Schwestern während der schweren Krankheit sagen wir innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebene^ Carl Faber Der kleine Präzisionswagen! Geringe Steuer —Geringer Betriebsstoff verbrauch - Große Leistung Lange Lebensdauer — Qualitätsarbeit — Seit vielen fahren der beste Kleinwagen — Keine hochtourige Maschine — Normale unten gesteuerte Ventile 4/24 P. S. 5/25 P. S. 8/44 P. S. Zweisitzer u. Viersitzer, offen — Viersitzer-Innenlenker — Cabriolets Kombinierte Personen- und Lieferwagen Vierrad-Bremse, Drahtspeichen-Räder, Stoßdämpfer, Ballonreifen, besonders reichliche Armaturen. la Aelb- brandsteine liefert. illähcreS KJent-Linden, ff20B Kirchstratze 21. Grötz. Anzahl leere Kisten vrciswerl abzugeb. Buchliandlung der Prlgermi.sion, G. m. b.H., Gienen, Plocksiintze 4. Für grötzeren Haushalt wird eine erfahrene Helferin gesucht, die setbständ. kochen kann, gesund und kinderlieb ist. Näh. zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gietz. Anzeig. mm Eine grotze Hundehütte 6 Mr., eine Knochen mühle 10 Tlf.. zu verk.07110 latrhargtr Str. 110. Sechsteiliger yasenstall Mislbeelskllslkk abzugeben. Liebigstratze 38. Samstag, 16. Oktober 1926 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ui. 245 Zweites Blatt sind Der älteste deutsche Münzname ist Pfennig, der aber im Wert nicht dem heutigen gleichnamigen Geldstück entsprach, sondern eine allgemeine Bezeichnung war. So sprach man von Gold- und Silber-, von Denk- und Sparpfennigen, und erst im 18. Jahrhundert begann man. kupferne Pfennige zu prägen. Ob der Raine von dem keltischen Wort pen (Kopf) oder von Pfand, althochdeutsch phantinc, pending herzuleiten rst, hat man bis heute nicht geklärt. Die andere älteste Werteinheit, nach der man rechnete, war der Schilling, der ursprünglich dem Wert einer Kuh und damit dem römischen solidus entsprach. Erst im Mittelalter wurden hauptsächlich in Rorte deutschland Münzen dieses Ramens geprägt., und in Hamburg, Lübeck, Holstein und Mecklenburg haben sie sich bis zur Einführung der Reichs- rnünzen behauptet, während sie in England noch heute das herrschende Geldstück sind. Erne sehr verbreitete Silbermünze war durch Jahrhunderte der Groschen, der im Werte 12 Pfennigen (Denaren) gleich kam. Man nannte ihn deshalb in Frankreich denarius grossus und in Böhmen, wo Wenzel II. sie prägen ließ, grossi pragensis und später tschechisch groschi, woraus der Rame Groschen entstand. Seine verschiedenen Arten belegte das Volk nach charakteristischen Merkmalen mit treffenden und witzigen Bezeichnungen. So nannte man eine gewisse Sorte Dauerngroschen. weil der gemeine Mann die schlecht geprägten Schuhhelligen mit ihren Stäben für Bauern mit Knütteln ansah. Andere Münzen hießen Marien- groschen nach dem Bild der heiligen Maria, Schlldgroschen nach dem Wappenschild, Horn- groschen nach den Düffelhörnern des Thüringischen Helmes usw. r « Doch heute bekannt und in Sprichwortes und Redensarten oft verwendet, ist der Hell^, eine kleine Silbermünze aus der Stadt Hall und danach Haller, Häller, Heller genannt. Eine andere, häufige, kleine Münze hieß Schers, was von Scherbe gleich Bruchteil kommt, und sich Erzbergers Kriegsziele. Neue Dokumente aus dem Aktenwerk des Großadmirals von Tirpitz. vor der britischen Reichsionserenz Bon unserem F. H.-Berichterstatter. In dem soeben in der Hanseatischen Verlagsanstalt, Hamburg 36. erschieiienen Buche des Großadmirals von Tirpitz „Deutsche Ohnmachtspolitik imWeltkrrege" verbreitet sich der Verfasser auch über die Kriegsziele und erzählt, wie ihm der Aw geordnete Crzberger unter dem 2. September 1914 eine Denkschrift mit seinen Kriegszielen überreicht habe. Da der Abgeordnete Erzberger diese Denkschrift in seinem groben Erinnerungsbuche verschweigt, veröffentlicht Tirpitz diese Denkschrift Erzbergers nunmehr in seinem neuesten Buche. Erzberger schreibt: Das Ziel des gegenwärtigen Weltkrieges ist nach der wiederholt ausgesprochenen Absicht der Gegner Deutschlands die Zertrümmerung des Deutschen Deiches und die Auflösung von Oester- reich-Ängarn. Die deutschen Siege haben bereits das eine Resultat gezeitigt, daß dieses Ziel nicht erreicht werden wird. Das blutige Ringen des deutschen Volkes in Verbindung mit den Anstrengungen Oesterreichs erheischt die dringende Pflicht, die folgen des Sieges so auszunutzen, daß Deutschlands militärische Oberhoheit auf dem Kontinent für olle Zeiten gesichert ist daß das deutsche Volk sich mindestens 100 3d)re ungestörter friedlicher Entwicklung er- Um so tragischer berührt cs daher, wenn man sicht, was tatsächlich diese „Probe aufs Exempel" für Folgen für die Arbeit der britischen Imperialisten gehabt hat. Heute, zwölf Jahre nur, nachdem die Dominions dem Mutterlands Gefolgschaft leisteten, kan man erkennen, daß das erstrebte Ziel der Imperialisten burd) den Krieg zu einer fast nicht mehr zu verwirklid)cndcn Belleität geworden ist: Die einheitliche Berfassung des Reiches ist ebenso fast^zur Unmöglichkeit geworden, wie die Führung der reichsbritischen Politik durch das englische Musterland. Die Kolonien und Dominions, die einst sich um die Führung der Geschäfte im englisä)en Auswärtigen Amte nicht kümmerten, verlangen heute nicht nur ein Mitbestimmungsrecht, sondern drohen auch, eine Politik auf eigene Fa u st zu treiben, wenn nicht ihre, sondern die englischen Interessen in den Vordergrund gestellt werden. Aus der Einigkeit des Jahres 1914 ist die „Beinahe Auflösung von 1926" geworden. Das trifft sich um so merkwürdiger, als gerade dieses Jahr nach der Meinung der heute führenden Schacht England die Schiedsrichterrolle im Konzert der europäischen Völker wiedergegeben hat, um die England seit hundert Jahren gerungen hat. Das Werk von Locarno, das die Grenzen zwischen den allen Rivalen Deutschland und Frankreich aus dem Kontinent so regelt, daß keiner von beiden dem anderen etwas in Zukunft zuleide tun kann, ohne seine eigene Stellung zu gefährden, und das gerade damit eine Art labilen Gleichgewichtes an der Stelle schafft, an der England „seit Hannover" interessiert ist, wird von den Dominions und den Kolonien nicht anerkannt, well sie zu verspüren glauben, daß diese Verträge zum erstenmal auch seit hunderte,i von Jahren das Sd)icksal Englands unauflöslich mit dem des europäischen Kontingents verknüpft haben. Locarno geht, so behaupten sie. gegen das Interesse der Kolonien und Dominions. well es Europa nicht mir den englischen Wünschen unterordnet, sondern auch umgekehrt England in das Konzert der europäischen Mächte einordnet. Die Llnlösbarkeit der Fessel — Locarno ist bekanntlich „für die Ewigkeit" geschlossen, — formte dafür, daß die Vormachtstellung der Briten sehr bald zu Ende sein und damit die nachteilige Selle der Angelegenheit für England wirksam zu wahren, oder welche nicht den Willen besitzen, neutral zu bleiben. Das zweite Ziel ist die Beseitigung der für Deutschland unerträglichen Bevormundung Englands in allen Fragen der Weltpolitik. das dritte die Zersplitterung des russischen Kolosses. Alm diesen Preis ist das deutsche I Volk in den beispiellosen Kampf gezogen. Wan darf daher als Mindestforderung eines Kriegsabschlusses bezeichnen: A. Belgien. Das mit soviel deutschem Blut erworbene Land kann unter keinen älmständen seine bisherige Stellung behalten. Für eine Aufteilung unter angrenzende Staaten liegt kein zwingender Grund vor. In welcher Weise das Land staatsrechtlich behandelt. wird, ist Gegenstand späterer Erwägung. Erreicht werden muß unter allen Umständen, daß Deutschland die militärische Oberhoheit über das Land erhält, und zwar nicht nur über Belgien, sondern über den ganzen französischen Küstengürtel, der sich über Dünkirchen-Calais bis Boulogne erstreckt,' ebenso rwtwendig ist der deutsche Besitz der englischen norm an ni sch en Inseln, die Cherbourg vorgelagert sind. Rur hierdurch ist das deutsche Volk aus der Mausefalle der Rordsee befreit, hat stets ungehindert Zutritt zum Weltmeer und braucht Englands Repressalien weder im Krieg noch im Frieden zu fürchten. Schon Rapoleon I. hat Belgien als die Pistole bezeichnet, die auf England gerichtet sei. Kein zweiter Moment in der Weltgeschichte wird für die Erfüllung berechttgter deutscher Wünsche so günstig sein wie der der- zeittge. Ob Belgien künftig als Bundesstaat dem Deutschen Reiche beitritt, oder ob es in einem unter deutscher Leitung stehenden europäischen Staatenbund ausgenommen wird, braucht heute nicht erörtert zu werden. Gesichert sein muß hauptsächlich in der Form Scherflein erhalten hak. Lieberhaupt sind eine Anzahl Münznamen nur noch in unkenntlicher Form im Gebrauch. So kommt der ursprünglich studentische Ausdruck berappen von der Freiburger Münze, die man Rappen nannte, und zwar nicht etwa nach einem ausgeprägten Pferde, sondern weil das Volk den Vogelkopf im Freiburger Stadtwappen für einen Raben hielt. Reben diesen offiziellen Münznamen, von denen man noch Kreuzer (von Kreuz) und Batzen (von 'Bär, Dätz) erwähnen könnte, gab es eine LInmenge volkstümlicher Beinamen, die oft nur in gewissen Gegenden bekannt waren. So nannte der Dolkswitz ein Geldstück Schnapphahn, weil der ausgeprägte St. Georg einem Raubritter ähnlicher sah als einem Helligen. Eine holsteinische Münze hieß Schwimmer, weil sie so leicht war, daß sie auf dem Wasser schwamm, und ein Geldstück der schwedischen Besatzung in Deutschland Seufzer, weil sie niemand ohne Klagen annahm. Im Gegensatz hierzu drücken Bezeichnungen wie guter Groschen, Dickthaler und im Oldenburgischen Schwären (von schwer, niederdeutsch swar) die Zufriedenheit der Devöllerung aus. Häufig sind auch in diesen Ramen die Zusammensetzung mit „Männchen" nach dem ausgeprägten Kopf des Münzherrn, wie Kasten- männchen, Petermännchen usw. Man sollte die Erinnerungen an diese alten, vollstümlichen Dinge etwas mehr pflegen, well man nicht Weitz, wie lange es dauert, bis auch sie von dem lebhafteren, aber färb- und poesieloseren Strom unserer Zell hinweggespült ist. Fünfte Schulmufikwoche. Am Donnerstag behandelte Dr. Hans Mersmann (Berlin) in einem Dorttag die Bedeutung des Volksliedes für das Musikoerstandnis. Dem Redner zufolge besteht zwischen dem Volkslied und dem musikalischen Kunstwerk kein Gegensatt sondern es lassen sich viele Zusammenhänge zwischen dem werden könne. Frankreich und Deutschland brauch- I ten sich nur zu versöhnen oder ihre Gegensätze I auszuglcichen, um mit einem Schlage England I im Dreieck Frankreich-England-Deutschland nicht I als die stärkste, sondern als die schwächste Macht erscheinen zu lassen. Diese Selle der Locarnoverttäge, die die I Imperialisten mit Erbitterung Chamberlain vor- I halten, braucht man allerdings nicht auf sein I Konto zu setzen. Denn die Konzeption der Grund- I idee zu den Locarnoverttägen stammt eben nicht I aus der Schule der jetzigen Konservativen, sondern noch aus der Kriegseinstellung der Li- I beralen. die die Einstellung von 1914 den kontinentalen Dingen gegenüber bis auf den heutigen Tag nicht überwunden haben. Die Angst, daß I ein über Frankreich t 'iumph irrendes Deutsch- I land im Stande sein würde, England den Todesstoß zu versehen — jene irrige Auffassung, die in der Flotten- und Kolonialpolitik Deutschlands vor dem Kriege ihre Llrsache hat — liegt ja 1 so sehr Locarno zugrunde, daß man in fast allen Zügen des Vertragswertes sie erkennen Imin. Aber so sehr die Meinung Englands noch heute diese psychologische Einstellung zu rechtfertigen sucht die Dominions sind eben | nicht darüber zu täuschen, daß sie zu einem politischen M i h g r i s f e geführt hat. Denn Locarno verhindert es, daß sich England in seiner künftigen Politik auf Deutschland stützen kann und macht es somit unmöglich, daß die Position, die den Kontinent beherrscht. — nämlich die deutsche — der englischen je wieder zu Diensten wird. Lind das ist eben den Dominions zu viel. Ein Land, das sich nicht mehr zu schützen vermag, und zugleich seine beste geo- polllische Position auf dem Kontinente ausgibt, kann nicht mehr als Führer anerkannt werden. Der Krieg, der als Einiger der englischen Stämme gedacht war, führte somit zur Schwächung der Stellung des Mutterlandes auf dem Kontinent und brachte damit die entgegengesetzte Wirkung hervor, wie seinerzeit der deutsche Krieg gegen Frankreich. Deshalb hat er auch die Einigung der englischen Stämme nicht gefördert, sondern, wie sich das jetzt zeigt, erschwert. Das ist der Gedankengang, aus dem heraus man die Dinge der kommenden Reichskonferenz Der« । folgen muh, wenn man sie in ihrem richttgen I historischen Lichte sehen will. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Als vor etwa vier Jahrzehnten das konservative Ministerium Salisbury Vertreter der ubcr- ceischen Kolonien des englischen Mutterlandes zu Gnnfnroni nn* Onr.hnn hPticf, bcftirtÖ MNN Zeitalters. Die unter allen Llmständen unser Zugang zum Meer südlich des K an a l s unter Anlegung von Kohlenstationen, Kriegshafen usw. B. Frankreich. Große Gebietsabtretungen von Frankreich dürften kaum in Betracht kommen Llnentbehttich ist die Abtretung des oben bezeichneten an gien unmittelbar angrenzenden Gebiets, <-nne berechtigte Forderung der deutlchen Industrie geht dahin, daß das 9^a"ite jui« nettegebiet von Französisch' olv - ringen unter deutsche H r sch a s t komm,, um eine zweckentsprechende desselben herbeiführen zu können. Der alte Wunsch des Jahres 1870. Über Bel s 0 r t dauernd die deutsche Flagge wehen zu sehem ist erneut begründet. Wenn Frankreich zur Schleifung seiner Grenzbefestigungen gezwungen werden kann, ist das ein weiterer Gewinn. C. Rußland. Das schwierigste Problem für den Ottiedens- schluh ist zweifelsohne die Gestaltung im Osten. Sd)wicrig wegen unserer inncrpolitischen Verhältnisse. schwierig, weil Deutschland hier allein nicht entscheiden kann, sondern sich mit Oesterreich ins Einvernehmen zu sehen hat. Das Ziel dürste sein: Befreiung der nichtrussischen Dölkcrschafteii Dom Joch des Moskowitertums und Schaffung von Selbstverwaltung im Innern der einzelnen Völkerschaften. Alles dies unter militari scher Oberhoheit Deutschlands, vielleicht auch mit Zollunion. Ein selbständiges unabhängiges Polen dürste berechtigten deutschen Interessen widerstreben und kömlle im Lause ter Jahre leicht zu einem „polnischen Serbien" sich auswachsen, das dann Deutschland und Oesterreich große Schwierigkeiten bereiten mußte. Die russischen Ost s e e p r 0 vi n z e n mit ihren kräftigen Döllern können teilweise Preußen ange- I gliedert werden, oder selbständige Staaten mit militärischer deutscher Oberhoheit werten: usw. Volkslied und den höheren Kunstformen feststellen. Alles, was sich tert in größerem Umfang findet, ist im Volkslied im Kern enthalten. Von der kleineren Form aus ist das Verständnis der größren zu erschließen. Professor D. Arnold Mendelssohn (Darmstadt) sprach über „Die Bearbeitung von Volksliedern für die Schule". Er schickte seinem Thema eine Begriffsbestimmung des Volksliedes voraus, streifte die Frage der Entstehung von Volksliedern. Am Klavier zeigte er, wie die Melodie des Liedes von Mozart „Komm, lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün" vom Volk verändert wurde, die ursprüngliche Melodie sich aber in dem Lenzi gedicht der „Meistersinger" Wagners wiederfindet. An der Melodie des Liedes „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten?" zeigte der Vortragende, wie Silcher den Ton des echten Volksliedes richtiger getroffen habe üls Liszt. Die Bemerkung, daß man sich die Melodie dieses Liedes nicht Über einen französischen Text komponiert denken könne, führte dazu, daß 'Professor Mendelssohn den Cha- ratter verschiedener Nationen durch das Spiel ihrer Volksweisen auf dem Klavier kennzeichnete. In seinen weiteren Ausführungen bemerkte der Redner u. a., daß es im Odenwald singende und nicht- singende Dörfer gebe; das fei auf das Wirken des Lehrers zurückzuführen oder auf fein Versäumnis. Weiter gab dann Professor Mendelssohn Richtlinien für die Ausgestaltung des Schulgesangs und schloß mit dem Wunsche, daß unser entoolktes Volk durch das Volkslied wieder zum Volk werde. In dem anschließenden Vortrag zeigte Prof. Dr. h. c. Thiel (Berlin), wie die Heimatkunde für die Schulmusik fruchtbar gemacht werden kann. Nachmittags begaben sich die Teilnehmer an ter Schulmufikwoche nach Mainz, wo die städtische Musikhochschule in der Liedertafel ein Konzert oerx anftaltete; daran schloß sich eine Begrüßung und Bewirtung der Gäste durch die Stadt McnnH im Kurfürstlichen Schloß, worauf diese noch einem zweiten Konzert in der Liedertafel beiwohnten. u einer Konferenz nach London berief, bcianö man sich im Höhepunkte des kolonialen 3etta!terv. -tie Welt wurde zwischen den Engländern, den Deutschen und den Franzosen a u f g e t e i l t, und auch die letzten Stücke herrenlosen Gebietes in Attika und in der Südsee standen dicht vor chrer Ucbergabe an europäische Kolonialherren. Zum erstenmal machte sich zugleich das Gewicht des neuengeemia- ten Deutschlands bemerkbar, das da- alle Gleichgewicht auf dem Kontinente zu crfchutttrn droh.e. Trotzdem fürchtete man damals in England die Deutschen noch nicht allzusehr. Englands allmachttge Flotte beherrschte die Meere und an die kommende Rivalität zwischen der deutschen und der englischen Industrie dachte wohl kaum jemanb. Ja, man sah iogar mit einer gewissen Sympathie auf bas ver- großerte Preußen" unb hoffte, in -hm einen künftigen Bunbesgenossen begrüßen zu tonnen Das Beispiel ber Bismarckschen Politik, die ba- mals noch nicht burd) eine üble Propaganba entstellt mürbe, machte baher auf bie führenden Staats- männer der Well einen tiefen Eindruck. Die Einigung von Reichen auf dem Wege ber Zollunion, der Schaffung einer einheitlichen Wehrmacht unb nicht zuletzt der Oktroyierung einer einigenden Verfassung, erschien geradezu als das Muster dafür, wie man nur lose zusammenhängende Volksstämme zu einem großen Ganzen verschmelzen tonne. Kein Wunder also, daß damals auch Salisbury bie Probleme des britischen Volkes -unter ten vorgenannten Gesichtspunkten zusammenfassen zu können glaubte unb ein entsprechenbes Programm vor- Nur waren eben bie tatsächlichen Verhältnisse anbere. Denn bie Teile bes britischen Imperiums, bie 1887 in Lonbon sich vertreten ließen, waren säst noch felbftänbiger, als es bie Staaten bes Norddeutschen Bundes vor 1871 gewesen waren, und überdies nicht gewillt, bie ihnen vom Mutterlanb jugeftanbenen Rechte ber Selbstverwaltung freiwillig wieber aufzugeben. Da Englanb bamals noch kein Heer besaß — erst in ber Folgezeit schuf bas Genie Kitcheners etwas, bas bieses Namens roürbig war, begünstigt burd) ben Umftanb, baß bittere Erfahrungen ber Kolonialkriege eine Armee als not- roenbig erscheinen ließen — unb bie Flotte zu größeren Aktionen auf dem Lande nicht ausreichte, endlich überhaupt die Politik des „Blutes und des Eisens" den liberal-pazifistischen Engländern jener Epoche nicht lag, mußte also das Ziel durch andere Mittel erreicht werden: Die Belebung des imperialen Gedankens, der Austausch geistiger Produkte mit den Tochterländern, endlich eine kluge Politik des „do ut des" mußten das Dismarcksche Daß Crzbergers Forterungeii auf tolomalem Gebiet nicht bescheiden sind, ist nicht weiter verwunderlich. Den Ersah ter Kriegskosten veranschlagt Erzberger mit 10 Milliarden Mart. Admiral von Tirpitz sagt dazu: Diese art Wünschen alles mir sonst Bekannt- gewordene übertressende LI t 0 p le — die trotzdem in der Frage der Kriegsentschädigung nüchtern und bescheiden ist neben dem Versailler Frieden — stammt von dem Tlanne, per später von allen Politikern am haltlosesten in ten sogenannten „»neben von Versailles hineintaumelte. Crzberger. dessen Gesinnungsgenossen nach der Rieterlage den deutschen „Militarismus" nicht genug schma- hen konnten, fordert 1914 die deutsche Militärische Oberhoheit über den Konttnent. Asien und der neue Völkerbund. Von unserem Dr. 8.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. \ Konstantinopel, Oktober 1926. Bekanntlich hatte noch zu Beginn dieses Jahres der bevorstehende, später im März durch unerwartete äußere Umstände vorläufig vereitelte Eintritt Deutschlands in ben Völkerdunb 1 m Orient große Beunruhigung hervor- | gerufen. Wie in Sowjetrußland, so fürchtete man anfänglich auch in allen orientalischen Ländern eine starke, festgeschlofsene Koalition der europäischen Großmächte, bie nicht allem die Bekämpfung bes Bolschewismus in Rußland, sondern — als wichtiges Ziel — die rücksichtslose gemeinschaftliche Ausbeutung Asiens zum Zwecke hatte. Man fürchtete die politisch und wirtschaftlich aggressiven Absichten eines Bundes, in dem Deutschland nach seiner Aufnahme in ben Völkerbunb ben großen imperialistischen Raubstaaten bes Westens I notgedrungen werde Gefolgschaft leisten müssen. Diese von den Grenzen Polens bis an den Stillen Ozcan sich damals geltend machenden Befürchtungen sind jetzt völlig geschwunden. Die Gründe für diese Umstellung sind m erster Linie gewiß auch dann zu suchen, daß man das Wesen bes Völkerbunbes immer deutlicher auch im Osten erkannt hat. Man sah schließlich doch ganz beruhigt ein, daß das in Genf und durch Genf gerade in diesem Jahre so scharf hervortretende Spiel der ge- | Heimen Jntriguen und Verhetzungen zwischen zwei । deutlich hervorttetenten feindlichen Heerlagern gewiß das letzte und untauglichste Mittel sind, um eine I bie Selbstänbigkeit ber asiatischen Länber gefahr- Prinzip ersetzen. . Das sinb bie Grunbtatsachen, bie man sich immer wieber vor Augen hatten muß, wenn man bie Politik der englischen Staatsmänner in den Angelegenheiten des Reiches in ber Folgezeit beurteilen will. Lus ber Unmöglichkeit, einmal gewachsene Dinge wieber zurückzubiegen, unb aus ber Unfähigkeit der englischen Volksseele, einmal gewonnene Anschauungen wieder abzustreifen, ergab sich eine Politik ter führenden Staatsmänner, bie man bei uns nicht verstaub, weil man in Deutschlanb vergessen hatte, wie empfinbliche Nationen zu sein pflegen, wenn bie Handlungen eines anderen Staates unmittelbar in bie Atmosphäre ihrer Innern Politik eingreifen. Wenn man aber biete Schwierigkeit, bie vor allem im Verhältnis von Nation zu Nation innerhalb bes bnti- schen Reiches beftbnb, einmal erfaßt hat, bann ist es leicht der Arbeit ber britischen Staatsmänner seit 1887'jene Achtung zu zollen, die man großen Leistungen schuldig ist. Die innere Geschichte des britischen Reiches seit jenem Jahre bis zum Weltkriege ist die größte und vielleicht tiefreichendste Parallele zu der Wiedererrichtung des Deutschen Reiches, die wir in der Neuzeit kennen. Als 1914 der Krieg ausbrach, war England tatsächlich so weit, baß es nur noch wertiger Jahre beburft hätte, um ber zähen unb klugen Arbeit ter britischen Imperialisten jene Krone aufzusetzen, bie noch fehlte, unb auch nach außen hin bas britische Reich als bas erscheinen zu lassen, was es m ber Phantasie ber europäischen Völker war — als e 1 n c verfassungsrechtliche Einheit. Denn ter Ruf zu ben Waffen, ber an bie Dominions von Lonbon aus erging, war bie Probe auf bas, was in jahrelanger Propaganbaarbeit erstrebt worben war, aber nicht, wie man bas bei uns annahm, eine Selbstoerstänblichkeit.___ freuen kann. Rur wenn dieses Ziel erreicht wird, die groben Opfer des Krieges gerechtfertigt und nur hierdurch wird ten Wünschen des Volles entsprochen. Don diesem einen Gesichtspunkte aus sind beim Friedensschluß alle Forderungen und Bedingungen zu beurteilen. Es steht hiernach die Forderung obenan, daß 1 Deutschland nicht mehr dulden kann, an seinen I Grenzen angeblich neutrale Staaten zu sehen, 'welche nicht stark genug sind, ihre Reutralllat Alte deutscheMünznamen. Von Dr. Herbert Rette. Es gibt heute nichts Nüchterneres, nichts waS so von Heimat und Doll gelöst und so unpersönlich lieblos ist, wie das Geld. An die alten vollstümlichen Münzen werden wir höchstens im Lied oder im Sprichwort oder in den Redensarten eines alten Bauern noch einmal erinnert, aber sonst sind sie weggefegt von ter gleichfö innig machenden Hetzjagd des modernen Verkehrslebens; und der gemütliche Taler im Strumpf oder in der Truhe ist ersetzt durch die Flut unpersönlicher und häßlicher Papierscheine, durch den geschäftlich-nüchternen Wechsel und den Scheck und internationale Banknoten und Abrechnungen. Das Geld ist heute nur ein Rechnungsfaktor, die alten Münzen aber hatten ein individuelles Aussehen, waren vertraute Gegenstände, zu denen man in freundschaftliche Beziehungen treten konnte. Davon zeugen die vollstümlichen Bezeichnungen. die man ihnen gab, und von denen wir hier plaudern wollen. Das letzte volkstümliche Geldstück, das erst 1907 verschwand, war der Taler. Er tourte vor Jahrhunderten zuerst von den Grafen Schlick geprägt, die in Joachimsthal große Silbergruben hatten, unb er hieß danach Joachimsthaler. spater einfach Thaler. Er fand in ganz Europa eine große Verbreitung, und der Dollar, der heute in Amerika die Seelen beherrsd)t, ist der Rachkomme des biederen Thalers. In der Zeit der Kipper und Wipper — so nannte man die mittelalterlichen Geldfälscher —, kam der Name Strvh- thaler für geringwertige Geldstücke auf. Später nannte man die Geldstücke Friedrichs des Großen, mit denen er den Siebenjährigen Krieg bestrttt, spottweise Ephraimiten (nach Friedrichs Münz- meister Ephraim); auch ging über sie ter Vers um: „Auswendig blank, aber inwendig schlimm, auswendig Friedrich, inwendig Ephraim." 15-15OOOM 9utem Geschäft gesucht. AMn ebote 'S i1!u an den JhJjU- tibeten. irMetzgers u. jfoeü 'Marren ge- (■ DorlsMtei» >ues Bretter- Slbcn zu veik r. W u. 07196 denM. Anz. M anö* Geschäft 1 Sen ob. i ellem UntS gesucht. Wb. u. 07157 ltn Men Aw lerbeien MM Mtauti.Ä Mtitmii rtsgroi.pt GieEen ^hglleder- Versammlung (Srünbuiifl aMädchengiuppe. ertrag von Mol- reimb Keil über: tinc8 benicit Cottiip iiH/crt». SXÖD lerVorstand. Iloutag, is. Cft, abends SV, llbt MM M P 0 !lke11rr. . Bericht über leit WlWV UW» teite herzlich will' ommen. diivo Ter Bori-a^d. HSw nie juiäninienf.! titlwoch, 21*- Ü‘U idi n. 4 Mr, In der iGonSauSiieuung ioiel iSioQbei6O9t ’.iaduia'.nuieniunu ^onbaabiioW n?p 14$aflt- Lieeo. :ianend."leme:nde SÄ« Mj. Wttl. tmflM iradttneatet KÄ SB ,-ZL Sitten von gcf|w kqtzS 11» 3. Sri"1,5111t ■ ’RC BS EK'«» I««" gieiti* denbc Einigung Europas zustande zu bringen. Der teure Preis, den Deutschland für seine Aufnahme hat zahlen müssen, die einschneidende Veränderung der Verfassung des Völker- bundsrates, die bei fast allen kleineren Staaten in Europa mit Recht so energische Proteste und so scharfe Mißbilligung hervorrief, muß natürlich auch den orientalischen Ländern an sich zunächst recht bedenklich erscheinen. Aber man wendet im Osten vor allem doch seine Aufmerksamkeit der wesentlichsten Tatsache zu, dem endlich nach so langen und zahlreichen Schwierig- teiten ersolgten Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, der, als neuer Faktor in der Weltpolitik, von allen asiatischen Ländern — Japan nicht ausgenommen — jetzt mit mehr oder minder lebhafter Sympathie begrüßt wird. Gerade, weil man in Asien bisher zum Völkerbunde, dessen ausschließlich relative Leistungen man mit der größten Aufmerksamkeit verfolgt hat, so wenig Vertrauen hatte, glaubt man jetzt doch an die Möglichkeit einer erhöhten praktischen Bedeutung des Völkerbundes. Man glaubt es, weil die große, 60 Millionen zählende Kulturnation, die jetzt gleichberechtigt im Völkerbundsrate sitzt, in Asien für die einzige große Ration gehalten wird, die es — von den europäischen Kleinstaaten abgesehen — m i t den ethischen Zielen des Völkerbundes wirklich e r n st nimmt. Man hält es für möglich, daß erst der Eintritt Deutschlands die bisher wenig glücklich operierende Gesellschaft der Rationen in Genf zu einem wahren Völkerbunde wird gestalten können. Im übrigen erklären die sehr weitgehenden Sympathien, die gerade das entwaffnete, aber trotz- )em in Asien schon jetzt sehr rührig und erfolgreich Kulturarbeit verrichtende Deutschland dort genießt, zur Genüge auch diesen Optimismus in bezug auf nie nächste Zukunft des Völkerbundes. Roch ein anderer Umstand darf hier nicht außer acht gelassen werden. So bedenklich die Aenderung der Ratsverfassung auch erscheinen mag, so war doch zunächst ihr wesentlichstes praktisches Ergebnis die Aufnahme Deutschlands und neben ihm Chinas in den Rat. Vom asiatischen Standpunkte erscheint die Aufnahme dieser beiden Länder natürlich als das wichtigste. Demgegenüber sind für Asien der Eintritt Polens und Rumäniens in den Rat und der Austritt Brasiliens und Spaniens ganz belanglos und an sich von ganz untergeordnetem Interesse. Der sogenannte Vertreter Chinas im Völkerbundsrate ist aber tatsächlich nur ein Vertreter Tschangtsolins, d. h. der unter japanischem Einfluß stehenden Mandschurei. Der (Eintritt Chinas in den Rat, eines Landes, das keine Regierung hat, urif) gegenwärtig in fünf sich befehdende Teile zerfällt, wird deshalb im Orient mit Befriedigung ausgenommen und als ein sehr deutliches Symptom der Ohnmacht Englands auf- gefaßt. Sieht man im Völkerbunde wirklich mehr als eine Farce, als ein internationales Schaustück, das weder einen Nutzen noch irgendwelchen Schaden bringen kann, bann' ist es allerdings schwer verständlich, daß die britische Politik den Eintritt dieses englandfeindlichen Landes ohne jede Zentralgewalt zulaffen konnte. Von der bekannten, radikal ablehnenden Haltung Sowjetruhlands ganz abgesehen, muß auch die Stellungnahme aller asiatischen Länder zum Völkerbund nach dem in letzter Zeit erfolgten Vorstoß der pan- asiatischen Bewegung eine immer mehr kritische werden. Denn auf dem panasiatischen Kongreß, der Anfang August d. I. in Nagasaki statt- gefunben hat, wurde ja bekanntlich der Beschluß gefaßt, als Gegengewicht gegen das imperialistische Europa einen asiatischen Völkerbund mit Einschluß der gesamten Sowjetunion mit ihren zahlreichen großen und kleinen Republiken zu schaffen. : Freilich handelt es sich zunächst nur um einen programmatischen Beschluß, freilich nahmen an diesem Kongreß direkt nur fünf Länder teil, nämlich Japan, Rußland, China, Indien und die Philippinen, aber die große Bedeutung dieses angeblich resultatlos verlaufenen Kongresses liegt in der jetzt beginnenden japanisch-russischen Führung der asiatischen, in vielfacher Beziehung immer drohender werdenden Bewegung. Welche Rolle die asiatischen Glieder des Genfer Völkerbundes Japan, China, Siam und Persien in Zukunft dort spielen werden, läßt sich zur Zeit noch gar nicht übersehen. Realpolitisch wichtiger noch, als dieses zunächst theoretische Programm ist natürlich das ungefähr gleichzeitig zustande gekommene Schutz - und Trutz- bündnis zwischen Rußland, der Türkei und Persien, dem sich kurz darauf auch A f g h a n i st a n in einer Form anyeschlossen hat, die auf eine sehr weitgehende Verständigung zwischen dem letzteren Lande und Rußland schließen läßt. Von der in Thoiry eingeleiteten deutsch- französischen Verständigung, die in wirtschaftlicher Beziehung scheinbar von Erfolg gekrönt fein wird, kann der Orient, soweit sie nur wirtschaftlich ist, kaum berührt werden. Soweit sie politische Bedeutung hat, scheint sie ja nicht nur in Rußland und Italien lebhafte Beunruhigung hervorgerufen, sondern auch in England gewisse Bedenken verursacht zu haben. So wird jedenfalls auch im Orient die geheime Zusammenkunft zwischen Chamberlain und Mussolini aufgefaht. Daß für Frankreich bei seinen Berständigungsversuchen mit Deutschland neben den finanziellen Nöten auch das gespannte Verhältnis mit England eine Rolle spielt, ist ja wohl sehr wahrscheinlich. Deshalb wird auch diese Verständigung als ein Fiasko der britischen Politik im Orient aufgesaßt. Denn was hinter den Kulissen des angeblich englisch-französischen Einvernehmens in Asien und Afrika in letzter Zeit vorgegangen ist, darüber sind ja Die Orientalen noch besser unterrichtet, als die meisten Diplomaten Europas. Von einem Eintritt der Türkei in den Völkerbund ist nichts mehr zu hören. Wie ganz Asien nicht eine Einigung Europas, so wenig hat die Türkei eine Einigung seiner nächsten Nachbarn, der in ewigem Hader lebenden Balkanvölker, zu fürchten. Der Mossulvertrag schien der letzte Erfolg der Engländer zu sein, war aber von dem erneuerten türkisch-russischen Bündnis gefolgt. Auch die Tatsache, baß die kürzlich in Teheran erschossenen persischen Verschwörer britische Agenten waren, läßt in bezug auf die ganze Lage Englands im Orient tief genug blicken. Außenpolitische Umschau. Von Professor Dr. Otto Hoetzsch, M. d. R. In Genf ist ausschließlich europäische Politik gemacht worden. Diese lief im Gespräch von Thoiry, in den Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich, die nun im Gange sind. Aber wir sind ja nicht allein auf der Welt! Das Verhältnis von Deutschland, England und Frankreich mit Belgien ist durch Locarno und Genf in der bekannten Weise gefestigt und verankert. Das französisch - englische Verhältnis löst sich damit ja nicht auf, aber es nimmt eine andere Form an. Mit dieser Lösung der Sicherheitsfragen muß sich Frankreich abfinden. Ein Frankreich, für das der Gegensatz zu Italien stärker und stärker wird und immer deutlicher hervortritt. Italien hat wenig Interesse an Genf gezeigt, um so mehr an Tanger und Spanien, mit dem es den Madrider Vertrag schloß, und es sucht seine Position nach Westen und Osten zu verstärken. Dort der Vertrag von Madrid, mit dem Italien sich in die neue Behandlung der Tanger- und Nordafrikafragen einschiebt, hier der Vertrag mit Rumänien, mit dem Italien sein System im Südosten abrundete und seine Position verstärkte. Weder im Westen, im Verhältnis zu Spanien und Nordafrika, noch im Balkan, im Verhältnis zu den verschiedenen Staaten dort ist dagegen Frankreichs Einfluß wesentlich gewachsen. Dafür bedeutet auch wenig sein neuer Vertrag mit R u - m ä n i e n , der 'Abschluß auch des französischen Bündnissystems im Südosten und Osten, das wir ja mit seiner Spitze gegen Deutschland kennen. Nur nebenbei sei gestreift die Frage, daß dieses ganze Netz und System von Verträgen — fast jeden Tag wird ein neuer gemeldet — allmählich die Aufmerksamkeit des Völkerbundes auf sich ziehen muß, daß Deutschland dabei fragen muß, inwieweit sich diese Schiedsverträge und Bündnisse, diese Abmachungen neuen und alten Stils mit dem Völkerbund und mit dem Frieden von Europa wirklich vertragen. Genug: Der Völkerbund und diese Systeme, die ja miteinander verbunden sind, stellen heute eine Konstellation und Verbindung der Mächte dar, in der Deutschland nun einen neuen Platz eingenommen hat. Die andere europäische Welt, Rußland vor allem, steht noch daneben. Seine Vertragspolitik ist nicht vorwärtsgekommen, seine Außenpolitik ist gelähmt. Durch Deutschlands Anschluß an den Völkerbund im Westen, durch die türkische Politik im Orient, durch die fernöstliche Verwickelung fürchtet es eine Isolierung, und um dieser Gefahr willen ist natürlich für Rußland das Problem um so wichtiger, ob es gelingt, seine Wirtschafte- und Finanzkrise auf die bekannten Ziele Stalins hin zu überwinden. Polen hat im Völkerbund seine Locarnoverträge, seine alten und neuen Konventionen. Die Richtung seiner Außenpolitik ist noch nicht klar, ober wir sehen mit Spannung und — ohne Illusionen — auf sie hin. Richtet sie sich stärker auf Litauen? Richtet sie sich stärker gegen Deutschland? Die italienische, wie die polnische Außenpolitik sind in erster Linie die Herde der Unruhe und Besorgnis für einen europäischen Frieden, zu dem die deutsch-französischen Verhandlungen die Grundlage legen wollen. Wie stellt sich Nordamerika dazu? Es hat Deutschlands Anschluß an den Völkerbund begrüßt. Ob es ein großes Ergebnis deutsch-französischer Verständigung und den Zusammenschluß Kontinentaleuropas darüber hinaus sehr begrüßen würde, kann zweifelhaft sein. Die nordamerikanifche Außenpolitik, die in den letzten vier Jahren unzweifelhaft in großem und wohlüberlegtem Zusammenhang konsequent Dorroärtegegangen ist, hätte mehr erreichen können, wenn dieser Einsicht und Konsequenz mehr Schwung und mehr Tatkraft entsprochen hätte. Dazu fehlt Coolidge das Format. Er will wieder Präsident werden. Die Wahlen gestatten erst im Spätherbst ein Urteil über die Aussichten der Präsidentenwahl nächstes Jahr. So tritt man kurz. China gegenüber steht man ganz still, Europa gegenüber auch, doch mit stärkerem Interesse in der Richtung der Finanzen, wie der Abriistungsfrage. An der letzten besteht ja drüben eine starke Anteilnahme. Aber sie zersplittert sich, weil man vor allem auf die Seeabrüstung Gewicht legt und die Landabrüstung Europa überlassen will. Dagegen ist und bleibt die Finanzfrage, die 'Nordamerika, ob es wolle ober nicht, mit Europa verbindet. Hier die Schuldenverhandlungen mit Frankreich, die eigentlich die letzten in dem ganz großen Gebiete der Schuldenverträge sind. Dort die Frage, ob neue finanzielle Opfer Deutschlands zur Stabilisierung der französischen Währung und zugunsten der deutschen politischen Stellung möglich sind innerhalb des Dawes-Planes und innerhalb der Transfer-Politik, die der Mittelpunkt dieses Planes ja ist. Ganz flüchtig wurde das Bild von dem Verhältnis der Mächte und ihrer Verträge hier gezeichnet. Aber die Andeutungen genügen für eine ruhige Ueberlegung in der Richtung, was sich durch Deutschlands Anschluß an den Völkerbund, durch die diplomatische Arbeit der letzten zwei Jahre, durch Locarno und Berliner Vertrag darin geändert hat. Diese Veränderungen und Verschiebungen können nicht übersehen werden. Sie sind heute, wo doch immer noch alles im Fluß ist, vielfach wenig greifbar, schwer zu bestimmen. Wie anders war der- gleidjen in den langen Jahren des Friedens etwa zwischen 1870 und 1890! Aber diese Verschiebungen und VeränderiMgen sind da! Im großen und ganzen gesehen, laufen sie n i ch t zuungunsten unseres Vaterlandes, während die Po- fition Frankreichs heute eine andere ist, als die des durch Bülldniffe und Beziehungen aller Art gestützten Siegers von 1919 und 1920. Im großen Rahmen dieser Mächtebeziehungen und unter sicherer Berücksichtigung ihrer Wirkungen auf uns hat die deutsche Außenpolitik den Weg der Verhandlungen mit Frankreich und sonst zu gehen. Da sie einen Staat vertritt, dem eigene Macht, Rüstungsfreiheit, volle Souveränität noch versagt ist, RaM-Ecke. Silbenrätsel. Aus den 47 Silben: ba — bar — chi — dc — di — di — di — e — e — cn — er — furt — ge — he — Hof — i — ka — ker — ko — tun — kus — Ian — land — laus — le — lek — li — wüt — na — ne — Ni — pel — ra — ran — rat — ri — fast — fan — schar — si — tem — ur — vi — wa — man — zcl — zir sind 17 Wörter zu bilden, die folgende Bedeutung haben: 1. kleines Gefecht; 2. hinterindischer Strom; 3. südamerikanischer Staat; 4. Stadt in Afghw niflan; 5. Gewürz; 6. Salatpflanze; 7. Erzeugnis der Bäckerei; 8. Tropenfrucht; 9. afrikanische Insel; 10. Berliner Vorort; 11. Bauwerk für Schaustellungen; 12. Beweisstück; 13. dänische Insel; 14. Stadt in der Provinz Sachsen; 15. männlicher Personenname; 16. arabischer Richter; 17. russisches Gouvernement. — Hat man dis Wörter richtig gebildet, ergeben die Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vorn ein Zitat von A. W. v. Schlegel. Kreuzworträtsel. 5 6 8 9 11 13 18 19 17 20 21 \2¥ 25 27 \26 12 15 10 Hl. 16 läälol 1. Von links nach rechts: 1. Wasserpflanze; 4. Blutgefäß; 7. Gutschein; 8. Bad in Hessen-Nassau; 10. biblischer Name; 12. kirchlicher Würdenträger; 13. Titel; 14. feierliche Versicherung; 15. Stadt in Brasilien; 16. Figur aus dem Nibelungenlied; 17. Flüssigkeitsbehälter; 19. germanisches Göttergeschlecht; 20. englischer Adelstitel; 21. wie 20; 22. griechische Göttin; 24. Wasser in fester Form; 25. andere Bezeichnung für Pfütze; 26. Vorgebirge des Harzes; 27. weiblicher Vorname. 2. Von oben nach unten : 1. Biblischer Name; 2. weiblicher Vorname; 3. Wurfsoieß; 4. Teil des Baumes; 5. Stadt in Alt-Griechenland; 6. Angehöriger einer bestimmten Truppengattung; 7. männlicher Schmuck; 9. Denkzeichen; 11. Hafenstadt in Arabien; 18. bekanntes ehemaliges Berliner Theater; 19. Erdteil; 23. männlicher Vorname (abgekürzt); 24. gesetzliche Gemeinschaft. Bilder-Rätsck. Gleichkianc;. Wie heißt mit einem Wort, Wer die zwei Silben hätte: Er brächte gern was fort Und bliebe gern im Bette; Er möchte, dienstbereit. Auf Reifen dich entlasten Und wird zur Arbeitszeit oid) niemals überhasten; Tut eifrig manchen Gang Und lebt non dem Geschäfte, Auch spornt ihn stets sein Hang Zur Schonung feiner Kräfte. 1 .2 3 4 5 2 6 7 1 3 3 5 6 1 3 4 3 5 6 7 5 6 7 1 3 6 4 3 7 3 7 6 8 3 4 8 4 6 3 8 spektakelt. malt, kocht. bietet Schutz, nährt. geht spazieren, rauscht. komponiert. Tätigkcitsrätfel. 6 7 8 5 8 Tanschrätsci. In den nadjfolgenbcn 21 Wörtern soll je ein Buchstabe durch einen anderen ausgetauscht werden, so daß neue Wörter entstehen. Die eingetauschten Buchstaben ergeben alsdann, zu einem Wort zu- sammengezogen, ein^bayrisches Volksfest. Harke — Tat — etollc — Sport — Feder — Moor — Rock — Schalk — eamt — Kaste — Farm — Lauf — Quark — Acker — Zorn — Mahl — Glas — Tinte — Kaffer — Wette — Raupe. Auflöftttkgc.t. Silbenrätsel. 1. Zichorie; 2. Urheber; 3. Futter; -4. Rowdy: 5. Isaak; 6. Eisack; 7. Dessau; 8. Ewer; 9. Nero; 10. Sizilien; 11. Emu; 12. Iowa; 13. Niere; 14. Meile; 15. Arnold. Zufrieden sein, macht Wasser zu Wein. Bruchstückaufgabe. Hai — Ulm — Bar — Elf ---- -Lum Tal — Uhr — Sud. Hubertus. Bilderrätsel. Genügen ist ein reicher Tisch. Kreuzworträtsel. IE9I lai IB 113 i B —JA L RIO I TLIEiR R EGEL LIA ME. ESSEN Verschmelzungsaufgabe. Kanzlei — Alumnat — Lorbeer — Ernestine —1 Neugierde — Dolman — Elentier — Reveille. Kalender. Scharade. Mastbaum. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch. Jagdfieber. „Haben Sie Manöver in der Gegend?" erkundigte sich Herr Knopp bei dem Gastwirt Michaelis. „Manöver?" „Seit einer Stunde fallen dort hinten am Waldrand fortwährend Schüsse." „Ach nein. Das ist bloß unser neuer Jagd- Pächter. Der schießt seit heute früh an einem Hasen herum." Werbung. Ein junger Mann steUt den Zylinder auf den Familienteppich. „Ich bitte um die Hand Ihrer Tochter." „Ich habe diesen Fall kommen sehen, und da ich mich über Sie, mein Herr, in der Auskunft Wiwiwi erkundigt habe, bedaure ich —" „Oh, bitte", unterbricht der Bewerber, „ich habe dieselbe Auskunftei über Ihre Familie befragt und —" da sind wir uns Wohl beide einig, daß auf diese Firma nichts zu geben ist, mein lieber Schwiegersohn!" Der junge Mann wird in den Schoß der Familie aufgenommen. hat sie erst recht die Pflicht, mit äußerster Kaltblütigkeit, Umsicht und Ueber- fi ch t und im gegebenen Fall mit rasch zufassender Tatkraftdie Vorteile herauszubolen, die Deutschlands Interessen fordern! Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. In der Führung der Börsentendeirz ist der Börsenfpekulatton während der letzten Woche anscheinend das Heft aus der Hand genommen worden. Die Spekulation, die die Hausse an den Aktienmärkten angesacht hatte, neigte in den vergangenen Tagen zu Gewinnßntnahmen, da ihr die umfangreichen Kurssteigerungen zum Teil wohl bereits als Kursentartungen vorgekommen sein mögen. Das Privatpublikum ließ sich dadurch aber nicht aus seiner Zuversicht bringen. Der Eingang an Kaufaufträgen war im Gegenteil an sämtlichen verflossenen Effektenbörsen außergewöhnlich umfangreich'. Die Kommissionsfirmen haben ihre Orders zeitweise tatsächlich nicht bewältigen können, und die .Umsätze in einzelnen Papieren, die besonders im Brennpunkt des Verkehrs stehen, reichten an die Aominalziffer von 1 Million QHarf heran. Trotz alledem scheint aber die Kraft der Börse noch nicht soweit zu reichen, eine aus alle Märkte sich erstreckende Haussebewegung durchzuhalten. Aach wie vor läßt sich vielmehr erkennen, daß immer nur eine Anzahl von Spezialpapieren zum Objekt der allgemeinen Kauflust werden, deren Kreis manchmal größer und manchmal kleiner ist. Liegt das Geschäft an den Aktienmärkten darnieder, so tritt der Renten markt mehr in den Vordergrund. Umgekehrt besteht für festverzinsliche Papiere kaum das geringste Interesse, wenn die Kurse am Markt der Dividendenpapiere im Fluß sind. Das letztere ist augenblicklich der Fall. Wenn man den Gründen nachgehen will die das Dankenpublikurn und das Ausland bei seinen großen Anschaffungen leiten, so muß man auf der einen Seite versuchen, die exponiertesten Papiere, bei denen ja das Schwergewicht liegt, den bedeutsamsten Ereignissen im deutschen und ausländischen Wirtschaftsleben gegenüberzustellen. Dabei fällt dann auf, daß der Kaufandrang in erster Linie für solche Aktien besteht, die an der gegenwärtigen Zusammenschluhtendenz beteiligt sind. Die Kurse der I. G. Farben, die zur Zeit ausgedehnte Derhandluirgen mit dem Auslande führt, der Montanaktien, auf die das soeben abgeschlossene internationale Rohstahlkartell entscheidend einwirkte (neben der Kohlenkonjunktur), der Wer schaffen will muss fröhlich sein. — Beginnen Sie den Tag mit dem Genuss von „Seelig’s kand. Kornkaffee“. Sein kaffeeähnlicher und kräftiger Geschmack gibt Ihnen Mut und Stimmung für das Tagewerk! Bitte überzeugen Sie sich: „Seelig’s kand. Kornkaffee0 1 Pfundpaket nur 50 Pfennig. Zusatz weniger Tropfen MAGGI3 Würze Das Eine steht fest: Am billigsten und bequemsten werden fade Suppen schwache Fleischbrühe. Soßen, Salate und Gemüse im Geschmack gekräftigt und verfeinert durch 6fach ballonbereift, Vierradbremse und alle Schikan., sehr günstig zu verkaufen Wann & WM, Men Tel. 1248/2417 ^51-^ Kaiserallee 45 Ernst Müller X Oredneretr. 14 liefert Kohlen - Koks Briketts Buchenholz-Tannenholz Anmachholz nur in ersten Qualitäten bei bester Bedienung Telephon 850 Telephon 850 Berlin Frankfurt a.M. 15. 10. 15. 10. 16 10. Datum: 0,75 234,75 | CMb Mctallbank Tellos Bergbau Hamburg-Amerika Pakei... I Norddeutscher Llovd • . . . | 178 179 171,5 1171,25 171 £ ie 10,50; peiseerbsen 34 Sichel. . . Zellstoff D 199 AW f Erhältlich in Drogenhondlungen u Apotheken rungen waren kaum verändert. Gelegenheitskauflyreimhoh 1 fabrikneuen 9/38 P. 8. klemgebacki. sowie Anmachholz AMMM Sehenswert! Neu eröffnet! £ Hleischlitto 'BörlenEurle. (Ohne Gewähr.) 232 158 Banknoten. (Ohne Gewähr.) 16.7 । 45,75 | 74.75 139,75 144 158.7* 236.2* 185,7* 172 166.5 149 8.65 159,62 |L57,75 178,5 178.5 0,625 0.805 0,62 niedergelassen. Luise Morler, I Rodheimer Str. 40 .6667 0.6407 0,62 0.85 315.75 136 165 | 169 165.5 175 178 149 92 131,5 161 161.5 92 187 166,75 107,75 207 100 91 167 111.5 76 167.75 177* 180* 148’ 159.25 91.9 76 133* 167.25 165 166.5 164,75 143.9 205 101 92 147 104 324* 139 135 f dutoleöer 5chwämme billigste Preise Drogerie Wioterholl Äreugplcfc 9 u. 10 x. 7914a V 203.5 85.5 104 minus 0,5 Prozent. Elektroaktien gingen um etwa 1 Prozent zurück. Auch am Bankaktienmarkt stellten sich Rückgänge ein: Disconto minus 2,5 Prozent, Dresdner und Deutsche je minus 1, Darmstädter und Metallbank je minus 0,5 Prozent, Commerz minus 2 Prozent. Schiffahrts - aktien waren stärker angeboten. Rordlloyd minus 2 Prozent. Motorenaktien büßten 1 bis 2 Prozent ein. Von Baustoffaktien lagen Zement Heidelberg 0,75 Prozent schwächer, während Holzmann 1 Prozent anziehen konnten. Wayß & Freytag leicht erholt. Von Oelaktien gaben Rütgerswerke, die schon gestern durch ihre schwäche auffielen, erneut 2,87 Prozent nach. Deutsche Bank...... Deutsche verrinsbauk . Diöconio Lvmmandit . 145,5 104.5 318 138 133,5 105 3 206.75 85 103.5 17 179 104 68.5 4.25 204 87,25 103 Buntes Allerlei. Ein einarmiger Lvwenjager. Der englische Kapitän Stubbs, der im Kriege seinen linken Ann verloren hat, war kürzlich im nördlichen Transvaal mit seinem Bruder auf der Jagd, als ihr Lagerfeuer von einem Rudel von Löwen umringt wurde. Der Bruder Stubbs' feuerte auf eine nur 25 Meter entfernte Löwin und fehlte. Darauf gab der Einarmige vier Schüsse ab, durch die er die Bestie tötete. Die anderen Löwen nahmen daraufhin Reißaus. Johannisburger Blätter erklären, dieser Schuß sei ein Weltrekord für einen Einarmigen. Don Kopfjägern gerettet. Sin löjähriger Schiffsjunae, R. G. Ingram, der aus Versehen an der Küste von Borneo zurückgeblieben war, wanderte ohne Rührung sechs Tage und Rächte durch den tropischen Urwald; auS Angst vor den Krokodilen und Giftschlangen wagte er nicht zu schlafen; auch wurde er von Riesenameisen sehr gepeinigt. Schließlich wurde der Arme von einer Schar von Dajaks gerettet, die als Kopfjäger sehr gefürchtet sind. Er erzählte, daß diese Wilden ihn sehr freundlich behandelten und sicher zu der nächsten Ansiedlung von Weißen geleiteten. Millionen Rubel erteilt werden. Außerdem sollen die Pläne der ständigen Wirtschaftskommission des Rordwestgebietes für vier neue Papierfabriken vom Arbeits- und Derleidigungsrat bestätigt werden. Devisenmarkt Derlm—Frankfurt 176 I 179,5 ! 148.4 I 158 i 91.9 78 132.75 ; i65 162 Anerkannt erste Küche — Kleine Diners — Reichhaltige Tages- und Abendkarte zu u äßigen Preisen. Im Ausschank: Dortmunder Actien, PilB und Münchener Hofbriiu. 6792sl Weinrestaurant. Sorgfältig zusammengestellte Weinkarte zu niedrigen Preisen. Hotel Kölner kalten Wasser von Mk. 3.50 bis 6. —. 20 Privatbäder. Große und kleine Konferenzräume 4,191 11,80 111,52 20,333 12,17 167,45 17,08 100,90 69,03 111,84 80,80 62,35 12,392 6,872 Frankfurt a. M. Restaurant Kölner Hof am Hauptbahnhof (rechts) 3«r Sicherung des inländischen I Kohlenbedarss 158.5 '38,5* ISS* 102 173,2- 167 147 8.5 75 167 111 76 166.5 177 180,6 149 160 92,75 75 132 168 165 92,5 für alle Bauzwecke zu billigem Preis C. Rübsamen,Gießen Fernsprecher 1659. 21,60; Ackerbohnen 20 bis 22; Rapskuchen 14,60 bis 14,80; Leinkuchen 19,30 bis 19,40; Trocken- jchnitzel 8,80 bis 9; Sonaschrot 18,60 bis 18,80; Kartoffelflocken 22 bis 22,50 Mark. UlIhHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII'llim w au 2 und 3 Mk. in Kautschuk. Plomben, Kronen und Brücken zu billigsten Preisen. 3tou Sönlger Tentistin Steinstrabe 29. 071TB niiiiimimiiiiiimiiiiiimii» Zkaliwerkc Aschersleben Kaliwerk Westeregeln. Lanrahüttt....... Oberbcdars Berliner Börse. (®igencr Drahtbericht des „Gießener Anzeigers" 1 Berlin, 16. Okt. Die an der gestrigen Börse Holzverkohlung RüigerSwerke Scheideanstalt Allg. ElekirtzttütS-Ecsellschaft Bergmann . - Mamkraftwerv ....... Gchuckert .. ........ Siemen- ck HalSke ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... auch die weitere Flüssigkeit des Geld Marktes beitrug. Tagesgeld 4,5 bis 5,5 Prozent angeboten, für erste Adressen schon zu 3,5 Prozent. Monatsaeld 5,75 bis 6,5 Prozent. Im Devisen- verkehr lag Oslo gegen London weiter fest mit 20,18. Madrid mit 32,15 gegen London etwas schwächer. Die lateinischen Valuten und die übrigen Wäh- Mitteldeutsche Treditbank. . Ocstrrreichisch« ttrcbitonftoü. Wellbank............ Zuckeraktien tendierten überwiegend niedriger. Das heimische Anleihegeschaft war still und vernachlässigt. Auch der Auslandrcnten- markt lag lustlos bei überwiegend niedrigeren Kursen. Der Freiverkehr blieb ohne Geschäft. Benz 86,5, Grawag 61, Entreprise 9, Frankfurter Handelsbank 82,6, Brown Boveri 135,75 Prozent. Der weitere Verlaus brachte neues Angebot, so daß sich die rückläufige Kursbewegung fortsetzte. Der Geldmarkt btzhielt sein flüssiges Aussehen bei. Tagesgcld 5,5, Monatsgeld 5,75 bis 7,5 vro3fnt Privatdiskonten 5; bis 47!% Prozent. Im D e Visen verkehr waren die lateinischen Valuten befestigt. Paris gegen London 168,25, Brüssel 172, Mailand 118,25. Mark und Pfund sind fast unverändert. Caro ..... ..... Deutsch-Luxemburg CMfentirdjener Bergwerke . . • Reue russische Aufträge für die deutsche Industrie. Die kürzlich auS Deutschland zurückgekehrte Kommission des Aen- tralen Papiertrusts hat nach achtmonatlichen Der- handlungen in Deutschland verschiedene Bestellungen aufgegeben, darunter größere für eine neu zu errichtende Papierfabrik im Rordwestgebiet im Gesamtbeträge von 600 000 Rubel. 3m neuen Wirtschaftsjahr werden weitere Bestellungen für Papierfabriken in Deutschland in Höhe von 3,5 Turnen, Sport und Spiel Handball in der D. T. I. v. 1846 I — rn Io. I. In der Meister klasse und A Klasse tragen am morgigen Sonntag aus dem Turn- und Spielplatz am Schissenberger Weg die beiden hiesigen Turnvereine die fälligen Perbandsspielc aus. Beide Mannschaften haben je ein Spiel in der Gaurunde gewonnen, beide sind ungefähr gleich spielstark, und beide wollen gewinnen, um sich durch diesen Sieg an die Spitze der Tabelle zu leben. Nach' dem Spiele der 1. Mannschaften treten die 2. Mannschaften zum Vcrbandsspiel an. **2(uo dem dimtHverkiindigungsblatt. * Das AmtSverkündigungsblatk Rr. 8 3 vom 15. Oktober enthält. Hegezeit für Rehwild und Hasen. Bildung einer öffentlichem Wassergcnossenschas, - in den Gemarlungen Gießen und Annerod. Ansteckender Scheidekatarrh in Ruttershausen Maul- und Klauenseuche in Reiskirchen, Steinbach und Friedeihausen. - Be* kämpfung der Geschlechts!eanlheilen. - Kreis- straßensperren. - Feldbereinigung Ral'erishausen. — Dienstnachrichten 5% Deutsche ReichSanlethe . 4% Deutsche Reichsanleihe . 8'/i°/o Deutsche ReichSanlrihe 3% Deutsche Reichsanleihe - DcMtche Svarpramienan leide 4°/o Preußische fiordolfl • • ■ 4®/e Hessen 3’/»#/o Men......... 3*/o Hessen.......- - Deutsche Wertb- Dollar-Snl. dto-Doll -Schav-Lulreilng.*> 4»/, Zolltürken B°/o Solbmertfoner ... - Krusdien-Salz im Frühgetränk «-halt den Gesunden Menschen frisch und elastisch, verschafft Ihnen frühmorgens das Gefühl des körperlichen Wohlbehagen,. Krischen-Salz erfrischt Ihr ganzes innere System und hält Ihre Verdauung in bester Ordnung, so daß die so häufig auftretenden Darmverstopfungen völlig beseitigt sind. In Apotheken nod Drohen M.3.- pro G!M, für 3 Monate »«rekiwnd. BEUTHIEN & SCHULTZ BERLIN N 39. PANKSTRASSE U-U Fibriklacer: Julius Braz, Frankfurt am Main, Günthenburgallee 38. Fernruf: Römer 1801, Hansa 4861 8O83ss Berliner HandelSaeseüschast. Commerz- and Privat» Bank Darmst. und Rationaldank . liefert frei HauS J. Wellhöfer. relevb. 743. M“D Kaliaktien, deren Tlnternehmungen vielleicht noch vor Ende dieses Jahres in einer großen umfassenden Gesellschaft vereinigt sein können, und der Bankaktien, um die sich die verschiedensten Gerüchte weben, ferner der E l e k - trowerke, die ebenfalls internationale Erörterungen über ein Zusammengehen eingeleitet haben sollen, lagen fast täglich an der Spitze der Steigerungen und machten vorübergehend direlle Sprünge nach oben. Die übrigen Rebenw^te dürfen Wohl als nur mitgerissen gelten. Die Käufer von deutschen Jndustricaktien scheinen sich demnach zu vergewärtlgen, Wie gesurwen Erwa qungen alle diese Zusammenschlußabsichten eick° sprechen. In Deutschland wird die wirtschaftliche Rotlage noch immer außerordentlich stark empfunden und im valutaschwachen Auslande macht man sich wohl klar, daß die Stabilisierung des Franken und der Lire jetzt greifbar in die Aahe rüden dürste. Die Zusammenschlüsse kommen also gerade im rechten Zeitpunkt um dazu beizutragen, Aß die nach dem Aufhören des englischen Kohlenarbeiterstreiks bei uns und nach der Frankenstabllisierung bei An lateinischen Lau fcecn au erwartende Verschlechterung der Ge° lamtlaae abgedämpft und eine evtl, künftige Hoch- konjunktur mit vereinten Kräften ausgewertet werden kann. Dor allem wird ein planmäßiges Miteinander- statt Gegeneinanderarbeiten der groben europäischen Industriestaaten erfolgen. Die hieraus rusultierenden Perspektiven scheinen es zu sein, die das Publikum zur Tlebernahme von Jndustricaktien vornehmlich anregen und den Kursen einen Auftrieb geben. 16. io 0.6525 0.6325 Weizenmehl 35,50 bis 38; Noggenmehl 31,75 bis 32,50; Weizcnkleie 10 bis 10,25; Noggenkle Diktoriaerbsen 49 bis 58; kleine Speifeer bis 37; Futtererbsen 21 bis 25; Peluschken 20 bis tarier 4,214 11.87 112,08 20,433 12,23 168,29 17,16 101,45 69,33 112,40 81,20 b2.67 12,452 ».882 Rundfunk-Programm des Aranksnrter Senders» (Alis der „Radio-Umschau".) Sonntag, 17. Oktober. 8.30 bis 9.30 Uhr . Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburverein Frankfurt a. M. 11.30 bis 12 Uhr: Eltcrnstundc: „Mit kleinen Kindern auf der Eisenbahn". Bortraa von Rektor Webrban. 3.30 bis 4.30 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.30 Ubr: Konzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 5.30 bis 6.30 Uhr. Redakteur Adrian Mayer: ..Elsässische Dialeltdichtung". 7.30 Uhr: Akbertraguiig aus dem großen Saal des Saalbaues: ..Alexanderfest oder: Die Macht der Tonkunst". Dine Ode. als Oratorium komponiert von G. F. Händel. Anschließend bis 12.30 Uhr: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik. Montag, 18. Oktober. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Chopin. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochschule Frankfurt „Cha- raltergestalten aus der Geschichte des neueren deutschen Unternehmertums: Georg von Siemens und sein Eintritt in die deutsche Bank". Bortrag von Pros. Dr. Küntzel. 7.15 bis 7.45 Uhr: De- anitenfortbildungslursus ..Grundzüge des deutschen Strafrechts II", Bortrag von Oberlandes- gerlchtsrat Dr. Aschaffenburg. 7.45 bis 8.15 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.15 Uhr: Cello-Konzert. 9.15 bis 10.15 Uhr. Uebertragung von Kassel: Heiterer Dortragsabend Gustav Jacoby, rheinischer Bortragskünstler. Berliner Produktenbörse. Berlin, 15. Okt. Im Berliner Getreidehandel will sich größere Umsatztätiakeit noch nicht oder nur sehr schwer entwickeln. Die Verkäufer sind in ihren Angeboten in Weizen wie Roggen s»hr vor- sichtig, und die Forderungen lauteten in lieber, einstimmung mit den befestigten Auslandpreisen zu hoch. Die Notierungen zeigten für vorderen Weizen Steigerungen von etwa 1,50 Mark. Roggen Hot überwiegende Nachfrage bei wenig Angebot, die Forderungen im Licserungshandel waren durchweg erhöht und sanden bis zu 1,50 Mark für Oktober und bis 1 Mark für spätere Monate Bewilligung um so eher, als Roggenrnehl in greifbarer Ware knapp und gesucht bleibt. Gerste und Hafer stetig. Futterstofse und sonstige Artikel nur vereinzelt umgcsetzt und ohne allzu große Preisverände- rungen. Ee notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 259 biß 262 Mark; Roggen, märkischer, 216 bis 221; Sommergerste 220 bis 255; Wintergerste 180 bis 186; Hafer, märkischer, 174 bis 190; Mais, loko Berlin, 192 bis 195; (100 Kilogramm): 167.62 165 144 298.4 100,5 91,26 58 34 Berlin, 16 Oktbr Amerikanische 91ota .... Belgische Noten ...... Dänische Noten..... Englische Noten Frainönsche Noten ..... Holländische Noten ...... Italienische Noten...... Norwegische Noten Deutsch.Oollerr., h ioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten . Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Notro . . Nnaarische Noten ...... frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 16. Okt. Tendenz: schwächer. Die gestern eingetretene rückläufige Bewegung, die man durck die im Abendverkehr einsetzenden Erholungen bereits als überwunden ansprechen zu können glaubte, beherrschte heute i hervorgetretene Realisationsneigung ging er n eu t d en Mark t Der Kursabfall derJ.-G.- 1)Cute oud) auf das Publikum über, das Forbcn - Ak tie n auf 315,75 gestern abend 320) f eine Kaufaufträge gab. Infolgedessen war verstimme die Borse und beeinflußte die Gesamt- bje Tendenz, zumal an Wochenschlußtagen die tendenz, so daß fast alle ™5JMe em 4 a) a e res Spekulation wenig Unternehmungslust zeigt, u n - Aussehen hatten. Die Umsatztatigkeit war einheitlich. Die ersten amtlichen Notierungen wesentlich geringer als an den Vortagen, zumal - J ^f. und Abschläge von 1 bis 2 Prozent. Kaufaufträge nur in ganz geringem Umfange vor- Immerhin blieb trotz des ruhigen Geschäftes die lagen. L,ie Kursrückgänge hielten sich jedoch zumeist I (gründ st immung zuversichtlich, wozu in engen Grenzen. Von Montanwerten konn- . die weitere Flüssigkeit des Geld ten sich Buderus, Bochumer und Kali Aschersleben ' aud) 0,e rocucre u ’1 • -- - zunächst behaupten, gaben aber später gleichfalls nach. Schwächer wurden: Harpener, minus 2 Proz., Gelsenkirchen und Phönix je minus 1 Prozent, Rie- beck-Montan minus 3,5 Prozent, Mannesmann 16, 51 16,4 Stülun- i-Ubc- Ldiiutz-iAnfanli Hure Hur« Kur» > Berlin, 16. Okt. (WTB. Funllpruch.) Im Hinblick auf die Anzeichen beginnender Kohlen- Verknappung hat, laut „Borfenkurier", der Reichst oh lenk om miffar neue Anordnim- gen zur Sicher st ellung des inländischen Kohlenbedarfes getroffen. Die Bergwerke im Osten dürfen von Auslandauf- trägen nur noch die laufenden nach Oesterreich und der Tschechoslowakei erfüllen. Weitere Liefe- lungsverträge mit dem Aus lande sind bis aus weiteres von der jeweiligen Zufkimmung des Reichskohlenkommiffars abhängig. Mit dem Ruhr- loblensyndikat ist folgendes vereinbart worden: Die bisherigen Destimnrungen über die Kohlen- nuÄführ bleiben bestehen. DaS Ruhrkohlenfyndi- , — - - .... kat ist^aber verpflichtet, für volle Belieferung des Motorenwerke Mannbetm inländischen Marlies Sorg- zu tragen und Mich ; nötigenfalls die Beschlagnahme von Kohle durch I Mxlallgesell>choft Frauksurt den Reichskvhlenkvmmisfar gewärtigen. Pet. Union Ä.-G. .... I Schuhlaortk prrz ■ • ... Die flüssige Lage des offenen Geldmark- tes ermöglicht der Börse diese Bewegung nut- zumachen. Die trotz der bedeutend vergrößerten Engagements glatt erfolgte Medioprolon- gation und die Erscheinung, daß dieInland- a n l e i h e n trotz der Höhe her, im Börsengeschäft investierten Summen weiter glatt auf g e - i eod)tnntI . nommen werden, waren für sie ein besonderer | Buderus...... Ansporn den namhaften auswärtigen Kaufen Gefolgschaft zu leisten. Die Herabsetzung der Privatdiskontnotiz zeigt, daß mitten im Medio größere Geldbeträge anlagesuchend herumschwimmen. Trotz aller zuversichtlichen Auf- assungen. die grundsätzlich an sich auch wir be- ... . grüßen, sollte man sich aber vor Uebertreibungcn SetflbM bei der Kursbewertung hüten. Webet! Montan. olle Arten Gewebe ohne Kothen ! 8408a Grotrian-Steinweg Pianinos von seltener Tonschönheit gegen kleine Monatsraten nur im Pianohaus August Förster Gießen Bahnhofstraße 65 B T. * 15 Cttbr. 16 Cftbr. amtliche Noti runa Amtliche Nokternna (Mb Bnci i^eld . Brie' «mll..Nou 167.8H 168,22 167778 168,20 Burn.-AtrrS 1,708 1,712 1.707 | 1,711 Brll.-Antw 11,80 11,84 '1.77 j 11,81 Gbrifilnnta 100,97 101,3-1 100,67 1 100,93 Äopcnbaoen 111,79 111,99 111,69 111,97 Stoctdolm 112,14 112,42 112,14 112.42 HelsinoforS IO,5.'> 10,59 10.648 , 10,588 aialttn . . 17,02 17,06 17,26 i 17,30 London. - 20,358 .'0,408 20,36 20,41 Wemwrt . 4,10'» 4.205 1,19a 4.205. 'Barlt. 12,09 12,13 12.08 12,12 ednvcti . 81,05 01,25 81,05 61,25 Svantrn . 64.56 64,72 6.1,27 63.4:i Japan . . . 2,033 2.017 2,041 2,04., in io dc Jan 0.562 n.564 0.552 0.554 Wien in D-» Lest- adgesl 59,19 »9,33 59.19 59,3:1 Prao ... 12,42 12,46 12,422 12,462 Belgrad . . 7,417 7,4.17 7.417 7,437 Budapest - - 5.87 5,89 f,872 5,89! Bnla arten 3,042 3,052 j,034 .1,044 t'issadon 21,475 .1,525 21,675 21,623 Danzig. . • 81,38 81.58 81,38 81,58 Konstantin. 2,17 2 18 2.167 2,177 Alben 6,14 5,16 5,09 5,11 (.<"anada. . i,i9<> 4,206 4.196 4,266 UrnqnaV) . . 4,rv.-> 4.215 4.205 4,215 , ( Eintritt 9 J ^ei. Stemer’s- Reform- Paradies-Betten Ihre Verlobung geben bekannt Laser 7175a Carl Schunck MW, MM8W Gießen, den 17. Oktober 1926 Bückingstraße 3 Rodbeimer Straße 54 Statt Karten! (Eintritt frei! 07212 Ihre Verlobung zeigen atu Naturheilverein Saalbau Sauer Flur XXII 11 8489D XXII Wettet 4 Statt Karten! 071 Auf zur Kachkirmes nach Annerod! am Sonntag, den 17. Oktober Ts ladet fteundlichst ein 0,201 Die Burschenschaft und Gastwirt Ph. Engelhardt. hl zur M-Klrmes nach Annerod am Sonntag, dem 17. Oktober. Es ladet freundlichst ein O72l0 Gastwirt Ph. Wächter. n Kloppenheim Ilbenstadt — 17. Oktober 1926 Dumntbln tiel Bettfloffe, duschen KInfos, Jrrtgatorc «UsUeripritzcn verban-stoffe Kreaz-Drogene Bahnhofstr. 51 3363a EinBeispiel Dieser moderne Mantel in verschiedenen Farben, mit angewebtem Futter kostet während der gegenwärtigen Werbetage /7V\ mänteln im Preise reduziert 0T14) Bekleidungshaus HIRSCH MarktstraOe 22 Nr. 243 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) ,1,1, . 1 *' ' «MW "-■» ■■ —pm«—— Samstag, 16. Moder 1926 Städtische Vcmprobleme m Gießen. Wer Die bauliche Entwickelung unserer Stadt in den letzten Jahren überblickt, wird seststellen muffen, daß wir trotz der Abte und Hemmungen Dieser Zeit recht beachtenswert varangekommen sind. Die Wohnungsbautätigteit wurde von der Stadt tatkräftig gefördert: in den letzten drei Jahren (1921 bis 1923) sind insgesamt 194 Wohnungen von der Stadr gebaut b;w. unter maßgeblicher städtischer Mitwirkung als Vauge- nofienfchafts- oder Privatoau finanziert und erstellt wcrien. Wenn dadurch die Wohnungsnot auch nicht behoben wurde, so steht doch fest, das) dieses Liebel durch die Aktivität der Stadt eine Linderung erfahren hat. Als größere Aufgaben wurden im vorigen Jahre der Dau der Dolks- Halle und in diesem Sommer der Lim- und Anbau der Bezirksschule an der W e st - anlage bewältigt. Ein reiches Maß von Arbeit brachten weiter die Daulanderschlie- ß u n g bei der Schönen Aussicht, die Straßenneubauten im Schiffenbergertal und die Straßenerneuerungen in den verschiedensten Stadtteilen, über die wir heute im lokalen Teil im einzelnen berichten. In all diesen Werken treten Arbeitsleistungen unseres Stadtbauamtes zutage, die nur Der richtig einzuschätzen vermag, der die Verhältnisse des Bauamtes, namentlich hinsichtlich seiner Personalstärke kennt, und der ferner berücksichtigt, daß neben den hier als Stichprobeü aufgezählten Schöpfungen noch eine gewaltige Fülle anderer, rein verwaltungsmäßiger Arbeiten einhergeht. So anerkennenswert diese Leistungen unserer Stadtverwaltung und des Stadtbauamtes sind, so verfehlt wäre es aber, wenn man sie als Großtaten ansehen würde. Abgesehen von dem Volkshallebau und vielleicht noch von dem Dezirks- schulbau bewegen sich alle Werke auf selbstverständlichem Durchschnittsniveau. Diese Feststellung soll gegen niemand ein Vorwurf sein. Die bisherigen Verhältnisse der ^Nachkriegszeit gestatteten eben nicht, baulich Großes zu vollbringen, oder auch nur soweit vorzuöereiten, daß man mit Der Lösung Der überragendsten Hauptpunkte in naher Zeit rechnen könnte. Rur die im Prinzip beschlossenen Schulhausbauten (das neue Volksschulhaus in den Eichgärten und das Fortbildungsschulgebäude in der Credner- ftraße) bilden hier neben der Volkshalle und der Dezirksschule eine Ausnahme, Deren besondere Dringlichkeit allerdings durch einen zum Teil jahrzehntelangen Mangel unverkennbar unterstrichen wurde. Betrachten wir uns die großen baulichen Fragen unserer Stadt, so richtet sich unser Dlick zuerst auf Den G ene r al - Bebauungsplan. Schon seit einer Reihe von Jahren gewünscht, Dann gefordert, schließlich dringlich gefordert, gehört er noch heute — und wer weiß wie lange noch! — zu den großen Fehlposten in unserer kommunalen Rüstkammer. Das ist sehr bedauerlich, beim von seiner Gestaltung hängt natürlich die dringend notwendige gesamte Reuordnung unserer Grundstückspolit k. die städtebauliche Zuk'instsbestimmung im weitesten Ausmaß und in vielseitigster Form, Die Einordnung Der Dienst- barmachung unserer Wasserkräfte in die moderne städtebauliche Planung usw. ab. Eine weitere sehr große Angelegenheit in unserem Stadtbauprogramm Der Zukunft sind Die Lahnkanalisierung und die Schaffung eines Lahn- kraftwerkes für die Elektrizitätsversorgung unserer Stadt und des wirtschaftlichen Hinterlandes. In Verbindung mit diesen beiden Aufgaben stehen zwei bedeutsame (21 ebenfragen mit zur Entscheidung an: die Frage, ob wir einen Lahnhafen schaffen sollen, oder ob das dem Labnkanalverein zu überlassen wäre und welcher Geländeteil unserer Lahngemarkung dafür zu bestimmen ist, ferner die Frage, welcher Geländeblock — . ob das Heuchelheimer Feld oder Die Gemarkung nach Krofdorf zu — als I n d u st r i e - land in die Kalkulation einzustellen ist. Das große Arbeitsbcschaffungsprogramm Der Reichsregierung bietet Die Möglichkeit, diesen ganzen Lahnfragenkomplex unter Llmständen schneller aufzurollen, als mancher Mitbürger heute denkt, zumal doch ohne weiteres anzunehmen ist, Daß auch Der Lahnkanalverein angesichts Der jetzigen Gunst der Verhältnisse Schritte zur restlosen Verwirklichung seines Lahn- kanalisierungsprogramms unternommen hat. Im übrigen werden diese Vermutung und ferner unsere Ansicht. daß die Lahnprojekte, Die heute noch etwas in Der Ferne zu stehen s ch e i n en , sehr rasch wichtigste Gegenwartsfragen werden können, durch die gestrige Rachricht aus dem Preußischen Landtag bestätigt. W r glauben uns nicht zu täuschen in der Annahme, daß die Reichsregierung und der Freistaat Hessen der Schiffbarmachung der Lahn bis Gießen wohlwollend gegenüberstehen werden, beim dadurch würde ein Gebiet mit recht bedeutsamen wirtschaftlichen Gütern in aussichtsreichster Weise zum Ruhen Der deutschen Ges amtwirt schäft und zum Vorteil Der engeren Heimat an Die großen Wasserstraßen angeschlossen werden. Im Zusammenhang mit Der Lahnkanalisation wäre wohl auch an der Frage Der Wieseck-Regulie- rung nicht vorbeizukommen, und damit würde die Aufgabe zu lösen sein, das Gelände im Wiesecktal zwischen der Ostanlage/Moltkestraße und dem Philosophenwald in neuer Zweckbestimmung zu bearbeiten. Von außerordentlicher, ja in hohem Maße zukunftsbestimmender Wichtigkeit ist ferner die Eisenbahnfrage. Diese ist eines der heikelsten Kapitel unserer Kommunalpolitik. Es wird niemand bestreiten, daß Die gegenwärtige Streckenführung Der oberhessischen Bahnen für Die bauliche und verkehrstechnische Entwickelung unseres südlichen Stadtbezirks immer unerträglicher w.rd. Die Wohnungsbautätigkeit un südlichen Stadtviertel schreitet kräftig vorwärts, aber das städtische Hauptverkehrsmittel, die Straßenbahn, kann der Ausschließung dieses Gebietes nicht in Der erforderlichen Weise dienlich gemacht werden, weil die Bahnkörper der vberhessischen Strecken im Wege sind. Vielleicht könnte der Bahnkörper Da. wo er noch ö’e Gleise beider Strecken trägt (Ludwigstraße) gehoben oder aber eine geeignete Straße an der Kreuzung mit der Bahn gesenkt werden, um der Straßenbahn Durchlaß nach Süden zu verschaffen. Jedoch wären alle diese Maßnahmen nur Rotbehelfe und keine Dauerlösung. Eine endgültige Lösung Der schlimmen Zustände kann nur durch die weite Hinausverlegung der oberhessischen Bahnstrecken aus dem Weichbild der Stadt erreicht werden. Die Lösung dieses ungemein bedeutsamen Problems wird natürlich schon in der Vorbereitung eine Fülle von Arbeit bringen, außerdem wird sie nicht ohne beträchtliche Opfer der Bürgerschaft zu erzielen sein. Jedoch wäre Dabei zu beachten, Daß Lebens- notwendigkeiten unter Llmständen auch mit fühlbaren Opfern erkauft werden müssen. Sehr ernste Beachtung erfordert auch die Friedhof f r a g e. In etlichen Jahren wird der Reue Friedhof belegt fein. Die rechtzeitige Erfahbefchaf- ung dürfte den verantwortlichen Kreisen wohl noch manches Kopfzerbrechen machen, denn man kann für diesen Zweck nicht ein xbeücbig:sTerrain bestimmen. Mangel an Grundbesitz hat die Stadt ja nicht, Die Frage ist aber, welcher Teil davon auf Jahrzehnte hinaus für Friedhofszwecke fest- gelegt werden kann, ohne andere dringende Aufgaben und zukunftsreiche Pläne zu beeinträchtigen. Eine weitere große Aufgabe der kommunalen Zukunftsarbeit ist die gedeihliche Lösung der Gaswerkfrage. Cs besteht wohl nirgends ein Zweifel darüber. Daß Die Verlegung dieses tädtischen Betriebs auch nicht mehr allzulange hinausgeschoben werden kann. Die Klärung der Vorfragen und Die Ausführung des Planes werden Anstrengungen von recht beachtlichem Ausmaß notwendig machen. Endlich sei noch kurz Darauf hingewiesen, Daß wir in absehbarer Zeit wohl auch mit einer Rathausbau- Frage zu rechnen haben werden. Daß die gegenwärtige Unterbringung Der Olcmter in verschiedenen Stadtvierteln den Gang der Verwaltungsarbeit erschweren muß und vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt auch nicht besonders erfreulich ist, steht außer jeder Frage. Zusammenfassung der Aemter an einem Platze, damit die wirtschaftlichste Ruhbarmachuna des gesamten Apparats ermöglicht wird, jede Verzettelung von Kraft und Geldeswert auf hört, das wird eine besonders wichtige Angelegenheit der berufenen Stellen sein, um Deren Inangriffnahme man nicht mehr lange herumkommen kann. Wir sehen aus diesem kurzen Lieberblick. Daß unsere Stadtbauverwaltung neben all ihrer laufenden Arbeit innerhalb weniger Jahre noch eine lange Reihe sehr bedeutsamer Ausgaben zu bearbeiten und in bestmöglichster Weise zu lösen haben wird. Ratürlich kann nicht alles von heute aus morgen geschehen, aber gar manche Sache ist doch dabei, an Der nicht mehr allzu viel hinauszuschieben ist. Reben Der Frage, wie unsere Stadt Diesem Sack voll Ausgaben in finanzieller Hinsicht gerecht werden dürfte, erhebt sich nach unserer Ansicht die nicht unbeDeutenDe Vorfrage, ob der A-parat unserer Stadtbauverwaltung mit Kräften so ausgestattet ist, Daß er die Vorbereitung zur Lösung all dieser Probleme in sachdienlichster, fefgrdfenDer Art bewältigen kann. Wir fürchten, Daß in dieser Hinsicht nicht alles so ist, wie Die Größe der Aufgaben es erfordert. Soweit wir unterrichtet sind, ist Die Zahl Der etatmäßigen Beamten Der Stadtbauverwaltung heute nicht größer und Die Der A tgestellten nur wenig größer als vor Dem Kriege, Dagegen ist Die Fülle Der zur Lösung Drängenden Probleme gewaltig angeschwollen. Wir stimmen dem Standpunkt bei, daß möglichste Sparsamkeit in allen Zweigen Der Verwaltung geübt werden muß, es wäre u. E. aber nicht richtig, eine allzu große Sparsamkeit auch an den Stellen zu üben, wo Die bedeutsamsten Probleme für Die Zukunft Der Stadt zu bearbeiten und zu lösen sind. Wenn hier Versäumnisse oder Llnterlassungen eintreten — die bei allzu knapper Bemessung der Kräfte unausbleiblich sind — Dann können der Gesamtheit Der Bürgerschaft Rachteile in verschiedenartigster und allerschwerster Gestalt entsteh ’n. Wir fordern ' nicht etwa neue Beamtenstellen für Die Bearbeitung Der großen Zukunftsaufgaben, in erster Linie Des grundlegenden General-Bebauungsplanes, aber wir möchten wünschen. Daß für Die Arbeit an Den zahlreichen großen Projekten die Kräfte verfügbar gemacht werden — evtl, durch Einstellung geeigneter Männer auf Zeit, D. h. auf Kündigung —, Die notwendig sind zur zuver- läfsigsten und doch raschesten Durchführung Der grundlegenden Dorbereitemgs- und Oluf bau arbeiten. Mit einigen tausend Mark jährlichen Aufwendungen für sorgfältigste Sachvorbereitung und «bcarbeitung können unter Llmständen HunDert- taufenDe gespart werden, Die etwa später auf» tretende Mängel an ausgeführten Projekten kosten würden. Der Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden- Don Bürgermeister Dr. D ö l f i n g, Alsfeld. Als im Jahre 1919 durch Die Erzbergersche Finanzreform das Deutsche Reich auf Grund des Einheitsgedankens die einheitliche Bewirtschaftung Der Steuerkraft des gesamten Volkes für sich in Anspruch nahm. Die Den Ländern und Gemeinden ihre seitherige Steuerhoheit raubte, wurde dadurch ein Problem geschaffen, das bis auf den heutigen Tag noch nicht als gelöst zu betrachten ist. Die Entwicklungsstufen des notwendig gewordenen Ausgleichs zwischen dem Reich und den bisherigen Steuergläubigern, den Ländern und Gemeinden, Die dieser bisher Durchlaufen hat, waren eine ununterbrochene Reihe von schweren parlamentarischen Kämpfen, von langwierigen Verhandlungen zwischen Den Vertretern des Reiches und Der Länder. Llni- torische und föderalistische Gedanken, finanzwirtschaftliche und politische Interessen stießen hart aufeinander, und nur durch gegenseitige Konzessionen war überhaupt eine Regelung möglich, Der man freilich ihren Charakter als Kompromiß mit allen seinen Mängeln überall ansieht. Der zähe Kampf insbesondere Der deutschen Gemeinden gegen das Dotationsshstem, das die Länder und Gemeinden zu Kostgängern des Reiches gemacht hat, war insofern von Erfolg gekrönt, als durch das Gesetz über QtenDerungen des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden vom 10. August 1925 im § 8 Die Länder und Gemeinden nach Maßgabe eines besonderen Reichsgesetzes die Befugnis erhalten haben, vom 1. April! 927 ab selbständig Anteile an der Einkommen- und Kör- Perschafts st euer zu erheben, eine Forderung, Die Der Deutsche Stäkstetag und der Land- gemeinöetag immer wieder im Laufe Der Entwickelung des Finanzausgleichs mit allem Rach- druck vertreten haben. So sehr auch Der auf dieser Grundlage zu erwartende endgültige Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden von allen Ländern und Gemeinden begrüßt werden wird, der diesen wieder ihre Steuerhoheit und ihre Selbstverwaltung bringen und insbesondere eine gerechtere Verteilung der Llm- lagebedürsnisse der Gemeinden bringen soll, so wird doch kein einsichtiger Kommunalpolitiker die großen Schwierigkeiten und Gefahren übersehen dürfen, die das Zuschlagsrecht in sich birgt. Vor allem Darf man sich Darüber nicht im unklaren sein, Daß bas Reich auf alle Fälle Dabei Die Tarifh 0 heit beibehalten wirb, Damit nicht eine vom reichsgesetzlichen Einkommensteuertarif abweichende Progression oder ungleichmäßige Belastung Der Steuerpflichtigen in Den ßänbern unD GemeinDen erfolgt. Dies wird in Der praktischen Durchführung schon von vornherein eine gewisse, vielleicht starke BinDung Der Länder- und Gemeinde Zuschläge zur Folge haben, Die wohl zu Enttäuschungen führen kann. Aber größer ist noch eine anbere Gefahr. Bei Der Derzeitigen Gestaltung Des Einkommensteuer- bzw. Lohnsteuertarifs ist wohl Der größte Teil Der Lohnempfänger steuerfrei. Wenn aber kein steuerpflichtiges Einkommen vorhanDen ist, können auch keine Zuschläge erhoben werben. Die Folge wirb bann sein, baß in vielen Gemeinden die Erhebung selbständiger Anteile an der Einkommen- und Körperschaftssteuer einen ungenügenden finanziellen Effekt haben wird. Diese Befürchtung wird in erster Linie gelten müssen für die reinen Jnbustrie- gemeinben, hauptsächlich bie größeren ßanbgemein- ben, beren Bevölkerung sich überroiegenb aus Lohnempfängern zusammensetzt. In solchen Gemeinben wirb jebenfaUs bas finanzielle Ergebnis ber Ein- kommensteuerzuschläge in keiner Weise ausreichen, um bie seitherigen Uederweisungen aus ben Reichssteuern nach bem Dotationssnstem zu ersetzen. Die Folge wird ein in feinen Auswirkungen nicht zu überblickender Einnahmeausfall für alle diese Gemeinden sein. Zur lleberminbung dieser Schwierigkeiten und Gefahren gibt es nur zwei Wege, entweder eine andere Gestaltung der Freigrenze für ben Steuerabzug vom Arbeitslohn (zur Zeit RM. 1200 jährlich nebst ben Familienermäßigungen) bahingehend. Daß Die Freistellungsgrenze so herabgesetzt wirb, baß Die Zahl Der einkommensteuerpflichtigen Lohn- unb Gehaltsempfänger wesentlich größer wirb als bisher, ober aber cs bleibt als zweiter Weg nur übrig bie steuerlicheErfasfung des steuerfreien Existenzminimums durch die Gemeinden, d. h. den Gemeinden müßte das Recht verliehen werden, von dem Mindesteinkommen, das von der Reichseinkommensteuer befreit ist, nun ihrerseits Einkommensteuer zu erheben. Beide Wege sind jedenfalls sehr dornenvoll und dürsten ber Ausgangspunkt heftiger politischer Kämpfe in allen Parlamenten werben. Die Kommunen werben jeben- falls wenig Luft verspüren, ein Derartig schwieriges unD unglückseliges Experiment, wie es die Besteuerung des steuerfreien Existenzminimums ist, zum Gegenstand ihrer Finanzpolitik zu machen, da sie hierbei in Den OemeinDcuertretungen auf Die größten Schwierigkeiten stoßen würben. Einen Vorläufer hat biefe Jbee in ber Praxis bereits gehabt, als man auf Grunb bes § 30 bes Lcmbessteuer- gesetzes vom 30. März 1920 ben Gemeinben bie Befugnis verlieh, ihrerseits ben reichssteuerfreien Einkommensteuerteil zu besteuern. Durch bie Aenberung bes Einkommensteuergesetzes wurde im Jahre 1921 dieses zweifelhafte Steuererperimcnt wieder beseitigt, bevor es noch in Wirksamkeit getreten war. Kommt man aber zu der Ueberjeugung, baß bie Besteuerung bes steuerfreien Existenzminimums burch Länber unb Gemeinben in einer so schwierigen Zeit, wie bie gegenwärtige, mit ihrer Verarmung bes ganzen Dolkskörpers nach ber Inflation unb bem immer noch nicht ausgeglichenen Verhältnis zwischen den Lohnen unb ben Preisen ber allgemeinen Lebensbebürfnisse, praktisch unmöglich sein wirb, so wirb nichts anderes übrig bleiben, als ben ersten Weg zu beschreiten unb die Freigrenze für den Steuerabzug vom Lohn, wie oben ausgeführt, herabzusetzen, um überhaupt Das Zuschlagsrecht zur Einkommensteuer einigermaßen zur Auswirkung zu bringen. Auch bei Dieser Losung werben heftige Auseinandersetzungen zu erwarten ein, da sich die Wirtschaft entschieden gegen eine olche Maßnahme wehren wird. Da weiterhin unter olchen Umständen bie Gefahr erwächst, baß bie Real steuern, bie Grunb- unb Gewerbesteuer, noch mehr angespannt werben, ifin bie fehlenben Einnahmen aus ber Einkommensteuer zu ersetzen, so erscheint es als eine ber wichtigsten Forberungen im fommenben enbgültigen Finanzausgleich, baß bie Realsteuern in eine bestimmte R e - lation zu ben Zuschlägen zur Einkommensteuer gebracht werben, unb baß eine größere Beweglichkeit in ber Staffelung ber Zuschläge zugestanben wirb. Im Zusammenhang mit biefen Fragen gewinnt eine Aeußerung bes Reichsfinanzministers Dr. Reinh 0 lb Interesse, bie bieser gelegentlich ber Tagung bes Reichsoerdanbes ber Deutschen Industriellen in Dresden in seiner programmatischen Rede getan hat, indem er erklärte, daß man sich vor der Einführung der Zuschläge zur Einkommensteuer auch die Einkommensteuer selbst einmal entschieden ansehen müsse. Jedenfalls rechnet man also in maßgebenden Kreisen damit, daß bas Zuschlags- recht Aenberungen in ber Einkommen- ft e u e r bringen wirb. Wenn trotz ber geschilberten Gefahren unb Bebenken sich bie kommunalen Spit- zenoerbänbe, ber Deutsche Stäbtetag, ber Reichs ftäbtebunb unb ber Deutsche ßanbgemeinbetag, auch letzthin roieber auf ihren Tagungen für bas Zuschlagsrecht zur Einkommensteuer ausgesprochen haben, so tun sie bies in ber Erwartung, baß auf biefe Weise bie Gemeinben roieber ihre Steuerhoheit unb ihre Selbstverwaltung erlangen werben, welche Die Grundlagen für jede gedeihliche Entwicklung aller Gemeinwesen find, und welche unsere deutschen Städte so groß und leistungsfähig gemacht haben. Ist Der kommenDe enDgüüige Finanzausgleich nach allen diesen Erörterungen ein schweres Sorgenkind für bie ßänber unb Gemeinden, so bedrückt diese aber noch eine weitere Sorge. Rach den Ausführungen bes Staatssekretärs Dr. P 0 p i tz, bie dieser vor kurzem auf der Tagung des Zentral- verbandcs des Deutschen Großhandels in Düsseldorf machte, steht außer Zweifel, baß Der endgültige Finanzausgleich, der nach der gegenwärtigen Gesetzgebung am 1. April 1927 im Zeichen der Zuschläge zur Einkommensteuer kommen soll, an diesem Zeitpunkt nicht kommen wird. Der Grund, weshalb dieser Termin nicht eingehalten werden kann, liegt nach ben Ausführungen von Dr. Popitz vor allem in ber Kürze ber zur Verfügung ftebenben Zeit, unb ferner baran, baß bie für bie Entscheibimg bes Problems notmenbigen Finanzstatistiken über bie einzelnen Steuerarten nicht rechtzeitig abgeschlossen und geprüft werben können. Diese letztere Begründung wird jedem ohne weitere- glaubwürdig er- scheinen, der einmal in diese Finanzstatistiken mit ihrer nicht mehr zu überbietenden Detailarbeit, die für alle Gemeinden im Deutschen Reiche mit über 5000 Einwohnern voroeschrieden sind, Einblick genommen hat. Es entsteht nun die Frage, was unter diesen Umständen am 1. April 19 2 7 geschieht. Diese Frage kann nur dahingehend beantwortet werden, baß ber gegenwärtige Finanzausgleich um ein weiteres Jahr verlängert werben muß. ßänber und Gemeinden müssen mit Nachdruck fordern, wie dies auch ber Deutsche ßanbgemeinbetag auf feiner letzten Tagung in Mainz getan hat, baß bie vom Reich bis zum 31. März 1927 ben ßänbern unb Gemeinben gegenüber übernommenen Garantien, gewährt nach ben Erträgen an Umsatzsteuer einerseits unb an Einkommen- unb Körperschaftssteuer an- bcrerfeils, um ein Jahr verlängert werden, und daß ferner angesichts der im Gegensatz zu den Gemein- den günstigen Finanzlage des Reiches der Anteil der ßänber unb Gemeinben aus der Einkommensteuer und Körperschaftsfteuer von 75 Prozent wieder auf 90 Prozent erhöht wird. Weiter muß gefordert werden, daß alle diejenigen steuerlichen Aen« berungen, bie mit ber Einführung ber Einkommen- steuerzufchläge Zusammenhängen, erst bann in Kraft treten, wenn bie Zuschläge in Wirksamkeit getreten finb. Dies gilt vor allem von ber Gemeindegetränke- fleuer, bie nach bem bekannten § 14 a bes Gesetzes vom 10. August 1925 bei dem gegenwärtigen Stand Der Gesetzgebung nur noch bis zum 31. März 1927 erhoben werben barf. Der Abbau bieser Steuer, Der einen Teil bes heutigen Finanzausgleichkompro- misses bilbet, unb beren Enbzeitpunkt erklärt sich aus bem nach Artikel I 8 8 des Äenberungsgesetzes vom 10. August 1925 vorgesehenen Recht der ßan- ber und Gemeinden, traft besonderen Reichsgesetzes selbständig Anteile an ber Einkommen- und Körperschaftssteuer zu erheben. Aus biefen Teilen hofft man ben Ausfall ber Getränkesteuer zu decken. Tritt aber am 1. April 1927 das Zuschlagsrecht nicht in Kraft, so ist es eine logische Folgerung, daß der Enbzeitpunkt für bie ©eme'inbcge- tränfefteuer so lange hinausgeschoben wirb, bis bie Zuschläge zur Erhebung kommen, also minbeftens bis zum 31. März 1928. Auch biefe Forderung müssen die Gemeinden für bie Uebergangs- zeit zwischen bem 1. April 1927 unb bem enbgul- tigen Finanzausgleich erheben. Jebenfalls muß Damit gerechnet werden, daß die llebergangslöfung bei dem bekannten Standpunkt des Reichs-inanz- ministers eine Quelle neuer Sorgen und Kämpfe für Länder und Gemeinden werden wird. Zum Schlüsse kann eine Anklage nicht unwidersprochen bleiben, bie ber Reichsfinanzminister Dr. Reinhold auf der schon erwähnten Tagung des Reichsverbandes ber Deutschen ßnbuftrie in Dresden gegen bie ßänber unb Gemeinben erhoben hat, inbem er erklärte, es sei sinnlos, wenn bas Reich Steuern ermäßige, anbererfeits aber mieber Länder unb Gemeinden die Steuern erhöhten. Wenn dieser Fall eingetreten ist, so Haden Länder unb Gemein- ben babei unter bem Druck bes Steuerausfalls unter Dem Druck bes Steuermilbe- rungsprogramms Der Reichsrcgierung ins» befonDere Den GemeinDen gebracht hat. Die GemeinDen erheben schärfsten Wibsrspruch Dagegen, Daß an sich wünschenswerte Steuermilberungen seitens bes Reiches 1 ebig 1 ich auf Kosten ber Gemeinben erfolgen. Wenn bie Reichssteuer. Überweisungen bauernd gemildert werden, ohne daß man den Gemeinden bie Ausfälle ersetzt, so sind schließlich bie Kommunen gerabezu gezwungen, ihrerseits ihre eigenen, bie Wirtschaft schwer be- laftenben Realsteuern weiter zu erhöhen. Ein solcher Zustanb ist aber kein Finanzausgleich mehr. Inzwischen ist ber Entwurf bes Reichsfinanz. Ministeriums über bie Hinausschiebung bes enbgültigen Finanzausgleichs bis zum 31. März 1928 fertiggestellt worben. Soweit sein Inhalt bis jetzt bekannt ist, bebeutet er eine schwere Enttäuschung für bie Gemeinben unb auch für die Länder, denn eine Hauptforderung, die Erhöhung der Länder- undG etn einbeanteile an Der Einkommen- unD Körperfchaftssteuer auf 90 Prozent ist Darin nicht erfüllt; ebenso will Das Reich auf eine Verlängerung ber gegenwärtigen Garantie für bie Umsatzsteueraufbringung für 1927 nicht eingehen. Dieser Zwischengesetz, entwurf, ber anstatt ber geforberten Besserstellung ber ßänber unb Gemeinben bie Gefahr einer weiteren Verringerung ihrer Anteile bringt, ist ein be- zeichnenbes Symptom für bie im enbgültigen Finanzausgleich zwischen Reich, ßänbern unb Gemeinben von feiten ber Reichsregierung zu erwar- tenben Stellungnahme, welche bie ßänber unb Gemeinben roieber auf ben Plan rufen wird, um mit allem Nachbruck bafür zu kämpfen, baß bas Pro- blem bes Finanzausgleichs so gelöst roirb, baß Länder und Gemeinden wieder zu einer gesunden Finanz- unb Steuerpolitik kommen, bei ber sie nicht nur gerabe noch existieren, sonbern auch ihre kulturellen Aufgaben an bem allgemeinen Ausbau er- füllen können. Der (BaDusmarht in Grünberg. t Grünberg. 15. Oft. Der Beginn des Gallusmarktes war am Dienstagnachmittag recht vielversprechend. In den Straßen und auf dem Marktplatz war allenthalben regste Tätig- keit zu bemerken, in den Geschäften wurde überall die letzte Hand an die Herrichtung der Schaufenster und der Warenstände gelegt. Der Besuch der Stadt war bereits sehr stark. In der Rächt zum Mittwoch trat leider Regen ein. trotzdem aber brachten die Züge aus Gießen. Alsfeld. Lich und der Rabenau Tausende von M a r k t b e s u ch e r n. die bei dem am Rachmittag einsehenden besseren Wetter auch voll auf ihre Rechnung kamen. Auif dem Pferdemarkt standen etwa 80 Pferde zum Verkauf. Der Handel ging zunächst flau, erholte sich aber allmählich. Das zum Verkauf angebotene Material war zum großen Teil ausgezeichnet. Die Preise hielten sich in mäßigen M l m nem M Wt machte. lich DRTHOMRSON'S ^IFENPULVEk I l F Vernehmung noch seiner seine Tat so keinerlei Reue, gab vielmehr Freude darüber Ausdruck, daß gut gelungen sei. Preußen. Rheinhessen. Ein 17 jähriger Muttermörder. WER. Bingen, 15. Oft. Der in Aßmanns- hausen geborene 17jährige Taglöhner Wilhelm Konrad, der in einer hiesigen Weinhandlung beschäftigt war, hat gestern abend im Hausflur der elterlichen Wohnung seine 42 Jahre alte Stiefmutter erstochen. Der Täter blieL ruhig neben der Toten stehen, bis die von dem entsetzten Bater herbeigerusene Polizei kam und Zrenzen, sie schwankten zwischen 100 und 200 Mk. ür geringere und 800 bis 1000 Mk. für beste Tiere. Es verblieb großer Llebcrstand. Am Mittwvchnachmittag erfreute der R e i t- i n ö Fahrverein die sehr große Besucher- char durch hervorragende reitsport- . iche Vorführungen, die allenthalben lebhaften Beifall fanden. Die erste Gruppe (Grün- 5crg) errang im Schulreiten mit zehn Pferden i>ei 117 Punkten den Ehrenpreis, die zweite Abteilung (Mücke) erhielt mit fünfzehn Pferden bei 120,2 Punkten den dritten Preis, die drttte Abteilung (Grünberg) mit zehn Pferden bei 165,3 Punkten den vierten und die vierte Abteilung Rieder-Ohmen) mit sieben Pferden und 90,6 punkten den zweiten Preis. Im Einzelreiten erhielten Ide, Grünberg, den ersten. E r 6,_ Stangenrod, den zweiten, Karl Iöckel, Grünberg, den dritten, Schlosser, Grünberg, den vierten preis. Trotz des starken Besuches der Reiterspiele erli t der Menschenandrang auf dem Marktplatz keine Einbuße. . Die Gesamtzahl der Besucher wird ruf etwa 12 000 Personen geschäht. Rach den bisherigen Feststellungen war die Grünberger Geschäftswelt mit dem Ergebnis des ersten Gallusmarkttaqes außerordentlich zufrieden, obwohl dec Rindvieh- und der Schweinemarkt ausgefallen waren. Auch am zweiten Gallus- markttag war der Besuch von außerhalb sehr st a r k, so daß die Hoffnungen aller Ge° sch^'' kreise auch an diesem Tage Erfüllung ge- fiW*4. haben dürsten. .'S D'id' Dürh M1 auf 1 «Ding V M ®eiBei roten zob - Mutte tzrrte. Ue- jine Ben' Ltir a Is Kaffee* Frau E. B. in H. schreibt: „Mein Mann trinkt Ihren Kaifee, ohne zu merken, daß es kein reiner Bohnenkaffee ist, sondern Quieta". Gold 120 Pfff.. Gelb 90 Pfff.. Rot 55 Pfff.. Grliu 28 Pfg. Quieta ist 2—3 mal so ausgiebig wie Bohnen- und Malzkaffee! entscheidet sieh das Schicksal Jhrer Wäsche. WWM und Sie selbst haben es m der JSand. benutzen jyr Sie daher zum Waschen A nichts anderes a/s )\ wShontpsoM's Seifetipulven und Seiftx (beides zusammen W) Sie haben dann die He - wißhe/f daß Jhre Wäsche geschont und nicht angegriffen wird. Fehlen der Wasserleitung. Auch die größeren Orte der Umgebung, wie Nieder-Ohmen, Merlau und Flensungen sind noch ohne Wasserleitung. Sollte es nicht durch verständnisvolles Zusammenodeiten der in Frage kommenden Gemeinden möglich sein, dem allgemein ersehnten Ziele einer zeitgemäßen Wasserversorgung näherzukommen? Starkenburg. "Darm st ad t, 15. Oft. Die Stad 1 Darinst a d t hatte einen künstlerischen Wettbewerb zur Erlangung von Cntwür'en für geschäftliche Anpreisungen ausgeschrieben, der sich aus Darmstädter Architekten beschränkte. In der ersten Gruppe wurde nur ein Preis verteilt, der dem Regierungsbaumeister Weber zufiel. In den beiden anderen Gruppen waren Studienrat Stumpf von der Baugewerkschule zusammen mit den Bauschülern Schneider, Ginsfeld, Masche und Kern Preisträger. Meon zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. WER. Mainz, 15. Oft. Zu Beginn der gestrigen Rachmittagssihung im Meon-Prozeß wurde zunächst die Zeugenverneh m u n g beendet. Im Anschluß daran erstattete Sanitäts- rat Dr. H i r s ch f e l d (Berlin) sein S a ch v e r - tändiaen-Gutachten, das zu folgenden Schlußfolgerungen führte: 1. Eine Störung der Geistestätigkeit im Sinne des § 52 des R. Str. G. D. sei nicht vorhanden gewesen. 2. Dagegen liege die Verminderung der Zurechnungsfähigkeit im Sinne einer schweren Neuropathie vor. 3. Das Rervenshstem Meons^habe sich in einem labilen Gleichgewicht befundeNT^auf kleine Anlässe habe er überwertig reagiert. 4. Eine von langer Hand geplante Handlung halte er nicht für vorliegend. Die von dem Angeklagten angeführten Motive zur Tat beruhten auf einer Selbsttäuschung. Das Geldbeschaffungsmotiv könne auch bei der Affekthandlung eine Rolle gespielt haben. Aus den reflektorischen Vorgängen bei der im A sekt begangenen Tat könne keine Lleberlegung gefolgert werden. Die übrigen Sachverständigen kamen im großen und ganzen zu denselben Schlüssen. Am heutigen vierten Vrrhandlungstag hielt zunächst Oberstaatsanwalt Bechtold seine Anklagerede. Er beantragte, Meon wegen Mordes in Tateinheit mit Raub zum Tode zu verurteilen und auf die üblichen Rebenftrafen zu erkennen. Hierauf sprach der erste Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. R e u s ch ä f f e r. der schließlich beantragte, den Angeklagten wegen vorsätzlicher, jedoch ohne Lieber! e g u n g ausgeführter Tötung eines Men» s.che n zu bestrafen, unter Versagung mildernder Llmstände. In der Rachmittagssihung schloß sich der zweite Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Wolff, dem Anträge seines Vorredners an. Hierauf ergriff der Oberstaatsanwalt noch einmal das Wort zur Entgegnung, worauf der Angeklagte ein kurzes Schlußwort sprach. Rach IVrstündiger Beratung verkündete der Gerichtshof das Urteil. Der Angeklagte wird wegen vorsätzlicher, jedoch nicht mit Lleberlegung ausgeführten Tötung der Anna Gillmann unter Ablehnung mildernder Llmstände zu einer Zuchthausstrafe von 15 Iah r en verurteilt. Wegen der Aneignung des Geldes der Anna Gillmann erhält er eine Gefängnisstrafe von einem Iahr. Als Gesamtstrafe wurde auf eine Zuchthausstrafe voy 15 Jahren erkannt. Wei er wurden dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Iahren aberkannt und die Kosten des Verfahrens auferlegt. Zur Begründung führte der Vorsitzende aus, daß zwar eine Reihe von Momenten dafür sprechen, daß der Angeklagte sowohl bei der Fassung des Planes, als auch bei der Ausführung der Tat mit Lleberlegung gehandelt habe, daß aber andererseits eine Reihe von Gründen entgegenstehen. Der Gerichtshof hält deshalb nicht den vollen Beweis dafür erbracht, daß Meon bei der Tat mit Lieberlegung gehandelt habe. Demgemäß mühte die Verurteilung auf Grund des § 212 des Strafgesetzbuchs wegen Totschlags erfolgen. Wegen der Schwere der Tat müsse den Angeklagten die volle Strenge des Gesetzes tre fen. Mildernde Llmstände müßten ihm versagt werden. Auch die erlittene Llntersuchungshast könne nicht angercchnet werden. aus sie ein, als sie mit einer Schüssel Salat: hereintrat. Durch einen tiefen Stich in die Lungenschlagader getroffen, sank die Frau tödlich verletzt nieder. Der Täter beugte sich dann über die schwer röchelnde Frau und brachte ihr noch drei weitere Stiche in den Brustkorb bei. Der Tod trat auf der Stelle ein. Der Bursche blieb dann ruhig neben seiner toten Mutter stehen. Als die Polizei eintraf, rief der Mörder: „Hier bin ich!" und ließ sich ruhig 'estnehmen. Vollkommen ruhig erzählte er dann, daß er die Tat mit voller Lieberlegung begangen habe. Er wisse ganz genau, daß ihm, weil er noch keine 18 Jahre alt sei, nicht viel passieren könne. Der Bursche zeigte bei seiner geschoben werden müssen. 0 Wetzlar, 15. Oft. Der Verkehrsoer- ein für Stadt und Kreis Wetzlar hat die Einrichtung einer K r a f t po stl in ie Wetzl crr-Weiden- Hausen - Velpertshausen - Reiskirchen - Rauborn-Wetzlar angeregt. Es sind Verhandlungen mit den beteiligten Gemeinden wegen Lleber- nahme der Garantiesummen im Gange, bei denen die Gemeinden auch ihre Wünsche wegen der Gestaltung des Fahrplanes zu äußern Gelegenheit haben. <2> Klein-Rechtenbach, 15. Oft. Der Bau eines neuen Schulhauses für die hiesige Gemeinde, über den vor kurzem im „Greß. Anz." berichtet wurde, wird nunmehr Wirklichkeit. Bei der jetzt vorgenommenen submissionsweisen Vergebung der Arbeiten erhielten folgende Llnter- nehmer als Wenigstfordernde den Zuschlag: Maurerarbeiten Rehorn und H ö ch st - Klein- Rechtenbach, Zimmerarbeiten Schäfer- Rieder- wetz, Dachdeckerarbeiten K r i k a u - Wetzlar, Klempnerarbeiten Brück- Leihgestern und Schmiedearbeiten Schmidt und Rehorn- Klein-Rechtenbach. Mit den Ausschachtungsarbei- ten und der Herstellung der Fundamente ist bereits begonnen. Man hofft, die Schule noch in diesem Herbst im Rohbau fertigstellen zu können. D':e Bauleitung liegt in Händen des Kreisbaurates zu Wetzlar. Wie bei allen Submissionen ähnlicher Art, so war auch hier zwischen dem Höchst- und dem Wenigstfordecnden ein wesentlicher Preisunterschied zu verzeichnen. CO Hochelheim, 15. Oft. Hier stürzte gestern an einem Reubau ein Maurer handlanger aus einer Höhe von einigen Metern vom Gerüst ab und zog sich hierbei erhebliche Verletzungen am Rücken und Llnterleib zu. O Hörnsheim, 15. Oft. Der hiesige Turnverein trägt sich schon lange mit dem Gedanken, eine Turnhalle zu erbauen. Gin dringendes Bedürfnis hierzu ist insofern vorhanden, als jetzt ein geeigneter Raum, in dem der Turnverein seine Llebungen abhalten könnte, nicht Kirche und Schule. Evanq.-kuth. Konferenzen Oberhessen-Ztarkenlmrq. ri. Die vereinigten evangelisch-lutherischen Konferenzen für Oberhessen und Starkenburg hielten im Kronenhof in Frankfurt unter der Leitung von Pfarrer Hch. Wagner, Darmstadt, verbreitete sich in längerem Vortrag über ihr nahm auch der Superintendent für Oberhesfen, Oberkirchenrat Wagner, Gießen, teil und gris wiederholt mit wertvollen Ausführungen und Anregungen in die sehr lebhafte Aussprache ein. Pfr Koller, Kelsterbach, hielt die Eröffnungsandacht. Zur Besprechung stand die Lage der Leipziger Mission und die Tätigkeit der für sie arbeitenden Missionsvereine in Oberhessen (Leiter Stiftspfarrer !?">■ lat. kA Or- ! Ä?' Un Ob"- ft 8? ■8?t: Sss «ÄL ’Wett im ,ei »ich, b,™ $»a bet L,. Ä i» •n' kleine «e Handlung dem An- beruhten ^schassungz. ^jung eine Aschen Dox. Tat könne en. .[amen ün gro. uHen. H ^'ungstag M -lieon wegen ’ Sum Tode L^kuftafen ffe Verteidiger r, der schlich, tvezen vor- Verlegung nes Len. in9 mildernder ung schloß sich lltDr.Dvlss. s an. hinaus l t noch einmal g. woraus der »lutzwort sprach. I verkündete der Das große Würfelspiel. Martina Bilcmar.) Roman von Franz I a d e r Kappus. 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Und jetzt? . Mit ihrem Allas aus der Schulzeit in der Hand, versuchte Martina sich zu orientieren. Eine -ote Zickzacklinie kam heraus, als sie die Orte verland, in denen Benno sich zuletzt befunden hatte. Jnb was er trieb? Nie drückte er sich deutlich aus. Einmal war in seinen Briefen von einem Engländer die Rede, der deutsch lernen wollte. Einmal meldeten zwei Zeilen, daß er das Golfspiel fd)on wie -in Meister beherrsche. Wieder einmal wollte er mit »mein Balkankrösus nach Biarritz reisen Vierzehn Tage später kam eine Karte aus Lugano. Mit keiner Silbe war der Balkankrösus erwähnt. Dafür hieß es: „Was ich treibe? Ich mache Geld. Ohne -ine bestimmte Summe, die ich mir in den Kopf resetzl habe, komme ich nicht zuruck Du weißt >a, Siebes: Ohne Geld — keine Musik. Leise lächelte Martina vor sich hm. Die letzten Monate hatten sie Geduld gelehrt. Ran mußte weiter warten. Im Grunde war .-s ja gar nicht so schlimm, immerfort zu warten. Man gewöhnte sich auch daran. Der Tag würde schon kommen. Es konnte ja nicht anders lein, als daß der Tag einmal kam. Man durfte ihn nur nicht rufen, nicht herbeisehnen, Nicht herbei- zwingen wollen. Alles brauchte feine Zeit zur Reife. Immer verschwommener wurden Bennos Züge. Wie sieht er eigentlich aus? fragte sich Man- lina, als sie mit den Eltern auf der Terrasse des Regina saß. Fragend hob sich ihr Blick von dem weißen Tischtuch, darauf die kleine Lampe mit dem roten Schirm stand. Wie sieht er aus? Niemand gab Antwort. Mit halboffenen Lippen schaute die Mutter aus die vielen Menschen hinab. Das schlen- derte> plauderte, lachte und kaufte Blumen an der Ecke. Jeder der Männer hatte einen anderen Gang, sine andere Haltung. Und doch erinnerte keiner an Benno. Und gar seine Stimme — wie mochte seine Stimme wohl klingen? „Wie meinst du?" Ernst Wilemar sah von seinem Notizbuch auf. Angestrengt hatte er gerechnet. „Nichts, Papa." Eine Arbeitswoche folgte, eine zweite, eine dritte. Wieder einmal war es Sonnabend, zwei Uhr. Rad an Rad reihten sich die Autos in der inneren Stadt. Scharen von Angestellten quollen ans den grauen Häusern der Geschäftsoiertel. Freier waren die Bewegungen all der Männer, Frauen und Mädchen. Sehnsüchtig weiteten sich die Lungen. Scherzworte flogen hin und her. In allen Mienen stand cs yeschrieben: Weck End'. Martina mußte an Heddenhausen denken. Da hielt er vor ihr, den Hut in der Hand. „Einen Unglücklichen haben Sie vor sich, Fräulein Wilemar." „So schlimm wird es nicht fein, Herr Heddenhausen." „Doch, doch. Morgen ist ja Sonntag." Sie mußte lachen. „Fahren Sie irgendwohin iys Grüne. Es kommt Ihnen doch nicht darauf ah. Dis in die Sächsische Schweiz können Sie mit Ihrem Auto. Spielend." „.Nicht bas Richtige." „Warum nicht bas Richtige, Herr Hedben- hausen?" „Der Chauffeur muß seinen freien Tag haben. Unb Montag gibt es eine scharfe Konferenz. Der Verein Deutscher Gummireifen-Fabrikanten geht gegen -mich los." Mißmutig verzog Heddenhausen bas Gesicht. „Ulkig, was?" Mit kurzen Schritten ging er neben Martina. „Sie haben boch bestimmt viele Freunbe, viele Bekannte —," sagte Martina. „Auch nicht das Richtige." „Da weiß ich wirklich nicht, was das Richtige wäre." Heddenhausen blieb stehen. „Ader ich weiß es, Fräulein Wilemar." Mit ichiefgestelltem Kops erklärte er: „Nur gehören leider zwei dazu: ich unb - Sie." „Oh —" Martina war überrascht. „Das wirb nicht zu machen sein, Herr Heddenhausen!" Heddenhausen wurde ernst. „Passen Sie auf, Fräulein WUemar. Ich habe mir etwas ausgedacht, etwas ganz Harmloses — etwas so Harmloses, baß cs fast verrückt ist. Darf ich es sagen?" „Bille, Herr Heddenhausen." „Wir spielen Fremde?" „Was spielen wir?" fragte Martina beunruhigt. „Fremde. Um drei Uhr steigen wir Unter den Linden ein, um sechs wieder aus. Dazwischen liegt bas Spiel. Sie kennen doch Cooks Rundfahrten?" Martina lächelte: „Eine Idee ist das —“ Sie schüttelte den Kopi. Ganz ausgefallen, was? Aber andererseits: unschuldig wie nur etwas! Die drei langweiligsten Stunden sind damit totgeschlagen. Und um sechs geht jeder wieder seiner Wege. Das heißt —" Warum nicht? dachte Martina. Wäre das ein Verbrechen? Heddenhausen hatte Humor. Und Humor tat ihr not. „Wenn um sechs jeder bestimmt seiner Wege geht und Sie keinen Versuch machen, mich zurückzuhalten: gerne. Ich freue mich sogar darauf." „Bravo!" rief Heddenhausen. Tags darauf kam er im Reiseanzug angerückt. „Wenn schon, denn schon," lachte er. Man nahm in der letzten Reihe des knallroten Gesellschoftsautos Platz. Die Schleier der maaeren Engländerinnen wehten. In drei Sprachen schnarrte der Führer seine Erläuterungen herunter. Dor jeder Sehenswürdigkeit klappten die Taschenkodaks auf. Auch Heddenhausen photographierte. Die Siegessäule auf dem Königsplatz nahm er sogar zweimal auf. Nach allen Richtungen flog fein Feldstecher. Vollendet spielte er seine Rolle. Martina konnte bas Lachen kaum verbeißen. Als ber Wagen vor dem Charlottenburger Mausoleum hielt, schlug Hebbenhausen vor, sitzen zu bleiben. Martina war einverstanden. Umsonst lud ber Führer zur Besichtigung ein. Alles sei im Preise der Rundfahrt ja einbegriffen. Heddenhausen streikte. „Nee, Jutester, bot war jcnuch!" Verblüfft wandte sich der Mann den anderen Gästen zu. Fast alle waren ausgestiegen. Heddenhausen lehnte sich auf seinem Sitz zurück. „Schluß mit Jubel. Abschminken. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan." Ernst blickte er Martina an. „Sonst habe ich wenig Talent zum Clown. Ader Ihnen zuliebe könnte ich mein Leben lang dummen August spielen." „Mir zuliebe, Herr Heddenhausen?" „Damir Sie lachen. Noch tausendmal hübscher sind Sie, wenn Sie lachen. Fräulein Wilemar.' Die Rückfahrt verlief ziemlich einjjlbig. Rur der Führer redete wie ein Wasserfall, «elfen zündeten seine eingestreuten Witze. „Sie denken wohl an Ihre morgige Sonic- renz?" fragte Martina, als man über den Schinkel- platz fuhr. „Leider Gottes," bestätigte Heddenhausen. Und er erzählte, daß auf dem Gummimarkt wichtige Dinge vorgingen. Die bisherigen Preise waren nicht mehr zu halten. Tag um Tag verteuerte Jid) das Rohmaterial. „Jetzt will der große Henry jorb sich selber helfen. Aknr er wird sich irren. Bevor seine Plantagen in Liberia ertragfähig werden, haben wir in Deutschland den synthetischen Kautschuk. Dann sind meine Fabriken obenauf." Fabriken? überlegte Martina. Bisher wußte sie nur von der „Kautschukindustrie" in Hannover. Dem Manne war es wirklid) nicht anzufehen, daß er mehrere Fabriken besaß. Ein Gedanke zuckte ihr durch den Kopf: Benno! Vielleicht konnte .Sebbenhausen später einmal etwas für Benno tun. Eine Leichtigkeit mußte cs für ihn fein, Benno irgendwo unterzubringen. Martina wollte die Möglichkeit im Auge behalten. „Wichtigkeiten", lächelte Hcdbenl>ausen. ,Was der Gummimarkt Sie schon interessiert." „Warum nicht —" Sinnend blickte Martina vor sich hin. Heddenhausen faltete sein Antlitz bekümmert. „Da haben wir sie wieder, die Schwermut." Unb er forschte in ihren Augen. „Wie lange werben Sie jetzt wieder nicht lachen, Fräulein Wilemar?" fragte er beim Auesteigen. Er fah nach der Uhr nm Handgelenk. „Punkt sechs. Ein Mann, ein Wort. Ich rede keine Silbe. Jeder geht seiner Wege. Aber nett wäre es boch, wenn Sie mir einmal Ihre Geschichte erzählten." Erschrocken zog Martina ihre Hand aus ber seinen. „Meine Geschichte?" „Ihre Geschichte." Einen Moment stanb Martina regungslos. Dann lächelte sie mühsam. „Vielleicht erzähle ich Ihnen einmal meine Geschichte, Herr Heddenhausen." (Fonic """ > UNION Mk. Mk. Mk. 8526D Mk. usw. In diesen Preislagen biete eine große Auswahl in Barnen- u. Kinder- Konfektion Halte ab Montag, den 18. Okt wieder Sprechstunde Dentist Lohr Kaiserallee 24 Telephon 1261 Ä* hi-IA-Milill Wetzsteingasse 31 ®‘MD Montag, den 18. Oktober, abends 8 Uhr beginnt mein diesjähriger Tanzkursus Weitere gefällige Anmeldungen werden noch entgegengenommen. VERTRAUENSSACHE ist der Einkauf von HERD UND OFEN Gewähr für eine wirklich fachliche Beratung bieten Ruf und Größe meines Geschäfts. Besuchen Sie ohne jede Verpflichtung meine Ausstellungsräume Eisen waren, Haus- und Küchengeräte J. B. HÄUSER Neustadt 56 GIESSEN Telephon 660 8536c zUiti Weiohmaehen des Hassers ver rührt man vorher einige handvoll fysnko Gleich-Soda im Vtetßel.-Weh- "menSie auch zum Einweichen nur die altbewährte £>enko yMzdi-Soda. •sf es rl Gfilan löst Persil kalt auf. am besten in einem firner (Nehmen Sie aber kein heisses Wasser Sie haben dann nur die halbe Wasch Wirkung.) fflan verrühr! dabei (fersil mit der band oder einem Söffe! gründlieh damit alle Veile des Wasch mittels restlos aus genutzt werden.Die Wäsche wird einmal eine Viertelstunde gekocht und dabei auch gelegentlich umgerührt. Qngenehmer schneller und billiger kann man gamicht waschen als sc. Och» u. Herde einzig in Qualität und Preis. Jeder Lagerbesuch überzeugt. Alle Grö- ßenu Ausrührungen stets greifbar. tlaschenkasten und Alafcheu- körbe liefert zu CrtQinnlpreifcn Günstige Teilzahlungen. Besuch kostenlos. A. Ruhl jr., Klein-Linden Pfingstweide :: Telcvb. 1170 u. (>7O, Fabriklager und Alleinvertretung: Og.Gelchsheimer,Großen-Linden b. Gießen. Wärmewirtschaftliche Beratung Neuzeitliche Instandsetzung bestehender Anlagen Meiner verehrten Nachbarschaft und der geehrten (Ein» wohnerschaft von Wieseck und Gießen zur gefälligen Kenntnis, daß ich die von meinem verstarb. Schwiegervater Herrn Wilhelm Fabel in Wieseck MM? geführte Mmi Mantelstoff Flausch, 130 cm. . . 8.50, 6.50 Vertreter: Heinrich Jörg Saasen, Kr. Gießen Industrie u. Blaue Odenwald. Zwiebeln, Weih- und Rotkraut Sämtliche Fouragen, wie: tzosel, hölklel, Spelz etc. Moritz Gregors, Gießen Telephon 788 Kreuzplatz 14. Reparaturen werden nur bis 1. Dez. J. angenommen. Mem VmIMM- un& wlliki-AsW Frankfurter Strahe Nr. 29 Vernickeln von Haushaltungsgegenständen, Ofen- und Herdteilen, Laden- und Schaufenster - Einrichtungen, ärztlich. Instrumenten Aufpolieren von Messing-Portierenstangen, sowie sonstiger Gegen- sowie prima Gesen uitö Herde Einfarbig Wollrips, 130 cm 12.20, 8.20, 7.60 Eduard Gonduer Flaschen-, Korbflaschen- und Korkengrotz- Handlung — Kellereibedarstznrtikel. Fernruf 326, Gießen. Stetnsir. 84/86. dNederlage der A.-G. der Gerresbeimer GlaShüttenwerke vorm. Ferd. £>enc, Düsseldorf—GerreSbeim. 8059D Empfehle meinen neuhergerichteten Saal sowie den großen Saal und Klubzimmer im früheren Hotel „Oroßherzog von Hessen“ für Vereins - Festlichkeiten, Hochzeiten Ausstellungen,Versammlungen Sitzungen mit und ohne Restauration 8490^ Gustav Westphal Kaffee - Großhandlung und Lebensmittel- Versandhaus Altona-Hamburg i,allabona-l*uder reinigt u. emtettot das Haar 1 auf troekenem Wege, macht Bubikopf. Bei Tanz und Sport unentbehrlich. Zu haben in Dos. *v Hk.lan in Friseurgesch., Parf. 1 rnsr. und Apotheken Pelzwaren aller Arl, sowie Aiänlel, Jacken, Füchse, echte Skunkse usw. emvfcblcn wir zu autzerit reduzierten Br eilen. An Beamte und Festangestellte, Aerzie, Direktoren liefern wir gegen monatliche Zahlungen ohne jeden Ausschlag. Wir bitten um Angabe, für welches Stuck Jnieresse uorhent, -«'graus unverbindlicher Bertreierbesuch erfolgt. 8427c Pelzhaiis Alster A. Sohn« Frankfurt a. M.. Goclhestraße 14. MW-M Sioetoer- und viiioria Fahrräder Mk. 125. — Gleichzelug empfehle Stoewer-Nähmaschinen DMNSTRÜMPFE finden Sie in größter Auswahl bei Liköre halb so teuer toenn Sie, wie schon Ihre Ellern und 6robeUeni e» taten, sich Ihre Schi äpse mit den echten Beichei. Essenzen selbst bereiten. Eie können sich dann jeden, auch den kostbarsten Likör leisten. So ««nietzt p. spart man zugleich. Jeder Der- such «inMeisterflsich, wenn 6le»Reldiel- Ewenten“, di« Marke der Kenner verwenden, dir vollwertige Qualität und aut»* Gelingen verbürgt. Erhältlich In . .... Lrogerien und Apotheken. Dr. Reichel'- Dereptbüchlem d-l-W umsonst »der kost.nsrei durch Otto Reichel, Berlin SO. 55 Ebenbabn-Slr. 4 Von der Reise zurück Dr.med. Hinze Ludwigstraße 57. Sprechstunden 2—4 Uhr. | Meiner werten Kundschaft zur Kenntnis, daß । ich ab heute meine Wohnung von Wetzlarer Weg nach Mühlstraße 3 sürdenWruterbedarf tu nur besten Qualitäten empfiehlt 8450 h. Erschwer Licinttratzc 73 Telephon 1581. Ich habe mich in Gießen als Rechtsanwalt niedergelassen. Mein Bureau befindet sich Liebigstraße 5 — Ecke Bahnhofstr. Cewerbs- rniii taciiMlitwIiole der Gißte Maschinenbau, Baugewerbe, Schreiner, Schuhmacher, kunstgewerbliche Zeichner, Elektriker, Mechaniker usw. 7R61D Auch Abendkurse. Beginn 1. November 1926. Lehrpläne kostenlos durch die Direktion. H. SCHÄFFSTAEDT 6. M. B. H. Gießen, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, München, Frankfurt a.M., Königsberg i. Pr. Fernsprecher 844-845 Neuheiten Pulloverstoffe M von 10.30 - 2.30 Reinw. Schotten inioocm 4.80, 3.30 Plead, und 100 cm 6.60,4.80 Vel. de laine, 15 Sd 9.00,8 00,7.60 S506a Neuester Schlager Die mi/deu.duftige Zigarette Eins Überraschung für den Kenner. ZIGARETTENFABRIK SOLODOFF &CO. FAA r/KPU R‘T A. A4. CEGR.1Ö76- GOLD. MEDAILLB 765 ID ZENTRALHEIZUNGEN ALLER SYSTEME Sonn & Hertz, Gießen Walltorstraße 44 Mineralöl-Import empfehlen ihre erstklassigen Autoöle Marke „Körsol“ Autogetriebe-Fett „Körsoleum“ Betriebsstoff „Körsolin“ sowie sämtl. Schmieröle, Sanitäts-Fußbodenöle, Maschinenfette, Lederfette. Huffette pp. Putzwolle bunt und weiß, Karbolineum 5345D Als ganz besonders preiswert empfehle ich zwei erstklassige Qualitäten Hemdentuch 73 Pf. und 63 Pf. per Meter Eigene Ausrüstung. Ohne Füllappretur ca. 10000 m lagernd. L. BERN ARD Bismarckstraße 6. 07l8< ab Montag, den 18. Oktober, wieder eröffne. Gestützt auf meine Erfahrungen und meinen neuzeitlich eingerichteten Betrieb, wird es mein größtes Bestreben sein, meine werte Kundschaft stets aufmerksam und sorgfältig zu bedienen. Och bitte daher um gütige Unterstützung meines Unternehmens. 0718* Wieseck, den 16. Oktober 1926. ■ - o bei Bade-Einrichtungen kauft man am besten lM8a Rudolf Rödiger Walltorstraße 35.