Nr. 2(7 Erstes Blatt (76. Jahrgang Donnerstag, (6. September (926 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: Vriihl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schrisileitung und Geschäftsstelle: Zchnlstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für ( mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfonnig, Platzvorschrift 20°/,, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil i.Dertr. H.Beck, sämtlich in Gießen. SR3 Die Grundlagen deutscher Wirtschaftspolitik. Eine Rede des Reichswirtschastsministers Dr. Turtius. Auf dec Düsseldorfer Tagung des Zentraloerbandes Ties deutschen Großhandels hat der Reichs- wirtschastsminister Dr. C u r t i u s eine sehr sorgfältig durchgearbeitete Rede gehalten, die auch von weiteren Kreisen unseres politischen und wirtschaftlichen Lebens gründliche Beachtung erfahren sollte. Der Minister scheint uns vollständig recht zu haben, wenn er heroorhebt, daß man sich bei uns im allgemeinen viel zu wenig um die großen und grundlegenden weltwirtschaftlichen Probleme kümmert, die schließlich für die Gestaltung des gesamten wirtschaftlichen und politischen Lebens maßgebend sind. Zwei Richtungen stehen augenblicklich miteinander in hartem Kampf. Die eine, die man die nationalistische nennen könnte, erblickt das alleinige Heilmittel im möglichsten Abschluß der eigenen Wirtschaft von der fremden. Das Hochschuhzollsystem der Vereinigten Staaten und der .Hebergang Englands zu der Einführung besonderer Industrieschuhzölle auf Antrag der von ausländischer Konkurrenz bedrohten einheimischen Industriezweige sind Verspiele dafür. Hebrigens glauben wir uns nicht zu täuschen, wenn man binnen kurzem in Amerika einenTlmschwung der öffentlichen Meinung erwarten darf. Gegen die extreme Hochschuhzoll- politik hat sich dort stets von Zeit zu Zeit eine Reaktion geltend gemacht, und das scheint sich jetzt wieder vorzubereiten. Schon die Anfang Rovember stattfindenden Kongrehwahlen werden zu einem Teile mindestens um die Frage: Fortsetzung oder Abbau des Hochschutzzolles gehen. Don anderen Landern, die besonders dieser Auffassung zuneigen, seien noch Italien und Polen genannt, mit welch letzterem wir ja seit geraumer Zeit im Zollkrieg leben. Da sich kein Land der Erde, es sei denn im innersten Afrika gelegen, dauernd handelspolitisch von den anderen abschliehen kann, tritt eine Milderung des starren Hochschuhzollsystems durch Rezipozitätsverträge, wie es früher die Amerikaner taten, oder durch Handelsverträge ein. Die andere Auffassung, die man als die freie bezeichnen kann, geht dahin, daß man die Handelsbeziehungen mit anderen Ländern durch allgemeine Handelsverträge regelt und dabei den Gedanken der Meisthe - günftigung in den Vordergrund stellt. Das heißt also, daß man ausmacht, alle Zugeständnisse auf handelspolitischem Gebiet, die aus irgendwelchen Gründen einem anderen Lande gemacht werden, müssen auch demjenigen zustehen, mit dem man im Verhältnis der Meistbegünstigung steht. Diese Politik befolgt heutzutage Deutschland. Mit ihr ist nicht einverstanden, wer es nicht vermag, sich von der Vertretung einseitiger Verufs- oder Standesinteressen frei zu machen und nur das Ganze ins Auge zu fassen. Cs ist begreiflich und menschlich, daß jeder zunächst fein eigenstes Interesse zu wahren sucht. Aber das sollte doch nicht so weit gehen, daß man rücksichtslos verlangt, alle anderen müßten fich dem beugen. Man gewinnt zuweilen den Eindruck, als ob bei uns die Tendenz der Inseitigen 'Berufs- oder Standesvertretung vielfach die Oberhand gewinne, was den klaren Blick für die allgemeinen Interessen trübt. Deswegen ist die Mahnung sehr angebracht, die Minister Dr. Eurtius ausgesprochen hat, sich mehr daran zu gewöhnen, über den Rahmen der einzelnen Sonderinteressen hinaus zublicken. Es ist unverkennbar, daß man in anderen Ländern die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands verschiedenartig beurteilt. Auf der einen Seite erkennt man die Zähigkeit und die Tatkraft an, mit der das deutsche Volk an dem Wiederaufbau seiner Wirtschaft gegangen ist, und man ist bereit, ihm dabei nach Möglichkeit zu helfen, vor allen Dingen durch die Bewilligung von Anleihen, wie es Amerika tut. Nicht ganz unfreiwillig beginnt man auch mehr und mehr einzusehen, daß Deutschland aus den verschiedensten Gründen ein integrierender Bestandteil der europäischen nicht nur, sondern überhaupt der Weltwirtschaft ist. Aber gerade der Aufschwung der deutschen Industrie wird auch in anderen Ländern als eine gewisse Gefahr für d i e eigene Wirtschaft empfunden, und da spielt der Dawesplan eine große Rolle. Immer mehr lernt man im Auslande begreifen, wie zweiseitig die Wirkung des Dawesplans ist. Soll er vollständig durchgeführt werden, dann muß man den deutschen Waren die fremden Märkte noch weit mehr öffnen, als es bisher geschehen ist. Dagegen aber wehrt sich wiederum die einheimische Industrie mit allen Kräften. Es ist recht bezeichnend, daß z. B. Belgien bereits das ihm zustehende Quantum an Reparationskohlen bedeutend herabgesetzt hat, weil sein eigener Markt nicht mehr aufnahmefähig ist. Diese Erscheinung wird sich auch anderwärts wiederholen, sobald der englische Kohlenstreik vorüber ist und die englische Kohle wieder auf dem Weltmarkt erscheint. Hierin liegt die (Srilärung dafür, daß man Jid) überall bereits eifrig mit dem Gedanken befaßt, wie eine Revision des Dawes- planes zu bewerkstelligen sei — über das Ob ist man sich im Grunde längst im Klaren. Hierauf sollte man auch in Deutschland mehr sein Augenmerk richten und Material zusammentragen, statt sich einfach auf ein paar Forschungsinstitute und Wirtschaftstheoretiker zu verlassen. Es kann sicherlich nicht unsere Aufgabe sein, unaufhörlich zu jammern, daß wir den Dawesplan nicht durchführen können und daß wir unter der Last erliegen müssen. Viel richttger ist es, das Ausland zu der Erkenntnis von der Notwendigkeit einer vollständigen Revision des Dawesplanes aus Gründen der allgemeinen Weltwirtschaft kommen zu lassen. Auf diesem Wege sind wir bereits ziemlich weit vorgeschritten, und deshalb sollte man bei uns bestrebt sein, für den Augenblick, da der Revisionsgedanke zur Tatsache werden wird, sich vorzubereiten und zu rüsten. Die Tagung des Zentralverdands des deutschen Großhandels. Düsseldorf, 15. Sept. (TH.) Unter zahlreicher Beteiligung aus allen Teilen des Reiches sowie in Anwesenheit des Reichswirt'chafts- ministers, von Ministern einzelner Länder und Vertretern der Reichs- und Landesbehörden sand heute die zehnte Tagung des Zentralverbandes des deutschen Großhandels statt. Rach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden der Bezirksgruppe Düsseldorf gab der Präsident, Geheimer Kommerzienrat Dr. Louis Ravene, Berlin, einen Heberblick über die Entwickelung des vergangenen Jahres. Darauf ergriff Neichswirtschastsminister Dr. Eurtius das Wort, der zugleich die Grüße der Reichsund preußischen Staatsregierung überbrachte. Der Minister führte u. a. aus, der Handel und vor allem der Großhandel habe in stärkstem Maße die Umschichtung der Wirtschaftsfundamente verspürt. Es habe jedoch den Anschein, als sei der Zustand des Mißtrauens gegenüber dem Handel heute überwunden. Die Zeit scheine gekommen, wo in Selbstbesinnung, in Rückschau auf die Vergangenheit und Vorbereitung künftig notwendiger Entwickelungen Wirtschaft und Staat grundlegend und grundsätzlich Ueberlegungen pflegen müßten. Hierzu berechtigten und verpflichteten vor allem drei Umstände. Zunächst die Konjunktur. Der Zwang der weltwirtschaftlichen Lage und unsere besondere politische Einengung werden voraussichtlich zunächst nur kurzeWellen- berge wirtschaftlicher Besserung gestatten. Die Tatsache, daß die Krise seit Frühjahr dieses Jahres überwunden sei und wir zur Zeit im zweiten Stadium der Depression stehen, verschasfte der Reichsregierung die Möglichkeit, den Versuch zu machen, ihr zukünftiges Handeln stärker zu fundieren. Das zweite Moment sei durch unseren Eintritt in den Völkerbund gegeben. Das große Problem der Verbindung von Nationen und Menschheit, das der Relchsaußen- miniffer in Genf aufgezeigt hat, fei selbstverständlich nicht nur ein geistiges und politisches, sondern auch ein wirtschaftliches. Als drittes Moment bezeichnete der Redner unsere Verpflichtungen aus dem Dawes p l a n. Er wünsche eine stärkere Beteiligung ter maßgebenden Wirtschaftskreise an rein wirtschaftlichen Untersuchungen über die tatsächlichen Wirkungen des Dawesplanes hinsichtlich der deutschen Leistungsfähigkeit einerseits, der Aufnahmewilligkeit des Auslandes für die deutschen Leistungen andererseits und im Hinblick auf eine vorsichtig abwägende Prüfung der zukünftigen Entwickelungsmöglichkeiten. Der ganze Fragenkomplex, der mit dem Dawesplan zusammenhängt, sei Gegenstand ständiger ernstester Untersuchungen der Reichsstellen. Wenn so die Regierung im gegenwärtigen Zeitpunkt glaube, die Grundlagen der zukünftigen Wirtschaftspolitik finden und sestlegen zu müssen, so fühle die Wirtschaft einen ähnlichen Zwang. Sie befinde sich in einem Stadium der Selbstbesinnung, ter noch immer der Durchgangspunkt für große neue Entwickelungen gewesen sei. Hinsichtlich der H a n d e l s p o l it i k verwies der Minister auf die Hemmungen, die sich allgemein dem internationalen Warenaustausch entgegenstellen und die sich im besonderen vor der deutschen Ware aufrichten. Ihre Beseitigung sei das Ziel unserer Handelspolitik. Zum größten Teil seien die Hemmungen noch Rachwirkungen des Krieges und der Inflationszeit und ost rein psychologischer Ratur. Den schlimmsten Widerstand bildeten die protektionistischen und autarkischen Bestrebungen, die in außereuropäischen Ländern mehr und mehr zur Selbstverarbeitung der Rohstoffe und in den europäischen Ländern zu einem schrankenlosen Protektionismus führten. Der Minister verwies in diesem Zusammenhang auf die verschiedenen Maßnahmen in England, Italien und Spanien. Die Reattion gegen den Protektionismus habe dem Gedanken der europäischen Zollunion zu'neuer ungeahnter Lebenskraft verholsen. Deutschland werde zwischen diesen beiden Extremen kühl und verständig, .unbeirrt von Schlagworten den rechten Weg suchen müssen. Daß dieser Weg zu einer umfass end er e n Wirtschaftssolidarität der Völker führen muh, darüber könne man wohl nicht im Zweifel fein, auch bann nicht, wenn man das letzte Ziel, die europäische Zollunion als Htopie ansieht. Diesen Weg gehe die deutsche Handelsverttagspolittk, die mit dem Grundsatz der uneingeschränkten Meistbegünstigung mit Tarifabreden geführt wird. Das geschäftsführende Präsidialmitglied des Deutschen Großhandels Reichstagsabgeordneter Otto Keinath sprach sodann über „Großhandel einst und jetzt — Reue Aufgaben des Großhandels". Die tiefgreifenden Aenderungen der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen des Volkes und die heftigen staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft zwcngen zu einer anderweitigen Einstellung. Genossenschaftliche Bildungen der Verbraucher, des Einzelhandels und Handwerks, die widerstreitenden Interessen der Industrie, eine umwälzende wirtschaftliche Gesetzgebung voller Hnbeständigkeit und Einseitigkeit, riesige öffentliche Lasten und ein unübersichtlicher schwieriger Auhenhandelsmartt machten den Großhandel zum Objekt und Spielball fremder Kräfte und zwangen ihn, sich mit allgemeinen volkswirtschaftlichen Fragen, ja selbst mit Politik zu befassen und in der Abwehr zur Verbandsbildung teilweise zur Parteibildung zu schreiten. Die nächste Ausgabe ist nun die Einfügung in den großen wirtschaftlichen Umstellungsprozeh der Wirtschaft. Der Großhandel muh bei der notwendig gewordenen Rormisierung und Typisierung beratend und führend mitwirken. Eine zweck- mähige Rationalisierung wird einen vergrößerten Markt schaffen, auch zugunsten des Großhandels. Das Ziel muh sein: Großer Hmsah, aber vor allem schneller Hmsah. Der für die ganze Wirtschaft wichtige schnellere Hmsah wird durch exakte Durchbildung der Arbeitsteilung zwischen horizontalen Gebilden, also zwischen Industrie und Landwirtschaft, Groh- handel, Einzelhandel und Handwerk erzielt, wobei gerade der Großhandel den raschen Durchlauf der Ware sicherstellen muh. Das Mittel für die Genf, 15. Sept. (TH.) Die heutige Vollversammlung des Völkerbundes begann kurz nach 10 Hhr. Bundesrat Motta erstattete Bericht über den Verlauf der Verhandlungen der ersten Kommission. Er betonte einleitend, daß die letzte Entscheidung über das neue Reformprojekt für den Völkerbundsrat nur allein bei der Bundesversammlung läge. Motta schildert dann eingehend das bekannte Projekt über die Wahl und Mandatsdauer der neuen nichtständigen Ratsmitglieder. Das Projekt sei auf dem Prinzip des Rotationssystems aufgebaut. Die Dauer eines jeden Mandates eines nichtständigen Mandatsfitzes sei auf drei Jahre festgelegt worden, nach deren Ablauf es nicht gleich wiedergewählt werden könne. Durch das Rotationssystem werde die Garantie gegeben, daß im Laufe der Zeit sämtliche Bundesmitglieder im Rate für eine dreijährige Dauer vertreten fein würden. Motta schilderte dann die in dem Projekt vorgesehene Erlangung der Wiederwählbarkeit durch einen besonderen Beschluß der Bundesversammlung, der Zweidrittelmehrheit erfordere und teilte dann mit, daß bei der Abstimmung über die Wiederwählbarkeit die weißen Stimmzettel nicht mitgezählt werden dürften. Der Präsident teilte weiter mit, daß Persien und China dem Wunsch Ausdruck gegeben hätten, daß zwei der nichtständigen Ratssihe fortlaufend asiatischen Staaten zuerteilt würden. Zum Schluß seiner Rede wies Motta darauf hin, daß durch das Projekt nunmehr endgültig die schwere Krise, die der Völkerbund in der letzten Zeit durchlebt habe, als erledigt betrachtet werden könne. Er betonte, daß der Geist der Einigkeit und der gemeinsamen Zu- fammenarbeit im Völkerbund, der in den Reden Stresemanns und Driands am Tage der Ausnahme Deutschlands so glücklich zum Ausdruck gekommen sei, auch die Versammlung beherrschen möge, damit nun das schwere Problem seine definitive Lösung finde. Rach Motta ergriff dann der schwedische Außenminister L ö f g r e n das Wort. Optimismus habe die Rede Mottas beherrscht. Schwedens Befürchtungen beträfen vor allem die Erhöhung der nichtständigen Ratssihe und einzelne Wahlbestinnnungen. Dem Geiste der Verständigung folgend stimme Schweden jedoch heute dem Vorschlag zu. Der nächste Redner, der kanadische Abgeordnete Forster, betonte die hohe Bedeutung der Einrichtung des Völkerbundes für die Befriedung der Welt. Der Eintritt Deutschlands liefere den wertvollen Beweis, daß der Völkerbund auf dem Wege sei, das Vertrauen der gesamten Welt zu gewinnen. Der Geist des Völkerbundes werde sich am besten zeigen bei der bevorstehenden neuen Zusammensetzung des Völkerbundsrates. Hier müßten alle Mitgliederstaaten sich von dem Gesichtspunkte leiten lassen, daß es vor allem gelte, den Völkerbundsgedanken zu stärken. Das nun von der juristischen Kommission vor- gelegte Projekt enthalte ein gesundes System Steigerung des Hmschlags ist die Betriebsstatistik, ergänzt durch eine Berufs- ober Verbandsstatistik. Die letzte Triebkraft im Handel bleihp aber: Hntemehmungsgeist, Weitblick, rastlos« Energie der Persönlichkeit und Garantte des dauernden Bestehens, Zuverlässigkeit und der Glaube an das Kauftnannswort. Von allgemeiner Bedeutung waren auch die Ausführungen, die Staatssekretär Dr. Popitz vom Reichsfinanzministercum im Laufe der Verhandlungen machte. „Die Höhe der Steuern", sagte er, wird auch in der Zukunft noch immer stark durch die politischen Ereignisse des letzten Jahrzehntes bedingt werden. Im übrigen ist die Höhe der Sätze in erster Linie ein Problem des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden. Der Finanzausgleich soll nach der gegenwärtigen Gesetzgebung am 1. April 1927 im Zeichen der Zuschläge zur Einkommensteuer und der Relation zwischen Einkommen st euer und Real st euer gelöst werden. Der Reichsfinanzminister hat auf der Dresdner Industrietagung die Gründe bargelegt, weshalb der Termin nicht eingehalten werden konnte. Dais liegt nicht nur an der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit, sondern auch vor allem daran, daß die für die Entscheidung des Problems unumgänglich notwendigen Statistiken über Einkommensteuer, Vermögensteuer und Realsteuer nicht rechtzeitig abgeschlossen werden formten. Endlich kann man auch Zweifel hegen, ob gerade die Verhältnisse des Jahres 1925 als Grundlage für die dauernde . Regelung geeignet sind. Aus al;en diesen Gründen wird der gegenwärtige Steuerausgleich Wohl noch ein Jahr verlängert werden müssen. Selbstverständlich muß der endgültige Entwurf im Frühjahr den gesetzgebenden Körperschaften vorgelegt werden. Das wird auch möglich sein. Zum Schluß trat der Staatssekretär nochmals dafür ein, daß die Wirtschaft sich diesem für Wirtschaft und Staat gleich wichtigen Problem recht intensiv annehmen möge. Rpr durch ein verständnisvolles Abwägen ö £ r beiderseitigen Interessen könne ein brauchbares Ergebnis erzielt werden. der Rotation. Er hoffe, daß dieses System eine gerechte Zusammensetzung des RatsS ermögliche. Rach Möglichkeit müsse auch dem geographischen Gesichtspunkte Rechnung getragen werden. Die Gruppenbildung innerhalb des Völlerbundes nach Rassen, Kulturen ober nach geographischen Gesichtspunkten bedeute trotz der berechtigten Wünsche Chinas und Persiens eine große Gefahr. Der Völkerbund sei eine Weltorganisation, die zum Ziele habe, säintliche Völler der Welt zu umfassen. Der Völkerbund sei aufgebaut auf dem Prinzip des Vertrauens und der Zusammenarbeit aller Völler. Foster wies auf die Stellung der englischen Dominions hin, insbesondere auf ihre große kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung sowie auf die hohe Zahl ihrer Einwohner, dennoch hätten sie noch keinen Sitz im Völkerbunds rat. Der erste Delegierte Irlands, Fihgerald, wies darauf hin, daß das Projekt der ersten Kommission wenn auch reine Lösung der Krise des Völkerbundes bedeute, immerhin als ein Vorschlag zur Lösung des Problems begrüßt werden müßte. Durch das Projekt der Wiederwählbar würden jedoch beftimmte Staaten die Möglichkeit erhalten, für längere Zeit im Völkerounds- rat zu sitzen, andere Staaten würden nur alle zehn Jahre in den Rat gewählt, andere Staaten überhaupt nicht herankommen können. Durch die Einführung der Diederwählbarkeil fei der Bundesversammlung das Recht, die Zu- sammensehung des Rates zu bestimmen, zum Teil genommen. Der belgische Senator de Drouckere erHärte, daß er im Rarnen feiner Regierung d<» Annahme des Projektes der Bundesversammlung en>psehle. Der Rat müsse einen gleichenuniversellen Charakter haben wie die Bundesversammlung. Aus diesem Grunde sei die Zahl der Mitglieder des Rates erhöht und das Rotations- shstem eingeführt worden, das eine Beteiligung sämtlicher Staaten im Völlerbundsrat ermögliche. Die Wiederwählbarkeit würbe nur denjenigen Staaten verliehen werden, die durch positive Mitarbeit im Völkerbündsrat sich Verdienste um diesen erworben hätten und aus diesem Grunde in den Rat wiedergewählt werden tonnten. Die jetzt bevorstehende Zuerkennung der Wiederwählbarleit an einige Staaten müsse jedoch vorgenommen werden, um die gegenwärtige politische Krise zu lösen. In der Rachmittagssihung sprachen noch Graf Moltke (Dänemark) und Tschao- H s i n - T s ch u n (China) zur Frage der Rats- reform. Der dänische Vertreter hob die Bedenken gegen eine starke Vermehrung der Zahl der Ralsmllglieder hervor und pflichtete den schwedischen Ausführungen besonders bti, billigte jedoch ebenso wie die übrigen Redner die Vorlage. Der 03 er trete® Chinas stellte fest, daß in dem Entwurf der alten Forderung Chinas nach einem kontinen- talen Verteilungsschlüssel für die nichtständigen Ratssihe Rechnung getragen fei und begrüßte deshalb die Vorlage. Er sprach die Er- Die nichtständigen Ratssitze. Annahme des Wahlmodus in der Vollversammlung. Wartung aus, daß China als erster unter den. asiatischen ©traten entsprechend seiner gevgraphi- schen und politischen Bedeutung ein Mandat zuerteilt werde, und zwar falls nicht zwei Mandate auf Asien entfallen sollten, jedenfalls ein dreijähriges. Lschav-Hsin-Lschun war der einzige der heutigen Redner, der seine Ausführungen mit einer offenen Kandidatur für einen Ratssitz verband. Damit war die Diskussion geschlossen. Der Präsident schritt unter Hinweis auf das Amendement zu Artikel 4 Absatz 3 des Völkerbundpaktes, das kürzlich durch die Ratifikation seitens Spaniens in Kraft getreten ist, zur Abstimmung über die Vorlage. Diese wurde um 4.50 -ilfyr stillschweigend einstimmig angenommen. Zur Wahl der nichtstäirdigen Ratsmitglieder ist die Völlerbundsversammlung auf morgen vormittag 10 Uhr zu einer Sitzung einberufen worden. Die Ratskandidaturen. Genf, 15. Sept. ($11.) Aus den vielen Kombinationen über die in der morgigen Vollversammlung zur Wahl stehenden nichtständigen Ratssitze kristallisieren sich langsam die Vorschläge heraus, die von den beiden hauptinter- essierten Gruppen, der englischen und der französischen, für die Reubesehung gemacht werden dürften. Don englischer Seite tritt man für folgende Liste ein: Für drei Jahre Polen, Rumänien, Chile, für zwei Jahre Holland, Columbien und Persien, für ein 3ahr Belgien, die Tschechoslowakei und San Salvador. Von französischer Seite werden statt Persien China, statt der Tschechoslowakei F i nn- l a n d oder Irland und statt San Salvador H r u g u a i genannt. Die südamerikanischen Staaten haben in einer gemeinsamen Beratung ihrer Delegierten sich über folgende Kandidaturen geeinigt: Für einen dreijährigen Ratssitz Chile, für einen zweijährigen Columbien, für einen einjährigen LIruguai und San Salvador. In Berliner politischen Kreisen ist man über die Abwicklung der Wahlmvdali- täten für die nichtständigen Ratsmitglieder der Ansicht, daß diese Wahlen in dr ei Etappen stattfinden werden. Der erste Wahlgang wird die neuen nichtständigen Ratsmitglieder bezeichnen. der zweite diejenigen davon, die auf ein, zwei oder drei Jahre gewählt werden, und der dritte einen, ztvei oder drei Staaten, die den Charakter der W i e d e r w ä h l b a r k e i t er» halten sollen. Unter diesen Umständen dürfte sich die Wahl über zwei Tage erstrecken. Der Charakter der Wiederwählbarkeit mutz von den Staaten, die darauf reflektieren, selb st nachgesucht Werdern Heber eine Rückkehr der deutschen Delegation liegt genaues noch nicht vor. Es ist aber damit zu rechnen, dah ein Teil der Delegationsmitglieder nach Erledigung der Hauptaufgaben Ende dieser Woche zurückkehrt, während ein anderer Teil noch bis zum Ende der Tagung bleibt. Irlands RatskandLdatur. Genf, 16. Sept. (Reuter. Funkspruch.) Die britische Reichsdelegation trat gestern zu einer Sitzung zusammen, in der die Frage der Ratssitze erörtert wurde. Die Verhandlungen ergaben Ueber- einstimmung darüber, daß die Dominions berechtigten Anspruch auf einen Ratssitz haben, daß es aber nicht opportun sei, im Augenblick darauf zu dringen. Jede Delegation behält ihre vollständige Handlungsfreiheit. Hinsichtlich der britischen Haltung darf jedoch nicht vergessen werden, daß verschiedenen Ländern bestimmte Versprechungen gegeben worden sind, bevor Irlands Anspruch vorgebracht wurde. In einem von der irischen Delegation beim Völkerbund an die britische Reichsdelegation gerichteten Schreiben heißt es, daß die irische Delegation nach sorgfältiger Erwägung der Lage beschwssen habe, ,an der Kandidatur Irlands für einen Sitz im Rate festzuhalten. Eine Zusammenkunft Briand-Stresemann. Die Hetze des „Ternps" zur Verhinderung der Rückwirkungen. Berlin, 16. S. (TU.) Die „Germania" läßt sich aus Genf melden, dah am Freitag eine Zusammenkunft zwischen Briand und Stresemann außerhalb Genfs bevorstehe. Die beiden Außenminister werden getrennt hinausfahren und sich draußen treffen. Don dieser Zusammenkunft erhofft man eine Förderung des Komplexes der sogenannten Rückwirkungen im Rheinland. Der „T e m p s" beschäftigt sich heute bereits mit diesen bevorstehenden Verhandlungen des Reichsaußenministers Dr. Stresemann mit Briand. Das Blatt hält sich nicht an die Ermahnungen Briands, der der Presse Zurückhaltung anempsohlen hatte, es sucht vielmehr, wie schon seit Monaten, die logischen Konsequenzen der Abkommen von Locarno, wenn nicht zu verhindern, so doch h i n a u s z u - zögern. Es sei nötig, so schreibt es, daran zu erinnern, daß die Besetzung des linken Rheinufers besonders eine Garantie für die Erfüllung des F ri e d e n s v e r t r a g s und insbesondere für die R e p a r a t i o n s z a h l- luygen darstelle. So stehe das Problem in Wirklichkeit. Die Deutschen würden nicht verfehlen, zu erklären, daß sie ihre Verpflichtungen hinsichtlich der Entwaffnung erfüllt hätten, daß die Alliierten bereits daraus verzichtet hätten, eine Bestrafung der Kriegsschuldigen zu fordern, und daß die Reparationen durch den Dawesplan geregelt seien, so daß die Besetzung des linken Rheinufers sich nicht mehr rechtfertigen lasse. Das sei eine absolut falsche Auffassung. Die Garantie für die Repara- ttonszahlungen, also für die Rheinlandbesetzung, könne nicht vor dem vorgesehenen Zeitpunkt verschwinden, also erst dann, wenn Deutschland erfüllt habe. Der Dawesplan werde erst seit zwei Jahren durchgeführt, und man müsse sich fragen, was Deutschland tun werde, wenn es die im Dawesplan vorgesehenen Höchstleistungen zu erfüllen habe, deren Revision man jenseits des Rheins bereits in ziemlich beunruhigender Weise verlange. Dis Alliierten müßten alle die Garantien, die ihnen der Vertrag von Versailles für die Erfüllung aller Verpflichtungen gebe, restlos aufrechterhalten. Wenn Deutschland mit den Mitteln, über die es verfüge, dis nötigen Anstrengungen zur Erfüllung machen wolle, hänge es vielleicht von ihm ab, den Gang der Ereignisse zu beschleunigen. Aber bis dahin könne nicht davon die Rede fein. die Rheinlandbesetzung vor dem vertraglich festgesetzten Zeitpunkte aufzugeben. Die italienischen Emigranten gegen Mussolini. Paris, 15. Sept. (WB.) Der „Ternps" gibt ein Schreiben wieder, das eine Gruppe italienischer Demokraten, darunter der Leiter der in Paris erscheinenden antifaschistischen Zeckung „Sortiere degli 3taliane“ an die Außenminister von Frankreich, England, Deutschland. Belgien, Luxemburg, Oesterreich, der Tschechoslowakei und der Schweiz sowie an den Generalsekretär des Völlerbundes gerichtet hat. 3n diesem Schreiben heißt es: Der Urheber des letzten Attentates gegen Mussolini ist ein nach Frankreich ausgewanderter junger 3taliener. Mussolini benutzt diesen Anlaß, um die Frage der politischen Emigranten wiederum aufzuwerfen. Rach der Rede des Diktators hat es den Anschein, als ob die faschistische Regierung verlangen wolle, daß die italienischen politischen Emigranten als gemeine Verbrecher betrachtet werden, die ausgewiesen und der faschistischen Polizei übergeben werden muhten. Wir sind überzeugt, daß die ausländischen Regierungen dieser eigentümlichen Forderung gegenüber einen ebenso entschiedenen wie berechtigten Widerstand leisten werden. Wir stehen dafür ein, daß die der Demokratie ergebenen italienischen Emigranten den Grundsätzen und den Traditionen des politischen Kampfes, die für ihre Partei in 3talien gelten, treu bleiben. Wir erklären in ihrem Ramen, daß die moralische Verantwortung für die Attentate auf Mussolini ausschließlich auf diefaschistlsche Diktatur fällt. Belgien nnd der Eisenpakt. Paris, 16. Sept. (TU.) Wie aus Brüssel gemeldet wird, haben die Vertreter der belgischen Schwerindustrie eine neue Sitzung abgehalten, um zu einer Einigung in der Fragendes Eisenkartells zu kommen. Es wurde keine endgültige Entscheidung über die Teilnahme Belgiens im Eisenkartell beschlossen. Indessen erklärten mehrere Industrielle nach Schluß der Sitjung, sie würden auf jeden Fall an der Sitzung in Paris am 17.9. teilnehmen, wo sie eine endgültige Antwort Belgiens überbringen würden. Die „Nation Beige" schreibt darüber, daß die belgische Beteiligung s i ch e^ scheine, daß aber die Vertreter der belgischen Stahlwerke den belgischen Standpunkt energisch verteidigen werden, da die jährliche Stahlproduktion Belgiens die Kontingentierung bei weitem übersteige, die das Kartell Belgien vorzuschreiben beabsichtige. Der Sieg der Liberalen in Kanada. London, 15. Sept. (TU.) Die kanadischen Wahlen endeten, wie schon gemeldet, mit einer Aiederlage der Konservativen Partei. Es wurden gewählt: 118 Liberale, 90 Konservative, 1 Fortschrittliche, 11 liberale Fortschrittler. 11 vereinigte Farmer von Alberta, 4 Arbeiter und 1 Unabhängiger. Drei Ergebnisse stehen noch aus. Sie werden aber an dem Siege der Liberalen nichts mehr ändern können. Die Reform im Reichsfinanzministerium. Berlin, 16. Sept. (Wolff.) Die vom Reichsfinanzminister angekündigte Reform seines Ministe- riums der Abbau der Aufgaben und Zusammenlegung von Behörden hat zur Folge, daß sieben weitere Ministerialräte in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden sind. Für den 1. April 1927 ist die Auflösung des Reichsentschädi- gungsamtes vorgesehen, für das diesmal im Etat noch rund 500 Beamtenstellen vorgesehen sind. Das Reichsfinanzministerium teilt dazu mit: In einem Teil der Presse wird der Vorwurf erhoben, daß die Personaloerminderung im Reichsfinanzministerium politische Zwecke verfolge. Demgegenüber wird mit allem Nachdruck erneut festgestellt, daß die Umbildung des Ministeriums n a ch ft r e n g- fter Prüfung ihrer sachlichen Notwendigkeit vollzogen ist, um die für eine Zentralstelle unerläßliche Straffheit der Organisation und Zusammenfassung der Arbeiten für die tommenben Aufgaben sicherzustellen. Nur unter diesem Gesichtspunkte steht auch die bei der Umbildung eingetretene Personaloerminderung. Die getroffenen Maßnahmen sind in keiner Weise von politischen Erwägungen beeinflußt. Die ReichsfinanzbeamtenschasL m Hessen. Darmstadt. 15. Sept. (Eigene Draht- meldung.) Bei seiner Anwesenheit in Darmstadt hat Reichsfinanzminister Dr. Reinhold Gelegenheit genommen, den Reichsfinanzbeamten im Geschäftsbereich des Landesfinanzamts Darmstadt seinen und der Reichsregierung Dank für die in schwerer Zeit geleistete Arbeit zu übermitteln. Er führte ans, daß er die in der letzten Zeit in Wort und Schrift gegen die Reichssinan^eamtenschast erhobenen Vorwürfe zu rückweisen und es als seine und seines Ministeriums vornehmste Ausgabe ansehen müsse, die ihm unterstellten Beamten gegen Angriffe dieser Art in Schuh zu nehmen. Es bleibe das uneingeschränkte Verdienst der Reichssinanzbeamtenschaft bei steter Berücksichtigung der Rotlage der Wirtschaft nach Recht und Gerechtigkeit ihre schwere Aufgabe erfüllt zu haben. Wo es auch sei, werde er daher in aller Öffentlichkeit den Reichsfinanzbeamten den Dank für die geleistete Arbeit abstatten. Die Leistungen und die Pflicht- ireue der Reichssinanzbeamtenschaft dürften eines Ruhmesblattes in der Geschichte unseres deutschen Vaterlandes sicher sein. Dr. Reinhsld in Frankreich. 16‘ (WTB. Funkspruch.) Recchsfrnanzmrnlster Dr. Reinhold ift hier angekommen. Don Metz aus besucht er oie Schlachtfelder von Verdun. Er soll die Absicht haben sich dann nach Paris zu begeben xJn 1 einer Umgebung erklärt man, die Reise +raae rem privaten Charakter. „Gaulois" halt es nicht für ausgeschlossen daß Dr. Reinhold während ferne- Pariser Aufenthaltes Gelegenheit nehmen wird, mit Vertretern der Politik und der Finanz- welt zu sprechen. Kunst und Wissenschaft. Kunstausstellung in Darmstadt. In Gegenwart des Staatspräsidenten, Vertretern der Regierung, der Stadt Darmstadt und künstlerischer Organisationen wurde am Sonntag in der Kunsthalle am Rheintor eine Kollektivausstellung des Darmstädter Malers und Zeichners Paul The sing eröffnet. Oberregierungsrat Emmerling begrüßte das zahlreich geladene Publikum und bemerkte dazu, daß dies als ein Zeichen des erwachenden Kunstinteresses gedeutet werden könnte. Die Ausstellung besteht aus einer Reihe von Gemälden aus T h e s i n g s jüngster Schaffenszeit. Der Künstler gehört zu den Führern der moderneren Richtung der Darmstädter Kunst, und seine Schöpfungen stellen sich als Werke der nachexpressionistischen Kunstentwicklung dar, wie sie hier in umfangreicherer Weise auf der Ausstellung der Darmstädter Gruppe im Verlauf des Sommers gezeigt wurden. Das Wesen dieser Kunst ist wohl mit dem Schlagwort der Sachlichkeit bezeichnet. Die Karikaturen sind durchweg politisch gefärbt; sie gehen von einer stark sozialistischen Einstellung aus und wenden sich in erster Linie gegen die Deutschnationalen, auch gegen die Deutsche Dolkspartei und gelegentlich gegen die Kommunisten. Zielscheibe der Satire sind vielfach hessische Landtagsabgeordnete der Rechtsparteien. Als künstlerische Leistungen, als die sie aufgefaßt werden sollen, sind sie nicht gerade hoch einzuschätzen; sie sind verwässerte Simplizissi- muszeichnungen. E. B. Der Reichspräsident zum Tode Luckens. Der Reichspräsident hat an die Witwe des verstorbenen Professors Rudolf Gucken, Frau Irene Süden, folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Zu dem schweren Verlust, der Sie durch den Tod Ihres Herrn Gemahls betroffen hat, spreche ist Ihnen und Ihren Kindern meine herzliche Te ilnahme aus. Möge Sie in Ihrem Schmerz das Bewußtsein trösten, daß der Rame Rudolf (Süden, des hervorragenden Repräsentanten der klassischen deutschen Philosophie, in der deutschen Wissenschaft unvergänglich weiterleben wird." — Auch der Reichskanzler hat an Frau Irene Gucken ein Beileidstelegramm gesandt. Rabindranath lagore beim Reichspräsidenten. Der Reichspräsident empfing den indischen Dichter und Philosophen Rabindranath Sa göre. (Eine Wiener Ausstellung „Gotik in Oesterreich". Bundespräsident Hainisch eröffnete im Beisein zahlreicher kunstliebender Gäste, die vom Verein der Museumsfreunde im Museum für Kunst und Industrie in Wien veranstaltete Ausstellung „Gotik in Oesterreich". Eine Fülle prächtiger Arbeiten des Mittelalters in den Alpenländern auf dem Gebiete der Malerei und Plastik finden sich hier vereinigt. Die ausgestellten Gegenstände entstammen inländischen und ausländischen privaten und öffentlichen Sammlungen, vornehmlich auch dem Kaiser Friedrich-Museum in Der li n , dem Rürn- beiger Germanischen Museum und der Kunst, sammlung in Donaueschingen Gleichzeitig mit dieser Ausstellung veranstaltet die Rational- bibliothek eine Schau alter Bücher und Schriften und die Albertina solche von kostbaren Einblattdrucken, so daß man in der mehrere Monate geöffneten Ausstellung einen Tleberblick über das gesamte österreichische Kunstschaffen des 14. und 15. Jahrhunderts gewinnen kann, der durch Vorträge namhafter Fachleute noch vertieft wird. Aus aller Welt. Die hessische Regierung in Lorch. Staatspräsident Ellrich, Finanzminister Henrich und Arbeitsminister Raab besuchten vor einigen Sagen unter Führung von Prof. Wach die Lorcher Rheininseln. Prof. Wach erläuterte an Hand seiner Modelle und Zeichnungen an Ort und Stelle die Pläne für die Errichtung des Reichsehrenmals. Die herrliche Lage der Inseln, die durch das Wachsche Projekt eine höchst eindrucksvolle Gestaltung erfahren sollen, übte auf die Besucher eine starke Wirkung aus. Die hessische Regierung wird nach dieser Prüfung der örtlichen Verhältnisse an ihrem Entschluß, für die Errichtung des Reichs- ehrenmals auf den Rheininseln bei Lorch, als dem hierfür geeignetsten Ort, einzutreten, mit Rachdruck festhalten. D.c Hauptversammlung des deutschen Apothekervereins. In Düsseldorf begann die 52. Hauptversammlung des deutschen Apothekervereins, zu der neben 150 Delegierten ca. 600 Apotheken- bosiher aus ganz Deutschland eingetroffen waren. Von den Landesregierungen Preußen, Bayern, Sachsen und Hessen waren Vertreter entsandt. Der Vorsitzende Dr. S a l z m a n n, Berlin, erstattete den Geschäftsbericht. Darauf ergriff Reichstagsabgeordneter S p a r r e r das Wort zu dem ersten Hauptpunkt des Programms: Regelung des Apothekenwesens. Er betonte, Das Apothekergewerberecht sei ebenso vielgestaltig wie die Landkarte des Deutschen Reiches. Die Gegenwart verlange aber dringend, daß das deutsche Apothekerwesen einen reichs gesetzlichen .Unterbau bekomme. Die wichtigsten Fundamente hierzu müsse fein das Monopol: Die deutsche Apotheke soll nach wie vor die unter staatlicher Aufsicht stehende, allein verantwortliche und zulässige Arzneiversorgungsstätte sein. Rach lebhafter Aussprache wurde dann folgende vom Vorstand vorgeschlagene Entschließung angenommen: Die 52. Hauptversammlung des deutschen Apothelervereins bekennt sich erneut zu dem Stuttgarter Beschluß bezüglich der reichsgesetzlichen Regelung des Apothekerwesens und wiederholt nachdrücklichst die darin niedergelegten Mindestforderungen der deutschen Apothekervereine. Der deutsche Apothekerstand vermag eine Sonderbesteuerung nicht zu ertragen. Er hält es für unausbleiblich, dah eine Abwälzung dieser Leistungen auf den Arzneiverbrauch und damit auf die Allgemeinheit erfolgen müßte, und verwahrt sich auf das bestimmteste dagegen, dafür verantwortlich gemacht zu werden. Die Typhusepidemie in Hannover. Hannover, 15. Sept. Nach amtlichen Angaben waren heute früh insgesamt 1259 Erkrankungen an Typhus gemeldet. Davon find 37 töd - 1 i ch verlaufen. Die Scharlachepidemie in Warschau. 3n Warschau hat die Scharlachepidemie derartig um sich gegriffen, daß jetzt bereits 751 Scharlach- kkanke in den Warschauer Krankenhäusern liegen. Mindestens ebenso viele Kranke sind in privater Pflege. vier Kinder Opfer eines B (inbgängerf unbes. In Bethune sind vier Kinder das Opfer einer schweren Explosionskatastrophe geworden. Die Kinder spielten mit einem Blindgänger, der noch von der Kriegszeit in dem Garten eines Hauses lag. Das Geschoß explodierte und zwei Knaben im Alter von 9 und 15 Jahren wurden auf der' Stelle getötet, während die beiden anderen Kinder schwere Verletzungen erlitten. Die vier Kinder waren Geschwister. Kinder als Eisenbahn allen tätet. Drei Kinder im Alter von 11 bis 13 Jahren haben auf der Vorort st recke Paris- Versailles einen Zug dadurch zum Entgleisen zu bringen versucht, dah sie größere Steine auf die Schienen legten. Gegen die Eltern der Kinder wird strafrechtlich vorgegangen werden. Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt, westliche bis nördliche Winde, kühl, meist trocken. Gestrige Tages- temperaturen: Maximum 20,4 Grad Celsius, Minimum 13,4 Grad Celsius. Heutige Morgen- temperatur 15 Grad Celsius. Am der Provmzialhsupistadt. Gießen, den 16. September 1926. Geheimrat Prof. Dr. Opitz An einer Embolie, die infolge der vor vier Wochen bei einem Automobilunfall in Südtirol erlittenen Verletzungen eintrat, ist am 12. d. M. in Garmisch plötzlich der Geheime Hofrat Professor Dr. Erich Opitz, der ®ireftoc der Uni» versitäts- Frauenklinik in Freiburg, verschieden. Als Direktor der Gießener Universi- tätsfrauenklinik von Aprll 1912 bis März 1918 ist Geheimrat Oprh auch den Bürgern unserer Stadt eine wohlbekannte Persönlichkeit. Während seiner Tätigkeit in Gießen war er ein vielgesuchter Arzt und Operateur, dessen kunstvolle Hand unendlich vielen Frauen Rettung aus Lebensgefahr, Heilung oder ßtn* derung von qualvollen Leiden gebracht hat. Vor allem verstand es Opitz meisterhaft, durch seine gütige Persönlichkeit allen Frauen in ihrer schweren Stunde ein Tröster zu fein, zu dem sie gläubig aufblickten. Keine Mühe scheute er, um in unklaren Fällen die Quelle des Leidens auf» zudecken. Weiteren Kreisen ist Opitz vor allem bekannt geworden durch seine Vorträge über Devölkerungspolitik und feine Destre^mgen zur Bekämpfung der Krebskrankheit, die in der Gründung des Hessischen Landesvereins zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheiten ihren Ausdruck fanden. Seitdem ist die Gießener liniversitätsfrauenklinik eine Stätte — fast die einzige in Hessen —, die über Radium und alle sonstigen strahlentherapeutischLn Mittel, zur Bekämpfung des Krebses der weiblichen Geschlechtsorgane verfügt. Einzig diesem von Opitz gegründeten Krebsverein verdantt die Frauenklinik auch die Möglichkeit, mit ihren strahlentherapeutischen Einrichtungen immer auf modernster Höhe zu bleiben. Die Staatsregierung hat weder vor noch nach dem Kriege die dafür erforderlichen Mittel aufzubringen vermocht. Zwar find die wissen- schastlichen Leistungen von Opitz auherordentlich vielseitig, doch galt dem Krebsproblem von jeher fein ganz besonderes Interesse. Schon als junger Arzt experimentierte er über einschlägige Fragen, und gerade die letzten acht Jahre seines Lebens, feit feinem Weggang von Gießen, waren fast völlig erfüllt von der Arbeit an dem Krebsproblem. Mtt unermüdlicher Energie und jugend- frischer Kraft hat er in unzähligen Tierexperimenten die Grundlagen für die erfolgreiche Bekämpfung auch fortgeschrittener Krebsfälle zu gewinnen versucht, immer wieder neue Wege und Verfahren probierend, und dabei auch ganz neue Ideen über die Entstehung des Kruses und die Art der Heilungsvorgänge entwickelt. Sind diese Ideen in ihrer Tragweite auch noch außerordentlich umftritten, so ist doch außer allem Zweifel, dah Opitz zu den hervorragendsten und erfolgreichsten Krebsforschern unserer Zeit gehört hat. Prof. v. 3 a s ch k e. Gießener Wochenmarktpreise. Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 190 bis 200 Pfennig, Matte 30 bis 40, Käse (10 Stück) 60 bis 100, Wirsing 8 bis 15, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10 bis 15, gelbe Ruben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 5 bis 10, Bohnen (grüne) 15 bis 20, Bohnen (gelbe) 20, ilnter- kohlrabi 6 bis 8, Tomaten 15 bis 25, Zwiebeln 12, Meerrettich 40 bis 80, Kürbis 5 bis 10, Kartoffeln 4, Falläpsel 8 bis 10, Frühäpfel 15 bis 25, Birnen 10 bis 25, Zwetschen 18 bis 20, Mirabellen 30, Preiselbeeren 60 bis 65, junge Hahnen 90 bis 100, Suppenhühner 100 bis 130; das Stück: Eier 14 bis 15, Blumenkohl 10 bis 100, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 4, Endivien 6 bis 25, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40; das Bund: Radieschen 20 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Volkshalle: Gartenbau- und Elektrizitätsausstellung: 2 bis 7.30 Uhr nachmittags Besichtigung der Ausstellung; 8 bis 11 Uhr Konzert der Reichswehrkapelle Marburg. — Konsumverein: Warenausstel- lung im Saalbau Sauer. — Verein Rudersport: 9 Uhr, Bootshaus, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich hott' einen Kameraden". — Astoria-Lichtspiele: „Der schwarze Pier- rot". — Palast-Lichtspiele: Filmvortrag des Konsumvereins. — Eine Reichsbahnbeamten, und -anwärter-Verfammlung sindet auf Einladung des Einheitsoerbandes der Eisenbahner Deutschlands, Ortsoerwaltung Gießen, am nächsten Samstagnachmittag im Katholischen Bereinshaus statt. Näheres in der heutigen Anzeige. * Eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses sinder am kommenden Samstag, vormittags 8.30 Uhr begrünend, im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen statt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Gesuch des Stöbt. Elektrizitätswerkes Gießen um Erlaubnis zur Anlage einer neuen Wasserkraftanlage an der Lahn; hier: Berufung des Mühle nb^sitzers Klinkei in Gießen gegen das Urtdil des Kreisausschusses des 'Kreises Gießen vom 21. Februar 1925; hier: Kostenanteil. 2. Klage des Wilhelm Euler zu Treis a. d. Lumda gegen das Kreisamt Gießen auf Aushebung des Polizeibefehls vom 19. Juni 1926 betreffend, die Forstwartwohnung Seilbach in Treis a. d. Lda.; hier: Bebauung der Grenze des Grundstücks durch den Rachbar. 3. Klage des P. Ma us in Bad-Rauheim gegen dte Stadt Bad» Rauheim wegen Heranziehung zu den Kosten der Herstellung von Straßen und Kanälen. 4. Klage der Frau Luise Gräf in Okarben auf Aufhebung deS Bescheids des Kreisamtes Friedberg vom 29. Juni 1926 wegen Versagung eines Wandergewerbescheines. 5. 2agdverpachtung OK ü n ft er; hier: Berufung der Gemeinde Mün° . ster gegen das Urteil des Kreisausschufses des Kreises Friedberg vom 17. April 1926. ** Die Reichsjugendwettkämpfe der Siebener Schulen fanden gestern vormittag auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 statt, lieber 300 Teilnehmer aus den Volksschulen, den höheren Lehranstalten, der höheren Handelsschule und des Pädagogiums nahmen daran teil. Slufjft den Wettkämpfen wurden noch Staffelläufe und ein Handballspiel durchgeführt. Die Leistungen waren durchweg sehr gut, einzelne sogar hervorragend. lieber die Ergebnisse werden mir morgen berichten. "InderGartenbau- undElektrizi- tätsausstellung findet heute und morgen nachmittag Kaffee-Konzert statt. Heute, Donnerstag, abend, konzertiert die Marburger Reichswehrkapelle unter Leitung des Musikmeisters Große. Das Militärkonzert wird bis 11 Uhr dauern. *• Die Waren-Ausstellung des Konsumvereins Gießen, die noch bis jum nächsten Sonntagabend im Saalbau Sauer besichtigt werden kann, findet die rege Aufmerksamkeit der Bevölkerung. Am- vorigen Samstag und Sonntag haben allein etwa 5000 Besucher die Hchau in Augenschein genommen. An den Wochentagen erreicht die Besucherzahl naturgemäß nicht diesen Umfang, dennoch ist aber der Zuspruch andauernd im Gange. Der weitaus größte Teil der ausgestellten Waren entflammt der Eigenproduktion der Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine, nur die Produkte der Kolonien (See, Kaffee, Kakao) sind fremöen Ursprungs. Die Ausstellungsobjekte sind auf fünf großen Tischgruppen ausgebaut. 3n der ersten Gruppe sieht man die verschiedenartigsten Tees, ferner Kaffee, Kakao, Gewürze, Bonbons usw.: die zweite Gruppe zeigt eine reiche Beschickung mit Teigwaren und Suppeneinlagen: in der dritten Abteilung werden Schuhpuhmittel, Waschpulver, vielerlei Arten Seife unb kosmetische Artikel gezeigt: der vierte Stand ist den Bauchem gewidmet: die fünfte Gruppe endlich macht mit allerlei Fischspeisen in Marinadenform, Oelen, Wurstwaren, Gemüse- und Obstkonserveu, Backpulver usw. bekannt. Die Ausstellung ist sehr übersichtlich aufgebaut und bringt die vielgestaltigen Erzeugnisse dieses Eigenbetriebs wirksam zur Geltung. Ein Gang durch die Warenschau ist recht interessant. I. Die Ausstellung des Fröbel-Se- minars. In den Räumen des Kunstvereins zeigt das Fröbel-Seminar in einer reichhaltigen Ausstellung Schülerinnenarbetten der abgehenden Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen. Die Fülle und Mannigfaltigkeit der Arbeiten gibt Zeugnis davon, in welch vielseitiger Weise das Seminar seine Zöglinge ausbildet. Man steht, wie der Unterricht, in systematischer Weise vom Leichten zum Schweren fortschreitend, die Schülerinnen Arbeiten 1) er Dorbringen läßt, die zum allergrößten Teil recht gutes Körmen und erlesenen Geschmack zeigen. Schon die ersten Arbetten — Figuren, die aus Stäbchen gelegt, aus Papier geklebt oder gefallet oder auf Papier genäht find — find woblgelungen. In reicher Zahl sehen wir dann Spielsachen und Gebrauchsgegenstände, die aus Holz oder Pappe hergestellt sind. Eine Puppenstube, eine Puppen- fchaukel, ein Viehstall mit Inhalt, zwei Theater, ein Knusperhäuschen, von einem Tannenwald umgeben, ein Hutladen, ein Zigeunerwagen mit Inhalt, ein Gartenhaus, mehrere Marktlauben mtt Marktwaren, eine vollständige Bäckerei, ein Schulsaal mit der gesamten Inneneinrichtung nebst den Schüle- rinnen und der Lehrerin heben sich aus der Fülle der ausgestellten Spielsachen besonders ab. Man staunt, wie viel Schönes sich aus alten Streichholzschachteln machen läßt. An einer größeren Anzahl von Zeichnungen sieht man, daß manche Schülerinnen im Ornamentzeichnen Beachtliches leisten. Auch das Kneten in Ton wird geübt. Eine reiche Zahl von Gefäßen in mancherlei Formen und Nachbildungen von Früchten der verschiedensten Art, alle aus Ton geformt, zeigen, daß die Mädchen auch diese Arbeiten in ansprechender Weise zu machen verstehen. Ein buntfarbiges Bild bieten die Arbeiten, die die Schülerinnen aus Bast gehäkelt, geflochten oder gewebt haben. Diese Sachen können als ganz besonders gelungen bezeichnet werden. Neben diesen Arbeiten sieht man sauber ausgeführte Körbchen, die aus Peddigrohr geflochten sind. Einen besonderen Raum nehmen die Nadelarbeiten ein. In reicher Fülle erscheinen hier Kinderkleidchen und Kinderschürzchen, insbesondere aber Kinderwäsche. Form und Farbe der Arbeiten verraten durchweg guten Geschmack, ihre Ausführung beweist beachtliches Können und große Sorgfalt. Auch einige geschmackvoll ausgestellte Ruhekissen sind ausgestellt, ebenso eine Anzahl gefällig wirkender Batikarbeiten. ** Zur Richtigstellung. In unserem Bericht vom Montag über den Blumenkorso muß es statt „Radfahrer-Verein Rad-Heil 1896" richtig heißen: Gießener Radfahr-Gesellschaft „Die Wanderer" 1896. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt: 1 Kuh, 1016 Kälber, 722 Schafe und 277 Schweine. Starkenburg. * Darmstadt, 15. Sept. Der Fall Meon wird am 15. Oktober am Schwurgericht in Mainz erneut verhandelt. Dekannttich hat der Student Josef Meon aus Bensheim im vergangenen Fahre die Stühe Anna Gillmann in seiner Wohnung umgebracht und war dafür vom Darmstädter Schwurgericht zum Tode verurteilt worden. Meon legte Revision ein, und das Reichsgericht verwies die erneute Verhandlung an das Schwurgericht in Mainz. — Seit dem 10. September werden der Tapezierlehrling Adam Meininger, geboren am 28. August 1911 zu Darmstadt, und der 15jährige Buch- druckerlehrling Heinrich Gunkel aus Ober- Ramstadt, die beide ihre Eltern heimlich verlassen haben, vermißt. Meininger führt ein Fahrrad mit sich und ist mit grauer Kniehose, ebensolcher Jacke und Mütze, tarriertem Hemd und schwarzen Schnürschuhen bekleidet. — Gin hiesiger Fabrikdirektor wurde unter dem dringenden Verdacht des Konkurs verbrechens fest genommen. Turnen, Sport und Spiel. Franz Diener in Amerika geschlagen. TTl. R e u h v r k, 15. Sept. 3n einem Zehn- Rundenkampf in Reuhork wurde der deutsche Doxmeister Franz Diener von dem amerikanischen Boxer Bob Gor man geschlagen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Straßenbahn und Festzüge. Gießen im Zeichen einer Ausstellung. Heber- all emsige Hände, rührender Fleiß und geschäftstüchtiger Sinn zu verspüren. Unb am Sonntag ein Blume nkorsv eindruckreicher Art und geschmackvoller Vielheit. Menschen stauen sich zu beiden 'Seiten im Seltersweg, um begeistert dies Schauspiel zu genießen. Plötzlich das schrille, Nimmersatte Geläute der Elektrischen, die sich den Weg durch das Gewoge und den Festzug bahnen will oder muß. Der Zug wird gesprengt. Die Pferde werden scheu, die Autos finden kaum Ausweichplatz. Die Menschen werden zurückgedrängt und in Schrecken gejagt. Läuft also alles noch gut ab. Rur wiederholt sich diese Komödie mit der Elektrischen öfter. Auch in der Kreuzung Sonnen- und Schulstrahe und in der Bahnhofstraße. Der Zug wurde verzettelt und verlor fast den Zusammenhang. Unb die Zuschauer empfanden nicht nur dies, sondern mehr die Belästigung durch die Elektrische unangenehm. Tlnd das ist in Gießen nun schon immer gewesen, daß an Festzugstagen sich die Elektrische irgendwie breit und unduldsam machte. Warum? 3n anderen Städten fährt sie überhaupt nicht, wenigstens nicht durch den Festzug, oder es wird während der Zeit Pendelverkehr eingeführt. Vielleicht merkt man sich das hier an den dafür verantwortlichen Stellen und läßt in Zukunft die Festzüge unbehelligt den ohnedies vorher bekanntgegebenen Weg nehmen. Dr. M. Don den Tausenden, die sich, wie ich, am Sonntag den Umzug angesehen haben, werden sich wohl die meisten gefragt haben: War es denn nicht möglich, den Trambahnverkehr für eine Stunde einzu ft eklen, damit sich der schone Zug von Roß und Reisigen voll und ganz entfalten und abwickeln konnte? Wie es in Wirklichkeit war, wurde der Zug alle paar Minuten durch die fahrenden Tramwagen aufgehalten und zerrissen, dadurch aber seiner Schönheit beraubt und entwertet. Radfahrergruppen sah ich wiederholt von den Rädern steigen, um einen Wagen der Straßenbahn vorüberzulassen. Dis die Fahrer wieder aufgesessen und in Bewegung waren, waren die Vordergruppen schon ein gutes Stück voraus, und zwischen beiden klaffte eine ode Lücke. So war das Bild kein einheitliches, und viel Mühe und Arbeit und viel Schones kamen daher nicht zur vollen Auswertung. Ein andermal: Besser machen, Elektrische! Eine, die für viele spricht. Ein« Klage über die städtische Müllabfuhr-- stelle in der alten ©anbfautc. ©eit einigen Tagen ist abends in den Wohnungen am Rahrungsberg, Schiffenberger Weg und in der Gartenstrahe ein sehr unangenehmer Geruch nach ungebrannten Lumpen, Knochen usw. bemerkbar. Geht man diesem Geruch nach, so kommt man nach der alten städtischen Sandkaute am Rahrungsberg. Hier befindet sich die städtische Müllabfuhr st eile im angebrannten Zustande. Glaubt die städtische Verwaltung, daß dieser Zustand in sanitärer Hinsicht einwandfrei ist? Können solche Zustände nicht Epidemien Hervorrufen? Ist dies nicht geradezu ein Eldorado für Ratten, Wühlmäuse usw.? Sind die Anwohner gezwungen, solche Zustände hinzunehmen? Was sagt der Der- schonerungsverein zu diesen Zuständen? Wenn lein anderer Ort für die Müllabfuhr beschafft werden kann, warum werden die Abfälle nicht mit Aehkalk überstreut und mit Erde zugedeckt? G.M. Kirchliche Nachrichten. Gottesdienst der isr. Religionsgesellschaft. Freitag früh 5, nachmittags 2.30, Samstag den 18. September 1926. Verfohnungsfeft. Vorabend 6.40 Predigt, morgens 6, Festssausgang 7.13. Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 6. Isr. Religionsgemeinde. Gottesd. i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, den 18. September 1926. Versöhnungsfest. Vorabend 6.45, Predigt:?.15, moygens 7.45, Predigt und Seelenfeier: 11.30, Schluß- predigt: 5.30, Festesausgang: 7.10. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Freitag, 17. September. 3J30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Fugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Hausfrauen-Rachrnittag. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Achtzig Zahle Main-Reckar-Bahn, Vortrag von Waldemar Scheyrer, Biebrich. 6.45 bis 7.15 Uhr: „Johann Gottlieb Fichte". 3.: Fichtes Schriften „Heber die Bestimmung des Gelehrten" und „Heber das Wesen des Gelehrten", Vortrag von Pfarrer Clemens Taesler. 7.15 bis 7.45 Uhr. Italienischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.15 Ahr: Cello-Konzert. 9.15 bis 10.15 Uhr: Heiterer Abend. In der Generalversammlung vom 28. Juni 1925 und 11. Juli 1925 wurde einstimmig die Auflösung der Genossenschaft beschlosten. 7551D Iu Liquidatoren wurden bestellt die Herren: Heinrich Degen! und GeorgPfeifer,beide in Großen-Linden. Die Gläubiger werden aufgesordert, ihre Ansprüche innerhalb der gesetzlichen Frist geltend zu machen. Eroßen-Linden, den 18. August 1926. Landwirtschaftlicher Konsumverein, e. G. m. u. H. in Grotzen- Linden, in Liquidation Heinrich Degen l.Georg Pfeifer Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Arn 9. September 1926 a) bei der Firma C. O. Reuter, Mainz, Zweigniederlassung Gießen: Die Zweigniederlassung in Gießen ist an den Kaufmann Erich Willy Reuter zu Gießen durch Vertrag übergegangen, der das Geschäft unter der seitherigen Firma, C. O. Reuter, als Hauptniederlassung weiterfühtt; die Zweigniederlassung ist somit erloschen. Die Prokura der Karl Oskar Reuter Ehefrau, des Erich Willy Reuter und der Marta Reuter sind erloschen: b) bei der Firma Bruno Büttner, Zigarren- und Tabakfabrik zu Gießen: Die Prokura des Adolf Keil in Ällar ist erloschen. Am 10. September 1926 a) bei der Firma F. Schmücker Nachf. in Gießen: Dem Kaufmann Wilhelm Rippe und der Anna Krauskopf, beide in Gießen, ist Gesamtprokura erteilt; b) bei der Firma Dinges & Herkenrath, Gießen: Die Firma ist erloschen; c) bei der Firma Carl A. Hartmann, Gießen: Die Firma ist erloschen. 75190 Gießen, den 11. September 1926. Hessisches Amtsgericht. Mk-SMöWI sucht rührigen, besteingeführten Vertreter für den Bezirk Gießen, Marburg, Wetzlar. Gefl. Offerten unter B. 801 ?n ZnyMeMnk, öklrunsrrMig. smsanm sm kW Zur Leitung uns. Bez.-Fil., monatl. Sink. Mtt. 3—500.—. Branchek. nicht erf., jed. fleißige Pers. Erford. Mk. 500-1000.—. Eintritt sofort. Gen. Lew. über Alter, Beruf, Kapital ufw. unter N 4146 an Annoncen- mayer, Frankfurt am Main. 7544c \ ev° W .v .'■-■i/.'-fc'f r.• -EchAn/' ■ V M - KUH M WW N - Holzsuvmission. Morttag, den 20. Sept., nachmittags Uhr, soll aus den Waldungen der Gemeinde Reiskirchen nachstehendes Holz im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden: Fichteusiämme: 3. Klasie, 11 Stück, 15,11 km, 4. Klaffe, 51 Stück, 51,53 km, Sa-Klasse, 137 Stück, 86,05 km, 5b-Klasse, 214 Stück, 63,60 km. Kiefernstämme: 3. Klasse, 2 Stück, 1,43 km, 4. Klasse, 5 Stück, 3,23 km, 5. Klaffe, 25 Stück, 8,88 fra, Grubenholz, 139 Stück, 27,74 km, Kiefernderbstangen, 1 St., 0,08 km. Das Fichtenholz lagert im Forstort Walbersberg, Nonnköppel und Buchwald. Das Kiefernholz im Forstört Reitz- berg. Das Holz ist mit Rinde gemessen, jedoch entrindet. Vorherige Besichtigung empfohlen, spätere Einwendungen werden nicht berücksichtigt. Nähere Bedingungen können auf hiesiger Bürgermeisterei eingesehen werden. Die Angebote sind verschloffen bis zum Termin einzureichen, wo alsdann die (Eröffnung im Gemeindehaus ftattfinbet. Reiskirchen, den 7. Sept. 1926. Hessische Bürgermeisterei Reiskirchen. Schomber. 7471D Eberversteigerung. SamStag. den 18. September, nachmittags 2 Uhr, wird ein abgängiger Eber der Gemeinde Hattenrod auf dem Hofe des Eberhallers meistbietend Dcrfteigert. Die Gemeinde beabsichtigt, wieder einen neuen Eber, .Das deutsche Edel- schwein", anzuschaffen und bittet Inter- effenten um nähere Angaben. Hattenrod, den 16. Sept. 1926. Hessische Bürgermeisterei. _____________Äeeb._________75500 Bekanntmachung. Die Gemeinde verkauft auf dem Sub- missivnsweg einen jungen, zum Sprung untauglich gewordenen Eber. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zum Donnerstag, dem 23. September 1926. nachm. 7 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. 75600 Watzenborn-Steinberg, d. 12. Sept.1926. Heff. Bürgermeisterei. Schäfer. 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S ri es, Krofdorf, ; W- Schöttler, M- Hochelheim ‘ Ringen bei btti 'Sept- Am Sonn- '«rein sein Ab. auswärtiger Ium- im Nachmiiiag ein Vcksstratzkn bewegt atz die Wettkämpfe, chauer eingefunben us Freiübungen, 0c. Turnen. Die sehr regem Eifer für bit i. Sept Bei bem am i Gewitter rich- roßen Schaden 'cs unb bas Aach abgebetfi. An oer- :m starke Ache ab. selbe \tonb„ wurde chleudert. Am übel- Mucker- unb Spiel- iefe gelegentlich bes ahe aufgestellt hatte, chofe in die höhe gr- all vollständig zer. in Teil der einlaffier- „ei Beamten der ^orbeMstenSru sestzunehm?. arg. 08« X rKr i und Aschen „Das Abendessen ist fertig, Großmutter. Wollen die Herrschaften so freundlich sein?" Dreimal mußte sie die Einladung wiederholen, ehe die erregten Gemüter sich so weit besänftigt hatten, ihren Ruf zu verstehen unb ihm zu folgen. Doch kaum saß man an der Tafel, und Pastor Rottmann — die weiße Serviette im Knopfloch be» festigt — zerlegte den Kalbsbraten, da begann das Etimmengeschwirr von neuem. „Wer war der infame Briefschreiber? Und was in aller Welt bezweckte er mit seinen Briesen?" Es gab keinen Menschen in ganz Schmaledeck, der die Feder führen konnte, den man nicht unter die Lupe nahm. Immer fanden sich Ankläger, immer fanden sich Verteidiger. Einer nach deM andern wurde freigesprochen, und die guten Dinge, die Frau Luise unb ihre Mile mit so viel Butter und Zucker unb Eifer hergerichtet hatten, fanden lange nicht den genügenden Beifall. Bis der Apfelkuchen kam und der goldene Niersteiner, den Doktor Rottmann seinem Vater zum Geburtstag verehrt hatte. Da endlich glätteten alle alten Damen unb Herren bas gesträubte Gefieder, Herr von Krog erhob sich unb ließ die verehrten Wirte leben, und als eben in dem Augenblick allgemeinen Gläserklingens Thomas Raben in das Zimmer trat, hatte er den Eindruck vollendetster Harmonie und Lebensfreude. Schmale- beck war doch eine zu nette kleine Stadt. Was war das mit Ilse, daß sie plötzlich ganz froh war? Hatte sie sich nicht so vergnügt mit Olaf Hammersmid unterhalten? Hatte sie es nicht uer» standen, Georg Grützmann so an Riekchen heranzuleiten, daß die beiden ganz in ein Gespräch über den Neubau des Altenleutestifts versunken waren? Hatte sie nicht im stillen sich amüsiert, wie die alten Herrschaften aufgingen in der Sensatton ihres Stilllebens? — War doch noch irgendwo ein leerer Platz in ihren Gedanken gewesen? Und der war ausgefüllt, als der dunkle Hamburger sich neben sie setzte? — Sie sah ihm interessiert in die Augen, in diese Augen, von denen Hanse sagte, sie könnten noch den roten Fuyken aufzüngelnder Hitze zeigen. in Handtuch-Säckchen MgnekMhl 5 Pfund 1.60, 10 Pfund An öÄ N Weise a ?On ber ■ c>nem ^t^n "en ssch^, Der Eschau. Sie suchte noch dem Funken. Aber Rabens Augen waren ganz ruhig und nichts in ihnen zu lesen als die höfliche Liebenswürdigkeit, die sie immer zeigten. Da wandte sie sich enttäuscht ad und ihrem Tisch- Herrn zu und sagte: „Was ist es denn eigentlich, was Sie mir anvertrauen wollen, Herr von Hammer- srnid?" Der senkte die Stimme. „Mein Vater hat gc- schrieben, ich soll schon jetzt zuriickkommen. Man fürchtet die politischen Verwickelungen." „Stehen die so dicht vor der Tür?" „Es scheint so. Auch hat er selber eine schwere Grippe überstanden und will mich dort auf dem Gut wißen." „Wann wollen Sie fahren?" „3n zwei Wochen wird es sein müssen. Wir müssen uns noch oft sehen, sehr oft in diesen letzten Wochen, Fröken Rottmann." „Zwei Wochen sind noch eine lange Zeit, unb nachher — Jütland ist nicht aus der Welt." Aber es tat doch weh, dieser Gedanke an die Trennung. Man war so seelenoergnügt gewesen in den schönen hellen Sommerlagen. Thomas Raben, der nur wenige Worte des leisen Gesprächs aufgefangen hatte, verhielt sich ganz passiv. — Wenn man weiß, da ist schon ein anderer, zieht man sich zurück von der Tür des Feftsaales. Eh' etwas auflebt, das unbequem werden könnte. kommen waren? Etwas trotzte auf in ihr. Ob. wenn man sie nicht wollte, wenn sie den Herrschaften nicht gut genug war, wenn ihre oürgerliche Herkunft oder ihr Deutschtum da im Wege waren — aufdrängen taten sich die Rottmanns im Leben nicht. Waren das nasse, stürmische läge. Alle Gaffen patschten von Schmutz, alle Regenrinnen läuteten, bis man verdreht wurde von ihrer monotonen Musik, sobald eine Tür geöffnet wurde, zog es naßkalt in die Stuben — nichts Helles, nichts Munteres war da, die verstimmten Menschen ein bißchen auf- zumuntern. In vierzehn Tagen kam Weihnachten. Abends faßen die Schmalebecker Mütter und Schwestern unb nähten unb stickte«, unb Mamsell Niebuhr mußte ganze Ballen von Stramin, Wolle unb Seide aus Homburg kommen lassen. Madam Eggers nähte die ganzen Tage, sie hatte alle Hände voll Arbeit, sogar Puppen mußte sie anziehen, und abends brannte ihr Talalicht oft bis Mitternacht. Wenn es auch keinen Zweck mehr hott--, wenn ihr Fiete auch nie ein studierter Mann werden würde — sie schuftete doch für ihn. Konnte er nicht gelehrt werden, sollte er reich werden. Kleines Vieh gibt auch Mist, und ihre Dreier und Schillinge, einer auf den andern gelegt und in die Sparkasse getragen, sollten schon einen Grundstock bilden für seine bessere Zukunft. Immer magerer wurde sie, immer spitzer die Nase, immer schärfer ber Blick, unb an manchem Morgen hatte sie verweinte Augen. Waren es auch nur wenige Tränen, die ihr von bitteren Gedanken aiisgepreßt wurden — sie brannten um so schärfer. Und bann, als sie eines Abenbs wieber saß unb stichelte und Fiete in der Kammer nebenan schnarchte, fiel ihr auf, daß die Rinnen nicht mehr läuteten. Der Regen mußte aufgehört haben. Sie warf das Tuch über und sah aus der Haustür. Es war klar geworden unb bitter kalt. Am nächsten Morgen würbe Reif liegen. Der Reif war da am anbern Tag unb hatte blauen Himmel mitgebracht unb Ostwind und rote Nasen und frostblaue Fäuste. Die teilte er freigebig aus. Aber die Schmalebecker Jugend nahm sein Geschenk bereitwillig an, denn alle Rinnsteine waren zugefroren, unb an den Pumpen ließen sich herrliche Glitschen Herstellen. Daß die dummen Deems, die mit den Wassereimern kamen, immer gleich Asche mitbrachten und die drüber stäubten, war nieder- SLI'MüO garantiert rein, leicht löslich Pfund 2.-, 1.50,1.10,0,65 5&Hee aromatisch, Pfund 8.80, 6.50,5.- trächtig, aber man konnte die Asche abfegen unb. abends Irisch begossen, war die Eisbahn am Morgen wieder spiegelblank. Alte Leute konnten sich Arme unb Deine daraus brechen. Es war aber kein alter, sondern ein junger Mann, der dort sehr übel zu Fall kam, weil sein Pferd ausglitt unb ihn aus bem Sattel warf, unb wenn man neunzig Kilo wiegt wie Georg Grützmann, i[t solcher Fall auf gefrorenem Boden keine leichte Sache. Frau Helene Jessen jedoch segnete diesen Fall, denn er war gerade vor ihrem Hause geschehen, unb sie hatte am Fenster gesessen, als bas Unglück ein- trat, war hochgeflogen, hatte sich gar nicht Zeit genommen, auf ihre erschrockenen Nerven zu achten, sonbern war brauhen vor ber Tür und neben Georg, ehe ber noch recht wußte, wie ihm eigentlich geschehen. So recht besann er sich erst, als er drinnen in Pastor Jessens Arbeitsstube auf dem Kanapee lag und Frau Pastorin ihm mit Wein unb kölnischem Wasser unb allerlei lebhaften trostreichen Worten unter bie Augen ging. Der Kopf brummte gewaltig, unb ber eine Fuß war dick geschwollen, er wußte selber nicht, wie er damit hatte in das Haus humpeln können, und im ganzen war ihm recht schlecht. So ließ er sich die Pflege der frcunblirf) aufgeregten Frau ganz gern gefallen, wünschte nur, sie mochte dabei ein bißchen weniger reden, lag zwei Stunden und ruhte sich, und war sehr nett gegen Riekchen, die ihm einen Teller Suppe um die Mittagszeit an fein Lager trug. Gegen Abend kam sein Onkel Nilius, von Jessens benachrichtigt, mit dem Wagen und holte ihn ab. Dann wurden zwei Tage später herrliche Blumen aus den Niliusschen Gewächshäusern abgegeben und ein Korb mit ausgesucht schönem Obst, und acht Tage vor Weihnachten kam Georg selber und machte einen Dankbesuch. Riekchen war nicht zu Hause, das war der Mutter ganz recht. Nun konnte sie ihre Minen logen, und sie legte sie so vorsichtig, aber so gründlich, daß der dicke Jüngling, als er heimfuhr, sich verpflichtet hatte, bei der Armenbescherung am Tage vor Weihnachten nicht nur bie iiblick)en Gaben zu senden, sondern selber beim Aufbau in der Post zu helfen. „Denn ich bin immer so erschöpft, wenn all die Vorbereitungen zum Fest geschehen sind, und Riekchen, das rührende Kind, mag niemand um Hilfe angehen." (Fortsetzung folgt.) 0(0« ausgewogen Markt 16 Nr. 78 fr/ i \ ' ßBk EU(r u HERH HERBST- MANNHEIM reiertagshalber Schulstraße 4 Seltersweg 81 HerremScbweißsocken batte statt. 7562c Vorherige Besichtigung nach Anmel- ing. Verkauf gegen Barzahlung oder Die Preise gelten nur für Freitag und Samstag Kreisstraße vorm. Nr. 77 nachm. Sonntag von 11 bis 3 Uhr geöffnet! vorm. nachm. z ll Ohre Verlobung beehren sich anzuzeigen vorm. 8'/- vorm. Bettenhausen, September 1926 9 vorm. 20 vorm. 25 23. mittags 12 vorm. 7*/2 vorm. 8 vorm. 8 vorm. vorm. vorm. vorm. 22. 12 Nächst Mendorf 49 20. 8 vorm. Diese MODEHCTTE ßnd zu haben bei den Firmen: etwa 10 9% vorm. 7548c Kreisbauverwaltung Gießen Nr. 73 7549c 20. 20. nachm. vorm. nachm. nachm. 9 3 3 9 9 0.45 0.85 2.90 3.90 5.90 1.75 2.40 Herren 9 Uhr. Einzelunterricht. 46 47 48 26 27 28 18 19 1 2 8 9 11 8 11 1 60 ßl 62 63 64 66 6ß 67 20 20 20 21 21 8 11 Damen 8 Uhr. Private Tanzzirkel. Gießen, den 15. September 1926 Städtische Elektrizitätswerke: Stolte. 20. 20. 21. 22. 23. 10 lU/2 9 10 10 1 8 8 Uhr 20. 20. 20. 20. 21. 21. 39 40 41 42 43 44 45 21 22 22 Zeit der Versteigerung Altes Blei Bleirttbron uiw. kauft Brahl'sche Oruokordl SohulatraOe 7—9 B 12 13 14 15 16 17 Bekanntmachung. Am Freitag, dem 17. d. M.. abends 8 Uhr, sindet eilt Vortrag mit Lichtbildern des Herrn Oberingenieurs Kurz über „Neue Anwendungsgebiete der Elektrizität in Industrie und Gewerbe" in der Volks- Ort der Zusammenkunst I. Baubezirk. Gießen—Gleiberg . Gießen-Rodheim . 21 22 23 24 Am Baum Nr. I Im Anschluß Bei der Ganseburg Im Anschluß Am Baum Nr. 1 Im Anschluß 3 4 6 6 7 8 9 . 10 Münster—KreiSgrenze . . IV. Baubezirk. RüddingShausen—Teckenback) Wcitershain—Lumda . . . Stangenrod—Lumda—Atzenhain ........ Grimberg—Stangenrod . . Londorf—Nordeck .... Kesselbach—Geilshausen. . Geilshausen—Beltershain (Bis Wald)..... Beltershain—Grünberg . . Grünberg—Röthges. . . . Grünberg—Mücke .... Grünberg—Weickartshain . Grünberg—Lindenstruth. . Göbelnrod—Grimberg. . . V. Baubezirk. Gießen—Annerod .... Annerod—Grünberg . . . (hießen—Reiskirchen . . . Reiskirchen—Berörod . . . Reiskirchen—Hattenrod . . Reiskirchen—Lindenstruth . Lindenstruth—Grünberg (Bis Abfahrt Harbach) Mainzlar—Treis (Lda.) . . Allendorf—Londorf.... Altandorf-»-Climbach— Allertshausen .... VI. Baubezirk. Gießen—Wißmar..... Im Anschluß Am Pfingstkopf Am Baum Nr. 1 ßolido Qualität......... Herren-Socken sehr solide Qualität, niod. Jacquardmuster Herren - Nachthemden kräftiges Hemdentuch, 120 cm lang........... Herren-Garnituren Jacke und Hose, kräft QuaL.mod. Färb., Gr.4-0 Weiße Oberhemden Rumpf a.IaHemdentuch. m.gestr. BaU-Eius. u.Man.1 Damen - Schlupfhoscn la Koneteelde, gut verstärkt, in all. Modefarb. Damen-Unterkleider ta Kunstseide, in allen Modefarben............ Lydia Bommersheim Karl Köhler Sept. 20. 20. An der Hardt Am Ende der Lindenpflanzung Ortsausg. Klein-Lind. OrtSausg. Klein-Lind. An der Bauernmühle Ortsausy. Groß.-Lind. Am Kretsmagazin Bei Leihgestern Bei Grüningen Bei Watzenborn Conrad ßramm Rudolf Richter R.&M.Oberlies W.&G.Schuchärd Wilhelm Virßg 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 Modehaus Salomon Haus der Handarbeit Reichsbahnbeamte und Anwärter Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Fritz Schleenbecker und Frau Emmy geb. Kröck Darmstadt (Aiedlingerstr. 17), den 16. September 1926 20. 20. 21. 21. 21. 21. 22. 22. 22. 23. 23. 20. 20. 21. 21. 21. 21. 21. 21. 21. 22. 22. 21. 21. 21. 21. 22. 22. 22. 22. iwjeUx - olfL) Gefällige Anmeldungen werden noch jederzeit entgegengenommen. Wilhelm Will Universitäts-Tum-und Tanzlehrer. Löberstraße 12. 8 Damen-Strümpfesoiide ft PP B’wolle, Doppolsohle u. Bi H1! Ferse, in all. mod. Färb. “♦VU Damen-Strümpfe 4 la Kanstseide, Doppel- I ll sohle u. Ferse, i. all.Farb. -MUU Damen-SlrllliptereinoSeide, 4 fir laChappe. Dopp.-Sohle | U’l u.Ferse,in all-Modefarb. -l-evtf Dam.-Unterzlebhoecn ft AA UTrikot,sehr angenehm El WhI unt. kunstseid. Wäsche vtUU Am Birklarer Wald Nächst Langsdorf Nach t Hungen Nächst BellcrSh^im In Nonnenroth an der Schule Nächst Münster Näck)st RüddingShausen Nächst Wcitershain Im Anschluß Im Anschluß Nächst Londorf Im Anschluß Im Anschluß Nächst Beltttshain Nächst Grünbcrg Im Anschluß Im Anschluß Nächst Grünberg Im Anschluß Obstversteigerung an den Kreisstratzen des Kreises Gießen bleiben unsre Geschäfte am Samstaga™18..„«. 8 spannende Akte aus den Heldentagen der deutschen Kolonien. Ferner ein gutes Beiprogramm Lichtspielhaus Des großen Erfolges wegen bis einschließlich Freitag: Ich half einen Kameraden Klein-Linden—Dutenhofen. . Klein-Linden—Großen-Lind. . Groß.-Linden—Lützellinden . Großen-Linden—Langgöns . Gießen—Leihgestern . . . . Leihgestern—Langgöns . . . Grüningen—Langgöns . . . Watzenborn—Garbentcich . . II. Baubezirk. Lich—Langsdorf (bis Birk- . tatet Abfahrt)..... Lich—Steinbach (bis Wald) . Lich—G arbentcich .... KreiSgrenze—Ober-Hörgern . Ober-Hörgern—Eberstadt . . Eberstadt—Hof-Güll . . . . Muschenheim—Ttais-Mün- -enberg ........ Gießen—Steinbach (V. Wald) Albach—Steinbach..... III. Baubezirk. Lich—Langsdorf (Von Birk- tatet Abfahrt)..... Langödorf—Hungen . . . . Hungen—Inheiden..... Bellersheim—Bettenhausen . Nonnenroth—Röthges . . . NAUMAN. J V\t ^trnjeife üov denkenden Hausfrau Bahndurchlaß nächst Gießen Im Anschluß Im Anschluß Nächst Kirchberg Im Anschluß Im Anschluß Im Anschluß In Staufenberg Im Anschluß Herren-Kragen fi CG In Mako, alle Formen u. Rll Weiten............... Nächst Lich Im Anschluß Im Anschluß Näck)st der KreiSgrenze Im Anschluß Im Anschluß Im Anschluß Nächst dem Wald Im Anschluß SamStag, den 18. September 1926, nachm. 5*A Uhr, im „Katholischen DereinShauS": ür alle Reichsbahnbeamten u.Anwärter Tagesordnung: 1. Die große Bedeutung der diesjährigen Be- amtenratswahlen für Erhaltung des Berufs- beamtentums und der Beamtenrechte. 2. Besoldungsproblem. 75370 Referent: Kollege Fritz GlaS, technischer Eifenbahn-InsPektor und Vorsitzender des BezirkS-Deamtenrats Frankfurt am Main. Freie Aussprachei — Es ladet freundlichst ein Der Einheits-Verband der Eisenbahner Deutschlands. Ortsverwaltung (Biehen Erfahrener LMWtzM mit guter VrarlS In Dauerstellung zu baldigem Eintritt gesucht. BtfiNW Mniü.-Bufljörntferei । Gietzen. 7521DI Sicherheitsleistung. Hießen, Sahnhofstraße 14 Wieseck—Alten-Buseck.... Wies eck—Trohe....... Kirchberg—Sichertshausen. . Odeuhausen—Staufenberg. . Odenhausen—Ruttershausen. Ruttershausen—Kirchberg . . Staufenberg—Daubringen . Daubringen—Lollar .... Gießen, den 14. September 1926. TANZ-KURSE Meine diesjährigen Winter-Kurse in sämtlichen modernen Tänzen Charleston, Tango, Blues, Boston usw. nachneuestemTanz-Stil beginn. Donnerstag,23.Sept Damen- Kopfwaschen I mit eien, fttlfur 1.80, Frisieren Oodnlle- ren 1)0 Bnblhflpfe werd, schön geschntl« icn u. onduliert. Für iaub., nnst. Bedieng. wird Sorge gelrag. i'arnan-Frlsler-StiOD E. Ntehlfnir, Gnauthstr. 34. Drucksachen allerArt liefert In jeder gewünschten Ausstattung stilrein und ordswert die Bröhl*scbe Univ.-Druckerei. R. Lange. Bekanntmachung, Am Donnerstag, dem 30. September 1926, vormittags 11 Uhr, verkauft die Dbcrförfterei V rächt im Oberförster-Dienst^ gehöft zu Bracht nachfolgende mit der fiskalischen Gespannhaltung verbundene Gegenstände: 7563V 1. )wel Auchswallache, acht- und neunjährig, 170 cm Banbmafa; 2. einen Jogdwagen, komplett: 3. zwei Geschirre, Stallgeräle, Pferdedecken. Nr. 2(7 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 16. September 1926 durch den Autoführer zu zuzeigen : mWcl926 I 1 Straße 1M llis Jm einfachsten wie im feinsten Haushalt den die altbewährte MAGGI5 Würze rann” machen will. Diese Arbeit in Anspruch statten geht, achtens sehr Motorfeuerspritze durch ein Brandort zu bringen gegen 90 Ps. für den Kilometer. DrandhUfekosten werden der Kreis wieder ersetzt. — Für des Fe st Platzes durch Postauto an den eine Gebühr von Die entstehenden. Stadt durch den die Benutzung hiesige 03er3 nicht auch wieder ein volles Jahr nimmt, sondern vielmehr flott von- Diese Arbeit laßt sich unseres Er- en und Sanie- hielt der allgemeines regen Bebestand in Preise zur lediglich nach rein wirtschaftlich finanziellen Gesichtspunkten das rungswerk Danzigs vollendet wird. hlung er« zlichst des Er- Mk. daß Geleistet MAGGI5 Würze seit langen Jahren vorzügliche Dienste. Wenige Tropfen kräftigen und verfeinern den Geschmack fader Suppen, schwacher Fleischbrühe, Gemüse, Soßen und Salate. — Auch in Jhrer Küche sollte sie nicht fehlen, signale des Zuges suchen sein. t Grünberg, kegeln an. — Am gleichen Tage Schützenvercin sein diesjähriges P r e i s s ch i e ß e n ab, das sich einer teiligung erfreute. Der . Ehrenpreis einem .Hammel. Insgesamt kamen 16 Verteilung. 15. Sept. In der jüngsten hiesiger Landwirte Höhung des städtischen Zuschusses in Aussicht gestellt wird. — Erbauung von Rotwoh - n un gen: Diese Angelegenheit hatte den Stadtvorstand schon wiederholt beschäftigt. Man ist jetzt von dem Plan, eine Wohnbaracke zu erbauen, abgbkommen. In der gestrigen Sitzung wurde die Angelegenheit numnehr endgültig so beschlossen, daß noch in diesem Jahre mit dem Bau von zwei neuen Häusern begonnen werden soll: davon soll das eine Dreizimmerwohnungen erhalten, Vas andere soll als Doppelhaus errichtet werden mit drei Wohnungen zu zwei Zimmern und Küche. Das eine Haus soll in der viedlung Rambach, das andere auf das städtische Gelände unter dem RiederDruck- behälter an der Hochstraße gebaut werden. Für die zu erstellenden beiden Häuser wird der staatliche Baukostenzuschuß für das Rechnungsjahr 1927 in Anspruch genommen. Im ganzen handelt es sich dabei um zwölf Wohnungen. — Ein Gesuch der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Kreis Alsfeld um Herabsetzung der Badepreise im städtischen B o l k s b a d für erkrankte Mitglieder, die besondere Bäder gebrauchen müssen, wurde dahin genehmigt, daß der Preis für ein Wannenbad auf 30 Pfennig festgesetzt wird. Auf Antrag -gung des ^Dustes von Ordonnanzen ernst Es wäre dringend zu hoffen, daß eine wurde insofern gegen seither eine Aende- rung beschlossen, als künftig zu sportlichen Ber- anstaltungen und Festlichkeiten, bei denen die Festhalle nicht benutzt wird, jedoch von den Vereinen ein Eintrittsgeld bei dem Betreten des adgesperrten Platzes erhoben wird, eine Platzmiete von 10 bis 20 Reichsmark zu zahlen ist. — Baugesuch des I. L. Kam p. Der Genannte will eine von ihm erworbene, neben der katholischen Kirche gelegene Scheune umbauen zu einer Äutogarage. Hiergegen hat der katholische Kirchenvorstand Einspruch erhoben, weil er eine Störung des Gottesdienstes befürchtet, da voraussichtlich die Scheune auch als Auto-Reparaturwerkstätte benutzt werde, wenn die Baugenehmigung einmal erteilt sei. Der Stadtvorstand lehnte den erhobenen Einspruch als unbegründet ab, solange nur ein Baugesuch für eine Garage vorliegt. Der nach dem Ortsbauftatut erforderliche Dis- Vers a m m l u n g , . „ wurde beschlossen, sämtliche verfügbare Frucht . , leicht bewältigen, wenn man ganz im Sinne der Reden Driands und Stresemanns dieser Hinsicht in ihrem Schoße bergen mag — die Aufhebung der verhaßten Ordonnanzen und die Herstellung eines erträglichen Verhältnisses zwischen Besatzung und Bevölkerung wäre schon an sich ein Ziel, aufs innigste zu wünschen. B Tänzen an usw- &23.Sept ■en 9 Uhr. lunterricht lerzeit ent- Marktplatz jein diesjähriges 2l b t u r n e n, das die Leistungsfähigkeit des Vereins im besten Lichte zeigte. 2(n das Abturnen schloß sich ein Preis- letzten Schulvorstandssihung beschäftigte man sich eingehend mit der dringend notwendigen Errichtung einer Turnhalle: man war einmütig der Meinung, dieser Frage so schnell wie möglich greifbare Gestalt zu geben, da das Turnen an den Hauptgeräten unter den gegenwärtigen Verhältnissen so gut wie ausgeschlossen ist. !—! Daubringen, 15. Sept. Dieser Tage hielten die beiden letzten Jahrgänge der Dau- bringer, und Mainzlarer Schule auf unserem Sportplatz ihre diesjährigen Reichsjugendwett k ä m p f e ab. Zn einem Fünfkampf sollte diesmal die Leistungsfähigkeit festgestellt werden. Er bestand aus einer Reck- und einer Barren- Übung, 100-Meter-Lauf: 19 Sekunden = 0 Punkte, je Vs Sekunde weniger — 1 Punkt, 15 Sekunden = 20 Punkte: Weitsprung: 2 Meter = 0 Punkte, je 10 Zentimeter mehr = 1 Punkt, 4 Meter — 20 Punkte und Schlagballweitwurf: 30 Meter = 0 Punkte, je 1 Meter mehr ----- 1 Punkt, 50 Meter — 20 Punkte. Ueberpunkte wurden gewertet. Als Kampfrichter hatten sich zwei Mitglieder der beiden hiesigen und drei des Mainzlarer Turnvereins zur Verfügung gestellt. Die Leistungen standen im allgemeinen auf bemerkenswerter Höhe. Die Schüler, die mit Ehrenurkunden des Reichspräsidenten und mit Urkunden des Reichsausschusses für Leibesübungen ausgezeichnet wurden, sind als 1. Sieger Wilhelm Schwalb, Daubringen mit 92 Punkten: 2. Gerhard Wagenbach, Daubringen, 86 P.: 3. Karl Schlapp, Mainzlar, 82 P.: 4. Heinrich Weimer, Daubringen, 80 P.; 5. Karl Albach, Daubringen, 75 P.: 6. Karl Dietz, Mainzlar, 73 P.: 7. Werner Schmulbach, Mainzlar 73 P.: 8. Emil Walther. Daubringen, 73 P.: 9. Wilhelm Zecher, Daubringen, 72 P.: 10. Ludwig Fuchs, Daubringen, 72 P.: 11. Heinrich Michel I, Daubringen, 72 P.: 12. Wilhelm Spaar, Mainzlar, 72 P.: 13. Wilhelm Bittendorf, Mainzlar. 71 P.: 14. Karl Michel, Daubringen, 70 P.: 15. Heinrich Opper, Daubringen, 67 P.: 16. Erich Vogel, Mainzlar, 67 P. 59 Prozent der Teilnehmer erhielten Preise. K e s s e l b a ch, 15. Sept. (WSR.) Gestern nachmittag wurde am Ausgang des Bahnhofes Kesselbach der Strecke Lollar—Grünberg das Personenauto eines Baugeschästs aus Allen-- dorf a. d. Lda. von einem Personenzug angefahren und gering beschädigt. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Die Ursache dürfte in dem Ueberhören der Wamungs- pens wurde befürwortet. — Ein Gesuch Vereins Volkskindergarten um Höhung des städtischen Zuschusses um 400 jährlich auf 800 Mk. wurde dahin erledigt, dem Verein vom 1. April 1927 ab eine Locarno und Rheinland. Sechs Minister der auswärtigen Angelegenheiten ihrer Länder haben am Dienstag im Sekretariat des Völkerbundes zu Genf die Ratifikationsurkunden der Verträge von Locarno hinterlegt, und damit sind diese in Kraft getreten. Es entzieht sich unserer Kenntnis, ob bei diesem feierlichen 2Ut auch Reden ausgetauscht worden sind, wie das ja der Atmosphäre in Genf entsprechen würde. Jedenfalls wäre es sehr zu wünschen, daß nunmehr auch in Wahrheit der vielgerühmte Geist von Locarno nicht mehr nur als Geist in den betreffenden Ländern Herumspuke, sondern Fleisch und Blut an- nehme. Eine kleine Illustration dazu, wie es bisher mit dem Geist von Locarno ausgesehen hat, liefert die Tatsache, daß amtlich mitgeteilt wird, das Ende voriger Woche in Koblenz unterzeichnete Abkommen zwischen öem deutschen Reichsokmmissar und der interalliierten Rheinlandkommission über die Regelung der Rechtsverhältnisse im besetzten Gebiet habe die Bahn frei gemacht für Verhandlungen über die Aufhebung der Unmenge von Ordonnanzen der interalliierten Rheinlandkommission, die sich seit dem Einmarsch der interalliierten Truppen geradezu unheimlich vermehrt haben. Eine solche Maßnahme war uns bereits vor ungefähr einem Jahr unmittelbar nach den schönen Tagen von Locarno versprochen worden. Es hieß sogar, daß der Vorsitzende dieser Kommission, der berühmte Herr Tirard, der sich gerade keiner sonderlichen Liebe bei der Bevölkerung im besetzten Gebiet erfreut, alsbald von der Bildfläche verschwinden und daß die Kommission selbst sofort an die Arbeit gehen werde, unter den Ordonnanzen aufzutäumen. Ein Anlauf dazu wurde auch genommen, sogar ein vielversprechender. Das verhaßte System der Delegierten, d. h. der amtlichen Aufpasser in jedem größeren und kleineren Ort wurde ab- geschafft, und die Bevölkerung des besetzten Gebietes atmete auf, als sie von diesem Alpdruck befreit wurde. Aber leider blieb es bei diesem Anlauf. Zunächst äußerte sich auch der Geist von Locarno noch darin, daß trotz der schweren Belastung des Rheinlandes durch vermehrte (Einquartierung ein besseres Verhältnis zwischen den Desatzungstruppen und der Bevölkerung Platz griff. Aber ungefähr gleichzeitig mit der Bildung des neuen Kabinetts P oincars begann sich auch in dieser Hinsicht wieder eine Wandlung zum Schlimmeren zu vollziehen, und der Geist von Locarno verflüchtigte sich mehr und mehr. Eine Reihe von sehr unerfreulichen Zwischenfällen, darunter besonders der von Germersheim, legte Zeugnis für die Spannung ab, die wiederum zwischen Desatzungsarmee und Devölkerung entstanden war. Richt zum wenigsten trug dazu auch der Umstand bei, daß mit wenigen Ausnahmen die Riesenmenge der Ordonnanzen bestehen blieb und daß immer wieder auf Grund dieser Ordonnanzen Reichsdeutsche von französischen Militärgerichten zu meist unverhältnismäßig hohen Strafen verurteilt wurden. Don der Desahungsfrage selbst und ihrer Beziehung zum Geist von Locarno wollen wir zunächst absehen. x Wenn nunmehr endlich der Rechtszustand im besetzten Gebiet so weit gebessert wird, daß auch tatsächlich und vollständig dieRechts- hoheit des Deutschen Reiches wiederhergestellt wird, so begrüßen wir das äls einen Fortschritt im wahren Sinne des Geistes von Locarno, und wir hätten nur gewünscht, daß wir zur Feststellung dieser erfreulichen Tatsache etwas früher Veranlassung gehabt hätten. Ebenso erfreulich und vielleicht ein leises Anzeichen, daß es nun frei nach ®oue immer besser gehen werde, ist die Ankündigung, daß man nun wirklich mit der Deseitt- KAISER BORAX '• Macht zarten 'einen Teint " 7ÄZ ,V Heinrich Mack. Nachf , Oim/j/D" V in Genf einen dicken Strich durch die Vergangenheit macht und die Beziehungen zwischen der Desatzungsarmee und der Devölkerung so regelt, tote es natürlich und selbstverständlich wäre. Die Bevölkerung eines besetzten Gebietes muh sich in die Unbequemlichkeiten fügen, die mit dem Vorhandensein einer fremden Besatzung untrennbar verbunden sind. Diese Unbequemlichkeiten auf das möglichst niedrige Maß herabzusetzen, muß die Aufgabe der Führung der DesatzungSarmee und der ihr beigegebenen Beamten sein. Die interalliierte Rheinlandkommission hat Vollmachten genug, Uebergriffe von Generalen zurückzuweisen und der Bevölkerung zu ihrem Recht zu verhelfen, die sich sicherlich besser in ihr Schicksal finden wird, wenn sie den guten Willen auf der anderen Seite erkennt. Daß die beste und radikalste Lösung der ganzen Frage, nämlich die Zurückziehung der Desatzungstruppen, schon in nächster Zeit erfolgen werde, wagen wir heute noch nicht zu hoffen. Wir sind gar zu oft enttäusch: worden und daher ungemein vorsichtig geworden. Aber angesichts der feierlichen -Hinterlegung der Rattfikationsurkunden der Verträge von Locarno .in Gens drängt sich doch mit Gewalt der Gedanke auf, ob es nun nicht endlich an der Zeit wäre, diese trübe Quelle dauernder Verstimmungen zu verstopfen. Es drängt sich besonders der Gedanke auf, daß nun wiülich auch der letzte Rest von Desorgnis um ihre Sicherheit bei den Franzosen und damit auch ihre Desahungsarmee am Rhein verschwinden ^nnte^ÄDerwasEau^^i^iächst^Zukunf^i^ Danzigs „Sanierung". In Genf arbeitet Polen zur Zeit auch intensiv daran, dem Sanierungsprogramm für den Freistaat Danzig eine Gestalt zu verleihen, die ihm früher oder später eine Handhabe gibt, das allmählich immer mehr unter polnischer Herrschaft stehende Danzig dem polnischen Staate gänzlich einzuverleiben und dann aus dem deutschen Dollwerk an der Weichselmündung eine polnische Hochburg zu machen. Bis jetzt haben die polnischen Unterhändler recht gute Erfolge zu verzeichnen: sie gewinnen zusehends an Terrain, während die Danziger Delegation zusehen muß, wie alle ihre Vorschläge nicht nur abgelehnt werden, sondern auch der Völkerbund keine Anstalten trifft, Danzig die Summe aus den Zolleinnahmen, die vertraglich an Polen abgeführt werden müssen, sicher zu stellen, die nötig ist, um Danzig vor dem finanziellen Zusammenbruch zu retten. Die Höhe des Zollanteils ist es aber gerade, von der so gut wie alles abhängt. Dabei darf allerdings nicht übersehen werden, daß an der finanziellen Rotlage des Freistaates die jetzt regierenden Sozialdemokraten die Schuld tragen, die nach Ablösung der bürgerlichen Mehrheit nicht nur die zurückgelegten Reserven in Höhe von fünfzehn Millionen Gulden re st los verwirtschafteten, sondern noch Schulden in Höhe von zwanzig Millionen machten. Dank der sozialistischen Mißwirtschaft übersteigen heute die Ausgaben Danzigs seine Einnahmen. Dazu haben die Sozialdemokraten jetzt von sich aus ein Sanierungsprogramm auf gestellt, das nicht den finanziellen und wirtschaftlichen Bedürfnissen Danzigs Rechnung trägt, sondern ausschließlich sozialistische Tendenzen aufweist. Mit diesem Programm kann Danzig natürlich in Genf keine Erfolge erringen. Das haben die Polen sofort erkannt, 6ie jetzt mit aller Macht daran arbeiten, den Freistaat unter polnische Finanzkontrolle und Finanzdiktatur zu bringen. Ist es erst einmal so weit, dann ist es mit Danzigs Selbständigkeit völlig aus. Recht eigenartig mutet es allerdings an, daß in dieser wichtigen Angelegenheit trotz der soeben erfolgten Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund Wege beschritten werden, die nicht auf die angeblich angestrebte Sanierung Danzigs, sondern auf dessen Auslieferung an Polen hinführen. Hier dürfte sich Wohl ein dankbares Arbeitsfeld für die deutsche Delegation finden, vyn vornherein politische Momente zu bekämpfen und dafür zu sorgen, daß Kreis Alsfeld. G-4 Alsfeld, 15. Sept. Aus der Stadl^ vorstandssihung. Als erster Punkt der Sitzung am Dienstag wurde die Abhaltung eines Flugtages in Alsfeld behandelt. Cs wurde beschlossen, am Sonntag, dem 19. September, einen Flugtag zu veranstalten, und zwar durch den Frarckfurter Flugsport G. m. b. H. auf demselben Gelände, wie im vergangenen Jahre. Das finanzielle Risiko der Veranstaltung trägt der Verein, die Stadt übernimmt lediglich die Herstellung und Absperrung des Flugplatzes. — Zu der vom hessischen Staate geplanten Errichtung von Staatsbeamten wo h n u n g c n wurde beschlossen, einen Bauplatz von selten der Stadt unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. — Ein Geländeaustausch zwischen der Stadt und Friedrich Helftenbein. wonach der Stadt eine ca, 5V2 Morgen große Wiesenfläche auf dem Rennbahngelände für die sportlichen Veranstaltungen am Prämienmarkte gegen tyne gleichgroße Fläche eintauscht, wurde genehmigt. — Ein Streitpunkt mit der benachbarten Gemeinde Leusel toegen des Grenzweges am Steinbruch Mönchenberg fand seine Erledigung dahin, daß beschlossen wurde, den neuen Weg zu chauffieren, soweit nicht die Abfahrt von der Kreisstraße von der Feldbereinigungsgesellschaft Alsfeld herzustellen ist. — Bezüglich der K r a f t p o st Alsfeld — Groh-Felda — Ehringshausen hat die Gemeinde Ober-Breidenbach den Antrag gestellt, noch eine weitere Fahrt am Vormittag zwecks besseren Anschlusses an die Vormittagszüge in Alsfeld einzillegen, wodurch für die Stadt Alsfeld eine Erhöhung der Garantiesumme von 2870 Reichsmark auf 8700 Reichsmark pro Jahr eintritt. Bevor hierzu Stellung genommen wird, sollen zunächst die Entschließungen der übrigen an der Strecke beteiligtem Gemeinden abgewartet werden. — Der vorgelegte Vertrag zwischen der Stadt und dem Postamt Alsfeld wegen Beförderung der Motorfeuerspritze wurde genehmigt. Darnach übernimmt bei Brandausbrüchen innerhalb des Kreises die Post die Verpflichtung, die Oberhessen. Landkreis Gießen. £ W ies e ck, 15. Sept. Bei schönstem Wetter fanden gestern auf dem hiesigen Sportplatz die diesjährigen R e i ch s j u g e n d w e 11 k ä m p f e statt, die einen recht befriedigenden Verlauf nahmen. Die hervorragenden Leistungen einzelner Teilnehmer überschritten weit das allgemeine Maß, so daß recht gute Endresultate erzielt wurden. Zur Teilnahme waren die Schüler und Schülerinnen des 7. und 8. Schuljahres zuge- lassen. Der Wettkampf der Mädchen bestand aus einem Dreikampf (Weitsprung, 75-Meter- Laus, Schlagballweitwurf): daran beteiligten sich 29 Schülerinnen, von denen 15 die zu einer Ur- funZTc erforderliche Punktzahl erreichten. Die Ehrenurkunde des Reichspräsidenten ^halten: 1. Hilde Bremer, 58 Punkte, 2. ElttPausch, 51 P., 3. Frieda Stern, 49 P. Die übrigen 12 Siegerinnen erhalten die Urkunde des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, und zwar: 4. Emma Wagner, 48 Punkte, 5. Karola Körber, 46 P., 6. Anna Müller, 46 P., 7. Lina Rau, 45 P., 8. Lina Schäfer, 44 P., 9. Ottilie Weller, 43 P., 10. Luise Dapper, 43 P., 11. Lina Erb, 42 P., 12. Adele Weller, 41 P., 13. Ottilie Schreiner, 41 P., 14. Auguste Möser, 40 P., 15. Anna Rößer, 40 P. Von den 54 teilnehmenden Knaben wurden 36 durch die erreichte Punktzahl Sieger. Hier wurde ein Vierkampf durchgeführt. Es erhalten die Ehrenurkunde des Reichspräsidenten: 1. Otto Weller mit 120 Punkten, 2. Ernst Scho ssmann, 113 P., 3. Adolf Schmidt, 103 P., 4. Rudolf Wackers 101 P. 32 Sieger erhalten die Urkunde des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen: 5. Willi Synofzüch 100 P., 6. Erich Wicke, 100 P., 7. Kurt Umbach, 99 P., 8. Ernst Döll, 98 P„ 9. Ernst Kreiling, 96 P., 10. Adolf Kreiling, 95 P., zll. Friedrich Kreiling, 94 P., 12. Ernst Dellof, 94 P., 13. Ernst Mank, 93 P., 14. Adolf Abel, 93 P., 15. Karl Peppler, 90 P., 16. Ms red Wacker, 89 P., 17. Karl Schneider, 88 P., 18. Emil Schäfer, 84 P., 19. Karl Schneider, 83 P., 20. Franz Hamm, 82 P., 21. Emst Schmidt, 79 P., 22. Willi Reuter, 79 P., 23. Rudolf Weller, 79 P., 24. Otto Körber, 78 P., 25. Adolf Völzel, 77 P.. 26. Karl Brück, 76 P., 27. Wilhelm Deibel, 76 P., 28. Rudolf Seibert, 74 P., 29. Willi Schnabel, 73 P., 30. Otto Müller, 71 P., 31. August Hildebrand 70 P., 32. Alfred Scherer, 70 P., 33. Wilhelm Ruhl, 69 P., 34. Wilhelm Eckardt, 69 P.. 35. Fritz Kreiling, 67 P., 36. Artur Möser, 67 P. In diesem Zusammenhänge sind folgende zwei Tatsachen lebhaft zu begrüßen: Für nächstes Jahr ist geplant, die Reichsjugendwettkämpfe in Gemeinschaft mit dem Iugendfest an einem Sonntage abzuhalten, um dadurch die ganze Gemeinde daran teilnehmen zu lassen. In der a u f f a u f e n zu lassen und an die Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft in Darmstadt abzuführen. Der Bezug von Düngemitteln soll von der Zentralgenossenschast erfolgen. — Gegenwärtig finden bei der Stadtverwaltung die Vorarbeiten zu dem am 13. und 14. Oktober stattfindenden Gallusmarkt statt. Am ersten Markttage ist Pferde- und Schweinemarkt, am zweiten Tage Rindviehmarkt mit einer großen Prämiierungsschau des Kreisrinderzuchtvereins für Vogelsberger Vieh. Außerdem finbet eine Verlosung von Pferden, Rindern, landwirtschaftlichen Maschinen u. a. m. statt. Kreis Friedberg sf. Friedberg, 15. Sept. Mit dem gestern zu Grabe getragenen Kaufmann Franz Fourier hat unsere Stadt einen ihrer besten und angesehensten Bürger verloren. Ein großer Leichenzug, darunter die Freiwillige Feuerwehr, deren Kommandant der Verstorbene seit kurzem war, die militärischen und vielen sonstigen Vereine mit umflorten Fahnen gaben ihrem treuen Mitglied das letzte Geleit: zahlreiche Kranzspenden, so z. B. auch von der Stadtverwaltung, gaben den Beweis für die allgemeine Wertschätzung, die sich der Verstorbene durch seine Tätigkeit auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens erworben hat. * Friedberg, 15. Sept. Zu der Prämiierung, die bei dem am 26. Oktober in Friedberg stattfindenden Pferdemarkt vorgenommen werden soll, werden auch Händlerpferde in einer besonderen Präm .ungsklasse zugelassen. Anmeldungen zur Prämiierung müssen bis spätestens 15. Oktober erfolgt fein. Kreis Büdingen. „ ?" Ridd a. 15. Sept. Die Turnhallenlot 1 e r i e, die wegen mangelnden Abgangs der Lose verschoben werden mußte, soll nun bestimmt am 31. Oktober stattfinden. Damit dürste die drängende Ungeduld zahlreicher Lose- abnehmer voll beschwichtigt fein. th. Leidhecken, 15. Sept. Seit etwa drei Wochen haben die Garten- und Gemüsefeld- besiher sehr unter der Raupenplage des Kohlweißlings zu leiden. Zu Tausenden sind die Raupen in/den Gärten an allen Sorten von Gemüse, ebenso auf dem Feld, und fressen alles, besonders auch die Sorten, die meist über Winter draußen bleiben, kahl. Kreis Schotten. -4- Schotten, 15. Sept. Eine vom Automobil- und Motorradklub am Sonntag veranstaltete Ballonver.folgung war nicht vom Glück begünstigt. Der aufgelassene Heih- luftballon verschwand bald in den Wolken. Kraftwagen und Motorräder nahmen zwar die Verfolgung auf. ohne indessen den Ballon noch einmal zu sichten. Der über dem hohen Vogelsberg liegende Herbstnebel verhinderte jeden Ausblick. Rach mehrstündiger ergebnisloser Fahrt kehrten die Fahrer wieder zum Ausgangspunkt zurück. =.= Gedern, 15. Sept. Am Sonntag veranstaltete der hiesige Turnverein auf dem MtU —\m^A 1 U'uru 1 I < I >6 für Dra uzwecke 23 bis 26; Hafer, inländischer, 17,50 bis 18; Mais, gelb, 18,50; Weizemnehl, inländisches, Spezial 0, 41,50 bis 41,75; Roggen- mehl 32,75 bis 34; Weizcnkleic 9: Roggenkleie 10,25 Mk. Tendenz: fest. Frankfurter Schlachtvrehmarkt. Frankfurt a. M., 16. Sept. 2t u f t*c t c b: 1016 Kälber, 722 Schafe, 196 Schweine. Kälber- Feinste Mastkälber 82 bis 87, mittlere Mast- und best» Saugkälber 73 bis 81, geringere Mast- und gute Saugkälber 60 bis 70. - Schafe: Mastlämincr und Masthäminel 45 bis 50, geringere Masthäminel und Schafe 37 bis 44, mäßig genährte Hümmel und Schafe (Merzschafe) 30 bis 36. — Marktverkauf: Källier und Schafe anfangs lebhaft, zum Schluß abflauend gehandelt. Beste Kälber über Notiz. Schweine wurden infolge des geringen Auftriebs nicht notiert. soll dieselbe Vergünstigung auch Mitgliedern anderer Krankenkassen gewährt werden. — An die öffentliche Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche an Wirtschaft. * Z. G. -Farbenindustrie Ak t.-Ges., Frankfurt a. M. Wie der DHD. erfährt, ist die Kommission der I. G.-Farbcnindustrre, die drei Monate mit der russischen Regierung wegen Lieferung von Anilinfarben, Pharmazeutica und Schwerchemikalien verhandelt hat, mit einem dreijährigen Lieferungsvertrag nach Deutschland zurückgekehrt. Rach diesem Vertrag verpflichtet sich die russische Regierung, mindestens 70 Proz. des gesamten Bedarfs an Anilinfarben auf drei Äahre von der I. G.°Farbenindustrie zu kaufen. Ferner verpflichtet sie sich, 70 Proz. der Pharmazeutica und einen großen Teil der Schwerchemikalien durch die I. G. zu beziehen. Im vergangenen Jahre betrug der Wert der in Rußland einge- fuhrten chemischen Produkte etwa 65 Millionen Mark (davon aus Deutschland allein rund 55 Mill. Mark). Man rechnet damit, daß sich diese Einfuhr noch erhöhen wird, so daß der Wert der Einfuhr in den nächsten drei Jahren auf ungefähr 200 Millionen Mark zu veranschlagen ist. Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Schlutz- «er» 1 '-Uh-- I Rur« Schlich, flure Anfang Rurs Datum: 15. S. 16 S. 15. 9. 16. 9. 5% Deutsche NeichSanleih« . 4% Deutsche NcichSanlcihe . BVe% Deutsche Rcichsanlcibe 3% Deutsche Reichsanleihe • Deutsche Sparprämicnanleih« <% Preußische Sottiolß • • . 4% Hessen ....... ... 3V,% Hessen.......... 2°/o Hcisen........... Deutsche Dcrib. Dollar-Slnl. bto. Doll.-Schav-Anireilug.') <°/o .RoQtürfrn.'........ 6®/0 Toldmerikaner ... . verlMer Handel'aesellschast. «Lommerz- und Pnvat-Bank Darmsl. und Nationalbank - Deutsche Bank......... Deutsche BercinSbant .... Diecunto Gonunnitblt . . . Mctallbank........... Mitteldeutsche Treditbank. . Qcsterrcichischc Crediianstalt. Westbank ......... v och inner <3bö ....... Buderuö . • ......... Taro ............ Deutsch-Luxemburg...... 0-elscnnrchcner Bergloerke. . Harpen er Bergbau...... .Bauwerke AschcrSIcbetl.... -ssaliwerk Westeregeln..... Laurahütte......... Oberbcdars........... Pböuir Bergbau ...... Rlicinstahl........... Wcberf Montan....... ^e'.nS Bergbau....... reinigte Stahlwerke A.T- Hamvurg-Suterika Paket. . . Norddeutscher Llovd .... Lhecamtsche Werke Albin . . Zementwerk.Heidelberg . . . vbilivv Solzmann...... Anglo-Cont.-Guana . Chemische Mayer Alapin . . 2 6>. Farbenindustric. A.-G- Goldschmidt.......... Holzverkohlung....... RütgerSwcrkc........ Dcheideanstalt......... «Hfl. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ... ....... Mainkrastwerke ........ Schuckert............ Siemens & HalSvr...... »dlcrwerkc Äleyer ...... Daimler Motoren. ...... Henligenftaedt......... Mcguin............. Motorenwerke Mann beim yrankfurtrr Armaturcu . . . .«oniervenfabrik Braun . . . Schulssabrik Her;..... . Sichel.............. Zcllston Waldhol...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckersabrik Wagbäuiel . . . 0.499 0,455 0,51 0,23 0,455 0,44 95,25 14.6 47 212 138,2" 220' 168 96 162.2* 133.25 135 8.85 70 151,7' 95 153' 163.7* 158* 136,75 145 65.9 70 119,7' 150,5' 157* 68,5 - 160.5' 154.5' 131.5 122,75 283.7* 109,5 50 117 75 162.2* 165' 106.5 138- 202 83.25 83.5 28,75 45.25 17 38.1 144 92 57 2.6 180 73,6 91 0.4975 j 5 i 1 21.75 1 46,9 ; 210,2' ! 136.5* 1 217- 166,5' 1 162,2' 8,75 95,5* 150* 164,4* 142,75 72,75 119* 149,5' 160* 154,2* 121 -78.7' 105,5 50 159' 157* 196.6' 63,5 90.9 0.4875 0.465 0.4475 0.65 0.275 0.46 100 14.5 47.5 212' 137.5* 219,9' 167,5' 162' 135,7' 8.8 151,7* 95 81' 152,1' 163,2* 158,2* 136.9' 145 65 71 119.6* 151.2' 1s5' 139,25 160.5' 155' 123 102 — 283.9' 108 116,75 161.4* 159 137.6* 201.9' 83 82 44,75 41 93 68 3 179,5 43.5 92.25 0.4975 0,4675 0.46 0,5575 0.455 - I 211 7* 136,2* 217.7* 166.2* 161,7' 135J> 8,8 151* 95' 84.25* 151' 165* 157.2* 135' 55^9 74 118.7* 151' 153,7* 139 160,2* 154,4* 280.5* 105,25 115 159* 167' 134* 197* 83,9 81,25 179,25 ; .ankfurter Börse. Frankfurt, 16. Sept. Tendenz schwächer. — Die Börse eröffnete auf den Aktienmärkten mit einem empfindlichen Tendcnzwechsel, der um so überraschender wirkte, als am hiesigen Markte anfangs die Stimmung freundlich gewesen ist und Kaufneigung heroortrat. Unter dem Eindruck der unvermutet von der Berliner Arbitrage oorgenommenen Abgaben kam es auch hier zu einem scharfen Angebot, das namentlich für solche Werte, die in den letzten Tagen stärker ge^ steigert waren, mit beträchtlichen Kursruckschlägen verwinden war. Besonders 3. G. Farben waren stark gedrückt. Der Kurs des Borabends von 282 Prozent ging auf 278 Prozent zurück. Auch Scheideanstalt büßten 3,25 Prozent ein, Goldschmidt minus 4 Prozent. Am Elektromarkt hatten Bergmann einen Verlust von 8 Prozent zu verzeichnen. AEG. minus 1,5 Prozent, Lahmeycr minus 1 Prozent, Siemens minus 5,5 Proz. Der Montan- markt war etwas günstiger veranlagt insofern, als sich die Rückschläge hier in den Grenzen bis 1,5 Prozent hielten. Gelsenkirchen waren sogar gesucht und um 1,5 Prozent fester; auch Buderus plus 0,5 Prozent. Am Bankenmarkt gaben Darmstädter 3 Prozent nach und senkten sich auf 217 Prozent. Deutsche minus 1,25 Prozent, Dresdner minus 1 Prozent, Commerz minus 1,5 Prozent, Berliner Handel minus 1,75 Prozent. Schifffahrtsaktien blieben gehalten. Motoren- werte bröckelten leicht ab. Bon Baustoff- Aktien konnten sich Wayß & Freytag um 1,75 Prozent befestigen, während Holzmann 0,75 Prozent einbüßten. 0 e l a F t i c n mareh stark rückgängig. Rütgerswerke minus 2,75 Prozent, Deutsche Erdöl minus 3,75 Prozent. Zuckeraktien niedriger. Deutsche Renten gehalten. Schutzgebiet mit 6,72$ Prozent fest. Am Auslandrenten- markt war die Umsatztätigkeit wieder im Steigen begriffen. Ein großer Teil der ausländischen Renten lag anfangs weiter befestigt, schließlich mußten aber auch diese Werte unter dem ungünstigen Einfluß der Aktienmärkte nachgeben. Der Frei verkehr blieb umsatzlos. 3m weiteren Verlaufe änderte sich die Stimmung nur unerheblicb. Vereinzelt traten leichte Besserungen hervor. Am Geldmarkt hält die Verknappung infolge des Medio- termins an. Tagesgeld war gesucht und höher. Der Satz stellte sich auf 5$ Prozent. Monatsgeld unverändert 5,5 bis 7,5 Prozent je Adresse. Privatdiskonten 4z Prozent, Industrie-Akzepte 5g Prozent. 3m Devisen verkehr traten keine erheblichen Veränderungen ein. Paris gegen London 170, Brüssel 177,50, Mailand 133,50. London gegen Kabel 4,855, die Reichsmark gegen Kabel 4,1085. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 15 Scptbr. 16. Scptbr. Amtliche fflclh Dotierung Brief 'Amtliche Notierung Olelb i Bries Amst.-Nou 168,10 168.52 168,07 168.49 Buen-?lireS 1,700 11,64 1.704 1,699 1,703 11,55 Bns.-Antlv. 11,58 11,61 Thrisliania. Kopenhagen 91,90 92,11 91.88 92,12 111,43 111,71 111,43 111,71 Stockholm . 112,16 112,4-1 112,14 112.41 HMngforS. 10,653 10,593 10,558 10.598 Italien. . 15,21 16,25 15,35 15,39 London. . 211,356 20.406 20.35 20,40 Ncuyork . . 4,1935 4.2035 1,193 4,203 PariS- . . 12,00 12.01 11,93 11,97 Schwei; . 81.075 81.275 61,01 81,24 Spanien . 64.10 64,26 64,12 64,28 Japan . . . 2.03. 2,039 2,033 2,037 IHfo de Jan. Wien MD.- 0.641 0.643 0.641 0.643 Oest- abgest. 69,13 69,27 a», 16 12,418 5'9,30 Prag .... 12,418 12,458 12,458 Belgrad . . 7,422 7.442 |7.416 7,4:6 Budapest. . Bulgarien . 5.87 3.052 5,89 0.062 a.862 .,052 5.882 3,062 Lissabon 21.53 -1,58 21,5.3 .'1,58 Danckg. . . Konstantin- 81,36 81,56 81,30 81,50 2,16 !,16 2,16 ',17 Mben. . 5,01 5,06 4.89 4,91 Kanada. . 1,197 4,207 1,196 4,206 Nruguav . ■ 1.19 1,20 4.19 4.20 Banknote n. Berlin, 15 Scptbr. («cld Brief Amerikanische Note,..... 4.175 4,195 Belgische Noten..... . . Dänische Noten ........ 11,49 111,14 11,55 111,70 Englische Noten........ 20,325 20,425 Fcainösischc Noten ...... 12,17 12,23 Holländische Noten..... 167,73 168,57 Italienische Noten...... Norwegische Noten...... 15,29 15.37 91,64 92,10 Deutfch-Ocsserr., ä 100 Kronen Rumänische Noten...... 59,05 59,39 Schwedische Noten ...... 111,92 112,48 Schweizer Noten....... 80,85 81,25 Spanische Noten ....... Tschechoslowakische Noten . . 63,92 12,377 64.24 12,437 Ungarische Noten....... 5.84 5.88 Berliner Börse. Berlin, 16. Sept. Das Geschäft an den Aktienmärkten hielt sich auch heute in engsten Grenzen. Die Tende.iz war bei Beginn vorwiegend schwächer und stellte gegenüber den Vormittagskurfen eine Enttäuschung dar. Der Kurs von I. G. - Farben wurde z. D. vorbörslich auf die Meldungen von dem Farben- lieferungsabkommen mit Rußland noch mit 2861/2 genannt, gab bei Eröffnung des amtlichen Verkehrs auf 280*, 2 nach und senkte sich später weiter bis auf 278, so daß ein Kursverlust von über 8 Proz. eintrat. Die übrigen Aktienmärkte wurden von diesem Rückgang ungünstig beeinflußt. Der Grund für diese Abschwächungen ist in Exekutionen zu suchen, die für einige schwach gewordene Positionen ftattgefuuben haben sollen. Außerdem neigte man heute schon zu Wochen- schluß-Glattstellungen, da am Samstag infolge des jüdischen Feiertages der Börsenbesuch und das Geschäft sehr zu wünschen übrig lassen werden. Etwas Interesse erhielt sich nur für Montanaktien, wobei auf die neuen Meldungen über den zu erwartenden 'Settritt Belgiens zum Roheisenpakt und die Einigung in der Repara- tionskohlenpreisfrage verwiesen wurde. Außerdem fanden lebhafte Käufe in Vorkr iegs- Hypothekenpfandbriefen statt, die um 0,3 bi- 0,4 anzogen. Die Anregung hierzu ging von den Aufwertungsvorschlägen der Preußischen Hhpothekenaktienbank aus, die die Erwartungen der Börse übertrafen. Die alten Pfandbriefe dieses Schach-Ecke. Beaibeik^i von W Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten QHittel- lungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 79. Don H. Nanz, Steinbach. Weiß zieht und seht in vier Zügen matt. Weiß: 4 Steine Ke2; Tb6; Sd7; Bb2. Schwarz: 3 Steine Ka5; Bc6, e4. 3 2 5 6 4 8 b h 6 8 3 4 Schwarz. d e Weiß. Endspiel Nr. 20. Lehrreiche Partiestellnng. 2 3 4 8 6 5 7 can 6 5 4 3 8 2 Weiß: (Steinitz). Schwarz: (Andersten), c d • e : Weiß: 12 Steine Khl; Dc7; Tal, fl, Lb3, c3: B: a2, b2, c2, e5, g2, h2. Schwarz: 13 Steine Ke8; Dg7; TaS, f8; Lc8, H6; 8 e7; B: a7, b5, d7, f4, fö, H7. Voranstehende Stellung ergab sich in einem zwischen Steinitz (Weiß) und Anderßen (Schwarz) im Jahre 1862 gespielten Muziogambit, welches man in den meisten Schachlehrbüchern vorsinden wird. Sie beweist, daß selbst die größten Schachspieler nicht ganz frei von Fehlern sind. (Dorangegangen waren die Züge: 1. e4, e5 2. f4, exf 3. 813, g5 4. Lc4, g4 5. 0-0, gxf 6. Dxf3, De7 7. d4, Seb 8. Sc3, Sxd4 9. Dd3, Seb 10. Sd5, Dc5+ 11. Khl, b5 12. Lb3, L H6 13. Ld2. Df8 14. Dc3, Dg7 15 Sxc7 -t-, Sxc7 16. Dxc7, Se7 17. Lc3. 16 18. eö, T18). Die Partie endet schließlich mit dem Verluste von Steinitz; russische Schachfreunde haben jedoch entdeckt, daß er sie bier, sowie ebenso wenige Züge später schnell gewinnen konnte, nämlich wie folgt: 19. La5 Iji6 (auf Sc6 folgt 20. e6! und gewinnt!. 20. Tadl, Sg6 21. e6 und Schwarz ist verloren. Das Spiel wurde jedoch mit 19. Tael, La6 20. exf, Txfö 21. Lb4, Tc6 fortgesetzt, worauf Steinitz Da5? spielte und so zum zweiten Male den Gewinn aus der Hand gab, den er mit 22. Lxc7, Txc7 23. L xg5-f-!, Kf8 24. Txf4 + erzwingen konnte. Losung des Problems Nr. 77. Von Dr. W. Galihkh. 1. Te4 - e6!, Kh4-g5 2. Sf4-e2+, Kg5-f5 3. Se2 - d4 matt, sonst 3. Te6- h6 malt. I. .... Kh4 - g3 2. 8f4 - e2-f-, K. bei. 3. Te6-e3 oder h6 matt. 1. ..,, g4-g3 2. Te6-g6l, g3 -g2 3. Ld2-cl malt. Richtige Lösungen zum Problem Nr. 77 sandten ein die Herren: Lehrer Breidecker, Lehrer E. Simon, Gießen; H. Nanz, Steinbach. "Aus der Schachtelt. Bayerischer Schachhund. Das Ergebnis des Meistertu^niers zu Pirmasens ist folgendes: 1. Preis L. Shmidt, 2. und 3. Preis geteilt: Gebhard, München, Dr. v. Nüß, Düsseldorf, 4. Preis Donegan, München. Der beste Mann soll Dr. v. Nüß gewesen sein, der die Entscheidungspartie gegen Schmidt in einer glatten Gewinnstellung noch verlor. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vorn RedaMvnSttfch. Bayerisches. Fm Wartesaal des Münchner Hauptbahnhofs sitzt eine Dame mit ihrem vierjährigen Töchterchen und bestellt bei der Kellnerin ein kleines Glas Bier. Huldreich Die Bestellung entgeaennehmend, fragt diese: „ilnb für sie ein Maß?" Worauf die Dame lächelnd erklärt, sie habe für sich bestellt, ihre Tochter trinke noch kein Bier. Wortlos, aber in voller Empörung geht die Hebe fort, fehl nach wenigen Minuten vor die Dame einen halben Literlrug, vor das Kind aber ein kleineres Gefäß mit Bier und bricht auf die erstaunten Blicke der Dame in die Worte ans: „5)ie paar Tropferle werden wohl für Sie nicht zuviel fein, und das Bier für baä Kleine zahle ich; ich kann es nicht mit ansehen, daß das arme Hafcherl von dem schönen Bier nichts kriegen soll." Hnö während sie davonschreitet, entschlüpfen dem Gehege ihrer Zähne die vernichtenden Worte „Rabenmutter!' Rache ist süß. „Nun habe ich mich schön gerächt!, sagte der Schuhverkäufer und rieb sich die Hände. „Wieso denn?" fragte fein Kollege. "Siehst, die junge Dame, die grade aus dem Laden gehl?" sagte der andere listig. „Das ist eine Telephonistin; ich habe ihr die falsche Nummer gegeben." Männlicher Protest. „Aber Hänschen, sei doch nicht jo ungezogen," sagt die Mama. „Du mußt dir doch die Haare schneiden lassen." „Ich will aber nicht," trotzt Hänschen. „Das ist mir zu weibisch." Standpunkt. Der junge Mann hält bei Herrn Meyer un> die Hand seiner Tochter an. „Würden sie mei^ Tochter auch nehmen, wenn sie lein Geld hätte?" fragt dieser. „Aber natürlich, selbstverständlich," beeilt sich der Jüngling zu versichern. „Dann machen Sie, daß Sie fortkommen," schreit Meyer wütend, „ich will keine Halbidioten in der Familie." Ermahnung. Pick und Penk sitzen im Restaurant. Da deutet Pick auf ein Plakat neben einem Kleiderständer: „Guck mal, Penk: es wird gebeten, auf die Garderobe selbst zu achten! Haste^gelesen?" Penk nickt träumerisch: „Na, was glaubste, wie lange ich jetzt schon auf den gelben Ulster dort achte!" Instituts gingen um 0,75 höher. Am Aus- l a n b r e n t e n m a r 11 sanden Gewinn-Realifo- ttonen statt, die auf die Kurse drückten. Am Geldmarkt hat sich das Ang: bot im Tagesgeld noch verstärkt, so. daß der Satz bis auf 31/2 Proz. nachgab. Man dürste es hierbei allerdings mit Vorbereitungen für den Ultimo zu tun haben, die die Banken veranlaßten, schon jetzt größere Beträge freizumachen, die vorübergehend zur Börse gelangen. Es wird nach wie vor mit einer schwierigen Hltimoabtoidlung gerechnet. Monatsgeld stellte sich unverändert auf 5V2 bis 6% Proz. Im Devisenverkehr waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen. Mailand lag etwas freundlicher. Franks«rtcr )rtrcidcbörse. Frankfurt a. M., 16. Sept. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 28,50 bis 28,75; Roggen, inländischer, 22 bis 22,25, Sommergerste Zum 5. Male Reichsfahrt - Sieger Team - Preise SILBERNE A. D. A. C. - MEDAILLE sowie Robcrt-Boscb-Teamprels Ein erneuter Beweis für Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit 5 Presto am Start - 23001(01 5 Presto am Ziel Reinecke und Huth auf 9/30 PS Presto strafpunktfrei Presiowerke Aktiengesellschaft, Chemnitz i. Sa. General-Vertretung: DUPONT A.G., Frankfurt a.M., Kaiserstr. 64. Telephon: Hansa 6836, 4694. WW MM A.D.A.C.» Pokal mit GOLDENER MEDAILLE für allgemeine Wertung und Regelmäßigkeit PRESTO fik Bel Di e des C W offen bicfei fjeuc 6 ® Der $ Men! schl' G verirr ounbirai u Ec cuA suchen, Englands i g öer e J hat sich AW de M lchlech Sreur SS«* w SNssssläche b"leu etu6 »..Denn der '■ Ars pacht toj Medern Ä dann tSl1 n WjW n|t» Ä tfe, M dL h