Nr. 190 Erstes Blatt 176. Jahrgang Montag, 16. August 1926 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vriick und Verlag: vrühl'fche Univerfitätt-Vuch- und Zleindruckerei R. Lange in Sieben. 8chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlstrahe 7. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Menats-Vkjvgsprels. 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger-, lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 5L Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siegen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagrsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Reklameanzeigen von 70 mm 'Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr With. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein: für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Zur Rhein, Pfalz uird Saar! Eine Kundgebung in Köln. Köln, 16. Aug. (TA.) 3m Rahmen der Tagung des Bundes der Saarvereine fand am Sonntagnachmittag in der Kölner Messehalle eine grobe Kundgebung für Rhein, Pfalz und Saar statt. Wohl 10 000 Zuschauer füllten dichgedrängt den Saal und die Galerien. Rach einem Orgelvortrag ergriff als erster der Landeshauptmann der Rheinprovinz, Dr. Horion, das Wort. Er fühtte u. a. aus: Wir wollen heute unsere Stimme erheben, auf dab sie gehört werde überall. Auch über die Grenzpfähle hinaus möge man wissen, daß Kreidcstriche, die über einen lebendigen Körper gezogen werden, niemals das Strömen des,Lebens und des Blutes vom Herzen bis in die äußersten Glieder beeinträchtigen tonnen. Wozu wir aufrufen, das ist zu einem kraftvollen deutschen Vaterland, das alle leine Glieder und alle seine Stämme zu- sammenhält. Deutschland wieder hochzuführen, ist nur möglich, wenn alle zusammen st ehen und jeder nur das Wohl des gesamten Dater- landes will. Anschliehend überbrachte der Oberpräsident der Rheinprovinz, Dr. Fuchs, die Grütze und Glückwünsche der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung. Dr. Fuchs gab das Versprechen ab, dab Reich und Staat die noch besetzten und abgetrennten Gebiete nicht im Stiche lassen werden. 3m Ramen des Reichsverbandes der Rheinländer sprach dann desfen Vorsitzender. Präsident Dr. Kauffmann - Berlin. Er erklärte u. a.: „Wie in jener denkwürdigen Stunde, als die Sankt Pctcrglocke vom Kölner Dom die Befreiung Kölns verkündete, schlügen auch heute die Herzen laut und teilnahmsvoll für d i e noch unerlösten Volksgenossen am Rhein, in der Pfalz und an der Saar. Aufrichtig fei es zu begrüben, dab aus der Tiefe unserer schwer geprüften Volksseele eine in dem Gedanken landsmannschaftlicher Treue wurzelnde hoffnungsreiche Belebung auf* gestiegen sei. lieber alle zerstörenden Gegensätze unserer Zeit hinweg, wolle sie der 11 n z e r - reihbarkeit des deutschenVolkstums zum Siege verhelfen. Es folgte bann die Rede eines Vertreters aus Saarbrücken, die mit Begeisterung ausgenommen wurde. ft Pommernreife des Reichspräsidenten. Berlin. 15. Aug. (SU.) Reichspräsident von Hindenburg hat heute vormittag in Begleitung feines Sohnes, Major von Hindenburg, mit dem fahrplanmähigen D-Zug 23 8.15 Uhr ab Stettiner Bahnhof Berlin verlassen und sich nach S t o I p begeben. Der Reichspräsident wurde auf der Fahrt aus allen Stationen begeistert begrüßt. 3n Stargard und Köslin, wo der Zug längeren Aufenthalt hatte, sand ein besonderer Empfang statt. 3n Köslin erstattete General von Wedel die Meldung, woraus Oberbürgermeister Romann und ein Vertreter der Kreislriegervereine Ansprachen hielten. Dann beacüßte der Reichspräsident auch einen alten Mitkämpfer von 1 8 6 6, der bei Königgräy zur gleichen Zett wie Hindenburg verwundet worden war. Dor dem Hauptbahnhof in Stolp, der von einer unabsehbaren Menschenmenge umlagert war, hatten etwa 200 F.chnenabordnnngen ^Aufstellung genommen. 3n den reichgeschmückten Straßen bildeten annähernd 10 000 Mitglieder der vaterländischen Verbände Spalier. Auf dem Bahnsteig hatten sich die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden der (Sarnifonen usw. an ihrer Spitze der Regierungspräsident von Köslin. Cronan, eingefunden. Pünktlich 2.44 Uhr fuhr der Zug in die Halle ein, von brausenden Hurrarufen empfangen. Rach kurzer Begrüßung durch den Regierungspräsidenten begab sich Reichspräsident von Hindenburg in den Wartesaal, wo die Vertreter der Behörden und die ©encra.ität vorgestellt wurden. Auf dem Bahnhofsvorplatz wandte sich Hindenburg zuerst den Veteranen zu und erkannte zu seiner besonderen Freude in einem alten Veteranen seinen ehemaligen Burschen aus dem 3ahre 1 873 wieder. Richt endenwollender 3ubel begleitete den Reichspräsidenten auf seiner Fahrt zum Rathausplatz. Rach Abnahme des Vorbeimarsches der Schützenvereine überreichte Zimmermeister K a r ft c n dem Reichspräsidenten einen vom Stolper Handwerk gestifteten Ehrenpokal. Darauf geleitete der Oberbürgermeister den Reichspräsidenten ins Rathaus, wo er sich nach Ueberreichung des Chrenbürgerbriefes in das Goldene Buch der Stadt Stolp einschrieb. Voller Humor äußerte er, daß Stolp wohl die 170. Stadt sei, die ihn zum Ehrenbürger ernannt habe. Die Kampfbahn, das Hauptziel des Be- suches des Reichspräsidenten in Stolp, war von etwa 20 000 Sportbegeisterten umsäumt, die Hindenburg bei seiner Ankunft enthusiastisch begrüßten. Rach dem Aufmarsch der Vereine, dem Gesangsdarbietungen folgten, hielt Oberstudiendirektor Dr. M ö r n e r, der oberste Sportleiter, seine Begrüßungsrede, auf die der Reichspräsident kurz erwiderte. Es folgten die eigentlichen Wettspiele, wobei sich der Reichspräsident den Stettiner Rekordstreckenläufer Dr. P e l tz e r vor- stellen ließ. Rachdem Hindenburg im Kasino des Reiterregiments Rr. 5 den Tee eingenommen hatte, erfolgte die Weiterfahrt nach dem Gute Weitenhagen, wo er der Hochzeit seines Enkels, Herrn von Drockhusen mit Fräulein von Banderner, beiwohnen wird. Die Arbeitslosigkeit. Beschlüfse des Reichskal-inetts. Berlin. 14. Aug. (WB.) lieber die Beratungen des Reichskabinetts zum Arbeitsbeschaffungsprogramm erfahren wir nachträglich folgendes: Es ist gelungen, im Bereich der verschiedenen Ressorts, insbesondere des Reichspostministeriums und des Reichsverkchrsministeriums mit Einschluß der Reichsbahn in erheblichem Maße Arbeitsgelegenheit bereitzustellen und auch sonst in mannigsacher Weise zur Belebung der Wirtschaft beantragen. 3n der Kabinettssihung. in welcher der Reichsarbeitsminister über die Tätigkeit der Ministerialkommission für die Arbeitsbeschaffung berichtete, konnte insbesondere noch eine Einigung über wertvolle Ergänzungen des Kanalbauprogramms erzielt werden. Besonders erfreulich ist, daß nunmehr mit dem Dau des Staubeckens von Ottmachau gerechnet werden kann, das für den schlesischen Arbeitsmarkt wie für die Regulierung der Wasserverhältnisse der Oder gleich wichtig ist. Auch vorbereitende Arbeiten in der Frage der Kanalverbindung zwischen dem Wurmrevier und dem Rhein sollen ausgeführt werden. 3n der pro- duttiven Erwerbslosenfürsorge wird der Erlaß des Reichsarbeitsministers, der gegenüber den bisherigen Bestimmungen noch weiter- gehende Erleichterungen und Vereinfachungen bringt, in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. 3n der Frage der sogenannten Ausgesteuerten, d. h. derjenigen Personen, deren Erwerbslosenunterstützung durch Ablaus der gesetzlichen Höchstdauer von einem 3ahr zu Ende gegangen ist, hat schon vor der Kabinettssihung eine Einigung der beteiligten Reichsressorts stattgefunden. Auch ohne eine zeitraubende und im Ergebnis fragliche Gesetzesänderung wird es möglich fein, die Gemeinden, die in nennenswertem Maße durch die Erwerbslosigkeit belastet sind, instand zu sehen, den Ausgesteuerten eine der Erwerbslosenfürsorge gleichwertige Unterstützung zuzuwenden. Ferner wird veranlaßt, daß im Zusammenwirken von Arbeitsnachweis und Fürsorgeverband bedrohte Dersicherungsanwartschaften langfristig Erwerbsloser vor dem Verfall bewahrt werden. Die Durchführung der zusätzlichen Wohnungsbauprogramms. Berlin, 14. Aug. (WTD.) Das Reichs- arbeitdminifterium teilt mit: Auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung ist ein weiterer Fortschritt dadurch gesichert, daß auch die preußische Staatsregierung der Durchführung des zusätzlichen Wol,nungsbauprogramms zugestimmt hat. Damit ist auch auf dem Gebiete des Wohnungsbauprogramms die seitens des Reichs erforderliche Tätigkeit abgeschlossen. Das Reich gewährt denjenigen Ländern, die wie Preußen und eine ganze Reihe anderer Länder mit Rücksicht auf die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe, einer Anregung des Reichsarbeitsministeriums folgend, neben dem ordentlichen 3ahresbauprogramm ein zusätzliches Dau- Programm durchzusühren beabsichtigen, s o - fort vorschußweise die zur Aufnahme der Arbeiten erforderlichen Mittel. Diese Mittel werden dann von den Ländern, fei es aus der Hauszinssteuer, fei es durch Anleihen, im La uf e des 3ahresaufgebracht. Die De- fchaffung der ersten Hypotheken ist auf Grund von Verhandlungen des Reichs mit den Realkreditinstituten ebenfalls sichergestellt. So ist eine erhebliche Förderung des Wohnungsbaues für dieses Fahr erzielt worden. Das Reich hat durch die Gewährung von 200 Millionen für die Zwischenkredite auf erste Hypotheken im Anfang des Jahres die Beschaffung der Daugelder und der ersten Hypotheken erleichtert und die Senkung des Zinsfußes gefördert. Während im vergangenen Fahr für erste Hypotheken noch bis zu 15 Prozent Zinsen zu zahlen waren, stehen jetzt bei den Hypothekenbanken solche zu 91 Proz. und bei den Sparkassen auch noch zu einem billigeren Zinsfuß zur Verfügung. Die Zinsen für das Daugeld selbst betragen 7> 4 Proz. Dringend erwünscht ist es allerdings, daß auch dieser Zinsbetrag noch erheblich gesenkt wird. Der Zinsfuß von annähernd 10 Prozent bedeutet eine Verdopplung des Friedenszins- süßes. Dies erscheint weder vom Standpunkt des Kapitalmarktes noch von dem der allgemeinen Wirtschaft gerechtfertigt. Die neuesten Ausweise über die Entwicklung des Absatzes von Hypo- thekenpsandbriefen ergeben eine unerwartet starke Rachfrage nach dieser Form der Kapitalanlage. Bedauerlich ist es vor allem, daß die Vergütung für den Vertrieb der Pfandbriefe von den Danken neuerdings wieder auf 3 Proz. gesteigert worden ist. Von dem Standpunkt der allgemeinen Wirtschaft wie von dem der gesunden Mietpreisbildung muh mit allen Kräften auf die Senkung derartiger Kosten und Zinsen gedrängt werden. DaS zusätzliche Dauprogramm ermöglicht für das ganze Reich die Herstellung von etwa 20 000 Wohnungen über das Fahresbauprogramm hinaus. Dadurch kann die Deschästigungslosigkeit der Dauarbeiter immerhin wesentlich vermindert werden. Eimelne Länder haben bereits die Finanzierung des zusätzlichen Biuprogramms teilweise sogar in Verbindung mit dem einheitlichen Dauprogramm für 1927 durchgeführt. Es muh deshalb erwartet werden, daß überall, wo in den Kreisen der Bauarbeiter noch Erwerbslosigkeit besteht, die Durchführung des zusätzlichen Dauprogramms umgehend in Angriff genommen wird und dah die erforderlichen Mittel baldigst beim Reich abgerufen werden. Arbeitsschutzgesetz und Sonntagsruhe. Die geplante gesetzliche Neuregelung. 3m Reichsarbeitsministerium ist der vorläufige Entwurf eines Arbeitsschutzgesehes fertig- gestellt worden, dessen Kernstücke sie Re u - regeln ng der Arbeitszeit im weitesten Sinne, also einschließlich der Sonntagsruhe, bildet. Die jetzigen Vorschriften der Gewerbeordnung sollen durch die einschlägigen Bestimmungen dein Vorbereitung besindlicben Arbeitsschutzgesehes erseht werden. Wie verlautet, will der Entwurf die Reu- regelung der Sonntagsruhe auf folgender Basis vornehmen: 1. Die Einrichtung der Ausnahme sonn- t a g c soll aufrecht erhalten bleiben. Die Orts- Polizeibehörden sollen nach wie vor befugt fein, bis zu sechs Ausnahmefonntage zuzulassen. Dagegen soll das jetzige Recht der höheren Verwaltungsbehörden, bis zu vier weitere Sonntage zu genehmigen, auf Wallfahrtsorte und ähnliche Orte mit zeitweilig besonderem Fremdenverkehr beschränkt werden, und zwar ohne die Festlegung einer Höchstzahl. Die Beschäftigungszeit soll von acht au* sechs Stunden herabgesetzt werden. An der Sechs-Hhr-Schluhstunde so mit der Maßgabe festgehallen werden, daß an höchstens drei Sonntagen eine Beschäftigung bis 7 Uhr Mässig sein soll, sofern an diesen Tagen die Deschäftigungszeit fünf Stunden nicht übersteigt. 2. Auch an der jetzigen Möglichkeit., für die sogenannten Dedürfnisgewerbefür jeden Sonntag eine allgemeine Verkaufszeit zu _ gestatten, soll festgehalten werden. Welche Geschäftszweige als unter den Begriff ,Bedürfnisgewerbe" fallend anzusehen sind, sollen der Aeichsarbeits- minifter bzw. die Länder zu bestimmen befugt sein. Auch hier soll die Beschäftigung nicht nach sechs Uhr zulässig sein und insgesamt zwei Stunden nicht überschreiten dürfen. 3. Reu soll die Bestimmung eingefügt werden, daß eine regelmäßige Verkaufszeit auch für nicht unter den Dedürsnisgewerbebegriff fallende Verkaufsstellen zugelassen werden kann, sofern die Ladeneröffnung infolge weitläufiger Siedlungsweise zwecks Versorgung der Landbevölkerung erforderlich erscheint. Die Beschäftigung soll auch hier auf zwei Stunden beschränkt bleiben mit einer spätesten Schlußstunde von sechs Uhr. Eine Aufwertungsklage gegen die Reichspoft. Berlin, 1 Aug. (Eigene Meldung des G. A.) Von den Fernlprechteilnehmern, die im Fnflatione.ahre 1920 die 1000 Ml. „Kaution" ober Fernsprech-ZwangSanleihe bezahlen mußten, wird es als höchst ungerecht empfunden, dah dieser Betrag, der im Oktober 1920 im Fn- lande etwa soviel Wert hatte, wie heute 100 RM.. verloren sein soll. Cin deutsches Gericht hat nun kürzlich die Reichspostverwaltung zur aufgewerteten Rückzahlung dieser Kaution auf die Klage eines Teilnehmers hin verurteilt. Die Umrechnung wurde dabei über den Dollarstand Dorgenommen, nach dem damals 1000 Papiermark = 72 Goldmark waren. Diese sollten zu 2 Drittel, also mit 48 Gm. für je 1000 Papiermark nach dem Urteil zurückgezahlt werden. Da die Reichspost sich dieser Auffassung des Gerichts nicht anschließen wollte, wird das Reichsgericht in Leipzig über diese für die Bevölkerung wichtige Frage endgültig zu entscheiden haben. Die Entscheidung ist hier natürlich besonders schwierig, weil eine ganze Reihe komplizierter Faktoren berücksichtigt werden müssen, nicht zuletzt, wie sehr die Reichspost durch eine Rückzahlung der Kautionsbeträge finanziell in Anspruch genommen würde. Neuschätzung der liquidierten Güter in Posen und Pomerellen. Warschau, 15. Aug. (TU.) Heute traf hier die Sachverständigenkommission des deutsch-polnischen Schiedsgerichtes ein, der die Revision der Schätzung der liquidierten deutschen Güter in Posen und Pomerellen übertragen worden ist. Der Kommission gehören an: Der Direktor Kammer (Berlin), Professor Barsen von der Landwirtschaftlichen Hochschule Kopenhagen, Pro'. B o r g e d a von der Landwirtschaftlichen Hochschule Oslo, Professor Erik Aereboe von der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin (als Vertrauens- mann der deutschen Regierung) und Professor Schramm von der Posener Universität (als Ver- trauensmann der Warschauer Regierung). Deutschland hatte bekannllich die erste Schätzung der schieds- gerichtlichen Instanz für zu niedrig erachtet Der Fall Graff. Begnadigung der in Brussel Verurteilten. Berlin, 14. August. (Bolff.) Unter der Anschuldigung, in der Rocht vom 22. zum 23. März 1922 in Hamborn den belgischen Leutnant Graff ermordet zu haben, sind, wie erinnerlich, am 27. Januar 1923 durch das Kriegsgericht der Besatzungsarmee vier Angeklagte, nämlid) Rein, barbt, Klein, Grabert und Riebke zum lobe, ber Angeklagte Termählen zu 20Jahren Zwangsarbeit, ber Angeklagte Döhmlanb zu 15 Jahren Zwangsarbeit, die Angeklagte Frau Elisabeth Döhmlanb zu fünf Jahren Zucht- Haus unb bic Angeklagten Rowak unb Klaust zu b r ei Jahren Gefängnis verurteilt worben. Wie ferner erinnerlich, Hot bos Schwurgericht m Stettin bie brutschen Polizeibenmten Engeler unb K n w s, bie sich bes Morbes an Leutnant Graff bezichtigt hatten, zum Tobe verurteilt und den gleichfalls angeklagten Polizeibeamten Schirrot frei gesprochen. Angesichts bes Umstanbes, dost zwei von Gerichten ber beiben Staaten erlaßene Urteile f ü r cin unb basfelbe Verbrechen oerschiebene Personen verurteilt hatten, ist auf Grunb eines im November 1925 zwischen ben beiben Regierungen geschloffenen Abkommens bie Nachprüfung dieser Angelegenheit einer aus den Mitgliedern bes beutsch - belgischen gemischten Schiedsgerichts zusammengesetzten Kommif- sion übertragen worden, aus deren Gutachten vereinbarungsgcmäst die beiden Staaten die sich ergebenden Schlußfolgerungen ziehen sollten. Das Gutachten ist den Regierungen soeben zugegangen. Es führt u. a. aus, daß zwar die belgische Militärjustiz, die alle gewichtigsten Gründe gehabt Hobe, an die Schuld von Reinhardt unb Genossen, von benen sogar Gestänbnisse vorlagen, zu glauben, baß aber, nachbem bie verurteilten Polizeibeamtcn auch nach ihrer Verurteilung in Stettin r Geständ - n i s aufrechterhalten haben, die Sachlage nicht mehr dieselbe fei. Nach eingehender Untersuchung und nach Einvernahme teilweise noch nicht vernommener Zeugen fei bie Kommission zu ber Gewißheit gekommen, baß im Gegensatz zu der von den belgischen Militärgerichten getroffenen Entscheidung bas Verbrechen von Kaws unb Gngeler begangen worden ist. Angesichts dieser Schlußfolgerung der internationalen Iuristen- kommission hat ber belgische König auf Vorschlag bes Justizministers Reinharbt unb Genossen begnabigt. Die beutsche Regierung hat ber belgischen Regierung bie Versicherung gegeben, baß sie über bie gerechte Sühne bes Verbrechens wachen werbe, besten Kaws unb Engeler burch bas Stettiner Schwurgericht für fchuloig befunben würben. 3n Düsseldorf trafen nunmehr mit dem Brüsseler Schnellzug, von einem Vertreter der deutschen Gesandtschaft in Brüssel begleitet, der Polizeioberleutnant Reinhardt, Polizeiobcrwa ,t- meister Riebke und die Polizeiwachtmeister Klc.n, Grabbert, Döhmlond und Termoehlen ein. Sie wurden von ihren Familienangehörigen sowie Vertretern der preußischen Regierung und der Schutzpolizei begrüßt. 3n dem Regierungsgebäude richtete namens der preußisckxm Regierung Vizepräsident Cohmann an die Beamten eine Ansprache, in welcher er ihnen in warmen Worten Dank unb Anerkennung des Vaterlandes für ihr würdiges und mannhaftes Verhallen während der langen Haft aussprach. Sämtliche Beamten traten sofort einen längeren Urlaub an. Das deutsch-französische Handelsprovisorium. Zustimmung des huudelspolitischen Rcichstaqsausschusses. Berlin, 14. Aug. lVDZ.) Der handelspolitische Ausschuß des Reichstages trat am Samstag zu einer Sitzung zusammen, in tec zunächst die Verordnung der Reichsregierung über die vorläufige Anwendung des vorläufigen deutsch-französischen Handelsabkommens auf der Tagesordnung stand. M inislerialdirektor Posse vom Reichs- wirtfchastsministerium begründete in vertraulichen Ausführungen die Vorlage, die bereits die einmütige Zustimmung des ReichsrateS gesunden hat. Es fei danach zu hoffen, daß wir in größerem Umfange auf Öen französischen Mark: kommen, und daß auch dieser Vertrag zur Besserung der Lage der deutschen 3ndustrie beitragen wurde. Zugeständnisse seien sranzösischerseits fast für alle deutschen ^Industrien gemacht worden, deutscherseits dagegen besonders für Seiden und Automobile. Für den kommenden Handelsvertrag mit Frankreich seien namentlich noch die Textil- und Weinverhandlungen aufgeschoben worden. 3n der Aussprache über die Vorlage meinte Qlbg. Dr. Reichert sDttchn.), man müsse hinter den Wert dieses Provisoriums ein Fragezeichen machen. Die K o l o n i a l f r a ge erscheine im ersten Augenblick günstig, merkwürdig sei aber, daß in der Zusaherklärung hierbei ausdrücklich die Voraussetzung gestellt werde, daß „die Deutschen die Gesetze über die öffentliche Ordnung und Sicherheit" beobachten, ferner fehle bei Togo und Kamerun das Zugeständnis, daß eine Diskriminierung Deutscher nicht stattfindet. Der Redner erklärte sich noch unbefriedigt mit den Zugeständnissen für Aepfel und Trauben und oer* weift auf die Wirkungen des französischen In- flationsdumpings. Lbg. Wissel (6.) führte aus es sei unverständlich, wie man sich gegen das Provisorium wenden könine, obwohl wegen der Zollerhöhung Sicherheiten vorhanden seien. Die Sozialdemo- traten stimmten im wesentlichen dem Vertrag zu, ebenso dem Saarabkommen. Abg. Giese (Dntl.) wendet sich im einzelnen gegen D*te Regelung der Aepfeleinfuhr, die er als unerträglich für den deutschen Gartenbau bezeichnet, ebenso wie die hemmungslose Einfuhr der Weintrauben. Ministerialdirektor Ritter erläuterte die Bedeutung der Bestimmungen über die französischen --etonien. Ministerialdirektor Dr. Posse hebt hervor, dah der Schwerpunkt der französischen Zusagen bei dmjenigen Industrieartikeln liege, die alsbald als Fertigware auf den französischen Markt kommen können. 2lbg. Freiherr v. R i ch t h o f e n (Dem.) bezeichnet als besonders erfreulich, daß die Diskriminierung der Deutschen in Marokko beseitigt werde und trat der Auffassung deutschnationaler Redner entgegen, als ob die Reichsregierung durch die im Handelsabkommen mit Frankreich auf sechs Monate erfolgte Festlegung der Getreide- und Mehlzölle in die Befugnisse des Reichstages eingegriffen habe. 'Der Ausschuh stimmt darauf dem deutschfranzösischen vorläufigen Handelsabkommen gegen einige Deutschnationale und Kommunisten und dem Saarabkommen bei zwei Stimmenthaltungen der Kommunisten zu. Nachdem noch die Mehlzollverordnungen, die durch die Festlegung der ermäßigten Sätze im französischen Hantelspro- viforium hinfällig werden, ebenso, wie vom 5rat auch vom Reichstagsausschnfj für den 31. Dezember 1926 aufzuheben beschlossen war, vertagte sich der Ausschuß. Der Eisentrust. Noch teilt Abschluß der Verhandlungen. Wenn man das sehr schweigsame amtliche Kommunique über den Abschluß der Cisenverhandlungen in Paris näher ansieht, kommt man zu der Auf- fassung, daß eine Gesamteinigung nicht er= zielt werden konnte. Die beiden Hauptfragen, die Einigung über Festsetzung der Einfuhrkontingente und die Quotenfeststellung, wurden anscheinend nur zum Teil gelöst. Dabei scheint man über die Fest- setzung der Einfuhrkontingente zu einer vorläufigen Einigung gekommen zu sein, während die Quotenfestsetzung noch nicht beendigt ist. Bei der Einfuhrmenge für die lothringisch-luxemburgische Produktion hatte man einen Prozentsatz von 64 Prozent der deutschen Produktion vorgesehen. Weiterhin scheint man sich über den Rahmen der neuen internationalen R o h- ftahlgemeinschaft geeinigt zu haben. Dabei ist aber wieder zu berücksichtigen, daß man zwar Ausgleichskasse, Kündigung, Bedingungen, Maßnahmen gegen Überschreitung der Kontingente usw. festgelegt hat, während man, wie erwähnt, über die Quotenfrage noch nicht einig ist. Die erklärt sich, wie man bei Gelegenheit früherer internationaler Jndustrieoerhandlungen gesehen hat, wahrscheinlich daraus, daß die belgischen und luxemburgischen Unterhändler noch keine endgültige Vollmacht zur Unterzeichnung der Quotenfrage haben. Es läßt sich jedoch aus der ganzen Erklärung sowie der Art der Verhandlungen entnehmen, daß man wenigstens eine grundsätzliche Einigung erzielt hat. Auf Grund weiterer .Verhandlungen dürfte man in allerkürzester Zeit eine ebenso feste Organisation wie die deutsche Roh- l stahlgemeinschaft geschaffen haben, und man hofft, daß sich dieser großen Organisation auch in kür- X zester Zeit die noch außenstehenden Länder (Tschechoslowakei und Polen) anschließen werden. Genauere ' Informationen dürfte man erst nach endgültiger Rückkehr der deutschen Unterhändler erhalten. Dom „Gaulois" wird vermutet, dah die in dem Kommunique erwähnten beiden Länder, deren Industrielle noch nicht zugestimmt haben, Belgien und Frankreich seien. Beide Länder, so schreibt der „Gaulois", feien besorgt, die Zukunft gewisser Fabriken in den zerstörten Gebieten zu sichern, die im Wiederaufbau begriffen seien und deren Produktion daher noch nicht in vollem .Umfang in der Statistik erscheine. Ohne Kreisel werde man ohne große Schwierigkeiten zu einer leichten Erhöhung der Kontingente für Belgien und Frankreich gelangen. Das „Iournal" schreibt, England habe sich stets auf dem laufenden gehalten. Es gäbe für seine Reserve zwei Gründe: England befinde sich erstens in einer Lage, die eine Teilnahme an dem Trust kaum möglich mache und zweitens suche ®nglani> die Ausschließlichkeit seines Marktes für die Dominions zu wahren. Der „Rewhork Herald" schreibt: Der Stahltrust zwischen den vier kontinentalen Ländern müsse dem englischen und amerikanischen Ausfuhrhandel einen schweren Schlag zufügen und könne unter Umständen England und Amerika von Märkten wie Kanada, Iapan und Südafrika vertreiben. Die Reaktion der Vereinigten Staaten für den Stahltrust sei noch nicht voll entwickelt. Die englischen inteteffierteir Kreise meinten, dah der amerikanische Widerstand nicht erheblich sein werde, weil die deutschen Teilnehmer zum größten Teit durch amerikanisches Kapital finanziert wurden. Die Gefahr für Amerika bestehe darin, dah der fontinetale Trust auch England zu sich herüberziehen und so zu einer Weltorganisation werde, gegen die die amerikanischen Interessenten einen Kampf bis aufs Messer zu führen hätten. Kunst und Wissenschaft. Line Ehrung für Dr.-Ing. Carl Ben;. Eine sinnreiche und eigenartige Ehrung bereitete die Wadern. Gruppe für Kraftfahrzeugbau an der Techn. Hochschule Hannover dem in Ladenburg bei Mannheim wohnenden greifen Erfinder des Automobils Dr.-Ing. e. h. Carl Benz am Sonntag, 8. August. Anläßlich der 40jährigen Wiederkehr des Tages, an dem der Genannte zum ersten Male auf einem Wagen mit Gasmotorenbetrieb durch die Straßen von Mannheim fuhr, .unternahmen 7 Mitglieder ter Gruppe mit einem der ältesten noch vorhandenen Benzwagen, einem sog. Benz-Eomsortable aus dem Iahre 1895 eine Fahrt nach Mannheim von Hannover. Der Wagen befand sich im Besitz des Lehrstuhles für Kraftwagenbau und wurde eigens für diesen Zweck von ihnen wieder instandgeseht, um durch diesen Beweis von der Leistungsfähigkeit des 30 Iahre alten Veteranen dem Verdienst des Erbauers die rechte Würdigung zuteil werden zu lassen. In ununterbrochener Tag- und Rachtfahrt wurde von Freitag morgen bis Sonntag mittag die 450 Kilometer lange Strecke von Hannover nach Ladenburg zurück- gelegt, ohne daß der Motor trotz stärkster Inanspruchnahme auf starken Steigungen den Dienst versagt hätte, ein Beweis der Güte der Arbeit der damals noch jungen Firma. Die Fahrer losten sich alle 4 Stunden ab, zu welchem Zwecke ein Begleitwagen mitgeführt wurde. In Weinheim wurden die Wagen vom Rheinischen Automobil-Club eingeholt und nach dem festlich beflaggten Städtchen Ladenburg geleitet. Außer der Familie Benz hatten sich der Vorstand der Benzwerke und die Spitzen der Stadt vollzählig zur Begrüßung eingefunden. Rach verschiedenen Ansprachen, in denen der jetzt 83jährige Erfinder gefeiert wurde, waren die Fahrtteilnehmer ein paar unvergeßliche Stunden Gäste des Hauses Benz. Am Abend wurde dann der Wagen nach Mannheim überführt. Tagung der deutschen Reklamefachleute. In Frankfurt am Main findet vom 3. bis 6. September die diesjährige Hauptversammlung des Verbandes Deutscher Reklamefachleute, e. V., statt. Dieser Verband stellt den Zusammenschluß des gesamten deutschen Werbewesens dar und tritt für wirtschaftliche und kulturelle Hebung der Reklame ein. Das Programm der Tagung ist reichhaltig und reizvoll. Reben den internen Verhandlungen ist besonders bemerkenswert eine Matinee in der ilniöerfrtät, bei der Christian Ad. Kupferberg einen Vortrag über die praktische Seite und Dr. Heller einen solchen über die wissenschaftliche Seite der Reklame halten wird. Die Begrüßungsansprache hat Professor Dr. Hellauer von der Frankfurter Universität übernommen. Die Tagung ist verbunden mit einer internationalen Plakatausstellung, bei der die Entwicklung des Plakats von 1860 bis in unsere Sage gezeigt werden wird. Gesellschaftliche Veranstaltungen, ferner ein Schaufenster - Wettbewerb, ein Geschäftswagen - Korso vervollständigen das Programm. Professor Ludwig Spiegel f. In Marienbad ist der Professor des Völkerrechts an der deutschen Prager Tlniversität, Ludwig Spiegel, an Darmlähmung gestorben. Professor Spiegel, Senator der Deutschen demokratischen Partei und einer der Führer des Sude- tendeutschtums war für das nächste Studienjahr zum Rektor der Tlniversität gewählt. Aus aller Welt. Eröffnung des Deutschen Hnndwerkertags. Unter äußerst zahlreicher Beteiligung aus allen Teilen des Reiches und in Gegenwart einer großen Zahl von Ehrengästen wurde in Königsberg der 26. Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag eröffnet. Unter den Ehrengästen befanden sich Ministerialrat Dr. Hoppe als Vertreter des Reichswirtschaftsministeriums, als Reichskommissar für Handwerk und Kleingewerbe Ministerialdirektor Dr. v. S e e f e l d, Berlin, ferner Ministerialrat v. Hoff- mann, Berlin, vom preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe, und Staatssekretär Dr. Schmidt, München, sowie Vertreter der sächsischen Regierung und des Senats der freien Stadt Lübeck. Zahlreich waren auch die wirtschaftlichen Spitzenoerbände vertreten. Die Eröffnungsansprache hielt der Präsident des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages und Ehrenmeister des deutschen Handwerks Plate, Hannover, der die Berufsgenossen von den Handwerkskammern des ganzen Reiches, die Ehrengäste und die Vertreter der einzelnen Berufsorganisationen und die Vettreter des Handwerks uns den abgetrennten Gebieten auf das herzlichste begrüßte und unter lebhaftem Beifall an Jmanuel Kants Maxime vom moralischen Gesetz anfnüpfenb, betonte, daß dieses Gesetz das beste sei, was uns gegeben werden könne. Der Redner schloß mit den Worten: So fördern wir den Stand, den wir vertreten: Das alte, ewig junge Handwerk fördert das Allerkostbarste und Unvergänglichste, was es gibt: das Deutschtum. — Auf das an den Reichspräsidenten gesandte Telegramm ist nachstehende Antwort eingegangen: „Dem Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertag danke ich herzlichst für die treudeutschen Grüße, die ich bestens erwidere. Daß Ihre Tagung dem deutschen Handwerk und Gewerbe Hilfe und Förderung bringe und damit für unsere gesamte Wirtschaft von Vorteil sein möge, ist mein aufrichtiger Wunsch, gez. von Hindenburg, Reichspräsident." Tagung der Handelsschutz- und Rabattsparvereine. Die Handelsschutz- und Rabattsparvereine Deutschlands traten in Kottbus zu ihrer 24. Tagung zusammen, um für den kaufmännischen und gewerblichen Mittelstand wichtige Angelegenheiten zu erörtern. Reichstagsabgeordneter Behthin sprach über das Thema „Kaufmännischer und gewerblicher Mittelstand im Kampfe gegen Tlnkenntnis, Voreingenommenheit und Tlebelwollen. Die viel gepredigte Amerikani- fierung des Einzelhandels passe nicht in unsere Derhältmsse. Der Redner wandte sich gegen eine grundsätzliche Durchbrechung der Sonntagsruhe. Der gemeinsame Einkauf müsse Hand in Hand gehen mit der Anerkennung barer Zahlung durch den einheitlich organisierten Rabatt der Handelsschutz- und Rabattsparvereine. Landtagsabgeordneter Säger sprach über das Thema „Gewerbesteuern, Einheitspreisläden, amerikanische Kleinhandelsmethoden". Er forderte, dah die grundsätzliche Reugestaltung des Gewerbe st euergesetzes ohne weitere Verzögerung in Angriff genommen werden könne. Hierbei sei besonders darauf Bedacht zu nehmen, daß der Gewerbesteuer die Eigenart der Sonder- steuer genommen werde und daß die von der Gewerbesteuer betroffenen Steuerzahler nicht fernerhin alleinige Träger solcher Lastendeckung seien. Die Eröffnung der rheiuisch-tveft- fälifchen Feuerwehrwoche. In Düsseldorf wurde die Rheinisch- Westfälische Feuerwehrwoche feierlichst eröffnet Es wurden 30 000 Teilnehmer aus allen Gauen gezählt. Oberbürgermeister Dr. Lehr eröffnete oie Woche mit einer Begrüßungsansprache, in der er die Abordnungen des Auslandes willkommen hierß. Branddirektor Petersen sprach dann über den Aufbau der deutschen Feuerwehren. Heute gäbe es kaum noch einen Ort, wo sich nicht die Bürgerschaft zusammengeschlos- sen hätte zur Abwehr des verheerenden Ele- k ments. Opferfreudigkeit, Hingabe und freiwillige Unterordnung, das sei der Geist, der die ganze Feuerwehr belebe. Die Grüße der Regierung und des Oberpräsidenten der Rheinprovinz überbrachte Vizepräsident Lohmann, der eine geschichtliche Darstellung über die Entwicklung der Feuerwehr gab-, Als Vertreter des Reichsvereins deutscher Feuerwehringenieure sprach Branddirektor Szein aus Magdeburg. Auf eine an den Re ichs - Präsidenten gerichtete Adresse ging folgendes Telegramm ein: „Den zur Feuerwehrwoche in Düsseldorf versammelten deutschere Feuerwehrmännern danke ich bestens für ihr Treuegelöbnis. In aufrichtiger Anerkennung der verdienstvollen selbstlosen Arbeit der deutschen Feuerwehren entbiete ich allen meinen herzlichsten Gruß, (gez.) von Hindenburg." Da die Rheinhalle nur einen kleinen Teil der Fest- teilnehmer aufnehmen konnte, waren große Lautsprecher ausgestellt worden, die die Sieben und Wusikvorträge verbreiteten. Am Rachmittag fand am Feuerwehrturm der Düsseldorfer Ausstellung eine große Schauübung der Düsseldorfer Berufswehr statt, der unter anderen Ehrengästen auch Heinrich, Prinzgemahl der Riederlande beiwohnte. Der Besuch der Düsseldorfer Ausstellung dürste heute jeden Rekord überboten haben. Man schätzt die Besucherzahl auf 150 000. Das Freisinger Eisenbahnunglück. München, 14. Aug. (WB.) Einer amtlichen Erklärung der Reichsbahndirektion München ist u. a. zu entnehmen, dah über die Arsache des Unfalls in Langenbach auch heute ein abschließendes Urteil nicht abgegeben werden kann. Die Erklärung stellt fest, daß während der Umbauarbeiten an der Einfahrtweiche, hinter der die Entgleisung erfolgte, das Gleis ordnungsmäßig durch Haltesignale gesperrt und die Sperrung sowohl dem Personal der eigenen Station als auch dem der Rachbar- stationen bekanntgegeben worden war. Um 9.15 Uhr meldete der die Arbeiten leitende Rottenmeister an die Station Langenbach, dah das Gleis Landshut—München wieder fahrbar sei. Die Erklärung stellt fest, daß noch kein Urteil darüber abgegeben werden kann, ob di e Weichenzunge in einwandfreier Weise fest gelegt war und die Umbaustelle mit ungeminderter Schnelligkeit befahren werden durfte. — Die Eisenbahnkatastrophe hat ein weiteres Todesopfer gefordert. Sonntag nacht ist im Freisinger Krankenhaus die siebenjährige Iohanna Buchner gestorben, so dah sich die Zahl der Toten auf zwölf erchöht hat. Der schwerverletzte Konrad Lehner aus Rürn- berg schwebt in schwerer Lebensgefahr. Samstag wurden noch einige Verletzte in die Krankenhäuser von Freising und Mohburg eingeliefert, darunter eine schwerverletzte Dame namens Liselotte Schacher, geb. v. Rordheim aus Erfurt, die eine schwere Gehirnerschütterung erlitten hat. Schweres Autounglück bei Wunsdorf. Ein furchtbares Autounglück trug sich Sonntag vormittag kurz nach 10 Uhr auf der Chaussee zwischen Zehrensdorf und Töpchin zu, die sich in west-östlicher Richtung über den Truppenübungsplatz Zossen hinzieht. An einer Kurve brach an einem aus Berlin kommenden mit fünf Personen besetzten Auto das rechte Hinterrad, wodurch sich der Wagen überschlug. Die Insassen wurden sämtlich mehr oder minder schwer verletzt. Die Gattin des Besitzers des Autos, Schubart aus Berlin, war sofort tot Lin Marktwagen von einem Zuge überfahren. Am Bahnübergang an der Gisverslebener Landstraße bei Erfurt wurde der Wagen eines vorn Markt heimehrenden Händlers vpn einem Kleinbahnzuge erfaßt und ein Stuck mitgeschleift. Der Wagen rollte schließlich die Böschung hinab. Der Händler und feine auf dem Wagen befindliche Schwiegermutter wurden getötet. Zugzufammenstoß in Paris. Sonntagabend ist am Lyoner Bahnhof in Paris ein Vorortzug mit einem Leerzug zu- fammengestohen, wobei einige Wagen entgleisten. Es wurden drei Personen getötet und etwa 50 verletzt. Eisenbahnkatastcophe bei Reuyork. Aus Long-Island entgleiste ein W e e'cke d» Zug, in dem 700 Reuyorker sahen. Die Pullmannschlafwagen sausten, sich überschlagend, die Böschung hinunter, wobei sechs Personen getötet und sechzig verwundet wurden. Panik durch einen tollwütigen Hund. In Elena bei Gaeta in Italien biß ein tollwütiger Hund 17 Personen. Die ganze Stadt wurde von einer Panik ergriffen. Aus den! Fenstern schoh man auf den Hund. Mehrere Personen wurden durch abirrende Kugeln verwundet. Erst nach längerer Zeit gelang es, den Hund zu töten. Banbiten-Meberfati auf einen chinesischen Eisenbahnzug. Bewaffnete Banditen haben einen Zug auf der Strecke nach Hongkong aufgehalten und 200 Personen f ort geführt. um Lösegeld zu erhalten. Erdbeben in England. In vielen Teilen Englands wurde Sonntag morgen 5 Tlhr ein leichter Erdstoß verspürt. In einer Reihe von Städten wurden die schlafenden Einwohner durch das Geräusch der sich bewegenden Bilder und der wankenden Möbel geweckt. An vielen Stellen wurde die Erderschütterung von unterirdischem Donner begleitet. Schaden ist durch das Beben nicht angerlebtet worden. Eine Schändung des Grabes des unbekannten Soldaten in Paris. Sonntag nachmittag hat ein unbekannter Amerikaner am Grabe des unbekannten Soldaten eine Flasche Champagner geleert und dann sein Glas auf der Grabplatte zerschmettert. Der Täter, der sich als Kriegsteilnehmer bezeichnet und ein Bein verloren hat, wurde der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt, lieber die Beweggründe ist nichts beannt. Lord kitcheners Leiche. Der Streit um die Auffindung der Leiche Lord Kitcheners, die, wie der Londoner Iourna- list Frank Power kürzlich behauptete, nach dem Untergang des Kreuzers „Hampshire" an die norwegische Küste gespült und dort in einem Soldatengrab beigesetzt worden sei, ist mit dem scharfen Dementi der britischen Admiralität noch nicht zu Ende. Ieht überrascht derselbe Ioumalist die Oeffentlichkeit mit der sensationellen Mitteilung, er habe die Leiche Kitcheners in Rorwegen auSgegtabeu, sie nach London gebracht und stelle sie hiermit der britischen Regierung zur feierlichen Beisetzung zur Verfügung. Die Leiche sei seit Freitag in einem Londoner Sargmagazin aufgebahrt und sei von ihm und seinen Mitarbeitern, darunter einem prominenten englischen Arzt, tatsächlich als die Leiche Kitcheners identifiziert worden. Eine jugendliche Lebensretterin. In Heidelberg siel ein hier zu Besuch weilender achtjähriger Knabe in der Rähe der Friedrichsbrücke in den Reckar. Schon dem Ertrinken nahe, wurde der Iunge von der 16 Iahre alten Anna Soldner, die ihm in voller Kleidung nach sprang, ans Land gebracht« AW der provinzialhaupiftadt. Gießen, den 16. August 1926. ’ „Moment bitte 2ch gehe durchs Sttaßengedränge. Hier und da grüßen Bekannte, winken mir zu, rufen etwas, das id) uicht verstehe, und wir gehen weiter, ohne uns 3u sprechen. Das geht ein paarmal so in einer einzigen Straße. Man merkt, daß man Bekannte hat und damit Verpflichtungen. Aber da klingt es ganz nahe an mein Ohr: -Moment, bitte!" Die Stimme kenne ich, unwillkür- lich blicke ich in die Richtung und gewahre einen Bekannten, der sich einen Weg zu mir bahnt. Es Zuckt mir durchs Gehirn: Ich habe keine Zeit; an den anderen bin ich uorbeigetommen, nun doch wohl auch an ihm, ich habe wirklich keine Zeit, — aber er hat mich schon am Arm: ,Heute entwischen Sie mir nicht. Aus ein Wort nur!" Ich darf ihn nicht beleidigen und nach der Uhr gucken. Wir gehen nebeneinander her. Er erzählt auch wirklich sehr interessant. Ich frage sogar hin und wieder und erkundige mich nach der oder jener Einzelheit. Mit einem Male erschrecke ich, daß ich meine Zeit verpassen konnte. Ich muß pünktlich zur Stelle sein. Wird er Rücksicht darauf nehmen? Ich mache Andeutungen. Dann sage ich es glatt heraus, versuche ihn abzuschütteln, mache ihm klar, daß die „Minute" doch längst vorüber ist, von der er anfangs sprach — aber ich werde ihn nicht los. Gr versteht einfach nicht. Sollte er etwa die Kühn- heit besitzen, mich anborgen zu wollen? Mir wird ganz heiß im Kopf. Aber dann sage ich mir doch, daß er mich nicht für solchen Toren halten wird. Es bleibt mir Zeit genug, darüber zu philosophieren, wie gänzlich verfehlt es doch ist, sich dadurch beliebt machen zu wollen, daß man sich an andere Leute hängt und ihnen die Zeit stiehlt. Wenn ich ein bedeutender Mensch wäre, würde ich es wenigstens verstehen können, dann würde er hinterher sagen dürfen: Ich habe mit dem berühmten Schriftsteller ... gesprochen! — aber so bin ich ja weiter nichts, als daß ich für Zeitungen schreibe,, und das können ja doch die meisten Leute, ober sie bilden es sich wenigstens ein. Endlich werde ich ihn los. Er hat alles aus- gekramt, was fein Herz bedrückte. Noch beim Abschied macht er ein paar gefühlvolle Redensarten, bei denen ich von einem Sein auf das andere hopfe. Dann saufe ich mit dem Hut in der Hand davon. Im Davonlaufen denke ich dankbar: „Gott sei Dank, daß er dich wenigstens nicht angepumpt hat, es gibt doch noch anständige Menschen. R. H., Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Pak und Patachon auf hoher See". — Palast-Lichtspiele, Kirchenplatz: „Lodernde Glut". F 9 Wettervoraussage. Zwischen Aufklaren und Bewölkung wechselndes, noch warmes Wetter. Mit leichten Rieberschlägen muß gerechnet werden. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 24,5 Grad Celsius, Minimum 13,4 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur 17,7 Grad Celsius. 2.11. Von der Landesuniversität. Dem Privatdozenten Dr. Max D i n g l e r an der Universität München ist der Lehrauftrag für Forstzoologie und Schädlingsbekämpfung an der Landesuniversität Gießen angeboten worden. ** Schulanfang. Vorüber ist die goldene Ferienzeit. Heute morgen hat die Schule wieder angefangen, der Ernst des Lebens, und die kindliche Arbeit, die wohl keinem am ersten Tage so recht geschmeckt hat. Denn sie alle, die Kleinen und die Großen, Buben und Mädel, sind noch erfüllt gewesen vom Glück einer langen Reihe ungebundener, von Pflichten und kleinen Sorgen losgelöster Tage in Freiheit und köstlichem Ausruhen; und noch voll von Erinnerung an Sonne und Wasser und Wald und erntereife Felder und dicke Blumensträuße. Mögen sie alle, die da heitte wieder „angefangen" haben, von solchem Sonnenschein und solcher Erinnerungsfreude. von der neugesammelten Frische an Leib und Seele recht viel mit hinein und hinüber nehmen in die kommenden Wochen der Arbeit. Einen Samariter-Kursus für Frauen und Jungfrauen veranstalten demnächst das R o t e Kreuz und der A l i c e - F rauenverein. Anmeldungen: Ludwigsplatz 1011 (siehe heutige Anzeige). Oderhesfen. Landkreis Gießen. n. G r o ß e n - L i n d e n, 15. Aug. Heute fand auf dem Turnplatz das Sommerfest der Kleinkinderschule statt. Rach einem gemeinsamen Gesang der zahlreichen Anwesenden hielt Pfarrer Schulte einen Vortrag über die Bedeutung der Kleinkinderschule und erinnerte an die große aufreibende Arbeit, die eine Schwester mit den Kindern habe. Die Kinder. 80 an der Zahl, fangen und spielten unter Leitung ihrer Schwester und tourten zum Schlüsse je mit einer großen Brezel beschenkt. 1—1 Treis a. d. Lumda, 14. Aug. Einen recht erfreulichen Anblick bieten unsere Ernte- felder mit den langen Reihen der Frucht- Haufen. Während nun noch die Weizen- und Haferernte in vollem Gange sind, wird entgegen früheren Iahren, wo alle Frucht bis zum Schluß der Ernte auf dem Felde blieb, Korn und Gerste bereits heimaefahren und sofort zur Dreschmaschine gebracht. Außer ter Dreschmaschine des H. Decker, die elektrisch Betrieben wird, hat seit diesem Iahr auch H. Kehr von hier einen Dreschwagen mit Du lldogg-Antrieb Einem gc Herr Julius Siesel im 61. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 18. August 1926, nachmittags 3 Vs Uhr, von der Kapelle des Neuen israelitischen Friedhofes aus statt. Blumenspenden und Beileidsbesuche dankend verbeten. 9866D ■ ■w Plötzlich und unerwartet entschlief gestern mein lieber Mann, unser guter Vater Herr Professor Gustav Trautmann Herrjulius Siesel Universitäts-Musikdirektor im 60. Lebensjahre. Wesen uns ein leuchtendes Vorbild war. bereites Andenken werden wir stets in Ehren halten. Sein Gießen, den 14. August 1926. den 16. August 1926. Gießen, 90TOD \« k Vf ir Mantog. it und Pluachon eie, Krchenßktz: vertreten Lieber anderthalb Stunöcn dauerte bet aus 62 Schiffen bestehend« Schiss-sastzug. Verantwortlich für den lokalen Teil i. V.. Dr. Hans Thhriot. ge. eiDolfung wech- Mit leichten rden. MMM 243 id Celsius. Heu- mb Celsius. Heute früh verschied nach langem schweren Leiden unser hochverehrter Seniorchef r Wir verlieren in dem leider zu früh Dahingeschiedenen einen treuen Freund und Berater von edelstem Charakter, der durch unermüdlichen Fleiß und sein stets hilfs- Lina Siesel geb. Eulau Erna Ambach geb. Siesel Walter Siesel Trude Siesel Dr. Hermann Ambach Lisbeth Siesel geb. Rottstein und 2 Enkelkinder. Krcis Friedberg. Friedberg, 15. Aug Briefkasten der Redaktion. L. M. in S. Im allgemeinen ist eine Kürzung der Miete durch Portotosten nicht statthaft. Ihr besonderer Fall mühte gerichtlich entschieden werden. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. Jür unverlangt eingesandle Manuskripte ohne beigefngtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschäslsstelle zu richten. Brückenweihe in Frankfurt. WER. Frankfurt a. M. 15. A'-g. Denn je ein Fest weit über den lokalen Rahmen hinaus Bedeutung gewonnen hat, so ist e* das Frankfurter Drückenfest. Die Beleuchtung, die am Samstag dem eigentlichen Festakt vorausging, wies die Beteiligung von Hunderttaufenden auf. Das Korso der Schiffe, die mit Lampions beleuchtet waren, bot ein farbenprächtiges Bild. Das Feuerwerk verschmolz zu einem farbigen Ganzen. Mit gewaltigen Detonationen und Feuer- regen wurde der Fstch überschüttet. Die eigentliche Einweihung gestastete sich zu einem Festakt von besonderer Bedeutung. Die ganze Stadt war in ein Flaggenmeer verwandelt. 3n Anwesenheit des Reichsverkehrsministers Dr. Kröhne, des preussischen Ministers des Innern, Severing, deS Reichswohlsahrtsministers Hirtsief er, deS Staatspräsidenten von Hessen, Ulrich, des Oberpräsidenten Dr. Schwan- d e r, des Regierungspräsidenten Ehrler u. a. fand die feierliche Grundsteinlegung statt. In der Festansprache wies Oberbürgermeister Dr. Land« mann auf die historische Bedeutung der früheren alten Brücke hin, die dem modernen Verkehr habe Weichen müssen. Von den Ramen der letzten Gestalter erwähnte er den Magistratsoberbaurat Ahlfelder, Stadtrat Schulz und die Architekten v. Hoven und Hebe re r, deren Entwürfe preisgekrönt aus dem Wettbewerb um die Gestaltung der Drücke hervorgingen. Mit Gefühlen der Trauer und Wehmut gedachte er deS Künstlers, dessen Entwurf für die Reugestaltung der Drücke grundlegend war, des im Weltkrieg gefallenen Architekten W. Leonhard. Aachdem die Ehrengäste aus der Insel Aufstellung genommen hatten, und nachdem der Zug der Landsmannschaften auf der Drücke sein Ende erreicht hatte, begann mainaufwärts der SchissSsestzug. Ein Heroldschisf eröffnete den langen Zug, dem fahnengeschmückte Schiffe ou8 den Riederlanden, der Schweiz, Oesterreich usw. folgten. Auch einzelne deutsche Bundesstaaten, wie Bayern, Baden, Sachsen, Hessen, waren Lpielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 15. August, 6.3fr bis 10.30 Ühr: „Lohengrin". Montag, 16.. 7 bis 10.30 ilfjr: ..Carmen". Dienstag. 17., 7.30 biS 10 Uhr- ..Madame Butterfly". Mittwoch. 18., 7.30 bis 10.30 Uhr: ..Der Freischütz". Donnerstag. 19., 7.30 bis 10.30 Uhr- ..Der Opern- ball". Freitag, 20., 7.30 bis 10.30 älhr- ..Mignon". Samstag, 21., 7.30 bis 10.15 Ilfjr: „Der fliegende Holländer". Sonntag, 22., 7.30 bis 10 Uhr: „Boccaccio". Schauspielhaus. Geschlossen. In tiefem Schmerz: Helene Trautmann geb. Eckhard Dr. med. Willy Trautmann Else Popp. hat alles aus- Noch beim Ab. Lebensarten, bei ; anbere bopfe. mb batmi. tat: „(Bon in nypumpt t)cA, m. K.H. meinen (Betrug ist der „Ob^hess. Anz." zum Opfer gefallen« Es wurde bei ihm schriftlich eine Todesanzeige von Dad-Rauheim aus aufgegeben, die anttichete. dah der dor ige Zghn- Heute früh 3 Uhr entschlief nach langem schweren, mit größter Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser treubesorgter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Onkel und Schwager auf der „alten 2Lühl" in einer neuen Halle in Tätigkeit. Da wegen der engen und abschüssigen La« vieler Gehöfte ein Dreschen in der Hofreite nicht gut möglich ist. wird fast alle Frucht an d.e Dreschhallen her angebracht: daher herrscht bei diesen fast ununterbrochen Tag und Rächt ein überaus reger Verkehr der schwer beladenen Erntewagen, und das stete Gebrumme der beiden Dreschwagen ist d:a Bewohnern der Rachbarschaft schon zum gewohnten Geräusch geworden. 8 Hon 2 5 »5 Universität, ingleran der Lehrauftrag für Impfung an der geboten worden. ier ist die Ml- hat die Schule >s Lebens, und inem am ersten Denn sie me. ben und Waott. Sluck einer lan- Pflichten und in Freiheüund voll von Sn»- und Wold und lensträuße. MS- >t „ang^ngen sich an andere K sch märe. jDürtje dann würde er t dem berühmten er so bin ich ja gen schreibe, unb e, oder sie bilden LAS Die Angestellten der Firma J. Schmücker Nachf. Kreitz Alsfeld. -> v -er Homberg, 14. Aug. Bei dem Koni g- schieben in unserer Schüycngilde ging Friedr. Gostfeldcr mit 105 Ringen als König" aus dem Wettbewerb hervor. Der Sieger trägt fortan als äustercs Zeichen eine silberne Kette Sie wird endgültiges (Eigentum desjenigen Schützen, brr in Drei aufeinanderfolgenden Zähren König wird. — 3m Lause der vergangenen Woeste wurde durch die Stadt vom Postamts bis zum Hotel Hessischer Hoi ein unterrdttches Kobel gelegt, um die vielen Ständer mit ihren fast unzähligen Drohen und dem großen Gewichte auf den Häusern entbehrlich zu machen. O Lchrbach. 14. Aug. Da am Dag der Rheinsayrl der Schulen des KrciscS die hiesigen Kinder an den Malern crfranlt waren, unternahmen sie gestern dafür alS (trfnk einen Ausflug nach Frankfurt zur Besichtigung der dortigen Hauptfe-cnswürdigleiten. So gelt insbesondere der Besuch dem Zoologischen Garten. Die Kinder nahmen wertvolle und bleibende Eindrücke von demselben mit nach Haus, wie auch von der Besicht.gung des .Römers ', des Domes und den sonstigen bemerkenswerten Plätzen der Stadt. Buntes Allerlei. Dos hundertste Jubiläum de» fterrenkragens. Eine eigenartige Hundertjahrfeier begeht man jetzt in Amenla, nämlich die Erfindung des Herrenira^ns, die von einer Amerikanerin durch Zufall gemacht wurde. Wie bei so manchen großen Gründungen war auch hier daS treibende Mol io der Wunsch, sich die Arbeit zu er» -eichisrn. Vis vor 100 Jahren war der Kragen mit dem Hemde unzertrennlich verbunden, unb totnn der Kragen schmutzig war. dann muhte da- Hemd zugleich mitgewaschcn werden. Ein amerikanischer Schuhmacher namens Montagu, der zu Troy im Staate Reuyorl wohnte, bidt sehr auf Sauberkeit und wollte lein Hemd mehr fragen, dessen Kragen auch nur den geringsten Fleck auswies. Seine Frau war daher durch das viele Waschen sehr geplagt, und als er ihr eines Tages wieder ein Hemd übergab, das sonst ganz sauber war und nur etwas Schmutz am Kragen aufwics, da ritz sie in ihrer Wut den Kragen vom Hemde ab. Während sie sich nun zornig und betrübt anschickte, den Kroge« wieder aus das Hemd auszunähen, kam chr plötzlich ein genialer Gedanke: Warum sollte sie nicht den Kragen vom Hemde getrennt lasten, ihn allein waschen und dann durch Än6>fe wieder an dem sauberen Hemde befestigen? Wieviel Arbeit würde ihr erspart werden, wenn sie das bei allen Hemden ihres Mannes machte? Gesagt, getan. Sie verlieh zum erstenmal dem Hemd- fragen ein „Eigenleben", und diese Massnahme erwies sich als so praktisch, daß ihre Nachbarinnen ihrem Beispiel folgten. So entstand der moderne Herrenkragen, der seitdem einen so wichtigen Bestandteil der Männerkleidung bildet. Witot. August 1926 unb h* j* etwas, ba5 i/mer em- •wannte jät ? mein ßhr; ,c9. UNwiük^ Sntej’nen ’J'.1 bchnt. E, Jj* W, an ’ "j?" tojW * - ahn ■ ^nvischm vir *£ der Uhr H erzählt ?°«k '°Sar hi» h der oder jener u& pünktlich 5 ul nehmen? Kreis Büdingen. nck R idda. 14. Aug. Gestern wurde hier unter grober Beteiligung wieder ein Veteran Don 1 8 7 0 7 1 ju Grabe getragen, der Bahnwärter i. 2t. Heinrich Tobias Harth. Der Verstorbene stand im 78. Lebensjahre und per- falj 21 Zähre lang mit peinlicher Gewil'enhastig- leit den Bahnwärterposten zwischen hier unb Ranstadt. Sine Abordnung des Kriegervereins in Ober-Mockstadt, seinem Geburtsorte, gab dem Veteranen mit umflorter Fahne das letzte @c- Icae. Der älteste in unserer Stadt lebende Veteran. Bahnholsvorsteher i. 2t. Hammel, ueht im 86. Lebnsjahrc Die beiden nächste'. Bahnwärter . 2t. Krämer und Weitzbinder- meister Konrad Walther, sind 84. bzw. 81 2ahre alt und haben 1356 und 1870 71 mit- gemacht. Alle drei sind noch auhergewöhnlich rüstig. * Ridda. 14. Aug. Das Jugendheim deS Vogelsberger Höhenclubs (V. H. C.) auf der Herchenhainer Höhe, das am Himmelfahrttag seine Weihe erhielt, wirb am 21. August feierlich eröffnet werden. Das Heim enthält verschiedene Räume und 90 Betten. 3n dem Versammlungssaale wird dann die Iugend- tagurig des V. H. T. abgeyalten werDen. an die sich am darauffolgenden Tage Gesangsvorträge, Volkstänze. Turnen, sportliche Hebungen, Skizzieren. Geländeübungen u. a. anschlietzen werden. „?'' Aus dem Riddalal, 14 Aug. Wer jetzt, wo die Hausgätten hochsommerlichen Blumenschmuck fragen, die Dor'er und Städtchen unseres Tales durchwandert, dem mutz e3 auffallen, wie stark die Dahlien als Zierpflanzen in den Gärten Einkehr gehalten haben. Dor Zähren noch waren sie kaum zu sehen. Jetzt scheint e8 fast, als wollten sie die Rosen aus den Gärten verdrängen, deren Zucht sehr oft in unserer durch Rachtsröste gefährdeten Gegend von Miherfolg begleitet ist. Man wendet sich deshalb der DayUenzucht zu. die wesentlich einfacher und viel gewisser ist, tauscht gegenseitig Knollen auS, um anoerc Farben zu den vorhandenen .zu erhalten und freut sich der Dlütenpracht, wenn sie auch nicht den Duft der Rosen ersehen kann. Hirzenhain, 14. Aug. Die Gründungsfeier der Freiwilligen Feuerwehr nahm einen schönen Verlaus. Rachmittags bewegte sich durch die Straften des Ortes ein stattlicher Festzug. Cir f cmeinfam mit der Werks- seuerwehr der Eisenwerke ausgefuhrter Brand- angriff zeigte die Leistungsfähigkeit der beiden Wehren durch vorbildliche Zusammenarbeit in bestem Lichte. Hieran schloft sich ein gemütliches Zusammensein mit Konzert. Abends vereinigte im Buderus-Haule eine Theatervorstellung die Einwohnerschaft und gab der Gründungsfeier einen würdigen Abschluß. ]:[ Merkensritz, 14. Aug. Ans der hiesigen Kirchweih geriet ein junger Mann in angetrunkenem Zustande mit anderen Kirchweihbesuchern in Streit, in dessen Derlaus dieser durch einen Schlag auf den Kops so schwerverletzt wurde, daft er in das Krankenhaus Gedern eingeliefert werden mutzte. Krcis Schotten. = •= Ober-Seemen, 14. Aug. Wegen der hier auSgebrochenen Maul- und Klauenseuche sieht sich die Bürgermeisterei genötigt, den Rindvieh- und Schwein emarlt am 17. ds. Mts. ausfallen zu lassen. arzt Dr. Ehrmann an den Folgen eines Schlaganfalls verstirben fei. Die Anzeige mußte der Zeitung glauktzalt erscheinen, weil sre von einem Angehörigen der Familie Chrmann unterzeichnet war. Wie sich aber herausstellte, handelt es sich um einen Anonymus und ilrlunben- sälscher aUerschlimmster Art, dessen unbeschreibliche Rohheit und Ee'iühlslosigkeit hier in Dad- Rauheim die Gemüter stark rregl Hal. Die Polizei hat die Angelegenheit bereits in Händen. Hoffentlich gelingt es ihr, den Täter zu entlarven, für den keine Strafe hoch genug fein kann, denn einen „Scherz" kann man seine Handlungsweise nicht nennen, zumal die Anzeige den Dr. Ehrstrann. dcr Junggeselle ist. als „Schwieger- vater", „Grotzvatcr" usw. bezeichnet. Z Dad-Ranheim, 15. Aug. Den Bemühungen deS Gaunberturnwarts Wilh. Will in Dietzen ist es zu danken, dah sich die hiesigen beiden Turnvereine der Deutschen Turnerschaft (Turnverein 1860 und Männerturnverein), zwischen denen nicht immer das beste Verhältnis bestand, zu einer Arbeitsgemeinschaft unter dem Sammelnamen »Bad-Rauheimer Turnerschaft" zusanrmengeschlossen haben. Der Schritt wird allgemein begrübt. Als Satzung wurde diejenige der (Siebener Turnerschast übernommen. — Der Hanauer Geschichte- verein, der an der Geschichte unserer ehemals hanauischen Badestadt besonders interessiert ist, unternahm heute bei sehr zahlreicher Beteiligung einen AuHslug nach hier. Dr. Schütz von der Bad- und Kurverwaltung und die Dorstandsmitglieder Dr. Martin unb Lehrer Oswald des hiesigen Heimatvereins hatten die Mchrnng der Gäste übernommen. Die technischen Anlagen des Bades, das staatliche Museum unb die geschichtlichen Erinnerungsstätten deS IohanniSber- ges wurden eingehend besichtigt. Steinfurth, 15. Aug. ilnfer hessischer Rosenvrt, dessen Gemarkung zu einem Zehntel mit Roscnkulturen bepflanzt ift, steht jetzt im Zeichen der R o s e n b l Ü t e, die einen bezaubernden Anblick gewährt und täglich Besucher anlockt, besonders aus der nahen Badestadt Rauheim. Biele neue Sorten, die die Züchter und Gärtner in den letzten Jahren herausgebracht haben, fallen dem Rofensveunde auf. Alle Farben sind vertreten. Täglich werden viele Tausende von 2iosen geschnitten, sorgfältig verpackt und mit der Dahn versandt. Besonders die 2lbend-Schnellzüge, die von Dad-Rauheim ab- gehen, nehmen zahlreiche Packungen mit; am nächsten Morgen können bann unsere Wetterauer Rosen auf den Blumenmärlten der groben deutschen Städte gekauft werben. !i. ®Lna über W •S'g-s dten^c 'M?- Ms Die Beerdigung findet Dienstag, den 17. August, nachmittags 3Vi Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 0MW s I Lehrer L R, Ernst Ruckeishausen Nonnenroth und Gießen, den 16. August 1926. Krofdorf, den 15. August 1926. Beerdigung Dienstag, den 17. August, nachmittags 4 Uhr. 6659D Kassenstunden. Andenken wir stets in Ehren halten werden. 6663Q hausstraße 44, aus statt. 05626 liefert Vermietungen | 6655D werden. Ausführung aller Möoe naus Neuenweg 23 Niedrige Preise Beste Arbeit oa Mme 4-5'ZimuieMoNMg MUexgeselle § 10 Akte. 10 Akte. Badol! Messe, Stuttgart. MAS SS Greb. 66540 Schnellastwagen Palast-Lichtspiele gesucht. 6652 D beginnt demnächst. Anmeldungen: Ludwigsplatz 10 II. 2. Steiner’s- Reform- Paradies-Betten Madit wv raslsien zum Var- Dnügeni Gegen Zahlungs- Erleichterung 685sD Latein. Unterricht für alle Klassen erteilt sind. theo!. geg. mäsiig.Honorar. Schr. Ana. u. 05588 an den Gien. Ain. Gestern entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Auguste Ruckeishausen geb. Wolf Dr. tur. K. E. Ruckeishausen. Haus der Handarbeit Seltersweg 81 Altes Blei iBleiröhrew lauft Brühst che Druckerei - D Schulstr. 7/9 Butes Iraz-Iltifaiifereii Samariterkursus für Frauen und Jungfrauen Niederlage in Gießen 6660a Nau Mellor Salaer Laubach. 66 79c 21 16/32 P. 8. mit Riesenluftberelfung und allen Schikanen äußerst preiswert abzu- geben. Schriftliche Angebote unter 6634D an den Gtekener Anzeiger. Gesellschaft für Beton - und Eisenbetonbau Basaltwerke Gießen Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Anna Dick nebst Kindern. Die Beerdigung findet in Ehringshausen (Hessen), am Mittwoch, den 18. August, nachmittags 3x/2 Uhr statt. 05638 im 82. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Römer 6. Heuchelheim, den 16. August 1926. Die Beerdigung findet Dienstag, den 17. d.M., nachmittags 2 Uhr, vorn Sterbehause, Brauste staatliche Oberförsteret Neustadt, Kreis Kirchhain, verkauft am Freitag, dem 25. August, Von Vorm. 11 Uhr ab in der Gastwirtschaft „Zur Burg" zu Treysa aus den Förstereien Neustadt, Allendorf, Riederklein und Hof-Aeh öffentlich meistbietend Kiefern-A-Langholz Kl. la - 34 Stück mit 5,39 fm, Kl. 1b = 219 St. mit 69,45 fm, Kl. 2a = 417 Stück mit 212,83 fm, Kl. 2b = 163 St. mit'131,77 fm. Zahlungen können im Termin geleistet Todesanzeige. Statt besonderer Mitteilung. Am Samstag, dem 14. August, abends 9 Uhr entschlief sanft und unerwartet im 68. Lebensjahr nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, Vater, Bruder, unser lieber Großvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel Tapezierer-, Polsterer- C.Leisler) und Dekorationsarbeiten Neue Salzgurken per Sluck 10 Pf. Th;Schlierbach frankfurter Str. 9. Teleph. 366. 05623 Todesanzeige. Samstag abend entschlief sanft nach längerem Leiden unser lieber Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Onkel und Pate Herr Jacob Hildebrand für Bau- und Kunstschlosserarbeiten. so- wieSobnachtbarer Eltern als Lehrling gesucht. Schrift!. Angebote mit genauer Angabe der btSberig. Tätigkeit unter05628 an den Gieß. Anz. L. Hartmetz, Auktionator und Taxator, «^d Gießen, Aeuenweg 28. Teleph. 1414. Versteigerung. Dienstag, den 17. August von 2 Uhr ab, versteigere ich im Auktionssaal, Walltorstraste 36: 1 Trumeau-Spiegel (Mahagoni), Kleider-, Küchen-, und andere Schränke, neue Tische und Stühle, 3 Eisschränke, 2 große Regale, l Sofa, Retten u. Federbetten, 1 Dezimalwage, 1 Tafelklavier, 1 Herren- und 1 Damenfahrrad (neu), Elektr.Lüster, 1 Kanonenosen mit Rohr, Steinguttöpfe, Spielzeug, 1 Zinkwanne, Gasherde, ein Bratofen, Zigarren, Edel-Seife, einige neue Burschen- und Kinderanzüge, ufw. H. Denner II. Auktionator und Taxator, Seltersweg 83. Don 10 Uhr ab freihändiger Verkauf. Stadttheater MM, M 17. M1926 Mfpiel des MtMleis Boö Hautjeim lie MMWM Komödie in 4 Akten von Herm. Sudermann Anfang 8 Ahr. Ende nach 10l/2 Ahr. Der Vorverkauf beginnt am Samstag, dem 14. August, in den gewöhnlichen Zagdverpachtung. Die der Gemeinde Engelrod gehörige Jagd bestehend aus ca. 3000 Morgen Feld einschließlich VZa'd soll SamStag, den 21. August 1926, nachmittags 1 Ahr, in der Wirtschaft von Karl Roth auf weitere sechs Fahre verpachtet werden. Die Bedingungen werden im Termin bekanntgegeben. Engelrod, den 14. August 1926. Hessische Bürgermeisterei Mulcuto Hohlschllff ist kein Rasier- Nachruf! Am 13. ds. Mts. verschied nach kurzem, schwerem Leiden unser Kraftwagenführer Heinrich Mandler aus Kinzenbach. Nach der Rückkehr aus dem Felde in unsere Dienste getreten, hat er seine Pflichten in stets vorbildlicher Weise bis ins kleinste treu und außergewöhlich gewissenhaft erfüllt» Er war uns ein allzeit treu ergebener, lieber Mitarbeiter, dessen Schön gelegenes^"" Landhaus (an d Main-Weser- Bahn», neu. 4 Zimm, u. Küche, nebst Grabaarten u. */a Morgen Land, ab LIO. 26 um- zugsbalb. 6U verm. Nähere Aust, erteilt t. Keßler. Licher tr.6ö,Saf.ILll-2U. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Herr Ludwig Dick Techniker im Alter von 42 Jahren. möglichst näbe Bahnhof gegen ebensolche 3-Zimmcrwobnung im BahnhofSvlertel zu tauschen gesucht. Schriftliche Angebote unter 05634 an den Gießener Anzeiger erbeten. Generalversammlung Donnerstag, den 19. Aug., abends 8V2 Uhr, im Bootsbaus. Erscheinen allerMit- glieder wegen Fassung wichtiger Beschlüsse dringend erforderlich. apparat mit dünnen Klingen, welche nach kurzem Gebrauch versagen. Mulcuto Hohlschlifl ist der größte geldsparende, alles umwälzende Fortschritt der Kasiermesser- Technik! 1. Bleibt Jahre ohne Schleifen haarscharf. 2. Rasiert den stärksten Bart, die zarteste Haut blitzschnell, wohltuend, sanft und sauber. 3. Verletzen unmöglich. Seit 20 Jahren bewährt. Tausende Anerkennungen. Ihre Mulcuto-Klingen habe ich seit zirka 20 Jahren Im täglichen Gebrauch, ohne dieselben jemals schleifen zu lassen. Ein Beweis für die Güte Ihres Fabrikates. Lehmann, Apotheker, Berlin N 65, Beestraße 99 SW WkiMW DienStag, den 17. 8. 26, versteigere ich im Löwen, Aeuenweg 28, ab 2 Ahr: 1. 250 Pfd. Bonbons, Schokolade, Zigarren, Stoffe für Anterröcke, Nachtjacken, Futterstoff u. Herren- stoffe, gebrauchte Herren- u. Damen- Fahrräder (3 Räder neu), 1 neue Rennmaschine (Marke Göricke), drei Mefferputzmaschinen, 2 Motorräder, 3 Schreibmaschinen, 1 Trumeauspiegel, 2 Vertikos, 4 Kleiderschränke, ein Bücherschrank, 2 Tische, 11 Aquariums, 2 Sofas, Kinderbetten, mit und ohne Matratzen, einige Bettstellen mit Ma- Vienen-Versteigerung Mittwoch, den 18. August, von 41/,, 11 br ab, soll auf dem Hellwigschen Grundstück, neben der Gärtnerei von Weber, NahrungSberg, folgendes versteigert werden: 6608D Ein Bienenhaus mit eingeb. Wabenschrank, 7 Bienenvölker, darunter vier Schwärme u. 5 leere Blenenwohnungen, 5 leere Sirohkörbe, 1 Honigschleuder mit 3 Kannen, sowie mehrer^ Kleingeräte. Stau völfing, Ueplerstrahe 9 Ab heute bla einschl. Mittwoch: Lodernde Glut Sensations-Schauspiel in 6 Akten, in den Hauptrollen eine Reihe erstklassiger amerikanischer Sensations-Darsteller. — Ferner: Unschuld Gesellschaftsdrama in 6 Akten, mit Anna Qa. Nilsson in der Hauptrolle. 66ö7o trahen und Kapokkeil, 1 Ladentheke, 1 Küche mit Anrichte, 1 Waschkommode, 1 Rachtschrank, 1 Waschtisch, Nähmaschinen (neu und gebraucht), 2 Oefen, ein sehr gut erhaltener Herd, Kinder-, Promenaden- und Sport- liegewagen. 500 Milch- und Einmachtöpfe, 600 Pakete Seifenpulver, Mützen für Herren u. Kinder zum Spottpreis. Versteigerung bestimmt. LcistunMähige, Milgksehene, rhein. stackiakrik sucht für Oberbessen und be- *ÜU|UUni nachbarie Gebiete, branchekundigen, bei der Industrie und besseren Malerknndschaft besteingefnhrten Vertreter Schriftliche Angebote unter 6651D an den Gießener Anzeiger. Tüchtige, branchekuudige Reisedame erhält von aller erstkl. Mabkorsettfabrik Allein Vertretung von KorietrS, Hllfien- sormen, Leibbinden. Büstenhaliern ufw. für einen Bez. mit mehr als 1000 Kunden, Listen werd, gelt, Sitz womögl. Gienen od. Nähe Nur erstkl. Damen mit Ang. seither. Tätigkeit woll. sich meld. unt. 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Jngendlieko zahlen in den Nachmittagsvorstellungen ermäßigte Eintrittspreise. Heute bis einschl. Donnerstag: Tüchtiger, durchaus erfahrener u. zuverlässig. der an selbständiges Arbeiten gewöhnt ist und Führerscheine besitzt, wird unter günst. Bedingungen zu engagieren gesucht. 068rt des Käufers gehem Etwas anderes wäre auch heute wirtschatts- und verkehrstechnisch ga: nicht möglich. Kurz nach dem Kri'ge erhielt öte Leipziger Messe eine neue wichtige Angliederung: 2Xe Technische Messe, die erstmalig im Frühjahr 1920 auftrat und sick in wenigen Jahren so entwickelt hat, daß sie heute die vielen und groben Hallen nebst einem großen Freigelände am Dölkccschlachtdenkmal belegt. Gleichzeitig trat hier zur Form der Mustermesse, die auch auf der Techniken Messe vorherrschend ist, noch die Einzel- und Fachausstellung hinzu. So wird oft eine techniscre Anlage, ehe sie dem Käufer abgeliefert wird, auf der Messe ausgestellt. Ferner werden in steigendem Maße Gruppen zu einer Fachausstellung zusammengezogen, Pie nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten geordnet ist. Im übrigen tritt auf der technischen Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Montag, 16. August 1926 ! ches Privatrealgymnasium begründet, dessen Fortbestand bei einer Zahl von über 750 schulpflichtigen Kindern in Radautz allein fest gesichert ist. Eine Lebensrage für diele Anstalt ist jedoch die Erlangung des Oelfentlichkeitsrech- tes. Die Verwirklichung dieses Programmpunktes Ware nicht unmöglich, doch gehört als gesetzliche Voraussetzung der Besitz entsprechender eigener Echulräume dazu ihn nun diese Voraussetzung zu verwirklichen, beschloß im letzten Drittel des Monates Juni die Ortsgruppe 'Radautz des „Vereines der christlichen Deutschen in der Bukowina" zusammen mit dem „Radauher deutschen katholischen Leseverein", für das Privatrealgymnasium den Dau eines eigenen Gebäudes den gesetzlichen Vorschriften entsprechend aus eigenen Mitteln durchzuführen. Ebenso erfreulich ist der Aufbauwilie. der sich auf dem Gebiet der nationalen Schutz- vereine zeigt. Die Sorge um die Erhaltung Messe immer mehr die Dranchenkonzentration hervor. Wir nennen die Gruppe der Baumesse, das Haus der Elektrotechnik, die große Halle der Werkzeugmaschinen, die Kuppelhalle als Estt-Haus (Eisen- und Stahlwaren) und Einkaufsstelle für den Eisenhändler und schließlich die Sondergruppe Brennstoff, Kraft und Wärme in der in diesem Frühjahr erbauten Halle XXl usw. Die Weiterentwicklung der Leipziger Messe ist natürlich damit nicht abgeschlossen und wird sich stets an die Wege der Wirtschaftsentwicklung anschliehen, die vielleicht heute wieder einmal mehr als die Leser ahnen, in einer Umwälzung steht. Rachdem die Technik vor etwa 120 Jahren durch Uebernahme der Ergebnisse naturwissenschaftlicher Forschung die menschlichen Kräfte Der» hundert- und vertausendfacht hat. sehen wir heute die Ergebnisse der psychologischen Wissenschaften in die Praxis eindringen. Der Ruf nach Typisierung und Rormalisierung. ferner die Prinzipien einer wissenschaftlichen Detriebsführung sind die Begleiter dieses Prozesses. Wie man seinerzeit durch die Maschine die menschliche Leistung ungeheuer steigerte und noch steigert, so ist man in der Lage, die Produktion wiederum dadurch um ein Bedeutendes zu erhöhen, indem man die seelischen Kräfte des Menschen wissenschaftlich erforscht und dies auf die Praxis an- wendet. Aehnliche Umwandlungen ergeben sich für den Vertrieb der Ware und für die Gewinnung neuer Absatzmärkte, wenn man die Ergebnisse der Völkerpsychologie und der Geopolitik prak- ttsch ausnuht. Damit ist jüngst begonnen worden. In dem Maße, wie man hier weiterkommt, wird sich auch die Leipziger Messe erneut umstellen. So dürfen wir mit Recht die Leipziger Messe als eine Organisation bezeichnen, die auf der Welt nicht ihresgleichen hat. wenn auch während des Krieges im Ausland versucht wurde, allerdings ohne Erfolg, sie nachzuahmen. Auf Grund ihres vorzüglichen Aufbaues und ihrer Jnter- nationalität sowohl von Aussteller- als Ein- käuferschaft dient sie der Weltwirtschaft. Jeder, der dem Weltmarkt etwas Wertvolles zu bieten in der Lage ist, findet in Leipzig eine wertvolle Drücke zum Absatz. Der Interessent für die Technische Messe findet hier die einzigartige Gelegenheit, die verschiedenen Fabrikate, die für der völkischen Eigenart hatte im Jahre 1897 die Gründung des »Vereins der christlichen 'Deutschen in der Bukowina' veranlabt. Don welch großer Wichtigkeit die Tätigkeit dieses Vereines ist, bt‘ weist der Umstand, daß beinahe gleichzeitig mit den Plänen der Errichtung eines eigenen Schulgebäudes für das Gymnasium in Radautz die Ortsgruppe Jllischestie des „Vereins der christlichen Deutschen in der Bukowina" beschloß, in ihrem Orte, der einer der größten und reichsten deutschen Gemeinden im Süden der Bukowina darstellt und rund 2000 deutsche Einwohner, durchweg fleißige schwäbische Kolonisten, zählt, ein eigenes „Deutsches H a u d” zu errichten. Sv bedeutungslos diese Pläne von Radautz und Jllischestie erscheinen mögen, so wichttg sind sie als Lichtpunkte und als Beweise dafür, daß auch das buchenlündische Deutschtum trotz aller schwerer Rot seit 1918 an der Arbeit ist, seinen Platz an der Sonne zu erkämpfen. seine Zwecke in Betracht kommen, nebeneinander zu vergleichen und das für ihn Geeignetste herauszufinden. Ferner gibt die Technische Messe einen Ueberblick über die neuesten Fortschritte und Verbesserungen und damit dem Besucher wertvolle Anregungen für seinen eigenen Betrieb. Durch Besprechungen mit Ausstellern hört man von deren Erfahrungen. Wie nützlich solch ein Gedankenaustausch mit Fachleuten ist. weiß jedermann. Während in der Allgemeinen Mustermesse im Innern der Stadt die Frühjahrs- und Herbstmesse infolge des jeweiligen Saisongeschäftes den gleichen Umfang hat, ist dies bei der Technischen Messe nicht der Fall. Hier ist normalerweise die Herbstmesse kleiner als die Frühjahrsmesse, was in der Eigenart der Technischen Messe begründet ist. Dies schließt aber nicht aus, daß auch die Herbstmesse für den Besucher und Aussteller eine große Bedeutung hat und ihr Besuch durchaus gerechtfertigt ist. Auch die diesjährige Herbstmesse wird trotz der schwierigen Wirtschaftslage Interessantes und auch Reues bieten. Bei der Daumesse ist der ganze vorhandene Raum wieder voll belegt, was ein Beweis dafür ist, daß Baustoffe. Baumaschinen und Heizungs- anlagen in Leipzig ein erfolgreiches Absatzgebiet haben. Außerdem find chr direkt oder innerhalb anderer Gruppen der Messe wertvolle Zweige angegliedert, die im Zeichen praktischer Bauwirtschaft stehen und heute mit Recht besondere Beachtung finden. Wir nennen die Einrichtung von Schlachthäusern und Kühlräumen, Küchen und Aufbewahrungsräume einer Gastwirtschaft, Backstuben, den Qaöenbau und vor allen Dingen die Herstellung von Garagen für den Kratt- wagen. Dazu kommen noch praktische Lösungen für die Anlage von Sportplätzen und Badegelegenheiten, sowie die Lichtreklame in der Großstadt. Zwei in der Halle XXI gegenüber der Daumesse untergebrachte Sonderausstellungen ..Deutsche Ziegelbauausstellung" (Beiter Architekt Höger, Hamburg) und über amerikanische Architektur (veranstaltet vom Dund Deutscher Architekten), dürsten besonderes Interesse finden und auch manchen neuen Weg zeigen. Auch eine deutsche Architelturfchau wird daneben vorhanden sein. 3m Anschluß daran hält der Reichsverband der Deutschen Mauerstein-, Ziegel- und Ton- Industrie seine diesjährige Wanoerversammlung schaftlich schönen Landes. einer ewig strahlenden Sonne bewohnen diese Stadt lebensfrohe Men- schon, die stolz lind auf ihr sonniges Kalifornien, auf ihr Los AngelcS. Alles sollen wir fennen- lerncn. was Stadt und Umgegend an Schönheit bieten können, und sollen davon der Heimat erzählen. Ausflüge. Bälle und Festlichkeiten nehmen fein Ende Lind waS au( mich einen besonderen Eindkuä machte, man fühlte sich hier nie verlassen. Stand mau einen Augenblick ratlos an einer Straßenecke, dann konnte man mit unfehlbarer Sicherheit daraus rechnen, daß im nächsten Augenblick ein Wagen vorfuhr ?ia. wollt Ihr mit?" Unb wir wußten, daß mir dem Besitzer des Wagens nichts Lieberes antun konnten. „Wohin soll ich Euch ßrhren?" „Irgendwohin": es war ja überall schön Unb wenn wir darüber nachdachlen. wem wir all diese Aufmerksamkeit zu verdanken haben, so ist es letzten Endes immer unsere Uniform, in der wir die Heimat vertreten und auf die wir stolz fein können Fast hätte ich ein wichtiges Ereignis vergessen. Eines schönen Tages drangen wir auch in das Reich der Filmschönheiten ein und konnten sie bei ihrer Arbeit beobachten. Wir sahen unS im Metwo-Grldwyn-Mayer Studio das Entstehen eines Filmes an und konnten die Erfahrung machen, daß die Herstellung eines Films viel Arbeit kostet. Gehorsam müssen die gefeierten Filmdiven den Anordnungen des Regisseurs Folge leisten und tun es mit eiserner Disziplin. Wir waren von so viel Schönheit, wie sie hier aus einem Fleck versammelt war, ganz entzückt. Ganz versonnen tat mancher am nächsten Tage seinen Dienst, summte wohl ein Liedchen vor sich hin. Ich hab mein Herz in Hollywood verloren..." Welch großen Interesses sich auch unser Kreuzer erfreute,, zeigte uns der äußerst rege Besuch. In den Rachmittagsstunden war das Schiff von Booten förmlich umlagert und während der Besuchszeit wurde das Fallreep überhaupt nicht mehr leer. Tausende von Menschen strömten an Bord und es war unsere Ausgabe, etwas Ordnung in den Trubel zu bringen, den Besuch im Schiffe zu führen und auf die vielen Fragen Auskunft zu geben. Man sah eS ihnen an, sie hatten sich eine andere Vorstellung uon unserer neuen Marine gemacht. Wenn die Sichrr- heitswache beim An- und Donbordgehen von höheren Offizieren antrat, einen guten Gewehrgriff machte, oder die Posten ablösten, konnten sie stundenlang zusehen und sagten dann ganz erstaunt: „Das ist ja noch so wie früher!" Unb als dann die für Los Angeles festgesetzte Zeit viel zu schnell vorübergegangen war, wir den Anker zur Weiterfahrt lichteten, da beglcitet:n uns viele Boote: „Glückliche Reise und auf baldiges Wiedersehen." Lange noch sah man sie winken: wir schieden ungern von dieser schönen Stadt. Sie hätten uns gern noch einen Tag länger gehalten, doch den Skagerraktag, den wollten mir für uns allein haben, den wollten mir auf hoher See feiern. Am Dortopp wehte unsere alte Kriegsflagge und unser Kommandant sprach zu uns von der ruhmreichen Schlacht, vom Siegen und Sterben deutscher Männer. Der Tag war für uns dienstfrei. Schon in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages ist Land in Sicht. Bei schönem Wetter passieren wir das goldene Tor, eine enge Fahrstraße, durch die uns der Lotse steuert. Beim Passieren des Gort Poiitt feuern wir den Landessalut, der etwas später vom Präsidio erwidert wird. Dann kommt die Stadt in Sicht. Die Häuser ziehen sich den Abhang hinauf und man kann die schnurgeraden, parallel laufenden Straßen sehen. Wie winzige Käser sehen die auf dem Straßennetz hin- und h^rfahrenden Autos aus. Roch eine Ecke und bann liegen die Türme, die Hochbauten des goldenen Tores vor uns. Dis zu 18 Stockwerken erheben sich einzelne Gebäude. Ein Begrühungsdampfer mit Dertretern der Stadt kommt uns entgegen. Der Generalkonsul, der Bürgermeister und andere Dertreter der Stadt, Filmoperateure nicht zu vergessen!, kommen an Bord und begrüßen den Kommandanten. Wir Kadetten machen uns klar zum offiziellen Empfang im Rathaufe. An der Pina hat sich eine große Menge Reugieriger angesammelt. Eine Schar junger Mädchen während der Messe in Leipzig ab, was wiederum der Keramik-Industrie Anlaß zu erhöhter Beteiligung gibt. Die Hallen IV, V und VIII (Armaturen, Gas und Gasverwertung, Rahrungs- mittelgemerbc, sowie Elektro- und Radiotechnik, Fahrzeuge und Zubehör, Großmaschinen und Kraftfahrzeuge) werden ungefähr in dem gleichen Umfange wieder belegt fein. Besonders weisen wir auf Fortschritte in Maschinen für das Rahrungsmittelgewerbe und Radioapparate zum Empfang großer Wellenlängen (1300 Meter deutsche Welle) hin. Die Schuh- und fieber» messe ist diesesmal von Halle VII nach Hatte XIII verlegt worden. Die Werkzeugmaschinenschau (Halle IX) stellt erst im kommenden Frühjahr wieder aus. jedoch werden Werlzeugmaschinen in Halle XI zu finden fein. Das Haus der Elektrotechnik ist geöffnet, die Ausstellungen werden aber in kleinerem Umfange zur Frühjahrsmesse stattfinden. Doll belegt wird die Halle XI und das vor ihr liegende Freigelände fein, wo neben den Werkzeugmaschinen. Textilmaschinen auch Kar- tonnagemaschinen, bann Pumpen. Kompressoren und Gebläse, Schneide» und Schweißanlagen, Hüttenprodukte ulw. zu sehen sind. Die Fördertechnik stellt neben Fahrzeugen aller Art auf der Freigelände vor Halle Xi aus. Mit der Unterbringung des gesamten Eisenwarenhandels in der großen Kuppelhalle XII mit ihren Anbauten, die schon seit 1924 dem Eisen- und Stahlwaren-Jndustrieverband. Sitz Elberfeld (Esti-Messe), ein würdiges Heim bietet, ist ein großer Schritt vorwärts auf dem Wege zur Dranchenkonzentration getan. Ohne Zweifel werden diese Bestrebungen in Einkäufer- wie Ausstetterlreisen nur begrüßt werden Hier ist auch die Gruppe Kolonialbedarf iArbeitsgemeinschaft für Auslands- und Kolonialtechnik „Ako- tech" Berlin) zu finden. Halle XVIII enthält wieder die erweiterte Rohstoffausstellung von Sowjet-Rußland und außerdem noch eine Ausstellung des Deutschen Ersinderschutzverbandes-München, während Halle XXI wiederum die Sondergruppe Drenn- stosfe und Wärme birgt. Hier sind besonder- Anlagen zu Abdampfverwertung, sowie feuer* und säurefeste Schamotte für die chemische Industrie zu erwähnen. Kreuzer Hamburg in Los Angeles und San Franzisko. Don einem Seekadetten des Kreuzers Hamburg erhält die „Danziger Zeitung" folgende lebendige Original- schilderung über die Aufnahme des deutschen Schiffes und seiner Besatzung in den Städten Los Angeles und San Franzisko. Gern denke ich an die schönen Tage von Los Angeles und San Franzisko zurück. Den Hitz- kessel von Mittelamerika hatten mir hinter uns, mir liehen manchen Schweißtropfen zurück, denn eine Hitze von 30 bis 35 Grad wird auch einem Kadetten zu viel. Wir wünschten uns Kühle, und als es falt wurde, so kalt, daß wir ganz erbärmlich froren, denn das Thermometer sprang von 35 Grad auf 16 Grad, da sehnten wir uns zähne- llappernd nach der warmen SonneMittelanserikas zurück. Kalt und trübe das Wetter, frierend läuft der Signalkadett auf der Brücke auf und ab. Run müssen wir doch bald da sein, aber es ist nichts zu sehen, graue Rebelschwaden nehmen jede weitende Sicht. Doch, das da muß Land fein! Ein Blick durchs Glas, ein Sah zum wachthabenden Offizier: Zwei Strich an St.-B. Land." Der lacht, er hat es schon längst gesehen, aber so geht es dem Signaltadetten immer. Und plötzlich teilen sich die Rebelschwaden, endlich scheint einmal wieder die Sonne, hell leuchten die weißen Felsen der Insel. Es ist Kathalina, das schöne Eiland, wo Los Angeles im Sommer badet. Eins der im Hasen liegenden amerikanischen Linienschiffe kommt uns entgegen. Unser Salut für den an Bord befindlichen Admiral wird erwidert. Dann sind wir endlich so weit, daß wir einlaufen können. Schon weit draußen empfangen uns zahlreiche Boote, mit Flaggen ausgeschmückt. Mit stürmischen Hurras werden wir begrüßt. Auf einem der Boote hat eine Kapelle Platz gesunden, die mit der unseren wetteiferte. Lilles, was nur ein Boot erreicht hatte, kommt uns entgegen. Ein altes Mütterchen mit einem großen Blumenstrauß, der wohl dem Kommandanten zugedacht ist. So wie sich nur die geringste Gelegenheit bietet, sind die Boote längsseit und das Deck voller Menschen. Mit kühnem Satze erreicht ein Filmoperateur das Fallreep, schwingt sich an Deck, baut seinen Apparat auf, und alles, was sich in seiner Rähe abspielt, kommt auf den Film. Man ist seines Lebens nicht mehr sicher. Die übergroße Begeisterung macht uns viel Spaß. Ehrlich erfreut sind wir, als uns ein großartiges Programm vorgelegt wird, das für jeden Tag unseres Aufenthaltes nach dem Dienste Ausflüge, Bälle, Essen usw. Vorsicht. Gleich den zweiten Tag geht es los. Wir kommen an Land. Da stehen schon zwei Wagen für uns bereit. Wir brauchen nur einzusteigen und das übrige dem Wagenführer zu überlassen. Cs ist doch ein herrliches Gefühl, sich in die weichen Polster zu schwingen, wie es der Seekadett eigentlich nicht tun darf, und sich ins Ungewisse fahren zu lassen, und um die Augen recht weit aufzutun und alles Schöne, was das sonnige Kalifornien bieten kann, aufzunehmen Ueber glatt asphaltierte Straßen jagen wir dahin. Auto hinter Auto, trotz rasender Schnelligkeit wickelt sich der Verkehr glatt ab. Ein Oelfeld breitet sich zu beiden Seiten aus, ein Bohrturm neben dem anderen, wie ein Spargelfeld sieht es aus. Die Pumpen sind in Tätigkeit und fördern das Raß zutage, aus dem die Millionäre wachsen. Schmutzig ist die Arbeit an den Pumpen, der Oelgeruch verpestet die Luft. Endlich ein frischer Lufthauch, die Bohrtürme liegen hinter uns: statt dessen Wiesen und Viehherden, die an die heimatliche Riederung erinnern. In Los Angeles gibt es wundervolle Milch, die beste der Welt, wie man uns immer wieder versichert. Ueberhaupt gibt es nichts, was anderswo schöner und besser wäre: davon ist man hier überzeugt. Die Wiesen wechseln mit Obstfeldern. Für die meisten ist solch ein Obstfeld ein ungewohnter Anblick. Unwillkürlich denkt man an die Zeiten, als man Mutters sorgsam behüteten Obstgarten plünderte, und hier reiht sich Daum an Daum, dicht beseht mit den schönsten Früchten: wir hätten alle davon nach Herzenslust nehmen können, und es wäre immer noch fein Ende gewesen. Eine große Halle, da wandern die Apfelsinen, wie sie in Kisten aufgestapelt vom Felde kommen, in die Wäsche, rollen von Maschinenkraft getrieben auf den langen Sortiertisch Rur die guten, reifen Früchte entgehen den Händen der Sortierer, sehen ihren Weg fort und landen je nach Größe in einem bestimmten Fache. Auch hier ist der Aufenthalt nur kurz. Flink zugreifende Hände hüllen die Frucht in Seidenpapier und nebst vielen anderen verschwindet sie in der Versandliste, um nach einer längeren Reise irgendwo ihren Zweck zu erfüllen. Wir fahren auf einer vollständig ausgebauten Straße dahin: Asphalt, zu beiden Seiten ein Fußsteig, Telephon und elektrische Leitung; dahinter aber ödes Grasland. Ja, was soll denn das? „Das wird noch werden", erhalten wir zur Antwort und das ist eine Zauberformel; denn es wird auch. Wo vor einem Jahre nur die nackte Straße zu sehen war, da stehen heute hübsche, kleine Häuschen, nett und sauber. Jedes ein Original für sich, ganz nach dem Geschmack des Besihers gebaut, mit einem wohlgepflegten Rasen davor, oder einem Palmenbaum, der das ganze Häuschen beschattet und es noch winziger erscheinen läßt. Man wird nicht müde, jedes in seiner Eigenart zu bewundern. Die Straße weitet sich, die kleinen Häuschen weichen größeren Gebäuden, statt des grünen Rasens Gärten, Parkanlagen. Wir sind in Passadena, dem Mlllionärs- viertel. Ehrfurchtsvoll spricht der Amerikaner den Ramen aus. Keine Prachtbauten, hübsche, wohnliche Villen haben die Oelkönige sich hier erbaut, so recht zum Ausruhen von der Jagd nach dem Dollar. Das ist Los Angeles. Und unter der Einwirkung ihrer Schönheit, des fruchtbaren, land nimmt uns in Empfang, beschenkt uns mit Blumen und geleitet uns zu den Wagen, die in ihrem bunten Blumen- und Flaggenschmuck ein ichönes Bild bieten. Durch die endlose, mit deutschen und ameritanischen Flaggen, prächtig geschinüctte Market-Street geht es in langer * Reihe zum Rathaus. Zu beiden Setten des Wagenzuges staut sich die Menschenmenge, regungslos. und ab und zu ein freundliches Ge- licht, ein Wink 3m Laufe unseres Aufenthaltes sand ich dann die Erklärung. „3a, wie konnten wir denn wissen, was für Menschen ihr seid!" erhielt ich aus Befragen ganz offen zur Ant- wort. Was England während des Krieges an Lügen in die Welt gesetzt hatte, saft noch zu fest. Hnb deshalb auch das plötzliche Hm- schlagen der Stimmung. 3e näher der City Hall, desto freundlicher die Mienen, und als wir in Gruppenkolonnen in das Gebäude einrückten, brach der Bann: die Menge klatschte und jubelte uns zu. Am Fuße einer Freitreppe, die mit Menschen Vicht besetzt war. befanden sich die Ehrenplätze für den Kommandanten, die Offiziere und Vertreter der Stadt. Hier wurde die Besatzung der „Hamburg" nom Bürgermeister willkommen geheißen. Der Generalkonsul und der Kommandant sprachen dann ebenfalls unter lebhaftem Beifall. Unter den Hurrarufen der Menge stiegen wir dann wieder in unsere Wagen und lieften uns in der Stadt herumfahren, um nach den Spuren des alten, sagenumwobenen, goldenen Frisko zu suchen. Was wir fanden, war wonnig. Man zeigte uns einige alte Gebäude, die das grofte Erdbeben im Jahre 1906 verschont hatte. Was heute zu sehen ist. ist alles nach dem Erdbeben aufgebaut worden, und so bietet die Stadt nichts Altertümliches: sie ist eine ganz moderne Groftstadt. DeS Abends wurde im Wawnsield-Theater eine Ertravorstellung für uns gegeben, echt amerikanisch, mit Charleston, Revolverschuft und Akrobatik. Das war der erste Sag in San Franzisko, und so reihte sich Tag an Tag, ähnlich wie in Los Angeles, mit Ausflügen und Festlichkeiten. Uns zu Ehren fand im Präsidio eine Parade amerikanischer Truppen statt. Cs marfchierte ein Bataillon, bestehend aus drei Infanterie-Kompagnien und einer Fahr- abteilung, auf. Der Kommandant schritt in Begleitung des amerikanischen Oberst die Front der Truppen ab und dann marschierten diese an uns vorbei in dem üblichen kurzen Schritt. Unseren Parademarsch lennt man nicht. Zum Sch lüft die Wagen, mit Maultieren bespannt, in guter Ordnung. Am Tage unseres Auslaufens schickte man uns zum Abschied Blumen an Bord und ganze Körbe voller Obst, wundervolle Melonen und Kirschen. Der Bürgermeister von San Franzisko kam mit einigen Vertretern der Stadt an Bord, schritt unsere Front ab, verabschiedete sich von den Offizieren und bestieg dann fein Doot, das uns noch eine kurze Otredc folgte. Und dann ging es durch das goldene Tor hinaus in die offene See. Schön waren die Tage in Los Angeles und San Franzisko: doch schön ist auch ein Tag auf hoher See, wenn die Sonne vom wolkenlosen Himmel strahlt, eine frische Brise die See schürzt, so daft sich die weiften Schaumköpfe im munteren Spiel jagen, wenn die Möwen mit dem plumpen, grauen Rumpf und den langen, schmalen Flügeln in pfeilschnellem Fluge vorüberschießen, wenn einem frischer Seewind um die Ohren pfeift und in der Ferne ein schönes Ziel winkt: Honolulu. Turnen, Sport und Spiel. Die lange Strecke. Der Raine Rurrnis hat in der ganzen Sportwelt die letzte Zeit beherrscht, und durch ihn und seine gewaltigen Leistungen ist die Aufmerksamkeit in viel höherem Maß, als daS vorher der Fall war, auf die lange Strecke gelenkt worden. Bon 3000 Meter an rechnet man in der Leichtathletik die Läufe (im Gegensatz zur kurzen und mittleren Strecke) als eine besondere Gruppe, die nach oben hin dann eigentlich keinerlei Begrenzung mehr hat. Rekorde werden allerdings offiziell nur bis zur Strecke des Marathonlaufes, dieser gewaltigen Energieprüfung über 42,200 Kilometer, geführt. Man sagt nichts Reues, wenn man darauf hinweift, daft Deutschland im internationalen Sport in der langen Strecke keinerlei Rolle zu spielen vermag. Wir haben noch nie bedeutende Langstreckler gehabt und haben auch in der Zeit allgemeinen Aufschwungs unserer Leichtathletik gerade die lange Strecke vernachlässigt. Es soll hier nicht untersucht werden, was die Gründe dafür sind, sondern wir wollen uns der Hoffnung hingeben, daft die bereits unternommenen Schritte, auch hierin vorwärts zu kommen, von Erfolg gefront werden. Wenn nachfolgend vom Training und der Technik der langen Strecke gesprochen wird, so ist nicht gemeint, was man im allgemeinen unter einem Dauer lauf versteht. Dieser ist lediglich eine Gesundheitsübung, der sich jemand nach Gefallen oder Veranlagung unterzieht, oder durch die er einen bestimmten Zweck erreichen will, während hier vom Wett- und Kampflauf die Rede ist. gleichgültig ob auf Bahn, Straße oder im Gelände. Das Training des Langstreckenläufers beginnt in zweierlei Form, einmal als Zweckgymnastik, einmal als Waldlauf. Die größere Bedeutung kommt hierbei naturgemäß dem Waldlauf zu, einer Uebung. die bezüglich ihres gesundheitlichen Wertes, ihrer Durcharbeitung des ganzen Körpers. ihres hohen Inhalts an erziehlichen Momenten jedem, gleichviel welchen Sport er treibt, gar nicht genug empfohlen werden kann. Allerdings darf man nicht gedankenlos im Wald Herumlaufen, wenn man sich vor Rachteilen 'schützen will. Insbesondere ist dafür zu sorgen, daft der Körper immer warm bleibt, und zwar nicht allein durch die Bewegung, sondern auch durch gegen feuchte und kalte Luft schützende Kleidungsstücke. Man beginne das Training mit Läufen von etwa 15 bis 20 Minuten Dauer, laufe langsam, achte dafür aber um so mehr darauf, daß die Beine elastisch arbeiten und daß der Lauf durch Armbewegung unterstützt wird. Gleich wichtig ist die Atenttechnik, die man sich von Beginn an aneignen muß. Rach Gewöhnung an die Strecke, wozu etwa zwei bis drei Wochen gehören, dehne man die Laufzeit allmählich auf das Doppelte aus und versuche gleichzeitig, das Tempo etwas zu beschleunigen. In diesem Stadium des Trainings beginne man bereits damit, kürzere Strecken im schärferen Tempo einzustreuen in die borgenermmene längere Strecke. Die Hbr lasse man dabei vollkommen aus dem Spiel und richte sich vielmehr danach, wie man sich nach dem Trainingslauf der einen ober der anderen Art fühlt. Daraus lernt man mehr und bereitet sich besser vor, als wenn man versucht, jedesmal die vorherige Zeit zu drücken. Mit fortschreitendem Training, welches, sobald die Bodenverfassung es zuläftt, zweckmäßig auf die Aschenbahn verlegt wird, treten dann die gleichen Anforderungen an den Langstreckenläufer wie an den Mittelstreckler, d. h. er muß auf Schnelligkeit wie auf Länge trainieren. Run erst kommt die Zeit, wo man hie und da die Zeit nimmt?-um fein Tempo genau kennen zu lernen, wie man es für die jeweilige Strecke braucht. Auch hier muß aufs schärfste davor gewarnt werden, sich im Liebereifer zu viel zu- zumuten. Wie bei jedem Sportzweig, so soll sich auch für die lange Strecke al« Kampfwettbewerb nur entscheiden, wer dazu veranlagt ist oder die Energie in sich fühlt, durch Fleiß vorwärts zu konnnen. Sehen wir uns die bedeutenden Sportleute auf diesem Gebiet an. so wird man. je länger die Strecke ist. um so mehr beobachten können, daß der Prozentsatz der Aesteren zu- nnnmt Die lange Strecke ist denn auch nichts für Iugendliche, sondern wird am besten von denen gepflegt, die das Wachstum beendet haben, deren Körper ausgereift ist. Hnb wenn man weiter fragt, welche Strecke, oder wie lange jemand laufen soll, so lasse er sich die Antwort am besten von den Organen geben, die bei Langstreckenläufen die Hauptrolle spielen, nämlich von Herz imd Lunge, und dazu noch von den Dein- und Rumpftnuskeln. Weltrekord beim Rhönsegelflug- Wettbewerb. In den letzten Tagen startete der Flieger Kegel auf feinem eigenen Hochdecker bei star„Wolfs" Blockadebruch. Vor zehn Iahren. im Herbst 1916, verließ der Hilfskreuzer „Wolf" den Kieler Hafen, steuerte um Island, fuhr um das Kap der guten Hoffnung in die Inselwelt der Südsee hinein und fügte auf seiner Fahrt, der längsten Seereise. die je ein Schiff unternahm, durch Kaper- frieg und Minenlegen dem Feinde erheblichen Schaden zu: über 300 000 Tonnen wurden versenkt, für 40 Millionen Schiffsladung nach der Heimat gebracht — und alles das, obwohl „Wolf" ein schwaches, langsames Schiff war. Von den abenteuerlichen Reisen dieses zähen Hilfskreuzers er sä bl t F. Wischehky, der die Fahrt mitgemacht bat, in seinem reich illustrierten Buch „Das schwarze Schiff" (Union Deutsche Verlagsanstalt in Stuttgart). So berichtet er über die Stunden, da „Wolf" durch die englische Blockade brach: Das Ivar ein Sturm aus Rordwest, Windstärke 10! Die Klappen der Geschütze wurden eingedrückt und mußten mit schweren Balken abgestüht werden, an Schießen war sowieso nicht mehr zu denken. Die Rachtrtttungsboje wird von der See abgerissen, ihr Leuchttörper entzündet sich. Die Rettungsboote müssen eingeschwungen werden. Die Hellen Seen schlagen über Deck, die Brücke steht unter Wasser. Das viel zu tief beladene Schiff arbeitet schwer. Ruckartig wird es von der See hin und her gestoßen, man muh sich ordentlich festhalten. Alles, was nicht seefest gezurrt ist, rollt und fällt hinunter. Plötzlich sprang der Wind auf Südwesten um, erreichte Stärke 11 und 12. Die See ist weiß. Man muß mit aller Kraft brüllen, wenn man sich verständigen will. Wir haben keinen trockenen Faden mehr am Leibe trotz Südwester und Oelzeug. An Weiterfahren ist nicht zu denken, wenn nicht alles kaputtgeschlagen werden soll. Wir drehen, deshalb bei und warten hier vor der Dänemarlsstraße, bi« der Sturm ausgetobt bat. Die Ausguckposten klammem sich fest an der Reling und versuchen die Dunkelheit, oie schon feit halb vier Uhr nachmittags uns einhüllt — wir sind auf 68 Grad nördlicher Breite —, mit ihren Augen zu durchdringen. Es muß hier doch irgendwo ein Engländer sein! Sollte denn die ganze Blockade nur englischer Blusf fein? Sie konnten die Augen kaum mehr aufhalten, das Salzwasser biß gehörig darin. Aber es kam kein Engländer. Hatten eure Helfer euch nicht gemeldet: „Der Wolf ist los?" War euch zu schlechtes Wetter heute, liebe Feinde? Bleibt ruhig zu Hause, wir finden schon alleine den Weg. So jubelten wir, während der Sturm in den Masten heulte. Er Pfeift in allen Tonarten um die Ecken des Kartenhauses, singt an allen Türen und bläst durch sämtliche Knopflöcher . . . huiiiii . . . huumiiii. Endlich kommt die Ablösung für die beiden Offiziere der Wache auf die Drücke. Die Wachübergabe geht schnell. Am 7. Dezember sieht endlich ein blaues Fleckchen Himmel durch die Sturmwolken hindurch, und bald flaute ab. Wir dampften mit Kurs Westnordwest bei völlig ruhigem Wetter in die Dänemarkstrafte hinein. Der F. T.-Ver- kehr englischer Kriegsschiffe wurde deutlich beobachtet, doch konnten wir ihre chiffrierten Telegramme nicht lesen. Die Leute in der F. T.- Station waren zeitweise ganz aufgeregt. „Ieht ist er ganz nahe. — Das ist wieder derselbe Kreuzer. -- Der kommt hierher!" sagten sie, dann lauschten sie weiter. Aber bald beruhigten sic sich wieder. Es ist ja nicht möglich, von der Lautstärke der aufgefangenen F. T.--Zeichen auf die Entfernung der gebenden Station zu schlie- ften. Am 9. Dezember 1916 war die See spiegelglatt. Kein Lüftchen regle sich, totenstille, sternenlose Rächt. Gegen elf Hhr morgens fing« bläulich zu dämmern an. Leicht wiegen sich geisterhafte weifte Gestalten auf der flachen Dünung an uns vorüber, es sind Eisschollen. Manche sehen aus wie alte Männer, Pilze, Lohengrins Schwan mit einem Rachen. Dläulich weih leuchten sie durch das tiefdunkle Dian, in das alles getaucht war. Wir steuerten vorsichtig durch die glasharten Gesellen hindurch. Der Trupp der Eisgeister ist vorüber. Hell strahlte der volle Mond dicht über dem Horizont. Das Meer legt einen Panzer an, einen Panzer aus Eisschuppen, und der Mond spiegelt sich nach Herzenslust darin: ken Westwinden und vermochte nach etwa einer Stunde trotz Gewitters glatt in Gompertshausen bei Hildburghausen zu landen. Die_ Luftlinie zwischen Start und Ziel beträgt 6 5 Kilo- m c t e r. Kegel hat damit eine n e u e Strecken- Welthöchstleistung ausgestellt. Der bisherige Rekord wurde mit 24,4 Kilometer von □Beb ring seit vergangenem Herbst gehalten. Im Fliegerlager auf der Rhön herrscht Clubei- ftimnuing. Handball. HandbaAweAspiel der Städtemannschasten. Koblen;-Gießen 6:2 (2:1). Zum ersten Male trat die Gießener Städte - mannschaft in ihrer Heimatstadt einem auswärtigen Gegner gegenüber. Die Städtemannschast aus Koblenz hatte die weite Reise nicht gescheut, um hier ein Freundschaftsspiel au^ufrageu. Eine für Gießener Verhältnisse immerhin zahlreiche Zuschauerzahl hatte sich auf dem Waldspielplatz des V. f. D. eingefunden. Don vornherein sei festgestellt, daß das Spiel nicht restlos befriedigen tonnte. Richt der Ausgang des Spieles etwa war die Ursache: Gießen mußte gegen Koblenz verlieren, denn diese waren die bessere Mannschaft, die, nachdem sie sich an den grasigen Doden gewöhnt hatte, ein schönes, flüssiges Spiel zeigten. Sie waren in Schnelligkeit und im Ausnuhen der Augenblickslage den Einheimischen überlegen. Auch ihr Stellungsspiel war ansprechend. Zum Lobe der Hnfercn kann angeführt werden, daft sie das Spiel offen spielten und daß sie zufammenspielen können, vielleicht lag aber in der Lieberkombination ein Fehler, daft nicht allzu viele Zähler gebucht werden konnten. Der andere Punkt, der das Spiel zu einem glatten Versager stempelte, war der Schiedsrichter. Einerseits übertrieben peinlich genau in Kleinigkeiten, war er andererseits in entscheidenden Momenten von einer seltenen Großzügigkeit. Vor allem entging ihm der Sinn dieses Freundschaftsspieles vollkommen, denn sonst hätte es nicht zur Herausstellung eines Spielers kommen dürfen: eine entschiedene, verwarnende Zurechtweisung hätte denselben Erfolg gehabt, denn die Autorität des Schiedsrichters war in feinem Falle in Gefahr, vielmehr kann man dem Benehmen der Spieler beider Mannschaften nur ein gutes Zeugnis aus- steilen. — Das Ergebnis mit 6:2 für Koblenz ist etwas zu überzeugend, doch auch dies kann in sehr innige Beziehung zur Schiedsrichter- frage gesetzt werden. Immerhin hat mit dem Siege von Koblenz die besser spielende Mannschaft gewonnen. Handball in Gießen. Tur», und Sportverein Sußboch — IRännerfurn- vcrein Gießen (D. T.) 6:5 (4:3). Q Gestern hatten die Handballspieler des Männer-Tumvereins die sieggewohnte Butzbacher Elf, die schon seit Iahren den stolzen Meistertttel des Gaues Hessen innehat, zu Gast. Zum ersten Male konnte auf dem unter sehr schwierigen Verhältnissen und unter außerordentlichen Opfern hergerichteten Platz im Schissen- bergertalc gespielt werden. Das Gefühl auf eigenem Boden zu spielen, gab der heimischen Mannschaft den Mut, einen so starken Gegner, sicher den besten des Gaues, zu verpflichten. Das Spiel, nicht nur das erste auf dem neuen Platze, sondern auch für beide Mannschaften das erste nach der Sommerpause, war äußerst flink und schön für Spieler und Zuschauer. Schon das Ergebnis legt Zeugnis dafür ab, daft zwei völlig gleichwertige Mannschasten ihre Kräfte maßen. Zwar war die Spielweise durchaus nicht gleich: bei Butzbach war das. Spiel auf zwei völlig überragende Spieler, die der Mannschaft Stühe und Rückhalt waren, zugeschnitten: bei Gießen sah man ein gleichmäßig verteiltes Zusammenspiel, bei welchem die zwei bis drei schwachen Punkte wenig mitzuwirken vermochten. Gießen kann durch zwei hübsche Erfolge in Führung gehen. Ein Dreizehnmeterball bringt Butzbach den ersten Erfolg, dem bald darauf der zweite und somit der Ausgleich folgt. Wiederum nimmt Gießen die Führung: Butzbach zieht gleich und jagt den 4. Treffer ins Reh. Mit 4:3 zugunsten der Gäste endet die erste Spielhälfte. Butzbach geht nun mächtig ins Zeug und kann seine Heberlcgcnbeit mit einem Stande das gleißt und flimmert, das blitzt und glänzt wie gülden Geschmeide und Edelgestein. Stille ringsherum, das Gis rauscht an der Bordwand Run steigt der Mond wieder höher und verschwindet hinter den Wolken. Es ist elf il&r vormittags. Die Sonne schickt ihre leuchtenden Strahlen flach übers Wasser zu uns nach dem Rorden herauf, sieht über den Horizont, sagt uns freundlich „Guten Morgen" und verschwindet wieder, und alles ist eingetaucht in bläuliche Dämmerung. Vier Hhr nachmittags. Ich komme auf die Drücke, um die Wache zu übernehmen. Alles sieht nach Dackbord voraus angestrengt durch die Doppelgläser. „Was ist denn da?" frage ich den wachhabenden Offizier. „Also, da ist Land, hier mitten in der Dänemarkstrafte Land?" sagt er. 3a, tatsächlich Land — es schienen schneebedeckte Felsen zu fein — nein, ein Eisberg ists. Totenstille ... Eisschollen treiben langsam vorbei. Da liegt der Riese: „Kommt mir nicht zu nahe, denkt an Titanic!" scheint er zu warnen. Wir weichen ihm int Dogen aus. Während er sich anfangs dunkel vom Horizont abhob, leuchtet er nun im tiefdunklen Dian der Rächt in eisiger Majestät gespenstisch zu und herüber. Der Mond bricht wieder durch die Wolken und überstrahlt hell das glitzernde Eis. Dunkel hebt sich der Eisberg gegen den Mondscheinhimmel ab gleich einer neuen Insel Helgoland, und schließlich verschwindet er in der Dunkelheit. Rauschend durchschneidet sich unser Schiff seine Dahn durch das dichte Eis. Es sind 20 Grad Kälte: das Wasserthermometer zeigt — 2 Grad. Ob wir' festfrieren? Am 10. Dezember in der Frühe verlassen wir das Gis und sind nun im freien Ozean. „Durch! Durch die Blockade!" sagten wir strahlend. DaS war ein schönes Gefühl, ein Gefühl her Erleichterung : Wir sind im freien Ozean! Das entschädigte für all die Enttäuschungen und die harte mühevolle Arbeit, die uns der „Wolf" in her Heimat gekostet hatte. Man knüpfte das Oelzeug auf, lüftete den Schal, atmete tief und merlle plötzlich — wie müde man war. Geschlafen hatte wohl feiner während der letzten Woche. von 6:3 deutlich bewerfen. Gießen wrrd zwar nie eingeschnürt, immer und immer neue Angriffe werden angelegt und hübsch vorgebracht. Doch reichlich vom Pech verfolgt, vermögen die Stürmer nichts Zählbares zu erreichen. Sieben sichere Torgelegenheiten werden „versiebt". Eine Umstellung bringt den Männerturnern wieder die Oberhand. Zwei Tore find das Ergebnis und der Ausgleich war öfters sehr nahe. Mit 6:5 bleiben, die Butzbacher als die Glücklicheren Sieger. Ein Lob verdienen die beiden Tormänner, von denen: feiner dem andern nachsteht, sie haben beide sehr schwere Sachen gemeistert. Im übrigen hat das Spiel gezeigt, daß es keine Hnrnöglichkeit ist, bem Gaumeister nahezukommen. Das Sviel wurde von Turner Kaiser, Turnverein 1846 Gießen, unbedingt korrekt und einwandfrei, vielleicht nur ein wenig weich, geleitet. Die Spieler machten ihm fein Amt nicht allzu schwer, eine Tatsache, die mit Freude fest- gestellt sei. Turnen. Die D. T.-Meisterschasten in Dudeldorf. Die Meisterschaften der 'S“c u t schen Turnerschaft brachten am Sonntag in Düsseldorf folgende Meister: Marathonlauf: Tietz- T. S. V. Friesen, Berlin 2:42:13,6. Weithochsprung: Mor g c n ft e r n-T. V. Leipzig-Gönnewih 1,60 3,20 Meter. — Steinstoßen, bestarmig: Lingnau -- Eintracht Dortmund 9,87 Meter, beidarmig: L in g n a u - Eintracht Dortmund 17.87 Meter (neue D. T.-Höchstleistung). — Schleuderballwerfen: Hehnen - Oldenburger Turnerbund 62,85 Meter. - Schlagballwerfen: Schulz- Lübz 104,10 Meter. — Turnerinnen: Diskuswerfen: Fr. Collmih - T. V. Riederlehme 26,64 Meter. — Weitfprung: Frl. Müller- Mainz 5,33 Meter. Schwimmen: 100 Meter Brust Turner-nncn Frl. Krutwig- Donn und Frl. R i e ck e - Kiel 1: 40,4. — 400 Meter bei. Turner: Höchel-AT. V. Drenier- havcn 6:5,8. - 100 Meter Turnerinnen 1. Innrer- Kassel 12,3 (neue Delth öch stlei stung). — Hochsprung: Kunze- Berlin-Schöneberg 1,805. — Kugelstoßen Turnerinnen: Fr. Goll- m i h-Riederlehme 10,12. - 400 Meter: Dräu- nig ° T. V. Dresden 50,2 (neue D. T.-Höchstleistung). — Speerwerfen: Kern-Mainz 52,82 Meter. 1500 Meier: Thiede-T. D. Diesdorf 4: 12. — 4 ■ 100 Meter Turnerinnen: Hamburger Turnerbund 62 5,21 (D. T.-Höchstleistung). — 4 100 Meter Turner: T. F. C. Ludwigshafen 44,1. Weitsprung: Scheck-Tg. Stuttgart 6.88 Meter. — Hochsprung Turnerinnen: Müller-Mainz 1.48 Meter. - 200 Meter: Lammers- Oldenburg 22.8. Diskuswerfen r Lingnau - Dortmund 43,40. — 5000 Meter: S ch a u e n b u r g - T. V. Hüxe 14:6,2. — Stab hochspmng: D eu s ch - Braunschweig 3,73 Itter (D. T.-Höchstleistung). — Schwedenstaffel: Kölner T. V. 43 2: 3.8. — Kugelstoßen: Schwalb - Lottern 13,52 Meter. 110 Meter Hürden: Anton - Berlin 15,9 (D. T.°Höchstleifkung). — 3x1000 Meter: A. T. D. Berlin 8:9,9. — Kreisstaffel: Brandenburg 4:32. — Zehnkampf: Mönch- Marburg 1043. Vezirksmeisterschaftsturnen der Arbeiterturner in Annerod. eboten, die sicherlich merinnen fanden bei begann unter Leu Am Sonntagvormiktac hing des Dezirksturnwart Amend - Krofdorf, nermnen aus den Dezirksdereinen eingefunden hatte. Umrahmt von Gesangsvorträgen des Gesangvereins Heiterkeit-Am^rod unter Leitung seines Dirigenten Groft-Isviefeck wurden nun turnerische Darbietungen ' . '' ’ ' ' bem Turnsport neue Jrerttde zugeführt haben. ußungen der Krofdorier T den Zuschauern sehr stärkest Beifall. £ Als Abschluß bet reist turnerischen Veranstaltungen für bas laufende Iaht sand am Sonntag in Annerod das Bezirksmttste.rschafts- turnen statt. Verbunden war damit am Samstagabend eine Werbeveranftaltung, zu der sich bereits eine größere Anzahl Turner und Tur- Hebungcn der Bezirksriege die gymnastischen Hebungen der Turnerinnen Heuchelheims und schließlichpie rhythmischen Stab- Sowohl die Auswahl bei Hebungsstoffes als auch dessen ausgezeichnete Vorführung toaren als mustergültig zu bezeichien. Die rhythmischen Freiübungen der Turneri men Krofdorfs, die ~ ’ an Barren und Reck, Eine Vese lsgung sonst schnell am nächsten Auch bei der Hmschaltu g auf die schwächeren Fahrer selbst eine Hn- der Schernwe Iebcr Automobilsahrs einen gefährlicheren Äuget wenn er in der Dunkely werfet eines entgegenlonj Führer rücksichtslos die abfteHt, geblendet wird: weiter nichts übrig, als ! fergefahr. er weiß, daß es kaum iblick für ihn gibt, als rit durch den Schein- tnenden Aickos, dessen starken Lampen nicht s bleibt ihm meistens anzuhalten, weil er Baume landen könnte. Lampen entsteht für den „ , sicherheit dadurch, daft fern Auge zur Anpassung an die geringere Beleuchtung 3 bis 5 Sekunden braucht, während der er eine Strecke von 40 bis sehen, zurücklegen muß. 70 Meter ohne recht zu geführt hat, scheint wir Es besteht, wie die „Hm Quellen berichtet, in bu Benutzung blauer und orangefarbener Gläser. nach Belieben vor den icintoerfem fuhr, Es sind schon viele Virßiche gemacht worden, diesem Hebelftanbe abjuBelfen, aber erst ein neues Verfahren, das der Ar erikaner Chambers ein- farbenen heraus. Am sind nun zwei Glasschei Windschutz des Wagens en angebracht, eine blaue Blaufcheibe, in bet die Orangescheibe einz suchssahrten tonnte mc ntgcgengefetjten Richtung schalten ist. Bei ben CBer» n unter solchen Dedingun- lid) Abhilfe zu bringen, hau" nach amerikanischen gen an einem entgegenkommenden Wagen die Rummern erkennen usid auch die Personen, die im Innern des Wagens sahen, obgleich dieser selbst mit offenen E> und eine orange, die Uuu, v«.,l Ausblick des Fahrers geschaltet werden können, wobei sich automatisch Zugleich eine Glasscheibe von gleicher Farbe aift) vor die Scheinwerfer Das farbige Glas läßt nur "Lichtstrahlen gleicher Farbe passieren und fängt die anderen, bcstcnders die komplementär- schiebt. So erscheint bed Fahrer durch die gleich- farbene Scheibe der Äeg so hell, als läge er in weißem Licht da. lKommt ein Wagen mit Scheinwerfern mit Kotiplementärlicht entgegen, so sieht er diesen wohl im Licht seiner Scheinwerfer, wird aber du ch die des Gegenfahrers nicht geblendet. Hm befc Möglichkeit zu haben, müßte für jede Land!raße eingeführt werben, daft beim Befahren n< h der einen Richtung die das eigentliche Meisterschaftsturnen an den Geräten, das sich glatt obwiclelte. Die gezeigten Leistungen zeigten eine außerordentliche Höhe. Bon jeder Stufe wurden folgende drei ersten Sieger mit Diplomen ausgezeichnet. Turner, Oberstufe. 1. Otto Kreiling, Wieieck 304 Punkte. 2. Karl Leib, Launsboch, 293. 3. Willi Winter, Launs- bad), 285. Mittelstufe. 1. Adolf Benner, Wiefeck 294 Punkte. 2. Alb. Winter, Lounsbach 293. 3. Heinrich Bitten- d o r f, Launsbach 289. Unterstufe. 1. Willi Wagner, Laimsbach und Heinrich Brück, Burkhardsfelden 305 Punkte. 2. Gustav Pfaff, Launsbach, 301. 3. Adolf Kreiling, Wiefeck 290. Turnerinnen, O b e r ft u f e. I. Emma Mandler, Heuchelheim 247 P. 2. Anna Balser, Gießen 240. 3. Anni Höst, Giesten 235. Unterstufe. 1. Emilie Linden st ruth, Heuchelheim 245 Punkte. 2. Anna Pfaff, Krofdorf, Anna Jung, Krofdorf und Auguste Reichel, Heuchelheim 229. 3. Emma Nesscldrcher, Heuchelheim >227. Am Nachmittag fand dos Meisterschafts- Bereinsricgenturnen statt. Hierbei konnten die beiden von L a u n s b a d) gestellten Riegen die zwei ersten Plätze belegen, und zwar die Riege l mit 6084 Punkten den ersten, die Riege ll mit 584 Punkten den zweiten Platz. Die auswärtigen Turnergäste und die Einwohnerschaft Annerods vcr- lebten anschließend noch einige frohe Stunden, auch fotzt liest es sich der Launsbacher Verein nicht nehmen, mit einem Schauturnen an allen Geräten a»f- zumarten. Fußball. B. f. V. (=») DaS Samstagnachmittagspiel gegen V. f. 2t. Butzbach gewann die Platzmannschaft trotz reichlichem „Ersatz" mehr als verdient mit 2:1. 3n stärkster Aufstellung wäre das Resultat mit Bestimmtheit höher ausgefallen, zumal tocim man berücksichtigt, dost cs B i ckh a r dt, P i t s ch, Kleinke und FlachSkamp waren, die fehlten. Besonders P i t s ch hätte als Mittelläufer es sicherlich verstanden, die Feldüberlegenheit zu Torerfolgen auszunuyen. Jedenfalls gibt das knappe Torverhältnis keineswegs auch nur annähernd das Stärleverhältnis beider Mannschas- ten wieder. Trotzdem war es vom Spielausschuß richtig, sich durch Beueinstellungen bei weniger wichtigen Privattreffen eine gewisse Mcrnnschafs- referve zu schaffen. Bei allen Spielern der B. i B.-Mannschaft war eine erfreuliche Wirkung des bisher gepflegten gymnastischen Trainings deutlich festzustellen, was der fast eine volle Halbzeit dauernde Endspurt am besten bewies. Fußballerisch waren es gewih keine überragenden Leistungen, die gezeigt wurden, da der Mittelläufer es nicht verstand, planvoll und systematisch aufzubauen. Bei planmäßiger Besetzung aller Posten und des damit wiederkehrenden flachen Spielfystcms dari die Mannschaft, gestützt auf die gute körperliche Verfassung des einzelnen, mit Ruhe und Zuversicht der schweren Berbandsserie entgegensetzen. - Die ersten zehn Minuten liehen für Gießen einen hohen Sieg erwarten. Butzbach hatte sich noch lange nicht gefunden, als der 23. f. B-Sturm mehrere klare Chancen herausgearbeitet hatte, die iedoch sämtlich verpaht wurden. Langsam fetzte sich dann aber Butzbach durch sein ungemein forsches Spiel durch und trug eine Reihe gefährlicher Angriffe, von denen einer zum Erfolg führte, vor. Während es durch seinen enormen Giser bis zur Pause dieses Resultat halten und das Spiel ziemlich offen gestalten konnte, war cs mit beiden nach der Pause vorbei. D. f. B. bekam sicht ich Oberwasser. Seine bessere Technik lam durch immer gröher werdende Heber- legenheit deutlich zum Ausdruck. Zeitweise setzte sich der Sturm fan t Läuferreihe im gegnerischen Strafraum fest, ohne jedoch den Ausgleich erzielen zu können, da Butzbach sich mit allen Mannen an der Verteidigung feines Heiligtums beteiligte. Hierbei zeigte dessen Hüter ganz hervorragende Leistungen, wofür ihm das verhäft- nismähig zahlreich erschienene Publikum lebhaften Beifall zollte. Fas: sah es aus wie ein Sviel auf ein Tor. die bestgemeinten Schüsse wurden jedoch stets eine Beute des glänzenden Tormannes Die Krummhölzer. ♦iRoman aus ten bayerischen Bergen. Bon Michael Wagner. 32. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Schweigend schritt er neben dem allerlei ungereimtes Zeug daherrcdenden Mädchen die Strohe entlang. In der Ville empfing ihn die angstschloi ternÖc Eenta mit einem Redeschwall. Der Förster liest sich sogleich an dos Unglückszimmer führen. Vor dessen Tür jebod) stand er dann allem. Die beiden Frauen hielten sich ängstlich in einiger Entfernung. „Halloh!" rief der Förster mit Stentorstimme und trommelte mit bei Fäusten an die verschlossene Tür. Kein Ton, kein Geräusch antwortete von drinnen. Sanktjohanser mirmelie etwas Unverständliches. , „A Beil her!" befall er dann kurzerhand. Das Mädchen eilte weg, um die Holzart zu holen. Einige Minuten päter war die Tür aus den Angeln gehoben und dcr Weg ins Zimmer frei. Hellauf schrien'die grauen, die sich hinter dem Förster in den Raum bängten. „itastt's doch dös ©-plärr!" verwies sie -sanft johonser barsch. Dann rat er näher. Zwischen zwei umgistürzten Stühlen lag Tom Urachers schwere, mossue Gestalt am Boden, die Arme weit ausgestreckt, daneben die Waffe. Schrecklich stierten b? glasigen Augen aus bem schier bis zur Unkenntlichkeit verzerrten Antlitz ... Schweigend kniete dck Förster neben der Leiche nieder und machte sich ar der blutbefleckten Brust zu schaffen. „Tot!" sagte er ernt. Sich wieder erhebend, setzte er hinzu: „Die Polizei muh sofort benachrichtigt werden, ebenso )er Doktor. Und bann — holt's den Zeno! I bleit einstweilen beim Toten!" Froh, bem Schreckenstause zu entrinnen, machte sich das Mädchen sogleich auf, in den Markt zu eilen. Auch Eenta verlich schaudernd das Totenzimmer, verstört, händerirgend und jammernd. „Keine Sttmd' bleib ich mehr da!" zeterte sie. oder e.nes feiner zahlreichen Vordermänner. Enk lich gelang eS Mandler, gleichzuziehen und kurz darauf Sieger, den Sieg 'icherzustellen Hätte der Mittelläufer in richtiger Erfassung der Situation, anstatt den Sturm Lleberkomninativn treiben zu lassen, in kluger Taktik das sich auf engem Raum abwickelnde Spiel durch entsprechende Vorlagen auSeinandergezoaen und damit den Stürmern größere Aktionsfreibeit geschaffen, so wäre das Tressen mit diesem Ergebnis nicht beendet worden. Das Spiel deS nächsten Tages in Fulda gegen die dortige ..Germania" ergab bet fast gleicher Aufstellung das Bild des Vortages, mit bem Unterschied, dast der hier wesentlich stärkere Gegner es verstand, einige Schwächen auszunüyen und bis zur Pause drei Tor: vorzulegen. dem B. s. B. nur eins durch Sieger entgegensetzen formte. Dabei war von einer spielerischen Heber- legenheit des Gegners nichts zu merken. Ledige lich die richtige Erfassung der Lage, nämlich das Erkennen der Schwäche in der Mitte der Gäste- mannschast, lieh die selbst nicht an einen Sieg glaubenden Donifaziusstädter zum dreimaligen Erfolg kommen. Erst nachdetn Kreß I. sein Verbleiben auf dem Mittelläuserposten als nutzlos angesehen und auf eigenen Dun sch nach der Pauke mit Köhler wechselte, trat sofort eine für D. f. B. günstige Wendung ein. Rach ständiger äleberlegenheit gelang es Ätcf) I als Linksaußen durch rasanten Schuh unhaltbar ein- zusenden, so das Resultat auf 2:3 verbessernd. Trotz weiterem besseren Spiel und fortgesetzten'. Drängen Giehens gelang es nicht mehr, das, gemessen an der Gesamtleistung, unverdient verlorene Spiel wenigstens auf ein Unentschieden zu (teilen. Wetzlarer Sport. Fußball-Liga: F. E. gegen D. C. 2:2 (2:0). t). Am Samstagabend begannen die seit Jahren unterbrochenen Lokalkämpfe mit dem Spiel der 2. Mannschaften auf dem F. C.-Platz. Zunächst waren die B. C.er im Vorteil, den sie sich mit 3:1 Toren verschafften. Es gelang ihnen auch, dies Torverhältnis bis 10 Minuten vor Schluß zu halten. Da erzielten die andauernden 5. 6.er mit zwei Toren den Ausgleich 3:3. Ein drittes Tor für den F. C. gab der Anparteiische nicht. F. C. verschoß zudem noch einen Elfmeter. Herr Klier war dem Spiel ein gerechter Leiter. Am Sonntagvormittag ab 9 ilpr wurden die Spiele fortgesetzt. Die 2. Jugendmannschaften beider Vereine trafen sich. Mit dem 5:1-Ergebnis gewannen die körperlich stärkeren' B. C.er. In dem anschließenden Kampf der dritten aktiven Mannschaften blieb wieder F. C. zur Abwechslung mit 4:0 Sieger. Leider trat hier die Rivalität der beiden Lokalgegner durch allzu körperliches Spier unschön in Erscheinung, so daß der Schiedsrichter nach und nach 5 Spieler (2 B. C er und 3 F. C.er) vom Platze stellen mußte. Da das Treffen auch spielerisch nicht befriedigte, erübrigt sich ein näheres Eingehen darauf. Erst das Ligaspiel (F. C.-Dezirksliga und B. C.-Kreisliga) zeigte, aber auch nur gegenüber den anderen Spielen, besseres Fußballkönnen, ohne im ganzen zu gefallen. Gleich nach Beginn wurde F. C. linker Läufer W. W ö r n e r verletzt. Eigentümlicherweise gestattete D. C. das Einstellen eines Ersatzmannes nicht. Schon kurz nach Anfang kam F. C. durch Unsicherheit des D. C.-Tormannes zu einem billigen Erfolg, indem der Tormann den Ball verlor. Aus einer ähnlichen Situation heraus erhöhte F. C. seinen Vorsprung auf 2:0, 3m allgemeinen zeigte F. E. reiferes Können und taktisch besseres Spiel und Verständnis. F. C. hielt sich in dieser Zeit mit nur 10 Mann sogar gut. Auch nach der Pause schien sich an dem Torverhältnis nichts ändern zu wollen. Der Charakter des Spiels blieb derselbe. Zeitweise auf- kommende Härte unterband der Schiedsrichter Zutt. Gießen, gleich. Als der rechte Lauser D. C.s sich trotzdem nicht fügen wollte, mußte er vom Platz. Wer nun man meinte, daß jetzt mit je 10 Mann auf beiden Seiten F. E. im Vorteil sein würde, sah sich getauscht. B. C. ging zum Endspurt über und erreichte durch schönen Schrägschuß des H. L. und aus einem Gedränge heraus Ausgleich und Anentschieden. Auffällig war der bei allen Spielen der gc^en früher doch sehr schwache Besuch. Die von Spiel zu Spiel schwächer gewordenen Leistungen sind der Grund dafür. In dem vorangegangenen Jugendspiel der 1. Jugendmannschaften gewann D. C. in letzter „3s a gar net nötig!" erwiderte trocken Sanktjohanser ... Kaum eine halbe Stunde später kam als Erster Zeno. Zum erstenmal betrat er des Bruders Haus. Der Förster ging ihm entgegen und begrüßte ihn mit einem Händedruck. „'21 Unglück, Zeno!" sagte er gepreßt, — 's is alles seinen Gang gangen!" Stumm, tief ergriffen von dem grausigen Verhängnis, stand Zeno vor der Seidjc seines Bruders. „Der Herr gib ihm die ewige Ruh!" sagte er dann, tief 'Atem holend. „— Und 's ewige Licht leuchte ihm!" gab der Förster zurück, fügte aber dann auf seine Art noch bei: „Von mir aus gnua! — I trag niemand nix übern Tod 'naus was nach!" Kein Wort wurde weiter zwischen den beiden Männern gesprochen. Schweigend nahmen sie Platz. Zeno preßte die Fäuste an die hämmernden Schlafen. Arzt und Polizei erschienen und walteten ihres Amtes, was angesichts der Klarheit des Falles nur mehr bloße Formalität war. Tot — Selbstmord durch Erschießen. Motiv — vermutlich geschäftliche Schwierigkeiten. Centn wurde verhört. Dann bat sie — verschwinden zu dürfen. Man gestattete es ihr. Sichtlich erleichtert zog sie sich zurück, um einzupacken. Bald fand sich aud) der Beauftragte der Lank ein. Erbleichend nahm er aus Zenos Munde den Bericht über das Vorgefallene entgegen. Er zuckte die Achseln: „Konkurs! Hauptgläubigerin dürfte meine tfirma fein!" Auf Zenos Ersuchen klärte er ihn mit dürren Worten über die Sachlage aus: Moriggl und fein Kumpan hatten die Spekulation als Beauftragte für ihre eigene Tasche gemacht und verschwanden mit den desraudierten Kapitalien. An Toni und Bullinger blieb die Schadener'atzforderung der Bank hängen. Allerdings zu beinahe zwei Dritteln auf Tonis Nachlaß, als dem Hauptbeteiligten. Schweigend hatte Zeno zugehört Als aber der Beamte darauf hinwies, daß als Sicherheit .Herrn Urachers sämtliche Liegenschaften {ungierten", da war es ihm. als griffe eine eiskalte Faust nach seinem Herzen. Nur mühsam konnte er Minute mit 2:1. nachdem bei den langen 1:1- Stande mehr geredet alS gespielt worden war. Beide Mannschaften zeigten wenig sportliche Erziehung und spielerisch mit einigen wenigen Ausnahmen feinen nennenswerten Fußball. 1. F. C. Nürnberg - F. S. V. Frankfurt 5:1 (3:1). 2ün Samstagnachmittag sand in Frankfurt ein Freundschaftsspiel zwischen dem früheren Deutschen Fußballmeister F. C. Rürnberg und unserem Mainbezirksmeister. Fußbalftportverein Franlsurt statt. Die ungefähr 4000 bis 5000 erschienenen Zuschauer bekamen einen schönen Fußball zu sehen. Besonders Rürnberg ist in großer Form und erbrachte durch seinen Sieg mit 5:1 über den Mainverein den Beweis, daß er zu den spielstärksten Vereinen Deutschlands gehört. Rürnberg geht gleich nach Anstoß zum Ängriss über und letzt sich eine Zeitlang tn die Hälfte der Eivheimischen fest. Schon in der vierten Minute konnte Schmidt I. seinem Verein die Führung geben. Fuhbvllsportverein findet sich nur langsam zusammen und muh in der 22. Minute es sich gefallen lassen, daß die Gäste die Torzahl auf 2:0 für Rürnberg erhöhten. Dadurch angefeuert, kommt nun Fußballsportverein auf und konnte in der 27. Minute durch seinen Mittelstürmer Dretteville ein Tor auf- holen, was zugleich auch das Ehrentor für die Einheimischen bleiben sollte. Rürnberg ist wie- herum leicht überlegen und Hochgesang konnte in der 41.Minute das Ergebnis auf 3:1 stellen. Mit diesem Ergebnis geht es in die Pause nachdem Rürnberg ein ihm zugesprochener Elfmeter verschossen hatte. Auch nach der Halbzeit ist Rürnberg im Vorteil und kann in der 34. Minute das vierte Tor erzielen, und zwar durch Hoch» gesang, dem Schmidt II. das fünfte anreihen konnte und sonnt das Endresultat auf 5:1 für die Gaste stellte. Jugend Klein-Linden — 2. Mannschaft Rod- heim a. d. Dieber 1: 0 (0:0). f Die körperlich bedeutend stärkere 2. Mannschaft Rodheims trug auf dem Klein-Lindener Platze gegen die Jugend Klein-Lindens ein Freundschaftsspiel aus, wobei letztere den Sieg mit obigem Resultat davontrugen. Gin ganz überraschendes, wenn auch knappes Resultat noch infofern, als Rodheims Torwächter als Ersah aus der 1. Mannschaft antrat. Die Jugendmann- schast Klein-Linden setzte der größeren und stör- keren Schußtätigkeit der Rodheimer ein flinkeres und vor allem bedeutend besseres Kombinationsspiel entgegen. Der Torwächter war auch in bester Form und klärte verschiedene gefährliche Momente durch sicheres Eingreifen. Eckenverhältnis 5: 3 für Rodheim. Schwimmen. Gießen gewinnt den Rückkampf gegen Kassel. Das Ergebnis des gestern in Kaffel ausgetragenen Rückkampfes Gießen — Kassel ist ein beredtes Zeugnis für die sportliche Verbesserung der Mannschaft des Gießener Schwimm- Vereins. 2m Vorjahre verlor der Gießener Schwimmverein knapp im ersten Zusammentreffen mit d er Kasseler Mannschaft, während die Wiederholung des Kampfes am 25. Juli d. Is. in Gießen ein unentschiedenes Ergebnis zeitigte. Runmehr hat gestern der G. S. D. in erster Linie eine Folge des trotz ungünstiger Witterung eifrig betriebenen Trainings - den Sieg an seine Farben geheftet, ein um so beachtlicherer Erfolg, als die Kasseler den Vorteil der eigenen Bahn für sich hatten und auch die Hauptstütze der Kasseler, der Freistilschwimmer B r e h m e, dem Austrag der deutschen Strommeisterschasten eigens ferngeblieben war. um die Entscheidung im Städtekampf für Kassel 'icherzustellen. Bei günstigerem Wetter als letzthin in Gießen gingen die Wettkämpfe in der vorzüglichen Schwimmanlage des Kasseler S. V. von 1898 vor sich. In den Staffeln waren die Gießener diesmal bei weitem überlegen, und die große Freistilstaffel ging verloren, während sie sich im Waserballspiel nicht recht zufammenfinden konnten. Von den drei Gießener Damen, die sich ebenfalls an einigen Wettkämpfen beteiligten, konnten Frl. Mandler und Frl. H a n d r i ck siegreich sein. ein wehes Aufstöhnen unterdrücken. Besorgt musterte dcr Annodomini den jungen Freund. Er wußte am besten, was diese Botschaft für Zeno bedeutete. Der Bankbeamte empfahl sich wieder. Er müsse sogleich seiner Firma Bericht erstatten und im übrigen auch noch Herrn Bullinger in Rosenheim aufsi'chen. „Sagen Sie Ihrer Direktion — man wird versuchen müssen, die Angelegenheit zu regeln, ohne sie aufs äußerste zu treiben!" sprach Zeno mit heiserer Stimme, als der Beamte sich verabschiedete... Wieder waren die beiden Männer allein bei bem Toten. Sic betteten die Leiche aufs Lager und gingen daran, die Spuren der schrecklichen Tat zu beseitigen. Alles still, schweigend, als wagten sic cs nicht, die düstere Ruhe des Todes zu stören. Rur einmal fragte der Förster gedämpft „Und der Vater, Zeno?" „Die Mariann' ist zu ihm 'nauf — cs wird nimmer lang dauern", erwiderte Zeno leise, mit ab- gewandtern Gesicht. Draußen auf bem Korridor huschten Schritte hin und her, flüsterten weibliche Stimmen. Eenta und das Mädchen packten mit hastigen Händen große Koffer, leerten Kasten und Schubladen. Kaum, daß es die zwei Männer beachteten, als Eenta flüchtig den Kopf zur Tür hcreinstecktc, um ihnen mitzuteilen, daß sie nun mit bem Mädchen abreise. Denn auch dieses wollte nicht mehr im Hause bleiben. Ihre Adresse werde sie, Eenta, demnächst brieflich mitteilen. Dabei vermied sie es ängstlich, nach der mit einem Leinentuch bedeckten Leiche dessen zu schauen, der sie auf seine Ar? liebte. Zeno nickte nur stumm. Ihn ekelte. Der Förster aber konnte seinen aufsteigenden Grimm nicht länger an sich halten: ..Bloß guat is, daß der Tote nir mehr hört und sieht!" grollte er, — könnt' leicht sein, daß ihm schlecht würde!" Schwere, wuchtige Schritte kamen die Treppe herauf, gefolgt von einem leichteren-- Zeno eilte zur Tür, öffnete sie: Der Vater stand vor ihm — groß und breit, barhäuptig, das bleiche Gesichi von tiefen, harten Falten des Kummers durchfurcht. Hinter ihm Marianne. 2m Folgenden die einzelnen Ergebnisfe: Große Freistil - Staffel 10x50 Meter 1 Kassel 5 Min. 46 Sek, 2. Gießen 6 Mia. 2 Set Kassel geht nut dem ersten Mann. Brehm c. IN Führung, ohne sie wieder abzu- qefccn Anerkennung verdient hier die Leistung des jugendlichen Rau. der sich von Brctzn^e nur wenig nehmen ließ. Mädchen • Brustschwimmen 100 Meter 1. Lcnka H a n d r i ck. Gießener 6. D., 1 Min. 48.6 Lek.. 2. Kassel 1 Min. 55 Sek. Dru st st as f e l 3 1 00 Mel er: l. Gießen 4 Min. 33.2 oel. 2 Kassel 4 Mm. 35.2 Sek. Di - Staffel wird durctz den Schlußmann Pascoe entschieden, her das wenige von den Vorder- leutcn Verlorene glatt auf&olt und. ohne sich auszugeben, das Rennen fiebert «GießenerMannschaft Schneider, Eck. Pascoe.» Freistilstaffel 4' 1 00 Meter: 1. Gießen 5 Min. 16 Sek.. 2. Kassel 5 Min. 17.2 Sek. Hier zeigt sich Gießens Stärk'. Seine in bester Zeit schwimmende Mannschast kann den Kasselern, hie gerade dieses Rennen für fich buchen wollten, das Rachsehen geben. Insbesondere ® ck und Rau zeigten hier ihre gute Form. (Mannschast: Pascoe, Gaebler. Rau. Eck.» — Bredme, der in diesem Rennen sicher fein Bestes gab, konnte an der Entscheidung nichts ändern. Lagenstaffel 4 5 0 Meter: 1 Gießen 2 Min. 33,4 Sek. 2 Kassel 2 Min 38 Sei Wie hier in Gießen wird durch Pascoes Schwimmen ein Vorsprung gesichert, den seine Vereins- kameraden noch vergrößern. (Mannschaft: Pascoe, Gaebler. Eck. Ra u.) D a m e n j u g e n d rü ck e n s ch w i m in e n 100 Meter. 1. Frl. Mandler 1 Min. 48.6 Sek., 2. Kassel 1 Min 58 3 Sek. Damenjuoendbrustfchwimmen 100 Meter. 1. Frl. Friedrich- Kassel 1 Min. 45 Sek., 2. Frl. Schüler- Gießen 1 Min. 46,3 Sek. Große Vru st staffel 1 0x5 0 M e te r: 1. Gießen 6 Min. 59.5 Sei.. 2 Kassel 7 Min. 7.2 Sek. Gießens ausgeglichene Mannschaft, deren Durchschnitlszeii von 42 Sek. als gut zu bezeichnen ist, kann dieses Rennen leicht gewinnen. Die Schlußleute lassen cs bei verhaltenem Schwimmen bewenden. Mannschaft: Holzigel. Stahl. E. Müller Mertens Zimmer, Herrn. Kraft, Schneider, Hch. Kraft. Pascoe, Eck. Wasserballwettspiel: Die Gießener Mannschaft (Hch. Kraft, Krämer, Holzigel. Pascoe. Schneider, Eck, E. QN ü I- l e r) ist dem spielstarken Gegner nicht gewachsen. Der Vorteil ist um so mehr auf Kassels Seite, als das Wasserballspiel dort im Mittelpunkt des Trainings fleht und die Spieler fast ausnahmslos frisch und verstärkt durch ihren Be- rufstrainer Piesel ins Wasser gebt. Mit 5:0 Toren verzeichnet Kassel einen verdienten Sieg. Das Gesamtergebnis, der einwandsreie Sieg Gießens mit 8:6 Punkten, verdient jedenfalls Beachtung und berechtigt zu den besten Hoffnungen für die Kämpfe des Winters. Radsport. Dreier-Mannschaftsfahren um den Goldenen Bundespokal. Sieger: Gießener Radfahreroerein 1885 1. INannsch. Wie vorausgesehen. wurde dieses Rennen ein Kampf zwischen dem Radf. Verein 1885 und dem Rad-Club ©ermania Gießen. Ohne wesentliche Defekte wurde das Rennen von sämtlichen Mannschaften durchfahren und ergab einen einwandfreien Sieg der 1. Mannschaft des Gießener Radf. Vereins 1885. Schon in der 1. Runde einen Vorsprung von 20 Sek. herausholend, vergrößerte die Mannschaft ihren Vorsprung bis zutn Ziel aus zirka 4 Min. und bewältigte die 100 Kilometer in einer Fahrzeit, die nicht allein im Vund Deutscher Radfahrer, sondern auch darüber hinaus Achtung verdient. 100 Kilometer aus dieser bergigen Strecke unter 3 Stunden wollen gefahren sein. Die siegende Mannschaft fuhr eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 34,8 Kilometer in der Stunde Aber auch der 2. Sieger, die Mannschaft des Rad-Clubs Germania Gießen, fuhren ein großes Rennen Die Fahrzeit von 2 Std. 58 Min. ist ebenfalls sehr gut. Allen Mannschaften die das schwere Rennen durchfuhren, ist Achtung zu zollen, erreichte »doch selbst die letzte siegende Mannschaft eine Durchfchnitts- „Grüß Gott, Vater!" wollte Zcno sagen, doch er brachte die drei Wörtlein nicht über die Lippen. Unsägliches Weh schnürte ihm die Kehle zusammen beim Anblick des weißhaarigen Vaters, bem ein grausames Geschick nun im Alter, am Ziele eines Lebens voll härtester Arbeit, unmenschliche Sorgenlasten aufbürbete. So wechselten Vater und Sohn nur einen stummen Händedruck. Während Marianne, Tranen in den Augen, an Zenos Seite trat, ging Vater Uracher mit schleppenden schweren Schritten auf bas Lager bes Toten zu. Seine schwielige, braune Hand schlug bas Leinentuch zurück. Wie versteinert starrte er hernieder, sekundenlang ... Kein Wort sprach der Alte. Stell aufgeridjtet stand er so, wie ein verkörpertes trotziges Sichauf- bäumen jjcgen all bas Unheil. Totenstille lastete in bem Raume. Nur vier Menschenherzen pochten heiß unb wild. Dann aber wankte die markige Gestalt, ein Zittern und Schultern burchbebte sie. Mit beiden Fäusten griff er in das weiße Leinentuch — ein er- schütterndes Aufstöhnen — und schwer wie eine stürzende mächtige Eiche brach der alte Uracher am Totenbette Tonis in die Knie nieder. Das Schickial hatte den noch im Aster Kraftvollen mit entsetzlichem Axthieb gefällt. Er hörte nichts von tzen Trostworten der drei Getreuen, die sich um ihn bemühten ... Der Raum, die Welt versank vor seinen brennenden Augen in bodenloses Nichts und Finster — nur eines war und blieb: der tote Sohn mit bem entstellten Gesicht. Da brüllte er wie ein wildes Tier in gräßlich gellenden Schreien seine namenlose Pein hinaus ... * e Drüben im Ort standen aufgeregte Gruppen von Menschen auf den Straßen und Gassen. In allen Häusem unb Stuben zischelte man vom Unglück der Uracher und von Tonis schrecklichem Ende durch eigene Hand: „Die Krummhölzer sind auf d' Gant kommen!" — (Fortsetzung folgt) Berlin V5,a B.ank n oten. ten, ten, kleinen Schriften sind kehrsbüchern" liegen Ausci! den in deutscher, eng lischer und teilweise in s manischer Sprache vor. umfaßt bisher 17 fol- nd Potsdam — Mün- — Dadnerland, Schwarz bayerischen Städte — De Rhein und seine 6cv tentäler Deutschland — Winter i orte — Thüringen. 364 Sommefkur für 4582ss uni Datum: | 14. 8. i 96 M8 155' Sommer 1926 — Berlin chen und das Bayerische 125 109,9 die Orientierung über die Fremden erleichtern. Don Verkehrswege für den diesen „Deutschen Berum am i m bi 3' 0.4875 0.44 0,51 0.455 0,41 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. ir Üi 4 geschwindigkeit von 28,6 Kilometer in der Stunde. Das Rennen hat gezeigt, das; in Gießen und Umgegend sür den Radsport großes Interesse vorhanden ist« Sieger: 1. Radf. Verein 1885 Gießen, 1. Mannschaft, 2 Std. 54 Min., 2. Rad- Club Germania Gießen 2,58, 3. Radf. Verein Limburg 3,04, 4. Radf. Verein Marburg 3,07, 5. Radf. Verein 1885 Gießen, 2. Mannschaft, 3,18, 6. Radf. Verein Beltershausen 3,28. gen einzuschlagende Verfahren soll dem bisher gehandhabten angeglichen werden. Börsenkurse. Nervenkranke u. Nervös-ErachÖpfte. Spezial kuraaslaU Hof heim 1. Taunus bei Frankfurt a. M. Prospekte durch Dr. M. Schulze-Itihleyee, Nervenarzt. Tennis. Frau Friedleben deutsche Tennismeisterin, vo. 3m Internationalen Tennisturnier 201 142' 200’ 171,2' 93 165,7* 133.5 142 7,3 Büche Deutsche Ve 151.5* 94.5 85.25 158* 180* 152* 143.5 151,25 53 71 126,2* 152' 150 U Uebernthal, 13. Aug. Bei unserer Grünerdegrubc. welche ihren Betrieb wieder ausgenommen hatte, ist leider eine Stockung eingetreten. Durch den andauernden Regen ist der Schacht teilweise zusammengerutscht. Anfälle sind nicht vorgekommen. Die Aufräumungsarbeiten werden noch eine geraume Zeit in Anspruch nehmen. 4. Runde gelangen Dr. D e s s a r t hatte es leichter, da Dr. Baß ihm das Feld kampflos überließ. Die Begegnung Moldenhauer—von Kehrling wurde beim Stande von 6:3, 6:1, 4:6, 3:6 abgebrochen. Im Herrendoppelspiel sicherten sich von Kehrling —Rahe mit einem Siege über P renn—Zander mit 6:2, 6:1, 6:2 die Beteiligung an der Schlußrunde gegen Gottfried — Dr. Dessart. Auch das Damen- und Herrendoppelfpiel konnte gefördert werden. Frl. Auß em — Mol denha u er siegten über Fr. H e m p — Dr. Bues 5:2, 5:2 und über Fr. Galvav—Lane 6:2, 6:4, Frl. Hoffmann—Dr. Dessart fertigten Fr. Lent—Lorenz 7:5, 6:1 und das Ehepaar S tephanus—Fr. Dormann-T ardella 6:3, 6:2 ab. Im Damendoppelspiel gelangten Fr. Reppach—Äußern durch einen 6:2°, 6:2- Sieg über Fxl. W urm stich—Dr em m e in die vierte Rmwe. bei ®e Hal Pv ttai ftn 6et teid ivi! N D)(t hv nel erk bei 191 Zur Dr, nun dl>n den lchir ich. hrsbücher. Die die Meisterschaft von Deutschland konnte Sonntag in Hamburg die Meisterschaft Dameneinzelspiel zu Ende geführt werden. Die diesjährige Meisterschaft errang abermals Frau Fri edleben nach einem Siege über die vorjährige Meisterin Frau Reppach mit 5:7, 6:4, 6:2. Cs ist dies das sechstemal, daß sie die Meisterwürde mit ihrem Rainen verbinden formte. Vorher hatte sie die Ungarin, Frau von Petery- Varady, mit 6:4, 0:6, 6:0 abgefertigt. Im Herreneinzelspiel konnte Lane durch einen Sieg über Dr. Brandes mit 6:2, 6:3, 6:3 in die 42 84,5 4G 2.8 166.5 74.25 82,5 Wirtschaft. Von den Schlachtviehmärkten. Rpd. An den deutschen Schlachtviehmärkten der Woche ist in der Gestaltung der Marktlage feine wesentliche Aenderung zu verzeichnen. Auch die Auftriebsziffern waren bei allen Gattungen nur geringfügigen Schwankungen unterworfen. Die Preise gestalteten sich für Kälber und Schweine vielfach fester, während sie bei Rindern und Schafen stetig lagen. Auf den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: 297* 114,75 59 1115 161,75 160' 153,5* 102 139,5* 197.7* 81.5 82,1 25,5 46,5 Rundfunk-Programm. Dienstag, 17. August. 4,30 bis 5,45 Ahr: Konzert des Hausorchesters: C. M. v. Weber. 5,45 bis 6,05 Ahr: Die Lesestunde. 6,15 bis 6,45 Ahr: Heber tragung von Kassel: „Entstehung von Schlagwettern und die bergtechnischen Sicherheitsmaßnahmen zur Verhütung von Schlagwetterexplosionen". 6,45 bis 7,15 Ahr: Stunde des Südwestdeutschen Radio- Hubs. Vortrag über: „Fehlerquellen an Reu- trodhne-Empfängern". 7,15 bis 7,45 Ahr: „Sprachen und Literaturen der Malaien und Polynesier". Vortrag von Dr. Ludwig Harald Schütz. 7,45 bis 8,15 Ahr: Schachstunde. 8,15 bis 9,15 Ahr: Aebertragung von Kassel: Konzert des Staatstheaterquartetts. 9,15 bis 10,15 Ahr: Johann Jacobus (Fries). Gedächtnisstunde in Frankfurter Mundart. Anschließend: Reue Schallplatten. fd ur Id 8« 91 2 8i Q Maiugau. Frankfurt a. M., 14. Aug. (WER.) In dem Gebäude der Messe fand gestern im Beisein der Vertreter der staatlichen und der städtischen Behörden die Internationale Berufsphotographentagung unter Teilnahme von Vertretern aus Deutschland, Oesterreich und der Schweiz statt. Rheinhessen. Mainz, 14. Aug. (WSR.) Ein lljähriger Schüler und ein 18jähriger Student erhielten vom französischen Militärgericht dafür, daß sie eine marschierende Truppe durchschritten hatten, Strafen von 10 Tagen Gefängnis und 2 0 0 Mark. Als sich der Vater des einen über die Festnahme erregte und auf dem Polizeibureau äußerte, daß dies dem G e i st von Locarno widerspreche, erhielt er wegen beleidigender Haltung dem Polizeikommissar gegenüber 20 Tage Gefängnis und 300 Mark Geldstrafe. Reichszentrale für Deutsche Herkehrswerbung gibt unter Mitwirkung der zustcjndigen Verkehrsverbände kleine Werbeschriften im Taschenformat heraus, in denen die Hauptreisegebiete des „schönen Deutschlands" dem Reisenden, insbesondere dem aus dem Äuslande kommenden Fremden, nahegebvacht werden. Die Schriften enthalten in knapper und übersichtlicher Form das für den Reisenden Wissenswerteste, ohne jedoch einen Spezialreiseführer «s betreffenden Gebietes ersehen zu wollen. Der des Landes An- kundige erhält auf diese ^Weise schnell einen Aeberblick über Verkehr, * Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage in der Rheinprovinz. Heber Ar- beitsmarlt und Wirtschaftslage in der Rheinpro- vinz berichtet das Landesarbeitsamt: Der Arbeitsmarkt steht unter dem Einfluß der Ernte und des englischen Bergarbeiterstreiks. Die Vermittlungen in der Landwirtschaft gehen weiter, wenn sie auch nicht den Umfang, wie es nötig wäre, haben. Die Einstellungen im Ruhrkohlenbergbau nehmen zu, wenn sie auch noch keinen wesentlichen Abgang in der Zahl der arbeitslosen Bergarbeiter bewirkt haben. Die bessere Lage auf dem Eisenmarkt hat sich auf dem Arbeitsmarkt der Hütten- und Walzwerke noch nicht ausgewirtt. Man muß sich immer vor Augen halten, daß der englische Bergarbeiterstreik die Triebfeder ist, und daß mit feiner Beendigung ein Rückschlag eintreten wird. Aber immerhin wirkt die Besserung des Geschäftes wie eine Ankurbelung, und es ist zu hoffen, daß der Ausstiegen auch nach Fortfällen der Hrsachen, trenn auch abgeschwächt, weiter wirken wird. Die Lage im Baugewerbe ist verschieden. In der Textilindustrie scheint eine schwache Belebung an verschiedenen Stellen eingetreten zu sein. Das Gesamtbild bleibt nach wie vor schwach. Die Textilindustrie gehört zu unserem schwächsten Ar- beitsmarkt mit verbreiteter Kurzarbeit und starken Schwankungen. Rur ein Zweia macht eine Ausnahme, das ist Glanzstoff und Kunstseide. Hier ist eine ununterbrochene Aufnahmefähigkeit für Arbeitskräfte festzustellen. Die deutsche Kontingentausfuhr nach Frankreich. Am 20. August 1926 soll das am 5. August in Paris gezeichnete vorläufige Handelsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich in Kraft gesetzt werden. In diesem Abkommen sind für eine Reihe deutscher Ausfuhrwaren die von Frankreich gewährten Zollvergünstigungen auf Kontingente beschränkt. Waren, welche im Rahmen dieser Kontingente nach Frankreich eingeführt werden, genießen nach den Bestimmungen des Abkommens die Zollvergünstigungen nur, wenn sie von einer besonderen Kontingentsbescheinigung begleitet sind. Diese Bestimmungen des Abkommens vom 5. August entsprechen der Regelung, wie sie bereits in dem sogenannten Frühgemüseabkommen vom 12. Februar und 8. April 1926 getroffen war. Auch das für die Verteilung der Kontingente und die Ausfertigung der Bescheinigun- Preußen. Kreis Wetzlar. kz. W e h l a r, 13. Aug. Die vom Spar- und Bauverein in Arbeit befindlichen großen Wohnungsbauten wachsen an dem Rieder- girmeser Weg wie Pitze aus der Erde. Das Se Straßenbild bekommt ein recht vorteilhaftes sehen. Im Gegensatz zu den am Ort Girmes errichteten Wohnungsbauten, hat man bei den Wohnungen des Spar- und Bauvereins eine Eintönigkeit in der Hauptsrvnt durch vorteilhafte Hnterbrechungen zu vermeiden gesucht. Bisher bildete der Lange Riedergirmeser Weg eine langweilige Straße. Dielen Arbeitern und Handwerkern ist bei einer solchen groß angelegten Bauweise Arbeits- und Verdienstmöglichkeit geboten. — o — Ebersgöns, 14. Aug. In hiesiger Gemeinde wird beabsichtigt, zu den vorhandenen Vogelsberger und Simmentaler Bullen einen weiteren Bullen für schwarzes Fleckvieh anzukaufen. Man hofft, daß die dem Plan entgegensteherck>en Schwierigkeiten bald zu allseitiger 3ufriebenbeit beigelegt werden. kz. Hermann st ein. 13. Aug. Als Ersah für die im vergangenen Jahre niedergebrannte Feldscheune in unmittelbarer Rähe der Blas- bacher Straße ist von dem derzeitigen Pächter des l Schenkschen Gutes eine neue große Feldscheune weiter abwärts von der Straße in F'ber Rähe des Blasbaches errichtet worden, — Am kommenden Sonntag findet hierselbst die '♦ Kirmes statt, die von der Einwohnerschaft als ein rechtes Volksfest gefeiert wird. — — Leun, 14. Aug. Rach vor einiger Zeit erfolgter Genehmigung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz dürfen in unserem Orte in diesem und im nächsten Jahre insgesamt acht Kram- und Schweine Märkte versuchsweise abgehalten werden. Die für dieses Jahr vorgesehenen beiden Märkte sollen am 9. Sept, und 4. Rovember stattsindem — In körperlicher und geistiger Rüstigkeit konnten die Eheleute T r v st im Kreise ihrer Ang^örigen das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Kreis Marburg. Marburg, 14. Aug. (WSR.) Wie aus FronHausen gemeldet wird, konnte vorgestern im ersten Teil des neuen Lahnbettes der endgültige Durchstich erfolgen, ein mit großer Spannung erwarteter Augenblick für die aus der ganzen Umgebung erschienenen Zuschauer. Der Durchstich erfolgte mit dem Schwimmbagger. Das alte Lahnbett ist selbstredend nicht völlig a^gelaufen, es ist aber so, daß man bequem hindurchwaten kann. Dilttreis. bl. Dillenburg, 14. Aug. Die städtische Flpßba denn stall wurde einer bedeutenden Erweiterung unterzogen. Insbesondere hat man die Aimeidezellen weiter zurückversetzt, so daß jetzt ein genügend großer Raum für Luft- und Sonnenbad, sowie zur Veranstaltung aller möglichen Spiele verbleibt. Die Arbeiten wurden größtenteils durch Erwerbslose ausgeführt. Die ganze Anlage ist jetzt mustergültig. — Die Untersuchung der Leiche des in der Dill ertrunkenen Eduard Kall aus Straßburg hat ergeben, daß der Genannte keinem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Vielmehr wird mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit angenommen, da ßber Mann, welcher am 23. ober 24. Juli bei Dem Gastwirt Müller hier einkehrte und bas Hans in trunkenem Zustande verließ unterhalb der Blockstelle „Tiergarten" über den Bahndamm gegangen und dann ins Wasser gefallen ist. In Anbetracht dessen wurde auch die Leiche zur Beerdigung fretgegeben. — Wie in den Vorjahren, so wird uns auch in diesem Jahre wieder die Marburger Garnison mit etlichen Hundert Mann Soldaten beehren. Am 24. und 25. August werden Teile des Ausbildungs-Bataillons des 15.3nf.-Regts. nach hier zu einer Hebung kommen und dabei hier und in Herborn Quartier nehmen In unserer Stadt treffen die Truppen am 24. in einer Stärke von voraussichtlich 8 Offizieren, 62 Unteroffizieren, 210 Mannschaften • und 16 Pferden ein. Rach Herborn werden sie am 25. in derselben Stärke fommen. Die Soldaten stehen bei uns seit dem Vorjahre noch in bester Erinnerung und werden auch in diesem Ighre witzdxr auf das herzlichste willkommen geheißen Werken , , orgfältig ausgewählte, ganzseitige Bilder beigeg ben. Eine über zwei Seiten laufende schematifhe Verkehrskarte sott 5% Deutsche Reich Sanleibe . 4% Deutsche Reichsanleiye • 3Vi% Deutsche Reicheanleihe 3% Deutsche Reichsanleibe . Deutsche Svarpramienanleibe 4% Preußische Konsuls - . . 4% Hessen .. 3‘/2% Hessen 3°/0 Henen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. bto. Doll.-Schatz-Anweisng.*) 4% Zolltürkcn 5% Goldmcrikaner .... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- and Pnvat-Bank Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank Deutsche Bcreinsbank .... Disconto Commandi« .... Metallbank Mitteldeutsche Kreditbank. . Oesterreichische Kreditanstalt. Westbank Bochumer GuH ....... Buderus Taro . * • Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke . . Harvencr Bergbau Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln. . . » . Laurahüttc Oberbedars • *. . Phönix Bergbau Rbeinslahl . . . . . Ricbeck Montan ....... TelluS Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . ... . Cheramischc Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann Anglo-Cont.-Guano Chemische Mayer Alapin . . I. G. ^arbenindustrie, A-G. Goldschmidt Holzverkohlung . Rütgerswerke Scheideanstalt «llg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Matukraftwerke ....... Schuckert Siemens i Halske Adlcrwerke Kleycr ..... Daimler Motoren. ..... ^eyligenstaedt Motorenwerke Manubetm' frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Schuhfabrik Her; . Eichel Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . -inckcn'abrik Waghäusel . . . frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 16. Aug. Tendenz: Schwach, Elektroaktien fest. — Zu Wochenbeginn der Börse vollzog sich unter dem Drucke der Befürchtung einer baldigen Beendigung des englischen Kohlenbergarbeiterstreites, die ein Abflauen der deutschen Kohlenausfuhr mit sich bringen wird, ein Tendenzumschwung. In erster Linie wurden hiervon Montanwerke betroffen, die sich erheblich abschwächten. Deutsch-Lux minus 7 Prozent, Harpener minus 6,5 Proz., Rheinstahl minus 5,75 Proz., Gelsenkirchen minus 4,75 Proz., Phönix minus 4,5 Proz. Von Chemiewerken büßten I. G. Färben- Industrie 5 Proz. ein. Die anderen Werte dieses Gebietes hatten kleinere Verluste zu verzeichnen. Eine Ausnahme in der schwachen Haltung bildete der E l e k k r o m a r k t, der bei lebhaften Hmsätzen seine Festigkeit beibehielt. A.E.G. plus ca. 2,5 Proz., Bergmann plus 2,5 Pro?., Schuckerk plus 5,5 Proz., Mainkraft plus 5,5 Proz. Bankaktien lagen dagegen schwäch c r. Darmstädter minus 3 Proz. Schiffahrtsaktien hatten Verluste von 3 bis 4 Proz. zu verbuchen. Auto-Aktien minus 1 bis 2 Proz. Zuckeraktien leicht abgeschwächt. Baustoff-Aktien tonnten dagegen durchweg weitere Befestigungen erzielen. Zement Heidelberg plus 1,5 Proz., Holzmann plus 1 Proz. Auch Zellstoff-Aktien behielten ihre feste Tendenz. Deutsche und au ständische Renten lagen lustlos. Freiverkehr geschäfkslos. Benz 79. Growag 60,5 Prozent, Brown Boveri 123 Prozent, Entreprise 7, Ufa 46 Prozent, Usra 90 Prozent, Frankfurter Handelsbank 90,5 Prozent. Im weiteren Verlaufe konnten sich Montanwerte leicht befestigen. Das Geschäft wurde ruhig und lustlos. 2lm Geldmarkt hielt die Verknappung für kurzfristige Mittel weiter an. Tagesgeld 5 Prozent, Monatsgeld 5,12 bis 7,5 Prozent. Die Sammlung (im Deutschen Werbeverlag C. Gerber, K.-G., München) . . .muptfehenswürdigkei- k... Hntertunftsmöglichke en, Auskunftsstetten usw. Jeder der etwa 50 60 Seiten umfassen- Hochland — Der Harz jtMlb und Bodensee — Kassel mit Hessen, Wald^k und dem Weferberg- land — Sachsen — Rü nberg und die Rord- Frankfurt a.M. Schlug» > Kurs | gende Schriften: Deuts )es Reisemerkbuch Bankdiskonten 4,5 bis 4,62 Prozent, Industrie- akzepte 4,83 bis 5,5 Prozent. Im internationalen Devisenverkehr zeigten die westlichen Frankenvaluten neue Abschwächungen. Paris gegen London 179, Brüssel 180,75, Mailand 148,25 Prozent. Berliner Börse. Berlin. 16. Aug. Mit Ausnahme des Elektro- Aktienmarktes, an dem die Aufwärtsbewegung der Kurse unter Einwirkung der Meldungen über Fortschritte der Trustverhandlungen ihren Fortgang nahmen, begann die neue Börsenwoche in gedrückter Haltung. Die Kursrückgänge nahmen ihren Ausgang vom Mon - t a n m a r f t, wo die Wahrscheinlichkeit eines baldigen Abbruches des englischen Bergarbeiterstreikes und die in den kontinentalen Eisentrustverhandlungen ausgetauchten Schwierigkeiten Realisationen auslösten. Die Banken nahmen zwar erhebliches Material auf, konnten aber Kursrückgänge bis zu 4,5 Prozent nicht verhindern. Die G e s a m 11 e n d e n z der Effekten- märfte war durch Befürchtungen wegen einer Geldeinschränkung im Herbst u n g.ü n ft i g beeinflußt, wenngleich der Geldmarkt seine Flüssigkeit zunächst noch beibebälf* -Sagesgeld stellte sich heute auf etwa 4 Prozent. Im Devisenmarkt waren die Kurse nur wenig verändert. Paris stellte sich gegen London auf 179, Brüssel auf 181, Mailand auf 149. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a.M., 16. Aug. Auftrieb: 1688 Rinder (darunter 417 Ochsen, 76 Butten, 1095 Färsen und Kühe), 435 Kälber, 75 Schafe. 4360 Schweine. — Rinder (Ochsen): Boll- fleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 58 bis 61, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 50 bis 57, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 43 bis 49; (Bullen): vottfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 50 bis 54, vottfleischige jüngere 45 bis 49: (Färsen und Kühe): vottfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 56 bis 60, vottfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 51 bis 56, wenig gut entwickelte Färsen 48 bis 55. ältere aus- gemäftete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 42 bis 50, mäßig genährte Kühe und Färsen 30 bis 40, gering genährte Kühe und Färsen 18 bis 29. — Kälber: Feinste Mastkälber 72 bis 78, mittlere Mast- und beste Saugkälber 62 bis 71, geringere Mast- und gute Saugkälber 52 bis 60, geringe Saugkälber 44 bis 50. — Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringere Masthämrnel und Schafe 35 bis 44. — Schwe ine: Dollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 81 bis 84, unter 80 Kilogramm 75 bis 80, von 100 bis 120 Kilogramm 81 bis 83. von 120 bis 150 Kilogramm 80 bis 83, Fettschweine über 150 Kilogramm 80 bis 83. unreine Sauen und geschnittene Eber 65 bis 75. — Markt- verlauf: Bei Rindern und Schweinen ruhiger, bei Kleinvieh mäßig reger Handel. In Rindern und Schweinen geringer Heberstand. Berliner Produktenbörse. Berlin, 14. Aug. Die Marktlage im Berliner Getreidegeschäft war im ganzen ruhiger, die Kurse aber trotz leichter Abschwächungen im Ausland fester. Das anhaltend glatte Angebot aus dem Inland, bas in den Forderungen unverändert hochgehalten bleibt, hat die Käufer wohl vorsichtiger gemacht, veranlaßt aber doch wegen des dringenden Bedarfs und prompter Abladung vereinzelt Aufgelder. Im Lieferungshandel war der Weizen per September etwas schwächer, sonst Roggen um (ine Mark erhöht. In Gerste kamen teilweise bessere Sorten an den Markt, doch gehen die Forderungen und Gebote außerordentlich auseinander. Hafer ruhig. Das Mehlgeschäst bleibt bei kleinem Angebot in Lagerware still. Cs wurden notiert per 1000 Kilo: Weizen, märt, 266 bis 270; Roggen, märt, 192 bis 198; Hafer, märt, 178 bis 190; Mais (lofo Berlin) 176 bis 182; Raps 325 bis 330, per 100 Kilo: Weizenmehl 38ß0 bis 40; Roggenmehl 27,50 bis 29,25; Wqzenkleie 10,25 bis 10,50; Roggenkleie 11 bis 11,40; Diktoriaerbsen 34 bis 38; kleine Speiseerbsen 27 bis 31; Sutter- erbfen 20 bis 24; Peluschken 27 bis 28,50; Acker- bohnen 23 bis 26; Wicken 32 bis 35, Lupinen (blau) 15,50 bis 17,50; Lupinen (gelb) 20 bis 21,50; Rapskuchen 14,40 bis 14,60; Leinkuchen 18,90 bis 19,20; Trockenschnitzel 10,80 bis 11,10; Soyaschrot 20,20 bis 20,30, Aartoffelflocken 22,75 bis 23,25 Mark. Württembeitz — Im Flug über Deutschland — Westfalen — Die Pfalz — Deutsche Bäder und Kur- n u l-Uhk. Kurs Schluß» lAnsang f.urs Kur; 16. 8- 14. 8. 16. 8. ".479 u.48 0,4825 — _ 0.43 — 0.44 0,425 — 0,5025 0,4825 — 0.27 — — 0.435 0,425 — 0,50 — — — — 0,445 — — - — — — — 13.5 13.5 — — 44,6 — — 201,7* 203' Hl' 142* 141- 197* 199' 197' 169,4* 170' 160* — — 165’ 165' 165,2* 133,75 — — — 144,7' 144' —- 7,4 7,5 — —— _ 149,2' 146' — 93 92,D' — 83.25* - — 156.5* 151’ 175,7* 180' 177* 147.5* 151* 148’ 142 143.2’ HO 150 156,5 148.9 — 57.5 56 — 73 72.5' 122* 125.1* 122.5' 146.7' 140,5' 146' 149.9 148,25 150,5 — —- 155.7* 158' 157’ 151’ 152,5* 150,7’ — — - - — _ 110 - — 97 — — 292,5* 297* —- 113,5 110,5 — — 109,7 — 160 — — 162,5* 154.9* 162,7* 1.56* 151* —— 107.5 — — HO* 138.6' 140,2’ 197,7* 198,7' -- 87.5 81,5 90,5 82.5 82.25 83,75 — — — — 46 — 40 -- — — — — — — - — 85 —» — 49,75 — — 3 __ 168,5 167.25 173 74,5 74.5 —- 62 83 — 14 August. 16. August. Amtliche Notierung Geld Brief Amtliche Notierung Geld Brief Urnft.» zHott. SBucn-äiteS 168,31 168,73 168,42 168,84 1.693 1,697 1,69 1,70 Brsi.-Slntw. 11,28 11,32 11,57 11,61 Christi anta. 01,88 92,12 91,46 92,05 Kopenhagen 111,46 111,74 111,46 111,74 Stockholm 112,28 112,56 112,31 112,59 Lelfmgfors. Italien. . London. ■ 10,654 13.80 10.694 13.84 10,554 13,77 10,694 13,81 20,397 20.431 20.382 20,434 Nenyork . . Paris. . . 1,195 4,205 4,195 4,205 11.49 11,53 11,38 11.42 Schweiz . . 61,065 61,265 81,065 81,265 Spanien . . 63,92 64,08 63,97 64.13 Japan .. . 4,008 1,012 2,013 2,017 wio de Jan- Wien in D-- 0.643 0.645 0.644 0,646 Oest- abgest. 59,345 59,485 59,30 59,44 Prag .... Belgrad . . 12,419 12,479 12,419 12.459 7,405 7,425 7.050 7,425 Budapest. . Bulgarien . 6,865 5,885 5.87 5,89 3,035 3,045 3,085 3,045 Lissabon 21,375 21,425 21,375 21,425 Danzig. . . Konstantin. 81,50 81.70 81.47 81.67 2,295 2,305 2,302 2,312 Alben. . 4,74 4,76 4.74 4,76 Canada. . 4,198 4,208 4.195 4.198 4,208 llruguav 4.185 4.185 4.195 Rinder Kalber Schafe 1 Schweine Berlin 22-60 55-80 36-68 73-83 Bremen 25-56 35-78 30-60 60-78 Breslau 20-62 55-80 28-62 70-85 Chemnitz 20-58 50-75 48-58 70-86 Dortmund 25-60 50-84 40-50 79-84 Dresden — 50-78 25-64 70-87 Düsseldorf 20-62 40-80 — 73-84 Elberfeld 20-60 55-80 — 68-84 Essen 28-62 50-100 — 70-84 FrankfurtM. 18-63 40-78 36-50 70-86 Hamburg 15-59 30-77 28-65 68-82 Hannover 15-60 40-85 30-65 70-83 Husum 18-60 — — — Karlsruhe 21-58 53—68 — 78-86 Kassel 25-65 54-71 33-35 74-88 Kiel 17-51 31-77 28-57 49-79 Köln 20-63 50-110 — 76-88 Leipzig 25-63 40-79 20-64 75-85 Magdeburg 18-60 35-120 26-56 72-85 Mannheim 13-62 52-78 35-46 70-87 München 20-62 50-76 — 60-82 Stettin 10-56 30-74 15-55 68-84 Stuttgart 14-58 53-73 — 59-86 Zwickau 15-60 45-75 35-58 76-86 Berlin, 14. August. Geld Briei Amerikanische Note« . . .. . 4,176 4,196 Belgische Noten..... . . Dänische Noten...... . , 11,37 111.32 11,43 111,86 Englische Noten........ 20,342 20,442 Französische Noten ...... 11,82 11,88 Holländische Noten...... 167,03 168,77 italienische Noten ...... 14.16 14,24 Norwegische Noten...... 91,7)7 92,03 Dkutsch-Oesterr. ä ioo Kronen 59,30 69;60 ötiunanische Noten...... 1,89 1,93 Schwedische Noten...... 111,97 112,53 Schweizer Noten....... 81J 5 8L55 Spanische Noten ....... Tschechoslowakische Noten . . 63,82 12,39 64,14 12,45 Ungarische Noten....... 5.8-1 5,87