|T)te5 iederbeiebung des Arbeitsmarktes, j Deutschland und die Türkei Die Mahnahmen der Reichsregierung Mitglied des Dölkerbundsrats geworden sei. Jetzt mittag fand in Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer "bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 in in Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzcigen von 701 in Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20" mehr Thefrcdaliteur Dr. Friede Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An« zeigentcil Hans Füstel, sämtlich in Giefzen. zwar als zweiter Privatsekretär von Lord Grey bis März 1909. Don da ab war er wieder im Außendienst und 1913 im Haag, dann bis 1919 als älnterstaatssekretär im ägyptischen Finanzministerium. Danach war er Botschaftsrat in Washington und Paris, kam 1921 als Tlnferstaatssekrefär ins Auswärtige A m t und ging im März 1925 als Botschafter nach Angora (Türkei) als Nachfolger von Henri Aumbold. Er hat sich in dieser Stellung besondere Verdienste um das Zustandekommen des englisch-türkischen Mossulabkommens erworben. Seit 1924 ist er in zweiter Ehe mit Elizabeth Hvyt, einer Tochter des verstorbenen Aeuyorker Finanzmannes, verheiratet. er, die M war doch inobesucherbewundmid. tanzten, bo börtc tnan >e.Die bringen sie denn mein Trick,' erwibertc ;ie dürfen es aber nicht mufik lasse ich M Orden Staubsaugeapparat von Marokko die Einweihung der Moschee statt. Cs handelt sich um einen Komplex von Gebäuden, dessen Kern die Moschee bildet und der eine muselmanische Stadt im kleinen darstellt. Um die Moschee und ihre Höfe und Gärten gruppieren sich das Krankenhaus, worin die Muselmanen in Paris verpflegt werden uyd eine Reihe anderer Gebäude. Dieser Komplex, der als das muselmanische Institut bezeichnet wird, befindet sich im ältesten Dicrtel von Paris an dem Place du puits de l'ermite. Der Einweihung wohnten der Präsident der Republik, der Sultan von Marokko mit großem Gefolge sowie etwa 250 muselmanische Delegierte aus Syrien, Algerien, Tunis und Marokko bei. Der Sultan hielt eine Rede, worin er erklärte, die traditionelle Achtung des muselmanisch en Glaubens bilde die Grundlage der Beziehungen, die Frankreich mit den islamitischen Böllern verknüpft. Der Präsident der Republik. Doumeraue. erwiderte hierauf: Wsru, Mappe. um Le-MonM-. tte. ader'DrVi," J fainalt i, brn ich teil' ,Ii), r ihre Freundm M- ür ein Mädchen ift M, iet, den andere trolen* Die Finanzsanierung in Frankreich. Das Ermächtigungsgesetz. — Die ersten Sparbeschlüsse. Paris, 16. Iuli. (TA.) Der am gestrigen Donnerstag unter dem Vorsitz Driands stattgefundene Ministerrat hat den Bericht Cail- l a u x über die Londoner Verhandlungen und das Abkommen mit Großbritannien sowie über die Sanicrungspläne entgegengenom- Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monais-kezuarpreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschlüsse: Schriftleitunq 112, Der« lag und Geschäftsstelle 5L Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Hießen. Postscheckkonto: Srantfurt am Mainl 1686. leige behindert wird. der englische Botschafter in Berlin. London, 15. Iuli. (WB.) Der englische )2:schaster in Konstantinopel Sir Ronald ? £tn Mat) wurde zum Botschafter in I p er (i n ernannt, der englische Gesandte in peig Sir George Rüssel Clerk zum Botschafter h Konstantinopel. Sir Ronald Liickrsay ist 1877 als Sohn des :pail of Crawford geboren, entstammt also einer |Ll. achwclt. “ Schories wurden Die erste, eine spa. nes, die zweite da« V konnte Otbad) zu Budapest ein inten statt. Der Deutschr hechvslvwakei schreibt 26. Juli einen Äon- ner und zwei Haupt- :d in Reichenberg ab- Meisterschaft soll, wie zuteilen weih, in der ust in ÄaiserSlautern Berlin, 15. Iuli. (Sil.) Zu der in der letzten Zeit vielfach behandelten Frage der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Zusammenhang mit dem Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung wird heute von unterrichteter Seite folgendes ausgeführt: Die Zahl der Arbeitslosen hatte im Frühjahr dieses Iahres eine Verminderung von 300 000 erfahren. Seitdem stagniert der Arbeitsmarkt. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen bewegte sich seit dem Frühjahr zwischen 1,7 und 1,8 Millionen. Im großen und ganzen ist ein Rückgang der Arbeitslosen auf dem Lande sestzustellen, während in großen Städten die Zahl der Arbeitslosen feststehend ist. Eine leichte Besserung ist in der letzten Zeit im Bergbau festzustellen, gleichfalls auch in der Kaliindustrie. In der chemischen In- d u st r i e ist der Arbeitsmarkt erträglich. In der letzten Zeit ist die Textilindustrie in der Zahl der Arbeitslosen stark in den Vordergrund gerückt. Im allgemeinen läßt sich feststellen, daß in Zeiten der Wirtschaftskrise die Arbeitslosenzahl zuerst bei denjenigen Industrien in die Erscheinung tritt, die Produktionsmittel produzieren. in zweiter Linie erst bei den Industrien, Die Derbrauchsgegenstände Herstellen. Es läßt sich ferner eine erhebliche Schwankung innerhalb der Arbeitslosen feststellen. Don den im Dezember 1925 festgestellten 1000 000 Arbeitslosen konnten im 3uni ds. Is. nur noch 280 000 fest- aeftellt werden. Es hatten somit Dreiviertel der Arbeitslosen inzwischen Arbeit gefunden. Dieses außerordentlich starke Schwanken innerhalb der Zahl der Arbeitslosen wird allgemein als ein g ü n st i g e s Zeichen für die Wiederbelebung des Arbeitsmarktes auf gefaßt. * Im Rahmen des Arbeitsbefchaffungspro- grammes der Relchsregierung steht nun an erster Stelle die Expvrtkreditversicherung. der Russenkredit und die Aktion der Reichsregierung zu Gunsten der Reichsbahn. Der von der Regierung der Reichsbahn gewährte 100-Millionen-Kredit wirkt sich bereits vorteilhaft aus. Die Belebung auf dem Arbeitsmarkt der Metallindustrie ist zweifellos hierauf zurückzuführen. Die in der letzten Zeit mit der Expori- kreditversicherung gemachten Erfahrung«! müssen als günstig bezeichnet werden. Die Schwierigkeiten, die sich in der Abwicklung der Russenkredite zuerst zeigten, werden jetzt als überwunden betrachtet. Es besteht die bestimmte Hoffnung, daß der gesamte 300 Millionen Mark betragende Russenkredit in vollem Umfange beansprucht werden wird und eine befruchtende Wirkung auf die Arbeitsmarktlage ausüben wird. Ein wesentlicher Programmpunkt der Reichsregierung in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist ferner die produktive Erwerbslosenfürsorge. Im Dezember 1925 wurden hierdurch 27 000 Arbeitslose, im Mai 1926 170000 Arbeitslose beschäftigt. Hierbei findet eine starke Auswechslung der Arbeitslosen statt. So werd«! in Sachsen bei der Beschäftigung der Arbeitslosen diese alle sechs Wochen mit anderen ausgewechselt. Die Reichsregierung beabsichtigte in der ersten Zeit ihr Arbeitsbeschaffungsprogramm durch Steuermittel zu finanzieren. Run- mehr ist jedoch beschlossen worden, den Anleihemarkt mit hineinzubeziehen und durch Aufnahme von Anleihen das Arbeitsbeschaffungsprogramm durchzuführen. Die Steuern sollen nunmehr zur Verzinsung und Tilgung dieser Schuld verwandt werden. Die konkreten Programmpunkte der Reichsregierimg sind: 1. Zusammenarbeiten zwischen der Reichsregierung und der Reichsbahn. (Hierbei handelt es sich in erster Linie um den Bauvon neuen Bahnlinien wie z. B. den außerordentlich bedeutungsvollen Dau der Bahnlinie Dortmund —Münster, ferner die notwendige Verbesserung und Verstärkung des Aufbaues der Bahndämme); 2. die Vergebung größerer Aufträge durch die R e i ch s p o st (hierbei kommt in Frage die ■t« ««“It & W)('arene. ’ L N6' Paul Qkftf zehen! t _ nicht breit. Zwischen Mn, Derk , ■ , AnotmE ' hem «W burt jae halb ., haben, werben Zug Ö“ "Tmennb-e • gln« 9“?UÄ recht' en Postseile)'- Da I aus der d n Dicr unb ; Mndert auchr" ^burd) it lein. ^-a5 ^e5 'M ?';b5 Lc7Xb6 Tc8~6 Lb6_ c7 ,Li70XbS Tc5—c2 Ldö-e? ]c2-d2 hs. Kd6 37Xu ,ol8t M ‘Sr.68. W. -d6,Kd4-c4 3 Dt8 ’ ober 14 3, Kc4~d5 3.Sdk Die Kontrollnote. Die Rote Dr. 24 000 des Generals Walch L)at in England den denkbar ungünstigsten «Eindruck hervorgerufen. Dicht nur deswegen, weil die Engländer überhaupt nicht gefragt worden sind, sondern weil sie vor allem befürchten, die durch die Frühjahrs-Erklärung Ser Dotschafterkonferenz praktisch erledigte Ent- waffnungsfrage könnte aufs neue aufge - tollt tverden, dazu noch zu einer Zeit un- irrtttetbar vor dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Die Botschafter in Paris erklärten : n Frühjahr, als Deutschlands Aufnahme un» mttelbar bevorstand, Deutschland habe die ihm auferlegt cn Abrüslungsverpslichtungen erfüllt, r.nem Eintritt in den Bund stehe also nach tr.efer Richtung nichts im Wege. Ieht kommen plötzlich die Franzosen und lassen durch ihren Seneral Walch den Streit auss neue aufflammen. Das ist den Engländern sichtlich peinlich, wird texf) dadurch ihr Genfer Kurs nicht nur stark berührt, sondern durch die neuen Angriffe auf Deutschland für die Herbsttagung des Bundes I i ine Situation geschaffen, die unserem Eintritt I 1 erade nicht förderlich ist und dem Dölkerbund selbst höchst gefährlich werden könnte. Der dem Sandoner Auswärtigen Amt nahestehende „D a i- I ( D Telegraph" spart natürlich nicht mit ab- l sglligen Ausdrücken über das Verhalten des Berliner Kontrollgenerals, aus denen deutlich die tarke Verärgerung der Engländer hervorgeht. Leider ist die Rote einen Posttag zu spät besannt geworden, sonst wäre sie sicherlich an dem Briefwechsel Caillaux-Churchill, wenn nicht gar U ir dem Abkommen selbst nicht spurlos vorüber- jegangen. In Berlin selbst wird man sich vorläufig M itit dem Vorstoß Walchs nicht weiter beschäfti- jen. Einmal ist die Angelegenheit zu wichtig, .Is daß sie ohne den zur Zeit in Urlaub be- indlichen Außenminister erledigt werden könnte; -um anderen darf man wohl annehmen, daß uns England nicht böse sein wird, wenn das »Kabinett über die Rote Walchs hinweg zur Tagesordnung übergeht. Das erscheint IHon insofern der gangbarste Weg zu sein, als .4 ein aufgeregter Notenwechsel nur den Franzosen Ä tie Möglichkeit an die Hand geben würde, unS ■ ht den Mittelpunkt einer großzügigen Entwaff- ilingspvopaganda zu rücken und das Ausland & legen uns zu beeinflussen dahin, daß wir tat» ichlich noch mit wesentlichen Teilen der Cr- üllung des Versailler Vertrages im Rückstand ’äreu. Den Gefallen werden wir ihnen nicht lu.n, sondern erst einmal unsere Aufnahme in K brn Dölkerbund abwarten. Erfolgt diese im ß, älhr, findet in der Reuen Aula ein älniversitäts- Gottesdienst statt, zu dem in erster Linie die Angehörigen der Llniversität eingeladen sind. Selbstverständlich hat aber auch jeder andere Zutritt. Die Predigt hält Prof. Dr. Cordier. Kleine politische Nachrichten. Die hessischen Landtagsfraktionen d«S Bauernbundes, der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei haben beim Landtage einen Antrag eingebracht, in dem die Regierung ersucht wird, dem Landtag sofort einen Gesetzentwurf vorzulegen, wonach die hessische Verfassung vom Dezember 1919 derart abzuändern sei, daß sich der Landtag außer durch Volksabstimmung gemäß der seitherigen Bestimmung der Verfassung auch aus eigenem Recht auflösen kann. * Wte das WTB. erfährt, wird die älnter- suchung und weitere Beweisaufnahme der Germersheimer Vorfälle, die vom Reichs- kommiffar für die besetzten Gebiete eingeleitet wurden, nunmehr in erster Linie von der bayerischen Regierung geführt werden. Die bayerische Regierung gedenkt nach Abschluß der Beweisaufnahme von sich aus die nötigen diplomatischen Schritte zu unter nehmen. Es verlautet. daß ihr die Initiative zugestanden worden ist. stätigt, was die Ermitllungci bereits ergeb n hatten, daß ein vorheriges Verbrennen der Lerche versucht worden war. Es wurden verhaftet der Besitzer des Hauses, in dem die Leiche gefunden wurde, namens Schröder, ferner ein gewisser Fischer und der Kaufmann Haas, stellvertretender Direktor der L. Haas A.-G. in Magdeburg, die eine Maschinenhandlung und Kesselschmiede unterhält. Helling soll angeblich im Besitz von Kenntnissen gewesen sein, die der Firma Haas Rachteile und alnannehmlichteiten hätten zufügen können, wenn sie bekannt geworden wären, zumindest in finanzieller Beziehung. Aus diesem Grunde wurde Helling in ein Privatauto gelockt und ermordet. Einer der Täter soll bereits ein Geständnis abgelegt haben. Line neue Rheinbrücke in Köln. Die Stadtverordnetensitzung stimmte einmütig dem Plan der Stadtverwaltung, eine seste Brücke über den Rhein zwischen Köln und Mülheim zu bauen, zu. Die Stadtverwaltung erhielt die Ermächtigung, die Grunderwerbskosten bis zur Höhe von 10 Millionen und die Baukosten bis zur Höhe von 12 Millionen Reichsmark vorschußweise aus der Kasse der außerordentlichen Bedürfnisse zu zahlen und später durch eine Anleihe zu decken. Las deutsche Dundesturnsest in Wien. Zu dem deutschen Bundesturnfest in Wien sind bis jetzt 35 000 auswärtige Turner ein* getroffen. Abends fand ein F a ck e l z u g statt, an dem 100 000 Personen teilnahmen. Auf dem Rosenplah hielt Regierungsrat Dr. Brenner aus Linz eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Wir haben Danner und Fahne treu bewahrt und übergeben sie der Dundesleitung mit der Bitte, sie künftigen Geschlechtern aufzubewah- ren als Symbol unseres Glaubens, daß sich alle deutschen Staaten Europas zu einem großen Alldeutschland zusammenschließen mögen. Möge der Traum unseres Turnvaters Jahn sich erfüllen von der Einheit des deutschen Volkes. Ein Volk, ein Land — das walte Gott! Das deutsche Eigentum in Polen. (£me Note der Reichsregieruug. Berlin, 15. Juli. (TU.) Die'polnische Regierung hat durch ein Gesetz vom 14. Juli 1920 alle nach dem Waffenstillstand geschlossenen Verträge das durch den Artikel 256 des Versailler Vertrages ihr zugesprochene deutsche Reichs- und Staatseigentum für nichtig erklärt und auch den aus älterer Zeit stammenden Pachtverträgen über Staatsgrundstücke die Anerkennung verweigert. Aus Grund dieser Vorschrift hat sie 4036 Ansiedlungsgüter, die nach dem 11. Rovem- 6er 1918 von der preußischen Ansiedlungskommission an deutsche Ansiedler aufgelassen worden waren, als polnisches Staatseigentum behandelt und 219 Domänenpächter unter Be- fchlagnahme ihrsch Gesamtinventars ohne Entschädigung vertrieben. Ebenso hat sie den Verträgen, wodurch die Ansiedlungskommission alle ihre Rentenrechte an Gütern int abgetretenen Gebiet der Danziger Dauernbank übertragen hatte, die Anerkennung verweigert. In seinem am 25. Mai 1925 verkündeten Urteil, in dem die Beschlagnahme des Stick ft osfwerkes Chorzow in Ost- Oberschlesien für unzulässig erklärt wird, hat nun der ständige internationale Gerichtshof im Haag Grundsätze aufgestellt, die nach deutscher Auffassung die Aufrechterhaltung des polnischen Standpunktes sowohl hinsichtlich des Eigentums der Ansiedler und Domänenpächter, wie hinsichtlich der Rentenrechte unmöglich machen. In einer dieser Tage durch die deutsche Gesandtschaft in Warschau überreichten Rote ist der polnischen Regierung jetzt vorgeschlagen worden, über die Auswirkungen des Urteils baldigst in diplomatische Verhandlungen einzutreten, sowie mit diesen Verhandlungen die Klärung der übrigen Meinungsverschiedenheiten zu verwinden, die über die Auslegung des Artikels 256 des Versailler Vertrages entstanden sind. Drei neue Torpedoboote. In Wilhelmshaven fand am Donnerstag der Stapellauf von drei Torpedobooten statt, die auf die Warnen „Seeadler", „Greif" und „Albatros" getauft wurden. Ihre Ausmaße find nur klein, zu klein, um die Boote als Torpedobootzerstörer an- sprechen zu können, die sie von Rechts wegen sein müßten. Damit die Neubauten aber möglichst hinter den Erfordernissen unserer Zeit, vor allem aber hinter denen der Ententcstaaten zurückbleiben, hat der Friedensvertrag schon für entsprechende Baugrenzen geformt und Wasserverdrängungen vorgeschrieben, die jebe Modernisierung unserer winzigen und überalterten Flotte unmöglich machen. Auch die Stundengeschwindigkeit ist genau festgelegt, die schon deswegen gar nicht überschritten werden kann, weil der beschränkte, zur Verfügung stehende Raum den Einbau großer Maschinen nicht gestattet. Dennoch wird natürlich versucht werden, innerhalb der gezogenen Grenzen aus den neuen Booten einiger- • maßen leistungsfähige Glieder unserer Flotte zu machen. Eins allerdings hat uns auch der Friedensvertrag nicht wehren können: in den Neubauten die Erinnerung an ruhmreiche Taten und schlacht- und sieggewohnte Schiffe unserer alten Marine wachzuhalten. Schon das am 4. März 1926 vom Stapel gelassene Typboot „Möwe" läßt die Erinnerung an die kühnen Kreuzerfahrten der raschen „Möwe weiterleben. Mit dem „Seeadler" wird die Kaperfahrt des Grasen Luckner lebendig, während „Greis" und „Albatros" an heftige gegen eine Uebermacht geführte Gefechte tapferer blauer Jungen gemahnen, die mit ihren Schiffen untergingen, und deren Ruhm in den Namen der neuen Boote ewig fortleben wird. Die Konferenz der baltischen Außen- m i n i st e r ist zum Abschluß gekommen. In allen Fragen konnte Uebereinjtimmung erzielt werden. Es wurde vor allem beschlossen, auf den russi- sch en Garantievorschlag zur gleichen Zeit und gleichlautend ju antworten. Wie verlautet, will sich auch Polen dieser Note anschließen. Die Eröffnung der britischen Reichskonferenz ist auf den 5. Oktober festgesetzt. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 16. Juli 1926. 75 Jahre Gießener Burschenschaft „Germania". Als eine der ältesten Gießener studentischen Korporationen begeht in diesen Tagen die G i e- ßener Burschenschaft „Germania" die Feier ihres 75jährigen Bestehens. Aufs engste verknüpft mit der Entwicklung Gießens als Hochschulstadt in den vergangenen 7 Jahrzehnten, sieht die „Germania" an ihrem Ehrens tage auf ein reiches Stück Geschichte im allgemein burschenschaftlichen und studentischen, sowie aber auch im lokalen Sinne zurück. Die Gründungszeit des Bundes liegt in den gärenden und bewegten Jahren um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, in einer Zeit, wo die burschenfchaftliche Bewegung eine weit über den Rahmen allgemein studentischer Verhältnisse hin- ausgehende Rolle zu spielen hatte. Lange vor dem heute offiziell geltenden Gründungsjahr der „Germania", dem Jahr 1851, schon sehr bald nach der 1815 in Jena erfolgten Gründung der ersten deutschen Burschenschaft, setzte in Gießen die burschenschaftlicke Bewegung ein, die dann für die erste und weitere Entwicklung des burschenschaftlichen Gedankens überhaupt von hervorragender Bedeutung geworden ist. Das Wirken der „Gießener Schwarzen" und die 21 amen alter Gießener Burschenschafter, wie Sollen, Weidig und Welcker, schließen allein ein Stück nicht nur burschenschaftlicher, sondern allgemeiner, insbesondere politischer Geschichte in sich. Eine von den Genannten schon in den Jahren zwischen 1817 und 1820 ins Leben gerufene Bur- schenschaftliche Studentenvereinigung, „Die christlich deutsche Germania" ist der erste, offiziell bekannte Zusammenschluß Gießener Burschenschafter, und gegen sie wendet sich wie gegen alle ihre Rachfolgerinnen der schärfste Kampf der Behörden, die in ihr eine politische Verschwörervereinigung zu sehen glaubten. Teils im geheimen, tetls wenigstens zeitweise geduldet, bestanden derartige Vereinigungen, die eine auf der andern auf bauend, dann in den nächsten Jahren fort, bis im Sorrnnersemester 1851 eine Anzahl Studenten die „Verbindung" Germania — der Rame Burschenschaft war aufs strengste verpönt — gründeten, nachdem sie die Vorarbeiten unter dem Ramen einer Kneipgesellschaft „Rassauer Hof" im Jahre vorher geleistet hatten. Dem jungen Bund waren die ersten Jahre des Bestehens nicht leicht, besonders seiner politischen Einstellung wegen — getreu dem leitenden burschenschaftlichen Gedanken arbeitete auch die „Germania" am damals unverstandenen Gedanken eines großen einigen Deutschen Reiches — und vor allem seitens der Tlniversitätebehörde hatte die junge Burschenschaft viel zu leiden. So wurden in diesen ersten Jahren an Stelle des aufs schärfste verfolgten schwarz-rot-gold die schwarz-rot-grünen Farben getragen, die noch heute die „Germania" als Ehrenband führt. Trotz diesen Kämpfen um den eigenen Bestand trat schon sofort nach ihrer Gründung die Gießener „Germania" unter den damals an deutschen Hochschulen bestehenden Burschenschaften hervor, vor allem durch ihre Bestrebungen, dem altburschenschaftlichen Grundsatz folgend, eine Vereinigung sämtlicher deutschen Durschenschaften herbeizusühren. Diese Versuche, die besonders im Jahre 1856 stark betrieben wurden, hatten nicht vollen Erfolg, doch kam es nach einigen kleineren, Zusammenschlüssen 1858 auf Betreiben der Gießener „Germania" zur Gründung deS sog. Rord- deutschen Kartells, einer Vereinigung mehrerer Burschenschaften, die in den weiteren Jahren, mit wenigen Unterbrechungen fortbestand und die für die innere Gestaltung der heute bestehendsn „Deutschen Burschenschaft", bekanntlich des größten studentischen KorporationSverbandes, mit von grundlegender Bedeutung geworden ist. stalt" auf dem rechten Lahnufer, etwas unterhalb der .Pulvermühle". Später erst, als weitere Kreise Interesse an der Sache fanden, wurde die Anstalt nach dem linken Ufer, an die Stelle, wo sie sich heute noch befindet, verlegt und bert immerhin noch anspruchslosen Bedürfnissen entsprechend ausgebaut. Ihre heutige, allen Erfordernissen entsprechende Erweiterung erhielt sie vor drei Jahren durch Anfügung eines längst zum Bedürfnis gewordenen Familien- bzw. Frauenbades. Vorher konnten nur die Knaben der Mitglieder bis zum 14. Lebensjahre das Bad ohne Entrichtung einer Sondergebühr mitbenuhen, ältere Söhne waren beitragspflichtig. Heute ist es möglich daß Mann, Frau und Kinder beiderlei Geschlechte dort baden fönnen. Geräumige, Helle mit Spiegeln und Bildern ausgeschnrückte Hallen, die sogar mit an» beimelndem Fensterschmuck in Wettbewerb mit demjenigen der Häuser in der Stadt zu treten scheinen, bieten den Badenden angenehmenAuseni» halt. Das Luftbad bietet Raum zum Liegen, Turnen, Stemmen, für die Kleinsten zum Sandplanschen. und die ausgedehnte Wasserfläche Platz für eine große Anzahl Schwimmer und Richtschwimmer. Die Gründer des Vereins würden sicher ihre Freude an der Anlage haben, wenn, sie noch lebten. Im Jahre 1837 legte sich der Verein Satzungen zu, die im Jahre 1861 vervollkommnet wurden. In diesen Satzungen wurde wiederholt strenge Sittsamkeit und sonst einwandfreier Lebenswandel zur Voraussetzung der Mitgliedschaft gemacht. Zu Besuch hier weilende Freunde konnten eingeführt und ihnen das Baden ohne Entgelt gestattet werden. Studenten hatten als außerordentliche Mitglieder das Recht zur Benutzung des Bades. Heute zählt der Verein rund 800 Mitglieder einschließlich Frauen. Am nächsten Sonntag, 18. Juli, soll aus Anlaß des 90jäßrigen Bestehens des Vereins eine Festlichkeit stattsInden, und zwar Wettschwimmen am Pormittag und Volksfest im Luftbad am Rachmittag, bestehend in Kinderspielen, Preis- schießen, humoristischen Wasserspielen, Konzert usw. Hoffentlich gestattet die Witterung der Veranstaltung einen zahlreichen Besuch Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Volkshochschule: 8 Uhr, Singsaal der Oberreal* schule, Hörer-Versammlung. — Deutschnationaler H a nd- lungsgehilfen-Verband. Man schreibt uns: Am Sonntag, 18. Juli, veranstaltet der D. H. D., Ortsgruppe Gießen, einen Familienausflug nach der Hardt-Terrasse. Mit dem Aus- , flug find Kinderbelustigungen und sonstige Veranstaltungen verbunden. (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage. Tagsüber wieder kräftige Erwärmung und erneutes Auftreten von Gewittern bei östlichen bis nördlichen Winden. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 29,4, Minimum 16,1 Grad Celsius. Riederschläge: 34,4 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 17,0 Grad Celsius. Für uie inneren Verhältnisse der „Germania" sind im folgenden dann das Jahr 1862, das die Gründung der zweiten Gießener Burschenschaft, der „Alemannia", brachte, und 1863, wo endlich die „Germania" seitens des Senats die offizielle Anerkennung fand, bestimmend, Jahre einer geruhigen Entwicklung, die dann durch den Deutsch- Französischen Krieg unterbrochen wurde. Vor allem aber die Reichsgründung, die dem alten Durschenschafterideal d e Erfüllung brachte, war auch für die „Germania" ein Höhepunkt, der sich bann in den in den achtziger und neunziger Jahren solgenden Gründungsbewegungen der Allgemeinen deutschen Burschenschaft, an der die ..Germania" tätig Anteil nahm, auswirkte. Gelegentlich der Feier des 50jährigen Stiftungsfestes im S. S. 19 0 1 wurde das Germanenhaus ein« geweiht, als eigenes Heim der Burschenschaft, die bis dahin in den verschiedensten, heute teils verschwundenen, teils kaum noch bekannten Alt- Gießener Lokalen getagt hatte. Das jüngste und naturgemäß am tiefsten in das Leben des Bundes einschneidende Ereignis war der Weltkrieg, der viele Germanen zu den Fahnen rief und in dessen Verlauf über zwanzig Angehörige der Burschenschaft den Treuschwur, den sie als junge Gießener Germanen dem Vaterland geleistet, mit dem Heldentod besiegelten. Die Kriegs- und Rachkriegs^ahLe mit all ihren Wandlungen und Tlmwälzungen sind wie an allem studentischen und korporativen Leben auch an der „Germania" nicht spurlos vorbei- gegangen, ohne jedoch die reiche und bewährte Tradition des Bundes im wesentlichen zu beeinflussen. ilnö wenn in diesen Tagen, so wie vor sieben Jahrzehnten in Alt-Gießens Gassen die roten leuchtenden Mützen mehr wie sonst das Straßenbild beleben, so ist das ein Ausdruck dessen, wie fest das schwarzrotgoldene Band alle umschlingt, die nicht in frohen Burschentagen es trugen und mit welchem Stolz die Gießener „Germania" ihren Ehrentag begehren können. 90 Jahre Männer-Vadeverein Gießen. Im Jahre 1836 vereinigten sich eine Anzahl Gießener Bürger zu dem Zwecke, an Stelle des wilden Badens in der Lahn, das zu allerlei älnzuträglichkeiten geführt hatte, geregelten Badebetrieb zu setzen. Da ihnen nur geringe Mittel äu Gebote standen, waren die Einrichtungen des Bades sehr einfach. Eine Bretterbude mit Sih- bänken und Kleiderhaken war alles, was als grüßt. Im Laufe des Rachmittags mußten sie sich immer wieder auf dem Balkon des Hotels zeigen, um die Huldigungen der Menge entgegenzunehmen. Am Abend veranstalteten die Sportvereine ein Fest für die Polarflieger, bei dem der Verteidigungsminister die Festrede halten wird. An den Festlichkeiten nehmen u. a. der italienische, der amerikanische und der schwedische Gesandte teil. Am morgigen 54. Geburtstage Arnundsens wird ein Volksfest veranstaltet werden, auf dem Frithjof Ransen die Festrede halten wird. Die Hochwasserschäden in Thüringen und Sachsen. Vertreter der thüringischen Regierung und der Kreis- und Gemeindebehörden besichtigten die von dem Mntoettet betroffenen Gebiete in Thüringen. Der „D. A. Z." zufolge beträgt der Schaden in Rord-Thüringen weit über 2'/s Millionen Mark. In West- und Süd-Thüringen wird der Schaden auf über 3 Millionen geschäht. Im Eichsfeldgebiet beläuft er sich auf über eine Million. Rach der „D. A. • .4' ■ W " K/w » nm ’'xS örnkendv" Wiederum wurde einer der Unseren, der Oberleutnant im 21. Inf.-Regt. Marcel Schaefer zur großen Armee abberufen. Als ein in Krieg und Frieden bewährter Kamerad wird der nach kurzem Leiden Heimgegangene in unserem Gedächtnis fortleben. Verein der Offiziere des ehern. Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116. Gießen, den 15. Juli 1926. 5958D KM.HMlW für die Konzerte der in der Volkshalle zu Gießen am Sonntag, dem 25. Juli 1926, nachm. 3.30 Uhr u. abends 8 Uhr in den Zigarrengeschäften der Firmen Mörser und Loeb. 5938D Cafe Ernst Ludwig Samstag, den 17. Juli, abends 8 Uhr Sonderkonzert mit verstärkter Hauskapelle. 5946c Anschließend: TANZ. Ich veranstalte keinen | Saison-Ausverkauf dagegen kaufen Sie bei mir während des ganzen Jahres prima Ware zu Ausverkaufs - Preisen! Beachten Sie meine Serienpreise: 2 Paar Elorstrümpfe, schwarz und farbig .... ......... »5 2 Paar Kindersocken mit Wollrand, Große o—10........... 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Er wurde immer fauler und nachlässiger, bis mir endlich die Geduld ausging, und ich ihn mit einem Brief zum Eingeborenenrichter sandte, wo er gehörig zurechtgesetzt wurde. Als er zurückkam, fragte ich ihn, was der Cingeborenenrichter gesagt hätte. Er sah mich recht dumm an und dann sagte er nach längerem Schweigen: „amri ya muungu“. Was ihm aber zugestvßen war, verriet er nicht. Auf jeden Fall verrichtete er von nun an seine Arbeit wieder zu meiner vollen Zufriedenheit. Auf einer Reise im Gebiete des Luvegu- flusses war einem meiner Träger beim Durchschlagen einer Lianenart der Saft derselben in die Augen gespritzt. Der Mann schrie vor Schmerzen furchtbar auf, er konnte die Augen nicht mehr öffnen. Meine Leute sagten mir, daß er erblinden werde. Ich lieh ihm die Augen mit Wasser auswaschen, aber auch dieses half nichts. Als ich einen der ortsansässigen Leute nach einem Gegenmittel fragte, gab mir dieser zur Antwort, daß es keins gäbe. „Der armeMensch wird erblinden“, äußerte ich. Worauf man mir antwortete: „amri ya muungu“. Ich geriet in Wut. Der Dorfälteste, bei dem wir lagerten, sagte mir, daß ihm vielleicht geholfen werden könne, wenn ein in der Rähe wohnender Eingeborener gerufen würde. Ich lieh den Mann holen unb der erklärte mir, daß nichts zu machen sei. Damit gab ich mich jedoch nicht zufrieden. Rach langem Verhandeln mit ihm versprach er endlich einen Versuch zur Rettung des Verletzten zu machen. Wir begaben uns daraufhin an eine einsame Stelle hinter meinem Lager und hier wurde die heilwirkende Arznei zusammengebraut. Der Heilkundige suchte kurze Zeit unter den vorhandenen Gräsern, rupfte einige aus und kaute sie. Den durch das Kauen entstandenen Saft spuckte er in eine Schale aus der Kokosnuß, mischte ihn mit Wasser und wusch hiermit dem Kranken die Augen aus. Es vergingen kaum zehn Minuten und er konnte die Augen wieder öffnen, die von dem beizeirden Safk rot wie Feuer geworden waren. Als wir in unser Lager zuruckkamen, wunderten sich meine Leute ganz und gar nicht über den Heilerfolg. Alle waren der Ansicht, daß dies ledigllch „Amri ya muungu" sei. Einige Tage später erkrankte einer meiner Leute derartig, daß er unfähig war, weiterzumarschieren. Meine Karawane, die mir unter Führung eines Askari ungefähr eine Stunde später folgte, weil ich unterwegs ein Stück Wild erlegen wollte, lieh den Erkrankten einfach im Dusche liegen. Als sie mittags zu mir stieß, wurde mir der Vorfall gemeldet. Ich ließ sofort durch einige Träger den Mann holen, Unwillig fügten sich meine ermüdeten Leute diesem Befehl, ich half ihnen jedoch auf die Deine. „Er wird schon folgen“, meinten sie. „Wenn er aber nicht gehen kann und verdurstet oder sogar von Löwen gefressen wirdl" „Heizuru,“ „was liegt daran,“ „Amri ya muungu“. Rach drei Stunden kehrten sie mit dem Kranken ins Lager zurück und nach einigen Tagen war der Mann wieder gesund. Und heute, nach fast fünfzehn Jahren, seit ich dieses erlebte, denke ich noch oft an diess fatalistische Lebensauffassung der Reger zurück. Es war ja auch zu angenehm, für alle Handlungen den WUlen Gottes verantwortlich zu machen, namentlich wenn es etwas war, das mit einer Strafe gesühnt werden muhte. Hatte man dagegen eine Tat vollbracht, die mit einer Belohnung sehr nahe in Berührung kam, dann trat man diese selbstverständlich nicht an seinen muungu (Gott) ab, sondern nahm sie ganz gern an. ^Ind nun, lieber Leser, überlasse ich dir die Weiterbetrachtung über dieses Amri ya muungu. 3ch bin trotz langem Rachdenken noch nicht mit mir einig geworden. Rur das eine will ich dir zum Schlüsse verraten, daß es nur in ganz bestimmten Fällen anwendbar ist. Unb diese Fälle mag dir dein Gewissen, dein Ehrgefühl und dein Derantwortlichkeitsgefühl im stillen Kämmerlein anzeigen. Wenn du das Amri ya muungu so anwendest, dann wird es dir sicherlich zum Segen gereichen. $5D "chwaliner Nhiiii ^Hauben, Stanb ii WN Auto- Anruf I 2464. Rechtsanwalt Und Grünberg. Telephon I Nr. 30. i........5921D | MU a. Mowan verlöten. 'Sieüerbrlngcr erb. Belohnung. 04926 Fonk, Bergwerk. Vereine Batin- IM* WM HM samötan, h- M abends 8", Ubr, in Beremöloial SloM Wetzlar. Tagesordnung roiri in berSerlümniluno bekamiigegebeii. grltbtmen am MigltederdrinsZ erforderlich- Der tBoriM Samstag, NAll, abends 9 Ubr- Große ) Kneipe »«US WMdes «Portland. hHi M UsWi Mitglieder' sttW* Firtw-, ASS ^relv- -zsieÜS iüietzener Anzeiger (EsneiaiA-rzeiger für Gverhesjei, Nr. <64 Zweites Blatt ----- -------J ----- Das Kriegsspiel des Friedensbringers. Don unserem ns.-Derichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Prag, Mitte Juli 1926. Roch früher Sonntags morgen ist es, und schon brennt die Sonne, wie nie in den Wochen vorher. 3m Gold des funkelnden Morgenscheines glänzen die Kuppeln und Türme. „Goldenes Prag“. Drinnen in der Allstadt, der riesige Platz, nach hr benannt. In der Mitte das mächtige Denk- nal Hussens, des „Ketzers", der in Konstanz im Scheiterhaufen endete, des jetzigen Rational- Öeros. Erzgewordene Leidenschaft und Derbissen- *jeit, die Grundclemente seit Generationen im Leben zweier Völker, die hier auf Tod und Leben ärnpsen. Ringsum künden gotische Türme von nner Zeit, die noch deutsch und in der es anders nar. Auf dem Ballon des allen Rathauses hat Präsident Masarhk mit der Regierung Platz renommen, neben ihm Außenminister B e n e s ch, Die immer. Auf den Tribünen, darunter der Lorbrnckyor von London, Diplomaten, Offiziere, i)urchweg aus Staaten, die man noch von der »Sroßen und der Kleinen Entente her kennt, Diesmal nur etwas merkwürdig in Gruppen llehenb, sichtlich nicht bloß durch den Zufall zu- lammengewürfelt. Run klingen die Fanfaren hell auf, Marschmusik, ein Wald von Fahnen. Unb hinterher hhwenken die Achterreihen auf den Platz ein. Wie ii Fieberschauern rasen die Massen. 3 Stunden währt der Aufmarsch, dazwischen immer wieder Musikkapellen. Immer wieder dieselben Typen, disziplinierte Gestalten in roten Hemden, den grauen Dolmans, die sie über die Schulter tragen, unb den schwarzen Schaftstiefeln. Eine Armee- Parade. Das Ganze nennt sicy Gedenkfeier für Ian Huh im Rahmen eines „nationalen Sportfestes", wie die oberuauf der Burg den fremden Besuchern gegenüber r^cfen Auftakt zum Alls okol- kongreß nennen. Früher Rachmittag. Die Sonne brennt aus tote Riesenarena, die in wenigen Monaten durch nagebeure Geldmittel aus alten verlassenen Stein- »TÜchen geschaffen worden ist. Schon der dritte §ag. StetÄ das gleiche Bild. Ununterbrochen flohen drei Riesentore die Massen aus, die dann j-u den Klängen einer Monstre-Militärkapelle turnen. Doch der an sich schon ungewohnte Zug riicksichtsloser, überspitzter Disziplin, der immer d-as Gefühl auskommen läht, hrer arbeitet eine inilitärische Truppe in Halbzivil, scheint heute «roch betonter. Die Fechtübungen mit dem Stab, o usgeführt von 20 000 Männern, bet sinkender Sonne tue Rellübungen von 600 Sokoln, die W [}Teioch erfolgte, nicht an. Es fehlt aber auch noch V Jet Spanier, dem die schwarze Hikssitenfahne mit )em roten Kelch allzu antikatholisch vorkam, M und der Italiener bemüht sich, auch nicht zu ’ rerhehlen, daß er nur „seine offizielle Mission W.rfünt“. Die Delegation der Munizipien und ■ 5t rirporationen seines Landes fehlen gleichfalls. « 2Cuf Anfrage stellte man dies in der italieni- ■ ! Gut, alles — aber auch restlos alles — konnte :t imt amri ya muungu ertragen unb abtun. So nerfte ich eines Tages, bah meine Flasche Him- iearfaft seht rasch ihrem Enbe entgegen ging. Unb j? nehr ber Inhalt abnahm, befto bünner würbe Iw Saft. Es muhte mir also irgenbeine schwarze ft-rle beim Leeren ber Flasche mithelfen, unb hmit biefc liebevolle Hilfe nicht allzusehr in bie (lugen fiel, goß man stets etwas Wasser nach, lern in ber Diöel steht ja schon, laß beine Linke r.cht wissen, was beine Rechte tut. Der Verbucht, ft er Wohltäter zu sein, lentte sich auf meinen Wiener, benn er liebte es sehr, nachmittags in tatubeinem Eingeborenen-Cafs Süßigkeiten zu !»zu nehmen. Ich verlor über bie ganze Ange- ixmheit kein Wort, sondern ging in bie Apo- jade, kaufte mir hier ein gutwirkenbes Abführ- riftet unb mischte es bem Inhalt ber Flasche ä- Die Wirkung war einfach vetblüffenb. Als ich ünlich am andern Mittag nach Hause kam, mellet* sich mein Diener krank. „Bana, ni mgonjwa sana" „Herr, ich bin sih» krank". „So — was fehlt dir denn?" „Nina Harra sana". „Ich habe einen furcht- brat Durchfall" llchen Himmel auf, manövrieren über bem Fest- platz. Während die Dlicke der Hunderttausenbe noch gebannt gen Himmel starren, hat das militärische Schauspiel in der Arena selbst seinen Anfang genommen. In den beide n Ecken an der Westseite ist Infanterie aufgezogen, hat mit ihren Maschinengewehren Stellung genommen. Eine Kavalleriepatrouille galoppiert aus dem riesigen Mitteltor, bekommt Feuer. Eine Scha- dron folgt, fitzt ab, nimmt das Feuergefecht auf. Infanterie rückt nach. In das Tack-Tack der Maschinengewehre mischen sich dumpfe Schläge. Schwere Artillerie greift aus weiter Ferne ein. Handgranaten bersten krachend, zwischen den Flugzeugen am abendlichen Himmel Platzen Schrapnells und ziehen feurige Garben. Panzer- autos fahren auf. Schnellfeuergeschütze rattern. Das Schlachtenbild ist vollständig. Dald ist die Riesenarmee in Pulverdampf gehüllt. Rur durch die zuckenden Dlihe des Mündungsfeuers wird die Szene gespenstisch erhellt. Die 200 000 Menschen ringsum sind in atemloser Spannung versunken. Mit ihnen die Diplomaten, Offiziere, Zeitungsleute auf den Tribünen, wo Präsident Masaryl, der jetzt wieder an einer „konkreten Logik" schreibt und Dr. Denesch freiwillig die Rolle des europäischen Friedensapostels übernommen hat, sitzen ... Trompetensignale. Ende. Es liegt jene eigenartige Stimmung über den Menschen, ein Gemisch von Staunen, Gedrücktheit und Stolz, vergebens nach Ausgleich und Ausdruck ringend, die allen Versuchen, sie zu zergliedern, trotzt. Allgemeine Erschlaffung, die eine Steigerung unmöglich erscheinen läßt. Marschmusik. Wieder offnen sich die Tore unb speien Truppen aller Formationen. Infanterie, Kavallerie, Feldgeschütze. Motormörser, bewaffnete Motorfahrer. Unb dann — Erlösung. Drausende Rufe. Was sind die Degeisterungs- ftürme der letzten Tage gegen das Rasen ber Massen! Die jugoslavische Militärbelegation hat den Platz betreten. Ein Detachement der Del- graber Kriegsschule, ohne Marineabteilung unter Führung eines Admirals, eine kriegsstarke Infanteriekompagnie in feldmähiger Ausrüstung. Alle Abteilungen geführt von einem General zu Pferde. Run galoppiert er vor, trifft sich mit dem General ber Tschechen, beibe galoppieren weiter, ziehen bie Degen unb salutieren vor ber Präsi- bententribüne. Tschechische und jugoslavische Märsche, bas Ganze ist in Bewegung. Defiliert in musterhafter Ordnung — imponiert! Die Menschen um uns sind versunken. Hilflos sucht die Erinnerung. Doch — Iulitage 1914. Unb bie Logen ba vorne beginnen eine beredte Sprache zu sprechen. Die nervöse Spannung in Herrn Deneschs Gesicht ist sichtlicher Befriedigung gewichen. Sir Clark, der englische Gesandte, er ist diesmal als Spezialgesandter des englischen Königs anwesend, kann sein Verständnis für bas Schauspiel ba unten nicht verbergen, bemüht sich auch gar nicht. Wickham Steeb, ber slawophile Engländer, der bie großen publizistischen Attaken für bie Tschechen unb gegen bie alte Donaumonarchie geritten hat, nicht minder. Unb selbst ber Lorbrnayor von London scheint in diesem Augenblick zu verstehen, daß hier nicht ein Spiel um des Spieles willen gespielt wirb... Kein Zweifel, bie Tschechoslowakei ist heute bie entscheibenbe Militärmacht Mitteleuropas. Mit Jugoslawien zusammen stellt sie zwei Millionen Menschen jeben Augenblick ins gelb. Daß sie bies heute kann, darum haben sich bie Franzosen verbient gemacht. Daß sie dies in Zukunft können wirb, wirb vielleicht einmal bas Verbienst ber Eng- länber sein. Run erst fällt uns auf: bie Franzosen sinb nur burch einen simplen Major vertreten. Welch ein Wandel! Vor einem halben Jahre stellten sie noch den Generalstabschef der tschechoslowakischen Armee. Der Italiener fehlt, er wäre heute wahrscheinlich noch kühler als am Sonntag... Hinter mir erzählt ein Sokol, in Italien beheimatete Jugoslawen, Bewohner ber von Jugoslawen besiedelten unb heute zu Italien gehörigen Küstenstriche, bie ziM Allkosolkongreh „Oh, bu armer Kerl ,wie bebaute ich bich. Wie kommst bu beim zu solchen Dingen?" „Amri ya muungu", antwortete er mit trauriger Stimme. Klitsch — klatsch — zwei Ohrfeigen waren meine Antwort. „Dom Himbeersaft ist es, bu Schafskopf: ich habe ihn mit einem Abführmittel gemischt weil bu ihn ohne meine Erlaubnis weggetrunken hast." Der Mann zog ein langes Gesicht, sah mich erstaunt an unb ging sofort toieber an seine Arbeit. Er war geheilt. Unb ich — ich konnte bie rechte Hanb kaum noch bewegen, so wehe hatte ich mir an bem harten Schädel bes Diebes getan. Ein anberes Mal trug sich solgenbes zu: Ich hatte mir einige Pfund Würfelzucker gekauft, bie ich für Dienstreisen zurückstellen lieh. Monate vergingen, bis ich ihn enblich benötigte. Als ich ben Auftrag zur Ausführung einer längeren Reise bekam, rief ich meinen Koch unb meinen Diener herbei, um mit ihnen zu beraten, was ich als Dorrat noch alles antaufen müsse. „Reis, Mehl, Essig, Oel, Salz unb Zucker," sagte ber Koch. „Zucker? Zucker muß doch noch genügenb vorhanden sein." Beide suchten eifrig in den Koffern und Kisten herum. Richts war zu finden. „Ihr wißt doch, den Zucker, den ich vor etwa zwei Monaten kaufte unb ben ich zurückstellen ließ." „Ja, ich weiß es," sagte ber Diener. „Ich habe ihn hier in biefe Kiste gestellt." Beide suchten nun eifrig in ber fraglichen Kiste. Richts wurde gefunden. „Wo ist ber Zucker hingekommen?“ Deide machten sich gegenseitig Dorwürfe unb warfen sich alle möglichen Schmeichelnamen an den Kopf. „Sag es doch enblich" ermahnte ber Koch den Diener. „Sag es doch enblich" ermahnte ber Diener den Koch. Der Koch meinte bann schließlich daß vielleicht ber Teufel hier seine Hand im Spiele habe. Doch bannt war ber Diener nicht einverstanden, denn er kannte meine Ansicht über den Teufel zu genau. Er schilderte noch einmal ausführlich wo, wie und wann er den Zucker verstaut hatte. „Hier in diese Kiste, in diese Ecke habe ich ihn gelegt. Es war an einem Samstag. Unb jetzt ist er nicht mehr da." wolllen, seien an ber italienischen Grenze von Detektiven feftgenommen und wie Dcrbrechcr zu- rückbesördert worden. Politik! Auf den Gesichtern der Offiziere. Diplomaten und Zeitungsteute ein Ausdruck, sie alle haben verstanden. Rur Aerger, Zurückhaltung und Wohlwollen verursachen interessante Ruaneen. Im Herbste aber wird Herr Dr. Denesch wieder in Genf im Dund der Dölker — vom Frieden sprechen... Reist nach Tirol! Der Rame Tirol ist vom Drenner südwärts verschwunden, gewaltsam ausgemerzt. „Alto Adige", Oberetsch, so heißt das Land Andreas Hofers. Unb ebenso sinb alle bie uralten kerndeutschen Ortsnamen vertoelscht, alles Deutsch- Historische unterdrückt und durch nichtssagende Wörter erseht. Wer erkennt das trauliche Ster- zing in Dipiteno, Klobenstein in Collalbo, Sig- mundskron in Ponte Adige, St. Ulrich in Ortisei? Piazza Dittorio Emmanuele! So schnell wie die Stations- und Firmenschilder ist freilich das Wesen eines Dolles nicht umgekrempelt. Unwillkürlich hört auch der Schaffner, meist einer ber zweisprachigen Tren- tiner, ehemaliger „Irredentist“, auf das bekannte Wort, wenn der Reisende nach Waidbruck oder Gossensah will, und alle mitreifenben Lanbes- kinber freuen sich! Ueberhaupt ist es diesen immer eine Freude, Deutsche bei sich zu sehen, und zutraulich sprechen sie sich aus, wenn sie verwandte Gesinnung spüren. Rirgends ist der deutsche Gast freundlicher bewillkommnet und besser aufgehoben als in einem noch von deutschen Tirolern oder Oesterreichern geführten Gasthof oder in einem gediegenen Dürgerhause. Welch interessante Studien an Land und Leuten, an allen Sillen unb alter Kunst kann man da machen, unter Leuten, die sich selbst mit doppelter Kraft auf die alte Geschichte und Kultur ihres Landes besonnen haben und sich der Teilnahme der Volksgenossen aus dem Rorden doppelt freuen. Ein besonderes Kapitel sind die Schulen. Die prächtigen deutschen Schulen in Dozen, vom Gelbe ber deutschen Bürger erbaut, müssen sich nach italienischen Prinzessinnen, Mafalda, Elena ufto. nennen, mit Riesenbuchstaben über bem Tor. Unb drinnen zwingt der italienische Lehrer die Kinder zum faszistischen Gruß unb belehrt sie über bie Großtaten ber Ration im Weltkrieg unb bie jetzigen des „Duce“, und bie deutsche Sprache wird in jeder Weise unterdrückt. Aber die Mutter zu Haus lehrt die Kinder deutsch lesen und schreiben unb beutsch beten. In den Läden, in ben bürgerlichen Gasthäusern ist alles deutsch wie vordem. Sie sprechen das kräftige rauhe Deutsch ber Alpenlänber, bajuvarifch anklingend, unb sie freuen sich über die Besucher „aus dem Reich". Die Menschen, die Häuser, die Straßen, so reinlich, so freundlich, so gemütlich, so einfach unb gediegen, wie deutsch ist das alles! Hier hört man nicht Schreien und Zanken auf ber Gasse. Was italienisch spricht sinb Arbeiter, bie massenhaft angefiebelt worben sinb, unb ihre Kinber, bie sichs wohl sein lassen in hübschen Häusern, in den sauberen Parkanlagen. Mögen sie immerhin: es sinb gutmütige Menschen, unb sie haben schone Kinber. Aber unwissend sind sie zum Erbarmen. Was auf sich hält in Bozen, Kleinbürger, Weinbauer, Kaufmann, Beamter, das ist beutsch unb spricht nur deutsch. Wie bie Bevölkerung empfindet, das hat sich kürzlich gezeigt beim Heimgang des „letzten" Bürgermeisters Dr. Jul. Perathoner, des ausgezeichneten deutschen Mannes. Richt ohne Gegnerschaft, besonders von klerikaler Seite, war der liberale Führer geblieben während seiner 26jährigen Amtswaltung. Im nationalen Unglück war das alles vergessen, er war ber Vorkämpfer ber deutschen Sache. Am 20. April bieses Jahres trug man ben Sechsunbsiebzigjährigen zu Grabe. „Ein ganzes Voll schritt hinter seiner Dahre", schrieb der „Dolksbote", unb bas war keine Uebertreibuhg, ganz Tirol hatte seine Vertretungen gefenbet. In langer Reihe folgten auch bie Frauen der Stadt, darunter solche der hohen Aristokratie des Landes. Die imposante Trauer- j-tuag, io.puli (926 funögebung war ein Treuschwur, das Bekenntnis eines ganzen Volles zu seinem Dollstum. Der Deutsche aber, ber nach Südtirol kommt, darf sich sagen, bah er schon durch sein Erscheinen, seine Sprache, sein 3n:ereffe daä Deutschtum stärken Hilst, unb bie wunderbare Schönheit des Landes, mit den herrlichen Bergen unb mit der von den Bergen herab redenden, bald zweitausendjährigen deutschen Geschichte wird ihm das Herz bewegen, das Bewußllein der Un- zerreihbarkeit von Rord und Süd deutschsprachigen Landes in ihm aufs neue en'zünden. Dr. F. Entwicklung des Bolschewismus. Man hat der Herrschaft des bolschewistischen Systems schon nach einem Jahre ihres Bestehens ein baldiges Ende voraus gesagt. Aber sie besteht heute noch). In seiner Weltorganisation ber 3. Internationale lämpft ber Bolschewismus um Errichtung seiner Weltherrschaft. Unter den Mächten des europäischen Kontinents hat er seine meisten Sendlinge in Deutschland. Mit den lommuniftifden Reiwstags- abgeordneten hat er ebenso viele Vertreter unb Bevollmächtigte im deutschen Parlament. Man kann heute kaum mehr behaupten, daß über die Zustände in Sowjetruhland zu wenig Berichte von Augenzeugen vorliegen. Trotzdem ist das Gefühl der Unsicherheit in der Kenntnis Ruhlands ebenso groß wie das der Unsicherheit in Handel und Verkehr mit Sowjetrußland. Ist Bolschewismus gleichzusehen dem Kommunismus? Ist er eine rein geistige Bewegung? Ist er heute noch in ber Tat das, als was er sich ausgibt? Warum ist seine Herrschaft nvch nicht zusammengebrochen? Diese und Dutzende ähnliche Grundfragen drängen sich uns heute immer noch auf. Unter den Hunderten von Veröffentlichungen über das Land und fein Regierungssystem lassen sich solche auf das Wesen eingehende an den Fingern einer Hand abzählen. Vielleicht die sachlichste und bei mäßigem Umfange zugleich umfassendste Behandlung bietet das neueste Sonderheft der „Süddeutschen Monatshefte" (München) „Entwicklung des Dolschewis- mus". Warum begreift gerade ber vorwiegend wirtschaftlich denkende Mensch bei uns nicht die hinteren Gründe der großen Wirtschaftsstockung bei uns und im ganzen übrigen Europa? Weil er nicht beachtet, dah Europa seit dem Weltkrieg in seinen natürlichen und geschichtlichen Absatzgebieten nicht nur neuen Industrien, sondern auch neuen Menschen und Ideen gegenübersteht, vor allem im Osten. Tiefschürfend untersucht nun die neue Veröffentlichung zunächst die Entwicklung des Bolschewismus aus dem ganzen geschichtlichen Aufbau der russischen Gesellschaft und Äuftur heraus, bie ja — wir erinnern nur an das Fehlen eines eigentlichen Bürgertums — so grundverschieden ist von ber westlichen. Die räterussische Wirtschaftspolittk bleibt eines ber packendsten Studiengebiete, namentlich der Kampf des Bolschewismus gegen seine drei mächtigen Feinde, das internationale Kapital, ben inneren Markt unb den nüchternen Verstand der russischen Dauern. Rußlands Inbustriewirtschaft im besonderen berührt nach bem Abschluß bes beutsch-russischen Vertrags unsere eigenen wichtigsten Absatz- Probleme. Wir finden hier auch bie neuesten, genauen Zahlen über ben Deschäftigungsstanb unb bie Löhne der russiscben Arbeiter und über bie Verteilung ber verschiedenen Industrien auf die vier Unternehmungsformen, nämlich die rein staatliche, die genossenschaftliche, private und ge- mischt-wirtschaftliche. Ein sachlicher fesselnder De- richt über die Lage ber Wissenschaft in Rußland berichtigt viele übertriebene und falsche Ansichten, bie durch wissenschaftliche ober politische Propagandareisenbe sich bei uns festgesetzt haben. Rach ben Originalberichten ber Komintern ist in einer bemerkenswerten Zusammenstellung die Weltlage im Spiegel der 3. Internationale toiebergegeben. Aus einer Reihe kleinerer Abhandlungen zum Thema sind besonders die Enthüllungen zur Ermordung bes beutschen Dot- schafters Grasen Mirbach hervorzuheben. Turnen, Sport und Spiel. Kampfspiel-Rückrblick. Die zweiten Deutschen Kampfspiele sind vorüber. Erst langsam kann man sich wieder frei machen von all dem Schönen, das die acht Tage in dem prachtvollen Kölner Stadion und seinen Nebenplätzen brachten, kann man sich lösen von der Bewunderung der glänzenden Leistungen, der kraftstrotzenden, sonnengebräunten Athleten, dem Siegwillen der weiblichen Sportjugend. Es heißt jetzt, ruhige, kritische Betrachtungen anzustellen, ob die zweiten Deutschen Kampsspiele die Erwartungen erfüllt haben, die man auf sie setzte. Noch unter frischen Eindrücken mutz man sich Har werden über Fehler und Mängel, die da und dort aufgetreten sind, um aus ihnen zu lernen für die Zukunft. Die erste und wichtigste Frage ist die, ob sich der Grundgedanke der Deutschen Kainpfspiele, die Deutsche Kampsspielidee, durchgeseht hat. QHan kann an die Beantwortung dieser Frage von verschiedenen Gesichtspunkten aus herantreten, aber gleichgültig, ob man Teilnehmer oder Zuschauer war, ob man mehr zu Lob oder zu Kritik neigt, es läßt sich nicht leugnen, das) die zweiten Deutschen Kampfspiele ein Erfolg gewesen sind, datz sie den Gedanken, aus diesen Kampfspielen ein Volksfest der Deutschen innerhalb und außerhalb der Reichsgrenzen zu machen, weiter vertieft unb eingewurzelt haben. Eie haben das ganz besonders in der rheinischen, in der westdeutschen Bevölkerung erreicht, sie haben die Kraft der Kampfspielidee ausstrahlen lassen ins ganze Land, in die abgetrennten Gebiete, ins blutsverwandte Oesterreich. Wer hätte sich des tiefen Eindrucks des Deutschen Abends entziehen können, der ein einmütiges Bekenntnis deutschen Volkstums und deutschen Wesens war, das durch keinerlei politische Grenzen ausernandergerisseitz oder verwischt werden kann. Hnd wer könnte anders urteilen, wenn er die Kölner Tage selbst miterlebt hat, durch die slaggengeschmückten Straßen hinausgewandert ist zum Stadion, wer sich mitten unter die festesfrohe Kölner Bevölkerung gemischt und dabei festgestellt hat, daß die Kölner in diesen Tagen „ihr Fest" feierten. Hm die Zukunft der Deutschen Kampfspiele braucht uns also nicht bange sein, wenn diese Veranstaltung auch weiterhin von dem Geist getragen, von der Seele erfüllt wird, wie es die zweiten Deutschen Kampfspiele in Köln waren. Wie steht es mit der sportlichen Ausbeute? Lassen wir die Ergebnisse der einzelnen Deraw- staltungen noch einmal in der Erinnerung an uns vorüberziehen, so heben sich Leistungen heraus die angesichts der in Rechnung zu stellenden besonderen Verhältnisse ganz hervorragend zu nennen sind. Durchschnittlich hat sich ein hoher Stand auf allen Gebieten feststellen lassen, und was besonders wertvoll ift überall schieben sich neue, junge Kräfte in den Vordergrund. Gewiß hat mancher von denen gefehlt, deren Aame im deutschen Sport an vorderster Stelle steht, aber auch ohne sie hat es nicht am Willen zur Leistung, nicht bloß zum Sieg, gefehlt. Dabei muß man bedenken, daß für Fußballer, Hockeyspieler, Handballer eigentlich die Zeit längst vorüber ist und diese Mannschaften jetzt der Ruhe pflegen müßten, und muß bedenken, daß auf der anderen Seite die Leichtathleten, die Schwimmer sich erst in einigen Wochen für ihre Meisterschaften in die Höchstform bringen. So kommt man gleich auf die zweite Frage: Lassen sich die Deutschen Kampfspiele in der bisherigen Form weiter führen? Man bat die 1. Deutschen Kampfspiele 1922 in Berlin auf 14 Tage ausgedehnt und dabei gelernt, daß diese Zeitspanne zu groß ist. Wan hat darum die 2. Deutschen Kampfspiele auf 8 Tage beschränkt, und wird sich nun fragen müssen, ob nicht auch diese 8 Tage noch zu viel sind. Hnd in diese Frage hinein spielt die Termin-Festsetzung. Sollen die Deutschen Kampfspiele auch fernerhin im Juli stattfinden, oder wäre es nicht besser, sie etwa in die Pfingstzeft zu verlegen, wo die bereits erwähnten Schwierigkeiten der einzelnen Sportzweige weniger in die Erscheinung treten? Außerdem würde damit gleichzeitig die Lösung einer dritten Frage, nämlich der finanziellen, einer Klärung entgegengeführt werden. Heute ist es doch so, daß die Verbände kaum in der Lage sind, ihre Spitzenleute, geschweige denn größere Mannschaftsgefüge, zu Deutschen Kampfspielen i.n Juli zu entsenden, wenn die gleiche Notwendigkeit für sie wenige Wochen darauf für die Verbandsmeisterschaften in Frage kommt. Warum erwägt man denn nicht, die Meisterschaften in der Leichtathletik wie bei Sportlern und Turnern, im turnerischen Mehrkamps, int Schwimmen u. a., im Zusammenhang mit den Deutschen Kampfspielen in dem betreffenden Jahr auszutragen? Das wäre zweifellos eine beiden Teilen gerechtwerden de Lösung. Es darf auch nicht verschwiegen werden, daß der Deutsche Neichsausschuß für Leibesübungen nicht auf dem rechten Wege ist, wenn et von sich aus nichts dazu tut, den aktiven deutschen Sport, von dem allein doch die Kampfspiele getragen werden, auch finanziell zu unterstützen. Viel Mißmut hat sich da angesammelt, und in der Wahlversammlung der D. S. B. ist dem offen Ausdruck gegeben worden, was man auch sonst vielerorts hören konnte. Die 2. Deutschen Kampfspiele haben mit einer eindrucksvollen Schlußfeier im Gürzenich abgeschlossen. Reichskanzler Dr. Marr, Oberbürgermeister Dr. Adenauer, Staatssekretär Dr. L e- w a l d und all die anderen haben, noch unter dem Eindruck des Schlußtages im Stadion stehend, schöne Reden gehalten. Oft hat man solche Worte schon gehört, aber diesmal klang es überzeugungstreuer als sonst, daß man dem deutschen Turnen, dem deutschen Sport helfen wolle. Die 2. Deutschen Kampfspiele haben vielen die Augen über Ziel und Streben unserer heutigen Jugend geöffnet, sie haben auch eins deutlich werden lassen, daß Einigkeit stark macht. Turnen. 53. Gaulurnsest des Gaues Hessen (D. T.) Aus der S i e g e r l i st e ist weiterhin auszugsweise zu vermerken: Unterstufe, Zwölf-Kampf (408 Bewerber, 265 Sieger): 1. F. Reuschling. Tv. Heuchelheim, 210 P.; 2. H. Wilker, T. u. Spv. Butzbach, 206 P.; 3. K. Katz, Tv. Hungen. 202 P.; 4. F. Morne- weg. Tv. Klein-Linden, 201 P.; 5. F. Jung. Tv. Hochelheim, 200 P.; 6. Fritz Klein, Mtv. Gießen, Paul Reuter, Tv. Hungen. 199 P.; 7. H. Adolph, Tv. Klein-Linden, 197 P.: 8. A Stein» müller, Tv. Allendorf (Lahn), Heinz Meyer, Mtv. Gießen, 196 P.: 9. Hans Geismar, Tv. 1 8 4 6 Gießen, Rud. Spuck. Mtv. Gießen, 194 P.; 10. R. Paul, T v. 1 8 4 6 Gießen, 193 P.; 13. A. Leun. Tv. Großen-Linden, A. Würtz, Tv. Krofdorf, 190 P.; 14. Hch. Geißler, Tv. Hungen, Karl Schick, T v. 1 8 4 6 Gießen. 189 P.; 15. F. Birkenstock. Tv. Hochelheim. 188 P.: 17. K. Paul, Tv. Villingen, 186 P.; 18. W. Dreier, Tv. Langgöns, H. 3ung, Tv. Hochelheim, 185 P.: 21. R. Seth, Tv. Großen-Änden, 182 P.; 22. Walter Loh. T v. 1846 Gießen, Kurt Kohlhase, Mtv. Gießen, Karl Marx, Tv. 1 846 Gießen. 181 P.: 23. O. Artz, Tv. Langgöns, R. Schwarz, Tv. Muschenheim, Erich Fett, T v. 1 8 4 6 Gießen, K. Leib, Tv. Krofdorf, 180 P.; 24. H. Müller, Tv. Lich. 179 P.: 25. Karl Reih, T v. 1 84 6 Gießen, E. Alm, Tv. Allendorf (Lahn), 178 P.; 26. Kurt Horeiseck, T v. 1 8 4 6 Gießen, E. Weil, Tv. Muschenheim, 177 P.; 27. A. Heinrich, Tv. Allendorf (Lahn), O. Deppler, Tv. Heuchelheim. 176 P.; 28. Hch. Mosbach, Mtv. Gießen, H. Mehl, Tv. Grv- ßen-Linden, Ph. Will, Tv. Treis a. d. Lda., 175 P.; 29. Gg. Emmerich, Tv. Hungen, Hch. Zammert, Mtv. Gießen, F. Wenzel, Tv. Lützellinden, A. Becker, Tv. Lützellinden, 174 P.; 30. W. Dem, Tv. Langgöns, O. Zimmer, Tv. Villingen, 173 P., 31. A. Reeh. Tv. Krofdorf, E. Schleenbecker, Tv. Krofdorf, 172 P.I 32. E. Pfaff, Tv. Klein-Linden. 171 P.; 33. K. Fißler, Tv. 1 8 4 6 Gießen, F. Schiefer- stein, Tv. Hochelheim, R. Bromm, Mtv. Gießen. 170 P.; 34. Hch. Wagner, Tv. Holzheim, 169 D.; 35. Werner Kruse, M t v. G i etz e n, A. Rücket, Tv. Muschenheim, Th. Rinn, Tv. Heuchelheim, 168 P.; 36. Hans Müller, Mtv. Gießen, Erich Seib, Mtv. Gießen, 167 P.; 38. H. Franz, Tv. Lützellinden, Wilh. Wagner, Tv. 1846 Gießen, W. Brandenburger, Tv. Hungen, 165 P.: 39. W. Rinn, Tv. Heuchelheim, H. Hofmann, Tv. Muschenheim, 164 P.; 40. F. Regiomontanus. Von Dr. F. Ernst. Äm Westrande der Hetzberge, die sich östlich der ehemaligen freien Reichsstadt Schweinfurt hinziehen, liegt im fruchtbaren Talzuge der Rasfach am Hange seines Schlohhügels der überaus malerische alte Ort Königsberg. Aus dem Markte des verschollenen Städtchens steht ein Brunnen, der ein Standbild seines berühmtesten Sohnes trägt. Wie hier die frischen Quellen unter seinen Händen hervorsprudeln, so tränkt« er einstmals in seinen kurzen, vom Feuergeist der Wiedergeburtszeit getragenen Lebensjahren, die Welt mit seiner Gelehrsamkeit und seinen schöpferischen Gedanken. Es ist Johannes Müller, der sich nach dieser seiner Geburtsstätte in Nieder-Franken Regiomontanus nannte, der am 6. Juni 1436 hier geboren wurde, um schon vierzig Zähre später in Rom auf eine geheimnisvolle Weise sein zukunftsreiches Dasein jäh zu enden. Er war Mechaniker, Astronom und Mathematiker. mit 15 Icchren ging der Hochbegabte, der schon in seiner Knabenzeit als Wunderkind angestaunt wurde, nach Wien auf die Universität, um sich als Schüler des großen mathematischen Meiste»8 Georg von Kurbach diesem Fache zu widmen. Bald sah er auf einem eigenen Lehrstuhl, von Kurbach uneigennützig gefördert, und tefjrte seine Disziplin. Der Hunger nach griechischer Weisheit, so bezeichnend für die junge Renaissance, ergriff ihn so bezwingend, daß er seine Stelle aufgab und einem päpstlichen Gesandten nach Rom folgte, um als Schüler des griechischen Grammatikers und Rethorikers Georg von Trapezunt das Griechische gründlich zu erlernen. 1468 aus Italien zurückgekehrt, wirkt« er eine kurze Zeit am Hofe des ungarischen Königs, um sich dann 1471 in Nürnberg niederzulassen. Hier ermöglichte ihm die Gunst und Freigebig- leit eines wohlhabenden Gelehrten, sich eine Druckerei, eine Werkstatt und eine Sternwarte einzurichten. Und, als ahne er, datz ihm nur noch wenige Jahre beschießen feien, begann er eine fieberhafte, wissenschaftliche Tätigkeit. Besonders waren es Instrumente und Tafeln für den Betrieb der Seefahrer, die er teils erfand, teils verbesserte, wie das Meteoroskop und den Iakobsstab, welch letzterer damals di« Stelle des Sextanten vertrat. Seine „Ephemeriden", für die Jahre 1475 bis 1506 vorausberechneten Stellungen der Sonne, des Mondes, sowie der übrigen Gestirne, sind von einer geradezu erstaunlichen Genauigkeit. „Ohne die bewundernswert genauen Ephemeriden des Regiomontanus, die dieser auf Grundlage seiner astronomischen Beobachtungen und neuen Methoden voraus- berechnet und als Buch herausgegeben hatte, wäre überhaupt keine transatlantische Entdeckungsreise möglich gewesen, von Kolumbus an hat sie jeder Entdecker an Bord gehabt, wie z. B. Vasco da Gama, Amerigo Vespucck, der Pate des Namens Amerika, hatten mit Ihrer S>iXfe 1499 die geographische Lage der Orinokomündung bestimmt." In der Druckerei, der Regiomontanus Vorstand, erschienen nicht nur seine eigenen bahnbrechenden Werke, sondern auch zahlreiche andere Schriften der großen Mathematiker des In- und Auslandes. Neben diesen Großtaten in seinem Fache geben zahlreiche andere Erfindungen und Entdeckungen, die dieser Feuergeist zutage brachte. Aehnlich wie Leonardo da Vinci, den er ausdrücklich unter seine wichtigsten Lehrer zählte, schuf er viele Entwürfe mechanischer Art, beschäftigte sich mit dem Problem der Wasserleitungen, der Waagen, der Drennspiegel, der Automaten. Es wird erzählt, daß er, ein anderer Faust, zum Einzug des Kaisers Maximilian 1470 in Nürnberg einen Adler verfertigt habe, der sich erheben konnte und mit den Flügeln schlug: auch als Hersteller einer eisernen Fliege wird er genannt, die flügelschwirrestd umherflog. Gin großer Fachgelehrter der Astronomie hat erklärt, daß Regiomontanus nur dadurch, daß an seinen Deobachtungs-Instrumenten einige kleine technische Vervollkommnungen fehlten, nicht dazu kam, die Entdeckungen des Ko- perniLus und Galilei, die er ahnte und anHermann, Tv. Lich, K. Hahn, To. Krofdorf, 163 P.: 41. Hch. Eidmann, T v. 1 8 4 6 Gießen, O. Jung, Tv. Heuchelheim, 162 P.; 42. Karl Drechsler, T v. 1 8 4 6 Gießen, A. Alm, Tv. Allendorf (Lahn), K. Leinweber, Tv. Treis a. d. Lda.. 161 P.: 43. R. Hock, Mtv. Gießen, 160 P. Fechten der Altmannen: Florett (13 Bewerber, 8 Sieger): 1. K. Hahn, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 11 Siege, 2. Christian Ziegler, T v. 1 8 4 6 Gießen, 10 Siege; 3. Engelbert Bürck, Mtv. Gießen, 7 Siege; 5. Willi Bellos, M t v. Gießen, 6 Siege; 8. Karl Hergenrother, Tv. 1 8 4 6 Gießen, 6 Siege. Leichter Säbel (12 Bewerber, 8 Siege): 1. K. Hahn. Tv. 1860 Bad-Nauheim, 10 Siege; 2. A. Semilowits. T v. 1 8 4 6 Gießen, 9 Siege; 3. Chr. Ziegler, Tv. 1 8 4 6 Gießen, 8 Siege; 4. Karl Hergenrother, T v. 1846 Gießen, 7 Siege; 5. W. Belloff, M t v. Gießen, 7 Siege; 7. E. Bürck, Mtv. Gießen, 6 Siege. Musterriegenturnen (52 Riegen). Altersturner: Note „sehr gut“: 1. Tv. Nidda (Barren, 7 Teilnehmer), 107 Punkte. 2. Tv. 1860 Bad-Nauheim (Barren. 9 Teilnehmer), 105 P. Note „gut“: 3. T v. 18 4 6 Gießen (2 Seitenpferde, 20 Teilnehmer), 99Vs P. 4. Tv. L i ch (Barren, 7 Teilnehmer), 95Vs P- Turner: „Sehr gut“: 1. T. u. Spv. Marburg (Reck, 7 Teiln.), 120 P. 2. Tv. Treis an der Lumda (Barren, 6Teiln.), 116 P. 4. Tv, Holzheim (Pferd, 6 Teiln.), 114 P. 6. M t v. Gießen (2 Barren, 12 Teiln.), 108 P. 9. Tv. Großen-Linden (Darren, 12 Teiln.), 1061/? P. 10. Tv. Krofdorf (Pferd, 11 Teiln.), 106 P. 11. Tv Hungen (Barren, 6 Teiln.), 104 P. 12. Tv. Heuchelheim (Reck, 8 Teiln.), 103V2 P. „Gut“: 17. Tv. 1 846 Gießen (2 Pferde, 20 Teiln.), 99 P. 29. Tv. Eber- stabt (Stabübungen, 8 Teiln.), 92Vs P. 32. Tv. Lützellin den (Barren, 6 Teiln.), 90 P. 35. Tv. Allendorf a. d. Lahn (Barren, 6 Teiln.), 85Vs P. „Genügend": 39. Tv. Muschenheim (Barren, 6 Teiln.), 77 P. „I u g e n ö t u r n e r: „Gut“: l.Tv. Heuchelheim (Darren, 8 Teiln.), 99 P. 2. Tv. Lang- Göns (Pferd, 6 Teiln.), 95 P. Schüler: „Gut“: Tv. Langsdorf (Barren, 11 Teiln.), 92 P. Sondervorführungen: „Sehr gut“: 1. T. u. Spv. Butzbach (11 Teiln.), 51 P. „Gut“: Tv. Grünberg (10 Teiln.), 411/» P. 5. Bezirk (43 Teiln.), 97 P. Dic Volkstut«Meisterschaften der Turner. Mit den volkstümlichen Wettkämpfen der Turner fanden heute die turnerischen Veranstaltungen des 53. Gauturnfestes ihren Abschluß. Wenn auch die Witterungsverhältnisse besser waren, als bei den Kämpfen am Samstag, blieben die Leistungen infolge der ungünstigen Bodenverhältnisse (die Kugel sank oft bis zu 20 Zentimeter in den aufgeweichten Untergrund) im allgemeinen ganz beträchtlich hinter den Ergebnissen zurück, die von den Leichtathleten des Gaues bei reichsoffenen Wettkämpfen und bei den Gau- verbandsmeisterschaftskämpfen in diesem Jahre bereits erreicht worden sind. ' Wir geben nachfolgend die Ergebnisse im Auszug wieder. Dabei nennen wir jeweils den 1. Sieger (Gaumeister) und außerdem noch die Preisträger aus Gießen und der näheren Umgebung: 100-M eter - Lauf: 1. St. Daumblatt, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 12,4 Sek. 100-Meter-Lauf (Unterstufe): 1. W. Dellmann, Tgm. Friedberg, 12,3 Sek. 10 0-Meter-Lauf (Anfänger): 1. G. Ger- btg, Tv. Lauterbach, 13.1 Sek.; 3. W. Bock, Tv. 1846 Gießen, 13,3 Sek. 200 Meter (Männer): 1. St. Daumblatt, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 26 Sek. 400 Mete r.(Turner): 1. K. May, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 64,1 Sek. 4 0 0 Meter (Unterstufe): 1. H. Hügel, Tv. Nidda, 65,2 Sek. 5000-Meter-Laus: 1. H. Fark, Tv. Nidda, 17 Min. 51,3 Sek. Diskuswerfen (Turner): 1. R. Wiener, Tv. 1860 Dad-Nauheim, 29,10 Meter; 2. W. Gartenschläger, Tv. 1846 Gießen. 29,09 Meter. Diskus (Unterstufe): 1. A. Schöbel, Tgm. Marburg, 32,55 Meter; 2. L. Malkomesius, Mtv. Gießen, 30,50 Meter. Speerwerfen (Turner): 1. R. Wiener, Tv. 1860 Dad-Nauheim, 39 Meter; 2. E. Fett, Tv. 1846 Gießen. 34,46 Meter. Schleuderball (Turner): 1. W. Lehmann, Tv. 1860 Dad-Nauheim, 47,95 Meter; 3. W. Gartenschläger, Tv. 1846 Gießen, 42 Meter. Schlagballweitwerfen (Anfänger): 1. W. Mohr, Mtv. Gießen, 73,97 Meter. Stein st oben, beftarmig (Turner): 1. W. Lehmann, Tv. 1860 Dad-Nauheim, 7,38 Meter; 3. A Weigel, Tv. Klein-Linden, 6,56 Meter. Stein st oßen, beidarmig (Turner): 1. W. Lehmann, Tv. 1860 Dad-Nauheim, 13,62 Meter; 2. A. Weigel, Tv. Klein-Linden, 12,14 Meter; 3. F. Weitershaus, Tv.^x^tzen-Linden, 11,64 Meter. Speerwerfen (Unterstufe): 1. Lohofs, Akad. Tv. Marburg, 37,60 Meter. Kugelstoßen, beftarmig (Turner): 1. E. Dilges, Tv. 1846 Gießen, 9,59 Meter; 4. W. Fay. Tv. Langsdorf, 8,69 Meter. Kugelstoßen, beidarmig (Turner): 1. W. Lehmann, Tv. 1860 Dad-Nauheim. 18,77 M.; 2. F. Weitershaus, Tv. Großen-Linden, 17,56 Meter. Kugelstoßen, beftarmig (Hnterftufe): 1. E. Dilges, Tv. 1846 Gießen, 9,95 Meter; 3. QI. Weigel, Tv. Klein-Linden, 8,95 Meter. Kugelstoßen, beidarmig (Unterstufe): 1. R. Wiener, Tv. 1860 Dad-Nauheim, 15,57 Meter. Stabhochsprung (Turner): 1. W. Seibert, Tv. Maar, 2,97 Meter; 2. F. Weitershaus, Tv. Großen-Linden, 2,95 Meter, iv, 1500-Meter-Lauf (Sucm..T: l.K. May Tv. 1860 Dad-Nauheim, 4 Min. 50,3 Sek. 1 500-Meter-Laus (-Hnterftufe): 1. G. Schütz, Tv. Kirchhain, 5 Min. 10,4 Sek.; 4. QL Würtz, Tv. Krofdorf, 5 Min. 9,10 Sek. Dreikampf (Turner): 1. E. Dilges, Tv. 18-16 Gießen, 271 Punkte, 2. R. Wiener. Tv. 1860 Dad-Nauheim, 252 P.; 3. W. Gartenschläger, Tv. 1846 Gießen, 248 P.; 4. W. Bock, Tv. 1846 Gießen, 244 P.; 7. Fritz Weitershaus, Tv. Großen-Linden, 228 P. 4mall00-Meter-Stasfel (^-Klasse): 1. Tv. 1847 Weilar, 50,6 Sek. 4mall00-Meter-Staffel (8-Klasse): 1. Tv. Lauterbach, 53,4 Sek. Weitsprung (Turner): 1. G. Hofmann, Tv. Garbenhain, 5,61 Meter. Weits prung (Anfänger): 1. Hch. Schröder, Tv. 1860 Dad-Nauheim, 5,53 Meter. Hvchsprung (Turner): 1. R. Wiener, Tv. 1860 Dad-Nauheim, 1,62 Meter. Hochsprung (-Hnterftufe): 1. Raabe, T. u. Spv. Marburg, 1,57 Meter; 2. L. Malkomesius, Mtv. Gießen, 1,57 Meter; 3. H. Meier, Mtv. Gießen, 1,52 Meter. Leichtathletik. Nationale Weltkämpfe der Spielvereinigung 1900. Am 25. Juli kommen zum fünften Male die Nationalen leichtathletischen Wettkämpfe der Spiel-Bereinigung 1900 Gießen zum Austrag. Gießen 1900 ist — so schreibt man uns — bestrebt, die diesjährigen Wetttämpfe in keiner Weise an Bedeutung ihren Vorgängern (den vom ehem. G. S. C. von 1900 veranstalteten) nachstehen zu lassen und die Veranstaltung zu einem leichtathletischen Ereignis ersten Danges zu stempeln. Abschlüsse mit namhaften Vereinen sind bzw. werden zur Zeit getätigt. Ehrung für Dr. Peltzer und (Torts. Der Deutsch« Neichsausschuß für Leibesübungen hat den deutschen Leichtathleten Dr. P e l h e r und Corts di« höchste Auszeichnung, die Adler-Plakette, verliehen. deutete, zu beweisen. Wie ihm auch niemand den Ruhm nehmen kann, den Grundstein der heutigen Trigonometrie gelegt zu haben. Da streckte das Schicksal seine dunkle Hand nach dem großen Humanisten aus, der sein Nürnberg in einen wahren Taumel von Lerneifer gestürzt und daneben seinen Ruf als Herstellerin der besten natauischen Instrumente und Karten für Jahrhunderte begründete. Papst Sixtus IV. richtete ein gnädiges Handschreiben an ihn, ernannte ihn zum Dischof von Regensburg und berief ihn zur Verbesserung des Julianischen Kalenders nach Rom. Der Gelehrt« entschloß sich, diesem Ruf Folge zu leisten und wurde in der Hauptstadt der Christenheit ehrenvoll empfangen. Qtber kaum ein Jahr später, kurz nach Vollendung seines 40. Lebensjahres, verschied er plötzlich, angeblich an der Pest. Dies wurde jedoch niemals recht geglaubt, da damals in Rom die Pest nicht herrschte und näher« Hm- stande seines Todes fehlten. Allerhand Gerüchte kamen auf. Es hieß, die Söhne jenes Georg von Trapezunt, dessen bewußte Fälschungen griechischer Texte Regiomontanus nachgewiesen und in echt deutschem Dekennerzorn gebrandmarkt hatte, Hütten ihn aus Rache getötet. Andere meinen, die Orthodoxie habe in diesem erleuchteten Humanisten, der mündlich die späteren Gedanken des Kopernikus und Galilei — „und sie bewegt sich doch“ — sicher ausgesprochen hat, die gefürchtete Ketzerei treffen und sie vernichten wollen. Beides hat sein« guten Möglichkeiten, Sicheres über das Ende des großen Königsbergers wird man wohl nie erfahren. Nürnberg trauerte, als es „seinen Vater und Wohltäter" verloren hatte, aber sein Geist war fruchtbar. Noch lange Zeit war die Nücn- berger Hnwersität für Mathematik, Astronomie, Phytzk und Kosmographie die erste in Deutschland, vielleicht in Europa, und daß Albrecht Dürer 1525 die erste Geometrie in deutscher Sprache herausgab, ist eine direkte Wirkung des Regiomontanus. Die beste Badestunde. Das Baden im Fluh und im Meer zahlt zu den schönsten Freuden des Sommers, und wenn wir uns so so recht in den kühlen Wellen tummeln, vergeßen wir manchmal, daß das Baden auch seine Gefahren hat unb jedenfalls mit Vorsicht unb Bedacht betrieben werden muh. Es gibt außergewöhnlich kräftige und gesunde Menschen, denen bas Baden überhaupt nicht schabet, mögen sie es auch noch so sehr aus- dehnen; aber bei der Mehrzahl gehen bie wohltätigen Wirkungen verloren, wenn man nicht gewisse Regeln befolgt; ja, es können sogar Schäbigungen entstehen. Die beste Badestunde ist von den Aerzten etwa um 11 Hhr vormittags festgestellt worben. Dann hat nicht nur bie Temperatur bei Körpers nach ihrem Fall am frühen Morgen ihre normale Höhe erreicht, fonbern auch bie Lufttemperatur ist genügen!) erwärmt, was an kühlen Tagen zu beachten ist, unb unser Körper ist durch das Frühstück ge'täftigt, das um diese Zeit vollständig verbaut ist. Vielfach wirb bie Ansicht geäußert, bah bas Baden in den frühen Morgenstunden am gesündesten sei; aber das ist nicht der Fall. Der Badende, der sich gleich am Morgen noch vor dem Frühstück der kühlen Flut anvertraut, ist in seiner Lebenskraft noch nicht auf der Höhe des Tages gelangt; außerdem hat er meistens eine Wegstrecke mit leerem Magen zurückgelegt unb ist dadurch geschwächt, und • die Morgenlühle der Luft macht sich nur an sehr heißen Tagen nicht unangenehm bemerkbar. Wie lange man im Babe bleiben soll; bas wirb jeder am besten bei sich selbst herausfinben. Hat er bie richtige Zeit einmal erkannt, so sollte et sich nicht von kräftigeren Gefährten, benen es nichts ausmacht, dazu bestimmen lassen, länger im Bade zu bleiben. Fünf Minuten dürften keinem etwas schaden; her allgemeine Durchschnitt ist mit 15 dis 20 Minuten anzunehmen; jedoch ein mehr als einhalbstündiger Aufenthalt im Wasser wirb nur sehr kräftigen Naturen gut bekommen, währenb bie anberen statt bet Erfrischung eine Ermattung nach dem Baden spüren. Niemand sollte mehr als einmal am Tage baden. Kindern ist das .Plantschen" in seichtem Wasier sehr bekömmlich. Aber wenn sie höher herauf als bis zum Nabel im Wasier waten, so kann ihnen das, längere Zeit ausgefuhrt, schädlich sein. Neuer Weltrekord Nurmts. Stockholm, 15. Juli. Bei dem Zusammentreffen zwischen Sturmi und Wibe im 2auf über 3000 Meter siegle 01 u r m L Er stellte damit einen neuen Weltrekord auf. und »war mit 320,4 Min. Wice brauchte 820,8 Min. und schlug damit ebenfalls den alten Rekord (8:25,4). Rudern. Sieg der (Siebener „Hassia". Am vorigen Sonntag sand in Offenbach am Main die 59. Regatta des Süddeutschen Auderverbandes statt. Der Gießener Ruderklub ..Hassia" beteiligte sich hierbei in der 3 u n g - rnannen-Klasse an zwei Rennen, im Achter und im Vierer. Mit seiner in diesem Jahre schon mehrmals siegreich gebliebenen Mannschaft (H. Tuning. 1 Rinn, R. Schmitt, W. Müllar. H. C. Roll), konnte der Verein gegen stärkste Konkurrenz einen überlegenen Sieg erringen. Dle „Hassia" hat damit in dieser Saison ihren 5. Preis errungen. 3m Achter- Rennen, das infolge Kollision zweimal gestartet werden muhte, verlor die Mannschaft knapp gegen .,Aoruna"-Mainz und ..Borussia"-Frankfurt. Die Startverhältnisse waren in diesem Rennen die ungünstigsten. — 3n dieser Saison wird die „Hassia" noch eine Regatta' besuchen, die am 7. und 8. August in Mainz stattfindet. Schwimmen. Der Aufschwung des Turnerschwimmens. Do. Mit Macht geht jetzt die Deutsche Lurnerschaft daran, das.Schwimmen in den ihr zahlreich angeschlossenen Vereinen zu sördern und zu beleben. So stieg die Zahl der schwimmsporttreibenden Vereine in einem 3ahre von etwas über 1000 auf 2269 Vereine. Trotzdem ist es immer noch einer recht grohen Zahl von Vereinen nicht beschieden, daS Schwimmen zu pflegen, denn von den 12 000 Turnvereinen der Deutschen Turnerschast haben immerhin nur annähernd 6000 eine Schwimmgelegenheit im Sommer. 3m Winter können nur 900 das Schwimmen Pflegen. Die Verteilung der einzelnen L u r n k r e i s e war folgendermaßen. Es pflegten 1925 das Schwimmen (Zahlen im Vorjahr in Klammern): Mittelrhein 239 Vereine 172102 (109126) Besucher Sachsen 120 „ 155586 ( 72135) Bayern 238 „ 144329 ( 94247) Rheinland 222 „ 140712(117045) „ Brandenburg 227 „ 124002 ( 77187) Borden 129 „ 119947 ( 64045) Schwaben 105 . 118734 ( 69030) Westfalen 137 „ 104311 ( 67259) Thüringen 207 , 96981 ( 72706) Pr. Sachsen 108 . 67703( 47106) Schlesien 149 „ 56689 ( 27139) Hannover ? „ 47 704 ( 47 704) Unterweser 97 . 43643 ( 28810) Baden 79 , 34828 ( 20866) „ Rordosten 77 , 32258 ( 20526) Oberweser 96 , 32264 ( 29372) „ Pommern ? . 19696 ( 19696) Pfalz 48 _ 14097 ( 7 033) 2269 Vereine 1524786 (990992) Besucher Die Verteilung auf die Turner, Turnerinnen, Knaben und Mädchen ergab: 739 253 Turner, 288 505 Turnerinnen, 286 609 Knaben, 144 019 Mädchen. Die Schwimmgelegenheilen im Sommer haben um 425, diejenigen im Winter um 109 zugenommen. StädtewetlkampfimSchwimmen Die einzige Sommerveranstaltung des Gießener Schwimmvereins ist in diesem 3ahre der Städtewettkampf gegen Kassel, der am Übernächsten Sonntag (25. 3ult) in der Müllerschen Badeanstalt stattfindet. Cs ist — so schreibt man uns — ein reichhaltiges Programm aufgestellt worden, in dem alle Gebiete des Schwimmsports enthalten sind. So dürften das Wasserballspiel, sowie das Turm- und Kunstspringen besondere Anziehungspunkte für das Publikum sein. Am meisten wird vielen Zuschauern vielleicht noch das Reigenschwimmen und Figurenlegen der Damen des Darmstädter Schwimmklubs „3ungdeutschland" gefallen. Durch die letzteren Vorführungen wird das in erster Die Krummhölzer. Roman aus den bayerischen Bergen. Von Michael Wagner. 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Davon is koa Red', Vater, aber es gibt a aller Hand Unrecht, das sich an andern Namen zulegt!" „Solche Schlich wer' der Toni net machen!" Zeno schaute dem Vater fest ins Auge. „Vater, wenn du übergeben hast, nachher laßt sich der Toni niemals mehr von dir was einreden!" „Macht a richtiger Bauer a net!" Da besann sich Zeno. Wo hinaus sollte das alles eigentlich? Hatte er ein Recht darauf, den Vater vor Tonis Unternehmungen zu warnen, von denen er doch gar nichts Bestimmtes, Genaueres wußte? Bloß weil sie — „Ueberhaupts, Zeno — du studierst all's z'oiel drüber nach, was anderen gut tut oder net! Dös taugt nix! Richt dir dein Leben ein, so wie's dir paßt und laß die andern ihre eignen Wege gehen. Und merk dir's: Jeder von euch drei hat an echten Uracherschädel, und die sind hart!" Zeno mußte sich gestehen, daß der Vater mit seiner derben Logik von seinem Standpunkte aus recht hatte. Toni übernahm den Hof und trug damit als Hoferbe die Verantwortung vor den Urachern, die feit zweihundert Jahren im Friedhos unten begraben worden waren, und vor denen, die ihm nach- "olgten, was gab es da für ihn, Zeno, um fein Ge- niffcn zu beschweren? „Du kennst mich, Vater, mir liegt bloß dran, daß im Krummholzerhof nix Unrechts hängen bleibt!" Der Vater nickte. „Wohl — alles recht! Aber laß dös ruhig dem Toni fein' Sache fein!" Da hatte er es. Zeno schwieg. Die Pfeifen qualmten. 3m Ofen krachten die Buchenscheiter, und der Uhrperpendikel patrouillierte mit lautem Ticktack auf und ab. Draußen brauten die Nebel über dem Talkessel und verwandelten ihn zu einem weiten, von himmelhohen Bergen umschlossenen See mit hoch auf und nieder wogenden Fluten. Und vorn gestirnten Nacht- hirnrnel floß in silbrigen Strömen das milde Licht des Mondes über die friedlich-stille Bergnachtlandschaft . . . frD-.Uc P-g.a -..I ji„...c..c Ergänzung erfahren. 3m übrigen werden die Wettkämpie gegen Kasse! ausgesüllt durch einen 3ugenbkluv-Zweikamps des Gießener E. V. gegen den Wetzlarer Schwimm» verein. Lauffers neue* Weltrekord. Bor der Rückreise in ihre Heimat gingen Cie Amerikaner Lausfer und Webb am Dienstag zu einem Abschiedsschwimmen in Magdeburg an den Start. Lauffer gelang eS, im 200°Meter-Rückenschwimmen den bereits mehrfach von ihm verbesserten Weltrekord auf eine um 7 Sekunden bessere Zeit. d. h. auf 2:33,8 zu stellen. Frölich- Magdeburg unterlag über 50 Meter (beliebig) gegen Webb, der in 27,5 Sekunden siegte. Die Zeit von Frölich betrug 23,3 Sekunden. Vorschau für Sonntag. Leichtathletik und Turnen. vo Der Sonntag ist der Tag der Leichtathletik- verbandsmeisterschasten. Die Süddeutschen Meisterschaften werden in München ausgetragen, die Westdeutschen in Duisburg, die Norddeutschen in Altona, die Brandenburgischen in Berlin, die Mitteldeutschen in Leipzig. Der Ballenverband trägt seine Meisterschaften in Stolp aus. Eüdost- deutsche Meisterschaften. Leipziger Hochschul-Meisterschaflen. Stuben- tinnensportfest in Berlin. Bayerisches Turnfest in Bamberg. Beginn des Thüringischen Kreisturnfestes in 3ena. Schwimmen. Der Deutsche Schwimmverband trägt am kommenden Sonntag seine Ausscheidungskämpse in den einzelnen Kreisen aus, und zwar in Frankfurt a. d. O., 3tzehoe, Aschersleben, Hindenburg (Oberschles.), Rürnberg. Königsberg, Dresden, Apolda und Aachen. Aber auch die Deutsche Turnerschaft wartet mit Schwimmwettbewerben auf. 3n Wermelskirchen im Bergischen Land werden die rheinischen Schwimm-Meisterschaften der D. T. entschieden. Wassersport. Ruderregatten in Königsberg, Schwerin, Essen, Duisburg-Ruhrort, Heidelberg, Hanau Deggendorf: in Kopenhagen und Leitmerih mit deutscher Beteiligung. Kanu Wettfahrten: Kanuregatta in Magdeburg, Paddelregatta des Riederelbekreises auf der Außenalster, Kölner Kanuregatta, Ruhr- Wanderfahrt des Riederrheinkreises, Rhein- Langstrecken - Wettfahrt des Oberrhein- und Mainkreises. Mvrorsport. Als vierter Meisterschaftslauf kommt das bekannte Schleizer Dreiecksrennen zum Austrag, das den Motorrädern Vorbehalten ist. Auf der bekannten Rundstrecke bei Spaa wird unter deutscher Beteiligung der große Preis von Europa der Motorräder zur Durchführung gebracht. Der Gau I Berlin-Brandenburg des ADAC, bringt die Brandenburgische Dauerprüfungsfahrt zum Austrag. 3n Lübeck wird ein Automobilturnier entschieden. Hamburg bringt ein Motorradbahnrennen, ebenfalls Derlin-Weißensee. Harz- Zuverlässigkeitsfahrt des Rordhäuser M. C. Radsport. Bahnrennen finden statt in Berlin (Olympia- bahn), Chemnitz, Dresden-Reick, Krefeld und Berlin. Straßenrennen sind: der Kleine Straßenpreis von Hannover (Hannover—Oebisfelde— Hannover), der Große Parthe-Clbepreis, die Unterfränkische Rundfahrt bei Karlstadt, Rund durch Schwaben der 3bus von Stuttgart nach Freiburg, Rund um Mittenwalde, der Große Mifapreis der Grenzmark, der Große Opelpreis von Hessen und Rassau, der Große Straßenpreis der Roemrykenoerge, Quer durch Holstein und Rund um den Schlachtseldgau. Der Verband „Deutsche Frauenkleidung und Frauenkultur" in Düsse'dorf. Wenn der Verband „Deutsche Franc n- k l ei düng und Frauenkultur" seine diesjährige Hauptversammlung, die zugleich Feier seines 3Öjäbrigcn Bestehens war, nach Düsseldorf legte, so war der äußere Grund dazu die G e s o ° in. Irgendwo am Rande der alten Salinenstadt Reichenhall sieht auf einem fünften Bühel ein schmuckes Häuschen, von dem aus sich frei und ungehindert der Reigen mächtiger Berge überschauen läßt. Fetzt natürlich steckte das Häusl samt dem Blumen- und Wurzgärtchen tief im Schnee. Besitzerin dieses Anwesens war damals die verwitwete Frau Hauptlehrer Rontaler, welche es feit etlichen Jahren mit ihrem einzigen Kinde Marianne bewohnte. Wobei immerhin noch so viel Platz übrig blieb, daß man vom Mai bis zum Herbst Zimmer an Fremde vermieten konnte. 3a, und pfeilgerade auf dieses Häusl war Zeno Urachers Sinn gerichtet, schon ziemlich lange. Und das kam so: Der selige Herr Hauptlehrer Rontaler war seine vollgerüttelten dreißig 3ahre lang in Zenos Heimat als Lehrer tätig gewesen. Auch Zeno war dereinst unter seiner Fuchtel gestanden. Dazu ka mnoch, daß Rontaler, übrigens selbst einer Bergbauernfamllie der Berchtesgadener Gegend entstammend, die letzten zehn Fahre seines ruhestandslosen Lebens mit dem alten Uracher und dem Herrn Förster Dom. Sankt- johanfer vulgo „Annodomini" gut befreundet war. 3nsonderheit der stattliche Krummholzerhof hatte es Rontaler angetan: in den war er schlankweg verliebt. Einmal, weil es sich da oben so wunderschön geruhsam auf der Hausbank oder im Salettl sitzen liefe, wobei man zum gemütlichen Plauschen das ganze schöne weite Tal mit seinen Bergbastionen überschauen konnte. Zum andern, weil nach Ron- talers eigenen Worten der Krummholzerhof fast noch schöner und stolzer war als sein väterlicher Hof, der ihm sonst über alles in der Welt ging. So stieg denn der Lehrer so manchen schönen Sommersonntagnachmittag über die blumigen Berg- wiesen zur sonnseitigen Lehne des Krummholzer- hofes hinauf: heirngariengchen. Meist brachte er auch dabei feine Frau mit und die kleine blonde Mariandl. Nicht selten schickte es sich, bafe bann von einer anberen Seite ber Annobornini auftauchte, mit lautem Hallo begrüßt. 3a, unb bann saßen die Männer beim Bierkrug, rauchend, politisierend oder tarten- spielend im kühlen, schattigen Salettl, während die Frauen bei Kaffee unb Rubeln ihren Plausch machten. * - •. •' - >n 19.1m Ausstellungshallen vieles von bem bietet, was ber Verband seit langem bearbeitet: Körperpflege, Gymnastik, gesunde und zweckmäßige fileibung, und in der er selber als Aussteller auftritt. 3n feiner eigenen Abteilung zeigt er die Entwicklung der Frauenkleidung in den letzten Jahrzehnten, sowie eine klare Gegenüberstellung von gesunder, zweckmäfeiger und unvernünftiger modischer Kleidung. Auch ausgezeichnete Unter kleidung, einwandfrei in Schnitt, Material und Verarbeitung ist ausgestellt, ebenso zweckmäßige Kleidung für Beruf uno Gesellschaft. Die Tagung war ungefüllt mit ernster Verbandsarbeit. Der Wunsch und das Streben nach Fortschritt unb Ausstieg kennzeichnete die Verhandlungen. Ein besonders lebensvolles Bild frischer Arbeit zeigten die Berichte der Ortsgruppen, die viel- festige Leistungen auf weiten Gebieten des Frauenschaffens brachten. Wie sehr der Verbandsgedan'e in immer weitere Kreise bringt, bewies die Mitteilung, daß im letzten Jahre 10 neue Ortsgruppen (darunter auch die Gießener Ortsgruppe) entstanden, die die Zahl der Ortsgruppen auf 70 und die Mitgliederzahl auf 12 000 erhöhten. Die Vorkämpferin und Mitbegründerin des Verbandes, Fräulein Ella Lau- Dresden, schilderte in großen Zügen den 30jährigen Werdegang des Verbandes und die ungeheuren Schwierigkeiten, die es in dieser Zeitspanne zu überwinden galt. „Unsere Bewegung," so führte u. a. die Rednerin aus, „war Kampf gegen die Unnatur der damaligen Mode, die vor rund 30 Fahren nicht nur einen ziemlichen Höchststand von Häßlichkeit erreichte, sondern auch ernste Schädigungen des Frauenkörpers zur Folge hatte. Diese Schädigungen, auf die besonders auch die beiden Aerzte Dr. Spauer und Dr. Flachs aufmerksam machten, führten im Verein mit den Anregungen, die zu gleicher Zeit aus dem Ausland nach Deutschland gelangten und die ebenfalls auf eine zweckmäßige, die Gesundheit nicht hemmende Frauenkleidung hinzielten, zu dem ersten Zusammenschluß, zu der Keimzelle, aus dem der jetzt so blühende Verband entstand. Dieser Vereinigung gehörten außer den beiden vorgenannten Aerzten noch Frau Pochhammer und die Rednerin an. Die Bemühungen dieser Vorkämpfer der Bewegung, ihre Sache auf eine breitere Grundlage zu stellen, begegneten anfangs großen Schwierigkeiten. Es kam eine schwere Zeit des Suchens und des Wollens, doppelt schwer deshalb, weil die Frauenbewegung, die selbst damals noch inmitten schwerer Kämpfe stand, sich des Bundes, dessen Bestrebungen ihr mehr oder weniger äußerlich schien, nicht annahm. Doch von anderer Seite kam ihr, wenn nicht Hilfe, so doch Anregung, einmal von ber Naturheilbewegung, fobann von ben Künstlern, speziell Schulze- Naumburg. All diese Momente, verstärkt durch eifrige Werbetätigkeit, führten langsam den Erfolg herbei. Der Verband gewann Boden unb Ausdehnung, und es gelang in Zusammenarbeit mit den sächsischen Behörden, in den sächsischen Schulen ein gutes Turnkleid für die weibliche Jugend einzuführen. Damit war ein wichtiger Schritt vorwärts getan. Fst heute auch das Ziel, das damals der jungen Bewegung oorschwebte: „der Weltbund für vernünftige Kleidung", nicht erreicht worden, hat der Weltkrieg auch in dieser Richtung zur Beschränkung gezwungen, so darf man doch heute mit Stolz auf das weisen, was trotz der Ungunst der Verhältnisse erzielt worden ist." Mit dem Wunsche, bafe man auf diesem Wege nicht stehen bleiben soll, sondern weiter werbe für die Ideen des Blindes, weiter kämpfe gegen die Gefahren, die and) in der heutigen Zeit unsere Heranwachsende Jugend und unsere Frauen durch unvernünftige Kleidung bedrohen, schloß die Rednerin ihre Aus- führungen. Frau Heide (Goslar) sprach über die Zukunft der Bewegung, über das, was sie „sein soll". „Es ist eine Kraft, Tradition zu besitzen, ein Vorzug. Die Ucberlieferung, in der der Verein wurzelt, legt ihm die Verpflichtung zur Stetigkeit auf, d. h. zum Weiterbau und zum gleichen Ethos des Schaffens, der einst die beseelte, die den Grund legten. Es heißt heute den Rus unserer Zeit verstehen, und durch Zweifel und Suchen hindurch die rechte Einstellung zu der Bewegung und den Zielen des Verbandes zu finden." Weit ausgreifend schilderte die Rednerin sodann die unendlich mannigfaltigen Aufgaben, die dem Verband aus seinem sich stets er- erweiternden Wirkungskreis heute erwachsen, Erziehung der Frau zur Materialkenntnis, zu technischem Können, zu Handwertskultur und zu lebendiger Schöpferkraft usw. „Mitschaffen gilt es, nicht nur genießen, Mitarbeiten und sich so eingliedern in das Leben unseres Volkes." Mit einem Hinweis Die Kinder — Zyio unb Mariandl — trieben sich im grofeen Obstgarten herum. Gut paßten sie zusammen, die zwei: der um einige Jahre ältere Zeno mit feinem stillen, verträumten Wesen ohne alle bäuerliche Ungeschlachtheit und die blonde Mariandl, die schon so groß war wie ber Freunb. Damals waren bie Kinber so um acht bis zehn Jahre alt. Die Zeit verging. Aus ben Kinbern wurden junge Leute, aus dem kleinen^Mariandl ein schönes, großes, blondes Mädchen, das manchem Burschen den Kops verriß, mit allen Leuten freundlich war und sich doch niemals etwas vergab. Dann kam auf einmal eine Zeit, wo sich die beiden ehemaligen Kindheitsfreunde scheu aus dem Wege gingen — obwohl beide am liebsten heimlicherweise zusammengelaufen wären. Die große Kriegslawine ging nieder. Mit all ben anbern riß sie auch ben Zeno mit sich fort . . . Da ging ber Zeno zum Abschiebnehmcn ins Lehrerhaus hinunter, sagte „B'hüt Gott!", unb bie nun schon grauhaarigen Lehrersleute wünschten ihm von Herzen eine gesunde und recht glückliche Heimkehr. Die Marianne aber stand bleich einige Schritte beiseite, und rote Flecken brannten auf ihren Wangen. Als Zeno damals sich von ihr verabschiedete, nahm er aus ihren Augen und ihrem Händedruck ein großes, flammendes Glückverheißen mit fort. Die beiden schrieben sich. Ohne bafe zwischen ihnen das letzte erklärende Wort ausgesprochen worden wäre, wußten sie dennoch, bafe sie für einanber bestimmt — unb hofften unb sehnten sich . . . Eines Tages würbe ber wackere Lehrer nach kurzer Krankheit auf ewig pensioniert. Seine Witwe übersiedelte mit Marianne nach Reichenhall, wo sie das schöne erwähnte Anwesen zu billigem Preise erwerben konnte. Und vor einem Jahre etwa erhielt Marianne eine Feldpostkarte aus einem Lazarett an der Front mit der knappen Mitteilung von Zenos schwerer Verwundung. Da rissen bei Marianne alle Dämme, und weinend klagte sie ber Mutter ihr Leib. Den nächsten schönen Sonntag klapsten beide Frauen im Krummholzerhof an. Sie wollten wissen, wie es um Zeno ftünbe. Beiben war ber Gang nicht leicht geworben. Der Uracher aber — auch seine Frau war um biefe Zeit schon tot — umging mit einem ge- wißen natürlichen Takt bas Peinliche unb tat, als aus bie Gesalei, biejes gewaltige Werk deutscher Gesinnungsgröße unb Schöpferkraft, bas ber Welt erneut beweise, bafe Deutschland nicht untergeben könne unb werbe, liefe bie Rednerin ihre Ausführungen ausklingen. Den Abschluß ber Tagung bildete eine von etwa 1000 Personen besuchte große Kleiberschau im Düffclborfer Schauspielhaus. Frau Späing - Hamborn wies hier auf bie Forderungen hin, die der Verband an eine vernunftgemäße unb würdige Frauenkleibung stellt. Die Ausführunge.: wurden wirkungsvoll unterftütjt durch das, was die Kleiderschau bot. Kleider aus den besten, im Sinne des Verbandes arbeitenden Werkstätten aus dem ganzen Reich wurden vorgeführt. Sie waren frei von jeder Modcrichtung, in Form und Farbe wundervoll ab- gestimmt, und fanden vom Garten- und Arbeite' kleid, bem Amtskleid der Beamtin bis zum kostbaren Festkleid den lebhaften Beifall der Zuschauen, ben, bie zum Teil ber Verbanbsarbeit völlig fern ftanben.___ Oberhessen. Landkreis Giefzen. £ Wieseck, 15. 3uli. ilnfere Gemarkung ist von ben verheerenden Wirkungen der schweren Unwetter, wie sie in den letzten Wochen aus bem Reiche unb auch aus unserer Rachbarschaft gemeldet worden, verschont geblieben. Wenn in der kritischen Zeil auch starke unb anhaltende Regenfälle zu verzeichnen waren, so erreichten biefe hier doch nicht ben katastrophalen Charakter, wie anderwärts. Infolgedessen ist der Stand der Feldfrüchte im grofeen und ganzen als recht gut zu bezeichnen. Eine Lagerung des Getreides ist nur hier und ba beim Roggen zu bemerken, tveniger bei Hafer unb Gerste: biefe geht nicht wesentlich über bas sonst übliche Mafe hinaus. Eine Berminderung des Ertrages ist kaum zu befürchten, höchstens sinb bie Erntearbeiten erschwer: worben. Die Schäden, bie anfänglich burch bas Auftreten bes Blasenflohes beim Roggen zu befürchten waren, sinb nicht in bem vermuteten Ausmaß eingetreten. Ebenso hat ber Weizen bie Schäbigungen durch die Rostkrankheit, wohl infolge der nassen Witterung, recht gut übertounben, so daß gegenwärtig ber Weizen einen Stand zeigt, wie in wenigen Jahren. Ferner bieten bie Hafer- und Gerstenfelder einen recht erfreulichen Anblick. Die Entwicklung der Hackfrüchte wurde durch die reichlichen Riederschläge gut gefördert. Für die Kartoffeln wäre der Regen des Guten bald zu viel gewesen. Trockenes, warmes Wetter von längerer Dauer tut hier not. Sehr willkommen ist die gegenwärtige Witterung den Gartenbesitzern, die nun endlich dem 11 n f r a u t, das sich infolge des nassen Wetters üppig entwickelte, energisch zu Leibe gehen können. Recht trübe sind bie Ernteaussichten für O b st. Bei Stachel» unb 3ohannisbeeren ist bie Ernte einigermaßen befriebigenb. Aepfel unb Zwetschen bringen ba- gegen eine völlige Mißernte, nur Birnen zeigen hier unb ba einen guten Behang. Die He u - e r n-t e vollzog sich unter günstigen Voraussetzungen unb bars nunmehr als beenbet angesehen werben: ber Ertrag bürfte allgemein befriebigt haben. Gegenwärtig zeigen bie Wiesen ein vielversprechendes Aussehen, nach bem auf eine recht gute Grummeternte zu rechnen ist. ® für.« futtermangel hat es bieses Jahr noch nicht gegeben, so bafe bie Heuvorräte nicht vorzeitig angegriffen zu werden brauchen. — Vorstehende Ueberficht war vor Eintreten des gestrigen schweren Gewitters geschrieben, so bafe noch nachzutragen ist, bafe nunmehr auch in unserer Gemarkung bie Lagerungen, besonders bei Roggen, umf angreicher geworden sind. Weitere Schädigungen durch die überaus starken Riederschläge sind vorerst nicht erkennbar, auch der heftige Hagelschlag richtete nennenswerte Verheerungen nicht an. Tritt jedoch nicht bald eine entscheidende Besserung des Wetters ein, so ist auch für unsere Ernte, die zu den besten Hoffnungen berechtigte, das Schlimmste zu befürchten. f. Stockhausen, 15. Juli. Am Sonntag fand in unserem Orte das D e z i r k s f e st des Kriegerverbandeö „Hassia" Bezirk Grünberg statt. Mit diesem Feste wurde bie Fahnenweihe bes hiesigen Kriegervereins verbunden. Am Samstagabend vereinigte ein Fackelzug bie Gäste unb bie Ortsein» wohner, bie sich anschliefeenb bei einem Konzert auf bem Festplah versammelten. Am Sonn- Dcrftünbe er das lebhafte Interesse der beiden Frauen nur aus der alten Freundschaft heraus . . . Und nun war es also so weit. Zeno hatte der Geliebten keine bestimmte Angabe gemacht, wie dem Vater: er wollte sie überraschen. Viel hatte er in seiner Lazarettzeit darüber nach- gefonnen, was denn werden sollte, wenn er nun entlassen würde — als Krüppel. Durfte er Jo vor Marianne hintreten, um die entscheidende Aussprache herbeizuführen? Da aber kam über den stillen Zeno ein großer Trotz gegen alle Schickjalsunbill, und er entschloß sich, bei seiner Heimkunft auf jeden Fall mit Marianne zu reden, gebe es, was es wolle. Des Vaters Ueberraschuna hatte die Situation mit einem Schlage geändert. Zeno wußte nun, was vor ihm lag, fühlte festen Grund unter den Füßen . . . * ♦ • Die verwitwete Frau Hauptlehrer Rontaler safe auf dem Kanapee hinter dem großen runden Tisch und las mit lauter Stimme, eine Stahlbrille im würdigen, aber höchst gutmütigen Madonnengesicht, einen Brief vor: .....unb wollen Sie uns baldigst Bescheid au« kommen lassen, ob es Ihnen möglich ist, um diesen Preis die gewünschte Anzahl Zimmer bereitzustellen. Hochachtungsvoll Moritz Runkelberg." Sie wendete das Blatt um, um sich zu vergewissern, daß die Rückseite unbeschrieben, nahm dann in ihrer Gewissenhaftigkeit sogar das Kuvert, entzifferte Poststempel, Adresse und Absender. Dann, nach einer kurzen Pause des Nachdenkens, wandte sie sich an ihre Tochter, welche nähend am Fenster saß. „Gar keinen Rat weiß ich mir! Wenn ich dem Bankmenschen das eine Zimmer dazugebe, tat not, daß ich dem Herrn Professor abschreibet. Ja, und das müßt' ich mich doch wahrhaftig genieren! — Ra, na! — Wenn er nur net gar so viel bieten tat — der Bankmensch! Aber so wird es einem schwer gemacht! — Schlag ich's ihm ab, bann nimmt er schließlich gar kein Zimmer, unb so arg früh, wie die Leut jetzt schon mieten wollen, mitten im Winter!--" (Fortsetzung folgt) das Beste für die Schuhe zur Grund des das des Der ein nach einem die Festver» der Vertreter Roth. An- e r- be- ge- meindevertrelung Griesheim a. M. hat gestern den Eingemeindungsdertrag in der von der Stadl Frankfurt vorgelegten Form mit 14 gegen 8 Stimmen der Sozialdemokraten genehmigt. sahne statt, wobei Pfarrev Reusch (Niederohmen) die Weiherede hielt. Apotheker Scriba (Schotten) überbrachte dem hiesigen Verein die Starkenburg. Die Gasfernversorgung. Mit der zur Zeit in Starkenburg Las Gesetz in erster Lin.e Rechnung tragen woile, nicht länger als bis 1 älhr beschäftigt würden. Im Anschluß an die Ausführungen des Bürgermeisters entspann sich eine längere Aussprache. Der Vorstand wurde beauftragt, dem Kreis- a m t eine Eingabe zu unterbreiten betr. V e r- legung des Ladenschlusses auf eine spätere Stunde, da die Durchführung des 7-älhr-Labenschlusses der derzeitigen wirtschaftlichen Lage der Geschäftswelt und Konsumenten in keiner Weise Rechnung trage, und übrigens die Verhältnisse auf dem Lande ganz anders geartet seien als in den größeren Städten. Kreis Lauterbach. h. Grebenhain, 15. Juli. Im Jahre 1907 wanderte ein Sohn unseres Ortes, der dadamals 20 Jahre alte Heinrich Läufer, nach Südwestafrika aus, wo er sich zunächst in Windhuk eine Existenz gründete, dann aber weiter in das Innere der Kolonie wanderte. Der Weltkrieg führte ihu unter die Fahnen der Schuhtruppe, bis er im Kampfe in englische Gefangenschaft geriet. Von den Engländern nach den» Kriege ausgewiesen, kehrte er hierher in seine Heimat zuruck. Im September 1922 ging er mit seiner Frau erneut nach Südwestafrika hinaus, wo er in einer Diamantgrube Beschäftigung fand. Nunmehr ist das Ehepaar wieder in die deutsche Heimat zurückgekehrt, da seine Hoffnungen dort draußen nicht in Erfüllung gegangen sind. dem Festplatz, wo der Präsident Vereins. Bürgermeister I o ch i m, Liede des hiesigen Gesangvereins sammlung begrüßte. Hierauf sprach „Hassia" Bezirk Drünberg, Lehrer schließend land die Weihe der Kriegervereins- Glückwünsche des Präsidiums der „Hassia" überreichte dem verdienstvollen Vorsitzenden \ „Hassia"-Dezirks Grünberg, Lehrer Roth, Ehrenkreuz der „Hassia". Mit einem Chor Gesangvereins schloß die denkwürdige Feier, weitere Verlauf des Nachmittags brachte rechtes Volksfest. Kreis Friedberg. tag vormittag sand auf dem Friedhof eine Gedenkfeier für die Gefallenen unserer Gemeinde statt, bei der Pfarrer Diehl von Freienseen die Gedenkrede hielt und dabei das große Vorbild der gefallenen Helden den ile&cr- lebenden als Beispiel der Treue und Opferwilligkeit auszeigte. Der Gesangverein „Liederkranz" unter der Leitung seines Dirigenten, Lehrer Ranft (Stockhausen), ein Chor der Schulkinder und die Kapelle umrahmten die würdige Feier mit ihren eindrucksvollen Darbietungen. In den frühen Rachmittagsstunden bewegte sich ein F e st z u g unter Teilnahme von 35 Vereinen durch das reichgeschmückte Dorf nach ' "'■* des Krieger- Rett- und Fahrturnier des Wetterauer Reiter-Vereins. In dem Bericht über diese Friedberger Veranstaltung sind bei der Angabe der Wettkampfresultate einige Irrtümer unterlaufen, die hier richtiggestellt seien. Richtig muß es heißen: Jagdspringen (Klasse L): 5. Preis Pferd Rokoko, 4./M. G. I. R. 15, Reiter Leutnant Schafe r (nicht 7. Preis). Gruppenspringen: 2. Preis Pferd Rokoko, 4./M. G. I. R. 15, Reiter Oberleutnant Hofmann; Pferd Bosporus, Besitzer Hauptmann Faulenbach; Reiter Leutnant Schäfer (nicht 3. Preis). Erörterung stehenden wichtigen Frage der Gasfernversorgung haben sich nunmehr auch maßgebende Kreise der Wirtschaft beschäftigt. Am Dienstag tagten in Darmstadt führende Persönlichkeiten der Wirtschaft der Provinz Starkenburg, die nach eingehenden Beratungen e i n st i m m i g folgende Entschließung faßten: „Wie bekannt, wird von maßgebender Seite seit geraumer Zeit das grohangelegte Projekt einer aufs rationellste arbeitenden zentralen Gasfernversorgung des rhein-mai- nischen Wirtschaftsgebietes betrieben. Zahlreiche, heute im Sitzungssaal der Hessischen Industrie- und Handelskammer Darmstadt versammelten Mitglieder dieser Kammer, der Darmstädter Indu- striellen-Vereinigung, des Industrie-Verbandes Starkenburg, sowie weitere Vertreter der interessierten Wirtschaftskreise aus Stadt und Land erklären nach eingehender Darlegung des Planes durch den Provinzialdirektor der Provinz Starkenburg Dr. Kranzbühler und den ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt Dr. Heidebroek einstimmig: Das Projekt der Gasfernversorgung unseres Gebietes ist von allen beteiligten Stellen, namentlich aber von den Stadt- und Gemeindeverwaltungen, die zur Zeit Gas erzeugen, schleunigst aufs ernst hafte st e mit aller Tatkraft zu betreiben, wenn nicht durch Zeitablauf schwere, nicht wieder gut zu machende Rachteile entstehen sollen, die die Durchführung des sehr aussichtsreichen, nicht nur weitesten Kreisen der Wirtschaft, sondern jedem einzelnen Gasverbraucher größte Vorteile bietenden Planes in Frage stellen und schließlich unmöglich machen müssen." Preußen. Dillkreis. bl. Sinn, 15. Juli. Beim Baden in der Dill ertrank der 11jährige Sohn einer Kriegerwitwe aus Fleisbach. Da der Knabe nicht schwimmen konüte, nimmt man an, daß er in eine tiefe Stelle geraten ist und sich nicht mehr retten konnte. Oberlahnkreis. 0 Gräveneck, 14. Juli. Gestern abend schlug ein Arbeiter in dem Zuge von Weilburg ohne ersichtlichen Grund auf einen mit- fahrenden Jungen so erheblich ein, daß der Schaffner zu Hilfe gerufen werden muhte. Als »dieser einschritt, wurde der streitlustige Mensch auch gegen den Beamten tätlich. Hier sollte nun der Täter zur Feststellung feiner Personalien aus dem Zuge geholt werden, jedoch zog er es vor, die Lahn durchschwimmend sein Heil in der Flucht zu suchen. — Gestern abend wurde in der Grube Georg Joseph dahier ein Bergmann aus Dlessenbach durch her- abstürzendes Gestein am Kopfe so heblich verletzt, daß er längere Zeit wußtlos lag und dann in seine Wohnung fahren werden mußte. iT Maingau. WSR. Griesheim, 15. Juli. Di« sf. Friedberg, 15. Juni. Die gestrige öffentliche S t a d t v e r o r d n e t e n s i h u n g, die unter dem Vorsitz des Beigeordneten Windecker stattsand, beschäftigte sich mit der Errichtung einer Wohnbaracke vor der früheren Bergkaserne. Der Dau soll a ch t Wohnungen von je einem Zimmer und Zubehör enthalten und in der Hauptsache solchen Leuten dienen, die polizeilich ausgesetzt worden sind; bei Familien kann auch eine Zuteilung größerer Räume stattfinden. Die Notwendigkeit der Errichtung wurde einstimmig, bejaht und weiterhin der Wunsch ausgesprochen, daß die Unternehmer bei Vergebung von Arbeiten nach Möglichkeit die hiesigen Erwerbslosen berücksichtigen möchten. Kreis Büdingen. h. Bad Salzhausen, 15. Juli. Gestern veranstaltete die Ortsgruppe Friedberg des Deutschen Iugendherbergevereins im hiesigen Konzertsaal eine T heaterauf- f ü h r u n g , die hauptsächlich für Schüler gedacht, aber auch von zahlreichen Erwachsenen besucht war. so daß etwa 450 Besucher von hier und aus der Umgegend teilnahmen. Amtsarzt Dr. Balser und Frau von hier eröffneten die Vorführungen mit einem reizenden Duett für Flöte und Violine. Ersterer gab dann eine kurze Darstellung des Zwecks der Veranstaltung, die keineswegs dem Gewinn dienen soll, sondern ganz unentgeltlich von den jungen Friedberger Künstlern vorgeführt werde, um die Mittel zum Ausbau einer Jugendherberge in unserem Badeorte zu beschaffen. Einen Raum zu deren Errichtung hat die Gemeinde im Hinterhause der Rothschen Hofreite zur Verfügung gestellt. Weitere Konzerte und Theateraufführungen für den erwähnten guten Zweck sollen in Kürze folgen. ld. Aus dem Niddatal, 15. Juli. Die hinter uns liegende Regenperiode mit ihren außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen hat nicht nur die Frucht vielfach zu Boden gedrückt, sondern auch den Hackfrüchten, besonders auf Taläckern mit langsamem Wasserabfluß, sehr stark geschadet. Wo das Wasser längere . Zeit gestanden hat, zeigen die Kartoffeln vergilbte, zusammengeschrumpfte Blätter, im Wachstum zurückgebliebene Stengel und Fäulnis der 'eingesetzten Knollen. Auf Dickwurzäckern ist binnen kurzem das Unlraut den Pflänzchen über den Kopf gewachsen und hat diese unterdrückt. - Ganze Berge ilnfraut müssen herausgefchafst r werden, um den Dickwurzpflanzen Lust zu schaf- . fen. Eine Drainage der tiefliegenden Ackerflächen würde den Schaden, den Regenperioden immer wieder verursachen, auf ein Mindestmaß zurücMhren oder ganz beseitigen. — Noch nie waren Himbeeren so gesucht, wie in diesem Jahre mit seinen schlechten Aussichten auf eine einigermaßen dem örtlichen Bedarfe genügende Obsternte. Den für den Verkauf pflückenden Dee- tenfammlern ist es schlechterdings unmöglich, größere Mengen in die benachbarten Landstädtchen Nidda und Schotten zu liefern, in denen Himbeeren zum Preise von 60 Pfennig für das Pfund rasch Absatz finden. — In der Hochsommerglut der letzten Tage sind auf den Waldblößen und in den Hegen die Grasfamen gereift, und die Grassamen ernte nimmt ihren Anfang. Auswärtige Händler lassen von Taglöhnerinnen das Gras schneiden und art die Wege tragen. Abends kehren Fuhrwerke mit der Tagesausbeute und den singenden Schnitterinnen zurück. Wenn ein gewisser Vorrat zusammengebracht worden ist, beginnt der Ausdrusch auf bei; Dreschmaschine. Der gewonnene Grassamen wandert in Samenhandlungen, und das ausgedroschene Gras liefert rauhes Heu. Obgleich das Grassarnenschneiden bei dieser Hitze ein mühseliges Geschäft ist, stnden die -Unternehmer, da die Landwirtschaft eben zwischen Heu- und Fruchternte eine „müßige" Zeit hat und die Deerenernte in diesem Jahre feinen größeren Verdienst abwirft, genügend Arbeitskräfte, um die Grassamenernte rasch zu Ende zu führen. Kreis Schotten. —Gedern, 15. Juli. Eine Versammlung des Vereins für Handel und Gewerbe (Gruppe Handel) beschäftigte sich mit dem 7-Uhr-Ladenfchluß, der jetzt auch hier eingeführt wurde. Bürgermeister Müller sprach sich über die nachteiligen Wirkungen aus, die das Verbots bei strenger Durchführung im Gefolge haben könnte. Es fei auch im Interesse der Landwirtschaft gelegen, daß der Ladenschluß, besonders im Sommer, auf eine spätere Stunde verlegt werde. Allerdings müßten die Arbeitgeber dafür sorgen, daß ihre Angestellten, denen ilnorbnung ül Die ®eltur wird bis zuw Die «per ausgang Gr Diese Uno Berlin D Belr.: 6tati\ An den Herr Bürgerme Wir nehm (Sieisblatt ')l du geeigneter Erhebungen Nutzung her . zunehmen uni spätestens 15. ifl für Ihre 2 Mr hie fe O)pf), Seligen üriehelhausen ( sündigen Bürge füllen ju lassen Gießen, h firei Artikel II § 20. Februar W Unterbrechui (1) Wird wochen oder li wieder gewähr! 5 erneut erfüll weife in der - (2) Nach U Niger wird die Aus Grund (innerbslofenfur 6. 127) ordne nehmen mit de, milllunfl an: fcrrn Anordnung uoer IrbeiterfiiW ftea» * ,nh Darm stad Der M» i^er weittte g. i uns het SVc|Qnt I Ipeni*-. ö, Irarfs | lMnnh leg/e?" et .7-9'Ng dir , Doch'^em Ws,??'1 fteii ; • S'Ji« ; fe i N ^ Cr ent oor r - b|c jjJn «ui, -8, roz. schwächer. Elektrowerte gingen lagen 4 P gleichfalls starke Verluste aufzuweifen. aber nicht so Bankaktien zurück. hatten Wirtschaft. * Die amtliche Grohhandelsindex- liffer. Die auf den Stichtag des 14. Juli berechnete Großhandelsindexziffer b?3 Statistischen Reichsaints ist gegenüber dem 7. Juli um 0,4 vom Hundert auf 128,1 zurückgegangen. Von den Hauptgruppen gab die Indexziffer der Agrarerzeugnisse um 0,8 v. H. auf 130,0 nach, während die der Industriestosfe um 0,2 v. H. auf 124,4 anzog * D i e deutschen Sparkassen Ende Mai. Die ©Bareinlagen bei den deutschen Spar- tassen belaufen sich Ende Mai auf 2258,6 Mill. Rm. Sie haben gegenüber dem Vormonat eine Steigerung von 104,3 Mill. Rm. erfahren. Die Zuwachsziffer hält sich also auf derselben Höhe wie im Vormonat, in dem sie 109,7 Mill. Rm. betrug. Die Giro-, Scheck- und Kontolorrentein- lagen betragen 1069,2 Mill. Rm. Die Einzahlungen belaufen sich auf 2023,6 Mill. Rm., die Auszahlungen auf 1984,4 Mill. Rm. Im einzelnen haben eine Erhöhung der Spareinlagen erfahren: Preußen um 65,5 Mill. Rm. auf 1491,7 Mill. Rm., Bayern um 8 Mill. Rrn. auf 168,8 Mill Rrn., Sachsen um 6,7 Mill. Rm. auf 115,7 Mill. Rm, Württemberg um 4,6 Mill. Rm. auf 96,4 Mill. Rm., Baden um 6,2 Mill. Rm. aus 107,8 Mill. Rm. und Hamburg um 4,3 Mill. Rm. auf-77,3 Mill. Rm. Börsenkurse. wurden von der schwächeren Strömung mitge* zogen und büßten etwa 3 Proz. ein. S ch i f f - fahrtsaktien tagen lustlos und abgeschwächt. Don Auto-Aktien waren Kleyer angeboten und schwächer. Zuckeraktien büßten 1 bis 2 Prozent ein. Deutsche Anleihen verkehrten ebenfalls in schwächerer Stimmung. Der Freiverkehr war ohne Geschäft, Becker-Stahl 20, Drown Doveri 115, Ufa 42, ilfra 81, Benz 86 Proz. Die flaue Stimmung hielt auch im weiteren Verlaufe an und die Rückgänge setzten sich fort. I. G. Farben gingen bis auf 240 Proz. zurück, die Kurseinbuße beträgt also gegenüber der gestrigen Abendnotiz mehr als 6 Proz. Auch Elektro- und Montan-Aktien gaben weitere 2 Proz. nach. Der Geldmarkt ist leicht. Tagesgeld 4 bis 41/? Proz. Monatsgeld 4Vs bis 61/4 Proz. Im internationalen De- Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 16. Juli. Tendenz: Schwächer. — Die Eröffnung der heutigen Börse vollzog sich wieder unter dem Drucke weiterer Abgaben in schwächerer Stimmung. Der Orderseingang war nicht bedeutender als in den letzten stillen Tagen. Infolgedessen hielten sich die Umsätze wieder in sehr engen Grenzen. Die Spekulation beobachtete bei dem Fehlen jeglicher Anregung unverändert große Zurückhaltung. Infolge der geringen Unternehmungslust und der auf allen Seiten herrschenden Interesselosigkeit kam die rückläufige Bewegung in stärkerem Maße zum Ausdruck, und die Rückgänge betrugen vereinzelt bis zu 6 Proz. Am stärksten betroffen waren Montan- aftien; die führenden Werte gingen um 4 bis 5 Proz. zurück. Auch Farbenaktien Frankfurt a.M. Berlin bd)luö»| Kurs | l-Ufer. flur» Schluss, flut» Anfang Datum: 15.7. | 16 7 15. 7 . 16. 7. 5% Deutsche Rcichsanleihe • 0.4725 0.4635 0.47 0.445 4% Deutsche NcichSanleihe . 3>/i°/n Deutsche Reichsanlcihe — 0,4407 0.4225 0,13 — 0,4305 0,4225 3% Deutsche Neichsanleihe . Deutsche Svarprämienan leihe 0,50 — 0.5002 0,4975 0,245 — 0,26 — 4% Preußische Kom'olS - - - — — 0,43 — 4% Hessen....... 0,44 — — — 3"/i°/n Hessen - - -...... — — — — 3% Heuen ........... — — — — Deuüchc Wend. Dollar-Aul. dto- Doll-Schav-Anweisng.’l 96,25 — 97,5 — — — — — 4°/0 Holl türken......... 13,9 13.62 14,25 — 5°/0 Goldmcrikaner ... . —— 46.5 — — Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- and Pnvat-Bank 175.5 — 177’ 175* I29‘ 127,5* 128.5* 127.5* Darmst. und Nationalbank • 176.2* 174* 176.5* 174* Deutsche Bank......... 164* 161,5* 164* 161,7* Deutsche Dereinsbank .... 89,5 <— — — DiSconro Commandit 152,2* 151* 153,5* 150,5* Metallbank.......... 115 117 —• — Mitteldeutsche Kreditbank . . 122 — 121,7’ 122* Oesterreichischc Kreditanstalt. 7.05 — 7.35 7.5 Wcstbauk......v . . - — — —- Bochumer Guh........ — — 137,5* 133,2* BuderuS........... 90 88,75 90 87.75 Caro ............ 77.5 — 77,5 76* Denkscd-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 138.5* 162* 156,7* 140* 160* 135.2’ 167* Harpcncr Bergbau...... 140* 138* 139,5* 136’ Kaliwerke Aschersleben.... 142,25 — 142,5* 138.7’ Kaliwerk Westeregeln..... — — 147 146,1* Vaurabütte........... 53,6 — 53.13 51,35 Oberbcdars........... 67,5 — 66,5 65,5* Phönix Bergbau ....... 110,5* 107* 110* 106,1* Rhcinitahl........... 131.5* 130,5* 132* 130’ Niebeck Montau. . ...... 146 140,75 143.25 139* Tellus Bergbau..... . — Hamburg-Amerika Pakei. . . Norddeutscher Llovd . . . . , 152' 144* 147* 141* 149,5* 144,5* 145’ 140,7’ Chcramische Werke Albin . . 50 — _ Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... 108 108,75 M. _ 84,5 83,5 83,75 — Anglo Cont -Guano..... — — 78 89,9 Chemische Mäher Alapin . . I. G. Farbeninduftrie, A.-G. Goldschmidt.......... — — 247,5* 242,7* 243,2* 252’ 94,975 93.5 95 93,5 Holzverkohlung........ 53 52 — — Milgerswerke........ 102 100 102,5 99,5 Schcideanstalt......... 137 134,25 — — Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 141,7* 138,2’ 139,7’ 137* Bergmann ......... 124 122' 124,7’ 122* Mainkraftwerke........ 95 — Schuckerr . . ......... Siemens A Halske ...... 120* 119* 121,5* 162,2’ 117,2* 164,5 153* 160’ Adlcrwcrke Kleyer ...... 80 — 78,25 75,12 Daimler Motoren. ...... 90.75 — 89 87,9 Heyligcnstaedt......... 24.5 — —• — Mcgüiir............. 44,3 — — — Motorenwerke Mannheim — — 32 — Frankfurter Armaturen . . — — — — Konservenfabrik Braun . . . 36,75 J- — — Metallgesellschaft Frankfurt. Pct. Union A.°G. . .... 127,5 127 84 Schuhfabrik Her;...... — — 36,75 — Sichel.............. 3,2 *• — —• Zellstoff Waldhof....... 157 - 154,4 —— Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 68 79,75 65,5 78,5 68,75 — . .; e n v e r r e y r lag Paris erneut stark abgeschwächt mit 200 gegen London. Brüssel gegen das Pfund: 214, Mailand 144,50. Berliner Börse. Berlin, 16. Juli. Das Börsengeschäft ver- lie, heute wieder außerordentlich still. Die geringe Umsahtätigkeit führte heute im Gegensatz zu den vergangenen Tagen sofort bei Beginn zu empfindlichen Kursrückgängen. Elektroaktien gaben 2 bis 2,5 Prozent, Bankaktien 1 bis 2 Prozent, Chemiewerk e 2 bis 3 Prozent, Schiffahrtsaktien etwa 5 Prozent nach. Zu der Verstimmung trug die Abschwächung des französischen Frankens bei, die diesmal noch keine Kapitalflucht auslöste. ferner der im englischen Berg- arbeiterftreit sich geltend machende Einigungswille. Das letztere Moment drückte besonders auf den Montanaktienmarkt, der recht schwach eröffnete. Von Schiffahrtsaktien lagen Hapag stark gedrückt, da der Vertrag mit Harriman nach der Bekanntgabe der Einzelheiten jetzt in einem wesentlich ungünstigeren Lichte dasteht, als nach dem ersten Kommunique der Hapag dies der Fall war. Die Aktien der Rom- bacher Hüttenwerke gingen weiter stark zurück, nachdem die amtliche Verlautbarung soeben die Kapitalzufammenlegungsabsichten irn-^Verhältnis von 10 zu 1 bestätigt. Die Werte der Schultheih- Kahlbaum-Ostwerke-Gruppe gaben 3 bis 5 Prozent nach. Die Abgaben erfolgten hauptsächlich von Kreisen der Börse selbst und wurden mit den bevorstehenden Differenzzahlungen und Baisse-Dispositionen in Verbindung gebracht. Trotz der teilweise empfindlichen Rückgänge war die Stimmung nicht ausgesprochen flau, da sich das Angebot eben nur wegen der großen Umsatzlosigkeit stärker auswirken konnte. Am Geldmarkt war die Lage unverändert leicht. Tagesgeld 4 bis 5,5 Prozent, für erste Adressen schon zu 3 Prozent angeboten. Monatsgeld 5 bis 6 Prozent. Im Devisenvcrkehr war der französische Frankensehr stark abgeschwächt. Paris gab gegen London auf 203 bis 205 nach und erreichte damit einen neuen Rekord-Tiefstand. Brüssel hielt sich auf 209 bis 211 gegen das Pfund, da man in Belgien der Valutaspekulation anscheinend energisch entgegentritt. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 16 Juli. 16. Juli. Banknoten. Amtliche Noti?rung Amtliche Notierung Geld । Briei Geld Bries Amst.-lliou 168,56 168,98 168,61 169.03 Buen.-Aires 1,704 1,708 9,56 1,707 1,711 Brss-Antw 9,52 9,70 9,75 Chrisiiania. 91,93 92,17 91,93 92,17 Kopenhagen 111,24 111,52 111,26 111,54 Stockholm • 112,31 112,59 112,31 112,55 Helsingfors 10,55 10,59 10,55 10,59 Italien. . . 11,17 14,21 14,13 14,17 London. . 20,401 20,453 20,401 20.453 Neuvork . . 1,195 4,205 4.195 4,205 Paris. . . . 10,39 10,43 9,86 9,90 Schweiz . . 81,18 81,38 81.205 81.405 Spanien . . 76,40 76,56 66.20 66,36 Japan . . . 1,969 1,973 1.970 1,974 Mio de Jan. Wien in D-- 0,660 0.662 0.660 9.663 Lest- abgcst. 59,31 59,45 59,34 59,48 • Prag .... 12,421 12,462 12.452 12.462 Belgrad . . 7.400 7.425 7,41 7,43 Budapest. . 5,87 5,89 5,87 5,89 Bulgarien o,04 3,05 3,03 3.04 Lissabon 21,425 21,475 21,405 21.455 Danzig. . . 81,09 81,29 81,37 81.57 Konstantin. 2,295 2,305 2,31 2,32 Athen. . 5,19 5,21 5,19 5,21 Uanada. . . 4,198 4,208 4,198 4,203 Crngnav . 4.217 4.227 4.215 4.225 Berlin, 15 Juli Brie» Geld 4,201 9,77 111,53 20,462 10,70 169,04 14,74 92,23 59.70 1,93 112,63 81,75 66,67 12,455 5.865 4,181 9,73 110,97 20,362 10,64 168,20 14,66 91,77 59,40 1,89 112,07 81,35 66,23 12,395 5.825 Amerikanische Note» .. ».. Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten...... . . Französische Noten ...... Holländische Noten ...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deuksch-Ocsterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten....... Svanischc Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 16. Juli. Es wurden notiert: Weizen, Metterauer 32 bis 32,50, Roggen, inländ. 23,50, Hafer, ausländ. 21,50 bis 23, Mais, gelb 18,25 bis 18,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 43 bis 44, Roggenmehl 32,50 bis 33,50, Weizenkleie 9,25 bis 9,50, Roggenkleie 11,25. Tendenz stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 15. Juli. Die Tendenz im Berliner Produktenhandel ist wesentlich ruhiger geworden. Die reichlichen und billiger gehaltenen Offerten in Roggen alter Ernte drücken weiter auf das Niveau. Lediglich Weizen zeigt in ileber- einstimmung mit etwas erhöhten Auslandschluh- forberungen behauptete Kurse. Gerste still, nur Wintergerste seit gestern etwas mehr gefragt. Hafer ruhig, da die günstige Witterung eine Beschleunigung der Ernte erwarten läßt. Mehl viel angeboten und schwächer bei geringer Kauflust. Im Lieferungshandel eröffnete der Juli- Weizen recht ermäßigt, Herbstmonate unverändert. Roggen trotz ermäßigten Forderungen schwer unterzubringen. Juli und September je 2 Mark, Oktober sogar 2,50 Mark niedriger. Es notierten per 1000 Kilo: Roggen, märt., 190 bis 194; Sommergerste 205 bis 212; inländische Gerste 156 bis 163; Hafer, märt, 202 bis 211; Mais (lofo Berlin) 174 bis 178; per 100 Kilo: Weizenmehl 38 bis 40; Roggenmehl 28 bis 29,50; Weizenkleie 10,10 bis 10,25; Roggenkleie 11,30 bis 11,50; Biktoriaerbsen 35 bis 46; kleine Speise- erbfen 30 bis 34; Futtererbsen 22 bis 27; Peluschken 24 bis 27,50; Ackerbohnen 22 bis 24,50, Verantwortlich für Feuilleton i. D.: Dr. Fr. W. Lang e.