"Mötie >’ ^Uni. ' *?**«?;!*- saSS'S SL«i;Z MHLr IeM eieritn? $ wiM 05 Tr9 m*5u8 Mn ti> » ^on M?anken ins Gleichgewicht gebracht Nachdem, wie gestern noch gemeldet werden konnte, Finanzminister Peret zurückgetreten ist, erfolgte in den Abendstunden die Gesamtdemission des französischen Kabinetts. Die offizielle Meldung lautet: Paris. 15. Juni. (IU.) Ministerpräsident Briand hat sich nach Ausgang des heute nachmittag um 6 Uhr zusammengetretenen Kabinetts- rotes zu dem Präsidenten der Republik in dos Elyse begeben und ihm die Gefamldemiffion des Kabinetts überreicht. Der Entschluß Brl> ands dürfte darauf zurückzuführen fein, daß sich schwerwiegende Unstimmigkeiten innerhalb des Kabinetts ergeben haben. Am Nachmittag hatte Briand im verlaufe der Kammerfihung noch erklärt, daß er dem Londe einen Dienst zu erweise glaube, wenn er an der Spitze des Kabinetts verbleibe. Briand wird höchstwahrscheinlich in der neuen Regierung das Außenministerium behalten. Man spricht von einem Kabinett der nationalen Verständigung, in das sowohl Bokanowski und herriot und vielleicht p o i n c a r e einbegriffen würden. Als kommenden Ministerpräsidenten nennt man herriot. Präsident Doumergue wird mit den Beratungen über die Kabinettsbildung erst morgen früh beginnen. Er hat die Minister gebeten, einstweilen die Geschäfte weiterzuführen. Die Neubildung. Poris, 16. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Der Präsident der Republik wird heute voc- mjttag 9.30 Ahr Schritte zur Losung der Kabinettskrise unternehmen und - gewohnheitsgemäß zuerst mit dem Präsidenten des Senats und dem der Kammer verhandeln. In politischen Kreisen betrachtete man es gestern abend als sehr wahrscheinlich, daß Briand Chef' der neuen Regierung werde. Er würde die Ministerpräsidentschaft und das Außenministerium behalten, wie es die große Mehrheit der Parlamentarier wünsche. Dieser Ansicht seien sogar die Radikalen, die für Herriot als künftigen Ministerpräsidenten Vorliebe zeigen. Man schreibe Briand die Absicht zu. sich zuerst an Herriot zu wenden, dessen Mitarbeit geeignet sein dürfte, die Besorgnisse gewisser Elemente der Radikalen zu zerstreuen. — Für.das Finanz- Portefeuille nenne man Caillaux, der jedoch nur unter gewissen Bedingungen, d. h. unter Zusicherung weitgehender Vollmachten annehmen würde. Heute früh werden die Präsidenten des Senats und der Kammer die Führer der politischen Gruppen zu sich bitten lassen. Veuerdings glaubt man, daß Briand als erster den Auftrag zur Bildung des Kabinetts erhalten und auch annehmen wird. Der Rücktritt des Kabinetts scheint nach allem durch den Wunsch Briands veranlaßt worden zu fein, die Bildung eines nationalen Ministeriums zu ermöglichen, in dem et den Vorsitz hat. So erklärt man sich auch die Gesamtdemission des Kabinetts, zu der sich aus der parlamentarischen Situation keine unmittelbare Vot- wendigkeit ergab, Vertagung der Ananzdebatte. Paris, 15. Juni. (TA.) In der heutigen Kammersihung erflärte Briand zugleich in Beantwortung von Anfragen der Sozialisten und Kommunisten, daß er im gegenwärtigen Moment eine Diskussion über di e Finanzinterpellationen für unangebracht halte und daher die Vertagung beantragen müsse. Die Aussprache solle demgemäß am Donnerstag fortgesetzt werden, da bis dahin der neue Finanzmini st er im Amt fei und selbst den Zeitpuntt Vorschlägen werde, zu dem er auf die vorliegenden Interpellationen antworten wolle. Die Kammer stimmte nach wird, so sind das am Frankenkurs gemessen in Wirklichkeit nur 4,5 Milliarden Reichsmark! Es leuchtet ein, daß mit dieser Summe sich die Kosten der imperialisttschen Politik nicht decken lassen. Erst recht dann nicht, toenn Frankreich ernstlich die Schuldenzahlungen aufnimmt, da dies schon in den nächsten Jahren einen Abfluß von 200 oder 300 Millionen Reichsmark bedeuten wutLe. Wer immer Pörets Vachsolger fein wird, toirb nicht nur den Mund spitzen dürfen, er wird noch mehr tun müssen: nämlich den Franzosen klar ^machen, daß für die imperialistische Politik, die Frankreich treibt, die wirtschaftliche und finanzielle Grundlage nicht ausreicht. Vielleicht beginnt bann die Möglichkeit einer Befriedung Europas. Aber bas liegt noch in wettern Felde. Die englische Note an Moskau. Berlin, 15.Juni. (TA.) Die Abendblätter berichten aus Moskau: Die englischeVote über die russische Anterstützung im ©e- neralstreik ist gestern hier überreicht worden. „Ifwestija" nimmt zur Angelegenheit auslängerer Debatte der Vertagung der Inter pelkationsdebatte auf Donnerstag mit 3 09:195 Stimmen zu. Ministerpräsident Briand erklärte den Journalisten, er werde bereits heute abend im Kabinettsrat zur Ernennung des neuen Finanz Ministers schreiten, der sich sobald wie möglich der Kammer vor stellen soll. Eine allgemeine Kabinettskrise halte er für nicht gegeben. P6ret erklärte, er trete zurück, weil er nicht überall auf die für die Durchsührung seines Programmes nötige Anterstützung gestoßen fei. Im übrigen fei er für die Bildung eines Kabinettes der nationalen Einigung. Briands Kammerrede. Paris, 16. Juni. (WB.) Zu Beginn der heute nachmittag abgehaltenen Kammer fit- zung teilte Kammerpräsident Herriot mit, daß ein mit den notwendigen 50 ilnter- schriften versehener Antrag auf sofortige Anberaumung des Zeitpunktes für die Diskussion der drei vorliegenden Interpellationen! Cachin (Komm.), Dehris (Rad.) und Vincent Auriol über die Hausse der ausländischen Devisen, die Demission des Finanzmini st ers und die von der Regierung geplanten Maßnahmen zur Lahmlegung der Spekulationsmanöver vorliege. Die Kammer beschließt mit einer Stimmenmehrheit die sofortige Festsetzung des Zeitpunktes der Beratung dieser Interpellationen, worauf Ministerpräsident B r i a n b im Vamen der Regierung den Antrag stellt, die Anberaumung dieses Zeitpunktes bis zum Donnerstag zu vertagen. Vachdem Kammerpräsident Herriot bekanntgegeben hat, baß ein neuer Interpellationsantrag bes radikalen Abg. Franklin Doul- lion eingegangen ist, über die Maßnahmen, die die Regierung zu ergreifen gedenke, um eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden, be- grünbet bet kommunistische Abg. Cachin feine Interpellation. Er kritisiert das Finanzgebah- ren bes zurückgetretenen Finanzministers, der drei Milliarden derManövrierkasfe verschleudert habe. Seit Ende des vergangenen Jahres habe Peret durch Erschließung neuer Hilfsquellen 10V» Milliarden Franken flüssig gemacht. Wo seien diese IO1/2 Milliarden geblieben? Abg. Dehris wirst dem Finanzminister vor, daß er gerade in dem Augenblick bemif- fioniere, in dem das Pfund so gewaltig steige. Auch er kritisiert die Pläne des Sachverständigenausschusses und verlangt, daß man sich nicht noch länger über das Parlament luftig mache. Solange ein parlamentarisches Regime bestehe, habe das Parlament das Recht, die notwendige Aufllärung zu fordern. Der sozialistische 2ll»g. Vincent A u r i 0 l vertritt die im Verlause einer heute nachmittag abgehaltenen FraktionSsihung beschlossene Haltung seiner Fraktion und erflärt, der Finanzminister sei deshalb gegangen, weil das Pfund steige, während es seine Pflicht gewesen wäre den Kurs des Pfundes wieder zum Sinken zu bringen. Aber viel schwerer wiegend sei ein anderer Grund des Rückttitts. Er habe, wie er behauptet, nicht die notwendige A n- terstühung erhalten können. Welches sei denn diese Anterstützung? Sei er etwa mit seinen Ministerkollegen nicht einer Meinung gewesen, oder sei die Regierung vielleicht ohnmächtig gewesen. diesen Widerstand zu beseitigen, dem der Finanzminister begegnet sei? Die Regierung müsseunbedingterklären, welches ihre Pläne seien. Man werfe der Kammer stets vor, daß sie Polittk treibe, es handele sich hier aber um die Pläne und die Regierung müsse diese klarlegen. Wenn sie die notwendigen Maßnahmen für eine starke Deflation enthielten, die allein die Baisse des Franken zu beheben geeignet seien, bann erkläre er im Tiamon feiner Partei, daß sie bereit fei, bie Pläne zu unterstützen und falls diese Regierung scheitern sollte, jede andere, die für eine derartige Maßnahme eintreten würde. Hierauf nimmt Ministerpräsident Briand das Wort. Er lehnt es sofort ab, auf die führlich Stellung und erwartet, daß die Sowjetregierung die völlige Haltlosigkeit der gegen sie von England erhobenen Beschuldigungen ausklären wird. Die englische Regierung habe allerdings die Behauptungen, die ein Teil der englischen Presse und einige Regierungsmitglieder aufgestellt hätten, daß die Sowjetregierung selb st den Streikenden Geld überwiesen habe, nicht in das Memorandum ausgenommen. Dem Hinweis des Memorandums gegenüber, daß das Finanzrommissariat die Aeberweisung von An- terstützungsgeldern nach England gestattet habe, müsse festgestellt werden, daß durch die russischen Gesetze die Ausfuhr von Geld nicht verboten würde. Das Blatt gibt der Vermutung Raum, daß hie englische Rote auf die Bestrebungen gewisser englischer Kreise zurückzuführen sei, die die Lösung des englisch-russischen Handelsvertrages wünschten. Man nehme bie Streikhilfe der russischen Arbeiter für ihre englischen Kollegen zum Anlaß eines wirtschaftlichen und politischen Druckes auf die russische Regierung. Indessen habe sich bisher gezeigt, Fragen von Cachin und A u r i 0 l einzugehen, welches her Zünftige Finanzmini st er fein werde, da es nicht üblich wäre, daß sich die Kammer an der Bildung einer Regierung beteilige. Er glaube auch nicht, daß eine parlamentarische Debatte im Augenblick nützlich sei. Die Lage der Regierung sei äußerst verwickeln Es wäre der Regierung und der Kammer unwürdig, wollten sie durch Behelfsmittel dieses Aebel reparieren, das die Regierung durch eine Gesamtaktion, nämlich durch Aufstellung e nes Gesamtsanierungsplanes bekämpsen wolle. Der Sachverständigenausschuß werde einen ernsthaften Plan fertigstellen. Er sei zwar auch der Meinung, daß die vom Sachverständigenausschuß angegebene Frist wohl etwas übertrieben sei, aber es würde genügen, an sein Gewissen zu appellieren. (Der Einwurf des kommunistischen Abgeordneten Cornavin, daß die Mitglieder des Sachverständigenausschusses gar kein Gewissen hätten, wird von Kammerpräsident Herriot gerügt.) Briand fährt fort: Finanzminister Peret sei nicht etwa auf Grund seiner eigenen Persönlichkeit zurückgetreten. Er schulde ihm diese Anerkennung. Er sei angegriffen worden und habe mit einer äußerst schwierigen Lage zu kämpsen gehabt, weil Improvisationen nicht möglich seien. Peret habe geglaubt, für die Behebung dieser Schwierigkeiten eine gewisse Anterstützung zu finden. Das fei ihm aber nicht gelungen, und deshalb habe er es für seine Pflicht gehakten, zurückzutreten. Er — Briand — hätte ja ebenso leicht demissionieren und heute als friedlicher Beobachter der Kammerdebatte beiwohnen können, statt sich ironischen Zurufen auSzusetzen, aber feiner Mei- itung nach dürfe er gerade in dem Augenblick, in dem das Schiff durch schwierige Klippen gesteuert wird, nicht das Steuer verlassen. Er halte aber eine Frist von 48 Stunden für not- wendia, um die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen. Am Donnerstag werde die Kammer, wie auch die Lage gelöst sein möge, sich hierzu äußern können. Es fet denn, daß sie bereits heute der Ansicht fei, es sei vorteilhafter — diese letzten Worte begleitete Briand mit einer entsprechenden Geste —, daß er seinen Rücktritt ankündigt, falls die Kammer seinen Antrag auf Vertagung der Festsetzung des Zeitpunktes der Diskussion der drei Interpellationen über die Währungskrise ablehnen sollte. Hierauf wurde über den Antrag Briand abgestimmt, der, wie oben gemeldet, mit 309 gegen 195 Stimmen angenommen wurde . Briand über den Hrankenfturz. Paris, 15. Juni. (TU.) In den Wandelgängen der Kammer gab Briand eine Erklärung ab, in der er u. a. folgendes ausführte: Die Lage ist schwierig. Hier können keine Wunder wirken. Die einen verlangen ein nationales Ministerium, die anderen rufen nach einem entschlossenen Mann. Was ein nationales Ministerium anbelangt, so ist es sehr zu wünschen: doch ist das B e i s v i e l Belgiens nicht gerade ermutigend. Man hat dort ein Kabinett gebildet, in dem sämtliche Parteien vertreten sind. Obwohl der Finanzminister ein hervorragender Sachverständiger ist, ist die Stützungsaktion zugunsten des belgischen Franken fehlgeschla - gen. Auch Italien, das einen entschlossenen Mann hat, ist es nicht gelungen, den Lire höher zu bringen als den Franken. Die gegenwärtige Situation wird durch vielfache Gründe bestimmt. In England werden Franken verkauft, ohne daß man es dabei auf die Herbeiführung einer Franke n b a i s s e absieht. Man macht das nur zur Stützung des Sterlingkurses gegenüber dem Dollar. Auch in Belgien und Italien werden französische Franken abgestoßen, jedoch nur in der Absicht, die nationale Währung zu stützen. Schließlich verkaufen auch in Frankreich zahlreiche Franzosen aus Mangel an Vertrauen Franken. Die Wolken am Horizont ballen sich über uns zusammen. Wir sind vom Sturm gepeitscht und müssen bis zum Ende aushalten und dem Siege entgegensehen. daß auf diese Weise die Sowjetunion sich nicht beeinflussen lasse. Lediglich ein für beide Staaten günstiges Abkommen vermöge die Beziehungen zwischen ihnen befriedigend lösen. Die Antwort der Sowjetregierung. Berlin, 16. Juni. (TU) Wie die Morgenblätter aus Moskau melden, weift die Sowjet- regierung in der am Dienstag dem britischen Geschäftsträger in Moskau überreichten Antwort auf bas britische Memorandum daraufhin, daß in Rußland fein allgemeines Valutaaus- fuhrverbot bestehe, sondern lediglich eine Ausfuhr- regelung, durch die in jedem einzelnen Falle Be- willigungen zur Ausfuhr von Valuten erteilt werden. Die Sowjetregierung, welche den Willen der Arbeiter und Bauern der Sowjetunion ausdrückt, konnte den Gewerkschaften, in denen Millionen von Arbeitern der Sowjetunipp organisiert sind, nicht verbieten, Geld in, Ausland zur Gewährung von U n t e r - stutzungen do 11 Gewerkschaften eines aoberen Landes zu überweisen. Gleichzeitig lenkt die Sowjct- regierung die Aufmerksamkeit der britischen Regie, rung auf die den Tatsachen widersprechenden und den normalen Beziehungen zwischen Regierung nicht entsprechenden Erklärungen einiger ihrer Mitglieder, als ob die dem Generalrat der Gwerkschaften überwiesenen Summen von der Sowjetregicrung stammen, während sie in Wirklichkeit durch den Zentralrat der Gewerkschaften der Sowjetunion auf Grund einer Vereinbarung mit dem Zenttaftomitte der Sowjetgewerkschaften gesandt wurden. Die Unterhausdebatte über die Kohlenkrise. Eine Rede Baldwins. London, 15. Ium. (TU.) Vor vollbesetztem Hause fand heute nachmittag die mit großer Spannung erwartete Debatte über die 'Kohlenkrise statt. Premierminister Baldwin eröffnete die Debatte mit einer längeren Erklärung, in der er zunächst darauf hinwies, daß die Arbeit im englischen Bergbau setzt mehr als sechs Wochen ruhe. Die Folgen hiervon würden immer verheerender. In den Fabriken müßte man die Arbeit ein st eilen, sobald die Kohlenvorräte erschöpft seien. Die Regierung sei zwar gewillt, den Import von Kohle fiir einige lebenswichtige Betriebe selbst in die Hand zu nehmen, aber im allgemeinen müsse man die Kohleneinfuhr den Privatunternehmun- gen überlassen. Baldwin beschäftigte sich alsdann mit der Lage vor der Veröffentlichung des Kohlenberichtes. Dieser besage. daß. falls gewisse Maßnahmen nicht ergriffen würden, über die Industrie iln* Herl hereinbrechen müsse. Man dürfe sich indessen keine übertriebenen Vorstellungen von der Möglichkeit einer Reorganisation des Bergbaues machen. Die Regierung sei gewillt. alles zu tun, was die Produktivität der Kohlenindustrie vergrößern könne und das Kabinett sei zu dem bestimmten Entschluß gekommen, daß die Rückkehr zu längerer Arbeitszeit eine Rotwendig le it sei. Er habe sich in erster Linie von den Interessen der Arbeiter leiten lassen und glaube, daß eine Verlängerung der Arbeitszeit einer Lohnherabsehung vorzuziehen sei. Baldwin hob in seiner Rede mehrmals hervor, daß jetzt die Möglichkeit zur Wiederauftrahme der Derhairdlungen im Bergbau vorhanden sei, da die Grubenbesitzer bereit seien, für die nächsten drei Akonate in einigen Bezirken die alten Löhne weiter zu zahlen, wenn sich die Bergarbeiter, in Anbetracht der äußerst schwierigen Lage des Bergbaues bereit erklären würden, vorübergehend acht Stunden täglich zu arbeiten. Die Regierung denke meßt daran, das Arbeitszeitgesetz zu ändern. Sie würde jedoch dem Parlament einen Gesetzentwurf vorlegen, nachdem für eine gewisse Zeit eine ileherftunbe täglich im Bergbau für zulässig erklärt wird. Diese Maßnahme der Regierung würde eine W i ed er au fn ah m e der Ver g- bauverhandlungen bedeutend erlerch- tern. Die Regierung wird die Vorschläge der Kohlenkommission in einen Gesetzentwurf umleiten. Sollte jetzt ein neues Lohnabkommenbeiverlängerter Arbeitszeit und bei teilwei se herabgesetzten Lohnen für einige Bezirke zustandekommen, so wird eine Regierungsh ilfe für den Bergbau tn Hohe mm drei Millionen Pfund nicht mehr • notwendig sein. Aber trotzdem sei die Regierung bereit, diesen Betrag zur Unterstützung 1 des Bergbaues stets bereitzuhalten ' Der Genfer Zwischenfall. Rom, 16. Iuni. (TU.) Im „Popolo d'Italia" schreibt Mussolinis Bruder Arnaldo zu dem antifasziftischen Zwischenfall in Genf, es komme jetzt darauf an zu wissen, ob Genf den Delegierten beim Völkerbund die n o t° wendigen Garantien für objektive . Ausübung ihres Amtes geben könne. Es sei unmöglich, daß ein italienischer Delegierter in offizieller Mission Gast einer Stadt sei, wo in öffentlichen Versammlungen sein Land, seine Regierung und fein König beschimpft werden. Die Oberleitung der italienischen faszi - stischen Partei hat die faszistische Sektion in Genf zu dem Angrif beglückwünscht, dem die Genfer Faszisten auf einer sozialistischen Versammlung ausgesetzt waren. In Mailand wurde vorsichtshalber vor dem schweizerischen Konsulat der Polizeiposten verstärkt und ein Kriminalbeamter hinzugezogen, da man eventuell Repressalien wegen des Vorfalles in Genf befürchtet. Der Generalsekretär der faszistischen Gewerkschaften, Rossoni, der zur Zeit auf der internationalen Arbeitskonferenz in Genf weilt, wurde von der faszistischen Parteileitung mit einer strengen Untersuchung der Vorfälle betraut. Amerikanische Stimmen zum Austritt Brafiiiens. Reuhork, 15. Iuni. (TU.) Die Reuyorker Zeitungen kommentieren zum ersten Male den Entschluß Brasiliens, aus dem Völkerbund auszutreten. Sie stellen sich fast einmütig auf den Stan dpunkt Brasiliens. weil der Austritt Brasiliens aus dem Völkerbund diesen noch mehr als bisher 5um rein europäischen Bund mache. Der „Herold" weist darauf hin, daß eine pan- amer ikanisch e Union einen Völkerbund für sich bedeuten würde. Der„H er al d", „World" und die „Times" stimmen in ihren Kommentaren darin überein, daß der Austritt Brasiliens für den Völkerbund einen schweren Schlag bedeute. Der Kampf im Elsaß. Ein neuer Aufruf des Heimatbundes. Berlin, 16. Iuni. (TU.) Wie die Morgenblätter aus Straßburg melden, veröffent- sichte das Komitee des Elsaß-Lothringischen Heimatbundes am Dienstag in der katholischen Presse des Oberelsaß einen neuen Auf ruf, in dem der Heimatbund erklärt, daß er von seiner Kundgebung nichts zurückzunehmen habe und daß er alle diejenigen in Schutz nehme, die von der Regierung gemaßregelt worden seien. Der Ausruf schließt: Elsässer und Lothringer! Jeder neue Gewaltakt der Regierung beweist mehr denn je, von welchen Gefahren die elementaren Rechte in Elsaß-Lothruigen bedroht sind. Schließt euch also mehr als bisher zusammen zum Kampf für d i e natürlichen Rechte des Landes. „Sanktionen“. Paris, 15. Iuni. (TU.) Das Generalsekre- tariat der elsaß-lothringischen Eisenbahnen gibt bekannt, daß die E i s e n b a h n b e a m t e n, die den Aufruf desHeimatbundes unterzeichnet haben, ihrer Funktion enthoben und vor einen Untersuchungsausschuß gestellt werden, der über ihre Absetzung zu entscheiden hat. Der Arzt Dr. Druar, der ebenfalls den Aufruf unterzeichnet hatte, wurde von drei Soldaten angefallen. Er flüchtete zu einem Freund, dem früheren Bürgermeister Beffrey. Die drei Soldaten drangen in die Wohnung ein und mißhandelten auch die Mitglieder der Familie Beffrey. Ein neuer Aufruf gegen die Fürstenenteignung Berlin, 15. Iuni. (TU.) Die Kathv- lisch e Vereinigung fürnationalePo- l i t i k hat an die Katholiken zu dem Fürsten- enteignungsbegehren folgenden Aufruf erlassen: „Katholiken! Denkt an die friedvollen Zeiten für Volk, Kirche u nd Staat unter den christlichen deutschen Fürsten! und daran, wie chr einst in jeder eurer Tausende von Versaurmlungen Treue zu Thron und Altar geschworen habt. Der gegen Moral, Recht und historisches Verdienst verstoßende Volksentscheid ist einzig und allein Angelegenheit der Rovemberleute, denen das deutsche Volk seine jetzige Rot ver- dantt, nicht aber ist er eine Angelegenheit ehrbarer christlicher deutscher Staatsbürger! Beweist die geschworene alte Treue und haltet euch von dem unsauberen verbrecherischen Treiben des Volksentscheides fern!" Aus aller Wett. Religionsfcieg in Indien. Wie aus Simle gemeldet wird, ist es in Pindi in der Nähe der Moschee zu blutigen Zusammen- ft ö ß e n zwischen Muselmännern und Sikhs gekommen, die einen aufruhrähnlichen Charakter annahmen. Erst der Einsatz von Militär konnte die wütend kämpfenden Parteien auseinander bringen. Die Zusammenstöße forderten acht Tote und 2 3 Verwundete. Unruhen in Sowjetrutzland. Infolge des Erlasses über die strenge Durchführung des Sparsamkeitsregimes ist es in Kaluga zu Zusammen st äßen zwischen entlassenen Arbeitern der Textilfabrik in Kaluga und der Miliz gekommen. Sturm an der chilenischen Küste. Aus Valparaiso wird gemeldet: Während eines heftigen Sturmes schmierten vier chilenische Dampfer und wurden gänzlich zerstört. Fünf Schleppdampfer gingen unter, drei wurden schwer beschädigt, mehrere Leichterschiffe versanken. Man fürchtet Derluste an Menschenleben und enorme Schaden an der Küste. Eine russische Stadt abgebrannt. Rach einer Meldung aus Moskau ist die Stadt Kotjelnitsch im Gouvernement Wjcttka fast gänzlich infolge einer Feuersbrunst zerstört worden. Mehr als 7000 Einwohner seien obdachlos. Fast alle öffentlichen Gebäude wurden ein Raub der Flammen. Die Zahl der Toten konnte noch nicht sestgestelft werden. Ein gesunkenes Torpedoboot aufgefunden. Das Wrack des im Herbst vergangenen Jahres mit der gesamten Besatzung von 54 Mann gesunkenen finnischen Torpedobootes 8.2 ist in der Nähe der finnischen Küste mit dem Kiel nach oben liegend aufgefunden worden. Die Bergung des Wracks wird infolge der großen Tiefe mit Schwierigkeiten verbunden fein. Gestrandeter holländischer Dampfer. Der holländische Dampfer „Alderamin" ist auf der Fahrt nach Hamburg auf Mittelgrund f e ft g e r a t e n. Man hoffte zunächst, das Schiff mit einfetzender Flut flott zu bekommen, doch stellte es sich heraus, das es an mehreren Stellen l e ck ist. Nunmehr wurden Motorpumpen an Bord geschafft, um es leer zu pumpen. Unwetter in Sachsen. Aus ganz Sachsen kommen Rachrichten über anhaltende starke Riederschläge, die zum Teil große Verheerungen anrichteten. Die Pulsnitz und die Gottleuba sind über die Ufer getreten und verwüsteten Gärten und Felder. In der Dresdner Heide hat die Prießnitz mehrere Drücken sortgerissen und Hunderte von Bäumen entwurzelt. In Dresden selbst wurden tiefer gelegene Keller und Wohnungen vielfach überschwemmt. Die Feuerwehr mußte wiederholt eingreifen. Alle oberen Pegel der Elbe melden ein erhebliches Steigen des Wasserstandes. Unwetter und Hochwasser in Schlesien. Das Oderhochwasser ist infolge der unaufhörlichen Regenfälle im weiteren starken Steigen begriffen. Auch die Nebenflüsse der Oder führen große Wassermengen. Schwerer Unwetterschaden wird aus Ober- und Niederschlesien gemeldet. Die Getreidefelder haben fast überall großen Schaden erlitten. Die Heuernte ist vielfach völlig vernichtet. Im Gebirge nahmen die Stürme in der heutigen Nacht und am Vormittag orkanartigen Charakter an. Neues Hochwasser des Neckars. Infolge der starken Regenfälle der letzten Tage hat der Reckar erneut die Hochwassergrenze überschritten, so daß die Schiffahrt wieder eingestellt werden mußte. Vom Oberlauf wird starkes Steigen gemeldet. Der Rhein steigt. Die Meldungen über das Steigen des Oberrhein haben in Düsseldorf besondere Beunruhigung hervorgerufen, da mü einem weiteren Steigen des Riederrheins die große Ausstellung gefährdet ist, die bereits bei dem letzten großen Hochwasser im Dezember bis zu einem Meter unter Wasser stand. Der Rhein ist erneut um 22 Zentimeter gestiegen und erreichte einen Stand von 3 64 Meter. Politischer Zusammenstoß in Elberfeld. In Elberfeld kam es nach einer nationalsozialistischen Versammlung, in der Hitler gesprochen hatte, auf der Straße zwischen Teilnehmern der Versammlung und 'Reichsbannerleuten, die einen Demonstra- tionszug gegen die Fürstenabfindung veranstalteten, zu Schlägereien. Drei Personen wurden verletzt. Die Polizei schritt ein und stellte die Ruhe wieder her. Grabschändung. Auf dem Friedhof in Kirchchrenbach (Bah.) hat sich eine unerhörte Grabschändung ereignet. Eine Frau wollte das Grab ihres Großvaters besuchen. Beim Instandsehen des Grabes stieß sie plötzlich auf einen erheblichen Teil eines Schweines, das erst vor ganz kurzen Zeit eingescharrt worden war. Es wird angenommen, das; ein Abergläubischer die Tat begangen hat, um „Glück im Stall" zu haben. Selbstmord in der Synagoge. Der Vorsteher der Essener ©qnagogengemeinbe Levy hat in der Synagoge Selbstmord verübt. Schwierige Lebensverhältnifse sollen ihn zu diesem Schritte veranlaßt haben. 3m Schlafe ermordet. Aus Göttingen wird gemeldet: Im benachbarten Geismar erschlug ein polnischer Arbeiter seinen schlafenden Zimmergenossen, den 23jäh- rigen August Pieper. Zu der Bluttat benützte der Mörder eine eiserne Wagenkapsel, mit der er die Schädeldecke des Pieper zertrümmerte. In schwerverletztem Zustande wurde Pieper in die Göttinger Klinik gebracht, wo er bald darauf seinen Verletzungen erlag. Der Mörder unternahm einen Fluchtversuch, wurde aber alsbald ergriffen und in das Gerichtsgefängnis übergeführt. Ein Dolizeibeamter als Einbrecher. Aus M.-Gladbach wird gemeldet: Einem Geschäftsmann tratt beim Aufsuchen feines Lagers am späten Abend ein Mann in Polizei-« uniform entgegen. Es war der Wachtmeister Dackweiler, der auf Raub aus ging. In seiner Wohnung wurde ein vollständiges Warenlager aufgefunden, das er sich überall zusammengestohlen hatte. Dieser eigenartige Hüter der Ordnung und Sicherheit sitzt jetzt hinter Schloß und Riegel und sieht seiner Bestrafung entgegen. vom Vlih erschlagen. Aus Bebra wird gemeldet: Bei einem starken Gewitter wurden die zwei Brüder Vogt aus Döbritz vom Blitz getroffen. Der 17jährige Otto trug eine Sense auf der Schulter und wurde vom Kopf bis zu den Füßen vom Blitz durchschlagen. Er war o f o r t tot. Der 13jährige Bruder wurde betäubt und vorübergehend gelähmt. Der Fall Lessing. Dor einigen Monaten hat Prof. Lessing von der Technischen Hochschule in Hannover in einer Prager Zeitung einen Artikel veröffentlicht, in dem er sich über den Reichspräsidenten von Hindenburg in einer Weise äußerte, die in den breitesten Kreisen des deutschen Volkes mit Recht einen Sturm der Entrüstung erregte. Dieses für einen deutschen Hochschullehrer ganz ungewöhnliche Verhallen zettigte zunächst ein parlamentarisches Rachspiel im Preußischen Landtag, weiterhin aber auch ein Vorgehen des preußischen Kultusministers Decker gegen Professor Lessing. Der Minister sprach Lessing in einem Erlaß seine entschiedene Mißbilligung aus, und gab dieser Rüge eine Form, die erwarten ließ, daß der Gemaßregelte daraus die. gebotenen weiteren Konsequenzen ziehen würde. Dies zu tun, hat Prvfeffor Lessing merkwürdigerweise unterlassen, vielmehr sein Lehramt weiterhin ausgeübt, als ob nicht das mindeste gegen ihn vorläge. Begreiflicherweise hat sich nicht nur in den nationalen Dürgepkrersen, sondern auch in der Hannoverschen Studentenschaft gegen diesckn Herrn eine starke Erregung geltend gemacht, die sich neuerdings zu einer entschiedenen Abwehrstellung der Studentenschaft zuspitzte. Die Studierenden verwahrten sich dagegen, daß Professor Lessing nach dem Vorgefallenen noch weiter sein Lehramt ausübe, und da sie schließlich keinen anderen! Ausweg sahen, dieser Lehrpersönlichkeit enthoben zu toerben, traten sie in einen sog. Studenten-- streik ein. Das preußische Kultusministerium nahm nun seinerseits Stellung gegen die Studentenschaft. und ersuchte die Hannoversche Hoch- schulbehvrde, unter Umständen selbst mit den schärfsten Mitteln gegen die streikenden Studierenden vorzugehen, wobei man sich darauf berief, daß hier die Autorität des Staates und der Gesetze zu wahren sei. Als die Studentenschaft in ihrem Abwehrstreik verharrte, erfolgte eine Anzahl Relegationen, worauf die Wellen des Streites weit über Hannover^ hinausschlugen. In zahlreichen Universitätsstädten nahm jetzt die Studentenschaft zu den Vorgängen in Hannover Stellung, wobei der größte Teil der Studenten! den Hannoveraner Kommilitonen seine Solidarität aussprach, während sich ein anderer, allerdings der kleinere Teil der Studentenschaft, dem Vorgehen der Hannoveraner nicht angeschlossen hat. Professor Lessing, gegen den sich übrigens auch der weitaus größte Teil des Lehrkörpers der Technischen Hochschule Hannover, sowie einstimmig der dortige Magistrat aussprach, ist mittlerweile noch, einmal zum preußischen Kultusminister beschieden worden, aber auch in dieser Unterredung ist keine Entscheidung gefallen, die der Mißbilligung des Ministers gegen Lessing den erforderlichen, prattischen Ausdruck gegeben hätte. Professor Lessing ist also bis zum heutigen Tage noch Inhaber seines Lehrauftrages, wahrere ihn auf der anderen Seite die Studentenschaft nach wie vor ablehnt. * ♦ * Gestern vormittag nahm die Gießener Studentenschaft in einer Studentenversammlung z.u der Angelegenheit des Prof. Lessing in Hannover Stellung. Die Versammlung beschloß die Absendung einer (SrElärnng an die Hannoveraner Studenten, worin die Gießener Studentenschaft den Hannoveraner Kommilitonen herzliche Sympathie zu ihrem Kampfe und die Billigung aller bisherigen Maßnahmen der Hannoveraner Studenten ausspricht, ferner betont, daß der Kamps gegen Prof. Lessing und feine Verteidiger bis zum letzten geführt werden müsse, und schließlich den Kommilitonen der Technischen Hochschule Hannover erklärt, daß auch die Gießener Studentenschaft dem preußischen Kultus- ministerium Mißtrauen entgegenbringe. Als Ausdruck der Sympathie mit den Hannoveraner Kommilitonen blieb die Gießener Studentenschaft den ganzen gestrigen Tag über den Vorlesungen in der hiesigen Universität fern. Daraufhin hat der Rektor öxer Landes- Universität folgenden Anschlag am Schwarzen Brett veröffentlicht: „An die Gießener Studentenschaft! Die Gießener Studentenschaft ist aus Anlaß der akademischen Vorfälle in Hannover am heutigen Tage (15. Iuni) in den „Sympathiestreik" eingetreten. Man mag eine Stellung zu dem Anlaß nehmen «welche man will, ich muß es durchaus mißbilligen, daß die Studentenschaft politische Methoden auf akademische Verhältnisse anzuwenden sucht. Der Rektor." Zu dieser Erllärung des Rektorats wäre zu sagen, daß man allerdings nicht versteht, warum die hiesige Studentenschaft, deren Sympathie mit ihren Hannoveraner Kommilitonen wir durchaus begretfen, den gestrigen Vorle.su ngen fernblieb, da zwischen dem Lehrkörper unserer Universität und unseren Studenten ja erfreulicherweise keinerlei Mißhelligkeiten bestehen. Es hätte sich doch wohl aud) eine andere, nicht minder wirksame Form finden lassen, um der Beurteilung des Falles Lessing durch die Gießener Studentenschaft ganz eindeutig Ausdruck zu geben. ’ * * Dem Vorbild der Studenten an anderen Hochschulen folgend hat jetzt auch die Studentenschaft Marburgs und die dem deutschen Studentenring angehörende Studentenschaft Frankfurts in dem gleichen Sinne wie ihre Gießener Kommilitonen Stellung genommen. Die Heidelberger Studentenschaft hat sich ebenfalls gegen Lessing gewandt, aber ebenso wie Bonn einen Sympathiestreik abgelehnt. Das Frankfurter Kartell republikanischer Studenten wendet sich in einer Kundgebung gegen das Vorgehen der Hannoveraner Studenten. Prof- Lessing ist gestern abend auf telegraphische Aufforderung von neuem nach Berlin gereift, um heute wieder mit dem Kultusminister und dem preußischen Ministerpräsidenten zu verhandeln. Au§ der provinzialhauptftadt. Gießen, den 16. Iuni 1926. LU. Von der Landesunioersität. Der ordenlliche Professor der Mineralogie und Petto- graphie an unserer Universität Dr. Scheu- mann hat einen Ruf auf das Ordinariat der Mineralogie an der Technischen Hochschule Charlot- tenburg erhalten. ** Aufgehobene Straßensperre. Die vom Polizeiamt am 17. Mai angeordnete Sperrung der Frankfurter Straße von der Straße Am Steg bis zur Eisenbabnüberführung Klein-Linden ist jetzt wieder aufgehoben worden, da die Walzarbeiten beendigt sind. ** Sie Abstimmungsbezirke für den Volksentscheid am nächsten Sonntag werden im heutigen Anzeigenteil von der Stadtverwaltung veröffentlicht. ** (Ein Transport erholungsbedürftiger Kinder ist auf Veranlassung des städtischen Wohlfahrtsamts gestern abend mit dem Hamburger v-Zug 10.18 ab Gießen von hier nach Brunshaupten-Arendfee an der Ostsee abgereift. Frohgemut trat die kleine Gesellschaft, 29 Köpfe stark, unter guter Begleitung die Fahrt an. Ende Juli kehrt die Schar hierher zurück. Für die Zeit vom 13. Juli bis 24. August soll ein weiterer Transport nach diesem Ostseebad geschickt werden, wozu Interessenten im heuttgen Anzeigenteil zur Anmeldung aufgefordert werden. -b. Städtische Heugrasversteigerung. Bei der gestrigen Heugrasverfteigerung der Stadt Gießen wurden folgende Durchschnittspreise pro Morgen erziell: von den Wiesen am Altentisch 65 Mk., am Utersbrmrnen 75 Mk., von den Ochsenwiesen "80 Mk., von den Wiesen im Stolzenmorgen 40 Mk. *• Der hessische Iugendfeiertag. Das Landesamt für das Dildungswesen hat angeordnet, daß der diesjährige Iugendfeiertag in allen Schulen Hessens am 24. d. Mts. stattfindet. Für alle Veranstaltungen ist vorgeschrieben, daß nur Fahnen mit den Farben der deutschen Republik (schwarz-rot-gold) und des Volksstaates Hessen (weiss-rot) mitgeführt werden dürfen. ß. Schlechte Srnteaussichten für die Imker. Recht bitter hört man in diesem Iahre die Bienenzüchter klagen. Leider haben sie ein Recht dazu. Die Haupttracht ist nun bald dahin, und anstatt eine Ernte zu verzeichnen, mußten die Imker tief in den Säckel greifen und Zucker erstehen, um ihre Immen vor dem Hungertod zu bewahren. Auch die Bienenschwärme, deren es in trachtloser Zeit genug gibt, machen dem Imker viel Sorgen; er wird eine Vermehrung seiner Völker kaum vornehmen wollen. Die Bienenzucht ift schon, bedingt durch die Kriegs- jahre und die schlechten Erntejahre, um ein Drittel ihres früheren Bestandes zurückgegangen, ein weiterer Rückgang wäre im Interesse der Landwirtschaft, des Garten-, Obst- und Gemüsebaues sehr zu besagen. Hoffentlich hat der Wettergott bald ein Einsehen und läßt endlich die Sonne scheinen, damit die Blüten Rektar spenden, die Bienen ihren Sammeltrieb befriedigen können und der Imker süßen Lohn empfängt. ** Die Maul- und Klauenseuche ist jetzt in Köddingen, Meiches. Helpershain (Kreis Schotten) und in Dornholzhausen (Kreis Wetzlar) ausgebrochen. In Obererlenbach, Ober- Wöllstadt, Rieder-Rosbach, Ober-Eschbach, Griedel, Ober-Rosbach, Dortelweil und Kirchgöns (Kreis Friedberg) ist die Seuche erloschen. In Geilshausen (Kreis Gießen) hat die Seuche nicht Wetter um sich gegriffen. * Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Das gegenwärtig gezeigte Filmspiel „Förster- chriftl" (nach der gleichnamigen Operette bearbeitet) verdient, als Meisterwerk der deutschen Filmkunst bezeichnet zu werden, da es nach keiner Richtung hin Wünsche offen läßt. Die flotte Handlung bewegt sich auf einheitlicher Linie, eine dem Riveau entsprechende, sehr geschmackvolle Ausstattung bildet den Rahmen, und ein Reigen von Prominenten wetteifert in der Darstellungskunst um die Gunst des Publikums. Zwei Glanzleistungen treten besonders hervor: LYa Mara als Försterchristl und Harry Liedtke als Kaiser Ioseph II., die eine prächtige Gestaltung der Hauptrolle bieten. Von den übrigen Mitwirkenden, die ebenfalls ihr Bestes geben, seien genannt : Eduard von Winter st ein lFörster Lange), Wilhelm Sie t e r le (Korporal Földessy), Karl Harbacher (Hoffriseur Wal- perl) und Margarete Kupfer (Gräfin Segen» feld). Im Ganzen: ein Film, dessen Besichtigung mit gutem Grund nur empfohlen werden farm. -z. । der Verbandstag der Hessischen Er- zu Verantwortlich für Politik t. D. Dr. Hans Thyriot. Bad Kreuznach Empfehlenswerte Gasistätten: Pension von 8, M. an n >i ii n n 15 5 16 6 17 18 8 9 10 11 1 12 2 (15), 13 3 14 . Vorbehalten, Zusätzen oder Kennzeichen '• versehen sind, sowie nicht amtlich her- I gestellte Stimmzettel sind ungültig. Die 4 mittler Josef Maier; schaftliche Lage und über die Bedeutung Kreditgenossenschaften für das Handwerk. Straße (3), Lahnstraße (5), Landgrafen- straße (16), Landgraf-Philipp-Platz (16), Landmannstraße (13), Leihgesterner Weg mit Bergwerk (9), Lessingstraße (12), Licher Straße (14), Liebigstraße (9), Lin- In ein welche er auf 1000 Reichsmark abänderte, einem 3 ahre Gefängnis verurteilt. ii n n eine von Altenstadt, Butzbach. Friedberg, ft en, Höchst und Oberau. Hungen, Ridda. Rosbach, Stannnheim, Vilbel. den (8), (1), Die- Ober- Europäischer Hoff Hotel Kauzenberg Hotel Klapdohr Hotel Quellenhoff Kurhaus-Palasthotel Kurheim Dr. Brogsitter andere Häuser schon von Auskünfte und Kurschriften durch die Kurverwaltung. JJl e i n" bezeichnete Viereck durchkreuzt. Stimmzettel, die mit sonstigen Vermerken, rnss ®» ii 8,50 „ ®i n 10,- „ 7,- vi- Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der »Radio-Amschau-.) Donnerstag. 17. Juni. 4,30 bis 5,45 Uhr: Konzert des Hausvrchesters: Tharles Gounod. 5,45 bis 6,05 Uhr: Die Lese- stunde. 6,15 bis 6,45 Uhr: , Jüngstes teutsche- Drama". Vortrag von Sergius Sax vom Staatstheater Kassel. 6,45 bis 7,15 Uhr: Stenographischer Fortbildungskurs für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 8,15 Uhr: Vortragsabend Robert Koppel. Anschließend: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. migte in dieser Sitzung u. a. die Rechnung und den Voranschlag. Der Vorstand Murde wiedergewählt, und zwar als Derbandsdirektor Direktor P a e s ch, zu keinen Stellvertretern Bankdirektor Weile, Darmstadt, und R a i h, Groß- Gerau. Zum Dcrbandsrevisor wurde Schneider, Darmstadt, bestimmt. Der Rame des Verbandes wurde abgeändert iu die 'Bezeichnung „Verband der Erwerbs- und Wirtschaftsgenossen- schaften im Volksstaate He'sen". 3n der Versammlung cm Sonntag gab Direktor P a c s ch einen Bericht Über das abgetausene Derbandsjahr. Die Mitgliederzahl hat sich hiernach nur wenig verändert; sie betrug 1925 27 359 und 1924 27 140. Das Vermögen ist dagegen von 3,4 auf 5,1 Millionen Mark angewachsen Die Reserven machten etwa 70 Prozent der Gechästs- guthaben aus. Die Spareinlagen stiegen von 4,6 auf 11.5 Millionen Mark. Die Kontokorrenteinlagen haben sich von 7 auf 10,5 Millionen Mark vermehrt. Die 27 Kreditgenosienschasten besaßen 30,3 Millionen Mark Betriebskapital (Zunahme 80 Prozent). An Dividenden sind durchschnittlich 11 Prozent vergütet worden. Außer der Handwerker-Zentralgenos'enschaft gibt es in Hessen 32 gewerbliche Genossenschaften, und zwar zehn für Bäcker, fünf für Metzger, vier lür Schuhmacher, je zwei für Maier und Friseure, je eine für Schreiner, Uhrmacher, Korbmacher, Schneider, Tapezierer und Zigarrenhändler. Die gewerblichen Genossenschaften haben durchweg unter Kapitalmangel und Absatz- schwiecigkeilen zu leiden. Die Handwerker-Zentral- genoslenschaft hatte in der Maschinenabteilung einen Umsatz von 400 000 Mark, in der Schuhmacherabteilung einen solchen von etwa 700 000 Mark und in der Däckereiabteilung von rund 1700 000 Mark. Reun neue Genossenschaften haben sich dem Verbände angeschlossen, darunter waren vier aus Rheinhessen. Der Beitritt rheinhessischer Genossenschaften hat die Veranlassung gegeben zu der oben mitgeteilten Ramensände- rung. 3m Anschluß an die Verhandlungen hielten Dr. Lang, Berlin, und Dankdirektor Weiler, Darmstadt, Vorträge über die wirt- Kirchengesangvereinssest in Friedberg. sf. Friedberg, 15. 3uni. Die Evangelischen Kirchengesangvereine für Hessen hielten am Sonntag in hiesiger Stadt ihr 4 2. 3 a h r e s f e st ab. Unser prachtvolles Gotteshaus gereichte der Veranstaltung zu einem Fest raume, wie man sich ihn wohl schöner und würdiger nicht denken kann. Rachdem schon am Vormittag die Hauptprobe und Hauptversammlung ftattgefunden hatte, begann nachmittags um 2*/i Uhr der Festgottesdienst, an dem sich die evangelische Gemeinde in so starker Weise beteiligte, daß die geräumige Kirche vollständig gefüllt war. Die Festpredigt hielt Dekan Schäfer von Büdingen: er zeichnete in ihr ein trefffliches Lebens- und Tharakter- bild Paul Gerhardts, wie überhaupt die ganze Feier nach Wahl der Gesänge eine Würdigung und Ehrung deS berühmten Liederdichters bildete. Den liturgischen Teil der Feier versah Stadtpfarrer Lic. G enanag el, die verbindenden Gesänge wurden abwechselnd von den Kirchenchören. der Gemeinde und Kinderchören gesungen. Anschließend an den Gottesdienst fand dann in demselben Raume die F e st v e r s a m m- lung statt, in welcher als erster Redner Stadtpfarrer Lic. Gengnagel die Mitglieder der Kirchenbehörde, der Gesangvereine und der Gemeinde begrüßte. Oberkonsistorialrat D. Flö - ring berührte in seiner Ansprache besonders die Derdienste, die sich der nunmehr in den Ruhestand getretene Stadtpfarrer und Dekan Kleberger um daS Kivchengesangvereinswesen erworben hat. Prälat D. Dr. Diehl betonte in seiner Rede die Wichtigkeit und die Bedeutung dieser Vereine unb gab dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß sich in jeder Gemeinde ein solcher Verein bilden möge. Anschließend kamen dann die einzelnen Vereine mit Gesangsvorträgen zu Gehör; sie zeigten durchgängig ganz vorzügliche Leistungen. Vertreten waren die Der- werbs- und Wirtschaftsgenossen- schaften. Am Samstag und Sonntag fand in Groh- Gerau der 58. Verbandstag der Erwerbs- und Wirtschaftsgenossen- schäften für die Provinzen Starkenburg und Oberhessen und die zweite Tagung der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Kreditgenossenschaften statt. Es handelt sich um Genossenschaften Schulze-Delitzscher Richtung. Derbandsdirektor P a e s ch. Darmstadt, begrüßte am Samstag die Vertreter der Regierung und die Ehrengäste. Die Versammlung geneh- dir dem ^^dmenschaf/A Slu- t hat * ebenso toTS, 9e0cn Das «nen Studenten legen das M nten. gestem abend mit dem ham- ! ab Gießen von hier nach fee an der Ostsee abgcreist. kleine Gefellslyast, 29 Köpfe *g(eibng bit Fahrt an. Snbc hierher jurüd. Für bit Zelt yguft soll em weiterer Trane- eebad geschickt werden, wozu M Anzeitzenick M ÄMü- eben. he tzeugrasdersteige- Lehrer Georg Kling: Stellvettreter: Oekonom Heinrich Gotimann: in der Stadtknabenschule, Nordanlage 8 — Lehrerzimmer —; Abstimmungsvorsteher: Kaufmann Ernst Krause: Stellvertreter: Kaufmann Edgar Borr- mann; im Schulhaus Westanlage 43 — Schulsaal Nr. 6 —: Abstimmungsvorsteyer: Hausverwalter Ioh., Loh: Stellvertreter: Verwaltungssekretär Artur Weirich: in der Alten Klinik, Liebigstraße 16 — Zimmer Nr. 18, Eingang Hauptportal, links —: Abstimmungsoorsteher: Stadtbauoberinspektor Peter Grade: Stellvertreter Kaufmann Karl Seibel: in der Alten Klinik, Liebigstraße 16 — Zimmer Nr. 15, Eingang linker Flügel —: Abstimmungsvorsteher: Kaufmann Adolf Sudheimer; Stellvertreter Lokomotivführer Emil Niederhausen: in der Alten Klinik, Liebigstraße 16 — Zimmer Nr. 10, Eingang Hauptportal, rechts; Abstimmungsvorsteher: Kaufmann Siegmund Fuld; Stellvertreter: Studienrat Dr. Siegfried Kann; im Realgymnasium, Ludwigstraße 11 — Turnhalle; Abstimmungsvorsteher: Reallehrer Ludwig Hebermehl; Stellvertreter: Kaufmann Ludwig Lembke; im Stadthaus Bergstraße 20 — Zimmer Nr. 6 —; Abstimmungsoorsteher: Stadtbauinspektor Heinrich Höhn; Stellvertr.: Architekt Gustav Hamann; im Handelskammergebäude, Landstraße 7 — Sitzungssaal —; Abstim- mungsvorfteher: Landgerichtsregistrator Ernst Rumpf; Stellvertteter: Kaufmann Jakob Heilbronner; in der Oberrealschule, Slephanstraße 12 — Schulsaal Nr. 21; Abstimmungs- vorslehcr: Stadtverordneter Rektor H. Schmidt: Stellvertreter: Stadtverordneter Geschäftsführer Herrn. Kirchner; Ausgabe der amtlichen Stimmzettel erfolgt nur im Abstimmungsraum unter gleichzeittaer Aushändigung eines amtlichen Abstimmungs-Umschlags. Stimmscheine, die nach § 9 der Reichsstimmordnung für besondere Anlässe ausgestellt werden (z. B. wenn der Stimmberechtigte aus zwingenden Gründen am Abstimmungstage außerhalb seines Stimmbezirks sich aushält) können bis einschließlich Freitag, den 18. Juni 1926, nachmittags 6 Uhr, beim städtischen Wahlamt — Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13 — beantragt werden. Die Entgegennahme der Stimmscheine hat durch die Stimmberechtigten selbst zu geschehen, die sich über ihre Person genügend auszuweisen haben. Sind dritte Personen mit der Entgegennahme eines Stimmscheins beauftragt, so haben diese sich durch Vorlage einer Vollmacht des Stimmberechtigten auszuweisen. Es ist untersagt, daß im Abstimmungs- raum oder in dessen Zu- und Eingängen Plakate irgendwelcher Art (Wahlaufrufe usw.) aufgehängt werden. Auf die Verlegung des Abstimmungs- raumes für Stimmbezirk 2 (seither städtisches Dienstgebäude Asterweg 9) in die Höhere Mädchenschule, Nordanlage 14, wird nochmals besonders verwiesen. Gießen, den 16. Juni 1926. 51368 Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. 6 e i b. Für Abstimmungsbezirk: im Allen Rathaus, Marktplatz 14 — Trauungssaal —; Abstimmungsoorsteher: Studienassessor Wilh. Größer; Stellvettreter: Kaufmann Aug. Michel; in der Höheren Mädchenschule, Nordanlage 14 — Schulsaal Nr. 48 —; Abstimmungsvorsteher: Stadtbauober- Inspektor Adam Wettläufer; Stellvertreter: «tadtoerordneter Schreinermeister Georg Haubach: im Gcwerbehaus. Kirchslraße 16 — Saal la —; Abstimmung-Vorsteher: Verwaliungsinspektor Karl Reitz: Stellvettreter: Eisenbahnobersetrelar Hans Althaus; im Schulhaus Schillerstraße 8 — Turnhalle —; Abstimmungsoorsteher: dengasse (1), Lindenplatz (1), In Löbers Hof (5), Löberstraße (11), Löwengasse (17), Lonystraße (12), Ludwigsplatz (10), Ludwigstraße (10), Mäusburg (17), Mai- gaffe (17), Marburger Straße (4), Marktlaubenstraße (16), Marktplatz (1), Marktstraße (1), Mittelweg (8), Moltkestraße (15), Mühlstraße (5), Kleine Mühlgassc (5), Nahrungsberg (13), Neuen Säue (16), Neuenweg (18), Neustadt (5), Nordanlage (3), Ostanlage (15), Plockstraße (18), Am Riegelpfad (10), Rittergasse (17), Rod- Heimer Straße (3), Am Rodberg (4), Roonstraße (14), Sandgasse (5), Schanzenstraße (5), Schiffenberg mit Herrnwald (13), Schiffenbcrger Weg (13), Schiller- straße (2), Schloßgasse (16), Schottstraße (3), Schützenstraße (3), Schulstraße (16), Seltersweg (17), Senckenberastraße (16), Sonnenstraße (16), Steinstraße (4), Großer Steinweg (14), Stephanstraße (11), Südanlage (18), Teufelslustgärtchen (17), Tiefenweg (5), Trillergasse (16), Wagengasse (16), Walltorstraße (1), Wartweg (9), Weidengasse (16), Weserstraße (2), Westanlage (6), Hinter der Westanlage (6), Wettergasse (17), Wetzlarer Weg (8), Wetzsteingasse (1), Wetzsteinstraße (1), Wiesecker Weg (4), Wiesenstraße (15), Wißmarer Straße (3), Wilhelmstraße (10), Wilsonftraße (11), Wolfstraße (13), Wolkengasse (17), Zozelsgasse (1). Bekanntmachung V et r.: Volksentscheid „Enteignung der Fürstenvermögen". Für den Volksentscheid „Enteignung der Fürstenoermögen" ist die Stadt Oie- Ren mit Gemarkung Schissenberg und Herrnwald in folgende Abstimmungs- bexirfe eingeteilt: Alicestraße (Abstimmuiiasbezirk Nr. 18), Alter Rödgerweg (15), Am Kugelberg (14), Am Pfarrgarten (5), Am Steg (8), Am Weiher (8), An den Bahnhöfen (6), An der Johanneskirche (18), An der Warte (10), Anneröder Weg (14), Asterweg (2), Auf der Bach (1), Auf der Weißerde (9), Aulweg (9), Bahnhofstraße (6), Bergstraße (11), Bismarckstraße (13), Bleichstraße (12), Brandgasse (16), Brand- platz (16), Braugasie (16), Bruchstraße (11), Buchnerstraße (8), Buddestraße (7), Bückingstraße (4), Burggroben (1), Cred- uerftraBe (8), Dammsiroße (2), Diezstraße (16), Doeringstraße (14), Dreihäusergasse (16), Ebelstraße (9), Ederstraße (2), In den Eichgärten (13), Eichweg (13), Erd- iaulcrmeg (9), Erlenaasse (16), Frank- jurter Straße (7), Friedrichstraße (7), Gabelsvcrgerstraße (5), Gafskystraße (8), Gartenstraße (11), Georg-Philipp-Goil- Strohe/13), Glaubrechtstraße (8), Gnauth- straße (12), Goethestroße (12), Graben- strafte (6), Gutenbergstraße (13), Hamm- tief in Dtu v«“ Äiin< i ihre loser Zeit orgen: erW^ ?r kaum vornM«. „ ren Desi^^Mreile der gang i Sartfii', OW . der eflajöi eMchdie ' sähen Lvyn ^nseu- igUß» S Ifi# «ST* entlpreMah^-^sar' sLUN '»AfA ** * !> die teilten Gebiete Afrikas antrat, ist falt nach Pretoria zurückgekehtt und yat tert einen Dottrckg über seine Abenteuer unter den Eingeborenen von Mittelafrila gehalten. Rach einem Dettcht der „Times" ertlärtc Seubrmg. daß der Sklavenhandel an ter abessinischen Grenze noch eifrig betrieben wird. Italienische und griechische Sklavenhändler treiben hier ihr schändliches Gewerbe. und toenn sie auch nicht mehr, teic in den Tagen Livingstones, den Fang im großen betreiben und ganze Dörfer umzingeln, so stehlen sie doch Ämter aus den Dörfern, verkaufen die Knaben nach ter Türkei und die Mädchen in di« Harems reicher sudanefckchcr Häuptlinge. Auf seiner Wanderung vom Sudan nach dem velglschen Kongo kam der Reisende zu t>crfd)ieteneix Stämmen, die noch Menschenfresser sind. Während manche pttmitiven Völker tert aus religiösen Gründen Menfchenfleisch verzehren, tun es die Riam - Riam. weil Menschen leichter zu bekommen sind als Wild, und weil ihnen biefe Rahrung so vorzüglich schmeckt. Der Rame Riam- Riam soll von dem vernehmbaren Schmatzen bet Lippen hergeleitet fein, mit ter die Wilden bi« Derspeisung dieser Delikatesse begleiten. 3n einem Riam-Riam-Dorf sah Seubrina. toie ein Matm getötet und gefressen wirrte. Er war von dem Medizinmann als ter „Döse Geist" ausgespürt teerten, ter den Tod der Tochter des Häuptlings verursacht haben sollte. Tatsächlich war bas Mäbchen an einem Schlangenbiß gestorben. DaS Opfer tourte an einen Daum gebunden und mit Keulen totgeschlagen. Der Reisende sollte an dem Festmahl teilnehmen. Als er sich weigerte, dies zu tun. wurden die Riarn-Riam darüber so wütend, daß sie seine Hütte umzingelten und ihn töten wollten. Dis zum Einbruch der Rächt hielt er sie mit seinem Revolver in Schach und entfloh bann, obwohl er am Fuß mit einem Pfeilschuft verwundet war. Dei einem anderen Stamm am oberen Kongo werben die Häuvtlinge lebendig begraben, wenn sie alt werden. Man geht dabei von der Anschauung aus, daß sie dann noch ihren Verstand haben und daher für ihr Volk allerlei erwirken fönnen, toenn sie in die ..großen Jagdgründe" kommen. Hier erlebte Seubring ein Wettessen ums Leben. Ein alter Häuptling in einem Dorf erzählte Seubring, daß seine Söhne ihn lebendig begraben wollten, um die Herrschaft an sich zu reihen. Er wollte sich aber noch nicht vom Leben trennen, und Po erklärte er, daß er noch bei vollen Kräften und so stark sei, um mehr zu efTcn als irgend ein unterer Mann des Stammes. Es tourte also ein Wettessen veranstaltet, bei dem ungeheure Mengen vertilgt wurden. Aber der alte Häuptling schlug tatsächlich alle Vielfraße durch seinen Riesenappetit und blieb in seiner Würde. 15 Minuten von Bingen am Rhein; direkte SclinellKngeverbindungen nach allen Richtungen stärkstes Radium-Solbad heilt: Frauen, Kinder, Rheuma, Gicht, Alterserscheinungen. dein Zische & ng 'Inga n;?^°Mt8 bör, Äste £u;s d^^ sinden oen. San, eniell: m den Diesen am nn Utetitoimen 75 M. von N M, vm den Diesen m M. ische Jugendfeiertag. c das Mungswsen bat an- hieSiabrige Ägendfeiertag m nt am 24. t>. » g* tunaen ist vvrgeschrieben. dah n Farben ter deutsche Äepu- mitaefübrt werden dürfen. MM tourte vom hiesigen Dezirksschöfiengericht zu 5 3abren Zuchthaus verurteilt. Außerdem hat er noch eine Zuchthausstrafe von zehn 3ahren zu verbüßen, die ihm vom französischen Gericht wegen Einbruchsdiebstahls bei einem Kapitän in Gonsenheim zudikttett wurden, zu verbüßen. Er hat also insgesamt 18 3ahre Zuchthaus zu verbüßen und ist dadurch für längere Zeit unschädlich. Die Derncastclrr Winzer-Unruhen vor Gericht. WSR. Trier, 15. 3uni. Der Prozeß wegen der CBerncafteler Winzerun- ruhen begann heute vormittag 9 Ahr vor dem großen Schöffengericht. Es hantelt sich um die Erstürmung des Finanzamtes, der Finanzlasie und deS Zollamtes in Derncastel am 25. Februar 1926, wobei die Schranke zer- frummert. die Fensterscheiben zerschlagen, die Alten auf die Straße geworfen und Drei Personen mißhandelt worden waren. A n a e k l a g t sind im ganzen 2 9 Winzer aus verschiedenen Moselorten des KreFes Derncastel wegen Land- fttedensbruchs, Hausfttedensbruchs. Gewalttätigkeiten. Mißhandlung und Sachbeschädigung, darunter drei als Rädelsführer und zwei wegen Mißhandlung. Die Angeklagten werden von drei Rechtsanlälten vetteidigt. Vor Ginttttt in die Verhandlung machte der Vorsitzende Die Angeklagten Darauf aufmerksam, daß sie vor den Schranken des Gettchts ständen, aber als freie Männer: sie möchten für das einstehen, was sie getan hätten, um dem Gericht Die Möglichkeit zu geben, Milde walten zu lassen. Die Vernehmung Der Angeklagten, Die sich über Den ganzen Tag erstreckte, ergab, daß eine Anzahl von ihnen vom Finanzamt gepfänDet toorDen war unD Daß mehrere sich Das Geld leihen mußten, um Die rückständigen Steuern be- zahlenzu können. Gegen Abend gab ein Verteidiger im Romen aller Angeklagten eine Erklärung ab, in Der Diese feststellten, daß sie leine Kommunisten seien und nichts mit solchen zu tun haben wollen. Sie hätten auch mit Dem kommunistischen Antrag im Preußischen Landtag auf Aiederschlagung des Verfahrens nichts zu tun. Dagegen würden sie es begrüßen, toenn Durch ein besonderes Reichsgeseh ihre Sache niedergeschlagen werde. Sie seien auch keine Separatisten, hätten im Gegenteil im 3ahre 1923 Die Separatisten aus ihren Dörfern hinausgehauen. Auch mit einem in einer pfälzischen Bauernzeitung erschienenen Attikel, in Dem Unruhen nach Dem Demcasteler Muster als Das einzige Mittel bezeichnet toorDen seien, womit Den Winzern geholfen werten könne, hätten sie nichts zu tun. Sie hätten auch kein Material zu Diesem Artikel geliefert. Hierauf tourte mit Der Zeugenvernehmung begonnen Die Drei Bürgermeister, zu Deren Verwaltungsbezirke Die Wohnotte der Angeklagten gehören, machten über den Ruf und Die Führung Der Angeklagten Die allerbesten Aussagen. Die VerhanD- lung wird morgen fortgesetzt. Verurteilter Danknotenfälscher. Nürnberg, 15.3uni. (WSR.) Der 25 3ahre alte Buchdrucker Christian Schellemann wurde gestern wegen Radierungen an einer alten 1000-Mark-Banknote, straße (5). An der Hardt (3), Henselstraße (12), Hesfenstraße (13), Hinter Sch.eßgätten (ö), Hillebrandstraße Hofmonnstraße (8), Hundsgasse Jheringstraße (11), Im Gartfeld (2), Johanncsstraße (18), Kaiserallee (15), Kanzleiherg (16), Kaplaneigasse (16), Ka- plansgaffe (18), Katharinengaste (18), Keplerstrafte (13), Kirchenplatz (1), Kirchstraße (1), Klinikstraße (8), Kornblumengasse (5), Kreuzplatz (17), Krosdorfer i 'M Am 15. verschied durch Gottes Ratschluß unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager Philipp Amend III. Gemeinderechner i. R. nach kurzem schweren Leiden im Alter von 68 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Volk Familie Wilhelm Lenz Allendorf a. d. Lahn, Hörnsheim, den 16. Juni 1926. Die Beerdigung findet Freitag, den 18. Juni 1926, 3 Uhr nachmittags, in Allendorf a. d. Lahn statt. 04257 WM WWW bietet der Einwohnerschaft Gießens außer der bisherigen Vollmilch in Kannen noch folgende Spezialmilch an: 1. Bollmilch in Flaschen. 2. Sterilisierte tuberkulosefreie Vollmilch in Flaschen, gebrauchsfertig (besonders für Säuglinge und Kranke). 3. Als besondere Neuheit Yoghurt und Kesir- milch (in Flaschen gebrauchsfertig). Letztere Produkte sind aus tuberkulosefreier und sterilisierter Vollmilch hergestellt. Hsfgut Heibertshausen (Besitzer Jakob Pfeiffer) liegt 4 km von Gießen entfernt am Fuße des Hangelsteins. Die Milchkühe des Gutes liefern infolge dauernden Weideganges auf trockenem Basaltboden eine erstklassige Milch. 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Mi 1926, r. nachmittags 2 Uhr, z.. versteigere ich im Löwen, Neuen- r weg dahier, zwangsweise gegen 'r Barzahlung: a) 1 Bücherschrank, 3 Büfetts, 4 Vertikos, 3 Spiegel, 1 Schreibpult. 3 Schreibtische, 1 Schreibmaschine, 1 Registraturschrank, 4 Solas, 1 Silberschrank, 5 Fahrräder, 8 Nähmaschinen, 1 Chaiselongue, t Klavier, 1 Grammophon, 1 Eisschrank, 1 Warenschrank, 1 Kredenz, 1 Kommode, 1 Ladenregal, zwei grotze und 1 kleines Mikroskov, ein Akkumulator, 136 verschiedene Spiele, IGO Schiefertafeln, 1 elektrische Lampe, 1 Standuhr, 1 Wohlmuth • Apparat, 1 groben Posten Herren-, Damen- und Kinderstiefel, 7 Sandstein-Blöcke,- b) bestimmt: 3 silberne Herren - Uhren, 40 Paar wollene Strümpfe, 500 Liter Cherry - Brandy, 3650 Reiserbesen, 5650 Spalterlatten — letztere an Ort und Stelle. 5141c Vern, GerWoallziehtt in Gieße«, Steinstrasre 13. Mei ne Sprechstunde wird während meiner Krankheit von einem Vertreter im Kathol. Schwesternhaus weitergehalten. 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Juni, nachmittags Vz4 Uhr, vom Sterbehause Gießener Straße 7, aus statt. . 04265 < •/j ir gibt schneeweiße Mische in einfachstem Waschen, spari Seife und schont die Wasche - Ohne Ohlor- Verkäufe ) Ich suche als Sclbstkänscr ein größerer, erstklassiger Lrumbsgul Gröhe 800 Morgen auswärts. Güter in Mitteldeutschland, mit Wald besitz und rentabl. Nebenbelrieben bevorzugt. LuxuS- gut ohne Interesse. Schriftliche Angebote unter 5127D an den Gieüener Anzeiger. Malta 3 Pfund 50 Pf. MkM Heute und morgen cintreffend: ff. grosren Srüellfiiich 0. K. im Ausschnitt... Pfund 45 Pf. Pr. Seelachs und Cabliau im Ausschnitt... Pfund 35 Pf. Goldbarsch ... Pfund 45 Pf. FifchkotelettS. Pfund 40 Pf. Frische Nordsee Schellfische ^pfundig......Pfund 40 Pf. Seehecht «Donnerstag eintrerf.) im Ausschnitt. . Pfund 70 Pf. Neue Kartoffeln Italiener .3 Pfund 35 Pf. Neue Matjes-Heringe Stück 25 Pf., 3 Stück 70 Pf. 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(58 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, fb. Juni 1926 Der Entscheidungskampf in England. Don Prof. Dr. Max 3. Wolff. Berlin. Die englische Arbeiterschaft war früher die besonnenste und im Sinne der kontinentalen Sozialdemokratie die rückständigste in Europa. Die Gewerkschaften hielten sich grundsätzlich von oller Politik fern, und selbst die vergleichsweise spät gegründete „Arbeiterpartei" stand bis vor kurzem völlig und steht noch heute zum protzen Teil auf dem Boden der gegenwärtigen Staatsund Wirtschaftsreform. Eine Partei, die den Umsturz der bestehenden Ordnung auf ihre Fahne schrieb, hätte vor dem Krieg keinen Anklang in England gefunden. Die führenden Männer sind auch heute nicht radikal, aber sie haben es nicht verhindern können, daß sich in ihrer Gefolgschaft während der letzten Kriegsjahre und in der Zeit nach dem Friedensschluh ein maßloser Radikalismus eingenistet hat. Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Man hat den Arbeitern goldene Berge und einen Sieg über die Mittelmächte versprochen, aber als dieser errungen war, zeigte es sich, dah dieser vielverheihende Wechsel nicht eingelöst werden konnte. Die Lkeberspannung des nationalen Ehau- vinism.us ist infolge der Enttäuschung in das Gegenteil umgeschlagen und hat viel dazu beigetragen. dah der englische Arbeiter heute dem eigenen Staate in einem höheren Mähe feindlich gegenübersteht als der auf dem Kontinent. Während er früher stolz darauf war. national zu ^rpfinden. bemüht er sich jetzt, oft gegen seine innerste Ratur. einen möglichst radikalen Inter- nationalismus zur Schau zu tragen. Diese Stimmung hat die ursprünglich rein wirtschaftlichen Gewerkschaften völlig politisiert und zwingt die Führer zu Mahnahmen, die sie selber mißbilligen. Sie entschlossen sich sehr ungern. zum Generalstreik aufzurufen, und sie waren froh, als sie eine Gelegercheit fanden, die große Masse der Streikenden zu demobilisieren und durch Beschränkung des Kampfes auf die Bergarbeiter ihn scheinbar wieder in wirtschaftliche Bahnen zurückzulenken. Freilich haben sie auch nicht den Mut. die rein politischen Forderungen der Arbeiterschaft fallen zu lassen. Dazu gehört in erster Linie der nationale Minimallohn. Er ist volkswirtschaftlich sinnlos, aber die Gewerkschaften wollen diesen Anspruch nicht preisgeben, weil er das beste Mittel ist, die Arbeiter unter ihrer Fahne zusammenzuhalten, und sie können ihn nicht preisgeben, weil sie sonst ihre Anhänger verlieren würden und damit auf die schmeichelhafte Stellung einer Rebenregierung verzichten mühten, die sich ihre Führer in den letzten Jahren geschickt anzumahen verstanden haben. Während man scheinbar noch über Löhne und Arbeitszeit diskutiert, geht in Wirklichkeit der Kampf um die politische Macht, ob die bürgerliche Demokratie die Oberhand behalten soll oder die organisierte Arbeiterschaft, die immer mehr dem Kommunismus anheimfällt. Darüber ist man sich in beiden Lagern klar, sowohl in dem der Llnternehmer wie der Arbeiter, und nicht nur in England weih man das. sondern auch im Ausland. Die Sowjets, die früher ihre besten Hoffnungen auf Deutschland setzten und dort den Ausbruch der Weltrevolution erwarteten, haben längst erkannt, dah Großbritannien ein viel günstigerer Boden für ihre Agitation und ihre umstürzlerischen Bestrebungen bietet. Die Russen wissen sehr genau, warum sie jeden englischen Ausstand in so sreigebiger Weise unterstützen. Diese Spenden werden auch von den älteren Arbeiterführern ohne Begeisterung, ja mit einer gewissen Abneigung gegen ihre revolutionäre Herkunft angenommen, aber sie muhten sie unter dem Druck der Massen annehmen, denen die Ver- brüherung mit Moskau als ein selbstverständlicher Ausfluh der Gesinnungsgemeinschaft erscheint. Auf der anderen Seite haben gerade die russischen Gelder dem groben Publikum den wahren Charakter der Bewegung offenbart. Dah sich Engländer bei einem inneren, angeblich wirtschaftlichen. Kampf von Ausländern unterstützen lassen, ist schon eine Herausforderung des britischen Rationalstolzes, und nun gar von den Sowjets, die man als erklärte Feinde des Landes betrachtet! Mit sicherem politischen Instinkt hat sich das Dürgertuni einmütig hinter die Unter» nehmer und die Regierung gestellt und durch Zahresfeft des Goethe-Bundes. Das 3ahresfest des Giehener Goethe- Bundes wurde eingeleitet durch einen Dor- tragsabend im Bundesheim. Den musikalischen Auftakt bildete ein seines, selten gehörtes Oboe- fonaert von Händel in vier Sätzen (Grave — Allegro — Largo — Allegro). Hiernach folgte eine Ansprache des 1. Vorsitzenden, Dr. Henning. der herzliche Degrühungsworte an die zur Feier Erschienenen richtete und in kurzen Darlegungen auf Ziele und Aufgaben des Bundes hinwies. Die Rezitation von drei Goethe- Gedichten der Wetzlarer Zeit („21bler und Taube", .Mahomeds Gesang" und „Ganymed") leitete über zu einem Vortrage von Professor Dr. ©loel über Goethe in Wetzlar. Ausgehend von einem Urteil des alten Goethe über seine Wetzlarer Zeit schilderte der Vortragende (aus offenbar eindringlichen Studien heraus) zunächst Zusammensetzung und Wesen des weiland Reichskammergerichts. Eine Schllderung der mit dem jungen Frankfurter Juristen damals in mehr oder minder nahe Beziehung getretenen Persönlichkeiten führt zum Kardinalerlebnis der Wetzlarer Zeit: Charlotte. Don hier aus ergibt sich leicht die künstlerische "Bebeutung der Periode: im „Weither", und die menschlich-allgemeine: im Bestreben, wie der Dortragende es ausdrückte, sein Subjekt zu objektivieren. — Am zweiten Tag vereinigten sich die Mitglieder des Bundes und eine Reihe von Gästen zu einem Festabend. Rach der Begrüßung durch den 1. "Vorsitzenden, Dr. Henning. sang Frl. Leny Lyncker mit llvärme drei Schubertsche Vertonungen Goethe- scher Sieber: „Rur wer die Sehnsucht kennt", ..Das Heidenröslein" und „Gretchen am Spinnrad". Alsdann bot Franz Harres (Darmstadt) eine Folge von Gesängen, mundartlichen und hochdeutschen Vorträgen, die sich um das Thema „Aus Goethes Darmstädter Tagen" bewegten. Mit temperamentvoller Charakterisierung sang er die Schubertsche Weise des „Goldschmiedgesellen" und das von Beethoven vertonte Lied des Cru- leine opferbereite Entschlossenheit den Generalstreik im Keime erstickt Es hat seine Kräfte erkannt, und es fordert von der Regierung, dah sie nicht auf halbem Wege stehen bleibt, sondern den errungenen Anfangserfolg in einen endgültigen Sieg verwandelt. Man hat die beständige Unruhe und die ewigen Streiks gründlich satt, man will zu einem dauernden Arbeitsfrieden kommen und Voraussetzung dafür ist. dah die augenblickliche und vielleicht letzte günstige Möglichkeit nicht verpaht wird, um die Macht der Gewerkschaften zu brechen. Auch auf bürgerlicher Seile ist die Gefolgschaft viel entschlossener und zieldewuhter als die Führung, die sich nach der glücklichen und erstaunlich schnellen Beilegung des Generalstreiks wieder auf das Verhandeln und Vermitteln legen möchte. Baldwin ist kein Mann der ^upackenden Tat. Er hat monatelang auf Kosten der Steuerzahler dem britischen Kohlenbergbau eine hohe Subsidie gewährt, in der Hoffnung, dadurch die ausländische Konkurrenz niederzuringen und die Engländer in den Stand zu setzen, die übertrieben hohen Löhne ihren Arbeitern weiterzuzahlen. Der Erfolg ist ausgeblieben, und durch die erheblichen Opfer der Allgemeinheit wurde nichts erreicht, als dah der Ausbruch des unvermeidlichen Kampfes um ein halbes Jahr vertagt wurde. Auch jetzt sucht der Premierminister toieber nach einem Mittel, um die Gegensätze zu überbrücken und den Austrag des Streites zu vertagen, ohne zu ahnen, welche Trümpfe er durch seine Halbheit aus der Hand gibt. Das Bürgertum ist dadurch gegenüber der Arbeiterschaft im Rachteil, dah sein Zusammenschluh auf freiem Willen, der der Gegenpartei auf Organisation beruht. Eine Organisation läht sich ausbauen, der freie Wille wird abgeschwächt, wenn er nicht im ersten Clan ausgenuht wird. Baldwins Dermittlungsbestrebungen finden ein geneigtes Ohr nur bei den Gewerkschaftsführern. Sie haben eingesehen, dah sie ihre Kräfte überschätzten, als sie dem Druck der Massen nachgaben und zum Generalangriff und Generalstreik schritten. Auch sie sind für Vertagung. Mit ihrer Hilfe wird es vermutlich noch einmal gelingen, eine „staatsmännische" Formel zu finden, die den Arbeitern nichts nimmt, dem Bürgertum nichts gibt, aber für einige Wochen, im besten Falle sür einige Monate den Frieden wiederherstellt. Aber man darf sich durch solche Abmachungen nicht täuschen lassen. Die Lage hat sich aufs äuherstL zugespiht, die Spannung ist so grob und die Erbitterung in beiden Lagern, sowohl bei den Arbeitern wie im Bürgertum so heftig, dah ein halber Frieden keinen Bestand haben kann. Eine klare Entscheidung muh zeigen, wer die Macht im Staat haben soll, und es fragt sich nur, ob dieser Tag der Entscheidung, wenn er sich durch keine diplomattschen Künste mehr hinausschieben läht. das Bürgertum noch so einig und so opferbereit findet wie diesmal. Davon hängt nicht nur die Zukunft Englands, sondern die der westeuropäischen Kultur ab. England ist das Mutterland und der Hort des bürgerlichen Kapitalismus. Wird er dort gestürzt, so ist das keine lokale Riederlage wie in Ruhland, sondern ein endgültiger Zusammenbruch, denn die Sieger werden nicht die harmlosen Führer der Arbeiterpartei sein, sondern die nachdrängenden radikalen Massen, die den zahmen Parlamentarismus der Macdonald und Genossen längst überwunden haben. Abessinien. 3m Osten von Aftika, westlich des Roten Meeres, ist neuerdings im Zusammenhang mit den kolonicuen Ausdehnungsbestrebungen der 3taliener ein Land wieder in den Mittelpunkt allgemeinen 3nteresses getreten, das schon wiederholt eine wichtige Rolle hi der Weltpolitik gespielt hat: Abessinien, der einzige, heute noch wirklich unabhängige Eingeborenenstaat Afrikas. Abessinien ist eine unumschränkte Monarchie unter einem christlichen Kaiser mit einem Flächeninhalt von 1 120 400 Quadratkilometer und einer Devölkerungszahl von 8 bis 12 Millionen Einwohnern. Es ist ein von allen Seiten schwer zugängllches Dergland mit einer Höhenlage bis zu 4000 Metern, das im Rorden und Rord- osten von Erhthräa, im Osten und Südosten von Englisch-, Französisch- und Italienisch-So- maliland, im Süden von Dritsch-Ostafrika und im Westen vom Sudan begrenzt wird und damit aantino aus „Claudine von Villabella" und zuletzt Martin Plüddemanns „Legende vorn Hufeisen", eine Weise, die dem mit leicht schalkig geführten, liebenswürdigen Humor gewürzten Ernst der Legende und ihrem beschaulich-sinnigen Betrachten der Heilandsgestalt wundersam gerecht wird; die Wiedergabe dÄ musikalisch schwierigen, weil ganz der wechselnden Stimmung des epischen Ganges angepahten, alle Tonarten durchlaufenden Legende, durch Franz Harres war vollendet. Am Klavier begleitete verständnisvoll Fräulein Gerda W e i n e r t. Proben seiner eigenen literarischen Betätigung gab Harres in zwei ausgezeichneten Sachen in Darmstädter Mundart: Eine kleine Skizze „Dammstädta Dibliophlle vor humiert 3ohr" führte in das landgräfliche Darmstadt der Goethezeit; ein dramatisches Vorspiel zu Goethes „Pater Brey" gab in launiger Form die Tatsachen der Entstehungsgeschichte des Fastnachtsspieles wieder, das zuletzt als Abschluß des festlichen Telles von Fr. Harres im Verein mit Frl. Else Speckhardt in kerniger 3nterpreta- tion vorgetragen ward. Arn Rachmittag des dritten Tages führte ein Ausflug eine stattliche Zahl Festteilnehmer nach Wetzlar, um die Wetzlarer Goethestätten zu besichtigen. Professor Gloel, der Kenner seiner Heimat und Künder des jungen Goethe und seiner Wetzlarer Zell, geleitete die Giehener Gäste in liebenswürdiger Weise zum Lottehaus. dem 3erusalemhaus, dem Goetheorunnen und nach Garbenheim, wo das 3ahresfest seinen Abschluh sand. Englischer Vortragsabend. 3m überfüllten Großen Hörsaal der Uni» oersität trug Miß Evelyn Heepe englische Prosa und Dichtungen vor. Ihre wohlausgebildete modulationsreiche Stimme im Verein mit ihrer musterhaften und klaren Aussprache, die keinerlei der selbst bei vielen englischen Schauspielern üblichen Rachlässigkeiten aufzuweisen hatte, vermittelte wohl auch den zahlreichen jungen Zuhörern, die der engllschen Sprache noch nicht mächtig sind, einen Eindruck von den Moglich- ohnc einen eigenen Zugang zum Meer vollständig von italienischem, englischem und französischem Kolonialbesitz umschlossen ist. Seine Hauptstadt ist das Ende der achtziger Jahre gegründete Adis Abeba, das etwa 50 000 bis 60 000 Einwohner besitzt und seit dem 3ahre 1916 durch eine von Frankreich subventionierte Eisenbahn mit dem französischen Hafen Djibuti verbunden ist. Die Bevölkerung befähigt sich im wesentlichen nur mit Ackerbau und "Viehzucht. Sie ist teils semitischen, teils hamitischen Ursprungs und eine Mischung der verschiedensten Völkerschaften und Stämme, unter denen die Amharer das herrschende Element bilden. Die Amharer sind monophysitische Christen, deren Sprache dem Hebräischen verwandt und die Staatsund offizielle Sprache ist. Der 3llam ist nur unter den Grenzvölkern, den Somalis. Danialis und Sudanesen vertreten. Wirtfchastlich und kulturell steckt Abessinien noch in den ersten Anfängen der Entwicklung. Abgesehen von der unter französischem Einfluh stehenden Post besitzt es keinerlei europäische Einrichtungen. Das Land ist in mehrere Stammes- bezirke eingeteilt, an deren Spitze ein sog. Ras oder Dedschas steht, der dem Kaiser, dem Regus. treu- und tributpflichtig ist. Politisch dagegen hat Abessinien, wie gesagt, zu verschiedensten Malen bereits eine wichtige Rolle gespielt. Das erstemal im 3ahre 1868, als die Engländer aus Anlaß der Festnahme englischer Missionare durch den Regus Theodor II. ein Expeditionskorps unter Führung des späteren Feldmarschalls Rapier nach Abessinien entsandten, das nach anfänglichen Erfolgen das Land wieder räumen muhte. Das zweitemal in den achtziger und neunziger Iahren, als 3talien. in Rordafrika durch Frankreich verdrängt und auf dem Ballan durch Oesterreich überflügelt, das Schwergewicht seiner politischen Bestrebungen in enger Anlehnung an England nach den Küsten des Roten Meeres verlegte. Italien versuchte, gestützt auf einen Vertrag, den es am 2. Mai 1889 mit Kaiser Menelik II. in iltfcballi abgeschlossen hatte, Abessinien italienischer Schuhherrschaft zu unterstellen . Es kam zu mehrjährigen erbitterten Kämpfen zwischen 3lalien und Abessinien, die schließlich am 1. März 1896 mit der vernichtenden Riederlage der vom General Daratieri geführten italienischen Truppen endeten. Italien konnte zwar im Frieden von Adis Abeba am 26. Oktober 1896 Erythräa behaupten. Es muhte aber auf die erstrebte Schuhherrschaft über Abessinien verzichten und die Selbständigkeit Abessiniens anerkennen. Die Folge davon war einmal der Sturz des italienischen Ministerpräsidenten Crispi und im Zusammenhang damit eine immer stärkere Abkehr Italiens vorn Dreibund zugunsten einer Annäherung an Frankreich, dann aber vor allen Dingen, dah Abessinien lange Zeit sowohl von Italien wie auch von England und Frankreich unbehelligt blieb. England. Frankreich und Italien schlossen zwar am 13. Dezember 1906 ein Abkommen, in dem sie sich in Abessinien Interessensphären zuteilten für den Fall, dah die innerpolittschen Verhältnisse in Abessinien erneut zu einem Eingreifen in Abessinien führen sollten. Sie konnten aber an der Selbständigkeit des Landes nichts ändern. Erst im Weltkrieg erfolgte ein neuer Eingriff der drei Mächte in Abessinien unter dem Vorwande, dah der damalige Kaiser Lidsch Ieassu zum Islam übergetreten fei und sein Land auf der Seite der Mittelmächte gegen die Ententemächte in den Krieg führen wolle. Der Eingriff führte zwar im Iahre 1917 zum Sturz des Kaisers Lidsch Ieassu und zur Thronbesteigung der heutigen Kaiserin Zeoditu. einer Tochter Kaiser Menellls, hatte sonst aber keine weitergehenden Folgen. Die kolonialen Ausdehnungsbestrebungen der Ita.iener haben nun neuerdings wieder Abessinien zum Zielpunkt derselben gemacht. Wiederum, wie in den achtziger und neunziger Iahren. sucht Italien in enger Anlehnung an England die Verwirklichung dieser Bestrebungen in Abessinien. Ob sich das letzte italienisch-englische Abkommen über Abessinien tatsächlich nur, wie beide Länder behaupten, auf rein wirftchastliche Abmachungen beschränkt oder ob sich dahinter auch rein politische. auf eine Aufteilung Abessiniens hin- zielende Abmachungen verbergen, läht sich nicht übersehen und bleibt abzuwarten. Die italienischen Operationen im Nord - Somalilande, die sehr bald nach Abschluß des italienisch-englischen Abkommens einsetzten und ihrem ganzen Charakter nach sehr den Kämpfen ähneln, die dem Einmarsch der Italiener nach Abessinien Anfang der neunziger Iahre von Erythräa aus vorangingen. lassen immerhin den Sckiluß zu, dah man italienischerseits mehr beabsichtigt als rein wirtschaftliche Ziele. Wie dem aber auch fei, soviel ist sicher, daß Abessinien, wie in den neunziger Iahren. jetzt auch wieder seine Selbständigkeit zu verteidigen wissen wird. Abessinien besitzt heute eine betoaffneic Macht von über 200 000 Mann, die mit modernen Militärgrwehren. mit Maschinengewehren und Geoirgsgeschützen ausgerüstet sind und deren Zahl in einem Kriege unschwer auf das Doppelte erhöht werden kann, da die einzelnen Stämme trotz ihrer dauernden inneren Streitigkeiten einem äußeren Feind« gegenüber unbedingt zusammenhalten würden, der die Selbständigkeit des Landes anzutasten wagen würde. Dazu kommt, dah das Gelände kriegerischen llnlcrm Innungen eines Angreifers außerordentlich schwierige Geöirgsverhältnisse bietet, den Angreifer in den tief eingeschnittenen Schluchten und Tälern um Marsch in mehreren voneinander durch hohe Gebirgszüge getrennten Kolonnen zwingt und dami, einer erfolgreichen Verteidigung, wie dies ja die Riederlage der Italiener bei Aduo ganz klar gezeigt hat, auher- ordentlich günstig ist. Deutschland hat mit Abessinien stets in guten Beziehungen gelebt angesichts des Fehlens jeglicher machtpolitischer Interessen Deutschlands in Abessinien. Es hat im Iahre 1904 eine diplomatische Mission unter Führung des späteren Außenministers Rosen nach Abessinien gesandt und im Iahre 1905 einen Handelsvertrag mit diesem abgeschlossen, der noch heute in Gültig- leit ist. Oberhefsen. Hundertjahrfeier des Kurhauses in Vad Salzhausen. Die Dorberellungen zu der am 20. Iuni in Bad Salzhausen stattfindenden Hundertjahrfeier des Kurhauses schreiten rüstig voran. Wenn sich auch das Fest in einem zeitgemäß engen und bescheidenen Rahmen bewegen wird, dürste ihm doch ein würdiger Verlauf gesichert sein. Die nun endgültig festgelegto Festordnung sieht vor: Für 10 Lihr vormittags einen feierlichen Festgottesdienst im Konzerthaus unter Mitwirkung musikalischer und gesanglicher Kräfte aus Ridda und Rachbarschaft. Rach der gottesdienstlichen Feier wird eine Führung der Festtellnehmer durch die Kuranlagen erfolgen, worauf mittags 1 Lihr ein gemeinsames Mahl im Kurhaus stattsindet. Hiernach ist die Besichtigung des Ernst-Ludwig-Heims vorgesehen. älm 3Vs Lihr Festakt am ober im Kon- zerthaus unter Mitwirkung der Kapelle Topp- Gießen. Ein um 5 Lihr beginnendes Konzert dieser Kapelle, später Tanz und Feuerwerk, soll den Beschluß der Feier bilden. Landkreis Gießen. h. Leihgestern, 15. Iuni. In der Rächt vom Samstag auf Sonntag wurde, wie schon kurz gemeldet, die hiesige Einwohnerschaft durchs Feuer-Alarm erschreckt. Zwei nicht allzureich mit Gütern gesegnete Familien kamen zu Schaden, ein Eisenbahn-Beschädigter und eine Kriegerswitwe; ihre Scheuern brannten nieoer. Rur durch das tatkräftige Einschreiten! unserer freiwilligen Feuerwehr und der Einwohnerschaft tonnte dem rasenden Element Einhalt geboten werden. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt. bu. Burkhardsfelden, 15. Iuni. Linser Ort hatte dieser Sage unliebsamen Zigeunerbesuch. Die Gesellschaft bettelte und stahl, wo sie nur konnte, ferner versuchten einige Angehörige der Bande, allerdings ohne Erfolg, beit Postagenten und einen Geschäftsmann burch allerlei Manipulationen um einen Zehnmarkschein zu prellen. Derartigen Besuchern sollte man überall kurzerhand die Tür weisen. !—I Aus dem Lumdatal, 15. Iuni. Don dem Regen der letzten Wochen stark begünstigt, konnte das Dickwurzsetzen dieses Iahr ohne das läftige Nachsehen und Gießen ziemlich rasch erledigt werden, so daß man jetzt bereits fertig damit ist und das Hacken und Häufeln der gut auf gegangenen Kartoffeln vornehmen kann. Auch wird hier und da schon mit dem Mähen begonnen. Die Heuernte in den trocken gelegenen Wiesen verspricht sehr gut zu feiten und Schönhellen des Englischen. Ganz besonders gut gelangen Miß Heepe die beiden humoristischen Prosastücke aus Dickens und Kipling. In der Szene von „David and bis child-wife“ aus „David Copperfield" war sie den besten englischen Dickensrezitatoren ebenbürtig, wenn nicht überlegen; auch die Wiedergabe des Kiplingschen „If" war durchaus gut und auf der Höhe, doch will uns scheinen, daß einer Frauenstimme ein derartiges Gedicht infolge seines typisch männlichen Gefühlsinhaltes nicht recht liegt. Edgar Allan Poes Gedicht „Bells“, bas für den Rezitator dankbar ist wie kaum eines, und dessen volle klanglichen Möglichkeiten so selten ganz erschöpft werden, machte dank der künstlerisch hochstehenden Interpretation einen offenbar tiefen und nachhaltigen Eindruck auf die Hörer. Die beiden dramatischen Stücke aus Shakespeare und Shaw zeigten ein starkes schauspielerisches Talent und ließen das Publikum eine gute Vorstellung von englischer Bühnenkunst gewinnen, soweit das überhaupt durch die Darstellung einer einzelnen Persönlichkeit geschehen kann. es. Frankfurter Theater. Diesmal ist es Hans I. R e h f i s ch, welcher in seiner Tragikomödie „Wer weint um Iuckenack" Heinrich George die große Rolle bietet, mit welcher er sein Gastspiet am Reuen Theater fortsetzt. Hans Rehfisch hat „Ricke! und die 36 Gerechten" geschrieben, aber „Wer weint um Iuckenack" ist als feine stärkste Arbeit anzusehen. Der Staatsanwallsekretär Iuckenack hat ein Erlebnis gehabt, welches ihn durchrüt- telte. Er stand vor den Toren des Ienseits, da rief eine unerbittliche Stimme durch den Raum „Wer weint um Iuckenack?" Lind er mußte, obwohl ein Gestorbener, zurück ins Leben, da nie» mand eine Träne für ihn hatte. Vielleicht war bas ganze nur ein Alpdruck, so schrecklich, baß Frau Ragel, seine Haushälterin, ausrufk, es könne keiner mehr ruhig einfchlafen, wüßte er von solchen Träumen! Iuckenack. von seinem Erlebnis erfüllt, sucht nun nach Menschen, bie einst um ihn weinen werben; er sucht fanatisch, gläubig. Er verschenkt an arme Lumpen Gelb, zum Lohn wollen sie ihn umbringen. Er läßt Lina, die Richte seiner Haushälterin, sehr zur Wut der Tante, im Hause wohnen, ja er richtet dieser^ Lina, einer ganz verkommenen Person, fogar ein Bankkonto von feinem bißchen Ersparten ein. Zuletzt hilft er in seiner krankhaften Menschenliebe einem jungen Scheckschwindler, in dem er bie Akten verbrennt. Lina rückt aus zu jenem jungen Menschen, ber, als Iuckenack ihm lagt, was er für ihn getan hat, ihn beschimpft. Am Ende seines Lebens muh er einsehen, daß fein Tun umsonst war, da er es auf dem Glauben an menschliche Dankbarkeit aufbaute und nun menschliche Gemeinheit erntete. Aber er wird nicht unbeweint sterben, man wird einem armen kranken Mädchen unter sentimentalen Angaben etwas vermachen, die unbekannte Elsi Fischer wird den unbekannten Iuckenack betrauern. Sehr stark sind die Szenen der Auseinandersetzung zwischen Iuckenack und dem Staatsanwalt; „Menschengüte ist gegen das Gesetz". Lind dann die Sterbeszene. Hier als Iuckenack hatte der Gestalter George ein weiteres, größeres Feld, als im „Haarigen Assen". Er konnte einen Menschen darstellen, ein großes Kind, dem ein Erlebnis, ein Traum bie Wände des Gehirns erschüttert haben, dem die menschliche Gemeinheit den Rest gibt, und dessen Sein, wie auch im Leben, aus Tragik und Komik sich zur Alltagstragödie eines Suchenden verdichtet. Die Aufführung unter der Regie Alois Großmanns war von starker Einbringlichtest. Reben Georges Iuckenack stand Gerda Müllers Lina; zwei künstlerische Exponenten! Dora Debi de, Alfred Scherz er, Hans Wen - graf und Sascha Schöning taten das ihre zur künstlerischen Vollendung des Abends. Das Publikum, welches leider immer an der falschem Stelle feine Verständnislosigkeit durch Lachen anzeigte, war begeistert und zollte den verdienten Beifall. L W,_ ; j.n, während öic in der Talsohle gelegenen Viesen infolge der letzten, allzu feuchten Jahre immer mehr versauern, sogar trotz Regulierung der Lumda. Besonders stark tritt dies in dem Viesen gründ zwischen Mainzlar, Daubringen und Lollar zutage. f Grünberg, 15. Sunt. Die Dickwurz- ii n b Gemüsepflanzen sind hier und in der ilmgcgcnb gepflanzt. Das Kartoffelhacken ist schwierig, denn das Erdreich ist zu feucht und dadurch findet das älnkraut, wenn es nicht vorsichtig herausgelesen wird, Gelegenheit, gleich wieder Wurzel zu fassen und weiter zu wachsen. Einige hitzige Landwirte haben bereits mit dem Grasschnitt für die Heuernte begonnen, andere halten vorsichtigerweise noch zurück. Kreis Friedberg. — Dad-Rauheinr, 15. Suni. Ein bedeutsames turnerisches Ereignis steht für nächsten Samstag hier bevor. Erste turnerische Kräfte aus dem Mittelrheinkreis veranstalten einen großangelegten Werbeabend für deutsches Turnen. Die Leitung liegt in den Händen von Turnlehrer Friede (Frankfurt a. M.), dem Kreisturnwart für das Männerturnen. _ . ,, „ 4 Ober - Mörlen, 15. Sunt. Unsere empor st redende Gemeinde, deren Wirtschaftsleben durch die Beziehungen zur nahen Badestadt Nauheim günstig beeinflußt wiri), zählt — wie dem Haushaltsvoranschlag für 1926 zu entnehmen ist — zur Zeit 2266 Einwohner, wovon 2121 dem katholischen und 145 dem evangelischen Glaubensbekenntnis angehören. Der Etat weist die ansehnliche Summe von 104 208 Mark auf. Die wichtigsten Ausgabeposten sind.' Schulen 5932 Mark, Landwirtschaft 9852 Mark, Armenpflege 12172 Mark, allgemeine Verwaltung 15 675 Mark, Feuerlöschwesen 1724 Mark. Wald 22 300 Mark. An wichtigen Einnahmen sind zu erwähnen: Sagd 9665 Mark, Gemeindegrunbstücke 11982 Mark, Wald 21601 Mark. Anteil an Reichssteuern 8900 Mark. Gemeindeumlagen 27 242 Mark. Das Rechnungsjahr 1925 hat einen Ueberschuß aufzuweisen. Kreis Büdingen. R i d d a . 15. Suni. Am Sonntag hielt die hiesige Schühengesellschaft ihr erstes Hauptschiehen ab. Obwohl der Verein erst kaum ein Sahr besteht, verfügt er doch schon über eine stattsiche Anzahl von Mitgliedern und ein schönes Schühenhaus auf dem Kisselberg. Auswärtige Schützen waren zahlreich aus Schotten, Ortenberg, Lich Büdingen u. a. 0. ein- getroffen, so daß die Beteiligung an dem Preisschiehen sehr stark war. Trotz des regnerischen Wetters waren auch viele Zuschauer in dem Festzelte versammelt. Es wurden im allgemeinen gute Resultate erzielt. Die besten Schützen waren Stock (Ortenberg) und Reumann (Schotten) bei 175 Meter mit 55 Ringen. Kreis Schotten. = .= Gedern, 15. Suni. Am Sonntag feierte hier die Vogelsberger Sängervereinigung ihr 5. Dundesfest, mit dem gleichzeitig der Arbeitergesangverein „Vorwärts", dem die Vorbereitung d es Festes obgelegen hatte, seine Fahnenweihe verband. Den Auftakt bildete ein Kommers am Vorabend des eigentlichen Festtages. Sm Verlaus des Abends wechselten Chorvorträge der hiesigen Gesangvereine ., Liederkranz". „Vorwärts" und „Männerchvr" in Bunter Reihen- - folge mit Musikvorträgen und turnerischen Dor- führungen ab. Sämtliche Darbietungen sanden wohlverdienten Beifall. Auf der Höhe des Gal- ' genberges wurde ein Feuerwerk abgebrannt. Am . Sonntag um 9 Uhr war Festgottesdienst. Um * 1 2hr stellte sich am Bahnhof der Festzug auf. 7 Außer den 23 Gast- und Bundesvereinen nahmen an ihm eine Gruppe Radfahrer, die Schulkinder v unter Führung ihrer Lehrer, die Gemeindevertretung und die Festdamen, welche die zu weihende Fahne trugen, teil. Rach der Begrüßungsansprache des Dereinsvorsihenden Wilh. Deck grüßte Bürgermeister Müller die Festversammlung im Ramen der Stadt und dankte der Bettung der Vogelberger Sängervereinigung, daß sie Gedern zu ihrem Festort erwählt habe. Sein 'besonderer Gruß galt dem Kreisdirektor Geh. Regierungsrat Boeckmann und Kreisschulrat Kinkel- Schotten. Die Ansprache klang aus in ein Hoch auf das deutsche Vaterland. Kreisdirektor Boeckmann beglückwünschte den Ar- bcitcrgcfangDcrcbi „Vorwärts" zur Feier seiner Fabnenweibe. Der Redner schloß mit einem Hoch auf das liederfrohe und sangesfreudige deutsche Volk. Unter Leitung des Bundesdiri- genten, Wilhelm Zins- Gedern, sangen die Bundesvereine als Masserchor recht wirkungsvoll das Lied „Und wieder ward es Maienzeit" von Reuert. Der Bundespräsident Lehrer Stro- ß i n g e r - Ober-Lais, hielt sodann die Fest- und Weiherede. Anschließend daran nahm er die Weihe der neuen Fahne vor, der von den Frauen und Sungfrauen des Vereins eine Schleife gestiftet wurde. Der sestgebende Verein sang dann einen Weihechor, dem sich ein Massenchor und weiterhin die Liedvorträge der Vnndes- und Gastvereine anschlossen. Damit hatte der offizielle Teil des Festes fein Ende erreicht. Ulfa. 15. Suni. Die hiesige Gemeinde geht mit der Absicht um, eine Viehzüchter- Genossenschaft ins Leben zu rufen. Man will nach dem Muster des Versuchsgutes Selgenhof eine entsprechend große Viehweide anlegen, auf der Milch- und Jungvieh bis tn den Herbst hinein auskömmliche Rahrung hat. Das Wiesengelände ist etwa 3 - Stunde vom Dorf entfernt und soll von der Gemeinde pachtweise erworben werden. Für die Unterbringung des zu bestellenden Wärters und des gesamten Viehes sollen entsprechende Räumlichkeiten geschaffen werden. Sollte, woran bei dem fortschrittlichen Sinne der hiesigen Bauernschaft kaum zu zweifeln ist, der Plan in die Tat um- gesetzt werden, so wird eine Einrichtung geschaffen. die sich schon seit Jahrzehnten in Belgien und Holland glänzend bewährt hat. — Zu den Bäumen, die im Laufe der Zeit in unserer Gegend völlig aus sterb en werden, gehören die Zwetschenbäume. Hier, wie in der ganzen Umgebung, werden schon seit einem Sahr- zehnt kaum noch junge Bäumchen angepflanzt. Was in den Gemarkungen noch steht, sind in der Regel alte Bäume, die bald der Axt zum Opfer fallen. Der Anbau von Zwetschen hat sich als unrentabel erwiesen. Gibt es eine reiche Ernte, so ist die Rachfrage so gering, daß die Früchte entweder auf oder unter den Bäumen faulen. Die Preise sind dann auch so niedrig, daß sie in einer Zeit, wo sonstige Arbeit drängt, kaum jemand locken, die mühsame Arbeit des Aberntens zu übernehmen. Vor 50 und 100 Jahren wurden in Ob st dörren, die recht zahlreich auf den Dörfern vertreten waren, die Zwetschen gedörrt und zu guten Preisen den städtischen Märkten zugeführt. Die Holzpreise waren damals so niedrig, daß fast keine Unkosten mit dem Dörren verbunden waren. Heute ist noch kaum eine „Dörre" im Betrieb, wenn sie vielfach auch noch vorhanden ist. Die Konservenfabriken befriedigen jeden Bedarf, und Rachfrage nach gedörrten Zwetschen auf dem Lande ist verschwindend gering. Unter solch veränderten Verhältnissen zieht es die Landwirtschaft vor, die Zwetschenbäume einaehen zu lassen und dafür den lohnenderen Apfelbaum anzu- pflanzen. )—( Ruppertsburg, 15. Suni. Wie anderwärts, so war auch auf unseren Feldern der Weizen stark von Rost befallen. Glücklicherweise ist er jetzt im Rückgang begriffen. Run zeigt sich am R o g g e n die schädliche Wir- tung der Sritfliege. Unsere Gartengewächse, namentlich Bohnen und Gurken, leiden jetzt sehr, wahrscheinlich begünstigt durch die Feuchtigkeit dec letzten Wochen, durch den Schneckenfraß. Zahlreich tritt auch „ die Maulwurfsgrille in unseren Grabstucken auf und richtet Schaden an. Kreis Alsfeld. tefr Alsfeld, 15. Suni. Am Montag sand in dem geschmackvoll eingerichteten neuen Versammlungsraum der erweiterten Gewerbeschule die ordentliche Generalversammlung des hiesigen Ortsgewerbevereins unter Leitung feines Vorsitzenden, Glasermeister Ernst Lenth, statt. Rach Erstattung des Rechenschaftsberichtes und Vorlage der Rechnung vom abgelaufenen Geschäftsjahre, die ohne Aussprache genehmigt wurde, legte der Vorsitzende die Abrechnung über den Erweiterungsbau der Gewerbeschule vor, der im vergangenen Sahre unter der Leitung von Gewerbelehrer Architekt Rohrbach aus Alsfeld ausgeführt wurde. Die Gesamtkosten betragen 54 463,83 Mk. und sind ungefähr zur Hälfte von der Stadt, zur anderen Hälfte voü dem Ortsgewerbeverein getragen worden. Der Vorsitzende sprach der Stadt und Architekt Rohrbach den Dank des Cewerbevereins für ihre Mitwirkung bei Errichtung des Erweiterungsbaues, der einen sehr guten 'Eindruck macht, aus. Die Abrechnung wurde genehmigt. Bei der nunmehr folgenden Vorstandswahl wurde der seitherige Vorstand durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. An Stelle des ausgeschiedenen Sustizrats Dr. Reh wurde H. R ö ß n e r gewählt. Alsdann folgte ein Vortrag des Syndikus Röhr von der Handwerkskammer-Reben stelle in Gießen über das zeitgemäße Thema „Die wirtschaftliche Lage des Handwerks und Wege zu dessen Förderung". Als Wege zur Hebung des unter der allgemeinen wirtschaftlichen Depression schwer leidenden Handwerkerstandes bezeichnete der Vortragende vor allem die Einführung einer geordneten Buchführung für jeden Handwerker, die nötigenfalls durch Gesetz oder Verordnung kommen müsse, ferner sei eine bessere rationelle technische Betriebsführung notwendig, welchem Zwecke das von der Handwerkskammer dazu beschlossene Forschungsinstitut dienen solle. Als weitere Rotwendigkeit zur Hebung des Handwerks bezeichnete der Redner, daß in den Handwerkerkreisen eine andere Auffassung über die Zusammenarbeit Platz greifen müsse: um die Belange des Handwerks wirksam zur Geltung zu bringen, sei der straffe Zusammenschluß in Gewerbevereinen, Snnungen und Fachverbänden notwendig. ck. Rieder-Ohmen, 15. Suni. Hier hat sich ein Schwalben Pärchen den Lampenschirm im Schlafzimmer eines Einwohners als Brutstätte auSerkoren. Die kleinen Logiergäste fühlen sich in ihrem eigenartigen Heim recht wohl. Kreis Lauterbach. l. Crainfeld, 15. Suni. Der Landwirt Heinrich Müller VI. feierte gestern mit feiner Frau Katharina geb. Müller in voller Frische im Kreise seiner zahlreichen Familienangehörigen das Fest der goldenen Hochzeit. Der Mann steht im 77. Sahre, die Frau im 74. Sahr. Starkenburg. * Darmstadl, 15. Suni. Beim Spielen am Abhang eines Steinbruchs ist ein fünfjähriger Zunge abgestürzt. Er wurde in das Städt. Krankenhaus eingeliesert, wo er seinen Verletzungen erlegen ist. Offenbach a. M., 15. Suni. (WSR.) Gestern abend gegen 10 älhr sand der Gastwirt Georg Bauer aus seltsame und schreckliche Weise einen jähen Tod. Bauer scherzte in der Wirtschaft „Zum Anker" in Bürgel mit einem anderen Gast und die beiden warfen sich gegenseitig Soleier zu, die sie mit dem Munde auf« zufangen versuchten. Bauer fing ein E i auf und verschluckte es unglücklicherweise derart, daß er daran erstickte. Sofort herbeigerufene Hilfe kam zu spät. Rheinhessen. Mainz, 15. Suni. (WSR.) Tödlich verunglückt ist ein 48jähriger Maurerpolier, dem auf der abschüssigen Straße vom Gautor nach Zahlbach zwei Kinder mit einem kleinen Wagen in 8 Rad liefen. Durch den Anprall flog er vom Rade und erlitt einen schweren Schädelbruch, dem et trotz sofortiger Operation im Städtischen Krankenhaus erlag. Schweres Fliegerunglück bei Mainz. WSR. Mainz, 15. Suni. Dem „Mainzer Sournal“ zufolge hat sich bei. Gon s enh e i m ein schweres Flugzeugunglück ereignet. Bei einer Luftübung, an der etwa zehn französische Flugzeuge teilnahmen, stießen zwei Flugzeuge in der Luft zusammen und stürzten ab, wobei zwei Franzosen tödlich verunglückten. Preußen. Kreis Wetzlar. kz W e h l a r, 15. Suni. Der Sonntag brachte dem hiesigen Goethegymnasium durch das Der dritte Schutz. Kriminalroman von Ole S t e f a 'n i. 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Einen neuen Instinkt, ja Schulz! Sie haben recht. Suchen Sie Sandberg kennenzulernen, ich bin neugierig, welchen Eindruck Sie haben werden. Vor allem bemühen Sie sich, in Erfahrung zu bringen, ob er heute nacht wirklich in Koblenz mar." „Ich will es versuchen." Kramer ließ den Gärtner und Maria auf das Zimmer holen. Das Mädchen hatte sich erholt, aber ihre Augen waren verschwollen vom Weinen, und Franz schaute blaß und ernst drein. ,Lch habe Ihnen einige Fragen vorzuleaen. Franz, wo waren Sie gestern abend zu der Zeit, wo ter Schuß fiel?" „Ich lag angekleidet auf meinem Zimmer, Herr Rechtsanwalt. Sie wissen, daß ich — daß mir nicht ganz gut war. Ich wurde durch den Schuß aufgeweckt." „Sie können also gar nicht angeben, aus welcher Richtung her der Schuß gefallen sein könnte?" „Nee, kaum, Herr Rechtsanwalt." Er sah sinnend zu Boden. Dann blickte er das Mädchen an: „Maria — du hast doch gesagt, der Schuß sei ungefähr von der Landstraße hergekommen." „Ja — das war wohl so!" sagte das Mädchen langsam. „Auf welcher Seite?" fragte Kramer schnell. „Don Bonn her?" „Nein, wohl mehr aus der anderen Richtung." „Wo waren Sie zu der 3eH?w „In der Küche. Ich hatte gerade abgewaschen." „Noch eins. Im Garten lag heute morgen eine Wasserkanne. — Wer hat sie dort hingelegt?" Die beiden schwiegen und überlegten. „Herrje!" rief Franz und schlua sich vor die Stirn. „Lag sie denn noch dort? — Ich sollte gestern Herrn Kommissar einen Schluck Wasser zum Abendbrot holen, ging mit den beiden Kannen hin und kam nur mit einer wieder. Gestern abend war ich eben etwas —" „Vergeßlich, ich weiß. Sind Sie denn nicht die ganze Zeit auf Ihrem Zimmer gewesen, nachdem der Herr Kommissar Sie zu Bett geschickt hatte?" „Nein — ich bin erst nach dem Essen rauf« g„War noch jemand am Abend hier? Oder haben Sie jemand im Garten ober auf der Landstraße gesehen?" „Nein, niemand!" antworteten beide wie aus einem Munde. Kromer stand auf und begann zur größten Ver- munberung von Schulz mit einwärts gestellten Fußen durchs Zimmer zu gehen. „Wer geht so?" fragte er dabei. Maria sah ihn verblüfft, Franz mißtrauisch an. „Kennen Sie niemanden, der in dieser Weise einwärts geht?" „Ach so!" sagte Franz, und der Schein eines Lächelns erhellte einen Augenblick feine übermüdeten Züge. „Ja — so geht doch der — der Malerprofessor — wie heißt er gleich?" „Oelscher!" rief das Mädchen. „Professor Oelscher?" Kramer blieb stehen, die Augenbrauen hochgezogen. , Sind Sie sicher?" „Ja, natürlich, Herr Rechtsanwalt. „Mit solchem Stiefelzeug muß man ja verquer gehen!" „Mit was für Stiefelzeug?" „Mit so spitzige Dinger, wie der Herr Professor Oelscher sie immer trägt." Kramer entließ die beiden. „Oelscher war gestern abend noch im ©arten!" sagte er triumphierend zu Schulz. „Wir müssen her- ausfriegen, was er wollte und was er dort getan hat. — Und ausgerechnet Oelscher habe ich nicht rot unterstrichen!" „Herr Rechtsanwalt!" sagte Schulz. „Lassen Sie mich es aussprechen. Wir hegen beide den Verdacht, daß Brentheim im Auftrage Racoszys und von einem feiner Bande ermordet worden ist. Es ist nun unsere Aufgabe, zu untersuchen, ob die Möglichkeit einer Verbindung zwischen dem Entflohenen und einer der uns bekannten und verdächtigen Personen besteht!" „Die Bekanntschaften, die ich hier gemacht habe," sagte Kramer und lächelte bitter, „sind mir leider bis jetzt allesamt verdächtig. Mir ist, als sei die Villa Grete vollständig von Racoszys Bande umstellt!" Sie gingen wieder hinunter. Lachner war gekommen und hockte still mit traurigem Gesicht an Gretes Seite im Garten. Ihnen gegenüber saßen Esser und Molinski. „Wie die Besatzung eines Schiffes, dessen Kapitän gestorben ist!" sagte Kramer leise zu Schulz. „Und ein Mann der Besatzung ist vielleicht schuld daran!" Sie gesellten sich zu der Gruppe. Nach einer Weile stand Grete auf, um ins Haus zu gehen. „Ich komme mit!" sagte Kramer, und als sie genügend weit von den anderen entfernt waren. „Fräulein Grete — darf ich Sie nach etwas fragen?" „Bitte, Herr Rechtsanwalt!" „Wann haben Sie Franz gestern im Verlauf des Abends gesehen?" „Franz?" Sie richtete verwundert die geröteten Augen auf ihn. „Soweit ich weiß, überhaupt nicht!" „Aber Brentheim soll ihn doch nach Wasser geschickt haben?" „Das kann schon fein." Kramer schwieg einen Moment, dann fragte er plötzlich: „Wissen Sie, ob Herr Professor Oelscher gestern abend noch hier war?" „Oelscher? Das ist unmöglich!" „Warum?" ..Weil —" Sie stockte, ihr blasses Gesicht errötete. „Weil ich ihm gestern nachmittag verboten habe, wiederzukommen. Sie ging schnell ins Haus, Kramer in großer Verwunderung zurücklassend. Als er zu den anderen zurückkehrte, brach Schulz gerade mit Esser zu einem kleinen Spaziergang auf. Der Anwalt blickte ihm nach-, er wußte, daß Schulz sein möglichstes tun werde, um den Weinhändler miszuquetschen. Er wandte sich um. Da stand Molinski vor ihm. „Ich habe eine Bitte an Sie, Herr Rechtsanwalt!" sagte er mit brennenden Augen. „Ich fühle, daß Sie sich zur Ausgabe gemacht haben, den Mörder des Kommissars zu finden, und daß Sie alles daran setzen werden." „Und?" „Erlauben Sie mir, Ihnen zu helfen?" Kramer sah ihn mit ernstem Blick an. „Bitte verfügen Sie in jeder erdenklichen Weise über mich . . . ich werde alles tun, was Sie sagen ... Ich fühle mich durch die Ergeignisse so getroffen, daß ich . . ." Er verstummte vor Verlegenheit. H i n s ch c i d c n von Professor Claus große Trauer. 25 Jahre lang hat er mit nimmermüdem Eifer an her Anstalt gewirkt. Seinen Schülern war er stets ein Vorbild gewissenhafter, nie ermüdender Pflichterfüllung, selbst bann noch, als er leidend war. Seinen Amtsgenossen war er ein lieber und treuer Mitarbeiter, dessen gütiges und aufrechtes Wesen sie schmerzlich vermissen werden. Die sympathische Persönlichkeit des Verewigten wird bei Lehrern und Schülern in ehrendem Andenken weiterleben. Auch im öffentlichen Leben trat Professor Claus in verschiedener Arbeit hervor: er war langjähriger erster Vorsitzender der Deutschen Volkspartei und Vorstandsmitglied des Evangelischen Bundes. O Dornholzhausen, 15. 3uni. Die Maul- und Klauenseuche hat sich hier weiter verbreitet. Insgesamt sind bis jetzt vier Stallungen verseucht. Gestern nachmittag sand durch den Kreisveterinärrat zu Wetzlar eine älntersuchung sämtlicher Klauenviehbestände der Gemeinde statt. Damit die Feldarbeiten keine.' ^lnterbrechung erleiden, hat das Landratsamt ausnahmsweise genehmigt, daß die Zugtiere nicht- verseuchker Gehöfte, soweit kein Pferdefuhrwerk vorhanden ist. zum Fahren innerhalb der Gemar» kungsgrenze verwandt werden öüsfea.. Kreis Biedenkopf. XX Rodheim a. d. Bieber. 15. Juni. Um den Sparsinn bei der Schuljugend zu pflegen und zu fötbeim, ist es bis jetzt int Hinterlandkreis gelungen, 43 Schul- sparkassen einzurichten, die über ein Gesamtanlagekapital von 17 202 Mart verfügen. Dre Zahl der Landschulen des Kreises beträgt 85, sowie 3 Stadtschulen Battenberg, Biedenkopf und Gladenbach. Dillkreis. bl. Herborn, 15. Juni. Der nationale Gesangswettstreit, verbunden mit 6 5- j ähriger Jubelfeier des Männerge- sangvereins „Liederkranz" Herborn verlief am Sonntag in würdiger Weise. Rahezu 30 Vereine von nah und fern hatten sich ein- gesunden. Ferner beteiligte sich die ganze Bevölkerung rege an der Veranstaltung. OHit einem Festzug und anschließendem Kommers am Samstagabend begann daö Fest. Am Sonntagmorgen fand in der Turnhalle und im Rassauer Hof der Wettstreit statt. Sämtliche Vereine zeigten hervorragendes Können. Rachmittags bewegte sich ein schöner Festzug durch die Straßen der Stadt. Auf dem Festplatz herrschte bis spät in die Rächt hinein reges Leben und Treiben. Der Montag brachte morgens ein Frühschoppenkonzert, nachmittags wieder einen Festzug und anschließend Volksbelustigungen auf dem Platz. Oberwesterwaldkreis. Hachenburg, 15. Juni. (WSR.) Hier sind drei Mitglieder einer Familie unter TyphuSerscheinungen schwer erkrankt. Es wird angenommen, daß sie Wasser aus einem Feldbrunnen getrunken und sich infolgedessen den KrankheitSkeim zugezogen haben. & Vom oberen Westerwald, 15. Juni. Jetzt erst tritt zu Tage, welch großen Schaden der Frost vor einigen Wochen an unseren Obstkulturen angerichtet hat. Ein großer Teil der Ernte ist z e r st ö r f, so daß der Ob ft ertrag in diesem Zahre sehr gering fein wird. Maingau. WSR. Frankfurt a. M, 15. 3uni. In der Miquelstraße wurde am Montagabend ein Schüler von einem Motorradfahrer angefahren und schwer verletzt. Gestern nachmittag wurde in der Kronprinzenstraße ein fünfjähriger Junge von einem Auto überfahren. Rach Zeugenaussagen soll er in das Auto hineingelaufen sein. Der Junge wurde in die elterliche Wohnung verbracht. In der Tauentzienstraße kam Montagabend 8 llhr ein Lehrling mit einem Leichtmotorrad z u Fall und blieb bewußtlos liegen. Die Rettungswache verbrachte ihn ins Krankenhairs. Der heutigen Stabiauflage liegt eine „Aufklärung über Dr. Axelrod's Yoghurt" der Fa. Dampfmolkerei Gietzen(GebrilderGrieb) bei Trocken sagte Kramer: „Haben Sie sich mit dem Kommissar Brentheim denn so gut gestanden?" „Zuletzt weniger. Es gab da Mißverständnisse. Aber die sind letzten Endes nicht so wichtig ... Im Grunde fühle ich mich doch eins mit diesem Hause und bin entschlossen, für die Aufklärung des Mordes alles zu tun, was in meinen Kräften steht." „Sehr brav von Ihnen. Aber wissen Sie auch, was das heißt? — Unsere Arbeit ist nicht ungefähr, lich. Auch kenne ich Sie ja überhaupt nicht. Ich weiß kaum, wer Sie find und wozu Sie hier sind. Ich kann Nachrichten offizieller Natur doch nicht jemandem mitteilen, von dem ich nicht weiß, ob er überhaupt polizeilich angemeldet ist." „Hier ist mein Paß. Bitte sehen Sie." Kramer las: Roman Molinski, geb. 1. 9. 19 . . zu Warschau usw. Er stutzte, als er Molinskis Namensunterschrift sah. Die Hand kam ihm bekannt vor. „Wenn ich mich hier und da vielleicht Ihrer bedienen kann, so erzählen Sie mir vorher rückhaltslos die Mißstimmung zwischen Ihnen und dem Stommiffar." Der Pole schluckte und begann: „Ich will Ihnen rundheraus mitteilen, daß ich mit Fräulein Grete Brentheim heimlich verlobt bin, schon seit einem Monat. Herr Brentheim muß etwas davon geahnt haben und schien Gretes Wahl nicht zu billigen. Vielleicht weil ich zu jung bin und ohne Vermögen. — Jedenfalls änderte sich sein früher so überaus herzliches Verhalten, er wurde immer schroffer und abweisender zu mir und machte Grete am Tage, bevor er mit Ihnen wegfuhr, meinetwegen eine große Szene. Ich war damals sehr erbittert auf ihn. Und ohne die Hilfe eines Freundes wäre es mir in der letzten Zeit wohl sehr schwer geworden, mit Grete in Verbindung zu bleiben." „Wer ist der Freund?" „Müssen Sie das wissen?" „Sa." „Lachner. — Wir wohnen zufällig zusammen, und ich habe ihn sehr lieb gewonnen. Und ich weiß nicht, wie es sich gemacht hat, daß ich ihm alles anvertraue, was ich auf dem Herzen habe. Freilich ist er doppelt so alt wie ich, aber er hat viel Verständnis für mich bewiesen." (Fortsetzung folgt.) Und Ton F A'E 0°n sieben ve "tes Sankst uv. Ascht all wäre. Daß > M°l finde heulen? ^gend. Ebe Ä N'iiL? ... tat -'ÄS sichtlich^. Augen SÄ' $0, erlvartiT ’M « 1lunt nlÄ Die S 'S* «g1 fälliger < Äi i»*1" ®l ■wollt12’ a ^weniger M sonnen- . i*e doch hie M i0 reifes Stauen W unaH*^ htflänN 5 sollst «j *** sprechen, oaö n,ern geM Maschen. ot' beginnen. d>. und nichts K1 ■äfften, t. Kleidung da 6m loito g, Lu sollst [einen laute nicht das g beanspruchen- Aas Seil riges Kapitel mit, Hat sie h Last ausgelao« man es ihr < AnapM nv Saturn: lernt Ws Home' länderin, di' darin Meistes länberin, koei Handkoffer, i glaubliche sie alles toi daneben ist i Pantoffeln, opotheke, ein und macht u hängig, den nur Lage in Wie abe oder ans M racken und man dort br Bademantel, ausschicken, i ist billig. C toeihen Aock, Aachnn'ttags- Slaufömantel Wjinantcl ei er ist modem, wenig Mh Regenmantel mitgenommen am Griff abld gebracht. Etz erseht. Ein I geht auch nie man ihn an i stens zwei 6 mit soviel I Mde leichte zur Reise, die und kann ung meiden sind bie zwischen ( den müssen u unToilettens mit S ÄtnSJ; rbild ' 6«>nen iSKL? sEKL H?* "1 feSfr’* Ms’Äft !LMr 9t öaß die^ ^mt to?it fein ^Änid>>* ren innerhalb -erden Tch/ljua^"'^'" ern. i|t « Eiafl-nft 3“ ..S^TiQtn 43 ß itn *n. V1: £4u[. n2^4&CIn De- 1 d°s D.e llkreis. " W«"«. oLj unb fern hatten sich Z Wigtc sich die ga^v. $. tanjaltung. Tf Emmers am Sam», n» Lt ■ £°NMgmsrgen ^alfaner Hvs Samth^c Vereine zeigten ien. ^mittags bewegt-- R durch die Straßen her restplah herrschte bis ipz, reges Leben und Treiben, morgen» ein Frühschoppen» toiefcer einen Festzug und luftigungen auf dem M. fterwaldkreis. 15. Juni. iDSA.t Hier >er einer Familie unter iungen ichtver er- rd angenommen, dah he Feldbrunnen gtttimkn n den Araniheitsleim zuge« n Westerwald, 15.Juni, age, welch großen Scharr einigen Wochen an unten angerichtet hat Ein nie ifl zerstör/. 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Bezirks Gau Hessen D. T. st. Groh-Felda, 15.3uni. Das diesjährige Vezirkswetturnen des 4. Bezirkes Gau Hessen der D. T. fand am Samstag und Sonntag hier statt. Die Beteiligung der Turner war außerordentlich groß. Bon den 20 Bezirksvereinen hatten 19 Vereine TDett- 1 urner entsandt. Die Leitung der Turngeschäfte und des TOettkampfes lag in den Händen des 1. Dezirksturnwartes A. Bastian - Alsfeld. Am Festsamstagabend fanden Vorträge des Gesangvereins und turnerische Vorführungen des Groh ° Feldaer Turnvereins statt. Auherdem zeigte die Dezirkswerberiege, die aus den besten Geräteturnern des Bezirkes bestehl, ganz hervorragende Leistungen am Reck, Darren und Pferd. Sämtliche Darbietungen fanden lebhaften Beifall. Sonntagmorgen um 8 Tlhr begann der Wett- kampf. Vorher hielt Pfarrer TL e b e r einen F e l d g o t t e s d i e n st. Zum Wettkampfe traten 305 Wetturner an, die bis um 12 Uhr ihre Arbeit beendet hatten. Um 21/.- Uhr bewegte sich ein großer Festzug durch die Ortsstrahen. Im Festzuge sah man Festwagen und historische Gruppen. Auf dem Festplatte begrüßte der Vorsitzende des Turnvereins Groh-Felda, Turner F. Schäfer, die Gäste. Bezirksvertreter G u n t r u m (Schlitz) hielt eine turnerische Ansprache. Die Jungfrauen überreichten dem Platz- Verein eine schöne Fahnenschleife. Hierauf be° begannen die allgemeinen Freiübungen. Rach einem schönen Aufmarsch, an dem sich 250 Turner beteiligten, muhten diese abgebrochen werden, da starker Regen einsehte. Rach dem Regen sanden Sonderkämpfe und Staffelläufe statt. Um 6 Uhr nahm Bezirksturnwart B a st i a n die Preisverteilung vor, die folgendes Ergebnis zeitigte: Aktive Turner (63 Bewerber). 1. Preis mit 97 Punkten Ludw. Sand, Tv. Groh-Felda. 2. Preis mit 92 Punkten Adolf Kloster - mann, Tv. Alsfeld. 3. Preis mit 86 Punkten Heinrich Scharmann, Tv. Groh-Felda. Jugend (Oberstufe). 1. Preis mit 103 Punkten Hugo Kratz, Rieder-Ohmen. 2. Preis mit 92 Punften Jakob Mades, Alsfeld. 3. Pr. mit 91 Punkten Heinrich R i h, Pfordt. Jugend (Unterstufe. 1. Preis mit 85 Punkten Heinrich Kalbfleisch, Schlitz, und Ludwig La n g, Lauterbach. 2. Preis mit 83 Punkten O. Schvtt, Groh-Felda. 3. Preis mit 81 Punkten Karl Schwalm, Alsfeld. Schüler. 1. Preis mit 107 Punkten Wilh. Philipp, Burg-Gemünden. 2. Preis mit 103 Punkten Willi Becker, Homberg. 3. Preis mit 101 Punkten Heinrich Decher, Lauterbach. Stein stoßen. 1. Sieg Wilhelm Seibert, Maar, 7,40 Meter. 2. Sieg Hermann Fink, Lauterbach, 7,15 Meter. 3. Sieg Alfred Kloster mann, Alsfeld, 7,15 Meter. Stabhochsprung. 1. Sieg G. Hof - . mann, Grebenhain. 2,85 Meter. 2. Sieg Wilh. Seibert, Maar, 2,80 Meter. 3. Sieg Lein- l berger, Frischborn, 2,55 Meter. 4x100-Meter-Staffellauf. 1. Sieg * Tv. Lauterbach, 52 Sekunden. 2. Sieg Tv. Schlitz, v 52 Sekunden. 3. Sieg Tv. Alsfeld 52,3 Sekunden. Ehrung des neuen deutschen Fußballmeisters. WSR. Fürth, 15. Juni. Gestern abend um i'28 Uhr traf die siegreiche Mannschaft im Spiel um die deutsche Meisterschaft von Frankfurt - a. M. kommend, in Fürth ein. Die Sieger wurden beim Verlassen des Bahnhofes mit lauten Hurrarufen begrüßt. Der erste Vorsitzende der Spielvereinigung Fürth, Baurat Kraus, richtete Worte des Dankes an die Heimgekehrten und wies darauf hin, daß nicht nur für die Spielvereinigung, sondern auch für die Stadt Fürth der Sieg von großer Bedeutung sei. Die Mannschaft begab sich darauf in mit Blumen geschmückten Automobilen durch die mit vielen Tausenden Menschen flankierten Straßen nach dem Geismannssaal, wo ein Festabend stattfand. Fuhball-Meisterschasts- Revanche. Am Samstag, 26. Juni, hat der Berliner Fußballmeister H e r th a B. S. C. den neuen deutschen Meister Spielvereinigung 'Fürth zu einem Gesellschaftsspiel zum Gegner. 107 Kilometer in 11 Stunden geschwommen. Ein neuer Landstrecken-Weltrekord. Köln, 13. Juni. (WB.) Trotz der schlechten Witterung ist es dem deutschen Langstreckenschwimmer Dierkötter (Köln) heute gelungen, die Weltlang st reckenmei st erschaft über 103 Kilometer zu brechen, indem er die 10 7 Kilometer lange Strecke Rhens—Köln durchschwamm. Der Start erfolgte morgens 7.21, wobei auf beiden Ufern des Rheines die oberrheinischen Schwimmer Paradeaufstellung eingenommen hatten. Behindert wurde die Fahrt unterwegs durch den Schiffsverkehr. Es soll jedoch nicht verkannt werden, daß die Schiffe teilweise bereitwilligst vor dem Schwimmer ausbogen. Zwei Thermosflaschen mit Bouillon, ein Butterbrot und einige Tafeln Schokolade bildeten die Rahrung Vierkötters auf seinem langen und feuchten Ausflug. Die Schnelligkeit, die Vierkötter zwischen Bonn und Köln erreichte, war größer als die seinerzeit zwischen Andernach und Köln von ihm erreichte. Statt an seinem Ziel^ der Hängebrücke in Köln, äu landen, schwamm der kühne und ausdauernde Schwimmer noch über einen Kilometer weiter, um dann frisch und munter an Land zu kommen. Ebenso wie bei seinem Start, war auch bei seiner Landung Dierkötter Gegenstand begeisterter Kundgebungen der Freunde des Schwimmsportes. Die Landung Dierkötters erfolgte gegen 6.30 Uhr abends. Wirtschaft. * Die Insolvenzen in der zweiten Juni-Woche. In der zweiten Juni-Woche ist eine wesentliche Veränderung der Insolvenzzahlen nicht zu verzeichnen. Insgesamt wurden 203 (in der Vorwoche 191) Konkurse eröffnet. An Geschäftsaufsichten wurden 103 (106) beantragt. Auch die Zahl der mangels Masse eingestellten Konkursverfahren hat leicht angezogen. Zu berücksichtigen ist, daß die erste Iuniwoche einen Tag weniger hat. * Günstige Entwicklung des deutschen Eisen - und Stahl-Exports? Rach einer statistischen Aufstellung der „3ron and Coal Trades Review" hat der deutsche Eisen- und Stahl-Export seit 1923 im Vergleich zu England, Amerika, Frankreich und Belgien die stärkste Zunahme erfahren. 3m 3ahre 1923 betrug der deutsche Anteil an dem Eisen- und Stahlexport aller fünf Länder 11 Proz., der englische 36, der belgische 19, der französische 18 und der amerikanische 16 Proz. 3m Jahre 1924 blieb der deutsche Anteil gleich, stieg aber dann im 3ahre 1925 auf 20, während der englische in 1925 auf 24 und der amerikanische auf 11 Proz. zurückging. Wie der deutsche, so erhöhte sich auch der französische Anteil auf 25, der belgische Anteil auf 26 Proz. 3m 3ahre 1926 soll das Verhältnis sich noch weiter zugunsten Deutschlands verändert haben. 3m Monat März 1926 stellten sich die Anteile wie folgt: Deutschland 26, England 25, Frankreich 22, Belgien 17, Amerika 10 Proz. • Voigt & Häffner, Frankfurt am Main. Die o. H. V. genehmigte einstimmig den bekannten Abschluß per 31. Dezember 1925 und beschloß, aus dem Reingewinn von 664 364 Rm. (654 363 Rm.) die Verteilung einer Dividende von 8 Proz. (8 Proz.) auf die Stammaktien und von 7 Proz. auf die Vorzugsaktien und 4 Proz. auf die Genußrechte. Wie mitgeteilt wurde, hat die Gesellschaft in der letzten Zeit einige größere Aufträge erhalten und erwarte weitere bedeutende Aufträge. Man sei bemüht, durch Rationalisierung der Arbeitsmethoden und Einrichtungen die Gesamtproduktion auf der Höhe zu halten, die Voigt & Häffner 21.=©. auf Grund ihrer Vergangenheit erreichen müsse. Für das laufende Jahr hofft die Gesellschaft ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen. * Wayß u. Freytag 21.©.. Frankfurt a. Main. Die v. H. V. genehmigte einstimmig den bekannten Abschluß per 31. Dezember 1925 und beschloß, nach 855 000 Rm. (614 000 Rm.) Abschreibungen aus dem Reingewinn von 944 000 Rm. (1 050 000 Rm) die Verteilung von 10 Proz. (TO Prozent) Dividende auf die Stammaktien und von 6 Prozent auf die Vorzugsaktien! und 5 Prozent auf den Anleihe-Altbesih. Wie in der H. V. mitgeteilt wurde, hat sich die Ueber- siedlung von Reustadt nach Frankfurt am Main im Verkehr mit den Filialen und den einzelnen Auftraggebern günstig ausgewirkt. Die Verhält» niffe hätten sich gegenüber dem 'Vorjahre insofern gebessert, als jetzt genügend Mittel der Gesellschaft zur Verfügung stehen. Die Beschäftigung im laufenden Geschäftsjahre sei lebhafter als in der gleichen Zeit des vergangenen 3ahres, und man hofft auf Grund der vorliegenden Beschäftigung damit rechnen zu können, daß auch für den Rest des neuen 3ahres ausreichende Beschäftigung vorhanden ist. Man hofft auch diesmal wieder einen günstigen Abschluß vorlegen zu können. * Westerwaldbrüche 21.®., Bonn. Aus einem Reingewinn von 259 840 (21. K. 7 Mill. Mark) sollen 200 000 Mark für Abschreibungen verwendet und der Rest auf neue Rechnung vorgetragen werden. Eine Dividende kommt demnach nicht zur Verteilung. Berliner Börse. Berkin, 16. 3uni. Bei Eröffnung der Börse standen heute Montanwerte im Vordergründe. Stimulierend wirkten in erster Linie die Rachrichten über die Verschärfung des englischen Streikes, ferner die Rachricht, daß die Amerika-Anleihe der Vereinigten Stahlwerke A.-G. dicht vor dem Abschluß stehe. Montanwerte konnten um 1 bis 3 Prozent anziehen, Köln-Reuesfen sogar um 6 Prozent. Bankaktien waren ebenfalls lebhaft im Geschäft, wobei Darmstädter in Verbindung mit noch unbestätigten Gerüchten über eine Kapitalerhöhung auch weiterhin die Führung hatten. Die lebhafte Bewegung in 3. G. Farbenaktien hielt weiter an, der Kurs nähert sich wieder, obwohl inzwischen die Dividende von 10 Prozent abgegangen ist, dem Stande von 200 Prozent. Von Spezialwerten fanden wieder Deutsche Erdöl, Charlottenburger Wasser und Spritaktien stärkeres Interesse. Heimische Anleihen blieben völlig vernachlässigt. Von ausländischen Renten waren Ungarn fest. Der Rücktritt des französischen Finanzministers wirkte sich zunächst befestigend auf die Frankenwährung aus. Paris gegen London 171,75 bis 172. Brüssel gegen London 167. Mailand notierte gegen das Pfund 135. Am Geldmarkt ist die Gage unverändert leicht. Tagesgeld 3,25 bis 5 Prozent. Monatsgeld ist umsatzlos. frankfurter Börse. Frankfurt a .M., 16. 3unt. Tendenz: Sehr fest. — Der frische Zug, der seit einigen Tagen das Börsengeschäft beherrscht, kam heute infolge der glatten Ueberwindung des Mediotermins und einiger stimulierender Rachrichten noch kräftiger zur Auswirküng. Die Unternehmungslust der Spekulation war sehr rege und vielseitig, so daß die Aufwärtsbewegung ununterbrochen weitergehen konnte. 3n erster Linie profitierten 3ndustriewerte von der günstigen Strömung. 3n diesen Werten wurden bedeutende Umsätze erzielt. Bemerkenswert ist dabei, daß sich das Geschäft lediglich unter der Spekulation abwickelte, während das Privat- publikum sich stark zurückhielt und nur vereinzelt mit Kaufaufträgen am Markte war. Diele Papiere erzielten 3 Proz. übersteigende Gewinne, im allgemeinen betrugen die Avancen 2 Proz. Besonders lebhaft war das Geschäft am Montanmarkt, wo gute Kurssteigerungen zu verzeichnen waren. Buderus plus 3,5 Proz. Rheinische Braunkohle plus 6 Proz., Gelsenllrchen, Har- pener, Mannesmann, Mansfelder, Rheinstahl und Riebeck Montan waren um je 2 Proz. gebessert. Phönix plus 1,25 Proz. Auffallend war. daß der Farbenmarkt heute wesentlich ruhiger lag und 3. G. Farben nur eine geringe Besserung von 0,9 Proz. aufwiesen. Holzverkohlung plus 1,25 Proz. Rütgerswerke plus 0,5 Proz. Am Elektromarkt waren die Umsätze bedeutend und die Werte waren gut befestigt. AEG. und Siemens plus je 1,25 Proz. Elektr. Lieferungen und Felten plus je 2 Proz. Bankaktien setzten ebenfalls ihre Aufwärtsbewegung fort. Deutsche Bank plus 1,5 Proz. Schifffahrtsaktien konnten sich um 1 bis 1,5 Prozent befestigen. Die Werte des Metallbauk- konzerns wurden weiter recht lebhaft gehandelt und hatten ansehnliche Kursgewinne zu verbuchen. Scheideanstalt plus 1,75 Proz., Metallbank plus 2,5 Proz. Motorenwerte zogen kräftig an, etwa 2 Prozent. Maschinenaktien ebenfalls sehr fest. Zucker-, Baustoff- und Zellstoff-Aktien setzten ihre Steigerungen fort. Deutsche Anleihen blieben vernachlässigt. Auch ausländische Renten verkehrten ruhig und ohne wesentliche Derände- rungen. Pfandbriefe lustlos. Der Freiverkehr hatte bei behaupteten Kursen stilles Geschäft. Deckerstahl "27, Benz 67, Drown Doveri 90, Entreprise 7,6, Growag 58, Krügershall 110, Ufa 42, Ufra 78 Proz Der weitere Verlauf brachte eine Steigerung des Geschäftes und neue Kurserhöhungen, besonders für Kohlenaktien. Am Geldmarkt hielt das Angebot an, besonders für Tagesgeld, dagegen ist Monatsgeld etwas gesucht. Tagesgeld 3,50 bis 4 Proz., Monatsgeld 5 bis 6,50 Proz. Privatdiskonten 43 8 Proz., Industrie-Akzepte 47/s Proz. 3m Devisen- verkehr hatte Paris auf scharfe 3 nterden t i o n e n eine leichte Erholung zu verzeichnen und stellte sich gegen London auf 173,70. Brüssel 169,50. Mark und Pfund sind unverändert. Dörlenkurle. Datum: Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 5% Deutsche Reichsanleihe 4% Deutsche Reichsanleihe • 3‘/2% Deutsche Rcichsanleihe 3% Deutsche Reichsanleihe • Deutsche Svarprämienanleihe 4% Preußische Koniols ■ • • 4% Hessen 3’/,% Hessen 3% He,sen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto Doll.-Schatz-Antreilng-*) 4°/o Zolltürken 5°/o Goldmerikaner - - . Berliner Handelsgesellschaft Commerz- anv Pnvat-Bank Darmst. und Raiionalbank . Deutsche Bank......... Deutsche DercinSbank .... Disconto Lommandit Melallbank.......... Mitteldeutsche Kreditbank. . Oesterreichische Kreditanstalt Weltbank ....... Bochumer Guß . Buderus ......... Karo Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harveucr Bergbau Kaliwerke AscherSleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. . . » . Laurahütte Oberbedarf Phönix Bergbau ..... Ryeinftahl Riebeck Montan ....... Tellus Bergbau. ..... , Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . ... Thcramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Hohmann...... Anglo-Tont.-Guano Chemische Mayer Alapin . . I G. Farbeninduftrie, A.-G- Goldschmidt.......... Solzverkohlung Rütgerswerke Schcideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ......... Mamlraftwerke . Schuckert . . . ........ Siemens 4 Halske Adlcrwerke Kleyer ..... Daimler Motoren..... , . . Motorenwerke Mannbeim Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . Mclallyesellichaft Frankfurt Pct. Union A.-G. . . . Schubiadrik Herz • . ... Sichel Zellstoss Waldhof .... Zuckerfabrik Frankenthal . Zuckerfabrik Waghäusel . . Frankfurt a.M. Berlin Schlug» l-Ufjr» Schlich. Anfang fiurs Rurs Aur» 1 «urc 15.6 | 16 6 | 15 6 16 6. 0.406 0.4075 0.4005 0,4025 — — 0.39 0,3875 0,465 — 0,3805 0,385 0,37 — 0,500 — — — _ 0,37 — 0,3805 0,387 0,38 — — — _ — — —— — __ 96,25 — 98 — — — 13,4 13,35 13,4 50,5 49,75 — 158,75 — 160* 162.5* 109.2’ 111* HO* Ul’ 145,2* 149 145’ 149,5* 136,5’ HO* 137’ 139,5* 84.5 - 133' 131,5* 132,5’ 135,5* 109 113 — _ 109 — HO 111,5* 7,15 7,5 7,05 7,15 — — — — 115,5 — 115* 116* ;i 93,5 71.62 73,5 56,75 — 57.5 59,75’ 116 119,5* 117* 119' 125* 129* 124,9* 128,2’ 131* 136,5* 131* 137' 132 5* 134* 130* 134.5’ 139 143,4 138.75 143 38.5 39 38.25 53 — 53,5 54.5* 91* 93* 91' 92,5* 121.2* 123.5* 121* 122.5* 117 121 117 120 65 - 134,7’ 136* 133,2* 136* 132,5* 133* 128,7* 132,7* — __ 98,5 103 67,25 69.5 67,75 — — 70,25 — — — — _ 197* 198.9* 195’ 199* 79 80,5 79,13 — 58,5 62,25 — 87 — 87,75 91 — 137 — — 123’ 126’ — 125,6' 119’ 121,7* 118,5* 121,5* 96.1 _ — — 113* 116,5* 112,7* 115,2* 159* 163 159' 161,5* 63.75 . 68 64,75 69 63.5 66,5 64 67 23 — — --- 36 — - — — — 36 —> — — — —— 33,25 — — — 120,75 123 —- — 70,25 — 70.5 . — 29,75 — 31,13 — — —» — __- 138 — 138 139* 55,5 — 58,25 — 67.25 68,9 - — Banknoten. 15 Juni. 16. Juni. Amtliche Notierung Amtliche Geld Kotierung Brief Geld Briet Amst.-Ron 168.53 168,95 168,53 1.691 168,95 Buen.-Aires 1,689 1.693 1,695 Brff.-Antw 12,04 12,08 12,22 93,03 12,26 Christiania. 93,03 93,27 93,27 Kopenhagen 111,31 111,59 111,31 111,59 112,69 Stoclholm . 112,36 112,64 112,41 HelssngforS. 10,56 10,60 10,555 10,595 Italien. . . 15,10 15,14 15,18 15,22 London. . 20,415 20,467 20,416 20.468 Neuhork . . 4.195 4,205 4.195 4,205 Pari-. . . 11,72 11,74 11,95 U.97 Schwei; . . 61,15 xl. 35 81,19 81,39 Spanien . 65.47 65.63 68.01 68.16 Japan . . . 1.972 1,976 1,972 1,976 Rio de Jan. Wien in D-» Oest. abgcsr 0,646 0.648 0.662 0.661 59,265 12,418 59,405 59,28 59,42 Prag .... 12,458 12,419 12,459 Belgrad . . 7,405 7.425 7,450 7,535 Budapest. . 5.87 5.89 5,865 5,885 Bulgarien 3,052 3,062 3,03 3,04 Lissabon 21.445 21.495 21,435 21,485 Dan;ig. . 80,98 81,18 81,00 81,20 Komtanttn. 2,23 2,24 2,225 2,245 Alben 5,14 5,16 5,19 5,21 Kanada. . . 4,197 4,207 4,197 4,207 Unifluat) 4.245 4,255 4,235 4,245 Berlin, 15 Juni 112,12 81,20 65,39 12,392 5,84 Amerikanische Note» .... Belgische Noten ...... Dänische Noten ....... Englische Noten........ Französische Noten ..... Holländische Noten ...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr., 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Svanische Noten . Tschechoslowakische Noten . . llnaarische Noten ...... Brief 4,206 12,18 111,58 20,485 11,78 169,13 15,34 93,63 59,60 1,81 112,66 81,60 65,71 12,452 5.88 Geld 4,186 12,12 111,02 20,385 11,72 168,27 15,26 93,17 59,30 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. 3uni. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 31—31,25 Mk.; Roggen, inländischer, 21,50—22; Sommergerste für Brauzwecke 22—24; Hafer, inländischer, 21 bis 23; Mais, gelb, 17,50—17,75; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 42.75—43,25; Roggenmehl 29—30; Weizenkleie 9—9,25; Roggenkleie 11 Mk. Tendenz: fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 15. 3uni. Die Tendenz im Der^ liner Produktenhandel gestaltete sich heute auf der ganzen Linie fest. Der hiesige Markt hat sich von den Auslandpreisberichten, die wenig Anleitung bieten, ziemlich frei gemacht, um so mehr, als auch die Schlußforderungen für fremden Weizen kaum verändert waren. Die gewaltigen Regen, die sich über den größten Teil deäi 3nlandes erstrecken, befestigten für Roggen die gesamte Marktlage, da man immerhin annehmen muß, daß die Ernte wenn sich nicht verschlechtern, so doch stark verzögern muß. Don Mehl, Roggen- mehl lebhaft bei hohen Forderungen. Hafer bei ausreichendem Angebot preishaltend. Gerste gefragt. Futtermittel vereinzelte Sorten mehr begehrt. 3m Lieserungsgeschäft konzentrierte sich das Hauptinteresse besonders auf Roggen. 3uli- termin besserte sich um 1,50 Mark, September um 1 Mark, Weizen bei ergiebigem Angebot aber immerhin ruhigem Verkehr etwa 1 Mark höher. Es notierte pro Tonne: Roggen (märf.) 180 bis 185 Mk., Sommergerste 187 bis 200, Gerste (inländ.) 173 bis 186, Hafer (märf.) 195 bis 206; pro Doppelzentner: Weizenmehl 37,25 bis 39,50. Roggenmehl 25,75 bis 27,25, Weizen- kleie 9,50 bis 9,75, Roggenkleie bis 11,40, Vikioriaerbsen 36 bis 46, kleine Speiseerbsen 29 bis 33, Futtererbsen 22 bis 27, Peluschken 23 bis 28, Ackerbohnen 24 bis 26,50, Wicken 32 bis 35, Lupinen (blau) 15 bis 16, Lupinen (gelb) 19 bis 21, Rapskuchen 13,50 bis 13,70, Leinkuchen 17,60 bis 17,80, Trockenschnitzel 9,90 bis 10,30. Soyaschrot 19,30 bis 19.50, Kartoffelflocken 21,50 bis 21,90 Mk. Büchertisch. — „Die Kun st", Monatshefte für freie und angewandte Kunst (Verlag F. Bruckmann A.-G. München). Die beiden vorliegenden Hefte geben so recht eine Vorstellung von der wirklich universalen Entstellung dieser wertvollen deutschen Kunstzeitschrift. Es ist unmöglich, aus dem reichen und abwechslungsreichen Inhalt der beiden Hefte mehr als das Allerwichtigste zu nennen. So sei zunächst ein ausgezeichnet charakterisierender und fein illustrierter Aufsatz über den Altersstil von Lovis Corinth genannt, dann ein ebensolcher Aufsatz über die neuzeitliche schwedische Malerei; ferner ein solcher über die ausgezeichneten Plastiken von E. de Fiori, die schlichte Anmut mit herber Sprödigkeit verbinden und in ihrer Schönheit so gar nichts llebersteigertes haben. Höchst willkommen ist die ausgezeichnete Orientierung über neuzeitliche französische Malerei, ebenfalls unter Unterstützung vieler tadelloser Reproduktionen. Auf dem Gebiete der Architektur und der Wohnungskunst enthalten die Hefte zwei sehr gute Landhäuser der bekannten Berliner Architekten Mebes und Emmerich, dann eine umfangreiche Veröffentlichung über einen der vortrefflichsten neuzeitlichen Bauten: die Mülheimer Stadthalle der Architekten Pfeiffer und Großmann. — „Das Theater" (Verlag Berlin W9). bringt u. a. eine Reihe interessanter Aufnahmen aus dem russischen Theaterleben; über die Bühnenmalerei in Sowjetruhland spricht Prof. Müller von der Dekorationsschule in Odessa. Daß man auch in Deutschland vielfach bestrebt ist. neue Wege zu gehen, zeigt eine Reihe von Aufnahmen der verschiedenen Aufführungen klassischer Werke, wie „Die Räuber" und „Hamlet", in moderner Tracht. 3m übrigen gibt das Heft eine reichhaltige illustrierte Aebersicht über die Theaterereignifse der letzten Wochen, über Premieren in Hamburg, Darmstadt, in Braunschweig und Aachen, in Karlsruhe und Schwerin und selbstverständlich in Berlin. Der Modeteil bringt einige amüsante Plaudereien über das Leben am Strande, über Renntoiletten und über die Vorführungen von Poiret, die kürzlich in Berlin stattfanden. — Die neue Rümmer der ,.Meggendor- f e r Blätter" (Verlag München, Residenzstraße 10) bringt eine Fülle neuer Witze und Anekdoten, treffender Satiren und aktueller Glossen. Humoresken, sowie Gedichte ernster und heiterer Art vervollständigen den literarischen Teil, der durch Bilder, Zeichnungen und Karikaturen wirkungsvoll ergänzt und erweitert wird. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 48 vom 15. 3uni enthält: Verordnung über die Beschränkung der Zahl der kaufmännischen Lehrlinge. — Maul- und Klauenseuche in Geilshausen. — Ausgabe der Tätigkeit als Dienst- mann. — Dienstnachrichten. Wettervoraussage. Zeitweise aufheiternd, aber noch veränderlich und einzelne Regenfälle. Die Tleigung zur Ausbildung von Teil- toirbeln über West- und Mitteleuropa, die strichweise Regen verursachen, bleibt bei westlichen Winden noch bestehen. Der Druck steigt zwar von Westen her an, jedoch sind Anzeichen vorhanden, daß ein neuer atlantischer Wirbel bald näher kommt, so daß die Aussichten auf eine längere Besserung der Wetterlage gering sind. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 20,1 Grad Celsius, Minimum 10,5 Grad Celsius. Riederschlagmenge 2,6 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 13,6 Grad Celsius. Daö beste Hühneraugen-Mittel ist „(Sornua*. Erhältlich in Parfümerie Lotz. Bahnhofstraße 33.?^«,88 - Bahnhofstr. 65B Gießeil Fernruf 1367 Filiale Lieh, Butzbacher Straße 12 Neue Pianos 5120« von 40 Mark monatlicher Abzahlung an Diee« Pressest Lonöo bet gestern machten neu renk' em als den r glauben an° des 2"* zu sehrn. 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