*?Jb Zrettag, 16. April 1926 126. Jahrgang Fr. 88 Erstes Blatt Die deutsch-russischen Verhandlungen .«zu jedem Pfund. etwas haben durchsickern lassen, und der Verdacht doch zunächst an Eng- Frankreich hängen, vielleicht am ehesten gierungen Pan und absichtlich da bleibt land oder srscheint täglich,außer iomtaqs und Feiertag». Beilagen: kiastener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Honats.vezugrpret»: I Reichsmark und 20 ^-ich»psennig für Träger- ohn, auch bei Richter- «Minen einzelnerNummem rf »Ige höherer Gewalt, ssrn sprech anfchlüsse: !°5riftleitung 112, Der» d-, und Geschäftsstelle 51. Inschrift für Drahtnach» ifiten: Anzeiger Gieße«. Postscheckkonto: rmffurt am Main 11686. sä :yChrn'^be1r(yia8flUlillti Mussolini in Tripolis. Tripolis, 15. April. (OB'S.) Agenzia Stefani. — Mussolini besuchte heute in Begleitung des Gouverneurs Debono und seines Gefolges mehrere Konzessionen zwischen Tripolis und Tadjura. Er wurde von den Behörden. der eingeborenen Bevölkerung und den Ansiedlern begrüßt. Mussolini gab feiner Bewunderung für die in den Konzessionen gele:- stete Arbeit und für die Bobenerzeugnisse Ausdruck. Er stattete dann der Stadt Labjura einen Besuch ab und eröffnete in Gegenwart oller Behörden einen Rationalkongreh für die koloniale Landwirtschaft. Er erklärte, von langanhaltenden Kundgebungen begrüßt, er sei von dem bisher Geschehenen hoch befriedigt. Die Wirklichkeit habe alle seine Erwartungen übertroffen. Die Aegierung werde das Programm der kolonialen Entwicklung weiterführen. Der Faszisrnus habe zahlreiche Probleme gelöst, die seit Jahrzehnten ihrer Lösung harrten und werde eben so schnell auch das koloniale Problem zu lösen wissen. Mussolini fand dann warme Worte der Anerkennung für die von den Gouverneuren Debono geleistete Arbeit. Er wies weiter darauf hin, daß Italien Land nötig habe, das es nutzbar machen müsse. Er schloß: „Ich werde Erzeugnisse dieses Landes mit nach Rom nehmen und werde den Italienern daS Beispiel dieser reichen. Unterrichtet aber sind lediglich die Re- von England, Frankreich, Italien, Ja- Amerika. Eine dieser Stellen muß Öchlands Teilnahme an der enkommiffion des Völker- Pioniere vor Augen halten und sie zur Nachahmung auffordern. Der Rede Mussolinis folgte wieder langanhaltender Beifall. In Begleitung des Gouverneurs und der Pressevertreter begab Mussolini sich Mnn im Auto nach Homs. Mussolini steuerte auf der Hin- und Rückfahrt seinen Wagen selbst. Unterwegs wurden ihm die üblichen Ehrungen durch die einheimische Bevölkerung erwiesen und Geschenke überreicht. In Tagiura empfing ihn eine Kompagnie faszistischer Miliz. Mussolini hielt nach der Besichtigung eine Ai' brache, in der er u. a. sagte: Bei meiner Rückkehr werde ich die Erinnerungen an euch mit mir tragen. Ich werde euren Kameraden sagen daß in Afrika Raum, vielleicht auch Ruh.a für alle zu finden ist. Rach dem Frühstück in Homs beticht gte Mussolini mit großem 3 nie re Je die Ausgrabungen in Leptis und Magna und begab sich gegen Abend wieder nach Tripolis zurück. Um 10 ilfjr abends hat er an Bord der ..Eavvur" die Rückreise nach Italien angetreten. Abessinien. London. 16. April. (WTB. Funkspruch) „Daily Rews" teilt mit, daß wichtige Verhandlungen zwischen der britischen und italienischen Regierung über ihre Interessen in Aoessinien stattsinden Das Blatt betont, daß die Verhandlungen einen ausgesprochen bedauerlichen Eindruck aus dem Kontinent hervorgerufen lerde h. jung erbeten. Gießen .Sprecher 660 ZSU 52^ Annahme von Anzeiaen für die lagesnummet bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Beichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" . mehr Thefredakteur: Dr. Friedr Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh Lange; für Feuilleton Dr h Tbyriot, für den Übrigen letl Ernst Blumfchein, für den An- zeigenteil ften» Füstel, sämtlich In Gießen. noch an Frankreich, das großen Wert darauf legen muß, rechtzeitig irgendeine moralische Schuld für Deutschland zu konstruieren, falls im Herbst in Genf die Sache schief geht, ilnb die höchste französische Politik, wie sie in den Reisen und Reden Paul-Doncours ihren Ausdruck findet, kann eigentlich in ihrem Endergebnis nur zu einem neuen Mißerfolg in Gens führen. Wir wollen uns deshalb auch nicht irre daran machen lassen, wenn die amtlichen Stellen in Paris und London ihrer Presse jetzt Beruhigungspillen verabreichen und den Sturm ab- blasen lassen. Sie wissen gut genug, daß sie ihren ersten Zweck erreicht haben, das Thema Deutschland-Rußland wird aus der internationalen Diskussion nicht mehr verschwinden. Es wird auch immer rechtzeitig dafür gesorgt sein, daß den Deutschen der Dorwurf der Doppelzüngigkeit gemacht werden kann, obwohl davon tatsächlich keine Rede ist. Die Verhandlungen mit Moskau sind immer den Verhandlungen nach dem Westen parallel gelaufen, es ist auch keineswegs so, als ob der deutsche Botschafter in Moskau, Graf Drockdorsf-Ranhau, den man zu einem entschiedenen Gegner der Locarno-Politik abstempeln möchte, nun nach Genf Oberwasser erhalten und den Gang der Verhandlungen mit Rußland forciert hätte. Auch Graf Brockdorff hat seinen Widerstand gegen Locarno längst aufgegeben, seit er sich davon überzeugt hat, daß die Möglichkeit der Fortsetzung der alten Beziehungen zu Rußland vorhanden ist, und daß in Berlin der ernste Wille besteht, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Die deutsche Linie ist also klar und übersichtlich gewesen, sie konnte nur in der Richtung gehen, daß wir auch dne Anschein einer Option nach Osten oder Westen vermeiden und den Kurs einer aufrichtigen Friedenspolitik beibehalten, die uns schon durch unsere Lage aufgezwungen wird. Ruc, daß c'en bei allen Üebelwollenden für diese Beweisführung daS Verständnis fehlt, lind deshalb befürchten wir, daß aus den Veröffentlichungen der „Times" noch Rachwirkungen entstehen, die in der internationalen Debatte des Sommers über Deutschland und seine Stellung zum Völkerbunde sehr unbequeme Folgen haben können. Eine Erklärung der Sowjetregierung. Moskau, 15.April. (121.) Die Sowjetregie, rung hat beschlossen, die deutsche, englische, sranzö- fische und italienische Regierung davon in Kenntnis zu sehen, daß das Außenkommissariat keinerlei Verhandlungen über einen Rückoec- hätten. Es wurde schon oft angebeutet, daß der Endzweck dieser Verbandlungen die Teilung Abessiniens zwischen Italien und Großbri- tannien fei. Abessinien sei ein unabhänai» ges Land und ein Mitglied des Völkerbundes. Frankreich, England und Italien seien zur Aufrechterhaltung seiner Integrität verpflichtet. Die Aufmerksamkeit, die die deutsche Presse den englisch-italienischen Verhandlungen zuwende, sei ein besonderer Grund, Klarheit darüber zu verbvilen. Abd e! Krim. Paris, 15. April. (WB.) Das „Journal des Döbats" berichtet über eine Ihüetrebung mit General Primo de Rivera, die dieser einem Vertreter des Blattes gewährte, er habe auch über die bevorstehenden Friedensverhandlungen mit Abd el Krim gesprochen und u. a. erklärt. Roch viele Punkte sind zu regeln. Wenn Abd el Krim will, so kann er den Frieden haben. Man wird chm seine Familie und sein Vermögen belassen und ihm eine bedeutende Penston aussehen. Es hängt nur von ihm ab, das anzunehmen. Tut er das nicht, dann ist alles bereit, und in sechs Monaten wird es mit Abd el Krim und dem Rifgebiet zu Ende sein. 1924 hat er es gewagt, von mir Kanonen, Flugzeuge und Munition zu fordern. Es ist möglich, daß er auch jetzt noch große Forderungen stellt. Dann werden wir ihn vernichten. Auf die Frage, welches Unbestreitbar hätten Moskau und Graf Drock- dorff-Rantzau in der zweifellosen Ungerechtigkeit, die man Deutschland in Genf angetan habe und in der Art, in der die erwarteten Rückwirkungen von Locarrw von einigen der Unterzeichner des Locariwvertrage.' aus- gelegt worden wären, ein Mittel für die Beeinflussung der Regierung zu ihren Gunsten gefunden. Die neue rumänische Regierung werde sobald wie möglich eine Erklärung über den vielbesprochenen polnisch-rumänischen Pakt veröffentlichen und es sei zu hoffen, daß er sich nicht gegen Deutschland richtet. Das Pariser Echo. Paris, 15. April. (WTB. Die Abendpresse beschäftigt sich mtt den aus Berlin und London cin- gelaufenen Nachrichten über den möglichen Abschluß eines deutsch-russischen Freundschastsvertrages, der das Abkommen von Rapallo ergänzen soll. Der „Temps" schreibt: Wenn man diese Nachricht im Lichte der von Tschitscherin jüngst abae- !,ebenen Erklärungen bewertet, in denen der rnssi- dje Volkskommissar die Politik von Locarno sehr charf kritisierte und eine kontinentale Gruppe in Aussicht stellte, deren Spitze sich gegen England richten würde, so wird man natürlich überrascht durch das Argument, daß Berlin und Moskau ein solches Abkommen abschließen wollen, ehe man die absolute Gewißheit hat, daß infolge des Eintrttts Deutschlands in den Völker- bund der Vertrag von Locarno in Straft gesetzt wird. Aber man müßte bemerken, daß die deutsche Regierung höflich gehandelt habe, indem sie Paris und London aus diplomatischem Wege verständigte. Deutschland kann Sicherheiten suchen, wo es dies für nötig hält, um seine eigene Sicherheit zu gewährleisten, allerdinys nur, wenn die besonderen Abmachungen, die es ms Auge faßt, restlos erfüllt sind. Die Verpflichtung besteht also, die dem Deutschen Reich auf Grund des Locarnooertrages und des Dölkerbundsstatuts erwachsen. Es mag für die Signatarmächte von Locarno unangenehm sein, daß die Berliner Regierung s o große Eile hat, sich mit der Sowjetregierung zu verständigen, aber nicht kann verwundern, daß es von seinem Rechte in dem Maße Gebrauch macht, in dem die Abmachungen nicht den Verpflichtungen Abbruch tun, die es gegenüber anderen Mächten hat. Das „Journal des Dubais" sieht in der östlichen Orientierung ein Zurückgeifen auf bie Bis- marrffthe Politik und schreibt, Bismarck lei stets der Ansicht gewesen, daß ein Bruch mit Rußland für fein Land einer Katastrophe glcichkommen würde. Wilhelm II. fein von einem gewissen Zett punkt an dieser Politik des eisernen Kanzlers nicht mehr gefolgt, und viele Deutsche sähen barm bie Ursache ihres Unglücks. Man bürfe nicht vergessen, daß Stresemann von Bismarckschen Ideen erfüllt fei. An Frankreich fei es, Acht zu geben, daß die Politik von Locarno nicht der Wandschirm fei, hinter dem ein Bismarcksches Programm verwirklicht werde. Russische Annexionen im nördlichen Eismeer. Moskau, 15. April. (WB. Meldung der Telegravhenagentur der Sowjetunion.) Das Präsidium Der Zentralexekutive der Sowjetunion beschloß. alle bereits entdeckten Länder und Inseln, sowie Gebitte. die noch entdeckt werden, und die im Augenblick der Veröffentlichung dieses Dekretes keinen durch die Regierung der Sowjetunion anerkannten Bestandteil irgendwelcher ausländischer Staaten bilden, als sowjetrussisches Gebiet zu erklären. Dieser Beschluß bezieht sich aus Gebiete, die im Rördlichen Eismeer, nördlich der Küste der Sowjetunion bis zum Rordpol. liegen. Die maßgebenden Moskauer Kreise erklären, daß diese Verordnung kein neues Moment im internationalen Recht darstellt, da bereits Großbritannien in den Jahren 1923 und 1924 tn bezug auf die antarktische Zone in gleicher Weise vorgegangen fei. Wü Aon mix »leit J*1* IH n, t - “‘btrali * ?nn ,tf) lebt hP W nb t)?t _ JÜQUHo» HH - Mne Aünath,„TQn6°l !iu6cn t ‘y-Ste * * ) begreife iLl Qnflem N Sie pliments?" Oerausfotbernb beinahe, übe: ieRunfl folgt) Die Enthüllungen der „Times" über Ver- Handlungen, die zwischen Deutschland und Rußland wegen ei: er Ergänzung desRapallo- Vertrages schweben, haben wie ein Stein- Wurf in die große internationale Spiegelscheibe gewirkt. Die englische Regierung bemüht sich zwar, ihr Alibi nachzuweisen: der englische Botschafter in Berlin hat sein Erstaunen darüber ausgesprochen, wie es möglich sei, daß etwas Derartiges in eine englische Zeitung hineinkommen könne, wo doch die Regierung loyal von Deutschland über den Gang der Verhandlungen unterrichtet sei. Die Engländer geben sich auch alle Mühe, auf die Russen als diejenigen hinzu- weisen, denen die Indiskretion zuzuschreiben fei, weil die Russen gehofft haben, damit vielleicht noch die ganze Locarno-Politik entzwei schlagen zu können. Aber so kompliziert liegen die Dinge kaum, denn Moskau ist zu stark daran interessiert, daß zunächst einmal der Vertrag unterzeichnet ist. Das wäre, wenn dort die Absicht einer Sabotage der Locarno-Politik bestände, das beste Mittel, dieses Ziel zu er- Gichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Universitätr-Vuch- und Steinöruderei L. Lanze in Gießen. Sdjriftkitung und Geschäftsstelle: Zchnlftraße Z. slcherungsvertrag m 11 Deutschland führe und daß bie Sorojelreglcrung nut bie Verhandlungen über Reulralltätsverttäge roeiterjutüljrcn beabsichtigt. Die verlautet, hat Tschitscherin bem russischen Botscha ter in Berlin, Krestinski, bie Anweisung erteilt, die Verhandlungen mit der deutschen Regierung nicht zu sehr zu unterftreldjen. 3n politischen Kreisen Moskaus bezeichnet man bie „Times“-IHelbung wegen eines deutsch-russischen Rürfoerfidjerungsoertrags als ein neuerliches Manöver Chamberlains gegen Sowjetruhland. Die polnische Gesandtschaft In Moskau hat anläßlich der „limes“- Meldung eine entsprechende Anfrage an Tschitscherin gerichtet, der nochmals Polen von den srledlichen Absichten der Sowjetregierung unterrichtet hat. Litauische Annäherung an Russland. Riga, 15. April. (TU.) Litauen steht mit Rußland soeben in regen Unterhandlungen über einen Sonderoertrag, der bedeutend weiter geht, als der russische Vorschlag an bie anberen baltischen Staaten. Rußland soll darin Litauen bie Wilna- grenze gegenüber Polen unb die Memel- grenze gegenüber Deutschland garantieren. Die Verhandlungen sind schon weit gediehen. Es war feit längerer Zeit bekannt, daß die Stellung Litauens zum Völkerbund problematisch war. Das Zuslandekw.nmen des «ondervertrages würde eine Durchbrechung der baltischen Einheitsfront bedeuten. In Riga sind die Gesandten Lettlands unb ber Nachbarstaaten eingetroffen, um bie Lage zu besprechen Der Eindruck in England. London, 15. April. (SIL) Der Berliner „Times"-Korrespondent berichtet feinem Blatt, daß die von ihm nach London gedrahtete Meldung von dem bevorstehenden Abschluß eines Abkommens zwischen Deutschland und Sowjetruhland amtliö dementiert worden fei. Die Art und We.se aber, in der dieses Dementi erfolgte, liehe den Schluß zu, daß es sich um das Ergebnis einer Konferenz zwischen Regierung und Presse gehandelt habe. Da die Ansichten widersprechend lauteten, könne man nur den Schluß ziehen, daß der neue Vertrag mit Rußland schon v o l l st ä n d i g fei und daß er sowohl wirtschaftliche wie politische, aber keine militärischen Klauseln enthalte. Die „Morning Post" schreibt: Die britische Regier:.na habe allge meine Zusicherungen erhalten, daß der bevorstehende Vertrag in keiner Weise die Buchstaben ober den Geist des Locarnovertrages oder die Döllerbundssatzung verletze. Es verlaute, daß der Wortlaut des Vertrages die Bestimmungen des Rapollovertrages und des deutsch-russischen Handelsvertrages einschließen werde. Außerdem werde eine Reutralitäts- f tau fei eingefügt werden für den Fall eines bewaffneten und nicht herausgeforderten Angriffs von feiten einer dritten Partei. Artikel 2 des Rapollovertrages. der alle gegenseitigen Ansprüche und Entschädigungen aufhebe, werde in Kraft bleiben und gegenfettige Meistbegünstigung werde gewährt werden. Der „Daily Telegraph" weist darauf hin, daß Tschitscherin die Gelegenheit des Fiaskos von Gens und die daraus entstandenen Rückwirkungen wahrgenommen habe, um eine vielseitige diplomati sche Offensive zu ergreifen. Soweit man diese Offensive in ihrem gegenwärtigen Stadium analysieren könne, sei sie dazu bestimmt, als Gegengewicht gegen Locarno und im besonderen gegen den Völler- bund zu dienen. Der Hauptgesichtspunkt dieses Feldzuges sei das erneute und gleichzeitige Angebot von Pakten an Deutschland, Polen und an die baltischen Staaten, eigentlich an alle osteuropäischen Randstaaten mit Ausnahme Bulgariens und Rumäniens. In britischen amtlichen Kreisen müsse man sich aber mit den von der Wilhelm- straße gegebenen Versicherungen zufrieden geben. buntes. ruc Antwortnote der Reichsrestiernnq. Berlin, 15. April. (TU.) Die deutsche Ant- irrt an ben Völkerbunb, bie heute in Genf über- ben worben Ist, hat folgenben Wortlaut: „Sehr geehrter Herr Generalsekretär? Indem ich den Empfang Ihres Schreibens vom - Mär; d. 1. bestätige, beehre ich mich, Ihnen üil Mellen, daß die deutsche Regierung bereit l| einen Vertreter jur Teilnahme an b?K Beratungen bet Kommission zu vssrnden, die durch Beschluß des Völkerbundsrats »mi 18. Mär; d. 3. eingesetzt worden ist, um die frage ber Zusammensetzung des Rates die Zahl seiner Mitglieder und das lelsahren ihrer Mahl ;u prüfen. Die Bc- mung des deutschen Vertreters barf ich mir vor- kfaltcn. 3ch gestatte mir, hierbei daraus hinzu- erilen, daß sich der deutsche Vertreter, da Deutsch |iab nicht Mitglied des Völkerbundes H. bei den Beratungen der Kommission naturgemäß b einer anderen Lage befinden wird als die fcrlreter der übrigen beteiligten Mächte. Diese be Jtnbere Cage Deutschlands wird nicht nur von dem «utischen vertretet berücksichtigt werden müssen, jenbern macht es auch notwendig, ausdrücklich her- «rznheben, daß seine Teilnahme an den Beratungen Ile Freiheit der Entschließung dfr l( e t f d) e n Regierung hinsichtlich des Ein- hills Deutschlands in den Völkerbund nicht be- lih ten kann. Genehmigen Sie, he.rr Generalsekretär, den luebrtuf meiner vorzüglichen Hochachtung gez. Dr. Stresemann.“ -3u ber Note erfährt bie Telegraphen-llnion von nterridjteter Leite noch folgcnbe ergängenbe (Ein» |tÖ> eiten: Sie Personalfrage ist von beutscher Seite »>3eis$us Sieg vor Peking. 1 London. 15. April. (TU.) Nach Meldungen «vs Peking werden di- Kuomintschung-Truppen — ‘Üationalarniec — red: fi?ute abend P e king räume n. Ein Ausschuß aus ißcriretccn ber Pekinger Bürgerschaft ha: dis Führer der aus Peking mar» ffdjierenben Truppen Wupeifus «elegraphisch gc» lb'len, ihre Truppen nicht nach Peking einrüden zu 'lassen, da Ausschreitungen befürchtet werden, unter Ihnen die Bevöllerung schwer zu leiden hätte. Die aif Peking abtransportierten Kuomintschung Trup» IMi sollen sofort wieder gegen Tschangtsolin Eingesetzt werben sondere Regime man im Rifgebiet unb bei den unterworfenen Stämmen einzuführen gedenke, erklärt« Primo de Rivera, das sei eine Frage, die noch zu regeln sei. Es könne aber sehr wohl möglich sein, daß man die Autorität des Sultans wiederherstelle, und dann ein gemischtes Regime einführe mit einer von den Franzosen und Spaniern gebildeten Eingeborenen- Polizei. In der Pariser Presse bezweifelt man, daß 2lbd ei Krim sich mit seiner Entfernung aus dem Rifgcbiet abflndcn wird, obwohl die französische Regierung bereit ist, ihm eine Residenz mit hohem Äahresgehalt in Frankreich anzuweisen. Die allgemeine Nervosität wird noch verstärkt durch den Eindruck, daß zwischen Madrid und Paris weitgehende Meinungsverschiedenheiten bestehen. Obstruktionskämpje im britischen Unterhaus. London, 15. April. (WTB.) Reuter. Bei den die ganze Rächt durch dauernden Kom- missivnsberatungen über die Sparsamkeitsvorlage der Regierung trat um 6 Uhr morgens eine ganz außerordentliche Lage durch eine ganz neue Obstruktionsmethode von Mitgliedern der Arbeiterpartei ein. Bel der Abstimmung über einen Bertcagsantrag der Arbe.terpartei blieben 13 Mitglieder der Arbeiterpartei In der Halle vor der Abstimmung s t ü r über eine halbe Stunde zurück und hielten durch S;>ähe und Gesang die ganze Sitzung auf. Der Sprecher des Unterhauses wurde aus dem Bette geholl und nach Verlauf einer- weiteren halben Stunde uirter ähnlicher Obstruktion wurden die 13 Mitglieder der Arbeiterpartei mit 163 gegen 76 Stimmen von der Sitzung ausgeschlossen. Am Abend kam es abermals zu lärmenden Austritten. Der Lärm begann, als der Sprecher der Regierung gestattete, einen Antrag auf Schluß der Debatte bei einem Abänderungsantrag der Mitglieder der Arbeiterpartei zu stellen. Die Mitglieder der Arbeiter-- Partei widersprachen lärmend. Der Antrag wurde jedoch angenommen. Der frühere Kolonial- Minister Thomas teilte hierauf mit, er werde einen Mißbi ll igungsantrag gegen den Sprecher einbringen, der sich der Parteilichkeit schuldig gemacht habe. Hessischer Landtag. Darmstadt. 15. April. Präsideirt Adelung eröffnet die Sitzung um 9V3 älhr. 2lbg Stork (Soz.) richtet ein« Kleine Anfrage an die Rezirrung. ob es zutreffe, daß am 13. März bei Anwesenheit des Kapitänleutnants Ehrhardt in Darmstadt zwei Schupobeamte im Stahlhelm Posten gestanden haben. Ferner wird angesragt, ob es der Regierung bekannt sei, daß Echutzpolizeibeamte Mttglied des .Stahlhelms" feien. Der Minister des Innern von Brentano gibt dies« Tatsache zu: die Stahlhelme wären Eigentum der Schutzpolizei. Der Regierung wäre es nicht bekannt, daß Schupobeamte Mitglieder des .Stahlhelms" wären: es sei das mit ihren Pflichten nicht vereinbar. Die Beratungen deS Staats Voranschlags für 1926 werden dann bei Kapitel 32 (Gendarmerie. 33 (Polizei) und 47 (Schutzpolizei) wieder ausgenommen. Abg. D i n g e l d « v (D. Bp.) bedauert «S, daß es dem Landtag nicht gelungen ist, die De- soldungsverhältniss« der Polizeibeamten so zu regeln, daß sie den Wünschen und Ansprüchen der Polizei entsprechen. Die Polizeibeamten hätten jetzt eingesehen, daß die Beschlüsse des Land- tages ihnen nichts bieten, daß sie keinen praktischen Erfolg haben. Gegen die Zahlung des Kleidergeldes besteht heute kein gesetzliches Hindernis mehr. Man soll doch endlich die 120 Mk. restlos allen Beamten auszahlen, damit die Unzufriedenheit unter ihnen aufhört. Endlich sei es auch an der Zeit, daß die Strafanteile, die einem Teil der älteren Beamten als wohlerworbenes Recht zustehen, ausgezahlt werden. Es sind nur noch wenige Beamte, die diese Gelder erhalten. Das Ministerium des Innern ist dafür, aber das Finanzministerium widersetzt sich. Es darf nicht sein, daß hier im Hause weitgehende Anträge vorgelegt werden ohne vorherige sachliche Beratung im A u S- u h. Es geht auch nicht an, daß über die Streichung von 300 000 Mk. beschlossen wird, ohne daß eine Ausschußberatung vorausgeht und eine Regierungsantwort vorliegt. Die Beschlüsse liegen nicht nur auf politischem, sondern auch aus sachlichem Gebiet, so daß über die Vereinheitlichung der Polizei kein abschließendes Votum abgegeben werden kann, denn die Dinge sind noch nicht reis dazu. Solange die Forderungen der Entente nicht feststehen, werden alle Versuche, die Organisation der Polizei zu vereinfachen, vergeblich fein. Ob die Umgestaltung nach badischem Vorbild eine Ersparnis bringt, muh sich erst noch ergeben. Die Regierung sollte dem Landtag Zahlenmaterial über die badischen Verhältnisse vorlegen, damit nachgeprüft werden kann, ob in Hessen noch Ersparnisse erziett werden können. Die Regierung hat keine Ziffern gegeben: es liegt darin das Zugeständnis, daß die Angaben des Abg. Leuschner nicht zutreffend . 0- Leuschner hat davon gesprochen, daß Ersparnisse bei der Schutzpolizei vorgenommen werden können, namentlich bei den Bereitschaften und Offizierstellen. Es ist aber durchaus irrig, von der Schutzpolizei dieselben Aufgaben zu verlangen, wie Straßendienst usw., die die Blaue Polizei versehen soll. Die Schutzpolizei hat andere Aufgaben: sie soll die Ordnung wiederherstellen in Fällen der Rot: sie soll 6ei Straßenkämpfen und Unruhen eingesetzt werden. Sie muß dafür geschult sein: bedenklich ist daher, daß die Polizeischule eine allgemeine poli- zeckiche Ausbildung geben soll, aber nicht für die besondere Aufgabe der Schutzpolizei schult. Oberst Fendel-Sartorius habe mit seinem Wirken die Anerkennung auch politisch anders Gesinnter gefunden, namentlich auch des preußischen Innen» Ministers. Maßnahmen bei der Schutzpolizei soll- ten nicht ohne Rücksprache mit den leitenden Stellen durchgeführt werden, denn sonst leidet das Vertrauensverhältnis. Cs sollen 300 000 Mark gespart werden aber es wird nicht gesagt, bei welchen Posten? Wenn man es mit dem Antrag ^r Koalitionspartelen ernst mmmt, sollte die Regierung, die nicht damit einverstanden ist. es auch ernst mit der Abwehr des Antrages neh- men. Auffällig ist die Liebe, mit der sich jetzt die sozialdemokratische Fraktion der Schutzpolizei annimmt. Die Sozialdemokratie hat aber in dem Maße den Etat der Schutzpolizei zu beschneiden versucht, als die nichtgewerkschaftliche Organisation der Polizeibeamten zugenommen hat. Es sprechen in der wetteren Debatte noch die Abgeordneten Reiber (Dem.), H e i n st a d t (Zentr.) und Leuschner (Eoz.), die die Anträge der KoalttionSparteien verteidigen, und Angermaier (Komm.), der die Regierung angreift. Minister von Brentano gibt eine Erklärung ab, die sich zum Tett mtt seinen gestrigen Ausführungen deckt. Insbesondere, daß es sich bei den jetzigen Beschlüssen noch nicht um die älmorganisaiion der Polizei handelt, sondern diese erst künftig durchgeführt wird. Der Landtag werde Gelegenheit zur Insormation vor den Beschlüssen haben. Die 'Befürchtung des Abgeordneten Dingeldey, daß die Schlagfertigkeit der Polizei leide, wäre unbegründet. Der Redner bezieht sich dann auf seine gestrigen Aeuherungen über die Polizeischule. Die Berufung von Oberst Fendel-Sartorius nach Preußen fei auf dessen Wunsch erfolgt. In seinen weiteren Ausführungen bemerkt der Redner, daß er nichts gegen die Auszahlung der Strofanteile habe: hoffentlich werde das bald möglich sein. Es folgen zahlreiche Abstimmungen. Der Etat der Gendarmerie wird mit 1 390 000 Mark in Ausgabe genehmigt. (Die Direktion und 25 Stellen werden gestrichen.) Der Polizeietat wird mtt 4 331 000 Mark in Ausgabe und 872 000 Mark in Einnahme genehmigt. Der Etat der Schutzpolizei wird ebenfalls bewilligt, und zwar mtt 3 882 950 Mark in Einnahme und 4 945 938 Mark in Ausgabe. Damit ist die Streichung von 300 000 Mark sachlichen Ausgaben angeno mm e n, ebenso die übrigen Anträge der Koalition: die Anträge der Oppofi- tionspartLien werden abgelehnt. In der toelteren Beratung werden die übrigen^ Kapitel, die zum Ministerium des Innern gehören, gemäß den Ausschußanttägen erledigt. Die Beratungen wenden sich jetzt der 7. Hauptabteilung des Staatsheu Spaltes zu: Ministerium für Arbeit und Wirtschaft (Kapitel 75 bis 99). In der allgemeinen Aulspcarye macht Abg. Dr. Müller (Dbd.) längere Ausführungen über die schwierige Lage oer deutschen Volkswirtschaft, namentlich der Landwirtschaft. Er behandelt ila. das Problem der Llrbeitslosig- leit: auf der einen Seite wurden Arbeitslose unterstützt und auf der anderen Sitte muhten rund 200 000 landwirtschaftliche Arbeiter aus dem Ausland zugelassen werden. Der Redner weist aus die Schwierigkeiten hin, die sich daraus ergeben, daß die deutsche Vollswirtschast mehr verzehrt als sie erzeugt. Eingehend wird auf die Frage der Kredite für die Landwirtschaft eingegangen: weiter werden Themen behandelt wie Zollschutz, wobei auf die schädliche Einfuhr von amerikanischem Obst und von Frühkartoffeln hingewiesen wird. Es wird ein stärkerer Roggenverbrauch gefordert und die Frage nach der extensiven oder intensiven Wirtschaft erörtert und auf die Gefahren hingewiesen, die eine Wkehr von der intensiven Wirtschaft Hervorrufen wird. 2lbg. Deh linger (Bbd.) spricht über die Riedentwässerung und fordert u. a. eine gründliche Ausbaggerung des Schwarzbachs. Der Redner zählt die bisherigen Leistungen des Entwässerungsverfahrens auf und umschreibt die Aufgaben, die noch durchzuführen sind. Abg. Weber (Soz.) spricht in mehr als einstündiger Red« über Arbeitslosigkeit, Handels- Verträge, Lebensmittelpreise, sozialpolitische For- derungen usw. Schluß der Beratungen V/t Uhr, nächste Sitzung Freitag 9 Uhr. Die deutschnationale Landtagsfrattion hat zu Kap. 108 folgenden Antrag eingebracht: „Wir beantragen, einen Beschluß des Landtags, der die Regierung ersucht, bei der Reichsleitung den Ausbau der Lahnkanalisation bis Gießen, namentlich auch aus Gründen der sog. Produktiven Erwerbslosenfürsorge dringlich zu vertreten." Vie Spaltung in -er sächsischen Sozialdemokratie. Sterben, 15. April. (Wolff.) Zu Beginn der heutigen Vollsitzung des sächsischen Land- tags verlas der Präsident eine Erklärung der Linkssozialiften, nach der die 18 Linksfozia- listen. unter ihnen auch der frühere Minister Fellisch, besondere Sitze und Fraktion szimmer beanspruchen. Der Landtagspräsident erklärte, daß diesem Wunsch entsprochen werden würde. Darauf verlas Abg. Wirth eine Klärung der 2 3 Rechtssozialisten. in der hemt: Die sächsische Parteileitung liege nicht mehr wie früher in den Händen gereifter und erfahrener Parteiführer. Sie habe in der letzten Zeit Torheiten anTorheiten ge- reiht und schließlich die sozialdemokratische Partei Sachsens auseinandergerissen. In der politischen Illusion befangen, die K o m m u - ni st en, die bis zum heutigen Tage nur das eine jjld kennen, über die Zerschlagung der Sozialdemokratie die Republik zu stürzen, zu posttiver Staatsmitarbeit zu erziehen, hat diese Parteileitung die sozialdemokratische Partei Sachsens auseinandergerissen. Die Erklärung führt dann das ganze Sünbenregifter der radikalen Links- wziallsten auf und folgert daraus, das alles hat die Partei zermürbt, die Parteimoral ge- lodert nnö den Konjunkturjägern und Worthelden den Boden in der Partei bereitet, aber auch gleichzettig eine Parteiverdrossenheit unter den alten ehrlichen Kämpfern erzeugt die nur noch durch außergewöhnliche politische Vor- bannen ist. Die Fraktionsmehrheit er- ™ 'ic bi« Politik der gegenwärtigen sächsi- Ichen Parteileitung ablehne und daß sie als alte sozialdemokratische Partei den in den letzten Jahren erprobten, zum Vorteil des Volkes sich aus- wirkenden Kurs positiver Staatsmitarbeit weitertreiben werde. Gewerkschaftliche Rehabilitierung von Ebert und Weis. Hamburg. 15. April. (Wolsf) Der geqen- wärttg hier stattfindend? Verbandstaq der deutschen Sattler und Portefeuiller hat mit 22 gegen 11 Stimmen beschlossen, die Ausschluss« der Verbands Mitglieder Ebert und Wels als nicht geschehen zu betrachten. Wels, oer lange Zeit in führender Stellung dem Sattl-rr- verbande angehörte, wurde auf dem ersten Ver- bandstag« der Sattler nach der Revolution wegen seiner Tättgteit als Berliner Stadtkommandant ausgeschlossen. Der später erfolgte Ausschluß Eberts wurde damit begründet, daß Ebert als Reichspräsident den Ausnahmezustand »erhängt und die Reichsexekutive gegen linkssozialistisch regierte Länder verfügt hatte. Der Beschluß hat folgenden Wortlaut: Da im Laufe der Jahre eine wesentlich andere Auffassung der damaligen Verhältnisse eingetreten ist, beschließt der Derbandstag, die Ausschlüsse der Kollegen Ebert und Wels als nicht geschehen zu betrachten. Dieser Antrag fand mit 22 gegen 11 Stimmen Annahme. Das Abfindunyskompromih. Berlin, 15. April. (SU.) Das Reichskabinett tra‘ Heu!« nachn i tag zu einer Sitzung zusammen, in der i: Frage der Fürstenabfindung eingehend etbr.ert wurde. Die Reichsminister Dr. Külz und Dr. Marx wurden vom Kabinett beauftragt, mit den Führern der Regie- rungsparteien in Verbindung zu treten und ihre endgültige Zustimmung zum Abfin- dungslompromißentwurf zu erwirken. Die Fichrer der Sozialdemokratie sollen später um eine Stellungnahme ersucht werden. An die Besprechungen mit den Frallionssührern der Degieiungskoalition sollen sich außer mit den Sozialdemokra- t e n auch Besprechungen mit den Deutsch- nationalen anschließen. Kunst und Wissenschaft. Der »nternat onale Studrntcn- kon^reft qesche tcrt. Stuttgart, 15. April. (WTD.) Die Derhand- lungen der Deutschen Studentenschaft mit der Internationalen Studentenoereinigung (Conf6d6ration internationale des Etudiants), die oereits in verschiedenen Fragen zu einer Einigung geführt hatten, sind heute bei der Erörterung der Sprachen- frage gescheitert. Der Antrag der Deutschen Studentenschaft, daß die einzelnen Nationalverbände wenigstens gebeten werden sollen, sich der deutschen, französischen und englischen Sprache als Verhandlungssprache zu bedienen, wurde von der Confödö- ration ab gelehnt, ebenso ein neuer Kompro- mißvorschlag, daß die Confädsration sich verpflichtet, einen derartigen Antrag eines Nationaloerbandes auf dem nächsten Kongreß in Prag zu unterstützen. Damit sah sich die Deutsche Stuoentenschaft nicht mehr in der Lage, mit der Confädsration zusammenzuarbeiten. Infolge des ergebnislosen Abbruches der Verhandlungen erachtet die deutsche Studentenschaft das in Warschau abgeschlossene Arbeitsabkommen als gekündigt und wird nunmehr die Verhandlungen mit den einzelnen Natio- naloerbänben direkt aufnehmen. Die ersten Vorverhandlungen mit den französischen Delegierten fanden noch am selben Wend statt. Neuerwerbung der Heidelberger Universitätsbibliothek. Die Heidelberger Universitätsbibliothek hat mit Unterstützung des Kultus- und Finanzministeriums eine einzigartige Sammlung von arabischen, türkischen und persischen Handschriften angekauft, die alle Zweige der islami- scheu Wirtschaft behandelt. Die zum Teil mit Miniaturen versehenen Schriften sind 2—700 Jahre alt Asienforscher Merzbacher f. Der Münchner Asienforscher Professor Dr.h.c. Gottfried Merzbacher ist tm 83 Lebensjahre gestorben. Die deutsche Geographenwelt verliert in dem Verstorbenen einen weltbekannten Asienreisen- den der älteren Generation. Hermann Stern f. Der langjäh. ige Leillr Der Handelsredaklion der „ Frankfurter Zeitung" und Geschäftsführer der Frankfurter Societäts-Druckerei, Hermann Stern, ist beute morgen kurz vor Vollendung seines 70. Geburtstages plötzlich gestorben. Stern war ursprünglich Bankbeamter und trat im März 1884 in die Handelsredaktion der „Frankfurter Zeitung" ein, in der er 42 Jahre hindurch gewirkt hat. Seit 24 Jahren war er verantwortlich für den Handelsteil des Blattes. Aus aller Welt. Die „Horge“ bei Leningrad. , ^Das Luftschiff Rorge ist Donnerstag abend 7.30 ilbr in Gatschina, 45 Kilometer süd- westuch von Leningrad, gelandet. Die Landung ging mit Hilfe von 300 Soldaten glatt vor sich. D^ die Versuch-e, eine direkte Funkverbindung mit dem Luftschiff herzustellen, vergeblich gewesen waren und die ungünstigen metereologischen Ver- haltnisie die Besorgnis steigerten, flog ein Flug- zeuggeschwader mehrere Male aus, um das Luft- schiff zu suchen. Die Verspätung wird dadurch erklärt, daß es infolge des dichten Rebels gänz- l:ch unmöglich war, irgendwelche genaue Beobachtungen anzustellen. Den Teilnehmern der Expedition wurden Räumlichkeiten in dem ehemaligen Zarenpalais zur Verfügung gestellt. Ein brennendes Kohlenlager. ... 2n der Nähe der Ortschaft Lohnig bei Striegau ist em Braunkohlenlager in Brand geraten. Das Feuer hat sich unterirdisch über ein weit ausgedehntes Moorgelände ausgebreitet. Die Löscharbeiten wurden als aussichtslos eingestellt. Aufklärung des Massenmordes in Rockendorf. Es ist gelungen, den Mordfall an derBauerw- familie Dö11ner in Rockendorf im Egrrlande, i>em jetzt vier Menschenleben zum Opfer gefallen sind, während noch zwei weitere Schiwerverletzte mit dem Tode ringen, auf» zuklären und den Mörder zu verhaften Cs ist ein 23jähr':ger tschechischer Soldat Sand- u e r, der in der Slowakei dient und sich zur Zeit des Mordes auf Ostrrurlauö in feiner Heimat befand. Sandner ist wiederholt wegen Diebstahls und verschiedenen Gewalttätigketten vorbestraft. Bei seiner Verhaftung fand man bei ihm noch einen größeren Gel' betrag. 2UU ihren vier Kindern in den Tod gegangen. 2ln Berlin-Schöneberg wurde eine 46jährige Ehefrau mit ihren vier Kindern durch Gas vergiftet tot ausgefunden. Die Familie war erst vor einiger Zeit nach Berlin gezogen: der Mann hatte in der Provinz ein Friseur- geschäft, das er aber wegen schlechten Geschäftsganges und wegen eines Leidens Derfaufen mußte. 2n Berlin gelang es ihm trotz alles Suchens nicht, Arbeit zu finden/ Vor einigen Tagen mußte der Mann wegen seines schlechten Gesundheitszustandes in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Frau, die aller Mittel ent- b l o ß t war, wußte sich jetzt keinen Rat mehr und ging aus Verzweiflung mit ihren Kindern in den Tod. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 16. Aprll 1926. Der Wanderer. -Ich komme vorn Gebirge her" — Wie lang die Tage sind, weih am besten nur der Wanderer. Draußen erlebt er die Sonne- sie grüßt ihn am Morgen beim HinauSziehen am Mittag lacht sie hoch über feinem Haupte am Nachmittag sieht er, wie sie ihren feurigen Dogen abwärts zieht, am Abend hinter Gewöll Knospen und Astgeflecht hagerer Wälder still' verdämmert. Sie ist die große Wanderin, die an jedem Tage auf- und abwärts steigt, jeden Tag auf ihren unsichtbaren Gipfel hinauf, von dem sie die ganze Welt überblickt, und wieder hin. unter in ihr kühles Tal. Der Wanderer fühlt sich der Sonne nahe Sie bräunt ihm die Stirn, sie drückt seinen Schatten an jeden feiner Schritte, sie belichtet seine Landschaft und malt sie bunt und luftig aus. Das Auge des Wanderers sammelt die Sonnewenn man hineinblickt in diese Augen, sieht man etwas von der Freiheit und Reinheit, mit der sie über blauen Seen steht und in fließenden Dellen flimmert. Wanderer und Sonne lieben einander. „„Wie herrlich ist so ein Wandertag! Das Herz 9* frUd)-. Die Füße wandern wie von selbst. Der Mund öffnet sich zum LieV: 4He Stadt versinkt im Staub hinter ihm: die Landstraße dunstet in Staub neben ihm. die Wiesen und Wälder ohne Staub nehmen in auf; feine Seele lüftet von Staub sich rein. Der blühende Zweig winkt, keiner hat auf ihn geachtet, der Wanderer grüßt ihn, und die Blume am Wegrain sehnt sich nach einer Hand; sie möchte gern mit ihm fort aus ihrer Wiesen» einsamkeit. in die weite Welt hinein. Der Wanderer kennt keine Treue: wohl kommt er wieder, wenn es ihm gefiel, aber er möchte alle Wege kennen lernen, denn immer glaubt er, daß er den Weg noch nicht gefunden hat, der in sein Land Thule führt. Die Zeit des Wanderns geht jetzt an. Rjmm deinen Knotenstock, hänge dir den Rucksack um und nutze deine Zeit, die Sonne geht schon täg. sich auf immer längere Fahrt. Lockt sie dich nicht? Seht hinaus in die Sonne, und ihr werdet als sonnige Menschen heimkehren. 2L W. Philowgenlagung in Gietzen. Die 41. ordentliche Hauptversammlung bei Hessis chen Philologen Vereins nahm gestern mit zahlreichen Fachsitzungen, in denen man sich mit den Aigelsgeaheiten der einzelnen Abteilungen beschädigte, ihren Anfang. Die Beratungen mochten manchem Teilnehmer wohl zu reichlich Vorkommen. Aber ti>:gen der Einführung der neuen Lehrpläne an Ostern ist diese Reich- Halligkeit notwendig gewesen. Bei einem Rück» blick auf die verschiedenen Sitzungen ist festzu- stellen, daß in allen großes Interesse zutage trat, daß rege Aussprache entstand, und viele sie mit Nutzen und befriedigt von dem Gebotenen verließen. Erwähnt sei, daß eine Anzahl Fabrikanten von physikalischen Apparaten und ein Verlag Apparate und Bücher ausgestellt haben. Besonders lehrreich und fesselnd war auch die Besichtigung derLIniversitätsbibliothek, deren Direktor Pros. Dr. <3 bei einen Ueberblirf über die Geschichte der Bibliothek gab und bann nach einer Führung durch das Gebäude einiges von den reichen Schätzen an Handschriften. 2n° kunadeln und alten Drucken vorzeig^. Der Abend vereinigte dann alle Philologen zu einem geselligen Zusammensein im Katholischen Vereins- Haus. Unter den Klängen der für dies« Veranstaltung von Kollegen gedichteten Lieder verging rasch die Zeit. Sin von Prof. Dr. Trapp verfaßtes Lustspiel, eine moderne Lehrerratssihung darstellend, versetzte alles in heiterste Stimmung. Ungeteilte Bewunderung fanden die rechnerischen Künste des Dr. R ü ck l e. Dir Leitung des Ganzen lag tn den Händen des um die Tagung überaus verdienten Studienrats Freitag. Ueber die Fachsitzungen werden wir noch zusammenfassenb berichten. Bornotizen. — Tageskalender f ü r Freitag. Stadttheater: 7.30 Uhr „Düwels^ (Ende 10 Uhr). — Deutsche Bolkspartei: 8.15 Uhr, Universitäts-Nestau- rant (Blockstraße), Lichtbilderoortrag „Die Lüneburger Heide". — Deutschnationaler Handlungs- gehilfen-Verband: 8.30 Uhr, Kaufmännisches Ver, einshaus, Vortrag über „Steuer-, Zoll- und Wirtschaftsfragen". — Palast-Lichtspiele: Filmoorttag über den deutschen Ricsendampfer „Columbus". — Aus dem Stadtiheaierbureau w.rd uns geschrieben: Otto Ernst ist auf örama» t.schein Gebiete durch seine Schulkomödie „FlachS- mann a l s Erzieher" bekannt, ja berühmt geworden. Das Werk ist auch stets Repertoire- stück fast aller deutschen Bühnen geblieben. Der Heimgang des Dichters veranlaßte die Bühnen- leitung zu einer Reueinstudierung der bühnenwirksamen und lustigen Komödie, und sicher wird die einmalige Aufführung des nächsten Sonntags ein dankbares Publikum finden. ** Die erste Getränke st euer-Klage gegen die Stadt Gießen abgewiesen. Die Brauerei Denninghoff hatte bekanntlich bei den Derwaltungsgerichten Klage gegen die Stadt ge- ührt, weil die Anforderungen an Getränkesteues ur die Monate Juli und August 1924 unzulässu eien. Der Verwaltungsgerichtshof in Darmstadt hatte in letzter Instanz zugunsten der Firma Den» ninghoff entschieden, der bann die beiden rechtskräftig entschiedenen Monatsbeträge zurückgezahlt wurden. Daraufhin hat die Firma Dennmghoff nun die Stadt Gießen auf Rückzahlung der gesamten gezahlten Getränkesteuer verklagt. Zur Begründung nachte sie geltend, chaß die Steuerordnung ungültig ei und deswegen die Steuer nicht erhoben werden konnte. Mit dieser Klage hatte sich am Montag dos hiesige Landgericht in erster Instanz zu befassen. Das Gericht wies die Klage wegen Unzulässigkell des Rechtsweges ab. Es handelt sich bei der Forderung der Firma um einen Betrag von 36 634 Mark. I Es bleibt nun abzuwarten, ob das Urteil rechtskräftig werden wird. *v VomCisenbahn-Fahrplan. Der vom 18. April ab ausfallende Personenzug 771 Frankfurt—Gießen—Kassel, bisher Gießen an 1,47 älhr nachts, wird in der Rächt vom 17. zum 18. April in seinem jetzigen Plane nochmals biS Gießen geführt. Wegen Ausfalls des Personen zugs 778 Kassel—Gießen—Frankfurt, bisher Gießen an 8,48 ülhr abends, wird vom 18. April ab der Leerwagenzug 4354 R ederWalgern—' Gießen in beschränktem Umfange für den Per- onenverkehr freigegeben; Riederwalgern ab 11,38 älhr nachts, Gießen an 12.09 älhr nachts. De- SÄ'»- ßintn11 «<0inr beschäl stelle des A rium vn i S 2? 3ull 19~ ?Ä bis M SA prägen. W nicht mehr W '«50.1 ah sainbrih 1 Gich Die Leitung ||Ht erstattet im W“' Interessanter M Weife bartun, unb klugen IW tigtn Shibierfnö ifas die Mene ihrer i. Vorsitzen gtubierenben mit nannt wird, voll trttnnung offen« handelt sich hier Dem fesselnde xlgsweife - die S' Wir birher, -statt, Im heim Aussicht Der A fast der gleiche Eesamtportions (Öl 074 im 3a wobei zu berürl studierenden in war wie im V zu werden, die der Essenrprelr erhöht werden, -tags eine gute 2 kam mangels I hinaus. Di« im Ansan r.iient FriMücks! dauernd drfodere schen 10 und j nrnrm« Mrslche greifen aurgegel rfitung ist bero der Studenten i mitunter ins St weiterhin, für d ^sondere Frühst emer der Unioer Sch Student Do» Cgerheim, mslanden, ist he dauernden (linrich ^r da, ganze 3d Giehener Studentenhilfe im Jahre 1925 Die Leitung der Gießener Studentenhilfe erstattet den Bericht über ihre Tätigkeit i m Jahre 1 925. Er enthält eine Fülle sehr eine besondere Steve in der Ä: arge ein. Wiederbeginn des Klavierunterrichts 19. April leicht faßlicher Methode MoeD Markt 16 3406a bedürftigen Prozent bei Lederspende Am 1. Mai beginnt ein Kursus für Anfänger: Musikai. Gedächtnislehre, Improvisieren, Harmonielehre, Musikdiktat und Oehörübungen nach neuer, Beachten Sie die Schaufenster Neustadt Nr. 79. trafltoufenthalte sind in Frvnhaus«. Friedel- »au!en und Lollar vorgesehen. •• Der Hauptgewinn der Gießener otterie, die gestern stattfand. Hansa Handelsschule /. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr 60 vorm. Herme* Neue Kurst v 20. April. Vferdemarktl „ , fiel aus Nr. 6089 noch Schotten. Ferner fielen auf «r. 18 457 und 19 459 }e ein Pferd und auf Nr. 6556 Schuhmacherei. In der Schuhmacherei wird Kommilitonen ein Zuschuß von 25 Annahme verzinslicher Gelder An- u.Verkauf und Beleihung v. Wertpapieren Verwahrung u.Verwaltung von Wertpapieren Während wir 1924 sieben Tuberkulosenfälle leichteren und schwereren Grades hatten, wurden 1925 nur drei Fälle zur Ausheilung im Sanatorium untergebracht. Diese drei Fälle wurden wegen ihre« vorgeschrittenen Krankheitsstadiums nach der Schweiz geschickt. Zur Finanzier-mg sämt- licher Aufenthalte steuerten die Wirtschaftshilfe und die Akademische Krankenkasse bei. Besonders mögen die Studentenschastsbettrüge für Tuberkulo'ensü.sorge hervorgehoben sein, die unentbehrlich bei Ecfü lung der hohen Anforderungen sind und dabei eine fruchtbare Anlage finden. Dorlehnskasse der Deutschen Studentenschaft e. 73. Zweigstelle Gießen. Sie ist seinerzeit ins Leben gerufen worden, um Studenten den Abschluß des Studiums zu ernröglichen. Don der Dorlehnskasse können nur solche reichsdeutsche und auslandsdeutsche Studierende Darlehen erhalten, die Aussicht haben, innerhalb eines Jahres zu einem das akademische Kieler Blusen Kieler Anzüge Spielhöschen Waschkleidchen in allen Größen und Preislagen icherr jporjo hin möglich, in begrenztem Ausmaße Freileder zu den Reparaturen zu stellen. Läßt sich ein Kommilitone Schuhwerk neu anfertigen, so übernimmt die Studentenhilfe in besonderen Fällen einen Zuschuß von 20 Prozent. — 11 Paar Stiefel wurden an ganz bedürftige Kommilitonen kostenlos abgegeben. Reparaturen gewährt. Durch eine des Hessischen Gewerbeverbandes ist eS weiter- Neu ei ngetroffen: .............................................................................. tkbdtMTHL Eifrigen Bemühungen gelang el, arbeit- suchende Kommilitonen »um größten Teil tn Land- wirrscha't, Industrie und Bergbau untereubrtngen. Das A:gebot betrug in den Osterferien 34 Arbeitsstellen. beseht wurden 2k ATbeitSstellen, angeboten waren in den Herbst'crien 33 Arbeitsstellen, beseht wurden 29 Arbeitsstellen Wohnungsamt. Jedem Studierenden, der das studentische Wohnungsamt in Anspruch nahm, konnte eine passende ^Interkun'tsmöglichkeit beschafft werden: im ganzen wurden 214 möblierte Zimmer vermittelt. Zur Zeit übertrifft das Angebot an möblierten Zimmern die Nachfrage. Schreibmaschinen- und Stenographiekurse. Unsere im Studentenheim Burg graben den Kommllitonen gegen geringe Gebühr zur Verfügung gestellten Schreibmaschinen wurden eifrig benutzt. Daneben wurden viele Schreibarbeiten von Schreibkräften angrfertigt oder an Kommilitonen, die sich etwas verdienen wollten, vermittelt. — Schreibmaschinen- und Stenographiekurse mußten mangels genügender Beteiligung auSfallen C. Schlesier-Altmann Goethestraße 63 Corsettenhaus Geschw.Aron Gießen, Seltersweg 71 zeigt den Eingang seiner Mjalintt Leihbücherei. Der Bücherbestand wurde durch Ankauf von neuerschienenen wissenschaftlichen Werken und Lehrbüchern und von antiquarischer Literatur vermehr!. Unter Bestreben geht dahin, die Bücherei auf eine solche Höhr zu bringen, daß sie den Ansprüchen der einzelnen Studienfächer einigermaßen gerecht werden tonn. Die Ausleihe erfolgt auf ein Semester. Einzel- und Krankensürsorge. Das vielleicht wichtigste, zugleich schwierigste Detäiitzungsseld in der studentischen Wirtschafts, arbeit ift die Einzel-, Kranken- und Tuberkulosen» fürsorge für Studenten und Studentinnen. Die Möglichkeiten zu helfen sind recht mannigfach. An vollen Freitischen wurden im ganzen ausgegeben: im Sommersemester 1925 65 volle Freitische, 24 halbe Freitische: im Wintersemester 1925'26 56 volle Freitische, 24 halbe Freitische. Freifrühstück in unserer Frühstückstube wurde fünf Kommili onen gewährt. Zum Weihnachts est bekamen einige Studierende Unterwäsche beschert. Den Krankentisch nahmen auf ärztliche Anordnung hin ca. 10 bis 15 Studenten täglich in Anspruch. 3n zahlreichen Fällen gewährte die Studentenhilfe zur Beseitigung augenblicklicher Rotlage kurzfristige Darlehen. Insgesamt wurden 170 Darlehen im Gesamtbeträge von 10 090 Mark ausgegeben. Troy der ungünstigen Wirtschaftslage war es möglich, einige Erholungsaufenthalte in den Sommerferien zu beschaffen: durch Vermittlung der Wirtschaftshilfe Dresden konnten drei Studenten und eine Studentin in Schloß Elmau (Oberbayern) und ein Student in Helmstedt untergebracht werden. Gastfreundliche Hotelbesitzer in Bad-Rauheim nahmen neben Mei Studentinnen fünf Studenten zur vier- bis acht- wöchigen Kuren auf. 3n der Umgebung Gießens konnten auf dem Lande außer einer Studentin sechs Studenten Erholung finden. Sämtliche Aufenthalte wurden kostenlos gewährt. Die Aufnahme der Studenlen war überall herzlich, und alle Kommilitonen kehrten gesund und munter zu ihrer Arbeit zurück. Die Tuberkulosenfürsorge nimmt Tag, an dem er als Gärtner in de« Dienst der Familie des Oekonomierats Hoffmann eintrot :—: Cie Maikäfer fliegen. Früher als sonst haben sich in diesem Frühjahr die Maikäfer eingestellt. Die braunen Gesellen sind durch die Därme der letzten Wochen au» ihrer Erdruhe aufgeweckt worden und schwirren fetzt des Abends fum» menb durch die Lust. •* Degen das Stromern der Hunde in Feld und Wald. Das Kreiöamt Dießen irinnert im neuesten AmtsverkündigungsblaU daran, daß nach Art. 25 des Hess. Iagdstrafge- sehes derjenige sich strafbar macht, der einen Hund in fremdem Jagdgebiet bei sich hat und chn außerhalb der erlaubten Verbindungswege über 100 Schritte von diesen entfernt frei Herumlaufen läßt. Zuwiderhandlungen werden von dem AusstchtSpersonal zur Anzeige gebracht. —G i n schwerer Ilnglücksfall ereignete sich gestern nachmittag ' >3 ülhr auf dem hiesigen Bahnhof. Dor! glitt der Hausierer und Händler Schmidt aus der Krvfdor.er Straße 5cim Passieren der älnterführung aus der Treppe aus und stürzte hinunter. Der Mann fiel aas den Hinterkops und b.'ieb in einer großen Blutlache bewußtlos liegen. Dahnbeamte trugen ihn sofort in die Klinik, wo ein Schädelbruch sestgestellt wurde. Heute früh ging ei dem Manne etwas besser. •• Die Maul- und Klauenseuche ist neuerdings in Dauernhrim (Kreis Büdingen), Tuci - ®väfcnrobe und Ober - Mörl.n (Kreis Friedberg) und Wittelsberg (Kreis Marburg) ausgebrvchen. In Butzbach und Griedel (Kreis Friedberg) und Aßlar und Klein-Altrnstädten (Kreis Wetzlar) ist die Seuche erloschen. interessanter Mitteilungen, die In eindrucksvoller Weise bartun, mit welcher vorbildlichen Tatkraft umb klugen Umsicht hier zum Wohle ber hilfsbebün- tiien Stubierenben gearbeitet unb gesorgt wirb. Was bie Gießener Stubenteihilfe unter der Leitung Are» 1. Vorsitzenden, Pros. Dr. Eger, der von den Studierenden mit gutem Grund Studentenvater genannt wird, vollbringt, ist wert, mit größter 21 n= edennunß öffentlich gewürdigt zu werden, denn es handelt sich hier um Werke edelsten Menschentums. Dem fesselnden Bericht entnehmen wir — auszugsweise — die folgenden Angaben: Studentenheim. Wie bisher, fand die Speisung in zwei Heimen statt, Im Heim Durggraben und auf der Schönen Aussicht. Der Andrang zu den Studentenküchen war säst der gleiche wie im Jahre 1924. Die verabreichte Arfamtportionszahl beträgt 1.1.1925 mittags 60 434 (61 074 im Jahre 1924), abends 29 379 (29 579), wobei zu berücksichtigen ist, daß die Gesamtzahl der Studierenden im Äohre 1925 etwa um 100 geringer D>ar wie im Vorfahre. Um dem Bestreben gerecht I- werden, die Qualität des Essens zu heben, muhte 6er Essenspreis von 40 Pf. über 45 auf 50 Pf. erhöht werden. — Eine Kaffeestube, in der nadjmit- inßs eine gute Toste Kaffee verabreicht werden sollte, latn mangels Beteiligung nicht über einen Versuch hinaus. Arühstückslube. Die im Anfang des Jahres 1921 ins Leben ge r liene Frühstückstube in der Universität erfreut sich dauernd besoderer Beliebtheit. E» werden dort zwi- Lschen 10 und i 12 Uhr vormittags Milch, Kakao, ! wirme Würstchen, belepte Brote zu ganz mäßigen Preisen ausgegeben. Die Beteiligung an ber Ein- ! - vmg ist derart gewachsen, daß die Versorgung der Studenten infolge der räumlichen Begrenzung mitunter ins Stocken au geraten droht. Gevlant ist meiterl)in, für die abseits liegenden Kliniken eine besondere Frühstückstube in einem geeigneten Raum einer der Universitätskliniken einzurichten. Schöne Aussicht. Studentenwohnhaus: Lgerheim. Das Egerheim, in Zetten größter Wohnungsnot entstanden, ist heute unentbehrlich und zu einer dauernden Einrichtung geworden. Das Wohnhaus vor das ganze Jahr über mit 47 Studierenden voll 1/ / an I 1 Hüfthalter 26x0 \ K Büstenhalter ßdptX. Reformleibchen Leibbinden jeder Art Hautanain all.Preislagen ST» - nfe1 ««» Wäft* " *■ !ung in (Biegen, « MWbetfammluna b, ^Vereins M Fachsihungril, In de, stst.srche.tm der eiltet ihren Anfang. Die 1 Teilnehmer vchs c Wtt to-gen der Sinführ- an Ostern ist diese Cen. Dei einem W Sihnngen ist jeb Interesse Autage tre entstand, und Mele sl«« I ton dem Gebotenen te dah eine Anzahl ZG schen Apparaten unb t > Mcher ausgesickll hat« md fesselnd dar auch KtHtütlMblloM k @bei tim llebeL' MlioHel gab vmbfc- ich das Gebäude m an tzaadschriste?. b den vvrzeigte. Der ZW Wivivgen zu einen y im Katholischen Dmiri ngen der für dies« De en gedichteten Siebet tt in ton Pros. Dr. Tra). te MderneLehrerratzsi^ UeZ In heilste St'MMf ing sanden die rechneris- le. Die Leitung des G-v Ä um die Tagung ibtra IS Freitag. Leber d vir noch zusamuMsassir belegt. Die vorhandene Bettengahl reichte bei weitem nicht aus, die Nachfrage nach Unterkunft zu decken. Der Mietpreis wurde ab 1.11.1915 auf 7 Mark monatlich erhöht. Das Zusammenleben der Heimbewohner war ein durchaus erfreuliches, wovon u. a. aud) ein sehr angeregtes, abendliches Zusammensein Der Egerheimbewohner mit dem Vorstand der Studentenhilfe und den Schwestern bei musikalischen Darbietungen, ernsten und heiteren Vorträgen usw. Zeugnis ablegte. Die Benutzung des Tennisplatzes war sehr rege. Auf der Schönen Aussicht befindet sich auch unsere Wäscherei, verbunden mit Flickstube. Vermehrung des Kundenkreises und Ausbau der technischen Einrichtungen durch Anschaffung eines großen Bügelofens, eines Kulissentrockenapparates, Herrichtung eines großen Biigelzimmers und Verbesterung des Bleichplatzes sind die hervorstechendsten Merkmale der gesunden Entwicklung ber Wäscherei. Zwecks größerer Rentabilität des Betriebes ist die Anschaffung von Wasch- und Schleudermaschinen mit elektrischem Antrieb geplant. Gärtnerei. Eine besonders gute Entwicklung innerhalb kurzer Zeit hat unsere Gärtnerei genommen, der heute zur Bebauung ca. 11 Morgen zur Verfügung stehen. 20 Mistbeetkästen zur Zucht von Stecklingen sind in ständiger voller Benutzung. Reben Anschaffung von kleineren Ma» schinen und Geräten wurde die Ausstattung der Därtnerei mit Wasserleitungen, Wasserbecken und Gartenschläuchen usw. vorgenommen. Die im vergangenen Jahr erreichte Produktion an Gemüse usw. war so groß, daß außer an die Speisungen noch ein Absatz an die Kliniken und Privat« vorgenommen werden konnte. Die Folgen des guten Absatzes zeigten sich in der Möglichkeit, die immerhin hohen Ausgaben der Gärtnerei teilweise zu bestreiten und verbilligtes Gemüse an die Studentenheime zu liefern. Herz L Co. Bankgeschäft Kontokorrent- und Scheckverkehr Holz-, Kord-, Bürsten- und Seilerwaren, Notzhaarbesen, Bohner sowie deren ^Reparaturen, Türvorlagen, Ausklopfer, Fensterleder, Schwamme, Garlengeräte empfiehlt Ludwig Kohlermann IV. Blcitbstraße 12. 2905 P motizen. tnber für Frei!«) Meis' (Ende 10 UM.- 115 llhr, UnioersMs'yM chtbilderoortrog „Die W* -eulschnatonaler NblW I Uhr. Kaufmännisches W •r ..Steuer., M. M A ilasl-Llchlpiele: WM (enbampier .Mumbus. ÄÄ 'S'SsS ■'ft aui, IWJÄ’ ä&K hrung M ”7' ublilm fndrn. i'S'Stf: SMSys s in 2-ns 06ßend) st i lu«unl b»n«*e -X dann die ' U(| c. >'S Äw* jU Firmo fitlo®** .er DtStinung «J* z bie 6te5 erhobefl Steuer nicht en) ,ae hatte s-ch ,u M b Plane ’J’Ltfor.' tli Fohlen. Warnung vor der französischen Fremdenlegion. Das Kretsschulamt Dießen enpfiehll den Schulvorständen erneut, bet jeder sich bietenden Deiegenheit, insbesondere auch in totn Fortbildungsschulen, nachdrücklichst vor dem Eintritt in die französische Fremdenlegion zu warnen. •• Einmalige Beihilfe für Kriegs- l»e f ch ä d i g t e. Bon der Frankfurter GeschäftS- slelle des AcichsbundeS der Kriegsbeschädigten mirb mitgcteilt, daß das ReichsarbeitSministe- rium im Einvernehmen mit dem Reichsfinanz- ni üfterlum vor einiger Zeit die Dersorgungs» är.ter ermächtigt hat, den einmaligen Betrag wD.t 50 M. gemäß Art. 2 des Gesetzes vom 2 -. 3uh 1925 zu gewähren, wenn der Antrag i->J) biä zum 31. Mai 1926 gestellt wird. In »ctracht kommen nur die nach dem 30. Juni 1923 >l 600 000 Papiermark Abgefundenen. Der An» t ag ist an das zuständige Bersorgungsamt zu r.J ten; diesem ist eine Bestätigung des Arbeit- iirbcra oder der Demeindebehörde beUusügen, 13 der hervorgeht, daß daS monatllchs Ein- le.r.men den Betrag von 200 M. nicht übersteigt. 2: trägen, die nach dem 31. Mai einlaufen, kann n.icht mehr entsprochen werden. "50jährigeSIubiläum. Herr August Ka mb ritz, ein M toegründer der Darmstädter Lurrrgesellschast. begeht heute in H o f g ü H den MoulJ Samstag, den 17. April 26, von vorm. 8 Uhr ab Disidvttlliiis. Gebe meine Jagd die noch fünf Jahre iäufi.ab.zmifchMar- bum u Gießen ae- Legen, ca. 600 Morgen — Rehwild — Rotwild - jnbrlldj. Pachivrelö 600 ML, kein Abstand. Schr. Anneb. unter 33931) an den Gieß. An». Suche 4-ä tat Licherheit: Grundvermögen 70000 Dit vorhanden Schrift». Angebote unt. 02632 an den Gien. An^. Studium abschließenden Staat Sera men »a kommen. Im Sommersemester 1925 wurden 39 Darlehen im Gesamtbeträge von 9372 Ml. ausge- aeben, im Wintersemester 1925/26 wird mit 5Z Darlehen im Gesamtbetrag von 13 640 All. zu rechnen fein. Allgemeine Vergünstigungen. Durch ein Abkommen mit einem Friseur ist es möglich, Karten für Rasieren und Haarfchnelden zu bedeutend ermäßigten Preisen auSzugeben. Bier Kohlenhandlungen haben sich bereit erfiärt, Pre Sermühigung beim Bezüge von Kohlen unb Briketts an Studierende, die mit einem Ausweis der Studentenh.lle versehen sind, zu gewähren. We'tere Bergünstigungen sind allgemein ausgemacht beim Besuch von Theater. Kino und öffentlichen Borträgen. IDerbetnnL Wie in den früheren Jahren veranstalteten wir diesmal mit der Hochschulgesellschaft im Mai 1925 einen IlnterhaltungSabend größeren StilS tn den Räumen der Universität. Den Auftakt zu der am Rachmittag beginnenden Veranstaltung bildete zwischen 12—1 ilpr mittags vor der Universität ein Konzert ber Militärkapelle deS hiesigen 3nf.- Regt. 15. Rachmittags sand Radiolonzert — Märchenerzählungen für Kinder — statt, anschließend ein hervorragendes Konzert deS Kasseler a-cappella-LhorS. und ferner bin Unterhaltung jeglicher Art für jung und alt. Der Besuch war über Erwarten gut. als Reinerlös konnten zirka 3000 Mark zugunsten der Studentenhilfe verbucht werden. Die landwirtschaftliche Werbung zum Herbst 1925 zeitigte einen so großen Erfolg, daß wir z. B. den größten Teil unseres Winterkartoffel- bedarfeS davon decken konnten. Die regelmäßig im Semester veranstalteten Heimabende im Studentenheim. zu denen sich Se. Magnifizenz der Herr Rektor. Professoren und Freunde der Studentenhilfe einfanden, hielten sich zwar in bescheidenem Rahmen, erreichten aber voll und gaiiz ihren Zweck, nämlich einen Konnex herzustellen zwischen Studentenhilfe, Studentenschaft. Professoren und Freunden. In diesem Zusammenhang wäre noch die Bildung eines starken Studentenorchesters zu nennen. Zweck dieses Zusammenschlusses ist Pflege der Musik und des Zusammenspiels im Orchester. Des weiteren mag eine Zusammenkunft der Studentinnen erwähnt werden, bei der Herr Prof. Eger einen CBorrtrag über die Studentenhilfe hielt. Heberblidt man die Entwicklung der Einrichtungen der Gießener Studentenhilfe, so wird jeder den Eindruck haben, daß eine rege Tätigkeit in der Fürsorge für un’ere Studentenschaft entfaltet worden ist. daß der Ausbau der dazu erforderlichen Einrichtungen selbst Im Fortschreiten begriffen ist. daß aber ebensoviel Verbesserungen unö Wünsche noch zur Erfüllung drängen. Der sehnlichste Wunsch ist und bleibt der Bau eines Studentenhauses. daS eine zentrale Zusammenfassung der örtlichen Wirt- fchaftsarbeit und einen lebendigen Ausdruck der Einheit der Studentenschaft wie der Hochschulgemeinschaft darstellen soll. Das Studenlenhaus. Anllrüpfend an den Schlußabsatz des vorstehenden Berichts möchten wir noch einige kurze Bemerkungen machen. Wer die Verhältnisse im Egersheim kennt, weih, daß dort die Studierenden vortrefflich und außerordentlich billig untergebracht sind. Aber diese Räume sind, gemessen an der Rachfrage bzw. an den wirtschaftlichen Erfordernissen und Zweckmäßigkeiten, an Zahl nicht ausreick-end. Man kann deshalb den dringenden Wunsch der Leitung der Studentenhilfe nach einem geräumigen, alles umfassenden StudentenhauS verstehen. Die-" sem Wunsch möchten w.r recht baldige Erfüllung wünschen. Die Studentenhilfe hat vor kurzem an zahlreiche Mitbürger in Stadt und Land eine Werbeschrift für Öen Bau eines Studenten- hauses geschickt. Hoffentlich finden die Ausführungen in diesem Heftchen überall, ernsteste Beachtung, die zu dem Entschluß führt, zu diesem Dau nach Kräften beizu steuern. Einer guten Sache, deren Rotwendigkeit und warmherzige Menschenfreundlichkeit der oben» stehende Auszug auS dem Jahresbericht für 1925 zur Genüge darlegt, würde mit der Hilfe zum Hausbau eine starke Förderung gegeben. Kapitalien auszuleihen neuen nur 1 Hyvo« tbrt Keine Verminter. Schr- Anqea. il 02671 nn ö Ä. An». Altes Blei it>iciröbren> lauft BruhUche Druckerei , D Schüttre 7 » gegangen. Im Die Beisetzung findet Samstag, den 17. April, im Familien- im Schühenhaus. :'4O7D grab in Diez a. d. Lahn statt. (V675 Steigen Sie eine Trepp Fußball-Abfei Inns. der Vorstand. 3408V Vermietungen .3430D ab 9 Uhr. 28 Jahre Utt ich av 1. 2 3. Telephon 1679. 02076 Eingang Ecke VolkSbad. Kein Laden. nuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiD WrARRCV Sehersweg 44 Telephon 829 Eigene Fach-Reparatur-Werkstätte für alle Schreib- und Rechenmaschinen Schreib- u. 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Niemand weih, wo der stelle Weg geendet hätte, den „Demetrius" bricht allzu früher Tod zum Torso. — Uni) die Gegenwart? Ihr Weltbild (es wurde einleitend betont) kann vom Millebenden und Miterlebenden überhaupt nicht, oder nur unvollkommen und jedenfalls subjekt.v gedeutet werden. Der Redner gab wiederum eine andeutende Genesis der Entwicklung, knappe, geistige Vorgeschichte des rätselvollen „Urgetümmels". in dem wir mitteninne stehn, ähnlich jenem brodelnden Chaos, das der werdende Schiller in sich zu bändigen vermochte. Sollen wir. undeutsch, mutlos und ideenlos, gleichwohl die Hoffnung aufgeben, gibt es gar kein geistiges Band mehr, das uns mit Schiller verbindet? Das Weltbild des deutschen Gegenwartsmenschen, das Lilienfein wesentlich von zwei Komponenten, von zwei widerstreitenden wtre- t>nngen—Individualismus und Kollektivismus bestimmt sieht, scheint einen Bruch mll aller geisttgen Vergangenheit zu bedeuten. Was ist uns denn so fremd geworden, so unzeitgemäß an Schiller für den spezialisierenden, relativi- sierenden Menschen der deutschen Gegenwart? Bald das große Pathos, bald das strenge Ethos, bald wieder die ganze eindeutige Einfachheit. Er ist eine wundervolle Ganzheit (die uns längst verloren ging), ganz adllg. ganz Herz, ganz Klarheit: alles ist bei ihm auf den ganzen, harmonischen Menschen bezogen. Wir heute sind fern aller Einheit, Ganzheit und persönlichen Harmonie. (Groteske Vorstellung, den Dolksdichter Schlller in den „Jahrmarkt der Gegenwartsliteratur" hineinzudenken) 2lber man darf auch unsere Zeit nicht ungerecht ansehen. Unser Chaos ist unheimlicher und verwirrender. Dennoch —: Hoffnung und Glauben halten sich an die Jugend, der eine deutsche Zukunft zu bauen bestimmt ist. Wenn die Jugend ihre Sendung begreift, muh sie den großen Eroberern der Vergangenheit wieder begrgnen. Und Schiller wird ihr Führer werden, sein zeitloses Bild wird auch über den kommenden Generottonen stehen. —y— Mus dem Kunstleder. Bildende Kunst In Darmstadt. Das Interesse an der bildenden Äunft das während des letzten Winters unter dem Druck der schwierigen wirllchastlichen Verhältnisse stark zurückgegangen war, belebt sich sichtlich wieder. Die Ausstellungen werden stärker besucht als in den letzten Monaten. Die Weihnachtsausstellung der „Hessischen Künstlerhilfe" verdankte ifjren Erfolg nicht zum geringsten Teil den An- käufen des hessischen Staates. Die nächsten Ausstellungen zeigten bereits bei ihrer Eröffnung einen früher nur selten beobachteten Andrang von Besuchern. Besonders bemerkenswert war eine gröbere Ausstellung von Franz H u t h - Weimar, die jetzt geschlossen worden ist. Huth zählte früher zur Darmstädter Künstlerschaft und hat seine Spezialität, Interieurs, die Wiedergabe von Schloß gemächern mll ihren Möbeln, Kunstwerken. Bildern usw. an seinem neuen Wohnsitz Weimar weiter gepflegt. Jetzt sind wieder zwei gröbere Ausstellung?.' in Darmstadt eröffnet worden. Die eine stell das Schaffen aus der letzten Zell des Darmstädter Malers Adolf D e h e r dar, der zu den führenden Künst- lerpersönlichlellen der Landeshauptstadt zählt, sowie eine Dilderfchau des Münchener Walers Hans Albert Hofmann, einem Schüler Eugen Brachts, der ja von der Darmstädter Kunst ausgegangen ist. Die Sektion für Dichtkunst bei der Berliner Akademie der Künste. Das Statut der Akademie der Künste zu Berlin hat besonders durch die Erwellerung des Senats durch das Hinzutreten der neuen Sektion für Dichtkunst, eine Reche von Abänderungen erfahren. Wie der Amtliche Preu- bische Pressedienst dem neu hinzugefügten Abschnitt der abgeänderten Fassung des Statutes entnimmt, seht sich die Sektion für Dichtkunst zusammen aus: 1. drei Dichtern, die von der Genossenschaft der ordentlichen Mllglieder der Akademie, Sektton für Dichtkunst, aus ihrer Mitte unter Vorbehalt der Bestätigung des Ministers auf drei Jahre gewählt werden. Wiederwahl ist zulässig: 2. zwei Literaturgelehrten, die vom Minister ernannt werden: 3. dem zweiten ständigen S k et r der Akademie und 4. je nach Bedarf aus einem rechtskundigen Mitglied und dem ersten ständigen Sekretär der Akademie. Zum Geschäftskreis der Senatssektion für Dichtkunst gehören besonders: 1. Die Erstattung der vom Minister verlangten oder sonst erforderlichen, die Dichtkunst betreffenden Gutachten: 2. Vorschüsse und Anregungen zur Pflege und Förderung des künstlerischen Schrifttums: 3. Ausschreiben von Wettbewerben uni) Entscheidung über Vergebung von Preisen und Stipendien auf dem Gebiete der Dichtkunst: 4. Vorschläge für Verleihung von Auszeichnungen und Ehrungen für Dichter: 5. Veranstaltung von Vorträgen aus dem Gebiete der Dichtkunst. -“Mm von ^Garderobe tx Auswahl: Sä» ■ÄilÄ «WM®1**-1« MU T"1 “» langu. kur«, von "au. kurz, Mr 11.1“ 'umer von Mk. 11- Minw Mk. ii-, g. GrShen von Mk i- »thnhom^. **• *■ Irbilti-Heaiu lQNn HÄ?1 •' Schuler 30 II nlulil ud -louiat dleuderoreilen. III erhall., Don3Jlf.ll- CHmpinrtgi lehr ti und Itlliir-Wiiiii n Verench lohnt! i t. WküMiö Mitt». «i Sein ünbeii. □ 2'Röhrrii.W^ llpparat rr 13677 »rARRt* ntner nes nd imm, ilt. he 5. 0#» 172. he 5» Zir. !fl|: ein 1 ne , sehr um idrat nmis sviel- Mh. »alle, r.lu Zähren, da sich die Erde noch im Schoß der Schöpfung befand. Weiße Dampfstrahlen schießen pfeifend und sausend aus den Klippen heraus, heißes Wasser rinnt die Bergwände bmunier und schmilzt sich feinen Weg int Glet- f$er aus des en grüne, scharfe, zerklüftete Eis- blocke in chaotischem Wirrwarr an der Mündung ber großen Schlucht angehäuft sind, bie auS bleiern Hollernessel herausführt. Mitten durch das Eis brechen zwei mächtige Dampfwolken her- vvr. und durch die schrägen Tunnels, die sich yn6 ® bilbtlvo iinb "V Sestern Ä Änspraz dein 20 FutzbaU in der D. T. ch Nicht so überall wie bas Handballspiel ist das Fußballspiel in der D. T. zu Hause. Vorbildlich sind neben wenigen vor allem Sachsen und Bayern organisiert. So stehen denn auch schon die Bayern am Ende ihrer Kämpfe und sind im End- kampf durch den Altmeister der D. T. dem Man- nerturnoerein Fürth vertreten, der auch dieses Jahr unbedingt wieder gute Aussichten auf den Ehrentitel hat. Handball in der D. T. ch Bis vor kurzem wurde noch in allen 18 Kreisen der D. T. heftig um die Kreismeisterschaft im Handballspiel gerungen, doch heute schon haben sich einige Mannschaften zu Kreismeisterehren durch- gekämpft. Unser heimischer Kreis, der 9. (Mittelrhein), hat in seinem Altmeister Frankfurt- Seckbach, der in glänzendem 7:2-Sieg seinen legten Gegner Griesheim bezwang, seine beste Mannschaft gefunden. Nach den imponierenden Siegen darf man in Seckbach eine gute Vertretung des Mittelrheinkreises erblicken. Die Sachsen stellen in Leipzig-Eonne- witz ihren neuen Kreismeister vor. Der 5. Kreis sieht den Turnverein Emden als beste Mannschaft, die Westfalen die Turngemeinde Witten. Die Kreise 11 (Schwaben) und 12 (Bayern) haben die Turngesellschaft Stuttgart und den Turnverein Fürth als Srci^meifter siegreich gesehen. In den meisten Kreisen fällt am kommenden Sonntag die Entscheidung. In dem spielfreudigen Süddeutschland ist man allen anderen um eine ganze Länge voraus. Schon am 25. April finden in Augsburg die Kämpfe in der Kreisgruppe „Süddeutschland" stall. Der Altmeister der D. T., Turngeselljchaft Stuttgart, wird im Turnverein Furth einen sehr gefährlichen Gegner zv bezwingen haben, wenn ihm überhaupt das Bezwingen gelingt. Dre Sommerßpie!e -Faust- und Schlagballspiel) in der D. T. ch Schon mit dem nächsten Sonntag beginnen in Faust- und Schlag ball sowie Trommel- und Schleuderball die Vorkämpfe in der kleinsten Einheit der D. T., in den Bezirken. In diesen verhältnismäßig ruhigen und angenehmen Spielarten werden neben den Turnern und Turnerinnen auch Altersriegen und Zugendmannschaften in den Spielreihen antreten. Um aber nicht allzu viele Meistertllel vergeben zu müßen und dadurch den Wert dieser Ehren herabgewürdigt zu sehen, werden bei Jugend- und Schülermannschaften nur jeweilig die Bestleistungen festgestellt, die dann in größeren Verbänden auv- scheiden. Die Sommerspiele der D. T. haben immer eine nach Tausenden zählende Beteiligung gefunden, und auch in diesem Jahre wird man sicher mit derselben begeisterten Spielerschar die Kämpfe eröffnen. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. Um die süddeutsche Fußballmeisterschaft Westend-Frankfurt — Aüruberg^chweinau 0:3. 2lrn Sonntag fand das Endspiel um die Süddeutsche Fußballmeisterschaft des Arbeiter- Tum- und SportbundeS in Mannheim- ^Oetnau statt,- zwischen obigen Vereinen sollte um die Entscheidung gerungen werden. Eine sehr große Zuschauermenge war Zeuge deS äußerst ruhigen und fairen Kampfes, der sich von Anfang bis Ende in echt sportlichen Grenzen bewegte. Frankfurt war von vornherein im Nachteil, da . es ohne seinen vorzüglichen Mittelstürmer antreten muhte, der Ersatz konnte die entstandene große Lücke nicht ausfüllen. Zudem machte sich bei dem rechten Verteidiger eine alte Verletzung bemerfbar, so daß diese Hauptstütze der Mannschaft fast während des ganzen Spieles nur als ctafift wirkte. Trotzdem gelang es Frankfurt Ehrend der ersten Halbzeit das Spiel nicht nur oifen und torlos zu halten, bei etwas mehr Glück Ware ihnen sogar ein Vorsprung sicher gewesen. ä^-^r.dto!ttcn Halbzeit besiegelte Frankfurt fein Schmal durch mehrmaliges Umstellen selbst. Nürnberg biieb Herr der Lage und konnte daS Oberhessen. Landkreis Gießen. s. Steinbach, 15. April. 3m .Einhorn" fand gestern abend ein Lichtbilderabend über „Deutsches Land und deutsche Burgen" statt. Die Begleitworte sprach Herr Kostorz - Gießen. Einleitend sprach Dr. Kraushaar -Trohe, der Vorsitzende des 52. H. B, über daH Bändern und seine Bedeutung. Zum Gelingen des schönen Abends trugen wesentlich bei die Ortsgruppen Steinbach und Albach, die eine Reihe von Musikstücke zur Darbietung brachten. t Hattenrod, 15. April. Der Gesangverein „Eintracht" beneht am 18. Juli die Feier seines 5 0 j ä h r i g e n B e st e h e n s. Aus diesem Anlaß hält der Volkssängerbund Chattia hier ein W e r t u n g s s i n g e n ab, bei dem Preis- richter aus Gießen und Darmstadt die Wertung der Leistungen vornehmen. Dem Bund gehören zahl- reiche ländliche Gesangvereine an. Ein allseitig be- friedigender Verlauf des Festes ist zu erwarten. s. E 11 i n g s h a u s e n, 15. April. Am Dienstag veranstaltete der hiesige Mandolinenklub einen geselligen Abend im Saale des Gast- wirts Walter. Der frühere Beigeordnete O P P e r begrüßte die zahlreich Erschienenen. Der erste Vorsitzende des 52. H. B., Dr. Kraushaar, Trohe, hielt einen Vortrag über die Bedeutung des Wanderns. Anschließend zeigte Herr Kostorz, Gießen, Lichtbilder aus der deutschen Heimat. Der Gitarrespieler Rühl, Trohe, sang Lönslieder und der Klub spielte einige Stücke. : Lich, 15. April. Schon lange bildet der schmale Verbindungsweg zwischen der Gießener Straße und den Licher Tonwerk e n ein Hindernis für Fuhrwerke, die diesen Weg benutzen müssen. Nun wird gegenwärtig dem Hebel abgehvlfen. Die Einfckhrt von der Gießener Straße, am sogenannten Turmgäßchen, wird bedeutend erweitert. — Hnsere 52andwirte haben bereits mit dem Stecken der Spätkar- t o f f e I n begonnen. Die trockene Witterung begünstigt die Arbeiten ungemein. Hoffentlich be» hält die alte Dauernregel diesmal unrecht, die vom Kartoffelsetzen fagl: „Sch' mich im April, komm' ich, wann ich will: seh' mich im Mai, komm' ich gleich." Die recht früh gesäten Dick- wurzeln sind bereits aufgegangen. Den jungen Pflänzchen wäre aHcr. ingS ein guter Regen dringend zu wünschen. # Hungen, 15. April. Am Samstag und Sonntag veranstaltet der Hessische Vaterländische Block für die ihm angeschlossenen und mit ihm in Arbeitsgemeinschaft stehenden Verbände einen „National-Politischen und wehrsportlichen Lehrgang". Vortragende sind die Herren Oberst Kleinhans, Dr. Jung und Zimmer. Die sportliche Leitung hat Sportlehrer Schneider -Gießen übernommen. Kreis Friedberg. Pb. Dutzbach. 15. April. Anläßlich der am 18. ds. MtS. beginnenden Reichsgesundheit S w o ch e sind hier folgende Veranstaltungen vorgesehen: Als Einleitung und Auftakt wird der Turn- und Sportverein einen Sternlauf veranstalten. Das Rote Kreuz veranstaltet in der städtischen Turnhalle eine Ausstellung über die Hygiene des Kindes. Medizinalrat Dr. Schäfer und Sanitätsrat Dr. Ohnacker halten an zwei Tagen erläuternde Vorträge hierzu. 3m Lichtspielhaus des „Hessischen Hoses" wird Dr. med. R a u einen Lichtbildervortrag Sum Erdbebenland Kalifornien: Mexiko Gua- kemala N'.karcgua, Costa-R'ca, die Kord'lleren, all Diefe Gebirge sind beladen mit tätigen Feuerbergen: und erst daS Meer selbst, die Gala-agos- lnseln mit ihren 300 tätigen und erloschenen Vulkanen die Sandwichsin^eln mit dem größten ber Erde: dann hinüber nach Asien, die Phllippinen, Formosa, das beiannte Vulkan- lanb 3apan, und endlich Kamtschatka mit seiner Doppelreihe von Feuerbergen, und von dort in scharfem Bogen wieder nach Amerika die Kette der Aleuten, die eine einzige, langgezogene Schnur von Vulkanen darstellen. Man sieht der ganze Rand des Stillen Ozeans ist eine zusammenhängende Reche von Ventilen, die sich der durch die Crdverschiebung hochgespannte Erd- druck schafft Nicht ganz so häufig wie 3apan wtro Kamtschatka, trotz feiner einundzwanzig lebendigen Feueressen, von schweren Ausbrüchen heimgesucht. gleichwohl fanden solche von katastrophaler Wucht 1854 und 1907 statt. Sten 6 m~a n’ der 1921-23 als Führer der schwe- dllchen Kamtschatka-Expedillon diese Gegenden studierte. Er schildert, wie 1907 der AuSbruch oeS etwa 40 Kilometer von Petropawlowsk ent- lernten Vulkans Ksudatsch in der allerdings Slemlich primlliven Stadt wirkte: Am 30. März öffnete sich der Berg und schleuderte Bimstein und Magma aus, die durch die gewaltige Explosion zu Pulver zerstäubt und als mehrere Tausend Millwnen Tonnen Sand übet baS Land ausgeschilltet wurden. Dieser Sand war es, der die Hrwälder und Erlendickichte in eine Wüste verwandelte, der alle Flüsse auSfüllte und alles Leben tötete das sich gerade in der Nähe befand. Dlese Katastrophe hätte die Erde in Auf- regung versetzt, wenn sie in einem bewohnten der Dampf im Eise ausgeschmolzen hat, ahnt man den Gruird des Berges. Oben auf dem Rand der mehrere hundert Meter hohen Kesselwand speit ein neuer Krater seinen Rauch auS, als ob tausend Lokomotiven stehen geblieben wären und die Sicherheitsventile geöffnet hätten. Hnd die Klippen selbst. Sie haben nicht die übliche graue Farbe, sie spielen in den phantastischsten Farben. Wir saßen auf einer fliederfarbenen Klippe, die nach unten zu in ziegelrote Abstürze überging und hatten zur Rechten eine Reihe scharfspchiger, graublauer Pyramiden, die auf weißem Hntergrunbe mit eingebackenen, karminfarbigen und indigoblauen Punkten standen. Etwas weiter weg war die Kesselwand hellblau mrt großen, gelben Flecken reinen Schwefels, Bie von grünen und orangefarbenen Ringen umgeben waren." Diese lebhaften Schilderungeir geben einen starken Eindruck davon, wie es heute tn der Nähe der Awatschabucht auSsieht, an der Petropaw- lotoff gelegen ist und in der sich bie gewaltigen Vulkane Kartajatslaja und Awatschinskaja spiegeln. von denen der letztere augenblicklich mit Hrgetoalt seine Fesseln zu sprengen versucht. Hoffen totr. daß keine verderbliche Windrichtung seine Auswurfmassen grade auf dies Hauptstädtchen treibt, sondern auf die weiten stillen Lärchen-, Dirken- und Erlendickichte fällt und nur Dären und Wildrenntiere zu jäher Flucht treibt. Gleich den schwedischen Forschern ergreift uns eine urulte nordische Wanderlust, wenn wir von diesen fast unbesiedelten, rauhen aber zu- tunftsreichen Dergwelten lesen, die jetzt das Getose des Ausbruches der Awatschinskaja durchgrollt. ; aua; gegen Raunheim die Punkte für sich in I Anspruch zu nehmen. Die Marburger Männerturner und W i e s e ck treffen sich in Marburg zum Kampf um die Punkte. Beide Vereine geben eine gewisse Gewähr dafür, den Marburger Sportfreunden ein genußreiches und spannendes Spiel zu zeigen. Einen großen Hnterschied wird das Schlußresullat wohl nicht aufweisen, vielleicht benutzt Wieseck die Gelegenheit sogar dazu, seine „Serie der unentschiedenen Spiele" fortzusetzen, obwohl die Mannschaft eigentlich mehr leisten mühte. Die zweite Klasse wartet mit folgenden Spielen auf: Alsfeld II gegen Gießen II in Alsfeld, Gießen wird voraussichtlich die Punkte mitnehmen. Auch Marburg II tritt gegen Blasbach I von vornherein mit einem Plus an. Beim Spiel Rodheim I gegen Leun I hat letzteres von vornherein die größere Spielerfahrung in die Wagschale zu werfen, während der Ausgang des Spiels Gießen Ila gegen Fronhausen offen bleiben muh. Ein immer größer werdendes Interesse wendet sich den Spielen der 3 u g e n d k 1 a s s e zu. So werden sich Heuchelheim und Lollar einen hartnäckigen Kampf liefern, während Wetzlar gegen Raunheim wohl Sieger bleiben wird. Die seither ungeschlagene Wiese ck e r Jugend dürfte sich in Blasbach mühelos zwei weitere Punkte holen. Die in ebenso guter Form befindliche Gießener Jugend hat auf eigenem Platz die neugegründete Jugend der Marburger Männerturner zum Gegner. 3m Reiche. Rasensport. vo. Das Fußball-LänderspielDeutsch. land — Holland in Düsseldorf steht im Mittelpunkt des Interesses. Daneben gibt es ein Länderspiel Schweiz—Italien in Zürich, vorgesehen war auch ein Länderkamps Ungarn—Tschechoslowakei. England — Schottland steigt (am Samstag) in Manchester. — Die Meisterschaftsspiele werden in Süddeutschland, Westdeutschland, im Norden, im Baltenoerband, in Berlin und im Südosten weitergeführt und bringen zum Teil schon die Mei- stcrschaftsentscheidungen der Verbände. Im Handball finba die Vorrunde der DSB.- Meisterschaft stall, danedc i Turnerhandball-Meisterschaftsspiele. ÄmHockey interessieren die beiden Silberschild- Zwischenrundenspiele Berlin — Nordostdeutschland in Berlin und Süd- — Miti-ldeutschland in Dres- den. Hockey Länderspiel Frankreich — Schweiz in Paris. Rugby- Präsentativspiel Nord — Süd in Heidelberg. Turnen und Leichlalhlettk. Staffelläufe „Rund um die Neustadt" des Dresdner S. V. Brandenburg: „Durch Dahlwitz-Hoppe- garten" des V. f. L. Dahlwitz-Hoppegarten (Berlin). Geländelaus des D. f. B. Schönebeck a. d. E. Der Turnkreis Freistaat Sachsen trägt in Bischofswerda feine Waldlauf-Meisterschaft aus. — In Berlin findet das Schauturnen der Vorturner-Vereinigung von 1877 unter Beteiligung der besten Turner aus dem Reich statt. Schwimmen. ■ Die Schwimmer versammeln sich in Zein zu einem verbandsoffenen Wettschwimmen des dortigen S. V. Zn Süddeutschland geht in Ulm ein Internationales vor sich. Zn Sachsen hat der Wettkampf Chemnitz— Dresden großes Znteresie. Berlin bringt ein gau- openes Jugendschwimmen. Dortmund 96 tritt in Dortmund gegen Poseidon-Köln zu einem Klubkampf an. Deutsche Turnerschaft. Fechten /in Gan ftcficu. Nächsten Sonntag beginnt vormittags in der Turnhalle des Turnvereins 1860 Bad-Nauheim der diesjährige Gaufechtertag des Turngaues Hessen. Außer den notwendigen Beratungen findet ein Schulfechten statt, außerdem ist eine Kampfrichterbelehrung vorgesehen. 5irei^turnt(ig des Mittelrhcttikrrts.s. 6 Der 8 4. Kreisturntag des 9. (Mittel- rhein-)Kreifes der D. T. findet am 18. April auf der Marksburg bei Braubach c. Rh. statt, lieber 300 Abgeordnete aus den 26 Gauen des Kreises werden teilnehmen, vom Gau Hessen allein 24 23er» tretet. Die Taaesordnuna ist sehr umfangreich. Außer den Geschäftsberichten wird auch die Berichterstattung über das 3 2. Kreisturnfest in Gießen allgemeinem Interesse begegne", ebenso die Bestimmung des Festortes für das 1927 statt- findende 33. Kreisturnfest. Durch die Presse ist bereits bekannt geworden, daß sich D a r m st a d t um diese große Veranstaltung bewerben will. Eine große Anzahl von A n t r ä g e n , die Gaue oder einzelne Vereine eingebracht haben, stehen zur Beratung, u. o. mehrere 21 b b a u a n t r ä g e , ferner Anträge zur Unfallkasse und solche über Festsetzung der Beiträge und Vergütungen. Sluch der G a Ü Hessen fehlt nicht unter den Antragstellern. Er wünscht die Durchführung der Sparmaßnahme n, in dem er einmal die Aufhebung der Zwischen dem Kreise und den Gauen eingeschalteten Gauver- bände fordert und außerdem ' vorschlägt, daß bei ollen Zusammenkünften der einzelnen Turnfächer im Kreise die betreffenden Fachwarte nur allein ihren (Bau zu vertreten haben. Außer der Haupt- tagung finden eine Reiche von Sondersitzungen statt, so eine Zusammenkunft der Gaukassenwarte und eine solche der Gaupressewarte. Die Serbanfcs piele im Arbeiter- Turn- und 6portbund, £ Die Fortsetzung der Verbandsspiele bringt am Sonntag in der 1. Klasse folgende Spiele: Die ersten Mannschaften von Alsfeld und Gießen treffen sich In Alsfeld, bei welcher Gelegenheit Gießen wohl versuchen wird, den Punktverlust vom vergangenen Sonntag gegen Heuchelheim wieder aufzuhvlen. Heberraschungen sind natürlich auch hier nicht ausgeschlossen, denn Alsfeld stellt eine kampferprobte Mannschaft ins Feld, dre mit ihrer gefürchteten Schnelligkeit schon manchem Gegner verhängnisvoll wurde. Bei normalem Spielverlauf müßte Gießeir eigentlich Sieger bleiben. Ein recht spannendes Spiel werden sich Heuchelheim und Lollar in Heuchelheim liefern. Die schon vorher recht gute Lollarer Mannschaft hat in letzter Zeit sehr an Spielstärke gewonnen und wird wohl alles hergebrn, um gegen einen Gegner wie Heuchelheim bestehen zu kön- nen. Letzteres hat ja im letzten Spiel seine gute Form bewiesen und wird wohl auch am Sonntag seinen Mann stellen, denn nach seither zwei un- entschredenen Spielen (- 2 Verlustpunkte) hat Heuchelheim nichts zu verschenken. 3n Wetzlar spielen Naunheim und W e tz- l a r um die Punkte, wobei eS sehr schwer ist J?uß9ans vorherzusagen. 3n der Epielweise Ut Raunheim die gleichb'eibendere Mannschaft, wahrend Wetzlar, vorausgesetzt, daß es einen guten Tag hat, von jeher ein unbedingt ernst zu nehmender Gegner ist. Die Spiele gegon Dollar und Marburg, die beide für Wetzlar gewonnen wurden, beweisen, daß eS gewillt ist ' ------- . Wil, I. Kahma-b-tau.;,'-: Schwerathletik. Zn Mannheim kommt der erste Länderkampf Deutschland—Frankreich im Gewichtheben zum Aus- trag. Motorsport. Als erstes Rennen der deutschen Motorrad- Meisterschaft kommt das Eilenriede-Rennen in Han- nvoer bei ausgezeichneter Beteiligung zum Austrag. Eine Geschicklichkeits-Konkurrenz veranstaltet der Frankfurter A. C. anläßlich der Frühjahrsmesse. Thüringen bringt die Arnsgereuther Bergprüfung. Radsport. Die Olympiabahn Berlin veranstaltet Sauer, rennen mit Wittig, Lewanow, Sawall und Lejour am Start. Straßenrennen sind: die Fränkische Achterfahrt, der Große Opelpreis von Frankenland, der Große Straßenpreis von Bielefeld, Hannover- Soltau—Hannover, der Große Adleroreis, Rund um Bonn und der Große Preis von Dessau. ll furren?8ium > '»h dir atQnl'aft Iport >norv Dm ssrs ^öon^^5- N tofien. ^^tctzcn. M** 'LbL VS,™1 $ bei die Qm '^nen u 'MÄW*n 'rächten. ton W $Pnl. D«r m . eb[ am 18 5jJ1Qm ®Ser’ (J"!>-«,.1“'* ,"gcn ob, be|h,m tn 11 'ormftabt hl, m?*? ^rir. KZLrs r°Er ' Äs L Schon lange bildet du Weg Machen du unö ben Lscher Ton. >ur Fuhrwerke, die dielen -Lun wird gcgemDärtla ®ie Tinsclhrt von der [»genannten Tumgäßchen. TÄ 7 ll^ce Landwirte üteden der Spätkar- u tcodene Dittening be- ungemein. Hoffentlich be- :gel diesmal unrecht, die it- ,6?t}’ mich im April, oill; leg' mich im Mai recht früh gesäten Dick- ausgegangen. 5)en jun- iictingj ein guitt lege; priL Am Damstag ei • HeNNch« Haiti* die ihm angeschlosfem tsyemeinschast stehenden ai-yvlitischen und wehr- Vortragende sind dir janS, Di. Jung unb idx Leitung hat Sport- irhen übernommen. -riedberg. , April. Anlähllch der Aus dem fl l e e b a d) t a l, 15. April. Es ist jetzt wieder bie Zeit gekommen, wo sich die Landwirtsfrauen auf die Suche nach jungen Gänschen begeben. Täglich sieht man Bauersfrauen mit Henkelkörbchen unterwegs, um auf Rach- bardorfern die jungen „Betifebernträger' aufxurau- fen. Für das Stück werden 1—1,20 Mk. bezahlt. — Die letzten Nachtfröste sind für die in voller Blüte stehenden Kirjchbäume von großem Schaden gewesen Wenn auch nicht von einer vollständigen Vernichtung der Kirschenernte bie Rebe sein kann, so bürste ber Frost aber doch erheblichen Schaben angerichtet haben. Kreis Marburg. ]f Marburg, 15. April. Zwei bekannte, hier tm Ruhestände lebende Offiziere. General- teutnant von Dewitz und Major von Metzerin ck. begehen heute ihr 5 0 j ä h r i g e S M i l i- t ä r j u b i l ä u m. Ersterer, ein früherer Offizier des Marburger Iägerbataillons, war bei .Kriegsausbruch Kommandeur der 77. Inf.-Bri- gade und zuletzt Kommandeur der 231. Inf.-Div. Der Letztere war zuletzt Kommandeur des Ersatzbataillons Jäger 11. — Seit etwa 14 Tagen wird ein blinder Mann namcnS Daniel Zick aus Cappel vermißt. Er wurde zuletzt in der Gegend von Fronbausen gesehen. sch. N o r b e rf , 15. April. Die Burg N o r d e ck, Stamsitz der Freiherren von Nordeck zur Rabenau, ist jetzt zum Erziehungsheim f ü r schulpflichtige Kinder ausgebaut worden. Die alten Räume sind sehr geschmackvoll eingerichtet unb wiederhergestellt. Durch seine herrliche Lage unb bie moderne Einrichtung dürste Schloß Norbeck eines der idealsten Erziehungsheime sein. KreiS Usingen. I—! Cleeberg, 15. April. Da der bisherige Iagdpächter L u ck h a u S, Brand-Oberndorf. aus die weitere Ausübung seines Jagd- rechtes verzichtet hat, kommt die 600 Morgen umfafenbe Waldjagd der Gemeinde Cleeberg zur Veuverpachtung. Die Pachtdauer beträgt neun Jahre Der Wildbestand an Kot- und Rehwild, als auch Stand- und Wechselwild ist gut. DaS Jagdgebiet liegt auf hessischem Toben: somit sink) bic hessischen HoheitSrechle maßgebenb. Da bic 3agb ausgesprochene Waldjagb (sog. Anstanbsjagd) ist, dürfte von Wildschaden kaum die Rede fein. Maingau. WEN. Frankfurt a. M., 15. April. Der seit dem vorigen Jahre von ber hiesigen Staatsanwaltschaft weaen Betrugs unb Urkundenfälschung steckbrieflich verfolgte 33 Jahre alte Kauf- mann Wilhelm Scholl au» Frankfurt wurde gestern in Offenbach ermittelt unb festgenommen. Kreis L mbnrg. WSN. Limburg, 15. April. Am Dienstagabend gegen 7 Uhr ist bei Staffel das fünfjährige Söhnchen eines Landwirts beim Spielen In bie Lahn gefallen unb ertrunken. Bis jejtzt konnte bie Leiche noch nicht gefunden werden. Der Hausha!1splan der Stabt Darmstadt. WSA Darmstadt, 15. April. Oberbürgermeister Dr. G l ä f f i n g informierte die Vertreter der TageSpresse über den nächstjährigen Hau S h a 11Splan der Stadt Darmstadt. Der Vermögensstand der Stadt zeigt ein äußerst günstiges Bild. Doch teilt sie in der allgemeinen Wirtschaftskrise daS Schicksal aller Städte, d. h. bie laufenden Ausgaben unb Ein- Die tolle Herzogin. Roman von E r n st Klein. Copyright by Carl Sünder. Verlag, Berlin. 42 Fortsetzung 'Nachdruck verboten Großer Jupiter Ammon — batte sich diese Frau verändert! Aus dem Schiffe noch eine tragische, pathetische Figur. Und jetzt — — jetzt! Der Teufel soll mich holen, wenn sie nicht mit mir kokettiert —! wunderte sich ber aus einer Fassungslosigkeit in bic andere fallende Sir Walter. Eine größere Gesellschaft schob sich an den Nebentisch, ber augenscheinlich für sie reserviert gewesen war. Die Führerin, eine große, schlanke Frau mit kurz geschnittenem, hennagefärbtem Haar, knallroten Lippen unb schwarzen Äugen, bie mit frechen Blicken Gloria musterten. Sir Walter rümpfte beinahe hörbar bie Nase. „Wissen Sie, wer das ist, Frau Herzogin? Das ist die weltberühmte Ange de Salfleur!“ Gloria ließ wie von ungefähr einen hochmütig fragenden Blick über den Tisch gleiten. Die Män- rifr, zweifellos passabel gute Gesellschaft — drei jüngere — ein älterer, dicker, unheimlich reich aus- sehender Amerikaner — augenscheinlich der momentane Herr und Gebieter-- „Ader die ist ja alt und häßlich", raunte sie Sir Walter zu. , Stimmt! Doch, Frau Herzogin, bei ihr ist es der internationale Ruf!" Gloria lachte. Die am Nebentische tuschelten unb flüsterten noch miteinander. Scheinbar unmöglich für Männer, in ihrer Nähe zu sitzen unb sich nicht mit ihr zu beschäftigen. „ _ „--Sainsbury--bie tolle Herzogin —' horte sie ganz deutlich. Sie waren beim Kaffee angelangt. Da trat ber Kellner mit einem Tablett heran, auf ber einige Zigaretten lagen — — „Mabame haben Zigaretten bestellt? M -?" „Ja — soeben, Mabame! Sie sah ben Mann erstaunt an. In seinem La- kaienauge war etwas--unwillkürlich würbe ihr Blick auf bte fünf Zigaretten gezogen, die er ihr hinhielt. Schärfer griff ihr Blick hin--war auf ber einen der Röllchen nicht etwas gefdjrteben? Sir Walter, der gerade wieder den Saal gemuttert und nicht auf bas Intermezzo geachtet hatte, manbte sich um. „Was ist — ■—? Zigaretten? Wer hat Zigaretten bestellt?" .Ich — Sie haben es wohl überhört--- Der Kellner trat zurück. Sie griff sich bie be- zeichnete Zigarette heraus — brehle sie spielerisch zwischen den Fingern. Dabei las sie: „Sofort! Digue 28, Villa Diane!" „Bitte, etwas Feuer, Sir Walter!" Er reichte ihr bas Zünbhölzchen hin. Beugte fick) dabei weiter vor als nötig--die Geschichte mit den Zigaretten — —! eie hielt sie ganz vorne zwischen Zeige- unb Mittelfinger, rauchte langsam, aber mit tiefen Zügen. Schnell sammelte sich ein breiter Aschenkops-- „Frau Herzogin," raunte er, „Sie vergessen Ihr Versprechen! „Ich vergeste nichts." „Dann sagen Sie mir bie Adresse, bie auf ber Zigarette ftanb!" „Sie sehen Visionen, Sir Walter!" „Frau Herzogin," sagte er mit jener Schärfe, bie er stets als große Triumphkarte in seinem 21er- mel hatte, darf ich Sie auf etwas aufmerksam machen? Ich sehe vielleicht knabenhaft aus wie der Enkel der neben uns thronenden Ange. 21ber ich bin gar nicht knabenhaft. Ich kann, wenn es nötig ist, eine ziemlich erwachsene Energie entwickeln!" Gloria lächelte. Doch es war ein überlegenes Lächeln, unb er wußte ganz genau, woran er war — — Die tolle Herzogin! Sie wollte bas Abenteuer allein auskosten. Der Teufel kenne sich in den Wei- bern aus! Selbst eine Frau wie Gloria Sainsbury konnte der Versuchung nicht widerstehen, ihre Schönheit an einer Gefahr zu messen. War es das Kleid, das die Veränderung hervorgebracht hatte? Ziehen bie Frauen mit einem anberen Äleibe auch eine andere Seele an? Nein — Gloria Sainsbury nicht. „ _, Also, Teufel — was war es? Lehnte sie sich gegen feinen aufgebrunaenen Schutz auf? Hatte sie noch ein anberes Geheimnis? Jener Blick ber Schwester--! Er erinnerte sich-- „Wie Sie wollen, Frau Herzogin," sagte er endlich. „Aber Sie können mir nicht verbieten, mich für Sie verantwortlich zu halten." Da sie sah, daß er nachgab, lenkte auch sie sofort ein. Es war nicht Glorias Sache, unnütz zu quälen. Ergebenheit mit überlegenem weiblichen Spott zu lohnen. „Das tue ich auch nicht, Sir Walter", erwiderte sie mit ehrlicher Wärme. „Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe. Werde Ihnen immer danken — — aber ich muß zuerst allein gehen!" Er zuckte die Slchseln. „Ich brenne nicht auf Abenteuer — ich habe wahrlich genug davon genossen nnb bin nicht so toll, wie nie Leute von mir sagen, Sir Walter", setzte sie ihr Bitten fort. „Aber bedenken Sie — wer weiß, wenn Sie mitlommcn, ob bie Leute nicht argwöhnisch unb hartnäckig werben. Daß sie mir auf solche Welfe Botschaft zukommen lassen, beutet boch darauf hin, baß Ihre Gesellschaft — nicht er- wünscht ist." ,rSann ich mir benken. Indessen — zugegeben — es hat etwas für sich, Frau Herzogin, was Sie sagen--!" Er lächelte--. Fuhr fort: „Ich glaube nicht, daß sich ein Mann so schnell dazu entschließt, Sie umzuorlngen. Und eine Frau, hm--!" «Ich fürchte weder Frau noch Mann. Hören Sie, Sir Walter — ich gehe jetzt! Bin ich in einer Stunde nicht zurück, kommen Sie nach!" „Sagen wir in einer halben Stunde." „Einverstanden." „Die Abresse?" „Digue 28, Villa Diane!" „Das ist links vom Kursaal — ich glaube, hinter bem Hotel Ozean. Halt — Frau Herzogin, mir werden sicher beobachtet — wir müßen eine kleine Komödie spielen. Ich bin ärgerlich, daß Sie fori- gehen. Sie lachen--. So — ja--so ist es recht!" Er begann heftig auf sie einzureden. Gestikulierte. Wurde aufgeregt. Sie lachte — lachte-- Dabei wichen feine Augen nicht von dem Spiegel — niemanden sah er. Endlich erhob sie sich unb warf Ihren Mantel um. Er blieb sitzen und machte ein finsteres Ge- sicht. Die Gesellschaft am Nebentische stieß sich an unb riskierte halblaute Witze-- Gloria ging langsam burch ben Saal Die Be- rounberung rauschte hinter ihr drein — — man drehte sich ihr entgegen, starrte ihr unverschämt ins Gesicht — — —. Am unverschämtesten bie Frauen —--. Dann ftanb sie draußen auf der Digue. Dunkelblau war der Himmel, schwarz das Meer, bas rauschend seinen Ewigkeitsgesang sang — — —. Einzelne Spaziergänger waren noch zu sehen-- In Den Hotels verlöschten bie Lichter---. Sie hatte das Haus bald gefunden. Eine ber vielen, kleinen Dillen, bie sich ba zwischen bie großen Hotels schieben. Dunkel lag sie ba, ein oer- ichlossenes Geheimnis--- Sie preßte bie Hanb auf bas Herz, das ihr bl» in die Kehle fchlug. Streckte bie Hand nach der Klingel aus. Zog sie wieder zurück. Griff endlich zu unb läutete---. Die Tür flog auf. Heller Lichtschein durch- flutete auf einmal bas ganze Haus — — — im Flur ftanb ein hochgewachsener Mann im Frack — „Ditte, näher zu treten, Frau Herzogin!" sagte er mit tiefer, wohllautenber Stimme. Ein eigenes Gefühl überkam sie Sie wußte es sich selbst nicht zu erklären — — — aber biefer junge, elegante Mensch war ein Gentleman. Alle Angst, alle Nervosität fielen mit einem Male von ihr ab. Sie trat in das Zimmer, besten Türe er vor ihr öffnete. Ein bürgerlich möblierter Raum. Peluchefau- teuils, Ebenholzmöbel--Lithographien an den Wänden — — Dor dem geöffneten Fenster, ba» auf eine Loggia hinausging, ein Samtvorhang —--Sie hörte das Rauschen des Meeres An Sir Walter mußte sie denken, an ihn unb feine Besorgnis — — —! Sie fühlte sich so sicher---1 Der Fremde blieb an ber Türe stehen und mar- tete, bis sie sich umgesehen batte. Al» sie sich zu ihm zurückwandte, lächelte er---. Welch ein schöner Mensch, gestand sich Gloria Sainsbury. Unb ber ein Verbrecher?---Unwillkürlich öffneten sich ihre Appen zu einem Lächeln der Antrnori--- (Fortsetzung folgt) Gerichtssaal 4.30 und So backt man Schokoladentorte mit MONDAMIN 4,181 15,.54 109,58 20,35 14,29 167,86 16,89 90,52 59,07 111,97 80,885 59,60 12,402 5. >3 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. TL Telegraphische Auszahlung. 4,201 15,62 110,12 20,45 14,37 168,70 16,97 90,98 59,37 112,53 81,285 59,90 12 462 5,87 innerte man sich anläßlich des Ablebens von Auoust Thyssen der Entwicklung der Thyssenschen Eisenwerke, die ebenfalls die rein persönliche Note ihres Gründers tragen. Wenn man diesen Industriellen einen Nachruf schreiben soll, der ihrem Leben gerecht wird, so braucht man nur die Entwicklung ihrer Werke zu schildern. In ihnen spiegelt sich ihr ganzer Arbeits- und Gedankenkreis wieder. Vor ungefähr 50 Jahren begann Benno Orenftein mit seinem Freunde Arthur Koppel an der Stelle, an der sich jetzt am Tempelhoser Ufer in Berlin das gewaltige Verwaltungsgebäude der Firma erhebt, einen Handel mit Feld- und Kleinbahnmaterial. An eine Fabrikation war damals noch nicht zu denken. Orenftein war, als er sich selbständig machte, 24 Jahre alt. Allmählich gewann das Handelsgeschäft seiner Gesellschaft eine weltumspannende Bedeutung, und nach einigen Angliederungen schritt die Firma Orenftein & Koppel später auch zur eigenen Fabrikation. Sie stellt jetzt seit langem Waggons, Lokomotiven, Signalanlagen, Bagger, Brücken, Motoren, auch ganze Eisenbahnanlagen und anderes her. Das Eisenhandelsgeschäft spielt immer noch eine besondere Rolle. Im Jahre 1897 wurde das Privatunternehmer! in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, deren Kapital 4 Millionen Mark betrug. Inzwischen hat sich der Betrag des eigenen Kapitals verneunfacht. Die Ex- pansionspolitik der Inflationszeit hat Orenftein nicht mitgemacht. Manchem seiner jüngeren Mitarbeiter mag dies etwas altmodisch erschienen sein. Die neueste Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland hat aber die Vorsicht gelohnt. Noch in der letzten Generalversammlung der Firma wies Geh. Nat Orenftein mit besonderer Befriedigung darauf hin, daß die Firma jetzt ohne Bankschulden dastehe und auch weiterhin die Absicht habe, ihre Finanzentwicklung mit besonderer Aufrnersamkeit zu leiten. Dadurch zeichnet sich diese Gesellschaft vorteilhaft vor solchen Betrieben aus, die an sich auf gesunder Grundlage gewachsen sind, neuerdings aber nicht die kaufmännisch unbedingt notwendige Vorsicht walten ließen und daher in bedrängte Verhältnisse geraten sind. Allerdings muß zugegeben werden, daß die letzten Jahre an die Leiter der großen wirtschaftlichen Unternehmungen ganz besondere Anforderungen stellten. Rundfunk-Programm deS frankfurter SenderS. (Aus der.Radio-Umschau".) Samstag, 17. AprlL Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Gottesdienst der isr. Religtonsgefellschaft. Sabbatfeier, den 17. April 1926. Freitag abds. 6.55 Samstag Dorrn. 8.00, nachm. 4.00, SabbatauSg. 8.10 Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 6.30. Israelitische Gemeinden. Isr. Religionsgemeinde. GotteSd. i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, den 17. April 1926. Dorabd. 7.00, morgens 8.30, abends 7.30, und 8.10. London erneut nachgebende Tendenz. Brüssel notierte 130,75 gegen London. Mark und Pfund liegen unverändert fest. Börsenkurse. Frankfurt a. TL, 14. April. (WSA.) Witte Dezember vorigen Jahres begab sich die Frau eines Schreiners aus Aiederrad in die Ve° Handlung des dort seit über 25 Jahren tätigen Heilkundigen Max Joseph Leidl. Die Frau hatte am Hinterkopfe ein erbsengroßes Geschwür. Leid! ve.schrieb der Frau, den Karbunkel mit Oelläppchen aufzuweichen, und später das sich öffnende Geschwür mit Wasser und Kernseife auszuwaschen. Aach einigen Wochen verschlimmerte sich der Zustand der Frau. Erst in letzter Stunde wurde ein Arzt hinzugezogen, der die Frau operierte und ihre Ueberführung ins Krankenhaus veranlaßte, wo sie nach zwei Stunden verstarb. Leidl hatte sich deshalb wegen TAO «lässiger Tötung vor dem erweiterten Schöffengericht zu verantworten. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeilagte die beforg- ien Angehörigen der Frau mit den Worten: „Alles hat seine Zeit!" vertröstet und nie darauf gedrungen bat, einen Arzt zu Täte zu ziehen. ®r]t in letzter Stunde habe er dazu geraten ®te Sachverständigen Dr. Lenz, Dr. Gebe» ling und Dr. Aoth bekundeten übereinstimmend, daß das Leben der Frau hätte gerettet werden können, wenn rechtzeitig ein operativer Eingriff erfolgt wäre. Das Gericht Der- urteilte den Angeklagten nach mehrstündiger Ver- Handlung wegen fahrlässiger Tötung zu vier Mo n a t e n G e f ä n g n i s. Der Angeklagte habe nicht rechtzeitig einen Arzt zwecks Vornahme eines operativen Eingriffs zugezogen. Statt dessen fei der Eiter durch unsachgemäße Behand» umg in die allgemeine Blutbahn gekommen habe dadurch den Tod herbeigeführt. Geld | Brie' Büchertisch. — Alfred Aeumann: König Haber. (Engelhvrns Romanbibliothek, Band 992, broschiert 1 Mk., Ganzleinen 1,75 ML, in Halbleder 4 Mk.) — Alfred Aeumann, der als Erzähler immer mehr in den Vordergrund tritt und als einer der feinsten und reifsten Gestalter der jüngeren Dichtergeneration anerkannt wird, schildert in seiner neuen in Cngelhorns Romanbibliothek erschienenen Erzählung das tragische Schicksal eines Emporkömmlings, der durch seine politische und persönliche Geltung auf eine ungewöhnliche Höhe des Lebens gelangt und durch die eigene Dämonie in das dynastische Geschick greift, mit ungeheurer Kraft des Willens die „ewige Opposition" gegen sein buntes Blut bekämpft und dann doch, von Haß belagett, dem ewigen Gesetz zum Opfer fällt: dem Sieg des Schicksals über menschliche Energie. Der Dichter hat einen an Kleist geschulten heroischen Stil gefunden, der die tragische Verwicklung der drei Hauptgestalten bis zur äußersten Spannung und Wirkung führt, ohne doch jemals das Sensationelle lärmend werden zu lassen. 169 — Munier-Wroblewska, Mia. Der rote Geiger. Geschichten zwischen Traum und Tag. (187 Seiten. Ganzleinenband Am. 4.50. Verlag der 3. G. Cotta'schen Buchhandlung Aachfolger, Stuttgart und Berlin.) — Mia Munier-Wroblewska behandelt in diesem ihrem neuesten Werke jene innerste rätselvolle Welt der Seele, wo das R?ich des Unbewußten dunkel-schicksalbildend ins Bewußte herübergreift, wo sich Aacht- und Tagseite ber Aatur mystisch- schauervoll verknüpfen und die dämmernde Halbwachheit der Träume und Ahnungen tiefer zum Grunde der Dinge dringt als das offene Tuge des nüchtern schließenden Verstandes. Spannend erzählt, find diese Geschichten ein Beweis vor. der starken und originalen Kraft der baltischen Dichterin. (156.) durch ein amerikanisches Kaligesetz zur Verfügung gestellt worden. Arn Geldmarkt war die Lage unverändert flüssig. Tagesgeld war zu 4—5i Proz. reichlich angeboten. Man erwartet eine weitere Herabsetzung des Privatdiskontsatzes entsprechend den im Freioerkehr Üblichen Sätzen. Arn Devisenmarkt hatte Paris gegen London stärkere Schwankungen aufzuweisen und lag weiter matt. Paris schwankte zwischen 143,50 und 142,25 gegen London. Brüssel lag ebenfalls schwächer mit 131 gegen London. Oslo lag dagegen erholt, ebenso London gegen Kabel. ranffnrter Getreidebörse. Frankfurt a. TL, 16. April Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 30 bis 30.25, Roggen (inl.) 20,25 bis 20,75, Sommergerste (für Brauzwecke) 22 bis 24,75, Hafer (inl) 22,75 bis 23,75, Mais (gelb) 18,75 bis 19,25, Weizenmehl (inL, Spezial 0) 42 bis 43, Roggenmehl 29.50 bis 30, Weizenkleie 10,50, Roggenkleie 11,50 bis 11,75. — Tendenz: Fest. 3.30 bis 4 Llhr: Die Stunde der Jugend, bis 4.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Aste Operetten. 5.45 bis 6.10 Uhr: Die Lesestunde (für die reifere Jugend): Aus dem Roman „Die Regulatoren in Arkansas" von Friedrich Gerstäcker. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Schauspieler, Rhapsode, Erzähler, Vorleser int Rundfunk'. Vortrag von Universitätslektor F. H. Roede- meyer (Schluß). 6.45 bis 7.15 Uhr: „Rodins dritte Hand", Vortrag von Bildhauer Benno Elkan. 7.15 bis 7.45 Uhr: Stenographischer Fortbildungskurs für alle Systeme (Diktat von 80 (Silben aufwärts). 7.45 bis 8.15 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung. 8.15 bis 9.15 Uhr: Zeitgenössische Kammermusik. 9.15 bis 10.15 Uhr: Bunter Abend. Anschließend bis 12 Uhr: Hebertragung von Berlin: Tanzmusii der Berliner Funkkapelle. Wirtschaft. Benno Orenftein Der Gründer der Orenftein & Koppel A. G., Geh. Kommerzienrat Benno Orenftein, ist dieser Tage zur großen Armee abgerufen worden. Damit ist wieder einer derjenigen deutschen Industriellen da- hingegangen, die mit einem ungeheuren Maß an Arbeitskraft im zweiten Teil des vorigen Jahrhunderts aus allerkleinsten Anfängen heraus gewaltige Jndustriegebilde geschaffen haben. Erst kürzlich erlassen, an, so daß die anhaltende Frankenbaisse unbeachtet blieb. Auffällig ist, daß K a l i a k t i e n gut behauptet blieben, obwohl zu dem ungünstigen Ein- druck des Vertrages mit der elsässischen Kaliindustrie jetzt noch die amerikanische intensive Forderung der Untersuchung der Kali-Vorkommen in den südwestlichen Gegenden der Vereinigten Staaten hinzukommt. Zu diesem Zwecke sind 3 Millionen Dollar Berliner Börse. Berlin, 16. April. Die Börse begann an den variablen Märkten etwas freundlicher. Die ersten Kurse zeigten im allgemeinen leichte Erholungen. Im Verlaufe der ersten Stunde wurde die Aufwärtsbewegung etwas lebhafter, so daß nach dem schwachen Nachbörsenverkehr des Vortages heute wieder eine Hausse zu verzeichnen war. Das Publikum war am Geschäft jedoch nicht beteiligt, da es dem Markt infolge der feit einiger Zeit täglich eintretenden Schwankungen und der dadurch heroorgerufenen Unsicherheit fernbleibt. Die Spekulation, die sich in der letzten Zeit auf Baisse engagiert hatte, sah sich hingegen in größerem Umfange au Deckungskaufen veranlaßt, zumal die gestrige Auslegung der Freigabebill sich als zu pessimistisch erwiesen hat, woran ein unklarer Gesetzesauszug schuld fein soll. Gleichzeitig wurden von Bankenseite rn einigen Papieren beträchtliche Käufe getätigt. Diese Tatsachen führten am Schiffahrtsmarkte, der die stärksten Schwankungen aufwies, zu Kurssteigerungen von über 4 Prozent, die sich wahrend der ersten Stunde noch fortfetzten. Am M o n t a n m a r f t regten die Roheisen-Gewinnzif- Nahmen sind nur unter den allergrößten Schwierigkeiten zu balancieren. Mit 19 165 800 Mark tn Einnahme und Ausgabe ist dieser Haushalts- blan um rund eine Million höher wie im Vorfahre. Trotzdem nach dem ersten Voranschlagsentwurf die Ausgaben um 1/2 Million gestrichen Wurden, verbleibt ein Fehlbetrag von über I1/2 Millionen. Zur Deckung dieses Fehlbetrages sollen verwendet werden: Die angesammelten Betriebsmittel der Stadtkasse mit 500 000 Mk., die gleiche Summe durch Zurückziehung der aus lausenden Mitteln des Jahres 1924 für Bauzwecke zur Verfügung gestellten Mittel, ein Zuschlag von 5 Pfg. zum Wasserpreis zugunsten der Wohlfahrtspflege mit 125 000 Mark., 114 000 Mark, die durch Schulgelderhöhung für auswärtige Schüler beschafft werden sollen, 300 000 Mark durch leihweise Hergabe der bei den städtischen Betrieben zurückgestellten Werkerhaltungsbeträgen. Unter den erhöhten Ausgaben figurieren der Mehrzuschuß zum Landestheater mit 100 000 Mark, der Zuschuß zu den Polizeikosten des Staates mit 610 000 Mark (für 2 Jahre 1200 Mark für jede Polizeistelle), die Wohlfahrtspflege erfordert einen Mehraufwand von 300 000 Mark. Die Stadt Darmstadt hat monatlich zu unterstützen 1264 Sozialrentner und 1114 Kleinrentner. Von dem ganzen Zuschuhbedarf entfällt auf die allgemeine Verwaltung nur etwa 1,9. Soweit die Einnahmen zur Deckung des Der- mögensbedarfes, der mit rund U/g Millionen Mark veranschlagt ist, nicht ausreichen, sollen die fehlenden Mittel durch eine langfristige Anleihe aufgebracht werden. Ein Teil dieser Anleihe soll mit 4 280 000 Mark zu Wohnungsbauzwecken Verwendung finden. Seit Kriegsende hat die Stadt annähernd 1000 neue Wohnungen erbaut. 200 weitere sind für 1926 vorgesehen. Als erfreulich stellte der Oberbürgermeister die Zunahme des Sparsinns der Bevölkerung fest. weibliche Polizei in Frankfurt. Aachdem Preußen als erstes deutsches Land sich mit der Einrichtung einer weiblichen Polizei beschäftigt hat -- Baden, Sachsen und Hamburg gehen neuerdings auch ernstlich an die Frage heran —.ist Frankfurt a.M. als erste Stadt ausersehen worden, der ersten deutschen Frau, die die Prüfung als Kriminalkommissar erfolgreich bestanden hat, ein organisatorisches Betätigungsfeld zu bieten. Frau Josesine Erkens, die seinerzeit in Köln die Leitung der Frauenwohlfahrtspolizei hatte, ist im Auftrag des Ministeriums seit mehreren Wochen an der Arbeit, im Frankfurter Polizeipräsidium ein Frauenkrim inalkvmmisfariat vorzubereiten. Die endgültige Einrichtung desselben, die in den allernächsten Wochen zu erwarten steht, sowie die Leitung dürfte zunächst gleichfalls von Frau Erkens übernommen werden. Der künftigen Frankfurter Polizeikommissarin werden als Mitarbeiterinnen eine Anzahl von sozial vorgebildeten Frauen beigegeben, die eine fachpolizeiliche Ausbildung genossen haben und Deamteneigenschaft erhalten. Im Gegensatz zu Köln, wo die polizeilichen unbewaffneten Beamtinnen bei ihren nächtlichen Patrouillengängen -Uniform trugen, gedenkt man in Frankfurt von einer Uniformierung der weiblichen Polizei zunächst noch Ab st and zu nehmen. Die Tätigkeit der Frankfurter Polizeibeamtinnen wird sich im Außendienst vornehmlich auf die Vorbeugung der Prostitutionsgefahr beschränken, während sich der Innendienst hauptsächlich auf bestimmte Vernehmungen von Frauen und Kindern in Sittlichkeitsdelikten u. ä. erstrecken dürfte. Als ein reiches und dankbares Arbeitsfeld der weiblichen Polizei ist besonders auch die Bearbeitung aller Straftaten zu betrachten, die von Jugendlichen im Sinne des Jugendgerichts- gesehes begangen werden und zur sachlichen Zuständigkeit der Jugendgerichte gehören. Wettervoraussage. Halb biS ganz bedeckt, westliche Winde mit Regenfällen, Temperaturen ausgeglichener, mäßig warm. Ausläufer eines nordwestlichen Wirbels haben unter Zurückdrängung des hohen Drucke, noch Südosteuropa die Schönwetterlage unterbrochen und ihr Regengebiet bis zur ©Ebe ausgedehnt. Während die Erwärmung gestern noch tagsüber weitere Fortschritte machte, liegen die nächtlichen Minima um 3 Grad höher als am Vortage. Die Tages- und Rachtternperaturen werden sich jetzt mehr ausgleichen und die Tages- Werte niedriger liegen. Das Zuströmen feuchter, südlicher bis westlicher Luft dauert noch an. Ob eine längere Schlechtwetterperiode bevorsteht, ist noch nicht abzusehen. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 20,5 Grad ©., Minimum 2,9 Grad E. Heutige Morgentemperatur 7,8 Grad C. * Die amtliche Großhandelsindexziffer. In der Woche vom 7. bis 14. April haben die Agrarerzeugnisse weiter stark angezogen (um 2,2 v. H. auf 121,9). Die Jndustriestoffe haben wiederum leicht r f,gegeben (um 0,2 v. H. auf 126,7). Der Gesamtindex stellt sich am 14. April auf 123,6. * Gleichzeitige Begebung 6,5p r 0 z. S ch a tz a n w e i s u n g e n der Deutschen Reichspost und des Freistaates Preußen. Bon einer Gesamtemission von 70 Mill. Reichsmark 6,5prozentiger Schahanweisungen der Deutschen Reichspost und 30 Mill. Reichsmark 6,5prozentiger Schahanweisungen des Freistaates Preußen übernahmen zwei unter Führung der Reichsbank bzw. der PreußischenStaats- bank gebildete Konsortien 50 Mill. Reichsmark 6,5prozentiger Schahanweisungen der Deutschen Reichspost und 10 Mill. Reichsmark 6,5prozenti- ger Schatzanweisungen des Freistaates Preußen, beide rückzahlbar zum Rennwert am 1. Oktober 1930. Beide Anleihen dienen werbenden Zwecken. Die Unterbringung der Schatzanweisungen erfolgt im Wege des freihändigen Verkaufs durch die Konsortien während der Zeit vom 21. bis 28. April. Der Verkaufskurs beträgt 98 Prozent. Den Käufern steht es frei, in ihrem Antrag den Wunsch zu äußern, daß ihnen im Falle der Ueberzeichnung der von ihnen gewünschten Gattung, soweit dieses möglich, Stücke der anderen Gattung geliefert werden. Sperrstücke werden bei der Zuteilung bevorzugt. Vorzeitiger Schluß des Verkaufs bleibt Vorbehalten. Je 20 Mill. Reichsmark von den Gesamtemissionen sind mit sechsmonatiger Sperrverpflichiung bereits fest begeben. rtTontfurtcr Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 16. April. Tendenz fest. — Der Einfluß der aus den Vereinigten Staaten einlaufenden Freigabenachrichten machte sich auch heute im Börsengeschäft stark bemerkbar und führte wiederum zu einem Tendenzwechsel. Die Meldungen über Verschleppungspläne im amerikanischen Senat bezüglich der Freigabebill, die am Vortage nachbörslich einen scharfen Kursdruck bewirkt hatten, wurden heute an der Börse weniger pessimistisch beurteilt. Die Börse eröffnete daher wesentlich gebessert. Das Hauptinteresse beanspruchten wieder Schiffahrtsaktien, in denen große Deckungen vorgenommen wurden. Das Geschäft war hier ziemlich umfangreich und lebhaft, und sowohl Hapag wie Nordd. Lloyd konnten 3—4 Proz. anziehen. Stark begehrt waren ferner wieder Chemiewerke, die Kursbesserungen bis zu 4 Proz. aufzuweisen hatten. Bei E 1 e k t r 0 a k t i e n betrugen die Gewinne 2—3 Proz. Am Montan - markt waren nur einige Spezialpapiere bevorzugt, so Deutsch-Lux plus 2, Rheinstahl plus 1,87, ferner Buderus plus 1, Harpener plus 1L Proz. Der Bankaktienmarkt tendierte ziemlich fest. Don Autoaktien hatten Daimler eine Steige- rung von 1,75 Proz. zu verzeichnen, Neckarsulmer plus 1,5 Proz., aber Kleyer minus 0,5 Proz. Der Markt der variablen Werte zeigte leichte Erholungen, mit Ausnahme von Zuckeraktien, die uneinheitlich und überwiegend niedriger notierten. Sehr begünstigt waren wieder B a u a f t i e n. zßapfj & Freytag plus 1,5 Prozent, Zement Heidelberg plus 0,5 Prozent. Deutsche Anleihen waren gut erholt. Ausländische •Renten njenig verändert, nur Ungarn wurden mäßig höher. Der Frei verkehr schloß sich der freundlichen Strömung an. Becker Stahl 45, Becker Kohle 58, Benz 65, Brown Boveri 66, Entreprise 11, Growag 54, Ufa 53,5, Ufra 74,5 Prozent. Der weitere Verlaus wurde beeinträchtigt durch eine neue Unsicherheit, die sich im Börsengeschäft bemerk bar machte. Die Tendenz wurde uneinheitlich, ^chlssahrtsaktien gaben leicht nach, während Montana ktien weiter im Kurse anziehen konnten. Der Geldmarkt ist noch flüssiger ge- unö öwar durch die Restauszahlung der Dollarschatzanleihe von 1925 in Höhe von etwa L5 Millionen Rentenmark. Der Satz für tägliches ©elb konnte wieder auf 4,5 Prozent herabgesetzt Berlin, 15 April Amerikanische Note»..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten........ Fran;ösische Noten...... Holländische Noten .... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr., i 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten ...... spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten .... werden. Monatsgeld 5,25 bis 7 Prozent, je nach j fern für März, die eine weitere Besserung erkennen Adresse. Jndustrieakzepte 5,5 Prozent. Im De- ' " ' " ' ' - - • ~ ..... visenoerkehr zeigte Paris mit 143,70 gegen Frankfurt a.M. Berlin Schluu» ftuts l-Uftc. Kur» SchluK.l Anfang Knr» Q-ir-. Datum: | 15. 4 16 4 15 4 16 4 5% Deutsche RcichSanleihe . <% Deutsche RcichSanleihe . 3'/,oln Deutsche RcichSanleihe 0.430 0.4375 0,4205 0,4007 0.44 0,415 0,400 — 0,4007 0,4125 3% Deutsche RcichSanleihe • 0,5110 — — 0,510 Deutsche Sparprämienanleihe 0,250 — 0,2505 4°/0 Preußische KonsolS ■ . • 0,400 — 0.400 0,4125 4% Heilen ....... — — — — 3V2°/o Hessen........ 3% Hepeu.......... 0.390 — — —— 0,390 — — — Deutsche Wertb. Dollar-Anl. 100 _ _ dto. Doll.-Schav-Slnireilng.*) — — — 4% Zoll türken...... 13.275 13,25 13,4 _ 5% Goldmcrikaner ... 41,5 41,75 — Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank 151,75 114.7* 114,7’ 152* 114’ 153* 114.7’ Darmst. und Naiionalbank • 136.5* 137,7* 137* 137* Deutsche Bank........ 136 — 135,5* Deutsche Bercinsbank . . . 87 — — _ Disconlo Commandit Metallbank......... Mitteldeutsche Creditbank. . 121,62 122 122,1* 122,75 94 94,25 102* 101,7* 101.5* _ Ocsterreichische Ercdilan statt. 7,4 7,5 7.4 7,4 Weltbank ........ __ — Bochumer Gaß....... 92,75* 91,75* 93.5* Buderus ......... 63.5 63 62,5 62 Caro ........... 54,75 58,75' 56,5* 57,25* 97,25* 100* Deutsch-Luxemburg...... (Gelsenkirchener Bergwerke. 97 99' 98’ 99’ 96.9’ 98.13* Harpener Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben.... 107* 126,5 108’ 128* 107,1* 128.5* 106,9* 128.7 Kaliwerk Westeregeln..... 135 134,2 136,5 Laurabüttr... ...... Oberbedarf...... . . . . 40.4 51,75 41,25 39,62 52.5’ 39,5 52* Phönir Bergbau ....... Rheinstahl........... Ricbeck Montan........ Tellus Bergbau....... 80,5* 95,5* 81* 95,9* 63* 95* 80,94* 95* 94,5 69 94,75 96.5 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovo ... 149,2- 143’ 148,5’ 143,9- 148,5* 143,5* 149* 143,6* Cheramische Werlc Albt« . . 46 _ Zementwerk Heidelberg . . 98 98,5 Philipp Hettmann..... 77,25 58 Anglo-Cont-Guano . ... 79 Chemische Mäher Alapin . . I. (S. starbenindustric, A.-G. 141,6* 143* 141* 142,7* owldschmidt........ 81,75 81,12 81,5 81112 Holzverkohlung....... 73 73 Rntgcrswerkc........ 83,75 83 83,5 Schcidcanstalt ....... 113,75 114.5 — Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 103,7* 104’ 103’ 103,5* Bergmann ......... Maiukraftwerke........ — 92 _ 94,13* 95,5 L-chuckert........ . . Siemens k HalSke ...... 87,75 115 90,5* 88,5* 115,2* 89.75* 117,7* Adlcrwcrke Kleyer ...... 58 57 57,62 55,4 Daimler Motoren. ...... 64 67 65,25 66,5 Hcyligenstaedt......... Meguin............. 29,5 42 Motorenwerke Mannheim — 55,5 — Frankfurter Armaturen . . 26 _ _ — Konservenfabrik Braun . 44.75 — — — 85 109,5 84 Schuhfabrik Herr 35,5 — 59,5 — Sichel. Zellstoff Waldhot 4,8 4.9 — —— 124,75 125 124.25 123,75 Znckenabrik Frankenthal Zuckerfabrik Waghäusel 53,5 57,5 57,75 54 54,13 15 April- 16. April. Amtliche (Selb Notirun« Brief Amtliche Notierung Geld 1 Brief ÄS Brss.-Antw Kopenhagen ötlfingfard. Atollen. . Neuyork . . !&•: ßVE" - Wo de Jan' Wien in D-° CtfL abgest Belgrad . . Lissabon »Mn.' Athen Canada. . Uruguav 168.26 168,68 1,660 1,664 15,61 15,69 91,74 91,96 109,84 110,12 112,31 112,59 10,545 10,585 16,85 16,89 20,386 . -0,438 4,195 x 4,205 14.24 14,28 80,985 81,185 59,58 59,72 1,954 1,958 0,575 0.581 59,18 59,32 12.42 12,46 7,375 7,395 5,865 .5,885 3,052 3,062 21,325 21,375 80,85 81,05 2,067 2,077 5,39 . 5,41 4,20 4,21 4.31 1 4.32 Banknote 168,27 1,670 15,56 91,69 109,84 112,31 10,545 Ä 4,195 14,19 80,955 59,73 1,957 0,510 59,175 12,418 7,38 5,865 3,055 .'1,325 80,87 2,075 5,39 4,199 4,31 n. 168,69 1,674 15,60 91,91 110,12 ’S 20,444 4.205 14,2.1 81,25. 59,87 1,961 0.58-2 59,315 12,458 7,40 5,885 3,065 .1,375 81,07 2,085 5,41 4,209 4.32 Wichtig: Vor dem Anrühren Mehl mit MONDAMIN vermischt mehrmals durchsieben I 175 CT MeM m** 5 El?Cn' I. Sah und etwas abgeriebener Zitronenschale dickschaumig. Man siebt „nd seMäst sie^mP^