176. Jahrgang Nr. 15 Erstes Blatt Samstag, 16. Januar 1926 Mei unb IM •‘Mm *\ ** ds Katholischen «D Hessischer Landtag. Darmstadt, 15. Ian. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.45 illjr. Abg. Hein- staot richlet an die Regierung eine Kleine Anfrage» wesbalb die Mittel für den Reu bau einer Rotlauf-Smpsanstalt in G i e- ßen nicht bereitgestellt wurden. Ministcrial- direktllr Spamer erwidert, daß die finanzielle Lage dies nicht gestatte. Erst müßten dringlichere Bauten errichtet werden. Auf eine Anfrage des Bauernbundes wegen Regulierung der Ridda und der Ridder im Kreis« Büdingen und Friedberg erwidert Minister Raab, daß über diese Fragen Berhand- lungen schweben; das letzte Hochwasser sei Vcr- anlaftung, diese Verhandlungen noch zu beschleu- Lanah«« von Sajelgth für bie lagcsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Relchspfennig, für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Beichspfennig, Platzvorschrift 20° „ mehr. Thefredaüteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. SSt Angehörigen ganz Der Vorstand. Aus dem Reichstag. Berlin, 15. San. Auf der Tagesordnung des Reichstags stand zunächst die erste Beratung der Vorlage, nach der die hbherbesol- deten nichtkrankenversicherungspflichtigen Angestellten in die Erwerbslosenversicherung einbezogen werden sollen. Es handelt sich dabei um Angestellte mit einem Jahreseinkommen von 2700 big 6000 Mk. Die Vorlage wurde angenommen. Weiter wurde eine Entschließung angenommen, die die Regierung um die Vorlage eines Gesetzentwurfes über Die Unterstützung der Kurzarbeiter er- sucht. Es folgten die Anträge, in denen alle Parteien Hilfsmaßnahmen füt bie Hochwassergeschädigten und Maßnahmen zur Vorbeugung ähnlicher Katastrophen verlangen. Annahme fand schließlich nach eingehender Debatte, in die auch Reichsverkehrsmmrster Kröhne eingriff, ein Antrag des Zentrums auf sofortige Bewilligung von drei Millionen Mark. Nachdem die Annahme des Antrages fast einstimmig erfolgt war, wurden alle übrigen weitergehenden Anträge und Snter- pellationen dem Hauptausschuh überwiesen. Die weiter auf der Tagesordnung stehenden Anträge zur Steuerreform gingen ohne Aussprach« an den Steuerausschuh. nett Luther wird also von links sowohl wie von rechts keine grundsätzlich.' Opposition finden und reie Lohn haben für aktive Politik, die das deut- che Volk nach dem Jnteregnum der letzten Wochen n außerordentlichem Maße, inner- wie außenpolitisch, von ihm erwartet. Jnnerpolitisch Bekämpfung der Wirtschaftsnot, namentlich auch der Arbeitslosigkeit, Erleichterung des Steuerdrucks und der Kreditnot, außenpolitisch energischer Kampf um bie Auswirkungen des Locarnovertrages, sorgfältige Vorbereitung für Deutschlands Eintritt in den Völkerbund und schließlich die Revision der Dawesgesetze, deren Unerfüllbarkeit auch unseren Vertragskontrahenten offen dargelegt werden muß. Alles in allem ein Programm, das die ganze Energie und volle Arbeitskraft unserer Staalslenker erfordert. Hoffen wir,, daß dem ungebrochenen Wollen des Reichskanzlers, gestützt aus bas Vertrauen der Ration, im zweiten Jahre seiner Kanzlerschaft ein weiterer Schritt zur Befreiung Deutschlands gelingen möge! 11 Sttifll*66* Die Regierungsbildung. Dr. Gehler beim Reichspräsidenten. - Der Kampf um das Innenministerium. Hochverratsverfahren gegen den Hochmeister des Iungdeutfchen Ordens. B e r l i n, 15. San. (WTB) Don der Kasseler Staatsanwaltschaft ist, w'.e uns von der x-eiö tung des Sungdeutschen Ordens m 11- geteilt wird, ein Hochvcvratsversahren gegen den Hochmeister des Sungdeutschen Ordens, Artur Ma h raun, bzw. gegen die Ordenslettung, e.n° geleitet worden. Sn der Mitteilung der Ordensleitung heiht es weiter;. Das HochverratSver- fahren gründet sich auf die auch durch die Xe öffentlichungen der Ordenslettung un >>^n9 deutschen" bekanntgegebenen Derhandl ungen des Hochmeisters mit Politikern. Die Einleitung des Verfahrens ist um so sonderbarer, als die Ordenslettung von diesen Verhandlungen die für die Re.chspolitik zuständigen Reichsbehörden zewrn^ unterrichtet hatte. Die Kasseler Behörden haben die Akten hierüber an den Oberreichsanwalt wett er gegeben. Der Sungdeutsche Orden richtet durch seine Tageszeitung an den preußischen Snnenmimster die öffentliche Anfrage, ob er bereit ist, in der Oeffentlichkeil die gegen die Ordensleitung vorliegenden angeblichen Anschuldigungen zu nennen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Äonals:Bejngsprei$: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägen lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriflleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranlsurt am Main 11686. solide" r Schwierigkeiten der Freitagsoerhandlungen hofft man an unterrichteter Stelle zuversichtlich, daß die morgigen Besprechungen einer tragbaren Lösung näherkommen werden. Der Reichslandbund an den Kanzler. B e r l i n, 16. Ian. (Wolff.) Der R e i ch s l a n d- b u n d hat zu Händen des designierten Reichskanzlers Dr. Luther eine von beiden Präsidenten des Reichslandbundes, des Grafen K a l ck r e u t h und Hepp, unterzeichnete Erklärung abgegeben, in der eine Reihe von Wünschen ausgesprochen wird, darunter Vereinfachung des Verwaltungsapparates in Reich, Ländern und Gemeinden, Verminderung der sozialen Abgaben, Befreiung von einem Lohnsystem, das die Löhne nivelliert und dadurch die gesamte Arbeitsleistung mindert.und eine Handelspolitik, die nicht aus politischen Rücksichten wichtige Produk- tionsgrundlagen opfert. „Das deutsche Volk" muß wissen" — so heißt es in der Erklärung weiter —, „daß die Vorbedingung zur neuen Kraftentfaltung der deutschen Landwirtschaft ein Preisaus - gleich zwischen landwirtschaftlichen Betriebsmitteln und Erzeugnissen, eine der Betriebseigenart der Landwirtschaft entsprechende K r e d i t g e st a l t ung und Befreiung aus den Händen einer produktions- feindlichen Börsenspekulation ist." Als dann der Reichspräsident Ebert am 15. Januar 1925 Dr. Luther als Nachfolger Dr. Marx zum Reichskanzler berief, brach mit diesem Tage ein Jahr bedeutsamster innerer Reformen und, mit Stresemann als Außenminister, ein Jahr höchster aktiver Außenpolitik an. Daß es Luther gelang, zum erstenmal die Deutsch- n a t i o n al e n zur verantwortlichen Mitarbeit am neuen Staat heranzuziehen, war ein erfreuliches Zeichen für die allmähliche Konsolidierung unserer innerpolilischen Verhältnisse. Schon die ersten Monate seiner Kanzlerschaft brachten der Nation den Tod des erstenReichspräsdenten,dessen hohe Verdienste um die Einheit des Reiches in schwerer Zeit und um die Festigung des Staates keiner wärmer anerkannte als Reichskanzler Dr. Luther und der neue Reichspräsident, Feldmarschall Hindenburg, dessen Wahl das deutsche Volk am 26. April 1925 mit überwältigender Mehrheit beschloß. Hindenburgs Bekenntnis zur treuen Mitarbeit auch am neuen Staat hat wie kaum ein anderes Moment zum Ausgleich der Gegensätze im Innern und zur Hebung des deutschen Ansehens im Ausland beigetragen. Nur in der durch die Wahl Hindenburgs geschaffenen Atmosphäre konnte dem Reichskanzler und seinen Mitarbeitern das große innere Reformwerk gelingen, das ohne schwerste Härten, ja ohne Ungerechtigkeiten gegen den einzelnen unmöglich durchzuführen war: Aufwertung, Steuerreform, Handelsverträge und Zölle. Das sind riesenhafte Leistungen, die durch mancherlei Mißgriffe und Ueberspannungen im einzelnen nicht verkleinert werden. Wenn es dem Kanzler bislang versagt blieb, der schweren W irisch a f t s k r i s i s , die auf allen Teilen des deutschen Volkes seit Monaten lastet, Einhalt zu tun, so wird man sich daran erinnern müssen, daß die deutsche Wirtschaftsnot in ihren Hauptursachen ein Ausschnitt aus der großen Weltwirtschaftskrisis ist, deren Behebung zum guten Teil nicht in unserer Macht steht. Man denke nur an das französische Valutadumping, die Regelung der intei- alliierten Schulden, die Subventionierung des englischen Kohlenmarktes, die britische und amen- konische Hochschutzzollpolitik. Außenpolitisch wird das erste Jahr der Kanzlerschaft Luthers durch das Wort Locarno gekennzeichnet. Bei allen schweren Bedenken, die wir 'auch heute noch einer Reihe von Punkten im Paktsystem von Locarno entgegenbringen, ist doch festzuhalten, daß es in Locarno erstmals gelang, Deutschland wieder als gleichberechtigten Partner in die Weltpolsiik einzuschalten. Daß es nun für unsere Staatsltznker nicht gilt, auf ihren außenpolitischen Lorbeeren auszuruhen, daß es vielmehr angestrengtester und hartnäckigster Arbeit bedarf, um auf dem in Locarno erreichten, sehr bescheidenen Anfang weiterzubauen, die in den Vereinbarungen zweifellos schlummernden Gefahren zu bannen und aus dem Erreichten für Deutschland das denkbar Mögliche herauszuholen, das sind Ziele, zu deren Erreichung sich das ganze Volk ohne Unterschied der Partei heute zusammensinden muß. Stresemanns Außenpolitik war die Ursache für das Auseinanderfallen des ersten Kabinetts Luther. Die Deutschnationalen versagten sich dem Kanzler, der nach der Unterzeichnung der Locarnoverträge in London in der ersten Dezemberwoche 1925 mit dem Rumpfkabinett demissionierte. So blich* uns auch diesmal um die Jahreswende eine Regierungskrisis nicht erspart, deren erste Phase durch die von vrnherein aussichtslosen Bemühungen des Zentrums und der Demokraten für Wiedererrichtung der Großen Koalition gekennzeichnet wurde. Die Sozialdemokratie, die von beiden Parteien fast kniefällig gebeten wurde, sich der Verantwortung an der Staatsleitung nicht zu besteht & ölen-""» r-Sesch^ -ikatiA machte. vu9 Innenmini st erium wurde von den Demokraten weiter heftig umkämpft, die dafür Dr. kroch vorschlugen. Der Kanzler suchte diese Frage dadurch zu entspannen, daß er den Vorschlag machte, das Innenministerium gewissermaßen zu neutrali- ieren, indem es mit einer nicht parteipolitisch abgestempelten Persönlichkeit beseht wird. Der Reichsminister für Ernährung und Land- wirtschaft, Graf Sanitz, hat an den Reichs- kanzlec Dr. Luther folgendes Schreiben gerichtet: „Ich bitte Sic, von meiner Wiederberufung in ein neues Kabinett ab zu- ehen, da einerseits die verantwortungsvolle und anstrengende Tätigkeit des Leiters des Wirtfchafts- rcfsorts in fast 2* Jahren schwerster Wirtschaftskrise gerade unter den heutigen Verhältnissen eine besonders schnelle polltische und gesundheitliche Ab- Nutzung mit sich bringt, die für mich jedenfalls eine längere Erholungszeit unbedingt notwendig macht, anderseits ,edoch die andauernd schwierigen roirt- chaftlichen Verhältnisse meiner Ansicht nach die un- unterbrochene Weiterführung meines Amtes durch eine frische und unverb'-auchte Kraft erfordern." Für den Posten des Landwirtschaftsmmisters wird nunmehr, nachdem Dr. Luther Fühlung mit den landwirtschaftlichen Organisationen genommen hat, der Karne des früheren Staatssekretärs a.D. w a r m b o l d t genannt Die Aebernahme des I u st i; m i n i st e r i n m s durch Dr. Marx, des W i r t s ch a f t s Ministeriums durch den Zentrumsabgeordneten Lämmer und des Finanzministeriums durch den Demokraten Reinhold, bisher sächsischer Finanzminisler, gilt als sicher, ebenso das Verbleiben der Herren Dr. Brauns und Dr. S t r e f e - mann in ihren Aemtern als Reichsarbeits- bzw. Reichsauhenminisier. Um 7 Uhr begab sich Reichskanzler Dr. L u t h e r zum Reichspräsidenten, um ihm über den Verlauf des Tages Bericht zu erstatten. Trotz der entziehen, hat trotz der Mahnenden Stimmen ihrer fähigsten Köpfe — erinnert fei nur an die Auslassungen Brauns, Severings, Noskes, Davids und Scheidemanns — im Grunde nie daran gedacht, sich in den heutigen Zeiten schwerster wirtschaftlicher Not mit der Verantwortung für eine Regierung zu belasten, die auch vor unpopulären Maßnahmen nicht immer wird zurückschrecken dürfen, wenn es das Wohl des Volksganzen heischt. Sie verschanzte »sich hinter unannehmbaren Forderungen, gab, trotz nochmaligen ernsten Warnungen aus eigenem Lager, dem Demokraten Koch eine brüste Absage und sucht nun die Schuld an dem Scheitern der großen Koalition aus die Deutsche Volkspartei abwälzen, die sich während der ganzen Verhandlungen mit vollem Recht strengste Zurückhaltung auferlegt hatte. Weder Zentrum noch Demokraten lassen sich durch diese demagogischen Täuschungsversuche der Sozialdemokraten über die wahren Urheber für das Scheitern ihrer Bemühungen irreführen. Sie haben sich entschlossen dem Reichspräsidenten und dem nunmehr wiederum mit der Kabinettsbildung beauftragten Reichskanzler Dr. Luther zur Verfügung gestellt, und die im Augenblick über Dr. Luthers Verhandlungen vorliegenden Meldungen lassen hoffen, daß der Kanzler Anfang nächster Woche dem Reichstag das neue Kabinett wird vorstellen können. Da die zur Mitarbeit bereiten Parteien der Mitte, also Deutsche Volkspartei, Zentrum, Bayerische Volkspartei und Demokraten (die Wirtschaftliche Vereinigung ist offenbar durch die Preisabbaupolitik der geschäftsführenden Regierung verärgert und behält sich ihre Stellungnahme vor) sich der Erkenntnis nicht verschließen können, daß die Wirtschaftslage größte Beschleunigung der Regierungsbildung erfordert, scheint man in sachlichen Fragen schnell zur Einigung gekommen zu sein und nur noch die Besetzung der Ministerien erörtern, wobei man der Frage einer Zusammenlegung einzelner Ministerien ernstlich nähertreten sollte. Das wäre ein guter Anfang für das Sparprogramm, dessen Durchführung Dr. Luther an die Spitze seiner Regierungstat,gkett wird stellen müssen. Daß das zweite Kabinett em parlamentarisches Kabinett insofern wird als die in ihm vertretenen Fraktionen auch mit ihrer vollen Verantwortung die Regierung stutzen, dürfte als sicher gelten. Im übrigen hat das neue Kabinett, trotzdem es nur eme Minderheit ist solange nichts zu fürchten, als sich keine Mehrheit zufaminenfindet, die ihm die Verantwortung für die Regierung abzunehmen bereit ist. Das Kavi- itmachung. iss» ilis., vormittags I nchen- 44OB E ,r>ien ^Abkaxn salisiav'U,roeke,2m nigen. Das Haus tritt hieraus tn die Tagesordnung ein. auf der als erster Punkt ein Antrag der Abgg. Dr. Keller und Birnbaum betr. Ausführungsbeftimmungen zu Art. 53 des Dolks» schulgesehes steht. Sn dem Antrag handelt es sich um die Wahlen innerhalb der Lehrerschaft zu LehrerauSschuß und Schulborstand, zu Kreis- schulamt und Etadlschulamt. Die in Betracht kommende Bestimmung soll folgenden Wortlaut erhalten: „Für die Wahl ist das für die öffentlichen Wahlen geltende Ve rh ä l t n is wa h lve r - fahren mit gebundenen L i st en anzu- wenden. Zur Einreichung einer Liste ist die Unter- schrist von fünf Hundertstel der Wahl berechnen, höchstens aber von zehn Personen erforderlich.' Abg. Frl. Birnbaum erstattet den Aus- schußbericht, der Ausschuß hat mit 6 gegen 6 Stimmen die Ablehnung beschlossen. Abg. Dr. Keller (D.V.P.) bemerkt, daß sich bei den Verhandlungen im Ausschuß erst ergeben hätte, wie wichtig die Bestimmungen seien. Es lägen tatsächlich viele Beschwerden über das bisherige Verfahren vor deren Zahl sich noch verstärkt hätte. Wenn Wahlen stattgefunden hätten, habe man nicht den Em- I druck gehabt, daß das Wahlgeheimnis gewahrt worden sei. Abg. Heinstadt (Ztr.) stimmt den Aus- führungen des Vorredners im wesentlichen zu und befürwortet die Aenderung. Sn der Abstimmung wird der Antrag mit 26 gegen 25 Stimmen a b g e l e h n t. Es entrinnt sich im Anschluß an die Feststellung dieses Ergebnisses eine längere erregte Geschasts- ordnungsdebatte. Eine Vorstellung des Fachverbandes der seminaristisch gebildeten Lehrerinnen an den höheren Spulen Hessens wünscht bestimmte Vorschläge über eine höhere Einstufung einer bestimmten Gruppe von Lehrerinnen. Abg. Frl. Birnbaum (Dtsch. Vp.) befürwortet die Vorstellung und begründet sie mit der Vorbildung der Lehrerinnen. Ministerialdirektor ttl r st a d t widerspricht den in dem Antrag geäußerten Wünschen unter Hinweis auf etwaige Konsequenzen. Auch muhten I bei der vorgeschlagenen Regelung dann vier Beamtinnen von der Gruppe 8 nach GnlPPe7 I zurückverwiesen werden. Rach längerer Debatte wird der auf Ablehnung der Vorstellung lautende Ausschußantrag angenommen. Das Haus stimmt dann dem gestern verhandelten Antrag Heinstadt-Weckler über die Schreinerwerkstätte in Bad-Rauheim zu. Hierauf werden die Verstellungen der Abg. Dr. Werner (Dntl.), Dingeldey (D.Vp.), Kaul (Soz.) und Reiber (Dem.) zum Fall Goldstein verhandelt, d. h. also die Vorstellungen zur Ernennung des Professors Dr. Goldstein zum außer- ordentlichen Professor der Philosophie an der Technischen Hochschule zu Darmstadtt Die Regierung hat hierzu eine gedruckt vorliegende 2Int- tcort stellt Abg. Dr. Werner wünscht m fernem Antrag, daß auch das S chrif t rn a t e ria l der Technischen Hochschule bekannt gegeben ^^^Ministerialdirektor ttl r st a d t teilt ein Schreiben der Technischen Hochschule mit, in dem es vom Kleinen Senat a b g e l e h n t wird, die Akten für eine öffentliche Landtagsverhandlung zur Verfügung zu stellen, weil Berufungsverhandlungen vertraulich seien. x , — Abg. Dr. Werne r (Dntl.) erklärt, d^Rame Goldstein spiele zum zweiten Male eine Rolle in der hessischen Politik. Der Redner erwähnt daß man seinerzeit dem Professor Goldstein als Redakteur der „Darmstädter Zeitung eine Dersorgungsstelle gegeben habe; bei der Ernennung handle es sich wieder Darum, ihm unter die Arme zu greifen. Sm „Darmstädter Tagblatt" habe sich ein fuhren der Demokrat gegen die ErnennungGotv- I ft e i n s ausge, prochen. Auf die Beschwerden und Vorslell'nngen habe die Regieruna einen ablehnenden Bescheid erteilt. Wenn nicht ganz schwerwiegende Gründe vorlägen, sollte das Vorschlagsrecht der Hochschulen von den Regierungen geachtet werden. Der Aebner geht dann näher auf den Konflikt zwischen Hochschule und Landesbildungsamt ein schildert die Vorgeschichte des Falles Goldstein. Die Hochschule habe den Wunsch gehabt, die neu zu schäftende Professur für Philosophie durch einen naturwissenschaftlich gerichteten Gelehrten zu besetzen. Aus dm Mitteuungen des Redners geht hervor, daß die Regierung das Ausleseprin- ziv verlassen und dafür das Dersor- 1 gungsprinzip durchgesührt hat. D.e Erneu- I nuna ist dann ohne Berücksichtigung der Vorschlagsliste der Hochschule erfolgt. Der Abgeord- 1 nete verlieh eine Reibe von Ein Jahr Reichskanzler. Am gestrigen 15. Januar jährte sich zum ersten Male der Tag, an dem das Reichskanzleramt an Dr. Hans Luther überging. Seit Jahrzehnten hat das deutsche Volk keinem leitenden Staatsmann ein solches Maß von höchstem Vertrauen entgegengebracht, und kein Kanzler hat in dieser Zeit dies Vertrauen in schwierigsten Lagen besser zu recht- fertigen gewußt, als Dr. Luther. Es ist nur ein winzig kleiner Schritt, den wir feit dem unglücklichen Kriegsausgang und dem Zusammenbruch des Staates auf dem Wege zur inneren Gesundung und zur Wiedererlangung unserer außenpolitischen Stellung gemacht haben, aber daß wir ihn überhaupt machen konnten, verdanken wir nicht zuletzt der Führung Luthers. Dr. Luther, Berliner von Geburt, im Kommunaldienst groß geworden, durch sein unerschrocken mannhaftes Verhalten als Essener Oberbürgermeister beim Ruhrembruch der Franzosen mit der deutschen Westmark besonders eng verknüpft, wurde in Zeiten schwerster Sorge gerade um das Schicksal der Rheinlands in das Reichs^ibinett berufen und gleich als Reichs- ernährungsminister an einen der gefähr- detsten Posten in der bedrohten Festung Deutschlands gestellt. Als Reichsfinanzmini ft e r ging er dann nach Aufgabe des passiven Widerstandes an die schier unlösbare Aufgabe einer Stabilisierung unserer Wahrung. Seiner Tatkraft gelang es, der Inflation Einhalt zu tun, wieder eine feste Mark zu schaffen und in den folgenden Jahren die Reichsfinanzen in Ordnung zu bringen. Mit Marx und Stresemann war er auf der Londoner Reparationskonferenz einer der deutschen Unterhändler. Wenn sich heute der D a - wesplan, der unsere, uns im Versailler Vertrag auferlegten Zahlungen regeln sollte, als unerfüllbar erweist, so wird ein Mann wie Luther sich dieser Erkenntnis schon in London kaum verschlossen haben. Wir wollen aber nicht vergessen, daß die Londoner Vereinbarungen uns die Befreiung der Ruhr brachten und der rechtlosen Periode der Sanktionen ein Ende machten. B e 11 i n, 15. Ian. (TU.) Reichskanzler Dr. L u - t h e t hat die Verhandlungen mit den Parteien heute mittag wieder ausgenommen. An diesen Besprechungen waren die Abgeordneten F e h r c n - bad), Scholz, Koch und Leicht beteiligt. Der Herr Reichspräsident empfing heute vormittag den Reichswehrminisier Dr. Oehler zu einer längeren Aussprache. Dr. Geßler begab sich später zum Kanzler, dem er mitteilte, daß er leider doch nicht in der Lage sei, weiter im Amte zu bleiben. In politischen Kreisen wurde aber sein Aus- scheiden von einer Stelle, die in besonderem Rlahe eine ruhige und sichere Führung verlangt, außer- ordentlich bedauert werden. So hofft man immer noch, daß er seine Entscheidung doch noch revidieren wird, zumal die Vorstellungen des Reichspräsidenten so starken Eindruck auf Dr. Oehler gemacht haben, daß er heute mittag seine endgültige Entscheidung von der dufammen- Ichnng bes neuen ftabinetts abhängig GietzeimAnzeign General-Anzeiger für Gberhesfen VrvS und Verlag : vrühl'sche Univerfitäls-Vuch- und SteindruSerei N. Lange in Gießen. Zchriftieitung und Geschäftsstelle: Schnlstraße 7. Hemdchen lern. Mk. 1.25 Mk. 3.75,2.50 ' Medaillen Mk. 2.50,2.25 Mk. 3.50,3.00 Mosen .ät..NM.OO Mk. 7.00,6.00 f «II mpfe ;t,fbg., Mk.3.50 i . ..Mk.4.50 'Druckschriften in Beziehung zum Soll Goldstein. 3n diesen Ausführungen, namentlich denen der Presse, wird dargelegt, kmß bei der Ernennung politische Gesichtspunkte für die Hess. Regierung maßgebend waren. In seinen Schlußbetrachtungen ncrtooljrt sich der Redner dagegen. daß die Gesinnung über wissenschaftliche Leistung gestellt wird. Abg. Dingel del) 1V. V. P.' geht den Gründen tut Erteilung des Dorschlagrechtes an die Hochschulen nach. Die Begründung hierfür liegt in der Beurteilung der wissenschaftlichen Leistungen durch Professoren. Rur in Aus- nahinefüllen dürfe das Dorschlagsrecht einer Hochschule außer Acht gelassen werden. Hier besteht eine Ausnahme. Zur Begründung habe man sich auf frühere Fälle berufen. Mit Hin weisen auf frühere Mißgriffe werde ein heutiger Fall nicht entschuldigt. Liegt hier ein Mißgriff vor? Es wird nicht in erster Linie aus der wissenschaftlichen Leistung heraus die Berufung von der Regierung begründet, sondern durch einen Zweckmäßig- keitsgrund. Die Berufung sei für die Lehrerausbildung erfolgt. Man wolle also einen Hochschullehrer. der populäre Dorträge halte: ob damit die Lehrer zufrieden wären? Aus Lehrerkreisen selbst habe man sich gegen eine derartige unwissenschaftliche Professur ausge- sprvchrn. In der Regierungsantwort sei nichts zu finden, was gegen die Forderung der Hochschule nach einer naturwissenschaftlich gerichteten Persönlichleit spreche. Die Regierung stütze sich bei ihrer Erklärung über die wissenschaftliche Qualifikation von Prof. Goldstein auf Arteile der Professoren Tröltsch> und Eulen. Die» male- aber hätten diese Herren Anstalten getroffen, dieser nach ihrer Ansicht qualifizierten Persönlichkeit einen Lehrstuhl zu verschaffen. Don 23 befragten Hochschullehrern hätten einige nicht geantwortet, andere erklärten, ihnen seien Leistungen Prof. Gold st eins nicht bekannt, andere äußerten sich verneinend über die wissenschaftlichen Leistungen von Prof. Goldstein. Man habe dem Senat der Lechnischen Hochschule den Dorwurf gemacht, daß er sich bei feiner ab- lebnenden Haltung durch politische Gründe leiten ließ. 3m Senat hätten sich aber auch Demokraten und Juden gegen die Ernennung des Professors Goldstein ausgesprochen. Mit der politischen Seite der Sache wäre es also nichts. $ür den Senat sei nur die wissenschaftliche Seite der Sache maßgebend. Was wolle nun die Regierung für andere Gründe der Hochschule unterstellen und worauf stütze sie dann ihre Behauptungen? Das Vorschlagsrecht sei nicht nur abgelehnt worden, sondern cs sei sogar noch in einer verletzenden und wegwerfenden Form geschehen. Wenn grundsätzlich von dem Vorschlags- recht abgegangen werde, so leide die wissenschaftliche Qualifikation der Hochschule. Der Redner fordert zum Schluß das Haus auf, die Bestrebungen zu unterstützen, die wistenschaftliche Qualifikation der Hochschulen hochzuhatten. Ministerialdirektor U r ft a b t gibt eine längere chronologische Darstellung der Verhandlungen über die Besetzung der philosophischen Professur. Die Regierung habe nicht gewollt, daß Profestor Gold- stein übergangen werde. Weil die Hochschule die wistenschaftliche Qualifkatton Profestor Goldsteins nicht erschüttern konnte, habe das Gesamtministerium die Ernennung vollzogen. Der Redner verliest dann eine Reihe von Gutachten (v. Aster, (Tuten usw.), die sich günstig über Profestor Goldstein äußern. Zwischen der Hochschule und dem Lan- besamt für das Bildungswesen sei der Fall sach- .lich behandelt worden, die Schärfe sei erst von 6 den Zeitungen hereingebracht worden. y Während der ganzen Verhandlungen des Falles Goldstein herrschte starke Unruhe im Hause. — Um t 1.15 Uhr werden die Beratungen abgebrochen. Am Donnerstag nächste Sitzung. Hessische Grönlandexpedition 1926 Gestern nachmittag versammelten sich, wie uns aus Darmstadt berichtet wird, die Lanbtagszbge- ordneten, die Vertreter der Regierung, sowie zahlreiche Hochschulprofessoren im Sitzungssaale des Landtags, um Dorträge der Herren H. K. E. K r ü g e r - Darmstadt und Professor Dr.Klut e- Gießen über die hessische Grönlandexpedition entgegenzunehmen. Prof. Dr. Steuer von der Darmstädter Technischen Hochschule richtete in einer Ansprach« Dankesworte an de Landtagsabgeordneten und die Regierung, daß sie Mittel für die Expedition bereitstellten. Die Erfolge der Expedition hätten der deutschen Wissenschaft im Ausland wieder einen guten Klang verschafft. Hoffentlich würden auch für eine größere Expedition, die fpäter unternommen werden soll, die Mittel bereitgestellt. Herr H. K. E. Krüger gab hierauf in einem Dortrag eine Schilderung der Expedition und ihrer Forschertätigkeit. Der Vortrag war begleitet von zahlreichen Lichtbildern, photographischen Aufnahmen von Land und Leuten. Professor Dr. Kl ute- Gießen gab hierauf unter Zuhilfenahme von Lichtbildern eine geologische Entstehungsgeschichte Grönlands und erörterte im Anschluß hieran einige Probleme, die auf der Expedition studiert worden waren. Präsident Adelung sprach am Schlüsse der Dorträge den beiden hessischen Gelehrten den Dank der Dersammlung aus und beglückwünschte sie zu ihren Erfolgen. Rach den Dorträgen wurde Kaffee gereicht. 3ur Fürstenabfindung in Hessen. De Rhein-Main-Korrespondenz erfährt zu den zur Zeit schwebenden Verhand- lungen über die Abfindung der verschiedenen Fürstenhäuser die Abfindung des hessischen Groß- Herzogs von hessischer parlamentarischer Seite, daß voraussichtlich wieder in aller Kürze geeignete Schritte geschehen, die eine detinittve Kl»ung der Frage herbeijühren sollen. Am 6. Juli 1923 wurde von der 1. Zivilkammer des Landgerichts Darmstadt eine einstweilige Derfügung erlassen, wonach für den November 1923 die Gehaltssumme auf 4000 Mark festgesetzt worden war. D-e Dereinbarung war vorläufig für das Jahr 1924 festgesetzt worden. Beiderseits war eine Kündigungsfrist dieser Dereinbarung von 6 Wochen auf den Ersten des nächstfolgenden Kalendermonats vereinbart worden. Der anhängige Rechtsstreit blieb nach die'er Dereinbarung während der Gültigkeit des Abkommens ruhen. Die Parteien erklärten ausdrückli'b, daß ihre Rechtsauffastungen und Rechtsansprüche durch die Dereinbarung in jeder Weise unberührt bleiben. Durch eine Regierungsvorlage vom Dezember 1924 wurde dann gefordert, daß die Dereinbarung, der Erhöhung der Beamtengehälter entsprechend abgeändert werde. Die Dorlage fand im Dorjähre Annahme, es besteht sonach die Dereinbarung bis heute weiter mit der Maßgabe, daß der Monatsbetrag auf 7200 Mk. angewachsen ist. Weitere Dersuchc. eine endgültige Lösung der Ab- findungsfrage herveizuführen. scheiterten inzwischen an der unsichern Finanzlage des hessischen Staates. In aller Kürze sollen nun, wie gesagt, erneut Schritte zur definitiven Klärung der 2lbfindung eingeleitet werden. Verständigung über die Fürstenabfindung? Berlin, 16. Jan. iWolff.) Die „Vvffische Zeitung" meldet, daß zwischen den Führern der Mitte l p a r t e i c n des Reichstags gestern eine Vereinbarung über die Regelung der vermögensrechtlichen Ansprüche der deutschen Fürsten zustande gekommen sei. Von den betreffenden Parteien soll in Kürze im Reichstag ein Gesetzentwurf eingebracht werden, der die Einsetzung eines besonderen Schiedsgerichts beim Reichsgericht in Leipzig vorsieht, das aus Berufsrichtern lind hohen Lerwaltungsbeamten zusammengesetzt sein und über alle vermögensrechtlichen Ansprüche der ehemals regierenden Häuser zu entscheiden haben soll. Roch dem „Lokalanzeiger" wird es für wahrscheinlich gehalten, daß unter Zurückziehung des demokratischen Antrags ein derartiger gemeinsamer Sotnpro- mißantrag der Mittelparteien eingebracht werden wird. Preußischer Landtag. WER. Berlin. 15. Ian. In der heutigen Sitzung des Preußischen Landtags erfolgte zu- nächst die dritte 'Beratung der Rovelle über die Bestellung von Mitgliedern des Reichsrots durch die Provinzialverwaltung. Die Abstimmung ergab die Annahme der Dorloge nach dem von den Sozialdemokraten, Zentrum, der Volkspartei und den Deniokraten eingebrachten Kompromiß- anttag. Danach wird eine neu» Berechnungsart eingesührt, durch die der Einfluß derPro- vinzen gesichert wird. Danach trat das HcruS in Die Beratung über die zur Hoch- Wasserkatastrophe vorliegend«n Anträge ein. Rach eingehender Debatte wurde in der Abstimmung unter Ablehnung der Einzelanträge das Schädenabgeltungsprogramm des Hauptausschusses angenommen. Darin wird das Staatsministerium ersucht, sofort Mittel zur vorläufigen Behebung der durch das Hochwasser herbeigesühr- ten Schäden zur Verfügung zu stellen, dem Reichstag eine Dorlage zur Entschädigung der Betroffenen vorzulegen und darauf hinzuwirken, das von Reichs wegen wie seitens der Koinmunen. Provinzen und Bezirksverbände alle möglichen Maßnahmen zur Linderung der Rot getroffen werden. Es folgte die Besprechung der Antrag» über die Rot der Erwerbslosen und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Das Haus sttmmte mit großer Mehrheit dem Abhilfeprogramm des Hauptausschusseö zu, der verlangt, daß zur Linderung der 'Rot der Erwerbslosen in weitestgehendem Maße Vorsorge getroffen und durch gesteigerte Förderung der produktiven Erwerbslosenfürsorge Arbeitsgelegenheit geschaffen toerbe. Holzmanns Flucht. XU. Berlin, 15. Ian. Da zu der für heute angesetzten Derhandlung gegen Holz» mann. Regierungsrat Darthels und Kri- minalasfiflent Rothe der Angeklagte Holzmann wiederum nicht erschien beschloß das Gericht, daS Verfahren gegen Holzmann abzutrennen und gegen Barthels und Rothe allein zu verhandeln. In einem in Berlin aufgegebenen Brief, ohne Ortsangabe, teilt Holzmann mit daß er i n s Ausland gereist sei. Maßgebend für seine .Abreise" sei sein schlechter Gesundheitszustand. Er werde sich in Deutschland den Gerichten zur Derfügung stellen, sobald es seine Gesundheit ihm erlaube. Die Staatsanwaltschaft hat gegen Holzmann einen Steckbrief erlassen. Außerdem sind die restlichen 13 500 Mark von der Kaution Holzmonns dem Gericht verfallen. Das Kabinett Namek vor dem Nationalrat. Wien, 15. Ian. (WB.) In seiner beugen Regierungserklärung im Rattonalrat führte Bundeskanzler Ramek aus: Die errungene Ordnung der Finanzen und des Geldwesens sei unter allen Umständen aus recht zuer- halten. Zur Beseitigung des Kapitalsund Kreditmangels würden Verhandlungen mit ausländischen Banken zur Gewährung langfristiger Kredite zu führen sein. Die Regierung werde sich bemühen, die Kreditteste aus der Dölkerbundsanleihe zur Anleihe im Inneren freizubekommen. Auch die Freigabe der österreichischen Guthaben in den Vereinigten Staaten, für die sich die Aussichten gebessert haben, würden der Wirtschaft einen merklichen Zufluß bringen. Die Landwirtschaft müsse durch gewisse Spezialmaßnahmen gefördert werden. Die Hande l s p o l i t i f der Regierung müsse den Erfordernissen des neuen Zvlltarises und den Handelsverträge anaepaßt werden. Zur Ausgleichung deS Unterschiedes zwischen dem österreichischen Zollniveau und dem der anderen in Betracht kommenden Regierungen werde dir Regierung in der nächsten Zeit die Erhöhung einer Positiv nen des autonomen Zoll- tarifes beantragen. Mit Deutschland, Polen, der Tschechoslowakischen Republik und anderen Staaten würden Zusatzverträge behandelt werden. Rach Abgabe der Regierungserklärung wandte sich der sozialdemokratische Abgeordnete Ellenbogen scharf gegen den Gedanken, den Mieterschutz abzubauen Er kündigte an, daß seine Partei in dieser Frage der Mehrheit leine Konzessionen machen werde. Avg. D i n g- Hofer (Grohdeuttch) erklärte, die völlige Gesundung der österreichischen Wirtschaft sei nur im Rahmen eines größeren Wirtschaftsgebietes erreichbar. Er regte nach dem Muster des Deutschen Reiches eine Art Reichswirttchastsrat an, um die Arbeiter in höherem Maße an Unternehmungen zu interessieren. Man müsse versuchen, eine Verbesserung der Handelsbeziehungen und damit ein größeres Absatzgebiet zu erreichen. Rußland komme dabei sehr stark in Frage. Dor allem aber fei eine 'Vergrößerung des Absatzgebietes rm Deutsch en R c i ch zu suchen mit dem ein Zollbündnis anzustreben sei. Abg. Kun sch ak (Christl.-Soz.) verlangte Anpassung der Mietengesehaebuntz an die tatsächlichen Verhältnisse, um Häuser wieder als Kreditobjekte verwerten zu können. Vie Rückwirkungen von Locarno. Eine Entschließung des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages. Berlin, 15. Ian. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages setzte die Beratungen über den Stand der Auswirkungen von Locarno fort. Zum Schluß wurde mit allen Stimmen gegen die eine Stimme des Abg. von Reventlow (Dt. Völk) bei Stimmenthaltung der Kommunisten folgende Entschließung des Abg. von Rheinbaben (Dt. Vp.) angenommen: Der Ausschuß nimmt in einer Debatte über die Auswirkungen des Vertragswerts von Locarno von den Pressenachrichten Kenntnis, wonach der. Unterausschuß der Botschaft« rtonferenz beschlossen haben soll, die Truppenzahl der Besatzungsmächte in der 2. und 3. Rhein- landzone auf ca. 75 000 Mann seslzusehen. Eine Derwirllichung dieses Beschlusses würde die berechtigten deutschen Erwartungen auf das stärkste enttäuschen. Sie würde nicht nur die in früheren langwierigen Verhandlungen zwischen Deutschland und den Besatzungsmächten bereits erzielten Ergebnisse (Rote der Botschafterkonferenz vom 16. Rovem- bcr. 1925: Erhebliche Herabsetzung der Desatzungs- stärke aus annähernd normale Stärke, d. h. annähernd deutsche Friedensstärke» wieder umfloßen, sondern überhaupt in krassem Wi- d e r s p r u ch zu der gesamten polittschen Lage stehen, wie sie durch die Unterzeichnung der Verträge von Locarno geschaffen werden sollte. Der Auswärtige Ausschuß richtet an die Reichsregierung auch im Hinblick auf weiter bevorstehende außenpolitische Entscheidungen daS nachdrückliche Ersuchen, ihre bisherigen Bemühungen um Herabsetzung der fremden Besatzung« stärken auf die Zahl der früheren deutschen militärischen Belegung (45 000 bis 50 000 Mann) und um eine dem Zweck des Vertragswerkes von Locarno entsprechende Regelung desDesahungsregimesaus das energischste sortzusetzen und dem Auswärtigen Ausschuß baldmöglichst von dem Erfolg ihrer Schritte Mitteilung zu machen. Die englisch-italienischen Schuldenverhandlungen. London. 15. Ian. (WTB.) Die italienischen Schuldenfundierungsverhandlungen wurden heute fortgesetzt. Am Rachmittag sand eine Sitzung der Sachverständigen der beiden Parteien statt als Vorbereitung für die Zusammenkunft zwischen Graf D o l p i und Churchill. Während Graf Volpi eine dem amerikanischbritischen Schuldenabkommen ähnliche Regelung wünsche, wird auf britischer Seite als praktisches Vorbild für die Erörterungen das Angebot Churchills an Caillaux vom August vorigen Jahres angesehen. Eine durchschnittliche Iahreszahlung von 10 Millionen Psund durch Italien während der 62 Jahre würde nicht über die Zahlungsfähigkeit Italiens hinaus gehen. Kunst und Wissenschaft. Der Reichspräsident an Erzbischof Soeberbtoem. Der Herr Reichspräsident hat folgendes Telegramm an den Erzbischof Soedcrblocm in Upsala gerichtet: Zu Ihrem heutigen 60. Geburtstag übermittle ich Ihnen meine herzlichst en Glückwünsche. Gern gedenke ich bei diesem 2ln- laß des segensreichen Hilfswerks, das so vielen Deutschen zugute gekommen ist, und Ihrer Erfolg verheißenden Arbeit für die Einigung der christlichen Kirche. — Reichskanzler Dr. Luther dankte dem Erzbischof in einem Glückwunschtelegramm für die werktätige Liebe, die er in schweren Zeilen an dem deutschen Volke geübt habe. Elektrisches Licht für den Schiffenberg. Die Regierung hat dem Landtag eine Vorlage zur Herstellung einer elektrischen Lichtanlage für den Domanialhof Schiffenberg zugehen lassen, in dem es u. a. heißt: Im Jahre 1923 haben wir die Herstellung von elektrischen Lichtanlagen für den Domanialhof Schiffenberg, die F ö r st e r w o h n u n g Baumgarten und für den Universität s- gor ft garten in Gießen beantragt. Unserem Antrag wurde stattgegeben, die erforderlichen Mittel sind bewilligt worden. Die Herstellungen konnten jedoch nicht erfolgen, weil der Pächter des Domanialhoses bei der stetigen Geldentwertung int Jahre 1923 fürchtete, die von ihm zu übernehmende Verzinsung uni) Tilgung des aufgewendeten Kapitals nicht leisten zu können. Runmehr hat dec Pächter, da stabile Verhältnisse wieder eingetreten sind, erneut einen Antrag auf Einführung elektrischer Beleuchtung gestellt mit der Erklärung, daß er bereit sei, 10 Prozent für Verzinsung des für den Doma-- nialhos Schiffenberg erforderlichen Betrages zu übernehmen. Wir möchten den Antrag unterstützen, weil mit Rücksicht auf die Feuersicher h e i t des DomanialhvfeS die Herstellung einer elektrischen Anlage zu empfehlen ist. Es ist ferner noch zu berücksichtigen, daß damit auch die Wasserversorgung sichergestellt wird, und cs durch den Anschluß des Domanialhoses Schiffenberg möglich wird, später die Försterwohnung Baumgarten und den Universitäts- Forstgarten mit elektrischer Beleuchtung zu versehen. Die Hochspannungsleitung soll von dem Orte Hausen nach dem etwa 2 Kilometer entfernt liegenden Schiffenberg geführt iverden: hier erfolgt in einer besonders einzubauenden Trans- formatorenStation die Herabsetzung der Spannung aus normale Gebrauchsspannung. Vom Soma- nialhos Schiffenberg soll später die Weiterleitung nach der etwa 800 Meter entfernt gelegenen Försterwohnung Baumgarten und dem in gleicher Entfernung gelegenen Universitäts-Forstgarten erfolgen. -Hierbei wäre zu erwähnen, daß die Versorgung dieser beiden staatlichen Gebäude mit elektrischem Licht nur dann möglich wird, wenn im Domanialhos Schiffenberg die Transformatorenstation erstellt ist. Die Stadt Gießen hat au der Herstellung der elektrischen Lichtanlage des Dopia- nialhofes Schiffenberg insofern ein Interesse, als es sich um einen beliebten Ausflugsort handelt. Sie hat sich daher bereit erklärt, von den Kosten der Hochspannungsleitung und der Inneneinrich- tung der Transsormatorenstation, die 6800 Mk. betragen, den Betrag von 3000 Mk. zu übernehmen, wenn der Anschluß des Domanialhoses Schiffenberg noch im Frühjahr 1926 fertiggestellt wird. Ferner will sie die Hochspannungsleitung kostenlos unterhalten, unter der Voraussetzung, daß die Leitung in ihr Eigentum übergeht. Die Kosten der Herstellung der Hochspan- nungs-Anschluhleitung, der Transformatorenstation und der elektrischen Licht- und Kraftanlage im Domanialhof Schiffenberg betragen zusammen 10 450 Mk. Wir stellen den Antrag, der Landtag wolle die alsbaldige Ausführung der Arbeiten genehmigen und der Verwendung der angeforderlen Mittel vorbehaltlich der Ueberschreitung durch etwaige in der Steigerung der Baustoffpreise und Arbeitslöhne begründete Mehrkosten zu- st immen. Der Antrag ist im Finanzausfchvß bereits angenommen und wird nunmehr dem Landtags- Plenum zugehen. Wettervoraussage. Wollig bis trüb, nachts mäßiger Frost, tagsüber Temperaturen weiter ansteigend. Riederschläge (nur stellenweise Schnee). Das russische Kaltlustgebiet ist an seiner Westfront von Randstörungen südeuropäischer Zyklonen stark abgebaut worden. Wenn sich auch augenblicklich in Westeuropa hoher Druck nordwärts verlagert, so ist doch die Kältezufuhr unterbrochen. Es ist nachts mit Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt zu rechnen, die tagsüber weiter ansteigen bürsten. Gestrige Lagestemperaturen: Maximum 0,6. Minimum minus 6,3 Grad Celsius. Schneedecke 4 Zentimeter. Heutige Morgentemperatur: minus 5,2 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptftadt. Gießen, den 16. Januar 1926. Ehe und Radio. Ehe und Radio spielen bei vielen Zeitgenossen. gleichgültig, ob alt oder jung, mäirnlichen ddcc weiblichen Geschlechts, eine große Rolle. Denn wie viele unserer Kleinsten, die eben sprechen lernten, von Antenne und Hörer lallen, und Großväter und Großmütter sich lebhaft für 'Rabio interessieren, gerade so spielen unsere 3ün- |ten auch mit Vorliebe Papa und Mama, und lassen sich die ältesten Semester nicht abhalten, sich noch in das Joch der Ehe zu stürzen. Dieses allgemeine Interesse ist aber nicht das einz.ge, worin Ehe und Radio überein st im- men. Radiofreuden erlebt man nur, wenn Sende- unb Cmpsangsapparak intakt und aufeinander eingestellt sind, genau wie gute Ehen auch nur bei gegenseitiger Harmonie bestehen. Andererseits sind mindestens neunzig Prozent mißlmi» genen RadioempsangS wie mißglückter Ghvi auf schlechte Kontakte zurückzuführen! Des Streben nach der Ehe und dem Besitz von Radio finbet sich überall. Ist da« Ziel erreicht. dann kann man den Flitterwochen der Eh« die „ Funlerwochen" beS Radio gegenüber- Men Wurde genug „gefüttert" und „gefunkt", 1° '"ßt hüben wie drüben das Interesse etwas nach, was aber nicht etwa heißen soll, daß es stir dauernd erlischt! Das kommt mir bei zu schlechten Kontakten vor. Doch eine Eigenschaft in finanzieller Hinsicht haben Ehe und Radio gemein: Um sie auf der Höhe zu halten, müssen beständig Reuanschafsungen gemacht werden, die jedesmal der Teil zu zahlen hat, der hören darf, was der andere redet. Und, leider ist es. wie bei vielem in ter Welt, auch hier so: Je größer der Geld- , beutel, desto — na. sagen wir — desto größer die Aussichten auf Ehe- und Radioglück. Man Eönnie dem entgegenhallen, daß Geld allem nicht glücklich macht! 3ugegeb»n! Ader damit ist das angeführte Beispiel der Ueberein- stimmung nicht hinfällig, sondern sie wirb nur um ein neues vermehrt. Denn so gut wie es Ehen gibt, die auch mit wenig Gelb glücklich sind so wurden Gegenden festgestellt, in denen trotz nächster Rahe des Senders und trotz vorzüglichster Apparate wenig ober nichts gehört wird Was nun die Un terschiede zwischenGha und Radio betrifft, so scheint sonderbarerweisa «irt einziger vorhanden zu sein: Wenn jemand die Mitteilungen des Senders nicht passen, so pfeift er drauf und stellt seinen Apparat ab. ohne bah es den Sender auch nur im geringsten rummert. Wenn aber eine Ehehälfte vom brausenden Redestrom der andern hinreichend gesättigt ist und würde dann auch weggehen--- — v weh!! ' Tacho. Gegen die Vergnügungssucht. Das Kreisamt Gießen veröffentlicht im neuesten Amtsverkündigungsblatt eine an die Bürgermeistereien gerichtete Bekanntmachung betr. die Einschränkung von Lustbarkeiten, in der es heißt: „Angesichts der steigenden Rot der Zeit und im Hinblick auf die wachsende wirtschaftliche Bedrängnis weitester Bevöllerungskreise sehen wir uns veranlaßt, gegen die immer mehr zunehmenden Tan^lustbarkeiten und sonstigen dem Vergnügen dienenden Veranstaltungen. ausgehend von Wirten, Vereinen und Gesellschaften, mit einschränkenden Maßnahmen vorzugehen. Wir werden künstig nur solchen Anträgen nähertreten, die vom Gemeinderat befürwortet sind, und behalten uns auch insoweit vor, unsere Entschließung über die Erteilung der beantragten Erlaubnis und über die Festsetzung der Polizeistunde von weiterer Prüfung der örtlichen Verhältnisse im Einzelfall abhängig zu machen. Wir empiehlen Ihnen daher, alle Anträge auf die eingangs erwähnten erlaubnispflichti- gen Vergnügungen dem Gemeinderat in einer vorher stattgefundenen Sitzung zur Stellungnahme vorzulegen und den ergangenen Beschluß dem Antrag und Ihrer eigenen ein- 1 ■Saftletten löfenfl/ linötenä/ erfrlscheitö M K *w. 'n 16- Iamiar 1926. Robio. ® bei dielen oder jung, rnrnmlit^n ■ eine grohe AM. nrrfren, die eben fyte* e und Hörer lallen, mler sich lebhaft für so spielen unsere Nn- r-a und Aama, und mesier nicht abhalten, Ehe zu stürzen, resse ist aber nicht das cckiv übereinftim- man nur, wenn Senta ttüft und auseinander t gute Ehen cach nur ne beftchen Lcherer- mzig Prozent mihlm- ! mißglückter Ehen aus Wml ($c unb bem 3efi& all SR M Ziel er- m Merwchm bet kä ‘XabiD gegenüber« WC md .gchockl". i M Interesse etwas u heihm soll, dab es ls fommt mir bei zu l in finanzieller Hin- adio gemein: Um sie müssen beständig 'Heu- rd:n, die jedesmal der hören darf, was der ist es. wie bei vickm >: Je größer der Seld-, n mir - desto -rvßee md Aadiogiuck. M ' 3ugegefai! Aber da° Mel lxr Uebereu. sondern he wird nur Senn s° gut me ® 3ig Geld glücklich swb' Stellt, in denen W>h und trotz vorzügluhster ti gehört wird. .. rschiedeMlAA Ä 'vnderba^ a« sem: Denn M-md eia) n einen "pparw - iff»? n auch nügungssuch^ eß-nm« "gsbl?" / 2(fflnnt* rtnfung von nschran""» icnen^ Zeinen und SÄ*’**’ ,..eÄ- i-asj-.s Erlaubnis ^rerU ein* ;,s«5S- -Ä «W ? tin •xt8 Dvmg. S«p'5 ’M ‘ 8U Über- ! ÄK-. M °^°gen • >585® ösage. MVW’ 2k-eöer. Srbirt ä u SÄ ls^mii^Eezuftchr reL^^rm ?d,nen- d'e tagsüber & 0,6, Schneedecke Sentemveratur: minus L.59 nach eenem 515D Wieseck, den 14. Januar 1926. ftem, aktuellstem Interesse sein. — Die Bortragsvereinigung hat für nächsten Donnerstag dem Kustos an dem Institut und Museum für Meereskunde an der Universität Berlin, Professor Dr. Brühl, zu einem Lichtbil- dervortrag über das Thema „Wanderungen durch Norwegen" gewonnen. Man schreibt uns hierzu: In lebhafter Anschaulichkeit und nicht in Form der üblichen „Reiseoorträge" wird der Vortragende au die erdgeschichtliche Entwicklung Norwegens ein« gehen, auf die Gletscherbildung, Entstehung der Fjorde, Abschmelzbäche und Stauseen. In einer Gletscherwanderung werden die Besucher des Vortrags an den imposantesten landschaftlichen Szenerien dieses nordischen Landes vorbeigeführt und mit Land und Leuten bekannt gemacht. Sowohl mit Rücksicht auf den interessanten Vortragsabend, wie auch im Hinblick darauf, daß die Vortrags-Vereinigung bei der Durchführung ihrer höchst lehrreichen Vorträge finanziell sehr schwer zu kämpfen hat, ist ein allseitiger Besuch dringend zu wünschen. (Siehe heutige Anzeige.) — Lieber Preisabbau und Handwerk spricht am Dienstag nachmittag 31/, Hfyr im Saalbau Sauer der Handwerkskammerdirektor Schüttler aus Darmstadt in einer öffentlichen Handwerkerversammlung, zu der Gewerbeverein und Handwerkerorganisatilmen eingeladen haben. (Siehe Anzeige.) hasten Mitglied« d« «o-elorganijationen anzugeben. •• Die TinkommensteuervorauS- das weltbekannte Kräftigungsmittel für ©Körper und Geist im Preise ermäßigt wieder Friedenspreis kam; anschließend schilderte er die mannigfachen Schwierigkeiten der Vorbereitung zu der großen Afrikafahrt und die beiden ersten fehlgeschlagenen Flüge. Im zweiten Teil des Vortrages berichtete der Redner dann eingehend über den am 21. November 1917 mit großen Hoffnungen angetretenen Flug mit dem Zeppelin L.59 von Jam- boli aus bis tief nach Afrika hinein. Die Fahrt ging von Iamboli über Adrianopel zum Marmarameer, weiter entlang der kleinasiatischen Küste und über die Inseln des Aegäischen Meeres zur Insel Kreta, über das Mittelländische Meer zur afrikanischen Küste, die am 22. November 1917 um 5 Uhr morgens in Sicht kam. Von hier ging es über die Libysche Wüste und die Sahara, den Nil aufwärts über den Sudan, immer mit frohen Hoffnungen auf gutes Gelingen des Unternehmens. Am 23. November 1917, morgens 2 Uhr, stand das Luftschiff auf, der Höhe von C h a r t u m. Da traf funkentelegraphisch der Befehl des Admiralstads zur Umkehr des Zeppelins ein, da unsere kämpfenden Brüder in Ostafrika, denen das Luftschiff reiche Hilfe bringen sollte, inzwischen dem Feinde unterlegen waren. Betrübt, aber gehorsam dem Befehl wurde der Rückflug angetreten, der im wesentlichen entsprechend der Anmarschstraße zurückgelegt wurde. Am 23. November 1917, abends, war die afrika- Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die überaus zahlreichen Blumen- und Kranzspenden bei dem Heimgange unseres lieben, guten Entschlafenen, den Schwestern in der Klinik in Gießen und ganz besonders der hiesigen Schwester Marie für die aufopfernde, liebevolle Pflege, dem Henn Dekan für seine trostreichen Worte und dem Gesangverein Vorwärts für den ergreifenden Gesang sagen wir au: diesem Wege herzlichsten Dank. I n. der trauernden Hinterbliebenen: Frau Frieda Mandler Wwe. geb. Rohrbach. Lollar, den 16. Januar 1926. 453D Deutsche Deamleo-FamtotoictMg Neuzeitliche Versicherungsform mit Einschluß aller Familienmitglieder zu niedrigsten Beitragssätzen. Diese nur für Beamte, Lehrer u. Geistliche bestimmte Versicherung führt nur der Preuß. Beamlen-Verein zu Hannover, Lebenavers eherugivereta a. B Eaaehplatx 13. wiD Außerdem bietet der Verein für Beamte, Akademiker, Kaufleute und AngestslUe die bi! ligste Lebensversicherung in allen Formen. An der Spitze Stehen iaerolÄ !Änfa€Pfcdi wirtenden Zusatz Heute nachmittag 41/, Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere teure Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elise Weidig geb. Bruchhäuser im Alter von 71 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christian Weidlg. Gießen (Dammstraße 22), den 15. Januar 1926. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 19. Januar, nachmittags2 31/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 516D Todes-Anzeige. Heute vormittag 6 Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden meine liebe Frau, Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Caroline Alker geb. Melior. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Dr. Alker. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres teuren Entschlafenen, für die überaus zahlreichen Kranz-, Blumen- und Kartenspenden, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sowie für die besonderen Zeichen der Verehrung seitens der Kapelle Mank und seitens der Vereine, nebst der Burschenschaft und den Kriegsbeschädigten am Grabe unseres Unvergeßlichen sagen wir hiermit unseren tiefstgefühlten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lina Bewker Wwe. geb. Mank und Kinder. Preis ML 1.75, große Flasche Mk. 5.— hi Apotheken und Drogerien erhältlich. Depot; Central-Drogerie, bchulstraße Viktoria-Drogerie, Mark tetr d. »« Gießen, den 15. Januar 1926. Die Beerdigung findet in der Stille statt 0330 Bento Brnnöi Neuen Bane 22 Gui möbi. Simmet Bette Verpflegung Tel. 1085. mD O p ernh aus: Sonntag, 17. Januar, nach- mittags 2T/$ llhr: Die Weihnachtsglocke. Abends 6‘/s Uljr: Lohengrin. Montag, 18. Januar, abends 7Vi Ahr: Tosco. Dienstag, 19. Januar, abends 7 Ahr: Amelia ober Ein Maskenball. Mittwoch, 20. Januar, abends 51/» Ahr: Siegfried. Donnerstag. 21. Januar, abends 7V,älhr: Die Boheme. Freitag, 22. Januar, abends 7 Uhr: Eine Nacht in Venedig. SamStag, 23. Januar, nachmittags 2Vr ÜIHr: Die Wech- nachtsglocke. Abends 7 Ahr: Martha. Sonntag, 24. Januar, abends 5Va Uhr: Siegfried. Schauspielhaus: Sonntag, 17. 3an., nachmitags 4 Uhr: Zweites und letztes Gastspiel der Tanzgruppe Kratina, Schule Hellerau- Laxenburg. Abends 77s Uhr: Wer niemals einen Rausch gehabt. Montag, 18. Januar, abends 7V2 Uhr: Die Jagd Gottes. Dienstag, 19. Januar, abends 8 Uhr: Der fröhliche Weinberg. Mittwoch, 20. Januar, abends ll/2 Uhr. Die Jagd Gottes. Donnerstag, 21. Januar, abends 8 Uhr: Der fröhliche Weinberg. Freitag, 22. Januar, abends 7Vs Uhr: Die Jagd Gottes. Samstag. 23. Ianuar, abends 8 Uhr- Das große Welttheater. Sonntag, 24. Ianuar. vormittags 11 Vs Uhr: Vergnügliche MattnLe von Hans Reimann. Abends 8 Uhr: Der fröhliche Weinberg. Um dem LIebelstrmde zu begegnen, daß auswärtige Besucher infolge schlechter Zugverbindung die Vorstellungen des Frankfurter Schauspielhauses und der Oper nicht mehr besuchen können, hat wie Wagners Südwestdeutscher Aachrichten- dienst, erfährt, die Frankfurter Theaterleittmg dem Magistrat der Stadt Frankfurt den Vorschlag unterbreitet, in jedem Monat je eine Vorstellung der genannten beiden Häuser bereits in den Aachmittagsstunden beginnen zu lassen. Dadurch wird es ermöglicht, daß auch Besucher aus weiter entfernten Dcziicken, z. D. aus der Gegend des Dogelsberges, am Abend nvch rechtzeitig heimkehren können. Die Vorstellungen werden bis auf eine geringe Ai^ahl Plätze für mrswarttge Besucher reserviert bleiben. Auch die Eisenbahndirektion will den Plan durch Einlegung von Sonderzügen nach Frankfurt fördern. nische Küste wieder in Sicht, am 24. November, 10 Uhr abends, wurde das Goldene Horn angeflogen, am 25. November 1917, morgens 3 Uhr, tauchte Iamboli auf, und früh gegen 8 Uhr erfolgte glatt die Landung vor der dortigen Lustschifshalle. In 95stündiger Fahri hatte L. 59 auf seinem Afrikaflug rund 7000 Kilometer zurückgelegt, rechnet man dazu die Ueberführunasfahrt von Berlin nach Jam- boli, so hatte das Schiss bis dahin rund 9000 Kilometer durchflogen. Im März 1918 flog 2.59 noch Neapel, das mit 6400 Kilogramm Bomben belegt wurde, etwas später folgte ein zweiter Flug nach Afrika, wo in 50stündiger Fahrt das Nildelta und Port Said Gegenstand der Operationen waren, am 7. April 1918 wurde zum Flug nach Malta aufgestiegen, in dessen Nähe der Zeppelinkreuzer verunglückte, vermutlich infolge eines Benzinbrandes an Bord, wobei das Schiff ins Meer stürzte und die Besatzung den Heldentod fand. In Iamboli ist den tapferen deutschen Helden der Lust ein Ehrenmal errichtet worden. Die Leistungen dieses Luftkreuzers und seiner Besatzung bleiben für alle Zeit Ruhmesblätter in der Geschichte ' geftenften gutachtlichen Aeußerung tn Abschrift I Zugleich geben wir ber sicheren Erwartung Ausdruck, daß der Gemernderat 'bei seiner Beschlußfassung sich nicht von persönlichen Rücksichten auf die An- ( ttagsteller bestimmen läßt, sonderst dem Ernst 1 Der Zeit und der allgemeinen wirtschaftlichen Rotlage Rechnung tragend sich g e g e n die l Genehmigung allersolch e r V e r an - 1 staltungen aussprechen wird, die das Dolksempfinden verletzen, unzeit- gemätzen, übertriebenen Aufwand vermuten lassen oder hervorzurufen geeignet sind oder die in Rücksicht auf Zahl und Art der bereits zugelassenen ähnlichen Vergnügungen unangebracht erscheinen. Die in Betracht kommenden Wirte und Vereine wollen Sie hiervon in Kenntnis feden und bedeuten, daß die Anträge so frühzeitig bei Ihnen zu stellen ftnd, daß die Stellungnahme des Gemeinderats emgeholt und unsere Entschließung noch rechtzeitig ergehen kann Sofern es sich um karnevalistische Veranstaltungen irgendwelcher Art handelt, ist dies in den Anttägen besonders zum Ausdruck zu bringen." Diesem Vorgehen des Kreisamtes sprechen wir unsere Zustimmung aus. Völlig befriedigt sind wir durch die Anordnung aber doch nicht. Wir hätten eine entschiedene eindeutige Stellungnahme im Sinne der Richtgenehmigung von Maskenbällen und dergleichen gern gesehen. Rach dieser Richtung hin hat das Kreisamt Alsseld in einer Bekanntmachung treffend Deuticylonds. In fesselnder Erzählerkunst und mit J)ilfe einer großen Fülle sehr guter Lichtbilder vermittelte der Redner seinen Hörern einen tiefen und wertvollen Einblick in einen der eindrucksvollsten Abschnitte der deut,chen Geschichte des Weltkrieges. Die frische und schneidige Sprechweise des alten Frontsoldaten brachte die Herzen der Hunderte von Besuchern zu lebhaftem Mitschwingen. Nur mußte man mit Bedauern konstatieren, daß sich der Redner mehrfach allzu sehr von seinem Temperament fortreißen ließ und dabei in reichlich drastischer Sprache Werturteile üoer das kulturelle Niveau des türkischen Soldaten äußerte, die ob ihrer Schroffheit und in Anbetracht des Dries dieses Vortrages und der Gegenwart von Damen und Kindern verstimmen mußten. Mit ,,k.em Beifall für die lehrreichen Aus- führungen kargten die Besucher nicht. Das Publikum möge nun aus den fachlichen Aufklärungen dieses Abends über den großen Wert der Zeppelinlufffchiffe die Schlußfolgerung ziehen, die jetzt auch in unserer engeren Heimat eingeleitete ' Zeppelin-Eckener-Spende nach besten Kräften zu unterstützen! Gictzener Wochenmarktpreise. Es kostete das Pfund: Butter 140 bis 170, Matte 35 bis 40, Käse 60 bis 70, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 25 bis 30, gelbe Rüben 15, rote Rüben 15, Spinat 50, ülnter-Kohlrabi 10 bis 12. Grünkohl 25, Rosenkohl 60, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 80. Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 18. Birnen 25 bis 30, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 100 bis 120. Russe 50 bis 90: das Stück: Eier 19 bis 20, Blumenkohl 60 bis 180, Lauch 5 bis 15, Sellerie 20 bis 70. Bornotizen — Tageskalender für Samstag. Gesangverein „Concordia": Z1/» ülhr »Kathvl. Vereinshaus" Winterfest. — Gewerkschaft der Lokomotivführer: 7V2 Uhr, Turnhalle, Stiftungsfest. — Geselliakettsverein Gleiberg: 8 ülhr „Hotel Hindenburg" 'Familienabend. - Reichsbund Ar Zivildienstberechtigten: 81/» Jahres°Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Tragödie". - Astoria-LvHt- spiele: „DaS fliegende Auto".__________________ gesagt: „Wir sehen in die Bewohner und ms- besondere in die Vereine des Kreises das feste Vertrauen, daß mit Rücksicht auf dw allgemeine wirtschaftliche Rotlage und den Emst der Zeit keinerlei Anträge auf Tanzbeluftt- aiingen für Maskenbälle und dergleichen bei r uns gestellt werden. Wir werden etwa doch l gestellt werdende Anträge nicht genehml- i gen. Auch für Spinnstuben wird von letzt | bis Ostern Tanzerlaubnis von uns nicht erteilt." Wie wir im pvovmztellen Teil unseres heutigen Blattes aus Lauterbach berichten, hat der dortige Stadtvorstand in ausgezeichneter Weise sich dahin schlüssig gemacht, Maskenbälle in diesem Jahre nicht zu genehmigen. Aus Gießen ist uns bis jetzt bekanntgeworden, daß der Sängerkranz einstimmig den Beschluß gefaßt hat, den im diesjährigen Winterprogramm ursprünglich vorgesehenen Maskenball nicht abzuhal- ien, denn „die Versammlung konnte sich der Ansicht nicht verschließen, daß es sich mit der heutigen wirtschaftlichen Rotlage nicht vereinbaren läßt, grohe karnevalistische Feste zu feiern.“ Hoffentlich findet dieses lobenswerte Beispiel bei allen anderen Vereinen undPer- sonen Rachahmung. Denn in dieser Zeit, in der in Hunderten, ja, tausenden von Familien bitterste Rot herrscht, in der das Allernotwendigste zum Leben kaum beschafft werden kann, in der viele hungrig erwachen und hungrig wieder zu Bett gehen müssen, alle Geschäfte schwer zu leiden haben, in dieser Rotzeit sind Tanz- festlichkeitenundKarnevalsklimbim nicht am Platze. 3m geppelin über Afrika. Ein außerordentlich interesianter Doriragsabend wurde uns auf Veranlassung des Vereins für Luftfahrt, der Gesellschaft für Erd» und Völkerkunde und des Frauenoereins vom Roten Kreuz für Deutsche über See am Donnerstag in der Neuen Aula der Universität von dem Ingenieur Göbel, einem alten Zeppelinfahrer und Teilnehmer an der großen Afrikafahrt des L.59, geboten. Das Thema des Abends, „3m Zeppelin über Afrika", und die Mitteilung, daß man bei dieser Gelegenheit aus berufenem Munde Authentisches über die weltberühmte Fahrt eines Kriegs-Zeppelins von Bulgarien nach Afrika hören und in vielen Lichtbildern sehen werde, hatte einen so starken Besuch herbeigesührt, daß die große Aula überfüllt war. Der Dorttagende wußte von seinem reichen, beneidenswerten Erleben recht fesselnd zu erzählen. Zunächst führte er seine Hörer in Wort und Bild durch den deutschen 5ttiegs-Zeppelinhafen bei der bulgarischen Stadt Iamboli, den man dabei in den wichtigsten Teilen kennenlernte, dünn rollte er das grandiose Bild der Luftschiffüberführung von Staaken bei Berlin über Böhmen, Ungarn und den Balkan nach Iamboli auf, wobei man viele gute und interessante Landschaftsaufnahmen zu sehen be- •• Der Winter hat fernen neuen Besuch seit gestern früh gleich mit Rachdruck ausgD- stattet. Es schneite gestern den ganzen Tag und ebenso die Rächt durch bis heute früh, io daß wieder eine recht ansehnliche Schneedecke zu verzeichnen ist. 3m hohen Vogelsberg fätnat e« heute vormittag lustig weiter bei 7 Grad mtnus. Skiläufer und Rodelschlittsn heraus! •e Kreiskom mifsion bei Dem Kreisjugendamt Gießen. Rach der Reuwahl oeS Kreisausschusses des Krebses Gießen ist für die Verwaltung her Angelegenheiten des Iugendamts dqS Kreises Gießen erneut eine Kreiskommission zu bilden. Das Jugendamt des Kreises fordert daher in einer Bekanntmachung im neuesten Amtsverkündigungs- blatt die im Kreise Gießen wirkenden freien Vereinigungen der Iugendwohlfahrt und der Jugendbewegung aus, innerhalb einer Frist von einem Qlionat. also spätestens bis zum 16. Februar, Vorschläge für die von dem Kretsaus- schuß zu ernennenden Mitglieder des Zugendamts schriftlich einzureichen. Es sind mindestens 6 Personen, darunter 2 Frauen, vorzuschlagen. Für jedes vorgeschlagene Mitglied ist ein Crsatz- mitglied namhaft zu machen. Die Wahlmitglieder müssen zu den Gemeindeämtern wählbar fein. Es werden nur solche Vorschläge berücksichtigt, die von den Spitzenorganisationen der einzelnen Bereinigungen vorgelegt werden. Die Mn- reichung eines gemeinsamen Vorschlags durch die vorschlagsberechtigten Vereinigungen ist zulässig. 3n den Vorschlägen ist die Zahl der im Kreise Gießen (ausschließlich der Stadt Gießen) wohn- zahlungen. Wie die Berliner Blätter hören. Dürften die Finanzämter angewiesen werden, keine Verzugszuschläge zu erheben, wenn die Einkommensteuererklärung und die Voraus- Zahlungen bis 25. ds. Mts. erfolgt sind. •• Fahrpreisermäßigung für Iu- gendpflegevereine. Wie uns vom städt. Jugendamt mitgeteilt wttd. ist nach einem Schreiben der ReichSbahndir^tion Franffurta.M. die Gültigkeitsdauer der für das Kalenderjahr 1925 ausgestellten Vergünstigungsbescheinigungen für Iügeiwpflegevereine bis zum 28. Februar d. 38. verlängert worden. -d. Städtische Holzversteigerung. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung aus den städtischen Waldungen wurden folgende Preise geboten: Kiefernschciler 7,60 Mk., Fichtenscheiter 5,20 Mk., Fichtenknüppel 4,60 Mk.. Fichtenstöcke 2,40 Mk. je Raummeter, Fichtenwellen 4,20 Mk., Weidenwellen 6 Mk. je 100 Wellen. •• Die Reichsgründungsfeier der Vereinigung Vaterländischer Verbände Oberhessens am morgigen vonn- tagnachmittag in der Turnhalle am OswaldS- garten hat das Interesse brettester Bürgerkreise gefunden. Der Kartenverkauf ist, wie man uns mitteilt, sehr rege im Gange. Wer an der Feier teilnehmen will und bis jetzt noch nicht im Besitze der Eintrittskarte ist, möge sich nun danach umtun. 3m heutigen Anzeigenteil wird noch einmal zu der Veranstaltung eingeladen. •* Der Frühjahrsmarkt in Gießen finden am 20. und 21. d. Mts. im Kath. Vereins- üleberlassung von Plätzen sind bis zum 1. März bei der Stadtverwaltung einzureichen. Räheres in der heutigen Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche ist neuerdings in Rödgen (Kreis Gießen) und Schmalbach (KreiL Wetzlar) amtllch festgestellt worden. Zpiclplan der Frankfurter Theater. (to M. ®oljn= ii. SMzimmr zu Dcrmteien [0320 Franks. Ctr. 12 v. 200 qm gedeckter und 5—600 qm offener Raum für Lager- oder Fabrikräume geeignet, mitKontor- raum zu Denn. Näheres in der Geschä'lSstelle des Gieß. 51ns. f287D — TageSkalender für Sonntag. Stadttheater: 7 Ülhr .Heimliche Drautsahrr' (Ende 9*/* Uhr). — Vereinigung der Vaterländischen Verbände Oberhessens: 3 ülhr, Turnhalle, Reichsgründungsfeier. — Vereinigter Mannerchor „Harmonie-Gemütlichkeit": 8 ülhr „Liebigshöhe" Maskenball. — Verein für deuffche Schafer- huTide: vorm.9 ülhr ^Schipkapah" Jahreshauptversammlung. — Ächttpieltheater wie Samstag. — Palastlichtspiele: „Pat und Patachons Kampf mit dem Drachen." — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die morgige Aufführung von .Heimliche Brautfahrt" die unbedingt letzte des reizenden Lustspiels ist. — Vortrag Ern st Grosse. Man schreibt uns: lieber chinesische Kunst spricht einer der ersten Kenner der zeitgenössischen Wissenschaft Europas am Dienstag, 19. Januar, abends 8.30 Uhr, in der Neuen Aula der Universität. Vor etwa Jahresfrist sprach Grosse schon einmal in Gießen über die Kunst Japans. Jetzt steht China im Mittelpunkt des Interesses. Es find nicht nur die politischen Verhältnisse, die den Blick des Abendländers nach dem äußersten Asien lenken, die ganze, auf das Weltumfassende gerichtete Grundeinstellung des modernen Geisteslebens weist nach dem Osten, dem „Reiche der Mitte", dem Lande der „letzten Zu- sarnmenhänge", des Irrationalen, Geheimnisvollen, von jeher dem Lande des Wunderbaren, des Grauens und des grotesken Humors. Der Vortrag dürfte für den strengen Wissenschaftler sowohl wie für den poetisch genießenden Laien und den kühlen Weltmann, der sich orientieren will, von höch- ^Vei-mistungen^ mit Küche u. Zubeh.. befcblagnabmefrct sofort zu verm. u. Nr 10l9an(»cr;o, Vtockür. 5. 1502h Undcrberg 1 —ii -> SfiTrper -t m3 ' ■ ■ Schade & Füllgrabe aus achtbarer Aamilie. Angebote mi Abschrift des leuien Schnlzeug- nisses an die Zentrale von Frankfurt a. M. \ anauer Vanb' ftraftc 16!) 528? 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Slmnkag-Ab.-vrsl. von 1 md li8'« Uhr Zunr letzten Wale Heimliche Brauflahrt VuüfDiel in 1 Vorspiel und 3 Akten von Venx. 40sc TienStag. i v.Jan., 15.Diei:ßtßg-yD.-BrfL von 7', bis b3/, Uhr (SlOSopilj. Lustspiel tn 3 Akten von Rickeli. Mittwoch,20. Jan. 15.Mst'lv0lst-'UV.-visk. von ?/, bis 10 i.hr lueenöfreunöe. Lustspiel in 4 Anfz. von Ludwig J-ulda. Freitag, 22. Jan., 16. 3rei!üfl-Tö.-DrfL von 7'it bis 9Vo Uhr Dos fliulienOe Ginmaltins. lEin Loti'mernachts- traum) Lustspiel m 8 Handlungen von Philipp. Sonntaa,21. Jan.» 15. NNlllg M.-Vksi. von 7 bis geg. 10 Uhr Bienet Blut. Overeue tu 3 Akten von Siraitst Z-ür die Bübne bearbeitet von Müller. Underberg Underberg Semper idem Das Publikum, welches meine Ware kaufen will, verlangt nicht immer ausdrücklich „ünderberg“, sondern Boonekamp oder echten Boonekamp und glaubt, besonders im letzteren Falle, dass ihm dann mein Fabrikat „Underberg“ geliefert werden müsse. Diese Auffassung ist irrig. Das Wort „Boonekamp“ ist Freizeichen und kann deshalb von Jedermann gebraucht werden. Darum bringe ich seit dem 14 Oktober 1916 mein Fabrikat, dessen Zusammensetzung streng gewahrtes Geheimnis meiner Firma ist, nur noch unter der Warenbezeichnung in den Verkehr. Die Warenbezeichnung „Underberg“ und der Wahlspruch „Semper idem“ sind mir gesetzlich geschützt Unter diesen Bezeichnungen darf daher nur mein Fabrikat feilgeboten oder verkauft werden. Ausserdem sind mir auch Ausstattung, Etikett und Vignette meines Fabrikats (vergl. nebenstehende Abbildung) geschützt, und zwar sowohl in ihrer Gesamtheit, wie in den charakteristischen Einzelheiten. Die Fabrikation des „Underberg“, welcher aus den edelsten Kräutern und feinstem Weinsprit hergestellt wird, erfordert viele Monate. Derselbe ist deshalb nicht mit anderen Bitterfabrikaten, speziell mit solchen, welche aus Essenzen hergestellt und in 1 2 Tagen trinkfertig sind, zu vergleichen. „Underberg“ bildet eine Klasse für sich. Sein Wert liegt in der einzig dastehenden, anerkannt vorzüglichen Qualität, die seit der Gründung im Jahre 1846 stets dieselbe geblieben getreu seinem Wahlspruch Bei Magenverstimmungen und Verdauungsstörungen hat sich „Underberg“ seit beinahe 80 Jahren als wirksamstes Hausmittel bewährt „Underberg“ sollte in keiner Familie fehlen. Man verlange stets ausdrücklich „Underberg“. Nr. <3 Zweites Blatt Siebener Anzeiger 26 ] cl)l: der Individualität t. Reisrirchen, der erscheint, doch die mehr Tiefe gemimte. Machte werden, wenn Welt fleht Ohne einen Ar- flehn suchtsbli.k die Seele des Wassermanns in der beut Oberhessen. VanvkretS Gietzen. I„ A u s dem Kreil e, 18. Ian. Die Spar tn n |) n a h m c n der Regierung erstrecken sid) and) auf das Gebiet des Schulwesens. Durd) 'luf- tellen der gegeuioärtigen und zukünftigen Mlaffcn (arten in den einzelnen Schulen fallen Unterlagen iir das Zusammenlegen besonders ch wach er Klassen gewonnen werden. So wird gar manche zweiklassige Sd)ule, die vor dem Kriege infolge starker Sd)ülerzal)l eingerichtet wurde, wieder einklassig werden, amh gar maiidic nrehrklassige Schule hie eine oder anbei e Klasse ver Heren. — Gegen die von den Strclobauämtern fest gefegte F r i e b e n v m i e t e für die Lehrer d i e n st w o h nu n g e n wurde mehrfad) Wider fprud) erhoben, weil sie viel fad), besonders was alte, besd)ränkte und vom Verkehr abgelegene Dienstwohnungen betraf, als zu hoch angefehen wurde. Radidem nun das Ministerium her Finanzen durd) Verfügung vom 18. Juli 1924 für die Staatsbeamten in den staatlichen Dienstwohnungen eingehende Br stimnmngen erlassen und hamit einen Maststab zur Berechnung her Mieten für die Dienstwohinmgen de- Siaotsbeai.rten geschaffen hatte, t>at das Landesamt für das Bitdun. unefen verfügt, dafi diese Bestimmungen and) für hie Lehrerdienjt Wohnungen Anwendung finden sollen. Die Mielfatze für die Lehrerhienftmohmmgen werden ’oemuad) in nächster Zelt aus Grund dieser Bestimmung von den Krels- ämtcru Im Einvernehmen mit Den Gemeinden er neiit feftgesetzt werden. v. Lvndors, 15. Ian. Gestern fand dahier die Beerdigung dos in Schönberg (Schwarzwald) verstorbenen früheren langjährigen Lehrers und Kantors der Israelitischen Religionsgemeinde, M. Band a st , statt. Der Gesangverein Froh" sinn, Londorf, war nahezu vollzählig erschienen, um seinem langjährigen treuen und bewährten Diri aenten die Icfjte Ehre zu erweisen, ebenso war eine Abordnung des Mannergesangvereins A 11 e n d o r s a. d. Lda„ dessen langjähriger Dir! gent der .Heimgegangene gewesen, gigegen, ferner ein weiteres großes Trauergesolge. "luf dem Fried Hofe trug der Gesangverein Frohsinn den Chor Eine auffallende Erfcheinung ist die Konzentra Hon des Handels für Raritäten auf die grasten europäischen Briefmarken o u k t i o n c n, die Haupt sächlich In Berlin, Frankfurt a. M-, London unb Brüsfel abgehatten werden. Richtungweifi nd für dir mrcHc sind die Kataloge, wobei In 2)oiit|d)lnhh her nur dem Kriege |o populäre Leiifkalalog dem Mlchelkatalog Hal weichen müffen. Allerdings Ve schweren sid) viele Sammler harüher, daß öle Preise für da Jahr 192» auch In diesem Buche nicht mastgebend sind, weil ein uerfd)leben w rech nciiber Rabatt jednwlig obzuniehen ist. Für alt deiilfche Marken unb beutfdjr Kolonien erfreut sid) der .Watalon groster Wertschätzung-, bas Mus anh repräsentiert in diejem Zweige mit kannte Namen wie Poert und Telller, Zumsiein, 6cotl Dav bemerkenswerteste Ereignis des letzten Jahres war die Versteigerung brr großen Fe r rar i - Sammlung In Paris, die fegt endlich been del ist Die Prachtsammtung war bemmilltd) dem deutschen RelchvpvftmiNlfteiium vermacht worden, jedoch beschlagnahmte sie hie sranzosifchr Regierung augunften dec Reparationskasse Soweit bekannt, brachte der Erlös etwa 10 Millionen Mark 211; einer der Hauptkäufer entpuppte sich ein VImm inner der für eine her seltensten Marken nicht niemger als 5Hlid) wirb auf der grosten Fruhfahrsanvstellung In Frankfurt nm Main die Sammlung des Zaren Nikolaus tt zur Besichtigung aufgelegt werden. Der ehemalige Russenbehe.rscher hat seine Briefmarken fo geliebt, hah er sie mit fid) In hie Verbannung "ahm. W find die Werte Eigentum eines Balten. Nach und nach find alle Länder her Welt da g. übergegangen, fld) eigene Briefmarken zu IN'ifttN- Sogar der Herr aus Zentralarabien, der "teige nannte Saud in Riad Hot jetzt feine Wattw.fcb die Beduine., fo grast.- Kvrrefpondeiiz'.edurfntffe hoben, fei dahtngestelli Iedenfalb' durfte es aud) dort einig'- des Schr.-.dens kunchge Leute geben. Für das Jahr 192» find In Deutschland mehre,. mohi- Briefmarken a v ' st e I l u n g c it ongcfehl. von denen bir bebentenhfie wohl bie m Frank furt a M. Ist- Für diese find die eisten rage b.- Aurll vorgesehen, und e<> warben schon seht inehl als 1000 Sunbratmefer Plast in. Wlfehauv „Werl bunb bestellt. Eino weitere graste Aufteilung bunben mit hem 32. Deutschen Philatelisten „g. inlrb Dortmunh abhalteu. 11 daß der Durchictmm ber Zeit wohl den "Naim । b 1 Persönlichkeit feflhält, aber die ihm liegende Wer lang und Aufgabe preisgibt. Dieser Tagesdurch- schnitt besitzt feine Persönlichkeit, sondern er behilst fid) lediglich mit ilftyin Namen und Schein. Er tut. als ob biefe Tlcnfdjcn Perfönlichkeiten wären, wäb renb sie in Wahrheit jenen Ausdruck nur als ein gefälliges Aushängeschild verwenden. Charakter. Mir der ethisd)eii Grundüberzcugimg Kams verbindet fid) eng die Verschiebung und Berliefung he--» Ausdrucks Charakter. Dav griechische Wort hat eine lange Geschichte, mit her wir uns nicht zu besassen buuidjen. In die moderne Literatur ist es nament lid) durch das Werf von La Bruydre gekommen. Sein 1n67 ersdüeneues Bud) „Les caractfrres de Thöophraste, avec les caractercs ou les rnocurs dc ec sibclc“ würbe aud) von ben andern Völkern fehr beachtet, ja versd)l>lngen. Der Ausdruck biente im 18. Jahrhundert zur Bezeichnung einer behat renbeu. seelischen, iiamcntlid) moralifchen Eigentüm lidifeit von Menfd)en und Völkern. In diesem Sinne gibt cs eine Fülle verschiedener Charaktere, gute und auch böse. Erft Kant hat beiitlld) aroifdjen einem physischen und einem moralischen Charakter geschieden. Entsprechend seiner scharfen Auseinander Haltung von 'Jlntur und Freiheit sagte er: „Einen Charakter schlechthin zu haben, bedeutet diejenige Eigenschaft des Willens, nach welcher das Subjekt fid) selbst an bestimmte praktische Prinzipien bindet, die eü sich durch seine eigene Vernunft miabüiibcrlid) vorgefchrieben bat.“ In biesem Sine wollte Kant nicht sagen, her Mensch habe diesen oder jenen Cha- ratter, sondern er habe überhaupt einen Charakter, „der mir ein einziger ober gar keiner sein kann". So wird der Gewinn eines Charakters beutlid) auf ein Entweder Dder gestellt. Diese kantisd).' Fassung, welche das Leben auf die Stufe nioralifcher Selbst - tätigfeit hebt und Freiheit und Willensstärke untrennbar miteinander verbindet, ist rafd) burchge- drnngen. Bei biefer Wendung gewann das Streben eine innere Graste unb Würbe; ein hohes 3bc.il und eine dringende Forderung wird damit dem '[•lenfdien vorgehalten. So verhält fld) auch heute das Wort. Aber wie lieht cs mit der Sache? Ein.- Zeit, deren Dnrd)fchnlt eine geistige Selbsttätigkeit .oenlg schätzt, ja leugnet, unb überwiegend den 3n le reffen des sinnlichen Dafeum huldigt, kann i einen aiiaralter ausbllden. Ihr fehlt der Mut, einer öunHcn Welt zu trotzen. Ihr fehlt her Heroismus, ,.hne ben kein geistiger Aufstieg gelingen kann. Der Verzickft auf einen Charakter im Sinne Kants droht manche Zeitgenossen zu gesinnungslosen Wlndsah- rern zu machen. Um so nötiger wirb es demgegen über, ben Grunbgedanfen Kants mit seiner Yerbig- leit und seiner Strenge, aber aud) mit seiner weit, überlegenen .Hoheit und Würde dem anfwadhenden OJefdilcdit nachdrücklich einzupriigeu. Geistige 3nbivlbuaUltiL Spricht auo jenen beiden Ausdrücken zu uns die kantische Gedankenwelt, so haben wir in der gcl- stigen Individualität eine folgenreiche Wirkung Lelbnizenc. anzuerkennen. Denn er vornehmlich hat in seiner Monadcnlehre den Begriff zu einem Hauplstiick einer Wcltanfdjniiimg erhoben. Cs war feine Neberzengnng, da st jedes Wehm, im besonderen das geistige, die llnenblld)fcit ocs Alls eigene tümlid) abfpiegcle, unb barin einen unvergtech' (id)cn Wert besitze. Dav mußte bei näherer (Entwirf lung die Forderung stellen, der individualen Art treu zu bleiben und fie gegenüber der Außenwelt tapfer durchzufctzcm Aber diese Schätzung der In- bivibualität hing durchaus art dem Verhältnis zum Weltall. Sie war unmöglich ohne eine metaphn- sische Begrünbung. Diese Begründung wurde aber im Verlauf her Zeit mehr und mehr verdunkelt, und ec- wurde die oorgesundene Bes.h.ifsenheit hco einzelnen ohne weiteree als ein Mafcktab behandelt. Es fehlte eine genügende Scheidimg von geistige!- Aufgabe und i-mplri|d)cm Bestände/ Wohl hat der Du.chfchnit eine gewisse eigentümliche Art, wie aud) Tiere sie haben, aber es fehlt ihm her Aufstieg zn einer beherrschenden Höhe und damit eine geistige Individualität. Es arbeiten In den Gemeindewalbungen sind jetzt beendet worben. Im ganzen würben etwa UW Festmeter Hotz gelchtagE«, wovon nicht ganz bie »älftt Brennholz ist. In den stürmtichen Tagen um Neulahc herum hat ber Sturm in ben Fichten bestauben noch bcbculcnhni < diaben angerichtet, Io bast mehr Stammholz gefd)lagcn worben ist. ul - vorgeschlagen war. Die Zahl bei Holzmacher wat dieses Jahr sehr groß, es waren gegen 40 Leute. Diese lallen nunmehr zum größten Teil ber Arbeit- lofcnfiirsorge anheim. — Nachdem dieser Tage her 'Bet bei film bei uns aalgesührt wurde, hielt her Generalsekretär des Ev.Bundes, Pfr. Han vt (Giesten) in der Kirche einen Vortrag. In seiner lief angelegten Rede zeigte er, daß die Religion den Kern des Lebens auc-madiai muh. Ohne Religion ist ein Volk verloren, unb aud) das deutsche Volk muß die Religion wieder mehr achten lernen. Daneben tut hem deutschen Volke und) die Liebe zum and i- in m1' V0l dem Deutschlandlied ->b>. muß dar Vaterunser kommen. Seinen Vortrag fdimürfte Pfarrer Haupt mit Erzählungen über Er lebmffc ans feiner vielseitigen Tätigkeit aus. " 2Id». 18 Jan Am morgigen Sonntag, 17. Januar, 31 , Uhr uuchmiltage, hält de. K v i e g e v l> e v c i u L i ch bi der neuhergerichtet en imt> bcheulenh erweiterten T u rnhall c Wieher ebteft feiner belieb len Olt i 111 & v f o u 8 c r t e ab Demertengwert ist, daß diesmal hie gefaulte a bei le deS 1. Ba ' I. Ins.-Rai Ar. l-°» unter ihrem bewehrten Ober-Muslkmelster Löbc fVielen wird. Der erste Teil de» Skonzerle« wird Streichmusik fein, wdbvenb der zweite Teil au« Rlachmtsil besuchen wird .^ervot-zuhelieii sind hier tn-ionderc'c die auf da- Programm gZeßteit blft’orlfdieir Aiärfch. von E. Kaiser mit .Herolds trompeten unb SVcffelbaulen, die aus dem Reat- menkMeft der 116er allgemein entzückten, um 6‘/d 110r abendk finde nod> ein Lichtbild- v o r trag bc8 Dr Alfred SV u e v m a n n. Leut nant unb Mldoffizier be<> ebcitt. A. D. SV. Flieget ■abtg. 23 über da» Thema „Arontflieger int Westen" unb ..Al« Artillerie- und Insantcrie flieget" mit 100 Lichtbildern statt. Dr. K u er - mann ist ein au-gezeidmeter Redner. Seine -HjIber sind eine packende Schildeinng gewaltiger Fronleriebnifse Der 'lkfad> dieser 'Veranstaltungen kl nicht nur den hiesigen Mitbürgern sondern auch den Bewolmern der umllegenbcn Orte IwstenÄ empfohlen. Recht gciiufn'eldic Olmt- deu können in Aufsicht gestellt werben. (Siehe iwitige Anzeige.) n. Lld>. 15. Jan. Der Zwerabet ein Lid» deV.H.L. hielt dieser Taae sein Ans zelchiumgS- imb gleichzeitig ha^ lOsährlge Stts lung^fcff in Steiiw Saalbau ab. Der I. Boi flhcnbe, Juft-izinspektor Ritter, konnte in feiner Begrüßungsansprache erfreulicherweise Mitteilen, daß sich die Belelliaung der Mitglieder an den Wanderungen im abgeiaufcnen BevebGiahr et- beblld) gebessert bat. Je nach der Anzahl der mitaemachten Wandernugen konnte., verfchlcden.- Tellnehmer mit dem goldenen Abzeichen, andere die da» Abzeidren bereit« früher mcbrmalö er ballen hatten, mit Wanderstöcken ober lilbcrnen Ringen zn diesen ausgezeichnet werben. Rektor -.)(p t V, ein Drunder Mi Vereins, unb D> Schaad wurden zu iS hre u m 11 g l ic h er n ernannt. Der Dorfißende ermahnte zur EinigkeU. und ein Iräftlgn „Frifchaus" galt dem 'Kater lanb worauf da» Deuifch!a»blied gelungen würbe Der Elivenvorfibenbe, Pofimeifter Ran. der den Verein 13 Jahre geleitet balle, einen Rückblick auf die BereirnSgefchichte bei V. H. Q Wi aedachte ber Drünber unb Vorfitze »den be* E>e famtvereiiG. sowie bei unsere- ZlveigvereiaS und schloß mit dem Mansche, dem Vorstand möge e So mag es wohl in der Brust des jungen i-.olb Böcklin an jenem Einzugstag in Rom hingen haben, von bem er später fo gern erzählte. Mer es ift merkwürdig unb bezeichnend, daß von fdier erfcnnlcn unb innerlich erschauten Welt des romantischen Welfchland vorerst in feinen Bildern fast nichts zum Ausdruck lornrnt. Was er in jener ersten römischen Zeit malt, das sind zumeist Bild chen, wie sie damals Schirmer unb Dreber oov unb neben ihm gemalt hatten: Landschaften mit streifigen Lichtern, öde und welk in der Farbe — adj, wie verschieden späterem Farbenrausch? — Ei» einziges Bild entsteht, bas wie ein Vorläufer kommenden Wesens anmutet: Pan im Schilfe, wo unter den großblätterigen Stauden schon die Gestalt des Natnrgottes erscheint, der ihm später zum Schutzpatron werden sollte. Aber 'alt eine Gönne rin kühn genug ist, das unbekannte Bild des un bekannten Malers zu kaufen, da weiß der Maler Die Verflachung der ethischen Grunddegrifle. Bon Prosessor Dr. Rudolf (Surfen, Jena. Der Zeitabschnitt, den wir jetzt beginnen, treibt -ie gegenwärtige Menschheit zu einer ernsten Selbst tefinnung unb zur Prüfung ihres se-lischen Stan des. Unwillkürlich gebenfen wir bnbei bes späteren Altertums, das die Wirren des bamalgen Lebens durch ein Zurückgehen auf die Tiefe des menfd) lichen Wesens zu übenuinben suchte. Die Stoa erstrebte vor allem einen festen Halt, eine Unerfdiut- terlichkeit gegenüber allen äußeren Geschicken. Verwandte Antriebe unb Stimmungen gehen and) bnrch Hie Höben ber Neuzeit. Nur pflegen diese den Gip- selpimkt nicht sowohl in bem Beharren als in ber Steigerung der Selbsttätigkeit zu suchen. Uns gilt die Welt nicht als eine geschloßene Große, fonbem uh eine Stätte des Werbens, bes Kampfes, bes ' lusftrebcns. Ja dieser Ridftung hoben uns Deutsche Denker ersten Ranges, Männer wie Leibniz und laut den Weg gewiesen. Sie sahen in dem Menschen (> hem Vernunltwesen ben Beginn einer neuen Ordnung, unb sie verbanden ihn eng mit bem Idiaffenben ^Leben bes Alls. Das versprach gegen liber alh’ii Mühen unb Sorgen des Daseins beni 'Renfchen eine unvergleichlid)c Größe und stolze Würde. In diesem Sinne wurden d)arakteristische 'lusdrüct'k geprägt, die in ihrer Mitteilung an die limgebnng lebendige Mächte wurden, Ausdrücke wie Persönlichkeit, Charakter, geistige Individualität. Von ihnen gingen fnichtbare Antriebe aus. Sie gaben dem gemeinsamen Leben sowohl einen Holt biiifh Zahlung höchster Preise für ii|isg*,|i d)t feine und teure Stücke zum Ausdruck kommt. Wer dagegen mittlere Ware auf ben Markt bringt, ber muß die unangenehme Entdeckung machen, daß der Händler ihm hierfür durchfduutilnh 10 bis 20 Prozent weniger bezahlt, als im ver gangenen Jahre. Raritäten heiß' heule die Lasting, für fie werden oft märchenhafte Preise bezahlt. Im allgemeinen sieh' her «riesmarkMWr optimistisch In hie Zukunft: er hat bie Wirtschafto frifr bisher erstaunlich gut uberflanhcn, "nb nur bie .Hnslationshelden" haben — nicht zum Leid wesen der soliden Existenzen - ber Zeit ihren Tri Üut zahlen müssen. Die In'ernotionalit. t des Hon deins begünstigt bas (Befcha)t, es sammel,i heule die Bewohner der ganzen Welt, Ob sie beheimatet sind im norwegischen D.onlhelnr un chdeni chen Val paraifo ober gor auf ber Insel Honolulu. ,v > Kreis Schotten. 16. Aus dem Vogelsberg. 15. Ian. Der Schneefall, der heute einsehte, kommt der Vogelsberger Landwirtschaft sehr willkommen. Der eisige Ostwind, der tagelang durch die nach Westen und Südwesten gerichteten Täler pfiff, hat die ohnehin teilweise nur mittel- mäßig stehende Winterfrucht schwer geschädigt, denn nichts wirkt aus die Wintersaat verheerender als „Windkälte". Von ihr sagt der Volksmund- „Der Ianuoriwind) jagt bas Korn fort.“ Kreis Alsfeld J_ Schwarz. 14. Ian. Heute wurde der SteinbruchKöllenberg. welch er der Oberhessischen Vasaltindustrie A -G. gehört, st i l l - gelegt. Anscheinend ist diese Bctricbseinsiel- Kreis Büdingen. nd. J)l i b b a, 15. Jan. Die von dein Verein zum Schutze der Auslanddeutschen und non der Ortsgruppe der L i ga zum Schutz be r deutschen Kultur hier uorgesehenc Vortragsreihe über wirtschaftliche und politische Fragen nahm gestern abend ihren Anfang. Redner war Dr. Rennert aus Gießen, (fr sprach über „Die Politik der Gegenwart und Zukunft" und gab als Einleitung einen großzügigen Ueberblirf über hie Entwicklung der einzelnen Völker und ihrer Reiche. Als typisches Beispiel führte er Amerika an, dessen Bestrebungen zu einem panamerikanischen Staaten- gebilde unverkennbar seien. Dem gegenüber stehl das indisch-britische Weltreich. Gegenwärtig erwachten auch die Völker Asiens und versuchten mit Einschluß Rußlands eine panasiatische Weltmacht zu gründen, die notgedrungen alich alle europäischen Staaten zu einem „Völkerbund" zwingen wurde. Denn ein Weltkampf zwischen Asien und Europa sei vorauszusehen. Großer Beifall wurde dem Redner gezollt, und eine sehr rege Aussprache trug zur weiteren Klärung mancher Fragen bei. Nidda, 15. Jan. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, in der von ihr erworbenen ehemaligen Kraftschen Brauerei ein Volks- und Schüler- b a d einzurichten. Dazu soll das früher Brau- .zwecken dienende fyntergeböube Verwendung finden. Mit der Ausführung dieses Projektes beseitigt die Stadt einen Mangel, der sich schon seit Jahr- . zehnten fühlbar »nachte. Angesichts der Wirtschaftsnotlage ist der geplante Realschulneubau, der im vergangenen Jahr vielfach erörtert wurde, auf etnen späteren günstigeren Zeitpunkt verschoben morden. Bad-Salzhausen, 15.Jan. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten einerseits, zum andern die Absicht, unrentablen Hausbesitz a b - z u st o ß e n . machen sich in unserem kleinen Badeorte eben besonders bemerkbar. Nachdem bereits im vergangenen Jahre zwei Käufer ihren Besitzer gewechselt, sind augenblicklich weitere fünf f) ä u = ser , fast ein Fünftel aller Anwesen, z u m B e r - * kauf angeboten. Darunter befinden sich auch mehrere Pensionen, deren 'Hamen einen guten Klang bei den Badegästen haben. Leider fehlt es an zahlungsfähgen Käufern, und fo wird für manchen her Verkauf seines Anwesens zu angemessenem Preise nur ein frommer Wunsch bleiben. )( Ortenberg, 14. Jan. Einen gutbesuchten Vortragsabend hielt der hiesige Zweig- nerein des Evang. Bundes im Hirzelschen Saal ab. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag des Pfarrers S) ochdahl - Dexheim über das Thema „Das Evangelium lind das öffentliche Leben". In äußerst packender und formvollendeter Rede führte der Redner das gestellte Thema zurück aus die Formel „Du und deine Seele". Mit größter Aufmerksamkeit lauschte die Versammlung den an Herz und Gewissen aufrüttelnden tiefernsten Ausführungen des Redners, die durch mancherlei Bei- ipiele aus dem Leben anschaulich gemacht wurden. Pfr. Kahn begrüßte die Versammlung und den Redner als Vertreter des Evang. Bundes, des besetzten Gebietes und des Dekanats Oppenheim. Der Kirchengesangverein sang sehr schön passende Chöre. Für die Kollekte und verkaufte Bücher gingen 34,47 Mk. ein. —/— Orten berg, 14. Jan. Gestern nachmittag tarn auf Veranlassung des Landwirt- schastsamtes Büdingen im „Darmstädter Hof" dahier ein Film zur Vorführung, der so großes Interesse fand, daß der Sa-al bis zum letzten Platz beseht war. Der erste Teil des Films führte die Zuschauer- in die Stickstoffwerke zu Oppau und Leuna mit ihren Maschinen und Förderanlagen, dann wurden im Lichtstreifen in anschaulichster Weise die Wirkungen der künstlichen Düngung auf die verschiedensten Getreide- und Pflanzenarten sichtbar. Der Schluß zeigte die Vorteile eines modern mit allen elektrischen Maschinen eingerichteten Bauernhofes. An passenden Stellen wurden die nötigen Erläuterungen gegeben. vergönnt sein, den Zweigverein auf der Höhe 311 halten und ihn im Interesse der V. H. C.» Sache immer mehr auszubauen. Hierauf folgte der unterhaltende Teil des Abends, der von Vereins- Mitgliedern in vielseitigster Weise vortrefflich bestritten wurde. Sämtliche Darbietungen fanden wohlverdienten lebhaften Beifall. ri. A iede r- B e s si nge n, 14. Ian. Gestern wurde hier der älteste Einwohner unseres Ortes zu Grabe gebracht. Landwirt Johannes Hau. Gerade vor einem Monat feierte er feine Diamanthochzeit, vor zwei Wochen seinen 90. Geburtstag. Er war ein alter hessischer Soldat aus der Zeit vor 1866, er diente im damaligen ersten hessischen Infanterieregiment zu Darmstadt. Zur Zeit der Feldzüge 1866 und 1870 war er bereits verheiratet. Der Kriegerverein gab ihm, der das älteste aktive Mitglied war. das Geleite, ließ durch -seinen Vorsitzenden Gastwirt Loh einen Kranz niederlegen und am Grab die militärischen Ehren erweisen. Kreis Friedberg. WER. Bad-Nauheim. 15. Jan. Eine dieser Tage vom H a n d w c r k c r b u n d ein- berufene und von fast sämtlichen Vertretern der hiesigen Handwerker und Gewerbetreibenden besuchte Versammlung beschloß, eine Vereinigung entstehen zu lassen, die unter dem Namen ..Vereinigung der Handwerker und Gewerbetreibenden" den engeren Zusammen- ’ chluß dieser Berufe bezweckt. Der Aufgaben- kreis der Vereinigung ist recht umfangreich und wird hauptsächlich durch die Worte Kredit- und Steuerfrageu, Preisabbau und neues Hand- mertergeleh gekennzeichnet. n. Vilbel, 15. Jan. Vom Landesbildungsamt würde der seitherige Fortbildungsschullehrer Otto Burk zum Rektor der hiesigen Ge- meitrdeschule ernannt. Damit übernimmt ein, Mann von selten gutem Charakter, großer Qlmts- tüchtcgteit und reichem Wilsen die Leitung unserer Schule. luixg nicht nur vorübergehend, denn das vorhan- T dene Schienenmaterial wurde bereits abmontiert und weggebracht. Ebenso wurden sämtliche Hand- wert; gerate anderen Betrieben überwiesen. In dem Steinbruch Kölleuberg waren etwa 50 bi« 60 Arbeiter beschäftigt, die mm saft alle erwerbslos geworden sind. Kreis Lauterbach. 0- Lauterbach, 15. Jan. Aus der ersten Sitzung des neuen Stadt Vorstandes ist zu berichten: Vor Eintritt in die Tagesordnung sprach der Bürgermeister dem seitherigen Ge- meinderat für seine Tätigkeit während der letzten drei Jahre den Dank der Stadt aus und betonte dabei, daß es vor aslem gelungen sei. während der schweren Inflationszeit die Finanzen der Stadt derart in Ordnung zu halten, daß man nunmehr in Ruhe in die Zukunft blicken kann. Sodann begrüßte der Vorsitzende die n e u g e w ä h l t e n Gemeinderatsmilglieder und verpflichtete sic. Hierauf wurden die Kommissimren gewählt. Im weiteren Verlaus wurde der Beitritt zum Süd westdeutschen VerkehrSbund beschlossen und der hierfür erforderliche jährliche Beitrag von 10 Mk. bewilligt. Ein Gesuch von Herz Höchster um Austausch von Gelände, sowie Benennung einer Straße bzw. eines Weges mit seinem Xanten wurde abgelehnt. Die ausgeschriebenen Schreiner- und Glaserarbeiten für den Ausbau der Stadt mühle wurden dem Schreinermeister Schmidt und Glasermeister Friedrich Flach zum Angebotspreis übertragen. Bürgermeister Walz gab hierauf Kenntnis von der wachsenden Arbeitslosigkeit und der damit verbundenen Not weiter Bevölkerungskreise und empfahl, mit den bereits vor einigen Wochen beantragten Not- standsarbeiten Chaussierung der Schiller-, Alexander-, Stvpler- und Goetheitrahc, in den ersten Tagen zu beginnen und die Arbeiten der wenigstfordernden Firma H. Hardt zu übertragen. Nach kurzer Aussprache schloß sich der Stadtvorstand dem Vorschlag des Bürgermeisters an. Nach einer dieser Tage ergangenen kreisamtlichen Verfügung sind die Gemeinden gehalten. über beantragte Vergnügungen die Stellungnahme des Gemein de rats zu hören. Der Stadtvorstand hat sich mit dieser Frage beschäftigt und in Anbetracht der außerordentlichen wirtschaftlichen Not unseres Volkes, sowie der gerade in letzter Zeit überhand nehmenden Vergnügungssuchi beschlossen, jedem Verein im Winterhalbjahr (1. Oktober bis 31. März) nur ein Vergnügen zu genehmigen. Weiter wurde beschlossen. Maskenbälle grundsätzlich zu verbieten bzw. die nachgesuchte Genehmigung zu versagen. Weiter wurde einstimmig beschlossen, die städtische Jagd an die Freiherrn Niedesel zum angcbotenen Preis freihändig weiterzuvervachtcn. Am Schlüsse der Sitzung wurden die seitherigen Vertreter der Stadt im Aufsichtsrat der Heimstättenbau- a e s e l l s ch o s t. die Herren Bürgermeister Walz, sowie Gemeinderat Ottcrbein und Schwarz wiedergewählt. Starkenburg. Darmstadt, 15. Jan. Die llnterfud)uno des Falles Stein in Heppenheim hat ergeben, daß die Fran des Schneidermeisters Stein nicht als ein Opfer der Mißhandlungen ihres Mannes gestorben tfl. Stein ist deshalb wieder aus der .() n f i entlassen worden. WSN. Darmstadt, 15. Ian. In der gestrigen Stadtvervrdnetensitzung wurdet zwecks Errichtung eines Jugendheims in der Lcmd- graf-Philipp-Anlage 25 000 Mk, die aus Anleihemitteln genommen werden sollen, bewillig!:. Ferner genehmigte die Versammlung für den Bau von 48 Einfamilienhäusern den Betrag von 450 000 Mk. aus dem Ertrag der Hauszinssteuer von 1926. WSN Offenbach, 15. Jan. Nack einer Veröffentlichung des Städtischen Arbeitsamtes waren am 15. Januar im Arbeitsnachweisbezirk Offenbach (Stadt und Land) etwas über 9000 Erwerbslosen - Unterstützungsempfänger vorhanden. Preußen. Kreis Weirlar. Q Lützellinden, 15. Januar. Der hiesige Turnverein hielt im Saale des Gastwirts Franz seine Winterfestlichkeit ab. Als Fest a u f = führu ng war das Lustspiel „Im weißen Röß'l" gewählt. Der Saal war bis zum letzten Platz gr füllt, selbst von auswärts waren viele Freunde des Turnvereins herbeigeeilt. Das heitere Stück löste manche Lachsalve aus und fand ungeteilten Beifall. Auch bei Mitspielern zeigte sich gutes Talent. Auf allseitigen Wunsch soll eine Wiederholung des Lustspiels am Sonntag stattsinden. — Im Saale des Gastwirts Franz führte die hiesige Schule das K i n d e r f e ft s p i e l .Friedels Wander fahrt" von Fr. Nagler auf. Die Vorführungen der Kinder fanden reichen Beifall. Ist es doch heute gerade am Platze, was das Festspiel will, immer daraus hinzuweisen: „Wer seine Heimat und sein Vaterland nicht liebt, ist nicht wert, darin zu leben." Als Beigabe folgte noch das Weihnachts- festspiel „Frati Holle". Kreis Biedenkopf. XX Biedenkopf, 15. Jan. Die Schulferien für das Jahr 1 9 2 6 sind in den Orten mit höheren Schulen für Hessen- Nassau wie folgt festgesetzt: Ostern: 16 Tage (vorn 27. März bis 13 April), Pfingsten: 10 Tage (vorn 21. Mai bis zum 1. Juni), Sommerferien. 31 Tage (vom 2. Juli bis 3. August), mit Aus- nähme einiger Städte, wo die Sommerferien erst am 16. Juli beginnen. Die Herbstferien sind wieder für alle Schulen gemeinsam 14 Tage (vom 28. September bis 13. Oktober). Weihnachten: 14 Tage (dvm 23. Dezember bis 7. Januar). Maingan. WSN. Frankfurt a. M, 15. Jan. Hier treibt wieder ein Schwindler sein Unwesen mit Erhebung von Steuern. Er hat vorgedruckte Formulare des Inhalts, daß im Auftrag der Stadthauptkasse oder einer Steuerzahlstelle infolge zu niedriger Einschätzung für das Rechnungsjahr 1924 bzw. 1925 noch staatliche ober städtilche Steuern uachzuzahleu seien. Der leicht als falsch erkennbare, schon mit Qu-itungs- vordruck versehene Steuerzettel enthalt noch den Hinweis, daß alle inzwischen zugegangeneil Steuerzettet ihre Gültigkeit verloren hätten und daß bei Nichtzahlung des geforderten Betrages sofort Pfändung in Kraft treten müsse. Vor dem Schwindler, der als von mittelgroßer Statur geschildert wurde und dem bereits Personen Turnen, Sport und Spiel nmgeii des vergangetren Spiele 24 Gießen 1900 Kurhessen Marburg 26 26 Osterode Haupt- Der fennnenbe Sonntag sieht als Kuren 1900 Stand und Vorschau der Bezirks- liga in Hessen-Hannover. 13. Der T. B. A. hat, um den Meister noch rechtzeitig ermitteln zu föirnen, Terminänderungen! vorgenommen. Ursache hierzu war, rvie bekannt, die schlechte Witterung, durch die zahlreiche Mei- stersch-aftsspielc hatten ausfallen müssen. Hinzu kommt nock die Neuansetzung der Wiederholungs- ist um 12,6 Prozent höher als die gleiche Zahl im Monat November. Auch die Zahl der Kurz - arbeitet hat im Monat Dezember eine außerordentliche Vermehrung erfahren. Nach den Mei' düngen der Verbände gab cs am 31. Dezember 19 795 Arveiter, die zwischen 24 und 40 Stunden arbeiteten. — Dem heutigen Pölizeibericht zufolge sind in letzter Zeit auf der Straßenbahn verschiedenen Damen die Mäntel zerschnitten worden, ohne daß die betreff eiv-- den Damen etwas davon gemerkt babm. Die Täter konnten bis jetzt noch nicht ermittelt werden. 24 23 25 26 22 22 24 24 23 24 2 Mannschaften, die beide als besonders durch-- fchlagträftig bekannt sind. Spielver. mit seinen gefürchteten Außenstürmern und Sport mit dem ungestümen Drang nach vorn, wenn auch mit mehr System, geben zwei gleichstarke Gegner ab. Während Sports Spiel ungleich präziser und seine Mannschaftsleistung sicher verläßlicher ist als die Spielvereins, warf leötercr jedoch schon durch plötzliche besondere Leistung, die bisher immer mit der Stärke des Gegner- wuchs, alle Berech- mtngen über den Haufen. Trotzdem glauben wir in diesem Falle nicht an eine Ueberraschung. beim ..Sport" hat sein Schicksal selbst in den Händen und wird besorgt und sich bewußt sein, baß so kurz vor dem großen Ziele nur die Hergab c des Aeußersten, nur angestrengteste Aufmerksamkeit und größte Sorgfalt genügen, um einen Sieg ficherzufteslen. Wir erwarten Sport nach hartem Kamps als ganz knappen Sieger. Das 2. Spiel Gießen 1 900 — Kur- Hessen Kassel wird der Altmeister- zum Anlaß nehmen, um (nach dem heutigen Tabellenstand) wieder bis auf 1 Punkt Abstand zu „Sport" aufzurückcn. Kurhessen wird sogar hoch gewinnen Geschäftliches. Die tägliche Suppe ist kein Luxus, sondern für unser Wohlbefinden non größter Wichtigkeit. Mühe und Kosten der Herstellung nur gering, wenn man Maggis Suppenwürfel verwendet. 1 Würfel Z" 13 Pf. ergibt 2 Teller wirklich feiner, wohlschmeckender Suppe. ______ 39 Punkte 36 34 34 29 28 •„ 28 28 „ Aussehen hat: „Sport" Kassel Kurhessen Kassel Borussia Fulda 05 (Böttingen .Festen 09 Kassel S.-E. 03 Kassel Spielverein Kassel S. Vg. Göttingen Marburger S.-Vg. Begegnung: Spielvercin „S por t" Kassel. „Sagitta"-Huftenbonbons bet Husten, Heiserkeit, Bronchial Katarrh, Berschleimuna, ranbcm Hals. Erstklassige, von Aerzien bestens empfohlene Hustemnedtzin hi fester Form. In allen Apo'licken erhältlich. ^2te:s vor- lätin: Universitats-Llvoihele zum goldenen Engel. Apotheke MrofbovL Eagilta-Werk, München SW 2. Verlangen Sie kostenlose Zusendung uns. Prospekte spiele für Kurhessen Kassel, die von der seinerzeit angeblich irrtümlich erfolgten Spielberechtigungserklärung Webers für KurhessenKassel bcrrühren. Die Neuansetzung erfolgte derart, daß mit dem letzten Januartage die beiden Spitzen- iandidaten „Sport" unb Kurhessen ihr letztes Spiel, und zwar gegeneinander, austragen, so baß der Meister bis zum 1. Februar ds. Js. gemeldet sein muß und farm. Uebersicht über den Stand der Spiele bringen wir nachstehend die Tabelle, die nach den Punkte- und Platzändc- Soirntags folgendes Wetzlarer F. (£. 05 S.°Dg Hann.Münden 25 in der Gegend der Eschersbeimer Landstraße zum Opfer gefallen sind, wird gewarnt. WSN. Frankfurt a. M, 15. 3att Der Monat Dezember brachte hier eine weitere Verschärfung der Arbeitslosigkeit. Zu Beginn des Monats waren beim Städtischen Arbeitsamt noch 13 158 'Arbeitsgesuche registriert. Entlassungen, Betriebsstillegungen und 'Beurlaubungen von ganzen Belegschaften haben einen dauernden Zugang an Arbeitsgesuchen zur Folge gehabt, so daß die Gesamtzahl her Arbeitsgesuche Ende Dezember sich auf 23 763 belief. Diese Zahl ausfprechen sollte. Die Hintermannschaften sind wohl ebenso gleich gut wic die Stürmerreihen, wenn man auch den F. C.ern eine Kleinigkeit möhr Verständnis innerhalb ihrer Elf zug.-sw- hen muh. Die Polizei spiel! «rf^uiii zweiten Male in ihrer neuen Aufstellung, di» sich am Sonntag gegen die „Hessen" so sehr bewährte, während der Fußball-Club seine Elf seit Beginn der Derbandsspiele auf fast keinem Posten verändert hat. Es besteht die Gefahr, das'- ein» gute Abwehr das System der anderen Els mehr gefährdet. Lind da kann leicht in den Zusammenhang der Polizisten, die ihre Einheit bislang lang noch nicht recht befestigen konnten, leicht eine Bresche geschlagen werden. Im allgemeinen weist aber das Ctärkeverhältnis beiderseits bei artig geringe Unterschiede auf, daß an (ich unbedeutende Kleinigkeiten, sonst vielleicht belanglose Fehler den Ausschlag geben können oder — das Treffen endet unentschieden und damit- wäre F. C. Meister. Im anderen Falle sind voraussichtlich Entscheidungsspiele nötig. Und nun schneit es draußen! Das zehrt an der zweifellos zu erwartenden Schönheit des obigen Kampfes, wie überhaupt ein glatter Boden alle normalen Berechnungen über den Haufen werfen kann. Bei halbwegs einwand» freiem Wetter ist bei der rührigen Propaganda des Polizeisportvereins für das Spiel mit einer Zuschauermenge von einem halben Tausend und mehr zu rechnen. 'Die ohne Schnee so herrliche Spielfläche des Wetzlarer Spilburg-Stadttms gibt der Veranstaltung den würdigen Rahmen. 'Die Leitung des Kampfes liegt in den bewährten Händen des Herrn Engel vom D. E. In einem weiteren 'BerbandsrÜckspiel empfängt „Hessen" Gießen den Sportklub WehIar-NiedergirmeS. Die ..Hessen" sollten, wenn au M. Mk. fb M Prise r-- . . Zß W H 9r- Schröder Xaglid) Ä W Aufbaufal; Bekanntmachung. Bullen-VerKauf in 4 Bewährt bei allen Zuständen. M iltfc r. 4911) i' Sämtliche Maschinen für Schreiner, Wagner usw.i nicht, der bod> ent- ein paar ihr nur hon dem, Aber es in groß- gouzei» Leben fügend ' 800 1240 hat 900 420 1030 ‘280 1375 Bekanntmachung« Sladtlheater-Abonnemeni Klein $ Seid Fulda 6.1 Bezirken. 1. Bezirk: 2. Bezirk: 3. Bezirk: 4. Bezirk: Gießen, den 16. Jamtar 1926. Der Oberbürgermeister. I. V.: Klingspor. Bekanntmachung 3n unser Handelsregister Abt. B nnitoc heute bei der Firma Atmos-Werkstälten, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Gießen folgendes eingetragen: Die Firma ist erloschen. 494B Gießen, den 13. Januar 1926. Hessisches Amtsgericht. llnKrSptp'M’oiiiöbdiwii fährt Anfang nächster Woche Im von Höchst a.M.-Frankiurt a.Al. nad) ®tef)<>n. Güler nach hiesiger Richtung können mitgebracht werden 526D Mittwoch, den 20. 3annav' 1926, na (hm. 2 UM' wird auf dem Ratbause. Bekanntmachung. Die Anlieferung von rund 1000 cbm Erve zur BervoUstöndigung des Strafzen dämm es der Straße am Amtsgericht soll öffentlich vergeben werden Angebote sind spätestens zum Oeffnungstermm am Mittwost:, den 20. d. Mts. vormittags it Uhr beim Stadtbauamt einzureistjen. Daselbst sind Vordrucke erhältlich. 506B Zuschlagsfrist 2 Wochen. G t c ß e n, Den 15. Januar 1926. Stadtbauamt Gießen. Braubach. Franziska. Roman von 2tesbet Stil. Bergk, Lang-Göns. Bürgermeisterei Laug-GvnS Auftauen von Wafferlettungen, Behebung von Rvbrbrüchen und Klosett.Spülvorrichtung-Storung. Reparaturen an ErnaUie- lcchacschir icn von 20 'tif an. Alle 2vcnnlerarbei« ten au soliden Breis. Paul Noack, Lpenaler« u. Jnsial- lauonSg. schäft, ilrciiAVlo» 11,im Hvb 0856 ^-Programm M-Mschau"-) 4624 D □ * B e Bekanntmachung Freitag, den 22. Januar 1926 nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesiger Bürgermeisterei die Gemeindefagd auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Die Gemarkung umfaßt zirka 135 Hektar Wald unv 300 Hektar Feld. Bemerkt wird, daß das Jagdgebiet in 25 Minuten von der Bahnstation Reiskirchen zu erreichen ist. Nähere Bedingungen werden vor dem Dermin bekannt gegeben. 489D Bersrod, den 13. Januar 1926. Hessische Bürgermeisterei Bersrod: Becker, i DerbandSrüSM chen den Sportklub irmeS. Die .tzeff«" r knappe. Sieger Melber lehr verbessert. Das Dor ials war die Deichsvck hielt später beide Punkte Spielberechtigten in seinen - gung des $. D. QL IHanl dmg des Lohnkreishmd^ 24. ds. Mts. M tvem kativnen eintreten, heran le nötig sind, das kam ist noch S Punktespiele M !ler Meisters achutrager rg ift die vom D. D. L fle ng des ßnbfpieft1 Mn tyffeM et und Lahn au-grrchnc sollen gnade die W inachen2 Dl«n doch Vvebev mDvrfchreMarbur« h gleich gegen diese» Der öffentlich mit Estch! ihstnachAmeriKa, leister im Drustschvimnen ,ellas«Magdeburg) M feR Januar aus dem Sampl« . mtfan Llond wn Dreien v Morgen Wald Morgen Feld keinen Wald Morgen Feld Morgen Wald Morgen Feld Morgen Wald Morgen Feld werden vor der Ber- WisseiMchafi und Nährsalzfragc: 1.) Sanitätsrat Dr. Bilfinger idjrclblt ..Ich kann nur wünschen, daß der Dichtigkeit de» .Nührialjfrage die ihr gebührende »eachtnng immer mehr geschenkt wird und daß die GrundtSße der naturgemäßen Lebens- und Heilweile immer tiefer in alle «teile unteres Volkes eindringen. Nur so kann der drohenden Degeneration wirksam enlgegengearbettet und die Io notwendige gesundheitliche Regeneration erstrebt werden." Dr. Schröder’s- ufbausalz hilft in der Küche sparen Dünne Suppen und Fleischbrühe, Gemüse und Sofcen erhallen sofort kräftigen Wohlgeschmack durch Zusatz einiger Tropfen Maggis Würze. vorteilhaftester Bezug in groben Originalfiaschen zu RM 6.50. 45k sere Ueberzeugung sterben. ja, bo$ müssen wir", schloß FranziSka. Sie lag ganz still mit geschlossenen Augen, aber sie weinte nicht. Wußte sic nicht, wie ihn das alles erschütterte. wie jedes ihrer Worte die verlorenen Jahre wieder auflcben liest und wie er kich marterte, wie sie noch zu retten fein könnte, und sich doch sagte, daß hier kaum noch ärztliche Kunst mehr Helsen konnte? Sie wusste es nicht. Dasselbe Leben, das sie als Künstlerin verlangte, hatte ihren jungen, gesunden Körper in Fesseln gelegt, die sic nicht mehr löste... Sie würde sterben, ohne es zu erfahren, Rippenfellentzündung sagte man in solchem Fall, eS war ja auch gleichgültig, woran auf 6 Jahre verpachtet. Die Jagdbezirke sind in 2 Minuten vom Bahnhos zu erreichen. Tie Berpachtimg geschleht In bester Wohnlage I ti iiiiilllllllllfllllllllllllllllllllllllHtllllllllllUHIIIUIIIHUI .8'2-3 sehr gut möblierte Zimmer 8 einschl. Küchenmitbenutzung S zu vermieten. Zu erfragen Blsmarkstraße 24. ! 486D infl , MS btn M reife Mer W -8 U r: «® DramaM fragte sie plötzlich. Sie ist jetzt Oberin in einem großen xrait» kenhaUS in Mannheim", antwortete Hasse Schade" sagte Franziska. ..Elisabeth! Da« sind die Frauen, die ihr heiraten sollt. Da« ^sunde Generation ... aber toir »men. und wir müssen sür un- (Broh-ftur Mark 2.50, ßlein-flur Mark 1.- 3n Apotheken und Drogerien ,u haben, sonst durch: B. Daniel, t» afiel, Li."wen 4, relcvi.on 5770 und Aebenamchlust <113. -»s. W-il.VleMWtzUckleigeWg im Sicher Stadlwalde. In dem Distrikt Grotztzäuserberg werden nach vorheriger Zusammenkurstt am Waldeingang, Kreisstrahe Aieder-Bessin- flcn—Langsdorf, am Freitag, den 2 2. Januar 1 926 vormittags 10 Uhr versteigert: . a) Nutzholz. Stämme: Hainbuchen 4. bis 6. 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Die in Gemäßheit des Reichsviehseu- chengesetzes aufgestellten Listen der bei- -tragspflichtigen Pferde und Rindvieh besitzer der^Stadt Gießen und der Gemarkung Schiffenberg liegen während 8 Tagen vom Tage der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung ab auf dem Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer 3, zur Einsicht offen. Eimvendimgen gegen die Einträge rönnen nur während dieser Offenlegungsfrist und nur von den beteiligten Vieh besitzen vorgebracht werden. 501B Gießen, den 13. Januar 1926. Der Oberbürgermeister. I V.: Dr. Rosenberg. war zu spät dazu. Die Natur balle artiger und grausamer Weise dafür gesorgt, daß vernichtet wird, was nicht auf sich hält. Die Schmerzen schienen wieder,zukvmmen, ihr Gesicht wurde aschgrau, sie hielt seine Hand fest, als ob sie einen Hali, einen Trost daran hätte, und er liest sie ihr. Die Uhr tickte, draußen knallten die Kutscher mit ihren Peitschen, und von Jett zu Zeit hörte man das duinpsc Donnern einfahrender Züge von dein nahen Bahnhof. „ES ist ein ziemlich unruhiges Zimmer", meinte Hasse. — „Ja", sagte sic, „aber jetzt braiub’ ich nit mehr umzuziehen. Jetzt komm' ich ja zu Ihnen." Und sie lächelte matt dazu, ohne die Augen zu öffnen. „Singen die Nachtigallen noch im Frühjahr vor deinem Fenster? Ah, eS war schön... damals, als wir jung waren", fuhr sie mit geschlossenen. Augen fort, leise, wie träumend . „Wie der blaue Flieder in schweren Büscheln über die Parkmauern hing! Weißt du das noch? Hängt er immer noch dort im Frühling? Und wie über die Höhen gewandert sind in der blauen Sommernacht? Auf einem Berg haben mir einmal zu Abend gegessen. Es war in unserer erflen Zeit, es wurde immer dunkler, und wir saßen da. bis die Sterne kamen und unten Hasse machte eine Bewegung, aber sie fuhr fort: ' „Sie haben gedacht, Sie hätten mich zu einer Künstlerin gemacht oder wenigstens den Grund dazu gelegt Bitte, lassen Sie mich letzt sprechen, Fred, oder Herr Professor, wenn Sie wollen ich weist. Sie haben sich Muhe gegeben, mich etwas lernen zu lassen, und ich hab s enb- ltch auch begriffen, dast man ja nicht, wie die Binder in der Schule meinen, für den Lehrer lernt, sondern für sich selber. Als ich die ©a; Tome zuerst in der Partitur las, wußt ich. dast das meine große Rolle werden wird Sie haben damals gemeint, es gehöre zur Salome nur eine Portion Schönheit, ein Schust Sekt und Gemeinheit, aber es gehört auch dazu eine $tin®en Mariot hab' ich damals geliebt. Gr hat mir die Rolle eingeübt wie einer Marionette hat keine Augen für mich gehabt. Ich hab' gewußt, er hat eine Leidenschaft für eine vornehme glücklich verheiratete Frau, die dem Aof nahesteht, eine, die nur schön war und die er nie hat erreichen können. In der ersten Bett hat er mich korrigiert mit einer- Gleichgültig- Feil, daß ihir das Blut gefroren ist. Und ich hab' mir vorgenommen, ich will so spielen, dast er herschauen must — Dann hab' ich's crrercht Es war, als ob ihm auf einmal ein Licht aus ginge, fo hat er mich angefchaul. groß, ungläubig und fasziniert. Damals bei der Premiere von der „Helena" ist er mit einmal auf die Bühne gesprungen und hat mich an na) gerissen. Das war aber noch vor: feiner Veite nicht wie die übliche Kapettmeisterbegeislerung für irgendeine vom Fach. Das andere ram bann H^Das Merkwürdigste ist, niemand vom Theater hat etwas davon geahnt, nur leine Frau Hal es gewußt, vom ersten Tag an. als wir uns vor gestellt wurden, hat sie« gesuhlt, daß ich ihr Gefahr bringe. Ich Habs gemerkt, nut welchem Blick sie mich betrachtete. Wenn sie nur hie Hand geben mußte, bebte fie innerlich, sie spielte die erste Geige so etwas Rührendes und ich hab' meinen müssen. Wie dumm man damals war. Man weint, ohne zu wissen, warum. nur weil man glücklich ist. und daS war ich — damals. Unb plötzlich ergriff et ihre Hande und drückte seine Augen hinein. „ FranziSka!" Bei diesem Wort schien etwas in ihr zu erwachen. Sie schlug die Augen auf und sah ihn an. Gs kam über beide der Zauber und der Duft bei ersten Jahre ihrer Liebe wieder. Leuchtende Tage fliegen vor ihm auf, Sommernächte, ein blauer, ftcrnfunlelnber Himmel, und von einem hohen Berg sahen sie zu, wie sich die Stadt schlafen legte und eins nach dem anderen der blitzenden dichter dort in bei Ebene erlosch. Unb er glaubte wieder den Regen rauschen Mi hören, der in den Wäldern niederging, als sie beide unter einem rotfeidenen Schirm gingen, und auf ihren weißen Hut fielen rote Tropfen. Sie fang das Marienlied in her Probe der „Aönigstochler" mit einem fo reinen, kindlichen Ausdruck der Güte und Keuschheit, wie ein (Sngel mit gefalteten Händen unb glockenheller Stimme, als stünde sie in einer fonnenbestrahlten heißen Dorfkirche vor der Mutter Gottes. Sic trug ihm eine Szene au« der „Königstochter" vor, während sie dabei im Zimmer hin und her schritt, und mimte dabei. „Ich brauch Bewegung," sagte sie. „in einem engen, vvllgesteklteu Zimmer erstick' ich." Ja, sie brauchte Bewegung, die Bühne. und Freiheit... Und er hatte sie behüten wollen und vor dem Leben beschützen. . Ach, Franziska.... Muß sich ein alter Mann nicht schämen, wenn er weint? „Fred", sagte Frcmzisla weich und ihre Hand legte sich aus seinen Kopf. „Ich danke dir... Der beste Freund warst du. (Fortsetzung folgt.) Sei MjMStMkl in töleßen findet in der Zeit vom 11. dis 18. April 1926 statt. Reflektanten wollen sich wegen Ueberlafsung von Plätzen für erstklassige Fahr- und Schaugeschäfte sowie für Verkaufsbuden bis spätesten- 1. März 1926 an die Stadtverwaltung (Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer Ar. 12) wenden, wo die Bedingungen erhältlich find. Angebote sind unter Verwendung des vor- geschriebenen Angebotscheins, schriftlich, mit der Aufschrift „Angebot für den Frühjahrsmarkt 1926" bei der vorge- nannten Stelle einzureichen. Da bet Früh- jahrSmarkt ein beschränkter Markt ist, erfolgt die Zulassung von Interessenten ganz nach dem dafür vorliegenden Be- dürsnis, grundsätzlich werden nur solche Geschäfte zugelassen, die sich rechtzeitig um Plätze beworben haben und denen die Zulassung vor Beginn des Marktes in Aussicht gestellt worden ist. Glückspiel- unternehmen jeglicher Art sind verboten: für Spezialisten ist nur ein begrenzter Raum verfügbar, nach dessen Vergebung weitere Interessenten nicht mehr zugc- lassen werden. Die Vergebung der Platze geschieht nur durch die Stadtverwaltung. Gießen, den 16. Januar 1926. Der Oberbürgermeister. I. D.: Klingspor. 452B MAlW NA WWW M WkWMNWMWM. Zur Unterhaltung der Kreisstraßen sollen nachstehende Materialien öffentlich vergeben werden. 4000 cbm Unterhaltungskleinschlag 5000 „ Walzkleinschlag 600 „ Splitt aus bestem Basalt sowie 1500 ,, scharfer Kies (kein Sand). Lieferungsbedingungen und Vertuen- dungsstellen können bei uns etngesehen werden. . Angebote auf Vordruck, der bei uns käuflich ist. sind bis Dienstag, den 2. Februar ds. Is.. vormittag« 10 Uhr, einzureichen. __ 4/5c ‘ Zufchlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 15. Januar 1926. Kreisbauverwaltung. Eellarius. Q[6 v uch dik ^Ichc w lat su W terTN tzsKr I Mt Englisch und I Spanisch Brieflicher Svrach- Unterricht f. ieberm. Gerinafie Teilzahl«. „Amerikanisch lLuo- Lüstern". Vrosv. von ^chnliiÄ« vv n, H -mboldistr:»< "P Spanischen Sprach- Unterricht nuclri >rausmann. Lchr. Vina- unt. 082V mi den Gieß- «ha. Web. Viieraiur und Älmsreund jucht neblibeic junge Film- sreundin kennen zu lernen. Lchris'l- Angebote unter 0325 on bin (shcü.',lit’.._ct beten. oiolkslfiyenaMAN liefert In feDrt groflnfdittn 'nusltottung prd»®#rt bl« UnlDerfltat*« »rudieret, % Bene«. 17. Iflnuar: SS W: «ai*n lürtn Siete »«3* 9. film ir ... Dianickt? Behör-Uche Anzeigen Bekanntmachung. Das Erlöschen Der Firma Carl Oettershagen, Holzhandlung in Gießen, Inhaber Kaufmann Carl Oettershagen soll von Amts wegen in das Handelsregister eingetragen werden. Der Inhaber der Firma Carl Oettershagen, dessen Aufenthalt nicht bekannt ist, wird hierdurch von der beabsichtigten fiö- Übung benachrichtigt und ihm eine Frist bis zum 1. Mai 1926 zur Geltendmachung ■ eines Wioerspruckfs bestimmt. 493B Gießen, den 12. Januar 1926. Hessisches Amtsgericht. Die Einlösung des vierten Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonntag hat n n r am Mittwoch, den 20. Januar 192b in der Zeit von 21/z bis öy-j Ubr nach mittags an der Kasse tn der Vorhalle des Stadttheaters zu erfolgen. Die zu zahlende vierte Rate betragt für: Proszeniumsloge, Rangloge und 1. Rang Vorderplatz 1. Sperrsitz und 1. Rang.Mttte- 12 Mk 2. Sperriitz u. 1. Rang (Ruckplatz) 10 Mk. 3. Sperrsitz u. 2. Rang (Vorderpl.) 6 Mk. 2. Rang (Mitte) 5 Mk. 2. Rang iRückplatz) 3 Mk Eine Einlösung an oer L,ages und Mendkasse erfolgt nicht. .>0jd Das führende BeamlenLehen«ver8Xherung84)üternehmen sucht für die Kreise Gießen und Welzlar erst'lässigen General-Vertreter sowie geschäftstüchtige abgebaute Beamte aller Verwaltungen als Mitarbeiter gegen zeitgemäße Vergütungen. Niedrige Tarife, günstigste Vurs.-Be- (lingungen und Verträge mit Beamten- Organisationcn gewährleisten bei rühriger Tätigkeit hohes Einkommen. Bewerbungen unter F. T. 7110 an Ala, HaasensteinftVoglei, Frankfurt/Main. üooa man starb. Rur für ihn war cs das sie hatte behüten wollen und dem sie glitten tvar. Wenn er fie nur für 5a()rc hätte gesund machen können, wieder etwas hätte zurückgeben können waS sie achtlos verschivendet hatte. 3 hezw. 4 ZiimnerwDhDunn, iiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiyMitmi Villa Neubau, 8780 sofort beziehbar, zu vermieten. Näheres Crednerstraße 50. Büro. MAGGI" Würze . niii.ieiiiiiniujji Miwirr hat Fuvcht vor mir gehabt, ehe ich seid« mit mir im klaren war. denn damals in der ersten Zeit, als Mariot kam. da halt' ich Sie ja noch lieb. Verzeihen Die, wenn ich das jetzt sage." „Ach, daS Leben," Franziska schöpfte Atem, „je älter man wird, desto reicher wird es vielleicht auch, weil man sich seines Wertes mehr bewußt ist. Wie war man früher verschwenderisch, jetzt möcht' ich jede Stunde fest hat ten mit beiden Händen, aber sie gleiten wie Perlen in der Hand eineS Betenden. Wieviel Jahre ist lmS alles bei? Acht, neun... Gott, es sind ja schon zehn Jahre. Wie daS rinnt... Halten ©ic doch, bitte, die Uhr neben dem Bett an, die rasch fließende Zeit... Haben Sie nie den „Rosentavalier" gesehen? Gehen Sie am Sonntag hin. wenn ich gesund bin? Richt wahr, bat versprechen Sie mir?“ Hasse versprach es ihr. „Man kann die Vorstellung ja auf schieben", meinte er. Aber Franziska schüttelte den Kops ..Entweder sing' ich am Sonntag oder ich sing' nicht mehr", sagte sie bestimmt. Nächste Woche muh ich gleich nach Dresden, dort hab' ich im Ring zu den Festvorstellungen zugesagt.. ivenn ich es wenigstens halten kann. ES liegt mir viel daran. Ich hab’ noch nie dort gesungen Mariot ift Hofkapellmeister geworden. Wir sind jetzt alte Freunde, er ist längst geschieden. Wir schreiben uns noch immer. Sobald er etwas Großes vorhat, fragt er zuerst bei mir an. Zch hab’ ihm dreimal aus dem Ausland absagen müssen, und jetzt halt' ich zugesagt. Er ist ein großer Musiker. Wic der den Ring heransbrmgt, so was kann kein anderer. Was hab ich bei dem gelernt! Ich hab meinen Meister gesunden damals." Das sagte sie vor sich hin wie im Traum. . r,„ „Was ist denn eigentlich aus der schönen blonden Dame geworden, sie hieß Elisabeth. 'M '-W aS®?ieii*= spielt tt[t «F A«. '«i» ® «Mn Z igsspiele notig 8 draußen! Das »ebn »art* SHvKlL : jMy ein glatte, Rechnungen über her -oei yalbtveg- eintoan^ «r rührigen PrvpagaiM ' ™r das Spiel mit dntr Rtm halben Tausend unl t ohne Schnee so h«r- ehlarerSpiiburg^tadims I den würdigen Aal-mn es liegt in den betoöitttr igel Dom D.T > I" 2ert^id,|l9Le nn Atting gt.i.L,.'- V nS5^boit< ZK-»'" worauf die Eröffnung erfolgt. Bürgermeisterei Rüddingshausen Post Londorf. M ü 1 sig. 477D Sichere Existenz durch Beririeb unserer durch Patent ne schützten, kvnknrrenzl., auch beute leicht uertriuil. Artikel für Behörden. Firiiien und Private. 446A Herren, die ic nach Bezirk Mk. 2-0- bt6 Alk. 750.— für Auöllesernnaslaaer fof versnabar haben, erb. AlleinverkaufSrechi übertragen. AnSs Bewerb, u. K. L. 3le. an AU HaaieasUln * Ve» er, A.-V.. Oeeeel. ' Dohle- I Die Bedingungen ..... Pachtung bekanntgegeben. Auslnrnt erteilt auf Wunsd) zu ieder Zett Förster n um ui. -v-“- -71 - . . - Die Gemeinde Rüddingshausen beab- Mi 2ang-Göns die Jagd der Gcmcindc ttchttgt, einen noch jungen, aber erstklassig ' " tnnMieiirrc genährten Simmentaler Bullen zu verkaufen (tocil zwei gleichaltrige). Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis Mittwoch, den 20. Januar 1926, nachmittags 3 cklyr.auf der Bürgermeisterei elnzureichen, Lu Der Vorstand. 3.21.: Dr. Lenz nochmals herzlich eingeladen. 4871) Gesellschaft der Gietzener Kunstfreunde tichtbildervortrag B große Edellikore Telephon 1414. Neuenweg 28. inbrande Der Spiel-AuSschuk. 0320 entgegengenommen. 284D großer 176D Saalkasse 470h Giessener Konzertverein Zahlung: 481D Sechstes Abonnements-Konzert 413D Zuschlagsfrist 4 Wochen. r Statt Karten! Mittwoch einzulösen. Verlobte über: 492D Cafe Amend im Januar 1926 unter Mitwirkung 507c des Bunten Bayrischen Komikers Herrn Andresel erteilt 0316 Tlordanlage 19 I Vermählte Gießen (Steinstraße 53), 16. Januar 1926 Alten-Vuseck z. 3- Moringen Sitzplätze zu L60, 1— und 0.50 Mark bei Hcrso, Plockstraße 5, und an der Berta Löber Hugo David Büdingen, den 13. Januar 1926. Hess. Hochbauamt. Frey. einzig dastehende H&emischung feinster ßlunv. und unerreichter Ergiebigkeit, im Verbrauch nicht teurer nJs MüteEsorten. Donnerstag, den21.Janfaar Hänsel u. Gretel Märchen in 4 Akten Gretel: Erika Graf. Unterricht i. Reichskurzschrift und Stolze-Schreh Mittwoch, den 20. Januar Rotkäppchen Märchen in 4 Akten Rotkäppchen: Erike Brat WNMl' KM! Gg. Wahl ' Friseur 33 Neustadl 33. Hansa Handelsschule /.Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorn. Hermes Neue Kurse > Anmeldung tägllah.. Arbeitsvergebung. Für den Kreisamtsneubau in Büdingen werden auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juli 1893 und dessen Ergänzungen das Liefern und Verlegen von etwa 530 qm Linoleum.fowie das Liefern vonMoblliar in 3 Losen öffentlich ausgeschrieben. Die Bedingungen sind während der Dienststunden auf unserem Amt einzusehen. Qln- gebotsvordrucke daselbst, solange der Vor- rat reicht, zum Selbstkostenpreis erhältlich. Die Angebote sind verfchloffen und mit entsprechender Aufschrift versehen zum Gröffnungätermin am 28. Januar 1926, vormittags 11 illjr, einzureichen. Walter Wolf Ludmilla Wolf geb. Bohn Sonntag, 24. Januar 1926, nachmittags 5 Uhr in der Universitäts-Aula liiiiii'iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHipiiüiiiiiiiimuuL'ii'iJiiiiummiiiumiiiii KRIEGERVEREIN LICH Sonntag, 17. Januar, nachm. 31/, Uhr, in Lich in der Turnhalle GrostesMilitarkonzert ausgeführt von der gesamten Kapelle des Infanterieregimentes 15 unter persönlicher Leitung des Herrn Obermusikmeister Löber Abends 81/, Uhr wichtiger Vortrag des Herrn Dr. Äuermann, ehemaliger Fliegeroffizier des A.O.K. 23 „Fronrflieger int Westen" 100 Lichtbilder. — Beide Veranstaltungen beginnen pünktlich iiiIi!IiIIiIIIIIii..iiii!iiiIiiiiIstMiNMllI1MiisIiIiIiIiIIIiIiI!IiIIlssIiii!siIiIIIIIiIiii.i>,.IiIIiI>Iii. Große Gesellschaft für Crd- und Völierlundez Versteigerung Beginn neuer Kurse Ende Januar Oefl. Anmeldungen werden jederzeit vereinigter Mannerchor Harmonie-Gemütlichkeit" Sonntag, Den 17. Januar, abends 769 Uhr 48oC Lehr-Institut Säulke Wolfstraße 21, Ecke Lieber Straße Telephon 1055 Braut BF Modehaus Salomon Gießen, Schulstraße. 37a DienstU heu 19. An. 1926 nachmittags 2 Uhr versteigere ich im „Löwen", Neuenweg dahier, zwangsweise gegen Bar- Astorla-Lichtspiele Sur noch heute und morgen: WUlkMksVlllW Dienstag, den 19. lfd. Mts., 3V2 Uhr, findet im Saalbau Sauer (Oswalbsgarten) eine Handwerkerversammlung statt, in der Herr handwerkskammerdirettor Schüttler Motors allerbeste Fabrikate, in allen Größen allerbilÜRst 42c Carl Schunck. Vortrags-Vereinigung (Goethe-Bund, Kaufm. Verein, Ortsgewerbe-Verein) Donnerstag, den 21. Januar 1926, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula der Universität Lichtbilder-Vortrag des Herrn Professors Dr. Ludwig Brühl, Kustos am Institut und Museum für Meereskunde an der Universität Berlin Wanderungen durch Norwegen Eintrittskarten tu der Musikalienhandlung Cballier für Mitglieder zu Mk 0.75 pro Platz cesen Vorzeigen der Vor- i trags-Ausweiskarte. und nur im Vorverkauf; für Nichtmit- srljeder zu Mk 150. Studentenkarten zu Mk 0 75 gegen Vorzeigeu der Studentenkarte bei Herrn Sekretär Ritter. N. B. Der Vorstand des Kaufmännischen Vereins gibt bekannt, daß der vom Kaufm. Verein für den 20. Februar festgesetzte Haskenball infolge behördlicher Anordnung nicht stattfinden kann. 483c Lichtspielhaus Noch bis einechl. Dienstag; Ü€€KAM€ Wct honhedel 'und utyrtehm. Besichtigung ab 10 Uhr. Versteigerung bestimmt. L. Hartmetz, Auktionator und Taxator Neue ßäiijcieötrn bestens gewaschen, ohne Schmutz und Staub,leichtwiegend wie v. d. G ns ne* rupft, mit allen Daunen Psd. 3.—, boch- vrtma4 —, Halb dannen 5.—, 6.50. Edel- '/«-Daunen 7.50, la arokflodtge Daunen 12.—, 14.-, geriss. bannige Federn 4 10. zarte weichet).—.7.60. Schneemetst. Dau- nenlchletst 8.40. Garant. reelle Bedte- nuttfl! Ntchtgeiallem des nehme ans meine N osten zurück! Frlti Basar, Ganiemä'lc- rei. Nantrebbln 42a Qcderbruch» 518A Jamaica - Rum ° Derschni» stellen Ei« sich am vor» r-ilhafi«st«n selbst Qtr nacb folgendem •/■j Liter Weingeift (Spiritus Vlni 96%) % „ Wasser gut vermischen mit 1 Fl. 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Gerichtsvollzieher in Giesien, Dammstrafie 24. 10/50 horch <7Sitzer, fast sabrilneu, we»üg gefahren, billig zu verkaufen. Reflektanten erhalten Näheres durch schriftl. Angeb. unt. 520D a. d. Gieh. Anz. 2 Stehschreibpulte mit Schubladen und Schränke, Schreibtisch mit Aufsatz, 2 Drehstühle für Büro, 2 Rohrsessel, 3 RohrstühL, 3 Tische, 1 verstell. Zeichentisch. 2 Schreibmaschinen (Orgn, Smith Premier). WM« «OH ISS WlMkl i spricht. Alle Handwerker sind hierzu eingeladen. । Sewerbevere> n u.hanüwerkervereinigullgen Montag, den 18. Januar 1926, ab 11 Uhr, versteigere ich Schiffenbergerweg 50 A. 1 Schlafzimmer, komplett neuzeitig, 1 Küche, kompl. neu, 1 Ledersofa m. Umbau f. neu, 4 Korbsessel, 2 runde Tische, 3 Bettstellen m. Matratzen, 1 Liegestuhl (Rohr), 1 langen Tisch, 1 Kleiderschrank, 1 Staffelei, 3 Zentrifugen, Stunden- ieiftung 135, 100, 40, 8 Dam.-Fahrräder, neu, 1 Transport Seitenwagen für Fahrräder, 1 Kinder-Sihwagen. 514 •eeoeeswoeee Altes ölet 'Ltetröhrem lauft Äruhlfche Lruckerei D“ E-chulnr 79 oeeeeeeeeee» 1 Maskenball in fämtttcheu Räumen der Liebigsböbe. Eintritt pro Person l Mark. Vereinigung der Vaterländischen Verbände Oberhessensl Alle nationalgesinnten Volksgenossen aus Stadt und Land sind zu der Sonntag, den 17. Januar, nachmittags 3 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten stattfindenden Reichsgründungsfeier Grete Sliickgold Sopran aus Berlin am Klavier: Hans Altmann, Frankfurt a. M. Gesänge von Schubert - Wolf - Giordoni - Pieroccini- Caccini - Rossini und Rich. Strauß Eintrittskarten: 5.-, 4.-, 3.- und 2.- Mk. bei Ernst Cballier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk. 1.— nur im Vorverkauf beim Hausverwalter der Universität. Mit diesem Konzert beginnt die zweite Hälfte des Abonnements, wir bitten die fällige zweite Rate bis spätestens Harry Piel in dem grandiosen Abenteuerfilm DasfliegendeAuto Abenteuer eines Vielgesuchten G Akter: Dazu: Ole Reise zum Mars Groteske in 2 Akten. HennyPorten Der Idealtyp der deutschen Filmschauspielerin In Tragödie 0 Akte :: Vorher: Peggy und Orownle in einem lustigen Film 503c Mittwoch, 20. Januar, auf allgemeinen Wunsch Wiederholung des ÜWMMMiM Rodel ‘■iO"/,) K,c Carl Schunck. Palast-Llchtsplele Nur Sonntag: Auf vielfachen Wunsch nochmals das wundervolle Lustspiel Pat und Patschens Kampf mit dem Drachen 6 Akte Sprühender Witz : Groteske Komik Sprudelnder Humor : Schmissiges Tempo : Schallende Heiterkeit Ferner; TipundTopschiimmsteTage Groteske in 2 Akten. Sowie: Ein herrl.Ausflug n.Norwe«en.2Akte rlü Zwei HUM Märchen-Vorstellungen im Kath. Vereinshaus, jeweils nachmittags 4l'D Uhr yro । Gastspiel Erika Graf, (9 Jahre alt. berühmtes Berliner Theaterkind, ehemals an der Relnhardt=Bühne) r Moringen (Solling) ! von Dr. Ernst Gröhe Professor an der Universität Freiburg Ehinesische Uunft am Dienstag, dem 19. Januar, abends 8\'D Uhr, in der Grasten Aula der Universität Eintritt für Mitglieder der beiden Gesellschaften frei, für Nicht- Mitglieder 1.- Mark, für Studenten, Schüler und Soldaten 0.50 Mark Kartenverkauf bei Eh all!er, Musikalienhandlung, Neuenweg, und abends an der Kaffe. Studentenkarten bei Herrn Sekretär Ritter, im Kollcgiengebäude der Universi.ät. Westdeutscher Spiewerband Verein s. Bewegungsspiele G letzen. Waldsportplatr, Haltestelle SchüpenbauS. Sonntag, 17. Januar, nachm. 2.30 M, spielt Sportvereinl 898 Darmstadt geg. V.s.B.Gietzen 12.30 Ubt: Sportel.1900,2.3ugenb gegen D.f.V.,2.Iugend 1.30 Nbr: Sportel.1900,1 .Jugend gegen V.f.V.,1.Jugend vndn 1US Salomon acomsiraße. 3?a svergebung. samtäneubou in Tübingen mb btoTnimftmaldaficö 33unbbefien6rgänjimgcn verlegen von etwa SZVqm edasLiesenivvnMbiliar ntlich ausgeschrieben. Die ini) während der Dienst« ?rcm Qlmt einten. Sn- Dajdbfi, folange bei Sw ilbstkostenpreiS aMilich. nb vnjMm unb M LuMß Em M in am 28. Januar 1926, Ähr. einMÜchm. 4 Wochen. 413D dm 13. Januar 1926. ochbauamt. Frey. lerpatzW. rrstag, dem 28. ^aMar, Ähr. soll m der Safi« Wilhelm Straub I, iS Daldjagb unMk SemeinöeAakllttdMs >tiw6WSta bingungen merdmMder lanntgegeben. . cgwnMer-'Lamrvd orten): iber ivid Wringen (5fN 926 ^rs "r ®i* 0 SS rir. 15 Dritter Blatt Siibm« AnzkiUr ISiNiwI-Anzeiger sür Sd«h«ü«n>Samstag, tt. Zmmar 1926 Auflösung des Weihnachtspreisrätsels ;90- Rösselsprung. den Balsam deiner Wunde Außenpolitische Umschau. Von Professor Dr. Otto Hoetzsch, M. d. M. Unter den vielen Aufgaben, die die neue Reichsregierung zu erledigen hat, ist einmal die nächste die Antwort auf die Einladung zur vorbereitenden Abrüstungskonferenz in Genf und sodann Den glücklichen Preisträgern werden chre Preise in Gießen durch unsere Boten, auf dem Lande durch die Post zugestellt. ► 20. Belfort, 21. Bene, 22. Oranten. — Am Ende hängen wir doch ab von Kreaturen, die wir machten. Zahlenrätsel. 1. Drunhilde, 2. Romulus, 3. Indium, 4. Chiafso, 5. Altdorfer, 6. Nanking, 7. Dreyse, 8. Undinen, 9. Scheffel, 10. Orsini, 11. Eisenach, 12. Nephrit. Die Anfangsbuchstaben und anschließend die Endbuchstaben, von oben nach unten gelesen, ergeben: „Brich an, du schönes Morgenlicht". eine bürgerlich-liberale Gruppe. Also nicht das Zentrum allein hätte Vorteil vom Anschluß; auch die Sozialdemokraten und die übrigen Parteien. Aber fragen wir, ob denn die klerikalen Oesterreicher sich wirklich dem Zentrum anschließen würden? Es ist viel wahrscheinlicher, daß sie eine besondere „Österreichische Volkspartei", entsprechend *) Wie sehr man damit zugleich gewissen bayerischen Wünschen nach Begründung eines österreichisch-bayerischen „Donaureiches" entgegenkommt, ahnt man in Norddeutschland kaum! Gertrud Schulze, Kl. IVa3, Lollar: Ostini, Moritz von Schwind. Obertertianer Fritz V o m e n d. Gießen, Kaiserallee 56a: Dominik, Das Buch der Chemie. Quintaner Martin Lotz, Leihgestern, Kirchstraße 8: Gunther, Friedrich Schiller. Untertertianer Wilhelm Menges, Großen- Linden, Bergwerk: Hahn, Chemisches Experimentierbuch. Obertertianer Werner Lotz. Gießen, Bismarckstraße 1011: Meyers Historisch-geographischer Kalender. U'tcrsekundaner Karl Adam, Gießen, Marburger Straße 581: Bieregg, Der Eisläufer. Girardi kommt spät zur Probe. Direktor: „An Ihrer Stelle würde ich gar nicht zur Probe kommen." Girardi: „Natürlich, das würden Sie machen, Sie Schweinehund!" Julius Dauer. Der Librettist und der bekannte Wiener Journalist Julius Bauer gehen m Bad Ischl spazieren, über den Nestroh-Weg. Der Librettist (schwermütig): „Wurde man das glauben: Nestroy ist tot ... ich lebe." Dauer: „Sie irren! Nestroy lebt und Ste sind tot!" Wintersport. „Was? Sie schnallen ab, wo die herrliche Abfahrt beginnt! In fünf Minuten sind Sie im Tal/ ..Na eben, was soll ich in fünf Minuten in» Tol>" Was hat Und deinem Schmerze Ruh' gebracht? der Bayerischen, bilden würden. Die österreichischen Verhältnisse sind jedenfalls den bayerischen viel ähn- Ncher als den rheinischen; am Rhein aber liegt die Hauptburg des Zentrums. Und wie selbständig die Bayerische Volkspartei (der bayerische Teil des ehemaligen Zentrums) sich betätigt, zeigt die Haltung zur Reichspräsidentenwahl. Während das rote Sachsen aus Angst vor dem Katholiken Marx Hindenburg wählte, hat die Bayerische Lolkspartei gegen den Katholiken Marx den Feldmarschall gewählt. Alles deutet überhaupt darauf hin, daß das Zentrum sich nach einem Anschluß Oesterreichs, der das Gewicht der Konfessionen zugunsten des Katholizismus verändern würde (ohne daß er die Mehrheit erlangte), wandeln wird. Es ist begründet und entstanden als Gegenschlag der Katholiken gegen das protestantische Kaisertum und das zu zwei Dritteln evangelische kleindeutsche Reich. In einem Groß- deutschland, das die Lage des Katholizismus zahlenmäßig so verbessert, könnte es vielleicht anderen politischen Bildungen Platz machen. Wie man auch zum konfessionellen Moment stehen mag: daß diese Erwägungen stärker fein können oder sind als die nationalen, zeigt jene abnorme Schwäche unseres Nationalgefühls. Es gibt aber unter den früheren Konservativen noch eine Gruppe, die unter den heimlichen Anschlußgegnern zu nennen ist. Das sind die unverbesserlichen Großpreußen. Diese kennen nichts als Preußen und seine Vormachtstellung im Reiche, und da sie durch den Anschluß Öesterreichs, der dem Süden ermöglichen würde, gegen den preußischen Norden ein Gegengewicht zu schaffen, eine Erschütterung der absoluten preußischen Vorherrschaft fürchten, sind sie Gegner Großdeutschlands. Von den rabiaten Berlinern, die vom Anschluß Oesterreichs eine Minderung der Stellung Berlins befürchten, brauchen wir kaum zu sprechen. Die überwältigende Mehrheit der Nation wäre wie von einem Alpdruck erlöst, wenn die entsetzliche Zentralisation, die in Berlin gipfelt — zum schweren kulturellen Schaden unseres Volkes — endlich aufhörte und ein so wahrhaftes Kulturzentrum wie Wien gleichberechtigt neben Berlin träte. Wir sollten uns immer wieder sagen, daß Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark unb Kärnten uralte deutsche unb nichts als beutsche ßänber sind, die seit vielen Jahrhunderten zum Reiche gehört haben, durch die Verwicklungen des deutschen Schicksals für mehr als 50 Jahre abgetrennt wurden, aber jetzt heim verlangen ins Vaterhaus. Schande und Schmach über die Nation, die nicht alles und alles daran setzt, um ihren verlangenden Söhnen den Weg in die Heimat zu öffnen! Es gibt weiter eine große Anzahl von Leuten, denen d e r R h e i n w i ch t i g e r ist als die Donau, d. h. die befürchten, daß man die Befreiung des Rheins gefährde, wenn man den Anschluß propagiert. Diesen reinen Westpolitikern ist zu erwidern, daß sie den Beweis dafür schuldig bleiben müssen, daß der Rhein auch nur einen Tag eher befreit wird, wenn man Oesterreich seinem Schicksal überläßt, unb wenn wir den Anschlußwillen unterbrücken oder ignorieren. Die ungeheure Gefahr dieser Politik liegt darin, daß Oesterreich, Deutschland und Europa sich an den Zustand der wahnwitzigen Selbständigkeit Oesterreichs langsam gewöhnen. Man muß aber gerade die Unhaltbarkeit und Fragwürdigkeit des heutigen österreichischen Staates immer wieder betonen und muß immer wieder das Selbst- be stimmungsrecht der Völker, das jedem Botokuden eingeräumt ist, für die große, unteilbare deutsche Kulturnation fordern! Es ist unsittlich, zu dieser Frivolität der Entente uns gegenüber aus Sonderinteressen Ja unb Amen zu sagen! Ferner gibt es ängstliche Gemüter, bie von einem Anschluß Oesterreichs bie Hereinziehung Deutschlands in bie Hände des Ostens und Südostens befürchten. Denen ist zu erwidern, daß in jenem balkanifierten Teil von Europa überhaupt keine Ruhe unb fein Friede eintreten kann, solange nicht ein Großdeutschland in föderativer Verbindung mit allen jenen kleinen Staaten steht, d. h. solange nicht der zerstörte mitteleuropäische Raum wieder unter deutscher Führung neu organisiert unb damit befriedet ist. Aus die Dauer kann man nicht gegen die Erfordernisse der Raumpolitik regieren. Nun kommen wir zu einer sehr ernst zu nehmenden Gegnerschaft. Wir meinen diejenige, die aus der ältesten innerdeutschen Feindschaft entspringt, dcr konfessionellen. Da sich im großen und ganzen Norden unb Süden mit Protestantismus und Katholizismus decken, findet sich diese konfessionelle Gegnerschaft besonders in N o r d d e u t s ch 1 a n d. Hier heißt es, daß wir die 64 Millionen Katholiken „nicht gebrauchen können". Man befürchtet, im alten SlulturfampfgebanCcn befangen, davon eine Verstärkung des Zentrums*). Wie steht es damit? Diese Furcht wäre nur dann begründet, wenn die Oester- reicher wirklich alle poltisch-katholisch wären, also in Oesterreich sämtlich der klerikalen Partei, den Christlich-Sozialen, angehörten. Das ist aber keineswegs der Fall. Die Christlich-Sozialen halten den Sozialdemokraten etwa die Wage, und dazu kommt noch Zoll- und Wirtschaftsunion mit Frankreich erwarten, sondern auch die französische Erlaubnis zum Anschluß Oesterreichs. Es sei gestattet, hier ein Fragezeichen zu setzen, obwohl diese entfernten Möglichkeiten nicht unbedingt geleugnet werden sollen. Vorerst aber ist Frankreich noch weit von solcher Versöhnung und jedenfalls Gegner des österreichischen Anschlusses. Der zweite, fast verzweifelte Gegner ist derjenige Staat, der die eigentliche Erbschaft des alten Oesterreich als typischer Nationalitätenstaat angetreten hat: die Tschechoslowakei. Dieses künstliche Staatswesen, das sich den Anschein eines tschechischen „Nationalstaates" gibt, obwohl die Hälfte feiner Einwohner anderen Völkern anpebört (Deutsche, Madjaren, Ukrainer, autonomistische Slowaken), hängt in seiner Selbständigkeit — wie cs sie auffaßt, d. h. in seiner antideutschen Richtung an der Seite Frankreichs — davon ab, daß Oesterreich sich an Deutschland nicht anschließt. Seine geographische Lage ist eindeutig: nach der Bildung Großdeutschlands ist es von Schlesien, Sachsen, Bayern und Dc^erreid) her vom Deutschen Reiche umklammert, und die Lage wird noch dadurch gefährdeter, daß die gesamten Randländer Böhmens von den dreieinhalb Millionen Deutschen bewohnt sind, die nichts anderes erstreben, als dem tschechischen Zwangsstaat d"n Rücken zu kehren. In diesem Falle würde der Vorteil des Raumes (Zentralfestung und Zwinauri gegen Deutschland) durch den Nachteil des Volkstums mehr als wettgemacht. Ja, nach der Bildung eines Großdeutschland könnte man sich ein wirtschaftlich selbständiges Böhmen kaum noch vorstellen. Seit kurzem ist nun noch ein dritter Gegner des Anschlusses Oesterreichs auf den Plan getreten: das Italien Mussolinis. Es gab eine Zeit, in der dieses Land den Anschluß zum mindesten ohne Bedauern gesehen hätte. Aber das faszistische Italien hat infolae seines skandalösen Vorgehens gegen die Viertelmillion südtiroler Deutschen ein schlechtes Gewissen. Diese Politiker können sich nicht vorstellen, daß ein Großdeutschland soäter den Raub unb die Vergewaltigung des deutschen Südtirol ruhig geschehen lassen könnte: unb da die Brennergrenze ein Dogma der Faszisten ist, wollen sie alles vermeiden, um eine unmittelbare Grenze mit (Groß-) Dctschland zu erhalten. Es gibt nun — das muß man einmal offen und deutlich sagen — feinen beschämenderen Beweis für die abnorme, ja franfhaste Schwäche des deutschen Nationalaefühls, als die Tatsache, daß im Deutschen Reich über den Wert ober den Unwert des Anschlußes von 64 Millionen Deutschen, die die ältesten unb herrlichsten deutschen Kulturlande bewohnen, die Heimat Walters von der Vogel- weibe, der Nibelunaen, Haydns, Mozarts, Schuberts, Grillparzers und so unmutiger anderer, überhaupt diskutiert wird! Diese traurige Wahrheit hat kürzlich ein englischer Staatsmann einem Oefter= reicher mit den Worten ausgesprochen: Bald käme es kmhin, daß die Entente um den Anschluß förmlich betteln, daß aber Deutschland dieses Geschenk kurzerhand ablehnen würde, weil dort fein Mensch darauf vorbereitet fei und den Anschluß überhaupt wolle. Wie ist diese ungeheuerliche Tatsache zu erklären? Wer sind die mehr ober weniger versteckten An- schlnßgegner im Deutschen Reiche? Gegner des Anschlusses ober wenigstens Zweifler an feinem Wert finb — natürlich — zuerst gewisse Kreise der Wirtschaft, die von einem Anschluß Oesterreichs mit feiner Industrie Schaden befürchten. Öder sie sehen voller Angst Zuschüsse an das leidende Oesterreich voraus. Es sei nur darauf verwiesen, daß Oesterreich, daß Wien die uralte Pforte zum Orient ist, und daß die Uebernahme der wirtschaftlich-politischen Machtposition Wiens gegenüber dem Osten eine gewaltige Bereicherung Großdeutschlands bedeuten würde. Dann sind diejenigen lauen Leute zu nennen, die — in wunderbarer Logik! — vom Anschluß nichts hören wollen, weil bie ganze Frage jetzt nicht „aktuell" sei. Die Anschlußverbote bestünden fort, wir hätten Wichtigeres zu tun. Denen ist einfach zu erwidern, daß, wenn man nicht davon spricht, die Entente von selber natürlich niemals die Erlaubnis zum Anschluß geben wird; an uns ist cs, den Stein ins Rollen zu bringen! Es erhielten Preise: Mary Thiel in Mainzlar: Feuerbach, Iphigenie. Quintaner Hartmut Eberle. Treis a. d. Lda.: Aschenborn, Satan und andere afrikanische Erzählungen. Lina Biedenkopf, Gießen, Bleichstrahe 29: Feuerbach: Paolo und Francesca. Quartaner Werner Gräf, Gießen, Bleichstrahe 25: Mausilla, Die letzten wilden Indianer der Pampa. Untersekundaner Eilhard Schlesinger, Gießen, Walltorstrahe 48p.L: Sominif, Das Buch der Physik. Obersekundaner Alfred Schröder. Gießen, Henselstrahe 611: Drohmer, Tierbestmunungs- ßieWte Erler, Kl. Via', Gießen, Ostanlage 38: Ernest Thompson Seton, Fahnenschwanz und Sandhügelhirsch. . ... Obertertianer Hans Joachim c to e ö, ®iepen. Kaiserallee 9: A. N. Bond, Wir Techncker im Dollarland. Margot Grauling. Grünberg «Pfarrhaus): Peter Nosegger und sein Heimatland. Obertertianer Karl Kobel. Gießen, GtdiiQ* st raße 9: Schiss ahoi! Jahrbuch für Natur, Sport und Technik. Wilma Schleenbecker, Kl. Va\ Ktnznrbach, Bahnhofstraße 8: Arthur und Beate Bonus, Das Olafbuch. Obertertianer Achaz von T h um en Gießen, Bismarckstraße 441: Blodigs Alpenkalender. Hilda S ch l i e r b a ch . Kl. V, Kmzenbach: Mittet, Die Aehrenle'erinnen. Unterprimaner Albert Jockel. Gießen, Bruchstraße 191: Joh. Poefchel, Einführung m bx- Luftfahrt. Liebe Mädels und Buben, insonderheit auch liebe „reifere“ Jugend! Heute kommt, seinem Versprechen gemäß, wie jedes Jahr, der Rätsel- onkel mit einem toop(gefüllten Sack voll schöner, nützlicher und lehrreicher Dinge, die verteilt werden sollen unter zwanzig fleißige und gewitzte jugendliche Leser und Leserinnen des „G i e - feen er Anzeigers“, die heute mit einem Preis ausgezeichnet wurden, zur Belohnung für unverdrossenes und schließlich erfolgreiches Knacken mancher reichlich hartscha igen Nuß. Rösselsprung und Kreuzworträtsel, Rechenaufgabe, Zahlen-, Silben- und Verschieberätsel wollen gelöst sein; ganz besonders dann, wenn der arglistige und leider unausrottbare kleine Kobold, der Druckfehlerteufel, neckisch umherhüpft und allerlei Unfug stiftet. Doppelter Dank und verdiente Belohnung gebührt denen, die sich dennoch die Mühe nicht haben verdrießen und die Zeit nicht haben lang werden lassen, bis alles rund und nett, aufs letzte Tipfelchen herausbuchstabiert, -gerechnet und -getüstelt war. Nicht alle unter den vielen jungen Einsendern in Stadt und Land haben richtig geraten, nicht alle haben die neugierigen Fragen des Rätselonkels völlig beantwortet; auch waren manche schon recht große Kinder, die der Schulbank schon reichlich entwachsen waren, unter der vielköpfigen Schar, die sogar teilweise in hübschen Versen das Ergebnis ihrer weihnachtlichen Mußestunden dem Rätselonkel auf den Tisch legte. Allen, den lachenden Gewinnern, deren Namen mit den richtigen Lösungen unten zu finden sind, wie den Leerausgegangenen, die sich auf mehr Glück beim nächste Mal vertrösten mögen — allen seinen jungen Freunden. Neffen und Nichten in Stadt und Land, sagt Dank und Gruß und ein herzliches Auf Wiederseh'n! der Rätselonkel. Derschieberätsel. „Pater Filucius". „Die fromme Helene". Rechenaufgabe. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom NedaktionSttsch. Wiener Anekdoten! Dela Haas. „Was machen Sie heuer zu Wethnachteii, Herr v. Haas?" „Keine Geschenke!" „Dars ich um ein kleines Almosen bitten, Herr v. Haas?" . . „Alles, lieber Mann, nur das Nicht! Mem Geld" ist ein Andenken an meinen gottseligen Dater — und das darf ich als pietätvotter Sohn nicht weggeben." e „Ist das neue Lustspiel sehr zum Lachen?" „Ich — ich habe geweint!" „Was?" „Ja — um mein Geld I" Alexander Girardi. Es gibt für einen Komiker drei M^yoden Karriere zu machen: Entweder er ist flein und dick, oder hager und dürr, oder — er muh was können! „Ich soll Ihnen Geld borgen? Wenn ich es Ihnen nicht geb’, werden's bös werden. Wenn ich es Ihnen geb’, wern's bös to:m. wann's mir s zurückgeben. — Wern wir lieber gleich bös.' Cs ist die süße Himmelskunde Aus einer längst vergang'nen Nacht. O Nacht des Mitleids und der Güte, Die auf Judäa niedersank, Als einst der Menschheit sieche Blüte Den frischen Tau des Himmels trank. 0 Weihnacht! Weihnacht! Höchste Feier! Wir fassen ihre Wonne nicht: Sie hüllt in ihre heil'gen Schleier Das seligste Geheimnis dicht. Denn zöge jene Nacht die Decken Vom Abgrund uns der Liebe auf, Wir stürben vor entzücktem Schrecken, Eh' wir vollbracht den Lebenslauf. (Lenau.) Silbenrätsel. 1. Andalusien, 2. Merok, 3. Ecuador, 4. Niobe, 5. Donna, 6. Element, 7. Hindu, 8. Äther, 9. Neurasthenie, 10. Gulden, 11. Eiland, 12. Nagasaki. 13. Wespe, 14. Inowrazlaw, 15. 16. Dagmar, 17. Osmium, 18. Chma, 19. Attasch, Großdeutschland. Don Dr. W. S ch ü ß l e r, o. Professor der Geschichte an der Universität Rostock. Der Zusamenbruch des Donaureiches und die 2$efeitigung der preußisch-deutschen Dynastien hat das Problem Großdeutschland als drängendstes nationales Problem Europas auf die Tagesordnung gestellt. Man wird nicht übersehen, daß auch die demokratische Losung vom Selbstbestimmungsrecht der Völker in dem Augenblick von erheblicher Bedeutung für uns wurde, da die Siegerstaaten auf Grund dieses Prinzips Mitteleuropa balkanifierten, ohne doch eine wahrhafte Losung der nationalen Probleme finden zu können. Der Ausgangspunkt für alles weitere muß der freie und feierliche Entschluß des verstümmelten, Böhmens und Tirols beraubten Rumpfösterreichs sein, die Vereinigung mit dem Deutschen Reich zu vollziehen. Dieser Entschluß ist bereits am 12. November 1918 ausgesprochen, als die österreichische Nationalversammlung ihre Heimat als Teil der Deutschen Republik erklärte. Und daran hat trotz aller Hetze, trotz allen habsburgischen Wühlereien das österreichische Volk in seiner überwältigenden Mehrheit festgehalten. Eine Volksabstimmung in Oesterreich würde heute mindestens 90 Prozent der Stimmen für den Anschluß an Deutschland ergeben, erklärte jüngst ein englisches Blatt. Man weiß, daß die Friedensdiktate uns und Oesterreich den Anschluß verbieten; daß also die Bildung Großdeutschlands vor allem ein außenpolitisches Problem ist. Aber es ist, so seltsam es klingen mag, in hervorragendem Maße doch zugleich auch ein innerpolitisches. Es verlohnt sich, die äußeren und inneren Gegner Großdeutschlands einmal nacheinander aufzuzählen. Aus dieser Reihe sind England und Amerika so gut wie ausgeschieden; das Interesse für den balfanifierten Osten Europas ist gering; an der Donau liegt fein Lebensinteresse der Angelsachsen, die Hauptgegner sind also die Franzosen. Die traditionelle französische Politik, seit dem 17. Jahrhundert bewußt auf die Schwächung und Zerstücklung des deutschen Nachbarn ausgehend, kann auch hier kaum anders handeln. Die Franzosen sind in Europa immer nur ein Volk von 38 Millionen, während ein um Oesterreich verstärktes Großdeutschland bald 80 Millionen Einwohner zählte. Das ist der Alpdruck auf Frankreich. Können die Franzosen gutwillig diese Stärkung der deutschen Macht zugeben? „Macht" trotz der Abrüstung? Es gibt manche Politiker, die als Folgen der Paktpolitik von Locarno nicht nur eine dauernde Versöhnung, die Entscheidung, wann und wie der Antrag Deutschlands auf Eintritit in den Völkerbund gestellt werden soll. Mit dem Streit um die Vertretung in der Völkerbundsbureaukralie, der in der letzten Woche sehr lebhaft die Gemüter erregt hak. warf die Beteiligung Deutschlands an der praktischen Arbeit im Völkerbund ihre «chatten schon voraus. Die Linkspresse hat alles getan, um mit einem großen Aufgebot von sittlichem Pathos den Sachverhalt in diesem Streit zu verschieben oder zu verdunkeln. Sieht man ihn ruhig an, jo ergibt ich.wie die Verhandlungen des Auswärtigen Ausschusses, die mit Recht in aller OessentUchkeit geführt wurden, .zeigten, daß der Generalsekretär des Völkerbundes sich beunruhigt gegenüber dein deutschen Generalkonsul in Gens geäußert hat über Bemühungen um Posten für Deutsche in der Völker- bundsoerwaltung, im Sekretariat. Diese Tatsache ist nicht zu bestreiten. Es steht auch fest, daß der Vorsitzende der Zentrumspartei in einem Schreiben an eine nicht bekannte Persönlichkeit in Genf Deutsche, die für freiwerdende Posten in Frage kämen, genannt und empfohlen hat. Nach der Völkerbundssatzung ernennt der Generalsekretär die Beamten mit Zustimmung des Rates. Selbstverständlich wird er, bevor er für wichtige Posten Kandidaten in Aussicht nimmt, sich mit der Regierung des betreffenden Landes, aus dem diese Kandidaten genommen werden sollen, in Verbindung setzen, und ebenso selbstverständlich ist die Regierung eines Landes die einzige Stelle, die vorzufchlagen hat und die für die Auswahl geeigneter Leute verantwortlich ist. Versuche, über ihren Kopf hinweg oder hinter ihrem Rücken sich um einen solchen Posten zu bemühen, können nur dem Vaterlande schaden unb, wenn sie ans Licht kommen, sehr peinlich wirken. Aber Schuld an dem Schaden, her Deutschland aus diesem Vorgehen entstanden ist, trägt eben der unternommene Versuch von Parteiseite, noch ehe die Sache spruchreif wurde, einen Einfluß auszuüben und den eigenen Anhängern Posten zu reservieren. Es war doch nützlich, daß, wie die Lage ist ober wie sie fein soll, so eindeutig festgestellt wurde, wie es geschah. Diese Posten in der Völkerbundsversammlling sind nun nicht das Wesentliche. Zunächst müssen nebenbei gesagt, derartige Posten in größerem Ausmaße frei werden, da die Beamten in' Genf doch natürlich mit längeren Kontrakten angestellt sind. Dann richtet sich der Anteil eines Landes auch einigermaßen nach dem Beitrag, den das Land an den Völkerbund zahlt. Das steht in bezug auf Deutschland auch noch nicht fest. Aber wie gesagt: diese Posten mögen sehr angesehen sein, besonders, da sie gut bezahlt werden, das Wesentliche in der Vertretung für Genf sind sie nicht. Viel wichtiger ist, w i e und von wem die Vertretung Deutschlands in der Völkerbundsoersammlung, im Rat und in den Kommissionen des Völkerbundes wahrgenommen wird. Wer sich einigermaßen mit dem Völkerbund beschäftigt hat, weiß, daß es sich dabei um sehr B | R O । D O M N ü M Kreuzworträtsel. A l - i BI A g. R E | H M kTn 1 E IM h i f 1 aTTHBI Ci | E O M oerwickettc und umfangreiche Aufgaben und Schwierigkeiten handelt, unter denen die Schmierigkeit der Sprache noch nicht einmal die wichtigste iss. Nun tritt Deutschland in diesen Kreis ein, ohne eine Völkerbundstradition, die England und Franko reich feit Jahren haben, und einem Auditorium gegenüber, in dem ein sehr großer Teil mißtrau» sich und ablehnend der deutschen Vertretung geaen- überstehi. Deutschland hat aber dazu ganz d e • besonders schwierige Aufgaben. Es sei nur an die Frage der Geschäftsordnung und der deutschen Sprache erinnert, dann an die Frage der Militärkon trolle, der Investigation, der besetzten Gebiete, an Abrüstung und Mandatsfrage, an Saargebiet, Danzig, Memel und dann vor allem an die Minderheiten- Minderheiten blicken heute auf Deutschland als den gegebenen Vertreter ihrer Rechte und Ansprüche im Völkerbund, und. wie die Antwort des Grafen Bethlen im ungarischen Parlament auf den Antrag, Ungarn möge aus dem Bund aus- treten, seinerzeit zeigte, die Bedrückten in der Welt überhaupt. istne Fülle von Aufgaben drängt also an bic deutsche Vertretung heran. Deshalb bedarf die Frage, wie diese zusamengesetzt sein soll, ob ein ständiger Vertreter oder eine von Fall zu Fall wechselnde Delegation, der genauesten Prüfung. Es ist selbstverständlich, daß der Außenminister, wie es die der anderen Staaten auch tun, in den großen Fragen zu Beginn der Sitzungen von Rat und Versammlung die Vertretung wahrnimmt. Eben- so selbstverständlich ist, daß er so wenig in der Lage ist, wie die Außenminister Englands oder Frankreichs, diesen oft wochenlang sich hinziehen- den Tagungen ganz beizuwohnen. Desgleichen selbstverständlich ist, daß er nicht in der Lagerist, die Fülle von Aufgaben, von denen nur ein -teil bezeichnet wurde, überhaupt zu übersehen. Das ist für England und Frankreich keine Schande, weil England in Lord Robert Cecil, Frankreich früher in Lton Bourgeois und jetzt in Paul Boncollr sozusagen einen gegebenen ..Völkerbundsmann" hat. Dieser verkörpert die Dölkerbundstradition, der ist in der Lage, in Uebereinstimmung mit seinem Kabinett, seinen Staat zu vertreten, und er stellt so die not- wendige Einheit in der ganzen Völkerbunds, arbeit' her, die sowieso für England und Frankreich unverhältnismäßig leichter ist. als sie für Deutschland sein wird. Damit ist gesagt, daß mit den Aeußerungen der Regierung und des Außenministers zu dieser Frage die Sache noch nicht entschieden ist. Es ist nicht möglich, gewissermaßen erst, wie sich der Außenminister das vorstellt, auszuprobte- ren, was sich als zweckmäßig erroetft und neben den Außenminister jeweils nur die geeigneten Spezialisten heranzuziehen, die dann Deutschlands Interesse wahrnehmen sollen. Abgesehen davon. daß wir für bestimmte Gebiete derartige Spezialisten noch nicht hoben, sind gerade Spezialisten wenig geeignet, die führenden Vertreter zu sein. Beispiele in negativer Richtung liegen schon vor. Im ganzen: diese Frage der Vertretung im Völker- bunb muß sehr bald im Laufe der allernächsten Wochen gründlich durchgeprüft und erörtert wer. den, ganz abgesehen davon, daß ja auch das, was die ganze Sache kostet, nachträglich bewilligt werden muß. Der Etat für 1926 liegt vor und enthält einen Posten dafür nicht. Diese Ausführungen sind getragen von der Ge- samtauffassuna, daß, wie man auch zum Völkerbund in der Vergangenheit stand, die Entscheidung jetzt dahin gefallen ist, in einer absehbaren Zeit wird Deutschland im Völkerbund sein. An seinen Eintritt knüpfen sich aus der einen Seite große Hoffnungen, auf der anderen große Zweifel. In jedem Falle wächst der deutschen Außenpolitik eine 1 heute noch nicht übersehbare Summe von Arbeiten yunb Aufgaben damit zu. Und darüber wird Uebereinstimmung bestehen, daß, da nun einmal die Dinge so liegen, aus den neuen Verpflichtungen und Bindungen Deutschlands nach äußerster Möglichkeit herausgeholt werden muß. was zu Vorteil und Nutzen unseres Vaterlandes ist. Wobei noch nebenbei als sehr wichtig hervorgehoben werden muß. daß die Völkerbundsvertrelung Deutschlands immer ihren Blick auf Moskau und Washington gerichtet haben muß, daß insonderheit die so oft mit Worten heroorgehobene Selbständigkeit der deutschen Politik nach Osten erhalten, in der neuen Bindung die alte Verbindung mit Rußland aufrecht erhalten werden muß. Alles das zeigt zur Genüge, daß für die Vertretung der deutschen Sache in diesen jetzt entstehenden Aufgaben, auf den in Aussicht genommenen internationalen Konferenzen, wie im Völkerbund selbst nur d i e besten und fähig- ft e n Kräfte dafür notwendig sind. Es zeigt weiter zur Genüge, daß Kräfte dafür notwendig sind, die sich in diese ganzen Dinge einar bei = ten, die dann wirklich das Gebiet über sehen und beherrschen. Und schließlich hat der Streit der letzten Woche das auch zur Genüge ge- ’ciot. daß diese Sache hoffnungslos und zu Deutschlands Schaden verfahren wird, wenn sich in sie ein unberufener und von ganz anderen Interessen bestimmter Parteiehrgeiz einmischt. Daß das so deutlich zurückgewiesen wurde, wie es nötig war. nachdem dies vrivate Bemühen um Genfer Pöstchen ans Tageslicht gekommen war, das war sehr nützlich und notwendig und wird hofsenltich abschreckend wirken! Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die in der vorigen Woche im Anschluß an die Bildung der European Shares Comp. begonnene Haussebewegung, die aus verschiedenen Gründen als der Beginn einer neuen Periode an den deutschen Aktienmärk- t e n angesehen werden konnte, hat erwartungs- geir.äh angehalten. Allerdings mit einer kurzen Unterbrechung, da die Spekulation Medio-Borbereitungen vornahm. Möglichst rasche Realisationen sind bci Haussebewegungen ohnedies ein gesundes Zeichen und kräftigen die Stärke des Marktes. Die verschiedenen Anregungen wirken auch jetzt noch günstig auf die Wertpapierbörse ein. 3n erster Linie geben die Auslandkäufe, die tatsächlich in größerem Umfange slattsin'oen, dem Markt einen kräftigen Impuls. Das Interesse des Auslandes an deutschen Effekten erhellt in neuerer Zeit auch wieder aus einigen Spezialfällen, wie dem Uebergang eines Aktienpaktes der Dresdener Bank und der Preußischen Hyvotheken-Aktienbank in amerikanische Hände. Bankaktien scheinen von den Amerikanern überhaupt begehrt zu sein, -denn die Weitergabe deutscher Großbankaktienpakete an Kapitalisten in Amerika geschah schon in mehrer en Fällen, und man nimmt an, daß in Kürze die Deutsche Bank ebenfalls Aktien nach Kngland begeben wird. Die Spezialhausse der Viel Geld sparen Sie beim Kauf des wohlfeilen, in der ganzen Welt verbreiteten und seit 1864 hergestellten Neu mey er-Pianos Alleinvertretung: Pianohaus August Förster Hernruf Nr 1367 Gießen Bahnhofstr. 65 B Filiale: LICH, Butzbacher Str. 12. - Oegr. 1876 «c______ Schi sfahrtswerte, die seit einigen Tagen die Börse charakterisiert, scheint ihren inneren Grund in stärkeren Aufkäufen oon bestimmter Seite zu haben, die vermutlich die Aktien der großen deutschen Reedereien in feste Hände bringen will. Die Kurssteigerungen dieser Papiere während der letzten acht Tage sind infolge dieser Aufkäufe außerordentlich groß. Inzwischen ist nun no,3- 91.5' 6 !) 6!» 6.73 6,75 0 031 0 031 7»' 79 3* 81,5- 31,73 37,5 as.25 37,75 — 4O.i3* 43.5- 78' 8C Z.3,5* 81,25- 86 ü' 85 5* 86,ti?' 103,5' 107* 104.2* 115,2* HO 112,3* 109.6 112.1“ 112 — 112,4 114.5 .12.75 — 32.5 34 37 75' —— 42* 47* 71,75* 74,75- 72.3* 74.25' 60 25* 10,75* 1)2,25* 81 73 79,5 * 78 M — 109,7* 106.7* 108.2* 108.7* 117,6* 117,6* 117' 117,6* * - ___ «7,23 ri8 — - 54,23 57 — — — —■ — — — — — 114 5 115 12t "2 b KJ —• 63 25 öl 37 — * 68.ö 69,26 8? 87,7i * — US* 94,5* 93,25' 93.73* 74,75* 77 :15 —— 74 !'- 75 •M» — 70 70.75- 71,25- S8' — 86' 87* 84 36 35 34.5 34,9 <* 34,5 NW» — -M— 29,5 — —■ — 20 —• — - —w 94,76 95 — —> 5? 58 — — 2 75. — 91 91.5 —— — 47 45,75 — 41 43 * Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) (Ohne Gewahr.) 15 Ja«. 16. Jan. Ä'.ntliche Noti rang Amtliche Notierung (»clt) Brief (%cib BriiU 'Jion - iiW.GI - 169.04 188,6- 169,01 Bucn- Äue^ 1.737 1,74t 1.72 1..4 Brll-?üttlv 19 (149 19.085 19,015 19, or» Chrksvtuüa. 85.49 85,71 «•,43 85,71 Äoprntiagrn 104.39 04.65 l0<,3u 101,65 Srockholm . 112.37 112,6 112,3t 112,69 HelsinysorS 10.555 10,595 10,5a (0.59 (jtoKcn . • 16.94 16.9« 16 95,'. 1«,9:«"> London. «1,374 20.42» 2O,H8« 01,438 ‘Jteuuort . . 4.195 4,205 4,19.. 4,2->5 Ports. . . 15.71 -5,73 15.855 13.895 Schwei; . 81 03 ”1,24 61.035 81,235 Spanira. 59.16 59,50 61,41 59.35 äflöan . . . 1,850 1.854 1.805 1,869 'Xlo de Fan ') ttb i.62? ).(i29 0.641 Wien in D-- Cefi- abgeft 59,06 59,13 59,05 59,19 Prag ... (2.415 12,155 12.419 12.459 Belzrad . . 7.4 <,4> 7,41 7,43 Budapest. - ,.87 -.89 6,87 6,89 Bulgarien 2,916 2,924 2.84 2.8.1 ^ifftibon 11 325 21,876 31,335 21.385 Danü.a. . 80 77 80,97 80,81 81.03 .ttonftmtirt. 2.24 2.25 2,21 2,22 9Itfr:n 5 715 5.735 5.79 5.81 Eanada. . 1 188 4,198 4.188 4.198 Urugnat) 4,81 4,82 4.31 •1,32 Banknoten. Berlin. 15 Jan Geld Briet Amerikanische Note» .« . .. 1,193 4,215 Belgilche Noten 19.995 ZU 195 Dänische ....... 101,38 101.90 Omglische Noten........ 20,342 20,452 Franwsischc Noten ...... 15,74 15 82 Holländische Noten .... (68,31 169,1,. Italienische Noten...... (6 95 17,03 Norwegische Noten...... 85,87 85,79 Dcutsch-Oeftcrr., ä 100 Kronen 58,91 59,21 Rumänische Noten...... —- — Schwedische Noten ..... (12.07 113,63 Schweller Noten....... 80,98 81.38 Spanische Noten....... 63.15 59.45 Tschechoslowakische Noten . . 12.39 12.4.5 Ungarische Note« ... 5,83 5.8? Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht de« „Gießener Anzeiger«".) Berlin, 16. Jan. Die Befestigung der Aktienkurse machte an der heutigen Samstag- börse w e i t e re Fortschritte. Die Führung hatten aber nicht wie am Vortage Montanwerke, sondern Chemie« und Kali-Aktien, für die die Bereitstellung von Mitteln für die Landwirtschaft zum Ankauf von Stickstoff-Düngemitteln stimulierend wirkte. Die Aktien der I. G. F a r b e n i n b u - ft r i e zogen um 5 Prozent an, au di Kaliaktien waren 2—4 Prozent höher. Um 6 Prozent befestigt eröffneten Hamburg-Süb, da sich die Divibenben- fd)äljung von 8 Prozent erhält. Die übrigen Schifffahrtswerte behaupteten ihren im Vormittags-Kontorverkehr genannten Kurs nicht. Im Verlaufe der ersten Börse setzte für Montanwerte bann größeres Interesse ein, und zwar im Anschluß an die Phönix-Generaloersammlung und die optimistischen Ausführungen in der KölnerHanbelskammersitzung. An ben Maklertafeln erschienen für Montanwerke zahlreiche Pluszeichen. Kurserhöhungen von 5 bis 6 Prozent waren keine Seltenkeit, Mannesmann waren sogar um 7 Prozent gesteigert. Größere Um- satztätigkeit fanb schließlich noch am Pfandbrief m a r k t e statt. Die Aktien ber Hypothekenbanken lagen außerorbentlich fest. Stimu- lierenb wirkte am Effektenmarkt noch bie Besserung b e 6 französischen Frankenkurse s auf 128 gegen ßonbon. Am Devisenmarkt waren sonst keine Beränberungen zu verzeichnen. Der Börsengelbmarkk ist anhaltenb überaus leicht. Tägliches Gelb 6 bis 8 Prozent, Monatsgelb 8 bis 91 Prozent. Lerlmer Produktenbörse. Berlin. 15. Jan. Die Erzeuger hakten schon am gestrigen Rachmittag und auch heute am frühen Morgen höhere Offerten ht Tleber- etnftimmung mit den meicklich höheren Preisen aus dem Auslande. 3m Zelthandel eröffnete Weizen und Roggen gegenüber dem amtlichen Vortoas- schluß unverändert. Für Hafer sind die Forderungen zu hoch gegangen, Gerste ruhig. Das Mechlgeschäft bleibt klein, Futtermittel im großen und ganzen still. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märf. 247 bis 253, do. Pvmm. 247 bis 253, Roggen, märf. 145 bis 152, 6^. Pomm. 144 bis 151, Gerste, märf. 182 bis 209, Mtterg erste 150 bis 164, Hafer, märf. 160 bis 171, Raps 350 bis 355; für 100 Kilo: Weizenmehl 32,75 bis 36,25, Roggcmmehl 22,25 bis 24,25, Weizenkleie 11,25 bis 11,50, Roggenkleie 9,75 bis 10,25, Vik- toriaerbsen 26 bis 34, kleine Speiseerbsen 23 bis 25. Futtererbsen 20 bis 22, Peluschken 19 bis 20, Ackerbohnen 20 bis 21. Wicken 20,50 bis 23, Lupinen, blau 12 bis 12,50, do. gelb 14 bis 15, Serradelle 18 bis 19. Rapskuchen 15,25, Leinkuchen 23,50 bis 23,60, Trocken schnitzel 8 bis 8,20, Torlmelasse 8,20 bis 8,40, Kartoffelflocken 14,70 bis 15,50. Soya-Schrot 20,40 bi« 20,50. MllOetlMtMWl! MM Die MM! Kirche und Schule. co Rodheim a. b. Horloff, 15. Jan. Die kirchliche Statistik von 1925 melbet fol- genbe Ergebnisse: Die Gesamtzahl ber Evangelischen im Kirchspiel beträgt 1070 unb verteilt sich auf brei Dörfer unb neun Einzelgehöfte. Getauft würben 24 Kinber, konfirmiert würben 19; 9 Paare würben getraut, 8 Personen beerbigt Der burchschniti- liche Besuch bes Scmntagsgottesbienstes betrug 145 Erwachsene unb 66 Kinber = 211 Personen. Das bebeutet einen Hunbertsatz von 21 Prozent der Erwachsenen unb 20 Prozent ber Evangelischen. Cs fanben 124 gottesbienstliche Veranstaltungen statt (Hauptgottesbienst, Stinbergottcsbienft, Christenlehre, Bibclstunbe), bie besucht waren von insgesamt 15 000 Personen. Am heil. Sakrament bes Altars nahmen teil 618 Männliche unb 648 Weibliche = 1266 Personen — 180 Proz. ber Erwachsenen. An Opfern unb Gaben christlicher Liebestätigkeir gingen ein 1485 Mk., pro Kops 1,38 Mk. Die größten Posten in biefer Zahl sinb: für deutsch-evang. Not, für Gemeindepflege, eine Stiftung für bie Wiederherstellung bes Pfarrhauses, für bas Heimatblatt). Das gottesbienstlichc Leben ist sich gleich- geblieben, bie Gaben sind höher geworben als im Vorjahre. oto. Darmsta ö t, 15. 3an. Die Ober« hesfifcke Volks Mission hat vor einem 3ahre sich der „freien" Schwestern angenommen und diese zu einem Schwestern- kreis zusammengeschlossen. Um das gleiche auch für die in Starkenburger Gemeinden wirkenden „freien“ Schwestern, die keinem Verband (Mutterhaus oder Verein) angeboren, in die Wege zu leiten, patte der Direktor des Landes" Vereins für 3nnerc Mission, Pfarrer Dpeve s, diese Schwestern in das hiesige Stadttnissions- Haus eingeladen. 37 Schwestern fanden sich ein. Pfarrer 211 e in m e 11 von Ober-Widdersheim hielt einen Vortrag über das Thema: „Eine be- londere Rot der freien Schwesternschaft und ihre Abhilfe". Als Auswirkung des Vortrages kam der Beschluß zustande, auch für Starkenburg eine Vereinigung der „freien" Schwestern zu begründen. Die Leitung übernahm auf Wunsch der Schwestern Direktor D r e w e s. XX Herborn, 15. 3an. 3m hiesigen Predigerseminar sind zur Zeit 12 Kandidaten. Ordiniert wurden im abgelaufenen 3ahre 9 junge Theologen; die zweite theologische Prüsn.ng bestanden 4 Kandidaten. Rach der amtlichen Statistik gehören zu unferm Bezirk gegenwärtig 284 Pfarreien und 5 HilfSpredigersteuen. Ki^chNche Nachrichten« Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 17. Januar. 2. n. Epiphanias. Etadtkirche. 9'/,: Pfarrer Becker. 11: Kindert. für die Markusgemeinde. Pfr. Becker. 5: Pft. Mahr. IohanneSkirche. 9%: Psarraff. Schultheis. 11: Ktnderk. f. d. 3ohanne«gem. Pfarrasi. Schultheis. 5: Pfarrer Bechlolsheimer. 8: Bibelbesprechung tm Iohannessaal. Pfarrass. Schultheis. — Kirchberg. 10; nachm. I1/,; Mainzlar. — Wieseck. 10; abdS. 7'/,; Misstonsstunde. — Watzenborn-Garbenleich. Watzenborn-Steinberg: 10. Garbenteich: 1. Watzenborn: 3’/?. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 16. Januar 4% u. 7 Beichte. Sonntag, 17. Januar. 2. Sonntag nach Epiphanie. 6‘/o Deichte, 7 Messe, Kom. d. 3ungfrauen u. Hausangestellten, 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 4‘/g Versammlung der Jungfrauen und Hausangestellten, 5‘/g Christenlehre u. sakramental. Bruderschaftsandacht. — Grünberg. 9'/, Meße mit Predigt. — Hungen. 8 Messe mit Pred. - Laubach. 10 Meße mit Pred. — Sich« 10 Messe mit Predigt. 16724)2 Carl Groth & Henckel Häfnermeister, Ofensetzermeister, Marburg (Lahn), Wilhelmstraße 23 Lieferung, Aufsetzen, Umsetzen Reparieren und Reinigen von Meißner-Majolikaöfen, Backöfen, eisernen Öfen, Herden, Kachelherden, Kesseln,industriellen Feuerungsanlagen. 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Tetaust mit- wurden 19; 9 Paare eerbigt LerduchchM- Msdienstes betrug 145 = 211 Personen.' 2a» lon 21 Prozent der Erder Evangelischen. Es t Veranstaltungen statt otiesdienst, Christenlehre, waren von insgesamt Takrament des Altars che und 648 Weibliche Proz. der Erwachsenen, christlicher Liebestätigkcil Kops 1,38 Mk. Ne groß- : sind: für deutsch-evang. ine Stiftung für die M- lüufes, für dar Heimat- 1)f Leben ist sich gleich' Mr geworben als im ). San. Die Oüx* lion l)at not mem n“ Lchwtsietn an- mW bchDestern- en. Um das gleiche auch irger G-Minden wir- m, die keinem Verband ein) angehören, in die rt Direktor des Landes- sion. 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