m. 242 Erstes Blatt 176. Jahrgang Zrettag, 15. ©Hoher 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monalr-Vezngrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechans chlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfttätr-Vuch- und Zleindruckerei R. Lange in Stehen. Schnftleitung und Geschäftsstelle: 5chu!strahe 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein: für den Anzeigenteil i.Dertr. H.Beck, sämtlich in Gießen. Die Deutschnationalen zur Politik von Thorry. Eine Rede des Grafen Westarp. Karlsruhe, 14. Oft. (Wolff.) 3n einer Rede vor dem Deutschnationalen Landesverband führte der Parteidorsitzende Graf Westarp u. a. folgendes aus: Ein Blick aus das Ausland läßt es nicht möglich erscheinen, die von Driand in Thoiry gemachten Vorschläge einer Teillösung als eine Angelegenheit zu behandeln, die lediglich zwischen Frankreich und Deutschland zu erledigen wäre. Schon rein formell betrachtet, haben die übrigen ©laubiger i>er Dawesschuld entscheidend mitzureden. Das letzte Wort aber hat Amerika zu sprechen, dessen in engftex Fühlung mit ihrer Regierung stehende Banken das Geld für den ganzen Plan herzugeben haben. 3m übrigen ist bekannt, daß die umfassende Regelung der deutschen Reparationslast in Verbindung mit einer solchen der gesamten interalliierten Kriegsschulden im Auslande und insbesondere bei der amerikanischen Grohsinanz längst Gegenstand eingehender Erwägungen und Erörterungen ist. Wir sind nicht die „Ewig Gestrigen", sondern wir stützen uns auf die neuesten Erfahrungen, wenn wir behaupten, daß in Frankreich die alte Einstellung auf den Kamps gegen Deutschland und um den Rhein noch nicht dem neuen Geiste der Verständigung gewichen ist. Reben dieser Warnung ergeben sich für uns sehr positive Forderungen an die deutsche Politik. Sie muh mit den anderen Mächten des Dawespaktes in enger Fühlung bleiben, um sich den Weg zur Annäherung an neue Machtkonstellation en, wie sie sich jetzt im Mittelmeer zu ergeben scheinen, ober an den Osten, nicht zu verbauen, insbesondere aber die weiteren Verhandlungen nur im Rahmen und unter genauester Beachtung unserer Beziehungen zu den Vereinigten Staaten führen. Engste Fühlung mit Amerika sollte auch in den Verhandlungen über die Abrüstung gehalten werden, die ihrem bisherigen Ergebnis nach doch geradezu als eine Farce und als Hohn auf das entwaffnete Deutschland empfunden werden muh. Zur Frage der Regierungsumbildung erklärte der Redner u. a.: Die Stellung, die inzwischen vom Zentrum und der Deutschen Volkspartei eingenommen worden ist, verbesserte die Möglichkeit eines Zusammenschlusses der staatsbürgerlichen Kräfte zur Regierungsgemeinschaft im Reiche und Preußen und Sachsen nicht. Wir haben keinen Anlaß, irgendetwas an den auf unserem Kölner Parteitag bekanntgegebenen Grundlagen und Grenzen der Einigung zu änbern oder hinzu- zufugen. Somit haben die Parteien der Mitte ein klares unverwischbares Bild von der Ver- antwortang, die sie übernehmen, wenn sie daran festhalten, entweder mit der Sozialdemokratie oder in einer unsicheren Minderheitsregierung, die unter sozialdemokr ck schem Einfluß steht, gegen uns zu regieren. Solange die Mitte die Verantwortung tragen toiII, uns in der Stellung der Opposition zu belassen, werden wir unsere positive Arbeit auch in der Opposition entschlossen und mit wohlbegründeter Aussicht auf Erfolg fortfetzen. Der Rückkauf der Saargruben. Berlin, 14. Oft. CSU.) Das „Berliner Tageblatt" besaht sich heute mit der Frage des Rückkaufes der Saargruben. Von den Ausführungen, die offenbar auf Informationen von unterrichteter Seite zurückgehen, ist bemerkenswert, dah, ohne dah die Oesfentlichkeit etwas erfuhr, in früheren 3ahren bereits zwischen Deutschland, Frankreich und Reparationskommission über den Wert der Gruben sehr eifrig verhandelt worden ist. Während des Ruhrkonsliktes schlug die Aeparations- lommiffion einen Vergleich vor. Frankreich bezifferte den Wert mit 290 Millionen Mark. Deutschland nannte 480 Millionen und Repara- tionskommission 358 Millionen. Die Verhandlungen zerschlugen sich aber. Als anfangs 1925 die Frage erneut angeschnitten wurde, teilte Deutschland mit, dah es bereit sei, die von Frankreich vorgeschlagene Summe von 290 Millionen anzunehmen. Von dieser Summe wird man au$9£ven müssen, wenn man sich mit der Frage be£ Ruckkaufpreises beschäftigt. Die genannte Bewertung bezieht sich auf das 3ahr 1919. Inzwischen sind aber die Grupen weiter ausgebeutet worden und die französische Gruben- verwaltung hat in der Erkenntnis, daß Frankreich dre Gruben doch nicht behält, Raubbau getrieben. Die Summe, die Deutschland für den S^uL5xcten ^nn. liegt also bestimmt unter 290 Riillionen. Der Preis wird von einem deutschen und einem französischen Sachverständigen und einem neutralen Obmann festgestellt werden. Eupen-Malmedy. Vandervelde über Belgiens Außenpolitik. Brüssel, 15. Oft. (SiL) Der belgische Außenminister Vandervelde empfing die Vertreter der ausländischen Presse und äußerte sich ausführlich über die belgische Außenpolitik, «r bedauerte zunächst, dah es noch vielzuviele Algier und Franzosen gebe, die glaubten, Deutschland wolle einen Revanchekrieg. Es gebe Ober auch noch zuviele Deutsche, die der Mei- Die tschechisch-deutsche Koalition Die ersten deutschen Minister in der Prager Regierung. Der Eintritt der deutschen Minister in die tschechische Regierung ist zweifellos eine der größten Sensationen, die wir in der Politik in den letzten Jahren erlebt haben. Er kann, wenn er sich voll auswirkt, eine völlige Umwälzung der ganzen mitteleuropäischen Konstellation bringen. Me Tschechen hatten bisher nach außen hin immer die Auffassung vertreten, daß sie ein reiner Rational st aat wären. Die Tatsache der 3,5 Millionen Sudetendeutschen haben sie offiziell totgeschwiegen. Wenn jetzt die Deutschen in die Regierung eintreten, dann geben die Tschechen zu. dah sie allein nicht stark genug sind, ihren Staat zu regieren. Sie erkennen damit an, dah sie kein Rationalstaat, sondern etn Rationalitäten st aat find. Das bedeutet vom tschechischen Standpunkt aus gesehen allerdings sehr erhebliche Konzzessionen. Sie müssen aufhören, die Deutschen als Staatsbürger zweiter Klasse zu behandeln, sie müssen ihnen das Recht auf ihre Sprache und ihre Kultur versassungsgemäh gewährleisten, sie müssen überhaupt darauf verzichten, zwangsweise tfchechisieren zu wollen. Ganz leicht wird ihnen das bei ihrem starken Rationalismus nicht fallen, obwohl immerhin anzuerkennen ist, dah die Tschechen von allen in Versailles mit eigener Staatlichkeit bedachten Völkern den meisten realpolitischen Sinn bewiesen haben. Die Gefahr bleibt nur, dah diejenigen Parteien, die jetzt mit den Deutschen paktieren, auch damit eine Politik mit doppeltem Boden betreiben. Sie können daraus hinarbeiten, dah sie die Deutschen lediglich als Mckenbüher benutzen, um ihre tschechische Politik über den toten Punkt hinwegzubringem, auf dem sie sich festgefahren haben. Das würde bedeuten, dah sie die Deutschen nur heranholen, um alles das mit ihnen durchzuführen, was innerhalb der tschechischen Koalition nicht zustandezubringen wäre, vornehmlich den Zolltarif und die Fmanz- gesetzgebung. Sind diese Ausgaben erfüllt, dann läuft die tschechische Politik wieder einige Jahre weiter. Dann könnte der Augenblick kommen, wo die Versuchung beginnt, den Deutschen einen Tritt zu geben und sie in die Opposition zurückzuwerfen. Sie hätten inzwischen vielleicht sogar geholfen, nicht nur den tschechischen Staat zu stabilisieren, sondern auch einen tschechischen Präsidenten wählen zu helfen, ohne etwas mehr nach Hause zu bringen, als die kurze Zeit der • Ministerherrlichkeit, die bezahlt würde mit dem Verlust des stärksten moralischen Postens, den eine Opposition in die Wagschale zu werfen hat. Doch mit Bedenken allein macht man feine positive Politik, der Versuch muhte wohl gemacht werden, wenn wir auch die Führer der deutschen Partei um die Verantwortung nicht beneiden, die sie auf sich nehmen. Gelingt ihnen das Experiment, gelingt es ihnen, die deutschen Ansprüche, wie sie in dem Minimalprogramm feft- gelegt sind, zu sichern, dafür zu sorgen, dah Deutsche auch in der Verwaltung gleichberechtigt arbeiten können, dann haben sie den Weg für eine grobe innereuropäische Politik frei gemacht. Denn Bann ist die Tschechoslowakei ihres nationalistischen Charakters entkleidet. Es ist dann eine logische Folge, daß dieser Staat sich nicht als eine Darre hineinschiebt in das natürliche Wirtschaftsgebiet, das sich um Deutschland gruppiert, daß er sich vielmehr indiesesWirtschafts- gebiet ein gliedert und auch zu seinem eigenen Vorteil die Wege zu einer großzügigen Wirtschaftspolitik freimacht, bei der nicht nur die Deutschen, sondern auch die Tschechen auf ihre Kosten kommen werden. Das Kabinett Svehla vor dem Parlament. Prag, 14. Oft. (TU.) Das Prager Parlament hatte heute einen großen Tag. Zum ersten Male feit dem Bestehen des Staates sitzen Deutsche auf der Ministerbank. Diplomatenlogen und Galerien find überfüllt. Ministerpräsident Svehla wurde besonders von den deutschtschechischen Parteien begrüßt. Bei der Rede des Ministerpräsidden- ten eilten zahlreiche Abgeordnete zur Ministerdank. Die Deutschnationalen machten dauernd scharfe Zwischenrufe. Sie verlangten wiederholt, Svehla solle, entsprechend dem nationalgemischten Charakter feiner Regierung, auch deutsch sprechen. Zum Schluß der Rede Svehlas erhob sich lebhafter Beifall bei den Regierungsparteien. Die Regierungserklärung betonte, daß die neue Regierung im Grunde an das von Svehla im Dezember entwickelte Regierungsprogramm anknüpfen und damit die Kontinuität der Staatsregierung sicherstellen wolle. Die Hauptaufgaben der nächsten Zeit seien die Erledigung des Staatshaushalts und die Gesetze betreffend die Wehrmacht. Die mit der jetzigen Regierungsbildung gefundene Losung leite eine für die Entwicklung der Tschechoslowakei bedeutungsvolle Etappe ein. Sie sichere die Stabilisierung der Verhältnisse nach innen und nach außen durch eine G e - meinbürgschaft, an der die Angehörigen aller Schichten ohne Unterschied der nationalen, konfessionellen und sozialen Zugehörigkeit teilnehmen. Die Tschechoslowakei sei geradezu ein klassisches Beispiel für die enge Verbindung verschiedenartiger Kulturen. Die aus verschiedenartigen Kulturen entstandenen Differenzen werden zwar nicht verschwinden, aber, so erklärte Svehla unter dem Beifall der Mehrheit, wir werden nunmehr die Art und Weise der Erledigung dieser Streitigkeiten vervollkommnen. In dieser Richtung wollen wir neue Wege gehen. Svehla gab zum Schlüsse der historischen Bedeutung dieses Tages Ausdruck, indem er den Willen zu positiver Lösung der neuen Probleme Zwecks Schaffung eines harmonischen Zusammenlebens im Staate betonte und erklärte: Der unerschütterliche Glaube, daß wir für alle Zeit zusam- men sind und bleiben, macht es uns zur Pflicht, enger zusammenzuarbeiten, damit unser Zusammenwirken von Dauer sei. Die Demokratie, die die Lösung des sozialen und kulturellen Kampfes erzielte, werde auch die Lösung des nationalen Zusammenlebens und die nationale Zusammenarbeit ermöglichen. Die Opposition. Prag, 15. Oft. (TU.) Das Blatt der slo- wakischen Volkspartei in der Tschechoslowakei erklärt, die Partei werde einen scharfen oppositionellen Standpunkt ein- nehmen, weil die Lösung der slowakischen Frage von Svehla ignoriert würde. Im Parlament werde die Partei alles tun, um das Kabinett zu st ü r z e n und dadurch die Schaffung einer Regierung ermöglichen, die sich in erster Linie mit der Lösung der Frage der slowakischen Autonomie befasse. Durch diese unerwartete Haltung der slowakischen Dolkspartei ist die Frage der Mehrheit für das Kabinett Svehla im Parlament kritisch geworden. Dem Vernehmen nach verhandelt Svehla daher bereits mit den tschechischen Rationalsozialisten wegen Unterstützung der Regierung. In einer Zusammenkunft der f a s z i st i s ch e n Verbände wurde gegen die Teilnahme der tschechischen Rationaldemokratie an der tschechisch- deutsch en. Regierungsmehrheit scharf Stellung genommen. ' Die Faszisten stellten den tschechischen Rationaldemokraten ein Ultimatum, binnen einer Woche aus der Regierungsmehrheit auszutreten und diese so in eine Minderheit zu verwandeln, andernfalls würde es zu einem Austritt der Faszisten aus der nat-.onaldemokratischen Partei kommen. nung seien, daß die Franzosen am Rhein bleiben wollten. Eupen und Malmedy könnten solange nicht Gegenstand einer Erörterung sein als Deutschland seinen M a r k Verpflichtungen aus der Kriegszeit her nicht nachgekommen sei. Vandervelde gab dann der Hoffnung Ausdruck, daß nach erfolgter Abrüstung die Errichtung eines Bundes der europäischen Staaten möglich sein werde. Der Rücktritt S e e ck t s sei der beste Beweis für eine friedlich gesinnte Mehrheit in Deutschland. Die Reichswehr habe den Versuch gemacht, sich der Abrüstungsverpslichtung zu entziehen, so daß die Alliierten immer ein wachsames Auge auf sie hätten richten müssen. Wenn Deutschland abgerüstet habe, würden die anderen Länder diesem Beispiel folgen. Heber die in Thoiry angeknüpft?n Verhandlungen würden Belgien und England stets auf dem lausenden gehalten. Italien und der Ztahltrust. Mißtrauen gegen die internationalen Wirtschaftsverhandlnngen. Rom. 14. Oft. (TU.) D^e große Beunruhigung, die der Stahltrust in Italien her- vorgerusen hat, steigert sich noch infolge der schwebenden Verhandlungen zwischen deutschen und englischen Industriellen. „P0P0I0 d'Italia", das führende Mailänder Faszistenblatt, verurteilt die Industriemagnaten der reichen Länder, die unter der Flagge von „Locarno" gute Geschäfte machen und den pe'undesten Sator de5 wirtschaftlichen Lebens, die Konkurrenz ausfchei- den wollten. Italien, das der Bildung des Trustes mit großem Mißtrauen gegen» überstehe, könne vor allem nicht zugeben, daß die Erfolge einer bevorstehenden internationalen Wirtschaftskonferenz in Genf durch voraus- gehende Bindungen der wichtigsten europäischen wirtschaftlichen Verbände geradezu p r ä- jubiliert würden. Aus dieser Konferenz beabsichtige Italien seine Rohstoffe gegen die Rohstoffe der reichen Länder auszuspielen, um feinen geographischen Bedürfnisse gerecht zu werden. Es unterliege keinem Zweifel, dah Separat- a b f 0 m m e n, wie fie jetzt angestrebt würden, den Interessen der übrigen Mitglieder des Völkerbundes entgegen seien. Italien müsse darauf bestehen, dah industrielle Fragen von internationaler Bedeutung gleichzeittg mit Fragen der Rohstoffverteilung verhandelt würden. Der „Messagero" sieht in diesen Auslassungen des „Popolo d'Italia" die Hauptlinien der italienischen Politik. Vertagung der Koalition Verhandlungen in Preußen. Berlin, 14. Oft. Die Besprechung des IHiniffer- präfibenten Braun mit den Führern der Regierungsparteien über die Regierungsbildung war nur von kurzer Dauer. Sämtliche drei Regierungsparteien erklärten ihre grundsätzliche Bereitschaft zu Verhandlungen. Die Sozialdemokraten wiesen daraus hin. daß sie aus Gründen der inneren Geschäftslage sich außer st ande sähen, sofort praktisch zu verhandeln. Damit war die Besprechung beendet. Winisterpräsident Braun wird am 3. November bei Wiederzusammentritt des Landtags dem Wunsche der jetzigen Regierungsparteien entsprechend mit den Fraktionsführern der Deutschen Volkspartei über die Umbildung der preußischen Regierung verhandeln und dann das Ergebnis dieser Besprechungen den Regierungsparteien mitteilen. Das „B. T." will sogar wissen, daß bei allen drei Regierungsparteien die Auffassung bestehe, dah die Koalitionssrage in Preußen nicht gesondert, sondern zusammenmit der Soalilionsfrage im Reich geregelt werden müsse. Die „Tägl. Rundschau" bemerkt zu der Vertagung der Verhandlungen bis zum Wiederzusammentritt des Landtags: „Wan kann sich Vörstetten, daß diese Art, eine wichtige Frage zu behandeln, in der Deutschen Volkspartei eine sehr starke Wihstimmung hervorgerufen hat. Wenn die weiteren Verhandlungen unter diesem vorläufigen Abschluß zu leiden haben, so wird man die Verantwortung dafür nicht der Deutschen volkspartei zuschreiben dürfen." Der Reichslandbund gegen die Gröhe Koalition. Berlin, 14. Oft. (WTB.) Der Bundesvorstand des Reichslandbundes hat zur Frage der Regierungsbildung in Preußen eine Entschließung gefaßt, in der eS heißt, dah der Reichslandbund jeden Schritt, der geeignet ist, den Einfluß der sozialdemokrattschen Partei zu schmälern, begrüßt, daß er jedoch in dem Beitritt der Deutschen Volkspartei zur jetzigen Parteiregierung in Preußen keinen derartigen Schritt sieht. Diese Bedenken würden durch die Tatsache verstärtt, daß die Sozialdemokraten den Beitritt der Deutschen Volkspartei in Preußen von einer gleichen Entwicklung im Reiche abhängig machen. Die Rede Silverbergs. Zustimmung des Reichsverbandes der deutschen Industrie. Berlin, 10. Oft. (WTB.) Der Vorstand des Reichsoerbandes der Deutschen Industrie trat heute nachmittag unter dem Vorsitz von Geheimrat Pros. G. Duisberg zu einer aus allen Wirtschafts, gebieten des Reiches außerordentlich stark besuchten Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stand in erster Linie die Aussprache über die Dresdner Mitgliederversammlung. Der Vorstand erklärte nach eingehender Aussprache sich einstimmig mit der vom Präsidium vorgelegeten Entschließung einoer- ftanben, die folgenden Wortlaut hat: In der Präsidial-Vorstandssitzung des Reichs- verbandes der Deutschen Industrie wurde in Ver- bindung mit der Besprechung der Ergebnisse der diesjährigen Mitgliederversammlung auch die Re d e D r. Silverbergs, „Das industrielle Unternehmertum in der Nachkriegszeit", eingehend erörtert. Als Ergebnis dieser Aussprache wird einstimmig festgestellt: Die Mitglieder des Reichsverbandes der Deutschen Industrie sind bei ihren Reden und Bor- trägen in keiner Weise gebunden. Sie haben das Recht, ihre Meinung frei zu äußern und sind in keiner Weise einem Mehrheitsbeschluß unter« morsen. Das Präsidium und der Vorstand sind der Auffassung, daß sowohl das Bekenntnis der Unternehmerschaft zum Staat als auch die Aufforderung zur Zusammenarbeit zwischen der Unternehmer- und Arbeiterschaft nur eine neue Betonung der auch bisher von den Spitzenorganisationen der Industrie verfolgten Ziele darstellen. Das Präsidium und der Vorstand des Reichsverbandes der Deutschen Industrie begrüßen alle Bestrebungen, die geeignet sind, die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmern und Arbeitern zu fordern. Zu den parteipolitischen und parteitaktischen Auslegungen der Rede Silverbergs nehmen der Vorstand und das Präsidium keine Stellung, da es nicht Aufgabe des Reichsverbandes der Deutschen Industrie ist, Parteipolitik zu treiben. Der Doiksburrdprozeh in Kattowitz. K a 110 w i tz, 14. Oft. (WTB.) 3m Verlaufe des dritten Verhandlungstages äußerte sich der Polizeifommissar S b r 0 d n i e w i c z, der mit der Tlebertrachung des Volksbundes betraut war, daß die Tätigkeit des Bundes polenfeindlich gewesen fei. Er stützt sich namentlich auf ein Schreiben des Leiters des Landes-Schützenver- bandes in München, Dr. Zettl, der den Abgeordneten 11 l i h aufforderte, mit dem Landes- fchühenverband in eine engere Gemeinschaft zu treten. Da die Verteidigung die im Zusammenhang damit erhobenen Vorwürfe widerlegte, verzichtete das Gericht auf die weitere Vernehmung des Zeugen. Ebenso wurde von der Verteidigung die Behauptung des Leiters der politt- scheu Polizei der Wojwodfchast, Oberkommissar H 0 m e r a i n f f i, dah der Dolksbund die Oer» m a nisati 0 n mit reichlichen Mitteln unterstützt habe, widerlegt. Die Sitzung wurde hierauf auf morgen vertagt. Ezhm), das Ptyalin, welches bereits im Munde auf genommene Nah» Ul[ 61 ra«nn Porrf)oi bchnr bfl5 sich ^pl om= "«H c "■ Bolt b°d) en hbe bi Wettervoraussage. Zunächst noch lebhafte Luftbewegung und vereinzelt Niederschläge-, später wolkig und vorwiegend trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 16,5, Minimum 8,1 Grad Celsius. Niederschläge. 1,1 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 15,1 Grad Celsius. wfgefaL w für । Sa« jhnei; Kunst und Wissenschaft. Berthold Litzmann f. Das hessische Volksbegehren. D a r m st a d t, 14. Okt. Der Gesetzgeb u n g s a u s s ch u ß des Hessischen Landtags beschäftigte sich heute mit dem Volksbegehren des Wirtschafts- und Ordnungsblocks zur Auflösung des Landtags. Zunächst fand eine Debatte statt, in der die Frage erörtert wurde, ob der Ausschuh überhaupt für diese Angelegenheit zuständig sei: es ergab sich eine Mehrheit für die Zuständig-- keitserklärung. Es wurde dann eine Erklärung des Wirtschafts- und Ordnungsblocks milgeteilt, worin gesagt ist, daß nur der Landtag die Stelle sei, um eine Entscheidung zu treffen, ob ein Volksbegehren in der gesetzlichen Form vorliegt. Nach weiterer Debatte wurde ein Deschluh gefaßt, der in einen Antrag gekleidet wurde und worin gesagt ist, daß der Ausschuß der Feststellung des Landesabstimmungsleiters b e i st i m m t, wonach den gesetzlichen Vorschriften des Artikels 11 des Gesetzes über das Volksbegehren und die Volksabstimmung vom 11. März 1921 Genüge ge» schehen ist. Die Waffenfunde auf dem Schiffenberg. Der sozialdemokratische Abgeordnete Storck und Genossen richteten am 12. Juli folgende Anfrage an die hessische Regierung: Nachdem in Groh-Bieberau ein größeres Waffenlager entdeckt war, wurden nun auch auf dem D WA mittag n jeugin f ftagten e nach. Sie heilen aut nach der nid)t so di hieran Popp, 1 über btn Lage der W. das Wnd üb die Anga sprechen. Gs (i freund,d Sie läge M imm Malter t Immenkc mig des trugen h Köbtfxnqt Füller M. 2 W JUI i'jn w (tu®, Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 15. Oktober 1926. ] Gut gekaut, ist halb verdaut. Es ist seltsam, daß die Menschen manche einfache und ganz selbstverständliche Dinge am schwersten durchführen. Dazu gehört das gründliche Kauen. 3m Gegenteil, es steht fest, daß diese Gesundheitsmaßregel mit fortschreitender Zivilisation immer mehr vernachlässigt wird. Der Mensch hat und nimmt sich nicht mehr die Zeit dazu. Schon rein theoretisch leuchtet die Notwendigkeit gründlichsten Kauens ein. Erstens ist der menschliche Magen und Darm doch nicht auf die Zerkleinerung der Speisen eingerichtet. So wie sie die Zähne ihm liefern, muh er die Nahrung nehmen. Es ist klar, daß Darm und Magen auf die Dauer ungehalten werden, streiken oder versagen, wenn man ihnen immer zu große Brocken vorwirft. Sodbrennen, Magen- und Darinkatarrhe, Blähungen, Verstopfungen, aber auch gefährliche Magengeschwüre, Magenkrebs und Blinddärmen!; ndungen sind d e Folge! Zweitens ist in chemischer Beziehung die menschliche Verdauung derart aufgebaut, daß die Einwirkung des Mundspeichels eine ganz ausschlaggebende Rolle bei ihr spielt. Der Mund- speich ei wird aber nur dann von der Mund- speicheldrüse in ausgiebiger Menge abgesondert, toerm dieselbe durch ausreichendes Kauen angeregt wird. In mindestens dreifacher Weise wirkt übrigens der Mundspeichel auf die Nahrung ein: Einmal enthält er einen besonderen Stoff (ein Es folgt die Besprechung des kommunistischen Antrages auf Einstellung der Renovierungsarbeiten an der Berliner Siegesallee. Abg. Bartels- Krefeld (Komm.) begründet den Antrag, der darüber hinaus den Abbruch der Siegesallee als Notstandsarbeit fordert. Das Steinmaterial olle den Schülern der Kunstakademie und der Kunstaewerbeschule zu Lehrzwecken unentgeltlich überlassen werden. Der Redner zählt bann unter lärmenden Zurufen der Kommunisten Einzelheiten aus dem Leben de» in der Siegesallee auf- gestellten Hohenzollern auf. Als et dabei meint, Zeitgenossen hätten die Königin Luise als leichtsinnige und leichtfertige Person bezeichnet, die es fertiggebracht habe, in der Zeit tiefster Not des Volkes öffentliche Gelder für Putz und Vergnügen zu verprassen, ertönen bei den Deutschnationalen laute Pfuirufe. Deutschnationale und Deutsche Dolkspartei verlassen unter Händeklatschen der Kommunisten den Saal. Es entwickelt sich eine Schimpferei zwischen- Kommunisten und Völkischen. Präsident Bartels ruft den Redner zweimal, den völkischen Abgeordneten Voß einmal zur Ordnung. — Der kommunistische Antrag auf Einstellung der Renooierungs- nrbeiten an der Siegesallee wird abgelehnt. — Am Freitag dritte Beratung der Hohenzollernvorlage. l be' di/s'; 21.4 ist- W AW astet konUe d-r ’ut D -Tur •* Wechsel in der Leitung deS Landwirtschaftlichen Instituts. Nachdem Geheimer Hofrat Profeffor Dr. G i s e v i u s, der nach seiner Emeritierung die Direktion des Landwirtschaftlichen Instituts weitergeführt hat. am 25. September von dieser Tätigkeit zurück- getreten ist, wurde Professor Dr. K r a e m e r die Direktion des genannten Instituts angeboten, der aber angesichts der weiten Entfernung des Tierzuchtinstituts, dessen Direktor er ist, von der Stadt Gießen zugunsten des neuen Ordinarius für Pflanzenbau, Professor Dr. Sessvus, verzichtet hat. Die Direktion wird künftig im Sinne der allgemeinen neuzeitlichen Auffassung nur noch eine „ g^chästsführende" sein. Den landwirtschaftlichen Disziplinen werden jedenfalls in nächster Zeit • die viel größeren und schöneren Räume des alten Physiologischen Instituts in der Senckenberg- strahe überwiesen werden. ** Dienstjubiläum bei der Reichsbahn. Morgen. Samstag, kann der Reserve-Zugführer Wilhelm Schmäht, Buddestraße 5 wohnhaft, in voller Rüstigkeit auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. RDV. Rückgang der Diebstähle bei der Reichsbahn. Aus der Großen Polizei- Ausstellung Berlin, die jetzt ihrem Ende entgegen- geht, ist in der Abteilung der Deutschen Reichsbahn eine außerordentlich interessante Tabelle za finden. Sie zeigt eine Aebersicht über die Zahl der Diebstähle bei der Deutschen Reichsbahn in den Jahren 1921/1926, erstreckt sich also über em halbes Jahrzehnt. Dieser Tabelle ist zu entnehmen, daß ein ständiger Rückgang der Dieb- I stähle seit dem Jahre 1921, in dem fie ihren Höhepunkt mit mehr als 21000 Di^»stählen erreicht hatte, eingetreten ist. Die Inflationszeit begünstigte naturgemäß Delikte aller Art: mit dem Beginn der Stabilisierung und dem Wieder- Der Kirchenstreii in Mexiko. Paris, 15. Okt. (WTB. Funkspruch.) Wie der »Chicago Tribüne" aus Mexiko gemeldet wird, wurden der Erzbischof von Puebla imb 10 Priester unter der Beschuldigung, an aufrührerischen Bestrebungen teilgenommen zu haben, verhaftet. In den religiösen Kreisen in Mexiko wurde dadurch große Erregung her- vorgerusen. Der Reichspräsident in Braunschweig. Berlin, 14. Okt. (WTB.) Reichspräsident v. Hindenburg hat sich nach Braunschweig begeben, um einer Einladung zum Besuche der braunschweigischen Regierung zu folgen. Der Reichspräsident ist von Staatssekretär Dr. Meißner, Major v. Hindenburg und dem braunschweigischen Gesandten in Berlin, Exzellenz Boden, begleitet. In Braunschweig wird ein großer Empfang vorbereitet. Begrüßungen erfolgen im Rat hause und' in der Burg. Der Rcichspräsident wird im Schlosse Aufenthalt nehmen. Für den Abend ist eine große Galavorstellung im Landestheater ongetagt. Im Schloß wird sich ein Festabend an- schliehen. O)ortra9 j nai» uM" schieb O höhere lveröen 1 Meiaiwn. Miazen n qefanNy StL Sia. Es tDSt 6 Kaufina sprach am S.S-31? Frankfurt - M Bunde um die fi# gung der - sind di? 3$ rungen dvr Mtikämpfs. gung und vir- der - L-vriinnai wÄ die Zu ervr prüsun-Z i der insol Aussicht tommen. Lehrling Aussühl erörtert« gebotene! tetlMeru un' M Jjinblid a M Lchrl übrnb toa' den W D.H.D.) das Ordinariat, das er bis zu seiner Emeritierung rung im Munde gar nicht genug einspeicheln, 1921 innehatte. man kann die Mundspeicheldrüse gar nicht ge- Von Litzmanns zahlreichen Arbeiten kann hier mig zur Tätigkeit zwingen. Das geschieht aber nur einiges herausgegriffen werden: Günchers Ge° einzig und allein durch ganz gründliches, oft- dichte (1880), Schiller in Jena (89, 2. A. 90), Das maliges Kauen. Wer seine Nahrung hinterdeutsche Drama in den literarischen Bewegungen schlingt, wie etwa ein Hund, handelt gründ" der Gegenwart (94, 5. A. 12), Ibsens Dramen (01), verkehrt, denn der Magen und Darm des Hun- Der große Schröder (04), Goethes Faust (04); in des ist auf dieses rasche Fressen eingestellt, späteren Schaffensjahren hat sich der Verstorbene der menschliche nicht im mindesten. Für den vorzüglich mit dem Geben und Werk Ernst von Menschen gllt als unbedingte Kauregel: Kaue Wildenbruchs beschäftigt: die Ergebnisse dieser Ar- jeden Bissen so lange, bis er vollständig flüssig Aus aller Welt. Beisetzung des Generalobersten von heeringen. In der Gnadenkirche am Invalidenpark zu Berlin fand die Trauerfeier für Generaloberst von Heeringen statt. Der Reichspräsident sowie Reichswehrminister Dr. Gehler nahmen an der Trauerfeierlichkeit teil. Die Gedächtnisrede hielt Feldprobst D. Schlegel. Reichs- | wehr, Kriegervereine, vaterländische Verbände mit zahlreichen Fahnen bildeten Spalier, als der Sarg auf der Lafette einer Feldkanone unter Voran tritt des Stadtkommandanten von Berlin mit seinem Stabe, eines Musikkorps der Reichswehr, der Kranzträger und der Träger der Ordenskiffen nach dem Invalidenfriedhvf überführt wurde. Am Grabe gab eine Wache der Reichswehr eine Ehrensalve ab. Die Reise des Kreuzers „Hamburg". Der Kreuzer „Hamburg" ist am 14. Oktober in T a n d j v n g - Pr i ck, dem Hafen von Batavia, ein- getroffen. Die Weiterfahrt erfolgt am 21. Oktober nach B e l a w a n. Abd el Krim auf der Insel Reunion eingetroffen. Paris, 15. Oki. (WTB. Funkspruch.) Nach Blättermeldungen ist Abd e l Krim am 10. d. M. auf der Insel Reunion eingetroffen. Die Sturmschäden. Durch die Sturmfluten der letzten Tage sind die unterelbischen Ziegeleien besonders schwer heimgesucht worden. In der Bützflether Ziegelei wurden rund 14 Millionen Steine zerstört. Der I Schaden am Husumer Außendeich ist größer, als zunächst angenommen wurde. Die frühere Bruchstelle hielt stand. Insgesamt sind 40 tiefe Löcher zu zählen. Das herausgerissene Erdreich ist verschwunden. In Rothenkrug in Nordschleswig wurde das Zelt des Wanderzirkus Belli vollkommen zerstört. Der vergangenes Jahr auf dem Neuwerk errichtete Uferschutz ist streckenweise zerstört. Die orkanartigen Stürme haoen auch auf Norderney schweren Schaden angerichtet. Der beim Leuchtturm neu erbaute Deich ist gebrochen. In W y ck auf Föhr stürzte die südliche Strandmauer in einer Länge von 200 Meter zusammen. Auch die anderen Nordseebäder haben sehr unter den Stürmen und Sturmfluten gelitten. Der auf den nord- und ostfriesischen Inseln angerichtete Schaden ist zur Zeit noch unübersehbar, zumal neue schwere Stürme wüten und die Verbindungen unterbrechen. Schweres Eisenbahnunglück bei Leningrad. Leningrad, 15. Okt. (WTB. Funkspruch.) 160 Kilometer von Leningrad entfernt ist ein Personenzug auf der Strecke nach Pleskau entgleist. Sechs Personen wurden getötet, 15 Personen verletzt, darunter 6 schwer. Schiffenberg bei Gießen Waffen, Munition und anderes Kriegsgerät gefunden. Obwohl die Gießener Polizei von diesem Waffenlager schon seit acht Tagen Kenntnis hatte, wurde von ihr bis heute nichts unternommen, um das illegale Depot aufzuheben, sondern es wurde nur die Holztür zu dem Aufbewahrungsraum von der Kriminalpolizei zugenagelt. Ich frage an: 1. Wurde die Regierung |ofort von der Gießener Polizei von dem Vorhandensein des Waffen- unb Munitionslagers benachrichtigt? 2. Wenn ja, was hat die Regierung zur Beseitigung des geheimen Depots getan? 3. Wenn nein, welche Maßnahmen gedenkt die Regierung gegen die verantwortlichen Beamten zu ergreifen? 4. Billigt die Regierung das Verhalten der Gießener Polizei? 5. Was gedenkt die Regierung zu tun, um endlich diese geheimen Waffen- und Munitionslager in Hessen, die den zum Bürgerkriege rüstenden Rechtsoerbänden ihre staatszerstörende Arbeit ermöglichen, restlos zu beseitigen? Darauf hat der Minister des Innern von Brentano unter dem 27.August folgende, soeben in den Landtagsdrucksachen veröffentlichte Antwort erteilt: Auf die Anfrage der Abg. Storck und Genossen über Waffenfunde auf dem Schiffenberg beehre ich mich folgendes zu erwidern: Zu 1.—4. Das Polizeiamt Gießen berichtete der Regierung unverzüglich über die Funde auf dem Schiffenberg und ergriff auch sofort die erforderlichen Maßnahmen zur Aufklärung der Sache und zur Sicherstellung und weiteren vorschriftsmäßigen Behandlung der Funde. Die Regierung billigt das Verhalten des Polizeiamts und ist mit seinen Maßregeln, die sie auch selbst unterstützte, einverstanden. Zu 5. Nach dem Untersuchungsergebnis ist die Annahme unbegründet, daß die auf dem Schiffenberg gefundenen Gegenstände Rechtsverbänden zu verfassungswidriger Betätigung hätten dienen sollen. Die Regierung wird selbstverständlich alles tun, um etwa vorhandenen unerlaubten Waffenbesitz aufzudecken. Etwaige Funde werden sofort beschlagnahmt, sichergestellt und der zur Zerstörung zuständigen Stelle übermittelt. Preußischer Landtag. Die Erwerbslosigkeit. Berlin, 14. Oft. Der Preußische Landtag tritt in die Beratung der Anträge zur Er- werbslosenfrage ein. Der Hauptausschuß schsägt u. a. vor, bei der Reichsregierung dahin zu wirken, daß baldmöglichst die geplante E r - werbslosendersicherung zur Verabschiedung gelangt und daß bei der voraussichtlich langen Dauer der Erwerbslosigkeit die produktive Erwerbslosenfürsorge in Form von Notstands- arbeiten von Reich, Staat und Gemeinden in Angriff genommen wird. Außerdem wird das Staatsministerium beauftragt, unverzüglich weitere 35 Millionen für die produktive Erwerbs- losenfürsorge zur Verfügung zu stellen und ein verstärktes Wohnungsbauprogramm durchzuführen. In der allgemeinen Besprechung erklärt Abg. Rüffer (Dn.). daß seine Freunde die Hauptursache für die Wirtschaftskrise von gestern und die Arbeitslosenkrise von heute im Vertrag von Versailles sähen, der auch eine I drückende Steuerpvlittk zur Folge gehabt hätte. Wenn es nicht gelänge, die Wirtschaft wieder I gesund zu machen, würde der Kampf gegen die Erwerbslosigkeit vergeblich fein. (Sehr richtig I rechts.) Eine gesunde deutsche Wirtschaft sei auch die beste Sozialpolitik. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm habe nur sekundäre^ Bedeutung und muffe schneller durchgeführt werden. Abg. Hart leib (Soz.): Man müsse überlegen, ob die Arbeitslosennot nicht eine Folge des kapitalistischen Systems sei. Dis jetzt habe die Rationalisierung immer nur mehr Arbeiter erwerbslos gemacht. Den Unternehmern fehle leider noch das Verständnis für die sozialen I Notwendigkeiten ihrer Arbeitnehmer. Der deutsche Arbeiter brauche keine Dienstpflicht. Abg. Hoff (Dem.) erklärt die Zustimmung seiner Fraktion zu den Ausschutzbeschlüssen. Wir werden noch lange beim besten Willen schwere I Steuerlasten als Folge des verlorenen Krieges tragen müssen. Zu einer Ermäßigung der Steuern fönren wir nur kommen, wenn wir kon- I sequent den Gedanken durchführen, daß wir in I Reich, Staat und Gemeinden wieder zu einer Scheidung der ordentlichen und außerordentlichen Ausgaben kommen müssen. Den Anträgen des Hauptansschusses tritt das Haus bei und geht über zur Weilerbesprechung der Jusiizvorgänge in Magdeburg. Abg. Müller- Franken (Wirtsch. Vergg.) wendet sich dagegen, daß immer wieder eine parteipolitische Einstellung des Richtertums behaftet und kritisiert werde. Eine derartige Polemik gegen das Richtertum schade letzten Endes der Republik. Die Einmischung des Ober Präsident en Hör- s i n g sei grundsätzlich zu verurteilen. Der Fall zeige andererseits, wie leicht heute jemand ins ' LlntersuchungSgefängnis kommen könne. Wenn i man bedenke, wie es darin zugehe, so sei dies um so bedauerlicher. Abg. Korner ^völkisch) betont, die Richter hätten das Empfinden, daß sie von ihrer vorgesetzten Behörde nicht genügend geschützt und gestützt würden. Die Mißbilligung für Herrn Hörsing — es sei ja nicht die erste — würde bei diesem nur ein Schmunzeln hervorgerufen haben. Die Gründe des Eingreifens des Herrn Oberpräsidenten Hörsing lägen lediglich im Parteiinteresse. Abg. Bohner (Dem.) fragt, ob der Magdeburger Fall eine solche Ausdehnung hätte gewinnen können, wenn beim ersten Auftauchen eines scheinbaren Widerspruch zwischen Justiz und Verwaltung die Staatsanwaltschaft entsprechende Anträge gestellt hätte. Die Studenten- romantif und die unbegreifliche Vorliebe des deutschen Publikums für sie — „Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren" — habe in Magdeburg eine blutige Abfuhr erlitten. Herr Hörsing sei in seinem Empfinden diesmal Sprecher der Masse gewesen. Staatssekretär Fritze spricht die Bitte aus, daß alles Material, welches Belastendes für Iustizbeamte enthält, dem Justizministerium zugeleitet werde. Er tritt schließlich der Auffassung entgegen, daß bei der Bearbeitung der Strafsache Schröder ein Gegenein- anderarbeiten von Justiz und Verwaltung Vorgelegen habe. — Die Anträge zu den Magdeburger Vorgängen werden darauf dem Rechtsausschuß überwiesen. Herriot verteidigt sich. 1 Auf dem Parteitag der Radikalen. Bordeaux, 14. Okt. (WTB.) Aus dem Kongreß der radikalen Partei hielt H errio t eine politische Rede, in der er erklärte: Man habe ihm den Vorwurf gemacht, daß er den Sturz des Kabinetts Briand-Carl- laux veranlaßt habe. Man habe ihm bei dieser Gelegenheit Machtgelüste untergeschoben. Das sei nicht wahr. Er habe keinen Ministerwechsel Hervorrufen wollen, habe er doch kurz darauf unter den bekannten Schwierigkeiten ein kurzfristi- ges Kabinett bilden müssen. Sein Kabmett sei am 20. Juli gebildet worden. Arn 21. Juli habe er vorn Gouverneur der Bank von Frankreich einen Brief erhalten, in dem ihm mitgeteüt wurde, daß das Schatzamt nur noch über 60 Millionen flüssiges Geld verfuge. Ihn träfe also für diese Lage keine Verantwortung, aber die Kammer habe ihn ja an demselben Tage, an dem er sein Kabinett vorgesteltt habe, g e st ü r z t. Herriot erläuterte schließlich die Gründe, die ihn veranlaßt hätten, in das Kabinett Poincare einzutreten. Er habe damals nur eine persönliche Entscheidung getroffen, und zwar auf Grund der Situation, in der sich das Schatzamt befunden habe. 3n einem Augenblick, in dem Theorien wirkungslos geteerten seien, sei er ter Ansicht gewesen, daß er nicht das Recht gehabt habe, Poincarä seinen Beistand zu verweigern. Eine Katastrophe hätte nicht die Spekulanten beunruhigt, denn sie schlügen aus allem Geld, sondern die, die arbeiten und sparen wollen. Eine solche Katastrophe hätte das ganze Programm der Radikalen und alle seine Hoffnungen undurchführbar gemacht. Er frage sich, ob bai. was einem belgischen Sozialisten (Vantervelde) im monarchischen Staat gestattet sei, einem Radikalen unter einem republikanischen Regime untersagt werten könne. Die Rete Herriots fand starken Beisall. Die Dor- sitzenden der Departementsorganisationen der Partei nahmen nach langer und lebhafter Debatte eine Entschließung an, in ter dem scheitenden Vorsitzenden Herriot der Dank für seine Bemühungen und das volle Vertrauen ausgesprochen wird. Er wird gebeten, die Leitung der Partei beizubehalten. Denselben Beschluß dürste auch das Plenum des Parteitages fassen. Demission des ungarischen Kabinetts. Budapest, 14. Okt. (Wolff.) Die königliche Kurie verkündete heute das nunmehr rechtskräftige Urteil im Frankenfälfcherprozeß. Darnach ist die Strafe des Prinzen Windischgrätz, da er des Verbrechens an der Dokumentenfälschung nicht schuldig befunden wurde, von vier Jahren Zuchthaus auf vier Jahre Kerker ab geändert worden. Die Strafe N a d o z f y s wurde von vier Jahren Zuchthaus auf 3i Jahre Zuchthaus herabgesetzt. An dem Strafmaß der übrigen Angeklagten wurden kleinere Aenderungen vorgenommen. — Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Graf Bethlen hielt die Regierung einen außerordentlichen Minister- rat ab, in der der Beschluß gefaßt wurde, daß die Regierung, nachdem der juristische Teil der Frankenfälschung von der königlichen Kurie rechtskräftig erledigt wurde, es als verfassungsmäßige Pflicht erachtet, die Vertrauensfrage aufzuwersen und zu die- fern Zwecke dem Reichsverweser die Gesamtdemission der Regierung einzureichen. Der Reichsoerweser nahm die Unterbreitung des Ministerpräsidenten zur Kenntnis, ließ die endgültige Entscheidung über diese Demission in der Schwebe und beauftragte die bisherige Regierung mit der vorläufigen W e i t e r f ü h r u n g der Geschäfte. München, 14. Okt. (Wolff.) Der Literarhistoriker Geheimrat Berthold Litzmann, zuletzt Professor in Bonn und seit einiger Zeit in München lebend, ift im Alter von 69 Jahren g e - ftorben. Es ist fast unheimlich, wie der Tod die . , Reihen der älteren Generation der deutschen Ger- tee unlösliche Stärke ter Nahrung in leicht maniften lichtet: in ganz kurzer Zeit starben nach- löslichen Zucker verwandelt. Dann ist ter Mund- einander Gustav Roethe (Berlin), Franz fpeicher alkalisch und ergänzt so in höchst not- Muncker (München) und Franz Sauer (Prag), wendiger Weise die Säuren des Magensaftes: Nun hat die Wissenschaft auch den Heimgang des bet »u geringer Einspeichelung wirken diese schäd- ehemaligen Bonner Ordinarius zu beklagen. lich (Sodbrennen). Endlich enthält ter Mund- In Kiel 1857 geboren, wurde Litzmann 1883 speichet eine älnmenge Bakterien, welche gleich- daselbst Privatdozent und ging ein Jahr später nach falls bei der Zersetzung der Nahrung eine un- Jena, wo er bald zum ao. Professor aufrückte. 1892 ersetzliche Bedeutung haben, kam er nach Bonn: hier erhielt er fünf Jahre später Man kann demnach die beit sind u. a. niedergelegt in einer Ißbänbigen Ge- geworden ist und von selbst im Munde ver- famtausgabe (11, II. B.: 16), die als grundlegend schwindet. Dr. Grundmann, angesprochen werden darf. r - .... Dtutto-ungadtoe Archä°<°g-n.Zu,°mm-°«u^ LahnkanalisierUNg. Sn Budapest sand beim Kultusminister Preußische Landtag nahm in ,-m-r gestrigen Gras Kleb eis berg eine Zusammenkunst zwi- Schuug mit großer Mehrheit salgende au einen ergab vollständige älcbereinftimmung zwischen den f^eiftaat Hessen zwecks Schis f b arm a djung Altertumsforschern beiter Nationen. Hierauf gab b*Vat)n b,s 3Ur ®tabt ®,e&cn "«zu- ter Minister zu Ehren des teuffcherl Gastes ein rrcicn- Frühstück. _______ | Die Reformattonsseier in Gietzen Die evangelische Kirchengemeinte Gießen beabsichtigt, die 400jährige Wiederkehr ter Einführung der Reformation in Hessen durch verschiedene Veranstaltungen zu feiern. Am Sonntag, 24. Oktober, abends 8 Llhr, soll in ter Iohannes- kirche ein Familienabend ftattfinten; den Vortrag wird Geh. Kirchenrat Llniversitätsprofessor D. Dr. Krüger halten, Orgelvorträge und Darbietungen des Kircte^lgescmgveveins werden diesen Vortrag umrahmen. Die eigentlichen kirchlichen Feiern sollen Sonntag, 31. Oktober, ftattftnten. Die Kirchengemeinde beabsichtigt, an diesem Tage, vormittags 11 ÜIHr, auf dem Platze zwischen Ivhanneskirche und Südanlage eine R e f o r - mativnslinde zu pflanzen. Die Stadtverwaltung hat in entgegenkommender Weise sich bereit erklärt, den Platz hierfür zur Derfügurrg zu stellen und künstlerisch herzurichten. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 7.30 Uhr, „Der Kaufmann von Venedig" (Ende 10.15 Uhr). — Nadioklub Gießen: 8.30 Uhr, Hörsaal des Physikalischen Instituts, Stephan- straße 24, Versammlung mit Lichtbtldervortrag. —, Gewerkschaftsbund der Angestellten: 8.30 Uhr, „Hessischer Hof", Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Die elf Schillschen Offiziere . — Astoria-Lichtspiele: „Rund um den Alexanderplatz". Chincsol rm DSrsrnvirle. 0.66 95.25 । 16.9 169 324.75 | J22.7’ latei- ivebörsc. Frankfur Er berich- Banknoten. | Geld Briet 4,218 schnelle Heilung. 5,882 frankfurter Börse. 8355a Selternwec 18. 136.5 140 1921. also ging, einen Angeklagte den Rach- gegcn Mark 204 87.95 115.25 211 99.6 90.5 Schweizer Noten . . . . . Spanische Noten Tschechoslowakische Roten Ungarische Noten . . . . . 0.69 0.6702 0,6505 1.88(15 0.415 0.6502 0,65 0,55 38,7' 188.5' 166 107.5 74 i 165 172.5 179.9 148 157 85 I 73 125 । 161 16? | IM I 172 167,25 146.25 ' 8,62 238 IM 238 185.5 171.5 139 144.5 4,198 11,84 111.42 20,329 12,12 167,43 17.04 99,75 59,03 2,22 111,89 80,80 Hamburg Amenka Pakei... I 172 Norddeutscher Llovd . . | 168,75 141,5 | 98 j 323 133.5 134.5 138 52 188.75 168.75 bestreitet das. Hierauf wurde die Sitzung auf mittag vertagt. Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr., L100 Kronen Rumänische Noten Schwedische Noten . 166,5 8.5 der Fahrraddiebstähle, die in der Technischen Hoch- chule in Darmstadt vorkamen. Er hätte den Angeklagten beinahe aus frischer Tat im Februar 1925, also vor dem Mord, ertappt. Der Couleurdiener Wagner hat den Angeklagten als erster drei Stunden nach der Tat zufällig getroffen. Er konnte keine auffällige Veränderung an ihm bemerken. Der Angeklagte wollte sich von Wagner einen Handkarren ausleihen, auf dem er dann die Leiche fortschassen wollte. Er kam jedoch nicht dazu, da er davon Abstand nahm, um keinen Verdacht zu erwecken. Der Vormittag des heutigen dritten Der- handlungstages war wieder der Zeugenvernehmung gewidmet. Es wurden zwölf Zeugen vernommen. Staatsanwalt Leoni- Darmstadt, der aber kaum in Erscheinung. Die Spekulation blieb im allgemeinen etwas reserviert und neigte überwiegend zu Glattstellungen, wodurch die Kursgestaltung bei Beginn des offiziellen Verkehrs eine unregelmäßige Haltung einnahm. Von Publikumsseite waren bedeutende Kaufauf - besonders verschiedene Kassapapier e. Am Farbenmarkt kam die starke Auswärtsbewegung zum Stillstand, 2. G. Farben waren infolge Angebotes um 4 Prozent abge- schwächt (222,75 Prozent). Scheideanstall minus 1 Prozent, dagegen konnten Goldschmidt weitere 3 Prozent anziehen. Montanattien lagen uneinheitlich und überwiegend etwas schwächer. Buderus unverändert. Hoher wurden nur: Deutsch-Lux plus 0,5 Prozent, Klöckner und Gelsenkirchen je plus 1 Prozent. Von Kaliaitien konnten Westeregeln mäßig anziehen. Der Elektro m a r k t zeigte gleichfalls unregelmäßige Haltung. AEG. plus 1 Prozent, Elektr. Lieferungen plus 3, Licht und Kratt plus 1, Lahmeyer plus 0,75 Proz. Siemens unverändert. Schuckert minus 0,5, Bergmann minus 2,5 Proz. Bankaktien tendierten fest, die meisten Werte hatten neue Kursbesserungen bis zu 1 Proz. aufzuweisen. 164 162,5 142.5 207 93 89 54.75 36 11,90 111.98 20.429 12,18 168,27 17,12 100,25 69,33 2.26 112,45 81,20 62,65 12,452 Jede Wunde sofort mit Chlnosol reinigen. Stillt die Blutung und bewirkt erstaunlich Auch bei Verbrennungen, 104 66.75 3 209 87,5 103 62,?3 12,392 5.842 6.7015 0,66 0 86 0.499 0.65 0,66 167.5 112 74 168,25 178.4‘ 187.5* 148.4* 158.9 89 77 I 132* 168 166 161 : 176,5 170 235,5 158' 239.5* 187,7* i 173.5 ' 168.5 111 167 178 181 149 160 88.5 131 167 94 323* 139 135,5 167,9 168 144,9 209 97 92 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. .6675 1I.66 0.62 0.865 0.64 16.95 45,4 2301 167 ! 288 185.75 101 172.62 168.75 147 8.5 75 167 108 166 1 175 , 181 118 159.5 83 74 128 167.25 166 88 Eiterungen, Entzündungen. Gegen Schnupfen Nasenspülungen, gegen Husten und Halsschmerzen gurgeln mit Chinosol. Zu haben in allen Apotheken und Drogerien. Versuchspackung nur 60 Pf. Verlangen Sie daselbst zugleich die kostenlose Broschüre „Die Haus- und Stallapotheke, Anleitung zur Einrichtung und Benutzung". Chlnosoifabrik ft.-G., Hamburg Lvrrannlche Werte «lbtn . . Zementwerk Heidelberg . . vbilipp HoUmann . . . Anglo-Conl--Guano - ... Cdemilche Mayer Alapin . I. Üi Farbeninduslrie, A--G- owldfchmidk Holzverkohlung Nüroer-werke Scheideanstalt Allg. LlektrultätS-Gesellschafl Bergmann Mamkrattwerkr • . ..... Schubert ...... Siemens L Halske ..... Ädlerwerkc Kieper ..... Daimler Motoren- ...... Heistigenstaedl . Mrautn . . . . Motorenwerke Mannheim ^rankfurtci Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Metallacscwchafi Frankfurt. Pct. Union A-G....... Schublabrik Her; Sichel. . . Zellstoff Walddof. . .... Zuckeriadrik ftrantartljal . . Zuckerfabrik Daabäulel . . . Eine Ausnahme bildeten nur Commerz (mlnus 175 Proz.), Darmstädter lminus 1,25 Proz.) und Metallbank (minus 0,75 Proz.). Von Schiff- fahrtsaktien zogen Hapag 0,75 Proz an. während Lloyd 0,75 Proz. nachgaben. Reue Stei- gerrmgen hatte die Mehrzahl der Motoren- «llien auszuweisen. Kleyer PluS 4,5 Proz. Der 1 ilaktien schwächer. Hammersen minus 1 Proz. Baustvffaktien gingen Wetter in die Höhe. Zement-Heidelberg plus 1 Proz.. Hp^wann plus 2,5, Waytz & Freytag plus 02o Proz. Zellst osfaktien gedrückt auf die Mitteilung auf der in Baden-Baden statt gefunden en Haupt- Versammlung der Vereinigung deutscher Zellstoff-Fabrikanten. daß die Kursentw'.cklung der Zellstoffattien der inneren Lage der Gesellschaften und ihrer Entwicklung in keiner Weise entsprechend sei. 21^^011- burg minus 4,25 Proz., Waldhof minus 4 P^>z. Zucker aktien tendierten fest. Badischer plus 1 Prozent, Frankenthal plus 0,9 Prozent, Heilbronn plus 1,7 Prozent. 3m F re iv er» kehr war eine lebhafte älmsahtätigkeit in Slahl- । trustaktien zu verzeichnen. Die Zulassung ^dieses Papi eres zum Terminhandel ab morgen (wams- lag), löste für alle diese Aktien großes 3nter- csse aus. Der Kurs stieg um mehr als 3 Prozent. Der übrige Freiverkehr bot das übliche lustlose Bild bei kaum veränderten Kursen. Am h e i - mischen Anleihemarkt konnte sich keine nennenswerte Llmsahtätigkeit entwickeln, die Kurse gingen weiter zurück. Kriegsanleihe 0.67, I Schutzgebiet 9,9. Don ausländischen Ren - I ten waren Zolltürken mäßig befestigt (16,6). 3m I weiteren Verlaufe entwickelte sich das Geschäft äußerst lebhaft und die Stimmung wurde auf allen Märkten recht fest. Die anfänglichen Kurs- einbußen konnten nicht nur ausgeglichen, sondern vielfach noch überschritten werden. Am Geldmarkt ist Geld angeboten, obwohl sich die Aach- frage infolge der bevorstehenden Mediozahlungen etwas verstärkt hat. Tagesgeld 4.5 bis 5 Prozent, Monatsbr.ese 5.5 bis 7.5 Prozent, Privatdiskonten 4,37 Prozent. 3ndustrieakzepte 5,25 Prozent. 3m Devisenverkehr waren die Nischen Valuten leicht befestigt. Paris London 169. Brüssel 172, Mailand 119,75. und Pfund sind unverändert. ein (Bkfeen Mde de» ^deckrhr bei" Gin- Hessen durch der- iern. Am Sonntag, [ in der Johannes- tfinten; den Dor- Mversitätsprosessor lvortragc und Darreins werden diesen entlichen kirchlichen )ftobet, ftattfmten. jt, an biefem Tage, n Platze zwischen le eine Aesor- n. Die Siadtvw reicher Weise sich ir zur Verfügung zurichten. II. für Freita-. Kaufmann von > ibioflub Men: 8.30 i Instituts, Stephan- üdiwllberDorhag. -i Uten: 8.30 Uhr, M ng. - Lichtspieljau». ,llchen ossiz'M. - len älefanberp/a;. Kitt üitami<$> SB 5*/e leutfthc NrichSanletbe ♦% DenÜLc Ncichsanlrid« • 3*/ic,n Deuljchc 9icid):« tm Betriebe der Reichsbahn vorgekommenen Lneo- stähle unermittelt bleiben. do. Arbeitslos en - Unter ft u 6 u ng nach sportlicher Betätigung Der Frankfurter Stadion-Turn- ^nd Sportlehrer Brechenmacher hat 250 “JL. und Sportsleute in den Anlagen 5ranHurtei. S'adions zu Vorturnern und Rsegenfuhr^n aus gebildet, die ihrerseits auf den übrigen Plätzen die arbeitslose Tugend beschäftgen sollen Arbeitslose 3ugendliche erhalten für die Arbeitslosensürsorge nur nach Ableistmtg einer Turn» und Sportpflicht. . » Im Bund für Haus und Schule hiplt Mlarrer Ausfeld im 3ohannessaale einen Vortrag ^ber Indien. An Hand von guten Lichtbildern wurden die landschaftlnhen ^>on- hettcn, Bauten, Sitten, und Gebräuche der Bewohner vor Augen geführt und besprochen. Dabei fand die Betätigung der Mission Erwähnung, die in diesem Lande schon Großes geleistet hat und das Licht der Aufklärung unter reichen Opfern mit viel Enerke wciterträgt, gilt es doch-. B. die aanA unwürdige Behandlung des weiblichen Geschlechts zu bessern, die Bevölkerung auf eine höhere Stufe der Zivilisation zu fuhren und per Segnungen der christlichen Kultur teilhattig werden zu lassen. 3ndien mit seiner wunderbaren Vegetation, den farbenpräch.igen bauten und Anlagen mutet den Beschauer wie em Märchenland an. Der Vortrag war Umrahmt von gesanglichen und mu|italischen Darbietungen fron Sri Stammler und der gewohnten Kapelle, Es war eine in jeder Beziehung wohlgelungene, sehr stark besuchte Veranstaltung. ** Was fordert bie Zeit vo n der Kaufmannsjugend? lieber dieses Thema sprach am Mittwoch in einer Versammlung des D H V. der Gaujugendführer Kubanke aus Frankfurt a. M. Er erörterte die Bemühungen des Bundes- der Kaufmannsjugend im D. H. B. um die sittliche, geistige und berufliche Ertüchtigung der Kaufmannsjugend. Mittel zum Zweck sind die zahlreichen älnterrichtskurse, die Belehrungen durch berufserfahrene Kollegen, Berufs- wettkämp^, Briefwechselbund, sportliche Betati- auna und Wandern. 3m Zusammenhang damit wies der Vortragende auf die Einrichtung eines Sportsanatoriums au* der Burg Lobeda bei 3enc» und die bevorstehenden Berufswettkampfe hin. 3u erstreben sei d.e Einführung einer Gehilfen- Prüfung zwecks Ausscheidung solchen Rachwuchses, der infolge mangelhafter Derr fsausbildung keine Aussicht hat, im Kaufmannsberuf vorwärts zu kommen. Die zahlreich erschienenen Eltern, und Lehrlinge folgten mit sichtlichem 3nteres e ten Ausführungen des Redners. 3n der Aussprache erörterte der Vorsitzende noch d.e den Lehrlingen gebotenen wirtschaftlichen Vorteile, wie Kranken- i’crf.cbcrunq. Rechtsschutz, die wesentlich veränderten' Verhältnisse des Lehrlings im Beruf im Hinblick auf frühere Zeiten, sowie die Regelung des Lehrlingswefens in Hessen. Der Vortragsabend war umrahmt vop Vorträgen der „Fahrenden Gesellen" (Band für deutsches Wandern tm D. H. V.). Gerichtssaal. Der Mordprozeh Meon. , Leitttng de- AsiseviuS. Sie Sektion deS meitergesuhri M, , TLtigkeii zurua >r. Sraemer^ tfermmfl des r ist, von der» Ordinarius fuc ^ffvus. verjM «Z- t,eib^ei?rücl;9l ann der . SU? -'tzSZ ®*c 2rt: WSN. Mainz, 14. Okt. Am gestrigen Nachmittag wurden weitere 12 Zeugen vernommen Die Zeuam Frau Döp, Offenbach, die mit dem Angeklagten entfernt verwandt ist, sagte ihm nur Gutes nach. Sie hat Meon oft bei seinen Geldverlegenheiten ausgeholfen. Der Angeklagte war noch bei ihr nach der Tat. Es ist ihr ausgefallen, daß er Dabei nicht so vergnügt war, wie sonst. Hierauf erstattete der Sachverständige Dr. Popp, Frankfurt, sein Sachverständigengutachten über den Befund der Wohnung Meons. Nach der Lage der Blutspritzer rekonstruiert der Sachverständige, daß die Gillmann entweder liegend oder sitzend überfallen worden ist. Er hat gefunden, daß die Angaben, soweit nachprüfbar, den Tatsachen entsprechen. - Es folgte eine Reihe von Zeugen, die mit Meon freundschaftlich und gesellschaftlich verkehrt haben. (Sie sagen übereinstimmend aus, daß der Angeklagte sich immer gentlemanlike und als tadelloser Gesellschafter benommen habe. Soweit sie mit Meon zu- fammenkamen, ist ihnen keine tiefgehende Aende- rung des Gemütszustandes aufgefallen. Einer der Zeugen hatte den Eindruck, daß Meon mit feinen MädchLngefchichten stark renommiere. Die Zeugin Müller hat manchmal Damenbesuche bei Meon gesehen. Der Zeuge Michel war mit Dem Angeklagten gut befreundet. Er hält den Angeklagten für nicht ganz offen und hat sich einige Monate vor der Tat von dem Angeklagten wegen seines leichtsinnigen Lebenswandels zurückgezogen. Der Zeuge E i s ist mit der Ermordeten in den Tagen vor der Tat öfter» zusammen gewesen. Er stellte ihr den besten Leumund aus, sie sei kein Mädchen gewesen, das sich so ohne weiteres wegwerfe. Der Zeuge Diplom-Handelslehrer Dr. Te (schke hat mit Meon gesellschaftlich verkehrt und ihn auch privatim in Bolt:wirtschaft unterrichtet. Seine Ermahnungen, doch endlich das Studium mit Ernst aufzunehmen, bibe Der Angeklagte stets in den Wind geschlagen. DessEnergie habe sich ganz auf die Eroberung der Frauen beschränkt. Der Zeuge Dr. Hartmann, Frankfurt, behandelte Meon wegen Gonorrhoe. Auch nach der Tat war Meon zweimal bei il)m in Behandlung. Es ist aber dem Zeugen keine Verankerung in dem Benehmen des Angeklagten ausgefallen. Der Zeuge Fabrikant Dr. Fuchs, Offenbach, kannte Meon als Bundesbruder. Er hielt ihn für geschlechtlich überreizt, im übrigen aber für einen guten Gesellschafter. Der Zeuge Kriminal- machtmeister Schüssel hatte Meon im Verdacht im ersten Prozeß gegen Meon die Anklage vertrat, wurde eingehend darüber vernommen, welche Angaben ihm fron dem Angeklagten seinerzeit gemacht wurden, und wie das damalige Unter* suchunasprotokott zustande gekommen ist. Der Angeklagte habe ihm gegenüber stets bestritten, daß bei der Tat das Geldbeschaffungsmotiv eine Rolle gespielt habe. Weiter sagte der Zeuge aus, daß die diesbezüglichen Angaben des Protokolls, die davon sprechen, daß auch die Geldbeschaffung bei der Tat mitgespielt habe, auf die 3nsufsienz der Protokollierung seitens der Beamten zurückzuführen sei, die er damit beauftragt habe. Landgerichtsrat Weiß, der iln- terfuchungSrichter im ersten Prozeß, hat nach eingehender Besprechung mit Meon ein Protokoll auf genommen, das dem Angeklagten nicht vorgelesen wurde. Wenn in diesem Protokoll etwas stehe, was dem Angeklagten zum Rachteil ausgelegt werden könne, so sei das sein (des LandgerichtSrats Weiß) Fehler und der Meons. Dieser habe immer gleichbleibende Angaben über bie Tat gemacht und bestritten, daß er eine Deraubungsabsicht gehabt habe, er habe die Tat vielmehr im Affekt ohne Vorsatz ausgeführt. Weiter wurden zwei ehemalige Bundes- brüder Meons, der Oberleutnant Brom mer und der Zahnarzt Dr. Tüll vernommen, die sich durchweg sehr günstig über den Charakter Meons aus lassen. Er habe sich überall tadellos benommen. Der Bankier Guttmann sagte über die Geschäftsverbindung aus, die er mit Meon hatte. Der Angeklagte sei nicht übermäßig wegen seiner Schulden gedrängt worden. Die Zeuginnen Schäfse r und Märker , beide aus Frankfurt a. M., steiften der Ermordeten ein gutes Zeugnis aus. Sie habe einen hochanständigen und gebildeten Eindruck gemacht Vier weitere Zeugen aus Bensheim, dem Heimatort des Meon, liehen sich über die Familie des Angeklagten und die Gesundheitsverhältnisse der Familie aus. Kriminalwachtmeister Trumpfheller- Darmstadt berichtete über seine Recherchen wegen der durch Meon gestohlenen Mäntel und Fahrräder. zc“ tete. daß Meon schon im 3ahre zur Zeit, wo es ihm noch sehr gut Mantel gestohlen haben soll. Der IN. 1928. > stbaut, doz I.Q>H " bk s .Wa9en- M ^gesondert r«. m leicht .l,t der höchst not. Will schad. Amid. kW Lisch. eir.r un- SenovMeneD 1.75 o i Mäiisbufg 17. 07115 LAciiikrwnlW au mieten gesucht. Schrtstl. Angeb. mit 4>rets unter 07125nn den Gies;. Anz. erb Uhrmacher, Lollar, nicht geringsten tben- Sisen rilont nicht die Mo deutsche martt i W ch nM Die r Wirth aetoa hier falls frei M len. oM agent Iamten nach i \W den Dort' von dah i Schul Dr. med. H. W. Kranz und Frau Aimee geb. Spamer D. H. V. Samstag, den 16. Cttbr., nn Kau sm. Vcretnsbaus: SI6,,D Mitgliederversammlung. Erste Roicbßknrz- sehriitBGSOllschatl „Gabelsberger“ n. Damenabteiinng GleSea e. V. Samötag, l tt.Okt. abends K' , Ubr, tn der Stadt Lich: Gemütliches Beifammcnfein au Ehren der Wettschreiber. Ludwig Heuser und Frau Emmy geb. Vollmann Perflor allein wäscht milde, Drum führt’s mit sich die Hilde. 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Die gesamte Weltpresse beschäftigt sich in diesen Tagen in langen Artikeln mit der in Lhoirh aufgeworfenen Frage der K 0 m m c r - zialisierung eines Teiles dec deutschen Eisenbahnobligationen: ein nuuet» vrdentlich kompliziertes Problem, dessen Losung allmählich viel schwieriger erscheint als man zunächst dachte. Dieser Plan Verwirklichung ist nicht nur für Deutschlano von allergröhter politischer und wirtschaftlicher Bedeutung, sondern ebenso für Frankreich, England, Belgien, Amerika, ufto. kurz, ^r alle Staaten, denen Deutschland stach dem Dawes-Plan ver- schuldet ist Es muh hervorgehoben werden, dal) der Gedanke der Mobilisierung eines Teiles der deutsmen Eisenbahnobligationen durchaus nicht etwa erst bei der Ministerbesprechung von Thoiry aufgetaucht ist, sondern schon seit vielen Monaten die Finanzpolitiker aller Staaten beschäftigt. 3m folgenden soll die Bedeutung dieses Problems möglichst knapp erläutert und seine ilr- sachen und Wirkungen kurz skizziert werden, und zwar vornehmlich unter Berücksichtigung der damit auf engste zusammenhängenden innerpolitischen Schwierigkeiten Frankreichs. In seinen Unterredungen mit dem Vorsitzenden der Finanzkommission der Kammer hat sich Ministerpräsident und Finanzminister P 0 i n- c a r e endlich zu der Erklärung aufgerafft, daß das Problem der französischen Kriegsschulden an Amerika keinen längeren Aufschub mehr dulde. Damit hat Poincare nunmehr amtlich zugegeben, daß ohne eine alsbaldige Lösung des amerikanischen Schuldenproblems eine Gesundung der französischen Finanzmisere auch ihm unmöglich erscheine. Dieser Sah klingt banal. Doch steckt weit mehr dahinter, als man ahnt. Ramentuch Deutschland kann jetzt nicht Vorsicht genug walten lassen. Denn gerade für Deutschland hängt von einer annehmbaren Lösung dieses Problems — wie eingangs betont — sehr viel ab. Die wichtigen Zusammenhänge zwischen einer M 0 - bilisierung eines Teiles der deutschen Eisenbahnobligationen und dem amerikanischen Schuldenproblem können nicht dick genug unterstrichen werden. Man hat davon gesprochen, eine Milliarde deutsche Eisenbahnobligationen auf den Weltmarkt zu werfen. Rund 300 Millionen Goldmark sind hiervon in Abzug zu bringen für den unerläßlichen Rückkauf der Saargruben. Die nächstliegende Frage, ob die deutsche Volks- wirtschast überhaupt i m st a n d e ist, jetzt die gewaltigen Mittel hierfür aufzubringen, bleibe hier unerörtert. Die Aufgabe würde uns jedenfalls erheblich erleichtert, wenn wir endlich wieder frei exportieren könnten, ungehemmt durch das Valuta-Dumping Frankreichs und anderer Staaten. Don diesen 700 Millionen erhielte — vorausgesetzt, daß Parker Gilbert, der Generalagent für die Reparationszahlungen, dem ge- samten Projekte zustimmen wird — Fran«.reich nach dem allgemeinen Reparationsverteilungsschlüssel 52 Prozent. Gleichzeitig aber ettvuchse den französischen Anleihezeichnern damit der Vorteil, daß ihnen die Zinsen aus dieser Anleihe von Deutschland direkt gezahlt würden so daß damit gewissermaßen Deutschland der direkte Schuldner Frankreichs würde. Ein zweites Projekt zur Lösung dieses Problems — es gibt deren in Paris bereits mehrere — ist insofern von Bedeutung, als es Poincare sich selbst zu eigen gemacht hat und es bei allen möglichen Gelegenheiten erörtert. Dieses Projekt gipfelt darin, daß den Inhabern her Bons de la Defense Nationale auf direktem Dege von Deutschland diese Obligationen über- intwortet werden. Damit würde dann also einfach ein erheblicher Teil der inneren Schuld Frankreichs wegradiert. Der Belgier Delacroix ist ein entschiedener Gegner dieses Projektes und versucht, es Poincare auszureden. Poincare hat nämlich hierbei übersehen, daß nach dem Dawes-Plan Deutschland das Recht hat, aus Barzahlungen zu bestehen. Diese Barzahlungen bleiben natürlich ausschlaggebend für das aufs engste damit zusammenhängende Transfer- Problem. Immerhin findet dieses Projekt in Paris starke älnterstühung und kann daher viel? leicht einmal geeignet werden für die unerläßlichen gleichzeitigen Kompensationen bei einem solch großen Entgegenkommen Deutschlands. Denn wir müssen natürlich grundsätzlich stets von der Erwägung ausgehen, daß wir ein solch großes Entgegenkommen ohne entsprechende Gegenleistung natürlich niemals zeigen können. Wenn Deutschland auf die Transfer- k l a u s c l verzichtet, d. h. wenn sich Deutschland damit einverstanden erklärt, daß die Zinsen usw. in den Währungen der einzelnen Länder gezahlt werden, so erscheint dieses unser Entgegenkommen auf den ersten Blick nur gering, ist in Wahrheit aber außerordentlich groß. Denn wir müssen uns dann die erforderlichen Devisen beschaffen, Hnd damit würde das gesamte Transferproblem akut, das sich in zwei Fragen formulieren läßt: 1. Ist die deutsche Währung hierfür stabil genug? und 2. werden die übrigen europäischen Währungen diese erneute Bevorzugung des Dollars ertragen? (Denn praktisch gesprochen^ würden wir den Hauptanteil der Zinsen doch wohl an Amerika zahlen müssen.) älnd spricht man nicht je.ft schon allgemein von der Möglichkeit des Rachgebens des englischen Pfundes im Hinblick auf die ungeheuren wirtschaftlichen Schäden, die der lange Kohlenstreik in ganz England hervorrief? , Alles hängt zunächst von Amerika ab. Denn der amerikanische Markt wird in crfter Linie für die Aufnahme der deutschen Elsenbahn- obligationen in Frage kommen. Amerika kommt aber auch in erster Linie in Frage für erne große Stabilisierungsanleihe zu Gunsten Frankreichs. Daran aber kann Poincare erst denken nach der Ratifizierung der Mellon- Derenger-Abkommen. Diese Ratifizierung wird die nächste Hauptbelastungsprobe für die französische Kammer werden. Die Kammer wird aber Poincare zuliebe niemals einer teuren Stabilisierun'gs- anleihe den Vorzug geben vor einer viel bequemeren und nützlicheren Mobilisierung der deutschen Eisenobligationen. Dieser Schachzug 1 wird Poincare nicht gelingen. Dagegen spricht die Zinsfrage dieser beiden Finanzprojekte. Dagegen sprechen vor allen Dingen auch sehr gewichtige politische Momente. Freu rdschastsverträge im Südosten. Von Dr. Gustav Erenyi, Budapest. Der schon öfters mit Sehnsucht, aber Vorbehalt verlautbarte Plan des Herrn Bencsch hinsichtlich eines „östlichen Locarno" kam bislang nicht zustande, und für seine Verwirklichung bestehen nur geringe Hoffnungen. Er scheiterte in erster Reihe just an der Initiative der tschechischen Außenpolitik, die in ihrer heiklen Randstellung der verwickelten Staatenstruktur und den vielfältigen Interessengegensätzen im Südosten nicht gewachsen ist. Dem rührigen Außenminister der Tschechoslowakei sind die Zugel während der letzten Monate immer mehr entglitten. Noch ist ihm als Gründer der „Kleinen Entente" von früheren Jahren her eine gewisse dekorative Stellung im Völkerbund sicher, wie zuletzt aus der Begrüßungsansprache an die deutsche Delegation hervorging. Aber die Schöpfung selbst ist in allen Tellen fadenscheinig geworden. Die „Kleine Entente hat aufgehört, der bestimmende , Bund für südosteuropäische Verhältnisse zu sein, und wird — der Form nach weiter bestehend — durch ein System neuer Verträge regelrecht überflügelt. Die Leitung der Dinge in diesen Zonen hat jüngst der Süden an sich gerissen. Es ist dabei nicht leicht zu entscheiden, ob das Verdienst des Beginnens Rom oder Belgrad, dem straffen Lenkerwillen Mussolinis oder der gewiegten Diplomatie des jugoslawischen Außenministers Rintschitsch gebührt. Die auswärtige Politik Italiens ist mit gutem Grund darauf bedacht, an der Schwelle des Balkans festen Fuß zu fassen, um für ihre östlichen Mittelmeeraspirationen auf dem Festland wirtschaftlich und politisch gerüstet zu sein, und um überdies der latenten Spannung mit Frankreich — die Mussolini offensichtlich auch durch seine jüngste Zusammenkunft mit Chamberlain zu paralisieren trachtete — im Osten ein reales Gegengewicht zu bieten. Jugoslawien ist — trotz gelegentlicher Reibungen zwischen Volksstämmen und Parteien — vermöge seiner ethnographischen und wirtschaftlichen Homogenität am ehesten dazu berufen, das Zepter im südöstlichen Bereiche in die Hand zu bekommen. Um von Nachbarstreitigkeiten seine natürliche Sendung zwischen Adria und südlicher Donau erfüllen zü können, verstand sich die Belgrader Regierung beizeiten auf eine restlose Schlichtung der maritimen Grenzkonflikte mit Italien, wobei auch dieser Staat der Bedeutung eines solchen Schrittes für die eigenen Interessen vollauf bewußt schien. Die italienisch-jugoslawische Annäherung gedieh mittlerweile bis zu einem förmlichen Freundschaftsvertrag, aber italienischerseits hatte man diese Verständigung bloß als die ersten Akkorde einer weit ausspähenden Ostpolitik betrachtet, der nun in den jüngsten Wochen ein auf weitgehendstem wirtschaftspolitischen Einvernehmen beruhender Pakt mit Rumänien auf dem Fuße folgte. Wenn Rumänien fast zur gleichen Zeit mit Polen einen gegenseitigen Sicherungskontrakt abschließt, so ist ein solches Manöver mit Hinblick auf Rumäniens beßarabifche Interessen, die im Rahmen der Kleinen Entente keine hinlängliche Stützung finden, wohl zu verstehen. Indes stehen wir nun im Südosten einer Länderkette von Alliierten gegenüber, die — sich von Rom bis Warschau erstreckend — zweifellos etwas bedeuten soll. Es kommt bei einer kontinuierlichen Reihe solcher Nachbarverträge nicht so sehr darauf an, was sie enthalten, als worauf sie abzielen. Nun scheint die Bedeutung des neuen Zusammenschlusses im Südosten noch durch ein weiteres Geschehen, nämlich durch eine sreundnachbarliche Fühlungnahme zwischen Jugoslawien und Ungarn vertieft. Dem Selbstbewußtsein der ungarischen Nationalpolitiker fiel es bis jetzt begreiflicherweise äußerst schwer, irgendeinem Mitglied der Kleinen Entente die Freundeshand darzubieten. Man verharrte jahrein jahraus in einem Zustand ausgesprochener Isolierung, deren Nachteile sich für das wirtschaftliche Fortkommen des Landes je länger je mehr als unerträglich erwiesen. Es galt, nach jener Seite, deren Machtzuwachs durch den Irianoner Friedensvertrag am wenigsten bedingt ist, einzulenken, und hierbei fiel die Wahl selbstverständlich auf Jugoslawien, das von dem Gebiete des früheren Ungarns außer dem ohnehin stets nur locker an das Reich der Heiligen Stefanskrone gegliederten Kroatien bloß den Banat für sich beansprucht hatte. Nachdem bereits vorher gelegentlich die Fühlhörner zwischen Budapest und Belgrad ausgestreckt worden waren und sich die gegenseitigen Handelsbeziehungen durchweg erträglich gestaltet hatten, gab eine Aeußerung des ungarischen Reichsverwesers anläßlich der vierhundertjährigen Erinnerung an die für Ungarns fernere Geschicke so verhängnisvolle Türkenschlacht bei Mohacs den letzten Impuls. Im Laufe seiner Gedächtnisrede gemahnte Horthy an die vertraulichen Beziehungen, die zu jener Zeit zwischen den beiden Nachbarvölkern bestanden hatten, und gab zugleich der Hoffnung Ausdruck, daß sich die getrübte Atmosphäre hüben und drüben alsbald wieder klären werde. Diese Aeußerung hatte in der gesamten Belgrader und Agramer Presse den freundlichsten Widerhall erweckt, den maßgebende tschechische Blätter bezeichnenderweise mit äußerster Zurückhaltung, ja zum Teil sogar mit unbeschönigten Ausfällen gegen „ungarische Ränke" registrierten. Seitdem hat Herr Nintschtisch des öfteren — zuletzt in Genf — ein gutes Wort für Ungarn eingelegt, und der serbische Bauernführer Raditsch verflieg sich sogar zur Ermahnung an die tschechische Adresse, einem besseren Verhältnis zu Ungarn durch Preisgabe der Donaugrenze die Wege zu ebnen. Forscht man'nach dem gemeinsamen Ziel der ; neuen Länderverbindung, so ergibt sich ein solches zuvörderst in der Abwehr der russischen Expansions- roeUc. Polen und Rumänien fühlen sich von ihr unmittelbar bedroht. Ungarn ist seit den üblen Erfahrungen mit dem Sowjetregime von 1919 gegen jeden noch so leisen Vormarsch des russischen Kurses auf der Hut, und Jugoslawien, obschon von der bolschewistischen Bewegung mehr abseits gelegen, leibet dennoch unter den ständigen Ausschreitungen kommunistischer Jnnenfraktionen und nimmt im übrigen die sowjetfeindliche Gesinnung der angrenzenden Staaten wahr, um seine Außenbeziehungen nach dem Norden und Osten diplomatisch auszubauen. Wirtschaftlich bestehen bereits von feiten jedes Südoftstaates au der Moskauer Regierung gewisse Brücken; — Ungarn, das einzige Land in diesem Gebiete, das mit Rußland noch keinen Handelsvertrag abgeschlossen hat, zieht einen solchen ernsthaft in Erwägung. Aber zwischen natürlid)en ökonomischen Wechselbeziehungen und einer überall mehr ober weniger vorherrschenden politischen Abwehrstimmung ist scharf zu unterscheiden, und es erscheint nicht zweifelhaft, daß das noch ungeeinigte Südosteuropa sich vor einem möglichen Druck aus dem Osten durch eine instinktive Flucht in Gelegenheitsallianzen zu schützen trachtet. Darüber hinaus gehen freilich die Bestrebungen innerhalb des neuen Länderblocks arg auseinander. Rumänien sorgt für die Sicherheit seiner neuen Grenzen, Ungarn strebt aus der Enge des neuen Zustandes hinaus, und Jugoslawien versucht, im südmittleren Donaubereiche zentrale Geltung zu erlangen. Dem durch mannigfache Verträge flüchtig verkitteten südöstlichen Staatengefüge fehlt es noch immer an jenem verschmelzenden Gemeingeist, den die Gleichläufigkeit der Wirtschaftsinteressen nahe- legen würde. Im Wirtschaftlichen allerdings flutet der Lebensdrang von der einen Grenze zur anderen I über politische Schranken hinweg. Von jenen Randsteller, aus, die bisher mit Einigungsversuchen auf I den Plan traten, ist eine Ueberbrücfung der wesentlichen Gegensätze im Zeichen der Wirtschaftsfusion nicht zu erhoffen. Aber Deutschland, das den südöstlichen Markt von seinem Standpunkt aus füglich als eine organische Einheit betrachten darf, und dem ein neuer Staatenkonzern mit Einbeschluß Italiens und Polens wenig suftatten kommen mag, sollte die Entwicklung der Dinge in diesem Raum mit erhöhter Aufmerksamkeit verfolgen. Oberhessen. Lanvkreiö Gietzen. • Collar, 14. Oft. In unserem Orte bestanden von der Vorkriegszeit her ein Stenographenverein Gabelsberger und ein Verein Stolze-Schrev, die sich nach dem Zustandelommen der Cinheitskurzschri t zum „Kurzschrift verein Lollar" vereinigten, um nur noch die Reichskurzschrift zu pflegen. Trotz der kurzen Wiederaufbarneit und des jugendlichen Alters der meisten Mitglieder konnte der Verein den Frühjahrsbezirkstaq in Friedberg in diesem Jahre mit zehn Schreibern beschicken, die acht erste Preise und zwei dritte errangen. Aul dem letzten Herbstbezirkslag in Wieseck hat der Verein von allen beteiligten mit am besten abge- schnitten Von den 14 Schreibern errangen in 100 Silben: 1. und Ehrenpreis Elli Stesses; 1. Preis Karola Fischer, Friedrich K a l e t s ch, Karl P e t r a s ch. Hedwig Schäfer: 2. Preis Luise Schnell. 80 Silben: 1. Preis Margarethe Rohrbach, Oftil. Schwalm. Oftil. Schmalbach; 2. Preis Karl Euler. 60 Silben: 1. und Ehrenpreis Erna Klinkel: 1. Preis Albert Grün, Albert Schneider; 2. Preis Frieda Fink. In der jetzigen Zeit muß man diele Erfolge fleißiger Arbeit doppelt begrüßen. Es wäre nur zu wünschen, daß recht weite Kreise der Elternschaft diesem Zweige der Jugendpflege nähertreten würden. bf. Langsdorf, 14. Olt. Am Sonntag fand das diesjährige A b t u r n c n des hiesigen Turnvereins statt. Dazu waren Turner und Turnerinnen aus unseren Rachbarstädtchen L i ch und Hungen erschienen, was lvbeird hervorgehoben werden muß, zumal es der hiesige Verein nicht vermochte, selbst eine Riege der schulentwachsenen zu stellen. So mußte sich das Abturnen nur auf die Schüler beschränken, die zeigten, daß ein guter turnerischer^ Geist in ihnen steckt. Hoffentlich hält das an! Sie zeigten ihre Leistungen in Weit- und Hochsprung, Lausen, Freiübung, Ballweitwurf, am Reck, Barren und Pferd. Den ersten Sieg errang Heinr. Fatz mit 163 Punkten, den zweiten fein Bruder Friedr. Fay mit 152 den dritten Paul Kneipp mit 136 Punkten. Von besonderem Interesse für die Zuschauer waren die Reck- und Darrenübungen der Licher und Hungener Turner. Es toar eine Freude, ihnen zuzuschauen. Auch die graziösen Freiübungen her Turnerinnen sind lobend hervorzuheben. Die Turnvereine Lich und Hungen seien unserer Jugend zur Rachahmung empfohlen! Kreis Friedberg. --Dad-Rauheim, 14. Oft. 3n der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Volkspac- t e i sprach gestern abend in gut besuchter Versammlung der Geschäftsführer Weiser von der Provinzialgeschäftsstelle in Gießen über seine Eindrücke auf dem Parteitag der Deutschen Volkspartei in Köln. Der Redner, dessen Ausführungen mit lebhaftem Interesse verfolgt wurden und lebhaften Anklang fanden, verstand es. ein fesselndes Bild vom Parteitag zu entwerfen, der in seinem ganzen Verlauf noch nicht seinesgleichen gehabt habe. WER. B a d - R a u h e i m, 14. Oft. Bei der Waldjagdverpachtung im Jahre 1923 im benachbarten Rieder-Mörlen erhielt der Pächter Sinai von Frankfurt a. M. als Höchstbietender den Zuschlag. Die jährliche Pacht- summe erreichte infolge der damals recht großen Zahl der Pachtlustigen den verhältnismäßig Zahl der Pachtlustigen den veLhältnismähigen hohen Betrag von 5000 Rentenmark. Als die Währungsverhältnisse in Deutschland stabil wurden, versuchte der Pächter, einen Pachtnachlaß zu erwirken, stieß aber bei der Gemeinde auf Ablehnung. Sinai beantragte daraufhin gerichtliche Entscheidu°ng. Vom Landgericht Gießen wurde nun kürzlich die Pacht auf 3500 Mk. ermäßigt. Hierüber herrscht in Rieder-Mörlen große Entrüstung, und die Angelegenheit wird durch das Urteil keineswegs als erledigt betrachtet. Es wird darauf verwiesen, daß das Angebot des Pächters damals nicht von 3500 auf 5000 Mk. stieg, sondern daß noch verschiedene Gebote dazwischen lagen. Außerdem darf das Rieder-Mörler Jagdgebiet mit zu den besten des Taunus gezählt werden, was also eine gute Pachtsumme durchaus rechtfertigt. 0 Steinfurth 14. Oft. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde über die Frage der Wasserversorgung folgendes beschlossen: Rachdem sämtliche Anschlüsse mit Wassermesser versehen sind, wurde der Wasser- Mars wieder in Erdnähe. Don unserem wissenschaftlichen ^--Mitarbeiter. Unser Rachbarplanet Mars, der vor zwei Jahren (und zwar am 23. August 1924) sich in größter Erdnähe befand und damals die Aufmerksamkeit weitester Kreise weckte, hält sich auch in diesen Herbstwvchen in großer Erdnähe au«, und wenn er auch diesmal in einem etwas weiteren Abstand bleibt, so ist doch die Deobach- tungsmöglichteit jetzt unvergleichlich besser als vor zwei Jahren, weil der Planet sich wesentlich höher über den Horizont erhebt, während er seinerzeit ziemlich tief stand, so daß der Dunst der Erdatmosphäre die Beobachtung außerordentlich erschwerte. Die Entfernung zwischen Erde und Mars betrug am 23. August 1924 etwa 55 Millionen Kilometer (immerhin eine Strecke, die ein Gewehrgeschoß erst in vier Jahren durcheilt), während in diesem äahr am Tag der größten Annäherung (in der Rächt zum 27. Oktober) die Entfernung etwa 69 Miktionen Kilometer betragen wird. Anfang August war der Abstand noch 120 Millionen Kilometer, Anfang September 97, Anfang Oktober etwa 75 Millionen Kilometer. Wer jetzt den südöstlichen Himmel beobachtet, wird unschwer die stark rötlich leuchtende Scheibe des Mars erkennen. Schon seit Mitte Juli haben die astronomischen Beobachtungen begonnen und sie werden, je mehr der Zeitpunkt der Erdnähe hevankommt, in erhöhtem Maße fortgesetzt. Aus der uns auch diesmal zugewandten Südhalbkugel des Mars herrscht gegenwärtig der Sommer, der am 25. August begann. In guten Fernrohren wird der sternartige Helle Polarfleck, der jetzt übrigens im Schmelzen begriffen ist, gut zu sehen sein. Diese Polarkalotte ist jedenfalls die auffallendste Erscheinung neben den unbestimmteren Hmriffen der etwas matteren Marslandschaften. Der Planet Mars, der sich übrigens in 24 Stunden 37 Minuten und 23 Sekunden (Erdzeit, einmal um seine eigene Achse bewegt und 687 Tage zu einem Umlauf um die Sonne braucht, wird von zwei winzigen Monden — jeder hat etwa 10 Kilometer Durchmesser — begleitet, die allerdings nur mit sehr großen Instrumenten auffindbar sind. Heber die Marsbeobachtungen im Sommer 1924 kann zusammenfassend gesagt werden, daß für die vielgenannten Marskanäle fein Beweis erbracht werden konnte. Bei diesen sogenannten Kanälen, die bekanntlich zuerst Schiapa- relli (im Jahre 1877) gesehen haben will unb deren Vorhandensein der amerikanische Astronom Lowell auf Grund seiner Beobachtungen auf der Sternwarte inArizona bestätigen zu können glaubte, handelt es sich tatsächlich um eine optische Täuschung, die, wie Versuche gezeigt haben, durch die Funktionsweise der Rehhaut des Auges hervor- gerufen wird. Die verschiedensten Photographren, die gemacht wurden, geben für das Vorhandensein dieser Kanäle nicht den geringsten Anhaltspunkt. Deutlich erkennbar aber waren verschiedene Heller und dunkler getönte Partien, die man ja bereits von früheren Beobachtungen her temü. llnb man erinnert sich vielleicht daran, daß die Auffassung einzelner Astronomen dahin ging, daß die dunklerenPar- tten Landmassen, die helleren dagegen Meere darstellen. Auch dies eine Auffassung, der vorläufig jede feste Stühe fehlt. Bei der Herstellung der Marsph 010 - graphien tourben, um die verwirrenden Einflüsse der Erdatmosphäre auszuschalten, verschiedene Farbfilter benutzt. Äuf diese Weise gelang es, Einzelheiten der Marsoberfläche mit ziemlicher Sicherheit festzustellen. 60 kam man zu der Erkenntnis, daß die weihen Flächen an den Marspolen nur zum Teil der Oberfläche des Planeten angehören, in der Hauptsache aber atmosphärische Erschei nungen, nämlich nebelartige Gebilde, darstellen, die im Sommer verschwinden. Die schon seit früher bestehende Meinung, daß der Mars von einer Lufthülle umgeben ist, hat durch die letzten Beobachtungen ihre Bestätigung erhalten, jedoch ist die Luft- dichtigkeit auf dem Mars wesentlich geringer als die Dichtigkeit der Erdatmosphäre. Der Timstand, daß die Oberfläche des Planeten durchaus klar erscheint, deutet an, daß Wolkenbildungen zu den größten Seltenheiten gehören. Dies gibt Anlaß zu dem weiteren Schluß, daß auf dem Mars ein tro ckenes Wüstenklima herrscht. Was die Temperatur angeht, so haben bolo- metrische Messungen der Marsstrahlung, die im Sommer 1924 vorgenommen wurden, ergeben, daß in der Gegend des Marsäquators die Dvben- ftäche mittags bis auf etwa 10 Grad Celsius über Rull erwärmt wird. Jedoch sinkt die Temperatur in jener Gegend bereits nach einigen Stunden, also im Lauf jedes Rachmittags, auf etwa 15 bis 20 Grad unter Rull. Die Durchschnittstemperatur auf dem Mars darf (nach ziemlich sicheren Schätzungen) auf 40 Grad Kälte bemessen werden, während am Südpol des Planeten im Sommer sogar 70 Grad unter Rull herrschen dürften, wobei zu beachten ist, daß die dünne Lufthülle den Unterschieb zwischen Tag- unb Rachttemperatur ganz erheblich verschärft. Daß eine gewisse Vegetation auf dem Mars sich entwickeln tarnt, ist durchaus möglich. Die Frage bet Dewohnb arkeit ist mit einem klaren Ja ober Rein nicht zu entscheiden. Mit den optischen Hilfsmitteln, die uns zur Verfügung stehen, sind irgendwelche Spuren menschlicher Lebewesen (große Siedlungen ober Bauten) natürlich nicht erkennbar. Wer wenn ein Marsbewohner mit den Fernrohren von ber Gröhe, wie wir sie besitzen, nach ber Erbe und ihren Dewohnern Ausschau halten würde, so würde er auf der Hellen Planetenscheibe, die unsere Erde an den Himmel zeichnet, allenfalls Trübungen der Atmofphäre und einzelne Helle unb dunkle Flächen der Erdkugel wahrnehmen, aber von Menschen unb Städten würde er nicht das Geringste wahrnehmen. Hub doch trägt der Lichtstrahl, ber von ber Erde zum Mars eine Drücke schlägt, eine Tlnsumme zitternber Bewegung, die ganze Tlnrast unseres bewohnten Planeten unb einer Menschheit von anderthalb Milliarben Seelen. Aber fein Ton klingt hinaus, kein Zeichen melbet von uns. Cs ist das Schicksal der Gestirne, schweigend ihre Dahn zu wandeln und nur durch stilles Leuchten die erhabene Gröhe des Weltalls zu künden. Richt nur der Derufsastronom, sondern jeder Sternfreund wird die günstige Sichtbar- keitsdauer des Mars (der Planet ist die ganze Rächt hindurch zu verfolgen unb steht im Monat Oktober in ben Sternbildern Widder unb Stier) gern bazu benützen, bie Beobachtungen biefer interessanten Rachbarwelt fortzusetzen. In einigen Wochen wirb die Entfernung Erde—Mars bereits toieber erheblich gewachsen unb die rote Scheibe des Planeten entsprechend kleiner geworden fein. Jetzt und in den nächsten Tagen i regiert Mars die Stund«. , L bczugspreis wie folgt festgesetzt: Es kostet das Kubikmeter Normalverbrauch 15 Pf., Mehrverbrauch 50 Pf. Als Normalverbrauch gelten folgende Sähe: Für jede Person 30 Liter, Großvieh je Stück 65 Liter, Kleinvieh 25 Liter pro Lag. Für Metzger 600 Liter, Bäcker 300 Liter, Wirte 200 Liter! Milchkühler 2000 Liter, Gärten 500 Liter, Dadeeinrichtungen 100 Liter, Klosets mit Spülung 60 Liter pro Tag. Es haben monatlich mindestens zu zahlen: Haushaltungen mit einer Person 50 Pf., zwei Personen 60 Pf., drei Personen 70 Pf., vier Personen 80 Pf., fünf Personen 85 Pf., sechs Personen 90 Pf., sieben Personen 95 Pf., acht Personen 100 Pf. Für jede weiter« Person monatlich 10 Pf. mehr. Für Metzger, Bäcker und Wirte wird ein Zuschlag erhoben von monatlich 1 bis 20 Mk. Ferner wird monatlich erhoben: Für ein Stück Großvieh 30 Pf., für ein Stück Kleinvieh 10 Pf., Badeeinrichtung 50 Pf., Klosets mit Spülung 30 Pf. Die Sätze sind unter Mitwirkung des hessischen Kulturbauamts Friedberg und unter Zugrundelegung einer vertraglichen, von der Bade- und Kurverwaltung Bad-Nauheim zu liefernden Menge von 123 Kubikmeter pro Tag festgesetzt. Die Wassermesser tverden monatlich abgelesen, das Wassergeld sogleich erhoben. Weiter wurde der Einbau eines Hauptmessers in die Zuleitung beschlossen. Die Boranschlagssumme beläuft sich auf 600 Mk. — Am Nordausgang des Dorfes wurde mit der Errichtung eines Transformator en-Hauses begonnen. 2m Laufe der kommenden Monate soll das Ortsnetz zwecks Speisung durch die neue Station umgehaut werden. Mit dieser Neuanlage, die dos lieber- landwerk auf seine Kosten curssühren läßt, (die Gemeinde hat lediglich den Platz zur Errichtung des Transformatoren-Hauses zur Verfügung gestellt), wird ein großer Hebelstand behoben, denn die alte Station lag im Heberschwemmungsgebiet der Wetter und war bei Hochwasser nicht zugänglich. Kreis Büdingen. * N i d d a, 14. Oft. Am 2. Povember nimmt das W i n t e r s e m e st e r der hiesigen Gewerbeschule seinen Anfang. Den Handwerkerlehrlingen und -Junggesellen wird dadurch wieder Gelegenheit geboten, sich diejenigen theoretischen Fachkenntnisse anzueignen, die neben einer guten praktischen Ausbildung heute nicht mehr entbehrt werden können, um sich im Wirtschaftsleben zu behaupten. Kein junger Handwerker sollte sich diese Gelegenheit entgehen lassen, zumal das Semester in die für viele Berufe (Baugewerbe) geschäftlich stille Zeit des Winters fällt. Der Besuch eines Wintersemesters einer Gewerbeschule befreit von dem Besuch der gewerblichen Fortbildungsschule in dem darauffolgenden Sommer. Dieser Vorteil kommt besonders den im Sommer stark beschäftigten Berufen zugute, da jene Lehrlinge während des Sommer ohne Unterbrechung in ihrer praktischen Betätigung bleiben können. Kreis Schotten. Schotten, 14. Okt. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft teilte der Stadt auf eine Eingabe um Beibehaltung des Land- wirischaftsamtes und der Landwirtschaftlichen Schule mit, daß hier eine AuhenstelH errichtet werde, der die Wahrnehmung und Vertretung der besonderen Vogelsberger Verhältnisse obliege. Man erwarte, daß die Stadt ihre wertvolle Hnterstühung, die sie dem Landwirtschastlichen Amte und der Landwirtschaftlichen Schule habe angedeihen lassen, auch der Außenstelle schenke. Die Stadt gibt sich mit dieser Regelung ober noch nicht ohne weiteres zufrieden und hat in einer nochmaligen Eingabe an das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft erklärt, daß sie sich mit der Aufhebung des Landwirtschaftlichen Amtes nicht einverstanden erklären könne, zumal durch eine Nebenstelle nicht die Gewähr gegeben sei, daß den besonders gearteten Vogelsberger Verhältnissen genügend Rechnung getragen werde. Die vorgesehene Außenstelle könne niemals als ein dec Bedeutung der Vogelsberger Landwirtschaft entsprechendes Amt angesehen werden. Die Stadt Schotten und der Kreis erwarten, daß dem Kreis zum Wohle seiner Landwirtschaft sein eige- t nes selbständiges Landwirtschajtsamt erhalten bleibt. — An Stelle der früher zwischen S ch o t- f t en, Eschenrod und H o f Zwiefalten bestandenen K a r r i o l p o st, die vor einiger Zeit - jedoch wieder etnging, wurde zwischen Schotten und Eschenrod eine elwas eigenartige Postverbin- dung, soweit die Beförderung von Postsachen in Frage kommt, geschaffen. Eine ältere Frau bringt nach Bedarf die Postsachen nach der Posthrlfsstelle Eschenrod, und zwar mit einem von der Reichspost beschafften Hand- lv a g e n. Bon Eschenrod aus werden dann die Fünfte Schulmusißwoche. Der dritte Tag der Schulmusikwoche brachte in dem Vortrag des Geh. Regierungsrates Prof. Dr. Max Friedländer -Berlin über „Das Volkslied in der Schule" den gehaltvollsten und eindrucksvollsten der Vorträge. Dazu trug wesentlich die sympathische Persönlichkeit des Redners bei, sowie die bestechende Form, wie er seine Gedanken äußerte, und der Hmstand, daß er die Proben von Volksliedern selbst sang und durch Klavierbegleitung noch lebendiger gestaltete. Prof. Friedländer charakterisierte zunächst das echte Volkslied und das volkstümliche Lied, sodann „die ungeratenen Kinder des Volksliedes", die Gassenhauer und Stratzenlieder. Heute werden noch Volkslieder gesungen, deren Texte bereits aus dem 13. Jahrhundert bekannt sind. Bei seinem Aufenthalt im Elsaß hörte Goethe als Student ein Lied, das er aufzeichnete und dessen Niederschrift noch auf der Weimarer Bibliothek vor- banbcn ist. Das Lied beginnt: „Ich steh' auf einem hohen Berg, Seh' nunter ins tiefe Tal, Da sah ich ein Schifflem schweben, Darrn drei Grafen sahen." Don demselben Liede wurde auch eine andere, heute noch sehr bekannte Melodie vorgeführt und gezeigt, wie auch das Soldatenlied „Ein Schifflein sah ich fahren, Kapitän und Leutenant" davon abhängig ist. Auber hat die Melodie etwas verändert übernommen, und so ist sie auch in Frankreich bekannt geworden. Das Volkslied stammt manchmal aus einer höheren Sphäre, es ist kühn im Hereinnehmen von Naturbildern, wie man eS in dieser Weise nur selten beim Kunstlied beobachtet. Hans Sachs habe deutlich den Hnterschied von Gassenhauern und Volksliedern gekannt, doch habe man im 18. Jahrhundert frfbft für gute Gesänge den Namen Gassenhauer gebraucht. Prof. Friedländer zeigte bann, wie auch die Melodie veredelt werden kann. Ein Teil der Melodie des Goetheschen Liedes »Och hab' meine Sach' auf nichts ge» Postsachen bestellt in Wingershausen, Cichel- sachsen, Hof Zwiefalten und Eschenrod selbst. Für ihre tägliche Dienstleistung, wenn diese in Anspruch genommen werden mutz, wird der Frau der Satz von 1,25 Mk. bezahlt. Falls Postsachen nicht zu befördern sind, findet eine Bezahlung nicht statt. ld. Schotten, 14. Okt. Der Süd- und We st Hang des Vogelsberges hat trotz des Vernichtungskrieges zur Zeit der „hohen" Holzpreise in der Inflationszeit immer noch eine große Zahl von Walnutzbäumen aufzuweisen, die mitunter noch an der 400°Meter- Grenze anzutreffen sind. Auch in dem Jahre der für den Obstbau so verderblichen Frühlingsfröste ist unsere Gegend nicht ohne Walnüsse. Da die Fröste hauptsächlich in den Tälern geschadet haben, und die Derghänge und Gipfel Blüten und Blätter unter dem Einflüsse wärmerer Luftströmungen durch jene kritischen Tage brachten, zeigten die dort wachsenden Nutzbäume reichllchenBehang. Der Bedarf des Weihnachtsmannes kann also durch die heimische Wal- nuhernte gedeckt werden. ld. Aus dem Vogelsberge, 14. Okt. Nachdem die Maul- und Klauenseuche bereits unter den Rindviehbeständen vieler Vogelsberger Orte ausgebrochen ist, wurde nun auch von dieser Seuche befallenes Rehwild festgestellt, das sich beim Betreten der vom Rindvieh begangenen Hut weid en und W'.esen ansteckte. Es ist bedauerlich, datz die Krankheit, die nach ihrem Tiefstand in der Nachkriegszeit wieder im Ansteigen begriffene Zahl der Rehe erneut zum Sinken treibt, und viele Jagdpächter um die Früchte jahrelanger Wildpflege bringt, ist zu erwarten, daß ihnen im Winter sehr viele reichen Füchse nicht stark vermindert werden, Wenn in den kommenden Wochen die sehr zahl- durch die Seuche geschwächte und laufkranke Rehe zum Opfer fallen. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. Ohm, 14. Okt. Heber Wassermangel hatte man in unserer Stadt in der letzten Zeit häufig zu klagen. Hm diesem Hebelstande endgültig abzuhelfen, entschloß sich der Gemeinderat. die Quelle des Oberbörnchens noch in die Hauptleitung einzuführen. Zur Zeit ist man zwecks Anlage der Nebenleitung mit der Rohrlegung vorn Oberbörnche und der Pumpstation der Arbeiterkolonie nach der Hnter- gasse beschäftigt. Auch die Stelle, an der die neue Wasserkcunmer errichtet wird, ist bereits ausgehoben. Zur Bestreitung der Kosten muhte unsere Stadt 26 000 Mart aufnehmen, was sich in einer wesentlichen Erhöhung des Wassergeldes im kommenden Jahre auswirken dürfte. Hoffentlich wird durch diese Neuanlage die Wasserkalamität nun auch restlos beseitigt. — Obex-Ohme n, 14. Okt. Der älteste Veteran unseres ' Dorfes, Johann S t r i t t e r, der aus dem Kriege 1866 mit zerschmettertem Bein zurückkehrte, stürzte in diesem Sommer vom hochbeladenen Erntewagen auf das Hofpslaster. Lange schwebte er in Lebensgefahr, sein Gesundheitszustand hat sich nun aber doch derart gebessert, daß er wieder frei umhergehen kann. Der hochbetagte Mann erfreut sich einer außergewöhnlichen Frische. I Ober-Ohmen, 14. Okt. Das hiesige Freiherrlich Riedeselsche Revier umfaßt über 1000 Morgen Wald und ca. 200 Morgen Feld. Die Riedeselsche Verwaltung trägt sich mit dem Gedanken, das Revier zu verkaufen,' weil es infolge der hohen Verwaltungskosten unrentabel ist. da der Wald sehr zerstreut liegt. Der hiesigen Gemeinde wurde eine Waldparzelle (das Haarholz an der Straße Ruppertenrod—Ermenrod) zum Kaufe angeboten. Der Preis, man sprach von 80- bis 90 000 Mk., war aber so hoch, daß die Gemeinde die Zinsen nicht hätte aufbringen können. Die Bestände sind noch lange nicht schlagreif und werfen deshalb in den ersten Jahrzehnten kaum nennenswerte Erträge ab. Jnfolgedesftn mußte die Gemeinde das Angebot abschlagen. Es bleibt abzuwarten, ob nun der Staat Käufer der Waldparzelle bleibt. Anders wäre es für die Gemeinde mit den 200 Morgen Aeckern und Wiesen, da es sich hierbei durchweg um gutes und bestes Land handelt. Ein Teil der Riedeselschen Grundstücke ist an hiesige Kleinbauern und Arbeiter versiedelt. c? Kirtorf, 14. Okt. Eine Anzahl reifer Erdbeeren erntete noch heute Förster Göbel dahier in seinem Garten. s Aus dem Ohmtal, 14. Okt. Zur Zeit herrscht hier rege Nachfrage nach Heu. Täglich sieht man hochbeladene Wagen wie vor dem Kriege nach den Stationen fahren. Besonders auf stellt", die auf ein Lied von 1624 zurückgeht, in dem die Tugend der alten Leute verspottet wird, läßt sich nachweisen in dem Rondo einer Sonate von Beethovens „Eroica" und iin „ Fidelio". Sehr lehrreich war die Gegenüberstellung von echten Volksliedern und Gassenhauern, die gleiche oder ähnliche Themen behandelten: der Vergleich fiel natürlich zugunsten des Volksliedes aus. Gegen die Jazzmusik fand Prof. Friedländer kräftige Worte. Wie Goethe beim Anblick des Bruchstückes eine Statu« meint, daß sie die unendliche Sehnsucht nach der Schönheit der ganzen Statue erweckt, so haben auch wir die unendliche Sehn- lucht nach der Schönheit des Volksliedes. Prof. Hans Joachim Moser-Heidelberg berichtete über „Neues aus dem deutschen Liederschatz des 16. Jahrhunderts". Auch er gründete seine Darlegungen auf Beispiel und Gegenbeispiel und sieht in den Volksliedern vielfach abgesunkenes Kulturgut. Der Redner untersuchte bann die Struktur der Melodie des Liedes „Meum est propositum“, das heute noch in einer Verdeutschung aus der Zeit der Anakreontiker gesungen wird, und das aus einem Text des 16. Jahrhunderts bekannt ist, währeird die Melodie auf das 13. Jahrhundert zurückgeht. Noch andere Beispiele aus vergangener Zeit wurden in gleicher Weise auf den Aufbau der Melodie hin untersucht. In den Schulliederbüchern, so meinte der Redner, wäre noch viel verstaubtes Literaturgewächs, statt dessen sollten Volkslieder aus dem 16. Jahrhundert aufgenommen werden; sie hätten noch eine Mission zu erfüllen, in ihnen sei Leben. In seinem Vortrag über „Alte und neue Dolyphouie im Kampfe um das musikalische Dil- dungsideal der Gegenwart" wandte sich Prof. Dr. Willibald G u r l i 11 - Freiburg i. D. gegen den Absolutismus der ästhetischen Musikbetrachtung und gegen den Relativismus der historischen Musikbildung. Die historische Betrachtung sehe in jedem Kunstwerk nur die Vorstufe zur nächsten Kunstäußerung und meine, daß jede Zeit dasselbe der Station Mücke wird viel verfrachtet. Hauptsächlich begehrt ist gutes, trocken geerntetes Wiesenheu, wie es die Bergwiesen im Vogelsberg in hervorragender Qualität liefern. Dieses wird verhältnismäßig gut bezahlt. Aufkäufer ziehen von Ort zu Ort, um möglichst große Mengen der verfügbaren Heuvorräte zu erfassen. Der Bedarf ist sehr groß, da die Ueberschwemmungsgebiete in Norddeutschland ganz versorgt werden müssen. Die Folge der starken Nachfrage ist ein allmähliches Ansteigen der Preise. Auch Kartoffelkäufer bereisen unsere Gegenden. Gegenwärtig wird der Zentner guter, haltbarer Kartoffeln mit 4 Mk. bezahlt. z. R a i n r o d, 14. Okt. Die an der Straße nach Eifa liegenden Wiesen — der sogen. „Grund" — erhalten jetzt die schon bei der Feldbereinigung vorgesehene Bewässerungsanlage. Es werden zwei Schleusen aus Beton errichtet, die das aus dem Dorsgraben kommende Wasser auffangen und in die vorhandenen Bewässerungsgräben weiterleiten. Das Bett des Bächleins wurde durch hiesige Arbeitslose gründlich gesäubert. ck. W e t t s a a s e n, 14. Okt. Hnfere Gemeinde hat kürzlich, wie schon berichtet, bei der Oberpostdirektion Darmstadt den Antrag gestellt, die P o st a u t o l i n i e M ü ck e - H l ri ch st e i n künftig auch durch unseren Ort zu führen, damit wir endlich eine gute Verkehrs Möglichkeit erhalten. Der Leiter des Postamts Hirschstein hat jetzt die Strahenverhältnisse innerhalb und auherhalb unseres Dorfes geprüft und sich zur Befürwortung unseres Antrages bereit erklärt. Die direkte Entfernung von Ruppertenrod nach Mücke ist noch nicht einen Kilometer kürzer als der Weg von Ruppertenrod über Wettsaasen nach Mücke, so datz man wohl annehmen darf, die kurze Strecken- Verlängerung dürste nicht zu unseren Hngunften entscheiden. Die Gemeindevertretung unseres Dorfes ist zu größtem Entgegenkommen gegenüber der Postbehörde bereit, um an den Autoverkehr angeschlossen zu werden. z. Windhausen, 14. Okt. Die hiesige Handarbeitslehrerin Frau Merz kann im nächsten Monat auf eine 50jährige Berufstätigkeit zurückblicken. Fast alle hier im Dorf lebenden Frauen und Mädchen haben ihre Ausbildung durch die beliebte und heute noch rüstige Frau erhalten. In vielen Familien sind bereits drei Generationen von ihr unterrichtet worden. Die Jubilarin steht im 69. Lebensjahr. Starkenburg. * Darmstadt, 14. Okt. Der Verein der Freunde des Hessischen Landesthea- t e r s, der vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde, um das Theater finanziell zu stützen, sollte sich nach einem Beschluß seines Vorstandes a u f l ö s e n. Die Hauptversammlung beschloß aber, datz der Verein weiter bestehen solle. Allgemein wurde die Interesselosigkeit der Darmstädter Bevölkerung am Landestheater beklagt; das Abonnement ist von 4000 auf 2800 zurückgegangen. WSN. Lindenfels i. O., 14. Okt. Der Manufakturwarenhändler Gteinmann wurde, während er auf einer Geschäftsreise begriffen war, in Reichenbach i. O. beim Ueberqueren der Straße von einem Auto erfaßt und überfahren. Er mußte in schwerverleßtem Zustande im Bensbeimer Krankenhaus eingeliefert werden, wo er bald darauf feinen Verletzungen erlegen ist. WSN. Weinheim a. d. B., 14. Okt. Der Direktor des Staatstechnikums in Darmstadt und Erbauer der Wachenburg, Professor W i e n k o o p , hat soeben mit den Vorarbeiten begonnen, um der W a - ch e n b u r g den letzten architektonischen Abschluß zu geben.'Gleichzeitig soll unterhalb der Burg ein weihevoller Totenhain errichtet werden, nach dessen Vollendung die Wachenburg eine geschlossene einheitliche Denkmalsanlage von ganz besonderer Wucht und Größe darstellen wird. Die Arbeiten sollen bis zu Pfingsten 1928 anläßlich des 65jährigen Bestehens des Weinheimer Senioren- Konvents vollendet sein. Rheinhessen. WSN. Mainz, 14. Okt. Heute nacht ist von einem Bahnbeamten auf der K a i s e r b r ü ck e eine männliche Leiche ohne Kopf gefunden worden. Die polizeilichen Ermittlungen ergaoen, daß sich der Tote das Leben nahm. Der Kopf wurde von einem Zuge vorn Rumpfe abgetrennt. Es handelt sich um einen 20jährigen Tünchergesellen aus Bad Hornburg, der nach einem vorgefundenen Schreiben freiwillig in den Tod ging. Problem zu lösen habe und die letzte Lösung die beste fei. Es seien aber nationale, personale und epochale Typen der Solyphonie zu unterscheiden. Im Musikunterricht sei das Aesthetifche stärker zu betonen als das Historische. Allerhand Bärte. Nicht von den verschiedenen Formen und Moden der Bärte soll die Rede fein, das muß einem Gelehrten überlassen bleiben, der in der Geschichte des Bartes zu Hause ist; hier soll nur Sprachliches vom Barte dargeboten werden. Da ist zunächst hervorzuheben, daß nicht nur Männer sich des Bartes rühmen können als eines Zeichens der Männlichkeit, auch Frauen, ja sogar Kinder müssen Bärte haben, wie könnte man sonst diesen ebenso wie Männern um den Bart gehen? In dieser Redensart ist Bart lediglich so viel wie Kinn, und sie bedeutet eigentlich: einem das Kinn streicheln, ihm schmeicheln. In der Ilias geht Thetis dem Vater Zeus um den Bart. In einigen Landschaften kann auch ein Kind etwas am Barte, d. h. am Kinne, hängen haben. Das kann natürlich erst recht beim Schnurr- oder Schnauz- bart geschehen. Wer etwa glaubt, ein Schnauzer (schweizerisch: ein Schnauz) sei weniger fein als Schnurrbart, weiß wohl nicht, daß die Schnurre zunächst Maul und Rase, die Schnauze eines Tieres, das borstige Bärtchen einer Katze, usw. bezeichnet; die Bedeutung possenhafte Erzählung („Anekdote") leitet sich von dem klappri- gen Gerät her, das von seiner schnurrenden Bewegung schon im Mittelhochdeutschen fnurre genannt wurde. In die Irre Pflegt man zu gehen hinsichtlich des Knasterbarts (im 17. Jahrhundert auch Knisterbart). Man stellt sich beim Hören dieses Wortes wohl einen bärtigen alten Mann mit einer Tabakpfeife im Munds vor, es handelt sich aber bet ihm nicht um den seit 1700 bezeugten Knastertobak, sondern um ein schon vorher belegtes burschikose- Wort Preußen. Kreis Wetzlar. i O Aus dem Kleebachtal, 14. Oft Wer Hoffnungen auf ein gutes Hasenjahr gesetzt hatte, hat eine große Enttäuschung erlebt. So gering, wie in diesem Jahre, ist der Hasenbestand in den letzten Jahren nicht gewesen. In sonst gut besetzten Hasenjagden sind die bisher erzielten Strecken sehr gering; der überall vorhandene geringe Bestand läßt auch keine Aussichten auf eine gute Jagd mehr versprechen. Das geringe Vorkommen ist auf das nasse Frühjahr und den regenreichen Frühsom- mer zurückzusühren. Von dem ersten Satze dürfte nur eine geringe Anzahl Hasen „durchgekommen" fein. Die meisten Junghasen sind durch das nasse Wetter zugrunde gegangen. Roch jetzt trifft man vielfach ganz kleine Häschen, sogenannte „Dreiläufer" an, die verhältnismäßig spät gesetzt sein müssen; diese sind natürlich vorläufig mit der Jagd zu verschonen. Mit Schuld an den geringen Hasenbeständen trägt ferner noch ein Unfug, der immer und immer wieder beobachtet werden kann: das sreie Umber- lauf enlaf fen von Hunden in den Feldern. Auch Katzen, die sich in den Sommermonaten oft längere Zeit vorn Hause entfernen und in den Feldern herumschleichen, fügen dem Junghafenbestande oft erheblichen Schaden zu. OO Aus dem Hüttenberg, 14. Okt. Aus einzelnen Gemeinden des Hüttenberges hört man wieder^ Klage über stärkeres Auftreten der Feldmäuse. Hauptsächlich soll es sich um höher gelegene Felddistrikte handeln, in denen das wasserreiche Frühjahr und der Frühsommer den Mäusen wenig geschadet Hobeck? -^ic Landwirte wollen den Nagern, wie in früheren Jahren, durch gemeinsame Vergistungsmahnah- inen zu Leibe rücken. Von einer allgemeinen „Mäuseplage", wie sie das letzte Mal herrschte, kann jedoch nicht die Rede fein. Dillkreis. XX Don der unteren Dill, 14. Okt Rege Wohnungsbautätigkeit herrscht in den Ortschaften hiesiger Gegend von Herrn a n n st e i n bis hinaus nach dem an der Kreisgrenze gelegenen Edingen. Wenn auch alle diese Neubauten noch nicht ausreichen, die Wohnungsnot zu beseitigen, so haben doch fast alte Ortschaften geradezu ein neues Aussehen bekommen. Besonders hebt sich das mächtig empor- blühende Ehringshausen hervor, wo in den beiden letzten Jahren mehr als zwanzig stattlich« Wohnhäuser entstanden sind. Vvlaingau. WSN. Frankfurt a. M., 14. Okt. Eine in der Frankenallee wohnende Frau wurde gestern vormittag, als sie auf dem Marktplatz am Börne- platz Einkäufe machen wollte, plötzlich von einem Herzschlag betroffen. Sie war sofort tot. Aus dem Amtsverkürrdigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt N r. 8 2 vom 12. Oktober enthält: Maul- und Klauenseuche in Gießen, Burkhardsfelden und Leihgestern. — Aenderung der Verkaufszeiten im Konditoreigewerbe. — Dampfkeffelanlage von Wilhelm Keßler II., Annerod. — Dienstnachrichten. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der «Radio-Umschau".) Samstag, 16. Oktober: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Wunschnachmittag. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Der Briefkasten. 6.45 bis 7.15 Uhr: Funk- Hochschule Frankfurt: „Die großen Romane von John Galsworthy", Vortrag von Prof. Dr. Schultz. 7.15 bis 7.45 Uhr: Vortragszyklus des Gewer'k- fchaftsbundes der Angestellten — „Aufbauarbeit der deutschen Jugend", Vortrag von Georg Geist. 8.15 Uhr: Gastspiel der Direktion Sander-Graef: „Gräfin Mariza". Operette in drei Akten von Emmerich Kalman. Anschließend bis 12 Uhr: Ueber- tragung von Berlin: Tanzmusik. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Ruckporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Knaster(er) (vom niederdeutschen Knast, d. t Knorren, grober Kerl) mit dem Sinne: brummiger, mürrischer Tadler, der in feinen Bart zu brummen pflegt. Alt braucht dieser ja nicht zu sein, verstehen wir doch sogar unter einem Altbart ein altkluges Kind, das sich wie ein Erwachsener gebärdet. Einen Ueberflugen nennt man (in Sachsen) spöttisch einen Gescheit- bart, im Gegensatz zum Dummbart, d. i. Einfaltspinsel, den man aber als Umdeutung eines Namens Tumbhart aufgefaßt hat; er trug im Wettbewerb mit dem älteren Gauchbart (Narrenbart) den Sieg davon. Auch dep G r i m m b n r t, feit dem 17. Jahrhundert Bezeichnung für einen alten, grimmigen oder mürrischen Kerl, braucht kein Bartträger zu fein: der Name Grimbart für den» Dachs in der Ttersage von Reineke, dem Fuchs, ging hervor aus dem Eigennamen Grimbercht ober ®rim- baert = der im Helm (vgl. Isegrim —Eisen- Helm) Glänzende. Das Wort wurde aber irrig auf Grimm umgedeutet, und wie auch das Beiwort grimmbärtig (bei Jmmermann und Raabe), solchen älteren Männern beigelegt, die man auch als Brummbärte zu bezeichnen pflegt, weil sie „in ihren Bart brummen“. Die Nebenbedeutung des altnordischen Wortes grima (Helm), Maske, trifft in seltsamem Zufall der Schönbart, der seine Blüte im 16. Jahrhundert patte und von Goethe wieder erneuert wurde im Fastnachts- Piel. Hier ist zwar der Bart echt, dafür aber tat schon nichts mit dem Beiwort zu tun, es st um gedeutet aus Schemen, d. i. Schatten, Scheinbild, Larve; das schon im Mittelalter vorhandene Wort schem(e)bart bedeutet also eine Maske mit Bart. Nur genannt seien drei Pflanzennamen: Bocksbart (Tragopogon), Donner bart (Sempervivum), der auf Dächern wächst und nach dem Volksglauben vor dem Blitze Donars (Donnerkeil) schützt, und Flunkerbart, in Brandenburg eine Grasart (Mohnia coerulea, Dlaugras), die als ein schlechtes Futter unbeliebt ti v - < ' lediglich ot die . Eine in der gestern vor- 6 am Bvrne- h VVN »MM |Oti tot. amm >ns. a\iu.) aftion. hr nachmittags. anuUtlpU leine Gemhk )ugenb. 4.30 bis 's: Wunschnachstunde. 6.15 bis ?.15 llhr: Funk' i Romane von rof. 2)r. Schutz, s des ©werf« iifbauarbeii der Georg Geist. Tander-Trach Akten von Em- 12 Uhr: Ueber- mgsblatt. gungsblatt ' Maul- und ilben und Leih, zetten im Son- i von Wilhelm f)ten. i Knast, d. L Sinne: bnim- feinen ier ja, niO nter einen» y ipie em Er- •rNen nennt । Seschert- ibart, d. t. i Umdeutung hat', er trug Tauchbarl Auch bet Ä» &»«'* Dachs, ea * chs, 6^ K, ,"Ä tzs choabar । WffS * Jütte* * 6 'M das SnP^Onu W bürfi, aä fe tzr ‘S In den L . " EomL entfernen lugen dnn .^en au.m Vkt. Aus uhrt ma” .u treten E.es sich «Nen oluhivminer . Land. n früheren ^smastnah- ^gemeinen Ql herrlchte, X.W 14. Ott hlt herrscht & von Hei. Qn der Krejz. 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Die Tabelle wird angeführt mit einwandfreiem Abstand von seinen Konkurrenten durch Germania Marburg mit fünf Spielen und neun Punkten (also erst einem Punktverlust!), vor Spv. Herborn mit fünf Spielen und sechs Punkten: an dritter Stelle liegt B. C. Wetzlar mit fünf Punkten. Relativ besser als die beiden letztgenannten steht jedoch noch Gießen 1900 mit drei Spielen unb vier Punkten. Man geht nicht fehl mit der Behauptung, daß unter den genannten der Meister zu suchen ist. Dillenburg und Butzbach werden wohl kaum vom Tabellen- ' 3, dah sie die Plätze moderne Formen, mit hohen und niederen Absatz. 12.50, 8.90, 7.90, 4 flCf] Kamelhaarstoff-Umschlagschuhe QgQ I Filz- und Ledersohle 8 | Cb Größe 36'42 4.50, 3.50, & iuuiuu6ou.. • ................ — u e . » nc : 095 MarüeGeierechtKameiiiaarsdiuhc Filz- und Ledersohle, Gr. 36/42 3.60, ' 0 für Kinder, Damen, Herren besonders preiswert 30/35 O0,2y/29 2.95,21/24 8.25,18/21 I Der knappe Sieg der S. Bg. 1900 gegen den V.f.R. Butzbach mit 1:0 ist bekannt. Kleber- raschend kam die Nachricht von dem unentschte-- denen 2:2 des B. T. Wetzlar gegen die Ger - mania Marburg, ebenso wie dte 2:7 Nie- derlage der Gladenbacher gegen den v. 45. gute Fabrikate.......14.50, 12.50 m. Zwischensohle, vorz Qual. 14.50 Damen-Wildleder-Spangenschuhe elegante Ausführungen in verschiedenen Farben große Auewahl Sport" Kassel und Spielv. Kassel, die sich immer in Lokalkämpscn harte und'knapp entschiedene Kämpfe geliefert hatten, zeigten auch am vorigen Sonntag wieder annähernd gleiche Leistungen, so dah das Ergebnis 2:2 unentschieden beiden Teilen gerecht wurde — Mit einem Siege des Altmeisters Kurhessen Kassel über die Vereinig- ten B. f. D. Kurhessen Marburg hatte man gerechnet, nicht aber mit einem so hohen Torverhältnis wie die Kurhessen es zu ihren Gunsten erzielten. 7:0 Tore waren die Marburger nicht schlechter in ihrer Spielweise und doch verloren sie so hoch. — Borussia Fulda leistete sich das zweite Unentschieden 1:1, diesmal gegen die Herrn annia Kassel und steht dadurch mit den Kurhessen Kassel punktgleich. In der Nordgrupps ging der Lokalkampf in Göttingen anlählich der Platzeinweihung der S. Dg.er gegen die 05 er zu Gunsten der letzteren mit 1:4 aus. 05 hatte den Sieg Der« dient — Hellas Münden konnte sich gegenüber dem Neuling E. B. Einbeck nicht behaupten und verlor mit 5:2. Der Tabellenstand zeigt an der Spitze der Nordgruppe nunmehr Göttingen 05 mit glei- Sieg holen. f _ Nach dem Ligaspiel haben die kleinsten V. f. B.er, die 2. Schülermannschaft, die Schüler Steinbachs zum Gegner und wollen das Unentschieden des Vorspiels in Steinbach korrigieren. Vormittags treffen sich,die Dritte und Dau- bringensZweite zum Kampf um die Punkte. Die 1. Jugendmannfchaft empfängt die 1. Jugend von B. C. Wetzlar und sollte Gelegenheit nehmen, die Scharte vom Dorsonntag wieder auszuwetzen. Die 1. Schülermannschaft fährt nach Lollar. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Ligamannschaft der Vereinigung geht am kommenden Sonntag einen schweren Gang. Sie muh in Marburg dem dortigen Rafensportverein „Germania 0 8", dem ersten Anwärter auf den Lahnkreismeistertitel, entgegentreten. Marburg steht zur Zeit an der Spitze der Tabelle mit nur einem Verlustpunkt, gefolgt Don 1900 Gießen mit 2 und B. C. Wetzlar und Ockershausen mit je 3 Verlustpunkten. Die Germanen sind äußerst fimk. Sie verfügen über eine sehr gute Verteidigung, die Erfolge int Sturm erzielt der hervorragende linke Flügel. Die Aufstellung der Gießener steht bei der Niederschrift dieser Zeilen noch nicht endgültig fest. Zu wünschen wäre, dah die Spiel- sieht wiederum fünf Punktspiele vor, in Vordergrund das Lokaltreffen der Südgruppe Kur Hessen gegen Hessen 09 Kassel steht. Man neigt allgemein zu der Ansicht, dah Kurhessen knapper Sieger bleiben wird. In G t e ■ hen empfangt der V. f. D. den V. f. D. Kurhessen M a r b u r g. Da Giehen voraussichtlich mit Ersah antreten muh, wird Marburg im Vorteil sein, ohne dah damit der Sieg Marburgs feststände. Drei Spiele der Nordgruppe vervollständigen das Programm. S. C. 03 Kasse 1 ist Platz- verein gegen die S. Vg. Göttingen und wird sich die Punkte kaum nehmen lassen. Schwieriger vorauszusagen ist das Ende zwischen Göttingen 05 und Tura Cassel. Beide , sind erste Anwärter auf den ersten Platz in ihrer Gruppe und gleich stark. Göttingen könnte als Platzverein um ein geringes im Vorteil sein. Münden gegen Spielv. Cassel wird letztere ziemlich sicher gewinnen tz. Vereinigung in stärkster Besetzung nach Marburg ginge, und dah vor allen Dingen sämtliche Spieler vom Anfang bis zum Ende ihre volle Kraft und ihr ganzes Können in die Wagschale werfen. Vergißt der Innensturm das Schiehen nicht, so sind die Aussichten zum Sieg nicht schlecht. Schon einmal trafen beide Gegner in diesem Frühjahr in einem entscheidenden Treffen um den Aufstieg zur Bezirksliga aufeinander. Damals war 1900 die technisch weit bessere Mannschaft. Durchweg im Feldspiel überlegen, verloren die Gießener 3:1, da kurz nach Halbzeit ihr Torhüter verletzt ausscheiden muhte und der Innenfturm nicht eine einyge der gebotenen Torchancen verwertete. Trotz des schlechten Spieles am vorigen Sonntag kann man den Vereinigten einen Sieg über die Marburger zutrauen. In Begleitung der 1. Elf fährt die Lehrmannschaft, die ein Gesellschaftsspiel gegen hie 2. Mannschaft des Fuhballvereins 1920 Ockershaus en bei Marburg austrägt. Wenn auch der Ausgang dieses Treffens ungewih ist, so ist doch zu hoffen, dah es seinen Propagandazweck erfüllen wird. Die Ligareserve reist zum Meisterschaftsspiel nach Dillenburg. Sie wird dort auf dem kleinen, ungewohnten Platz schwer um den Sieg zu kämpfen haben. Die 3b spielt auf eigenem Platz vormittags gegen die 2. Mannschaft von Heuchelheim und wird trotz Ersah das bessere Ende für sich haben. Die 1. Jugend spielt in N i e d e r g i r mes, bie 2. Iugend gegen Leun 1. Iugend dort und die 3. Iugend in Giehen gegen Saubringen 1. Iugend. Alle Spiele sind Diplomspiele. Es wird wohl spannende Kämpfe geben unb der Sieger jeweils erst mit dem Schlußpfiff des Schiedsrichters feststehen. Die Vezirksliga in Hessen-Hannover. Der kommende Sonntag NatürTSodenör Queflsalzj Sodener l^appbrunnen-ig: tag bringt die letzten Derbandspiele. Am 7. November beginnen dann die op.ele um bie Kreis- meisterschast, die an den Dezirksrnetfter Gießen hohe Anforderungen stellen, zumal die dies- jährigen Kreismeisterschaftsspiele in Vor- und Nückspielen durchgeführt werden. Dadurch werden eine Reihe hochinteressanter Spiele in Gießen zum Austrag kommen, bei denen Gelegenheit geboten sein wird. Mannschaften mit ganz bedeutendem Können zu sehen. Die I. Klasse. Im Verbandsspiel treffen sich am Sonntag auf dem L o l 1 a r c r Platz die b o r 11 g a 1. Mannschaft mit der gleichen Heuchelheims. Der Ausgang des Spiels ist für beibe Mannschaften nur bezüglich der Reihenfolge in der Tabelle von Belang. Dieser Umstand wird Wohl mäßigend aus den Eiser der Mannschaften toirleit und die sonstige Schärfe der Punktspiele nicht so stark in Erscheinung treten lassen. Da nicht fest- steht, ob Lollar komplett antreten kann, hat Heuchelheim die meisten Siegesaussichten, das sich aber die Punkte auch dann holen wird, wenn Lollar mit seiner vollständigen ersten Mannschaft auf dem Platz erscheint: her Toruntsrschied wird dann eben ein um so geringerer. Zu seiner letzten Niederlage fährt A l s f e 1 d nach Naunheim. Dies schon einmal ange- sehte Spiel wurde damals auf Wunsch Alsfelds verschoben. Der Ausgang ist nicht zweifelhaft, Naunheim wird Sieger sein, fraglich ist nur die Höhe des Sieges. Es ist möglich, dah die Affäre für Alsfeld nicht gar so schlimm ausgehen wird, wenn die Mamischaft ihre auherordentliche Schnelligkeit ausnutzt. Wiefeckl und Marburgl tragen auf dem Wiesecker Sportplatz bereits ein Gesellschaftsspiel aus. Während der Verbandsspiele spielten die Mannschaften zuerst ein unentschiedenes Spiel, das Nückspiel gewann Marburg mit viel Gluck ganz knapp 2:1. Ob Wieseck am Sonntag wieder so glimpflich durchkommt, ist fraglich, da bie Mannschaft stark verjüngt wurde und ihre Leistungsfähigkeit in dieser Aufstellung solchen Mannschaften gegenüber erst noch unter Beweis stellen muh. Der Bezirksmeister Gießen trägt ein noch rückständiges Gesellschaftsspiel mit Dorheim aus. Dorheim war mehrmaliger Dezirksmeister im 6. Bezirk, und wurde dieses Iahr erstmalig von Friedberg abgelöst. Die Mannschaft zeigt eine sehr sympathische Spielweise und recht ansprechendes Können. Trotzdem wird sie sich den Gießenern beugen müssen, die das Spiel als Trainingsspiel für die Kreisspiele betrachten werden und nur aus Prestigegründen gewinnen Lahnkreisliga. Der kommende Sonntag bringt in Wetzlar das Cofaltreffen Ballspiel - Club gegen Sport - Club Nie- dergirmes. Bei Lokalkämpfen ist immer schwer eine Voraussage zu treffen, aber B. C. zeigte doch bisher reifere Können, das ihm einen knappen Sieg bringen wird. Von einschneidender Bedeutung ist der Grohkampf in Marburg: Germania gegen Giehen 1900. Hier ist der Ausgang des Spieles vollkommen offen. Herborn gegen Fr ant'enb erg gewinnt Herborn sicher, während Dillenburg undDutz- b a ch gleichwertige Gegner abgeben. tz. Abschlutz der Verbandsspiele im ArbeiLer-Turn- und Sportbund. L In allen Vereinen setzt schon eine lebhafte Bewegung ein, die den Abschluß von Privat- spielen zum Ziele hat, denn der kommende Sonn- V. f. B. (—) Nach recht langer Pause tritt am kommenden Sonntag auch die ßigamannfdjaft wieder mal auf eigenem Platze an und hat die Bereinigten, „P. f. B. Kurhessen Marburg", im fälligen Ver- bandsspiel zum Gegner. Es wird ein scharfes Rennen um die Punkte geben, da beiden Mannschaften eine Verbesserung ihres Tabellenstandes sehr nottut. Wer verliert, kommt an das gefürchtete Ende der Tabelle, ein Grund zur Hergabe des ganzen Könnens. Auf Grund ihrer letzten Resultate darf man beide als fast gleid)stark bezeichnen und ein verteiltes und spannendes Tressen erwarten, dessen Ausgang nicht vorausgesagt werden kann. Vor dem Kampf der Bezirksligisten tritt die Ligareserve gegen die gleiche Herborns, ebenfalls zum Verbandsspiel, an und dürfte auf eigenem Platz sich wieder einen ziemlich sicheren Damen-Lack-Spangenschuhe QQ5 in verschiedenen modernen Aus- »g führungen.- ■ 14.90, 12.50, 11.50, w cher Punktzahl (6 Punkte), wie Sport Kassel, aber mit besserem Torverhältnis, gefolgt von dem Neuling Tura Kassel, her mit 3 Spielen und 5 Punkten relativ noch besser steht als die ersten beiden. — Im Süden besteht der gleiche Abstand zwischen Hermannia Kassel und Kurhessen, sowie Borussia Fulda. Bemerkenswert ist dabei das hohe Torverhältnis der Kur- Hessen, 16:4 Tore, die überhaupt wieder mehr als je als erster Anwärter auf die Dezirks- gelten. v Lahnkreisliga. Der Uleinkaliber-Schiehsport. Das Kleinkaliberschießen, in anderen Ländern ein schon weit verbreiteter Sport, ist in unserem Daterlande von vielen Seiten immer noch nicht in seinem innersten "Wesen erkannt worden. Wenn sich auch schon weite Kreise mit ihm beschäftigen, so stehen doch immer noch viele Deutsche ihm fern, ja zum Teil feindlich gegenüber. Wie kaum ein anderes Detätigungsgebiri d.r Leibesübungen erfordert dcrK.K.S.^Port sicheren Blick, Entschlußkraft und ^bstzuchtz Er fordert den Ordnungssinn und erzieht zur Kameradschaft lichen Einordnung in ein höheres Ganzes Schon feit altersher pflegten die Germanen besonders alle Hebungen der Iugend, die zur Ertüchtigung des Leibes und der Seele dienen. Der Kleinkaliber-Schießspori erfordert was für unsere Notzeit besonders wichtig ist, wenig Mittel Nicht nur trifft dies zu auf die so einfach wie nur möglich herzustellenden Schießstands- anlag™ einfaV @1=^8«. Sand-. Äi-sgrab-n ufto.9 sondern auch alle sonstigen ©ernte können mit einfachsten Mitteln, zum Teil durch die Teilnehmer selbst, hergestellt werden. Als Sportgerät werden nur Kleinkaliberscheibenbüchsen mit Kal. 5,6 Mm. verschiedener Art verwendet. Es ist aber zu wünschen, daß im Laufe der Zeit eine Kleinkaliber-Einheitsbüchse sich einbürgert. Der Lauf ist gezogen, das Gewicht beträgt etwa 3 Kg., Visierung über Kimme und Korn, fein Zielfernrohr. Ein Abzug mit Druckpunkt von etwa 1 Kg. Federspannung ist vor- Händen. Dauernde Arbeit am Sportgerät hat die deutsche K. K. S.-Büchse in ihrer Handlichkeit, Ausführung und Schußleistung zu einem Sportgerät werden lassen, das auch Ansprüchen älterer und geübterer Schützen voll, gerecht wird. -Als Munition wird die Randfeuerpatrone. Kal. 5,6 lang, für Büchsen verwendet. Die übliche Schußentfernung ist 50 Meter. Die Wirkung der K. K. S.-Büchse ist natürlich gering, fte ist eben keine Waffe, sondern ein Sportgerät. Zum Uebungsschießen wird die Ringscheibe mit 12 Ringen verwendet. Außer den vorgeschriebenen Hebungen sollen Wettschießen. Schießen auf Ehrenscheiben bewegliche Ziele ufto. stattfinden. Sie bringen Abwechselung und fördern Lust und Liebe zu sportlicher Betätigung. Gerade im Hinblick hierauf wäre sehr zu wünschen, daß an diesem Sport intereffierte wenn ihn auch nicht selbst ausübende Kreise Mittel freiwillig zur Verfügung stellen, damit die Kreisschießmeister hiermit auch diesem wichtigen Sport die richtige Würze geben können. Wie ich aus meiner praktischen Erfahrung weih, ist das Interesse am K. K.-Spork in Stadt und Land zum Teil recht groß, es heißt nur, das Interesse in die richtigen Bahnen lenken. Die Vorbildung muh natürlich genau nach den gegebenen Bestimmungen erfolgen, sonst kann dieser Sport Körper und Geist nicht so durchbilden. wie es feine Aufgabe ist. Diese Richtlinien sind in vorbildlicher Weise von der Reichszentrale zur Förderung des Kle'nkaliber- schießwesens in Deutschland ausgearbeitet worden. Die Organisation dieses Sportes ist die denkbar einfachste. Unter der Reichszentrale stehen die Verbände, die über ganz Deutschland zerstreut Provinzen und Regierungsbezirke umfassen. Die Aussicht über die einzelnen Vereine liegt in den 'Händen von Kreissch'eßmefttern, die in den einzelnen Kreisen ehrenamtlich ihrer nicht immer leichten Aufgabe obliegen. So ist ein Detätigungsgebiet entstanden, das, frei von jeder politischen oder gar parteipolitischen Färbung, nur dazu dienen soll, Aufbau- und Erziehungsarbeit an unserer deutschen Iugend zu leisten. '* ■ *-• Die Bezirksliga in Hessen - Hannover. Wilhelm Will-Slaffellauf. Kommenden Sonntag findet der vor zwei Jahren ins Leben gerufene Eilbote n l a u f zu Ehren des Gauoberturntoarts Will - Gießen statt. Es ist ein Sternlauf aus den sechs Bezirken des Turngaues Hessen der Deutschen Turnerschaft nach Gießen, wo am Sonntag die Vereinsvorsitzenden im Saalbau Sauer tagen. Der Lauf des 2. Bezirks (Gießen-Wetzlar) beginnt an der westlichen Gaugrenze, Burgsolms, 11.20 Uhr vormittags und führt über Oberbiel, Wetzlar, Münchholzhausen, Dutenhofen, Allendors an der Lahn, Lützellinden, Hochelheim, Lang-Gons, Großen-Linden, Klein-Linden nach Gießen, wo der letzte Läufer um 1 Uhr eintreffen soll. Die 42 Km. lange Strecke wird also in 1 Stunde 40 Minuten von ungefähr 450 Turnern durchlaufen werden. Ein zweiter Lauf des Bezirkes führt von Lau- bad) — Cid) nach Gießen, der auch von Gießener Turnern besetzt wird. Mehrere Läufe kommen von F r a n k e n b e r g und B i e d e n k o p f, um gemein- sam von Marburg über Krofdorf—Heuchelheim nach Gießen zu führen. Eine fast 100 Km., lange Strecke hat der Lauf des 4. Bezirks, der von der Fuldagrenze über L a u t e r b a ch — G r ü n - berg führt, wo er gegen 12 Uhr vom 2. Bezirk übernommen und ab Reiskirchen von Gießener Turnren dem Ziele, Saalbau Sauer, zugcführt wird. Der 3. Bezirk wird vom Hoherodskopf aus feinen Lauf allein nach Gießen bringen. Ebenso der 5. aus der Friedberger Gegend. Im ganzen Gau werden weit über 2000 Turner den Köcher mit dem Glückwunsch zu Wills 62. Geburtstag von Hand zu Hand weitergeben, um fo im Geiste ihrem Gauobcrturnwart, der schon im 25. Jahre die turnerische Leitung des Heffenaaues in Händen hat, die Hand zu drücken. " P.S.W. I „Manna“ verhütet das Brechen von LacklederTJ setzt ihre Derbandsspiele fort und bringt am Sonntag folgende Tressen: Marburg ll gegen Dubringenl in Marburg. Wenn nicht alles täuscht, werden die Daubringer Sieg und Punkte aus der Mufenstadt mitnehmen. — Weh 1 arll hat auf eigenem Platz Fronhausen » als Gegner; auch hier würde es nicht besonders überraschen, wenn die „Städter" den Kiirzeren ziehen würden. — WieseckszweiteMannschast hat in Leun der dortigen Ersten entgegenzutreten. Der sehr reichliche Ersah wird die Fahrt nicht sehr aussichtsreich gestalten. — Gießens lla-Mannschaft hat vor, sich zwei sichere Punkte bei der Naunheimer II. au holen. Nach den von Naunheim gezeigten Leistungen am letzten Sonntag in Wieseck wird das Resultat wohl nicht so niedrig ausfallen. Die Jugendklasse. Im einzigen Verbandsspiel treffen sich die IugendmaTmschiaften Heuchelheims und Wetzlars in Wetzlar. Das Vorspiel gemännert die Wetzlarer 2:1; ob ihnen ein Sieg diesmal wieder gelingt, erscheint angesichts der sehr gebesserten Spielweise dcr Heuchelheimer sehr frag» lich — Wiesecks Iugend und Marburgs Iugend geben sich auf dem Wiesecker Sportplatz ein Stelldichein. Es ist dttes ein Gesellschaftsspiel, das erwartungsgemäß die Einheimischen in Front sehen müßte. Die Handballer beginnen am Sonntag ebenfalls ihre Pflichtspielv. Im einzigen Treffen spielen die Handballmann- schasten Gießens und Kinzenbachs auf bein Sportplatz „Trieb". Nach den seither ge- sebenen Leistungen mühten die Gießener Siegen bleiben; da aber nicht feststeht, tote die Mann- sch ast Kinzenbachs die lange Ruhepause ausgenutzt ha', kann ein endgültiges Urteil erst nach dem Spiel abgegeben werden Fiir den Herbst gute und billige SeSiube Genärbte Rindlederstiefel Zwischen- *790 sohlen, für Knaben und Mädchen, das Beste ■ für die nasse Jahreszeit, Gr. 31/35 8.90, 27/30 | 595 Damen-Spangenschuhe anges. 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Roman von Franz T a v e r Kappus. 16. Fortsetzung Nachdruck verboten. Kurz hatte Martina nachgedacht und dann „Ja" ' i)Ln saß man da, schaute auf die Bühne, lächelte, lachte und knabberte Pralinen. Fräulein Reimke fand die artistischen Nummern besser als einst. Nur mit den Tanzproduktionen konnte sie sich nicht befreunden. Es wäre etwas Gewaltsames und Verkrampftes in allen den Vorführungen. „Uebrigens sehr charakteristisch für unsere Zeit." Noch tiefer zogen sich ihre Mundwinkel. „Meinen Sie nicht auch, Fräulein Wilemar?" Martina war derselben Ansicht. Es lohnte ja nicht, anderer Ansicht zu sein. Das Ganze war nicht wichtig genug, um darüber zu sprechen. Nur etwas anderes war es wieder einmal. Die Musik lullte ein, die Augen hatten zu tun, die vielen Menschen beruhigten irgendwie. Nachher dachte man vielleicht noch an das Gesehene und schlief leichter ein. Nack der Vorstellung ging es draußen turbulent zu. Dichter Regen prasselte nieder. Bäche fielen von den Dachtraufen. Ein blanker Spiegel war die Friedrichstraße. Vollbesetzt rasselten die Kraftomnibusse vorüber. „Ich fahre lieber mit der Untergrundbahn", sagte Martina. Unter einem Schirm eng aneinandergedrückt, bogen die Mädchen in die Taubenstraße ein. Höchstens zwei Minuten waren es' noch bis zur Haltestelle Kaiserhof. Eilende Schritte hallten hinter ihnen. Ein junger Mensch pürschte sich heran, guckte unter, den Schirm und grinste. In der Untergrundbahn saß er in demselben Aoteil. Auf dem Nollendorfplatz mußte Fräulein Reimke umsteigen. Die Augen niedergeschlagen, drückte sich Martina in die Ecke. Trotzdem drängte der Fremde immer näher heran. Er hielt das entfaltete Zeitungsblatt vor feinem Gesicht. Dahinter sprach er leise Worte. Martina sprang von ihrem Sitz. In demselben Moment erhob sich ein Herr am anderen Ende des halbleeren Abteils. Rasch kam er heran, mit einem Griff riß er dem Fremden die Zeitung vom Antlitz. „Was fällt Ihnen ein? Wenn Sie ein paar Ohrfeigen wollen, Sie können sie haben!" Verdutzt duckte sich der andere. Was man von ihm wünsche, murmelte er zwischen den Zähnen. Immerfort knurrend, machte er sich am Wittenbergplatz davon. Der Herr hatte sich Martina zugewandt. „Heddenhausen." Unbefangen lachte er. „Wir kennen uns doch, Fräulein Wilemar? Erst kürzlich war ich wieder in der Schützenstraße." „Kautschukindustrie Hannover?" besann sich Martina. „Stimmt: Kautschukindustrie Hannover." Heddenhausen blickte an seinem Anzug hinab. Er trug ledernen Autodreß. „Wie die Dinge manchmal ineinandergreifen! Hätte ich meinen Wagen vor einer halben Stunde nicht kaputt gefahren, wäre eine Droschke zu kriegen gewesen: ich hätte jetzt nicht den Lebensretter spielen können." „Ich danke Ihnen, Herr Heddenhausen." „Sie waren im Theater, Fräulein Wilemar? Gott, die Theater! Seit Jahr und Tag weiß ich nicht mehr, daß es so etwas gibt." Er machte eine Handbewegung. „Einerlei, war es hübsch im Theater?" „So, so", lächelte Martina. Sie erinnerte sich kaum noch, daß sie den Abend im Wintergarten verbracht hatte. „Sie sollten öfter irgendwohin gehen, Fräulein Wilemar." „Warum denn?" Heddenhausen sah zu Boden. „Himmel, ein junges Kind wie Sie." Schon das erste Mal, als er bei der Holzindustrie A.-G. zu tun gehabt hatte, war ihm das Mädchen aufgefallen. Es war nicht schwer, hinter ihrem stillen, gedämpft heiteren Wesen eine Geschichte zu wittern. Alle Mädchen mit diesen großen träumerischen Blauaugen hatten eine Geschichte. Und er nickte: „Ja, das sollten Sie. Schwermut und Nachdenklichkeit sind ein schlechtes Gepäck fürs Leben. Beizeiten muß solcher Ballast über Bord." Ueberrascht sagte Martina: „Ick bin doch gar nicht schwermütig, Herr Heddenhausen. Sogar sehr viel habe ich heute gelacht." Unvermittelt fragte Heddenhausen: „Was tut ein Mensch wie ich morgen?" Er griff an sein Kinn. ,„Es ist direkt blödsinnig, daß ein leidlich gebildeter Mitteleuropäer mit einem Sonntag nichts anzufangen weiß. Alles ist so feierlich, alles wie auf ein kostbares Fest gestimmt. Dabei ist doch nichts dahinter. Wissen Sie, Fräulein Wilemar, was das schönste am Sonntag ist?" Die Augen Martinas warteten auf Antwort. „Der Samstag. Und auch der versagt, wenn man dem Schwindel auf den Grund gekommen ist." Heddenhausen lachte kräftig. „Was uns freilich nicht hindern soll, vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken." Rauschend hielt der Zug. „Uhlandstrahe", sprach Martina. „Ich steige hier aus." Heddenhausen begleitete sie bis an die letzte Ecke. „Man muß ganze Arbeit tun. Auch abf dem Kurfürstendamm wimmelt es jetzt von Lümmeln." Wie einem alten Freunde drückte er Martina die Hand. „Auf Wiedersehen, Fräulein Wilemar." „Auf Wiedersehen, Herr Heddenhausen." Den nächsten Sag blieb Martina daheim. Sonderbar: Seit vielen Wochen hatten die Sonntage ein anderes Gesicht. Beinahe schön war es, in der warmen Stille ihres Zimmers allein zu sein. Ungestört konnte man sich mit seinen Gedanken beschäftigen. Der Vater kam oder ging, ohne daß man es merkte. Lily war fort. Die Mutter redete wenig. Wenn sie nicht auf dem Balkon stand, saß sie vor dem Toilettenspiegel und lächelte ihrem Ebenbild zu. Ganz zufrieden schien sie zu sein. Martina sprach zu sich selbst: „Das wäre also Mama." Sie statte es gelernt, sich mit ihren Gedanken auseinanderzusetzen. Nichts ging über die Klarheit. Ganz von selbst folgte jeder Frage eine Antwort, jedem Rätsel eine Lösung. Das Herz hatte zu schweigen, wenn der Verstand überlegte. Die kleinen, heißen Stiche, die man dabei in der Brust spürte, durften nicht stören, nicht ablenken. „Das war also Mama. Und das war Bernhard Carsten." Martina hatte beschlossen, Bernhard Carsten aufzusuchen. Wenn er ein Mann war, mußte er ihr Rede und Antwort stehen. Noch fehlte die letzte Gewißheit. Von der Mutter war sie nicht zu erwarten. Und die Mutter durste man nicht fragen. Das Gefühl hatte recht, das sich dagegen sträubte. Man würde in den Boden sinken vor Scham. Nein: so etwas konnte gar nicht ausgesprochen werden. „Warum bekümmerst du dich nicht mehr um mich, Mama?" „Woher kommst du so oft des Abends, so beschwingt, so entrückt — wo warst du da immer Mama?" „Wer klingelt dich mindestens einmal des Tages an?" „Wer hat dir den kostbaren Ring geschenkt, Mama, den du dann und wann heimlich über den Finger ziehst?" Nein, nein, nein: Undenkbar war, daß man ein solches Verhör mit der Mutter anstellte Aber Bernhard Carsten: das war etwas anderes. Ruhig konnte man vor den Mann hintreten. Ruhig konnte man ihm sagen, was sich lückenlos zur Kette geschlossen hatte. Man würde schon alle Kräfte beisammen halten und nicht heftig werden. Ganz bestimmt würde Bernhard Carsten Farbe bekennen. Und wenn er auch schwiege: man würde die Wahrheit wissen nach dem ersten Augenblick. Seine Blicke würden sprechen, seine Mienen, seine Hände. Und dann war es an der Zeit. Für dreißig oder vierzig Mark im Monat bekam man immer irgendwo ein Zimmer. Vielleicht zöge man auch mit Hedwig Reimke zusammen: auch die stand ja allein in der Welt. Mit dem Rest des Gehaltes mußte man dann leben, bis Benno wiederkam. Es würde schon gehen: bestimmt würde es gehen. Frau Julie trat in das Zimmer. „Wir essen in der Regina zu Abend. Papa hat eben telephoniert. Er erwartet uns um halb neun auf der Terrasse." „Ich werde bereit sein, Mama." Martina rückte einen Briefbogen zDiecht. Ohne Ueberschwang schrieb sie an Benno. Alle die großen Worte, die sie früher gebraucht hatte, waren verblaßt. Dafür unterstrich sie einzelne Sätze zweimal. Genau so tat es Benno in seinen Briefen. Immer waren es nur die Wendungen, die die Zu- fünft betrafen, lieber sich selbst berichtete er wenig. Lange war er in Genua zurückgehalten worden. Wieder und wieder mußte er in der Angelegenheit Schwarzkopfs aussagen. Immer neue Betrügereien kamen ans Licht. So schmolzen seine Ersparnisse hin. lFortsepuna folgt.) Sichert sparsamste HAUS DER MODEN Seltersweg 52 8460c Inserieren bringt Gewinn Die eli tiiltieo Wen Kein Laden. Eingang Ecke VolkSbad. 8468c Anfertigung nach Maß zu mäßigen Preisen! das Spezialhaus für Dam en-Konfektion ✓ Lack- X r elnkaufsbeutel extra grob per 5HlMb. 2.85. fjermann Röhrig, Lederhdlg., Dietzen, Neustadt 53. y nicht gesehen haben. Mit gut angepaßter Musik ist das Ganze ein hervorragendes Programm Münchener Löwenbräu Oktoberfestbier ab Samstag, 16. Oktober, in den Spezial -Ausschänken im Anstich Versand nach auswärts mittels Lastwagen frei Haus. Emil Schmall, Gießen Fernruf 83 Biergroßhandlung u. Eisfabrik Fernruf 83 8451 D Lichtspielhaus Nur noch heute und morgen! Sie haben viel versäumt wenn Sie im Lichtspielhaus ^Zwiebeln. vrlma ^haltbare Winter- noare, versendet per 8tr. Mk. 4.40 mit ack ab Station Echzell gegen Nachnahme. 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