[eifii0 'Un9ert ’’ i((rIelen belegten Inhalt seien fante Kapitel namhaft ge> gen über das Traumleben anlen (ein bemerkenswerter echtbaren Theorie Freuds» 1 .Psychiatrie und TRulif. 201 i>bie: ,Zas lachende chaus". icrl G. m. b. §.. Verlin.» anzleinen geb. 4,50 Ml. - der, wie wir hoffen, allen Anzeigers noch in guter >ien vor kurzem auch als Freunden einer gediegnen warm empfohlen. 233 freund", illustrierte halb- unb lurijliL Sllpenfreund icnftrafce 9. - Wie bk vor- uch da- vorliegende fiefi 1 l ^fätze. Wr möchten befonder; Feftr Dviff, „Die PrMeme stunde", von Werner Graf, Bernhard" und von F. jas kleine Walfertal und den rheben. taMichten. Bauunglück. iter getötet. m. 14. Juni. («. Stabt- bau einer Scheune m nahen 3te am Samstag, als die • Eisenspause machten. ^ -W- Nr. 157 Erstes Blatt 176. Jahrgang Vienrtag, 15. Junk 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Mouatr'Bezllorprelr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter, scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Ließen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnttk Md Verlag: vrühl'fche Univerfi1Sl5»vllch- und Zleindruckerei R. Lange in Gietzen. Schnftleitlmg und Seschäftrfteve: schnlstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°,. mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H.THyriol; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Züstel, sämtlich in Dießen. Die Eröffnung der Marokko-Konferenz. Paris, 14. Juni. (SU.) Der heute beginnenden französisch-spanischen Marokko-Konferenz sieht man in Paris mit großer Spannung entgegen. Sie wird sich in der Hauptsache mit der Sicherheit und der Abgrenzung der Einflußzonen beschäftigen. 3m Vordergründe des Interesses steht das Schicksal Abd el Krims und seiner Angehörigen. Vach dem „Petit Parisien" soll Abd el Krim mit seiner Familie und seinem Schwager Azer Khane, im ganzen etwa 40 Personen, nach einer französischen Kolonie, wahrscheinlich nach Madagaskar, gebracht werden. Der Vest der Gefangenen, etwa 160 Personen, soll in verschiedenen Gebieten Frankreichs oder Spaniens untergebracht werden. Eine Aus- lieferung an Spanien komme nicht in Frage, da eine Schuld Abd el Krims an dem Tode der spanischen Offiziere nicht festgestellt werden könne, die wahrscheinlich am Typhus gestorben seien. Man werde sich dahin einigen, 2ll>d d Krim ein Schicksal angedeihen zu lassen, das weder das eines Märtyrers, noch das eines Gefangenen sei. 3m übrigen werde erwartet. daß die Grenze von 1912, obwohl sie willkürlich gezogen sei, nicht angetastet würde. Gs würden nur einige Mängel abgestellt und dadurch einige Provinzen eine gemischte spanffch-französische Verwaltung haben. „Petit 3 o u r n a l" meint, die Hauptsache sei die Regulierung des Verkehrs zwischen den beiden Zonen und seht ein bestimmtes Programm für öffentliche Arbeiten und eine Verbesserung der Wege voraus. Die französisch-spanischen Verhandlungen werden zunächst den Charakter einer Fühlungnahme tragen. An den Besprechungen werden Vertreter der Außenministerien und der Militärbehörden der beiden Länder teilnehmen. Die Konferenz wurde heute nachmittag von D r i a n d mit einer Begrüßungsansprache an die Delegierten eröffnet. 3n Pariser politischen und diplomatischen Kreisen legt man Wert auf die Feststellung, daß es sich mehr um eine zwanglose Aussprache als um eine eigentliche Konferenz handelt. Der ersten Sitzung am heutigen Tage hat auch Marschall P e t a i n beigewohnt. Auf dem Verhandlungsprogramm des heutigen Tages standen folgende Fragen: 1. Schicksal Abd el Krims. 2. Verwaltungsregime der Grenzgebiete. 3. Allgemeine Regelung der Grenzfragen. Entgegen den bisher in der Presse verbreiteten Meldungen wird festgestellt, daß ein bestimmter Wohnsitz Abd el Krims noch nicht in Aussicht genommen ist. Außer Madagaskar und Korsika ist auch von der 3nsel Djerba, die sich nicht weit von Tripolis befindet, die Rede. Was die Rif» grenze anbelangt, haben die Hnterhändler erneute Anweisung erhalten, darauf zu achten, daß die Verhandlungen nicht zur Aufrollung internationaler Fragen führen. — Die Eröffnungssitzung hatte übrigens rein formalen Charakter. Die Delegierten sind zu einem ersten Meinungsaustausch gekommen, bei dem die Reihenfolge der zu behandelnden Fragen sestgelegt worden ist. Die meisten Delegierten kamen zu Wort. Von französischer Seite sprach nach P o n s o t der Marschall P e t a i n. Die Konferenz hat beschlossen, daß die Arbeiten von Hntetkommissionen geführt werden. Sitzungen sollen jeden Tag stattfinden. Eine Vollsitzung wird aber erst nach grundsätzlicher Klärung der zur Debatte stehenden Fragen einberufen werden. Alles in allem werden die Verhandlungen nach vorläufigen Schätzungen ungefähr zehn Tage dauern. * Die Pariser Presse bespricht die Arbeiten der franko-spanischen Konferenz mit ftarfem Optimismus. Die „Information" weist darauf hin, daß die Regelung der Grenz frage keinen Anlaß zu Schwierigkeiten bieten wird. Auf französischer Seite sei man sogar geneigt, die Grenzlinie ein wenig zurückzuverlegen, damit der Stamm der Beni-Zerouan nicht in zwei Teile getrennt wird. Demonstrationen in Paris. Paris, 14. 3unt (SU.) Die Pariser Beamtenschaft beabsichttgt, trotz des Verbotes der Regierung, die für heute nachmittag geplante Demonstration abzuhalten. Vach Entsendung einer Delegation in die Kammer, von der man noch nicht weiß, ob sie empfangen wird, werden die Demonstranten sich in geschlossenem Zuge durch die Hauptstraßen der Stadt bewegen. Gleichzeitig haben die städtischen Angestellten der Gas- und Elektrizitätswerke sowie die Angestellten der Hntergrundbahn zu einer Massendemonstration vor dem Rathaus aufgerufen. Von der Polizei werden Zusammenstöße befürchtet. Der Pariser Polizeipräfekt hat umsassende ^Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Die Zugänge zur Abgeordnetenkammer und zum Rathaus werden von Wtlttener Polizei bewacht. Dor den Pariser Kasernen sind Lastauwmobile ausgestellt, damit im Vvtfalle Militär zur Verstärkung heran» gezogen werden kann. Die Polizei hat Anweisung erhalten, keine Ansammlungen zu dulden. Eine spätere Meldung besagt: Bei den Kundgebungen der französischen Dramtengewerkschaft, Moskauer Richtung, die vor der Deputiertenkammer und dem Finanzmimsterium stattgefunden haben, wurden insgesamt 50 Personen verhaftet, doch wurden nut zwei Die Krise im Scharfe Absage Amerikas 7! e u y o r k, 14. Juni. (TU.) Jn einer für die internationale Oeffentlichkeit bestimmten Erklärung erteilte Senator Vorah dem Völkerbund, „soweit Amerika in Betracht komme", eine sehr scharfe Absage. Der Fall Brasilien habe bewiesen, daß die mehr und mehr rein europäische Praxis des Völkerbundes mit den Interessen Amerikas unvereinbar sei. Man werde sich in Amerika sicher freuen, wenn der europäische Völkerbund es fertig bringen würde, Frieden und Ordnung aus dem europäischen Kontinent zu gestalten und zu erhalten; aber auf die Mitwirkung Amerikas werde man dann verzichten müssen. Brasiliens Austritt. Genf, 14. 3uni. (Sil.) Der Generalsekretär des Völkerbundes hat ein Telegramm des brasilianischen Außenministers erhalten, in dem Brasilien seinen Entschluß, aus dem Völkerbund auszutreten und an der Septembertagung deS Völlerbundes nicht mehr teilzunehmen, ankündigt. Das Telegramm ist als die nach dem letzten Absatz des Artikels 1 des Völkerbundspaktes vorgesehene Ankündigung des Austritts aus dem Völkerbund anzusehen. — Wie das „03. S.“ aus Genf meldet, wird die Regierung Brasiliens die Botschaft, die die erste Vertretung dieser Art war, die ein Großstaat in Gens errichtet hat, demnächst auf» heben. Mello Franco wird in den nächsten Tagen nach Buenos Aires zurückkehren. Rach einer Meldung aus Rio de 3aneiro geben die dortigen Blätter durchweg ihrer großen Genugtuung Ausdruck über den Beschluß der brasllianischen Regierung, die Mitgliedschaft im Völkerbund zu kündigen. „3our- nal de Commerico" betont, Brasilien habe recht daran getan, sich aus dem politischen Zentrum der alten Welt zurückzuziehen. „Gazeta de Roticies' meint, der Völkerbund werde über kurz oder lang selbst zu der Erkenntnis gelangen, daß er wertlosen Zielen nachjage. Spanien und die Ratssitze. Berlin, 15. 3unt. (SU.) Wie die Morgenblätter aus Madrid melden, nahm der Mr- nisterrat den Vorschlag des Ministers des Auswärtigen an und beschloß, für einen nichtständigen Völkerbundratssih nicht zu kandidieren und die Frage betreffend die Stellung Spaniens im Völkerbund für genügend erörtert zu betrachten. Der Minister des Auswärtigen wurde mit der Aufgabe betraut, im gegebenen Augenblick und gemäß dem in Genf gefaßten Beschluß Über die Forderungen Spaniens nach den vom Ministerrat endgültig auf» in Haft behalten. Auch der Vorsitzende des Steuerbeamten-Verbandes, Piquemin, dessen Verhaftung, als sie unter den Beamten bekannt wurde, zu erregten Auftritten zwischen den Demonstranten und der Polizei führte, wurde im Laufe des Abends wieder auf freien Fuß gesetzt. Die FranKenbaisfe. Paris, 14. 3uni. (Sil.) Die Frankenbaisse. die heute einen neuen Rekord darstellt, wurde in den Wandelgängen der Kammer lebhaft erörtert. Die Mißstimmung gegen das Kabinett Briand ist unverkennbar im Wachsen. Der Gegensatz zwischen Briand und Franklin Bouillon verschärft sich immer mehr. Die ilnzufriedenen scharen sich um den radikalsozialistischen Abgeordneten, der auf den Sturz der Regierung drängt. Srohdem wird aber angenommen, daß das Kabinett Briand noch einmal eine Mehrheit erhält, wenn gelegentlich der 3nterpellation Cachins von Briand wieder ein VertMungsantrag gestellt werden müßte. Wahrscheinlich werde Briand auch diesmal wieder die alten Gründe geltend machen wie seiner Zeit und darauf Hinweisen, daß die Regierung bereit sei, auf alle ihr gestellten Fragen am 25. 3uni, dem Sage der großen Finanzdebatte, zu antworten. Briand und P s r e t hatten eine lange Aussprache über die Finanzlage. Dollar und Pfund schlossen mit 173,5 bzw. 35,49. Der Kampf gegen Elsaß-Lothringen. Paris, 14. 3unl (SU.) 3m Zusammenhang mit den Zwangsmaßnahmen gegen den elsaß- lothringischen Heimatbund hat 3ustiz- minister Laval den Gouverneur von Elsaß- Lothringen, L a u ch e r, die Bischöfe von Straßburg und Metz und den Präsidenten des Evangelischen Konsistoriums nach Paris berufen. Am Dienstag vormittag wird eine Besprechung stattfinden, in der Maßnahmen gegen die Priester und Pastoren festgelegt werden sollen, die das Manifest des Heimatbundes unterzeichnet haben. Außerdem soll in Zukunft den Geistlichen eine Einmischung in politische und nationale Fragen verboten werden. Der Rationalvttband der republikanischen Frontkämpfer hat im Lause einer gestern in Verdun abgehaltenen Kundgebung eine Tagesordnung angenommen, in der er mit Bestie» diguirg von dem Entschluß der Regierung Völkerbund. gestellten Richtlinien zu verhandeln. Der Regierung nahestehende Persönlichkeiten versichern, daß Spaniens Austritt aus dem Völkerbund beschlossene Sache sei, wenn es nicht etwa doch noch einen ständigen Rats sitz erhallen ftiltc. Polen beansprucht einen ständigen Ratsfitz. Paris, 14. 3uni. (SH.) Der polnische Außenminister Zalewski erklärte einem Vertreter des „Figaro", Polen sei überzeugt, daß es ebenso wie Deutschland ein Recht (I) auf einen ständigen Sitz im Vollerbundsrat habe. Dieses Recht gründe sich auf die geographische Lage Polens und seine Bedeutung als Brücke zwischen Mittel- und Osteuropa. Außerdem bestehe eine enge Verbindung zwischen der Frage eines ständigen Ratssitzes für Polen und den Locarnoverträgen. Polen verfolge mit 3n1eresfe das Verhalten Spaniens und Brasiliens. Die gegenwärtige Krise im Dolkerbundsrat dürfe keine Entfremdung Spaniens und Brasiliens herbei- sühren. Der Minister erklärte weiter, Polen lege Wert darauf, mit Rußland gute Beziehungen aufrecht zu erhalten. Italien Wird deutlich. Rom, 14. 3uni. (SH.) Die „Sribuua", deren offiziöser Charakter bekaimt ist, wendet sich heute in einem scharfen Protestartikel gegen den antifaszistischen Zwischenfall bei der Matteotti» Feier in Genf. 3talien werde nicht zulassen, daß sich in Genf unter dem Schuh des Völkerbundes ein s o z i a l i st i s ch e s M e k k a bilde, in dem Fahnenflüchtige aller Länder im Schatten unbegrenzter 3mmunität einen an ti- italienischen Feldzug fuhren dürsten. Man nimmt in politischen Kreisen an, daß Mussolini wegen des Zwischenfalles durch den Berner Botschafter bei der schweizerischen Regierung Vorstellungen erheben wird. Die Dethlen-Affäre. Genf, 14. 3unt (SH.) Der schweizerische Dundesanwalt S t a e m p f l i ist am Sonntag in Genf eingetroffen und hat mit dem Genfer Staatsanwalt eingehend über das Attentat auf den Grafen Dethlen beraten. Die reinjuristische Frage der Zuständigkeit, ob eidgenössische oder kantonale Gerichtsbarkeit, bereitet den schweizerischen Behörden große Schwierigkeiten. Der Dundesanwalt wird dem Bundesrat seinen Bericht über die von ihm vorgenommene Hntersuchung erstatten. Man glaubt, daß das Attentat gegen Graf Dethlen voraussichtlich vor dem Bunde sgericht und nicht vor dem Genfer Kantona^ericht verhandelt werden wird. Kenntnis nimmt, gegen d i e Beamten in Elsaß-Lothringen vorzugehen, die sich autonomistische Hmtriebe hatten zu schulden kommen (affen. Der Verband will in dieser energischen Sat das Vorspiel einer entscheidenden Aktion sehen, die höheren Verwaltungsstellen von den Beamten zu säubern, die dem republikanischen Regime feindlich gesinnt seien. Dem „3ournal" wird aus Straßburg gemeldet, der 3uftizminister habe den Direktor für religiöse Angelegenheiten in Elsaß-Lothringen, den Bischof von Straßburg Msgr. Ruch, den Bischof von Metz Msgr. Pelt und den Vorsitzenden des evangelischen Konsistoriums zu einer Besprechung nach Paris berufen, um die Sanktionen zu bestimmen, die gegen die katholischen und evangelischen Geistlichen ergriffen werden sollen, die die Kimdgebung des Elsaß-Lothringischen Heimatbundes unterzeichnet haben. Italiens Währungspolitik. Berlin, 15. Juni. (TU.) Wie die Morgenblätter aus Rom melden, hat Finanzminister B o l p i in der Senatsfitzung am Montag eine Rede über d i e Währungsfrage gehalten. Auf Grund der Maiabrechnung dcs Schatzamtes stellte er fest, daß der Haushaltsüberschuß des Etatsjahres, das am 30. Juni abläuft, auf alle Fälle eine Milliarde beträchtlich überfteigen wird. Dann gab er einen Ueber= blick über feine bisherige Währungspolitik und die Maßnahmen, die zur Stützung der Währung getroffen wurden. Graf Bolpi betonte weiter, daß das Problem der italienischen Valuta mit dem Problem bernationalen Produktion identisch sei. Rur durch Stärkung der nationalen Produktionsfähigkeit und durch die Aenderung der Stellung der italienischen Währung innerhalb der internationalen Währungen könne die Währungsstabilisierung vorbereitet werden. Italien wisse wohl, daß es seine Währung nicht von der Dynamik der anderen Währungen trennen kann. Wenn die nationale Regierung den Augenblick dafür gekommen glaube, und zwar ausschließlich unter dem Gesichtspunkt des nationalen Nutzens, werde sie das Problem der Währungsstabilisierung vom internationalen Standpunkt aus in Angriff nehmen. Aber überall innerhalb und außerhalb Italiens solle man wissen, daß es sick dabei nicht um ein rein technisches Problem handle, das mit den Mitteln des Schatzamtes allein gelöst werden könnte, sondern daß auch die D e r st ä r - kung der wirtschaftlich en Struktur des Landes dabei unbedingte Voraussetzung sei. Dieenglisch-rusfischenvisferenzen Eine Erklärung Chamberlains. London, 14.3uni. (SH.) Chamberlain gab heute nachmittag im Hnterhaus eine Erklärung über die englisch-russi- schen Beziehungen ab. Er sagte, daß er bei seinen Besprechungen mit dem russischen Geschäftsträger in London deutlich zum Ausdruck gebracht habe, daß die antibritische Propaganda in England und anderswo eines der Hindernisse für eine Derbesserungder englisch-russischen Beziehungen sei. Diese Propaganda mache es der englischen Regierung unmöglich, neue Verhandlungen zu eröffnen. Vor einigen Sagen, gerade vor seiner Abreise nach Genf, habe er dem britischen Geschäftsträger in Moskau besondere Instruktionen erteilt. Die Sowjetregierung sei jetzt davon unterrichtet, daß die englische Regierung die S ä l i g- ?eit des russischen Finanzkommis- s a r s nicht übersehen könne, der die Ausfuhr von Streikunter st ühungsgeldern gestattet habe. Die Sage im Bergarbeiterfonflift London, 14. 3uni. (SH.) Der Generaldebatte, die morgen im Hnterhaus zu erwarten ist, sehen die beteiligten Kreise mit großer Spannung entgegen. Die Aussichten auf eine baldige Lösung sind zwar im Augenblick nur gering aber man hofft, nach den währeird des Wochenendes gehaltenen Reden der Arbeiterführer auf Entgegenkommen und Versöhnung. Der Präsident der englischen Derg- arbeitergewerffchaften, Smith, hatte erklärt, wenn er zwischen Verlängerung der Arbeitszeit oder Reduzierung der Löhne zu entscheiden habe, dann würde er für das letztere stimmen Die Bergarbeiterschaft selbst ist aber allem An- fdjein nach geneigt, im Falle einer ihr zugeschobenen Entscheidung mil überwiegender Mehrheit für die Verlängerung der Arbeitszeit zu stimmen. 3n Rewcastle hat heute der Prozeß gegen neun Bergarbeiter, die während des Generalstreikes durch Weichenstellung einen Schnellzug zur Entgleisung gebracht hatten, begonnen. Ungünstige Autzenhandeisziffern L o n d o n, 14. Juni. (WB.) Die Blätter äußern sich besorgt über die ungünstigen Außen- handels^iffern des Monats Mai. Die „Financial Times" schreibt, wenn man sich auch vielleicht freuen dürfe, daß Sie Ziffern nicht noch schlimmer ausgefallen seien, so ständen doch leider viel schlimmere Berichte noch bevor. England werde nicht einmal die Ziffern der Maiausfuhr erreichen können. Wenn die Stillegung der Kohlenförderung noch länger anhalte, werde England auch nicht die notwendigen Rohstoffe einführen können, wenn es der Mittel, sie zu bezahlen, beraubt werde. Der Handel würde erst wie- der aufleben, wenn in den Kohlenbezirken Friede hergestellt sei. Bauernvertreter beim Reichskanzler. Berlin, 14. 3uni. (SH.) 3n Vertretung der Vereinigung der deutschen Bauernvereine hatten sich Hofbesitzer Stammerjohanir. Vizepräsident, Dr. Crone-Münzebro ck, geschäftssührendes Vorstandsmitglied, und Dr. Kayser, Generalsekretär, zu einer Besprechung der Lage der Landwirtschaft beim Reichskanzler eingefunden. Sie führten etwa folgendes aus: Infolge der unzulänglichen Preise für landwirtschaftliche Produkte und der hohen Lasten hat sich in der Landwirtschaft eine s ch w ere Krise herausgebildet. Es muh durch eine gesunde Handelspolitik für eine Rentabilität der Landwirtschaft gesorgt werden und ein entsprechender Abbau der steuerlichen und sonstigen Lasten erfolgen. 3m schwedischen Handelsvertrag sind die Agrarzölle nicht entsprechend hoch festgesetzt worden wie die 3ndu- striezölle in anderen Derttägen. Herr Stammer- johann wies darauf hin, daß gerade die bäuerliche Wirtschaft, der Schuh der Biehhaltung von ausschlaggebender Bedeutung sei. Dr. Crone machte auf Gefahren, die sich aus den jüngsten Handelsvertragsverhandlungen für die Landwirtschaft ergeben, aufmerksam. Dr. Kayser wies auf die mangelhafte Berücksichtigung des Bauernstandes bei der Bildung des Wirtschafts - Cnguete - Ausschusses usw. hin. Der Reichstan-ler betonte i.: (.einen Ausführungen, daß er den handelspolitischen Verhandlungen eine große Bedeutung für die Landwirtschaft beimesse, und daß auch er der Ansicht sei. daß bei der Landwirtschaft zu (Beginn der nächsten Ernte ein ausreichender Schuh vorhanden sein müsse. Schachts Gründe für seinen Austritt. Berlin, 15. 3ult (SH.) Reichsbankpräfi- dent Dr. Schacht hat zu seinem Austritt aus der demokratischen Partei an Herrn Koch ein zweites Schreiben gerichtet, in dem er die Gründe seines Austritts noch einmal auseinanderseht. Er betont noch einmal, et habe durch seinen Austritt zum Ausdruck bringen wollen, daß er als organisiertes Mitglied der demokratischen Partei für einen nach seiner Auffassung grundsätzlich irrtümlichen Beschluß die Verantwortung nicht mit übernehmen wolle. Von Jugend an habe er unverändert das Privateigentum als eine der unerläßlichsten Grundlagen des Staats verfochten und nur auf Grund dieser innersten Ueberzeugung in den letzten Jahren den Kampf gegen unsere ausländischen Widersacher für die Anerkennung der wirtschaftlichen Notwen- digkeiten des deutschen Volkes zu führen versucht. Nur aus dieser äleberzeugung heraus, habe er die Wegnahme deutschen Eigentums im Kriege als den groben Schlag gegen das künftige friedliche Zusammenleben der Völker bezeichnet und seine Wiedergutmachung fordern können. Diese moralische Basis für seine weitere Tätigkeit könne er sich auch nicht im kleinsten dadurch nehmen lassen, daß er bei einer politischen Aktion passiv bleibe, die gegen seine Bemühungen ins Feld geführt werden könnte. Um die Genercrldirektion der Reichsbahn. Berlin, 14. Juni. (TU.) Wie in Berlin mitgeteilt wird, wird sich das Reichskabinett am Dienstag mit der Frage der Ernennung des neuen Generaldirektors der Reichsbahn befassen. In politischen Kreisen erwartet man nicht, daß in dieser Sitzung bereits eine Entscheidung fallen wird, da die grundsätzliche Seite der Angelegenheit noch geklärt werden muß und der Reichsfinanzminister sich auf Krankheitsurlaub befindet. Kleine politische Nachrichten. Der hessische Finanzausschuß nahm in seiner letzten Sitzung den Entwurf eines Gesetzes zur Aufnahme von Darlehen aus den vom Reich bereitgestellten Krediten von 200 Millionen Mark zur Förderung des Kleinwohnungsbaues an. Ebenfalls stimmte der Ausschuß der Neuregelung der Aufwandsentschädigung der Landtagsmitglieder zu. Ein Teil derdeutschenWirtschaftsdele- gation ist unter Führung des Herrn Geheimrats Matthes und des Herrn von Schlieben in Paris wieder eingetroffen. Wie verlautet, kommt Ministerialdirektor Posse Ende der Woche nach. Die deutschen Delegierten sind beauftragt, mit den französischen Stellen Fühlung wegen eines Teiloertrags zu nehmen. Die Verzögerung der Ratifizierung des französisch-amerikanischen Schuldenabkommens durch die französische Kammer hat jede Hoffnung auf Ratifizierung durch den amerikanischen Senat vor dem Zusammentritt des Kongresses im September vereitelt. Das Finanzkomitee wird dem Senat eine Ratifizierung nicht eher vorschlagen, als bis das Abkommen vom französischen Parlament ratifiziert worden sei. Kunst und Wissenschaft. Internationale Kunftansftevuug in Dresden. Am Samstag fand im großen Saale des städtischen Ausstellungspalastes die feierliche Gr- vffrnmg der im Rahmen der Gartenbauausstellung geschaffenen großen internationalen Kunstausstellung Dresden 1926 statt. Stadtvat Dr. Krüger hielt die De- ar^ungsansprache. Hierauf sprach der Direktor der Gemäldegalerie, Dr. Posse. Dann ergriff Ministerpräsident Heldt für die sächsische Staatsregierung und ihre Behörden sowie zu- l gleich für die vertretenden Regierungen des Reiches und der Länder das Wort zu ungefähr folgenden Ausführungen: Die Ausstellung ist eine , internationale Veranstaltung; aus der gan- r zen Kultur Welt finden sich die Meister der Malerei und Plastik zusammen, um das Beste der künstlerischen Produktion der Gegenwart vor Augen zu führen. Wir dürfen auf dieser Ausstellung die prominentesten Vertreter deutscher und ausländischer moderner Malerei und Plastik willkommen häßen, die zusammen etwa 8 00 Gemä lde und 15 0 Skulp- t.11 r e n zur Schau stellen. Gleichzeitig begrüßen wir die Vertreter der ausländischen Staaten und sprechen dabei die Hoffnung aus, daß das Band, das die internationale Kunstausstellung in Dresden um Deutsche und Ausländer schlingt, auch die Beziehungen Deutschlands zu den ausländischen Staaten freundlicher und enger gestalten möge. Die sächsische Regierung hofft, daß diese Ausstellung in besonderem Maße dazu beitragen möge, die schwere wirtschaftliche Notlage zu mildern, unter der unsere Künstlerwelt zu leiden hat. Gern hat daher die sächsische Regierung züm Ankauf von Werken aus dieser Ausstellung Staatsmittel bereitgestellt. Line neue Komödie Auckmayers. Der Autor des vielumstrittenen Lustspiels «Der fröhliche Weinberg", Karl Zuckmayer, hat soeben eine neue Komödie „Schinder* Hannes" vollendet, die im kommenden Winter cm einer Berliner Bühne zur Uraufführung kommen soll. Aus aller Wett. Schwere Hochofenexplofion in Amerika. Wie aus Gary (Indiana) gemeldet wird, ist aus noch unbekannter Ursache ein Hochofen der Illinois Steel 'Company explodiert. Vier Tote und über 70 Schwerverletzte wurden unter den Trümmern mehrerer Werkhäuser begraben. Man befürchtet, daß eine große Anzahl Schwerverletzter nicht wird am Leben erhalten werden können und daß auch noch unter den Trümmern Tote liegen. Heimreise des deutschen Geschwaders aus Spanien. Die deutschen Linienschiffe und Kreuzer, die seit dem 12. Juni in dem spanischen Hafen Vigo zur Kohlenergänzung lagen, haben heute planmäßig die Heimreise nach Wilhelmshaven und Kiel angetreten. Sieben Opfer eines Raubübersalls. Wie »Daily Mail" aus Athen berichtet, wurde am Sonntagmorgen eia Kraftwagen mit 15 Millionen Drachmen, die der Nationalbank von Griechenland gehörten, von Straßenrändern auf dem Wege von Preveca nach Janina an- gegriffen. Der Führer des Kraftwagens, drei Schutzleute und drei Bankangestellte, die das Automobil begleiteten, wurden erschossen. Die Täter sind entkommen. Iamiliendrama in Budapest. Ein nach zweimonatigem Aufenthalt in Konstan- tlnopel nach Budapest zuruckgekehrter Maschineningenieur hat aus Eifersucht seine Frau und sein dreijähriges Söhnlein durch Revolverfchüsse g e - tötet und sich sodann selbst eine Kugel in den Kopf gejagt. Selbstmordepidemie in Dien. Der Wiener Polizeibericht meldet, daß in den letzten beiden Tagen abermals elf Personen versucht haben, sich das Leben zu nahmen. Dynamitattentat in Oberschlesien. Auf die soeben in Betrieb genommene Zinkerzgrube Deutsch-Blei-Scharley bei Beuchen wurde ein dreifaches Attentat verübt. Im Seilbahnhause wurde eine Dynamitpatrone zur Explosion gebracht, wodurch die Spannscheibe zerrissen worden ist. Etwa 30 Minuten später erfolgte eine weitere Explosion, und zwar im Verwaltungsgebäude, die aber wenig Schaden anrichtete. Eine dritte Explosion erfolgte wiederum 30 Minuten später. Durch sie wurde die besonders konstruierte Wage völlig unbrauchbar gemacht. Der Schaden beträgt mehrere tausend Mark. Obwohl die Täter noch nicht ermittelt sind, wird mit ziemlicher Bestimmtheit angenommen, daß das Attentat von polnischer Seite verübt worden ist. • 5 Zugentgleisung in Ostpreußen. Auf der Strecke Zinten—Heilsverg entgleiste infolge älnterspülung des Bahndammes ein Personenzug mit Lokomotive, Packwagen und zwei Personenwagen. Der Zugführer wurde schwer und einige Reisende wurden leicht verletzt. Der Personenverkehr wird durch ülmsteigen aufrschterhalton. Reue Aeberschwemmungen in Württemberg. Heftige Wolkenbrüche haben abermals in großen Teilen Württembergs üleberschwemmun- gen herbeigeführt. Am mittleren Neckar mutzten in verschiedenen Ortschaften gegen die riesigen Wassermengen die Feuerwehren ausgeboten werden. Ein orkanartiger Sturm hat bei Friedrichshafen zahlreiche Bäume entwurzelt. Anwetterschäden in München. Am Sonntagnachmittag brach über München ein heftiges Unwetter mit einem Wolkenbruch herein, der von Sturm und Hagel begleitet war. In ftirzer Zeit wurden die Straßen überschwemmt. In den öffentlichen Anlagen ist großer Schaden angerichtet worden. Dreizehnmal mußte die Feuerwehr ausrücken, um die Üleberschwemmungen zu befeittgen. In einem Teil der städtischen Anlagen lagen die abgerissenen Aeste hoch übereinander. Auch in der ülmgebung Münchens richtete das ülnwetter zum Teil erheblichen Schaden an. 3m Rhein ertrunken. Bei S ch i e r st e i n kenterte im offenen Rhein das Paddelboot des 22jährigen Kaufmanns Arthur Rau aus Wiesbaden. Da Rau nicht des Schwimmens kundig war und Hilfe nicht zugegen war, ertrank er in den hochgehenden Fluten des Rheins. Todessiurz von einer Treppe. In Waldhof bei Mannheim stürzte ein 52 Jahre alter Former beim Aufsuchen seiner Wohnung vom zweiten Stock rücklings die Treppe hinunter, wobei er sich einen schweren Schädel- bruch zuzog, an dessen Folgen er kurz darauf verstarb. Turnen, Sport und Spiel. Turnen. Die Aufnahme der D. T.-Niege in Amerika. vo. Bereits am Tage nach ihrer Ankunft in Neuyork gab die Amerikariege der Deutschen Turnerschast in einem der größten Säle der Weltstadt eine Probe ihres Könnens. Sie turnte Freiübungen, Kürübungen am Reck, Barren und Pferd und erzielte damit gewaltigen Beifall. Die Aufnahme der Mannschaft war überall glänzend. Auch in Buffalo und Cleveland war die Ausnahme unübertrefflich und fanden die turnerischen Vorführungen große Begeisterung; Beweise herzlichster Sympathien blieben nicht aus. Vezirkswetturnen des 2. Bezirkes, Gau Hessen der D. T. In bem schön gelegenen Vogelsbergstädtchen Laubach tarnen am Sonntag die Turner des 2. Bezirkes (Gießen, Wetzlar, Grünberg) zum volkstümlichen Wettkampf zusammen. In vier Stufen gesondert traten 3 35 Turner in 20 Riegen zum Wettkampfe an. Dieser umfaßte 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Freiweithochsprung, Kugelstoßen und eine Pflichtfreiübung. Be- zirksturnwart S chü l e r sicherte sich in den Turnern Erb, Paul, Daum, Heb st reit -Gießen als Obleute der einzelnen Uebungsgebiete treue Helfer. Den Kampfrichtern gebührt ein Gesamtlob denn ihrer mühevollen, gewissenhaften Arbeit ist der Hauptteil der reibungslosen Durchführung der Wettkämpfe zu danken. Mustergültig waren die Vorbereitungen der Laubacher Turngemeinde bezgl. des Turnplatzes getroffen. Ebenso lobend zu erwähnen ist das tadellose, einwandfreie Benehmen aller Teilnehmer. Das ungünstige Wetter, das die Turner auf feuchtem, schlüpfrigem Wiesengrunde 3um Turnen zwang, konnte die Leistungen nicht so so sehr beeinflussen; sie müssen in anbetracht der Verhältnisse als gut bezeichnet werden. Besonders die Landvereine haben durch ihre Siege den Beweis erbracht, daß sie in jeder Beziehung ihre turnerische Aufgabe erfüllen. Die Wettkämpfe zogen sich bis gegen 3 Uhr hin. Während des F e st z u g e s schloß der Himmel seine Schleusen, doch kaum hatte man den Festplatz erreicht, so goß es wieder in Strömen. Der G e - sangverein „Eintrach t"-L a u b a ch begrüßte mit einem herrlich oorgetragenen Chor. Bürgermeister Boehm- Laubach fand Worte herzlicher Begrüßung. Bezirksoertreter Erle (Gießen) dankte für den überaus herzlichen Empfang und insbesondere für die tadellosen Vorarbeiten seitens der Laubacher Turngemeinde. Im Anschluß hieran konnte er dem Turner Wilh. Pitz II. von der Laubacher Turngemeinde in Anerkennung seiner Verdienste um die Turnsache den Ehrenbrief des Gaues Hessen überreichen. Unterdessen arbeitete der Be- rechnungsausschuß unter Leitung von Turner Karl Lang (Gießen), um die Ergebnisse des Wettkamp- fes festzustellen. In der Turner ft ufe konnten 27 Turner Sieger werden. Ehrensieger: Wilhelm Weiß, Tv. Großen-Linden und Fritz Weitershaus, To. Großen-Linden. 1. Sieger Willy Bock, Tv. 1846 Gießen mit 80 Punkten. 2. Karl Gerlach, Tv. Wetzlar, mit 74 P., 3. Karl Keßler, To. Großen- Linden, mit 73 P. In der Iugendturner-Oberstufe waren 37 Turner erfolgreich. 1. Erich Dilges, Tv. 1846 Gießen, mit 107 Punkten, 2. Fritz N o l d, Tv. Wetzlar, 97 P., 3. Walter Loh, Tv. 1846 Gießen mit 93 P. . In der JugendturnerUnter stufe waren 58 Sieger zu verzeichnen. 1. Karl Marx, To. 1846 Gießen, 102 P., 2. Albert Leun, Tv. Großen- Linden, 100 P., 3. Karl Kling, Mto. Gießen, mit 98 Punkten. Schüler stufe (102 Sieger): 1. Heinrich Seip, Tv. Grünberg, 98 P., 2. Ernst Stengel, Tv. Großen-Linden, mit 97 P., 3. Langenohl Werner, To. Heuchelheim, mit 96 P. Die ©taffelläufe zeitigten bei starker Beteiligung folgendes Ergebnis: Turner 1. To. Wetzlar, 2. Tv. Gießen. Jugend-Oberstufe 1. Tv. Gießen, 2. Wetzlar. Jugend-Unterstufe Tv. Großen- Linden. Schüler 1. Tv. Großen-Linden, 2. Tv. Wetzlar. Die allgemeinen Freiübungen, sonst der Höhepunkt der Veranstaltung, wurden ein Opfer der Witterung. Nach der Preisoerteilung setzte das fröhliche Treiben des „Ausschusses", des historischen Lau- bacher Volksfestes, em. Erfolge der Gießener Turnerschaft beim IBeffumen des 2. Bezirkes. t Mit einer stattlichen Anzahl beteiligte sich die Gießener Turnerschast bei diesem Wett- turnen. Sie konnte zahlreiche Siege erringen. Das turnerische Wettkampfergebnis ist folgendes: Turner stufe: Willi Dock, Tv. 1846, 1. Sieger 80 Punkte; Hans Geismar, Tv. 1846, 4. Sieger 72 Punkte; Willi Garten- schläger, Tv. 1846, 9. Sieger 65 Punkte; Ludwig Malkomesius, M.Tv., 10. Sieger 64 Punkte; Karl Reitz, Tv. 1846. 15. Sieger 56 Punkte. Jugend-Oberstufe: Erich Dilges, Tv. 1846, 1. Sieger 107 Punkte; Walter Loh, Tv. 1846, 3. Sieger 93 P.; Heinz Meyer, Mtv., 6. Sieger 83 P.; Rudolf Spuck, Mtv., 12. Sieger 71 P.; Erich Seyb, Mtv., 14. Sieger 68 P.; Willi Strauch, Mtv., 18. Sieger 64 P.; Kurt K o h l h a s e, Mtv., 19. Sieger 63 P. Jugend - Ülnterstufe: Karl Marx, Tv. 1846, 1. Sieger 102 P.; Karl Kling, Mtv., 3. Sieger 98 P.; Kurt Horeyseck, To. 1846, 6. Sieger 86 P.; Karl Trechsler, Tv. 1846, 11. Sieger 79 P.; Ferdinand Stremme l, Mtv., 13. Sieger 77 P.; Otto Leinweber, Tv. 1846, Heinrich Mosbach, Mtv., beide 19. Sieger 68 P.; Werner Loh, Mtv., 21. Sieger 66 P.; Ludwig Stein, Mtv., 27. Sieger 59 P.; Walter Schweitzer, Mtv., 29. Sieger 57 P.; Karl Sauer, Mtv., 30. Sieger 56 P.; Ludwig Bogt, Tv. 1846, 32. Sieger 54 P. Schüler stufe: Es wurden Sieger von Tv. 1846 die Schüler: Fritz Arnold (4), Otto Kern (7), Walter Krömmelbein, Hans Vogt, Karl Kley, Ernst Weeg, Willi Ellermeier, Heinrich Schmieder. — Vom Männer-Turnverein: Ludwig Loh, Werner Bachmann, Willi Becker, Ludwig Vetter. Hermann H a s s e l b a ch, Kurt Strack, Heinrich Wagenbach. Bezirksturnen des 5. Bezirks im Turngau Hessen. bpw. Ober-Mörlen, 13., Juni. Mit der Feier des 25jährigen Bestehens des hiesigen Turnvereins Derbunben war das diesjährige D e - zirksturnfest des 5. Bezirks imTurn- gau Hessen. Die Beteiligung war besser als in den Vorjahren. Besonders die im Kreise Gießen gelegenen nördlichen Bezirksvereine waren gut vertreten und auch an den Erfolgen des Wettkampfes stark beteiligt. Für die Wettkämpfe stand ein tadellos hergerichteter Turnplatz zur Verfügung, der beim Schülerturnen am Samstag- nachmittag in ausgezeichneter Verfassung war, aber auch am Sonntag trotz des in Sttömen niedergehenden Regens die Durchführung des Turnens ermöglichte. Trotz der Ungunst der Witterung am Sonntag sind doch noch ganz ansehnliche Leistungen erzielt worden, sowohl im ge- samt en als auch im einzelnen. Festzug und allgemeine Freiübungen, die am Nachmittag unter Leitung der Dezirks- turnwarte Hartmann (Dad-Nauheim) und Lang (Lang-Göns) äußerst wirkungsvoll ausgeführt wurden, bildeten Höhepunkte der Veranstaltung, Die inhallreiche Festrede hielt der Bezirksvertreter, Studienrat Schuchmann (Friedberg), Worte der Begrüßung sprachen Bürgermeister Schmidt und Beigeordneter Pfeifer, der letztere als Vorsitzender des hiesigen Turnvereins. Vom Gauvorstand des Gaues Hessen war der 2. Gauvertreter Schneider (Butzbach) anwesend. Nachstehender Auszug aus der Siegerliste macht mit den ersten Siegern in jeder Stufe bekannt und bringt weiter noch die Erfolge der im Kreise Gießen gelegenen Bezirksvereine. Aktive Turner (68 Bewerber, 50 Sieger). Ehrensieger: K. Bernhard, Tv. Nieder- Wöllstadt, 92 Punkte und R. Kaiser, Tv. Lang- Göns, 88 P.; 1. Sieg: W. Lehmann, Tv. 1860 Dad-Nauheim, H. Dender, Tv. Griedel, 88 P.: 2. K. Hofmann, Tgm. Friedberg, 87 P.; 3. P, Volz, Tgm. Friedberg, 85 P.; 4. N. Grünebaum, Tv. Lang-Göns; 16. W. Krausch, Tv. Mufchenheim, 62 P.; 17. 21. Rückel, Tv. Müschen- heim, 61 P.; 18. H. Eifer, Tv. Mufchenheim, 58 P.; 27. K. Müll, Tv. Holzheim, W. Weil, Tv. Lang-Göns, 49 P; 28. H. Hofmann, Tv. Mu- schenheim, 48 P. Jugendturner-Oberstufe (48 Bewerber, 46 Sieger). 1. Sieg: W. Feh, T. und Spielvg. Ausbauschule Friedberg, 103 P.; 2. H. Müller, T. u. Spv. Butzbach, 102 P.; 3. H. Schröder, Tv. 1860 Bad-Nauheim. 96 P.; 6. W. Drück Tv. Lang-Göns, 89 P.; 20. O. Müller, Tv. Diri- lar, 70 P.; 21. K. Weckmann, Tv. Eberstadt, 69 P.; 22. F. Röhrig, Tv. Holzheim, 68 P.; 25. F. Weisel, Tv. Eberstadt, 60 P.; 26. Chr. Schäfer, Tv. Grüningen, 59 P.; 28 K. Seih, Tv. Birklar, 57 P. Jugendturner-Ülnter stufe (80 Bewerber, 63 Sieger). 1. Sieg: F. Reitz, Tv. Holz- Heim, 117 P.; 2. H. Müller, Tv. Holzheun, 111 P.; 3. L. ülrff, T. u. Spv. Butzbach, 100 P; 4. W. Dern, Tv. Lang-Göns, 98 P.; 9. W. Sambor, Tv. Lang-Göns, 88 P.; 10. W. Dreier. Tv. Lang-Göns, 87 P.; 14. E. Hock, Tv. Lang- Göns, 83 P.; 15. R. v. Diemar, Tv. Eberstadt. 82 P.; 17. G. Diehl, Tv. Birklar, K. Müller, Tv. Lang-Göns, 79 P.; 20. E. Weil, Tv. Mu- schenheim, PH. Herbert, Tv. Eberstadt, 75 P.; 22. W. Weisel, Tv. Birklar, K. Schneider, Tv. Holzheim, 72 P.; 25. K. Reitschmidt, Tv. Eberstadt. 69 P.; 29. W. Becker, Tv. Mufchenheim. 64 P.; 31. W. Knorr, Tv. Birklar, H. Weil, Tv. Musch enheim, 62 P.; 32. W. Weisel, Tv. Birklar. 61 P.; 34. H. Jung, Tv. Holzheim, E. März, Tv. Lang-Göns, 58 P. Schüler (136 Bewerber, 134 Sieger): 1. Sieg A. Bender, T. u. Spv. Butzbach. 130 P.; 2. A. Schütz, Tgm. Friedberg, 116 P.; 3. E. Dickler, Tgm. Friedberg, 109 P.; 4. W. Weisel. Tv. Gambach, 108 P.; 9. R. Dreier, Tv. Lang- Göns, 90 P.; 12. A. v. Diemar, Tv. Eberstadt. 93 P.; 15. W. Schäfer, Tv. Eberstadt, P. Pfeffer, Tv. Eberstadt, 90 P.; 16. H. Wedemann, Tv. Eberstadt, 88 P.; 17. E.. Mörler, Tv. Holzheim, 87 P.; 21. W. Römer, Tv. Lang-Göns, 21. Dergk, Tv. Lang-Göns, H. Bender, Tv. Eberstadt, 83 P.; 22. R. Wenzel. Tv. Lang-Göns. 82 P.; 24. H. Schmandt, Tv. Eberstadt; 25. H. Sann, Tv. Holzheim, 79 P.; 30. 1$. Löbrich, Tv. Eberstadt, E. Mattheis, Tv. Eberstadt, 74 P.; 35 .A. Höfer, Tv. Holzheim, 69 P.; 37. H. Gör* lach, Tv. Eberstadt, E. Müll. Tv. Lang-Göns. H. v. Diemar, Tv. Eberstadt, H. Görlach, Tv. Lang-Gons, 67 P. Leichtathletik. Gießener Leichtathleten in Frankfurt. £. Gelegentlich des Reichsarbeitersporttages in Frankfurt nahmen eine Anzahl Leichtathleten der Freien Turnerschaft Gießen cm den dortigen Wettkämpfen teil. Die erzielten Erfolge können sich sehen lassen, wobei berücksichtigt werden muß, daß infolge starker Regenfplle die Laufbahn in ihrer Beschaffenheit ungünstig beeinflußt wurde. Es konnten sich unter starker Konkurrenz plazieren: Beim 3000-Meter-Lauf Otto Balser an 1. Stelle in 9:55 Min., Otto Rü spe- ler an 4. Stelle in 10:14 Min Die 3mal-1000» Meter-Staffel in der Besetzung Sparr, Rüfpeler, Balser belegte in der Zeit 9:30 Min. hinter Frankfurt- Riederwald den 2. Platz. Bei den Jugendwettkämpfen nahm beim Weitsprung Willi Sparr mit 5,25 Meter den 2. Rang ein, derselbe Jugendliche warf den Diskus 31,20 Meter und kam auf den 3. Platz. Im 1000-Meter-Jugendlauf wurde Karl Wilke in 3,5:2 Min. 4. Sieger und im 400-Meter-Jugendlauf Richard Schäfer Zweiter in 59,4 Sek. Im 1500-Meter-Lauf für aktive Sportler wurdeA. Kunzemülser4.Sieger. Deutsche Hochschulmeisterschasten 1926. vo. Die Durchführung der diesjährigen Hoch- fchul-Meist erschuften, die die Donner älniversität aus finanziellen Gründen ablehnen muhte, ist nunmehr der ülniversität Jena übertragen worden. 2lls Austragsvrt kommt das Stadion des 1. S. D. Iena in Frage. Fußball. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Spielvereinigung 19 00 Gießen nahm die Eröffnung ihres neu erbauten Sportplatzes an der Liebigshöhe am Samstag in schlichter Weise vor. Zunächst stellte sich die e r fte I u g e n d des Vereins dem Schiedsrichter zum ersten Treffen auf der Neuanlage. Als Gegner hatte man den derzeitigen Mainbezirksjugendmeister, die 1. Jugendmannschaft der „Viktoria" Aschaffenburg, gewonnen. Die Einheimifchen hatten in technischer Beziehung ein Plus aufzuweisen, waren aber sonderbarerweise dem Gegner in der Schnelligkeit etwas zurück. Dieser erhielte mit zwei schnellen Durchbrüchen zwei Tore, während der Platzoerein nach schöner Kombination zwei Gegentreffer buchte, davon den letzten gerade mit dem Schlußpfiff. Das Spiel endete somit 2:2 (Halbzeit 1:1). Vor Beginn hatte der 1. Vorsitzende der Sp. Vgg. 1900, Kasseninspektor Müller, die Gäste in kurzen Worten begrüßt und zum Andenken an den bedeutungsvollen Tag ein Blumengewinde mit blauweißgrüner Schleife, (der neuen Vereinsfarbe) überreicht. Trotz des vorausgegangenen unaufhörlichen Regens war die Plahanlage in bester Verfassung. Nachdem die prachtvollen Gestalten der Leichtathleten ihren Stillauf in glänzender Weise absolviert hatten, betraten die Liga Mannschaften das Spielfeld. Dem Unparteiischen, einem Herrn von Wetzlar, stellte sich der Platzverein mit reichlichem Ersatz und die Gäste Rasenspvrtverein Germania 0 8 Marburg. Die Gäste, die die bedeutend jüngere Mannschaft zur Stelle hatten, entwickelten eine große Schnelligkeit, die inner* halb zehn Minuten zu drei Erfolgen führte, darunter ein verwandelter Elfmeterball, dessen Berechtigung von vielen bezweifelt wurde. Don diesen drei Treffern waren zumindest zwei haltbar. Die Mannschaft des Platzvereins kam nunmehr in Schwung. Gefährliche Angriffe wurden eingeleitet, aber nicht ein einziger Erfolg wollte glücken, obwohl Gelegenheit dazu reichlich vorhanden war, und so blieb es fast bis zum Spielende. Wahrend Gießen vom Feldspiel bedeutend mehr hatte und zum größten Teil das Spiel in des Gegners Hälfte verlegen konnte, erzielte Germania in schnellen Durchbrüchen an der aufgerückten Verteidigung 1900 vorbei Tor aus Tor, so allmählich die Zahl zehn erreichend, wovon je* doch mehr als die Hälfte haltbar gewesen wären, wenn nicht der Tormann der Gießener aus ganz unbekannten Gründen eine seltsame Dickköpfigkeit an den Tag gelegt hätte. Die Vereinigten werden wohl den Posten durch einen Ersatzmann besetzen müssen. Gegen Schluß des Spieles baute Marburg, das sich anscheinend stark verausgabt hatte, mächtig ab, so daß dis Platzbesitzer innerhalb 5 Minuten zwei schöne Gegentore erzielen konnten. Bei dem Stande 10:2 beendete der gut seines Amtes waltende Schiedsrichter das Spiel. Staffelläufe während des Spieles ergaben u. a. einen Sieg der 1. Jugendstaffel über die 1. Senioren des Vereins. Am Sonntag weilten die 2. und 3. 3 u - oendmannschaft als Gäste bei dem V. f. D. Kurhessen Marburg. Beide Mannschaften erzielten ein 2:2 Resultat. Die Jugend Aschaffenburgs spielte ebenfalls gegen B. f. *3. Kur- Hessen Marburg 2:2. während die Ligamannschaft des B. f. B. Kurhessen Marburg von „6 t> d 11“ Kassel eine 3:4 Rieder läge einstecken muhte, obwohl sie noch bei Halhzeit mit 3:0 in Führung lag. Die 3 b Mannschaft der 6p. Bgg. 1900 weilte mit nur 9 Mann in Leun und bezog daselbst verdient eine 62-Riederlage. D. s. B. (=) Durch das Samstag spiel der Marburger »Germanen" erhielt das Treffen dieser gegen die Ligamannschaft des D. s. D. eine besondere Rote. Di« Platzmannschaft sand sich sofort imb setzte der Marburger Deckung hart zu, hatte aber vorläufig ein starres Hindernis in der vorzüglichen Abwehr der Gästevcr- tcidigung. in der der alte Routinier Loh überragte. 03. f. B. zeigte sich in dieser Halbzeit seinem Gegner technisch und tattisch weit überlegen. Das Zuspiel war glanzend. Je nach der Lage wanderte der Ball in flacher oder halbhoher Kombination von OHarrn zu Mann, so daß der Gegner sich kaum einmal in den Besitz desselben sehen konnte. Während die Hintermannschaft wenig beschäftigt war, versah die unermüdliche Läuferreihe den glänzend aufgelegten Sturm mit Vorlagen. die zu Erfolgen führen muhten. Drei von vielen Torschüssen sanden denn auch ziemlich kurz hintereinander ihren Weg ins Retz. Din 4. Tor wurde wegen angeblichem Abseits nicht gewertet. Immer noch gestaltete V. f. D. das Spiel weit überlegen. Rr. 5 war „so gut wie gemacht", zählte aber ebenfalls nicht, da der von einem am Boden liegenden Stürmer schwach aufs leere Tor getretene Ball die Torlinie noch nicht überschritten haben sollte, bevor er von einem Verteidiger wegbefördert wurde. Di« Gäste beschränkten sich während dieser Zeit lediglich auf Durchbrüche, die infolge des allzustarken Aufrückens der Verteidigung oft gefährlich wurden. Auf diese Weise und mit Ausnutzung eines Miß- verständnisses kam Marburg zum ersten Gegen- tot. Kurz darauf verpatzte Linksautzen eine klare Torgelegenheit. Bei 3:1 für Giehen wurde gewechselt. Der immer stärker werdende Regen lieh das Spiel sich im langsamen Tempo abwickeln. „Germania" kam etwas auf, ohne jedoch den Ton angeben zu können. Im Gegenteil zeigte D. f. V. trotz starken Rachlassens einiger „Wasserscheuer" stets eine kleine Ueberlegenhest seinem Gegner gegenüber. Rach einigen ausgelassenen Gelegenheiten, wie Lattenschüsse usw. wurden wieder zwei Tore erzielt, von denen das erste diesmal zu Recht wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Marburg drückte nochmal aufs Tempo, um das Resultat zu verbessern, was ihm auch durch ein zweites Tor gelang. Der Rest der abgekürzten Spielzeit brachte bei strömendem Regen nichts besonderes mehr. Mit 4:2 verlieh D. f. D. als Sieger den Platz. Germania" Marburg hatte GÜick, so knapp davvngekonnnen zu sein. Richt unerwähnt soll bleiben, datz do« Spiel sich von Anfang bis Schluß ruhig und fair abwickelte. In dieser Aufstellung und mit diesem Geist kann die D. f. B.-Mannschaft den kommenden Bezirksoer- bandsspielen mit Ruhe entgegensehen, vorausgesetzt, daß sie die achtwöchige Sperrzeit richtig ausnutzt Für nachmittags hatten sich die A l 1 e n D. f. B.er die Alten „Germanen" M a r b u'r g s zu Gast geladen. D. s. B. schickte seine Gäste mit einer 7:2« Packung beladen heim. Dritte und zweite Iugendmannschast waren zur Playweihe in Dauoringen und brachten ein unentschiedenes 2:2 bzw. einen knappen 1:0>Sieg nach Gießen. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen I — Bezirksmannschaft 2:4 (1:2). £ Am Sonntag fand auf bem Heuchelheimer Platz ein Spiel dec 1. Mannschaft der Freien Turnerschaft Giehen gegen eine aus Spielern der Vereine Heuchelheim. Wetzlar und Raunheim zusammengesetzte Dezirksmannschaft statt. Der An- stotz der Bezirksmannschaft wurde gleich vor das Siebener Tor getragen, wo der Ball auch für di« erste Viertelstunde festgehalten wurde. Giehen fand sich schwer zusammen, drei Mann Ersatz und eine unglückliche UmfteHung trugen die Schuld hieran. Erst allmählich klappte es: der erste Durchbruch führte gleich zu einer Ecke für Giehen. die ergebnislos blieb. Bei auf- und abwogendem Kampfe wurden beiderseits günstige Torgelegenheiten ausgelassen, auch zwei Ecken für die Dezirksmannschaft brachten noch keinen Erfolg, bis in der 30. Minute eine Vorlage des Mittelläufers von Rechts au hen für die Bezirksmannschaft zum 1. Tor verwandelt werden konnte. Ein auf der Strafraumlinie für Giehen gegebener Strasstoh führte zum Ausgleich. 2 Minuten vor Halbzeit konnte die Dezirksmannschaft auS einem Gedränge heraus abermals in Führung geben. Rach Wiederanstoh beiderseits ziemlich aufgeregtes Spiel. Einen Elfmeter hielt der Tormann der Dezirksmannschaft, die nun in der Folgezeit wieder den Ton angab. Zwei weitere Tore waren der Erfolg hiervon. Die Gülttgkeit deS einen Tores darf angezweifelt werden. Beiderseits wurden noch einige Ecken erzielt, bis Giehen im Endspurt ein zweites Tor aufholen konnte. Die Aufstellung der Dezirksmannschaft erwies sich als gut. der schwächste Punkt waren die beiden Außen stürm er Gießen II — Marburg II 2:2. Zu einem Verbandsspiel trafen sich die obigen Mannschaften. Marburg trat nur mit 9 Mann an, trotzdem gelang es der kompletten Gießener Zweiten, als mageres Ergebnis ein Unentschieden herauszuholen. Heuchelheim Jugend — Klein-Linden Jugend 5:0. Auch in Klein-Linden beginnt sich nunmehr der Fußball einzubürgern. Die Jugendmann- schaft von da traf sich zu ihrem ersten Spiel in Heuchelheim mit der einheimischen Jugend, beide Mannschaften zeigten ein lebhaftes Spiel. Dah die ersten Spiele gegen spielerfahrene Gegner «mit einer Riederlage enden, ist verständ- ohdem zeigte Klein-Linden bereits ein verständnisvolles Eingehen auf die Künste des Fußballs. Dis Halbzeit konnten sie das Ergebnis noch 1:0 halten, mußte allerdings nach Seitenwechsel den Dall noch viermal aus dem Reh holen. Handball. Wetzlarer Städtemannschast — T. H Berlin-Charlottenburg 6:2 tz. Wieder konnte die Wetzlarer Stadtvertretung im Handballspott ihrer früheren Erfolgen am Samstag einen neuen anreihen. Das Spiel mußte infolge der anhaltenden Regengüsie von dem nicht spielfähigen F.-E.-Platz nach dem Stadion gelegt werden. Unter der Leitung des guten Schiedsrichters Seibert vom Tv. begapn das Spiel, das nach kurzem Hin und Her den Berlinern den ersten Erfolg brachte. Fast vom Anstoß weg glich Wetzlar aus und stellte das Torverhältnis in gleichen Abständen bis zur Mitte der ersten Hälfte auf 3:1 für Wetzlar. Erst jetzt machte sich bei Berlin eine gewiße Einheitlichkeit bemerkbar, die nach und nach ein immer besser werdendes Zuspiel zeigten, dem aber — und da-, war ihr Verlierer — vor dem Tor der Schuß fehlte. Weglar konnte das Spiel im Feld trog der aufopfernden Spielweife des Mittelläufers nicht gleich halten, wurde aber in jedem einzelnen Angriff seines Sturmes entschieden gefährlicher und konnte vor allem schießen. Letzteres galt vor allem für den Hl., der am Samstag wieder feine altgewohnte Form zeigte. Roch dem Seitenwechsel konnte Berlin das Spiel immer offener gestalten, ohne aber den mit dem Wechsel bestehenden Abstand von 5:1 für Wetz, lar verringern zu können. Auf jeder Seite je ein Erfolg stellte das Torverhältnis endgültig richtig. Berlin mußte geschlagen den Platz verkästen. Gießen - Frankfurt Abt. 11 0 : 5. Zu diesem Spiel auf dem Trieb am Sonntag erschienen die Frankfurter nur mit 9 Mann. Die größere Spielerfahrung sicherte ihnen aber obigen einwandfreien Erfolg über die Gießener Handballer. Tennis. Fritz-Sieger im Prälidenten- Pokai. Frankfurt o. M., 14. Juni. (WTB.) Montag nachmittag wurde die Schlußrunde im Präsiden- ten - Pokal ausgefochten, die zu gleicher Zeit als Kampf um die Tennis-Mei ft erfchaft von Frankfurt a. M. gilt. Fritz, der den Pokal bereits in den letzten Jahren gewonnen hatte, blieb auch diesmal siegreich, indem er Bohrmann 6:3, 6:3, 6:2 abfertigte, wobei Bohrmann, namentlich im letzten Satz, guten Widerstand leistete. Fritz hat damit den Pokal zum drittenmal gewonnen, der in den endgültigen Besitz aber erst nach fünfmaligen Gewinnen übergeht. - YOGHURT 1* Wir haben das alleinige Herstellungsrecht von DR. AXELROD s JOGHURT welcher in allen Kulturstaaten als ausgezeichnetes Heil- und Nahrungsmittel bekannt und auch bereits in allen größeren Städten Deutschlands eingeführt lat. für Gießen und Nach- barstädte erworben Beachten Sie bitte die morgen dem Gießener Anzeiger beiliegende Aufklärungsschrift. DAMPFMOLKEREI GIESSEN Gebrüder Grieb. 5106a Damen-Hemdhosen „Benger’s Ribana“ und viele andere Kinder-Hemdhosen für Knaben und Mädchen Knaben-Kniehosen Untertaillen für Damen aus Trikot, */, Arm und ohne Arm Damen-Unterjacken Damen-Netzjacken Schlupfhosen 5USa in allen Größen Prinzeß-Röcke u. Schlüpfer in la Kunstseide Gegründet 1859 Kreuzplatz Was sind Kau Bonbons? Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Kau-Bonbons ein Zeitvertreib für Kinder sind! Die Wrigley P. 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In dem -ihgestern wird die 0r- er freiwilligen Seu°r Nm den Ortsvorsiand für die len, hatten einige Leihgesterner ?2is*g ”Ui®s sES-s sj^ '•tfSrss'S “ÄÄ ien Elemen. a o verehrt &:»äas ÜSUffSS ZS-dL SsÖsS SsK»? nB. 7n ßeeoiN (‘t.. toar. ■ ’5'«Ä* tt s"eJ«5 S*»?S*s*4< „f*“ zwei Jahre wiederkehrendes M i s s i o n s f e st. Morgens predigte bei gutem Wetter auf dem Kir. chenplay Kirchenrat Trommershause n-Frank- furt (Luiherkirche). Nachmittags sprechen die Missionare Maneke HcrmaiOisburg und Lauck- Frankfurt (Bafel). Die Musik werden die Posaunenchöre Klein-Linden und Lang-Göns und der Ge. mischte Chor voi^ Klein-Linden übernehmen. d Lollar, 14. Juni. Aus der jüngsten Gerne inderatssitzung ist zu berichten: Für die Abstimmung zum Volksentscheid und zur Beigeordnctenwahl wurden als DorsliTender bAw. Stellvertreter in der Wabl- kommission Bürgermeister Schmidt und Ge- meinderat Keller, zu Schriftführern die Ge- meinderäte Hoffmann und D e u h i n g bestimmt. Der übrige Gemeinderat verteilt sich auf die Deisitzerstellen. — Als Feldgelchwore- n e r wurde Fritz Geißler 5 bestellt, und di« betr. Gebühren nach Vorschlag deS Kreis- amteS folgendermaßen festgesetzt: Sine Betätigung biS zu zwei Stunden 1,15 Mark, von zwei bis vier Stunden 2.25 Mark und über vier Stunden 4,50 Mark. — Da verschiedene Familien in der Gemeinde sind, die unbedingt anderweitig untergcbracht werden müssen, zog Bürgermeister Schmidt bei verschiedenen Geschäftsleuten Offerten über Herstellung vonRotwoh- n u n g e n ein. Die Firma D. Buhn A. G. verlangt für Errichtung solcher Rotwohnungen in Form einer Baracke mit zwei zwei und einmal drei Zimmern 87 00 Mark, hingegen beansprucht der Schreinermeister Geißler für dasselbe Objekt nur 5 4 0 0 Mark. Letzterer wurde mit der Herstellung beauftragt. — 3n nichtöffentlicher Sitzung behandelte der Gemeinderat Anträge betr. Vermittlung von Baugeldern, die dann der Prüfungskommission überwiesen tourben. ch Londorf, 14. Juni. Unsere Einwohner rüsten eifrig für das am 3., 4. und 5. Juli stattfindende Bundesfest des Lahntal- sängerbundes. An den meisten Häusern wird eifrig gearbeitet. Da unsere Weißbinder — unser Dorf ist verhältnismäßig arm an diesem Berufe — die Arbeit nicht alle bewältigen können, so ist auch den Weißbindern auS den Nachbarorten reiche Arbeit-Möglichkeit gegeben. Der Festplah befindet sich auf dem .Lahnkippel", nur 100 Meter vom Bahnhof entfernt. Gr wurde von dem Pachter de- hiesigen Hof gute-, das den Freiherren von Vordeck zu Rabenau gehört, zur Dersügung gc- stellt. Die Singhalle, eine auf dem Platze schon länger stehende Baracke aus dem ehemaligen Gefangenenlager in Gießen, wird eben hergertchtet. Sie wird allerdings nur einen Teil der Sänger fassen können. Werden doch fast 40 Vereine mit rund 2000 Sängern, einschließlich der Gastoerein«, erwartet. Da ein großer Teil der auswärtigen Sänger au- den Bundesvereinen zwei oder auch drei Tage da- Fest besuchen, so ist der Festausschuß eben an der Arbeit. Quartiere für die Gäste zu besorgen. Am Festsonntagmorgen wird ein WertungSsingen veranstaltet, bei dem jeder Verein einen wahlfreien Thor vorträgt. Der Dirigent deS sestqebenden Verein- ist Musck- lehrer Kasten von Gießen. t. G r ü n b e r a, 14. Juni. Gegenwärtig wird mit Hochdruck an dem neuen Hochbehälter gebaut. Der gewaltige Zementklotz kommt an die Lonborfer Straße südöstlich des Wartturmes zu liegen. Der bisherige Hochbehälter, der sogenannte Diebsturm, reicht für den Wasserverbrauch der Stabt nicht mehr aus, und so mußte ein zweiter Hochbehälter errichtet werden. Durch die Pumpstatton wird bas Wasser aus bem Brunnental in den Hochbehälter geleitet. Die Kosten für das neue Bauwerk einschließlich des Zuleitungsstranges belaufen sich auf 60 bi- 70 000 Mark. t Grünbcrg, 14. 3unt. Die hiesige Be - zirkssparkasse hielt ihre diesjährige M t t- glieber-Dersammlung ab. AuS dem Bericht deS Vorstandes über das Geschäftsjahr 1925 war zu ersehen, daß daS Geschäftsjahr im Zeichen wirtschaftlicher Depression, Kapitalarmut und Kreditnot stand. Trotz allem kann die Kasse mit Befriedigung auf das abgelaufene Jahr zurückblicken und daS Ergebnis alS günstig bezeichnen. Der GeschäftSumsang hat sich bedeutend erweitert. Di« Kass« hatte in den Jahren 1904 biS 1913 einen durchschnittlichen Einlagezuwachs von rund 70 000 Mk., in 1913 einen, Gesamtumsatz von 3 350 000 Mk., im Jahre 1925 einen Einlagezuwachs von 217 000 Mk., einen Gesamtumsatz von rund 6 650 000 Mk. Die Zahl Der dritte Schutz. Kriminalroman von Die Stefani. 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Auf halbem Weg zwischen Haus und ©orten» Pforte schimmerte im Nasen ein weißer Gegenstand. Kramer hob ihn auf. Es war eine der Emaille- fannen, in denen man das Wasser vom Brunnen zu holen pflegte. Lag sie schon gestern abend da? — Darüber würden Maria oder Franz Auskunft geben können. Das Wichtigste aber fand er dicht unter dem Fenster des Wohnzimmers. Der feucht gewesene und nun trocken gewordene Erdboden hatte an dieser Stelle deutlich« Abdrücke aufbewahrt, die Kramers geübtes Auge als die zweier langer spitzer Schuhe befinierte, die in etwas ungewöhnlichem Winkel zueinander standen. Der Mann muh stark einwärts gegangen sein! sagte er sich. — Weiter fand er nichts. Als er an die Gartenpforte gelehnt baflanb, kam Esser mit Molinski aus dem Hause. Sie wechselten einige Worte. „Hoben Sie ein Auto?" fragte Kramer dann. „Ja, gewiß! — Es steht in Sonn. Wenn Sie es haben wollen — es kann in einer Stunde hier sein!" „Was für ein Typ?" „Mercedes Tourenwagen. Ein Hunderter, mein Lieber! Riesenkasten!" „So?" sagte Kramer. „Hat sonst jemand hier in der Gegend ein Auto?" ,Zn Godesberg selbst haben mehrere Leute eins. Ich stell Ihnen aber das meine ebenso schnell zur Verfügung!" „Danke vielmals, ich frage nur so . . . Kennen Sie jemanden, der einen grauen Sportwagen hat?" „Nee," sagte Esser. „Hier in der Gegend nit." „Sonst irgendwo?" „Ja — in Bonn steht so'n Ding. Ein hochtouriger Selve-Rcnnwagen!" „Gehört?" fragte Kramer in gleichgültigem Ton. „Sandberg!" Der Anwalt kämpfte die jäh aufwallende Erregung nieder. Nach einer Welle fragte er: „Hat der Mann einen guten Chauffeur?" der Buchungen im Jahre 1913 betrug 4841 Posten, in 1925 dagegen 17199. Die Spar- einlagen sind gcfti.'gcn von 568 Konten mit 126 246 Mk. auf 954 Konten mit 343 864 Mk. Nach ihrer Höhe verteilen sich die Einlagen wie folgt: Einlagen unter 100 Mk. 307 Posten, von ICO biS 500 Mk. 436 Posten, von 500 bis 1000 Mk. 104 Posten, über 1000 Mk. 57 Posten. Anfang 1925 hatte die Kasse im Dezirl 13 Schulsparkasfen eingerichtet, die am JahreSschluß einen Bestand von 6391 Mk. auftoiefen. Der Kontokorrentverkehr hat sich günstig weiter entwickelt. Die Zahl der Konten stieg von 203 auf 264. Die Gesuche um Darlehen waren auch in diesem Jahre groß, jedoch konnte die Kasse im allgemeinen den dringenden Wünschen entsprechen. Die Zahl der gewährten Darlehen flieg von 234 Posten mit 85 910 Mk. aus 786 Posten mit 252 351 VN. Der Reingewinn für 1925 beträgt nach Abschreibung von 759,10 Mk. aus Mobilien 24 562.24 Mk. Vorstand und Aufsichtsrat haben beschlossen, diesen Betrag wegen der AuswertungSverpslich- tungen voll der Rücklage zusließen zu lassen. — Die Aussichten auf Wohnungsbauten, die sich bei Beginn der diesjährigen Bauperiode boten, waren äußerst gering. Rur ungefähr drei biS vier kleinere Häuschen sollten voraussichtlich neu in Angriff genommen werden. 3m Laufe deS Frühjahrs hat sich aber doch eine regere Tätigkeit im Wohnungsbau entfallet. Gegenwärtig befinden fich sechs Wohnhäuser im Bau, wovon drei bald 'ertiggestellt sind. Weiterhin stehen noch acht bis zehn Wohnbauten in Aussicht. Hiervon werden in diesem Jahre mindestens noch fünf in Angriff genommen, die anderen spätestens zum Beginn des Frühjahrs 1927. Durch Straßenbauten, Legen von Wasserleitungen und evtl, den Bau des neuprvjektierten Finanzamtes mit der dazu gehörigen Billa gäbe eS in dem hiesigen Baubetrieb reichlich Beschäftigung. Kreis Friedberg. y. Wölfersheim, 14. 3uni. In der jüngsten Gemeinderatssihung wurde beschlossen, den Gcmeinderatsbeschluß, vom 13. Juni ab alle Wasserleitungs-Kellerpumpen zu schließen, bestehen zu lassen, um jeder Wasservergeudung vorzubeugen und eine Wiederkehr von Wassermangel und hohe Sonderwasserrechnungen zu verhindern. — Die Stundengebühr für hie Feldgeschworenen während ihres Dienstes wurde von 30 auf 50 Pf. erhöht. — Bei der Versteigerung der Gemeindefrühkirschen kam das Pfund Kirschen am Baum auf etwa 10 bis 15 Pf. zu stehen. Kreis Büdingen. nd. Nidda, 14.Juni. Wie alljährlich machte die hiesige Realschule auch in diesem ?n!)tc einen größeren Ausflug. Die oberste Klasse, VnlenSe- kunda, unternahm eine zweitägige Reise n.'O) Heidelberg. Die anderen Klassen besuchten den Rhein und dar Niederwalddenkmal, die jüngsten Schüler Wiesbaden, Marburg und Bad-Nauheim. Kreis Schotten. * Eichelsdorf 14. Juni. Nachdem die „Dicke E i ch e" im letzten Winter ihren stärksten Ast durch Absturz verlor, ist nun auch der schwächste der ihr verbliebenen beiden Aeste abgebrochen. Da in den letzten Tagen kein Sturm zu verzeichnen war, kann nur Alterschwäche den bereits seit einigen Jahren abgestorbenen Ast zu Fall gebracht haben. Wenn die Bruchstelle wasserdicht abgeschlossen wird, steht zu hoffen, dah dem 1000jährigen Baumriesen der letzte fröhlich grünende Ast noch lange Zeit erhalten bleibt. — Seit einiger Zeit sind seitens der Reichsbahnverwaltung Bestrebungen im Gange, die hiesige Bahnstation nachmittags nur als Haltestelle zu behandeln. Der hier tätige Beamte soll yt den Nachmittags- und Abendstunden auf den Stationen O b e r - S ch m i 11 e n und Rainrod als Ablöser verwandt werden. Die Durchführung dieses Plane- würde für den Güterverkehr, der sich, wenigsten- für daS eine Stund« talauswärt-liegende Eichelsachsen, meistens in den Qlbenbftunben abwickelt, eine große ülnbequemlichkeit bedeuten, da Ausgabe und ilebernafjme der Güter in den arbeitsreichen Vormittagsstunden geschehen müßte. Die Reichsbahnverwaltung würde nur die Ausgaben für die seither auf den genannten Stationen beschäftigten Ablöser sparen, deren fernere Bezahlung di« „Er fährt meist selbst. Aber er hat natürlich einen!" „Fährt er gut?" „Leidlich." Kramer wollte darauf hinaus, daß Esser ihm eine Beschreibung des Mannes gäbe. Aber Esser tat ihm nicht den Gefallen, sondern sagte auf alle darauf bezüglichen Fragen: „Fies sieht er aus, ich weih wirklich nit, wie sehr!" Er wandte sich ab. Molinski, der sich bis dahin schweigend verhalten hatte, sagte leise und aufgeregt zu Kramer: ,Lch weiß, warum Sie ihn fragen!" „So?" „3a. Sie haben den Wagen gestern abend gesehen!" „Woher wissen Sie das?" fragte der Anwalt überrascht. „Weil ich ihn auch gesehen habe. Er kam auf der Bonner Landstraße daher, verlangsamte feine Fahrt einen Moment, weil jemand absprang, und fuhr bann, in einen selten benützten Feldweg abbiegend, in nördlicher Richtung weiter!" Kramer sah den jungen Mann lange prüfend an. In diesem Augenblick rief der Weinhändler, der sich einige Schritte entfernt hatte: ..Fall nit hin, Babettchen!" Sie brachte drei Tassen frischen Kaffee. „Halt deine Näs nit so hoch ,wo guckst du denn hin?" „Ein Flieger!" sagte sie und blickte in den Himmel. Der Aeroplan flog in niederer Höhe, beschrieb einen Kreis und senkte sich mehr und mehr, bis er hinter einem Hügel verschwand. „Nanu!" sagte Ester. ,Lst das Besuch für uns?" — Molinski ging mit feiner Taste langsam ins Haus. Die Qunifonne begann wieder zu brennen. Ära- feine Augen mit der Hand und blickte in oie Richtung, wo das Flugzeug niebergegangen zu sein schien. Auf einmal horte er in der Ferne, scheinbar auf ber anderen Seite des Stromes, eine Autohupe heulen. Dorgeneigt horchte er auf den Ton . . . Aus dem Hause kam der Arzt. Er erklärte, Brentheim habe den Schuß, der feinen Herzmuskel Reichsbahnverwallung sicherlich nicht in finan- i zielle Schwierigkeiten brächte. Ärm Alsfeld. •!• Merlau, 14. Juni. Der hiesige Polizei, diener Karl Harsmann ist seit 33 Jahren Kirchendiener, hat aber in Vertretung seine. Vaters dieses Amt bereits viel länger über 50 Jahre, ausgeübt. In Anerkennung feiner großen Treue und Gewissenhaftigkeit, mit der er allezeit seinen Dienst versah, überreichten ihm Kirw.cnvor stand unb Gemeindevertretung einen Ruhe kessel. Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes dankte ihm im Namen der Gemeinde für feine Dienste und wünschte ihm einen gesegneten Lebensabend. *!* Flensungen, 14. Juni. Die Regu lierung der Sem bad), die in Verbindung mit der Feldbereinigung durchgesuhrt werden soll, nimmt in dieser Woche ihren Anfang. Die vielen Windungen, die der Bach macht, sollen verschwinden, und ein gerader Flutgraben wird das Wasser aiifnehmen. Es soll damit den vielfachen Heber- schwemmungen der Wiesen, bi« das ganze Tal oft in einen See verwandeln, ein Ende gemacht werden. Die Regulierung schafft den vielen, die durch die Stillegung der Eisensteingruben arbeitslos geworden find, willkommenen Berdienst. Starkenburg. Bensheim, 14. 3uni. (WSR.) Infolge des anhaltenden Regenwetters springen die Kirschen auf und faulen an den Bäumen. Deswegen werden sie jetzt majfentoeife gepflückt und zu Schleuderpreisen abge'eyt. Aus den Wochenmärkten kosteten sie zuletzt 8 Pf. pro Pfund. Preußen. Kreis Weülar. XX Aus dem Kreise Wetzlar, 14.Juni. Der Stand der Felder ist im allgemeinen günstig. Das Getreide ist teilweise mannshoch. Seit kurzem blüht der Roggen. Das Düngen mit Kunst, bünger hat infolge ber langen Feuchtigkeit das Wachstum vielfach mäßig gestaltet. In manchen Aeckern lagert ddr Roggen. Wenn auch angenommen werden kann, daß sich die Halme bei trockenem Wetter wieder aufrichten, so ist doch die Körnerentwicklung beeinträchtigt. Es mollert nicht, wie der Landmann sagt. Eigenartig sehen viele Weizenäcker aus. Der Rost hat Halme und Blattwerk be- fallen. Sehr schön ist der Stand der übrigen Felder. Jedoch hat der Bauer sehr viel mit dem Unkraut zu kämpfen. Die Kartoffeln stehen bis auf wenige Sorten schön. X Dutenhofen, 14. Juni. Die Bau. tätig feit in unserem Orte ist auch in diesem Jahre wieder ziemlich lebhaft. Durch die Ausdeh- nung des Ortsbebcniungsplanes gewinnt unser Ort nach allen Richtungen hin immer mehr an Umfang. Die Preise für Bauland betragen, wie früher, je nach Lage 4 bis 5 Mk. pro Quadratmeter. ch. Lützellinden, 14. Juni. Zwecks Grün- düng einer 2 u n g b a u e r n f ch a f t fand dieser Tage auf dem Rathaus eine Versammlung des hiesigen Bauernvereins statt, zu der ein Vertreter ber Bezirksbauernschaft Nassau als Redner erschienen war. Nach dessen Vortrag wurde die Grünbuna einer Ortsgruppe vorgenommen, ber sofort sieben Mann beitraten. CO Lützellinden, 14. Juni. Die hiesige Gemeinde hat als erste des Kreises vor längeren Jahren eine H a u s h a 11 u n g s s ch u 1 e eingerichtet, die sich im Laufe ber Jahre äußerst bewährt hat. In ber Besetzung ber Lehrerinnenstelle ist dieser Tage ein Wechsel eingetreten. Die bisherige Lehrerin A 11 o a t e r von Gießen ist infolge Annahme einer anberen Stelle ausgeschieben: an ihre Stelle ist bie Lehrerein Dem von Großen-Linden getreten. O Hörnsheim, 14. 3un:. Die in Unterhaltung des Kreises stehende Kleebachtalstr a ß e wird zur Zeit vom hiesigen Orte bis zur preußisch-hessischen Gemarkungsgrenze einer Instandsetzung unterzogen. Die Straße befand sich bisher in sehr schlechtem Zustande, der jedoch auf ihrer Fortsetzung im hessischen Gebiete in noch stärkerem Umfange besteht. Es ist allgemein befamü, daß die wirtschaftlichen Beziehungen aus dem unteren Kleebachtale fast ausschließlich nach Gießen gehen. Aus diesem Grunde würden es die Bewohner des Kleebachtales begrüßen, wenn auch der auf hessischem Gebiete belegen« Teil der Straße einer gründlichen Instandsetzung unterzogen würde. Während der Zeit der Arbeiten ist di« Straß« für den öffentlichen Verkehr gesperrt. O Hochelheim, 14.3unl Die hicsi« evangelische Gemeinschaft beabsichtigt, in dem ©arten ihres Mitgliedes Anton Hart- m a n n s h e n n ein D e r e i n s h a u S zu erbauen. Das HauS soll einen geräumigen Saal erhalten, der zur Abhaltung religiöser Versammlungen, sowie von Gebets- und Bibelstunden dienen soll, j Groß -Rechtenbach, 14. Juni. Am Donnerstag. Freitag unb Samstag der vorigen Woche fand eine Revision der Pflichtfeuer- wehren, Feuerlöschgerätschaften. Spritzen- und Lciterhäuser der Gemeinden der Bürgermeisterei Rechtenbach durch den stellvertretenden Kreisbrandmeister Vogels von Wetzlar statt. Di« zur Uebung angetretenen Wehren zeigten im allgemeinen befriedigende Leistungen. Auch die Gerätschaften usw. befanden sich im großen unb ganzen in ordnungsmäßigem Zustande. Der stellvertretende Kreisbraitdmeister legte den Mannschaften die Gründung freiwilliger Feuerwehren nabe. Zum Teil scheint diese Anregung auf fruchtbaren Boden gefallen zu fein, da in einzelnen Gemeinden bereits Meldungen zum Eintritt in eine zu gründende freiwillige Wehr ergangen find. t». Tiefenbach, 13. Zuni. Hier fand beute die 40jährige Jubelfeier des hiesigen 'Männergesangvereins statt. Am Vormittag ehrte der Verein bas Gedächtnis seiner Toten am Kriegerehrcnmal und am Grabe des langjährigen Derelnsd:rigenten Lehrer R u ß - mann auf dem Friedhöfe. Von der angemeldeten großen Sängerschar fonirten des starken Regenwegen nur etwa 20 Vereine erscheinen. Unter Dorantrltt einer festlich gekleideten Jungfrauenschar und der Solmser Musikvereinigung unter Leitung von Reinhold Müller zog am Rachmittag der große Festzug nach dem Festplatz. Das von dem Festverein unter feinem Dirigenten Lehrer Rehorn gesungene Degrühungslied leitete die Feier ein. worauf der Vereinsvor- sihende Gilsdorf der Festgemeinde, insbesondere den Sängern, Willkommen entbot und dabei der Entstehung des Vereins vor 40 Jahren und seiner weiteren Entwicklung gedachte. Der Redner lieh den drei noch lebenden Gründern des Vereins eine besondere Ehrung zuteil werden und schloß alsdann mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland und das deutsche Volkslied. Rach einem Prolog überreichte eine Jungfrau dem Verein als Ehrung der Frauen und Jungfrauen eine kostbare Fahnenschleife mit der Zahl 40. Der hiesige Turnverein ehrte den Verein durch die Ueberreichung eines prächtigen Fahnennagels. Im Anschluß an die offizielle Feier trugen die Gast- vereine aus ihrem reichen Liederschatz kostbare Proben vor. Mrcie Biedenkopf. ch. Rodheim a. d. Bieber, 14. Juni. Trotz ungünstiger Witterung wurde heute unter sehr zahlreicher Beteiligung der Einwohnerschaft und der ganzen Umgegend daS Jünglings- und Posaunenfest deS Kreise- Wetzlar in unserem Orte gefeiert. Nachdem die Probe der Posaunenchöre um 9 Uhr stattgefunden hatte, versammelten fich die Festteilnehmer zum Festgottesdienst. Die Festpredigt hielt Stistsdechant Lenz aus Lich. Rachmittags mürbe der Festzug ausgestellt. Unter den Klängen der Posaunen und Pauken begab sich die ansehnliche Menge in den nahegelegenen Wald, wo die Festversannnlung stattfand. Dort sprachen der Kreispräses der Jünglingsvereine, Pfarrer Koch- Lühellinden, Stiftsdechant Lenz aus Lich, Dun- desgauwart Keller-Feudingen, sowie der hiesige Pfarrer D ö m e l über das Generalthema „Zur Freiheit berufen!“ Die Begleitung der gemeinsamen Lieder übernahmen die vereinigten Posaunenchöre, deren Leitung in den Händen des Dirigenten Joh. Kuhl aus Drandoberndorf log. Dillkreis. bl. Dillenburg, 14. Juni. Den Bemühungen ber Kreisverwaltung ist es gelungen, bas Netz ber Krankenpflege st ationen beträchtlich 3 u erweitern. So bestehen heute im Kreise etwa 30 Schwesternstationen. Andauernd werben Versuche zu weiteren Gründungen gemacht. Die Stationen leisten vornehmlich auf dem Gebiet der Tuberkulose- und Äleinfinberfürforge Vorzügliches. gestreift hatte, gerade von vorn aus vielleicht zwanzig Meter Entfernung erhalten. „Für die Dunkelheit glänzend gezielt!" sagte Kramer und biß die Zähne zusammen. Er trennte fich von Ester und ging mit schnellen Schritten und in den Zackettaschen geballten Fäusten die Bonner Landstraße hinauf — bis zu der La- terne, wo er gestern abend Molinski erkannt hatte. Hier stand er eine Weile still und holte tief Atem. Zwei Taxameter tarnen von der Höhe herab an ihm vorbei und hielten vor der Villa Grete: Herren vom Gericht und von den Behörden. Kramer schritt wieder zurück, ober efr konnte sich nicht entschließen, in das menschenerfüllte Haus ein» zutreten. Er wollte noch fünf Minuten allein fein — so schritt er, an der Gartenmauer vorbei, die 2anb» ftrafje in entgegengesetzter Richtung zurück. Nach einiger Zeit fetzte er sich auf einen Meilenstein unb sing an zu rauchen. Ein t efes Surren begann hinter ihm. Er blickte auf unb ah einen großen Vogel sich hinter Bäumen in bie Luft heben: Den Aeroplan — der in niederem Fluge nach Nordosten zu über ihn hinstrich. Öuer über das Feld schritt ein Mann auf die Landstraße zu. Er trug einen Ledermantel unb an den Beinen Gamaschen. Kramer sah scharf hin, bann erhob er sich und schwenkte feinen Hut. Der Mann winkte wieder und lief auf ihn zu. Als er nahe genug war, rief der Anwalt: „Guten Morgen, Schulz! — Sind Sie mit dem Flugzeug gekommen?" „Jawohl, Herr ReHtsanwalt! Gemäß Ihrer Order, so schnell wie möglich hier zu sein. Komme ich zur Zeit?" „Etwas zu spät", antwortete Kramer und drückte ihm die Hand. „Aber ich bin froh, daß Sie da sind." Schulz vermochte kein Wort zu äußern, als er bie Nachricht von ber Ermorbung seines alten Chefs vernahm. Schweigend schritten sie ber Billa zu, den staubigen Weg enllang im prallen Sonnenschein — Kramer, schmal und schlank, mit seinem sonnverbrannten, stählernen Gesicht, und Schulz, der kleiner und jünger war und hinter unscheinbarem Aussehen Zähigkeit und Schlauheit verborgen hielt. 9m Hause angelangt, stellte der Anwalt Schulz als Ingenieur Beyer aus Berlin vor und erkundigte sich nach dem Resultat der angestellten Vernehmungen. Es sagte ihm nichts Neues, mit Ausnahme einer Angabe, die Grete gemacht hatte: sie glaubte, gestern abend, im Wohnzimmer weilend, unmittelbar vor dem Schuß einen halblauten, hellen Schrei gehört zu haben. Die Abschußstelle selbst meinte sie nicht feststellen zu können. Sie wäre so entsetzt von dem Knall gewesen, daß es ihr geschienen hätte, als sei er in unmittelbarer Nähe des Fensters abgefeuert worden. „Diel zu weit entfernt für ein so unsicheres Ziel!" sagte Schulz leise. Der Anwalt bat ihn auf sein Zimmer und hatte eine einstündige Besprechung mit ihm, in deren Verlauf er ihm fein Taschenbuch oorlegte. Darauf sagte er: ..Es wird Ihnen ohne weiteres klar fein, warum ich Lachner unb Molinski rot angeftridjen habe. Bei Ester lat ich es, weil mir feine Verbinbung mit dem Architekten Sandberg dringender Untersuchung zu bedürfen scheint. Und Sandberg selbst?" Schulz — ich habe nur einen einzigen, ganz schwachen Anhaltspunkt, um ihn zu verdächtigen: ich meine die Begegnung mit seinem Auto heute nacht. — Aber verstehen Sie mich: ich habe noch niemals, in meinem ganzen Leben nicht, einem Menschen gegenübergestanden, von dem ich in diesem Maße den Eindruck hatte: er ist nicht das, was er darstellen will. Ein unbeschriebenes Zuviel oder Zuwenig in Stimme unb Geste, das nicht zum Ausdruck feiner Augen paffen mag — ober der Ton feiner Hautfarbe, obwohl er in nichts den natür- sichen Gesetzen widerspricht — ich kann Ihnen nicht sagen, was mich zwingt, in feinem Gesicht zu suchen, wie in einer Maske. — Wie selbstverständlich und sachlich klangen die wenigen Worte, die wir in ber Trambahn zusammen sprachen — können Sie Der- stehen, warum es mir vorkommt, als ob er dabei den Kommissar auf geschickte Weise nach dem Grund feiner Reise ausgefragt hatte? — Ich kann es mir nicht erklären!" — „Nun," sagte Schulz, „wer wie wir viel mit Verbrechern zu tun hat, tausenderlei Arten ron fiiftfh und Verstellungen geübt und erfahren bat, der gewinnt mit der Zelt eine besondere bcharistcht unv Hellhörigkeit für diese Dinge." (Fortsetzung Mgt) ' 0.4075 95,5 in Pfennig notiert: 1 Pfund Lebendgewicht Schafe Schweine 71,5 M. i 'V ■ te! j < 67,75 20-58 35-60 Nr. 4 3n| 37 über di 70,25 138,25 Devisenmartt Berlin-Zranlfsrt a. M. i 1 F ■U s 32-63 30-55 38-42 135' 132' 109,2* 144,5* 135,5* 131,7* 109 7,15 135,7' 131,5' 56 67,25 30-55 25-50 30-65 40-63 Rinder 22-61 30-60 22-58 25-59 20-64 27-63 25-65 20-60 30-65 15-60 15-60 15-62 69-77 65-78 60-75 65-80 74-81 60-78 70-84 65-81 68-82 60-80 52-78 70-76 13,5 50,5 136,62 59 70—78 50-70 29-97 48-95 45-73 30-75 56-85 54-82 30-74 56-74 45-75 Berlin Bremen Breslau Chemnitz Dortmund Dresden Düsseldorf Elberfeld Essen Frankfurt Hamburg Hannover Husum Karlsruhe Kassel Kiel Köln Leipzig Magdeburg Mannheim München Stettin Stuttgart Zwickau N toiib Hie 186,9* 80 56,25 70 132,75 121’ 116 97,5 111* 153 63 64,25 36 195,2* I 79,9 30-60 50-70 38-60 38-60 35-55 30-62 133,5* 129* den gen 3,8 den mit 22-58 23-65 17-49 20-62 25-57 20-60 16-62 20-56 15-53 13-56 12-58 66,62 72 187,2* 79,12 89.9 13,25 50,75 158,5* 109,3* 141,5* 134,7* 130,9* 109,7* 7,25 74-82 66-80 45-78 67-85 66-80 65-80 60-84 58-80 60-73 58-78 70-82 160* 109,2* 145* 137* 131,7* 110,5 7.1 Kälber 40-71 40-75 54-75 40—76 40-80 50-77 40-100 45-72 45-100 40-75 29-74 35-80 geben» das, der mit 4,186 12,14 111,02 20,387 11,77 168,18 14,88 93,37 59,37 1,78 112,10 81,30 65,34 12,39 5.825 116,7* 71,25 57,75 117.5* 124,6* 129.5* 131* 138 39,5 90,75* 120,9* 117 LIEG, plus 1,25 Prozent, Elektr. Lieferunplus 1,8 Prozent, Licht und Kraft plml Prozent und Schuckert plus 1,5 Prozent; Rekord schlugen jedoch Siemens & Halske 161 35 120 70,5 29 3,75 137 60 67,5 115,2* 72 58.5 115 122,5* 127,3 132.5* 141 37,5 54 90,25* 118* 116,75 64 137* 131,5 51,5 98,5 68 einem Gewinn von 13,3 50,62 158,25 109,4* 142* 134.5* 84,5 131,5* 108.75 109 7,15 195,1* 68 87 132 123* 116,5* 112,5* 159* 63 63,5 4,206 12,20 111,58 20,487 11,83 169,04 14,96 93,83 59,67 1,82 112,64 81,70 65,66 12,45 5.865 den Er lieber die Frage des Reichsehrenmals für die Gefallenen sprach Kreisdirektor Schön, der aus rein vaterländischen Gründen die Rheininseln bei 2ord) als Gedächtnisstätte empfahl. Linden st ruth, Darmstadt, teilte mit, daß die vier Spihenverbände der Kriegsteilnehmer sich mit der Sache befassen. Freiherr von Hehl, Worms, sprach für die Bergstraße. Die Tagung beschloß, in dieser Frage neutral bleiben zu wollen. Lieber die Kalenderfrage berichtete Linden st ruth, Darmstadt. Die 50000 Hasfia- kalender brachten einen Reinertrag von 3100 Mk. Zum Besten der Errichtung eines Erholungsheims soll im Herbst eine Wohlfahrtslotterie abgehalten werden. Zu der Verbandstagung 1927, die in Oberhessen stattzufinden hat, haben sich gemeldet: Alsfeld, Schlitz, Lauterbach, Büdingen und Laubach. Schlitz bei Lauterbach erhält den Derbandstag, nachdem die übrigen Bezirke zu seinen Gunsten verzichteten. An Stelle des verstorbenen Präsidialmitgliedes Bruchhäuser, Darmstadt, wurde Röder, Reichelsheim im Odenwald gewählt. Der Voranschlag für 1926 wurde nach der Aufstellung des Präsidiums genehmigt. Rach dem Antrag des Präsidiums wurde der Errichtung einer Sterbekasse zugestimmt; der Beitritt ist freiwillig. Frankfurter Börse. Frankfurt, 15. Juni. Tendenz: Fest. — Die Stimmung an der Börse wurde auch heutel durch die Hausse in Farbenaktien günstig beeinflußt, so daß die Hebung des Kursniveaus allgemeinFortschritte machte. I. G. Farben, die w.eiter bevorzugt blieben, erzielten bei lebhaften Käufen, an denen auch das Ausland beteiligt war, einen neuen Kursgewinn von 4 Prozent. Der Kurs des Papiers stieg also auf 198 Prozent. Bemerkenswerte Festigkeit wiesen auch Kohlen- a k t ie n auf, für die günstige Absatzmöglichkeiten stimulierten. Am Montan markt machte sich starkes Interesse für Gelsenkirchen (plus I Proz.) und Rheinstahl (plus 0,75 Proz.) geltend. Kaliwerte bröckelten ab. Elektraktien verkehrten in fester Haltung. Ansehnlich höher tour* Det Lehrliiu W "bi halten. 0.411 0,365 0.45 0.231 0,38 0,38 "3m: mmmfch finge in m8)t üb a) in tt b) ir n L _ej Als fönen, t gemacht wesen si vierten 1 dürfen n 124,7* 129.5* 132* 140 5,5 Prozent. Den Kau des 83k Kaufleute Kilben 120,9* 115,7* 110,4* 151,5* 63 64,5 114,3* 71,5 57,5* 116* 122,5* 127,4* 130,5* 139,75 38 53 90,5* 118* 115,5 geben und die große Zahl der erwerbslosen Bergleute beträchtlich vermindert, damit der großen Rot in den betreffenden Dergvevieren gesteuert torvd. * Adlerwerke vormals Heinrich Kleyer A.--G., Frankfurt a. M. Das Unternehmen erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Vornahme reichlicher Abschreibungen einen Reingewinn von 136 232 Rnr, der im wesentlichen auf neue Rechnung vorgetragen wird. Eine Dividende gelangt demnach, wie bereits gemeldet, nicht zur Verteilung. • Hilfsmaßnahmen für . „ Bergbau im Sieg-, Lahn- und Dillkreis. Wie aus Berlin gemeldet wird, sind die seit langer Zeit über die Anträge des Erzbergbaues im Sieg-, Lahn- und Dillgebiet gepflogenen Verhandlungen bei den zuständigen Reichs- und Staatsbehörden jetzt zum Abschluß gekommen. Das Reich und Preußen entschlossen sich zu Hilfsmaßnahmen, die im Ausmaße den nach dem Krieg gewährten Vergünstigungen etwa gleichkommen. Die Hilfsmaßnahmen sind etwa für ein halbes Jahr in Aussicht genommen. Die zuständigen Landesbehörden haben die Durchführung der Hilfsmaßnahmen übernommen. Es ist zu hoffen, daß diese Maßnahmen dem Erzbergbau in den Rotstandsarbeiten Beschäftigung 90,9' 121,2' 0.41 0,39 0.3925 0.495 0,24 0,38 0,36 0,36 97.5 122* 116,5* 111* 156,5* 64 63,75 Wirtschaft. Von den Schlachtviehmärkten. Auf den nachstehenden Märkten wurden für 0,41 0,385 0,495 0,385 perets Ser y die WarE SÄ ffÄ Politiker und 1 Hdjt Meinung । die Finanz* w beeinflussen sue Problem, sonde fiftischen Ötan Bedingungen e Wicklung gM übet die M Stils, er kann rötferung aus innerhalb seine bat Aahmen i Frankreich teil! preisgeben, tollt Amerikanische Note» .... Belgische Noten ....... Dänische Noten . ....... Englilche Noten ....... Französische Noten ..... Holländische Noten...... Italienische Noten Norwegisch« Noten Deutsch-Oefterr., ä 100 Kronen Rnmänische Stolen...... Schwedische Noten ..... Schweizer Noten ....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten . . . . . , ’iie w MaliA 2 Reichs. O- W Sonntag das Ziel von mehr als tausend altgedienten Soldaten, die in der Krieger- kameradschaft Hassia zusammengeschlossen sind. Die Aheinufer und die Straßen der Altstadt prangte im Schmuck von Fahnen und Girlanden, und überall bewegte sich trotz des wenig freundlichen Wetters eine riesige Menschenmenge. Lebhaft ging es besonders am Rhein zu, jeder, der es einrichten konnte, fuhr hinüber nach Rüdesheim und stattete der Mutter Germania hoch oben auf dem Riederwald seinen Besuch ab. Auch die Gewerbeausstellung erfreute sich eines starken Zuspruchs. Eröffnet wurde die Tagung, durch einen B e- grühungsabend im Dahnhofssaal, den die Binger Kameraden zu Ehren der Gäste veranstalteten. Der Vorsitzende des Kriegervereins Bingen, Kamerad Rixius, sprach herzliche Be- grühungsworte. Ramens der Stadt Bingen und des Hassiabezirks Dingen sprach Bürgermeister R e f f, für die hessische Regierung und den Kreis Bingen Kreisdirektor Schön; unter lebhaftem Beifall führte er aus, wie das Rheinland trotz aller Anfechtungen treu zum großen Vaterlande gehalten habe, und daß es auch fernerhin dem Vaterland die Treue halten werde. Dann ~ Bankenmarkt verkehrte ebenfalls recht fest. Im Vordergründe standen Darmstädter, die 2 Proz. anzogen. Deutsche plus *1 Proz., Dresdner plus 0,75 Proz., Reichsbank plus 1 Proz. Das Geschäft in Schiffahrtsaktien war bedeutungslos, so daß die Kurse dieser Gruppe Weiter zum Rachgeben neigten. Hapag minus 1,25 Proz., Rordlloyd minus 0,5 Proz. Von Auto-Aktien büßten Daimler 0,75 Proz. ein. Eine lebhafte ^lmsatztätigkeit spielte sich am Oelmarkte ab, wo Deutsche Erdöl um 1,75 Prozent anziehen konnten. Zuckeraktien tendierten nach unten. Frankenthal minus 1 Proz. Auch Zellstoffaktien vermochten sich nicht zu behaupten. Bau-Aktien gaben ebenfalls nach mit Ausnahme von Wahh u. Frehtag, die sich mäßig befestigten. Heimische Anleihen lagen schwächer. Schutzgebiet 5.5 Proz. Ausländische Renten waren wenig verändert, nur Türken leicht befestigt. Im Freiverkehr waren wesentliche Kursveränderungen nicht zu verzeichnen. Decker Stahl 27 Proz.. Benz 66 Drown Doveri 90, Entreprise 7,5 Proz., Growag 58, Krügershall 109, Hansabank 95, Ufa 41, ilfra 77 Prozent. Im weiteren Verlaufe fetzten sich die Kurssteigerungen für I. G. Farben und einzelne Spezialwerte fort, wobei besonders auf Auslandkäufe verwiesen wurde. Ra- mentlich aus Frankreich lagen zahlreiche Aufträge vor im Zusammenhang mit der Entwertung des Frankens. Der Geldmarkt behielt sein flüssiges Aussehen. Tagesgeld war zu 3,5 Prozent weiter angeboten. Monatsgeld wurde zwischen 4,5 und 6 Prozent je Adresse gehandelt. Privatdiskonten 4,25 bis 4,5 Prozent. Jndustriealzepte 5 Prozent. Im Devisenverkehr fehle sich die rückläufige Detoegung der lateinischen Valuten erneut stärker fort, sodaß heute.wieder Rekord-Tiefkurse erreicht wurden. Man hörte: Paris gegen London 179,50 (d. h. 11 Ps. je Franken), Drüssel 176,— und Mailand 137,30. Mart und Pfund sind unverändert. Berliner Börse. Berlin, 15. Juni. Die heutigen Medio-Liquidationen haben der Flüssigkeit des Geldmarktes keinerlei Abbruch getan, und man rechnet daher mit einem glatten Verlauf. Da für verschiedene Aktienwerte wieder Auslandkaufaufträge Vorlagen, eröffnete die Börse in fester Haltung bei teilweise sprunghaften Kurs- st eigerungen. Am lebhaftesten war der Verkehr wieder am Farbenmarkte, obwohl die Gerüchte über eine neue Erfindung auf dem Gebiete der Wärmechemie sich bisher nicht bestätigt haben. J.-G.- Farben konnten, nachdem bereits der erste Kurs gegenüber gestern 3 Prozent höher lag, im Verlaufe um weitere 2 Prozent anziehen. Am Elektr o m a r k t übernahmen Siemens die Führung mit einem Gewinn von 5 Prozent. Bankaktien lagen auf Auslandkäufe hin ebenfalls recht fest, besonders Darmstädter und Deutsche. Der Schiffahrts- markt blieb stark vernachlässigt bei nicht unbeträchtlichen Kurseinbußen. Von Spezialwerten standen Deutsche Erdöl, Dessauer Gas und Charlottenburger Wasser im Vordergründe des Interesses. Auch in den Werten des Spritkonzerns fetzte sich die Kaufbewegung fort. Anleihen blieben vernachlässigt. Die Entwertung der lateinischen Valuten machte weitere Fortschritte. Es notierten gegen London: Paris 177,5 bis 178, Brüssel 172 bis 174, Mailand 137. Der Geldmarkt ist weiter leicht. Tagesgeld 3,5 Prozent, Monatsgeld 5,5 bis 6,25 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 15. Juni. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 30,75 bis 31 Mark; Roggen, inländischer, 21 bis 21,50; Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24; Hafer, inländischer, 21 bis 23; Mais, gelb, 17,50 bis 17,75; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 42,50 bis 43; Roggenmehl 28,75 bis 29,50; Weizenkleie 9 bis 9,25; Roggenkleie 11 Mark. Tendenz: stetig. Berliner Produktenbörse. •Berlin, 14. Juni. Die Grundstimmung im heutigen Berliner Produktenhandel war durch? gängig schwächer. Die äußerst kleine Tlmsah-- tätigkeit fand neuerlich Verstärkung einmal durch die niedrigeren Auslandsberichte, andererseits aber auch infolge der etwas unsicheren ausländischen Schlußfolgerung. Auch auf den Zeithandel übertrug sich das niedrige Riveau für Loko- Getreide. Hier war das Geschäft durch die Un- sicherheit der Zeitverhältnisse gestört. Weizen 1 Mk. niedriger. Für Roggen fand der Juli- monat durch große Deckungsfrage eine Stütze, während Herbstmonate 1 Mk. nachgiebiger waren. Hafer und auch Gerste behalten unveränderte! Situation. Beste Sorten lagen fest bei glatter Absatzmöglichkeit, während geringere Qualitäten vernachlässigt blieben. Mehl still, vereinzelt besteht Frage für Rvggenmehl. Es notierten für je 1000 Kilo: Roggen, märt. 178 bis 183, Sommergerste 187 bis 200, inländ. Gerste 173 bis 186, Hafer, märt 195 brs 206; für je 100 Kilo: Weizenmehl 37,25 bis 39,5, Roggenmehl 25,5 bis 27, Weizenkleie 9,5 bis 9,75, Roggenkleie 11,25 bis 11,4, Diktoriaerbsen 36 bis 46. strophalen Fehlschlages die letzte Errungenschaft der verheerenden Sozialisierungspolitik preiszugeben und dadurch das Verfehlte in der Politik der Rachkriegsjahre zuzugestehen. In Zukunft wird man nur so viel Wohnraum kaufen können, als man auch zu bezahlen in der Lage ist. Daraus ergibt sich ganz von selbst eine Regulierung des Wohnungsmarktes. Infolge des daraus sich ergebenden Angebotes wird vielleicht schon bald die Mietpreisbildung für viele Räume eine rückläufige Bewegung einschlagen. Auf diese Weise kommt man zwangloser zu einer richtigen Verteilung des Wohnraumes, als ihn die Woh- nungszwangstoirtschaft erzwingen kann. Börsenkurse. Die Flaule auf dem Baumarkt. Während bis vor kurzem noch mit einer ziemlich normalen Bausaison gerechnet wurde, läßt sich jetzt feststellen, daß die Bautätigkeit in diesem Jahre nicht unerheblich geringer ist (teilweise bis zu 50 Prozent) als im Vorjahre. Aus diesem Grunde machen sich in der Bauindustrie bereits große Schwierigkeiten bemerkbar, (z. B. bei den Ziegeleien, obwohl zirka 35 Prozent aller Ziegeleibetriebe stilliegen), und es yat die im Baugewerbe besonders hohe Zahl der Erwerbslosen sich nicht so vermindert, wie es in dieser Jahreszeit sonst der Fall zu sein pflegt. Wenn man nach den Gründen dieser Er- cheinung fragt, so läßt sich feststellen, daß die Daupreise jetzt nicht mehr so hemmend sein können, wie vielfach angenommen wird. Denn ie haben seit dem vorigen Jahre eine nicht unerhebliche Senkung erfahren (Dauindex März 1925: 176,7; März 1926: 160,1), obgleich in derselben Zeit die Löhne gestiegen sind (Reichsdurchschnitt je Tarifstunde März 1925: 0,931 Mark, März 1926: 1,158 Mark). Eine erheblichere Rolle spielen schon die Finanzierungskosten. Bei einem Durchschnittsauftoand von 10 000 Mark für eine Wohnung (im Frieden 6 bis 6500 Mark) wird mit Baudarlehen durch die öffentliche Hand (einschl. Kommunen) von insgesamt ziria 6000 Mark gerechnet. Werden nut jährlich 150 000 Wohnungen hergestellt, so sind dazu erforderlich 900 Millionen Mark Zuschuß und 600 Millionen Mark eigenes Kapital, insgesamt also bei 150 000 Wohnungen 1500 Millionen Mark und bei 300 000 Wohnungen 33 Milliarden Mark. Es ist klar, daß öerartige Beträge in der heutigen Zeit nur schwer aufzu- b'ringen sind, das gilt um so mehr angesichts der Tatsache, daß die Erträgnisse der Hauszins- steuer nicht ihrem eigentlichen Zweck (der Finanzierung von Bauten) zugeführt, sondern zum größten Teil (beinahe zu 2/3 für sonstige Ausgaben, die mit dem Baumarkt nicht das Geringste zu tun haben, verwandt werden. Die hohen Zinslasten drücken sehr; man kann rechnen, daß sogar eine mit Hauszinssteuer-Htzpothek gebaute Wohnung einschl. der Verzinsung der Restkaufgelder, Amortisation usw. rund 1000 bis 1100 Mark jährlich an Zinsen verursacht, das heißt ungefähr das 2,5—3fache der Vorkriegszeit. Besonders schlimm sind die dem Baumarkt durch das Verhalten der Dureaukratie erwachsenden Hemmnisse. Für das hier herrschende Durcheinander ist nichts bezeichnender als der Um- stand, daß die Wohnungs- und Siedlungssrage von den sozialpolitischen Ressorts bearbeitet wird, während sie doch tatsächlich eine überwiegend wirtschaftliche Frage ist. Interessant ist auch, daß in Berlin — um nur ein Beispiel anzuführen — ein Bauherr, der eine subventionierte Wohnung bauen will, dazu die Rücksprache mit nicht weniger als 30 verschiedenen Dienststellen nötig hat. Die Wohnungspolitik der letzten Jahre hat dahin geführt, daß an größeren Wohnungen und an Einzelhäusern eine viel größere Zahl entstanden ist, als sie der Aufnahmefähigkeit des Wohnungsmarktes entspricht. Außerdem sind durch die bisherige sehr ungeschickte Preis- und Lohnpolitik die Kosten für die relativ geringe Anzahl neu gebauter kleiner und mittlerer Wohnungen so groß geworden, daß auch sie nur von einem kleinen Teil der Interessenten in Benutzung genommen werden können. Allein in Berlin stehen nach amtlichen Berechnungen zur Zeit in Häusern, die mit Hauszinssteuer-Hhpo- theken errichtet worden sind, zirka 3000 Wohnungen leer, eine Zahl, die sich am 1. Oktober 1926 vermutlich auf 6000 und am 1. April 1927 sogar auf 12 000 stellen wird. Trotzdem wird an der Wohnungszwangswirtschaft feftge- halten, die allein in Berlin einen Apparat von 1500 Beamten erfordert. Man scheut sich, mit der Wohnungszwangswirtschaft trotz ihres tata- der Hassia. Die Hauptversammlung mit ihrer sehr wichtigen Tagesordnung fand Sonntag ebenfalls im Bahnhofssaal statt. Wiederum war es der alte Recke Dr. Vogt, Butzbach, der die fast fünfstündigen Verhandlungen mit größter Frische und Umsicht leitete und als Stellvertreter des 1. Präsidenten Schliephake, Darmstadt, den Vertreter der Regierung, Kreisdirektor Schön, den Vertreter von Bingen, Bürgermeister Reff, und die Abgeordneten der Bezirke und Vereine aus allen Teilen der drei Provinzen herzlich begrüßte. Cs folgte dann der Jahresbericht. Danach zählt der Verband rund 42 000 Mitglieder, die größten Bezirke sind Bensheim mit 2458, Alsfeld mit 2290, Darmstadt mit 1940, Gießen mit 1870 und Lauterbach-Schlitz mit fast 1800 Mitgliedern. Der „Hessische Kamerad", der ab 1. Januar 1926 obligatorisch eingeführt wurde, hat bereits eine Auflage von 40 000. Unterstützungswesen, Vor- tragswesen, Fürsorgetoesen sind im Aufblühen begriffen, letzteres wurde durch eine mustergültige Organisation ausgebaut. Allenthalben, besonders auch im besetzten Rheinhessen geht es wieder aufwärts. Die Jahresrechnung 1925 zeigte 80160 Mk. Einnahme, 63139 Mk. Ausgabe, der Kafsenbestand ergab 17 029 Mk. Aus der Lotterie wurden 18 880 Mk. erzielt, für Unterstützungen und Veteranenzulagen wurden 11505 Mk, für Waisen 4044 Mk., für Konfirmanden 2500 Mk. ausgegeben. Beim Punkt „Hessischer Kamerad" wurde nach längerer Aussprache mit großer Mehrheit beschlossen: „Vereine, die bis zum 1. Oktober den „Hessischem Kamerad" nicht eingeführt haben, werden aus der Hassia ausgeschlossen." Heber das Vortrags- wesen referierte Lehrer Mohr, Ober-Eschbach, welcher gleichzeitig den Antrag Vilbel, der den Bezirken dringend die Beschaffung von Lichtbildapparaten empfiehlt, vertrat; hierdurch könne das Vortragswesen gefördert und belebt werden. Der Antrag wurde angenommen. Lehrer 2 h r i g, Darmstadt, sprach über Kriegsbeschädigten-Fürsorge, in den Vereinen der Hassia sind bis jetzt 12 500 Kriegsopfer organisiert, viele Vereine haben leider noch nicht gemeldet. Von der Gröhe der Zahl hängt die Zahl der Vertreter der Hassia im Dersorgungsgericht und bei den betreffenden Stellen ab. Die Hassia habe sicher soviel Kriegsopfer wie der Reichsbund. Die Hassiaorganisation ist mustergültig eingerichtet, vertritt die Sachen der Kriegsopfer ehrenamtlich und kann sich mit jeder Organisation messen. dachte er der Kriegsopfer und wies auf Plan hin, auf den Rheininseln bei Lorch Reichsehrenmal erstehen zu lassen. Da 1. Präsident der Hassia erkrankt ist, sprach seltener Frische der verdienstvolle 82jährige 2. Präsident, Medizinalrat Dr. Vogt, Butzbach, Dank und Gruß der Hassia aus, anschließend wurde das Deutschlandlied gesungen. Oberregierungsrat L i n d e n st r u t h, Darmstadt, toastete auf die Treue der Kameraden im besetzten Gebiet, wo jetzt das Kriegervereinswesen wieder aufblühe. Leider habe seit 1912 in Rheinhessen keine Hassiatagung stattfinden können. Rixius, Dingen, der jetzt 30 Jahre den Verein in Bingen leitet, erhielt das Ehrenkreuz Letzte Nachrichten. Rücktritt des französischen Finanzministers. Paris, 15. Juni. (WTv. Drahtmeldung.) 31* nanzmlnlster peret ist zurückgetreten. Verantwortlich für Polittk i. V. Dr. Hans Thyriot. 5»/i Deutsche RctchSanlethr . 4% Deutsche Reichsanleche . 3'/a°/o Deutsche Reichsan leihe 3% Deutsche Reichsan leibe . Deutsche Sparpraunenanlethe 4% Preußische ÄonfolS • . • 4% Hessen........... 3 ’///«. Hessen ...... 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-An l. dto- Doll-Schav-Auweiing.*) 4% Zolltürken 5% Goldmcrtkaner .... Berliner Handclsaesellschaft. Commerz- und Pnvat-Bank Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank......... Deutsche BereinZbank .... Diöconto Commandit .... Metalldank........... Mitteldeutsche Kreditbank. . Ocsterreichische Creditanstalt. Wesibaitk .......... Bochumer Guß . ...... BuderuS ........... Caro ....... »-Luxemburg ..... irchencr Bergwerke . . Harvener Bergbau Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahutte Oberbedarf ......... Phönix Bergbau ...... Rheinstahl Riebeck Montan Tellos Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd .... Theramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann ...... Anglo-Cont.-Guano Chemische Mayer Alapin . . 9- G> Farbenindostrie, A.--G- Goldschmidt.......... Holzverkohlung........ Rütgerswerke Scheideanstalt Allg. ElektrtzitätS-Gesellschast Bergmann Mainkraftwerke ....... Schuckert Siemens L Halske ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt......... Meguin.......... . . Motorenwerke Mannheim grcmkfurter Armaturen . . . onscrvenfabrik Braun . . . Metaügesellichaft Frankfurt. Pet. Union A.-G........ Schuhfabrik Herz Sichel Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . . . Oberwefterwaldkreks. £ Unnau, 14. Juni. Hier ereignete sich ein Vorfall, der leicht schlimme Folacn hätte nach sich ziehen tönnen, uni bec zur Warnung dienen möge. Ein mit Walzen beschäftigtes Mädchen hatte sich die Leine der beiden Pferde um den Hals gelegt und sich dann auf die Walze gesetzt. Dir Seine verfing sich jedoch beim Arbeiten in der Walze und zog dem Mädchen den Hols zu. Auf die Schreie der Bedrohten kam der Besitzer hinzu, brachte die Pferde zum Stehen und befreite das Mädchen, das sanft wahrscheinlich den Erstickungstod gefunden hätte. Maingau. Franks ur t a.M., 14. Juni. (WSR.) Der Magistrat hat den vorgelegten Plänen für die Erbauung einer Großmarkthalle an der Obermainstraße zugestimmt. Die Vorlage geht demnächst der Stadtverordnetenversammlung zu. — In der vergangenen Rächt wurden in der Oppenheimer Straße von einem Polizeibeamten auf seinem Patrouillengang zwei Männer betroffen, die einen schweren Koffer mit sich führten. Der Beamte schöpfte Verdacht und rief sie an, worauf sie den Koffer wegwarfen und die Flucht ergriffen. Einer von den Fliehenden wurde eingeholt und feft- genommen. Der Koffer enthielt Zigaretten und Schokolade, die sie in einem nahen Geschäft gestohlen hatten. Kreis Fulda. WSR. Fulda, 13. Juni. Am hellen Nachmittag verübten gestern zwei Burschen im Alter von 18 bis 20 wahren einen frechen Einb tu ch in die Friedhofskapelle am Franzofenwäldchen. Sie stahlen zwölf Altarkerzen und eine Meßglocke und wollten auch noch den Paramentenschrank berauben, wurden aber durch das Hinzukommen des Meßdieners an dieser Absicht behindert. Wutentbrannt über die Ertappung, stürzten sie sich auf den Mann und brachten ihm schwere Mißhandlungen bei, worauf sie die Flucht ergriffen. Die eingeleitete Verfolgung verlief ergebnislos. Verbandslag der Krieger- Kameradschaft Hassia zu Bingen. Bingen, das herrliche Rheinstädtchen gegenüber dem Rationaldenkmal, bildete Samstag und Frankfurt a.M. Berlin Schluß Kur» 1-Ubr» Kur» Schlug, stur» Anfang Dutum: | 14.6. | 15. 6 14. 6. 15. 6, Telegraphische Auszahlung. 14 Juni. 15. Juni. Amtliche Geld Dotierung Briet Amtliche Notierung Geld I Brief Amst.-Ron Buen-.Lirrs Brss.-Antw Christiania. Kopenhagen Stockholm - HelssngforS. Italien. . Loudon. . Neuyork . . Daris. . . Schweiz . . Spanten. . Japan . . . Rio deJan- Wien in D-- Ccft. abgest. Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien . Lissabon Danzig. . . Konstantin. Athen. Canada. . . Uruguay . . 168,51 1,692 12,13 93,13 111,31 112,30 10,55 14,91 20,415 4,195 11,74 81,18 65,40 1,970 0.646 69,275 12,42 7,415 5,868 3,052 21,445 80.98 2,222 5,14 4,197 4,255 D( 168,93 1,696 12,17 93,37 111,59 112,58 10,59 14,95 20,467 4,205 11,78 81,38 65,56 1,975 0,648 59,415 12,46 7,435 5,888 3,062 21,495 81,08 2,232 5,16 4,207 4.265 inlnote 168,53 1,689 12,04 93,03 111,31 112,36 10,56 15,10 20,415 4,195 11,72 81,15 65,47 1,972 0.646 59,265 12,418 7,405 6.87 3,052 21,445 80,98 2,23 5,14 4,197 4,245 N. 168,95 1,693 12,08 93,27 111,59 112,64 10,60 15,14 20,467 4,205 11,74 81,35 65,63 1,976 0,648 59,405 12,458 7,425 5,89 3,062 21,495 81,18 2,24 5,16 4,207 4,255 Berlin, 14 Juni @Cfi> Brief