IM zum . Wun- |M. «rtnoch orielaB' i es aiK*1 le. lOPfe- Nr. U2 Erster Blatt U6. Jahrgang Samstag, 15. Mat 1926 «'Ich eint täglich,außer Bcwntaqs und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. 8I»nat$‘Be$ag$preis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt, ^ernfprechanschlüffe: Lchriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranlsurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesten vruckvnd Verlag: Vrühl'fche Unioerfiläts-Vuch- und Steindruckerei 8. Lange in Liehen. Schristleitung und Sefchästsstelle: Zchnlstrahe 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorfchrift 20°,. mehr. Lhefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. .S 2hyriot; für den übrigen^Ecil Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Dießen. Was nun? Don Albrecht M o r a t h, M. d. R. Scherben. nichts als Scherben! Das Kabinett Luther zerschlagen und die Koalition der Mitte desgleichen. Leider, leider gilt in der Politik nicht der Rechtsgrundsatz, daß den Schaben derjenige wieder gutzumachen hat, der ihn anrichtete. Vielmehr müssen nun alle Derantwortungs- bewuhten versuchen, zu leimen, was zu leimen geht. Eine Arbeit, die um so unbefriedigender ist, als man im voraus weiß, daß sic keine Gnade vor den Augen der Opposition findet. Machen wir uns die Sachlage klar, ohne zuviel auf die Vorgeschichte einzugehen. Man mag im Zweifel darüber fein, ob der Flaggen- erlast vom 6. Mai fachlich und zeitlich weife war. Das er zu einer Kabinettskrise führen würde, Hal wohl niemand von den Gästen gedacht, die sich am Abend, an dem er bekannt wurde, zufällig der Außenminister aus Mitgliedern aller Fraktionen geladen hatte. Manch Kopffchütteln, keinesfalls aber irgendwelche Auf- regungen. Dor allen Dingen nirgends ein Liebermut im schwarzweistroten Lager, der etwa eine Gegenbewegung im schwarzrotgoldenen hätte Hervorrufen können. Lind doch war eine Woche später das Kabinett Luther gestürzt, unter recht seltsamen Limständen gestürzt. Man bedenke: Der Reichstag lehnt ein völkisches Mißtrauensvotum gegen das Kabinett ab, der Reichstag tut desgleichen mit einem sozialdemokratischen Mißtrauensvotum gegen den Kanzler: gegen beide Anträge stimmen auch die Demokraten. Dann aber kommt der demokratische „Mistbilligungsantrag", und der wird angenommen. Hat der demokratische Führer Koch den Kanzler Luther gestürzt? Oh, beileibe nicht! Kein Miß- trauen, nur eine Mißbilligung wurde dem Kanzler ausgesprochen. Welche Angst vor der eigenen Courage! Helden von diesem Schlage hat niemand köstlicher als Shakespeare geschildert. Man sehe in Romeo und Julia an die Stelle der Ramen jener beiden Diener aus den feindlichen Häusern nur Luther und Koch und man hat ein irefflichesDild berSituation. Auf die Frage des Abraham: ..Dreht Ihr uns eine Rase, mein Herr", antwortet der tapfere Simon: „Rein, mein Herr, ich drehe Euch keine Rase, mein Herr. Qlpcr ich drehe eine Rase, mein Herr." Wer totfl Herrn Koch den Dorwurf machen, angefangen zu haben' Schon schreibt das „‘Berliner Tageblatt": „niemals war eine Krise leichtfertiger und unzeitiger heraufbeschworen", aber natürlich lind nicht die Demokraten schuld daran. Ob wohl Herr Kock und die Seinen vorher bedacht haben, was nach dem Zusammenbruch des Kabinetts Luther geschehen solle? Selbst der „Dorwärts" verschließt sich solchen Erwägungen nicht und stellt fest, daß die Mehrheit, die den Reichskanzler stürzte, nur eine relative war und vor allen Dingen keine regierungsfähige Mehrheit ist. Deutschland ist -■ packt einen nicht der Zorn bei diesem Gedanken? — in den Wirbel einer Regierungskrise gestürzt worden, durch eine Handvoll von Politikern, die nicht einmal in der eigenen Fraktion geschlossene Gefolgschaft bei ihrem Dorgehen fanden. Als Herr Koch beabsichtigte, sich de n sozialdemokratischen Mißtrauensvotum anzuschließen, wurde sein Vorhaben in der demokratischen Fraktion Mit Stimmengleichheit abgelehnt. Dann verfiel er auf den Ausweg des Simfon, der nichts als den Ramen mit dem alttestamentarischen Kämpfer gemeinsam hot. und es gelang ihm, 16 von 29 Fraltionsmitgliedern aus seine Seite zit bringen. Von der Minderheit verliehen 4 vor der Abstimmung den Sitzungssaal. Cs ist vielleicht müßig, aber den Demokraten recht unbequem, daran zu erinnern, daß in der Rationalversammlung ihre Stellungnahme an jenem 3. 3uli 1919 zur Flaggenfrage recht uneinheitlich war, und daß damals Herr Koch für schwarzweihrot eintrat. Cs mag nicht von atrsschlaggebender Bedeutung fein, daß später der Demokrat O cf e r , ebenso wie der Sozialdemokrat Soll mann als Minister das Reveneinander- hissen beider Flaggen nicht, so wie jetzt Herr Koch ..grotesk" fand. Es mag den Herren nicht mehr in der Erinnerung gewesen sein, daß der Reichspräsident Ebert sowohl im Jahre 1919 wie im Jahre 1921, geradeso wie jetzt der Reichspräsident Hindenburg, Vcrord- . nungen zum Artikel 3 der Verfassung erliest, ohne die gesetzgebenden Körperschaften vorher zu befragen. Worüber man nicht hinwegkommert kann, ist die Tatsache, daß die denwkratischen Minister mit der Gesamtheit des Kabinettes diametral der Stellung ihrer Fraktionsmehrheit (von zwei (StimmenI) gegenüberstanden. Was man den Kanzlerstürzern zum schärfsten Vorwurf machen muß. ist die Tatsache, daß ihnen das Gefühl der Verantwortung fehlte, als sie dem Minderheitskabinett in den Arm fielen, das den ungeheuer schweren Kampf gegen die größte rmd bedenklichste Wirtschaftskrise in schwierigster parlan'.entarifcher Lage in Angriff nahm. Mit Mühe und Rot ist Deutschland über einen Winter hinweggekommen. der den Familien von mehr als zwei Millionen Erwerbslosen Hunger und Elend brachte, der Deutschland relativ und absolut in bezug auf die Zahl der Konkurse an die Spitze aller europäischen Länder stellte. Unter unsäglichen Schwierigkeiten bemühten sich im Kabinett einmütig die Vertreter des Zentrums, der Deutschen Dollspartei, der Vch)erischiur in allem — Schritt für Schritt Deutschland wieder vorangebracht hat. Wenn alle Gtitgesinnien zusammenstehen und sich über Parteischranken hinweg die Häirde reichen, dann werden wir auch aus dieser Krise mit einem blauen Auge davonkommeii, dann wird es eine Gesund nngskrise werden. Kritische Lage in Kanton. Hongkong. 14. Mai. (Agentur 3ndo- Pacific.) Sn Kanton herrscht infolge des Dor- rückens der im nördlichen Teil der Provinz Honan stehenden Truppen große Erregung. Die Regierung erhebe bedeutende dirette Steuern von Geschäften und Danlen. um die notwendigen Betriebsmittel für eine Expeditionnach dem Rorden zu gewinnen. Die Sowjetregierung hätte neun vollständig ausgerüstete Flugzeuge gesandt, um der Kantonarmee zu helfen. Ruffische Schiffe hätten Geschütze und Munition gelandet und in aller Stille Truppen befördert. Die reiche Bevölkerung fei ernst darauf bedacht, Kanton zu verlassen, könne aber nicht Hab und Gut mimehmen. Rach einer Rachricht aus Kanton hat Wu-Hon-Rin nrit feiner Familie ganz im geheimen am (Sonntag vorm ttag Kanton verlassen, um nicht zurückzukehren. Man erwartet eine Aktion der Regierung in etwa 15 Tagen. Vie Genfer Studienkommisiion. Genf. 14. Mai. (Wolff, i Der Prüfungsausschuß hat unter Vorbehalt einer späteren enb gültigen Stellungnahme gegen die Stimme des spanischen Vertreters PalacioS sich dafür ausgesprochen. daß das 'Mandat der nichtständigen Ratssitze drei 3ab re dauern soll, daß jährlich ein Teil, wenn zahlenmäßig möglich, ein drittel der nichtständigen Ratssitze erneuert, und daß schließlich die Mandate sofort mit der Wahl wirksam werden sollen. Bei der Beratung des Abschnittes 2 des Vorschlags von Lord Robert Cecil über die Wiederwählbarkeit der nichtständigen Rats Mitglieder gab Cecil die formelle Erklärung ab. daß er von seiner Regierung ftrcngfte 3nstruktton erhallen habe, sich jeder Vermehrung der ständigen Ratssitze zu widersetzen. Zu der deutschen Delegatton gewandt, fügte er hinzu, daß dies sich selbstverständlich nicht gegen den deutschen ftnnDigcn Ratssitz richte, weil die englische Regierung Deutschland als bereits in den Völkerbund und in den Rat ausgenommen ansehe. Der Prüfungsausschuß nahm Dann die beiden weiteren Grundsätze an, dah einmal nach Ablauf eines Mandats für einen nichtständigen Rats- sitz die Wiederwahl erst nach Ablauf der nächsten Wahlperiode wieder möglich fein soll, dah aber andererseits unter Voraussetzungen, die noch sest- zusetzen sind, für eine beschränkte Zahl der nichtständigen Ratsmitglieder sofortige Wiederwahl möglich fein kann, die evtl, nach Ablauf jedes weiteren Mandats immer wieder erneuert werden könnte. Rach Vorschlag von Cecil wäre für eine sofortige Wiederwahl notwendig, dah die Vötterbundsversammlung sich mit zwei Drittel Mehrheit dafür ausfpricht, mit der Maßgabe, dah nicht mehr als ein Drittel der Dem Rate angehörenden nichtständigen Mit» glieDcr sofort nach Ablauf ihres Mandats wieder in den Rat gewählt werden. Der Präsident erklärte darauf die Sitzung für vertraulich. Rach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit teilte Der spanische Vertreter, PalacioS, mit, Daß Spanien seinen Anspruch auf einen ständigen Rakssih ausrechlerhalte unD verwies zur Begründung besonders auf die Bedeutung Spaniens als Der wichtigsten neutralen Macht Europas. Der brasilianische Vertreter, Montarrohos, will morgen den Anspruch seines Landes aus einen ständigen Ratssih begründen. Da im Ausschuß keine Neigung zu einer grundsätzlichen Erörterung der Frage einer Vermehrung Der ständigen Ratssitze bestand, begann Die Aussprache über Die Erhöhung Der nicht st änDigen Rats- sihe, wobei Lord Robert Cecil feinen bekannten Vorschlag, Die nichtständigen Sitze auf neun zu erhöhen, begründete. S c i a l o j a - 3talicn ertlärfe, zur Erhaltung Der Arbeitsfähigkeit des Rates müßte die Vermehrung Der Gesamtzahl über 12 Sitze nicht hinauögehen, wobei der ständige Rakssih für Deutschland bereits einbegriffen sei. Rach der Erk!ärung des brasilianischen Delegierten. Deren Schlußsatz allgemein dahin gedeutet wird, daß der brasilianifche Standpunkt oom vergangenen März Dem Wesen nach ausrechttihaltcn bleibt, aber in eine Form gekleidet würde, die eine Verständigung mit Brasilien nicht unmöglich erscheinen lasse, begründete der chinesische Vertreter die Ansprüche seines Landes auf ein - lingcn wird. Spanien. Brasilien, China uh) auch Polen eine gewisse Genugtuung zu bieten. 3hre Beweggründe seien zum Teil recht stichhaltig, Doch könnten eine große A^ahl anderer Staaten in i t dem gleichen Recht Ansprüche stellen, beispielsweise die skandinavischen Staaten, deren Kultur wir außerordentlich viel verdanken. Wenn man allen gerecht werden wollte, so würde man kein Ende finden. 2Han soll nicht vergessen, daß die sieben Großmächte tatsächlich eine andere Rolle in der Welt tottiro, al» die onberen Staaten, und daß toon aus diesem Grunde ihnen allein die fkandiaen Ratssitze vorbehalten, sein mühten. Vielleicht liehe sich mit seinem Vorschlag der Wiederwahlbarkeit auch ein Ausgleich in der Frage der ständigen Sitze finden. Brouquere (Belgien) trat für die Zahl von neun nichtständi gen Ratssitzen, von denen ein Sitz für Asien, ein weiterer für Südamerika und einer für Europa reserviert sein soll, em. Polen müsse so lange im Rat verbleiben, bis feine Schwierigkeiten mit den Nachbarstaaten endgültig beglichen feien. Zum Schluß gibt Präsident Motta einen zusammenfassenden Ueberblick über die bisher erzielten Resultate. Er faßte das Ergebnis in drei Gruppen zusammen: 1. Einigkeit besteht über das Problem, daß eine Höch ft grenze für die Ratssitze nicht überschritten werden darf. Die Vorschläge schwanken zwischen 11 und 15 Sitzen. Man dürfe weiter nicht ver- gossen, daß Rußland und die Bereinigten Staaten, auf deren Eintritt der Völkerbund zuversichtlich hoffe, noch ausstehen. 2. Gegen d i e Vermehrung der ständigen Sitze hat sich die Mehrheit der Studienkommission ausgesprochen. Die Minderheit nahm folgenden Standpunkt ein: Chino war bereit, auf einen ständigen Sitz zu verzichten für den Fall, daß Deutschland einen solchen erhalte. Brasilien Hot vor allem die Ansprüche Südamerikas verteidigt. Polen, so hoffe er, sei bereit, mit einer Geberde der Versöhnlichkeit auf einen ständigen Sitz zu vernichten. Polen erwarte anscheinend, in anderer Weise befriedigt zu werden. Spanien Hobe in ritterlicher Weise seine Ansprüche verteidigt, jedoch erklärt, daß es nicht unwiderruflich gesprochen hätte. 3. In der Frage der Vermehrung der nichtständigen Ratesitze find alle bis auf Schweden und die Schweiz einig. Nur schwanke die Anschauung zwischen der Vermehrung um einen, zwei oder drei Sitze. Vie polnische Revolution. Pilsudski Herr der Lage. Danzig, 15. Mai. (IDIB.-Junffprud).) Die wir erfahren, haben sich die wlt os-Truppen aus Warschau, das nunmehr ganz in der Hand pilfudfkis ist, zurückgezogen und südlich der Stadl neue Stellungen eingenommen. Der größte Teil dieser Truppen ist, wie weiter verlautet, i n voller Auflösung. Aus allen Teilen des Lande» laufen Kundgebungen für pilsudski ein, die Meldungen von Freiwilligen mehren sich fortgesetzt. 3a einer Kundgebung an die Oeffentllch- keit über die Motive und Fiele seines vorgehens rrflärt pilsudski. daß er den Kamps nur in Sorge um da» Wohl des Landes ausgenommen habe, und daß diese Richtung des Kampfes ganz allgemein ZnflKnmunq gefunden habe, die insbesondere durch die Demonstration einer vieltausendköpfigen Menge in Warschau zum Ausdruck kam. 3n den gestrigen späten Abendstunden wurden Verhandlungen zwischen dem Staatspräsidenten Wojciech o w s k i. der. wie gemeldet, Warschau im Automobil verlieh, aber mit der Regierung in der RSHe der l^iuptstadt liegt, und dem Marschall pilsudski eingebettet Vb diese Fühlungnahme ein Ergebnis zeitigte, ist noch nicht bekannt. Marschall pilsudski ist gegen- wfltflg mW der Regierungsbildung be- In der Provinz. Die Züge auf bet Strecke Oderberg und Warschau verkehren nur zwischen Oderberg und dem 60 Kilometer vor Warschau gelegenen Bahnhof Skiernievte«. Hinter Skiernievice sind Vie Tifenbahnlinien zerstört: bte Telephon- und Telegraphendrähte sind z e r s ch n i t- i en. Die Strecke Skiernievice—Warschau ist von den Truppen Pilsudskis besetzt, die jeden Zug aichatten, um die eintreffenden Militärabteilungen zur RücKehr zu nötigen. Auch alle Milttär- abteÄungen. die zur Unterstützung Pilsudskis ein- treffen, müssen in ihre Garnison zurückkehren, auf den ausdrücklichen Wunsch Pilsudskis, der genügend Truppen in der Hand zu haben er- Hdtte. Sämtliche Zeitungen dürfen nicht erscheinen. Rur die offiziellen Bulletins Pilsudskis werden publiziert. Am Freitag soll eS au ernsten Zusammenstößen zwischen den Pilsudski-Truppen und den Aegierungstruppen in Mvkvtow gekommen sein. Als die Regierungstruppen in Molotow erndringen wollten, entstand ein blutiger Kcmrpf, bei dem beide Parteien Maschinenge- wchre benutzten. Die Umgegend von Mokotow wurde auf Anordnung der Pilsudski-Truppen von der Zivilbevölkerung vollständig geräumt. Den ganzen Tag über wurden in der Rahe von Mo- tototo schwere Kanonen plaziert. Wahrscheinlich wird es im Laufe der Rächt zu einem schweren Kampf zwischen beiden Parteien kommen Auch in Lemberg soll es am Freitag früh zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Pilsrwski-An- hängern urcb regierungstreuen Truppen gekommen sein. Die Transport- und Eisenbahnarbeiter in Krakau haben am Doimerstagabend beschlossen, in den Streik zu treten, um dadurch au verhindern, daß die Aegierungstruppen nach Warschau gelangen können. In Warschau beherrscht Pilsichski vollständig die Lage Die polnische fozialistische Partei hat die Ge neralstreikparole ausgegeben. Ausgenommen sind nur die Licht- und Wasserversorgung und die Krankenhäuser. Der Generalstreik fetzte bereits am Freitagmittag in verschiedenen Landesteilen ein. In Lodz und Czenstochau sind die Truppen zu Pilsudski übergegangen. Der Wojewode ist seines Amtes enthoben, und der Belagcrungszu- ftand ist verhängt worden. Ebenso erhielt Pilsudski Trupvenverstärkungen aus Lemberg, Eholm, Luck und Grodno. Pilsudski und die Minderheiten. Eleiwitz, 15. Mai. (Tül.) Wie bie „Ober» schlesische Dolksstimme" zuverlässig aus Katto- Witz erfahren haben will, sind am Freitag mehrere Pilsudski-Offizicre eingetroffen, die den führenden Kreisen der deutschen Minderheiten erklärten. daß sich die deutschen Minderheiten unter der Pilsudski-Regiervng voller staatsbürgerlicher Freiheit erfreuen würden. Es wurde versichert, daß Pilsudski diese Erklärung auch den ukrainischen Minderheiten gegeben habe. Der Verkehr durch den Korridor. Berlin, 15. Mai. (211.) Wie amtlich ge meldet wird, geht der Eisenbahnverkehr durch den Korridor bisher völlig reibungslos vonstatten. Es werden jedoch für alle Fälle Maßnahmen für cmen Ersatzverkehr auf dem Seewege mit dem bisherigen Fahrplan und auf dem Luftwege durch Verstärkung des Flugplanes vorbereitet. Sobald die Einrichtung eines solchen Ersahverkehrs sich als notwendig erweist, wird eine entsprechende Bekamrtmachung erfolgen. Neuer Frankensturz. Getäuschter Optimismus. — A»leihe und Schuldenvcrhaudluugeu. Paris, 1-1.Mai. (TU.) Dor Eröffnung der Börse hat Finanzminister Peret eine neue Erklärung abgegeben, in der er fest stellt, daß die französische Währung sich gestern offensichtlich unter dem Eindruck der Beendigung des englischen Generalstreikes um IV2 Punkte erholt habe. Er empfing den französischen Botschafter in Rom D e s n a r d , der ihm die Mitteilung machte, daß nach einer Erklärung des italienischen Finanzministers Grafen Dolpi die umfangreichen Frankenverkäufe auf den italienischen Märkten jetzt auf hören würden. Im übrigen bemerkte Peret, die Schulden- verhandlungen mit England nähmen einen günstigen Verlauf, indessen könne er den Zeitpunkt seiner Reise nach London noch nicht angeben. Der Direktor der Federal Reserve Bank Strong, ist heute hier eingetroffen. Aas der Tatsache, daß Strong in London eine lange Aussprache mit dem französischen Finanzsachverständigen Parmeirtier hotte, wird der Schluß gezogen, daß man die Möglichkeit einer Anleihe an Frankreich erwäge. Der Optimismus des Finaiizmrnisters ist durch den Ausgang der Börse bittet enttäuscht worden. Dos Pfund Sterling notierte heute vormittag 155,66, der Dollar 31,99. Bei Börsenschluß waren die Kurse 158,75 und 32,62. Die Wirkung des neuen Frankensturzes ist in allen Kreisen außerordentlich, groß, da man bestimmt damit gerechnet hatte, daß nach der Beendigung des englischen Generalstreikes eine merkliche Erholung der Währung eintreten würde. Der Streikabbruch in England. Rückkehr zu normalen Verkehrs verhältnissen. . London. 14. Mai. (TU.) Der englische Generalstreik bereitet jetzt im Klebergangsstadium zum normalen Wirtschaftsleben größere Schwierigkeiten als während seiner Hauptperiode. Verschiedene Freiwillige, die während des Streiks geholfen haben, wollen weiter beschäftigt werden. Eine Anzahl von Unternehmen hat sich auch an einen eingeschränkten Arbeitsstab gewöhnt und wünscht es dabei zu belassen. Die Londoner Untergrundbahn! wird morgen ihren vollen Betrieb wieder aufnehmen. Zwischen der Gesellschaft und den Arbeitern ist ein neuer Arbeite vertrag zustande- gekommen; ähnlich liegen die Dinge bei den Omnibus- und Straßenbahngesellschaften. Auch die Eisenbahner gewerkschaften sind heute nachmittag zu einer Einigung mit den Eisenbahngesellschaften gekommen. Die Eisenbahner haben sich verpflichten müssen, ohne vorherige Verhandlungen mit ben Gesellsö^rsten in keinen neuen Streik zu treten. Eine Verminderung der Gehälter und Löhne oder eine Verlängerung der Arbeitszeit oder sonstige wesentliche Aenderungen des Arbeitsverhältnisses sind nicht zur Bedingung gemacht worden. Die Gesellschaften haben sich lediglich das Recht der Versetzung gewisser Arbeiter aus andere Posten Vorbehalten. Jedoch wurde von den Eisenbahnern das Schuldbekenntnis, daß der Streik ungesetzlich gewesen sei, erzwungen. Neue Vorschläge zur Nohlenkrifir London, 14. Mai. (TU.) In Kreisen des Gewerkschaftskongresses verlautet, daß die Lage in allen Teilen des Landes wesentlich ruhiger geworden ist. Baldwin teilte im Unterhause mit. er sei zu dem Schluß gekommen, daß die Bergarbeiter und Grubenbesitzer unter sich zu einem neuen Abkommen gelangen müssen. Er habe ihnen deshalb folgende Vorschläge unterbreitet: Die Regierung wird folgende Gesetzentwürfe im Parlament einbringen: 1. Sofortige Prüfung der Vorschläge der Kohlenkommission über die Fusion einzelner Kohlen gesellsch asten. 2. Eine besondere Besteuerung der Grundrente nempfänger. 3. Einschränkung der Reueinstellung von Bergarbeitern. 4. Einrichtung eines nationalen Lohnamtes. Reben diesen Gesetzentwürfen, die von der Regierung im Lause dieser Session eingebracht werden sollen, sehen die Vorschläge die Einrichtung mehrerer administrativer Körperschaften vor. Die Subvention des Kohlenbergbaues soll bis zur Höhe von 3 Millionen Pfund Sterling unter bestimmten Voraussetzungen weiter gezahlt und ein Beratungsaussch uß beim Bergbauminister eingesetzt werden, der die Durchführung des Kohlenberichts soweit wie möglich schvn jetzt sichern soll. Neue „Enthüllungen". Drei Briefe des Juftizrats Claft. Berlin, 14. Mai. (TU.) Der Amtliche Preußische Pressedienst schreibt: Angesichts der Erklärungen, die der Lübecker Bürgermeister Dr. Reumann abgegeben hat und die den Anschein erwecken, als ob die Veröffentlichungen des Amtlichen Preußischen Pressedienstes über die ausgedeckten Putschpläne in Bezug auf seine Person fehlgingen, sei ein Bries mitgeteilt, den Iustizrat Dr. C l a ß an den damals in Karlsbad weilenden Dr. Reumann geschrieben hat. in dem es u. a. heißt: „Lieber Freund! Auf Ihr Schreiben vom 18. d. M. teile ich Ihnen mit, daß ich es richtig dahin verstanden zu haben glaube, daß Sie int äußersten Falle zur Verfügung stehen. Unser R 0 h b r a « lener Freund war von dieser Aussicht sehr eingenommen und hat eine derartige Lösung für sehr glücklich erklärt. Im Übrigen geben untere Bemühungen, wie ich glaube, erfolgreich weiter, und ich wage zu hoffen, daß wir doch ans Ziel kommen, besonders, wenn stell gewisse Dinge jetzt zuspitzen. wie es doch den Anschein hat . Der Amtliche Preußische Pressedienst fügt hinzu, daß der Rohbrakener Freund Geheimrat .f) u g e n- b e r g sei. Geheimrat Hugenderg erklärte, daß der Bries, falls er echt sei, keinerlei Bestätigung für die behaupteten Putschpläne enthalte, und daß seinerseits eine Bereiterklärung zur lieber- I nähme eines Ministeramtcs in dieser ober einer anderen Verbindung niemals und niemand gegenüber abgegeben worden sei. Der Amtliche Preußische Pressedienst veröffentlicht ferner den Wortlaut zweier Briefe, die Justiz- rat 2)r. C la ß im Dezember v. I. und Januar d. I. an den ehemaligen Kaiser und dessen Gattin gerichtet habe. In dem Brief an den ehemaligen Kaiser gibt Justizrat Dr. Claß die Versicherung ab, daß die um ihn gescharten Getreuen mit unerschütterlichem Willen am Werke seien, in dem gereinigten und befreiten Vaterlande das hohen- zollernsche Kaisertum in erhöhtem Glanze aufrichten zu helfen. Der Brief an die Gattin des ehemaligen Kaisers macht darauf aufmerksam, daß die Kommunisten sich auf einen Gegenputsch vorbereiteten. Die Regierung und das feige Bürgertum versagten jedoch vollkommen. Angesichts der Tatsachen hätte man zur vaterländischen Selbsthilfe aufgerufen. Kapitän Ehrhardt zu dem Verbot des Wiking-Bundes. Berlin, 14. Mai. (TU.) Kapitän Ehrhardt äußerte sich in einer Erklärung zu dem Verbot des Bundes Wiking, in der es heißt, auf die Rachricht, daß der Bund Wiking im Zusammenhang mit den unsinnigen Putschgerüchten verboten werden soll, habe er sich sofort nach Berlin begeben, schon allein, um damit zu dokumentieren, daß er jederzeit bereit sei, auch dem preußischen Minister des Innern über seine vaterländische Arbeit Aufklärung zu geben. Der Bund Wiking besitze keine Waffen, er sei in keiner Weise militärisch organisiert. In seinem Arbettsprogramm heiße es: „Grundsätzlich die Monarchie für die bessere Staatsform haltend, sind wir davon überzeugt, daß die Aufwerfung der monarchischen Frage in jetziger Zeit der Todesstoß für die Monarchie überhaupt wäre." Die Zeit, in der man durch Staatsstreiche die Lage zu ändern glaubte, ist vorbei, sowohl für die nationalen Kreise wie für die Kommunisten. Rach diesen Richtlinien arbeite der Bund Wiking seit seiner Rückkehr nach Deutschland. Wie hiernach ein Verbot des Bundes in Preußen erfolgen konnte, sei ihm unverständlich. Strafantrag gegen den Polizeipräsidenten. Berlin, 14. Mai. Geheimrat Kirdorf, Generaldirektor Bögler, Bergrat Winghaus, Generaldirektor Wisk 0 tt und der Geschäftsführer des Bergbaulichen Vereins, Freiherr 0. Löwen- ft e i n , bei denen im Auftrage des Berliner Polizeipräsidenten Haussuchungen vorgenommen worden waren, Haden bei der Essener Staatsanwaltschaft gegen den Berliner Polizeipräsidenten Strasan - trag wegen Amtsmißbrauch, Hausfriedensbruch und Beleidigung gestellt. Der Werwolf erklärt, daß er in keinem irgendwie gearteten inneren Zusammenhang mit den unter Führung des Obersten t». Luck stehenden Verbänden steht. Die Vereinigten Vaterländischen Verbände betonen, daß kein ernst zu nehmender Mann einen unausführbaren Putsch plane. Ader selbstverständlich beanspruchen wir für uns als Mitbürger das Recht freier Meinungsäußerung und Notwehr für den allgemein befürchteten Fall einer bevorstehenden zweiten Revolution. Haussuchungen beim Stahlhelm in Köln und Gelsenkirchen. Essen, 14. Mai. (TU.) Heute fanden in Köln bei Führern und der Geschäftsstelle des Stahlhelms Haussuchungen statt, die jedoch völlig ergebnislos verliefen. In Gelsenkirchen hat die p^ttische Polizei heute bet den Führern des Stahlhelms die Telephone gesperrt und Personen angehalten, die das Geschäft eines Uhrmachers verliehen, der zum Stahlhelm gehört. Weitere Maßnahmen erfolgten nicht, da Unterlagen nicht vorliegen. Deutscher Reichstag. Berlin. 14. Mai. (VDZ.) Präsident Loebe eröffnet die Sitzung und verliest die amtliche Mitteilung von dem Rücktritt des Reichskabinetts. Als er erwähnt, daß Reichswehrminister Dr. Gehler vorläufig die Geschäfte des Reichskanzlers weiterführe, entsteht bei den Kommunisten Unruhe. Sie rufen: „Eine feine Rümmer!" Der Präsident rügt diese Zwischenrufe. Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung des Gesetzentwurfes zur Aende- rung der Reichsverordnung über die Fürsorgepflicht. Der Ausschuß empfiehlt einige Richtsätze für die Beteiligung der Hilssbedürf- ttgen im Fürsorgeverfahren. Danach sollen die Kleinrentner in bezug auf die Fürsorge- berechtigung den Sozialrentnern gleichgestellt und auch eine Beschwerde gegen Ablehnung der Fürsorge sowie gegen Festsetzung ihrer Art und Höhe zugelassen werden. Abg. Karsten (Soz.) erwähnt den Einspruch des Reichsrates gegen den Beschluß des Reichstages auf Besserstellung der Sozialrentner durch Wegfall der Sozialrente auf die Fürsorgeunterstutzung. Es sei berechnet worden. daß die Ausführung 200 Millionen Mark Mehrkosten erfordere. Der jetzt vorliegende Gesetzentwurf beseitige nur einen Teil der Mängel des Fürsvrgegesetzes. indem er den Fürsorge- berechtigten ein Mitwirkungsrecht gebe. Es mühte sichergestellt werden, daß die Vertreter aus denjenigen Organisationen genommen werden, denen die Fürsorgeberechttgten wirklich Vertrauen schenken foimten. Aba. Frau Arendsee (Komm.) befürwortet einen Antrag ihrer Partei, wonach die Organisationen oder sonstigen Vertreter der Soziaüentt-- ner. Kleinrentner usw. in allen Instanzen ein Mitbestimmungsrecht staben sollen. Das vorliegende Gesetz würden die Kommunisten ablehnen. Es sei ein unbrauchbares GelegenhritsProjekt. Abg. Frau Teusch (Zentr.) tritt für ihren auch von den Demokraten unterstützten Antrag ein. wonach bei der Durchführung der Fürsorge und bei der Aufstellung der Richtlinien anstelle der Fürsorgeberechtigten auch Vertreter ihrer Vereinigung oder von Vereinen, die Hilfs- bebürftige betreuen, her angezogen werden, dabei neben den Verbänden der Sozialrentner, Klein- rmtner und Kriegsbeschädigten auch die Gewerk- schaften und die Carttasverbände. Ministerialdirektor Ritter erklärt sich namens Der Regierung mit der Fassung des Antrags Teusch e i n v e r st a n de n. Eine Zurücksetzung der Fürsorgeberechtigten sei darin nicht zu erblicken. Der Antrag Teusch und mit ihm bi? Vorlage werden in zweiter Beratung angenommen. Die übrigen Aenderimgsanträge werden abgelehnt. Wettervoraussage. Bei nördlichen Winden meist wolkiges Wetter mit einzelnen Regenfällen bei wenig veränderten Temperaturen. Die Rovelle zur dritten Rotverordnung, die sich mit dem Geldentwertungsausgleich bet Reubauten befaßt, die mit Beihilfe aus öffentlichen Mitteln ausgeführt sind wird in zweiter und dritter Beratung angenommen. Angenommen wird weiter eine Entschließung des volkswirtschaftlichen Ausschusses, in der die Regierung ersucht wird, die von der Gold» diskontbank eingeleiteten Maßnahmen auf 11 m - Wertung schwebender Wechselverbindlichkeiten in langfristigen Hypothekar- kredit wesentlich auszugestalten. Um 43/4 Uhr vertagt sich das Haus auf Samstag. Fürst Christian Kraft zu Hohenlohe-Oehringen f- Berlin, 14. Mai. (WD.) Im 79. Lebensjahr verschied heute zu Somoghszob in Ungarn nach schwerem Leiden Fürst Christian Kraft zu Hohenlohe-Oehringen, Herzog von lljest, Graf von Gleichen und Senior des-^Gesamthauses Hohenlohe. Die Beisetzung des Fürsten findet, seinen Wünschen entsprechend, auf seiner Herrschaft Iavorina in der Hohen Tatra statt. Der verstorbene Fürst gehörte zu den bekanntesten und großzügigsten Industriellen und Landwirten Deutschlands und er hat geradezu in vorbildlicher Weise seine Besitztümer verwaltet. Auch im Auslande, wo der Fürst einen nicht unerheblichen Besitz hatte, war seine weltmännische, maßvolle und sachliche Art besonders geschätzt. Der Fürst, der in seiner Jugend dem engeren Kreis um Bismarck nahestand, war Generalmajor ä la suite der alten Armee und lange Zeit Mitglied des Reichstages und des Herrenhauses, und zwar als Angehöriger der Konservativen Partei. Roch bis zuletzt bekleidete er das Amt eines Landesältesten und verschiedene andere kommunale Ehrenämter in Schlesien und Württemberg. Eine Zeit lang war der Fürst Hohenlohe der Oberstkämmerer des ehemaligen Kaisers. Im Weltkriege betätigte sich der Fürst als Delegierter der freiwilligen Krankenpflege . Aus aller Wett. Das Schicksal der „Norge". Reuh 0 rk, 15. Mai. (W.T.D. Funkspruch.) Am Samstag morgens 2 Uhr nach Reuhorker Zeit war noch keine Rachricht über den Verbleib der „Rorge" eingetroffen. Kapitän Anton Heinen, der bekannte Zeppelinkommandant, erklärte, er sehe keinen Grund zur Beunruhigung vor Montag, da bis dahin die Betriebsstoffsvorräte der »Rorge" ausreichen, wenn man nur einen Motor laufen lasse. Vielfach wird angenommen, daß die „Rorge" genötigt ist, einem Sturm aus- zuwerchen. Fcttls die Mcmnschaft gezwungen fein sollte, ui einer abgelegenen Gegend eine Rot- landung vorzunehmen, wodurch dann etne lange Schlittenreise notwendig würde, formten Wochen vergehen, ehe eine Rachricht von dem Schicksal der Expedition eintrifft Der Wiesbadener Raubmord. Rach Feststellungen der Wiesbadener Mordkom- mifsion kommt als Mörder der Wttwe Flora Süßer, die in ihrer Wohnung in der Kleiststraße ermordet wurde, oer eigene 33jährige Sohn Wilhelm Süßer der Ermordeten in Frage, der zuletzt in Frankfurt in der Glauburgstraße wohnte. Sein gegenwärtiger Aufenthalt ist unbe- tannt. Wilhelm Süßer, der von mittelgroßer schlanker Figur ist, hat feinen Eltern durch fein leichtsinniges Leben schon viel Kummer bereitet und war auch schon einige Male in Irrenanstalten untergebracht. Die Frankfurter Kriminalpolizei vermutet, daß er sich zur Zeit in Frankfurt aufhält und fahndet eifrig nach ihm. Die Leiche der Frau wies verschiedene Kratzwunden im Gesicht und schwere Verletzungen auf dem Kopf auf. Als die Frau bewußtlos geworden war, scheint der Mörder die Frau auf ein Bett geworfen und mit einer Vorhangkor- d e l erwürgt zu haben. Blutspuren deuten daraufhin, daß der Täter bei dem Kampf verletzt wurde. Rach der Tat buk sich der Mörder in der Küche einen Eierkuchen und verzehrte ihn in aller Ruhe. Geraubt wurden nach den polizeilichen Ermittelungen eine mit Perlen und einem Brillanten be- K kreisrunde goldene Brosche, ein goldenes Glie- rmbanb, eine goldene Damenuhr mit Sprungdeckel, eine Vorstecknadel und ein goldener Damenring mit Brillanten. Ob dem Mörder auch Bargeld in die Hände gefallen ist, steht noch nicht fest. Rach neueren Meldungen kommt entgegen der früheren Annahme, der Sohn Wllhelm Süßer als Täter nicht in Frage, da er sich zur Zett in einer Irrenanstalt befindet. Die Rachforschungen werden nach anderes Richtung hin fortgesetzt. Der Täter ist zweifellos ein Sittlichkeitsverbrecher gefährlichster Art. Eine Spur ist bereits gefunden. Schwere Antokataftrophe. Bei Rudow fuhr eine Berliner Autodroschke, deren Chauffeur anscheinend betrunken war, in einen Zug von 200 Mitgliedern des Neuköllner Kriegervereius hinein und über fuhr 11 Personen. Drei von ihnen, darunter der älteste Veteran des Vereins, der 82jährige Rentner Krause, wurden getötet. Bei zwei weiteren Personen besteht Lebensgefahr. Zahlreiche Personen erlitten Nervenschocks. Der Chauffeur und die vier Fahrgäste des Autos suchten zu flüchten. Die Menge holte den Chauffeur jedoch ein und schlug solange auf ihn ein, bis er blutüberströmt z u - fammenbrad). Die vier Fahrgäste konnten sich vor der rasenden Menge in Sicherheit bringen. Der Chauffeur mußte ebenfalls ins Krankenhaus gebracht werden, konnte aber von dort nach Anlegung eines Notoerbandes als Polizeigefangener dem Revier zugeführt werden. Zunahme des Fremdenverkehrs. WSN. Frankfurt, 12. Mai. Nach einer statistischen Veröffentlichung hat die Gesamtzahl der Fremden von 1924 auf 1925 zugenommen in Berlin von 1 207 697 auf 1592 703, Hambu^ von 472662 auf 485 881, Frankfurt a. M. von 460180 auf 582 088, Köln von 236 484 auf 300 010, München von 686 475 auf 816837. Wiesbaden von 99 675 auf 123127, Baden-Baden von 69 421 auf 71603, Bad-Nauheim von 29 513 auf 36 182, Homburg v. b. Höhe von 7108 auf 7750. Abgenommen hat sie nur in Leipzig von 450 436 auf 425 672. Der Anteil der Ausländer stieg in Berlin non 112 095 auf 192 864, Hamburg von WZ W "• * *•« « Stoff J^ngm .•tw-Äh J von jij.a LJU L>K ä?ä .fr*** Ä*£ ÄtoQt » *mee unb lange te 3nAC-i-UnB^ , cÄWr btt zuletzt bellei. Ir»6ffPeten E A Ehrenämter in oerniammefxx der freitofflijn Welt. er „Norge". ID TS, Fllnksprch^ Ahr nach Aeuhorier U über den Der- 'M- Kapitän Anton Pelmlommanlvnt, er- id zur Deunruhigung die Detriebsstosfrvor- i. denn man nur einen ch wird angenommen, st, einem Sturm auj rschaft gezwungen fein n ®cgenb eine. Äoi- drch dann eme lange irde, könnten Dochen ht von dem Schichai Rauömorb. iesbabtntt Mrdtarn- : Wwe Nvra Tützer, i AeWratze ermorbet hrige Sahn Dil- torbeten in Frage, i der Glauburgslraßc t Aufenthalt ist untre- von mittelgroßer schlau Ellern durch fein leicht- immer bereitet unb war Irrenanstalten untergc- iminalpolizei vermutet. 5 Die örber die Frau au, cm i erAorhanglor- ßüitfpuren beulen bar- i Kamps verletzt würbe. Mörder in btt M jrte ihn in oller Me- polizeilichen Etmiüt' b einem brillanten be- »sche, ein 0^ Damenuhr mit Sprunfl •ÄtfSÄ* s-’JFbe lotaftwrt«. K*Ä M^Jnimb schlug , ins von dor> n bem Ae- lizeigesanö^ ««*; jsäs-tfg ionS Viesb°°z, t ßcrpoju -her r, „«ft Änslo - 86 942 auf 70 764, Köln von 35 277 auf 50 067, Leipzig von 37 775 auf 45 533, München von 49 907 auf 70 695, Baden-Baden von 6569 auf 9508, Bad- Nauheim von 3756 auf 4982, Homburg v. d. Höhe von 499 auf 530. Gefallen ist die Zahl in Frankfurt a. M. von 4135 auf 4014, und Wies baden von 24 119 auf 20607. Beispielloser Maikäser-„Segen". Lei einem im Bezirk Eilenburg von den Amtsstellen veranlaßten Maikäferfeldzug wurden bisher 300 Zentner gesammelt, das sind etwa acht Millionen Stück. In einem kleinen Dorfe sammelten 30 Schulkinder an einem Dormittag neun Zentner. Ein fo massenhaftes Auftreten der Maikäfer ist seit einem Menschenalter nicht mehr beobachtet worden. Kunst und Wissenschaft. Die Sektion für Dichtung der Akademie der Künste. *luf Veranschlag der Akademie der Künste hat Kultusminister Dr. Decker folgende Dichter zu Mitgliedern der neuen Sektion für Dichtung der Akademie der Künste berufen: Gerhart Hauptmann, Thomas Mann, Hermann Stehr, Ludwig u I b a und Arno Holz. Der Minister hat sich auf d ese kleine Liste beschränkt, um der Sektion für Dichtkunst die Möglichkeit zu geben, sich durch Zu wähl zu ergänzen. 90. Geburtstag Exzellenz Väumlers. In Freiburg feiert Wirklicher Geh. Rat Pro- feffor Dr. Bäumler, Ehrenbürger der Stadl Freiburg, feinen 90. Geburtstag. Bäumler studierte in Erlangen, Tübingen, Berlin, Prag, Wien sowie an den Hospitälern Paris und London und siedelte nach dreijähriger Assiftcntenzeit bei Kußmaul als Hausarzt an das deutsche Hospital nach London über. Dort ließ er sich auch als praktischer Arzt nieder. 1872 wurde Bäumler als außerordentlicher Profesior nach Erlangen berufen, 1874 tarn er als ordentlicher Professor der Arzneimittellehre und Leiter der medizinischen Poliklinik nach Frei b u r g. Als fein Lehrer Kußmaul einem Rufe nach Straßburg folgte, übernahm er die Leitung der medizinischen Klinik in Freiburg. 1909 trat Bäumler in den Ruhestand, hat aber auch weiterhin seine reichen Erfahrungen nicht nur der medizinischen Wissenschaft gewidmet, sondern auch vielen anderen Wissensgebieten. Zur Feier seines 80. Geburtstages wurde von maßgebender Seite von ihm das Wort geprägt: „Bäumler der Lehrer von uns allen!" Geh. Rai Bäumler hat der Freiburger medizinischen Klinik zu ihrem weitbekannten Ruf verholsen. Die Unioerfität Freiburg, die Stadtver waltung usw. überbrachten ihm heute gelegentlich einer Feier in der Universitätsaula ihre Glückwünsche. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 15. Mai 1926. Die Verkehrsregelung auf dem Seltersweg. Polizeiamt und Stadtverwaltung. In Beantwortung der an uns gerichteten und abgedrucklen Zuschrift des Polizei- amte# Gießen („Gieß. Anz." Ar. 106 vom 7. Mai) und der von uns an diesen Abdruck geknüpften Bemerkungen gab Beigeordneter Dr. Frey in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung eine aktenmäßige Darstellung der Entwicklung der Angelegenheit „Verkehrsregelung in der inneren Stadt" bekannt. In dieser Mitteilung führte er an den entscheidenden Stellen aus: ..Am 20. Juli 1925 hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, das Polizeiamt um gewisse Verkehrsregelungen in der inneren Stadt zu ersuchen. Es handelt sich um Verbot des SelterSwegs und der Mäusburg für den Fahrradverkehr. das Verbot des Durchgangsverkehrs mit .Kraftfahrzeugen durch die gleichen Straßen und um die Festsetzung einer Höchstgeschwindigkeit für die genannten Verkehrsmittel innerhalb der Stadt. Am 25. Juli 1925 ist dieser Beschluß mit eingehender 'Begründung an das Polizeiamt gegeben worden zugleich mit dem Ersuchen, noch bis zum Kreisturnsest die Reuregelung durchzuführen. Da keine Antwort erfolgte, ist am 25. Rovember 1925 erstmalig in der üblichen Form erinnert worden. Die Erinnerung wurde, da sie erfolglos geblieben war, am 15. Dezember 1925 wiederholt. Als auch hierauf nichts erfolgte, habe ich am 23. Januar 1926 Herrn Regierungsrat 2 üchler gelegentlich einer Rücksprache in anderer Sache ernstlich und dringend gebeten, unS einen Bescheid zukommen zu lassen, da ich sonst unliebsame Erörterungen in der Stadtverordnetenversammlung befürchte. Herr Regie» rungsrat B ü ch l e r wies kurz darauf hin. daß eine allgemeine gesetzliche Regelung zu erwarten sei und sagte mir Bescheid innerhalb einer Woche zu. Da wiederum kein Bescheid einging, habe ich am 3. März 1926 das folgende Schreiben an daS Polizeiamt, z. H. des Herrn Regierungsrat Büch le r gerichtet: ,.Am 25. Juli 1925 habe ich einen von der Stadtverordnetenversammlung zu Gießen in ihrer Sitzung vom 20. Juli 1925 gefaßten Beschluß übersandt, der um gewisse Maßnahmen der Verkehrsregelung in der inneren Stadt ersuchte. Trotz zweimaliger Erinnerung und obwohl Herr Regierungsrat Büch le r dem Unterzeichneten am 23. Januar 1926 persönlich baldige Beantwortung zugefichert hatte, bin ich bis jetzt noch ohne Bescheid. Ich bitte nunmehr auf das dringendste um Mitteilung über den Sachstand." Hierauf erst ist unter dem 15. März 1926 erstmalig ein schriftlicher Bescheid erteilt worden. Insoweit muß ich allerdings nach Einsichtnahme der Akten meine Erklärung in der vorigen Sitzung berichtigen, die dahin ging, daß ein Bescheid noch nick! erteilt sei. Die Akten lagen in der vorigen Sitzung nicht vor. da die diesbezügliche Anfrage beiläufig außerhalb der Tagesordnung und der geschästsordmlngsmäßigen Bestimmungen erfolgte.“ Beigeordneter Dr. Frey zitierte hieraus wörtlich die beiden ersten Absätze des Schreibens des Polizeiamts vom 15. März 1926. 3m ersten Absatz sagt das Polizeiantt, die von der Stadtverwaltung genannten Erinnerungen seien nach den gemachten Feststellungen bei dem Polizeiamt nicht eingegangen. Im zweiten Absatz wird vom Polizeiamt erklärt, jede Polizeiverordnung bedürfe die Genehntigung des Ministeriums. Auf einen Bericht des Polizeiamts an das Ministerium in Darmstadt habe dieses empfohlen, die Angelegenheit zunächst noch zurückzustellen, da der Erlaß einer allgemeinen Verkehrsordnung nach einheitlichen Grundsätzen für das ganze Reichsgebiet bevorstehe. Bis jetzt sei das aber nicht geschehen, und deshalb habe das Polizeiamt unter Hinweis auf die hiesigen Derkehrsverhält- nisse. die dringend einer Regelung bedürfen, erneut bei dem Minister des Innern nach dem Sach stand angefragt. Anschließend an dieses Briefzitat sagte Beigeordneter Dr. Frey u. a. weiter: „Rach allem muß ich feststellen, daß der Beschluß der Stadtverordneten vom 20. Juli 1925 bis heute eine praktische Auswirkung nicht gehabt hat. Sollte die neue gesetzliche Regelung durch Reich oder Staat selbst in der nächsten Zeit kommen, so wird doch schließlich mehr als ein Jahr vergangen fein, ohne daß etwas geschehen ist. Ich vermag nicht einzusehen. warum eine Einschränkung des Fahrrad- und Krastwagenverlehrs für gewisse enge Altstadt straften, wie sie seit Jahren von der wettaus überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung aufs dringendste verlangt wird, und wie sie in anderen Städten seit Jahr,ahnten besteht. verknüpft werden muß, mit einer zukünftigen gesetzgeberischen Tätigkeit von Reich oder Land auf diesem Gebiete. Die geforderten Der- kehrsbeschvänkungen find nach dem gegenwärtigen Rechtsstand zulässig und werden 6ei jeder neuen Gesetzgebung zulässig bleiben. Die Reichs- und LandÄgesehgebung kann nur weitgefaßte Rahmenbestimmungen geben, die nicht den geringsten Einfluß auf die Beurteilung der rein örtlichen Frage haben können, ob man auf Selters weg und Mäusburg mit Fahrrädern oder Kraftfahrzeugen fahren soll. Die Verantwortung hierfür trifft allerdings offenbar nicht das hiesige Polizeiamt. sondern das Ministerium des Innern. Freilich hätte ich, gewünscht, daß auf das Ersuchen vom 25. Juli 1925 durch das Polizeiamt nicht erst Mitte März 1926 ein aktenmäßiger Bescheid erteilt worden wäre." Bornotizen. Tageskalender für Samstag. Hess. Landes-Lehrerinnen-Derein: 8 Hßr im Großen Hörsaal der Unioerfitäl Vortrag von Marg. Treuge über „Die foztalpädagogischen Aufgaben unferer Zeit". — Nerother-Wandervögel: 8 Uhr im großen Hörsaal des Physikal. Instituts Lichtbilder-Vortrag über „Aegypten". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: ..Die letzten Tage von Pompeji". — Astoria-Lichtspiele: „Waciste in der Hölle". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 6>. Uhr Deutscher Abend zum Besten der Ausbildung von deutschen Kolonialschwestern. — Palast-Lichtspiele: .Das Milliar- denfouper". — Lichtspielhaus und Aftvria-Licht- spiele wie Samstag. - Ein Wohltätigkeitskonzert zum Besten des zwischen Johannesstraße und Selters- Weg errichteten Mädchenheims »Zuflucht" werden Frau Müller-Bangert, Piarrist Hahn und Privatdozent Lia Laun am Mittwoch. 19. d. Mts., in der Aula Veranstalter Räherc» ist aus dem gestrigen Anzeigenteil ersichtlich. Deutscher Abend im -Ltadttheater. Der Veranstaltung des Frauenvereins vom Roten Kreuz für Deutsche über See, die morgen, Sonntag, abends 6.30 Uhr, im Gießener Stadltheater beginnt und die neben der Aufführung von Goethes Schauspiel ..Die Geschwister" wertvolle Darbietungen aus dem Hültenberger Volksleben bringt, widmet der bestens bekannte mundartliche Heimatdichter Georg H e ß ' Leihgestern die folgende poetische Empfehlung, die auch wir bestens unterstützen. D. Red. Hostes gelease? Bcseann dich näit lang ean loß dich doas Geald näit vedräiße. Schneall — hoall (hol) d'r e Koat fir de sechzehte Mai, Doas fäiftc (siehst du) näit wirrer ean Gäiße. — „Mignon" ean . Martha" eas zwoar näit u's Da’t .... (Art). da« sache soi Auch aach näit roar — (selten) mir brenge ka „Oper" ean ka Dpereti’, mir brenge llch Hausmacher Woar. Wäi Sonndoags de Owed beim Liännebnam die Jugend eam Doarf kimmt beina, ean wäi ean de Speannftub’ de Leps ean die Liß beim Daaze beroeje die Baal Kaa Schiewer, kaa Foxtrott — doas eas näit us Oat däi baffe näit zou ufe Iroadjle; naa so wäi m’r froihere Zeit Hot gedaazt doas kannfte d'r noach 'mul bedroachte. Wäi Woll wird gefponne, wäi Skrimp' wär'n ge stoppt wäi's woar noach ean aale Zeire — ean haur — haur wird blus de Mann o'gezoppt „Geab Geald her — zou Florfkrimp aus Seire," Etz fchwei' ich auch stell, ean haale moi Maul ean dou d'r näit alles ve'zeh'n (erzählen), foft waafte moifiil joa d's ganze Programm ean doust o dem Owed noach feh'n. Komm hie ean? Teater, feält säistes ean hirschts 's gebt Ernstes, ean fehlt näit ö Späß, do hirfchte kaa Schund — fir volkstümlich Woar do foargt fchut — wer kennt en? — Schofch Heß. •* Personalien Der Prosettor am veterinär-anatomischen Institut der Landesuni» verfität Gießen. Prof. Dr. Wilhelm Schauder. ist mit Wirkung vom 1. Mai ab auf sein Rachsuchen aus dem Staatsdienst entlassen toerben. — Ernannt wurden die Forstreferendare Werner Frhr. von Gall zu Gießen unb Otto Groth zu Rödgen zu Forstassefsoren. O Verschönerungsarbeiten am Baumschmuck der Westanlage. Die in der Westanlage stehenden Lindenbäume (hauptsächlich amerikanische Linden) werben gegenwärtig durch Herausschneiden der dürren Aeste verschönt. Wie man hört, sollen abkömmliche dürre Bäume in Zukunft durch die im Wuchs wesentlich schönere russische (Krim-iLinde ersetzt werden. Auch die dort stehenden Akazienbäume dürften eine Verbesserung vertragen, damit auf diese Weise das Stadtbild verschönert wird. ' Die Zugtiere an Sonn- unb Festtagen. In der schönen Jahreszeit eilen viele hinaus in die Felder, Wälder unb Berge, sei es zu Fuß zu Rad oder mit dem Wagen. Möchten alle diejenigen, die ihren Ausflug mit dem Wagen unternehmen, daran denken, ihre Fahrten den Zugtieren nicht zur Qual werden zu lassen. Gerade bei solchen Landpartien, wo die Rückkehr gewöhnlich erst spät in der Rächt erfolgt, müssen Pferde, die wochentags nur an langsamen Schritt gewöhnt sind, stundenlang traben, oder es muß ein einzelnes, oft noch kleines ober schwaches Pferd ein Fuhrwerk ziehen, das mit 6 bis 8 Personen beseht ist. Beides sollte man den armen Tieren ersparen! Ferner achte man darauf, ob die Wege weich oder ansteigend sind. Müssen sich die Tiere sehr anstrengen, so sollten an schlechten Stellen oder bergan die rüstigen Leute aussteigen und nebenher gehen! ** Das Iahressest der Kirchen- gesangvereine des Dekanats Gieße n am morgigen Sonntag in Heuchelheim findet in der neuen Turnhalle statt. Heber die Einzelheiten bet Feier unb die Fahrverbindu.i Sn von Dießen aus ist nähere- in der gestrigen nzeige ersichtlich. Man rechnet auf eine zahlreiche Beteiligung der Evangelischen aus bein ganzen Dekanat Dießen. - Einweihung eines Grabdent mal - für Adolph Hansen. Am 10. Mai dem 75. Geburtstage des verstorbenen Geheimen HofratS Dr. Adolph Hansen, der von 1891 bis 1920 als Profesior der Botanik unb Direktor des Botanischen Gartens unserer QanbeSumnerti* tat angehörte, wurde auf dem neuen Friedhof im kleinen Streife von Angehörigen. Kollegen und Freunden des Verstorbenen ein künstlerisches Grabdenkmal eingeweiht, das nach Entwurf von Professor W a r de r 6 - München von der Firma G. Schleicher in ‘Berlin ausgeführt ist. S. Magnifizenz der Rektor Profesior Dr. Dürker legte im Rainen der Landes Universität einen Lorbeerkranz nieder und widmete dem Verstorbenen warme Worte der ©rirmerung. wobei er insbesondere HansenS tiefes Empfinden für Goethe unb feine eingehenden geschichtlichen Mntcrfudnin- gen über die Botanischen Studien des großen Dichters hervorhob. Professor Funk, der dein Verstorbenen lange Jahre alS Schüler und Assistent nahestand. erinnerte zunächst an persönlich? Vorzüge, die den Verstorbenen als Menschen unb Lehrer auszeichneten unb an aobere feiner Forschungen, insbesondere an bic in seinen letzten Jahren entwickelt? Vorliebe für Pslanzengeo- graphie, die sich vor allem in Adolph HansenS zahlreichen Studien- unb Forschungsreisen offenbarte und in der Reubearbeitung von KernerS „Pflanzenleben" (Leipzig 1913—16, 3 Bände) ihren wichtigsten Ausdruck gefunden hat. Richt nur in Fachkreisen, sondern weit darüber hinaus wird HansenS Rame durch die meisterhaften Qla- lurschilderungen, wie sie die neue Ausgabe deS Werkes auszeichnen, unvergessen bleiben. Die besonders anmutige Feinheit der rofenftreucnbed Frauengestalt des Grabdenkmals läßt dieses als eine besondere Zierde unseres neuen FriedhoseS erscheinen. —. — Eine Zusammenkunft ehern. Loko motiv-Beamten der früheren Reichseifenbahn in Elsaß-Lothringen fand dieser Tage in den Sälen der Liebig-- höhe statt. Aus allen Teilen des Deutschen Reichs waren die Beamten in unserer Stadt zusammengekommen, um hier in einem kameradschaftlichen Beisammensein alte Erinnerungen auszutauschen. Bei einem Begrüßungskommers entbot Lokomotivführer Roll- Gießen den Be- Hörden unb den Gästen herzliche Grüße. Hierauf trug Frl. Lotte Streiff - Gießen ein Gedicht. verfaßt von Lokomotivführer Kley, vor, in dem die Jugendzeit der ehemaligen Elsaß- Lothringer Lokomotivführer in ihrem Elsaß-Lothringen geschildert wurde. Beigeordneter Dr Frey ergriff alsdann das Wort und hieß die Versammlung im Ra men bet Gesamtbevölkerung von Gießen herzlich willkommen. Ramens der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer begrüßte der 1. Vorsitzende der Ortsgruppe Gießen, Lokomotivführer Erle, die Gäste. Ein von Frau Dr. König- Gießen «ungeübtes Stück in el- fäffer Mundart. .Goethe im Kaffeekränzl". sand lebhaften Beifall. Studienrat Dr. König, der 1. Vorsitzende der Gießener Clsaß-Lothrtnger- Dereinigung. begrüßte sodann die Erschienenen Der Abend wurde weiter durch GesangSvorträge der Gesangsabteilung der Gießener Lokomotiv- führer und durch Musikvorträge der Kapelle Weller verschönt. Am anderen Abend versammelten sich die Gäste wiederum auf bet Liebigs- höhe, nachdem am Vormittag eine Tagung zur Besprechung von Standes- unb Berufsstagen. die interner Art waten, sowie ein gemeinschaftliches Mittagessen vorausaegangen war. Am Ende ihrer Tagung unternahmen die Gäste einen Rundgang durch die Stadl und einen Ausflug nach dem Gleiberg. Kopfschmerz Migräne Neuralgie Zahnschmerz Jahr lOte bewährt. 1426di Sonntagsdienstd.Aetzte «.'Apotheken am 16.5.26 Dr. Klewitz. Dr. Steinreich. Hirschapotheke Zahnarzt: Dr. Haubach. MWWWe dienklc: Sonntaa vormlnagf. 9 Uhr. 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Der Vorstand der israelitischen ReligionS- gemeinde Gießen. Louis Marcus. 4292D «■»■Bll Gutgehende Bäckerei in kleinem Land städtchen Oberbcff« wegen vorgerückten Sliters, ».verpachten. Fuhrwerkkann käuflich übernommen werden. Schriftliche Angebote itnt. 034X1 an den Gieft. ?lnz. Umtausch altes Reilerfcllngen gegen die [MOLCiliOIAMON fr lud tote 8-1 mindert», neuen Mul- cufo - Dlemon- Klingen u Apparate N«h durch Mulcuto WerIt.Solingen ÄüviM Z LMMIM werd, sachgemäß n. vretSwert gestimmt u. reu ar. G.MrlLr Sieben. VloMr.il Televlwn 2403. Äakanlflbr.Stlav. u. Harmoniums la Kreissäge Welle mit Ringschmierlager. la 600 Blatt. Gestell u Schiebedach 50 M so lange Vorrat ®”D Carl Schunck Lklbstzckkltcrtcn vnma naturreinen MIM« empfiehlt lO44 My. fioßieroiann SiüfereL Sieuitadt 12. erXiCOT uq taj.r.n Wie prächtig sie schäum£ T Das kann nur die ^ute 5unlicht Seife Millionen von Menschen verwenden sie nicht nur zur Wäsebereinigung, sondern auch für ihre tägliche Toilette. 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'(?■ Spielplan der Gießener Lichtspieltheater Kar noch bi» einschließlich Montag: Kor morgen Sonntag: Der Welt größter Film m rinn Dnlln^ Der WeIt größter Film: Das auserlesene Doppelprogramm „SiMchMNI'qss fc i&per Fr»rn#»r Hna hiRlirvo Roinrn-rramm c__• . .. , ... , * Gewaltiger Sowie: 6 lustige Akte nach der gleichnamigen fön Die neueste Ufa-Wochenschau Der Ul M e $ "und, 'ffv i. ' Nachtigall und Frau Nachtigall und Frau 5 Enkelkindern. Willi- Adolf nebst Alleinverkauf für Gießen: Dienste geleistet hat. Wir werden dem zeit treues Andenken Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Vaters Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: K. Schlecht und Frau. I. N. der trauernden Hinterbliebenen: Wilh. Römer III. Ww. dutzL- m birdtot 9 sich der eigentlich mitten «fr die Aufs, DH.C." ,9<6 6ot Sahnen i Philipp Sommeriad, Beuern. Ferner das lustige Beiprogramm. Ab Montag; sM Staun in Gieffen oder Um- oeflcni). Schriftliche Angel», uni er 03446 n. d. Gleff. 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Des weiteren vermittelte die übgelaufene Spielzeit eine »Reihe von älteren Dramen, bie zum überwiegenden Teil feit langem erprobt, anerkannt und wohl auch in den festen Bestand des Repertoires aufgenommen sind: »Wedekinds „König »Nicolo" (ein sehr guter Griss: das Werk gehört zum Reifsten, was der Dichter gegeben hat), Ibsens „Solneß" (das nächste Jahr wird uns nun wohl auch den in Aussicht genommenen „Peer Gynt" bringen), Björn)ons „lieber unsere Kraft" II. An'den starken Eindrücken, die § o h n r e y s »Bauerndrama „Düwels" hinterließ, das man nach langer Zeit wieder einmal aus unverdienter Vergessenheit zog, mag man ermessen, welche dankbaren Aufgaben noch immer das echte, gesunde nnb bodenständige Volksstück bietet. Wir verkennen nicht die »Bedenken, die sich in vielen Fällen auf mundartliche Schwierigkeiten gründen. Sonst könnten »Anzengruber und Schönherr, denen leider allzuoft der Dialekt den »Weg auf die Bühne versperrt, nur empfohlen werden. Sius besonderen »Anlässen erschienen in neuer Einrichtung „Haus »Rosenhagen" (zu Ehren des 60jährigen »Mar Halbe), der alte „Flachsmann" (zum Gedächtnis an den verstorbenen Otto Ern ft), Wildenbruchs „Haubenlerche" (als Wohltätig feitSDorftellung) und zur »Weihnachtszeit, wie üblich, ein Märchenfpiel. Dom Lustspiel, als sehr integrierenbem Bestandteil eines guten Programms, wurde in anderem Zusammenhang schon gesprochen: noch wird man sich dankbar zweier bewährter, älterer Stücke erinnern, die stets ihrer Wirkung fieber sind: der „Jugendfreunde" Fuldas und ber berühmten „Fünf Frankfurter" von R o e ß l e r, bie auch in biefem Jahre roicber aus bem alten Bestand übernommen wurden. — Auch im nächsten »Winter wird das heitere Drama gewiß bie umfaffenbe. sorgsame Pflege erfahren, die es zu beanspruchen hat insbesondere sollte man auch, wie heuer, ein klassisches Lustspiel iys Arbeitsprogramm mitaufnehmen: mit ber schon länger geplanten Neueinstubierung eines Shake- spearelustspiels (man hatte wohl an ben .Kaufmann" gedacht) würde sich die Intendanz ein beson- » V ,-■ 34.5 34 Lberbedars..... • • • . 48.75 49 — Pyöuix Bergbao ...... Rheinssahl........... 74,25' 91 75,25 92.5' 74,13- 90,62- 74,25 91,62' Riebeck Montan........ 87.6 90,25 93 TelluS Bergbau........ 59 — Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . ... 129' 125.5- 13.1' 131' 128' 121,7' 134' 129,7' Theramische Werke Ifllbia . . 48.5 _ - _ Zementwerk Hetdelberg . . . Philipp Hotzmann..... 97.125 67,5 07,75 69 67,5 — Anglo-Cont.-Gnano . ... 73 _____________1 _ Cbemischc Mayer Alapin . — - 9- ö- s?arbenindl:s1ne, A.-0-. 153.5- 155' 152* 154.9' Moloswinidt.......... Sotzvcrkohlnng....... Rütgerswerke........ 74 73 72,5 61,5 73 62.5 74 73 74,25 Scheideanstalt ....... 111.5 — «llg. ElektrUikärr-Gesellschast 107.2' 108,2' 108,2' 107,9' Bergmann .......... Malnkrastwerke........ 100 — 100 100.2' 96 — — —• Schuckert........... Siemens & HalSkr ...... 93,5’ 95,25' 93* 94,9- 140 139' 141.7' Adleewcrkc Äleyer ...... 59,5 — 60 61,25 Daimler Motoren. ...... 59,25 -— 60 — Hehligenssaedt. . ...... Meguin............ 25 — — ** 37 — — — Motorenwerke Mann beim . — — 50,25 — Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . 40,25 — Metallgesellichaft Frankfurt. Der. Union A.-G. 105 72,5 —• 7:1 — Schodiabrrk Her; ... o L — 36,75 — Sichel..... . . . , 4,05 —— — — Zellstoff Saldl-o,-. . .... 120 — 120,25 —— Zuckerfabrik Frankem hat . . HBdcrfabrtf öflobänftl . . . 50.75 59,5 50,6 51 — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 'Banknoten. 14 Mai. 15. Mai. Slmtliche Notierung Amtliche Notierung Keld Briek Geld Bries Amft.» Vtoii 168,71 169.13 168.79 169,61 Buen.-Slires 1.690 1.694 1.688 1,692 Brss.-Antw- 12,93 12,97 12,68 12.72 ChriNiania - 90,74 -30.96 90,77 90,99 Kopenhagen 1119,96 110,94 110,16 110,41 Stockholm 112,21 112,49 112.21 112,49 HMngforS 10,547 10,587 10,547 10,587 5talten. . . 15,12 15,16 11,79 14,83 London. . 20,392 20,144 20.409 20.461 9?tut, ort . 4.195 4,205 4,195 4,205 Paris. . 13,02 13,06 12,655 12,695 Schwei; . . 81,13 bl, 33 81,11 81,31 Spanien . 60.67 iX), 60.49 60.65 yapan . . . 1.982 1.9S6 1,968 1,972 ?Hio dr Ian 0.610 0.612 0.609 0,611 Wien rn D-- Ctfl. abgeit 59,22 59,:$6 59,215 59,355 Prag .... 12,417 12.457 12,417 12,457 Belgrad . . 7.407 7,457 7,407 7,427 Budapest. . 6,855 5,875 5,8-55 5,875 Bulgarien 3,35 3,45 3,045 3,055 Lissabon 21.395 21.445 21.425 21,485 Ron&ttV 80,86 Hl ,06 80,93 81,13 2,185 2,195 2,185 2,195 Alben. 5,24 5,26 5,24 5,26 Kanada. . . 4,128 4,208 4,197 4,207 Uruguav 1,315 4,32.5 4,315 4.335 Berlin, 14 Mai Geld Brie» Amerikanische Note»..... 4,206 4,226 Belgische Noten ..... . 12,82 12,88 Dänische Noten ........ 109,65 110,69 s^nglinbe Noten........ 20,835 3ij,4:i5 Främösüche Noten ...... 13,07 13,13 Holländische Noteu...... 168,35 169,19 tztaltenische Noten...... 15,16 15,24 Norwegische Noten. .... 90,47 90,93 Deutsch-Oesterr.. al 00 Kronen 59,24 69,54 Rumänische Noten...... 1,56 1,60 Schwedische Noten ... 111.92 112,48 Schweizer Noten . ... 81,06 81,46 Spanische Noten ..... 60,45 60,75 Tschechoslowakische Noten . . 12,454 12,514 rtnnarische Noten . . . . , , 5,842 5,882 frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 15. Mai. Tenbenz: Fest. — Ungeachtet der großen innen- und außenpolitischen Ereignisse eröffnete bie Börse am Wochenenbe in burchaus zuversichtlicher Stimmung. Allgemein war bie Kauflust sehr rege, unb bie Spekulation suchte sich nach bem glatten Verlauf ber Mebioadwicklung weiter einzubecken. Das Geschäft, bas einen lebhaften Charakter trug, erstreckte sich vornehmlich auf bie bevorzugten Industriewerte, von denen Schiffahrts-, Farbenindustrie- unb einige Montanaktien großes Interesse erlangten unb teilweise mehrprozentige Kursgewinne erzielen konnten. Die feste Strömung ging vom Schiffahrts- attienmarft aus, besten Werte wiederum Kurs- bcfserunaen von 3 bis 4 Prozent zu verbuchen hatten. In Börsenkreisen rechnet man bnmit, baß infolge ber Verlängerung ber Session des Kongresses in Washington bie Freigabeangelegenheit schließlich boch noch zur Erlebigung kommen bürste. Die Anregung, btc bavon ausging, kam in verstärkten Käufen für biefe Papiere zum Aus- bruck. Auch Farbeninbustrie waren weiterhin sehr begünstigt, weil recht vorteilhafte Bilanzziffern in Aussicht genommen werden. Farbeninbustrie zogen etwa 2 Prozent an. Holzverkohlung plus 1, aber Goldschmidt gab um 2,75 Prozent nach. Elek- tro werte waren weiterhin befestigt. Gesuchter waren Siemens & Halske bei einer Steigerung von etwa 3 Prozent. Schuckert plus 1,75, AEG. plus 1,5. Am Montanmarkt standen Phönix unb Rheinstahl im Vordergrimb bei jeboch nur geringfügigen Kursbesterungen. Der Bankakticnmarkt lag ruhiger. Höher mürben Darmftäbter Bank plus 0,5, Bayerische Hypotheken- unb Wechselbank plus 1. Zuckeraktien neigten weiterhin zum Nachgeben. Don B a u a k t i e n waren Heibelberg-Zement um 0,75 Prozent fester, Wanß & Freytag 0,25 Prozent fester. Der Kassamarkt Der Industriepapiere zeigte nur unbedeutende Kursverände- rungen. Eine Kurssteigerung von 3 Prozent erzielten Lechwerke. Der deutsche Anleihemarkt schloß sich der Aufwärtsbewegung an. Kriegsanleihe 0,380, Schutzgebietsanleihe 5,75. Ausländische Renten hatten gehaltene Kurse, nur für Türkenwerte stellten sich neue geringe Kursbeste, rungen ein. Die Werte des Freiverkehrs waren kaum verändert. Becker Kohle 53, Benz 69, Brown Boveri 75, Growag 57, Krügershall 100, Rastatter Waggon 21, Ufa 50,5, Unterfranken 78. Im weiteren Verlaufe kam es zu einem Abflauen des Geschäfts, und die Haltung wurde eher lustlos. Die Geschäftsstille begann auf die Kurse zu drücken, so daß die meisten Werte eine leichte Einbuße erlitten. Nur Farbeninbustrie setzten ihre Steigerung in geringem Tempo fort. Gelb ist stark gesucht bei einem Zinssatz von 5,5 Prozent für Tagesgelb unb 5,25 bis 5,75 Prozent für Monatsgelb erster Abeste und 6,5 Prozent für zweite Abesten. Im Devisenverkehr ist das Geschäft außerorbentlich lebhaft. Die beiden westlichen Frankenvaluten sowie bie italienische Lire gingen weiter zurück. Die italienische Lire notierte eine Pfunbparität von 150, ber Pariser Frank 163, der belgische 163,5. Das englische Pfund konnte sich aus Anlaß des weiteren Rückgangs des Streiks mit einem Gegenwert von 4,86' Dollar befestigen. Die Mark ist unverändert. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 39 vom 14. Mai enthält: Kurzarbeiterfürforge. — Höchstsätze ber Erwerbslosenfürsorge. — Bau- schätzerbezirke bes Kreises Gießen. — Aenderung ber Ortsfatzung über ben Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk „Glückauf" für bie Gemeinde Staufenberg. — Verbandstag der Hess.-Nast. Stenographen. — Feldbereinigung in Nonnenroth. — Straßensperre. Lpiclplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 16. Wai, abends 6]$ bis 10 Uhr: Tannhäuser. Montag. 17. Mai, abends 71/* bis 10 LIHr: Die Boheme. Dienstag, 18. Mai. abends 7*/i bis 10’/2 H&r: Othello. Mittwoch. 19. Mai, abends 8 bis 93/< Uhr: Salome. Donnerstag. 20. Mai. abends 71/« bis IO1/« Uhr: Amelia oder ein Maskenball. Freitag. 21. Mai. abends 7 bis 10 HI)t: Figaros Hochzeit. Samstag, 22. Mai, abends 7Vr bis 10 Hl)r: Die lustigen Weiber von Windsor. Sonntag, 23. Mai. abends 6 bis 10'/,. Uhr: Die Walküre. Montag, 24. Mai, abends 7 bis 10 Uhr: Der Opernball. Schauspielhaus. Sonntag, 16. Mai, abends 8 bis 10 Uhr: Krieg der Frauen. Montag, 17. Mai, abends 8 bis 9‘ < Llhr: Schnitzler- Einakter mps©«CsS€cfe»tps4ßM?e*' verwenden. * GEGRÜNDET 1879 * —-------- api!'.T.L• ts Wir zeigen in unseren 8 Schaufenstern die letzten Sommer- Neuheiten Mantel, Kostüme, Kleider, Compleis etc. Unvergleichlich große Auswahl / Beste Qualitäten und Verarbeitung Wagener & Schlöte! Soetheslraße 9-11 ' X DAS. FÜHRENDE HAUS VORNEHMER DAME N - BEKLEIDUNG X Nachdruck verboten. 18 Fortsetzung. !! Billig kaufen ohne Risiko !! Fortschritt Separater Raum Keinerlei Kaufzwang iSäntTu. Kies QllllllMlllllllIlllllliillD a w ik WWr MW- 80h SW-Mlil tt 2338V Wichen Telephon 1233 Televbon 32S. 4148D Städtisches fies- u. 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Da sind sie aufgcblüht unter dein sonnigen Südhimmel, und bann werden sic hierher geschickt in die Kälte und müssen, statt in ihrem warmen Rasen, in einer Wasser schale sterben/ „Sie dürfen noch mit ihrem Sterben Schönheit schenken und Freude bereiten, das Höchste, was ihr Leben ihnen zu geben hat. Man sollte sie beneiden, statt sie zu beklagen." Er zog die seidenen Vorhänge zusammen. Der sinkende Tag war ausgesperri. da» Kerzenlicht trat In sein Recht. Es spann goldene Sonnen um die Flammenterne und hüllte alle Schönheit des Raumes in sein weiches Licht. Und hüllte auch das zierliche Mädchen ein, bah es wie eine verträumte Märdjenprinzessin aussah. wie es da im tiefen Lehnstuhl lehnte, das weiße Wollkleidchen wie eine Helle Wolke sich abhebend von dem dunklen Rot des Stuhles. Rose hatte eine Tasse Tee getrunken, und Klassen räumte auf ein Klingelzeichen hin die Tassen fort, ließ nur die grünlichen Gläser auf dem Tisch stehen und die Veilchenschale, und trug eine Kristallplatte herein mit Eis. Brockdorf schenkte einen alten, wundervollen Rheinwein in die Kelche. „Auf Ihr Wohl, holde Rose! Daß alles Schöne und Gute über Sie kommen möge zum Dank dafür, daß Sie einem einsamen Menschen so viel Süße in sein Leben geben!" Rose nippte nur am Wein. Ihr Herz begann zu rucken und zu zucken. Das sollte nicht sein, so sollte er nicht reden. — Aber machte es nicht selig, ihm zu- zuhören? Und so ernst sah er sie an, fein Blick» ging ihr durck) und durch. Ach, lieber Kott, er konnte sic doch nid)t lieben. Das war doch Unsinn. — Sie, die kleine Rose Bunsen. — Aber während sie so dachte, war doch ein Stolh in ihr: Bin ich nicht wert, geliebt zu werden? Bin ich nicht ebensoviel wie die Frau, die er einmal gewählt und die von ihm gegangen ist, weil sie ihn nicht verstand? (Fortsetzung folgt.) 1 1 i ift der beste Fußboden, dauerhaft, fugenlos, fuß- W warm, schwamm- u. feuersicher, wasserundurchlässig K kann auf Beton, alte Dielen, Sandsteinplatten, alles!» / ^lepuenftuien usw. verlegt werden II1118IIIIlli jfl eignet sich für Wohnungen, Bureauß, Fabrik- väuim., schulen nsw. in Beton-Manerarbeiten und Straheu- auten liefert jedes Quantum, tret Waggon Etchmühle bet HerSfeld a. d. stuldä» Eigenes Anschlußgleis. J.&F.Freller,Kiesl]agg.ii.Zeraenlwarenlai)F, Eichmühle b. Iterafelda. d.Falda» Moderne Einrichtungen für Gaststätten aller Art! Büfetts, Eisschränke Jis Sitzmöhel Garderoben Iflr Bestxnrauts, Calis, Hotels, KssIim nsw., sowie Bierausschankanlagen liefert die älteste Spezialfabrik 9id • Jacob Dies, Frankfurt a. M. 13 Langentraße 35. Fsrnsprschsr Hansa 2428/8», Hausherrn, gab solch wunderschönen Ton für all die feinen Dinge, tue wundervollen Kunstglaser. das kostbare Porzellan, die japanischen Lackarbeiten, die ent.zückenden Seidenstoffe. 0, sie war schon seit drei Jahren im Beruf, sie wußte Echtes und Schönes von Wertlosem zu unterscheiden. Ganz verzückt ging sie von einer Kostbarkeit zur andern umher, und so tarn es ganz selbstverständlich, daß Rose und Brod borf am Teetischchen sitzen blieben, ein paar feine Biskuits bröckelten. Ananas mit kleinen Silber- ftabchen pickten, sich halblaut unterhielten. Wovon? — Später wußte Rose es nicht mehr. Rur daß über jedem Wort ein Zauber gewesen, ein süßes Huldigen ganz persönlicher Art. Daß sie rosigen Sekt aus flachen Schalen getrunken hatte, daß die Kollegin, die dergleichen nie genossen, immer mehr aus sich herausging, was sich darin zeigte, daß sie immer ungenierter Umschau hielt, und daß sie drei Stunden geblieben waren statt der halben, die sie sich vorgesetzt. Einmal stand Fräulein Windhaack plötzlich still vor einem Madonnenbilde. „0." sagte sie, „eine ganz moderne Auffassung. Aber entzückend." Ein süßes, dunkles Köpfchen, Murilloaugen, über der mädchenhaft zarten Brust ein leichter violetter Schleier — und das liebliche Wesen hielt einen Knaben auf dem Schoß, dunkeläugig wie die Mutter, doch mit blondem fiaar. Versunken und sanft lächelnd schaute sie auf das Kind, das nach einem Schmetterling griff. Auch Rose erhob sich und trat an dos Bild heran. „Was für ein entzückender Kopf. Wer hat es gemalt „Ein italienischer Maler", sagte Brockdorf kurz. „Kein bedeutender Meister. Immerhin, es ift ihm gelungen. Dann begann er von anderem. Als die jungen Mädchen gingen, war in der Garderobe wieder die Frau des Dieners, eine frische, blonde Person, die Rose neugierig ansah und durch die Scheiben der Haustür ihnen nachblickte, wie Fräulein Windhaack konstatierte. ,Ä)ft Herr von Brockdorf eigentlich verheiratet?" fragte sie. „Geschieden." „Hat er Schuld ober sie?" „Sie", sagte Rose kurz. — Dann schoß es ihr durch den Kopf: Das hatte ihr doch niemand gesagt. — Gut, so sagte es das eigene Empfinden. — „3a", sagte Rose. „So dachte ich auch." Und fühlte sich vor sich selber freigefprochen. Denn da — unter Protektion der alten Dame-- ti war doch alles ganz einwandfrei gewesen. Ader Drockdorf hatte erreicht, was er wollte: Sie war in feinem Haufe gewesen. Das zweite Mal würde es leichter fein. Und bann — — Zwei, ober dreimal begegnete Ro,e ihm, wenn sie vom Unterricht kam. Das eine Mal ging sie mit andern, da grüßte er nur höflich. Das zweite Mal ging er ein Stück Weges mit ihr und erzählte von einer alten lempellompc aus Japan, deren seidener Schirm brüchig würde. Er gäbe viel darum, eine Nachahmung dieses Stückes zu bekommen. Ob Rose ihn wohl einmal ansehen würde? Vielleicht wäre unter ihren Kameradinnen eine, die die Arbeit übernähme. Er würde einmal darum anfragen. Drei Wochen gingen hin ohne Anfrage, und dann, kurz vor Weihnachten — Rofe war vom Warten schon ganz sehnsüchtig geworden — traf sie Ariden wieder zufällig an einem fturmburdjiobten, regenschweren Nachmittag. Sie war blaß und naß und müde, und als Brockdorf ohne lange Vorreden darauf bestand, mit ihr in eine Konditorei ’n treten, wo sie sich ein bißchen erholen könnte, ging sie mit. Er begann wieder von dem Lampenschirm. Sie verabredeten, daß sie mit einer Bekannten zu ihm kommen sollte, und Rose sand sich sehr> gesetzt und verständig, weil sie doch gewissermaßen die Protektonn einer Kameradin war. Sie war windoerweht, und Regen hing in ihrem Haar, aber sie war dabei so lieblich und so zart, daß der Aesthet. dem zerzauste Frauen sonst ein Greuel waren, nicht umhin konnte, sie auch jetzt noch entzückend zu finden. Einige Tage später war Rose wieder an der Rotenbaum-Ehaufsee. Fräulein Lene Windhaack, die Kollegin, ein Mädchen unbestimmten Alters und unbestimmter Erscheinung, an dem alles ausdrucks- los war bis auf die schlanken schönen Hände, war begeistert von der Wohnung. Das Kerzenlicht in den beiden Vorderstuben, dem Beinen Eßzimmer und dem Studierzimmer des das Vollkommei te in Güte und Preis Würdigkeit GDmmj8£boi)e,was8erd.Toupen-,Spoi1-D.S!raOefl8li8fel förDamen,Herren u.Klnderin riesig groß.Auswahl Mäusburg 12 GIESSEN Gegr. 1889 Zlora-vlllMnkasten D « —1i-Mi-fwirn mmr-'i und bei den nachstehenden Geschäften, die mit uns em Abkommen über Lieferung von Gasgeräten auf rfiufifiäUS bei Bade«Einrichtungen kauft man am besten Rudolf Rödiger Walltorstraße 35. 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Kurz, die Aufmerksamleit in Europa auf die Arbeiten der Studienkommission in Genf ist nicht übermäßig groß. Und doch soll sich mit ihr die Lösung der Dölkerbundkrise vorbereiten. Das Völkerbunds eiretariat hat fatzungsaemäß, vier Monate vorher, für Montag, den 6. September, zur Dundesverfammlung ein- geladen, auf deren Tagesordnung unter Ar 10 die Aufnahme Deutschlands, unter Ar. 11 die Vorschläge betreffend die Aatssihe stehen. Aoch aber zeichnet sich in keiner Weise erkennbar ab. wie die Lage im September in Genf fein wird. Für die Studienkommission lagen amtliche Vorschläge überhaupt nicht und in der Presse nur gewissermaßen VorschlagSideen vor. Die eine bewegt sich in der Richtung, daß man den Völkerbund nach Gruppen, regional, teile und innerhalb jeder Gruppe dann eine wechselnde Vertretung einführe. Das klingt gut, das ist auch grundsätzlich klar, aber das berührt ja so direkt daS ganze Wesen des Bundes, das führt ja doch wieder in das Aatsshstem von Mächtegruppierungen zurück, daß ist so weittragend. daß sicherlick' aeringc Aeigung in der Leitung des Bundes be'teht. nach der Richtung vorzugehen. Der andere Vorschlag will die Zahl der ständigen Ratssihe mit Ausnahme des Hinzutritts von Deutschland nicht vermehren. Dagegen foffen die nichtständigen Sitze in qwei Teile geteilt werden, eine Gruppe auf sechs Jahre zu wählen mit dem Recht her Wiederwahl, wobei man an Polen, Brasilien. Spanien usw. benft. die andere Gruppe auf zwei Jahre zu wählen und mit dem Verbot der Wiederwahl. Diesem Gedanken steht Deutschland an sich neutral gegenüber. Aber er differenziert die Dölkerbundstaaten außerhalb der ständigen Rats- fihe sozusagen in feinerer oder weniger feinen oder bedeutenderer oder weniger bedeutenden Weise, und den Unterschied läßt sich ein Kleinstaat. der doch auch seine Bedeutung hat. nicht gern gefallen Auch sieht man noch nicht, wo Die Tschechoslowakei, die doch immer sehr geschäftig im Völkerbund gewesen ist. eingeordnet werden soll. Die ersten Sitzungen haben noch keine Einigung gebracht. Man sieht, bah Tecil eine solche wünscht und anstrebt, daß Doncour gewissermaßen sich zurückhaltend verhält und baß Brasilien nickst gewillt ist, von seinem Standpunkt zurückzugehen, wobei manche- wieder an einen Zusammenhang mit Italien hinter den Kulissen erinnert. Deutschland arbeitet hier loyal und aktiv mit Die Linie, bi- zu der eS gehen kann, ist wohl deutlich und klar gegeben. ES verlangt, daß sein Recht al- da- eine- gleichberechtigten Großstaates vorbehaltlos anerkannt sei und bleibe und e- lehnt Aenderungen der Statuten oder Zusammensetzungen rundweg ab, die sich offensichtlich gegen unS richten sollen, die in verschleierter Weife das französische Liebergewicht in Genf nur befestigen sollen. Mehr ist einstweilen nicht zu sagen. Jene inneren Krisen, von denen wir sprachen, haben vorläufig eine Rückwirkung auf diese Außenpolitik, die man also in Gens weiter vor» wärtszubringen. sich bemüht, nicht Auch nicht der inzwischen abgebrochene englische Generalstreik. Denn Ehamberlains Schicksal als Außenminister hängt davon nicht ab, sondern das dürste sich Wohl erst entscheiden, wenn die Genier Frage ihren Ausgang so oder so erkennen läßt. Daß aber das konservative Kabinett darüber stürzt, ist nicht wahrscheinlich Der Streik ist so eine innere Angelegenheit Englands. die aber natürlich nach außen weite Kreise zieht. Selbstverständlich interessiert uns aufs höchste, wie dort der Kampf zwischen der verfassungsmäßigen Regierung und den Gewerk- schasten — denn der Streik ist ein derartiger Kampf nach der politischen Seite — ausläuft. Dann interessieren uns natürlich aufs höchste, die Folgen für den Kohlenmarkt und den Bergbau überhaupt. Wird man in England daran gehen, den Bergbau, der im Kriege und danach mit staatlichen Unterstützungen unterhalten worden ist, der vielfach technisch rückständig, und wirtschaftlich planlos ist, in dem eine Reihe Zechen streng wirtschaftlich genommen nicht mehr rentabel sind, umzustellen, oder wie der Ausdruck heute lautet, zu rationalisieren? Wird diese tiefgreifende Auseinandersetzung dann weitere Folgen ziehen in die Behandlung der internationalenKoh- lenkrise hinein, von der der englische Streik doch nur ein Teil ist? Wird man so verständig sein, auf der anderen Seite dabei auch die Frage der Reparationskohle aus Deutschland in einer für Deutschland richtigen und zweckmäßigen Weise zu behandeln? Wird man überhaupt darin zu einer internationalen Verständigung kommen, nach der die Lage im Bergbau und auf dem internationalen Kohlemnarst geradezu schreit? Schon diese Fragen weisen in die große Politik herüber. Sie berühren dann überall die Frage der Handelspolitik, die internationale F i- nanzpolitik. Sie rühren an Dawesplan und Schulde-nabmachungen in einem Zusammenhang, der sich wahrhaftig noch jedem unbefangenen Beschauer aufdrängt, den man aber auf der anderen Seite in Frankreich, aber auch in England einfach nicht sehen will. Das Budget, das Churchill im Lftnnl eingebrachl hat, ist das erste normale Aachkriegsbudget. Dein Desizit soll durch Luxussteuer aufgebracht werden. Das sind innere englische Angelegenheiten. Aber es hüll zugleich den bisherigen englischen Schutzzoll- charakter aufrecht und wenn Churchill auch nicht alle Wünsche der englischen Schuhzöllner befrie- bigt hat, so geht doch fein Budget in derselben Linie, auf der England sich langsam und ständig in dem Schutzzoll und in die Abschließung gegen die anderen hineinbewegt. Das berührt wieder die große Politik. Es zeigt an einer anderen Stelle, daß die Voraussetzungen und Grundlagen des Dawes-Planes für Deutschland sich verschieben. Er ist aufgebaut auf der Möglichkeit, große Exportüberschüsse heraus- I Falle befürchten zu müssen. Zusammenrottungen t nicht geeignet. | Falle befürd den Massen zu find hier — tt das „genlle- Militär ling Das große Heimatblatt Oberhesten. mannte" betonende Haltung der Regierung trägt deshalb das ihrige dazu bei, um Ausschreitungen zu verbinden. Wo man von solchen hört, handelt es sich deren Arbeiter im Lande — geht, ist nicht geeignet, allzu großen Enthusiasmus bei i wecken. Die maßvolle, und geschickt das der eingesessenen Bevölkerung Gießens, der ganzen Provinz Oberhessen und des benachbarten preußischen Lahngebiets ist der im 176. Jahrgang erscheinende Gießener Anzeiger mit seinen drei in eigener Redaktion bearbeiteten und in eigenem Betriebe gedruckten regelmäßigen Beilagen Gießener Familien blätter der Unterhaltung und Belehrung dienend durch Sorgfältig ausgewahtten, gediegenen literarischen Lesestoff Heimat im Bild der heimatlichen Landschaft, ihren besonderen Eigentümlichkeiten und ihrer Kultur in Bild und Wort gewidmet Die Scholle von Fachleuten und Kennern der Heimaterde für dieLand* wirtschaft und Gartenbau treibende Leserschaft bearbeitet Für die Geschäftswelt, Behörde und Familie, für Wirtschaft, Handel und Verkehr ist der Gießener Anzeiger meist um Vorkommnisse unbedeutender Art, die obendrein durch lokale Verhältnisse bedingt find, du sie ausschließlich in Orten oder Gegenden ftattfan den, an denen auch sonst der Pöbel bei passender Gelegenheit zu randalieren pflegt. Dennoch wäre es verkehrt, von einer ergebms losen ersten Generalstreikwoche zu sprechen. Zn. Gegenteil, diese Woche ist, wenn nicht alles täusch«, die wichtigste der ganzen Streikperiode gewesen. Be reite diese kurze Zeitspanne hat genügt, um zu zeigen, daß die Regierung durch den Generalstreik nicht einzuschüchtern ist, und seiner Herr werden wird. Denn der Generalstreik ist, das ist die einstimmige Ansich, aller maßgeblichen Beurteiler hier an Ort und Stelle, durch die Regierungsmaßnahrnen wirkungslos gemacht worden. Nicht die Gewerkschaft, sondern die Regierung hat die Lebensmitteloerteilung und den Verkehr in der Hand und ■ wenn nicht ganz, ganz ausnahmswelje Militär eingesetzt wird —ja immer nur für die Kleider gefährlich, weil stets nur der Schlauch der Feuerwehr aber nie Maschinengewehre als Symbol ÄUtmxtfdjaften. Seft er angenommen wurde, ist biefe Möglichkeit immer mehr etngeschränkt worden: Hier durch Schutzzollpolitik der anderen, wie namentlich also Englands, dort durch die schlechten Währungen, die. wie bekannt, als ein Dumping gegen Industrien in Ländern guter Währung wirken. Kurz, alles das läuft ineinander und fordert nun in absehbarer Zeit die Regelung. Aber gerade hier kann man nicht sagen, daß der Völkerbund eine besondere Kraft bewiesen hatte. Die Idee Loucheurs. eine We 1 twirt - schaftskonferenz vorzubereiten, war wirklich gut. Jetzt hat die vorbereitende Konferenz dazu stattgefunden, die wenig Beachtung gefunden hat. und das mit einem gewissen Recht. Denn es war wirklich nur Vorbereitung. Entwurf eines riesigen Arbeitsprogrammes, in drei große Parteien, dessen Erledigung große Schwierigkeiten und bestimmt viel Zeit erforderte. Kam es denn darauf an. in einem solchen Programm die Wift- schaftsprobleme der Gegenwart vollständig aufzustellen und zur Bearbeitung zu verteilen? Schließlich so kompliziert die wirtschaftlichen Dorsiaatticher Gewalt verwandt werden. Die Londoner Polizei ist bis zum heutigen Tage nur mit Gummi knüppeln, aber nicht mit Schießgewehren bewaffnet. Militär steht nur an den gefährdetsten Posten, bei Nahrungsmitteldepots usw. Erleichtert dies die Ausgabe der Regierung bereits sehr wesentlich, so muß umgekehrt die Art und Weise, wie sie die Lebensmittelversorgung angegriffen hat, höchste Anerkennung verdienen. Während man bei uns während des Krieges den groben Fehler beging, daß man den Nahrungsmittelverbrauch an einer Stelle zu erfassen versuchte, wo das praktisch nicht möglich war, beim Einzelverbrauch, und daher die Rationierung des Bedarfs des einzelnen nach einem sehr groben Schema zum Auegangsvunkt aller Verordnungen machte, geht die englische Regierung von der sehr vernünftigen Erwägung aus, daß die» nicht möglich sei, sondern daß es nur auf die B c - schaffu n g der nötigen Nahrungsmittelmengen ankomme. Man kontrolliert also die Einfuhr und die Produktton und kommt von da aus zum Verbraucher. Das erleichtert natürlich nicht nur die Durchführung der Aufgabe überhaupt, sondern gibt überdies der Regierung die Macht in die Hand. Denn wenn schon Regierungsleute überall den Transport, das Aus-, Ein- und Umtoben der Nah- rungsmittel besorgen, dann ist es eben praktisch für die Arbeiter unmöglich, auf die Verteilung der Lebensmittel irgendwelchen Einfluß auszuüben ... Die Einsetzung der ,D-M. S." (ber Technischen Nothilfe) unb bie straffe Organisation ber Nahrungsmittelverteilung sowie bas große Truppenaufgebot stnb es aber nicht allein, bie der Regierung die Macht in die Hand gegeben haben, sondern es ist die kluge Behandlung der pfycho - logischen Faktoren, die ausschlaggebend gewesen ist. Die Vermeidung jeder Gewalt, eine scheinbare Objektivität in der Verbreitung von Nachrichten, gleiche Behandlung von Streikenden und Nlchtstreikenden an den Nahrungsmlttelausgabc- stellen und eben die ständige Unterstreichung des „Freiwilligen" bei allen Ordnungsmaßnahmen der Regierung haben tatsächlich jeder Aktion der Bergarbeiter ihren propagandistischen Wert genommen. Der Bürger ist für die Regierung, Ne ihm einbeizt, mit elektrischem Licht Deriorgt, ihm Brot, Fleisch und Milch verkauft und nicht für den Arbeiterrat, der ihm dies alles nur verspricht. Trotzdem wäre es oerkehtt, in diesen Handlungen der Regirung, die aus egoistischen Motivsn erfolgen, eine Schwäche ihres Standpunktes sehen zu wollen. Nein, sie will bis zum bitteren Ende weiter kämpfen. Wie weit, das zeigen die Erwägungen, daß man die Gewerkschaften für die ent- (tanbenen Schöben „zivilrechtlich" haftbar machen will! Das große Anzeigenblatt gärige heute frnd. der große Zusammenhang, in dem fie alle, stehen, anders ausgedruckt, die große Rot. unter der sie in allen Ländern der Besiegten, wie der Sieger des Weltkrieges leiben, das läßt sich auf verhältnismäßig einfache und bestimmte Formeln zurück,ühren. So tote 1921 die Brüsseler Konferenz die die eine Frage: Rückkehr zum Golde ins Ange faßte, behandelte und programmatisch löste. In gleicher Weise mußte jetzt an die Arbeit gegangen werden. In dem Stile, in dem die Völkerbundsleitung diese vorbereitende Konferenz angelegt hat, kommt man eben nicht weiter und danach sind die Hoffnungen gering, daß wirklich positive, durchschlagende praktische Vorschläge zu den zwei bis drei springenden Punkten einheitlich herauskommen. Ja, was hat der Völkerbund denn eigentlich für einen Sinn, wenn er mühselig schon um die Zusammensetzung seines Rates ringt, wenn er den immerhin großen Gedanken der Abrüstung nicht vorwärts bringt, wenn er die wirllich mindestens Europa gemeinsamen Fragen und Röte der Wirtschaft so akademisch behandelt? Man hat nach allen diesen Erfahrungen nicht den Eindruck, daß das Dölker- bundssekretariat feiner Aufgabe gewachsen ist. -und man hat auch nicht den Eindruck, daß die Kreise, denen in England oder Frankreich oder sonst am Völkerbund wirllich etwas liegt, sich dieser Rotwendigkeil besonders bewußt wären, sich besonder- anstrengten dafür, daß etwas Praktisches zustande käme. Unb bann soll sich Deutsch- lanb, wie manche Kreise bei uns wollen, mit voller Begeisterung in eine Sache btneinbeaeben, bie bisher Deutschland nur Rachteile gebracht hat unb in beren wirklicher Vertretung bie eigentlichen Interessenten so lau unb schwächlich ftnb? Baldwins Kampf gegen den Generalstreik. Don unserem K.-Korrespondenten. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) London, 12. Mai 1926. Amn. b. Red. Der folgende Brief unseres Londoner Korrespondenten gelangte infolge der schlechten Verlehrsverhältnisse erst jetzt in unsere Hände, dürfte aber als Schilderung ber Ursachen bes Regierungssieges unseren Lesern auch heute noch willkommen sein. Ein Vergleich zwischen ben Zuftänben während eines Generalstreiks in Deutschland und einem in England fällt unbedingt zugunsten des letzteren aus. Obgleich es im Augenblick um größere Singe geht, als nur um die Forderungen der Bergarbeiter, und alle Leute ohne Unterschied der Partei von den Auswirkungen des Generalstreiks betroffen werden, ist die allgemeine Stimmung hier im Lande weiter äußerst friedlich. Keinerlei Demonstrationen, keine Prügeleien zwischen Arbeitswilligen und Streikposten, ja eine gewisse Neutralität des Publikums machen es leicht, von einem ruhigen Verlauf der Dinge zu sprechen. Der Kampseseiier der Arbeiter ist denn auch nicht allzu groß. Ein Kamps, der so ausschließlich für den „größeren Bruder" — denn der Bergarbeiter verdient gut doppelt soviel wie bie an= besitzt damit das Mittel, um die Angelegenheit solange fortzuführen, bis bie Arbeiter zur Vernunft getemmen sink), oder was wahrscheinlicher ist, d i e Streikfonds erschöpft sind. Und das ist, wenn man sich nur richtig vorstelle, daß fünf Millionen Arbeiter unterstützt werden müssen, wohl kein allzuweit entfernter Zeitpunkt. Die Geste, mit der die „sozialistischen" Streikführer die angebotene Hilfe der Moskauer Kommunisten ablehnten, war daher wohl typisch englisch und politisch richtig — aber finanziell klug war sie sicher nicht. In Deutschland, wo man sich der schlimmen Nachkriegszeiten, in denen Generalstreiks oft das Leben des ganzen Reiches lahmlegten, sicher noch sehr gut erinnert, mag bie Tatsache einer so völligen Neutralisierung der Wirkung des Generalstreiks überraschend wirken und zu der Frage Anlaß geben, w i e das denn möglich sei. Daher mag hier kurz auf die Kampfesweise im englischen Streik ein Streiflicht geworfen werben. Zunächst ist bie Einstellung bes englischen P u • b11kums eine ganz anbere, als bei uns. Man ver- langt nicht gleich unvernünftigerweise, daß in einer Zeit eines Generalstreiks alles normal verläuft und jeder seinen Geschäften wie gewöhnlich nachgehen kann. Man stellt sich vielmehr bewußt auf die Außergewöhnlichkeit der Dinge ein, und ist damit zufrieden, wenn nur die gewöhnlichen Bequemlichkeiten des Lebens, wie elektrisches Licht, warmes Wasser, Nahrungsmittel unb allenfalls auch Vergnügungen zu haben finb unb freut sich im übrigen, wenn man darüber hinaus das eine oder andere haben kann, was man eigentlich während der Dauer eines Generalstreiks nicht erhalten sollte. Jeder Untergrundbahnzug, jeder Autobus, jedes Flugzeug unb jebes Schiff, bas „proarannnäßig" ab- gelassen werben kann, werben deshalb nicht als Zel- chen ber Verminderung des Verkehrs, sondern als solches der Tüchtigkeit des Durchschnittsengländers unb feiner Regierung gewertet. „Was für Kerle wir finb," „wir schaffens auch ohne sie" — bas sinb nicht nur Rebensäften, sondern Ausdrücke des Selbstbewußtseins und des Selbstvertrauens einer Natton, die ohne Murren Improvisationen mit äußerster Bedürfnislosigkeit zu vereinigen weiß, weil sie eine interesiante 'Abwechslung in ihrem sonst langweiligen Dasein darstellen. Die allgemeine Hilfsbereitschaft, die sich sogar aus Mitglieder der Gegenpartei erstreckt, ist daher eine ebenso weftvolle Alliierte der Regierung, wie es bie zweckmäßige Organisation des Frei- williqenbienstes und der Lebensmitteloefteilung ist. In England, wo man seit langem gewöhnt ist, wichtige Bewegungen sich völlig frei entwickeln zu lasten, ist bie Anwerbung von Freiwilligen bei jeber Aktton geradezu bas gebotene. Wie vielmehr erst bei einem Generalstreik, bei dem man mit großen Worten wie „Dolkswohl" (ein Lieblingswoft der Regierung) jedermann einfangen könnte. Und dann ist man so Hua, diese Freiwilligen nicht zur Brechung ber Streikbeweaung, sondern ausschließlich fiir die Dienste der Oessentlichkeit einzustellen. Freiwillige Milchkannenbesörberer, Brotvefteiler, Schiftsablader, bas stnb bie Dosten, in benen auch ein Hasenherz seinem Gemeinsinn Luft machen kann, ohne mehr rüs eine Tracht Prügel im schlimmsten Landkreis Gießen n. Großen.Linden, 14. Mat, Hier sind die Gsmeinde-Bullen an Maul unb Klauen- s e u ch y erkrankt. xAllenborf a. b. Lohn, 14. Mat. Di« vor einigen Jahren angelegte Ööft plantag« Rttt Birnen» unb Mepfelbaumen an ber Kreisstraße ®Ö- feen—EkWar hat sich gut entwickelt unb zeigt ein üppiges Wachstum. !—I Dollar, 14. Mai. Dieser Tage veranstaltete in unserer Schule Lehrer P l o ch einen überaus gut besuchten Elternabend. Der Zweck war, den Eltern seine Schreiblese» methode klar zu mach'-n. Zn einem einftünbinen, mit epibiafkopischen Lichtbildern veranschaulichten Voftrage, dem eine Einleitung des Rektors Da ab vorausging, entwickelte er seine Methode: Herr P l o ch stützt sich aus experimentelle Untersuchungen neuerer Psychologen, denen zufolge bas Kind bie Frakturfchrift-eichen spielenb nachcchmen kann. Er wirb daher nicht in der gewohnten Weise mit dem kleinen i anfangen, sondern den Schreibleseunterricht sofort mit den großen Frakttcra beginnen, um dann von Herbst ab allmählich zu ben gewohnten Schriftzeichen überzugehen. Seine Ausführungen erhielten den ungeteilten Beifall der Anwesenden. Treis a. d. Lda., 14. Mai. Der Turnverein „Gut Heil" unternahm am Himmel- fahrttag feine Goetz-Wanderung, bie über Großen-Du seck, Oppenrod und ADach in vier- ftünbigem, lohnendem Marsch nach Lich führte. Die Stadt und besonders die dortige neue Turnhalle wurden eingehend besichtigt, und im Kreise Licher und anderer befreundeter Turner, die ebenfalls Lich als Wanderziel gewählt halten, verlebte man einige frohe Stunden. Die Beteiligung war vorzüglich. z. Allendorf a. d. Lda., 14. Mai. Auf der Weide bei Londorf übersprangen dieser Tage neun Fohlen die Umzäunung und liefen querfeldein durch Wald und Feld bis kurz vor ben Allenborfer Bahnhof. Hier rannten sie zuerst ein Stück mit bem 7.35 Uhr vorrn. einfahrenden Zug und kreuzten den Bahnübergang kurz vor der Mä- schine, so daß der Zug halten mußte. Sieben Pferde konnten nach der Staatsstraße abgetrieben werden, während zwei später auf dem Ziegenberg und im Elimbacher Wald gesichtet wurden. t. Aus dem Busecker Tal. 14. Mai. Jetzt erst laßt sich der Schaden erkennen, der durch den st a r l e n Frost in der Rächt vom Sonntag zum Montag entstanden ist. Saä O b st hat staft gelitten, besonders Sie Arpsel, die gerade in der Blüte standen. Die Blüten sehen dunkel aus und fallen zu Boden. Besser sind die Dirnen durchgekommen. Dei den Kirschen haben die späten Sorten ebenfalls stark gelitten. Schlecht sieht es bei dem Deerenobst aus. Die Stachelbeeren sind zum größte^ Teil erfroren, und auch bei den Johannisbeeren weisen die Trauben große Lücken auf. An den Rußbäumen, die nicht geschützt standen, lind die Müten ebenfalls erfroren. Die Aus sichren auf eine gute Obsternte sind stark herabgemindert worden. : Beuern, 14. Mai. Der m den letzten Monaten gegründete Turnverein „GutHeil" (Vorsitzender Schreinermeister Wilhelm Arnold) beschloß, sich dem Lahn-Dunsberabunb unb damit dem Südwe st deutschen Turnver» band (Allgemeiner Deutscher Turnerbund) anzu- schließen. — Die hiesige Schulsparkasse, eine Filiale des Spar- unb Vorschußvereins II zu Beuern, kann im laufenden Monat auf ihr einjähriges Bestehen zurückblicken. Es beteiligen sich etwa 80 Schulkinder an dem Sparen. Die Einlagen haben bis jetzt die Summe von rund 1000 Mk. er- A unten Warft V btt 1 int T ein 2 toirfui malet fiird 6inc' moniu lesen her S D Mark W hing scheu gewe' versci Mäs 3afr tp he «ei eis Zum i.w ia Sa-Kl. ■ n liefet 0-49 fm Achte 0,72 fö, •?QS s len- Unt hnöet. * Eci uns' °er K- Nlungc Au Forst Berk, tualbi bcm Jid rei 0, 4. Kl., Förste. 75 5a--; Förster Hl 5a= aus 4- Sl, Dche 38 3. S .richt 21 3. , 5. fit; 3äm geruckt, len. Da Kebo, mijsions I. an feicfjen. i ’onnittai v°rstamt Landstraße von Oberrosbach Brand und wurde in MAGGI1 Würze Man verlange ausdrücklich MAGGI* Würze 4298c Bad-Nauheim gehöriges Geschäftsauto, in Rodheim Fleisch holen sollte, geriet auf von das der 14. Mai. Dom Gemein- Ortsbauplan, der die den neuerschlossenen Bau- WM» Schotten, berat: Ein neuer Bebauungsweise in Ditttreis. • Herborn, 15. Mai. Die Hanso-Han- delsfchule von I. Kunzelmann in Gießen errichtet in Herborn eine Zweiganstalt und beginnt daselbst am l.Sutt neue Kurse. vierteln der Stadl behandelt, wird angelegt, ebenso ein neues, zeitgemäßes Orts» baustatut erlassen. Im Benehmen mit dem Kreisbauamt soll nochmals nähere Beratung erfolgen. - Ein Kapital von 15 OOO Mark ist durch Vermittlung der Girozentrale ausgenommen worden, um den airgefangenen Reubau, Sechssamilienhous in der Dogels- berg, fertigstellen zu können. Die ausgeschriebenen Arbeiten werden zur baldigen Herstellung vergeben. — Die neu angelegte Straße über der Pfarrgalle soll eingedeckt und mit Gossenpflaster versehen werden. — Die Gebühren für die Feuervisitatoren werden auf 6 Mark bzw. 3 Mark für den ganzen bzw. halben. Tag bestimmt. — Die Friedhofshalle wird neu gestrichen, die Wckge neu hergestellt, Weiher Sand für die Wege beschafft. $ Schotten, 14. Mai. Gestern feierte der Hessische Polizei-Sportverein die Einweihung seiner Clubhütte „Horst" bet Rudingshain. Sie steht an einer landschaftlich wundervollen, sehr geschützten Stelle im obersten Viddatal. dicht an der alten Ruine „Horst", sie ist sehr stabil als Blockhütte gebaut, besitzt einen großen Schlafsaal für etwa 35 Personen, ein größeres Eßzimmer, zwei kleinere Schlafzimmer, Veranda. Sie dient als Anterkunfts- raum den hier übenden Abteilungen des Poli- zeifportvereins, besonders auch im Winter zur Ausübung des Schnecschuhsportes, da das Gelände hierfür besonders günstig ist. Schon seit längerer Zeit übten hier öfters Abteilungen, so daß der hier gereifte Gedanke nach Errichtung einer Schuhhütte bald zur Tat wurde. Gestern Vormittag trafen mehrere Hundert Angehörige der hessischen Schupo hier ein. Auf dem Bock- zahl, dem Schottener Sportplatz, fanden zunächst sportliche Kämpfe, Handballspiele zwischen Ortsgruppe Babenhausen und Butzbach, statt. Großes Interesse erweckten die gezeigten Boxkämpfe, anschließend erfolgte ein Freundschafts- Fußballspiel zwischen Ortsgruppe Darmstadt und Fußballklub „Viktoria" Schotten (5:1). Während der sportlichen Veranstaltung konzertierte die Musikkapelle der Schupo. Um 3 Uhr mittags begannen die Einweihungsfeierlichkeiten an der Hütte. Polizeioberleutnant Hermann begrüßt die Vertreter der Behörden und Gäste. Polizeihauptmann Schmitt, als Vorsitzender der Baukommission, übergab die Hütte an die Dienststelle. Die beiden Oberstkommandierenden überbrachten die Grüße und Glückwünsche der Hessischen Regierung und der Schutzpolizei. Für die Forstabteilung sprach Ober- forstmeister Dr. Baader (Schotten), für die Sladt Schotten Bürgermeister Mengel, für die Gemeinde Rudingshain Bürgermeister Hartmann. An die Einweihnngsfeierlichkeiten schlossen sich gesangliche Vorträge und sportliche Veranstaltungen an, abends noch ein Fackelzug und Rachfeier in den beiden Sälen zu Rudingshain. Die Schupo hat sich in der H^tte eine schöne Heim- und Wirkungsstätte geschaffen und ist ein bei uns gern gesehener und herzlich aufgenommener Gast. § Gedern, 14. Mai. Dieser Tage fand hier im Bergwirtshaus die 'Versammlung der Bürgermeister des Kreises Schotten unter Leitung des Kreisdirektors Geh. Rat Doeckmann statt. Ein ausführliches Referat über „das Dersicherungsgeseh für Gemeindebeamte" gab Regierungsrat Weber, das von Bürgermeister M e n g e l (Schotten) noch ergänzt wurde. Uebcr das neue hessische Kataster- gesetz wurde Bericht erstattet, zur Gebäudesow- dersteuer Stellung genommen. Rähere Bestimmungen aus der Landgemeindeordnung wurden behandelt, über die Beschäftigung der Erwerbslosen gesprochen und verschiedene andere Gemeindeangelegenheiten erörtert. In verschiedenen anderen Kreisen besteht die Absicht unter den dortigen Bürgermeistervereinen, einen gemeinsamen Ausflug an den Rhein oder auf die Wartburg zu unternehmen. Falls ein solcher zustande kommt, will sich auch der Kreis Schotten beteiligen. Die nächste Bürgermeisterversammlung ist in L a u b a ch für August vorgesehen. ld. Eichelsachssn, 14. Mai. Während sich die Jugend am Himmelfahrttage vielfach bei Tanzbelustigungen vergnügte, versammelten sich zahlreiche Turner der Rachbarvereine, um mit unserem Turnvereine in ernster Arbeit die Uebungen für das große Turnfest in Nidda durchzuturnen. Das ziel- bewußte Streben der ländlichen Vereine der Deutschen Turnerschaft gewinnt in unserer Gegend der edlen Turnerei immer mehr Freunde. =.= Aus dem südöstlichen Vogelsberg, 14. Mai. Die Gartenbesitzer machen jetzt die unangenehme Entdeckung, daß die gegen Ende der vorigen Woche aufgetretenenen N a ch t f r ö st e , die Temperaturen bis zu 2 Grad unter Null brachten, unheilvoller gewirkt haben, als man anfänglich annahm. Stachelbeeren und Johannisbeeren haben sehr notgelitten. Bei vielen Stöcken stellt sich die bekannte weißliche Färbuna des Behangs ein. Auch Kirschen uno Birnen haben Schaden gelitten. Kreis Alsfeld. -er. Homberg o. d. Ohm, 14. Mai. Der längste 1 Schweinemorkt war im Vergleich zu seinem \ ich noch Friedberg in kurzer Zeit bis auf die genötigt worden, sein Amt niederzulegen. Als sein Nachfolger ist Notar Otto I ö ck e l gewählt worden. — Ein dem Metzgermeister Stern Kreis Friedberg. •f. Friedberg, 14. Mai. Mit dem vor einiger Zeit von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Neubau des Polytechnikums ist nunmehr der Anfang gemacht worden. Da die Beschaffung der ganzen Bausumme seicher noch nicht möglich war, wird vorläufig der eine Flügel, der in der Hauptsache das Maschinenlaboratorium und einen großen Hörsal enthalten soll, errichtet, da der vorliegende Plan eine derartige Teilung zuläßt. Mit den Ausschachtungsarbeiten ist begonnen worden. Diese werden von der Bausirma H. R e u ß ausgeführt, außer der noch die Firma Th. Mörschel an der Ausführung beteiligt ist. Das neue Gebäude kommt ganz in die Dläbc des Bahnhofes, an die Ecke der verlängerten Bismarck- und der Hindenburgstrnße zu stehen. Die beiden ebenfalls in der Nähe des Bahnhofes befindlichen großen Neubauten der Ueberlandzentrale und der Wetterauer Volksbank sind im Rohbau fertiggestellt und werden im Laufe des Sommers bezogen werden; der erstere enthält sechs Beamtenwohnungen, der letztere das Geschäftslokal der Bank, zwei Läden und ebenfalls noch sechs Wohnungen. — Der seitherige Vorsitzende des hiesigen Zweig- vereins vom Roten Kreuz, Profesior W. Kloos, ist durch seine Versetzung nach Darmstadt Bund der technischen Angestellten und Beamten. • Darmstadt, 13. Mai. Der Gau H e s - s en des Bundes der technischen Angestellten und Beamten hielt in Darmstadt seinen diesjährigen Gautag ab. In dem Eröffnungsvortrag wurde das Thema „Der Bund und die studierende technische Jugend" behandelt. Cs wurde hierin u. a. die Forderung aufgestellt, daß besonders befähigten technischen Mittelschülern der Uebergang zu den technischen Hochschulen ermöglicht wird. In dem Geschäftsbericht wird über die große ahl stellenloser Techniker geklagt; namentlich ältere Techniker, die baS 40. Lebensjahr überschritten hätten, fänden nur noch selten eine Anstellung. DaS Ergebnis der Beratungen war eine längere Entschließung, in der u. a. der Bundesvorstand, im Verein mit dem Afa-Bund und den übrigen freigewerkschaftlichen Spitzen-Organisationen, aufgefordert wird, die paritätische Umgestaltung der öffentlichrechtlichen Berufsvertretungen (Industrie- und Handelskammern, Landwirt'chnftskammern usw.) f'-rcs'-n'eizen. Die im 9J[r<’'er 7ir. 165 der Reichs- reicht. Die Rückzahlungen, Ne meisten» von schulentlassenen für die Konfirmationsunkosten benötigt rouroen, betragen etwa 130 Mk. * Rüddingehausen, 14. April. Zu der auf nächsten Sonntag anberaumten Bürgermeisterwahl wurde nur e i n Wahloorscklag eingerelcht, der auf den Namen des bisherigen Bür- aermeifters August Müssig lautet. Infolgedessen findet keine Wahlhandlung statt, Bürgermeister Müssig ist vielmehr einstimmig auf 9 Jahre wiedergewählt. Ein schöner Ausdruck der allgemeinen Zufriedenheit mit der bisherigen Amtsführung unseres Ortsoberhauptes. — Am 2. und 3. Pfingstfeiertag begeht der hiesige Gesangverein Männerchor sein 5. Stiftungsfest, verbunden mit F a h n e n w e i h e. Die kunstvoll an- geferttgte Fahne wurde vor drei Wochen von der Firma H i s g e n in Lich geliefert und ist zur Zufriedenheit aller Mitglieder ausgefallen. T Gründe rg, 14. Mai. In der jüngsten G e - meinderatssitzung wurde der Ankauf des Geländes Hansen an der Theo-Koch-Straße be schlosien, und zwar soll für das Straßengelände 1,50 Mk., für das zu Bauplätzen bestimmte Gelände 8 Mk. pro Quadratmeter bezahlt werden. Der Besitzer darf die in Betracht kommenden Bauplätze an die bereits gemeldeten Interessenten direkt verkaufen. Die Gebühren für die Feldgeschworenen werden auf 5 Mk. pro Tag festgesetzt, dauert die Beschäftigung aber nur 2—4 Stunden, bann soll die Hälfte gezahlt werden, bei weniger als zwei Stunden nur ein Viertel der Gebühren. Für die Freiwillige Feuerwehr wurde die Anschaffung von 30 Meter Gurt zur Herstellung von Gürteln be- schlosien. Ein Ersuchen um Errichtung einer Koch- schule, woran sich auch die Nachbargemeinden beieiligen werden, wurde vorerst zurückgestellt. Dem Musikverein bewilligte man 250 Mk. Zuschuß zur Anschaffung von Instrumenten usw. Der Sehrtsche Bauplatz an der Londorfer Straße soll vorerst als Fohlenweide verpachtet werden. Ein Gesuch der Mittelstandsvereinigung und des Bauernbundes um Erweiterung des Gallusrnarktes wurde der Marktkommission zur weiteren Bearbeitung überwiesen. Das Gesuch der Deutschen Bau- und Siedlungs- aesellschaft, Ortsgruppe Grünberg, den Mitgliedern billigere Bauplätze zu überlassen und dadurch das Unternehmen zu fördern, fand Anklang. — In den Feldern Grünbergs und der Umgegend läßt der Stand der Winterfrucht zu wünschen übrig. Etwa ein Drittel der im Herbst ausgestellten Saat mußte im Frühjahr umgeackert werden. Die hieraus eingesäte Sommersaat wurde durch die anhaltende Trockenheit und die kalten Winde vor einigen Wochen im Wachstum gehemmt, wozu bann noch die Schäden durch den Drahtwurm hinzukamen. Von dem ausgestellten Klee kann man nur etwa ein Drittel als Ernte erwarten, da ein großer Teil ous- oerointert ist und der Rest sehr dünn steht. In den Wiesen ist der Grasansatz zuftiedenstellend. Die Ob st bäume zeigen guten Fruchtansatz, jedoch ist zu befürchten, daß die letzten kalten Nächte auch hier Schaden angerichtet haben. — Die älteste Ein- w o h n e r i n Grünbergs, Frau Leister, ist im Alter von 86 Jahren verstorben. — Der hiesige Turnverein machte seine Himmelfahrtwanderung diesmal nach der Amöneburg. Die stattliche Zahl von etwa 70 Mitgliedern beteiligte sich an der etwa fünfstündigen Wanderfahrt. Zur Heimkehr wurde die Bahn benutzt. — In einer Besprechung über die am 9. Juni durch den Zuchtverein fürVogelsbergerVieh hier geplante P r S - m i i e r u n g wurde beschlossen, daß nur reinrassiges Rieh zugelassen werden soll. Die Anmeldungen haben beim Landwirtschaftskammerausschuß in Gießen zu erfolgen. Zur Förderung dieser Tierschau werden die Stadt Grünberg, der Kreis und die beteiligten Ortschaften Prämiierungszufchuste bewilligen. * Lich, 14. Mai. Am 5. und 6. Juni veranstaltet der Oberhessische Landjugend- b u n b hier einen Lanbvolktag, mit bem die Dannnerweihe der Jugendgruppe Lich verbunden wird. Am Sonntag, 6. Juni, findet Kleinkaliber- wettschießen statt, daran anschließend Festgottes- dienft und Festakt auf der Hardt. Nachmittags soll ein historischer Festzug durch die Straßen der Stadt geführt werden. ri. L i ch, 14. Mai. An althistorischer Stätte, in der sogen. Meilbach, zwischen hier und Hattenrod, fand auch diesmal am Himmelfahrttag daS allgemein beliebte W a l d f e st statt, zu bem die Bewohner der Llmgegend von allen Seiten in Scharen herbeieilten. Die Posaunenchöre von Lich und Oppenrod und der Kirchen- chvr von Burkhardsfelden wirkten mit. Rach einer von Sttstspfarrer Schorlemmer aus Lich zusammen mit den Rieder-Dessinger Schulkindern gehaltenen Liturgie und gemeinsamem Gesang sprach Missionar Müller aus Wiesbaden, der lange Jahre in China im Dienst der Baseler Mission tätig war, über die Lage der deutschen evangelischen Mission in der Gegenwart. In einem Schlußwort stellte Stistsdechant Lenz aus Lich die Bedeutung des Himmel- fahrtfesteS für die Kirche dar. Die Posaunenchöre blieben nach dem Fest noch eine Weile beisammen und liehen im Waldesgrün ihre Weisen erschallen. 5 L i ch, 14. Mai. Die Rächt vom 9. zum 10. Mai, die und 3 Grad Kälte brachte, hat erheblichen Fro st schaden angerichtet. Soweit sich bis jetzt sicher überschauen läßt, ist nicht nur die Erdbeerblüte stark mitgenommen worden, auch die Johannis- und Stachelbeeren, die stark angeseht hatten, sind zum großen Teil erfroren, trotzdem die Früchte schon in einem vorgeschrittenen Entwicklungsstadium sind. Am stärksten sind die frühen Sorten betroffen worden. Man nimmt an, daß auch daS übrige Obst nicht überall glimpflich durchgekommen ist. ri. Kloster Arnsburg, 14. Mai. Im hiesigen, an Sonn- und Festtagen von Hunderten von Ausflüglem besuchten Kloster wurde auch diesmal zu Himmelfahrt ein Gottesdienst abgchatten, für den zahlreiche Ausflügler sehr dankbar waren. Die Predigt hielt Sttftsdechant Lenz aus Lich. Eisenteile vollständig zerstört. * Friedberg, 14. Mai. Der im Jahre 1906 gegründete Friedberger Schützenverein plant für den 5., 6. und 7. Juni ein großes S ch ü tz e n f e st , das in der Hauptsache bem Kleinkaliberschießen bienen soll. Man erwartet zu biefer Veranstaltung eine sehr große Beteiligung. Kreis Büdingen. )( Büdingen, 14. Mai. Die Evang. Kirchengesangvereine des südöstlichen Oberhessen hielten hier eine schön verlaufene Poul-Gerhardt-Feier ab. Die Teilnehmer waren in sehr großer Zahl erschienen. Nachmittags fand in der festlich geschmückten Kirche Gottesdienst statt. Ein Massenchor von über 300 Sängern und Sängerinnen hatte im großen Chorraum Aufstellung gefunden, der übrige Teil der großen Kirche war von einer zahlreichen Gemeinde besetzt. Prachtvoll erklangen unter der meisterhaften Leitung von Pfarrer Dr. Stumpf -Eschenrod die von dem Chorleiter ielbst vettonten Weisen Paul Gerhardts durch die weiten Hallen des Gotteshauses und gaben zusammen mit den Paul-Gerhardt-Liedern der Gemeinde bem schönen Orgelspiel und ben Schrift- unb Gebetsworten bes Liturgen (Dekan Schäfer) eine stimmungsvolle Umrahmung zu ber Festprebigt, in der Pfarrer Kahn- Ortenberg ein treffenbes Le- densbilb Paul Gerharbts als „eines schwergeprüften Menschen-, aber dennoch fröhlich singenden unb banfoaren Gotteskinbes" entwarf. Nach einer kurzen Kaffeepause begann im großen Saal bes Für- stenhofes bie Nachversammlung, die so zahlreich besucht war, daß der Saal mit sämtlichen Neben- räumen die Teilnehmer nicht fasten konnte. Dekan Schäfer begrüßte die Gäste im Nomen der evangelischen Gemeinde und des Kirchengesangvereins Büdingen unb dankte ollen Mitwirkenden. Die fein- finnige Festansprache über das Generalthema der Nachversammlung „Glaube und Natur" hielt Pfarrer W i ß m a n n • Wenings, Pfarrer Bock, der Geschäftsführer des ganzen Verbandes, überbrachte die Grüße des Hauptvereins in Darmstadt. Die Feier war umrahmt von drei Mastenchören. Sämtliche Darbietungen fanden lebhaften Beifall. Rid d a, 14. Mai. Die RiddaerDank A. -G. hielt im Gasthaus „Zur Traube" ihre Generalversammlung ab, worin Dankvorstand Centn den Rechenschaftsbericht über das verflossene Geschäftsjahr erstattete. Rach demselben hat sich das Kassengeschäft recht günstig gestellt und bei einem llmsatz von 491 359 Mark einen Reingewinn von 11949 Marl ergeben. Den MitMedern konnten 12 Prozent Dividende bewilligt werden. Dem Reservefonds wurden 3000 Mark überwiesen, ferner dem Verein Krankenpflege 100 Mark und der hiesigen Gewerbeschule 200 Mark. Der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt, ebenso der Auf- sichtSrctt, bis auf Kaufmann Heinrich Rap» polt, der freiwillig aus letzterem ausgeschieden ist. An feine Stelle wurde Bauunternehmer Hermann Drott gewählt. Die Riddaer Bank, hervorgegangen aus dem vor 57 Jahren gegründeten Vorschuß- und Kreditverein, hat gerade in der geldknappen Zett sehr segensreich gewirkt. „r Olibba, 14. Mai. DaS bevorstehende Gauturnfest wird daS größte Fest werden, das bisher hier abgehalten wurde. Rechnet man doch allein mit einer Beteiligung von 7000 bis 8000 auswärttgen Turnern, von denen 1500 bis 2000 Nachtquartiere beanspruchen. ,.?" AusdemRiddatal. 14. Mai. Wie alljährlich wurde der Himmelfahrttag von Rrdda durch einen Frühgottesdienst an der Klippe eingeleitet. Der Rachmittag führte die Bevölkerung zu den bekannten Ausflugsorten, wo Volksbelustigung, Konzert und Tanz im Freien winkten. Eichelsdorf feierte auf dem Kleerberg, Ober-Schmitten am Lohberg, Ulfa und Unter-Schmitten an der Haubenmühle, die Dörfer der Harb am Forsthaus Glaubzahl, Ridda auf der Altenburg. Standen auch des öfteren die schwarzen Wolken drohend am Himmel, so hielt sich doch, von einigen Regenfpritzern abgesehen, bei frischen Winden das Wetter, so daß Ausflügler und Wirte einigermaßen auf ihre Rechnung kamen. Auto-, Motor- und Fahrradverkehr nach und von dem Vogelsberg waren besonders stark. — Die dörflichen Wasserleitungen zeigen vielfach in den letzten Jahren starke Wasser- verluste, die auf unauffällige Rohrbrüche zurückzuführen find. Um bei Eintritt der trockenen Jahreszeit empfindlichem Wassermangel vorzubeugen. werden jetzt auf Drängen der Kuttur- I Inspektion vielerorts die Wasserleitungen einer gründlichen Prüfung unterzogen und die vorhandenen Rohrbrüche beseitigt. * Babenhausen I, 14. Mai. Nach sechsjähriger segensreicher Wirksamkeit wurde unser Lehrer Wilh. Siegfried nach Großen-Linden versetzt. Die Gemeinden Babenhausen unb Bellmuth oer lieren burch sein Scheiden einen tüchtigen Volks- erzieher unb beliebten Lehrer, besten man sich hier stets gerne erinnern wird. Die hiesige Schulstelle wurde bem Schulverwalter Hermann Jakobi übertragen, ber bisher in Grvßen-Linben wirkte. Kreis Schotten. I Vorgänger nur sehr schwach befahren. Der Austrieb betrug 127 Ferkel. Trotz dieser geringen Zahl mürben recht hohe Preise erzielt. Es kostete das Paar 7—8 Wochen alte Ferkel 120—130 Mk., während für 5—6 Wochen alte 100 bis 110 Mk. für das Paar gelöst wurden. Das Geschäft ging flott von statten; schon nach etwa 2 Sttmden waren alle Tiere abgesetzt, so daß in kurzer Zeit der Marktplatz geräumt war. Der Markt vorher war mit 325 Stück befahren. Starkenburg. * Darmstadt, 14.Mai. Die Verteidiger M e o n s haben gegen das vom Schwurgericht ge- fällte Todesurteil Revision beim Reichs- gericht beantragt. Preußen. Kreis Biedenkopf. XX Waldgirmes, 14. Mai. Ein christ. l i ch e s Waldfeft, ein aus alter Zeit gebliebener schöner Brauch, an dem bie Bevölkerung ber Um- gegenb noch gern kesthält, wird am Himmelfahrt- tage immer in unserem Gemeindewald unter ber „Dicken Eiche" gefeiert. Besonders sind es die Bewohner von Rodheim, Bieber, Königsberg, Blas bach, Dorlar, Atzbach unb Kinzenbach? bie alljährlich zur Himmelfahrtfeier sich an diesem Naturdenkmal zusammenfinben. Im Mittelpunkt ber Ansprachen ftanb biesmal bie Festrebe von Pastor Ilgen- stein (Düsseldorf), der in interessanter Weise aus seiner Tätigkeit in der evangelischen Bewegung in Oesterreich zu berichten wußte. Verherrlicht wurde bie Feier durch Posaunen- und gemischte Chöre, die sich, wie immer, gern in ben Dienst be« Tages gestellt hatten. Oberlahnkreis. Weilburg, 14. Mai. (WSN.) Im benachbarten Laimbach hat sich ein schwerer U n fall ereignet. Die beiden Brüder Erbe wollten einen Wagen Heu nach Weilmünster bringen. Dabei scheuten b i e Pferde unb gingen durch. Beim Versuch, bie Tiere anzuhalten, gerieten beide Vrüber unter ben Wagen und wurden schwer verletzt, so daß sie in bewußtlosem Zustande ins Weilburger Krankenhaus eingeliefert werden mußten. O Gräveneck a. d. Lahn, 14. Mai. Die Kirschbäume versprechen hier eine reiche Ernte. In ber Nacht zum Sonntag finb leider weiche Sorten vom Frost so gedrückt worden, daß ein größerer Teil des Fruchtansatzes schwarz unb weich ist. Auch bas frische Grün ber Walnüsse und Eichen hat unter dem Frost gelitten. Die Winterfrucht, Korn unb Weizen steht sehr gut und verspricht eine reiche Ernte. Gerste und Hafer sind recht gut aufgegangen. Wenn bald durchweichender Reg-v unb wärmere Witterung kommt, so ist auch hierin eine gute Ernte zu erwarten. Oberwcstrrwaldkreis. Höhn (Westerwald), 14.Mai. Die Umbau- arbeiten an unserer Pfarrkirche nehmen einen guten Fortgang. Leider mutzte Metern Umbau em Teil des unter Denkmalschutz stehenden Bauwerks geopfert werden. Die- Kirche, in spätgotischem Stil, stammt aus dem Jahre 1462, sie wurde errichtet, nachdem infolge einer Fehde -wischen Katzenellenbogen unb Sayn daS alte Gotteshaus abgebrannt war. In der Kirche waren Religuien deS hl. Johannes aufbewahrt, zu denen am St. Johannistag eine berühmte Wallfahrt stattfand. — 3m Verlaufe eines Streites, der auS nichtigem Anlaß entstand, wurde em hier beim Kirchenumbau beschäftigter Zimmermann aus dem benachbarten Rennerod so erheblich am Kopfe verletzt, bah ärztliche Hilfe notwendig wurde. Die Angelegenheit wird noch ein Nachspiel vor Gericht haben. — Zwischen der Gemeindevertretung und dem Gemeindevorstand ist ein Konflikt entstanden, da sich der Gemeindevorstand tn einigen Fallen von der Gememdevertretung übergangen glaubt Infolge dieses Zwistes hielt die Gemeindevertretung ihre jüngste Sitzung ohne den Gemeindevorstand ab. Die Sitzung dehrtte sich bis nach Mitternacht auS und nahm zum Teil einen recht stürmischen Verlauf. in großen Originalflaschen zu RM 6.50 besonders vorteilhaft Man füllt daraus das kleine Maggi- Fläschchen selbst nach und hat außer Geldersparnis noch die Garantie der Echtheit. - ------ Achtung auf unversehrten PiombenversrhluB. = ",bes.eitigt.die Sturzgefahr auf schlüpfrigen Strassen oerfaffuiig fesigelegten Rechte binftchrlich der vwirischaftlichen Mitbestimmung der Arbeitnehmer mühten diesen zuerckannt werden Die Resolution schließt mit der Ankündigung einer Propaganda für die paritätische Umgestaltung der öffentlichen Beruf-Vertretung . Kirche und Schule. Elne neue evangelische Kirche in Qberhessen. > Ober »Mörlen, 13. Mal. 3m 3ahre 1854 fiedelte sich in unserer bi- dahin rein latholischen Gemeinde die erst« evangelische Sa- milic an. Allmählich wuchs die Zahl der evangelischen Gemeindeglieder, sie betrug 1902 schon etwa 70. 3n diesem Jahre richtete der damalige Bad-2lauhe>mer Pfarrassistent Bogel «der jetzige Dekan de- Dekanats Friedberg» in einer Privatwohnung die ersten evangelischen Gottesdienste ein. für. die dann später bie Gemeind« in entgegenkommender Weise einen Schulsoal zur Verfügung stellte. Schon vor dem Kriege bildete sich aut Anregung von Psarrassistent Knodt, dem jetzigen 1. Pfarrer in Bad-Bauheim, ein Kirchenbauverein, der schon die ansehnliche Sparsumme von 10 000 Mark für einen Kapellenbau aufgebracht hat. die aber leider der Inflationszeit zum Opfer gefallen ist. Jetzt ist die Zahl der Evangelischen in unserer Gemeinde auf etwa 140 gestiegen. mi| den Glaubensgenossen in Bieder-Mär- len und H o s Hasselseck, die zum Kirchspiel gehören, beträgt sie rund 180. Seitdem der hessische Gustav-Adolf-Berein den Brauch eingeführl hat. die ihm zur Derfügung stehenden Mittel innerhalb eines Jahres nur einer Diaspora-Gemeinde des Landes zugute kommen zu lassen, war es vor zwei Jahren wieder möglich, den Plan eines KapellenbaueS von neuem aufzunehmen. Gefördert wurde der Gedanke vor allem vom Hessischen Hauptverein der Gustav-Adolf-Stiftung und von der Pfarrei und der evangelischen Gemeinde Bad-Bauheim Am 10. Juni vorigen Jahres konnte der erste Spatenstich getan werden, und am 18 Juli fand in feierlicher Handlung die Grundsteinlegung statt. Das neue Kirchlein ist nach Plänen dee Geh Baurats Prof. Walde Darinstadt, im Barockstil des 18. Jahrhunderts ausgeführt, ein wirkliches Schmuckkäst lein geworden. Ander wirkungsvollen Innenausstattung hat Kirchenmaler Belte, Darmstadt, der hier die 2 0 0. Kirche ausgemalt hat den Hauptanteil gehabt. Eine Orgel ist nicht eingebaute ein großes Har- monium vertritt ihre Stelle, lieber dem Portal lesen wir das Wort . Heilig, heilig ist Gott der Herr: alle Lande sind voll feiner Ehre!" Die Kosten, die sich auf 40 000 bis 50 000 Marl belaufen, wurden zu drei Bierteln vom Hessischen Hauprverein her Gustav-Adolf-Stis- tunfl aufgebracht, der Best fällt her evangelischen Gemeinde Bad-Bauhe m und der Diaspora- gemcinhe zu Für die Innenausstattung wurden verschiedene Stiftuncen gemacht Ausfübrender Meister war Bauunternehmer Beter Stamm5. Bad-Baheim. die Mehrzahl her Arbeiter waren Einwohner der talcho üsch« Gemeinde Ober- Mörlen. Am heutigen Hunmelfahrttage konnte das neue Kirchlein seine Weih« empfangen. Jur Feier hatten sich die Spitzen der kirchlichen unb weltlichen Behörden, u. a Prälat v. vr D i e h l, Darmstadt. Superintendent Wagner, Gießen. Dekan Bogel. Bruchenbrücken, der Borsitzend« des Hessisc^m Hauptvereins der Gustav-Adols- Stiftung. D. Dr. Frhr. Hehl zu Herrnsheim. Kreisdirektor Gebhardt. Friedberg, die Geistlichkeit der näheren und weiteren Umgebung und eine stattliche Festgemeinde aus nah und fern eingefunden. Bach einer Rede des Kirchspielpfarrers Knodt. Dad-Bauheim, worin die neue Kirch« «In Gben-Gzer de- Glaubens, der Liebe und der Hoffttung genannt wurde, erfolgt« in feierlicher Handlung die Schlüsselübergabe Mir kurzen Segenswünschen wanderte der Schlüssel aus der Hand des Baumeisters. Pros. W a I b e. zum Kreisdirektor, zum Borsitzenden des Hessischen Hauptvereins der Gustav-Adols-Etiftung und zuletzt zu den Händen des Superintendenten Wagner, der die Pforten der Kapelle offneic. Unter dem Spiel der Posaunen hielten die Gemeind« und die geladenen Gäste ihren Einzug, von der Empore feierlichst begrüßt durch einen Kinderchvr der Dad-Bauheimer Stadtschule unter Leitung von Lehrer Diehl. Superintendent Wagner hielt hierauf die Weiherede, der der eigentliche Weiheakt mit Weihegebet folgte Ein stilleS Gebet der Gemeinde, das sich anschloß. wurde von dem Geläute der Glocken begleitet. Im .Kirchhofe konnte eine größere Schar Andächtiger bann die Predigt des Pfarrers her evangelischen Gemeinde Ober - Mörlen. Pfarrassistent Hof- m e h e r. Dad-Bauheim, vernehmen, der im Anschluß an das Bibelwort 1. Mos. 28. 17 sprach. Prälat D k)r. Diehl knüpfte in feiner Ansprache an das Wort an Ich schäme mich des Evangeliums von Ehristo nicht", dabei interessante Hinweise auf hie Besormationsqe'chichte Ober-Mörlens gebenh. Gelänge her Gemeinde umrahmten die einzelnen Ansprachen und erhöhten den erhebenden Eindruck her Feier, hie mit dem Scblnßaebet lBsalm 103) des Dekans Bogel vom Dekanat Friedberg ihren Abschluß fand. Bei einer Bachversammlung in Mells Garten wurden noch Glückwünsche und Geldgeschenke überbracht, so von dem Zentralvorstand des Gustav-Adolf-Bereins in Leipzig, vom Borst and des Frankfurter Gustav-Adoli-Bereins und vom hessen-nassauischen Zweigverein. Die E'nweihungsseier. an her auch die katholische Bevölkerung Ober-Mörlens lebhaften Anteil nahm, mirh für unsere Diasvoragemeinde eine unvergeßliche Erinnerung bleiben. f). P. 5L Die Leute haben die Pflicht, das Amt anzunebmen, und die Aufsichtsbehörde ist berechtigt, die Leute mit allen Mitteln zur lieber» nähme de? Amtes anzuhalten. Bei der Bürger» meisterwahl haben die Schöffen fein Stimmrecht. Der Beigeordnete führt die Geschäfte bis zum Amtsantritt des Bürgermeisters, wenn die Vertretung länger dauert, nur mit besonderem Auftrag der Aufsichtsbehörde. Rätsel-Ecke. Silben Nätsel. Aus den 36 Silben: a — al — bert — chat — chon — dam — die — dot — ei — er — sie — gern — «au — im — tri lan — lart — lau — le — ming — miß — neuer — net — ni — nor — port — rant — fis — jou — u — un — Demi — vi — zau — ze sind 18 zweisilbige Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. Militärisch« Truppe. 2. Preisstand 3. Nordseebucht. 4. Bayerische Landschaft. 5. Ort in Pommern. 6. Wendepunkt. 7. Gehobeltes Brett. 8. Halbedelstein. M. Grafengeschlechl 10. Liederdich» ter. 11. Europäischer Staat. 12. Nebenfluß der Warthe. 13. Teeart. 14. Ort an der Riviera. 15. Kaufmännische Bezeichnung. 16. Stadt in Ungarn. 17. Verwandter. 18. Nordischer Personenname. Sind die Wörter richtig gebildet, ergeben die Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vorn ein Zitat von Seneca Kreuzworträtsel. \20 22 23 19 IN- Von links nach rechts: 2. Bedrängnis. 5. Brettspiel. 7. Biblstche Perlon. 9. Griechischer Gott. 10. Bezeichnung für das apostolische KlaubensbekennMis, 12. Geraubte deutsche Stadt. 15. Stadt auf Sizilien. 16. Küchenpflanze in bayerischer Bezeichnung. 18. Süddeutscher Ausdruck für Jahrmarkt. 20. Deutscher Strom. 21. Griechischer Gott. 22. Fluß in Sibirien. 23. Teilbetrag. Von oben nach unten : 1. Körperlicher Blulgang. 2. Römischer Geschichtsschreiber. 3. Legierung. 4. Heilpflanze. 6. Spanische Insel. 8. Bezeichnung für einen Menschen, der einen guten Eindruck zu machen versteht. 10. .Königsname. 11. Stadt in Ostfriesland. 13. Spanischer Staatsmann (+). 14. Seemann. 17. Abschiedsgruß. 19. Senkblei. Rätsel. Das Derkehrl'ste auf der Wett Sollst du jetzt mir sagen, 's hat oben die Wurzel, die Flügel unten, Sein Rücken wird vorn getragen. Bruchstück-Aufgabe. al — ar — os — orn — ax — If — Im — ud — ee — Im — eh. Die vorstehenden Wortbruchstücke iollen durch Hinzufügung je eines Buchstaben am Anfang zu Wörtern umgestaltet werden, die alsdann — die Reihen- folge wird nicht verändert — ein beliebtes Pflänzchen ergeben. Auflösungen. Ergänzungs-Aufgabe: Vei-Fuß, Aar-Gau, Ur-Laub, Miß-Stand, Var- Schaft. Luft»Rum. Ur-Teil, Eck-An. Top-Ls, Eis- Bein. — Baumblüte. Kreuzworträtsel. ii gaofflE RIO SlA B ■qBUBBM iiaaBuname iQiaikiaiaBnB ifaaeraeBBBi ICien0B"BGa Vexier-Vild. Bild auf die linke obere Ecke stellen, dann ist das Kinderköpfchen zu sehen. Gegensätze: 1. ablehncn, 2, borgen, 3. dienen, 4. erlauben, 5. loben, 6. kühlen, 7. rühmen, 8. internieren, 9. mißlingen. — Abd el Krim Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonBttsch. Benter-Anekdote. In Stavenhagen im Mecklenburgischen, wurde einst Fritz Reuter von einer Dame begrüßt, die ihren berühmt aeroorbenen Landsmann feit lanaen Jahren nicht mehr gesehen hatte. „O, verehrter, lieber Herr Doktor," rief die überschwengliche Dame, „welches Glück, daß ich Sie nach so langer Zeit einmal wiedersehen darf? Jedes neue Werk von Ihnen habe ich mit Spannung verfolgt." — Lobhudeleien unb Schmeichelreben folgten, bie den Dichter durchaus nicht in Entzücken versetzten. Ihren Hymnus frönte die Weihrauchftreuerin mit der Redensart: „Ja lieber Doktor, ich stelle Sie über Schiller unb Goethe!" — Da riß dem plattdeutschen Dichter das Geduldsfädchen und er verabschiedete sich eilig mit den Worten „Wenn Sie das glauben, denn — adfchüs, Madam'" Aus der Schule. Lehrerin: „Der Maulwurf frißt täglich sovtet, wie er wiegt." Schülerin „Wieso weiß der Maulwurf denn, wieviel er wiegt." Glück. „Hatte Ihr Mann bei den gestrigen Rennen Glück''" „Ganz fabelhaftes Glück. Er ließ seine Brieftasche zu Hause liegen und konnte infolgedessen nicht wetten." Dir verkannte Kurve. Heini darf mit her Mutter ins Krankenhaus gehen, wo Onkel Karl liegt, der sich bei einer Eki- tour das Bein gebrochen hat. Heinis Blick ist auf die Stelle über Onkel Karls Kopf gerichtet, wo er die Fieberkurve entdeckt. „Mutti," flüstert der Kleine der Mutter zu. „da» ist wohl das Gebirge, wo Onkel Karl abgestürzt ist?" -9er Plan über bie Aenberung einer unterirdischen Telegraphenlinie auf dem Marktplatz in Gießen liegt bei dem Telegraphenamt in Gießen von heute ab 4 Wochen aus. Gießen, den 15. Mai 1926. __Telegraphen bauamt. 4327 D Ztainniholzvertaus. Aus den Staatswaldungen des hessischen Forstamtes Nidda werden zu den für den Verkauf von Nutzholz aus Hess. Staats- Waldungen bestehenden Bedingungen auf dem Subrnijsionswege verkauft: Fichtenbauhol; fm: Los 1, aus Förste rei Glashütten: 0,5 2. Kl., 55 3. Kl., 157 4. Kl., 111 5s Kl., 48 5b-5tl. Los 2, aus Försterei Glashütten: 45 3. Kl., 76 4. Kl., 75 öa-fil., 38 5b-5tl. — 234. Los 3, aus Försterei Michelnau: 56 3. Kl., 129 4. Kl., 111 5s-Kl., 20 5b-Kl. — 316 fm. Los 4, aus Försterei Glaubzahl: 9 3. Kl., 41 4. Kl., 92 5a Kl., 88 5b-Kl. = 230 Im. Eichenfchnitthol; fm: Los 1: 6,5 2. Kl.. 38 :> Kl.: Los 2 58 4. Kl. L chenstammhol; fm: Los 3: 1 2. Kl., 21 3. Kl.: Los 4: 117 4 Kl.; Los 5: 90 5. Kl.: Los 6: 57 6.KI. 4300V Sämtliches Holz ist an fahrbare Wege gerückt. Das Holz ist ohne Rinde gemef- fen. Das Fichtenholz ist geschält. Gebote sind unter der Aufschrift „Sud- mijsionsholzverkauf" bis zum 25. Mai d. I. an die unterzeichnete Stelle einzn- reichen. Eröffnung der Gebote um 11 Uhr vormittags. Nähere Auskunft durch das Forstaml (Fernruf Nidda 227). __________Hess. Forstamt Nidda. -_________ Nutzholzverlauf. Ium Verkauf werden ausgeschrieben Fichtenstämme: 1. Kl. 9,37 fm, 2. Kl. 1,40 fm, 3. Kl. 10,21 fm, 4. Kl. 29,50 fm, 5a Kl. 38,78 fm, 5b-Kl. 31,54 fm. Hicfernffämme: 4. Kl. 0,85 fm. 5. Kl. 0,49 fm. Fichtenstamme: 3. Kl. 1,61 fm, 4. Kl. 0,72 fm, 5. Kl. 0,93 fm. 4301D Das Holz ist mit Rinde gemessen, Fich» ten und Kiefemstamme sind bereits ent- rindet. Die Verkaussbedingungen können bei uns eingesehen werden. Bei genügender Sicherheitsleistung wird zinsloser Zahlungsaufschub bis 1. Oktober d. I. gewährt. Bei sofortiger Barzahlung fünf Prozent Nachlaß. Angebote, mit der Aufschrift „Nutzholzverkauf" versehen, sind bis zum Mittwoch, 26. Mai d. I., vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen. Li». 12. Mai 1926. Hess. Bürgermeisterei Sich. __Völker.___________ Refanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B. wurde heute bei der Firma Wagner & Groot«, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen folgendes eingetragen: Di« Firma ist erloschen. 4299C Gießen, 11. Mai 1926. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Srarversteigening der 51aöt Gießen Die Stadt Gießen läßt Montag, 17. Mai, Dienstag, 18. Mai, Mittwoch, 19. Mai, und Donnerstag, 20. Mai 1926 folgende Grasnutzungen für das ganze Jahr öffentlich meistbietend versteigern: Montag, 17. Mai 1926: 1. Vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle die Wiesen beim städt. Freibad in 2 Abteilungen. desgleichen 10 Abteilungen von der Hospitalwiese auf der Hohleiche, sowie die frühere Ockelsche Wiese an der Rod- heimer Straße in 4 Abteilungen, hieran anschließend sämtliche städtischen Feldwege. Gräben usw. im Neustädter Feld. Dienstag, 18. Mai 1926: 2. Vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle die Grasnutzung von den Wiefeckböfchun- gen; Zusammenkunft in der Gartenstraße an der Wieseckbrücke, anschließend verschie- bene städtische Grasstücke bei der Kläranlage und sämtliche Feldwege, Gräben usw. zwischen der Lahn und der Kreisstraße nach Schiffenberg gelegen. Mittwoch, 19. Ma« 1926: 3. Vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle eine Wiese am Schiffenberger Weg rechts, hieran anschließend sämtliche Feldwege und Gräben usw. zwischen der Kreis- straße nach Schissenberg und der Wieseck, sowie die Grasnutzung vom Friedhof auf dem Nahrungsberg in 20 Abteilungen. Zusammenkunft am Bahnübergang des Schiffenberger Wegs. 4229B Donnerstag, 20. Mai 1926: 4. Vormittags 8 Uhr an Ort und Stelle die Grasnutzung sämtlicher Feldwege, Gräben usw. zwischen der Wieseck und der Lahn. Zusammenkunft am Hause Mar burger Straße 60 (Schwall). 5. Vormittags 9 Uhr die Grasnutzung vom Friedhof am Rodberg. 6. Vormittags 11 Uhr die Wiesen in der Schwarzlach in 19 Abteilungen. Zusammenkunft in der Ederstraße. Gießen, 8. Mai 1926. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Rosenberg. 1925 Tapeten Preisabbau bis zu 5O°lo Musterkarte 1926 frei Haus zur Verfügung Ringfreie Fabrtk-Nfederlage Heinrich Kreiling Mühlstraße 3, neben Lederhandlung Plank Linoleum alle Sorten billigst ’5W Bekanntmachung. Die Gemeinde Gedern versteigert öffenb llch meistbietend am Samstag, 22. Mai, 11 Uhr vormittags, den Platz für Aufstellen eines Karussells und Schießbude anläßlich des Prämiierungsmarktes für 6., 7. und 8. Juni, anläßlich des Sänger- festes für 12. und 13. Juni, anläßlich des Augustmarktes für 22. unb 24. August unb anläßlich ber Kirchweihe für 7. unb 8. November 1926. Schiffsschaukel unb Ketten- karussell werden nicht zugelassen Alle Schau- usw. Stände müssen sich jedesmal bis spätestens 8 Tage vor jedem Termin der Bürgermeisterei angemeldet haben, andernfalls sie keine Berücksichtigung finden. 42590 Hess. Bürgermeisterei Gedern. Der Voranschlag der Gemeinde Trais- Horloff für 1926 liegt von Montag, den 17. l. M. ab. 1 Woche lang im Geschäftszimmer der unterzeichneten Bür- germeisterei zur Einsicht und Erhebung non Einwendungen offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der l auch die Ausmärker beizutragen haben. Trais-Horloff, den 14. Mat 1926 Hessische Bürgermeisterei. Rudlos. 43261) 175 | Gutgearbetteie Etlöbel 1AU billigen Preisen. Betten, Matratzen, weiöiaeklerte Möbel. ITTRAKN, Inhaber A. BRL’MLIK. ®abnboTirr. 29. I2 P7S. 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