176. Jahrgang momag, iö. zeoruar 1920 General-Anzeiger für Oberhessen vrittt uni> Verlag: vrühllche UniverfitAr-vuch- «Ni» StelnOruckerei n. Lange in Siegen. SchrWeiiung uni» K-jchästrstelle: Schalftrahe 1. und des ©c- Reiches fand heute in Berlin der Erste Gewerk- schaftstcrg des Rationalen ©ewerkschaftsbundes statt Die von der Versammlung angenommenen Entschließungen drückten die Besorgnis aus, daß die deutsche Wirtschaft und damit die deutschen Arbeitnehmer, in wachsende Abhängigkeit vom internationalen Finanzkapital geraten, insbesondere nahm die Tagung in scharfer Form gegen das Dawes ab- kommen Stellung und verurteilte die Haltung der alten Gewerkschaften, die für die gegen- wärttge Entwicklung verantwortlich gemacht Werdmr. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezugrprett: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger: lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Die Hauszinssteuer in Preußen Aus dem Hauptausschuß des Preußischen Landtags. Deutschenverfolgung in Oberschlesien. Polnische Razzia gegen den Deutschen VolKsbund in Kattowitz 39 Verhaftungen. - Pretzhetze gegen Deutschland. Warschau, die deutschen ftonfulatc und die deutsche Sejmsraktion in diese Angelegenheit hineinzuziehen. Wie verlautet, sind im Zusammenhang damit gestern auch in Warschau Verhaftungen vor- genomemn worden. (Zrgendwrlche Unterlagen für die Rechtferti- gung eines Verdachts staatsfeindlicher Tätigkeit sind besttmmt bei den Haussuchungen nicht gefunden worden, weil sie nicht vorhanden sind, denn der Völkerbund widmet sich lediglich der Vertretung der dein Deutschtum in den an Polen abgetretenen Gebieten durch das Genfer Abkommen garantierten Rechte. QHan sieht daher in maßgebenden Kreisen des Deutschtums Ost-Oberschlesiens in der ganzen Sache lediglich einen Erfolg der Wühlarbeit des polnischen West- markenvereins gegen das Deutschtum und besonders gegen den Deutschen Volksbund, dessen Bestrebungen nach der Behauptung des West- markenvereins gegen die polnischen Gesetze verstoße und für polnisch: Staatsangehörige nicht bestehen dürfe. Wenigstens ein duhendmal glaubte dce Polizei und Presse auch in Ost-Oberschlesien schon die Beweise für die sagenhafte „staatsfeindlich: Tättg- keit" der Deutscheil gefunden zu haben. Aber jedesmal mußten die verhafteten Deutschen wie- derfreigelassen werden. So dürfte es a u ch diesmal gehen. Aber ein Ziel ist dann wenigstens erreicht, nämlich die Einschüchterung der Deutschen und die Erweckung der Furcht vor dem Eintreten für die garantierten Rechte, insbesondere für die Errichtung der deutschen Schule. Es ist die höchste Zeit, daß man von deutscher Seite aus dein in Polen gegen das Deutschtum geführten Vernichtungsfeldzug erhöhte Aufmerksamkeit zuwendet. SudeLendeulscher Dolkstag. Graz, 14. Febr. (WTB.) Heute fand in Aussig an der Elbe unter Teilnahme zahlreicher sudetendcutscher Abgeordneter. Senatoren. Bürgermeister und Genwindevertreter aus allen T ei l e n Deutsch-Böhmens ein Deutscher Volkstag statt, der sich zu einer großen Kundgebung des sudetendeutschen Volkes gegen die von der tschechischen Regierung erlassene Sprachenverordnung gestaltete. In der Versammlung, welche unter dem Vorsitz des Abg. Spina tagte, wurde von den deutschen Parlamentariern dagegen Protest erhoben, daß die deutschen Volksvertreter durch öic Maßnahmen der tschechischen Regierung vor eine vollendete Tatsache gestellt wurden. Berlin. 13. Febr. (WTB.) Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages beendete die erste Lesung des H a u s z i n s st e u e r g e s e h e s. Ein demokratischer Antrag, den Wert des Grundvermögens zur Steuergrundlage zu machen, wurde a b g e I e h n t und mit großer Mehrheit die F r i e d e n s m i e t e zur Steuergrundlage bestimmt. Ein deutschnationaler Antrag, nur 36 Prozent der Friedensmiete und ein sozialdemokratischer Antrag, 44 Prozent der Friedensmiete zu erheben, wurden abgelehnt. 3n Bezug auf die Abzugsfähigkeit von Zinsen und Aufwertung der Hhpotheken wurde beschlossen, daß auch Hypotheken für Ehegatten, Kinder und Ange- hörige des Steuerschuldners, die einzutragen sind, in entsprechender Weise berücksichtigt werden sollen. Erheblich umgestaltet wurde das Der- anlagungsverfahren. Ein deutschnationaler Antrag für die Einziehung und Abführung der Steuer dem Hausbesitzer ein Prozent der auf- kommenden Steuer zu gewähren, wurde abgelebt Mit großer Mehrheit wurde die Zuteilung von 8 Prozent an die bisherigen Fürsorgeverbände zur Unterstützung von Bedürftigen gestrichen. Die große Mehrheit des Ausschusses vertrat auch den Standpunkt, daß sich das bisherige Ermäßigungsverfahren bewährt hat und beibehalten werden soll. Cs wurde werter be- schlossen. die Hälfte des Steuerauf- kommens für Reubauzwecke und dre andere Hälfte für den Finanzbedarf zu verwenden. Von dem Auftommen an Finanzbedarf sollen die Gemeinden 7/40, der Staat 13/40 erhalten. Don dem Aufkommen für Reubauzwecke soll das Wohlsahrtsministerium 6/40 Stadt- und Landkreise 14/4o nach Maßgabe Aufkommens erhalten. Eine Befristung des sehes wurde abgelehnt. Anaahse von Auzeigen für Me Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/o mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Sitzungsbericht. Berlin. 13. Febr. Der Haushaltsausschuß des Reichstages setzte heute die Beratung des Reichswehretats fort. Unter Ablehnung kommunistischer Anträge wurden beim Kapitel „Ge- sechtsübungen" 913 700 Mark, beim Titel „Herbstübungen" 200 000 Mark gestrichen. Angenommen wurde dazu eine demokratische Entschließung betreffend Regelung der Rechts- und Besoldungsverhältnisse der Heeresfachschul- lehr er. Beim Titel „Leibesübungen" werden 75 000 Mark gestrichen. Dazu wird eine Entschließung des Abg. Ronneburg (Dem.) genehmigt, die Reichsregierung zu ersuchen, unverzüglichst die Anstellungsgrundsähe für Versorgungsanwärter herauszubringen. 3m Kapitel 7 werden gestri - chen beim Titel „Unterhaltung der Geräte" 400 000 Mark, beim Titel „Mieten für Kasernen und andere Standortsgebäude" wird gegen den Widerspruch des Reiifchen Eisenbahnen die Deutsche Reichsbahn zwingt, niedrigere Durchfuhrtarife zu nehmen, damit beim Transport ausländischer Waren die deutschen Dahnen nicht unrgangen werden. Es must zugegeben werden, daß wir im vongen Jahre einen ganz guten Fahrplan und gaiiz günst^e Fahrzeiten gehabt haben. Wir werden dafür eintreten, daß alles getan wird, um die Betriebssicherheit zu erhöhen. Wir verlangen, dah die Ileberschüsse der Reichsbahn benutzt werden, um den Betrieb und den Zu st and der Bahn sicherzu- st eilen. Bei der Umgestaltung und Zusammenlegung der Werkstätten hat das Ministerium auf die Reichsbahn in dem Sinne eingewirkt, dost auf das Personal Rücksicht genommen und Härten möglichst unterbleiben sollten. Deutschland werde sehr bald bei einer großen internationalen Ausgestaltung des Luftverkehrs mitwirken. Abg. Dauer lBayr. Vp.) spricht den Wunsch aus, daß die Reichsbahnverwaltung mehr als bisher daran denken möge, dah die Deutsche Reichsbahn ein Instrument der deutschen Volkswirtschaft fein soll. In dieser Verwaltung fehle es offenbar an gutem Willen zu verständnisvoller Zusammenarbeit mit dem Reichsver- kehrsministerium. Der Redner tritt dann noch für die Elektrifizierung der bayerischen Bahnen ein. Abg. Seibert (Dl. Vp.) fordert eine Aende- rung der Reichsbahngesetze mit dem Ziele, die I Rechtsverhältnisse der Reichsbahnbeamten denen | der übrigen Reichsbeamten wieder anzugleichen. Weiterberatung Montag nachmittag. Der Kampf um die Ratssitze. Der Widerspruch Englands gegen eine Erweiterung des Völkerbundsrats London, 15. Febr. (TU.) Der diplomatische Korrespondent des „Observer" bringt heute anscheinend halbamtliche oder zum mindesten inspirierte Ausführungen über die Pariser Versprechungen Chamlerlains. Er schreibt: Die ganze europäische Presse sei in den letzten Wochen mit Pariser Rachrichten über angebliche Aeußerungen Chamberlains angefüllt. Darum sei es notwendig, den englischen Standpunkt genau darzulegen. Die englische Regierung gHe von der Voraussetzung aus, daß die Völkerbundsversammlung am 8. März zur Wahl Deutschlands zum Mitglied des Völkerbundes zusammentritt. Der Völkerbundsrat werde gleichzeitig zusammentreten und da die Signatarmächle des Locarnv-Vertrages zur sofortigen Wähl Deutschlands verpflichtet sind, werde diese Wahl im März stattfinden und gleichzeitig von der Völkerbunds- Versammlung ratifiziert werden. Das sei der gesamte Inhalt der englischen Verpflichtungen. Die französische Diplomatie habe indessen in der Zwischenzeit den Versuch gemacht, die Wirkung des deutschen Eintritts in den Völkerbund durch einen Plan zur Verwehrung der ständigen Völkerbundssitze aufzuheben. Der englische amtliche Standpunkt sei der, dah die Zuweisung von ständigen Ratssitzen an Poleir und Spanien eins völlig neue Frage darstellt. Ehe in dieser Hinsicht eine englische Meinung oder Stimme abgegeben werden tonn, müssen andere Kandidaten und außerdem die Ansichten Frankreichs gehört werden. Im gegebenen Augenblick werde die englische Politik durch Treue zur Locarno-Politik, ferner durch eine ehrliche Auslegung der versprochenen Wiederaufrichtung der Groh- machtSstellnng Deutschlands und durch Rücksichten auf die Interessen des Völkerbundes geleitet werden. Wenn überhaupt eine derartige Zuwahl in Frage komme, so könne sie nicht vor dem Herbst erörtert werden, wo die ordentliche Versammlung des Völkerbundes stattfindet. Wenn der sahungsmähige Weg gewählt werde, so entspreche das den englischen Interessen. Wenn aber Frankreich, Polen und Spanien den Versuch machen sollten, einen anderen Weg zu wählen, das heißt in der Märzversammlung bereits die Frage der Vermehrung der ständigen Sitze aufzuwerfen, fo würde die englische Regierung in eine sehr schwierige Lage kommen, und zwar vor aflent deshalb, weil Deutschland einer Vermehrung der Ralssitze nicht z u st i m° m c n würde. Eine Zurücknahme des deutschen Antrags oder' eine Verzögerung des deutschen Eintritts käme aber einer Aufhebung des Locarno Vertrages gleich. Der diplomatische Korrespondent der „Sun- day Expreß" schreibt, Chamberlain habe bei feinem letzten Ausenthalt in Paris Briand keine bindende Zusage in der Frage der. polnischen Ansprüche gegeben. Vielmehr habe Chamberlain erklärt, daß er nichts weiter tun könne, als den Vorschlag dem englischen Kabine t t zu unterbreiten. Aber er hat, lote es scheint, auf die Dienste Spaniens hingcwiesen, das bei der letzten Völkerbundssihung Mesopotamien England zugesprochen hat. Außer diesen Einflüssen und Schwierigkeiten gibt es, wie der Korrespondent meint, iwch weitere Schwierigkeiten. Zwei dec leitenden englischen Beamten im Völkerbund, nämlich Sir Eric Drummond, der Generalsekretär, und Sir James Salta r, der Wirtschaftsdirektor, haben einander widersprechende Denkschriften über die Frage der Erweiterung des Rats abgegeben. Sir Eric Drunrmond ist für eine Vermehrung der Ratssitze, Sir James Sältar gegen eine solche. Zu diesen Schwierigkeiten treten noch politische Bestrebungen der Kurie. Bei den gegenwärtigen Plänen zur Vermehrung der Ratssitze spielt noch die Tatsache mit, daß mit dem Eintritt Polens, Spaniens rind Brasiliens, die alle römisch-katholische Mächte seien, im Dölkerbunds- rat eine römisch-katholische Mehrheit entstehen würde. Der spanische Anspruch. Berlin, 14. Febr. Dem „Berliner Tageblatt" zufolge wird von unterrichteter spanischer Seite in Berlin nachdrücklich in Abrede gestellt, dah Spanien seine Zustimmung zu dem ständigen Ratssitz an Deutschland Frankfurter Theater. Robert de Flors und Francois deCcois° s e t plus Otto W a l l b u r g und Hilde Hildebrand (Berlin) schlossen sich zu einem recht angeregten Abend im Reuen Theater zusammen. ..Die neuen Herren" ist der Titel des vieraltigen Lustspiels von Robert de Flers und Francois de Croisset: ein unterhaltsames Spiel von Politik untP Frauen treue, oder besser gesagt Untreue. Minister werden gewählt und wieder gestürzt, ein Graf betrogen und am Schluß eilte ehemalige Modistin, über den Weg der sogenannten Kunst, Frau Gräfin. ES ist eine sehr gute Satire auf unsere heutige Zeit und Politik. Die ncufcn Herren kommen und kaum find sie im Amt, so gebärden sie sich als vollkommen diktatorische Machthaber und sind keinen Deut anders, als die vorher heiß bekämpften Parteien. Es -liegt ein seiner, immer treffender Spott über Diesem Lustspiel und doch ist es stellenweise voll großer Ernsthaftigkeit Die Gestalt des Jaques Gaillac, der bis zum Arbeitsminister aufsteigt, ist vorzüglich gezeichnet: eine Rolle, um die sich die Darsteller reißen werden, sein Gegenspieler ist der alternde Graf von Montiere-Grandpre. Zwischen diesen beiden Männern steht die Geliebte des Grafen, die kleine Suzanne Derrier, ihr Herp zieht sie zu dem jungen Gaillac, als er gar Minister ist, liebt sie ihn geradezu, aber später kehrt sie lieber zu ihrem Grafen zurück. Der sie zur Frau Gräfin macht. Otto Wall- burgs Gaillac war glanzend in der Charakterisierung, voll prachtvoller Frische, auch Alfred S ch e r z e r wußte den betrogenen Grafen mit Geschmack und ruhiger Vornehmheit, fern jeder Lächerlichkeit zu gestalten. Hilde Hildebrand, als 'Dritte im Bunde, fand sich mit Ele^rnz und Laune in die Rolle dec wankelmütigen Freundin und wußte durch ihre Toiletten zu entzücken Heinz Goldberg zeigte sich w.eder als feinsinniger Regisseur, und alle die übrigen, eö waren ihrer sehr viele, verhalfen den „neuen Herren" zu einem vollkommenen Erfolg. L. W. Die Insel des Odysseus. Wo sollte wohl die Insel des Odysseus, die uns Homer so anschaulich schildert, anders gelegen haben als da, wo das heutige Ithaka liegt, die kleinste der vier großen Inseln vor dem westlichen Eingang zum Meerbusen von Korinth? Dies Ithaka galt als das Ithaka Homers schon im klassischen Altertum und bis gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, aber verschiedenen Gelehrten fiel allmählich auf, baß die Angaben Homers in bezug auf die Lage und Gestalt der Odysseus-Insel mit dem heutigen Ithaka gar nicht übereinstimmten. Manche suchten das als „dichterische Freiheit" des großen Poeten zu entschuldigen, die aber so gar nicht zu seiner so streng beobachtenden Kunst paßt: andere rieten herum und wollten z. D. Korfu für die Insel des Odysseus erklären. In dieses vielerörterte Problem hot jetzt der große 'Archäologe Wilhelm Dörpseld Klarheit gebracht, und zwar durch neue Grabungen, die er auf der heutigen Insel Leukas vorgenommen hat. In einem Aufsatz von „ReclamS Universum" führt er die wichtigsten Beweisgründe für seine Annahme an, daß Leukas das alte Ithaka ist, und er wird diese Ausführungen in einem demnächst erscheinenden Buche „Alt-Ithoka" noch eingehender erläutern. Als Dörpseld vor einem Vierteljahrhundert auf dem heutigen Ithaka oder Thiaki Ausgrabungen vornahm, sand er dort nichts, was auf eine Siedlung in der homerischen Zeit schließen lassen konnte, und überhaupt paßten weder die Lage der Insel noch ihre Berge. Häfen und Quellen -u Homer. Run gibt der Dichter an mehreren Stellen an. daß vier große und vier kleine Inseln, wie sie tatsächlich beute bei Ithaka liegen, zum Reich des Odysseus gehörten. Die vier von einem entsprechenden Vorrecht für sich selbst abhängig gemacht habe. Obwohl Spanien meint, daß die Aufnahme Deutschlands die passende Gelegenheit sei, um selbst einen ständigen Rats- sih zu erhalten, ist es bereit, seine Ansprüche zurückzu stellen. QI? an erwarte auf spanischer Seite, daß Deutschland als Mitglied des Rates sich der Verleihung eines ständigen Ratssihes an Spanien nicht widersetzen werbe, besonders wenn Spanien als Wortführer der latein-amerikanischen Staaten auftreten könnte. Scharfe Opposition Schwedens gegen die pariser Pläne. Gens, 13. Febr. (TU.) Wie das „Journal de Genöve" mitteUt, hat gestern noch vor Beginn der Ratssitzung eine Aussprache zwischen den Ratsmitgliebern über die Erhöhung der Zahl der ständigen Ratssitze stattgefunden. Der Vertreter Schwedens, der Berner Gesandte Hen- n i g, habe seinen Kollegen zu verstehen gegeben, dah d i e schwedische Regierung unter keinen IImstänoen der Verwehrung der ständigen Ratssitze z u st i m m e n werde, abgesehen von dem Deutschland zu» i'onimenden Ratssitz. Er sprach gleichzeitig die Hoffnung aus. daß auch die englische Regierung, die sich bisher in keiner Weise gebunden habe, de ni schwedischen Standpunkt zu stimm en werde, aber auch wenn Schweden mit seiner Anschauung allein bleiben sollte, würde es sich der Vermehrung der ständigen Ratssitze widersetzen. Für die Vermehrung der ständigen, wie der nichtständigen Ratssitze ist die Zustimmung der Versammlungsmehrheit erforderlich. Die Kabinette der Ratsmächte können also unter sich vereinbaren, was sie wollen: wenn die Mehrheit der Versammlung nicht will, so kann kein neuer Ratssitz geschaffen werden. Das Blatt schlägt den Staaten aber vor, es nicht auf die Zufälligkeiten des Abstimmungstages ankommen zu lassen, sondern schon bereits jetzt auf diplomatischem Wege ihre Widersprüche geltend zu machen. „Die Vertraue n s m a ch t der europäischen Neutralen", sagt das Blatt zum Schluß, „ist Schweden. Wir glauben nlcht, daß die schwedische Regierung es ablehnen würde, eine ehrliche Opposition zu vertreten. Der gerade Weg wäre auch in diesem Fall der beste." Sir Eric Drummond in Berlin. Berlin, 15. Zebr. (lvTB. Junkspruch.) Der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, ist heule früh 8.14 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof eingelrosfen. Er wurde am Bahnhof vom Vertreter des Auswärtigen Amtes empfangen und wird wahrscheinlich nach im Laufe des Montag oder Dienstag eine Unterredung mit dem Außenminister Dr. Strcfemann haben. Rußland und die Abrüstungskonferenz. Die Sorvjetregiernng lehnt die Teilnahme ab. Moskau, 14. Febr. (Telegrapheuagentur der Sowjetunion.) Heute wurde die Antwort Tschitscherins auf die vom Völkerbund ergangene Einladung zur vorbereitenden Abrü stungskommission veröffentlicht. Tschitscherin führt darin aus: Wie die Sowjetregierung mehrmals erklärt hat, mißt sie jeden Versuch, die Kriegsgefahr und die auf den Völkern liegende Rüstungslast zu vermindern, so große Bedeutung bei, daß sie bereit ist, an jeder dieses Ziel verfolgenden Konferenz teilzunehmen. Der Entschluß der Sowjetregierung. sich aus humanitären Gründen in einer vom Völkerbunde einberufenen Versammlung vertreten zu lassen, bedeutet nicht, daß sich ihre ablebenende Haltung gegenüber dem Völkerbunde irgendwie geändert hat.' Die Sowjetregierung kann nur bedauern, daß die Versammlung, die sich eine solche Aufgabe von Weltbedeutung zum Ziele setzt, wie es die allgemeine Abrüstung ist, von einer Einrichtung wie dem Völkerbünde einberufen wird, der von mehreren Staaten nicht anerkannt ist. Es ist verwunderlich, daß der Völkerbundsrat, in dem er die Teilnahme der Sowjetunion an der Konferenz für wünschenswert erklärt, Genf als Tagungsort der vorbereitenden Stomimffi.on bestimmt und dadurch jede Möglichkeit einer Beteiligung der Sowjetunion faktisch ausschließt. Dem Völkerbunds- rat können die wiederholten Erklärungen der Sowjetunion nicht unbekannt sein, in denen diese auf die Unmöglichkeit hingewiesen hat, Delegierte nach der Schweiz zu entsenden, solange der durch die Ermordung Worowskis entstandene Konflikt noch nicht beigelegt ist. Der Völkerbund kann jedoch von den eingeladenen Mächten nicht verlangen, daß sie ihre Politik gegenüber anderen Staaten von technischen Gesichtspunkteir des Völkerbundes abhängig machen. Die Teilnahme eines so großen Staates wie die Sowjetunion sollte doch mehr Gewicht haben als technische Bequemlichkeit des Völkerbundes. Die Sowjetregierung erklärt den Völkerbundsrat für ihren Ausschluß von der Teilnahme an der Kommission verantwortlich. Tschitscherin schließt, indem er der Hoffnung Ausdruck gibt, dah sich diese Hindernisse beseitigen lassen werden. Kleine politische Nachrichten. Der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Professor Dr. H o e tz s ch, unser hochgeschätzter außenpolitischer Mitarbeiter, hat am Sonntag sein 50. Lebensjahr vollendet. Die großen Berliner Blätter weisen aus diesem Anlaß besonders daraus hin, daß Professor Hoetzsch als Historiker weit über Deutschland hinaus unbestrittenes Ansehen genießt und btfaabere in allen Fragen der Ostpolitik als Sachkenner ersten Ranges gilt. Pryfessor Hoetzsch ist geborener Leipziger, habilitierte sich 1906 in Berlin und wurde 1920 als Rachfolger Schiemanns Professor für osteuropäische Geschichte an der Universität Berlin. Wie die „Münchener Reuesten Rachrichten" erfahren, wird die 3 n f a n t e r i c - S ch n l e am kommenden Donnerstag München verlassen und von neuem den Standort auf deni Truppenübungsplatz Ohrdruf beziehen. In München ist Graf Friedrich August von Crailsheim, der von 1890 bis 1903 unter der Regentschaft des Prinzen Luitpold bayerischer Ministerpräsident war, int 85. Lebensjahr gestorben. Er war auch Mitglied des Präsidiums des Reichsrats, Präsident des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und gehörte dem Aufsichtsrat verschiedener Aktiengesellschaften an. Die Schadenersatzklage der Firma Himmels- bach wegen angeblichen Boykotts, die sich gegen das Reich, Preußen, Bayern und Hessen richtet, ist nunmehr auch in Hessen eingegangen. Bekanntlich hat die hessische Regierung während der Verhandlungen des parlamentarischen Untersuchungsausschusses erklärt, daß sie keinen Boykott über die Firma verhängt habe. Aus aller Welt. Von Einbrechern erschossen. Am Sonntagabend gegen 1 ..9 Uhr wurde ein Einbruch in die Wohnung eines Studienrates in Katern berg bei Essen verübt, der mit seinen Angehörigen das Haus verlassen hatte. Ein Baumeister und ein anderer Studienrat, die die Einbrecher überraschten, wurden von ihnen mit S chüssen empfangen. Der Studienrat ist inzwischen gestorben, der Baumeister dürfte gleichfalls kaum mit dem Leben davonkommen. Ein englisches Schloß abgebrannt. London, 15. Febr. (WTB. Funkspruch.) Gestcrn wurde daS Schloß Sir Philipp Grey E g e r t o n s in Cheshire durch eine Feuersbrunst vollkommen cingeäschert. Bier Angehörige des Hauspersonals und ein Feuerwehr- ofsizier sind in den Flammen um gekommen. Zahlreiche kostbare Kun st schätze, darunter Gemälde von Dan Dyck, Romney, Breughel, sielen den Flammen zum Opfer, desgleichen wurde die gesamte Bibliothek mit über 1000 Büchern und wertvollen Manuskrivten ein Raub bei Flammen. Der entstandene Schaden wird auf 250 000 Pfund Sterling geschäht, Liscttervor'KttHsaüc. Milde bei stärkerer Bewölkung und leichten Riederschlägen, südliche Winde. 3m Bereich eines mitteleuropäischen Hochdruckgebietes trat gestern Aufklären ein. das in der Rächt zu stärkerem Temperaturfall führte. Mit Ausnahme des Westens und Rordwestens trat in Deutschland wieder leichter Frost auf. 3m Westen hat sich ein stärkeres Tiefdruckgebiet entwickelt, das über den britischen 3nfelu zu stürmischem, regnerischem Wetter geführt hat. lins dürften nur seine Ausläufer erreichen. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 3° Celsius. Minimum 0.4" Celsius. Heutige Morgen- temperatur 0,9° Celsius. großen tragen seit dem klassischen Altertum die Namen Leukas, Kephallenia, 3thaka und Zakynthos. Nun wollten aber früher die Homer- forscher die nördlichste dieser 3nseln, das heutige Leukas, nicht zu den vier homerischen Inseln rechnen, weil sie zu Homers Zelten eine Halbinsel gewesen sei. Aber ganz abgesehen davon, daß jede Halbinsel auch von den Alten als 3nsel bezeichnet wurde, ist neuerdings auch geologisch vollkommen sicher festgestellt worden, daß Leukas schon im zweiten 3ahrtausend vor Christus ebenso eine 3nsel war wie im klassischen Altertum und heute. Leukas muß also unbedingt zu den hpmeri- schen 3nseln gerechnet werden, und zwar ist es die wahre Heimat des Odysseus, denn nur auf sie passen alle Angaben, die sich in der Odyssee über die 3nsel sinden. Rach Dem Epos ist Ithaka die allerwestlichste Der vier großen unD vielen kleinen oDyssecischen Inseln unD liegt allein Dicht an Der Küste des Festlandes. so daß man unter Benutzung einer Fähre zu Fuß nad) Ithaka gelangen konnte. Die anderen drei homerischen Inseln, nämlich Duli- chion, Same und Zakynthos, liegen von Ithaka nach Osten und Süden und zugleich fern von der Küste des Festlandes. Man muß aber bei dec Lage dieser Inseln die alten Karten berücksichtigen. Die noch vor ErfinDung Des Kompasses gemacht sinD. Dann zeigt sich, daß nur Leukas ganz dicht an der Küste und am westlichsten liegt. Wie konnte aber nun der Raine Ithaka von Leukas auf die heutige Insel Thiaki übergehen? Dieser Rameuwechsel hat nach Dörpfelds Forschungen zur Zeit Der dorischen Wanderung um 1100 v. Ehr. stattgesundeu, als die Dorer nad) der heutigen Insel Leukas hinüberzogen und die Ithakesler vertrieben, Die auf der Insel Same eine neue Stadt Ithaka gründeten. Das homerische Same erhielt dann davon den Namen Ithaka, und die Insel Dulichion bekam ihren Ramen Kephallenia dadurch, daß die Kephal- lenen, die nach Homer auf der Halbinsel des Festlandes gegenüber Ithaka wohnten, von den Dorern vertrieben wurden und sich auf Dulichion festsetzten. Ist so der Rame Ithaka für das heutige Leukas in homerischer Zeit gesichert, so sind andere bedeutsamere Beweise für Dörp- selds Annahme die Tatsachen, daß Leukas mit den Angaben Homers über die Lage unD Gestalt Der Insel ODysfeus' vollkommen übereinstimmt, unD Daß Die Ausgrabungen Das Vorhandensein einer Stadt im zweiten Jahrtausend beweisen. Der Phorkyshafen, in den die Phäaken Odysseus bringen, ist die an der Südostseite von Leickas gelegene Syvotabucht, die, wie Homer es schildert, von zwei vorspringenden Vorgebirgen vollständig eingeschlossen ist und neben alten Oelbäumen Tropfsteinhöhlen enthält. An die Schweinezucht des ..göttlichen Sauhirten" Cumäus erinnert noch heule Der Rame Stzvota. Die t>c* Den Freiern der Penelope als Hinterhalt benutzte Insel Asteris ist Die heutige mitten im Meer gelegene Insel Arkudi. Auch über Die Lage Dci“ Stadt Ithaka kann lein Zweifel sein. Rur Dit Ebene von Ridri und der 3 Kilometer tiefe Hafen von Dlicho in der Milte der Ostseite der Insel kommen dafür in Betracht. Das ergibt sich einwandfrei aus den vieljährigen Grabungen Dörp- «elds, die in der mehrere Quadratkilometer großen Ebene von Ridri neben Resten der rö- nrischen und klassisch-griechischen Zeit viele Mauern von einfachen Bauwerken und von einem Königshaus des zweiten vorchristlichen Jahrtausends sowie zahlreiche Reste deS alten Hausgeräts zu Tage gefördert haben. Alle diese Funde zeigen die alle Kultur und ^Kunst dec Achäer des zweiten Jahrtausends, Die noch die einfache Sd)lichtheit bewahrte und von der reichen, aus dem Orient stammenden Kunst, Die auch bereits bei Homer geschildert wird, ganz verschieden ist. W y Simmcli- tt-, die sich " und Hessen en eingeM. e Regierung Nrliimentarü ärt, daß sie na verhäng । und leichten äischen Hoch- n ein, das in tursall führte. , Drdwesiens er Frost auf. Äesdrackgeblet icn Inseln zn Ml hat. Ms ichen. Japinum d eutige Dörgen- ^richten" "chnle am ^^assen und m Truvyrn- 390 bis 1903 M Luitpold ’öcnt toar, ®r war auch Ssrats, Prchj. ge Angelegen- t verschiedener ch. en. ) Ahr wurde i ötudienrates riibt, der mit erlassen hatte, ■r Studicnrat, schien, vur empfangen, 'den, der Dau- it dem Leben X5”'1' Atlaß be. Z°M M un. k"ner ersten ^geborener Berlin und 'anns Pro° in der Uni, i3U> g-yfe SÄ» E« N ’&Ü Halbinsel des Koten, von d-.n ausDulichM V fj®? Zeit geW; ifi(e für Dorp c, ngulas nut iuW "bcrriÄl Sä* 'n Odbäumcn Schwcinr^^ G y Ä Eben- -r/iLV se"jc,?sich ein- ergtvl l^orp- *Sw* uadrai'' :n Z7 .incn- und iEzaus' rk ** L «’» Ml. 8ie rannt. FMspruch.l Wipp Trey eine Feuers» Dier Angeln Feuerwehr- 1 urngckom- schätze. ter- aney.Dreughel, ^gleichen wurde lber 1000 luten ein Raub Schaden wird Golt dem Allmächtigen hat es gefallen, heute vormittag meinen innigstgeliebtcn, treusorgenden Gatten, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Heinrich Fuchs III. Schmiedenleister nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden im 75. Lebensjahre zu sich zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marg. Fuchs geb. Schwarz. Lollar, den 14. Februar 1926. Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. Febr. 1926, 1457D nachmittags 4 Uhr statt. Freitag nachmittag 5 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder und Schwager Eberhard Rosenbecker im Alter von 75 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Rosenbecker und Kinder Familie Höfler. Gießen, 12. Februar 1926. 01102 Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. Februar, nachmittags 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 394 ischlag der Gemeinde Eberstatzt liegt m 15. d. M. an eine Woche lang auf ans Dom L Klein-Linden, den 13. Februar 1926. [01092 Dienstag, dem 23. Februar, 7 Uhr morgens statt. Isg lärche Zagdverpachtung KB Verpachtung bekanntgegeben. M Wies eck, den 12. Fedrua ebruar 1926. Hessische Bürgermeisterei Wieseck. S ch 0 m b e r. Gießen, den 12. Februar 1926. 01038 Holzsubnriffiorr Danksagung. 2 Eichenstämme, Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem I dem Heimgang unserer lieben, einzigen Tochter 6, 34 Äl. 4, 0,74 fm, 39 Schmitz Gesucht in Sieben: 4.Zimlner.Wohnuna ' Unterzeichnetem Umzug wrrd vergütet. mJ> . Aröffnlin(1 Ka*rl Schmidt. auch die Eröffnung in Anwesenheit der SMML1Mrr,E.N.H.S.,Slrßr» «!'" Trais-Münzenberg, den 11. Febr. 1026. sagen wir Dank. Sie 9, Uhr, kommt aus dem roalb folgendes Holz zum Eichenstämme. Eichenftämme, Eichenstämme, Kl. Kl. KI. Kl. 1, 4, fm fm fm fm I e c c e e fe 15,19 fm 10,01 fm 28,89 fm Verkauf: 4,56 fm, 1,30 fm, 1,82 fm, 9,95 fm, Bekanntmachung. Der vom Gcmeinderat beratene Vor- Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen innigstgeliebtcn Mann, unseren treusorgenden Vater, Großvater, Bruder, Schwager und- Onkel Herrn Kari Viertelhausen nach schwerem Leiden, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, im Alter von 56 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. 55,02 183,07 196,28 13,29 MmMÄ Gießen-Bad-Nauhßim. Geboten in Bad-Aauheim schöne 2-Zim.- Wohnung mit Zubehör in guter Lage. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 16. Febr., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Frankfurter Straße 67 aus statt. — Das Seelenamt findet am dem Bureau der Bürgermeisterei zur <8m- sicht offen. Einwendungen können dort mündlich oder schriftlich vorgebracht werden. Zu der zur Erhebung kommenden Umlage werden auch die Ausmärker heran- gezogen. Hessische Bürgermeisterei Eberstadl. G ö r l a ch. 1439D Fichtenstämme 3. Kla 5a-Kla 5b-Kla Die mondäne Iran legt Wert auf Schein und gebraucht deshalb Puder und Schminke Die nicht mondäne Fran will nicht nur einen schönen Tetm vortäuschen, sondern ihn auch in Wirklichkeit haben und ver,vcndet deshalb Krasoinehn. Tteseö neue Schönheitsmittel wird, mit Milch verrührt, abends auf die Haut ausgetrageti. '1 'e Philipp'-, Markmeistcr. Tvcdition und Möbeliransuort Marburger Strave 7 Telephon 1519 Danksagung. Für die überaus zahlreichen, wohltuenden Beweise aufrichtiger Teilnahme an unserem schweren Verluste sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen Johannes Menges, Steiger. Berta Schleich bach—Hoch-Weisel. Bemerkt wird, daß das zerstreut liegende Holz im Buch- und Suterwald an Ort und Stelle am Vormittag zur Versteigerung kommt: das an der Lichte Eich, Kugelfang und Saustall liegende Holz wird nach der Mittagspause im Saale von Waidmann versteigert. Käufer wollen sich das Holz vorher ansehen. Nähere Auskunft erteilt Förster Lecker von Hausen bei Butzbach und die Bürgermeisterei. Nieder-Weisel, 11. Febr. 1926. Hessische Bürgermeisterei. Winter. Gertrud sowie der Tanzstunde des Herrn Will auf diesem Wege unseren herzlichsten starb am Tag ihres 17. Geburtstags. ramilie 1884-1914. Wir setzen unsere Mitglieder von Ableben unseres lieben Alterskollegen SUfflWHetWiM Donnerstag, den 18. Februar 1926, kommen im Nieder-Weiseler Wald, Di- 1 Kiefer Kl. 3 0,25 fm. Die Zahlung geschieht in 3 unverzinslichen Terminen. 1367D Angebote sind bis zu obigem Termin . .. ...--------x einzureichen, bei dem Herrn Johannes Schäfer geziemend in Kenntnis und bitten um rege Beteiligung bei der am Dienstag, dem 16. Februar, nachmittags 2 Uhr stattfindenden Beerdigung. 1459p Der Vorstand. Fichtenstamm, Fichtenstämme, Kl. 5a u. b 11,84 im, 3 Hainbuchen, Kl. 4, 5, 6, 1,35 fm, Wetzlar, Gießen, den 12. Februar 1926 1372D Srennholzversteigerung. Aus den Waldungen der Stadt Dietzen sollen am Freitag, dem 19. Februar 1926, vormittags 9'/, Uhr beginnend, in Abteilung 53 (Stadtwald), Bezirk des Försters Brück, Rödgen versteigert werden: 30 Am. Buchenknüppel, 31,6 „ Sichen 21,2 „ Birken-, Eschen und Fichtenknüppel, 990 Wellen Buchen-Stammre'.sig, 1890 „ Eichen- 360 „ Birken-, Eschen-, Erlen- und Aspen-Stamrnreisig, 1075 Wellen Fichten-Stammreistg. Zusammenkunft: Anneröder Weg, 9. Schneise. Zahlungsbedingungen: Die Holz- geldschuld kann gegen Stellung sicherer Bürgschaft bei Beträgen bis zu 200 Akk. bis Martini 1926 und bei höheren Beträgen zunächst auf 3 Monate gegen Bc> rcchnung von 6% Jahreszinsen gestundet werden. Gießen, den 13. Februar 1926. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. 144OB scheinen zugesagt. ** Auftrieb a u f dem heutigen Frankfurter S ch l a ch t v i e h m a r k t: Ochsen, 26 Bullen, 749 Färsen und Kühe, 303 Kälber, 155 Schafe, 3259 Schweine. Freitag, den 19. ds. Akts., vormittags hiesigen Tlart- Zusammentunst vormittags 9 Uhr bei der Wirtschaft Waidmann, Straße Butz- Büchertisch. Aus einer alten Handwerks- b u r s ch e n - M a P P e. Eine Geschichte von Hei- Bekanntmachung. Der Voranschlag der GemeindeOppen- rod für das Rechnungsjahr 1926 liegt vom Montag, dem 15. Februar ab eine Woche lang auf dem Amtszimmer öcr Bürgermeisterei offen. Einwendungen sind während dieser Frist schriftlich oder zu Protokoll bei dec Bürgermeisterei vor- zubringcn. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben- Oppenrod, den 12. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei Oppenrod. J Kloos. 1436D Aus der ProvinMlhauptfiadt. Gießen, den 15. Februar 1926. Oberhessischer Kunstverein. 3m Turmhaus am Brandplah eröffnete gestern vormittag der O b e r h e s s i s ch e Kunst- verein eine Ausstellung, die im wesentlichen zwei Künstlern gewidmet ist, die beide, mit Oberhessen, der Stadt Gießen und dem 5tunftbercm seit langem eng verwachsen, im vorigen Monat ihr fünfzigstes Lebensjahr vollenden konnten, dem Maler Earl Fries, Ortender^. und dem Bildhauer Johannes Ködding - Gießen. Die Ausstellung wird (in den vorderen Seitenabteilungen) ergänz, durch Oelgemälbe und Aquarelle von Wilhelm F r i Y - Arneburg, Stefan K ö l b l e . Freiburg und Karl Bartels- Donaueschingcn. Für den Kunstverein hielt Land- gcrichtsdirektor Bücking eine Begrüßungsansprache, in der er die zur Eröffnung zahlreich Erschienenen willkommen hieß und auf die Persönlichkeiten und das künstlerische Schaffen der beiden Iubilare in furzen Worten einging. Johannes K ö d d i n g wurde als Sohn eines rheinischen Missionars auf Sumatra geboren, kam 1881 nach Deutschland und erhielt seine erste Ausbildung an den Kunstgewerbeschulen in Iserlohn und Barmen. Ön Berlin arbeitete er sieben Jahre lang an der Hochschule für bildende Künste unter den Professoren Hertcr, Ianensch und Breuer. Ködöing fam dann 1908 nach Oberhessen und ist nunmehr seit 13 Zähren in unserer Stadt ansässig. Carl Fries ist geborener Frankfurter und wurde am dortigen Staedelschen Institut ausgebildet, wo Prof. W. A. Baer und 21. Eggersdörfer seine Lehrer waren. Seit 1906 in Oberhessen ansässig, lebt Fries im benachbarten Ortenberg und ist als Universitätslehrer an der hiesigen alma mater tätig. Als besonders erfreulich war der Ansprache des Vorsitzenden Landgerichtsdirektor Bücking zu entnehmen, daß sowohl die Stadt Gießen wie der Oberhessische Kunstverein durch Ankäufe einige der ausgestellten Arbeiten erworben haben. Die Ausstellung bleibt bis zum 14. Bkärz geöffnet und wird Sonntag. Montag, Mittwoch und Freitag von 11 bis 1, außerdem auch Mittwochs von 3 bis 5 Uhr dem Publikum zugänglich fein. — Auf die ausgestellten Werke werden wir in einer besonderen Besprechung noch zurückkommen. ziehen. Die Stenographie wird sich nun, da ein Einheitssystem im Deutschen Reich cingeführt ist, immer mehr ausbreiten, so daß in nicht allzu ferner Zeit wobl jedes Geschäft die Vorlage eines amtlichen Prüfungszeugnisses verlangen wird. Die nächste Prüfung 6 übertragen. (5)ie Schreibmaschine muß vom Prüfling selbst mitgebracht werden.) Es wird in den Abteilungen 150, 180, 200 Silben und höher geprüft und außerdem Wert darauf gelegt, daß der Prüfling über die notwendige Allgemeinbildung verfügt und keine groben Verstöße gegen Rechtschreibung und Sahzeichenlehre begeht. Diejenigen Teilnehmer, welche die Prüfung bestanden haben, erhalten ein amtliches Zeugnis, das ihnen bei der Bewerbung um eine Anstellung sehr förderlich fein kann. Die Geschäftswelt legt nämlich auf ein solches Zeugnis großen Wert, da ihr bekannt ist, daß bei den Handelskammerprüfungen stets sehr streng gewertet wird. Es ist daher allen jungen Leuten, die einen Beruf wählen, in welchem Stenographie verlangt wird, dringend anzuraten, sich einer solchen Prüfung zu unter- "vornotizen. — Tageskalender für Montag. Sanitätsverein: 8 Uhr „Stadt Kassel", 41. ordentliche Generalversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der falsche Arzt". — Astoria-Licht- spiele: „Die Frau aus den Wolken". Von der Hochschulgefellschaft. Professor Dr. H. Frick ist vor einigen Wochen von einer Reise nach Amerika zurückgekehrt. Er war Gastdozent am Theologischen Seminar in Hartford. Connecicut, und machte dann Reisen in den Vereinigten Staaten. -Heber seine Reise» eindrücke hat er teilweise schon in der Volkshochschule berichtet. 3n einem von der Hochschulgefellschaft veranstalteten Vortrag wird er am Donnerstag, 13. Februar (um 8' Hhr), über ein anderes Thema sprechen, nämlich über „Olmert" konische Erzieh ungsmächt e". Cs handelt sich also um einen völlig neuen Vortrag, (Siehe Anzeige.) Zur 2l n m e l d u n g von Reichs-- anleihe-Attbesitz. Die Altbesitzer von Reichsanleihen sind, wie in zahlreichen Fällen sestgeftellt wird, trotz aller Aufklärung ilnnter noch irriger Ansicht über die Befugnis oder Verpflichtung der Bankverbindung, welche ihre Reichsanleihen aufbewahrt. Sie glauben, daß diese Bankverbindung, da sie an Hand ihrer Bücher den Altbesitz feststellen könnte, aud) in der Lage fei. ohne Mitwirkung des Altbesitzers die Ansprüche von sich aus anzumelden. Demgegenüber muß immer wieder darauf hingewiesen werden, daß die Banken, Sparkassen ufto. gar nicht die Möglichkeit haben, von fid) aus eine Anmeldung vorzunehmen. Vielmehr muß der Altbesitzer bei der Ausfüllung der Antragsvordrucke mitwirken. Wer sich darauf verläßt, daß seine Bankverbindung für ihn die Anmeldung vornehmen wird, läuft Gefahr, feine Altbesitz- ansprüche zu verlieren. Die Frist läuft bereits Ende Februar ab. Eine Verlängerung her Frist ist ausgeschlossen. Den Altbesihern, die bisher die Anmeldung versäumt haben, kann nur auf das dringendste geraten werden, sich unverzüglich, nicht erst am letzten Tage der Frist, um Mittwoch, den 17. Februar 1926, vormittags 10 Ahr, soll die Gemeindejagd W i nochmals versteigert werden. Wz Die Verpachtung erfolgt in drei Bezir- V teil. Die Bedingungen werden bei der strikt Buchwald und Suterwald, zur Versteigerung: 1376D Kiefernstämme 3. Klas 4. Kla Winterlfur für 5340ss Nervenkranke u. Nervös-Erschöpfte. Spezialkuraneialt Hof heim i. Taunus bei Frankfurt a. M. Prospekte durch Dr. M. Schulze - Kahiey**, Nervenarzt Mw Klara Reiss Kurt Grünstein Verlobte Gießen Ulrichstein Februar 1926 1451V Gute Weine! la Exportbiere! Der Vorstand. Gäste willkommen. 1450c 1458V Es ladet ein Fritz Greilich Damenkarten 1 Mk. Herrenkarten 1.50 Es ladet freundlichst ein Faschinge Anfang 6.61 1455V Saalbau Sauer Morgen Dienstag 01099 Der Vorstand. Fastnacht - Dienstag TANZ 1456c Cafe Amend 1449V Es ladet freundlichst ein (3 Pers.) (01096 Orig.-Jazzband :: Tanz AWWller.WllWkr.Z4 c (Neuenweg 28 Außerdem: Aktuell! Aktuell $ back. 1111V 2 Akte tollsten Humors. [1448c forderlich. 1438c Frau Marx, Lonystraffe 4 Fasching. Laaz-SliMmssWelle abends 8 Uhr: Großer Deutsche Schiffe in Eis und Not Das Rettungswerk des Linienschiffes „Hessen“ im Finnischen Meerbusen. Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, ßahnhofstr. 60 vorn. Hermes Neue Kurse 20. April. Donnerstag, den 18. Februar 1926, 8>/4, Uhr abends, im Großen Hörsaal des PhysikaL Institutes (Stephanstr.24) Kurze wissenschaftliche Mitteilungen 1. Herr Prof. Dr. E. Küster: Neue Hilfsmittel zur Erforschung der Regeneration. 2. Herr Constantin v. Weimarn: Zur Kenntnis der pflanzlichen Gefäße. 3. Herren Professor Dr. Harrassowitz und Professor Dr. Hummel: Demonstration fossiler Schildkröten aus der Grube Messel bei Darmstadt. 4. Herr Prof. Dr. Uller: Ausbreitung von Wärmewellen. »r- Der heutigen Gesamtauflage liegt ein Prospekt der Orientalischen Zigarettenfabrik „Yenidge”, Inhaber Hugo Zietz, Dresden, bei. 1434V Stadttheater TiertStaa,16.Fcbr. Ig.MnSkUg-M.-vrll. von 7*/i bis 9^/4 Uhr Der malice 3atoh Schmant in 3 Akten von Arnold u. Bach. Sung! Mil!-»« Sung! Dienstag, den 16. Febr. 1926, Gasthaus zur deutschen Eiche großer ......lür Nalnr-HHd Munde (NatorwisseDSchaltliehe Äbteilnng) Versteigerung. Mittwoch, den 17. Febr., von 2 Uhr ab versteigere ich umständehalber Krof- Lorser Stratze 21: 3 vollst. Beuen, 1 Sofa lvrima), 1 Klel- derschrank (ltür.1, 1 Tisch m. 6 Stühlen. 1 Kommode, 1 Spiegel, Bilder ufro. H. 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Gäste willkommen. 1441V D Telephon 1414 Fastnacht-Dienstag Großes Faschingstreiben ZWHlllllvliNS-Vköa Klinikstratze 21 Spezial-Ausschank der Brauerei Ihring-Melchior, Lich Lichtspielhaus iHiuiHniiiiiiiiimiiiiiiiiiiHiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniimiiiiimiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiii Heute: ♦ Der falsche Arzt ♦ Schauspiel in 6 Akten nach einem Roman von Emmerich Földes Ferner: Familie Neureich inBÄen Cafe Ernst Ludwig Heute Rosen-Montag und Fastnacht- Dienstag, 8 Uhr Großer Fasching Zweitägiges Gastspiel des bekannten Grotesk-Komikers und Tanz-Parodisten Heinz Länger Tanz Eintritt frei Jazzband iniiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiimiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiimiiimiiHimimim Ein Wurf Ferkel gute Fresser, mit Schlappohren. 0961 Salzböden, Junkermühle. Bedeutende Import-Firma für Obst, Gemüse u. Südfrüchte Sitz in Frankfurt a. Main mit erstklassigen AuSlandsverbtndungen suckt 1344ss äußerst tüchtigen, bestens cingesührten VERTRETER für Gießen und Umgebung. 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Februar 1926 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Nr. 38 Zweites Blatt Turnen, Sport und Spiel Die Meisterschaftsspiele 1342,5 P. Mittel Rhein blieben kombinier- Ludwigshasi Saar wechsi 08 en eite 3:6. Weitere Derbandsspiele. Schwarz-Weiß Essen—Erle 08 5:1. D. f. L. Creseld—Rasensport Muhll)eim 2:2. S. C. 95 Dormund—Preußen Essen 3:1. B. V. Altenessen—B. f. B. Dortmund 4:0. Alemannia Dortmund—M. B. V. Linden 0:2. Union Gelsenkirchen—B. V. Buer 07 3:3. Union Hamborn—V. f. B. Bottrop 4:0. Cassel 03—F.C. Wetzlar (für Cassel kampflos der süddeutsche Fußball und mit ihm die Hochburg Nurnberg-Furth im Bezirk Bayern. Der dreimalige ununterbrochene Meister 1. F. C. Nürnberg konnte in der letzten Runde keine Lorbeeren ernten. Er mußte seine mit 0:1. Um die westdeutsche Meisterschaft. In Düsseldorf: Turn Düsseldorf — Arminia Dielefeld 3:1. In Ruhrort: Duisbur- oer Spiel-Verein — Sportfreunde Siegen 1:1. 3n München-Gladbach: Rheydler Sport- Verein — Kurhessen Cassel 2:1. Endspiele der zweiten Pokalrunde. Sn Osnabrück: V. f. L. Osnabrück - - Fortuna Düsseldorf 3:2. In Hagen: Spiel- Verein Hagen 1911 - Fußball-Verein Duisburg Fußball. L.L.Igvo —B.s.R.Butzbach2:2 ö. Die neue Sportplatzanlage auf dem Trieb, die sich der Sportelub von 1900 im Laufe des letzten Jahres geschaffen hat, wird höchstwahrscheinlich erst an einem der nächsten Sonntage nach Ostern seine feierliche Weihe erhalten. Aber schon vorher, am 7. März, wird er zu einem Spiel benutzt werden. Der Verbandsfuhball- ausschuh im W. F. V. hat dem G. S. C v. 1900 auf Antrag das Spiel „Kurhessen Kassel—Sp. Vgg. Hamm übertragen. Dieses Spiel soll mit- entscheiden, wer als dritter Verein Westdeutschland im Kampf um die Deutsche Meisterschaft vertreten soll. Das gestrige Spiel 1900 L i g a—D uh - bach Liga fand daher nach Vereinbarung auf dem 04er-Plahe statt. 1900 probierte einige neue Leute aus den unteren Mannschaften, die sich aber nur zum Teil bewährten. Äicht besonders aus der Höhe waren die beiden Außenstürmer und Außenläufer. Ganz ausgezeichnet waren Torwart und Mittelläufer, während die anderen Richtgenannten den Ansprüchen genügten. Der Gegner schnell und wuchtig. Durch weite Schläge brachte er immer wieder, besonders in der zweiten Hälfte Gießens Tor in Gesahr. Technische Feinheiten bekam man wenig zu sehen. Das Spiel begann mit einigem Drängen Butzbachs. 1900 spielte sich aber bald frei und brachte recht viele gut eingeleitete Angriffe auf Butzbachs Heilig- Fuhballsportverein Meister des Mainbezirks? WSV. Karlsruhe, 14. Febr. Heute fand in Karlsruhe vor dem Verbandsgericht des Süddeutschen Fußballverbandes eine Sitzung statt zur Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Fußball- sportverein Frankfurt a. M. in Sachen Linmg- Häuser. Durch Zeugenaussagen wurde die Angelegenheit insoweit geklärt, daß in den nächsten Tagen eine Aufhebung des ersten ^Irterls des Verbandsgerichts zu erwarten steht und in kürzester Zeit dem Fußballsportverein der auf dem Rasen erkämpfte Meistertitel auch formell zugesprochen wird. Um die süddeutsche Meisterschaft. &ei’ Städtewettkampf der len Berliner Städtemannschaft und des Turnvereins „Frisch-Frei" Beuthen endete mit einem knappen Sieg der Beuthener Mannschaft ( 556gegen 553 Punkte). _______die Spitze lange zwischen den überraschend aufgekommenen 05ern aus Mainz und dem F. V. Saarbrücken, die die Saarländer erst im Endspurt endgültig an sich rissen. Und endlich am vorletzten Sonntag fiel die Entscheidung am Main, aber leider nicht auf dem Spielfelde, auf dem der Fußballspv. Frankfurt die Hanauer 93er einwandfrei schlug. Letztere erreichten durch Protest einen Abzug von zwei Punkten vom Ver- mögen des F. Spv. und wurden so zum Meister erklärt. Die Ausgeglichenheit in der heutigen süddeutschen Spielstärke läßt irgendwelche Mutmaßungen auf den voraussichtlich Besten nicht zu. Turnen. D. T.-Vereinsmehrkampf- Meifterschast 1925. läufer 10 Minuten nach Spielbeginn erneut verletzt wurde und die Mannschaft 50 Min. mit 10 Mann durchhalten muhte, sich aber trotzdem den Sieg nicht nehmen ließ. V. f. B. Liga — Sportverein Darmstadt 0:3. 2. Mannsch. — 1. Mannsch. Sinn 8:3. 1. Jugend — 1. Sugend 1900 0:1. (—) Ganz so hoch, wie sie von Darmstadt erhofft und von Gießen befürchtet wurde, war die Riederlage der V. f. D.-Liga doch nicht. Das Resultat entspricht etwa dem Spielverlauf, hätte allerdings bei etwas mehr Glück für V. f. B. günstiger lauten können. V. f. B. betrat um 3,15 in bekannter Aufstellung, mit der Ausnahme, daß P i e h e l aus der Zweiten mitte, Ding el halb- und Köhler rechtsaußen spielte, den von einer großen Zuschauermenge umgebenen Stadionplatz. Es dauerte geraume Zeit, bis beide Mannschaften sich gefunden hatten und sich ein flottes und sehr abwechslungsreiches Spiel entwickelte. Dis zur Pause war das Spiel völlig offen, was am besten durch das Halbzeitresultat 0:0 wiedergegeben wird. rhcin) 1327,5 P. Kunstturnen. ein Darmstädter Stürmer fünf Meier vorm Tor vom — Mittelläufer Gießens erhalten hatte. Für V ö ck l e r inaren alle drei Tore nicht haltbar. Gr war gestern in Hochform und hat gezeigt, daß er sehr viel kann, wenn er will. Seine wirMch guten Leistungen ivaren häufig Gegenstand begeisterter Beifallskundgebungen der Zuschauer, besonders wenn er mit Schneid und Kraft feinen Strafraum „säuberte". Seine Vordermänner Muckt ar und Kreß II. waren ebenfalls in bester Form, besonders Muchtar, der in allen Lagen den Bail beherrschte. Kreß II. muß sich unbedingt ein besseres Start- und Laufvermögen aneignen, das fehlt ihm, um ihn als sehr guten Verteidiger ansprechen zu können. Gr hat dies gestern sicherlich selbst eingesehen, als ihm der gegnerische Halblinke, der bald die doppelte Anzahl Lenze zählte, beim Start nach dein Ball regelmäßig das Rachsehen gab. Die Auhenläuser waren gut, der Mittelläufer zu langsam, und zu ungenau im Abspiel. Seine Vorlagen waren schlechterdings kaum zu verwerten, wodurch natürlich die Leistungen des gesamten Stunnes ftati litten. Pietsch war als Sturmführer taktisch sehr gut, muß aber ebenfalls schneller werden. Der übrige Sturm war mäßig und zeigte wenig । Zusammenhang und noch weniger Drang nach I vorne. Besonders Mandler erreichte seine Leistungen der Vorsonntage bei weitem nicht und legte oft eine geradezu blasierte Spielweise an den Tag, die er ablegen muß, wenn er sich seine letzterworbenen Sympathien erhalten will. Beim Gegner war die Hintermannschaft überragend, die Läuferreihe gut, der Sturm ebenfalls sehr zer- tum. Aber nur zweimal waren diese von Erfolg gekrönt. Die meisten Sachen wurden im Uebereifer verschossen. Butzbach blieb aber auch nicht müßig. Nachdem ein Elfmeter (warum überhaupt Elfmeter?) verschossen wurde, erfolgte auf einen Handstrafstoß durch Kopfball nach Abwehr der erste Gegentreffer, dem mit dem Halbzettpfiff der Ausgleich auf Flanke von links durch unhaltbaren, schönen Schuß folgte. Bis dahin war das Treffen ausgeglichen und ganz interessant. Es wurde beiderseits mit dem größten Eifer gespielt. Bon der zweiten Spielhälfte sollte man eigentlich nichts berichten. Der Schiedsrichter übersah mehrmals Foulspiel Butzbachs, einem Giehener riß die Geduld, er machte sich selber zum Richter und versetzte eikiem Butzbacher eine Ohrfeige, nachdem dieser einen Gießener offensichtlich getreten hatte und der Schiedsrichter, der nur einige Schritte davon stand, keine Miene machte, einzugreifen. Was | nun folgte, war allen klar. Zwei Gießener mußten kurz hintereinander vom Spielfeld, zwei weitere Elfmeter mußte sich 1900, trotz Protest, gefallen lassen, wovon der letztere gerade an den Haaren herbeigezogen war. Glücklicherweise wurden beide vom Torwächter abgewehrt, und somit blieb das End- | resultat 2:2, trotzdem Butzbach jetzt stärker drücken ! konnte, was ja leicht erklärlich ist, da 1900 nur noch 1 neun Mann im Felde hatte. Die Schuld daran, daß dieses Spiel mit einem Mißton endete, trug allein der Schiedsrichter. Er bewegte sich fast nicht von der Mitte des Spielfeldes und entschied von da aus einen Eckball zugunsten Butzbachs, obwohl der Ball noch annähernd fünf Meter im Spielfeld war, er entschied ferner Torabstoß statt Eckball für Butzbach, trotz Protestes de Linienrichters, bei einer Zurückgabe des linken Butzbacher Läufers, den der Torwart passieren ließ. Auch seine Regelkenntnis wies viele Mängel auf (falsche Einwürfe und deren Bestrafeungl). Vorher schlug 04 II. verstärkte Mannschaft Schotten I. Mannschaft 4:0 (Halbzeit 3:0). Vormittags spielten 04 III. — »Hessen" Gießen kombinierte Mannschaft 1:3. Hm 1. Uhr nachmittags standen sich auf dem alten V. f. D.-Platz (jetzt Platz des Sp. El. „Hessen") D.f.D I. Jugend und 1900 I. Jugend im letzten Meisterschaftsspiel der Diplomserie gegenüber. 1900 gewann verdient, wenn auch nur 1.0 unh ist damit ohne Riederlage Diplom- meister geworden. Die Mannschaft steht technisch auch weit über allen anderen des Lahnkreises. Schade ist nur, daß 1900’5 vorzüglicher Mittelfahren. . ... . Die zweite Mannschaft kam mit einem recht hohen SiegeSrefullat (8:3) aus dem Dill- kreis zurück und rettete damit die Ehre des Tages Ihr Sieg ist um so mehr anzuerkennen. als sie ohne Post und Pietsch gefahren war. Das Spiel der ersten Jugendmannschaften Sportklub 1900 gegen V.s.D. endete mit dem knappsten aller Resultate 1:0 für 1900. Tkäherer Bericht hierüber folgt. Die zweite Jugend mann schäft war vergeblich nach Rieder-Girmes gefahren, da dort von einem JugendverbandSspiel nichts bekannt war, obgleich die Tabelle den gestrigen Sonntag hierzu vorsah. Aus dem Arbetter-Turn- und Sporlbund. Fr. T. Gießen l—Fr. T. Raunheim I. 2:2. L Unmittelbar nach Beendigung der diesjährigen DezirksmeisterfchaftLspiele gabs eine Sensation: Raunheim, der Reuling in der ersten Klasse, schlug auf eigenem Platz den Bezirks- meister Gießen in der einwandfreiesten Weise 4:0. Dies war ein Resultat, daS allgemeines Erstaunen erregte. DaS gestrige Spiel fand daher besonderes Interesse. Der unentschiedene Ausgang ist ein Beweis für daS harte Ringen: die sich immer mehr verbessernde Durchschlagskraft des Gießener SturmeS fand in dem vorzüglich arbeitenden Raimheimer Tormann ein sehr ftar- i kes Hindernis aus dem Wege zum Siege. In der ersten Halbzeit war eine gewisse Ueberlegenhett । der Raunheimer zu bemerken, der Stand war 1:1. Rach Wiederantritt kam Gießen mehr aus, Raunheim beschräntte sich auf ein» Reihe vorzüglicher Durchbrüche, beiderseits zunächst ohne Erfolg. Erst in den letzten vier Minuten gelang es Raunheim, daS zweite Führungstor zu erzielen, dem Gießen unmittelbar daraus das Ausgleichstor folgen ließ. Das außerordentlich schöne Wetter und die vorzügliche Beschaffenheit deS Platzes kam dem entsprechenden Spiel sehr zu statten. Fr. T. Gießen II—Fr. T. Fronhausen I. 6:1. Zunächst verteiltes Spiel mit Tasten nach den schwachen Stellen. Bald machte sich die bessere Spielerfahrung der stabilen Gießener Mannschaft bemerfbar, Fronhaus en mußte energisch verteidigen, komite aber nicht verhindern, daß eS mit I drei Toren belastet in die Halbzeit gehen mußte. Rach derselben war eine Verbesserung der Fron- I hausener Mannschaft zu bemerken, sie wurde dem Gießener Tor recht oft gefährlich, aber im günstigen Moment wurde der krönende Torschuß vermißt. Gießen hingegen war erfolgreicher, es I konnte seine Torzahl bis zum Schluß auf sechs erhöhen. Kurz vor dem Abpfiff gelang Fron- Hausen abermals ein schöner Durchbruch, der diesmal zum längst verdienten Ehrentor führte. Fr.T. Gießen Jugend-Fr.T. Raunheim Jugend. 2:2. „Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen" — eigentlich war es hier umgedreht, denn obiges Spiel fand bereits am Vormittag statt, aber die Raunheimer „Jungen" können mit ihren „Alten" zufrieden sein, denn beide konn- I len mit einem ehrenvollen 2:2-Resultat die Rückreise ins Land der schwarz-weißen Grenzpsähle antreten. Das Resultat dürfte wohl dem Spielverlauf entsprochen haben. T. u. Spv. Wieseck Jugend—T. u. Spv. Wetzlar Jugend. 0:5. Mit der körperlich und technisch besser veranlagten Jugend Wetzlars glaubte die Wiesecker Jugend mit 9 Mann fertig werden zu kömren — zum Schluß gab eS aber lange Gesichter. Wenn auch nach zehn Minuten ein 10. Spieler eintraf, mit unvollständiger Mannschaft ist das Fußballspielen für die Jugend eben zu anstrengend. So auch hier. In der ersten Halbzeit geht« iroch, Wieseck vermag sich noch zu wehren, mit I 1:0 für Wetzlar werden die Seiten gewechselt. Kurz vorher hätte Wieseck beinahe den Ausgleich erzielt, wenn der Torpfosten nicht im Wege ge- I wesen wäre. In der zweiten halben Stunde be- heraschte Wetzlar immer mehr das Feld, im Zeitraum von fünf Minuten werden der ermatteten Wiesecker Mannschaft drei weites Tore I aufgezwungen, dem in der letzten Minute das I 5. Tor folgte. Gesellschaftsspiele. „Eintracht"-Frankfurt gegen D. f. R. Stuttgart 2:4. In der Stuttgarter Mannschaft ragte hauptsächlich der Mittelläufer hervor, wie überhaupt die Mannschaft ein schönes flüssiges Kom- - binationsspiel vorführte. Der Eintrachtssturm, der in einer neuen Zusammensetzung spielte, ber- : 1 mochte sich nicht recht durchzusehen. verein 3:2. Mitteldeutschland. F.C. „Ring"—Dresden-Freithal 2:0. Wacker Halle—Halle 98 2:2. Sportfreunde Halle—Borussia 3:1. Um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Ein großes Ringen spielt sich seit fast einem halben Jahre allsonntäglich auf den Spielfeldern Deutschlands ab, dessen letztem endlichen Ziel, der Deutschen Meisterwürde, nur wenige Auserwählte nahestehen. Heute sind zumeist die Spiele der Landesverbands-Untergruppen beendet und die Bezirksmeifter rüsten sich zum Kampf um die Berbandswürde. Das größte Jnterefse im Reiche beansprucht seit Jahren auf Grund feiner Leistungen Beiderseits wurden vom Sturm sehr viel Chancen ausgelassen, von denen die Mehrzahl Darmstadt für sich buchen konnte. Rach der Pause drückte Sportverein die Gäste etwa eine Viertel- stunde in ihre Hälfte zurück und erzielte durch schönen Kopfball ein Tor. Rachdem V. s. D. sich wieder frei gemacht und dem Darmstädter Heiligtum einige erfolgversprechende Gegenbesuche abgestattet hatte, war die Gelegenheit zum Aus- Um die westdeutsche Meisterschaft sind die Bezirksvertreter zum Teil erst am vorigen Sonntag ermittelt worden. Im Niederrheinbezirk hat sich der neunmalige westdeutsche Meister, Duisburger Spielverein, wieder die Spitze erobert. Diese fast nie versagende Mannschaft wird auch diesmal den stärksten Gegner im .Kampfe um das grünweiße Bond stellen. Nicht viel weniger I stark ist die T u r u Düsseldorf als Meister von Berg-Mark. Der zweimalige westdeutsche Altmeister, Arminia Bielefeld, der einzige Klub, der die Duisburger in ihrer Meisterwürde ablösen konnte, hat mit geringem Borsprung vor V. s. L. Osnabrück und der Hammer S. Bg. den Meistertitel des Bezirks Westfalen erringen können. In dem erst seit zwei Jahren neugebildeten Bezirk Süd- Westfalen sind, wie immer, die früheren „Jähner", jetzigen Sportfreunde Siegen, die beste Mannschaft. Neu aufgekommen ist der energische V. f. N. Köln, der im Entscheidungstreffen den von B r c u n i g betrauten Rheydter Spieloerein chlug. In unserem Heimatbezirk Hessen-Hannover ind die Kämpfe um die Meisterwürde, aus denen chließlich „Spor t" Kass e,l nach wechselvoller | Führung als Sieger heroorging, bekannt. Noch nicht fest steht die Entscheidung im Ruhrbezirk. | Da besteht eine Punktgleichheit zwischen Schwarz- Weiß Essen und L. B. Alten essen. Da es sich hier um die Meisterschaft des Heimatlandes- verbandes handelt, ist die Spielstärke der einzelnen Vertreter schon eher bekannt. Als Favoriten bezeichnet inan allgemein den Duisburger S. B. und Turu Düsseldorf. Dichtauf folgen werden: Schwarz Weiß Essen und Arminia Bielefeld, während wohl der D. f.R. Köln mehr eine Mittelstellung ein- nehmen wird. Den Schluß der Tabelle werden fid>er „Sport" Kassel und Sportfreunde Siegen ausmachen, wobei wir den Kasselern eine, wenn auch nur wenig bessere Leistung zutrauen. 3m Norden Deutschlands scheint auch dieses Mal wieder der Hamburger Sportverein heißer Favorit. Zunächst ist er Meister der Alsterstaffel, nachdem er am vorigen Sonntag seinen härtesten Widersacher, die Hamburger Viktorianer, sicher mit 4:1 niederhielt. In der Elbestafel blieb Altona 93, die Jäger-Mann- schast, Sieger und Meister. In der Iadestafsel hat sich erstmals der Bremer Sp. V. den Titel erobert. Die beiden Kieler Staffelmeister sind dieselben wie im Vorjahre: „5)01 ft ein" und Kilia. Ebenso stellt Hannover wieder feinen Altmeister Arminia an den Start. Wir erwarten H.S. V. und Holstein „Kiel", vielleicht auch Altona 93 im Endkampf. Berlin-Branbenbura. Die beiden Abteilungsmeister stehen noch nicht fest, da noch zahlreiche Spiele ausstehen. In der Abt. A führt Hertha Berliner Sport- Club ohne Verlustpunkt. Seine Hauptgegner sind „Vorwärts" und Tennisboruffen, die ihn aber nur im günstigsten Falle einholen können. In der Abteilung B wird wohl „Norden-Nordwe ft" das Rennen, wenn auch knapp, vor Tasmania do. Wie jetzt bekanntgegeben wird, ist die Ber- eins-Mehrkampf-Meisterschaft 1925 der D. T in fünf Kreisen diirchgefuyrt worden, sie hatte zum Teil ganz ausgezeichnete Er^bnifse. An erster Stelle steht der T.V. Lindau (Kreis Bayern) 1454 Punkte vor 2. Turn gern ein de Nieder- Ingelheim (Kreis Mittelrhein) 1434,5 Punkte 3. T.V. Leipzig-Connewitz von 1858 (Kr. Sachfen) 1428 P., 4. Turngemeinde Heilbronn Ä Sdjmaben) 1385,5 $ 5 T.V. 78 B°lk- Hngcn (Kreis M111elrhein) 1362,5 P., 6. T. D. Göppingen (Kreis Schwaben) 19,19 R m 7 T.V. 48 Saarbrücken (Kreis Hanau 93 gegen „Bayern"-München 1:5 (0:4). Hanau. 13. Febr. Bei herrlichstem Frühlingswetter fand heute vor ungefähr 8000 Zuschauern auf dem Platz an der Schönen Aussicht das Spiel um die Süddeutsche Meisterschaft zwischen den Gegnern Hanau 93. und „Dahern"-München statt. Der Münchener Sturm drängte gleich von Beginn an mächtig nach vorn, und bereits in der 11.Minute konnte Dietl durch Flanke das erste Tor erzielen. In der 22.Minute spielte sich Böttinger durch und schoß aus fünf Meter Entfernung das zweite Tor für München. Kurze Zeit darauf brach der brillante Bayernsturm wieder durch und Dretl sandte zum drittenmal ein. Bei den Einheimischen zeigte sich von Anfang an eine gewisse Nervosität und zerfahrenes Spiel, das manche gute EHance ungenutzt verstreichen ließ. Ein Elfmeter für München wurde kurz bor Halbzeit von K ienzler zum vierten Tor verwandelt. Mit 4:0 ging es in die Pause. Rach der Pause bot Hanau ein ganz anderes Spiel. Zwar konnten die Bayern in der fünften Minute nach Halbzett durch Böttinger noch ein fünftes Tor erzielen. Dann aber fand sich der Hanauer Sturm zusammen und in der 15. Minute wurde eine famose Flanke Krauses von Karl zum Ehrentor für Hanau verwandelt. Trotz eifrigen und aufopfernden Spiels des Hanauer Sturmes sollte es aber i bei diesem Tor bleiben. Alle noch so gut ein- geleiteten Durchbrüche der Einheimische zerschellten an der starken Verteidigung der Bayern, die in glänzender Form spielten. Vor allem ragte bei den Bayern auch die prächtige Sturmerrerhs hervor, der gegenüber Steinebach im Tor etwas reichlich Rervosität an den Tag legte. Das 2. und 4. Tor hätte er unbedingt verhindern müssen. Der Schiedsrichter Decker- Ludwrgs- hchen war befriedigend. Das Treffen SpielvereinraungFurty gegen F. V. Saarbrücken endete mit einer ziemlich hohen Ricderlage für Saarbrücken. Furth blieb mit 5:1 starker Sieger. Der Karlsruher Fußballverem mußte seine zweite Riederlage einstecken. Sein Spiel gegen V. s. R. Mannheim endete gewonnen). Spielvergg. Hagen—F. C. Duisburg 3:6. Berlin. Tennis Borussia—Hertha Berlin 4:1. (Der Berliner Meister erlitt damit seine erste Niederlage in den Derbandsspielen. Etwa 20 000 Zuschauer wohnten dem Spiele bei.) „Union" Potsdam—Berliner Sportverein 92 1:1. Sp. C. „Union" gegen Spandauer Sportverein 3:0. „Vorwärts 90" gegen I. F. C. Neukölln 3:1. „Tasmania" Neukölln gegen B. F. C. „Preußen" 2:1. Schöneberger „Kickers"—F. C. „Meteor 06"—2:1. F. C. „Wacker" 04—Spandauer F. C. 99 2:0. Norden-Nordwest— Union 92 Berlin 2:0. Nordwestdeutfchland. Hamburger Spv. gegen Altona 93 5:4. Arminia Hannover—Hamburger F. C. 2:1. Eimsbüttel—Bremer Fußballmachen. Die Berliner Spielstärke hat sich in den letzten Jahren sehr gehoben, so daß sie um die Deutsche Meisterschaft ein gewichtiges Wörtchen werden mitreden können. Aus Mitteldeutschlands Gauen kommt nur spärliche Nachricht. Die Leipziger „F o r t u n a", Wacker Halle, S. C. Dresden, Erfurt und Chemnitz sind die Anwärter. Die außerdem noch beteiligten Landesverbände aus Oft- und Südostdeutschland sowie der Baltenverband konnten bislang nur eine untergeordnete Rolle spielen. Gemessen an den Zuschauerzahlen hat das Interesse am Fußballjport wieder erheblich zugenommen. Die zunehmende Besserung in der Trai- ningsleitung der beteiligten Vereine hat die Spielstärke der Verbände sehr ausgeglichen (nicht Der» allgemeinert, noch weniger verflacht), wenn auch die wirtschaftliche Not der Zeit immer noch ein großes Hemmnis für die Weiterentwicklung des Rasensports barfteUt. Wir werden dieses Jahr einen Kampf um die Meisterschaft wie noch nie erleben, den die große Sportgememde mit Spannung erwartet. gleich gegeben. et sch war in aussichtsreicher Stellung im Startraum unsanft gelegt worden Der zugesprochene Elfmeter wurde von Köhler verschossen. So blieb es denn beim Stand von 1:0 bis sieben Minuten vor Schluß. Die in diesen letzten Minuten noch fallenden zwei Tore hätten verhütet werden können. Das zweite war bei- Erfolg eines Strafstoßes, während das dritte aus einer präzisen Vorlage resultierte, die Vorherrschaft an die Landeshauptstädter, d i e Münchener „Bayern", abtreten. Und doch ist die Hochburg im Endkampf vertreten. Die Spielv. Fürth, die besten deutschen Techniker, hat als vorjähriger Pokalsieger die Berechtigung zur Teilnahme. Im Nachbarbezirk Württemberg- Baden sicherte sich der erst im Borjahre wieder zur Bezirksliga aufgestiegene Karlsruher Fuß- b a 11 v e r e i n durch ausgezeichnete Stürmer- leistungen den ersten Platz, den ihm die kampferprobten Stuttgarter, Freiburger und Pforzheimer nicht streitig machen konnten. Am süddeutschen die Mannheimer Rasen- s p i e l e r erst in hartem Endkampf knappe, verdiente Sieger vor der großen Konkurrenz aus und Neckarau. In Rheinhessen- Die ältesten Seefahrten. Die Aegypter, das älteste Kulturvolk, haben auch die ersten gröberen Seefahrten unternommen. •Heber bicfe Leistungen des Pharaonenvolkes, die die geschichtlichen Anfänge der Schiffahrt umschließen, spricht Prof. August Köster in einem Heft der bei E. S. Mittler und Sohn in Berlin erscheinenden Sammlung „Meereskunde", wobei er viele bisher unbeachtete Tatsachen hervorhebt. Die Schiffahrt war für das Rilland bereits in frühester Zeit von großer Bedeutung, denn der Ril bildete die große Berkehrsstrahe des Landes, und die Bewohner des Pharaonen- landes mögen es wohl in vorgeschichtlichen Tagen schon so gemacht haben, wie es noch heute die Eingeborenen machen, indem sie zwei oder drei trockene Papyrusbündel zusammenbinden und auf diesem Floße den Fluß durchqueren. Aus dieser primitiven Form entwickelte sich bald das eigenartige altägyptische ^Papyinlsschiff", und daraus entstand schon in den Anfängen der ägyptischen Geschichte pin Schiffstypus, der allen Anforderungen genügte und auch bereits zur „weiten Fahrt", zur Reise übers "Meer, verwendet werden konnte. Aus seinem Rilfchiff gestaltete der Aegypter ein Fahrzeug für die See, das brauchbar und seetüchtig war und in seinem Typ ziemlich unverändert im dritten und zweiten vorchristlichen Jahrtausend im Mitlelmeer eine große Rolle gespielt Hal. Wann zuerst die alten Aegypter den Kampf mit den Winden und Wellen des Meeres aufnahmen, laßt sich schwer sagen. Aber man kann mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen, daß bereits ums Jqhr 3300 v. Ehr. ein Handels- und Seeverkehr zwischen dem Rillande und Phönikien bestand. Das gewichtigste Beweisstück dafür ist die eigenartige Keramik, die sich bereits in Königsgräbern der „Wacker"-München — Stuttgarter Kickers 2:3, F. E. Rürnberg — ,Phönjx'"-Ludwigshafen 3." 1. Der Gaumeister von Rordwestsachsen, „Fortuna"-Leipzig, wurde in einem Gesellschaftsspiel vom Allgemeinen Sportverein Rürnberg sehr sicher mit 2: l geschlagen. DaS Spiel der Pariser Htädtemann- schäft gegen die Kölner Städtemannschaft endete mit 3:1 für Köln (Halbzeit 1:0 für Köln). „Sport"-Kassel — „Kickers"-L)ffenbach 4:3, „Preußen"-Münster — B. f. B. Bielefeld 0:4, F. C. Solingen — „Eintracht"-M.-*Gladbach 1:3. Länderkampf Ungarn - Belgien. Hier siegte gestern in Brüssel iit Anwesenheit von 20 000 Zuschauern Ungarn mit 2:0 (0:0). Handball. F. C. Wetzlar - Rasensport Mühlheim 1:3. h. Zn dem zweiten Verbandsrundenspiel wird Wetzlar wieder, diesmal völlig unverdient, geschlagen. Der Hessenmeister war technisch und taktisch dem vom Riederrhein überlcjgen. Schon nach 10 Minuten Spielzeit verwandelte Paulus einen Freiwurf zum längstverdienten Vührungs- tor. Aber bald danach glich Mühlheim durch einen schon oft gerügten Fehler des Wetzlarer linken Verteidigers aus. Die Wetzlarer Mannschaft war dadurch derart bestürzt, daH sie sich das Spiel völlig aus der Hand neunen ließ. Trotzdem war im Feld eine Gleichheit vorhanden, nur einige Unsicherheiten des Wetzlotrer Torhüters verschafften den Mühlheimern die Führung. Das Spiel fand in Hagen 11 Hthr vormittags statt in Gegenwart einer ans^nlichen Zuschauermenge. Es wurde von dem Schiedsrichter Kruse- Köln ausgezeichnet gelqitet. D. f. V. 08 Aachen, Rheinbezirksmeister — hvgen 05, Südwestfalenmeister 3:3. Boxen. 2m ersten deutsch-schwedischen Boxlände r k a m p f, der gestern in Stockholm stattfand, siegte Schweden über Deutschland müt 5:3. Schwimmen. 4. Iahnschwimmen in Halke. DaS gestrige 4. Jahn-Schwimmen der D. T. in Halle zeitigte folgende wichtige Ergebnisse 4x50 Meter Lagenstaffel: 1) SSE. Osnaürück 2:14,6; 2) Eintracht-Leipzig 2:20,4. 100 Meter Seite: 1) Heimann-2ahn-Magde° bürg 1:14,6; 2) Viertler-Eintracht-Leipzig 1:16. 4x50 Meter Bruststaffel für Turnerinnen: Totes Rennen z. KTD. Halle, TuSp. Halle und MTV. Goslar in 3:12,2. 100 Meter Rücken: 1) Fetz-Dremerhaven 1:18; 2) Lehrer-Darmstadt 1:21. 100 Meter Brust 1) Spitz-Köln 1:25; 2) Späth-Darmstadt 1:26. 100 Meter bei.: 1) Mesicke-Eintracht-Leipzig 1:07,8; 2) Schefter-DreSden und Höchel-Dremer- haven 1:09. 4x50 Meter Bruststaffel: 1) SSE. Osnabrück 2:33; 2) MTV. Stuttgart 2:34. Schwellstaffel: 50, 100, 150, 100, 50 Meter: 1. SSE. Osnabrück 5:26; 2) TD. Offenbach 5:40. 10x50 Meter bei. Staffel: 1) SSE. Osnabrück 5 .-25,4; 2) TSV. Halle 5:42,8 t Radsport. 7 Der große Opelpreis von Hessen-Nassau. Hebet die Abhaltung des Großen Opelpreises von Hessen-Äassau ist nunmehr die Entscheidung gefallen. Das Rennen wird am 8. August 1926 vom Hessischen und Rassauifchen Radfahrerbund unter dem Protektorat der Vereinigung Deutscher Radsportverbände im Rahmen der mit den Opelwerken getroffenen Vereinbarungen zur Durchführung gebracht werden. Als Strecke ist das altbesetzte Gebiet in der Umgebung von Mainz in Aussicht genommen. Die Zahl der zur Veranstaltung gelangenden Opelrennen erhöht sich damit auf neun. Wintersport. Internationales Eishoäreyturn er. Der Wiener Eislaufverein siegte über denSport- flub „Slavia" Prag 8:0 (Halbzeit 2:0). Der Berliner Schlittschuhklub siegte über Ca- vadian Students Hockey Club Paris mit 3:2 (2:2). Das Eishockenspiel Wiener Eislaufoerein—Berliner Schlittschuhklub endete unentschieden 3:3 (1:1). Der Städtekampf Hannover - Berlin. auf dem Platz des Berliner Sportklubs endete mit einem überlegenen 5:l>Sieg der Berliner Mannschaft, die bereits in der Pause mit 4:0 in Führung lag. Skisport. Die Jubiläumsläufe des Skiklubs Oberwiesenthal fanden gestern bei verhältnismäßig günstigen Schneeoerhältnissen statt. Im Langlauf über 15 Km. siegte Böttcher- Oberwiesental in 1 Stunde 11 Minuten 18 Sekunden. Die beste Zeit des Tages erzielte außer Konkurrenz Adi Re in wart (Gottesgab) in 1:07,59. Im 20. großen Skirennen in Wengen (Schweiz) gewann den Langlauf der 1. Seniorenmannschaft als Zweiter Kurt E n d l e r vom Deutschen Skiverband mit einer Laufzeit von 1 Stunde 12 Min. 59 Sek. Schach. Glanzleistung Bogotjubows. Freiburg, 14. Febr. (WSR.) Der in Triberg ansässige Schachmeister Boaoljubow, bekanntlich erster Preisträger des Meisterschafts- turniers in Moskau vor Lasker und Capa- blanca, gab dieser Tage in Triberg ein Simultanspiel gegen 24 Gegner aus Triberg und anderen^ Orten, mit dem Ergebnis, daß er nach 272 Stunden 23 Partien gewonnen hatte. Eine Partie wurde remis. Der deutsch-englische Gegensatz. Aus den diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes. Ende November 1908 hatte Admiral von T i r - pitz dem Reichskanzler Fürsten von Bülow auf den später berühmt gewordenen Artikel der „Sa- turday Review" vom 11. September 1897 hingewiesen, der auf Grund des unversöhnlichen deutschenglischen Handelsaegensatzes den Krieg zwischen beiden Mächten als notwendig und natürlich hin- stellte. Tirpitz wollte in den Artikel „einen sehr guten Beweis" sehen, „daß nicht unser Flottenprogramm, sondern die gegebene handelspolitische Situation den letzten Grund für die englisch- deutsche Spannung bietet". Der deutsche Botschafter in London, Graf Metternich, zur Rückäuherung aufgefordert, erstattete darauf einen eingehenden und tiefdringenden Bericht, der auf die grundlegende Tirpitzsche These die Antwort gab. Wir sind in der Lage, im folgenden aus dem in Kürze erscheinenden 28. Band der Großen Aktenpublikation des Auswärtigen Amtes*) diesen Bericht zum Vorabdruck zu bringen, der von höchstem Interesse ist über eine der entscheidendsten Fragen der deutschen Vorkriegspolitik. Der Botschafter in London, G ra f o. M e t t e r n i ch, an den Reichskanzler Fürsten von Bülow. Ausfertigung. London, den 1. Januar 1909. Die Ueberfetzung des Artikels der„Saturday Review" habe ich zu erhalten die Ehre gehabt. Diese einst angesehene Wochenschrift hat längst ihren früheren Einfluß verloren. Sie hat seit einem Jahrzehnt mehrfach Besitzer und Redakteure gewechselt und ist im großen und ganzen eher deutschfreundlich zu nennen. Durch den ganzen Artikel zieht sich als Leitfaden der Gedanke, dost Fürst Bismarck einen Krieg zwischen Deutschland und England um die Hegemonie der See- und Handelsherrschaft in der Welt als unausbleiblich vorausgesehen und betont habeH. Mir ist diese angebliche Ueberzeugung des ersten Reichskanzlers von der Naturnotwendigteit eines Zusammenpralles beider Völker neu2). Sie dürfte auch schwer aus seinen Reden und Ansprüchen zu erhärten fein3). In ihnen ist vielmehr die gegenteilige Auffassung vertretens. Der Artikel scheint mir daher nicht sonderlich ernst zu nehmen zu fein6). Er soll NUN nach Ansicht des genannten Herrn Staatssekretärs „üverall großes Aufsehen erregt" haben. Es mag dies fein. Es ist so lange her, daß ich mir hierüber keine positive Ansicht mehr bilden kann. In den botschastlichen Akten hat der Artikel indessen seinerzeit keinerlei Erwähnung gefunden. Die dama- lige Leitung der Kaiserlichen Botschaft scheint demnach von der allgemeinen Wirkung, die der Artikel gehabt haben soll, nicht betroffen worden zu fein. Es ist nun nicht recht erklärlich, was mit einem Artikel, der auf der trügerischen Grundlage von historisch nicht erweisbaren6) Bismarckschen Ansichten beruht und in einer Wochenschrift erschien, die längst ihre führende Stellung verloren hatte, für die Gegenwart bewiesen werden soll, zumal da in England sich wohl niemand mehr, der Verfasser vielleicht ausgenommen, des Artikels, der feinen elfjährigen Geburtstag hinter sich hat, erinnern dürfte. Die Ursachen, welche zu dem gegenwärtigen unerfreulichen Zustande zwischen beiden Ländern ge- *) „Die Große Politik der Europäischen Kabinette 1871—1914." Sammlung der Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes. Im Auftrage des - Auswärtigen Amtes herausgegeben von Johannes Lepsius, Albrecht Mendelssohn Bartholdy, Friedrich Thimme. 5. Reihe Erste Abteilung: „Weltpolitische Komplikationen". Band 26—29 (6 Teile). Im Verlage der Deutschen Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin W 8. Randbemerkungen des Fürsten von Bülow: *) Unsinn! -) mir auch. 3) richtig! ) sehr richtia! ) gewiß nicht. ) und Bismarck fälschlich imputierten. fuhrt haben, sind mannigfacher Art. Ihre Wirkung ist eine komplizierte Krankheitserscheinung, die nicht auf dieses oder jenes Symptom allein zurückgeführt werden kann. Zunächst waren es die kolonialen. Bestrebungen Deutschlands, welche zu vorübergehenden Reibungen mit der Politik des Jn- selvolkes geführt haben. Diese Periode gehört der Vergangenheit an. England hat sich mit dem deutschen Kolonialbesitz abgefunden. Vitale englische Interessen werden durch die deutschen Kolonien nicht berührt. Daneben verursachte und verursacht noch immer der wirtschaftliche Aufschwung D e u t f.ch l a n d s hierzulande Beklemmungen. Es ließe sich hierfür leicht beweiskräftigeres Zeitungsmaterial zufammentragen — besonders aus der Vergangenheit, jetzt weit seltener —, als der von dem Herrn Staatssekretär des Reichsmarineamts für beachtenswert gehaltene Artikel der „Saturday Review". Frankreich führt hier hauptsächlich Luxusartikel, Wein, Seide und landwirtschaftliche Erzeugnisse ein, deren Großbritannien bedarf, und die es nicht genügend selbst herstellt. Frankreich umgibt sich aber gegen die englischen Jndustrieerzeugnisse mit einem höheren Schutzwall als wir. Aus den Vereinigten Staaten bezieht Großbritannien hauptsächlich zur Ernährung seiner Bevölkerung notwendige Lebensrnitel, Rohmaterialien, die es für feine Industrie benutzt, und daneben auch in wachsendem Maße Jndustrieerzeugnisse. Die Vereinigten Staaten schließen sich gegen die englische Industrie aber noch mehr ab als Frankreich. In der letzten Zeit scheint es zwar, daß die Vereinigten Staaten beabsichtigen, den Zolltarif herabzusetzen. Aus Deutschland werden hier hauptsächlich Jndustrie- erzeugnisse eürgeführt. Nach Deutschland gehen ebenfalls von hier aus Jndustrieerzeugnisse, daneben hauptsächlich Kohle. Trotzdem auch wir einen beträchtlichen Schutzzoll haben, steht die Handelsbilanz zwischen beiden Ländern aber günstig, das heißt, der Kampf zwischen den beiden Industrien wird auf beiden Seiten mit Nutzen fortgeführt. Wir treten mit den Engländern auf fremden Märkten in den Kampf ein und machen sie ihnen zum Teil streitig. Ganz besonders stehen wir durch unsere bedeutende Hande l s s ch i f f a h r t mit ihnen im Wettbewerb. Was hier aber besonders als ungerechte Konkurrenz mehr und mehr drückend empfunden wird, ist die Tatsache, daß fremde Jndustrieerzeugnisse frei nach England hineingehen, während die hiesige Industrie von allen großen Konkurrenzländern durch mehr ober weniger hohe Eingaygszölle benachteiligt wird ... Die Frage, welche Wirkung die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands auf das politische Verhältnis zwischen uns und England ausübt, läßt sich nicht aus einem oder dem anderen Zeitungsartikel beurteilen, auch nicht aus gelegentlichen Aeuße- rungen dieses oder jenes Engländers.. Maßgebend hierfür ist die Ansicht, welche in den großen Industrie- und Handelszentren Großbritanniens selbst herrscht. Es gibt naturgemäß gewisse kommerzielle Kreise, die unter der Konkurrenz des Auslandes mehr leiden als andere, und die daher geneigter sind, in dem fremden Wettbewerb eine Gefahr zu erblicken. Ich bin mit vielen Vertretern der Industrie und des Handels in England und Schottland im Lauf der Zeit in Berührung getreten, und ich habe nirgends in dem Maße wie bei ihnen den aufrichtigen Wunsch nach der Fortdauer guter Beziehungen Zwischen beiden Ländern in Handel und Politik gefunden und nirgends so sehr die Befürchtung, daß sie gestört werden möchten. Wenn die Beziehungen zwischen beiden Völkern lediglich nach dem Handels- intereffe und von der Gesamtheit der Vertreter dieser Interessen geregelt werden könnten, so würde das gegenseitige Verhälnis heute ein ausgezeichnetes fein. Die Hochfinanz in London ist in der englischen Geschäftswelt vielleicht noch am ehesten geneigt, über die wirtschaftliche Konkurenz mit Deutschland ein Trauerlied anzustimmen. Sie steht aber schon unter politischem Einflüsse, und sie ist es nicht, die an erster Stelle die Produkte schafft und austauscht. Ihr erjten Dynastie findet und zweifellos aus Phö- niSen eingeführt wurde; wahrscheinlich waren diche^ einhenkeligen schlanken Tonkrüge mit Ze- dettnöl gefüllt, das bereits in den ältesten Opser- listen Aegyptens genannt wird und aus dem Libv.no ngebiet stammte. Dieser Verkehr hatte hairptfächlich den Zweck, das bereits hoch entwickelte ägyptische Kunsthandwerk mit ausländischen Rohstoffen zu versorgen, namentlich mit dem. in Aegypten fehlenden Holz, das in den Ländern des Mittelmeers, besonders im Ciba* nongtbiet Phönikiens, in unerschöpflicher Fülle vorhanden war. Die ersten sicheren Rachrichten, die rvrs über den Seeverkehr mit der phönikischen Küste? erhalten sind, stammen aus dem Beginn des 3. vorchristlichen Jahrtausends. Inschriften aus jener Zeit melden, daß zur Zeit des Königs Snofrv (2840—2816 v. Ehr.) eine größere Expedition, aus 40 Schiffen bestehend, mit Zedernholz beladqn heimkehrte. 150 Jahre später finden wir im Grabe des Königs Sahure (2673—2661 v. Chrch die ersten Abbildungen ägypttscher Seeschiffe; es sind große und schöne Fahrzeuge, denen man es ansieht, daß bereits eine längere Seeerfachrung die Aegypter gelehrt hatte, was die Meerfahrt von einem Schiffe verlangt. In der Zert des Pharao Sahure, also um die Mitte des 3. vorchristlichen Jahrtausends, segelten ägyptische Schiffe nicht nur nach der syrischen Küste, nach Kreta und Kypern, sondern auch bereits nach dem geheimnisvollen Lande Punt, das wohl an der 'Somali-Küste gesucht werden muß. Die Fahrten von der Rilmündung bis nach dem alten Bk)blos, dem heutigen Djebal, waren bei guter Strömung und günstigem Winde verhältnismäßig leicht, und die 300 Seemeilen konnten in 4 mal 24 Stunden zurückgelegt werden. Die Untertanen des Pharao bemächtigten sich hier der mäßigen Zedernwaldungen, die ihnen ja nach ägyptischer Anschauung ohne weiteres gehörten, denn der Pharao war der „Herr der Welt". Später ließ man wohl die Bäume von den noch auf unterster Kulturstufe stehenden Phö- nikern fällen und kaufte ihnen das Holz „frei Landungsbrücke" für weniges ab. Rach Kypern -og die Aegypter das Vorhandensein von Kupfer, das sie dringend brauchten und in früherer Zeit unter großen Mühen auf der Sinai-Halbinsel gewonnen hatten. Roch lebhafter mag der Seeverkehr mit Kreta gewesen sein, denn die frühen Steingefähe, die der Aegypter mit so wunderbarer Eleganz herstellte, sind schon in den ältesten Kulturschichten auf Kreta gesunden worden. Die größte Leistung der alten Aegypter auf dem Gebiet der Seefahrt waren aber die Fahrten nach Punt, wohin schon König Sahure größere Expedittonen ausrüstete, und die eine Fülle von Arbeit und umfassende Vorsichtsmaßregeln gegen die Gefahren des Meeres erforderten. Richts beweist das große Alter der ägyptischen Schifffahrt und die hohe Stufe der Entwicklung in ältester Zeit so schlagend wie die Tatsache, daß bereits im Alten Reich diese Fahrten nach Punt zu einer stehenden Einrichtung geworden waren. Warum Läßt man sich iäiowieren? Die Tätowierungen oder besser Satauierun* gen, wie diese merkwürdigen Hautverzierungen noch, dem javanischen Wort heißen müßten, sind heute in Europa sehr im Rückgänge begriffen. Doch gibt es immer noch eine Anzahl von Menschen, die diese?' sonderbaren Schmuck tragen. L o rn.hr o s o hat die bei den zivilisierten Menschen auftrctende Tätowierung als eine Rückfalls- erscheinung in den Hr-uffanb der Menschheit und damit cli ein En! mngämcrfmaJ bezeichnet, das sich hauptsächlich bei Verbrechern finde. Diese aber kriegerische Absichten zuzuschreiben, wäre absurd. Sie bebt in den Knien vor Angst, wenn irgendwo politische Komplikationen auftreten. Deutschlands Handel und Industrie stehen nicht mehr im Vordergrund englischer Befürchtungen. Beide würden sogar eher ein Bindeglied zwischen beiden Völkern abgeben, wenn nicht die getrübte politische Atmosphäre selbst die beiderseitig wohltätigen Handelsbeziehungen in ungünstigem Lichte erscheinen ließen. Die deutsch-englischen Beziehungen haben in den letzten Jahrzehnten verschiedene Phasen durchgemacht. Während und nach dem Burenkriege war die Erbitterung am stärksten. Daneben haben verschiedene politische Fragen dazu beigetragen, die Beziehungen zeitweilig zu verschlechtern. Die Erbitterung ist indessen geschwunden. Ein feindliches Gefühl gegen Deutschalnd, wie es zum Beispiel zum Teil bei den Franzosen und in noch höherem Maße bei den slawischen Völkern vorhanden ist, besteht meines Erachtens im englischen Volke nicht, auch nicht eine angeborene 2lntipathie. Man hat hier int Gegenteil die größte Achtung vor deutschem Fleiße und deutscher Tüchtigkeit. Man hält sie als nachahmenswertes Beispiel dem Engländer^por. Trotzdem ist die Svannung zwischen beiden Volkern in den letzten Jahren gewachsen. Das Unbehagen über die wirtschaftliche Konkurrenz, die politische Erbitterung, die aus verschiedenen Anlässen heroorbrach, sind zuruckgetteten vor einem neuen Faktor, der sie weit in den Hintergrund gedrängt hat. Dieser neue Faktor ist die Furcht, und zwar nicht die Furcht vor unserer wirtschaftlichen Entwicklung, sondern die vor unserer militärisch-maritimen M a ch t e n t f a l t u n g. Es gibt wohl kaum einen hervorragenden Engländer, der nicht in der d e u t = schen Flotte, in dem Umfange, wie das Gesetz sie oorsieht, und in dem Tempo, mit dem sie gebaut wird, eine ernste Gefahr für fein Land erblicke. Hieraus erklärt es sich, daß Leute wie Lord Roberts, Feldmarschall Sir George White, Lord Rosebery, an sich durchaus deutschfreundliche Männer, die diesen friedlichen Wettstreit der wirtschaftlichen Kräfte mit Ruhe entgegensehen würden, warnend ihre Stimme erheben. Hieraus erklärt es sich ferner, daß die Massen von einem Extrem in das andere verfallen, von der Spionenfurcht in die Jn- vasionsfurcht, und daß jede politische Gruppe die allgemeine Beängstigung zu ihren Zwecken benutzen kann, die eine zur Vermehrung der Flotte, die andere zur Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, die dritte zur Besteuerung des Auslandes in Gestalt von Schutzzöllen, damit das Geld für die Rüstungen gefunden werde, und die vierte zur Ausdehnung des Schutznetzes von internationalen Vereinbarungen und Ententen. Das Friedensbedürfnis ist aber in dem englischen Volke so tief begründet, die Lehren aus bem Burenkriege sind noch fo frisch in aller Gedächtnis, daß der Wunsch, das Präoenire zu spielen und die deutsche Seemacht zu erdrücken, ehe sie erstarkt, noch nicht mitzählt. Es besteht vielmehr der allgemeine Wunsch, im Frieden mit Deutschland zu leben. Daneben her geht aber die Befürchtung, daß der Ausbau der deutschen Flotte diesen Frie-. den gefährden werde. Die maßgebenden Persönlichkeiten in England gehen nun keineswegs so weit, daß sie annehmen, wir bauten unsere Flotte mit der Absicht eines Angriffs auf England, viele unter ihnen fälschlicherweise auch dies annehmen, sie stehen aber alle unter dem Eindruck, daß unsere Flotte nach ihrem Ausbau einen Machtfaktor darstellen wird, der die englische Bewegungsfreiheit in hohem Maße lahmlegen, die englische Flotte noch mehr als bisher an die Heimat fesseln, und der^ dauernd eine potentielle Gefahr für d i e englischen Ä ü ft e n und d i e englische Seeherrkchaft bilden wird. Der Glaube an den agressiven, speziell gegen England gerichteten Zweck der deutschen Flotte ist in die Massen tief eingedrungen. Sie können sich nicht erklären, wozu wir eine Flotte von dem Umfange, wie das Gesetz sie vorsieht, brauchen, außer um mit England anzubinden. Die Begründung mit dem Schutze unserer Küsten und unseres Handels macht hier wenig Eindruck. Man glaubt nicht recht daran. Hieran trägt hauptsächlich die frühere Agitation des deutschen Flottenoereins Schuld, dessen Reden und Broschüren auch ihren Weg nach England gefunden haben. Die Alternative nun, sich mit uns zu verbünden, ist den englischen Staatsmännern nicht einleuchtend, da sie fürchten, politisch in unsere Abhängigkeit zu geraten, wenn England mit anderen ober mit uns Differenzen haben sollte. Das System ber Freundschaften und Ententen und die Vermehrung der eigenen Streitkräfte zu Wasser und zu Lande erscheint ihnen ber sicherste Weg, um unabhängig von ber beutschen Politik zu bleiben. Es besteht nun. in unseren Marinekreisen die Ansicht, baß, wenn wir erst einige Schritte vorwärts getan haben in ber Weiterausbildung unserer Flotte, En glaub s i ch in das Unvermeidliche fügen wird und wir bann die besten Freunde von der Welt sein werden. Ich bin der entgegengesetzten Auffassung. Ich habe schon fo häufig Erklärung trifft aber nach den eingehenden Hn° tersuchungen, die Erhard Rieke in feinem grundlegenden Werk über das Tatauierungs- wesen im heutigen Europa gemacht hat, keineswegs zu. Danach findet sich die Tätowierung nicht nur bei minderwertigen Menschen, sondern auch bisweilen bei Leuten von hoher Intelligenz, die aus den besten Gesellschaftsklassen stammen, wie z. B. bei englischen Offizi.ren und Aristokraten. 3m allgemeinen jedoch zeigt die Statistik, daß sich hauptsächlich Angehörige der körperlich anstrengenden und g fährlichen 35;rufe tätowieren Lffcn, wie z. B Schloff, r, Schlächter, Heizer, Matrosen und Soldaten, außerdem Akrobaten und Seiltänzer. Rieke ist der Ansicht, daß bei diesen der Grund für das Tätowieren in einer gewissen Hnternehmungslust zu suchen ist; es sind alles Menschen mit einem persönlichen Mut und einer gewissen Willensstärke, die zu raschen Handlungen neigen und sich mit einem gewissen Abenteurersinn alles mögliche in die Haut einstochen lassen. Bei den Angehörigen der höheren Kreise dürfte das wichtigste Motiv die Langweile fein; das geht schon daraus hervor. daß sich so viele Menschen auf Reisen oder auch im Gefängnis tätowieren lassen, und dies mag auch bei den primitiven Menschen mit- lvrschen. Boi den Raturvöllern aber kommt noch ein anderer wich tiger Timst and hinzu, näm* - kich die Racktheit. Die Tätowierung weicht vor der Bekleidung immer mehr zurück, und heutzutage wird eine solche Hautverzirrung an sichtbaren Körperteilen meist vermieden. Aus der Hyzahl der Bilder, die man bei Tätowierten findet, hebt Rieke einige Hruptgruppen her- vpr, nämlich Darstellungen aus den B:ru'en und Handwerken und solch » von Schau st cllungLN der Artisten, bmn patriotische und religiöse Motive. ausaeführi, weshalb gerade die deutsche Flotte und nicht ewa auch die gering geachtete jravArsische oder die weitab liegende amerikanische Flottv yler als Gefahr empfunden wird, daß ich mir dmä)1 gestatten darf, hieraus nicht zurückzugreifen. Es wäre ein verhängnisvoller Irrtum, anzunehnrai, daß die vorhandene Furcht England schließlich on^yi treiben wird, sich uns in die Arme zu werft». Die Furcht wird ganz andere Fruchte zotigen. Sie wird England gewappnet uns entgegeiHtellen. P. Metternich. Pariser Brief. PariS, 14. Februar 1226. Die dritte Woche der Diskussion üt*r die Finanzsanierungsgesetze hat angesichts der immer größer werdenden Verwirrung der widerspruchsvollen Abstimrrvmgen und der Kämpfe, die in einzelnen Fraktionen der Regierungsparteien innerhalb ihre» eigenen Reihen zu führen haben, dahin erführt, daß Briand diesem Zustand ein Hiel setzen mußte. Aber er hat diesen Mu- nicht aus eigenem Antrieb aufgebracht, sondern ist hierzu durch einen Druck von außen, durch einen Druck, der vom Senat herkam, gtjrouiv gen worden. Wenn man unter diesen Mistän- den von einer Gefährdung des parlamentarischen Regimes spricht, braucht man sich mcht zu wundern, denn tatsächlich wird diese Frqge, ob der Parlamentarismus in seiner jetzigen. Form aufrechterhalten werden kann, ernstlich Diskutiert', sonst würde sich der französische Kammerpräsident Herriot nie dazu hergegeben haben, eine Abänderung der Geschäftsordnung mit Vertretern der ebiRelnen Kammerfraktionen zu erörtern. Aber dLe v^rage der Abänderung der Geschäftsordnung iß auch eine Frage der Einschränkung der Diskupions- freiheit und der den Parlamentariern zuLehen- den Initiative. Die Reform des Wahlrechts soll dann ein übriges tun. Am Montag wird nach den bis jcht getroffenen Dispositionen Briand die li^istenz seines Kabinetts durch Vertrauensfrage Wären, ober er will seiner Mehrheit nicht rodle tun und hat daher beschlossen, durch einen Jemen chirurgischen Eingriff ihr eine BefriediAMtg zu geben. Während sein Fmanzminister D o u - m e r sich vor einigen Wochen dagegen stwubte, die Frage des B u d g e t a u s g l e i ch>s von der Frage der F i n a n z s a n i e r u n.g zu trennen, ist er jetzt hierzu in gewissem Sinne bereit, und dies soll dazu führen, ddß der Senat rascher, als man bis jetzt angenommen hat, sich mit dem Finanzgesetz beschäftigen wird. Ende Februar soll alles unter Dach und Fach sein. Inzwischen ist der Eintritt Deutsch- lands in den Völkerbund zur Kardinalfrage geworden. Die rechtsstehenden Blätter, die so sehnsüchtig gewünscht hatten daß Deutschland in seiner Mitteilung an den Völkerbund Vorbehalte gebracht hätte, bangit sie in der Lage gewesen wären, gegen seine-, Aufnahme Stellung zu nehmen, sind sehr enttäuscht und verschwenden eine Menge Kraft, um der französischen Regierung klvr zu machen, daß der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund neutralisiert werden wüsse. Besonders erbost zeigen sie sich gegen die, englische Presse, die sich scharf gegen eine erzwungene Umdeutung des Völkerbundsstatnt^ und gegen die Umfälschung des Grundgedcpikens des Völkerbundes wendet, der keine Aölker- verbindung innerhalb des Völkerbundes verträgt, fei es auch eine Iwletmsch- slawische gegen den deutschen und, englischen Einfluß. Die locarnofeindlich^ französische Presse erklärt übrigens ausdrücklich, daß sie diese Frage, die sie als lebenswichtig für die Zukunft hält, nur deshalb erörtere, weil dar Antrag zur Vermehrung der ständigere Sitze im Völkerbundsrat von der französischem Negierung gestellt werde. Wird diese Fruge im Monat März vor Eintritt Deutschlands in den Völkerbund oder erst auf einer späteren Tagung erörtert werden? England bemüsht sich um eine Vertagung, um der Gefahr Zu begegnen, die es besonders darin erblickt, daß nach der letzten Affäre Mussolini der Versuch gemacht wird, die Bewegungsfreiheit des deutschen Delegierten innerhalb des Völkerbundes, wenn nicht zu behindern, so doch ^„kontingentieren". Das Herannahen des Frühjahrs hab A b d e l Krim zur Wiederaufnahme seiner 'Tätigkeit veranlaßt. Er hat mit einem flehten Erfolg begonnen, durch den das wichtige Bibane- gebirge wieder befetzt wurde. Außerdem werden Truppenbewegungen nach Westen festgestellt, so daß auch mit kriegerischen HMdlun- gen in der Gegend von Wezzan gerechnet werden kann. Kann Abd el Krim die Initiative . an sich reißen, ehe Marschall Pstain in Marokko die nötigen Dispositionen getroffem hat? Das ist die Frage, die man augenblWich in Paris erörtert. In Syrien ist der erste Versuch, zu einer sogenannten autonomen Regierung zu kommen, unternommen roorben. Ein Urteil darüber zu fällen, inwieweit dieser Versuch zu einer Pazifizierung des Landes führen wird, wäre verfrüht, schon deshalb, u*eil bis jetzt nicht bekanntgegeben wurde, wie div Auto n o m i e aussieht, die man zugestanden hat. Auf jeden Fall handelt es sich um ein Provisorium, da die maßgebenden Stämme in Syrien über die ihnen zu gewährende Verfassung selbst ein Wort mitzureden ge-enken. Oberhesfen. Landkreis Gießen. k. G r o h e n - L i n b e n, 13. Febr. Bei der Dorftirchenvorstehertagung wurden die musikalischen Leistungen sehr beacht«. Die Schulkinder sangen im Gottesdienst zwei Motetten, die nicht nur klar und rein t>oirgetragen wurden, sondern auch dynamisch gut Jbetont waren. Bemerkenswert waren auch die Chöre des Kirchengesangvereins sowohl im Gottesdienste, als auch im Gemeindeabend, und ganz besonders die Frauenchöre, unter denen der Altdeutsche Maiengruß sehr großen Beifall fanden. Auch die Dvrträge des Quartetts gefielen. Die Heine Nachtmusik Mozarts findet immer dankbare Zuhörer, zumal wenn sie, wie hier, eine sorgsame Wiedergabe findet. Daß in Grohen-Linden das musikalische Leben blüht, ist mit ein unbestrittenes Verdienst der beiden Organisten, der Dirigenten Lehrer Römer und Blaß. Sie haben unter den jungen Leuten vielversprechende Schüler gefunden, und so ist es auch möglich gewesen, daß zu Weihnachten eine Kantate mit einem kleinen aus 9 Musikern bestehenden Orchester in der Kirche aufgeführt werden konnte. L Wi eseck, 15. Febr. Bei außerordentlich starker Teilnahme der Mitglieder fand am gestragen Sonntag im Schneiberschen Saal die Generalversammlung der Spar - und DarlehNskasse Wieseck statt. 3n ehrenden Worten gedachte Bürgermeister S ch o m be r als Versammlungsleiter eingangs des vor kurzem verstorbenen langjäh igen Rechners der Kasse, wobei er besonders hervorhob, daß Heinrich Decker, wie selten ein Mensch, sich die Sympathien aller Bevölkerungskreise erworben hatte. Die Versammlung ehrte das Andenken des Der- torbenen in der üblichen Weise. Weiter stellte Bürgermeister Schomber den Anwesenden den Vertreter des Hessischen Genossenschaftsverbandes, Sih Darmstadt, den Oberrevisor Hartmann, vor, der es übernommen hatte, in inanztechnischer Beziehung die notwendigen Aufklärungen zu erteilen. Eine reichhaltige Tagesordnung harrte der Erledigung. Aus der Jahresbilanz, die genehmigt wurde, ist hervorzuheben, daß die Spar- und Darlehnskasse Wieseck mit ihren 295 Mitgliedern mit zu den stärksten Vereinen Hessens zählt. 3m Geschäftsjahr 1925 betrugen die Aktiven 95 334,29 Mark, die Passiven 94 512,63 Mark, so daß ein Reingewinn von 821,66 Mark verblieb. Der eigentliche Umsatz im letzten Jahre wurde leider nicht vorgetragen, obige Zahlen beziehen sich nur aus die Vermögensbilanz. Die Forderungen aus Kriegsanleihe, Hypotheken und Darlehen, ^ie der Kasse auf Grund d.s Aufwertungsgesehes zust chen, sind hierbei nicht enthalten, schätzungsweiie ui mit 60 bis 70 000 Mark zu rechnen. Diese Summe soll nach Beschluß der Versammlung restlos den früheren Sparern zugutekommen. Mit welchem Prozentsatz die früheren Spargelder aufgewertet werden, läßt sich heute noch nicht bestimmt sagen, aber jedenfalls soll alles getan werden, um das Vertrauen der Sparer zurückzugewinnen und jedem, der einigermaßen hierzu in der Lage ist, einen Anreiz zum weiteren Sparen zu geben. Die Spareinlagen belaufen sich auf 31600 Mk., wovon allein 10000 Mark auf die Sparkarteneinrichtung entfallen. Dieses Svstem dem Sparens hat sich sehr gut bewährt, durch ben Vereinsdiener wird in regelmäßigen Abständen das Svargeld eingesammelt, wodurch es ermöglicht wird, auch die kleinsten Beträge für ben Sparer unb für die Allgemeinheit nutzbringend anzulegen. 3n klarer, allgemeinverständlicher Weise erläuterte Oberrevisor Hartmann die Jahresbilanz, manche an sich unverständliche Ziffer wurde in volkstümlichster Art erklärt. Die Entwicklung der Kasse sei durchaus zufriebenstellend, wenn auch für die Zukunft noch viel zu tun übrig bleibt. Eine außerordentliche Belebung des kassenmäßigen Geschäftsveriehrs tritt ein, wenn von bet Einrichtung des Konto- Korrentverkehrs in stärkerem Maße Gebrauch gemacht wird. Der nächste Punkt, der wichtigste für die Entwicklung der Kasse, betraf die Wahl eines Rechners, die durch das Ableben des seitherigen notwendig wurde. Eine größere Zahl Bewerbungen lag vor. Don 161 abgegebenen Stimmen erhielt der Landwirt Karl Lang, der als seitheriger Direktor die Kassengeschäfte vertretungsweise versah, 132 Stimmen unb war somit gewählt. Da die Geschäftsführung des Vorstandes zu irgendwelchen Beanstandungen keinen Anlaß gab. erfolgte die einstimmige Entlastung desselben. Aus dem Reingewinn sott nach dem Vorschlag des Aufsichtsrats auf die eingezahlten Geschäftsanteile eine Dividende von 12% verteilt werden. Der verbleibende Rest soll zum Teil dem Reservefonds, zum Teil der Rechnung vorgetragen werden. Eine besondere Besprechung erforderte noch die Neueinrichtung des Zinsendienstes, obwohl man sich von vornherein klar war, daß es unmöglich ist, bei ben gegenwärtig schwankenden Verhältnissen die Zinsen für eine längere Zeitspanne festzulegen. Für eingezahlte Gelder sollen in Zukunft 9 Prozent an Stelle von seither 10 Proz. gezahlt werden, während der Zinssatz für entliehene Gelder ebenfalls um 1 Proz., von 15 auf 14 Proz. herabgesetzt wurde. Irgendwelche besonderen Zuschläge für Geldbeschaffung, Provisionen usw. werden nicht gemacht, was gegenüber günstiger scheinenden Geldanaebvten zu beachten ist. Für Konto» Korrent-GeDer werden 6 Proz. vergütet. An Stelle des zum Rechner gewählten seitherigen Direktors Karl Lang wuroe Kaufnrann Karl Kolb als solcher gewählt. Mit Worten des Dankes an den Oberrevisor Hartmann und der Bitte an die Anwesenden, am Wiederaufbau der Kasse mit ihrer segensreichen Wirkung auch in Zukunft mitzuhelfen, schloß Bürgermeister Schomber die Tagung. : Beuern, 13. Febr. 3n der letzten Woche wurden die Holzhauerarbeiten im hiesigen Gemeindewald beendigt. Cs wurden insgesamt rund 2400 Festmeter Holz geschlagen. Am Mittwoch wurde die erste Vrennholz- versteigerung abgehalten. Die Preise erreichten nicht ganz die Höhe, wie sie von anderen Orten bereits gemeldet worden sind, sind aber, mit den Kohlenpreisen verglichen, noch viel zu hoch. Es wurden bezahlt für je 2 Raummeter: Buchenscheitholz 26 bis 26 ML., für Buchen- knüppel 16 bis 22 Mk., für Duchenstock 8 bis 10 Mark. Das Meter Vuchenreisig stellte sich au 2 bis 3 Mk. — Infolge der Beendigung der Holzhauerarbeit stieg die Zahl der Erwerbslosen von 30 in der letzten Woche auf rund 70 in dieser Woche: eine erschreckend hohe Zahl, wenn man bedenkt, daß Beuern noch nicht ganz 1000 Einwohner zählt. 3n nächster Zett wird aber ein großer Teil dieser Leute lohnende Beschäftigung finden können beim Instand- setzen der in den letzten paar Jahren ausgebauten Scheibengasse. Infolge eines größeren Zuschusses, welcher der Gemeinde für die Beschäftigung der Erwerbslosen zugestanden wird, rann die Gemeinde diese Arbeit vornehmen lassen. Die Bewohner der Scheibengasse werden diese Nachricht mit Freuden vernehmen. — Wie groß das Bedürfnis unserer weiblichen Landjugend nach einer Ausbildung im Kochen ist, beweist der Um- tanb, daß sich für den nach Ostern beginnenden Kochkursus der Pflichtforibildungsschülerin- nen weitere 17 Mädchen freiwillig gemeldet haben. gewiß ein ehrendes Zeugnis für den Eifer unserer Mädchen, aber auch zugleich ein Zeugnis dafür, wie notwendig die Errichtung solcher Kochkurse ist. Um diese Mädchen nicht zurückzuweisen, hat sich die Gemeinde bereit erklärt, gleich zwei Kurse nach Ostern beginnen zu lassen. Den Unterricht wird wahrscheinlich Frau Schneider von Großen-Duseck übernehmen. Auch hat die Gemeinde in anerkennenswerter fortschrittlicher Weise die Anschaffung einer zweiten Nähmaschine für die hiesige weibliche Fortbildungsschule genehmigt. :—: Climbach, 13. Febr. Aach längerer Ruhepause hat der hiesige Mannergesangverein Liederkranz, der einzige unseres Ortes, seine Vereinstätigkeit wieder ausgenommen. Als Dirigent wurde Musiker Karl Kaspar ©omm erlab I. von Beuern gewonnen. der den Verein vor 1925 schon viele Jahre geleitet hat. t. Harbach, 13. Febr. Wer jetzt durch unsere Gemarkung geht, sieht überall Haufen von Tonröhren lagern. Mit der Feldbereinigung sollen zugleich größere Teile der Gemarkung entwässert werden. Infolge der Schwierigkeit der Geldbeschaffung wird die Feldbereinigung iwch längere Zeit in Anspruch nehmen. Ein bestimmter Termin für die endgültige Zuteilung kann noch nicht in Aussicht gestellt werden. Die Gemeinde hofft, die Kosten durch Verkauf von Massegrundstücken decken zu können. t Grünberg, 13. Febr. Im Kalenderjahr 1925 sanden hier 13 Trauungen statt, Sterbefälle sind 22 zu verzeichnen, Geburten 30, und zwar 18 Knaben und 12 Mädchen. > Holzheim, 13. Febr. Gestern kam auf dem hiesigen Rathause die Jagd der Feldgemar- k u n g Bergheim auf weitere neun Jahre zur Verpachtung. Sie ging zum Preise von 710 Mark jährlich an die hiesige Jagdgesellschaft über. Der bisherige Pachtpreis betrug 80 Mark. Der Jagdbezirk umfaßt ungefähr 800 Morgen, die sich auf die Gemeinden Holzheim, Dorf-Gill und Grüningen verteilen. > Dorf-Gill, 13. Febr. Die der hiesigen Gemeinde zustehende F e l d j a g d wurde auf weitere neun Jahre zum Preise von 541 Mark jährlich an die hiesige Jagdgesellschaft verpachtet. :|: Hungen, 13. Febr. Dieser Tage fand im „Solmftr Hof" eine Zusammenkunft des Bezirks-Lehrervereins Hungen statt. Lehrer Jockel- Hungen hielt einen Vortrag über „Eerziehungsprobleme be'.LHotzky" Nach einer kurzen Aussprache wurden noch verschiedene schulische Fragen erörtert. U. a. wurde beschlossen, von Ostern ab allgemein wieder Schulzeugnisse in den Gemeinden, wo dies noch nicht geschehen ist, einzuführen, da das Zeugnis zweifellos ein Mittel ist, manche Eltern mehr an der Schule und ihrer Arbeit zu inter- essieren. Ferner wurden Winke über die Behandlung der Simultanfchule im Unterricht gegeben. Weiterhin erstattete der Vorsitzende Bericht über eine Besprechung, die der Vorstand des Kreislehrervereins mit dem Superintendenten der Provinz hatte. Kreis Friedberg. ss. Friedberg, 13. Febr. Die jüngste Stabtveriorbneten-Versammlungbe- schästigte sich in ihrem ersten Punkt mit der Benennung zweier Straßen: der sogenannte „Grüne Weg" soll als Forisehimg der Dieffenbachstrahe auch diesen Namen führen, eine andere Straße in der „Dorstadt zum Garten" soll die Bezeichnung „Am Nauheimer Weg" erhalten. Der Gefchichts - und Altertums-Derein hat um Entfernung einer großen, vor dem vorderen Burgtor stehenden Esche nachgesucht, da dadurch die architektonische Wirkung des Burgtors beeinträchtigt würbe: die Dersammlung ist gegen bie Entfernung. Der nächste Punkt beschäftigte sich mit einer weiteren Zuwendung für die Erwerbslosen (der Raum für das Publikum war überfüllt mit solchen). Der Finanzausschuß hat in einer Sitzung beschlossen, diesmal eine Unterstützung in bar zu gewähren, und zwar als 3. Rate Verheirateten je 10 Mk., Ledigen mit eigenem Haushalt je 5 Mk., solchen ohne Haushalt 3 Brote. Die sozialdemokratische Fraktion, die ursprünglich mit diesem Vorschläge einverstanden war, stellte jetzt mit Rücksicht au die große Notlage einen weitergehenben Antrag, unb zwar für 8 Alleinstehende je 15 Mk., für solche, bie für eine Familie zu sorgen Haben, ebenfalls 15 Mk. für bie übrigen 10 Mk. unb solche, bie noch bei ihren Eltern sinb, 5 Mk. Die baburch entstehenden Mehrkosten betragen 800—1000 Mk. Da sich die Vertreter bet verschiedenen Parteien für diesen Antrag aussprachen, wurde er einstimmig genehmigt. Der Antrag, eine Wärmehalle für bie Er- werbslofen bereitzustellen, 6er aber mangels eines geeigneten Raumes nicht zur Ausführung kommen konnte, soll nochmals in Erwägung gezogen werben. Eine Anfrage der Reichsvermo- gensverwaltung, ob bie Stadt bereit fei, Wohnungen für Reichsbeamte zu bauen, wenn ihr zu biefeux Zwecke durch Hergabe von Kapital zu billigem Zinsfüße Unterstützung gewährt würde, wurde ab g el ehnt. Der Kreis fragte an, ob die Stadt bereit fei, die Frankfurter Straße und die Fauerbacher Straße mit Kleinpflafter zu versehen, wenn ihr durch die Kraftwagenfteuer eine Beihilfe gewährt würde. Da die Kosten der beiden Projekte sich auf ca. 100 000 Mk. belaufen wurden, ist eine Ausführung zur Zeit unmöglich, die Sache würbe einstimmig abgelehnt. Bei ber Vergebung bec Arbeiten für bas Wohnhaus für bie technischen Beamten ber Stabt entspann sich bei der Vergebung der 3u™ermannd- arbeiten eine längere Debatte. Die Arb^ken werden in zwei Losen vergeben, Mindestsor^rn- ber für beide Lose ist Zimmermeister Jean Füller. Ein Teil der Stadtverordneten ttt der Ansicht, im Interesse des Handwerks die Arbeit an zwei Bewerber zu bergeoen. trotzdem ber nächste etwa 15 Proz. teurer ist: na^ längerer Debatte wurden beide Lose an Jean Fuller vergeben: die übrigen Arbeiten (Schreiner- unb Glaserarbeiten) würben an je zwei Bewerber vergeben, ba ber Unterschieb bet diesen nur etwa 5 Proz. beträgt. Die Marttkommisswn stellte den Antrag, hier in jedem Herbst einen größeren Obst- und Gemüsemarkt abzuhalten, dem Antrag soll nähergetreten werben. Da viele Pächter von Kleingärten keinen Wert mehr auf solche legen, muß eine Zusammenlegung stattfinden, doch sollen dabei Schädigungen der übrigen Pächter nach Möglichkeit vermieden werden. — Auf einer DortragSreise durch Oberhessen sprach der kettende Arzt der Clev- norenheilftätte in Winterkasten Dr. Sell über „®lc Tuberkulose". Der Vortrag, ber in dem Hörsaale deS Polytechnikums stattfanb, war überfüllt. Trotzdem ber Vortrag über drei Stunden bauerte, folgten die Erschienenen dem Redner mit gespannter Aufmerksamkeit. WSN. Friedberg, 13. Febr. Auf 13er anlassung der Turngemeinde sanden hier mehrere Vorführungen des von der Deutschen Turnerschaft herausgebrachten Films vom Her° mannslnus statt. Ein zahlreiches Publikum olgte den herrlichen Ausnahmen deutscher Städte und Landschaften mit Begeisterung. 2$. Bad-Nauherm, 13. Febr. Wit der Neugestaltung des Kurhauses beschäftigt sich der Allgemeine deutsche Bäderverband In einer Mitteilung in sehr anerkennender Weise. Bekanntlich haben hessische Regierung und Landtag die Mittel bewilligt für die Erneuerungsmaß- nahmen, die zur Zeit im Kurhaus ausgeführt und bis zu Beginn der Hauptsaison es in neuem künstlerischen Innenschmuck zeigen werden. U. a. wird eine Neugestaltung des großen neuen Speisesaals erfolgen, dessen Böden und Wände mit Teppichen unb Wandbespannungen neu ausgestattet werben. Das Opern- unb Konzerthaus wirb durch eine neue Bestuhlung eine zeitgemäße Verbesserung erfahren. Für die Neuausmalung dieses großen Saales unb bie Anlage eines Foyers ist ein beschränkter Wettbewerb veranstaltet worben. Dem dazu zugelassenen Kreis namhafter Künstler gehören an: Prof. Linnemann- Frankfurt, Pros. K e m p i n - Darmstadt, Kunstmaler Troll-Offenbach a.M. unb der heimische Maler unb Graphiker Otto Franz Kutscher. U Nieder-Florstadt, 13. Febr. Bei der Werkholzversteigerung im hiesigen Gemeindewald würben gute Preise erzielt. Eichen- stämnie von i bis 1 Festmeter Inhalt kosteten etwa 100 Mark pro Festmeter. Stärkere Stämme bis 2 Festmeter kamen 120 bis 150 Mark pro Festmeter, für die größten Stämme von über 3 Fstm. wurden 200 Mark und darüber für den Festmeter angelegt. So kostete ein Stamm von 3,25 Fstm. Inhalt 637 Mark, ein solcher von 3,49 Fstm. 731 Mark .ein schöner Stamm von 2,25 Fstm. brachte etroa 600 Mark ein. Allerdings waren dies vollständig astfreie, erstklassige Stämme, die sich zu Fournier eignen. Käufer waren größere Firmen von auswärts. Einheimische Schreiner, Wagner unb Zimmerleute hielten sich an mittlere Qualitäten und konnten bei der vorhandenen Menge ihren Bedarf decken. Kreis Schotten. -v Ulfa, 13. Febr. Die schon gemeldete zweite Versteigerung der Masse- grunbftütfe unserer Feldbereinigung erbrachte einen Erlös von etwa 140 000 Mark, so daß der Morgen Land im Durchschnitt auf 750 Mk. zu stehen kommt. Die Feldbereinigunaskosten in Höhe von 220 000 Mark übersteigen also die Einnahmen um etwa 80000 Mark. Der Fehlbetrag wird auf die Grundeigentümer im Verhältnis ihres Grundbesitzes ausgeschlagen und verrechnet. Zur Zeit sind noch eine ganze Anzahl Arbeiter damit beschäftigt, Wege zu «haussieren unb Verschleifungs- arbeiten vorzunehmen. Die Ausführung dieser Arbeiten dürfte noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Im allgemeinen aber ist das große Kulturwerk der Feldbereinigung für unsere Gemeinde beendet. Die nachfolgenden Generationen werden seinen Wert erst richtig zu schätzen wissen. —.— Vom Vogelsberg, 13. Febr. Eine auffallende Erfcheinung bei allen Holzoerstetgerungen sind trotz der Geldknappheit die hohen Holz- preise. So kam in Ulrich stein der Verkaufspreis durchschnittlich 80 Prozent über die Taxe, ja mitunter sogar 100 und mehr Prozent. Für zehn Raummeter Reisig wurden bezahlt 30 Mark (Taxe 15 Mark), Buchenschnittholz 41 bis 43 Mark (Taxe 32 Mk.), Buchenstöcke 6 bis 7 Mk. (Taxe 4 Mk.>, Buchenknüppel 14 bis 15 Mk. (Taxe 12 Mk.), Fichtenschichthausen von 6 Raummeter 11 Mark (Taxe 6 Mark) Kreis Büdingen. y. Nidda, 12. Febr. Gestern abend sprach hier in einer gut besuchten Versammlung der Liga zum Schutze der deutschen Kultur Dr. Stier aus Gießen über das Reparativnspcoblem. Dem Redner wurde lebhafter Beifall gespendet. )( Ortenberg, 13. Febr. Am Donnerstag wurde in unserer Kirche der L u t h c r f i l m vorgeführt. Leider waren beide Vorführungen infolge verschiedener Umstände sehr schlecht besucht. Die Bilder waren sehr gut und ließen die Zuschauer einen tiefen Eindruck von dem Leben Luthers, seinem tiefen Kämpfen und Ringen milnehmen. Die Erläuterungen trugen wesentlich zum besseren Verständnis bei. Rach jedem Akt sang die Gemeinde passende Lutherlieder. Mit einem Schlußwort des Ortsgeistlichen und dem Lukherlied schloß die schöne Veranstaltung. Kreis Als/eld. WSN. Alsfeld. 14. Febr. Die sogenannte Fettmühle in Köddingen brannte bis auf die Grundmauern nieber. Da in ber Mühle Raps zu Oel geschlagen wird, fand das Feuer an den Vorräten reiche Nahrung. Die Bemühungen der Feuerwehr waren vergeblich. Das Vieh konnte noch gerettet werden. Die Ursache des Brandes soll in Kurzschluß liegen. Rheinhessen. WSN. Mainz, 13. Febr. Der Dom wird wegen der am oberen Teil vorzunehmenden Renovierungsarbeiten vom Montag ab v o l l st ö n d i g geschlossen. Starkenburg. * Darmstadt, 14. Febr. In Bensheim an der Bergstriße war am Samstag der 23 Jahre alte Arbeiter Heinrich Schmitt beauftragt eine elektrische Anschlußleitung nach einer Schiffsschaukel herzuftellen. Er befand sich auf dem Dache der Stadt Turnhalle und berührte aus Unvorsichtigkeit die S t a r k st r o m l e i t u n g. Der Tod des Unglücklichen trat auf der Stelle ein. WSN. Darmstadt, 13. Febr. Wie von der Staatsanwaltschaft mitgeteilt wird, ist in dem Strafverfahren gegen den Studenten Josef M e o n von Bensheim die Voruntersuchung nunmehr abgeschlossen und Anklage wegen Totschlages erhoben worden. Q ® a t m ft a b t, 13. Febr. Der Kreistag des Kreises Dieburg hat in einer aufjerorbentlidjen Sitzung beschlossen, Protest gegen ben Plan einer Aufteilung des Kreises unter bie angrenzenben Kreise zu erheben. WSN. Weinheim, 13. Febr. Die Manbei b ä u m e flehen seit einigen Tagen überall an her ganzen Bergstraße in Blüte. Der Gemeinnützige Verein in Weinheim beschloß, im Herbst 500 junge Mandelbäume zwecks Anpflanzung zur Verteilung zu bringen. Preußen. Kreis Wetzlar. G L ü tz e l l i n d e n, 13. Febr Bei der gestern im hiesigen Oberwald stattgefundenen ersten Brenn- Holzversteigerung, zu der auch auswärtige Bieter zugelassen waren, wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheit per Meter 23 Mk., Buchenknüppel 20 Mk., Eichenknüppel 10 bis 12 Mk., 50 Buchenwellen 23 Mk. Kreis Biedenkopf. D H o l z h a u s e n b. Gladenbach, 13. Febr. Die Vorbereitungen zu dem Gesangswettstreit, der an den Pfingstfeiertagen hier stattfinden wird, nehmen rüstig ihren Fortgang. Zur Zeit ist man damit beschäftigt, den Inhalt des F e st b u ch s zusammenzustellen. Da 11 Vereine sich am Wettsingen beteiligen und noch eine ganze Anzahl Gastvereine angemeldet sind, darf man auf ein denkwürdiges Sängerfest hoffen. Dillkreis. bl. Dillenburg, 13. Febr. Der Kreistag des Dillkreises beschloß den Erlaß einer W e r t z u w a ch s st e u e r o r d n u n g mit einem Steuersatz von 30 Prozent des Wertzuwachses. Auf Antrag des Abg. Trott und Genossen wurde beschlossen, bei dem preußischen Ministerium für Voikswohlfahrt dahingehend vorstellig zu werden, daß der Dill kreis in Anbetracht des einheitlichen Wirtsä-aftsgebietes, in welchem für alle Kreisorte die Lohn- und Wirtschaftsbedingungen gleich sind, in allen Gemeinden die gleich hohen Sätze der Erwerbslosen unter ft üt- z u n g erhält. — Der Kreisausschuß wurde ermächtigt, für Notstandsarbeiten von Geme i n- d'en Beihilfen zu gewähren. 30000 Mark können zu diesem Zweck vom Kreisausschuß im Dar- lehnswege ausgenommen werden. Der Kreistag faßte dann noch folgende Resolution: Der mit der Beratung zur Behebung der außerordentlich großen Erwerbslosigkeit im Dillgcbiet beschäftigte Kreistag des Dillkreises stellt an die Staatsregierung den dringenden Antrag, den vor kurzem durch eine Deputation übermittelten Notruf des darniederliegenden Bergbaus im Sieg-Dill- und oberhessischen Eisenerzbergbaugebiet durch Bewilligung der Forderungen derselben nach Frachtermäßigung, Abbau der sozialen Lasten und der Steuern baldigst Gehör zu geben. Hilfe tut dringend not . . ." Wirtschaft. * D i e Giroeinlagenbewegung der Hreuhischen Sparkassen im Zahre 1 9 25. Wie der DHD. meldet, haben die Giroeinlagen der preußischen Sparkassen im Zahre 1925 eine erfreuliche Zunahme erfahren. Von etwa 400 Mill. RM. am Anfang des Jahres 1925 sind sie auf etwa 600 Mill. AM. Ende 1925, also um 200 Mill. AM. gestiegen. Allerdings zeigt die Zunahme eine nicht ebenso gleichmäßig aufsteigende Linie wie bei den Spareinlagen, sondern weist zweimal, im Mai und im Oktober, Rückgänge auf. ' Abschluß der Ausland-Anleihe der Deutschen Giro-Zentrale. Wie der DHD. erfährt, ist die amerikanische Aus- landanleihe der Deutschen Giro-Zentrale nach _ ihrer Genehmigung durch die Beratungsstelle - nunmehr in Höhe von 15 Mill. Dollar abgeschlossen. Das Aeuhorker Bankhaus Harris, Forbes ? ii. Co. hat die Anleihe zu einem festen Aus- , zahlungslurs von 90 Proz. bei einer Verzinsung von 7 Proz. p. a. und einer planmäßigen Tilgung zu pari innerhalb 21 Jahren fest übernommen und wird die Anleihe voraussichtlich schon in der nächsten Woche auflegen. Die Kündigung kann nach 5 Zähren durch den Anleiheschuldner teilweise oder insgesamt erfolgen. Zn diesem Falle erfolgt die Rückzahlung in der Zeit zwischen- 5 und 10 Zähren zu 102 Proz., nach 10 Zähren zu pari. Cs dürfte anzunehmen sein, daß weitere Anleihe-Bewilligungen folgen, da das amerikanische Bankhaus bereits feste Zusicherungen für weitere Kreditbeträge gegeben hat. Die demnächst zu erwartenden Anleiheabschlüsse, für die bereits eine große Anzahl von Darlehnsanträgen vorliegen, dürften mindestens auf gleicher Basis erfolgen. * Fusion Metallbank-Berzeliur. Einer demnächst einzuberufenden Hauptversammlung der Berzelius-Metallhütten-A.-G. soll eine Fusion mit der Metallbank und Metallurgischen Ge° ellschaft unter Umtausch von 4 Berzelius-Aktien in eine Metallbank-Aktie vorgeschlagen werden. Der Nennwert dieser Aktien ist je 100 bzw. 160 Mk. Dadurch sollen Ersparnisse und Vereinfachungen technischer und kaufmännischer Art erzielt werden. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphi sche Auszahlung. Banknoten. 13 Febr. 16. Febr. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung Keld Brief Geld Brief fünft.» >Hott. VllkN.-Aires 168.a9 1,751 168,61 1.725 168,37 1.721 168.19 1,72» Brff.-Antw 19,07 19,11 19 07 19,11 Christiania. 85 21 85,46 85,46 85,68 Kopenhagen 107,45 107,71 — —— Stockholm . 112,32 112,36 112.25 112,56 Helllngsors. 10,553 10,693 10.653 10,593 Italien. . 16,915 16,205 16.915 16,«25 London. . 20,:i99 .*0.451 20.39) 20,451 Neuyork . . 4,195 4,2)5 4.195 4,205 Pari«. . . 1 i.48 15,52 15.47 • 5,51 Schweiz . . 80,825 81.025 80 808 81.055 Spanien • . 5'1,03 59,17 59.03 59,07 Japan . . . Rio de ga». 1,892 1,896 1,181 1,205 0.517 0,619 0.619 >.081 Wien InD- E'eft. abfleft 59,04 69,18 69,125 59,105 Prag .... 13,416 12.456 12.416 12,456 Belgrad . . 7.37 7.39 7.38 7,40 Budapest. . Bulgarien 5,871 3.005 6,891 3,015 6.878 ä.03 ö,89e 3,04 Lissabon 21.245 21,295 21 245 21,295 Danzig. . . 80.90 81.10 80 00 81.1'1 Konstantin. 2.205 2,212 2,21 2,22 Athen 6 19 6.21 6.14 6.16 (Sanaba. . . 4.183 4.198 4.18 4,19 Uruguay . . 4,3? 4.33 4.375 4,395 Berlin, 13 Febr Geld Brief Amerikanische Note» ..... 1.184 4,209 Belgische Noten ....... 19 04 107,25 19 11 107,79 tHrglischc Noten........ 20,362 20,462 Französische Noten ...... .holländische Noten ..... 15,58 167,68 15 66 168.52 tztalicnische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch-Ocsterr., ä 100 Kronen 16 21 16.29 86 10 86 54 58.94) 59,245 Rumänische Noten...... — — Schwedische Noten...... 112.02 112,58 Schweizer Noten....... 80,725 81. 25 Spanische Noten....... 59.15 59 45 Tschechoslowakische Noten .. 12.385 12.442 Ungarische Noten . .... 5,835 5,875 Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".) Frankfurt a.M., 15. Febr. Tendenz: fest. An der Börse herrschte zu Beginn der neuen Woche eine recht angeregte Stimmung, da die Medio-Abwicklungen glatt überwunden wurden und keinerlei Schwierigkeiten begegneten. Die K n u f l u st war ziemlich beträchtlich und bevorzugte wieder Spezialwerte. Besonders konnte die Hausse am deutschen Rentenmarkt Fortschritte machen. Kriegsanleihe, die wieder das lebhafte Interesse der Börse beanspruchten, stellte sich zur ersten amtlichen Notiz auf 0,405*, nachdem im Freioerkehr bereits ein Kurs von 0,420 erreicht worden war. Auch Preußische Konsols und die Anleihen der Länder schlossen sich dieser Bewegung an, ebenso Schutzgebietsanleihen. Von ausländischen Renten standen Ungarn im Vor- dergrunde des Interesses, bei beträchtlichen Umsätzen konnten diese Werte erheblich im Kurse ge- winnen. Daneben wiesen auch Mexikaner und^ Türken gute Besserungen aus. An den Aktienmärkten war das Geschäft besonders in Terminwerten recht rege. Auch die variablen Werte hatten mehrprozentige Kursbesserungen aufzuweisen. Am Mon- t a n m a r k t e standen Mannesmann wieder im Vordergründe. Am Farbenmarkt betrugen die Kursbesserungen etwa 2 Prozent. Elektro- werte lagen ruhiger, immerhin zeigten sich auch hier Besserungen bis zu 1,5 Prozent. Stärkeres Interesse wandte sich wieder dem Banken- markte zu, wo sich die Steigerungen in schärferem Umfange fortsetzten. Commerzbank plus 2 Prozent, Darmstädter plus 1,5 Prozent, Auch Schiffahrtsaktien wiesen Besserungen von 3 bis 4 Prozent auf, Zuckeraktien waren gebessert. Besonders fest lagen ferner B a u a k t i e n. Äuto-und Maschinenaktien tendierten sehr fest. Der Kassa markt der Jndustriepapiere verkehrte in fester Haltung. Auch der Frei verkehr zeigte feste Tendenz. Benz 37, Brown-Boveri 72, Entreprise 9,5, Growag 53,5, Hansabank 8, Krügers- hall 91, Petroleum 81, Rastatter Waggon 16, Ufa 63,5, Unterfranken 61 Proz. Auch im weiteren Verlaufe blieb die Stimmung sehr fest. Bankaktien setzten ihre Steigerungen fort. Die Steigerungen für Reichsbankanteile stützten sich namentlich auf neue Auslandkäufe. Das Aktiengeschäft wurde aber schließlich etwas ruhiger. Der Geldmarkt zeigte wieder größere Flüssigkeit, doch blieben die Sätze unverändert. Durch den Abschluß der Kommunalanleihe in Neuyork in Höhe von 15 Millionen Dollar ist damit zu rechnen, daß den deutschen Börsen in der nächsten Zeit wieder erhebliche Geldmittel zufliehen werden. Tagesgeld 5,50, Monatsgeld 6,50 bis 6,75 für erste Adressen und 8 bis 8,25 für zweite Adressen. Privatdiskonten 57/8 Proz. Jndustrieakzepte 7,5 Proz. Im Devisenverkehr ist eine neue Abschwächung des Pariser Frankens eingetreten. Die Pfundparität stieg auf 134. London stellte sich gegen Kabel auf 4,86g. Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Schlu-i- t-Uhr. Schluß ilnfang Kurs Kur» Kur» 1 23.5 36 — 35.9 37 75 Obcrbedarf........... 51,5' — 50.5 51.5* Phönix Bergbau ...... Ryeinstahl........... ;8‘ 80.5* 77,75* 80’ 83* 84' 83* 84.25' Riebeck Montan........ 85,2.» — 87 —— Tellus Bergbau...... 56 — — Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd ... 129,2' 133,2' •32_' 128 2* 132,9' 132' 135* Cheramische Werke Albin . . — — — — Zementwerk Heidelberg . . . 78 77 — — Philipp Holzmanu...... 64 67,ö 64.4 -* Anglo-Cont.-Guano..... — — 85 —- Chemische Mayer Alapin . . — — —■ — I. ®. Farbcnindustric, A.-G. 129’ 130,4* 129,4* 130,7* Äoldschmidt.......... 71,25 — 71.5 —- Holzverkohlung........ RütgerSwerkc......... 6.» 79 79,5* 78 5 Scheideanstalt......... 99.75 — — — ANg. ElektrizitätS-Gesellschaft 90.5' 97,75* 9;* 98,25* Bergmann ....... . Mamkraftwerke ........ 85* •— 85.5* 83 12 — — —— Schuckcrt . ......... Siemens A Halske ...... 84' 85,25* 85* 85.5* 101' 132,7* 102,2' — Aülerwerkc Kleyer ...... 39.6 - 38 38,5 Daimler Motoren. ...... 34 35.8 35 —• Heyligenstacdt.....«... 23 — — —* Mcgutn........... 30 — 31,5 Motorenwerke Mannheim — — 29,5 — Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Mctallgesellichaft Frankfurt. Pet. Union A.-G...... 19 I - — — 107 5 61.25 61 — Schuhfabrik Herz....... 30 31,5 — Sichel.............. 6,5 1 ■* 6 —- Zellstoff Waldbof....... M9 100 •J8,75 99,5 Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 44.75 43.62 46 1 43.5 — — Berliner Börse. Berlin, 15. Febr. Die neue Woche begann in freundlicher Stimmung. Aachdem durch die Glattstellungen in der Vorwoche die technische ßage an der Börse eine erhebliche Entspannung erfahren hat, dürfte der Medio kaum noch äleberraschungen bringen. Man nahm bereits bei Beginn der Börse, daß die Prämienerllärun- gen ohne Schwierigkeiten verlaufen wurden und Schritt zu Deckungen und Rückkäufen, die sich in erster ßinie auf den Montanmarkt erstreckten, ferner auf Schiffahrtsaktien unter Führung von Rordd. Llohd und Hapag und auf Bankaktien, von denen Reichsbankan-- teile um 3 Proz. anziehen konnten. Aber auch die Rebenmärkte hatten Kursbesserunge n zu verzeichnen, das Geschäft war jedoch nicht so angeregt, wie in den obengenannten Werten. Bemerkenswert war, daß die Kriegsanleihe ihre Steigerung fvrtsehen konnte, woran man an der Börse verschiedene Vermutungen knüpft. Als aNgemeirt anreg«» galt die überaus leichte Verfassung des Geldmärkte«, wodurch auch die Prolongationswechsel niedriger lagen, ferner die noch in dieser Woche zu erwartenden Zwischen-Kreditverhandlungen für die erweiterten Reichsbahn-Aufträge und der Abschluß weiterer deutscher Amerika-Anleihen (Giro-Zentrale .und Kali-Syndikat). Für Lagesgeld hörte man einen Sah von 4l/2 biS 5 Proz., für Mvnatsgeld 7 bis 8 Prozent. Zm Devisenverkehr fanden die Haaptumfähe in nordischen Valuten statt. Paris notierte gegen London 132,20. Warschau gegen Kabel 7,5. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 15. Febr. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 26 bis 26,25, Roggen, inländ. 17,25, Sommergerste für Drauzwecke 20 bis 22, Hafer, inländ. 18,50 bis 21,50, Mais (gelb) 13,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 40 bis 40,50, Roggenmehl 25,50 bis 26, Weizen- tleie 9,75, Roggenkleie 10 bis 10,25, Erbsen 23 bis 34, Ansen 40 bis 70, Heu, süddeutsches, gut, trocken 9 bis 9,25, Weizen- und Rgggenstroh 5 bis 5,50, Treber, gettocknet 17 bis 17,25. Tendenz: matt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 15. Febr. Auftrieb: 1169 Rinder (darunter 394 Ochsen, 26 Bullen, 749 Färsen und Kühe), 303 Kälber, 155 Schafe. 3259 Schweine. Rinder: Ochsen: Dolljleischi^r ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 48 bis 53, junge, fleischige, nicht ausgemäst. u. ältere aus- gemästete 40 bis 47, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 32 bis 39; Bullen: Voll- fleischige aus gemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 45 bis 50, vollfleischige jüngere 38 bis 44; Färsen und Kühe: Vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 53 vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Zähren 41 bis 46, wenig gut entwickelte Färsen 36 bis 47, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 32 bis 40, mäßig genährte Kühe und Färsen 22 bis 30, gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 20. Kälber: Feinste Mastkälber 62 bis 70, mittlere Mast- und beste Saugkälber 52 bis 61, geringere Mast- und gute Saugkälber 45 bis 50. Schafe. Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 34 bis 42. Schweine: Vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 83 bis 84, vollfleischige unter 80 Kilogramm 78 bis 82, vollfleischige von 100 bis 120 Kilogramm 83 bis 85, vollfleischige von 120 bi« 150 Kilogramm und Fettschweine über 150 Kilogramm 83 bis 84, unreine Sauen und geschnittene Eber 65 bis 75. Marktverkauf: Bei Rindern langsames, bei Schweinen und Kleinvieh lebhaftes Geschäft. Es wird ausverkaust. Rundfunk-Programm deS Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Dienstag, 16. Februar: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.15 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Die klassischen Walzer. 5.45 bis 6.15 Uhr: Die Lese- ftunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Uebertragung von Kassel. Vortrag von Volkswirt R. D. V. Schreiber- Stoltze: „Wollen und Wirken der Techn. Nothilfe". 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochschule Frankfurt a. M.: „Die Reichsgesundheitswoche , Vortrag von Stadt- medizinalrat Dr. Fischer-Defoy. 7.15 dis 7.45 Uhr: Funkhochschule: „Die Grundlagen der chinesischen Kultur VI", Vortrag von Pros. Wilhelm. 7.45 bis 8.15 Uhr: Funkhochschule: „Die niederen wirbellosen Tiere", Vortrag von Dr. W. E. Ankel. 8.15 Uhr: Gastspiel des Stadttheaters Offenbach: „Die Faschingsfee", Operette in drei Akten von Emmerich Kälmun. SÖHAf/ Jeder Weinhändler liefert; SEIT 1865 'KKWZTi/ SCHI ERST Elfi I. NHL VERTRETER: H. Elges jr., Gießen, Seltereweg 68 Sein oder Nichtsein. Ein Kriminalroman von der Wasserkante. Von Moritz Schäfer. 21. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Sein Häuschen ließ Hinriks in Gottes Gewalt. Wer hätte ihm auch etwas stehlen sollen? Du lieber Himmel! An den paar Tellern und Gläsern eines Junggesellenhaushalts vergreift sich niemand, und daß der Onkel ein reicher Mann war, hatte er ja kaum eben selbst erst erfahren. Wenn es aber auch ein Spitzbube gewußt hätte — was hätte es ihm genützt? Ins Haus war kein Papierschnitzel der feinen Parten gekommen. Ob nun wirklich drüben in Andreas Heim alles wieder gut würde, sobald die drückende Sorge von ihrem Mann genommen war? Ob sich die Gatten wieder zu inniger Gemeinschaft zusammenschließen, ob sie Hand in Hand das Leben meistern wollten? „Hast recht, Heinz Wallot," murmelte der alte Herr vor sich hin, als er mit übergehängter Flinte rüstig ausschritt, so daß der gute Fink kaum Schritt halten konnte, „hast recht, min Jong, bat du mir die Motten aus rn Pelz gekloppt hast! Wenn wir all taufammen an Bord sind und aufpaffen auf Steuer und Mast, bann soll bat mit'rn Düwel taugahn, wenn der Fliegende Holländer uns rammt!" XVII. Das Auto Lorenzens hielt vor dem langgestreckten, nüchternen Herrenhause auf Groß-Spirow, allwo der Rittergutsbesitzer Melchior Andreas Zechlin als souveräner Fürst der Scholle residierte. Melchior Zechlin war mecklenburgisches Junker- vollblut. Groß, breitschultrig, mit herrischen Mienen war er Herrscher in seinem Reiche — einem Reiche mit Weizen, Korn, Hafer, Wald See, Jagd, Fischerei, Rennstall, mit Pfarrer, Lehrer, Förster und viel Statisterie, die unter dem Sammelnamen „Leute" mit Sense, Dreschflegel und Kochlöffel exerzierte. Der alte weißhaarige Lakci, der mit Rokoko grandezza den Besucher meldete, kam. das bartlose Gesicht m strenge Falten gelegt, zu dem im Vestibül harrenden Bankier zurück: „Herr Zechlin lassen bitten!" Lorenzen stieg die breite Eichentreppe empor und warb von dem Galonierten in einen dunkel- getönten Salon geführt, von dessen zerschlissenen Seidentapeten ihn eine Reihe Zechkinscher Ahnenbilder in schweren Barockrahmen hochmütig musterte. Aber er hatte nicht lange Zeit, sich umzusehen, denn alsbald nach seinem Eintritt tat sich eine hohe Flügeltür zum Nebenzimmer auf und herein trat in Schlafrock, Morgenschuhen und mit qualmender langer Pfeife der Besitzer von Groß-Spirow, Herr Melchior Andreas Zechlin. Die Figur gestrafft, den Kopf in den Nacken geworfen, die stahlharten Augen fest auf den Besucher gerichtet, trat der Fünfzigjährige auf Lorenzen zu, quittierte dessen artige Verbeugung mit einem „Morjen" und begann ohne Umschweife mit dem Geschäftlichen, wessen dessen er Lorenzen zu sich beordert hatte. Daß er vorher dem Besucher durch eine lässige Handbewegung einen Stuhl anbot, entsprang einem gewissen Respekt vor dem tadellosen Fiatwagen, der draußen unter dem Portikus hielt. Ausführlich ließ sich Herr Zechlin Vortrag halten über die Lage eines Jndustriekonzems, der junge Aktien zum Bezug anbot, und inquirierte bann weiter: „Ich habe auf Ihren Rat Goldrumänen gekauft. Wie stehen diese?" „Sind leider nicht in dem erhofften Maße gestiegen, Herr Zechlin. Immerhin —" „Jmerhin haben Sie sich verkalkuliert." ,Das ist — Verzeihung — zuviel gesagt. Wir verzeichnen nach dem gestrigen Stand einen Kursgewinn von 8 Prozent." „Ich verstehe immer 8 Prozent." „Ganz richtig." „Ach nee! Richtig nennen Sie das? Da lachen ja die Hühner!" „Verzeihen Sie, Herr Zechlin, ich habe Ihnen nach bestem Wissen und Gewissen einen Rat erteilt und —" „Und acht Prozent gemacht! Da soll ich mich wohl noch bedanken, was? Acht Prozent — das war in der guten alten Zeit etwas für meinen Flickschuster. Heute muß es taufend Prozent regnen, hunderttausend, Millionen Prozente, |onft ist der Kasus oberfaul, mein Herr Finanzrat!' „Tausend Prozent haben wir auch gemacht, Herr Zechlin, sogar 1200, und zwar mit Zolltürken. Von denen wollten Herr Zechlin gar nichts wissen, aber ich hab' mit meinem Tip doch recht behalten." „9la schön. Will's den Türken abbitten. Was sonst?" „Das wäre für heute alles, Herr Zechlin. Das Kontokorrent erhalten Sie pünktlich zum Ultimo." „Sonst haben Sie mir wirklich nichts mehr zu tagen?" Der Groß-Spirower pflanzte sich breit vor den Bankier hin und musterte ihn von feiner imposanten Höhe mit Falkenblicken. Erstaunt erhob sich der Bankier und blickte zu dem Junker auf, der ihn wie ein erzgegossenes Monument um Haupteslänge überragte. „Nein, mein Programm ist erschöpft, Herr Zechlin." „So. Ihr Programm ist erschöpft, Herr! Aber das meine nicht!" „So bitte ich Sie, zu fragen." „Werd' mich nicht genieren! Wie hoch ist mein Guthaben bei Ihnen, Herr Lorenzen?" „Das kann ich aus dem Kopf nicht sagen. Das Kontokorrent wird es ausweisen." „So. Das können Sie nicht sagen. Aber ob noch alles da ist, das wissen Sie, was?" Da reckte sich auch Lorenzens Gestalt, seine Muskeln erstarrten und die Faust ballte sich eifern. Verletzte Würde grub einen herrischen Zug auch in dies scharf geschnittene Gesicht; alle Nervosität, die den Mann in den letzten Tagen geschüttelt hatte wie ein treibendes Wrack, war verschwunden. Harte sprang auf in seinem Willen, sprach aus den blitzenden Augen, die er in Trotz und Verachtung auf den Beleidiger richtete. „Herr Zechlin," sagte er mit schneidender Kälte, „ich ersuche Sie, noch heute, hören Sie, noch heute, Ihr Depot bei mir abzuheben! Regulär ist bei den «arbeträgen eine Kündigung vorgeschrieben — ich verzichte auf jede Frist! Wertpapiere und Bargelder werden eine Stunde nach meiner Rückkehr gegen Quittung für Sie ober Ihren Bevollmäch- tigten bereitliegen. Und damit erachte ich unsere Beziehungen für gelöst!" „Man nid) so hitzig, Männchen!" suchte der Junker einzulenken. „Wußte verdammt nid), daß Sie so ’ne Kratzbürste sind! Wer wird denn in Dreideibelsnamen ’ne einfache Anfrage gleich so krumm nehmen!" „Ich habe meinen Worten nichts hinzuzufügen." Ruhig und fest fielen die Worte. Der Bankier wandte sich zur Tür. Da flammte der Gewaltige auf in Spott und Hohn: „Auf dem Theater nennen sie das wohl einen guten Abgang, mein verehrter Herr Lorenzen! Aber wer bürgt mir denn dafür, daß Sie jetzt nicht in Ihrem Auto über die Grenze flitzen? Vielleicht sind meine Gelder schon , irgendwo im Ausland und Sie —" Weiter kam er nicht. Wie ein Trunkener, einen gurgelnden Ton ausstoßend, keuchend vor Entrüstung, war Lorenzen auf ihn zugestürzt und hob den Arm. Aber wie vom Blitz getroffen, fiel die erhobene Rechte wieder herab. Dem in der tiefsten Seele verwundeten Mann sprang im Moment des äußersten Affekts die Erkenntnis auf, daß ihn ein guter Engel von dem Abgrund hinweggeriffen habe, in dem er nach der Meinung des Junkers schon versunken war. Was wäre aus ihm geworden, wenn Hinriks nicht eingegriffen hätte? Ein Defraudant, ein Ehrloser, ein Verbrecher! Zwar die Depots feiner.sämtlichen Kunden waren unversehrt — und daß er Mühlfelds Guthaben angetastet hatte, das war mit Willen und Wissen des Gläubigers erfolgt. Freilich, das beruhte nur auf mündlicher Abmachung. Wenn nun Mühlfeld plötzlich starb? Oder — wenn er die mündliche Absprache leugnete? Wenn ihn die Zusage reute? Wenn er sie zurückzog? Woher kam denn der Verdacht, der wie Quecken seine Füße überwucherte? Wer hatte dem Junker in den Ohren gelegen? Alle diese Erwägungen fielen in dieser kritischen Sekunde den Gehetzten wie Wölfe an und zerrten ihn nieder. Seine Kraft war gebrochen, ächzend sank er auf einnen Sessel und bedeckte das Gesicht mit den Händen. (Fortsetzung folgt.)