ll4’ Aachrichte«. m 3«*r M »* M-- »■®"'S, 30, "$tW ^tgofMbie* «’««■M Sn‘^ L°" Ij einTX ng. Frei von jeder 3er« e Vielheit von Kompleren igt es, wenn auch nicht in Geiste swas ja auch bei denn unmöglich wäre), |o ; Geschlossenheit und vor > Sonn die Geschichte bek tadelloser Weise an den wre Lück ist durch dieser Juch geschlossen footber. . söuchhöh. in München.! q ", HalbnwnatSschrisi sü. I mto ba 'Ledaftivn von; hi Organ von der Ge- Vühnrncmgo^>riger her gt, erscheint im nunmehr x Ausmachung. Das t-or- :■ xschüftigt sich vorwiegend des deutschen Theaters a. einen interessant illu- | DallaM über Duhnen- • d. HrograM artet Senders- radio-Lmschatl ■) b ! er- ir. 15. Januar: ie Stunde iw neuer W r Cornelius. Der Wetz des sch Hs#- -* »«««*" S*“ zrettag, 15. Januar 1926 176. Jahrgang General-Anzeiger für Oberhessen vrr währen. In Hessen sei schon manches auf diesem Gebiete durch Verhandlungen geschehen: ein Zwang könne nicht ausgeübt werden, da eine gesetzliche Grundlage fehle. Es stehe aber eine Regelung dieser Angelegenheit auf reichsge^etz- licher Grundlage bevor. In der weiteren Debatte kommt es zu lebhaften Auseinandersetzungen von Vertretern der Rechtsparteien und den Kommunisten über die Wirlschasts- "nd Arveiis- verhältnsise in Rußland. In der Abstimmung werden die Anträge genehmigt. Abg. Galm verliest dann mehrere Ansivagen der Kommunisten, u. a. wie viele Hess. Volksschullehrer die Erteilung von Religionsunterricht abgelehnt haben uni» wie für Unterbringung dieser Lehrer in Schulstellen gesorgt sei. Weiter wird gefragt, wie oft ärztliche silntersuchungen in den Schulen stattfinden. Ministerialdirektor Al r ft a M erklärt, bw Anfragen ließen sich nicht sogleich beantworten: das werde geschehen, wenn das Material »ortrge. Es folgen die Absi'mmungen über den Antrag der Abgg. Frau H e r ä u s und-Gen über ben Erlaß eines Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten usw. Der Antrag besteht aus mehreren Teilen, am wichtigsten davon ist eine Aufforderung an die Regierung, sich für baS Gemeindebestimmungsrecht bei der Reichsregierung einzusetzen. D'eser Tell^ntrag wird vom Hause mit 27 gegen 20 Stimmen abgelehnt. Im übrigen wird der Antrag Heräus ange- “ QIntrag der Abgg. Dr. Mobus und Gen. wünscht Beseitigung von Harten bei Er- Hebung von Beiträgen zur Invalidenver- f1 ^Abg.n®r. Mobus (Bbd.) legt dar, daß eine Reihe von Landwirten in Rbmnhessen ihre Beträge nicht richtig an de Landesversiche- rungsanstalt abgeführt hatten: es sei ^ober ohne Schuld der Arbeitgeber chchem Die hesi. Regierung habe e-, abgck.h..t. inB^lm eine Regelung der Angel.g nh7it zu betörtem Minister Raab nimmt e ne ab. hnende Hn.t ing hierzu ein. Abg. Z i n n f a n n (Soz.) spricht eben- fa^DergÄntrag wird durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. Es werden hierauf einige Punkte von geringerer Bedeutung erledigt, die wichtigeren werden z u r u ck g e ft e l l t. 5)ir Anträge gegen die Ernennung des Prof, an der Technischen Hochschule in Darmstadt 5>r. Goldstein sollen ßbcmfnllä Berlin, 14. Ian. (B.D.Z.) Die Reichstagsfraktion der Wirtschaftlichen Bereinigung faßte zu der Betrauung Dr. Luthers mit der Kabinettsbildung folgenden Beschluß: »Durchdrungen von der Rotwendigkeit, möglichst bald wieder eine verantwortliche lllegierung zu haben, widerspricht die Wirtschcsisiiche Bereinigung der Bildung des Kabinetts Luther nicht. Sie ist aber nicht in der Lage, sich an diesem Kabinett zu beteiligen und wird ihm gegenüber in sachlicher aber nicht grundsätzlicher Opposition stehen. Die Fraktion behält also volle silnabhängigkeit für ihre Einstellung zu den jeweils aus tretenden Fragen." Die Rheinlandseiern. Berlin. 14. Jan. (Tsil.) Der Herr Reichspräsident hat in einem Schreiben an den Oberpräsidenten der Rheinprovinz vom 8. Januar die Anregung gegeben, im Hinblick auf die Hochwasserschäden im Rheingeoiet die aus Anlaß der Befreiung der ersten Rheinlandzone geplanten Feiern so zu gestalten, daß besondere Kosten für Reich, Staat oder Gemeinde nicht entsteh en. Die hierdurch ersparten Summen könnten für d i e Hochwassergeschädigten verwende t werden. Der Herr Reichspräsident hat in diesem Schreiben nachdrücklich zmn Ausdruck gebracht, daß er für seine Person bei seinem beabsichtigten Besuch im Rheinland nur an solchen Festlichkeiten tei/nehmen werde, ht» nicht mit besonderen Aufwendungen verknüpft sind. S t linken geräumt. Solingen, 14. Jan. (TU.) Die englischen Besatzungstruppen sind heute morgen kurz nach 11 silhr mit der Dahn über Ohligs nach Köln abtransportiert worden. Die Familienangehörigen folgten mit einem späteren Zuge. Der Rest der Besatzung rückt heute abend ab. Mit Sonderzug traf heute abend der Oberkommandierende der britischen Besatzungsarmee, Ge- neralleutant Sir John Ducan, in Wiesbaden ein. Er wird nach kurzem Aufenthalt wieder nad) Köln zurückkehren, um nach der Räumung der ersten Zone endgültig nach Wiesbaden überzusiedeln. Preu^^cher Landlaq. Berlin, 14.Jan. Zn der heutigen Sitzung des Landtags wurde die Vorlage, die das bisherige Grundoermögenssteuergesetz dis zum 30. September 1926 verlängert, genehmigt. Ohne Aussprache stimmte das Haus dann dem Anträge des Beamtenausschusses zu, wonach das Staatsministerium ersucht wird, nach Anhörung insbesondere des Heimstättenamts der deutschen Beamtenschaft schleunigst einen Gesetzentwurf vorzulegen für ein Beamtenheim st ättenge- s e tz für alle Beamten, Lehrer, Wartegeld- und Ruhegehaltsempfänger. Darauf folgte die dritte Beratung des Gesetzentwurfs über die Unterbringung der ehemaligen Seminar- 1 e h r e r und - l ei t e r. Hierbei wurden in der Abstimmung die Beschlüsse zweiter Lesung aufrechterhalten. Die früheren Lehrerbildner erhalten nach spätestens 16 Dienstjahren erhöhte ruhegehaltsfähige Ausgleichszulagen, die so zu bemessen sind, als sei ihnen eine Aufri'ickungsstelle verliehen worden. Schließlich wandte sich das Haus st r 0 p h e n oorgclegten Anträge zu. Nach kurzer der Beratung der zu den H 0 ch w a s s e r k a tast r 0 p h c n vorgelegten Anträge zu. Nach kurzer Debatte wurde die Weiterberatung auf morgen oertaat Vie Erwerbslosenfürsorge. Ans dem Hauptausschnst deS Preußischen Landtages. Berlin, 14. Ian. Der Hauptausschuh des Preußischen Landtages beschäftigte sich am Don- | necstagabend erneut mit der Frage der Erwerbslosenfürsorge. Der in der Sache beson» ders eingesetzte silnterausschuß hatte sich dahin geeinigt, dem Hauptausschuß den folgenden An- < trag zur Annahme au empfehlen: „Unter Bezugnahme auf die Beschlüsse des , Landtages vom 16. Dezember 1925 per grage der Erwerbslosenfürsorge wird das Staatsministerium erneut ersucht, zur Linderung der Rot der Erwerbslosen weitestgehende Vorsorge zu treffen, wodurch sowohl eine ausre 1 chende Darunterst ühung gesichert als auch durch gesteigerte Förderung der produktiven Grwer bslosensür sor ge Arbeitsgelegenheit geschaffen wird. Zu diesem Zweck sind in erhöhtem Maße Rötst andsarbeiten der verschiedensten Art vom Staat und den Gemeinden durchzuführen. Bei diesen Arbeiten ist der jeweils geltende Tarif 8U Versteuerung der Rot in den einzelnen Gemeinden ist zu prüfen, ob für Wohlfahrtszwecke ein stärkerer Anteil der Gemeinden an der H a u s z i n s st e u e r, als auch in besonderen Fallen ein besonderer Zuschuß gewährt werden kann, damit namentlich bei kinderreichen Familien eine erhöhte Fürsorge möglich wird. Hm bestehende Härten zu mildern, wird die Staatsregierung ersucht, mit der Reichsregierung in Verhandlungen darüber einzutreten, ob, solange die gesetzliche Regelung der Erwerbslosenfürsorge nicht durchgeführt ist, eine Aenderung der Fürsorgeberordnung eintreten tarnt, dergestalt, daß 1. die Jugendlichen von 16 bis 18 Jahren in die Fürsorge ausgenommen werden, 2. die Prüfung der Bedürftigkeit erleichtert wird, 3. die Saisonarbeiterfrage eine Milderung erfährt, 4. die K u r z a r be i t erunt er ft ützu ng baldigst durchgeführt wird. Der stark in die Erscheinung tretenden Tatsache der Stillegung der Betriebe ist die größte Aufmeicksamkeit zu widmen. Die zuständigen Organe sind anzuweisen, in jedem Fall besonders -nachzuprüfen, ob durch Kürzung der Arbeitszeit eine Aufrechterhaltung der Betriebe zu ermöglichen ist. Desgleichen muh auf die Beschäftigung ausländischer Arbeiter ein besonderes Augenmerk gerichtet werden. Sowohl der Industrie als auch der Landwirtschaft müssen in stärkerem Maße als bisher geeignete deutsche Kräfte zugeführt werden, damit schließlich die ausländischen Arbeitskräfte durch einheimische Arbeiter erseht werden können." Rach kurzer Aussprache wurde dieser Antrag vhne wesentliche Aendenrngen angenommen. In der Aussprache hob der Finanzminister das plötzliche Anwachsen der Erwerbslosenzahl hervor, das trotz der Erhöhung der Beiträge auf 3 Prozent einen erheblichen Zuschuß erfordere. Die nahezu eine Million Erwerbslosen in Preußen erforderten 60 Mill. Mark, die durch Beiträge und ferner durch die Gemeinden, das Reich und den Staat aufzubringen seien. Der größte Teil der 120 Millionen, die vom Reich und von Preußen für die produktive Erwerbslosenfürsorge bereitgestellt sind, ist bereits verausgabt worden. Die gesamten Ausgaben für die Erwerbslosenfürsorge sind, so führte der Minister weiter aus, geeignet, pen ganzen Etat zu erschüttern. Die Belebung der zurückgegangenen Wirtschaft durch Aufträge des Staates und insbeslxndere durch eine größere Reubautätigkeit ist eine schwere Aufgabe. Für ben Ausbau der werdenden Staatsbetriebe ist die Aufnahme einer ausländischen Anleihe möglich. Für die Reubautätigkeit sind sonst derartige Kredite nicht zu bekommen. Die Banken müssen langfristige Kredite geben und die Sparkassen sich auf diese Aufgabe einstellen. Sollte die Erwerbslosigkeit Monate anhalten, so stehe eine schwere ,Finanzkrise für den Staat bevor. Vie zürstenabfindungen. Ans dem Rcchtsausschusr des Rc chstages. Berlin. 14. Jan. (TH.) Der Rechtsaus- chuß des Reichstages setzte heute die B-ralling der Anträge zur FürstentK>finäung fort. Vor Eintritt in d:e Tagesordnung fragte der kommunistische Abg. R e u b a u e r zu der in der letzten Sitzung gemachten Mitteilung über die v 0 m Koburger Herzog verurlachte ausländische Beleihung der ihm vom Reichsgericht zugesprochenen Ländereien, was in dieser Sache geschehen sei. Reichskommissar Künz er erklaicke, die Reichsregierung habe die Landesregierungen benachrichtigt, daß es nicht eingreifen könne. D.e Mehrheit des Ausschusses sprach den Wunsch aus, daß die ReichZ- regierung klarstellen möge, welche Schritte die Landesregierung tun wolle, um eine Verschiebung der Ländereien zu verhindern. Der Ausschuß beschäftigte sich dann zunächst mit den Verhältnissen in Anhalt. Dem anhaltischen Herzogshaus sind bei der Auseinandersetzung 1919 an Grundbesitz 17 658 Hektar überladen worden, der aus den Schatullenbüchern bestand und dazu eine Geldabfindung von 6,5 Millionen Mark. Eine Anfechtung dieser Vereinbarung ist bisher nicht .tffolgt. Es schwebt nun eine A u f w e r t u n g s t l a g e des herzoglichen Hauses gegen den Staat wegen der Auswertung der 10 Millionen Mark, die der Staat in die Dersorgungskasse der ehern, anhaltischen Hofbeamten gezahlt hatte. In erster Instanz ist dieser Prozeß zugunsten des anhalt.schen Staates entschieden worden. , Der anhaltische Staatsminister Dr. Muller erklärte: Die anhaltische Staalsreg.erung betrachte wie die sächssiche Regierung die A.isemander- setzung für vollkommen abgeschlossen. Im übrigen würde sie einer reichZgsietzlich-en Regelung nicht widersprechen. D:r braunschweigische Gesandte schloß sich für seine Regierung der von Sach'en im Ausschuß abgegebenen Er- llärung an. Die im Jahre 1921 getroffenen Abfindungsvereinbarungen in Waldeck Imo, wie der Ausschuß feststellt, nicht angefochten worden. In Mecklenburg ^Schwerin ist die Auseinandersetzung durch einen am 17. Dezember 1919 vom Landtag genehmigten Absindungsvertrag er olgk. Dein Großherzog wurde neben Schlössern und Grundbesitz etne einmalige Abfindung von 6 Millionen bewulrgt. orbmmg abgeseht werden, da noch ein deutsch- nationaler Antrag eingegangen ist mit folgcnfrTm Wortlaut: Zur vvM^mmenen Beurteilung deS Falles Gold st ein sind die Urteile, Gutachten. Eingaben usw. des Senates der Technischen Hochschule und der in beregter An- gelcgercheit gehörten wissenschaftlichen Autoritäten unbedingt notwendig. Wir beantragen daher, der Landtag wolle das Landesamt für das BiDungswcftm ersuchen, die angegebenen Schriftstücke unverzüglich dem Landtag zur Ginsicht vorzulegen. Staatspräsident Ulrich und Abg. Kaul (Soz.) sind für die sofortige Beratung. Abg. Dingeldey (03.D.P.) vertritt den Wunsch nach Vertagung, d?mit die Regierung sich mit dem Senat der Hochschule ins Einvernehmen setzen könne, um die Akten zu erhalten. Abg. Dr. Werner (Dntl.) wünscht gleichfalls eine spätere 'Beratung. Präsident Dr. von H e l - molt weist auf die vorgeschrittene Zeit hin, die Angelegenheit forme heute doch nicht erledigt werden. Aach weiterer Geschäftsordnungsdebatte werden die Anträge von der heutigen Tagesordnung a b g e s e h t. Es findet schließlich noch eine Aussprache über einen Antrag der Abgeordneten H e i n - st a d t und '©edler betr. die staatliche Schreinerwerk statte in Bad Aau- h e i m statt. Die Abstimmung erfolgt in der morgen um 9 Uhr beginnenden Sitzung. Die Zanuarmiete in Hessen. Anfrage des volksparteilichen Abg. Hanry. Durch Bekanntmachung des Gesamtministeriums vom 11. Janaur 1926 ist die unterm 23. Dezember 1925 ebenfalls vom Gesamtministerium auf 93 Prozent festgesetzte Miete unter 'Berufung auf einen von einer politischen Parte» im Reichstag gestellten Antrag auf 88 Prozent herabgesetzt worden. Ich frage hiermit an: Ist der Hess. Regierung bekannt, daß 1. nach Paragraph 11 des Reichsmietengesetzes eine Aenderung der Hundertsätze erst mit dem auf die Bekanntgabe folgenden nächsten Monatsersten wirksam wird, daß infolgedessen die nachträgliche Aenderung der Januarmiete gesetzlich u n z u - lässig und deshalb unwirksam ist? 2. nach Paragraph 11, Absatz 3 über den Finanzausgleich vorn 10. 8. 25 dem Eigentümer die zur Verzinsung des fremden und eigenen Kapitals in Gemäßheit des Aufwertungsgesetzes erforderlichen Betrage in der M'iete berücksichtigt werden müssen? 3. die Verzinsung des eigenen und fremden Kapitals ab 1. Januar 1926 15 Proz. der Friedensmiete beansprucht, in der seitherigen Miete und auch infolge der Herabsetzung in der Ianuar- miete nur 10 Proz. für die Verzinsung enthalten find? Ist die Regierung bereit, den reichsgesetz- lichen Bestimmungen Geltung zu verschaffen und evtl, den Zins en ausfall in der Mete durch entsprechende Herabsetzung der Sonderst euer für den Monat Januar 1926 auSzu- gl eichen? 4. infolge der Rechtsunwirksamkeit der er« erfolgten Mietherabsetzung die Eigentümer einen klagbaren Anspruch auf Zahlung der für Januar rechtgültig festgesetzten Miete von93 Proz. haben und daß durch die Maßnahme der Reg'erung eine Unmenge von Prozessen und Streitig?eiten entstehen, die nur dazu geeignet sind, Gegensätze in der Bevblke- *tung hervorzurufen und zu vertiefen, - 5. die Mieterhöhung von 5 Proz. bei einer 'Durchschnittsarbeiterwohnung in der Stadt mit ,360 Mark Friedmsrniete täglich 3 Pfg. ausmacht und daß nicht die Miete, fondern die enorme Steuerbelast un g als ungerecht und drük- kend von der Bevölkerung empfunden wird? 6. Ist es wahr, daß die Herabsetzung der Miete auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion erfolgt ist? 7. Beabsichtigt die Regierung ihre gesetzgeberischen Maßnahmen künftig von in anderen Parlamenten eingebrachten Einträgen maßgeblich beeinflussen zu lassen? Wenn ia, trifft d^s für Anträge aller Parteien zu? 8. Ist die Regierung bereit, durch Zurücknahme ihrer Bekanntmachung vom 11. Januar 1926 den Rechtzustand wieder herzustellen, evtl, ist sie bereit, ein Gutachten über die Rechtslage einzuholen? Der hessische Staatsvoranschlag 1926. G Der Voranschlagsentwurf für 1926 ist dem Landtage zugegangen. Die Abschlußziffern stellen sich im Verwaltungsteile im Vergleich mit dem Vorjahre wie folgt: 1926 1925 mehr Mark Mark Mark Gesamtausgaben 128610367 112149439 16460928 Lfd. Einnahmen 119 462 465 103 631349 15831116 Fehlbetrag 9147902 8518090 629812 Zum formellen Ausgleich des Voranschlags ist der Fehlbetrag, wie im Vorjahre unter Kapitel 8 (Reste ufro.) in Einnahme gestellt. Bon der gesamten ziffernmäßigen Ausgabe- erhok;ung (16,4 Millionen Mark) entfallen 13,4 Millionen Mark auf neue oder erhöhte durchlaufende Verrechnung von Einnahme und Ausgabe (stellen demnach keine Erhöhung des eigentlichen Bedarfs dar). Als wirkliche Steigerung des Staatsbedarfs gegenüber dem Vorjahre kommen lediglich 3 Millionen Mark (Mehrcinstellung für Pensionen ufro. in Betracht. Der gesamte Personalaufwand stellt sich auf 78,1 Millionen Mark (60,8 Prozent), die Ziffer für die sachlichen Ausgaben auf 50,5 Millionen Mark (39,2 Prozent). Die Vergleichziffern von 1925 betragen 73 Millionen Mark (65,2 Prozent) und 39,1 Millionen Mark (34h Prozent). Zur Deckung des Staatsbedarfs stehen folgende Quellen und Einnahmen zur Verfügung. Millionen Gesamt- Mark bedarf Staatsgüter und Betriebe 17,4 13,5°/o Reichssteueranteile 28,0 21,8°/o Landessteuern 51,0 39,7°/0 Staatseinnahmen u. Anstalten 11,1 8,6" „ Sonstige Verwaltungseinnahmen 8,1 6,3% Ersatz des Reiches für Schupo 3,9 3,0°/n zusammen 119,5 92,9"'» Ülusgleichsposten als Deckung für die Mehrausgaben 9,1 7,1°/« 128,6 100°/« Den stärksten Anteil an der Deckung des Staatsbedarfs haben die Steuererträgnisse (Pos. 2 und 3) mit rund 79 Mill. Mk. (61,5 Proz.) des Gesamt- bcdarfs von 128,6 Mill. Mk. Zur Deckung des Fehlbetrags von 9,1 Mill. Mk. (0,6 Mill. Mk. mehr als in 1925) sollen zunächst die Ueberschüsse der Jahre 1923 und 1924 herangezogen werden. Verfügbar an solchen Ueberschüssen sind: aus dem Rechnungsjahre 1923 3,7 Mill. Mk. aus dem Rechnungsjahr 1924 6,8 Mill. Mk. zusammen 10,5 Mill. Mk. Wie sich das Rechnungsergebnis 1925 gestalten wird, läßt sich z. Z. noch nicht überblicken. Allem Anscheine noch wird der vorgesehene Fehlbetrag von 8,5 Mill. Mk. nicht voll erreicht werden: man wird, wie die Denkschrift besagt, wohl mit 7,5 Mill. Mark rechnen können, zu deren Deckung die vorgenannten Restbestände dienen. Der alsdann noch verfübar bleibende Betrag von rund 3 Mill. Mk. soll zum teilweisen Ausgleich des Fehlbetrages 1926 (9,1 Mill. Mk.) Verwendung finden. Es verbleiben dann immer noch 6,1 Mill. M k., für die zunächst Deckungsmittel nicht vorhanden sind. Im V e r m ö g e n s t e i l, der zum ersten Male wieder im Staatsvoranschlage 1925 erschienen ist, sind im ganzen nur 1,7 Mill. Mk. (Deckung aus Anleihemitteln vorgesehen. Abgesehen von einigen kleineren Aufwendungen handelt es sich im wesentlichen um Bauzwecke größeren Umfangs. In bezug auf Reu- und Erweiterungsbauten hat man sich größte Beschränkung auferlegt und nur einige dringlichste Fälle vorgesehen, wie z. B. Erweiterungsbauten am Gerichtsgefängnis in Offenbach und in der Heil- und Pflegeanstalt Philippehospital. Neubauten für Dienst- und Wohngebäude sind nur vorgesehen für das Kreisamt Alzey, Vermes- sungsamt Fürth, Polizeiamt Lampertheim. Für Beschaffung von Beamtenmietwohnungen ist mit Rücksicht auf die gesamte finanzielle Lage des Staates eine Vorsehung hierfür unterblieben. Die finanzielle Lage der Deutschen Reichsbahn. Berlin, 14. Jan. (WTB.) Das Geschäftsjahr der Reichsbahngesellschaft und das Reparationsjahr, das am 31. August d. I. abgelaufen ist, überschneiden sich. Infolgedessen fallen auf das erste Geschäftsjahr der Reichsbahngescllschaft, das am 31. Dezember 1925 obgelaufen ist, noch die Lasten der ersten vier Monate des zweiten Reparationsjahres. Demnach hatte die Reichsbahn an Lasten aus Reparationen nmd 512 Millionen Reichsmark im Geschäftsjahr 1925 zu tragen. Die gesamte R e - parattonsbelastung für 1926 beträgt rund 690 Millionen Reichsmark. Auf Grund der Steigerung der persönlichen Auslagen sowie der Gehalts- erhöhungen, Sozialzuschlaae und Lohnaufbesserungen und auf Grund von Aenderungen der sozialen Gesetzgebung ergibt sich für dieses Konto eine Jahres mehrvela st ung von insgesamt rund 280 Millionen Reich smart. Die Steigerung der P e v s i o n s l a ft der Reichsbahn ergibt sich aus folgender Gegenüberstellung: Im Jahre 1913 betrug sie 114 Millionen Reichsmark und im Kalenderjahr 1925 398 Millionen Reichsmark. Auch auf dem Gebiete der Bauten und Beschaffungen ist eine große Reihe von Kostensteigerungen im Laufe des Geschäftsjahres 1925 eingetreten, die gleichfalls für die Wirtschaft der Reichsbahn eine dauernde Verteuerung mit sich bringen. Zu den Forderungen, die eine Verminderung der bisherigen bevorzugten Stellung der Reichsbahngesellschaft in der Entrichtung von Steuern, Stempelgebühren ufro. herbeiführen sollen, bemerkt die Gesellschaft, daß hierdurch eine steigende Belastung von vielen Millionen sich ergeben würde. Die Mehrbelastung konnte im Geschäftsjahr 1925 dadurch abgedeckt werden, daß die Gesellschaft, wie sie ausführt, auf ihrer Ausgabenseite eine sehr vorsichtige Wirtschaft führte. An Unterhaltungs- und Erneuerungsarbeiten wurde nur das Notwendigste ausgeführt. Die Erneuerung des Oberbaues betrug z. B. im Frieden 5 Prozent, jetzt 3,5 Prozent. Nach Aufzählung der Maßnahmen, die eine Verbesserung der Wirtschaft des Unternehmens bedeuten, wird auf die allgemeine günstige Entwicklung des Verkehrs im letzten Jahre hingewiesen. £>eit Anfang November aber spüre die Reichsbahn in steigendem Maße ein Nachlassen der Beanspruchung im Personen- und Güterverkehr. Im November und Dezember fehlte gegenüber den erwarteten Bruttoeinnahmen täglich ungefähr eine Million Reichsmark. Die Hoffnungen für eine weitere günstige Entwicklung sind gering. Es wird also die Frage der Deckung für alle Lasten, die die Wirtschaft der Reichsbahn schon jetzt erschweren, nicht unerhebliche Schwierigkeiten machen. Flucht Ho z nanns. D r e s b e n , 14. Jan. (Wolfs.) Der im Barmat- Kutisker-Skandal schwer belastete russische Kaufmann Michael Holz mann ist aus dem Sanatorium^ Löschwitz, das er zur Herstellung seiner angegriffenen Gesundheit vor mehreren Monaten ausgesucht hat, spurlos verschwunden. Es besteht kaum ein Zweifel, daß Holzmann die Flucht ergriffen hat, um sich dem Prozeß, der jetzt stattfinden sollte, zu entziehen. Man rechnet damit, daß er bereits im Auslande ist. Holzmann hinterläßt durch seine Flucht eine große Anzahl Leidtragender, darunter auch die Gerichts- kasse. Als er seinerzeit auf freien Fuß gesetzt wurde, mußte er 15 000 Mark Kaution hinterlegen, die er auch ausdrachte und einzahlte. Als er dann zur Besserung seiner angegriffenen Gesund- hett in das Sanatorium Löschwitz ging, teilte er m verschiedenen Briefen dem Gericht mit, daß er v ö l l ig mittellos sei und für Wiederherstellung seiner Gesundheit dringend Geld brauche. Das Gericht bezahlte darauf auch aus dem hinterlegten Betrag die Aufenthaltskosten in Höhe von mehreren tausend Mark. Es ist immerhin eigenartig, daß die Polizei und die Gerichtsbehörden einen so schwer belasteten Mann nicht genügend beobachtet haben, um eine Flucht zu verhindern. Holzmann selbst hat seinen Anwälten und auch anderen Personen erzählt, daß gewissen Per- sönlichkeiten daran liege, das; er selbst aus Deutschland verschwinde und in diesem Zusammenhang soll er auch seinem Anwalt mitgeteilt haben, daß gleich nach seiner Verhaftung vor nunmehr fünf Diertcftahren eine gewisse Persönlichkeit in das Gefängnis gekommen sei und ihm dort vorgeschlagen habe, er solle schleunigst Deutschland verlassen. Von der Kutisker- Gruppe werde ihm ein Betrag von einer halben Million Reichsmark zur Verfügung gestellt, wenn er Deutschland sofort den Rücken kehre. Die Fincmzkrifis in Frankreich. Zuspitzung der parlamentarischen Lage. Täl. Paris, 14. 3an. Die Finanzkommis- fion der Kammer hat heute nachmittag mit 21 gegen 5 Stimmen bei 13 Stimmenthaltungen die Regierungsvorlage über die Verkaufssteuer verworfen. D.'.s Finanzprogramm der Regierung, das auf dieser Steuer aufgebaut war, bricht damit völlig zusammen. Die Kommission hat ferner einstimmig einen Antrag Leon Blums angenommen, worin die Regierung aufgefordert wird, eine neue Vorlage über die bi retten Steuern auszuarbeiten. Ein weiterer Vorschlag Leon Blums, der sämtliche indirekten Steuern ablehnte, gelangt mit 18 gegen 12 Stimmen bei 7 Stimmenthaltungen zur Annahme. Doumer ersuchte darum von der Kommission sofort gehört zu werden und wird im Laufe des heutigen Abends vor ihr erscheinen. Es verlautet erneut, daß die Regierung entschloßen sei, sich über die Beschlüsse der Finanzkomn.ission hinweg, direkt an die Kammer zu wenden und ihr Verbleiben im Amte von der Entscheidung des Parlomentes abhängig zu machen. Die Kommission wird wahrscheinlich der Kammer nach Ablehnung der Regierungsvorlage die Finanzentwürfe der Kartellparteien unterbreitm. In diesem Falle wird Driand die Regierungsvorlage in Form eines Gegenentwurfes durch ein Mitglied der Linksradikalen einbringen und gleichzeitig die Vertrauensfrage stellen. Wird der Entwurf der Finanzkommission abgelehnt und der der Regierung angenommen, so tritt die gesamte Finanzkommission zurück. „Moralische Abrüstung". Paris, 14. Jan. (WTB.) Heute nachmittag hielt die Leiterin der deutschen Zeitschrift „Für neue Erziehung", Frau Elisabeth Rotter, unter den A'^spiz.en der pädagogischen Abteilung der französischen Gesellschaft für wissenschaftlichen Fortschritt und der nationalen Gewerks chaft französischer Lehrer und Lehrerinnen einen Vortrag über das Thema „Für die moralische Abrüstung! Für die Annäherung der französischen und deutschen Lehrer!" Professor Langevin f chrte die Rednerin ein und wandte sich in seiner Ansprache gegen den militaristischen Geist der Vorkriegszeit, der mehrere Generationen vergiftet habe. Die deutsche Rednerin zeigte in großen Linien, welche großen Anstrengungen Deutschland unternommen habe, um den Friedensgeist zu erlangen. Dies sei vor allem die Aufgabe der Lehrer. Gleich zu Anfang der Sitzung protestierten mehrere Delegierte der französischen pädagogischen Gesellschaft gegen die Benutzung des Romens der Gesellschaft in der Ankündigung dieser Konferenz Mehrere Personen muhten aus dem Saal verwiesen werden. Wahrend der ganzen Sitzung kam es zu zahlreichen Unterbrechungen. Verschiedene Teilnehmer warfen in öen Sitzungssaal Tränen und Äebelkeit erregende Geschosse. Der Ruf „Boches heraus!" und ähnliche Schimpfworte ertönten. Der Tumult dauerte eine halbe Stunde. Die Polizei konnte erst nach langen Bemühungen die Ruhe wiederherstellen. Großbritannien und Amerika auf der Abrüstungskonferenz. London, 15. Jan. (WTD.-Funkspruch.) Der „Daily Telegraph" schreibt, Großbritannien würde auf der bevorstehenden Sitzung der vorbereitenden Kommission für eine Abrüstungskonferenz in Gens durch Lord Cecil vertreten werden, dem Sachverständige des Foreign Office und der drei Waffengattungen zur Seite stehen würden. Diese geringe Stärke der Delegation weise auf den rein vorbereitenden und beratenden Charakter der Konferenz hin. Washington vertrete dieselbe Auffassung wie London über den Charakter dieser Besprechungen. Es werde daher nicht erwartet, daß irgend ein amerikanisches Kabinettsmitglied persönlich kommen werde. Vermutlich werde der amerikanische Gesandte in Bern mit den amerikanischen Militär-, Marine- und Luft-Fahrt- Attachös die Vereinigten Staaten vertreten. Kunst und Wisienschaff. vom Schuhkartell deutscher Gristesarbetter. Die im „Schutzkartell deutscher Geistesarbeiter" zusammengeschlossenen großen Verbände traten zu einer Vertreteroersammlung zusammen. Der Präsident des Schutzkartells, D. Dr. Otto Everling, gab einen Ueberblick insbesondere über die Frage der Aufwertung, Stellenvermittlung und Altersund Hinterbliebenenversorgung für Geistesarbeiter. Sodann wurden die Referentenentwürfe zu einem Gesetzentwurf über den Reichswirtschafts- r a t behandelt. Das Schutzkartell, das in den vor« liegenden Referentenentwürfen keine angemessene Vertretung der geistig schaffenden Berufsstande sehen kann, fetzte einen Ausschuß für die Ausarbeitung einer Eingabe an das Reichs- wirtschaftsmimsterium und einer begründeten Kundgebung für die Öffentlichkeit ein. Erzbischof Eoederblom. Dem Erzbischsf der schwedisch-lutherischen Kirche, D. Dr. Soederblom, her durch seine hohen Verdienste um das Liebeswerk Schwedens zugunsten Deutschlands während und nach der Kriegszeit bekannt wurde und bei der Organisation und bei den Beratungen der Stockholmer Weltkirchenkonferenz im vergangenen August eine hervorragende Rolle spielte, hat der Präsident des deutschen evangelischen Kirchenausschusses, Dr. Kapler, namens der deutschen evangelischen Landeskirchen die herzlichsten Wünsche zum 60. Geburtstag übermittelt. tWir werden demnächst eine eingehende Würdigung des schwedischen Kirchenfürsten aus berufener Feder bringen. D. Red.) Eino Leino f. Der finnische Dichter E'no Leino ist nach kurzer Krankheit im Alter von 49 Jahren gestorben. Er hat zahlreiche Romane geschrieben und viele Werke der ausländischen Literatur in das Finnische übersetzt. Der Dichter wirb auf Staatskosten beigeseyt. Die Robelpress-Struer. Die schwedische Regierung w ll die Steuer auf den Nobelpreis von 4 auf 3 Prozent herabsetzen, wodurch ein Betrag von 275000 Kronen freigemacht wird. Professor Hagemann f. Der Rektor der Landwirtschaftlichen Hochschule in Bonn-Poppelsdorf, Geheimra-t Prof. Hagemann ist unerwartet an einem Herzschlag gestorben. Der Grillparzerprels für Werfel. Das Preisgericht hat den Grillparzer-Preis für das relativ beste deutsche dramatische Werk, das im Laufe des letzten Trienniums auf namhaften deutschen Bühnen zur Aufführung gelangt ist, dem Drama „ZuarozundMaxim ilian“ von Franz Werfel einstimmig zuerkamtt. Aus aller Wett. Schnee im Schwa zwald. Freiburg i. Br., 15. Jan. (WTB. Funkspr.) Der strenge Frost der letzten Tage hat seit gestern abend etwas nachgelassen. Heute nad)Lfeßte leichter Schneefall ein, der ganze Schwarzwald" und die Rheinebene haben eine Schneedecke, die auf den Hohen über 1000 Meter durchschnittlich 75 Zentimeter beträgt, unter 1000 Meter bis in die Ebene hinein etwa 10 Zentimeter. Heute vormittag schneit es weiter. — In Norditalien dauern Kälte und Schneefälle an. Aus Genua werden 13, aus Mailand 10 Grad unter Null gemeldet. In Florenz soll der Schnee gestern abend 35 Zentimeter hoch gelegen haben. In Rom fällt warmer Regen. — Im Gebiet von Wilna hat unter dem Einfluß des starken Frostes eine wahre Wolfsplage eingesetzt. Fast täglich laufen Nachrichten von Ueberfäüen von Wolfsrudeln auf menschliche Siedlungen ein. In den Vororten von Wilna selbst sind schon Wölfe gesichtet worden. Aus dem holländischen hochwassergebiet. A m st e r d a m , 15. Jan. (TU.) Der scharfe F r o st bedeutet einen schweren Schlag für die von der Ueberschwemmung heimgesuchten Gebiete. Das Gebiet zwischen Maas und Waal ist eine unübersehbare Eisfläche, die noch nicht stark genug ist, um einen Verkehr zu gestatten. Die Zufuhr von Lebensmitteln durch Boote nach den überschwemmten Gebieten ist aber unmög- l i ch geworden. Die Bewohner, die ihre Häuser nicht verlassen können, leben auf ungeheizten Dachböden und leiden sehr unter der Kälte. Jetzt droht auch noch Lebensmittel- mangel. Aus Nord-Holland wird ft a r k e s E i s t r e i b e n gemeldet, das die Brücken bedroht. Pioniertruppen haben die ganze Nacht bei größter Kälte gearbeitet, um das unter den Brücken an- gestaute Eis zu sprengen. Gestern sind neue Truppen eingetroffen, die das Eis sprengen wollen. > Zwei Millionen Kilogramm Tabak verbrannt. Eine Feuersbrunst zerstörte in Po la (Istrien) große Tabakniederlagen. Zwei Millionen Kilogramm Tabak im Werte von 25 Millionen Lire verbrannten. Die Lage der eingefrorenen Schiffe. Reval, 14. 3an. (TU.) Die Lage der im Finnischen Meerbusen eingeschlossenen Schiffe wird immer hoffnungsloser. Der Geleitzug kommt täglich nur etwa drei Seemeilen vorwärts. Die Dampfer leiden unter großem Kohlenmangel. Infolgedessen geht heute der dritte große russische Eisbrecher auf Veranlassung des deutschen Konsulates in Leningrad zur Hilfeleistung ab. Rach einer Woffmeldung soll es den russischen Eisbrechern am Mittwoch gelungen sein, von zwanzig eingeschlossenen Schiffen 15 abzuschleppen. Die übrigen fünf sind im Eise festgefroren und mußten zurückbleiben. Die abge- schleppten Schiffe befanden sich heute mit den Eisbrechern westlich von Hogland. Aus der Provinzialhauptstadt. G i e ß e n, den 15. Zanuar 1926. Der Werkunterricht der nach der neuen Reichsverfassung Unterrichtsgegenstand in allen Volks- und höheren Schulen unseres Vaterlandes wurde, stößt hier und da besonders auf dem Lande auf ziemlich großen Widerstand. Viele Leute finden es unbegreiflich, daß die Schüler zuweilen mit Laubsäge, Hammer, Schere, Holz und Pappe u. dgl. zur Schule kommen. Besonders sind es die älteren Leute, Schüler der früheren Lernschule, die die Leistungsfähigkeit der Schule und des Lehrers nach der Zahl der auswendig gelernten Bibelsprüche, Liederoerse, Katechismusstücke und Realienbuchabschnitte beurteilen, können sich mit dem heutigen Schulwesen, besonders aber mit dem Werkunterricht durchaus nicht befreunden. Deshalb fei hier ein kurzes Wort über diesen neuen Unterrichtsgegenstand gesagt. Die Bedingungen für ein günstiges Fortkommen im Leben sind heute ganz anders als wie vor 100 Jahren. Die Maschine greift umgestaltend in das Leben ein. Die körperliche Arbeit wird vielfach ausgeschaltet. An ihre Stelle trit vielfach die Kontrolle der Maschine durch Auge und Hand. Diese Entwicklung hat der Volks- schule z. T. ganz neue Pflichten auferlegt. An Stelle des Wortwissens muß die Selbständigkeit durch Selbsttätigkeit treten, durch eigenes Beobachten, eigenes Denken. Der Betrieb in unserer Volksschule muß deshalb so vielgestaltig sein, daß jedem Schüler Gelegenheit geboten wird, die Fähigkeiten, die in ihm schlummern, voll und ganz zur Entfaltung zu bringen. Durch ß^geübungen mit Stäbchen und Knöpfen, durch Malen werden auf der Unterstufe die feinen Muskelpartien der Hand geübt, gleichzeitig aber auch Kenntnisse und Fertigkeiten erworben. Aus Holz und Pappe verfertigt sich der Schüler die wichtigsten Apparate und Modelle, und gewinnt so durch eigene Anschauung die Hauptlehr- sätze aus der Naturlehre und Geometrie. Das so Erarbeitete wird dauerndes Eigentum der Schüler bleiben, während das Wortwissen schnell wieder verloren geht. K. v.‘; "avvVia'tic. Halb bis ganz bedeckt, Winde aus nördlicher Richtung, mäßiger Frost, noch Schneefälle. Gestrige Lagestemperaturen: Maximum minus 3,8, Minimum minus 4,7 Grad Celsius. Heutige Morgentemperaturs: Minus 3,4 Grad Celsius. ** Von der Anleihealtbe fitz st eile beim Finanzamt Gießen wird uns geschrieben: Die Anträge von Anleihegläubigern, die ihren Altbesitz an Markanleihen unmittelbar beim Reichskommissar zum Umtausch anmelden und Gewährung von Auslosungsrechten beantragen, werden immer zahlreicher. Es wird darauf hingewiesen, daß die Anleihegläubiger sich bei Geltend- Ansteckungsgefahren prompt eatrhot wer bei sich führet Unser 95 95 95 95 95 95 25 95 95 95 V 430a Aschaffenburg Bahnhofstr. Restposten und Einzelpaare bedeutend herabgesetzt Auf alle im Preise nicht zurückgesetzten Sch uh waren Damenhalbschuhe mit u. ohne Lackknppe. ver- »chiedene Formen, Restposten Damen-Spangen- u.Halb- »Phtlhp weIß deinen | scnune ^'Utes Fabrikat..... Braune Halb- u.Spang.- Schuhe ™3ir34 fO.'&rÄ*» taelhamlofl-Schoalleostielel f mit Lederspitze. Ledersohle u. 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Er hat ein Geständnis abgelegt und beruft sich darauf, daß er den Diebstahl aus Rot begangen habe: er habe sich sofort nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis mehrfach um Arbeit umgesehen, aber immer vergeblich. Da er auch Bescheinigungen hierüber vor- legen kann, erscheint diese Angabe glaubhaft. Das Gericht billigt ihm deshalb auf Antrag des Staatsanwalts nochmals mildernde Umstände zu, sieht von einer Zuchthausstrafe ab und verurteilt ihn zu neun Monaten Gefängnis. Der vielfach vorbestrafte Bersicherungsagent Ernst R. aus Darmstadt hat sich der Beleidigung des Amtsgerichtsdirektors F. schuldig gemacht, indem er diesem bewußte Rechtsbeugung zum Borwurf gemacht hat. Die eingehende Beweis- aufnahme, durch welche die Borgänge, welche früher zur Verurteilung des Angeklagten geführt Ha6en, restlos klargestellt werden, ergibt in zweifelsfreier Weise die Haltlosigkeit der Vorwürfe. Wegen deren Schwere und da der R. auch schon mehrfach wegen Beleidigung und falscher Anschuldigung vorbestraft ist, lautet das Urteil auf neun Monate Gefängnis. Kleine Strafkammer Wetzlar. Wetzlar, 13. Jan. Wegen Vergehens gegen das Umfotzsteuergesetz hate der Landwirt und Händler Wilhelm W. aus Groß-Rechtenbach durch Strafbefehl des Finanzamts Wetzlar 100 Mk. Geldstrafe erhalten. Hiergegen beantragte er gerichtliche Entscheidung. Er wurde dann vom Amtsgericht Wetzlar zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt. Auch gegen diese Entscheidung hatte der AngeNagte Be- rufung eingelegt und um Herabsetzung der Strafe gebeten. Rach kurzer Beweisaufnahme ermäßigte das Gericht in Anbetracht der wirtschaftlichen Verhältnisse des Angeklagten die Strafe auf 100 Mk. und billigte dem Angeklagten monatliche Ratenzahlungen von 25 Mk. zu. Gegen den P.R. aus Wetzlar wurde wegen Hehlerei verhandelt. Der Angeklagte war ursprüng- lack- n. Wildledepspangeiischube 90 f.Damen, mit echtem L.XV- Abs, aparte Formen, Restp. • * | Wir bitten um Besichtigung unserer Fenster | Buntes Allerlei. Die Großstädte Europas. Rach dem soeben erschienenen englischen Werk „Population of the Chief Cities" erhält man zum erstenmal einen genauen Einblick in die Entwicklung der europäischen Städte nach dem Kriege. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß die Städte immer mehr an Bevölkerung zunehmen und das Land immer mehr entvölkert wird. Gartz Europa hat insgesamt 213 Großstädte, d. h. Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern. An der Spitze aller Länder marschiert England mit 50 Großstädten. Deutschland steht an zweiter Stelle mit 46, Rußland hat 23. Frankreich 17, Italien 14 usw. lieber» raschend ist die Angabe, daß ganx Europa 32 Städte mit mehr als 500 000 Einwohnern hat. In Deutschland gehören dazu Berlin mit mehr als 4 Millionen, Hamburg mit mehr als 1 Million, Köln mit 650 000, München mit 630 000, Leipzig mit mehr als 600 000, Dresden und Breslau mit mehr als 525 000. Die größte Stadt Europas ist London mit 7 500 000 Einwohnern. Paris dagegen zählt nur knapp 3 Millionen. Die Einwohncrahl von Moskau ist auf 2 Millionen angewachsen, dagegen die von Petersburg auf 650 000 gesunken. Moskau hat seit dem Kriege einen Zuwachs an Bevölkerung von 500 000 Menschen erfahren. Wien hat nicht ganz 2 Millionen Einwohner. Die anderen Großstädte haben unter 1 Million. Man erkennt aus diesen Angaben sehr gut die Verteilung der Bevölkerung auf Stadt und Land. Die schlechteste Verteilung hat Eng and, wo jeder zweite Bewohner In einer Stadt lebt. England hat auch die meisten Städte mit mehr als 500 000 Einwohnern, wie z. B. Bitmingham, Glasgow, Liverpool, Manchester. In Oesterreich ist bereits jeder Dritte ein Bewohner der Städte. DaS kommt daher, daß Oesterreich bei einer Gesamteinwvhnerzahl von nur 6 Millionen Menschen nur 2 Großstädte besitzt, Wien und Graz, in denen allein über 2 Millionen Menschen wohnen. In Deutschland. Belgien und Holland ist jeder vierte Mensch ein Städter, in der Schweiz kommen auf fünf Landbewohner ein Stadtbewohner. In Frankreich ist jeder Siebente ein Stadtbewohner und in Italien jeder Rennte. Diejenigen Länder Europas, die am wenigsten Großstädte haben, sind der Staat Danzig, Bulgarien, Dänemark, die Türkei, Litauen, Finnland, Estland und Norwegen. Alle diese Länder haben nur je eine Großstadt, von denen die größte Konstantinopel ist, die Hauptstadt der Türkei, mit 1 125000 Einwohnern. Kräftige Kinderstiefel 040 Größe 31-35 8.35, Größe 27-30 U Damen-Spangenschuhe E mit 1 oder 2 Spangen, mod. ßjj Formen.................... w machung ihrer Rechte ausschließlich an eine Vermittlungsstelle, d. h. eine Bank, Sparkaffe, Kredit- genosse^chast oder sonstige Geldanstalt zu wenden - haben. Direkte Einsendung an den ^Z^ornrniffar ist zwecklos, es können sich sogar durch Verzögerung infolge Fristablaufs Rechtsnachtelle ergeben. Die Anmeldefrist läuft am 28. Februar 1926 ab. Bis dahin müssen alle Anträge bet der Anlechealtbesitz- stelle eingegangen sein. »* Wann ist ein Eid rechtsungültig? - Eine wichtige N e ' ch s g e r i ch t s e n t ° fcheidung. Das Reichsgericht hat m einer bie hcHifche Justizvflege betreffenden Sache eine Entscheidung geällt, die von weittragender Bedeutung ist. Das hessische Justizministerium ha mehrfach zu Staatsanwälten ernannte Assefforen nut der Versetzung von Amtsrichte r st ell en betraut In einer Mainzer Reoisionssache beim Reichsgericht hat dieses entschieden, daß der vor einem ab Richter fungierenden Staatsanwalt geleistete Eid rechtsungültig ist. - Er ist d a! Zwar ganz unzeitgemäß und aller Theorien der Raturkunde zum Trotz. Ihn störte nicht die ziemlich starke Kälte, noch der scharfe Rordost. Im Gegenteil: Mit einer ganz selbstverständlichen Regelmäßigkeit und doch wieder «ganz kalenderwidrig stellte „er“ sich in unserer Redaktionsstube ein. In seinem braunen Oberkleid, seiner weih verbrämten schwarzen Samtweste versuchte er uns vorzutäuschen, wir befänden uns im Mai. Zur Bekräftigung dessen führte er sofort einige seiner ungeschickten Kletterkunststücke vor. „Er" wurde durch einen in Wieseck wohnhaften Freund des „Gießener Anzeigers" bei uns einge ührt, munter und vergnügt wie seine unzähligen Kameradm im Wonnemonat Mai: der jedes Iahr faltige Red akti onSmaikäf eil 6* Reue Bestimmungen über Die Deteranenbeihilfe. Rachdem die J^te» ranenbeihilse auf 20 Reichsmark monatlich er- höht worden ist, hat sich, wie der preußische Minister des Innern in einem Runderlah aus- führt der Reichsfinanzminister damit einver- standen erklärt, daß mit rückwirkender Kraft vom 1. Oktober v. I. ab der Unterschiedsbetrag zwischen den Militärversorgungsbe-iügen und der Veteranenbeihilfe allgemein dann gezahlt werden kann, wenn der Monatsbetrag Der Militärversorgungsbezüge den Betrag Der De.eranenbeihilfe von 20 Reichsmark nicht erreicht. Hiernach wird z.B. nach dem Amtlichen Preußischen Pressedienst ein Veteran. Dem eine Militärrente von 12,70 Rin. gezahlt wird, frühestens seit Dem 1. Oktober v. I. ab noch eine Deteranenbeihilfe non 7.30 Rrn. beziehen. Ferner wird beabsichtigt, eine sogenannte einmalige Teuerungszulage von 7,50 Rm. monatlich Den Empfängern Der Kriegsteilnehmerbeihilfe auch im Rechnungsjahr 1926 zahlen tu lassen. ** Mahnzettel mit Zahl karten. Das Reichsfinanzministerium hat angeordnet, daß in Zukunft die zur Verwendung kommenden Mahnzettel mit einer anhängenden Zahlkarte versehen und so eingerichtet werden, daß sie zusammenge- faltet ohne Briefumschlag versandt werden können. ** Kein Visum mehr mit der Schweiz ab 2 0. Januarl Amtlich wird gemeldet: Zwi- scheu der deutschen und der schweizerischen Regie- rung ist die gegenseitige Aufhebung des Sichtver- merkzmanges mit Wirkung vom 20. Januar 1926 vereinbart worden. Reichsangehörige können von diesem Zeitpunkt ab die Schweiz, und Schweizer Staatsangehörige das Reichsgebiet über die amtlich zugelassenen Grenzübergangsstellen jederzeit ledig- lich auf Grund eines gültigen Heimatpasses ohne Sichtvermerk betreten und verlaffen. Für Kinder unter 15 Jahren genügt an Stelle eines Paffes ein amtlicher Ausweis über Name, Alter, Staatsangehörigkeit, Wohnsitz oder dauerr.den Aufent- halt', der Kinderausweis muß bei Kindern über zehn Jahre mit einem Lichtbild versehen sein. Mit Rücksicht auf die gegenwärtige, stark gespannte Lage des Arbeitsmarktes der beiden Länder ist vyrge- sehen, daß Angehörige des einen Staates, die im Gebiete des anderen Staates eine Stellung antreten wollen, mit einer vor der Einreise bei der zuständigen Auslandverttetung des Ziellandes zu heichaffenben Bewilligung zum Stellenantritt aus- pestattet fein muffen. Die Vereinbarung über die gegenseitige Aufhebung des Sichtvermsrkzwanges Im deutsch-schweizerischen Verkehr gilt auch im Verhältnis zwischen dem Deutschen Reich und dem Fürstentum Lichtenstein. Damit ist setzt das Visum im Verkehr mit Oesterreich, Holland und der Schweiz gefallen. timmungen hinwegsetzt, gefallen lassen. Auch darf ie erwarten, daß auf Antrag in den zahlreichen Zöllen besonderer wirtschaftlicher oder persönlicher Verhältnisse von den Finanzämtern in weitherziger Weise von dem Härte Paragraphen (§ 56 des Einkommensteuergesetzes) Gebrauch gemacht wird. 3m ehemaligen Notgebiet ist grundsätzlich eine Einkommensteuernachforderung abzulehnen. In den Fallen, in denen im ehemaligen Notgebiet aus Veranlassung der untergeordneten Stellen der Finanzbehörden die gestundet gewesenen Rentenbankzinsen noch bezahlt worden sind, ist der entsprechende Betrag aus die nächsten Rentenbankzinsen anzurechnen. Ganz allgemein sind bei wirtschaftlicher Notlage auf Antrag alle in Frage kommenden Steuern aus Billigkeitsgründen zu ermäßigen." Es folgte dann ein Vortrag von Professor Dr. K r z y m o w s k i (Breslau) über «Lest- und Streitfragen aus der landwrtschastlichen Betriebslehre". Er behandelte vornehmlich Fragen der intensiven und der extensiven Wirtschaft. Der Redner Leder-Kinderstiefel 4 ' Ledersohle, Absatzfleck Größe 20-22 ................ • Damen braun Boxk.-Spang. Q Q-L..L- Baheenarbelt, gutes Sj bonuhe i abrlkat .......... V erklärte, daß es dafür keine festen Grenzen gebe; maßgebend für die Wahl der geeigneten Betriebs- form müsse der Reinertrag sein. Kirche und Schule. )( Ortenberg, 13. Jan. Aus der kirchlichen Statistik des vorigen Jahres ist zu berichten (die eingeklammerten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 1924): Getraut wurden 6 Paare (7), getauft wurden 19 Kinder (13), zur Konsirma- tion kamen 18 (10), beerdigt wurden 11 Personen (11). Am Heil. Abendmahl nahmen 370 Erwachsene ober 55 Proz. (371) teil, den Gottesdienst besuchten an 63 Sonntagen 3819 Männer und 3450 Frauen ober 17 Proz. ber erwachsenen Bevölkerung, an Gaben für die christliche Liebestätigkeit und sonstige kirchliche Zwecke gingen ein 3447 Mk. oder 5,17 auf den Kopf ber erwachsenen Bevölkerung (2097 Mk. in 1924). Der Frauenverein veranstaltete außer seinen regelmäßigen Leseabenben brei Vortrags- abenbe unb feierte sein lOjähriges Bestehen, ber Evang. Bunb unb der Kirchengesangverein hielten je einen Familienabend ab, die fehlende Glocke unseres Geläutes wurde ersetzt. Eine sehr segensreiche Tätigkeit entfaltete unsere Krankenschwesterstation, deren Schwester in den Gemeinden Ortenberg, Selters, Lißberg unb Wippenbach in 145 Familien 4605 Krankenbesuche machte, 22 Nachtwachen und 9 Tagpflegen hielt. Die Station wurde nur aus freiwilligen Spenden unterhalten, außer Natural- gaben, besonders aus den Gemeinden Selters und Ortenberg steuerten bei: Gemeinde Ortenberg | 100 Mark, Basaltwerk Ohmtal 50 Mark (außer- j dem 50 Mark für die Kinderschule), Eisenwerk ! Hirzenhain 50 Mk., Kreiskaffe 75 Mk. Ferner gin- '■ gen ein an freiwilligen Gaben ber einzelnen Ge- meinbeglieber aus Ortenberg 315 Mk., aus Lißberg 150 Mk., Selters 50 Mk., ber Beitrag ber Gemeinbe steht noch aus, ebenso bie Beiträge ber Krankenkassen Bübingen und Nidda, die ebenfalls in dankenswerter Weife die Schwesternstationen unterstützen, aus der Kollekte im Dekanat für die Stationen des Dekanats wurden 38 Mk. überwiesen. Dank dieser SIND gut ONO TOSWEBT Herrenhalbschuhe Tanz- u. Gesellschaftsschuhe Darmstadt, 14. Jan. Der Mittwoch, der zweite Tag der Landwirtschaftlichen Woche, begann mit einem Vortrag von Dr. Fensch (Berlin) — Mitglied des Deutschen Landwirtschaftsrats — über „Wirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik". Der Redner verlangte Maßnahmen zur Gesundung der Landwirtschaft, u.a. Zoll chutz. Ferner trat er ein für Erhöhung der Roherträge, Wirtschaftsberatung, Ausgestaltung des Unterrichtswejens usw.; er forderte wie Steuerreform und Rücksichtnahme bei eher Festsetzung des Zinsfußes für Kredite. Es wurde eine Entschließung angenommen, in ber auf bie Notlage der hessischen Landwirtschaft hingewiesen und eine Umwandlungber kurzfristigen Kredite in langfristige mit billigem Zinsfuß verlangt wird. Die entscheidenden Sätze der umfangreichen Entschi'e- jungen lauten wörtlich: „Die Landwirtschaft kann ich keinesfalls eine willkürliche Veranlagung, die ich über die zwischen dem Landesfinanzamt und >er gesetzlichen Berufsvertretung vereinbarten De- — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße. „Tragödie". Man nennt Henny Porten Da« .deutsch? Gretchen" und räumt ihr damit, wenn'auch wider Wollen, eine ganz einzigartige Stellung in der Welt des Films ein. Gewiß, es gibt schönere Frauen, es gibt raffiniertere Schauspielerinnen. aber kerne so durch und durch echte und innerlich wahre Künstler n wie, Henny Porten. Richt als betörendes Web. nicht als hinreißend schone Frau ist sie sich selbst, sondern ccks Mutter, als deutsche Mutter, einfach und schlicht in ihrer öovye, ihrem R ngen um ihr Kind. Da fällt alles Pr^enhafte und Theatralische und nur sie. die echte und wahre Künstlerin, gestaltet aus einem reichen inneren Erleben heraus, ilnb dieser Ausschnitt in dem mit t>:cl Routine und dramatischer Wucht, in dessen doch in Dem herkömmlichen Rahmen des F irns gehaltenen Stück lohnt auch dem nicht passionierten Freund beg Kinos den Besuch. znnal der Fckm von Carl Froelich sehr sorgfältig inszeniert ist und neben Henny Porten Künstler von Rang aufweist, von denen wir mir Robert Garrison nennen wollen, dessen Verleger eine ausgezeichnete Leistung ist. ** D i e deutschen Münzprägungen im Dezember. In den sechs deutschen Münzstätten wurden im Dezember an Silbermünzen geprägt: 11512181 Mark Einmarkstücke, 1 754082 Zweimarkstücke, 630 000 Mark Dreimarkstücke, 2 216 770 Mark Fünfmarkstücke. An Pfennig- münzen wurden für 151 837,25 Mark tfünf= Pfennigstücke unb 354 823,80 Mk. Zehnpfennigstucke geprägt. Unter Berücksichtigung ber eingezogenen Münzen beträgt der Umlauf nunmehr: 239 163 033 Mark Einmarkstücke, 52111 670 Mark Zweimarkstücke, 149 983 626 Mark Dreimarkstücke 3 912 040 Mark Fünfmarkstücke, 26 120 418.65 Mark Füns- pfennigstücke, 55 369 970,50 Mark Zehnpfennigstucke, 109 850 425,50 Mk. Fünfpfennigstücke, 2 795 107,80 Mark Einpfennigstücke, 5 000 303,68 Mark Zweipfennigstücke. Bornotizer: — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 7V4 Uhr „Das Dors ohne Glocke" (Ende gegen 10 Uhr). — Verein Rudersport: 9 Uhr Bootshaus, Hauptversammlung. Hessische LQNdrvrrLschafLttche Woche. (Von unserer Darmstädter Redaktion.) lich wegen Anstiftung zum Diebstahl zu 4 Monaten Gefängnis unb drei weitere Mitangeklagte zu Geld- strasen verurteilt worben. Während letztere sich bei blefem Urteil beruhigten, legte R. Berufung ein. Durch die Kleine Strafkammer Wetzlar wurde das erstinstanzlich« Urteil dahin abgeänbert, daß der Angeklagte zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Auf die Revision des Angeklagten gegen dieses Urteil hatte er den Erfolg, daß das Reoi- fionsgericht — Oberlandesgericht Frankfurt a. M. — obwohl es das angefochtene Urteil im Schuldspruch endgültig bestätigte, dieses aus formellen Gründen wegen des Strafmaßes aufhob und die Sache dieser- halb an die kleine Strafkammer zurückoerwies. Die heutige Verhandlung befaßte sich daher auch nur mit dem anzuwendenden Strafmaß. Das Gericht erkannte unter voller Würdigung ber persönlichen Verhältnisse bes Angeklagten sowie ber allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse auf 20 0 M k. (9 c(b- ftrn f e an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten. WMÄMllM Lebens geben. Lieh und Gießen, den 14. Januar 1926. Die Beisetzung findet in aller Stille in Nieder-Florstadt statt 4270 Watzenborn, den 13. Januar 1926. Straße 22 aus statt 426D I I Nur im 56. Lebensjahre in die ewige Heimat eingegangen. Gießen (Roonstraße 34), Forstgarten bei Gießen, Hamburg, den 14. Januar 1926. 436D Heuchelheim, den 15. Januar 1926. 0321 (Eintritt 43 D Stellenangebote! 433c kaufen. Arbeitshemden 0294 2 0 o Sonder - Raba*H Kein Laden! Kein Laden! WM Die Beerdigung findet am Samstag, dem 16. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Die Beerdigung findet Samstag, 16 Januar, um 27? Uhr, vom Trauerhause Ludwig- erlöste der mit Geduld Gertrud Antonie Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Freiin Löw von und zu Steinfurth Gail geb. Knorr verw. Schirmen a: Heute morgen 11% Uhr Herr von seinem schweren, Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Ludwig Sier, Polizeiverwaltungs-Obersekrctär i. R. Nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden ist gestern abend 7% Uhr meine herzensgute Frau, unsere liebe treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante 16. 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Vom deutschen Standpunkte verdient es jedenfalls Anerkennung, daß es .Herrn Sasonows erste Sorge gewesen ist. die Beziehungen zu D e u t f ch « land wieder intimer und vertrauensvoller zu gestalten. Die offene und eingehende Aussprache an« läßlich der Potsdamer Monarchenbegegnung wurde von ihm, wie ich schon bei Gesprächen im nergam genen Sommer bemerken konnte, dringend gewünscht, und wenn von russischer Seite zu einer solchen Aussprache bereitwilligst die Hand geboten wurde, so ist dies jedenfalls zum großen Teil auf seine Anregung zurückzusühren. Ich glaube auch, daß wir der guten Absicht des Herrn Sasonow, in einem möglichst vertrauensvollen Verhältnis mit Deutschland zu bleiben, vorderhand volles Vertrauen entgegenbringen können. Wenn Herrn Safonow ober hie und da ausge- gesprochene Sympathien für Deutschland nachgesagt worden sind, welche eine deutschfreundliche Richtung seiner Politik erwarten lassen, so muß es schon oer dächtig erscheinen, daß es vorwiegend uns nicht wohlgesinnte Kreise waren, die sich bestrebt zeigten, den neuen Minister als Deutschenfreund zu stempeln. Herr Sasonow mag ein gewisses sympathisches Verständnis für deutsche Kultur besitzen, er ist aber durch und durch Russe, und sein Wunsch, mit Deutschland gut zu stehen, beruht lediglich auf der *) „Die Große Politik der Europäischen Stubb nette 1871—1914.“ Sammlung der Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes. 3m Auftrage des Auswärtigen Amtes herausgegeben von Johannes Lepsius. ALrecht Mendelssohn Bartholdy, Friedrich Thimme. 5. Reihe. Erste Aoteilung: „Weltpolitische Komplikationen". Band 26—29 (6 Teile). 3m Berlage der Deutschen Derla^sgeseuschaft für Politik esse eulgegensähen, zumal wir bereits im 3abre 1907 unsererseits eine Verständigung über Persien angeregt, bislang aber keine Antwort Rußlands erhalten hätten. Politische Interessen hätten wir in Persien nicht, wohl aber kommerzielle, ebenso dort wie sonst in der Welt, und ein Land wie Deutschland würde es niemals ertragen können, sich an irgendeinem Orte von der Bosts der Gleichberechtigung abdrängen zu lassen. Irgend etwas Positiveres über die zu erwarten len russischen Vorschläge herauszubekommen, war mir unmöglich, da der russische Minister offensichtlich nicht mehr sagen wollte, übrigens auch unser Gespräch wegen seiner Abreise plötzlich abgebrochen werden mußte. Unsere gesamte llntetrcbimfi, die in deutscher Sprache geführt wurde, deren Sasonow vollkommen mächtig ist, verlief in den angenehmsten Formen. v. Lethmann Hollweg. Es hatte zunächst den Anschein, als ob diese deutsch-russische Annäherung von längerer Dauer sein und auch ihren vertraglichen Ausdruck finden sollte. Das Retz der Allianzen hatte sich hv dessen auf der Seite des Dreiverbandes bereits so verfestigt, daß es keinem Partner mehr möglich war, auch nur den Schein eines Ausbruchs aus demselben auf sich zu nehmen. Sasonow erlog, nach Petersburg zurückgekehrt, sehr bald diesem Zwang: der englische Druck hätte wohl auch einem stärkeren Staatsmann in feiner Situation den Kurs auf^ gezwungen. Der folgende Brief illustriert diese Situation aufs deutlichste: er gibt zugleich ein Bild jenes Außenministers, unter dem Rußland in den Weltkrieg gezogen ist, dos die wesentlichsten 3üc,c Sasonows enthält, sein imbedingtes Bestreben, die enge Entente mit den West möchten um jeden P reis au f rechtzuerho l ten , und den Mangel eines entschlossenen Willens, Der sich auch gegen die herrschenden Strömungen am Petersburger Hose hätte durchsetzen können. Der Botschafter in Petersburg Graf non P nur- talös an Den Reichskanzler von Bethmonn H o l l w e g. St. Petersburg, den 2.3anunr 1911. Die russische auswärtige Politik wird gegenwärtig hauptsächlich von Dem Wunsche beeinflußt, möglichst allen auswärtigen Komplikationen für die nächsten Jahre vorzubeugen und den Frieden zu erhalten, dessen Rußland dringend bedarf, um sich von den durch den japanischen Krieg und die Revolution erlittenen Schlägen zu erholen. Von diesem Gesichts- punkte aus ist auch das wichtigste Ereignis der russischen auswärtigen Politik in dem eben zu Ende gegangenen Jahre, der Wechsel der Lettung des Ministeriums des Aeußern und die Wohl Der Persönlichkeit des neuen Ministers, zu beurteilen. 3m Gegensatz zu seinem Vorgänger, dessen Charaktereigenschaften der russischen Politik ein unruhiges Gepräge gaben, zeichnet sich Herr Sasonow durch ein fachlich abwägendes, ruhiges Wesen aus, dessen wohltätiger Einfluß auf Rußlands auswärtige Beziehungen mich bereits deutlich jetzt ein Ende hoben werde. 3ch Hobe diese Versiche- ruug mit Dank entgegengenommen und meinet Erwartung Ausdruck gegeben, daß, wenn die Russen so handelten, es mit der Zeit gelingen werde, Mißverständnissen vorzubeugen, die eine notmenDipc Folge der bisherigen Politik Rußlands hätte sein müssen. 3n dieser Beziehung sei noch meiner Ansicht Die bevorstehende Entrevue Euerer Majestät mit dem Zaren mit besonderer Freude zu begrüßen. Sie werde zweifellos Gelegenheit dazu geben, daß Die beiden hohen Souveräne, ohne etwa Details der laufenden Politik zu berühren, sich über die all" gemeinen Gesichtspunkte der politischen Lage aussprächen in Bekräftigung Der alten Deutsch-russischen Beziehungen, Deren Grundlage stets die in beiden Ländern bestehende kräftige, tatsächliche und wesenhafte Monarchie gewesen lei und sein werde. Gewiß ermatten wir keine grundsätzliche Aenderung Der russischen Politik, ebensowenig wie Rußland eine neue Orientierung Der deutschen Politik erwarten werde. Wir hotten auch volles Verständnis bafür, Daß sich Rußland bei seinen zahlreichen, zum -eil recht delikaten Berührungspunkten mit England mit Diesem auf gemeinschaftlicher Basis zu verständigen suche, und Daß cs mit dem ibin verbündeten Frankreich überall die beiden Ländern gemeinsamen 3nler- effen vertrete. Dos hindere aber nicht, gute und vertrauensvolle Beziehungen zwischen uns und Ruß- ~ *' es vermiede, sich in „ .ungen 3i land, wofern nur Rußland . Gegensatz zu Deutschland zu stellen, ohne durch eigene vitalste Interessen dazu gezwungen zu iem. ' Sosonow stimmte dem zu und setzte auch seinerseits ganz besondere.Hoffnungen auf Die bevorstehenden Tage, wobei er in merkbarer Weise Durchblicken ließ, daß der Zar, so befriedigt und beglückt er auch von den letztjährigen Entrevuen mit Euerer Maie- ftät gewesen sei, doch den lebhaften Wunsch hege, frei und offen mit Euerer Majestät über politische Angelegenherten zu sprechen. Das Verhältnis Rußlands zu Deutschland fei allerdings in letzter Zeit, namentlich durch die Ereignisse der Jahre 1907 ms 1908 erschwert gewesen. Man habe in Rußland nicht geglaubt, daß Deutschland ein solches Interesse an der bosnisch-herzegowinischen Ange [egcnf)eit zeigen werde, wie es tatsächlich getan Hobe. Darauf habe ich mir die sofortige Zwischen bemerfung gestaltet, daß die Haltung Deulschlands eine selbstverständliche Folge unseres Bündnisses mit Oesterreich gewesen sei. Wenn wir Dabei zu einer besonderen intensiven Solidarisierung unserer Politit mir Den österreichischen Interessen gekommen wären, so seien wir dazu geradezu gezwungen worden, in Dem die Drei Mächte England, Frankreich und Rußland ihre politischen Entschließungen mit ostentativer Ai'sschließimg Deutschlands gefasst hätten. Hierzu bemerkte Sasonow, daß Die bosnisch-herzego winische Krisis als ein Stück der Geschichte der Ver- gangenheit angehöre und für die zukünftigen Richtlinien der russischen Politik keine Bedeutung mehr habe. Was England anlange, so seien die russisch- englischen Beziehungen lange Zeit ebenso durch den hartnäckigen wie gnmhlofen Verdacht Englands vergiftet gewesen, daß Rußland Aspirationen aut In- dien habe. Diesem Verdacht habe ein Ende gemacht werden muffen. Die Zeiten der Expansionspolitik seien für Rußland ein für allemal abgeschlossen. Seine einzige Aufgabe sei die eigene innere Konsolidation. Aus diesem Gnmde sei Rußland eine Verständigung mit England eingegangen, die jenen Velleitäten für immer ein Ende mache. Aber einzig und allein hierauf erstrecke sich die Verständigung. „Wir haben einen festen und dicken Punkt gemacht, über den es nicht hinausgeht. Will England im übrigen eine deutschlandfeindfiche Politik treiben, so wird es uns nicht auf feiner Seite finden." Rußland habe schon vermöge seiner unmittelbaren Nachbarschaft mit Deutschland und vermöge seiner weitreichenden kommerziellen Interessengemeinschaft mit uns das lebhafte Bedürfnis, mit uns auf gutem Fuße zu stehen. Jetzt werde er uns, nachdem er morgen dem Zaren Vortrag gehalten haben werde, bestimmte Vorschläge in betreff des Orients — fo sagte der Minister, er meinte aber ersichtlich Persien — machen. Er hoffe, daß unsere orientalische Politik kein Hindernis bieten werde, vitalen Interessen Rußlands Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Ich erwiderte, daß mir diesen Vorschlägen mit Iuier- DBG. Am 28. September 1910 wurde Alexander Iswolski seines Amteq als russischer Außenminister enthoben und zum Botschafter in Paris ernannt. Damit wurde nun auch vor aller Welt ein deutlicher Strich gezogen unter eine gefährliche Prestigepotttik, die, zumal in den kritischen Wochen des bosnischen Streites, Europa bis hart an Den Rand der Katastrophe geführt hatte. Unter dem Eindruck der allgemeinen Cntspannuna konnte der Nachfolger Jswolstis, Sasonow, dessen cin-- fadjc, von sachlichem Eifer und ehrlichem Patriotismus erfüllte Persönlichkeit auch bei den Gegnern zunächst Vertrauen erweckte, es unternehmen, die i'urd) vanslawistifche Hetzereien arg kompromittier- len deutsch-russischen Beziehungen in eine freund- nd)crc Bahn zu lenken. Derartige Andeutungen , urteil m Berlin, zumal von Herrn von Beth- ii .in n Hollweg, mit großer Freundlichkeit aus- V momernn und führten bei dem Besuch des Zaren- p-nares in Potsdam Anfang November 1910, das t on Sasonow begleitet war, zu einer Annähe - null] her beiden Kaiserreiche, die nach < imnal an die alten Tage der deutsch-russischen FreunDschaft erinnerte und einen Ausweg aus der sich immer mehr oersestigenden Mächtegruppierung des Dreibundes und Dreiverbands zu eröffnen schien. Der folgende Bettcht des Reichskanzlers non Bethniann Hollweg über sein erstes Zusammenttes- sen mit dem russischen Außenminister, den mir dem in Kürze erscheinenden 27. Bande der Großen Aktenpublikation des Auswättigen Amtes*) entnehmen, zeigt die freundliche, ruhige und entgegenfommenDc Stimmung, die die „Entrevue von Potsdam" zu einem Ausgangspunkt deutsch-russischer Versöhnung zu machen schien: Der Reichskanzler von Betbmann Hollweg an Kaiser Wilhelm II. Berlin, den 1. November 1910. Euerer Kaiserlichen und Königlichen Majestät meide ich alleruntertänigst, daß der russische Botschafter Graf Osten-Sacken soeben mir und dem Staatssekretär von Ktderlen durch eine Einladung zum Frühstück Gelegenheit gegeben hat, die Bekanntschaft von Herrn Sasonow zu machen. Der neue russische Minister der Auswärtigen Angelegenheiten macht im Gegensatz zu Herrn Iswolsky Den Endruck eines nüchternen, überlegten Mannes, der, ohne geistreiche Pointen brillieren zu wollen, genau weiß, was er will. Und was er will, ist zunächst nur die innere Konsolidation Rußlands, ohne diese Gegenwattsaufgabe mit irgendwelchen phantastischen Zukunftsproblemen zu verquicken. Er wird damit seinem Vaterlande größere Dienste leisten, als es Iswolsky mit seiner Politik der Unruhe und der Umwege getan hot. Im Endeffekt wird das allerdings kein Posten fein, den wir auf unserer Gutfeite zu buchen haben, aber ich habe den Eindruck, daß es uns, solange die auswärtigen Geschäfte Rußlands von Herrn Sasonow geleitet werden, möglich sein wird, im Wege offener Aussprache ben- icniqcn praktischen Kontakt mit der rulsischeu Politik iviederzugewinnen. der unter Henn Iswolsky ner- loren gegangen ist und unter ihm nicht wieder her- gestellt werden konnte. Wahrend mir dieser vor .t’.icni Jahre in überschwenglin-pn Ausdrücken die 'leundschastlichen Gesinnungen lllußlands anpneß, hat es Safonow vermieden, sich einen ähnlichen Ton or.ineignen. Dafür hat er, als ich ihn darauf aufmerksam machte, daß die russische Politik jeder Aussprache mit uns auch in solchen Fällen aeflissentlich aus Dem Wege geaangen sei, wo Die russischen Interessen mit Den unseren parallel liefen, und daß die enge Fühlung, Die unsere Vertreter im Auslande früher miteinander tzehabt hätten, russischerseits einer offLnsichtlichen Zurückhaltung Platz gemacht hätten, mich kategorisch versichett, daß es mit diesen Usancen Üirkenntnis bee Rügen», den gute Bezie h u n gen mit dem westlichen Nachbarn dem russischen Interesse bringen können. Der Minister ist überzeugt davon, daß die Mm erfolge dec russischen Politik der letzten Jahre zum Teil auf die Vernachlässigung der Beziehungen zum Deutschen Reiche zuruckzuführen sind, und hat Durum Wert Darauf gelegt gleich bei seinem Amtsantritt nähere Fühlung mit Berlin zu suchen. Wenn fidi das Gefühl, daß Rußland uns braucht, bei ihm mit der Zeit mehr ausbildet, werden wir dies nur mit Genugtuung begrüßen können. 3e mehr sich hier die Erkenntnis Bahn bricht, daß wir gern bereit sind, die traditionellen freundschaftlichen Beziehuv gen mit Rußland wieder aufzunehmen und zu pfle gen, daß wir aber auch ohne dieselben auskommen können, um fo günstiger werden sich die Älnssichieu für gute deutsch-russische Beziehungen gestatten. Denn darüber, daß bei der kürzlich vollzogenen und von der nüsischen össentlichen Meinung im allge meinen gebilligten Annnäherung an Deutschland Sympathiegefühle für Deutschland nicht mitgewirk: haben, Dürfen mir uns nicht den geringsten Tön schungen hingeben. Deutschland und die Deutsche,» erfreuen sich vielmehr nach wie vor sehr geringer Beliebtheit. Für die fernere Haltung Dee Hernr Sasonow Deutschland gegenüber wird jedensalls entscheidend sein, inwieweit ihm von sran,zösisd;er und von eng Uscher Seite die Pflege eines guten Verhältnisses zu Deutschland erleichtert oder erschwett werden wird Der neue Minister hat bereits gezeigt, daß er weit davon entfernt ist, eine Schwenkung Der russischen Politik etwa Im Sinne einer Abkühlung des Verhältnisses zu dein verbündeten Front- veid) und zu England vollsuhren zu rooUen. Vorgänge der letzten Zelt scheinen sogar auf eine beinahe ängstliche Besorgnis des Herrn Sasonow hinzudeuten, durch eine zu große Intimität mit Deutschland bei den Mächten der entente cordialu zu verstimmen. Alles, was er über den Potsdamer Gedankenaustausch bis fetzt in die Presse hat gelangen lassen, weist auf diese Besorgnis sehr deutlich hin'. . F- Pourtales. cinTeitctc. Die Erzieher hatten ja in Der Ve- handlrma Des Itapolwn-Theinas «roße Schwierigkeiten zil überwinden. Man sagte zunächst Dem Prinzen möglichst wenig von seinem ^Vater, hielt aber alles VeranglimpfenDe streng von ihm fern. Aus seiner frühes!en Kindheit Cii.uierte er sich noch an so nurnches. Mc französische Umgebung hatte ihm, bevor er an Den österreichischen Hof kam, viel erzählt, und so fragte er gradezu, vb Denn sein Vater ein Verbrecher sei, weil man ihn gefangen halte. Als er Die nötige Reife hatte, wurde Reichstädt in der Weltgeschichte unterrichtet, auch in Der der Gegenwart, deren Held Napoleon war, und man gestattete ihm alles zu lesen, worin er sich über Die Schicksale Des Vaters unterrichten konnte. Ein merkwürdiges Dokument Dieser Beschäftigung mit der napoleonischen Kriegsgeschichte ist des Herzogs Biographie des Fürsten von Schwarzenberg, des Gegners seines Vaters. Die nttlitarischLn Operationen sind hier sehr objettiv behandelt, verraten aber eine gute Kenntnis Der Strategie. Der militärische Beruf erschien chm als bas Höchste, unh Feldhei-r-n- ruhm fDielte in feinen Zutunftshoffnungen die Hauptrolle. Das zeigt sich am deutlichsten tu Den bisher unveröffentlichten Aufzeichnungen Des Grafen Prokesch-Oslen. die von Bourgoing mitgeteilt toerDcn. Der Graf, Den der Prinz bei seinem Grazer Aufenthalt 1830 kennenlernte, wurde rasch 1 Sitzung der Stadtverordneten. " Gießen. 14. 3anuae 1926. Das am 15. November v. 3. neugewählte Stadtparlament hat sich heute tonftltmetl. Ohne besondere Almftänbe, ohne programmatische Reden. Kurz und bündig, schlicht. Schließlich sind ja auch große Reden bei solchem Anlaß in Der heutigen Zeit herzlich überflügel. Denn was uns in nächster Zeit drückt und auf oeit Nägeln brennt, weiß jeder, der sich ernstlich unö aufmerksam mit öffentlichen Dingen beschäftigt. Und was in wei° lerer Ferne der vier-jählngen Amtsperdode dieses Parlanrents liegen wird, wer tarnt das heute bestimmt formuliert sagen, überschen und dazu Stellung nehmen? Gs genügte vollkommen, was man jetzt beim Arbeitsbeginn der neuen Stadt- verordneten-Detsammlung als Ginführung zu hören bekam. Nur aus die Taten kommt es an. und hoffetrttvch werden diese st> Ausfallen, datz man Damit zufrieden sein kann. Die politische Neuorientterung eine» grollen Teils der Wählerschaft kommt natürlich in dem äußeren Biltt des neuen Hauses kräftig zum 2Ii£ druck. Hinter Den beiden Rechtsgruppen, die z.T. naher an den Magistrats tisch gezogen sind, baut sich die Mittelstandsvereinrgung recht ftattltch cius bei den Demokraten sieht man ehr neues erhebliche 'Personalveränderungen sind auch bei den DozialDenrokoateit zu bemerken, und schließlich hat bas bisherige kommunistische Trio einer im wahren Sinne des Wortes nur einstimmigen Vertretung des Kommunismus Platz gemacht. Sitzungsbericht. Anwesend Oberbürgermeister Keller, die Beigeordneten Dr. Seib, Dr. Fr eh, Dr. Hamm, 3ustizrat Dr. Rosenberg. Kommet- flienrat Kltngspor und 42 Stadtverordnete. Der Zuhöverraum ist stark besucht. Oberbürgermeister Keller nimmt zunächst Die Einführung und Verpflichtung der neu gewählten Stadtverordneten por. Zuerst begrüßt er die alten Stadtverordneten, die auf Grund ihrer Wiederwahl berufen feien, ihre Kraft auf to-eitcre 4 Jahre dem Dohle unterer Stadt zu widmen. Es fet für die Verwaltung von hohem Wert, eine beträchtliche Zahl von Mitarbeitern vorzufinden, die durch mehrjährige Tätigkeit mit den Aufgaben eines Stadtverordneten vertraut seien. Sodann entbietet der Redner herzlichen Willkommengruh den 16 neuen Stadtverordneten, die heute zum erstenmal das Amt eines Stadtverordneten übernehmen. Bei regem Interesse und voller Hingabe werde es ihnen hoffentlich bald gelingen, Die Kenntnisse und Erfahrungen, zu gewinnen, dir für eine gedeihliche Ausübung ihres Amtes unerläßlich feien. Möge die Tätigkeit der neuen StadtverorHneten-Dersammlung unserer Stadt zum Wohle gereichen. Anschließend nimmt der Oberbürgermeister die Verpflichtung der 16 neuen Mitglieder des Hauses vor. Daran schlicht sich die Vereidigung deS Schriftführers der Stadtverordneten-Ver- sammlung, Verwaltungsinspektors M i cf e 1. Bausachen. Eine Abänderung des genehmigten Baufluchtlinienplanes bei der Lupusheil- statte an der Gaffkystrahe wird glatt genehmigt. Infolge der Vergrößerung deS Lupus- Heimes, für das ein wesentlich größerer Gelände- kompler erforderlich ist, muh die in dem Baublock liegende Straße beseitigt werden. Diesem Zweck dient die jetzt vorgelchlagene Maßnahme. 3m übrigen werden vier Baugesuche antragsgemäß erledigt. Ofeneinbauten im Gaswerk. Der Detriebsausschuß beantragt: Für den Einbau eines Ofens wird ein Betrag von 9000 Mark aus Betriebsmitteln zur Verfügung gestellt und der Einbau des Ofens der Stettiner Eha- mottefabril übertragen. Beigeordneter Dr. Hamm weist die Rotwen- digkeit.dcs Einbaues nach durch den etwaigen DÄricbsstörungen im Gaswerk vorgebeugt werden soll . Ein Vertreter der M i 11 e l st a n d s - Vereinigung fragt die Verwaltung, ob die Stettiner Ehamottcfabrik Spezialfirma auf diesem Gebiete sei ober ob die Arbeit auch von einem hiesigen Handwerker gemacht werden könne. Beigeordneter Dr. Hamm weist in Beantwortung der Frage darauf hin, daß die bisherigen Oefen im Gaswerk von dieser Firma eingebaut wurden und daß es zweckmäßig sei, diese Einheitlichkeit beizubehalten. Der Preis sei durchaus angemessen. Eine Submission habe keinen Zweck, denn diese Firma nehme eine Art Monopolstellung ein, da sie die Aufsicht über 75 Prozent der deutschen Chamottesabriten ausübe und dort beteiligt sei. Es sei also richtig, die Arbeit dorthin zu geben. Der Wortführer der S o z i a l b e in o f r a i i c erklärt, man könne der Vorlage unbedenklich zustimmen. denn in dem Betrieb dieser Firma sei in hohem Maße die Verwendung von Spezialmaterial erforderlich. Im übrigen unterstreicht er die Darlegungen des Beigeordneten und betont, eine Schädigung des Gießener Handwerks werde bei der vorgeschlagenen Erledigung nicht eintreten. Das kommunistische Mitglied spricht sich gegen die Vorlage aus. Die Abstimmung ergibt die Annahme des Ausschußantrags mit allen Stimmen gegen die eine des Kommunisten. Eine neue Polizeiverordnung. Der vom Polizeiamt zu erlassenden Polizeiver- drdnung betr. die Anlage von Sammelplätzen und Lagerräume für tierische A b - fiHe wird ohne, weiteres zugestimmt. Ziegenzuchtoerei n. 1 Für die Wiederherstellung der Decke an dem jBtaöe des Ziegenzuchtoereins wird ein Kredit von 375 Mk. bewilligt. — In der Beratung taucht der Gedanke auf, einen Neubau des Ziegenstalles in einer geeigneteren Lage als setzt ins Auge zu fassen. Zur Linderung der Hochwasserschäden. Die sozialdemokratische Fraktion de- dntragt, den durch das Hochwasser der Lahn er- bebli* geschädigten Mitbürgern — darunter solche, die feit längerer Zeit arbeitslos find und denen die Winteroorräte an Gemüse in den überschwemmten Garten vernichtet wurden — mit städtischer Hilfe betzustehen. Es wird gefordert: Feststellung des Schadens hinsichtlich der Art und H-he. Vorstellungen bei der Reichsregierung, daß auch Gießen Franziska. Roman von Liesbet Dill. 44. Fortsetzung. Nachdruck verboten. 3n ihren großen dunklen Augen flackerte die Angst. Hasse überlegte. Die Operation würde sicher eine Stunde dauern Vorbereitungen bedurfte es nicht, nur eines Telephongespräches mit seinem ersten Assistenten: in seinem Krankenhaus stand immer der Saal bereit. Er 'gab der Jungfer den Auftrag, einen Krankenwagen zu bestellen, und ging ans Telephon, um feinem Assistenten von der Operation Mitteilung zu machen. „Setzen Sie sich noch einen Augenblick", bat Franziska und wies auf einem Sessel neben ihrem Bett. „Ich weih, es ist nicht Sitte, einen berühmten Arzt aufzuhalten, aber ich denke, es ist etwas anderes... bei uns", fügte sie leise Hinzu. ilnb er nahm neben ihrem Bett Platz. ■Unter der Spitzenhaube sahen ihre Augen dunkler und größer aus. 3n ihrem Lächeln war etwas von dem früheren Liebreiz, und selbst jetzt vermochte er sich nicht dagegen zu wehren, und als sie seine Hand in der ihren hielt unb sagte: »Was halten Sie von meinem Zustand, ist er gefährlich, mutz ich sterben?" brachte er das Lächeln des Arztes fertig, der seinen Patienten auf ihren letzten Weg einen Trost mitgeben will, und sagte mit jener Bestimmtheit, die man sich in diesem Berufe angewöhnt: »Daran werden Sie nicht sterben, Franziska." Sie schaute ihn an, ihre Brust hob sich, stoßweise kam ihr Atem, als habe sie soeben etwas gehört, das sie lang entbehrt. Aber dieses »Franziska" gab ihr zu denken. Sie sagte sich so spricht er, weil es mit mir aus ist, und eine -entsetzliche Furcht ergriff sie. Sie richtete sich Heftig auf, mit einer Kraft, die sie trotz ihrer Schmerzen noch befaß: „Fred! Fred!" Gs klang wie ein Aufschrei. Er zuckte zusammen, er fühlte diesen jagen» hen, fiebernden Puls in seiner Hand. „Seien Sie ruhig, Franziska", sagte er, „ich werde Ihnen helfen. Es gibt ja doch noch ehre Hilfe." bei der Verteilung von Reichsgeldern an die Hoch- maWcrna^öbigten berücff;*tigt werde. Wird das abgelehnt so soll aus städtischen Mitteln geholfen werden. — Auf Vorschlag des Oberbürgermeisters Keller wird der Antrag dem Finanzausschuß überleben mit der Ermächtigung, in gegebenen und brinalunen Fällen an Stelle desStadtparlaments zu beschließen und Hilfe zu gewähren. Ein weiterer sozialdemokratischer Antrag auf Verlegung einer Vorlage der nichtöffentlichen Sinung in die öffentliche Verhandlung wird nach geheimer Beratung, die durch die Geschäftsordnung vorgeschrieben ist, abgelehnt. Das Publikum, das hierauf wieder den Saal betritt, erfährt durch die Mitteilund des Vorsitzenden alsbald, daß es auf der otelle wieder umkehren und heimgeheu kann, da die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung erschöpft ist. Oderheffen. Landkreis (Sickert. /- -Reiskirchen, 14. Jan. Am Dienstag- abend kam in unterer Kirche der 2. Teil des B e- t 5 c I f i l m d zur Vorführung. War scheu die Vorführung für unsere Kinoer, zu der auch einige Schulklassen aus Rachbarorten sich ein- gefunden hatten, ausgezeichnet besucht, so konnte das Gotteshaus den Zustrom der Besucher abends um 8 ülhr kaum fassen. Die außerordentlich Haren und deutlichen lebenden Bilder vermittelten wieder einen lebendigen Einblick in die verschiedenen Zweige der großartigen und von Gatt reich gesegneten Liebesarbeit, die in Bethel und seinen Tochteranstalten geleistet wird. Der durch Ansprachen und Gesänge noch bereicherte Abend dürfte bei vielen eine tiefe, nachhaltige Wirkung hinterlassen haben. An Eintrittsgeldern und Kollekte konnten für das Liebeswerk der Inneren Mission 216 Mark abgeführt werden. : Stangenrod, 14. Jan. Unsere Bauern sind mit dem Düngen ihrer Felder beschäftigt. Ein eigenartiges Wehgefühl beschleicht manchen Landwirt, wenn er daran denkt, daß er in diesem Jahr voraussichtlich zum letztennml diese von seinen Vorfahren ererbten, oder aber durch Kauf jahrelang im Besitz gehabten Felder ausstellt. Denn bis zum kommenden Herbst wird unsere Feldbereinigung so weit fortgeschritten sein, daß die Neu einteimng der Fluren und damit die Uebergabe der neuen Aecker erfolgen Fann. Allerdings wird noch manche Aufregung über diese Angelegenheit unsere Einwohner beunruhigen, bis auch sie, wie an allen anderen Orten, in späteren Jahren die Vorteile der Feldbcreinigung schätzen werden. : Beltershain, 14. Jan. Unsere Feldbereinigung geht ihrem Ende entgegen. Die Gemüter haben sich bald beruhigt, und mancher ehemalige Gegner muh doch allmählich die Vorteile der Bereinigung eingestehen. Gegenwärtig werden noch die Einfahrten der neuen Feldwege in die Landstraße nach Vorschrift ausgebaut. : Reinhardshain, 14. Jan. Wie riesig groß die Wassermengen in den letzten Wochen gewesen sind, beweist der Umstand, daß heute noch viele Quadratmeter nicht etwa Wiesen, nein Wald an der Straße zum (leilshausener Batixitbergwerk unter Wasser stehen. Zu bei den Seiten dieser Waldstraße stehen dichte Fich- tenbestände an einzelnen Stellen bis 30 Zentimeter im Wasser. Infolge dichten Lehmuntergrun- des sickert das Wasser nur langsam in den nadel- bedeckten Waldboden ein. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 14. Jan. In Ausführung des Beschlüsse- der letzten Stadtverordneten- sitzung befaßte sich der vereinigte Dau- und Finanzausschuß unter Vorsitz des Bürgermeisters Dr. Seyd mit der Grwerbslosenunter- ft u h u n g. Man war einstimmig der Ansicht, eine Unterstützung in Geld nicht zu gewähren, tendern lediglich in Raturalien. Es sollen demnach Verheiratete erhalten: einen Gutschein über einen Zentner Briketts, 4 Laibe Schwarzbrot ü 4 Pfund und Lieferung von Gas, Wasser, oder elektrischem Licht im Werte von 4 Mk.: ledige Erwerbslose ohne eigenen Hausstand erhalten einen Gutschein über einen Laib Brot zu 4 Pfund und 1 Zentner Briketts, eigenem Hausstand einen Gutschein über einen Laib Brot zu 4 Pfund 1 Zentner Briketts. Wegen Inangriffnahme von Rvtstands- arbeiten schweben noch Verhandlungen mit dem Staate, nach deren Lösung zur sofortigen Ausführung geschritten werden soll. — Vor dem Sie fiel in die Kissen zurück. »Bleiben Sie bei mir", stammelte sie. „Roch eine Weile... Ich hab- Ihnen viel zu sagen..." llnb sie erzählte mit leiser Stimme, die Hand immer auf dem klopfenden Herzen, wie um es zu beruhigen, wie sie in den letzten Jahren herumgereist, auf Gastspielreisen, im Ausland mit einer Wandertruppe. Als Salome war sie zweimal nach Amerika hinübergekommen. Sie besaß den herrlichsten Schmuck, dort in jenem eisernen Kasten tag ein Vermögen, nebenan hingen Schränke voll kostbarer Toiletten, so zart wie Hauch, von Spitzen durchsetzt, mit Pelzwerk verbrämt, auf einem Stuhl lag hingeworfen ein Mantel aus Zobelfellen. „Ein Geschenk aus- Rußland", sagte Franziska und strich mit der Hand über das zarte Pelzwerk, das goldig schimmerte und sich tnifterub unter der weichen Berührung wie geschmeichelt hob. Gott, und daß sie den Octavian nicht singen durste. Er hatte doch sicher auch schon das Billett. Er schüttelte den Kopf. Er stand dem Theater fern, nur selten tarn er dorthin. „Ach, warum nicht mehr?" Er mußte lächeln. Es war dieselbe Franziska, die mit Sicherheit annahm, daß das Theater im Brennpunkt des Interesses einer ganzen Stadt stand und jedermann die Geschichte eines jeben Schauspielers oder Sängers kannte und sich dafür interessierte. „Warum? Weil ich keine Zeit mehr dazu habe", sagte er einfach. Franziska schaute ihn lange mit ihren klaren, dunklen Augen an. „Man hat zu alledem Zeit, zu dem mgn Lust hat", sagte sie. „Das wird's wohl sein.. Der vor ihr sah in dem tadellosen grauen Rock, dem blanken hohen Kragen, dem goldenen Kneifer war der, den sie kannte, und doch, so beherrscht er auch ihr gegenübersaß, er war verändert. Er warf ihr mit Heftigkeit vor, daß sie sich nicht in acht nahm, und es endete gewöhnlich mit einem Streit. „Ich habe Halsweh", sagte sie einmal. „Wo denn?" rief er wütend. „Im Hals natürlich", hatte sie lachend gesagt. In Erinnerung daran glitt heute noch ein Lächeln über ihr Gesicht. städtischen Mieteinigungsamt kamen im verflossenen Jahre 116 Streitfälle zur Verhandlung, zur Erledigung waren 19 Sitzungen, 132 Termine und 41 Ortsbesichtigungen nötig. Von den eingegangenen Anträgen wurden 82 durch Entscheidungen. 13 durch Vergleich, 9 durch Verständigung vor dem Termin und 12 durch Zurücknahme erledigt. In 22 Fällen wurde Beschwerde eingelegt und die Akten nach Darmstadt an die Beschwerdestelle (O. L. G.) weitergegeben, hiervon wurden zurückgewiesen 20, ftattgege* ben 2. L Rieder-Florstadt, 14. Ian. Die Ridda ist wieder vollständig in ihr Bett zurückgegangen, die Dorfstraßen sind frei von Wasser, nur aus den Kellern wird noch täglich mit der Feuerspritze Wasser ausgepumpt. Die überschwemmten Wiesen, von denen das Wasser nur langsam abfließen kann, bilden eine riesige, spiegelglatte Eisfläche, auf der sich die Jugend tummelt. — Dem Lehrer l. R. Ludwig Hechler wurde vom Tierschutz verein eine schöne älrcunde für langjährige treue Dienste überreicht. Er hat 38 Jahre lang im Ort für Öen Verein geworben und stets eine stattliche Anzahl Mitglieder und Bezieher der Tierschutzzeitschrift ausgebracht. Sein eifriger Nachfolger ist Lehrer Lang geworden. — Rach der letzten Viehzählung waren hier noch 2 Schafe, während bei der vorigen noch 38 vorhanden waren. Damit ist die hiesige Schäferei erledigt, der Hirte arbeitet seit Sonrmer 1925 im Steinbruch. Im Krieg und in der Inflation hatte Florstadt eine sehr große Schafherde, fast in jedes Haus gehörten 2 bis 3 Schafe, daher zeigte sich auch hier nie so starr der Mangel an wollener Winterkleidung. Trotz der schlechten Einkommen in vielen Familien konnten die Kinder reichlich mit gestrickten Sachen aus selbstverarbeiteter Wolle gekleidet werden. Das Spinnrad surrte in den Häusern wie in alten Zeiten, ältere Frauen und junge Mädchen lernten das üb innen von einigen ganz alten Frauen, denn schon jahrelang war solche Beschäftigung hier nicht mehr üblich. Die starke Herde fand in der Gemarkung nicht Nahrung genug, sie ging in den Wald und schadete auch dort, weil die zur Verfügung stehende Weide für einen solchen Bestand nicht groß genug war. Auch schlichen sich allmählich Mißstände ein, denn mancher Besitzer ging über die vorgeschriebene Zahl von 2 bis 3 hinaus und hielt statt dessen 10 bis 12 Schafe. Damit wurde das Prinzip, nur für den eigenen Bedarf zu züchten, verletzt und die Herde für die Gemarkung zu groß. In letzter Zeit kamen nun noch Krankheiten hinzu. Einig .iai mußten die Schafe gegen Räude vergast werden, in nassen Jahren forderte der Leberegel seine Opfer, so daß, nachdem wieder Wolle zu kaufen war, manche Familien ihre Schafe abschassten. Auch setzte damit ein verschärfter Druck der Gemeindevertte- rung gegen die Schafherde ein, die nach An- 'icht der Mehrheit nur noch der Allgemeinheit schadete und nur einzelnen nützte. Bei. dem ge« ringen Bestand, der allmählich noch verblieb, .Ilten sich die Ausgaben zu hoch, und die Ge- >'. ossenfch a ft löste sich auf. Der gute Zweck aber, der die Gründung veranlaßt hatte, wurde Volt und ganz in den schlimmen Jähren der Rohstoffknappheit erreicht. Kreis Büdingen. Änter-Schmitten 14. Ian. Wie außerordentlich ungünstig die Verhältnisse auf dem Grundstücks markte augenblicklich sind zeigte eine Versteigerung die vor einigen Tagen hier stattfand. Gs drehte sich um einen seither verpachteten größeren Landbesitz, der zwecks Ausbaus eines industriellen Unternehmens von seinem Besitzer abgestohen werden sollte. Die Versteigerung war eine Enttäuschung. Von den ausgebotenen Grundstücken wurde der größte Teil überhaupt nicht mit einem Angebot bedacht, während die übrigen Steigpreise erzielten, die wohl kaum zum bereitwiUigen Zuschlag reizen können. Bei den kleineren und mittleren Landwirten ist wohl nod) Interesse für Vergrößerung ihrer Betriebe vorhanden, aber die schwierige wirtschaftliche Lage gestattet cs ihnen nicht, Verpflichtungen geldlicher Art zu übernehmen, denen nachzukommen ihnen zur Zeit unmöglich ist. Kreis Schotten. XlX Schotten, 14. Jan. Auch in unserem Kreise hat die Arbeitslosigkeit einen bedeutenden Umfang angenommen. Zirka 3 0 0 Die rosige Bettlampe neben dem Tisch warf ein goldig leuchtendes Licht auf ihr Gesicht und beschattete es halb. „Warum 6oben Sie nicht geheiratet?" fragte sie plötzlich. Hasse hatte den Kneifer abgenommen und putzte ihn mit einem seidenen Tuch, langsam unb gründlich rieb er die ®Iä,er blank. Es war dies eine Angewohnheit von ihm, die sie ihm früher oft nachgemacht hatte, weil sie diese pedantische Bewegung nicht leiden mochte, aber sie sah, daß sie ihm allmählich zur Angewohnheit geworden war. „Daraus könnte ich Ihnen so ziemlich dieselbe Antwort geben, als wenn Sie mich fragen, warum ich das Theater nicht mehr besuche. Man verliert das Interesse daran." „Auch am Heiraten?" sagte sie und sah ihn unter der Spitzenhaube von der Seite an. Sie lächelte mit ihrem Grübchen und sah so schelmisch aus, daß er einen Augenblick vergaß, wie es um sie stand. „Wenn man eine solche Lehre mit auf den Weg bekommt wie ich, vergeht einem der Mut —" „An Mut hat es Ihnen nie gefehlt", warf sie ein. „An dem Mut, etwas zu wagen, woran man schon einmal gescheitert ist, doch", antwortete er, ohne sie anzusehea. Es entstand eine tleine Stille, in die eine kleine goldene, mit blitzenden Brillanten besetzte Taschenuhr ihr eiliges Ticken vernehmen ließ, die neben ber Lampe auf dem Tisch neben einem Buch lag, als wolle sie an die rinnende Zeit mahnen. „Ich glaube," sagte Franziska, nach der Uljr blickend, „Sie hatten recht. Ein großer Mann darf weder Frau noch Kinder haben. Er gehört der Welt. Aber mit uns ist es noch etwas anderes. Daß ich Sie noch einmal gesehen hab'! Ich bin Ihnen viel Dank schuldig. Es ist nicht angenehm, wenn man jemand etwas schuldig bleibt, aber ich war damals zu unreif dazu, um das zu wissen." Er machte eine abwehrende Bewegung mit dieser' merkwürdig kleinen Hand, die so fest Arbeitslose erhalten die Erwerbslosenunterstützung, während ungefähr 40 auf diesen Genuß verzichten müssen, weil sie die nötigen Bedingungen nicht erfüllt haben. Cs ist zu hoffen, daß bei Eintritt milderen Wetters die ErwerbSlosen-- 8 i ff er Im Kreise Schotten fällt. Ulfa, 14. Jan. Die in der letzten Samstagsnummer gebrachte Rotiz über die hiesige Feldbereinigung ist dahin zu berichtigen, daß das Massen^elände nicht, wie angegeben, verpachtet, sondern am 2. Febr. und in den Rachtagen versteigert werden soll. Man geht dabei von der Voraussetzung aus, wenn nicht das ganze, so doch wenigstens einen Teil des Geländes zu erträglichen Preisen los- schlagen zu tonnen, was immerhin vorteilhafter erscheint, als sich mit einer Zinsenlast zu bürden, die nur zum Teil durch den Pachtpreis auf- gewogen wird. X!X Feldkrücke n, 14. Ian Nächsten Sonntag findet hier die 3. Stichwahl um den Bürgermeisterposten statt. Die vorhergehenden Stichwahlen wurden vom zuständigen Kreisausschuß wegen Wahltreibereieu verworfen. Es stehen sich wieder blc -beiden Kandidaten Gastwirt Louis Kaiser und Jakob Rühl gegenüber. Bei der ersten Sttchwahl erhielten Kaiser 85 Stimmen und Rühl 90 Stimmen. Bei der 2. Stichwahl siegte Kaiser mit 89 gegen 84 Stimmen. Um die Nachfolge des Bürgermeisters S ch l e u n i n g, der sich große Verdienste während seiner 43jährigen Tätigkeit erworben hat, ist ein großer Kampf entbrannt. Schleuning, ein 74jähriger Mann, führt noch in geistiger und körperlicher Frische die Geschäfte. Hoffentlich bringt dieser Sonntag nun endlich wieder Ruhe in unsere Gemeinde und einen tüchtigen Bürgermeister. Kreis Alsfeld. M Alsfeld, 14. Ian. Gestern abend hielt Reallehrer Dotter auf Veranlassung des Zweig- Vereins Alsfeld des Vogelsberger Höhenklubs einen Lichtbildervortrag über »Rom als Kunststadt". Der Vortragende, der Im vergangenen Herbst eine Reise nach Rom unternommen hat, wußte auf Grund seiner persönlichen Studien über die Verhältnisse der ewigen Stadt ein sehr interessantes und anschauliches Bild über die Bedeutung Roms als Kunst» und Kulturstätte zu geben. Er behandelte Rom als Kunststätte in der römischen Kaiserzeit, im Mittel- alter und in der Zeit der Renaissance. Eine Reihe sehr hübscher Lichtbilder ergänzte den lehrreichen Dorttag in wirksamer Weise. Der Vortrag sand in dem neuerbauten kleinen Saale des Hotels „Deutsches Haus" statt, der bis auf den letzten Platz besetzt war. Am Nachmittag war der Vortrag für die Schüler der hiesigen Schulen gehalten worden. -er. Homberg a. d. Ohm, 14. Jan. Die Versorgung unseres Städtchens mit gutem Leitungswasser war in der letzten Zeit unzureichend. Sei es nun, daß die Quellen nicht mehr die frühere Menge an Wasser liefern, oder daß das Rohrnetz an manchen Stellen schadhaft wurde, so daß unbemerkt Wasser austreten konnte. (Die Wasserleitung wurde von 1900—1901 erbaut.) Zu dieser Annahme liegt jedoch kein Grund vor. Durch einen Vertrag seitens der Stadt mit der Kolonie Neu-Ulrichstein führt diese nach Bedarf von ihrem Wasserbehälter Wasser nach dem städtischen Behälter gegen Bezahlung über. Auch diese Zufuhr erweist sich als ungenügend. Die Hauptursache der Wasserknappheit liegt darin, daß das Bassin nur 150 Kubikmeter saßt, von denen 75 Kubikmeter zu Löschzwecken stets reserviert werden müßen. Der Gemeinderat sucht nun diesem Uebelftanbe abzuhelsen und hat sich in seinen Sitzungen wiederholt eingehend damit befaßt. Nach lange« Hin und Her kam fnan zu dem Entschluß, die oberhalb Hombergs, in der Richtung nach dem Hohen Berg liegende gefaßte Quelle, das sog Oberbörnchen, das einen an der Straße nach Dannenrod errichteten Brunnen derart speist, daß er Tag und Nacht fließen kann, dem allgemeinen Verbrauche zugänglich zu machen. Die technische Ausführung dieser Arbeiten wäre Sache der Kulturinspektion. — Das Forstamt Homberg hat die Bürgermeisterei in Kenntnis gesetzt, daß das Ministerium für Forst- und Kameralver- waltung den Preis pro Raummeter Knüppelholz auf 8 Mk. und den für Scheitholz auf 10 Mk. festgesetzt habe. Der Preis des Losholzes beträgt 95 Proz. davon. Demnach kostet den Bürger 1 Rm. Knüppel 7,60 Mk. anpacken tonnte und wieder so weich, fein wie die eines Kindes. „Sehen Sie," führ sie lebhaft fort, und auf ihren Wangen brannte eine leichte Röte, „ich habe mir ja eigentlich niemals Illusionen gemacht über die Ehe und ihr Verhältnis zur Kunst... Verheiratete Künstlerinnen, das ist ein schweres Problem, und unverheiratet bleiben geht auch wieder kaum. Cs gibt bedeutende Wagnersängerinnen mit sieben Kindern, aber das sind meist die heroischen Elemente. DaS Heroische verträgt sich mit dem Bürgerlichen, mit Ehe und Kinderstube und was damit zusammenhängt, aber mein Fach, das Eventualfach das hab' ich eingesehen, schon da» mals, als wir — feien wir doch offen und lassen Sie mich wieder „du" sagen —" „Wie Sie wollen." „Die Ebenhausen hat's verstanden, Äünft» lecin zu sein und anständig, wie man das nennt, zu bleiben. Aber ch frag’ euch, wais hat sie euch denn gegeben? Sie kann die Dame in der „Zauberflöte", die Gräfin im „ Figaro" entzückend singen. Mozart hab' ich immer am liebsten von ihr gep hört. Sie singt wie ein Instrument, so rein und pünktlich wie aufgedreht," fuhr Franziska fort, auf deren Wangen es flammte. „Solch menschlichen Instrumente braucht man sogar, aber es gibt doch auch Zigeunermädeln darzusteilen, Verderbtheit, Dekadenz und Rausch und die Ekstase. Dazu gehört ein anderes Geben* Ich hab' sie nicht beneidet unt ihre allgemeine Beliebtheit, einen Ruhm, den man zwanzig Jahre lang in derselben Stadt genießt, und einen Erfolg, den man seiner ordentlichen Lebensführung verdankt, ach nein. Durch die Salome hab ich Karriere gemacht und, durch meine unglückliche Neigung hab' ich gelernt fingen, um einen Kops tanzen. Und wenn ich meiner Kunst auf den Grund gehe, so seh' ich in jeder Rolle eine Geschichte, ein Erlebnis. Mit der Redda ist mir zum erstenmal auf gegangen, daß uns das Leben nur dann gehört, wenn wir uns ihm restlos verschenken, '’ann kann rnan's wiedergeben, das Großartigste. • rs es gibt, nämlich das Leben. Ja. mit der Redda sing's an. Von da an ging's bergan mit mir.“ IFottsetzung folgt.) Brandursache wird Kurzschluß du. al. beiden unteren gelitten. Als vermutet. und Eckelshausen eingeäschert wurden. Die Stockwerke haben durch Wasser stark bolzhausen schüssigen Wass< „ _____....____ .. gelegentlich des Im Gange befindlichen Zusam- menlegungsverfahrens herangetreten. Cs haben auch Verhandlungen mit der Gemeindevertretung von Dornholzhausen stattgefunden, die jedoch xu reinem Abschluß^ führten. r. Wetzlar, 14. Ian. Die Zahl der augenblicklich im Bezirke des hiesigen Arbeitsnachweises unterstützten Vollerwerbslosen beträgt 2121. Hierzu kommen an Zuschlagsempfängern 1301 Ehefrauen sowie 2247 Kinder und sonstige Angehörige. In diesen Zahlen sind die Erwerbslosen aus den zu dem hiesigen Arbeitsnachweis- bezirk gehörigen Gemeinden des Kreises Biedenkopf mit enthalten. 00 Lützellinden, 14. Jan. Nachdem in den benachbarten Gemeinden Gr v ß - R e ch t e n -- bach und Klein-Rechtenbach die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist, wurde der Ausbruch dieser Seuche auch unter dem Viehbestände eines hiesigen Landwirts festgestellt. Ort und Gemarkung sind als Sperrbezirk erklärt worden. — Der hiesige Gemeinde st einbruch ist an den Maurer Friedrich Engel von hier verpachtet worden. Zum Betriebe des Steinbruches hat die Gemeinde ein Schienengleis mit Wuldenkippwagen gekauft. In dem Bruch sollen besonders auch die Erwerbslosen der hiesigen Gemeinde Beschäftigung findem B Hochelheim, 14. Jan. Die Frage des Baues einer Wasserleitung hat in letzter Zeit mehrfach den Gegenstand von Erörterungen innerhalb der Gemeindevertretung gebildet. Da die Leitung aus Quellen in der eigenen Gemarkung nicht voll gespeist werden kann, ist die Gemeinde an die Rachbargemeinde Dornholzhausen wegen Abgabe des dort überschüssigen Wassers bzw. Ausweisung von Quellen Maingau. Frankfurt a.M., 14. Ian. >WB.) Die „Frankfurter Zeitung" berichtet von einem g r o tz- angelegten'Betrugsversuch, dem einige Frankfurter und auswärtige Firmen mit knapper Rot entgangen sind. Vor einiger Zeit gründete ein Mann namens Arthur Tester, der gute Beziehungen &ur englischen Desatzungsbehördc vorzutäuschen wußte und als Beauftragter englischer Aemter auftrat, eine sogenannte „Holdinggesellschaft der Besahunoseinkaufsstelle" und schloß in deren Ramen größere Lieferungen nach wochenlangen Konferenzen mit den verschiedenartigsten Firmen, Fachverbänden und Syndikaten ab. II. a. sollte eine Brauerei gekauft und in ein Proviantlager um gebaut werdens auch stand der Abschluß für 400 Wohnzimmereinrichtungen und sechzig Lastkraftwagen bevor. Der geplante große Schwindelversuch, eine Bürgschaftshingabe von 2 500 000 Reichsmark zu erhalt:n. scheiterte aber im letzten Augenblick, da einige Firmen Ver. dacht geschöpft hatten. Bor Aufklärung der ganzen Betrugsaffäre gelang es dem Gauner, mit ungefähr 100 000 Mark, die er als Provifionsvor- schüsfe erhalten hatte, zu flüchten. Bis jetzt ift es nicht gelungen, ihn zu verhaften. Man nimmt an. daß er sich zur Zeit irgendwo an der Riviera aufhält. WSR. Höchst a. M„ 14. Ian. Die Höchster Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer heutigen Abendsitzung mit 19 Stimmen der Bürgerlichen Vereinigung (Zentrum und Demokraten) den Stadtrat Dr. Müller aus Frankfurt a. d. Oder zum 1. Bürgermeister gewählt. Sein Gegenkandidat, Magistratsrat Dr. Michel- Frankfurt a. M., blieb mit 15 Stimmen in der Minderheit. !*I Hörnsheim. 14. Icor Die hiesige Gemeinde war bisher ohne R a ch t w a ch e. Diesem Zustande ift nunmehr dadurch ein Ende geschaffen. dah der Gemeinderat den Maurer Io- hannes Iung zum Rachtwächter gewählt Hal. z. Dornholzhausen. 14. Ian. Während in sonstigen Iahren die Holz hau er ei im hiesigen Gemeindewalde um diese Zeit schon beendet war. hat sie in diesem Jahre durch die bisherige ungünstige Witterung und sonstige Um- stände erst seht ihren Anfang genommen. Die Zahl der Holzhauer beträgt über 30. Sie seht sich aus Erwerbslosen und kleinen Landwirten zu- 3.Bezirk im Turngau Hesien D.T. c. Wenn wir einen Rückblick aus 1925 und den 3. Bezirk werfen, so merken wir zu unserer Freude, daß es hier allenthalben vorwärts gegangen ist. Wenn auch einzelne wenige Vereine weitaus bessere Teilnahme zeigen dürften, so ist doch eine Zunahme von Vereinen zu verzeichnen. 1914 brachte uns den Vezirksverein „Jahn" U nte rs chm i tte n , 1925 den Tur n - verein Eichelsachsen. An der Spitze, seiner Mitgliederzahl nach, wie überhaupt, marschiert der rührige Turnverein 1859 Nidda, der von jeher die beste Stütze für die Ostmark des Gaues war und mit unter den besten Vereinen des Gaues zu finden ist. An Bezirksvereinen der kleinste Bezirk, herrschte doch auch in diesem Jahre ein äußerst reger Betrieb. Die Einrichtungen der D. T. im V o l k s t u r nen (Leichtathletik) und den Turnspielen faßten besonders durch eifrige Pflege und sachgemäße Förderung in den oeiden letzten Jahren festen Fuß! So wurden auch im Jahre 1925 sowohl der Frühjahrs-Wald« und Geländelauf (Geiß- Nidda) als auch der H e r b st l a u f (Gedern), der zugleich Bezirksmeisterschaft ist, mit sehr guter Beteiligung ausgetragen, die selbst die Teilnehmerzahlen unserer größten Gaubezirkc übertreffen. Der T.V. Nidda hat hier noch immer, sowohl in den Einzel» als auch Mannschaftsläufen, die Oberhand, allerdings dicht gefolgt von den in diesem Turnzweig stark aufstrebenden Vereinen Hirzenhain und Jahn Unterschmitten. 1859 Nidda wurde 1925 auch im Einzellauf durch Erwin Brack, im Mannschaftslauf durch B rack, Beck und Seipel Bezirksmeister. Das Bewegungsfpiel wird in den Vereinen nicht gepflegt. Soweit es den Fußball anbetrifft, haben sie dws Betätigungsfeld restlos den Sportvereinen überlasten. Handball fand bis jetzt noch keinen Eingang. Dafür blühte aber im letzten Jahre der Fauftball gut auf. Zwar fühlten sich noch nicht alle Spieirtegen so stark, daß sie an der Bezirksmeisterschaft im Mai teilnahmen, die nach har- tem Kampfe an die 2.Mannschaft von To. Nidda fiel, der sie wiederum auf der Gaumeister- schäft in Friedberg gegen A. T. V. Marburg, T. G. Friedberg und Tv. 1846 Gießen zu verteidigen hatte. '21 her gerade dieser Wettbewerb wirkte befruchtend, so daß heute die Hälfte der Bezirksvereine dieses für alle Altersstufen geeignete Spiel pflegen. Unter bester Teilnahme fand in Schotten das Bezirks-Geräteturnen statt, bei dem sich neben Nidda noch der Tlirnoerein Hungen von der besten Seite zeigte, indem er die Sieger in drei Spulen stellte. Der eifrigen Arbeit der Bezirksturnwarte Z e sch k y (Schotten) und Reitz (Langsdorf) ist dies in erster Linie zu danken. Sowohl an Leistungen als auch in der Besucherzahl übertraf es feine Vorgänger. Das Bezirksturnfest fand bei bestem Wetter und vorzüglichen Leistungen in Vi l l in g e n statt und vereinte 300 Wetturner. Sowohl in den Siegerliften des 52. Gautlirnfeftes in Friedberg als auch bei den Gaufportkämpfen in Marburg waren Innrer des Bezirks mit an erster Stelle, in den Einzelkämpfen sowohl als auch in dem Vereinswetturnen (Musterriegen). Auch das 32. Kreisturnfest in Gießen sah eine stattliche Schar aus fast allen Bezirksoereinen zufammen, von denen Niddaer, Schottener, Hungener^ und Langsdorfer Turner und Turnerinnen als Sieger heimkehrten. Das Frauenturnen hat ebenfalls bedeutende Fortschritt gemacht, wie die Erfolge vom Gau- Frauenturnen in Butzbach aufweisen. Die Turnerjugendbewegung fand im Bezirk nach hartem Ringen Eingang. Wenn es auch nur zwei Gruppen sind (Nidda und Langsdorf), die in Neuendorffschem Sinne arbeiten, so ift doch der Anfang zur weiteren Entwicklung gegeben. Beide waren auf dem ersten Gau-Jugendtreffen, das im September inMünzenberg stattfand, in stattlicher Zahl vertreten. Bon sonstigen Ereignissen ift noch der Hermannslauf zu erwähnen, an dessen Durchführung sich all c Bezirksvereine beteiligten. In zwei Läufen (Büdingen—Nidda—Hun- gen—Gießen und Gedern—Schotten—Laubach— Kirchhain) brachten unsere Turnerinnen und Turner die Urkunde dem Ziele Detmold näher, wohin zwei Turnbrüder des Bezirks als einzige im Gau Hessen geeilt waren, um selbst Zeuge und Mn- Zusammenfassend kann gesagt werden, daß der Kamps um 6 le Meisterschaft noch nie so erbittert und mit so wiechselseitigem Erfolge geführt wurde, toiie in dieser Saison, daß der Weg ihr noch nie so dornenvoll war wie dieses ult Die rein spielerischen Leistungen genügen schon gar nicht mehr, um sich durchzusetzen, trotzdem das äußerste an Können aus jedem Einzelnen herausgeholt wird. Letzten Endes entscheidet eine Nervenprobe den Kampf, vielleicht auch etwas Glück, von dem man doch sagt, daß es meist nur lammen. O Riederkleen. 14. Ian Am Sonntag hat von den Bewerbern um die hiesige Pfarrstelle Hilfsprediger Sch neiöer von Essen. Sohn des Pfarrers Schneider von Hochelheim, die letzte Probepredigt gehalten. Die Wahl unter den Bewerbern wird am Donnerstag, 21. Januar, ftattfinben; ihr wird ein Gottesdienst der Gemeinde vorausgehen. — 3m Iahre 1 9 2 5 wurden auf dem hiesigen Standesamt 42 Geburten, 15 Heiraten und 15 Sterbefälle beurkundet. Der Standesamtsbezirl umfaßt die Gemeinden Riederkleen, Ebersgöns und Oberkleen. *!• Riederkleen, 14. Ian. Hier haben sich junge Leute zusammengetan und einen Wander k l u b gegründet, der den Ramen Wcmder- fiub „Einigkeit" führt bl. Edingen, 14. Jan. 13on mejentliajem Vorteil für unsere Einwohnerschaft ist die Maßnahme der Reichsbahn, daß ab 18. d. M. der Personenzug nachmittags 4.35 Uh r wieder auf unserer Station hält. Gerade diese Verbindung wurde feit langer Zeit vermißt und wird nun freudig begrüßt werden. Kreis Biedenkopf. * Biedenkopf, 14. Jan. Der Kreistag hat in feiner Sitzung am Montag beschlossen, für die von der Oberdirektion Frankfurt a. M. einzurichtenden Ära ft poft cn zwischen a) Glasen, bach — Eidenhaufen — Weidenhausen — Zollbuche — Eiserne Hand — Frankenbach — Fellingshausen — Rodheim a. d. 23.; b) Wetzlar — Niedergirmes — Naunheim — Waldgirmes — Bieber — Rodheim a. d. B. eine Mindesteinnahme von 1 Rm. je gefahrenen Wagenkilometer zu garantieren. Man darf wohl anneh men, daß dieser Beschluß sehr wesentlich zur endlichen Schaffung der Krastpostautoverbinduugen beitragen wird. — In dem Dachstuhl des Dr. W c g- nerschen Hauses in der Hospitalstraße brach abends Feuer aus, durch das die beiden oberen Stockwerke trotz der angestrengtesten Be- mühungen der Feuerwehr von hier, Ludwigshütte erlebet jener gewaltigen Kundgebung für Volk und Vaterland zu fein. c. Die zweite ordentliche Bezirksoortur verstünde fand unter sehr guter Beteiligung der Bezirksvereine am Samstag in Hungen statt. Bezirksturnwart I e s ch k y - Schotten eröffnete mit allgemeinen Freiübungen, denen dann unter der Mithilfe des 2. Bezirksturnwartes Gg. Reitz- Vaugsborf die für dieses Jahr gellenden allgemeinen Freiübungen folgten, ein Uebungszweig, dem immer von den Turnern besondere Sorgfalt gewidmet wird. Auch die für das im Februar in Nidda stattfindende Bezirksgeräteturnen vorgesehenen Uebun- gen an den einzelnen Geräten wurden gut durchgearbeitet. Dieser praktischen Arbeit folgte bann eine Besprechung wichtiger Bezirks- und Gauange- legenheiten. Zu den bereits festAelegten Bezirksveranstaltungen (Geräteturnen im Februar in Nidda und Spielmeisterschaft mit Geländelaus im Mai in Langsdorf) körnt nun das volkstümliche Bezirk »turnen im Juni hinzu, das dem T o. Hungen Übertragen wurde, der es ohne jede Festlichkeit auf dem Galgenberge abzuhalten gedenkt. Für das Gau fest in Nidda wurde das Aufstellen einer Bezirksriege beschlossen, die alle Wetturner des Zwölf- und Neun kämpf es aller Stufen umfassen wird. Da das Gaufest seit lanocn Jahren wieder einmal in unserem Heimatbezirk stattfindet, wurde auf seine Bedeutung für unsere heimatliche Turnsache besonders hingewiesen. Pflicht aller Bezirksvereine ift eine gute Teilnahme, fo daß eifriges Heben und tiefgründige Vorbereitung unbedingte Pflicht ist. Dem im letzten Turnjahre beigetretenen Turnverein Eicheljach- fen haben sich inzwischen zwei weitere zugesellt: Turnverein Freienfeen und Turnverein Rainrod. Beide werden durch Bezirksvertreter Turner Ferdinand Wolf- ,Iahn" Unter- fchmitten im Bezirk und der Deutschen Turnerschaft begrüßt. Freienseen ist glücklicher Besitzer einer neuen und schonen Turnhalle. Da der To. Ober- Mockstadi besonders schwer unter den gegenwärtigen Verhältnissen leidet, mußte er vorübergehend als Mitglied nusscheiden. Hoffentlich ist er bald wieder erstarkt, um auch die Verpflichtungen eines Verbandsvereins tragen zu können. Um die Bezirksligameisterschaft in Hessen-Hannover. tz. Kurhessen verliert! Richt gegen „Sport", sondern gegen 03 Kassel und zwar 1:2. Damit Hal sich die Situation für „Sport" ohne sein Zutun erheblich verbessert. So sehr das Ergebnis dieses Spieles überrascht, lag es es doch im Bereiche der Möglichkeit. Immerhin ist bei der Betrachtung des Verlaufs dieses Großk.unpfcS dir Riedcrlage verständlich. Rach- dem nach einer halben Stunde auf beiden Seiten keine Tore gefallen waren, fiel bei Kurhessen der alte' Repräsentalivspieler Fritz Kerkmann, der als Verteidiger mitwirkte, infolge Verletzung aus. Was das bedeutet, bei einem solchen Geg ner, wie S. C. 03, dessen zunehmende Spielstärke in letzter Zeit immer mehr offenbar wurde, den den größten Teil der Spielzeit nur mit 10 Mann durchstehen zu müssen, ist jedem klar. Der ausgeschiedene Kerkmann wurde durch den Mittelstürmer Weber ersetzt. Diese Schwächung des Sturmes gab dem Altmeister natürlich nur noch wenig Aussicht auf Sieg, trotzdem ihr Mu° telläuser für zwei arbeitete. Kurz vor der Pause ging dann E. E. 03 auch durch einen Hern- schuß seines Mittelstürmers in Führung und behielt diese bis tun vor Schluß. Die letzten Minuten des Kampfes waren außerordentlich spannend. Zunächst gelang den Kurhessen überraschend durch ihren bcrannten Linksaußen Kreß der viel bejubelte Ausgleich. Bis eine Minute vor Schluß hatte dann der Altmeister wenigstens noch einen der beiden so kostbaren Punkte. Dann kam das Verhängnis für ihn. Dem S.C. Rechtsaußen gelang d?.s siegbringende Tor. Kurhessen ging punktlos aus. . Die Folge dieses Ergebnisses macht sich im Punktverhältnis sofort bemerkbar, natürlich sehr zu ungunften des Altmeisters, der zuvor relatio einen Punkt vor „Sport" und jetzt im gleichen Abstand • Darmstadt. 14 Ian. Die Zahl der Arbeitslosen nimmt hier ständig zu Anfang- Ianuar bezogen 1988 Männer und 131 Frauen Erwerbs losenunter stühung. Schwer leidet unter den wirtschaftlichen Verhältnissen das Hvlzgewerbe. nametttlich die Möbelindustrie. Die Möbelfabrik Alter, die früher etwa 500 Arbeiter beschäftigte, hat ihren Betrieb geschlossen: andere Möbelwerke haben ihren Betrieb stark etnschränken müssen. Preußen. □ Wetzlar, 14. Jan. Das kommunal- ookttische Leben der Stadt wird zur Zeit fax erster Linie von dem immer dringender werdenden Problem der Erwerbslosenfürsorge beherrscht. Besonders die Stadtverwaltung muß mit allen Mitteln hierin vorgehen. Nachdem von selten des Staates durch Bereitstellung von Geldmitteln Hllfe angesagt ist, muß versucht werden, auch für den hiesigen Bezirk größere Not- ftanbsarbeiten vorzubereiten und die erforderlichen Beträge von der Regierung zu erlangen. Leider hat der eingetretene starke Frost und scharfe Ostwind ein Arbeiten im Freien sehr erschwert, da der Boden schon wieder stark gefroren ist. Der Ausbau des Philofophenwegs schreitet in den letzten Tagen rüstig vorwärts, auch der Ausbau der Nauoorner Straße ist ein gut Stück weiter gekommen. Alles hängt nunmehr von der künftigen Wetterlage ab. Die Verbreiterungsarbeiten an der Bollerbrücke sind bis auf einige Kleinigkeiten fertig. Nur ist hier den Technikern ein bedauerlicher Fehler unterlaufen, indem der Anbau zu hoch gelegt worden ist und in seiner jetzigen Gestalt nicht besonders schön aussieht. Wie man hört, ist hierüber schon in den zuständigen Ausschüßen eine Untersuchung angestellt worden, um den Schuldigen herauszufin- den. Nach Schätzungen aus Unternehmerkreisen erleidet die Stadt durch dieses Vorkommnis einen Schaden von mehr als 1000 Mark. Wenn seitens der Stadtverwaltung schon manches geschieht, um das Los* der Arbeitslosen zu mildern, so ist von größeren Projekten durch den Kreis bis heute wenig zu hören. Und doch ist die Not in den rein industriellen Gemeinden des Kreises nicht weniger groß. Vielleicht ruft die Kreisoerwaltung recht bald den neuen Kreistag zusammen, damit dieser von den Absichten der Verwaltung unterrichtet wird. An Verbesserungen der Landstraßen usw. wird ja genügend Beschäftigungsgelegenheit in allen Teilen des Kreises allein schon sein. Besonders dürfte es für den Kreis nunmehr an der Zeit sein, den Ausbau von Um» yehungs st raßen in einzelnen Orten näherzutreten, weil der immer mehr sich ausdehnende Kraftwagenverkehr besonders in den Hauptoer- kehrsstrecken ein großzügiges Handeln unbedingt erfordert. Leben und Eigentum der Einwohner der gefährdeten Landorte und besonders auch der Kinder ist in steter Gefahr. Jetzt wäre für den Kreis z. B. ein günstige Gelegenheit, die schon lange geforderte Umgehungsstraße in Dillheim bei der Provinzialverwaltung durchzusetzen und den Bau sofort in Angriff zu nehmen. Es darf nicht abgeroartet werden, bis hier einmal erst ein größeres Unglück passiert ist. Manche Erwerbslose gerade in diesem industriellen Bezirk könnten hierbei Beschäftigung finden. und 1 Rm. Scheiter W Mk , der als hoch bezeichnet werden muß. Selbstverständlich kann auf das Losholz verzichtet werden, ohne fernes Rechter verlustig zu gehen. Kreis Lauterbach. D 0 IN D 0 gelsbera ,14. San. Wiederholt ist gelegentlich der letzten Hochwafserkolaftrophe Juf die Zweckmäßigkeit der Anlegung von Stau- werken und Talsperren m dem oberen Teil der Vogelsberger Wasserläufe hlngewiesen worden, einesteils, um Die Wasser- masien zurückzuhalten und so die Ueberschwemmun- gen zu verhindern, bann aber auch zum Zwecke Der Gewinnung von Elektrizität. Die Versuchsarbeiten zu dem Projekt fas bereits ausgearbeitet ist, fanden im Jahre 1924 und 1925 statt. Es Han- beit sich um die Anlage von drei Sammel» Hecken, deren größtes 500 000 Kubikmeter Nutzinhalt fasten soll. Die drei Taler liegen zwischen Stockhausen und Herbstein. Hier wurden umfangreiche Erdarbeiten und Feststellungen über die Bodenverhältnisse ausgeführt, wobei man leb der erst bei einer Tiefe von 9—10 Meter auf festes Gebirge stieß. Nach dem ausgearbeiteten Plane soll das Prinzenbachtal westlich von Stockhausen, die Altfall zwischen Schlechtenwegen und Altenschlirf und die Alte Hochel zwischen Schadges und Rixfeld gefperrt werden. Das Kraftwerk soll bei dem Dorfe Müs zu stehen kommen. Ob und wann das Projekt ausgeführt wird, hängt natürlich von der Geldbeschaffung ab. Die Vorarbeiten sind vorläufig eingestellt und die 10 Meter tiefen Stollen wieder zugeschüttet worden. Starkenburg. der Tüchtig« hätte. Deutschland auch im Damen- brustschwrmmen der Welt voran. vo. Nunmehr Hai auch der deutsche Rekord im Bruslicymimmen 100Meter von FrI. Erna Hüne u s - Münch.-Gladbach seine Anerkennung durch das internationale Bureau gefunden, so daß Deutschland im Brustschwimmen der Damen der Welt vorangeht, hält doch auch Frl. Erna Murray den Weltrekord über 200 Meter Brustschwimmen. Die Zeiten sind: 100 Meter 1:29; 200 Meter: 3:2 Orte. hieße», T'eßen, Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, (5. Zanuar (926 Nr. (2 Drittes Blatt Wirtschaft 0 | Geld Berlin, 14 Jan 93,25' 35,5 -m IOC* 114' 106.5' 111 0.2» 2825 0 27 0,3a 77 9 115' 75 25* .•4 0 40* ;r 81' 71,75' 69.5' 72,75* 34 40,25* 71.25* 34,25 75' 82.5' 100,6* 111,75 <0 62 76 ui' 9.5 113* 111* 05 66,5 53,5 110 112,13 32 41.25' 71* 58.9* 51,62 | 1'1.5* 1-0* 113* 114* 110,5* 95,26* 6,9 52.12 2 91,75 4'J .19! 19 0i-3 lt) .19 20,33» 15,7 5 168,26 16 95 85 37 $>8.92 112.12 80,98 59,13 12.58 5.835 Börse. 140 5* 100* 1 2* 113* 110* 9)* 6.75 90 25 i 98.45 , 8 175 ■2 5| 140* 100* 112.5' 113.7* 60 108* 81 95* 6.7 111* i '■Oi 113 7* j in i* 50 5 66,5 6? 92' 72 5 6>* 79' 32.75 30 29.5 gegen weiter schwacher mit 133,70 gegen London. Die übrigen Valuten waren kaum verändert. folgt ist, wird mit dem Terminhandel dieser Aktien begonnen werden. Außerdem muh noch die formelle Genehmigung der Gesellschnsten ein- geholt werden, die jedoch nicht zweifelhaft erscheint. • Eine 25-Millionen-Dollar-An- leihe für die Rhein-Elbe-^lnion? Zu den Gerüchten an der Berliner Börse über den Abschluß einer Anleihe für die Gelsenkirchener Bergwerks A. G. in Hohe von 25 Millionen Dollar erfährt der DHD. von Verwaltungsseite, Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. M., 15. Ian. Es Warden notiert: Weizen. Wetterauer 25,75 bis 26, Roggen, inländ. 17,50 bis 17,75, Sommergerste für Brauzwecke 22,50 bis 25, Hafer, inländ. 18.50 b u 21,50, Mais, gelb 21, We zenmrhl, i iländ.sches Spezial 0 41 bis 41.25, Aoggenmehl 26 bis 26.50, Weizenkleie 11,10 bis 11,30, Roggenkleie 11,25 bis 11,50. Tendenz fester. Rundfunk-Programm deS frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau".) Samstag, 16. Januar: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend: Ans dem Deutschen Liederkranz (Liedervortrüge frankfurter Schulen). 4.30 bis 6 Uhr: Die Lesestunde. 6.30 bis 6.45 Uhr: Stunde der Frankfurter Vereinigung der Heimatkunde — „Altsrankfurter Sagen" von Carl Bertling. 6.45 bis 7 Uhr: Der Briefkasten. 7 bis 7.30 Uhr: ..Die neue Steuerg-'setz- gebung und das Handwerk", Vortrag von Dr. oer- ber Syndikus des Handwerksamts Hanau. 7.30 bis' 8 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: ..Bildhaftigkeit der Sprache, Stil und Geschmacklosigkeiten", Vortrag von Franz Richter. 8 bis 9 Uhr: Uebertragung von Kassel: Vortragsabend Walther Kuhlmann. 9 bis 10 Uhr: Kaiser Jones. Eine Negertragödie von O'Neill. Anschließend bis 12 Uhr: Uebertragung aus Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. 192.75* I 74.5 ; 67 9' I 83' 115' 67 5 115' 115* 68.5 Letzte Nachrichten. Der Winker im Do eisberg. Im Laufe der letzten Nacht und des heutigen Vormittags find im Vogelsberg erneut ansehnliche Schneefälle eingetreten. Heute vormittag lag der Schnee, einer Meldung vom Hoherodskopf zufolge, durchschnittlich etwa 10 cm hoch. Temperatur 7 Grad unter Null. Nach dem heutigen Wetterbericht ist mit weiteren Schneefällen zu rechnen. 73* 83 75 40' 72.5 78* 102 5* 109* 1.1,5 .11 41 75 :o* 58.3* 52 5 20.7 2 75 92 47 41,5 93 52.5 20,6 2.4 Ql 4i 25 l 40,25 ! Börse. 1.247 | 0.248 0,25 I - 11.331 - 0.1.5 1 107 9' 111 32.25 10.5 70' »6 25* 0.23 0 27 0 2 2» 0 5325 0 12 0 26 0 23 0 22 0 21 42.2- 98,; 5 Bücherlich. Es ist kein Zufall und keine Modekranthett. daß fast alle deutschen Bühnen von 2luf heute einen Pirandello auf ihrem Spielplan haben, älnd es ist nicht lächerlich und nicht krititlos, wenn sich Schauspieler und Regisseure um seine Rollen und seine Stücke reißen. Genau so wenig es unverständlich und unerklärlich ist, daß gerade ‘ i Deutschland dieser Pirandello-Kult so unge- »uerliche Formen angenommen hat. Vergessen ir nicht, daß durch die Geschehnisse des Wclt- ieges und der Revolution Deutschland fast ein Jahrzehnt lang abgeschnitten war von dem Leben des gesamten übrigen Europa. Daß infolgedessen der Drang nach — auch geistigem — Güteraustausch die natürlichste Reaktion auf die anhaltende grimmige Leere, auf das fortgesetzte ilm-sich- selbst-drehen war. Erinnern w r uns, daß gerade wir Deutschen eine gute Tradition deS Theater- spielens haben, die einen schon frühen Höhepunkt in den Stücken eines Hans Sachs hatte und die zur Zeit der Klassiker in Heinrich von Kleist ihre absolute Reinheit und Gcadheit bewahrte. Bedenken wir auch, daß der Boden für diesen Erfolg von der Philosophie unserer Zeit (Einstein), ja, ich behaupte sogar noch weiter, schon von den Dramatikern unserer Tage (W. von Scholz „Wettlauf mit dem Schatten") vorbereitet worden war. Der Alf Häger-Verlag hat sich für das Werk des sizilianilchm Dichters in Deutschland eingesetzt. Ihm gebührt für seinen Scharfblick ein besonderer Dank. Beben den Dühnen- werken: „Die Aalten kleiden". „Das Leben, das ich dir gab", „Die Wollust der Anständig! :it", „Der Mann, das Tier und die Tugend", „Sechs Personen suchen einen Autor", „Heinrich IV.", „Wie früher, besser als früher", „So ist es, ist es so", „Jeder nach seiner Art" ist jetzt auch ein Prosawerk erschienen: Der Roman „Die Wandelungen des Mattia Pascal". Wenn es vorher noch irgendeine älnllarheit über die Einstellung des Dichters zum Weltbild gab und wenn vorher iroch irgendwelche Zweifel über unsere eigene Einstellung zu dein Dichter bestanden: mit diesem Buche sind sie endgültig beseitigt. (606/07) Germania Romana. Ein Bilder-Atlas, herausgegeben von der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts. Aach einer ersten, schnell vergriffenen Auflage (1922) liegen nunmehr in Erweiterung die sachlich eng zusammengehörigen Arbeiten zweier Frankfurter Gelehrten vor: der bekannte Archäologe und Historiker Friedrich Koepp gibt eine quellenmäßig reich belegte Untersuchung über „Die Bauten des Römischen Heeres", die sich wechselseitig ergänzt mit einem Bande sehr sorgfältig ausgewählter und zusammengestellter Aob ldun- gen (Lichtbilder, Skizzen, Lagepläne). Die Arbeit des bekannten Verfassers der „Romer in Deutschland" ist historisch, kulturhistorisch, tunst- und heimatgeschichtlich gleicherweiie bemerkenswert. Der Archäologe Dr. Drexel liefert dazu in zwei komplementierenden Heften mit ebenfalls reichem Anschauungsmaterial das Gegenstück, „Die bürgerlichen Siedelungen". 63 92,25* 73 5 66' 80' 31.75 30,62 3. Favoriten im Vordergründe, nämlich der I Schiffahrtsmarkt, der starke Kursveränderungen nach oben zu verzeichnen hatte, der Erdöl-Aktienmarkt und der Markt der heimischen Renten. Regere Aachfrage bestand schließlich noch für B a n k a k t i c n da weitere -Ücbergänge solcher Werte nach dem Ausland erwartet werden (Deutsche Dank). Die Ak.ien des Anilin-Konzerns wurden heute erstmalig als einheitliches Papier — I. G. Farbenindustrie - gehandelt und notiert. Im übrigen wäre anfangs die Tendenz noch fester gewesen, wenn nicht rein börsentechnisch durch die heutigen Prämienerklärungen etwas ülnsicher- hett in das Geschäft getragen worden wäre. Immerhin scheint der Medio glatt überwunden zu werden. Der Geldmarkt ist unverändert sehr leicht 2m D e v i s e n v e r k e h r hat sich das englische Pfund gegen Kabel weiter befestigt auf 4.8596. Dagegen war Paris gegen London weiter abgeschwächt mit 130,25. Warschau gegen Kabel etwa 7,3. Die Reichsmark liegt im Auslande unverändert. S)ebif2nmarlt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 15. Januar. Die nunmehr zur Tatsache gewordene Errichtung des Westdeutschen E i s e n t r u st s gab der Börse eine weitere Anregung. Wenn auch die Gründung Der Vereinigten Stahlwerke-A.-G. für diese Tage bereits endgültig erwartet wurde, so kann Die feste Tendenz der Börse in dieser bedeutenden Transaktion innerhalb der deutschen Volkswirtschaft doch eine kräftige Stütze finden. Das Interesse für die am Trust beteiligten Papiere, aber auch für die übrigen Montanwerte, war naturgemäß sehr groß und wurde nach Festsetzung der bereits sehr günstigen ersten Kurse unter weiteren Steigerungen noch lebhafter. Von den übrigen Märkten standen die bisherigen 43.25 142,2* 100* 113* 114 5* 111.* 84 95,25* 6.9 0 031 77,9* 111,5* !101 Crime Peri-Seife Mk. 1.— DR. M. ALBERSHEIM. FRANKFURT A. Hersteller der wdtäekaooien "IU1A3.Ü lEigener Drahtvenchi des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 15. Jan. Tendenz: sehr fest und lebhaft. — An der Effektenbörse entwickelte sich heute eine neue kräftige Aufwärts- bewegung, in Deren Mittelpunkt Montan- werte standen, die größter Beachtung begegneten. Die Meldungen von der Gründung der Stahlwerke A.-G. in Essen, wodurch das Zustandekommen des Stahltrusts in Aussicht genommen wird, sowie die Nachricht von der Gewährung eines 2 5-Million en-Dollar-Kredits an die Gesellschaften der Rhein-Elbe-Union hemmten eine ungemein lebhafte Kaufbewegung für diese Werte, wobei auch die übrigen Montanwerke günstig beeinflußt wurden. So steigerten sich: Deutsch- Lux plus 2,5 bis 3, Gelsenkirchen plus 4,5, Har- pener plus 2,5, Phönix plus 1,75, Buderus plus 0,9, Mannesmann plus 1,5, Rheinstahl plus 1 Prozent. Das Börsengeschäft, das zunächst ruhig und etwas unsicher eröffnete, wurde durch Käufe lebhafter und hatte infolge weiterer Engagements, die die Spekulation auf allen Märkten vornahm, große Umsätze zu verzeichnen. Recht stürmisch ging es wieder am Markte der Schiffahrts- a k t i e n zu, wo Hapag um 3 Prozent und Norddeutscher Lloyd um 6" Prozent gesteigert waren. Auch für E h e m i e ak t i e n erhielt sich Nachfrage. Der Einheitskurs der Werte des Anilin-Konzerns stellte sich auf 115 (plus 1 Prozent). Recht fest lagen auch Elektrowerte, doch war hier das Geschäft ruhiger. Bemerkenswerte Steigerungen wiesen Bankaktien auf, worin sich au; Berliner Käufe ein recht lebhaftes Geschäft entwickelte. Reichsbank 145 (plus 3 Prozent). Auch Die übrigen Bankaktien hatten Gewinne von 1 bis 2 Prozent zu verzeichnen. Die übrigen Aktienwerte schloffen sich Der Aufwärtsbewegung an, bei aller- Dings ruhigerem Geschäft. Deutsche Erdöl zogen um weitere 2,8 Prozent an. Gute Kursavan- ccn hatten ferner Ze 11 stoff - und 58 a u ft o f f - Aktien zu verbuchen, während Zuckeraktien unverändert waren. Am Anleihemarkt hat sich vermindert. Pfandbriefe lagen fest, desgl. Auslandrenten, besonders Ungarn und Mexikaner. Die Freiverkehrswerte waren nur' wenig verändert. Benz 30, Brown Booeri 50, Entreprise 8,5, Krügershall 70, ilfa 53, -Unter* franken 56 Proz. Die Rachbörse toar auf den stürmischen Fortgang der Hausse am Schiffahrtsmarkt und Montanmarkt unverändert lebhaft. Die günstige Strömung wurde gefördert durch die glatte ^Verwindung des Medio und den überaus leichten Dörsengeldmarkt. Tägliches Geld war wieder in bedeutenden Summen vorhanden und angeboten. Die Sätze sind unverändert. Monatsgeld stellte sich auf 8V3 bis 10 Proz. Bankdis- Wmcrttanifd)? Nolev .... Belgische Noten ...... Dänische Noten Englische Noten Fran;ösische "Noten ..... Holländische Noten Jt'.lienische Noten Norwegische Noten. ... Deutsch Testern, 5100 Kronen Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten . Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten .... Frankfurter I tonten 6^ Proz. Im Devisen verkehr setzte das englische Pfund seine Befestigung fort und notierte heute gegen Kabel 4,86. Paris lag da- | sellschaft, Kaliwerke Aschersleben, Westeregeln. I Salzdetfurth, Riebeck-Montan und Leonhard Tietz. I Sobald die Genehmigung des ReichZrats er- Mitteldeutsche Crrditbank. . Oesterreichtsche Creditcmstalt Westdank ....... Bochumer Goß ....... BudcruS • ........ Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. Harpencr Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurabütle . ..... Oberbedarf « « . Phönix Bergbau ..... Nyeimladl . . ...... Webcd Niontan ...... Tellus Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovo . . Chcramtsche Werke A!btN . . I Zementwerk Heidelberg . . I Plulivv Holzmunn . . . . I Anglo-Com -Guano .... 1 Badische Anilin ....... Chemische Mauer Alavtn . . I Goldschmidt . . . . I Gries eimer Electron . . . . Höchster Farbwerke Hotzverkohlnng ...... Rütgerswerke......... Scheideanstalt ...... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Malnkraftwerke ...... Schucken ..... Siemens 4 Halske ...... Adlcrwerke Kiener Daimler Motoren. ..... Hevligenstaedk . ...... Meguin Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen ■ . Konservenfabrik Braun . . Metallgcsell chafl Frankfurt - Tel. Union A.-G Schub'abrik Her; . . .... Sichel -jellsto f Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel Berliner Ein gMt gepflegtes Gesicht erweckt überall Sympathie. Erreichen kann dies der Herr nur durch gutes Rasieren. Wie unglücklich fühlen Sie sich, wenn Sie schlecht rasiert sind. "Peri-Rasierefeme" wird Sie lehren, was gutes Rasieren heißt. Bei höchster Zeitersparnis und geringster Abnutzung der sind Sie ohne Brennen und Spannen der Haut, schnell, bequem und angenehm rasiert. Auch das widerspenstigste Barthaar wird durch den wunder- Schaum, den man im Augenblick erhält, bis in die Haarüberraschend schnell weich. — "Reri-Rasiercrferne" ist ein gewaltiger Fortschritt! — Äußerst sparsam im Gebrauch. 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Diese Hypotheken sollen mit einem Drittel doch für die g Umte Rhem-Clbe-stlmon be,.tmmt, nach drei Ia)ren, mit einem weiteren Drittel von Einern Abfch.uß dagegen yt noch nichts . nach dem vierten Jahre und mit dem letzten kamst. Ob ein derartiger Ahcy.uß auf d Drittel nach dem fünften Jahre zurückgezahlt diesen ^agen wieder feligesehten Mo. a , werden. Dementsprechend werden die Hypothekar- Verhandlungen Einfluß haben wird, laß schuldscheine mit je einem Drittel des auszu- bisher noch Nicht übersehen. gebenden Betrages drei, vier oder fünf Jahre Tlcuc russische K o n 5 e f s laufen. Der jährliche Zinssatz soll für Land- für Harriman? Die ^toietregierung hat wirte.7 Prozent betragen/wozu lediglich dem Amerikaner Harriman die Konzession zur Zuschläge für die notwendigen laufenden Ver- Errichtung von zwei neuen Sabrsten im Kau- toaltungskosten treten. Die Aus.ahlung erfolgt kasuS erteilt. Cs wird eine. Ao o r dnung der grundsätzlich zum vollen Kapita'.betrage abzüg- amerikanischen chemischen Werke.erwart t D e lich der unvermeidlichen einmaligen Ausgaben. Abordnung wird die Lage d-r chemck.^n Indu Die Rentenbanklreditanstalt wird sich bet der strie rn Rußland ftudt-ren. ^n der Delegatton Weiterleitung dieser Kredite in derselben Weise befinden sich Unwerfttatspro essoren der Wa- toi« es bei ihrer Auslandanleihe geschehen ist, shingtoner und Reuyorkor Universität der Vermittelung der vorhandenen Realkredit- ' ® e r ® c I i) u in 1 a n u n h 6 o t atm Institute bedienen. Danach sind die zur Deckung den Vereinigten Staaten Laut DHD der Schuldscheine bestimmten Hypocheken zugun- waren am 1. Januar 192o in den bereinigten ft en der Reallreditinstitute zu bestellen und von Staaten 5 008 120 905 Dollar älni^uf d. h. diesen an die Rentenbantkreditanstalt wetterzu- 43,62 Dollar pro Kopf geg-n 43,3o Dollar am verpfänden. Es haften al;o für die Schuldscheine 1. Dezember 192o. In den Banktresoren befan- außer den zu einer Sonderdeckungskaffe zu ver- den sich 8 484 266 521 Dollar, von denen einigenden hypothekarischen Sicherheiten und dem 4 408 695 872 gemünztes Gold und Barrengold gesamten freien Vermögen der Rentenbank- waren. kreditanstalt als persönliche Schuldner noch die Börsenkurse. kreditnehmenden Landwirte und die vermitteln- | (Ohne ©eroöbrJ________________ den Realkreditinstitute bis zur Höhe des jeweils von ihnen in Anspruch genommenen Betrages. Es wird Fürsorge getroffen, daß die Kredite nur solchen Wirtschaften zuflietzen, die die Gewähr einer rationellen und intensiven Bewirtschaftung bieten. Durch diesen Zwischen- 1 z-»,, Ternsche Rcichsan'eihe kredit soll verhindert werden, daß die lang- ^Deutsche Ncichsanleche Triftigen Realkredit suchende Landwirtschaft unter U ^ZtMNcWK^ dem Drucke ihrer hohen schweoenden Verbindlich- Deutsche Svarpramrcnanieihe feiten in ihr:r Gesamtheit gleichzeitig auf Den 4% Preußische Konsois . . Kapitalmarkt drückt und dadurch zu Zinssätzen 5»/®o/„ rJegen ‘ ’ gezwungen wird, die auf Die Dauer nicht trag- 3% Hessen........... bar sind, ilm Die Plazierung Der Hypothekar- Deutsche Werib. Dollar'Anl. schuldscheine Der RentenbankfreDitanstalt zu er- d'° Doll.-Schav-Aoireisog.) möglichen, wird Die GolDDiskontbank, abgesehen A Zoldm'cttkaner' ' ' ’ V von Den ihr schon jetzt aus eigenen unD frem- Den Mitteln zur Verfügung stehenden Bettägen, und Pttval-Bank die Vollzahlung ihres bisher mit 6,6 Millwnen I Dannst. und Naiionalvank Pfund eingeäaalten, nominell 10 Millionen Deutsche Bank. ..... Pfund betragenden Kapitals vornehmen. I jftßconto Commandir V * ’ m .. Metallbank.......... Gründung । - des deutschen Stahltrusts. Gestern wurde in Essen Die Gründung Der Vereinigten Stahlwerke A.-G. vollzogen. Das Aktienkapital Der Gesellschaft, die ihren Sitz in Düsseldorf Hal, beläuft sich Zunächst auf 50 000 Reichsmark. Gründer Der Gesellschaft sind Die Rhein-Elbe-Union mit ihren Werken Gel- j senkirchen, Deutsch-Luxemburger unD Bochumer Verein, Die Thyssengruvpe, Der Phönix mit Den | Stahlwerken „Van Der Zypen" und Die Rheinischen Stahlwerke. Dem Aufsichtsrat Der Gesellschaft werden angehören die Herren Kirdorf, Vögler, Fritz Thyssen, Fahrenhorst und Haßlacher. Den ersten Vorstand bilden Die Herren Rabes, Fusban und Dr. Poensgen, sowie als stellvertretende Vorstandsmitglied Herr Teichler. Dem Vorstand liegt zunächst Die Aufgabe ob, alle für Den geplanten Zusammenschluß Der vier Gruppen erforDerlichen Maßnahmen Durchzuführen unD insdesonDere Die Steuer- und Finanzfragen zu einem Abschluß zu bringen. " Die amtliche Grohhandelsindex- zisfer. Die auf Den Stichtag vom 13. Januar berechnete GrohyandelsinDexziffer Des Statistischen Reichsamts ist gegenüber Dem Stande vom 6. Januar (121,6) um 0,8 Prozent auf 120,6 zu- rüdgegangen. Gesunken sind die Preise für Gerste, Hafer, Butter, Fleisch, Milch, Leinengarn, Schwingflachs, Blei und Maschinenöl Höher lagen die Preise für Schmalz, Rindshäute, Kalbsfelle und einige Textilrohstosfe. Von den Hauptgrup.pen haben die Agrarerzeugnisse von 116,7 auf 115,2 oder um 1,3 Prozent, die In- dustriestofse von 131,0 auf 130,7 oder um 0,2 Proz. nachgegeben. ' Zinsermäßigungen Der Be r - liner Banken. In der Frage Der Haoen- Zinfen ist von Der Berliner Stemvelvereinigung beschlofsen worden, Die Zinssätze für provisionsfreie Einlagen auf 4 Prozent p. a., für Pro- vi'sio-nspflichttge Einlagen auf 4x/2 Prozent p. a. herabzusetzen. Mit den ProvinzmitgtteDern Der Etempelvere inigung schweben zur Zeit in Der Zinsfrage noch Verhandlungen. • Zulassung neuer Terminpa - Piere für Die Berliner Börse. In einer Sitzung des Berliner Borfenvorstandes wurde beschlossen, vorbehaltlich der Zustimmung des Reichsrats solgende 20 Papiere zum Terminhandel zuzulassen: Daimler, Zellstoff Waldhof, Charlottenburger Wasserwerke, Ludwig Loewe, Klöcknerwerke, Scheidemandel, Buderus. Mansfeld, Laurahütte, Lahmeyer u. Co., Schultheiß- Patze nhofer, Ostwerke, Kahlbaum, Allgemeine Deutsche Kleinbahn, Rationale Automobil-Ge- 1' Ian " 1 1 .i.i. 15 Jan 1 Amtliche 'Jtoti runo 1 <^cld Brie» Amtliche Notierung Geld 1 Brief Amu.-9tm | 168.6 । I69,ili 168.61 169.01 Buen.-Aire: 1.737 i 1. 41 1.737 19 019 1,741 19.1)83 Brss.'Ankw 19,045 19 Uj5 Lbristiania 85 -11 85.71 85.49 85.71 ttopenkiaa.'n 10' .3 104 65 104 39 114.6'. Stockdolm Helsingfors 112,3'1 H2.64 U2.37 112.6 10.555 10,595 10 .,55 10,595 Italien • . 16,92 16.96 16 94 16.96 London. 20,374 20.426 40,374 20,424 Ncuvork . . 4.195 4,215 4.195 4,20 Paris. . . >».71 15,75 15.71 '5,75 Schwei; . S1 03 81,23 81 03 81.24 Sva'iieu • 5»,36 59.50 59. -.6 59,5» Javan . . . .85 1 1,854 1.850 1,854 »Mio de Jan Wien in D-- >625 0.627 ') 625 1.627 Ceft- abgest 59.05 59,19 59.05 59,15 Prag ... 12,415 12.455 12.415 12,455 Belgrad . . 7.43 7,44 7.4 7,4» Budape't. - ».87 3.89 3.87 5,89 Bulgarien 2,91' 2,945 2,916 2,924 L'ssabon 21, >2'> 41,375 41 525 21,375 Dansin ■ . SO .75 80.95 77 80.97 Konst ntin. >.23 4.24 2.24 2.25 Arden 5 715 57,15 5 715 5.735 Canada. . 4.188 • JOS 4 188 4,198 Uruguav 4,31 4.32 Banknote 4,31 n. 4.32 Frankfurt a.M Berlin brtiiu .| i-lirr» Schluß» Anfang ftitrs | fiur» futr? *.t -f - Datum: 14.1 | 15. 1 " > 15 i Verlobte ab Freitag, 2 Uhr nachmittags Arolsen Gießen Januar 1926 Tage Reinhold 35® taiwta'w W Dr. W. Kling und Frau Wieseck, 14 Januar 1926 578 443D 63» 4J»D Vereinshauses stattfindenden Der Vorstand. ergebenst ein. Anfang 71/, Uhr. BEACHTEN Sonderangebot flarasiröile . . Mk. 3.75, 2.50 reine Wolle. . Hoch- Mk. 3.50, 3.00 Wolle plattiert. . 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Lublinski farbig Paar 75 H TnmjWr I Bekanntmachung. I Die zur Herstellung der Einfriedigung ' Masken-KoHme i hiIltA in Murti’ih. 03,8 Om-ticta grau Paar 48 H Herren-Anzüge Saubere Anzüge mit gutem Futter, helle und dunkle, zum Ausverkaufspreise v. Mk. Herren-Anzüge helle u. dkle. Cheviots auf 2-3 AMIMJ Knopf gearb., darunter auch 4 / = Streifcnmust.z.Ausvcrkaufspr. U 6 Herren-Anzüge besonders gute Stoffe, prima 1 Aflß Verarbeit früh, bis 78.-,heute Äl|= zum Aasverkaufspreise v. Mk. Iv Herren-Anzüge • bis z-d.ailerf.engl. Kammgarn FÄflfj ebenbürt. jed. Maßarb., heute n / —; nur ML 96.-, 82.-, 78.-, 64.- Vi 20% Rabatt zurückges.Artikei ——— bei Barzahlung. Zirka 60 Sportanzüge alle Größen ^100 te**s mit gute Stoffe fauMk. 2 Hosen Käfige, Iuchtutenfltten-u. Futterhand lung iWsMTÄ stosstoMng stilrein u.orkisweri Oi?BriJljl'f(he Mto.-Dnitferei s. Longe, «legen. Sivustlr 7 Bekleidungshaus HIRSCH Winterfest laden wir unsere werten Mitglieder nebst Angehörigen ganz u. a. empfiehlt 0269 Vertrieb von Wanderkram H. Kostorz, 8 Wetzsteinaasse 8. Emmericher Kaffees I in gesuchter Eigenart 4.80 4.40 4.00 3.50 3.20 2.80 267D 60BEET HAAS MACHE. Arbeitsvergebung. Für den Kreisamtsneubau in Büdingen werden auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juli 1893 und besten Ergänzungen das Liefern und Verlegen von etwa 530 qm Linoleum.lowie dasLiefern vvnMobiliar in 3 Losen öffentlich ausgeschrieben Die Bedingungen sind während der Dieast. stunden auf unserem Amt einzusehen. An. gebotsvordrucke daselbst, solange der Vorrat reicht, zum Selbstkostenpreis erhältlich. Die Angebote find verschlosten und mit entsprechender Aufschrift versehen zum Eröffnung'.termin am 28. Januar 1926, vormittags 11 Uhr, ein^ureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. 413D Büdingen, den 13. Januar 1926. Hess. Hochbauamt. Frey.______ Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt B. wurde heute bei der Firma Handelsgesellschaft der Thysten'schen Zechen, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, zu Bonn. Zweigniederlassung in Gießen, folgendes eingetragen: Kaufmann Adott Munk in Düste!vor f ist als Geschäftsführer abberufen worden 428B Gießen, den 12. Januar 1926. hessisches Amtsgericht