Nr. 292 Erster Blatt 176. Zahrgang Dienstag, 14- Dezember 1926 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Unioerfitätr-Vuch- und Lteindruckerei R. Lanze in Stehen. Schriftleirung und Sefchäftrttelle: SchulNrahe 7. (ErId)eini lüglrch,außer Sonntags und Feiertags Beilagen. Gießener Familiendlättet Heimat im Bild Die Scholle Monat,-eezutzirrels: 2 Reichsmark und 20 Retchspfenntg für Tröger» lohn, auch bei Richter» fcheinen einzelnerRummem infolge höherer Gewalt. Fernfpi echanl chlüfle: 51. 54 und 112. Anfchrist für Drahtnach» richten: Anzeiger Siebe«, poslsch Skonto: fironffurt am Main 11686. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen oo.i 27 nm Brette örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig, für Re» hlamean’eigen pon 70 in Breite 35 Re chspfenmg, Platzoorfchrift 20 mehr. Chefredakteur Dr Friede Wilh L'ange. Derantwortlich 'urTobtih Dr Fr Wilh Lang«, für Feuilleton Dr H Ihqnot; für den übrigen Ic.l (Er, ft Blumfchein: für den An» geigcntetl i.‘Bcrtr. H Deck, iämtli* in (Bie >en Das Ergebnis der Genfer Konferenz. Nach zähem Ringen aller Beteiligten ist. beinahe wider Erwarten, schließlich doch in Genf eine Einigung erzielt worden. Man darf wohl sagen, daß das Ergebnis in bezug auf die Inoestigationssrage für uns als durchweg befriedigend au bezeichnen ist, da alle deutschen Forderungen erfüllt worden sind. Nur ein Punkt gefüllt uns dabei nicht. Das ist der, too- nad) wieder ein französischer General, wenn auch nicht der berüchtigte Herr Desticker, Vorsitzender des für Deutschland zuständigen 3 n ■ oestigalionsausschusses geworden ist. Es wäre uns lieber und es wäre anständiger gewesen, einen Dffijier aus einem neutralen Londe damit zu betrauen. Aber wir wollen uns der Hoffnung hingeben, daß es überhaupt zu keiner Investigation mehr kommen wird, und bann kann es uns auch im Grunde genommen gleichgültig fein, wer an der Spitze des Ausschusses steht. Im übrigen ist sestzuslellen, daß das Inoestigotionsprotokoll von 1924 durch ein Zusatzprotokoll grundsätzlich und wesentlich geändert worden ist. Auch in dieser Hinsicht rodje es, wie wir bereits betont haben, besser und einfacher gewesen, das alte Protokoll, als überholt, gänzlich aufzu heben. Da aber nun einmal für die übrigen Mächte des Dölker- bimbsrates eine Art von Prestigefrage damit verbunden war, kann man sich mit dem gefundenen Modus einverstanden erklären, wenn man die Sache höher als die Form stellt. Jedenfalls dürfen tn Zukunft sogenannte Investigationen n u r a u f B e - schloß des Dölkerbundsrates und von Fall zu Fall nach vorheriger Verständigung und unter Mitwirkung der deutschen Behörden fiattfinben. Das ist ganz etwas anberes, als die Schnüffelei, die zu unserer Demütigung uns jetzt acht Jahre lang auf dem Nacken gesessen hotte. Die zweite Errungenschaft der Gen er Vereinbarungen ist die Tatsache, daß die Militär- kontrollkommissivn am 31. Januar 1927, also in sechs Wochen, von der Bildfläche verschwindet. Rach unserer Auffassung wäre sie auch für diese sechs Wochen vollkommen entbehrlich. Aber schließlich wird auch diese kurze Spanne Zeit vergehen, und dann sind wir die Gesellschaft los. Bis dahin soll mit der Dotschaf- terkonserenz in weiteren Verhandlungen versucht werden, eine Regelung über die beiden Restpunkte zu finden, die noch übrig geblieben sind. Es ist nicht uninteressant, daß in Eens selbst festgestellt worden ist, es habe sich ursprünglich um über hundert solcher Punkte gehandelt, die sämtlich bis auf zwei auf dem Verhandlungswege aus der Welt geschafft worden seien. Hoffentlich wird in nicht ferner Zeit ein Verzeichnis dieser über hundert Punkte in der Oefsentlichkeit bekannt gegeben werden und dann wird eine staunende Mitwelt erfahren, mit was für erbarm- Hajen Schikanen das deutsche Volk und seine Regierung jahrelang von der interalliierten Schnüsfellommission drangsallert worden sind. So groß auch die Genugtuung ist, die wir bei der nunmehr feststehenden Abberufung der Kontrollkommission empfinden, so mischen sich hier doch verschiedene Mißllänge hinein. Zunächst ist zur Beseitigung der erwähnten beiden Restpunkte ein sehr umständliches Verfahren festgesetzt worden. Bis zum 31. Januar, allo auch noch unter Mitwirkung der Kommission, soll mit der Dotschasterkonferenz verhandelt werden. Gelingt bis dahin eine Einigung nicht, was nach den bisherigen Erfahrungen wahrscheinlich ist. dann geht die Angelegenheit zur Entscheidung an den Dölkerbundsrat. Richtiger und zweckentsprechender, auch mit dem Geist von Locarno mehr im Einklang stehend wäre es gewesen, wenn man auf den deutschen Vorschlag eingegangen wäre, sogleich das Haager Schiedsgericht entscheiden zu lassen. Run soll zunächst der Völierbundsrat die Sache in die Hand nehmen und sich erforderlichenfalls vom Haager Schiedsgericht ein Gutachten erstatten lassen, um dann, auf dieses gestützt, die endgültige Entscheidung zu treffen. Das ist reichlich kompliziert und läßt allen möglichen Intrigen im Völkerbundsrat die Tür offen. In dasselbe Gebiet gehört die Bestimmung, daß sich solange, also bis zur endgültigen Entscheidung, die betreffenden Botschaften in Berlin einen „Sachverständige n"> Attache beilegen können, der sie beraten soll. Das wird natürlich ein Offizier fein, und man spricht in Paris schon davon, daß Frankreich den in Deutschland höchst unbeliebten General Walch entsenden werde. Sehr segensreich dürste die Tätigleit dieser Herren schwerlich werden. Man sieht, Dinge, die zu ernsthasten 'Bedenken Anlaß geben, sind noch immer in reichlichem Maße vorhanden. Das positive Ergebnis von Genf ist also, wenn auch den Verhältnissen entsprechend deutscherseits das erreicht wurde, was zu erreichen war, verhältnismäßig gering. Um so mehr, wenn man bedenkt, daß zwei Hauptfragen, über die schon jahrelang verhandelt wird, auch jetzt wieder nicht gelöst wurden' Die Frage der O st f c ft u n - gen und die Frage des Kriegsmaterials. Roch In den letzten Tagen haben General von Pawels und Legationsrat Forster vom Auswärtigen ^tmt mit der Botschaf.erkonferenz in Paris darüber verhandelt. Die Entscheidung wurde hinausgeschoben, Deutschland hat aber zugestehen müssen, daß di.' Mo^emisierungsarbei- ten in den deutschen Ostfestungen eingestellt werden! ohne dauernde Erneuerung von Feftungs- anlagen sind diese aber nach verhältnismäßig kurzer Zeit militärisch wertlos. Dis zum 31. Januar wird über diese Dinge weiter auf dem diplomatischen Wege, vorwiegend mit der Bot- schaftertonferenz, verhandelt werden. Wenn bis dahin keine Einigung erzielt ist, wird sich der Dölkerbundsrat damit beschäftizen, und aus Grund seiner schiedsrichterlichen Befugnisse eine Entscheidung treffen. Gegeben nfalls würde ein Gutachten des Haager Schiedsg:richtshvses eingeholt werden. Die Kriegsgerätfrage hat eine bedeutungsvolle wirtschaftliche Srite. Es handelt sich hier um die Ausfuhr deutsche Halbfabrikate, die irgendwie in einem Kriege Verwendung finden könnten. Was dazu gehört, hänge in der Hauptsache vom guten Willen derer ab, die darüber träft ihrer politischen und militäri- schen Macht entscheiden. So will z. D. England vermittels der entsprechenden Bestimmungen auch weiterhin bie Einfuhr deutscher optischer Fabrikate, also Linsen u. dgl. drosseln. Hier handelt es sich also mehr um wirtschaftliche Gesichtspunkte als politische. Aus alledem ist zu ersehen, daß, in voller Würdigung des tatsächlich Erreichten, das Gesamtergebnis der Genfer Derhan.lungen nur einen Schritt vorwärts auf dem -angeblich von allen Seiten beschrittenen Wege der Befriedung Europas bedeutet. (Eine Erklärung Strefemanns. Dic persönliche Fühlungnahme der Staatsmänner. Paris, 13. Dez. (WTD.) Der Sonderberichterstatter des „Petit Journal" hatte nach Unterzeichnung des Protokolls eine Besprechung mit otrefemann, den er über das Ergebnis der Besprechungen befragte. Stresemann antwortete darauf: Dieses Ergebnis wird mit Bef riedi- gung in Deutschland und in sämt.ichen anderen Ländern aufgenommen toerDm. Der Beschluß des Döllerbundsrates betreffend das Funktionieren der Investigationskommisfion konnte nur einstimmig getroffen werden. Diese Einstimmigkeit ist ohne wirkliche Schwierigkeiten erreicht worden. Schwieriger war es, zu der gleichen einmütigen freundschaftlichen Verständigung zwischen den Signalarmächten des Vertrages von Locamo in der Regelung der die Ausführung des Vertrages von Versailles betreffenden Fragen zu gelangen. Ich glaube, den freundschaftlichen und herzlichen Charakter dieser Regelung betonen und behaupten zu können, daß diese Worte nicht nur Phrasen sind. Wenn wir zu einer befriedigenden und vollständigen Verständigung haben gelangen können, so vor allem deshalb, weil zwischen uns seit Locamo viel persönliche Fühlung und die Gewohnheit des Zusammenarbeitens bestand. Ich für meinen Teil lege der Entwicklung dieser Methode, die sich erprobt hat, die größte Bedeutung bei, und ich wage von ihr die Regelung sämtlicher Schwierigkeiten zu erwarten, die zwischen unseren Ländern bestehen oder entstehen können. Ich habe in der Tat als Programm eine immer engere Zusammenarbeit der Regierungen im Auge, und ich wünsche, daß diese Zusammenarbeit sich immer weiter ausdehnen wird. Ich vertrete sogar Die Ansicht, daß, wenn 1914 unsere Vorgänger sich wie wir uns gestern in Der zugleich ernsten und beruhigenden Atmosphäre, wie sie (Ein Protest des Neichrfinanzministers. Dr. Reinhold gegen die Bewilligungsfreudigkeit von Reichstag und Reichsrat. Wie sich die weitere Entwicklung der innerpolitischen Lage im Reich gestalten wird, läßt sich für die nächste Zukunft mit bestimmter Sicherheit noch nicht sagen, wie überhaupt die Krisenmacher selbst nicht recht zu wissen scheinen, welchen Weg sie eigentlich einschlagen wollen. In diese Situation platzt nun ein Konflikt zwischen dem Reichsfinanzminister Reinhold und Dem Reichstag hinein, der an sich vielleicht nicht alTju tragisch zu nehmen ist, der aber doch Den Opv'sitionsParteien Gelegenheit geben kann, eine günstigere Position zu beziehen, weil Der Minister auch mit Den Koalitivnsparteien nicht mehr harmoniert. Die Ursache des Konflikts liegt in der Ausgabenwirtschaft des Reichstages, die in den letzten Wochen geradezu groteske Formen angenommen hat. Ohne Rücksicht auf die finanzielle Lage des Reiches wurde der R a ch t r a g s e t a t so erweitert, daß sich jetzt der Finanzminister im Haushaltsausschuß veranlaßt sah. jede Verantwortung für die Reichsfinanzgebarung in Zukunft ablehnen zu muffen, wenn der Reichs- tag nicht auf seine über den Etat hinausgehenden untragbaren Forderungen verzichte. Tut er das nicht, Dann wird Herr Reinhold daraus die entsprechenden Schlußfolgerungen ziehen. Soweit wird es aber wohl kaum kommen, immerhin ist dieser Konflikt doch geeignet, Die ipnerpolitische Lage noch zu komplizieren. Die Sitzung des Haushaltsausfchusses Berlin, 13. Dez. (VDZ.) Der Haushaltsausschuß Des Reichstages setzte die Beratung des zweiten Nachtragsetats für 1926 beim Haushalt Der allgemeinen Finanzverwaltung fort. Adg. Keil (Soz.) fragt nach Öen Rückständen der Erbschaftssteuer und kündigt eventuell einen Antrag an, den Ertrag der Steuern und Zölle im Etat mit 7 Millionen mehr einzusetzen. Reichsfinanzminister Dr. Reinhold: Schon durch die Vorlegung des ungewöhnlich hohen Nachtragsetats sind für das Reichsfinanzministerium ernste Schwierigkeiten und So.gen erwachsen, ob die Mehrausgaben auch durch die Mehreinnahmen gedeckt werden. Der Reichstag hat inzwischen einschließlich den Beschlüssen des Plenums in zweiter Lesung 153 Millionen mehr angefordert. Die Negierung ist nicht in der Lage, allen diesen Bewilligungen zu entsprechen. Die Notlage O st preußens steht fest. Die Reichsregierung hat deshalb 32 Millionen für diese Zwecke zur Verfügung gestellt, aber dieses Entgegenkommen hat dazu geführt, daß nun auch für alle angeblich bedrohten Gebiete ähnliche Bewilligungen gefordert werden. Wenn der Reichstag feine Beschlüße zweiter Lesung aufrechterhält, fo ist die Regierung nicht in der Lage, diese Anforderungen zu erfüllen. Ich kann schlechterdings nicht mehr als 200 Millionen, die etwa aus Mehrzöllen usw. einkommen, in den Etat einstellen und werde.diese Erklärung vor der dritten Lesung des Etats auch im Plenum des Reichstages abgeben. Auch vom Reichsrat sind noch 23 Millionen Mehranforderungen hinzugefugt worden und sogar 70 Millionen weitere Anmeldungen in Aussicht gestellt worden. Ich werde daher im Reichsrat die gleiche Erklärung abgeben, daß durch solche Mehr- bewilligungen eine solide Finanzverwal- tung gefährdet werde und daß ich nicht in der Lage bin, solche Ausgaben zu leisten. lieber diese Erklärung entspann sich eine lebhafte Debatte. Abg. ® u e t a r D (Zentr.) kündet noch Anträge für die gefährdete W e st m a r k in der dritten Lesung an. 2Ibg. -Keil (Eoz.) macht darauf aufmerksam, man werde damit rechnen können, daß alä Endergebnis ein Mehrbetrag von 227 Millionen zur Bestreitung der Ausgaben zum Rachtragshaushalt zur Verfügung stehen werde. Von feiten der Reichsregierung wurde diese Auffassung als zu optimistisch zurückgewiesen. Trotzdem nahm der Ausschuß in der Abstimmung einen Antrag des sozialdemokratischen Abg. Keil an, der Die aus Den Mehreinnahmen Der Zölle im Rachtragsetat veranschlagte Summe von 90 Mill. Mark auf 227 Mill. Mark erhöht. Run konnten auch rechnungsmäßig Die 41 Mill. Mark für Die Weihnachtszuschläge f ü r die Beamten und die Angestellten des Reiches vom Haushaltsausschuh genehmigt werden. Ebenso wurden genehmigt die 3 Mill. Marl für die bereits beschlossenen einmaligen Zuwendungen an die Arbeiter der Reicks -erwaltung. Zur Deckung von ordentlichen Ausgaben für dir K r i e g s l a st e n mußte im zweiten Rachtragsetat der Hauähaltsausschuß 117 429 500 Mk. bewilligen. Bewilligt wurden weiter 12 833 333 RM. für Die Kriegslasten zur Abführung an Den Kommissar für verpsänDete Einnahmen zum Zwecke Der Ansammlung eines ReservesonDs. Es handelt sich hier nicht um eine endgültige Ausgabe des Reichs, sondern um Die Ansammlung eines Reservefonds als Sicherheit fu; Die von Deutschland zu leistenden Reparationszahlungen auf Grund Des Londoner Abkommens. Der Fonds ist von Dem Kommissar für verpfändete Einnahmen verzinslich anzulegen. Die Zinsen U eßen der Reichskasse zu. Ebenso ist das Kapital nach Erfüllung des Londoner Aokommens dem Reich wieder zur Verfügung zu stellen. Ferner st.nrmte der Haushaftungsausschuh Der Gewährung emes Darlehens an die ober- schlesiscye Eisenindustrie im Betrage ton 18 Mill. Mark zu. Bewilligt wurde auch die Etatsposition, Die ein Darlehen an Die Deutsche Reichsbahngesellschaft im Betrage von 100 Mill. Mk. enthält. Das Dar- lehen uirD mit Drei Prozent, so weit es für Die Elek.ri.izierung der Berliner Stadt- und Ringbahn verwandt wird, m.t 7.25 Prozent jährlich verzinst und spätestens nach drei Jahren zurückgezahlt. Wegen Verwendung von Arbeitslosen find die erforderlichen Vorkehrungen getroffen. Ferner bewilligte der Haushastsausschuß ein Darlehen von 11200 000 Mark zur Fortführung begonnener neuer Eisenbahnen im Rahmen des Arbei'sbeschaffungsprogramms. Insgesamt sind nach dem mit Den Ländern vereinbarten Programm 54 513 000 Mark er'orderlicb, wovon 1£26 ein erster Teilbetrag von 11 2 Mill. Mark oer- toenbet werden soll. Ab gelehnt wurde Dagegen ein kommunistischer Antrag, der 20 Mill. Mark -um Ankauf von Düngemi.teln für notleidende bäuerliche Familienbetriebe als Rotstandskredit forderte. Den VerhanDlungen von Genf eigen ist, hätten treffen können, wir wahrscyciinich Den Krieg und fein älnheil hätten vermeiden können. Der Berichterstatter fügte hinzu, daß man in deutschen Kreisen *in Gen! erklärte, daß Stresemann beabsichtige, gegen Ute De embec einen Erholungsurlaub nach Aegypten anzutreten, wohin er sich über Italien begeben werde. hinter Öen Knüffen in Paris. Ein Intermezzo Poincar^s. Paris, 13. Dey (Wolff.) lieber den Verlauf der Verhandlungen in Genf berichtet der Sonder- beridjterflattcr des „Echo de Paris" in Gens: Wenn vr 1 and dem Sechserral vorgestern abend noch keine endgültige Antwort gegeben Hot, fo lag dies daran, well Paris an den Instruktionen festhielt, die nach Ende des vormittags abgehaltenen Ministerrats gegeben worden waren, nämlich Ablehnung des Schiedsgerichtsverfahrens, das bereits ad referendum angenommen war und Festsetzung eines Zeitpunktes für die Abberufung der Kommission Walsh nur, wenn der am Freitag von der französischen Delegation oorge- legte plan, der ohne Zeremonie ad acta gelegt worden war, von allen interessierten Kreisen angenommen würde. Zunächst konnte der Außenminister eine gewisse Enttäuschung nicht unterdrücken. Er erklärte, daß Cannes wieder beginne usw. Aber die schlechte Stimmung hielt nicht an. 3n feiner Umgebung zögerte man nicht, zu erklären, dah es feine Tragödie geben werde. Minisler- prafibent poincare hatte, bevor er sich heimwärts begab, eine telephonische Unterredung mit f) e r r i o t, der am gleichen Abend aus Lyon zurückgekehrt war. Kurz, gestern früh war er entschlossen, sich der Ansicht seiner Regierung anzu- schließen. Vandervelde fordert die allgemeine Abrüstung. D r ü f s e k, 13. Dez. (Wolff.) Der belgische Außenminister DanDervelDe, Der von einem Vertreter Der Belgischen Teelgraphenagentuv über Das Genfer Abkommen befragt wurde, erklärte u. a.: Es ist unser Bestreben, bei Denen! Vertrauen zu schaffen. Die auf Der anDeren Seite Der Grenze im Kampf mit Denselben Schwierigkeiten wie wir, in gleicher Weise für Den Frre^ den unD für Die geistige Abrüstung wirken, Dief die VorbeDingung Der materiellen Abrüstung ist. UnD wenn ich von Abrüstung spreche, so meine ich Damit jene allgemeine Abrüstung, Die im übrigen schon im Vertrag von Versailles selbst vorgesehen ist. In Dem in Genf geschlossenen ikber- einkommen gibt es keinen anderen Weg, als den des Geistes von Locarno und des Völkerbundes, In Der Frage Der Befestigungen im Osten erklärte Vandervelde, beharrt Deutschland Darauf, zur Ausführung solcher für Die Verteidigung bestimmten Anlagen berechtigt zu sein. Wir bestreiten ihm dieses Recht in aller Form. Man wird also Die Diplomatischen Verhandlungen fort- setzen, es sei Denn, daß, falls Die Anschauungs» aegensätze sich als DauernD erweisen sollten, Der Völkerbund angegangen wird, der seinerseits ohne Zweifel Darm Den Haager Gerichtshof um seine Meinungsäußerung ersuchen würde. 3m Spiegel der Berliner presse. Berlin, 13. Dez. (WB.) Mit Ausnahme Ö€r_ „Deutschen Zeitung" erkennen alle Berliner Blätter, soweit sie sich bereits mit dem Genfer Ergebnis beschäftigen, an, daß die Genfer Verhandlungen für Deutschland ers reuliche Fortschritte gebracht haben. Sie wrisen hierbei insbesondere auf die vereinbarte Zurücknahme der Kontrollkommission zum 31. Januar hin, aber auch Die Regelung der Investigatioirs- frage wird von Den meisten Blättern begrüßt. Dagegen werden besonders in der dcutsch.iatio- nalen Presse ernste Bedenken zu dem Lösungs- modus für Die beiden restlichen Cntwaff - nungdf ragen geäußert. So schreibt Die „Kreuzzeitung": Wenn bie vorg sehene.r technischen Sachverständigen bei Den Ente ite-Bot- schaften in Berlin auch nach deutscher A iSlegung kein anderes Recht als dir übrigen Mitglie er der Botschaften haben sollen, so wird man sich Doch Der Befürchtung nicht verschließ_n können, daß sie letzten Endes nur Die Fortsetzung öer bisherigen Spionage?ommisfion sem toerbeit Abschließend sagt cas Blatt: Wenn sc^ießlich auch in einigen Pmckten für Deutschland gewisse Fortschritte erzielt worden find, so enthält das Genfer Kompromiß doch zahlreiche schwer tragbare unerfreuliche Belastungen. ®ie „Deu tsche Tageszeitun g". die gleichfalls einige in Gens erzielte Fortschritte feft, teilt, eflärt, daß das Kompromiß für uns Deutsche kein Anlaß zu einer Freude bilde, da es uns doch daran erinnern wird, wie weit wir noch von voller S:uveränität und Gleichberechtigung entfernt fmD. - Aehn- lich äußert sich auch Die „Deutsche Allgemeine Z e i tung", kie bemerkt: Wir haben nicht im geringsten Anlaß, Siegesgesänge an» Auftimmen. Dafür ist unsere politische Gesamt- situation in Europa nicht geeignet. Daß solche Verhandlungen über Die Militärkontrolle unD die Ausnahmerechte überhaupt notwen- Dig waren, zeigt Den Grad unserer politischen Schwäche. Aber Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden. — Die „Germania" unterstreicht, Lab die von Frankreich gemachten Schwierigkeiten auf Erwägungen der französischen Innenpolitik zurückzufüpren sind. — Das ,B er - liner Tageblatt" zerzeichnet besonders den Fortfall der elements stables und stellt fest, dah in diesem Punkte dre Berechtigung der deutschen Weigerung anerkannt worben sei. — 3n der „Bossischen Zeitung" wird die Festsetzung eines bestimmten Termins für die Abberufung der interalliierten MUitärkontrollkommission und die Lösung in der Investigationsfrage als lOOpro» zentiger Erfolg Deutschlands bezeichnet. — Der „Berliner Börsenkurier" bezeichnet das in Dens Erreichte als Ausgleich zwischen den beiden Standpunkten. Das Endergebnis von Genf zeige, iah der Derständigungswille überall stärker sei als die hemmende Geste. — Die „Deutsche Zeitung" bezeichnet hingegen das Genfer Ergebnis als eine schwere Niederlage Deutschlands. — Der .Vorwärts" urteilt im groben und ganzen: Befriedigend für Deutschland i't die Umgestaltung der BölLerbundsaufsicht ausgefallen. Dafür sind die Verhandlungen über dir Beendigung der Militärkontrolle nicht ganz so erfreulich ausgegangen. Entrüstung im Saargebiet. Das Verbleiben der französischen Truppen. Saarbrücken, 13. Dez. (TA.) Die erneute Verschiebung der Entscheidung deS Böllerbundsrates über die Zurück-, ehung der französischen Truppen aus dem Saargebiet löst hier überall starke Entrüstung aus. 3n einer Sitzung der hiesigen Zentrumspartei wurde eine Entschließung angenomm-m, die darauf hinwrist, dah nach dem Haren Wortlaut des Versailler Vertrages kein fremdes Militär tm Saargebiet kaserniert werden dürfe. Trotzdem ständen noch immer zwei Regimenter hier. Die Saarbevöllerung habe durch ihr besonnenes Verhalten gezeigt, dah zur Aufrechterhaltung der Ordnung die Anwesenheit fremden Militärs nicht erforderlich sei. Die Entschließung drückt zum Schluß derr dringenden Wunsch aus, dah das Saargebiet als rein deutsch-s Land dem Deutschem Reiche, von dem es gegen seinen Willen ab- getrennt wurde, bald wieder eing eg Hebe r t werde. ' Annahme des Arbeitsgerichtsgesetzes. Berlin, 13. Dez. Der Re'chstag setzt die zweite Beratung des Arbcttsgerichtsg.ffetzrnt- Wurfes fort Abg. Lambach (Dn.) beantragt die W a h i der Beisitzer unter Bildung besonderer Äaufmannskammem. 3m Falle der Ablehnung dieses Antrages müsse mindestens von der Regierung mitgeteilt werden, unter welchen Dedrn- gungen O.grnisationen in die Vorschlagsliste aufgenommen werden. Abg. G e r i g (Zentr.) erklärt, ein Teil feiner Freunde werde für die Zulassung von Rechtsanwälten in der ersten 3nstanz, aber nicht für den Anwaltszwang stimmen. Abg. Dr. Pfeffer (D. Dp.) lehnt für die Mehrheit seiner Fraktion die von den Deutsch- nationalen beantragte Wahl der Beisitzer ab. Ministerialdirektor Dr. Sihler erklärt die Einrichtung besonderer K auf m ai»n s käm ° mein für unzweckmäßig. Rach weiterer Debatte wird der deutsch- nationale Antrag der Angliederung der Arbeitsgerichte an die ordentlichen Gerichte in namentlicher Abstimmung mit 227 gtg n 140 Stimmen bei zwei Enthaltungen ab gelehnt und § 1 wird gegen Deutschnationale, Wirtschaftliche Vereinigung, Kommunisten und einen Teil der Deutschen Dollspartei angenommen. Als Arbeitnehmer werden auf Antrag der ; Regierungsparteien auch diejenigen Zwischrn-- " meister betrachtet, die einen überwiegenden Teil pihres Verdienstes aus ihrer eigenen Arbeit beziehen. Der Antrag Dr. R aschig (Dem.), Dr. Pfeffer (D. Vp.) und Genossen, der auch in der ersten 3nstanz Rechtsanwälte bei Streitobjekten über 300 Mark zulassen will, wird im Hammelsprung mit 187 gegen 152 Stimmen abgelehnt. Beim § 17, der die Bildung der Kammern re- gell, bleibt es bei dem Ausschußbeschluß, wonach die höheren Berwallungsbehörden im Einvernehmen mit dem Landgerichtspräsidenten die Beisitzer auf Grund von Vorschlagslisten der wirtschaftlichen Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berufen. Bei den Aussührungs- und llebergangsvor- schriften beantragt Abg. Riesenberg (Sn.) die Streichung der Bestimmungen, wonach auch die Gesetze oder Verordnungen aufgehoben werden, nach denen Innungsschiedsgerichte oder Innungen zur Entscheidung von Rechtsstreitigkeiten zuständig sind. Sie Arbeitsgerichte könnten niemals die Schlichtungsarbeit leisten, die den besonderen Verhältnissen des Handwerks entspricht und die jetzt von den Innungen geübt wird. Abg. Esser (Zentr.) begründet einen auch von der Deutschen Volkspartei, den Demokraten und der Bayerischen Volkspartei unterscbriebenen Antrag, wonach ein paritätisch aus Aroeitgebern und Arbeitnehmern zusammengesetzter Ausschuß in den Innungen die Streitigkeiten zwischen M ei st er n und Lehrlingen entscheiden soll. Bei Nichtanerkennung der Ausschußentscheidung kann Klage beim zuständigen Arbeitsgericht erhoben werden. Abg. Graß mann (Soz.) fordert, daß die in 3nnungsbetriebrn beschäftigten Arbeiter ebenso wie die übrigen die Vorzüge der Arbeitsgerichte genießen müßten. Die innerpolitische Krisis. Verschiebung bis nach Weihnachten? Berlin, 13. Dez. (DDZ.) 3m Reichstag fanden heute nachmittag mehrere Stunden hindurch Verhandlungen des Reichskanzlers mit den Jüfj- tern der Regierungsparteien über die augenblickliche politische Lage statt. An der Besprechung nahmen auch der Chef der Heeresleitung, General Heye und Admiral Zenker teil, denn es handelte sich im wesentlichen um eine Aussprache über die Reichswehrangelegenheiten. Sie gegenwärtige innenpolitische Situation wird gerade durch die (Erörterungen über die Reichswehr verschärft; aber es gingen heute im Reichstag Gerüchte um, daß nach der Möglichkeit gesucht werde, die bei der dritten Lesung des Rachtragsetats in Aussicht genommene große politische Aussprache über die 3nnen- und Außenpolitik zu v e r s ch i e - ben. Lin Moment dafür, es in diesen Tagen nicht zu einer Regierungskrise kommen zu lasten, liegt darin, daß der R e i ch sa u ß en m i n 1 st e r von Gens mit einem beachtenswerten Erfolg zurückkehrt. Es wird auf der anderen Seite lediglich als eine Kombination bezeichnet, dah man die politische Aussprache zu verschieben versucht. Die dritte Lesung des Rachtragsetats wird sicherlich vor der weih, nachtspause siattsinden müssen, und es läßt sich natürlich nicht verhindern, dah dabei die großen politischen Momente zur Aussprache gebracht werden. Aber es lugt doch nicht außer dem Bereich der Möglichkeit, daß man einer auf eine Regierungskrise zugespihten Aussprache noch entgehen wird. Es bliebe noch die Möglichkeit, zwar eine Aussprache zu führen, aber die Abstimmungen, die für den Bestand der Regierung entscheidend sein können, bis noch der Meihnachtspause zu vertagen, von den Sozialdemokraten ist indessen zu erwarten, dah sie nicht nur auf einer Aussprache, sondern auch auf einer Abstimmung über das Fortbestehen des jetzigen Reich7?abinetts, gegen das sie sich ja einen Miß- trauensamrag Vorbehalten haben, bestehen werden. 3n den Kreisen der sozialdemokratischen Fraktion meint man, dah die Feststellung des Rachtragsetats nicht verzögert werden dürfe. Unter Umständen würde a’krtings der Reichstag noch bis in die nächste Woche zusammenbehalten werden müssen, was natürlich in der Nähe des Meihnachtsfestes sehr schwer zu sein pflegt. Bis jetzt besteht noch der Beschluß des Aeltestenrats, die große politische Aussprache am Donnerstag und Freitag abzuhalten. Ueber eine Aenderung mühte der Aelleslenrat erst zu einer neuen Beratung zusammen treten. Zentrum und 8inan;ou§gleich. Berlin. 13. Dez. (TU.) Am 11. und 12. Dezember 1926 fand in Berlin eine eingehende Aussvrache zwischen Vertretern der Landtagsfraktionen der Zentrumspartei und dem Vorstand der Reichstagsfraktion im Verein mit dem Reichsparteivorstand statt. Gegenstand der Beratungen waren die mit dem Finanzausgleich zusammenhängenden Frazen. Es herrschte lieber- einstimmung darüber, daß die Zentrumspartei bemüht fein muh, den Ländern und Gemeinden die finanziellen Garantien zur Erfüllung ihrer verfassungsmäßigen eigenstaatlichen Aufgaben zu schaffen. 3n einem regen Meinungsaustausch sind auch die Grundlagen eintzs endgültigen Finanzausgleiches besprochen worden. Gesondere Betonung fand dabei die Rotwendigkeit, durch Vermeidung unnötiger Ausgaben sowie durch Vereinfachung der Verwaltung Im Reich, in den Ländern und Gern rinden den gewaltigen Steuerdruck herabzumindern. Eine planvolle Derwaltungsreform erlebten der Konferenz dringlich. Kompliziertheiten des 3nstanzenzuges müs en beseitigt werden. Eie haben erfahrungsgemäß zur Folge, daß die wirtschaftlich schwächeren Schichten der Bevölkerung immer schwerer zur Berücksichtigung ihrer besonderen Rotlage und Wünsche gelangen fönnen. Die neuen Steuer* und gollvorlagen. Berlin, 13. Dez. (WB.) Die beiden Gesetzes« Vorlagen der Reichsregierung über die Aenderung der Zuckersteuer und die Erhöhung der Branntwein- bektolitereinnahme einerseits sowie über die Erhöhung des Zuckerzolls anderseits, sind jetzt dem Reichsrat zugegangen. Nach der ersten Vorlage soll die Zucker st euer um ein Drittel ermäßigt werden. Entsprechend senkt sich die be« sondere Steuer für Stärkezucker von 8,40 auf 5 60 Reichsmark. Eine Ausnahme gilt nur für Stärkezucker mit einem Reinheitsgrad von mehr als 95 vom Hundert. Der durch diese Steuersenkung her- beigeführte Cinnahmeaussall von rund 75 Millionen Reichsmark soll wieder eingebracht werden durch eine Erhöhung der Hektolitereinnahme für Trinkbranntwein um 100 Mark von 280 Reichsmark auf 380 Reichsmark für ein Hektoliter. Nach der zweiten Vorlage sollen die Zollsätze für Zucker der Tarifnummer 176 10 Reichsmark und 8 Reichsmark auf 15 Reichsmark und 13 Reichsmark heraufgesetzt werden. Reichsarbeitsmini st er Dr. Brauns betont, bas Arbeitsminsterium betrachte das Lehrlingsverhältnis in erster Linie als ein Erzieh ungs- und Ausbildungsverhält- n i s, dem aber auch starke arbeitsrechtliche Momente anhasten. Zur äleberwachung der Ausbildung und Erziehung seien in erster Linie die Handwerkskammern zuständig; aber die arbeitsrechtlichen Streitfragen würden am besten einheitlich durch die Arbeitsgerichte erledigt. Die Anträge auf Aufrechterhaltung der Innungsschiedsgerichte werden m.t 212 gegen 150 Stimmen abgelehnt. Der Antrag auf Bildung von Innungsschlichtungsausschsissen für Lehrlinge wird mit 329 g'gen 23 Stimmen angenommen. Der Rest der Vorlage wird ohne wesentliche Aenderungen in der Ausschußfassung angenommen. 3n der namentlichen Schlußabstimmung wird das Gesetz mit 211 gegen 140 Stimmen der Deutschnationalen, Kommunisten und der Wirtschaftlichen Vereinigung bei sieben Enthaltungen angenommen. Das Haus vertagt sich auf Dienstag. England und die Bolschewisten. Gegen die Ernennung eines Nachfolgers für Krassin. London, 13. Dez. (WTB.) Der politische Berichterstatter der „Daily Mail" meldet, unter den Kabinettsmitgliedern finde die Auffassung immer mehr Geltung, daß eine Nachfolge Krassins angesichts der feindlichen Propagande der Moskauer Regierung nicht zugelassen werden soll. Dieser Ansicht sei in einer von 200 konservativen Parlamentsmitgliedern unterzeichneten, dem Premierminister zugestellten Denkschrift Ausdruck gegeben worden. Es verlaute jetzt, daß der Staatssekretär für Indien, Lord Birkenhead, dessen Auffassung bei seinen Kollegen große Beachtung zu finden, pflege, eine Denkschrift vorbereite, welche den anderen Kabinettsmitgliedern zugestellt werden soll, in der er energisch gegen die Zulassung eines Nach, folgers Krassins protestiere. Die Erkrankung des Mikado. Tokio, 13. Dez. (Havas.) Das Befinden des seit langem gelähmt rn Kaisers von 3 a p a n hat sich verschlechtert. DaS gesamte Kabinett hat sich in den kaiserlichen Palast begeben, da der Zustand des Kaisers kritisch geworden ist. Die Krankheit des Kaisers hat im ganzen Lande lebhafte Besorgnis hervorgerufen. Die Zeitungen melden in Extrablättern jede Aenderung in seinem Befinden. 3n den Tempeln beten Tausende für seine Wiederherstellung. Da sich der P r i n z r e g e n t in unmittelbarer Rähe seines Vaters aufzuhalten wünscht, hat das Kabinett eine Regierungsabteilung in Hayama eröffnet, wodurch der Prinzregent in die Lage versetzt ist, die laufenden Geschäfte zu erledigen, ohne den Kaiser zu verlassen. Unabhangigkeitsbewegung in Franzöfisch-Indockina. Paris, 13. Dez. (TU.) Nach Meldungen aus Saigon nimmt die Unabhängigkeilsbewegung in Französisch-Indochina bedrohlichen Umfang an. In einem Vorort von Saigon kam es zwischen Studenten und der Polizei zu Zusammen- stößen, wobei mehrere Polizisten verwundet wurden. Zahlreiche Verhaftungen sind vorgenommen worden. Die Arbeiter einer großen Automobil- fobrik sind in den Streik getreten. Aus aller Welt. Neubauten des Norddeutschen Lloyds. Die Verwaltung drs Rorddeutschen Lloyd hat den Dau von zwei Schiffen im verbesserten und vergrößerten Kolumbustyp für den Dienst Bremen—Reuyork beschlossen. Die' Schiffe sollen je etwa 46 000 Bruttoregistertonnen groß werden und eine Geschwindigkeit erhalten, die es aeftalie., die Reise Bremerhaven- Re u h o r k in sechs Tagen und die Reise von den Kanalhäfen nach Reuyork in fünf Tagen zu vvyenden. Sines der Schiffe soll auf der Werst-A.°G. Weser in Bremen, das andere bei Blohm & Voß in Hamburg gebaut werden. Die Schiffe sollen den Ramen „"Bremen“ und „Europa" erhalten. Das Dauprogramrn erfordert keine neue Beanspruchung des Kapitalmarktes. Lin glücklich verlaufener Autounfall. Ein Melsunger Lastauto, das von Kassel kam, überfuhr das Geländer der Fulda- brücke und stürzte aus einer Höhe von 8 Meter in d ie Fulda. Die drei auf dem geschlossenen Führersitz befindlichen Insassen kamen dabei wie durch ein Wunder mit leichten Verletzungen davon. Zum Glück lag das von den Fluten umspülte Auto so. daß die nur an einer Seite befindliche Tür oben roar unb den Weg ins Freie freigab. Aus dem umgestürzten Auto sitzend, warteten die Verunglückten die Ankunft eines Kahnes ab, der sie dann aufs Trockene brachte. Ein brutaler Autofahrer. Em Auto, das Die Weima r—G r f urter Landstraße in rasender Fahrt Dabineilte, überfuhr unweit des Dorfes Mönchen-Holzhausen die auf der linken Straßenseite gehende Frau eines Milchhändlers. Der Frau wurde die Schädcldecke zertrümmert und ein Drin abgefahren. Der Führer des Autos legte die sterbende Frau in den Straßengraben und enttarn unerkannt. Der Ehemann der unglücklichen Frau, der ein Stück hinter ihr her kam, fand sie in ihrem Blute llegend. Sie ist inzwischen im Erfurter Krankenhause ihren schwere.r Verletzungen erlegen. Line soziale lat In Pirmasens hat die Firma Ed. Rheinberger A.-G. in ihrer Aufsichtsratssitzung und Generalversammlung die Errichtung einer Pension s t a s s e für die Angestellten beschloßen und dieser die Summe von 100 000 Mark überwiesen. Für die Erstellung eines Altersheims wurden ebenfalls 100 000 Mark bereitgestellt. Tödlicher Sturz vom pserde. Montagnachmitt.g stürzte in B^rlin-ZLhIen- dorf die Gattin eines Bankiers vom Pferchs Die Verunglückte erlitt so schwere Verletzungen» daß sie kurz nach ihrer Aufnahme im Krankenhaus verstarb. Todessturz vom Felsen. Der 16’äbnge Leopock) Meßmer aus Karlsruhe, der mit mehreren F.eunden einen Ausflug in das badische Wolfental unternommen hatte, stürzte aus großer Höhe von einem Felsen ab. Er war sofort tot. Linsturzunglück In einem ägyptischen Kino. In einem Kinotheater in Alexandria stürzte während einer Vorstellung das Dach ein. Sieben Personen wurden getötet, 30 verletzt. 19 lot’ bei einem Explosionsunglück. 3n St. 21 u b a n bei D-gne (Such rankreich) ist ein Behälter mit 25 000 Kilo flüssigem Chlor explodiert. Bisher wurden 19 Lote und mehr als 30 Verletzte gezählt. Unter den Loten befindet sich auch ein Önreveur. _ Der deutsche Flieger Übet spricht in Paris. Der dcu.sche F.ieg.r U_>et hielt ge.iern auf Deranlas ung deS Verbandes der französischen Flugzeugführer im Dortragssaal der Pariser Zeitung ,Ce Journal" einen Vortrag über daS Lbema: „Die Orientierung deS deutschen Flugwesens". T7?1tcrvorattssaae. Wenig Aenderung des im ganzen verhältnismäßig milden, vorwiegend trüben Wetters mit Neigung zu unbedeutenden Niederschlägen. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 2,9 Grad Celsius, Minimum: 1,5 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 2,8 Grad Celsius. Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den K Dezember 1926. Die Allee in der Stabt: Schönheit oder Gesundheit? Man schreibt uns: Unlängst lasen wir im „Gieß. Anz." eine Notiz über Fällungen hohlxr B ä u m e in der Kaiseralleee, Licher Straße, Garten- straße und Selterstor. Sie erweckte den Eindruck, als sei eine Entschuldigung für diese Tatsache angebracht, und es müßte deshalb die N e u - anpflanzung an Stelle der gefällten Invaliden in Aussicht gestellt werden. Demgegenüber dürfte es sich lohnen, diese Frage vom Standpunkte der im Schatten alter Baumriesen lebenden Menschen zu beleuchten. In gesundheitlicher Hinsicht ist das Wohnen unter großen Kastanien, Linden und Platanen nachteilig. Die Wohnungen find im Erdgeschoß und im ersten Stock dunkel und eucht. Solange die Bäume grünen, bringt kein Sonnenstrahl in die beschatteten Fenster. Nie kann hier eine Mutter den Pfühl ihres Säuglings in den Strahlen der Sonne ausbreiten. Und dabei wissen wir heute, daß der Mensch im Kampfe gegen Rachitis, Skrophulose, Tuberkulose und andere Krankheiten des Lichtes und der Sonne bedarf. In einer düsteren, dumpfen, vornehmlich feuchten Atmosphäre aber gedeiht gerade der Tuberkelbazillus von Generation zu Generation. — Zur Zeit der heißen und schwülen Sommertage läßt das geschlossene Blättergewölbe großer Bäume die Staubwolke des oft rasenden Verkehrs nach oben nicht entweichen. Dann bringt der mit Bakterien aller Art beladene Staub in die beiderseits geöffneten Fenster hinein. In den dunklen Wohnungen müssen Erwachsene und Kinder des Tages Pflichten und Schularbeiten erledigen. Namentlich die alten Leute fühlen sich infolge der dauernden Dämmerung wegen ihrer herabgesetzten Sehfähigkeit außerordentlich beeinträchtigt. Geschäftsleute arbeiten an den vielen trüben Tagen im Halbdunkel, wenn sie es nicht vorziehen, sich sogar am Taae des künstlichen Lichtes zu bedienen. Doch nicht allein in hygienischer und wirtschaftlicher Hinsicht, auch oerkehrstechnisch sind die vielen alten, starken Bäume innerhalb der Stadt störend. Man sehe nur, wie sich in der Kaiserallee die Men- schenmassen in Schlangenlinien um die alten Recken der Vergangenheit herumwinden! Also gerade in der Straße, die an Sonn- und Feiertagen unsere Einwohner hinausführt zum nächsten Walde, zu den Sportplätzen und zur Volkshalle! Vor allem in der Kaiserallee hat sich, von solchen Gesichtspunkten aus betrachtet, die ..Allee" als solche längst überlebt. Deshalb ist ein Nachpflanzen der alten Bäume abzulehnen. Wäre es nicht schöner, wenn die heute so verkümmert aussehenden Bor- aärtchen grünen und aufblühen würden? Leuchtende Frühlingsblumen sollten hier in wohlgepflegten Beeten Auge und Herz erfreuen, blühende Magnolien, Flieder, Jasmin oder Goldregen, das mannigfachste Buschwerk während des Sommers bis zum Reisen des letzten Zwergobstes. Sicherlich würde die Kommission des Derkehrsvereins, welche sich seicher so liebevoll der blumengeschmückten Häuser annahm, auch hier ihres Amtes walten. Man könnte sogar die Zäune der Vorgärten in Ordnung bringen und durch freundliche Farben hervorheben. Wäre es nicht ein Genuß, durch eine solch „lichte" Straße hinauszuwandern im Vergleich zu der sich als unfreundlich düster darbietenden Schattenstraße, wo fein Borgarten gedeiht, wo die Häuser den vom Regen ab- geschwemmten Staub der Blätter annehmen und monoton erscheinen, grau in grau? Hat die Allee mit riesenhaften alten Bäumen eine intensivere Durchfeuchtung des beschatteten Ge- MAGGI8 Würze MAGGI® Suppen in Würfeln* MAGGI® Flefechbrühwürfel Praktisches Weihnachtsgeschenk:» Äi« all« 'jL fin E gjlon hat und W LerA-" Gieß 0 * 'W'Ä- sU -- ^Pf l Aepft Hühner I W Moment stflttt« ro01 _ Tag. SlMal-r. ' Uhr). - Man lobte'. _ llus b uni gelchrieb rette ,.D e r bad um fo m ale für Mi unb Fräulem futter Opernh nen worben fi j) ampe und und hier berat unb liebens® ziehungskraft c , di bei dem Hein sagen , testen [ G'e8en G'efien, - Eine Feuerwehr M mitteilte der Deranfta Feuerwehr ftc verliehen: Die Karl S-let er wehr für lan Derdienstschni seit: Louis? für 30 Jahv Otto Fiedler chlor: für 1 Mller. Di Deller. Mit ISjäfrtiejt Di SVre/tor 2bol DMm Stleiii HrvvMgrr 'S gliedern dir 1 Wehrdienst: Wilhelm D, Johann Föl Moritz ©reu Ä o1}, K'.rl i Heinrich Lol mesiuS. Dill beim Auhl, @ Aosenbetter, Heinrich Da< i Mal "reislehreroerk Wiederkehr be« Maloti durch eine 0el ®ie{jen feierlich _ '' Pers Oenoatmerieto Kirtorf und Ohmen zu । ?irlung vom ftanb tritt ar Alersgren-e-l ’ Müller IV *' Ein Robert Mart Jorgen in ool Wien 80. Qebi (Salbe ? Nlenbän uwu Antonie «JnJaft, feien h .Für d sa8en Gießen, 14. Dezember 1926. U308D Gießen, den 13. Dezember 1926. 102S4D Für die vielen Beweise herglicher Teilnahme hei dem Heimzanfre unserer lieben Verstorbenen sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Für die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich König nebst allen Angehörigen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Vaters Heinrich Ludwig Allendörfer sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühltesten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wittkowski Familie Allendörfer e. ß »«Wltnls. '"lttr mit Nrl. en. Jtarimum; 29 Hm», heutige opWoM. i* 1926. Schönheit t? wir im 9en hohlfi otrofet, (Buden* e den (Einbrut!, i|t Toifachr an* ilb bie Neu- «Uten dnvalütn ft "ler tn tbe. N tho, ’ **■ »g •nglutf. K'cankreich) *'f0«n Chlo e Mh! ' Token b«. D Paris. Miern auf Mfi^en «r Pariser das uWn ^Ug. nen, diese Frage ilier Soumritkn i flefunbfjtitUttjer oßen Änftanien, )/> Wohnungen lod buntel unb ?, bringt lein SUt tm iu%Vvn%% \u W nb bubet willen mpje gegen Na- d anbeit fronf- nne btbari. In h seuchlen Itr.o lerfelbajillue ton ■ Zeil btr heitza bas M|d)lo||ent Gtaupwolk des nicht enlnxldjtn. Her Art bdabene i Fenster hinein, i Erwachsene und Schularbeiten er- le suhlen sich in- egen ihrer.herab- ich beeinträchtigt, en trüben Togen ^ziehen, sich löget bedienen. >r unb wirllchast- ch sind die vielen ier Stobt störend- iserallee bie Wen* i bie allen Men Also gerade In der tagen unsere ffj en Mtde. ju N rf HA E solchen Me' all laiche ^chssslanzen bet w nicht schöner, ^sehenden Dor* Öen? Leuchtende wohlgevtlegten Lübenbe W?” en, bas manmg* immers toJJJ chertich g*” welche sich 3 Mauser annM n tonnte Ere e» nicht ctrafee ze, w° Zw gb, en D°mS unb er annehwen ia? „ft»n Säumen der Ope- Weller. Seltersweg 70 9616a in grrotzev Auswahl zu den bMssteu Prelfeu Feinkost- Geschenk-Körbchen erfreuen sich größter Beliebtheit Heinrich Driesch GeslkiSlls-KllPskkllmgsünzesge« erfordern heute eine sorgfältige Textgebung und Satzausstattung. Gute Satzttijtungen finb nut erreichbar, wenn die Anzeigen Wzeilig genug oulgegeüen werden. Der Annahmefchlutz für alle Anzeigen im Siebener Anzeiger entfällt auf den Nachmittag vor der Aufnahme. Empfehlung», anzeiyen müssen, je nach Umfang und Satz, schwierigkeiten, zwei bis drei Tage vorher bestellt sein. Nur mit Sorgfalt und dem notwendigen Ieitaufwand gesetzte Empfehlungen Wern öen emiWlen erfolg! Drucksachen aller Att affCßfflffiFSSS: bk vrühl'fche llnioerfitätr-vrvtkerei. H. Longe. Sieben. Schulstt. 7 Don der Aulolinie Giehen - Wieseck - AUen-Buseckr £/QBlefed. 13.Dez. Die durch bie Heu» einstellung des dritten Wagens und die (Zrtoet- terung der Linie nach Alten-Dufeck notwendig gewordene Umorganisierung deS A u tobe t r i e b s darf nunmehr als beendigt angesehen werden. Mit dem seht vorliegenden Fahrplan (der im heutigen Inseratenteil enthalten ist) hofft man. allen Wünschen, soweit sie sich mit den Detriebsnotwendiglriten vereinbaren liehen, Rechnung getragen zu haben. Das Hauptgewicht muhte wiederum daraus gelegt werden, den sich stoßweise abwickelnden Vermehr in der befriedigendsten W:ise ab^>u angen. Diese Voraussicht zwang die Leitung, in den Morgen- und Abend st unden mit Hod) druck fahren zu las,en, ja sogar einzelne besonders belastete Kurse durch das Hinzukommen von Alten-Br.seck doppelt zu fahren. Der nun schon seit einigen Tagen planmäßig durchgeführte Verkehr biS nach Alten-Duseck wickelt sich völlig reibungslos und glatt ab, die Beanspruchung „ihreS neuen Verkehrsmittels seitens der Alten- Dusecker Einwohnerschaft ist als recht befriedigend anzus-rechen: je cn a.lS emp indct mrn gerade in der jetzigen lebhafteren Weihnachtszeit die Annehmlichkeiten einer direkten Ver - bindung mit Gießen in der cindringlichstcn Weise. Hinzu kommt noch daS angenehme und sichere Fahren in den .Wiesecker Autos". Zur Bewältigung der besonders Im Winterhalbjahr sebr starken Inanspruchnahme deS Dsrkchrs- mittels bemühte man sich, einen möglichst großen dritten Wagen zu erhalten, der als Ersatzkragen fährt, bis der neu bestellte Büssingwagen fertiggestellt ist. Der von der Stadtverwaltung Ha-'born aushilfsweise zur Verfügung gestellte SechSrodwagen erfüllt diese Vorbedingung, er hat dieselben Ausmaße wie die beiden bereits vorhandenen Wagen, so daß sich wohl kaum Schwierigkeiten in der Beförderung der Fahrgäste ergebm werden. Der Hamborner Wagen ist übrigens der erste Sechsradwagen, der von den Düllingwerken auf den Markt gebracht wurde. Pessimisten prophezeiten der Autolinie Wieseck-Gießen seinerzeit eine recht turze Lebensdauer, der Zufall will es. daß gerade am Tage des einjährigen Bestehens des Unternehmens dieses die jetzige Erweiterung und Stärkung erfuhr. Am 13. Dezember war es ein Jahr, daß nach ^echt schwierigen und langen Verhandlungen der Betrieb ausgenommen werden konnte. In diesem ersten Jahre hat das älnternehmen der Gemeinde nicht nur seine Notwendigkeit. sondern auch seine Lebensfähigkeit nachgewiefen. Zur gegebenen Zeit soll eine Besprechung d.'s Ergebnisses des ersten Detriebsjahres dies: Tat ache besonders würdigen. •• Eine Auszeichnung verdienter 8eu er to e 6 r Ir.t e fand, wie wir gestern bereits mitteilten, am Samstagabend gelegentlich der Deranstaltuna b?r Gießener Freiwilligen Feuerwehr statt. Es wurden folgend? Ehrungen verliehen: Die Fe erwehrleute Hugo A tsche und Karl G Ier erhalten von der Freiwilligen Feuerwehr für langjährige treue Dienste je eine Uhr. Derdienstschnüre erhielten für 40jähr'g.» Dienstzeit: LouiS Faber, Phi'ipv Klotz, W.lh lm Rühl; für 30 Jahre: Heinrich Herbert; für 20 Jahre: Otto Fiedler, Ludwig Kreider, Wilhelm Melchior; für 10 Jahre: Artur Heißler. August Müller. Wilhelm Pfeil. Karl Theis, Karl Mit einem Diplom der Stadt für 15jährige Dienstzeit wurden geehrt. Drand- Dlrektor Adolf Braubach, ferner Karl Kraft, goldenen Hochzeit in geistiger und körperlicher Frische. ** Geschäfts, und Kundenjubiläum. Morgen kann der Friseurmeister Wilhelm Pfeil. Walltorstraße 22, auf ein 25jähriges Bestehen seines Herrenfriseurgeschäftes zurückblicken. Im Hause Walltorstraße 18 eröffnete er sein Geschäft, zog aber bereits nach 2 Jahren in das noch jetzt von ihm benutzte Lokal. Mit ihm zusammen kann Herr A. Karnbach dieses Tages gedenken, hat er doch dem Jubilar vom Tage der Geschäftsgründung an 25 Jahre als Kunde die Treue gehalten. " Die Männer. unb Frauenverein i- aung der Matthäusgemeinde veranstaltet heute, Dienstag, 14. Dezember, abends 8 Uhr, einen Llchtbilderoortrag „B o m goldenen Mainz bis ans ferne Meer". Herr En. gels. Wetzlar wird das neue Epidiaskop der Ver- einigung vorführen; er wird das Beste an bunten Bildern zeigen, das zur Zeit die Lichtbilderindustrie auf den Markt bringt Ein interessanter Abend steht ben Mitgliedern bevor. (Siehe gestrige Anzeige.) ee Warenproben nach der Schweiz. Die Reichspost teilt mit: Im Verkehr mit der Schweiz find fortan kleinere Warenmengen jeder 2lrt mit geringem Handels- oder Kaufwert, auch wenn sie nicht eigentlich zur Bemusterung dienen. biS zum Höchstgewicht von 500 Gramm zr den für Warenproben bestehenden ermäßigten Gebühren zur Beförderung zu^elassen. Die Sendungen müf- sen im übrigen den De ingungen für Warenproben entsprechen und dürfen namenllich keine unzulässigen schriftlichen Mitteilungen enthalten. Ist der Inhalt zollpflichtig, so mü'sen die Sendungen auf der Vorderseite mit dem vorgeschriebenen grünen Zottzettel versehen sein. •• Elternabend der Oberrealschule Gießen. In den höheren Schulen früherer Jahrhunderte spielten die Unterhaltungen, bestehend in Theater und Musik, eine große Rolle. Wan sagte sich, der Schüler soll eine gewisse Gewandtheit des Auftretens lernen, er soll Anregung finden, durch Betätigung auf dem Gebiete der Kunst sich eine edle Erholung und Abspannung von der harten Mühe des Studierens verschaffen, und zugleich soll bai Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen an Starrheit verlieren und einen vertraulichen Charakter annehmen. Dieser Ansicht der alten Pädagogen hat man, wie begreiflich, öfter widersprochen, indem man den Echulbctrieb durch allzugrohe Ablenkung der phantasiereichen Jugend von dem Ernste, den der planmäßige Unterricht immerhin erheischt, für gefährdet glaubte. In der neuzeitlichen Schule, die aus die Hast und Unruhe der Zeitgenossen eingestellt war und infolge der großen Fortschritte der Raturwissenschaften einen ungleich größeren Lehrstoff zu bewältigen hatte als die Vergangenheit, war für Unterhaltungen zur Pflege der schönen Künste wenig oder meistens gar keine Zeit. Und so konnten wir die Erfahrung machen, daß der Intellektualismus überhand nahm, während das Willens- und Gemütsleben vielfach verkümmerten. Der preußische Minister für Kunst, Wissenschaft und Volksbildung. Dr. Becker, hat diesen Gedanken in seinem Buche zur Reform der Hochschule eingehend behandelt, und allen, die mit der Erziehung der Jugend betraut sind, gründliche Remedur ans Herz gelegt. Ein in jeder Te- ziehung vorbildlicher Unterhaltungsabend, den die hiesige Oberrealschule am Sonntag geboten hat. kann als Antwortrus gelten, daß man gewillt ist, die einseitige Betonung der Derstandes- ausbildung zu verlassen und die gemütvollen und künstlerischen Anlagen unserer Jugend ebenfalls zur Entfaltung zu bringen. Wan kann die Pädagogen der Anstalt, zumal die Direktton. zu diesem Fortschritt beglückwünschen, und dan hoffen, daß ihr Bestreben allseits Nachahmung finden werde. Reben einem Theate.stück des Meistersinger- HanS Sachs, dasl dank der verständnisvollen Einübung durch Dr. Kaesber» ger wirkungsvoll zur Darstellung kam, und einigen gut gegebenen Drk.amationen verbreitete sich MIM heizbar unb hell, au mieten gesucht Scbr. Änpeb. unter 1U275D a. b.Gß-Anz. biete» naturgemäß zur Folge unb bereitet sie somit einen für Infektionskrankheiten günstigeren Boben, so kann die noch junge, unkrautartig dicht vor ben Fenstern emporwuchernbe Linden- ober Kastanienallee inmitten einer Stabt etwas Beängstigendes haben, sie drückt das Gemüt. Der Beispiele gibt es atnufl. Man sollte nur die Bewohner der Licher-, Liebig-, Löber- unb anderer Straßen darüber hören. Um nicht falsch verstanden zu werden, sei zum Schlüsse ausdrücklich betont, daß ein Baum in den Straßen der Stadt überall da feine Berechtigung hat und erfreut, wo er die Menschen nicht stört, unb wo er ihnen nicht Licht, Sonne und Ausblick nimmt. S. Gießener Wochenmarktpreise. Ls kosteten auf bem heutigen Wochenmarkt: Butter, bas Pfunb 1,80 bis 1,90 Mk.: Matte das Mund 35 bis 40 Pf.; Käse, 10 Stück 0,60 bis L50 Mark; Wirsing 8 bis 10 Pf.: Weißkraut 5 bis 8 Pf.; Rotkraut 10 bis 12 Pf.: gelbe Rüben 10 Ps.; rote Rüben 10 Pf.; Spinat 25 bis 30 Ps.; Unterkohl, rabi 5 bis 8 Pf.: Grünkohl 20 Pf.; Rosenkohl 40 bis 50 Pf.; Feldsalat 0,80 bis 1 Mk.: Tomaten 0,50 bis 1 Mk.: Zwiebeln 10 Ps.; Meerrettich 35 bis 80 Pf.; Schwarzwurzeln 35 bis 50 Pf.; Kartoffeln 6 Pf.; Aepfel 15 bis 30 Pf.; Dörrobst 30 Pf.: Honig 45 bis 50 Pf.: junge Hahne 1 Mk.; Suppen. Hühner 1 bis 1.10 Mk.: Oänfe 0,90 bis 1,20 Mk. ’Jiüffe 60 bis 90 Pf.; Eier, bas Stück 17 bis 19 Pf - Blumenkohl 0,80 bis 1,50 Mk.; Endivien 8 bis 20 Pf.: Lauch 5 bis 15 Pf.: Rettich 5 bis 15 Pf. Sellereie 20 bis 40 Pf.-, Tauben 50 bis 70 Pf. Bornotizeu. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 7L0 Uhr, .Lohannisfeuer" (Ende 10 Ubr). — Männer- unb Frauenoereinigung der Matthäusgemeinde: 8 Uhr, Matthäusfaal, Dortrag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:, „Ranette macht alles*, — Aftoria-Lichtspiele: „In den Krallen des Todes*. — Aus dem Stadttheaterbureau wird Ehrenpreis für beste Schocke! unb Knorre (297 P.) L. Weigel, Allenbork, 6. Ehrenpreis, Ehrenpreis für beste Pfeife (294 P.) Hch. Ruopel. Unter- Wibdersheim, 7. Ehrenpreis (291 P.), Fr. Schmidt, Marburg 8. Ehrenpreis. Ehrenpreis für beste Knorre Ä. Runkel, Bad Salzhausen (285 PI. 9. Ehrenpreis (276 P^) PH. Müller. (Brünberg, 10. Ehrenpreis (276 P.) A. Zirfas, Limburg; silberne Medaillen erhielten W. Dick. Gießen, H. Hofsmann I., Canasborf, Rich. Frenze! jr„ Gießen, Ernst Grein, Gießen, Jos. Groth, Limburg. Für ausgestellte Sogelfuttcrfaatcn, Käfige und Artikel zur Vogelzucht unb -pflege erhielt die Samenhandlung Söll, Gießen, einen Ehrenpreis und goldene Medaille. *• Gießener Kaninchenzüchter beteiligten sich an der Ausstellung des Landesverbandes Hessischer Kaninchenzüchter, die am 11. unb 12. Dezember in Worms stattfand. Der Ersola war. daß nachstehende Züchter mit Ehren-, 1.. 2. und 3. Preisen bedacht wurden. Steih (Silber), Kreiling (Schwarzloh), Ullrich (Ehinatullci), Kirch- ner (Weiße Wiener), Sche 1 lhaas (Weiße Rie- fen unb Blaue Wiener). ** Die KurmSrker-Bereinigung Gießen. Ortsgruppe von Oberhessen, Hessen- Rasiau unb Hesien-Kasiel, hielt am Sonntag in Gießen ihre zweite Zusammenkunft ab, die — rote man uns schreibt — gut besucht war. Aus bem Bericht ist zu erwähnen, daß die Arbeiten zum Regimentsappell gute Fortschritte machen, unb Ortsgruppen in Alt-Breisach, Freiburg, Darmstabt, Gießen, Freiendiez, Herne. Braunschweig, Hannover. Berlin unb in Schlesien bestehen. Große Freube rief die Nachricht hervor, daß bie Offiziersvereinigung ehemaliger Kur- matter Gießen als Feststadl gewählt hat, wo am 9. unb 10. Juli 1927 ber Regimentsappell statt- finden soll. •• Vortragsabend Wilhelm SchS- f e r. Wir sind leider nicht in der Lage, übev den gestrigen Vortragsabend des rheinischen 1 Dichters Wilhelm Sdjäfcr zu bericht.n. da die Einladung zu dieser Veranstaltung uns erst zu einer Zeit zuging, in der übrr die Kräfte der Redaktion schon anderweitig verfügt war. uns geschrieben: Die morgige Aufführung I rette „Der liebe Augustin^ von Sei „ barf um so mehr Anspruch auf Beachtung verlangen, als für zwei Hauptpartien in Herrn Alois R e s ni und Fräulein Elisabeth Friedrich vom Frankfurter Opernhaus ganz erstklassige Vertreter gewonnen worden finb. Unter ber flotten Regie von Curt H am p e unb bei Mitwirkung ber anberen beliebten unb hier bekannten Operettenfräfte wirb bie flotte unb liebenswürbipe Operette sicher starke Anziehungskraft ausüben. der Direktor der Anstalt. Oberstudiendirektor Dr Rolle r. über den Zweck des Elternabends und Etudienrat Dr. Htllenbrand über die Pflege und Bedeutung der Musik, insonderheit des Schulorchesters. Letzteres erregte, durch die Leitung und Hingabe seines Dirigenten angefeuert und beseelt, wahre Stürme des Beifall». Der Kenner weih, wclche unsagbare Mühe Dr Hil - lenbra nd sich um da» Orchester machte, um Resultate zu bieken. die durch die D.kziplin. Tongebung und Dynamik der Spieler die zahlreichen Zuhörer vor außerordentlich erfreuliche, ungeahnte Lieberraschungen stellten. Es bedurfte ber ganzen Liebe zur Musik und den jugendlichen Kräften, um in wenigen Monaten ein ansehnliches Programm gründlich eingeeübt zu haben. Die Pallas Athene aus dem Haupte des Jupiter. war. könnte man sagen, plötzlich der Gedanke der Kunst im Schülerorchcster Wirklichkeit geworden. Aus der Begeisterung, die hier entfacht wurde, wird die Ooerrealschule reichen Gewinn ziehen. Freude auch an ber Schule und Vertrauen und Liebe zu den Lehrern haben reichliche Rahrung gefunden. ** Militärische Weihnachtsfeier. Die 2. Stomp, des 15. Jnf.-Regts. (Traditions-Komp. Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm Rr. 116) hielt am Samstag auf ber „Liebigshöhe" ihre diesjährige Weihnachtsfeier ab. Die überaus gut besuchte Der- anftahuna wurde durch musikalische Darbietungen eingekitet, denen sich der von Feldwebel Lehmann gesprochene Prolog umschloß. Rach einem weiteren Musikstück richtete ber Koinpagniefichrer. Hauptmann Hoßfelb, eine tune Begrüßungsansprache an bie Erschienenen, in der er u.a. den Baluillonskommandeur, Oberstleutnant Fritz, bie Vertreter der Vereinigungen ehemaliger 116er Gießen, Alsfeld unb Wetzlar, Vertreter ber Vereinigungen verwandter Formationen, ferner bes Marinevereins Gieren und des D. f. B. herzlich willkommen hieß. Von den anschließenden weiteren Punkten bes recht abwechslungsreich zusammengestellten Programms verdient vor allem die Gruppenszene „Deutsche Soldaten" lobende Erwähnung. Vas lebende Bild zeigte fünf Soldaten aus der Zeit von 1640 bis 1924, bie sich zur Geisterstunde ihre Kriegs- erlebniffe erzählen: wie sie unter bem Großen Kur- fürsten, Friebrich bem Großen, 1870/71 und im Weltkriege gekämpft haben und zum Schluß das Gelöbnis des Soldaten von 1924 entgegennehmen, burch stete Treue unb Tapferkeit sich bafür einzu- setzen, daß wieder ein neues herrliches Deutsches Reich ersteht. Stürmischer Beifall belohnte bie Dar- steiler der eindrucksvollen Szene. Ein Trompeten- solo „Die Liebe zum Volke" von Unterfeldwebel Lotz fand wohlverdiente Anerkennung. Den Schluß bildete eine Militarposse „Seine Kusine", bie lebhafte Heiterkeit heroorrtef unb zur Hebung der Stimmung beitrug, unb ein Marsch, den bie fia- Etile trefflich zum Vortrag brachte. Die in allen eilen wohlgelungene Feier nahm einen würdigen Verlauf unb legte bestes Zeugnis ab von dem guten Einvernehmen zwischen Vorgesetzten und Untergebenen. Der anschließende Tanz hielt die Mehrzahl ber Teilnehmer in angeregtester Stimmung noch bis zu recht „früher" Stunde beisammen, so daß alle auf ihre Kosten kamen unb sich wohl gern ber schönen Stunden erinnern werden. —D e r Verein „Kanari a" Gießen unb Umgegend veranstaltete am Sonntag im „Postkeller^ eine allgemeine Kanarien-Aus- Heilung. Die Schau war mit etwa 200 Exemplaren ber kleinen gefieberten Sänger beschickt, sie wies einen recht zahlreichen Besuch auf. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis: A. Selbft- zuchtklasse: Damen-Ehrenpreis, große goldene Medaille, Meisterschaftsplakette und Wanderehren- preis, Ehrenpreis für beste Hohlrolle und Glucke erhielt mit 305 P. R. F renzel fen., Gießen, 1. Ehren- preis, goldene Medaille, Ehrenpreis für beste Pfeife (291 P.) Hch. Simmer, Gießen, 2. Ehrenpreis, aolbene Medaille, Ehrenpreis für beste Knorre (290 Punkte) Ph. A. Koppler, Vilbel, 3. Ehrenpreis, silberne Medaille (285 P.) Ludro. Naumann, Wehrshausen (Kreis Marburg), 4. Ehrenpreis, filb. Medaille, Ehrenpreis für beste Schockei (279 Punkte) Ä. Schmidt. Marburg, 5. Ehrenpreis, silberne Medaille. Ehrenpreis für beste Knorre (279 Punkte) H. Hoffmann Langsdorf, 6. Ehrenpreis, fUb. Medaille (264 P.) L. Petri, Gießen, 7. Ehrenpreis, filb. Medaille (261 P.) O. Steif), Gießen, 8. Ehrenpreis, filb. Medaille, Ehrenpreis für beste Glucke (254 P.) A. H e t t ch e, Gießen, 9. Ehrenpreis, silberne Medaille H. Schmidt, Gießen (243 P.); Diplome: K. Runkel, Bad Salzhaufen, Josef Fischer, Attenkirchen, K. Heimes, Gießen, Gg. Stefan, Limburg; silberne Medaille: K. Rau, Gießen. B. Allgemeinklasse: Damen-Ehren- preis, goldene Medaille, Ehrenpreis für beste Hohlrolle (321 P) K. Schmidt, Marburg, 1. Ehrenpreis, silberne Medaille, Ehrenpreis für beste Hohl- Flingel unb Schocket (312 P.) K. Becker, Gießen, 2. Ehrenpreis, filb. Medaille (303 P.) W. Hachenburger II., Beienheim, 3. Ehrenpreis, silberne Medaille, Ehrenpreis für beste Glucke (303 Punkte) P- Krieg, Gießen, 4. Ehrenpreis (297 Punkte) Hch. Ru p p e 1, Unter-Widdersheim, 5. Ehrenpreis, Wilhelm Klein, W lh lm Dopf, Heinrich Matheis. Ludwig Waldfchmidt. Der Kreisverband Freiwilliger F euerwehrm v^rl eh folgenden Mitgliedern die D enstschnalle für 15jähr gen Fruer- wehrdienst: Franz Buchberger. Heinrich Barth, Wilhelm Dopf, A lgust Dickore, Karl Euler, Johann Fölsinq, Otto Faber, Karl Gutbub, Moritz Gregori, Henr'ch Helfenbein. Philipp K o), K r! Kalbfleisch. Karl Kraft, With. Kle n, Heinrich Lotz, Philipp Lehrrer, Emil Malko- mesiuS. Wilhelm Mohr, Gustav Müller, Wilhelm Rühl, Georg Reitz, Karl Rrulinq II., Johann Rosenbecker, Heinrich Stuhler, PhUipp W ld, Heinrich Wag ier, Otto Werner. 1 Pestalozzi-Feier in Gießen. Der Kreislehrerverein Gießen beabsichtigt, bie hunbertste Wiederkehr des Todestages bes großen Pädagogen Pestalozzi am 17. Februar nächsten Jahres durch eine Gedenkfeier in ber Universitätsaula zu Gießen feierlich zu begehen. •• Personalien. Ernannt wurden die Gendarmeriewachtmeister Adolf Stöckler zu Kirtorf und Phil. Aug. Röder zu Rieder- Ohmen zu Gendarmerieob^rwachtmeistern mit Wirkung vom 1. Dezember 1926. In den Ruhestand tritt am 1. Januar 1927 auf Grund des AlterSgrenze-Gcfthes der Förster Philipp ■ Müller IV. zu Alten-Bufeck. * ein Achtzigjähriger. Der Rentner Robert Marth, Steinstraße 331 wohnhaft, begeht morgen in voller geistiger unb körperlicher Frische feinen 80. Geburtstag. •• ©olbene Hochzeit. Der frühere Holz- unb Kohlenhänbler Georg Unverzagt und Frau Antonie geb. Eigenbrodt, Kaiserallee 15III wohnhaft, feiern morgen, 15. Dez., bas Fest der Tapeten-, Linoleum-, Teppkch-Spezialhaus Keed. Itenitftid Gesv-1852 - PLockfteaSe 14/16 « Sevusve. 1636 । ■ । i— empfiehl- ——— Teppiche - Linoleum-Teppiche Bettvorlagen Tknoleum-Bovlagen Selle Ähakfelongue-Derken Reife-Dechen Vevbindungsfttiche KIND besserer Herkunft gleich nach der Ge- burt in gute Pflege, eotl. als eigen abzugeben. Schriftliche Angebote uni. 08680 a. d. Gießener Anzeiger erueten. Restaurant Hessischer Hof Morgen Mittwoch, 15. Dezember Bockbierabend verbände i mit Metzelsuppe Im Aneechank: Münchener Mathäser Bock Mainzer Actien ,Doppelrad1 Carl RöNlnxer 103030 Feos. Brandl flat möbl. Z.mmer. Tel 1085 lieeD .Urtbi. Wohn- ii. Schlaislmmcr in. Klichenbeni vuns u. BomutbeiAuiin in guiem Lause Jiaoe Rlmlfen z« oetm. Sdjr. «noeb u.08C® an d. Wien. Änz. erb. pünktlich in der Iohanneskirche. 10276V Sehr geehrter Herr! 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Dezember (926 Frankreichs Wirtschasts- und Rentnerpolilik. Don unserem Pariser ^.-Berichterstatter. Paris, Dezember 1926. 3c länger die gegenwärtige Aufwärts bcwe- gung des französischen Franken anhält, je stärker die Auslanddevisrm fallen, desto geringer wird die Begeisterung für die Finanzpolitik des „FvankenretterS" Poincare, desto schärfer wird die Kritik, desto taut er ertönen die warnenden und besorgten Stimmen: »Wohin steuern wireigentlich?" Dieser Umschwung in der öffentlichen Meinung ist sehr wohl zu begreifen. Die befürchtete Wirtschastslrife steht heute nicht mehr vor der Tür, sondern ist bereits in einem grohen Umfange über Frankreich herein gebrochen. Fast täglich berichten tk Zeitungen von gröberen Stillegungen oder Betriebseinschränkungen in der Provinz, und Iouhaux hat vor einigen Tagen nusgeführt, dab allein in der Pariser Gegend über 40 Prozent der in der Konfektions-. Schuh-, Seiden- und Tertilindustrie beschäftigten Arbeiter feiern müssen, und dah auch in anderen Industrien, z. B. Automobllindustrie, Betriebsein- Ichvänkungen haben vorgenommen werden müssen. Die Gründe für das Hereinbrechen dieser Wirtschaftskrise in das vor wenigen Monaten noch überbeschäftigte Frankreich ist leicht zu begreifen, wenn wir uns folgende Tatsachen vor Augen führen. Frankreich führt in grobem Umfange Lebensmittel und Rohstoffe für seine 3n- dustrie, Kohlen, Koks. Kupfer usw. ein, exportiert dagegen, um die Handels- und Zahlungsbilanz im Gleichgewicht zu halten, Fertigsabrikate. Der schlecht bezahlte französische Angestellte oder Beamte kommt als Käufer für diese Erzeugnisse kaum in Betracht, das Hauptinteresse gilt dem Ausland. Der ausländische Käufer, der in Gold kalkuliert, hat aber infolge der ständigen Frankenhausse das Interesse für den französischen Markt verloren, weil die Waren zu teuer sind. Einem Devisensturz von über 100 Prozent steht ein Preis nachlab von maximal 8 bis 10 Prozent gegenüber. Man kann es dem französischen Kaufmann auch nicht verdenken, dab et vorläufig keine gröberen Preiszugeständnisse machen kann, da die Kosten des Lebensunterhaltes sich ebenfalls nur sehr langsam vermindern, und dadurch ein großzügiger Lohn- und Gehaltsabbau nicht stattfinden kann. 3m Gegenteil, trotz der Steigerung des Aubenwertes des Franken werden von dielen Seiten höhere Löhne und Gehälter gefordert und auch z. B. im Bergbau zugestanden. Wir bringen eine kurze Preisübersicht der Nichtigsten Lebensmittel, und zwar werden gegenübergestellt die höchsten, während der stärksten Frankenbaisse erreichten Preise mit den augenblicklichen Preisen (in Franken): Höchster Preis Augenblickl. Diffe- Preis renz Brot (Kilo) 2,80 2,45 0.35 Butter (Kilo) 30,00 29,20 0,80 'Urgarine 12,60 11,40 0,80 Reis 5,60 0,80 luder 6,00 5,15 0.85 rbec 60,00 56,00 4,00 Kaffee 34,80 29,20 5,60 Man hebt aus diesem Vergleich, wie gering in Verhältnis zum Devisenfturz die Erfolge im Kampf gegen die Teuerung bisher gewesen sind. Manche Artikel, wie Tabakwaren oder Parfüme- i'icn, sind im Vergleich zu den Preisen Ende 3uh - tiefster Stand des Franken — infolge )er Steuergesetzgebung Poincares, sogar noch gestiegen. Das gleiche gilt für Qualitätswaren. Ein weiteres Moment, das das Zurückziehen der Ausländer vom französischen Markte begründet, st die Unsicherheit der Kalkulation bei Frankenabschlüssen. Gibt z. B. ein Engländer einen Auftrag nach Frankreich In Höhe von 1000 Pfund Sterling, so sind das augenblicklich oa. 120 000 Franken. Bei Lieferung der Ware und Bezahlung können aber die 1000 Pfund nur 90 000 Fran- en sein, und der Engländer must, um die Fran- (Siebener Konzertverein. Eleberail wo Maria Linz (Berlin) sich i)oren läßt, da jubelt ihr das Publikum mit »ollster Begeisterung zu. Unb das mit Recht, denn sie ist eine unserer stärksten Geigerpersönlichkeiten. Gewiß, wir haben eine große Reihe guter, sehr guter Geiger und dennoch, ist nicht ein äänterschted dabei? Den einen ist die Geige musikalisches Künbemittel; was sie spielen, ist musikalisch so abgeklärt, schön, unantastbar, daß wir ihnen fast wunschlos gegenüberstehen. Unb wieder andere beweisen sich als Meister ihres Instruments, es gibt für sie keine technische iln- wöalichkcit. Hub hoch, ist es nicht aber in beiben Fällen ein Rebeneinander von Instrument und Persönlichkeit? Einem Ineinanderfließen von Geige und Musiker, einem direkten Verwachsensein mit dem Instrument werden wir nur in allerseltensten Fällen begegnen, bei Maria Linz leben wir dieser Tatsache gegenüber. Ihr Geigen- piel erwächst ihrer urmusikalischen Pcrsönlich- eit; sic ist die geborene Geigerin. Was sie innerlich erlebt, das prägt sich n ihrer äußeren Gebärde aus. weil sie sich frei mb ohne innere Hemmung gibt. Lind dieses Berbundcnsein des G ästigen mit dem Motorischen virkt sich in ihrem Spiel auf dem Instrument ms. Stels wird ihr innerer musikalischer Imants mit ihrer Körperlichkeit und somit dem In- irumentalton zu einem einheitlichen psychischen Akt verschmelzen. Unb ihr Temperament drängt ie zur. Aeußerung: mit jedem Wechsel des musi- alischen Vortrags ist auch ihre Gebärde eine andere. Ja. hier könnte man schon aus ihrem Leußeren den Charakter der vorgetragenen Ilusik ablesen, ohne sic zu hören: so eng steht es wit der Musik im Kontakt, Unb wie wirb dieses persönliche Erleben nun erst dem Ton die Echt- »it geben’ Hier kann man einen Blick auf den Urgrunb ber musikalischen Persönlichkeit werfen, und des musikalischen Schaffensvorganges. »Melodie ist Bewegung." Doch wohl nicht nur der Töne, wie man gern und oft nach dem äußeren Verlauf z. B. 'technischer Passagen feststellen möchte, sondern als Ablauf emotionaler Energien, die wiederum mit unferm naturhaften Körpererleben auf das engste verbunden sind: denn wie oft geben wir ja dem Gefühlsverlauf körperlichen, sichtbaren Ausdruck. Für den. dem diese Drücke zum Innern ken sich dann zu beschaffen, nicht mehr 1000, sondern 1300 Pfund anlegen. Aus diesem Punkte heraus erklären sich auch die vielen Anullierungen von Aufträgen oder Richtabnahme von Waren, wie sie in l hier Zeit vielfach sranzölischen Firmen gegenüber ftaitgefunben haben. Wie eingangs bewirt, wird man sich in Frankreich, sowohl in parlamentarischen Kreisen und in der Presse, als auch in der Industrie, dem Handel, der Beamten- und Arbeiterschaft des Ernstes der augenblicklichen Lage, die bei jedem weiteren Abziehen deS Franken sich verschärft, in immer steigenderem Maße bewußt. Wie Ende Juli ein bevorstehender Zusammenbruch des Franken, so bildet jetzt die Wirtschaftskrise das Hauptthema. Rur einer weih ober will nichts von einer wirtschaftlichen Krisis wissen, unb das ist Ministerpräsident Poincarö, der noch ganz kürzlich auf eine besorgte Frage des Generalberichterstatters des Budgets de Chappedelaine erwiderte. .kein Anzeichen erlaube ihm auf die Möglichkeit einer ökonomischen Krise zu schließen." Herr Poincarc brauchte nur einmal von feinem in der Rue de Rivoli gelegenen Finanzministerium ein Stück dieser Straße — einer der Haupt- geschäslsstrahen von Paris — entlang zu gehen, um sich durch einen Blick in die gähnend leeren Gelchäsle davon zu überzeugen, daß die .Möglichkeit einer ökonomischen Krise" schon vorhanden ist. Fragen wir nun. aus welchen Beweggründen die starrsinnige und einseitige AufwertungS- benen sich die Finanzpolitik allein beherrschen lassen sollte. Der Weltkrieg hat alle europäischen Staaten in ungeheure Schulden gestürzt, deren Sanierung und Ciquibierung das beherrschende Problem des Finanzwesens der Rachkriegszeit unb die Ursache für bie vielen Schwier.gkeiten unter denen die europäische Wirtschaft leidet, ist. Wie jeder ordenlliche Kaufmann sich auf Grund seiner Bilanz fragen muh. wie er die Schulden ver- zinsen und zurückzahlen kann und, falls er dazu nicht in der Lage ist. mit seinen Gläubigem einen Vergleich zu schließen sucht, so ist auch der Finanzminister verpflichtet, mit dem Bleistift in der Hand folgende Fragen zu lösen: Wie hoch sind die Gesamtschulden, welche Summen benötige ich. um diese Schulden zu verzinsen und amortisieren, einen wie großen Tell der gesamten Staatseinkünfte kann ich für den Schuldendienst verwenden, ohne durch zu große steuerliche Belastung die Volkswirtschaft zu gefährden? Die für die Verzinsung unb Amortisierung ber bchulben höchst erreichbare Summe ergibt bann kapitalisiert ben Gegenwartswert der Anleihen und den Kurs, bei dem die Papierwährung zu stabllisieren ist. Rein thwretisch ist es. wie Loucheur in feiner Rede in Lille sehr richtig bemerkte, möglich, ben Franken auf dem Wege der Deflation wieder auf feinen alten Dorkriegsgoldwert zu bringen. Wenn in vier Monaten das englische Pfund um mehr als 100 Proz. gefallen ist, warum sollte in den nächsten 4 Monaten nicht Das große Heimatblatt Gietzener Anzeiger Das große Anzeigenblatt Bestellungen für die zweite Monatthälste nehmen entgegen: in Giehen die Geschäslr- stelle in der Zchulstrahe und die Trägerinnen, auswärts die örtlichen Vertriebsstellen. Politik Poincares erfolgt, so finden wir die Beantwortung dieser Frage zum Tell in einer Rede, die vor einiger Zeit ber frühere Finanzminister unb bekannte Inbustrielle Loucheur in Lille hielt. Loucheur. eine Autorität auf dem Gebiete ber Wirtschaft, gab beutlich zu verstehen, bah mit der Auswertung des Franken — damals stand das Pfund ca. auf 150 — Schluß gemacht werden müsse, wenn nicht die Volkswirtschaft Gefahr laufen solle, einer einseitigen, zugunsten der französischen Rentner verfolgten Politik zugrunde gerichtet zu werden. In ber Tat, in der Gegenüberstellung von Wirtschafts- und Rentnerpolilik, tn der Frage, welcher von den beiden sich kreuzenden Wegen die französische Finanzpolitik zu beschreiten gedenkt, liegen die brennendsten Probleme der französischen Volkswirtschaft. In der Finanzpolitik und besonders in ber Behandlung ber durch den Weltkrieg aufgeworfenen Probleme sind weder bas Gefühl, noch auch allein, wie in Frankreich oft falsch angenommen wirb, bas Vertrauen zu bem Leiter des Finanzwesens ausschlaggebende Faktoren. Das klare und nüchterne Rechnen, die Gegenüberstellung von Soll und Haben sind bie Momente, von eine weitere Senkung um 100 Prvz. statt finden? Damit würde das Ziel der französischen Rentner, eine Aufwertung ihrer Renten bis zu 100 Prozent, erreicht sein und der alte Wohlstand französischen Rentnertums wieder zurückkehren. Aber leider hat eine solche Rentnerpolilik auch noch eine Schattenseite. Frankreich hat an Schulden: A. Innere Schuld 286 546 369 000 B. Aeußere Schuld 219 777 858 000 Zusammen 506 324 227 000 Diese 506 Milliarden Franken sind Papier franken, wobei die äußere Schuld, die bt Devisen (Dollar bzw. Pfund) eingegangen und auch zu verzinsen und amortisieren ist. auf Basis eines Pfundkurses von 150 Papierfranken für ein Pfund berechnet wurde. Der Schuldenbienst beträgt für 1927 die ungeheure Summe von 21535165 291 Franken, etwa 51 Prvz. der gesamten Staatsausgaben. Je höher der Frank steigt, desto größer wird die Goldlast dieser Ziffern. Bei einer völligen Auswertung der Renten würde Frankreich eine Schuldenlast von über einer halben Milliarde Goldfranken und einen Zinsendienst von mehr als 21 Milliarden Goldfranken jährlich aufju- fehlt, wird eine Passage nur eben Technik bleiben. Wo aber das Innere mitspricht, wo das Motorische sich mit ihm durchdringt, da wird jede Tonreihe eben zu jenem Urbewegungsvorgang, der einst die Tonreihe zeugte, wieder erstehen. Dann erst ist das, was der Ausübende gibt, bem völlig gleich, was den Schaffenden einst bewegte. Hub das wird bei Maria Linz zum großen Erlebnis, der Komponist spricht wieder in seiner elementaren Kraft und Form zu uns. Sie mag spielen, was sie will, stets wird sie alle mit sich reißen unb in ihren Bann zwingen. Unb sie kann alles, geistig unb technisch Ihre eminente Technik kennt feine Grenzen, aber sie ist immer psychischer Ausdruck, einen Selbstzweck in ihr zu sehen, wäre ihrem Urmufifertum schlechthin unmöglich. Mit jeder Faser schwingt sie mit, ganz in sich geschlossen in ihrem musikalischen Erleben muh sie überall zünden. And ist ihr Spiel nicht wie eine edle, seelisch-warme Sprache? Sie kann sich und andere begeistern und in der Aufwallung mitreiben; sie singt wie die schönste, ausbruckvollste menschliche Stimme; sie kann aber auch plaudern, scherzen; kurz, jede mögliche Modulation der Stimme ist auch ihrem Spiel eigen. Unb mit welcher Tiefe breitete sie die Klang- Welt von Brahms V-Moll-Sonate vor uns aus! Welche Energie, welche Kraft ber inneren Erregung sprach hier zu uns! Dieses Singen in Adagio! Welche Dramatik im Schlußsatz gesteigert bis zum Elementar-Gigantischen! ilnb das Mendelssohn-Konzert mit seinem Wohllaut der Kantilene, seiner Leidenschaft unb mit seinem Sprühen; eine solche Feinheit der Sprache, ganz anders als bei Brahms und doch so echt unb wahr, alles bas erschloß uns die Künstlerin bis zum letzten. Unb in all den vielen kleinen Gaben ber letzten Programmteile immer wieder eine neue Seite, nie verausgabte sie sich ganz, immer wieder fesselte sie aufs neue, lieh einen ben Atem anhalten beim Anhören höchster Steigerungen, von Takt zu Taft wachsend, unb immer mehr gebend ohne jede Grenze für die Kraft deS Tones, unb bann wieder bestrickend durch ben innigen, beseelten Schmelz ihrer Äantilenc. Konnte da überhaupt jemand sein, ben sie nicht mit sich fortriß? Eine Woge ber Begeisterung ging durch das dichtgefüllte Haus, wie man ihr nur selten begegnet. Zugabe über Zugabe, Brahms, Kreisler u. a. m_, man konnte sich nicht satt hören, man war sich der Einzigkeit dieses großen Erlebnisses bewußt. Unb daß der Erfolg so einheitlich wurde, dazu hals als Begleiter am Flügel Hermann Hoppe- Berlin mit Impuls gediegener Technik und vornehmem musikalischem Können. Der Künstlerin und bem Konzertverein mag dieser Wunsch bie Bestätigung des außerordentlichen Erfolges fein. Marta Linz bald Wieden einmal in Gießen hören zu können. — in — Frankfurter Theater. Das Schauspielhaus brachte an einem Abend zwei Uraufführungen heraus. Als erste die einaktige Komödie des Kleistpreis-Trägers Alexander Lernet-Holenia „Ollapvtrida" unb als zweite Bert Brechts Einakter „Die Hochzeit". Bei Alexander Lernet-Holenias Komödie ist es vielleicht ratsam, die Titelertlä- rung aus bem Programmheft abzubrucken, denn bas Publikum steht dem Ramen des Stückes ziemlich fassungslos gegenüber. Also„Ollap)triba" ist eine spanische Suppe mit anscheinend ganz irrsinnig burcheinanbergeworfenen Ingredienzien — sagt ba$ Programm. Die Komödie hatrbelt v)n einem Junggesellen, zwei Ehemännern (der eine ist ein Depp, der andere ein rasender Othello), einem Vater unb einem Bräutigam. Dazu kommen als ergänzende Weiblichkeit zwei Ehefrauen (die eine ist die etwas phlegmatische Gelirbte des Junggesellen und Gattin des Depps, die andere ist die bessere Hälfte des Othello und Freundin des Depps), unb eine Braut. Run verrührt Holenia diese „Ollapotrida" noch mit vointenreichem Ditz, Schauplatz ist das Zimmer des Junggesellen, und der immer leicht anfechtbare Kosmos der Liebe und Treue wird zum gelächterumtobten Chaos! Die Komödie ist flott, bringt äußerst komische Auftritte, hatte gute Dialoge und unterhält in der karikaturistischen Behandlung des Themas Ehebruch und Eifersucht. Arthur Sackheim sorgte für Tempo, unb die Darstellung durch Obemar, Schneider, Diberti, Dauer unb San egget, den Damen Sievert, Daub, 6 tuder ing, bas Faktotum Reumann-Rördlingers nicht zu vergessen. sorgte für die Schmackhaftigkeit der Olla- potrida. Das Publikum amüsierte sich glänzend und zollte lebhaftesten Beifall. — Bert Brecht, bringen haben. Gegenüber der Vorkriegszeit würden die Schulden — in Gvlbfoanken ausgebrückt -e um mehr als das 16,5 — das Budget - unter Berücksichtigung ber anderen Staatsausgaben mindestens 40 Milliarden Goldfranken — um bas Achtfache gestiegen lein. Eine solche einseitige Rentnerpolilik würde natürlich den völligen Zusammenbruch der Wirtschaft unter einer unmöglichen Steuer- b e I a ft u n g nach sich ziehen, und es ist einleuchtend. daß bereits jetzt gegen bie Pvincar'sche Finanzpolitik von zwei Seiten aus Fornt gemacht wird: von der Industrie, bie weiß, daß sie dem Ausland gegenüber infolge zu hoher steuerlicher Belastung nicht mehr wettbewerbsfähig ist, von der Arbeiterschaft, die eine große Arbeitslosigkeit befürchtet und auch nicht Lust hat, lediglich für die Rentner, denen die Hälfte der Staatseinkünfte zusliehen würde, zu arbeiten. Denn wir weiter berücksichtigen, daß z. B. bie Vereinigten Staaten von Rord- amerika ein Gesamtbudget von 14 Milliarden Goldfranken, bei einer Bevölkerung von 120 Millionen Menschen besitzen, so ergibt sich die Un- möglichkcit einer Aufwertung des Franken bis zur Dorkriegshöhe von selber. Aber auch der jetzige Kurs des Franken - etwa 20 Proz. deS Friedenswertes — wird von einsichtigen französischen Polltikern auf die Dauer als unhaltbar tx^eichnet. weil ein Budget von 8 Milliarden Gvldfranken die französische DolkSwirtfchast zu sehr belasten würde. Don verschiedenen Seiten wird auf England aufmerksam gemacht, das doch viel größere Schulden als Frankreich besitze und doch zu bem Goldstandard des Pfundes zurückgekehrt sei — Demgegenüber ist folgendes zu bemerken 3ni Gegensätze zu Frankreich hat England durch Anziehen der Steuerschraube schon währenddes Krieges die Anleihen teilweise finanziert. 3m Gegensätze zu Frankreich ist England ein Weltreich. das durch seine Kolonien und Dominions eine ganz andere wirtschaftliche Kraft besitzt als Frankreich. Endlich — unb das ist vielleicht bas wichtigste Gegenargument — war ber Kredit OeS Pfundes lange nicht so heruntergewirtschastet wie ber des Franken, mit anderen Worten, um den Dorkriegsgoldstandarb bes Pfundes zu erreichen, bedurfte es bei weitem nicht einer solchen Strecke, wie sie heute notwendig sein würde, um den ■ Franken deflationistisch auf seinen Dorkriegswert zu bringen. Daß dieser Weg der Rücklehr zmn alten Goldstandard des Pfundes wirtschaftlich England in große Schwierigkeiten gestürzt hat, wird heute niemand mehr leugnen können und die große Arbeitslosigleit, der englische Kohlen* streik usw. zeigen zur Genüge die Wirtschafts ft ne, bie durch ben Deflationsprozeß unb die zu gr)ße steuerliche Belastung hervorgerufen wurde, eine Krise, die seit Jahren in unverminderter Schärfe anhält. Aber eine solche Wirtschaftskrise will ja Herr Poincarä vermeiden und er hat mit- ausdrücklichem Hinweis auf die deutschen wirtschaftlichen Zustände seit Uebernahme ber Regierung eine Stabilisierung des Franken stritt abgelehnt. Jetzt ist die Krise durch die einseitige Aufwertungspolitik deS Ministerpräsidenten über Frankreich heremgebrochen, ein? Politik, die gegenüber einer Stabilisierung noch den Rach- teil der steten Schwankungen unb einer ständigen Unsicherheit der Währung besitzt. Die augenblickliche Finanzpolitik trägt ben Stempel einer Ren tnerpol itik, die vielleicht politisch gerechtfertigt ist, da der Rentnerstand noch immer in Frankreich eine große Macht besitzt. Wirtschaftlich bringt aber bie Politik Poin- careS keinen Segen, weder bem Rentner, der bie Aufwertung seiner Bezüge im Verhältnis zu der Teuerung als unzulänglich bezeichnet, noch dem Produzenten ober Kaufmann, deren Geschäfte zum Stillstand gelangt sind, noch endlich bem Arbeiter oder Angestellten, der das Hereinbrechen einer Arbeitslosigkeit mit Recht befürchtet. Wer die Finanzpolitik des sranzösischeit Ministerpräsidenten von ihren Anfängen aus verfolgt hat, für den war es Nar, daß diese Politik der halben Mittel auf die Dauer nicht zu hebet zweite Autor des Abends, hatte mit seiner Komödie weniger Glück. Wohl ist diese „Hochzeit" eine gulgesehene, bem Leben vielleicht nur zu wahr nacherzählte Satire, aber die Zote tritt allzu ungeniert in ben Vordergrund. Einzelne Figuren, wie der Vater ber Braut (Impeioven) und die Mutter des Bräutigams (Einzig) sind prachtvoll echt umrissen, auch das Brautpaar selbst (Menz, Schneider) ist gut gezeichnet, aber wenn man die Szenenfolge dieses Einakters zusammenzieht: was bleibt, das besonderen Auf- führungswert hätte? Sind diese menschlichen Riederungen so interessant, daß sie auf den Brettern. die die Welt bedeuten, Wiedererstehen müssen? Mitunter ist der klotzgrobc Humor wirksam, es ist auch ein gewisses Maskenabreihen in der Entgötterung dieser Hochzeitsrunde, aber das alles reicht nicht aus, die Dramatisierung ber Szene zu rechtfertigen. Ein Tell des Publikums protestierte gegen die Klatschenden durch lautes Pfeifen, vielleicht waren es die Taktvolleren, die den Wust des Lebens sich nicht noch für Gelb vormimem lassen wollen. Die Ausführung in Melchior Dischers Inszenierung war gut. nahm den Stoff urwüchsig auf unb gab ihn unverschminkt toieber. Das gleiche gilt von der Darstellrmg der Episodenfiguren des Spieles. — L. W. Uraufführung in Darmstadt. 3m Hessi schen Landestheater in Darmstadt erlebte das Weihnachtsmärchen „Drumm, der Bär" von Depp Deutsch feine Uraufführung. Es ist ein Ausstattungsstück, das große Anforderungen an ben szenischen Apparat stellt; es liegt ihm ein Märchen zugrunde, bas so verwickelt ist, dah selbst Erwachsene chm nur schwer zu folgen vermögen. Den In- Hall au erzählen erübrigt sich hier, zumal die Handlung arm an wirklichen Geschehnissen, aber allzureich an Worten ist. Das dritte Blld, das betitelt ist „3m Sumpfsee der Wasserhexe" stellt sich dar, wie die Eingangsszene von Wagners Rheingold, ftellich ist sie ganz unkindlich. Die Musik von Alf Re st mann ist well besser geraten als die Dramatik, aber da bie Vorlage den Dorstellungskreis eines Kindes überschreitet, fef>k ihr auch bas Kindliche. An bie Ausstattung und Inszenierung hatte das Landes- tbeater alle Mühe verwandt, doch blieb eine tiefere Wirkung aus. ß, B. friebigenten ‘Kcfurtafen führen formte, tecil die beiden Hauptprobleme einer wirklichen Sanierung des Finanzwesens nicht beachtet worden sind: die Regelung der Schulden und die Stabilisierung. • ----------- Nach dem englischen Streik Don imftrwt Londoner Mitarbeiter. London, 10. Dezember 1926. De, größte Drbeitskmnpf der Neuzeit ist be- endet. Sieben Monate verweigerten mehr als eine Million englischer Bergleute die Arbeit: sie hiel° en länger als ein halbes Jahr auS. Mn,r kann diesen beispiellosen Kamps von sehr verschiedenen Seiten her- betrachten. Man fami ihn lediglich ald Lohnkampf nehmen und trocken feststellen. bah den englischen Bergleuten der Versuch, ihren alten Lohn zu hallen, mißglückt ist. Man farm ihn aber auch alsWirtfchaftskampf macht- r olitischer Art nehmen und den Sieg des orgcrni- iierten Unternehmertums über die organi'ierte Arbeiterschaft konstatieren. So ist tatsächlich der Streik in der Presse auch behandelt worden. Richt hüt Anrecht. Aber es gibt doch noch einen anderen Standpunt, noch einen anderen Gesichts winke«., unter dem die Vorgänge in den Kohlenrevieren Grobbritanniens eine weltpolitische Beden-- tung erhalten. Wir meinen den Gegensatz England- Rußland. Denn es mag ftun berechtigt gewesen >ein oder nicht: in England wurde der Streik in sehr weiten Kreisen der Bürgerschaft nicht als innerpolitischer Vorgang, sondern als Phase in oem heimlichen Kriege Moskaus gegen London empfunden. Diese Deutung, obwoyl nicht ohne wirtlichen Hintergrund, hat freilich die sozialpolitische unS überhaupt die innerpolitische Wer- «ung des Kampfes bedenklich bemrrt Sie hat den Bergherren ihren Sieg verschafft, aber sie hat einen nicht unbedeutenden Teil des eigenen Volles zum Besiegten gemacht. Oder anders getagt: eine zunächst doch inner polt tische Angelegenheit ist mit außenpolitischen M-^ itjoben durchgefochten worden. England hat sich so benommen, als fei der Bergarbeiterstrerr gar kein Lohnkampf gewesen, sondern nichts weniger als ein Aufstau d. und zwar ein von dem nutzeren Feinde unterstützter Aufstand. Wie gesagt, diese Auffassung ist nicht grundlos. -Uebcrafi kämpft Ruhland gegen England. And wenn heute irgendwo auf der Welt Kriegsgefahr besteht, dann doch zweifellos zwischen Großbritannien und Ruhl and. 3n Asien und Afrika, in Schanghai und an der indischen Grenze, in Südafrika und in Kairo stöht der Brite auf die russische Wühlarbeit. 3n Asien sind die nationalistischen Bewegungen zugleich kommunistische oder doch wenigstens von Moskau als tommu- instifch propagierte Bewegungen geleitet. Selbst Holland mutzte das kslrzlich in seinen indischen Kolonien füllen. And nun oegann die Arbeit Moskaus auch in den Kohlenstädten von Wales und Rottingham. Der Führer Cook stand mit Moskau in sehr enger Fühlung und die Streiken^ den erhielten den grötzten Teil der finanziellen Unterstützung von Rußland. Man erinnert sich der diplomatischen Schritte der englischen Regierung in dieser Angelegenheit. Kein Wunder, wenn man in London nervös wurde. Wenn man überall das kommunistische Gespenst sehen wollte. Es ist wohl auch so gewesen, dah die Arbeiterführer vom Schlage eines Eook solche törichten Pläne im Kopfe hatten. Look führte diesen ganzen Kampf nicht als Gewerkschaftskampf, sondern als politischen Kampf. Er wollte den englischen Kohlenbergbau ruinieren, um den Staat zur Aebernahme des Bergbaues zu zwingen und so die Sozialisierung herbeizu- sühren. Das ist identisch mit Moskaus Plänen. Die Leitung der dritten internationale lebt ja immer noch in der Illusion, man könne in das Wirtschaftsleben Grohbritaniüens eine solche Bresche schlagen und damit die Welttevoltttion beschleunigen.^ ^per ist es, das Wollen und die Beweggründe der RMlionen englischen Arbeiter, die gestreikt haben, mit diesen Zielsetzungen zu identifizieren. Der englische Arbeiter hat den Streik trotz der furchtbarsten Entbehrung gen durchgehalten, weil er seine Lage damit zu verbessern glaubte, und weil er von einem tiefen gegen die gegenwärtigen Verhältnisse im Kohlenbergbau erfüllt ist. Es mutz schon ein seh'- großer Massemoillen fein, der soviel hunderttausende Arbeiter in einen solchen ungeheuren Kamps führt. Anv dieser Wille wird nicht durch eine Riederlage gebrochen. Die Rotlage der englischen Vergär be^ ter ist durch den Streik schlimmer geworden als sie vorher war. Die Löhne sind noch niedriger, die Arbeitszeit länger — ganz abgesehen von den 3000 00 Bergleuten, die mm arbeitslos bleiben Diese Verhältnisse sind e::c Folge der tri- rischen Lage der englischen Wirtschaft beziehungsweise des europäischen 'Bergbaues überhaupt. England hat manche Krisen überstanden: und mehr als das: es hat diese Krisen zum Antrieb seiner Kolvnialpolitik benutzt. Der Rieder- oruch ganzer Industrien in vergangenen Jahrhunderten hak eine vcrstärtte Auswanderung zur Folge gehabt und auf diesen erzwungrireu Airs- wanderungrn beruht in sehr weitem Matze die Besiedlung der Dominions Australien und Kanada. Stutt nun die Arbeiter auf Vie Kn^e ’,u zwingen, hätte England, lebte noch in feinen Führern die alte weitich-auende staatsmännisch: Klugheit, die Umschichtung der Wirtschaft so leiten müssen, dah cs weder Sieger noch Br- siegre im wirtschaftlichen Eristenztamps gab. Run aber gibt es Sieger und 'Besiegte. Hat die Riederlage 192 1 in jenem viermonatlichen Bergarbeiterstreik den siebelunonatliche.'. Streik 1926 nicht verhindern können, so wird auch diese Riederlage Cie englischen Arbiter nicht abhalten, in einigen Jahren aufs neue Den Kamps zu wagen. Die heutigen Führer Englands sind nicht imstande gewesen, diesen schweren Er- schütterungen des britischen Reiches für die Zukunft vorzrrbeugen Oberhefsen. Landkreis Gietzen. 00 ÄleinLinden, 12. Dez. Am heutigen dritten Adventssonntag fand in unserem Gotteshaus, anschließend an den Gottesdienst, die Weihnachtsfeier der hiesigen S o n n ta g s s ch u l e statt. Im Mittelpunkt standen messianische Weissagungen des Alten Testaments, ferner die Weihnachtsgeschichte und mehrstimmige Weihnachtslieder, vorgetragen von den Sonntagsschülern. Die Einübung hatten die beiden Leiterinnen der diesigen Schwesternstation, Kinderschulschwefter Lydia und Krankenschwester Frieda, übernommen. Es war eine erhebende Feierstunde für alt und jung. Pfarrer Schultheis von Großen-Linden, der den Gottesdienst oertrettmgsweise übernommen hatte, dankte allen, die zum guten Gelingen der Feier beigetragen hatten. Ain Schluffe wurde jedem Sonntagsschüler ein kleines Geschenk überreicht. — Abends hielt der hiesige Frauenverein im Saale der Kleinkinderschule seine Weihnachtsfeier ab. Es wechselten in schöner Folge Gedichte und Gesänge der jungen Mädchen mit Begleitung von Zupfinstrumenten. Frau May begrüßte im Namen des Vorstandes die Erschienenen. Es schloß sich eine Verlosung an, zu der von den Mitgliedern die Gegenstände gestiftet worden waren. Der Erlös der Verlosung von rund 50 Mk. wurde der Kasse der Kleinkinderschule überwiesen. n. Grvhen - Linden. 13. Dez. Dec hiesige Turnverein veranstaltete am Samstagabend m der Turnhalle eine Schülerfeier. Diev Schüler trugen den Festgrüß in vorzüglicher Weise vor. Die dritte Knaben-Riege turnte am Pferd, die zweite am Reck unfr die erste am Barren. Die Mädchen turnten am Pferd und Darren. Die Leistungen der Schüler und Schülerinnen waren ausgczeichrret. Volkstanz der Mädchen und Ge- wandthcitsübungen der Knaben auf der Matte waren ebenfalls recht gut. Für Musik sorgten einige hiesige Herren. Es war ein genußreicher Abend. h. Ruttershausen, 13. Dez. Heute seierte Landwirt Heinrich Schwarz, der Dater des hiesigen Bürgermeisters, bei geistiger und körperlicher Frische, die ihn noch alle landwirtschaftliche Arbeiten verrichten läßt, seinen 30. Geb urts-- tag. 5 Lollar. 13.Dez. Dec Bezirk Lollar des »Hessischen Landes-Lehrervereins" besichtigte am Samstag unter der sachkundigen Führung des Dekans Gutzmann- Kirchberg die neuhergerichtete Kirche daselbst. 3n einem einleitenden Dortrag machte Dekan D u h m a n n die Teilnehmer rmt der Geschichte des uralten Gotteshauses betannt Rachdem er noch über die verschiedenen Der« änderungen, Erweiterungen usw., die Kirchberg im Laufe der Zeit erfahren, gesprochen hatte, wies er besonders darauf hin, daß man in einer Zeit, der das Verständnis dafür fehlte, bei einer Renovierung der Kirche im 19. Jahrhundert, die herrlichen Epitaphien, die bildhaltL Ausschmückung der 'Wände ulw. einfach ein* iarbig überftrichrn bzw. zageweißt hat. Bei der letzten sind nun unter fachkundiger Hand die alten Farben, jmn Teil in herrlicher Frische, wieder! zum Vorschein gefcnnmen; überhaupt ist der ganzen Kirche, soweit dies angängig war, ihr ursprüngliches Aussehen wieder verliehen worden. Dabei wurde mit größter Gewinenhattig- Zeit, Sorgfalt und Pietät zu Werke gegangen und fo ein schönes, stimmungsvolles Gotteshaus geschaffen. Auf dem Altar waren einige alte Ar tun den aufgelegt, tvonmter besonders ein Ablaßbrief aus Dem 14. Jahrhundert aufsiel. An den Vortrag schloß sich die eingehende Besichtigung der Kirche an. Der Vorsitzende des Bezirts- lehrerverems Lollar, Lehrer Keller- Loltar. sprach Dekan G u h m a n n zum Schlüsse den Dank der Teilnehmer an der Besichtigung aus. Erwähnt mag noch werden, dah bet der Rciwvie- rirng die Kirche auch Heizung, elektrisches Licht und elektrischen Orgelantrieb erhallen hat. z. Allendvrf a. d. Lda.. 13. Dez. Dor einigen Tagen wurde in den hiesigen Gemeinde- Waldungen mit den Holz hau er arbeiten begonnen. Leider ereignete sich dabei gleich ein Unglücksfalt Der verheiratet^ Marlin Farm hals wurde von dem Ast eines stürzenden Baumes fo heftig getroffen, dah er mit einem Riopenbruch und äußeren Verletzungen nach Hause gefahren werden mußte. ch L i ch. 13. Dez. Unsere Hiniergasse, eine Straß« aus dem alten Lich, ist infolge ihrer Enge nur sehr schlecht geeignet. Fahrwerke größerer Ar t durchzulassen. Desto mehr muß man sich Wundern, wenn man sieht, mit welcher Geschwindigkeit viele Autos durch diese schmale Gasse fahren. Die Leute auf der Straße flüchten schnell in Ecken oder Hausgäuge gurürf, um der Gefahr, überfahren zu werden, zu entrinnen. Arn gefährlichsten ist es Wohl am Eingang von der Bahnhofstraße aus. Zeigt doch an dieser Stelle die Hintergasse eine Breite von kaum 4,50 Meter. Dazu ist die Einfahrt infolge der scharfen Straßenecke völlig unübersichtlich. Es wäre int Interesse der Bevölkerung dringend zu empfehlen, die Gasse für L a st- aufos. 5 u sperren oder doch wenigstens zu veranlassen, daß bei der Einfahrt und der Durchfahrt von Autos eine Geschwindigkeit von 10 bis 15 Kilometer für die Stunde nicht überfchritteni würde. = Hungen, 13. Dez. Gestern abend veranstaltete der 2 icher F r a u e n ch o r unter Leitung von Frl. Jäger und unter Mitwirkung von Frl. Graef Gießen iDioline) und Lehrer Stein-Lich (Orgel) in hiesiger Kirche eine musikalische Feierstunde. Der Chor entledigte sich gut seiner Aufgabe, brachte verschiedene dreistimmige Chöre iomtein zu Gehör und fand den Beifall der Zuhörer. Anter dem Chören war „Maria durch ein Dornwald ging" die Glanznunnner. Ganz besonders gefielen die Diolinvorträge von Frl. Graef, dre sowohl über eine feine Technik, als auch eine vollendete Vortragweise verfügt. Herr Stein spielte einige Weihnachtspraludien m schöner Weise und begleitete die einzelnen Gesänge mit gutem Geschick. Da die Solistin des Abends, eine Sängerin auS Hanau, nicht erschienen war, mutzten einige Rum- nterrt des Programms ausfallen. Demi och waren: die Erschienenen für das Gebotene dankbar. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 13. Dez. Die jüngste Stadt- verordneten-Sihung nahm trotz verschie- frener kritischer Punkte der Tagesordnrurg einen ruhigen, fachlichen Verlaus Zunächst wurde an Stelle des freiwillig ausgeschiedenen Etadtv. Stroh der Telegraphenlei'.ungsaufseher Essinger vom Bürgermeister Dr. Jansen durch Handschlag als Stadtverordneter verpflichtet. । Zur Erw eiter ung der Äanali f ation, ' Schaffung einer Kläranlage und zur Ablösung höher verzinslicher Schulden wurde die Ausnahme eine- Darlehens von 100000 Mark zu Z’/t, Prozent Zinsen bei voller Auszahlung beim Mathitdenftift Butzbach gutgeheitzen. - Weite: bewilligte man zur Erricht ung von Au t o- verbindungen an eine zu gründende hiesige Firma als Garantiesumme, soweit die Firma Hre gemeinsamen Ausgaben und Abschreibungen aus den Betriebseinnahmen nicht Reifen kann, einen Betrag bis zu 1000 Mark vierteljährlich zunächst für ein ^afrt — Die toz aldemokratische Fraktion beantragte gemeinscun mit dem kommunistischen Sradtv. Oppenheimer den Erwerbslosen eine Weihnachtsbeihilfe zu acwähren, und zwar für jeden Verheirateten 30 Mk.. für jeden Unverheiratetem 15 Mk. in bar, ohne Prüfung der Bedürftigkeit. Hierüber entspann sich eine längere Debatte. Schlietzlich wurde ein Kompromiß-Antrag Iauh angenommen, wonach an Verheiratete mit vier und mehr Kindern 30 Mt., mit drei Kindern 26 Mt, mit zwei Kinder» 26 Mt.. mit einem Kind 24 ML. ohne Kinder 22 Mk. unb an Ledige 12 OKI. einmalige Weihnachtsbcihilfe gewährt werden. -- Die Gemeindehundesteuer für das Jahr 1927 wurde wie folgt festgesetzt: bei einem Einkommen bis 2000 Mk. 6 Ml., dis 3000 Mk. 8 Mt. bis 4000 M. 12 Mt.. bis 6000 Mr 18 Mk.. bis 10000 MI. 24 Mt.. über 10 000 ML 36 Mk. - Weiter beichlo-', die Versammlung. dieH of reite Fl. i Rr. 112 mit 1011 Quadratmeter mit Den dazugehörigen Gebäuden unb dem Wohnhaus ÄDri-gaffe 2 zum Preise- von 16 000 Mt. von Friedrich Wilhelm 'M ü l l e r Wwe. in Butzbach zu erwerben. Außerhalb der Tages ocdinmg stellte Etadtv. Dr. Schmidt den Antrag, sämtliche städtische Häuser alle uni> neue — auf die Angemessenheit der Mietsätze zu prüfen. Es dürfe nicht angängig fein, daß aus Steuer-Erträgen Zuschüssc gemacht - werden. Außerdem iei eine namentliche Aufstellung von den Mietern ,zu machen, Die qjebr als einen Monat mit de Miete. Wasler ufto. Geld rückständig sind. Mit dem Bau der neuen K a nal° Anlage, die der Firma Aber mann in Gießen übertragen wurde, ist begonnen worden. — Bei der Firma B a m a g ° M e g u i n sind in den beiden letzten Wachen <0 Arbeiter neu eingestellt worden Dom Januar ab sollen noch weitere Arbeitskräfte angenommen werden. * Gambach, 13. Dez. Aus der Treibjagd. die am Samstag in unserer Gemarkung ftattfani», wurden 152 Hasen zur Strecke gebracht. Kreis Vüdntge». n d. R i d d a , 13. Dez Gestern sand hier in der Stadtkirche ein Gemeindeabend statt, in dem Pfarrer Eckhard von Worms einen tiefgründigen Dortrag über die Einführung der Reformation in Hessen, speziell in der Stadt Ridda hielt. ;3n außerordentlich fesselnder Weise führte der Redner den Zuhörern den wichtigsten Abschnitt auS der Rid- dacr evangelischen Kirchongefchichte vor. in dessen Mitte er das Lebensbild eines der verdienstvollsten Männer zur Zeit der Reformation, des Predigers und nachmaligen Superintendenten Johannes Piftvrius in Ridda, stellte, dessen Dater hier Bürgermeister gewesen war. Er war ein durch Gelehrsamkeit und Derföhnlichkeit, aber auch durch Glaubensmut sich auszeichnender Berater und Freund Philipps des Großmütigen. Leider sind seine Verdienste um das Reformationswert in Hessen viel zu wenig bekannt. Der Redner hat versucht. Piswrius an den Platz in der Kirchengeschichte zu stellen, der ihm gebührt. Die Versammlung war sehr stark besucht. Die Mädchenvereinigung umrahmte den Vortrag durch mehrere Lieder und passende Gedichte, die einige Mädchen eindrucksvoll vortrügen. - Echzell 13. Dez. 3m gestrigen Dor- Mittagsgottesdienst, der überaus stark besucht, war, wurde unser neuer Pfarrer Siebeck durch Dekan Dcriba-Eichelsdorf in sein Amt eingeführt. Chöre der beiden Gesangvereine und der Schuljugend, sowie die Dar- ERC1 DerFrosch mit derMaske Roman von Edgar Wallace. 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Das habe ich schon mehrfach gehört", sagte Elk. „Ich hoffe nur, daß er nicht in demselben Geschäft arbeitet wie die andern, dir mit ihm sind. Aber Sie rönnen ganz ruhig sein, ich lasse ihn nicht aus den Augen, Fräulein Bennett", sagte er. Am Abend gestand der Detektiv Dick in höchster Riedergeschlagenheil seinen Irrtum. „Äch weiß nicht, wieso ich auf Bennett verfiel", sagte er. „Mir scheint, meine Iugenbejeleien beginnen wieder. Ich sehe, daß die Abendzeitungen den Diebstahl schon gebracht haben." „Aber sie wissen nicht, was gestohlen wurde", sagte Dick. „Dag muß geheim gehalten werden." Sie befanden sich im inneren Bureau, das Dick nur zeitweilig benützte. 3n seinem nebenanliegenden Arbellsraum waren zwei Tischler beschäftigt. Sic erneuerten die Wandtäfelung, die bei dem Attentat auf Dick von der durchs Fenster cindringenden Kugel beschädigt worden war. Es war symptoma- nsch für die Äirkuna, die die Frösche auf die Polizeidirektion ausübten, dah beide Männer mechanisch nach einer Tätowierung auf dem linken Arme der Arbeiter ausgesvöht hatten. Der Anblick des be- 'chadigten Paneels vrachte Elks Gedanken auf einen Vorfall, der ihn schon lange beschäftigte. Trotz her sieten Beobachtung, unter der der Landstreicher üarlo gestanden hatte und ttotz aller angewandten Borsichtsmaßreaeln war er verschwunden und Den gemeinsamen Anstrengungen der Pokizeidirektion und der öandpolizei war es nicht gelungen, seine 3bentität festzustellen. Das war Gordons wunder Punkt, wie Elk mit Recht äußerte. Denn Earlo schien der berühmte Rümmer sieben zu fein, nach dem Frosche selbst der wichtigste Mann der Orga- uifation. „Es nützt nicht oiel, wenn wir einen andern Mann hinausschicken, um Genters Rolle weiter zu spielen. Das System funktioniert nicht zweimal. Ob wohl Lola etwas darüber wüßte?" „Ich glaube nicht, daß die Frösche einer Frau trauen", sagte Dick. Sie verbrachten den Rest Des Tages mit fruchtlosen Untersuchungen. In sein Zimmer in der Po- lizeidirektion zurückgekehrt, sah Ell lange reglos unb zusammengekauert in seinem Sessel, die Hände In den Hosentaschen vergraben, geistesabwesend auf seinen Löschblock starrend. Dann drückte er auf die Glocke und sein Assistent, Balder, kam herein. „Gehen Sie zum statistischen Bursau unb bringen Sie mir alles über jeden Saseeinbrecher, der im Lande bekannt ist. Sie brauchen sich nicht um die französischen oder deutschen zu kümmern, aber es gibt ein oder zwei Schweben, die höchst geschickt mit der Lampe umgehen können. Unb bann sinb natur lich noch bie Amerikaner ba." Rach einer langen Pause kam Balder mit einem beträchtlichen Stoß von Papieren, Photographien unb Fingerabdrücken wieder. „Sie können gehen, Balder. Der Mann, der den Nachtdienst hat, kann bas wieder zurücktragen." Elk machte es sich bei seiner angenehmen Nacht' lettüre gemütlich. Er hatte fast den ganzen Stoß burdjgeprüft, als er auf bas Bild eines jungen Mannes mit herabfallenbem Schnurrbart unb lockigem Haar stieß. Es war eines jener scharfen Positive, wie sie bie unromantischen Polizeibeamten auf nehmen unb zeigte jegliche Unebenheit ber Ham. Unter ber Photographie war ber Name sorgfältig gebrückt: .Henry John Lyme R. 33." „R. B." war dec Gefängniskoder. Jedes Jahr von 1874 bis 1899 war mit einem Großbuchstaben des Alphabets bezeichnet. Dann tarnen die Kleinbuchstaben. Das große R bebeuteie. dah Henry John Lyme im Jahre 1891 zu Zuchthaus verurteilt worden war, das B, daß er einen weiteren Zeitabschnitt im Jahre 1895 im Gefängnis verbracht hakte. Elk las ben schrecklichen unb kurzen Bericht. Im Jahre 1873 in Guernsen geboren, war ber Mann sechsmal verurteilt moroen, bevor er noch sein zwanzigstes Jahr vollendet hatte. Dis geringeren Haftjahre werden nicht mit Buchstaben im Kodex bezeichnet. In dem Raume am Fuße des Abschnittes, wo besondere Einzelheiten des Verbrechers an- gemerkt^ werden, stauben bie Worte: „Gefährlich, führt Schiehwaffen mit sich." In einer andern Schrift unb mit roter Tinte, mit der man gewöhnlich bie Karriere eines Verbrechers abschließt, stand bar- unter: „Zur See gestorben, Ehannell Queen, 1. Februar 1898." Elk erinnerte sich an den Schiffbruch des Guernsey Postpakelbootes auf ben Black Rocks Ec wendete die Seite uni, um Genaueres über bie Verbrechen des Toten zu lesen nnb die Erklärungen derjenigen, die von Zeit zu Zeit in amtlichem Verkehr mit ihm standen. In diesen Abschnitten war die wahre Biographie zu lesen. „Arbeitet allein", war die eine Anmerkung. Unb bann: „Ist nie mit Frauen gesehen worben." Eine dritte Anmerkung war schwer zu entziffern, aber als Elk bie schlechte Schrift be- meiftert hatte, erhob er sich in feiner Aufregung halb vom Sessel: „Zu ben körperlichen Kennzeichnen im allgemeinen hin,zuzufügen: D C. P. 14 Frosch tätowiert linkes Gelenk, neu I. I. M." Das Datum, an meldjetn dies geschrieben war, war das ber letzten Haft bes Verbrechers. Elk drehte bas Gedruckte D. E. P. 14 um und fand, dah es ein Formular fei, betitelt: „Beschreibung des Häftlings." Die Zahl war die Klaffifikation. Von tätoroierten Fröschen war nichts erwähnt. Der Schreiber war nachlässig gewesen. Work für Wort las er bie Be schreibung. .^Harry John Lyme, o. jung Harry, a. Thomas Martin, a. Boy Piece, a. Boy Harry. (Es standen ba fünf Zeilen solcher „Alias".) Einbrecher, gefährlich, trägt Schußwaffen. Höhe 5 Fuß. 6 Zoll, Brustumfang 38. leint frisch. Augen grau. Zahne gut. Mund regelmäßig. Grübchen im Kinn. Nase gerade. Haar braun, wellig, lang getragen. Gesicht rund, Schnurrbart herabfallend, tragt Koteletts. Hände und Füße normal, am linken Fuß das erste Glied ber kleinen Zehe infolge eines Unfalles amputiert königliches Gefängnis Portland. Spricht gut schöne Handschrift keinerlei Steckenpferd. Raucht Zigaretten. gibt sich für einen öffentlichen Beamten aus. Steucreinneymer, Sanitätsinspektor, Gasmann ober Installateur. Spricht fließend Französisch unb Italienisch. Trinkt nie, spielt Karten, ist aber kein Spieler. Lieblingsoerftecke Rom ober Mailand. Keine Verurteilungen außer Londes. Keine Verwandten. Ausgezeichneter Organisator. Unmittelbar nach einem Verbrechen suche man ihn in einem guten Hotel in Mittelenglcmd ober auf bem Wege nach Hüll zu hollönbischen ober skandinavischen Schiffen. Man weiß, baß er Guernsey besucht hat. . ." Hierauf folgten nur noch bie fBernUonmaf« unb körperlichen Merkmale, denn es war In ben Tagen bevor bas Fingerabbrucksystem eingeführt worben war. Des Frosches auf bem linken Handgelenk warb keinerlei Erwähnung mehr getan. Elk tauchte bie Feber ein unb fügte die fehlenden Daten hinzu. Dann schrieb er: „Dieser Mann mag noch am Leben sein" unb unterzeichnete dies mit feinen Initialen. 10. Auf Harley Terrac«. Als Ekt dies gerade schrieb, schwirrte bas Telephon. Er beendete jedoch ruhig seine (Eintragung unb löschte sie ab. bevor er ben Hörer auf nahm „Hauptmann Gordon wünscht, Sie möchten das erste Taxi nehmen, das Sie finden unb zu ihm kommen' Die Angelegenheit itt äußerst bringenb. Ich spreche von Harley Terrace , sagte bie Stimme. „Es ist gut", sagte Elt, nahm Hut und Schirm und ging in ben dunklen Hof hinaus. Es gab zwei Ausgänge in Scotland Pard. Der eine führte nach Whitehall imb war sicherlich ber dosiere Weg für ihn. denn in Whitehall stehen Wagen an Wagon. Der anbcre Ausgang geht nach bem Themie-Emdank ment, auf eine Durchsahnsstraße und ist ber weitaus längere. Weg, auf bem er zur vorgerückten Nachtstunde nur wenige Autos zu finden erwarten konnte. Aber Elk war so ganz von seinen Gebanlen erfüllt daß er auf dem Emdankment war. bevor er gewahr wurde, welchen Weg er genommen hatte. Er wendete fich gegen bas Parlament in ber Bribge straße. fand einen alten Wagen unb gab bie Adresse an. Der Chauffeur war bejahrt unb vermutlich ein wenig angeheitert, denn anstatt vor Nr. 273 ftthen zu bleiben, überfuhr er bie Nummer um etwa ein Dutzend Häuser unb hielt erst nach furchtbaren Drohungen seines Fahrgastes an. „Was ist benn mit dir los, Baier Noah? Daist ja nicht ber Berg Ararat?" schall Ell auf ihn ein. „Du bist ja besoffen, du armer Fisch." (Fortsetzung folg».- 11 «r k. Munu- L.« •*'Ä °LK s®* »> .*?? d«r Aj.,7^' Sü*4ä ä® - t>ttS 7L"«°w «tljÄ™m 2s? *« u«L '" m »«!«» .^ner Zu. aus brr Ad» * vor. in Mit, der verdienstvoll. Atiomatum, & Tubrrintmdenla M>a. ««Htt, Wien vesen Dar. $r Dar VerföhnÜchkyt, ata «chrichnmta > öw TrvhinLtW. um das Mnna- wenig bekannt. Der lls an den Platz in n, der ihm gebühr, 1 stark besucht. K nie den Nrtrag Wc Seöichst, die vortrugen. m gestrigen 3ot- AUS \tox\ \ m unserer Ocmartung wurden am 3amäiaa 193 Hafen geschossen. tH. S?etbtjcerlaufen. nur einzelne schwerere Fülle waren zu verzeichnen Mrei» Scholten. & Schotten. 13. Dez. Vor einigen Tagen fiel, wie schon bericht«,, in unseren Höhenlagen der lang; ersehnte erste Schnee. Die Schneegrenze sängt, wie man stets bemerken kann, ost oberhalb der ..Spieß" zwischen Rain rod und Schotten an. Eigenartig ist die Beobachtung, daß eben noch grüße Diesen zu sehen sind und etwa 100 Meter weiter -ine Schneedecke über der Flur liegt. 3n den nie- Seren Lagen hat das Tauwetter wieder viel 00m Schnee beseitigt, wahrend in Öen Höhenlagen, be- ionders auf dem Hoherodskops, «ine dichte Schnee, decke und schöner Rauhreif die Winterlandschaft ziert. Biele Schneeschuhläufer trafen zum Wintersport ein. — Das hiesige erste Pfarrhaus ist von der Mrchenoerwaltung in geschmackvoller Form renoviert worden: der schöne Bau kommt dadurch sehr zur Geltung. Ein älteres, baufälliges Hous, dem Garten gegenüber, wurde abgetragen, so daß auch das altehrwürdige Amtsgerichtsgebäude, das Scholtcner Schloß, zur besseren Sichtbarkeit und Wirkung gelangt. Die ..Schloßsreiheit" ist dadurch gewonnen. Die Friedhof st raße ist neu in. *tanb gesetzt und mit Trottoir versehen ivorbtfn, so daß ein sckuberer Zugang zum Friedhof geschaffen ist. — An Erwerbslosen sind hier zur Zeit etwa 30 bis 40 Personen vorhanden, die zu man» cherlei Arbeiten herangezogen werden. Neue schöne Anlagen am log. Bockzahl, dem Schottener Festplatz, find geschaffen worden. — Da der Kreis sich mit dem Gedanken der Anschaffung einer M 0 - torfeuerspritze trägt, fand dieser Tage wieder eine Vorführung einer Magirns M0torspri tze statt. Die Wirkung dieser Spritze, die über den hohen Kirchturm ging, erregte allgemeines Erstaunen. _J Lau nach, 13. Dez. Die Ortsgruppe Laubach des Hessischen Sparerbundes hielt gestern abend im „Solmser Hof ' unter dem Vorsitz von Dr. med. Wetzel! eine Versammlung ab. 3n zweistündigem Vortrag erörtertet Pros. Dr. A, t auS Darmstadt, der zweite Vor- listende deS Dundee', eingehend unter allgemeinem Beifall die Auswertungsfrage: er verlangte 50 Prozent Aufwertung. Eine Aussprache taub nicht statt. —----- Gedern, 13. De;. Der Gemeinde- । a t beschloß, die Garten st raße für 21 u t 0 s und La st fuhrwerke zu sperren. — Die Bürgermeisterei nimmt Stellung zu dem hier tur» fierenden Gerüchte, daß im nächsten Frühjahr die hiesige Schafherde aufgelöst würde und erklärt, daß die Gemeindevertretung sich bis jetzt nicht im Geringsten mit einem derartigen Plane beschäftigt hat. Vielmehr wird der Wetdegang der Schafe im nächsten Jahre genau so vorgenommen wie in diesem Jahre. — 9m neuen Jahre wird der Handarbeitunterricht in den Volks- 11 n b Fortbildungsschulen der Gemeinden Gedern, Ober, Mittel- und 9lieber»Seemen insofern eine Neugestaltung erfahren, als er durch eine hauptamtliche technische Lehrerin, die ihren Sitz in unserer Stadt haben wird, erteilt werden soll. Auch soll der h a u s w i r t s ch a f t l i ch e Unter» r < d) t ausgenommen und dadurch der sortbildungs» jchulpNichttgen weiblichen Jugend Gelegenheit gegeben werden, dos Kochen zti erlernen. Mreis Alsfeld. Alsfeld, 13. Dez. Am öa:n$tagabenb 'and das dritte Da ft spiel des Gieße- n«r Stadttheater- für die Winterspicl eit 1926 27 im Saalbau „Deutsches Haus statt. Zur Aufführung gelangte Sudermanns .Jv Hanni-feuer" Das recht gut besetzte HauS spendete der Aufführung nach jedem Akte und besonders am Schluffe lebhaften Vers all. 3m Januar soll das altbewährte Schaufpiel .Alt»Heidelberg' aus vielfachen Wunsch gelp elt werden. — Am Freitagabend veranstaltete die hiesige Dürer- Gesellschaft einen Vortragsabend im Physiklaal der Ober-Aealfchul? Amitätsrat Dr. TL e d'e r - Alsfeld hielt auf Grund reiner Per- fvnlichen Kriegserlebnisse einen sehr interessantem Vortrag über daS deutfcht Alpenkorps in den Dolomiten, wobei er die Zuhörer an der Hand lehr guter Lichtbilder in die Alpenhvchwelt während deS Krieges führte. Dem Vortragenden wurde reicher Beifall gespendet. L Mücke, 13. Dez. Gestern versammelten sich hier die Dirigenten der dem 06m- Lumdatal-Sängerbund angeschlossenen Gesangvereine, um über die gesanglichen Fragen des im kommenden Jahre stattfindenden Bunde s s e st e S zu beraten. Der Bundespräsident Becker- Kesselbach begrüßte die Dirigenten. DaS Bundessest findet am 10. Juli 1 9 27 in Atzenhain statt. Der dortige Gesangverein feiert gleichzeitig sein 50jöhriges Bestehen. Mit dem Bundesfest ist §in Wertungssingen verbunden, das morgens seinen Anfang nimmt Gesungen werden von jedem Verein ein Pflichtch 0 r und ein selb st gewählter Chor. Von den Dirigenten waren als Pflichtchor mehrere Chöre vorgeschlagen worden. Die Mehrheit entschied sich für den Chor ..Rimm deine schönsten Melodien" von Fr. Abt. Die Wahl des zweiten Chores steht jedem Verein frei. Von einigen Herren wurde der Vorschlag gemacht, die 23 Bundesvereine beim ^ZLertungs- f in gen in zwei Klassen einzuteilen, da an starke Vereine mit 50 und mehr Sangern größere Anforderungen gestellt werden könnten, als an die kleinen Vereine mit 20 bis 30 Sängern. Aach längerer Debatte einigte man sich dahin, daß in einer Abteilung gelungen wird. Wil Rücksicht auf die kleinen Vereine hat man als Pslichtchor einen nicht gerade schwierigen Thor gewählt. Deg selbstgewählten Chor muß dann jede.- Verein seiner Leistungsfähigkeit anpassen. AlZ Wer- tungsrichter soll der im hessischen Sängerbünde bestens bekannte Kantor H. Samper» Darm- stadt gewonnen werden, der bereits beim letzten Wertungssingen in Bieder-Ohmen amtierte. Den Plan, zwei Wertungsrichter zu gewinnen, mußte man aus finanziellen Gründen fallen lassen, da dann von jedem Sauger außer dem Zestbeitrag noch ein besonderer Beitrag zum Wertungssingen erhoben werden mußte. Der Bundes'räsident machte dann noch einige Mitteilungen über die Verhandlungen mit der Bundesleitung in Darmstadt wegen der anfänglich verweigerten Ausnahme der Kritik des letzten Wertungssrngens in der „Hessischen Sängerwarte". Auf die Vorstellungen hin hat sich die Bundesleitung in Darmstadt bereit erklärt, die Kritik ia der Se- zembernummer zu veröffentlichen. Damit wäre den Wünschen der Bundesvereine Rechnung getragen. Von einigen Herren wurde noch die Hoffnung ausgesprochen, daß die Vundesleitung in Darmstadt in Zukunft etwas mehr Interesse für die abgelegenen Vereine zeige und dieses Interesse durch die Entsendung eines Vertreters zum Bundesfest am 10 3uli 1927 bekunde Starkenburg. ' Darm stadt. 13. Dez. Am Freitag und Samstag veranstaUste der 9 a r m st ä d t e r Lehre rverein in Verbindung mit der Zentralstelle für Volksbildung und Jugendpflege, sowie dem Pädagogischen 3nftüut an der Technischen Hoch' chule eine Jugendwohl- sahrtstaguna. Ninive rsitätsprof ess or Dr. Erich Stern sprach über »Leruelle Jugenderziehung". ®r bezeichnete als Ausgabe der Er» Ziehung dxe Beherrschung des Gxfchlechrstriebes durch den Willen. Der naturkundliche Unterricht soll der biologischen Aufklärung dienen, ebenso sollen der Gesundheitsunterricht, die hygienische und die ethische Aufklärung in den Dienst der sexuellen Jugenderziehung geftellt werden. Sport. Leibesübungen und ausreichende, fowie gesunde Wohnungen sind wirksame ^Imerstützung bei diesem Zweig des Erziehungswesens. Hierauf sprach Dr. Wehn vom Jugendamt in Frankfurt über, „Jugendwohlfahrts- nnb Jugendgerichts- gcseh". Der Redner verlangte il p. S ährten. Kittel, holen, empf. Her . ßoftorj. •Bat)nco||tr. 33, ding. WolKengalse. <*** Handwerker in ein. Dorfe in der Nabe (Siebene, mit etwas Landwinsch., Wiwr m. 2 Stint»., sucht ein 3." 3." 3“ MWchWMeUM nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neuenweg 28 (im Löwen) zwangsweise gegen Barzahlung: I. 2 Büfetts, 1 Partie Schürzenleinen, 1 Bücherschrank, 1 Nähmaschine, 1 Grammophon mit 7 Platten, ein Sofa, 1 hl. Kassenschrank, 1 Partie Messer u. Gabeln, 12 silb. Eßlöffel, 1 Schreibtisch, 1 Schreibmaschine. II. An Ort und Stelle (Zusammenkunft im Löwen): 2 fahrb. Lokomobilen, 1 Partie Mannesmann- Bohrröhren u. Wasserrohre, 1 dreiteilige Friseureinrichtung. Bestimmt: 1 schwer. 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Wi torbenttoidlun; gut vorwärts Sport als 1 Krankheit, Gründen zu be den klaren, lef Diesem Cßc des Porst- Rat Dr. F ri sicher Darstell im Dorstand s vierteljährlich näheren Fühl Die Derbelöl ter wesentlich ä-ehungde ter Qaujuge Aer ein, bei lur bie neben A sei, eine . ^hung Ser Echwimmp Dalsrrballwartt mnnneten den Der ^diedrrger fvr srn. (Q.6 ^^»Egreich <. ßing ?*£ dormi iagz ass? sä ang^ Ün SUI DM ff“ 6-‘«tä HerlOauaf» eines „o Scnt UU®’9„ Z 77' 6ien« 6? . Mch 9 SchA «ä" ■U der als höheren f.anM®-1’"“ KreislEÄ 1 Dorsis Hauses. M Doli zu w*'’rfä Güisliqe Gelegenheit zim billigen Hotel Einkauf! Durch Abgabe von 25 Zimmer zu Wohnungszwecken verkaufe ich eine Anzahl Speise-, Herren- u. Schlafzimmer sowie Küchen-und Einzel- Möbel,Sofas,Polstersessel in Stoff und Leder, Peddigrohrsessel, Schreib- und Klappsessel, Klavierstühle Blumenkrippen, Nähtische Rauchtische^Etageren und Frisiertische, Teppiche Bettvorleger,Divandecken Felle usw. zu allerbilligsten Preisen. Bei Barzahlung Extra -Rabatt Teilzahlung auf Wunsch Carl Stückrath Möbelfabrik, 47 Asterweg 47 Bahnhof- EaHTtll Bahnhofstraße 49 Eäl Illi V LIU Straße 49 Uhren- und Goldwarenhaus 1 Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister 2Ibt. B wurde heute bei der Firma Wilhelm Zurbuch, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Gießen, folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Gesellschafteroerfammlung vom 21. September 1926 ist das Stammkapital um 50 000 Reichmark erhöht und beträgt jetzt 125 000 Reichsmark. Die §§ 8, 9, 10, 12, 15, 16 und 23 sind geändert worden. Ferdinand und Meier Löb, Kaufleute in Gießen, sind zu weiteren Geschäftsführern bestellt mit der Maßgabe, daß die Gesellschaft vertreten wird durch den Geschäftsführer Dr. Egon Meier in Gemeinschaft mit dem Geschäftsführer Ferdinand Löb, dem Meier Löb oder einem Prokuristen, ferner durch den Geschäftsführer Ferdinand Löb in Gemeinschaft mit Dr. Egon Meier oder einem Prokuristen, ferner durch den Geschäftsführer Meier Löb in Gemeinschaft mit Dr. Egon Meier oder einem Prokuristen. 10309C Giehen, den 11. Dezember 1926. Hessisches Amtsgericht. Im Photohaus der Ceutral-Orogerie Schulstraße 10223C Größte Auswahl in Pliolo-Ippmlw Kinos u. Projektionsapparaten für Einzelfilm und Diapositiven Bekanntmachung. Zur Vereinfachung des Dienstweges sind in Zukunft alle Baugesuche nicht mehr an den Herrn Oberbürgermeister, sondern unmittelbar an das otabtbauamt (Baupolizei) einzureichen. 10310B Gießen, den 13. Dezember 1926. Der Oberbürgermeister. Ä. V.: Dr.Hamm. 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Dezemder 1926 Turnen, Sport und Spiel. Gautag der Schwimmer. Die Vertreter der Vereine des Taues 1 KreiS V deS Deutschen Schwimmverbandes «D. S. D.) fanden sich am Sonntag in Diesten Aum diesjährigen Gautag zusammen, dessen Vor- bereitung dem Giestener Schwimmverein übertragen worden war. Die Tagung fand bet guter Beteiligung vor- und nachmittags im Sitzungssaal des Stadthauses, Dergstraste, statt. Die Vormittagssitzung war interner Art und diente der Beratung der Anträge. Aach gemeinsamem Mittagstisch im Hotel Schütz begann um 3 Ufjr die Hauptsihung, zu der als Vertreter der Stadt Diesten Beigeordneter D r. Seid, sowie Vertreter der drei höheren Schulen und der Stadlknabenschule erschienen waren. Der D. S. V. war durch Ver- bandsschriftführer Karoß, der Kreis V durch KreiSschwimmwart Bertsch vertreten. Der 1. Vorsitzende deS Gaues, Medizinalrat D r. Friedrich- Darmstadt, eröffnete die Sitzung unb dankte nach kurzen Degrüstungsworten der Stadtverwaltung für die Lleberlassung des Stadthauses. Sodann nahm Beigeordneter D r. S e i b daS Wort zu kurzen Aussuhrungen, in denen er betonte, dast es falsch fei, die heutige Sportbewegung als eine Aristokratie des Biceps zu bezeichnen, wie dies kürzlich ein berufener deutscher Staatsmann getan habe. Die Sportbewegung stecke noch in den Anfängen der Enttoick- luna; die amtlichen Stellen wären jederzeit bemüht, sie zu unterstützen. Dunmehr hielt Professor Dr. Huntemüller, der Leiter des hiesigen Instituts für Körperkultur, einen interessanten Vortrag über die biologischen Grundlagen der Leibesübungen. Gr führte u. a. etwa aus: »Bei den früher betriebenen Leibesübungen erreichte und bezwerkte man meist nur eine Ausbildung der Muskeln, heute aber weist man, dast vor allem Herz, Lunge und Verven in bester Verfassung sein inüssen, um in den Wettkämpfen, wie sie heute ausgetragcn werden, bestehen zu können. Auf ihre Ausbildung kommt es in erster Linie an. Aus diesem Grund ist die Ueberwachung durch Sportärzte notwenkig, die die 3u- gend auf biologischer Grundlage heranziehen. (Ties ist im (Siebener S. V. feit einiger Zeit der Fall.) Ten meufchlichen Körper kann man vergleichen mit einer Dampf maschine: in beiden geht ein Verbrennungsprozeß vor sich, der sie zu ihren Leistungen besähigt. Sie Dampfmaschine wird durch die Kohle, die menschliche Muskelmnschine durch die Dahrung gefüttert. Der Muskel braucht bei anstrengender Arbeit verstärkte Dlutzufuhr, für die das Herz sorgt. Die Folge des Sport- treibens ist fe&r häufig das sog. Sportherz, dies ist aber durchaus kein krankes Herz, sondern ein Arbeitsherz, das sich infolge der vermehrten Blutzufuhr ganz natürlich verstärkt hat, wie jeder andere MuSlel sich infolge stärkerer Inanspruchnahme kräftigt, im Gegensatz zum Stubenhocker, dessen Herz nicht viel Arbeit zu verrichten hat. ES kann allerdings unter Umständen krankhaft werden, deshalb soll man die Jugendlichen vorher untersuchen, es besteht dann keine Gefahr. Ebenso wie daS Herz wird auch die Lunge ganz besonders beim Schwimmen gekräftigt, daS eine besonders gründliche Atmung erfordert. Dadurch werden die Lungenspitzen der Kinder, in denen sich allzu leicht die Tuberkitlose fest» setzt, beim Schwimmen erhalten, zumal die Sonne als weiteres Bekämpsungsm.ttel der Tuberkulose hinzutritt. Wir haben beobachtet, dast die Drust- korbentwicklung der Schwimmer in Diesten sehr gut vorwärts gekommen ist. Deshalb ist der Sport als Dorbeugungsmittel gegen Krankheiten auch aus volkswirtschaftlichen Gründen zu begrüßen." — Starker Beifall wurde den Haren, lehrreichen Ausführungen zuteil. Diesem Vortrag schloß sich bcr_ Bericht des Vorstandes an, den zunächst Med.- Vat Dr. Friedrich in allgemeiner, ausführlicher Darstellung gab. Die Hauptarbeit habe im Vorstand gelegen, es sollten jedoch in Zukunft vierteljährlich Gausitzungen im Interesse einer näheren Fühlungnahme der Vereine stattfinden. Die Werbetätigkeit müsse gehoben werden. Eine der wesentlichsten Aufgaben sei jetzt die E r - z^ehung der Iugend. Auf diese Frage ging der Gaujugendwart Gießmann - Darmstadt näher ein, der neben der körperlichen Erziehung für die neben dem Schwimmen Ergänzungssport nötig sei, eine weitgehende geistige und seelische Erziehung der Iugend verlangte. Die Berichte des Schwimmwarts, des Werbeleiters, des Wasserballwarts und des Kassenwarts vervollkommneten den Einblick in die vergangene Tätigkeit. Der Vorstand wurde entlastet und vollzählig wiedergewählt, nachdem ihm Herr Pascoe sen. (G. 6. V.) im Vamen der Vereine für seine erfolgreiche Tätigkeit gedankt halte. Man ging nun über zur Beschlußfassung über die vormittags beratenen Anträge. Die Anträge des Gießener E. D., daß bei dem Gau- und Kreisfest das Brustschwimmen über 200 Meter ausgeschrieben werden und dast bei stark besetzten Wettlämpfen Dorläufe stattfinden sollen, wurden angenommen. Die folgenden Beschlüsse fin zur Weitergabe an den Kreistag bestimmt. Zur Schonung der Jugend wurde beschlossen, dem Kreistag zu empfehlen, die Teilnahme der Jugendlichen an Wettkämpfen zu beschränken, und ihm vorzuschlagen, nur zwei Starts monatlich zu genehmigen. Aus den Jugeudwarten der Gaue soll ein Kreisju - gen Hausschuh gebildet werden, der zu Führertagungen zusammentreten soll. Die Herausgabe eines ..Merkbuches für die Jugendarbeit", learbei et ron len Ju e?.l ü^ern des Veroande., soll durch den Kreis unterstützt werden. Als Grundstock für den spä.eren Dau eines Kreisheimes, daS als Erho.ungsstä te für Jugend und Erwachsene und g.eich^eüig zur Durchführung von Lehrkursen dienen soll, soll ein gewisser Prozentsatz der Einnahmen des Kreises verwandt werden. — Der nächste Gautag soll in Aschaffenburg, das nächste Gaufest in Darmstadt und das Gaujugendfest im Frankfurter Stadion stat finden. Aus dem Turngau Hessen. = Der 1. Bezirk des Turngaues J)ef» f e n hielt am Sonntga in Marburg eine gut besuchte Bezirksoorturner st unde ab. Durch- geturnt wurden die Freiübungen für das nächste Jahr, ferner der Ucbungeftoff für das SBintergerätc- turnen. Dieses findet am 6. März in Marburg statt. Um das volkstümliche Bezirksmetturnen, das am 12 Juni abgehalten wird, hatten sich die Turnvereine Gladenbach, Neustadt und Nieder-Walgern beworben. Die Wahl entschied für Niedcr - Wal - gern. Bezirksturnwart Heberlein leitete die Turnstunde mit Umsicht und Sachkenntnis. Der 5. Bezirk hatte nach Bad-Nauheim zu einer Bezirksoarturnerstunde eingeladen, die aber nicht so gut besucht war, wie die erste Turnstunde des Arbeitsjahres 1926 27. Gar nicht vertreten waren die Vereine Ebcrstadt, Grüningen, Kirch-Göns, Muschenheim, Ostheim, Rockenberg und Wölfersheim. Ordnungs- ö Freiübungen, sowie die für das Winterturnen vorgeschriebenen Geräteübungen waren Gegenstand eingehender Belehrung. In der anschließenden Besprechung wurde als Ort für das am 13. März ftattsindende Bezirksgeräteturnen Lang.Göns bestimmt. Um das volks- tümliche Bezirksturnfest, das im Juni veranstaltet wird, hatte sich keiner der 25 Bezirks- vereine beworben. Die Veranstaltung wurde daher der Bad -Nauheimer Turnerschaft übertragen. Die für Januar vorgeschriebene Bestrksvor- turnerftunbe soll getrennt für den nördlichen iinb den südlichen Bezirk abgehalten werden, (fine Lehr- stunde für Ausbildung von Kampfrichtern wird da- mit verbunden. V. f. B. D. f. D. Liga — ,Hermannia"-Kassel 1: 0. D. f. B. Ligares. — Aßlar 1. Mannsch. 5: 4. D. f. D. Dritte — Burgsolms 1. Mannsch. 0:6. D. f. B. 1. Igd. — Vd -Dirmes 1. Igd. 3: 0. D. f. B. 2. Igd. — Daubringen 1. Igd. 4:0. V. f. D. 3. Igd. — Grünberg 1. Igd. 3. 3. D. f. D. 1. Schülerm. — Heuchelh l.Sch 2:1. D. f. D. 2. Schülerm. — Heuchelh. 2. Sch. 02. Die letzte Derbandsspielreise der Lina nach Kassel gestaltete sich zu einem vollen Erfolg. Es gelang der Mannschaft, mit einem knappen, aber verdienten 1:0-Siea über ihren Gegner Herrn annia" zu triumppieren und sich damit hinter „Kurhessen" Kassel an die zweite Stelle der Tabelle zu setzen. R*benbei war dies seit Kriegsende der erste Sieg, den ebne Gießener Mannschaft in Kassel errang. Die in der »Dezirksliga- vorschau für Hessen-Hannover" als »sehr hart und körperlich spielend" bezeichnete Herrnanniaelf machte diesem Ruf alle Etzre. Das Strafsdohver- hältnis von einigen zwanzig zu acht zugunsten Gießens beweist die Richtigkeit deS Dorausgesagten. Das Eckenergebnis von 2:1 für D. f. D. entspricht iroch genauer dem Spielverlauf als das knappe Schluhresultat; es zeigt, daß Kassel auch im Feldspiel unterlegen war und nicht unverdient verlor. Die D. f. B.-Mannschaft bot tn diesem Spiel eine Leistung, die als erstklassig bezeichnet werden muß. Während der Gegner, der sich übrigens in seiner besten Form befand, seine mehr als harte Spielweife auf Ueberrumpe- lung einftellbe, ließen die Gießener sich keinen Augenblick aus dem Konzept bringen Daß dieses Spiel, in dem sich Awei grundverschiedene Methoden gegenüberstanden, für die Zuichauer äußerst interessant war und eines gewissen Reizes nicht entbehrte, ist natürlich. Rach dem beim Stand von 0:0 erfolgten Seitenwechsel änderte sich das Bild etwas zugunsten der Einheimischen, die mit aller Macht versuchten, den Sieg an sich zu reißen. Bei stets wechselndem Kgnrpf verlegte sich nun auch D. f. D. auf Durchbrüche und halte damit wenige Minuten von Schluß den ersehnten Erfolg. Bemerkenswert ist, daß dieser Sieg mit Ersah für den gesperrten Halblinken errungen wurde. Die Mannschaft verdient ein uneingeschränktes Gesamtlob. Das 5:4 der Ligareserve gegen Aßlar ist als recht „mager“ zu bezeichnen. Die Rieder- lage der Dritten kam erwartungsgemäß, allerdings nicht rn dieser Höhe. Die drei Iugend- mannschaften lassen durch ihre guten Resultate eine stete Formverbesserung erkennen. Während die 1. Schülermannschaft mit einem 2:1-Sieg von Heuchelheim zurückkam, muhte sich die zweite gegen die verstärke zweite der Dorstädter mit 5: 0 beugen. SpielDcreinigung 1900 Giehen. ö. Die Ligamannschast der Spielvereinigung 1900 setzte am Sonntag ihren SiegeS- zug weiter fort, und zwar diesmal durch den glanzenden Erfolg übet den Spitzensührer der Lahnkreisliga, die vordem ungeschlagene Ligaelf des Rasensportvereins .Germania 0 8" Marburg. Die Einheimischen spielten in berfetben Aufstellung wie am Vorsonntag in Wetzlar. Reben technischer und taktischer Ueber- legenheit haben es die 1900er in letzter Zeit auch zu einer ansehnlichen Kampfmannschaft gebracht, die tn Schnelligkeit und Eifer jedem Gegner der Kreisliga gleich, wenn nicht gar überlegen, ist. Gießen gewann am Sonntag 3:1 verdient! Das Spiel begann ziemlich aufgeregt. Ungestüme Angriffe setzten beiderseits ein, jedoch hatte bald der Gastgeber die Ober. Hand Die Marburger wurden fortgesetzt in ihrer Spielhälfte sestgehaltcn. Plötzlich kam Marburgs linker Flügel überraschend durch, der Gießener Hüter wehrte einen schwach geschossenen D.ehvall nicht energisch genug ab und im darauffolgenden Gedränge wurde icr Ball über die Linie geschah, n. „Germania" führte 1:0. Doch nicht lange dauerte die Freu"e. Eine prachtvolle Flanke des vorzüglich disponierte Gießener Rechtsaußen entglitt dem Marburger Hüter. Hoch im Bogen landete der Ball im Retz. 1930 halte ausgeglichen. Kurz darauf schoß nach heftigem Geplän.'el im German nftta'raum der Gießener Linksaußen den 2. Treffer. Einen Elfmeter- Strafstoß verwandelte 19305 Mittelstürmer zum 3. Tor. Das Spiel stand beim Seitenwechsel 3:1 für 1930. Auch nach dem Wechsel hatte Gießen beständig mehr vom S^iel. Rur die drei Schlußleute der Gäste verhinderten weitere Gießener Erfolge. Erst etwa eine Viertelstunde vor Schluß gingen die Marburger aus sich heraus, um das Resultat günstiger zu gestalten. Sie fanben aber die vorzügliche Gießentr Aowehr auf dem Posten. Hochbesriedigt über das spannende Spiel verlieh man den in bester Verfassung befindlichen Sportplatz. 1930 hat durch diesen 3:1-Sieg endgültig den 2. Tabellenplatz erkämpft. Wetzlarer FuhbaU. L. C. TDefjlar gegen Gladenbach 6:1. tz. Der Ballfpielclub setzte sich mit diesem Siege in der Tabelle wieder vor den Fuhballclub. Alle drei Wetzlarer Vereine sind aber immer noch zu spielschwach, um ein ernstes Wort in der Meisterschaft mitreden zu können. Die Gäste waren, besonders technisch, fast eine Klaffe schlechter als der Plagoerein. Schon in der 2. Minute nach Spielbeginn ging B. C. in Führung unb erhöhte in ständigem Drängen und unter Erzielung vieler Ecken fein Torverhältnis bis Halbzeit auf 4:0. Nach dem Wechsel wurden die Gäste besser, trotzdm erzielten die Wetzlarer zwei weitere Tore unb führten nunmehr 6:0. Glabenbach köpfte zwei Eckbälle gegen bie Latte, B. C. verschoß seinen zweiten Elfmeter, währenb Glabenbach einen solchen zum Ehrentor ausnutzte. B. C. siegte oerbient unb war einroanbfrei besser. Freie Turnerschaft Gießen £ Bei ihrem zweiten Spiel mit Mannschaften der 1. Klasse schnitt bie Gießener Id- Mannschaft wesentlich besser ab, als beim ersten gegen Wieseck. Butzbach I war dies- mal Gegner, der eine eifrige Mannschaft ins Feld stellte. Die Hintermannschaft ist der bessere Dell, im Sturm mangelt es noch an der letzten Auswirkung der herausgearbeiteten Tor- geüegenheiten. Gießen zeigte eine reifere Spiel- weise und stärkere äleberlegenheit. Bis zum Schluß konnten durch den Mittelstürmer und Hallwechten 2 Tore erzielt werden, diese Zahl erhöhte ein Verteidiger Butzbachs allerdings auf 3. Die aufmerksamen Schlußmänner Gießens verhinderten jeden Erfolg Butzbachs. Im Spiel der zweiten Mannschaften Butzbachs und Gießens hatte Gießen Mühe, ein Halbzeit-Resultat von 2:0 herauszuholen. Rach der Pause fiel Butzbach dem Tempo zum Opfer und mußte sich 5 weitere Tore gefallen lassen. Aber auch der Gießener Tormann mußte den Ball zweimal aus dem Reh holen. Aeberraschend ist der verhältnismäßig knappe Sieg der Gießener Iugendmannschaft. Butzbach stellte hier einen sehr beachtlichen Geg- ner, der bis zur Halbzeit nur 1 Tor zu lieh. Rach dem Wechsel konnte Gießen die Torzahl auf 3 erhöhen. Die weiteren Spiele. Daubringen, 2. Klasse, hatte sich abermals einen Gegner aus der 1. Klasse geholt: diesmal war es Wetzlar. Rach den gezeigten Leistungen wäre es gar nicht verwunderlich gewesen, wenn Daubringen zumindest ein ilnent- schieden herausgeholt hätte. So aber konnte Wetzlar öanf des sofort geschaffenen Vorsprungs und mit Hilfe eines Elfmetertors 5:3 gewinnen. Dtand bei Halbzett 4:1. Auch im Spiel der 3u gen dmannschaften beider Vereine ist der 4:2-6ieg Wetzlars nicht gerade überzeugend. Hier stand die Partte bei Halbzett 1:1. Heuchelheimi (1. Klasse) trat gegen Fronhaufenl (2. Klasse) in Fronhausen an und holte sich einen verdienten 8: 2-Sieg. Allerdings trat Fron Hausen mit nur 10 Mann und obendrein mit Ersah an. Trotz dieses Minus ging Fron Hausen in der 8. Minute in Führung und konnte bis Halbzeit das Resultat auf 2:2 halten. Rach dem Seitenwechsel toarf Heuchelheim seine größere Spielerfahrung in die VKlg- schale und schickte den Tormann Fronhaufens noch sechsmal hinter die Pfosten. Freier Turn- und Sportverein Wieseck. £ Gäste aus dem benachbarten 6. Bezirk — Ober-Mörlen — gaben am Sonntag den Gegner mit zwei Mannschaften ab. Das Spiel der er st en Mannschaften entschieden die Wie- secker für sich. Das Resultat drückt den Spielverlauf nicht richtig aus, denn während des ganzen Spiels zeigten die Einheimischen einen weitaus besseren und einheitlicheren Fußball. Die Hintermannschaft Ober-Mörlens hatte die weitaus größte Arbeit zu tun, wobei der Tormann recht Anerkennenswertes leistete. Ein besonderes Merkmal der ©äftemann- schost war die mehr als reichliche Unruhe, die das Spiel recht empfindlich störte. 'Nach Schluß der ersten Halbzeit hatte Wieseck bei einem Eckcnverhältnis von 5:1 die Führung mit Amci sehr schönen Toren übernommen. Das erste resultierte aus einem weiten Schlag des Rechtsaußen, das zweite war der Erfolg einer guten Kombination des Innei'trios. Zahlreiche weitere Schusie gingen darüber und da» neben, oder wurden von dem sehr gut arbeitenden Tormann Ober-Mörlens gcmciftert. In her zweiten Halbzeit kamen die Gäste zu ihren, Ehrenior. sie konnten einen Durchbruch mit einem Torschuß krönen. Trotz des weiter überlegenen Spiels der Wiesccker blieben weitere Erfolge versagt. Das Spiel der Jugend Mannschaften der gleicher Vereine litt unter denselben Mänoeln. Auch hier auf feiten der Gäste eine unbegreifliche Unruhe. Tron starker körperlicher Ueberlegenhcil mußte sich die Jugend Ober-Mörlens eine 3:1-Nitder- läge gefallen lassen, wobei bemerkenswert ist. daß das Ehrentor der Gäste erst fiel, als nur acht Spieler anwesend waren. Die Wicsecker Jugend zeigte ein schönes zusammenhängendes Spiel. Hessische Vereinigung für Volkskunde. In Verbindung mit bet J.ib.läumsfe'er der Vereinigung, über bie w r gestern bTretts ai #- sührlich berichte! h-iben. fa.ib auch e ne Aus- sckußsitzung unb anschließend daran d e d es- jährige Hauptversammlung her stat,. Im Ausschuß wurden verschi'brne A:we- gungen gegeben, die bann auch in der M t- gliederVersammlung Gegenstand der anregenden Aussprache waren. Den Iahresbericht erstattete der Vorsitzende, Oberstudienb r f!or Dr. Faber (Friedberg): er konnte manches Er- 'reuliche mittcilen aus der Arbeit b?r Vereinigung. Recht interessant war sein Bericht über die Tagung des deutschen Verbandes für Volkskunde. bei der die hessische Vereinigung durch den Vorsitzenden und den Schrütleter der „Blätter". Prof. Dr. H e p d i n g (®i hen), vertreten war. Der Verband der hessischen Oe- schichts- und Altertumsoerei ne. in dem de Vereinigung den Vorsitz führt, hat in einer Druckschrift, die dem Landtag zugegangen, sich gegen die geplante Aufhebung des.Staatsarchivs in Darmstadt gewandt und damit auch Erfolg gehabt. In Verbindung mit dem Südhess.schon Wörterbuch ist ein Fragebogen ins Land gegangen. Geplant ist, einen neuen Flurname n- band zu drucken. Die im Ja brr 1303 begonnene Flurnamensammlung ist abgeschlossen, im Staatsarchiv ausbewahrt und harrt des Druckes. In besserer Zeit hatte man bie Flurnamen b?r Grafschaft Schlitz, sowie die von Ridda unb bie von Kohden mit Salzhausen herausgegeben. Leider kam dann die Veröffentlichung des Flurnamenwerkes zum Stillstand. Deshalb wird es jeder $eimatfreunb begrüßen. daß man jetzt wieder an bie Fortsetzung Der Drucklegung denken kann. Die M i t g l i e d e r- zahl, bie vor dem Kriege schon die Zahl 1100 erreicht hatte, bann aber bedeutend sank, ist langsam wieder im Steigen begriffen und beträgt jetzt etwa 800. Den Kassenbericht erstattete der Rechner. Studienrat O ß w a l d (Friedberg). Die Rechnung für 1925 weist auf in Einnahmen 5973,54 Mk., in Ausgaben 3212,31 Mark, so daß der Kassenbestand am 1. Januar 1926 sich auf 2761,23 Mk. belief. Dem Vorsitzenden und Rechner wurde herzlicher Dank ausgesprochen für die gewissenhafte Geschäftsführung: Dr. Faber erntete außerdem nochmals besonderen Dank für bie mühevolle Vorbereitung der wohlgelungenen Jubiläumsfeier. Zum Schriftführer der Vereinigung wurde Prof. Keller (Friedberg) einstimmig gewählt. Erweitert wurde auch der Ausschuß, in den u. a. Ausnahme fanden: Prof. Lucius, Kirchenrat Strack, Superintendent Wagner, Prof. Dr. C o l - l i n von Gießen. Eingehend besprochen wurde die Frage der heimattundlichen Arbeitsgemeinschaften in Hessen. Prof. Dr. Hepding regte die Gründung von volkskundlichen Ortsgruppen an, um durch ihre Mithilfe die Arbeit der Vereinigung noch mehr zu oertiefen. Bahnhofstr. 65B Gießen Fernruf 1367 Filiale Lieh, Butzbacher Straße 12. Gegründet 1876. Alleinvertretungen von Steinway & Sons (bedeutendste Klaviermarke der Welt) Rud. Ibach Sohn Orotrian — Stein weg Schiedmayer 8t Soehne 9888a W. Ritmüller 8c Sohn (Deutschlands älteste Pianofabrik) r Zum IVeihnodib buchen nimm uns 125 159,5 117 222,5 M. Devisenmarkt Derlin—Srankfurt a. Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 101 125 157,5 105 132,13 310 126 135 313.5 156.4 152,25 166,25 162.5 152 165.5 188.75 100 5 86.5 132 68.25 109.75 125 25 165 153 IW 144 15 >.5 112 153.5 185.25 96 12 80 37.5 60 166 167 180.5 15.) 1*8 128,75 122.5 191 176 139.25 168 5 164 Neue Bestimmungen im Dersorgungswesen. Die Kriegerkameradschaft „Hassia" teilt 135 .13 16 55 165,5 117 58 22 14'1 216,75 m9.9 125.25 247 1,5.75 165 5 154 5 167 144 7.4 156 25 165.5 102 163.76 165.5 264,5 198 176 25 167.75 158 168.25 7.35 14-,5 98,5 125 147 7- 183.5 128 106 119 9 231.75 188.13 173 137 MS. 5 160.5 253 189.5 245 175 166 154.5 166 141 7,25 156. ;5 162 04 162 165 177.5 1 5 144 25 184*5 127 75 I iG 124.5 230 >88 171.75 101 137 165 5 160 95,5 124 5 155,25 154.75 ,50.25 146.5 ,50.25 ,54 186 97 79 51 35.5 Kanada seine Weizenofferten kräftig niedriger hieit. Auch drückt die Vertaufslust des Inlandes. Effektives Brotgetreide eröffnete unverändert, während im oeüyanöel für Weizen Abschwächungen von einer Marl, für Roggen von etwa einer Halden Mark sich durchsetzt. Gerste gut behauptet bessere Qualitäten behalten Absatz. Hafer ziemlich stetig. Im übrigen Kleie im Preise behauptet. Sonst behalten noch Hul.en- früchte ihre steigende Tendenz. Es notierten (1000 Kilogramm». Weizen, märkischer 270 bisi 272; Aoggen 231 bis 236; Sommergerste 217 bis 246; Wintergerste 192 bis 205; Hafer, märkischer, 177 bis 185; Mais, loco Berlin 195 bis 199: (100 Kilogramm): Weizenmehl 35,25 bis 38 25; Rog- genmehl 32,50 bis 34,50; Weizenlleie 13: Dog- genllcie 11,70 bis 12" Bik oriaerbsen 54 bis 61; feine Speiseerbsen 32 bis 34; guttererb'en 21 bis 24; Peluschken 20 bis 22: Ackerbohnen 21 bis 22: Wicken 22 bis 24: Lupinen, blau, 14 bis 15; Lupinen, gelb. 14,50 bis 15: Serradelle, neu 22 bis 22,50; Rapskuchen 16 20 bis 16,30; Leinkuchen 21 bis 21 30: Trockenschnihel 9,60 bis 9,80; Soyaschrot 19,30 bis 20; Kartoffelflocken 26,60 bis 27 Mark. Börsenkurse. Buntes Allerlei. Wie Paschitsch zum Tode beru.teilt wurde. Der Tod des südslawischen Staatsmannes Rikola Paschitsch ruft sein überaus bewegtes Leben in die Erinnerung. Besonders reich an Abenteuern war jene Epoche, da er als Führer der russenfreundlichen Radikalen eine Verschwö- rung gegen den damaligen König Milan anzettelte. Alle Derschwörer wurden damals gefan- 189 169,5 ,63.5 154.75 J87.75 | 98 25 86 Berliner HanbelSgesellschast. Commcr;. und Prioat-Bank "5 arm ft und 'JlaiionatDant • Teutiche Bank......... Diskonto Commandit .... Dresdner Bank Metallbau,........... Miiteldeutiche Kreditbank . Ccfrc reichtsche Kreditanstalt- Neichsbauk Bochumer Guß ........ Buder.s.......* .. . • Caro Tculich Luremburg Gclscnkirchestcr Bergwerke. - Harne er Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laucabütte ........... annesrnann ....... Manö Uder........... £ berbedark ... Phönir '-Dera' au . Nl;ci,iischc Braunkohlen - . - ^ioeinslalil........... 'JiLbcrt Montan TeUuö Berabau Bereinialr Stahlwerke.... Hanibura Amerika Paket. . . Norddeutscher Ülotio • - • Cheramische Werke Albin . . Semcniluerf Heidelberg . . . Philipp Holimaun Auglo Conr Guano Chemische Mayer Alaptn- . . oldichmidt Hokjveriohluna Ct G Jarukn-Jndustrte. . . Rntgcrswcrke. ...... Scheid, ansialt ...... Alla ElektrljiiätS-Gesellschaft Bergmann . . ....... El kte- Lieferungen. . . . . . "ich! und.flrait ...... .................... . • Schultert Siemens & Halöke ..... Adlerwcrke st lener ...... Daimler Motoren. ..... Heyligenstacdt . || rnuin............. -Utaunhcimer Motoren . . . frankfurter Armaturen .Monfrrucninbrif Braun . . Nietallgesell chast Jranlfurt . Pe, Union B--G-. Schnh'abrik Hcrj Sichel.............. -leitstoss Aschaffenburg. . . . Zellsto r Waldbof Surfer (ibrit Frankenthal . . Surferiabnk Waghäusel . . . Geld 4,186 58.30 111,47 40,32 16.81 167.40 19.25 105.73 59.09 2.15 111.82 81.00 63,54 12,412 folgendes mit: . Der Reichsarbeitsminister hat den'Fürsorge- stellen erneut nahegelegt, die Rückzahlung von Darlehu an Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene nur dann durch Abtretung der Rente ficherzustellen, wenn eine solche Sicherung nottoenbtg erscheint, und von der Abtretung der Rente zur Tilgung des Darlehns erst dann Gebrauch zu machen, wenn der Darlehnsempsänger mit 2 bis 3 Monatsraten im Rückstände bleibt. Bestehen tm Einzelfalle bei den Fürsorgestellen hiergegen Bedenken, so wird empfohlen, mit der Weiterleitung der Abtretungserklärung wenigstens zu warten, bis der Schuldner zum erstenmal einen Fäll gkeits- termin versäumt. Das gleiche gilt für die von der Kredit gemeinschast gemeinnütziger Se l b st h i l f e o r g a n i s a 11 o n e n Deutschlands gewährten Darlehn. Der Reichsarbeitsminister hat ferner angeordnet, das) der Grundsatz, daß Berichtigungsbescheide keine rückwirkende Kraft haben, soweit es sich um Versorgungsgebührnisse nach dem Reichsversorgungsgeseh handelt, auch für die Hinterbliebenenrenten gilt. Ist daher durch einen Minderungs- oder Ent- ziehungsbescheid über eine Hinterbliebenenrente der Zeitpunkt, von dem an d.e Minderung oder Entziehung eintritt, unrichtig festgelegt worden, so kann eine Berichtigung nur mit Wirkung für die Zukunft erfolgen. Briet 4,206 58,60 111,03 20,42 16,69 168.24 19,35 106,27 69.39 2,19 112.38 81.40 63.86 12,472 Wirtschaft. Frankfurter ^r?e. (Eigener Drahtberichi des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 14. Dez. Tendenz: erholt. - Die öifefienborfe hatte heute weniger unter dem Druck von Berkaufsaufträgen zu leiden, so daß sich eine freundliche Haltung durchfhen konnte. Die mehr oder weniger günstige Aufnahme, die die Verhandlungen in Genf in der deutschen Presse gefunden haben, sowie die vorläufige Entspannung der innerpolitischen Lage durch eine Verschiebung der Angelegenheiten wahrscheinlich bis nach dem Weihnachtsfest regten zu einigen Meinungsläufen an. Eine Unter« stützung fand die Kulisse durch den jetzt vorliegenden Plan über die Rückgabe des deutschen Eigentums in Amerika, toojc-n in erster Linie die Freigabewerte Pros stierten. Bei Aordlcyd stimulierten außer em noch die neueste Expansion, B>:nn auch eine Kapitalerhöhung umgangen werden soll. Rordd. Lloyd Pins 3, Hapag Pias 1,5 Proz. Montan-, Chemie- und Autoaklien . waren kräftig erholt. I. G. - F a r b e n Plus 3, von Mont anr. . n: Rh .instahl pl us 2,5, Mannesmann p^us 4, Harper.er plus 2,5 Proz. Kalink t i e n stärker befestig!: Wester gein plus 4 Prozent. Clektroaktien sämtl ch höher. Schuckert plus 2, Siemens plus 1,25 Proz. Die Werte der Metallbankgruppe tonnten sich stärker befestigen: Metallbank plus 2,25, Metallgesellschaft plus 2 Proz. Von Chemiewerten waren Holzverkohlung weiter gefragt bei einem Kursgewinn von 1,25 Proz. Auch Goldschmidt konnten sich auf die Zulassung zum Terminhandel hin um 1,25 Proz. befestigen. Am variablen Markte waren /< bis e3/, Prozent, für zweite Adressen 8 bis 8‘/s . Prozent gesucht. Warenwechsel 53.'4 Proz, Bank- * Akzepte 43/4 Proz. Im D e v i s e n v e r ke h r war rParis kaum verändert mit 121,75 gegen das Pfund, ebenso Mailand mit 105,50. London gegen , Kabel unverändert 4,3490. Die Reichsmark konnte sich gegen Kabel befestigen auf 4,2010. Berliner Börse. Berlin, 14. Dez. Einen Rückhalt gab der Tendenz der günstige Stand der amerikanischen Freigabeangelegenheit, was namentlich am Schiffahrtsmarkte zur Lösung von Daissepositionen und zu Kurssteigerungen führte. Die Freigabewerte eröffneten zum Teil bis zu 5 Prozent höher, wobei Berliner Handel und Orenstein die Führung hatten. Die Gesamttendenz der Börse wurde hiervon günstig beeinflußt, zumal eine große Anzahl von Einzelpapleren kräftige Steigerungen durchsetzen konnten. So waren Daimler um 4.5 Proz. und Ludwig Löwe um 6 Proz., Metallbank um 3 Prozent, Zellstoff-Waldhof um 4 Prozent, Holzmann um 3,5 Prozent befestigt. Montanwerte lagen bis zu 3 Proz. höher. Heimische Renten lagen still. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 5 bis 6V2 Proz. etwas stärker gefragt, vermutlich stand dies im Zusammenhang mit der heutigen Einzahlung auf die Sola- Wechsel der Golddiskontbank. Monatsgeld war nicht unter 7 Prozent zu haben und stellte sich größtenteils auf 7*/s bis 8 Prozent. Prolongationsgeld wurde zu ZVe b.s 8Vs Proz. zur Verfügung gestellt. Warenwechsel 5V4 Proz. Im Devisenverkehr zog Spanien überraschend in scharfem Tempo auf 31,55 gegen London an (gestern 32). Paris ggen London kaum verändert 121,50, Mailand 106,50. Die Reichsmark konnte sich gegen Kabel gut befestigen auf 4,2005. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M, 14. Dez. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 29,25 bis 29,50; Roggen (ml.) 24,50; Sommergerste (für Brau- zwecke) 23,75 bis 26.50; Hafer (inl.) 19 bis 19,50; Mais (gelb) 19,50 bis 19,75: Weizenmehl (inl.), Spezial 0 40,75 bis 41,50; Roggenmehl 35,25 bis 36; Weizenkleie 11,75 bis 12; Roggenkleie 12 bis 12,25; Erbsen 40 bis 70; Linsen 50 bis 90; Heu, süddeutsches, gut trocken, 8,75 bis 10; Weizenstroh, drahtgepreßt 4,50 bis 5; Roggenstroh, gebündelt 4 bis 4,25; Treber, ce rock.-.et, 16,7a li3 17 Ma k — Tendenz: schwach. Berliner Produktenbörse. Berlin, 13. Dez. Bei Beginn des amtlichen Produktenverkehrs ging die leicht befestigte Vormittagstendenz wieder verloren, als Liverpool ermäßigte Anfangsnotierungen meldete und auch Berlin, 13 Dezdr Amerikanische Note« Belgische Noten ...... TänUche Noten..... . • Englische Noten....... Französische Noten Holländische Noten (italienische Nolcn ..... Norwegische Noten Deutsch Cefterr .ilOOÄronen Rumänische Noten...... -Lchlvcdilchc Noten Schweiler Noten Spanische Noten Tschcchotlowatische Noten . . Ungarische ‘Jletcn ...... 262 193 ! 249.5 177 167.25 । 156 5 169 | 143.5 7 45 158.9 165 103 165.5 166.5 l8ü 137.5 148.75 73 18S 129.25 167 75 123 233 116.5 Frankfurt a.M. Berlin Sditu • kurr l-Ubr- flure s ckllub-'Anfana finr» bl— 'Trttnn: 13. 12 i 14 12 13. 12. 14. 12 5% TcuNche iHeldjScn'eihe . 0.725 ■ 7475 — 0.745 4°/a Deutsche Sietchsaiileihr 0 ,:5 U.ß«75 1.6875 H.o9 37,% Trursche Re>chcantett>e II 66 — 0.67 il 6x5 3% Deutsche Reichs mleilie . 0.73 — 11.76 0,7975 Tcuksche Lparprumicnanteihe U 425 0.4175 — 4% Brcußische ZkonsotS . . . 0.67 — 0.67 0.6975 4° o Hesse»........... 0.63 — —• 37,% Hessen.......... — — ' .65 II 645 Deutsche if-ertb. Dollar-Anl 100 — 98,6 — dto. Toll-Schay-Antreimg. — - — — 15.25 43 15 62 15 2.5 5% G^ldmexikaner...... 1 _ 42,9 — 18. Dezbr. 14 Dezbr. Amtliche Nori runa Amtliche Notierung Geld Briet Gelb Briei Sinnt-’ :) Winnen würde; dies ist jedoch ein großer 3rr Lelbstmattaufgabe Nr. 1. Don C. Dreidecker, Gießen. Weiß: 9 Steine Ke3; Da5; Th6; Lb5, f6; Bd2, e2, f2 f3. Schwarz: 2 Steine Kc5; Bc7. Selbstmatt in vier Zügen. „Selbstmatt" bedeutet: der Weiße zieht so, daß er Schwarz zwingt, ihn selbst in einer bestimmten Zügezahl mattzusetzen. Lösung des Problems Ar. 89. Don O. Fuß. 1. Dd8-h8!, Ke4-d4 2. Dh8-h4 matt 1 Ke4-f5 2. Dh8-h7 malt. 1. .... Ke4-f3 2. Dh8-a8 matt. 1 f6-f5 2. St7-g5 matt Sehr fein! Losung des Endspiels Ar. 25. Don O. WMgerber. 1. Th6xh4, g5xh4; 2. Sc5 - e6! (Zugzwang wegen 144-s- nebst Sd4 malt), darum 2. . . ., 16-15 3. Tg4 —14+, e5xk4 4. Se6 —d4 ■* , Dh8xd4 5 Lfl -e2+, Kf3xe2, Weiß ist palt. Ausgezeichnet! — 2 Sb6-d5 würde an 3. 1 g4 -e4 mit folgenden» Matt scheitern. Richtige Losungen zum Problem Ur-, sandten ein die Herren: Lehrer Dreidecker, Dx. in G., hier; Rektor Echaad, Hungen; Rektor Köhler, Langsdorf; H. Kappes (Schüler), Langsdorf; K. W. Dersch (Schüler) hier. Tchachbriefkasicn. Sollte sich das Problem mit dem Motto: „Dom Himmel hoch, da komm' ich her", als zur Veröffentlichung geeignet erweisen, so bitten wir den Einsender um Rarnensangabe. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom AedakttonStisch. Der schlagfertige Hans von Dülow. Dülow war berühmt wegen seiner ebenso schlagfertigen wie bissigen Bemerkungen. Del einer Chorprobe rief er den schwatzenden Sängerinnen zu: „Meine Damen, ich mache Sie daraaf aufmerksam, daß das Kapitol bereits gerettet ist.- Einst prallte er auf der Treppe mit e.nem Herrn zusammen, der ihn wütend anschrie: „(Sfcll“ Worauf Dülow höflich den Hat zog und mit einer Verbeugung sagte: „Sehr erfreut Ich heiße Dülow." Die weitreichende Spritze. Ein hübsches Geschichtchen aus feiner Studentenzeit hat Heinrich Seidel in seinen Erinnerungen erzählt. Er hörte bei dem berühmten Physiker Dove, der stets eine große Hörerzahl hatte, darunter nicht wenige ötubenten, die „nassauerten" Eines Tages behandelte der Professor das Gesetz der Spritze, führte ein solches Gerät vor und lobte seine Vollkommenheit Plötzlich fi hr ein feiner Wasserstrahl über die Köpfe der Versammelten hinweg und traf jene „Zaungäste", die sich im Bewußtsein ihrer Tat auf die letzten Bänke zurückgezogen hatten „Sehen Sie/ rief Dove, geistesgegenwärtig diesen unbeabsichtigten Versuch ausnutzend, „es ist, wie ich Ihnen sagtet Diese Spritze reicht von Berlin bis Nassau." Roda und der Löwe. Roda Roda erzählt: Man wird an meinem Mut nicht zweifeln dürfen — nach der Probe, die ich davon geliefert habe: Ich habe — infolge einer Wette — eine halbe Stunde ganz allein im Löwenkäfig verbracht. Was ich tat? Eine Zigarette hab' ich mir an- gezündet. Der Bändiger? Hat von außen durch das Gitter zugesehen, hat sich gewundert und . . . vielleicht ein wenig geärgert. Und der Löwe? Was für ein Löwe? Ich sagte doch: Ich war ganz allein. gen genommen, mit alleiniger Ausnahme Paschitsch, der glücklich entkam und erst in die Heimat zurückkehrte, als nach der Abdankung Milans eine allgemeine Amnestie verkündet worden war. Sofort begann er wieder die Agitation gegen das Haus Obrenowitsch, die in einem Attentat gegen den plötzlich wieder zurückgekehrten König Milan gipfelte. Als damals der Feuerwehrmann Knezowitsch an einem schönen Sommertage des Iahres 1899 auf offener Straße mehrere Revolverschüsse auf Milan abfeuerte, wurde er verhaftet und gestand, von Patschitfch zum Morde gedungen zu fein. Darauf wurde Paschitsch zusammen mit dem Attentäter zum Tode durch den Strang verurteilt. Knezowitsch wurde auch hingerichtet, aber Paschitsch entging zum zweiten Male der Todesstrafe und zwar nur deshalb, weil der Exkönig aus chm durchaus keinen Märtyrer machen wollte. Er glaubte, sein Ansehen dadurch besser vernichten zu können, daß er ihn kompomittierte. So wurde Paschitsch begnadigt, aber aus dem Gefängnis gleich in den Konak gebracht, wo er, der unversöhnliche Feind des Herrschers, an einem Hofdiner teilnehmen mußte. Das konnten chm die Radikalen lange nicht verzeihen und er mußte wiederum ins Ausland gehen. Erst durch seine aktive Teilnahme an der neuen Verschwörung gegen König Alexander, die 1903 zu dessen Ermordung führte, konnte er sich von dem Verdacht des „Hofgängers" reinwaschen, und nun' begann sein politischer Aufstieg. Düchertisch. — Handwörterbuch der Rechtswissenschaft, ßeraudgegeben von Professor Dr. Fritz Stier-Somlo und Dr. Alexander Elster (Verlag Walter de Gruyter & Co.. Berlin). Seit vielen Iahren ist für das weite Gebiet der Staatswißenschaften das berühmte Fischersche „Handbuch" ein unentbehrliches Hilfsmittel und eine fchier unerschöpfliche Quelle für den Gelehrten nicht nur. sondern auch für den geworden, der im praktischen Berufe genötigt ist, sich schnell und eingehend übet irgendwelche Fragen volkswirtschaftlicher Art zu unterrichten. Ietzt hat es der Verlag Walter de Gruyter unternommen diesem Werk ein ähnliches Handwörterbuch, jedoch ausschließlich für die Rechtswissenschaft zur Seite zu stellen. Reben die beiden Herausgeber tritt eine R?ihe illustrer Tarnen aus Wissenschaft und Praxis als Mitarbeiter, unter die der Stoff der ein)eln?n Disziplinen zur wissenschaftlich tiefgreifenden, aber in ber Darstellung leicht verständlichen Bearbeitung verteilt ist. Der Stofs selbst ist alphabethisch nach Stichworlen geordnet, so daß jetzt erst in dieser umfassend angelegten Enzhllopä.ie des Rechts die Möglichkeit besteht, schnell alles, was man braucht, zu finden. Von dem auf rund 300 Druckbogen veranschlagten Werk sind bisher in Lieferungen zum Preise von je 6 Mk. der vollständige Band I und die ersten zwanzig Dogen des Bandes IV erschienen, so daß man heute bereits sagen kann, daß das Handwörterbuch der Rechtswissenschaft dank seiner praktischen Anordnung, der erschöpfenden Darstellung des Gegenstandes aus der Feder erster Autoritäten, und nicht zuletzt auch dank der reichen Literaturangaben bald ein unentbehrliches Hil.'smittel in der Hand von Laien wie Iuristen fein wird. — Lebensweisheit für Deutsche, besonders Reichswehr und Polizei. Von Dr. phil. I. Schneider. 141Srilen 8° mit Dildbeigaben. Verlag „Offene Worte". Derlin-Ehar.'ottenburg. 1926. 835 — I. 3 D e r f e n, Werbebriefe. Wit Kommentaren. Verlag der V.'reinigten Füssener Lehranstalten für brieflichen Hochschulunterricht G. m. b. H.. Füssen. Preis 4,50 Mk. 809 Rundfunk-Programm deS Frankfurter LenderS. (Aus der »Radio-Umschau".) Mittwoch, 15. Dezember. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. — 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Dpe- rettenmusik. — 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Bücherstunde. — 6.15 bis 6.45 Uhr: „Nietzsches persönliche und philosophische Stellung zu Weib, Kind und Ehe", Vortrag von Pfarrer Taesler. — 6.45 bis 7.15 Uhr: Beamtenfortbildunaskursus: „Grundzüge des deutschen Strafrechts V", Vortrag von Oberlandesgerichtsrat Dr. Aschaffenburg. — 7.45 dis 8 Uhr: Senckenbergviertelstunde unter Leitung von Professor Dreoermann. — 8 Uhr: Uebertra- gung aus dem Zoologischen Garten: Volkskonzert.— 10.30 bis 11 Uhr: Weihnachtswoche des armen Kindes. 2 *° < a ul lf) = C « li i r. *> . u >OX C = auf a v "(SS-* s=-es i'äE ='yE -o a J lll ■C = c= -ZL h L E s = ä = O 5 E Giekener &auuüenb\attev