65 « wirtt sofort lehueidien TeinF ),30,60 u.l20Pfs ü •j lä ’l.tl ■583 <12 .87 l?5 .38 .17 .19 199 205 ■6'! 195 4.208 <3 * *11.53 ^.<18 12,28 158,72 1J.34 V2,Hj 60,97- 2.265 '12,28 *1,20 62.51 12.4« 5.K lbörse. Wtstötigfeit lm * lehr ruhig, tauten für ®ej, ;7 bewilligt zu fonbetlid) qroft rf -'m Ausblick m1.69 89,02 111$ 'M >0.592 16,66 30.406 1.205 H,94 M,28 62,38 2,Oi2 । ’-SBö i I 1.U i ’.Cft 1 i.8 , -055 31.525 *1.58 2,1? 5,20 1.209 <■215 lle für let, io h! Al. n Fußboden ndtrn pflege ibn mH Ttefiten. mit dem :loen Moryngthnt Bei« hifl du kdM rrtiift du fpidend , rie andere Beit» Auge »oh!,« ” u, dunkelt nläit tue. . i(l Gtoith' nur »• btidi ai6 am i Verlang ob dltfef SÄ-* Idtel I, Kennt- ib heute 13 ank 07*1 i'w* Donnerstag, U. Oktober 1926 |76. Zahrgang Nr. 241 Erstes Blatt Annahme von Nnzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärt» 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyrwt; für den übrigen Teil Ernst Blumschcin; für den An« zeigenteil i.Dertr. H.Beck, sämtlich in (Bußen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- lcheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechans chlüsfe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Stehen, poftfchrckfonto: Frankfurt am Main 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drtid und Verlag: vrühl'lche UniverfitSts-vuch- nnö Lleindruckerei H. Lange in Siehe». Schriftleitung und Sefchäftsstelle: Schulftrahe 7. etwa auf den Gedanken kommen auf eigene Faust zu machen, und Beförderung von Beamten werde, wenn sie sollten, Politik Die Srnennun" Ort Be- bis- werde stets nach rein sachlichen Gesichtspunkten erfolgen. Bezüglich einer Reform der inneren Verwaltung sagte der Minister, daß ein erhebliches Stück der Verwaltungsreform auf administrativem Wege bewältigt werden könne, indem der Geschäftsgang vereinfacht wird. Der Prozeß gegen die Mitglieder des Deutschen Volksbundes. Kattowitz, 13. Olt. (WB.) Vach Ansicht der militärischen Sachverständigen der Nachrichtenabteilung in Kattowitz sollen die 2lngenagten in vielen Fällen durch ihre Auskünfte, di? sie an die Abwanderungsstelle des Deutschen Generalkonsulats weiterleiteten, die Abwanderung militärpflichtiger Personen aus Polen nach Deutschland begünstigt bzw. unterstützt haben. Die Delastungs- zeugen schilderten vor allem eingehend ihre Leiden, die sie angeblich durch die Deutschen erlitten haben sollen. Don der Verteidigung wurde darauf hingewiefen, daß keiner der Zeugen einen positiven Beweis dafür zu erbringen vermocht habe, daß eine Begünstigung bzw. Unterstützung der Abwanderung vorlag. insbesondere erklärte die Verteidigung, daß ein als Zeuge vernommener Offizier der Vachrichtenabteilung in Kattowitz, auf dessen weitere Vernehmung der Vorsitzende dann verzichtete, feine Aussagen lediglich auf Mutmaßungen und Zuträgereien von Spitzeln oe- g r ü n d et e, und daß das von ihm erw^nts photographische Material das sich m den Händen der Gerichtsbehörde befindet, nicht fernen Angaben entsprach. Die Verhandlung wurde kurz nach 12 älhr abgebrochen, da die zu vernetz- Poincare war im Elsas;, weniger um an und Stelle die Klagen und Beschwerden der völkerung entgegenzunehmen, als sich über die herigen Erfolge feiner Elsaß-Politik zu informieren. Das hätte er allerdings auch von Paris aus tun können, aber was man ihm dorthin berichtet hat, cheint ihn wenig befriedigt zu haben, so daß er sich veranlaßt fühlte, s e l b st nach dem Rechten zu sehen und die französische Beamtenschaft persönlich zu ermuntern, jede Heimats- oder Selbstverwaltungsbewegung auf das schärfste zu u n t ' r - drücken. Die elsässische Bresse hat sich natürlich nicht abhalten lassen, den Besuch Poincarss zu benutzen, um sämtliche Forderungen der elsästischen Bevölkerung vorzutragen. Aber dafür hat der Ministerpräsident weder Augen noch Ohren gehabt. Wenn jetzt von Paris aus versucht wird, Poincarss Reise als den Anfang einer maßvolleren Elsaß-Politik hinzuftellen, so ist das nur ein taktisches Manöver. Der französische Ministerpräsident ist nicht der Mann, der den Heimattreuen Elsässern gegenüber auch nur in einem Punkte nachgeben würde. Er trat bisher für einen scharfen Kurs ein und hat wiederholt in dieser Richtung gedrückt, so daß es völlig abwegig ist, jetzt plötzlich von einer Sinnesänderung bei ihm zu sprechen. Tagung des Deutschen Gewerkschaftsbundes Reichsarbeilsminister Dr. Brauns über Fragen der Sozialpolitik. Seeckts Abschied. Ein Tagesbefehl ntt die Reichswehr. Berlin, 14. Oft. (Wolff.) Die letzte Ausgabe des heeresverordnungsblatles enthält nachstehenden Tagesbefehl des Generalober ft en von Seeckt: An das Reichsheer! Der Armee, die mit mir geworden und gewachsen, sage ich heute herzliches Lebewohl! Aus der alten Armee hervorgegangen. mit ihr in schönen Friedens-, in ehrenvollen Kriegsjahren fest verwachsen, habe ich nichts Besseres tun können, als zu streben, ihre Tugenden der jungen Armee zu übermitteln. Ob mir das gelungen ist, das sollt Ihr. meine Kameraden. beweisen, haltet die deutsche Soldatenehre hoch, die in der Pflichterfüllung liegt, jeder an seiner Stelle, stündlich, täglich, im Leben und im Tod. lieber Gräber — vorwärts! Die Politik Grzesinskis. Berlin, 14. Oft. (Wolff.) Der preußische Minister des Innern G r z e s i n f f i erklärt einem Mitarbeiter des „B. T.", daß er gegenüber den ihm unterstellten Verwaltungen seine Zielsetzung folgendermaßen präzisieren werde: Dem Staat und dem deutschen Volke zu dienen, die Verfassung zu schützen, die Republik zu festigen und sozial vernünftig zu wirken. Von vornherein werde er keinen Zweifel darüber lassen, daß er t Angehörige des Ministeriums oder Beamte im ) Lande draußen nicht vor dem Landtag decken psychologisch und polittsch für eine gemeinsame Regierung reif seien. Prinz Caro! von Rumänien. Paris. 13. Okt. (Wolfs.) Wie der „Malin" berichtet, hatte die Königin von Rumänien gestern vor ihrer Abreise nach Cherbourg, wo sie sich mit Bestimmung Veuyork ein- geschifft hat, eine ünterrebung mit dem gegenwärtig in Paris wohnenden ehemaligen Prinzen Carol von Rumänien. Die „Chicago Tribüne" berichtet hierzu, daß Prinz Carol bereits am Montagabend in Gesellschaft seiner Mutter, ferner Schwester und seines Bruders zu Ausni) gegessen hat und alsdann mit seiner Mutter eine Unterredung gehabt habe, die länger als zwei Stunden dauerte. Rach dem Blatte soll eine vollständige Aussöhnung und eine Zurücknahmeder Abdankungserklärung auf den Thron seitens des Prinzen Carol bevorstehen. Man rechne mit einer Reise des Prinzen Carol nach Bukarest ungefähr $u der gleichen Zeit, da die Königin von Rumänien aus den Vereinigten Staaten zurückkehren werde. Die Opposition in Ruhland. M o s k a u, 13. Okt. (TU.) Trotzdem In Moskau die äußere Wirkung der Opposition in den letzten paar Tagen nachgelassen hat, hat sich die Tätigkeit der Oppositionäre der Provinz eher verstärkt. An einigen Orten, darun.er in Woro- nesh und Kronstadt kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Anhängern der Opposition und Anhängern der Zentralleitung. Zwei Schiffsbesahungen in Kronstadt s'nd aufgelöst und durch andere Matrosen erscht worden, weil in ihnen sich Oppositionsströmungen bemerkbar machten. Verminderung der Besatzung. General Guillaumat in Paris. Paris, 13. Okt. (Wolff.) Außenminister B r i - anb hat General Guillaumat, den Oberbefehlshaber der Rheinarmee, empfangen. Der General wird heute mit kriegsrninisler p ain leoe verhandeln und morgen mit Ministerpräsident Poin - tat6. Ls heißt, so berichtet der „Exzelsior", daß diese Unterredungen sich auf das Vefatzungsregime Un Auslande, in Verbindung mit der deutsch-französischen Annäherungspolitik, die in Gens und Thoiry eingeleilet worden ist. beziehen. Der Kriegsminister sei bereits im Besitze eines Entwurfs über die Herabsetzung der Efsektiobestände im Rheinland um ein Armeekorps. Durch diese Reform würden im Rheinland nur noch zwei ode r-v i e r französische D"ivisionen verbleiben. Die Kavallerie-Division werde jurürfge- e, ja vielleicht sogar aufgelöst werden. AUer- . angesichts der letzten Zwischenfälle in der Pfalz, glaube man. daß alle Garnisonen in der Pfalz ausrechterhalten werden. Interalliierte Mililärkreise in Berlin b e st ä - t i g e n die Rachricht. daß eine erhebliche Herabsetzung der französischen Truppen im besetzten Gebiet nahe beoorstehk. Diese Herabsetzung war schon für das Frühjahr d. I. in Aussickst genommen. Die Verzögerung des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund hat bewirkt, daß man sich damit begnügte, im Lause des Sommers nur einige tausend Watin abjuberufen. Der Eintritt Deutschlands in neu Völkerbund und die Ergebnisse der Konferenz in Thoiry haben nun die maßgebenden Pariser Stellen veranlaßt, die Truppenreduzierung in vollem Umfange durchzusühren. Ls scheint zuzuttessen, daß die Verminderung der französischen Truppen um ein volles Armeekorps beabsichtigt ist. Poincare im Elsaß. Paris. 13. Okt. (WTD.) Ministerpräsident P o i n c a r e hat heute vormittag in Colmar und Umgebung verschiedene Schulen besucht, im Anschluß daran Senator Bourgeois und den Abgeordneten Pfleger empfangen und sich dann über Ruf fach, wo er die Landwirtschaftsschule besuchte, tzach Mühlhausen und weiter nach Belfort bcgeben. um von dort d:e Rückreise nach Paris anzutreten. Poincare erklärte geftcra nachmittag einer Gruppe elsaß-lothringischerKauf- leute, die von ihm empfangen wurden, daß die Regierung entgegen den Gerüchten in der deutschen Presse keineswegs die Absicht habe, das Saargebiet vor Ablauf der Frist des Versailler Vertrages äufzu- geben oder an Deutschland zu übertragen. Arbeitslosenversicherung bedarf weiterer Beschleunigung. Die Bemessung der llntcr- stühungssähe nach dem Lohn, die Gewährung des Rechtsanspruches ohne Rücksicht auf Bedürftigkeit, eine befriedigende Regelung des Streikparagraphen und Einführung eines geordneten Verfahrens bleiben unabwendbare Forderungen, deren ©rfülhmg keinen weiteren Aufschub verträgt. 4. Bezüglich des Verhältnisses der Industrie zu den Gewerkschaften ist zu fordern, daß die Industrie aus der Bejahung der Gewerkschaften auch die notwendigen Folgerungen in der Praxis zieht. Insbesondere ist der endgültige Verzicht der Arbeitgeber auf jede Forderung von gewerkschaftsfeindlichen Werk- gemeinschaften zu fordern, ferner muß verlangt: werden, daß die Arbeitgeber der 5yranV ng von Arbeitnehmervertretern zu Verband a handelspolitischer oder sonstiger internationaler Art keine Hindernisse in den Weg legen. 5. Angesichts der wachsenden Trust- und Kartellbildungen ist überall dort, wo eine monopolistische Preisbildung durch den Zusammenschluß in der Rohprodukten und Halbsabri- kate-Industrie besteht, durch gesetzl chen Zwang eine paritätische Vertretung der Abnehmer der Industrie bzw. des Handels in die Verwaltung dieser Instanzen zu berufen. Durch Reichsgeietz ist zu bestimmen, daß Preisveränderungen mo-o- polistischer Konzerne der Genehmigung drS Rc ichswirtschaf tsministei iums unterliegen. D.e Gesamtkontrolle hat der Reichswirtschaftsrat durchzu führen. 6. Die Förderung der inneren Kolonisation ist eine Rotwendigkeit. Erwünscht sind Daudarlehen für die Siedler und der Bau von Familienwohnungen für Landarbeiter sow.e die Sehhastmachung zweiter und dritter Bauernsöhne. Ein neues Pachtrecht ist zu schassen und die ilmtoanblung von Moor- und Oedstächen in Kulturland ist zu fordern. 7. Dec Wohnungsnot kann nur auge- holfen werden, wenn in den nächsten zehn Jahren mindestens 250 000 Wohnungen neugeschassen werden. Es muh also ein Wohnungsprogramm auf ebensolange Zeit ausgestellt werden. Zur Sicherung dieses Bauprogrammes ist die Fortsetzung der bisherigen Wohnungs- und Mieten- zwangswirtschaft, die Bereitstellung steigender Beiträge aus der Hauszinssteuer für Wohn bau - zwecke, die Aufnahme einer Anleihe und die Erleichterung der Hypothekenbeschaffung gefordert worden. Die baldige Einbringung des neu bearbeiteten Bodenref ormgesehes (Wohn- heimftättengesetz) und des preußischen Städtebaugesetzes ist erforderlich. Die soziale Gesetzgebung. Die Arbeitslosigkeit. — Das Arbciter- schutzgesetz. , Berlin. 14. Okt. (Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) Die günstige Wirkung der Durchführung des Arbeitsbeschaffungs- Programms der Reichsregierung kommt in steigendem Maße in dec Verminderung der Ar beitslosenzif f ern der letzten Monate zum Ausdruck. Leider ist eine genaue statistische Erfassung dieser Wirkung nicht möglich, weil man nicht nur die dadurch unmittelbar W.ederbeschäf- tigten in Ansatz bringen muß, sondern auch die weit größere Zahl derer, die indirekt durch die allgemein belebende Wirkung der Regierungs- Maßnahmen auf die Wirtschaft wieder bzw. in müssen, wenn sie andererseits sich bereit erklärt, die Folgen eines schlechten Geschä tsganges im gewissen Maße mitzutragen. Aus Lohnerhöhungen in Gewerben mit gutem Geschäftsgänge werden daher nicht ohne weiteres Lohnforderungen in anderen Gewerben abgeleitet werden können, die unter ganz anderen Bedingungen arbeiten müssen. Es gibt heute also feine tarre Linie in der Lohngestaltung. Sich über die Grundsätze der Lohnpolitik zu verständigen und sie in praktischer Weife durchzuführen, ist in erster Reihe Ausgabe der Parteien selbst. Die Verbindlich- keitserklärung muß eine Ausnahmeentscheidung bleiben. Wollte man das System der Derbindlich- keitserklärung allzu häufig anwenden, so würden darunter nur die Gewerkschaften, also die berechtigten Jnteressenvertreter der Arbeitnehmerschaft, leiden. Deutschland kann heute noch auf seine Sozialpolitik im vollen Maße stolz sein. Unsere Sozialpolitik hat internationale Geltung. Die lozial- politische Einstellung des deutschen Volkes ist ein Stück deutscher Kultur und muß als solches gewertet werden. Es wird dies um so leichter sein, als auch das Unternehmertum neue Formen annimmt. Bezeichnend ist die Tatsache, daß Rußland z. B. immer wieder auf die Hilfe des Kapitalismus, und zwar des internationalen, angewiesen ist. irs ist also der Beweis erbracht, daß mit kommunistischen Wirtschaftsprinzipien nicht viel erreicht ist. Die Rede des Reichsarbeitsministers wurde mit großem Beifall ausgenommen. Zum Schluß seiner Tagung faßte der Deutsche Gewerkschaftsbund folgende Entschließung: 1. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert beschleunigte Verabfchiedung des QIr- beitsschuhgesehes. Die Betriebe der Land- unb Forstwirtschaft, der Tierzucht, der Binnew- schifsahrt und der Flößerei, wie auch die Betriebe der Luftschiffahrt müssen in dieses Gesetz ein- bezogen werden. Auch auf 'Beamte muß dieses Gesetz Anwendung finden. Gleichzeitig hiermit muß eine Regelung der Maximalarbeitszeit. der Schuhbestinmiungen für Jugendliche und Schwangere, der Maßnahmen gegen die Beseitigung der Sonntagsruhebesttmmunflen und der Arbcitsaussicht getroffen werben. Sollte eine sofortige Verabschiedung des Arbeitsschutz- gesetzes nicht möglich sein, so fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund eine sofortige gesetzliche Zwischenregelung, in der insbesondere die Arbeitszeit auf acht Stunden festgesetzt wird. 2. Der Deutsche Gewerkschaftsbund betont die Rotwendigkeit einer wesentlichen Hebung des Lohnniveaus der deutschen Arbeitnehmerschaft und erwartet von den Arbeitgebern Verständnis für eine aktive Lohnpolitik. Er bittet das Reichsarbeitsministerium und die in Betracht kommenden Schlichtungsstellen, die Gewerkschaften in ihrem Bemühen, den Stand der Löhne zu erhöhen, Unterstützung angedeihen zu lassen. 3. Für die Erwerbslosenfürsorge ist das dringendste Gebot der Stunde neben einer bevorzugten Unterbringung der langfristig Arbeitslosen die Verlängerung der blnterstühungs- dauer für Ausgesteuerte sowie Durchführung aller Maßnahmen, die geeignet sind, Arbeitsgelegenheit zu bieten. Rotstandsarbeiten dürften jedoch nicht dazu dienen, um ordentliche Arbeitsgelegenheit zu schmälern. Arbeitslose Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren müssen entweder bei Rotstandsarbeiten beschäftigt oder in Kursen weiter ausgebildet werden. Das Gesetz über die Nürnberg, 13. Okt. (DU.) Dis heutige öffentliche Tagung des Hauptausschusses des Deutschen Gewerkschaftsbundes wurde durch den 2lbgevrdncten Stegerwald eröffnet In der Aussprache über die drei Hauptreferate: Dr. Jahn (D. H. V.) über „Absahkrise und Pro- duktionssteigerung als Weltproblem"; Dal- t rusch, Geschäftsführer des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften, über „®ie Ausgaben des Staates" und Otte. Generalsekretär des Deutschen Gewerkschastsbundes, über „Die gewerkschaftliche Selbsthilse durch Lohnpolitik unö Lohnverwendung" sprach als erster Redner Reichsarbeilsminister Dr. Brauns. Er führte etwa folgendes aus: Es ist erfreulich, feststellen zu können, daß der Deutsche Gewerk- schaftsbund sich im wesentlichen hinter das P^ gramm der Reichs re gierung stellt und auch das A r b e i t s b e s ch a f f u n g s p r o g r a m rn in seiner jetzigen Form für das Gegebene hält. Ratür» [ich können a le diese Maßnahmen nur ein Anfang sein. Auch die beste Sozialpolitik ist natürlich nicht imstande, eine Weltkrise zu beseitigen. Sie kann nur zu ihrem Teil lindern und mäßigen. Die Anforderungen an unsere Sozialpolitik sind heute mit Recht erheblich großer als je. Wichtige Gesetze und Maßnahmen harren noch der Erfüllung, so das Arbeitsgericht s g c se h . das Gesetz über die Ar- beitslosenversicherun g, und das Ar- beiterschuhgeseh mit seinen sehr wichtigen Bestimmungen über die neue Arbeitszeit- gesehgebung. Deutschland steht in diesem Punkt loyal auf dem Boden der Washingtoner Konvention, und zwar natürlich grundsätzlich, da das Inkrafttreten dieser Konvention bei verschiedenen maßgebenden Staaten rote England und Italien auf Schwierigkeiten stößt. Die Lohnpolitik ist in den letzten Monaten wieder mehr in den Vordergrund getreten. Schwierigkeiten liegen heute noch vor allem in der Tatsache, daß sich das Verhältnis der einzelnen Wirtschaftszweige zueinander vielfach grundlegend verschoben hat. Es ist wahr, daß die Arbeitslosenziffer an sich nicht durchweg auf einen ungünstigen Stand der Wirtschaftslage chließen lassen muß. Einzelne Betriebe und Jndu- trien arbeiten vielfach unter verhältnismäßig g Ü n- t i g e n Bedingungen. Wo das nicht der Fall ist, lausen schon seit längerer Zeit Bestrebungen, unterstützt vor allen Dingen auch von der Arbeiterschaft, die auf eine Rationalisierung d e r Betriebe und eine gesteigerte Konzentration her Unternehmungen in allen solchen Fällen abzielen, so daß durch Verbilligung der Preise eine Hebung des Absatzes erreicht werden kann, die dann natürlich nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Arbeiterschaft Vorteile bringen müssen. Gerade weil man von einer Rationalisierung und Zusammenlegung der Betriebe letzten Endes eine Hebung d e r Kaufkraft und damit eine Besserung der Lebenshaltung erwarten könne, hat sich die Arbeiterschaft mit diesen Dingen grundsätzlich abgefunden. Auch an den sogenannten ungelernten Arbeiter werden vielfach heute hohe Anforderungen gestellt. Ulan wird in den Industriezweigen, die unter günstigen Bedingungen arbeiten, das verlangen der Arbeiterschaft auf entsprechende Beteiligung an den Erträgen allgemein als berechtigt halten wende Hauptbelastungszrugin, Fräulein Damas, I eine frühere Angestellte des deutschen Gene- | ralkonsulats, nicht erschienen war. Sie soll morgen zwangsweise vorgeführt werden. Das tschechische Kabinett im Spiegel der Presse. Prag, 13. Okt. (WTD.) Das neue Kabinett ist Gegenstand eingehender Presseerörterungen. „Venkov" stellt fest, daß die Deutschen keinerlei Bedingungen stellen tonnten, da sie unmittelbar nach ihrer bisherigen passiven Politik in die Regierung eingetreten feien, wo sie die Forderungen ihres Volkes am Ve rwal° t u n g s t i s ch geltend machen könnten. Vor der realen Tatsache der Existenz des fudctendeutschen Volkes und der Erkenntnis, daß d i es e S u ° detendeutschen nicht tschechi fiert werden könnten, könne man nicht ewig die Augen geschloffen hallen. — „Lidove Listy" nennen die neue Situation eine Riederlage der Burgpolltik und der Sozialisten und heben hervor, daß Benesch Mitglied der Oppositionspartei fei. — Die sozialistische Presse betrachtet die neue Regierung als eine vorübe rg e h en d e und befürchtet insbesondere eine arbeiterfeindliche und kulturelle reaktionäre Politck. da die katholische Partei in der Regierung die stärkste Gruppe bar- stelle. — „Rarodni Osvobozeni" erklärt, der Eintritt der Deutschen in die Regierung fei eine vollendete Kapitulati on vor der deutschen Irredentapolitik und ein Sieg des tschechoslowakischen Staatsgedankens. Durch die Teilnahme der Deutschen fei die nationale Frage nicht gelöft. Man I forme zweifeln, ob der beschrittene Weg der mch- | tige fei und ob die Tschechen und Deutschen, meinen. H. 80 Mr. bisher 130 Mk. in ein schwe- schärfste jede Einmischung bendes richterliches 03 Baumeisters der Theaterkunst in hoher Derer f a h r e n und trcruensvoll miteinander, sondern gegenein I bei 23. 90 105 105 50 35 80 80 In der stern bei hat am ES Berlin—Amsterdam Berlin—Königsberg Berlin—München Berlin—Stuttgart Berlin—Breslau Berlin—Dresden Hamburg—Frankfurt a. M. Hamburg—Amsterdam bedauert, dah Richter und Polizei nicht ver- ehrung und sende Ihnen für Ihre weitere TS- ‘ t- I tigkeit meine herzlichsten Glückwünsche. Der Konflikt zwischen der M a inz e r Liedertafel und dem „Mainzer Anzeiger", der im April d.I. zur Einstellung der gesamten Mainzer Zeitungsberichterstattung über die Ver- anstaltungen der Liedertafel führte, ist durch Ver- mittlung des Verbandes Deutscher Musittrttiter jetzt bei gelegt worden. Auf Grund einer Aussprache, die alle Beteiligten befriedigt hat, haben diese das vor dem Konflikt bestehende Verhältnis als wiederhergestellt erklärt. Die Liedertafel hat die Maßnahme der Eintrittskarten- entziehung gegen den Musikreferenten des „Mainzer Anzeigers", Dr. Alfred Morgenroth, rückgängig gemacht, worauf die Mainzer Zeitungen den über die Gesellschaft verhängten Aus aller Welt. Die Bluttat in Oranienburg. Der dreifache Mörder von Oranienburg ander gearbeitet haben. Soweit daran die be- j stehenden gesetzlichen Bestimmungen die Schuld trügen, mühten Aenderungen erfolgen. Es bestreitet dem Oberpräsidenten H 5 r s i n g nicht das allgemeine Staatsbürgerrecht, zur Klärung eines Kriminalfalles beizutragen, die Art und Weise aber, wie er die gesamte Justiz angegriffen und als verdorben hingestellt hat verdienten die allerschärsste Zurückweisung. Einer vernünftigen Besserung der Bestimmungen über die Untersuchung und die Untersuchungshaft stehe die Deutsche Volkspartei nicht entgegen. Abg. Falk (Dem.) weist die Auffassung zurück, als sei die ganze Richterschaft zu einer Verschwörung gegen die Republik zusammengeschlossen. Die Magdeburger Vorgänge sind traurig genug, ohne das) sie übertrieben werden. Köll'mg besitzt von den Eigenschaften, die in einem Erlaß des Justiz Ministers gefordert wurden, auch keine einzige. Ob es heute schon als feststehend anzusehen ist, dah das Verfahren der ONagde- burger Iustizmänner disziplinarisch zu ahnden ist, bleibt eine offene Frage. Die berechtigten Vorwürfe gegen einzelne richterliche Verfehlun- aen wurden bei einer Verallgemeinerung gegen die Richterschast als Anrecht auch dem Staate gegenüber empfunden werden. Weiterberatung Donnerstag. Preußischer Landtag. Die Trennung Ober- und Niederschlesiens. VDZ. Berlin. 13. Oft. Erster Punkt der Tagesordnung ist die dritte Beratung der Vorlage, die vom 1. Juli 1926 ab einige Ortschaften von Wiesbaden eingemeinden will. Es handelt sich u. a. um Biebrich. Die Vorlage wird angenommen. Es folgt Die dritte Beratung des Gesetzentwurfs über die Trennung und Auseinandersetzung der Provinzen Ober- und Riederschlesien. In der allgemeinen Besprechung bezweifelt Graf Garnier (Dn.) die Rotwendigkeit und Nützlichkeit der Trennung für die betroffenen Provinzen. Insbesondere die Trennung öffent- i licher rechtlicher Versicherungsanstalten werde nur Schädigungen für die Versicherungsnehmer bringen. Diese Trennung sei wirtschaftlich untragbar, ebenso wie die Schaffung einer eigenen Landwirts chastskammer. Abg. Riedel (Dem.) ersucht die Rechtsparteien im Interesse Oberschlesiens und des ganzen Ostens, nicht wieder di« Annahme der Vorlage durch Obstruktion zu verhindern. (Zurufe rechts.) Auch die Demokraten hätten wirtschaftliche Bedenken gegen die Trennung der TersicherungLansta^en gehabt, hätten sie aber aus | den höheren nationalen Gründen zurückgestellt. ! Abg. Mehenthin (Dt'ch. Vp.): Wir erkennen das Recht Oberschlesiens als eigene Provinz an und wollen ihr alles geben, was für ihre Entwicklung notwendig ist. Der Konflikt liegt für uns nicht zwischen politischen und wirt- ■ schaftlichen, sondern zwischen politischen und rechtlichen ileberlegungen. Darum haben wir .den Antrag auf Zurückverweisung an den Ausschuß gestellt, damit die Schwierigkeiten doch noch t ausgeräumt werden. Abg. Haase- Liegnitz (Wirtsch. Dereing.) F verweist darauf, daß das Versprechen auf Verselbständigung Oberschlesiens von einem staats- 7 politisch kräftigen Oberschlesien ausginge. Ein solches Oberschlesien sei aber aus dem Plebiszit nicht hervorgegangen. Das Gesetz müsse abgelehnt werden. Das HcmS verabschiedet dann die Trennungs- Vorlage gegen die Stimmen der Kommunisten, Deutschnationalen und der Wirtschaffspartei. Es folgt die zweite Beratung des Urantrages von Eampe (D. Vp.), Falke (D), Leid (Svz.) aus Annahme eines Gesetzentwurfes zur Aende- rung des Gesetzes über die Bestellung von Mitgliedern des Reichsrates durch die Provinzialverwaltungen. Darin wird u. a. bestimmt: In der Reichs.mtsvollsitzung Werden die Stimmen Preußens gemäß der Entscheidung der Vorberatung einheitlich durch ein vom Staatsministerium bestimmtes Mitglied 65 75 75 40 25 55 55 M ottervoraussage. Wechselnde Bewölkung, vereinzelt noch Regenschauer, etwas kühler. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 17,8, Minimum 9,1 Grad Celsius. Riederschläge: 4,2 Millimeter. Heutige Mvrgentemperatur: 10,8 Grad Celsius. Kunst und Wissenschaft- Fünfte Reichsfchulmufikwoche. Die fünfte Schulmusikwoche in Darmstadt brachte am zweiten Tage zunächst einen Vortrag des Kantors Alfred Stier, Dresden, über „Funktionelles Hören als Grundlage der Toncka- Do-Lehre". Ausführlich wurden die Vorzüge dieser Methode dargelegt und ferner erklärt, daß sie in den Handzeichen, der Silbenschrift, den Silbentafeln ufw. ihre wesentlichsten Vorzüge legen. Der Unterricht habe auf das „absolute Ohr" kein Gewicht zu legen. In dem folgenden Vortrag behandelte Dr. Frank B e n n e d i k, Kiel, „Das Tonwort von Karl Eih in seiner Bedeutung für den Gesangunterricht in der Volksschule". Mit einer musikalischen Charakteristik des Schreies eines Säuglings leitete am Dienstag Prof. Dr. Georg Schünemann, Berlin, feinen Vortrag über „Grperimentelle und erlenntnistheo- retische Musikerziehung" ein. Diese Schreie haben eine abwärtsgleitende Tonfolge, diese findet sich wieder in den Lallmelodien, auch die Kinder- lieder haben einen ähnlichen Aufbau. Mit dem Alter des Kindes wächst der Tonkreis, und das Ausdrucksvermögen steigert sich. Beim Wiederholen von Melodien zeigt sich oft ein Trieb zum Verändern. Das Kind hat den Willen und di« Freude des Rachahmens. Der Redner berichtete eingehend über experimentelle Prüfungen auf musikalische Eigenschaften bei Kindern. Dieselbe Methode habe man mit ausgezeichnetem Erfolg beim Ausfuchen der besten Orchestermusiker angewendet, die daraufhin bessere Stellungen erlangten. Erst wenn eine Stelle geschaffen werde, die alle experimentell fest gelegten Erfahrungen sammelt, könne man den Musikerziehern geeignetes Material in die Hand geben, könne man von einer Wissenschaft der Musikerziehung sprechen. _ , r „ . x In seinem Vortrag „Das schaffende Kind in der Schule" vertrat Professor Fritz Jode, Berlin, die Forderung, daß Dem freien Schaffen des Kindes beim Musikunterricht mehr Spielraum gelassen werde. Das Trällern und Singen des Kindes sei zu etwa 90 Prozent eigene Produktion und nur zu 10 Prozent Reproduktion. Regierungsrat Richard W i de, ^nnar, forderte in seinem Vortrag „Der Musiklehrplan in der Volksschule" eine vermehrte Zahl Der Gesangsstunden. „ . Die beiden Rachmittagsvortrage beschäftigten sich mit der rhythmischen Erziehung. Es sprachen Elfriede Feudel, Oberprechtal in Vaden über . Wesen und Ziel der rhythmischen Erziehung und Charlotte Biensdorf, Jena, über „Rhythmik und Gehörbildung im Kindergarten und in der Grundschule". Abends wurde Den Teilnehmern an Der Tagung eine glänzende Ausführung Der Zweiten Symphonie von Gustav Mahler im Landestheater geboten. Ferner erfolgte ein Empfang durch Die Stadtverwaltung im städtischen Saalbau mit musikalischen Darbietungen des städtischen Orchesters. Aufgehobener "presfeboykott. feiner Vernehmung angegeben, daß er __Mai 1911 zu Stargard geboren sei. scheint aber, dah diese Angabe nur dazu Dienen soll, ihn vor das Jugendgericht zu bringen. Er macht durchaus Den Eindruck eines etwa Zwanzigjährigen, und auch seine Verwandten behaupten, daß er sich im 21. Lebensjahu befinde. Die Gerichtsbehörden haben umfangreiche Ermittlungen zur Aufklärung dieser Widersprüche eingeleitet. Auch die Angabe des Mörders, dah er den dreifachen Mord begangen habe, weil ihm von den Ermordeten wegen seiner Flucht aus der Fursorgeanftalt mit Anzeige gedroht worden sei, wird von der Polizei angezweiselt. Es wird vielmehr angenommen, dah es sich um Tarifherabsetzung im Luftverkehr. do. Eine ganz wesentliche Tarifherabsetzung tritt mit dem 15. Oktober im Luftverkehr ein. Neben der erfreulichen Tatsache, daß in diesem Winter zum ersten Male seit dem Bestehen des Luftverkehrs dieser in großem Umfang aufrecht erhalten bleibt — es werden 38 Linien, darunter alle großen internationalen Strecken beflogen — ist als glücklichste Neuerung die beträchtliche Herabsetzung des Flugpreises zu nennen. Besonders bei längeren Strecken wird sich dies bemerkbar machen, denn die Flugpreise find hier billiger als die 1. Wagenklasse der Eisenbahn, wobei die Zeitersparnis ganz außer acht gelassen ist. Um nur einige der neuen Tarife zu nennen, seien angeführt: größerem Umfange Arbeit gefunden haben. Der Regierungsinitiative kam überdies nicht nur Der größere Bedarf der Landwirtschaft an Arbeitskräften in Den Erntemonaten zugute, fonDern noch mehr Der englische Bergarbeiter- streik, Der besonders im Bergbau erhöhte Absätze zur Folge hatte, und auf längere Zeit auch weiter haben wird, Da es deutschen Firmen inzwischen gelang, mangels der englischen Konkurrenz, auf Dem Weltmarkt wieder mehr Boden zu fassen. Zu großem Optimismus besteht allerdings angesichts des bevorstehenden Winters kein Anlaß. Sicher aber wird erreicht werden, und das ist unter Deu gegebenen Verhältnissen schon viel, daß Die Arbeitslosigkeit nicht wieder Die Riefenzahlen des vergangenen Winters erreicht. Das Arbeitslosenproblem, besonders das der „Ausgesteuerten", wird im übrigen sehr bald ein anderes Gesicht erhalten. Dem Reichstag wird nämlich demnächst der schon lange geplante Gesetzentwurf einer Arbeitslosenversicherung, der den Reichswirtschaftsrat bereits passiert hat und jetzt dem Reichsrat vorliegt, zur Beratung zugchen. Es wird dabei wieder heftige Meinungskampfe geben, nicht nur über die Idee an sich, deren Zweckmäßigkeit vielfach bezweifelt wird, sondern auch über die Beitragshöhe, die von der öffentlichen Hand, dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer, getragen werden soll. Aehnliche parlamentarische Schwierigkeiten wird aud) das A r b e i ter s ch u tz g e s e tz zu überwinden haben. Es ist im Entwurf nach eingehender Beratung mit den Spitzenverbänden der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie den Länder- regierungtA nunmehr fertiggestellt worden. Der Gesetzentwurf, der kaum vor Frühjahr 1928 vor das Plenum des Reichstages kommen dürste, stellt einen Teil des kommenden Arbeitsgesetzbuches dar, gibt eine Zusammenfassung der bestehenden Arbeitsschutzbedingungen, regelt die Frage der Sonntagsruhe, des Kinder-, Jugendlichen- und Frauenschutzes und behandelt das Problem der Arbeitszeit im Sinne des Washingtoner Abkommens. Ausgenommen find die Hausangestellten und die Arbeitnehmer in der Landwirtschaft, der Schifffahrt und im Bergbau. Die Arbeitsfchutzfrage im Bergbau soll durch ein besonderes Bergbauschutzgesetz geregelt werden. sammen brach. Die eine Schwester wurde sofort getötet, die andere trug Kopfverletzungen davon. Schweres Eisenbahnunglück. Kurz nach Mitternacht stießen infolge falscher Weichenstellung bei der Station Scharley-Piekar (Oberschlesien) ein Personcnzug und ein Güterzug zusammen. Ein Packwagen und mehrere Güterwagen wurden auf Die Böschung geschoben. Bisher wurden zwei Tote q n b a ch t Schwerverletzte geborgen. Die Schwerverletzten sind derart verstümmelt, daß sich die Zahl der Toten noch er- böhen dürfte. Bon unserem an die Unglücksstelle oei Scharley (Polnisch-Oberschlesien) entsandten Sonderberichterstatter erfahren wir: Das Unglück ist auf Die Unachtsamkeit des Signalwör - ters zurückzusühren, Der, obgleich sich ein Güterzug mit zwei Lokomotiven auf dem Gieße befand, dem Personenzug Die Einfahrt nach Dem Bahnhof Scharley freigab. Der Signalwärter wurde in Dem Augenblick ergriffen, als er nach Beuchen flüchten wollte. Durch Den Anprall beiDer Züge wurden Die drei Lokomotiven vollständig ineinander geschoben und schwer beschädigt. Ein Personenwagen dritter Klasse und ein Packwagen gerieten durch Explosion des Gasbehälters in Brand und verbrannten vollständig. Im gleichen Verhältnis wie in den vorgenannten Beispielen sind auch auf den übrigen Strecken die Flugpreise herabgesetzt. Ein Vergleich mit Den Fahrpreisen 1. Klasse der Eisenbahn ergibt: Berlin—München: Eisenbahn 1. Kl.: 77 50 Mk., Flugpreis: 75 Mk. Berlin—Breslau: Eisenbahn 1. Kl.: 42,80 Mk., Flugpreis: 40 Mk. Berlin—DresDen: Eisenbahn 1. Kl.: 24,50 Mk., Flugpreis: 25 Mk. Hierbei fei Darauf hingewiesen, Daß Die Flugzeuge auch geheizt sinD und keine besonDere Be- kleioung der Reisenden notwendig ist. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf Dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 170, Matte 35, Wirsing 5 bis 8, Weihkraut 3 bis 5; Rotkraut 8 biS 10, gelbe einen wohlvorbereiteten Raubmord handelt. Das verfahren im Mordprozeß Böhme eingestellt. Irn Mordprozeß Böhme führte Staatsanwalt Hartmann in seinem Plädoyer u. a. aus, Daß die Anklage sich stütze auf Indizienbeweise, Die Charakterveranlagung Des Angeklagten und Die Motive. Er kam zu Dem Schluß, Dah wohl der allerschwerste Verdacht weiterbestehe, daß Der Indizienbeweis aber nach Wegfall Der Zeugin Schaffrath nicht absolut geschlossen sei und eine kleine Lücke aufweise, während Charakterveranlagung und Motive voll in Der Richtung auf Die ^uld Des Angeklagten Berücksichtigung finden mühten. Der Staatsanwalt stellte am Schlüsse seiner Ausführungen Die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts. Sollte sich das Gericht von Der Schuld des Angeklagten nicht überzeugen können, so gebe er anheim, ihn wegen fahrlässigerTötung zu bestrafen, da er seine Frau als erfahrener Jäger nicht auf Der Jagd unmittelbar neben sich hätte gehen lassen dürfen. Fahrlässige Tötung würde jedoch bereits als verjährt anzusehen fein. Iustizrat Knoll suchte die verschiedenen Indizienbeweise zu entkräften. Er überließ nach feiner pflichtmähigen Verteidigung Dem Gericht das Urteil. Der Angeklagte bat das Gericht um Freisprechung, da der tödliche Unglücksfall feiner Frau nur dem Zusammentreffen einer Reihe unglücklicher Umstände zuzuschreiben sei. Rach mer- stündiger Beratung verkündete der Vorsitzende des Schwurgerichts das Urteil, nach Dem das 1 Verfahren gegen Böhme eingestellt wird und Die Kosten Der Staatskasse auferlegt werden. Todesurteil. Dom Schwurgericht Hirschberg wurde Der Arbeiter Richard Degwerth wegen Mordes und Brandstiftung zum Tode veructeilt. Degwerth war der Führer einer Bande, die im Jahre 1921 in Friedeberg und Umgegend mehrere Raubübersäll« verübt hat. Degwerch hatte am 11. Februar 1921 in Friedeberg das 72jäh, rige Fräulein Emilie Ludwig ermordet und deren Wohnhaus in Brand gesteckt. Lin Bankraub in Liverpool. Die Stadt Liverpool wurde durch einen sensationellen Bankraub in lebhafte Erregung versetzt. Ein bewaffneter Räuber Drang in eine i m belebtesten Stadtteil gelegene Dank ein, hielt Den Kassierer mit einem Revolver in Schach und schoh auf einen Angestellten, Dem er eine schwere Verwundung zufügte. Er stürzte Dann auf Die Strahe und gab flüchtend auf Die ihn verfolgende Polizei und Volksmenge eine Reihe von Schüssen ab, durch Die ein Polizei- beamtet und zwei Zivilpersonen schwer verwundet wurden. Schließlich gelang es, ihn zu verhaften. Sein Raub bestand nur in einigen Silbermünzen, die er bei dem Ueberfall zusammengerafft hatte. Einbruch in ein französisches Museum. Im Schloß Champigny, das als Museum eine große Reihe von Kunstgegenftänden enthält, ist eingebrochen worden. Unter vielen Schmucksachen und Kostbarkeiten wurde auch Der berühmte, schon vor Dem Kriege auf 10 Millionen Franken geschätzte, rosa Diamant, genannt „Le g r a n D Cond e", gestohlen. Die Einbrecher scheinen vom Park aus mit einer Leiter in Den Turm eingestiegen zu fein, in Dem eine Gemmeusammlung ausgestellt ist. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, Den 14. Oktober 1926. Dorfkirchentagung in Gießen. Die Dorfkirchenvereinigung für Das nördliche Oberhessen und den Kreis Wetzlar hatte für gestern zu einer Dorskirchentagung in Den Iohannessaal in Gießen eingeladen, von Der im voraus gleich gesagt werden soll, daß sie einen sehr guten Verlauf nahm. Diele Lehrer und Pfarrer hatten sich zufammengefunden, auch Das Landeskirchenamt war durch den Herrn Prälaten D. Dr Diehl, Darmstadt, und Den Superintendenten von Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, vertreten. Nach Gebet und Lektion durch Pfarrer B i ermann, Ebersgöns, und einleitenden Worten des bekannten Vorkämpfers der Dorfkirchenbewegung und des Vorsitzenden der Tagung, Pfarrer Mahr, nahm Pfarrer F. M. Petri das Wort zu feinem Vortrag: „Sie ländliche Volkshochschule und die Jugendpflege auf dem Lande". Bei allen Vereinen, die sich um die Jugend des Landes kümmern und sie pflegen, ist kaum einer, dem es wirklich Darauf ankäme, Den jugenDlichen Menschen in seiner Totalität zu erfassen und nur ihm allein zu Dienen, oft verfolgen sie sogar bestimmte Zwecke unD Absichten, statt gemeinschafts- förDemb wirken sie zur Auflösung Der Dorfg'-nein- schast. Die Volkshochschule müht sich ab, diesem Uebelstand Rechnung zu tragen und Dem Menschen geraDe in seiner kritischsten Zeit zwischen 18 und 25 Jahren besonders zu Dienen. Der ReDner ist selbst Leiter Der Christdeutschen Heim-Dolkshoch- schule zu Hohensolms: er gab nun eingn gedrängten Ueberblitf über Das tägliche Leben unb Treiben währenD eines solchen Kurses, das von gar emsigen und fleißigen Arbeiten zeugte, Das Daneben aber auch viel Frohsinn aufkommen ließ und Den Menschen in seiner Gesamtheit zu erfassen sucht und chm nicht nur Wissen beibringen will. Besonders aus« gestaltet sind auch die Abende, Die edler Geselligkeit, Pflege Des Spiels und Der FreuDe, Pflege Des Lieds und Der Musik ufw. gehören. Im Mittelpunkt Des Lehrgutes steht die Volkskunde: Heimatkunde, Land und Leute, Sitten und Gebräuche. Sprache, Trachten und Kunst. Ferner Lebenskunde, Gesellschaftskunde, Wettanschauungslehre, Staatsbürgerkunde, Volkswirtschaftslehre, Gefundheitslehre, Handarbeit, alles unter dem einen Ziel, Persönttch- feiten heranzubilden, sie zu schulen an Dem vollendetsten Vorbild: Jesus Christus. Das Verhältnis Des Lehrers zu Dem Schüler ist leDiglich Das Des । FreunDes unD Seelsorgers Der schwerringenDen Jugend. So glaubt Die Volkshochschule, mitzuarbeiten an einer Der beDeutenDften und allerwichtigsten Aufgaben, Die unserem Volk, zumal in seiner völlig oeränberten Lage gegenüber Der Vorkriegszeit, gestellt sind. — Eine rege Aussprache, Die auch Die Schattenseiten Der Volkshochschulbewegung heraus« stellte, suchte Dem ReDner zu danken für seine trefflichen Ausführungen. Am Nachmittag verlas der Vorsitzende zunächst ein Schreiben Der theologischen Fakultät und erteilte danach das Wort dem Universitätsprofessor D. Fr. Niebergall, Marburg, zu seinen Ausführungen: ,L> a s Alte Testament und die bäuerliche Frömmigkeit mit Rücksicht auf ihre Pflege in Kirche und Schule". Er wies in vielen Beispielen Den ausgesprochen bäuerlichen Charakter Des Alten Testamentes nach, als das Buch eines Volkes, Das vom Nomadenvolk zum Bauernvolk geworden war. Die Linie verfolgte Der ReDner Dann weiter, über Jesus und Paulus I bis hin zu Lucher, um bann zusammenfasfenD. die | Frage zu stellen: „Was haben wir für Ausgaben?" Wir müssen unser Volk zu Dem Evangelium Jesu Christi erziehen. Die sinnlichen Dinge (beispielsweise Ernte unD Mißernte usw.) müssen sich Dem ein« orDncn, als Mittel und Wege, keineswegs darf es umgekehrt fein. Wir müssen besonders Hiob und die Propheten, Die Vorläufer Jesu Christi gewesen sind, betreiben. Unsere Arbeit muß Umwertungsarbeit auf Dem Lande fein: wichtiger als regelmäßige Teilnahme am Gottesdienst find Liebe und Reinheit und ein wahrhaft frommer Charakter. Es gilt Die Sitte zu verchristlichen, alttestamentliche Formen mit neutestamentlichem Inhalt zu füllen. — Auch diesem Vorträge folgte eine rege Aussprache, an Der sich auch die Lehrerschaft beteiligte. Mancherlei Gegensätze wurden rückhaltlos anerkannt, über allem aber tarn doch Der entschieDene Wille zur Gemeinsamarbeit unD gemeinsamer Pflichterfüllung zutage. Der vorgeschrittenen Zeit wegen mußte Die Tagung vorzeitig, gegen 6 Uhr, abgebrochen roerDen. Es war ein erster Versuch, von dem zu hoffen und zu erwarten ist, daß weitere ihm folgen; es war ein Versuch, der weitestgehende Beachtung verdient bei allen Kreisen, die es noch gut mit unserem Volk gesperrt. Schiffahrts-Abteilung. Staatssekretär Fritzsche hebt den ernsten Willen der Justizverwaltung hervor, eine volle Reinhards Regre-Iubllaum. Klarstellung der Magdeburger Vorfälle herbei- Berlin Okt. Der preußische Kultuszuführen. Der Iuslizminister habe am 8. Septem- Minister Dr. Decker hat an Max Reinhardt her eine Aundverfügung erlassen, wonach bei der anläßlich dessen fünfundzwanzigjährigem Regie- Bestellung der Untersuchungsrichter mit be- Jubiläum folgendes Glückwunschtelegramm ge° so n derer Sorgfalt vorgegangen werden richtet: „21m heutigen Tage, an dem Die vor foIIe einem Vierteljahrhundert zum ersten Male d i e Abg. Eichbofs (D. Vp.) verurteilt aufs Deutsche Dühnenkunst neue Wege schärfste jede Einmischung in ein schwe- führten, gedenke ich Ihrer als des großen Nähe von Sylt wurden zwei Schwe- ber Heimkehr von der Kirche vorn Sturm und Regen überrascht. Sie flüchteten in eine Feldscheune, Die bei dem Sturm z u - Ueberfall auf einen kommunistischen Landlagsabgeordneten. Der kommunistische Landtagsabgeordnete Schulz wurde nm Mittwoch nach Dem Verlaßen des Landtagsgebäudes von zwei Söhnen des sozialdemokratischen Abgeordneten Osterroth, Der in Der LanDtagssitzung bei Der zweiten Beratung des Hohenzollernoergleichs von Schulz tätlich belei° Diät worDen war, angegriffen unD Durch Schläge verletzt. Opfer Des Sturmes. abgegeben. Die Vorlage konnte bishrr nicht erledigt werden, da die Deutschnationalen, das Zentrum, die Völkischen und die Deutsch-Hannoveraner Obstruktion üb- v______o... .... _____ . . . _ ten. Bei der Abstimmung üben d.e erwähnten Presseboykott aufgehoben haben. feit des Hauses wird die Sitzung vertagt. Der Stadt Maurz ist cus Unterstützung für Vizepräsident v. Kries beraumt sofort eine das Stadttheater vom Reichsmrn'.ster für die neue Sitzung an. Der kommunistische Abgeordnete besetzten Gebiete eine Summe von 170 000 Mk. Gohlke wird wegen Beschimpfung der anderen zur Verfügung gestellt worden. Parteien des Hauses von der Sitzung ausge- Eröffnung des holländischen Kolonialinstituts. 1 Daraus ^ird Die ’Reforediuna Der 3n Amsterdam hat die Köni gi n t.i Gegen^ .Darauf wird Die Besprechung Der Ministerpräsidenten, des Kolonial- und Justizvorgange in Magdeburg Unterrichtsministers und des Ministers des iortgeletzt. Abg. Brückner (Soz.) kritisiert Die Aeußeren sowie zahlreicher hervorragender Per- llnterbnngung unD Behandlung politischer Unter- sönlichleiten aus der Finanz- und Handelswelt suchungsgesangener u. a. in Königsberg. Dort wür- das neue Kolonialinstitut in feierlicher Weise den auch weibliche Unterfuchungsgefanaene im Atter eröffnet. Das Institut umfaßt drei Abteilungen: von 14 und 16 Jahren mit Kupplerinnen und ein HcmdelSmuseum, eine Abteilung für Länder- Dirnen wochenlang in einen Raum zusammen- unb Völkerkunde sowie eine Transport- und nut unendlicher Vorsicht und weiser staatsmännisch.'7 Einsicht angestrebt werden kann, so dünkt uns. daß Pstichrstundenzahl ballen. Liese Verfügung berührt nur solche Lehrpersonen, die den Unterricht an der slandsverjenung ununterbrochen auf dem hiesigen Bürgermeisteramt tätig. In Anerkennung dieser bei 1 Pfund Kaffee bei 1/2 Pfund Kaffee Kreuzplatz 1 Gießen Seltersweg 6 Anläßlich der Neu-Eröffnung einer weiteren Verkaufsstelle erhält am Freitag, dem 15., und Samstag, dem 16. Oktober jeder Käufer von -. tesioegr darf es »rs Hiob unb die isti gewesen (mb, utnl, über nllein 'He zur Qkmein« >riüHung zutage. mußte hie Ta» brochen werden, n zu hassen und svizen', es war eadjtung verbient mit unserem Volk n. UNg hr« herabseMS E r ein, Dieben der m Winter zum Luftverkehrs die- hallen bleibt - e großen intet' ab gluckUchste ,ung brs Flu8' mgeren 6treden denn die Flug« Wagenklasse der 9an8*^ neuen Tonse P* t bisher 130»t " 105 * ' " 105, ' " 50 , * " 35 , - " 80 - " " 80 » Iltafo. ^ 1926, ieben. ä Ungeladen WVi Ä y,"t K i-Ä t'?0Qr be. «L Ä -^dner «t MolIsJ ben Men. Äunb nonbers aus, yeUigteü, ’ des ^Mittelpunkt : Heimatkunde ye; Sprache', sfunbe, (Befefl, Staatsbürger, EJ*Neitslehrt, |,d- persönlich. M dem voll. )as Verhältnis A'ch das der ringenden 3u> mitzuarbeiten öligsten Auf. seiner völlig kriegszeit, ge. die auch die Mg heraus, sur seine vch. Inende zunächst M unb erteilte -rosessor D. Fr. 'en Ausführun- 't unb die lii Rücksicht mb Schule', ausgesprochen Momentes nadj, Dlomabeiwott Linie verfolgte 5 und Paulus mengend die sür Ausgaben?" Evangelium Jesu )Jt: 2^°* regelmäßige Teil« >e unb Reichll Her. Es gilt die mtliche Formen Men. - Auch Rüben 8 bis 10, rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10, Unter-Kohlrabi 5 bis 10, Feldsalat 100, Tomaten 25. Zwiebeln 1 bis 8. Meerrettich 30 bis 100, Schwarzwurzeln 40. Rhabarber 15, Kürbis 8, Kartoffeln 5, Falläpfel 10, Aepfel 15 bis 30, Zwischen 20 bis 25, Preiselbeeren 40, Rüsse 80, junge Hahnen 100 bis 110, ‘ Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 90 bis 100 Ps. das Pfund: Käse 10 Stück 60 bis 150 Pf.! Eier 15 bis 17, Blumenkohl 20 bis 150, Salat 10, Endivien 10 bis 20, Ober-Kohlrabi 5 brs 10 Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 50 Pf das Stück. Bornotizcn. — Tageskalender für Donnerstag. Spielvereinigung 1900, 9 Tlhr, Ga.chaus Doller: Mitgliederversammlung. - Lichtspielhaus Bahnhofstraße: .Die elf Schillsch-en O^iere - Astoria-Lichtspiele: .Rund um neu Alexander- Platz". — Der Goethebu nd eröffnet am kommenden Donnerstag fein dieswinterliches Vortragspro- pramm mit einem Dichterabend, an welchem er den Dichter und Schriftsteller S r n st Zahn aus Meggen in der Schweiz als Gast in seiner Milte begrüben kann. Mil lebhaftem Interesse, so schreibt man uns, wird man sicher in unserer Stadt den weit über die Grenzen seines Schweizerlandes hinaus bekannten Dichter erwarten. Zahn ist trotz aller ‘ Ehrungen der schlichte Erzähler seines Lölkes und ferner Alpenwelt geblieben. Der Goethebund dürfte mit diesem Dichterabend seinen Mitgliedern und Gästen einen erlesenen Genuß bereiten. (Siehe die heutige Anzeige.! *’ »Der Sammle r“. Unter dieser äleber- schrift werden wir im Laufe des Winters Svnder- feiten veröffentlichen, die den Berichten über die Tagungen und Dortrage der (Siebener wissen- , schriftlichen Dereine und Gesellschaften gewidmet sein sollen. Die erste dieser Sonderseiten bringen wir heute. Wir hoffen, mit dieser Zusammenfassung den Interessen unserer geistig interessierten Leserschaft besonders dienlich zu sein. *♦ Unsere Schachecke wird aus technischen Gründen künftig am Dienstag erscheinen. Die Schachfreunde mögen also den Dienstagausgaben ihre besondere Aufmerksamkeit widmen. *• Personalien. Zn den Ruhestand tritt am 1. Noo. der Oberforstmeister Karl Schneider ft, Grünberg auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten. •• Eine Achtzigjährige. Am morgigen Tage feiert Frau Rechnungsrat Therese Lenz, geb. Wißner, Goethestrabe 46 wohnhaft, in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 80. Geburtstag. Reue Derkehrsvorschriften für den Seltersweg, die Mäusburg und den Marktplatz werden zur Zeit von der zuständigen Behörde in Erwägung gezogen. Ein Entwurf dieser neuen Dorschriften hat in diesen Tagen mehreren öffentlichen Korporationen zur Begutachtung Vorgelegen und dort im groben und ganzen volle Zustimmung gefunden. Es ist beabsichtigt, den stark gesteigerten Kraftfahrzeug- und Radfahrverkehr in den obengenannten ©traben den Sicherheitserfordernisseil für den Personenverkehr airzupassen. Runmehr werden sich als entscheidende Instanzen noch die Stadtverordnetenversammlung und die Regierungsaufsichtsbehörden mit der Angelegenheit zu beschäftigen haben. Wenn hier die Zustimmung erteilt wird, woran man aber wohl nicht zweifeln kann, dürste die Verordnung in nicht zu ferner Zeit in Kraft treten. ** Derkehrsbureau am Selters- weg. Der (Siebener Derkehrsverein wird in den nächsten Tagen sein Dureau, das gegenwärtig im Stadthaus Bergstraße untergebracht ist, in dem Tvrhaus am Seltersweg neben dem Tapetenhaus Säubert vorläufig eröffnen. Sobald der Umbau des aegenüberl.egenden Tor- Hauses neben der Pianohandlung Rudolf vollendet ist, wird das Derkehrsbureau endgültig dort fein Heim erhalten. Mit der Verlegung des Dureaus in das Zentrum des Verkehrs kann man 'ich nur einoerftan^n erklären. 00 Sparmaßnahmen bei der Fortbildungsschule auf dem Lande. Rach einer Verfügung des Landesamts für das Bil- dungswesen wird die Vergütung für die Fortbil- dungsschulstunde um 2-5 Prozent ermäßigt. Außerdem wird nicht mehr, wie früher, eine Fortbildungsschulstunde als zwei Stunden bei solchen Lehrern gerechnet, die in der Volksschule nicht ihre volle Stets von derselben Sorte,die gekauft wird Kaffee in eigener immer frischer Rostung vorrätig zu MK 2.20,2.40,2.60, 2.80, 3.-, 3 20, 3.60 b‘;4.80 das Pfund 84280 1/4 Pfund Kaffee gratis! Vö Pfund Kaffee gratis! Schokoladen aus eigenertäbrik die Tafel zu 10,18,20,25,50,55 bis 60Pfg Pralinen aus eigener fobrik lose u.in Ricklingen von25Pfg das Wim Keks in reichster Auswahl zu 18,20,25,25,50,55,W,bis75Pfg.da$Wf. Tee aus direkten Importen loseiiin Pak. $tampfzucker34 Pfq.dasPId. Aufnahme eines Darlehens von 8000 Mark. die Elf a m raten werden. * E in Mansardeneinbrecher WSR. Koblenz, 13. Oft Das hiesige Schwurgericht verurteilte den separatistischen Parteigänger Bergmann Julius FuchS auS Kirn, der während der separatistischen Llnruhen in Kirn den Arbeiter Johann Schreck erschossen hatte, im Wie deraufnahme- verfahren wegen Totschlags zu sechs Zähren Zuchthaus und acht Jahren Ehrverlust. Die bereits verbüßte Strafe wurde ihm angerechnet. Turnen und Sport vereinigt. Berlin. 14. Oft. (WTD. Funkspruch., Die Einigungsverhandlungen zwischn tem Reichsausschuß f ü r Leibesübungen und der Deutschen Turnerschaft sind am Mittwoch zum Abschluß gelangt Beide Telle erklärten die neue Gemeinschaft unter dem Romen „Deutscher AeichSausschub für Leibesübungen" als geschlossen. (BendhtsfaaL Iahre Zuchthaus für zwei Separatistensiihrer. WSR. Mainz. 13. Olt Das hiesige y crtbuDimg5|cyuie neDcnamnia) gegen ^ninoenve- zc.hlung ausüben, während hauptamtliche Lehrkräfte dadurch nicht getroffen worden. Für die Städte wird also durch diese Verfügung keine Verbilligung des Unterrichts in der Fortbildungsschule erfolgen, da dort hauptamtliche Lehrkräfte angestsllt sind, während auf dem Lande der Unterricht nebenamt- li.h ausgeführt wird, da die Landorte keine hauptamtlichen Fortbildungsschullehrer haben. ** Noch eine interessante Erinnerung. Ein Leser schreibt uns: In der Nummer dieses Blattes vom 8. Oktober wurde als ..Interessante Erinnerung" und als Beispiel, wie gut in früheren Jahren sich in Gießen die Konfessionen vertrugen,. berichtet, daß der Gattin des Oberrabbiners Levi auf dessen Wunsch der evangelische Kirchenrat Engel die Grabrede gehalten habe. Aus den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts sei eines anderen Beispiels der Toleranz, in diesem Falle zwischen evangelischer und katholischer Kirche, gedacht Damals gab es bekanntlich noch keine Eisenbahn. Da war es in Gießen vielfach geübte Sitte, daß man sich in dem so schön an den Ufern der Lahn gelegenen Kirchberg trauen lieh. Die ..Chaisenfahrt' imb der Kaffee in dem. wie auch in vielen anderen Orten, nahe der Kirche gelegenen Wirtshause ersetzte die Hochzeitsreise. Bei einer gemischten Ehe führ der katholische Pfarrer aus Gießen mit nach Kirchberg und segnete, gemeinsam mit dem Kirchberger evangelischen Pfarrer, nebeneinander vor dem Altar stehend, das junge Hochzeitspaar ein. Jetzt, nachdem, wie in der gleichen Nummer des „Gießener Anzeigers" berichtet wird, das alte Kirchberger Kirchlein würdig und stimmungsvoll restauriert worden ist, wäre ein Wiederaufleben der alten Sitte zu begrüßen. Sie würde bei einer gemischten Ehe viele Gewissensbedenken beseitige» und wäre auch im Hinblick auf die teueren Zeiten, die vielen eine Hochzeitsreise verbieten, ganz am Platz. Reicht es nicht zum Wagen oder Auto, so bietet die Landstraße vom Bahnhof Lollar nach Kirchberg eine schöne aussichtsreiche Verbindung. Die Entfernung beträgt nur 15 Minuten (1500 Meter) • Zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten hat die Landesversicherungsanstalt Hessen in der hiesigen Tlniver- sitäts-Hautklinik eine Kranken - Beratungsstelle eingerichtet, in der Ratsuchende kostenlos und streng vertraulich ärztlich untersucht unb be- Preußen. Kreis Wetzlar. kz. W e tz l a r, 13. Off. Das neue Stadtgebiet Riedergirmes wächst an allen Enden. Ein Dacksteinbau reiht sich am Rieder- girmefer Weg an den anderen. Mitten durch die noch freie Girmrier Gemarkung ist ein neuer Fahrweg nach der früheren Walterschen Fabrik gebaut worden, die jetzt die Hauptverwaltung der städtischen Eigenwirtschaft und den Fuhrpark der städtischen Autos aufgenomen hat. Für das große Baugebiet ist jetzt die erste günstige Zufahrtsstraße geschaffen, und zwar hoch genug, um dem fast alljährlich eintretenden Hochwasser unb den Llebcrschwemmungen stand zu halten. 1 Groß-Rechtenbach, 13. Oft. Bürger- meiftereifefretär Rühl von hier ist vom 1. Oktober ab in den Ruhe st and getreten. Er war seit seiner Entlassung aus der Schule bis zu feiner Inruhe- dci ocr neuner -Lagung eine piepe vimmungien innerhalb der Parts« feftgefteUt werden konnte, ist eine besonders erfreuliche Tatsache. In ihrer frischen, temperamentvollen Art wußte Fran Marie Birnbaum auch da zu fesseln, wo sie auf die Zeitungsberichte zurückgreifen mußte. S. V. ** B H. C. Bei schönstem Herbstwetter konnte der Gießener Zweigverein des D. H. C. im Sonntag seine Oktober-Wanderung ausführen. Von Söhnberg aus, wohin die aus 75 Teilnehmern bestehende Wandergesellschast mit der Eisenbahn gefahren war, ging es zunächst an der Löhnberger Hätte vorbei durch das Dorf Niedershausen nach Dillhausen. Nach kurzer Rast wurde die Wanderung durch die idyllisch gelegenen Dörfchen der nassauischen Schweiz, Proppach, Selbenhausen-Barig fortgesetzt, um nach dem schon von weitem sichrbaren Merenberg zu gelangen. Unterwegs fand man reich- lidj Gelegenheit, berrlidje Ausblicke auf die land- fd-afttichen Schönheiten der näheren und roeitcren Höhen zu genießen In dem freundlichen Dorfe Merenberg, das sich im Ringe um den Burgkegel herum lagert, wurde zunächst Kaffeeroft gehalten. Die Besteigung des gut erhaltenen Turmes der Burgruine wurde durch einen wundervollen Rundblick auf die zerftteut liegenden Dörfer, die nahen Westerwälder Berge, die Höhen des Taunus und die prächtigen Waldungen, die sich in ihrem schönsten Herbstschmucke zeigten, reichlich belohnt. Der Wei- tetmarfd) erfolgte auf guter, von alten Daumen umsäumten Landstraße nach dem Endziel der Wanderung, dem herrlich gelegenen Weilburg, von wo au5 nach nochmaliger Einkehr die Heimfahrt angetreten wurde. ** Im Lichtspielhaus. Bahnhofstraße. läuft gegenwärtig der Film „Die elf Schillschen Offizier e". In ausgezeichneten Bildern zeigt das Werk Szenen aus der nationalen Notzeit zu Anfang des vorigen Jahrhunderts und der — leider verfrühten — Bemühugen des Majors von Schill, das Joch der damaligen französischen Fremdherrschaft abzuschütteln. Wahrend Major von Schill in heldenmütigem Kampfe fällt, werden elf seiner Offiziere ha5 Opfer französischer Schandjustiz, die sich in der Erschießung Schlageters in unserer Zett ja aufs neue funbgetan hat. Die Mitwirkung prominenter Filmdarsteller und die geschmackvolle Ausstattung lagen den Film weit aus den Rahmen des Durchschnittlichen heraustreten. Die Charakterfiguren find vorzüglich bärge« stellt. Rudolf 9JI ei n e r t als Major von Schill, Leopold o. Lededour als Freiherr v. Wedel, Gustav Semler als König Friedrich Will)elm Dl und Grete Reinwald als Königin Laufte bieten hervorragende künstlerische Leistungen. Das Ge- iamtmerf hinterläßt einen starken Eindruck, der durch die dem Film gut angepaßte Musi? noch vertieft wird. Ein Besuch der Vorführungen ist recht empfehlenswert. z. " Krankenkasfenbeitrags-Dauer- t ab eU en. 3m Selbstverlag von Friebr. Lang, Darrn stabt, Darkhausstrahe 25, ist eine Dauer- Tabelle erschienen, aus her die Qlrbeitgeber- unb Arbeitnehmer-, sowie die vollen Beiträge für alle Krankenkassen, sowett sie unter die Dor- schriften der Reichsversicherungsorbnung fallen und stufenweise Grunblöhne eingeführt haben, glatt abgelefen werben können. Die Tabelle ist recht übersichtlich auggearbeitet; sie gestattet daher schnellste Orientierung. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 3 Ochsen, 14 Kühe, 620 Kälber, 999 Schafe, 64 Schweine. Schwurgericht verurteilte im Wiederaufnahmeverfahren den rheinhesftschen Separatistenführer Kiefer aus Mainz, der bei dem Separatistenputfch in Mainz im Jahre 1923 einen jungen Deut scheu erschoß, erneut wegen Totschlags. Der Llrieilsspruch des Schwurgerichts lautet: „Das Urteil des Schwurgerichts vom 5. Mai 1925 wirb aufreHtt erhalten. Kie- ! e r wirb wegen vorsätzlichen, jedoch ohne Ue- berlegung ausgeführten Totschlags in einem Fall zu einer Zuchthausstrafe von fünf Jahren unb Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre verurteilt, unter Anrechnung' von sechs Monaten der älntersuchungshaft." Der Angeklagte nahm das Urteil in großer Erregung mit den Worten: „Ich bin unschuldig verurteilt l" entgegen. Dor dem Gerichtsgebäude warteten Hunderte von Menschen auf die Verkündung beß Urteils unb überschütteten den Verurteilten bei seiner Ueberführung ins Gefängnis mit Zurufen wie „Landesverräter" „Mörder" und dergleichen. ber BürgermeiftereiDerfammlung ein Geschenk m Gestatt einer wertvollen Standuhr zuteil, die ihm am Samstag in Anwesenheit der Lürgernicistcrei- Dcrtrctcr sowie der Beamten und Angestellten des Bürgermeisteramtes unb der Gemcindekassc durch Bürgermeister Schneider überreicht wurde. Die freigeroorbenc Bürgermeistereisekretar- stelle ist durch einstimmigen Beschluß der Bur- gcrmciftcrciDcrfa’nmlung dem Derwaltungssekretär Sänger von Dornholzhausen übertragen worden, ber ebenfalls schon über 13 Jahre im Dienste Ker Bürgermeisterei Rechtenbach steht. O Hochelhei m. 13. Oft. D:e h efige Gemeinde läsu zur Zeit eine größere Wiese umbauen. Dadurch soll eine bessere Doden- bewirtschaftung, die der bisherige Zustand nicht gewährleistete, erreicht werden. Die Arbeiten erfordern e neu Kostenaufwand von mehreren Tausend Mark', sie werden von dem Bauunternehmer Zöller- Dornholzharsen ausgeführt. Staatlicherseits ist der Gemeinde eine Beihilfe zu den Kosten bewilligt. Die Bauleitung liegt in Händen d-s Kre stiefbauamtes ru Wetttar. 00 Dornholzhausen, 13. Oft. Die M n ul« und Klauenseuche, die in hiesigem Orte in einer Reche von Gehöften ausgebrochen aar, steht nahe an der Abheilung. Es ist jetzt nur noch ein Gehöft verseucht, in dem aber die Seuche auch in Kürze erloschen sein wird. Die bann in Aussicht stehende Aufhebung der Sperrmoßnoh- men wird von den Landwirten begrüßt, da ber Absatz von Zucht- und Schlachtvieh, wenn auch nicht vollständig unterbunden, so aber doch mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden war. ftrciö Kirchhain. ][ Kirchhain, 13. Oft. Die Stadt Hal ein inmitten der Stadt liegendes Grundstück des Generals Scheffer erworben, um dort im Anschluß an die zu erbauende Turnhalle des Turnvereins einen großen Turn- und Sportplatz einzurichten. Zum Ankauf beschloß die Stadtverordnetensitzung die Abhebung von 11 500 Mark bei der Städtischen Sparkasse und Werk. Gestern nachmittag zwischen 5 und 5V2 Llhr wurde in eine Mansark^nwohnung im Seltersweg eingebrochen, wobei dem Täter ein kleiner Geldbetrag in die Hände fiel. Als Einbrecher kommt ein junger Mann, etwa 1,60 bis 1,65 Meter groß, in Frage. Er trug graumelierten Mantel und schwarzen Schlapphut. Personen, die zweckdienliche Angaben machen können, werden gebeten, sich mit der hiesigen Kriminalpolizei ins Benehmen zu setzen. °' Ermittelte Einbrecher. Zu dem am 16. September gemeldeten Einbruch in das Konfektionsgeschäft Hirsch wird berichtet, daß als Täter der aus der Fürsorgeanstall in Klein-Reu- dorf (Oberschlefien) entwichene Handlungsgehilfe Emil Kind la, geboren am 14. Dezember 1906 zu Komorink, und ein Franzose Charles Bierre in Frage kommen. K i n ö l a wurde in Bremerhaven fest genommen. Die in Gießen gestohlener. Sachen (Anzüge und Mäntel) haben sie in Frankfurt a. M. verkauft. Rachdem begaben sie sich nach Koblenz, wo sie noch zwei weitere Einbrüche ausftthrten und dort 100 Mark erbeuteten. ” Fest genommen wurde ein schon lange wegen Betrügereien steckbrieflich gesuchter Gelegenheitsarbeiter von hier. ** Monatsoersammlung der Frauen- ortsgruppe der Deutschen Bolks- Partei. In der Versammlung am Montag berichtete Frau Maria Birnbaum, M. d. L., über den Kölner Parteitag. Aus ihren persönlichen Ein- driicken entwarf sie ein fesselndes Bild der leitenden Persönlichkeiten, vor allem Stresemanns. Die Stellung des Reichsaußenministers, einer '>er schwierigsten im ganzen Staatswesen, ist unter den derzeitigen Verhältnissen gewiß eine besonders verantwortungsvolle und schwere. Hängt doch Deutschlands Sein oder Nichtsein an einer geschicklcn Nutzung weniger, uns günstiger internationaler Momente. Frau Marie Birnbaum brachte die Ucberzeugung zum Ausdruck, daß unser Geschick bei Stresemann in guten Händen ruht. Sein letztes Ziel fei ein freies Deutschland, ein Ziel, das nur Wer nicht probiert**verliert! ■ Gießen, den 14. Oktober 1926 07108 r6TTA Mein bekannter Bemberg-Seide 8442. MM! Im Namen der tieftrauemden Hinterbliebenen Konrad Reinhardt 07071 8440D Preis Gießen, (Wolfstraße 4), den 13. Oktober 1926. kostet jetzt Gießen, den 13. 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Von Prof. Dr. Ernst Küster, Gießen. Die nachfolgenden Zeilen geben mit geringen Aenderungen die einleitenden Bemerkungen wieder, welche der Verfasser nm 4 Oktober vor den Teilnehmern des „Bwlo- gisch-phnsiologischen Fortbildungskursus an der Landesuniversität Gießen seinen pslan- ,zenphysiologischen Vorträgen vorausfchickte. Als die ersten Beratungen über den Stoff stattfanden der unserem Gießener Fortbildungskurse zugrunde zu legen wäre, konnte kein Zweifel daran bestehen, daß er in erster Linie dem physiologischen Wissen zu dienen haben müßte. Eine solche Stoffumgrenzung schien nm besten der Wendung und der Entwicklung gerecht zu werden, die sich seit Jahrzehnten in den biologischen Wissenschaften auswirkt, und die immer mehr zu einem zielbewußten Abrücken von der beschreibenden Naturforschung wird und zu einer Durchdringung der ganzen Biologie mit dem physiologischen Gedanken. In der Botanik haben bereits Männer der letzten und vorletzten Generation — de Bary, Pringsheim, Jul. Sachs, Ferd. Cohn u. a. — die Morgenröte der neuen Zeit und den neuen Geist des Forschens begrüßt und gefördert, und in der Botanik ist die Physiologie schon längst diejenige Disziplin, deren Probleme uns für die brennendsten gelten, und aus deren Gebiet sich die reichsten Forschungsmöglichkeiten selbst für ferne, vorläufig nicht absehbare Zukunft auftun. Prüfen Sie die Arbeits»tchtung der Fachvertreter, welchen die Lehrstühle unserer Hochschulen anvertraut sind — oder vertiefen Sie sich in die ständig wachsende Schar unserer wissenschaftlichen botanischen Zeitschriften — oder fragen Sie die Taaespresse, über welche Befunde sie einem großen Leserkreis zu berichten für unerläßlich hält — überall werden der Sieg des Physiologischen und die allgemeine Verbreitung des ihm geschenkten Interesses deutlich werden. Dieselbe Wandlung, die in der Botanik bereits ihre letzten Phasen erreicht zu haben scheint, hat in der Zoologie erst später eingesetzt — begreiflich, da die in der medizinischen Fakultät gepflegte Physiologie allen neuorientierten Bestrebungen zunächst noch zu genügen vermochte; inzwischen hat aber das Forschungsinteresse der Zoologen sich in demselben Sinne wie in der Botanik umgestellt, und wir stehen nun auch für die Zoologie in einer Periode, die durch ständig fortschreitende Ausbreitung der physiologischen Forschungsweise gekenn- zeilynet wird. Das Recht zu einem so vollkommenen Siege, wie ihn die Physiologie daoongetragen hat oder zu erringen im Begriff ist, erhellt aus ihrer Fähigkeit, alle anderen Disziplinen der Biologie gleichsam mit ihrem Geiste zu durchdringen und wahrhaft zu verjüngen: die beschreibende Anatomik, Morphologie und Entwicklungsgeschichte sehen in der experimentell arbeitenden Entwicklungsphysiologie oder Entwicklungsmechanik ihre Erbin; neben die registrierend und kartographisch arbeitende Geographie der Organismen ist die physiologische getreten; eine ehedem teleologisch spekulierende Biologie wird zusehends von einer experimentellen Oekologie verdrängt; für die Systematik der niederen Organismen sind längst die Methoden der künstlichen Züchtung unentbehrlich geworden, die auf der Einsicht in die Stoffwechselphysiologie der Lebewesen beruhen; die Systematik der Samenpflanzen bedient sich mit den serodiagnostischen Methoden ebenfalls eines Geschenkes der chemisch-physiologischen Forschung; vor der beschreibenden Rassen- und Sortenkunde und den Theoriegebäuden der Phylogenetiker schließlich sehen wir die gewappnete Phalanx der experimentellen Vererbungslehre in unwiderstehlichem 'Anmarsch. Ueberall im Wettstreit der biologischen Disziplinen untereinander ist der Sieg der physiologischen gewiß, und die Forderung des Tages ist überall das Experiment. — Evolutionen wie die hier geschilderten, sind die Sache von Jahrzehnten, deren Zahl wir in unserem Falle namentlich bann beträchtlich finden werden, wenn mir nicht nur prüfen, welchen Gang die Dinge an den Stätten.der Forschung genommen haben, sondern auch, wie sie an den der Lehre wie unseren Schulen sich gestaltet haben. Wir alle reichen mit unseren Erinnerungen noch in die nicht eben fernen Zeiten zurück, in welchen die Biologie der Schulen fast ausschließlich das Deskriptive kannte; sie hat längst den Anschluß an die physiologische Forschungstendenz unserer Zeit gefunden. Daß sie sich vorn Deskriptiven nicht trennen durfte, ist selbstverständ- znnddericht des veukmalpflegers für die Lodenaltertümer in Gber- hefien, (926. Bon Prof. Dr Paul Helmke, Gießen. I. Ober-Lais. Im Jahre 1923 hatte bas Oberhessische Museum am Eichholz bei Oder-Lais Untersuchungen von Grabhügeln vorgenommen unb babei einige wichtige Funde der Hügelgräber-Bronzezeit erhoben; im Februar 1926 lief von bem Vertrauensmann für die Denkmalpflege, Lehrer Sauer in Ober- Lais, bie Nachricht ein, baß in einem ber schon untersuchten Hügel beim Verschleifen von bem Besitzer bes Ackers Otto B i e r m a n n aus Fauerbach Scherben gefunden worben feien. Da sich deshalb eine Nachuntersuchung notwenbig machte, würbe trotz bes wenig verlockenben Wetters am 6. März von bem Denkmalpfleger eine Grabung ins Werk gesetzt; 3 Meter nördlich von bem früher aufgedeck- ten Hauptgrab fanb sich eine Steinpackung, zwischen ber Gefäßtrümmer lagen. Diese gehören brei, vielleicht auch vier kleinen bombenförmigen Gefäßen an, van denen eins mit fischgrätenartigen Strichen verziert war; darin befand sich nach Angabe bes Finbers weißlichgraue (vielleicht Asche haltende) Erbe; Genaueres mar nicht mehr fest- zustellen. Während der Arbeit mar das Schneetreiben so stark gernorden, bah an ber hochgelegenen, sturmgepeitschten Stelle an ein längeres Verweilen nicht zu bsnken war; so mürbe beim bie Absicht, zwei weitere berselben Gruppe angehörende Grabhügel zu burchfarschen, auf eine geeignetere . Zeüt verschoben unb an einer anberen benachbarten Stelle, lich — zu allen Zeiten werben nur auf dem Wege schlichter Beschreibung des von ber 'Natur Gelieferten vom Biologen bie Kenntnisse erworben werben können, bie bas physiologische Arbeiten voraussetzt; aber ber Prozeß, den wir vorhin bie Durchdringung ber Biologie mit bem physiologischen Gebauten nannten, scheint im Betrieb der Schulen unb ihrem Wissensstoff gegenüber noch keineswegs abgeschlossen unb noch lange nicht bis zu bem Punkte gelangt zu sein, an bem eine optimale Ausnutzung bes von ber Forschung Gegebenen für bie Zwecke ber Schule gewährleistet wirb. Noch ist alles im Werben; noch bleibt ein großes Maß von Arbeit zu leisten. Einen Teil bieser Arbeit wenigstens vorzubereiten, wird auch die Aufgabe unserer pflanzenphysiologischen Unterhaltungen sein. Wo die Freude am Experiment erblüht unb bie Freube an allem, was bas Experiment zu geben hat. wirb auch automatisch bas'Interesse am teleologischen Spekulieren zurückgehen, bas jetzt noch hie und ba beim Schulunterricht eine unoerbiente Rolle spielt und so viele — Lehrer und Schüler — daran hindert, mit eigenen sehenden Augen sich an der „schönen grünen Weide" des Erforschbaren zu freuen. Tierpsychologie und Tierschutz. Vom 24. bis 29. September fanb in Kassel bie Herbstversammlung ber Deutschen Lanbwirtschafts- gesellschasl statt. Anläßlich bieser Tagung hielt ber Verein für Züchtungs künde eine Versammlung, in ber Prof. Dr. Craemer, Direktor des Tierzucht-Institutes ber Lanbesunioersität G i e- ßen, über „Tierpsychologie unb Tierschutz" einen Vortrag hielt. Der Rebner ichilberte zunächst, wie verschieben im Laufe ber Jahrtausenbe über die tierische Psyche geurteilt worben ist. Der Hauptbegriff war der des Instinktes, durch den bie Tiere unbewußt zweckmäßige Hanblungen von oft ganz bebeutenber Höhe verrichten, Leistungen, bie wir ja besonbers an den sozialen Insekten bemunbern. Heute aber wissen wir zunächst einmal, baß bie Stufenleiter bes ganzen geistigen Geschehens viel feiner aufgefaßt werden muh, unb baß sie unmittelbar von ber ganzen Entwicklung bes Gesamtneroensystems abhängig ist. Währenb bie Urtiere nur Reaktionen auf bie Reize der Außenwelt zeigen, ba sie überhaupt noch kein Nervensystem besitzen, entwickelt sich bieses mit ben aufsteigenben Gewebetier-Reihen zu ganz bestimmten Formen unb Anorbnungcn, unb im Kreise ber Wirbeltiere erkennen mir gegenüber bem primitiven „Althirn" („Palaeenzephalon") bei ben ältesten Fischen bie Entrnicklung bes sogenannten „Neu- hirnes" (Neenzephalon") mit seiner Rinbe. Ebin - g e r in Frankfurt, ber berühmte Gehirnforscher, hat biese Verhältnisse trefflich erforscht unb beleuchtet. Wir sehen hier bie Leistungen ber Reflexe unb Instinkte, — Rezeptionen, Relationen unb Mo- tus — bereu Träger das Urhirn noch ist, allmählich anfteigen zur Gnosis, dem Erkennen, ben Assoziationen unb ber zweckmäßigen Praxi, ber Handlung, wobei scharfe Trennungen auch gegenüber Verstandesleistungen schließlich unmöglich werben. An Bil- bern mürbe bas Ansteigen ber Entwicklung bis zum Gehirn bes Menschen erläutert. Die Leistungen ver- schiebener Stufen hängen babei nicht nur von ber Größe unb bem Gewicht, sonbern vor allem auch von ber Oberslächengestaltung unb ber Jnnenstruk- tur ab, b. h. ber Neuronenzahl auf ben Kubikmillimeter. Hochstehenbe Tiere vermögen auf bem Gebiete ber Gnosien unb Praxien sehr viel zu leisten unb auch schon bis zu gewissen kinblichen Graben zu benken. In biesem Sinne waren bie Erfahrungen im Unterricht von Pferben, Hunben unb Affen hoch- grabig interessant, unb es ist tief zu bebauern, baß sie burch Torheiten ber menschlichen Psychologie nicht zur richtigen Auswirkung kamen. Was uns aber über alle 'Mitgeschöpfe erhebt, bas ist die Entwicklung ber Stirnlappen bes Gehirnes als Sitz ber Sprache unb bamit ber Begriffsbilbung unb logischer Denkfähigkeit. Doch ging auch hier bei bieser Entwicklung nach oben bem homo sapiens ber homo faber voraus, ber „aufgezogene Mensch", ber von Iugenb aus schließlich auch nur auf Grunb ber Assoziationen von Sinneseindrücken und einer gewissen „Dressur" sein Tagewerk verrichtet^und nur auf gewisse Eindrücke von außen, Reize, Töne und auch Schlagworte eingestellt ist. Den Sieg über alle Geschöpfe verdankt Der Mensch ber Entwicklung seines Gehirnes, boch soll ihn ber Sieg nicht hochmütig machen. In diesem Sinne schließt ber Rebner mit herzlichen Worten für bie Tierschutzbewegung, bie ein Ausbruck ist für ein wahres Menschentum unb Kultur bes Gemütes. Die zahlreich erschienenen Lanbwirte folgten mit regem Interesse ben interessanten Ausführungen bes Rebners unb bankten burch starken Beifall. am Buchkopf, wo bas Museum ebenfalls schon gegraben hatte, nach erteilter Zustimmung bes Forstamts N i b b a (Forstrat Lipp) ein Grabhügel in Angriff genommen, besten Lage im Buchenhochwald wenigstens einigermaßen Schutz vor bem Wetter gewährte. Dem Denkmalpfleger macht es Freube, hier bie Namen ber freiwilligen, eifrigen Helfer zu nennen, bie ohne Entgelt trotz bes scheußlichen Wetters mit Hacke unb Schippe gekommen waren, um mitzugraben. Es waren aus Ober-Lais neben Lehrer Sauer unb Förster S d) i d c b a n a: Wilhelm unb Hermann Naumann, Wilhelm Rack, Hermann Schöbel, Karl N i e ß, Otto Schauermann, Abolf Simon II., Karl Schäfer unb Felbschütz Häh - mel; aus Fauerbach: Otto Sier mann, Adolf unb Karl We st e r w e 11 e r. Der untersuchte Hügel liegt 30 Meter nordwestlich von dem früher aufgegrabenen; er erhebt sich 1,10 Meter über dem Walddoden und ist im Durchmesser 13,70 Meter lang; feine Form ist kreisrund. Er wurde von Osten nach Westen durchschnitten und förderte mehrere wertvolle Fundstückc zutage, die sich sämtlich in ber westlichen Hälfte des Hügels befanden; bas Skelett, zu dem sie gehörten, war vollständig vergangen, boch ließ sich aus ber Lage ber Beigaben feststellen, daß es sich um einen Mann handelte, dessen Leiche in nord-südlicher RiAtung, Kopf im Norden, bestattet worben war. Die tfunbe setzten sich zusammen aus einem Bronzenagel, einer Bronze nabel mit geriefeltem Hals (ber Kopf ist nicht mehr vorhanben) unb einem Bronzebolch. Alle Stücke lagen 20 Zentimeter über bem gewachsenen Grunb auf einer weißlichen Erbschicht; barüber mar bie Erde meid) unb locker. Am Dolch befanben sich noch Reste ber aus Rinde bestehenden Scheide, sowie bas oermulmte Holz bes Griffes; letzterer war genau so lang wie ber Dolch, Oderhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Anläßlich des von Oberstubiendircktor Bei sing er, Heppenheim an der Bergstraße, geleiteten biologischen Fortbildungskurses für Studienräte veranstaltete die Oberhessifd)e Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde eine Sondersitzung, in Der der Vorsitzende, Professor Eer - m a k, Gelegenheit nahm, die auswärtigen Gäste unserer Tlniversität namens der Gesellschaft zu bewillkommnen und dem Wunsche Ausdruck zu geben, daß, ähnlich wie schon in früheren Zeiten, wieder zwischen ihr und den Freunden der Naturwissenschaften im weiteren Hessenlande festere Verbindungen entstehen mögen; seit jeher seien insbesondere zahlreiche heimatkundliche Beobachtungen an dieser Stelle mitgelcilt und in den Berichten der Gesellschaft veröffentlicht worden, und es bedarf daher nur erneuter Einladung zur Mitarbeit und Mitgliedschaft an die auswärtigen Vertreter der Raturkunde, um diesen ursprünglichen Zusammenhang wieder herzustellen. Zu besonderer Freude gereiche es daher der Gesellschaft, in dieser Sitzung auch eine kurze wissenschaftliche Mitteilung aus dem Kreise der Gäste entgegennehmen zu können, zu der Studienrat Dr. Spilger, Bensheim, das Wort erteilt wurde. Romens der in Gießen zur Teilnahme an dem Fortbildungskurse versammelten Studienräte bewillkommnete Dr. Spilger die Gelegenheit, wieder einmal Fühlung mit der alma water und insbesondere mit den Vertretern der Wissenschaft nehmen zu können, indem er dabei der wertvollen Mitarbeit gedachte, die durch Sammlung namentlich heimatlicher Beobachtungen seitens der durch beobachtungsfreudige Schuler unterstützten Lehrerschaft zugunsten der Wissenschaft geleistet werden rönne und schon vielfach geleistet worden sei. Er sprach den Wunsch aus, daß die Ober- hessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in diesem Sinne ein Forum für ganz Hessen werden mochte und richtete an den Vorstand wie an die Universität die Bitte, sich für eine weitere Forderung des biologischen Unterrichts einzusehen. Anschließend an diese allgemeinen Ausführungen sprach Dr. Spilger über eine neue Tomatenmutation unter Vorführung der lebenden Pflanze und einer Anzahl erläuternder Lichtbilder, die ähnliche Mutationen insbesondere an Exemplaren von Löwenmaul zeigten. Es handelt sich dabei um eine eigentümliche Verkümmerung der Blätter, die nicht in normaler Weise großflächig ausgebildet werden, sondern sich saden- und rautenförmig entwickeln und somit der Pflanze ein ganz ungewöhnliches Aussehen verleihen. In einer weiteren kurzen Mitteilung sprach Professor Dr. Küster von einer im Lahntale bei Braunfels gefundenen Abnormität des Knäuelgrases (Dactylis glomerata) und erläuterte die verschiedenen Grade der zur vegetativen Organbildung führenden Metamorphose. Es handelt sich dabei um die Entwicklung vegetativer Sprosse an Stellen, an denen normalerweise Blüten erwartet werden. Indem eine oder mehrere Deck- svelzen zu besonderer Größe anwachsen und Laub- cyarakter gewinnen, tritt zunächst eine Vergrünung bereits vorliegender Organe ein. Die zweite Stufe der Metamorphose besteht üj der sogen. Prolifikation, indem an Stelle der Blüte ein vegetativer Sproß zur Entfaltung gelangt, der sich auch am Ende der primären Achse eines AehrchenS ausbilden kann. Wenn außer dem Sprotzvegetationspunlte auch noch Wurzelvegetationspunkte ausgebildet werden, somit, wie im vorliegenden Falle, mit der nötigen gärtnerischen Vorsicht der vergrünte Sproß unter Zucht eines Stecklings zur Wurzelbildung veranlaßt werden kann, liegt eigentliche Viviparie (Lebendgebären) vor, die den dritten Grad jener Metamorphose darstellt. Den beiden wissenschaftlichen Mitteilungen folgte ein durch Lichtbilder und Demonstrationen erläuterter Vortrag von Professor Dr. Harras so Witz über die B e we g ung s z o n e n der Erde als Bedingungen des Lebens, in dem der innere Zusammenhang geologischer und biologischer Wandlungen aufgezeigt wurde. Aach der Ueberzeugung der Geologen und Geophysiker erscheint die Erde aus Kugelschalen zusammengesetzt, bereu Dichte vom inneren etwa Vs des ganzen Erdhalbmessers ausmachenden Nickel-Eisenkerne von innen nach außen abnimmt, indem darum immer schwächere und zunehmend leichtere Schalen angeordnet sind, bis wir in der verhältnismäßig sehr dünnen Erdrinde als Baustoffe die Sauerstoff Verbindungen der Elemente Silicium und Aluminium vorherrschend finden, zusammen mit Alkalien, Erdalkalien und Eisen. Schreibt man dem Kerne das mittlere spcz.fische Gewicht 8,5 zu, so betrag’ das unserer Erdkruste weniger als 2,8. An dec Oberfläche der Erdrinde nimmt die Dichte im liebergang zur Wasjerhülle und insbesondere zur Lustyulle sprunghaft ab. Auch letztere verändert sowohl ihre Dickte als auch ihre Zusammensetzung mit der Hohe. B s zu einer Höhe von etwa 10 Kilometer, innerhalb der das Gebiet des Wetters, Windes und der Wolken liegt, weist die Luft bei abnehmender Dichte die Zusammensetzung unserer Atemluft aus, Darüber hinaus nimmt ihr Reichtum an Stickstoff zu, bis oberhalb 70 Kilometer Hohe die Ausbildung einer Wasserstoffatmosphäre angenommen werden muß. Besteht mithin im Innern der Erde wie in den Hohen der Lufthülle ein Sedimentations- gleichgewicht, dem schweigende Ruhe entspricht, so wird andererseits in einem ganz bestimmten Gürtel der Schauplatz grobsinnlich wahrnehmbarer Bewegungen und Veränderungen gegeben sein: an der Fläche (Profiten Dichteunterschiedes, ■an der Grenze festslüssig zu gasförmig. Hier liegen die Bewegungszonen der Erde. Dewegtm- gen des tieferen, g lut flüssigen Magmas finden hier eine Ausweichmöglichkeit und die durch die Sonne erwärmte Luft wird zu gerichteten Strömungen veranlaßt. Die Ruhelosigkeit des unteren Teiles der Atmosphäre ist eine Erscheinung, die dem Bewußtsein des Menschen täglich eingeprägt wird: anders die der festen Erdrinde, von der Erschütterungen und Eruptionen wohl hier und da Kunde geben, nach dem Augenmaße des Geologen trotz ihrer vom Menschen so gewaltig empfundenen Wucht indessen unbedeutend erscheinend gegenüber der immerwährenden Dauer eines Wechsels, der sich dem forschenden Geologen erschließt und über Jahrtausende hinweg dem Aeuheren der Erde immer neue Züge aufprägt. Gebirge erheben sich und werden abgetragen, Meere gehen vor und zurück, in unerschöpflicher Mannigfaltigkert cr- scheinen immer neue Bilder. Aber alle hiese Erscheinungen greifen nicht weit in das Erdinnere hinein; wie die Wellen des Ozeans nur den Wasserspiegel kräuseln und über abgrundtiefer Ruhe rauschen, so handelt es sich auch hier nur um oberflächliche Runzeln und Verschiebungen, die sich nur in eine Tiefe von rund Vso des Erdradius erstrecken dürften. Als Folgeerscheinungen gestörten Gleichgewichtes äußern sich die Bewegungen sowohl der festen Erdrinde wie auch der Atmosphäre in der physikalisch ähnlichen! Gestalt von Fließ- und Strömungsbewegnngen. so dcch sie im ganzen als wesensverwandt bezeichnet werden müssen. Aber beide Gebiete bleiben vor allem auch nicht ohne gegenseitige Beeinflussung. Die Bewegungszone der Erde zwingt der Dewegungs- zone der Lufthülle mehr oder weniger ihren Einfluß auf. Richt nur infolge der Umdrehung der Erde, sondern auch auf Grund des auf ihr stattfindenden Wechsels von Kontinent und Ozean. Gebirge und Ebene, Gipfel und Tal. So markieren sich z. B. auf einer Riederschlagskarte! die Gebirgszüge in ganz entsprechender Weise wie auf einer rein topographischen Karte, ein deutliches Zeichen für die gegenseitige Abhängigkeit beider Dewegnngszoncn, die aber auch in umgekehrtem Sinne besteht, indem innerhalb der Verwittemngszone eine Beeinflussung der Erdrinde durch die Lufthülle stattfindet. Langsam, doch unaufhaltsam, schafft sie gewaltige Werke der Zerstörung, wovon die Schutthalden der Gebirge wie die Salzlagerstätten beredtes Zeugnts ablegen. In diesem Derwitterui^sgürtel der Erde nun, an der Grenze von Erdrinde, ßuft und Wasser, findet auch das Leben der Organismen seinen Raum, und so geraten Lebens- und Verwitterungszone, Lebens- und Bewegungszonen der Erde in unmittelbare Wechselwirkung. Richt nur in der Pflanzen- und Tiergeographie spielt das Klima eine entscheidende Rolle bei Form und Verbreitung, sondern auch die Art und Weise der Verwitterung und der Charakter ihrer Erzeugnisse sind verschieden, je nachdem, ob sie in glacialem, aridem oder humidem Klima ftatt- findet, und die Farbe des Bodens vermag dem Kundigen schon zu verraten, welcher Art das Klima über ihm ist. In chemischer Beziehung ift das Vorherrschen der Gele in der Verwitterungsund Lebenszone außerordentlich charakteristisch; nicht nur sind Gele und kolloide Losungen die 14 Zentimeter, er hatte ovale Form unb war 4 Zentimeter breit und 2 Zentimeter dick. — Das Grab gehört bemnach ber Hügelgräber-Bronzezeit, b. h. ber Mitte bes zweiten vorchristlichen Iahr- tausenbs, an. Seinem Dank für bie geleistete Hilfe gab ber Denkmalpfleger in einem in ber Ortsgruppe Ober- Lais bes Vogelsberger Höhenclubs aehaltenen Vortrag am folgenben iTage herzlichen Ausbruck. II. Reimenrob (Kreis Alsfeld). Vom 10. bis 13. März mürben bei gleich ungünstigen Witterungsverhältnisfen Grabhügel untersucht, bie burch Winbbruch zerstört waren unb deshalb untersucht werden mußten. Sie liegen in der Gemarkung Reimenrob, Distrikt Spielberg 7 b unb 7 a unb gehören zu einer Gruppe von 10 Hügeln, von benen einer schon früher geöffnet worben ist, währenb anbere durch Wegbauten zerstört waren. Das Totenfeld befindet sich neben ber alten Straße (vorgeschichtlich) L i n g e l° bach — Maar an einem sanft nach Südwester, geneigten Abhang. Forstmeister Zimmer in Grebenau unterstützte bie Untersuchung in entgegen- tommenber Weise. 1. Grabhügel im Di st r i ft Spielberg 7 b. Der Tumusus erhebt sich 1,30 Meter über bem gewachsenen Boben unb hat einen Durchmesser von 10e(N—S) bzw. 11 Meter (O—W); er ist von einem i Meter breiten Steinkranz umgeben, auch bie Hügelwölbung ist mit Steinen belegt. Das Innere ergab folgenben Befund: Auf bem gewachsenen Grunb lag, einen Meter von bem Jnnenranb Des Steinkranzes entfernt, eine 15 Zentimeter hohe Brandschicht; darüber befand sich eine 60 Zentimeter hohe Steinpackung von gelegten Platten (Bunt- lanbftein), die drei Meter im Durchmesser maß. Mitten darin, 25 Zentimeter über ber Branbschicht, erhoben wir eine Bronzenabel mit geriefeltem, verrücktem Hals, ohne besonders atisgebilbeten Kopf. Aus den Funbumstänben läßt sich also auf ein bem Uebcrgang von ber Bronze- zur Hallstattzeit an- gehörendes Grab schließen. 2. Dicht baneben, aber schon in Distrikt Spielberg 7a gelegen, wurde ein anderer Hügel derselben Gruppe geöffnet, dessen höchster Punkt 1,30 Meter über dem gewachsenen Grund lag, währenb seine Durchmesser 13 (N—S) unb 14 Meter (O—W) betrugen. Hier fanb sich eine aus liegenden Platten fast rechteckig aufgebaute Steinpackung von 2,20:3 Meter Ausdehnung unb 55 Zentimeter Höhe; sie saß auf bem gewachsenen Grund auf unb war von einem kreisförmigen Gräbchen von 0,45 Meter Breite und 0,20 Meter Tiefe umzogen. Außer verkohlten Holzkeilchen wurde kein Fund gemacht. 3. Südlich neben der Straße Eifa — Eulersdorf, Distrikt Langer Tannenwald, liegen in Eulersborfer Gemarkung bei Kilometer 5,8, 6,0 und 6,2 drei Grabhügel, von denen ber erstere schon durchgraben war. Bei den beiden anderen wurden keine Funde erhoben. Sie hatten ungefähr ben gleichen Aufbau: Auf einer hanbbreithohen Sandschicht saß eine unregelmäßige Packung aus Sandstein, durchsetzt mit Kohlen- nestern; sie war 60 bzw. 90 Zentimer hoch. III. Nieber-rNockstadt. Eine über mehrere Monate ausgedehnte Arbeit beendete die Durchforschung des großen Grabhügelfeldes von Nieder-Mockstabt. Es wurden über 30 Hügel untersucht unb babei außerordentlich reiche und wertvolle Funde gemacht. Hierüber wird nach Durcharbeitung des Materials ein besonderer Bericht erscheinen. Das Oberhessische Museum in Gießen hat durch Zuweisung der Funde wieder eine prächtige Bereicherung erfahren. wesentlichen Baustoffe aller Lebewesen, sie kommen auch in gewaltigen Lagern in der unbelebten Statur vor und sind als Bestandteile des Ackerbodens von hervorragender Bedeutung. Wiederum läßt sich ein auffälliger Parallelismus .zwischen der Verbreitung der Gele und des Lebens feststellen: beide nehmen vom Pol zum Aequalor zu. Aber auch erdgeschichtlich läßt sich eine Abhängigkeit des Lebens von den Bewegungszonen unseres Planeten nachweisen. Eine Fülle wechselnder Formen der Organismen tut sich dem Geologen auf, verfolgt er das Leben durch die weiten Zeiträume von etwa einer Milliarde von Jahren. Immer neue Bilder erscheinen, in den Versteinerungen treu aufbewahrt, viele absonderliche Lebewesen treten auf und verschwinden wieder, wenn im Wandel der Erdgeschichte das Antlitz des Planeten umgestaltet wird, und die Bewegungszonen der Erde das Leben unter immer neue Bedingungen stellen. Entsprechend den gleichförmigen Bedingungen, die schon seit älrzeiten das Leben der Organismen in den Ozeanen umgeben haben, ist hier nur ein geringer Wandel der Formen eingetreten, wie uns die Vorgefundenen Versteinerungen lehren. Ganz anders als auf dem Festlande mit seiner großartigen Entwicklung und Differenzierung der Formen haben sich hier Dauertypen ausgebildet, die ihre vor langer Zeit erworbenen Formen bis zur Gegenwart bewahrt haben. Die höher entwickelten Formen, wie die Fische, haben ihren Ausgang vom Sühwasser des Festlandes aus genommen. Dieses Festland, den Veränderungen der Dewegungszonen in ganz anderem Maße ausgesetzt, beherbergt Organismen, deren Llmwell in bauernder Verschiebung und Bewegung begriffen ist: auf diese Reize reagierten die Lebewesen, und sie muhten sich den Veränderungen im Laufe der Jahrtausende anpassen oder allmählich absterben. So verschwindet die verwirrende Fülle der Reptilien mit der Oberkreide bis auf wenige überlebende Formen, und die Säuger breiten sich gleichermaßen an ihrer Stelle aus. Organismen, die sich den Veränderungen der ).Imwelt nicht durch Eigenbewegung entziehen können, wie die Pflanzen, werden viel eher reagieren müssen als andere. Aussterben und Weiterentwickelung müssen, wie auch die Erdgeschichte lehrt, früher bei ihnen eintreten als bei den Tieren. Selbstverständlich ist auch der Mensch dieser Verschiedenartigkeit der Lebensbedingungen unterworfen. Ein Gleichmaß äußerer Bedingungen, wie in den Tropen, läßt ihn erschlaffen. Die Kultur entfaltete sich dort, wo das Wechselklima den Menschen ztvang, um die Erhaltung seines Lebens zu ringen und die Kräfte seines Geistes zu erfinderischer Hilfe zu entwickeln. So läßt sich ganz allgemein das Leben als abhängig von Bewegung, Differenzen und Spannungen, als Bewegung selbst verstehen. Denken wir uns die Ursache aller Bewegungen fort, Berg und Tal ausgeglichen, den Rährboden vom Wasser ausgewaschen, die Sonne erkaltet, so müssen die Pflanzen und mit ihnen die Tiere aus- sterben: das Leben erlischt, wo nicht Bewegung herrscht. Dies gilt auch in der älebertragung auf das geistige Leben, das die uns äußerlich auf- gezwungene Anfreiheit der natürlichen Amwelt durch Geist und Willen zu überwinden berufen ist. L. H. Gerichtssaal. Der Mordprozeh Meon. WSR Mainz, 13. Ott. In der gestrigen Rachmittagssitzung wurde das Verhör des Angellagten Joseph Meon fortgesetzt. Er er- ftärte, daß er sich nach der Tat in die Stadt begeben und erst abends wieder in seine Wohnung zurückgekommen sei. Der Angeklagte schilderte dann, wie er die Leiche fortgeschafft und im Wald verborgen habe. Er sei dann nach Franksurt gereist, und einige Tage später nach Bensheim zu seiner Mutter. Von Gewissens- . bissen gepeinigt, sei er dann ständig hin- und her- gefahren und habe sich u. a. in Darmstadt, l Frankfurt, Offenbach, Bebra und Eisenach aus- gehalten. Inzwischen habe er auch mehrere Kof- jF ‘er- und andere Diebstähle verübt. In Gotha sei er alsdann auf Veranlassung eines ihm * von früher her bekannten Dundesbruders verhaftet worden. Dann folgte die Vernehmung des Sachverständigen Dr. L an ge m a nn - Darmstadt, der betonte, daß Ersticken als Todesursache wahrscheinlich sei. Zeichen einer Gegenwehr hätten sich nicht ergeben. Rachdem noch zwei weitere ^Sachverständige vernommen worden waren, begann das Zeugenverhör. Der erste Zeuge, ein Frankfurter Kaufmann, bekundete, daß die getötete Anna Gillmann, die bei ihm sechs Monate angestellt gewesen sei, sich sehr gut geführt habe und daß ihm nichts Rachteiliges über sie bekannt geworden sei. Damit schloß der erste Verhandlungstag. Am Vormittag des heutigen zweiten Verhandlungstages wurde in der Zeugenvernehmung fort- gefahren. Zunächst wurde der Vater der ermordeten Gilltnann vernommen. Der Zeuge stellt feiner Tochter das beste Zeugnis aus. — Weiter wurden die Frauen vernommen, die am Morgen der Tat in der Wohnung des Meon verdächtige Geräusche vernommen haben. Die Zeugin Loeb, die in demselben Hause wohnt, hat Würglaute und Stöhnen von einer Frauenstimme vernommen. Sie war es auch, die bann die Polizei auf den Täter aufmerksam machte, als bei der Leiche eine Decke, die mit I. M. gezeichnet war, gefunden wurde. Die Zeugin Frau v. R ö n n e d hat gleichfalls Stöhnen :nb Röcheln gehört und die von einer Frau aus- geftoßenen Worte: „Ach Gott, Vater, Mutter!" Auch die Zeugin Frau B r e i t e n b a ch hat an dem fraglichen Morgen erstickte Laute gehört. Es folgte bann die Vernehmung der Beamt e n, die bei der Verhaftung Meons in Gotha mitgewirkt haben und die ihn zunächst vernommen hatten. Der Vorsitzende versuchte bei diesen Zeugen vor allem festzustellen, ob der Angeklagte aus freien Stücken die Aussage gemacht habe, daß das Geldbeschaffungsmotiv bei der Tat eine Rolle gespielt habe. Die beiden Zeugen, Kriminalkommissar Riethc und der Kriminalwachtmeister Mayer aus Gotha, glauben dies bejahen zu können. Auch bei der Vernehmung der beiden Darmstädter Kriminalwachtmeister Schönfeld und Ianz, die Meon von Gotha nach Darmstadt geführt haben, drehte es sich in der Hauptsache um die Feststellung, wie der Passus, der das Motiv der Tat behandelt, in das Protokoll gekommen sei. Die beiden Beamten waren sich damals bei der Vernehmung Meons darüber Har, wie wichtig gerade die Begründung für die Beurteilung der Tat wäre. Sie haben die Formulierung der diesbezüglichen Angaben im Protokoll unter der tätigen Mitwirkung des Angeklagten gemacht, der selbst einzelne Redewendungen wie, daß er u. a. durch seelische Zerrüttung zu der Tat gekommen sei, angab. Rach der Vernehmung der Darmstädter Beamten wurde die Sitzung auf den Rachmittag vertagt und die bisher vernommenen Zeugen entlassen. Dalum: Geld 4,19 11,66 111,42 20,315 12,04 167.50 16,71 92,52 59.03 2,21 111,95 80,80 62,04 12,39 5.835 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. T e l e g r a p htfche Auszahlung. 5°/o Deutsche Reichsanleihe . 4°/ö Deutsche Reichs an leihe . 8Vi% Deutsche Reichsanlcthe 3% Deutsche ReichSauleihe . Deutsche Svarprämieuanleihe 4% Preußische Konlols • . . <°/o Hessen • . . . 3'/.% Hessen........ • 3°/o H^sen........... Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto- Doll -Schatz-ArUvetlog.*) 4*/o Zolltürlen 5% Goldmettkaner .... Berliner Handelsaesellschast. Kommerz- and Privat-Bank Darmst. imd Nationalbank ■ Deutsche Bank......... Deutsche Bereulsbank .... Disconto Commandit . . . Meiallbank.......... Mitteldeutsche Kreditbank. . Oesterreichische Kreditanstalt. Wckibauk ..... . Bochumer Guh....... . BuderuS...... . » . . Karo Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte » • • • Oberbedars Phönir Bergbau ..... Rheinstahl Riebeck Montan ....... Tellos Bergbau...... Gereinigte Stahlwerke A.-G- Hamborg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . , Lhcramischc Werke Albtn . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann SInglo-Cont.-Guano..... Chemische Mover Alabin . . I. G- Farbenindustrie, A.-lJ. Goldschmidt . . ....... Holzverkohlung........ Rütgerswcrke Scheideanstalt ........ Allg. ElettrtzttätS-Gesellschast Bergmann Mainkrastwerke ....... Schurken ....... Siemens L Halske ..... Ldlerwerke Klever ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt ........ Meguin....... . . . . Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Brann . . . MeMllgesellichafi Frankfurt. Del. Union A.-G Schuhiabrik Herz . . . . . . Sichel • ■ Zellstoff Waldhof ..... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Brief 4,21 11,72 111,98 20,415 12,16 168,34 16,79 92,98 69,33 2,25 112,51 81,2(1 62,36 12,45 5.875 Wirtschaft. * Lieberzeichnung der zweiten Tranche der 7 proz. Berliner Stadtanleihe von 1 92 6. Die Zeichnungen für die gestern morgen aufgelegte zweite Hälft: b:r Iproz. Berliner Stadtanleihe von 1926, insgesamt 22,5 Millionen Rm. mit 20jädriger Laufzeit, mußten wegen erheblicher ^leberzeichnung bereits im Laufe des Vormittag geschlossen werden. tBörlentnrte. frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 14. Ott. Tendenz: Fest. Farbenaktien erneut haussierend. — Die bisher andauernd wirksam gewesenen hoffnungsvollen Rachrichten über die Wirtschaftslage bewirkten auch an der heutigen Börse eine zum Teil recht ansehnliche Fortsetzung der Aufwärtsbewegung, wobei Montanaktien den größten Ruhen ziehen formten. Bereits vorbörslich fand in diesen Werten eine lebhafte ^Imsahtätigkeit statt, so daß nahezu alle Werte dieser Gruppe um 2 bis 3 Prozent anzogen. Stimulierend wirkte hier besonders die Rach- richt, daß die günstige Konjunktur im Ruhrbergbau die Einstellung einer weiteren größeren Zahl von Arbeitern notig macht. Bei Beginn des offiziellen Verkehrs gewannen wiederum I. G. Farben unter Vernachlässigung der Montauaktien beträchtlich an Bedeutung. Der Eingang größerer Kaufaufträge für dieses Papier gab der Spekulatton Anlaß, sich in Der- Berlin, 13. Oktbr. Amerikanische Note» .... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten ....... Französische Noten ..... Holländische Noten ..... Italienische Noten ..... Norwegische Noten ..... Deutsch-Oesterr-.Lioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten . . . . . Schweizer Noten Spanische Noren Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... Frankfurt a.M. Berlin 5d)iutj»| 1-Ubr. Schluh-lAnfana Kurs । Kur, Kur» Riirc 13. 10. | 14.10. 13. 10. 14. 10. U.7025 6.7025 0.7! 0.70 — — 0.68 0.695 0,71 — 0,6705 0,67 0,34 — 0.8905 0,88 0,44 — 0.455 — 0,7 — 0.68’7 0,6225 0,7 — 0.60 — - — 0.65 — - — 0.66 — 95,25 — 100 — —— — — 16.2 16,75 16,13 — 46 50 232 _ 230 231 164.75 157.5 154.7* 156 35» 236 236.2* 237 185.2* 185 185,7* 185,5 100 — — 172,9* 171 172 171,25 158.5 169 155 — 146,5 — 147 147 8.7 8.5 * 8,75 8,5 ( 0 — — — 164.5 166 164 167.5 105,5 107,25 105 107,5 — 72.5 — 164 165.5 164 165,9 173,5 175 172,2- 174.5 177 182,5 176.6* 179 147.75 — 147* 148,4 159 159,5 158 159 79 85.5 79,5 84 74,75 74 72.5 73.5 122 128 122* 128 164.5 166,75 164 167.9 165 — 163.9 166 92 90 — — - - 147.28 — 171 171 170 169.5 167 167,9 167.75 166,5 — — — — 135 136 — — 137,25 142 135,75 — — 100 99 — —— 318.2* 322 316.7* 322 132.5 136 133 135 53 54.75 — — 131 135 131,75 133,75 194 188 — —- 165 165,5 164,13 165 163 — 163,13 164 1'5.6 — — — 141.75 — 141.25 142 205,75 207,25 206 208 91.25 93 91,4 93,5 86 88,5 87 90,25 27 — — — 48 — 49 — — —• — 17 — — — 50 — — —— 177.5 182 — — 98 — 100 — 65 _ 67 —• 3,25 — 2.75 — 209.25 207,5 210 210 86.5 85,75 — 102,25 — 102.25 — 13 Oktbr. 14. Oktbr. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld ! Bries Geld Brief Smft.» Ron 167,87 168,29 167,81 1,711 168,22 Buen.-AirrL 1,710 1,714 1,715 Brsi-'Anllv. 11,65 11,69 11,90 11,94 Christiania. 97,<8 111,71 98,02 99,87 100,13 Kopenhagen 111,99 112,42 111,71 111,99 Stockholm - 112,14 112,16 112,45 Helssngfors 10,552 10,592 10,55 10,69 Italien. . 16,62 16,66 16,96 17,00 London. . '0,356 '0,406 '0,355 20,405 Neuyork . - 4,195 4,205 4,195 4,205 Parts. . . Schweiz . . 11,90 11,94 12,01 12,05 81,08 81,28 81,04 81,24 Spanien. . 62.22 62,38 62,52 62,68 Japan . . ■ 2.029 2,032 2,033 2,037 Rio de Jan Wien in D-- 0.583 9.585 0.583 59,21 0.585 59,35 Oest. abgeft. 59,21 59,35 Prag .... 12,42 12,46 12,423 12,463 Belgrad . . 7,412 7.432 7,417 7,437 Budapest. . Bulgarien 5,87 3,045 5,89 3,055 SöS 5,89 3.05 Lissabon - -1,475 41,525 21,475 21,525 Danzig. . . Konstantin. 81,38 81,58 81,38 2,175 81,58 2,17 2,18 2,185 Athen. . 5,19 5,20 5,19 5,21 Kanada. . . 4.199 4,209 4,199 4,209 Urngnat) . . 4.205 4.215 4.205 4.215 Banknoten. stärktem Maße hier für zu interessieren. Der Kurs dieses Papieres, der gestern abend mit 315 schloß, ging sprunghaft auf 323 bis 322 Proz. in die Höhe. Diese Haussebewegung drängte alles andere in den Hintergrund. Von M o n - tanwerten wurden höher: Phönix plus 3,42, Rheinische Braunkohlen plus 3, Klöckner plus 2,37, Buderus plus 2,75, Bochumer plus 2, Gelsenkirchen plus 2, Deutsch-Lux plus 1,8, Har- pener plus 1,75, Rheinstahl plus 1,75 Proz. Von Chemieaktien zogen Goldschmidt 2 Proz. an. Der Elektromarkt war heute etwas günstiger veranlagt bei Kursbesserungen von 1 bis 2 Proz. Siemens plus 1,75, AEG. plus 1,5 Proz. Von Dankakt ien waren Mttall- bank start gesteigert plus 8, Barmer Bankverein plus 1, Deutsche plus 1 Proz., die übrigen Werte waren nur leicht gebessert. Darmstädter unverändert. Reichsbank plus 1,75 Proz. Schifffahrtsaktien strebten nach oben. Hapag plus 1 Proz., Rordd. Lloyd plus 1,2 Proz. Motoren- a ft ien tendierten gleichfalls fest. Kleyer plus 2, Daimler plus 2,5 Proz. Von Zellstoffaktien zogen Aschaffenburger 1,25 Proz. an, dagegen schwächten sich Waldhof ab. Von Baustoff- aktien bestand lebhafte Rachfrage für Holzmann, die gut befestigt waren. Zement Heidelberg plus 1 Proz. O elaktien fuhren in der Aufwärtsbewegung fort. Rütgerswerke plus 3,5 Proz., Deutsche Erdöl plus 1 Prozent. Von sonstigen Werten waren Metallgesellschaft gut befestigt plus 2,5 Prozent. Zuckeraktien leicht anziehend. Deutsche Anleihen lagen ruhig und mäßig höher. Von ausländischen Renten neigten besonders Türken zum Rachgeben. Der Freiverkehr zeigte bei umsatzlosem Geschäft behauptete Kurse. Growag 60,5 Prozent, Brown Boveri 136 Prozent, Ufa 41,5 Prozent. Der weitere Verlauf der Börse blieb lebhaft und fest unter Bevorzugung von I. G. Farben. Am Geldmarkt hält die Flüssigkeit an. Tagesgeld 4,5 Prozent, Monatsgeld 5,5 Prozent, Privatdiskonten 4,75 Prozent, Industrieakzepte 5,25 Prozent. Im Devisenverkehr waren wesentliche Veränderungen nicht zu verzeichnen. Paris gegen London 170,75, Brüssel 174, Mailand 120,75. London gegen Kabel 4,8520, die Reichsmark gegen Kabel 4,2001. Berliner Börse. Berlin, 14. Ott. Die Realisationsneigung ist rasch vorübergegangen. Der Auftragseingang, vor allem aus der Provinz und dem Auslande, war anfangs sehr rege. Die Spekulation schloß sich mit umfangreichen Anschaffungen an, da der Medio als überwunden betrachtet wird und die Lage am offenen Geldmarkt nach wie vor flüssig ist. Die Sähe blieben unverändert für Tagesgeld 4 bis 5,5 Prozent (für erste Firmen bereits 3,75 Prozent). Das Hauptinteresse der Börse konzentrierte sich aus Farbenwerte und die damit im Zusammenhang stehenden Aktien unter Einschluß von Oelaftien, ferner auf Montanwerke unter Führung der Vereinigten Stahlwerke und deren Muttergesellschaften, weiter auf Bankaktien und auf Elektrowerte. Die Steigerungen in diesen Papieren betrugen bis zu 4 und 5 Prozent. An den Rebenmärkten schloß sich eine größere Anzahl von Papieren der Haussebewegung an. Die Gesamttendenz der heutigen Börse war daher sehr freundlich und fest. Auch Kassawerte waren Gegenstand lebhafter Käufe. Im Devisenverkehr lagen die lateinischen Valuten, sowie Spanien und Rorwegen befestigt. Gegen London notierten: Oslo 20,32, Madrid 32,57. Mailand 119,75, Paris 169,50, Brüssel 171. Mark und Pfund zeigten feine nennenswerten Veränderungen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 14.Oft. Es wurden notiert: Weizen (Wetlerauer) 28,75 bis 29, Roggen (inl) 23, Sommergerste (für Brauzwecke) 24 bis 28, Hafer (inl.) 18,75 bis 19,25, Mais (gelb) 19 bis 19,25, Weizenmehl (inl., Spezial 0) 41,50 bis 42, Rvggenmehl 33,25 bis 34, Weizenkleie 10 bis 10,25, Roggenkleie 10,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 14. Ott. Auftrieb: 45 Rinder, 45 Kühe, 709 Kälber, 1003 Schafe, 203 Schweine. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 85 bis 90, mittlere Mast- und Saugkälber 75 bis 84, geringe Kälber 68 bis 74. — Schafe: Maftlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 38 bis 42, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 33 bis 37, fleischiges Schafvieh 25 bis 32. — Marktverlauf: Kälber werden bei lebhaftem, Schafe bei schleppendem Handel ausverkauft. In Schweinen unterblieb die (Kotierung wegen des schwachen Auftriebs. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die bauliche Verbesserung an der Vahnhofplah- freppe ist sehr zu begrüßen. Man sollte diesen Anlaß aber benutzen, um zugleich einen störenden Mißstand abzustellen. Wer vom Wetzlarer Weg kommend bei Dunkelheit die Treppenstufen hinabgeht, wird sich wundern, daß sich an dieser Stelle bisher ttoch kein ernsterer Unfall ereignet hat. Die Treppe ist nämlich nicht beleuchtet, und die Gefahr des Ausgleitens wird noch dadurch vergrößert, daß man von den Lichtern des Bahnhofs geblendet ist. Das kann, besonders bei Regen, Schnee ober Glatteis, leicht verhängnisvoll werden. Alte Leute, Kurzsichtige, Kriegsbeschädigte, von den Kliniken kommende Kranke würden es dankbar begrüßen, wenn auf der Trevpe eine Beleuchtung angebracht würde, welche die Treppenstufen bet Nacht deutlich erkennbar machte. Hst. Schafft Rodelbahnen? Wer ein Freund des Wintersportes ist — und deren gibt cs mehr, als man glaubt —, wird in jedem Winter von neuem das Fehlen einer ordentlichen Rodelbahn in der Nähe unserer Stadt bedauern. Der „Gießenr Anzeiger" brachte vor kurzem die Mitteilung, daß die Stadt Marburg eine groß- ziigig angelegte Rodelbahn einrichte. Sollte dies nicht auch der Stadt Gießen mögUch sein? Unsere Stadt, die doch in vieler Hinsicht vorbildlich ist, könnte hiermit ohne allzu große Mittel ein gutes Werk schaffen. Der Trieb, der seither als „Rodelbahn" benutzt wurde, ist in seinem jetzigen Zustande für den Zweck ungeeignet, liehe sich aber mit geringen Geldausgaben, evtl, unter Be|chäftigung Erwerbsloser, zu einer Rodelbahn für die Kleinen ausbauen. Für richtige Rodelbahnen ist m. E. das Gelände an der Hardt, am Schiffenberg und Gleiberg durchaus geeignet. Die betr. Gastwirte dürften an der Errichtung von Rodelbahnen in der Nähe ihrer Gaststätten ebenfalls Interesse haben. Der Allgemeinheit wird mit der Anlegung von Rodelbahnen unbestritten sehr viel geboten: Den älteren und nicht sportlustigen Mitbürgern ein immer interessantes Ziel ihrer sonntäglichen Spaziergänge, der Jugend ein gesundes Sichaustoben in der klaren Winterluft, und den vielen Freunden des Rodelsports Erfüllung ihrer schon lange gehegten Wünsche. Daher: Bringt eine gesunde Abwechslung u» j^e dumpfe Enge des Winters! Schafft Rodelbahnen! Ns. Sorgt für Sonnlagsheiligung? Seit einiger Zeit macht sich in Gießen ein g e - steigerter Viehverkehr, besonders mit Schlachtvieh, bemerkbar. Das wäre an sich recht er- freulid) — wenn dieser Viehverkehr sich nicht hauptsächlich an den Sonntagen abspielle. Stundenlang plärren Kälber, brüllen Kühe, quieken Schweine; das Vieh, das in der Regel frei getrieben werden muß, füllt die Straßen, verschmutzt den Boden und gefährdet die Passanten: Schweinetransportwagen verunzieren das sonntägliche Straßenbild: Dutzende von Beamten, Bahn- und Privatangestellten müssen ihre Sonntagsruhe opfern, damit dieser sonntägliche Viehverkehr bewältigt werden kann. Die Frage liegt nahe: muß das so sein? Diese Frage ist entschieden zu verneinen. Wenn einigermaßen guter Wille dazu vorhanden wäre, wäre diesem Mißstand leicht zu steuern. Aber es sind vielfach Leute dabei interessiert, die an ihrem Feiertage keine Nadel in die Hand nehmen, denen aber offensichtlich an der Heilighaltung des Sonntags nicht viel liegt. Nur in Ausnahmefällen kommen Transporte in Frage, die von Märkten kommen, die Ende der Woche abgehalten werden und von denen deshalb das Vieh zwangsläufig an Sonntagen ankommt. Die meisten Tiere werden im freien Verkehr erworben und absichtlich so verladen, daß sie an Sonntagen hier ankommen. Soweit die Schuld des Handels an diesem Umstand. Die Händler wieder erklären, die Metzger seien an allem schuld. Die meisten Metzger wollten Montags schlachten; das seien sie so von alter her gewöhnt. Deshalb müsse der Handel — um rechtzeitig Ware anbieten zu können — diesx Ware am Sonntag bringen. In der £at unterstützen Ineresfenten, denen am Sonntag nicht viel liegt, vielfach den ganzen Vorgang, indem sie als Käufer auftreten und an Rampen und in Stallungen kleine Viehmärkte inszenieren. Was liegt am Sonntag und an der Sonntagsruhe anbeter, wenn dabei was zu verdienen ist? Die Verwerter des Schlachtviehes brauchten nur ihren Haupt- f ch 1 a ch 11 a g auf den Dienstag oder Mitt- w o ch zu verlegen und ihren Bedarf am Montag oder Dienstag zu decken — und der ganze fonntaglichg Viehverkehr wäre beseitigt. Ob es dazu jemals kommt? Die Behörden bemühen sich feit Jahren — leider vergeblich — diese Sonntagsschändung von den Freunden der sonntäglichen Ruhe fernzuhalten. Wenn nicht andere Kräfte mitwirken, wird es wohl- beim Alten bleiben. Ein Freund der Sonntagsheiligung. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Gottesdienst der isr. Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, den 16. Oft 1926. Freitag Abend 5 05, Samstag Vormittag 8.30, Nachmittag 3.30, Sabbatausgang 6.20, Wochengottesdienst: morgens 6.45, abends 5.00. Isr. Religionsgemeinde. Gottesd. i. d.Synagoge (Südanlage). Samstag, den 16. Ott. 1926. Vorabend: 5.15, morgens: 9.00, abends: 5.40 und 6.20. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau".) Freitag, 15. Oktober: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Hausfrauennachmittag. 5.45 bis 6.05 Uhr: „Die Lesestunde". 6.15 bis 6.45 Uhr: „Die sozialen Probleme des Theaters: Theater, Politik, Staatszensur, Theaterskandale", Vortrag von Dr. Ludwig Marcuse.7.15 bis 7.45 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 8.15 bis 9.15 Uhr: Uebertragung aus Mannheim: Romanzen- und Balladen-Abend. 9.15 bis 10.15 Uhr: Kammermusik für Bläser. DR.THOMPSON'5 SEIFENPULVER k54 Zusammen: so wenig He/ck/ Dr. fäompson's Seifenpulver 304 tyuni fäleieh&i: Nr. 241 Zweites Statt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) i—i Uli ■UH nimm !■!»■ i u 11 Hin i »MIHI I« » , MI VNNMM» 1,1 » WI11 11 in lawa—en—aw Donnerstag, 4. Gttoder (926 Diplomat Mussolini. Don unserem römischen ^.-Korrespondenten. Als Poincare den Zaren umarmte, sagte man in Ser damals beliebten Diplomatensprache, damit sei nun der Friede Europas gesichert. Einige Furstcn- degegnungen waren schon vorausgegangen. Die Dinge gingen dann auch ihren Gang und als nach vierjährigen Wehen in Versailles das bessere Zeitalter aus der Taufe gehoben wurde, beschloß man mit einem Heroismus ohnegleichen, die gemeine Gcheimdiplomatie als die Mutter des Krieges im gleichen Weihwasser flu ersäufen. Und den Vater dazu, den Bündnisgeist. Es geschah also. Als Briand den Stresemann umarmte, sagte man in der heute beliebten Diplomatensprache, damit sei nun der Friede Europas gesichert. Einige Fürstenbegegnungen waren schon vorausgegangen. Und da Bündnisgeist und Geheimdiplomatie das Zeitliche gesegnet haben, gehen denn auch die Dinge ihren Gang. Auf Ascona folgte Rapallo, auf Thoiry Livorno. Die Völker sind unterrichtet. Run werden manche, wie immer in solchen Fällen, einwenden, der Vergleich sei unzulässig, denn inzwischen sei doch die Zeit fortgeschritten, und es ist wahr: PoincarL zahlte damals mit vulgärem Geld die nach Drestlitowsk zurückverlangtcn Milliarden, während man heute, modern, wie man ist, dafür Eisenkartell sagt. Für den unbeteiligten Dritten aber ist das gehupft wie gesprungen. Italien saß nicht am geheimnisvollen Tischchen von Ascona, nicht am Tischleindeckdich von Thoiry. Es spielt durchaus — oder glaubt das wenigstens — die Rolle, die Deutschland bei der Zarenumarmung innehatte. Es fühlt sich verraten, verkauft, isoliert, eingekreist. Und handelt dementsprechend. Die Dinge gehen ihren Gang. Ridmals ist die Geheimdiplomatie so finster gewesen wie heute, niemals unter so anmaßend demokratischer Maske betrieben worden. Wer wollie im Ernste abstreiten, daß der deutsche Kaiser oder der Zar weit weniger Gelegenheit hatten, von geheimen Zusammenkünften Gebrauch zu machen, als unsere modernen Diplomaten 7 Abgeordnete von seinem durchgehenden Temperament, das sich in den berühmten Randglossen entlud, konnte der Kaiser vor seinen Ratgebern nichts aus den Fürstenbegegnun- gen verheimlichen, wenn er darauf einen Plan stützte, der Außenminister der deutschen Republik dagegen braucht dem Kabinett nur so viel klaren Wein einzuschenken, als er für dessen Wohlbefinden zuträglich hält. König Eduards Gedanken kannte die ganze Welt als offenes Geheimnis, Chamberlain dagegen ist ein wirkliches Buch mit fieben Siegeln, und Mussolini eine Sphinr. Wir dürfen heule eine Höflichkeitsvisite darin sehen, wenn der spanische Herrscher den italienischen besucht, nicht aber eine Harmlosigkeit in Thoiry oder Livorno. Der Reichstag, der dem Kaiser noch so höllisch zu schassen machte, ist zur geschwätzigen Domestikentreppe herabgesunken. Beschlüsse werden nur noch in geheimen Sitzungen gefaßt, Völkerbündnisse unter vier Äugen in unbekannten Kneipen beredet und begossen. Und dann deutet man pharisäerhaft auf das verfluchte ancien r^gime. So kommt es, wie es kommen muß. Der Völkerbund dient den ernsthaften Diplomaten nur noch als Festbühne für die politischen Kinder, wo sie ihre zierlichen Menuettschritte machen und mit silberner Stimme reden. Hinter den Kulissen aber wird gefeilscht und gerungen mit allen Listen und Künsten der Jahrhunderte. Italien sand das letzte Theaterstück in Genf gerade passend, um sein militärisches Bündnis mit Rumänien unter Dach zu bringen. Man muß es dem „Draufgänger" Mussolini lassen, daß er der Zunft des glatten Parketts die Schliche abgefchaut hat und im Begriffe ist, feine Lehrmeister zu übertreffen. Dabei kommt ihm die klare Erkenntnis der fchickfalshaften Entwicklung seiner Ration zugute, aoer auch noch etwas anderes, was einigen feiner Kollegen verschlossen bleibt: die Lehre aus dem Weltkrieg. Italien sicht sich heute tatsächlich in einer Lage verblüffend ähnlich derjenigen, die Deutschland zum Verhängnis wurde. Es sieht feinen Zweifrontenkrieg Heraufziehen, im Westen und Offen, und steht vor der bangen Frage: Wie wird sich wohl England im entscheidenden Augenblick verhalten? mm»,«'Mnatnrn (Biebener Stadttheater. Hans Jos6 Rehfisch: „Wer weint um Juckenack?" Seltsam find die Masken, hinter denen die jungen Dichter der Zeit sich verbergen. Werk und Gestalten tragen oft so wunderliche Namen, daß man befremdet auf horcht, ehe man sich besinnt, wieviel nrehr Gewicht man heute — mit Recht — auf scheinbar so äußere Dinge legt, als man früher gewohnt war. Ein Rame, ein Klang, ein Rhythmus kann schon die Phantasie beflügeln, Gedanken anregen und lockern, schwebende Stimmungen vorzaubern, über die man sich nicht Rechenschaft zu geben vermag. Freilich ist auch gerade mit diesen (allerdings beziehungsvollen und nicht unwichtigen) Dingen in der modernen' Literatur viel Mißbrauch und Bluff getrieben worden. Es war, einfach gesagt, oft genug nichts dahinter. Aber man darf sich nicht tauschen lassen. 1913 erschien Rehfischs erstes Werk: „Die goldenen Waffen"; es hat kein Hahn darnach gekräht. Sieben Jahre später kam ein Drama, „Der Chauffeur Martin"; ein kleiner Kreis horchte auf; ein Kritiker bemerkte zur Auffüh- rung, auch Strindberg habe diese Tragödie geschrieben (es kann hohes Lob oder böse Ironie ge- topfen fein) — und überdies wußte man inzwi- schen, daß der Autor, 1891 geboren, in Char- lottenburg lebe und Dr. jur. et rer, pol. sei, wo- rii&er man sich einigermaßen verwunderte. Aber- mals zwei Jahre weiter die Komödie „Erziehung durch Kvttbrr'; der sonderbare Titel verhieß Sensation, und die Wiener Ausführung erzielte prompt einen Theaterskandal, wozu hinwiederum kein Anlaß vorlag. Dann folgten schnell nachein- ander die Dramen „Wer weint um Juckenack?", „Die Libelle", „Nickel und die 32 Gerechten", „Jakob und der Teufel" und „Duell am Lido". „Juckenack", Tragikomödie von 1924, eines der wertvollsten Dramen Rehsischs, könnte formal und gehaltlich von dem größten Könner einer älteren Generation Herkommen: von Georg Kaiser. Der Mensch im Mittelpunkt wirkt oft wie ein geistiger Bruder der Kaiserschen Spazierer und Pfandleiher. Die seltsame Mischung von zeitgebundener Realistik und einer ins Geheimnisvolle und Jenseitige alarmierend vorstohenden Idee ist ebenso romantisches, wie dichterisches Merkmal, das gerade für Kaiser (der überhaupt schwer zu erfassen ist) Geltung hat. Und endlich Das ist die rote Schnur, die Roms politische Taue durchzieht und von dieser Erkenntnis wird fein Tun und Lassen beherrscht. Gegenüber dieser klaren und bedeutsamen Tatsache, die nicht treffender bezeichnet werden kann als mit dem italienischen Wort fatale, das nicht übersetzbar ist, ungefähr so viel bedeutet wie vorbestimmt, schicksals- haft, rücken die sog. Probleme des Tages — Abessinien, Tanger usw. — in den Hintergrund. Damit ergibt sich schon, worüber Mussolini mit Chamberlain verhandelte, in Rapallo wie in Livorno. Statt Diplomat Mussolini möchte man am liebsten sagen Stratege Mussolini, denn er denkt in Ländern und Verträgen wie der Feldherr in Armeen und Manövern. Er weiß, daß die diplomatische Front Deutschlands, wie sie noch dessen erster Kriegskanzler als gegeben annahm, mit dem (für Bethmann Hollweg) unerwarteten Eingreifen Englands verhängnisvoll durchbrochen wurde, weiß, wie sehr das Auftauchen neuer Feinde, und handle es sich auch bloß um den Balkan, ins Gewicht fällt, weiß als Italiener schließlich auch, daß es nicht ratsam ist, immer auf Bündnisverträge zu bauen. Er handelt also, indem er Deutschlands Fehler zu vermeiden sucht. Er ist Kaiser Wilhelm in feinem Temperament, seiner Photographenpose und seinen Zerschmetterungsreden, hat aber auch die Bismarckstiefel an und den Napoleonshut auf dem Kopfe. Fragt sich nur, ob ein einziger Mensch so viele Requisitenstücke auf die Dauer tragen kann und im entscheidenden Augenblick zu verwenden weiß. Doch interessiert das an dieser Stelle nicht; halten was uns an das Pofitivum, das Italien sich für diesen Augenblick vorbereitet. So gedacht oder nicht, jedenfalls empfindet Rom die deutsch-französische Verbrüderung so wie seinerzeit Berlin die französisch-russische. Besonders erbittert hat dabei die eiserne und goldmarkklingende Begleitmusik, das E i s e n f a r t e 11. Begreiflich, denn Italiens Achillesferse ist der Mangel an Rohmaterialien. Wenn die Regierungspresse von einer Verletzung der Meistbegünstigungsklausel, von einem Werk der internationalen Plutokratie und Entartung des kapitalistischen Regimes spricht, so meint sie bei allem Schelten natürlich doch nur die furchtbare Gefahr der wirtschaftlichen Isolierung I t a l i n s. Gesetzt den Fall, Deutschland bewahrt bei dem Kampfe ums Mittelmeer eine „wohlwollende Neutralität" zugunsten Frankreichs, jo wiegt das mehr als die ©ranatcnlieferunq Amerikas im Weltkriege. Italien braucht also durchaus nicht mit einer militärischen Unterstützung Frankreichs durch Deutschland zu rechnen, um schon genügend Grund für eine scheele Betrachtung des Techtelmechtels von Thoiry zu haben. Es nimmt also seine Zuflucht zu England. Unnötig zu betonen, daß und warum England wie ein deus ex machina in den Mittelmeerkrieg eingreifen kann. Italiens Schicksal wäre schon in dem Augenblick besiegelt, wo der britische Schleusenwärter in Gibraltar und Suez zuschließt. Rom kann nicht einmal die Neutralität Englands vertragen, wenn sie frankophil gefärbt ist. Da aber der Brite nichts umsonst tut, so heißt es für Mussolini: Was kann ich bieten? Nun, vor allem die Unterstützung Italiens in der unveränderten britischen Politik, die immer den Stärfftcn auf dem Fesi- lande aufs Korn nimmt. Hier würden sich also auf der in Livorno betonten „gleichen Richtlinie" Rom und London treffen. Von einer Seemacht verlangt aber England stets als erstes Bündnisfäyig- k e i t. Ist die italienische Flotte bündnisfähig? Soweit sie es noch nicht ist, verspricht Mussolini, wird sie es werden. Er hält sofort nach Livorno seine programmatische Vorlesung über die Seebeherr- schung des altrömischen Imperiums an der Frcm- denunioersität von Perugia. So war es, so soll es wieder sein! Gleichzeitig erfolgen die Manöver gegen den Feind im Osten. Schon heute erweist sich der Adrw- pakt als das, was er immer nur war: ein zeitliches Sicherheitsventil gegen das frühzeitige Losaehen der jugoslawischen Flinten. Ernstlich in Schach gehalten kann der Gegner aber nur durch jene Politik werden, die man als Beruhigung des Balkans zu bezeichnen pflegt. Dem zu stark gewordenen Jugoslawien wird also das berühmte „Gleich g e - wicht" entgegengesetzt, Rom sichert sich Bukarest und Sofia. Und noch weitere Maschen werden an das Netz der Verträge angewebt werden. Wie vor 1914. Die Dinge gehen ihren ehernen Gang. Die Kolomalfrage und DeutWandsCintritt in denVölkerdund Von Dr. Johannes Bell, Reichsjustizminister und Reichsminister für die besetzten Gebiete, Vorsitzender d. interfraktionellen Kolonialvereinigung des Deutschen Reichstags. Deutschlands Eintritt in den Völkerbund, von der größeren Mehrheit des deutschen Volkes ersehnt und begrüßt, muß auch für die berechtigten kolonialen Wünsche und Foredrungen Dertschlands besondere Bedeutung gewinnen. Bekanntlich ist die unter Verletzung ausdrücklicher Zusagen in den Wilsonschen 14 Punkten erfolgte Wegnahme unseres gesamten Kolonialbesitzes gegründet worden auf die Behauptung, daß Deutschland sich als unfähig erwiesen habe, unentwickelte Volker zu leiten, und daß es daher in dieser zivilisatorischen Kulturarbeit durch fortge- schrittene Nationen ersetzt werden müffe. Als damaliger Reichskolonialmini st er habe ich es als meine Hauptaufgabe und vornehmste Ehrenpflicht betrachtet, vor der gesamten Kulturwelt diese für Deutschland tiefträntenoe koloniale Schuld- lüge mit allem Nachdruck zu bekämpfen. In dem meiner Leitung anvertrauten Reichskolonial, minifterium, das zu unserem tiefen Schmerze damals auf die Propagandaarbcit und die Liquidation beschränkt bleiben mußte, wurde ein für die historische Forschung dauernd wertvolles Material hierüber gesammelt und veröffentlicht. Zu verweisen ist insbesondere auf die von uns ausgearbeiteten und auch der Entente vorgelegten Denkschriften über unsere und der anderen Kulturstaaten kolonisatorische und zivilisatorische Befähigung und Bc- tätigung. Dieses Material, gestützt fast ausschließlich auf einwandfreie Zeugnisie sachkundiger Gegner Deutschlands, war derart erdrückend und beweiskräftig, daß eine gerechte Beurteilung hieran unmöglich vorüber gehen konnte. Unter Ueberreidjung dieses durchschlagenden Beweismateirals an unsere damaligen Kriegsgegner hatte ich mich ausdrücklich erboten, vor einem frei auszuwählenden Forum die deutsche Kolonialverwaltung gegen alle Angriffs und Vorwürfe zu rechtfertigen. Unter der Einwirkung der damaligen Kriegspsychose ging man über meinen sicherlich durchaus beachtlichen Vorschlag ebenso zur Tagesordnung über, wie über unser vorgelegtes Beweismaterial. Gegenüber dieser offensichtlichen Mißachtung habe ich damals schon vor der breitesten Oeftentlichkeit in Wort und Schrift darauf hingewiesen, daß unser unerschütterliches Vertrauen auf unser Recht uns nicht im Stich lassen werde. Die Zeit werde kommen, wo sich bewahrheite, daß die Sprache des Siegers nicht die Sprache der Vernunft und der Gerechtigkeit sei. Inzwischen hat sich in dem Gesamturteil unserer ehemaligen Gegner ein unverkennbarer Wandel vollzogen. Je mehr die Kriegspsychose unter der Einwirkung der politischen Gesamtverhältnisse einer ruhigeren und gerechteren Beurteilung und vor allem der Erkenntnis von der Notwendigkeit des Wiederaufbaus Europas unter gleichmäßiger Mitwirkung von Siegern und Besiegten den Platz räumten, um so mehr drang auch allmählich die Tieberzeugung durch, daß es nicht nur eine schwere Ungerechtigkeit, sondern zugleich ein verhängnisvoller politischer Fehler war, Deutschland seinen gesamten Kolonialbesitz gewaltsam wegzunehmen. Diese Erkenntnis führte unwillkürlich unsere ehemaligen Kriegsgegner zu einer Nachprüfung des in Versailles gegen Deutschland geschleuder- scheint die sich durchdringende Verbindung von kühler Verstandesschärfe und überströmender Phantasie wiederum auf den „Denkspieler" hinzuweisen, dessen breiten und wohl immer noch unterschätzten Einfluß man erst später vollkommen überschauen und würdigen wird. .. Aus dem Elend und dem trostlosen Dunkel der Zeit nach dem Kriege, aus den Monaten, wo es am schlimmsten war, als der Kampf um Dasein oder Uniergehen am erbarmungslosesten tobte, als brutale, materielle NotwendiAeit, das Geschäft um jeden Preis, der Wechsel mit oder ohne Deckung alles Feine, Geistige und Innerliche in der Gemeinschaft der Menschen an die Wand gedrückt hatte . . . aus solcher miterlebten Vergangenheit nimmt Rehfisch den Stoff zu diesem Stück, greift er ein Menschenschicksal, ein kleines, kaum belangvolles, heraus und baut es vor uns hin. Rehfisch, der Dichter — seinen geistigen Umriß, seine künstlerischen Komponenten versuchten wir oben in einer Parallele zu markieren — und der Dramatiker; denn die Tragikomödie ist mit sicherem Instinkt fürs Theater hingeworfen. Ihre drei Akte zittern vor innerer Spannung. Da steht ein kleiner Justizbeamter, Juckenack, eines Tages zwischen Tod und Leben, zwischen Himmel und Erde. Er ist gestorben, oder sagen wir: er lag ein paar Stunden in totenstarrer Ohnmacht. Dann kommt er wieder zu sich, steht auf, wandelt und beginnt sein Leben von neuem, oder ein neues Leben überhaupt. Er hat den alten Adam aus gezogen und von sich getan. Demi, während er so dalag zwischen Leben und Tod, zwischen hüben und drüben, flog seine Seele zum Himmel (träumte er vielleicht) und begehrte Einlaß. Aber der armen Seele ward nicht aufgetan. Und eine Stimme tönte, wie Sphären« Hang: Wer weint um Juckenack? — Niemand! Er ist ausgelöscht. Keine Spur, keine Träne. Wer aber so erlischt, der hat kein Anrecht auf das.... da drüben, oder dort oben. Dem wird nicht aufgetan. Er erwacht verstört und verzweifelt. Dreißigjähriges Beamtentum fällt von ihm ab, wie eine verstaubte, zerknitterte Hülle, die Diensthaltung des alten Feldwebels knickt ein. Dinge tun sich ihm auf, wie jenen sieben blinden Passagieren der englischen „Ueberfahrt". Fragen gähnen ihn an wie Abgründe: wo blieb die Seele, das Herz, das „Jnn^liche", mit welchem Sinn lebte er zrivor, warum weint ihm niemand eine Träne nach, wenn er nicht mehr da ist? Juckenack, in den zwei visionären Stunden, fand einen neuen Sinn und entdeckt ein warmes und gütiges Herz in sich. Er will die Menschen liebhaben, die um ihn sind, will gute Werke tun und Wohltaten erweisen. Damit jemand an ihn denkt, mit einer stillen Träne, wenn er wirklich tot ist. Aber er ist ein Pechvogel. Er lebt nicht in der Zeit des gütigen Herzens, sondern in der Zeit der starken Ellenbogen und der devisengefüllten Brieftasche. Er gerät an die Unrechten, einen skrupellosen Geldverdiener und ein verwahrlostes Mädel. Beiden gibt er Geld; ihn, dessen Wechsel leider ohne Deckung sind, rettet er, indem er die Akten verbrennt. Dank dafür? O nein — Roheiten und bare Rückzahlung, als es „gut" gegangen war. Tränen gar? Bewahre, nur keine Gefühlsduselei, nur keine Sentiments, wenn der Dollar springt. Der arme Juckenack hat eine unglückliche Hand. Menschengüte — ist gegen das Gesetz. Sein vorgesetzter Staatsanwalt macht ihm das klar. So klar, daß er innerlich durch Menschengüte zur Anarchie gelangt, daß er am Ende den Verstand verliert. Er ist nicht mit dem Herzen und nicht mit dem Kopf seiner harten Zeit gewachsen. Ihm hilft es nicht mehr, daß ein Versicherungsagent, der auch nicht besonders von Gemüt beschwert ist, seinen Wunsch erfüllt; daß schließlich doch jemand an Juckenack denkt und um ihn weint, irgendein kleines, „romantisches" Mädchen; die „Versicherungsgesellschaft" arrangiert das kulant und trägt die geringen Spesen... Juckenack stirbt, indes der Dezemberwiiid durchs offene Fenster heult, und dec liebe Gott die Drehorgel spielt. (In Wahr- hett ist es der Leierkastenmann unten im Hof.) Und diesmal ist Juckenack wirklich tot. Deshalb wissen wir nicht, ob ihm diesmal aufgetan wurde, als feine arme Seele abermals anklopfte da oben ... zwischen dem Großen Bären und der Kassiopeia. Aber das wissen wir: die „Lösung", die Rehfisch gab, kann so sein, oder anders. (Es ist im Grunde nicht wichtig.) Auch wer, abgesehen vom zweifellos originellen Einfall, das Gedankliche in Thema und Aufbau diefes Stückes überwiegen sieht, wer den Konsequenzen der beiden letzten Qlfte nicht folgen will, wer nur abgedroschene Sprichwörterweisheit aus alledem dozieren hört (vom Undank, der der Welt Lohn ten Vorwurfs der Kolonialunfähigkeit. Mit Genugtuung und Freude darf die Tatfache begrüßt werden, daß auf Grund diefer Nachprüfung, die sich insbesondere auch auf die Zeugnisse der Eingeborenen und den Zustand un'ercr Kolonien vor und nach Wegnahme erstreckte, die Unrichtigkeit jener Vorwürfe rückhaltlos anerkannt wurde. Die jüngsten Erklärungen der südwestafrikanischen Mandatsverwalttng springen in dieser Hinsicht besonders in die Augen und verdienen für die historische Wertung besondere Beachtung. Jetzt muß die Tatsache festgestellt werden, daß durch Deutschlands Eintritt in den Völkerbund die unberechtigten Vorwürfe auch offiziell zurückgenommen sind. Dieser Erfolg darf aber nur eine Etappe sein zum Wege eigener kolonialer Betätigung. Berücksichtigt man, daß die Wegnahme unseres KolonialbeüheS und b'c Verletzung der 14 Punkte Wilsons lediglich und allein gegründet worden ist auf Deutschlands kolonisatorische Unfähigkeit, so müssen sich vom Standpunkte der Gerechtigleit und Billigkeit, ja sogar vom Standpunkte der gesunden Vernunft und Logik die Konsequenzen der rückhaltlosen Zurücknahme des Vorwurfs der kolonisatorischen Unfähigkeit von selbst ergeben. Deutschland kann sich aber, so überragend sicherlich der nationale Ehrenstondpunkt ist und bleibt, mit dem theoretischen Erfolg der Anerkennung seiner Mandatsfähigkeit nicht begnügen. Als Kulturstaat, der auf eine tausendjährige Vergangenheit zurückblickt und der gefamten zivilisierten Welt so reiche Kulturschätze gegeben hat, muß Deutschland seinen Anspruch aus Mitwirkung an der Zivilisation unentwickelter Völker und an der Koloni- fationd arbeit nachdrücklich auch in Zukunft aufrechterhalten. Dazu treten die unabweisbaren Bevölkerungsprobleme. Deutschland muh ein Abfluhgebiet für seine gewaltig überschießende Bevölkerung haben und dazu können nur eigene Kolonien auf die Dauer zweckentsprechend dienen. Nicht an letzter Stelle verdienen die wirtschaftächen Erwägungen tiefgründige Beachtung. Deutschland ist bei seinem riesigen Bedarf an kolonialen Rohstoffen daraus angewiesen, wenigstens einen beträchtlichen Teil hiervon aus eigenem Kolonialbe ih zu erträglichen Dreisen zu beziehen. Umgekehrt muß Deutschland, auch um seine schweren Reparativnsver- pflichtungen zu erfüllen, in eigenem Kolonialbesitz ein geeignetes Absatzgebiet für industrielle und wirtschaftliche Erzeugnis'e haben. Alle diese Erwägungen, denen sich im Inlands und Aus Ian de eine sachgemäße und gerechte Beurteilung unmöglich entziehen kann, zwingen Deutschland dazu, seinen berechtigten und unverzichtbaren Anspruch auf Wiedererlangung eines seiner Bedeutung, Ausdehnung und Bevölkerungszahl entsprechenden Kolonialbesitzes immer wieder von neuem zu erheben, bis endlich unsere Ansprüche ihre Befriedigung gefunden haben. Deutschland hat in dem Memorandum über seinen Eintritt in den Völkerbund die Erwartung ausgesprochen, an der Mandatsverwaltung seiner früheren Kolonien beteiligt zu werden. Nachdem nunmehr die Begründung für die Wegnahme seiner Kolonien als nicht stichhalttg anerkennt ist, muß bei der erforderlichen neuen Verteilung der Mandate Deutschlands kolonialen Dedürfnissen in dem Maße Rechnung getragen werden, wie es im 5. Wilsonschen Punkte damals Deutschland ausdrücklich zugesichert worden ist. In dem unerschütterlichen Vertrauen, daß Recht und Gerechtigkeit schließlich oben bleiben werden, gebe ich der Erwartung Ausdruck, daß der Tag nicht mehr fern sein werde, an dem sich auch Deutschlands berechtigte Kolonialsorderungen verwirklichen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt muh Deutschland Gelegenheit gegeben werden, seine mehr als 30jährigen kolonialen Erfahrungen und seine inzwischen allseitig anerkannte tiefgreifende Kenntnis der Mandatsgebiete, die früher deutsche Kolonien waren, 5um Segen der Eingeborenen und zur Förderung der Kultur in der Mandats- ist) — die Herztöne und das dichterisch ^eine dieses Dramas werden keinem ungehört vei allt sein, der hier eine Seelenwandlung erlebte ntcr der Erkenntnis des einfachen und alten Gei. tzes: daß Liebe und Güte „wertbeständige" und un- käufliche Dinge sind, ohne die ein Menschenleben Sinn und Würde verliert. e । Die Aufführung (Telekh) war ausgezeichnet: sie traf dem aus harter Alltäglichkeit und aufblihender üleoersinnlichkeit schroff und unvermittelt gemischten Stil dieses wunderlichen und ergreifenden Theaterspiels mit großer Sicherheit, vermied auch klug das naheliegende Timschlagen und Abgleiten in die Platte Groteske. Die sechs Personen der Begebenheit auf einer einheitlichen Höi e der Darstellung; die Szenenfuhrung geradlinig und ausdrucksvoll. (Besonders der zweite Akt brachte tadellos gesprochene Dialogpartien.) Auch der äußere Rahmen (Karl Löffler) war auf Milieu und Stimmung des Ganzen abgestimmt und zugeschnitten. Adolf Teleky hatte die übrigens sehr dankbare Rolle im Mittelpunkt. Sein Juckenack war eine liebevoll nachgedachte und nachempfundene, scharf profilierte Figur, mit all den rührenden, lächerlichen und auch erschütternden Lichtern, die der Dichter darübergebreitet hat. Pointiert herausgearbeitet die unaufhaltbare Entwickelung, der langsam fortschreitende, aus visionärem Alpdruck entfesselte Verfall einer im Grunde kindlichen Seele, und der Untergang eines trägen Herzens. — Die Hausbesorgerin, Frau Nagel, wurde von Luise Jüngling in gut beobachtete Realistik gekleidet: ein armes, einfältiges, ehrbares Geschöpf, mit kleinen Schwächen und liebenswerten Haustiereigenschaften; eine ungeschminkte und selbstverständliche Erscheinung. Geffers: der Staatsanwalt; innen und außen korrekt, gute alte Schule, makelloses Beamtentum, unerschütterlich in Cwundsähen, Anschauungen und Begriffen, die freilich über gewisse, wohlgezogene Grenzen nicht hinausgehen Eine runde, saubere Leitung. Paul Lenau und Alix Krahmer (von der man diese Rolle kaum erwarten konnte), die beiden Zeitgenossen, die das Geschäft machen, von fataler Echtheit: gierig, minderwertig, typisch. Gehres Agent endlich als phantastische Marionette und epilogsprechender Totengräber, der irgendwie aus Wedekinds Bezirken entlaufen schien. Gs war ein starker Erfolg. v Dr. Th. j 'Jion (>u verwerten. Dieser Mitarbeit wird sich Deutschland um so weniger entziehen, als •i erfahrungsgemäß und nachweislich die soziale, moralische und materiell« Wohlfahrt der eingeborenen Bevölkerung stets als höchste koloniale Ausgabe betrachtet hat. Koloni ierung ist Missimrierung: das war und bleibt Kern und Stern unseres Kolonialprogramms. Selbstverständlich müssen wir aber auch inzwischen, bevor sich unsere Kolonialansprüche verwirklichen, darauf bestehen, daß die Mandatsgebiete, soweit dies jetzt nod) nicht der Fall ist, deutschen Staatsangehörigen wieder voll und ganz geösfnet werden. Sonst würde der fundamentale Grundsatz der Gleichberechtigung der Mitglieder des Völkerbundes zur leeren Phrase und zum bloßen Schein herab- gewürbigt werden. 3m Dunkel der europäischen Geheimdiplomatie. Don Prof. Ferdinand Dreher. Friedberg i. H. Wer aus Unkenntnis oder wider besseres Wissen der deutschen Regierung von 1914 Kriegswillen oder EroberungSplane zuschvellrt, versündigt sich an der Wahrheit und an unserem armen Dolk. Während Frankreich und Rußland schon 1913 über eine Verteilung der Beute verhandelt hatten, zog Deutschland ohne irgendein Kriegs-,, Ziel" das Schwert, nur zur Verteidigung des nackten Lebens. Kriegs-,Ziele" wurden in Deutschland erst später, inti> zwar von privater Seite, aufgestellt. Einser heutiges Elend rührt nicht daher, baß wir den Krieg verloren haben, sondern ist auf den Artikel 231 des Versailler „Vertrages" und die in der Mantel-Rote und dem Ultimatum vom 16. Juni 1919 enthaltene Lüge zurückzuführen, daß wir den Weltkrieg zwecks Erlangung der Weltherrschaft jahrzehntelang vlamnähig vorbereitet hätten und also für alle Schäden ouf- kommen müssen. Die Beraubung Deutschlands, die f'nanzielle Versklavung unseres Voltes durch die sog. „Reparationen" und den „Dawesplan" wird von den 27 „Siegern" ausschließlich mit der alleinigen und verbrecherischen Schuld Deutsch- lands am Weltkrieg begründet. Deutschland nun hat durch die restlose Oeff- nurtfl seiner Archive ein in der diplomatischen Geschichte unerhörtes Beispiel von Freimut gegeben und damit bewiesen, daß es bei einer unparteiischen Untersuchung der Kriegsschuld- frage die Wahrheit nicht zu scheuen braucht. Deutschland hat den Krieg nicht gewollt, sondern gefürchtet. An diesem jetzt schon in seinen Hauptzügen klar unvrissenen Bild wird sich la um etwas Wesentliches ändern, tocrtn auch die Feindmächte eines schönen Tages notgedrungen in den sauren Apfel beißen und ihre sorglich versteckten Vor- kriegsakten auf den Tisch legen. Denn es gibt bereits Zeugnisse ohne Zahl, die nicht erlogen fein tonnen, weil sie mernals zur Veröffentlichung bestimmt waren. Hierher gehören die von der russischen Räte- vegier.'Ng preisgegebenen berghohen Telegramme und Dericyte Iswolskys, der von 1907—10 als Außenminister und dann als Botschafter Rußlands in Paris wirkte. Der zu den brenzligsten Geheimakten der russischen Staatsarchive zählende diplomatische Schriftwechsel Iswolskys brandmarkt den Weltkrieg als einen längst geplanten Aeber- fall auf die Mittelmächte. Iswolsky und Poin- car6 haben nämlich seit Januar 1912 mit teuflischem Geschick ganz Europa unterminiert und sich 1914 Serbiens als Brandfackel bedient, um die morschc» Donaumonarchie und das Deutsche Reich in die Luft zu sprengen, dessen Vormachtstellung in Handel, Industrie, Kunst, Wissenschaft und auf sozialem Gebiet den Entente- gesellen ein Dorn im Auge war. „DaS ist mein Kriegs 4 Jahre auf meinem Posten in Paris haben mir genügt, um mein Ziel zu erreichen!" So und nicht anders klingt eS im August und September 1914 wie ein triumphierendes Geständnis aus dem Munde Iswolskys. Wine auch dem Laien verständliche, treffliche Darstellung der von Iswolsky und Poincar6 gegen - den Weltfrieden angezettelten Intriguen gibt cm . soeben bei der Deutschen Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte (Berlin) erschienenes zweibändiges Prachtwerk des bekannten Historikers Das große Würfelspiel. (Martina ÖUemar.) Roman von Franz Inner Kappus. 15 Fortsetzung Nachdruck verboten. Stockend erzählte Carsten von Doktor Morell. „Warum machen Sie sich das Leben so schwer?" K Julie. „Man muß sich nicht in Extremen jen. Es gibt auch Kompromisse." Carsten verkürzte die Schritte. „Kompromisse taugen nichts. Entweder — oder." „Und wir beide?" fragte Julie tastend. Voll wandte sie dem Manne das Antlitz zu. Ihre Augen strahlten. Längst hatte die Leidenschaft Carstens sie mitgerisscn. Wieder blühte die Welt. Noch ein Sommer stand auf der Schwelle. Wieoiele würden noch kommen? War es der vorletzte, der letzte? Stärker betonte Julie: „Und wir beide — ist das kein Kompromiß?" „Es sollte keiner sein", antwortete Carsten bedrückt. „Auch der goldene Mittelweg ist schön." „Nie, Julie, nie." Ohne Uebergang begann Carsten von Martina zu sprechen. Schon wiederholt hatte Julie von den Töchtern erzählt. „Ich möchte Martina kennen lernen. Sie muß ein kluges, zielbewußtes Mädchen sein." „Nur eigensinnig." „Geht sie noch immer in ihr Bureau?" „Es ist eine Art fixe Idee", erwiderte Julie leickthln. Die Wendung paßte ihr nicht. Eine leise Gefahr schien aufzusteigen. So lange es sich vermeiden ließ, sollte Carsten Martina nicht kennen lernen. Julie drehte den Kops nach rechts und links. „Die vielen Menschen aus einmal —" In der Tat: plötzlich wimmelte der Weg zum Bayerischen Häuschen von Ausslüglern. Die ersten Berliner „Blütenzüge" mußten eingetroffen sein. Lachend und lärmend tollten die Kinder. Die weißen Schillerkragen der Männer leuchteten. Breit schau- feiten die Hüften der Frauen. Gruppen um Gruppen armer, sonnendursttger Großstadtmenschen zogen vorüber. „Es wird ungemütlich", sprach Julie, die Unter« tippe zwischen den Zähnen. „Vielleicht kehren wir um." Friedrich Dtieve: „3 in Dunkel der Europäischen Geheimdiplomatie. Iswolskys Kriegspolitik in Paris 1911 b i s 1917. Volksausgabe der im Auftrage des Auswärtigen Amtes veröffentlichten Iswolsly- Dokumente". Für die klare und eindeutige Ausdrucksfähigkeit Iswolskys spricht es, daß seine Berichte sich, dank Stieves Einordnung, gleichsam wie eine geschichtliche Erzählung, stellenweise wie ein spannender Kriminalroman lesen. Iswolsky und Poincar^ haben bewußt, mit kühlem Verstände und kalter Berechnung die möglichst lückenlose Vorbereitung des Kampfes gegen die Mittelmächte zum Abschluß gebracht, um im geeigneten Augenblick den Weltkrieg, „die heilsame Krisis, auszulösen: um die europäische Politik zum Punkte des Bruches zu führen". Mit diesen Worten kennzeichnete der ehemalige russische Außenminister Graf Murawiew die Sendung Iswolskys nach Paris Ende 1910. Wie lange aber noch wird die goldverblendete Majestät des sogenannten Weltgewifsens in Genf mit gefalteten Händen und frommem Augen- auffchlag vom ewigen Frieden und von Recht und Billigkeit predigen, während Deutschland unter den Strafmaßnahmen des Fchlspruches von Versailles fangfam verblutet? Im Kampfe gegen die Kriegsschuldlüge muß das gesamte deutsche Dolk ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit geschlossen zusammenftehen. Hier gilt es nicht, die Monarchie oder Republik zu verteidigen oder anzuklagen, sondern der Wahrheit, die uns allein frei machen kann, eine Gasse zu bahnen. Von der baldigen Bereinigung der Kriegsschuldfrage hängt daö künftige Schicksal unseres Vaterlandes, dos Wohl und Wehe von Kind und KindeSkinb, ab. Oberhessen. Landkreis Gietzen. f. K l e i n »ß t n b e n, 13. Oft. In Gegenwart weniger Interessenten fand gestern eine Neuner- Pachtung von Grundstücken in hiesiger und der anschließenden Gießener Gemarkung des Fabrikanten Wilhelm Volk ans Großen-Linden auf weitere sechs Jahre statt. Die erzielten Pachtpreise bewegten sich je nach Güte des Geländes zwischen einem und zwei Pfennig pro Quadratmeter Der Umstand, daß Interessenten genügend Pachtland au-, freier Hand zur Verfügung steht, läßt ein größeres Interesse an solchen Verpachtungen immer mehr schwinden. n. Großen-Linden, 13. Oft. Eine hiesige Frau verletzte sich beim Stro h schneiden ein Auge an der Spitze des Strvhmessars so schlimm, daß sie Aufnahme in der Gießener Klinik finden mußte. Zum Strohschneiden befestigt man hier in der Scheune oder in dem Viehstalle abgelegte Sensen. Zur Vermeidung von derartigen Verletzungen sollte man die Spitzen der Sensen um 10 Zentimeter abhauen und dann die Ecken abrunden lassen. v Lich, 13. Oft. Der vor etwa fünf Jahren gegründete Arbeiter - Gesangverein „Einigkeit" dahier plant am 4. und 5. Juli nächsten Jahres ein Sängerfest mit Fahnenweihe abzuhalten. Aus diesem Anlaß fand vor einigen Tagen auf Einladung des festgebenden Vereins eine Besprechung der Vorstände der OrtSvereine statt. 50 Vorstandsmitglieder hiesiger Vereine einschl. ihrer Vorsitzenden hatten der Einladung Folge geleistet. Rach den gegebenen Erläuterungen über die Art und den Umfang des in Aussicht genommenen Festes er- flärten sich alle Anwesenden ohne Ausnahme zur gemeinsamen Mitarbeit bereit. Anschließend hieran schritt man zur Bildung eines Finanz-, Presse-, Wohnungs-, Wirtschafts-, Emfangs-, Dau- und Schmückungs-, Dergnügungs- und Ordnungs-Ausschusses. Den Ausschüssen ist die Vorbereitung und Durchführung des Festes in die Hand gelegt. Sie sollen sich ihre Vorsitzenden und Schriftführer selbst wählen. Der Bürger- m e i st e r der Stadt wurde von der Versammlung einstimmig zum Fe st Präsidenten gewählt. Der Vorstand deS Arbeitergesangvereins „Einigkeit" dankte den Dereinsvertretern für die bereitwillige Mitarbeit und gab der Erwartung Ausdruck, daß das geplante Fest einen vollen Erfolg bringen werde. Weiterhin wurde mitge- teilt, daß in den nächsten Tagen mit der Sammlung freiwilliger Beiträge für die Anschaffung „Bitte." Den Kopf gesenkt, ging Carsten neben ihr her. Zwiespältig war ihm zumute. Immer offenbarer wurden die zwei Welten: seine unb Julies Welt. Bei den ärmlichen, bürftigen Menschen, denen man hier begegnete, war sein Platz. An ihnen hatte er gutzumachen, was gesündigt worden war. Die hatte er bestohlen, beraubt. Keinem wagte er in die Augen zu sehen. Und Julie? Mißgelaunt drängte sie von seinen Opsrn fort Ungemütlich nannte sie die Berührung mit ihnen. Nur nach Wohlleben und Luxus stand ihr Sinn. Eine andere Welt. Nie noch hatte Carsten das so deutlich empfunden wie in diesen Minuten. Aber gleich darauf, als sie wieder im Auto saßen, wankte die Scheidewand. Wie verwandelt war Julie. „Wohin mir fahren? Wie schön bas Leben ist, wie herrlich schön! Bis in die Unendlichkeit so zu fahren: immer weiter, in den ewigen Sommer hinein! Alles liegt da am Wege, was das Herz begehrt: Sonne, Gold, Glück, Seligkeit. Ist es Lüge, ist es Wirklichkeit? Warum fragen wir immerfort danach? Plump greifen wir nach den Dingen und reißen uns die Finger blutig. Warum können wir die Hände voh den Dingen nicht lassen? Alles ist schön, wenn es im Fluge oorüderweht: jedes Sandkorn glitzert, jeder Baum trägt goldene Früchte, jedes Kind am Wiesenrain ist ein Engel. Wozu sich mit Gedanken beschweren, wozu grübeln, wozu sich quälen. Bernhard Carsten?" Wie im Rausch sprach Julie. Kühl lag ihr Hand an Carstens Wange. Hatte er nach dieser Hand gefaßt oder war sie von selbst aefommen? Wie ging das zu, daß olötzlich alle Zweifel schwiegen? Wo waren die ätzenden Fragen geblieben? Wunderbar leicht fühlte sich Carsten auf einmal. Friede war allenthalben, kein Sümmchen raunte in der Brust. Das leise Sausen in den Schläfen tat wohl. Wie durch den Aether ging die Fahrt, unfaßbar, märchenhaft. „Wohin?" fragte Julie noch einmal. Carsten streckte die Linke aus, ergriff die Sprech- muschel und ries ein Wort hinein. Lorenz nickte auf feinem Chauffeurfitz. Wieder redete Julie. Carsten verstand den Sinn ihrer Worte nicht. Nur ihre Stimme wühlte in feinem Blut. „Das Jagdschloß da —" Mit beiden e.uer Fahne begonnen Anfeh reiche Mittet seien erforderlich, und der Verein fei genötigt, an den Opfepsinn der Einwohnerschaft zu appellieren. Die Ausschüsse werden zum Teil bereits in den nächsten Tagen mit den Vorarbeiten beginnen. Die Harmonie im Der- einsleben der Stadt zeigt sich hier in Vorbild- lichster Weise, und wenn der Wettergott ein Einsehen hat, wird in den Mauern unseres Städtchens ein schönes Fest gefeiert werden können. bs. Steinheim bei Hungen, 13. Oft Der Gemeinderat beschloß in seiner letzten Sitzung mit 9 gegen 1 Stimme bei einer Stimmenthaltung die Erbauung einer Wasserleitung. Das Kulturbauamt Gießen ist mit der Anfertigung der Pläne und der Aufstellung des Voranschlages beauftragt worden. Im kommenden Frühjahr foll mit den Arbeiten begonnen werden. Man hofft, Zuschüsfe aus den Mitteln der Erwerbssosenfürsvrge zu erhalten. Da Bohrungen nach den Angaben des Wünschelrutengängers Oberstleutnant Heinemann nicht von Erfolg begleitet waren, beschloß man, das Wasser des hiesigen Trinkbrunnens zu benutzen. Mtt dem Bau bet- Wasserleitung soll gleichzeitig auch die Kanalisation angelegt werden. — Die Mc»ul- und Klauenseuche greift hier erschreckend um fich. Bereits find ihr 2 Stuck Großvieh unf> 8 Rinder und Kälber zum Opfer gefallen. bs. Aus her Sßetterau, 13. Okt. Die Iagdpächter klagen sehr über trexx geringen Bestand an Wild. Bon Feldhühnern find nur vereinzelt Ketten anzutreffen, und auch die Hasen haben unter der naßkalten Witterung drs Vorsommers gelitten. Am besten ist der Bestand an Fasanen. Kreis Friedberg CO Friedberg, 13. Okt. Die Walzarbeiten an der Straße Friedberg — Florstadt sind beendet. Vom Zweckoerbanb Wetterau unb allen Fahrgästen wird bies begrüßt, ba nun bie zeit- raubenben Umwege nicht mehr gemacht zu werben brauchen. Nun haben die Reisenden der Kraftwagen- linie nicht nur den alten pünktlichen Fahrplan, sondern auch fast auf der ganzen Strecke gute Straße. 4 Bad-Aauheim, 14. Okt. Die hiesigen Politischen Parteien hatten ihre Parteifreunde im Landtag für gestern zu einer Besprechung über lokale Verhältnisse eingeladen, die im engsten Zusammenhänge mit dem staatlichen Bade stehen. Die Aussprache, an der Landtagsabgeordnete in größerer Zahl, die Stadtverwaltung und die Mehrzahl der Stadtverordneten teilnahmen, war internet Art. lieber Cittzelheiten ist zunächst nichts bekannt geworden. Es hat sich lediglich darum gedreht, über die tatsächlichen Verhältnisse am Platze zu unterrichten, wobei natürlich auch ein Teil des Fragekomplexes gestreift werden mußte, der für unsere Dadestadt aus der Rotwendigteit des Zusammenarbeitens zwischen Stadt und Staat gegeben ist. und der in keinem anderen hessischen Gemeinwesen vorliegt. Gegenstand der Besprechung waren in erster Linie diejenigen städtischen Ausgaben, die gleichzeitig auch dem Bade und damit dem Lands zugute kommen, wie beispielsweise die Frage des Krantenhausneubaues, die in ein «akutes Stadium getreten ist, nachdem sich alle beteiligten Kreise, auch die gestern hier anwesenden Abgeordneten, von der llnzulänglich- keit des jetz-gen Krankenhauses überzeugt haben. Wie wir hören, verlies die Zufammenkunft in bester Harmonie. Die Abgeordneten zeigten weitgehendes Verständnis für d'e Aufgaben, die der Stadt in ihrer besonderen Eigenschaft als Dade- sbadt dauernd erwachsen. An der Besprechung beteiligten sich u. a. von der Deutschen Volkspartei die Abgg. Frau Birnbaum und Dr. R i e p o t h. I— Butzbach, 13. Okt. Der bei her Bamag- Meguin A. G. beschäftigte Richtmeister Ger- l o ch von hier stürzte auf einer auswärtigen Baustelle so unglücklich ab, daß der Tob aus b e r Stelle eintrat. Die Beisetzung ber Leiche erfolgte unter großer ^Beteiligung ber Beamten- unb Arbeiterschaft ber Firma auf bem hiesigen Friebhofe. — Steinfurth, 13. Oft. M t der k.rch- lichen Feier des Erntedankfestes am Sonntag verbunden war die Abschiedsfeier für unfern Pfarrer Weck, der zwei Jahrzehnte segensreich in unserer Gemeinde gewirft hat und nun seine neue Stelle in Ober-Eschbach antreten wird. Die Kirche trug festlichen Schmuck, und andächtig Händen drehte sie sein Antlitz aur Seite. „Wie verzaubert —" Schon war bas Jagdschloß versunken. Jrgenbwo bog bas Auto ein, ratterte kurz unb stand still. „Da?" Leuchtend fragten Julies Augen. Earsten schritt voran. Die dicken Teppiche schluckten jeden Laut. Ueppiges Behagen entströmte den weiten Räumen. Kostbares Kristall funkelte in Vitrinen. Feierlich blickten düstere Gemälde aus schweren Goldrahmen. Eine Uhr schlug mit tiefer, tiefer Stimme. „Wie wunderbar Sie wohnen", sprach Julie gepreßt. „Nicht mehr lange.“ Carsten klingelte um Tee. Derselbe Diener, ber geöffnet hatte, machte sich lautlos zu schaffen. Ein Tischchen rollte herbei. Ein kleiner Schrank mit Likören tat sich auf. Bunt schimmerte es auf ben geschliffenen Glasplatten. Silbern blitzten Tabletten unb Karaffen. „Wie soll ich bas verstehen, Bernharb Carsten: nicht mehr lange?" „Die Villa ist verkauft." Carsten zögerte. „Ober so gut wie verkauft." „Unb Sie?" fragte Julie. „Zwei ober drei Zimmer irgendwo. Es wirb nicht schwer fein, bie zwei oder drei Zimmer zu finben. „Verrückt!" rief Julie. „Vielleicht", lächelte Carsten schmerzlich. „Manchmal glaube ich es selbst." „Welchen Sinn soll bas haben? Wem soll bas nützen?" „Mir selbst." „Julie stieß ein kurzes, brenneubes Lachen aus. ,A>as haften toie?" „Man muß konsequent fein. Man muß alles versuchen." „Unb bas Leben?" Nahe rückte Julie an Carsten heran. Heiß wehte ihr Atem. „Unb Ihr Leben? Ihr armes, zermartertes Leben, Bernharb Carsten? Wie oft haben Sie mir davon erzählt! Es wird sich nicht ändern, dieses Leben. Cs wird weitergehen wie in diesen Monaten. Ober sich noch tiefer verlieren im Geröll." Julie schürzte bie Lippen. „Wie haben Sie gesaat: zwei ober brei Zimmer jrgenbwo? Unb weiter? Die zwei ober brei Zimmer sollen Ihnen ben Frieben bringen? Ich staune." lauschte jung und alt Den Abschiedsworten beg scheidenden Seelsorgers, der in Anlehnung an den 36. Psalm sprach. Die Geschäfte ber Pfarrei wird zunächst Pfarrassistent H o s m e y e r (Dad- Rauheim) vertretungsweise versehen, da der Rachfolger Pfarrer Wecks noch nicht ernannt ist. 4 Ober-Mörlen, 13. Okt. Der hiesige Turnverein, der in diesem Jahre auf eine 25jährige Zugehörigkeit zum Turngau Hessen zurückblicken kann, hat unter dem günstigen Einfluß des im Sommer hier abgehaltenen Bezkrks- ttrrnfestes einen neuen A uf s chw una genommen. Das zeigte sich deutlich beim Abturnen des Vereins am Sonntag, wobei in bezug auf Beteiligung und Leistungen erfreuliche Fort- fchrttte zu beobachten waren. Im Zwölfkampf bet Oberstufe erreichte der erft? Sieger 195 Punkte. OO Nieder-Flor stabt, 13. Okt. Bei Gastwirt Musch fanb eine Versammlung der Handwerker und Gewerbetreibenden statt, zu der etwa 40 Handwerksmeister aus Rieder- und Ober-Florstadt, Staden und Stammheim erschienen waren. Dr. Reif sprach über Steuerfragen, die Rovelle zur Gewerbeordnung. Submi fio. e i und B k >mp ung te: Sch arzarkx it. Der Plan, einen Gewerbeverein zu gründen, scheiterte zunächst noch, soll aber in einer demnächstigen Versammlung verwirklicht werden. §§ Ober-Florstadt, 13. Oft. Der Gemeinderat beschäftigte sich in feiner jüngften Sitzung wieder mit dem Projekt einer Wasserleitung. Der Kostenvoran'chlag hierfür beläuft sich auf 65 bis 70 000 Mark. Da die Gemeinde nicht über genügend Mittel verfügt, soll ein größerer Betrag als Darlehen ausgenommen werden, in welcher Hohe konnte noch—nicht bestimmt werden, da man noch mit einem^gEeren Zuschuß seitens des Staates rechnet. Mit Hilfe der produktiven SrwerbSlofen'ürsorge hofft man die Anlage bewerkstelligen zu können. Die Entscheidung darüber dürfte In aller Kürze zu erwarten sein. Kreis Büdingen. 11 Büdingen, 13. Okt. Aus der jüngsten Gemeinderatssihung ist zu berichten: Die Arbeiten zur Verbesserung ber QBa ff er- Versorgung wurden vorgenommen. Den Tief- bauunternehmern Faßbinder & Mörschel, (Büdingen) wurde die Fassung der Quelle übertragen. Den Zuschlag zur Legung der Rohrleitung bis zum Hochbehälter erhielten die Vereinigung der Installateure und die Schlosser- meister Wagner und Appel (Büdingen). Zur Finanzierung der Arbeiten soll aus Reichsund Landesmittel ein Darlehen aufgenommen werden, verzinslich zu 5 Prozent und rückzahlbar in zehn Raten. — Die Pflasterung der Hindenburg st raße und des „Reuen Wegs" ist jetzt fertiggeftellt. Leider konnte die Pflasterung der Hindenburgstraße noch nicht ganz durchgeführt werden, da die Reichsbahn sich bisher weigerte, das Stückchen Straße unter der Bahnüberführung pflastern zu lassen. Durch Verhandlungen wurde nun erreicht, das die Reichsbahn der Pflasterung zustimmte unter der Bedingung, daß die Stadt die Unterhaltung des Kanals an dieser Stelle übernimmt. Der Gemeinderat stimmte dieser Regelung zu. Wer die Verhältnisse kennt, wird sich sagen müssen, daß die Stadt sich hier eine große Arbeit aufgeladen hat. Bei jedem stärkeren Regenguß verstopfte sich seither der Einfallschacht des dortigen Kanals, und die ganze Straße war überschwemmt. Dies kommt in der Hauptsache durch die Regenwassermengen. die von dem Feldweg nach dem Schafsfeld herunterfliehen. 1h. Leidhecken, 13. Okt. Am Montagabend fand in der Kirche unserer Rachbargemeinde Staden bei überaus zahlreicher Beteiligung der Gemeinde und der umliegenden Gemeinden eine Filmvorführung statt: Die Pasfionsfpiele Christus'", ein Filmwerk in sechs Kapiteln. Die Vorführung war eine Wechestunde für die Besucher. ]:[ Usenborn, 13. Okt. Auf Beschluß deS Vorstandes hielt der in diesem Jahre neu erstandene Turnverein sein diesjähriges Ab- 1 utnen. Von ben 12 zum Wetturnen angetretenen Turnern erhielt jeber ebnen Preis. Das Kampfgericht bestand aus Hirzenha ner Preisrichtern, die außerordentlich scharf urteilten. Abends war die Preisvertellung, anfchlleßend gemütliches Zusammensein. — Bei der hiesigen Ob st Versteigerung kam der Zentner Aepf el auf dem Baum zwifcb i 8 b's 10 Mk., Birnen „Warum staunen Sie, Julie?" „Es gibt auch Menschen, bie in Kellern wohnen. Unb anbere, bie bie Nächte auf einer Bank im Tiergarten zubringen. Begreifen Sie? Diesen Unglücklichen gegenüber werben Sie in Ihren zwei ober drei Zimmern ein Krösus fein. Wie ich Sie kenne, wirb biefer Gebanke Sie schon am ersten Tage beim Genick haben. Unb bann?" Carsten stöhnte. Julie war aufgeftanben. Unmutig ging sie auf unb ab. Die Stimmung von früher mar verraucht. Fahle Alltagsfarbon lagen auf den Dingen. Herbstliche Kühle strich plötzlich burch die weiten Räume. Feindselig glitzerten die Kristallüster an ber Decke. Mit schweren Schritten trat Carsten auf sie zu. „Soll ich die Villa nicht verkaufen?" fragte er gezogen. „Ich habe Bedenkzeit bis morgen.' Ich könnte auch gleich jetzt telephonieren. Nur müßte ich wissen —" Er stockte. „Was müßten Sie wissen, Bernhard Carsten?" Seine Blicke wanderten durch die Flucht der Zimmer. „Wie in einem großen, prunkvollen Sarg komme ich mir da manchmal vor. So schrecklich ver» lasten, so mutterseelenallein." „Was müßten Sie wissen?" „Daß da irgend jemand — baß ba Sie-- wenigstens dann unb wann--so wie bamals, Dor zweiundzwanzig Jahren, in bem billig möblier« ten Zimmer--es wäre ein neues Leven-- ein Glück ohne Namen--* 3ulie fühlte, baß sie gewonnen hatte. „Ich bin ja dein", sprach sie leise. Der Sommer, jubelte es in ihr, ber Sommer! XIII. Gin Wunber war geschehen. Mit Hedwig Reimke, der blutarmen Kollegin aus dem Bureau, saß Martina Wilernar im Wintergarten. Immer war der Samstag der einzige Tag, an dem bas stille, altembe Mäbchen seltener seufzte als sonst. Heute war sie sogar aufgeräumt gewesen. Nach Bureauschluß um zwei Uhr hatte sie Martina unterm Arm gefaßt. „Gehen wir doch am Abenb irgendwo hin! Wie denken Sie über den Wintergarten? Früher war ich öfter dort. Das Programm ist immer gut. Warum sollen wir nicht ein< mal in ben Wintergatten gehen?" (Fortsetzung folgt.) > spräche einigte man sich Reform- Steiner’s- tos der Handarbeit melier *fie bleiben ig ging sie auf Kollegin Von fleißigen Bienen «ohne Surfet« fütterutifll ne,am- V2 Pfd. 30 Pf. miscn GEKIRNT tnsaric.cn aringi Gewinn * Niederlage in Gießen 8377a Kaiser-Borax" dashygienifchc Hautpflegemittel Der Sägewerksbesitzcr Wilh. Henkel I. hall» sich bereit erklärt, seinen früheren Zimmerplatz am See in seiner ganzen Ausdehnung der Stadl als uf NMß öes 3al)re neu er* ejä^ngs Ab- urnen angetre- ji PreiL. Das iha.ner Preis- Harf urteilten, j, anschließend -i der hiesigen Zentner Achsel ) QHt, 2.rnen 9500 Mk. beschlossen wurde. Weiter wurde zugleich beschlossen, daß an der Prüfung des Projektes wegen Umbau des Stromnetzes auf Drehstrom her- Mern wohnen. >r Bank im Tier« Diesen Unglück« Ihren zwei oder je id) &e leime, ?rften Zage beim alleri Qual,10Pid.- Büchle Mk. 10 8", halbe Mk. N.3O, irko Nachn., bellet Stlcc= Honig Mk.1.—mehr, Probcväckchcn KleeboniaLl'/,Pid. neno Mk. L80 frnno gen Boreinl. Gar. Surürfn Obsiplan- tage u. s?oniaveriand W" 'er ~5 an der ■v ■ ^‘-ss Liehmarktplatz auf fünf Jahre unkündbar zur Verfügung zu stellen. 5)enkel weigerte sich nun, den von der Stadt entworfenen Pachtvertrag an- zuerkeimen, und beantragte, ihn dahingehend abzuändern, daß das Pachtverhältnis lediglich auf ihn und nicht auch auf feine Rechtsnachfolger Anwendung finden soll. Außerdem wünscht er, daß ein weiterer Paragraph ausgenommen wird, wonach das Gelände an ihn zurüzugeben sei, sobald er beabsichtige, es zu bebauen. Der Gemeinderat beschloß, den Vertrag entsprechend den Vorschlägen des Verpächters abzuändern. — Der Bürgermeister gab jodann davon ^Kenntnis, daß das Hess. Finanzministerium, Abt. Forst- und Kameralverwaltung, beabsichtige, das hiesige Forstrevier aufzuheben. Der Bürgermeister sowie die übrigen interessierten Gemeinden haben gegen diese Maßnahme an zustän- । diger Stelle P r o t e st erhoben. Der Gemeinderat schloß sich den Ausführungen des Bürgermeisters an und erklärte sich mit den bereits unternommenen Schritten einverstanden. — Weiter beschäftigte man sich mit den P f l a st e r a r b e i t e n in d e n I a h - ren 1 9 2 6 und 192 7. Entsprechend den Vorschlägen des Bürgermeisters und der Baukommission wurde die Durchführung zahlreicher Pflasterarbeiten gutgeheißen, wodurch manche Straße der Stadt in diesem und im nächsten Jahre wesentlich verbessert werden wird. — Die Märkte für das Jahr 19 2 7 werden wie folgt festgesetzt: 22. Februar Viehmarkt, 28. März Dich- und Krämermarkt, 25. April Viehmarkt mit Bullenauktion, 6. Juni Vieh-, Krämer-, Derlosungs-, Prämien- und Pferdemarkt, 11. Juli Viehmarkt, 15. August Vieh und Krämcrmarkt, 12. September Viehmarkt, 17. Oktober Vieh- und Krämermarkt mit Bullenauktion, 21. November Diehmarkt. 5 Schlitz, 13. Ott. Unter lebhafter Anteilnahme der gesamten Bevölkerung ist gestern der 50jährige Bahnwärter Karl Schmidt zu Grabe getragen worden. Er war einem tragischen Unglücksfall zum Opfer gefallen. Cr war mit dem Rade zu Besuch bei fernen Eltern in Storndorf gewesen. Auf der Heimfahrt fuhr er wider einen Baum und erlitt dabei einen Schädelbruch. 3m Lauterbacher Krankenhaus verstarb er am So-rmtag früh. Der Verunglückte hinterläßt eine Witwe mit 5 Kindern. O Uellershausen, 13. Oft Am Samstag wurde hier Konrad E u r i ch. der schon sechs Jahre das Bürgermeisteramt führt, einstrmnng wiederum zum Bürgermeister gewählt. Starkenburg. WSR. Darmstadt, 13. Oft Gestern früh kurz nach 8 Uhr stieg eine in der Hochstraße an der Decke, ten aus 3U- en?" fragte er morgen. 3J ,n. Mr mußte Hard Carsten?" fluch' runkvollen Sarg :0 schrecklich »er- Rheinhessen. WSR. Mainz, 13. Olt. Der Direktor Specht des Dodcnheür.er Spar- und Darlehns- Vereins, dessen Fahrrad vor einigen Tagen unter eigenartigen Umständen im Rhein liegend gefunden wurde, ist wieder bei seiner Familie in Bodenheim eingetroffen. Cs handelt sich also weder um einen Unglückssall noa) um ein Verbrechen. Die Beweggründe zu dem Verschwinden bedürsen noch der Aufklärung. WSR. Bingen. 13. Olt. Bei der hiesigen Filiale der D a r m st ä d 1 e r Bank hat kürzlich, wie gemeldet, der Bankengestellte Koppel aus der Kasse die Summe von etwa 8 0 0 0 Mark gestohlen und ist damit flüchtig gegangen. Wie jetzt weiter mitgeteilt wird, ift inzwischen sestgestellt worden, daß Koppel im Laufe der letzten Jahre weitere 1 5 0 0 0 Mark veruntreut hat. Die Untersuchung ist jedoch noch nicht abgeschlossen. macht das Wasser weich und antiseptisch. Die täglichen Waschungen verleihen der Haut Zartheit und Jugendfrische Heinrich Mack Nach! Ulm a. O. ^Dcss^ Den Ties. 6 Mörschs T Quelle über- drr Roh» eltm die Dn. & Schloss«, gingen). 3« u aus Reichs, aufgenormnen § rückzahlbar erung frer Leuen Wegs« c konnte die s noch nicht uckchen tziraßr sinn zu lassen, u meicht, bah zustimmte unter Unterhaltung tbemimt. Der ung zu. Der die m müssen, bah beit aufgeladen Suh verstopf t, rügen Kanals, Itoemmt. Aes Regenwassn- ) dein bchair- i Mvnta-'asend iachbargmeinde ^Beteiligung der Gemeinden eine : Passionsspiele i Kapiteln. Die de für die De- lrnu ist ruliZ^-uf il®« ,ben. «JS? °us «■ Str ®.. Site ZrL M^en 3U. & Ne bet Entfchei. ift da Sie - ** '% mit bnjJ' m billig mobüer >ues Leben - toaren weniger begehrt. Die Gemeinde erhielte »inen Grtrag von ungefähr 1500 bis 2000 Mk. Kreis Schotten. • Gedern, 13. Ott. Am Sonntag fand im Saale der hiesigen Kleinkinderschule ein Kinderfest verbunden mit einer Abschieds- feier für die seitherige Lehrerin Fräulein E. Baumann statt. Rach der Begrüßungsan- sprache des Bürgermeisters Müller begannen die Kleinen ihre Spiele, Reigen, Zwiegespräche und Tänze. Mit kindlich ernster Degersterung trugen alle ihre Darbietungen vor. Jed» oelnd gab sein Bestes. Anschließend dankte Burg^° meister Müller den Kindern und ihrer tüchtigen Lehrerin für alle Mühe und Aroert und wünschte Fräulein Baumann im fernen Brasilien alles Gute für ihr späteres Lebern = Unterseibertenrod, 13. Oft. Dre Zigeuner sind hier wieder zur Landplage geworden. Fast an jedem -werten oder dritten Lag kommt eine Anzahl Wagen mit Men Gesellen hier an und man tonn mcht vorsichtig genug auf sein (Eigentum aufpassen. Kreis Alsselv. $«6.# angetreten werden soll. In der Sitzung fehlten die Vertreter der Linken, die in der vorigen Sitzung gegen die Vertagung der Angelegenheit und deren nochmalige Beratung gestimmt hatten. :/: Aus dem oberen Ohmtal, 13.Ott. Die Fischerei in den Gemarkungen unseres Tals war in diesem Jahre sehr ergiebig, gehört doch die Ohm zu den forellenrenchsten Flüßchen des Dogels- berges. Forellen von 1 bis 1,5 Pfund waren keine Seltenheit. Am begehrtesten find jedoch die sog. Portionsfischc, von denen etwa drei auf ein Pfund gehen. Das Pfund wurde durchschnittlich mit 2.20 Mk. bezahlt. Mitte des Monats beginnt nun die die Schonzeit für Forellen. Deshalb stehl man in den letzten Tagen öfters denn sonst die Fischereipächter mit der Angel oder abends mit den „©ärnern" (Netzen, auf den Fang gehen. Sehr großen Schaden richten in den Fischbächcn die „chossen" an, wie die Mundart die häufig hier lagernden Zigeuner nennt, da sie den Forellen ebenso eifrig nachstellen wie den immer mehr verschwindenden Igeln. — Ruppertenrod, 13. Oft D e Straßensperre auf der Straße Ruppertenrod—Mücke ist seit gestern n u f g e h o b e n. Das obere Ohmtal begrüßt es, daß die seit Kriegsende arg verwahrloste Straße Mücke—Ruppertenrod jetzt wieder in gutem Zustande ist. = Ober-Ohmen, 13. Oft. An bildenden Veranstaltungen wird es diesen Winter in unserem Dorfe nicht fehlen. So tritt unser Volksbildungsverein mit einem künstlerischen Abend in ungefähr zwei Wochen vor die Oeffentlichkeit. Zu Weihnachten bringt der Turnverein einige beachtenswerte Theaterstücke -und Weihnachtsspiele auf die Bühne. Auch die Oberklasse unserer Schule wird um diese Zeit Kinderspiele zur Aufführung bringen, die unter der Leitung des Lehrers Sommeriad bisher schon stets regste Anteilnahme fanden. Kreis Lauterbach. A Lauterbach, 13. Okt. Aus der gestrigen Stadtvorstandssitzung ist zu berichten: Der Landesverband Hessen des Vereins für das Deutschtum im Ausland ist mit der Bitte an die Stadt herangetreten, diesem Verein beizutreten. Der Beitritt wurde mit einem Jahresbeitrag von 25 Mk. beschlossen. — Der Bürgermeister gab ein Schreiben der Obcrpostdirektion Darmstadt an das Kreisamt Lauterbach bekannt, in dem mitgeteilt wird, daß die Gemeinde Reb- g e s h a i n ihre Beteiligung an der Garantiesumme der Kraftpostlinie Ulrichstein — Lauterbach gekündigt I at. Die Beteiligung dieser Gemeinde betrug rund 4,6 Proz. Das Kreisamt empfahl, diesen Anteil auf die Stadtlaste zu übernehmen. Die Finanzkommission schlägt vor, von dem seither auf Rebgeshain entfallenden Garantieanteil bis höchstens 3 Prozent auf die Stadt zu übernehmen. Alsfeld, 13. Okt. Aus der Stndtvor- standssitzung: Gestern fand eine außerordentliche als dringlich einberufene Sitzung statt, in der man sich ausschließlich mit der in der vorigen Sitzung vertagten Angelegenheit der Erweiterung der Gleichrichter st ation im Elek- trizitätswerk ober Umbau des Stromnetzes von Gleichstrom auf Dreh ström beschäftigte. In der Sitzung war der Sachverständige der Stadt, Ober-Ingenieur Gudernatsch aus Darmstadt, anwesend, der ein eingehendes Gutachten über die verschiedenen Möglichkeiten gab. Aus seinen Darlegungen, die er an Hand von Zahlenmaterial machte, ging hervor, daß der Umbau des Stromnetzes auf Drehstrom gegenüber der Beibehaltung der Gleichrichteranlage der Stadt finan- ziell keine Vorteile bringe, da der Umbau eine Auswechslung aller Gleichstrommotore und aller Zähler bedingt, Die bedeutende Kosten verursacht. Nach der Berechnung des Sachverständigen gestalten sich die Betriebskosten bei Aufrechterhaltung der erweiterten Glasgleichrichtcranlaae auf 39 800 Mk., nach dem Umbau auf Drehstrom 43 000 Mk., wobei allerdings der Drehstrom vom wirtschaftlichen und technischen Standpunkt aus für die Kraftanschlüsse erhebliche Vorteile besitze gegenüber dem Gleichstrom. jung trotz zunehmenden Al'ers, wenn Sie für geregelte Tätigten und bamu bessere (Smähnmg Ihrer S^aw bürd' 'äahdje aeltnbe Frvttaae mit Joft-^eesand>Jlifflndelfilefe Sorge tragen Du enn nm Ao> Set and Mandelkleie iß alf eriolgbrm» ienb 1000 lach bewährt l 6r ertt’ I >•> Offi^bflh Der Gemeinderat schloß sich diesem Vorschlag an. f wohnende geisteskranke Frau auf Da8 Die restlose Uebernahme wurde somit abgelehnt. — Dach des Hauses und sprang, als fte die - - — - - Ankunft der Rettungswache bemerkte, auf die Straße. Sie wurde in schwerverletztem Zu st a n d im Krankenhaus ein geliefert. hebliche Vorteile besitze gegenüber Nach einer eingehenden Aussprach . . dahin, daß der Vorschlag der Elektrizitätswerkskommission angenommen wurde und dieAnschaf - jung eines weiter n Gleichrichter- s ch r a n k e s mit zwei Glaskörpern von der Firma Brown, Boveri L Comp. zum Preise von etwa seltener „ ® aufgeräumt ^wir doch Sie über den Seltersweo 81 la Schleuder nuniyi Erleichterung Paradies-Belten Weizenmehl, spezial o 0.25 0.24, 0.32 und 0.44 Reis Schweizer käse, echt.. 1.80 0.80 8425? 1.30 1.08 0.66 0.70 0.85 Leber- u. Blutwurst je 1.00 aus GEG-Schlachterei 2.20 2.00 2.00 Tilsiter Vollfett Edamer, 30% ... Kokosfett, lose KOkOSfett, in Tafeln Palmin Schink.-PEockwurst Plockwurst S Zervelatwurst i Leber-und Blutwurst in Dosen 0.70, Marinaden aus frischen englischen Heringen. Norweg. Vollheringe 0.07 Holländ. 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Gießen, soll auf Grund des § 2 der Verordnung über die Eintragung der Nichtigkeit und Löschung von Gesellschaften und Genossenschaften wegen Unterlassung der Umstellung vom 21. Mai 1926 von Amts wegen gelöscht werden. Zur Geltendmachung eines Widerspruchs gegen die beabsichtigte Löschung wird eine Frist bis zum 15. Dezember 1926 bestimmt. 84210 Gießen, den 8. Oktober 1926. Hessisches Amtsgericht. Auktionator Neuenweg 28 Damen-Hemdhosen 4 weiß gewirkt, mit Band- I / 1 träger, Größe 4—6.. . Damen - SchlupHiosen j <\r gestreÜteKnnstseide.gut 1 /I verstärkt, in mod. Färb. Herren-Socken 4 ar reine Wolle, gewebt, I /l’g neueste Farben bestimmt. [8446D M takln Freitag, den 15. 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Monk, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen: Die Firma ist erloschen; b) bei der Firma Klein & Co., Gesell- schäft mit beschränkter Haftung in Gießen: Die Firma ist erloschen. G i e h e n , den 7. Oktober 1926. j Hessisches Amtsgericht. hkrmmmssM Hießen, öahnhofstraße 14 fraueititjaare Nur heute und morgen onoa Kaufe wieder ausgekämmte Frauenhaare. §ürkind,Neuenweg29 Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute eingetragen: Die Firma B. Nuhn, Zimmerei und Schreinerei, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb eines Zimmerei- und Schreinsreigefchäfts, sowie alle Geschäfte, die den Zwecken der Gesellschaft förderlich sind. Das Stammkapital beträgt 50000 Reichsmark. Geschäftsführer ist der Zimmermeister Balthasar Nuhn in Lollar. Dem Karl Gaul in Lollar ist Prokura erteilt. Der Gesellschaftsvertrag ist am 9. Mai 1925 festgestellt. Der Geschäfts- führer Balthasar Nuhn ist berechtigt, die Gesellschaft allein zu vertreten, auch sofern weitere Geschäftsführer bestellt werden, die nur mit einem anderen Geschäftsführer oder Prokuristen zusammen die Firma zeichnen dürfen. Die Gesellschaflerver- sammlung kann einem oder mehreren Geschäftsführern die Befugnis erteilen, die Gesellschaft allein iu vertreten. Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen im Deutschen Reichsanzeiger. 84220 Gießen, den 9. Oktober 1926. Hessisches Amtsgericht. Herren - Oberhemden J AK la indanthrenfarbiger | •fllg Zephir mit Kragen ... nachmittags 2 Uhr versteigere ich im „Löwen". Neuenweg 28 zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Standuhr, 2 Sofas, 1 Regulator, 3 Schreibtische, 1 Bild, 1 Wäscheschrank, 17 Bände Brockhaus Konversations- Lexikon, 1 Trumeau, 2 Bücherschränke, 2 Vertikos, 1 Rauchtisch, 4 Ladentheken, 1 Musikautomat, 1 Glasschrank, ein Registraturschränkchen. 1 Nähmaschine, 1 Küchenschrank, eine Küchenanrichte, 1 Küchentisch, 2 Küchenstühle, 1 Diwan, 2 Warenschränke, eine Ladenkaffe, eine Fräsmaschine, 1 Flurgarderobe, einen Eisschrank, zwei Kleiderschränke, einen Kastenwagen. 8431D Hebbel Gerichtsvollzieher in Gießen Zrische Asche I Morgen Freitag cintrcffend ff. Cabliau, Seelachs W und Schellfisch im Ausschnitt 8444c