e Nr. 162 Erstes Blatt 176. Jahrgang Mittwoch, 14. Juli 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats-beiugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfcnnig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Ferufprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Srantturt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Vrvck und Verlag: vrühl'fche Univerfität§-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Sietzen. Zchristleilung und Sefchäftzstelle: Zchulftratze 7. Annahme von Anzeigen für di« Tagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klarncanzeigen von 70 nim Breite 35 Reichspfcnnig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilk. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen Das französisch - spanische RifabNommen. Paris, 13. Juli. (WB.) Das heute mittag von Ministerpräsident Driand und dem spanischen Ministerpräsidenten Dental Primo de Rivera am Quai d'Orsay umerzeichnete Abkommen über die Rifangelegenheiten, enthält nach einer Mitteilung des französischen Autzenmini- steriums folgende wichtige Punkte: Die beiden Regierungen haben sich über folgende Bestimmungen geeinigt. 1. Abgrenzung der beiden Zonen. Das französisch-spanische Abkommen vom 27. Ro- vember 1912 hat nach Abgrenzung der dem französischen bzw. spanischen Einfluß unterstehenden Gebiete Marokkos vorgesehen, daß eine Kommission an Ort und Stelle die Abgrenzung zwischen den beiden -Ionen vornehmen wird. Die Festsetzung dieser Grenze soll nunmehr. nachdem im Ostgebiet der Grenze eine Pazisierung durchgeführt ist, erfolgen. An den Verträgen ist keine Veränderung vorgenommen worden, jedoch wurde zur möglichsten Sicherung des Friedens an der Grenze vereinbart, daß die noch unbestimmten Punkte sofort in einer Weise geregelt werden, daß die Stämme an der Grenze bis zur endgültigen Grenzfestsehung nicht im Zweifel darüber sein können, welchen Behörden sie unterstehen. 2. Aeberwachung der Küste. Es wurde vereinbart, daß die äleberwachung der marokkanischen Küsten von der algerischmarokkanischen Grenze am Atlantischen Ozean bis zum Wed Draa, der die Grenze der französischen Marokkozone am Atlantischen Ozean bezeichnet, nicht gelöst werden soll. Jede Macht wird die Aeberwachung in den ihr unterstehenden Küstengewässern selbständig ausüben, jedoch ist bestimmt worden, daß am Atlantischen Ozean zwischen dem Wed Bu Sedra und dem Wed Draa die Ueberwachung Sache beider Mächte ist und von den Fahrzeugen der einen oder anderen Macht ausgeübt werden farm. Diese lieber» wachung dient der Sicherung der genauen Beobachtung der internationalen Bestimmungen, sowie der besonderen Gesetzgebung jeder Zone, wonach einerseits jeder Zugang zu den marokkanischen Küsten außerhalb der geöffneten Häfen und andererseits jede Einfuhr von Waffen, Munition und Kriegsmaterial verboten ist. 3. Regime der Vesahungsgrenzen. Die von den beiden Mächten militärisch besetzten Gebiete find sestgelegt und die Fühlungnahme zwischen den Beyörden beider Zonen geregelt worden. Dort, wo eine Berührung mit den Difsidentenstäm- men gegeben ist, sollen die zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zur Schaffung allmählicher gutnachbarlicher Beziehungen geeigneten Maßnahmen getroffen werden, die die endgültige und vollständige Pazifizierung vorbereiten sollen. Die Bertragschlie- ßenden haben sich gegenseitig das Recht der Verfolgung und des Ueberfliegens in der Nähe der Grenzen zugestanden, so daß nunmehr unter allen Umständen die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der Ordnung möglich ist, ohne daß in der Durchführung einer notwendig gewordenen Sicher- heitsaktion eine irgendwie geartete Abänderung der politischen Grenzen zu erkennen wäre. Die beiden Regierungen sollen durch eine gleichgerichtete Aktion jede in ihrer Zone und mit den ihr geeignet erscheinenden Mitteln das gesteckte Ziel erreichen. Diese auf gegenseitigem Einverständnis beruhende Aktion läßt jeder Zone iffre Unab- , b ä n g i g f e i t in dem allgemeinen Rahmen der Verträge, die die Integrität des Scherifenreiches garantiert haben. Spaniens Politik. Eine Unterredung mit Primo de Rivera Paris, 13. Juli. (WTD.) General Primo d e Rivera hat einem Vertreter der „Times" eine Erklärung über die von ihm seit Einsetzung des Direktoriums verfolgte Politik abgegeben. Er suchte zunächst die dem jüngsten Komplott gegen seine Regierung beigemessene Bedeutung zu entkräften, indem er erklärte, der von General Aquilera geführten Bewegung hätten sich nur 14 Offiziere von mittelmäßiger Bedeutung an» geschlossen. Wenn man die Führer dieses Komplotts streng bestrafe und dem Grafen Roma- n o n e s eine seinem Vermögen entsprechende Geldstrafe auferlegt habe, so deshalb, um endlich mit den Umtrieben, die den Ruf Spaniens schädigten und den Wirtschaftsinteressen des Landes Abbruch täten, aufzuräumen. primo de Rivera stellte alsdann fest, daß die Beziehungen seiner Regierung zur Arbeiterklasse die denkbar besten feien und fuhr fort, man werfe der Regierung vor, die Freiheit unterdrückt zu haben. Zweifelsohne habe man sie etwas eingeschränkt, doch müsse man den Zustand in Betracht ziehen. in dem sich Spanien im September 1923 befunden habe. Es sei infolge eines verbrecherischen, viele Jahre hindurch ertragenen Komplotts erheblich krank und blutleer gewesen. Man könne nicht einen Kranken aufstehen, gehen, sprechen, trinken und essen lassen, wie es ihm beliebe, ohne das Hebel unheilbar zu machen. Um seine Heilung zu sichern, müsse man ihm einige Monate, oft Fahre lang übermäßige Anstrengungen ersparen und ihn hindern, zu viel zu sprechen; man müsse ihn rationieren, ihm dies und jenes untersagen, kurz ein gewissenhafter Arzt sein. Spanien sei ein Kranker und er und seine Mitarbeiter Spaniens Aerzte und sie würden über diesem Kranken bis zu seiner vollständigen Gesundung wachen. Der General kam alsdann auf die jetzt geführten Verhandlungen über den Abschluß eines französisch-spanischen Handelsvertrags zu sprechen und stellte fest, daß die Schwierigkeiten daher kämen, weil die französische Währung Schwankungen unterworfen sei. Das heute unterzeichnete Abkommen über das Rifgebiet nannte der General ein bedeutendes Werk, das die Ruhe und völlige Ratifizierung Marokkos sicherstelle. Er besprach alsdann. die Frage von Tanger. Spanien habe nach dieser Hinsicht wiederholt den Wunsch nach einer Abänderung des Regimes ausgesprochen, da es Tanger unter drei verschiedenen Gesichtspunkten betrachte: Erstens: Hinsichtlich feines militärischen Wertes. Rach dieser Richtung solle nichts geändert werden. Zweitens: Hinsichtlich der Verwaltung der Stadt Tanger sei Spanien der Ansicht, daß die Wahrung seiner Interessen und die der sehr umfangreichen spanischen Kolonien ihm eine bevorzugte Stellung sichern müssen. Da diese Frage aber geregelt sei, wolle man keine Aende- rung. In der dritten Frage, der Frage der Zone von Tanger aber brachte Primo de Riwera folgende Wünsche vor: Wenn keine ernsthafte Ueberwachung ausgeübt werde, würden die Aufständischen eine neue Erhebung von der internationalen Zone aus beginnen können. Spanien sei der Ansicht, daß, um die Mission, die ihm anverivaut sei, ausüben zu können, es notwendig wäre, ihm die Berechttgung zuzuerkennen, allein oder etwa mit Frankreich in enger Zusammenarbeit eine ständigeUeberwachung auszuüben. Das Ziel seiner Reise nach Paris gelte nicht der Regelung dieser heiklen Frage, aber Spcmien habe den Wunsch, daß sie sehr bald studiert und gelöst werde. Vriand über das Abkommen. Paris, 13. Juli. (WB.) Wie Havas mitteilt, äußerte Ministerpräsident Briand heute mittag vor Unterzeichnung des französisch-spanischen Rif- abkommens in einem Gespräch mit General Primo d e Rivera: Das Abkommen, das wir heute unterzeichnen werden, wird der Keim zu anderen Abkommen sein, die die Bande zwischen den beiden Ländern noch fester knüpfen und cs ihrer tätigen Freundschaft ermöglichen wird, zur Festigung des europäischen Friedens beizu- ttagen. General Primo de Rivera drückte seine Genugtuung darüber aus, daß er an dem Werke der französisch-spanischen Freundschaft und des Friedens Mitarbeiten könne. Der Sultan ausgepfiffen. Paris, 13. Juli. (WB.) Der Sultan von Marotto ist heute nachmittag im Pariser Stadthaus offiziell empfangen worden. Wie die Havasagentur berichtet, haben sich einige Zwischenfälle ereignet. Als der Sultan in den großen Salon eintrat, ertönten von verschiedenen im Saal zerstreuten Gruppen Pfiffe und Rufe. Man erkannte innerhalb dieser Gruppen mehrere der kommunistischen Partei angeho» rent)e Abgeordnete, Munizipalräte von Paris und Generalräte des Seinedepartements. Als sich der Sultan in den Salon begab, in dem der Tee eingenommen werden sollte, begann eine Gruppe die Internationale anzustimmen. Der Gesang wurde aber von der Militärmusik und dem daraufhin einsehenden Beifall der Mehrzahl des Publikums übertönt Die Ruhestörer wurden dann aus dem Saale entfernt. Kämpfe in Marokko. Paris, 14. Juli. (W. T. D. Funkspruch.) In einer Havasmeldung aus Rabat wird von schweren Kämpfen an der Front von Fez berichtet. Die Rifleute setzten dem Vorgehen der französischen Truppen heftigen Widerstand entgegen. Rach einer Meldung des „Petit Pari- fien" ist Hamed Dudra, der frühere Kriegsminister Abd el Krims von den Spaniern gefangen genommen worden. Der Sturm gegen Seeckt. | Es scheint also tatsächlich richtig zu fein, daß der französische General Walch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der interalliierten Militärkontrollkommission atn 2. und 3. Juli insgesamt drei Schriftstücke an den Reichskommissar bei der genannten Kommission, den General v. Pawels, gerichtet hat. Zum allgemeinen Verständnis muß vorausgeschickt werden, daß seit der großen Entwaffnungsnote der Entente, die noch vor der Räumung der Kölner Zone ergangen war, ein dauernder Meinungsaustausch zwischen den beiden genannten Stellen über Einzelheiten der Entwaffnung Deutschlands vor sich gegangen ist. Von den erwähnten drei Schriftstücken beziehen sich auch Atoei auf Einzelheiten, wie den Gebrauch von Panzerkraftwagen und Ausbildungsvorschriften der Reichswehr, die dritte jedoch auf d i e Stellung des Generals v. Seeckt. Aus dem Umstand, daß ein dauernder mündlicher und schriftlicher Meinungsaustausch stattgehabt hat, darf man schließen, daß die zunächst in Frage kommenden militärischen Stellen sich über die politische Bedeutung ,des dritten auf die Stellung des Generals v. Seeckt bezüglichen Schriftstücks nicht sofort klar geworden sind. Erst ungefähr eine Woche später hat der auf Urlaub befindliche General v. Pawels, dem sie zugesandt worden waren, veranlaßt, daß die den den Stoff bearbeitenben Referenten in der Reichskanzlei, dem Auswärtigen Amt und dem Reichswehrministerium bekannt gegeben wurden, die nun wiederum beschlossen, erst die Stellungnahme des gleichfalls auf Urlaub befindlichen Generals v. Seeckt abzuwarten, ehe sie den leitenden Stellen ihrer Ressorts Meldung erstatteten. So ist es zu erklären, daß gut eineinhalb Wochen lang die führenden Geister in den drei Ressorts von dem Vorhandensein jener Forderung des Generals Walch keine Ahnung hatten. Auf ein gut eingespieltes Zusammenarbeiten der zuständigen Stellen läßt ein solcher Vorgang nicht gerade schließen. Wenn es noch in ganz Deutschland einen vernünftigen Menschen gegeben hat, der die völlige lleberslüssigkelt der berühmten interalliierten Mili- tärfontroUfommiffion bezweifelte, so dürfte er jetzt von diesem Wahn kuriert sein. Wir sehen da ein Seitenstück zu dem Komödienspiel bei Behandlung der Abrüstungsfrage in Genf, und es ist nicht unmöglich, daß beide miteinander in Zusammenhang stehen insofern, als die Kommission des.Generals Walch den Anschein erwecken möchte, Deutschland habe trotz allem noch nicht völlig abgerüstet, womit wiederum für die tapferen Männer in Genf der Vorwand zur Sabotage der Abrüstung geliefert werden soll. Im Laufe der Verhandlungen hat General Walch seine völlige Unkeimtnis der Deftimmun- gen des Vertrages von Versailles bewiesen, indem er Forderungen aufstellte, die auf Grund eben dieses Vertrages völlig unmöglich sind. Durch eine Vereinbarung zwischen der Reichsregierung und der Botschafterkonferenz ist nach der erwähnten Entwaffnungsnote durch Reichs- aefelj die Stellung des Generals v. Seeckt als Chef der Obersten Heeresleitung grundsätzlich geändert worden. Er ist dem Organismus des Reichswehrministeriums eingegliedert und somit von der Stellung als unmittelbarer Vorgesetzter der gesamten Reichswehr entbunden worden. Run verlangte General Walch zunächst, daß General v. Seeckts Stellung so geändert werde, daß er keine unmittelbaren Besetzte an Teile der Reichswehr erlassen dürfe. Was das angesichts der eben beschriebenen gesetzlichen Aenderung bedeuten soll, ist ein Geheimnis, das vielleicht der General Walch selbst nicht zu lösen vermochte. Dann verlangte er, daß ein Generalissimus für die R eichswehr ernannt werde, wofür der Versailler Vertrag nicht die geringste Handhabe bietet. Run erklärt er, General v. Seeckt sei zwar nicht mehr formell, aber doch tatsächlich Oberbefehlshaber, und das solle dadurch beseitigt werden, daß einer der beiden Gruppenführer zum Oberbefehlshaber der Reichswehr ernannt werde. Auch hierfür liegt nicht die geringste Berechtigung vor, und wir wollen hoffen, daß eine glatte Ablehnung die gebührende Antwort ist. Ferner wollen wir hoffen, daß ihm livchmals vor Augen geführt wird, was schon rüher geschehen ist, daß nämlich der Erlaß von Ausbildungsvorschriften für die deutsche Reichswehr lediglich deren innere 2Inge- . e g e n fj e i t ist und die MilitärkontroMom- inission nichts angeht. Und schließlich wollen wir hoffen, daß diese neue, geradezu kindliche Schikane zum Anlaß genommen wird, jetzt endlich auf das schleunige Verschwinden der ganzen Kontrollkommission zu dringen. Ausschreitungen in einem Berliner Arbeitsnachweis. Berlin, 13. Juli. (Wolff.) Zu schweren Ausschreitungen kam es auf dem Arbeitsnachweis in der Gorinannstraße. Es kam zu einem Zusammenstoß zwischen Arbeitslosen und der Polizei, die das Ueberfallkommando alarmierten mußte. Bei den angrenzenden Rettungsstellen sind bisher zehn verletzte Personen eingeliefert worden. Unter den Verletzten befindet sich auch ein Hauptmann der Schutzpolizei, der von der Menge zu Boden gerissen und mit Füßen getreten worden war. Die Unruhen entstanden in der Fachabteilung für Schneiderinnen infolge des großen Andrangs der Arbeitsuchenden, wodurch eine Arbeiterin bewußtlos wurde. Da auch die übrigen Ab- ♦eiltT-gen starken Andrang hatten, war eine \ k große Menschenmenge, vorwiegend männliche Jugendliche, auf dem Hofe versammelt. Die regelmäßig vorüberkommende Polizeistreife rief Verstärkungen herbei, die aber wieder abzogen, als die Erregung nachgelassen zu haben schien. Als sich barm neue Ohnmachtsanfälle hauptsächlich unter den Frauen ereigneten, flammte die Erregung unter den Arbeitsuchenden wieder auf. Der Reviervorstand wurde bei seinem Eintreffen von zahlreichen Jugendlichen angegriffen und erheblich verletzt. Andere Arbeitsuchende zerschlugen eine große Anzahl von Fenstern und stürmten die Fachabteilung der Schneiderinnen, in der sich der Reviervörstand befand. ' Rußland und die baltischen Staaten. Reval, 14. Juli. (TU.) Gestern wurde in Reval eine Konferenz der Außenminister der baltischen Staaten eröffnet. Zur Beratung steht vor allem das russische Vertragsangebot auf Abschluß eines Sicherheitsabkommens. In Revaler politischen Kreisen wird dieser Konferenz große Bedeutung beigemessen- Aus Warschau verlautet, daß auch Polen den Wunsch habe, sich der gemeinsamen Antwort der drei baltischen Staaten an Rußland anzuschließen. - - Das londoner Avwinmen. Der Wortlaut des Vertrags. Paris, 14. Juli. (TU.) Das Finanzministerium veröffentlichte gestern abend einen offiziellen Bericht über das am Montag in London unterzeichnete französisch-englische Schulbenabkommen. Der Text des Abkommens hat danach solgenden Wortlaut: 1. Frankreich ist damit einverstanden, Großbritannien folgende Iahreslei st ungen zur vollständigen und endgültigen Regelung der frun» zösischen Kriegsschulden an Großbritannien zu zah. len: auf eine Gesamtkriegsschuld von 653 127 905 Pfund Sterl. im Finanzjahr 1926/27 4 Mill., 1927— 1928 6 Mill., 1928/29 8 Mill., 1929/30 10 Mill., 1930/31 bis einschl. 1956 57 121 Mill., 1957 bis einschließlich 1987'88 14 Millionen, alles in Anweisungen des französischen Schatzamtes. 2. Frankreich wird dem britischen Schatzamt vor ober spätestens bis zum 15. September 1926 einen Schuldschein für jede der unteru Artikel 1 des Abkommens vorgesehenen Zahlungen aushändigen. 3. Die auf Grund sämtlicher gemäß dem vorliegenden Abkommen ausgegebenen Bons gemachten Zahlungen werden ohne Abzug geleistet und werden keinen Steuern ober anberen öffentlichen Belastungen in Frankreich unterliegen. 4. Frankreich kann je nach feiner Lage nach einer vorherigen Mitteilung an bie englische Regierung, bie zum minbeften 90 Tage vorher erfolgen muß, bie Zahlungen eines Teils ber Schulb vertagen, wenn bie in Frage kommende Summe die Hälfte sämtlicher dreimonatlichen Zahlungen nicht übersteigt. Es wird festaeslellt, daß sämtliche verspäteten Zahlungen Zusatzzinsen von 5 Proz. tragen. 5. Jede Vermehrung der französischen Zahlungen wird verzinst werden. 6. Die Kriegsschuldenkonten Frank- reiche gegen Großbritannien werden endgültig a b - geschlossen. Das britische Schatzamt hat das Recht, jeden Betrag zurückzuhalten, der Frankreich auf diesen Konten gutgeschrieben wird. 7. Der Betrag von 53 500 000 Pfund Sterling verbleibt als unverzinsliche Schuld. Die Rückerstattung dieser Schulb wirb burch späteres Abkommen geregelt werben. Die britische Regierung wirb als Garantie bieser Schulb bas in Lonbon währenb bes Krieges burch bie französische Regierung hinterlegte G o l b (Abkommen von Calais) unverzinslich weiter behalten. 8. Sofort nach bem Inkrafttreten bes gegenwärtigen Abkommens unb Aushänbigung ber französischen Schulbscheine an Großbritannien sowie Erfüllung ber anberen Bebingungen wirb bas britische Schatzamt bie augenblicklich von Großbritannien in Besitz gehaltenen Bonbs der französischen Schatzanweisungen annullieren unb Frankreich wieder zustellen. Reparationen undRriegsfchulden Ein Briefwechsel znm Schnldenabkommen. Paris, 14. Juli. (TU.) Das französischenglische Schuldenabkommen wird durch einen Briefwechsel CaiUaux-Churchill ergänzt. Cail- laux schrieb am 12. Juli an Churchill: „Angesichts der Tatsache, daß durch das zu unterzeichnende Abkommen zur Regelung der Kriegsschulden Frankreichs an England d i e Zahlung der Jahresleistungen auf die alleinige DerantwortungFrank- reichs übergeht, bin ich zu der Erklärung gezwungen, daß nach Ansicht der französischen Regierung auch in Zukunft die Zahlungen auf die Schuldenkonten Frankreichs bei den Vereinigten Staaten und bei England unbestreitbar und in großen: Maße von den von Deutschland nach dem Dawesplan zu leistenden Zahlungen abhängen. Wenn daher unabhängig von den Zahlungen Frankreichs diese einmal aushören würden oder die Fehlbeträge die Hälfte der festen Summen überschreiten würden, so wäre eine neue Lage geschaffen und die französische Regierung behält sich das Recht vor, in einem solchen Falle die Regierung von Großbritannien aufzufordem, mit ihr die neu geschaffene Sachlage und alle eventuellen Begleitumstände neuerdings zu besprechen. Mit diesem ausgesprochenen Vorbehalt bin ich bereit, den von uns verfaßten Vertrag zu unterzeichnen." Das Antwortschreiben Churchills in Caillaux vom 12. Juli hat folgenden Wortlaut: „Ich habe Ihren Dries vom 12. Juli erhalten. Wie ich schon angedeutet habe, muß die britische Regierung an dem Standpunkt festhalten, daß die Regelung der Kriegsschulden Frankreichs an England, wie wir sie eben festlegten, sowie die Schulden selbst allein auf bie Verantwortlichkeit Frankreichs gehen. Sie werden einsehen, daß, wenn die von Ihnen aufgestellten Hypothesen Wirklichkeit werden, auch Großbritannien bereits eine Verminderung seiner Einnahmen aus dem Dawesplan erfahren würde, Einnahmen, mit denen es bei der Regierung der verschiedenen Kriegsschulden ebenfalls rechnen muh. Dieser Gesichtspunkt muß, falls Frankreich wünschen würde, daß die Frage neu besprochen wird, berücksichtigt werden. Außer diesem Vorbehalt habe ich keine andern Bemerkungen zu Ihrer Erklärung zu machen. Sollte eine Aenderung der Bedingungen erfolgen, so glaube ich mit Recht erwarten zu dürfen, daß dann gleiches Recht für sämtliche Alliierten gelten wird und die Mächte, die ebenfalls Gläubiger Frankreich- sind, eine analoge Modifikation der ihnen zu« kommenden Schulden in Erwägung zirpen. Churchill über die Kchuidenregelung. Keine Beziehungen zu den Daweszahlnnge». London, 13. 3uli. ($11.) 3m englischen Unterhaus ergriff heute Schatzkanzler Churchill das Wort zu einer Erklärung über das gestern zwischen ihm und Caillaux abgeschlossene englisch-französische Schuldenabkommen. Gr teilte mit, daß das Abkommen nicht nur die eigentlichen französischen Kriegsschulden, insbesondere die an England umfasse, soirdern grundsätzlich alle französischen Schuldenkonten bei England. Aach einer ziffernmähigen Darstellung des Moratoriums erklärte Churchill, daß das Abkommen keinerlei Klauseln des 3nhalts aufweise, daß die französischen Zahlungen an England vondemEin- gong der deutschen Reparativ ns- zahlungen abhängig gemacht werden sollten. Allerdings fei vorgesehen, daß Frankreich im Falle einer außergewöhnlichen Zahlungsunfähigkeit eine weitere Stundung innerhalb der jetzt abgeschlossenen Moratorientermine erhalten könnte. Großbritannien habe auf Grund des Abkommens die ^Möglichkeit, in entgegengesetztem Falle von Frankreich eine entgegenkommendere 3nnehaltung der gesetzten Termine zu verlangen. Churchill sagte dann, wenn die Dokumente geprüft worden seien, würde die vorliegende Regelung der schwierigen und lästigen Frage der Kriegsschulden hoffentlich allgemeine Zu- stinimung finden. Die britische Regierung glaäbe, daß die'Vereinbarung das beste praktische Abkommen bedeute, das Aussicht auf Verwirklichung habe und daß es hinsichtlich der Schulden, die die Alliierten Grcch- britanniens für die gemeinsame Sache aufgenom- men hätten, in Liebe reinstimmung sei mit der traditionellen Politik Englands. Die amerikanischen Schulden. Schlechte Aussichten für Caillaux. N e u y 0 r k, 13. Juli. (Wolff.) „Associated Preß" meldet aus Washington, Schatzsekretär Mellon sei der Ansicht, der französisch-amerikanische Schuldenvertrag sei nicht mehr in den Händen der amerikanischen Schuldenkommission, Frankreich müsse daher an den Kongreß appellieren, falls es Erleichterungen wünsche. Da jedoch das Repräsentantenhaus den Vertrag ratifiziert habe, gelte es für unwahrscheinlich, daß der Senat wesentliche Aenderungen gestatten werde. In den Regierungskreisen glaube man, daß Frankreich sich in einer weniger günstigen Lage befinden werde, wenn es den Vertrag nicht ratifiziere, da die Vereinigten Staaten auf Grund ihres Darlehens in barem Geld zahlbare Sichtwechsel an Frankreich besäßen, während dar Abkommen die Zahlungen über 62 Jahre verteile. Die amerikanische Regierung habe weder offiziell noch sonstwie Mitteiluna von Frankreich bezüglich des Schuldenvertrags erhalten. Senator Borah äußerte sich zu der Pariser Demonstration gegen das Washingtoner Abkommen, daß die Veteranen Ursache zu dem Protest hätten, aber nicht zu einem solchen gegen die amerikanischen Steuerzahler. Die Wirkung der gestrigen Demonstration werde eine stärkere Opposition im Senat sein. Wenn Frankreich bessere Bedingungen wünsche, so müßten die Verhandlungen über die Schuldenfundierung von neuem beginnen. Der Schuldenoertrag verlange weniger als einen halben Dollar pro Dollar des ursprünglichen Sckuldenbetrags. Borah fügte hinzu, F llreich zayle mehr für den Bruch seines Versprechens, Syrien die Unabhängigkeit zu gewähren, als seine Verpflichtungen aus dem Schuldenvertrag forderten. Die Vereinigten Staaten hätten nicht ge- - nügend Geld, um Frankreich vor den Folgen feiner ' gegenwärtigen inneren Politik und seines Jmperia- 71i5mu5 in Syrien zu retten. Das belgische Ermächtigungsgesetz. Brüssel, 13. Juli. (WTB.) Der zur Wiederaufrichtung der finanziellen Lage Belgiens und zur Vorbereitung der Stabilisierung seiner Währung von der Regierung in der Kammer eingebrachte Entwurf eines Gesetzes bestimmt, daß der König während der nächsten sechs Monate alle in Kraft befindlichen Bestimmungen über den B a n k - Notenumlauf ändern oder ergänzen kann, daß er ferner alle Maßnahmen zur Stillegung oder Einschränkung der Inflation, zur Zucückschaffung der im Ausland befindlichen Kapitalien und zur Liquidierung bzw. zum Verkauf der unter Sequester stehenden Güter Angehöriger ehemals feindlicher Staaten treffen und alle Maßnahmen ergreifen kann, die geeignet sind, olche Anzeigen oder Nachrichten zu unterdrücken, )ie den Staatskredit erschüttern können. Schließlich oll der König alle Anordnungen treffen können, mrch die die Versorgung der Beoölke- rung mit Nahrungsmitteln sichergestellt wird. Unter den zur Stützung des Franken vor- gesehenen Maßnahmen, befindet sich auch die Anerkennung der in Goldwährung abgeschlos!enen innerbelgischen Verträge. Die Regiernng will sich eine dahingehende Befugnis vorn Parlament geben lassen, weil gegen diese Tendenz der Gvldrechnung kaum noch anzukämpfen ist. 3n dieser Woche haben die auf hochwertige Valuta ausgestellten Rechnungen in Belgien ganz bedeutend zugenommen. Die Abschaffung der 3n- dexzisser soll ebenfalls in Aussicht genommen worden sein. Auch soll zur Beschleunigung der Stabilisierung eine Emissionsbank in Gold franken ins Leben gerufen werden, ähnlich etwa der deutschen Rentenbank. Diese soll der Aationalbank unterstellt werden. Die Kammer wird nach den Debatten über die außerordentlichen Vollmachten, über die 3ndustrieali- sierung der Eisenbahnen und jetzt auch der Telephon- und TelegraPhenverwaUung in die Ferien geschickt werden. Annahme in der Kämmet. Brüssel, 13. 3uli. (WB.) 3n der Kammer führte Ministerpräsident 3 a s p a r bei der Einbringung der Gesetzesvorlage, die dem König Vollmachten zur Wiederherstellung der belgischen Finanzen verleiht, aus: 3cb fordere die Kammer auf. in den Ausschüssen sofort die Gesetzesvorlage zu prüfen. Richts rechtfertigt die im Lande herrschende Erregung. Wir haben kerne arbeitslosen Fabriken und Arbeiter. Rie war die Ernte reicher. Das Gleichgewicht im Staatshaushalt für 1926 ist selbst für den Fall einer Devisenhausse sichergestellt. 1927 wird das Gleichgewicht des Budgets noch sicherer sein. Wir werden keine neuen Steuern brauchen. Die von der Regierung bereits getroffenen Maßnahmen haben sich noch nicht ausgewirkt. Das Publikum legt eine bewuirderungswürdige Solidarität an den Tag, indem es freiwillig Spenden an die Amortisationskasse abführt. Es hat Glauben an das Vaterland. Dies berechtigt uns dazu, zu sagen, daß das Land nicht in Gefahr ist. Das Parlament hat, wo es sich um große nationale Fragen handelte, immer Weitsichtigkeit gezeigt und sich über die Parteistreitigkeiten erhoben. Wir haben eine Reihe von Maßnahmen zum Schutze des Franken ergriffen. Der aus diesem Anlaß ernannte Ausschuß arbeitet seit heute morgen neben der Rationalbank. Eine weitere Ausfuhr von belgischen Kapitalien kann nicht länger geduldet werden. Wir haben Anstalten getroffen, zur Verhinderung der Lebens mittelaus- f u h r und gegen den Verbrauch von Luxusgegenständen. Hm diese Maßnahmen wirksamer zu gestalten, muß die Regierung, wenn auch im Rahmen der Verfassung, freie Hand haben. 3aspar forderte die Kammer auf, die Gesetzesvorlagen angesichts des Ernstes der Lage ohne Debatte anzunehmen. Wenn einmal der Franken stabilisiert werde, so würde dies weit unter einem Kurs von 200 Franken für ein Pfund Sterling geschehen. 3aspar fordert das Parlament zur rückhaltlosen Unterstützung auf und kündigt an, daß ein Aufklärung s- seldzug im Lande eröffnet werden würde. Vandervelde gab der Erwartung Ausdruck, daß die Kammer rasch handeln werde. Minister Hymans sagte dann, die Regierung beabsichtigt, auf dem Boden der Verfassung zu bleiben. Die richterliche Gewalt wird die Kontrolle darüber haben, daß die Handlungen der Regierung im Einklang stehen mit den ihr von der Kammer gewährten Vollmachten. Die Gesetze über die Presse werden in Kraft bleiben. Das 3nterpellationsrecht des Parlamentes bleibt bestehen. Der einzige Artikel des Gesetzentwurfs wurde darauf in nichtnamentlicher Abstimmung angenommen. Die zweite Lesung wird am Donnerstag stattfinöen. Die Wirren in China. Schanghai, 13. Juli. (WTB.) Die Kämpfe, die in der Nachbarschaft des N a n k a u p a s s e s und in Nordschanski zwischen den alliierten Streitkräften und Knominschuntruppen stattfinden, werden fortgesetzt, ohne daß bisher eine Entscheidung herbeigefüyrt werden konnte. In Schanghai verspätet eingetroffene Berichte besagen weiter, daß im Westen der Provinz Schensi W u p e i f u und die Kuominschuntruppen erfolgreich um den Besitz der bisher verteidigten Hauptstadt Hsianfu kämpfen. Der Bürgerkrieg wütet weiter. Weitere Kämpfe werden aus Hunan gemeldet, wo gutausgerüstete rote Truppen aus Kanton mit russischen Ratgebern dem General Tangsengtschi starke Hilfe geleistet haben. Dieser hat den Armeeführer Wupejfus, General Pekaischin, ans der Provinzhauptstadt Tschangscha vertrieben. Es werden Maßnahmen getroffen, um das Vorrücken der roten Truppen nach Hankau zu verhindern. Die Unruhen in Perfien. London, 13. 3uIL (Wolff.) „Times" meldet aus Teheran unter Hinweis auf die Beeinträchtigung der zuverlässigen Berichterstattung durch die Zensur: Allem Anschein nach konnte der militärische Aufstand in Aserbeidschan unterdrückt werden. Don den schätzungsweise 500 Aufständischen wurden 200 hingerichtet, die übrigen sind über die türkische Grenze geflüchtet. Die Bewegung in Khorasan scheint einen ernsteren Charakter zu haben und soll gegen den Kommandanten der Ostarmee gerichtet fein, der in dem Verdacht steht, militärische Gelder unterschlagen zu haben. Die Meldungen, daß die Turkmenen sich den Aufständischen angeschlossen hätten, sind bisher nicht bestätigt. Der PoLemkin-Film. Rach Meldungen verschiedener Blätter soll die Prometheus-Gesellschaft, die den „Panzerkreuzer Potemtin"-Film in Deutschland vertreibt, gegen den gestrigen Spruch der Film-Oberprüf- stelle beim Reichsinnenministerium Protest erhoben haben. Wie hierzu von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, besteht keine Möglichkeit, gegen den Spruch der Filmoberprüfstelle Protest einzulegen, da die Entscheidungen dieser Behörde als letzte 3nstanz endgültig sind und keiner weiteren Revision unterliegen. Es besteht lediglich die Möglichkeit, daß die in Frage kommende Filmgesellschaft eine Umarbeitung vor- nimmt, worauf dann ein völlig neues Verfahren eingeleitet werden dürfte. Die Filmoberprüf- stelle würde sich mit dem Potemkin-Film zum zweitenmal nur dann befassen, wenn gegen die Entscheidung der ersten 3nstanz, der Filmprüf- stelle, Beschwerde eingelegt worden ist. Kunst und Wissenschaft. Tagung des Vereins für Sozialpolitik in Dien. Der Verein für Sozialpolitik wird seine diesjährige Tagung in der Zeit vom 22. bis 25. September in Wien abhalten. Am ersten Verhandlungstage wird das Thema „Die Krisis der Weltwirtschaft" mit Referaten von Professor Harms, Kiel (Strukturwandlungen der Weltwirtschaft) und Pro- fessor Eulenberg, Berlin (Die handelspolitischen Ideen der Nachkriegszeit) erörtert werden. Das Thema des zweiten Tages lautet: „Die Uebervölke- rung Westeuropas und die Arbeitslosigkeit". Die Referate hierzu werden von Profesfor A e r e b o e , Berlin (Bevölkerungskapazität der Landwirtschaft) Professor Mombert, Gießen (Uebervölkerungs- erschemungen in Westeuropa) und Privatdozent Dr. Winkler, Wien (Die Bevölkerungsfrage auf deutschem Volksboden) erstattet. Den Gegenstand der Erörterung des dritten Tages bildet die Frage der „Steuerüberwälzung", wozu Professor Mann Königsberg (Wesen und allgemeiner Verlauf der Steuerüberwälzung), Professor Meyer, Wien und Dr. B u n z e l (Die Praxis der Steuerüberwälzung) referieren werden. Aufdeckung eines römischen Landhauses bei Cranenburg. Bei Erdarbeiten stieß man in der Nähe des deutschen Zollamtes Wyler auf alte Fundamente Der Kustos für römische Altertümer am Prooinzial- muieum in Bonn, Hagen, stellte fest, daß es sich um Reste eines römischen Landhauses handelt, und zwar um eine größere Anlage, da der Baderaum außergewöhnlich große Maße zeigt. Das Landhaus । muß lange Zeit gestanden haben, da fünf übereinanderliegende Böden festgestellt wurden. Besondere Altertümer wurden nicht gefunden. Interessant ist, daß die Anlage an der schönsten Stelle der Höhen von Wyler dicht an der deutsch-holländischen Grenze liegt. Dühnen-Jubiläum. In diesen Tagen beging Intendant S. R. S k a l vom Landestheater für Pfalz und Saargebiet fein 25. Bühnenjubiläum, das in Bad Kreuznach gefeiert wurde, wo in Verbindung mit dem Kur- lheater der eine Verrvaltimgssitz des Landestheaters sich befindet. Dem Jubilar, der zu den ernsthaftesten Stützen deutscher Kunst und deutscher Kultur in diesem hartumkämpften Gebiete des besetzten linken Rheinlandes gehört, wurden an diesem Festtage zahlreiche Ehrungen zuteil, denen in der Jestvorstel- lung im Bad Kreuznacher Kurtheater, in der aus Anlaß des Jubeltages Intendant Skal nach langer Pause wieder einmal in einer seiner einstigen Hauptrollen als „Faust" auftrat, das Publikum sich begeistert anschloß. Aus aller Wett. Schweres Flugzeugunglück in Fürth. Fürth, 13. 3uli. (WTB.) Heute nachmittag 6 Uhr ging auf dem Flugplatz Fürth e i n französisches drei motorig es Großflugzeug des neuesten Typs Ä. S. D. nieder, das seinen ersten Flug von Paris nach Prag machen wollte. Gegen V27 Uhr stieg das Flugzeug, nachdem es frisch getankt hatte, wieder auf, geriet aber in einer Höhe von etwa 100 Metern auf bisher noch ungeklärte Weise in Brand. Der Pilot versuchte eine Rotlandung. Zwei mitfahrende Passagiere konnten sich durch Abspringen retten, während der Pilot und ein Werkmonteur verbrannten. Das Flugzeug ist stark beschädigt. Die Geretteten haben sich bei dem Absprung derart verletzt, daß sie in ein Krankenhaus gebracht werden mußten. Die vernichtete Maschine war, wie Fachleute einwandfrei feststellten, ein Typ eines militärischen bzw. eines Kampfflugzeuges und mit allen technischen Einrichtungen versehen, die es zu einem solchen stempelten. So fand man u. a. ein versenkbares „Pivot" für das Maschinengewehr und die Trommel zur Aufnahme der Maschinengewehrmunition, ebenso sämtliche Instrumente für die militärische Beobachtung, jedoch keine Armierung. Laut Flugplan war der direkte Bestimmungsort Belgrad mit Zielrichtug Konstantinopel. Der Beobachter im Flugzeug, ein Meteorologe Va l von der Fluawetterwarte in Paris, gibt an, daß im Auftrage der französischen Regierung ein Probeflug von Paris nach Konstantinopel auzge- führt und daß nach erfolgter Abnahme der Maschine diese dem internationalen Luftverkehr dienen sollte. Diese Angabe war zweifellos unrichtig, da aus der Konstruktion niemals ein Verkehrsflugzeug gebaut werden kann. Man geht kaum fehl in der Annahme, daß es sich um einen neuen Typ eines französischen Kampfflugzeuges handelt, das lediglich militärischen Zwecken dient, um so mehr, als der hier befindliche Flugschein keineswegs in Ordnung ist. Raubüberfall in Kassel. Ein schwerer Raubüberfall wurde auf die alte Witwe Probst beim Betreten ihrer Wohnung in der Kleinen Rosenstrahe 1 ausgeführt. Frau Probst, die als Kassiererin in einem Lichtspieltheater tätig ist, kam um etwa 10.15 IHjr nach Hause. Als sie die Tür geöffnet und Licht machen wollte, erhielt sie einen Schlag aus den Kopf, wurde gewürgt und ihr ein Knebel in den Mund gesteckt. Dann wurde sie in den Keller geschleift, dessen Eisentür bereits vorher geöffnet gewesen sein muß. Nachdem sie zwei Stunden bewußtlos im Keller gelegen hatte, kam sie zu sich und schleppte sich nach oben, wo sie dann von Hausbewohnern gefunden wurde. Die Täter haben die Frau mit dem Kopf gegen die Mauer geschlagen und sie auch sonst übel zugerichtet. Die Zähne sind völlig zerschlagen, das Gebiß wurde auf der Treppe gefunden. Rach Aussagen der Frau waren bei dem Lieberfall zwei Männer und eine Frau beteiligt. Die Handtasche mit der Einnahme von zwei Tagen, die sie bei sich hatte und auf die die Räuber es wahrscheinlich abgesehen hattest, wurde im Keller gefunden, so daß es den Anschein hat, als ob die Täter bei ihrem Vorhaben gestört worden sind. Die Hochwasserschäden in der Provinz Sachsen. Die bisher beim Landbund der Provinz Sachsen eingegangenen Meldungen, die allerdings für den Regierungsbezirk Erfurt noch vollkommen ausstehen, besagen, daß in der Provinz Sachsen die Ernte von über- 300000 Morgen vernichtet sei, davon im Regierungsbezirk Merseburg über 200 000 Morgen, im Regierungsbezirk Magdeburg über 100 000 Morgen. Diese Zahlen bedeuten jedoch noch keine abschließenden Angaben. Schwere Unwetter in Italien. Hebet Italien sind an verschiedenen Punkten wieder schwere Gewitter niedergegang-en. So brach über Reapel in der letzten Rächt ein heftiges Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen durch. Verschiedene Straßen wurden überschwemmt. Das Wasser bedrohte einige Häuser, die von den Bewohnern geräumt werden mußten. 3n der Rähe von P ez u o li zerstörte ein Bergrutsch die Eisenbahnstrecke. Sowohl in Florenz als auch in R o m ist nach der starken Hitze die Temperatur plötzlich gesunken. Zwei grauen ertrunken. Zwei in Moorgarten bei Lübeck wohnhafte Ehefrauen hatten sich in die Trave zwischen Niendorf uno Weseoerg begeben, um zu baden. Eine der Frauen geriet in eine tiefe Stelle und versank. Die andere Frau eilte zu Hilfe, wurde aber von der Ertrinkenden bet den Haaren ergriffen und mit in die Tiefe gezogen. Beide Frauen ertranken. Die Leichen konnten bereits geborgen werden. Beim Paddeln ertrunken. Beim Paddeln in der Ruhr ertranken bei Bochum zwei Arbeiter bei Meberquerung der Ruhr in der Rahe einer Fähre. Bis jetzt konnten die Leichen noch nicht geborgen werden. 100 Iahre „Der Gesellige". Anläßlich ihres 100jährigen Jubiläums gibt die altbekannte ostdeutsche Tageszeitung eine umfangreiche Festnummer heraus, die um ihres 3n» Halles willen Beachtung verdient. Die auf den Gedanken der Kulturpropaganda eingestellte Ausgabe gibt zunächst ein umfassendes Bild von der jüngsten deutschen Provinz, der aus den deutschgebliebenen Restteilen Posens und Westpreußens zusammengesetzten Provinz Grenzmark Posen-Westpreuhen und ihrer Hauptstadt Schneidemühl, darüber hinaus Gedanken an das deutsche Ostlanö, das uns gebliebene und das entrissene. Dem auf Grenzwacht im Osten stehenden „Geselligen" wünschen wir Glück auf seinem weiteren Wege. Aus -er Provinzialhauptsta-t. Gießen, den 14. 3uli 1926. VOM Reisen. Don Reiichold Braun. „Leben ist Reisen," sagt der Christ. Mit größerem Recht sagt man: „Reisen ist Leben!" Eine Reise ist ein Trunk aus der Quelle des Lebens. Hekckel. „3n den meisten Fällen heißt reisen sich ärgern!“ also spricht Theodor Fontane. Es gibt allerdings Menschen, die gan$ mit dem Dichter in diesem Falle einmal überein- stimmen, wenn sie auch sonst allzusehr den Widerspruch lieben. Eben darum stimmen sie mit ihm überein, weil sie auch auf der Reise nur immer Widerspruchsgeist sind. Tlckß' das ist ein schlechtes. Da möchte ich gleich ein anderes Wort unseres Dichters anführen: „Gute Lebensart schreibt vor, auf Reisen nicht zu tadeln!" And an anderer Stelle spricht er von den leberkranken Rörglern, die sich zu Hause eine Bortresflich- keitsschablonie zurechtgemacht halben und über alles verstimmt sind, was davon abweicht. Auf der Reise zeigt sich so oft qm unmittelbarsten, wes Geistes Kind einer ist. Wie du auf der Reise bist, so bist du! Der Mensch steht da aus seinem alten Kreis hinausgestelll in ein Reues, mit dem er sich irgendwie in Einklang zu bringen hat. Und dazu gehört guter Wille und rechte Lebensart. Gin gutes Rezept, das man sich vor Beginn der Reise selbst verschrei-, ben sollte, heißt: „Richt ärgern! Lind noch einmal: „Richt ärgern!“ Man kann es sich in sein kleines Reisetagebuch gleich auf die erste Seite schreiben! Eine Reise, die man zu seiner Erholung unternimmt, soll immer eine Reise nach der Sonne fein! (Jkn diesem 3ahre ein wenig schwer! Aber nicht ganz unmöglich, wenn man vor allem an die 3nnensonne denkt!) Diese Reise nach der Sonne ist die Probe aufs Exempel deiner Lebenskunst. Lind je mehr Sonne öu im Innern gewinnst aus den Stunden der Ruhe trotz Regen und allerlei Schatten, je höher stehst du in der Kunst, das Leben zu leben! So ein trutziges „Dennoch!" ist wie ein blanker Schild, der selbst leuchtet und anderen Menschen Leuchten ins Herz schenkt. Eine Reise soll auch ein Lebensdienst fein an dir. Lind es wird deinem Leben am meisten gedient, wenn du dem Leben anderer in Freude hier und dort dientest! Dazu wirst du nicht zur bloßen Reisebekanntschaft! — Rein, allen Mißmut willenskräftig bei Seite geschoben und die Sonnenworte Hebbels über die Stunden gestellt! Reisen ist Leben! Wird es dir wirklich zum Leben! Dient es der inneren Erhöhung und Vertiefung deiner Seele. Wird es dir zum Trunk aus der Quelle. Wer sich mißmutig über eine Quelle neigt, der schändet sie. 3ede Quelle will ein fröhliches, dankbares Gesicht. Leben trinken! Heiter, herzlich! Wirllich einmal her- ausgestellt aus dem Allen ins Reue, Freie. Bon neuem Kreise sich umschwingen lassen, offen Herz und Auge. Lind immer bei allem bedenken: Es ist nichts vollkommen in der Welt, auch nicht aus der schönsten Reise. Sich menschlich schicken. Reise ist höhere Ebene und soll es nicht nur nach außen hin sein. Das 3nnere bleibt auch hier das Entscheidende und das zuletzt Ausschlaggebende. Mißmut verdirbt den Appetit auch am Schönsten, was uns geboten wird. Das Auge sonnenhaft vom Herzen her, und deine Reise wird zu einer Kette reiner Freuden auch im bescheidensten Winkel, den du dir aussuchtest, vielleicht aus Mangel an Geld, vielleicht auch, um wirklich Ruhe zu haben und der lärmenden Zivilisation auf ein paar Wochen zu zu entlausen. So ist's: Wer reisen will, muß auch die Kraft und den Frohmut des Entlau- fenä kennen! Alles einmal dahinten lassen. Ohne Kette sein und ohne Ballast der Mode und alles sonstigen, was uns zum Ballast wurde. Einmal so ein Stück Feurbachs Hirteirjunge sein. Der Ratur zurückgegeben. Lind dann: eine Reise darf nicht allzu lang sein. Kürze macht auch hier die Würze. Reise ist Extrakt des Lebens. Hebbel schreibt an seine Frau: „Eine Reise müßte, wie das Champagnertrinken, nicht zu lange dauern!" — Das wird immer das Entscheidende für deine Reise fein: Willst du zum Leben oder zum Abenteuer. Darin zeigt sich, wer du bist. Willst du deine Seele stark und freudig für den Lebenskampf machen, oder willst du deine Lust an der Oberfläche erhöhen. Ideal oder Materie? Lerne immer, mehr zum echten Leben zu reifen, immer mehr nach der Sonne! Bornotizen. —- Tageskalender für Mittwoch. R. C. Germania: Vereinslokal, Monatsversamm- lung. — V. f. D.: 8.30 Llhr: Llniversitäts-Cafe, Monatsdersammlung. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das nächste Gastspiel des Bad-Aauheimer Kurtheaters findet am Dienstag, 20. 3uki, statt. Da die Erfahrung des Winters gezeigt hat, wie sehr ab und zu ein älteres Lustspiel aus der Zeit, da die Ramen Schönthan, Koppek-Ellfeld, Kadelburg und Blumenthal das deutsche Luftspieltheater beherrschten, von einem großen Teil des Publikums begrüßt wird, sind Kadelburg-Schönthans „Zwei Wappen" dem Spielplan wieder einverleibt worden und gehen am 20. 3uli in Szene. — Es fei heute schon darauf hingewiesen, daß am Sonntag, 25. 3uli, 3vo Puhontzs berühmtes Baden-Badener Marionettentheater in einer Rachmittagsvorstellung für die Kleinen und einer Abendvorstellung für die Erwachsenen hier gastieren wird. Wettervoraussage. Bei östlichen Winden meist trocken und sehr warm. Das Gebiet hohen Druckes, das die Schönwetterlage herbeigeführt hat, verlagert sich mit seinem zentralen Teil weiter nord-ostwärts. Auf seiner Südseite erreichen uns hauptsächlich östliche Winde. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 27, Minimum 15,8 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 19,6 Grad Celsius. paiöenz. - s«ichö Forflhause intb viele 3n vor (at, als d jahrzehntel« nichtet hat! mit eiserne völlig geän bearbeilunj Eine befon grauten D oes Lesebm Schulen, tr erkennung Als -1 kannte der Restlose $i in ben tera an einen A Otto Xotfj bi zur Tat linden. Denn - lars teil üb senlandes hi genvvller ll grobe Das ganze Lieb« Tein 2 nehmen bri unsem Gl 50 3aI)I .rtS Rfes A Kr» 1860 durch und Leske rung- Handlung. 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Ferberschen Buchhandlung hervor, die Emil Roth im Jahre 1846 durch Verehelichung mit der Witwe Dorothea Ferber übernahm. Die Verlagsabteilung erfuhr 1860 durch die Erwerbung des Verlages Pabst und Leske in Darmstadt eine wesentliche Erweiterung. 3m Jahre 1864 wurde die Verlagsbuchhandlung. die inzwischen weit über Hessens Grenzen hinaus Bedeutung erfahren hatte, als selbständige Firma vom Sortiment abgetrennt. Als Emil Roth im 3ahre 1876 aus dem Leben schied, übernahm sein einziger Sohn Otto am 15. Juli 1876 das Geschäft unter Beibehaltung der väterlichen Firma. Heute noch, nach einem halben Jahrhundert, steht der nun bald 76jährige Mann in voller körperlicher und geistiger Frische seiner Firma vor, die sich unter seiner Leitung aus bescheidenen Anfängen zu einem im Gesamtbuchhandel hochgeachteten Unternehmen entwickelte Rach seiner buchhändlerischen Lehrzeit in Heidelberg war der Jubilar in die Welt gezogen, um sich in verschiedenen Stellungen in der Schweiz, in Rord- und Westdeutschland reiche buchhändlerische Kenntnisse zu erwerben. Auf eigenem Boden stehend, erkannte der junge Verleger sehr bald seine Ausgabe und schuf der hessischen Schule das .Hessische Schulbuch". 1880 schon erschien die erste Hessische Fibel, nach der hundert tausende Hessenkinder lesen und schreiben lernten. Der Fibel folgte rasch das „Hessische Lesebuch". Richt rastend, mit der Zeit Schritt haltend, wurde das Hessische Lesebuch in seinen vielen Auflagen zu einem Volksbuch. Tausende von Hessenkindern haben sich daran erfreut und daraus die große Welt, dos Leben kennengelernt. Das Riepothsche Rechenbuch. Müller-Völker Realienbuch. Kleins biblische Geschichte, Dölls Liedersammlung, Heimatkunden von Hessen, die großen Wams er scheu Kartenwerke, anerkannt wertvolle Lehrmittel, schließen die Reihe, sämtlich den Heimatgedanken tragend. Weiterhin entstanden in seinem Verlag wissenschaftliche Werke auf dem Geb'ete der Jurisprudenz. Raturwisscnfchaften, Mathematik und schließlich die Preisgekrönten Iugendschriften „3m Forsthause Faltenhorst". ..Aus deutscher Vorzeit" unb viele andere Veröffentlichungen. 3n vorbildlicher Größe zeigte sich der 3ubi- lar, als die Rachkriegszeit den Erfolg seines jahrzehntelangen unernrüdlichen Schaffens vernichtet hatte. Trotz seines hoben Alters schuf er mit eiserner Energie und frischer Tatkraft, den völlig geänderten Verhältnissen folgend, die Reubearbeitung 1925 des „Hessischen Lesebuches". Eine besondere Genugtuung mag es feinem ergrauten Verleger sein, daß die neueste Ausgabe des Lesebuches in vielen hunderten von hessischen Schulen, trotz aller Gegenströmungen, volle Anerkennung und Wertschätzung findet. Als Buchhändler vom alten, guten Schlag kannte der 3ubilor nichts anderes als Arbeit. Restlose Hingabe an seinen Beruf, das Aufgehen in den verantwortungsvollen Anforderungen, die an einen Duchvsrleger gestellt werden, liehen bei Otto Roth die Kräfte erstarken, das starke Wollen zur Tat und die Tat schließlich zum Erfolg werden. Wenn auch die rastlose Tätigkeit des 3ubi- lars weit über die Grenzen unseres engeren Hessenlandes hinausreicht, denn viele Kindlein sorgenvoller Verlegerstunden sind sogar über das große Wasser geschwommen, so galt doch feine ganze Liebe der Heimat. Dem Jubilar und feinem erfolgreichen Unternehmen bringen wir zu diesem seltenen 3ubiläum unseren Glückwunsch dar. L. U. Don der Landesunioersität. Assistent Dr. Otto Behaghel, der sich für das Fach der Themie an unserer Universität zu habilitieren wünscht, hält am Donnerstag, 15. Juli, 6 Uhr, in der Kleinen Aula eine öffentliche Probevorlesung über das Thema: „Die Wandlung des Radikal- begriffes". ** Studentenfahrt zur Gesolei. Einen gemeinsamen Besuch der Gesolei in Düsseldorf planen die Studenten der üniversitäten Gießen und Marburg. Die Fahrt soll voraussichtlich am 20. 3uli mittels Sonderzuges angetreten werden. ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Walzarbeiten ist der Schiffenbergerweg zwischen dem Erdkauterweg und der Privatstrahe, zwischen den Fabriken von Bänninger und Gail, von heute ab auf die Dauer von 10 Tagen für jeglichen Fährverkehr gesperrt worden. •• Lehrgänge für Schulturnen und Bewegungsspiele in Hessen. Das Hess. Landesamt für das Bildungswesen teilt mit, daß für die Zeit zwischen den Sommer- und den Herbstferien an verschiedenen Orten Hessens Lehrgänge für Schulturnen und Bewegungsspiele von je 2 bis 3 Wochen Dauer geplant sind. Lehrgänge, zu denen Lehrer höherer Lehranstalten und mehrllassiger Volksschulen zugelassen sind, die bereits Turnunterricht erteilt haben und über einige turnerische Fertigkeiten verfügen, sind vorgesehen in Darmstadt. Offenbach. Gießen und Michelstadt i. O. ab 16. August, Mainz ab 18. August, Friedberg ab 23. August, sowie Bensheun (nur für Lehrerinnen) und Worms ab 30. August. Schriftliche Meldungen sind bei Oberstudiendirektor Lautenschläger - Darmstadt einzu reichen. *♦ Tod durch Wasser genuß nach Kirschen. Der 13jährige Sohn eines Bergmanns in Hachenburg (Westerwald), der nach dem Genuß uon Kirschen Wasser trank, ist, bevor ihm ärztliche Hilfe gebracht werden formte, unter qualvollen Schmerzen gestorben. Der Vorfall möge zur Warnung dienen. ** Markusgemeinde. Die Gememde- feier der Markusgemeinde am Sonntag hatte einen guten Tag. Unter Führung einer kleinen Musikkapelle ging der Zug von mehreren Hundert buntgeschmückten Kindern und auch einer großen Zahl Erwachsener nach der Hardt. Wenn auch unterwegs infolge Straßenbauarbeiten manche Hindernisse zu überwinden waren, fo kam die große Schar Cer Kleinen und Kleinsten doch glücklich auf der schönen Hardt an. Da Gott gutes Wetter schenkte, gab's dann da oben nach kurzem Degrüßungswort von Kirchrnvorstehrr H o r sr in fröhlichem Spiel und Wettbewerb ein rechtes Kinderfest, an dem jung und alt mit herzlicher Freude teilnahmen. Auch die lebhafte Rachscage nach Brezeln konnte weitgehend befriedigt werden. Die schönen Stunden gingen nur zu rasch vorüber. Rach einem Dan'eswort von Pfarrer Becker, worin noch auf die besondere Bedeutung solcher gemeinsamer Stunden für die Kirchenge.nernde hingewiesen wurde, schloß die schone Feier mit dem gemeinsamen Lied „Lobe den Herren", in das alle dankbar froh einstimmten, Ünd dnnn ging's wieder mit Musik zum Oswaldszarten zurück, wo sich der Zug auflöste mit „Wiedersehen beim nächstenmal!" Stenographen-Tagung in Darmstadt. • Darmstadt. 11. 3uli. Heute vormittag fand hier bei sehr starkem Besuch her 4 6. Verbau d s t a g des Hessisch-Rassauischen Verbandes Gabelsberger Stenographen statt. Dem Festakt wohnten Staatspräsident ü I r i $, Reichsgesandter Dr. David. Vertreter zahlreicher Behörden, darunter auch des Landesbildungsamtes, bei. Ein Gesangverein eröffnete und schloß die Veranstaltung mit Liedervorträgen. Der Vorsitzende. Lehrer Schopp (Mainz), hielt eine Begrüßungsansprache. Staatspräsident Ellrich machte in einer Ansprache auf die Bedeutung der Kurzschrift für das öffentliche Leben aufmerksam, namentlich auch für die Parlamente, und im Zusammenhang damit für die 3dee der deutschen Einheit. Reichsgesandter Dr. David übermittelte Grüße der Reichsregierung. Rachdem der Streit der Systeme beendet sei, müsse das Ziel die Verbreitung der Einheitskurzschrift fein, damit sie Gemeingut des deutschen Dolles werde. Ministerialrat D o r f e l d vom Landesamt für das Bildungswesen wies darauf hin. daß dieses Amt die Kurzschrift in den. drei oberen Klassen der höheeren Lehranstalten eingeführt und 9 Um» stellungskurse für Stenographielehrer und Beamte eingerichtet habe. Dem Vorsitzenden, Lehrer Schöpp, Mainz, sprach der Redner im Namen des Landcsamtes für das Bildungswesen Anerkennung für die großen Verdienste aus, die er sich in seiner 40jährigen Tätigkeit als Vorsitzender des Verbandes um die Förderung des Kurzschriftwesens erworben hat. Der zweite Derbandsoorsitzende, Rusch, Mainz, überreichte Lehrer S ch ö p p im Auftrage des Verbandes eine goldene Uhr. Rach weiteren Begrüßungsreden hielt dann Regierungsrat Dr. Becker, Berlin (für den verhinderten Staatssekretär Schulz) einen Vortrag über die Verhandlungen, die zu einer Einheitskurzschrift führten. Am Samstag hat ein W e t t s ch r e i b e n in Darm- höheren Lehranstalten eingefu&rt und 9 Hm- beteiligten. Die weiteren Veranstaltungen der Tagung, die heute noch und morgen abgehalten werden, dienen vorwiegend der Unterhaltung der zahlreich von auswärts eingetroffenen Gäste. 10. Reit- und Fahrturnier des Wetterauer Reiter-Vereins. sf. Das am 11. 3uli auf der Seewiese in Friedberg abgehaltene 10. Reit- und Fahrturnier des Wetterauer Reitervereins gestaltete sich auch in diesem 3ahre zu einem sportlichen Ereignis ersten Ranges, und bewährte seine alte Anziehungskraft, denn Tausende waren herbeigekommen und umsäumten den Sportplatz. Allerdings war das Wetter sehr zweifelhaft; noch am Tage vorher war ein schwerer Gewitterregen niedergegangen und hatte den Turnierplatz in einen Sumpf verwandelt, doch war es gelungen, ihn durch Aus- pumpen des Wassers und Auffüllen durch Sand einigermaßen brauchbar zu machen. Während des Turniers war der Wettergott gnädig, so daß das reichhaltige Programm vollständig durchgeführt werden konnte. Sehr zu begrüßen ist die Errichtung einer neuen Tribüne, die erhöhten Schutz gegen die Feuchtigkeit des Bodens und überdacht gegen Sonne und Regen gewährte. Pünktlich um 2 -Uhr ritten die Reitervereine unter Vorantritt der Kapelle der Sportabteilung der Schutzpolizei in die Arena ein. Das Programm wies dreizehn Rummern auf; erst bei Eintritt der Dunkelheit, um 8.30 ühr war es beendet. Man kann wohl sagen, daß es des Gut'rn zu viel war und sich am Schlüsse eine gewisse Ermüdung geltend machte, da die Abwickelung einzelner Rummern, besonders die Eianun^prüfungen. sehr lange Zeit in Anspruch nahmen. Es wäre wohl zu wünschen, daß in Zukunft ein Teil des Programms am Tage vorher, ober am Vormittage erledigt würde. Unter den verschiedenen Rummern nahmen oft die Vorführungen, die besonders praktischen Zwecken dienten, wie z. D. Arbeitsgespanne im Oefono- miewagen. besonderes 3nteresse ein, am meisten wohl das prachtvolle Sechssrgespann von Fr. K a z in Okarben. Trotz des vielfach schlüpfrigen Bodens verliefen die Rennen ohne besonderen Unfall, bei zwei Stürzen trugen die Reiter keine besondere Beschädigung davon. Eine große Anzahl Geld- und Ehrenpreise standen zur Verfügung, so daß alle Sieger bedacht werden konnten. 5He hauptsächlichsten Ergebnisse sind folgende: Ermunterungsjagdspringen für Rertschüler: 1. Gg. -üfjtig, Löwenhos; 2. derselbe; 3. Moscherosch, Burggräsenrod; 4. Phil. Heß. Dortelweil. Arbeitsgespanne im Oekonomie- wagen, Zweispänner: 1. Reif, Dorheim; 2. Heß, Dortelweil; 3. Drückmann, Grohkarben; 4. Kaz. Okarben. Sechsspänner: Kaz. Okarben (Züchter- Preis. da alle selbst gezogen). Reitprüsung für Landwirte: 1. Brückmann, Birklar; 2. Fr. Walter, Petterweil. 3. Hugo Räth. Dauernheim; 4. H. Reumayer, Winnerod. 3ugendspringen: 1. Fr. Walter. Petterweil. Eignungsprüfung s. Reitpferde: 1. Frau Prof. Groedel. Rauheim; 2. Frau Dr. Pauli. Dießen. Eignungsprüfung s. Reitpferde: 1. Reumayer. Winnerod; 2. Oberlt. Hartmann, 5. Art.-Regt.; 3. Major Hertel, Friedberg. W e f t ■ 3 a g b f p r i n g e n für Landwirte: 1. übrig, Löwenhof; 2. Waller, Petterweil. Wett-3agbspringen für Landwirte: 1. übrig, Löwenbos. Reitprüfung: 1. Oberlt. Hartmann. 5. Art.-Regt., 2. Major Hertel, Friedberg; 9. Reumayer. Winnerod. Preis des Frankfurter Reit - und Fahrklubs: 1. Graf Erbach-Erbach; 2. Übrig. Löwenhof; 3. Hess. Schutzpolizei. Darmstadt; 4. Hans Rapp. Friedberg; 5. E. Drückmann, Birklar; 6. Oberlt. Hartmann, 5. Art^-Regt.; 7. 3nf.-Regt. 15 (Reiter 2t. Schäfer). Trabfahren für Einspänner: 1. Brückmann. Grohkarben; 2. Walter. Petterweil. Trabfahren für Einspänner: 1, Roth. Frankfurt; 2. Kromer, Vilbel. Preis der Stadt Friedberg: 1. Major Winterer; 2. Graf Erbach-Erbach; 3. derselbe; 4. 5. Art.-Regt. (Reiter Oberlt. Hamann); 5. H. Rapp, Friedberg. Gruppenspringen:!. Gebrüder übrig, Löwenhof; 2. Flersheim. Frankfurt; 3. Haupt- mann Faulenbach, Gießen; 4. Hegest ng. Rapp. Schöffengericht Gießen. "Gießen. 12.3uli. 3n der Rächt zum 3. 3uni wurde bei einem Bäckermeister im Asterweg eingestiegen und ihm ein größerer Geldbetrag gestohlen. Als Täter wurden alsbald zwei junge Leute aus Frankfurt a. M. ermittelt; der eine war srüher bei dem Bestohlenen beschäftigt gewesen. Strafe: je 7 Monate Gefängnis. Ein Arbeiter von Alef-id hatte im Frühjahr zweimal an einem sieben 3ahce alten Mädchen strafbare Handlungen vorgenommen. Er wurde deshalb zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Ein vielfach vorbestrafter „Arbeitet aus Offenbach war im Februar d. 3. zweimal ohne gültige Fahrkarte auf der Eisenbahn nach Gießen gefahren; das einemaL soll er nach der Anklage den Kontrollstempel auf der Karte verfälscht haben. Die Sache wurde ausgesetzt; es sollen noch weitere ©rmittelungen angestellt werden. Ein wegen ürkundensälschung vorbestraster Kaufmann aus Gießen, gegen den heute wegen weiterer ürkundenfälschungen verhandelt werden sollte, war nicht erschienen. Es wurde Haftbefehl erlassen. Amtsgericht Gießen. Ein Eisenbahnschassner G. aus einem Vorort von Gießen wohnt bei einem Postverwalter D. daselbst in Miete. Die beiderseitigen Familien vertragen sich nicht mit einander, insbesondere scheinen auch die Frauen nicht recht miteinander auszukommen. Die Folgen dieses unerquicklichen Verhältnisses sind Beleidigungen, die zu drei Privatklagen führten. Zuerst hat D. den G. wegen Beleidigung feiner Frau verklagt. Da sich bei der Verhandlung herausstellte, daß die Beleidigungen geaenfeitig waren, wurde die Sache durch Vergleich dahin erledigt, daß jeder Teil seine eigenen Kosten und die Hälfte der Gerichtskoften übernahm. Dann hat G. die Frau D. wegen Beleidigung seiner Ehefrau verklagt. Da Jid) ergab, daß die Frau D. die Frau G. tatsächlich beleidigt hatte, nahm die Frau D. ihre beleidigenden Aeußerungen mit Bedauern zurück und verpflichtete sich zur Tragung sämtlicher Kosten des ^Rechtsstreits, einschließlich des Sonberhonorars des Vertreters des Privatklägers. Schließlich hat G. den D. noch wegen Beleidigung und Körperverletzung verklagt, weil dieser ihn ohne Veranlassung auf den Boden geworfen, an der Kehle gewürgt und mißhandelt habe. Diese Sache konnte nicht genügend aufgeklärt werden, da Tatzeugen fehlten, und die Behauptung des D., er habe lediglich in Rotwehr den ihm auf der Treppe einen Stoß versetzenden ®. zurückgedrängt und zu Boden geworfen, ihn aber sonst keineswegs gewürgt und mißhandelt, nicht widerlegt werden konnte. Der Angellagte D. wurde deshalb im Zweifel mangels ausreichenden Beweises freigesprochen und der Vrivatlläger G. mit den Kosten dieser Sache belastet. Gerichtssaal. Das Urteil im Mordprozeh Meon aufgehoben. WSR. Leipzig, 13. 3uli. Dom Schwurgericht in Darmstadt wurde am 8. Mai der Student 3oseph Meon zum Tode verurteilt. Der Angeklagte, der Sohn einer Bäckerfamilie. _ hatte bekanntlich am 21. Aug. 1925 die Stühe Anna Gellmann in feiner Wohnung ermordet. Der Angeklagte hatte in der Hauptverhandlung angegeben, daß er an jenem Abend nicht bei Sinnen gewesen fei und daß eine gewisse Affekthandlung vorliege. Der Staatsanwalt hatte auf Totschlag plädiert, jedoch war das Gericht über diesen Antrag hinausgegangen und hatte Meon wegen Mordes zum Tode verurteilt. 3n der heutigen Revisionsverhandlung vor dem Reichsgericht wurden von der Verteidigung besonders prozessuale Rügen geltend gemacht. Rach mehrstündiger Beratung erkannte das Gericht diese Beanstandungen als berechtigt an, hob das | ürteil auf und verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Dorrn st a n z zurück. Dar betrogene Wohlfahrtsamt. Frankfurt a. M., 12. 3uli. lWSR.) Der von feiner Frau getrennt lebende frühere Schutzpolizist Friedrich Seiner! wandte sich, nachdem er abgebaut war, zwecks ünterstützung an das Wohlfahrtsamt, das ihm im Lause der Zeit etwa 7 00 Marl Ünterstützung auszahlte, die Deinert gemeinsam mit seiner Geliebten, welche er auf dem Wohlfahrtsamt als feine Frau ausgab, verlebte. Das Klei, e Schöffengericht verurteilte Deinert deshalb zu drei Monaten Gefängnis, während seine Geliebte, eine Frau Heilmann, mit einem Monat Gefängnis davonkam. (Ein schwerer Junge. Trier, 13. 3uii. (WSR.) Wegen einer Meuterei im hiesigen üntersuchungs- gefängnis wurde hier der aus dem Kreise Lotzen in Ostpreußen stammende, zuletzt in Saarbrücken wohnhafte Ernst 3aschke zu einet Mindeftstrase von einem 3 a b r Zuchthaus und wegen Brandstiftung und Kirchenberaubung zu 12 3 ahren Zuchthaus verurteilt. Zuchthaus wegen Mordversuchs. Trier, 13. 3uli. (WSR.) Die Müllerwitwe Franz und ihr junger Liebhaber E r s ch f e l d von Eidenborn, anger'agt wegen Mordversuchs an dem Müller Franz, den sie im Stalle gewürgt und geknebelt hatten, dann aber auf fein inständiges Bitten hin von ihrem Vorhaben abließen, wurden zu sechs bzw. vier 3ahren Zuchthaus verurteilt. Verurteilung eines Totschlägers. Mannheim, 11. 3uli. lWSR.) Das Schwurgericht verurteilte den 23 3ahre alten Schmied Georg Friedrich Großmann, der am 24. 3anuar in der Friedrichsfelder Gemarkung seiner Schwester mit einer Eisenstange mehrere Schläge versetzt und sie dann gewürgt hatte, worauf der Tod eintrat. Gemäß dem Plädoyer des Verteidigers wurde der Täter wegen schwerer Körperverletzung mit nachgefolgtem Tode zu 8 3ahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 8 3ahren verurteilt. Die üntersuchungshast wird abgerechnet. Der Staatsanwalt halte wegen Totschlags auf 12 3ahre Zuchthaus plädiert. Erschwerend kam für das Gericht in Betracht die Scheußlichkeit der Tat und das Verhalten des Angeklaaten nach der Tat. Jugendliche Derber für die Fremdenlegion. Stuttgart, 13. 3uli. (WSR.) Das hiesige Schöffengericht verurteilte zwei stellenlose, schon mehrfach vorbestrafte Kaufmanns- l e h r l i n g e, die einen jungen Stuttgarter einer Werbestelle der französischen Fremdenlegion in Ludwigshafen zugeführt hatten, zu 5 und 4 Monaten Gefängnis. Der junge Mann war von dem Werbeoffizier wegen seines jugendlichen Alters zurückgewiesen worden. Eingesandt. (Für Form und 3nhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Lchriftleitung.) Rette Zustände in Gießen. Dte Ruhestörungen nehmen in letzter Zeit in unserer Stadt sehr überhand, besonders in den äußeren Stadtteilen, wie Marburger Srraße. Wiesecker Weg usw.. Es vergeht fast kein Samstag oder Sonntag, ohne daß vom späten Abend bis zum frühen Morgen die Bewohner der genannten Straßen durch lautes Singen, Pfeifen oder 3ohlen in ihrer Rachtruhe gestört werden. 3st denn niemand da, der diesen „Sängern" das Handwerk legt? G— g. Rundfunk-Programm des frankfurter SenderS. (Aus der »Radio-ümschau".) Donnerstag, 15. 3nli. 4,30 bis 5,45 ühr: Konzert des Hausorchesters: Die galante Zeit. 5,45 bis 6,05 Ühr: Die Lesestunde. 6,15 bis 6,45 ühr: „Die Westküste Rorwegens", Vortrag von Hans Budde. 6,45 bis 7,15 ühr: „Die Wohltätigkeitsmarken der Schweiz: Pro 3uventute", Vortrag von Dr. 3. A. Boßhard-Marburg. 8,15 bis 9,15 ühr: üebertragung von Kassel: Lautenlieder-Abend Robert Kothe und Lies Engelhardt. 9,15 bis 10,15 ühr: Abschieds-Abeird Richard Riedel. Anschließend bis 12 Ühr: üebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. DaS beste Hiibncrankien-Mittel ist „Corliua". Erhältlich in Parfümerie Lotz. Bahnhofstraße 33.^«,ss TRUM» KHOKO M B « vom Guten das Beste! Vertretung: Wilh. Erb, Gießen, Goelhestr.44 gegründet 1798 MMWWWWMWMtWWMMWti ............................................................ 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Der g den Tewvhnhe seinen Pflichten Mensch zu > größere Dedeu Mgelten Wer und des Mi Werte der ich redet wird, m schmerzlich HeWtt W Krj62 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen- iiültwodj, H- Juli 1926 Aus dem Reiche der Frau 3® 1926. «IHl Vereine (Jm AnILluh puckl Fräul Stablbalic über ihre Nom- teile.) v Die Hörer iverdrn gebeten, recht rab>' s«'Ä'S ÄÄ "wt ämiieiL ™ «“f Sage,. AabnehmerDor- ^Preise, «uq Drechsler ?Äftta6c ?3, lAMririd Freitag, IG. Juli, abenbt- S U6r, im Slngfaal der Cbct- realschnie'. Msemeioe Wer-., Der FamilicnauS- rlug am Sonntag, 18. Juli,ist nach der KM Dortselbst, ab 3 Ubr. AinderiPteleu^L- Ab nsabe«' LTH SW hitzte Milch darf im Haushalt nicht ein zweites Mal aufgekocht werden, sorrdern wird nur gleich abgekühlt und kühl aufbewahrt. Sie ist in einem Deckelgefäß in kühlem Raum aufzubewahren. Wo nur eine Speisekammer zur Verfügung steht, die schlecht kühl zu halten ist, empfiehlt es sich, das Gesäß mit der Milch in eine Schale mit kaltem Wasser zu stellen. Auf peinlichste Sauberkeit beim Reinigen von Flasche und Sauger ist zu achten — vor dem Füllen der Flasche Hände waschen. Die trinkfertige Milch darf nie in der heißen Küche stehen bleiben. Haferschleim und ähnliche Zusätze müssen im Sommer täglich neu gekocht werden. Kommt es trotz aller Vorsicht vor, daß die Milch sauer wird, dann kann ohne Gefahr die saure Milch gegeben werden, wenn frische Milch nicht beschafft werden kann. Saure Milch ist nicht verdorbene Milch. Aengstliche Mütter können auch die Mahlzeit aussallen lassen und statt der Flasche mit Sacharin gesüßten Tee oder abgekochtes Wasser geben, besonders dann, wenn das Kind schon nicht sehr große Trinklust zeigt. Es ist nicht richtig, ein sonst gut gedeihendes Kind zum Trinken zu zwingen, wenn es bei heißem Wetter einmal aus Appetitlosigkeit oder Anbehagen die Flasche verweigert. Man biete die Rahrung dann nach 1—2 mal in Pausen an; hat man damit keinen Erfolg, so lasse man ruhig die Mahlzeit fort und gebe dem Kind, wenn es später unruhig wird, gegen den Durst etwas Tee. Auch Säuglinge und Kleinkinder können bei der Hitze Durst empfinden. Es ist besser, den Säugling während der Hitze in der Ernährung knapp zu halten, als ihn zu überfüttern: die Gefahren einer Ernährungsstörung sind dann weit geringer. Tre- ten doch einmal plötzlich zahlreiche Durchfälle aus, so legt man eine Teepause ein. d. h. keine Milch geben, sondern nur Tee in reichlichen Mengen und soviel das Kind trinken will; wie lange, entscheidet am besten der Arzt oder die Fürsorgeschwester, die man gleich zu Rate ziehen sollte, um das Aebel möglichst rasch zu beseitigen. Wie ost hört man im Sommer auch die Mutter über Appetitlosigkeit beim Kleinkind klagen. 3ft das verwunderlich? Man braucht darin wirklich nicht gleich ein Krankheitssymptom zu sehen. Die Eßlust wird sich sicher bald wieder einstellen. Diel erreichen kann man meist schon damit, daß man die Art der Ernährung ein wenig ändert. Weniger Mahlzeiten, drei bis vier am Tag genügen. Kalte Suppen oder Mehlspeisen, Gemüse, Kompott (besser als schlecht gewaschenes, frisches Obst) und Fruchtsäfte sind zu empfehlen Rervöse, zarte Kinder läßt man vor den Mahlzeiten kurze liebevolles Elternhaus voll geistigen Lebens fehlt. Ellen Keys warmes Mitleid, ihr Erbarmen, ihr Wunsch zu helfen, damit das Los der von Ratur oder Schicksal benachteiligten Kinder und ihrer belasteten Mutter leichter werde, entspricht dem liefen Verständnis für Leid und Leiden, das sich nicht erschöpft, wenn wirtschaftliche Röte behoben werden. „Denn bei seinen Eltern wohnen... ist nicht dasselbe wie in einem Heime leben", heißt es einmal bei ihr, an einer Stelle, wo sie von der Entfremdung von Eltern und Kindern, von der eigentümlichen Wurzellosigkeit der heutigen Jugend spricht, und sie schildert, wie das auch da der Fall ist, wo sich gewissenhafte Väter und Mütter mühen, nur für ihre Kinder zu leben oder ihnen ihre eigenen Entbehrungen verbergen oder viele Lasten auf sich nehmen, um die Jugend zu schonen. Ihr wlll scheinen, als ob der Mangel an gegenseitigem Verständnis dazu geführt habe, das Vertrauen der Kinder zu untergraben, die ihren Anteil am Leben des Hauses auch darin haben sollten, daß sie. ihren Kräften gemäß, mittragen helfen, was an Aufgaben und Pflichten dem kleinen Lebenskreis der Familie auserlegt wird. Ellen Key redet keineswegs einer schrankenlosen Freiheit das Wort, obwohl sie für Individualismus eintritt. Sie erkennt viel zu sehr den Einfluß, der von den tieferen Bindungen des Lebens ausgeht. Sie will der Verwöhnung und Verzärtelung der Kinder wehren. Sie prüft Spielzeug. Bücher, Beschäftigung des Kindes und verwirft alles Gekünstelte und Seichte darin, sowie die Sucht, das Kind mit Geschenken und Zärtlichkeiten zu überhäufen. Sie tritt für eine gesunde Einfachheit ein, fürchtet, daß Mütter, die sich zu ausschließlich unb übereifrig mit pädagogischen Fragen beschäftigen, in übertriebener Weise auf die Spiele und Interessen der Kinder eingehen und einwirken werden. Sie schreibt, paradox wie Rousseau, aber selbst ein Erziehungsbuch, mit dem sich die Eltern auseinandersehen sollen, in der Hoffnung des Reformers, ungünstige Zustände beseitigen zu helfen und um mit Rousseau zu reden, zu verhüten, daß etwas geschieht: „Das Kind nicht in Frieden zu lassen, das ist das größte Verbrechen der gegenwärtigen Erziehung gegen das Kind. Dahingegen wird das Ziel der zukünftigen Erziehung sein, eine im äußeren, sowie im inneren Sinne schöne Welt zu schaffen, in der das Kind wachsen kann; es sich darin frei bewegen zu lassen, bis es an die unerschütterliche Grenze des Rechts anderer stößt." Dies ist einer der charakteristischen Aussprüche Ellen Keys, wie die anderen: „Ein Kind erziehen — das bedeutet seine Seele in feinen Händen tragen, seinen Fuß auf einen schmalen Pfad sehen." Schon als kleines Kind beim Puppe nspiel beschäftigte sich Ellen Key mit Erziehungsaufgaben: „Damals wie jetzt bestand mein Erziehungsideal darin, daß die Kinder fröhlich sein und sich nicht zu fürchten brauchen sollten. Die Furcht ist das Anglück der Kindheit." „Das am stärksten „konstruktive" Moment bei der Erziehung eines Menschen ist die feste, ruhige Ordnung des Hauses, fern Friede und seine Schönheit. Die Herzlichkeit, die Arbeitsfreude, die Schlichtheit im Hause entwickeln Güte. Arbeitslust und Einfachheit im Kinde. Es ist immer derselbe Grundton: Das Kind muh in feiner Kindlichkeit verstanden werden, nicht die Aeberspannung der Autorität, nicht die Verweichlichung soll fein Leben bestimmen, sondern: es soll mit „Baumaterial für feine Persönlichkeit" versehen werden, „um es bann selbst bauen zu lassen". Richt Worte. Ermahnungen, geschweige Schläge, sonbern Beispiel unb Hebung sinb die von Ellen Key angeratenen Erziehungsmittel. ilnb wie sie verlangt: „das Haus muh wieder ein Heim für die Seelen werden, nicht nur für die Körper", — so fordert sie auch eine Schule, die nicht mit den Schlagworten „Selbst- Ellen tteys Auffassung vom wesen der Erziehung. Von Lili Droescher, Berlin. Richt ganz ein Dierteljahrhundert ist es her, ‘kl bedeutete Ellen Keys Ramen unb die Sache, die sie vertrat, weiten Kreisen ein großes Er- ebnis, ba war das Wort vom „Jahrhundert des lindes" in aller Mund, ba gab es bei alt unb iung heiße Kämpfe um ben Freiheitsgebanken in der Erziehung, wie ec von der schwedischen Schriftstellerin und Menschenfreundin verfochten vurde, deren Leben jetzt in aller Stille be- chlossen worden ist. Roch nicht ein Vierteljahr- junbert ist es her. daß es so schien, als würde >on ihr eine Revolution der Erziehung in Haus mb Schule ausgehen, unb heute, wer weih noch virklich von ihr? Wer unter bet Jugend kennt hren Ramen unb die Tatsache, baß dahinter eine narme, lebendige Persönlichkeit stand, die' für das Recht der Frau, des Kindes, det Jugend, iller llnterbrüdten und Hilflosen unerschrocken mb leidenschaftlich ihre Stimme erhoben hat? Die kommt es, daß all dieses so schnell in Der- zessenheit geraten konnte? Es geschah wohl nicht, veil die Dölket Europas, unser Dolk, seitdem so 'iel erlebt haben unb auss tiefste erschüttert tourten. Es lag für uns Deutsche auch nicht daran, ^aß uns in den Jahren der Döllerentfremdung ‘ie Ausländerin ferner gerückt war, sondern die lrsache ist wohl darin zu finden, baß die Gedanken unb Forderungen nicht mehr so unerhört Lnb umstürzlerisch erscheinen wie damals. Die fotzen Weltbegebenheiten haben alte Traditionen und Dorurteile umgestoßen, haben ben Boden vmseres sozialen und pädagogischen Lebens geackert und umgepflügt, so daß neue Saaten auf- Lehen konnten. Darüber geriet in Vergessenheit, don wem manches der wertvollen Samenkörner Itammte, das nun seine Kraft erwies. And die -lugenb selbst war aus ben Plan getreten, um Ihr Schicksal mit zu gestalten unb in bie Hand zu vehrnen Fast unmerklich toanbelten sich Crzie- tzungs- und Lebensformen in Familie unb Schule hinter dem Einfluß der Jugendbewegung; so wurden Gedanken Gemeingut, bie vordem fremd und □ufregenb gewirkt hatten Man betrachte z. D. .^apitelüberschristen aus dem Buche: „Das Jahrhundert des Kindes" wie diese: „Das Recht des lindes, feine Eltern zu wählen" — „Das neugeborene Geschlecht unb Frauenarbeit" — „Hei- > Ratlosigkeit" - „Die Seelenmorde in ben Schu- Em" - - „Die Schule der Zukunft" — „Kinder- nrbeit unb Kinberverbrechen" —. so weht zwar dem Leser daraus etwas von dem Radikalismus öllen Keys entgegen, aber zugleich sind es ver- i raute Gedankengänge, bie sich auf den Zusammenhang von wirtschaftlichen Zuständen, Seelennöten unb Erziehungsaufgaben richten, die hier angeregt werden. Doch verdient Ellen Key. btfo wir sie in gutem Andenken behalten. Aehn- läch wie Rousseau, wenn auch nicht mit der gewaltigen Kraft seines Protestes gegen alle Un- rtatur predigt Ellen Key bie Lehre von der Kind- b'eit als einer felbftänbigen Lebensepoche, von dem Recht bes Kindes auf ein eigenes Leben und ii.uf eine glückbringende Entwicklung seiner Anlagen. Mit gütigen Augen wirb bas Kinderleben, das Wesen des Kindes betrachtet und optimistisch «sehen. Der geistigen Atmosphäre des Hauses, b-m Gewohnheiten des häuslichen Lebens mit leinen Pflichten unb Freuden, der Beziehung von Mensch zu Mensch, auch in der Schule wird eine »rohere Bedeutung zuerkannt, als den audgeflügelten Systemen unb Methoben der Erziehung unb bes Unterrichtet, unb gerade, indem dem Werte der indirekten Erziehung das Wort geredet wird, muß die Entbehrung der Kinder |«hmerzlich ins Auge gefaßt werden, denen ein EinWortanjungeFrauen Don Irma K r ü tz n e r. So lobenswert die Erscheinung der beruflich tätigen Frau ist, die von wirtschaftlicher Rot g^toungen. ihre Kräfte daran sccht, tapfer dem Manne als Erhalterin der Familie zur Seite zu stehen, ebensowenig ist sie — massenhaft auf- tretenb — vom sozialen Standpunkte au's zu begrüßen. Wohl sind die Zeiten endgültig vorüber. die der verheirateten Frau Haus unb Familie als alleinigen Wirkungskreis zuwiesen, und wir können stolz und dankbar dieser Tatsache gegenüberstehen. Es ist jede Frau sicher zu loben, die von diesem Rechte der Reuzeit, sich nach Geschmack und Willen zu betätigen. Gebrauch macht. — doch der jungen Frau und Mutter erwächst unerbittlich in erster Linie bie Pflicht, alle ihre Kräfte Familie und Heim zu widmen! WaS nützt cs uns. wenn wir Frauen mit Stolz darauf Hinweisen können, daß unsere Vertreterinnen im Reichstage rnitsprechen dürfen, bie Leitungen großer Unternehmungen in der Hand haben, in Wissenschaft und Kunst Vollwertiges leisten, wenn unterdessen bie Familie, deren Hochhaltung die Gesundung und Erhaltung des Volkes bedingt, mehr und mehr zu zerfallen droht? Jede junge Frau, die in bie Ehe tritt, soll das nur tun mit dem vollen Bewußtsein unb der Kenntnis ihrer sittlichen unb sozialen Pflichten als Gattin und Mutter. Es ist nicht immer allein bie Wohnungsnot, die junge Eheleute veranlaßt, in möblierter, möglichst kleiner Wohnung — außer dem Hause sich beköstigend — zu leben. Oft genug bietet sie nur eine bequeme Ausrede für jene junge Frau, bie fürchtet. Haushaltungssorgen auf sich zu nehmen. Häufig zieht die junge Ehegattin es vor. — ohne direkte Rötigung dazu — beruflich tätig zu fein. Solche Chen find alles andere als das. was sie sein sollen, der Hort dec Erhaltung des Volkes. Sicher gibt es Frauen, bie imstande sind, sowohl den Pflichten, die ihnen Ehe und Haushaltung auferlegen, nachzukommen, dabei in bestem Sinne einen Beruf ausfüllend. Das sind jedoch Ausnahmenaturen, die für den Durchschnitt nicht als Beispiel gelten können. Die Arbeitslosigkeit in allen Qänbern ist eine traurige soziale Erscheinung, deren tiefe Schädigungen nicht bald beseitigt werden können. Sie wird vergrößert durch das massenhafte Angebot junger Frauen als Arbeitnehmerinnen, bie besser daran täten, sich den Pflichten als Gattin. Hausfrau und Mutter nicht zu entziehen. Mit Eifer müßte dafür gesorgt werden, diese jungen Unerfahrenen zu der Ueberzcugung von der Vollwertigkeit der Tätigkeit einer guten Gattin, Mutter und Hausfrau gegenüber dem Berufe zu bringen. Was unserer Zeit not tut, ist die Erkenntnis von der Rotwendigkeit des Hochhaltens der Familie als einziges Mittel wahrer Volls- gefunbung. Die junge, gesunde, froh ihre Pflichten erfüllende Frau, sei einzig dazu ausersehen. Sie nehme diese schöne Berufung — sollte sie auch Entsagung unb Opfer, größte Einfachheit der Lebensführung fordern —. als ihre ureigentlichste Bestimmung gerne auf sich und überlasse die Tätigkeit im Beruflichen der unverheirateten, der kinderlosen oder jener Frau, die ihre Pflichten als Gattin, Mutter und Hausfrau bereits erfüllt hat. Für die Küche. Gerichte von unreifen Stachelbeeren. Englische Stachelbeersoße. Die Engländer lieben sehr feine, säuerliche Soßen zu den verschiedenen Fleischgerichten. Ich erinnere nur an die Cumberland- und die Cran- berrhsoßen. So verstehen sie auch, aus den unreifen Stachelbeeren auf folgende Art eine Soße herzustellen: */z Pfund grüner Beeren wird in tätigtet!", „individuelle Entwicklung", „Wahlfrei- heil" operiert, ohne die dahinter stehenden großen Prinzipien zu verwirklichen. Sie entwirft das Dlld einer Schule mit allen ben Einrichtungen, die uns jetzt nicht mehr nur als Traum erscheinen, sondern in der Idee wenigstens zum Ausbau unserer Bildungsanstaiten gehören, wenngleich unsere Armut uns noch daran hindert, an allen Stellen Ernst damit zu machen. Garten, Werkstätten, Spiel- und Sportplätze, Büchereien, die Möglichkeiten zu freiem Wissenserwerb und Schassen werden liebevoll von ihr geschildert, in Ablehnung der „Düffelmethode". Ellen Keys optimistischer Glaube an das Kind zeigt sich auch darin, daß sie einer „Wahlfreiheit in allen Gegenständen" das Wort redet: sie erstreckt sich über die Dinge, Lehrfächer und Methoden hinaus auch auf die Lehrer, über deren Anstellung bie Kinder mit entscheiden sollen! Wir haben ja Ansätze und Versuche heutzutage, bie sich in dieser extremen Richtung bewegen, nicht zum Segen für Kindheit und Volk, tote mir scheinen will; liegt ihnen doch eine ileberschätzung her Reise- unb Urteil&fähigfeit der Kinder zugrunde, denen man dabei ihre Ruhe unb Unbefangenheit raubt. Ein gesundes Maß von Freiheit verträgt sich gut mit sicherer, liebevoller Führung. Dies gilt besonders für den Kinbergarten, den Ellen Key mit Recht als eine Rothilfe betrachtet. Die Erfahrung bestätigt ihre Meinung nicht, baß es für bie Kinder im Kindergarten besser sei. wenn sie „dieselbe Freiheit wie Kätzchen ober Hündchen haben". Wenngleich ihr zugegeben werben muß, daß sie ein anziehendes Bild von der mütterlichen 5rau als Mittelpunkt des Kinber- gartenlebens entwirft, so enthält es nichts Ueber- raschendes für das deutsche Kindergartenwesen, das für sich einen Sah wie den folgenden ab- lehnen muß: „Der Kindergarten ist nur eine Fabrik." Aber es liegt ja dieser harten Verurteilung toieber ihre warme Empfindung für das Kind zugrunde, das dich vom Erwachsenen geprägt, dem nicht in zartem Alter auf gezwungen werden soll, was erst Zukunftswert hat, aber nicht auf dieser Stufe Bedürfnis ist. Bei ihrem Besuche des Pestalozzi-Fröbelhauses vor etwa xtoei Jahrzehnten haben wir Ellen Key auf ihrem Rundgang durchs Haus gefragt, ob sie ihr Urteil über ben Kindergarten aufrecht erhalten müßte, ob sie verwürfe, was sie sähe. Sie hat geantwortet, unser Weg entspräche dem von ihr gesuchten, unb ganz besonders interessierte unb erfreute sie damals unsere Elementarklasse, in der bie Kinder gerade mit großem Eifer dabei waren, Tannen- famen aus den Zapfen zu holen unb einzupflanzen, um zu sehen, ob sie kleine Bäume bekommen würden. $>ie Freude der Kinder, ihre Wißbegier, ihr Tatendrang waren nach Ellen Keys Herzen. Das Kind soll ja, nach ihrem Wunsche, sinden, erfinden und entdecken. Wie es im Kindergarten nicht modellieren „lernen" soll, sv soll es in der Schul« nicht von Stunde zu Stunde ein anderes Lehrfach, ohne innere Beziehung zu Kind unb Leben, über sich ergehen lassen. Ganz gewiß wollte sie nicht wörtlich genommen toerben. Sie lehnte bie Verantwortung für mißglückte Erziehungsversuche ab, bie voll Enthusiasmus von Müttern unternommen worben waren, bie sich auf sie beriefen! Was sie wollte, war, Auge unb Herz für das Wesen der Kindheit öffnen, war eine größere Ehrlichkeit, Einfachheit, besonnene Liebe um Umgang mit Kindern, mehr Freiheit für das Heranwachsende Geschlecht und eine andere Orientierung der Mütter, denen einerseits Lebensnot, andererseits gesellschaftliche Konvention ben Blick trüben. Ihr letzter Wille hat gebrückten und müben Frauen gegolten, benen sie auf ihrem Besitztum eine Stätte der Ausspannung und Erholung geschaffen hat, noch über ben Tod hinaus in schlichter Güte hartes Los mildernd! Die Gefahren der Sommerhitze. Lon Emma Chappuzeau. Oberschwester im ^aiserin-Augusta-Victoria-Haus, Charlottenburg. Tie heißen Sommertage stellen die Mutter imtb Pflegerin vor neue Aufgaben; es gilt ben Säugling ungeschäbigt über bie Zeit der großen Ditze Hinwegzubringen. So sehr wir uns auf Me Sommersonne unb Wärme gefreut haben und to günstig beide auch auf die Entwicklung des Säuglings und Kleinkindes einwirken können, so barf doch nicht versäumt werden, an die Gefahren zu bmken. die den Kleinen daraus erwachsen können. Ker Säugling leidet noch mehr als der Crwach- lene unter Wärmeübermaß und ist machtlos sich dagegen zu schützen, wenn eine verständnislose Mege ihn den Qualen der Hitze ausseht. Cs ist nxie mit den Blumen: sie brauchen bie Sonne zum beißen unb müssen doch verkümmern, wenn > liw zu sehr der Svnne preisgegeben sind. Ein kllcines, zartes Kind ist besonders empfindlich sjagen Temperaturunterschiede und je schroffer öec itebergang von falten Tagen zu sommerlicher hkihe, um so mehr muß man auf der Hut sein, damit der Säugling nicht durch Unachtsamkeit Schaden an seiner Gesundheit leibet. Man hat aBlo eine Umgebung zu schaffen, in der er sich wßl fühlt. Das zu erreichen, ist nicht so schwer, jwmn man nur ein wenig nachbenken will. Zuerst das 'Dettchen ober der Wagen: Fort mitt den Federbetten, bie unnötig Hitzen; eine ininnc Wolldecke genügt für den Sommer, auch .Kopfkissen sind entbehrlich. Das Kind soll 'nicht M fest eingepackt sein. Ein Hemdchen unb eine Sinbel dürften am Tag genügen; sind die Rächte !m-l. so kann man ein Jäckchen ober Rachtröckchen aberziehen unb eine zwette Decke geben. Wenn ;S möglich ist, sollte ein Körbchen oder Wagen |it den Tag vorhanden sein, um eine bessere Lüftung der Matratze unb der Decken des Bett- hens zu ermöglichen. Der Raum, in dem sich das Kind aushätt, miß stets gut gelüftet fein; die Fenster sind wählend der heißen Monate nach Möglichkeit die «Lize Rächt offen zu halten. Um das Kind vor Zugluft zu schützen, stellt man einen Wandschirm titi das Bettchen. Das Zimmer kann man dadurch M halten, daß man früh am Morgen die Fen- fervorhänge gegen die Sonne vorzieht. Die iüren sollen geschlossen bleiben, damit nicht Eß- «rüche und bie unvermeidlichen Fliegen ins zimmer ziehen, lieber das Bettchen spanne man eiten Fliegenschleier aus Süll ober Gaze, um ias Kind vor Insektenstichen zu bewahren. Steht int Balkon zur Verfügung oder ist ein Garten Zett rußen. Ein erhitztes, übermüdetes Kind wird niemals Reigung zum Essen verspüren. Cs kurz noch einiges gesagt werden über die beliebte Sonnenbäder- und Freiluftbehandlung, die man bereits dem Säugling zukommen lassen kann unb bie sogar ein wichtiges Mittel ist, um die Anlage zur englischen Krankheit zu bekämpfen. Sie wird aber nur dann die Entwicklung pes Kindes fördern, wenn sie zweckentsprechend vorgenommen wird. Wie hat sich die Mutter oder Pflegerin dabei zu verhalten? Vor allen Dingen hüte man sich vor einem Zuviel und Zulange der Bestrahlungen. Auch darf nicht der ganze Körper auf einmal der Sonne ausgesetzt werden. Bei älnvorsichtigkeit entstehen sehr leicht schmerzhafte Verbrennungen der Haut, die ernstliche Folgen haben fönneut Man gehe B. folgendermaßen vor: k.Tag, Beine freimachen unb fünf Minuten vorn bestrahlen, wenden und fünf Minuten rückwärts. 2. Sag, Deine, Oberschenkel Bauch wieder fünf Minuten von vorn unb von rückwärts. 3. Sag. den ganzen Körper fünf Minuten von vorn und von rückwärts; am nächsten Tag verlängert man bie Zeit bei Säuglingen unter einem halben Jahr auf zweimal sieben Minuten; bei größeren Kindern zweimal zehn Minuten uff., jeden Tag um einige Minuten steigend bis zu einer Viertelstunde vorn unb rückwärts. Auf diese Art gewohnt man den Körper des Kindes langsam an Licht und Sonne, ohne das Kind zu sehr anzu- ftrengen. Cs ist ratsam, vor der Bestrahlung die Haut mit einer milden Salbe, z. B. Vaseline einzureiben. Ganz besonders send die Augen durch eine Binde oder durch eine Brille zu schützen. Bei Luftbädern genügt als Bekleidung für das ältere Kind ein Badeanzug ober Höschen mit Trägern unb Sandalen, um bie Füße vor Verletzungen zu schützen. Bei starker Sonne sollten die Kinder stets einen Hut zum Schuhe des Kopfes tragen. Spielen im Sande, Turnen und im Wasser planschen werden bie Kleinen sehr glücklich machen. Es muß nur alles, ben Kräften des Kinbes entsprechend, betrieben toerben, so- balb sich Spuren von ilebermübung ober zu starker Erhitzung zeigen, ist eine Pause zu machen, eine halbe Stunbe Liegeruhe auf dem Rasen ober auf einer Bank im Schatten genügen meist schon, um bas Kinb toieber munter spielen zu lassen. So angetoanbt, werben Luft unb Qonrtfl dazu beitragen, bie Gesundheit unb das Gedeihen des Säuglings und Kleinkindes zu fördern, ftgtt Schädigungen herbeizuführen. in der Rühe des Hauses, so stellt man das Kind am besten frühmorgens, bald nach dem Baden, int Körbchen ober Wagen heraus. Ein schattiges, staubfreies Plätzchen ist der prallen Sonne vorzuziehen. Wirb es mittags gar zu heiß, so nimmt man das Kleine für ein paar Stunden wieder herein unb läßt es im kühlen, dunklen Zimmer schlafen. Hitze macht auch den Säugling matt und müde! Schlimm ist es in allzu heißen, sonnigen Wohnungen. Hier sollte man wenigstens Schalen mit Wasser aufstellen, feuchte Tücher aufhängen, Wasser sprengen oder mehrmals am Säge den Fußboden naß aufwischen, um durch Wasserverdunstung die Luft einigermaßen frisch unb kühl zu erhalten» Auch für eine Ausfahrt sind die Morgenstunden ober der Spätnachmittag zu empfehlen. Auf dem Lande ist das alles sehr viel leichter als in der Stadt. Aber auch trotz der größeren Schwierigkeiten sollten alle Mütter bestrebt fein, die Kleinsten wenigstens einmal am Sag ins Grüne, nicht nur auf die staubige Straße zu bringen. Manche Mutter ist wohl gezwungen, chre Kinder im Wagen zu Besorgungen in die Stadt mitzunehmen, um sie nicht allein in der Wohnung zu lassen. Aber auch sie wird mit einem bißchen guten Willen ein paar Stunden am Sage erübrigen, um mit ihren Kleinen in einen Park oder in Anlagen zu fahren. Der Säugling braucht im Sommer unbedingt das tägliche Bad; am besten wird man ihn auch abends außerdem noch einmal lauwarm abwaschen. Die Haut ist gut zu pflegen, kühl und trocken zu halten. Das läßt sich auch bei stark schwitzenden Kindern durch kühle Abwaschungen, leichtes Pudern und häufiges Wäschewechseln erreichen. Die Gefahren des Wundwerbens sind im Sommer besonders groß, darum darf der Säugling nicht in nassen oder schmutzigen Windeln liegen, die nicht nur die Fliegen anziehen, sondern auch bie Luft verderben und darum schleunigst zu entfernen lind. Bezüglich der Ernährung sind natürlich die Brustkinder den Flaschenkindern gegenüber im Vorteil. Ihre Milch kann nicht verderben. Für das Flaschenkind muß daher in den heißen Monaten die Rahrung ganz besonders forgfältig zubereitet werden. Frisch gemeßene Milch, am besten aus einem einwandfreien Stall, muß, sobald sie morgens roh ins Haus kommt, abgekocht, und schnell gekühlt werden. Beim Bezug von „Kindermilch" in plombierten Flaschen müssen wir uns stets beim Lieferanten erkundigen, ob die Milch roh ober schon keimfrei gemacht (pasteurisiert, ftertiifiert) ist. Schon einmal er- General- oersannnluS Lasser weich gekocht. Darauf gieht man sic ab und reibt sie durch ein Sieb. Inzwischen hat man eine gute Bechamelsoße mit reichlich Butter hergestellt, die mit Pfeffer. Zucker und Muskatnuß abgeschmeckt, dann mit den: Stachelbeerbrei vermischt wird. Dies wird alles auf gelindem Feuer gut verrührt, so daß eine dickliche, Ziemlich saure Soße entsteht, die mit etwas Sauerampfer- oder Spinatsaft grün gefärbt wird. Stach cldeerauflauf. P/3 Pfund unreife, vorgeputzte Stachelbeeren werden mit Wasser einmal aufgekocht und, nachdem das Kochwasser abgegossen ist, mit einer Tasse Weißwein, 200 Gramm Zucker, etwas Zimt oder Vanille und Zitronenschale völlig weich gekocht und durch ein Sieb gestrichen. Zuvor hat man 200 Gramm seines Mehl und ebensoviel Butter in ' Liter Milch zu einem leisen Brei verkocht. Wenn dieser ausgekühlt st, mischt man 8 Eigelb darunter, die man mit 200 Gramm Zucker schaumig gerührt hat, fügt roch etwas Zitronenschale sowie unter sorgfältigem Bühren den Stachelbeerbrei und den Lierschnee hinzu. In einer gut gebutterten Form wird der Auflauf eine Stunde gebacken und gut mit Zucker bestreut sofort auf den Tisch gegeben, V Stachelbeer-Charlotte. P/2 Psund unreifer, vorbereiteter Stachelbeeren werden mit dem gleichen Gewicht Zucker zu Brei verkocht und durch ein Sieb gegeben. Mit Löffelbiskuit legt man eine glatte, runde Form aus und gibt den Brei darüber, bedeckt ihn, nachdem man itzn glattgestrichen hat, mit einer zweiten Schicht Biskuit, legt einen beschwerten Deckel aus, damit die durch den Safi aufquellenden Biskuits nicht aus der Form fallen, und stellt diese über Nacht aus. Gis. Am andern Tage stürzt man die Speise und reicht sie mit Schlagsahne. Stachelbeerpudding. Die gut vorbereiteten Stachelbeeren werden weich gekocht in einem Gefäß im Wasserbade mit wenig Wasser, durch ein Sieb gerührt und der Fruchtbrei wird mit 50 Gramm Butter. 200 Gramm feinem Zucker und einigen Löffel geriebenem Zwieback gut verrührt. Zuletzt wird der feste Schnee der Eier untergezogen, die Masse nochmals nach Geschmack gesüßt und in einer gut vorbereiteten Puddingform eine Stunde gekocht. Man bestreut den Pudding reichlich mit Zucker und verspeist ihn ohne Soße. Das teuere Hessen. 0 Wie wir hören, hot die Industrie - und Handelskammer Mainz bei dem hessischen Justizministerium den Antrag gestellt, die Geb ü h- r e n der Gerichtsvollzieher für d i e Aufnahme von W e ch s e l p r o t e st e n zu ermäßigen. Ein Vergleich der z. Z. in Hessen er- hobenen Gebühren mit den von Preußen, Bayern und Baden erhobenen ergibt folgendes Bild. Die Gebühr beträgt bei einer Wechselhöhe von in Hessen Preußen Bayern Baden 50 JLK 2.— JUt 1.— 5UC 1.— JLK 1. - 200 „ 2.— „ 2- „ L— . 1.80 „ 300 „ X- . 2.50 . 1 - . 2.40 „ 500 „ 5.- , 3.— . 1.- . 3.60 „ 1000 „ 10.- „ 4.— „ 1.— „ 5.— „ 2 000 „ 15.— „ 6.— „ 2.— . 7.— „ 3 000 . 20.— . 8.— „ 3.— „ 9.— , 4 000 „ 22.50 „ 10.— „ 4.— , 10.- „ 5000 „ 25.— „ 11.- „ 5.— „ 11.- , 10000 ., 37.50 „ 16.- „ 10.— „ 14.- „ Postautolinie Gietzen—Kleebachtol. O Aus dem Kleebachtal, 12. Juli. Die Wunsche aus dem Kleebachtol noch eter alsbaldigen Eröffnung der K r a f t p o st Gießen— Niederkleen werden immer lauter. Die Einwohner des Kleebachtales hotten nach Bekannt- werden der Genehmigung der Linie durch dos Reichspostministerium damit gerechnet, daß diese in Kürze eröffnet würde. Es ist inzwischen geraume Zeit verstrichen, ohne daß die Eröffnung erfolgte. Dem Vernehmen nach sollen alle Vorbereitungen für die Inbetriebsetzung getroffen sein, und es soll nur noch an der Gestellung des Wagens mangeln. Da nun, Zeitungsnachrichten zufolge, in letzter Zeit verschiedene Autolinien der Reichspost wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt worden sind, sollte man annehmen, daß die Postoerwaltung einen der hierdurch freigewordenen Wagen für die Linie Gießen—Kleebachtol zur Verfügung stellen könnte. Maurer Von Fritz Müller, Partenklrchen. So leicht vergesse ich die erste Mathemotikstunde nicht. Der Professor kam hereingeschossen wie zu einem Sturmangriff. Aus einem verknitterten Gesicht sah ein böses Auge: „Ich weiß es," schrillte er, „Mathematik liebt man nicht. Ich seh 's euch an, am liebsten tilgtet ihr sie au sdem Stundenplan. Weil sie unbequem ist. Weil sie alle anderen Fächer überragt. Was ist Deutscher Aufsatz? — Phrasendrescherei. Was ist Geschichte? — Kaleidoskop für Kinder. Was ist Geographie? — Flüsse, welche heute so und morgen anders laufen. Bestand allein hat meine Wissenschaft! Was sind Lehrer anderer Fächer? Maurer, bestenfalls Parliere. Der Machematiker allein ist Architekt. In das Herz der Dinge sieht er, unerbittlich ist er — der Erste in der ersten Bank: begreifft du das?" „Nein", sagte der Hausmann. „Hab' ich mir gedacht," höhnte der Schrillende, .der Zweite in der dritten Bank: Verstehst es du?" „Ja", sagte der Schwegerl. Der Schrille wurde milder: „Doch einer. Kinder, joltet fest: Wenn ihr heute vor den Richterstuhl des Höchsten trätet, und er fragte euch: .Was ist ge- miß?' — was gäbst du ihm zur Antwort, Hausmann?" „N—nichts", sagte Hausmann. „Hab' ich mir aedacht. Und was gäbst du zur Antwort, Schwegerl?" „Die Machematik." „Schön — nun wollen wir ins Reich der Zahl cintreten, wo die Logik herrscht und jeder Irrtum ausgeschlossen ist. Alles lügt, nur wer lügt nicht, Hausmann?" „I-ich." „Unsinn!" „Sie." „Blödsinn! — Schwegerl, wer lügt nicht?" „Die Zahl." ( „Gut, Schwegerl, lies die Regeldetri-Aufgabe auf Seite dreizehn." „300 Maurer bauen einen Palast in 270 Tagen beinpunftünbiger Arheitszit, Wieviel Maurer bauen den gleichen Palast tn 30 Tagen bei zehnstündiger Arbeitszeit?" Erhaltet Zeppelins Werk! Von Dr. Hugo Eckener, Friedrichshafen. Nachdem durch freiwillige Beiträge aus allen Kreisen der deutschen Bevölkerung seit dem Herbst vorigen Jahres schon ein sehr ansehnlicher Teil der Mittel zusammengebracht worden ist, die es dem Zeppelin-Bau ermöglichen sollen, den Betrieb der Friedrichshafener Werst aufrechtzuerhalten und daS Werk des Grafen Zeppelin fortzuführen, wenden wir uns heute zum letzten Riale an alle Deutschen mit der Bitte um Hilfe, damit der Zeppelin-Bau nicht gezwungen wird, auf halbem Wege stehen zu bleiben und das Begonnene unvollendet zu lassen. Das Ziel unserer Arbeit ist in Vorträgen und Zeitungsaufsätzen so oft und eingehend dargelegt worden, daß ich mich heute, kurz vor Beginn der Reichssammelwoche, die in den Tagen vom 11. bis 18. Juli d. I. abgehalten wird, darauf beschränken kann, das Wesentliche noch einmal kurz hervorzu- heben. Vor allem ist es notwendig, die Arbeit auf der Zeppelin-Werft in Gang zu halten, damit das dort arbeitende Personal, Ingenieure wie Arbeiter, eine lohnende und befriedigende Beschäftigung finden kann und nicht genötigt wird, sich nach anderen Stellungen umzusehen. Ginge das Personal der Friedrichshafener Werft verloren, so durfte es kaum gelingen, eine so bis ins letzte geschulte Arbeiterschaft von Spezialtechnikern und Facharbeitern jemals wieder zusommenzubringen. Die aanze Schöpfung des Grafen Zeppelin mußte bestenfalls, wenn das überhaupt noch möglich wäre, in einem späteren Zeitpunkt von Anfang an neu aufgebaut werden. Fünfundzwanzig Jahre zielbewußter Arbeit wären fast nutzlos vertan, da sich das Ausland, das heute noch die unbedingte Ueberlegenheit des deutschen Luftschiffbaus anerkennen muß, inzwischen die Früchte deutschen Erfindergeistes und deutscher Technik auf diesem Gebiete nutzbar zu machen verstanden haben würde. Hieraus ergibt sich, daß die Arbeit in Fried- richshafen auch nicht vorübergehend unterbrochen werden darf, wenn Deutschland die Weltführung im Luftschiffbau behalten will. Aber nicht nur den Luftschiffbau selbst, sondern auch die Ziese, denen er dient, müßten wir aufgeben, wenn es nicht gelingen sollte, den Bestand der Friedrichshafener Werft zu sichern. Durch die Zeitungen gingen in der letzten Zeit wiederholt Nachrichten über die Weltiuftverkehrspläne, die auch im Ausland erwogen werden. Der Wunsch und das Streben unserer Zeit geht dahin, große Entfernungen im Fluge zu überbrücken. Dem Weltluftverkehr gehört unzweifelhaft die Zukunft. Die Fahrt des Z. R. III hat gezeigt, daß wir Deutsche noch den Vorsprung vor anderen Völkern auf diesem Gebiete besitzen. Diesen Vorsprung und damit die Führung werden wir aber nur behalten, wenn wir ihn auch durch ununterbrochene praktische Betätigung ausnutzen kön- nen. Wer rastet, der rostet! Das gilt, wenn irgendwo, auf dem Felde der Betätigung im Luftverkehr. Es handelt sich hier nicht allein um eine materielle, sondern in erster Linie auch um eine kulturelle Frage, die das deutsche Volk in ihrer vollen Bedeutung erkennen muß. Ein Volk, das als mitfüh- renbe Kulturnation auftreten will, muß führenb auch auf dem Gebiete der Luftfahrt ooranschreiten. Uns Deutschen ist es verwehrt, Machtmittel in die Wag- schale zu werfen und die Welt und ihre Geschicke politisch in entscheidender Weise zu beeinflussen. Aber es steht uns frei, da, wo Kulturschlachten geschlagen werden, getreu dem Geiste unserer Väter und Vorväter uns mit den anderen führenden Völkern zu messen und hier die Siege zu erringen, die die Dor- bedingung für unsere künftige Weltgeltung sein werden. Gerade auf dem Gebiete der Luftfahrt sind wir durch die unlängst gefaßten Pariser Beschlüsse frei geworden, und mir haben nunmehr zu zeigen, daß wir diese Freiheit zu nutzen entschlossen sind — trotz aller Not —, ja gerade um dieser Not willen. Als bekannt darf ich voraussetzen, daß die Mittel, die durch die Dolksspende aufgebracht werden, nicht dem Zeppelinbau als wirtschaftlichem Unternehmen zufließen, sondern ledialich zum Bau eines neuen Luftschiffes bestimmt sind, mit dem das Problem des Luftschiffverkehrs in entscheidender Weise gefördert und gelöst werden soll. Die Verwaltung der Spende untersteht einem besonderen Kuratorium, das über deren Verwendung im einzelnen entscheidet. Die führenden Männer aber in Friedrichshafen, einst Mitarbeiter des Grafen Zeppelin und nun die Vollstrecker seiner Ideen, fühlen sich nur als aus- führende Organe, die das Werk, dos Graf Zeppelin dem deutschen Volke hinterlassen hat, und das, aus „Hausmann, weißt du, wie man dos herausbringt?" „Man — man probiert 's." „Was probiert man?" „Das Bauen." „Rettungslos! — Schwegerl, an die Tafel, zeig 's ihm." Der Schwegerl zeigte es ih man der Tafel mit hageldichten Kreideziffern: 2430 Maurer. „Siehst du, Hausmann, so was braucht man nicht probieren, so was macht man aus dem Handgelenk und haargenau mit Zahlen, die —" ..nicht lügen", ergänzte Hausmann gehorsam, aber mit einem heimlichen Zwinkern in den Augen. „Darf ich noch was fragen, Herr Professor?" „Frage!" „M u ß das Resultat bei allen eingesetzten Zahlen stimmen?" „Wie oft muß ich dir noch sagen: Zahlen irren nicht!" ..Und wenn man den Palast In — einem Tag bauen wollte, Herr Professor?" „So braucht man eben so viel Leute mehr. Einmal wirst du's doch begreifen — an die Tafel!" Hausmann ging an die Tafel, rechnete und verkündete: „In einem Tag wird der Palast gebaut von 72 900 Maurern." „Stimmt", sagte Schwegert „Hm!" sagte der Professor. Schwegerls Kreide hagelte: „1 458 00 Maurer", verkündete er. „Darf ich noch was fragen, Herr Professor?" sagte der Hausmann scheinheilig. „Wir kommen jetzt zu anderen Dingen," sagte der Professor eilig. „Ob ich noch was fragen darf?" beharrte der Hausmann. „Die ewige Fragerei! — was noch?" „3n der Geschichte haben wir gehabt, daß an einer ägyptischen Pyramide oft viele Königsge- schlechter gebaut haben." „Na, und?" „Wenn an unserem Palast 450 Jahre gebaut worden wäre, kann man da auch die Maureranzahl — ?" „Natürlich kann man — wir kommen jetzt zur Ketterechnung, Kinder " der Echterdinger «pende errichtet, längst nationales Eigentum ist, weiter auszubaucn und zur Vollendung zu führen haben. Eingedenk jener schönen Kundgebung des großen Pioniers der Luftschiffahrt, die er an sei/c deutschen Zeitgenossen richtete: „lind darum sollen meine Worte mein Testament bedeuten, mit dem ich dem deutschen Volke vermache, was ich bis dahin schaffen durfte, auf daß es sich die Segnungen herausholen möge, die ihm darin noch schlummern." Will das deutsche Volk diese hohe Aufgabe den Friedrichshafener Erben und Sachwaltern anuertrauen und ihnen mithelfend auch die Mittel an die Hand geben, diese Aufgabe zu erfüllen, so ist das für sie der schönste Lohn, den sie für sich und ihre Sorgen um Zeppelins Vermächtnis erhoffen durften. Denn nur der Dienst und die Arbeit für eine Idee, für eine Sache macht das Leben groß und lebenswert — dem einzelnen, wie dem ganzen Volke. Deutschland und Abessinien. In der englischen Presse herrscht einige Aufregung darüber, daß es die deutsche Reichsregie' rung für geboten erachtet hat, bei der Londoner Regierung weniger nach dem Inhalt als nach den Zielen des englisch-italienischen Abessinien-Bertrages sich zu erkundigen. Der Schritt des deutschen Botschafters ist vielfach so dargestellt worden, als habe Deutschland die Absicht, sich zwischen Italien und England einzuschalten oder sich gar an Frankreich, das bekanntlich mit den Vorgängen in Abessinien höchst unzufrieden ist, anzulehnen mit dem Endergebnis. aus dem Vertrag ein bedeutsames Streitobjekt zu machen und eventuell die italienisch-englischen Pläne zu durchkreuzen. Ganz so steht die Angelegenheit nicht. Wie erinnerlich, ist im Jahre 1906 ein Vertrag zwischen England. Frankreich und Italien abgeschlossen worden, der den Grundsatz der offenen Tür für alle Mächte in Abessinien vorsah. Dieser Grundsatz schien erschüttert, darum wurde die Reichsregie- rung in London vorstellig. Die Vervosität der Engländer zeigt aber doch, daß man tn England befürchtet, Deutschland könne vielleicht zu einem unangenehmen Zwischenspieler werden und das Mißtrauen Frankreichs benutzen, für sich Vorteile irgendwelcher Art herauszuschlagen. Dabet denlen die Engländer in erster Linie an die Kolonien, weil sie nun einmal nicht den eroberten Besitz bzw. das ihnen als Völkerbundsmandat übertragene Territorium wieder herausgeben wollen. Sie wollen überhaupt nicht, daß Deutschland sich jemals wieder kolonisatorisch betätigt, sondern dulden lieber die Kolonialpolitik Mussolinis, obwohl sie sich eine Zeitlang auch auf das ehemalige Dcutsch-Ostafrika, jetzt englisches Gebiet, erstreckte. Der Londoner Regierung ist es aber gelungen, die Italiener mit dein Abcssintenvertrag zufriedenzustellen und im übrigen Mussolini in Rordafrika freie Hand zu lassen, also gerade dort, wo Frankreichs Interessen besonders fest verankert sind. Frankreich, England und Italien mögen sehen, wie sie miteinander ins Reine kommen. Deutschland spielt lediglich die Rolle eines interessierten Zuschauers, ebenso auch die Reichsregierung, die nicht im entferntesten daran denkt, zwischen den Vertragsparteien hin und her zu lavieren. Ganz unabhängig von dieser Einstellung ist selbstverständlich unsere Forderung nach kolonialem Besitz, deren Erfüllung uns erst vor gar nicht allzu langer Zeit in Locarno in Aussicht gestellt worden ist. Wehren mutz sich dagegen die Reichsregierung, gerade unter Zugrundelegung der uns gemachten Versprechungen, daß Italien und England womöglich in Abessinien eine Lage schassen, die gegen den Grundsatz des Vertrages von 1906 versÄßt und uns aus Abessinien aus schließt, obwohl auch uns vertraglich und rechtlich die offene Tür zusteht. Die Vorstellungen des deutschen Botschafters haben hierüber Klarheit gebracht, es ist ihm von der Londoner Regierung die bestimmte Versicherung gegeben worden, daß her Vertrag lediglich bezwecke. - Italien in West- Abessinien keine Konkurrenz zu machen und englische Konzessionsgesuche nicht zu unterstützen. Diese Erklärung hat die Reichsregierimg.be- friedigt, womit das Interesse des amtlichen Deutschlands am Abessinien-Vertrag erschöpft ist. Auch die englische Presse dürfte inzwischen über die Gründe der deutschen Vorstellungen unterrichtet worden sein, so daß die ungerechtfertigten Angriffe wohl bald eingestellt werden dürften. „Können wir nicht vorher die 450 Jahre —?" „Ich hab's!" schrie der Schwegerl, der's schon vorgerechnet hatte, „der Palast würde in 450 Jahren von — von —" Er stockte. Hausmann sah ihm ins Heft und ergänzte ehern: „— von 0,5 Maurern gebaut werden." Der Professor wurde nervös. Gut, daß es läutete. Was der Hausmann und der Schwegerl in der Pause miteinander disputierten, ist eine Geschichte für sich. Nur meinen Traum in dieser Nacht muß ich noch erzählen. An einem Palast sah ich 1 458 000 Maurer bauen. Sie wuhrlten durcheinander, üebersinandcr, übereinander. Sie traten einander auf die Hühneraugen. Sie schrien und schwangen ihre Mörtelkellen. Ein furchtbarer Kampf drohte auszubrechen. Da erschien auf einmal ein einziger Maurer, nein, ein halber Maurer. Einer mit der oberen Hälfte, sonst hätte er nicht seine Stimme erheben können: „Friede sei mit euch. Ich komme euch zu künden, daß der Pharao leinen Sinn geändert hat. Ihr seid entlassen. Ich allein werde den Bau ausführen." „Wie!" brüllten die anderthalb Millionen Maurer, „du — du allein?" „Ja, ich kann in der nüu bewilligten Bauzeit dasselbe leisten, wie ihr alle zusammen." „Er ist verrückt — total verrückt!" rollte es durch die anderthalb Millionen. „Ich bin nicht verrückt,"sagte gemessen der halbe Maurer, „ein Mann aus dem Westen ist zum Pharao gekommen und hat es ihm berechnet." „Wo — wo ist die Rechnung?" rief es durcheinander. Da hob der halbe Maurer ein Blatt Papier in die Höhe. Ich konnte es im Traume deutlich sehen. Unsere letzte Regedtri-Ausgabe stand darauf. Da ergriff die anderthalb Millionen Maurer ein fürchterlicher Zorn und sie erhoben sich und — Gut, daß die Mutter mich gerade weckte. Frankfurter Theater. Unter her Leitung Direktor Müller-Wielands hat in der Oper die Sommerspielzeit begonnen mit der Operette „Adrienne" von Walter W. Goehe. Er bringt dankenswerter Weise den Frankfurtern kein „Theatersaison- A^sverüMssstuck" wie daS um die schöne Sommer- Oberhessen. Landkreis Gießen. f. Klein-Linden, 13. Juli. Am Sonntag veranstaltete die Iugendgruppe des Raturheilvereins Gießen im Saale zur „Deutschen Eiche" einen Ll n t e r Haltungsabend. Das Programm brachte Volkstänze. Vorträge in oberhessischer Mundart, Musikvor- iräge und einige Theateraufführungen. Letztere wurden flott gespielt, wie man überhaupt die ganze Veranaltung als sehr anregend und gut verlausen bezeichnen konnte. Der Besuch hätte allerdings besser sein können. t Aus de in nördlichen Kreise Gießen, 13. Juli. Die starken Regengüsse und das wanne Wetter haben das Unkraut in den Hackfrüchten im Wachstum sehr begünstigt. In der vorausgegangenen Heuernte, die alle Kräfte in Anspruch nahm unterblieb bei vielen Aeckern das Durchstreichen mit dem Häufelpflug. Das Linkraut ist infolgedessen auf solchen Aeckern größer als die Dickwurzpflanzen. Vergangene Woche sah man nun überall fleißige Hände beim Ausrupfen des Llnkrautes. Die Sonnen» Periode erlaubt nun den Dauern das Hacken und damit einer einfachen und raschen Bekämpfung der Verunkrautung, bei der die Sonne einen großen Teil der Arbeit durch Kraft tut. Das Getreide steht sehr gut, bet starkge- Mtngten Aeckern gab es viele Lagerftucht. v. Londorf, 13. Juli. Am Sonntagabend hielt Landwirtschaftsrat Dr. S e l z e r von der landwirtschaftlichen Schule zu Grünberg nach einem Rachmittagsrundgang durch die hiesige Gemarkung einen sehr lehrreichen, gemeiiwer- ständlichen Vortrag über Düngung, besonders über Kalkdüngung. In der anregenden Aussprache beantwortete der Vortrageitde eine große Anzahl Fragen in belehrender Weise. - Saasen, 13. Juli. In der Rächt zum Sonntag rissen dumme Iungenhqnde den 3aim eines Hausgartens eines Ortsbewohners um. Beim Versuch, den Zaun wieder aufzurichten, ' bi ß sich ein zu Hilfe herbeigeholter junged Mensch f a st die Z unge ab , so daß er Hilf« in der Klinik in Gießen suchen mußte. * Langsdorf, 13. Juli. Ein seltener Kunstgenuß wurde am Sonntagnachmittag in der hiesigen Kirche geboten. Organist Fritz aus Offenbach, ein geborener Langsdörfer, gab mit seinem Sohne ein Orgelkonzert zum Besten des Orgelbaufonds. In einem einleitenden Vortrag teilte er das Wichtigste über die Einrichtung der neuen, von der Firma! Förster & Rikolaus in Lich erbauten Orgel mit, und führte dann durch passende Erläuterungen in das Wesen seiner Orgelvorträge ein. Mit der herrlichen Tokkata und Fuge in v-Moll von I. S. Bach beginnend, spielte er einige Choralvorspiele alter Meister wie Walther, Pachelbel und Böhm und Mendelsohns Sonate in E-OItoH. Von modernen Komponisten waren Malling, Reger und Guilmant vertreten. Das Programm war abwechslungsreich und feinsinnig zusammen- gestellt, und in der Ausführung der einzelnen Rummern zeigte sich Herr Fritz als Meister seines Instruments. Sowohl seine Technik, wie seine Registrierkunst waren bewundernswerte Herr Fri h j u n. zeigte durch den Vortrag des 1. Sat- zes des O-Moll-Konzerts von Händel und der Idylle von Rheinberger, daß er das musikalische Talent feines Vaters geerbt hat, und bereits auf einer hohen Stufe künstlerischen Könnens angelangt ist. Die beiden Darbietenden haben einer zahlreichen Gemeinde weihevolle Stunden bereitet; sür diese und für ihre uneigennützige Tätigkeit ist man ihnen hier herzlich dankbar. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 13. Juli. Auch das drifte der von Professor K. Schmidt in diesem Schuljahre veranstalteten Schülerkonzerte der Augustinerschule bot den Zuhörern einen erlesenen Genuß. Als Solisten traten Rudolf Schütt auf, Soloflötist des Frankfurter Sinfonieorchesters, sowie Frau Ida Ratorp von Mülheim (eine Schwester des Veranstalters). Die Sonate von Beethoven op. 17 für Pianoforte und Flöte, eine Suite von Dach für Flöte mit Cembalo, sowie eine Suite von Godard für Flöte bildeten die Programmpunkte des Solisten, Frau Ratorp sang vier Lieder von Mendelssohn, sowie eine Arie von Dach, letztere mit obligater Flöte, die Begleitung lag in den Händen von Prof. Dr. K. Schmidt. Auch zeit meist der Brauch ist, sondern eine vollwertige, musikalisch jenseits der modernen Oberflächlichkeit stehende Operette, die in ihrer orchestralen Bearbeitung stellenweise an die Spieloper gemahnt. Im Vordergrund der von Por- des-Milo und Günther Bibo verfaßten Handlung steht die historische Persönlichkeit der Adrienne Lecouvreur von der Comedie Fran- caise ihre „einzige Caprice ist ihr cher, Petit Maurice", nämlich der tolle Herzog Moritz von Sachsen. Ihrem geliebten Morrtz verdirbt sie die aus Ehrgeiz ersehnte Heirat mit der verwitweten Herzogin Anna Iwanowna von Kurland, einer sehr forschen, stets branntweindurstigen Dame, die dem Grundsatz huldigt: „Was der Mensch braucht, nruß et haben!" Der gute Moritz steht zwischen beiden, es zieht ihn nach rechts, es zieht ihn nach links, aber Anna gibt ihm den Laufpaß und so wird er anstatt Herzog von Kurland, Marschall von Frankreich, Anna macht den Baron v. Kayserling zum Vertrauten ihres Herzens und nur der arme Tänzer Fleury geht leer aus. Das leichtbeschwingte, farbenfreudige Rokoko bildet den prächtigen Hintergrund zu dieser Operette und gibt Anlaß zu entzückenden Kostümen. Die Darstellung unter der Regie Alois Resnis. der diesmal nur in einer kleinen Rolle seinen Humor entfalten konnte, war ausgezeichnet und holte alle Spielmögiich- leiten aus dem an und für sich famösen Ensemble heraus. Mimi Brix (vom vorigen Sommer her in bester Erinnerung) war eine äußerst temperamentvolle kurländische Herzogin, sie sprühte nur so von Einfällen. Martha Se- r ä k sah blendend aus als Adrienne und wußte schöne Stimmittel zu entfalten, ebenso Walter I a n k u h n als eleganter Moritz von Sachsen. Alfred Marwilsky gab dem Tänzer Fleury ausdrucksvolle Geschmeidigkeit und Alfred Scher- zer belebte die Episodenrolle eines Geheimsekretärs. Das Publikum hatte seine Helle Freude an dem Werk, der Potsdamer Marsch muhte allein viermal wiederholt werden. Der Komponist Walter Goehe, Günther Bibo und Franz Schönbaumsfeld, der die musikalische Leitung des Abends hatte, muhten sich wiedech« auf der Buhne zeigen. L. W. 71 n, K Wnn Ä!c,a fcA SÄ' KK «ii* K CO. U jsiuoet WnL | unö ' t V W Btt'1."' 5ltÖen,„n,n ivorde ^- 2 be toe' * Aus d ; ei' W?®# * ?eerener^^"v marrlr • . , r i » 6 ölt 7 I W wirfcbnnen^ ier tM n Su Seite h-tschtn durch sei h ,-ii stark gehov« mrden. 5» * Schotten M len habe oar i p o r m i 11 a g c t uns mitteilt, ist genau. In der 5 P auf eingegangen ■ lediglich daraus Z pon Aieh nach« ■ km Sann- und 8 B enbigtem NachMt B cbcnerivahnten Kreisamt uns wi ergangen, sondern 1 rem einer @etr SWülens auf rrch die seither hohen Preise in der Nachkriegs teil stark gehoben, so daß die Märkte gut bC' dieses Konzert hätte einen besseren Besuch verdient. 00 Aus der mittleren Detterau. 3. Juli. Die Unwetter der letzten Zeit haben unsere -raend ziemlich verschont. Das Getreide steht phr gut und lagert nur an einzelnen wenigen 5.ieöem Mit dem Schnitt der Wintergerste (i begonnen worden. Die von allen Seiten gemel- beten Schädlinge und Krankheiten sind, wohl infolge - Die in der vorigen Woche in Nidda und 'Reichelsheim i.d. W. stattgehabten Pferde- -mä r k t e boten das gleiche Bild: starkerAus- :ieb an Pferden und Fohlen, wenig <8 aus lustige, geringen Absatz bei mäßi- um Preisen. Die Indienststellung von Autos, i"istwagen und Schleppern hat den Bedarf an 'lkicrdematerial verringert, und die kleinen Land* T-.rtc können der Geldknappheit halber als Käu- frudjtbaren Bodens, gut überwunden worden. Denn nicht jetzt noch schwere Wetter kommen, dann idparnis und Erleichterung für fast alle Landwirte, ha die meisten im Besitz von Getreidemähern sind. Kreis Büdingen. .?“ Aus dem Niddatal. 13. Juli. Der überaus reiche Segen der Heidelbeerernte f)^ lutes, »mi das L;onn«t' Aschen uni rch Ä,* r JW .hl. «u ®tin8,rgn5 S'ä: •S*&” ?ulL Ein seitens utaMchmittag in bS Trih am «amSdörfer, gab mit Selkonzert iUD! 'sonös. 3n dnm ' das Wichtigst, ^»on der erbauten Orgel mit letibe StläutmiiMg vrträge ein. Ms, ige in V-Woll a- ite er einige Charal- e Walther. PachM ts Sonate in i waren Mlling. :m. Das Program feinsinnig zusammen, ihrung der einzelnen ' Frih als Mster hl seine Technik, tote bewundernswert hm :n Dortrag des 1.5a!' von Händel und tet aß er das musikalisch« t fat, uni) bereite al scheu ÄonxwnS q? ietenbew Wn einer volle StimdL brkv' uneigennützige Wtz» rzlich dankbar, cMerg. Juli. Auch das bttii« in t b t in diesm Schul' iUerlonzerte btt >, den Zuhörern einer. Solisten traten W des Frankfurter Sir.' t, sondern eine vB i der modernen OW ’fte, die in 4«« * lenveile an die ®R rarunb der non'N zibo wtfaW W L Persönlichkeit v der Comedie SA MA :tn «ach red)» GM ijwing10' J. jgflinti s . - Mückenrr lang urnl L in diesmal nur fßnril hölke a > f pjfn JJ 6tier Landwirtschaft und nach Orten außerhalb des ■nifes ^urückzuführen. Aber auch die heimische In- wsirie hat eine Anzahl Arbeiter wieder eingestellt. lDtstandsarbeiter wurden 394 gegenüber 439 im Barmonat beschäftigt. Die Verringerung der Zahl ktr Notstandsarbeiter gründet sich auf die Beendi- pr.g von Notstondsarbeiten im Laufe des Monats. |!c nen Nachfeier wirkte der Posaunenchor von Hom- rf>ata mit. Der Superintendent von Oberhessen, Okerkirchenrat Wagner, war zur Nachfeier «rschienen und warb in herzlichen Worten zur Mtarbeit an der Sache des Gustav-Adolf-Ver- ciris. Die Gesamtkollekte ergab den Betrag von 110 Mk., wovon 80 Mk. für die zu erbauende lTifherkirche in Bieber und 30 Mk. für die durch eine Explosion teilweise zerstörte Kreuzkirche in Men bestimmt wurden Kreis Lauterbach. bml. Lauterbach, 13. Juli Am Sonntag- :b«end veranstaltete die ^Hamburger V e r - --- Hochelheim, 13. Juli lic.öer Hai die diesjährige Kirschen ernte, obwohl die reichliche Blütenpracht zu schönen Hoffnungen, berechtigte. die Erwartungen nicht erfüllt. Nachtfröste und tierische Schädlinge haben die Erträge stark beeinträchtigt, fo daß man das Ergebnis, abgesehen von wenigen Ausnahmen, nur als g c - ringe Mittelernte bezeichnen kann. Dasselbe ist auch aus dem benachbarten Klein- Nechtenbach zu berichten, da« gleichfalls über ausgedehnte Kirfchbaumstücte verfügt. ZO Ebersgöns, 12. Juli. Der hiesige S ch ü t» zcnverein hielt am gestrigen Sonntag sein diesjähriges Preisschi eycn ab. Es ichosfen: den 1. Preis mit 36 Ringen Kaufmann Wilhelm = der II., Hochelheim, den 2. Preis mit 36 Ringen Jobs. Köhler, Hochelheim, und den 3. Preiss mit 36 Ringen Lehrer Lodahl von hier. Der Schüt' zenoerein wurde im Jahre 1924 gegründet^ ei zahlt zur Zeit 27 Mitglieder. Der Verein hat in diesem Jahre eine neue Schützenhalle errichtet und auch den Schützenstand neu ausgebaut. Das Interesse am Schießsport ist hier sehr rege. Auch von den umlie- gendcn Ortschaften halten sich trotz des unbeständigen Wetters viele Schützenfreunde eingefunden. <> Oberkleen. 13. Juli Wie in jedem Jahre, so fand auch am Sonntag das übliche M i s s i o n s f e st lGultav-Adolf-Fests statt. Trotz des ungünstigen Wetters hatten sich auch aus den benachbarlen Gemeinden viele Anhänger und Freunde der Mission eingefunden. Das Fest wurde eröffnet durch einen Gottesdienst, der nachmittags stattfand. Die weitere Feier setzte sich auf dem freien Platze vor der Kirche fort. Es sprachen außer den hiesigen Orlsgeistlichen Pfarrer H a r t m a n n, die Pfarrer Schmidt (Wetzlar), E a p p e l l (Klein-Nechtenbach) und (Bier« mann (EberSgöns). Dillkreis. bl Dillenburg, 13. Juli Die Arbeitsmarktlage des Dillkreises hat sich etwas gebessert. Nach dem neuesten Stande befinden sich im Kreise 1453 Vollerwerbslose. Gegenüber der Vorwoche ist die Gesamtzahl um 200 gesunken. Der Grund liegt in einer regeren Tätigkeit der staatlichen Gruben und der Neu- Hoffnungshütte in Sinn. Kreis Marburg. ][ Marburg, 12. Juli. Aus Anlaß der Reichssammelwoche für die Z e p p e l i n - E ck e - nerspende traf heute nachmittag Dr. Eckener zu einem Werbe-Voitrag hier ein. Auf dem Bahnhofsplah hatte sich eine vieltausendköpfige Menschenmenge eingefunden, die dem berühmten Luftschifführer begeisterte Huldigungen darbrachte. Die Spitzen der Behörden entboten ihm Willkommengrühe, während die Chargierten der Studentenschaft in Wichs und mit Fahnen Spalier bildeten. Der große Stadtsaal war zu dem Vortrag bis auf den letzten Play gefüllt. Dr. Eckener legte in einer groß- angelegten Rede die Wichligkeit der Erhaltung deS Luftschiffbaues Zeppelin für das deutsche Volk dar, erörterte dessen Pläne und Ziele und schilderte zum Schluß die Erlebnisse bei der Ämerikafahrt des „Z. R. III". Brausender Beifall danlte ihm. Die Straßen prangten in reichem Flaggeuschmuck. sch. Marburg, 13. Juli. Aus Grund des Gnadengesuche - seines Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. Hermann Reis, ist der vom Schwurgericht Marburg am 24. Mai zum Tode verurteilte 21jährige ^.'andwirtssohn Johannes Schmidt aus Riebelsdorf lKr. Ziegenhain) zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Schmidt hatte im Frühjahr seine Braut ermordet und, um die Tat zu verwischen, die Leiche mit einem Strick an einem Daum auf- geknüpft. 3n erster Linie dürste der Gnadenakt daraus zurückzuführen sein, daß der Täter seine Tat offen eingestanden und auf das Gericht den Eindruck eines stark zurückgebliebenen Menschen gemacht hat. ]f Aus dem Kreise Marburg, 13.Juli. Die Leiche des am Donnerstaa in der Nähe des Stadions beim Paddelbootunglück ertrunkenen 25 Jahre alten Bäckers $). Karger wurde heute bei Ronhausen aus der Lahn geländet. Sie wies eine Kopfverletzung auf, ein Beweis, daß der junge Mann beim Sturz aus dem Boot mit dem Kopf aufgefchlagen ist und sich deshalb nicht helfen konnte. Qberwefterwaldkreis. WDR. Hachenburg, 13. Juli. Die Wiesbadener Landwirtschaftskammer eröffnet mit Winters Anfang für den Hachenburger Bezirk eine Landwirtschaftliche Winte r s ch u l e. Maingatt. WSR. Frankfurt a. M., 13. Juli. F e st - genommen wurde der Schreiner Rudolf Heun, der einen schweren Einbruchsdieb st a h l in der Allerheiligenstraße ausgeführt und dabei 20 Airzüge und zwei Mäntel gestohlen hat. Die Beute hatte er einem Hehler in Verwahrung gegeben, so daß sie jetzt wieder herbeigeschafft werden konnte. - In der Montagnacht, kurz nach 1 älhr, entstand in der Einhorngasse eine große Schlägerei, an der sich etwa 40 b i s 50 Personen beteiligten; u. a. wurde eine Frau schwer verletzt, so daß sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Als die Polizei auf der Bildfläche erschien, ergriffen die Radauhelden die Nucht. - Ein 22- jähriger verheirateter Postaushelfer vom Postamt I wurde am 9. Juli wegen Unterschlagungen in älnte rsuchungshaft genommen. Die Ermittlungen über seine Straftaten sind noch nicht abgeschlossen, der .Umfang der Unterschlagungen steht noch nicht ganz sest, indessen scheint es sich um größere Summen zu handeln. Außer Briefen hat der Defraudant auch Rundfunkgelder unterschlagen. Die Veruntreuungen erstrecken sich über das letzte Vierteljahr Wirtschaft. e I. G. -Farbeninbustrie und Standard Oil. Die Verwaltung der I. G-Farbenindustrie bestätigt die mit der Standard Oil Co. geführten Verhandlungen, die eine Vereinbarung übet das nach dem Bergin-Verfahren erzeugte künstliche Benzin bezwecken. Dem „Telegraaf" zufolge handelt es sich bei den Besprechungen um die Ausschaltung des künstlichen Benzins, das nach Errichtung der erforderlichen technischen Produktionsanlagen zum Preise von 15 bis 20 Pf. auf den Markt gebracht werden kann, aus gewissen Interessengebieten der Standard Oil Co. Nach den Auslasfimaen der Verwaltung der I. G.-Farbenindustrie seien die Grundlinien für eine Verständigung bereits vereinbart, doch können I keinerlei Angaben gemacht werden. Den holländischen J"iciöunc,;.i ö-jclgc soll o;c C-mccc ict gemeinschast bereit fein, gegen Zahlung einer einmaligen bedeutenden Summe auf eine Reihe von Jahren mit ihrem künstlichen Benzin den Produkten der Standard Oil Co. auf bestimmten Absatzgebieten keine Konkurrenz zu bereiten. Die weiteren Meldungen des ..Telegraaf". daß Verhandlungen über AbsaNregelung der Erdölerzeugnisse der Standard Oil in Deutschland gejührt werden, bezeichnet die Verwaltung der Inter- essengemeinschast als unzutreffend. * Kapitalerhöhung derHamburg- Amertka-Linie. Die „Voll. Jtg" meldet, daß der Aufsichtsrat der Hamburg-Amerika-Linie einer außerordentlichen Generalversammlung Vorschlägen wird, der Verwaltung die Ermächtigung zur Ausgabe von weiteren 11 Millionen Mari' Aktien zu geben. Da die Verwaltung schon die Ermächtigung zur Ausgabe von 10 Millionen Mark besitzt, erhöht sich das Stammkapital um 21 Millionen auf 75 Millionen Mark Den Aktionären würde ein Bezugsrecht im Verhältnis von 5: 1 zum Kurse von 108 Proz. gewährt werden, die übrigen Mittel dienten vermutlich zum Rückkauf der Harirnan-Schiffe. * Kapitalerhöhung beim Norddeutschen Lloyd. Der Aufsichtsrat beschloß, einer auf den 2. August einzuberufendeu außerordentlichen Hauptversammlung die Erhöhung des Grundkapitals um einen Betrag von bis zu 11 Mill. Rm Stammaktien und von bis zu 343 750 Rm. Dorzugsaltien unter Ausschluß des Bezugsrechtes der Aktionäre vorzuschlagen. Die aus der Bewilligung vom 17. Dezember 1924 noch nicht begebenen restlichen 12 Mill. Rm. Stammaktien zuzüglich eines Nominalbetrages von 1 Mill. Rm. aus der neuen Bewilligung sollen von einem Konsortium übernommen und den Aktionären zum Kurse von 110 bei voller Dividendenberechtigung für 1926 in der Weise zum Bezüge angeboten werden, daß auf vier alte eine junge Aktie entfällt. Die damit herein- kommenden neuen Mittel sollen dem weiteren Ausbau des Unternehmend dienen. * Rückgang der Insolvenzen auch in der zweiten Iuliwoche. In der zweiten Iuliwoche erfolgte wiederum ein Rückgang der Insvlvenzzahlen, der. wenn auch an sich ziemlich geringfügig, bei Konkursen und Geschäftsaufsichten gleich ist. Die Zahl der mangels Masse eingestellten Konkursverfahren ging stark zurück. In der zweiten Aprilwoche, die gegenüber der dreitägigen Vorwoche sechs Tage umfaßt, betrugen die Konkurse insgesamt 164 (Vorwoche 74), die Geschäftsaufsichten 74 (43). In der Berichtswoche wurden 10 Aktiengesellschaften insolvent, davon neun in den InflationSjahren 1921 bis 1923 gegründete. Berliner Börse. Berlin. 14. Juli. Das lebhafte Geschäft des Vortages übertrug sich nicht auf den heutigen Verkehr, da das Publikum nicht am Markte war und die Spekulatton selbst etwas vorsichtiger war. Gehemmt wurde die Llmsatz- tätigkeit wahrend der ersten Bvrsenstunde vor allein durch die heute fälligen Prämienerklärungen, die diesmal bereits einen Tag früher zu erfolgen haben. Die Festsetzung der Liqui- dattonskurse erfolgt erst morgen. Gleichzeitig werden morgen 4 neue Terminpapiere eingeführt: nämlich: Zellstoff-Waldhof, Elektrische Lieferungen. Transradio und Hamburger Elektr. Werke. Diese Papiere notierten daraufhin sämtlich fester. Die Grundstimmung war trotz der Reserve, die sich die Spekulation auf erlegte, freundlich. Elektro- und Bankaktien hatten den Hauptanteil an den ilmfätjen, wobei auf die alten ftimulierenben Momente verwiesen wurde. Anregung bot vor allem auch das reichliche Angebot in kurzfristigen Geldmitteln. Tagesgeld 4 bis 5 Prozent, Monatsgeld 5 bis 6 Prozent. Im D e o i f e n D e r l e b r lag der französische Franken fast umsatzlos, da heute in Paris Feiertag ist. Paris hat sich gegen London etwa auf 187 erholt. Mailand notierte gegen London 140,25. ^ranksttrter Börse. Frankfurt a. M., 14. Juli. Die Börse stand auch heute unter dem Drucke einer gewissen Ansicherheit, die in einer starken Vermindei-ung der Geschäftsbetätigung ihren Ausdruck fand. Das Fehlen des Publikums und der Mangel an Anregungen gaben dem Geschäft einen lustlosen Charakter. Es schien, als hätten sich neue Bedenken über die Abwickelung des Medios Geltung verschafft, was in einer starken Zurückhaltung der Spekulatton zur Auswirkung kam. Das K u r s b i l d war bei Eröffnung des Verkehrs unregelmäßig und erst im späteren Verlauf konnte sich die Tendenz etwas befestigen. Montan-Aktien waren überwiegend gehalten, vereinzelt leicht gebessert. Am Farben markte gingen I. G Farben zum ersten Kurse um 0,5 Prozent hoher und konnten im Verlaufe auf 252 Proz. anziehen. Scheideanstalt und Holzverkohlung dagegen je minus 1 Proz. Am Elektromar kte waren die Kurse zumeist behauptet. AEG. mäßig befestigt. Bankaktien waren weiter gesucht, jedoch ohne wesentliche Kursveranderungen. Nur Berliner Handel plus 2 Prozent, Deutsche Bank plus 0,75 Prozent Schiffahrtsaktien blieben weiter vernachlässigt Für Hapag stellte sich eine neue Abschwächung von 2,75 Prozent ein. Lloyd unverändert Von Motorenaktien waren Daimler weiter um 1 Prozent und NSA. um 0,5 Prozent gebessert, während Kleyer unverändert lagen. Don Zellstoffaktien konnten sich Waldhof um 2,5 Prozent befestigen. Aschaffenburger gaben leicht nach Zucke raktien tendierten unsicher und eher zum Nachgeben geneigt. Maschinenaktien weiter rückgängig Karlsruher minus 0,75 Prozent. Deutsche Renten blieben vernachlässigt und hatten rückläufige Bewegung Ausländische Renten lagen gleichfalls eher nachgebend. Der Freiver- tebr hatte unveränderte Kurse bei stillem Geschäft. Beckerstahl 23. Benz 86, Brown-Boveri 116. Entreprise 6,5, Growag 60, Rastatter Waggon 15, Afa 37,5, Asra 80 Proz. Der weitere Verlaus brachte keine wesentlichen Veränderungen und auch leine Geschäftsbelebung. Nur für I. G -Farben und Bankaktien hielt etwas Interesse an. Am Geldmarkt ist die Lage unverändert leicht. Tagesgeld 4, Moiratsgelb 5 bis 6* , Proz. Im Devisenverlehr lagen die westlichen Frankenvaluten leicht erholt. Paris gegen London 189,5, Brüssel 215,50. Berliner Produktenbörse. Berlin, 13. Juli. DaS anhaltend sonnige Wetter hat heute weiter aus die Tendenz und Preisgestaltung im Berliner Roggenmarkt gedrückt. Die Abschwächung finbet Anterstützung durch verstärktes Angebot in alter Ware, bu ü- '.crulidj l .iige. aie ge.icin iciiens Der Eigner offeriert wird. Auch Weizen gab im Preise nach, wenn auch das Niveau rocniqcr stark als daS für Roggen ermäßigt wurde. Auch der Zeithandek lag ziemlich beträchtlich schwächer, und war für Roggen bewnderS deshalb als schon neue Ernte verschiedentlich für den laufenden Monat, vereinzelt sogar auf Abladung in dieser Woche offeriert war Die Preise lenkten sich bis 3 Mark. Weizen für nahe Sicht 1 Mark niedriger, später 1,50 Mark bis 2.50 Mark unter Vortag. Gerste ruhig In Hafer besteht wenig Kauflust. Mehl bat fast vollständig Ab'ahdeckung. Es notierten pro Tonne. Roggen lmärk.s 201 bis 204, Sommergerste 205 bis 212, Gerste (inl.) 190 bis 204. Hafer imärl.i 206 bis 215, Mais (lolo Berlin) 174 bis 178. pro Doppelzentner: Weizenmehl 37,50 bis 39,50, Aoggenmehl 29 bis 30,25 Weizenkleie 1C. Roggenkleie 11,25 bis 11,35, Viktoriaerbsen 35 bis 46 kleine Cpeifeerbfen 30 bis 34, Futtererbfen 22 bis 27, Peluschken 24 bis 27.50, Börfenkorte 137' 140 151 147 102,5 158 158 0, 112.5* >35' 14G 140,2' 123' 156 68 81 90 124,1* 168' 81,25 90,5 114,2* 126,2* 67* 113,5* 137 143,9' 251* 96.25 55 89,5 25 45,25 84,75 80 142,5' 164,5' 144' 51.7* 97,5 248,5' 97 153,9' 147,9* 137' 91.75 75,62 139,2' 159,6* 141,2* 143* 151 54 67* 120,1 164.7 85 36,4 149,5' 145,2' 36 128,25 85 35,5 3 155,5 79,5 139,7* 160,5* 141.3* 142 150 51,5 249,5* , 96 । 139,6' 91 78.5 142,5* 165* 144* 144' ,151,5’ 54.5 ,68,75* 138.1 137* i 124,5* 98. r, 121 165 80,25 154' 151.2* 147,9* 147' Mi 107 107,75 85.25 - 81,5' ^113,5' 134,7* 136,7' 144.5 147.5 95,5 124,7' 167,7* 80,5 90 5% Teuiichc NcichSanlclhe - 4% Dcuychr fWcitbe-anleUi? ■ B'/t1/» Deutsche Mich-kinlrlv« 3% Deutsche Reichsanleihe . Deuuchc Sparpraimcnanteihr 4°/o Preußische Äonfols - . . 4°/0 Hessen 3‘/,% Men 3% Hessen Deutsche ffiertb. Dollar-Lnk. dto. Doll--Schal»»AMr«isllg.') Chemische Mayer Alapin . . 9. G. ssarbcnindustrie, A -G. Goldschmidt.......... Hol,Verkohlung RülgerSWerkc Schcideanftalt «llg. ElektrtzitLtS-Gesellschofi Bergmann.......... Mamlraftwerke ...... Schlickert Siemens A Halste ..... Adlerwerke Kleyer Daimler Motoren Heyligeuftoedi ■ . ...... Meguin Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armatureu . . . Konservenfabrik Braun . . Schuhfabrik Her; . . . Sichel ......... Zellstoff ffiamof ■ Zuckermbrst Kranken Hal . . Zuckerfabrik Dau häufel . . Frankfurt a.M. Berlin Schluß. l.Utzr» flut» Schiuh-sÄnfaug f>ur» >'u« Datum: 13. 7. 14.7. 13. 7 14. 7, 0.50 0.49 0.4905 0.485 — — 0.47 — 0 JM — 0,4605 0.45 0,52 _ 0.5307 0,6025 0,265 — 0.275 — ,4625 — 0,4502 0,45 0,46 -* — — 0.47 0.42 - 96.5 — — — 14.9 14.4 15 1 I 48 —- —M 175 177' 175' 179,5* 26.7* 127' 125,2* 127.9* ;h,5* 179.5' 178* 179* 163.9 165.2' 164* 165,5* SS —■ 153* 157* 154* 155,2* 114 115,2* _ 117 120 118* 7,1 7,12 7,3 7,25 — — — Banknoten. Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 13 Juli- 14. Juli- Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brier Gelb Brick lamft.-iHot!. 168,51 168,9.3 168,53 168.95 Buen.-MrrS 1,696 1,700 1,70.3 1,707 Brsi-Antw 9,28 9,32 10,03 10,07 Thristtania. 91,98 92,22 91,93 92,17 Kopenhagen 111,20 111,48 111,20 111,48 Stockholm . 112,43 112.71 112.37 112,45 HelsingforS. 10,555 10,595 10,552 10,592 Italien. . . 14,29 14,33 14,43 11,47 London. . 20,399 20.451 20.401 20.453 Neuyork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 Paris. . . 10,67 10,71 10,835 10,875 Schwei; . . 81,20 81,40 81,20 81,40 Spanien - 66.37 66,53 66,62 66,78 Japan - - - 1,971 1,975 1.963 1,973 »iio de Jan. 0.659 0.661 0,660 0,662 Wien in D-- Ceft. abgeft 59,31 59,45 59,325 59,475 Prag .... 12,423 12,463 12,421 12,461 Belgrad . . 7,41 7,4.3 7,41 7,43 Budapest. . 5,87 5,89 5,865 5,885 Bnlaarien 3,035 .1,045 3,035 3,045 (ilfiabon 21.345 21,395 21.365 21,415 Danüg - . - 80,98 81.18 81,12 81,22 Konsiantin- 2,317 2,323 2,302 2,312 Sltbcii. . . 5.19 6,21 5,19 5,21 Uanado. . . 4,197 4,207 4,198 4,208 Cruguan . . 4.205 4,215 4.215 4.225 Berlin, 13. 3uli. Geld Brief Amerikanische Note» ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten........ Französische Notcu...... Holländische Noien...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deulsch-Ocficrr., ä 700 Kronen Romanisch« Noten...... Schwedische Noten ... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakisch? Notar .. Uu«arische Noteu . .... 4,183 9,43 110,92 20,367 10, HO 168,10 14,50 91,87 59,42 1,90 112,14 81,33 66,2.3 12,455 5,83 4,203 9,47 111,48 20,467 10,73 168,94 14.5'3 92,33 59,72 1,94 112,70 81,73 66,57 12,465 5.87 Frankfurter Getreidebörse. F r a n k f u r t a. M., 14. Juli. Es wurden notiert: Wetteiauer Weizen 32. Roggen (inlänö.) 23.50. Hafer (ausländ.) 21,50 bis 23 Mais (gelb, 18.25 bis 18,50, Weizenmehl (inlänb. Spezial 0/ 43 bis 44. Roggenmehl 33,50 bis 34,50, Weizen- kleie 9.25. Roggenlleie 11,25. Tendenz fest. Gegen Hühneraugen und Hornhaut nur das seit 60 Jahren bewährte MSMWWlUWlMltlkl. Wirkt schnell, sicher und schmerzlos. Kein Pflaster anwenden! Pflaster verrutscht, daher wertlos. Tausende Anerkennungen. Packung 1, — W. franko. Erhältlich in den größeren ApochÄen und Drogerien. h4Wss Nur echt mit der Aufschrift Radlauers Kroner^ apotheke, Berlin W. 8, Friedrichstraße 160. Nmtz- ahnnmgen weise man zurück. 4. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Pos D gold- Handeln, Kindersweater Baumwolle Nachmittags 1 Ähr: Preisverteilung. 5891 D 1.75, 1.00 Russenkittel Leinen, Rips ><3.50, 2.00 Wegen Personalbeurlaubung Damenschals groß, Wolle 9.50, 4.50 5870a Modewarenhaus Carl lewacfc 5894C Settersweg 18 5885a Hur- Jan- Kindersweateranzüge Bwolle, ^3.00,2.00,1.50 Kindersweaterhosen Baumwolle, a 1.50, 1.00 Spielanzüge Zephir, Leinen.. L50, 3.00, 2.50 seine Art mit der Zeit gehen — hatte es vielleicht schon während des Krieges getan. Versendet :A. Dinkelmann. Worms, Postscheck-Konto 15 194 Frankfurt a. M. Hierbei:Staatl Lott.- Einn. Buchacker u Flimm; außerdem b. Konrad Emmerich, Hermann Kuhl. Friseur Lotz, Frau Ella Reuter Wwe, Wllholm Semmler. Frau Alma Vogt. 5406ss die Finger. „Gib nmal deinen Kloben her, Gori!" ..Wall, woll!" Das verstand der Gori nun schon besser, lig fingerte er seine invalide Pfeife aus dem ker hervor und ließ sie sich von Zeno mit bleiben meine Geschäftsräume vom 15. Juli bis 30. August 1926, mittags von 12'/^ bis 2 Uhr geschlossen schachern, und dazu den Gutsbesitzer spielen — fetzt verstand er Walli! Dazu brauchte der Toni ober Ellenbogenfreiheit, und der Vater billigte kritiklos alles, was fein Aeltester unternahm. Das war die große Schwäche des sonst so starken Mannes ... Don Stand zu Stand gingen die beiden. Und bei jedem zweiten Schritte Zenos gab es auf dem horten Betonboden einen dumpfen Ton. „Wie g'spaßig dein Fuß pumpert!" sagte der Vater mit einemmal. neuer Brenner mit Sparflamme „Na also?" Eine kurze Pause folgte. Dann rückte die Alte naher an Zeno heran, und begann mit gedämpfter Stimme: „Net um mich is mir, Zeno, sondern um den — Hof!" Zeno schaute sie verständnislos an. „Wieso?" „Wenn du jetzt aus dem Haus gehst, und der Toni Herr am Hof is — nachher — nachher —" „Was nachher?" „Fürcht' i. kommt n schlechte Zeit für den Kruinmholzerhof!" „Red' doch koan Unsinn, Walli!" Rauh klang Zenos Stimme. Aber die Alte schüttelte nur in unbeirrbarer Ruhe den Kopf. „3 sag' bloß, was i mir denk' — und a dös nur dir!" „Der Toni is a Bauer, Walli, und es werd' am Hof weitergehn, wie 's ollweil 'gangen is!" „Der Toni könnt' a Bauer fein, Zeno! — Er hat aber andere Flausen im Kopf! Stadtherrische! Und die taugen ihm und dem Hof gar niemals!" Zeno erhob sich. „Walli, du reb’fl halt, wie a alt's Weib eben red't!" Unbeabsichtigt geringschätzig klang das. Walli fühlte dies auch heraus. „No — net so, Zeno! Aber wenn oan a Hauswesen so ans Herz g'wachsen is —" Die sonst so scharfe Stimme der Alten zitterte wie von verhaltenem Schluchzen. Ueberrascht blickte ihr Zeno ins faltige Gesicht. Dann klopfte er ihr begütigend auf die Schulter. „Warum net gar, Walli! Solang du 's Regiment da herin führst, wackelt 's nett" „O mein — a alt's Leut —" „Aber allweil noch a fchneidig's Kommando, zel?!" unterbrach sie Zeno lachend, um das ihm unangenehme Gespräch abzukürzen. — „Wo is denn der Vater?" „Im Stall drüben." Zeno nickte. „Nachher schau i 'nüber dazua!" sagte er und ging. Lieferung von Uleinpflasler- unö Ra.>-steinen. Zur Herstellung von Kleinpflaster auf ber Straße Langgöns—Kirchgöns (Kreisgrenze) sollen: Die Krummhölzer Roman aus den bayerischen Bergen. Don Michael Wagner. Verdingung. Für unten genannten Neubau sollen die Zimmerarbeiten (ohne Material) öffentlich vergeben werden. Bis 17. Juli 1926 ist mitzuteilen, wer die Zustellung der Verdingungsunterlagen wünscht. Diese werden alsdann unter Nachnahme von 5.— RM. übersandt. Die Angebote sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift bis zum 26. Juli 1926 — mittags 12 Uhr — dem uterzeich- neten Neubauamt einzureichen. Marburg (Renthof28$), den 12.Juli 1926. 58928 Preuß. Neubauamt für das Jubiläums-Kunstinstitut ber Universität Marburg. Heute emtrenend: Br. Schellfische, Cabliau und Seelachs im Ausschnitt. Frische Fischkoteletts. Neue Kartoffeln ff gelbe ttalienische, 3 Psd. 3?» 4 9 Pfund .k 1.—, in zirka 60 Psd.- Säcken, das Psd. 10‘, inkl. Sack. Neue Heringe engl. Matjes.......3 Stück 50 Die 1-Liter-Dose 6-7 Stück 95 ä Neue holländische u. norwegische Doll Heringe, 3 Stück 35 j> Nene Salzgurken. Garantiert reine 5890c Kern Seifen Pr. Qualitäten, trockene abgelag. Ware, von Richard Sternberg, Gießen, August Lubn, Barmen, PfeildreieckSeisenfabr.Darmstadt das 200 Gramm-Dovvelstück 18 daS 3-Dopvelstück 50 4 das '/r-Pfund-Würselstück 25 ä Wasch Artikel Persil, Perflor, Thompson, Henko, Lux Seifensvähne, Sil. Seifix, Atta, Bim, Seifensand. Weiße und gelbe Schmierseife in 2 Pfd.-Dosen netto A 1.—, in Kübeln und Eimer von 15, 25 und 55 Pfund, daS Pfund 48 4 MkMNMÄ Babubofstr. 27. Fernsvr. 1631. <5. § MSinark lag und Besch Aorist ?.MMWklWMWsstzMSlIl oettuuden mit torMau Mi WMimüellW Festfolge: Samstag, den 17. Juli, abends 8l/a Uhr: Begrüßungsabend (Ansprachen, gesangliche Darbietungen, turnerische Vorführungen und Konzert. Sonntag, den 18. Juli, vormittags 9V, Uhr: Eröffnung der Maschinenausstellung, Jmkerausstellung und Geflügelschau durch den Vorsitzenden der Bezirksbauernschaft und Präsidenten des Reichslandbundes, Herrn Reichstagabgeordneten Hepp, Seelbach. Dormütags 10 Uhr: Vertreter-Versammlung der Bezirksbauernschaft im großen Festzelt. Vormittags 10 Uhr: Tagung des Imkerverbandes im Hotel Ritter. Rachmittags 4 Uhr: Volkstänze und Trachtengruppen auf dem Festplatz. Montag, den 19. Juli, vormittags 8 Uhr: Besichtigung der Stadt und Umgebung. Vormittags 10 Uhr: Tagung des Geflügelzuchtvereins im Hotel Ritter. Rachmittags 1 Uhr: Großer Festzug, bestehend aus Trachtengruppen, historischen und landwirtschaftlichen Wagen. Rachmittags 21/, Uhr: Massenversammlung auf dem Festplah. Vorführung von landwirtschaftlichen Maschinen im Betrieb. Dienstag, den 20. Juli, vormittags 8 Uhr: Eröffnung der Diehausstellung des Pserdezuchtverbandes, des Westerwälder und Vogelsberger Züchtervereins und des Ziegenzuchtverbandes. Paris. ■ Präsident' Lt les Sul S-n-rals f r Alk kam ' ßinige Gruber Avenue o sjeninenge ve te Rivera, fr Präsident D: mit Schm' ieudem I' len diese M- Heben dem lieh das ver stolz veracht kennen, dah von den o halten vurd baftungei Segend des '■ zielte und ei wogen die 6er Republik Desriedigung Truppen aus. seinerseits ebe Feier feine 2 Pvlizeikräste nischen DM derhvlung di> Franki De Der Präs veranstaltete von Mar! auch Genera nisterpräfiden die Marsche und eine Seil /Her Persönlich manifäen Mo Tunis und Sy um der Sinke ieiinahlnen. 2n betonte PrM Lussus in sein lernen, nicht hundertalten: zu verlassen, Frankreich, ui Sultan und s Macht bekund sich auch n gewall L, wisse der Sui eine Mach, d des Forlschö Marokko die Entwiälung z jedem Tersu, reiches zu t> ganz besonder und Srafiitior ™ ^er Mischen und die eine bedrohenden ( uung und Fr iege Deck ix,] ke-t für ; Marokkos ^Frankreichs l'che und s'm arbeitete M i®^t] und u °echen Lände. Wen und s 9l*emitni da; Bt ®iitt j Zu recht zahlreichem Besuch der Veranstaltungen erlaubt sich ergebenst einzuladen kreisvMruWst IlMels e.v. Der M«fW. Für paffende Zug- u. Rutoverbindungen nach allen Richtungen ist hinreichend gesorgt. DtaWenalierSd liefert tu jeber geroä*fdjtefl Snsftaittmg preiswert di, DrÄhvsche Untoefltüted Druckerei. SL Lono«. v- Sou* • err N? Aende MtiAdie denk-! dein q. •‘»lieÄ und ^ltZs De '^ani Damenhemdenblusen 3epfdb,e,2