Nr. 136 Erster Blatt 176. Jahrgang Montag, 14. Juni 1926 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnltk und Verlag: vrühl'sche Univerfitäls-Vllch- und Zteindruckerei R. Lange in Giehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klomeanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polittk Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An« zeigenteil Hans Füstel, jämtlich in Gießen. Erfcheinttäglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Mauatr-Vezvgspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern mfolge höherer Gewalt. Fern sprech ans chlüsse: Schriftteitung 112, Der« lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main liess. Gin Aufruf gegen den Volksentscheid. Berlin, 11. Juni. (TU.) Uns wird folgender Aufruf übermittelt: An das deutsche Volk'. Ernste Sorge um Deutschlands Zukunft treibt uns, dem deutschen Volke in letzter Stunde zu sagen, daß dieser frivole Volksentscheid eine schwere Krise heraufbeschwören muß, wenn der sozialistisch-kommunistische Anschlag gegen das Privateigentum zum Ziele führen sollte. Die gewissenlose Agitation der Linksradlkalen hat sich an ein falsch verstandenes soziales Empfinden und an die Begehrlichkeit gewandt und damit das eigentliche politische Ziel dieses revolutionären Kampfes zu verschleiern gesucht. In Wahrheit geht es nicht um die Vermögen her Fürsten, sondern um den Grundsatz des Privateigentums und damit um die Grundlagen unserer tausendjährigen Kultur. Werden sie erschüttert, dann steht Deutschland in einem politischen Kampf, in dem die Gegensätze mit aller Wucht aufeinander, prallen müssen, in dem unsere schwer ringende Wirtschaft aufs neue gefährdet und das deutsche Volk in innerer Zerrissenheit ohnmächtiger wird denn je. In unserem Daseinskampf tut Einheit not. Wer heute die Massenleidenschaftcn gegen die Grundlagen des staatlichen Zusammenlebens aufhetzt, der begeht ein Verbrechen an der deutschen Zukunft. Das deutsche Volk darf nicht zulassen, daß ein Ausnahmegesetz die verfassungsmäßigen Rechte deutscher Staatsbürger beseitigt. Es ist vaterländische Pflicht, alle diejenigen zur Besinnung zu mahnen, denen eine ruhige Fortentwicklung Deutschlands am Herzen liegt. Je geringer die Beteiligung am Volksentscheid, je geschlossener die Abwehrsront gegen die kommunistischen Enteignungsversuche ist, desto eher wird das deutsche Volk aus seiner inneren Krills wieder zu ruhiger Entwicklung und zum wirtschaftlichen Wiederaufbau kommen. Deshalb bleibe jeder am 20. Juni der Abstimmung fern! Bachmann, Landwirt, M. d. R.; Chefredakteur Baecker, Berlin; Prof. Hermann Bauer, München; Hans Beckly, Verbandsvorsteher; Dr. Becker- Hessen, Reichsminister a. D., M. d. R.; Dr. h. c. Marg. Bebm, M. d. R.; Behrens, Vorsitzender des Zentraloerbandes der Landarbeiter, M. d. R.; von Berenberg-Goßler, Hamburg; Beythien, Verbands- direktor, M. d. R.; Prof. Dr. August Bier; Geheimrat Dr. Wilhelm v. Bode; Dr. Voelitz, Staats- Minister a. D., M. d. L.; Budjuhn, Handwerkskammersyndikus, M. d. R.; Drewitz, Bäckermeister, M. d. R.; Geh. Justizrat Dr. Otto Fischer, ord. Pro- fesior der Rechte an der Universität Breslau; Graf Franz von Galen, Burg Dinklage in Oldenburg; Pros. Dr. Gerland, Jena; Graf v.o. Goltz, Vorsitzender der V. V. V.; Grosse, Geh. und Oberregierungs- rat; Oberpräsidialrat a. D. v. Hassell, Königsberg; Hovemann, Malermeister, M. d. R.; Heineken, Dr.- Ing. h. c., Präsident des Norddeutschen Lloyd; Heintze, Reichsjustizminister a. D., M. d. R.; Hepp, Präsident des Reichslandbundes, M. d. R.; Prof. W. His, Geh. Medizinalrat; Paul Oskar Höcker; Stadtrat Humor, München, 1. Vars, des Zentralverbandes deutscher Haus- und Grundbesitzeroereine; v. Hutier, 1. Vors. des D. O. B.; Oberbürgermeister Jarres, Duisburg; Dr. Jörissen, Köln, M.d. R.; Graf Kalck- reuth, Präsident des Reichslandbundes; Keinath, Zentraloerband des Großhandels, M. d. R. ; Kemp» kes, Staatssekretär z. D., M. d. R.; Prof. K. Klinisch; Freiherr v. Korckerinck Borg; Dr. h. c. Koch, Düsseldorf, M. d. R.; Lic. Graf Korff, Esten; Ladendorff, 1. Dors, des preußischen Landesverbandes der Haus- u. Grundbesitzeroereine, M. d. L.; Lambach, M. d. R.; Frechere von Landsberg; von Lettow-Dorbeck, Generalmajor a. D.; Dr. Adolf Lobe, Senatspräsident, Leipzig; Freiherr Clemens v. Loe, Burg Bergershausen; Loenartz, M. d. L.; Freiherr von Lüninck, Bors, der Rheinischen Landwirtschaftskammer Bonn; v. Mackensen, Generalfeldmarschall; Mahraun, Hoch- meister des Jungdeutschen Ordens; Dr. Elsa Matz, M d. R.; Graf Merveldt, M. d. R.; Fabrikbesitzer Otto Moras, Zittau; Paula Müller-Otfried, Vorsitzende des deutsch-vangelischen Frauenbundes Hannover; Dr. Paul Oestreich, Chefredakteur; v. Popen, M. d. L.; Geheimrat Dr. Pomtecki, z. Zt. Rektor der Universität Berlin; Rudolf Presber: Beda Prilipp, Vorsitzender des Ringes nationaler Frauen; v. Ramin, M. d. R.; Geh. Justizrat Prof. Dr. Riester, M. d. R.; Heinrich Rippler, Chefredakteur; Geheimrat Prof. Dr. R. Seeberg; Seiffert, Landes- erziehungsrat a. D., M. d. R.; Seitz, Gouverneur o. D.; Seldte, Bundesführer des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten Magdeburgs; Dr. Karl Friedrich v. Siemens; Dr. Fritz Skowronek; Pros. Dr. jur. Smend; Direktor Dr.-Jng. Sorge; Prof. Martin Spahn, M. d. R.; Oswald Spengler, München; Hermann Sudermann; Admiral Scheer; Dr. Max v. Schinkel, Hamburg; Schmidt, Stettin, Eisenbahn» oberinspektor, d. M.R.; Wich. Schmidt, Vorsitzender des ReichsbuiDes vaterländischer Arbeitervereine; Gouverneur a. D. Schnee, M. d. R.; v. Schoch, Generalleutnant, Münckvrn; Scholz, Reichsminister a. D., M. d. R.; Admiral v. Schröder; v. Stauß, Bank- direktor; Prof. Dr. Stier-Somlo, Rektor der Universität Köln; Geheimrat Dr. Paul Vogel, Dresden; Wallraf, Staatsminister a. D., M. d. R.; Paul Warncke; Dr. Weilböck, M. d. Rc: Graf Westarp, M. d. R.; Dr. Winckler, M. d. L.; Winnefeld, Bergmann, M.d. R.; Johannes Wolf, Vorsitzender des Reichslandarbeiterbundes; Pfarrer Wolff-Markowitz, M d. R.; Universitätsprof. Dr. Zischs, Breslau. Gegen die Zürstenenteignung. Kundgebung der katholischen Edelleute Tüdweftdeutschlands. Die ordentliche Versammlung des Vereins katholischer Edelleute Südwestbeutfchlands hat einstimmig folgende Entschließung gefaßt: Vor dem Beginn der Marokko-Konferenz. Die diplomatischen Verhandlungen über Marokko beginnen allmählich eine konkretere Form anzunehmen. Ihre Hauptschwierigkeit besteht darin, daß sich in di« Auseinandersetzungen zwischen Frankeich und Spanien über di« Liquidierung des Maroklokrieges auch Italien einzuschalten versucht oder schon eingeschaltet hat, indem die italienische Regierung nicht allein in Paris und in Madrid Schritte unternommen hat, sondern darüber hinaus durch ihre Presse den Gedanken einer internationalen Marokko-Konferenz propagieren läßt. Frankreich ist natürlich gegen eine solche Konferenz, wie schon aus den Auslassungen der französischen Presse hervorging. In der Kammeraussprache über Marokko hat Driand auch offiziell mitgeteilt, daß eine solche internationale Konferenz überflüssig sei, die Auseinandersetzungen über die beiderseitigen Aktionsgebiete fänden mit Spanien statt, während mit Italien Verhandlungen über gewisse Punkte schwebten, über die sich der Ministerpräsident aber nicht näher äußerte. Er wies nur darauf hin, daß sie in freundschaftlichem Geiste geführt werden. Wie weit sich die Auseinandersetzungen in dieser Weise fortführen lassen, läßt sich kaum jetzt schon übersehen, da ja die juristische Seite des ganzen Marokko-Problems derart verwickelt ist, daß die Auseinandersetzungen kaum nur auf diese drei Staaten beschränkt bleiben werden. Vor allen Dingen wird ja die Langerfrage eine besondere Rolle spielen. Im Tangerstatut von 1923 wurde ein internationales Regime für Tanger eingerichtet. Spanien, das damals, von England im Stich gelassen, nachgeben muhte, hat niemals auf den Besitz der für das Land so wichttgen Stadt verzichtet. Es sucht auch jetzt dadurch, daß es einen Zollkordon um die Stadt errichtet, einen gewissen Druck auf die Mächte auszuübrn. Don besonderer Bedeutung in dieser Beziehung ist die Sondierung Italiens in Madrid, da es das Tangerstatut nicht unterzeichnet und Wohl auf diese Weise versucht hat, sich in die Auseinandersetzungen zu schalten. Unb darüber werden Wohl auch die Verhandlungen mit Italien gepflogen, auf die Briand in der Kammer angespielt hat. Das Vorspiel ist also noch nicht abgeschlossen. Der Erfolg dieser Unterhandlungen wird erst in Erscheinung treten, wenn in der nächsten Woche in Paris die französisch-spanischen Verhandlungen beginnen- Denn gerade die Tangerfrage wird ein Prüfstein für die französisch-spanisch« Freundschaft werden, das geht schon aus den Lleuherungen' der spanischen Presse hervor, aus denen ein gewisses Mißtrauen gegenüber Paris herausklingt, weil man befurchtet, die spanischen Ansprüche könnten nicht voll befriedigt werden Denn man ist sich darüber klar, daß nur die schwere gemeinsame Kriegsgefahr die Freundschaft bisher zwi- schenfallos aufrecht echalten hat. Wenn auch die Abgrenzung der Jnteressenzonen nicht erhebliche Schwierigkeiten bieten wird, so bleibt eben die Tangerfrage der Punkt, der ein Konfliktsherd bleiben wird. Dabei wird später auch noch die Frage staick ins Gewicht fallen, ob die Spanier nach Zurückziehung der ftanzösischen Truppen allein imstande sein werden, die Rrche der Rord- grenze des französischen Gebietes zu garantieren, wie sie Frankreich braucht. Die bisherigen Erfahrungen haben eigentlich das ©egcnteil erwiesen. So können auch auf diese Weise neue Kcur- f litte heraufbeschworen werden, die auf die Dauer eine ftanzösisch-spanische Freundschaft nicht zu garantieren scheinen. Es ist also anzunehmen, daß sich die Franzosen bei den kommenden Verhandlungen Garantien zu verschaffen versuchen werden, und das um so mehr, als die längere Unterhaltung französischer Truppen in der Rähe der Küste von England ein unerträglicher Zu- stand sein würde. Die französisch-spanischen Verhandlungen. Paris. 12. Juni. (TU.) Die Vorbereitungen für die französisch-spanische Marokko-Konferenz, die am Montag in Paris zusammentritt, haben begonnen. Briand hatte gestern Besprechungen mit General Simon und Marschall L i a u t h e h. Der spanische Botschafter Quinones de Leon und General 3 o r- dana werden heute abend in Paris erwartet. General Iordana erklärte vor seiner Abreise in Madrid, daß Spanien und Frankreich in gleicher Weise gewillt seien, die Pariser Konferenz einen günstigen Verlauf nehmen zu lassen. Es werde über nichts verhandelt, was außerhalb des direkten französisch-spanischen Interessengebietes liege und nicht durch die Algeciras- Akte sestgelegt sei. Das „3 o u r n a l" glaubt, die Einigung werde leicht hcrzustellen sein. Die Spanier scheinen entschlossen zu fein, von ihrer Zone effek- ttven Besitz zu ergreifen. Die Berichtigung der Grenze von 1 9 2 5 mache keine Schwierigkeiten. Lieber das Schicksal Abd ei Krims sei noch keine Entscheidung getroffen. Wegen der „Grausamkeiten" aber, die er begangen habe, werde seine Behandlung weniger günstig sein, als man zuerst angenommen habe. spanische Mtterftimmen. Madrid, 12. 3uni. (WTD.) Die Blätter erklärten übereinstimmend, die übermorgen in Paris zusammentretende französisch-spanische Marokkokonferenz werde sich nicht mit dem internationalen Marokko st atut befassen, das von beiden Rationen vollkommen aufrechterhalten werde. Es handele sich nur darum, zu einer Verständigung über einige Punktezu gelangen, die mit der politischen und militärischen Aktion inMarokko zusammen- hängen. Keine anderen Mächte außer Frankreich und Spanien interessieren diese Punkte. „Racion" führt aus: Die in Paris zu treffenden Liebereinkommen sollen der Befestigung des Friedens und dem Aufbau des Verwaltungsapparates dienen, damit nicht nur die Erfüllung der Aufgaben durch die beiden Armeen in jeder Hinsicht Früchte trägt, sondern auch die Befriedung dergestalt durchgeführt wird, daß jeder neue Oluf - standsversuch unmög lich gemacht wird. Diese Konferenz ist das natürliche Ergebnis der französisch-spanisch en Zusammenarbeit bis zur Llnterwerfung der Stämme. Die Zeitungen unterstreichen und billigen die in London abgegebenen offiziösen Erklärungen, wonach keine internationale Marokkokonferenz einberufen wird. Um Abd ei Krims Zukunft. Paris, 14.Juni. (WTB. Funkspruch.) „Petit Parisien" will wissen, die heute in Paris beginnende französisch.spanische Marokko konfe» r e n z wrde beschließen, daß Abd e l Krim, seine Verwandten und seine nähere Umgebung, im ganzen etwa 40 Personen, nach einer französischen Kolonie, wahrscheninlich nach Madagaskar depor« t i e r t werden soll. Spanischerseits würde man zwar gern sehen, wenn Abd el Krim den spanischen Behörden als Kriegsverbrecher ausgeliefert werden würde, aber da er sich den Franzosen freiwillig ergeben habe, könnten diese ihn nicht ausliefern. Die in der Gefangenschaft u m - gekommenen spanischen Offiziere, deren Tod die Spanier Abd el Krim zum Vorwurf machen, seien übrigens an Typhus gestorben. Feindseligkeiten unter den Nif- stämmen. Paris, 12. Juni. (WB.) Nach Zeitungsnachrichten aus Tetuan hat der Stamm der Achmed als Repressalien für die bei dem Rückzug der spanischen Truppen aus Scheschauen von den Rif- leuten begangenen Massakers sämtliche von Abd el Krim ernannten Kaids ent« hauptet und die Köpfe aus den Märkten herum- tragen lassen. Die Führer dieses Stammes hätten Befehl gegeben, mitleidlos alle nicht den Djebala und den Achmed angehörenden Gomarastämme zu töten. Dieser Befehl sei bereits an einem von Abd el Krim ernannten Vertrauensmann vollzogen worden. Die Mitgliederversammlung des Vereins katholischer Edelleute Südwestdeutschlands erkennt sowohl in dem Gesetzentwurf des Volksbegehrens wie in wesentlichen Bestimmungen des sog. Kom- vromihentwurfes einen schweren Verstoß gegen das 7. und 10. Gebot Gottes, gegen die Grundlagen staatlicher Rechtsordnung und gegen die Eigenstaatlichkeit der Einzelläiwer. Getreu der Heberlieferung des katholischen Adels, ohne Rücksicht auf Gunst von oben oder Stimmung vyn unten, das Recht zu schützen und das Unrecht zu bekämpfen, erheben die Unterzeichneten mit allem Aach druck Einspruch gegen die geplante Vergewaltigung desRechtes. Der Vorstand des Vereins katholischer et- leute Südwestdeutschlands: gez.: Anton-Emst Graf und Herr von Aeipperg, 1. Vorsitzender. — Hugo Freiherr von L i n d e n, Ehrenvorsitzender. — Dr. Albrecht Freiherr von Stohingen, 1. Stellvertreter. — Gustav Freiherr von Gemmingen-Horn- b e r g, 2. Stellvertreter. — Otijmar Graf von und zu B o d m a n, Schatzmeister. — Viola Gräfin von Degenfeld-Schomburg, Schriftführerin. — Elisabeth Gräfin von Bissingen- A r e t i n. — Dr. Friedrich Graf von Ober n- dorff. Schachts Austritt aus der Demokratischen Partei. Hamburg, 12. Juni. (TU.) Das „Hamburger Fremdenblatt" meldet in feiner heutigen Abendausgabe, daß der Reichsbankpräsident Dr. Schacht aus der Demokratischen Partei ausgetreten ist Man wird wohl in der Annahme nicht fehl gehen, so schreibt das Blatt, daß der Reichsbankpräsident durch die letzten politischen Entscheidungen der Demokratischen Partei zu diesem Schritt veranlaßt worden war. — Die Richtigkeit dieser Meldung wird auf telephonischen Anruf vom Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht bestätigt. Hierzu wird aus Berlin gemeldet: Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat in einem Schreiben an den Hauptvorstand der deutsch- demokratischen Partei seinen Austritt erklärt mit der Begründung, ec habe in Sachen des Volksentscheides zwecks entschädigungsloser Enteignung der Fürsten eine positiv ablehnende Stellungnahme der Partei erwartet. Dr. Schacht, der sich in keiner anderen Frage in einem Konflikt mit der Partei befunden hat oder besindet, teilt gleichzeittg mit, daß seine grundsätzliche politische Anschauung unoerändert bliebe. Die Zrage der Friedensrüstung. Ein französisch-englisches.Komprotnih. Genf, 14. 3uni. (TU.) Die militärische Unterkommission der vorbereitenden Ab- rüstungskonferenz hat geftcm nach beinahe dreiwöchiger Arbeit die Beratung über den ersten Punkt des Fragebogens abgeschlossen. Bekanntlich betrifft dieser Punkt die theoretische Definition dessen, was man unter Friedens rüst ungen zu verstehen bat. Es ist nunmehr «in Kompromiß zwischen der englischen und französischen Auffassung zustande gekommen. Von französischer Seite war aus tmktischen Gründen in den Verhandlungen der le/jlen 14 Tage versucht worden, den Begriff der Friedenörüstungen möglichst streng zu gestalten und hierbei keine Trennung zwischen Der Behandlung der Luft-, See- und Landstreitkräfte zuzulassen, während nach der englische niundamerika- nifchen Auffassung die Seewaffe besonders behandelt werden sollte. Der englisch-amerikanische Standpunkt hat sich im großen nicht durchsetzen können. Es ist beschlossen worden, unter allgemeiner Friedensrüstung folgendes zu verstehen: 1. die in Friedsnszelten im Dien ff stehen - den Kräfte und Mittel (d. h. die ständig organisierten bewaffneten Mititär. Mächte, das Kriegsmaterial und Betriebe, deren sich die Militärmächte bedienen); 2. die für den Krieg arbeitenden Kräfte und Mittel (Reserven an ausgebildetem Personal, das in Magazinen befindliche Material und alle Reserven jeder Art, die für den Krieg von Bedeutung sind); 3- Kräfte und Mittel, die für den Krieg verwendbar sind und während der Feindseligkeiten organisiert werden aus Grund der Hilfskräfte, über die das Land verfügt. Diese militärischen Kräfte gehören an sich aber nicht zu den eigentllchen Rüstungen. 3n hiesigen politischen Kreisen herrscht allgemein die Ansicht, daß in den Beratungen der nächsten Punkte des Fragebogens sich weitere schwer überbrückbare Gegensätze zwischen der englischen und französischen Auffassung ergeben werden. Man erwartet besonders Schwierigkeiten bei der Beratung über Punkt 5, der die Eingliederung der strategischen Bahnen in den Rüstungsbegr ff betrifft. 3m allgemeinen ist man im französischen Lager mit dem Gang der Verhandlungen in der Abrüstungsfrage wenig zufrieden. Die schroff ablehnende Haltung Chamberlains während seines hiesigen Aufenthalts bei der Debatte über den Kompromißvorschlag Lord Robert Cecils und Paul Boncours im Rat hat bei den Franzosen sehr versttmmt. E n g- land weigert sich nach wie vor grundsätzlich, irgend welche konkreten militärischenVer- pflichtungen für den Fall eines Angriffs auf 'einen anderen Staat abzugeben. Paul Bon« cour hat auf diese intransigente englische Haltung während der Verhandlungen deutlich hinge« wiesen und nur auf hie sehr eindeutige Haltung Englands hin der Vertagung des Cecil-Boncourschen Vorschlags zugestimmt. Amerika und der Genfer Schritt Brasiliens. Paris, 14.3uni. (SU.) Wie der Vertreter der Drittsh United Preß aus Rio de Janeiro meldet, hat der amerikanische Botschafter den brasilianischen Außenminister aufgesucht und der brasilianischen Regierung den Glückwunsch Washingtons zu der Haltung Brasiliens in Genf abgestattet. Die Nachricht ist zwar vom amerikanischen Botschafter nicht bestätigt worden, indessen lassen hen, daß sie zutrisft. Auch die Vertreter der verschiedene offiziöse Aeußerungen darauf schlie- südamerikanischen Republiken haben dem brasilianischen Präsidenten ihren Glückwunsch ausdrücken lassen. Spaniens Verzicht. Berlin, 12.Juni. (TU.) Die „B.Z." meldet aus Madrid: Das spanische Außenmini st e» rium erklärte, daß Spanien im September die Kandidatur für einen nicht st ändigen Natssitz keinesfalls präsentieren wird, da für einen wählbaren Ra tssitz kein Interesse mehr vorhanden sei, und der Augenblick kommt, daß der Völkerbund Spaniens Anspruch auf einen permanenten Sitz annehmen müsse oder nicht. Die englisch-russische Verstimmung. London, 12. Juni. (TU.) Dem biplomati» scheu Korrespondenten des „Daily Telegraph" zufolge handelt es sich bei der gestern an S o - wjetrußland gerichteten Note lediglich um eine Präliminarnote, in der deutlich zum Ausdruck gebracht fei, daß, falls diese Warnung nicht genüge, ein Bruch der diplomatischen Beziehungen erwartet werden könne. Die Londoner Handelskammer nahm gestern eine Entschließung an, in der darauf ' hingewiesen wird, daß die Londoner Handelskam- mer ständig auf die Notwendigkeit der Anerken- nung der russischen Schulden an England aufmerk- [am gemacht habe, falls befriedigende Han« delsbeziehungen zwischen England und Sowjetrußland wieder hergestellt werden sollen. Die Handelskammer stellt weiter fest, daß die Sowjetregierung noch immer kein Angebot zur Schuldenregelung gemacht habe, obwohl das englisch-russische Handelsabkommen bereits fünf Jahre lang in Kraft ist. Die Handelskammer ist der Auffassung, daß die englische Regierung nunmehr auf sofortiger Regelung der Schulden- froge bestehen und das Handelsabkommen mit Rußland kündigen müßte, falls die Sowjetregierung dieAnerkennungderenglifchenFordc- r u n g e n an Rußland weiter nerzögern sollte. Um die russischen StreikgeZder. London, 12. Juni. (Sil.) Einer Reuter- Meldung aus Moskau zufolge ist gestern ein fünfter Betrag in Höhe von 300 000 Rubel (ungefähr 30 000 Dollar) von dem Zentralgewerkschaftsrat der Vereinigten Sowjetrepubliken für die Unterstützung der britischen Bergarbeiter nach London gesandt worden, womit die Gesamtsumme der bisher gesandten ilnterstützungsbeiträge auf 362 000 Pfund steigt. Der russische Geschäftsträger in London gab vor der Presse folgende Erklärung ab: Der Innenminister beschuldigt im Unter- haus die Sowjetregierung Geld an Großbritannien zur Unterstützung des/ Generalstreikes geschickt zu haben. Ich wiederhole mein früheres Dementi in dieser Angelegenheit und erkläre kategorisch, daß kein Geld zu irgend einem britischen Streitfall zu irgend einer Zeit von der Sowjetregierung gesandt worden ist. Eine Rede Baldwins. London, 14. Iuni. (SU.) In Chippecham hielt Baldwin am Samstag vor mehr als 25 000 Zuhörern eine i n n e r p o l i t i s ch e Rede, in der er u. a. sagte, wie in der Vergangenheit die Last der Rüstungen das soziale und wirtschaftliche Leben Europas beeinträchtigt habe, so hätten die industriellen Konflikte der letzten Jahre den Lebensstandard der Arbeiter mehr als alles andere herabgemindert. In keinem Lande der ganzen Welt liehe sich ein Generalstreik vom politischen Gesichtspunkt betrachtet weniger rechtfertigen als in England. Rirgends anders sei weniger Grund vorhanden, sich einer Streikdiktatur zu beugen. Die britische Arbeiterbewegung müsse von allen unreinen Einflüssen befreit werden. Was ihn, Baldwin, bei einer so großen Bewegung, der er in mancher Beziehung sympathisch gegenüberstehe, beunruhige, wäre die Tatsache, daß sie den Kontignent nachzuahmen versuche. DrohungLN gegen Lie Negierung. London, 14. Juni. (SU.) Ramsey Mac -- donald hielt am Samstag eine Rede, in der er erklärte, daß die Männer aller Parteien auf die gegenwärtige Lage mit größter Besorgnis blickten, und daß die größte Verantwortung auf der Regierung liege. Gr bedauerte, daß die Regierung sowohl den Bergbau als die Landwirtschaft vernachlässigt habe. Alle Kohlengruben, ob rentabel oder unrentabel, mühten zu einer Masse vereinigt werden, um eine Rentabilität/ zu erreichen. Der Sekretär der Bergarbeitergewerkschaft Took erllärte am Samstag in einer Rede in Hahle, daß, falls die Regierung legislative Maßnahmen ergreifen würde, um eine längere Arbeitszeit zu erzwingen, die Re- volutionnicht mehr zu vermeiden sein werde. Die AutottgMebeftrebungeu in Elsaß-Lsthüngen. P aris, 14. Juni. (WSD. Funkspruch.) Dem „Journal" wird aus Straßburg gemeldet, der Justizminister habe für Dienstag den General- Kommissar für elsaß-lothringische Angelegenheiten in Straßburg, die Bischöfe von Straßburg und Metz und den Vorsitzenden des evangelischen Konsiswriums zu einer Besprechung nach Paris berufen, um über Maßnahmen gegen die katholischen und evangelischen Geistlichen zu beraten, die eine Kundgebung des Elsaß-Lothringischen Heimatbundes unterzeichnet haben. Die französische Presse gibt zu den Maßnahmen gegen den Elsaß-Lothringischen Heimatbund fast ausschließlich die Stimmen derjenigen elsaß-lothringischen Blätter wieder, die in französischer Sprache erscheinen und die den MahnahmenderRegierung , im allgemeinen zustimmend gegenüberstehen. Es werden Telegramme von zwei Gruppen elsaß- lothringischer Kriegsteilnehmervereinigungen erwähnt, in denen der Wunsch ausgedrückt wird, daß die Verfolgung des Heimatbundes fortgesetzt werde. Sehr beachtet werden auch Aeußerungen der reichsdeutschen Presse, aus denen vielfach der Schluß gezogen wird, daß in Deutschland über die Lage in Elsaß- Lothringen große Freude herrsche, vor allem wegen der Schwierigkeiten, die Deutschland für Frankreich voraussehe. Die demokratische und die sozial-republikanische Partei Elsaß-Lothrin- aens hat einen Aufruf erlassen, in dem die Propaganda des Heimatbundes getadelt wird und in dem das Vertrauen ausgedruckt wird, daß Frankreich die elsaß-lothringische K r i t e lösen werde. Hindenburg-Besuch in Neustrelitz. N e u st r e l i tz, 12. Juni. (TU.) Reichspräsident v. Hindenburg traf pünkllich 10.02 Uhr mit dem fahrplanmäßigen V-Zug von Berlin in Neustrelitz ein und wurde auf dem Bahnsteig von Staatsminister Dr. H u st a e d t in Gegenwart der Vertreter der Reichs- und Landesbehörden herzlich begrüßt. Die Tochter des Staatsministers Schwabe überreichte dem Reichspräsidenten einen Blumenstrauß. In mehreren Automobilen begaben sich dann der Reichspräsident und in seiner Begleitung Ministerialrat Dr. D o e h l e , Staatsminister a. D. Boden, Major v. Hindenburg und Staatsminister Dr. H u st a e d t zunächst zum Rathaus, wo Bürgermeister Dr. H e i p e tz den Reichspräsidenten namens der Landeshauptstadt willkommen hieß. Die Fahrt ging dann zum Schloß. Aus dem Schloß- Hof hatten 135 Veteranen von 1866 und 1870/71 Aufstellung genommen. Der Reickspräsident begrüßte jeden der alten Kriegsteilnehmer persönlich durch Handschlag und richtete kurze Fragen an jeden. Im Anschluß daran nahm er die Meldung der in Mecklenburg-Strelitz ansässigen Generale der alten Armee entgegen. Im Garlenzimmer des Schlosses begrüßte dann Staatsminister Schwabe den Reichspräsidenten und stellte ihm die Spitzen der Behörden vor. In grünen Saale des Schlosses erfolgte dann weiter die Vorstellung der führenden Persönlichkeiten des wirtschaftlichen und geistigen Lebens des Landes. Um 12 Uhr nahm das Frühstück zu Ehren Hindenburgs seinen Anfang, bei dem Staatsminister Dr. Hustaedt den Reichspräsidenten mit einer Ansprache begrüßte, in der er zum Schluß sagte: „Als echte Deutsche erfüllt uns Ihre Gegenwart, Herr Reichspräsident, mit stolzer Freude. Ihre Ruhmestaten in der Zeit des Weltkriegs werden stets unvergessen bleiben. Ganz besonders haben wir Ihnen aber dafür zu danken, daß Sie in den heutigen schweren Tagen dem Vaterland die gleiche alte Treue gehalten und die schwere Bürde Ihres jetzigen Amtes auf sich genommen haben." Dr. 51 u - taedt schloß mit einem Treuegelöbnis für den Reichspräsidenten und das Vaterland und brachte ein begeistert aufgenommenes Hoch auf Hindenburg aus. Reichspräsident von Hindenburg führte in seiner Erwiderungsansprache il a. aus: „Es ist mir eine Freude. Herr Staatsminister, heute meine Zusage vom vorigen Jahre einlösen und Ihnen und Ihrem schönen Lande mit seinen prächtigen Wäldern und herrlichen Seen meinen Besuch abstatten zu können. Mit Recht haben Sie, Herr Minister, darauf hingewiesen, daß die Mecklenburger unter harten Lebensbedingungen ich daran gewöhnt haben, in schweren Zeiten getrost auszuharren. Reben der Erinnerung an die unvergleichliche Königin Luise zeigen uns die klangvollen Ramen, die Sie genannt haben, was Deutschland Ihrem, wenn auch kleinen Lande verdankt. Auch an Mecklenburg- Strelitz sind ja die Röte der letzten Jahre nicht purlos vorübergegangen und ich weiß wohl, daß besonders seine Landwirtschaft mit ernsten Schwierigkeiten kämpft. Sie dürfen versichert sein. Herr Staatsminister, daß die Reichsregierung wie bisher, auch weiter das in ihren Kräften stehende tun wird, um helfend einzugreifen und eine Erleichterung der Verhältnisse für die Landwirtschaft herbeizuführen. Was ich selbst dazu beitragen kann, geschieht. Wir wollen im übrigen hoffen, daß die allgemeine Erholung der deutschen Wirtschaft auch den Landwirten bessere Zeiten bringt. Dazu gehört aber, daß wir, ein jeder an seinem Platze und in seinem Berufe, einträchtig zusammenarbeiten für das Wohl und die bessere Zukunft unseres Landes. Daß auch Sie und ihr Land mit seinen reichen Kraftquellen hierzu bereit find, entnehme ich mit großer Befriedigung Ihren Worten. Um so herzlicher sind meine Wünsche für das Blühen und Gedeihen von Mecklenburg-Strelitz, denen ich besonderen Ausdruck gebe, indem ich Sie alle, meine Herren, bitte, mit mir einzustimmen in den Ruf: Mecklenburg-Strelitz und unser deutsches Vaterland Hurra!" Die Anwesenden sttmmten nach der Rede des Reichspräsidenten, die mit jubelndem Beifall ausgenommen wurde, das Deutschlandlied an. Kunst und Wissenschaft. Römisch - Germanisches Zentral - Museum in Mainz. Dem Jahresbericht für die Zett vom 1. April 1925 bis 1. April 1926 ist u. a. folgendes zu entnehmen: Der Wi-ederaufbau der Anstalt, dte namentlich in der Rachkriegszeit schwere Schäden erlitten hatte, konnte auch in diesem Jahre rüstig weitergeführt werden, wenn auch die Re- organisation der Werkstätten noch nicht vollendet ist. Allerdings sind noch viele Säle, namentlich der große Hallstattsaal, so vollgepfropft, daß sowohl die wissenschaftliche Uebersich-t wie der ästhetische Genuß darunter leidet. Ramentlich für die neue in gerichtete siedelungs- und kulturgeschichtliche Abteilung, die allgemeines Interesse findet, gebricht es an jeder weiteren Ausdehnungsmöglichkeit, so daß ihr umfassenderer Ausbau eingestellt werden muhte. Auch die Vermehrung an Rachbildungen und Originalen hat sich wieder etwas gehoben. Reuerwerbungen: Aus der älteren Steinzeit einige Chalcedon- Werkzeuge von der Station Lämmerspiel bei Offenbach, aus der jüngeren Steinzett Tulpen- becher des Michelsberger Typus von Flörsheim a.M., ein schnurkeramischer Becher von Rüsselsheim a. M, zwei kleine reichverzierte Gefäße des Hinkelsteintypus aus Planig a. d. Rahe. Aus der Bronzezeit: Grabfunde der frühen Bronzezeit Bayerns, eine reich verzierte Goldscheibe aus der Gegend von Aurich. Aus der spätesten Bronzezeit (bzw. frühen Hallstattzett) eine Wohngrube vom Martinsberg bei Kreuznach mit Dronzefibeln, Radeln und Son- gefähe und eine Dronze-Guhform für ein Dronzebeil. Aus der Hallstattzett: Aus dem Salzbergwerk von Hallstatt eine kleine Wohn- hütte derselben Stufe, zwei Dronzearrnringe von Albsheim, eine Kanne mit Doppelhenkel von Beilngries in der Oberpfalz, Bronzefibel mit Fußzier von Dingen und eine Tasse von Finthen. Aus der Frühlatenezeit: Bronzen von dem Gräberfeld bei Saalfeld, vom Grabfeld bei Biebelnheim in Rheinhessen, ein Frauengrab und ein Männergrab, ein Hügelgrab bei Mambächel (Rest-Kreis St. Wendel), Scherben einer Urne mit typischem Früh-Latenemufter, Schüssel aus Großbothen (bei Grimma in Sachsen). Spät- latenezeit: Töpfchen von Hochstetten. Aus Rheinhessen Gräber von Alzey und Rieder-Ingelheim und ein Eisenschwert in Bronzescheide von Weinheim bei Alzey. Aus der Provinz Starkenburg: ein Kriegergrab von Wallerstädten und ein Grab mit reicher Keramik von Groß-Gerau Thomas Mann über seine künftigen Werke. Thomas Mann hat in einem Gespräch mit Oskar Maurus Fontana interessante Mitteilungen über die neuen Werke gemacht, an denen er gegenwärtig arbeitet. Außer einem „Pariser Tagebuch", in dem er einen Rechenschaftsbericht über seine Pariser Eindrücke geben will, beschäftigt er sich mit einer Reihe historischer Rovellen. „Die erste Rovelle," sagte er, „begibt sich 1400 v. Ehr. in der kanaanitisch-ägyp- lischen Kultur und behandelt, was als „Joseph und seine Brüder" überliefert ist. Aber ich schreibe nicht die Legende wiederum, nicht nochmals den Mythos, sondern ich möchte das so geben, wie es wirllich geschehen fein könnte, wenn man dabei das Wort „wirllich" gebrauchen darf. Joseph und seine Brüder sind ein ganz ungeheures Thema. Ich könnte darüber einen Roman vom Umfang des „Zauberberg" schreiben. Aber ich beruhige Sie gleich. Ich denke nicht daran. Die beiden anderen Rovellen behandeln Philipp II. und Luther und Erasmus. Auch hier ist es das Religiöse, das im Mittelpunkt steht, sowie der Gegensatz verschiedener Kulturen und Weltanschauungen. „In Luther und Erasmus eröffnet sich mir der Widerspalt, zwischen den Menschen, denen Offenbarungen zuteil werden und die diese vorwärts tragen, und jenen, die bei aller Wissenserkenntnis im Geformten bleiben, nicht darüber hinanskönnen." Schließlich will Thomas Mann noch seinen Hochstapler-Roman ..Thomas Krull" beenden, von dem ja bereits der Anfang erschienen ist: er plant darin eine Parodie auf die Selbstbiographien des 18. Jahrhunderts und will ihn in drei oder vier weiteren Büchern zu Ende bringen. 21115 aller Welt. Große lleberschwemmungen in Kanton. Wie aus Kanton gemeldet wird, hat eine große Ueberschwemmung, die eine Folge mehrwöchentlicher Regengüsse ist, mehrere Dörfer in der Provinz Kanton vollständig vernichtet, lieber 100 Todesopfer sind festgestellt. Der Sachschaden beträgt fünf Millionen Dollar. Zyklon in der Schwel;. Aus Bern wird gemeldet: In der Umgebung der Stadt Chaut de Fonds wütete ein furchtbarer Zyklon, durch den etwa 20 Häuser zerstört tourbem Rach den bisherigen Feststellungen wurden drei Personen getötet und zahlreiche verletzt. Die Telphonlettungen find zum größten Seil zerstört. Umfangreiche Waldbestände wurden vernichtet. Zusammenstöße in Lille. In der Gemeinde Lomme bei Lille fand gestern trotz behördlichen Verbotes eine Prozession statt. Gleichzeitig hielten die Freidenker der Gemeinde eine Versammlung ab. Nach deren Beendigung kam es zu einer Schlägerei zwischen ihnen und den Katholiken. Die Gendarmerie mußte eingreifen und von der Waffe Gebrauch machen. Etwa 12 Personen wurden verletzt. Auf der Schelde gesunken. Ein japanischer Dampfer ist am Sonntagoor- mittng auf der Schelde gesunken. Das Schiff hatte gerade für Japan Ladung an Bord genommen. Die Mannschaft konnte gerettet werden. vom Propeller geköpft. Aus Paris wird gemeldet: Auf dem Flugplatz von Rochefort ere-gnele sich am Samstag ein schwerer Ungluckssall. Ein 25jähriger Fliegerleutnant sollte nach der Landung sein Flugzeug bis zum Hangar bringen und warf den Propeller noch einmal um. Er glitt aber auf dem feuchten Boden aus und fiel in den rasenden Propeller hinein. Der Unglückliche wurde buchstäblich enthauptet. Anfall des Schnellzuges Berlin—Bafel. Wie die Morgenblätter aus Rastatt melden, sind bei der Blockstelle Storchennest zwischen Rastatt und Baden-Oes am Sonntagvormtttag gegen 10,30 Uhr die beiden letzten Wagen des Berlin—Baseler Schnellzugs entgleist. Personen sind nicht zu Schaden gekommen, da die beiden letzten Wagen nicht beseht waren. Unwetter übet Mitteldeutschland. Das Gewitter, das am Sonntag über ganz Mitteldeutschland lagerte, entlud sich in den Rachmittagsstunden zwischen 3 und 4 Uhr in seiner ganzen Schwere über dem mittleren Saalegebiet. Der damit verbundene Hagelschlag richtete besonders in den Dörfern bei Weißenfels großen Schaden an. Die vorher aussichtsreiche Ernte ist erheblich in Frage gestellt. In der Stadt Weißenfels selbst konnte das Wasser nicht schnell genug Abfluß finden, so daß ein großer Teil der Stadt vollständig überschwemmt ist. In den tiefer gelegenen Stadtteilen sind die Keller fast alle unter Wasser gesetzt. Die Feuerwehr konnte nur in beschränktem Maße Hilfe bringen. Der angerich- tete Schaden ist groß. Ein IZjähriger Junge an Alkoholvergiftung gestorben. Ein 13 Jahre alter Schüler hat in 23 u c r i. W. eine solche Ladung Schnaps getrunken, daß er kurz darauf an Alkoholvergiftung gestorben ist. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 14. Juni 1926. Not-Kreuz-Tag in Metzen. Nach wochenlangen, mühevollen Vorbereitungen fand am gestrigen Tage zum Besten der Wohlfahrtseinrichtungen des Roten Kreuzes ein Rot-Kreuz- Tag statt. Das ungünstige Wetter des Vormittags beeinträchtigte zwar den Erfolg der überall auftauchenden eifrigen Sammlerinnen, dies wurde aber hinreichend ausgeglichen durch den außerordentlich starken Besuch des Kinderfestes am Nachmittag in der Volkshalle. Die von der Freiwilligen Sanitätskolonne aus Anlaß des Rot-Kreuz-Tages gestern vormittag veranstaltete Schauübung hatte infolge des Regenwetters nicht die Zuschauermenge aufzuweisen, wie dies bei früheren derartigen Gelegenheiten der Fall war. Die Uebung wickelte sich trotz der ungünstigen Witterung äußerst flott ab und zeigte, daß die seit Jahren erprobte Kolonne auch durch äußere Einflüsse nichts an ihrer Leistungsfähigkeit einbüßt. Der Hebung lag folgende Idee zugrunde: In dem Palast-Lichtspielhaus entsteht während der Vorführung eines Filmes Kurzschluß in der elektrischen Anlage. In der hierdurch entstehenden Verwirrung drängen die Zuschauer in der Dunkelheit nach dem Hauptausgang Kirchenplatz und dem Notausgang Wetzsteingasse. Bei dem Hinausdrängen kommen eine Anzahl Personen zu Fall und erleiden zum Teil erhebliche Verletzungen. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Gießen wird alarmiert. Die Kolonns ist zufällig wegen Teilnahme an einer auswärtigen Uebung zusammengerufen und kann mit einer größeren Anzahl Mitglieder sofort zur Unsallstelle eilen. Um 11.26 Uhr wurde die Kolonne alarmiert, 11.29 Uhr erschien bereits das Kolonnen-Sanitäts-Auto, 11.33 Uhr waren 52 Mann der Kolonne zur Verfügung, die unverzüglich in Tätigkeit traten. 11.42 Uhr hatte man die Äerlehten aus dem Hause geschaf t und zu den Marktlauben gebracht, wo sie verbunden wurden. 11.53 Uhr waren sämtliche Verbände angelegt. Der Abtransport der Verwundeten erfolgte durch zwei Autos, 3 Räderbahren und einer Fahrradbahre. Es war bewunderswert, mit welcher Ruhe und Besonnenheit die Anlegung der Verbände und der Abtransport der Verletzten erfolgte; jedes einzelne Mitglied der Kolonne wußte, wo es zugreifen mußte. Nach Schluß der Uebung fand eine Nachprüfung der Verbände durch den Kolonnenarzt Dr. Gros und den Kolonnenführer Kratz statt, die zu Beanstandungen keinen Anlaß bot. Erfreulicherweise war die Witterung am Rachmittag wesentlich günstiger. Infolgedessen war auch die Vvlkshalle gegen 3 Uhr nachmittags dicht besetzt. Schon beim Betreten der Halle waren die Besucher überrascht von dem bunten Allerlei, das sich dem Auge durch di« zahlreichen Fahnen und Fähnchen, sowie durch die äußerst geschmackvoll aufgebauten Verkaufsstände bot. Roch mehr Ueberraschung aber bracht» die Fülle der Gegenstände und Genußmittel, die hier in guter Qualität und außerordentlich preiswert seilgeboten wurden. Reben Blumen, Luftballons, Lampions, Hampelmännern, Zigarren usw. standen Genußmittel, wie Kaffee, Kuchen, Torten. Eis, belegte Brote und warme Würstchen reichlich zur Verfügung. Selbst an Bier und Wein fehlle es nicht. WaS die reichhaltigen Darbietungen dev Deranstaltuna betrifft, so darf wohl für jung und alt der Kinderumzug als das Schönste des Rachmittags bezeichnet werden. Es war entzückend, die Kleinen und Kleinsten, meist in originellen Kostümen, mit strahlenden Augen durch den Saal marschieren, oder auf Rädern, Wagen, Holländern, Rollern fahren zu sehen. geschmückt mit Blumen und Bändern. Von den Zahlreichen Gruppen, die sämtlich zeigten, daß man mit verhältnismäßig wenig Mitteln etwas wirklich Schönes bieten kann, wirkten allerliebst der Hew- wagen mit dem kleinen Dauer, der Erntewagen mit der Gruppe der Schnitter und Schnitterinnen. Hänsel und Gretel mit der Hexe, der Margeritenwagen, die Därengruppe, der Rikolaus mit dem Tintenfaß, die Schmetterlingsgruppe, sowie di« Rote-Kreuzgruppe. Den musikalischen Teil hatte in freundlicher Weise das hiesige Studenten-Orchester übernommen, das gute Leistungen bot. Einen besonderen Genuß bereiteten die T a n z - V o r- führungen der Gymnastik schule Schuman n-Grundmann mit deren Einstudierung sich Frau Erna Schumann ein besonderes Verdienst erworben hatte. Auch der vom Gießener Radfahrverein „Germania" aufgeführt« Kunstreigen wurde sehr beifällig aufgenommen. Im Äebrigen sorgten Ball- und Ringo- werfspiele, Schieß- und Angelsport, sowie ein auf der Empore befindliches Kasperle- Theater für die nötige -Unterhaltung der Kinder. Für die tanzlustige Jugend war ebenfalls gesorgt. Die mustergültige Durchführung der Veranstaltung ipar nur dadurch möglich, daß sich weite Kreise unserer Bürgerschaft in uneigennütziger Weise in den Dienst der Sache gestellt hatten. Die zum Verkauf gebrachten Gegenstände und Genuß mittel wurden zum größten Teil von hiesigen Geschäftsleuten und Privatpersonen unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Soweit sich seststellen ließ, dürfte das finanzielle Ergebnis des Tages zufriedenstellend sein. K. Skagerrak-Feier. Aus Anlaß der zehnjährigen Wiederkehr des für die deutsche Marine so bedeutungsvollen Tages der Seeschlacht vor dem Skagerrak finden in allen deutschen Städten Gedenkfeiern statt. Auch der Gießener Marineverein veranstaltete am Samstagabend auf der Liebigshöhe eine gut besuchte Skagerrak-Gedächtnisfeier. Der musikalische Teil des Abends wurde von der Marinekapelle unter der bewährten Leitung des Herrn Schwarzlose in bester Weise ausgeführt. Schon Der Eröffnungsmarsch „Unsere Marine" brachte die für derartige Veranstaltungen unentbehrliche vaterländische Stimmung, die sich noch wesentlich steigerte, als unter den Klängen des Präsenttermarsches der Marine die Fahnen der hiesigen Militärvereine eingebracht wurden und eine Flotteicharade stattfand. In der hierauf folgenden Begrüßung durch den Vorsitzenden des Marinevereins, Post- sekretär Friedrich-Lollar (Steuermann a. D.) wies dieser auf die Bedeutung des Tages hm, bei dein es sich nicht nur um eine Siegesfeier handele, sondern auch um ein Gedenken der Toten, die bei der Skagerralschlacht ihr Leben lassen mußten. Ein Tag zur Ehrung der Toten, ein Tag, der zeigen solle, was deutsche Einheit und Kraft verinag. Er bat, mitzichelfen an dem Wiedererstarken der deutschen Flotte und der deutschen Wirtschaft zu Deutschlands Gröye. Der hieraus von einem Mitkämpfer bei der Skagerrakschlacht, Kamerad Link, deklamierte Vorspruch hinterließ bei allen Festtecknehmern einen tiefen Eindruck. Besonders interessant war das mit effektvoller Beleuchtung gezeigte Bild: „Schiff im Gefecht". Der Gesangverein „Harmonie-Gemütlichkeit". der sich für bic Feier in freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hatte, bot unter Leitung seines Dirigenten H. Sonntag eine Reihe gutgewählter ©Dore, die außerordentlichen Beifall fanden, so daß sich die Sängerschar zu Zugaben entschließen mußte. Den Mittelpunkt her Feier bildete der von Admiral a. D. Wilke gehaltene Vortrag über die Seeschlacht vor dem Skagerrak. Der Redner besprach zunächst die Frage, ob und inwieweit Deutschland ein Recht darauf habe, den Sag der Seeschlacht vor dem Skagerrak zu feiern. Er ist der Auffassung, daß däS deutsche Volk sich selbst entehre, wenn es diesen, für die deutsche Flotte so bedeutungsvollen Tag nicht feiern würde. Cs sei ein Siegestag dev Kraft, der Liebe zu Volk und Vaterland, sowie der deutschen Manneszucht. Richt ein deutscher Wafsenerfolg, sondern ein S i e g. Auch in strategischer Hinsicht sei der Kampf vor dem Skagerrak ein Sieg Deutschlands. Die deutsche Flotte habe damals den Befähigungsnachweis erbracht, mit der englischen Flotte auf offener See kämpfen zu können. Der Glaube an die Unbesiegbarkeit der Engländer sei durch die Taten vor dem Skagerrak ins Wanken gebracht. Die Seeherrschaft Englands sei nicht, wie dieses behauptete, gottgewollt Redner erläuterte dann eingehend das Stärkeverhältnis der beiden Flotten und wies an Hand von Zahlenmaterial die damalige bedeutende Ueberlegenhit der englischen ©treitEräfte gegenüber den deutschen bezgl. Zahl der Schiffe, Geschütze usw. nach. Die Tatsache, daß die Verluste der Engländer trotz der äleberlegenheit bezgl. der Zahl der Streitkräfte doppelt so groß gewesen sei, wie die der Deutschen, lasse die Taten unferer Marine voll erkennen. Redner besprach bann eingehend di« Entstehung und den Verlauf der Schlacht. Letzter« zeigte nach den Ausführungen deS Redirers di« ileberlegenheit unserer Artillerie, besonders l unserer Panzersprenggranaten. Dasselbe gilt auch alle chvn S'S °r die tJ. Ut8u9tfflS°MfÜü5 let k-erLe,' S ^önsft ^ Leistungen bot^Sii mieten die Sani-fc !üÄ^^uleSch^ ¥"« «Iona Pe- Äuch der Dom ’ er man la“ aulaeiüK ! lehr beifällig aufaZm. »fiten Ball- und 2liZ Angelsport, sowie ein chMches Kasperle. Unterhaltung der “W ougend war eben- Wergültige Durchsühruna '« nur dadurch möglich, unserer Mrgerschast in m den Dienst dir Sache m Tdauf gebrachten G> mittel wurden zum größten eschästsleuten und Privat» ) zur Verfügung gestellt. Ilern lieh, dürste das finan- Jagcg zufriedenstellend sein. rrak-Feier. Mährigen Diederlchr tet arine so bedeutuMveürn lacht vor dem Stallen deutschen Städten Se- Auch der Siebener »eranstaltete am Samstag» W)C eine gut besuchte jttniäfeier. eil des Abends wurde von er der bewährten Leitung lose in bester Mise ans- CrvssnunMarsch »Unsere für derartige Tnanstaltun- tterländische Stimmung, die tigerte, als unter den Klan- Marsches der Marine die . Mitärvereine eingebracht lottenparade stattfand. s solgenden Begrüßung en des Warinevereins, Post- k»Lollar iSteuemann a. >ie Bedeutung des Tages hin, h! nur um eme Siegesfeier uch um ein Tedenlm der SkagerraWlcht > ' jU V-utschlanls SrM. * ■ .m 'miHantciet bei oct ^int deklamierte «flei fi fttedneimmt l LL iw E geM Lnittag.”* ngeitien §■ ^^.Milichen n muhst <•[*.»» der von ult g-ö°ume et- 16* die W. sprach darauf M-L srSrss" । Doll und Ml . ^chrr xsMÄ er Englano^^ken Etz a5 Ebersgöns, 12. Juni. Hier hat sich eine Genossenschaft zur Züchtung und Haltung von Niederuugsoieh gegründet. Der Genossenschaft sind sämtliche Landwirte beigetreten, die 'Niederungsvieh halten. Die (Genossenschaft ist bei der Aufsichtsbehörde um die Genehmigung eingekommen, auch einen Niiederungsbullen halten zu dürfen. <> Dornholzhausen, 12. Juni. Hier ist unter dem Viehbestände eines Landwirts der Aus- bruch der Maul - und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. Lircis Marburg. sch. Marburg, 13. 3unL Das hiesige Elektrizitätswerk gibt auch Strom in die Hohenfolmser Gegend ab. Um bei Störungen eine schnelle Verständigung zu haben, hat das Elektrizitätswerk einen Rundfunksender angelegt, der die Verbindung mit der Hohenfolmser Gegend aufrecht erhält. Die Radioanlage soll gut arbeiten und billiger sein wie Telephon. WSR. Marburg. 12. Juni. An einem dec letzten Abende konnte in Rasfenerfurth ein eigenartige^ Naturwunder beobachtet werden. Einwohner, die gegen 1 ,11 Uhr bcim- leirrtcn. sahen plötzlich über der Altenburg einen Kugelblitz, ör erschien alS rundes Licht mit c nem roten Kern, dessen Durchmesser etwa ein Drittel des gesamten Lichtes betrug. Der Kugelblitz stand etwa drei Minuten lang am Himmel. Die ganze Gegend war taghell er» leuch'lo daß man dic Aufschrift .Kronen» Schachf an dem rund 2' . Kilometer entfernten Kraftwerk Barken deutlich lesen konnte. Das Rittergut und das Dorf Römersberg mit seiner allen Kirche itandon in mehr als Tages- helle da. Der Kugelblitz verschwand mit einem Aufslackern ohne Donner. Crft coiige Minuten später setzte ein Gewitter mit Blitz und Donner ein. Wegen der Tages helle waren die Einwohner von Rafsenerlurth aus den Betten geflüchtet und harrten in der Annahme, daß das Kraftwerk Borken in die Luft geflogen sei. voller Angst der Dinge. biS das einsehende Gewitter sie über di« Herkunft des Lichtes beruhigte. Kreis Westerburg. • Rennerod. 13. Sunt Der Postkraft- wagen auf der Linie Rennerod — Bürbach verkehrt an Sonn- und Feiertagen wegen Unrentabilität nicht mehr. Maingan. WSR. Frankfurt a. M. 12. Juni. Der Verein für Jugendherbergen veranstaltete des öfteren Sammlungen und suchte, um Jugendherbergen in allen Gegenden Deutschlands zu errichten, die Mittel auch durch die Veranstaltung von der Regierung genehmigter Lotterien aufzubringen. ES ergab sich sowohl bei der Frankfurter, wie bei der hessischen Lotterie in der Kasse des Vereins ein Defizit von 56 000 Goldmark. Der Verdacht fiel auf den in der Geschäftsführung des Vereins so verdienstvoll gewordenen Rektor der Hellerhoftchule Karl Schmidt. Insbesondere verstärkte dieser sich, als man erfuhr, daß der Sohn deS Rektors im Rheinland im Verdacht größerer ttnterschla- gungen stehe. Auch hatte dieser während der Inflationszeit in der Riddastraße ein Bankinstitut, das im Herbst 1923 bankerott machte. Durch eine Nachprüfung stellte man das oben genannte Defizit fest. Mobiliar und Gehalt deS Rektors wurden gepfändet, und dieser mußte selbst den Offen« barungseid leisten. 3n der einbarufenen Generalversammlung deS Vereins, bie einen sehr stürmischen Verlauf nahm, wurde Strafanzeige gegen den Rektor gefordert. Ein Haftbefehl gegen denselben ist jedoch entgegen den anderslautenden Rachrichten emes hiesigen Blattes nicht ergangen, vielmehr befindet sich die Voruntersuchung in dem ersten Stadium bei dem hiesigen Amtsgericht. Kreis Fulda. Fulda, 12. Juni. (WSR.) Die diesjährige Preihelbeerernt« bietet günstige Aussichten. In den höheren Lagen der Rhön und des Thüringer Waldes stehen gegenwärtig die Preißelbeersträucher in voller Bllite. Bei günstigen Witterungsverhältnissen ist mit einem guten Ernteertrag zu rechnen.__ Verantwortlich für Politik LS. Dr. Hans Thyriot. MM MM,ükNlS.M,Ms.8W im großen Hörsaal der Universität WWl NllU 04126 Thema; We^ezur ßesenduDii fies deutschen Volkes Redner Herr Dr. med. Walter Malech aus Frankfurt am Main. Jur Deckung der Unkosten werden 50 Pf. erhoben, für Mitglieder 30 Pf- Bekanntmachung Das Genehmigungsverfahren zu den von der Stadtverordnetenversammlung am 11. v. M. beschlossenen Umlagen für das Rj. 1926 ist noch nicht erledigt. Die Steuerbescheide können deshalb noch nicht erteilt werden. Um den Zahlungspflichtigen die Entrichtung durch diese Per- zögeruna nicht zu erschweren, habe ich die Stadtkasse angewiesen, Ahschlagszahlun- ?cn auf das Ende Mai zu erhebende . Ziel der Grund- und Gewerbesteuer, sowie der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz entgegenzunehmen. Die Abschlagszahlungen können in Höhe der auf den entsprechenden Steuerzettel für 1925 für bas 1. Ziel festgesetzten Beträge erfolgen. 50878 Gießen, den 8. Juni 1926. Der Oberbürgermeister. ____________I. V.: Dr. S e i b._____________ 2lrbeii$au$f»reibuttg. Die nötigen Dachdeckerarbeilen an der Stadtkirche zu Gießen sollen im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden: , 5044D 1. ca. 400 qm Um- refp. Neudeckung. 2. Gerüftftcllung und Reparatur. Die Unterlagen liegen im Bureau des Architekten Baurat Weyer, Frankfuner Straße 5. offen. Die Angebote find bis zum Freitag, dem 18. Juni, vormittags 11 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an den Unterzeichneten, Liebigstraßc 56, abzugeben, woselbst auch die Eröffnung erfolgt. Gießen, den 11. Juni 1926. Für den evang. Gesarntkirchen^orfland. Bechtolsheimer, Pfarrer. MlÄMk rhein. Schwemmsteine bester Qualität zu billigem PretS T.Rüpsamen, Gießen Fernsprecher 1659. Me Weigerung. Dienstag, den 15., 11. Mittwoch, den |6., täglich ab 10 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28: 2 Ltticheneinnchlutigen (neu». Kleider- schränke, davon 1 einttirig, 1 Ladentheke. 1 Darcnichrank mit acht Glaötüreu. Manuiakmren-Kleiberständer, 1 verstellbarer Spiegel, geeignet für Schneiderin, 1 neue Standuhr, 1 Regulator, ein Damen - Diamaniring mit Iß Rosen, 6Edelsteine, Stühle. Garderobenständer, Flurgarderoben, 1 Herrenznnmertiich, gut erhaltene Selten mit Matratzen und Kederzeug. 1 kleiner Herd, Herren- und Damenräder, SUnberroaoen, eine Sendung Textilwaren, sowie -Herrenhosen. Bettleinen, Strickwolle und fon- itigc Sachen. Teller, Bnitermaschine, Kaffeetassen. Eßlöffel, Besteckkörbe, Kaffeeservice, 2 neue Zentra lugen. Stundenleistung '■•0 Liter, Salaistebe. Milchkannen, Kochtöpfe, Kaffeekeffel, Suppenterrine, Bügeleisen, Bestecke. Steingut- und sonstige Por^ellan-HaushaltungSgegensiände. Dernbrand, Herren- und Damen- kleider (neu und getragen^ Labak und Zigarren. Herren-, Damen- und Kinder- »chuhe. 1 Rollwagen, 2 Sessel. 1 neue Nähmaschine (Naumanni und noch vieles andere. Versteigerung bestimmt. L. Hartmetz, Neuenweg 28, Televhon 1414.' An und Abgabe von DersteigeruugS- gut zu jeder TaseSzctt. «3$ war am ganzen Leibe mit behaste«, welche mich durch.da» ewige Jucken Log iino Nacht peinigten. Nach dem Lesen Ihrer 3)rncksache war mein crflcr «Weg zvrt-'yipsthete, nalsirllch.nur'tn dem.Äedalrkea, eine,Mark zu ver- 1chenteu;l,abcr eS kam ander-, Nach/einer^^tn- mbiuigiDomlaum 14 Zagcn'mit „Hwier't-Palent. waren mcine-FIechtrn-vovIlündi!, vcrkchwuitbcn. Dekdalb tage ich eS mir nicht neunen, Iharn 1Q0Ö mal Lianl,zu.sagen, bcmi „Sutter'» ?atent.Medümat.S.'isr'^ist nicht Slt. IM sanderniMt. 100.—~re».rt. ßetgUiSW.' a Ltck. 60 Wn/XlMfc ig), 8RL,L— (2l> % IglinTb SRLjW IS57,«3, slüch-e-tzorm). Dasu ,Jtwfoob6rtiittw 1 45,»65 vnd HO 'Elg. In oCtn Lpoltzekeu, Drogerien und Parfümerrea erhättttch. 5KWö8kk!k!UkW. k 4/1925 Am Freitag, dem 6. August 1926, vormittags 10 Llhr. wird das Öen Karl ©ebner Eheleuten in Gießen zugefchriebene Grundstück der Gemarkung Gießen Flur 7 Rr. 139'/,« — 694 qm Grab- garten, am Schlangenzahl, links vom Aulweg zum Zwecke der Auseinandersetzung im Amtsgerichtsgebäude dahier, Zimmer 204 (2. Obergeschoß) versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 5086B Gießen, den 3. Juni 1926. 3. A. deS Hessischen Amtsgerichts. Leo, Ottsgerichtsvorfteher. Trikotagen! OaSomon, Schuistr. 4 5097a Ganz besonders preiswerte Sommer UMcksn alle Orößen......... Hera-ten in allen Größen......... Mzhemden mit schönen, gestreiften Eins. * nn |9Qb« Unean besonders gutes, süddeutsches MM» * NULvtt Fabrikat, auch extra weit..... Netzjacken alle Größen11"0 .^LK,0.75 Ziehung garenhtrt 17. Juni 1826 üherimser menster- 1537 Gcldgew. u. 1 Prämie 11OOO IgSOOO 43000 8= 1SOO @© Übcrlineer I n Exzelsior, neu, billig zu verlausen. Im Auftrag: H. Zimmer, Kreuz- platz 1 II. 04208 Prima tiderfetlkäse 9 Psd. Mk. 6.- franko Tampskniefabrik. O^rtaisciie tallschafl liirNalur-o. HeiiMe (Naturwissenschaftliche Abteilung) Donnerstag, den 17. Juni 1926, 81/* Uhr abends, im großen Hörsaale des Physikalischen Institutes (Stephanstr. 24) 1. 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Fridericus Rex. Das Ende eines Liebestraumes«. Da bei diesem Film die Abendvorstellungen überfüllt werden, bitten wir höflichst, nach Möglichkeit die Nachmittagsvorstellungen, 4 und 6 Uhr, zu besuchen. Der Film bleibt bis einschließlich Sonntag auf dem Spielplan. Preise der Plätze: 0.80, 1.-, 1.50, 2.- Mk. jVermietungen] Nebenbaus, inmitten der Stadt, mit 4—5 Räumen sofort zu verm. Näh. J. Baer,Oitnnl.29.D Stau 5t Steinteiffl LudwigSvlav L [Stellengesuche MW WM 27 I» gel. Schuhm., bes. kaufm. Kenntn., gute Handschrift, Maschinenschreiben, sucht Tätigkeit in Schuhfabrik oder Laden, Lederhandl. ob. sonst. Beschäftig, irgend welcher Art. Schr. Angeb. unter O4192a.d. Greff. Anz. Inden Astoria-Lichtsplelen ab heute bis einschließlich Mittwoch: Der Blitz-Schofför Vom 14. bis 19. Juni 1926 findet in meinen gesamten Ausstellungsräumen Plockstraße Nr. 14-16 eine großzügige Schau-iLVerkaufsausstellung I Lichtspielhaus llussenpserd und frischmelkende §ahrkuh & zu verkaufen. 04201 Launöbach 132. 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Unb doch bildete de» elbe nur den Abschluß einer Entwicklung, die ich in den letzten Vorkriegsjahren sehr offen- ichtlich und für den aufmerksamen Politiker klar erkennbar angebahnt hatte. In den Akten des Berliner Auswärtigen Amtes, die durch die Dokumentensammlung der AeichSregierung nun auch der weitesten Oeffentlichkeit zugänglich gemocht werden, finden sich eine ganze "Reihe von Schriftstücken, die von der zunehmenden Entfremdung zwischen Deutschland und Japan zu berichten wissen. Dor allem war es der ausgezeichnete angelsächsische "Rachrichten- und Pro- vagandadienst, der für eine einseitige, ja gehässige Orientierung der japanischen Oeffentlichkeit über die politischen Dorgänge in der Welt Sorge trug und so in der öffentlichen Meinung Japans den Boden für das deutsch-feindliche Vorgehen von 1914 bereitete. Mochte es sich nun um die deutsch-sranzösische Marokkokrise von 1911 oder etwa um die revolutionären Dorgänge in China handeln, immer muhte der deutsche Vertreter in Tokio von einer gleich einseitigen und tendenziösen Haltung der japanischen Presse melden. Die folgenden Schrislilü^e entnehmen wir mit Erlaubnis der Deutschen Derlagsaesellschaft für Politik und Geschichte dem in Kürze erscheinenden 32. Bande der groben Aktenpublikation des Auswärtigen Amtes. Der Geschäftsträger in Tokio, von Radowih, an den Reichskanzler von Bettjmann hollweg. (Ausfertigung.) Vr. A 148 Tokio, den 21. Sept. 1911. (pr. 8. Oktober). Seit dem Beginn der Derhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich über Regelung der Marokkosrage hat es sich wieder recht deutlich gezeigt, wie wenig die hiesige Presse und öfsentliche Meinung geneigt ist, deutscher Politik Wohlwollen oder auch nur Verständnis entgegenzubringen. Beeinflußt durch die stets alarmifti- 'chen und tendenziös gefärbten Meldungen englischer und amerikanischer Telegraphenagenturen, ist fast die gesamte hiesige Presse seit Beginn der Derhandlungen auf einen Ton gestimmt, der deutlich erkennen läht, dah man Deutschland leben Mißerfolg gönnen würde und mit hämi- lchem Uebelwollen jeden Erfolg Herunterzusehen lucht. In Leitartikeln und Entrefilets sucht die Presse ihren Lesern klarzumachen, daß Deutschland in gewinnsüchtiger Absicht den Frieden Europas gefährdet, dah es nur der rechtzeitig angewandten drohenden Haltung Englands zu verdanken ist, wenn der Friede noch ausrecht- erhalten worden ist. Deutschland sucht Frankreich xu brutalisieren, sucht ihm unberechtigte Konzessionen zu erpressen, kurz, wenn man aus der hiesigen Presse sich ein Urteil bilden mühte, so würde man einen traurigen Begriff von der politischen Moral unserer Staatsmänner bekommen. Dabei wird alles, was zugunsten einer gerechten Deurteilung spricht, geflissentlich ignoriert. Die aus Tatsachen und statistischem Material basierten vernünftigen Artikel der „Deutschen Japan-Post" oder des „Daily Heralb" finden ebensowenig Berücksichtigung wie die telegraphischen Meldungen unseres Kabeldienstes, obwohl gerade letztere sich durch die sachliche Behandlung der schwebenden Fragen und das Fehlen jeder gehässigen Aussälle gegen andere Länder •) Wir entnehmen diese Darstellung dem umfangreichen Werk „Die Gröhe Politik der Europäischen Kabinette 187 1—1 9 1 4". Sammlung der Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes. Im Auftrage des Auswärtigen Amtes herausgegeben von Johannes Lepsius (t), Albrecht Mendelssohn Bartholdy, Friedrich Thimme. 5. Reihe. Zweite Abteilung: „Weltpolitische Komplikationen". Band 30—33 (5 Teile». Im Verlage der Deutschen Derlagsge- sellschaft für Politik und Geschichte, Berlin W. 8. Konjert des hessischen Lyzeums. Die Dorherrschaft des Intellektuellen in den letzten Jahrzehnten mußte notwendig zu einer Reaktion führen, zur Hinwendung zum Gefühl: zur Besinnung auf das Emotionale. Uns allen war mehr oder minder die Fähigkeit entschwunden, mit der umgebenden Welt uns eins zu fühlen, Unfere Derstandeswelt hatte sich von der Umwelt abgespalten. — Da trat die Jugend auf den Plan, ihr war noch jene Kohärenz eigen. Umwelt und Innenwelt durchdrangen einander, waren noch in der Einheit. Da mußten die Gefühlswerte wieder erwachen: die Romantik mußte neu erstehen: Die Jugendbewegung... Aber was in der jugendlichen Geistesstruktur noch Einheit ist, verliert sich meistens für spätere 3elten. Rur dem Künstler bleibt jene innige Integration von Ich und Außenwelt, wenn auch in höherer Form. Der Künstler ist meist ein Stück Romantiker, — und die Jugend steht dem Künstler nahe durch die gleiche Struktur des Geistes. Lind es ist die natürliche Folge einer einseitigen Entwicklung, daß die Werte, die dem Gefühlsleben nahestehen, die der Kunst, immer mehr in den Dienst der Erziehung gestellt werden. Richt, dah man nur Künstler heranziehen möchte —, wohl aber, daß es neben der intellektuellen Erziehung auch andere Eingangspforten zur kindlichen Psyche gibt — die eben in jener zugendlichen Geistesstruktur gegeben sind, die es so ermöglichen, den ganzen Menschen zu erfassen. Richt, daß man nur Gefühlsmenschen (Phantasten) heranbilden möchte, im Gegenteil: die Kunst ist ja Künderin der Weltanschauung, die inneren Gesetze der Kunst sind, so frei sie auch erscheinen mögen, doch von einer strengen, unerbittlichen Logik: und wer daran vorüber geht, verkennt ein wesentliches Moment des künstlerischen Schaffens. Verfehlt wäre es aber, Kunst nur intellektuell zu erfassen: da wird vieles verblassen, was dem Kinde groß, wert und reizvoll in seiner persönlichen Verbundenheit mit den Dingen, mit der Ratur erschienen ist. Ein Ausfluß jener Verbundenheit mit der Ratur ist die Schwärmerei auszeichncn. Man gibt fich den Anschein, nur in den deutsch-feindlichen Aeußerungen aus Europa die Wahrheit zu finden, und scheut lich nicht, noch nach Wochen längst amtlich oder halbamtlich richtiggestellte falsche GQklö. ngen seinen Geiern von neuem als unwiderlegliche Tatsachen auszutischen, fofern sie geneigt sind. Deutschlands Vorgehen in einem ungünstigen Licht erscheinen zu lassen. Besonders drastisch wirlk diese Haltung der hiesigen Presse, wenn man sie mit deren Verhalten gegenüber Rußland. Amerika oder England vergleicht, denen gegenüber nicht genug Lobsprüchc und Verbeugungen gemacht werden können... Es geht daraus hervor, wie die Logik der politischen Entwicklung Japan auch ohne innere Freudigkeit dazu zwingt, sich an England anzuklammern und mit Amerika sich auf guten Fuß zu stellen Reuerdings kommt noch dazu das Bestreben, unter allen Umständen mit Rußland gut Freund zu sein, das in den Handlungen der Regierung und in der Presse unzweideutig zum Ausdruck kommt W. Radowih. Der Geschäftsträger in Tokio, von Radowih, an den Reichskanzler von Lethmcmn Hollweg. Ausfertigung Ur. A 178 Tokio, den 2. Dezember 1911 spr 19. Dezembers Eine Zeitlang hatte cs den Anschein, als habe die japanische Pres'e sich aus sich selbst besonnen und die Zwecklosigkeit der gehässigen Ausfälle gegen Deutschland erkannt. Gelegentlich des Abschlu-ses des Marokkoabkommens haben fast alle Blätter sich einer neutralen und sachlichen Ton".k befleißigt. Leider aber hat dieser Zustand nicht lange angehalten. Wit erneutem Eifer machen sich die bekannten deutschfeindlichen Blätter, wie „Hochi", „Vorudza", „Richi Richi" und ,.Mai- nichi" wieder an eine ausgiebige Hetze, die in der Behauptung gipfelt, Deutschland wahre die Reutralität in China nicht, indem es den kaiserlichen Truppen Offiziere stelle. Waffen liefere, Transportmöglichkeiten gewähre usw. Die Berichterstatter wollen aktive deutsche Offiziere im kaiserlichen Lager gesehen haben, die in ihren eigenen Uniformen hörumgehen und sich gleichzeitig sorgfältig versteckt halten — besonders vor den Japanern. (!) Solche und ähnliche Märchen werden in Mengen ausgetischt und daran der Äommentar geknüpft, die Hanleute würden sich das Vorgehen Deutschlands nicht gefallen lassen, sondern mit einem Boykott deutscher Waren antworten. Diese Insinuationen lassen den tieferen Sinn der Hetze erkennen. Es soll ä tout prix bei den Revolutionären Mißtrauen gegen Deutschland erzeugt werden, um für den Fall der Wiederherstellung der Ruhe den deutschen Einfluß lahmzulegen. Man rechnet damit, daß. wie die Sache auch ausgehe.i möge, jebeifaJ» die neue Partei in China Einfluß haben wird. Daher versucht man ihre Meinung über Deutschland zu vergiften.... v. R a d o w i tz So wirkte das englisch-japanische Bündnis, das nach der endgültigen Aussöhnung Japans mit Rußland 1910 seine eigentliche Spitze verloren hatte, nunmehr gegen Deutschland. Als Preis für eine der Entente genehme Haftung im Fall der großen kriegerischen Auseinandersetzung aber konnte man Japan die deutsche Musterkolonie Kiautschou bieten, für das in Tokio vor allem wegen der damit verbundenen Anwartschaft aus das Hinterland Schantung großes Interesse bestand. Im Rovember 1912 gelangte nach Berlin die Rachricht von einem japanischrussischen Geheimvertrag, in dem Japan Kiaut- schvu in Aussicht gestellt wurde. Die Meldung fand in Berlin, wo man mitten in den Wirres des Ersten Dallankrieges stand, nicht die Beachtung, die sie verdiente: sie ist inzwischen durch bolschewistische Enthüllungen bestätigt worden und wirft ein bezeichnendes Licht auf die Methoden, mit denen die Tripelentente den Weltkrieg vorbereitete. Der Gesandte in Peking, von Haxthausen an den Reichskanzler van Belhmann Hallweg. Ausfertigung. Rr. A 265. Peking, den 5. Rovember 1912. (pr. 17. Rovember.) Ein der chinesischen Regierung nahestehender Mittelsmann, dessen frühere Meldungen bisher der Romantiker für das Freie, Ungebundene, Unverfälschte. Das Wandern bringt den Einzelnen wieder in den rechten Kontakt mit der Statur. Der Wald mit seinen Schauern, seinem Halbdunkel läßt in dem Menschen wieder ein Stück romantischer Veranlagung wach werden, das jedem Deutschen von Ratur aus gegeben war. Die Romantik erschloß uns den Wald mit seiner Dämonik und seiner Innigkeit in ihren Werken („Freischütz"). Ein Romantiker war es, dem fern von der Heimat die Sehnsucht nach dem deutschen Wald erwachte: Richard Wagner in Paris, als er den „Freischütz" wieder gesehen hatte: „O mein herrliches deutsches Vaterland, toie_ muß ich dich lieben, wie muß ich für dich schwärmen, wäre es nur, weil auf deinem Do den der „Freischütz" erstand. Wie muh ich das deutsche Doll lieben, das den „Freischütz" liebt, das noch heute an die Wunder der naive- sten Sage glaubt, das noch heute, im Mannesaller, die süßen, geheimnisvollen Schauer empfindet, die in seiner Jugend ihm das Herz durch- bebten. Ach, die liebenswürdige Träumerei! Du Schwärmerei, vom Walde, vom Abend, von den Sternen, vom Monde, von der Dorfturmglocke, wenn sie sieben schlägt! Wie ist der glücklich, der euch versteht, der mit euch glauben, fühlen, träumen und schwärmen kann! Wie ist mir wohl, dah ich ein Deutscher bin i" Und ein Wiederbringenwollen und Wieder- erweckenwollen von Werten, die uns fremd werden, verloren gehen wollten, war es. das zu dem Konzert des Hessischen Lyzeums führte. Waldesleben und Waldeszauber — der Jugend wieder das ganz geben, was das Eigentum, Erlebnis unserer Dorväter war. Und als Drücke die Musik, die ..romantischste aller Künste", die mit ihrer Loslösung vom Realen um so mehr das Reich der Romantik zu erschließen vermag, jenen geheimnisvollen, unbestimmten Regungen in uns Raum gibt, denn die Jugend muh wieder den Weg zur Kunst finden, in der Musik ein Lebensbedürfnis sehen. Und wenn man in den letzten Jahren dem Gesang- unterricht der höheren Schule ein weiteres Ziel gesteckt, ihm im Unterrichtskreis größere Bedeutung zuerkannt hat, so ist das für die Musik als Kulturmacht zu begrüßen. Und je weiter man die Kreise schlägt, um fo mehr erfennt man. bestätigt worden sind, teilte mir streng vertraulich folgendes mit: Die russische Regierung habe im H.nblick auf die Möglichkeit einer durch die Dattonereignisse hervorgerufenen eventuellen Verwickelung in einen europäischen Krieg ganz kürzlich mit Japan ein Abkommen getroff.'n das ntchstehendr Punk:e enthielte. 1. Im Fall der Verwickelung in einen europäischen Krieg zieht Rußland seine Truppen bis auf zwei Armeekorps aus Sibirien und China zurück. Japan übernimmt für diesen Fall den Schutz der russischen Interessen in China. 2. Japan verpflichtet sich, während der Teilnahme Rußlands an einem europäischen Kriege russisches Gebiet, insbesondere Wladiwostok, nicht zu okkupieren. 3. Rußland wird dagegen keine Einwendungen erbeben, falls Japan im Kriegsfälle Kiautschou beseht Die beiden ersten Punkte des Vertrages will mein Gewährsmann schwarz auf weiß gesehen haben, ob der dritte Punkt schriftlich in den "Vertrag ausgenommen fei oder nur eine mündliche Rebenabrede bilde, habe er bisher noch nicht seststellen können. Zur Bestätigung feiner Angaben zu 3 führte er an. daß der hiesige japanische Militärattache. General Aok. kür'lich heimlich sich in Tsingtau aufgehalten habe. Dem Militärattache der Kaiserlichen Gesandtschaft. Hauptmann von Pappenheim, hat Aoki die Tatsache des Besuches zugegeben. Wegen d^r Anwesenheit Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich habe er dem Gouverneur mit einem Besuch aber nicht lästig fallen wollen. Ich habe diese allerdings etwas auffallende Meldung mit Rücksicht auf die bisherige Glaubwürdigkeit meines Gewährsmannes und den Umstand. daß feine Mitteilung über den Aufenthalt Aokis in Tsingtau bestätigt wird. Euerer Er- zellenz nicht vorenthalten zu müssen geglaubt. v. Harthausen. Die Wahrheit über Syrien. Don unserem Pariser W. S.-Korrespondenten. Paris, Anfang Juni 1926. Wir veröffentlichen nachstehend einige äußerst interessante Dokumente über Syrien, die bis jetzt geheim gehalten waren. „La Tribüne d’Orient" und „Les Documents Politiques Di- plomatiques et Financiers" haben sich der dankenswerten Ausgabe unterzogen, endlich den Schleier zu lüften über einige Tatsachen, die die Franzosenherrschast in Syrien, ihre Vorgeschichte wie ihre Folgen, vor der ganzen Welt rücksichtslos enthüllen. In längeren Artikeln wild zunächst die lügenhaste Berichterstattung gegeißelt, die die großen Pariser Zeitungen aller Parteirichtungen — der „Matin" sowohl wie der „Duotibien" — glauben, ihren Lesern oorsetzen zu dürfen. Es wird der Nachweis erbracht (f. La Tribüne d’Orient nom 26. Januar und 12. Mai 1926) wie die syrischen Berichterstatter dieser Blätter (von Oberkommissar de Jouvenel scharf kontrolliert) bewußt falsche Darstellungen nach Paris berichten, die nichts weiter sind als gröbste Entstellungen von Tatsachen, reine Mystifikationen. Die französischen Verlustziffern, die sie mitteilen, bleiben z.B. weit hinter der Wahrheit zurück. Auch die Rolle, die die im Jahre 1919 mit 10 Millionen Franks gegründete Syrische Bank spielt, erscheint nach diesen Schilderungen in einem recht bedenklichen Lichte. Von größtem Interesse aber sind die nachfolgenden fünf Dokumente, die jetzt erstmalig (auszugsweise) der deutschen Oesfenttichkeit unterbreitet werden. I. Ausruf des syrischen Bundes in Paris (Januar 1926). Franzosen! Syrien appelliert an Eure Liebe zur Freiheit und Gerechtigkeit. Es bittet Euch um Eure Mithilfe, um seine gerechten und legitimen Ansprüche zu erreichen. Franzosen! Man verheimlicht Euch die Wahrheit über Syrien. Die im Dienste der Hochfinanz stehende Presse stellt Euch diesen kleinen Winkel 1m Orient dar als bevölkert von Fanatikern, zerrissen von inneren Kämpfen. Dieses Volk, das alle Wertschätzung und Sympathien vor dem Weltkriege verdiente, soll heute in den Augen wie doch die Musik überall tief verankert ist, wie die Musik in den Perioden, wo ihre Wert- geltung eine allgemeine war, noch heute uns den Charakter ganzer Zeitalterprobleme zu erschließen vermag. Zwar wird man in her Schule für die Musik als Hauptausübungsmöglichkeit den Gesangunter- richt ansehen müssen. Und das mit Berechtigung, beim Singen wächst die körperliche Funktion mit der geistigen zusammen zu einer Einheit, die zur Erhebung des Geistigen, zur Steigerung des Lebensgefühls führt. Im Gesang wird die Kunst zum Leben, das Leben zur Kunstäuherung. Was durch planmäßige Arbeit geweckt worden ist. das findet dann seine Kündung gelegentlich der Ausführungen, die ein Ansporn zu weiterer Arbeit sind, die das Interesse für dieses Unterrichtsfach zu vertiefen vermögen. Die Originalliteratur für Frauenchöre ist im Vergleich zu der für gemischte Chöre gering, und nur ganz selten haben unsere Großen etwas für diese Art geschaffen. Zudem erfordert der Schwierigkeitsgrad dieser Werke eine besondere Auslese, namentlich auch mit Rücksicht auf die jugendlichen, in der Entwicklung stehenden Stimmen. Da müssen Bearbeitungen geschaffen werden, denn es gibt viele Werke, deren geistiger Gehalt es gebietet, sich mit ihnen zu befassen. Größere zusammenhängende Werke für Frauenchor entstanden oft nur für besondere Zwecke und Gelegenheiten, ohne dah vielleicht ein innerer Drang den Komponisten dazu führte: Arbeiten von Routiniers, die bei näherer Beleuchtung in ihrer Wirkung verblassen. Zu dieser Gruppe von Werken gehören leider die „Waldbilder" von Carl Julius Schmidt, die einer Reche von stimmungsvollen Texten folgen, die aber nicht in allen Einzelheiten musikalisch durchgearbeitet wurden und nicht mit dem Text zu einer organischen Einheit verschmelzen. So wechselreich die Bilder sind (Ruine im Walde, Märchenzug, Gewitter, Zigeunerlager usw.), nirgends erhebt sich die musikalische Schöpfung über eine gewiße Mittellinie heraus, der große Zug fehll: billige, ansprechende Melodien bedeuten aber noch nicht Musik. Und gerade der Jugend sind die besten Werke gut genug; denn der Grund zur musikalischen Geschmackbildung kann nicht früh genug gelegt werden. — Und daß bei diesem Derk der recht zahlreiche Chor nicht so recht INoniag, (4. Fünf 1926 der Franzosen seiner Frechen und Unabhängigkeit nicht mehr würdig (ein. 'Beim ersten Ausrus haben sich 15 000 Syrier gemeldet und haben Schulter an Schulter mit Euch aus französischer Erde gekämpft für Recht und Freiheit der VUkcr. 100 000 andere haben im Orient - m den Reihen der Alliierten Kriegsdienste getan. So haben die Syrier gearbeitet für ihre Heimat und ihre Unabhängigkeit. Die Syrier wünschen nichts sehnlicher ai» Frieden, streben nach völliger Unabhängigkeit, und man unterwirft uns einem Mandats-Regime, wohinter sich der Geist der Eroberung und der Kolonisation nur schlecht verbirg:. Syrien war ein Ganzes: es wurde ausgeteilt. Syrien glaubte an ho- Recht: es wurde enttäuscht. IL Brief des ErekuUo-Ausschusses des Syrien - Palästina Kongresses an Herrn Henry de Jouvenel vom 30. Rovember 1925. Wir schlagen Ew Exz. folgendes vor: Unsererseits begibt fich sofort eine Delegation nach Syrien, um dort sofort dem Blutvergießen Einhalt zu tun und das Terrain ssir Verhandlungen zwischen Vertretern Ew. Exzellenz und denen der Führer der Ausstän- digen oorzubereiten. Um einen Erfolg solcher Verhandlungen von vornherein zu gewährleisten, bitten wir um Ihr Einverständnis mit folgenden unseren Grundsätzen 1. Bildung eines syrischen Staates, der alle Gebiete unter französischem Mandat umfaßt. Was den Libanon anbelangt, so soll eine Volksabstimmung darüber entscheiden, ob seine Bewohner sich dem syrischen Staat anschließen oder davon getrennt bleiben wollen. 2. Sofortige Errichtung einer vorläufigen nationalen Regierung, zu der die Bevölkerung Vertrauen hat und die Wahlen zu einer gesetzgebenden Nationalversammlung ausscheiden soll. 3. Einberufung einer verfassunggebenden Nationalversammlung auf Grund des allgemeinen direkten Stimmrechts. 4. Abschaffung des Mandats und Fest- legung der Beziehungen zwischen Frankreich und Syrien durch ein Abkommen von begrenzter Dauer. 5. Abtransport der Besatzungsarmee vom syrischen Gebiet nach Bildung der provisorischen Regierung. 6. Hinterlegung dieses Vertrages beim Völkerbünde und Aufnahme Syriens in den Bund. III. Denkschrift an Henry de Jouvenel, die Ihm bei feiner Durchreife in Kairo von den syrischen Parteien überreicht wurde. Man erinnert sich des Antagonismus des arabischen und türkischen Elements im türkischen Reich. Der Grundsatz der „türkischen Nationalität", die von den Jungtürken nach der Proklamation der Ver- fassung propagiert wurde, erregte Anstoß bei der „arabischen Nationalität". Die Araber-Bünde hielten im Jahre 191.3 ihren berühmten Pariser Kongreß ab, um die arabische Frage auf die Tages- ordnung der wichtigsten in der Türkei zu lösenden Fragen zu stellen. Die Türken verschlossen siR nicht der Bedeutung der Lage und suchten, der G fahr zuvorzukommen, indem sie den Arabern gewisse Konzessionen machten. Doch die Araber begnügten sich nicht damit. Daher benutzten die Türken den Weltkrieg, um die arabische Frage Im Keime zu ersticken. Sie verhafteten die Führer der Bewegung, schleppten sie vor ein Kriegsgericht in Aley (Libanon) und verurteilten die meisten von ihnen zum Tode. Die Todesurteile wurden auf zwei öffentlichen Plätzen in Beyruth und Damaskus vollstreckt, die seitdem „Märtyrer - Plätze" heißen. Doch die Araber, insbesondere die Syrier, verloren den Mut nicht. Nachdem sie von den Türken enttäuscht waren, wandten sie sich an die Verbündeten. Nachdem sie von diesen, namentlich von den Franzosen und Engländern, zahlreiche Versprechungen erlangt hat- ten, traten sie zu Tausenden in die Armeen der Verbündeten ein. Ganz Hedjaz erhob sich gegen die Türkei. Eine ganze, aus sämtlichen arabischen Provinzen zusammengestellte Armee, nahm am Kriege gegen die Türken teil. Beim Kriegsschluß erkannte Lord Allenbey den hervorragenden Anteil der arabischen Armee am Siege in Palästina öffentlich an. Aber der Hauptzweck, weswegen die Araber im allgemeinen und die Syrier insbesondere all diese großen Opfer gebracht hatten, erfüllte sich keineswegs. Im Jahre 1919 erschien eine amerikanische Kommission, um über das Schicksal des Landes zu entscheiden. Im Dezember 1919 begab sich Emir Faloal persönlich nach Europa, um mit dem französischen Außenministerium selbst wegen der Schaffung eines syrischen Staates zu verhandeln. Er kehrte nach Syrien mit der Hoffnung zurück, die zur Geltung kam, lag nur an dem Werk. Die beiden Einlagen wirkten belebend für das Ganze: ein anderer, frischerer Geist sprach aus ihnen. Die einzelnen Chöre wurden durch sorllaufende Deklamationen verbunden, und die Sprecherin wußte mit feinem Geschmack und Empfinden den poetischen Gehatt zur Geltung zu bringen. Ganz andere Geistesart sprach aus Ferdinand Hummels: „Herr Oluf» Eichendorffs „Nachtzauber" führte auf die Gedankenwelt hin. Die romantische Musik erschloß den Ton des Waldhorns in seiner magischen Gewalt. Und der romantischen Art folgt Hummel: Cello und Horn werden zum Träger des instrumentalen Gedankens. Die Durcharbeitung des Chorischen geht auf die Einzelheiten des Textes genau ein; es ist eben Musik, die aus der echten Wurzel entsteht, aus dem romantischen Erschauern, dem dämonischen Erlebnis, die aber auch darum stets wirken und packen wird. Um so mehr, wenn sie so sorgfältig durchgearbeitet erklingt. Da war keine Regung, der nicht nachgegeben wurde, bei den Begleitinstrumenten (besondere Anerkennung dem Hornisten) sowohl wie beim Chor. Das Wohlabgewogene der Deklamation, trotz aller Deutlichkeit im Text keine Vernachlässigung des Klanglichen, die sorgsam herausgestellten dynami- schen Abstufungen, der Aufbau der Steigerungen. Das erhob diesen Chor erheblich über die übliche Höhe von Schulleistungen. „Waldharfen" von Edwin Schultz (für Frauen- chor, Klavier, Harmonium und Streichquartett bearbeitet von Leopold Geller) bewegt sich in der gleichen Linie wie das Hummelsche Werk: nur daß an Stelle des Fortschritts der Handlung die Stimmung in ihrer vielfachen Abstufung tritt. Auch hier hob sich wieder die Herausarbeitung der Gegensätze und Steigerungen (besonders zum Schluß) recht deullich hervor. Für die in der Schule geleistete Arbeit mar die Aufführung ein ehrendes Zeichen, eine Anerkennung für die Muhe, Arbeitskraft des Leiters (Gesanglehrer Leopold Geller). Aber noch sei derer gedacht, die sich mit Liebe für die Werke ein setzten, an den In- ftrumenten als auch der Vertreter der Gesangssoli. Dem Ganzen gab Studienrat Freytag den Auftakt mit seinen begeisterten Worten vom deutschen Walde und seiner Auswirkung auf das deutsche Volk. des Hedrichs scheint noch itten üblich zu sein, wie sich bei Die 4582ss Sommerkur für spät erkennen. W. ollem i freien Oberhessen. Landkreis Gießen. ^Gesangvereins „Sängerkranz" am heutigen Sonntag statt. Der Samstagabend F brachte einen Festkommcrs, an dem sich die hiesigen und mehrere wetlstreitende Vereine be- * teiligten. Unter Leitung des Festbirigenten, Lehrer Blaß-Grohen-Linden, sang der Jubelverein einen Begrüßungschor. Der Gesangverein „ßt)on 1910“ Frankfurt a. M. Werreichte dem festgebenöen Verein einen wertvollen Dirigentenstab. Am Sonntag früh begann der G e - sangwett st reit. Der Andrang der Zuhörer war auherordenMch stark. Es wurde Vorzügliches geleistet; man konnte allgemein feststellen, daß der Männergesang allerorts aufs beste gepflegt wird. An dem Wettfingen beteiligten 'r.;f 7 to **w I • * S % den oi hie Leibern -m Schuld-^ >,°r Vehrzohi erbring j.. lung b*et, (Häfen A lüötben, >n -s k .„gerordentliche 1'Sie drängen hen -chnssung Hatten, den weitere Entwu Leibesübungen ^orwärtsgeion entstanden, son plahfläche «ns Jahre 1921 no, 1925 bereit* a leitbem noch re b a u ist M in HemeindeauM hilf hassen, daß -äs MMestm qvps bald erreic her Epidpiatzjli hübet nicht Mied tommt 5ommcr= obt Forderung des -Hinterschwimn jache, daß vo Statistik erfaß! bGen. Reichsp ^eidjsregi nicht immer sc niiö öer Erken Bsleae nicht m durch, wenn vc druck geneben.' Ausschusses für ipiel des Reich ßm und viele Arbenina erh sind von der U Mährte Preu Ditn-, Spörf: nach Mrübergel «lieber eingefüfji llnermüdliche MzL iüt di beiten. Sport Leibesübui ieter Zeit uni sondern wegen weiter vorwär Stadion roeger standhaltutig d 2urch die Del sind bisher 7k hindurchgeaangi Prüfung abgele Reich tätig. 9m flonge mit 1045 Jion abgehalter '"rfen nahmen Unter den $ haben die 1 ,f>ren Zp>eck ai MM und °°reichen merb "werdeutschen' iniematioMe! ^orbereite .'onbsonbe Amsterdam brachte bas ve sofortigen ®irft aber ech & Elugust k '^wung bringe noch im (Srühingcc Wald .uzurrefien. Seine Blütezeit geht eben zu Ende. Lich, 12. Juni iWSR.! Aus Anregung des Landwirtsck.aitötainmcrauLschuises^ der Provinz Oberhessen fand dieser Tage eine Versammlung der hiesigen Landwirte statt, die sich mit Maßnahmen Zur UebeNvistduntz öer iäsolae i'ct Lunaeuseuche entstandenen schweren Rot beschäftigte. Ja erster Linie wurde öie Beschaffung von Ersah für die ab- tz e s ch l a ch t c t c n Tiere für notwendig erachtet. uni) die Landwirtschaftskammer aufgeiör- tert, durch eine .Vermittlungsstelle den hiesigen Viehbesihern bei' Beschaffung vvn Vieh behilflich zu sein. Kleis Friedberg. WER. Friedberg, 12. Juni. Der vor einigen Tagen flüchtig gegangene Kauf manns- lehrlino. welcher einer hiesigen F.rma 3000 Mark unterschlagen hatte, tonnte in Schwarzenborn (Kr. Ziegenhain) f e ft genommen werden. Sein Komplize wurde von der Kriminalpolizei in Berlin mit einem größeren Geldbetrag, der ebenfalls von bet unterschlagenen Summe herrührte, feftgenommen. sf. Friedberg, 12. .Juni. Ein erlesener Genuß mar es, der dem tunstliebenden Publikum Friedbergs durch den ersten Konzertabend des berühmten Amar-Quartetts geboten wurde. Däß diese Ouärtettvereinigung, die anerkannt zu den hervörtagendstsn Deutschlands gehört und die man sonst wohl nur in den Konzertsälen der Großstädte hören kann, auch unsere Stadt mit ihrem Besuche beehrt, verdanken wir den Bemühungen uh9 persönlichen Beziehungen des Professors Dr. Karl Schmidt, dessen Anregung das künstlerische Leben unserer Stadt schon viel verdankt. In der stimmungsvoll geschmückten Fest- Halle der Augustinerschule hatte sich die zahlreiche Zuhörerschaft versamemlt und lauschte mit Andacht und Ergriffenheit den herrlichen Klängen des Quartetts (der Herren Sicco Amar, Walter Kaspar, Paul Hindemith, Budolf Hindemith). Wir müßen es zum Lobe des Kunstsinnes unserer Stadt aussprechen, daß die Halle bis zuM letzten Platze gefüllt war und daß stürmischer Beifall die Künstler belohnte. 00 Aus der Wetterau, 12. Juni. Die eingeengte Rahrungsgebiet des alten Kontinents zu bduethbetn Menschentransport treibt. Wo ist neues Siedlungsland? Dieser Ruf wird in Europa nicht mehr verstummen. Er wird immer lauter werden, da die künstliche GeburtenbesMänkung nicht nu^ eine unnatürliche, sondern eine geradezu undiskutable Lösung des Problems darstellt. Geheimrat Penck in Berlin, der hervorragende Geograph, hat kürzlich in einem Vortrag darauf hmgewiesen, daß die Trope n. obgleich sie wegen ihrer pflanzlichen Ueppigkeit große Schwierigkeiten bieten, ein gewaltiges Gebiet darstellen, das auf die Besiedelung mit weihen Menschen wartet. Es hat sich allerdings gezeigt, daß die Kraft des Europäers in den Tropen leicht erschlafft. Portugiesen, Spanier und Engländer haben als Kolonisatoren versagt. Am Besten haben sich, wegen ihres Kräfteeinschlags nvrdgerrnanischen Bluts, das sie vor Jahrtausenden empfingen, die Inder in den Tropen bewährt. Geheimrat Penck bat in diesem Zusammenhang die Fähigkeit des Deutschen, sich in anderen Zonen zu akklimatisieren, hervorgehoben und dabei erwähnt, daß z.D. auf dem Hochplateau in Brasilien deutsche Ansiedler in ganzen Dorfgemeinden leben, die schrittweise dem tropischen Stvomlastd Südamerikas sich nähern. Die Tropen können (tote Geheimrät Penck erklärt), die Kornkammern EürV- pas werden: sie sind ein Zukunftsland unseres übervölkerten Erdteils,, dessen Blutfülle feine chronische Krankheit ist. Auch Reuseeland, das alle Weltreisenden als ein Paradies zu schildern nicht müde werden, wird sich bequemen müssen. Häfen und Tore dem Strom der Einwanderer zu öffnen mtd jene Bestinnnung fallen zu fassen, die nicht- britischen Erdbewohnern die Ansiedlung verweigert: eilt Land, .so groß wie Italien. gegenwärtig von l1 2 Millionen Weißen und etwa 100 000 Farbigen (Mäoris) bewohüt, fruchtbar, gesund und reich, ein Land, das keine Armut und keine sozialen Konflikte kennt und eine neue Heimat für Millionen hesMatsüchenber Menschen werden könnte. Die Auffassung, daß die heutigen Methoden der Koloniälpolitik, wie sie von den verschiedenen Mächten betrieben werden, auf die Dauer unmöglich sind, wird schon jetzt von vielen deutlich empfunden. Die Jukunflsländsr der Menschheit. Die Zahl der Menschen, die gegenwärtig unsere Erde besiedeln, beträgt nach Zahlungen und allgemeinen Schätzungen etwa 1620 Millionen. Davon lebt der vierte Teil (genau 26 Prozent) in Europa, das an Fläche etwa 10 Millionen Quadratkilometer umfaßt, während in Amerika auf einem über viermal größeren Wohnraum (42 Millionen Quadratkilometer) mir ein Zehntel der Menschheit lebt. Von der Gesamtbevölkerung der Erde entfallen auf Afrika mit 29 Millionen Quadratkilometer) 8,9 Proz., auf Australien (7,6 Millionen Quadratkilometer) 0,3 Proz. der Gesamtberwlkerung. Diesen mäßig bevölkerten drei Erdteilen steht allerdin^ Asien gegenüber, das auf einer Fläche von 44 Millionen Quadratkilometer nahezu 55 Proz. der lebenden Menschheit beherbergt. Der der Größe nach am stärksten besiedelte Erdteil ist also, wie die Ziffern deutlich zeigen, Europa, dessen Bevölkerung sich, wie hierbei erwähnt sei, im Laufe eines Jahrhunderts (von 1825 bis 1925) um das Doppelte vermehrt hat. Wenn die allgemeine BevölkerungsvermHrung im Tempo des letzten Jahrhunderts weitergeht, so wird etwa um das Jahr 2125 die Erde acht Milliarden Menschen zählen, d. h. die BesiedÄungsmöglichkeiten würden. da unsere Erde etwa 8 bis 10 Milliarden Menschen aufzunehmen vermag, in hundert Jahren erschöpft fern. Eine Taffache, deren Rahe uns nachdenklich machen und dazu anregen sollte, nach neuen S iedlungsgebieten schon jetzt ernsthaft Ausschau zu halten. Europa hat im Laufe des letzten Jahrhunderts ungeheure Menschenmassen — vor allem nach Amerika — exportiert. Wir haben, wenn wir es recht betrachten, eine Völkerwanderung größten Stils erlebt. Arbeitswillige Menschenkrast hat den neuen Kontinent der Kultur erschlossen und ürtoafögelänbc unter den Pflug gezwungen. Auf altem Ürtoaldboden stehen heute, nach nur hundert Jahren, die Fundamente einer neuen Weltmacht. So hat sich das Antlitz der Welt gewandelt. So wird (und so muß. weil die Verhältnisse es erzwingen) der Dlutstrom der Wen-chen aus Europa weiter fließen, weil das lieber die Zukunftsmöglichkeiten Grönlands hat ini vorigen Jahre auf einer Tagung dänischer Landwirte Dr. Hartz berichtet, daß es auf Grönland, vor m Süden, etwa 160 000 Quadratkilometer eis- Bodens gäbe, der sich für Piehzucht hervorragend eigne. Südgrönland sei in der Lage, 50 000 Bauern eine gute Existenz zu gewähren. Es handelt sich dabei um ein Gebiet, das für Landwirtschaft in Frage komme, das dreimal so groß ist als gastz Dänemark. Rundfunk-Programm des Arckrikseirter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Dienstag, 15. Juni. 4.30 bis 5.45 ill)r: Konzert des Haus^ Orchesters: Edward Grieg. 5.45 bis 6.05 Khr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.30 Uhr: „©.fuhb- heitlicher Wert des Rudersports". Referent: Sanitätsrat Dr. Oppenheim. 6.30 bis 6.45 Hfjr: Vortrags ..Rennrudern und Regattaveranstaltung". Referent August Basse. 6.45 bis 7.15 Uhr: Junkhochschule Frankfurt ä. M.. „GeTahren des Sommers für ic Säuglinge". Vortrag von Dr. Schlechtinger. 7.15 bis 7.45 llhr: (Hochschule Frankfurt a. M.: „Die Keimzellen deS Ribelungenliedes". Vortrag von Prof. Räumann. 7.45 bis 8.15 itjjr: Schachftunöe. 8.15 bis 9.15 IHjr: Eembalo-Konzert Alice Ehlers, Berlin. 9.15 bis 10.15 Uhr: Dichtungen in Alt-Frankfurter Mundart. Geschäftliches. In Fachkreisen und bei Interessenten hat eine Veröffentlichung der Automobilwerke H. Büssing, Aktiengesellschaft, Braunschweig, Beachtung gefunden, welche eine wesentliche Preisermäßigung für die Erzeugnisse der Firma ankündigt. Die Firma konnte allein durch die Berbesserung 8er Herstellungsmethoden diese Preisermäßigung erreichen. Unter Beibehaltung des von den Büssing-Werken oertteienen Qualitätsprinzips hat nian es verstanden, mit beträchtlichen Opfern und mit Hilfe großangelegter Neubauten insbesondere dem Weg der Fabrikation einen wirtschaftlich so günstigen Wirkungsgrad zu geben, daß die Ersparnisse den Abnehmern zahlenmäßig zugute kommen können. sich 965 Säuger in 19 Vereinen. An dem Haupt- ehrenpreissingen nahmen alle 19 Vereine teil. Das Ergebnis des Klassensingens war folgendes: A. Stadtklassen: 1. Stadtklasse Ehrenpreis und 1. Preis Männergesangverein Burgsolms 172,5 Punkte, 2. Preis Edelweiß Ost- Heim bei Hanau 170 Punkte. 3. Preis Heiterkeit Fechenheim 169.5 Punkte, 4. Preis Jugendfreund Steinberg 162 Punkte' 2. Stadtk lasse:!. Pr. Frohsinn Hochelheim 161 Punkte, Ehrenpreis und 2 Preis Einigkeit Jugenheim 155 Punkte. 3. Pr. Frohsinn Ahbach 148 Punkte: 3. Stadtkläs! c: 1. Preis und Chreirpreis Gesangverein Lyra 1910 Frankfurt 173 Punkte, 2. Preis Männergesangverein Oberschmitten 166.5 Punkte. B. Land- klassen: 1. Landklasse: 1. Preis und Ehrenpreis Frohsinn Pfaffenwiesbach 154.5 Punkte. 2. Preis Eintracht Hermannstein 152.5 Punkte. 3. Preis Eintracht Friedberg-Fauerbach 151 Punkte. 4. Preis Cäcilia Brachbach 150,5 Punkte, 5. Preis Liederkranz Eschbach: 2. Landklasse: 1. Preis Liedertafel Hainchen 155 Punkte, Ehrenpreis und 2. Preis Einheit Allen- dorf (Lahn) 152 Punkte, 3. Preis Einheit Obernau 151,5 Punkte: 3. Landklasse: Ehrenpreis und 1. Preis Mannergesangverein Münchholzhausen 149,5 Punkte, 2. Preis Eintracht Grüningen 147,5 Punkte. Beim höchsten Ehr e n s i n g e n erhielten in den Stadtklassen: Männergesangverein Burgsolms den 1. Hauptehrenpreis, Lyra 1910 Frankfurt den 2. Hauptehrenpreis. In den L a n d k l a s s e n Frohsimr Pfaffenwiesbach den 1. und Einheit Allendorf (Lahn) den 2. Hauptehrenpreis. Dirigentenpreise erhielten in der Stadtllasse Männergesangverein Burgsolms. in der Landkiasse Frohsinn Pfaffenwiesbach. Gegen 3 Ahr bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die Straßen von Wahdn- born und Steinberg nach dem Festplah auf der „Mooks-Wies": etwa 50 Vereine beteiligten sich an dem älmzug. Festpräsident Johannes Harnisch hielt die Festrede. Er feierte das Deutsche Lied als ein festes Band, das weite Kreise des deutschen Vaterlandes zusammenlchließe. Frl. Lina Kbingelhöfer überreichte dem Verein je einen goldenen und silbernen Lorbeerkranz, gestiftet von den Jungfrauen des Vereins. Unter Leitung seines bewährten Dirigenten. Lehrer Blaß, der den Verein seit 1913 leitet, fang der Jubelverein einen Begrüßungschor. Anschließend fangen mehrere Gastvereine ihre Lieder. Das Fest hatte sehr unter der ungünstigen Witterung zu leiden, der Festplah war durch die Regengüsse ziemlich aufgeweicht, so daß viele auswärtige Sangessreunde, besonders von Gießen, zu Hause geblieben waren. * Großen-Buseck, 12. Juni. Die Vorbereitungen zu dem am 26., 27. und 28. Juni hier stattfindenden 2 5. Stiftungsfest des Gesangvereins Sänge rkranz sind Nunmehr abgeschlossen. Eine große ^Anzahl auswärtiger Vereine wird sich an der Feier beteiligen. Es soll dabei von 400 Sängern ein M a s s e n ch o r gesungen werden. Auf einen würdigen Verlauf des Festes ist zu rechnen. L Winnerod. 12. Juni. In Oberhessen trifft man sehr selten größere Weidenkulturen an. Unser Hofgut hat nun eine ausgedehnte Weidenpflanzung angelegt. An der Straße nach Reinhardshain liegen sumpfige Waldwiesen, die sich weder zur Gras- nuhung noch als Weide eignen. Das Hofgut glaubt, auf diese Weise aus den Waldtoiesen größeren Ruhen ziehen zu können, zumal die Korbweide ein begehrter Artikel ist. : Lich, 12. Juni. Der Türkenbund (Lilium mÄrtagon), eine in unserer Gegend immer seltener werdende Pflanze, steht eben in voller Blüte. Die zurückgerollten Blütenblätter sehen braunrot aus und sind mit dunkleren Flecken versehen. Die Pflanze wird etwa 30 Zentimeter hoch und wächst ah sonnigen lichten Waldstellen des Hardtderges. Ihr heute nur noch seltenes Auftreten ist namentlich darauf zurückzuführen, daß durch unsere ehemaligen Präparanden, denen das Pflanzensammeln zur Pflicht gemacht war, viele Pflanzen Mitsamt ihren Wurzeln ausgegräben worden sind. Der Türkenbund wird heute als Zierpflanze in unseren Gärten gezüchtet. — Eine andere in unserer Gegend früher schon sehr seltene Pflanze ist heute an ihrem ehemaligen Standplatz, auf der Hardt, so gut wie ganz verschwunden. Es ist das Felsenfiüger kraut (Potentilla rupestris), das man vor 25 Jähren noch an waldigen Orten der Hardt finden konnte. .Es ist jetzt beiter für die Ansiedlung in Island zu interessieren, da die Möglichkeit besteht, in den fruchtbaren Küstengebieten im Süden des Landes für etwa 20 000 Ansiedler allein durch Viehzucht eine auskömmliche Existenz zu schaffen. In nicht allzu ferner Zeit soll zwischen der Haupfftadt Reykjavik und Südisland (eine Strecke von zehn Meilen) eine Bahn gebaut werden. Die wirtschästliche Lage Islands ist infolge der reichen Fischfänge der letzten Jahre ausgezeichnet. tpic Staätssihanzen weisen einen erheblichen lleberschuß auf, der für die wirtschaftliche Erschließung verwendet werden soll. Als ein besonders reiches Land gilt Spitzbergen, das, seit Sommer 1925 norwegischer Besitz, mi Jahre 1596 von dem Holländer Barentz entdeckt würde, und dessen Kohlenschätze auf etwa 9000 Millionen Tonnen berechnet werden (das sind beinahe so viel wie Belgien besitzt, dessen Kohlenvärrat auf 11000 Millionen Tonnen taxiert worden ist). In der Ad- ventbay liegt Longyeär-Eity, die Bergarbeiterstadt, zrrgleich die Nördlichsttz Stadl der Welt. Das Kohlengebiet liegt zwischen Eisfjörd und BellsNNd, und zwar liegt die Kohle nicht in tiefen Erdschichten, sondern noch über dem Meeresniveau. Fäst noch wichtiger ist der Reichtum des Landes an Robben. Im Sommes 1924 hat eine englische Expedition (Universität Üxsord), im Juli 1925 eine schwedische Expedition väs Land durchforscht. GOangoereme Orpheus-Geiß-Nidda und der 5ht> chenchor Nidda mitwirken werden. Die Festpredigt hält Pfarrer Köhler aus Nidda. Nach dem gemeinsamen Mittagessen findet eine Besichtigung des Partes und der Kuranlaoen statt, nachmittags folgt im Konzerthaus ein Festakt. Feuerwerk und Tanz sollen die Feierlichkeiten beschließen. LtlsfeLV. W A u s dem Ohm tat, 12. Jxmi. Der Fischcreipächter H e u n aus Frankfurt a. M. fing in der Ohm zwischen Homberg und Nieder-Gemünden, oberhalb der Dicknerksmühle einen Hecht, der das ansehnliche Gewicht von 15 V f u n d aufwies. Ltorkendurä. Bensheim, 12. Juni. lWSR.) Der Main-Rheingau der Deutschen Turnerschaft beabsichtigt, hier am 19. und 20. 3uni ein Gaufrauenturnen zu beranftaiten. Da die vorn Turnverein Bensheim veröffentlichte Festfolge einige Veranstaltungen aufführt, die angeblich mit den von den deutschen Bischöfen ausgegebenen Leitsätzen und Wellungen im Widerspruch stehen, wurde versucht, die fraglichen Veranstaltungen zu verhindern die Bemühungen in dieser Hinsicht blieben aber erfolglos.^Runmehr veröffentlicht die hiesige t a t ßo l i f ch e Geistlichkeit in Gemeinschaft mit den sechs katholischen Vereinen eine längere Erklärung, an deren Schluß es heißt: „Wir fördern die Katholiken der Stadt auf, dieser Veranstaltung sernzubleiben, um dadurch feierlich Verwahrung einzulegen gegen das Gebahren der Deutschen Turnerschaft, Die weltanschaulich neutral zu sein behauptet und trotzdem keinerlei Rückfic.ll nimmt aus die Gewllsenspflicht ihrer iathöl'llchen Mitglieder. Wir erwarten, daß das katholische Bensheim auch insofern Selbstzucht übt, als es jede Teilnahme am Gau- Frauenturnen von sich toei st." Man darf gespannt darauf sein, ob sich unter diesen Utto* ständen die Deutsche Turndrschaft zur Abhaltung- des Turnens entschließen und wie sich in diesem Falle das Fest aospielen wird. ’Q’ . uölkeruna zur Annahme eines Abkommens mit tankreich bewegen zu können. Doch erhob sich fort eine starke Opposition hiergegen: ein syrischer iangreß vom 8. März 1920 verlangte die völlige Inai'hänaigkeit Syriens und errichtete eine demo- latische Regierung. Diese bewiös 5 Monaate lang nllauj ihre Daseinsberechtigung. Doch die sranzö^ 'scheu Behörden ließen dieser Regierung keine Ruhe. General Gouraud organisierte eine militärische Expedition, bemächtigte sich Damaskus' und anderer Städte im Innern, besetzte das Land, schaffte seine Unabhängigkeit ab, entwaffnete die junge Armee ind beeilte sich motu proprio ein neues Regime ’,u schaffen. Die nationale Bewegung aber ließ sich richt Niederschlagen. Sie setzte ihr Werk im Norden mter der Leitung von Ibrahim bey Hanano 1920 sis 1921 fort. In Hauran brach infolge der Besetzung jon Damaskus ein Aufstand aus, der 6 Monate Dauerte. Im Lande der Alaniten dauerte der Kampf von 1919 bis 1921. Die erste Erhebung des Sultans Pascha El-Atrache fand im Jahre 1922 statt und währte ein halbes Iaht. Die französische Äer- maltung in Syrien blieb während dieser Zeit verwirrt und unbeständig. Gegen Ende des Jahres 1920 teilte General Gouraud das Land in fünf autonome Staaten, jeder hatte feine Regierung und feine Fahne. Im gleichen Jahre wurde der Nördliche Teil Syriens abgetrennt und an die Türkei abgetreten trotz der gegenteiligen Verpflichtung Frankreichs im Sykes-Picot-Vertrag. Im Jahre 1922 nahmen die Franzosen eine Umgruppierung der syrischen Staaten vor, sie bildeten die syrische Föderation mit den Staaten Damaskus, Aleppo und dem Lande der Alaniten. Letzteres sonderten sie 1923 wiederum ab und bildeten einen neuen syrischen Staat, bestehend aus den alten Staaten Damaskus und Aleppo. Diese Lösung befriedigte erst recht niemanden. Am Schluß dieser Denkschrift befinden sich dann die gleichen Forderungen wie im Briefe unter II. IV, Dis Antwort de Jouvenels. De Jouvenel, der französische Oberkommissar für Syrien, hat auf diese Denkschrift noch am gleichen Tage, nämlich am 30. November 1925, abends 11 Uhr, geantwortet. Er lehnt die Forderungen der Syrier in der allerentschlebensten Form ab, und zwar in höchstsbeleidigender Weise. Er schreibt z. B. wörtlich: „Es wäre weit bester gewesen, wenn Ihr Brief niemals geschrieben worden wäre." V. Antwort des Fürsten INichel Lotfallah. Auf diese Verhöhnung de Jouvenels antwortet der Präsident des Exekutio-Komitees des Kongresses «yrien-Palästina, Fürst M. Lotfallah, in einem sehr vornehm gehaltenen Schreiben von 1. Dezember 1925. Es heißt darin u. a.: „Wir arbeiten für den Frieden und die Wohlfahrt unseres Landes. Darum machten wir unsere begründeten Vorschläge vom 30. November. Ew. Exzellenz glauben, daß Ihre weniger großmutigen Konzessionen Syrien zu Frankreich und dem Frieden entgegen führen werden. Wir bnben den niederschmetternden Eindruck, daß dies keineswegs der Fall fein wird..." Erschließung ferner Länder wird in nicht allzu ferner Zukunft nach ganz anderen Grundsätzen erfolgen müssen als bisher: und die Größe der Aufgaben wird von selbst zu einer loyalen Zusammenarbeit aller in Frage kommenden Kulturländer drängen. Es ist bemerkenswert, daß die Pariser Academie des Sciences coloniales einen hohen Geldpreis ausgesetzt hat für eine Preisaufgabe, die die Erschließung der Sahara zürn Gegenstand hat. Es sollen Wege gezeigt werden, wie eine auf weite Sicht angelegte Wirtschaftspolitik das große afrikanische Wüstengebiet nutzbar machen kann, wobei als einzelne Abschnitte der Abhandlungen vorgesehen sind: wirtschaftliche Grundlagen, technische Unternehmungen, Stadien des Ausführung, finanzielle Methoden, Zukunftsaussichten. So phantastisch manchem heute Lebenden der Gedanke sein wäg, Wüstenland in Siedlungsgebiet zu verwandeln, es wird eine Zeit kommen, wo dieser gigantische Plän greifbare Wirklichkeit wird und wo die technischen Möglichkeiten und Erfahrungen bereitstehen werden, \ dieses Neuland zu schaffen und dem Menschen späterer Zeiten als Wohnsitz anzuweisesi. In diesew Züsantmenhangx sei irtitgietei'lt, daß v0M fBätianYent der Südafrilanischen Urtiön das Projekt angenommen worden ist, ditz Kalähariwüstc zu bewüstern, UM für die wachsende Bevölkerung neue Asibaüslächen zu gewinnen. Man will von verschiedenen Flüssen, ii. a. vom ZaMbesi, Kanäle durch das Wüstesiland legest und hofft, durch die damit gesteigerte Luftfeuchtigkeit und die damit verbundenen Regenfälle das Klimv beeistflusten ftu können. ES chag erstaunlich klingen, weilst hier gejagt wikd, daß (ganz abgesehen vast den Polargegenden) eist Zehntel der Erdoberfläche noch stn erforsch- t e e Gebiet ist, das auf unseren Karten als kahle Stellen eingetragen ist. In Arabien z. B. sind nur die Küstengebiete besiedelt. Das Innere des Landes (ein Gebiet von der doppeltest Größe des Deutschen Reiches) ist gänzlich unbekannt, jedoch nicht unbewohnt. Ebenso gibt es in 3 n n e r a f i e n und in Australien riesige Gebiete, die nahezu menschenleer sind. Auch Island, Spitzbergen und Grönland dürfen als Zukunstsländer der Menschheit angesprochen wekden. Die isländische Regierung macht leit einiget Zeit große Anstrengungen, vor allem dänische Bauern und landwirtschaftliche A» Großen-Linden, 12. Juni. Kreisstraße Großen-Linden — Lang- Göns war schon seither gesperrt. Der Verkehr ging m südlicher Richtung über Hörnsheim, Hochelheim, Dornholzhausen, Niederkleen, Butzbach. Da nun auch diese Strecke wegen einer in Tätigkeit befindlichen DaMpsstraßenwalze bei Hörnsheim gesperrt ist, kann der Verkehr von Gießen aus ■ mir über Leihgestern gehen. —Watzenbor N--S t e i n b e r g, 13. Juni. Mn stark besuchter Gesangstoettstreit fand aus Anlaß des 5 0. Jubiläums des hiesigen n. Turnen, Sport und Spies. Vie Jahresbilanz des D. R A. Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen veröffentlicht jetzt das Ergebnis feiner Arbeit im vergangenen Geschäftsjahr, das vom April 1925 bis zum März 1926 reichte. <$r i'ieilt darin eingangs fest, daß gute Erfolge er. zielt worden sind, und daß seine Forderungen, die bei ihrer ersten Verkündung undurchführbar er» schienen, heute nach und nach erfüllt werden. Zunächst das Schulturnen. Zwar stehen wir 'N Deutschland bezüglich der Einführung der täglichen Turnstunde noch ganz nm Anfang, während Frankreich, England, Schweden, Rußland, Italien bicfer Forderung längst genügen. Aber aus den bescheidenen Anfängen ist ein Fortschreiten auf vielem Weg zu erhoffen, zu erwarten. riMn den deutschen Hochschulen marschieren die Leibesübungen. Die Philologen, die sich dem Schuldienst widmen, die Ingenieure müssen (in der Mehrzahl der deutschen Einzelländer) für ihr Abschlußexamen den Nachweis sportlicher Betätigung erbringen, für die Mediziner wird die gleiche Regelung baldigst erfolgen. An allen preußischen Universitäten sind Institute für Leibesübungen gegründet worden, in Leipzig wirkt Dr. A l t r o ck bereits als .'ußerordentlicher Professor als Leiter dieses Instituts. 2)it drängendste Forderung ist die der genügenden Schaffung und Bereitstellung von Uebungs- Hätten; denn sie ist die Voraussetzung für alle weitere Entwicklung auf dem Gebiet der Pflege von Leibesübungen. Auch hierin sind wir in Deutschland uorwärtsgekommen. Nicht allein neue Stadien sind entstanden, sondern, was viel wichtiger ist, die Spiel- platzsläche auf den Kopf der Bevölkerung, die im Jahre 1921 noch 1 Qm..betrug, war bis zum 1. Ian. 1925 bereits auf 1,56 Qm. gestiegen und hat sich seitdem noch weiter vermehrt. Der Spielplatz- b a u ist jetzt in den Kreis planmäßig zu erfüllender Gemeindeaufgaben ausgenommen worden, und man darf hoffen, daß auch ohne reichsgesehliche Regelung das Mindestmaß von 3 Qm. Spielplatzfläche pro Kopf bald erreicht wird. Leider hat mit dem Wachsen der Spielplatzfläche die Zunahme der Schwimmbäder nicht Schritt gehalten. In den deutschen -läbten kommt auf je 27 000 Einwohner nur ein Sommer oder Winterschwimmbad, während die Forderung des D. R.A. für je 15 000 Einwohner ein Winterschwimmbad will. Noch schlimmer ist die lat» lache, daß von 2175 Turnhallen, die durch eine Statistik erfaßt worden sind, nut 125 Duschanlagen besitzen. Reichspräsident, Reichstag und Reichsregierung haben sich — das war leider nicht immer so — zu den Leibesübungen bekannt, und der Erkenntnis von der Notwendigkeit ihrer Pflege nicht mehr nur durch Worte, sondern auch durch, wenn vorläufig auch bescheidene Taten Ausdruck gegeben. Von der Gründung eines Reichstags- ausfchusses für körperliche Erziehung — dem Bei- ipiel des Reichstags folgten der Landtag von Preußen und viele andere Länder — darf man weitere Forderung erhoffen. Die Turn- und Sportvereine sind von Der Umsatzsteuer befreit worden, die früher aewährte Preisermäßigung aus der Eisenbahn für Futn-, Sport- und Wanderfahrten von 50 Proz. ist nach vorübergehender Verringerung auf 33z Pröz. itilehcr eingeführt. Unermüdlichen Fleiß und Energie verwandte der ? R. A. für die Fortführung seiner eigenen Arbeiten. Sportfotum und Hochschule für Leibesübungen, die nicht trotz der Not unterer Zeit und unserer.Turn- und Sportvereine, sondern wegen dieser Not aufgebaut wurden, sind iveiler vorwärts gekommen, während man sich im Stadion wegen Mangels an Mitteln auf die Instandhaltung des Vorhandenen beschränken mußte. Durch die Deutsche Hochschule für Leibesübungen sind bisher 765 Studierende beiderlei Geschlechts hindurchgegangen, 83 von ihnen haben die Abschlußprüfung abgelegt und sind als Lehrer im ganzen Reich tätig. Im vergangenen Jahr wurden 21 Lehrgänge mit 1045 auswärtigen Teilnehmern im Stadion abgehalten, an den Berliner Volkshochschulkursen nahmen 11 043 Männer und Frauen teil. Unter den Veranstaltungen hes D. R. A. haben die Reichr-Iugendwettkämpfe ihren Zweck am schnellsten erfüllt. Reichsjugendabzeichen und das Deutsche Turn- uno Sportabzeichen werden immer mehr begehrt. Zu den innerdeutschen Aufgaben gesellt sich jetzt wieder die intemntiorttilc Vertretung des deutschen Sports, die Vorbereitung der Teilnahme Deutsch lands an den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam. (Einen einzigen tiefen Schatten brachte dos vergangene Geschäftsjahr: den Austritt der Deutschen Turnerschaft aus dem D. R. A. Nach her sofortigen Anknüpfung neuer Verhandlungen wird aber erst der Deutsche Tumtag in Bremen (Ende August d. I.) In dieser Frage eine klare (Ent- scheidung bringen. Leichtathletik. tRurnti geschlagen. v. Das »Laufwunder" Paovo Jlurmi ist geschlagen worden: Diele Meldung aus Stockholm würde kaum glaublich klingen, wenn die Niederlage Rurmis nicht in einem 1000-Qlteter- Laus (in _ Kuvpio). wie die Meldung besagt, erfolgt wäre, und diese Strecke ist für Iturml verhältnismäßig zu kurz. Auch die Zeiten, die für den Sieger, den Finnen Dahl, mit 2:312, für "Ttunhi Um 1 Sekunde schlechter gemeldet werden, sind von der Weltrekordzeit noch um säst drei Sekunden entfernt, erscheinen dagegen, besonders waS Rurmi anbetrifft, durchaus zutreffend. Fuhball. V. s. D. (•) Das vamstagsspiel der Liga in Butz- bach gegen den dortigen B. f. 1 war für erstere ein voller Erfolg. Dieser druckte sich weniger in der Höhe der Torzaht aus, als in dem Stil, in dem der 3:0-Sieg errungen wurde. Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Mann- schaftsteilen klappte /ast vorbildlich. Don Anfang bis Ende beherrschte D. f. B. das Feld. Es war eiste Freude, den Innensturm, unterstützt von der prächtig arbeitenden Läuferreihe, immer und immer wieder in flacher urrd präziser Flach- fombinaticn nach vorne ziehen zu sehen. Die beiden Außen sturmer fielen ohne ihr Verschulden faft ganz aus, da das an den Längsseiten beinahe fnieMje Gras sie an der Entfaltung ihres Könnens hinderte. Bei unemgefchrärckier Mitwirkung der fönst g'.lcn Flagelfiürmer wäre daS Ergebnis höher ausgefallen. Nachdem durch daS Halbzeitrefullctt 2:0 bei ständiger ileberieaenheit der Sieg so gut wie s cher war, spielte d c Mannschaft verhalten, dabei aber um fo mehr Wert auf lystemvvlleS Sviel legend, um sich *ür das am nächsten Tag weit bedeutungsvollere Treffen gegen ..Germania" Marburg zu schonen. Trotzdem hatte die Butzbacher Hintermannschaft schwere Arbeit zu verrichten wobei ihr sehr oft das Gluck zur Seite stand. Ein dritter Treffer erhöhte das Endresultat auf 3:0. Don beiden Mannschaften. mit Ausnahme eines Spielers der Platzelf. der vom Svielplah verwiesen wurde, wurde der Kampf hart, aber fair durchgeführt. Breslauer S. C. 08 südostdeulscher I-utzbaLmeister. vo. Zum dritten Male fand am Sonntag das Entscheidungsspiel um die Südostdeutsche Fußballmeisterschaft zwischen dem Breslauer S E. 0 8 und Diktoria - Forst statt. Gn einem im großen und ganzen fairen Spiel zeigte Dik- tvria-Forst die schwächeren Leistungen und wurde so vom Breslauer SC. 03 mit 3:1 (1:0) geschlagen. Der Sieg der Breslauer, die damit die Südostdeutsche Fußballmeisterschaft 1926 gewonnen haben, war verkstent. Fußball-Länderspiel Dänemark-Holland 4:1. vo. Dor einer riesigen Zuschauermenge ging am Sonntag in Kopenhagen das Fußballänder- spiel Dänemark gegen Holland vonftalten. Bis zur Halbzeit gingen die Dänen mit 2:0 in Führung Aach Wiederbeginn wurde das Spiel etwas ausgeglichener, nahm auch teilweile einen mehr oder weniger gewaltsamen Charakter an. doch stand der Sieg der Dänen, der mit 4.1 errungen wurde, keinen Augenblick in Frage Fuhball-Länderkanips Schweden-Tschechoslowakei. Der Länderkampf Schweden Tschechoslowakei. der am Sonntag in Stockholm statt- fand. endete unentschieden mir 2:2 (0:0). Fuhball-Länderspiel Frankreich - Jugoslawen 4:1. vo. Dor rund 50 000 Zuschauern 'and im Stadion Colombes (Paris) das Fnßball» länderspiel Frankreich gegen 3 u g o - flaoien statt, das die Franzosen mit 4:1 (3:1) gewannen. Die jugoslawische Mannschaft spielte zu langsam. Aus französischer Seite zeichneten sich besonders Devaguez und Arcolas aus. Der deutsche Fußballmeister 1926. Spielvereinigung Fürth deutscher Meister. — Die Vertreter der Reichshauptstadt wurden im Entscheidungsspiel 4:1 geschlagen. Die Frage: „Wer wird deutscher Fußballmeister?" ist entschieden. Der Wunsch der Sportwelt, diese höchste Ehre möge dem Besten zufallen, ist in Erfüllung gegangen: Die Spielvereinigung Fürth hat mit ihrem gestrigen Spiel bewiesen, daß sie der würdigste Inhaber des blauen Bandes ist. Was die Vertreter Süddeutschlands gestern im Frankfurter Stadion zeigten, ist nicht schlechthin als Fußballspielen anzusprechen, das war Juhballkunsl in höchster Vollendung. Dies zeigte sich ganz b.'anders in den Momenten, in denen sie zur Hochform aufliefen, wenn sie mit raffiniertestem Paßspiel ihre Angriffe unternahmen und die Zehntausende zu stürmischem Jubel mitriffen. Ihren überwältigenden Sieg verdanken die Fürther aber nicht allein ihrer ganz hervorragenden Beinarbeit, sondern in erster Lickie ihrem geistig durchdachten Spiel, ihrem sparsamen Verbrauch der Kräfte und der inneren Geschlossenheit der Mannschaft. Da stand jeder Mann auf seinem Platz und füllte ihn voll und ganz aus, da tourte niemals in eigensinniger Weise mit dem Ball durchgerast, jeder Schritt, der getan wurde, war vorher blitzschnell überlegt und absolut notwendig — Feiner wurde mehr getan. „D i e Bayern wollen's machen" lautete am Vormittag die Parole, und dieser starke Wille zum Sieg darf nicht als letzter Faktor in die Schkstßbetrachtung eingestellt werden. Hertha B. S. C.-B e r lin , und mit ihr die ganze Reichshauptstadt, haben vergebens gehofft und gewünscht, nach 15 Jahren wieder einmal die höchste deutsche Fuhballwürde mit nach Hause nehmen zu dürfen. Die Berliner Mannschaft hat sich mit Verzweiflung gegen die Riederlage gewehrt, die gesamte Elf hat im vollstem Maße ihre Schuldigkeit getan, sie sind von jeder Schuld an der Riederlage freizusprechen, denn diesen blendenden Technikern gegenüber mußten sie einfach verlieren, das stand nach Verlauf der ersten Viertelstunde niemals außer Frage, der Sieg Furths wurde dann auch nicht mehr bezweifelt. Technisch reichte ihre ebenfalls dem süddeutschen Fußball angelehnte Spiel- weise nicht an die Leistungen der Bavem. Ihre Widerstandskraft wurde von den Fürthern in bewunderswerter Taktik zermürbt, zudem war das Derteidigerpaar Hag en - Müller gestern fast nicht zu überwinden. Mit dem gestrigen Sieg hat bie 6pie lBereinig ün g Fürth zum zweitenmal die deutsche Fußballmeisterschaft errungen. Das erste- mal in 1914. Sechsmal stellt nunmehr die Fust- ballhvchburg Rümberg-Fürth den deutschen Meister, achtmal hat mit diesem Sieg der Süddeutsche Verband feit dem Bestehen der deutschen Meisterschaft (1903) die Meistermannschaft gestellt. Frankfurt gehört zum Süddeutschen Verband, das Hauptkontingent der Besucher rekrutierte sich aus dem Süddeutschen Landesverband, ungeheuer war daher der Jubel beim Schlußpfiff des Schiedsrichters. impulsiv machte sich die Erregung der ungeheuren Menschenmasie in stürmischem Beifall Luft. Frankfurt stand gestern und auch schon am Samstag völlig im Zeichen de, Fußballs. Die zahlreich anwesenden erstklassigen Mannschaften benützten die Gelegenheit zum Austragen von Privatspielen, die überall einen ausgezeichneten Sport boten. Am Sonntagvvrmittag stellte sich der Altmeister 1. F. C. R ü r n b e r g den Franffurtem in einem Spiel mit der „Germani a"°F rank- f u r t auf dem Sportplatz an der Festhalle vor. Auch hier: Ungeheure Menschenmassen umsäumten das weite Oval, die dem strömenden Regen trotzten. Leider hatte das Spiel sehr stark unter der ilngunft der Witterung zu leiden, der nasse und schlüpfrige Boden war der Entfaltung beider Mannschaften sehr hinderlich Das Resultat (3: 1 für 1. F. C. Nürnberg) ist für die Germanen sehr schmeichelhaft, allerdings formte der Eiickwuck auf- kommen, als ob die Qilürnberget verhaltend spielten. Kalb in der Verteidigung und S t u hl- sau t h im Tor zeigten Prachtkeistungen Sofort nach Beendigung dies« Spiels setzte die Völkerwanderung nach dem Stadion ein. Bereits um 2 ilbr (um 5 Ubr begann das Spiel Fürth-Berlin!) war eine unübersehbare Menschenmenge in der prachtvollen großen Kampfbahn des Stadions versammelt. Dis zum Beginn des Spiels wurden die Enffcheidungstämpfe dä Iugendstzvrt- sestes des Frankfurter Landesverbandes für Leichtathletik durchgeführt. Kurz vor 5 silhr betraten, mit sehr starkem Bmfall begrüßt, beide Mannschaften den Platz. Ein über dem Kampfgelände kreisender Flieger warf den Fußball ah, dirz daraus, pünktlich um 5 Albt, ließ der Schiedsrichter S Pranger-Glaucha i. Sa. ' ügendec Ausstellung antreten Hertha B. S. t. Berlin: Götze Fischer Dörnscheid Völker Tewes Leuschner Rrrch Eobeck Grenze! Kirsch Gülle Kießling Ascher! Sriderer Franz Auer' Kleinlein Leinberger Kraus Hagen Müller Hörgreen. Spielvereinigung Fürth. Berlin hatte Anstoß, der zunächst mit weiter Vorlage bis zur Verteidigung vordrang. mit wuchtigem Schlag beförderte Hagen den Ball zu den eigenen Stürmern, die (nach 1 Minute Spiel- zeitl) vor dem Berliner Tor lagen, wo Franz eine sichere Sache verschoß. Beklin ging sofort wieder wuchtig zum Angriff vor, der gefürchtete Kirsch setzte zum Torschuß an, im Werfen konnte der Fürther Torhüter den Ball nur noch zur ersten Ecke für Berlin ablenken, die dann ins Feld zurückbefördert wurde. In glänzendem Clan griff Berlin weiter an, der noch ziemlich unbekannte Hörgreen im Fürther Tor mußte wiederholt eingreifen, bis ihn das Geschick ereilte: S obeck erhielt den Ball tonnschgerecht, ein kurzer Schlag und das peinliche Klingen getroffenen Maschendrahtes ertönte hinter dem Torhüter Fürths. Rach 10 Minuten Spielzeit: Berlin führte 1:0. Daran hatte niemand gedacht, die Erregung der Zuschauer steigerte sich zusehends. — Die Fürther Elf war nicht aus der Ruhe zu bringen, und versuchte, sich aus der gefährlichen ilm- flammerung der Berliner zu befreien. Vorher konnte Ruch, der vorzügliche Berliner Rechtsaußen, zu einem prächtigen Schuh aufs Tor ansehen, den Pfosten streifend, ging der Ball ins Aus. Die krittschen Augenblicke für Fürth erreichten ihren Höhepunkt, als der rechte Läufer Kraus infolge eines Zusammenpralls bei einem Kopfball ausscheiden mußte. Wie ein Aufatmen ging es durch die Menge, als er nach wenigen Minuten das Spielfeld wieder betrat. 3ct)t begann Furth zu zeigen, xoas es kann, die Rollen waren nunmehr völlig vertauscht. War bisher Berlin unstreitig im Vorteil, so hatte Fürth bis zum Schluß der ersten Halbzeit das Spiel völlig in der Hand. Götze im Berliner Tor zeigte sich nunmehr von seiner besten Seite. Kießling schoß von links- außen mit unheimlicher Wucht einen Strafstoß aufs Tor, der Ausgleich hing in der Lust, d« beging Seiderer den Fehler, den Ball mit der Hand ins Tor lenken zu wollen. Der Freistoß hierfür konnte die Berliner nicht frei machen, Kießling erhielt von Leinberger abermals eine weite Vorlage, den brillanten und präzisen Dorschuh hielt Götze in blendender Manier. 3n der 20. Minute erzwang Fürth seine erste Ecke, die jedoch nicht verwandelt werden konnte. Der Halbrechte Franz erhielt den Ball, ein unheimlich scharfer Schuß - ein tausendstimmiger Schrei. Tor — Götze faustete aber den Ball ins Feld, wo ihn Ascheri aufnahm und aus sicherer Stellung über« Tor schoß. Seiderer glich «ms. Unter ungeheurer Spannung konnte Berlin bis dahin seinen Vorsprung halten, 26 Minuten waren bereits verstrichen, da kam der Berliner Sturm abermals recht gut in seinem rasenden Tempo unter der Führung Kirseys nach vorn. Em liebereifriger unterband aber den Angriff durch Abseits. Der wuchtige Torabstoß wurde vom Fürther Sturm vor das Berliner Tor getragen. Diesmal war es der Linksaußen Auer, der scharf aufs Tor schoß, den abgewehrten Ball erhielt Seiderer, der unter ungeheurem Anbei zum Ausgleichstvr einsandte. Fürth wurde durch diesen Erfolg fast unwiderstehlich. Angriff aus Angriff erfolgte, Götze im Tor zeigte sich von seiner hervorragenden Klasse. In der 31. Minute erzielte Fürth die zweite Ecke. Sie wurde sehr gut hereingegeben, von Berlin aber abgetoefjrt. Diesmal war es Auer, der zum Torschuß aushvlte. die Sache gelang, in der 35. Minute führte Fürch 2:1. Der Mittelnnstvß Berlins wurde sofort auf- gefangen, ein brillantes Spiel des Innentrios FürihS und der Sturm sah schon wieder vor dem Berliner Tor. Götze wollte durch Herauslaufen retten, im gleichen Augenblick wollte ihm Fisch e r den Ball zufvielen, und trotz des sich noch schnell werfenden Götze rollte der Ball ins Tor. 3nfolge dieses Selbsttores, das eig^ntffch von niemand verschuldet wurde, führte Jflrfl) io der SS. Munke M. Der Rest der 1. Spielzeit gehört noch völlig den Bauern, die aber Weiler nichts hcraushvlcn konnten, als in der 41. Minute ihre 3 Ecke, d e inS Aus ges Höffen wurde Die zweite Halbzeit. Der Anster Fürths brang bis zur gegnerischen Verteidigung vor. die aber den Angriff abwehren könnt?. Bersin schien die Partte nunmehr für verloren zu geben und änderte die Taktik. in Verfolg deffen das Sv.el außerordenbsich an Schärfe gewann Bon den Fürthern war eS entwedn Absicht oder eine Schwächererivde, jedenfalls tarn Berlin jetzt sehr stark auf und schuf eine sehr kritische Viertelstunde. Hagen, M ü Her und Hörgr een leisteten in dieser Zeit fast Lleberinc.Schliches und machten alle noch so gefährlich aus sehend en Momente zunichte. Angriff auf Angriff wurde vom Berliner Sturm auf das Heiligtum der Fürther unternommen, deren Tormann sich in einem besonders kritischen Augenblick. a(S Kirsen zum Torschuß anschte, vor dessen Fuß' warf und so die Situation rettete. In der 14. Minute tonnte Berlin feine 2 Ecke treten, die glänzend Abwehr schul den Fürihertt einen Augenblick Lust, die nun ihrerseits zum Angriff vvrgehen konnten, Götze meisterte aber den wohlgemeinten Schuß. Blitzschnell wechselten nun die Bilder, schon hatte S o b e ck den Ball wieder in seiner Gewalt, er unternahm einen Alleingang, der nachfolgende Schuß ging daneben. Das Spiel wurde wieder offener Fürth unternahm wieder einen Besuch in der Beriinvr Hälfte, knapp neben der Latte endet der Torschuß. Sofort lag Berlin wieder im Angriff und schoß über die Latte Aicher!. Leiderer. Franz zeigten in vollendeter Kombination einen Angriff, der dichtauf folgende Leinberger konnte in der 29. Minute }um vierten Tor einjenben. Richt endenwollender Beifall belohnte diese Glanzleistung. Der Anstoß wurde abermals von Fürth sofort abgefangen, eine Minute später schoß Franz schon wieder in prachtvoller Manier einen Ball aus der Luft auf das Tor, der aber ebenso glänzend von Götze gehalten wurde. Bei Seiderer machte sich schon seit Beginn des Spiels eine alte Verletzung bemerkbar, der Zustand verschlim- merte sich derart, daß er (einen Platz als Sturm- führer verlassen mußte und auf Linksaußen ging, Kießling nahm feinen Platz in der Mitte ein. Fürth lief nochmals zu feiner Höchstform auf. Ein Eingriff lockte den Berliner Tormann zum Her- auslausen, A f ch e r l schoß aufs leere Tor, ledoch im letzten Augenblick rettete Fischer von der Torlinie weg. Die letzten Minuten brachten einen klassischen Soloangriff von Franz, der Läufer und Verteidigung umspielte, der krönende Torschuß ging jedoch daneben. Rauschender Beifall begleitete diese hervorragende Leistung. Fast im Abpfiff kam noch ein unheimlicher Schuß aufs Tor, den Götze unter stürmischem Beifall in fabelhafter Weise ab» wehrte. (Ein schriller Pfiff, der gigantische Kamps war zu Ende. Dröhnender Beifall beglückwünschte den neuen deutschen Fußballmeister, die Spielvereinigung Fürth, die ihren Sieg der hervorragenden technischen Vollkommenheit ihrer Spielweise zu verdanken hat. Von allen Seiten drängten begeisterte Sportfreunde ins Spielfeld, die siegreiche Mannschaft im Triumph vom Platz tragend. In den Lüften kreiste ein Flieger, ein abgeworfener Blumenstrauß war die erste offizielle (Gratulation. Unter den ersten Gratulanten befanden sich weiter Oberbürgermeister Land mann (Frankfurt), der geschäftsführende Vorsitzende des Deutschen Fußballbundes, B l a s ch k e (Kiel) und Vertreter des anwesenden 1. F. C. Nürnberg. Gegen 50 000 Zuschauer waren Zeugen eines Kampfes, der, nicht zuletzt ob seiner ritterlichen Art, ein Ruhmesblatt in der Geschichte des Fußballs fein wird. Eine besondere Anerkennung gebührt noch dem Schiedsrichter, der es verstand, mit außer- ordentlichem Takt und Geschick sich feiner sehr schwieriger. Aufgabe zu entledigen. Tennis. In der Endrunde des Davispokal- s p i e l e s schlug am Samstagabend in Paris Susanne L e n g k e n die Amerikanerin Miß Br Han mit 6:1, 6:0. In der Tennismeisterschaft von Frankfurt a. M. schlug Fritz überraschend leicht Schmidt-Knah mit 6:0, 6:1. Radiport. Der Gau 73 Lahn des B. D. R. veranstaltete .gestern seine 1 Gaumei st erschalt über 150 Km. Von 32 Gemeldeten stellten sich trotz der schlechten Witterung dem Starter, Lan- desverbandsfahrwart Marr-Gießen, am Morgen in Marburg 24 Fahrer Die gefahrenen Zeiten sind, trotzdein es schon bei 30 Km. ansing zu regnen, als ganz hervorragend zu bezeichnen. Die Ergebnisse: 1. (Gaumeistex) W, Göbel, Limburg, 5:12,10, 2. W. Rau, 1685 Gießen, Dorderradlänge zurück, 3. G. Herzberger, Ridda, 1 Länge zurück, 4. H Kehler, Marburg. ' 2 Länge zurück, 5. P. Reh, Kroffwrf, 5:18. 6. W. Schardt. 1885 Gießen, 5: 24, c. O. Heß. Fortuna Gießen, 5; 36, 8. H. Fischer, Marburg, 5.44, 9. W. Fries, Krofdorf, 5: 54. 10. O. Beppe rsing, Krofdorf, 5:54. 11. A. Feldhausen, Weilburg, 5:55. 12. K. Beker, Grohen-Linden, 8: 24. Senioren 1 1. Ad. Laus, Limburg, 5:15,15, 2 M Jakob. (Siesten, 5:42,10. Fechten. Deutsche Fechtmeisterschaft. do. Am Samstag begannen in (Erfurt bk Deutschen gechtmeisterfchaften im Florett. Wiederum war es (Caftmir vom F. C. Herrn annia- Frankfurt a. M. des Deutschen Fechtrrbunde«, der sich den ersten Platz sicherte. Zweiter wurde Hans Thomson vorn F. T. Offenbach (Deut- scher Fechterbunü), während der dritte Sieger au» den Reihen der Fechters chatt der Deutschen Turner- schast hervorgtng. Iuüus Thomson oom tz. (L Offenbar war der erfolgreiche Vertreter. Wirtschaft. Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduk- tion des Volksstaats Hessen weist für den Monat Mai 1926 folgende Zahlen nach: 2ln Rohbraunkohlen wurden gefördert 35 674 Tonnen, verkauft wurden davon 9850 Tonnen: der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten erzeugt: 776 Tonnen Braunkohlenbriketts, 1024 Tonnen Raßpreßsteine. Außerdem wurden in Hessen erzeugt eine Anzahl Tonnen Steinpreßkohlen. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände sowie des Absahes und Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschluh absatzfähig: 13 964 Tonnen Rohkohlen, 836 Tonnen Briketts, 2264 Tonnen Raßpreßsteine, zusammen 17 064 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlen-Produkte im Gesamtwert von 12 220 Rm. Der Saatenstand im deutschen Reiche Anfang Juni. Dem Wachstum der Pflanzen war die anhaltend kühle Witterung im Mai im allgemeinen wenig zuträglich, so daß die weitere Entwicklung der Saaten nicht in der Weise vor sich ging, wie man nach dem Stande der milden Witterung der Vormonate erwarten konnte. Das Wintergetreide hat im großen und ganzen seinen Stand wie im Vormonat behauptet und wird größtenteils als befriedigend beurteilt. Die Begutachtung für Winterroggen lautet auf besseren Böden über mittel, auf weniger guten Böden etwas unter mittel. Vielfach wird über dünne Bestockung und lückenhaften Stand berichtet. Für Winterweizen und Wintergerste sind die Aussichten durchweg besser. Der Stand des Sommergetreides — ausgenommen Roggen — wird zumeist günstiger als der des Wintergetreides angesehen. Die wärmere Witterung in den letzten Tagen hat die Entwicklung der Sommersaaten stark gefördert. Die Bestellung mit Hackfrüchten ist bis aus geringe Teile beendet. Das Auflaufen der Kartoffeln vollzieht sich nur langsam und häufig ungleich. Die Rüben sind gut aufgelaufen und stehen befriedigend. Futterpflanzen und Wiesen haben sich infolge der naßkalten Witterung im allgemeinen nur mäßig entwickeln können, so daß iür den ersten Schnitt vielfach wenig günstige Aussichten bestehen. Tierische Schädlinge sind auch im Derichtsmonat vielfach wieder recht zahlreich aufgetreten. Auch Über Pflanzenkrankheiten wird häufig berichtet. • * Maschinenfabrik Badenia A.-G., Weinheim. 3n nichtöffentlicher Sitzung des Weinheimer Bürgerausschusses stimmte der Stadtrat der Uebernaßme einer Ausfallbürgschaft seitens der Stadt für ein von der Maschinenfabrik Badenia aufzunehmendes Darlehen in Höhe von einer Million Mark zu. Der Betrag wird von drei Giro-Banken gegeben werden. Durch diese Bürgschaft ist es der Maschiney- fabrik Badenia möglich gemacht, ihren Betrieb weiterzuführen. * Adlerwerke vorm. Heinr. Kleher A.-G., Frankfurt a. M. Obwohl die Gesellschaft, wie bereits bekannt, keine Dividende für das Geschäftsjahr 1925/26 verteilt, hat sie trotzdem einen kleinen Gewinn erzielt, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Gegenwärtig sei das Unternehmen gut beschäftigt, die ' Aussichten für das lausende Geschäftsjahr dürfe man günstig beurteilen. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 14. Juni. Die Börse eröffnete die neue Woche in großer Zurückhaltung bei teilweise leichten Kursabschwächungen. Die Zurückhaltung wurde in erster Linie durch die Medio-Liquidationen verursacht, außerdem legte die Ungewißheit über den Ausgang des Volksentscheides in Der Fürstenabfindungsfrage der Spekulation Reserve auf. Am Montanmarkt boten Gerüchte über Verschmelzungsbestrebungen in der westdeutschen Schwerindustrie eine gute Stütze, lediglich Rheinstahl waren stärker gedrückt. Starkes Realisi- sationsbedürfnis machte sich in Elektrowerten geltend, auch für I. G.-F arben bestand nach den Kursgewinnen vom Samstag Realisationsneigung. Einige favorisierte Werte, wie Deutsche Erdöl und üprcngftoffattien blieben gut gehalten. Heimische Anleihen lagen ohne Geschäft. Von ausländischen Renten waren Türken gefragt. Der Geldmarkt ist unverändert leicht. Tagesgeld 3,5 bis 5,5 Prozent. Monatsgeld 5.25 bis 6,5 Prozent. Im Deoisenverkehr hat der französische Frank einen neuen Rekord- Tiefstand erreicht. Paris gab gegen London auf 171,25 nach. Dies gilt auch für Brüssel bei einem Kurs von 167 gegen London. Start abgeschwächt war ebenso Mailand mit 135 gegen London. Börsen kurte. (Ohne Gewähr.)______________ Frankfurt a.M. Berlin Schlu;» 1-Uhr- Schluß- Anfang Kur? Kurs Kurs i"-' Datum: | 12.6 | 14 6 12 6 14. 6. 5°/0 Deutsche Rcichsanleihe 0.4162 0.4127 0.4125 0.415 4% Deutsche Rcichsanleihe . — — 0,3875 0,3925 S'/,°/n Deutsche Ncichsanlethe 0,375 — 0,385 0,3925 3% Deutsche Reichsanleihe • 0.45 — 0.4725 0,495 Deutsche Sparprämicnanleide 0,227 — 0,215 4% Preußische Konsols 0,375 — 0.385 0,385 4% Hessen • . 0.39 — — — 3V9% Hessen . — — — - 3% Hessen.......... — — 0,36 - Deutsche Dertb. Dollar-An l. 95,25 — 97,1 dto. Doll.-Schatz-Anweisna'^ - - — — 4»/0 Zolltürken. . . . 13J - I 12,9 — 5% Goldmerikaner 50.62 - 50,75 — Berliner Handelsgesellschaft Lommerz- and Prtvat-Bank 158 109,2" — 109.4' 159 109,2' 158,7* 109.4' Darmst. und Nationalbanr 141,5* 142' 141,5' 142' Deutsche Bank...... 135* 134.5' 134,5- 134,7' Deutsche Bereinsbank • - ■ 84.5 — — — Discomo Couunandit Metallbank ........ 131* 131,5* 131,7- 131' 109.25 108,75 Mitteldeutsche Kreditbank. 109' — 109,75 110,2* Oesterreichische Kreditanstalt 7.1 7,1 7.1 7,2 Westbank ...... — — — — Bochumer Guß........ 113,75 115,2* 114,9' 114,2* Buderus ....... . . 72 72,75 72,62 72,5 Caro ........... Deutsch-Luxemburg...... Gelsent urbarer Bergwerke . . 58,5 — 58 57,75* 116 122,7* 123' 115,9* 121,5* 116,7' 122,7* Harpener Bergbau . . Kaliwerke Aschersleben.... 129.3' 132 131.5* 129’ 131,5* 128,5* 132,5' staliwerk Westcregelu..... 143 141,5 142,75 141.12 Laurahütle ....... 37.5 — 37,25 38.5 Oberbedarf . . ....... Phönix Bergbau ...... 54 — 53,5' 90.9* 90,75* 90,9- 91* 120,2' 118* 118.7- 118.2' Mebeck Montan ...... - — 114 115,75 Tellus Bergbau. ...... 63 — Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . 137' 133,5* _ 135* 133.7' 136,2* 132,5* Cheramische Werke Albin . ■ 51 _ Zementwerk Heidelberg . . 98 _ _ _ Vbilivv Holzmann 67 67,5 67 — Anglo-Cont.-Guano..... — - 72 _ Chemische Mayer Alapin . . I. G- Farbenindustrie, A.-G. Goldschmidt......... Holzverkohlung....... Rütgerswerke....... — — 189,5* 186.9* 187,5* 186,5* 80 78,5 79 79,75 58,9 89,5 88 89 89 Schcideanstalt......... 132,5 132,75 Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 122' 120,7* 122* 120,7» Bergmann ........ Mamkraftwerke ....... 117 — 116 116- 97 — Schuckert ....... , 112,7* 111* 111,2' 110,9- Siemens & Halske ...... 154,5* 154,5' 153' Ädlerwerkc Kleyer ...... 63,5 63 63,5 63,75 Daimler Motoren..... . 65 — 65 65,25 Heyligenstaedt......... — — — Meguin. ......... . — — — Motorenwerke Manobeim . — — 37 — Frankfurter Armaturen 16 —- — — Konservenfabrik Braun . . 35 — — — Schuhfabrik Herz ... 120.4 71 — — 70 — — 30,25 — Sichel. . ... ..... 3,25 — - — Zellstoff Waldhof. .... 137 137 137,9 — Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 59,9 67 68,8 60 57,5 — Kranksurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzelcs" Frankfurt a. M., 14. Juni. Tendenz: befestigt, später schwächer. — Zum heutigen Wochenbeginn hielt sich das Geschäft in engen Grenzen, doch war die Veranlagung der Börse zunächst nicht unfreundlich. Zu der ziemlich festen G r u n d st i m m u n g, in der der Marti eröffnete, dürften einige Deckungen in führenden Werten beigetragen haben. Der leichte Stand des Geldmarktes bot eine Stütze, so daß ein großer Teil der Spezialwerte sich durch leichte Kursbesserungen auszeichnete. Rach kurzem Verlauf übte aber die unklare inner- politische Lage im Zusammenhang mit der Fürstenabfindung einen Druck aus und hielt die Spekulation von größeren Engagements zurück. Die dadurch verursachte Geschäfts- Unlust veranlaßte einen allgemeinen Kurs- Der dritte Schuh. Kriminalroman von Ole 61 e f a n i. 11. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Grete saß, den Kops auf den Tisch gelegt, und weinte still vor sich hin. Franz war zu Maria hinaufgegangen, die sich immer noch nicht erholt hatte. Es war eine traurige Wache: bei dem alten Jäger, den sein Wild zuletzt doch noch zerrissen hatte. Nach einer Viertelstunde kam Molinski zurück. Er brachte den erschöpft keuchenden Ester mit und Babette, die sich in dieser Nacht zu Hause allein gegrault hätte, wie sie sagte. Sie ging gleich zu Maria hinauf. Esser setzte sich Grete gegenüber, machte ein betrübtes Gesicht und starrte in das flackernde Licht zu Häupten des Toten. In einer Stunde war die Gendarmerie da. Kramer wies sie an, den Garten nicht außerhalb des Kiesweges zu betreten, bis er das Grundstück untersucht hätte. Er richtete einige leise Fragen an Grete, Molinski und Franz, dann setzte er sich an den Schreibtisch des Verstorbenen. Dort lag ein halbvollendetes Schriftstück von Brentheims Hand. Kramer las es langsam durch. Es trug die Ueberfdjrift: „Mein letzter Wille . Unter dem Druck der nahenden Gefahr hatte der alte Kommissar mit ruhiger Hand die letzten Verfügungen über seins Habe getroffen. Er bedachte mit kleineren Stiftungen: seine beruflichen Verbände und Pensionskasten. Eine größere Summe Geldes war feiner in Ostpreußen lebenden Schwester zugedacht, die er gleich- zeitig zum Vormund feiner Pflegetochter bestimmte. Der letzte Satz des Schriftstücks lautete: „Meiner Pflegetochter Grete vermachte ich den gesamten übrigen Teil meines Besitzes. Ich hoffe und wünsche, daß sie —* Hier brach das Dokument ab: eine dem Anwatt noch unbekannte Ursache hatte Brencheim die Feder aus der Hand legen lassen. — Kramer nahm sein Taschenbuch vor und schrieb bis zum Morgengrauen mit ernstem, unbewegtem Gesicht, nach jeder Zeile angestrengt überlegend. Er vergaß nicht den geringsten Umstand, der in irgendeiner Beziehung zu einem der drei Schüsse zu stehen schien. Was er schrieb, pedantisch und rücksichtslos, sah so aus: 1. Tatsachen. 15. Dezember vorigen Jahres: Racoszy entflohen. 2, Juni dieses Jahres: Der erste Brief. Angeblich handschriftlich: Zwei Fehlschüsse zur Warnung. Der dritte ist der Treffer. Nachmittags: Zwischen Königswinter und Drachenfels am Buchenplatz der erste Schuß. 10. Juni: Kugel des ersten Schusses aus dem Baumstamm verschwunden. Ebenso vom Schreibtisch der erste Brief. Der zweite Brief. Maschinenschrift: Auch der zweite ist ein Fehlschuß. Nachts ungefähr 9.30: vom Fliederbusch in das Wohnzimemr der zweite Schuß. Nach der Kugel zu schließen, anscheinend aus Smith und Weston Browning, Kaliber 3. 11. Juni früh: Fund des Lederknopfes unter dem Fliederbusch. 12. /13. Juni: Besuch in Sonnenburg. 14. Juni: Zettel an Grete: Mauer 10 Uhr. R. Der britte Brief. Maschinenschrift: Es wird Zeit, die Sache zu erledigen. Der Dritte ist der Treffer. Nachts präzise 10 Uhr im Fliederbusch an der Gartenmauer der dritte Schuß. 2. Personen. 1. Grete Brentheim. Pflegetochter des Kommissars. 18 Jahre. Vater verübt nach Unterschlagungen Selbstmord. Seit zehn Jahren bei B. Streit mit ihm am 10. Juni. Beziehung zu Molinski'? Der mit R. unterzeichnete Bries vom 14. war an sie gerichtet. 2. Franz Oevermann, Gärtner. 35 Jahre. Angeblich seit zehn Jahren bei Esser in Dienst. Seit vier Monaten bei B. Trinker. Kam am 10. Juni unmittelbar nach dem Schuß in den Garten. Wurde am 14. Juni um 8.30 von B. zu Bett geschickt, war aber 10.10 in voller Kleidung behilflich. B. ins Haus zu schaffen. Gibt an, um 10 Uhr auf seinem Zimmer geschlafen zu haben. 3. Maria Nehrkorn. Dienstmädchen. 24 Jahre. Wurde beim Anblick der Leiche ohnmächtig. 4. Lachner, Musiklehrer. Zwischen 50 und 60 Jahren. Legte den Zettel vom 14. Juni in Gretes Schreibtisch. Ueberbrachte er auch den 3. Brief druck, der aber bei der geringen lim- faßtätigteit kein größeres Ausmaß annehmen konnte. Am Montanmarkt wurden höher: Bochumer plus 1,5, Buderus plus 0,75, Phönix plus 0,25 Proz. Auch Mannesmann waren anfangs geheuert, schwächten sich aber später wieder leicht ab. Riedriger wurden Rhemstahl minus 1,75 Proz., ferner Gelsenkirchen und Harpener. Auch Kaliwerke gingen bis 1 Proz. zurück. Am Chemiemarkt waren I.G.-Farben eher an- geboten. so daß der Kurs sich auf 186.90 Proz. senkte. Erheblich niedriger wurden Goldschmidt und Holzverkohlung, während Scheideanstalt und Rütgerswerke weiter anzogen. Elektroaktien lagen ruhig, überwiegend niedriger. Schuckert und AEG. büßten 1,25 Proz. em. Der Dankenmarkt verkehrte in unregelmäßiger Haltung. Darmstädter und Disconto waren leicht befestigt. Deutsche, Dresdner und Metall-Bank wurden niedriger. Schiffahrtsaktien waren umsatzlos. Bon Autoaktien konnten sich Kleyer befestigen. RSTl gingen etwas zurück. Bau - aktien gut gehalten. Zuckeraktien tendierten etwas fester. Badischer Zucker plus 1,5 Prozent. Heimische Anleihen lagen lustlos. Bon ausländischen Renten waren Türken befestigt. Der Freiverkehr war ruhig und ohne nennenswerte Veränderungen. Beckerstahl 23 Prozent, Benz 67 Prozent, Brown- Boveri 89 Prozent, Entreprise 7. Growag 48 Prozent, Ufa 48 Prozent, ilfra 76,5 Prozent. 3m weiteren Verlaufe blieb die Haltung un-1 sicher, unlustig und weiter zum Rachgeben geneigt. Am Geldmarkt ist trotz des morgigen Medio-Termins Geld weiter in größerem Maße angeboten. Tagesgeld 3,5 bis 4 Prozent. Monatsgeld 4,75 bis 6 Prozent. Privatdiskonten 4.37 bis 4.5 Prozent, Industrieatzepte 5 Prozent. 3m Devisenverkehr waren die westlichen Frankenvaluten erneut stark ab« geschwächt. Paris gab gegen London auf 170,25 nach (d. h. auf 11.5 Pf. je Frankens Brüssel erreichte ebenfalls einen Rekordtiefstand mit 166,50, gegen London. Auch Mailand lag sehr schwach mit 135,50 gegen das Pfund. Mark und Pfund sind unverändert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt cl M. Telegraphische Auszahlung _____ (Ohne Gewähr.)____________ Banknoten. (Ohne Gewähr.) 12 Juni 14. Juni. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Briei Geld Brief Amsi.-Sion. 168,55 168,99 168,51 168.93 Buen.-Aires 1.691 1.695 1.692 1,696 Brss.-Lintw 12,47 12,51 12,13 12,17 Christiania - 95,03 95,27 93,13 93,37 Kopenhagen 111,36 111,64 111,31 111,59 Stockholm . 112,30 112.58 112,30 112,58 Lelnngfors 10,548 10,588 10,55 10,59 Italien. . 15,32 15,36 14,91 14,9'. London. . 20,414 20.466 20,415 20.467 Neuyork . 4.195 4,205 4.195 4,205 Paris. • . 12,25 12,29 11,74 11,78 Schweiz . 81,22 öl,42 81,18 81,38 Spanien ■ 65,72 65,88 65,40 65,56 Japan . . . 1,963 1.967 1,970 1,975 ?h‘io de Jan 0.447 0.449 0.646 0.648 Wien in D-- Oest- abgest 59,25 59,39 59,275 59,415 Prag . . . 12,418 12,458 12.42 12.46 Belgrad . . 7,41 7,43 7,415 7,435 Budapest. . 5,868 5,888 5,868 5,88.8 Bulgarien 3,052 3,062 3,052 3,062 Lissabon 21,445 21,495 21,445 21,49., Danzig. . 80,97 81,17 80,98 81,08 Konstantin. 2,23 2,24 2,222 2,232 Atben 5,19 5,21 5,14 5,16 Kanada. . 4,197 1,207 4.197 4,207 Uruguay 4.255 4.265 4.255 4,265 Berlin, 12 Juni Geld Brier Amerikanische Note» ..... 4,186 4,206 Belgische Noten ....... 12,46 12,52 Dänische Noten . ...... 111,02 111,58 Englische Noten. . ...... 20,387 12,44 20,487 Französische Noten...... 12,50 Holländische Noten ...... 168,43 168,99 Italienische Noten...... Norwegische Noten. ... Deutsch-Oesterr-, 5100 Kronen 15,30 15,38 92,97 93,93 59,40 59,70 Rumänische Noten...... — — Schwedische Noten . . . 112,06 112,60 Schweizer Noten . ... 81,35 81,75 Spanische Noten ..... Tschechoslowakische Noten . . 65,99 66.31 12,395 12,455 llnoarische Noten . . 5,83 5.87 Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 14. Juni. Auftrieb: 1475 Rinder, Öarunter412 Ochsen, 43 Bullen, 1028 Färsen und Kühe, 538 Kälber, 107 Schafe und 3029 111111111111 in— an B.? Wohnt in Mehlem mit Molinski zusammen bei einer Frau Schmitz. — Lachners Name war mit Rotstift unterstrichen. 5. Oelscher, Professor, Direktor einer Malschule. Zirka 45 Jahre. Seit einem halben Jahr hier ansässig. Schien B. sehr zu schätzen. Gretes wegen? Besitzt einen Mantel mit Lederknöpfen. 6. Molinski. Studiert Malerei. 21 Jahre. Pole. Mit Lachner bet Frau Schmitz in M. wohnhaft. Beziehung zu Grete? Sah den Unbekannten in der Nacht vom 9. zum 10. im Treppenhaus vor seiner Wohnung. Stand sich schlecht mit B. War am 14. nachmittags nicht unter den Gästen. An demselben Tage nachts 10 Uhr einige Minuten vor mir an der Gartenpforte. Auch Molinskis Name war rot unterstrichen. 7. Ester, Weinhändler aus Bonn. Zirka 40 Jahre. Besitzer der Nachbarvilla und des von Sandberg bewohnten Holzhäuschens zu Friesdorf. Mit ihm befreundet? Nachdem Kramer eine Viertelstunde nachgedacht hatte, stand er auf und öffnete die Tür zum Nebenzimmer. „Molinski!" rief er halblaut. Der junge Pole erhob sich und kam auf den Zehenspitzen zu ihm. In der Tür stehend, fragte Kramer: „Schlief Esser, als Sie zu ihm kamen?" „Nein, er war noch wach. Er öffnete sofort die Iür." „In voller Kleidung?" „3a." - Kramer sah den jungen Mann scharf an, bann sagte er: „Ich danke Ihnen! und schloß die Tür. An den Schreibtisch zurückgekehrt, unterstrich er auch Essers Namen mit Rotstift. Dann fuhr er fort: 8. Der Unbekannte aus dem Treppenhaus von Frau Schmitz. Nacht vom 9. zum 10. Nach der Schilderung: brünett und bartlos, dunkel gekleidet. 9. Der Besitzer des grauen Autos. 10. DerEhauffeur des grauen Autos. 11. Sanbberg, Architekt. Zirka 35 Jahre. Ansässig in Bonn. Für den Sommer wohnhaft in Esters Holzhäuschen in Friesdorf, öd)£Dea.e. i,- mmber: Ochsen: oollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 56 bis 62 9)1 f.; junge, fleischige, nicht ausgemäftete und ältere ausgemästete-47 bis 50; mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40 bis 46; Bullen: vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 52; vollfleischige jüngere 40 bis 47; Färsen und Kühe: oollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 53 bis 60; oollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 48 bis 53; wenig gut entwickelte Färsen 44 bis 52; ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 36 bis 47; mäßig genährte Kühe und Färsen 30 bis 43; gering genährte Kühe und Färsen 25 bis 28. — Kälber: feinste Mastkälber 65 bis 69; mittlere Mast- und beste Saug» kälber 56 bis 64; geringere Mast- und gute Saug- kälber 47 bis 55; geringe Saugkälber 40 bis 46. — Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50; geringe Mctsthämmel und Schafe 36 bis 44. — Schweine: oollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 78 bis 83; unter 80 Kilogramm 72 bis 77; von 100 bis 120 Kilogamm 77 bis 80; von 120 bis 150 Kilogramm 77 bis 80; Fettschweine über 150 Kilogramm 75 bis 79; unreine Sauen und geschnittene Eber 60 bis 75 Mk. — Marktoerlauf: Langsamer Handel in allen Viehzählungen; in Schweinen etwas Ueberftnnb. lEurL-'r vfe (Eigener Drahtberich' des „Gicßener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 14. 3uni. Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer. 30,75—31 Mart; Roggen, inländischer, 21—21,50; Sommergerste für Brauzwecke 22 —24; Hafer, inländischer, 21 bis 23; Mais, gelb, 17,50—17,75; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 42,50—43; Roggenmehl 28,75—29,50; Weizenkleie 9—9,25; Roggenkleie 11; Erbsen 32—42; Linsen 40—70; Heu, süddeutsches, gut, trocken, 9—9,50; Weizen- und Roggcnstroh 6—6,50; Treber, getrocknet. 14,50 Mark. Tendenz: stetig. - Lüchertisch. Lieber Hypnotismus, okkulte Phänomene, Traumleben usw. Sieben Vorträge für gebildete Laien von Prof. Dr. Alexander Pilez. Leipzig und Wien 1926. Verlagsbuchhandlung Franz Deuticke .— Das vorliegende Heft umfaßt sieben vom Verfasser in der Wiener „Urania“ gehaltene Vorträge aus verschiedenen Gebieten der psychischen Forschung. Die Schrift wendet sich, gemeinverständlich geschrieben. ausdrücklich an ein gebildetes Laienpublikum aller Stände. Aus dem interessanten, mit zahlreichen Beispielen belegten Inhalt seien als besonders .interessante Kapitel namhaft gemacht die Ausführungen über das Traumleben bei Gesunden und Kranken (ein bemerkenswerter Beitrag zu der anfechtbaren Theorie Freuds) und die Untersuchung „Psychiatrie und Musik". 291 K l o e r ß. Sophie. „Das lachende Haus". Roman. (August Scherl G. m. b. Sy, Berlin.) Geheftet 2,70 Mk., Ganzleinen geb. 4,50 Mk. — Der hübsche Roman, der, wie wir hoffen, allen Lesern des Gießener Anzeigers noch in guter Erinnerung ist, erschien vor kurzem auch als Buch und sei allen 'Freunden einer gediegenen Unterhaltungslettüre warm empfohlen. 233 — „Der Alpenfreun d", illustrierte Halbmonatsschrift für Reise und Turistik. Alpenfreund Verlag München, Amalienstraße 9. — Wie die vorhergehenden, so bringt auch das vorliegende Heft 11 eine Reihe fesselnder Aufsätze. Wir möchten besonders die Arbeiten von Karl Felix Wolff, „Die Probleme der alpenländischen Volkskunde", von Werner Graf, „Beim Großen St. Bernhard" und von F. R. Rothenfelder, „Durch das kleine Walfertal und den Bregenzerwald" hervorheben. Letzte Nachrichten. Schweres BauungMck. 5 Arbeiter getötet. Mergentheim, 14. 3uni. (WSR. Drahtmeldung.) Beim Reubau einer Scheune im nahen Oberstetten stürzte am Samstag, als die Maurer gerade eine Essenspause machten, eine neuerrichtete Giebel mauer ein. Dabei wurden 5 Maurer unter den Steinen begraben. Vier von ihnen waren sofort tot, während der fünfte nach kurzer Zeit ebenfalls verstarb. Scheint nach seinen Narben einer aktiven Studentenverbindung angehört zu haben. Nach Kleidung und Auftreten vermögend. Soll Regierungsauftrag für Eisenbahn haben. Am 14. nachts angeblich geschäftlich in Koblenz. Trägt er Perücke oder Toupet? Von Düsseldorf aus an Esser empfohlen, seit einigen Monaten in dieser Gegend. Sandbergs Name war mit dem Rotstift doppelt angemerkt. Darunter stand in breiten Buchstaben: „933 e r von ihnen i st Racoszy?" ZweiterTeil. I. Kramer blickte auf und sah durch das Fenster das erste Morgengrauen aufdämmern. Er zündete sich eine Zigarette an und rauchte sie bis zu Ende. Dann stand er auf, reckte sich und ging mit leisen Schritten in die Küche. Er fand Babette damit beschäftigt, Kaffee zu kochen. „Das ist recht!" lobte er sie. „Sehen Sie später zu, daß auch Fräulein Grete etwas zu sich nimmt. — Wie geht es Maria?" „Gut!" sagte das Mädchen und reichte ihm eine Tasse. „Sie is am Schlafen." Kramer trank. Dann ging er zum Hinterausgang hinaus. Es war hell genug für feine Arbeit geworden. Er ging um das Haus herum nach der Vorder- feite. Schon unter Brentheims Zimmer blieb er stehen. Unmittelbar neben der Mauer fanden sich zwei tiefere Eindrücke im Boden, als die vielen, die um das Haus herumliefen und von Franz und den Gendarmen stammen mochten. Da auch Grete und Franz auf fein Befragen er- klärt hatten, sie hätten den Kommissar zur Zeit, da der Schuß fiel, auf seinem Zimmer geglaubt, so schien Kramer folgendes möglich: Brentheim, durch ein Geräsch von draußen her aufmerksam gemacht, hatte seine Schreibarbeit unterbrochen und der Schnelligkeit halber nicht erst den Weg durch das Wohnzimmer zur Ausgangstür ge- wählt, sondern war gleich aus dem Fenster gesprungen, um ins Freie zu gelangen. — (Fortsetzung folgt)