Nr. M Erster Blatt 176. Jahrgang Zrettag, H. Mai 1926 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnrck vnd Verlag: vrühl'fche UniverfitLlL-vllch- nnu Stemdruderei R. Lange in Lietzen. Zchnftleitung und Seschäftsftelle: Zchnlstratze 7. Annahme van Anzeigen für die lagesnnmmtr bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig. Platzoorfchrist 2Ö°/0 mehr. Thefredakteur: Dr. Friedr Wlh. Lange. DeranttoorUich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lang«; für Feuilleton Dr. H Thyriol, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich tn (Biegen. Erscheint täglich, außer Sonrttags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Lonalr-kezvgrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichs Pfennig für Träger, lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schristleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Xranffurt am Main 11686. Der Rücktritt der Reichsregierung. Der demokratische MitzbMigungsantrag angenommen. - (Sesamtdemission des Kabinetts Luther. - Dr. (Begier, stellvertretender Reichskanzler. Revolution in Polen. Der -Staatsstreich Marschall Pilsudski. Die :Ncflietnnfl Witos aus Warschau neslüchtet? Warschau, 14. Mai. (121.) Das Mmisterrats- präsidlum hat Mittwoch abnd folgenden Bricht aus- gcgcbcn: Einige in der Umgegend von Rembertow (etwa 10 km. nördlich von Warschau gelegen) w- sammengezogene Militärabteilungcn, die durch falsche Gerüchte aufgcrchf und mit falschen Befehlen geläuschi wurden, liehen sich zum Disziplinbruch und zur Gehorsamsverweigerung gegen die Regierung der Republik sortreihen. Die Regierung fordert sämtliche Staatsbürger zur unbedingten Wahrung der Ruhe und Ordnung sowie zum Gehorsam den legalen Behörden gegenüber auf. 3m Ramen der Regierung: gez. Witos, Ministerpräsident. Der Ausruf hat die Lage nicht mehr zugunsten der Regierung beeinflussen können. Am gleichen Abend ist es in Warschau zum Ausbruch der Revolution und zu Stratzenkampsen gekommen. Als Pil - f u d f k i gestern vor Warschau erschien, wurde ihm eine größere Truppcnabtcilung cnlgegengeslellt, und es tarn zu einem wassenstillstand. Die Regierung suchte im Kamen des Präsidenten der Republik Pilsudski zum Rückzug zu bewegen. Pilsudski antwortete mit der Aufforderung an die neue Regierung Witos, sofort zurückzutreten, damit unter Führung einer starken Hand die Bildung eines überparteilichen Kabinetts von Fachmännern durchgesührt werde. Die Verhandlungen endeten ergebnislos, und Pilsudski erzwang seinen Einmarsch mit Waffengewalt, wobei die Regierungstruppen überwältigt oder zurück- gedrängt wurden. Das Belvedere blieb jedoch im Besitze der wache des Präsidenten. Die Zitadelle soll sich in der Hand des Kriegsministers befinden. Die Aktion Pilsudskis war nach Besetzung einig?! Ministerien und des hauplbahnhofes vorläufig beendet, und es setzten neue Verhandlungen ein, in deren Verlauf Sejmmarschall Ra t a j bisher ergebnislos sich um eine friedlich' Beilegung der Staatskrije bemühte. Pilfudski forderte in politischer Beziehung Garantien für eine Befreiung der beiden wichtigsten Ressorts des Kriegs und des Aeuhern von parteipolitischen Einflüssen. D.e Regierung ist in bo*T3efoet»ere übergesiedelt, wo die Präsidentenwache und alle regierungstreuen Truppen konzentriert sind. 3n der Umgebung des Belvedere haben neue Kämpfe begonnen. Die innere Stadt ist in der Hand Pilsudskis, der seinen Stab im Sächsischen Palais versammelt hat. Mehrere hohe Offiziere, die als Anhänger Pilsudskis verhaftet worden waren, sind freigelassen worden. Die Regierung sucht die Verhandlungen in die Länge zu ziehen, um Zeit für die Heranziehung von Verstärkungen zu gewinnen. Rach den Meldungen der Berliner Morgenblätter befindet sich die Stadt Warschau vollständig in den Händen Pilsudskis. Bei dem Vordringen der Pilsudslitruppen soll es in der Stadt, besonders am Thealerplah und auf dem Drel-Kreuz-Platz zu schweren Kämpfen gekommen fein. (Es soll dabei 18 Tote und etwa 80 verwundete gegeben haben. 3n Posen soll sich der bortige Korpskommandant und ehemalige Minister für hee- reswesen, Sofakowski, das Leben genommen haben. Der Kommandant von Lublin, General Romer, habe sich für Marschall Pilsudski erklärt. 3n Lemberg habe die Arbeiterschaft grofje Strahendemon- ftrationen für Pilsudski veranstaltet. Auch in Kra - kau demonstrierte eine von den Sozialdemokraten einberufene Versammlung für Pilsudski. Die sozialistischen Eisenbahnergewerkschaslen sollen einen Aufruf zum Streik erlassen haben. Eine Gegenaktion der Regierung Witos. Don der ober schlesischen Grenze, 14. Mai. (Sil.) Seit Donnerstag 2 llbr morgens ist jede telegraphische und telephonische Verbindung mit Warschau unterbrochen. Die Pilsudski-Truppen haben die Lelephonürnter besetzt. QTlle bisherigen Dachrichten aus der Hauptstadt sind entweder durch Flugzeuge, die zwischen dem Belvedere ■unö Krakau verkehren, oder aber durch Privatpersonen übermittelt worden. Der Eisenbahnverkehr nach Warschau ist vollständig lahmgelegt. Es verkehren nur Militärzüge. Die Regierung versucht, durch Flugzeuge die Derbindung mit der Außenwelt aufrecht zu erhalten, da in Warschau die Zitadelle, die Kadettenschule und das Belvedere von den Pil- sudski-Lruppen umzingelt sind. Um die Zitadelle und die Kadettenschule, deren Leiter erklärt hatte, bis zum letzten Blutstropfen zu känrpfen, sind feit Donnerstag vormittag heftige Kämpfe entbrannt, über deren Ausgang noch nichts bekannt geworden ist. Der Staatspräsident hatte mit Pilsudski unter gegenseitiger militärischer Dedeclung eine Zusammenkunft. in der der Staatspräsident Pilsudski um Zurückziehung der Truppen bat. Pilsudski erklärte, er wolle keine Militärdiktatur errichten und die Aktion fei nur eine bewaffnete Manifeste lion gegen die Regierung Witos. Rach den neusten unkontrollierbaren Meldungen ist die Regierung nach Skierniewice geflüchtet. Rach andern Gerüchten soll sie sich in Pabianice aushalten. Das Belvedere ist vollständig isoliert. Es wurde ein 'Triumvirat gebildet, an dessen Spitze Witos und die Generäle Rozwadowsli und Zagorski stehen. Der Kriegsnrinister der Witos-Regierung hat einen Aufruf erlassen, in dem er den Derrälern den Kampf an sagt. Sämtliche regierungstreuen Re--, gimenter find zum Marsch nach Warschau alar-' miert worden. Die Regierung hofft, Warschau durch diese Truppen zu entsetzen. Wer, ohne mit der Psyche des neudeutschen Parlamentarismus bekannt zu sein, die Vorgänge von außen her verfolgt, die zu dieser Krisis führten, der muh auch jetzt noch vor einem Rätsel stehen. Was hat denn die Reichsregierung eigentlich getan? Sic hat den Der- such gemacht, im Rahmen ihrer ver- fassungsmäbigen Kompetenzen einen ersten Schritt zur Lösung des Flaggenstreites zu tun. Sie ist dabei genau so vorgegangen, wie das Kabinett der Weimarer Koalition im Jahre 1921, als die erste Flaggenverordnung erschien. Damals hat der Reichspräsident Ebert unter Gegenzeia)nung des Reichskanzlers entschieden, ohne den Reichsrat und den Reichstag zu fragen. Der Reichskanzler hat dieses Verfahren wortgetreu na 6) geahmt, und was damals von keiner Seite ernstlich angefochten wurde wird jetzt mit einem Schlage zum Staatsverbrechen, zum 'Verfassungsbruch und wer weist wozu sonst noch, nur weil es einzelnen Parteien aus taktischen Gründen zweckmäßig erschien, ein kleines Feuer zur Riesenflamme anzusachen Der Demokratenführer Koch selbst hat anerkannt, daß nichts dagegen einzuwcnden gewesen sei, wenn etwa der Außenminister in Form einer Dienstanweisung den Missionen besohlen hätte, so zu handeln, wie es in der neuen Verordnung festgelegt ist. Weshalb jetzt plötzlich Fanfare geblasen wird, nur weil der Außenminister diesen geheimdienstlichen Weg nicht wählte, sondern die Neuordnung i n aller Oeffentlichkeit vorgenommen wurde, das ist ein Rätsel, zu dessen Lösung nur besonders parteimäßig konstruierte Gemüter befähigt sind. Immerhin, dieser Tatbestand war einmal gegeben, und die Regierung mußte, als die Aussprache im Reichstag begann, ihm Rechnung tragen. Sie wußte, daß bei den Demokraten sehr stark, beim Zentrum erheblich geringer Mißstimmung vorhanden war, die bei den Demokraten bis zu dem Wunsch nach einer Regierungskrisis ging, während das Zentrum bereit war, mit sich reden zu lassen. Die Sozialdemokraten jedenfalls standen in schroffster Opposition. Sie hatten der Regierung eine endgültige Kampfansage geschickt. Für ihr Mißtrauensvotum waren von vornherein ihre eigenen Stimmen und die der Kommunisten gesichert, es konnte sich also nur darum handeln, Möglichkeiten zu finden, um zu vermeiden, daß sich um diese 176 Stimmen noch weitere herumkristallifier- ten, die zur Mehrheit ausreichten. Gingen die Deutsch nationalen mit den Sozialdemokraten zusammen, dann war der Ausgang besiegelt, dann brauchte man sich über alles weitere überhaupt nicht zu unterhalten. Der Kanzler mußte also, parlamentarisch ge- seheir, seine Taktik so einstellen, daß er die Deutschnationalen v erhinderte, bem sozialdemokratischen Mißtrauensvotum zuzustimmea. Wünschenswert war von seinem Gesichtspunkt aus, daß er auch den Demokraten entgegenkam, um ihren Abmarsch aus der Regierungskoalitton zu verhindern. Cr hat. obwohl sich immer mehr herausstellt, daß beides unmöglich war, das eine tun wollen, ohne das andere zu lassen und hat sich zuletzt doch zwischen sämtliche Stühle gesetzt. Rachdem die Demokraten sich soweit vorgewagt hatten, ihm den freiwilligen Rücktritt nahezulegen, blieb eigentlich nichts anderes übrig, als daß er jetzt die Demokraten ihrein SchiÄal überlieh und das Kabinett durch Anlehnung an die Deutschnationalen rettete. Das ist wohl auch die Absicht des ReichsministeriumÄ gewesen, der Kanzler erweckte jedoch in seiner Dienstagrede bei den Deutschnationalen den Eindruck. daß er den Demokraten starke Konzessionen machte. Er trieb also die Deutschnationalen in die Opposition, ohne die Demokraten zu gewinnen. Trotz seiner zweiten Erklärung, die die Entgleisung wettmachen wollte, tonnte er nicht mehr erreichen, als daß zuletzt die Deutsch- nattonalen sich zu grundsätzlicher Stimmenthaltung entschlossen, also bei allen Abstimmungen ein totes Segment bildeten, und so zwar die Annahme des sozialdemokratischen Mißtrauensvotums verhinderten, aber doch die Bildung einer Mehrheit gegen die Regierung auf anderer Grundlage ermöglichten. Daß diese Mehrheit gerade auf Grund des demokratischen „MihbilligungsaMrages" zustande kam, ist geradezu eine Zronie des Schicksals. Dieselbek^Demokraten. die dem Reichskanzler wegen einer Außenpolitik, wegen feiner Ernäh- rungspvlitik. seiner Finanzpolitik und feiner Wirtschaftspolitik ihre Anerkennung ausiprechen und ihm lediglich diesen einen Flag- generlaß voruzwerfen haben, setzen sich mit ihrem Antrag durch, weil Kommunisten und Sozialdemokraten nach Ablehnung ihrer eigenen Anträge zu ihnen übergingen. Damit stand das Kabinett vor der Frage, ob der Reichskanzler allein demissionieren solle — denn der demolratische Mißbilligungsantrag bezog sich ja nur auf den Kabinettschef — oder ob das Gefamtministerium zurücktreten solle oder schließlich ob eine Reichstagsauflösung zu erwirken wäre. Das Kabinett hat sich für die ©cfamtbaniffion entschieden, die der Reichsprä- dent angenommen hat. Was nun? Sicher scheint jedenfalls nur das eine zu fein, daß Dr. Luther nach einem erstaunlich langen und erfolgreichen Wirken als Ernährungs- und Finanzminister unb schließlich als Reichskanzler vorläufig wenigstens die politische Arena verläßt. lieber seine Persönlichkeit und seine außer- vrdeicklichen Leistungen im Reichsdienst wird noch zu sprechen sein, ebenso wie über die grundsätzliche Bedeutung von Inszenierung unb Verlaus bieser Krisis, in der er stürzte. Heute wird man sich lediglich darüber klar sein müssen, daß die großen innerpolitischen Aufgaben. d>e im Augenblick der Lösung harren: Fürstenabfindung. Auf» wertungsvolksbegchr, die umgehende Bildung eines neuen Reichskabinetts verlangen. Der Möglichleiten dazu sind nicht allzu viele. Mehr- heitsregiei-ungen wären einmal zusammenzubringen aus der gesamten Rechten einschließlich des Zentrums, angesichts des außenpolitischen Kurses eine unwahrscheinliche Kombination, zum andern aus der sogenannten Großen Koalition, aifn den Parteien bei Linken mit Zentrum und Volkspartei, wozu sich aber die beiden letzteren schtverlich bereitsinden werden. Als Minderheitsregierung könnte sich ein Kabinett der Weimarer Koalition etablieren. Anregungen enthielten ja schon die Rede Kochs und ein Beschluß der sozialdemokratischen Fraktion. Das Zentrum dagegen scheint durch da» Verhalten in dieser Krisis einigermaßen verärgert und heute weniger denn je Reigung zu verspüren, der Dritte im Bunde zu sein. Bliebe noch ein Minderheits-Kabinett der Mittemit oder ohne Demokraten. Hierfür laufen auch schon die verschiedensten Versionen in Blättern aller Richtungen um. Man denkt meist an eine Rückkehr Zuller Minister und lediglich an einen Ersah für den ausgeschiedenen Kanzler. S t r e s e m a n n soll kategorisch abgelehnt haben, die Führung des Kabinetts zu übernehmen. Es werden nun der Reichswehrminister Dr. Gehler, der ehemalige Innenminister Dr. Zar res und der Frattionsvorsihende der Deutschen Volks- Partei Dr. Scholz als Kanzlerkandidaten genannt. ohne daß man heute für irgendeine dieser Kombinationen schon positive Unterlagen beibringen könne. Jedenfalls ist es dringend zu wünschen, daß die Bemühungen zur Regierungsbildung mit größter Beschleunigung oonftatten gehen, unter Vermeidung all der vielen Umwege, wie sie uns die letzten Krisen gebracht haben. Der Demiffionsbefchluß. wie wir bereits Mittwoch abend durch Aushang mitteilen konnten, hat der Reichstag einen demokratischen Mißbilligungsantrag gegen Reichskanzler Dr. Luther mit 176 Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und Demokraten gegen 146 Stimmen bei 103 Stimmenthaltungen der Deutschnationalen und Bölkifchen angenommen. Das Reichskabinett hat darauf dem Reichspräsidenten seine Demission angeboten, die angenommen wurde. Folgendes amtliches Kommunique wurde ausgegeben: Das Reichskabinetl beschloß heute nachmittag auf Grund des Ergebnisses der heutigen Reichstagsverhandlungen, dem Herrn Reichspräsidenten die Gesamtdemission zu über- .reichen. Der Reichskanzler begab sich im Anschluß an die Kabinettssitzung zumR e i ch s p r ä s i - denken, um diesen Beschluß zu unterbreiten. Der Herr Reichspräsident nahm die Demission entgegen, ersuchte jedoch den Reichskanzler und die Reichsminister, die Geschäfte weiterzuführen. Reichskanzler Dr. Luther hat dem Reichspräsidenten mitgeteilt, daß die Reichsminister zur Weitersührung der Geschäfte bereit sind. Gleichzeitig hat er im Hinblick auf die Tatsache, daß der Beschluß des Reichstags, auf Grund dessen die Gesamtdemission des Reichskabinetts erfolgt ist, sich ausdrücklich auf den Reichskanzler bezogen hat, gebeten, ihn selbst alsbald endgültig vom Amte als Reichskanzler zu entbinden. Die entscheidende Reichstagssitzung. Berlin, 12. Mai. (VDZ.) Die Besprechung der sozialdemokratischen Interpellation über die Flaggenverordnung wird fortgesetzt. Abg. Dr. Koch (Weseri (Sem.): Zn unserer Fraktion ist die Auffassung allerdings gegen eine Minderheit zum Durchbruch gekommen, daß ohne Rot die Ärifc durch den Reichskanzler heraufbeschworen ist und daß eine Zusammenarbeit mit dem Reichskanzler nicht mehr möglich ist, wenn wir nicht maßgebenden Einfluß haben. Das können wir vor unserer Außenpolitik und Handelspolitik nicht verantworten. Wir freuen uns des Eingreifens des Reichspräsidenten für eine neue Eesamtlösung. Der gegenwärtige Zustand, die verschiedenen Flaggen im Ausland, ist gewiß unerwünscht. Wir wollen dazu beitragen, daß er durch eine Gesamtlösung beseitigt wird. Wenn die Regierung versöhnend wirken wollte, hätte sie nicht nur den Reichspräsidenten, sondern auch die Parteien bemühen müssen. Die Verordnung bedeutet einen Abbau der schwarzrotgoldenen Farben. Die Deutschnationalen haben kein Recht, uns die Zustimmung unserer Minister vorzuhalten. Sie selbst sind ja auch nicht immer mit ihren Ministern einverstanden gewesen. Das Gleiche gilt für die Deutsche Dolksvartei gegenüber Herrn Strefemann. wir müssen verlangen, daß unsere Führer nicht felbsländig vorgehen, sondern uns vorher hären. Auf den früheren Reichspräsidenten Ebert kann sich die Regierung nicht berufen, denn dieser wollte mit feiner Teillösung versöhnend wirken. Wir erkennen ine Politik von Reichskanzler Dr. Luther in vieler Beziehung an: aber, nachdem cr unnötig diese Krise heraufbeschworen hat, ist ein weiteres Zusammenarbeiten mit ihm nicht mehr möglich. Abg. v. Graefe- Mecklenburg (Völk.): Wenn man auch mit Herrn Dr. Luther menschliche Sympathien haben fann, mit seiner Politik können wir nicht sympathisieren. Wo waren denn die demokratischen Minister im Kabinett, als die Verordnung erlassen wurde. Sie (zu den Demokraten) hoben doch der Verordnung zuge- stimmt. Herr Koch sollte also feinen Zorn gegen feine eigenen Parteigenossen richten. „ Der Redner wendet sich schließlich gegen die Haussuchungen bei den vaterländischen verbänden auf Veranlassung des Innenministers Seoeriug und macht die Rci6»sregicruiig mit dafür verant wörtlich, da sie solche Verfassungswidrigkciten verhindern müßte. 2lbg. (3ra* Westarp (Dn): Das Vorgehen der ipreußifchen Behörden gegen angebliche Putschversuch? ohne jede ausreichenden Gründe ist unerhört (Lebhafter Beifall rechts, stürmischer Widerspruch links.) Der Reichskanzler hat auf unsere Frage wegen der Durchführung der Verordnung noch keine klare Antwort gegeben, auch der Dries des Reichspräsidenten hat keinen Ausgleich geschaffen. Die Demokraten haben den Wirrwarr hervorgerufen, die Koalition ist innerlich z u sa mm e n g eb r o che n. Wir können uns nicht dazu verstehen, diese unhaltbare Koalition durch Ablehnung eines Mißtrauensvotums die Möglichkeit zu geben, weiter zu existieren Wir werden uns deshalb bei den Abstimmungen über die Anträge der Stimme enthalten. (Beifall bei den Deutschnationalen.) Rach allgemeiner Spannung nimmt dann Reichskanzler D r. Luther das Wort. Cr antwortet aber nur in einer kurzen Erklärung auf den Grafen Westarp, der die nötige Sicherheit für die Durchführung der Flaggenverordnung vermißt habe. 3d) muß dagegen, {q erklärt der Reichskanzler, im Interesse der Reichsregierung auf das feierlichste Verwahrung einlegen, daß in eine bestimmt abgegebene Regierungserklärung Zweifel gesetzt werden. Damit schließt die Aussprache. Es folgen die Abstimmungen. Dabei haben diejenigen Minister, die gleichzeitig Lkbgeordnete sind, ihre Plätze eingenommen. Der Antrag der Völkischen wird abgelehnt.Dann wurde auch der sozialdemokratische Antrag, der die Flaggenverordnung mißbilligt und dem Reichskanzler bad Mißtrauen ausspricht, mit 176 gegen 144 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten bei 104 Stimmenthaltungen abgelehnt. Bei der Abstimmung über den ersten demokratischen Antrag, der die Anregung des Reichspräsidenten auf Schaffung einer Einheitsflagge begrüßt, erklären die Abg. Graf Westarp und von Graefe, daß die Deutschnationalen und Völkischen sich der Stimme enthalten würden. Gras Westarp bemerkt dazu, daß feine Freunde die Anregung des Reichspräsidenten begrüßen. Der Antrag wird gegen die Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. Es folgt die namentliche Abstimmung über den demokratischen Mißtraue nsan- trag gegen den Reichskanzler, der folgenden Wortlaut hat: ..Der Reichstag mißbilligt die Haltung des Reichskanzlers, der durch sein Verhalten in der Flaggenfrage eine ® cf amt- lösung dieser Frage erschwert und in sorgenvoller Zeit einen neuen Konflikt ohne Rot herauf- beschworen hat." Abg. Stöcker (Komm.) erklärt. die Kommunisten seien zwar mit der Motivierung des Antrages nicht einverstanden, würden aber doch für ihn stimmen, um eine Mehrheit gegen Luther zu schaffen. Das vorläufige Ergebnis der Abstimmung ist die Annahme des Antrages mit 176 Stimmen gegen 146 Stimmen bei 103 Stimmenthaltungen der Deutschnationalen und Völkischen. Das Ergebnis wird mit Beifall links und hnn hen Kommunisten mit dem Ruf: „Auflösung" l-egrüßt. Das Zentrum verzichtet nunmehr auf die Abstimmung seines Antrages. Das Haus vertagt sich auf Freitag. Dr. Gehler mit der Regierungsbildung beauftragt. Berlin, 13. 2lloi. (Wolfs. Amtlich.) Der Herr Reichspräsident hat Reich skanz- ler Dr. Luther in Genehmigung seines Antrags von seinem Amte als Reichskanzler entbunden und gleichzeitig den Reichs- wehrminlster Dr. Geßler als dienstält.slen Reichsmioister mit der S t e l l v e r l r e k u n g des Reichskanzlers im derzeittgcn geschästsführenden Kabinett beauftragt. Der Reichspräsident empfing heute vormittag den Reichswehrminister Dr. Geh- 111 tmb richtete an ihn die Frage, ob er a u f d e r bisherigen Grundlage der Koalition der Mlttelparteien die Neubildung der Regierung übernehmen wolle. Dr. Gehler hat sich feine Entscheidung bis nach Fühlungnahme mit den in Frage kommenden Parteien für morgen mittag vorbehalten. T£m die Lelunion erfährt, hat Dr. Gehler bereits am Donnerstagnachmittag die ersten Besprechungen mit den Führern der bisherigen Regierungsparteien gehabt. Die Unter» Haltungen führten aber noch zu feinem greifbaren« Ergebnis, da zunächst im Laufe des Freitag vormittags eine StellungnahmederFrak- Honen herbeigeführt werden muß. Die Meinungen über die Aussichten Dr. Dehlers sind noch geteilt 3m allgemeinen wird damit gerechnet, daß Dr. Gehler an die Spitze des bisherigen Ministeriums treten werde. Eine Mehrheit im Reichstag würde ein Kabinett Gehler, wie die Blätter schreiben, nur mit Hilfe der Deutschnativnalen finden, da die Sozialdemokraten, wie auch der „Vorwärts" betont, nicht geneigt seien, einem Kabinett Gehler das Vertrauen zu bekunden. Hindenburgs Dank. Berlin. 14. Mai. ($11.) Reichspräsident von Hindenburg hat an den scheidenden Reichskanzler Dr. Luther folgendes Schreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Ihrem Antrag um Entbindung von dem Amt als Reichskanzler habe ich in Würdigung Ihrer Beweggründe mit der anliegenden Entlassungsurkunde entsprochen. Mit lebhaftem Bedauern lasse ich Sie aus dem Kanzleramt scheiden, das Sie 1* t Jahre lang mit vollster Hingabe an die übernommenen Pflichten und in heißer Liebe für unser Volk und Vaterland geführt haben. 31 » Jahre haben Sie der Reichsregierung angehört, zunächst als Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. dann als Reichsminister dec Finanzen und zuletzt als Reichskanzler. In diesen verantwortlichen Stellen haben Sie in unermüdlicher. pflichtgetreuester Arbeit, unterstützt durch Ihre vielseitigen Kenntnisse und Erfahrungen, dem Vaterland w e r t v o l l st s Dienste geleistet. Mit der Schaffung der neuen Währung, mit der D r i) it u n g d e r Reichsfinanzen und mit den a u h e n politischen Mahn ahm en der jüngsten Zeit, die Deutschland in der Welt wieder zur Geltung bringen sollen, ist Ihr Ra m c eng v c r - knüpft und ich bin überzeugt, dah die Geschichte dereinst unter den Männern, denen Deutschlands Wiederaufbau zu danken ist. Sie, Herr ReichL- kanzler, mit an erster Stelle nennen wird. Es ist mir ein aufrichtiges Herzensbedürfnis, Ihnen namens des Reichs wie für meine eigene Person für alles, was Sir während Ihrer Amtszeit als Reichsminister und als Reichskanzler für unter Vaterland getan haben, tief empfun » denen Dank zu sagen. Ich verbinde damit den Wunsch, das) auch künftig Ihr erfahrener Rat und Ihre bewährte Kraft dem deutschen Volk von Rutzeit fein möge. Mit den besten Wünschen für Ihr persönliches Wohlergehen unb herzlichen Grützen bin ich Ihr fe^r ergebener gez. von Hindenburg. Die „Enthüllung" der Berliner Polizei. Berlin, 12.Mai. (Wolff.) Amtlich. Die Pläne, die die Veranlassung zu den bereits gemeldeten Haussuchungen. gegeben hoben, iahen die Errichtung einer Diktatur im Anschluß an eine etwa int Zusammenhang mit der Fürstenabfind'.rngsfrage oder sonstigen Gründen auftretenden Regierunosttisc vor. Der Reichspräsident sollte f re - w i l l i g zu- rücktreten. Das erste Manifest der neuen Regierung sah die Aushebung der Reichs- derfasfung vom 11. August 1919 und der Länderversassungen vor. Die Staatsgewalt sollte in vollem Umfange an einen Retchsvcr - wefer übergeben. Sie Parlamente mit Ein» schlutz der Gemeindevertretungen sollten als a u f- -g c 1 ö ft erklärt, Arbeitseinstellung und Aussperrung mit dem Tode bedroht werden, ebenso jeber Widerstand gegen die neue Aeichsregie- rung. Für die Durchführung dieses Planes wurde nach dein Amtlichen Preußischen Pressedienst der Bürgermeister von Lübeck Dr. Reil» mann als Reichskanzler, ®ebcimrnt Hu- genberg als Reichs,inanzminister, der I'.>.» dustrielle Dr. Wegener aus Kreuth in Bayern als Reichsinnenminister um) der Vorsitzende der Rheinischen Landwirtschafts-Kammern und Führer der rheinischen Bauernvereine Dr. Freiherr v. Lüninck in Bonn als Ernährungs- diktator vorgesehen. Das bei den umfangreichen Durchsuchungen gefundene Material hat die preußische Regierung veranlaßt. die sofortige Auflösung der völkischen Sportvereinigungen Werwolf. Wiking und Olympia zu beschließen. Der Führer der Olymoia, Oberst Luck, wurde die ganze Nacht hindurch auf bem Polizeipräsidium vernommen. Der bei ihm beschlagnahmte Aufmarsch- plan gegen Berlin enthält genaue Bestimmungen über die Verteilung und Aufstellung der Wehrverbände an den Grenzen von Berlin und u. a. die Bestimmung, daß beim Beginn des Putsches sogleich in der Stadt alle verfügbaren Fahrräder re quiriert werden sollen. Oberst v. Luck versuchte bei dec Vernehmung den Aufmarschplan als nur gegen kommunistische Unruhestiftung gedachte Maßnahme zu bezeichnen. Es sind eine ganze Reihe von weiteren Haussuchungen vorgenommen worden, so in der Wohnung des Vorsitzenden der Landwirrfchaftskammer. Freiherrn v. Lüninck. Eine halbe Stunde lang wurde der dienstliche und private Schriftwechsel des Freiherrn o. Lüninck bis ins kleinste untersucht, ebenso Schranke, Schreibtische usw. des Freiherrn wie auch seiner Gattin, sowie sämtliche Räume einschließlich Schlafgemach. Nachher wurden trotz Widerspruchs auch die Dien st räume in der Landwirtschafts kämm er untersucht. Die Untersuchung verlies völlig ergebnis- I o s. Frhr. v. Lüninck hat drahtlich schärfsten Einspruch beim Landwirlfchaftsministeriunt und beim Ministerpräsidenten erhoben. Freiherr non Lüninck bittet das Wolffbureau, mitzuteilen, daß die bei ihm vorgenommene Haussuchung feder sachlichen Grundlage entbehre, und daß er von Puksch- plänen, womit er in Verbindung gebracht werde, nicht die geringste Ahnung habe. D'e dabei genannten Personen seien ihm au « nahms- l o r völlig unbekannt. Jur Laufe des heutigen 'Tages ist unter anderem auch eine Haussuchung beim Führer des völkischen „Tannenberg-Bundes. Oberst a. D. v. Knauer, vorgenommen worden. Die Beamten beschlagnahmten jedoch lediglich einen noch nicht geöffneten Brief, der in Abwesenheit des Obersten, der auch bei der Haussuchung nicht zueggen war, eingetroffen war. Das Vorgehen gegen den Führer des Tannenbergbundes bezog sich nicht auf diese Organisation selbst, sondern- hat seine Grundlage in der Tatsache, daß Oberst von Knauer der'Verfasser des beschlagnahmten Aufmarschplanes gegen Berlin ist. Oberst v. Knauer wurde nach der Durchsuchung seiner Wohnung auf dem Polizeipräsidium über den Zweck und die Absichten des AufmarschPlaneS gefragt. Rach Abschluß der Vernehmung wurde er wieder freigelassen verbot dreier verbünde. Berlin, 12. Mai. (WTB.) Der preußische Minister des Innern hat auf Grund des Gesetzes der Republik bem Verein „Olympi a", Deutscher Verein - für Leibesübungen e. 23. in Berlin, ferner den „W e h r b u n d Ostmark" mit bem Sitz in Frankfurt a. b. Ober mit allen feinen Unterabteilungen und den Bunb „W i k i n g" einschließlich sämtlicher Organisationen des ,Iung-Wiking" verboten und aufgelöst mit der Begründung, daß diese Verbände militärisch organisierte und burtbgebilbetc Kam pfverbände darstellten. Das Vermögen der drei Organisationen wird zugunsten des Reichs beschlagnahmt. Nach einer Korrefpondenzmeldung hat der Bund „Wiking" gegen das Verbot Beschwerde beim Staats- gerichtshof einlegen lassen, ebenso der Sportverein Olympia. Der Bund Wiking veranstaltete im Tiergarten ein Sportfest. Gegen 11 Uhr vormittags erschienen , Kriminalbeamte mit der Mitteilung von dem inzwischen erfolgten Verbot des Bundes. Nach Rücksprache mit dem Polizeipräsidium wurde aber die Durchführung des Festes genehmigt. Angesichts der Piltschgerüchre war für die Berliner Schutzpolizei erhöhte Bereitschaft ungeordnet. Die Polizeiwachen waren stark besetzt und für die Nacht, besonders im Regierungsviertel, ein verstärkter Streifenbiemst eingerichtet. Der Tag ist völlig ruhig verlaufen. Eine Erklärung Bürgermeister Neumanns. Lübeck, 13. Mai. (WTB.» Der in der amtlichen Veröffentlichung der preußischen Staatsregierung genannte Bürgermeister von Lübeck. Dr. Reumann, hat sofort nach dem Bekanntwerben der Meldung, daß im Zusammenhang mit dem geplanten Putsch Bürgermeister Dr Reumann. Lübeck, zum Reichskanzler aus- ersehen sei, hen Senat zu emer Sitzung ein- berufen, in der er erklärte, daß er von den Putschplänen bis zu ihrer Derösfentllchung am heutigen Tage keine Kenntnis gehübt habe, und datz, luenn fein Ramc a*ii eine Liste für eine zukünftige Regierung geseift sei, dies ohne seine Zustimmung geschehen sei. Bürgermeister Dr. Reumann legt Wort auf die Feststellung, daß er persönlich wie von jeher, so auch jetzt, jedes verfassungswidrige Vorgehen riickhaltlos verurteile. Der Abbruch des englischen Generalstreiks. London, 12. Mai. (Wolff./ Amtlicher englischer Auvkspruch. Dec Genervlrat des englischen Gewerks 6) aftsausschusscs hat, um die Fortführung der Aerhcmdimrgen ft.vischen den Bergarbeitern und den Bergtvenöbefihecn ju ermöglichen, den Geueralvvsfiano für heule Mitternacht abgesagt und o: und der Herzog von Bork waren auf der Tribüne anwesend. Baldwin erklärte, der Gewerttchaftsrat habe ihm imigeteut, daß er beschlossen habe, den Gcneralstrell unverzüglich auröui;eben. Baldwin habe erwidert, 'ich sofort mit seinen Kollegen um eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen beiden Parteien der Bergbauindustrie in der Hoffnung auf eine baldige Regelung zu bemühen. Baldwin erklärte, er glaube, daß der nun endlich gekommene Sieg ein Sieg des gesunden Menschenverstandes nicht nur eines bcfümintcix Teiles des Landes, sondern des besten Teiles der Bevöllecung des vereinigten Königreiches sei. ..Wir müssen unser Wert", te fuhr Baldwin fort, „wieder ausnehmen im Geiste der Zusammenarbeit und allen Groll und alle Rachsucht hinter uns lassen." Maedonald versicherte, daß keines der Mitglieder auf seiner Seite wünsche, gegen den Geist des guten Willens zu verstoßen. Baldwin fuhr fort, er werde keinen Versuch seitens irgendeines Arbeitgebers billigen. Die gegenwärtige Gelegenheit zu benutzen, um eine Verminderung der Löhne oder eine Verlängerung der Arbeitszeit zu erreichen. Gr stehe zv jedem Wort seiner Botschaft, die er vor Aufhebung des Generalstreiks verlesen habe. Einen Angriff auf das Gewertschaftswesen werde er nicht zulassen. Den Verhandlungen zur Beilegung des von dem Abbruch des Generalausstandes nicht betroffenen Kohlenbergarbeiterstreik wird eine Denkschrift des Vorsitzenden der Königlichen Kohlen- tommissivn Sir Herbert Samuels zu Grunde gelegt werden, die besagt, daß die Verhandlungen über die Lage der Kohlenindustrie tote* Deraufgenommcn werden sollen unter erneuter Gewährung der Subvention für die hierzu erforderliche Zeit. CS sott weiter ein nationales L o h n a m t geschaffen werden. das Vertreter beiher Parteien mit neutraler Beisitzern unh einen unabhängigen Vorsitzenden einschließt und das alle von den Parteien vorgebrachten Punkte in Erwägung ziehen soll. Cs soll keine Revision der früheren Lohnsätze eintreten, toenn nicht genügend Aussichten bestehen, daß die von der Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen zur Reorganisation wirtlich angenommen werben. Es soll ferner ein Ausschuß eingesetzt werden, in dem auch Vertreter der Bergleute sitzen, der mit der Regierung bei Der Vorbereitung der erforderlichen gesetzgeberischen und administrativen Maßnahmen zusammenarbeiten wird. Streiknachwehen. L o n b d n , 13. Mai. (Wolff.) Gegenwärtig ist die Lage von Schwierigkeiten beherrscht, bie sich aus den burd) ben Generalstreik verursachten großen wirtschaftlichen Desorganisationen ergeben. Zwischen den Arbeiterverbänben und ben Verbänben ber Arbeitgeber würben bie Verhanblungen ausgenommen. Ein Hindernis ergibt sich aus bem Umstand, daß natürlich nur von einer allmählichen Wieder- Herstellung der Verhältnisse vor bem Streik bie Rebe sein kann, unb baß manche Unternehmungen infolge ber wirtschaftlichen Folgen bes Streiks ihren Betrieb einstweilen ein schränken müssen, währenb verschiebens Arbeiterverbände bar- auf bestehen, baß bie Teilnehmer am Streik rest- l o 5 wieder eingestellt werben. Die Eisenbahnen erklären, daß ein normaler Eifenbahnbienst nicht vor ber nächsten Woche erwartete werben kann. Einstweilen wirb bie Zahl ber Züge schrittweise erhöht. Das Lonboner Straßenbild hat sich im wesentlichen noch nicht wieder geändert. Nur bie Auto- droschken sinb wieder vollzählig vorhanden. In den I n d u st r i e b e z i r k e n ist bem Befehl des GewerkschastSrats. die Arbeit wieder aufzunehmen, nur teilweise Folge geleistet worden. Auf der andern Seite gibt es viele Firmen und Gesellschaften, die sich weigern, ihr Personal uberchaupt zu alten Lohnbedingungen wieder einzustellen. In Liverpool faßten die Eisenbahner den Beschluß. im Streik zu verharren, falls sich die Arbeitgeber nicht §ur Wiedereinstellung en bloc verstehen sollten. Im Depot der Lonbon-Miblanb-Eisenbahn fanden die Arbeiter, die am Donnerstag früh in großen Mengen zurückkehrten, einen Anschlag, der besagte, daß diejenigen Leute, die man benötige, schriftlich hiervon benachrichtigt werden. In den Docks der Seehäfen wird immer noch nicht gearbeitet, wenn man vom Hilfsdienst ber Freiwilligen absicht. Auch in der Eisen- und Stahlindustrie stehen noch alle Räber still. Die Drucker warten zur Zeit noch auf ein Reuanstellungsangebot der Zeitungen. Die Regierung wird trotz der äußeren Beruhigung ben Ausnahme» 3 ustand noch nicht ausheben. Man erwartet, daß bie Regierung Maßnahmen ergreifen wirb, um die Wiederholung illegaler Streiks für alle Zeiten zu verhindern. Fortsetzung von EinzeLstreMs. London, 14. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die „Times" berichtet, daß in W est schott - land noch keine allgemeine Wieber- a u f n a h m e der Arbeit statrgefunden hat. Die Arbeitgeber erklärten in den meisten Fällen den Arbeitern, sie müßten Persönliche Anträge aut Wiebereinüellung in ihre alten Posten machen. In Glasgow bestehe be: allen Unternehmern Abneigung, ihre Arbeiter wieder auf» zu nehmen. In gewissen Bezirken Glasgows trugen 2lr.beßcrprozeslionen Plakate mit der Aufschrift „Rieder mit Thomas" (Führer der Eisen- bckhnarbeitcr) unb mit der Erklärung, daß b i e Eisenbahner den Streik verloren 'halten. Rur wenige Maschimmfabriteil in Yorkshire waren in ber Lage. 90 Prozent ihrer Arbeiter wieder einzustellen, bei vielen waren es imr 40 Prozent. In Manche ster feien keine Anzeichen für ^ine Beendigung des Streiks vorhanden. In Liverpool wollen die Arbeiter in allen vom Streit berührten Industrien die Arbeit nicht wieder ausnehmen, wenn sich die Arbeitgeber nicht bereit erklären, sie insgesamt toieber ein§uftelfen. In Südwales scheine ber Streit ebenso allgemein zu fein wie bisher. In Cardiff befinden sich die Cisestbahner unb Straften-bahnangestettten im Ausstand. In Dein Londoner Stadtteil Pvptar wurde die Rach- richt von ber Absage d-es Streiks von den D ock- arßcitern mit einiger AnzusriLbrnhell ausgenommen. Abends zwischen 8 und 9 ilfjc versammelte sich eine riesige Menschenmenge in der Nähe der Bureaus des DockarbellervrrbanbLs. Sic mußte von bet Polizei zu Fuß und zu Pferd zerstreut werden, lieber 40 Personen wurden, verletzt. Ilm 11 Ähr herrschte int Bezirk vollkommene R.cho Aack int Stadtteil Canni ng - loten herrscht Unzufriedenheit über die Ablage des Streits. Menschenmeitgon 'durchzogen die Straßen. Auf einer in Ilford um Mitternacht statt» gdunbenen Versammlung wurde fast einstimmig beschlossen, d-,r Streit in Ilford in ollen Getoerbs- zv?eigen fortzuseyen. Amundfens Nordpolflug. lieber dem Pol. — Rückkehr nach Alaska? Wic wir schon in einem Teil unserer Mittwochauslage mitteilen konnten, hat Amun'osen mit feinem Luftschiff „Rorge' am Mittwoch 1 Ahr früh den Rordpol überflogen unb eine nor» weaifche Flagge am Pol fallen lassen, bas Luftschiff ist nach einigem Kreuzen in Richtung Alaska weitergeflogen. Rach einem F. i ttoruch aus Cordowa (Alaska) haben die Rabiostationen der Regierung auf der St. Paul-Insel im Beringmeer unb in Rome bis um 5 Ahr nach Rcuyorker Zeit seit insgesamt 11'., Stunden keine Antwort mehr bekommen. Das Barometer fällt, unb ein Sturm scheint unmittelbar bevorzustehen. Der Dampfer „Rorthwestcrn" meldet, daß er gestern Mittag ein Telegramm der Rabiostativn Ibi- tarod aufgefangen hat. in dem die Station mite teilt, daß sie mit anhörte, tote bas Luftschiff in ZeitabstanTen von 5 Minuten bie Rabiostativn in Rome anzurufen versuchte. Die Radiostation hat nichts gehört. Das erste deutsche Verkehrsflugzeug in Paris. P a r i i . 14. Mai. (WTB. Funtspruch.) Gestern ist auf dem Flugplatz Le Bourget bas erste von Deutschland kommende Handels- flugzeug mit sechs Passagieren eingetroffen. Aus aller Welt. Arbcitskärripfe in Deutschland. WSN. Die jetzt vorliegende Aufstellung der wirtschaftlichen Arbeitskämpfe im Jahre 1924 ergibt bie Höhe von 1973, nämlich 1581 Streiks und 392 Aussperrung- n. Betroffen würben 28 430 Betriebe mit 1618 000 Arbeitnehmern. Von diesen waren 641 075 im Streik und 976 936 ausgesperrt. Während sich diese Ziffern gegen das Jahr 1923 nicht beträchtlich verändert haben, ist die Za hl der verlorenen Arbeitstage von 12 343 830 t. I. 1923 auf 35 861581 >. I. 1924 gestiegen. Davon rührten aus Streiks 13 198 470, aus Aussperrungen 22 663111 her. Das Gebiet der größten Kämpfe war der B e r gb a u, das Hütten- und Salinenwefen mit 13 Millionen verlorenen Arbeitstagen. Es folgt die M a f ch i n e n i n d u st r i e mit 7,8 Millionen, die Metallverarbeitung mit 4,3 Millionen, das Baugewerbe mit 3,4 Millionen, das Holzstoffgewerbe mit 1,6 Millionen unb die ch e - mische Industrie mit 1,3 Millionen. Diese Industrien umfassen mehr als fünf Sechstel der" ausgefallenen Arbeitstage. Dagegen hatte das zahlenmäßig viel stärkere Handelsgewerbe nur einen Ausfall von 89 223 Tagen. Der Grund liegt darin, daß der Arbeitskampf, vor allem von der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft, weniger von der Angestelltenschaft in Streikform geführt wird. Ehrentag der deutschen Armee und Alarme. Am 28. unb 29. August 1926 findet in Rürnberg ber große Ehrentag ber deutschen Armee unb Marine statt, ber bas Gedächtnis an bie unvergleichlichen Leistungen ber toten unb lebenden deutschen Frontsoldaten zu Wasser, zu Land und in der Lust toachrufen soll. In sämtlichen nationalen Verbänden und Vereinigungen Deutschlands werden zur Teilnahme an diesem Tage bereits Vorbereitungen getroffen. Die Ehrenschinnherrschaft hat der rangältefte Offizier der baherischen Armee, Kronprinz^R u p p r e ch t, übernommen. Die Träger der berühmtesten Ra- men ber beutschen Armee unb Marine werben in Rürnberg anwesend sein. Die Veranstaltung umfaßt alle deutschen Stämme. Born v-Zug überfahren. Der Schnellzug D 88 Hamburg München überfuhr bei offener Schranke im 'Bahnhof Triesdorf (Franken) ein Fuhrwerk Der Landwirt Geiselsöder ist dabei tödlich verunglückt. Eine Kuh wurde getötet und der Wagen zertrümmert. Arsache deS Anfalls ist das Richt schließen der Schranke durch den Schrankenwärter. (Eine siebenköpfige Familie durch Gos vergiftet. In Dreslau-Pöbelwitz hat sich die aus sieben. Personen bestehende Familie des früheren Ko- lvnialwarenhändlers Buch mit Leuchtgas vergiftet. Außer dem Ehepaar sind auch die fünf Kinder im Alter von 3 bis 11 Jahren tot. Man sucht das Motiv zu der Tat darin, daß die Familie exmittiert werden sollte, weil sie schon längere Zeit mit der Miete im Rückstand war. Die mitteldeutsche Obsternte teilweise vernichtet Nach Mitteilungen des „Tag" hat der Nachtfrost der vergangenen Woche in den Obstkulturen der Mark Brandenburg und vor allem Mitteldeutschlands schweren Schoden angerichtet. Bei verschiedenen Obstsorten soll die zu erwartende Ernte bis zur Hälfte vernichtet sein. Schneefälle in Tirol. Die Berge um Trient herum sind mit Reuschnee bedeckt. In ben Gebirgsorten ist bie Temperatur auf 0 Grad gesunken. Verschiedene Erdrutsche sind infolge starken fRegentoetteri zu verzeichnen. Opfer an Menschenleben sind jedoch nicht zu beklagen. Im oberen Vintsch- g a u wurde ein starker Erdstoß in wellenförmiger Richtung von fünf Sekunden Dauer verspürt. Der Erdstoß erfolgte gegen 3 Ahr morgens, worauf Schneefälle einsetztcn. bie^bis zum folgenden Mittag anßielten, so daß die Schneedecke 25 Z2n!imeter hoch ist. Uhrenschmuggel an der deutsch-schweizerische« Grenze. Bei einer Grenzkontrolle wurde ein Ge sckäftsmann aus Waldshut, der 14 Ähren von ber Schweiz nach Deutschland einschmuggeln tooflic, verhaftet. Der Verhaftete hat int Laute der letzten zwei Jahre uugefäßr 5CXX) Ähren im Werte von etwa 100 000 Mark von der Schweiz nach Deutschlanb eingeschmuggelt. Die geschmug gelte Ware wurde durch Mittelspersonen nach Hornberg (Schwarzwald) weitergeleitet. Eine große Anzahl von Ähren konnte beschlagnahmt Werben. Schiveces Einflurzunglück auf ber Hütte „Phönix". Duisburg. 1,. Mai. (Wolff.) Heute vormittag 9' Ahr stürzte auf der Hütte „Phönix" das Hallendach des Schnell- und Feinwalzwerkes ein und begrub die darin beschäftigten Arbeiter. Die Ariache konnte noch nicht festgestellt werden. Die 3aM der Toten beträgt sicher drei, sowie zwei Schwer- unb 12 Leichtverletzte. Sämtliche von dem Anglück betroffenen Personen sind geborgen. Einsturzungluck bei einem Fußballwettfpiel. In Königshütte kletterten währenb eines Fußballwettspiels etwa 30 bis 40 Personen auf einen in ber Nähe stehenden Ziegelschuppen. Das Dach brach und die Zuschauer stürzten in die Tiefe, wobei ein 17jähriger junger Mann erschlagen und etwa 10 Personen erheblich verletzt wurden. Deutschlands Großstädte im Mittelalter. Während wir heute unter Großstadt nur eine solche verstehen, die wenigstens 100 000 Einwohner hat, galt um das Jahr 1600 schon eine Stadt als Großstadt, die mehr als 16 000 Einwohner hatte. And doch gab es damals in Deutschland mit seinen 17 Millionen Bewohnern nur acht Esther Großstädte. Die acht größten deutschen Städte waren damals wie im geographischen Anzeiger mitgeteilt wird: Köln mit 40 000 Einwohnern, Augsburg (30 000), Breslau (26 000), Magdeburg (26 000), Rürnberg-Furlh (25 000). Lübeck (25 000), Braunschweig (18 000), Erfurt (18 000). Selbst Hamburg blieb mit seinen 15 000 Einwohnern noch hinter dem damaligen Begriff einer Großstadt zurück: je 12 000 Einwohner hatten Frankfurt o. M., Dresden. Leipzig. Münster und Würzburg, währenb Stuttgart unb München wie Berlin je 8000 hatten. Viertes Reger-Fest der Max-Reger-Gesellschaft. Das vierte Reger-Fest ber Max-Reger-Ge- sellschast findet vom 9. bis 13. Juni unter Oberleitung von Max Fiedler in Essen statt. In fünf Konzerten werden die Hauptwerke des Meisters zu Gehör kommen: zwei Orchesterkonzerte werben von Max Fiedler, eines von Fritz Busch geleitet. Als Solisten sind gewonnen Frieda Dierolf, Adolf Dusch, das Busch-Quartett, Fritz Hellmann, Rudolf Serkin. Wettervoraussage. .Wolkig mit schwacher Aufheiteruitg. Neigung zu kurzen Regenfällen, tagsüber milde bei späterer Abkühlung. Gestrige Tagestemperaturen Maximum 17.2 Grad C„ Minimum 5,2 Grad E.. Riederfchtäge 0.7 Millimeter. Heutige Morgen 1 temberahir 7,1 Grad C. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 14. Mai 1926. Der neue Fahrplan auf Bahnhof Gießen. 2m neuen Fahrplan (ab 15. Mai) treten auf Bahnhof Gießen folgende Aenderungen ein. Richtung nach Kassel: Pz. 777 Frankfurt—Kassel an 8.03 norm., ab 8;33 norm, (bisher ab 8.241. O-Zug 73 Frankfurt-K,el an 8.19 norm., ab 8.24 norm, (bisher ab 8.16). Pz. 769 Frankfurt—Hamburg an 10.12 norm., ab 10.18 oorm. (bisher ab 10.19). Pz. 773 Frankfurt—Kassel an 12.21 nachm.. ab 12.30 nachm. (bisher ab 12.32). l)-Zug 27 Frankfurt—Berlin an 1.15 nachm., ab 1.25 nachm. (bisher ab 1.12). Pz. 707 Frankfurt—Kassel an 6.09 nachm., ab 6.1!' nachm. «bisher ab 6.20). Neu: V-Zu.i 75 Frankfurt—Hamburg an 10.13 nachm., ab 10.18 nachm. , D-Zug 77 Frankfurt—Hamburg an 11.39 nachm., ob 11.44 nachm. (bisher ab 11.49). V-Zug 179 Frankfurt—Berlin an 11.48 nachm., ab 11.58'nad)in. (bisher ob 11.41). Neu: V-Zug 191 Bafel—Aliocha—Berlin Gießen durch 12.3K nachts, hält zwischen Frankfurt und Kassel nur in Bad-Nauheim. Neu: Pz. 729 Gießen—Marburg ab Gießen 10.43 nachm. ' Pz. 771 Frankfurt—Kassel an 1.49 nachts und ob 1.55 nachts ist weggefallen. Richtung nach Frankfurt a. 2H.: Neu: V-Zug 192 Berlin—Basel Gießen durch 4.34 nachts, hält zwischen Kassel und Frankfurt nur in Bad-Nauheim. Neu: V-Zug 78 Hamburg—Frankfurt an 5.38 norm., ab 5.42 vorm. V-Zug 76 Hamburg—Basel an 7.54 oorm., ab 8JX) oorm. (bisher ab 8.02). Pz. 774 Kassel—Frankfurt an 9-51 oorm., ab 9.57 vorm. (bisher ab 9.55). V-Zug 28 Berlin—Frankfurt an 5.27 nachm., ab 5.37 nachm. «bisher ob 5.38). Beschl. Pz. 770 Kassel—Frankfurt an 8.21 nachmittags, ab 8.33 nachm (bisher ab 8.31). Pz. 778 Gießen—Frankfurt bisher Gießen ab 8.56 nachm. ist weggefallen. Richtung nach Wetzlar—Dillenburg: Pz. 1611 Gießen—Betzdorf ob 5.13 vorm. (bisher 5.14 oorm., Sonntags bis Wetzlar. V-Zug 275 Frankfurt—Dortmund an 6.42 nachmittags, ab 6.50 nachm. (bisher ab 6.51). Pz. 1649 Gießen—Betzdorf ab 10.50 nachm. (bisher ab 10.30 nachm.). Richtung nach Limburg—Koblenz: Pz. 106 Gießen—Koblenz ab 5.13 vorm. (bisher ab 5.14) Sonntags. Pz. 402 Gießen—.Koblenz ab 8.50 oorm. (bisher ab 8.52). Neu: V-Zug 128 Gießen—Trier ab 5.44 nachm. Richtung nach Fulda: Pz. 553 Gießen—Fulda ab 8.24 oorm. (bisher ab 8.16). Pz. 557 Gießen—Fulda ab 3.36 nachm. (bisher ob 3.40), verkehrt täglich bis 2. Oktober. Pz. 561 Gießen—Burg-Nieder Gemünden ab 6.46 nachm. (bisher ab 6.48). Der Pz. 552 Fulda—Gießen, bisher Gießen nn 7.54 vorm, verkehrt unterwegs bis 5 Minuten früher: fetzt Gießen an 7.50 vorm. Pz. 559 Gießen—Fulda ab 8.02 nachm. (bisher ob 8.03). Richtung nach Gelnl-ausen: Pz. 506 Gießen—Gelnhausen ab 8.14 vorm. (bisher ab 8.16). Pz. 512 Gießen—Gelnhausen ab 6.41 nachm. (bisher ab 6.42). Pz. Gießen—Hungen—Nidda ab 10.4-3 nachm., neu. daß er Sonntags bis Nidda durchgeht. Pz. 513, bisher von Hungen, verkehrt Sonntags non Stockheim bis Gießen: Gießen an 9J53 nachmittags. Vi. 505. bisher nur werktags, verkehrt Sonntags bis Gießen Meßen an 3.10 nachm. Die Ehescheidungen in Hessen im Jahre 1925. 3n ganz Hessen wurden im Jahre 1925 404 Ehen geschieden (im Vorjahre 496). 15 Ehen (tm Vorjahre 9) wurden für nichtig oder ungültig erklärt. Don den geschiedenen Ehen entfielen 182 auf Starkenburg, 86 auf Ober» Hessen und 136 auf Rheinhessen. Die Zahl der Ehescheidungen belief sich (nach dem Wohniii; des Mannes) in Darmstadt auf 76 (86), Offen» dach auf 47 (83). in Dießen auf 29 (38). in Main; auf 85 (88). in Dingen auf 8 (14), in Worms auf 4 (30). In 26 Millen dauerte die Ehe biS 2 3obre. in 136 Fällen 2 bis 5. in 137 Fällen 5 bis 10 Jahre. 3n den folgenden Jahrgängen finkt die Ziffer; in 14 Fällen hatte die Ehe mehr als 25 Jahre gedauert. In 177 der geschiedenen Ehen waren keine Kinder vorhanden, in 129 Shcn ein Kind, in 72 Ehen 2 Kinder, in 21 Ehen 3 Kinder, in 15 Ehen 4 und 5. in 5 Ehen 6 und mehr Kinder. In 197 Fällen waren beide Ehegatten evangelisch, m 69 Fällen beide katholisch, in 4 Fällen beide israelitisch und in 117 Ehen handelte es sich um Mischehen. 158 mal wurde die Scheidung ausgesprochen wegen Ehebruchs, 11 mal wegen böswilligen Verlassens, 252ma( wegen Verletzung der ehelichen Pflichten und 2ma( wegen Geistesstörung. 3n 67 Fällen wurde der Mann wegen Ehebruchs schuldig gesprochen. in 136 Fällen wegen Verletzung der ehelichen Pslichten. 4bmal wurde die Frau wegen Ehebruchs für schuldig gesprocheu und 43mal wegen Verletzung der ehelichen Pflichten. 45mal find beide Teile wegen Ehebruchs und 73nial wegen Verletzung der ehelichen Pflichten geschieden worden. 3m ganzen wurden schuldig gesprochen 209 Manner 11924: 228), 83 Frauen (141). beide Teile 112 (127). Die meisten der geschiedenen Männern und Frauen waren in den Altersklassen von 25 bis 35 Ighren. Vornotizen. — Lageskalender für Freitag. Palast-Lichtspiele, 4.15 und 8.15 Uhr: Deutsche Heimatfilme. — Wickingerfahrten der Nerother. Der Vortrag lindet im großen Hörsaal des Physikalischen 3nstituts statt und nicht, wie in der Anzeige vom 12. Mai zu lesen war, im großen Hörsaal des Physiologischen 3nstituts, (Siehe Anzeige.) — Gin Wohltätig? eitstonzcrt zum Beste u des V. D. 21. veranstaltet Wilhelm Schätt- lers Schule am nächsten Montagabend im Singsaal des Realgymnasiums. Die Veranstaltung sei zu regem Besuch bestens empfohlen. Näheres in der Anzeige vom Mittwoch. LU. D > e zweite und letzte feierliche Immatrikulation findet morgen mittag um 12 Uhr im Großen Hörsaal der Universität statt. LU. Universitäts-Gottesdienst. Am nächsten Sonntag, vormittags 11.15 Uhr, findet in der Steuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst statt, zu dem in erster Linie die Angehörigen der Universität eingeladen finb. Selbstverständlich hat aber auch jeder andere Zutritt. Die Predigt häll Professor Dr. F r i ck. ** Saarsänger in Gießen. Der Männer-Gesangverein „Liederkranz" aus Saarbrücken, wohl der größte und beite seiner Art "nn Saargebiet, dem auch ein ausgezeichneter künstlerischer Ruf vorausgeht, wird auf seiner diesjährigen Konzertreise auch Giehen einen Besuch abstatten. Er trifft am 1. Pfingstseiertage (23. Mai) gegen Vzl Uhr mittags von Marburg kommend in einer Stärke von 200 Sängern hier ein und wird um 4 Uhr nachmittags unter Leitung feines Ehorrneisters, Mnfikoberlchrers P h. Stilz, in der Volkshalle ein Konzert geben. Die hiesigen Gesangvereine, die Turnerschaft, der Derkchrsverein und der Saarverein haben sich zusammengetan, um dieses Konzert würdig vorzubcreiten. Ein Ausschuß ist gebildet, der bereits tüchtige Vorarbeit geleistet hat. Dor allem gilt es, auch die Saarsänger, die nur bis zum 24. Mai früh hier bleiben, möglichst kosten- srei unterzubringen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen. ** Arbeitsjubiläum. Am gestrigen Himmelsahrttage waren 40 3ahre vergangen, feit der Druckereihilssarbeiter Friedrich Bender aus Krofdorf den Dienst in der Brühl'schen Uni- verfilätS-Duch- und Steindruckevei R. Lange in Gießen auf genommen hatte. Aus diesem Anlaß gedachte der Inhaber der Firma. Duchüruckerei- besiher A. Lange, am Mittwoch vor versammeltem Personal in einer herzlichen Ansprache bet treuen Dienste des Jubilars, dem er als äußeres Zeichen seiner Anerkennung ein entsprechendes Iublläumsangebinde überreichte, wofür der Gefeierte in einer launigen Ansprache dankte. Auch die Mitarbeiter des Jubilars hatten diesem eine freundliche Ehrung bereitet, indem sie feinen Ardertsplay mit festlichem Schmuck versahen. Möge dem verdienten Mitarbeiter noch manches Jahr gebetblidfren Wirkens an fernem altgewohnten Platze beschieden fein. O Ein 21 u t d - Un f a II ereignete sich gestern nachmittag im Walde bei Lollar Dort brach einem von Marburg loinmenden Auto ein Hinterrad Infolge dell en fuhr der Wagen gegen einen Baum und wurde zertrümmert. Der Führer und Besitzer des 2Uito». ein Herr auS Mainz, tarn mit dem Schrecken davon, dagegen erlitt seine milfahvende Gattin durch den heftigen Anprall innerliche Derlehungen und muhte nach Dießen in ärztliche Behandlung verbracht werden. Dos zertrümmerte Auto wurde durch ein Lastauto der Firma Hebstreit in Gießen vom Platze geschafft. ' Einsteigdieb stahl. Der Polizeibericht meldet: Am Mittwoch stieg ein Dieb über den umzäunten Dorgarten eines Hauses in der Erftanlage dahier, und, durch die schlechte Straßenbeleuchtung begünstigt, durch ein vssenstehc-ndes Fenster in eine Parterrewohnung. Gestohlen wurden ein glockenförmiger, aus Wolle gestrickter hellgelbfarbiger Domenmantel, mit pelzartigern Besah an Aermeln und Kragen, ein dunkelbrauner hochgeschlagener Damen hick (Sonnen Hut) mit roten, gelben und grünen Blumen und braunem Band besetzt, eine graublaue Trägerschürze, eine weihe Blute und ein getragener Herrenrock. Dor Ankauf der Sachen wird gewarnt. Personen, die über den Derbleib der Sachen und über die Tat er- schost Wahrnehmungen gemocht hoben, werden ersucht, der Kriminalpolizei Gießen Mitteilung zu machen. •* Festgeno m m c n wurden acht Personen wegen verschiedener Straftaten. ** Pfingstpaketverkehr. Die Deutsche Reichspost ersucht, mit der Bersendung der Pfingst pokete möglichst frühzeitig zu beginnen, damit Anhäufungen in den letzten Togen vor dem Fest und dadurch oerurjachte Verzögerungen vermieden werden. Es empfiehlt sich, die Pakete gut zu verpacken, die Aufschrift Hallbor anzubringen und den Bestimmungsort unter näherer Bezeichnung der Lage besonders deutlich niederzuschreiben. Ferner darf nicht unterlassen werden, auf dem Paket die vollständige Anschrift des Absenders, auch Hausnummer, Gebäudeteil, Stockwerk anzugeben und in dos Paket obenauf ein Doppel der Aufschrift zu legen. Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Doltsstaoles Hessen weist für den Monat Aril 1926 folgende Zahlen nach: An Rohbraun- tohlen wurden gefördert 33 525 Tonnen, verkauft wurden davon 10141 Tonnen, dec größte Teil der Rvhlohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. 2lus deri verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwe.ereiprodukten erzeugt: 901 Tonnen Braun- kohlenbrilens, 1601 Tonn eit Nahpreßsteine. Außerdem wurden in Hessen erzeugt eine Anzahl Tonnen Dteinpreßkohlen. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs, verblieben am Monatsschluh absatzfähig: 14 931 Tonnen Rohkohlen, 350 Tonnen Briketts, 1947 Tonnen Nahpreßsteine, zusammen 17 228 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodutte, im Gesamtwert von 120 287 Reichsmark. Der Saatenftanb im Reich Anfang Mai. Für die Weiterentwicklung der Saaten war die trockene Witterung im April mit zumeist sonnigen Tagen im allgemeinen nicht ungünstig. Als Folge der häufigen Nordostwinde ist aber eine ziemliche Austrocknung der Felder eingetreten, die sich in letzter Zeit schon bei fast allen Feldgewächsen nachteilig fühlbar machte. Der Stand der Wintersaaten wird im ganzen als befriedigend bezeichnet. Die Hauptfrucht, der Winterroggen, weist im Durchschnitt einen mittleren Stand auf. Der Winterweizen wird etwas besser beurteilt. Die Bestellung des Sommergetreides ist überall zu Ende geführt, das Legen von Kartoffeln ist in vollem Gange, teilweise ebenfalls schon beendet. Soweit die Frühjahrssaaten bereits aufgelaufen sind, zeigen sie eine gute Entwicklung. Der Stand der Klee- und Luzernefelder läßt nach den meisten Berichten zu wünschen übrig. Durch Mäuse- und Schneckenfrah sind hier vielfach Kahlflächen entstanden, die umfangreiche Umpflügangen und Neusaat notwendig machten. Des fer wird der Stand der W i e f e n beurteilt. in manchen Gegenden ist ihre Entwicklung aber noch ziemlich zurück. Unter Zugrundelegung der Zcchlcnnoten 2 — gut, 3 - mittel. 4 — gering ergibt sich ün Reichsdurchschnitt folgende Begutachtung^ Winterweizcn 2.7 (Dormonat 2.8). Win- lerfpelz 2.6 (2.6). Wintcrrvggen 2,9 (2.8). Wintergerste 2,8 (2.7), Klee 3.1. Luzerne 2.8. De- wässerungSwielen 2.4, andere Wiesen 2.7. Umpflügungen mußten in diesem Jahre tti größerem Umfange wie 1925 vorgenommen werden. Im Reichsgebietdurckschnitt betrugen diese v. H der Anbauflächen bei Winterweizen 2.9 (Dorjahr 0,7). Winterfpelz 1,8 (0,4), Winter- roggen 1.8 (0.8). Wintergerste 1.5 (0.3), Klee 5.8 (0,4). Luzerne 4.4 (1.2). Als Ursachen werden nicht so sehr Auswinterungsschäden angc geben, als vielmehr tierische Schädlinge, vor allem Mäuse und Schnecken, die hauptsächlich in Äke- und Roggenfeldern großen Schaden angerichtet haben. Auch infolge Hochwasserschäden sind in einigen Gebieten, namentlich im Westen und Süden des Reichs, Neubestellungen in ziemlichem Umfange notwendig geworden. Große Straftammer Gießen. Giehen. 11. Mai. Durch das Schöffengericht Giehen waren der Otto W. von Wies eck. die Berta Sch. von hier und zwei Mauen aus dem Vogelsberg wegen Deihllse zum 2£btrei- vungsversuch zu mehrmonatigen, btzw. mehr wöchigen Gefängnisstrasen verurteilt to erben. Aus ihre gegen dieses Urteil eingelegten; Berufungen hin wurde die Sache beute nochmals verhandelt. Die Derhandlung sand wiederum unter Ausschluß der OesfenllichLett statt. Aus Grund des Ergebnisses her erhobenen Beweise konnte das Gericht aber nur zu einer Der urteihmg dcö Angeklagten W kommen, gegen den wegen Vergehens gegen § 49a REtGB. auf eine Strafe von 8 Monaten Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft erbarmt wurde Die übrigen drei Angeklagten wurden mangels ausreichenden Beweises frei gesprochen. Gerichtssaal. Brandstiftung zwecks versicherungsbekrug». * Dormstadt, 11. Mai. Bor dem Schwurgericht hatte sich der Kaufmann Wilhelm Winkel wegen Brand st iftung zu verantwor len. Er war ursprünglich Polizeibeamter und hatte dann in Mannhcin ein D c t e k t i o b u r e a u. In Darmstadt, seinem letzten Wohnort, hatte er ein Haus gekauft und dieses sowie verschiedene Del- gemcilde bei mehreren Gesellschasten versichert, und zwar weit über die Höhe des Wertes. Nach einem Brande forderte er etwa 3 600 0 Mark Schadenersatz. Der Angeklagte wurde wegen vor süßlicher Brand st iftung zu drei Iah r e n Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr. ReligkonSgemeindr. Gottesd. i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, den 15. Mai 1926. Dorabd 7.45, morgens 8.30, abends 8.20, und 9.00. Gottesdienst der isr. Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, den 15. Mai 1926. Freitag abdS. 7.25, Samstag vorm. 8.00, nachm. 4.00, Sabbatausg. 9 00. Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 7.00. Rundfunk-Programm de- Frankfurter Senders. (Aus der „Nadfo-Umschau".) Samstag, 15. Mai. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Liederkranz, Liedervorttäga Frankfurter Schulen. 4.30 bis 5.45 Uhr. Konzert des Hausorchesters: Spanische Mustt. 5.45 bis 6.10 Uhr: Übertragung aus Kalle!: Rede des Oberbürgermeisters über die Kalleler Lust- sahrtausstellung. 6.15 bis 6.45 Uhr: Der Brieflasten. 6.45 bis 7.15 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Dolksbildmrg: .Das deutsche Museum in München." Vortrag von Studienrat Ing. Hatzfeld. 7.15 bis 7.30 Uhr: Stunde der Frankfurter Vereinigung für Heimatkunde. 7.30 Uhr. Uebertragung auä dem Frankfurter Opernhaus: .Ienusa", Oper aus dem llawischen Dolls- leben in 3 Akten von LeoS Ianacel. Anschlie- hend bis 12 Uhr: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. HUSSUNC, P®®* Äei junö nimm öas Bessere! -7 fioSÄT' selbsttätige waschmttrel ent- I Sn/fTr« a unfl waffccglo«,üic Wohl Öas 1 K, lullen, eingcodcs Gewicht vocstellen, I Wdrtwrt haben, sonSern Mosche {/ unfi k)°°üe nut ihrer Scharfe cumfctn. —um nimm Perflar, jammer', d,kP.v F6it einzigen selbsttätigen Setfenflocken, die es gibt, lks ist mild wie mildeste Seife. Wäsche wirs durch nur stündiges ,0ß!flc,r selben bleaüeoü mdb nhii? *Ul°8,Z6/., rlffi. u. FU'lMFR- Hfn6RO\v, Prima nahgestreckte KeroieMeibrieH alle gangbaren Breiten auf Lager Friedrich Greß, Wen» Gießen, Neuenweg 32. „VmiUW" 8,18-?. 5. -Perjonenwageu, 8sach gut be reift, ssitzig, in bestem Zustand, neu überholt, fahrbereit, auch als Lieferungswagen, da sehr starkes Ehafsts. zu verkaufen. 4085D Bahnhofstraße 49. Stammholzverkauf. Aus dem Markwald Grüningen-Dors- Gill soll unter den für den Holzoerkauf aus den Staatswaldungen gültigen Bestimmungen noch verkauf: werden folgendes Stammholz: Schnittholz: Fichte 2. KL 2 St. mit 5,35 ün. Bauholz : Kiefer 3. KL 15 St. mit 7,81 ün. 4. Kl. 44 St. mit 20,90 ün; 5. Kl. 10 St. mit 3,30 ün. Fichte 3. Kl. 7 St. mit 6,55 ün; 4. Kl. 1 St. mit 0,46 im. Das Holz ist geschält. Weitere Auskunft erteilen Herr Forstwart Schäfer zu Dorf-Gill und der Unterzeichnete. Gebote, versehen mit der Aufschrift „Holzverkauf Markwald Grüningen-Dorf-Kill" beliebe man, getrennt nach Klaffen, einzureichen bis Samstag, den 22. Mai, vormittags 10 Ahr, an den Unterzeichneten (Forftamt Schiffenberg). 4271D Gießen, den 12. Mai 1926. Der Borstand der Markgenossenschaft Grüningen-Dorf-Gill. Schneider, Zorstral und Vorsitzender. Bekanntmachung. Die Gemeinde Gedern versteigert öftent- lich meistbietend am Samstag, 22. Mai, 11 Uhr vormittags, den Platz für Auf stellen eines Karussells und Schießbude anläßlich des Prämiierungsmarkte- für 6., 7. und 8. Juni, anläßlich des Sänger festes für 12. und 13. Juni, anläßlich des Augustmarktes für 22. und 24. August und anläßlich der Kirchmeihe für 7. und 8. No vemder 1926. Schiffsschaukel und Ketten- karussell werden nicht zugelassen. Alle Schau- usw. Stünde müllen sich jedesmal bis spätestens 8 Tage vor jedem Termin der Bürgermeisterei angemeldet haben, andernfalls sie keine Berücksichtigung finden. 4259D Hell. Bürgermeisterei (Sehern. Arbeitsvergebung. I Zur Errichtung eines Industrie-Um- | spamiwerks für das Elektrizitätswerk sollen folgende Arbeiten vergeben werden: 1. Erd-, Maurer- und Betonarbeiten. 2. Spenglerarbeiten. 42768 3. Dachdeckerarbeiten. Angebote auf Vordruck sind bis zum Er- oftnungstermin am Donuerslag, dem 20. Mai d. 3. vormittags 10 Uhr bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist drei Wochen. Giehen, den 11. Mai 1926. Stadtbauamt: Braubach.____ Bekanntmachung Betr.: die Fürstlich Solms-Braunfefs- bave ich durch Sefiatunaufüx^en von DÄ?5erba-5ur Nachb'ckandlung tft Herva-Eremevesonders zu empfehlen Zu had. tn allen Avoweken, rroaerten u. Darfumerlen OerPMinprti scheu Obligationen. Nach eingeholler Ermächtigung der Spruchstelle kundigen wir hiermit die noch im Umlauf beftndlichen Partial-Obliga- tionen der Fürsttich Solms-Braunfels- fchen Anleihen: zu 4"/o vom 30. Dezember 1880, zu 34% vom 25. Juni 1886, Ui 3**/o VOM 26. Juni 1886 zum 1. September 1926. Der Ablofungsbelrag ist nach der Bell,mnmng der SpruchfteUe 127 Reichsmark für je 1000 Papiermark. Dazu treten für dos Jahr 1925 noch 3 Reichsmark und für das Jahr 1926 noch 4,50 Papiermart Zinsen, die abzüglich von 10“ , Steuer vom Kapitalertrag zugleich mit der Ablösungssumme gezahlt werden. Die Einlö'ung erfolgt gegen Aushändigung der Dbligaiicnen mit Zinsschein- bogen — es sind die Zinsfcheine ab 1925 beizufugen — bei der Mitteldeutschen Cre- bitbant in Frankfurt a. M. am 1. September d. I. 42500 Braunfels, 11. Mai 1926. Fürstliche Ren'kommer. Dr. Dickel. zu »oh । findet in altgewohnter Weise am 3. Pfingstfeierlag (25. Mai), ftalt Es stehen reichliche Preise zur Prämiierung von Vogelberger und Simmentaler Rindvieh zur Verfügung. Beginn des Diehauftriebs um 7 Uhr, Beginn der Prämiierung um 83/2 Uhr, Beginn der Verlosung um 1 Uhr. Wertvolle Gewinne, Kalbin, Rinder, Möbel und gediegene Preise kommen zur Auslosung. Lose zu 1 Mk. bei August Konrad, Hungen, zu haben. Das zur Verlosung ^'mmende Vieh wird auf dem UJiarRl aufgekauft. MM, Mzerk, M. Bürgermeisterei Schatten. °’°a in jeder Ausführung, vom Einfachsten bis zum Feinsten, in :: Riesen-Auswahl :: zu den billigsten Preisen = für Damen, Herren und Kinder »AWKM KE* Beste Bezugsquelle für dauerhafte, gute Schuh waren - Meuer WUzM neben Schade&Füllgrabe J* 4262c Verwalter der Universität. 313Sag 4163D Deffnung der Abendkasse eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung. Der Vorstand. 084 ’3 I jjtiL ZjäbrigeS belgisches nudel 4-73 D inmnniniiiiiniiimiiiiimmiiimimniiimnnnmTinninnnjiiiniJiiiniiiiiHiiiiiniuiiniiiiuifij innnninnu CflU titltLLCi I 5 i i 1 Allen Personen und Vereinen, die durch ihre tatkräftige Unterstützung zu dem Erfolge des von uns veranstalteten Wohltätigkeitskonzertes beigetragen, sprechen wir hiermit unseren verbindlichsten Dank aus. Im Namen aller Kameraden der Gietzener Ortsgruppe des Bundes erblindeter Krieger: / II ujtinttt0V fm $dudtcütlog ei siem cUts wirMlcMuMi! Zrauenverein vom Roten Rreuz für veuifche über See leicht eilige fahren, weil ttberzähtlg, preiswert - verkauf. Friedrich Iöckel N. («rünberni. H.4,26 D Pens. Brandl L'B- Zimmer frei. Tel. 1085. 1RMD Mk. 2.50 Sperrsitz Restplätze, I. Rang Mitte Mk. 2.00 1. Rang Rückplätze, II. Sperrsitz Mk. 1.00 III. Sperrsitz, II. Rang. Vorverkauf: Musikalienhandlung LhaUier, Neuenweg 9. Ich, die „naßwischbarc Büffel-Beize", bin nun auch noch lichtecht. Ich färbe kräftiger und wärmer und bin farbechter als jede andere Bodenbeizc. Ich wachse den ältesten Bretterboden, daß er glänzt wie neues Parkett. Ich bin höchst ausgiebig und lasse mich mühelos auftragen. Meine Pfund-Dosen sind aut 500 Gramm ausgefüllt. Oel-Beize oder Wachs-Beize Beide lichtecht, beide naßwischbar 1 Marktplatz 2 Gießen Marktplatz 2 Verlangen Sie stets ausdrücklich: Lichtechte Büffel-Beize e'ieee-t vwls'Kmwimiiiibh! Hertel wieder eingetroffen. Salzböden lMühlel. 4277D Tausche IN. 3 geräumigen wimmer mit Zubehör gegen 4 bis 5-Zimmer-Wob». Schrull. Angebote unter 03425 au den Gies;. Anz. erbeten. liiiiiiiiiimininunuuuiuiiJiuiimuBiijmiiiiiiHmuLuiiiuiimnnnjinnumuiuujiiiiiiiinmiuiiiiiiimuiaiiunu Ab Samstag, den 15. Mai 1926 wird in meinem Supinatoriym die Supinator-Oberschwester Marie von der Frankfurter Zentrale anwesend sein, um nach kostenloser Fußuntersuchung im May-Fußspiegel das Supinator-System fachkundig, auch nach ärztlicher Vorschrift, anzuwenden. ! Deutscher Abend Wohltätigkelts - KöRZsrt 11 Eine prima Simmentaler Milch- mrd Jährlich lGetvscheck» und £ Kälber zu verkaufen 03415 Annerod, Hänfener Str Nr 8 d. Alletuverk. eines konkurrenzlosen lull. Verbrauchs arlikelS. Hob Berd.,gros;.Bez. Ausf. Bewerb, an P. Joram. Nastatt. SieStae*. otöentl MM für tagsüber gesucht. Porzusiell. zwischen 1 u. 2 Uhr 103430 WssEiM 068 45 I. jstel!enangebote| Kaufmann der einfachen Buchführung mächtig, für l—2Tagel§onnlagö) im Monat iurktenieu Betrieb in der Aähe Gieszeuo gesucht. Schrisli. Angebote nebst Ausvr. unter 03377 a. d. Gieh. Anz. Auf dem Laude gut einflcfübrtev sleih Privatrciiender Tüchtige Verkäuferin in. guten Zeugnissen, die im Kolonial- waren-Geschäft be- schätligt war, sucht Stelle für sofort ob. später. SchristUche Au geb. unter 03416 a. d. (ytcß. Anz erb. I Verkäufe i Suche [,27>D Vertreter iür Neuheiten IGe brauchsartlkel) Be zirk Oberhessen. Off an 91. Baumbach, Pfungstadt lHess.l. |Stellengesuche| AA., selbMud. LM sucht SteUnug. Zu erfragen tn der Geschäflsitelle des (Sjtef;. Anz. f03420 zugunsten des fflädsiignheims.Zuflucht* Mittwoch, 19. Mai, abends 8 Uhr in der Universitäts-Aula Hedwig Müller-Bangert (Sopran), Just. Ferd. Laun (Tenor), Jul. Hahn (Klavier). Lieder und Duette von Schubert, Brahms und Cornelius, Arien aus Freischütz, Troubadour und Hugenotten. Klavierwerke von Beethoven, Chopin, Mendelssohn, Mozart, Scarlatti, Tauszig und List-Wagner. Eintrittskarten Mk. 3.—, 2.— und 1- bei Emst Chalfier und abends an der Kasse. Studentenkarten 50 Pf. nur beim Haus- zum Besten der Ausbildung von deutschen Uoionialschwestern Sonntag, den 16. Mai, 6.30 Uhr pünktlich im Giehener Stadttheater Die Geschwister Schauspiel in einem Akt von Goethe.— Spielleitung: Karl Juhnke. Personen: Ludwig Linkmann, Trude Hetz, Karl Juhnke. Guttenberger Volksleben Heitere Trachtenszenen am Dorsbrunnen und in der Spinnstube zusammengestellt von Georg Hetz-Leihgestern. Der musikalische Teil wird ausgesührt von dem Ziudenten-Grchester unter Leitung des Herrn cand. med. Bergmann. Preise der Plätze: Mk. 3.00 Logen, I. Rang Vorderplätze, I. Sperrsitz Nr 1-78 ftilffril "Ut u. ohne NUlllll (glucken ab- Auachen, desgl. 1j. Hübner u. Enten. Eidmann Bleichitr. 4L 03421 4 4-3immer- haus .^rosdorfer Sir. 26. 1913 erbaut, tit für einen Srwuvreiö bei 4090‘Wt Anzahlung 3U nettoulen dnichSdilcenbcckcr ‘.Violtteitr. 9. [MlM (Sitte fahrbare holzschneiö- maschine gut erhalten, 8 P.S., zu nerEaufeit. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gieh. Anz. 4282V Saarsänger in kieken Am 1. Psmgstseiertage dem 23. Mai 1926, nachmittags 4 Uhr, in der Volkshalle KONZERT des Männer-Gesangvereins „Liederkranz" ausSaarbrücken Mitglied des Deutschen Sängerbundes 200 Sänger Chorleitung: Musikoberlehrer PH. Stilz Werke von Brahms, Lendoai, Kann, Bruckner, Thuille, R. Wagner, Suter, Heuberger, Mendelsohn, Zöllner. Eintrittskarten zu 1,00 Mk. und 1,50 Mk. in den Voroerkaufsstellen bei C. Challier, Neuenweg 9, F. Dusch, Lindenplatz 12 und Lang & Wiederstein, Marktstratzr 4, sowie in anderen durch Plakate kenntlich gemachten Verkaufsstellen 4286V Mietgesuche .Höbt. Zimmer uoti Student gesucht. Nähe LicherStr. od. tfaiferallec bevorz. Schrift!. Augeb. u. 01132 a. ö. Miet;. Anz. Aelterer, berufstätiger Akademiker sucht sofort gut möbl. Zimmer mit elektr. Licht in ireuudlicher Vage. Schr.Angeb. u. 03406 au den Wien. Anz. iBoBmingstoufflj. Wroüc billige 3 Zimmer-Wobn. mit 2 Sammern uud Küche iHtnrerbausi gegen eine kleine 2-Ztmmcr-Wobn. zn^iaiiichen gesucht. Schriiil. Angebote unter 0:3419 an den Gieh. Anz erbeten. ZU" Zimmer zu uermteteti »I Nordanlage 7 p. OSwaldsgarteu. Will. ztimusr zu veriuieteu I 5,2? Stevbanttraste401 Gröhes l. Zimmer Amu Einstellen tret. Z. ersr.t.d. Geschäfts- »teile h. Wies;. Anz.,„2, Frühlings-Festspiele Baden-Baden 1926 Ensemble-Gastspiele von Mitgliedern der Metropolitan Opera New-York Leitung: Artur Bodanzky 4- 25. Mai: Der Barbier von Sevilla 27. Mai: Cosi fan tutte 29. Mai: Konzert 30. Mai: Der Barbier von Sevilla 1. Juni: Lost fan tutte Dorverkaufsstelle in Gietzen: Musikalienhandlung Ernst Ehalller, Neuenweg 9. 4200A Einladung zum Jahresfest der Kirchengesangvereine des Dekanats Gießen zu Heuchelheim in der neuen Turnhalle am Sonntag Exaudi, den 16.Mai 1926. Hauptprobe des Massenchors l*/t Uhr, Gottesdienst P/4 Uhr, Nachfeier 3l/a Uhr. Extrazug der Bieberialbahn 1250 von Gießen ab, regelmäßiger Zug um 120 Uhr. 4266V Cafe Ernst Ludwig Samstag, den 15. Mai, abends 8 Uhr Sonder-Konzert unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Karl Laueeheek ————— Verstärkte Kapelle------- MUSIKFOLGE: 1. Ouvertüre z. Oper „Der Wildschütz“ ... Lortzing 2. „Hofballtänze“, Walzer Lanner 3 Gr.Fant.a.d.Op.„Madame Butterfly“.......Puccini 4. Bootsfahrt xu Walzer aus der Suite“ Dornröschen“ Tschaikowsky 5. „Sonate in C-moll f Klavier uudVioline . Grieg 6. „Delirien“, Walzer Job Strauß 7. .Die Felsenmühle". Ouvertüre.....ReiiJlger 8. Potpourri aus der Optte. „Die Rose von Stainbul“ Fall Aenderungen vorbehalten Anschließend: TANZ 4279c Palast-Lichtspiele Heute Freitag, den 14. Mai 1926 4.15 und 8.15 Uhr Deutsche t Heimat-Filme Damenfrisieren, Shampoonieren sowie elektr. Vibrat.-Massage W und Maniküre empfiehlt ? icgsschuld stellen natürlich eine weitere starke Belastung für den Fiskus dar. Die jährlichen Raten , ihlungen. zu denen sich die französische Regierung :a Washington verpflichtet hat, und in etwa zehn ~ igen in London weiter verpflichten wird, erscheinen doch so hoch, daß — wie z. B. die „Basier Nachrichten" schreiben — „die Frage nach der Zukunft des französischen Budgets und damit auch der iranwsischen Währung offen bleiben wird". Man gebende Kreise fragen sich auch, warum die Regierung mit der ihr zur Verfügung stehenden Mor- g n n -Anleihe von 100 Millionen Dollar Nenn wert nicht entschiedener interveniert hat. denn diese Anleihe war als Manövrier-Masse gedacht, um ein weiteres Sinken der Valuta zu verhindern. Der Frankensturz darf nicht als Beweis dafür ausgefaßt werden, daß diese Manövrier-Masie erschöpft ist. Die Regierung verfügt vielmehr noch über 80 bis 90 Millionen Dollar aus dieser Anleihe. Selbstverständlich hat die französische Regie rang allen Grund, von diesen Plänen nichts in die Oeffentlichkeit bringen zu lassen, um der Baissespekulation gegen den Franken nicht etwa einen Wink zu geben. Im letzten Kabinettsrat hat sich der Finanz- minifter P^ret von der Regierung ausdrücklich ermächtigen lassen, mit dieser Morgan-Manövrier Masse zu arbeiten. Außerdem hat er noch zahlreiche L "< 1.....1 11 " " 1 1 Sine Reger-Gedächtnisfeier. Neger Konzert. Es schien ein Verhängnis für bie Kunst Entwicklung und für das Lebenswerk Mar Regers, als er vor zehn Jahren dem deutschen Musikleben entrissen wurde. Unb dennoch, das. was die vielen Gegner Regers gern gewünscht halten und auch voraussagten, erfüllte sich nicht- statt der Vergessenheit zu verfallen, mehrt sich die Zahl seiner Verehrer, seine Werke gewinnen weiteren Voden. Vielleicht gerade deshalb, daß es Werke der sich entwickelnden. auf steigenden Linie sind, wirken sich in ihnen noch jetzt die suchenden und formenden Kräfte aus und zeigen ihre vorwärtsdrängende Tendenz, während bei einem Reifewerk der Abschluß der Entwicklung ost einen Grenzstein, eine Festlegung bedeutet, die nicht weiter zu führen ist. Das Gärende findet bei Reger seine Ent- wicklungsrichtung in alten Formen: feine starke Intuition ist fähig, in ihnen neue persönliche Werte zu künden. Beethoven schuf kaum grundsätzlich neue Formen, 1.6. Bach gab nur Formen seiner Zeit, aber mit persönlicher, fortwirkender .straft. Richt die Form erhält das Werk lebendig, sondern der innere, gebannte Geist. Es ist bezeichnend für Reger, daß gerade die Weidener Zeit als Periode der größten Wandlung ihn auf die Aeußerungsin Ittel des Hochbarock hinführt. Das Strenge. Formale bindet et mit dem Impuls der Persönlichkeit: einem Instrument, das fast eineinhalb Jahrhunderte nicht mehr nach dieser Richtung hin ausgeschöpft worden war. der Orgel, verleiht er wieder die alten Rechte und eröffnet To * eine neue Epoche» des Orgelspiels Die klassische Zeit stand unter dem Zeichen der Sonate und fand keinen Platz mehr für die Weiterbildung der Fuge. Die Sonate, in ihrem Bau auf Wiederholungen eingestellt, war für die Orgel tone geeignete Form, denn die an andere Interventionen angel ünbigL Es müssen also schon die allernächsten Tage Aufklärung darüber geben, welchen Erfolg diese Inleroentionen haben werden. Von ihrer durchgreifenden Wirkung aber hängt ganz außerordentlich viel ab; nicht nur allein für Frankreich, sondern — wie schon anfangs her vorgehobcn — auch sehr viel für Deutschland. Das französische Vorbild. Wiederholt ist seit dem Betanntwerden der u n garischen Frantenfäls ch u ngen darauf hingewiesen worden, daß für die Franzosen nicht der geringste Grund vorläge, sich über die Fälschungen aufzuregen, da noch vor gar nicht allzu langer Zeit die Pariser Regierung im besetzten Ruhrgebiet selbst deutsches Geld fälschte und in den Verkehr brachte. Inzwischen hat nun der Frankensäljcher Prozeß in Budapest feinen Anfang genommen, Selbftucr stündlich ist die Pariser Sensationspresse durch zahl reiche Berichterstatter vertreten, ebenso auch die fron zösischen Polizeibehörden durch eine Reihe von .Kriminalbeamten, die seinerzeit sofort nach Budapest in Marsch gesetzt wurden, als die ersten Anhaltspunkte dasür gegeben waren, daß sich die Fälscherwert ftätten in Ungarn befinden. Daneben ist auch die französische Gesandtschaft in Budapest durch einen Beobachter im Gerichtssaal vertreten, so daß also für eine ausreichende französische Kontrolle des gan zen Prozesses gesorgt ist. Run haben aber die Fran zosen am Dienstag eine böse Ueberraschung erleben müssen. Prinz Windischgrätz deckte plötzlich einige Karten auf, wodurch die ganze Frankensäl schungsafsäre eine besondere Rote erhält. Er erklärte nämlich, daß Schein Schitlze, eine der geheim nisoollsten Figuren dieses Prozesses, während der Ruhrbefetzung in Duisburg gezwun gen worden sei, an den Fälschungen deutscher Marknoten teilzunehmen, und daß die ungarischen Frankensälscher durch seine Vermittlung dasselbe Papier erhalten hätten, das die Franzosen im Jahre 1923 in ihren eigenen Falschmünzerwerkstätten benutzten. Mit dieser Feststellung des Prinzen Windischgrätz sind die Franzosen um die erhoffte große Sensation gekommen, dem Auslande aber, das ebenfalls den Budapester Prozeß interessiert verfolgt, sind jetzt die Augen darüber geöffnet morden, welche Verheerungen die französische Ge waltpolitik am Rhein nicht nur im Ruhrgebiet, sondern auch anderswo angerichtet hat. Darüber hinaus sind die Franzosen jetzt in die Linie der ungarischen Frankenfälscher einrangiert worden. Manneswille oder Staats«) i He in der Mandschurei? Von Dr. Karl Haushofer. Generalmajor a. D„ Professor an der Universität München. K. K. Zum drutenmal läuft in diesen Mat- Tagen der starke Wille des Marschalls Chang Tso Lin, des Kriegsherrn von Mukden, in der Mandschurei, Sturm auf die Reichszentrale Peking. Einmal warf ihn der Leichtsinn des eigenen Sohnes, Chang Tsue-Liang, und der Verrat seines Mittämp fers Kuo fast aus die letzten Wurzeln seiner Macht um Mukden, die alle Kaiserstadt, zurück, und nur sein starker Jöerrenroille und sein märchenhaftes Glück hoben ihn wieder in den Sattel. Einmal überfluteten seine Heere das ganze Küstengebiet von Nord- und Mittelchina so beherrschend, daß jein Hauptgegner, neben 'Marschall Wu Pei Ftt, der christliche General Feng '2)u Hsiang, nur durch Kraft wagenschrnttggel von den Sowjets her über die Wüste Gobi feinen Waffennachschub erlangen konnte. Aber immer wieder bis heute blieb ihm der Sitz seiner Macht, der Kern der Mandschurei mit den rund 940 00(1 Quadratkilometern der drei oft lichen Provinzen (Tung san jcheng). Eine von ihnen ist hochkultiviertes Land, nur von Waldgebirgen und einem Sieppenfluß-Tal (des Liauho) begrenzt- Fengtien, längst von chinesischen Auswanderern, meist aus Schantung stammend, überschwemmt, mit einer Bostsdichte, wie etwa der bayerifche Wald oder Mecklenburg (zwischen 30 und 40 auf den Quadratkilometer). Im russisch-japanischen Krieg schufen sich dort die Japaner längs der euva 20 000 Quadratkilometer autonomen Gebiets umfassenden Zone der Südmandschurischen Bahn und im südlichen, blutgetränkten Pachtbereich Liaii- tung eine beherrschende Stellung mit großen In- diistriegebieten, in der sie aber immer mehr auf Ab wehr gegenüber der chinesischen wirtschaftlichen Rück Eroberung geworfen sind. Ihre Zahl mag dort 150 000 nicht überschreiten, die unter den 29 Mil- sich starre Struktur des Orgeltons fordert um so mehr einen inneren geistigen Fortschritt im Verlaufe des Werkes. Daß man unter dem Eindruck einer harmonischen Weiterentwicklung der Musik sich der inhaltlichen Darstellung, dem Programmatischen zuwendet, zeigt die Orgelmusik der Romantik. Das Gefühl für die Kraft der Linie war zu sehr durch die Betonung der Harmonie, durch die ständige Beziehung auf den Bahton. geschwunden, und die sog. lineare Kunst jener Zeit stellt lich dem kritische» Hörer als eine Stimmfortführung nach harmonischen Rücksichten dar. Besonders auch romanischer Einfluß brachte die Orgel immer in den Bann des Orchestralen, über der Klangfarbe verlor sich immer mehr das Gefühl für die Struktur des Orgelmähigen. allerdings mochten die rapiden Fortschritte in der Orgelbaukunst zu dieser Art der Orgelbehandlung geradezu herausfordern. Da seht Regers Werk ein. Bach ifi ihm die Quelle. Gewiß hatte sich sein harmonisches Denken und Empkinden unter Hugo Riemanns Einfluß stark bereichert: aber trotz aller harmonischen Mannigfaltigkeit ist bei ihm die llebereinander- stellung der Linien in ihrer individuellen Ausprägung das Mittel zu persönlicher Aeußerung. Unb dennoch ist es nicht nur Bachsche Polyphonie die sich in seinen Schöpfungen auswirkt. Bei Bach zeigt sich doch immer wieder trotz allem persönlichen Verbundensein eine gewisse Objektivität der Aeußerung. ein Festhalten der einmal gewonnenen Grundeinstestung, bei Reger wird die Produktion viel stärker von dem persönlichen Erlebnis, im Fortschritte des Werkes von dem augenblicklichen Impuls beeinflußt. Ein so reiches Auswirken der Persönlichteit sand in dem modernen Orgelwerk das geeignete Ausdrucksmittel. Regers Schaffenskraft befruchtet sich da am reichsten, wo ein bestimmtes Thema ihm die Anregung gibt. Dieses wiederkehrende Thema wird ihm zum Anreiz für immer neue Umwandlungen, führt zu neuen Evolutionen und so erwächst an ihm ein blühendes Rankenwert honen Chinesen und Mandschuren vertchwinden. so- weit sie nicht in Fremdkörpern von Siedlungen längs der Bahn zujammenkleben. Die zweite, Kirin, ist lwrwiegend eine Urwaldprooinz, mit einer Volks dichte von 1 bis 10, mit gewaltigen Strömen, in einer Piifserlage zwischen dem russischen iinb japa nischen Einfluß, am meisten nach Rordosten vor geschoben. Die dritte, die Steppenprovinz, bünnbe siedelt, aber mit reichen Böden, fuhrt ihren Rainen nach dem Amur, dem Schwarz-Drachen-Fluß Hei Lung Kiang. der — einst ihre Lebensader — heute ihre Nordgrenze gegen das russische Amurland bildet. Dort tritt heute die chinesisch-russische Symbiose der ostchinesischen Bahn m den Vordergrund, nachdem die Landschast zuerst mehr idwinbor als wirk Och unter der Vorherrschaft des alten Zarenreiches geftanben hatte Drei gewaltige Kultur- unb Macht-Körper ftrer tcu sich also um den reichen Raum, der Mitteleuropa am Umfang etwa gleichtomml, und der für die fünf lige Gestaltung aller ostasiatischen Fragen oielleicht eine ähnliche Bedeutung besitzt. Trotzdem hat es die Mandschurei verstanden, ihr eigene:- Leben zwischen 0 hina, Japan »nd Rußland zu führen, sich immer mehr zu behaupten: und heute stehen ihre Truppen wieder einmal vor Peking, das im Laufe der Ge schichte schon zweimal Dynastien aus der Man dschurci zu ihrem Herrensitz machten Japan und Rußlands sonst nicht durch ihre Zurückhaltung in solchen Fragen berühmte Mächte, haben sich vor sichtig aus der Schußlinie gehalten, sie haben in Fragen mit der Mandschurei paktiert, in denen sie herrisch ihren Willen behaupten, und mit Ehang Tso Lin Entschuldigungen gewechselt, wie mit ihres gleichen. Ist es nur ein ungewöhnlicher Mann, icusäch- lid) aus einer Räuber Vergangenheil zu solcher Machtsülle aufgestiegen, der sich dort für eines Le bens Dauer unter schwantende» und unsicheren Ver hältnissen ringsum behauptet, oder handelt es sich hort um eine werdende staatliche Lebensform (etwa wie einst das.Preußen des Großen Kurfürsten), als deren Schicksalswerkzeug der Marschall mit seiner ungewöhnlichen Persönlichkeit nach viel größere Be deutung gewinnen würde? Wohl sind and) die drei östlichen Provinzen ein selbstverständlicher Teil des alten Mandschn Kaiser reichs in China gewesen, bis zu seinem Zusammen brud) an der Jahreswende 1911 bis 1912. Sie waren die bevorzugten, aber leer gewanderten Stammpio- vinze» des Kaiserhauses, dessen wundervolle Grab landschasten um Mukden liegen mehr dynastisch als staatsrechtlich und gefühlsmäßig den Söhnen Han, dem übrigen China verbunden. Run aber fährt seit der Errichtung des Volksstaates der blühenden Mitte, zersetzend und lösend ein 16 Jahre währender Bürgerkrieg durch die Lande. Der Zusammenhalt der großen chinesischen Landschaften ist ja immer reichlich so lose gewesen, wie der des heiligen römischen Reichs deutscher Ration: „Lang getrennt, gehen nur zusammen, — lang beisammen, trennen wir uns leicht —" sagte mir einmal ein chinesischer Staatsmann in der Spruchfvnn der alten chinesischen Kultur über das Wesen der viertausendjährigen Reichserfahrung mit dein Zusammenhang der Länder, lieber 1600 von diesen Jahren gemeinsamen Schicksals hat China im Stand der Trennung und Länder auftöfung verbracht. wohl durch die Sck)uld des Verrats von Mian Shi Kai an dem armen jungen Reformkaifer Khwang Hsu und dem Reformer Kong Pu Wei China an dem Ausweg^ einer evolutionären Entwicklung im japanische» Stil vorübergeglitetn war, und den Dornenpfad revolutionären Vorgehens einschlug, des | Mandalswechjels (ko ming) ohne neue Zentralherr schäft, von diesem Zeitpunkt — 1911 — an hat sich fast jedes der großen chinesischen Länder jeweils unabhängig erklärt, wen» ihm etwas nid)t paßte, das die 'Mehrheit der andern tot. So verfuhr der ganze d)inefifd)c Süden, so verfuhr das große Szerchuan im wilden Westen und Wnnan an der indischen Grenze, so versuhren die Pangtseländer: Tibet, die Mongolei trifteten ab: was hätte die großen Einheiten im Rordosten abhasten sollen, zu tun, was sie so viele Beispiele lehrten ^ Sie fühlten sich innerhalb der chinesischen Knl- türmest als engere Einheit in der Rassenzui'ammen- setzung, wenn nrich der eiaentlid) mandschurische Einschlag in der heutigen Bevölkerung höchstens neun Millionen betragen mag, während die Rvrdchinesen überwiegen, die alt-asiatischen Stämme bald völlig aufgesogen sein werden. Zwischen dem Drei-Strom- Problem des Amur und seiner gewaltigen Reben flüsse llssuri. Sungori und Ronni mit ihren mehr als 6000 Kilometer natürlicher Wasserstraßen, des Palu im Südosten und des Liauho im Südwesten, iiin Gerüst der |eu der Iahrhunderiwende ge,chai senen Bahnen Halle sich über bem uralten Straßen jyftcm eine neue Wirtschajtseinhcit nufgebuui. der unberührter Rohstossreichtum und immerhin eine gewiße Kultur-Tvoditton zugrunde lag, aus der po lttische Erinnerungen schnell eine neue politische Forderung eigener Staatlichkeit erwachsen ließen So erleben mir dort vor unfern Augen uieUeidu dos (Entflehen eines jehi ledenskräf ligen P u fserstoates zwischen 3opan. China »nd den eowjetbünben. der in der Raun.wenc Mil teleuropas, oder Deurichlands und Frankreichs y. jammen, heute $0 Millionen beherbergt, aber viel leicht 80 bis 10V leid» ernähren kann, her Gold. Kupfer, Eisen unb Kohle im Uebersluß und ziistun menhangende Wälder von der Größe des Freistav les Hesieu befstzt. der heute schon einen Siapelwen des Weltverkehrs, Bohne» und Bohnenöl hervor bringt, Reis, Hirsen. 'Weizen unb Zuckerrübe» Ernten von Wettrns auf jungfräulichen Böden tragt, und von Amerikaner» ihrem Weste» beqebrlid) vergliche» wirb. Stände Marschall Chang Tso Lin nur für einen der Triumvirn, die fid) nun um die Fetzen des im nier mehr zerreißenben einst jo kostbaren altdiim fischen Staatsgewandes streiten, io würden wir nicht ohne weiteres Veranlassung haben, bie Auf merffomteit auf ihn unb fein mögliches Werk als Vollzieher einer neuen Staatsverkörperung (Inkarnation) zu leisten. Als Schicksalswerk zeug des Voll uigs einer solchen Gründung aber kann er weit geschichtliche Bedeutung erlangen, und deshalb sind die Augen der Vereinigten Staaten, Rußlands, des britischen und japanischen Reiches, wie natürlich des von einem schweren Verlust bedrohten chjne sischen .Kulturgebietes längst mit berechtigter Ain merksamkeit aus den Raum zwischen Peking, Shan Hai, Kwan. Mukden und Iehol gerichtet, in dein sich die Entscheidung über die ostasiatische Zukunft: rolle der Mandschurei abspiel i Ein tiefliegender geopolitischer, raumbeftimmicr Grund ist es auch, der eine wirkliche Versöhnung zwischen Marsd)all Wu Pei Fu, dein Heerführer der Pangtse-Landschaflen, unb (Ehang Tso Lin u n • möglich macht. 'Nur ein starkes El)ina kann von Peking aus in seiner heutigen Form überhaupt regiert werden, und nur ein China, zu dem die drei östlichen Provinzen mit ihrer Wirtschaswmachi unb kriegerischen Kraft vollen Herzens gehören Sonst muß der Reichs Schwerpunkt südwärts gletten, etwa nach Nanking, oder Hanka»: dann aber ist es wie her fast unmöglich, die Hochsteppenlandschaften und die Mandschurei beim Reiche zu hasten. Der Rar den. politisch, misitärisch und or^anrfatorifd) be gabter, wird sich in China dem Süden nie dauernd unterwerfen, »nd jo vielleicht eine Trennung unvermeidlich sein. Denn der Süden hat die vitalen Kräfte der Revolution geliefert, empfindet sich als in Kultur und Wirtschaft immer mehr erstarkend, und hat die lebendigere Außenfühlung. So rührt das mandschurische Problem an die Wurzeln der dstnesischen Frage, nicht anders, als jahrhundertelang bas preußische an die Wurzeln der deutschen. Schon die viele» Gleichlüuflgkefte» zwischen beiden Entwicklungen zu verfolgen, wäre eine kutturwissensd)afUiche Aufgabe von höchstem Reiz, wenn unsere Zeit in Mitteleuropa noch die Organe zum Emsühlen in völkerpfycholoqisd)e Aus- gaben solcher Art und den nötigen Nachrichte» dienst hätte, und aus ihr herausziilesen verstände, was auch für uns darin von höchstem Lehrwert für die eigene Zukunft ist. Der hessische Gesandte m verfin. <^ine Vorstellung der Zndnßirie- unb Handelskammern. Im Auftrag her sämtlichen sieben Industrieland Handelskammern des Volksstaates Hesse,i überreichte» am 10. Mai 1926 hie Vorsitzende» her Hessischen Industrie- urtb Handelskammern Worms und Darmstadt, Geheimrat F. Doerr und E. Schenk, dem Herrn Staatspräsidenten des Volksstaates Hesse» unter näheren mündlichen Erläuterungen nachstehende Erklärung der Industrie- und Handelskammer Mainz al» Vorort des Hessischen Industrie und Handelskam- mertages: „Seit geraumer Zeit wird die Oefsent- lichkeit in Hesse» durch die widersprechendsten Mitteilungen über eine bevorstehende Veränderung in der Besetzung der Stelle des Hessische» Gesandten in der Reichshauptstadt beunruhigt. Der derzeitige hessische Geschäftsträger zu Berlin hat die vielfältige» Belange der hessischen Wirtschaft stets in wirkungsvollster Weise ver- Daruni ist Regers Schaffen in den Formen, die der Bariation nahestehen, am mannigfachsten und ausdrucksvollsten. Die Fuge mit ihrem zwar ständig wiederkehrenden Thema, das sich aber doch ständig durch feine Beziehung zu anderen Stimmen abwandelt, lebt bei ihm in barocker Kraft wieder auf. Der cantus finnus des Chorals zündet in ihm. und es erwachsen daraus die Choralfantafien Man hat Regers Choralfantasien gern aus Bachsche Vorbilder zurückgeführt und !o diesen Werken fein eigentlich neues Moment abgewinnen wollen Gewiß, auch die Bachschen Werke sind in ihren einzelnen Teilen Interpretationen des Choraltextes, aber doch mehr im epischen Erleben: bei Reger dagegen nimmt das Erleben des Textes weit subjektivere, eindringlichere Formen an. Die hohe geheiligte Distanz bei Bach dem Inhalte des Textes gegenüber schwindet bei Reger, er wird ganz in den persönliche» Kreis gezogen. spontan impulsiv erfaßt und iubjektiv gefärbt. Jede Choralzeile, jeder neue Gedarrte im Text wird als Ausdruck eines neuen, innerlich geschaute» Erlebnisses angesehen, und so folgt mit den einzelne» Choralzeilen ein reicher Wechsel an stark erlebten Stimmungen Aber diesem Wechsel wird die Eiicheitlich- feit durch den cairtu- finnus gegeben, der durch die ihm innewohnende Energie im Verein mit den im Tert kristallisierten Erlebnissen zu harmonischen und komrapunliische» Künsten erregt Unb in diesem Sinne müssen wir Regers Wort verstehen: .Die Protestanten wissen nichl was sie an ihrem Choräle haben Und er als Anhänger der katholische» Kirche bearbeitet als erstes Werk dieser neuen Art Luthers ..Ein feste Burg' Ein Erstling und doch welche elementare Kraft, welcher Reichtum der Bilder, welch ein Betcnntnis des Glauvens- mutes! Ganz im Gegensatz dazu. „5traf mich nicht in deinem Zorn?" Unb dann ..Wachel aus. ruft uns hie Stimme", mit feiner Wucht der Kontrapunktik Diese drei Choralsantafien. für eine Re- gcr-Gedächtnisfeiei eine glückliche Wahl: denn sie zeigen Reger in feiner charakteristischen Wesensart. Unb sie wurden zum Erlebnis durch Adols Wieder kHalle) an der Orgel Wer schon verschiedentsich Gelegenheil hatte. Wieher als Regerspieler zu hören, wird feststellen könne», wie er von Mal zu Mal innner mehr in seine Aufgabe hineinwächst Regers Werte sind aus Dem Impuls geboren, sie verlange» ihn auch bei ihrer Darstellung, nur so erschließt sich ihr pcrfönl-.-hcv (Schall. Der große Zug muß den Regerspieler auszeichnen, selbst bas tleinste Jntermez-'. muß er in ben Rahmen des Ganzen zu stellen wiflcn. Und bei aller Großzügigkeit erfordern sie eine Menge a» Kleinarbeit unb Sauberleit in der Durcharbeitung. Diesen Anforberungcii entsprach A. Wieber voll und gaiiz, die Durchführung der Fugcnteile in ihrer Einzelphrasierung war meisterhaft. Dielleichi war die Einleitung zur „Straf mich nicht in meinem Zorn" etwa- zu gedehnt: mehr Straffung hätte bei bene» bie bas Werk erümalig hörten, bie EitiwicHifng le'.-'r ter erfassen lassen. In der Wahl bei- Register war er an das Vorgefundene Orgelwerk gebunden: aber er stellte Regers Linie plastisch und damit klar heraus (3n Anbetracht bei günstigen Akustik her Stadtkirche rourbdk gerabe bei diesem Konzert der Wunsch nach einer Renovierung des Orgelwerkes wach.» Claere von (Eoniii ((Erfurt) bot Proben von Regers geistlichen Lieder». Gaben, die einem ginn bigen Gemüt erwachsen sind (z. T. 3eugniffe des ab geklärten Reger), unb die in ihrer jchlichie» t)in- gcbenden Innigkeit keine gewollte Kunst in der Gc ftalrung vortragen. Claere von Conta fand den red) ten Ton dafür Für alle, die sich zu dieser Gedächtnisfeier ein gefunden hotten, ein Erlebnis, das ganz im Sinne Regers war. Zonzertverein und Regergcmcinbc hätten für ihr Bemühen einen weit stärkeren Beftich erwanen können. Das Werk Regers hefte das Recht, das zu fordern. —in— Mttt, fo Ml bet Wunsch wertester Wirtschaftsweise besteht, er möge noch recht lange feine reichen Erfahrungen in ven Dienst des unter der Last fremder Besatzung notleideichen Landes Hessen und seiner in schwierigster Lage befindlichen Wirtschaft stellen. Schon heute wollen indessen die Hessischen Industrie- und Han- betefammem mit allem Nachdruck darauf Hinweisen, daß im Falle eines später etwa notwendig werdenden Wechsels in der Person des Gesandten als dessen Nachfolger nicht etwa eine Persönlichkeit berufen werden darf, die auf Grund parteitaktischer Erwägungen ausgewählt ist. Der auf den so bedeutenden Posten zu Berufende must vielmehr nach Befähigung. Borbildung, praktischer Erfahrung und nach seinen bisherigen Leistungen ganz zweifelsfrei die volle Gewähr dafür bieten, dah er den überaus schwierigen Anforderungen des Amtes eines Hessischen Gesandten bei der Neichsregierung in jeder Beziehung, insbesondere aber hinsichtlich der Wahrung der lebensnotwendigen wirtschaftlichen Interessen Hessens durchaus gewachsen ist. Wir bitten den Herrn Staatspräsidenten, von vorstehender Ansicht der Hessischen Industrie- und Handelskammern Kenntnis zu nehmen und bei der Besetzung der Stelle den von uns vorgetragenen Gesichtspunkten unter allen Umständen Rechnung zu tragen." Oberhessen. Landkreis Gießen. f. Klein-Linden, 12. Mai. Der Ö e - meinderat erteilte in der jüngsten Sitzung seine Zustimmung zum Ausbau des Pfingft- weidwegs. Die Regierung hat diesen Ausbau als Notstandsarbeit anerkannt und den Betrag von ungefähr 1900 Alk. für vorgesehene 600 Arbeitstage beigesteuert. Die Chaussicrungsarbeiten wurden an Unternehmer Bernhardt (Klein-Linden) zum Preise von 1,20 Mk. pro Quadratmeter, die Pflasterarbeiten an Unternehmer Gerlach (Krofdorf) zum Preise von 8,85 Mk. pro Quadratmeter (einschließlich Material) als Wenigstsordernde vergeben. Für in Wegfall kommende Bäume und Sträucher sowie Spalierversetzung wurden der Anliegerin Größer Wwe. der Taxwert in Höhe von insgesamt 210 Mk. bewilligt. Die W i n t e r b e i • Hilfe f ü r Erwerbslose konnte umständehalber erst jetzt genehmigt werden und beträgt eine Wochenunterstützung für alle am 31. Dezember 1925 erwerbslosen Personen mit Unterstützungsberech- tigung. Hierzu schießt der Kreis 156 Mark zu, der Staat bewilligte ein zinsloses Darlehen in Höhe von 312 Mk. In Frage kommen 59 Erwerbslose. — In der Durchführung des Unterrichts der Mädchen- fortbildungsfchule ist wegen der Lokal- und Mietgeldfrage erneut ein Stillstand eingetreten. Es soll hier erst Klarheit geschaffen werden. Die Gemeinde A l l e n d o r f (Lahn) beteiligt sich mit 42 Schülerinnen an dem vorgesehenen Kochunterricht und dementsprechend auch an den Unkosten. — Mit Rücksicht auf die ungünstige finanzielle Lage konnten zwei Ersuchen um Zuschüsse, und zwar des Hessischen Krüppel fürsorgevereins zwecks Errichtung einer Krüppelklinik in Gießen und des Heilstättenvereins Darrn st a d t zum Neubau des Lupusheims Gießen mit nur je 20 Mark bedacht werden. Anschließend fand eine nichtöffentliche Sitzung statt. — Nachdem in letzter Seit die Zahl der Erwerbslosen etwas zurück- gegangen war, ist durch die Schließung der Elsenbahnwerkstätte in Gießen eine Z u - nähme zu verzeichnen. ^Großen-Linden, 12. Mai. Den Mitgliedern der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr Wilhelm Keßler und Philipp Faber wurden . die ihnen verliehenen Ehrenzeichen für 25- jährige Dien st zeit durch Kreisfeuerwehr-Jn- l spektor Dickor 6 überreicht. * Queckborn, 11. Mai. Einen seltenen f Besuch hatte am Sonntag unser Dorf. Die Fün f- zigjührigen der Pfarrei Burg-Gemün- ' den wollten ihr halbes Jahrhundert feiern und hallen sich, da sie vor 36 Jahren von dem jetzt hier befindlichen Pfarrer Schick konfirmiert worden waren, einen Besuch bei ihm oorgenommen. 18 Teilnehmer der Fahrt — zwei davon waren zugleich durch Teilnahme an einer piefigen Hochzeit doppelt in Anspruch genommen — erschienen morgens zu Fuß von Grünberg, begaben sich nach einer Begrüßung im Pfarrhaus ins Gotteshaus, wo sie nach dem Hauptgottesdienst noch die Katechismuslehre und eine Trauung mitzumachen Gelegenheit nahm. Ein gemeinsames Essen vereinte die frohe Schar bei Gastwirt Sarnes. Am Nachmittag wurde das Dorf eingehend besichtigt und ein Gang hinauf bis zum Breiteloh gemacht, wo man eine für die Ohmtalbewohner ungewohnte Fernsicht zum hohen Vogelsberg und zum Taunus genoß. Alle Teilnehmer waren hochbefriedigt von dieser besinnlichen Art der 50-Iahr-Feier und werden sie wohl noch lange in angenehmer Erinerung behalten. —Grünberg, 12. Mai. Der Kreis- Rinderzuchtverein für d i e Vogelsberger Rasse hielt in der Wirtschaft Böß seine Laban-Tanzschule. Im Stadttheater sand eine Vorführung der von Lotte Müller und Sylvia Bodmer geleiteten Frankfurter Labanschule für Tanz und Gymnastik statt. Ein einleitender kurzer Vortrag von Fräulein Müller wies auf Eigenart und Ziele bet Arbeit Labans hin, der ja zur Zeit in Würzburg eine Tanzakademie einrichtet, und der wohl die strengsten Anforderungen und schöpferischsten Ideen der jungen Kunst des Tanzes als eigenen und unabhängigen Ausdrucks zu- getragen hat. Auf solche Unabhängigkeit ist in erster Linie Wert zu legen: Laban will den Tanz aus jeder Hörigkeit oder vermeintlichen Verschwisterung mit benachbarten Künsten loslösen. Die letzte, notwendige Folgeentwicklung hieraus führt zum musiklosen Tanz, den Laban propagiert, wenn auch nicht ausschließlich pflegt. Wichttg ist ferner die breite Basis, auf der feine Tanzlehre aufbaut, von der aus im @nb- »id völliger Harmonisierung die letzte Disproportion zwischen Seele und Körper überbrückt werden soll. Interessant und nach her rein künstlerischen Seite hin (auf die es ja Laban vor allem an« lammt) bedeutsam die Scheidung in die tänzerischen Typen Hoch-, Mittel- und Tieftänzer. Natürlich tonnte ein knappgefaßter Prolog nur bescheidene Andeutungen geben. Doch wurde das Gesagte sehr sinnfällig in den anschließenden Län-en illustriert. Zum mindesten sah man aus Schillerübungen den Versuch zu einer geistig auf» gebauten, künstlerisch durchdachten Form, wie sie Laban «strebt. Der erste Teil brachte in grup- ®eneralx>erfammhuig. 3n Abwesenheit des 1. Vorsitzenden, Prof. Dr. Kuell (Gießen), leitete der 2. Vorsitzende, Direktor Trautmann (Grünberg), die Verhandlungen. Die Rechnungsablaae erstattete Verwaltungsobersekretär Philipp. Sie wies ein recht günstiges Ergebnis auf. Direktor Traut- m a n n gab den Tätigkeitsbericht. Sehr behindert wurde die Tätigkeit des Vereins durch die Maul- und Klauenseuche, lieber das Ergebnis der Körungen 1925 berichtete Richberg von der Landwirtschaftskammer Gießen. Die Zahl der Körungen und Aufnahmen ins Herdbuch hat erfreulicherweise zu- genonunen. Neu hinzugekommen sind die Orte Hattenrod, Treis an der Lumda, Bersrod, Beuern, Alten - Buseck, Rödgen und Lang- Göns. Nach längerer Aussprache wurde mit großer Mehrheit als Ort der K r e i s t i e r f d) a u Gründe r g gewählt. Die Landwirtschaftskammer und der Zuchtoerein stellen hierzu ungefähr 1500 bis 2000 Mark zur Verfügung, der Zuchtoerein selbst 300 Mark. Außerdem werden die Stadt Grünberg und die Korporationen Preise bereitstellen. Als Tag wurde der 9. Juni bestimmt. Zwecks Verhütung der Gefährdung der Reinzucht des Vogelsberger Rindes ist die Versammlung der Ansicht, daß reingezüchtete Tiere aus den Prämiierungen und Schauen anderen Tieren mit kleinen Farbfehlern usw. oor- zuziehen sind. Die Zucht rft gefährdet durch die Einführung fremden Blutes, z. B. westfälische Bullen, die Farbfehler haben, deshalb beim Einkauf auf gute alte Zucht achten. Alsdann wurde zur Neuwahl des Vorstandes geschritten. Da Prof. Dr. Knell als Preisrichter für eine Wiederwahl nicht mehr in Frage kam, wurde Landwirtschaftsschul- direktor Trautmann einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. 2. Vorsitzender wurde Kreisvete- rinärrat Dr. Stein (Gießen), Rechner Philipp (Gießen). Dr. Stein hielt zum Schluß einen sehr interessanten Vortrag über „Scheidenkatarrh". * Hungen, 12. Mai. Hier haben sich der Bezirk Hungen des Hessischen Landjugendbundes, die Ortsgruppe Hungen des Bundes W i k i ng, die Gefolgschaften Hungen und Berstadt des Iungdeutschen Ordens, die Klein- kaliberschützenvereine Steinheim, Rodheim Berstadt, Hungen, Inheiden, Nonnenroch, zur Bezirksgruppe Hungen des Hessischen Vaterländischen Blocks unter dem Vorsitz des Pfarrers Dr. Heymann zufammengeschlosfen. Kreis Friedberg. —Butzbach, 12. Mai. Die Butzbacher haben kein Glück mit ihrem Iubiläums- markt, der aus Anlaß des 50jäßrigen Bestehens des Faselmarktes schon für März geplant war. Wiederholt wurde er wegen der Maul- und Klauenseuche verlegt, so kürzlich auf den 20. Mai. Nun ist in unmittelbarer Nachbarschaft erneut die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen; der Jubiläums markt wurde daher auf unbestimmte Zeit verschoben. Kreis Büdingen. ® .'! Büdingen, 12. Mai. In der jüngsten G e - meinderatssitzung lag ein Antrag des V e r> jchönerungsvereins und der Bewohner der Hindenburgstraße vor, der die Stadtverwaltung ersuchte, anläßlich der Neupflasterung der Hindenburgstraße diese mit Bäumen zu bepflanzen. Der Gemeinderat konnte jedoch diesem Ersuchen nicht entsprechen, da die Hindenburgstraße nicht breit genug ist und die Bäume später lästig würden. Ein Vertreter der Stadt, der mit der Prüfung der Verhältnisse der hiesigen Bezirks jparkasse betraut war, erstattete dem Gemeinderat ausführlichen Be- richk, aus dem hervorging, daß die Bezirksiparkasse Büdingen einen sehr gut arbeitenden Betrieb hat und die Spareinlagen der Kasse in den letzten Monaten bedeutend gewachsen sind. Das Sreisamt hatte vorgeschlagen, den Feldgeschworenen inner- halb der Gemarkung eine tägliche Vergütung von halb5 Mark zu gewähren. Der Vorschlag wurde zum Beschluß erhoben. Der Beitrag der Stadt zur A r - men und Krankenpflege wurde ab Rechnungsjahr 1926 auf 40 OMark erhöht und außerdem die kostenfreie Ueberlaffung von 4 Raaummeter Bu- chenscheitholz beschlossen. An Wafferpacht sollen in 1926 wiederum 60 Prozent der Friedenssätze erhoben werden. Dieser Betrag wurde au chin 1925 erhoben. Die Kanalpacht wurde jedoch durch Beschluß auf 100 Prozent des Friedenssatzes erhöht. Die Aufnahme eines Kapitals von 10 000 Mark ,jvh)ji)sjs6s6unSluisäaqq)sL aiq jnj wurde gutgeheißen. Außerhalb der Tagesordnung beschloß der Gemeinderat sodann die Pflasterung der Hinteren Kellergasse; hierzu sollen die in der Hindenburgstraße frei werdenden Fußsteigpflastersteine verwandt werden. — Wie in anderen Städten, so beabsichtigt man nun auch hier einen Verkehrsverein ins Leben zu rufen. Aufgabe des Vereins soll es in erster Linie sein, durch Verhandlungen mit der Eisenbahnverwaltung günstigere Zugverbindungen für Büdingen zu erreichen. Weiter sollen Äraftpoft- l i n i e n in den Vogelsberg und die Wetterau geschaffen werden. Den Fremdenverkehr will man durch Plakate, Propaganda und Annoncen bessern und so Büdingen allgemein als Luft- und Erholungsort bekannter machen. Den schönsten Blumenschmuck an den Häusern und in den psnweise exekutierten Tlebungsfokgen eine Art der tänzerischen Propaedeutik. Vorschule, die Grundbegriffe entwickelt, elementare Bewegungssattoren ausprägt, zugleich Lockerung und Disziplinierung des Körpers ausbildet. Die Begleitung bleibt einfach, andeutend und stets sekundär, beschränkt sich oft auf Akzentuierung durch den Gong, kann sogar ganz ausfallen. Der zweite Teil brachte bereits tänzerisch vergleichsweise kompliziertere Arbeit, choreographische und Ausdrucksstudien: Auseinandersetzung des Körpers mit dem Raum. Zusammenfassung einzelner in Gruppen (Gruppe ist hier: mehrere, rhythmisch, räumlich und im Tanzausdruck auseinander bezogene Einheiten). Visl Disziplin zeigten „Raumstudie" und „Aus- drucksstudie", gute Bewältigung der „Masse" und Ausgleich zwischen Bewegung und Ruhe, vor allem die „Schemen" und die „Groteske" die wiederholt werden mußte. Die Einzeltänze von Sylvia Bodmer fielen leider aus, dafür zeigte A. Sartorio im „Kriegstanz" eine schön durchgearbeitete Technik. — Im übrigen wirkten in beiden Teilen mit die Damen: Baumann, Berlitz Heimer. Buch, Graef, tofmann, Malehke, Morgenstern, artorio, Sieger. Am Flügel: Ilse Morgenstern. — Der Besuch war mäßig; der Beifall sehr freundlich. — y — Frankfurter Mufikbrief. Die abklingende Saison steigerte sich für die Musikfreunde — dte. feit der junge Prof. Krauß in Frankfurt Intendant ist und vieles selbst ein- studiert und dirigiert, auch die öftere Reise von Vorgärten will man prämiieren, um so dem Stra ßenbild ein freundliches Aussehen zu verleihen. — Das Büdinger Wolfgang-Ern st-Gym- n a f i u m , bas älteste Gymnasium Hessens, begeht am 31.Juli und am 1.August sein 325jähriges Jubiläum. Anläßlich dieses Tages soll das von dem Düsseldorfer Akademinprofessor Dr. Becker entworfene künstlerische Holzbildwerk zu Ehren der Gefallenen des Gymnasiums im Weltkrieg enthüllt und eingeweiht werden. Neben einem Fe st - gottesdienst in der Stadtkirche ist ein größerer Kommers geplant, der alle früheren ehemaligen Schüler zu frohen Stunden vereinigen soll. Ein gemeinsames Mahl und ein Zusammensein mit den Damen auf dem „Hammer" soll die Festlichkeit beschließen. Schon heute sind mehrere Hundert Zusagen von „alten Pennälern" eingegangen, die alle wieder einmal die Stätte ihrer gemeinsam verlebten Jugendzeit besuchen wollen. y. Bad Salzhausen, 12. Mai. Trotz des für die Badeorte ungünstigen Wetters sind hier doch schon eine A n z a h l' K u r g ä st e a n g e f o m m e n. Im Ernst-Ludwig-Heim wohnen 30 Fremde. Ein beträchtlicher Zuwachs wird in den ersten Tagen erwartet. Kreis Schotten. □ Laubach, 12. Mai. Der hiesige Musikverein (Leiter Kapellmeister Diehl) bot im „Solmser Hof" den hiesigen Kunstfreunden einen besonderen Genuß. Das Programm war fein gewählt. Die zahlreichen Zuhörer aus Stadt und Umgegend spendeten lebhaften Beifall. — Der starke Nachtfrost sowie das schwere Hagelwetter am Sonntag haben in Wald, Feld und Gärten großen Schaden angerichtel. Viele junge Pflanzen sind erfroren, die Blüten der Apfelbäume, der Johannisbeeren, der Nußbäume, das junge Laub der Weinstöcke vielfach vernichtet. Auch in den Niederungen der Waldungen ist das Laub der Buche, Eiche und die Spitzen der Fichten braun gefärbt. Kreis Alsfeld. M Alsfeld, 11. Mai. Ein tragisches Geschick ereilte am Montag die Ehefrau des hiesigen Kaufmanns August Lang. Frau Lang wollte sich nach ihrem in der Hohl, in der Nähe des Friedhofs, gelegenen Garten begeben, als ihr plötzlich vor dem Garten schlecht wurde. Nach wenigen Minuten verschied sie infolge eines Herzschlages. Kreis Lauterbach. hml. Lauterbach, 12. Mai. Zu einem Kir - chengesangvereinstag vereinigten sich am Sonntag zum erstenmal die evangelischen Kirchengesangvereine des Dekanats Lauterbach in Stockhausen. Es waren die Chöre von Crainfeld, Engelrod, Lauterbach, Schlitz und Stockhausen. Schon die am Vormittag abgehaltene Probe ließ erkennen, daß die drei Chöre, die gemeinsam gesungen werden sollten, mit Fleiß und viel Verständnis eingeübt worden waren. Im Gottesdienste hielt Pfarrer Müller aus Gießen die eindrucksvolle Predigt. Unter der Leitung des Lehrers W e g e l aus Schlitz trugen die vereinigten Chöre (es waren 230 Sänger) die ausgewählten Lieder sicher und schön vor. Leider hatte die Nachfeier am Nachmittag auf der Konradsruhe sehr unter der ungünstigen Witterung zu leiden. Nach einem Choral des Stockhäuser Posaunenchors und einer Ansprache des Dekans Schlösser (Lauterbach) trugen die einzelnen Kirchenchöre abwechselnd chre Lieder vor, darunter waren ganz vorzügliche Leistungen. Das Dank- und Schlußwort dieser schönen Veranstaltung sprach der Ortsgeistliche, Pfarrverwalter Bern- deck. Unter den Klängen des Posaunenchors zog der Zug wieder nach dem Dorfe zurück. Der nächste Dekanats-Kirchengesangvereinstag soll in Schlitz ftatffinben. wg. Lauterbach, 12. Mai. Aus der Bevölkerungsstatistik: Nach dem endgültigen Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni 1925 bestehen im Kreise Lauterbach 67 Gemeinden. In fünf Gemeinden beträgt die Einwohnerzahl über 1000, in 57 Gemeinden zwischen 100 und 1000, in fünf Gemeinden unter 100 Personen. Die fünf größten Gemeinden sind Lauterbach mit 4730, Schlitz mit 2699, Herbstein mit 1560, Angersbach mit 1308 und Maar mit 1150 Einwohnern. Starkenburg. WSN. Darmstadt, 12. Mai. Rektor und Senat der T e ch n i s ch e n H o ch s ch u l e Darmstadt haben dem Ingenieur Wilhelm Jahns, Maschinenfabrik in Offenbach a. M., in Anerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiete des Baues von Reglern für Kraftmaschinen und seiner langjährigen Arbeit als Organisator der Frankfurter Gruppe, „Normenausschuß der deutschen Industrie", die Würde eines Ehrensenators erteilt. Preußen. Kreis Wetzlar. 0 Wetzlar, 12. Mai. Die Hauptversammlung der Landwirtschaftskammer für die Rhein- Gießen nach Frankfurt nicht scheuen - nochmals zu zwei Ereignissen: der Neueinstudierung von „S a 1 o m e" und Puccinis „M a d a m e Butterfly". Das musikalisch Bedeutsame war die „Salome". Nicht so sehr wegen des Werks an sich, das im Schaffen Richard Strauß' einen besonderen Platz einnimmt und sich trotz der stofflichen Perversität durch die geniale Kraft und Leidenschaftlichkeit der Musik das dauernde Interesse sichert, aL- wegen ter musikalischen Wiedergabe durch Klemens Krauß. Hier hatte man den besonderen Genuß, Auffassungen zu spüren, Intentionen zu begegnen, Die durch die Persönlichkeit Strauß' bestimmt sind, denn der Direktor der Frankfurter Oper steht in engen Beziehungen zu dem Komponisten der „Salome", und das prägt seiner Leitung des Werkes eine besondere künstlerische Note auf. Szenisch beschränkt man sich jetzt auf eine mehr illusionäre Dildwirkung, aber auf das kostümliche Moment wird großer Wert gelegt. Frau Gentner-Fischer als Salome. Fänger als Herodes und Emma Holl als Herodias sind künstlerisch fesselnde Erscheinungen, die musikalisch - gesangliche Leistung ist restlos befriedigend, bei allen wächst aber die Darstellung zu hinreißender Gestaltung des seelischen Zustandes und des menschlichen Bildes und trägt so zur erschütternden Wirkung des Werkes bei. — Bei der „M adame Butterfly" des verstorbenen Puccini entdeckt man nach einer Pause von vielen Jahren (anläßlich der 100. Aufführung in der Frankfurter Oper), daß dieses Werk eigentlich viel besser ist als sein Ruf, jedenfalls in der sympathischen, musikali- prooinz hat beschlofsen, für das Rechnungsjahr 1926 eine Umlage von 2 Prozent oder 6 Goldpfennig je Taler des ©runbfteuerreinertrages zu erheben. Es handelt sich um den gleichen Beitragssatz, der auch im Vorjahre zur Erhebung kam. XX Wißmar, 12. Mai. Infolge der zunehmenden Schülerzahl wurde hier wieder die fünfte Lehrer st eile besetzt und Schulamtsbewerber probte aus Wetzlar übertragen. Es wurden diesmal 46 Kinder ausgenommen, so daß die Gesamt- schülerzahl nunmehr 211 beträgt. Kreis Marburg. sch. Marburg. 13. Mai. Die Lage des Arbeitsmarktes im Kreise Marburg muß immer noch als ungünstig bezeichnet werden. Am Ende dieser Woche wurden 2080 Arbeitsuchende und 1294 Tlnterstützungsempfänger gezählt. Die Notstandsarbeiten bei der Lahnregulierung in Fronhausen haben jetzt begonnen, es wurden zunächst 50 Erdarbeiter eingestellt. Als anläßlich einer Verlobungsseier in Wiesenberg (Kreis Ziegenhain), wie es in der Schwalm noch Brauch ist. Freuden - s ch ü s s e abgegeben wurden, hatte einer der Schützen scharfe Patronen benutzt. Eine Kugel prallte an einem Gemäuer ab und traf, nachdem sie drei junge Mädchen gestreift hatte, eine Frau in öie Brust. Die Getroffene eine Mutter von vier Kindern, ^wrurde in ö?: Krankenhaus Hephata überführt. Dillkreis. bl. Dillenburg, 12. Mai. Nach dem Stande vom 8. d. M. befinden sich im Dillkreis 1620 männliche und 44 weibliche Vollerwerbslose. Hier zu kommen noch 2530 Zuschlagsempfänger. Bei Notstandsarbeiten werden z. Z. 460 Mann beschäftigt. Im Laufe dek Woche werden die Ziffern steigen, da die Firma Haas & Sohn in Sinn den Betrieb einstellt. — Der Kreis plant, in Verbindung mit den Krankenkassen, im Herbst eine großzügige Ausstellung auf dem Gebiet der vorbeugenden Gesundheitsfürsorge zu veranstalten. Da im Dillkreis besonders die Tuberkulose stark verbreitet ist, wird sich eine berarttge Ausstellung nur dienlich erweisen. bl. Herborn, 12. Mai. Das Theologische Seminar unserer Stadt wird in diesem Jahr von 14 Kandidaten besucht. bl. Haiger, 12. Mai. Der Etat der Stadt wurde endgültig in Einnahme und Ausgabe auf 347 870 Mk. festgesetzt. Gegenüber der Magistratsoorlage wurden 4130 Mk. gestrichen. Bemerkenswert ist der Beschluß auf Streichung der G e - tränte ft euer. Oberwestcrwaldkreis. * Hachenburg, 11. Mai. 3m idyllischen Rengsdorf hielt der Westerwaldverein seine aus allen Teilen des Verbandsgebietes stark besuchte Hauptversammlung ab. Dem Jahresbericht zufolge, vereinigt der Verein in seinen Reihen 85 Ortsgruppen mit rund 3400 Mitgliedern. Kreis Limburg. WSN. Limburg, 12. Mai. Das Problem der Lahnkanalisativn ist soweit gefördert, daß die Verwirklichung in aller Kürze beoorsteht. Geplant ist die sofortige Kanalisierung von d e r Mündung bis oberhalb Limburg, insgesamt 68 Kilometer, fahrbar für Schiffe mit 200 Tonnen. Träger des TlnterneHmens sind der Bezirks verband, die interessierten Kreise un> Städte, die auch die Baukosten tragen, währe u die Betriebskosten der fertigen Anlagen vom Reich übernommen werden. Der größte Teil der Arbeiten soll auf dein Wege der produktiven Erwerbslvsenfürsorge ausgesührt werden. Regierungsbaurat Goldskicker-Diez ist mit der Leitung der Vorarbeiten beauftragt worden. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 12. Mai. 2n den letzten Tagen treibt sich hier ein Schwindler herum, der bereits eine große Zahl von Familien geschädigt hat. Er hat ein kleines Paketchen bei sich und behauptet, vom Hauptzollamt zu kommen. Das Paket sei an die betreffende Familie gerichtet und koste Zoll, da es aus Holland komme. Auf diese Weise gelang es dem Schwindler vielfach, Geldbeträge zwischen 6 und 12 Mark zu erschwindeln. In dem Paket befand sich gewöhnlich nur ein gutverpaktes Brikett, oder ein ähnlich wertloser Gegenstand. Vor dem Schwindler sei gewarnt. Gestern abend 8 Tlhr wurde in der Gagernstraße eine Schülerin von einem 17jährigen jungen Mann infolge fahrlässiger Handhabung eines Floberk so unglücklich durch einen Schuß verletzt, dah das Mädchen kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus v e r ft a r b. Der Täter ist flüchtig. — Alm 12.30 ilfjr nachmittags wurde im Ost- hasen (Oberhafen, Becken I) die Leiche eines neugeborenen Kindes weiblichen Geschlechtes gefunden. Die Leiche war in ein weißes zerrissenes Herrnhemd und in ein Bogen Packpapier eingeschnürck. scheu Lyrik besser, als die „Tosca", deren Stretto unter der Qual der Fvltermusik verblaßt. Die kleine Frau Schmetterling wurde bei ihrer 100. Wiederholung gebührend gefeiert, vor allem durch eine geradezu klassische Aufführung unter Krauß und durch eine sorgfältige Auffrischung, die ein nahezu neues Werk erstehen lieh. Die Butterfly ist jetzt wieder die von einem Triumphzug aus Amerika zurückgelehrte Elisabeth Kandt, deren reiche Kunst und stimmliche Schönheit selbst das Harakiri der kleinen, verratenen Japanerin mit der vorhergehenden, traurigen Monotonie der Puccinischen Lyrismen erträglich machte. L- W. Frühlingsfeftfpiele in Baden-Baden. Das Programm für die Frühlingsfestspiele, tue unter der Leitung des Kapellmeisters der Metropolitan Opera Neuyork, Arthur B o d a n z k y , stattfinden werden, ist wie folgt festgesetzt: Rossinis „Barbier von Sevilla" wird am 25. und 30. Mai, Mozarts „Cosi fan tutte" am 27. Mai und 1. Juni gegeben werden. Am 29. Mai findet ein großes Konzert statt. Dirigent: Arthur Bodanzky, Solist: Artur Schnabel. AI^ Mitwirkende von der Metropolitan Opera, Neuyork, werden folgende Künstler beschäftigt fein: Lucrecia Bari, Florence Easton, Kathleen Howard, Elisabeth Kandt, Kaja Eide No- renam, Paolo Ananicm, Mario Charnlee, Adamo Didur, Guiseppe de Luca, George Meader; Inszenierung: Sam Thewmann. Wirtschaft. Die Arbeirsmark läge in Hessen und Hessen-Nassau im April. Dom Landesamt für Arbeitsvermittlung in Frankfurt a. M. wird uns nütgeteilt: Die Arbeits Marktlage hat sich, gemessen an der Inanspruchnahme der Erwerbsloienfürsorge, im Monat April weiter leicht gebessert. Die Zahl der yguptunterslüyungscinpianger (männliche und weibliche) fiel in der ersten Monatshälfte um 3,5 Prozent, und zwar von 142 257 am 1. auf 137 200 am 15. April, in der zweiten Hälfte des Monats um 5,9 Prozent auf 129 152 (Stand am l.Moi). Die weiblichen Hauptunterftützungsempfän- ger haben ihren Höchststand mit 20 626 erst am 15. April erreicht, sie sind dann am 1. Mai nur ganz geringfügig auf 20 507 zurückgegangen. Bei Not- standsorbeiten, die aus Mitteln der Erwerbs- loscnfürsorge gefördert werden, wurden am 15. April 15 307 Personen beschäftigt gegen 12106 am 15. März Ihre Zahl dürfte sich Ende des Monats sckai nngsweise auf rund 17 000 erhöht haben. Land- mirttchait und Baugewerbe waren nicht in demselben Otrnbc aufnahmefähig, wie in früheren Jahren zu Beginn des Frühjahrs. Bej den öffentlichen Arbeit«» nachweifen mürben am 15. April noch 16 323 arbeit« fudjenbe Palifacharbeiter gezahlt, gegen nur 1771 am gleichen Tage des Vorjahres. In der Landwirtschaft trat der jonst übliche Personalmangel für die Frühjahrsbestellung in diesem Jahre nicht in Erscheinung: es bestand im Gegenteil noch ein ansehnliches lieber- nngebot an männlichem Personal, während roeib» lid» Arbeitskräfte gesucht blieben. In den kaufmän« naschen 'Berufen hat die Stellenlosigkeit im April noch weiter zugenommen. In den übrigen Benissgruppen ist die Zahl der Arbeitsuchenden teils gleichsails leicht gestiegen, teils hat sie nicht nennenswert abgenommen Mit einer größeren Arbeitslosigkeit dürste daher auch mährend der Sommermonate zu rechnen sein. * Unveränderte Insolvenzzahlen in her er ft en Mai-Woche. Auch in der Berichtswoche erhielt sich die Stabilität in der Anzahl der Insolvenzen unverändert. Aen angemeldet wurden 325 Konkurse (gegen 290 in her nur 5 Tage umfassenden letzten April-Woche und 320 in der dritten Avril-Woche). Die Zahl der Geschästsaussichten stellte sich für die gleiche Zeit auf 228 (177 dzw. 216- Aach Unterneh- mungssormen verteilt entfallen auf Aktiengesellschaften 6 iXonnrrfe (10 bzw. 9) und 4 Geschäfts- aufsichten (6 bzw. 5). auf die Gesellschaften in. b. H. 30 Konkurse (27 bzw. 25) und 7 Geschästsaus- sichten (11 bzw. 10). auf Kommanditgesellschaften 4 (7 bzw. 2) Konkurse und 5 (1 bzw. 2) Ge- schästsanfsichten. * Guter Geschäftsgang bei der Philipp Holzmann A. G.. Frankfurt a. Main Der Aeingewinu aus dem Geschäftsjahr 1925 stellt sich einschließlich Vortrag auf 1 131 245 (1 328 000) Am., aus dem nur auf die Vorzugsaktien 6 Prozent Dividende verteilt werden sollen (7 Prozent Stammdividende. 6 Prozent Vorzugsdividende i. V.), während 1 425 845 Am. (173 462) vorgetragen werden. Im Berichtsjahre übertraf der Geschäftsumsah den Durchschnitt der letzten Vorkriegsjahre. Im Auslande konnte die Gesellschaft ihr Arbeitsfeld weiter ausdehnen. Von den ausländischen Beteiligungen konnten die Gompani General de Obras Publieas in Buenos Aires, die Evmpania General de Construcciones in Santiago und auch die Compania General de Eonstrucciones del Peru gute Beschäftigung fest- stellen. Der Verwaltungsbericht betont die hohen Steuerlasten, die sich im Jahre 1925 auf 1 132 468 Am. stellten. Zellstoffabrik Waldhof A G. in Mannheim. Die H. V. genehmigte den Abschluß und die Verteilung von 10 Prozent Dividende auf die Stammaktien. 6 Prozent auf die Vorzugsaktien Lit B. und die Genußscheine und 7 Prozent auf die Vorzugsaktien Lit. A. Das Stimmrecht der Vorzugsaktien Lit. A. wurde vom 12fad)cn auf dos ch'ache herabgesetzt. Die Beschäftigung sämtlicher Werke des Konzerns war das ganze Jahr hindurch mit unerheblichen Ausnahmen lebhaft, so daß zur Erweiterung der Produktion über 4 Millionen Am. für Aeubauten und Umbauten aufgewendet wurden. Die Be- tnühungen zur Exportsteigerung waren von Erfolg begleitet. Im Jahre 1926 waren die Betriebe bis jetzt voll beschäftigt, da das Auslandgeschäft den nachlassenden Inlandaösatz wettmachte. Die Ergebnisse seien befrieöigeiü). * Aütgers Werke A.-G. in Berlin. Die Aktien der Gesellschaft, die bekanntlich mit der Deutschen Petroleum A.-G. in einer Interessengemeinschaft steht, haben in den letzten Tagen einen erheblichen Kursrückgang erlitten. Während die Aotiz am letzten Samstag noch auf 78.25 Prozent lautete, stellte sie sich an der Mittwoch- börfe auf 70.5 Prozent. Wie der DHD. hierzu meldet, führt man diese Tatsache daraus zurück, daß angeblich für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Dividendenausschüttung zu erwarten fei. Wenn auch der Abschluß einen Gewinn aufweise. der eine Divldendenverteilung ermöglich: ioll nach Gerüchten, die in Börsenkreiien umlaufen, dock' der erzielte Gewinn zur inneren Stärkung deS Llnternehmens verwendet werden Bon Ber- waltungsfeite ist bisher über den Abschluß vom 31. Dezember 1925 noch nichts verlautet. Bekanntlich sieht der Interessengemeinkchastsverlrag mit der Deutschen Petroleum A.-G- m Berlin eine Ausgleichung des Gesamtgewinnes und -Verlustes beider Gesellschaften nach den Verhältnis der eingezahlten Stammkapitalien vor. * Kaliwerke Aschersleben A.-G. i n A s che r S l e b e n. Der Abschluß wurde ohne Erörterungen genehmigt, der Verwaltung Entlastung erteilt und die sofort zahlbar Dividende auf 10 Prozent für die Stammaktien und 6 Prozent für die Vorzugsaktien festgesetzt. Heber den Geschäftsgang im laufenden Jahre führte der Vorstand au»; Die deutsche Landwirtschaft habe infolge ihrer schlechten finanziellen Lage im Bezug erheblich nachgelassen. Dagegen (et zu hoffen, daß daS Auslandgeschäft infolge der Citjigung mit der französischen Kali- Industrie einen weiteren Anstieg nehmen werde. * Konsolidierte Alkaliwerke in Westeregeln. In der ordentlichen Haupt- Versammlung wurde der Abschluß ohne Erörterung genehmigt, der Verwaltung Entlastung erteilt und die sofort zahlbare Dividende auf 6 Prozent für die Vorzugsaktien und 10 Prozent für die Stammaktien festgesetzt lieber das lausende Geschäftsjahr führte Generaldirektor Ebeling aus. das Frühjahrsgefchaft fei nicht so gut gewesen wie int Vorjahr. Cs fei dies in der Hauptsache auf die schlechte Lage in der Landwirtschaft zurückzuführen. • Portland Cementwerke Heidelberg-Mannheim-Stuttgart A.-G. In der Aufsichtsratssihung der Portlanit-Cement- toerfe Heidelberg-Mannheim-Stuttgart A.-G. wurde befchlossen. der auf den 7. Juni einzu- bcrufcnfcen Generalverfammlun i aus 2 108 990.19 Am. Reingewinn nach 1 171 632 93 Am. Abschreibungen die Verteilung einer Dividende von 8 Prozent vorzuschlagen. * Zunahme der privaten Aktiengesellschaften in der russischen Sowjetrepublik. Aach Angaben des Kommissariats für Innenhandel des ASFSA. bestanden bis zum 1. Januar in der russischen Sowjetrepublik 33 Privatgesellschaften mit einem Kapital von 5 537 000 Anbei. Am 1. April war üe Anzahl auf 43 Aktiengesellschaften mit einem Kapital von 7 142 000 Aubel gestiegen. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraph '(che Auszahlung Banknoten. 12 Mai 14 Mot. Amtliche Noti rung fflclb Brie' Amtliche Noticrnng (Sielt» Briet Klimt.* "jiot. Buen- Aires 168.71 169 13 168.71 169.13 I 683 1,687 1.690 1.694 ‘-Mrif. Antw 13.06 13,10 12,93 12,97 Gbriftianla 90,64 90,86 90,74 90.96 floptiibagai etorfboliti . 109,81 1181,09 109.96 119,94 112,24 112,52 112,21 112.49 fcclfinoforß to,s;> 10,59 10,547 10,587 Italien. . 16,66 16,70 15.12 15,16 London. 20,394 20,446 20.392 20,444 Wcunort . - 4.195 4,205 4.195 4,205 13,15 13,19 13,02 13,06 vsqjiucu • 81.13 60.47 81,33 81,13 81.33 Spanien - 60,63 69,67 60.83 :Hio de Deutsche Reichsaulcihe 3°/a Deutsche Reichsanlerh« 0,35 — 0,3525 0,3475 0.42 —— 0.4475 0,45 Deutsche Svarpramicnon leihe 4% 'preußische «ouiols • . 0,229 — 0.220 0,35 — 0.355 0,35 4° o Hessen 0.37 — 0,37 _ 3*/g°/o Hessen ..... 3% Heilen ........... 0,33 — 0.365 Deutsche Wertb- Dollar-Anl. 100 ___ 95 _ dto- Toll -Schav-Luweiing.') — — <®/o Zollturken 12 i 12 11.9 5% Goldmexikaner 45 1 45,5 verlwer HandelSaclellfchatt Commerz- and Prlvat-Bank 146,75 106- _ 147* 105* 146.7- 105' Tarmst. und Naiionaldank 124 — 121- 124' Teut.che Bank. 121 — 122' 121,7- Deuischc Dcreinsbank - • 89,5 — — Disconro ttommanött 119 — 119,4 119- Metallbank. . . • 92,5 93 Mitteldeutsche Creditbank 111 111 _ £ c|terrcid)ifcDe Kreditanstalt Westbank 7 7 _ Bochumer Guß....... e— •_ 89.9 89,75' Buderus ......... .58 56,5 56 Caro ........... 50 50* 50.25 Deutsch Luxemburg ..... tyelsenkirchener Bergwerke. »4.5 96 :>• 95,75 94- 97.12* 92- 95,5* Harpener Bergbau . . . . Kaliwerke AscherSleben ... 111.5- 126,25 111 75 126 111.12 126,5* 111.2' 125.25 «aliroerf Westeregeln..... 127 - 126.75 126,5 Laurahütte...... • ♦ . Obcrbedarf .......... 35 47,5 75 35 49 75 49,75 73* Phönix Bergbau ...... 73,5' Rheiullahl ...... Riebeck Montan........ 91,75- 88.5 90,62- 91 90.62 90,25 Tellus Bergbau. ..... 60 _ Hamburg-Amerika Pake». . . Norddeutscher Llovd 123,5- 121.9- 126.7' 125,2* 123,2* 120,5* 126,2* 124,5* Cheramilche Werke fllbttt . . 48,5 -__ ^mentwert Heidelberg Pbilivv Holzmann . . 97.5 66 97,12 67 66,'. — Anglo Conk -Guano . Chemische Maner Alapin . _ 75 — _ I. 0) Tfntbeniiiönftric, A.-G- (Molöfc; mibt......... Holzverkohlung....... Rütgcrswerkr....... 150 9- 74,75 151,5* 74 151* 74 151,6' 74,9 60 75 71 62 73 70,5 72 75 Echeideonstalt ....... 112 «Ar. Clekmztüts-Gesellschaft Bergmann ...... 107,1' 107,2* 107- 106,2- 100.5 _ ioo- 100,25 MainkrastwetLe ....... 99 _ Schürten ...... 91- 93,5' 94,4* 93.12- EicmenS 4 Halske ..... 141,5- 139 2- 1.38.5- Adlerwerkc flitnet...... 58 60 60.5 61 Daimler Motoren....... 60 60.5 60 Henligenstaedr. . ...... 25,5 —— •U'Cguin. ...... 36 _ _ i iv?owrenwerke Mannbeim -| — 51 _ Sranffurtcr Armaturen fionferocnfabrit Broun 40,9 _ _ Metallgesell tbaft Sranffim Bei. Union a.=C5. 105,5 71.5 — 71 Sckuh'abrik Her; 32,75 — 35 — Eichel ..... 4 — — _ Zellsto i Syaldboi. • ... SiKleriabnf Frankenthal . . Bucterrnbrif Wogbäusel 129 51 60 120 50,75 59,25 127,25 51 117,5 frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 14. Mai Tendenz: Gebessert. aber unregelmäßig und schwankend. — Die Stimmung der Effektenbörse war heute in bezug auf die innerpolitische Krise wesentlich beruhigter, zumal damit gerechnet wird. da,ß sich die Zuiammenictzung des neuen Kabinetts rasch und ohne weitere erh»v- liche Schwierigkeiten vollziehen wird. Mit der gebesserten Stimmung wagte sich die llntcrneh- mungslust wieder etwas hervor was (ich an den gleich zu Beginn des Verkehrs geltend machenden Deckungsbegehren feststellen heft. Infolgedessen konnten alle spekulativen Industriewerte mit 1—2 Prozent Erhöhungen einseyen. Eine wesentliche Geschäftsbelebt ng war aber damit nicht verbunden, da der Markt weiterhin unter einer gewissen Zurückhaltung litt. Startes Interesse wandte sich dem Schiss- f a h r t S a k t i en m a r t t zu. für dessen Werte Gerüchte stimulierten die die Aussichten der Freigabe-Angelegenheit alS günstig zu schildern wuftten. Hapag stiegen von 123.5 auf 126,75, Aorddeutfcher Lloyd von 121,25 auf 125,25. Im Freiverkehr sprang der Kurs für Hapag auf 129. der für Lloyd auf 127. Lebhafter umgesetzt wurden ferner Harpenwertc. die etwa l1/» Prozent gebessert waren Holzverkohlung plus 1,25, Aütgerswerke plus 2, Elektrowerte waren nur wenig verändert. Siemens & Halske um weitere 2 Prozent gedrückt. Am Montan- markt trat anfangs etwas Aachsrage für Kali- werte hervor Mit Rücksicht auf die Fortdauer des englischen Kohlenbergarbeiterstreiks wurden Kohlenaktien zunächst höher gehandelt, büßten aber später ihre Besserungen wieder ein. Bankaktien vernachlässigt. Mitteldeutsche Eredit- bank wurde nach Pause bei einer Kursrinbufte von 4 Prozent mit 111 Prozent notiert. Ziemlich fest lagen ferner die Aktien des Metallbankkonzerns. die ebenfalls als Freigabewerte gelten können. Scheideanstalt plus 3, Metallbank plus 1, Metallgesellschaft pluS 2. Von Autoa11 ien waren Kleyer um 2 Prozent erhöht. Der Kassa markt der Industriepapiere hatte geringes Geschäft bei unregelmäßiger KurSgestaltung Zuckeraktien schwächten sich weiter ab. Auch Baustoffaktien setzten den Abbröckelungsprozeß fort. Zellstoff Waldhof wurden heute exclusive Dividende mit 120 notiert (129). Deutsche An leihen vernachlässigt. Aur für Schutzgebietsanleihe erhöhte sich Aachsrage. 5,45. 5proz. Aeichsanleihe 0.365. Der Aiislandrentenmarkt notierte lebhaft und ziemlich fest, besonder- für Türkenwerte. Der Frei verkehr lag still. Becker Stahl 40. Benz 70. Brown Boveri 77. Entreprise 10, Erowag 59, Krügershall 99. Aastatter Waggons 22. Ufa 51, ilfra 77 Prozent. Der weitere Verlaus blieb für Schifsahrtsaktien und Harpenwerte ziemlich fest, während die anderen Märkte Schwankungen unterlagen und nur geringe Kursänderungen zu verzeichnen hatten. Am Geldmarkt machte sich der Monatsmittetermin durch ein leichtes Anziehen der ZtnSfähe bemerkbar^. Der Satz für tägliches Geld dürfte sich etwa- erhöhen. Monatsgeld unverändert 5-6,5 Proz., je nach Adresse, Privatdiskonten 4.75, Industrieakzepte 5.25- 5.5 Proz. Im Devisengeschäft ist der Handel sehr lebhaft geworden, und zwar auf die scharfe Abschwächung, die die italienische Valuta zu verzeichnen hat. Der PfundkurS. der seit geraumer Zeit auf 121 stand, schnellte auf 132 hinauf. Die Pariser Pfund- Parität ist etwas schwächer bei einem Kurs von 126. Brüssel hielt sich auf der gleichen Höhe. 'ranf flirtet (Getreidebörse. Frankfurt, 14. Mai. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29,50 bis 29,75, Roggen, inländischer, 19 bis 19,25, Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24, Hafer, inländischer, 22,50 bis 23,50, Mais (gelb) 18, Weizenmehl, inländisches, Spe- zialll, 41,75 bis 42,25, Roggemnehl 26 bis 28,25, W^nklei, g,50, Roggsnkleis 11. T^nSenz leicht ab geschwächt. Berliner Produktenbörse. Berlin. 12. 32lat. Trotz fester überseeischer QKarltlage mangelt es dem Berliner Produktenhandel auch heute wiederum an Anregung. Am Lokogeschäft fehlt beiderseits jeglidfk? Llnternehmungslust. wenn trotzdem der Weizen sich um etwa 1 Mark besestigen konnte, so folgt die Börse hier lediglich den ermäßigten Schlußforderungen. Für Aoggen erfolgten wicderuin stärkere Andienungen, so daß das Aiveau gedruckt war. nachdem man vormittags noch Aufgelder bewilliA hatte. Gerste blieb still bei mäßiger Frage für Brausorten. Haier vom Jolande anhaltend hoch gefordert. Mehl ruhig, ebenso Futtermittel und Oclfaalen. Im Terminhandel wurde der Weizen 1 Mark fester. Mai- roggen um 2 Mark gedrückt, Juli 1 Mark niedriger und späte Sommerkicht unverändert. Es notierten per 1000 Kilo Weizen, märt.. 297 bis 299; Aoggen. märt, 176 bis 188; Sommergerste! 193 bis 207; inländ. Gerste 172 bis 185. Haser, märt. 196—206; per 100Kg.: Weizenmehl36,75 bis 39.50; Aoggenmehl 25 bis 26,50; Weinzenkleie 11 bis 11,25; Aoagenkleie 11,80 bis 12; Viktoria- erbsen 30—39; FL Speiseerbsen 25 26; Futter- erbsen 20 bis 25; Peluschken 20 bis 23 HH 1 (Die solide (Tradition unteres Hau. fes iß die hefte Gewahr -für Güte und Preiswürdigkeit unterer Fabrikate. * MANOU Ä/G, GEGR.1894 I ZIGARETTENFABRIK GIBSON GIRL 58 BESSIE 68 FILIGRAN SS WH 4278 D starke Herren sehr sehr billig Herren-Netzjacken 1 1A Größe 4-6, Mk. le 1 XZ Herren-Hemden haltb.Trikot, waschechte Einsätze, Mk Herren-Hosen Pon,s weiß und gelb Größe 4—6, Mk Herren-Hosen Größe 4- 6. Mk. Herren-Jacken Größe 4—6, Mk. Herren-Jacken porös Olfll weiß und gelb .. Größe 4—6. Mk Li*VV Unterzeuge in allen Größen, auch für 2.25 350 ItH- 19.50, 14.90, 8.75 braun 12” 14.63, 10.50 schwarz braun .... 16.60, 16.90, 12.50 | :; FOr Wiederverkänfer besondere Vorteile I Blond — Braun — Grau — Lack Große Auswahl! Große Auswahl! Bahnhofstr.58 Lahnstr. 37 Strümpfe schwarz und farbig Hanna 42748 holt vorbringen. neftem zu reinigen. 42758 4268a Eintritt frei! Eintritt frei! 41200 Gamaschen usw. 03409 6. 4. Würfen, 5. Preisstiftungen in Höhe ljMNMMßMkllN Unser Geschäft ist Sonntag, den 16. Mai, von 1 bis 6 Uhr geöffnet? Eingang Ecke Volksbad. Mein Laden. 4267a 6 Monate alt. von 2100 Mk. 1. 2. 3. Gießen, den 12. Mai 1926. Der Oberbürgermeister: Keller. Herren-Halbschuhe mod Form schwarz . 14.66, ILIO, 9.96, 7.50 Mutterlämmer in 1926 geboren. c) Schweine: Eber über 1 Jahr und älter, Eber von 6—12 Monaten, Sauen mit 3 und mehr Würfen: Markt straße 17 Markt. 10 ein Posten reinwollene Tennishosen statt 35.- jetzt 24.- soweit Vorrat Dam.-Spangenschuhe blond und beige,eleg. neue Formen 19.61, 10.60, 13.90, Braun Boxk.iD.-Spang.. Schuhe, gute Fabrikate, mod Formen. 17.69, 13.50, Ny I« goi M billig taufen. Wl ill £. UkWW So Wo: Sole Bote !tir wenig selb. Sofort fettig - offne WL a) tragende, b) mit Ferkeln, Sauen mit 1 bis 2 al tragende, b) mit Ferkeln, Iungschweine über Bekanntmachung. Der in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vom 11. Mai 1926 fest- gestellte Voranschlag der Stadt Gießen für das Rj. 1926, ebenso die Voranschläge des Wohlfahrtsamts, der Elektrizitätswerke, des Gaswerks, des Wasserwerks, des Dolksbades, der Straßenbahn, des Lyzeums und der Studienanstalt i. E. liegen vom 14. Mai 1926 ab während einer Woche im Stadthaus Bergstraße (Zimmer Nr. 17) ofen. Die Beteiligten können innerhalb der Offenlegungsfrist die Voranschläge einfehen und schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen ihren In- Bekanntmachung Betr.: Die Vertilgung der Raupennester. Die Garten und Feldbesitzer der Gemarkung Gießen werden hiermit ausgefordert, bis zum 1.3uni 192b ihre Bäume, Sträucher und checken von den Raupen- Damenstrümpfe Damenstrümpfe Damenstrümpfe Damenstrümpfe Mäusburg 10 Franz Bette Mäusburg 10 Kunst-und Waschseide, schwarz Q O AA und farbig......Paar Mk. :zU Seidenflor, schwarz und farbig 1 Z2 fr Paar Mk. 3.00, 2.70, 2.40 und 1.03 Bahnhofstraße 14 Zentrale Frankfurt a. Main prämienmartt Lauterbach Mittwoch, 2. Joni 1926. Pferde-, Rindvieh-, Ziegen-, Schweine- und ftrömenuorft Die Prämiierung wird von dem Land- mirtschaftskammerausschuß für Oberhef- sen, dem Landwirtschaftlichen Bezirksverein, Kreisrinderzucht-, Kreisziegenzucht-, Kreisschweinezuchtverein und der Stadt Lauterbach gemeinsam ausgeübt. 1 Prämiiert werden rein gezüchtete Tiere »der Fleckviehrasse (Simmentaler) und Vogelsberger Raste sowie Saanenziegen und , Schweine des veredelten Landschweines nach folgender Klasseneinteilung: a) Rindvieh: 1. Bullen über 2 Jahre, 2. Bullen von 15—24 Monaten, -3. Bullen von 12—15 Monaten, 4. Kühe mit 3 und mehr Kälbern, 5. Kühe mit höchstens 2 Kälbern, 6. Tragende Kalbinnen, 7. Rinder über 1 Jahr. b) Ziegen: 1. Böcke über 2 Jahre alt, 2. Böcke über 1 Jahr alt, 3. Ziegen, dreijährig und älter, 4. Ziegen, zweijährig und älter, 5. Ziegen, einjährig, baumwoll-gewebt . . . Paar Mk. 1.10—0.85 Damenstrümpfe Seidenflor, Viola, schwarz und farbig Paar Mk. 2.70 6fache Kunstseide, schwarz u. farbig, äußerst A LJamenSlrUmpTe solide, besonders empfehlenswert Paar Mk. 4,7V l/inrlarolriim ausgesuchte sol. Qual, in Schwarz, Weiß, Grau u. Mode, i\l nUvl 5)11 Lim J-HC anfangend Gr. 1 Paar Mk. 0.60, jede folg. Gr. 10 Pf. mehr Jttmann KapÄT18 03428 Annahme verzinslicher Gelder An- u. Verkauf und Beleihung v. Wertpapieren Verwahrung u.Verwaltung von Wertpapieren Paar Mk. 1.50 stehen seitens der obenerwähnten Körperschaften zur Verfügung. 4252V Die Anmeldungen des Rindviehs sind an den Vorsitzenden des Kreisrinderzuchtvereins, Herrn Direktor Glaser, dahier, bis spätestens 26. Mai zu richten. Die Prämiierung beginnt vormittags pünktlich 8' Uhr. Mit diesem Prämi- lerungsmarkt ist eine Verlosung von Vieh und Geräten aller Art verbunden. Außerdem befinden sich unter den Gewinnen zwei freie Fahrten von je 100 Mark jur landwirtschaftlichen Ausstellung nach vreslau. Lose zu 0,80 Mk. das Stück vermittelt die Bürgermeisterei Lauterbach. Die Verlosung findet nicht am 2. Juni, sondern am 3. Juni 1926, oor mittags 9 Uhr, im Sitzungssaale des Rathauses statt. Das zur Verlosung kommende Vieh, nämlich 1 Kalbin, 1 Rinder, 10 Schweine und zwei Ziegenlämmer wird vorher aus dem Markt angekauft. Im übrigen Verkauf von Pferden, Rindvieh, Ziegen und Schweinen. Lauterbach, 10. Mai 1926. Hessische Bürgermeisterei. Walz. Lack-Spangenschuhe Q25 breite Normalform. Gr 20-22 M m. FleckS.76, Gr. 18-20 ohn. FL Dam.-Spang.-Schuhe -# /150 grauLeder, elegant. Form. I mit verschieden. Absätzen ■ Damen-Halbschuhe EQ5 moderne Formen, mit hoh. u rg nied.Absätzen 12.60,8.60,7.69, 3 tüchtige Provisions-Reisende werden gesucht von der Aktiengesellschaft Racona. Zu melden bet der Generalvertretung Wilk. Kehl, Kirtorf, Kr. Alsfeld (Oberheesen). Alleinvertretung für Oberhessen, Starkenburg u. Hest.-Nassau. Raco reinigt Wolle, Gewebe, Baumwolle, Seide, Filz, Flanelle, Herren, Damen- und Kinder-Garderobe, Tevpiche, Möbelbezüge. Ftichüle, Mützen. Decken. des Mfdftn kmdrs-Amlmeil-Nel« öffentlicher Vortrag Samstag, den 15. Mai, abds. 8 Uhr, im grohen Hörsaal der Universität Frau Margarete Treuge-Hamburg, Leiterin der von Gertrud Bäumer gegründeten sozialen Frauenschule „Die sozialpädagogischefl Aufgaben unserer Zeil" Datnen-Spangenschuhe”795 anges L-XV.-Aba 18.96, 1.95, / D.-LacloSpangenschuhe/R|Q5 in verschied, modernen Aus- VJ ftihrungen 14.90, 18.96, 11.96, Damen-Zugschuhe mod. Form ■ Auf Teilzahlung - zu sehr billigen Preisen in guter Qualität Anzüge 20.- 28.- 38.- 45.- 58,- 65.- 95.- Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht Folge leisten, verfallen in die im §368 des Reichsstrafgcsetzbuches bestimmte Geld- oder Haftstrafe. Außerdem wird die Vertilgung der vorhandenen Roupennester auf Kosten des Säumigen angeordnet werden. Gießen, den 10.Mai 1926. Der Oberbürgermeister. T. D.. Dr. Rosenberg. Abteilung I Vier finden Sie in grober Auswahl: Nene Herren-AneOge, v. eins, bis z. eleg., von Mk. 20.— Lu°enr s eine jQ die !,* r' die L UwL°enrrt halte QUi ^ 'n [fei denn es bas jjaus^M r 3d> lkr jr? t? die M 'M TU Aoetz-Jei bpiv. 8 Turngau. Brauche" damit e burtslaZ 9j 18‘ ff mereine, Vandcrunge Vutzdach, ein 1 Nr. M Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Zrettag, 14. Mai 1926 £ 12» >5“ eniterf verkehr papieren papieren Rieder en-Berpius »en 15. Mai. •er UnivrrW lötitburg, zialmF,aornW< MM U (Eintritt frei! ng-\ rusM 1 .-65.-9S.- , m Wasch- Voile 18.- 25.- lishosen 'orrat ässe W ■eppe li i* * naht WB*-*- 18utww ii.ii.8nib«- tüt ■ffit. 16.— ,°n' d’tt,a\äÄ . ,«atben.o^ „ Wiidl|C,l,B ngu-k^? uu uon Mk- 1J ■nit ii.-; r h0,’l|iÜs« Jfor®*!' ü biOlfl- ülk- Turnen, Sport und Spiel. Turnen. Turnyau Hessen (D. T.) Goeh-Feler der 5. Bcjirfs im Turngau Hessen. bpiv. Butzbach. IN. Mai. Der 5. Bezir: im Turngau Hessen unternahm gestern nach altem Brauche seine G oetz-Wanderung und verband damit die Feier des hundertsten Geburtstages von Dr. Ferdinand Goetz (geb. 21. Mai 1826), des langjährigen Geschäftsführers und späteren Borsitzenden der D. T. Treffpunkt der Vereine, die am Bormittag längere oder kürzere Wanderungen ausführten, war der S ch r e n z e r bei Butzbach, eine geweihte Turnstätte. Denn hierhin hat der „hessische Turnvater", Pfarrer und 'Jlcftor Dr. F- t'. Wcidig, zur gleichen Zeit, als vor mehr als hundert Jahren Jahn in der Hasenheide seine Turner um sich sammelte, die Butzbacher Jugend zu Turnübungen und frohem Spiel geführt. Der Wei- dig-hain am Schrenzer ist zur Erinnerung an den tapferen Vorkämpfer für Einheit und Freiheit im 2ähre 1849 auf der höhe des Taunusausläufers angepflanzt worden. Um 3 Uhr nachmittags waren über £00 Turner auf dem Berge versammelt. Der hiesige Turn-"und Sportverein, der die Bcranstal- hing würdig vorbereitet und den A. Storch- Tempel mit Turnerfahnen, turnerischen Abzeichen und einer Jahnbüstc schön geschmückt halte, lies; durch seinen 2. Sprecher Henkel mann die Gäste aus dem Bezirk willkommen heißen und auf Wcidigs Verdienste für die Turnsache in Hessen Hinweisen. Der Bezirksvertrcter, Studienrat Schuchmann (Friedberg) entbot die Grütze des Bezirks und führte aus, warum die Turner den 100. Geburtstag ihres langjährigen Führers würdig feiern müßten. Bon der Bezirksleitung sprach weiter noch Lehrer Oß- wald (Bad-Nauheim), der in kurzen Strichen ein Lebensbild von Dr. F. Goetz entwarf und seine Bedeutung für die deutsche Turnsacho schilderte. Gemeinsame Lieder umrahmten die Ansprachen, an die sich ein buntbewegtes Treiben auf der herrlichen Bergeshöhe anschloß. Die Jugendgruppe der Tur u> gemeinde Friedberg trug mit Volkstänzen und Neigen in erster Linie zum schönen Verlauf der Feier bei. Trotz der ungünstigen Witterung war die Beteiligung vorzüglich. Auch die entlegenen Bczirks- vereinc aus dem Kreise Gießen waren zum Teil recht stattlich vertreten. Turngau Hessen, 4. Bezirk. )( Schlitz, 10. Mai. Eine Borturnerstunde des 4. Bezirks fand am gestrigen Sonntag in der hiesigen Turnhalle statt. Sie war von 33 Turnwarten und Vorturnern besucht und wurde von Bezirksturnwart B a st i a n (Alsfeld) geleitet. Eingeübt wurden die für das diesjährige in Nidda stattfindende Gaufest oorgeschriebenen Frei- und Ge- rätepslichtübungen. In der anschließenden Beratung wurde Turner G erdig vom Tv. Lauterbach als Bezirsspicl- und Sportwart gewählt. Außerdem wurde beschlossen, daß diejenigen Turnvereine, die bei den Vorturnerstunden unentschuldigt fehlen, mit Strafe belegt werden. KreistagungderArbeitersportler £ Am Sonntag fand in Frankfurt der ordentliche Kreistag des 9. Kreises des Arbeiter- Turn - und Sportbundes statt. Die Tagung war aus den sieben Bezirken gut besucht, der Bun- desvorsitzende Gellert (Leipzig), sowie eine Anzahl Vertreter der Wassersportler und Fußballer nahmen daran teil. Die von der Kreisleitung erstatteten Berichte wurden zustimmend ausgenommen. Ein Antrag, welcher nach Besserung der Wirtschaftslage den Kreisbeitraa für alle über 14 Jahre alten Angehörige auf 25 Pf. pro Vierteljahr heraufsetzen will, wurde angenommen. Das K r e i s t u r n f e st, das turnusgemäß 1927 stattzufinden hätte und für das Gießen als einziger Bewerber in Betracht kam, wurde im Hinblick auf die trostlose Wirtschaftslage auf 1 9 28 verschoben. Dazu erfolgt eine erneute Ausschreibung, die sicher auch von Gießen Das lachende Haus. Roman von Sophie K l o e r ß. 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Aber Jens Appelbom seufzte und legte sein blondes Jungengesicht in sorgenvolle Falten. „Wie ich es nur allein da aushalten soll! So herrlich, wie es hier im lachenden Haus war! Das kommt nie wieder." „Schaffen Sie sich selber ein lachendes Haus!" „3a, meinen Sie?" Er bekam mit einem Male blanke Augen. „Ich habe auch schon gedacht: Wenn mau neben sich einen streitbaren Kameraden hätte, so einen, der mit durch dick und dünn geht — einen, ber weiß, was es heißt, sich durch den Sturm zu schlagen und im dicksten Dreck unermüdlich zu marschieren — fein wäre das." „3d) finde, wenn ein Mann so mitten im Kampf steht, und wenn es nur ein papiemer ist, der braucht mehr eine sanfte, liebevolle Frau, die ihm ein bitzchen das Haus warm und behaglich macht. Die ihm die Falten fortstreicht und den Aerger fortlacht." Da faßte dieser schreckliche Mensch unversehens nach ihrer Hand und sagte: „Braun ist sie von Arbeit und Sonne, aber wenn sie einem Manne Liebe erweisen würde--" „Was fällt 3hnen denn mit einem Male ein?“ „Das wäre ein seliger Mann." „Wer? — Nein, um des Himmels willen — da sind sie ganz auf dem Holzweg. Diese Hand ist gar nicht für Tätscheln und Kosen. Die ist nur für Arbeit und dafür, die Leute auf den rechten Weg zu weisen, die sich verirrt haben. Schwapp, drehte 3llc fidj um und lief in die Küche, denn diese Unterredung hatte auf der Terrasse stattgefunden. Iven Sornfen aber ging mit finsterer Stirn hinauf in seine Bodenstube und dack)te: Mädchen sind verdreht. Was lockt sie es denn aus mir raus, wenn sie nachher nichts von mir wissen will? 3ch wußte es ja, aber — es war zu früh. — Warum mußt' ich Esel denn aufs Eis gehen? Nun hab' ich mir selber das Haus verschlossen. 3ch darf mir nichts merken lassen, dachte Ille. Er ist nur entgleist. Er ist sid; noch nicht ganz klar. 3m Grunde muß er doch Rofe meinen. Für Rose sind die Männer immer viel mehr gewesen als für wich^ Wollen ihm den Rückzug offen lassen. joo tat sie beim Abendessen ganz heiter und unbefangen, und 3oen stellte wieder fest, daß Frauen Unberechenbar sind. wieder erfolgen wird, da Gießen mit seinen guten und ausreichenden Sportplatzanlagen auf dem Trieb und den Schwimm- und Riidergelegeicheiten der Lahn für ein derartig großes Fest sehr wohl in Frage kommt. Die zum Schluß vorgenommenen Wahlen ergaben die Wiederwahl des gesamten Kreisrates. Fußball. Futzball-Lrgebnisse von gestern. Westdeutschland — Süddcutichland 2.1. — Tv. 1860 München — Tennis Borussia Berlin 1:1. — Eintracht Frankfurt — Wacker Müncben 1:0. — 1. F. C. '.Nürnberg — Spv. Nürnberg 63 2:2. — F. E. Stuttgart Guts Muts — Dresden 2:5. — Offenbacher Kickers — Germania 94 Frankfurt 2:1. ! Freie TurnerschafL Heuchelheim. £ Am Samstagabend wurde das vor einigen Wochen schon einmal ausgetragene und vom Schiedsrichter kurz vor Schluß abgebrochene Spiel zwischen Heuchelheim 1 und Lollar I wieder holt. Beide Mannschaften machten zmiächft einen aufgeregten Eindruck, Lollar war am schnellsten gefaßt und drängte Heuchelheim zurück, das sid) in auffallend ungeschickter Weise verteidigte. Die lieber. Icgenheit Lollars hielt wahrend der ganzetz Spieldauer an, Lollar hatte einen recht glücklichen Tag und führte das Spiel äußerst forsch burd). Heuchelheim dagegen war gegen seine früheren Spiele fast nicht wiederzulenncn, fein Spiel litt unter einer großen Zerfahrenheit, die in dem einen Mann Ersatz nicht allein begründet fein konnte. In der ersten Halbzeit war Lollar fast burchweg im Vorteil und erzielte bis zum ersten Tor, das in der 30. Minute fiel, vier Ecken, dem Heuchelheim nur zwei Ecken entgegensetzen konnte. Der Wicderanstotz fahqLollar sofort wieder im Angriff, nach fünf Minuten mutzte der hcuck)elheimer Tormann abermals einen Ball, den er hätte leicht halten können, aus dem Netz holen. Heuchelheim wurde nun im Zusammenspiel besser und sonnte gcfäbdid)cr werden, die Torgelegenheiten blieben aber iinausgenutzt. Das Spiel wurde recht scharf, vergebens bemühte sich die schiedsrichter, cs in der Hand zu behalten, aber es war bereits zu spät. Durch eine sehr zweifelhafte Entscheidung sollte ein Spieler Heuchelheims das Spielfeld verlassen, dem widersetzte sich helichelheiin, während Lollar aus leicht begreiflichen Gründen auf der Durchführung der getroffenen Entscheidung be- siand. So kam, was kommen mußte, eine halbe Stunde vor Schluß brach der Schiedsrichter das Spiel zum zweiten Male ab. Der Bezirksausschuß hat nun die Pflicht, Maßnahmen zu treffen, daß sich derartige Vorgänge nicht wiederholen. Freier Turn- und Sportverein Wieseck. £ Der vergangene Sonntag war der Tag der unteren Mannschaften, von denen der Verein vier ins Feld schickte. Die zweite spielte in Fron- hausen gegen die dortige erste Mannsd)aft und holte sich nach einem knappen 3:2-Sieg die ersten Punkte. — Zu einem Gesellschaftsspiel traten die 3ugendmannfchaften Wiesecks und Fronhausens an. hier wurde den Wieseckern der Sieg leichter gemacht, indem sie das Spiel überlegen 3:0 für sich entscheiden konnten. — Die zweite 3ugendmannschaft Wiesecks hatte auf eigenem Platz die erste Jugend Heuchelheims zu einem Gesellschaftsspiel' zu Gast. Es war das erste Spiel der Wiesecker, sie mutzten sich nach einem gleichwertig durchgeführtcn Spiel von den erfahreneren heuchelheimern als geschlagen bekennen. Das 3:0-Ergebnis für Heuchelheim drückt den Unterschied der Mannschaften zu stark aus, im Feldspiel waren sie sich gleich, der Vorteil der Gäste lag in ihrer massiven Verteidigung. — Ebenfalls in ihrem ersten Spiel maßen die Schülermannschaften Wiesecks und heuchel chelheims ihre Kräfte. In der Hauptsache wickelte sich das epiel vor dem Tore der Heuchelheimer ab, die gegen die mit verblüffender Technik spielenden Wie- Als Lornsen abreifte, versprach er, im Frühling wiederzukommen, und wenn es sich irgend machen ließe, schon zu Weihnachten — ja, ganz gewiß, man konnte es schon versprechen, zu Weihnachten —, und dann wollten sie mächtig feiern. Und tausend Grüße an Fräulein Rose, und er würde natürlich schreiben, und den „.Nordischen Heerruf" würde er schicken. Dann war es merkwürdig still und leer im Hause. Niemand ging mit vergnügt knarrenden Stiefeln über die Bodenbretter, daß unten im Hause alles Nerven bekam, niemand pfiff ebenso vergnügt wie falsch den Fridericusmarsch, niemand schwenkte Gespenster vor dem Schlafstubenfenster und jachterte mit der kleinen Dina über den Hof. Die Sechstausend waren auch bedenklick) in der Abnahme, und Polematz ließ die letzte Pachtsumme sehr lange ausstehen, denn er ärgerte sid) wütend, weil heider Steffen statt seiner angenommen war. Viel zu sicher hatte er sich gefühlt und nie daran gedacht, daß ihm hier im Dorf ein anderer zuvor- kommen würde. „Und mit dem Menschen gehst du noch immer!" sagte er zu seinem Christian. „Stimmt. Mit dem geh ich immer. Zu netter Kerl. Und sollst mal sehen, wie der Kiekvondiek wieder in Schwung bringen wird." „Du sprichst ja recht unkindlich." „O nee, o nee", sagte das Schaukelpserd. „Ich will dich nicht schlecht machen, aber Steffen macht's besser als du. Das sollst du sehen." „Mir hat er die Pacht weggeschnappt, dir wird er die Braut wegschnappen." Das war der einzige Punkt, in dem Christian keinen Spaß vertrug. Er wurde borstig. „Von Braut ist erst mal gar keine Rede, und dann — wenn Thora ihn will — das wird ’ne gute Sache. Das glaube mir man." ,.S)a, du! Du weißt nicht, was du willst." „Das weiß ich ganz genau. Ich geh' zu Ostern nach Mecklenburg rüber und werd' Administrator bei Herrn von Bülow auf Groß- Rogahn." „Wa — was —?" „Ich wollt' es dir nicht eher sagen, als bis es fest war. Nun ist es soweit." „Aber warum denn?" „Ich will mal selbständig werden, hier bei dir b:n id) nu£ immer fünftes Rad am Wagen.“ Daß er endlich Schluß machen wollte mit seiner unglücklichen Liebe, das sagte er lieber nicht. Wer traute ihm zu, daß ihm em Gefühl so nahe ging? Und feder Jüngsten wenig zu bestellen hatten. 3:0 für Wiescck lautete das Schlußergebnis. Freie Turnerschost (Liehen. £ Bis auf zwei Spiele herrschte am Sonntag Ruhe. Die Jugend und die zweite Mannsd)ast hatten Punktspiele in Blasb a ch gegen die dortige Jugend und d:? erste Mannschaft auszutragen. Die spielstarke Gießener Jugend überfuhr ihren Gegner 10:0, bies ist ein Resultat, dc.s vorausgesehcn wurde und auch dem Spielverlauf entspricht. Ebenfalls ein emp- findlick) hohes Resultat erreichte die zweite Mann- ld)aii Gießens gegen die Erste Blasbachs, die 7:2 abgefertigt :vrde. Wenn die Blasbacher Mcmn- frijaft mehr lebhaften Geist in ihr Spiel bringt, wer ben wohl auch die Resultate etwas günstiger aus- fallen. Meter»Freistilschwimmen mit DergeS als Sieger (Zeit 1 Müt. 6.8 Sek.) und das öenioraruft» schwimmen über 200 Meter, das Fritz Pascoe vom Gießener S ch w i m m » D e r e, n in guter Zeit und überlegen für sich cnlfchriderr konnte, besonders hervorzuheben. Auch di. vom G. S.B. entlaubten 3ugenb’d)toinimcr waren erfolgreich: so wurde Erich Stabt Erster im Jugend »Seitenschwimmen, 100 Meter, während 3 immer und Schneider im Jugend» Brust, das 19 Meldungen cruswies, den 4 und 5. Platz belegten. Einen besonders schönen Kampf lieferte ihren 7 Gegnern die Gießener Jugend» B r u ft ft a f f ei. die knapp hinter „T^nnL Offenbach den zwettcn Platz belegen konnte. Zeit Abschluß der Wettkampfe bildet - ein zwischen den Stadtemcmnsch.Eten Darmstadt und Die LolZarer Jugend wartete mit einem übcrrafd)cnbcn Resultat auf, in» dem sie die in guter Verfassung befindliche und sehr stabile N a n n Heimer Jugend 1 0 besiegen konnte. Der Sieg ist zwar knapp, bebautet aber gerade gegenüber Naunheim einen sehr starken Achtungc- erfolg. Lsllcrr. Spicto. Dillenburg — Spotlobteiluug des Turnvereins CoUar 3:2 (1:1). Auf dem nechhergestellten Lollarer Waldfportplatz fräsen sich am Sonntag obige Mannschaften im fried sichen Wettkampf. Der beiderseits fair durchgeführte Kampf sah Dillenburg als technisch reifere Mannschaft, während die Platzmannfd)afi durch ihr eifriges Spiel die fehlende Testpiik Weltmächte. Besonders Der eingestellte Ersatz kämpfte vorbildlich. Leider war Lollar nach Halbzeit gezwungen, nur mit 10 Mann zu spielen, da der Linksaußen vom eigenen Spielführer wegen unfportlid)en Benehmens vom Platze gewiesen wurde. Schiedsrichter h o f f = in a n n (Heuchelheim) konnte bis auf eine etwas Harfe (£lfmetcrentfd)eibung befriedigen. Ringen. Schwerathleten - Krerswettstreit in Fransifurt, £ Bei rech! guter Beteiligung fanden am Sonntag die Wettiämpfe der Athleten in Frankfurt statt, die äußerst interessante Kämpfe, besonders im Ringen und Stemmen, zeigten. Der Kraft- und Sportklub Gießen beteiligte sich mit einer stattlichen Zahl Wettkämpfer, die mit folgenden Preisen heimkehren konnten: 1. Heinrich Stau« bad), 1. Preis im Ringen der Schwergewichts- Altersklasse. 2. Wilhelm Wolf, 1. Preis im Ringen und 2. Preis im Stemmen der Mitfdgewichtsklasse. 3. Fritz Theo, 3. Preis im Stemmen der Schwer- Mittelgewichtsklafse. 4. Wilh. Scheppers, 4. Pr. an Stemmen (Federgewicht). 5. Heinrich hart- mann, 4. Preis im Ringen (Federgewicht). 6. Alex Götz, 7. P.eis im Stemmen (Bantamgewicht)'. 7. Walter Wolf 2. Preis und 3. Preis bei den leiststathleuschen Wettkämpfen der schweren Jugendklasse. 8. Karl L," r e n z, 6. Preis im Ringen der leichten 3ugenbtfa|fe. Schwimmen. SchwimnweLLKLmpfe im Frankfurter Stadion. Dor mehr ald 5000 Zuschauern gingen gestern im Stadion in Frankfurt a. M. die Schwimmer nach der langen Winterruhe zum erstenmal im freien Wasser an den Start. Höhepunkte unter den hervorragend besetzten Rennen waren die von „Jungdeutschland"-Darmstadt mit dem Deutschen Meister Berges als Schlußmann gewonnene Seniorfreistilstasfel über 3x100 Meter und die Seniorlagenstaffel, in der „Offenbach 96“ einen überraschenden Sieg davontrug. Anter den Einzelwettbewerben sind das 100- ehe er sid; zum Gelächter machte für andere, lachte er lieber über sich selbst. Daß Thora ihn nie nehmen würde, darüber war er sich doch endlich ganz klar geworden. Am nächsten Sonntag tarn Rose nicht. Sie hatte einen Ausflug mit ihren Mitschülerinnen gemacht, und als sie am übernächsten kam, war sie zerstreut, und die Schwestern sagten zueinander: „Siehst du wohl, Jens Appelbom geht ihr ab. Sic wird es uicht zugeben, aber es ist so. Das hilft nun nichts, er muß zu Weihnachten kommen. Man soll eigentlich in solchen Dingen die Finger davon lassen, aber unser Kleines darf keine unglückliche Liebe haben, also müssen wir ein bißchen schieben. Schreib ihm mal eine Karte, Thora, daß wir seinen ,Heerruf' wunderbar finden." „Schreib du ihm doch!" „Du bist die Aelteste. Und du bist so durch Steffen und Christian in Anspruch genommen — er wird dich für ganz neutral ansehen." So schrieb Thora, und dann schrieb auch Frau Margrit einmal, aber eine lebhafte Korrespondenz wurde es nicht. Rose hatte Grund gehabt, an diesem Sonntag fo zerstreut zu sein. Es wäre jetzt an der Zeit gewesen, über das zu reden, worüber sie so lange geschwiegen: aber nun wollte es nicht mehr gehen. Am Mittwoch — es war der neunte Oktober gewesen und ein herrlicher Tag, wie ihn der Herbst in den Küstengegenden noch bisweilen spendet — wurde sie am Morgen an das Pensionstelephon gerufen. Ihr Herz tat einen Ruck, als sie Brock- öorfs Stimme erkannte. „Fräulein Bunsen? — 3ch komme mit einer tzroßen Bitte, halten Sie mid) nicht für allzu unbescheiden. — Auf einer Reise in China lernte ich ein Geschwisterpaar kennen, Professor von heigen und Schwester, die zur Zeit hier in ^Hamburg sind. Die Herrschaften wollen mir die Freude machen und heute nachmittag eine Tasse Tee bei mir trinken. Und meine Sammlungen besehen. Von denen wir. Sie und ich, schon gesprochen Haden. Nun wäre die Gelegenheit ge- geben — Sie würden in der Gesellschaft von Fräulein von Heiden alles fchen können. Vor allem die indischen Webereien, die gewiß Interesse für Sie hätten." Rose sagte fröhlich zu. Wie sanft und schmeichelnd seine Stimme geklungen hatte! Der Ton lag ihr noch den ganzen Morgen im Ohr. Es war Musik in seiner Stimme, Frankfurt ausgetragenes Wasserballspiel, das blc Darmstädter Mannschaft mit 7.0 als Sieger fah. Nachstehend die Ergebnilse der Wettiämpfe, zu denen der Gießener Schwimmer Verein Titel- düngen abgegeben hatte: Zugendbruststaffel 3 100 Meier. 1. Mönus Offenbach, 4 Min. - Sportabzeichen. 300-Mcter-Schwimmen. schließt sich an. Hierauf wird der praktische Teil durch das Heben der Trockenfreiübungen in der Turnhalle des T. V. 1846 fortgefeht. 3m Reiche. Rasensport. Im Fußball bringt der Sonntag die acht Vorrundenspiele um die D. F. B.- M ei sters chaft 1926 in Fürth, Frankfurt, Duisburg, Köln, Kiel, Berlin, Leipzig und Breslau. Daneben finden einige Repräsentativspiele nur wenig Beachtung. Die Fußball - und Handball-Meisterschaften der Deutschen Turner- s ch a f 1 werden in den Vor- und Zwischenrunden' in Berlin und Heidelberg ausgetragen. Tennis- Turniere werden in Berlin, Dortmund. Hamburg, Dresden. Saarbrücken. Aachen und Pforzheim beendet. Am Wiener internationalen Turnier nehmen auch deutsche Spieler und Spielerinnen teil. Davispokalspiele Frankreich- Dänemark in Kopenhagen, Spanien—Irland in Dublin. Indien—Tsch ech eslowakei, Hngcrrn—Argentinien in Barcelona, Italien—Holland in Rom. Leichtathletik. Der Kampfspiel-Werbetag «16. Mai) ist gleichzeitig der Tag der Gvoßstaffelläufe. unter denen an erster Stelle Potsdam—Berlin zu nennen ist. weiter „Rund um den Großen Garten" (Dresdens, „Rund um Chemnitz"', -Merseburg Halle, „Quer durch BreSlau", usw. — Rationale Veranstaltung in Hannover-Gütersloh. — Leicht- athlelik-Wettkämpse Stuttgart- Karlsruhe—Hlm. Mecklenburgische Kampfspiele (D. T. reichsoffen), volkstnümliche Turner-Wettkämpfe in Berlin. Schwimmen. In Köln werden die Kreismeisterschaften zum Austrag gebracht, anläßlich der vaterländischen Festspiele. Eine kreisoffene Veranstaltung trägt der Bund Duisburger Schwimmerinnen in Duisburg aus. Radsort. Bahnrennen ftnden statt in Berlin-Treptow mit Sawall, Wittig. Möller und Lewanow am Start. In Chemnitz sind Iunghans, Schindler und der Holländer Diaentmann verpflichtet. Weiter sind Bahnrennen in Frankfurt, Köln, Düren, Moers, Gladbeck und Mühlheim vorgesehen. In Sachsen kornmt als Straßenfernsahrt der Große Germaniapreis (100 Kilometer-Mannschaftsrennen deS B.DR.) von Dresden zum Austrag. Weitere Radfernfahrten sind der Kometpreis von Bienrode 100 Kilometer, der Große Strahen- prcis von Magdeburg als zweiter Lcrus der Straßenmeisterschaft der D.R.H. von Mägde- bürg nach Brandenburg und zurück über 150 Kilometer. In Italien beginnt eine Radfernfahrt „Rund um Italien" mit Start und Ziel in Mailand über insgesamt 3438,7 Kilometer, (die in 12 Etappen zu bewältigen sind). Rund durch Wünsterland (D.D.R.), der Aibelungen- preis von Worms (D.D.R.), Rund um Augsburg (Bayerischer R. V.). Anläßlich der Vaterländischen Festspiele in Köln werden auf der Dahn zu Müngersdorf die StadtmeisterschaftLn über 1 und 25 Kilometer und im Friesenpalast die Meisterschaft im Saallpvrt zur Entscheidung gebracht. Motorsport. Bei den Motorradfahrern stehen im Vordergründe 3. M-üsterschaftslaus der Große Preis der Solitude 1926, Der sich einer ausgezeichneten Besetzung erfreut. Die Automobilsportler vci- sammeln sich iin Teutoburger Waldrennen, das der A. C. Westfalen abhält In Leipzig gehl die Mitteldeutsche Zuverläfsigleitsfahrt anläßlich des Jubiläums des Leipziger 21. C. ihrem Ende entgegen. Der M. C. Rochlitz veransts-llet ein Bergrennen -und eine Geschicklichkeitsprüfung. täglich frisch gestochen, empfiehlt billigst W. Hauke«, Neuen Bimr 7. Beachten S;e die Schaufenster lieuftßöt Ur. Z9. Televb 612. ■ ziD W M.c |*1 ÄRG>XRlWE M 1/2^> 504 an 4192V Tennröichubc von Mk. 5.— Temtisfcbube, Frankenbach. 8. Mai 1926. Der Bürgermeister Bernhardt Heirat wünsch: jung. &rl., sehr häuslich, munk- u. tmtutliebenö mit Herrn «Klavtersp.) in ßef. Positron. Wwr. angenehm. Schrtfll. Angebote unt. 03423 and. Gieß. Anz erb KutzholzversteigerMg Die Gemeinde Irankenbach verkauft Montag, den 17. Mai 1926, Anfang vorm. 10 Llhr, auf dem Gemeindehaus zu Frankenbach folgende Mengen Holz: 33 Eichen-Stämme mit 17,25 Fftm. Kl 2 bis Kl. 6 25 Rm. Eichen-Rutzscheiter 20 Rm. Eichew-Autzlnüppel 742 Etck.Radelholzstämmemii 317,37Fstm. KI. la bis 3a 276 Stangen I. Kl. 81 Stangen II. Kl. 58 Stangen III. Kl Das Nadelholz ist aH.es geschält. 3nio reffenten können das Holz vorher ansehen, und erteilt Förster Ieserich näh. Auskunft. kür alle Bauzwecke zu billigem Preis C.Rübsamen,Gießen Fernsprecher 1659 Ms-Mir Größte Auswahl Marte Hammer von Mk. 15.— an Der Voranschlag der Gemeinde Lang- Göns für das Nj. 1926 liegt während der Zeit oom 14. bis 21. Mai 1926 auf der hiesigen Bürgermeisterei offen. Während dieser Frist können Einwendungen schriftlich oder zu Prowkoll erhoben werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 4269V Lang-Göns, 12. Mai 1926. Hessische'LürgermeistereiLang-Göns. Müller. 2 W« 1U.Stücken, schwarze .'Italiener, zu verkaufen. 03118 Hrch. Rotb VI , Nieder - Gesungen. echte amerlkanlsche, mit Ereve-Sohle von Mk. 950 an Gälte von Mk. 225 an Spanner, Lacke, Qele ttito., Pfostc« und Netze. Revararureu u. Neubespannen fachmäßig in eigener Werkstatt unterhalb 24 gründen Aug. Kilbmger Seltersweg 79 3865D Telephon 222 Jhr Badezimmer blitzt vor Sauberkeit, wenn Sie VIM zum Reinigen seiner Einrichtung nehmen. Wun- derbar leicht ist das Arbeiten mit V1M, das keine Säure enthält und weder schmiert noch kratzt. VIM putzt alles: Metall, Porzellan, Steingut und Holz. Prächtig reinigt es auch nach schmutziger Arbeit Ihre Hände. Preis der handlichen Streudose 30 Pfg. V9 'M