Mittwoch, U. April 1926 176. Jahrgang § & 5 » r i. rv 3 2- N tz 3 ti ö L K r 0 0) <3' er 6 n v ~ - c < ca^l n -? :h 2 p L>v'' to US S Z.V a5Q§° h p. 1 Die Schweiz für Deutschlands Ratssitz. Bern, 14. April. 3m schweizerischen Ständerat erklärte Bundesrat Motta, daß die Schweizer Delegierten für die Herbsttagung des Völkerbundes im September den Auftrag erhalten werden, für die Aufnahme Deutschlands und die Bewilligung eines ständigen Ratssiyes an Deutschland einzutreten, aber gegen die Schaffung neuer Ratssitze zu stimmen. lagert, was schließlich nur ein hirntranter Bolschewist als „Sieg der Weltrevolution" bezeichnen kann. Wenn Sowjet-Rußland den Westmächten die kalte Schulter zeigt, wenn es an ihrer Aufrichtigkeit zweifelt, das Abrüstungsproblem zu lösen, so läßt sich dieser Vorwurf m mehr als einem Sinn zurückgeben. Die nüchterne Wahrheit ist, daß die Sowjet-älnion den Zusammenprall der ni achtpoli tischen Interessen erwartet, daß es olles tut, diplomatisch und agitatorisch, um iN^en Zusammenprall zu beschleunigen. Die West- staaten verharren demgegenüber in einem Gefühl der Abhängigkeit, das auch durch den Geist von Locarno nicht gebannt werden konnte. Deutschland ist einseitig entwaffnet worden. Es muh sich von der französischen Presse sagen lassen, daß diese Entwaffnung das endgültige Ergebnis der Versailler Politik ist, aber nicht die Voraussetzung dafür, daß nun auch die Siegerstaaten abrüsten. Die Versailler Politik sucht ja auch nur gegenüber Deutschland vollendete Tatsachen zu 'schaffen, während die Sieger- taaten selbst mit der Teilung der Beute noch nicht fertig sind. Unö Tschitscherins Rote, deren Fanfarenstöße bewußt herausfordernd sind, ist alles andere eher als dazu geeignet, die furcht- baren atmoshärischen Spannungen, die über Gu- ropa lagern, zu entlasten. n r. <0 5' & 0 1» SG) 3 R D » 2.6 I» 6^2. 4* «3 Tschitscherins Note. Genf, 13. April. Heute früh ist der Wortlaut der Rote, die Tschitscherin als Antwort auf die Rote des Völkerbundes nach Gens gerichtet hat, bekannt geworden. In der an den Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric D r u m m o n d, gerichteten Rote, die vom 7. April datiert ist, heißt es: Ich habe die Ehre. Ihnen den Empfang Ihres Briefes vom 18. März — Rr. 48 346 — zu bestätigen, durch welchen Sie die Güte hatten, mich zu informieren, daß der Rat des Völkerbundes seinen früheren Beschluß über die Wahl Genfs als Ort des Zusammentritts der vorbereitenden Abrüstungstommission bestätigt hat. Die Deklaration der schweizerischen Regierung, auf die Sie Hinweisen, und ihre Erklärungen bezüglich der Bereitwilligkeit, die Sowjet- delegierten auf dem Fuße der Gleichberechtigung mit den Delegierten der anderen Länder zu behandeln, war der Sowjetregierung vor der Absendung Ihres Brieses an den Völkerbund vom 16. Ianuar bekannt. Diese Deklaration konnte keinen Einfluß auf den Beschluß haben, den die Sowjetregierung in dieser Frage bereits gefaßt hat. Als 1922 die schweizerische Regierung die 2Jn° Wesenheit der Sowjetdelegierten auf der Konferenz von Lausanne ermöglicht hat, indem sie ihnen diplomatische Visa gewährte, wurde gleich- ialls angenommen, daß die Sowjetdelegierten dieselben Rechte und Privilegien genießen werden, wie die Delegierten der anderen Länder. Dessenungeachtet hat die schweizerische Regierung, trotzdem sie rechtzeitig von den Drohungen, die in den extremistischen Kreisen gegen Herrn Worowsti, den Sowjetdelegierten, offen ausge- stohen wurden, unterrichtet war, nicht nur keine Maßnahmen getroffen, die durch die Umstände zur Vorbeugung eines verbrecherischen Aktes erforderlich waren, sondern sie hat auch, nachdem das Verbrechen bereits begangen war, alles getan, was in ihrer Macht stand, um den Verbrechern Straflosigkeit zu sichern. Die Tatsache, daß die schweizerische Regierung sich hartnäckig geweigert hat, ihre elementare internationale Pflicht zu erfüllen, und durch einen be- friedigenden offiziellen Akt ihre Mißbilligung über das begangene Verbrechen auszudriicken, beraubt die Versicherungen, die sie dem Völkerbunde gibt, jedes Wertes und gestaltet, anzunehmen, daß die schweizerische Regierung sich in ihrer Stellungnahme gegenüber der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken noch immer durch die Mentalität derselben Preise leiten läßt, die erst zu dem Meuchelmord an .Herrn Worowski ermutigt und ihn dann beifällig aufgenommen haben. Die Sowjetdelegierten können also nicht mehr als 1922 auf einen effektiven Schutz seitens der schweize- rischen Behörden rechnen. Die Briefe, die mit dem 18. März und 12. Dezember datiert sind, enhalten kein positives Argument zugunsten des Zusammentritts der vorbereitenden Abrüstungskommission in Genf. Mehrere Male haben internationale Konferenzen, sogar wenn sie durch den Völkerbund organisiert roaren.Jn verschiedenen Städten Europas, außerhalb der--chwe^, stattgefunden. Der Sowjetregierung ist es nicht möglich, die Motive zu verstehen, durch welche eine Abrüstungskonferenz, an welcher die Beteiligung der U. d. S. S.R. als erwünscht präjümiert wird, an keinem anderen Orte als in der Schweiz stattfinden» kann. Die letzte Session des Völkerbundes, die in Genf abqehallen wurde, hat in dieser Stadt, dem Sitze des Völkerbundes, keineswegs die Existenz einer Atmosphäre bewiesen, die der Lösung der intemationaleu Jragcn im Geiste des Friedens, der Zurückstellung eigener Interessen und der gegenseitigen Zugeständnisse be- sonders günstig wären. Wenn im Augenblick seines ersten Entschlusses über die Wahl von Genf für den Zu- Q * 3£'"Co Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Re« klameanzeigen von 70 iura Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrist 20c , mehr. Chefredakteur: Dr. Frredr. Wilh. Lang«. Derantworttich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Diumschein: für den An- zeigenteil Hans Iüstel, sämttich in Gießen. an. Öen Spuren der ewigen Roma zu folgen. Uno diese Spuren bedeuten das bewaffnete Vortragen des römischen Imperiums. Sicher, daß Mussolini nicht wie Trajan zu Fuß vor den faszrstischen Legionen einherschreiten wird, wenn er über die tunesische Grenze acht ober bie Faszis die Küsten des Roten Meeres grüßen .lassen wird. Aber was Mussolini will, das bedeutet zunächst einmal das Hochtreiben der militärischen Rüstungen in Europa, das selbst den bewaffneten Frieden von 1913 wie ein Kinderspiel erscheinen läßt. Das Unheil ist, daß Europa heute nicht fahre- und jahrzehntelang ein Aüstungs- trainina aushalten'kann, wie das von 1890 bis 1914 der Fall gewesen ist. Die wirtschaftliche und finanzielle Zerrüttung Europas wird die Reibungsflächen viel eher in Brand setzen, was auch die schlüssige Meinung Houghtons ist. Wenn die Abrüstungskonferenz mehr sein soll als eine Geste, dann brauchten weder England noch Frankreich nach Vorwänden zu suchen, um die Besetzung im Rheinland aufrecht zu erhalten. Gewiß, sie geschieht auf Grund des Versailler Vertrages. Aber dieser Vertrag ist doch nur der Ausdruck einer Siegerwillkiir. die hinterher durch die wirtschaftliche, finanzielle und politische Entwicklung Europas zehnmal geschlagen worden ist. Was nicht hindert, daß Austen Chamberlain erklärt, die Frage der Rheinlandbesehung. der heißt ihre Abkürzung, sei zur Zeit gegenstandslos. Sie ist es nicht, i m Gegenteil, die Aufhebung der Besatzung würde eine politische Entspannung und Entlastung Europas bedeuten, ohne die» eine wirkliche Abrüstung Europas gar nicht in Frage kommen kann. Und ist der Hohn Tschitscherins nicht auch deshalb berechtigt, wenn sich heute die betriebsame französische Publizistik abmüht, den st a n - big en Ratssitz für Polen zu sichern, ehe auch nur die Studienkommission zusammengetreten ist? Ausgerechnet für Polen, das unmittelbar vor dem wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenbruch steht, also morgen sehr wahrscheinlich Objekt der Dölkerbundshilfe sein will? Paul Boneour, Frankreichs Völker- bundsdelegierter, bereist doch nicht nur zufällig Polen, fährt nicht nur zufällig über Danzig nach Hause. Vielleicht hat er in Danzig fest- steilen können, daß dieser Freistaat ein durch ■ und durch deutsches Gepräge trägt, daß es also eine außerordentliche Verletzung des Selbstbestimmungsrechtes ist,'diese Stadt gewaltsam dem bankerotten Polen zuzuschlagen. So wenig Tschitscherins Absage überschätzt werden darf, so wenig darf sie unterschätzt werden Daß Sowjet-Rußland sich an einer Abrüstungskonferenz beteiligen würde, war an sich schon unwahrscheinlich. Die Sowjet-Union hat ein doppeltes Interesse daran, die Rote Armee kampffähig auszubauen. Lind zwar deshalb, weil sie nicht nur mit außenpolitischen Gegnern rechnen muh. vielniehr auch mit solchen inneren, bie der Sowjet-Llnion den Todesstoß versetzen wollen. Mag Tschitscherin auch zehnmal versichern. daß die Sowjet-Regierung zahlreiche Beweise ihres friedlichen Geistes und ihres aufrichtigen Wunsches gegeben habe, den Gedanken der allgemeinen Abrüstung zu verwirklichen, so reden die Tatsachen doch eine andere Sprache. Die bolschewistische Politik in Mittelasien und im fernen Osten hat sich weder friedfertiger Mittel bedient noch hat sie überhaupt em friedfertiges Ziel. Cs sei denn, daß das kommunistische Leichentuch über As en und Europa 3 QrL *;■ Rußlands Absage an den Völkerbund Keine Teilnahme an der Genfer Abrüstungskonferenz. "fcgp 3 m.mO’ »3(pC sm Deutschlands Beteiligung an der Senser Studienkommisfion. Berlin, 13. April. (1DIB.) Die Erkundigungen der deutschen Missionschefs in Paris, London und anderen hauplftäbten haben soweit befriedigt, daß die einmütige Aufsafsung des Reichskabinetts zur IN i t w i r k u n g bei der verein- fachung der Ratsreform aufrechterhalten werden konnte. Das Reichskabinett hat den Wortlaut einer Rote feftgeftellt, die wahrscheinlich am Donnerstag in Genf durch den deutschen Generalkonsul überreicht werden würde. Der Wortlaut der Role soll dem Reichsauhenminlster nach Locarno übersandt worden fein, der sie unterzeichnen und dann nach Genf roelterleiten werde. Die deutsche Regierung teilte in der Rote mit, daß ein Vertreter Deutschlands an den Verhandlungen der Studienkommission teilnehmen werde, hinzugefügt ist, daß die deutsche Regierung die Aus- i gäbe Der Kommission nur in einem Studium der 3rage einer Erweiterung des Völkerbundsrats, der Wahlmethode und der Methode des Wechsels der nichtständigen Mitglieder sieht. Außerdem soll in der Rote betont sein, daß für die deutsche Regierung dabei der Grundsatz der Aniversalilät des Völkerbundes maßgebend fein werde. Die perfonenfrage bei der Beschickung der Studienkommission ist vorläufig noch nicht entschieden. von den Morgenblättern werden Minifterialdirektor Gaus oder Geh. Rat von Bülow als Vertreter Deutschlands genannt. Keine Einigung im englischen Bergbau. London, 13. April- (Täl.) Die heutige Antwort der Bergarbeiter auf die Dor- I schlüge der Bergwerksbesitzer hat keine Klärung der Lage gebracht. Die Führer der englischen Bergarbeiter waren durch ihre Anhängerschaft, eine Lvhnherabsetzung, Verlängerung der Arbeits- I zeit und örtliche Lohnabkommen abzulehnen, gebunden. Die Zc sammenkunst zwischen den Vertretern der Bergarbeiter unb dem Zentralkomitee der Bergwerksbesiher brachte infolgedessen nicht viel Reues. Die Bergarbeiter erklärten, daß sie nur einer Lösung zustimmen könnten, die. den englischen Bergarbeiter eine angemessene Lebensführung gewährleiste. Im übrigen müßten sie auf ihrem bei früheren Zusammenkünften zum Ausdruck gebrachten Standpunkt beharren. Man hält es in unterrichteten Kreisen für wahrscheinlich, daß der Premierminister morgen die Parteien zu einer gemeinsamen Zusammenkunft nach der Downing-Street einladen I wird, wo der Versuch gemacht werden soll, ein Kompromis zustande zu bringen. In Regicrungs- I kreisen wird großer Wert auf die Tatsache gelegt, daß das Industriekomitee des Gewerlschaflö- I jongresses gegen einen Streit ist und einen Versuch für Beseitigung der bestehenden Meinungsverschiedenheiten auf srieolia)ei.! Wege wünscht. Maßgebende Stellen erklären mit gröfr ter Bestimmtheit, daß von einer Fortsetzung der Subventionszahlungen in der bisherigen Höhe [eine Rede fein könne. Morgen vormittag wird I der Arbeitsminister Steel-Maitland dem Kabi- | nett über die heutige Zusammenkunft zwischen Dergwerksbesitzern und Bergarbeitern Bericht erstatten. verworrene Lage vor Peking. London, 13. April. (Sil.) Meldungen aus Peking besagen, daß das Geschühseuer im Süden und Osten Pekings während der ganzen Rächt andauerte. Eine Reihe von Ausländern, die sich gestern morgen im Automobil von Peking nach Tientsin begeben wollten, wurden fünfzehn Meilen östlich von Peking angehalten und zur Rückkehr gezwungen. Vier Flugzeuge warfen gestern vierzig Bomben auf Peking ab. I Rach chinefischen Berichten wurden durch den Bombenangriff 23 Personen getötet und 100 verwundet. Das Ziel des Angriffes war die Suchan - Eisenbahn. Unter der Bevölkerung i herrscht große Beunruhigung. Der ehemalige Premiermmister S ch i a Te - Hha 0, der sich in das Legationsviertel flüchtete, hat an den Doyen der Minister eine Rote gesandt, in der er erklärt, der Reichsverweser, Tuan Schi Pui. der durch Gewalt verhindert I fei, seine Funktionen zu erfüllen, sei nicht zurück» getreten. Tuan Schi QJui habe Instruktionen nach den Provinzen gesandt, damit die Ordnung aufrechterhallen und keine der Weisungen der i Zentralregierung ausgeführt werden. Die militärischen und zivilen Führer billigen den Staatsstreich nicht. Tuan Schi Pui hoffe, die Bewegung eindämmen und die Regierung 1 wiedereinsehen zu können. Tien Wei Schin 1 sei gestern in Peking angekommen und habe mitgeteilt, daß 40 000 Wann heute Ran Iuan ’ besehen würden. Die Streitkräfte Kuo Min I Schungs hätten gestern die Truppen Li Schin Lings bis über Feng Tai zurückgeworfen. Sie I hätten ebenso auch die Truppen der Mukden- Armee aus Tung-Scheou vertrieben. In der Stadt herrsche Ruhe. Die Mittlärrevolte in Griechenland. i Belgrad, 13. April. (Täl.) Wie aus Athen ’ berichtet wird, greift die revolutionäre Bewegung s trotz Riederwerfung des Aufstandes von Salo- 1 niki weiter um sich und macht sich bereits in » mehreren anderen Garnisonstädten bemerkbar. Der geächtete General P l a st i r a s ist auf dem Wege Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle. Msnatr-Vezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger^ lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer (Berodlt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686. ’S; E: J..P AÜC'O ,,ö t 2 A ® p \D* P A • 2.^'0 ti2,r/d 1. po'S o- fSSSJäC □ 3 einen Vorwand f ü r andere Staaten, nach den früheren Deklarationen dieser Staaten zu urteilen, bilden, um das Werk der allgemeinen Abrüstung oder ö?r Rüstungsverminderung zu sabotieren, könnte man zu der Schlußfolgerung kommen, daß der Völkerbund, oder die, die ihn leiten, keinesfalls daran interessiert sind, daß die Konferenz zu positiven Ergebnissen kommt. Mit anderen Worten, um den berechtigten Ausdruck einer führenden Persönlichkeit der europäischen Diplomatie zu ge- | brauchen: „Die vorbereitende Abrüstungskonferenz wird in Genf zusammentreten, wenn sie überhaupt jemals zufammentreten wird, um Vorschläge zu untersuchen, über die eine Verständigung weder erwünscht noch vorgesehen ist, und die mit dem entschlossenen Ziel formuliert werden, den Mißerfolg des Anternehmens zu sichern? Eines der Mittel, die gebraucht werden, um diesen Mißerfolg zu garantieren, ist eben der tatsächliche Ausschluß der Union der Sozialist i s ch e n Sowjetrepubliken von der Konferenz, die als erste während der Genua- Konferenz 1922 die Frage der allgemeinen Abrüstung in ihrer ganzen Breite gestellt hat, die zur Untersuchung derselben Frage eine Konferenz der Randstaaten zusammenberufen hat, wo sie konkrete und vollständig zu verwirklichende Vorschläge machte, und die dann spontan ihren Wehrstand bis zur niedrigst möglichen Zahl rebuüert hat, die für. die U. d- S. S. R. angesichts der Weigerung der anderen Staaten, ihre Rüstungen zu beschränken, annehmbar war. Rachdem die Sowjetregierung somit zahlreiche Beweise ihres friedlichen Geistes und ihres aufrichtigen Wunsches gegeben hat. den Gedanken der allgemeinen Abrüstung verwirklicht zu sehen, oder wenigstens die Militärlasten, die Den Völkern auferlegt find, zu erleichtern, hat sie niemals ihre Skepsis in bezug auf die vom Völkerbund einberufene Konferenz verheimlicht. Sie war trotzdem mit der Beteiligung an ihr einverstanden, wenn auch die Ersolgchancen minimal waren. Die Stellungnahme der Leiter des Völkerbundes in bezug auf die Mahl des Ortes dieser Konferenz hat die Sowjetregierung endgültig von dem wenig ernsten Charakter und von dem Mangel an Aufrichtigkeit In dieser Initiative des Völkerbundes überzeugt sowie von seiner Unfähigkeit und Abgeneigtheit, ein so wichtiges Werk wie die Einberufung einer allgemeinen Abrüstungskonferenz zu verwirklichen. Die Sowjetregierung wird mit dem tiefsten Interesse und in der Absicht, dazu in breitestem Maße beizutragen, den Tag erwarten, an dem eine Initiative von einer für diesen Zweck speziell gebildeten Kommission ergriffen werden wird, der die Atmosphäre der Tradition und der Intrigen von Genf fremd ist, und die bessere Garantien des Erfolges wird bieten können als der Völkerbund. Die oben ausgeführten Betrachtungen befreien mich von einer Antwort auf Ihren Brief vom 19. März — Rr. 48 317 -. Ich erlaube mir, zum Schluß die Hoffnung auszudrücken, daß der Völkerbund sich in Zukunft bemühen wird, die Sowjetregierung zu Konferenzen nur in den Fällen einzuladen. wo die Leiter des Völkerbundes auch tatsächlich wünschen, daß sie sich daran beteiligt. Ich bitte Sie, Herr Generalsekretär, die Ver- sicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung entgegenzunehmen. gez. Tschitscherin. r* 3 Ü5 ^2. 4 A ~ >J M. 86 Erstes Blatt Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrittk und Verlag: vrühl'iche Univerfilätr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. ZchriftlettMlg und Seschästsstelle: 5ch«lftrahe 7. 'S* r* n A P _ lAÄI; -s-ßAlssÄ WM ff}? O rt ö'ö 2? lau **' über Albcunvr nach Griechenland zurück- gekehrt, um die Führung des Aufstandes zu übernehmen. Durch unvorhergesehene Ereignisse traf General Plast.iras zu spät in Saloniki ein und verlieb sofort wieder den Schauplatz der äln- ruhen. Sein jetziger Aufenthalt ist nicht bekannt. Sieben Urheber der Offiziersverschwörung von Saloniki sind durch da§ Kriegsgericht zum Lode verurteilt worden. Das Urteil ist bereits vollstreckt. Unter den Füsilierten befinden sich drei Abgeordnete des Athener Parlamentes. Die Friedensverhandlungen in Marokko. Die Rolle Abd el Krims. Paris, 13. April. (WB.) Ein Vertreter Les „Temps" hat mit General Simon, der heute in Marokko eingetroffen ist und an der Spitze der französischen Delegation steht, eine Unterredung gehabt. Aus den Ausführungen des Generals sei folgendes hervorgehoben: Abd el Krim, so erklärte er, ist der Führer eines der nördlichen Rifstämme. Er ist nicht der einzige Führer und man würde in Marokko selbst nicht sehr weit zu gehen brauchen, um gegenwärtig 5 oder 6 Agitatoren seines Schlages zu finden. Er verdankt seine Berühmtheit nur der außerhalb Marokkos zu seinen Gunsten betriebenen Propaganda und den Ermutigungen überhaupt, die er erhalten hat. Wir werden nicht mit Abd el Krim, auch nicht mit einem Stamm verhandeln, sondern m i t den Vertretern aller Stämme, die zu uns gekommen sind. Es handelt sich nicht um Verhandlungen, die im Rainen Frankreichs und Spaniens geführt werden, sondern um Verhandlungen im 71 a men d e r sherifischen Regierung, deren einer Vertreter an Ort und Stelle zu uns stoßen wird. Der Rifaufstand ist ein örtlicher A u f st a n d, ein die Innenpolitik Marokkos interessierendes Ereignis. Deshalb kann die Frage nur durch die Marokkoregierung unter dem Bei st and der Protektoratsmächte Frankreich und Spanien geregelt werden. Der Maghzen (Sultan) allein ist berechtigt, die Unterwerfung entgegenzunehmen. Auf die Frage, wie die Pazifierung in der Praxis sich werde durchführen lassen, erwiderte General Simonr Durch die Wiederherstellung des Wirtschaftslebens werde der Herd des Rifaufstandes viel eher erstickt werden als durch irgendeine andere Maßnahme. Ueber die drei Unterhändler, die im Rarnen Abd el Krims mit der französischen und spanischen Delegation in Ujda verhandeln werden, werden folgende Angaben gemacht: Si Mohammed Azerkane ist nicht nur Außen- Minister, sondern verwaltet auch das Marine- Ministerium und'ist der Schwager Abd el Krims. Der zweite Delegierte. Si Mohammed Hitmi, öfters Hady Ben Hitmi genannt, ist der Detter Abd el Krims und eine Art Kabinettsrat im Außenministerium. Der dritte Delegierte, Hady Mohammed Scheddi, ist der Kammerherr Abd et Krims. Alle drei gehören dem Stamme der Beni Uriaghet an. dem auch 7lbd et Krim selbst entstammt. Die Rußlands. Moskau. 13. April (Wolff.) Unter dem Vorsitz Petrowskis wurde gestern bte zweite Tagung des Exekutivkomitees der Sowjetunion eröffnet. Die wichtigsten Punkte der Tagesordnung sind: Prüfung der Etats der Sowjetunion und der einzelnen Unionrepubliken und Reform des Systems der landwirtschaftlichen Steuern. Die Konferenz nahm einstimmig Den Vorschlag an, auf die Tagesordnung auch die Frage der Erweiterung des Präsidiums des Exekutivkomitees' durch die Wahl eines parteilosen Arbeiters und eines parteilosen Bauern zu setzen. Die Beratung des Etats wurde durch eine Rede R y k o w s eingeleitet, welcher auf das rasche Steigen des Etats hinwies, dessen diesjähriger Voranschlag vier Milliarden Rubel gegen 2.8 Milliarden im vorjährigen beträgt. Besondere Berücksichtigung im diesjährigen Etat fanden die Bedürfnisse der I n d u st r i e , für welche in den außerordentlichen Ausgaben 155 Millionen gegen 98 inj Vorjahre bestimmt sind. Trotz des raschen Wachstums, deren Produktion bereits 95 Proz. des Friedensstondes rreichte, fei sie nicht in der Lage, die rascher steigende Nachfrage der Stadt- und Landbevölkerung zu decken. Durch A b - bau der Preise des Detailhandels und durch Vergrößerung der Warenmenge hofft die Regierung in größerem Maße als bisher die Nachfrage der Bauernschaft zum Zeitpunkt der neuen Ernte befriedigen zu können. Ungeachtet der Passivität der Außenhandelsbilanz, welche durch die Forcierung der Einfuhr hervor- getufen wurde, verfüge die Regierung über eine genügende Valuta und Goldreserven, um alle im Auslands gemachten Bestellungen zu bezahlen. Im April werde die Außenhandelsbilanz zum ersten Male im laufenden Wirtschaftsjahr aktiv aus- follen. Rykow betonte noch die Verminderung des Anteils der Steuereinkommen an den Gesamteinnahmen von 60 Prozent im vorjährigen Etat auf 47 Prozent im diesjährigen. Die Einnahmen übersteigen die Ausgaben um 100 Millionen Rubel. Auch das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei prüfte in seiner letzten Vollsitzung eingehend die Wirtschaftslage der Union. Es faßte eine Entschließung, in der festgestellt wird, daß trotz des Abbaues des Wirtschaftspro- gramms, der sich daraus ergab, daß der Umfang der Getreideeinkäufe ursprünglich die übertriebenen Erwartungen nicht entsprach, die Industrieproduktion im laufenden Wirtschaftsjahr sich um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahre erhöhen wird. Beobachtung äußer st er Sparsamkeit im Wirtschaftsleben und der Ausbau inländischer Kre - ditoperationen sollen zur Erhöhung der für die Industriealisierung des Landes notwendigen Mittel beitragen. Die Entschließung betont die Rotwendigkeit des Ausbaus der Ausfuhr, wobei außer der Entwicklung der Ausfuhr landwirtschaftlicher Produkte und QRine- t allen energische Maßnahmen zur Entwicklung jener Wirtschaftszweige verlangt werden, in denen die Abhängigkeit vom Auslande am stärksten empfunden wird, so namentlich der Baumwollkultur, Metallurgie und des Maschinenbaus. Zwecks Vergrößerung der Warenmenge zum Zett- punkt der neuen Ernte muß unter Erhaltung der Aktivität der Außenhandelsbilanz die Einfuhr von Rohstoffen für die Dextil- und Lederindustrie und nötigenfalls auch die Einfuhr von Fertigfabrikaten erhöht werden. Die Emission von Umlaufmitteln darf nur so weit zugelassen werden, daß damit Erfolge in der Erhöhung der Kaufkraft des^ Rubels erzielt werden. Die Entschließung bekräftigt die von dem Parteitag festgelegten Grundsätze der Bauernpolitik der Korn. Partei und weist auf die Rotwendigkeit hin, die ärmsten Bauernschaften von jeder ‘Sefteuerung vollkommen zu be-- freien und die Steuern für die wirtschaftlich starke Bauernschaft zu erhöhen. Der Oberste Wirtschaftsrat hält eine Erleichterung der Bedingungen für tue Beteiligung des Prrvatkapitals an der Industrie für möglich, und zwar durch die Erlaubnis zum Dau kleinerer Fabrikbetriebe durch die private Industrie und durch die Verlängerung der Pachtfristen für solche Privatpächter, welche die Produktion gut organisieren, sowie schließlich durch die Gewährung günstigerer Kreditbedingungen an Privatindustrielle. Zur Belieferung der Privatindllstrie mit Rohstoffen soll eine Aktiengesellschaft mit Beteiligung von Staatskapital. begründet werden. Die Spaltung in der sächsischen Sozialdemokratie. Dresden, 13. April. (TU.) Montagabend fand hier eine von den 23 R e ch t s s o z i a l i st e n des sächsischen Landtages einberufene Versammlung statt. Der ftühere Ministerpräsident und jetzige Kreishauptmann B u ck wies darauf hin, daß die Vergewaltigung durch die Linkssozialisten schon soweit gehe, daß den sozialdemokratischen Wählern verboten werde, ihre gewählten Abgeordneten zu hören. Von anderer Seite wurde zum Ausdruck gebracht, daß man den Kampf mit dem Parteivorstand und den Linkssozialisten nicht scheuen werde und im schlimmsten Falle auch bei einem Wahlkampf zum selbständi- g en Vorgehen bereit sei. Schließlich fand eine Entschließung Annahme, in der die Versammlung von der Fraktionsmehrheit fordert, daß diese ihre auf positive Staatsmitarbeit eingestellte erfolgreiche Politik mit aller Konsequenz weiterführt. Der sozialdemokratische Bezirksvorstand von Ostsachsen hat eine Reihe dem rechten Flügel der Partei angehörende Mitglieder aus der Partei ausgeschlossen, darunter den sächsischen Ministerpräsidenten H e l d t. den Innenminister Müller und den Dresdener Polizeipräsidenten Kühn. Hessischer Landtag. D a r m st a d t, 13. April. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 101 Uhr. Das Haus tritt sogleich in die Beratung des Staatsooranschlags für 1926 ein, und zwar bei den Kapiteln 21 bis 52 (Ti i n i ft e r i u in des Innern). In der Generaldebatte macht Abg. Schreiber (Dem.) längere Ausführungen, in denen er erklärt, die Demokratisierung der Verwaltung fei weiter entfernt als je, Fortschritte Hu machen. Die Rechtsparteien gäben unverhohlen ihrer Genugtuung darüber Ausdruck. Die Forderung nach einer Demokratisierung der Verwaltung muffe erneut und verstärkt erhoben werden. Die Ausführungen des Redners wurden auf der Rechten des Hauses zum Teil mit lebhafter Heiterkeit ausgenommen. So, als er die Auffassung vertritt, daß ein Beamter, der eine mon archische Partei fördere, aus dem Dienst ausscheiden müsse. Wenn die Rechtsparteien in Hessen ans Ruder kämen, würden sie die republikanischen Beamten aus ihren Aemtern entfernen. (Zurufe: Huhu!) In seinen weiteren Darlegungen erklärt sich der Redner gegen die Abbauanträge der Abgeordneten Dr. Leuchtgens und Dingelden und empfiehlt dafür einen Antrag der Demokratischen Partei. Weiter wird vom Redner eine Neueinteilung' der Kreise verlangt, dabei könnten ganz gut einige Kreise verschwinden. Auf eine Agitation, die dann einsetzen würde, sollte die Regierung fein Gewicht legen. Der kommunalpolitische Ausschuß für die Verwaltungsreform solle endlich einmal zu Beschlüssen kommen; ein Vertreter der Demokratischen Partei sei bisher noch nicht gehört worden. Eingehende Betrachtungen widmet Abg. Schreiber Fragen der Selbstverwaltung, dem Gemeindebeamtenrecht, der Beschränkung des Instanzenweges im Verwaltungsstreitverfahren auf zwei Instanzen, den öffentlichen Sparkassen, der Polizei, den Mensuren, der Irrenpflege und anderen Punkten. Präsident Adelung teilt zahlreiche Anträge mit, die zu Kap. 27 gestellt sind, zumeist sind es A b - bauanträge. Die Generaldebatte über die Kapitel des Ministeriums des Innern wird dann für geschlossen erklärt und in die Einzelberatung ein- getreten. Zu Kap. 27 (Ministerium des Innern) liegt u. a. ein Antrag Dr. Leuchtgens vor, der verschiedene Stellen in der Zentralverwaltung gestrichen haben will. Er legt dar, daß in der Zentralverwaltung die Arbeit, die früher von 8 Beamten, jetzt von 19 geleistet werde. Gerade bei der Zentralstelle müsse gespart werden. Bei der Erläuterung der übrigen Anträge seiner Partei verlangt der Redner eine größere Selbständigkeit der Selbstverwaltungskörper und der Lokalbehörden: nur dadurch würden Ersparungen gemacht werden können. Abg. Anger meier (Korn.) verlangt Vereinfachungen imRechnungswesen. Die Gemeinsderechnungen würden zweimal geprüft, was überflüssig sei. Minister von Brentano erklärt, man könne nicht abbauen, wenn nicht die Aufgaben des Ministeriums des Innern vermindert würden. Gegen eine Vereinfachung des Instanzenweges, gegen eine Übertragung von Aufgaben an die Lokalbehörden und gegen die anderen Forderungen in diesem Hause habe er nichts einzuwenden, wenn ihm ein Abbau der Aufgaben vorgeschlagen werde. Man könne die früheren Verhältnisse nicht mit den jetzigen vergleichen. Der Minister zählt eine Reihe von neuen Aufgaben auf, die dem Ministerium übertragen worden sind, wie die Jugendpflege, das Wohnungswesen, die Polizei, Verkehr mit Kirchen und Schulen usw. Die Einläufe seien ungeheuer gewachsen. Die Beamten erfüllten in vollem Maße ihre Pflicht: solange der Achtstundentag bestehe, mühten allerdings auch Beamte mehr eingestellt werden. Zum Schluß seiner Rede erklärt sich der Minister ncch uals bereit, den Abbauwünschen im Hause entgegen- zukommen, wenn ihm annehmbare Vorschläge gemadjt würden, die Ausgaben zu vermindern. Abg. Kindt (Dn.) verteidigt die Mensuren gegenüber den Angriffen des 2lbg. Schreiber. Vertrete das Waffenstudententum demokratische Grundsätze, so wäre dieser der erste, der die Mensuren verteidige. Abg. Kindt erklärt dann, daß seine Partei dem Antrag Dr. Leuchtgens zustimmen werde. Es folgen die Abstimmungen über Kap. 27. Die Einnahmen des Kapitels werden mit 1500 Mark und die Ausgaben mit 409 591 Mark bewilligt. Der Antrag Dr. Leuchtgens wird abgelehnt: die weiteren Anträge werden in 11 ebereinstimmung mit den Ausschußanträgen erledigt. Genehmigt werden die Kapitel 28 (Stellvertretungs- und Aus- hilfskosten) mit 125 000 Mark, Kap. 29 (Postgebühren) mit 150 000 Mark, Kap. 30 (Regierungsblatt) mit 20 000 Mark Ausgabe. Bei Kap. 31 (Provinzialdirektionen und Kreisämter) macht Abg. Schott (D. Vp.) auf Mißstände bei den Wahlen der Bürgermeister und der Beigeordneten aufmerksam, die sich durch die verschiedene Dauer der Amtszeit ergeben haben. Die Verschiedenheiten in den Wahlperioden wären nur durch die Zufälligkeit der Anberaumung des Wahltags verursacht. Der Redner spricht sich gegen eine Umgruppierung der Kreise Rheinhessens aus, durch diese Frage werde die Bevölkerung stark beunruhigt. Weiter verlangt der Redner ein schärferes Einschreiter, gegen den wilden Hausierhandel. Kapitel 31 wird dann mit 23 000 Mk. Einnahme und 1 389 114 Mk. Ausgabe genehmigt. Die anderen Anträge zu diesem Kapitel werden nach den Ausschußanträgen erledigt. Die Kapitel 32 bis 34 (Gendarmerie, Polizei usw.) werden vorläufig zurückgestellt. Die Kapitel 35 und 36 fallen aus. Kapitel 37 (Zentralstelle für die Landesstatistik) wird genehmigt, und zwar mit 500 Mk. Einnahme und 90 562 Mk. Ausgabe, ebenso Kapitel 38 (K i r ch en), für die 622 721 Mk. in Ausgabe vorgesehen sind. (Die Sozialdemokraten und Kommunisten enthalten sich der Abstimmung.) Einstimmig wird ein Antrag des Abg. Dr. Werner angenommen, daß das Gutachten über das finanzielle Verhältnis von Staat und Kirche von der Juristischen Fakultät der Universität Gießen bald vorgelegt wird. Kapitel 39 wird zurückgestellt. Kapitel 40 (Tierärztlicher Dienst) wird angenommen mit einer Einnahme von 154 000 Mk. und einer Ausgabe von 423 299 Mk. Bei fiap. 41 (hebammen-Lehrcmslatt Mainz) macht Abgeordnete Frau Roth (Komm.) längere kritische Ausführungen gegen die Zustände in der Anstalt, ähnlich denen vor wenigen Wochen. Ministerialdirektor S p a m e r legt dar, warum das Hebammengesetz dem Hause noch nicht vorgelegt werden konnte. Es wären noch verschiedene strittige Fragen zu klären, wie das Riederlassungsrecht. Das preußische Gesetz habe eine Genehmigungspflicht hierfür eingeführt, das Oberverwaltungsgericht habe sich jedoch dagegen erklärt. Jetzt müsse das Reichsgericht über die Gültigkeit einet Bestimmung in bezug auf das Riederlassungsrecht entscheiden ober erklären, ob eine Aenderung der Gewerbeordnung vorgenommen werden muß. Zu den Beschuldigungen der Frau Roth erklärt der Redner, daß die Regierung dazu keine Stellung nehmen könne, weil ihr das Material nicht vorgelegt worden sei, bevor es hier dem Hause unterbreitet wurde. Die Untersuchung über die Verhältnisse der Heb- ammen-LehranstÄt werde zur Zeit vorgenommen: nach deren Abschluß werde dem Hause das Ergebnis bekanntgegeben. Abg. Frau Heraus (Dntl.) tritt den Beschuldigungen der Abgeordneten Roth entgegen. Abg. Frau Steinhäuser (Soz.) bringt ebenfalls Klagen über die Mainzer Anstalt vor. Der Antrag des Ausschusses, die Einnahme mit 129 580 Mk. und die Ausgabe mit 167179 Mark zu genehmigen, wird angenommen. Kapitel 42 wird zurückgestellt. Kapitel 43(Alice- ftift bei Darmstadt) wird mit Einnahme und Ausgabe von 145 440 Mk. angenommen. Bei Kapitel 44 (Volksgesundheitspflege) bemängelt es Abg. Kindt (Dntl.), daß in das Kuratorium des Eleonorenheims, das aus zwölf Mitgliedern bestehen soll, je 4' vom Staat und der Stadt gestellt werden und nut 3 vom Verein selbst. Das Eleonorenheim sei ein Privatunternehmen. Abg. Hardt (Soz.) stellt in längerer Rede eine Reihe von Forderungen zur Bekämpfung der Tuberkulose und äußert bann noch zahlreiche andere Wünsche zur Dolksgesundheitspslege. Abg. Dr. Greiner (Komm.) leitet die Bolkskraniheiten aus der Wohnungsnot her und fordert, daß Hol^- und Stahlhäuser gebaut werden. Im Anschluß daran erörtert der Redner noch weitere Forderungen zur Gesundheitspflege. Um V/< Uhr werden die Beratungen abgebrochen und die nächste Sitzung auf Mittwoch vormittag 9 Uhr anberaumt. Aus aller Welt. Dec Rordpolflug Amundfeus. Das Luftschiff „51 o r g e" wird frühestens Mittwoch früh 7 Uhr in O s l o erwartet. A m u n b f e n und Ellsworth reiften über Trondjem nach Spitzbergen. Der „Astenvosten" gegenüber erklärte Amundsen, Staatsminister Lykke habe ihn beauftragt, während des Polfluges entdecktes Laad für Norwegen zu annektieren. Nach einer Meldung der „Voff. Ztg." wird möglicherweise Arnundsens Luftschiff feinen Weg von England längs der deutschen Nordsee- und Ost- seeküste fortsetzen, um in dem ostpommerschen Flughafen S e d d i n bei Stolp in Pommern eine Zwischenlandung oorzunehmen. Das Regimentskommando des Stolper Reiterregiments hat bereits Befehl erhalten, sofort 150 Mann Landungsmann- fchaften bereit zu halten. Der fünffache Raubmörder von Rockenberg verhaftet. Eger, 14. April. (WTB. Funkspruch.) Unter dem Verdacht, den fünffachen Raubmord in Rockenberg bei Eger verübt au haben, wurde ein 40 Jahre alter Häusler, L a n f f aus Rockenberg verhaftet. Auch fein Schwager, Moisl, ist feftgenommen worden. Das Ende dreier hungerkunftler. In Halle bekam der Hungerkünstler Jackie Jack, der feit 23 Tagen hungert, einen Tobsuchtsanfall und zerschlug die Scheiben seines Käfigs. — Der in Hamburg seit 30 Tagen fastende Hungerkünstler Horst ist b^ute in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus überführt worben. — 2n D r e s b e n ist der Hungerkünstler Harry, der feit 31 Tagen fastet, ausgebrochen. Mit ihm soll feine Braut, der die bisherigen Gewinnanteile in Hohe von 3 bis 4000 Mark ausgezahlt wurden, verschwunden fein. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 14. April 1926. Jur Gietzener PHUologentagung Am 15. und 16. April weilen aus Anlaß der 41.Hauptversammlung des Hessischen Philologenvereins Hunderte in allen Teilen Hessens an höheren Schulen wirkende akademisch gebildete Lehrer als Gäste in unserer Stadt. Die weitaus meisten von ihnen sind ehemalige Gießener Studenten. Viele wird außer der Absicht, an den Verhandlungen ihrer Berufsorganisation teilzunehmen, auch dec Wunsch leiten, ihre alte Musenstadt wiederzusehen, Freunde aus der Studentenzeit aufzusuchen und zu treffen, die Stätten jugendlichen Frohsinns besserer Zeiten in unserer Stadt und ihrer schonen, an akademischen Erinnerungen reichen Umgebung zu besuchen. Gießen ist wie kaum eine Stadt Hessens eine Stadt der Schulen und Philologen. Seit vor 320 Jahren erst das Gymnasium, dann die Universität begründet wurden, ist es allezeit ein Bildungsmittelpunkt für die nähere und fernere Umgebung gewesen. Nachdem zwei Jahrhunderte lang das Gymnasium (Pädagogium) die höhere Schule Gießens uvar, hat eine weitschauende Stadtverwaltung im 19. Jahrhundert den Bedürfnissen der neuen Zeit entsprechend die Realschule, die höhere Mädchenschule und das Realgymnasium ins Lsben gerufen, und Gießen besitzt heute ein blühendes höheres Schulwesen. Der Gedanke, von dem man bei Gründung all dieser Schulen zu den verschiedenen Zeiten ausging, war doch wohl der, gut erzogene und gründlich ausgebildete Menschen zu erhalten, die Staat und Kirche, Gemeinde und freien Berufen für leitende ober besonders verantwortungsvolle Stellen tüchtige und brauchbare Männer zur Verfügung stellen sollten. Diejenigen, die dieses Er- ziehungs- und Bildungswerk durchzuführen Haden, waren und find die Philologen. Gießen, die Stadt, in der als betonte Lehrer wirkten Konrad Dieterich, Franz Rambach, Christoph leimig, Kilian Rudrauff, Hermann Benner in alter Zeit, Friedrich Gottlieb Welcker, Josef Hillebrand. Hermann Schiller, Nodnagel, W. Stamm und O Buchner in neuerer Zeit, begrüßt die heute und morgen in seinen Mauern weilenden Philologen, wünscht ihren Verhandlungen guten Verlaus, ihrer Bestrebungen Gedeihen und hofft, daß auch bet Frohsinn trotz der schweren Zeit nicht ganz fehler möge. Dr. W. H. Die Schlaflosigkeit. Von Privatdozent Sanitätsrat Dr. Hanauer. Frankfurt a. M. Die Schlaflosigkeit zählt zu den häufigsten und quälendsten Hebeln. Wenn der Kranke über Schlaflosigkeit klagt, so ist das allerdings nicht wörtlich zu nehmen, denn in der Regel handelt es sich nicht um vollständige Schlaflosigkeit, sondern es ist meist der verkürzte und wenig erquickende Schlaf, manchmal auch ein oberflächlicher, häufig unterbrochener, der den Kranken quält. Oft glaubt er, dauernd wachgelegen zu sein, während er in Wirklichkeit zeitweise geschlummert hat, öfers aber wieder aufgewacht ist. Die wichtigste Ursache der Schlaflosigkeit sind fortwirkende Erregungen, die durch geistige Arbeit und lebhafte Ge.nü Slewegungen Ec ingt sind. Weitere Ursachen der Schlaflosigkeit sind zu starke Mahlzeiten vor dem Zubettgehen oder zu geringe Nahrungsaufnahme. Darmträgheit. Genuß von starkem Kaffee oder Tee in später Abendstunde. Tabakmißbrauch, störende Licht- und Gehörseindrücke u. a. In physiologischer Beziehung ist zu beachten, daß bis zum Eintritt des Schlafes eine gewisse Blutleere des Gehirns notwendig ist. Das Blut fließt bekanntlich den Organen in vermehrter Menge zu, die es zu ihrer Arbeit brauchen: in besonders sinnfälliger Weise ist dies bei der Verdauung der Fall, das Blut wird hier dem Gehirn entzogen, und so erklärt sich das Gefühl der Müdigkett und Schläfrigkeit nach dem Essen. Umgekehrt kann bei UeberfüIIung des Gehirns mit Blut ein richtiger Schlaf nicht zustande kommen. Zur Verhütung der chronischen Schlaflosigkeit ist körperliche und geistige Hygiene notwendig. wechselnd zwischen Arbeit, Rahrungsaufnahme und Ruhe, Gewöhnung an Ordnung und Regelmäßigkeit im Aufstehen und Zubettgehen. richtige Gestaltung des Schlafzimmers, Abhaltung aller störenden und ungewohnten Sinnesreize, vor allem der störenden Geräusche. Ausschaltung aller Lichtquellen, Durchwärmung des Bettes und Schlafztmmers in kalter Jahreszeit. Auch die Körperlage im Bett ist von Bedeutung: da das Liegen mit erhöhtem Oberkörper den Dlutabfluß begünstigt, so ist diese der Tieflage des Kopfes vorzuziehen. Verkehrt ist es. mit gespannter Aufmerksamkeit dem Eintritt des Schlafes entgegenzufehen. Man soll den Schlaf erwarten, indem man sich ganz der Ermüdung überläßt. Was die Bekämpfung der Schlaflosigkeit an- belangt, so ist von dem gewohnheitsmäßigen Gebrauch von Schlafmitteln auss ernstlichste zu warnen. Eine Heilung der Schlaflosigkeit wird durch Schlafmittel überhaupt nicht herbeigeführt. Die Beseitigung der Schlaflosigkeit muß durch allgemeine Maßnahmen erfolgen. Manchmal tut ein Ortswechsel, ein Aufenthalt Im Gebirge oder an der See zur Beseitigung der SchlafLsigkeit gute Dlenste. Bei hochgradiger Reizbarkeit und 6rreg6arfeit ist ein beruhigendes Klima angebracht, z. B. Riederungs- und mittleres Gebirgs- flima. Es wird ferner allgemeine Massage am Mend und Kopfmassage empfohlen, desgleichen Widerstandsgymnastik. Viel und mit Erfolg gebraucht werden Wasseranwendungen. Zu den wirksamsten Mitteln gehört die feuchte Ganzpackung von 3/<- bis Istündtger Dauer, die feuchte Leibbinde. Kühlkappe am Kopf, feuchtwarme Wadenwickel, Priehnitzumschläge um den Leib, feuchte Umschläge um den Racken. Ilnterschenkelgüsse. kurze kalte oder warme Fußbäder, feuchte Strümpfe, über welche trockene gezogen werden, auch Sitz- und Halbbäder werden empfohlen. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch Stadttheater: 7 Uhr „Don Pasquale" (Ende 9.3C Uhr). — Radclub Germania: 8.30 Uhr, Vereins- lokal, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Hanseaten". — Astoria-Lichtspiele. „Der Pakt mit dem Tode". — Der Goethe-Bund bittet uns. noch« mals auf den Vortragsabend des Weimarer Dichters Dr. Heinrich ß i I i e n f ein aufmerksam zu machen. Lilienfein, dessen literarisches Schaffen weithin bekannt ist, wird einen Vortrag halten über „Schiller und die deutsche Gegenwart. (Siehe heutige Anzeige.) Bad-Nauheim, den 13. April 1926 33300 u haben I den e>i>*chiäalgen benclittltcn. Astoria Lichtspiele Seltersweg 883SC Zarter Sinn und zarte Hand Gibt dem Wäsdieschalz Bestand. Wafdivn Sie aadi Ihr Haar mit LUX Sd- fenflothen t «e ma« dien e» fhmicqfan* locker und fcMn. Preir 50 Pfo- Achtung! Auto mit billigen Orangen 16 Stück 1 Mk., evtl. Salat trifft Wie tafih find Ihre empfindlichen Seidenkleider, Blufen, Jumpen und Schals verdorben, wenn Sie in der Wahl Ihres Wafihmtttels achtlos find und nicht das Befie verwenden, was es gibt: LUX Setfenfiodccn f Im lauwarm abgekühlten LUX’ Schaum gewafihen, behalfen Seide. Wolle und alle feinen Gewebe ihre aarte Gefihmetdigkeit und Farben frifchc, den urfpdinglichen Glanz und Schimmer. Vie Reichsgesundheitswoche kommt! Die Geburt eines kräftigen Stammhalters zeigen hocherfreut an Hermann Honig und Frau Tylla geb. Wadenpfuhl In Gartenbaus 3 gut möblierte Zimmer mit Küche an linder- Wen für einen Schüler oder Kaufmann Guter bürneibdjer MlitaaSnfch, fd;ö es Bnnmer. SdjrtfiL Anfragen u. 334 1> an den (tfleft. An» »etqer erbeten Mhunterricht! Beginn des Unterrichts am Montag, dem 19. er. in fämtl. Fächern der Damenschneiderei sowie Weihnähen für den Hausgebrauch Anmeldung und Teilnahme jederzert. Fron Käthe Gilbert Lchneidermeisterin Marburger Straße 75 III. 02616 T, Honte letz' er Tag: Der Pakt mit dem Tode sowi» Armes kleines Mädchen Ab morgen bi« einschl. Sonntag der Harry-PloCJroßfllm: :: Der letzte Kampf :: Sechs abenteuerliche Akte — In der Hauptrolle ..Harry Piel“. Fortsetzung und Schlußteil ans dem Film „Blvilen • Ferner Maria Mlnzenti und Jack öylong-nüne in Der Mars im Todeshaus (In den Sternen steht es geschrieben). Sechs Akte nach dem bekannten Roman der Astrologin Klsbeth Ebertin. im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße bleibt :: :: Hanseaten :: :: nach dem bekannten Roman von Rudolf Herzog bis einschl. Sonntag auf dem Spielplan. L',.Zimmer ui vei mieten <**-, Eichweg 7 11 fochlatsieiie au oerm Näh. tn der (S'efdjäftBit deSGietz. Anzeigers. 102~>92 DiQtnaffleiiflttrSfl liefert tn Jefr Eu»’tatmna prtiserrt die Sni&trti. 3L Betet. Zu einer längeren Au^sprrche gab die Herstellung des Spielplatzes D.ranlafiung. Die Bor- sck.läge des Borstandes wurden gutgehsts-en, und es steht zu hoffen, das) der, Platz in wenigen Wochen hergestellt bzw. spielsähig tlt. Die B o r ■ stan ds - und Turnratswahl hatte Tol- acndes Ergebnis: Georg Kling 1. Sprecher, Karl Lang 1.Schriftführer, Georg Dreher Rechner, Rudolf Paul Oberturnwart. Robert Rautenberg 2. Sprecher, Rudolf Leisler Zeugwart, Heinrid) Dechert 2. Schriftführer, Ludwig Hebstreit Männerturnwart, Wilhelm Gerhard Jugend turnwart, Hugo Drasch Schülerturnwart, Wilhelm Mohr Tu.irwart für volkstümliches Turnen, Engelbert Bürd Fecht- wart, Georg Mayer Schwi'mwart. Otto G u t - fahr Wanderwart, Albert Slawihly Spiel- wart, Peter Ritsert Gegenrechner. Beisitzer wurden: Karl Seeg. Karl Huhke. Georg Hofmann, Ludwig M a l k o m e f i u s. _ _ Der Verein ehemaliger 116er hielt am Samstagabend im Postkeller seine Jahreshauptversammlung ab. 9lad) kurzen Legrüßungs- morten berichtete der Vorsitzende ftun Moh r über das abgelausene Vereinsiahr. Hinsichtlich der Denkmalsangelegenheit hob er hervor, daß noch an die Opserwllligkeit der Mitglieder appelliert werden und jeder sein Scherflein beitragen müsse. Diese Angelegenheit wird auch die demnächstige Verbands- tagung beschäftigen. Der hiesige Stammverein hat, wie der Rechnungsabschluß ergab, keine Schulden, sondern verfügt über ein kleines Barvermögen. Der Verein bezahlt an die Hinterbliebenen der verstorbenen Kameraden ein Sterbegeld von 160 Mk. und unterstützt hilfsbedürftige Kameraden durch namhafte Beträge. Diese Leistungen wurden vollbracht, ohne daß besondere Beiträge erhoben wurden. Das Hauptbestreben des Vereins ist das Unterstützungswesen. Daß dies in weiten Streifen der ehemaligen Soldaten Anklang findet, beweist die ständige Zunahme der Mitgliederzahl, die gegenwärtig rund MllßE'^KEN SUNUCHT GESELLSCHAFT ArG. Mannheim-Rheinau jOem Hoden maxKl das Wader nichts der wesserechten, behandel!, und sogar ein pudelnasser Regenschirm hinterllSt auf ihm seine Fleh, «en es ist für Sie em beruhigendes Gefühl, wenn Sie bei Sudel- und Scnneewetter wissen, daS Sie nicht gleich hinter Jedem Wassertropfen mitdem Putzlappen drelnlaufen müssen. Lobe-Beize dringt sofort in dos Holz em, nährt es, gib! Hochglanz und Ist tatsächlich wasserecht, daher auch na8 wischbar. Dabei ist sie sehr sparsam im Gebrauch. Ee rentiert sieh also, wann Sie bei Ihrem Händler ausdrücklich die Dose mit dem grünen Streifen und dem Raben verlangen. Das allem ist 3£eUc d/e wasserechte — Die Handels- undGewerbebank beruft im heutigen Anzeigenteil ihre 67. ordentliche Generalversammlung auf Donnerstag, 22. April, em. Näheres in der Anzeige. - Jugendgruppe der Deutschen DolksPartei. Man schreibt uns: Einen Lichtbildervortrag über die Lüneburger Heide mit Gesang- und Gedichtvorträgen veranstaltet die Jugendgruppe Giehrn der Deutschen Bollspariei am kommenden Freitag abri^s 8V« Uhr irn llniversitatsrestaurant. Die Mitglieder der Ge- famtpartei sind zu diesem Bortrag eingeladen. •’ Die Verzinsung der staatlichen Wohnungsbau-Darlehen. Der beflJd)c Minister für Arbeit und Wirtschaft gibt bekannt: Die Daudarlehen. die zur Forderung der tm Jahre 1925 begonnenen Wohnungsbauten aus Landesmitteln gegeben wurden, sind bis zum 1 April 1 927 zinslos und von da an m t 2 vom Hundert wertbeständig zu verzinsen und durch Abzahlungen in fest bestimmter Hohe m t mindestens eins vom Hundert wertbeständig zu t Igen. Zins- und Tilgungsbetrage sind vom 1. April 1 92 7 an. erstmals am 1. Oktober 1 927, von da an halbjährlich zum 1. April und 1 Oktober, zu entrichten. Je nach Aenderung der wirtschaftlichen Lage bleibt dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft die Reusestfetzung der ns- und Tilgungssätze Vorbehalten. — Personalien. Ernannt wurden: Stu- dienrat Wilhelm K l o o s an der Augustinerschule (Gymnasium und Oberrealschule) In Friedberg, zum Sludienrat an der Ludwigs-Oberrealschule zu Darmstadt, Fritz K o ch an der Höheren Bürgerschule ^nytjlet 'slofigkeit. Ky »«”«-«- • EM der Kranke übet rn.baJ allerdings nick' ^? der Regel handel! Mandlge Lchlailoliglei! c verkürzte und wenig et- hmal auch ein obnsläch, chener, der den Ätanlen bauetnö lvachgelegen äü Wirklichkeit zeitweise gr- iber miedet ausgewacht ih che der Schlaflosigkeit sml n, die durch geistige 2r- ilet^uncti Ee inM er ßdjlafloligleit M W dem ZubellLchen ob; isncchme, Darmträghei fee ober Tee in späte! chrauch. störende Lichi> l 3n Physiologischer 2e> i. das) biS zum Sinitiit se 'blutleere deS Vehirnt lut flieht bekanntlich den :t Wenge zu, bie eS zu in be'onders sinnsSlliger er Verdauung der Fall, >em Gehirn entzogen, und efühl der Müdigkeit unb i Essen. Umgekehrt kann Gehirns mit Slut ein mstanbe kommen. >r chronischen Lchlaflosig' ib geistige Hygiene not- schen Arbeit, Aahrungs- Gewöhnung an Ordnung n Aufstehen und Zubet tung des Schlafzimmers, xnben und ungewohnte her störenden Ge-.äusche, chtquellen, Durchwärmung limmeri in kalter 3aN* läge im Deiitst gen mit erhöhtem Lber- begünstigt, so jJ 6l,c* '/vorzuüehen. verkehrt Ausmeckamkeit dem Ew- ndem man mn d-r SchlaklokiM.a«' AstZ UM ÄbsiM WSJ? Lima ange- 'euchtwa^n,. ,.^te ilm notizen- *btr i“5/ (6nbe Don P°A^r, »gj monia: nlunj!- Eoria'L'ch»^ ite" • " , ^J u tld bitiei 2nzeig«-> rt Lich, 13. April. In einer gemeinsamen Tagung für Lehrer und Pfarrer, die von der hessischen M i s s i o n s k on s e r e n z einberufen war und im hiesigen Gemeindesaal unter Leitung von Professor Werner-Friedberg statt- fand, sprachen Lehrer Debus-Ruppertsburg über „Sie Mission im Geographieunterricht" und Missionar Jttmann-Hersseld (früher in Kamerun) über „Die Schule in der Mission". Eine an die Borträge anschließende Aussprache war für die Zuhörer sehr lehrreich, da sie mannigfache Anregungen zur Derwertung des Gehörten im praktischen Unterricht bot. Die Tagung war leider nicht sehr stark besucht. Die hessische Misftons- tonferenz beabsichtigt, auch an anderen Orten Oberhessens ähnliche Tagungen zu veranstalten. WSR. L i ch. 13. April. Am Sonntag brach im Distrikt ,Bessinger Loch" ein Waldbrand aus. Glücklicherweise wurde der Brand frühzeitig entdeckt, so daß es gelang, das Feuer einzudämmen und zu löschen. Etwa 1000 Quadratmeter Kiefernwald wurden zerstört. s. Steinberg. 12. April. Heute abend fand im Saale der „Krone" ein Lichtbilder- Bortrag über das Wandern statt. Herr K o st o r z - Gießen sprach die Degleitworte. Dem Bortrag voran ging eine Ansprache des ersten Vorsitzenden des Lahnhöhebundes. Die beiden hiesigen Mandolinenvereine trugen durch Darbietung einiger Konzertstücke viel zur Stimmung bei. , v. Londorf. Zu dem im Juli d. I. statt- ftndenden DundeSfeste de s Lahntal- Dersügung gestellt. t. Reiskirchen, 12. April. Hier ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Ein 12jähriger Junge war mit seinem Vater auf die Wiese gefahren, um ausgeworfene Erde aus der Wiese zu schassen. Er wollte eine Kuh die Leine, die sich verschoben hatte, zurechUegen und wurde dabei von dem Vorderrad gesoßt. Roch ehe es der Vater bemerkte, war der Wogen mit dem Vorderrad über den jungen weg. gegangen. Er erlitt einen doppelten Schenkelbruch, außerdem ist ein Schulterknochen gebrochen. Der be. dauernswerte Junge wurde in die Klinik nach Gießen gebracht. Bis letzt sind innere Verletzungen noch nicht sestgestellt worden, unb so hofft man, ihn am Leben zu erhalten. Strafkammer Gießen. Wegen N o t z u ch t v e r s u ch s war ein wieder- holt wegen Sitllichkeitsverbrechens vorbestrafter Schriftsetzer aus Alsfeld vom Schöffengericht Gießen zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Er ver. folgte Berufung, weil ihm die Strafe zu hoch war. Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls Berufung eingelegt, um eine höhere Strafe zu erzielen. Das Urteil lautete auf 2 Jahre 6 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Die Verhandlung sand unter Ausschluß der Ocsfenllichkeit statt. Gleichfalls hinter verschlossenen Türen wurde gegen einen Eisenbohnbeamlen aus Friedberg ver handelt, der vom Schöffengericht wegen Beihilfe zum Verstich der A b t r e i b u n g zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden war und Berufung eingelegt hatte. Trotz sehr hohen Verdachts wurde er mangels ausreichenden Beweises f r e i gesprochen. Ebenso s r e i g e s p r o ch e n wurde ein Sträfling aus Butzbach, der in einer Eingabe einen Richter der Rechtsbeugung bezichtigt hatte. Die Strafkammer nahm zu seinen Gunsten an, daß er sich, wie er behauptete, der Tragweite seines Ausdrucks nicht bewußt und daß die flegelhafte Form der Eingabe seiner Unbildung und nickst einer Beleidigungsabflcht zuzuschreiben war. Rundfunk-Programm deS Frankfurter Tender-. (Aus der .Radio-Umschau-.) Donnerstag, 15. April: 4.30—5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Humoristische Potpourris. 5.45—6.10 Uhr: Die fiele» stunde: Aus den „Briefen aus der französischen Re» uolution“ von Rätif de la Bretonne. 6.15—6.45 Uhr: Uebertragung von Kastel. 6.45—7.15 Uhr: „Die Polizei in Deutsch-Ostafrika im Frieden und im Kriege", Bortrag von Oberstleutnant Götzinger- Darmstadt vom Verein für Kolonial- und Ausland» • deutschtum E. D. 7.15—7.45 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15—10.15 Uhr: „Bal de Sotrse bei Ninon de Lenclos". Anschließend bis 12 Uhr: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner 1 I Funkkapelle. __________ | Vermietungen | 2 möbl. Zimmer mit sevar. Eingang, auch für Hontor geeignet. au Derrn, »hi Vndw astr. 421. 700 erreicht hat. Die Dorslandswahl ergab tm grv. ßen und ganzen die Wiederwahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder. Der Punkt „Verschiedenes" gab Veranlassung zu einer regen Ansprache, insbesondere auch über die Tätigkeit des G e s a m t d c r - bandes ehemaliger 116er Die diesjährige Frühjahrstagung des 116er Verbandes, dem der hiesige Verein als Stammoerein an- gegliedert ist, findet am 15. und 16. Mai in B a d- Nauheirn statt. Der dortige 116er Verein hat unter Leitung des Vorsitzenden Dr. Knie riem eine reichhaltige Tagesordnung ausgestellt. •• D. H. C. Bei schönstem Wanderwetter unternahm der D. H. C. Gießen am Sonntag feine Aprilwanderung. Hinter Rieder-Weimar, bis wohin das Dampfroß Die 80 Teilnehmer brachte, setzte bald der Aufstieg ein und führte die Wanderer über einen Höhenrücken, von dem man bei klarer Luft prächtige Fernblicke genoß: so grüßten u. a. Frauenberg. Dünsberg, Hohensolms, die Gladenbacher und Hinterländer Berge mit dem turmbekrönten Rimberg. Selbst der ferne Kellerwald und Vogelsberg waren sichtbar. Bald nahm der Wald, in dem die Lärchen unb Birken sich mit jungfräulichem Grün geschmückt halten, die Wanderer auf und führte sie an zwei hübschen Ruheplätzen, Sophienblick und Runder Baum, vorbei nach der idyllisch im Tale gelegenen Dammühle zu einer Erholungspause. Der Weitermarscd ging wieder über eine aussichtsreiche Höhe mit schönen Blicken aus Marburg, vorbei an dem in stiller Einsamkeit gelegenen Dörfchen Wehrhausen nach dem reizend gelegenen Marbach, wo ausgiebig Kafseestation gemacht wurde. Auf von Touristen wenig begangenem Wege, der abwechslungsreiche Bilder der im ersten Blütenschmuck prangenden Musenstad^ bot, ging es über das die Stadl beherrschende Schloß nach Marburg, von wo aus die Heimkehr erfolgte. Oberhessen. Landkreis Gietzcn. la Zement bester Qualität, unter Syndikatspreis. 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Beschlußfassung über die Genehmigung der Iahresrechnung und Bilanz und die dem Vorstand und Aufsichtsrat zu erteilende Entlastung; 3. Verteilung des Reingewinns; 4. Ersatzwahl ausscheidender Milglieder des Aufsichtsrats; 5. Bericht über die Revision der Bank durch den Derbandsreoisor; 6. Verschiedenes. Gießen, den 14. April 1926. Handels- u. Gewerbebank e. G. m. b. H. Der Vorfitzende des Aussichtsrats: Adolf Noll. 3346O Das Färben ohne Kochen wird am 14. und 15. April in der Neustadt-Drogerie, Inh. Hans Noll, und am 16. und J7. April in der Lu wigs- platz-Drogerie, Inh. Hans Noll, durch ein Schau- u. Probefärben vorgeführt. Jede Hausfrau hat hierbei Gelegenheit, sich von der unübertroffenen Wirksamkeit und einfachen Anwendung von Marquart’s Coloretten und Farbletten zu überzeugen. Mit Marquart’s Entfärber werden gefärbte Stoffe gleichzeitig gereinigt und entfärbt. 3341D | Ich lade Sie hierzu höflichst ein! MgkliW oon Klolin- und i Mietgesuche MMWWlWlWM. Evgl. Etudentiu fitdit zum 1. Mai Unter Hinweis auf die staatlichen Ver- dingungsvorschriften sollen die Triolin- Sincleum- und Korklinoleumbeläge für den Neubau des Physiologischen Instituts zu Gießen in 4 Losen in öffentlichem Wettbewerb vergeben werden. LoS 1: 700 qm vorhandenes Triolin im Erdgeschoß und I. Obergeschoß zu verlegen. Los 2: 825 qm desgl. im II. Obergeschoß und Dachgeschoß; Los 3: 605 qm Linoleum zu liefern und zu verlegen; Los 4: 746 qm Korklinoleum zu liefern und zu verlegen. Die Vergebung aller oder mehrerer Lose an einen Unternehmer bleibt Vorbehalten. Die Verdingungsunterlagen liegen auf unserem Amte, Stephanstr. 18, zur Einsicht offen. Angebotsvorschriften sind daselbst, solange der Vorrat reicht, zum Herstellungspreis erhältlich. Angebote sind verschloßen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Mittwoch, den 5. Mal d. IS., vormittags 11 Uhr, zum Eröffnungstermin, bei uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 13. April 1926. Hessisches Hochbauamt Gießen. I. V.: Kuhlmann. 3327c Bekanntiuachung. Der Voranschlag der Gemeinde Harbach für 1926 liegt vom 14. April 1926 ab eine Woche lang auf der Bürgermeisterei offen. Einwendungen sind schrift- lief) oder zu Protokoll bei der Bürgermeisterei einzureichen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Harbach, den 12. April 1926. Hessische Bürgermeisterei Harbach. ,Schomber.33351) Wir suchen tüchtig, nrbcitsfrcui). Henn d. in der Vage ist. uns. dortige Bez.-Filiale selbständig zu letten. Branchekenmn. nicht erf. Monatl. Nixunt und Gew. Anteil z. liebem, etwas Barkav. erford. Herren d. ob entfur. woll. ausf. Angebot elnr. unter F. M. W. 750 an Bado» Ploeie, Frankfurt *. M. möbL Zimmer evtl, mit teilweiser od. ganzer Pension, in nur gutem Hanfe. An geb. mit Preisangabe erbittet V. Mester Wild. (Srefclb, Hohen- zollernstr. 45. 3sUP Wohnungstausch! Schöne, sreunvliche 3 - Zimmer- Wohnung mit Küche tt. fämtl. 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April 1 i Prospekte kostenlos durch die Schulleitung ft Dr. Reukau: doglschP Handelsschule Gießen. Goethestr 3' stutz- ur.u Brennholzversteigerung. Areilag, den 23. April 1926, vormittags 8$ Uhr beginnend, in der Ziegenhainschen Wirtschaft zu Rieder-Ohmen aus den Forstorten Mühlberg 1--8, Sandberg 1, 3, Pfeifensack 1—4, Haag 1—3, Junger Zwilling 4—7, Alter Zwilling 2, 4, Dorn- kraßer, Kröbges 1, 2, Hofstrauch 2, 3, Mittelster Kopf 1, Vorderster Köpfet 1—3, Unterer und Oberer Haagkopf der Für- sterei Nieder-Ohmen: 3342V Stämme: Eichen: 1 Stück 2. Kl., 1 fm; 1 Stück 3. Kl., 1 fm; 6 Stück 4. Kl., 4 fm; 5 Stück 5. und 6. Kl., 1,5 fm; 1 Esche 3. Kl., 0,90 fm. Fichten: 2 Stück 2. Kl., 6 fm; 3 Stück 3.Kl., 5 fm; 21 Stück 5a= und 5b-Klasse, 6 fm. Kiefern: 11 Stück 3. Kl., 9 fm; 20 Stück 4. Kl., 13 fm; 13 Stück 5. Kl., 5 fm. Lärche: 1 Stück 2. Kl., 1,66 fm; 1 Stück 3. 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Grünberg, am 12. April 1926. Hessisches Forstamt Nieder-Ohmen. Sonuerötoo, ö J5.9(|inll926 nchcktG 2 Hilf versteigere ich im „Löwen", Aeuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: a) 1 Klavier, IBufett, 1 Küchenbüfett, einen Kleiderschrank,3Sofas,Toilettenspiegel. 1 Diwan mit 2 Sesseln, 3 Vertikos, acht Nähmaschinen, 4 Schreibtische, 1 Kredenz, 1 Bücherschrank, 1 Regulator, 1 Chaiselongue,IWäschemangel, 1 Wäschekarren, 2 Mikroskope, 2 Autos. 7 Sandsteinblöcke, 200 Vorderradgabeln, zehn Motorrad- laternen. 1 Sohl- und Doppelmaschine, 3 Fahrräder. 3353c b) Bestimmt: 12 Flaschen Wein, 1 Oel- pumpe, 2 angebrochene FäfferMaschinen- bezw. Schmieröl. Dem Gerichtsvollzieher in Gießen, Steinstr. 13. Während der Reichrgesundheitzwoche vom 19. bis 24. April 1926 werden folgende Vorträge in der Neuen Aula der Landesuniversität Gießen gehalten: Montag, den 19. April 1926, 8« Uhr abends: Prof. Dr. Sürher: „lieber eine besondere Leibwache unseres Körpers" Dienstag, den 20. April 1926, 8r» Uhr abends: Prof. Dr. Kuhn: „liebet Bazillenfurcht" 9« Uhr abends: Prof. Dr. Huntemüller: „Die biologischen Grundlagen der Vererbungslehre", mit Lichtbildern und Anschauungsmaterial Mittwoch, den 21. April 1926, 8« Uhr abends: Prof. Dr. v. Iaschke: „lieber den gegenwärtigen Stand der Bekämpfung des Gebärmutterkrebses" 9i» Uhr abends: Prof. Dr. Koeppe: „Gesundheitspflege des Kindes", mit Lichtbildern und Anschauungsmaterial Donnerstag, den 22. April 1926, 8i» Uhr abends: Prof. Dr. Huntemüller: „lieber Körperkultur", mit Filmvorführung und Anschauungsmaterial - -as 9i» Uhr abends: Prof. Dr. Brüning: „lieber Krüppelfürsorge", mit Lichtbildern Freitag, den 23. April 1926, 8ü Uhr abends: Dr. Moos: „Heber Lungentuberkulose, ihre Verbreitung und Bekämpfung" 9m Uhr abends: Dr. Rothmann: „Die soziale Bedeutung der Geschlechtskrankheiten" Samstag, den 24. April 1926, 8M Uhr abends. Med.-Rat Dr. Walger: „Gefahren und Bekämpfung der Infektionskrankheiten" 9M Uhr abends: Zahnarzt Dr. Baum: „Heber Mund- und Zahnpflege, mit Lichtbildern. W Der Eintritt ist frei! 32MD Haben Sie Bedarf in Möbeln, so besuchen Sie in ihrem eigenen Interesse meine Ausstellungsräume, ohne jede Kaufverbindlichkeit 33^3a Löberstr. 17 Möbelfabrik Karl Hahn Arbeitsvergebung Die Arbeiten und Lieferungen (150 bis 600 mm l. W. Zementrvhre) zur Erbau- ung einer Leilkanalisation in Rödgen sollen öffentlich vergeben werden. Plane und Bedingungen liegen bei uns auf Zimmer Ar. 18 offen, woselbst auch die Angebotsvordrucke gegen Erstattung der Selbstkosten erhältlich sind. Die Angebote sind verschlossen und postfrei, zu dem am Dienstag, dem 20. April 1926, vormittags 10 Ahr stattfindenden Eröffnungstermin einzureichen. FreieAuswahl Vorbehalten. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 13. April 1926. Kreisbauverwaltung. Eellarius. 3331c WM-WIMM K. 7,1925. Freitag, den 23. April 1926, vor- mittags 10 Uhr, wird am hiesigen Amtsgericht, Zivilsitzungssaal 101. 1. Obergeschoß. das int Grundbuche von Gießen den Friedrich Reitling Eheleuten zu je ’/.. zugeschriebene Anwesen Brand- gaffe 7 Flur 1, 381 — 279 qm Hofreite zwangsweise versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht öffentlich ausgehängt. 26558 Gießen, den 10. März 1926. I A. des Heff. Amtsgerichts. _______Le o, Ottsgerichtsvorsteher. | Verkäufe-) Sieben Stück acht Wochen alte Zettel zu verkaufen 02687 Peter Albert, Harbach, Bost (Ärünberq. Ein 10 Monat alter Dobermann rasserein, mit Stb„ billig zu verk. """ Alpenhaus Wurzelsepp, Messe. ©arten Ä neu tjob. Alters bist, zu verkaufen. 02594 .viauH.BenderWwe. Walltorstraße 6. KcmWlls 14x3* > Meter, mit Verglasung zu ver kaufen. Näheres Settersweg 33, 02617 Laden. 20 Beniner prima Wiesenheu abzugeben. Schrift! Angebote mit 02602 nn den Gieß. Anz. 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Zum Wunder des Jernhörens ist das Wunder des Fernsehens * von stehenden oder bewegten Bildern hinzugekom- men -- wohlgemerkt: des auaenblcklichen Fernsehens der Bilder nicht etwa bloß der einfachen Bildübertragung. Zwischen Fernsehen und Bildübertragung mutz man scharf unterscheiden und sich den grundlegenden Unterschied klar machen, wenn man die Schwierigkeiten erkennen will, die sich gerade dem Fernsehen entgegengestellt haben. Bei der Bildtelegraphie handelt es sich darum, ein gegebenes Bild während einer in der Dauer Diese Leistungen sind gewiß erstaunlich; zum Fernsehen genügen sie aber noch nicht. Dazu ist mindestens die doppelte Geschwindigkeit ersorderlich. Das Bestreben von Dr. Karolus lief zunächst darauf hinaus, die Trägheit, wenn möglich, über- haupl auszuschalten, und für die einsache Bild- Übertragung ganz ohne irgendwelche bewegten Teile beim Empfänger auszukommen. Auf der Suche nach einem brauchbaren Ersatz für die Selen- zelle verfiel man auf die photoelektrische Zelle, die von Elster und Geltet bereits für wissenschastliche Zwecke durchgebildet worden war. Die Photozelle besteht aus einem als Kathode in einen Strom, kreis eingeschalteten Metallbelag in einem hochgradig ausgepumpten Glasrohr. Der negativen Kathode gegenüber steht die am Pluspol der Batterie liegende Anode. Dos auf die Kathode sollende Licht löst nun einen Elektronenstrom zur Anode aus, dessen Stärke der des einfallenden Lichts in den weitesten Grenzen ganz genau entspricht. Bei größter Empfindlichkeit arbeitet die Photozelle auch bei den höchsten Geschwindigkeiten praktisch träghöitslos. Die unmittelbar erhaltenen Stromstärken sind zwar sehr gering; mit den aus der gebene Lichtrelais, das ohne irgendwelche bewegten Teile arbeüet. Kerr fand, daß die Schwingungsebene von einebenigem (polarisiertem) Licht, das zwischen zwei in Glas oder Schwefelkohlenstoff befindlichen Kondensatorplatten hindurchgeht, beim Anlegen einer Spannung an den Kondensator gedreht wird. Eine etwa sechzig mal stärkere Wirkung als beim Schwefelkohlenstoff fand Schmidt in Leipzig 1902 beim Nitrobenzol. Das Lichtrelais, das im wesentlichen aus einer Vorrichtung Aur Er- zeugung einebenigen Lichtes, dem Kondensatorbehälter und einer weiteren Vorrichtung zur Filte- rung des einebenigen LichteS besteht, konnte bisher keine praktische Anwendung finden, da es zu seiner Steuerung ziemlich hohe Spannungen braucht. Durch die Einführung der Verstärkerröhren wurde ihm aber die Bahn für Bildübertragungs- und Fernsehzwecke geöffnet. Unser Bild 2 zeigt die grundsätzliche Anord- nung des neuen Bildübertragungsempfängers. Die in der Antenne aufgenommenen, von den Bild- zeichen überlagerten Schwingungen, werden nach Verstärkung in einem Hochfrequenzr'crstärker HFV durch einen Detektor D ober eine Audionröhre Sender Empfänger nicht begrenzten Zeitspanne von einem Ort zum andern zu übertragen. Für das Fernsehen wird jedoch verlangt, daß das Bild im gleichen Augenblick am Empfangsart sichtbar wird, wo man mit der Übermittlung beginnt. Diese Aufgabe ist nun durch den Physiker Dr. K a r o l u s vom Physikalischen Institut in Leipzig gelöst worden. Karolus ging bei seinen Arbeiten von der einsachen Bildtelegraphie aus, wie sie insbesondere durch Professor Korn von der Technischen Hochschule Berlin in jahrzehntelanger Ar- beit bereits zu einem hohen Grad der Vollkom- menheit entwickelt worden war. So sinnreich die bisherigen Vorrichtungen auch find und so fein sie auch ausgeführt sein mögen, ein Nachteil hastet ihnen doch an: die Trägheit. Hierin liegt der Grund, weshalb man die Bilder nicht in beliebig kurzer Zeit übertragen konnte. Auf der Sender- feite ist es die Selenzelle (sprich: Selenzelle), deren Widerstandsänderungen allzuschnellen Lichtschwan- klingen nicht mehr zu folgen vermögen; auf der Empsänaerseite liegen die Schwierigkeiten hauvt- sächlich in der Verwendung von Massen, wie bewegten Spiegeln, Blenden, Schützzungen (Relaiszungen) und dergleichen, deren Trägheit nie ganz auszuschalten ist. Es ist jedoch erstaunlich, bis zu welchen Feinheitsgraden man diese Vorrichtungen bereits gebaut hat. So hat das Schleifengalvanometer von Zeitz nur eine zu bewegende Masse von drei Hundertstel Milligramm, und der von v. Mihaly ersonnene Oszillograph vermag angeblich in der Sekunde 50 000 Schwingungen auszuführen. gleichgerichtet und durch einen nachfolgenden Widerstandsverstärker WV der Karoluszelle K zuge- führt. In Reihe damit liegt die Batterie B, die die nötige Vorspannung von etwa 300 bis 400 Volt liefert. Die Karoluszelle ist ein kleines Wunder. Ihre Kondensatorplatten sind nur einige Millimeter lang, ihr Slbftanb beträgt nur ben Bruchteil eines Millimeters. Der Zwischenraum, burch den das einebenige Licht hindurch mutz, ist mit besonders gereinigtem Nitrobenzol angefüllt. Zur Erzeugung des einebenigen Lichts dient ein Nicolsches Prisma N 1, das aus zwei besonders geschliffenen Kalkspat- priemen zusammengekittet ist. Nur die einer Lichtquelle L entstammenden Strahlen mit einer bestimmten Schwingungsebene können durch das Prisma hindurch. Hinter der Karoluszelle ist ein zweites Nicolsches Prisma N 2 um einen bestimmten Winkel versetzt angeorbnet, und zwar so, daß die Schwingungsebene des einfallenden Strahls im Ruhezustand quer zur Durchlaßebene des Pris- mas steht. Es kann also kein Licht zur sich gleich schnell mit der Sendetrommel bewegenden Emp- sangstrommel T hindurch. Sowie aber eine Spannungsschwankung in der Zelle auftritt, ändert sich der Polarisationszustand des Lichtes durch sogenannte „Doppelbrechung", und im gleichen Matze kann Licht durch das zweite Prisma hindurchtreten. Die Wunderzelle scheint überhaupt keine Trägheit zu haben. Wie Versuche gezeigt haben, sprach sie noch bei hundert Millionen Hertz, d. h. bei hundert Millionen Schwingungen in der Sekunde, tadellos an. Eine weitere unschätzbare Eigenschaft ist Funktechnik allgemein bekannten, gleichfalls trägheitslos arbeitenden Verstärkern lassen sich die Stromreize jedoch leicht genügend verstärken. Für Bildübertragungszwecke wurde die Photozelle nun umgebaut. Während man früher mit durchfallendem Licht arbeitete, bedienen sich Telefunken und Dr. Karolus des zurückgeworfenen Lichtes. Unser Bild 1 zeigt eine anschauliche Vorstellung von der neuen Sendeeinrichtung für drahtlose Bildübertraguna. Das Licht einer Lichtquelle L wird durch eine Linse zu einem ganz feinen Strahlenbündel gesammelt, dessen Spitze das auf einer firh drehenden und sich gleichzeitig in der Achsrichtung verschiedenen Trommel T befestigte Bild in einer Schraubenlinie von nur '/» Millimeter Steigung abtastet. Die Lichtspitze beleuchtet immer nur eine Fläche von ‘/zs Quadratmillimeter. Das von dieser Fläche zurückgestrahlte Licht fällt auf den aus allerfeinst verteiltem Kalium bestehenden Belag der Photozelle P, die ringförmig um das Lichtbündel herumgebaut Ist. Das „elektrische Auge", das durch die Ringform einem wirklichen Auge ähnelt, liegt im Stromkreis einer Batterie B von etwa 100 bis 200 Volk Spannung. Die durch das einfallenbe Licht ausgelösten Ströme werden in einem Verstärker V auf etwa 10 Milliampere gebracht und durch einen Ueberlagerer Ü auf den Sender S übertragen. Für den Empfänger hat Dr. Karolus eine schon früher bekannte Vorrichtung zu ungeahnter Leistungsfähigkeit verbessert. Es handelt sich um das von dem englischen Physiker I. Kerr 1875 ange- bte, dah sie sehr große Lichtmengen von Null bis zum Höchstwert zu steuern vermag. Das macht sie zum Fernsehen ganz besonders geeignet und allen anderen Lichtrelais weit überlegen. Die hervorragend schönen Erfolge mit der vor- stehend beschriebenen Bildübertragungselnrichtuna — ein Bild von 10 mal 10 Zentimeter, das 250 000 Bildpunkte enthält, konnte über Kabel in eineinhalb Minuten, drahtlos sogar in nur 20 Sekunden von Berlin nach Leipzig übermittelt werden — ermutigten Dr. Karolus zum Bau eines Bildsernsehers. An die Stelle der sich drehenden Sendertrommel trat ein Diapositiv, das durch eine optische Bild- zerlegungsoorrichtung lOmal in der Sekunde von einem feinen Lichtstrahl In eng nebeneinander liegenden Linien abgetastet wurde. Das elektrische Auge, die Photozelle, setzte die Schwankungen des durch das Bild hindurchscheinenden Lichtes naturgetreu in Stromschwankungen um, die die Karolus- zelle des Empfängers ebenso getreu wieder in Licht- Schwankungen zuruckoerwandelte. An die Stelle der Empfangstrommel war eine Mattscheibe mit vorgeschalteter optischer Bildzusammensetzvorrichtung getreten, die den in der Zelle beeinflußten Lichtstrahl gleich schnell mit der Bildzerlegunasvorrichtung des Senders ebenfalls lOmal in der Sekunde über die Mattscheibe huschen ließ. Genau wie beim Kinobild verschmelzen die einzelnen Lichteindrücke Infolge der Trägheit des menschlichen Auges zu einem einheitlichen Bild. Das tm fernen Sender abgetastete Bild wird also im gleichen Augenblick im Empfänger wahr- genommen! Ueber die näheren Einzelheiten des neuen Fernsehers kann aus naheliegenden Gründen nicht viel weiter berichtet. Als Ergebnis der Versuche sei nur noch erwähnt, daß eine Unterteilung irgendeines Bildes, gleich welcher Größe, in etwa 10 000 Bildelemente in den meisten Fällen genügt, und daß eine zehnmalige Ucbertragung in der Se- künde ausreicht. Es steht aber nichts Im Wege, genügend seine Zerlegungs- und Zusammensetz- Vorrichtungen zu bauen, die eine noch feinere Unterteilung erlauben. Die lichtelektrischen Heber- tragungseinrichtunaen halten jedenfalls noch eine wesentlich höhere Belastung aus. Für Bildübertragungszwecke wurde eine ganz neue Gleichlaufvorrichtung erfunden, die nach einmaligem Vergleich die Aufrechterhaltung des Gleichlaufs zwischen Sender und Empfänger auf Stunden hinaus gewährleistet, ohne daß die beiden Apparate — was bisher der Fall war — irgendwie miteinander in Verbindung stehen. Das Fernsehen ist wegen der hohen Bild- zeichengeschwindigkeiten — mindestens 100 000 Hertz — nur drahltlos auf kurzen Wellen möglich, da diese Zeichen nur solchen Wellen überlagert werden können, die ein Vielfaches der Zeichenschwin- gungen haben. In Betracht kommen nur Wellen- längen unter 300 Meter, also solche mit Schwin- gungszahlen von über einer Million Hertz, d. h. über einer Million in der Sekunde. Der nächste Wetz, an dem Dr. Karolus bereits arbeitet, sührt zum Fernkino, also-zur Uebertragung lebender Filmbilder, von einer Sendestelle aus auf die Mattscheiben beliebig vieler Empfänger. Die Losung dieser Ausgabe wird zweifellos gelingen, unb es ist nur eine Frage des Geldbeutels, ob man in wenigen Jahren, anstatt in die Oper, nach House zum tönenden und sprechenden Film gehen wird. Eine ganz große Aufgabe harrt jedoch noch der Lösung: die des Fernsehens wirklicher Gegenstände. Ansätze dazu sind schon vorhanden, theoretisch geht alles wunderschön, nur ein dunkler Punkt ist da im wahrsten Sinne des Wortes vorhanden: die zu geringe Helligkeit des durch das Objektiv eingefau- genen Abbildes. Hier tönt der Schrei des Erfinders mit dem Ruf des Dichters zusammen: Mehr Licht'. Der schwankende Fels. Don Professor Dr. Paul Kirchberger. Don jeher hat die Frage, wie es wohl im Innern der Erde aussehen mag, die Phantasie unb die Wißbegierde der Menschen gereizt. 3n der Sage aller Völker ist die „Unterwelt" der Sitz des Geheimnisvollen, Furchtbaren, Schrecklichen oder auch, wie bei den alten Griechen, bloß der der stillen Trauer. Es ist selbstverständlich, daß auch unsere über so ausgrbaute Hilfsmittel verfügende Daturwissenschast dieser Frage näher zu kommen sucht. 3m wesentlichen bieten sich der Forschung hierzu zwei Wege, nämlich die Untersuchung der Schwerewirkungen der Erde und der Eigentümlichkeiten in der Fortpflanzung der Erdbebenwellen. Die Schwerewirkung der Erde wird am genauesten durch die Aenderung in der Dauer der Schwingungen eines Pendels von bestimmter Länge erkannt. Daß die Schwere am Qkquator geringer ist als in nördlichen Dreiten und dah infolgedessen dort Pendeluhren langsamer gehen, ist schon seit Dewton bekannt. Seit jener Zeit weiß man auch, dah die Erde keine Kugel, sondern abgeplattet ist, und später stellte man fest, daß auch das Rotationsellipsoid ihre Gestalt nicht genau wiedergibt. Aber trotz ihrer keineswegs einfachen Form läßt sich die Schwerewirkung, die an jedem Ort bei gleichmäßiger Schichtung des Erdinnern eintreten müßte, berechnen. Ergibt nun die Messung ein hiervon abweichendes Ergebnis, so nmh man auf Unregelmäßigkeiten in der Dichte der Erdmasfen schließen. Z. D. kommt man, wie kürzlich Professor Angenheister (Göttingen) ausführte, auf diese Weise zu der Annahme, daß so gewaltige Gebirge wie etwa die Alpen und der Himalaja sozusagen auf zähflüssiger Unterlage schwimmen und allmählich ab- sinken. Noch viel reicher ist die Ausbeute bei der Untersuchung der sich bei gewaltigen Erschütterungen der Erde, vor allem also der sich bei natürlichen Erdbeben bildenden Wellen; sie werden an sogenannten Seismographen gemessen; das sind schwere Pendel, z. D. in wagerechter ober senkrechter Ebene schwingende Pendelstangen ober auch durch Federkraft im Gleichgewicht gehaltene Körper, die infolge ihrer gewaltigen Masse ben Erschütterungen des Bodens langsamer folgen als ihre Unterstützungspunkte. Die Bewegungen dieser Körper werden entweder durch Zeiger übertragen und unmittelbar ausgezeichnet ober auf optischem Weg, indem ein Lichtstrahl von einem auf dem Seismographen befestigten Spiegel zurückgeworfen wird, auf einer photographischen Platte sichtbar gemacht. Als Höchstwert kann man auf diese Weise eine millionenfache Vergrößerung erhalten, so daß Erschütterungen des Erdbodens von der Gröhe eines einzigen Atoms der Untersuchung noch zugänglich gemacht werden können. Die Schütterungen d^s Dovens bei Erdbeben werden verglichen mit künstlichen Schwankungen, die man z. B. dadurch hervorgerufen hat, bah man in bekannter Entfernung vom S ri'mographen eine schwere Eisenkugel auf den Fels fallen lieh, oder indem man Sprengstoffe explodieren lieh unb dergleichen mehr. Die Wellen, die sich bei Erdbeben fortpflanzen, find von zweierlei Art: entweder, wie die des Schalls, Längswellen, d. h. sie bestehen in einer Bewegung in der Richtung der Wellen- fortpslanzung, oder sie beruhen auf seitlichen Verschiebungen, sogenannten Scheerungen, und sind dann den Querwellen ähnlich. Beide Arten pflanzen sich nun mit verschiedener Geschwindigkeit fort. Außerdem können sie sich entweder längs der gekrümmten Erdoberfläche ober auf gradlinigen Weg durch das Erdinnere bewegen. Der Weg durch das Erinnere kommt natürlich nur in Betracht, wenn Erfchütterungsherd und Beobachtungspunkt weit von einander entfernt sind. So werden im allgemeinen vier verschiedene Wellen beobachtet, unb der Zeitunterschied, mit dem sie eintreffen, ist der wichtigste Anhaltspunkt für die weitere Forschung, denn aus ihm lassen sich Schlüsse über ben Weg der Wellen im Erdinnern ziehen. Durch zahlreiche Beobachtungen ist man zu der Vorstellung gelangt, daß die Erde aus verschiedenen, ziemlich scharf getrennten Schichten besteht. Der innere Kern aus Eisen oder Nickeleisen hat einen Halbmesser von etwa dem halben Erdhalbmesser; darüber kommt eine Kugelschicht, die aus Sulfiden besteht, also aus Stoffen, die wir von unseren Metallerzen her kennen, und darüber lagert sich eine SUikatschicht, deren Natur sich schon den Gesteinen der Erdoberfläche annähert. Trifft nun eine Welle auf eine Trennungsfläche zweier Schichten, so geht sie nicht glatt weiter, sondern wird ganz ähnlich rote die Lichtwellen beim Auftrefsen auf Glas ober Wasser aus ihrer Richtung abgelenkt, gebrochen. Wenn eine Welle eine innere Kugelschicht gerade streift, ohne in sie einzudringen, so muß eine benachbarte, die gerade eindringt, nicht unmittelbar neben der ersten, sondern infolge ihrer Ablenkung durch Brechung erst in erheblicher Entfernung von ihr an der Erdoberfläche anlangen. In dem Zwischenraum kommen keine Wellen an. Dieser merkwürdige Schluß ist durch die Erfahrung aufs Beste bestätigt; es gibt also auch bei Erdbebenwellen ganz ähnlich wie bei den sich in der Luft fortpflanzenden Schallwellen oder auch den Funkwellen eine Art „Zone des Schweigens". Freilich sind alle diese Schlüsse nicht ganz so leicht und einfach zu ziehen, wie sie sich hier ausnehmen mögen; als größte Schwierigkeit bleibt immer die Unsicherheit bestehen, ob die Naturgc- fetze, die sich in den bescheidenen Größenoerhält- ni'ifen eines physikalischen Laboratoriums bewährt haben, auch für die Größenoerhältniffe der Himmelskörper ihre Geltung behalten. Da gilt es also kühne wissenschaftliche Phantasie mit Kritik und Vorsicht zu verbinden, und man kann wohl sagen, daß, so sehr sich auch die Beobachtungen häufen mögen, die Wissenschaft hiermit nie zu Ende kom- men wird. So werden auch noch künftige Geschlechter die Inschrift des Göttinger seismographischen Institutes zu erfüllen trachten: „Ferne Kunde gibt dir der schwankende Fels; deute die Zeichen!* Zwischen Himmel und Erde. Don Professor Dr. Küster mann. Wenn auch wohl mit keinem Wort ein größerer Mißbrauch getrieben wird, als mit dem alten Ham- letwon, daß es noch mehr Dinge zwischen Hirn- mel und Erde gäbe, als sich unsere Schulweisheit träumen lasse, so ist das jedenfalls richtig, daß, wie die Welt überall voller Rätsel ist, so insbesondere auch der Raum „zwischen Himmel und Erde" des Merkwürdigen genug bietet. Schon die Fortpflanzung des Lichtes durch den leeren, von keinerlei Stoff erfüllten Raum wird allen denen unüberwindliche Schwierigkeiten machen, die in der Anschaulichkeit, d. h im Vergleich mit den uns wohloertrauten Bewegungsoorgängen, die Aufgabe der Naturwissenschaft sehen. Aber auch wenn das Licht den leeren Raum verlassen und die Grenze der Atmosphäre erreicht hat, hören die Rätsel nicht auf. Die Luft läßt bekanntlich den überwiegenden Teil der Lichtstrahlen ungehindert hindurch; einen Teil aber zehrt sie auf, und merkwürdige Wirkun- gen rühren daher, daß nicht alle Bestandteile des Lichtes in gleicher Weise von der Luft geschwächt werden. Diese hält nämlich die blauen Strahlen mehr zurück als die roten. Das Farbengemisch, das unser Auge für gewöhnlich erreicht, erscheint diesem als farbloses oder weißes Licht; natürlich nicht, weil ihm diese Eigenschaft an sich zukommt, sondern weil sich das Auge an dieses Licht gewöhnt, besser gesagt, unter seinem Einfluß als Auge entwickelt hat. An und für sich wäre es natürlich ebenlo gut möglich, daß wir auch das Licht der Abendoder Morgensonne, das einen besonders großen Weg in der Luft zurückzulegen hat und daher einen besonders großen Teil (einer blauen Strahlen ein- büßt, für weiß hielten, während es dem dem gewöhnlichen Licht angspaßten ülupe bekanntlich als rot erscheint; nebenbei bemerkt ist das rote Licht beim Auf- ober Untergang keine Eigentümlichkeit der Sonne; alle anderen Sterne sehen, wenn sie am Horizont stehen, auch rötlich aus, und man braucht also, wenn man dort einen rötlichen Stern sieht, durchaus nicht anzunehmen, daß es ausgerechnet der Mars sei, wie es die Leute tun, die von der ganzen Sternkunde nur das Schlagwort vom rötlich schimmernden Mars behalten haben. Daß das von der Luft zurückgehaltene blauen Licht im Blau des Himmels roietwr zum Vorschein kommt, wird uns danach keine Schwierigkeiten machen. Könnten wir umgekehrt den Lichtweg durch die Luft vermeiden, so würde die Sonne wegen des unlerm Auge ungewohnten Reichtums an blauen Strahlen bläulich erscheinen, während die Farbe des Himmels schwarz wäre. Wir würden dann a die Sterne, sofern wir nicht gerade in die Richtung der Sonne Dürften unb von ihr geblenbet würben, mit ber Sonne zugleich am Himmel erstrahlen sehen. Im Raum innerhalb ber Wanbelsternbahnen herrscht also gewissermaßen Tag unb Nacht zugleich. Viel mehr Schwierigkeiten bereitet eine andere Wirkung der Luft auf das Licht, nämlich die Brechung. Durch sie werden alle Sterne etwas in die Höhe gehoben, unb zwar um so mehr, je näher sie bem Horizont stehen. Beim Untergang ober Aufgang erscheinen Sonne unb Monb, weil ihr unterer Rand stärker in die Höhe gehoben wird als ihr oberer, nicht kreis-, sondern eiförmig. Auch bas eigentümliche Funkeln ber Fixsterne ist eine Wirkung ber Lichtbrechung in ber Luft; benn das von diesen Sternen in unser Auge gelangendes Strahlenbündel ist so außerordentljch dünn, daß irgendeine Ungleichheit in der Temperatur ober Dichte der Luft, die der Strahl auf feinem Wetze durchsetzt, gleich bas Licht des ganzen Sternes verändert, während uns die Wandelsterne infolge ihrer Nähe einen dickeren Lichtstrahl und damit ruhigeres Licht zusenden. Viel Kopfzerbrechen macht diese Lichtbrechung den Astronomen, denn sie fällt je nach Temperatur und Dichte der Luft verschieben aus; bie Temperatur unb Dichte sinb uns aber leiber nur in ber Nähe der Erdoberfläche bekannt, und so kommt es, das jener Professor nicht so unrecht hatte, der seine Vorlesung mit den Worten begann ..Meine Herren, man kann die Luft zwar nicht sehen; sie isi aber doch nicht so einfach, wie sie aussieht. y|.1 4 r' r V 'A* .,1' England, Rußland und Europa. Don Otto Co rbach. Die Erklärungen, die Tschitscherin, der Volkskommissar für die auswärtige Politik Sowjetruhlands, am zweiten Ostertage ausländischen Pressevertretern gegenüber abgab, haben in der öffentlichen Meinung Englands Befürchtungen ausgelöst, die am besten beweisen, wie wenig Deutschland Grund hat, dem Scheitern der Genfer Konferenz nachzutrauern. Die Verhältnisse nach dem großen Kriege üben gewiß auf die Entwicklung europäischer Dinge einen nachhaltigen Zwang zu größerer Einheitlichkeit aus, aber dieser naturgemäße Vorgang wird gerade am meisten gestört durch das Bestreben der mächtigsten europäischen Staatsmänner, die Völker Europas weniger um ihrer selbst als um bestimmter weltwirtschaftlicher und weltpolitischer Sonderinteressen willen einheitlich zu organisieren. Der ergebnislose Verlauf der Genfer Konferenz bedeutete in erster Linie e i n Fiasko für die englische Diplomatie. Die Londoner Regierung bedarf eines befriedeten europäischen Kontinents, um ihre überseeischen Interessen künftig nachdrücklicher als bisher wohrnehmen zu können und jederzeit ernsthaften Konsl'llen gewachsen zu sein, die darüber in fernen *2D. L:ei e.r ausbrechen könnten. Alm nun gleichwohl nicht in eine zu starte Abhängigkeit von den europäischen kontinentalen Machtverhält- nissen zu gelangen, muß sie in der europäischen Politik bei den schwächeren kontinentalen Regierungen, die gegen den Druck stärker aufbegehren, eine größere Hilfsbereitschaft und -Fähigkeit Vortäuschen, als ihr die Inanspruchnahme für überseeische Aufgaben gestattet. Sie muß gleichsam von dein Stammkapital an Prestige zehren, das eine jahrhundertelange Vorherrschaft Englands in Europa anhäufte. 2lber der Kontinent hat angefangen, aus der Hypnose englischer Vormundschaft zu erwachen. Er bedarf der englischen Führung nicht mehr, seitdem er sich genötigt sieht, durch Schaffung eines großen zusammenhängenden kontinentalen Binnenmarktes Ersatz für die schwindenden Aussichten des alten Exportindustrialismus zu suchen. Der britische Imperialismus kann nicht ernsthaft ein politisch-selbständiges geeintes Europa wollen, weil es dann neben dem amerikanischen noch ein Wirtschaftssystem mit großem kontinentalen Aktionsradius geben würde, das auf die verwickelten, leicht verletzlichen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den verschiedenen Teilen des britischen Weltreiches lähmend und störend einwirken mühte. Die Genfer Tagung legte die Widersprüche zwischen den britisch-im- perialiltischen und den kontinental-europäischen Interesse zu deutlich an den Tag, als daß selbst ein so geschickter politischer Hypnotiseur wie Chamberlain darüber hätte hinwegsehen lassen können und eine realpolitischere Einschätzung Londoner Freundschaftsversicherung durch die Wil» Helmstraße bedeutet das hoffentlich dauernde Ak- tivum, das die deutsche auswärtige Politik aus den Genfer Enttäuschungen zu buchen hatte. 2luch Tschitscherin betonte in seiner Osterbotschoft an die Vertreter der großen ausländischen Blätter, daß die englische Politik zugleich sich von Europa abgukehren, stärker den Dominions zuzuwenden und doch für England die Rolle des Schiedsrichters und die Hegemonie in Europa zu sichern trachte. Im Gegenlatz zu England, das zwischen Frankreich und Deutschland keine versöhnliche Stimmung aufkommen lassen wolle, würde Sowjetruß- lond. wie uns Tschitscherin versichert. Europa t>or allem durch eine Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich Auen Frieden zu bescheren suchen, „der seine Beherrschung durch andere Mächte ausschlösse". Indessen ist die Sowjetregierung m-ndestens in . eben dem Maße zugleich Exponent europäischer und außereuropäischer Interessen wie die brr- i tische, und man hat daher im eigentlichen Cu- _ toüa allen Grund, auch den Moskauer pan- < europäischen Friedensklängen gegenüber ein gesundes Mißtrauen zu beobachten. Als die ja- neew'ijimi ................... IUI ।e£iii ■leiueie Die Technik auf der Hrankfutter grühjchrsmesse. Q3Dn unserem nach Frankfurt entsandten technischen Mitarbeiter. (Rachdruck verboten.) Mehr als früher tritt in diesem Frühjahr au« der Frankfurter Messe die Technik in den Vordergrund des Interesses. Die große Festballe beherbergt die interessante Verkehrs rege- lungslchau mit der Autom?rilmesse. Daran schi eßt sich die im Erdgeschoß des Hauses der Moden untergebrachte eigentliche Tech ische Messe an; die auch noch einen Teil des dahinter liegenden Freigeländes bedeckt. Die Verkehrsregelungsschau gibt in äußerst anschaulicher Weise einen Tieberblick über alle Einrichtungen zur Regelung des modernen Straßenverkehrs. Alm diese anschaulich im Betrieb vorführen zu können, hat man den Mittelraum der Fest Halle in ein Reh von Stroben und Kreuzungen verwandelt, auf der die Vorführungen durch Fußgängerverkehr und Gefährte aller Art erfolgen. Es handelt sich also, tote ausdrücklich hervorgehoben werden muh, nicht um eine modellmäßige Darstellung, fon- dern um Demonstrationen am tatsächlichen Objekt, d. h. genau der Wirklichkeit entsprechend. Von den Galerien der Festhalle kann man den gan- zen Verkehr und feine Regelung von oben aus anschaulich und gefahrlos beobachten und daraus lernen. Es ist unseres Wissens das erste Mal, daß so etwas in dieser Form vorgeführt wird. Die Zahl der während der Vorführung das angelegte Straßennetz nach allen Richtungen durcheilenden Automobile, Fahrräder und Handwagen jeder Art ist so groß, daß sie ein getreues Abbild eines großstädtischen Verkehrszentrums gibt. Die eingebauten Signalapparate geben den Beweis. daß man mit ihrer Hilfe durchaus in der Lage ist, entsprechendes, richtiges Fahren der Fahrzeuge und Verhalten der Fußgänger vorausgesetzt, jeden Verkehr einwandfrei zu regeln nni> die Zahl der.Unfälle auf das geringste Maß zu reduzieren. An der Hauptlreuzung steht eine elektrische Verkehrslichtzrichmanlage, wie sie feit Ende vorigen Jahres in Hamburg zur vollen Zufriedenheit im Betrieb sind. Die Anlage besteht aus einem hohen Mast, an dem in der Richtung jeder Straße drei Lampen befestigt sind, die in den Farben rot für .Halt', gelb für „Achtung" und grün für „ Fahrt" aufleuchten. Diese Lichtzeichen können entweder automatisch in regelmäßigen Abständen oder auch von dem am Fuße des Mastes stationierten Be- I panischen Flieger auf ihrem Europafluge in Moskau weilten, betonte der Vertreter der Sowjetregierung, der sie in einer Ansprache begrüßte: „Wenn in alten Tagen jemand einen Russen zu beleidigen wünschte, so nannte er ihn einen Asia ten; heute sind wir st olz, zu den Ländern der asiatischen Erde gerechnet zu werden." Stalin äußerte, wie der englische Publizist Robert Machray, der sich damals in Sowjetrußland aufhielt, in der Fortnigthly Review berichtet, bei derselben Gelegenheit zu einem japanischen Journalisten: „Auch ich bin ein Asiate." Wie kann man also in sowjet- russischen Staatsmännern unbefangen Wegbereiter der künftigen „Vereinigten Staaten von Europa" sehen, wenn sie asiatischen Völkern gegenüber so auf treten, als ob sie mit dem eigentlichen Europa überhaupt nichts mehr zu tun haben, als ob sie künftig nur mehr als Asiaten gelten wollten. In Wirklichkeit werden die Völker Europas nicht zur Rübe kommen, solange sie durch den englisch-russischen Gegensatz zwischen „westlicher" und „östlicher" Orientierung hin- und hergezerrt werden. Die dadurch hervorgerufene Verwirrung wird noch dadurch gesteigert, daß auch der amerikanische Machtfaktor aufgehört hat, in Europa rein automatisch durch den Dollar zu wirken, vielmehr sich in ganz bestimmten politischen Vorgängen auszudrücken beginnt. Die Rolle, die Brasilien auf der Genfer Konferenz spielte, wäre undenkbar, ohne daß sie in Washington stillschweigend gutgehe.hen worden wäre, und wenn sich der italienische Fa- szismus gegen europäische Gesamtinteressen auszutoben sucht, so ist dabei die Begünstigung durch dasselbe amerikanische Finanzkapital mit im Spiele, das dem italienischen Bevölkerungs- Überschuß. dem Hauptnährboden der kriegerischromantischen Kolonisationspläne Mussolinis, die amerikanische Erde sperrt. Ein wirklich einiges und einheitliches Europa ist nicht denkbar als britisches Dominion, noch als sowjetrussische Provinz. noch viel weniger als amerikanische Finanzplantage. Die Zukunft der Völker Europas hängt ab von ihren Bemühungen, sich von dem Druck imperialistischer Herrschaftsansprüche zu befreien, mögen sie von London. Moskau oder Washington ausgehen. Sowohl England wie Rußland gehören kulturgeschichtlich zu Europa; gerade deshalb hat die Einigkeit Europas zur Hauptvoraussetzung, daß sich London und Moskau den Gesamtinteressen Europas unterordnen und ihre außereuropäischen Gebiete gleichsam als Mandate Gesamteuropas, die als solche dem Unternehmungsgeist aller Völker Europas ofsen ständen, betrachten lernen. japanischer wirtschastsbmf. Von Dr. Herbert Jäger. Tokio, Anfang März 1926. Man hat die Vereinigten Staaten von Nordamerika und Japan als die beiden großen Kriegsgewinnler des Weltkrieges bezeichnet. Gewiß haben beide Länder aus dieser Weltkatastrophe ungeheure wirtschaftliche Vorteile gezogen und sich Eingang in vielen bis dahin Europa vorbehaltenen Märkten zu verschaffen gewußt; aber während Amerika in staunenswertem Aufstieg aus dem Schuldnerland Europas das große Weltgläubigerland wurde, ist Japan seiner im Weltkriege erlangten Vorteile durch rohe Raturgewalt so ziemlich verlustig gegangen. Das gewaltige Erdbeben vom September 1923, dessen wirtschaftliche Nachwirkungen man heute noch spürt, hat nicht nur den größten Teil des damals gewonnenen Reichtums vernichtet, sondern auch daS Land in wirtschaftlicher Weise stark zurückgeworsen. Während sich in den U. S. A. beinahe die Hälfte der internationalen Goldbestände anhäuften, beträgt heute die Nationalschuld Japans nahezu 4,5 Milliarden OJen gegen 2,5 Milliarden Ven im Jahre 1914. Das bedeutet eine Steigerung pro Kopf der. Bevölkerung von 45 auf 80 Pen. Die Folgen sind allerdings verständlich, wenn man sich die geradezu furchtbaren Wirkungen amten sowie von jeder anderen Stelle gegeben werden. Wie die Erfahrung in in- und ausländischen Großstädten gezeigt hat, ist dadurch eine sehr gute Regelung des gesamten Verkehrs möglich. Wir weisen nur auf den Potsdamer Platz in Berlin hin, wo seit Aufstellung des nach denselben Grundlinien arbeitenden Verkehrslärmes der Verkehr von einem einzigen Beamten mühelos geleitet wird. In Neuhork leuchten diese Verkehrszeichen Tag und Nacht an den verkehrsreichen Straßenkreuzungen automatisch auf. Sehr wichtig ist. es, daß man durch automatische Verbindung bzw. Versetzung der Signale den Verkehr für ganze Strahenzüge regeln kann, so daß sich die Verkehrsregelung nicht nur auf die eine Kreuzungsstelle, sondern auch auf alle umliegenden Straßen erstreckt. Dadurch wird der Verkehr in einem mehr oder minder umfangreichen Gebiet entsprech md reguliert, und das zeitraubende Halten der Fahrzeuge auf ein Minimum beschränkt. Außerdem wird es möglich sein, eine große Ersparnis an Beamten zu erzielen, die dann anderweitige Verwendung finden können. Am Fuße des Mastes befindet sich eine Fernsprechanlage, die dem Beamten Verbindung mit der Zentralstelle gibt. Eine Ergänzung hierzu sind kleine transportable Masten, die je nach Belieben und Bedarf an jeder Straßenkreuzung aufgestellt werden können und von Hand bedient werden. Weiter bezeichnen weiße Farbstriche die Uebergänge für die Fußgänger, und in die Straßenmttte in Echildkröteniorm eingebaute Lichter geben dem Fohrzeugverlehr die notwendige Fahrtrichtung. Unter Umständen können auch an geeigneter Stelle angebrachte Spiegel die Sicherheit gegen rückwärtiges Anfahren stark erhöhen. 3n der Festhalle sind an verschiedenen Stellen derartige Spiegel angebracht. Daß die Automobile heute wohl fast alle mit Fahrtanzeiger versehen sind, dürfte selbstverständlich sein. Es ist aber dabei auch darauf du achten, daß der Fahrtanzeiger auch nach hinten das beabsichtigte Einbiegen nach links oder rechts oder die Absicht des Haltens kund- gißt Neuerdings findet man auch Radfahrer mit entsprechendem Fahrtanzeiger. Wir sind der An- stcht. daß sie ebenso erwünscht sind wie bei den Automobilen und Mo.orrädern. Der Berkehrs- polizeibeamte kann dadurch schon auf größere Entfernung einwandfrei ersehen, wohin der Radfahrer einbi^gen will, und ihm die erforderlichen Anweisungen geben. Daß natürlich auch der Fußgänger die Fahrtrichtungsanzeiger streng beachten muß, durfte selbstverständlich sein. dieses Erdbebens vor Augen hält. In Tokio und Vokohama allein wurden etwa 90 Prozent aller Fabriken zerstört. Für 60 Millionen Rohseide und für über 20 Millionen Ven Oel wurden in wenigen Stunden vernichtet. Es ist klar, daß sich eine derartige Erschütterung des Wirtschaftslebens noch lange in ihren Auswirkungen bemerkbar machen muß. Mit um so größerem Erstaunen aber sieht man, wie schnell Japan die ungünstigen Folgen der Katastrophe überwunden hat, mit welch geradezu amerikanischem Tempo Neues, Besseres aus Vernichtetem erstand und mit welcher Energie sich das japanische Volk dem schwierigen Werke des Wiederaufbaues hingegeben hat. Gerade wir Deutschen können aus dieser Einstellung des Japaners den dunklen Schicksalsmächten gegenüber aus seinem fatalistischen Absinden mit dem Unvermeidlichen und aus seinem kraftvollen Schöpferwillen viel lernen. Durch eine uralte Kultur ist der Japaner dazu erzogen worden, Gefühle des Schmerzes hinter einer undurchdringlichen lächelnden Maske zu verbergen; sollten auch wir nicht etwas mehr versuchen, unsere Leidenschaft zu meistern und mit zusammengebissenen Zähnen unserer Schwierigkeiten Herr zu werden trachten, anstatt der Welt das Bild innerer Zerrissenheit und das Gewinsel kleiner Geister zu bieten. Die wirtschaftlich ruinösen Folgen des Erdbebens werden durch die ungünstige Lage der gesamten Weltwirtschaft nur vergrößert. Hinzu kommt, bafj die Wirren in China, die gespannte Lage in der Mandschurei und gewisse inner- politische Schwierigkeiten Japans selbst nicht dazu angetan sind, einen raschen Wiederaufbau zu fördern. In der Tat hat Japan noch viele schwierige Probleme zu lösen. Die hierbei gewählten Wege erscheinen dem Fremden vielfach dunkel und gewunden. Wirtschaftlich aber macht Japan keine Zickzackwege, sondern steuert klar und nüchtern und mit zäher Energie dem Ziele, einem energischen Wiederaufbau seiner Wirtschaft, zu. Das Jahr 1924 war ohne Zweifel noch recht kritisch für die japanische Wirtschaft. Eine mittelmäßige Ernte hatte die ohnehin stets bestehenden Ernährunas-chwieriekeiten noch vergrößert. Die Preisentwicklung für Rohseide verlies ungünstig und die allgemeine Stagnation des Welthandels machte sich in Absatzschwierigkeiten aller Art fühlbar. Durch energische Maßnahmen aller Art, wie sie z. B. eine großzügige Kreditgewährung der öffentlichen Hand oder die weise Wirtschaftspolitik darstellen, gelang es, die schlimmsten Folgen der Wirtschaltsdepre^sion abzuwenden. Eine zielbewußt eingeleitcte Konzentratiorsbewegung, die in der Zusammenfassung der wichtigsten Cisen- rrnd Stahlwerke des Landes zu einem gemischtwirtschaftlichen Unternehmen unter staatlicher Leitung ihren Höhepunkt erreichte, erzielte man eine höchst wertvolle Zusammenfassung der Kräfte, die sich wieder in einer erhöhten Wettbewerbsfähigkeit auswirkte. Die Verbesserung des Wirkungsgrades der japanischen Industrie tritt auch in der fortschreitenden Elektrifizierung der Wirt schaf t zu Sage. Nichts ist bezeichnender für die moderne Auffassung der japanischen Wirtschaftsführung als das rapide Wachstum der Technik in Industrie und Gewerbe. Die reichen Wasserkräfte des Landes kommen dem Plane einer weitgehenden Elektrifizierung in glücklichster Weise zu Hilfe. Zurzeit sind zwei Zentren zur Ausnützung dieser Wasserkräfte vorhanden, von denen das eine im Osten der Insel die Städte Tokio und Vokohama umfaßt, das andere int Westen Kobe und Osaka einschließt. Beide Zentren sind bis jetzt nicht einheitlich verbunden, aber die Entwicklungstendenz geht sicherlich dahin, ein einziges großes Kraftnetz zur Versorgung der Hauptindustrien des Landes zu schaffen. Die dauernde Lieferung bedeutender Mengen elektrotechnischer Erzeugnisse ist damit gegeben, ein Umstand den Deutschland nicht vernachlässigen sollte. Gehen die oben angedeuteten höchst modernen Maßnahmen auf eine Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Industrie aus, so wird deren Stoßkraft gerade durch veraltete So kann mit Hilfe entsprechender Lichtsignal- eiririchtungen, zu denen noch, wie auch am Potsdamer Platz in Berlin, weitere, natürlich das gleiche Signal zeigende Nebensignale unmittelbar an den Straßen treten, und einer entsprechenden Disziplin des Publikums und der Fahrer eine recht sichere Regelung des Großstadtverkehrs in unseren oft sehr engen Straßen treten. Ohne Zweifel werden die in Frankfurt vorgeführten Einrichtungen bald in allen größeren Städten und auch an sonstigen wichtigen Verkehrspunkten zu finden sein. Die Zustände in den engen Straßen unserer S.ädte erfordern noch viel dringender eine Regelung des Verkehrs durch Licht- signale, als in Amerika. Eine wertvolle Ergänzung zur Verkehrsregelungsschau sind die im ersten Rang gezeigten Modelle von den Verkehrs.ege.ungsanlagen auf dem Potsdamer Platz und in anderen Straßen Berlins. Ebenso 3 igt die Stadt Hamburg verschiedene Verkehrs, e.-elungcawagen. Wei e:e in» tere fante ve.kehrsstatistische Angaben, dargestellt in Modellen oder auf Zeichnungen, beschließen diese Abteilung. Rings an den Wänden der Festhalle im Parterre und im ersten Rang finden wir eine Automobilschau, die noch bedeutend reicher als die vorjährige im Herbst ist. Wenn auch bedauerlicherweise wieder die ausländischen Typen bei weitem überwiegen und dadurch der falsche Eindruck erweckt wird, als wenn wir in Deutschland keine den ausländischen gleichwertige Wagen herstellten, so geben doch die wenigen vertretenen deutschen Typen den Beweis, daß wir keinen Grund haben, den ausländischen Wagen den Vorzug zu geben. Unsere deutschen Wagen besitzen jetzt auch wohl fast alle die technischen Feinheiten, die früher vielleicht nur am fremden Wagen zu finden waren. Und durch eine planmäßige Umstellung der Fabrikation sind wir auch in der Lage, im Preis zu konkurrieren. Im Lastwagenbau ist unsere deutsche Automobilindustrie ohne Zweifel dem Ausland sogar in jeder W.i e beträchtlich überlegen. Wir sehen einen Autobus für 33 Personen und einen Dier- tonnen-Lastkraftwagen, die durch ihren kurzen, gedrungenen Dau. großes Fassungsvermögen, sowie durch Anordnung des Führersitzes oberhalb des Motors, womit eine sehr gute Tiebersicht auf die Fahrbahn gegeben ist, sehr beachtenswert sind. Ein äußerst praktischer Gebrauchswagen ist auch der 5/25 ll. 8.-Viersitzer mit Castell- Karo'serie der Hessischen Automobil-Gesellschaft in Mainz. In dem „Leila" Leichllastwagen finden wir einen neuen und sehr billigen Typ für 3 ’t. Tonnen Nutzlast. Er dürfte sich sehr zur Verhältnisse, wie sie in vielen Industrien herrschen, noch vergrößert. In einer Reihe von Industriezweigen ist die Lage der Arbeiter noch recht trostlos. Obwohl sich Japan der Washing- tvner Arbeitskonvention vom Jahre 1919 an- schloß, und die Vorschriften über die Arbeitszeit für die östlichen Länder annahm, werden diese Bestimmungen in vielen Betrieben wenig beachtet. Besonders in den Baumwollspinnereien, deren Arbeiterschaft vorwiegend aus kläglich entlohnten Frauen und Kindern besteht, arbeitet man durchschnittlich 11 Stunden in einer Schicht. Der Erfolg Japans in seinem Ringen nach Wiederaufbau drückt sich besonders in den ft e i- genden Außenhandelsziffern aus. Hier hat die Regierung die Ausfuhr durch die Schaffung besonderer Export-Organisationen nach dem Muster alter Gilden durch eine großzügige Kreditgewährung und durch staatliche Subventionen zu fördern gesucht. Allerdings hat das japanische Ausfuhrgeschäft noch nicht das Ausmaß der Zeit während des Krieges erreicht, wo es bis zu 57 Prozent des gesamten Außenhandels ausmachte, immerhin wiesen Export wie Import im vorigen Jahre eine Rekordhöhe auf. Die Ausfuhr war mit 2,305 Millionen Ven nahezu 500 Millionen Ven größer als im Jahre 1924 und überstieg sogar die Rekordaussuhr des Jahres 1919. Besonders Rohseide, Baumwollgarne und Textilien wurden in steigender Menge ausgeführt. Die Einfuhr-stellte sich auf 2,572 Millionen Ven gegenüber 2 453 Millionen Ven im Jahre 1924. Gerade in der Einfuhr tritt die wachsende Erholung Japans von der Wirtschaftskrise besonders klar hervor. Während das Jahr 1924 in der Einfuhr zu einem großen Teile Wiederaufbaumaterialien der verschiedensten Art zeigte, brachte das Jahr 1925 eine große Zunahme der Einfuhr von industriellen Rohstoffen, Halbfabrikaten und modernen Ar- beits- und Kraft-Maschinen. Man arbeitet also wieder mit Hochdruck. Die Einfuhr von Rohbaumwolle stieg von 605,3 M llionen Ven im Jahre 1924 auf etwa 923 Millionen Ven int Jahre 1925. Deutschland war bei der vorjährigen Einfuhr Japans nur mit etwa 5 Proz. beteiligt, während die Der. Staaten von Nordamerika, die politisch doch gewiß nicht Japans Freund sind, mit etwa 25 Proz. an der Einfuhr und sogar mit nahezu 43 Proz. an der japanischen Ausfuhr beteiligt waren. Man sollte annehmen, daß diese wirtschaftliche Interessengemeinschaft stark genug fei, um einen Krieg zwischen beiden Mächten unmöglich zu machen. Und doch glüht unter der Oberfläche der Haß des Japaners gegen Amerika, nicht nur wegen der Gegensätze im Pazifik und der amerikanischen Expansionstendenzen in China, sondern auch weil die Amerikaner in ihrem nüchternen Geschäftsgeist fein Verständnis für die alt-japanische Tradition und für die Heldenverehrung Japans besitzen. Gerade aber diese alt-japanische Tradition ist das Geheimnis des schnellen Wiederaufstiegs Japans. Ihr verdankt es seine ungeheure Energie und Lebenskraft, sie ist der Grund, weshalb dieses kleine Inselreich die Nachwirkungen des Erdbebens so schnell überwand und in einem erstaunlichen Aufstiege begriffen ist. Wirtschaftlich übernimmt Japan die westliche Kultur und sucht sich die Technik der alten und neuen Welt dienstbar zu machen, aber in seiner heimischen Kultur hält es an den eigenartigen Lebensäußerungen seiner alten Tradition fest, die ja stets das letzte Geheimnis der Stärke eines Volkes sind. Die Frankfur-erFrühjahrsmesse Frankfurt a. M., 13. April (WSN.) Der zweite Messetag brachte nicht den vielfach erwarteten geschäftlichen Aufschwung; nach wie vor ist das hervorstechendste Moment für das diesjährige Messegeschäft die trostlose wirtschaftliche Lage, die die Käufer vom Messebesuch zurückhält. In Bedarfsartikeln wurden in einigen Spezialgebieten zwar ganz g .te Abschlüsse getätigt, so vor allem in guter Konfektion, Hausschuhen, Strumpfwaren, Damenwäsche, Krawatten, Güterbeförderung im Kundendienst eignen. Ein leichter dreirädriger Transportwagen ist der „Blitz"-Motortransportwagen. Auch den Typ des schweren Lastkraftwagens mit Kippvorrichtung finden wir in dem Meiller-Kipper vertreten. Der Wagen ist mit einer hydraulischen Motor-Drei- seiten-KipPvorrichtung ausgerüstet. Das Gebiet der Zubehörteile für die Autotechnik ist mit manchen sehr beachtenswerten Neuerungen vertreten. So stellt eine <5ranffurter Firma eine Tankanlage aus, die zwar wie die anderen auch das Benzin oder Benzol durch eine Flügelradpumve nach oben befördert, aber nur einen gemeinsamen Auslauf besitzt. Da ber Brennstoff ein Filtersieb durchlaufen muh, so ist seine absolute Reinheit garantiert. Neu ist ein Entlüftungsventil zur Schlauchentleerung und eine besondere Zapfstelle für Kühlwasser. Durch den Dotos-Zerstänber (Walter Löwenstein in Gießen) ist man in der Lage, den Lackanstrich eines Autos sehr schnell und gut zu reinigen. Gr trägt wesentlich dazu bei, daß die teuere Lackierung lange erhalten bleibt. Auch das Vulkasit dürste vielen ein brauchbarer Helfer in der Not fein. Mit ihm kann man selbständig auf kaltem Wege ohne Apparat jede defekte Stelle an Luftschläuchen und an allen übrigen Gummiteilen sofort gründlich wieder instand setzen. Die Duplo-Schmierung wird nicht, wie so viele der anderen Schmierapparate, mit offenem, dem Staube und Schmutz ausgesetztem Fett gefüllt, sondern die Duplo-Tube wird nach Entfernen des Dpitzendeckels in den Zylinder ein- geschraubt. Durch eine sinnreiche Konstruktion kann man genau fest st eilen, daß auch wirklich Fett in die zu schmierende Stelle eindringt. Mit dem selbstregistrierenden Kontrollapparat Autograph kann man Zahl, Zeitpunkt und Dauer der einzelnen Fahrten und Halte, sowie bie Fahrtgeschwindigkeiten und Länge bet gefahrenen Strecken genau aufschreiben. Er besitzt außetbem einen besonderen Kilometerzähler, an bem auch die Gesamtkilometerzahl abzulesen ist. Immer mehr Verbreitung findet die elektrische Beleuchtung am Fahrrad. Seine Vorteile gegenüber der Azetylenbeleuchtung liegen in dem Fortfall jeder Betriebskosten und in der steten Delriebsbereitschaft. Mit der elektrischen Lichtmaschine kann dem Radfahrer nie der Betriebsstoff ausgehen, da ja der Strom durch den Lauf des Rades erzeugt wird. Wir erwähnen das Doschlicht, das sich durch kleine Abmessungen und geringes Gewicht und durch stets gleichbleibende Leistung auch nach jahrelangem Gebrauch auszeichnet. Hl fes pel!e> beiden " schwang meinen l wie vor zu einem Diebe" gtOD“ । Mkmal wie an HerWv Teil der 5iC1[tn niche N $iirr r c.3m arbeiten JM v den 3M @aub)< kämpf' Derteryi famteit il schenkt, -en kann, ein Hoyer .Muster werden. 2l zick trete jidSturntt mehrmals Mdda mi Übungen bereits in ten, um Wortes 0 bestimmte Schwirrt? vvrturne stattfink Übungen oen biet der Gau Gebieten Arbeit fi (') D zen Tag der Ligl von Mu sehr flat wutbt au. bet dritte? die Epielll Trotzdem I Mierendr dem des stelbmg { haben. 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Ich werde von der Regierung — allerdings meiner Meinung nach vollkommen ungenügend — dafür bezahlt, daß ich dem Rechte zum Rechte verhelfe. Und deshalb muß ich Sie zu dem Beginn unserer Unterhai- tung zurückführen, Frau Herzogin. Ich muß den Mörder des Portugiesen in die Hand bekommen. Die Sache ist unangenehm genug, denn der Mann war Diplomat und so könnte sich noch eine Affäre mit unangenehmen Folgen daraus entwickeln. Und dann, Frau Herzogin, noch eins! Das Wichtigste von allem! Ich bin überzeugt, der Mann, der Sie hierher zitiert, um Ihnen das Papier zu geben — ich schätze übrigens, er wird es sich teuer bezahlen lasten wollen." „Ich bin darauf vorbereitet", sagte Gloria. „Wir werden sehen, daß wir keinen Penny da« für zu zahlen haben. Der Mann wird sich irren, obwohl er ein ebenso verwegener wie verschlagener Bursche sein muß--Sie werden mir helfen, ihn zu fangen?" „Wie soll ich das?" „Ich kann natürlich jetzt nichts sagen, Frau Herzogin. Das wird alles von den Bewegungen der Gegenseite abhängen. Wir haben es ober mit Gegnern zu tun, die das Prädikat erstklassig verdienen. Bedenken Sie, Frau Herzogin, der Mann steht hinter Ihnen, als Sie schießen. Schießt gleichzeitig mit Ihnen.'Schlägt dann den Schutzmann nieder, der Lord Harald festnehmen will. Hierauf leert er in aller Ruhe die Schränke und Läden, nimmt, was er braucht, und empfiehlt sich unserem ferneren Wohlwollen. Ich freue mich direkt darauf, die Be- konntschast dieses Burschen zu machen. Ich empfinde fachmännischen Respekt vor ihm." (Fortsetzung folgt.) Sie starrte ihn wie versteinert an. Hörte 'eine Worte, ohne sie zu erfassen. Was sagte er? Sie hatte Los Valdas nicht erschossen — — irgendein Dritter — —? Gott im Himmel — was für Scherz trieb er mit ihr! Ein breiter, funkelnder Lichtstreifen kam stärker und stärker vom Lande her. Das war die Digue von Ostende mit dem strahlenden Kursaal, mit den großen Speisesälen ihrer Hotels —. Auf den Decks der ersten Klaste drängten sich die Passagiere zusammen. Kein Mensch kümmerte sich um das Paar vorne am Bug. Sir Walter holte zwei kleine, schwarze Gegenstände hervor und reichte sie Gloria auf der flachen Hand — zwei Revolvergeschosse. „Sehen Sie, Frau Herzogin," sagte er, „das kleinere dieser beiden Bleistücke stammt aus dem Revolver, aus dem Sie geschossen haben. Es ist deformiert, denn anstatt weiches Menschenfleisch zu durchbohren, ist es in eine Marmoruhr gegangen und hat diese zerstört--" Marmoruhr! Die Uhr auf dem Schreibtisch! Sie war kein Schütze, der auf drei Schritte, einen Menschen fehlte-- „Es ist nicht möglich!" stammelte sie. „Was ist nicht möglich? Daß Sie einmal daneben schießen, Frau Herzogin? O, das ist sehr gut möglich, denn auf Menschen, selbst wenn sie solche Halunken sind wie Las Valdas, schießt es sich ganz anders wie auf eine Scheibe oder ein Stück Wild. Rein, Frau Herzogin, Sie können ruhig die Qual, unter der Sie bis jetzt gelitten haben, hier über Bord werfen! Schnell und für immer, Herzogin Gloria! Ich. der Mann der Polizei, jage Ihnen das! Dieses Geschoß hier — das hat Las Valdas getötet, denn das haben wir ihm aus dem Loch in feiner Brust gezogen!" _ „Großer Gott!" schrie sie auf--»Aber ift es wahr? Sir Walter — Sie treiben keinen Scherz mit mir! Sie können ja nicht ahnen, was ich gelitten habe--' Eben jetzt noch auf der Fahrt — — oh, es war furchtbar! Es war beinahe zu viel---!" „Ich weiß, Frau Herzogin! „Und Harald?" „Ich mußte ihn fefthalten, obwohl wir von der ersten Minute an wußten, daß er nicht der Mör — alt-iajxmische Tradition ist schnellen Wiederaufstiegs es seine ungeheure Energie der Grund, w^halb dieses Aachwirkungen des Erdend und in einem erstaunen ist. Dirtschaslltch über- liche Kultur und sucht sich und neuen Welt blenftftir ter fielmifäen Kultur -ölt CeBenSäußerungm Wa ? ja stets da- W« Ge- ! Volkes V«xb. Frühjahrsmesse .. 13. April (DST) Sn nicht den vielsach ertoar- isschwung! nach wie vor ;e Moment für das dies- löst die trostlose toirt- die Käufer vom Wesse- VedarlSartikeln wurden In zwar ganz gute Abschlüsse in guter Konfektion, Haus- , Damenwäsche, Krawatten, $ Arbeite. , sonders ■ ln9en ^$8^3 des $tij das 11 des gH? "reich,, !re eine tm. w. ; SS8* °. «»Berate "Je. die t?6i 2ahtt wurden „ ö • QUDl‘ Site Anfuhr Ju ein^^tenb malien der Anfuhr hnn • ** eint itai uni «... molmet 3t, «He $6 ,unb k9aT mit nahezu Elchen Ausfuhr betS *;n ba6 diese 8 'S chaft stark genug ei ' beidenNächten 4 glüht unter der Ober- oVanctg gegen Amerika egenfat)e im Pazifik und mzonstenden-en in Ehina n'n ihrem kein Verständnis für itwn und für die tzelden- chen. Kundendienst eignen. Ein Transportwagen ist der wagen. Auch den Typ des ens mit KiPvvowchtM illcr-Kipper vertreten Der hpdraulifchen Dolor-Drel- »LKLVSS yt aus, die zwar Wie Die wfr für iJfeir WnetI Ä ■ s niAt wie wung wird g- offcnCm, nieraPpaW s. « ge- nutz nach W plo-T^„ ^linder ein* kels in d?"/konstruktiv" 'JwiWg jfiir g M,?" nic d-- Äf Mten tmb Mühen. Doch fehlten auch hier ®cpB- Lschlüss« fast ausschließlich. 3n der Automobil- messe begegneten billige Wagen großem Interesse. Sehr stark besucht war wiederum die Ter- kehrsschau: alle« in allem genommen bildet sie bas hervorstechendste Moment der d.fahrigen Frühjahrsmesse. Auch die Hanauer Edelstem, messe, die im großen und ganzen nur zu Propagandazwecken ausgestellt hat, hat einige Abschlüsse zu verzeichnen. Still lag bie Kunstgewerbemesse. Ganz gut besucht war auch d-e im Goethe- gymnasium untergebrachte Griinbermefte, die ?nterC[lante 6inbt.de in das Ach nicht bezahlt worden sind. Die Steuerbehörde hat die Karten beschlagnahmt. — Einer späteren Meldung zufolge ist es abends spät gelungen, die ftnanzielle Sicherung für die weitere Durchführung des Berliner Sechsiage-Rennens zu schaffen. Es ist eine Einigung mit der Steuerbehörde erzielt worden. Die EporthaUendirektion hat die Finanzierung der Fahrer übernommen. Damit war die Krise erledigt. Die tolle Herzogin. Roman von E r n ft Klein. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 40 Fortsetzung Rachbruck verboten Calais war schon längst zur Rechten geblieben. Die Türme von Dünkirchen zeigten sich als jchwache Striche am Horizont. Jetzt, burch bie Festlanbküste gebe (ft, kam bie ruhigere See. Das Schiss rollte nicht mehr. Ab unb zu ein Wiegen, wenn ber Ausläufer einer großen Woge von braußen her oor- überglitl--Das Deck belebte sich. Wer nur irgenb konnte, kam herauf, um ben wunberschönen Abenb zu genießen, ber sich langsam nieberfentte — An ber Küste begannen bie Leuchttürme aufzublitzen. Drüben im Westen versank bunkel bie Sonne. Ihre letzten Strahlen schimmerten hell an ben Fenstern ber Häuier am Strande — Fischerboote stapften zum Aoenbfang hinaus — Neben Gloria pflanzte sich ein Hochzeitspaar auf. „Er" erklärte „Ihr" an Hanb ber Karte bie Küste. „Das ist Dunkerque — weißt du, Darling, wo bie Deutschen im Kriege--" Gloria roanbte sich jeufzenb ab. ©ebrängt voll waren jetzt beide Decks, und in langen Reihen stanken die besetzten Stühle. Aller Blicke folgten ber schönen Frau, wie sie sich burch bie fchwale Gasse schob. Hier unb ba fing sie ein Wort auf — Sie ging über die Brücke nach dem Bug hinüber. Zwei Matrosen hantierten dort herum-- Sonst war nie jemand ba--Jetzt fuhr bas Schiff schon längs ber belgischen Küste. In zwei Stunben--! , , „ , „Guten Abenb, Frau Herzogin! sagte jemanb hinter ihr. 2 6. Kapitel. Sie fuhr herum. Da ftanb Sir Walter Ryce, etwas grau im Gesicht, etwas ramponiert in ber Haltung — aber jungenhaft und liebenswürdig wie immer. , „Siel" Ihre Augen flammten thn von oben bis unten an. , ' „Ja, ich, Frau Herzogin! Halten zu Gnade:« und dämmen Sie Ihren Zorn zurück, bis Sie mich gehört haben! Obwohl ein Sohn des weit- und meer- beherrschenden Albion, bin ich ein schlechter Seefahrer unb ein noch schlechterer Lustschifter. Dennoch habe ich mich in bas Abenteuer eines Fluges nach Dover und bieser stürmischen Seefahrt gestürzt, um Sie noch rechtzeitig erreichen und Ihnen bei Ihrem Abenteuer behilflich sein zu können." „Grace hat geschwatzt?" „Ich finbe den Ausbruck geschwatzt etwas hart unb ungerecht, Frau Herzogin. Laby Grace hat meiner Meinung nach nichts Klügeres tun können. „Finben Sie, Sir Walter?" „Ich nehme mir die Freiheit, dies zu tun. Ich finde sogar, daß Sie, Frau Herzogin, sehr unhug handeln, indem Sie so ohne weiteres auf einen bloßen Telephonanruf hin allein losfahren, ohne zu bedenken, wer Sie in Ostende erwartet." „Der Kursaal in Ostende ist keine Räuberhöhle. Und schließlich kann ich ganz gut für mich sorgen " Sir Walter verbeugte sich. „Zweifellos, Frau Herzogin. Sie vergessen aber, daß ich, wie ich mir schon einmal zu bemerken erlaubte, auch die Aufgabe habe, den Mörder des Grafen Los Valdas ausfindig zu machen und Der irdischen Gerechtigkeit zu überliefern. Man mag über bie,» Institution benten, wie man will — aber sie ist nun einmal ba unb besteht sehr energisch darauf, daß man sie respektiere!" Er zog die Verhaftungsbefehle, die er sich haue ausstellen lassen, aus der Tasche und hielt sie ihr hin. r .. .. Mechanisch griff sie nach den großen, steifen Bogen. Sah den schwarzen Stempel darauf-- Um sie und in ihr begann sich alles zu drehen. Sir Walter aber legte ihr die Hand auf Den Arm. „Frau Herzogin--" begann er. Sie unterbrach ihn. Ihre Nerven ritzen —. Jetzt in ber letzten Minute wollte er sie festhalten — . „Sie vrauchen den Mörber nicht in Ostenbe zu suchen--ich — selbst--" „Aber, Frau Herzogin, lassen Sie mia) doch aussprechen!" redete er mit eindringlicher Milde m sie ein. „Sie wollen sich jetzt als bie Mörderin bezichtigen! Gleich bas eine vorweg: Sie haben Las Val- bas ebensowenig getötet, wie der gute alte Harald. Der Mörder ist ein ganz anderer. Ist meiner Meinung nach die Persönlichkeit, die Ihnen in Ostende den Vertrag geben will. Und um diese Persönlichkeit zu fassen habe ich mir erlaubt, Ihnen meine Gesellschaft aufzudrängen." thekenbank ober Bezirkssparkasse, sondern denjenigen der Pfandbriefgläubiger bzw. der Einleger der Bezirkssparkasse in Vergleich zu ziehen, und diese sind meist eryeblich schlechter, als die des aufwertungspflichtigen Hypothekarschuldners, der wenig- stens in dem Pfandgrundstück sich noch einen größeren Sachwert bewahrt hat, als die meisten Pfandbriefgläubiger oder Sparkasseneinleger. i (Schluß folgt.) Oberheffen. Kreis Schotten. ? Gedern, 9. April. Ein seltsames Jagderlebnis, das stark nach Jägerlatein klingt, aber von glaubwürdiger Seite berichtet wird, hatte der Forstassessor D r u ch h ä u s e r im Walddistrikt „Lücke". Als er an einem Fichtenaltholzstück stand, gab plötzlich der Boden unter seinen Füßen nach, gleichzeitig spürte er etwas Meiches, Bewegliches unter sich, im nächsten Augenblick schälte sich aus dem gelockerten Erdreich etwas Notes heraus, das sich als ein kapitaler Fuchs entpuppte, der, ehe sich der Assessor von seinem begreiflichen Erstaunen erholen konnte, das Weite gesucht hatte. Es war eine Rotröhre, die sich Meister Reinecke vermutlich wegen Wohnungsnot gegraben hatte. Gedern, 13. April. Der heutige Schweinemarkt war sehr stark beschickt. Auf- getrieben waren 455 Schweine. Die Preise betrugen für Ferkel im Alter von 6 Wochen 35—40 Mark, acht Wochen 40-50 Mark und für Läufer 70—80 Mark. Auch aus den benachbarten preußischen Orten waren viele Käufer erschienen. Ferkel und Läufer wurden restlos abgeseht. ld. E i ch e l s a ch s e n , 12. April. Nachdem schon vor Jahren für viele Nachbargemeinden durch Waldobtrieb Siedlungsland geschaffen wurde, hat nun auch hier die Forstbehörde am „Häbischwald", unterhalb des Hofes Zwiefalten, und am „Harfen- stein", südlich unseres Dorfes, Land zur Verfügung gestellt. Die Wayrnehmung, die man in der Umgegend machen konnte, daß große Teile des Siedlungslandes jahrelang ungerodet liegen blieben, konnte man hier nicht machen. Alles Land wurde im vergangenen Winter unverzüglich gerodet und jetzt ausgestellt. Auch die Erscheinung, daß viele ehemals so landhungrige Uebernehmer von Siedlungsland dieses jetzt schon mit Freuden an den Fiskus zurückgeben, da sie als Arbeiter weder Gespann noch Dung haben, und die Bebauung des Landes wegen der meist großen Entfernung vom Wohnort große Unkosten verursacht, wird hier nicht eintreten, da die hiesigen Siedler Kleinbauern mit eigenem Gespann sind. Kreis Alsfeld. (■) Kestrich, 12. April. Wie sehr heutzutage auf dem Lande Lohnarbeit gesucht wird, zeigt die Vergebung des Holzkleinmachens an den Wenig st nehmenden von 6,3 Raummeter für die hiesige Schule. Für diese Arbeit waren so viele Bewerber da, daß der Wenigstnehmende die Arbeit für 6,80 Mark übernahm. Auf eine derart niedrige Bezahlung tonnen sich selbst alte Ldute nicht ent» sinnen. Starkenburg. Zeitnnqsjubiliium. Das Berg st räßer Anzeigeblatt, Bensheimer Tageblatt, Auerbacher Zeitung, konnte vor kurzem die Feier seines 7 5 j ä h r i • gen Bestehens würdig begehen. Aus Anlaß des Jubiläums der besonders um die Pflege heimatlicher Kultur verdienten und angesehenen Zeitung erschienen eine Festschrift und eine Jubiläumsausgabe, in denen die Bedeutung des Tages gewürdigt, ein Rückblick über Geschichte und Entwicklung des Organs gegeben und die Glückwünsche und Grüße vermittelt werden, die von vielen Seiten eingelaufen waren. Die bildergeschmückte, umfängliche I biläumsausgabe b.ingt eine ganze Reihe wertvoller, heimatgeschichtlicher Aufsätze. WSN. Darmstadt, 13. April. In Gegenwart zahlreicher Vertreter der Behörden, der Presse usw. fand gestern die feierliche Eröffnung des Flugverkehrs Darmstadt — München statt. Oberbürgermeister Dr. G l ä s s i n g hielt dabei eine Ansprache, in der er die wirtschaftliche Bedeutung des Flugwesens hervorhob. Auch Staatspräsident Ulrich und Bürgermeister Müller sprachen ihre Freude über den endlich erfolgten Anschluß Darmstadts an den Luftverkehr aus. Das um 11.30 Uhr von München eintreffende Flugzeug, das die Strecke in genau 1? Stunden zurückgelegt hitte, wurde freudig begrüßt. Um 2.45 Uhr pünktlich star- tete das erste Flugzeug der Lufthansa in Richtung München. Sodann fanden noch Schauflüge der Hessenflieger und der Akademischen Fliegergruppe statt. Heidesheim. 12. April. Auch der hiesige Obst- und Gartenbauverein veranstaltet in diesem Lahre, dem Schwetzinger Beispiel folgend, wieder große Spargelver st eigerungen. Cs soll nur erstklassige, sortierte Ware zur Versteigerung gelangen, und zwar täglich etwa 200 Ztr. Bei dem jetzt herrschenden schönen Wetter dürfte mit den Versteigerungen übrigens bereits in einigen Tagen begonnen werden formen. WSR. Groß-Gerau, 13. Apr'l. Das hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat jetzt feine Genehmigung zur Ausführung von Rotstandsarbeiten in der Gemeinde Groß-Gerau gegeben. Seit dem gestrigen Tage wird bereits eine Anzahl Erwerbsloser mit Straßenbauarbeiten beschäftigt. Für die Folgezeit sind auch umfangreiche Entwässerungsarbeiten aus Mitteln der produktiven Grwerbslosenfürsorge in Aussicht genommen. Rheinhessen. WSR. Worms, 13. Apr l. Gestern abend gegen Vz? -Uhr fuhr ein junger Mann mir einem Auto, das bei ihm zur Reparatur gegeben war, die Frankenthaler Straße entlang. Infolge des allzu raschen Tempos überschlug sich das Auto und begrub die Insassen, den Autoführer Karl K r o m m, sowie einige Kinder, die sich noch im Wagen befanden, unter sich. Krornm wurde schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht, während die Kinder nur leichte Verletzungen erlitte«. Preußen. Kreis Wetzlar. "Y" Stockhausen, 13. April. Der auf der Strecke S t o a h a u s e n - D e i l st e i n verkehrende gemischte Personen- und G ü - lerzug entgleiste am Montag aus der .Fahrt von Beilstein nach Stockhausen gegen 5 Ahr nachmittags kurz hinter Bahnhof Holzhaufen. Die Maschine und die beiden folgenden Personenwagen wurden aus dem Gleis geworfen. Gs dürfte lediglich dem besonders langsamen und vorsichtigen Fahren des Lokomotivführers und dem Kurveneinschnitt an dieser Stelle zuzuschreiben sein, daß nur Sachschaden entstanden ist. 5He Entgleisung ist auf Lockern der Schrauben in den auf dieser Strecke verwandten, jedoch nicht geeigneten Tannenschwellen zurückzuführen. Die Strecke hat sehr starkes Gefälle, und die hier zu Tal beförderten Basalt- und Holzmengen bedingen bei dem notwendigen starken Bremsen einen besonders guten Unterbau, der jedoch hier, wie man hört, nicht vorhanden ist, wodurch bereits im vorigen Jahre eine ähnliche Entgleisung bei Allendorf vorkam. Ein Hilfszug aus Limburg war bald zur Stelle, so daß der Verkehr am nächsten Morgen wieder ausgenommen werden konnte. O Klein-Rechtenbach, 13. April. Die hiesige Gemeinde ist zur Zett damit beschäftigt, den Verbindungsweg von hier nach Vollnkirchen zum Teil auszubauen. Die Arbeit ist von dem Regierungspräsidenten als Rotstandsarbeit anerkannt, und der Gemeinde ein Zuschuß aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge bewilligt. Die zu dem Wegebau erforderlichen Steine werden aus einem eigenen Bruche der Gemeinde gewonnen, der in dem Walddistrikt „Steinsberg" erschlossen ist. Die Erwerbslosen der hiesigen Gemeinde werden bei dem Wegebau einige Monate hindurch Beschäftigung finden. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 12. April. Der hiesige Turnverein veranstaltete am letzten Samstagabend einen Werbetag für das deutsche Frauenturnen. Zu diesem Zwecke war die Turnerinnenriege des Turnvereins Wieseck gewonnen worden, die unter ihren Turnwarten Bernhardt und Euler am Barren, Pferd, in Freiübungen, Reigen und Volkstänzen Großartiges leistete. Die musikalische Begleitung der Reigen und Tänze und die Unterhaltung am Klavier hatte Lehrer Thvmaschewski von hier übernommen. Alle Vorführungen fanden reichen Beifall. — Am letzten Samstag ist hier in der früheren Wirtschaft Drescher eine Vertei» lungsstelle des Wctzlar-Draunselfer Konsumvereins eröffnet worden. — In diesen Tagen wurde mit der Bonitierung der Gemarkung begonnen. XX Frankenbach, 12. April. Die Frühjahrsbestellung wird mm überall auf den Feldern am Dünsberg mit Hochdruck betrieben. Die Hafersaat ist glücklich beendet, der Doppelzentner Originalfaat wurde mit 30 Mk. bezahlt. Infolge des nassen Winters ist das Pflügen der Felder keine leichte Arbeit. Dazu war das Erdreich nicht tüchtig ausgefroren wie nach strengen Wintern. Korn und Weizen stehen teilweise recht gut, ebenso haben Klee und Raps vortrefflich überwintert. Letzterer kommt aber zum großen Leidwesen der Imker immer weniger zum Anbau. Falls keine strengen Rachtfröste mehr auf treten, versprechen auch die Obstbäume einen guten Ertrag. Durch die Zusammenlegung der Feldmark ist auch hier gar mancher altehrwürdige Obst bäum von der Bildfläche verschwunden. Maingau. WSR. granff urt a. 0H., 12. April. Durch ausströmendes Gas erlitten zwei in der Koblenzer Straße wohnende Untermieter in der Rächt zum 11. April eine Gasvergiftung, die auf fafjr» lässiges Verschulden des einen Untermieters zurückzuführen ist. Der eine Mann konnte sich wieder leicht erholen, während der zweite unter bedenll chen Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus c ngelicfert werden mußte. — Am Homburger Berg aus der Homburger Landstraße ereignete sich gestern ein schwerer Unfall. Infolge Scheuwerdens des Pferdes eines Milch- fuhrwcrfs stieß der Wagen gegen eine Straßenlaterne und fiel um. Die Lenkerin wurde vom Dock geschleudert und muhte in schwer verletztem Zustande in ihre Wohnung nach Riedereschbach gebracht werden. — Heute vormittag gegen Veil Ahr wurde die hiesige Feuerwehr nach der Gold- und Silberscheideanstalt in der Weißsrauenstraße alarmiert, wo Feuer ausgebrochen war. Aus einem Raume im Erdgeschoß des Gebäudes entströmten starke Sä:redämpfe. Die Feuerwehrleute schlugen die großen Scheiben ein, um den Dämpfen einen besseren Abzug zu ermöglichen. Den Bemühungen der Feuerwehr gelang es, nach einigen Stunden jegliche Feuersgefahr für das Gebäude zu unterbinden. — Der Magistrat hat einem weiteren Programm von Rotstandsarbeiten zugestimmt, das Gesaintaufwendungen von rund 2,5 Millionen Mark voriieht und die Beschäftigung von 1100 Rotstandsarbeitern mit 69000 Tagewerken ermöglicht. Im toeientddjen handelt es sich um Straßenbauarbeiten (Ausbau der Bismarckal.ee, Straßenbauten in den Siedlungsgebieten der Vororte, iin Osthasen und im Anschluß an die Fertigstellung der Mainbrücke). Mit der Ausführung soll begonnen werden, sobald die ersordrr.iZen Bewilligungen der staatlichen Zuschüsse und Darlehen vorliegen. Je nach dein Stande der Arbeiten wird dann die Einstellung von Erwerbslosen erfolgen. — Heute nachmittag 3 Uhr wurde die in der Feldbergstraße wohnende 60 Jahre alte Ehefrau des Mehgermeisiers Stephan in ihrem Bette t o t aufgefunden. Cs steht noch nicht fest, ob ein strafbares Verschulden eines Dritten vorliegt. Die Leiche wurde beschlagnahmt. Die Todesursache ist noch nicht geklärt und kann erst durch die angeordnete Leichenöffnung feftgeftellt werden. — Der am Samstag in Freiburg i. Br. verhaftete Frankfurter Juwelier K. Marx ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden, da sich herausgestellt hat, daß ein strafrechtliches Vergehen nicht vorliegt. Die Angelegenheit dürfte jedoch noch die Privatgerichte beschäftigen, da von privater Seite zivilrechtliche Forderungen gegen Marx anhängig gemacht worden sind. Streik ü inüur -. WSN. Hadamar, 13. April. Im benachbarten Dorfe Oberweyer hat sich gestern eine schwere Bluttat ereignet. Der 25jährige Stukkateur I o - Hann Martin, der schon einmal wegen loh schlags mit zwei Jahren Gefängnis bestraft gewesen sein soll, hatte auf der Straße einen kurzen Wortwechsel mit dem Gastwirt Schu y. Dabei zog er plötzlich sein Messer heraus und brachte dem Gastwirt einen tiefen Stich in der Brust bei, durch den tue Lunge verletzt wurde. S ch u y wurde blutüberströmt im Limburger Krankenhaus eingeliefert. Sein Zustand soll sehr e r n st sein. Der Täter ist flüchtig geworden und konnte bis jetzt noch nicht ergriffen werden. Wirtschaft. Von den Schlachtviehmärkten. An den deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche war die Marktlage stark uneinheitlich, da das Geschäft nach den vorangegangenen Feiertagen erst nach und nach wieder in Fluß kam. Im großen und ganzen hat sich aber die Situation nach beiden Richtungen hin nicht grundlegend gewandelt. Die Auftriebszifter.i blieben naturgemäß infolge des nur langsamen Wiederauflebens des Geschäftes stark hinter denen der Vorwoche zurück. Für die Preisbildung waren die Grundlagen an den einzelnen Plätzen so verschieden, daß von einer einheitlichen Tendenz nicht gesprochen werden kann. Auf den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin 20-52 42-85 — 70-79 Bremen — — — — Breslau 20-53 — • — 62-78 Chemnitz 22-50 45-88 35-50 70-84 Dortmund 19-55 40-85 — 76-83 Dresden 25-53 40-85 34-55 70-84 Düffeldorf 20-55 35-80 — 65-82 Elberfeld 20-54 40-75 30-50 — Effen 25-61 42-110 32-55 66-83 FrankfurtM. 15-58 55-87 35-50 70-80 Hamburg 14-55 25-86 — 60-75 Hannover 20-56 35-85 26-55 65-78 Husum — — — — Karlsruhe 22-58 70-80 — 72-84 Kaffe! — 60-75 — 55-83 Kiel 17-51 23-77 — 49-77 Köln 42-58 43-110 40-52 70-84 Leipzig 20-52 50-88 40-56 70-83 Magdeburg 15-55 30-70 20-46 65-82 Mannheim 13-58 62-90 30-42 72-84 München 15-55 34-84 — 60-80 Stettin — — — — Stuttgart 12-53 63-81 — 58-81 Zwickau 15-50 45-75 35-55 74-85 'Starke Ueberzeichnung der deutschen Kommunalgoldanleihe. Die am Montag zu 95°/o im Betrage von 40 Mill. Rm. zur Zeichnung aufgelegte 8proz. Inlandanleihe des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes ist doppelt überzeichnet und die Zeichnung daher schon am Dienstag mittag geschlossen worden. Ursprünglich sollte sie bis zum 17. ds. Mts. dauern. Berliner Börse. (Eigener Drahtberich! des „G.chenei Anzeigers".) Berlin, 14. April. Die ungünstige Beurteilung der Wirtschaftslage durch die Börse fand eine neue Stühe in den letzten Berichten über den Arbeitsmarkt, die nicht die sonst übliche Erleichterung durch die Saison-Gewerbe, sondern vielmehr ein Anhalten der Arbeitslosigkeit Im bisherigen Umfange melden. Außerdem wirkten noch die Ausführungen in der Hauptversammlung der Disconto-Gesellschaft nach, in denen bekanntlich vor einer zu optimistischen Beurteilung der nächsten Aussichten gewarnt wird. Das Publikum fehlte völlig am Markte, wobei die jetzigen Steuertermine berücksichtigt werden müssen. Bei der insgesamt pessimistischen Veranlagung der Börse fanden ungünstige Freigabegerüchte, mit denen die Baisse-Gruppe arbeitete, einen guten Boden. Schiffahrtsaktien erlitten schon vorbörslich einen empfindlichen Kurseinbruch, da von Hamburger Seite große Posten auf den Markt geworfen wurden. Die ersten amtlichen Kurse hielten sich Prozentwelse hinter den gestrigen Schlußnotierungen. Die matte Veranlagung der Schiffahrtaktien übertrug sich auch auf die übrige Dörse. Die Kursverluste waren hier allerdings nicht so erheblich. Im Verlaufe der ersten Stunde traten verschiedentlich bescheidene Erholungen ein, die aber nur von kurzer Dauer waren. Am Geldmarkt besteht das starke Angebot weiter fort. Tagesgeld blieb stark angeboten zu 4 bis 6 Proz. Im Devisenverkehr lagen Oslo und London mäßig schwächer. Oslo gegen London 22,40, London gegen Kabel 4,967. Paris war unverändert. Warschau schwankend, ca. 9,20 gegen Kabel. Frankfurter Börse. HSiqcner Drahtller cl> Deutsche Rcichßanleihe 4% Deutsche Rcichsanleihe . 0.426 | 0,418 0,4205 — 0,4007 3'A0/n Deutsche Sieichsanlcide 0,410 ",41 0,4005 3% Deutsche Neichöxnleihe Deutsche Svarprämienauleihe 0.520 0,5107 0,250 _ 0,2502 4°/o Preußische Konsols • . - 0,405 — 0.4005 4° o Hessen......... — — — _ 3,/s°/n Hessen...... ... 0.445 - _ 3°/o Helsen........... — _ 0,415 Deutsche Wertb- Dollar Anl. 100 99,5 dto- Doll Schav-Auireiiug.*> 99,9 — 99,95 — 4% Hofltitrtcn......... 5% Goldmcrikäner . . . 1 12,65 1 42 12,75 40,75 | “l* - Derltner Handelsgesellschaft 150 _ 150.2- 150' Commerz-- und Privat-Bank 115,5 114' 114.7* 114' Darmst. und Naiionalbank 136,5' — 136.5* 135' Deutsche Bank. .... 135,5- — 135,2' 134* Deutsche DereinSbank .... 87 —— DiSconto iLommandit 133' 132' Melallbank. ...... 95,25 94,25 Mitteldeutsche Creditbank . ior 101 101,7* Ocsterreichiiche Kreditanstalt Weltbank ........ 7.5 7.4 7'62 0,065 0,060 _ Bochumer Gaß . ...... Buderus ......... 90,5 63.5 ~6? UH), 25* 63,12 90' 62 Taro ............ Deutsch Luxemburg ...... Gelsenkirchener Bergwerke. 54' 54' 54 5 97 97' 96' 97,9- 97,5* 95,75* 95.5* Haroencr Bergbau ...... «alimcrke Aschersleben.... 106,5* 125,25 125* 105,5* 125 7* 105,2* 126.5' Kaliwerk Westeregeln..... 130,75 — 134,62 134,5 Laurabülie . ...... 40,5 41,5 40 4 CbcrbcOnrf ........ . Phönix Bergbau ...... Rlieinuabl ......... 49- 52' 52' 52* 77,25- 91,5' 79' 93* 77.5* 91 25* Rieben Montan. ....... Telluü Bergbau ..... 95.5 60,75 93,25 93,25 Hamburg-Amerika Pake». . . Norddeutscher Llovd . ... 148,25 144 144* 142- 148,1* 144,7* Cheramische Werke Albtn . . 47 Zementwerk Heidelberg . . Pbiltpv Holzmunn ..... 97 77,25 76.9 Anglo-Cont-Guano..... _ 80 78 Chemische Mayer Alapin . . — — I. G Farbenindustric, A.-G. 137,5' 137* 138* 136* (Stolbfrt nübt......... Hol;vcxlohlnng........ 81,9 76,25 80,5 80,25 72 71 Rütgcrswerke......... 82,25 80.5 81,62 80,75 Scheidcanstalt ...... . HO 110 «llg. ElckrrtztlätS-Gesellschaft 101,5 101' 100,2' 101* Bergmann ....... — -• 94,5* 92* Mainkraftwerke........ 94,5 — Schütten ....... 85.25 85.25* 85.75* 84.9* Siemens sl schen 5elle ren des Soi forlgesehl n allgemei es ihn mif frag, der du wie jur w wjelruhland Ein deal läge einer rang wäre n btt Miie 3 Heutig«. 5 eines solche nächsles, roi artiges M Zu der eines Rück land und zufländl von einem sein kann, zwischen de verhandlun tung de ses Im hii devl/ch-r 5i der Der'rag den übrigen und keine U bedeutet. V Deutschland Ilktiou gi Zoriiehung len nabe eil veutschtande liebet all d werden jeb Regierung die Bcfptcd konkrete fion führen Sin n« Cooll'dge der Wafhj der kürzlich c ten Cooks Amerikaner b dienst: tzz t Präsidenten t du legen süi alten §ai latnmenH Veiten n W)t kein beschäftigt if ^ußenpv bundes zi zuständiger legenheit sich .^befind & Ä ^rdirts neuen ,n .der am politische 2 dteser Art nationale < A^ers ei Itanötgec Muff