«Ich. ch! Z' ßaui VMct sMs sMZ J^n, bie L^N- ***4®!» „?°CcacriA 251 “"^Är **• in«Ä ”XS- der Iüt -*$*» I ':HKL Säh 'Kleist. Deck. £ , 3-dm flolvdeL hnT» v°>7L! n\ lorgfoltig h, L unb überprüft. f0 M ^sMmenhang ein Z »fonbw auch sind °Mr unMonnk v«. f, geht nütuntn dQ»ne ■tswn Urtetfen; -chrichten. t der Kabinetts^ beauftragt. Nlj Die die Telegraphen RelchsprSsldeol den skanjler Vr.colhee igsbildmg beauftragt De. angenommen. . Keim t» 8., 18. 3an. (88691.) ® im, der Gründer der Dein Mbegründer der gtotte 1 Mer von 81 Jahren vr Timt einer alten hessisch: wanbtefld) bem Solbat ßeutnani im 4. fyjfilty M wurde c; Wetz tzetzeu MMntrchMnaen mit. Drohen Generalstab, wurde abemie und nahm schließlich üsilierregiments Nr. 40 im eb. Alsdann wandte er sich Energie der Vertretung b« 5 ,u. Als aber der von ihm >n verein ihm zu sehr ins i geraten schien, trat er von widmete sich nun m erfte Aen fflerbanb unb sch ' in der die Annahme der or dem Kriege mit buch 5 im vergangenen W fflefAmarf. ff« nach senM ^SiUten Strumpf 8J l’S!*“" er. „~n Del eine« geftmtmen. mand ao. nicht, daß eine wirtschaftliche Besserstellung einzelner Beamtengruppen, namentlich der unteren, auf die Dauer nicht zu umgehen ift; das wird manche aus Organifations- änderungen zu ettoartenbe Ersparungen wieder aufzehren. Bleibt bie Beseitigung von Staatseinrichtungen und da liegt nichts naher, wenn man den Ziffern nachgeht, als den kulturellen Einrichtungen des Staates — Schulen, Hochschulen usw. — näherzutretcn. Wir rverden allen diesen Aragen ernstlich ins Auge blicken müssen, auch wenn man sich setzt schon sagen kann, daß die Erspa- rirng jur längere Zeit auch bann unwirksam bleibt, wenn man ganze Einrichtungen wie Universität, Theater usw. radikal beseitigt, denn Gehalte, Pensionen, Gebäudeunterhaltang bleiben für längere Zeit bestehen, bie Einnahmen fehlen. Eino andere llcbcrlcgung darf nicht unbeachtet bleiben. Was verpflichtet uns Hessen, alte unb lieb geworbene kulturelle Einrichtungen auf immer zu beseitigen, einzelne Lanbesteile damit auch wirtschaftlich schwer zu schäbigen, wenn andere Länder das nicht nötig haben? Unb das doch nur, weil die Besetzung des Landes es uns schwer macht, uns selbst zu helfen, wie anderen Ländern. Ich sage ganz offen: so lange andere Länder nicht gezwungen sind, ein gleiches zu tun, biete ich feine Hand dazu, wichtige kulturelle Einrichtungen des Landes radikal zu beseitigen, solange das Land besetzt ist, eher würde im mich mit dem Gedanken befreunden, die staatliche Selbständigkeit des Landes aufzugeben, wenn damit die Aufrechterhaltung des kulturellen und sozialen Standes des Landes und seiner Bewohner gesichert werden kann. Dann müßte das Reich zusehen, ob es einen solchen Vorgang verantworten unb politisch zu tragen vermöchte, wenn es etwa nicht einsehen wollte, daß man einem kleinen Lande wie Hessen die wirtschaftlichen Wirkungen der außenpolitischen Lage des Reiches nicht allein zu- muten kann. Ich weiß, manche von Ihnen betrachten alle diese Dinge vorwiegend unter dem Gesichtswinkel der Steuerbelastung. Das ist bei der gegen- märtigen wirtschaftlichen Lage, die den Steuerdruck doppelt schwer erscheinen läßt, begreiflich. Ich habe das ost genug ancrtktnnt und tue es auch heute. Gewiß wird hier geschehen müssen, was geschehen kann, und ich darf in diesem Zusammenhänge nochmals darauf Hinweisen, tof) das Reich in den letzten Jahren wiederholt l An den Bericht des Finanzministers schloß »ezeichnete der deutsch- Die selbst Dank leben müßte, daß das deutsche Volk sich aufgibt. Hierfür aber sehe ich Gott sei keine Anzeichen. Die Beauftragung Dr. Luthers Bildung eines neutralen Kabinetts der Mitte. tragen über die Förderung deS Wohnungs b a u e s. In der Debatte b> Fürstbischof habe sich ein Feldkaplan der Miliz und ein hoher Offizier gemeldet und um Auskunft gebeten, ob der Fürstbischof das Schloß der Miliz zu dem angegebenen Zweck überlassen könne. Der Fürstbischof habe sofort seine Zustimmung gegeben. Später seien ihm bann Bedenken gekommen, da zu der Überlassung die Zustimmung des Kapitels erforderlich sei. Das Kapitol habe seine Entscheidung noch nicht gefällt. die Stelle des ausscheidenden Finanzministers Ahrer den Rationalrat Joseph Kohlmann und an die Stelle des ausscheidenden Landwirtschaftsministers Buchlinger den Tiroler Landtagsabgeordneten Andreas T h a l e r in die Regierung zu entsenden. Die Geschäfte des zurückgetretenen Außenministers Dr M a t a j a wird Bundeskanzler Ramek selbst führen. Aenderungen in den übrigen Ressorts sind nicht beabsichtigt. Die formelle Demission der Regierung wird voraussichtlich morgen erfolgen. Line italienische „Drennerwacht" Der „Lokalanzeiger" meldet aus Rom, daß in Mailand eine neue faschistische Organisation. /Brennerwacht", gegründet worden sei, die sich die schärfste Ilalienisierung der Grenzlande, vor allem Südtirols, zum Ziele gesetzt habe. Das italienische Generalkonsulat in München erklärt zu der Blättermeldung, nach der eine Rotte von Faschisten rauchend und bewaffnet in die Gemächer des Fürstbischofs von Br ixen eingedrungen sei und in brutaler Fornr die Herausgabe des Schlosses Br un eck zur Umwandlung in eine Milizkaserne gefordert haben sollte, daß diese Rach- richt aus dem Stegreif erfunden sei. Bei dem wurde betont, daß die Demokraten sich nicht so leicht der Verantwortung entziehen dürften, wie die Sozialdemokraten und s. Zt. die Deutsch- nationalen. Es wurde gefordert, daß die Regierung Luther eine klare Stellung zur Fürstenabfindung einnehmen mühte. Auch wurde der Wunsch ausgesprochen, daß bei der programmatischen Erklärung der neuen Regierung die bekannten Koch'sch en Richtlinien berücksichtigt werden möchten. Bei den Besprechungen Dr Luthers mit den Parteiführern sind Persvnalfragen noch nicht berührt worden. Erst soll die grundsätzliche Bereitwilligkeit der Fraktionen herbeigeführt werden. Die Erörterung der Personalfragen ist dem Donnerstag Vorbehalten. Die Wirtschaftliche Bereinigung konnte bei ihrem Empfang durch den Reichskanzler einer Aufforderung, in das Kabinett einzutreten, besonders wegen des Gesetzes über den Preisabbau und nach dem scharfen Widerspruch des Handwerks gegen dieses Gesetz, keine Folge geben. Die Partei wird höchstens dem neuen Kabinett gegenüber neutral und abwartend sich verholten und sich ihre Entscheidungen von Fall zu Fall Vorbehalten. Die für Mittwoch abend vorgesehene Frak- tionssitzung der Deutschen Bolkspartci wurde abgesagt. Sie findet erst am Donnerstag nachmittag fiall. In der »Täglichen Rundschau" wird unterstrichen, daß die Bezeichnung „Reutrale Regierung der Mitte" nicht etwa die Bildung eines überparteilich en Kabinetts bedeutet. Die Deutsche Volkspartei steht jedenfalls auf dem Standpunkt, daß nur ein parlamentarisch fest fundiertes Kabinett in Betracht kommt. Die Parteien, mit deren Führer Dr. Luther die Verhandlungen auf- genommen habe, müßten sich bereit erklären, auch die volle Verantwortung für das Kabinett au übernehmen. Der Gedanke eines Deam- tenkabinetts wird mit Entschiedenheit a b g e - lehnt. Die Reichstagsfraklion des Zentrums hat sich heute abend in mehr als dreistündiger Sitzung mit der politischen Lage beschäftigt, die durch den Auftrag zur Regierungsbildung an Dr. Luther geschaffen worden ist. Zu einer Beschlußfassung gelangte die Fraktion jedoch noch nicht. Sie macht vielmehr ihre Entscheidung von dem Ausfall der Verhandlungen über die fachlichen Voraussetzungen für den Eintritt von Zentrumsmitgliedern in das Kabinett abhängig. Mit diesen Verhandlungen ist der Fraktionsvorsitzende Fehrenbach beauftragt worden, der sich morgen zu diesem Zweck zu Dr. Luther begeben wird. Danach gedenkt die Fraktion endgültig ihre Entschließung fassen zu können. Wien. 13. Jan. (WTB. Amtlich.) ... Christlichsoziale Vereinigung hat beschlossen, an nationale Abgeordnete Sonnenschein die Zwangswirtschaft als eigentliche Ursache der Wohnungsnot, während der sozialdemokratische Abgeordnete Luedemann seiner Enttäuschung über die Haltung der Regierung in dieser Frage Ausdruck gab. Erweiterung der Erwsrbs- losenfürforge. Berlin. 13. Ian. (Wolff.) Im Reichs- tagsausschuß wurde ein Gesetzentwurf über Acn°- derung der Verordnung über Erwerbstosenfür- sorge vorgelegt, der die Einbeziehung der höher bezahlten Angestellten in die Erwerbslosenfürsorge zum Inhalt hat. Dem Gesetz soll rückwirkende Kraft vom 1. Januar 1925 ab verliehen werden. Es erweitert das Recht zum Bezüge der Erwerbs- losenmrterstützung auf Angestellte mit einem Iahresverdienst von mehr als 2703 bis zu 6000 Reichsmark und verpf lichtet die Angestellten derselben Gehaltstlasse und ihre Arbeitgeber zur Leistung von Beiträgen. Doch soll der Teil des Arbeitsverdienstes unangetastet bleiben, der die Pflichtgren^e übersteigt. Die höher bezahlten Angestellten werden also durchweg Beiträge nach einem Iahrcsarbeitsverdienst von 2700 Reichsmark zu leisten haben. Die Bei- tragSeinziehung wird wie in den anderen Fällen den Krankenkassen übertragen. Der Kabinettswechsel in Oesterreich. Den Blättern zufolge ist unter dem neulralcn Kabinett der Mitte, das zu bilden Reichskanzler Dr. Luther beauftragt worden ist, eine Regierung zu verstehen, die sowohl nach rechts wie nach links unabhängig fein soll. Diejenigen Blätter, die bereits in der Lage fein wollen, die Namen mehrerer Minister des neuen Kabinetts Luther zu nennen, bezeichnen als voraussichtlichen Reichsfinanzminister den jetzigen sächsischen Finanzminister Dr. Reinhold (Dem.). Für den Posten des Reichswirtschaftsministers fei der Zentrumsabgeordnete Dr. Lämmer in Aussicht genommen. Für die Besetzung des Reichsinnenministeriums sollen der demokratische Abgeordnete Koch und der Dolks- parteiler v. K a r d o r f f, für die des Justizministeriums der Zentrumsabgeordnete Marr und der Dolksparteiler C u r t i u s in Frage kommen. Auf ihren Posten verbleiben sollen Reichsaußenminister Dr. Strescmann, Reichswehrminister Dr. Geßler, Reichsarbeitsminister Dr. Brauns. Die Stellung der Parteien Berlin, 13. Ian. (BDZ.) Die demokratische Reichstagsfraktion nahm am Mittwoch abend den Bericht des Parteivorsitzen- öcn Dr. Koch über seine Unterredung mit dein Reichspräsidenten entgegen. Die Fraktion stellte sich nach eingehender Debatte einmütig auf den Standpunkt, daß die Demokraten sich nach dem Versagen der Sozialdemokraten an einem Kabinett der Mitte beteiligen müssen. ES WctL^rvorattHsagc. Oestliche bis nördliche Winde bei zeitweise stärkerer Bewölkung, weiter kalt, leichte Schneefälle nicht ausgeschlossen. Wenn auch in unserem Bezirk in den letzten 24 Stunden Druckfall eingetreten ist, so bleibt doch der Witterungscharalter bei weiterem Einströmen nördlicher bis östlicher kalter Luft im Bereich des sehr ausgedehnten russischen Kaltluftgebietes, das ganz Europa beherrscht, wenig verändert. Die stellenweise aufgetretene stärkere Bewölkung und Reigung zu leichten Riederschlägen bleibt jedoch bestehen, da anscheinend von Südosten her wärmere Luft in die höheren Luftschichten vordringt. Gestrige Tagestemperaturen: Marimum minus 5,8 Grad. Minimum minus 10,6 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: minus 9.3 Grad Celsius. 23. Januar 1925 das Vertrauen versagt hatte, berechtigt war, den Erlaß vom 6. Februar 1925 über die Auflösung der Lehrerseminare usw. herauszugeben. Rach längerer Debatte trat das Harrs mit den Stimmen der Linken bis zum Zentrum den in dieser Angelegenheit gefaßten Ausschuhbeschlüssen bei. Darauf folgte die Beratung des Urantrags des Abg. Biesters (Dt. Hannov.) und Genossen, der behauptet, daß die Deutsch-Hannoversche Partei noch immer in einer äleberwachungsakte im Innenministerium geführt wird. Das Haus lehnte den Antrag gegen die Antragsteller ab. Sodann beschäftigte sich das Haus mit verschiedenen AnAus aller Welt. Der Bericht der „Hessen". Berlin, 13. Jan. (Wolff.) Das Linienschiff „Hessen" berichtet durch Funkspruch über die Lage u. a.: „Hessen" ist trotz Warnung estlän- discher, finnischer und russischer Streife bis zur Mitte des Finnischen Meerbusens, etwa 26 Grad Ostlänge, vorgestoßen. Zunächst wurde leichtes Eis angetroffen, dann aber eine zähe, über einen Meter starke, starr in sich zusammenhängende Eisdecke, in der ein Borwärlstommen selbst mit der gesamten Maschinenleistung von 18 000 Pferdestärken nur durch dauerndes Bor- und Zurückgehen des Schiffes möglich war. Es wird versucht, zunächst in Begleitung von zwei russischen Eisbrechern den nach Westen fahrenden Konvoi zu erreichen, der bei Hoaland steht und sich aus zwölf deutschen, fünf russischen, einem norwegischen und zwei anderen Dampfern zusammensetzt. Weiter westlich von Hog- land liegt außerdem der gestrandete deutsche Dampfer „A l t e n g a m m e", dem jedoch, wie der russische Eisbrecher „Lenin" berichtet, nicht geholfen werden kann. Finnische Armeeflieger aus Wiborg haben auch gestern wieder in anerkennenswerter Weise die Dampfer mit Proviant versehen. Die russische Regierung ist in tatkräftiger Weise bemüht, Hilfe zu leisten, soweit sie es mit ihren gesamten Eisbrecherkräften vermag. In Anbetracht der seit Jahresende schwierigen Eisverhältnisse — die Temperatur zeigt minus 26 Grad — bestehen für den Erfolg der Expedition des Linienschiffes „Hessen" nur noch geringe Aussichten. Schwere (Hrttbenexplosion inOkiahama W il b u rto n (Oklahoma), 13. Ian. (WB.) In einer Grube der Mc. Lenell Bergwerksgesell-- schäft ereignete sich eine schwere Exploston, durch die etwa 100 Bergleute verschüttet wurden. Die Explosion war so stark, daß das Grubenholz aus dem etwa 200 Meter liefen Schacht herausgeschleudert wurde. Eine mit Masken ausgerüstete Hilfsmannschaft versuchte durch die noch offenen Lustschüchte zu den verschütteten Bergleuten vorzudringen. Es gelang acht Bergleute zu retten. Alle acht sind Reger. Sie halten es für unwahrscheinlich, daß es der Rettungsmannschaft möglich fein wird, bis zu den übrigen Verschütteten vorzudringen. bic Steuern gesenkt hat und daS zumeist auf Kosten der Länder, so daß also in Wahrheit diese in weitgehendem Maße auf Steuern verzichtet haben. Daß wir darüber hinaus in Hessen — und das gilt auch für alle anderen Länder — die eigenen Steuern des Landes nicht auch noch berabsetzen können — wenigstens nicht für das Jahr 1926 — das brauche ich nach den vorgetragenen Ziffern nicht mehr besonders zu begründen. Hier wird sich die Reform auf eine gerechte Verteilung der Steuern zu beschränken haben. Im übrigen wird sich das Problem mehr in der Richtung zuspitzen, ob der Steuerzahelr die Kraft und den Willen hat. die nun zweifellos kommenden schwereren Jahre durchzuhalten oder ob er auf die eigene staatliche Existenz seines Landes verzichten will. Wenn Sie etwa den Wunsch haben sollten, einiges über die in Aussicht stehende Reform der L a n d es st e u e rn zu hören, dann muh ich Sie zu meinem Bedauern enttäuschen. Gewiß müssen wir außer der Sonder st euer (die Vorbereitung der Verordnung ist im Gange) auch die Grundsteuer und Gewerbesteuer in einzelnen Punkten den veränderten Verhältnissen anpassen. Aber eine durchgreifende Reform dieser Steuern, die dringend nötig ist (insbesondere durch Einführung der für die Reichssteuern festzustellenden Vermögenswerte und durch endgültige Feststellung des Ertrags für die Gewerbesteuer) kann leider zur Zeit noch nicht vorgelegt werden, da das Reich uns die erforderlichen Unterlagen erst in der zweiten Hälfte des Jahres 1926 wird liefern können. Die demnächst vorzulegenden Gesetze werden darum wieder nur Provisorien von hoffentlich kurzer Dauer vorstellen. Dav Bild, daß ich Ihnen aufzeigen muhte, ist zwar kein fremdes und keine Ausnahme im Deutschen Reiche, aber es ist trüb, und das bedrückt niemanden mehr als mich selbst, der ich es täglich mit allen seinen unerfreulichen Auswirkungen vor Augen habe. Trotzdem habe ich den Mut und die Zuversicht in 'all den sieben schweren Jahren nicht verloren. Ich werde beides erst in dem Augenblick einbüßen, wenn ich es er- Berlin. 13. Ian. (Wolff.) 21 mllich. Der Herr Reichspräsident empfing heule vormittag um 11 Uhr die Abgeordneten Hehren- b a ch und koch, die ihm über die Verhandlungen tur Schaffung der Großen Koalition und deren negatives Ergebnis berichteten. Der Herr Reichspräsident dankte beiden Herren für ihre Bemühungen und ihren Bericht. Er erklärte. nachdem alle Versuche zur Schaffung einer Regierung auf der Grundlage einer Mehrheit gescheitert seien, werde er nunmehr eine neutrale Regierung der Mitte schaffen. Er richtete an die beiden Parteiführer das Ersuchen, ihn angesichts der Rotlage des Vaterlandes hierbei kräftig zu unterstütz e n. Die Herren Koch und Fehrenbach nahmen dies zur Kenntnis und erklärten sich zu Verhandlungen auf dieser Grundlage bereit. Um 11.30 Uhr empfing der Herr Reichspräsident den Reichskanzler Dr. Luther und beauftragte ihn mit der Kabinettsbildung. Dr. Luther hat den Auftrag angenommen. Er berief im Laufe des heutigen Rachmittags d i c Führer der Mittelparteieu zu einer ersten Aussprache. sich eine Pause an. Rach Wiederaufnahme der Verhandlungen teilt Präsident Adelung mit, daß der Aeltestenrat sich mit dem Anträge Dr. Greiner wegen des Kirchenaustritts beschäftigt habe, dessen Abstimmungsergebnis an- gezweifelt wurde. Die Feststellungen des Aeltesten- rates hätten ergeben, daß tatsächlich eine Mehrheit für den Ausschutzantrag vorhanden war. Es werden hierauf einige Kleine Anfragen von der Regierung beantwortet und einige Vorstellungen von Einzelpersonen wegen ihrer Gehaltsverhältnisse gemäß den Ausschußanträgen erledigt. Ein Antrag der Abgeordneten Dr. Werner und Gen. über die Anstellung von Der- sorgungsanwärtern wird durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. Gin Antrag der Abgeordneten Frau He - räus und Gen. über den Erlaß eines Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten usw. gibt Veranlassung zu Debatten über daS Gemeinbebestimmungsrecht, weil die Regierung darin aufgefordert wird für den Gesetzentwurf einzutreten. Die Mehrzahl der Abgeordneten spricht sich entschieden gegen das Gemeindebestimmungsrecht aus, namentlich die rheinhessischen Abgeordneten, weil man darin ' eine Vorbereitung zur Trockenlegung Deutschlands sieht. Die weiblichen Abgeordneten treten für das Gesetz ein. Die Abstimmung über den Antrag Heraus findet morgen statt. Schluß der Beratungen um 1.15 Uhr: nächste Sitzung Donnerstag, 9 Ähr. L --------- Aus dem Reichstag. Die Abgeordneten haben im gegenwärtigen Augenblick nur wenig Zeit, um ihr Interesse den Dingen zuzuwenden, die im Plenum zur Beratung stehen. Zum größten Teil werden fifc von ihren Fra ktivn en in Anspruch genommen, die fast alle auch am Mittwoch nachmittag Sitzungen abhielten, um zu der durch die Betrauung Luthers erfolgten Veränderung der Gesamtsituation Stellung zu nehmen. Infolgedessen war die Reichslagssihung nur von kurzer Dauer. Die Tagesordnung konnte rasch erledigt werden: das vorläufige Wirtschaftsabkommen mit Spanien ging dem Auswärtigen Ausschuß zu, ebenso der Entwurf eines Gesetzes über den Zusatzantrag zum deutsch- niederländischen Handels- und Schiffahrtsvertraa vom 31. Dezember 1851 und über den deutsch-niederländischen Zoll- und Kreditvertrag. Dann war das Haus schon beim letzten Beratungsgegenstand, der Abänderung des Reichsknappschaftsgesetzes. angelangt, zu der nur der Sozialdemokrat Zansch ek und der Zentrumsabgeordnete I m b u s ch sprachen, die über die umstrittene Familienhilfe hinaus noch weitere Wünsche zur Besserstellung der Versicherten vor- brachten. Um 4 Uhr wurde die Sitzung abgebrochen, da Herr Luther im Reichstag erschienen war, um mit den einzelnen Fraktionen .Fühlung zu nehmen. Der Aeltestenrat des Reichstages einigte sich dahin, daß am Freitag die Anträge zur Behebung der Hochwasserschäden beraten werden sollen. Samstag, Montag und Dienstag sollen für die Vorbereitungen zur Bildung der neuen Regierung von Plenarsitzungen frei bleiben. Am Mittwoch soll möglichst die Regierungserklärung und anschließend die erste Beratung des Etats erfolgen. Der Aeltestenrat hat sich weiter darüber verständigt, daß ein interfraktioneller Ausschuß für Oft fragen und ein internationaler Ausschuß für die mit der Pflege der Leibesübungen zusammenhängenden Fragen beim Reichstag eingesetzt werden "sollen. Es wurde noch angeregt, doch endlich die 3. Lesung des Reichshaushaltsplans für 192 4 und 1 925 zum Abschluß zu bringen, nachdem bereits der erste Haushaltsplan für 1926 vorgelegt worden ist. Es wurde vorgeschlagen, die beiden Haushaltspläne in Bausch und Bogen in einer oder zwei Sitzungen zu erledigen. Preußischer Landtag. Berlin. 13. Jan. Dor schwach besetztem Hause wandte sich der Landtag der Beratung E>e£ Teiles einer großen Anfrage der Deutsch- nationalen zu, der fragt, ob der damalige Kultus tnlnifter Braun, obwohl ihm der Landtag am Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 14. Januar 1926. D. Dr. Damaschke über die Bodenreform. Adolf Damaschke, der von der theologischen Fakultät unterer Landes - Universität kürzlich zum Ehrendoktor ernannte Vorkämpfer eines neuen deutschen Dodenrechts, den seine zahlreichen und mächtigen Gegner mit größter Energie bekämpfen, dem anläßlich seines kürzlichen 60. Geburtstages weite Kreise des deutschen Volkes außerordentliche Ehrungen darbrachten, am Vortragspult in Gießen — das war in unserer an geistigem Erleben wirklich nicht armen Stadt ein ganz besonderes Ereignis. Kein Wunder, daß zu diesem Vortragsabend der hiesigen Orksgritppe des Bundes deutscher Bodenreformer am Dienstag in der Universitätsaula eine Fülle bon Zuhörern zusammengeströmt war, wie man fic in diesem Umfang eben nur bei hervorragenden Gelegenheiten bemerken kann. Die Spitzen der staatlichen, städtischen und kirchlichen Behörden, zahlreiche KommunalPvtttiker, selbst verständlich auch die geiftig schaffenden Kreise unserer Stadt und endlich Männer und Frauen aus allen Schichten und Berufen wollten hören, was dieser Führer einer tiefwivkenden Bewegung über „die sittlich-religiöse Bedeutung der Bodenreform" zu sagen hatte, welche neue Wege er wies aus der Dodennot und dem Wohnungselend der heutigen Zeit. Einleitend stattete D. Dr. Damaschke in tiefempfundenen Dankesworten der Landes-Universität seinen Dank ab für die hohe Auszeichnung, die ihm durch die Ernennung zum Ehrendoktor der Alma mater Ludoviciana. zuteil geworden. Bon dieser Ehrung durch die theologische Fakultät ausgehend, rühmte er die Kirche als das soziale Gewissen unseres Volkes, und besprach dann in schlichter, von allem rhetorischen Blendwerk freien und dennoch außerordentlich fesselnden Weise die Grundgedanken der Bodenreform, ihre Bedeutung für unser Volk und ihre Umsetzung in die Wirklichkeit. Diese Bewegung will unser Volk weder dem Mammonismus im Westen, noch dem Kommunismus im Osten ausgeliefert sehen. Zwischen diesen beiden Polen stehend, ihrer hohen kulturellen Bedeutung bewußt, müssen die 80 Millionen Deutsche sich bestreben, daß der Gent ein schaftsgedanke in ihrem Volksleben bestimmend wird, soweit es sich um den unproduzierbaren und untranS- pvrtierbaren Urgrund ihres Daseins handelt, um den Grund u n d Boden. Gegenüber dem Kapitalismus, der den Boden in spekulativer Absicht unter das Gesetz des freien Marktes zwingen will, fordert die Bodenreform, daß man dieses Gut unseres Volkes unter soziales Recht steltt. daß man der freien individuellen und genossenschaftlichen Betätigung nur die Güter überläßt, die durch menschliche Arbeit beliebig vermehrt und ebenso beliebig tranportiert werden können und die durch diesen freien Austausch ihren gerechten Preis finden. Der bodenreformerische Gedanke fordert also als entscheidenden Inhalt des neuen Dodenrechts soziale Freiheit und Gerechtigkeit. Die als gut und recht erkannten Wahrheiten müssen in den Gang der Entwicklung eingefügt und diese so beeinflußt werden, daß das Ungerechte ausgeschieden und das Gesunde, Zukunftsstarke gefordert wird. Schon Moses und Iesaias haben in ihre Zeit Gedanken h'.neingetragen, die bodenreformerisch waren, und diese Ansichten sind nie ganz versunken. Aber auch die Gegenströmung hat sich schon von alters- her stets gezeigt, und sie ist immer mächtiger geworden bis auf den heutigen Tag: ein fesselnder Rückblick auf die Jahrhunderte unserer Vorfahren zeigte das stete Ringen der beiden Kräfte. Die Folge der heutigen spekulativen Behandlung des Bodens als Marktware «durch Terraingesellschaften. Boden-Aktiengesellschaften usw.) ist die furchtbare Wohnungsnot, die nicht nur in den Großstädten, sondern überall entsetzliche Zustände zeitigt. Durch die Elendsverhältnisse im Wohnwesen wird das physische und seelische Leben, die Sittlichkeit und Religion von Millionen von Menschen zerstört: nicht nur daS Individuum, sondern auch die Volksgesamtheit leidet darunter schwer: durch die körperlichen, seelischen und sittlichen Schäden der von dieser Geißel mit* betroffenen Jugend wird auch die nächste Generation in das entsetzliche Leid hineingezogen. Dagegen gibt es nach der Ueberzeugung der Bodenreformer nur ein Mittel: die Lösung des Grund und Bodens aus der heutigen Rechtsform, seine Stellung unter soziales Recht und damit die Verhinderung der Behandlung des Bodens als Marktspekulation. Schaffung von gesunden Kleinwohnungen. insbesondere von Heimstätten mit Gärten. Die Handhabe zu diesen Reformen gibt der Art. 155 der Reichsverfassung. dessen Verheißungen jetzt in einem Gesetz Wahrheit werden sollen. Für diese Aufgabe gelte es nun alle Kräfte einzufetzen, denn der Kampf werde schwer. Die Bodenreform gehe in diesen Kamps in dem Bewußtsein, daß es sich hier um ein Stück Kultur unseres Volkes, ja vielleicht fogar der Menschheit handle, sie ühre diesen Kampf in der Ueberzeugung, hohen ozialen Ideen und den ewigen Gesetzen des Chri- tentums zu dienen. D. Dr. Damaschke schloß, er sei durch manche Lehre durchgegangen, aber keine habe er gefunden, die so tief sozial sei als das Christentum. Die Bodenreform fei eine religiös-wichtige Aufgabe. Darum werde er die Bodenreform vertreten atich als Doktor der evangelischen Theologie. Der außerordentlich eindrucksvolle Vortrag, dem man mit lebhaftem Interesse folgte, sand den lang- anhaltenden starken Beifall der Zuhörer. Der Vorsitzende, Pros. Dr. Meige n, legte in einem kurzen Schlußwort den Besuchern nahe, den auf das Volkswohl gerichteten Bestrebungen der Bodenreform helfend und fördernd beizustehen. Neufestsetzung der Ianuarmiete. Das hessische Gesamtministerium gibt bekannt: Mit Rücksicht auf einen dem Reichstag vorliegenden Antrag, wonach die lOOprozentige Friedens-- miete statt am 1. April 1926 erst zum 1. April 1927 erreicht werden soll, wird die Bekanntmachung der Landesregierung vom 28. Dezember 1925 zunächst bis zum. 1. Februar d. I. außer Kraft gesetzt. Die gesetzliche Miete für den Monat Januar 1926 bleibt demnach dieselbe, wie sie für bei: Monat Dezember 1925 festgesetzt war. (Also 88 Prozent. D. Red.) GLcszcncr i Marktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarklc: Butter 130—160, Matte 35—40, Käse 60—70, Wirsing 15—20, Weißkraut 10—15, Rotkraut 25, aelve Rüben 1-5. rote Rüben 15, Spinat 50, Unter-Kohl- HENNY •M’’ V IN ' •■ "r- 7- • ' V ' ' FRISCH GEKIRNT FEINKOST- MARGARINE ?**•* I926' .-ss «ssjÄnt >‘‘-Ä ^agSabL' 5"!Dun. - bemerken ^r- ^tischen und t®*c fag schaffend» Männer und I? ^ufen nX%5 'wirkenden %L’oten- ielW|? i’k,".*'«' in ' fit bie Ä^’ ' » st“4’ SSMbuffi.E’ ^nrte er hi» yg ««■ ** ■unS? ^brwideML unbebauten der OM» nSÄ.$oItunZ>N Diese Megan ^atnmonH im "umsmus im Osten aus- ».^beiden Polen ltiwellen Dedeutung be- Äwnen Deutsche sich be- einschastsgedanke stimmend wird, soweit urbaren und untrani- >res Daseins handelt, um oben. Gegenüber dein Toden in spekulativer letz des freien Wito e Bodenreform, dah man iolkes unter' soziales der freien individuellen i Betätigung nur die iurch menschliche Arbeit ebenso beliebig tranpor- L die durch diesen freien Hirn Preis finden. Der ante fordert also als ent- neuen Bodenrechts soziale feit. Die als gut und rech! müssen in den Gang ber und diese so beeinfluß rechte auSgeschieden ir? irfc gefördert bitt). & ut in ihre Seit Ge-anir nrefvmerifch waren, unb e Yf^untm. Ml , hat sich schon von alters- ie ist immer mächtiger genügen Tag! ein fesselnder chrhunderte unterer Dingen der beiden Rta:k. n spekulativen Behandlung uktware 'durch Lenatn- iktiengesellschasten usto.) E asnot. die nicht nut mden beraH entsetzliche Zustande nMMrWÄ ■ ®* ische und seelische Leben, [igion von Millionen von nur das Individuum, tsamtheit leidet darunter verlichen. feeMen und von dieser Wel m £ fiÄr% r®?£l UM ä'S*S? SZLS sSr* Dr. »*ÄtW ** er epan^'Äorttag.hen1 Sff&’SS !t»*n i8«»* -erJ°nu°K i dvn^Mtige ^Oril dH. ®''S2h-’Ä" -rbruar » den , sie Äi-te WirfJ sestg^' .mber VP „.fftirdl6 n. heutig^-,. (jHy- It)f In den Astoria - Lichtspielen Harry Piel in; „Das fliegende Auto“ 0T Da su ein tadelloses Beiprogramm 1 ttü 415c Lichtspielhaus Heute: rsM 10—12, Grünkohl 25, Rosenkohl 60, Feldsalat 80—100, Tomaten 80, Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 50—70, Kartoffeln 4—5, Aepfel 15—18, Birnen 30, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 90—120, Nüsse 50—90, Endivien 100 Pf. je Pfund: Eier 19, Blumenkohl 60 bis 1,80, Lauch 5—15, Sellerie 20—70 Pf. je Stück. Statistisches von den Provinziaitags- und Kreistagswahlen. In dem umfangreichen Zahlenmaterial, das jetzt von der Hessischen Zentralstelle für die Landesstati- stik über die Provinzialtags- und Kreistagswahlen vom 15. November 1925 veröffentlicht wird, ist festgestellt, daß die Zahl der Stimmberechtigten 1925 852 349 betrug, gegen 1922 805 808. Bon 100 Stimmberechtigten haben 1925 58,7 abgestimmt — 1922 64,4. Da die Kreistagswahlen am gleichen Tage stattfanden, ergaben sich nur geringe Unterschiede gegenüber den hier mckgeteilten Ziffern. In die drei P rovinzialtage wurden 1925 gewählt insgesamt 125 Abgeordnete, und zwar Kommunisten 7 (6), Sozialdemokraten 44 (49), Demokraten 9 (8), Zentrum 21 (19), Deutsche Volkspartei 13 (16), Deutschnationale Volkspartei und Hessischer Landbund 25 (23), Freie rheinhessische Bauernschaft 4 (4), Sonstige 2 (—). Die Ziffern in Klammern sind die der Wahl vom 19. November 1922. Die Verteilung der Sitze in den Kreistagen in ganz Hessen ist- folgende: .Kommunisten 19 (16), Sozialdemokraten 154 (167), Demokraten 34 (?), Zentrum 71 (?). Für die Deutsche Volkspariei, die Deutschnationale Volkspartei und den Hessischen Landbund fehlen die Zahlenangaben. Die Zahl der Sonstigen beträgt 13 (3). Die Gesamtzahl der Kreistagsavgeordneten in Hessen beläuft sich auf 495 (453). Die Ziffern in Klammern sind die der Kreistagswahl von 1922. L. U. Von der Landes-Universität Gießen. Die von Studienrot Dr. Koenig vor einigen Tagen angezeigte Vorlesung über „Grenz- und Auslanddeutschtum" beginnt am heutigen Donnerstag, 14. Januar, 5—6 Uhr im Hörsaal 41. Sie ist unentgeltlich. AuchNichtstudierende können daran leilnehmen. — Der außerplanm. ao. Professor und Prosektor am Pathologischen Institut der Universität Leipzig Dr. Georg Herzog hat den an ihn ergangenen Ruf an unsere Landesuniversität als Nachfolger des emeritierten ordentl. Prof. Dr. Bost r o e m für das Fach der allgemeinen Pathologie und pathologischen Anatomie angenommen. — Ferner wurde der planm. ao. Professor an der Universität Leipzig Dr. George 3 a f f 6 zum ordentl. Professor für theoretische Physik ernannt. Jaffs ist der Nachfolger des emeritierten ordentl. Professors Dr. Fromme. ti. Ein Nachklang von der Gieße-- ner Gustav-Adolf-Dereinstagung. Alle Oberhessen, die im Herbst an der großen, so überaus eindrucksvollen Gustav-Adolf--Vereins- tagung in unserer Stadt teilgenommen haben, werden mit Interesse vernehmen, dah einer der Vertreter deS Auslanddeutschtums, der als Abgeordneter und Redner an der Tagung teilgenommen hat, Pfarrer Hans Petri in Bukarest, in dem „Bukarester Gemeindeblatt" in einem fesselnden, durch mehrere Rummern laufenden Aufsatz, der „(Siebener Eindrücke" überschrieben ist, über die Sagung berichtet und darin vor den Deutschen Rumäniens in lebendiger Schilderung das Bild der großen Tage von Gießen erstehen läßt. Wer Henny Porten in dieser Rolle gesehen hat, sah ein Stück höchster deutscher Darstellungskunet. Wegen der hohen Änschaffnngskosten ein ganz kleiner Preisaufschlag! IC- lei wurde. Fordern Sie die „Blauband-Woche“ zu jedem. Pfund. 4148 Strafkammer Gießen. Gießen, 12. Jan. Der Schweizer Heinrich Schöneck von Hof Herrnhaag war von dem hiesigen Schöffengericht wegen Blutschande in Tateinheit mit Notzucht, Notzuchtversuch und Kindes- schändung in 5 Fällen zu insgesamt 6i Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Er hatte gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Die heutige Der- Handlung fand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt und wurde zwecks Ladung weiterer Zeugen vertagt. Gewerkschalt der Lokomotivführer Äm Samstad, d. I6.ds.fflt8.,abds. 7V2 ührbeoinn. findet in der Turnhalle, Slein- slr., unser diesjähriges Stiftungs-Fest statt, wozu Ur unsere Mitglieder mit ihren Angehörigen aufs herzlichste elnladeu. 0292 Oer Vorstand. abzugeben. Gießen, den 11. Januar 1926. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Hamm. Gerichtssaal. Den Bock zum Gärtner gemacht. sende Rohprodukte lieferten. Die deutsche Rüstunas- industrie, in der Zehntausende von Arbeitern bt schäftigt waren, mußten ihre Produktion umstellen und wurde für die übrigen Fabriken ein gefährlicher Konkurrent. Dazu kommen die Fortschritte der Technik, Nutzbarmachung der Wasserkräfte, der Rückgang des Bedarfs an Kohlen. 61 000 Arbeiter und Angestellte im Ruhrgebiet sind in letzter Zeit entlassen worden. Das deutsche Volk muß diese Lasten übernehmen und den Neuaufbau der deutschen Wirtschaft versuchen. Die Wirtschaftskrise wird sich noch weiter auswirten auf eine Anzahl mittlerer und kleinerer Werke, die in der Jnsta-- Stellan, den 15. Munt 1926 nachm. 2. Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Tische, 6 Zentrifugen, 1 Nähmaschine, 1 Strickmaschine, 1 Flurgarderobe, 2 Schreibmaschinen, 1 Kastenwagen, 1 Polier-Scheuer- apparat, 2 kompl. Rauchti che, ein Kartothekschrank, 1 Bücherschrank, 1 Kiste Messingblech, 1 Glasichrank, 1 Sofa, 1 Schreibtisch, 1 Ladenschrank, 1 Diwan. Hebbel, Hess. Gerichtsvollzieher 4i6D in Gietzen, Dammstr. 24. Hessische Landwirtschaftliche Woche. (Don unserer Darmstäbler Redaktion.) * Darmstadt, 13. 3a n. Aus der Hessischen LandwirischaftlichcnWoche hielt Direktor Dr. Müller- Ruhlsdorf einen Vortrag über „Neuzeitliche Schweinehaltung und -füttcrung“. Der Vortragende betonte in seinen Ausführungen besonders die Lcistungsprüfung und legte dar, welche Anforderungen hierfür i u stellen sind. 3m einzelnen schilderte er dann i>tc Maßnahmen, die für eine erfolgreiche Schweinehaltung notwendig sind, insbesondere eine sorgfältige Stallhaltung in gut gebauten Ställen. Die Hauptnahrung müsse in eiweißhaltigen Futtermitteln bestehen, doch sei eine einseitige Fütterung durch ein Futtermittel zu vermeiden. 3m Sommer sei unbedingt Grün- futter zu verabreichen. Versuche hätten ergeben, daß ungekochte Kartoffeln nicht so gut verdaut werden wie gelochte: infolgedessen seien nur gekochte Kartoffeln zu verabreichen. Vor allem müsse auch in einem Schweinestall Ruhe herrschen. denn „Ruhe und Rast, ist halbe Mast". Rähere Mitteilungen machte der Vortragende sodann über die Futtermengen bei den verschiedenen Altersklassen und über Fütterungsmethoden auf wissenschaftlicher Grundlage. Die Hauptversammlung des Landesverbandes der Obst- und Gartenbau- Vereine Hessens brach'e einen Vortrag des Landesinspektors für Obst- und Weinbau Pfeiffer über das zeitgemäße Thema ,Organisierte Schädlingsbekämpfung im Obstbau" Der Redner trat warm für eine Organisation des Obstbaues ein, ohne sie sei heutzutage ein rationeller Obstbau gar nicht mehr möglich. Ebenso müsse die Schädlingsbekämpfung organisiert wer- den. wie dies bereits im Ausland mit Erfolg durchgeführt werde. Das Ziel des Obstbaues müsse Qualitätsobst fein. Die weiteren Darlegungen des Vortragenden bezogen sich auf Spezialfragen der Schädlingsbekämpfung. jVek-sestiedensL^ Duft- Gut möbliertes Zimmer mit 1 ob. 2 Betten, evtl, mit Pension, »u vermieten (02$) Roonstraße 26 p. Slöbl. Zimmer an ruhigen Herrnzu vermieten 0280 Lteiustr. 56 III. tivnszeit entstanden sind: wir haben immer noch 30—40 Prozent Jndustriewerte mehr als vor dem Krieye. Die Kaufkraft der großen Massen des Volkes ist vorüber, das Volk ist verarmt, feiner Er- fparniffe beraubt, die Sparvermögen sind verloren. Auf der anderen Seite haben sich gewaltige Kapitalbildungen vollzogen. Riesenkonzerne wurden gebildet. Das Jahr 1925 brachte noch eine besondere Art von Krise, die Kapitalknappheit. Die Folge war Einschränkung und Stillegung der Betriebe. Wir müssen gegen übereilte Stillegungen Stellung nehmen und Mittel und Wege finden, um sie zu verhindern. Vielfach wird auch seitens der Syndizis zu schwarz gemalt, das zeigte sich z. B. bei der Offenbacher Leder-Industrie. Hessen und Hessen- Nassau stehen in bezug auf Arbeitslose in Deutschland an der Spitze. Die vielen entlassenen Bankangestellten, in Frankfurt allein 10 000, beeinflussen den Stellenmarkt außerordentlich. Dazu kommt noch der Abbau der Angestellten der Behörden der Nachkriegszeit. Auch diese — in Frankfurt etwa 3500 — verschlechtern die Lage der übrigen Angestellten. Von besonderer Bedeutung ist die Preisgestaltung der Waren, welche zum Teil viel zu teuer sind, die Preise werden oft von den Konzernen diktiert. In Deutschland haben die Preise eine ungesunde,unberechtigte Höhe erreicht, sie sind höher wie im Ausland. Heute hört man vielfach die Schlagwörter „Abbau der Sozialpolitik, Kündigung der Tarifverträge". Viele Arbeitgeber haben die Verdienste der Gewerkschaften vergessen. Mit Entschiedenheit muß dagegen Front gemacht werden, daß die Werke die älteren Angestellten entlassen. Es ist ein Gesetzentwurf eingereicyt, nach welchem in den Werken eine gewiße Zahl von älteren Angestellten beschäftigt werden müssen. Der Gewerk- schaftsbund beantragt: 1. daß es bei der 48-Stun- den-Woche bleibt, 2. Verlängerung der Kündigungsfrist für Angestellte, 3. bei Kündigung ist ein Abkehrgeld bis zu 12 Monatsaehalten zu zahlen. Der Redner kam dann auf das Lehrlingswesen, auf Angestellten- und Erwerbslosenversicherung zu sprechen und ermahnte zu gegenseitiger Unterstützung und Selbsthilfe. Zum Schluffe empfahl er den Angestellten dringend, die eigene Weiterbildung mit Ernst zu betreiben, ** Auftrieb auf demheutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 1 Kuh, 1167 Kälber, 765 Schafe, 416 Schweine. Bornotizeu. — Tageskalender für Donnerstag: Neue Aula der Universität: 8.15 Uhr: Lichtbildervortrag „Im Zeppelin über Afrika. — Deutscher Bund: 8 Uhr, Johannessaal, Familienabend mit Vortrag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Tragödie". — Astoria-Lichtspiele: „Das fliegende Auto". Kriege, sämtliche Kolonien und fast die gesamte Handelsflotte und unsere Absatzgebiete in der Welt verloren. Unser Export ist gewaltig zurückgegangen. Dazu kommt noch, daß vom Deutschen Reiche wert- volle Gebiete abgetrennt wurden, die uns bcdeu- WSN. M a in z, 13. Jan. Ein Abteilung^ .ter eines hiesigen Warenhauses, bei in den letzten vier Jahren Waren im Werte von 43 000 Mk. unterschlagen hatte, wurde vom Dezirkbschöffengericht zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Drei Monate Untersuchungshaft wurden angerechnet. Eine wegen Hehlerei angeklagte Trödlersfrau erhielt 2 Monate Gefängnis, die in 1500 Mk. Geldstrafe umgeroanbclt •• Rubervereine und Steuer. Der Deutsche Ruderverband hat zur Befreiung der Rubervereine donDerinvgenS- undKörperschasts- steuer an das Finanzministerium eine Eingabe gerichtet, in der der Verband davauf. hinweist, daß in den Kreisen des Deutschen Rudersports eine starke Beunruhigung wegen der durch eine .Anzahl Finanzämter an die Vereine ergangenen Aufforderung zur Abgabe einer Dermögens- steuerertlärung sowie der Heranziehung der Vereine zur Kürpcrschaftssteuer herrsche. 3nsbeson- dere weist der Deutsche Ruderverband darauf hin, dah die Auffassung, dah die Vereine, da sich in ihren Häusern ein Wirtschaftsbetrieb finbe, nicht ausschließlich gemeinnützigen Zwecken dienen, nicht als zutreffend anerkannt werden könne. Bei all diesen nur für die Mitglieder ftatt- findenden Wirtschafisbetrieben handele es sich nicht um gewerbliche •Unternehmen, vielmehr diene auch der Wirtschaftsbetrieb in den Bootshäusern unmittelbar den gemeinnützigen Zielen des Vereins, da die Einnahmen für den Rudersport Verwendung finden, und so die Möglichkeit gegeben wird, durch Riedrighaltung der Beiträge weitere Kreise des Volkes in der- Mitgliedschaft zu erfassen. *' Die Briefkastenleerung. Die Angabe der Leerungszeiten an Briefkasten, namentlich bei solchen an Posthäusern, soll so gehalten sein, daß auch derjenige, der die Postverbindungen nicht genau kennt, sich ein zutreffendes Urteil darüber bilden kann, ob ein von ihm aufzu-4 liefernder Dries noch den Anschluß an eine bestimmte Beforderungsgelegenheit erhält, ob also die Benutzung des Briefkastens für seine Auflieferung zweckmäßig ist oder nicht. Diese Voraussetzung zu erfüllen, ist nicht immer leicht, namentlich in größeren Städten mit zahlreichen Postverbindungen nach allen Richtungen. Die Postämter sind daher veranlaßt worden, die Verhältnisse zu prüfen und dafür zu sorgen, daß die Leerungszeiten den vorbezeichneten Anforderungen entsprechen: im allgemeinen wird eine Bezugnahme auf den Abgang der Posten nur da am Platze sein, wo der Gang der Posten als bekannt vorausgesetzt weiden kann. Andernfalls werden die Zeiten im einzelnen anzugeben sein, oder wo der Platz hierfür nicht ausreicht, werden Angaben wie „Leerung viertelstünblich, halbstündlich" ufto. dem Zweck entsprechen. Dabei soll es nicht ausgeschlossen fein, daß noch außer diesen auf den Briefkasten ersichtlich gemachten Leerungszeiten Schlußleerungen für bestimmte Züge und Posten ausgesührt werden. Welche Form für die Angabe der Leerungszeiten auf den Briefkasten zu wählen ist, muß sich nach den örtlichen Verhältnissen richten. Wer regelmäßig Sendungen aufliefert, auf deren pünktliche AlebcrEunft er besonderen Wert legt, wird gut tun, sich bei seinem Postamt zu erkundigen, wann und wo er die Sendungen aufüefern muß, damit sie den Anschluß an die gewünschte Postverbindung erreichen. —Gewerkschaftsbund der Angestellten. Unter dem Vorsitze des Herrn Zecher (Gießen) fand am Montagabend im Hotel Hopfeld eine Versammlung der Ortsgruppe Gießen statt. Der Redner des Abends, Stadtverordneter G e ß n e r (Frankfurt), sprach über die Not des deutschen Volkes und über die schwere Wirtschaftskrise. Er führte u. a. aus: Ganz besonders seien es die Angestellten, die von dieser Wirtschaftskrise schwer betroffen würden. Die Krise habe alle möglichen Ursachen: wir haben den größten aller Itte >2 Betten) von zwei soliden jung. Herren gesucht. Schritcl. Angebote unter 0281 an den Gieß. An^. erb. 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A. des Hess. Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Mw gesucht. 408D Hud», Rittergasse. | Stellengesuche} Anstand. Mcken mit gut. Zeugnissen sucht Stelle f. tagsüber. — Daselbst » .-Geige m. Kasten zu vertäuten. so», ZeugbauSkaserue, r Fam.-Bau Nr. 99. ^Verkäufe Brennholz klein gemacht Sagemehl zum Näuchern Lichen- Sartenpfosten I. Wellhöfer. Televh 743. 4031) »WM am Freitag, 15. Januar 1926 im Rebstock Westanlage 7 1120 MSWkMIII.MMMlll.8lM Bekanntmachung. Der Obstverkaufsplatz Reuen Bäue, Ecke Eüdanlage soll alsbald neu verpachtet werden. Die Bedingungen liegen auf dem Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer 28, zur Einsicht offen. Der Platz bleibt nur Gießener Bewerbern Vorbehalten. Angebote sind bis spätestens den 23. d. M. auf obengenanntem Zimmer MktlS, beizkrästioste, kvarsamste.billigftc Feuerung in Füllöfen von den Zechen Adler, Alstaden, Carl Funke, tSott- srieo - Wilhelm, PoertingSsiepen, Wicsche, für herdfeuerung und $üßöfen von den Zechen Centrum. 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Januar, nachmittags 2 Uhr, statt. TMliks Aimtz- null Hartholz zu herabgesetzten Preisen, sowie alle übrigen LlennmateriaUen ab Lager und srei Haus. WkiOliilliingidsot-, Löberstratze 3. 0282 Telephon 1226 Tanz* Lehr-Institut Bäulke Wolfstraße 21, Ecke Lieber Straße Telephon 1055 Beginn neuer Kurse Ende Januar Gefl. Anmeldungen werden jederzeit entgegengenommen. 284 D MkMWW geeignet für Papier-, Putzgefchäst ufm.: 1 Tbeke mit ONasauffav, 1t Echiibkasteu und 2 Schränken. 3,35, 0,00,- 1 Triefe, 2 m lang, mit 1 Zwtfchenboden,- I Glaöschrattk, 2,35 bocb, 1,20 br, mit 14 Schubkasten: ein Anffatr Aum AuSsteUen, 1,20 br. mit tret Böden: 1 Schrank, 1,75 hoch, 0,45 br., ea. 40 Fächer tSchulbefigrö :e); Schaitfenster- umbnu, 9?egale und Kontrollkasse, alles in tadellosem Zitstand, au verkaufen. 4101) Liebigstraste 83 tLaden). Bekanntmachung. Die zum Aachrichten von alten Basaltlava. bordsteinen erforderlichen Steinhauer- arbeiten sollen öffentlich vergeben werden. Angebote sind spätestens zum Oeffnungs- ietmin am Donnerstag, dem 21. Jan., vormittags 10 Uhr, beim Stadtbauamt einzureichen. > aselbst sind Vordrucke erhältlich. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 12. Januar 1926. 417B Stadibauamt (Sieben: Braubach. Schneiderin empfiehlt sich tut An- serttgen v Damen-, Mlnber« u. MaSkeu- Garderobe b?t mäst Vretf. Hu erfr. t. d Geschäfts st. d.G.A.°^ Masken- Kostnme elegante u. einfache, find au verleth. U3HU Wilbelmftr. 8 p. Orangen SÄ Feinste 1.80 1.20 1.30 Dreifrncht- Zwetfche»- Apfelqelee 22 mm Dose 52 Filialen in allen = Stadtteilen == 4O5c in Kinder-Spieleimern mit Märchenbildern 2 *pft>.-(Eintet ^»ohnnnisbeer- 1.20 30 mm Klubdose 58 SchadeL Füllgrade empfehlen: Cornedbees Dose 1 Pfd. engl. 85 Pf. Oelfardinen Nalurheiwerfahren! Heilmagnetismusl Prakt. Magnetopath! (Mitglied der Vereinigung deutscher Magnetopathen e. V.) Nervenleiden und Gemütsleiden vVljUliUlUlig« äußere und innere Krankheiten. 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I. 1926, abends 8 Ahr, findet im Solei SInvMurg ein 141 ID MMMM m.Konzert,(0c nun und humoristischen Vorträgen statt. M tglieder u An« aehörige sind Herz« Itch eingeladen. Der Vorstand. 018. I S ' .ühr _______Krämelei. Stadttheater Krcitag, 15. Önu., 15. IrelW Av. LM. von7V< b. geg. 10 Uhr Das Dorf ohne Glocke. Operette in 3 Akten von Kiinneke. kel RHONE irre 32 jenen' iiibet' er MS und BA- L'!.g'L> ILA 6.90 1.90 3.90 5.90 9.50 mnuinnnnnnininuiiiiiiiuiE— S Z Z s s I I s I Nr. N Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Donnerstag, H. Januar (926 Als Werkstudent nach Indien. { von Dipl. agr. 2t Kelch, München. Die Ersparnisse meiner Ferientätigkeit als Erntehelfer auf 3nfel Rügen reichten nicht aus, •um die Kosten des kommenden Semesters zu bestreiten. Ich mühte neue Mittel und Wege finden, die mich zum Ziele führten. Mit der Hoffnung, in einem größeren Seehafen wie manch anderer Student Arbeit aus einem ileberseedamp- 1er zu finden, fuhr ich kurz entschlossen von der 'chonen Ostseeinsel nach Hamburg. Tag für Tag lief ich nun von einem Heuerbureau zum andern, versuchte, verschiedene Personaldirektoren, natürlich in einer rein privaten Angelegenheit, zu sprechen und immer wieder mit dem gleichen negativen Resultat. Endlich — ich hatte bereits die Fahrkarte für die Heimreise gelöst — gelang es mir, durch die Empfehlung eines Hamburger Professors, Arbeit zu finden und zwar als Kontrollbeamter bei der Bremer Hcmsalinie für eine Reise nach Indien. Der Kontrolldienst, der in der Hauptsache darin bestand, in den Auslands" Häfen das Ein- und Ausladen des Frachtgutes zu überwachen, wurde auf jedem Dampfer von zwei Beamten ausgeübt. Vorerst mußte ich noch einen Junkerkurs^s bei der Oberpostdirektion in Bremen mitmachen, um in den indischen Gewässern nachts als Hörmann die Bordstation besehen zu können. Frohgemut und gespannt auf die kommenden Dinge verließ ich Ende September 1924 auf einem modernen 12000 Tonnen-Frachtdampfer den Heimathafen Hamburg, Indien entgegen. Das Leben an Bord gefiel mir schon in den rrsten Tagen vorzüglich. Offiziere wie Mannschaft zeigten sich dem neugebackenen Seemann gegenüber recht freundlich und entgegenkommend, wenn man auch ab und zu Schnurren von einer bayerischen ßanbratte hören konnte. Als ersten Hafen liefen wir Antwerpen an. Wir bekamen hier unsere Hauptladung, bestehend aus deutschein und belgischem Eisen. Vollbeladen verlassen wir nach lOtägigem Aufenthalt die alte belgische Seestadt und nun geht es in guter Fährt weiter: durch den Kanal, durch die berüchtigte Biskaia, die uns aber ungerupft läßt, und an Gibraltar vorbei ins Mittelmeer. War das Wetter bis jetzt nicht ungünstig, so hatten wir nunmehr immer herrlichen Sonnenschein, klaren blauen Himmel. Unangenehm war die Fahrt im Roten Meere, dem „Backofen Israel»". Glühendheiß brannte die Sonne herunter, und Zein Lüftchen regte sich. Wir haken in der Kajüte über 40 Grad Celsius. Besser wurde es, als wir durch die Straße von Dab el Mandeb in den indischen Ozean kamen. Hier begann mein Nachtdienst an der Funkenstation. Mit dem Hörer am Kopfe saß ich jede Rächt draußen vor der Kabine unter dem herrlichen südlichen Sternhimmel. Rings um mich stille Einsamkeit und Ruhe. Und doch stehe ich in enger Verbindung mit dem Verkehr der modernen Welt und höre bald von diesem oder jenem Dampfer, von Wetter-- und sonstigen Berichten. Wir haben Bombay, den ersten indischen Hafen, erreicht. Kaum liegen wir fest, als auch Ichon ein Kommando von englischen Zollbeamten an Bord kommt und sämtliche Räume: Kajüten, Proviant-, Maschinen-, Kesselraum, kurzum das ganfle Schiff, peinlichst genau nach Waffen und Schmuggelwaren durchsucht. Mein Hirschfänger wurde als Waffe beschlagnahmt und blieb für Die Zeit unseres Aufenthalts unter Zollverschluß. Meine Tätigkeit bestand hier vor allem darin, Die in den einzelnen Schiffsladeluken aufgestellten -eingeborenen Wachleute zu kontrollieren und vorkommende Schäden meiner Gesellschaft zu melden. 3m allgemeinen wickelte sich der Dienst störungs- 'los ab, wenn es auch ab und zu schwer war. mit Den eingeborenen Wächtern eine Verständigung herbeizuführen. Trotz des anspruchsvollen Dienstes Dlieb immer noch genügend Zeit, um Land und Leute kennen zu lernen. Es ist eine Fülle von seltsamen Eindrücken, .die auf den Europäer einstürmen, wenn er zum ersten Male diese indische Weltstadt betritt. Das E^lrakteristtsche ist die ungeheure Lebendigkeit und Mannigfaltigleit deS Städtebildes, hervorgerufen durch die eigenartige Mischung der europäischen mit der bodenständigen indischen Kultur. Monumentale Prachtbauten, wie sie das 19. Jahrhundert überall geschaffen hat, überragen mit ihren mächtigen Kuppeln und Türmen die unscheinbaren, schlecht gebauten Geschäfts- und Wohnhäuser der Eingeborenen, die weiter draußen in der Hauptsache nur mehr mit Bambusrohr und Kuhmist gedeckte Hütten darstellen. Durch die Straßen flutet ein ungeheurer Verkehr, wie bei uns am Jahrmarkt. Autos und Straßenbahn wechseln ab mit den primitiven zweirädrigen Lastwagen, gezogen von Ducke! - ochsen und mitten in diesem Großstadtgewühi tummeln sich heilige Rinder, die frei nmher- laufen und denen jedermann mit Ehrfurcht Platz macht. Roch mehr belebt wird das Bild durch die vielen Gelegenheiisverkäufer, die auf den Gehsteigen in singendem Tone ihre Waren anpreisen. Ein ganz anderes Bild aber bieten die Straßen^ wenn man bei vorgerückter Abendstunde den Heimweg sucht. Wo einige Stunden vorher lärmender Verkehr dahinwogte, da schlafen jetzt, dicht aneinander gedrängt die Eingeborenen, eingewickelt in ihren Lapi-Lap, den sie am Tage zusammelgefaltet als Turban auf dem Kopf trugen, groß und klein, Männer, Frauen und Kinder. Mitten unter ihnen haben sich auch die heiligen Rinder zur Ruhe gelegt. Hier flackert noch ein Tranlämpchen und die Mutter röstet daran noch einige Bananenschniten für die immer noch munteren Kleinen. Tausende schlafen so ancünander mit dem Himmel als Hausdach, glücklich und zufrieden. Unvergeßlich bleibt mir ein Ausflug nach den „Türmen des Schweigens", die auf dem erhabensten Punkte Bombays, auf Malabar Hill, inmitten eines herrlichen Palmengartens als das Wahrzeichen des Parsismus errichtet sind. An der Eingangspforte empfängt mich ein junger Parse und führt mich in einiger Entfernung an den fünf Türmen vorbei. Eine Schar von Aasgeiern sitzt auf dem Rande des größten oben offenen Turmes und auf den benachbarten Palmen. Plötzlich kommt Leben in diese schwarze Schar und mit furchtbarem Gekrächze künden sie das Kommen eines neuen Opfers an. Zwischen den Palmen sehe ich den Leichenzug her- aufkommen. Vier mit weihen Schleiern vermummte Wärter tragen auf einer Bambusbahre den ebenfalls mit weißen Schleiern verhüllten Leichnam. Kaum haben die Läger denselben in den Turm gelegt, als auch schon kreischend die Aasgeier darin verschwinden. Unterdessen erklärt mir der junge Parse an einem Gyps- Modell das Innere der Türme. Drei Kreise niit ausgehauenen Mulden nehmen die Toten auf, oben die Männer, dann die Frauen, und im irmersten, kleinsten Ring, die Kinder. Aus jeder Mulde führt eine Rinne nach dem in der Mitte gelegenen Sammelbecken, und von diesem geht ein Kanal in die neuzeitliche Filteranlage. Was von dem Totenmahle der Aasgeier übrig bleibt, fällt durch die starke Hitze und dem Regen der Verwitterung anheim. Der aufmerksame Führer zeigt mir noch einige Rebengebäude. In dem einen sitzen bedeutende Priester, welche das heilige Feuer unterhalten, in dem anderen sehe ich Regale mit Büchern, welche die Ramen der eingelieferten Toten aufnehmen. Dann verlasse ich wieder diesen seltsamen Friedhof und atme erleichtert auf, als sich die Pforte hinter mir schließt. Der Wagen bringt mich schnell in eine andere Umgebung, hinunter an den herrlichen Strand mit den großen Strandbotels, wo die vornehme englische Gesellschaft beim Dee sitzt. Der laue Abendwind trägt die Klänge einer niederländischen Weise herüber — mir aber klingt im Ohr noch das grausame Gekrächze der Totengräber auf Malabar Hill. Unsere weitere Reise führt nach dem 600 Seemeilen nördlicher gelegenen Karachi, einem Hauptausfuhrhafen für Getreide und sonstige Landesprodutte. Karachi zeigt nicht den weltstädtischen Charakter wie Bombay. Manchen Ausflug verleiden mir hier die sehr oft und ungestüm wehenden Stürme, die dicke Wolken Staub und seinen Sand über das Land wälzen. Und doch hatte ich in Karachi Glück. Hier gelang es mir endlich, eine Hindufrau in einem gelungenen Bilde festzuhalten. Schon in Bombay hatte ich mir Mühe gegeben, einige indische Schönheiten auf die Platte zu bannen. Kaum aber sahen sie meine geöffnete Kamera auf sich gerichtet, als sie auch schon ihren Lapi-Lap übers Gesicht zogen und schleunigst davoneilten. Don Karachi geht es bann um Ceylon herum nach Kalkutta, wo wir unsere Labung, bestehenb aus Jute, Baumwolle, Fellen, Reis und Schellack nehmen. Bombay ist Indiens reichste Welthandels- stabt, Kalkutta mit bem Sitz des Vizekönigs, offiziell, die Stadt der Verwaltung. — Müde vom Umherstreifen im besonders interessanten Chinesenviertel, sitze ich eines Abends in einem Cafs an der Esplanade, um bei einem Glas Eislimonade etwas auszuruhen. Aergerlich über die klägliche Wiedergabe eines chaydnquartetts, zahle ich nach kurzer Rast und will eben davongehen, als hinter mir jemand im unverfälschten heimatlichen Dialekt ruft: „Geh zua, Iiwerl, bleib no a wem do!" Ich wende mich sprachlos und sehe in das lachende Gesicht eines alten Seebären, dessen odjiff eben auch in Kalkutta liegt. Ich blieb und verlebte mit meinem Landsmann noch einige vergnügte Stunden. Bald hat unser Schiff seine Ladung geborgen und nun geht es wieder der Heimat zu. Kurzen Aufenthalt nehmen wir noch in Kolombo, auf der Paradiesinsel Ceylon. Bis jetzt hatten wir immer herrliches Wetter, Sonnenschein und spiegelglatte See. Auch die Heimreise verlief ruhig, bis wir im Mittelmeer auf der Höhe von Malaga und noch dazu an meinem ©ebutstag einen starken Sturm mitmachen mußten. Gegen Morgen meines Ehrentages war der Schlaf unruhiger geworden, und als ich nach einiger Zeit erwache, merke ich, bah unser Schiff bereits in eine ganz bedenkliche Pendel- beroegung gekommen ist. Draußen steht hohe See und der Wind entfacht sich aus Nordost mit immer stärkerer Macht. Unser Schiff wirb hin- und her- gemorfen, von den Wellenbergen hoch empor« gehoben und gleich daraus versinkt es wieder in einem tiefen Wellentale. Die Windstärke ist bis auf 10 gestiegen, ein regelrechter Sturm wühlt im Meer. Mit einem herzhaften Sprung verlasse ich meine obere Koje und liege auch schon auf allen Vieren vor der Kammertür, deren Härte mein Kopf unliebsam verspürt. Und nun fängt es in mir selber zu rumoren an. Sollte mich zu guter Letzt und noch dazu an meinem Geburtstage das Schicksal der Seekrankheit erreichen? Nein! Mit einem furchtbaren Aerger kämpfe ich gegen den heimtückischen Feind an. Es hilft aber nichts: es wirb mir immer übler und elender. Ich glaube aber, gemerkt haben die anderen trotzdem nichts, sonst würde ich wieder Schnurren von der bayerischen Landratte gehört Haven. Nach einem weiteren kurzen Aufenthalt in Antwerpen und Rotterdam gelange ich nach fünfmonatlicher Reise wohlbehalten wieder in Hamburg an. Einige Tage später war ich wieder daheim, im schönsten aller Länder, im Heimatland. Jur Förderung des Wohnungsbaues in Hessen. Die Fraktton der Deutschen Volksoartei hat im Hessischen Landtag nachstehenden Antrag eingebracht: Wir beantragen, der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, auf der Grundlage des Gelbentwertungsausgleichs 1. von bem Ertrag ber Sonberabaabe vom bebauten Grundbesitz 20 Proz. der Friedensmiete zur Förderung des Wohnungsbaues zu verwenden. 2. Die Erhebung und Verwendung ausschließlich den Städten und Gemeinden zu überlassen, die alljährlich der Regierung einen Nachweis über die Verwendung vorzulegen haben. 3. Die Verzinsung darf einschließlich Amortisation 3 Proz. nicht übersteigen. Zins- und Tilgungsbeträge verbleiben in voller Höhe den Gemeinden. 4. Für alle mit Hilfe dieser Darlehen erbauten Häuser tritt für Gebäude- und Grundbesitz (An- liegerbeiträge tifro.) für zehn Jahre Steuerfreiheit ein. 5. Das selbständige Bauen von Staat und Gemeinden ist soweit wie möglich zu unterlassen. 6. Den Städten und (Semeinbcn ist bi? Auflage zu machen, sobald es die Verhältnisse erlaub.n, em streng umgrenztes Bauprogramm der Regierung vorzulegen. 7. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sind in erster Linie die im Rechnungsjahr 1925 angefangenen Bauten zu finanzieren. 8. Ein Teilbetrag ist zur Erhaltung der Altwohnungen zur Verfügung zu stellen. 9. Die von Den Gemeinden zur Förderung der Neubautätigkeit nicht verwendeten Gelder sind dem Staate als Ausgleichsfonds für besonders notleidende Gemeinden zur Verfügung zu stellen. 10. Schaffung neuer Beamtenstellen zum Zwecke der Ausführung dieses Antrages haben unter allen Umständen zu unterbleiben, ebenso ist im Einvernehmen mit den Gemeinden den Bauenden ein wirtschaftliches Bauen zur unbedingten Pflicht zu machen. Parlamentarisches aus Hessen. Die Abgeordneten Birnbaum (D. V.) und Heraus (Dn. V.) beantragen: Der Landtag wolle beschließen, daß 1. die Aufbauschulen in Alzey, Bensheim und Friedberg auch den Mädchen geöffnet werden, um ihnen Ausbildungserleichterungen zu gewähren und den Lehrerinnennachwuchs sicherzustellen; 2. an den genannten Anstalten, soweit es die räumlichen Verhältnisse gestatten, ein Internat für Mäd dien eingerichtet werde und außerdem die Regierung der Frage der Errichtung eines Internats in der Aufbauschule in Darmstadt erneut nähertrete. * Die sozialdemokratische Fraktion beantragt, der Landtag wolle beschließen: 1. die hessische Regierung wolle dem Landtag alsbald beim Zusammentritt desselben eine genaue Uebersicht über den Stand der Re gulierung der Nidda und der Nidder geben. 2. Für die durch das Hochwasser Geschädigten alsbald eine Hilfsaktion einzuleiten und die hierzu erforderlichen Mittel im Wege des Staatskredits flüssig zu machen. 3. Die jetzige Hochwasserkatastrophe zeigt, daß durch die Nidda- und 'Jlibberregulierung die im Ueberschwernmungsgebiet wohnende Bevölkerung nicht hinreichend gegen Hochwasserschäden geschützt wird. Es ist deshalb die Errichtung von Stauanlagen zur Sammlung der Gewässer des Vogelsbergs in Erwägung zu ziehen, und die Regierung wird ersucht, tn eine Prüfung dieser Maßnahme einzutreten und dem Hessischen Landtag baldmöglichst eine Vorlage zu machen. Die Z e n t r u m s f r a f t i o n beantragt, die Regierung zu ersuchen, 1. die Hochwasserschäden unverzüglich unter Zuziehung der Kul turbauämter, Landwirtschaftsämter und Forstämter feststellen zu lassen; 2. ausreichende Mittel für die Behebung der Schäden an Haus, Hof, Vieh ufw. bereitzustellen; 3. den Landwirten durch Vermittlung von Saatgut und Düngemitteln eine neue Aussaat zu ermöglichen; 4. den geschädigten Landwirten weitestgehend bei Pachtregulierungen und Pachtzahlungen entgegenzukommen, insbeson- dere aber bei Durchführung von Pfändungen und Beitreibungen Rücksicht auf die tatsächlichen Verhältnisse zu nehmen; 5. einer Wiederholung solcher Wasfergefahren durch fofortige Inangriffnahme Der Regulierungen der Flußläufe unter Mitwirkung der Nachbarländer vorzubeugen, um so mehr als die große Erwerbslosigkeit die Durchfüh- runa solcher produktiven Maßnahmen erforderlich macht. Eine Regierungsvorlage betrifft das Strafverfahren und Ehrengerichtsverfahren gegen Rechtsanwalt Sturmfels in Groß-Umstadt. Am 10. v. M. fand vor dem Amtsgericht Groß-Umstadt die Verhandlung der Klagesache der Witwe Wahl in Groß-Umstadt gegen die Eheleute Johann Nikolaus Borgmann wegen Räumung statt. Bei seinen Ausführungen erging sich der beklagte Ehemann Bargmann in verletzenden Vorwürfen gegen das Mieteinigungsamt, das er des Mißbrauchs feiner Befugnisse zu selbstsüchtigen Zwecken beschuldigte. Ehe der Amtsrichter zur Der- Was gritzchen m St Moritz sah. 6t. Moritz, 31. Dezember 1925. Lieber Onkel Julius! Ich danke Dir schön für den Rodel, den «Du mir zu Weihnachten geschenkt hast. Des- Halb tolll ich Dir auch von hier einen Brief chreiben, weil es eben auch draus schneit und ich nicht hinarcS darf. Daß Papa, ich und Onkel Fritz vor acht Tagen von Darmstadt fvrtgefahren sind, weißt Du, weil Du unS ja an die Bahn gebracht hast. Die Fahrt nach Basel in der Rächt ist aber nicht schön gewesen. Es war eine Menge junger Russen in dem Wagen, die haben biS Karlsruhe immer gesungen, daß man nicht schlafen konnte. Ich wollte auch einmal singen, daß die Zeit schneller vergeht, da hat aber Papa gesagt, ich bekäme eine auf den Mund. Ich verstehe nicht, warum die Russen im Zug singen dürfen und ich md>t Der Papa hat einen Siestasih gemietet. Er hat aber dann gesagt, eS wäre ein Marterinstrument und hat sich daneben gesetzt. Aber die Dame gegenüber hat gesagt, sie säße sehr gut auf der Siesta und Onkel Fritz hat gesagt: Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Die Dame gegenüber hat eine Rundreisekarte für die ganze Schweiz gehabt. Da darf sie, glaube ich, einen ganzen Monat als fort in der Eisenbahn rund um die Schweiz rumfahren, das denke ich mir sehr fein. Aber wenn sie auf die Berge fahren will, dann kostet es noch etwas extra. Aus die Jungfrau 40 Franken, hat der Herr gesagt, der noch im Abteil und im letzten Jahr mit seiner Familie auf der Jungfrau war. Papa hat nachher zu Onkel Fritz gesagt, daß er sich doch wundert, daß es noch in Deutschland Leute gibt, die solche Reisen machen tonnen, wenn sie nicht «ingeladen sind, wie wir von Onkel Hermann und Tante Walli. In Basel sind wir umgestiegen und da hat «ine Dame einer anderen zugerufen: Allee Witt, laber g'schwind (lies: allez vite, aber geschwind H. Red.), und Papa hat gesagt, man merkt gleich, daß man in einem zweisprachigen Land ist. Aus der Fahrt nach Zürich hat Papa sich mit einem lehr netten Schweizer Herrn unterhalten. Der hat erzählt, daß die Franzosen mit ihrer Ehrenlegion große Propaganda in der Schweiz machen, «und daß sie auch eine französische Schule in Basel tzrusgemacht haben, und es gäb doch schon genug Schulen in der Schweiz, was ich auch glaube, ilnd geärgert habe ich mich, daß der Schweizer gesagt hat, daß ein deutscher Diplomat in der Schweiz ein Monokel trage und daß alle darüber lächelten. Aber bann habe ich mich gefreut, wie er Hindenburg fo gelobt hat und ich habe ihm zum Abschied die Hand gegeben. In Zürich war grab so ein Dreckwetter wie zu Haus ugb Tante Walli war an ber Dahn und hat gesagt, wir sollten gleich mit ihr und Onkel Hermann nach St. Moritz fahren, dort wäre Schnee. Du kannst Dir denken, wie ich mich da gefreut habe. In Chur sind wir bann in die Albula-Bahn gestiegen. Das war sehr interessant, weil immer daneben ein tiefes Tal ist und weil es viele Drücken und Tunnels gibt und die Bahn sich um sich selbst dreht und auf den Dergen war der erste Schnee. Es war aber auch eine Familie in dem Abteil, die aber gar nicht gesehen hat, wie schön es draus war. weil der Vater und die Mutter und die eine Tochter immer Silbenrätsel geraten haben und die zwei. anderen Tochter haben die Woche und die iUustrierte Zeitung gelesen und die Söhne Sport im Dild. Onkel Fritz hat gesagt, sie wären blassiert, was ich nicht weiß, was es ist. Wie wir dann immer höher gekommen sind, da waren wir mitten im Schnee drin. ilnb wir sind ausgestiegen, so lange der Zug gehalten hat und haben Schneeballen geworfen. Das war fein. Lind wie ich nach Onkel Fritz geworfen habe, habe ich einen alten Herrn in das Gesicht getroffen, der hat mit den Deinen gestrampelt, und gemeint, es wäre seine Frau unb hat geschimpft: lab die dumme Kinderei, und dann sind wir weiter gefahren. -Und neben an der Dahn, da waren lauter ganz kleine Lawinen, da hat man ganz genau sehen können, wie die großen Lawinen entstehen, und es war auch drüben auf der anderen Seite eine größere. ilnb bann sind wir nach St. Rio ritz gekommen, ba hat die Sonne geschienen unb liberal! war hoher Schnee, unb ich konnte mir gar nicht denken, baß weiter unten so ein Dreckwetter ist. Man sagt aber hier nicht Moritz, wie in Max und Moritz, sondern Mo-ritz und das ist eigentlich romanisch. Es ist so warm, daß man keinen Mantel und keinen Hut und sonst nicht anzuziehen braucht. Aber Tante Walli sagt, es. wäre eigentlich schöner, wenn es 10 Grad unter Rull wäre. Das finde ich nun nicht, aber Papa hat gesagt, Tante Walli müsse das besser wissen, weil sie eine Eingeborene wäre. Man faim hier fein Schneeball werfen und Schneemänner machen, weil der Schnee doch ganz hoch liegt. And viele Leute laufen Ski oben rodeln von den Dergen herunter, oder sie laufen Schlittschuh auf den vielen, glatten Eisbahnen und dazu wird Musik gemacht; das sieht sehr schön aus, wenn sie auf dem Eis tanzten. Sie spielen auch Hockey auf dem Eis, das geht sehr flott. Am drolligsten ist aber ein Spiel auf dem Eis, das Curling heißt, was ich weiß, wie es geschrieben wird, weil es angeschrieben steht. Da schie- toeln sie so Dettwärmf laschen über das Eis, und manche laufen vor den Dettflaschen her und kehren mit großen Desen wie wild, ilnb es find ganz dicke Herrn und Damen dabei, die da mit dem Desen herumhopsen. Ich habe Papa gefragt, ob das die Hausknechte und Zimmermädchen aus den Hotels wären, aber er hat gesagt, das wären Engländer. Jedem Tierchen fein Pläsierchen hat Onkel Fritz wieder gesagt. Ich möchte gar zu gern einmal auf einem Bob fahren, weil die Bahnen so wunderschön glatt sind und eisig unb man so doll hinuntersaußt, aber Papa läßt mich nur rodeln, weil er sagt, es könnte sonst etwas passieren. -Und er hat mir auch schon drei Leute gezeigt, die haben ihren Arm in der Binde getragen, und vorhin ist ein Mädchen an uns vorbei gehumpelt, die hat ihr Dein verbunden gehabt. Aber Tante Walli hat mir versprochen, daß wir eine Schlittenpartie nach Silvaplana machen — Hurra, das wird fein! Hier haben die Pferde vor den Schlitten alle Glocken unb das ist so lustig und bimmelt den ganzen Tag. Aber es muh ein Schlitten sein, wo vier Pferde davor sind. So gibt es hier auch viele. Onkel Fritz will aber neben her reiten, weil hier so Viele Leute reiten, weil es auf dem Schnee so schön weich ist. Unb oft läßt sich ein Skifahrer von bem Pferd, wo ber Reiter draufsiht, an einer Leine hinten nachziehen unb das heißt man Ski- kjöring. Es reiten aber viele Damen und Herren und sie sehen fast gcmz egal aus, daß man gar nicht weiß, ob es ein Herr ober eine Dame ist. überhaupt finb die Damen fast alle gerade so angezogen wie die Herrn, weil sie auch Hosen anhaben, ilnb ich weih gar nicht, wie bas kleine, französische Mädchen seinen Vater unb feine Mutter unterfd)eiben kann, weil sie alle zwei so lange, blaue Stihosen anhaben unb Mühen aufhaben unb eine aussieht, wie das andere. Am öftesten haben aber die Damen kurze Hofen und da habe ich eine gesehen, ba habe ich ganz arg lachen müssen. Das war eine kleine Frau, die war ganz dick, hauptsächlich in der Mitte, weißt Du, aber sie hat auch ganz dicke Deine gehabt. Die hat ein weißes Kostüm angehabt und ba waren lauter große, grüne und rote Quadrate drauf unb und sie hat Kniehosen angehabt, ilnb auf bem Kops hat sie einen Hut gehabt, davon hat Onkel Fritz gesagt, das wäre eine Rachbildung von einem mittelalterlichen Landsknechts heim und vorne drauf war auch ein Visier. Aber Onkel Fritz hat gesagt, die Rachbildung wäre doch falsch, weil das Visier nicht zum Herunterklappen wäre. Aber ich glaube, die dicke Dame hätte das Visier nicht heruntergeklappt, auch wenn eS zum Herunterklappen wäre, weil sie sich immer fo umsieht und man gemerkt hat. wie schön sie sich vorkommt. Papa hat gesagt: Wenn die Srauen- zimmer wüßten, wie sie aussehen, würden sie dem Erfinder des Rockes ewig danken /unb dies so vorteilhafte Kleidungsstück wieder anlegen. Aber Onkel Fritz hat gesagt: ein paar können so bleiben. Alle Damen sind sehr buntig angezogen, grün, lila, blau unb gelb — aber auch Herrn. Es ist gerade so buntig wie die neuangestrichenen Häuser bei uns zu Hause unb Papa hat gesagt, bas entspricht dem Geist der Zeit, was ich nicht verstehe. Aber Onkel Fritz hat gesagt: alten Häusern unb jungen Mädchen stehen leuchtende Farben gut. Man kann aber gar nicht immer wissen, ob eine Dame jung ist ober alt, weil so viele sich auch im Gesicht bunt anmalen, ilnb Papa hat gesagt, er möchte keinen Kuß vvn so einem rot angemalten Lippenpaar haben; aber Onkel Fritz hat gesagt: das küßt sich schnell ab unb schmeckt doch gut. Aber Onkel Hermann hat gesagt, ob nicht bad Rot abfärbt, daß man's dran merkt, ilnb da hat Tante Walli ganz bös gesagt, so Reden schickten sich nicht für einen Ehemann und noch dazu vor einem Knaben Da hat Onkel Fritz gesagt, Tante Walli hätte wohl doch die Hosen an, wenn sie auch noch altmodische Röcke trüge. Aber Papa hat Tante Walli unter den Arm genommen und hat gesagt: weißt du, Schwägerin, du gefällst mir In deinem Rock tausendmal besser als diese vermännlichten Hosenfrauenzim- mer. ilnb bann haben wir in der Meierei Schlagsahne gegessen. Nächstens mehr! Eben hat es aufgehört zu schneien. Es grüßt dich vielmals Dein lieber Reffe Fritzchen. Wogung einer Ordmurgsstraje wegen dieser gegen ftine amtliche Tätigkeit gerichteten Ungebühr schreien konnte, sprang Rechtsanwalt Sturmfels, der die Klägerin vertrat, auf, verbat sich die anscheinend auch ihn berührende Bemerkuna Borgmanns und schlug diesem ins Gesicht. Borgmann schlug zurück und es drohte ein Tumult zu entstehen, dem der Amtsrichter nur dadurch Vorbeugen konnte, daß er die Ätzung schloß. Borgmann hat bei der Staatsanwaltschaft gegen Rechtsanwalt Sturmsels Anzeige erstattet und Strafantrag gestellt. Da der Beschuldigte Mitglied des Landtags ist, bittet die Staatsanwaltschaft um die Genehmig u n g des Landtags zur Durchführung des Strafverfahrens. Aus dem gleichen Anlaß hat der Borstand der Anwaltskammer bei dem Generalstaatsanwalt die Einleitung und Durchführung des ehrengerichtlichen Strafverfahrens beantragt Da auch zur Durchführung dieses Verfahrens die Genehmigung des Landtags erforderlich ist, hat der General- staarsanwalt die Einholung dieser Genehmigung bei uns beantragt. Er weist dabei daraufhin, daß die Durchführung des Verfahrens schon im Interesse des Ansehens des Anwaltstondes geboten fei. ganz abgesehen von der auch das öffentliche Interesse berührenden schweren Entwürdigung der Gerichksstätte. Eine weitere Regierungsvorlage betrifft: Die Unterhaltung der Kreis st raßen im Rechnungsjahr 1^26, insbesondere die Materialienbestellung. Erfohrnngsgemäß ist es wirtschaftlich und vorteilhaft, die Materialien für die Straßenunterhaltung bereits im Winter zu bestellen und anliefern zu lassen. In dieser Zeit sind die Werke noch nicht so mit»Aufträgen überhäuft wie im Sommer zur Zeit des Beginns der Walzarbei- ich; weiter sind die Fuhrlöhne ganz wesentlich billiger, solange die Feldbestellung noch nicht begonnen hat und schließlich können beim Brechen und beim Ausladen der Steine im Winter Erwerbslose in größerem Umfange beschäftigt werden, während sie im Sommer eher die Möglichkeit zur Beschäftigung bei Bestellung der Felder oder beim Anziehen der Bautätigkeit haben. ftfcrabc auf die Beschäftigung der Erwerbslosen muß in diesem Winter besondere Berücksichtigung genommen werden; ich beabsichtige daher, die Kreise anzuweisen, die Straßenunterhaltungsmaterialien unbedingt so bald als möglich zu bestellen. Dies ist aber nur möglich, wenn ihnen, genau wie im Vorjahr, für diese Zwecke ein Teil des nach Artikel 13 des Kunstsiraßengefetzes von 1896 zu leistenden Staatszuschusses für 1926 bereits jetzt zur Verfügung gestellt und ausbezahlt wird, sobald sie die Bestellung des Materials aufgegeben und mir hierüber berichtet haben. Ich bitte deshalb ergebenst, die Genehmigung des Finanzausschusses zur Auszahlung der Hälfte des gesetzmäßigen Staatszuschusses in Höhe von 500 000 Mk. für vorgenannte Zwecke baldgefälligst herbeiführen zu wollen. Der 3. D^rigenten-Kursus in Oberhessen. : Stangenrod, 13. Ian. Linser kleine-, etwa 300 Seelen zählendes Dörfchen hatte am SamStag und Sonntag viele Gäste in seinen Mauern. Die Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung für Hessen, der Hessische Sängerbund und der Deutsche Arbeiter-Sängerbund hatten die Dirigenten der näheren und weiteren Umgebung zu einem Äu r gespielt. Es ärgert mich eigentlich immer, daß ich mit so einer Forcerolle in Rußland den größten Beifall gehabt hab’, sie spirit sich ja von selbst Ich war schon ein beiden Tagen unb für die vielen Anregungen, die er ben Dirigenten mitgegeben hat zur praktischen Durchführung in ihren Vereinen. Alles in allem kann man sagen, daß auch dieser 3. Dirigentenkursus in Oberhessen einem großen Bedürfnis entsprochen hat. Dies zeigte schon die große Teilnahme. Mögen die Anregungen dieser Tagung auf fruchtbaren Boden gefallen sein zum Besten des deutschen Liedes und damit zum Wohle unseres deutschen Vaterlandes. Oberhessen. Watzenborn-Steinberg, 13. Januar. Arn Sonntag hielt die Ortsgruppe der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen, angeschlossen an den Reichsbund, im Saale „Zum goldenen Stern" ihre diesjährige Weihnachtsfeier ab. Der 1. Vorsitzende Karl Becker begrüßte die Gäste in einer sinnreichen Ansprache, hierauf wurden Gedichte vorgetragen und Theaterstücke gegeben, zu denen die Kinder unter der Leitung der Lehrerin Frl. Damm prächtig gelernt hatten. Mit einer Bescherung der Kinder fand die Feier ihren Abschluß. * Alten Buseck, 13. Jan. Zu dem Bericht über das Konzert des hiesigen Arbeitergesangvereins ist berichtigend festzuftellen, daß es sich hierbei um den Arbeitergesangverein „Germania" handelte, nicht „Eintracht", wie irrtümlich mitgeteilt wurde. Daß die vielseitigen und hochstehenden Darbietungen des Vereins allgemein lebhaften Beifall fanden, wurde schon gebührend hervorgehoben. t. Reiskirchen. 12. Ian. Im vorigen Winter wurde der 1. Teil detz Bethe 1 films hier gezeigt, heute kam der 2. Teil durch den Diakon der Bodelschwinghfchen 'Anstalt, Herrn Walter mann, in der hiesigen Kirche für hier unb die Orte der näheren Umgebung zur Vorführung. Am Nachmittag fand die Vorführung für die Kinder, am Abend für die Erwachsenen statt. Man erinnerte sich noch gern der Darstellung im vorigen Winter, und jo fanden beim auch die heutigen Vorführungen am Nachmittag unb am Abend ein vollbe- setzes Gotteshaus vor. Der Film zeigte, in welch ebler Hingebung dieses Liebeswerk für die Armen unb 'Ilermften unseres Volkes arbeitet und für sie sorgt, unb die große Andacht, die während der ganzen Aufführung herrschte, ließ erkennen, daß die Bilder einen tiefen Eindruck auf die Zuschauer aueubten. Kreis Friedberg. Bad-Rauhei rn, 13. 3an. Ein Ereignis im d'.eswinterlichen Unterhaltungsprogramm war der Vortragsabend, ben der Vortrags- und Mufikverein im sehr gut besuchten Kurhaussaale am Montag veranstaltete. Prof. Leo Frobenius von der '5ranffurter Universität, Der bekannte Kultursorscher und Vertreter der Lehre von der Kulturseele. sprach über „Die Polarität der Kultur". In feinen feffelnben Ausführungen, die den Vorzug hatten, von der strengen wissenschaftlichen Terminologie nach Möglichkeit losgelöst und methodisch und bildlich sehr anschaulich zu fein, gab er In einzelnen Ausschnitten überzeugende Einblicke in seine kulturmorphologische Forscherarbeit, für die der von europäischer Kultur noch ziemlich unberührte Erdteil Afrika ein besonders geeignetes Objekt war. Das im Saharagebiet herr- scherche Mutterrecht (Matriarchat) und das im Sudan geltende Daterrecht (Patriarchat), diese sich entgegenstehenden kulturellen Urformen, waren besonders geeignet, den Begriff der Polarität auch dem Laien verständlich zu machen. Ausgezeichnete Lichtbilder und ethnographische Kartogramme auS den von Leo Frobenius durchforschten afrikanischen Gebieten waren jeweils der Ausgangspunkt der feingeistigen Betrachtungen. Dem Vortrags- und M 'sikverein und den „guten Beziehungen" feiner führenden Männer gebührt Dank dafür, daß es gelungen, Leo Frobenius in einer Kleinstadt als Redner persönlich kennen zu lernen. WSR. Bad-Rauheim. 13. Ian. Eine hiesige Pensionsinhaberin, eine ältere Dame ans.'.ngs der 70er Jahre wurde am Sonntag tot in ihrer Wohnung aufgefun- den. Der Tod war infolge von Gasvergiftung eingetreten. ES soll sich um ein Unglücks- fall handeln. WSR. Butzbach 13. 3ait Die Butz- bach »Licker Eisenbahn A. G. hat beantragt, ihr die Genehmigung zum Bau und Be- bißchen abgehetzt, und wie ich in der Garderobe frisiert wurde, sind die Schmerzen gekommen. Es wer ein Freitag, an dem Tag hab' ich immer Unglück, aber heut ist ja auch einer", fügte fie läch lnd hinzu. „Sie werden mir doch keins bringen ?" „Ich denke nicht." „Als ich mich In der Garderobe schminkte, hab ich mir den Partner kommen lassen, einen Hünen, und hab' ihm gesagt: „Werfen Sie mich nur gleich im Anfang zu Boden, ich kann heut nur auf der Erde liegend spielen, und packen Sie mich, so stark Sie können, ich fühl', ich kann sonst nit fingen.“ Ra. der hat mich herunter- gerissen, daß ich auf den Boden flog, und fie haben geklatscht und Beifall gerufen. Aber als es aus war, war ich auch fertig. Ich legte mich auf das Sofa in der Garderobe, aber fie riefen mich heraus, immer wieder schleppten sie mich vor den Vorhang, gesehen hab' ich nichts wie ein dunkles Loch mit tausend Lichtern, und nachher im Wagen hab' ich eine Art Ohmnacht gekriegt. Dann bin ich die Rächt im Zug durchgefahren dis hierher. In meinem ganzen Leben hab ich das nie gehabt. And diese Schwache! Denken Sie, wenn ich morgen bei der Generalprobe umfalle! Dann kann ich nicht auftreten, das wäre schrecklich, ein Ausfall sondergleichen. Ja, Wenns der „Troubadour“ wär' brauchten sie nur ein Telegramm nach Frankfurt zu schicken, aber Strauß — öen Octavian! Gott, mir wird ganz heiß, wenn ich mir das Gesicht vom Herrn Grafen vorstelle! Er war so liebenswürdig gestern. Schlohweiß ist er geworden, aber ein sehr netter Mensch, der Herr Graf. Ach Gott, helfen Sie mir nur. geben S' mir Morphium, soviel Sie wollen", bat sie. „Vor einem Jahr, in Reu-- york, hab' ich Morphiumeinspritzungen gekriegt, and wie fortgezaubert waren die Schmerzen." Hasse ließ sie sprechen Er kannte die vagen Berichte der Patienten Rur in den seltensten Fällen stimmten sie mit dem Krantheitsbild. Ohne (ich durch diese Abschweifungen irremachen zu lassen, nahm er ihre Hand. Der Puls war klein und sehr schnell, kaum fühlbar in feiner Hand. Eie fieberte, die fllegende Röte, die auf ihrem lebhaften Gesicht stand, tagte es. ihr untrieb einer den Vorschriften des preußischen Ei' senbahnaesetzeS vom 3. Rvvember 1838 und der Eisenbaynbau- und Betriebsordnung unterworfenen vollspurigen Rebeneisenbahn von Oberkleen bis zur preußisch- hessifchen Grenze zu erteilen. Zweck des Antrages ist, die jetzt vorhandene Kleinbahn von Oberkleen bis zur preußisch-hessischen Grenze in eine Eisenbahn des allgemeinen Verkehrs uw- zuwandeln. Kreis Büdingen. △ Nidda, 12. Jan. Gestern abenb fand hier die erste Sitzung des Stadtoorstandes in die fern Jahre statt. Dabei wurden die neuen Gemeinde ratsmitglieder, die ohne Wahl durch eine Einheitsliste zu dem Ehrenamt berufen worden waren, einer eindrucksvollen Ansprache über die Rechte und Pflichten eines Stadtverordneten in ihr neues Amt eingeführt und durch Handschlag verpflichtet, nämlich Kaufmann Hans Schmoll, Bankvorstand Hermann S e u m und der Rektor der Gewerbeschule Hermann Vitt. Den Verhandlungen auf dem Rathaus folgte ein gemütliches Zusammensein des gesamten Stadtoorstandes in dem Gast haus des Beigeordneten R u l l m a n>ri-wobei die Vertreter der verschiedenen Parteien in bester Har monie vereinigt waren. Möge es immer so bleiben. — Bei dem Hirtenlaufen der Schäfer und Schäferinnen und ihrer Angehörigen in Hungen gewann die 14 Jahre alte Tochter des hiesigen Stadtschäfers Pfannkoch den 1. Preis, ein Mutterschaf nebst Lamm. * Nidda, 14. Jan. Zu unserem Bericht vorn 11. Januar über Betriebseinstellung der Möbel fabrik C. Ringshausen (Inh. F. Reuning» teilt die Firma uns heute mit, daß diese Nachricht nicht zutriftt. Die Firma habe natürlich auch start unter dem wirtschaftlichen Druck zu leiden. Infolge dessen habe sie zunächst nur für eine Woche und auch nur für den größeren Teil der Arbeiter Kurzarbeit eingeführt. Kreis Schotten. □ Laubach, 13. Jan. Der hiesigen Turn- gemeinde wurde die Abhaltung Der Wett kämpfe im volkstümlichen Turnen durch den Vertretertag des 2. Turnbezirks des Hessengaues übertragen, der vorgestern in Gießen tagte. Die Wettkämpfe, deren Ausgang mit Span nung entgegengesehen wird, werden im Juni ausgefochten werden. — In der gestrigen Sitzung des Gemeinderats wurden zunächst die neu gewählten Mitglieder, Ober-Reallehrer Ger Hardt, Fabrikant Kari Michel, Justizfekretär Becker, Kaufmann E m m e l i u s auf ihr Amt verpflichtet. Als neue Mitglieder des Schulvorstandes wurden Fabrikant Karl Michel und Kaufmann Einmelius gewählt. Betreffs des Bezugs von Loosholz soll eine Entscheidung durch das Kreisamt eingeholt werden, ob das alte Regulativ noch zu Recht besteht. (Nach altem Herkommen bezieht ein Laubacher Bürger 3 Meter Buchenscheit und 4 Meter Reisig.) Die Eingabe des Kunstmalers Barnas um Uebcriaffung von Gemeindegelände zwecks Errichtung eines Nebenbaues wurde grundsätzlich genehmigt, jedoch soll noch vorher Augenschein genommen werden zur Wahrung der Rechte des Nachbars. Außerdem wurde noch beschlossen, am kommenden Sonntag die Oerilichkeiten zu besichtigen, die für die zu errichtende neue Badeanstalt tn Betracht kommen (Obersee, Schellenbach). -s-Herchenhain, 12. Jan. Gestern abenb fand in der hiesigen Ki rche ein Lichtbildervortrag statt, der auch auS den Filialdörfern Hartmannshain und Sichenhausen gut besucht war. Veranstaltet wurde der Abend vom Verein für äußere Mission. Der Vortragende^ Missionar Sch mahl, behandelte In sehr eingehender Weife „China, sein Land mrd seine Leute". Es war dem Redner vergönnt, in mehr als zwölfjähriger Tättgkeit in dem weiten Mis» sionsgebiet zu wirken. Unterstützt wurden die Worte des Redners von prächtigen 2id)tbi(bern, die ein gutes Anschauungsmaterial darstellten. In bewußtem Gegensatz zeigte der Vortragende das China des Aberglaubens und des heidnischen Götzendienstes und das des christlichen Glaubens. Er verstand es, in seinem überzeugenden Vortrag die Herzen für das Werk der äußeren Mission warm zu machen und die Rotwendigkeit der Missionstätigkeit klar vor Augen zu führen. * Eichelsdors, 13. Ian. Bei der jüngsten Nutz- und Brennholz-Verfteigerung des Hess. Forstamts Eichelsdorf aus den Staats» walddiftrikten Katzenbern nid Merloh der Försterei mJMHWIin'MIMlWWI ’HIH »MME- ■■ iwwi 1 ram iraiM—Mn— natürlich rasch schlagender Puls, ihre tiefliegenden, glänzenden Augen Er sah, daß es ernst stand. Sie sah blau* grau im Gesicht aus, die Züge schon verfallen. Sie sprach immer von einem Unglück, das fie befallen hatte, fie ahnte nicht, daß das liebel ein schleichendes war, daS sich wie ein Gift tn ihren Körper eingefressen hatte und fich nur schmerzhaft bemerkbar machte, wenn es bereits zu spät zu einer Hilfe war. Haffe war mit seiner Untersuchung fertig, „Können Sie vernünftig fein, Franziska?" Sie zitterte und wollte sich auf richten. •; „Was ist mit mir?“ stammelte sie. Er zögerte. „Ich muß Sie operieren, und zwar gleich." Sie stieß einen tiefen Seufzer- aus und schloß die Augen. Ihre Brust ging heftig unter den Spitzen und mattgrünen Bändern, „Gleich... Franziska. Es ist besser, wir machen es bald. Ich kann Ihren Zustand fönst nicht beurteilen. Ich muß nachsehen, waS es ist Franziska blieb mit geschlossenen Augen heftig atmend liegen. „Rachsehen nennen Sie daS" sagte sie tonlos. „Gott! Es gibt doch so gute Hrilmittcl. Kann ich denn kein Opium kriegen und wir warten damit bis nach dem Sonntag? Wenn ich nur wenigstens hier auf treten könnt'.' Sie hoben mich aus Rußland Herkommen taffen, die ganze Stadt freut sich schon aus mich — In oem Laden neben dem Hotel stehen Kränze mit Widmungen: Unserer geliebten und gefeierten Künstlerin die Stimme brach ihr. „Ihre Gesundheit geht aber doch vor?" „Rein, zuerst kommt meine Kunst, die steh! über allem, der dien' ich, seit ich lebe, und auf dieses Gastspiel hier in dieser Stadt hab' ich mich so gefreut. Ich hab' mich gestern von, Bahnhof durch alle Straßen fahren lassen, um noch einmal alles recht genau anzuschauen. Alles sieht verändert aus und doch wie immer. Am Bahnhof die Großstadt, dann wird die Stadt enger und kleiner, altmodischer und traulicher, mrd der Wald da oben hat mich gegrüßt. —• Also, 's geht nicht bi» Sonntag?" „Rein, es muß heut noch geschehen." (Forsietzrng folgt) 4i. #tWT und der 8ut b ’e”ba$n der. bDII ”*W2 ugen. ^®nt objuk. ’f 'hnb ?U“t ?le neuen m« nX W durch ^,nd, -kufen Word.? e,n: he über0?N«N, 'rdnelen in %r Mit '°ndlchlag '^ neuer e-miiiiiti"»1« Er- ' Preis, ein « SÄ •mijü kibtn. infolge: r.Nr eine LvLe iL Ed-'WÄ.Ä oiten. .^er Men Turn- ohaltung der Nett Glichen Turnen es 2. Turnbezirks der vorgestern in Gießen 1 Ausgang mit Span werden im Juni aus- c gestrigen Sitzung cden zunächst die neu. >er-Realtehrer ® e r ^'chel, Justizsekretär elius aus ihr Amt glieder des Schutvvi i Karl Michel und ewählt. Betreffs der lz soll eine Entscheid igeholt werden, ob dos )t besteht. iNach allem bacher Bürger 3 Meter eisig.) Die Eingab; des > um Ueberlassung von rrichtung eines Neben genehmigt, sedoch soll genommen werden zur Nachbars. Außerdem m kommenden Sonntag igen, die für die zu er anstatt In Betracht «ach). 12. M Scstmi abend »e ein Lichtbilder« auS den Filialdörjew. Sichenhausen gut wurde der Abend vom wn. Der Vortragende »ehandeite In sehr ttn» a, sein Land und seine -bner vergönnt, In mehr eil in dem Veiten » Unterstützt wurden die prächtigen Lichtbildern, ngsmatcrial darstellten, r^gle der Vortragende ^s und des heidnischen s christlichen @W$. überzeugenden CDortrag - ^r äußeren Mstwn liotwendiglelt der Ms- nen zu führen. Ion. Sei der jüngsten Versteigerung x fiic sah blau- i' 'L,A» «ck°7 ic ouge . saS sie n einem E w ki6 sich? sich nur w'nT" ** in AuReit tva» v uh nnchsehen. .e<*s <■ Ä rrt & brach/ )ie vor^ehi eht »tinst, unü 1 fjit i» Ä « had Sjtw Sils traf)«’ 5#*, Ä>" rfA 6ta»i WO !'>■' San ob wurden folgende Preise erzielt: Nutzholz: Fichten-Derbstangen 1. Kl. 17,Ä M?., 2. Kl. 15ZS Mark je Festmeter. Brennholz: Buchenscheit 1. Kl. 13^6 Mk., Eichenscheit 1. Kl. 7,71 Mk., Buchen- knüppel 1338 Mk., Hainbuchen-Knuppel 9,34 Mk., Eichen-Knüppel 7,90 Mk., Kiefernknüppel 4,15 Mk., Lärche-Knüppel 6,56 Mk., Fichtenknüppel 5,36 Mk. je Raummeter. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 13. Ian. (Stadtvorstands- jitzung.) Die erste Sitzung im neuen Jahre brachte zunächst die Einführung und Verpflichtung der neuen Stadtvorstands- mitglieber. Der Vorsitzende. Bürgermeister Dr. V ö l s l n g, wies in seiner Eröffnungsrede daraufhin, daß die Herren ihr Amt in einer außerordentlich schweren Zeit antreten, in einer schweren Wirt, ichaftskrise, die sich auf die Gemeindeverwaltungen in weitgehendem Maße auswirke. Die schwere !' wirtschaftliche Depression werde im kommenden Rechnungsjahre voraussichtlich zu einem starten EinnahmeausfaU an Steuern, insbesondere bei der Gewerbesteuer, führen. Auch die Reickssteuerüberwei- jungen würden immer geringer. Angesichts solcher Verhältnisse müße sich die Stadt in ihrer Finanzwirtschaft auf das Allerilotwendigste beschränken und äußerste Sparsamkeit üben. Es müsse aber vom Reiche und vom Land verlangt werden, daß diese nicht ihrerseits den Gemeinden fortgesetzt neue Lasten, besonders auf sozialem Gebiete, aufcrlegen, ohne auch -die entsprechenden Mittel Dafür zur Verfügung zu stellen. Gegen die Bestrebungen des J Staates, viele Ausgaben auf die Gemeinden abzuwälzen, müsse man sich energisch wehren. _ Rach einem Appell zu einer gemeinsamen, ersprießlichen Arbeit wurde die Verpflichtung der einzelnen Mitglieder durch Handschlag vorgenommen. — Alsdann folgte die W a h l der Kommissionen, Deputationen und Ausschüsse, die pch vollkommen reibungslos gemäß den von den Fraktionen untereinander vocher getroffenen Abmachungen vollzog. Auch die Wahl des Schulvorstandes ging glatt uonstattqn. Die zur Vortage gelangende Rechnung der Stadt-, Hospital- unb Armenkasse, sowie der früheren Bürger-Mädchenschule vom Rj. 1924 wurde ohne Debatte genehmigt. Die Rechnuna der Stadtkasse schließt im Betrieb mit 546 529 Mk. in Einnahme und mit 462 967 Mk. in Ausgabe ab, so paß ein buchmäßiger Rechnungsrest von 83 562 Mk. verbleibt. Der Vorsitzende bemerkte dazu, daß dieser Abschluß als sehr günstja zu bezeichnen sei. Dagegen werde aller Voraussicht nach der Abschluß der Rechnung 1925 wesentlich ungünstiger werden, da die Ueberweisungen aus den Reichssteuern hinter den angenommenen Summen erheblich zurückblieben und auch ein erheblicher Ausfall an Gemeindesteuern zu erwarten sei infolge der schlechten Lage der gewerblichen Betriebe. — Verschiedene kleinere Vorlagen, wie Genehmigung von Rechnungen. Abänderung einer Baufluchtlinie, wurden debattelos genehmigt. — Unter M i t- 1 e i l u n g e n gab der Vorsitzende am Schlüße der Sitzung ein Dankschreiben des Kreisgeflügelzucht- vereins für die Ueberlafsung der Festhalle zu der letzten Ausstellung und für die Stiftung eines Ehrenpreises bekannt. Weiter gelangte eine Eingabe der Erwerbslosen zur Verlesung, in welcher diese verschiedene Forderungen stellen, insbesondere nochmalige Auszahlung einer Winterbeihilfe für den Monat Januar in Höhe von 15 Mk. Die Eingabe wurde an die Finanzkommission zur Prüfung" überwiesen. Rach Beendigung der Sitzung vereinigte man sich zu einem zwanglosen Beisammensein im Hotel ..Deutsches Haus". Rieder-Gemünden, 13. Jan. Der hiesige Sportverein 1919 hielt seine ordentliche Generalversammlung ab. Die Iahresrechnung schloß bei einem Umsatz von 325 Mk. mit einem Ueberschuß von 35 Mk. Der seitherige Gesamtvorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Elpenrod, 13. Jan. Das Bezirks- S kriegerfest der Kriegerkameradschaft „Hasst a", Bezirk Homberg, wurde dem hiesigen Kriegerverein übertragen. Da der Verein über keinen Platz verfügt, der sich für solche Feste eignen würde, ist es noch fraglich, ob an die Abhaltung des Festes dahier gedacht werden kann. -\sSt- Bleidenrod, 13. Ian. An Stelle des aus Gesundheitsrücksichten zurückgetretenen Dirigenten unseres Gesangvereins, Lehrer Hahn, hat Lehrer Heusenröder von Burg- Gemünden die gesangliche Leitung des Vereins übernommen. Kreis Larrterbach. 5 Schlitz. 13. Ian. Eine in Turnerkreifen des Gaues Hessen bekannte Persönlichkeit, der Fabrikant Heinrich Römer, wurde dieser Tage unter großer Beteiligung der Bevölkerung und Vereine zur letzten Ruhe geleitet. Der Verstorbene war über ein Menschenalter an führender Stelle im hiesigen Turnverein tätig, von 1898—1920 allein als erster Sprecher. Die Erbauung der hiesigen Turnhalle ist in erster Linie sein Werk gewesen. Dem glänzend verlaufenen 38. Gauturnfest des Turngaues Hessen, das 1911 hier stattfand, stand er als umsichtiger Festpräsident vor. Der Gau ehrte die Verdienste Römers um die Turnsache dadurch, daß er ihn für den Kreisehrenbrief vorschlug, welche Auszeichnung ihm 1920 als einem der ersten im ganzen Gau vom Mittelrheinkreis der Deutschen Turnerschaft verliehen wurde. Auch sonst noch hat sich der Verstorbene um das Allgemeinwohl in vorbildlicher Weise verdient gemacht. Lange Jahre gehörte er als eifriges Mitglied dem S t a d t v o r - ft and an, und die Spar- und Darlehns- lasse, deren Mitbegründer er war, hat in ihm einen bewährten Mitarbeiter und Beamten ver- ; loren. — Der Bezirk Schlitz des Hessischen L a n d b u n d e s hat für die durch das schwere Brandunglück im benachbarten Pfordt so schwer geschädigten Landwirte ein Hilfs werk in die Wege geleitet. Trotzdem heute jeder Landwirt um seine Existenz zu ringen hat, sind Gaben, die j wenigstens eine erste Hilfe ermöglichen, schon reichlich geflossen, nicht nur an Geld, auch an Gerat und Naturalien. Die Sammlungen werden fort- gesetzk. — Die hiesige Jugendherberge, die dem Berband deutscher Jugendherbergen angehört und im Reichsherbergsverzeichnis ausgenommen ist, erfreut sich mit jedem Jahre eines regeren Besuchs. Im Jahre 1925 betrug die Gesamtübernachtungs- zifser 334 gegenüber 206 in 1924. Es entfallen auf Besucher aus Mittel- und Hochschulen: 78 männliche, 163 weibliche, aus Volksschulen: 3 männliche, 6 weibliche, sonstige: 50 männliche, 34 weibliche. — 5 0 Jahre in gräflichen Diensten befand sich am 1. Januar der gräfliche Obergärtner H ch. F r a n k. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Wetzlar, 13. Jan. Die Einwohnerzahlen der beiden Städte und 7 Landbür - atr meiftereien des Kreise» feien hier nach der üngsten Zählung wie folgt angegeben: Die Stadt Wetzlar zählt z.Z. 16 667, Braunfels 1915 Seelen. In den Landbürgermeistereien wurden gezählt: Atzbach-Launsbach 11 456; Braun- eis 9325; Ehringshausen 9069; Greifenstein 5117; Hohensolms 3969; Rechtenbach 7862 und Schwa!- dach 6464 Einwohner. Die größte Dorfgemeinde, Aßlar, zählt 1948, das kleinste Dorf Ahrdt nur 127 Bewohner. kz Wetzlür-AlebergirmeS 13. Ian. Eine in den achtziger Jahren stehende Frau von hier stürzte am Samstag in der Scheune von der Leiter oder von dem Gerüste — eS war niemand zugegen — fo unglücklich ab, daß man fte mit einer schweren Gehirnerschütterung in die Wohnung tragen muhte. Am Montag ist die Frau ihren Verletzungen erlegen, ohne das Bewuhrsein wiedererlangt zu haben. bL Ehringshausen, 13. Ian. Das Lagerhaus des Händlers Weimer von hier wurde ein Raub der Flammen. Die Feuerwehr muhte sich, da bei ihrem Eintreffen die Flammen schon zu weit um sich Gegriffen hatten, lediglich mit dem Schuh der aroßen Holzvorräte befassen, die das Haus umgaben. -Hochelheim, 12. Ian Aach kurzem Kranksein starb heute nachmittag Pfarrer Schn e ib er von hier. Gr verwaltete feit über 15 Jahren die hiesige Pfarrstelle alS Aachfolger des Pfarrers Lic. Heev. zur Zeit in Wehlar- Aiedergirmes. Die hiesige. sowie die zu dem Kirchspiel gehörige Gemeinde Dornholzhausen betrauern tief den so plötzlich eingetretenen Verlust ihres treuen Seelsorgers. XX Hochelheim, 13. Jan. Die hiesige G e - m arkiing umfaßt eine Gesamtfläche von 699,5 Hektar. Um mehr Ackerland zu gewinnen, sind bis jetzt etwa 50 Morgen Waldnutzung, die sog. Birkenheckc, abgeholzt worden. Wohl alle Ortsbewohner sind durch Ueberweisung eines Grundstücks in den Genuß guten Pachtlandes gekommen. Kreis Biedenkopf. XX Biedenkopf, 13. Jan. In dein im Spätherbst vollendeten stattlichen Kreistagsgebäude tagte am Montag zum erstenmal der n e u g e - wählte Kreistag. Als wichtigster Punkt der Tagesordnung galt es, aus der Mitte der 25 Abgeordneten den Kreisausschuh mit 10 Mitgliedern zu wählen. Aus dein südlichen Teil des Kreises, dem Bezirk Rodheim, wurden Gutsbesitzer Schwarzentraub (Hof-Bubenrod) und Gemeinderechner Schäfer (Raunheim) in den Kreisausschuß gewählt. T Waldgirrnes „ 13. Jan. In der vorigen Woche hat unsere neue Krankenschwester ihrer: Dienst angetreten. Sic kam aus dem Krankenhaus Ehringshausen. — Dieser Tage weilte hier eine Kommission des Kulturamtes Dillenburg, um den Plan zu prüfen, den untersten Teil des Dorfes zu kanalisieren. Viele Anlieger der Kreuzer«, Schul- nnd Umerftraftc haben nämlich in den letzten Jahren bei Hochwasser in ihren Kellern dauernd Wasser und müssen dann Tag und Aacht die Pumpwerke im Betrieb haben. Daß dies von der neuen Wasserleitung Herkommen soll, wie vorige Woche der „Wetzlarer Anzeiger" von hier berichtete, ist ein Irrtum, denn in diesen Straßen ist noch kein Graben zur Wasserleitung aufgeworfen. Auch der Ortsbach, der zum Teil vor drei Jahren unterirdisch gelegt wurde, soll weiter kanalisiert werden. — Sobald die Witterung eS im Frühjahr erlaubt, wird hier mit der Zusammenlegung der Gemarkung begonnen. Am Samstag wählten die Interessenten drei Bevollmächtigte und drei Stellvertreter zur Donitierungskommission. Wir sehen, an Unternehmungsgeist fehlt es in WaldgirmeS nicht. Schade nur, daß wir jetzt das Geld nicht haben, in dem früher unsere Gemeinde förmlich schwamm und nichts unternahm, liniere Arbeitslosen haben jetzt wenigstens Beschäftigung und Verdienst. Dillkreis. bl. Dillenburg. 13. Jan. Don der Regierung ist jetzt die Genehmigung zur Errichtung einer Mittelschule für unsere Stadt erteilt worden. Ab kommende Ostern wird der Unterricht aufgenommen werden. bü Herborn, 13. Ian. Die Lage in der Herborner Industrie ist bis jetzt noch erträglich zu nennen. Die Werke sind im Durchschnitt noch alle in Tätigreit, wenn auch einige verkürzt arbeiten. So kommt es denn, daß die Erwerbslosenziffer hier noch kein allzugrohes Ausmaß angenommen hat Heute sind etwa 80 bis 100 Personen arbeitslos. Dennoch muh bet der schwankenden Wirtschaftslage damit gerechnet werden, daß in Zukunft eine Erhöhung der Ziffer eintritt. Aotstandsmahnahmen wurden schon im vergangenen Jahre ausgesührt und sotten auch weiter durchgeführt werden. — 3m Laufe dieses Jahres soll hier eine neue landwirtschaftliche Schule errichtet werden. Die jetzigen Räume erweisen sich zu begrenzt und Öen Verhältnissen nicht mehr angemessen. — Das Handwerksburschen- w c s e n tritt in jüngster Zeit hier äußerst stack in Erscheinung. Durch das Dilltal romnten Tag für Tag ganze Trupps von Wandernden, die versuchen, bei den zahlreichen Werken Unterkunft zu finden. Meistens gelingt ihnen dies aber nicht und so geht es denn weiter, entweder nach Betzdorf oder Siegen. 61. Eisenroth, 13. Ian. Der Ban der Provinzial st raße zwischen unserer Gemeinde imb dem Nachbarort Hartenrod ist bereits weil gediehen. Wenn keine unvorhergesehenen Schwierigkeiten in den Weg treten, hofft man int Frühjahr die Straß« dem Verkehr übergeb en zu können. Maingau. WSA. Frankfurt a.M., 13. Ian. Vor einigen Wochen wurde in das Laboratorium der Firma Röchling in Wetzlar eingebro- cheu und dort Platintiegel 'owie Platin im Werte von mehreren tausend Mark gc = stöhlen. Als Haupttäter tonnte jetzt der früher bei Röchling beschäftigt gewesene Laborant Wilhelm Schmid l aus Walpershofen im öaar- gebiet festgenommen werden. Als Mittäter tomrnt der Rettende Wilhelm Hütten unb her Reisende Waller Look aus Oberhausen in Betracht, von denen der zrftcrc bereits verhaftet werden konnte. Die Diebe haben das Platin durch Vermittelung einer Frau aus He r - born und in Frankfurt wohnende Verwandte derselben in Frankfurt ab gesetzt und den Erlös geteilt. Die Fran wurde wegen Hehlerei f e ft g e n o m m e n. ~ ...... WSR. Oberursel, 13. Jan. Die Höchster Gasleitung, die auch Oberursel und Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredattion bes „Gießener An^- rs". 2. Kc3: statt der D einen S wählen. Hierauf gewinnt Weik wie folgt: 1. Tg2, c5 2. Te2 c4 3. Kc4, Sc2 4. Kc3, Sa3 5. Kb3 und gewinnt. Problem Nr. 44 Losung deS Problems Dr. 43. Don Earl von Dardeleben, Darmstadt. Schwarz. a b c d e ‘ g h 8 6 6 5 3 3 2 2 Weih. Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Weih: 11 Steine. Kg7, D118, Sei, Sf4, Tg4, Ba5, Bb5, Bc4, Bd2. Be5, Bh2. Schwarz: 4 Steine. Ke4, Bb7, Bf5, Bg5. Endspiel Nr. 10. Don C. Dething. Riga. 3 Schwarz. Weiß. Weih zieht und gewinnt. Weih; 3 Steine Kd3, 162, Bc5. Schwarz: 4 Steine Kbl, Ba2. Bc3, Bd7. Die Losung dieser seinen Studie ist folgende: 1, c6, dc- 2. Kc3. alD+ 3. Kb3 und gewinnt. Auf 1 .•••, c2 fnlat 2. Thl+, cl 3. Tcl + , Kcl, 4. c7, alD 5. c8D + , Kb2 6. Db7+, Kcl 7. Dc7 + , Kb2 8. Db6+, Kcl 9. Dc5+, Kbl 10. l)b4-s-, Ka2 11. Kc2 unb gewinnt Diese Lösung ist jedoch nicht ganz erschöpfend, denn Schwarz tann nach 1. cO, dc: Homburg u. d. H. mit Gas versorgt, wurde am Sonntagabend in der Nähe von Oberursel de f e kt. Dabei geriet das ausströmende Gas in Brand. Erst nach mehreren Stunden konnte das Feuer von der Feuerwehr erstickt werden. In der Umgegend hatte die weithin sichtbare Stichflamme die Beran- tasfung zu dem Gerücht gegeben, daß an der betreffenden Stelle eine Petroleumquelle zu- wge getreten und in Brand geraten sei. Turnen, Sport und Spiel, Lahn^reishanÄbaN, tz. Die lehtsonntäglichen Ereignisse sind keine Lieberraschungen. Man hatte einen ähnlichen Ausaang der Spiele erwartet. Im Spiel ,H e f - sen" Gießen - Polizei Wetzlar mar dieses Mal die Aervvsität auf Setten her „Hessen' So schlecht wie sie am Sonntag spielten, sind' sie 'nicht. Ihr Feldfpiel ist nicht gut. Was ihnen fehlt, ist vor allem das wchuhvermögen. Der von hinten geholte Drehwurf halte schon die nötige Kraft, aber nicht die erforbe^iche Sicherheir unb gehört zur veralteten Technik. Man sieht ihn z. B. in keiner Wetzlarer Hand- ballstürmerreihe mehr. Diese bevorzugen vielmehr den von oben geholten Stoßwurs, öer die gleiche Kraft mit viel größerer Ziel- und Treff- sichrrhcit verbindet. Seine fast vollendete Ausführung zeigte am Sonntag der Halblinke Potizeislürmer Dademasch der oon den 6 Toren allein 4 damit erzielte. Zwecklos und verfehlt sind aber sicher die 30 Meter-Wurfe des Hessenmittelläufers Schneider; fetbft mit der zweifellos größeren Wucht eines Fußballschusses sind auf diese Entfernungen nur in ganz seltenen Fällen Tore zu erzielen, om Handbatt- spiel ist daS ausgeschlossen. Jeder Fernschuß vorder Abseitslinie kommt einer vergebenen Ehance gleich (sofern nicht gerade der Torhüter sein Hei- tigtum verlassen hat). Erst innerhalb des Strafraumes besieht Aussicht auf einen Torerfolg unb nicht eher! Das hat die Praxis bewiesen. — Diese kleine technische Belehrung nur nebenbei. — Zu dem Gießener Spiel wäre noch zu tagen, baß sich die Umflellunß in der Wetzlarer Schupo- Mannschaft bewährte. In den bisher gezeigten Spielen hing der grüne Sturm immer m der Luft. Die nunmehr verstärkte Häuserreihe gab btefem aber diesmal den nötigen Ruckha.t, auf dem er den Angriff aufbauen tonnte. Im Wetzlarer Lokalderbv F. E. gegen B. C. gaben die letzteren einen beachtenswerten Gegner ab, wenn auch mehr durch scharfes spiel. Auf jeden Fall konnte sich die B. C.-Elf durchsetzen unb wenigstens im Feldspiel gleiche Leistungen zeigen, ohne aber zu den ersehnten ^.oren zu kommen. Der gefürchtete Jnnensturm des tf. E. wurde stark abgedeckt fo daß die Außenstürmer den Torreigen eröffnen mußten. Auffällig waren in diesem Kamps die Fehlentscheidungen des Schiedsrichters, der damit den Spielverlauf stark beeinhädihgte. Don H. D'O. Dernharb. 1. Lg7—h6l! nebst verschiedenartigen leichten Mattstellungen. Der Hauptwert bet Aufgabe liegt in der teuflischen Scheinlösung 1. Te6—c61? bie nur an dem versteckten Gegenzuge 1..... Dg4—c8! scheiten unb gerade deshalb so irreführend ist. weil sie scheinbar eine wesentliche Vermehrung des Probleminhaktes bringt, indem sie ein Sahmatt (1......d3 2. Db4+-r) verändert (zu 2. Tc4+-H unb zwei neue Matts (noch Ld5--a2 ober g8) hinzufügt Die Narrenhappe. Splitter unb Sparren vom AedaMonStisch. Wiener Anekdoten! tzettmeSberger. Während einer Festvorstellung im Opern- Hause zu Ehren des Ersten österreichischen Lehrerkongresses. „Merkwürdig, ich hab' das Haus schon voller, unb ich hab's auch schon leerer g'seh'n — aber voller Lehrer seh' ich's heut' zum ersten Mal." Wohltätigkeitsvorstellung „Die Hugenotten". Der Tenor (ein Gast) ist schwach. 3m Orchester wird über den schlechten Raoul geschimpft. Hellmesberger beruhigt seine unzufriedenen Kollegen: „Ach was - eln'm g schenkten Raoul schaut man net in'S Maul!" • Der Maler Leonhard Hoser feiert feinen Fünfziger. HellrneSberger gratuliert auf bet Straße: „Leonardo — ba wünsch' ll" • Iosef Hellmesberger junior debütiert als Komponist, alle gratulieren dem Vater. Aur einer kann einen kleinen Einwand nicht unterdrücken: ,Aa ja. lieber Hellmesberger, aber ein bissel viel Mozart ls halt drin." „Bitt' schön — wissen Sie wen Besser'n?" Aber der Lustspieldichter Eduard Mautner hat sich schon während der Aufführung keinen Zwang auferlegt und in sich hineingelacht. „Gar not schön daS von Ihnen, Herr von Mautner, daß s' übern P.rpl fein Stück g'lacht haben! Ich hab' In der Burg schon so viel« Lustspiele von Ihnen ang'hört und nöt ein anzig Mal g'lacht." Während eines Hettmesverger-KonzertS erhebt sich die Gattin deS bekannten Kohlen-» Industrietten G. Hellmesberger (xum Publikum). „Ich bitte nur sitzen zu bleiben! Die Dame sitzt immer auf .Kohlen." Ein Gewohnheitsmensch. 3n einer kleineren Stadt toll ein Krematorium errichtet werden. Die Meinungen im Stab trat sind lebhaft dafür und dagegen. Endlich soll auch der Stadtrat Klempnermelster Schmidt seine Meinung abgeben unb er erklärt: „Meine Herren, von solchen Aeuerungen will ich nichts wissen, ich teil! begraben fein, toi« ich's oon Jugend auf gewöhnt bin.“ Was den Tabellenstand anbetrifft, fo hat die Polizei nunmehr gleiche Punktzahl mit den Gießener „Hessen", aber ein besseres Torverhältnis und rückt dadurch an die zweite Stelle. Die Vorentscheidung um die Lahnkreismeister- s ch a s t bringt auf jeden Fall das Spiel am kommenden Sonntag Polizei gegen F. C. Wetzlar. Schon ein unentschiedener Ausgang dieses Spieles genügt, um den F. C. Meister werden zu laflen. Im anderen Falle sind Entscheidungsspiele notwendig. Natürlich ist auch noch der Ausgang des Protestes gegen die Spielansetzung „Hessen"—F. CL von teilweise entscheidender Bedeutung. Die Tabelle hat nach den Ergebnissen des Sonntags folgendes Aus- sehen: Vereine Spiele F. E. Wetzlar 6 Pol.-Sp.-V. Wehlar 5 . Hessen" Gießen 5 B. B. Wetzlar 5 Niedergirmes 5 gern, unent. verl. Pkt- 6 0 0 12 3 0 2 6 3 0 2 6 10 4 2 0 0 5 0 Schöffengericht Wetzlar. q Wetzlar, 11. Ian. Wegen Einbruchs- diebstcchlS war der zur Zeit in Wetzlar in Untersuchungshaft befindliche Landwirt Wilhelm P. au5 Rodenbach unter Anklage. Der dem Angeklagten zur Last gelegte Einbruch gefchab In der Aacht vom 13. zum 14. gebtuar 1925 in der Jagdhütte deS Zeugen H. in Offdilln, Gs wurden Inventarstücke entwendet. Ein in nächster Aahe der Jagdhütte stehendes Häus^ chen das etwa 1 Mtt. über beut Boden aut Pfühlen steht, wurde ebenfalls mit einem Besuch beehrt. Aach der Zeugenvernehmung, durch die der Anseklagte belastet wurde, gestand et den Diebstahl ein und bat um milde Strafe. Das Gericht erkannte auf 4 Monate Gesäng - n i S unter Anrechnung von 2Ve Monaten bet erlittenen Untersuchungshaft. Der Reisende Wilhelm R. au- Braun fels toar unter der Anklage, seinem Arbeitgeber Geldbeträge von insgesamt 435.70 Mr. unterschlagen zu haben, vor den Schranken des GerlchbS. Es handelte sich um Beträge, die der Angeklagte für den Zeugen Sch. eintaifiert hatte. Der Angeklagte gab den Sachverhalt zu. totll aber zu der Handlung sich für berechtigt gehalten hüben, da er an den Zeugen au« Spesen eine Gegenforderung hatte. Jede betrügerttche Wicht habe ihm vollkommen ferngelegen Das -Gericht sah den Angeklagten durch die belasten- I den Aussagen des Zeugen Sch. als überfuhrt an unb kannte auf 3 M o na te G es ä n g n l s und Aufc-rlegunng der Kosten des Verfahrens. Dc-. Landwirt Friedrich D. von Dorlar und die Ehefrau Heinrich H. von Garben* - m hatten sich unter der Anklage zu ver- annoorten, fortgesetzt handelnd unlautere Machen- -dmHei', vorgeuommen zu haben, obwohl sie wußten oder annehmen mußten, daß dadurch der Preis für Gegenstände be« täglichen Be-> frirf? qefteigcrt würde, indem He ohne Stund *nt> ohne entsprechende Forderung der Lieferanten den MilchpreiS sowohl beim Hinlauf Vie beim Verkauf um 2 Pfennige erhöhten. Während die Angeklagte H. die Beschuldigung gugtib, bestritt R. eine strafbare Handlung. Das Gericht sprach R. frei und erkennt gegen die H an Stelle von einer Woche Gefängnis auf 95 M k. Geldstrafe, sowie auf weitere 25 Ml. Geldstrafe und Auferlegung der Kosten des Verfahrens. Der Krankenwärter Heinrich A. von D ü - d elsh eim war wegen schweren Diebstahls Unter Anklage. Der Angeklagte, der lange Zeit unauffindbar war, hatte im Jahre 1920 in Wetzlar im Durchgangslager mit mehreren bereits abgeurteilten Tätern zusammen eine Lebensmittelbaracke erbrochen und 23 Buchsen Konserven aus derselben entwendet. Der Angeklagte, der geständig war. erhielt hierfür 3 Monate Gefängnis, gleichzeitig wurde unter Bewilligung Bewährungsfrist bis I. Februar 1929 die Strafvollstreckung ausgesetzt und dem Angeklagten eine Geldbuße von 50 Mark auferlegt. Hinter verschlossenen Türen wurde gegen bas Dienstmädchen Iohannette A. von Greifenstein, gegen den Schweizer Wilhelm B. und den Gärtner Wilhelm H. von Friedberg wegen Abtreibung verhandelt. Das Gericht erkannte gegen H. auf Freisprechung, gegen die 21. wegen versuchter 'Abtreibung auf sechs Wochen Gefängnis und gegen B. wegen Beihilfe und Einbeziehung einer früher erkannten Gefängnisstrafe von 3 Monaten auf 4 M 0- nate Gefängnis. Buntes Merlei. Eine SOOjäfjrifle Palme in Deutschland In dem schönen Dahlem er Botanischen Garten steht eine afristrnische Palme von der Art, die bei uns fälschlich als ..Fächerpalme" bezeichnet wird. Diese Palme feiert heuer, wie Pastor Groh im ..Lehrmeister im Garten- und Kleintierhof" ausführt, das Jubiläum, daß sie 250 Jahre in Berlin steht. Die heute 8 Meter hohe Palme lieh im Jahre 1675 Friedrich Wilhelm. der Grohe Kurfürst, aus Holland kommen unb im Lustgarten vor dem Berliner Stadtschlosse, ber damals wirklich noch ein richtiger Lust- und Ziergarten im damaligen französischen Schnorkel- stlle war. aufstellen. Aber schon 40 Jahre später muhte die Afrikanerin weichen, wie der ganze Lustgarten. Denn der Soldatenkönig hatte einen arideren Geschmack und machte aus dem Ziergarten der Rokokodamen einen Pavadeplah für feine langen Kerls. Aber die Palme wurde nicht ganz verworfen, wie so "manches aus des prachtliebenden Vaters Zeit, sondern kam in den Botanischen Garten an der Potsdamer Dtrahe. Im Alter von fast 200 Jahren muhte die Palme eine schwere Lebensgefahr bestehen, die ihr um ein Haar den Tod gebracht hätte, wenn t&r nicht allersorgsamste Pflege zuteil geworden wäre. Bei einem Gewächshausumbau im Winter traf sie ein zehngrädiger Frost, fo dah alle Wurzeln erfroren. Wer langsam kam sie doch wieder hoch und 1903 konnte sie aus ihrem viel zu eng gewordenen Gewahrsam mit den anderen Gewächshausinsassen in das gewaltige 25 Meter hohe Palmen Haus des neu errichteten Dahlemer Gartens umziehen, wo wir sie heute noch finden. Rückgang des Weltschiffbaues. t Während des letzten Vierteljahres 1925 ist nach den y Angaben von Lloyds Register ein neuer Rückgang ' der Schiffsneubauten in Großbritannien und - Irland eingetreten. Die im Bau befindliche Ton- nenzahl hat mit 885 013 den niedrigsten Stand seit Dezember 1909 erreicht. Die Gesamttonnenzahl des in anderen Ländern im Lau befindlichen Schiffsraumes beträgt 1 184 532; davon entfallen auf Italien 309 578, auf Deutschland 234 145, auf Frankreich 167 256. auf Holland 108 894 und auf die Vereinigten Staaten 105 211 Tonnen. Zum ersten Male steht unter den nichtenglischen Völkern Italien mit seiner Tonnenzahl an der Spitze. Die Tonnen- zahl des im Bau befindlichen Schiffsraumes mit Derbrennungsmaschinen beträgt für die ganze Welt 1007 381 Tonnen gegenüber 1 041119 Tonnen mit Dampfmaschinen. Die Zahl der in Dänemark, Deutschland, Holland, Italien und Schweden auf Kiel gelegten Motorschiffe überschreitet beträchtlich die für Schiffe mit Dampfbetrieb. Die Gesamtziffern für diese fünf Länder sind 186454 Tonnen Dampfschiffe und 579 436 Tonnen Motorschiffe. Wirtschaft. * Der Verkauf der Kolohyt perfekt! Wie der HDH. von zuverlässiger Seite erfährt, ist der Verkauf der Koholyt-Aktien aus dem Stinnes- Konzern an die Gruppe Inoeresk Paper Cy. in London von den zuständigen Verwaltungsorganen bestätigt worden und damit 3um Abschluß gelangt. Der Preis für das gesamte Aktienkapital der Ko- Hrlyt-A.-G. von 17,6 Millionen beträgt 16 Millionen Mark und wird bar bezahlt. * Carl Mez 8- Söhne A.-G. in Freiburg i. Br. Nachdem die Gesellschaft im April vorigen Jahres ihr Aktienkapital von 2 Millionen auf 4 Millionen Mark erhöht hate, wird eine am 2 Februar stattfindende Hauptversammlung über eine neue Kapitalerhöhung um weitere 2 Millionen auf 6 Millionen Mark zu beschließen haben. Wie verlautet, wird das Bezugsrecht der alten Aktionäre ausgeschlossen und lediglich ausländische Interessenten berücksichtigt werden. Die neuen Aktienübernehmer, die also mit mindestens 25 Prozent an der Gesellschaft interessiert fein werden, verlangen keine Vertretung im Aufsichtsrat. Da die ausländischen Aktionäre die jungen Aktien mit mindestens 100 Prozent übernehmen, die alten Aktien zur Zeit an der Berliner Börse, wo sie vor etwa zwei Jahren durch die Discontogesellschast eingeführt wurden, aber weit unter pari notiert werden, muß die Zukunft der Gesellschaft mit großer Zuversicht beurteilt werden. Die 5000 Ms. Vorzugsaktien mit 320fachem Stimmrecht werden DoUfttmbig eingezogen werdsp. lieber das Ergebnis des Geschäftsjahres 1925 läßt sich bisher noch i^chts Bestimmtes festftsllen. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Datum: 5°/, Deutsche RcichScmleihe . 4% Deutsche RetchSanlethe . 8VS% Deutsche Reichsan lei he 3% Deutsche ReichSanlethe . Deutsche Ävarprcunienanleihe 4°/o Preußische KonsolS ■ - - 4°/o Hessen 3'/9% Hessen 3% Hessen Deutsche Strtb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Anweilog.*) 4% Bontürfen 5% Goldmerikaner .... Berliner Handelsgesellschaft. Eommerz- und Prioat-Bonk Darmst. und Nanonalbank . Deutsche Bant......... Deutsche BereinSbank .... Disconto Gommmtbit .... Mctallbanf........... Mitteldeutsche Greditbank. . Destenetchische Gredttan statt. Wesüiank............ Bochumer Gaß Buderus .» . . Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpcncr Bergbau .Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte........ Obsrbedars Phönix Bergbau * * Rheinstahl Riebest Montan TciluS Bergbau........ Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . . . Gheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Annlo Gont -Guano . . . .. Badische Anilin . Chemische Mayer AkavM . . Goldschmidt . Griesl cimcr Electron . . . . Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung . ....... Rülgerswerkc - ....... Echeideanstalr Alla- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mainkraftwerke ....... Schustert........... Siemens 4 Halske ..... Ädlerwerke Kleyer ...... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt..... . . . Megmn........... . Motorenwerke Mannheim . frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Mciallgesclttcha^ Frankfurt. Schuhfabrik tptts . . . Sichel . . . Zellston Daldhof..... . . Zuckerfabrik Frankenthal .. .Zuckerfabrik Waghäusel . . . Frankfurt a.M. Berlin Sdjtup» Kur» 1-llhr. Aure Schluß, ftur» Anfang Uurc 13.1. | 14.1. 18.1. 14. 1. 0.228 0.235 o,2p 0,237". 0.24 — 0,25 0.27 V 25 — 0 68 0 21>5 0.8 0,325 0,3325 0,115 — 0,1175 — o,m 0,26 0,24 0,26 — 0,22 — 0,2 — — — — 0,23 fn.26 9S.25 —■ 08,55 — 98.55 — 8 1 — — — 40 42.5 40 - 189* * 139.5* HO.7* 100* 100* 100* 100’ 110,5* 110,2* 1'1* 111.7* 112,7* 110 2» 112,5* 6ii — — 188,.'* 109* 107,5* 109’ 82 S3 — or 94' 94 94.75» 6.7 6.62 6,75 6,62 0 031 0,031 —» W,5* 68* 72,5* 32,5 33,5 30.5 34 37,75* — 38,5* 40,5» 69* 71" 67.1' 72* 81.25« 77.75* 73* 77,75» »8.5* 102* 93* 1(13* tw — 105 HO* 109,5 — 106.5 »3 31 — 29,75 M 37,25« — 38.12* 69* 70* 67* 70,ö* e«,5* —• 54 4» 98.5» 73 —— 73 46 — — IW,9* 106.7* 102,2* 107,7» MO.3* 113,5* 107.;* 113 6» 86,25 65.5 — — 1 49 50,25 48,25 — — — — — 118.6* 114,4* 111,7* 116,5» — —> <■1. 59 — 56,75 1L.13 1v 7* 111.5» 1U.7* ire,2* 116,9* 114.4* 111.6» 115,2* 48.5 — — 63 66 57,75 — 85,5 87,75 - - 92* 92 62* 89.62» 93,75» 71.3 71,6 73 73 — 63.25* — 63.6* 66,75» TB* — 76,5* 80* 31 32,5 29.5 30,75 28.5 30,6 27,75 — 19 — — — 30 30 — *—1 — 20 5 — — — — — —— — —— 92 93 * — 6225 52,3 52 - 20.6 — — 2 2 2,36 1.9 — 90,6 91 89,25 46 46,5 — — 39,5 10 45 — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) Banknoten. (Ohne Gewähr.) 13 Narr. 14. Jan. Amtliche Geld stoticrung Brief Amtliche Geld Dotierung Brief Amst-Non. 168,64 169,06 168,6. 169,01 Buen-Aires 1,737 1,741 1,737 1,74t 19,095 Brss.-Antw. 19 045 19.085 19.045 Ghrtstiania. 85,44 85,66 85,40 85,71 Kopenhagen 104,37 104,6.3 104,39 104,65 112,64 Stockkolm . 112,34 112,62 112,36 Helssngfors. 10,565 10,595 10.5.35 10,593 Italien. . . 16,92 16,96 16,92 20,374 16.96 London. . 20.372 20,422 20,426 y?eut)0rt . . 4.195 4.205 4,195 4.2'15 Parts. . . 15.6.1 15,73 15,71 15,75 Schweiz . ■ 81 031 81.235 81,03 81,23 Svanten . . 59,38 59,52 59,36 59,50 1.851 Japan . . . 1,845 1.849 1,85'1 Rio de Ian. Wien in D- 0626 0.628 1,625 0,627 Oest. obfleft 59,05 59,15 59,05 59,19 Prag .... 12.417 12,157 12.415 12.455 Belgrad . . 7.41 7,4' 7,42 7,44 Budapest. . ■■>.87 5.89 >.87 o,89 Buloarten - 2.965 2,975 2,91. 2,925 Lissabon 21 305 31,355 21,325 21,315 Danzig. . . .Konstantin. Kl). 76 80.96 80,75 80.05 2,223 2,245 1.23 3,24 Athen . 5.715 5.735 5.715 5.7H5 Ganada. . . 4.19 4,20 4.188 1.198 UruguaN . . 4,305 4.315 4.31 4,32 Berlin, 13 Jan Geld Briet Amerikanische Noten..... 4,192 4,212 Belgische Noten . ...... 18,99 101,16 19,01 Dänische Noten . ....... 101,68 20,44 Englische Roten........ 20,34 Französische 'Roten...... 15,72 15.80 Holländische Noten..... 138,29 169,12 Italienische Noten ...... 16.9 i 17,04 Norwegische Noten...... Deotsch-Oesterr, 5100 Kronen 85,31 8-5.75 ! 8,93 59,23 Rumänische Noten ...... — — Schwedische Noten ...... 113,07 112,61 Schweizer Noten....... 81,00 81,40 Spanische Noten..... . 51.2a 59.6.5 Tschechoslowakische Noten . . 13.395 12.455 Ungarische Noten....... 5,83 5,87 Frankfurter Börse. lEigener Drahtberichi des „(Siebener Anzeigers".) Frankfurt a. M-, 14. Jan. Tendenz: Sehr fest. — Die Börse war heute ungewöhnlich zuversichtlich gestimmt und im allgemeinen zu einer recht regen Umsatztätigkeit geneigt. Ungünstige oder hemmende Momente fehlten, dagegen war die Meldung über den 2 5°Millio- n e n ° D 0 l l a r - K r e d i t für die Rhein- El b e - U n i 0 n geeignet, die scharf einsetzende Höherbewegung an den Aktienmärkten wesentlich zu fördern. Die Gesamtverfassung der Börse wird für die nächsten Tage als außerordentlich günstig beurteilt, wobei auf das Interesse hingewiesen wird, das atisländische Kapitalistenkreise durch den Kauf deutscher Aktienpakete an den Tag legen. So wird jetzt wieder bekannt, daß ein Aktienpaket der s Preußischen Hypothekenbank an ein schwedisches Konsortium zum Verkauf kommen soll, woraus natürlich dieses Papier gro- htm Nutzen ziehen dürfte. Die Aktien dieses Unternehmens waren stark gefragt. Die feste Stimmung war auf allen Märkten festzustellen und wurde we- fenUich beeinflußt durch die andauernde Hausse am Schiffahrtsmarkte. Hier waren weitere starke Kurssvrünge zu verzeichnen: Hapag plus 5 Prozent, Norod. Loyd 6 Prvz. Auch Montanwerte lagen ungewöhnlich f e ft; Deutsch-Luxemburg plus 5,5, Gelsenkirchen plus 4,5, Harpener plus 6, Mannesmann plus 6, Phönix plus 3,25, Rheinstahl plus 4 Prozent. Chemische Werte waren durchschnittlich um 3 Prozent gebessert. Elektroaktien verkehrten ruhig bei Kurserhöhungen von etwa 1 Prozent. Recht feste Haltung zeigten wieder Petroleumaktien, Deutsche Erdöl plus 7 Prozent. Bankaktien verkehrten in ruhiger Haltung. Auch hier waren Kursbesserungen von 1 bis 2 Prozent zu verzeichnen. Deutsche und ausländische Renten hatten gleichfalls etwas größere Nachfrage aufzuweisen, die Kurse gingen höher. Im Freiver - kehr blieb es ruhig. Becker Kohle 45, Benz 30, Brown Boveri 50, Entreprise 9, Growag 45, Ufa 51, Ufra 55,5 Prozent. Der weitere Verlauf blieb fest und lebhaft, wobei sich die Hausse in Schifffahrtsaktien fortsetzte. Der Geldmarkt blieb weiter sehr flüssig. Tagesgeld 7 Prozent und darunter, Monatsgeld für erste Adressen 8,25, für zweite Adressen 10 Prozent. Bankdiskonten 6g Prozent. Im Devisen verkehr blieb das englische Pfund international test bei einem Gegenwert von 4,85z gegen Kabel. Paris notierte gegen London 129, 50. Die übrigen Valuten sind unverändert. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin 14. San. Die Börse hatte heute einen Hausse-Tag erster Ordnung. Die Medio-Vorbereitungen und die Gewinnsicherungen der Spekulation haben völlig aufgehört, an deren Stelle traten starke Rückkäufe, die gegenüber den gestrigen Schlutzkursen zur Kurssteigerungen von durchschnittlich 3 bis 4 Prozent führten, aber auch bis zu 5 und 6 Prozent gingen. 3m Vergleich zu den gestrigen niedrigsten Schlußkursen war das Riveau heute teilweise sogar um 8 bis 10 Prozent erhöht. Stimulierend wirkte hauptsächlich die Kreditaktion der Reichsbank und der Golddiskontbank für die Landwirtschaft, ferner der günstige Verlauf der amerikanischen Anleihe- Verhandlungen der Rhein-Elbe- Union. sowie die Ausführung von Prämienkäufen durch das Publikum, welches sich allmählich wieder etwas stärke^ am Geschäft beteiligt. Auch Goldpfandbriefe lagen sehr fest im Hinblick auf die erhöhten Lombard-Möglichkeiten durch die DiskontermäHi- gung und unter Anregung durch die amerikanische Aktien-Beteiligung an einer großen liner Hypothekenbank. Bei der Hausse-Bewegung hatten Pfandbriefe, Schiffahrts-, Montan-, Pe.» troleum- und Kali-Aktien die Führung. Auch der heimische Aickeihemaeft war belebt und hatte ansehnliche Kurssteigerungen aufzuweisen. 3m Devisenverkehr lag Paris gegen London unverändert. Das englische Pfund behauptet seine Festigkeit. Die Reichsmark notterte in London 20,40, Paris 6.34. Der Geldmarkt ist weiter außerordentlich leicht. Tägliches Geld ist zu 6 bis 8 Prozents und darunter angeboten. Monatsgeld 9 bis 10 Prozent. Märkte. Frankfurter Schlachtdiehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „(Siebener Anzeigers".) Fran kf urt a. M., 14. 3an. Auftrieb: 1 Rind, 1 Kuh, 1167 Kälber, 765 Schafe, 416 Schweine. Kälber: Feinste Mastkälber 75 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 65 bis 74, geringere Mast- und gute Saugkälber 55 bis 64, geringe Saugkälber 47 bis 52. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 42 bis 48. geringere Masthämmel und Schafe 34 bis 41. mäßig genährte Hümmel und Schafe (Merzschafe) 26 bis 33. Schweine: Vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 63 bis 86, vollfleischige unter 80 Kilogramm 75 bis 82, vollfleischige von 100 bis 120 Kilogramm 84 bis 86, vollfleischige von 120 bis 150 Kilogramm 83 bis 85. Markt- verlauf Bei langsamem Handel geräumt, norddeutsche Mastkälber über Rotiz gehandelt. Vorstehende Preise sind Plahpreise des Frankfurter Viehmarktes und nicht etwa mit Stallpreisen zu verwechseln. berliner Produktenbörse. Berlin, 13. 3an. Der erhöhte Kurs im Berliner Produktenhandel, speziell für Weizen, machte die Erzeuger in ihren Offerten recht vor- sichttg. Die Forderungen wurden hier Wohl in Tlebereinstimmung mit festeren amerikanischen Schlußmeldungen sowie auch erhöhten Preisen seitens Liverpool wesentlich befestigt, doch kommen nennenswerte Umsätze nicht zustande. 3n Roggen bleibt die Nachfrage weniger dringlich, auch bemerkt man hier sehr großes Angebot aus Schlesien. 3m Zeitgeschäft zeigte Weizen gegenüber dem Vortagsschlusse einen unveränderten Beginn, Roggen etwas schwächer, März 178.5, Mai 189. Gerste still und unverändert. Hafer behielt großes Angebot, ist aber vereinzelt auch etwas gefragt, Mehl ohne beachtenswertes Geschäft, Futterartikel haben ruhige Tendenz. Es notierten pro 1000 Kg.: Weizen, märf., 249 bis 253, Weizen, pomm.. 249 bis 255, Weizen, März, 276 bis 274, Weizen, Mai, 282 bis 280, Roggen, märf., 147 bis 154, Roggen, pomm., 146 bis 153, Roggen, März, 178.50 bis 177, Mai 189.50 bis 188, Gerste, märkische, 183 bis 210, Futtergerste 151 bis 165, Hafer, märf., 160 bis 171, Raps 350 bis 355; für je 100 Kg.: Weizenmehl 33 bis 36.5, Roggenmehl 22% bis 24.5, Weizenkleie 11% bis 11.5, Roggenklere 9% bis 10%. Viktoriaerbsen 26 bis | 34, kleine Speiseerbsen 22 bis 2b, Futtevevbsen 20 bis 22, Peluschken 18 btS 19, Äckerblchnen 19 bis 21, Wicken 20 bis 23, Lupinen,blau. 12 bis 12.5, Lupinen, gelb, 14 bis 16. Serradelle 18 bis 19, Rapskuchen 15% bis 15.5, Leinkuchen 23.6 bis 23.8, Trockenschnitzel 8.1 bis 8.3, Torfmelasse 8.2 bis 84, Kartoffelflocken 14.7 siS 13.4, Goya- Schrot 20.5 bis 20.6. Vüchertlsch. Die deutsche Literaturwissenschaft, in deren Arbeitsgebiet doch zweifellos in erster Linie auch das deutsche Drama gehört, ist bisher noch nicht imstande gewesen, eine Gesamtdarstellung der Geschichte des deutschen Dramas zu schaffen. Creizenachs Arbeiten auf diesem Gebiete, in einen ungeheuer weiten Rahmen gespannt, sind durc- den frühen Tod des Forschers nicht zu Ende geführt worden. Der ordentliche Aniversitätsprosessor Robert F. Arnold in Wien, der 1908 eine Geschichte des mod'vrnen Dramas (1850—1907) herausgab, war der erste, der einen fruchtbaren Teilversuch zur Lösung der schon längst dringenden 3Iufgnbe» unternahm, aber nicht aus den Kreisen der Wissenschaft, sondern von einer Reihe von freien Schriftstellern, so 3ulius Bab, Albert Ludwig, Friedrich Michael, Max 3. Wolff, Rudolf Wölkau, wurde das über 850 Seiten umfassende große Werk dank der freundlichen älnterstützung der C. G. B e ck s ch e n B e r l a g s- anstalt endgültig in Angriff genommen und fertiggestellt, ein Warnungszeichen für die zünftige Wissenschaft, die Verbindung mit den Rotwendigkeiten und der Vielheit des Lebens nicht allzusehr aufzugeben. Das Werk selbst zerfällt in sechs große Abschnitte, die jedesmal den besonderen Wirkungskreis des einzelnenMitarbeiters umfassen. So berichtet Wichael über das Mittelalter und seinen Ausklang, von den kultischen Spielen der Germanen bis zu Hans Sach^; Wölkau referiert über das damals oft gleichzeitige neukateinifche Drama von Hroswithü. von Gandersheim bis zu seinen Ausklängen im katholischen und protestantischen Schuldrama; Wolff schildert die Anfänge des modernen Dramas unter dem Einfluß der englischen Schauspieler bis ins 17. und beginnende 18. 3ahr- hundert; Ludwig führt die Entwicklung hieran anknüpfend fort über Gottsched und in einem Kapitel „von Lessing bis zur Romantik" darüber hinaus bis zu Schiller und Goethe; Arnold hat die Fortsetzung der Entwicklung von den romanttschen Zeitgenossen beider bis zur Mitte des 19. 3ahrhunderts übernommen; Bab schließlich beginnt mit den Anfängen des Raturalis- mus und gibt auf noch nicht zweihundert SeitW ein umfasfendes Bild der so gegensätzlichen Zeitströmungen, die erst in der jüngsten Gegenwart wieder feste Bahnen eingeschlagen haben. So ist das Werk, von Berufenen in lebendiger Einfühlung gestaltet, ein wichtiges Dokument der Tramengeschichtsschreibung. Frei von jeder Zersplitterung in allzugrotze Vielheit von Komplexen oder Mitarbeitern, bringt es, wenn auch nicht in durchaus einheitlichem Geiste (was ja auch bei der Größe de-° Stoffes denn unmöglich wäre), so doch in größtmöglicher Geschlossenheit und vor allem in glänzender Form die Geschichte des deutschen Dramas in tadelloser Weise an den Leser heran. Eine fühlbare Lücke ist durch dieses wirklich hervorragende Buch geschossen worden. (E. H. Decksche Berlagsbuchhdlg. in München.) „Der neue Weg", Halbmonatsschrift für das deutsche Theater, unter der Reaktion von Georg Will als amtliches Organ von der Genossenschaft Deutscher Düh-nenangeHöriger her- ausgegeben und verlegt, erscheint im nunmehv 55. Jahrgang in neuer Aufmachung. Das vorliegende Januarheft beschäftigt sich vorwiegend mit Wirtschaftslagen des deutschen Theaters und bringt überdies u. a. einen interessant illustrierten Aufsatz von Wallauer über Bühnen- kunst im neuen Rußland. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. 3fr. ReligionSgemeinde. Gottesd. i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, 16. Januar 1926. Voraöd. 4.45, morg. 9.00, abds. 5.05 u. 5.45. Gottesdienst der isr. ReligionSgefellschaff. Sabbalfeier, den 16. Januar 1926. Freitag abds. 4.30, Samstag vorm. 8.30, Predigt, nachm. 3.30, Sabbatausg. 5.45. Wochengottesdienst morg. 7.00 und abds. 4.30. Rundfunk-Programm deS Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Freitag, 15. Januar: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Uhr: Hausfrauen-Nachmittag. Programüi u. a.: „Hausfrau und neuer Wohnungsbau", Vortrag von ftädt. Baurat Kaufmann. 5—6.15 Uhr: Die Lesestunde (Briefliteratur): Aus dem Briefwechsel zwischen Goetbe und Zelter. 6.15 bis 6.30 Uhr: Film-Wochenschau. 6.30 bis 7 Uhr: Uebertragung von Kassel: Fünfte Veranstaltung aus dem Zyklus „Stunde der Landwirtschaftskammer Kassel". Es spricht Tierzuchtinspektor Dr. Schaub, Kassel, über „Züchtungsmethoden und Züchtungsgrundsätze in der Rindoiehzucht". 8 Uhr: Uebertragung von Berlin: „Der Barbier von Bagdad", komische Oper in zwei Aufzügen von Peter Cornelius. Briefkasten der Redaktion. E. $. in Wetterfeld. Der Weg des Aufgebotsverfahrens ist in Ihrem Falle gegeben. Es dürfte sich aber empfehlen, schon im Hinblick auf die Kosten- frage, vorher bei einer Bank die nötigen Informa- Honen einzuholen, die Ihnen kostenlos erteilt werden., ft L., Hungen. Wir können Ihnen über dieses Mittel keine Auskunft geben, da wir es 311 unserer Freude bisher noch nicht benutzen mußten. Korsetten weit unter Preis! 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