Nr. 188 Erstes Blatt 176. Jahrgang Zreitag, 15. August 1926 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruä und Verlag: vrühl'sche Unioerßtäls-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Sichen. Schrrftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspjennig, Platzvorfchrift 20°mehr Ehefredakteur^ Dr. Friede Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H Thgriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Füstel. sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monais-Vezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger. lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. 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Der Deutsche Rentnerbund tritt nun dafür ein, den durch die Inflation mittellos gewordenen Rentnerstand aus der Fürsorgeheraus- zunehmen und in der Weise durch das Reich entschädigen zu lassen, wie allen durchhöher? Gewalt oder Krieg Geschädigten von Staats wegen wenigstens teilweiser Ersah geleistet wird. Es sind bereits im Reichstag schon vor den Sommerferien Verhandlungen über ein Rentner- versorgungsgeseh angelnüpst, die sowohl bei den Regierun^Parteien als auch bei der Deutschnatio- nalen Dolkspartei warine Unterstützung gefunden haben. Schwierigkeiten machten vor allein die finanziellen Fragen. Der Rentnerbund glaubt, dah die vom Reich zuzuschi,eßenden Summen durchaus erschwinglich seien, wenn man statistisch genau das augenblicklich vorhandene Ein» kmnmen aus den Vorzugsrenten und der bisherigen Aufwertung in Abzug bringe. Auch dürfe nicht unberücksichtigt bleiben, dah durch die Herausnahme aus der Fürsorge die Lasten der Städte, auf die ja im Finanzausgleich besonders Rücksicht genommen worden ist, erheblich vermindert werden würden. So könne vor allem der Veamtenapparat der Wohlfahrtsämter erheblich herabgesetzt werden. Der Deutsche Rentnerbund rechnet mit einer Leistung des Reichs in der Höhe von etwa 150 bis 200 Millionen Mark und glaubt, dah die vom Reich zuzuschiehenden Sum- werde, um seinen alten treuen Rentnern, die in guten Zeiten wertvolle Arbeit in jeder Richtung geleistet haben, dazu zu verhelfen, ihr Alter ohne drückende Rahrungssorgen in bescheidener Ruhe verbringen zu können. Norwegens wittschastiicher Zanierungsprozeh. Don unserem A. O.-Berichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Oslo, August 1926. Rorwegen veranstaltet im September dieses Jahres eine Warenmesse in Oslo, der auch deutsche Handelskreise Interesse entgegenbringen. Aehnlich wie Dänemark befindet Rorwegen sich in einem wirtschaftlichen Sanierungsprozeh, der eine Folge der außergewöhnlichen wirtschaftlichen Verhältnisse ist, denen dieser neutrale Staat im Laufe der verflossenen zehn Jahre ausgesetzt gewesen ist. Welche Umstände haben Rorwegen in eine solch schwierige Lage gebracht, seitdem 1914 die Goldparität suspendiert wurde? Zunächst Anleihen im Aus lan de, um die notwendige Warenzufuhr zu sichern. Anleihen, die über die natürlichen Hilfsmittel hinausgingen. Man mag auch besondere Kriegsmahnahmen hinzurechnen. wie solche zur Aufrechterhaltung der Neu- tralität, sowie indirekt Maßnahmen zum Wiederaufbau der norwegischen Handelsflotte, die während des Krieges 1 250 000 Tons Brutto-Register verlor, was etwa 70 Prozent der norwegischen Handelstonnage im- Jahre 1913 aleichkommt. In Anbetracht der außergewöhnlich hohen Preise bedeutete dieser Wiederaufbau sehr große Opfer. Er kostete ca. 1.5Millar» den norwegische Kronen. Weiter erschwerte der Krieg es, genügend Kohlen für die einheimische Industrie zu schaffen, so daß man in der Zeit der höchsten Preise gezwungen war, Rorwegen in weitestgehendem Maße zu elektrifizieren, und zwar durch Ausnutzung dewoorhandenen natürlichen Wasserkraft. Derart belastet, ging Rorwegen dem 1920 einkehrenden krassen Konjunkturumschwung entgegen. der in erster Linie dem Zusammenbruch des Weltmarktes zur Last gelegt werden muß. Als Beispiel mag genannt werden, daß die Frachten vom Maximum im Beginn des Jahres 1920 im folgenden Jahre auf ein Viertel und ein Fünftel herabsanken. Im gleichen Zeitraum fielen wichtige Exportartikel, z. V. Zellulose, aus ein Drittel. Die Jahre 1921 bis 1923 waren besonders traurig für das norwegische Erwerbsleben, und zum Teil auf Grund der fest sitzenden Kredite wirkten diese Verhältnisse sich derart auf das norwegische Bankwesen aus, daß man zur öffentlichen Administration der Banken schreiten mußte, um durch eine ruhigere Abwicklung zu rei t .'n, was. wirklich lebenskräftig war. Die natürliche Entwicklung war darin gegeben, daß ' allechte Engagement abgewickelt und für das Land wichtigen ErwerbS- zweigen durchgeholsen werden mußte. Hand in Hand mit dem sinkenden Erwerb ging eine Versällechterung der öffentlichen Ft- nanzen, indem starke Einsu)ränkungen notwendig wurden und es noch sind. Es eraiDt sich von selbst, daß unter derartigen Verhältnissen der Geldmarkt knapp ist, zuweilen äußerst knapp. Die Jahre 1924 und 1925 waren schon etwas besser. Die Produktion hielt sich höher, während Der spanisch-italienische vertrag. DerInhaltdesDertrages. (Sine Erklärung des spanischen Außenministers. Madrid, 12. Aug. (WTD.) Der Minister des Auswärtigen Vanguas erklärte »u dem dieser Tage in Madrid unterzeichneten italienisch- spanischen Schiedsgerichtsvertrag u. a.: Der vor kurzem zwischen Spanien und der Schweiz abgeschlossene Schiedsgerichtsvertrag sieht die Schaffung einer Ausgleichskommission vor, der es obliegt, Streitfragen beizulegen, die innerhalb eines gewissen Zeitraums auf diplomatischem Wege nicht erledigt werden können. Für den Fall, daß das Vermittlungsverfahren nicht zum Ziele führen soll, soll ein Verfahren vor dem Haager Gerichtshof eingeleitet werden. Dieser Vertrag hat auch dem Freundschasts- und Schiedsgerichtsvertrag zwischen Italien und Spanien zum Vorbild gedient. Er bildet die Grundlage für Verhandlungen mit anderen befreundeten Ländern. Demgemäß sieht auch der spanisch-italienische Vertrag die Schaffung einer ständigen Ausgleichskommission vor, die aus fünf Mitgliedern zusammengesetzt sein soll. Jede Regierung wird das Recht haben, nach eigenem Ermessen eines dieser Mitglieder zu ernennen. Die drei übrigen Mitglieder sollen auf Grund einer Einigung zwischen beiden Teilen unter solchen Staatsangehörigen gewählt werden, die in feinem der beiden vertragschließenden Länder ansässig sind und nicht in ihren Diensten stBhen. Eines dieser drei Mitglieder wird zum Vorsitzenden der Kommission ernannt. Weiterhin enthält der Vertrag mit Italien folgenden Artikel: Sollte einer der beiden vertragschließenden Teile trotz seiner friedlichen Haltung durch eine dritte Macht oder andere Mächte angegriffen werden, so wird der andere Teil toäbrenb der ganzen Dauer des Konflikts seine Reutralität wahren. Der Vorschlag der Aufnahme dieser Klausel wurde von Spanien begrüßt, da er dem Geist des Friedens und der Reuttalität entspricht, die die Richtlinien unserer internationalen Politik sind und Da sie ebenso den herzlichen Beziehungen entspricht, die uns mit unserer lateinischen Schwester Nation verknüpfen. Die Aufnahme in London. Angebliche Ueberraschuug im Foreign Office. — Deutliche Spitze gegen Frankreich. London, 11. Aug. lWolfs.) Die Presse befaßt sich heute eingehend mit dem italienisch- spanischen Vertrag. Die Blätter berichten mit bemerkenswerter Uebereinftimmung. daß London von dem bevorstehenden Abschluß des Vertrages nichts gewußt habe. Der diplomatische Berichterstatter des »Daily Telegraph" schreibt, Mussolini habe von neuem die diplomatische Welt überrascht durch die erfolgreiche Geheimhaltung seiner Verhandlungen. Richt die geringste Andeutung des bevorstehenden Abschlusses des neuen hochwichtigen italienisch-spanischen Pattes habe London oder irgendeine andere Hauptstadt vor der offiziellen Bekanntgabe erhalten. In britischen Kreisen sei man in Unkenntnis des Wortlautes abgeneigt, sich über die wahrscheinliche Wirkung des Paktes zu äußern, aber (und hier gibt der Korrespondent zweifellos die offizielle Ansicht wieder) die Annäherung zwischen zwei Seemächten, die beide bei der augenblicklichen Gelegenheit. ihre Anerkennung und Würdigung des vitalen Interesses des britischen Reiches am freien verkehr durch das Mittelmeer erneuert hatten, enthalte an sich nichts, was Besorgnis zu verursachen brauche, und möglicherweise viel, was Anlaß zur Befriedigung biete. Sollte Spanien, wie gehofft werde, weiterhin Mitglied des Völkerbundes und Dölkerbundsrates bleiben, so sei es entweder selbst oder Italien in der ausgezeichneten Lage, die Entscheidung Genfs in einem Konflikt, bei dem beide Parteien interessiert seien, zu beeinflussen. Rach Ansicht des Korrespondenten werden die Delegierten Roms und Madrids im Prüfungsausschuß für die Zu- die Preise jedoch ständig stiegen und ein langer Arbeiterkonslitt die Sanierung hemmte. Die im Augenblick atutefte Frage ist die Bewegung der Wechselkurse. Ebenso wie in Dänemark, hat auch die norwegische Valuta im letzten Jahre eine stark steigende Tendenz gehabt, man möchte sagen: eine z u starke Tendenz. Gewiß bedeutet das an und für sich Vertrauen auf die finanziellen Verhältnisse eines Landes. Schlimmer aber ist es. wenn das Steigen der Valuta rascher geschieh , als die wirtschaftlichen Verhältnisse es bedi ig n, wie das in Rorwegen der Fall war, wodurch naturgemäß große Schwierigkeiten wirtschaftlicher Art entstanden, unter Denen ^Norwegen fast noch ärger leidet als Dänemark. Die Fi.anzpolitik, die Rorwegen dennoch in Zukunft führen wird und muß, besteht darin, ein ruhigere- urs iocau zu schassen auf Grundlage der tria yaft.ichen Voraussetzungen. Daß diese sich allmählich bessern müssen, kann erwartet werden. Verzögernd wirkt die Industriekrisis, in Der Rorwegen sich befindet, und der Umstand, dah Rorwegens Han- sammensetzung des Dölkerbundsrates herzlichst Zusammenwirken, und Rom werde vielleicht den Anspruch Spaniens auf einen stündigen Ratssih unterstützen. Dieses brauche keine neuen Schwierigkeiten zu erzeugen, wenn über den Anspruch Spaniens abgestimmt werden sollte, nachdem Deutschland einen ständigen Sitz erhalten habe. In der abessinischen Frage sei Italiens Abkommen mit Großbritannien, sollte sich Spanien bereit erklären, an den Beratungen des Dölkerbundsrates teilzunehmen, wahrscheinlich der diplomatischen Unter ft ü Dung Spaniens sicher. Es sei auch wahrscheinlich, dah im Austausch für die Stärkung der Stellung Spaniens sowohl in Sanger als auch in seiner Marokkozone, die der Dertrag mit Italien zur Folge haben müsse, Spanien ebenso wie Großbritannien bereit sein werde, den Ansprüchen Roms auf eine angemessene Vertretung in Tanger zuzustimmen Das ikallenisch-fpanifche Zusammenwirken in langer würde seinen internationalen Charakter betonen ohne Schaden für die spanischen Interessen und im Gegensatz zur Vorherrschast irgendeiner anderen Macht. Solche Bedingungen würden auch mit anderen britischen Auffassungen harmonieren. Die italienisch-spanische Zusammenarbeit im Mittelmeer werde in London keine Besorgnisse verursachen. Es sei zu hoffen, daß sie auch in Frankreich keine Besorgnisse erregen werde, das, wenn es geneigt fei, argwöhnisch zu sein, in einer hypothetischen Entente zwischen der italienischen und spanischen Flotte und den Gebrauch, der dafür von den Dalearischen Inseln gemacht werden könnte, eine mögliche Gefahr für seinen Verbindungsweg mit Französisch-Rordafrika erblicken könnte. In der „Daily Rews" wird ausgeführt: Italiens Tättgkeit in der letzten Zeit umfasse Abessinien, Marokko, Aegypten, die Tschechoslowakei, Rußland, Rumänien, Griechenland und die Türkei. 2n fast jeder dieser Richtungen fordere Italien Frankreich heraus. Seine Geheimdiplomatie habe jetzt eine neue Entente hervorgebracht, die Frankreich als die offenste Herausforderung von allen ansehen könne. Der kürzliche englisch-italienische Handel bezüglich Abessiniens könne sich unter diesen Umständen als eine äußerst unglückliche Verwicklung erweisen. Der Korrespondent behauptet ebenfalls, Der neue italienisch-spanische Vertrag habe das britische Foreign Office vollkommen überrascht. Trotz des Besuches von König Alsons in London und der jetzt bestehenden intimen Beziehungen zwischen London und Rom habe die britische Regierung keinerlei Kenntnis davon gehabt, daß darüber verhandelt werde. Die Nachricht von Dem Abschluß des Vertrages komme Der britischen Regierung sehr ungelegen, unD zwar hauptsächlich Deshalb, weil ihre eigenen Fehler sie in eine sehr unangenehme Lage verseht hätten. Auf britischer diplomatischer Seite sei man ernstlich beunruhigt, weil Reibungen zwischen Italien und Frankreich. insbesondere in Mitteleuropa und auf dem Balkan, Anlaß zur Beunruhigung geben würde und weil man sich frage, worauf die Außenpolitck Italiens abziele. — Der Diplomatische Berichterstatter der „Westminster Gazette" führt aus, es sei klar. Daß Italien in dem neuen Vertrage Die erste Geige spiele, unD daß Der Vertrag dazu angetan sei, auf Den Quai d'Orsay einzuwirlen. Die freundschaftlichen Anspielungen der faszistischen Presse auf Die britischen Interessen seien ein Zeichen für Die enge Zusammenarbeit, Die zwischen Rom und London bestehe, in Deren Kreis auch Spanien nach Dem letzten Besuch des Königs Alfonso in London gebracht wurde. — Der diplomatische Korrespondent des „Daily Herald" meint, der neue Vertrag sei ein weiterer Schlag gegen das Prestige des Völkerbundes, denn Spanien könne nicht mehr als vollwertiges Mitglied des Völkerbundes angesehen werden. Der Vertrag sichere Italien Die Unterstützung Spaniens im Kampf gegen Großbritannien unD Frankreich um Die Kontrolle des Mittelländischen Meeres. delsflotte zu einem großen Teile aufgelegt ist, insgesamt 108 Schiffe mit insgesamt 198 435 Tons. Dies bedeutet ca. 200 Proz. mehr als zu Beginn dieses Jahres. Vereinheitlichung der Beamrenbewegung. Berlin, 13. Aug. (Wolff.) Wie der „Tägl. Rundschau" von gut unterrichteter Seite gemeldet wird, haben in der letzten Zeit zwischen Vorstandsmitgliedern des Deutschen Beamtend un« des und des Allgemeinen Deutschen B e - r. rntenbundes unverbindliche Besprechungen über die eventuelle Schaffung einer Einheits - organijation stattgefunden, in der beide Bünde aufgehen würden. Angeblich soll es dabei im Prinzip zu einem Einverständnis auf beiden Seiten gekommen sein, so daß in den nächsten Tagen offizielle Verhandlungen zwischen den Vorständen der genannten beiden Beamtenorganisationen in 'Aussicht genommen sind. Das Volksbegehren in Hessen. Sitzung des Landcswahlausschnsscs. (Eigener Bericht.) Darmstadt, 12. Aug Heute vormittag 11 Uhr trat im Gebäude des Staatsministeriums der Landesabstimmungsausschuß zusammen zur Beschlußfassung über das Volksbegehren auf Auslösung des 3. Hessischen Landtags. Der Andrang des Publikums zu dieser Sitzung war außerordentlich stark. Leiter der DerhanDlungen ist Ministerialrat Bor ne mann. Dem Landesab- slimmungsausschuß gehören an die LandtagSab- geordneten Heinstadt (Ztr.), Reiber (Dem.), Hardt (Soz.), Widmann (Soz.) ferner Dr. Klein- turt (Bbd.) und Stadtverordneter Ludwig, (D. Dp.). Ministerialrat Bornemann verpflichtet die Ausschußmitglieder durch Handschlag auf ihr Amt und erläutert sodann, Die für ihre Tätigkeit in Betracht kommenden Bestimmungen des Gesetzes über Volksbegehren und Volksabstimmung vom 17. März 1921. Rach Art. 10 dieses Gesetzes hat der Ausschuß u. a. insbesondere Darauf zu sehen, daß dessen Vorschriften beachtet werden. Weiter hat der Ausschuß einen Beschluß des Landtags vom 18. Juni 1926 zu beachten, demzufolge die Prüfung Der Unterschriften genau vorzunehmen ist, itdmentlich auch, ob die Unterschriften eigenhändig vollzogen sind. Ferner werden vom Vorsitzenden Die Artikel 1, 2 unD 3 des erwähnten Gesetzes angezogen: nach dem letztgenannten Artikel haben Frauen ihren Mädchennamen in die Liste einzutragen. Artikel 4 enthält die Ungültigleitsbestimmung: Artikel 5 verlangt, daß Die 5 ersten Namen Der Unterzeichner Der Urliste am Kops einer jeden Liste enthalten sind. Artikel 20 besagt im wesentlichen, daß auf die Landeswahlordnung zurückgegriffen werden kann bei der Auslegung von Bestimmungen. Artikel 29 bestimmt Die Zusammensetzung des Landesabstimmungsausschusses. Die Artikel 62 bis 67 treffen Anordnungen über die Einberufung des Ausschusses und umschreiben dessen Aufgaben. Ministerialrat Bornemann erklärt sich bereit, einen Vortrag über das Ergebnis Der Prüfung zu halten: er erwähnt die Bedeutsamkeit einiger Fragen, die Der Entscheidung harren, ob z. B. Die Strichelung, d. h. Die Angabe von Berus und Wohnort in den entsprechenden Rubriken durch Striche vorgenom- m n werden dursten- Vielfach sind diese Striche, besonders bei Der Angabe des Wohnortes, von einer HanD ausgeführt worDen. Der Ausschuß habe über Die Gültigkeit dieses Verfahrens eine Entscheidung zu treffen. Dr. Kleinkurt (Bbd.) beanstandet. Daß nicht alle Parteien im LanDeSabstimmungsaus- schuß b er tret en sinD. Ministerialrat Bornemann ertoiDcrt Darauf, Daß in Dem vorliegenDen Fall Der Wirtschafts- unD. Ordnungsblock. Der Den Antrag auf Volksabstimmung gestellt habe, als eine Partei an» zusehen sei, nicht aber Die Drei Parteien, Die ihm angehören. Da Die Kommunisten erklärt hätten, sie wären desinteressiert, so wäre ein Sih frei geworden, Den Dann noch Der Wirt- schafts- unD Ordnungsblock erhalten habe. Dr. Kleinkurt (Bbd.) hält seine Zweifel aufrecht, ob Der Ausschuß den gesetzlichen Vorschriften entsprechend zusammengesetzt fei; es müßten alle Parteien Darin vertreten fein. Abg. Widmann (Soz.) sieht in Der Zubilligung eines zweiten Vertreters für Den W:rt- schafts- unD Ordnungsblock ein sehr wesentliches Zugeständnis. Abg. Heinstadt (Ztr.) schlägt eine Vertagung Der Sitzung vor: heute könne nichts Entscheidendes beschlossen werden, und eine spätere Instanz könnte die Beschlüsse aufheben. Ministerialrat Bornemann erwidert: Es gibt keine Instanz, Die gegen EntscheiDungen des Ausschusses EinwenDungen erheben kann. Weiter erklärt Der Vorsitzende: Am 17. Juni wurde im Landtag Der Antrag auf Volksabstimmung gestellt und am 21. Juni wurde er Dem Vorsitzenden des Landesabstimmungsausschusses zugeleitet. 2289 Listen waren zu prüfen, und zwar in einer Zeit von 4 Wochen. Rach Feststellung des Wahlergebnisses vom 7. Dezember 1924 gab eS in Hessen 849 883 Stimmberechtigte; zum Volksbegehren sind 24 494 Unterschriften notwendig. Die Prüfung der Listen war sehr erschwert, weil viele in so schmutzigem Zustand waren, daß die Leserlichkeit beeinträchtigt wurde. Die Sammlung Der Unterschriften hatte sechs Wochen lang gedauert. Die laufenden Nummern fehlten vielfach auf Den Listen oder Die Numerierung war fehlerhaft. Einige Bürgermeistereien gaben die Versicherung ab, Die Unterschriften feien eigenhändig, während man auf Den ersten Blick sehen konnte, daß das nicht Der Fall war. Die Unterschriften von einer Hand erstreckten sich nicht nur auf die Familienangehörigen, sondern auch auf Personen im Dienstverhältnis unD auf Verwandte. Wenn mehrere Unterschriften gleicher Hand vorlagen, so mußten alle beanstandet werden, weil nicht klar war, wer Die Unterschrift geleistet hat. In zwei Fällen trafen Schreiben e n. wonach die Unterschriften zurückgezogen wurden, weil Die betreffenden Personen über Den Zweck Der Unterschrift getäuscht worden sind. In den Städten haben sich einzelne Personen dop- I vctt und sogar dreifach in Die Listen eingezeichnet. Die Kontrolle hierüber ist sehr eingeschränkt, weil man sonst Die gan; ■. Wahlparteien durchsuchen müßte. Der Ausschuß hat zu beschließen, ob in solchen Fällen eine Prü- j hing noch nachzuholen ist. Es sind in den Listen | Unterschriften von Fremden, sdgar von Aus- ländern zu finden. Drei Personen, die auf der älrlifte stehen, haben sich nochmal- in andere Listen eingetragen. Ts ist vielfach gar nicht beachtet worden, daß die Unterschrift nicht nur aus dem Vor- und Zunamen, sondern auch aus der Angabe des Berufes und deS Wohnortes, bei Frauen auch noch aus der Angabe des Geburts- namens besteht. Eine ganze Liste muhte für ungültig erklärt werden, weil mit Ausnahme bei einem Hamen alle anderen Angaben durch Striche erfolgt sind. In seinen weiteren Ausführungen beklagte es der Vorsitzende u. a., daß vielfach die Bürgermeistereien versagt ha- ben. Aus manchen Listen hätten am Kopf die vom Gesetz geforderten Harnen gefehlt und die Mitteilung, daß eS sich um Landlagsauflösung handele. Es sei auch festzustellen, ob Liften, auf denen Geldbeträge verzeichnet seien, noch als gültig anzusehen seien. Von den 2290 Listen hätten nicht weniger als 2130 Mängel enthalten und hätten zurückgegeben werden müssen. Die Mängel können — was das Gesetz erlaubt — abgestellt werden. Es sind dann fehlende Angaben ergänzt worden usw. Die Listen sind zu- rüdgefomnien bis auf 208. Sie enthielten 1.62 642 Unterschriften. Der Hedner legte dann an Bei- spielen Dar, daß vielfach die Mängel trotzdem nicht beseitigt waren und das; sogar Irrtümer in die Listen hineinkorrigiert wurden. Manche L.- stcn wären nachträglich mit einem Kopf versehen worden, was gesetzlich nicht zulässig fei. Falls die Strichelung ©ülfigleit hat, so ergeben die 2082 Listen 80 640 ungültige Unterschriften und 72 002 gültige Unterschriften: im anderen Falle sind noch rund 30 000 Unterschriften zu beanstanden. In der nun folgenden Aussprache verweist Abgeordneter Widmann (So,;.) auf die Handhabung von Prüfungsvorschriften beim Reich. Eine genaue Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften für die Prüfung sei notwendig. Dr. K l e i n k u r t (Dbd.) erklärt: Wir haben nichts gegen eine genaue Prüfung der Unterschriften: gewiß sind auch zahlreiche Mängel vorhanden, doch was wesentlich ist, d i e Willenserklärung des Volkes ist klar. Die mehrfachen Unterschriften erklären sich aus der Tatsache, daß zu derselben Zeit Unterschriften für ein Volksbegehren des Sparerbundes gesammelt ii'urben. Es genügt ja, wenn wir erklären, daß die vom Gesetz vorgeschriebene Zahl zur Einleitung der Volksab- st i t. r.i u n g vorhanden i st. Vielfach, namentlich a\ff dem Lande ergibt sich, daß Unterschriften, die von einer Person herzurühren scheinen, doch von verschiedenen Personen stammen. Wenn wir alle Einzelheiten prüfen wollen, so werden wir in Wochen nicht fertig. Dem Willen des Gesetzgebers ist Genüge geschehen. Die Strichelung muß anerkannt werden. Ministerialrat Dorne mann bemerkt dazu, wenn man scharf vorgshe, so wäre noch eine ganze Reihe von Unterschriften für ungültig erklärt worden. Dr. Kleinkurt (Dbd.) erwidert: Die erforderliche Zahl von Unterschriften ist erreicht: eS besteht gar fein Zweifel, daß die Volksabstimmung stattfinden muß. Abg. Widmann (Soz): Wir müssen die Liste' prüfen, denn der Landtag verlangt das. Abg. Heinstadt (Ztr.): Wir zweifeln nicht am Ergebnis, aber ohne Prüfung können wir nicht sagen, es ist so. Wir kommen um die Klärung einer Reche von Fragen nicht herum. Abg. Reiber (Dem.): Auch ohne den De schluh des Landtags muß eine Prüfung borge- nommen werden. Man muh auch Einblick in . das Material haben, auch ist die große Zahl ungültiger Ünterfchriften zu beachten. t Dr. Kleinkurt (Dbd.) bittet um Beschleunigung des Verfahrens: der Ausschuß 1 brauche sich nicht auf eine Zahl festzulegen, sondern er könne erklären, daß Die gesetzlich er- ' forderliche Zahl von Unterschriften erreicht sei. Die Zahl der ungültigen Unterschriften spiele gar leine Rolle mehr. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen bem rft Der Vorsitzende, daß er nichts gegen eine Prüfung einzuwenden habe und er schlägt vor, sie sogleich vorzunehmen. Man einigt sich schließ- • lich dahin, zunächst die fehlenden Angaben und die irrigen Ausfüllungen der Spalten zu prüfen. Rach weiteren Erklärungen werden die Verhandlungen des Ausschusses auf Freitag vertagt. Eine KabineLtsfitzung. Berlin. 12. Aug. (LU.) Heute vormittag trat das ReichstabineU zum erstenmal nach dem Sommerurlaub wieder zu einer Vollsitzung zusammen. Einen großen Raum der Beratungen nahmen die Erörterungen des Arbeitsbeschaffungsprogramms ein. Die Einzelheiten des Programms, insbesondere die Finan- ziernngsvorschläge für die verschiedenen Sonder- gebiete wurden gebilligt. Es handelt sich dabei in erster Linie um größere Aufträge bei Der Reichsbahn, der Post, beim Kanal- und Drückenbau usw. In -engem Zusammenhang mit der Durchführung des Arbeitsbeschafsungsprogramms erstattete Reichsfinanzminister Dr. Reinhold Bericht über die gesamte Finanzlage des Reiches. Entgegen der ursprünglichen Absicht, die Kabi- nettbesprechungen nach kurzer Unterbrechung zur Entgegennahme des Referats des Außenministers nach 10 Uhr abends wieder auszunehmen, hat man die Befprechungen für heute abgeschlossen und wird am Freitag zu einer neuen Sitzung zusammentreten. Wie von unterrichteter Seite bestätigt wird, dienten die Beratungen der eingehenden Orientierung über die Arbeit der Ressorts. Beschlüsse wurden nicht gesaßt. Leichter Rückgang der Erwerbslosigkeit. Berlin. 12. Aug. (WB.) Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen in der zweiten Iuli- halste zeigte einen stärkeren Rückgang. Die Zaht ter männlichen Hauptunterftühimgsempsänger hat sich von 1 383 000 am 15. Iuli auf 1 328 000 am 1. August verringert, die Zahl der weiblichen Hauptuntersttihungsempfänger, die bisher in geringem Blaße gestiegen war. von 335 000 aus 324 000. Die Gesamtzahl der Hauptunterstühungs- empsänger ist demnach von 1 718 000 auf 1 652 000, also um 66 000 oder um 3,2 Prozent, die Zahl Der unterstützten Familienangehörigen (Zuschlagsempsänger) von 1 709 000 auf 1645 000 gefallen. Während des ganzen Monats Iuli ist die Zahl Der Unterstützungsempfänger insgesamt von 1 741 000 auf 1 652 000. also um 89 000 oder rund 5 Prozent zurückgegangen. Die Septembertagung des Völkerbundes. Englands Auffassung. London', 12. Aug. (WB.) In hiesigen politischen Kreisen scheint man damit zu rechnen, daß Die Studientommission. Die sich mit Der Frage Der Erweiterung des Völkerbundsrates /,! Uhr zog ein Zug Stahl- Hel m l e n t e, die von der Beerdigung des kürzlich ermordeten Stahlhelmführers Lrppold zurückkamen, mit Fahnen über bte Kaiser strafte. Eine Menge Ko mm um st en und Reichsbannerleute folgte auf bem Bürgersteige dem Zuge. 'Nachdem auf beiden Seiten allerlei Schimpfworte gefallen waren, kam es trotz des großen Polizeiaufgebotes, daS den Zug umgab, zu einer Schlägerei, in deren Verlauf es auf beiden Seiten blutige Köpfe gab. Die Polizei mußte von ihren Gummiknüppeln Gebrauch machen, um die Streitenden zu trennen. Ein Angehöriger her Links gruppen wurde durch Messerstiche schwer verletzt. — 3n inter- cifierten Kreisen wird gegenwärtig eifrig das Projekt einer Eisenbahnlinie „Quer durch den Taunus" erörtert, die ’oon Niedernhausen über Schmitten nach Anspach und von dort als Hsatalbahn über Hfingen weiter nach Bad-Nauheim fuhren würde. Bereits vor dem Kriege stand der Bau einer Bahnlinie durch den TaunuS und einer Hsatalbahn bevor, formte aber infolge des Krieges und seiner Nachwirkungen nicht durchgefüßrk werden. Der lebhaften Industrie in zahlreichen Launusorten ist die ReichSbahn- bireftion Frankfurt a. M. bereits durch Einrichtung einer Autogüler-DerfehrSlinie entgegen- aekommen, die aber niemals dem Gesamiverkehr Rechnung tragen unb namentlich nicht den zahlreichen Fremdenverkehr in wünschenswertem Maße bewältigen kann. Große Straffammer Gießen. Gießen, 10. August. Dor dem Schöffengericht waren Ende vorigen Jahres ein Geschäftsmann und eine Frau von hier wegen Abtreibung zu Gefängnisstrafen von 8 und 6 Monaten verurteilt worden, wahrend eine Stütze, bei der die Schwangerschaft beseitigt worden war, auf Grund bc$ § 51 St. G. D. freigesprochen worden war. Heute wurde Über die Berufung der beiden Verurteilten unb über bic vorsorgliche Berufung der Staatsanwaltschaft unter Ausschluß der Qeffentlichkelt verhandelt. Das Gericht vertagte die Sache auf unbestimmte Zeit: eS soll noch weitere Ermittelungen angestellt werden. leichter und angenehmer von statten gehen-, diese taulendfach beobachtete praktische Edahrung beruht auf physiologischen Grundlagen. Das Bedürfnis tabakgewohnter Menlchen nach einer Zigarre nach dem Essen, oder wenigstens einer Zigarette ist daher kein leerer Wahn: es wird dadurch die Sekretion der Verdauungssäsle angeregt, was sich in günstiger Beeinflussung der Nahrungsverbauung geltend macht. Tabalgenuß stillt auf lange Zeit Hunger- und Durstgefühl: das hat man während der Kriegsjahre oft erfahren können. Natürlich ist das Hebermah beim Nauchen schädlich, und ihm ist mit Recht energischer Kampf anzusagen. Besonders verderblich ist hier gc- wohnheitsmäßiges Einatmen („Inhalieren") des Rauches in die Lungen oder Verschlucken des Rauches, denn auf solche Weile kommt der Rauch mit 'ehr großer Schleimhautfläcken in Berührung: es wird in!o gebeffen viel Nikotin ausgenommen, und Schädigung tritt in kurzer Zeit ein. Die Folge ist eine akute Nikotinvergiftung, von deren Anzeichen bereits die Ncde war, oder bei lange fortgesetztem Mißbrauch eine chronische Nikotinvergiftung. Viele nichtgewöhnte Leute vertragen schon kleine Mengen nicht, die Schleimhäute ihrer Augen, ihrer Atmungsorgane werben gereizt: die Forderung, in gemeinsamem Raum auf solche Leute Rücksicht zu nehmen, ist durchaus begründet. Andererseits hat mancher schon die Beobachtung gemacht, die ein so guter Beobachter wie der Greifswalder Phacmatologe Schulz nicht aufzuzeichnen vergessen hat; befindet man sich in einem Raume, in dem stark geraucht wird, wie zum Deispiel in einem Abteil auf der Eilenbahn, und es treten infolgedessen unangenehme Empfindungen an der Augenbindehaut ein, so verschwinden diese bald wenn man sich dazu entschließt, zu rauchen. Für die Beurteilung der Zuträglichkeit des Rauchens ist die allgemeine Konstitution, die die Körperbeichaffenhett, von Wichtigkeck. Der eine verträgt mehr, der andere weniger. Es ist r.icht mög.ich, a.l;cmeine R chtlinien anzu eben. Es gilt hier daZielbe, wie auf jedem Gebiet gesundheitlicher Fürsorge: wo Hebertrelbung unb Hebermaß herrscht, da wirb Dernunst Hnsinn, Wohltat Plage. Auch ein in mäßiger Nlenge genossenes, angenehmes und das Gelundheite- gefühl erhöhendes Genußmittel, wie der Tabak, wird im Hebermah zum schweren Gift. Zu Heilzwecken macht die Volksmedizin von Räucherungen mit Tabakkraut bei der Behandlung von gichtUchen Anschwellungen der Gelenke Gebrauch. Abkochungen von Tabak werden von der Volksmedizin auch zur Behandlung hartnäckiger Haurleiden benutzt. Während dec Grippeepidemien der letzten Jahre wurde angenommen, daß die Ansteckung vielfach vom Eindringen der Erreger in die Mundhöhle ihren Ausgangspunkt nehme: auch von ärztlicher Seite wurde damals das Rauchen zur Desinfektion der Mundhöhle empfohlen. Es ist schwer, genau festzustellen, was an derartigen Behauptungen Wahres ist. Aber viele Leute, und nicht wenige Aerzte, schwören darauf, sich lediglich auf diele Weise vor der Grippe bewahrt zu haben. Hnd es gibt viele Aerzte, die sowohl nach der Hntersuchung eines Grippekranken, als auch nach der eines Diphtherie- oder Anginakranken prinzipiell rau» chen, weil sie von der desinfizierenden Wirkung auf die Mundhöhle überzeugt sind. In der Tat ist eine solche Wirkung des Tabakrauchens durchaus wahrscheinlich. Der greise Prinzregent Luitpold von Bayern hat bekanntlich bis ins hohe Alter die ..schwersten" Zigarren geraucht und ohne Schaden vertragen. Das dürfte ihm nicht jeder ungestraft nachmachen. Aber weniger bekannt ist wohl die Geichichte von jenem unentwegten Tabakgegner, der beim 90. Geburtstage des Prinzcegenten, als ihn ein Tabakfreund Darauf aufmerksam machte, welch hohes Alter der Prinzregent erreicht habe, obwohl er so viel rauch«, ingrimmig brummend entgegnete: „Aber wie alt wäre der Prinzregent heute erst, wenn er nicht geraucht hätte!" Gegen solche Logik läßt sich schwer aufkommen. Zusammenfas end aber kann man fügen: mäßiges Rauchen, feien es Zigarren, Zigaretten oder-Pfeife, hat keine ernstlichen Folgen. zum 6592a Schulanfang! ] Modehaus Salomon | 2.00 1.50 2.00 Besonders günstiges Angebot Preisen uns I — — Beachten Sie bitte unsere Schaufenster! 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DoUzähligeSErfchet- neu, besonders aller Ruderer, wird er- roartet. 6580c Der Vorstand. Damenfrisieren, Shampoonieren sowie elektr. Vibrat.-Massage und Maniküre empfiehlt ,, Beruh. Dosch Herren- nnd Damen-// Frisonrgezebäli em Platzverein gegenüber. Das Spiet wird sehr spannend werden, denn Lollar schlug am Sonntag die äußerst spielstarken Raunheimer 2:0. Das Vorspiel gewann Wetzlar überraschend hoch 5:2. Die 3ugendmannschaften der beiden Vereine treten vorher auf den Plan. Hier ist der Ausgang recht ungewiß. In Marburg findet das vierte Spiel der ersten Klasse statt, und zwar zwischen Marburg und Raunheim. Es dürfte sehr fraglich sein, ob Marburg abermals so viel Glück hat wie im letzten Spiel gegen Wieseck. Beide Mannschaften verfügen über gutes technisches Können. .lieber gleichwertiges Können verfügen die 3ugendmannschaften der beiden Vereine, so daß bei dem Treffen am Sonntag kein allzu hohes Resultat für den Sieger zu erwarten ist. In der zweiten Klasse sind für den Sonntag noch folgende Spiele vorgesehen: in Alsfeld die zweite Mannschaft gegen die erste Fronhausens. Die gute erste Mannschaft Daubringens hat die 1. Mannschaft von Leun als Gast. 3n Rodheim treffen sich die ersten Mannschaften Rodheims und D l a s b a ch s . während Gießens 2K-Mann- schaft in Wetzlar gegen die dortige 2. Mannschaft ganz bestimmt verlieren wird. Wetzlarer Sport. Fuhball-Lokaltresfen. tz Am kommenden Samstag und Sonntag steigen in Wetzlar nach der Spielsperre die ersten Fußballkämpse, und zwar treffen sich sämtliche Fußballmannschaften der beiden Lokalgegner, Fußball-Club und Ballspiel-Club. Den Reigen der Spiele eröffnet am Samstagabend das Spiel der zweiten Mannschaften. F. E. ist Plahverein. Am Sonntagmorgen, ab 9 Ahr. werden die Zugendspiele mit drei Mannschaften ausgetragen, denen als Haupttamps das Spiel der Ligamannschaften folgt, ebenfalls auf dem F. C.-Platz. Da beide Vereine auch während der Sperrzeit nicht müßig gewesen sind und fleißig geübt haben, wird es hart auf hart gehen, und der Sieger ist wohl kaum im voraus mit Bestimmtheit anzu- geben. Während die 2. Elf des F. C. mit geringem Vorsprung im Vorteil sein wird, ist mit einem Aebergewicht des Äönnens der B. E.-Zugend» mannschaften zu rechnen. Das Hauptspiel der Liga. tDcror diese auch zwei verschiedene Klassen repräsentiert (D. 5. Kreisliga und F. C. Bezirks» liga), ist doch vollkommen offen. Städlehandballspiel Metzen - Koblenz. Am Sonntag, 15. August, wird die neu ins Leben gerufene Städte Mannschaft der Stadt Gießen im Handball hier in Gießen das erste Spiel vorführen. Recht erfreulich ist, daß sich alle Vereine bereit erklärt haben, ihre besten Spieler hierfür zur Verfügung zu stellen. 3n eifrigem Training hat die Mannschaft unter Leitung von Sportlehrer Schneider sich das nötige Maß von Spielerfahrung und Zusammen- spiel verschafft, um einem Gegner wie Koblenz entgegentreten zu können. Erst vor kurzer Zeit gewann die Gießener Mannschaft gegen eine Städtemannschaft aus Bonn mit 8.2. Ein derartiges Resultat wird gegen Koblenz Wohl nicht herauszuholen sein, denn die Mannschaft der Koblenzer ist dreimaliger Meister, und zwar konnte sie den süddeutschen Meister Ludwigshasen mit 1:0, den norddeutschen Meister Hannover mit 3:1 schlagen. Außerdem gewannen sie gegen Köln-Kalk 3:1. Als Gaumeister ihres Kreises verloren sie gegen den deutschen Meister Seckbach knapp mit 2:0. Eine Voraussage wird recht schwer fallen, jedoch werden die Gießener alles daran sehen, um eine Riederlage zu vermeiden. Das Spiel selbst findet auf dem herrlich gelegenen Waldsportplah des Vereins für Bewegungsspiele statt. Gießen spielt in folgender Aufstellung: Wenzel Mnitxrfilät Mohr Feister M.^Tv. M.-Tv. Reih Malkomefius Rehren Tv. 1846 M.-Tv. 1. Komp. 3.-R. 15 Guyot Schäfer Schneider Stöcker Gcißmar Sp.B.1900 l.Komp. D.s.B. M.-Tv. Tv. 1846 Jugendtreffen des Turngaues Hessen. 6 Der kommende Sonntag führt die Turne?- jugend des Gaues Hessen zu einem Zugendtreffen aus dem Gleiberg zusammen. Eine Gau Wanderung auch für ältere Turner ist damit verbunden. Die Wanderung wird in drei Gruppen ausgeführt, die erste wandert von Wetzlar über Raunheim, Himberg, Frauenkreuz. Rodheim und Krofdorf nach dem Ziele. Die zweite Gruppe nimmt von Gießen aus den Weg über den Wettenberg und das Gleibachtal nach dem Gleiberg, während die dritte Abteilung von Fronhausen aus dem Wanderziele zustreben wird. Der neuernannte Gauwart für die Pflege des turnerischen Geisteslebens, W. Oertel» Rieder-Wöllstadt, wird auf dem Gleiberg eine Ansprache hatten, die ZugendAruppen toerben durch Spiele und Volkstänze für Unterhaltung sorgen. Städtekamps im Schwimmen Metzen - Kassel. L Am kommenden Sonntag findet in der Schwimmanlage des Kasseler SchwimmvereinS von 1898 der Rückkampf im Schwimmen zwischen Gießen und Kassel statt. Während im vergangenen 3ahr in Marburg die Kasseler Sieger blieben und am 25. 3uli d. 3s. der Kampf in Gießen unentschieden blieb, geht die Mannschaft des Gießener Schwimmvereins jetzt mit dem Willen in den Kampf, sich auf keinen Fall von dem Gegner schlagen zu lassen, obgleich dieser die Vorteile der eigenen Bahn für sich hat. Das Programm hat sich etwas zugunsten Kassels geändert, dafür ist aber die Gießener Mannschaft durch die Teilnahme G a e b- 1 ers verstärkt worden. Wenn der Kasseler Brehmc an der deutschen Strommeisterschaft, zu der er gemeldet ist, tatsächlich teilnimmt, sollte der Sieg der Gießener Mannschaft nicht in Frage stehen. Um den Meistertitel der D. T. Den großen Abschluß der Volksturnwettbewerbe und den Höhepunkt der Tur - nerschwimmwettkärnpfe bilden die Meisterschaften im Dolkstumen (Leichtathletik und im Schwimmen der D. T., die am 14. und 15. August im Rheinstadion in Düsseldors aus- getragen werden. Es sind zwei bedeutsame Veranstaltungen, auf die nicht nur die gesamte Turnerschaft, sondern auch die interessierte Sportwelt mit Spannung sieht. Auch unser T u r n - gau Hessen wird bei diesen Endlämpfen der D. T. vertreten sein. Del den Vollst urmneister- schäften sind es Dad-Rauheimer und Marburger Turner, die auf Grund ihrer Leistungen zugelassen sind. Bei den Schwimm-Meisterschaften ist es der Turnverein Wetzlar, der auf Grund der Ergebnisse des Kreisschwimmfestes in Ober» lahnstein für Düsseldorf teilnahmeberechtigt ist. Wetzlar entsendet die bekannteTurnerschwimmerin Gretel Scheer, die am Hauptspringen, 100- Meter-Brustschwimmen und am Mehrkampf teil- nimmt, außerdem den Turner Willy Schäfer, der das Hauptspringen für Turner belegt hat. Dreier-Mannschaftsfahren um den „Goldenen Bundespokal". Am Sonntag, 15. August, findet, wie bereits berichtet, das vom Gau Lahn des B. D. R. veranstaltete Mannschaftsfahren über 100 Kilometer statt. Es starteten folgende 9 MannTch^len. Rads.-Verein 1885 Gießen 1. und 2 Mannschaft. Radclub Germania, Gießen, Rads.-Elub „Rasso- via", Limburg, Radf.-Derein 1926, Alsftld. Rad- Elub „Teutonia". Krofdorf, Radf.-Club 1885. Marburg, Radf.-Verein ..Wanderlust". Beltershausen, Radf.-Verein „Germania". Wißmar. Die erste Mannschaft startet pünktlich 1/«7 Uhr vorm. in der Marburger Strafte (Ecke Steinstrafte). Die weiteren Mannschaften folgen in Abständen von je drei Minuten. Die Fahrstrecke geht über Saubringen. Alten-Duseck. Großen-Buseck. Rödgen, Gießen fÄatferallee, Moltkestraße. Senckenbergstraße. Drandplah. 'Bcaftgalfe. Walltor, Marburger Strafte). Das Ziel ist in der 4. Runde am Schützenhaus. Die Mannschaften starten mit 5 Mann und müssen mindestens mit dreien ge- schlossen daS Ziel erreichen. Die Mannschaft mit der kürzesten Fahrzeit ist Sieger. Die Bekanntgabe der Sieger mit Preisverteilung findet sofort anschließend an das Rennen auf der Liebigshohe statt. Vorschau für Sonntag« Leichtathletik und Turnen. vo. Die Deutsche Meisterschaft im 25°Klm.- Lavsen wird gleichzeitig mit der Brandenburgischen und dem „Championat der Streckenläufer' in Berlin ausgetragen. — Internationale Leicht- athletik°B>ettlämpfe in Stuttgart. Westdeutschland: Offene Veranstaltung des V. f. L. Wedau. Weitere Sportfeste in Nürnberg, Gotha. Landau il a. Werbesportsest des S. C. 04 Dresden- Freital tStaffellauf ..Quer durch Freital"). Kampfbahnweihe des T. V. Chemnitz -Gablonz. Kreissportfest zur Stadionweihe in Fürstenberg. — Viktoria 96 «Magdeburg)—Brandenburg (Berlin) in Breslau. Die Deutsche Turnerschaft trotzt ihre volkstümlichen Meisterschaften am Samstag und Sonntag in Düsseldorf aus. Schwerathletik. Deutsche Meisterschaft im Gewichtheben und Ringen der Altersklassen in Frankfurt a. M.. Rasensport. Fußball- Repräsentativspiele Leipzig- Halle (Samstag). Chemnitz—Halle «Sonntag). Rückspiel Hamburger S. V.—Bayern-München in Hamburg. Schluhspiel um den Pokal des Südbezirks im R. F. V. in Braunschweig. Weitere Gesellschaftsspiele. — Deutsche Tennis- Meisterschaften in Hamburg. — Schlagball- Turnier des V. f. L. Charlottenburg (Deistin). Schwimmen Die Deutsche Meisterschaft iin Stromschwim- men wird im Rhein bei Duisburg zur Entscheidung gebracht, mit der gleichzeitig die Heeres- meisterschaft entschieden wird. Der Schwimm- Länderkampf Deutschband—Dänemark ist in letzter Stunde von Dänemark abgesagt worden. Weitere verbandsosfene Feste, die hauptsächlich der Iugend und dem Rachwuchs Vorbehalten sind, veranstalten: der «3. CB. Wasserfreunde-Stendal, Schwimmsportclub Germania-Braunschweig, ein Kreisoffenes der S. C. älnna 1910 und ein Aister-Streckenstasfelschwimmen. das verdands- osfen ausgeschrieben ist. die Sportvereinigung Polizei Hamburg von 1920. Gauoffene Veranstaltungen sind außerdem von Rostock. Rien-.'.rg, Oldenburg in Aussicht genommen. Der S. V. Reptun-Weimar wartet mit einer kreisosfrnen Veranstaltung auf. Die Deutsche Turnerschast bringt im Düsseldorfer Rheinstadion zum fünften Male ein Schwimmfest zum Austrag, welches die Entscheidungen in den D.T.-Meisterschaften bringt. Wirtschaft. cankfurter Börse. Frankfurt a. M, 13. Aug. Tendenz: Bei Eröffnung schwach, im Verlaufe befestigt. — Die Börse eröffnete im Anschluß an die am Vorabend eingetretene Abschwächung und Realisationsneigung in ausgesprochen schwacher Haltung. Die Spekulation, veranlaßt durch eine plötzlich aufgetretene bedeutende Verknappung des Geldmarktes, schritt zu Medio- Glattstellungen. Das herauskommende Material konnte nur zu bedeutend reduzierten Kursen Aufnahme finden. Bei der vorherrschenden Lustlosigkeit hielten sich die Umsätze zunächst in sehr .eng gezogenen Grenzen, zumal das Geschäft zumeist nur professioneller Ratur war. Am schärfsten gedrückt waren M o u t a n a k t i e n, wo die Rückgänge bis zu 5 Prozent betrugen. Stark abgcschwächt waren: Harpener minus 5 Prozent, * Eeckenlirchen und Dentsch-Lur minus je 4.5 Pro- •.^eni, Bochumer minus 3.5 und Rheinstahl minus * 2,5 Proz. Die Rückgänge der übrigen Werte t dieser «Kruppe betrugen 1 bis 2 Proz. 3. G. Farbenaktien senkten sich von 292 auf 289 Prozent. Die anderen Chemiewerte wiesen Verluste bis zu 1 Proz. aus, nur Holzverkohlung zogen 0,5 Proz. an. Die Kursgestaltung der übrigen Märkte zeigte LInregelmähigkeit. So waren von Elektrowerten AEG. um 0,75 Proz. fester, während alle übrigen Aktien dieser Gruppe schwächer lagen. Bankaktien schwächten sich gleichfalls ab. Darmstädter minus 2.5 Proz. Autoaktien gaben etwa 1 Proz. nach. Baustofs- aftien lagen dagegen durchweg gut befestigt. Die Krummhölzer. Roman aus den bayerischen Bergen. Von Michael Wagner. 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten. XI. Einige Monate später im tollen Jahr 1923. cherbstlaub an den Baumen in aller Farbenbuntheit. Aus den Millionen waren Milliarden geworden. Das ganze Reich lebte in fieberiger Hetze und Hast. Man gab für Kleinigkeiten märchenhafte Summen, Papiergeldbündel mit langen Nullenkolonnen. Man rannte hinter den Preisen her, das erhitzte Gehirn voller Gedanken und Sorgen, sah mit Furcht und Bangen der nächsten Devisennotierung entgegen ... Ein Volk lag im Staub vor dem allmächtigen Gagen — Dollar. Und die Geißel seiner Macht zeichnete blutige Striemen auf den nackten Rücken dieses Sklaoenvolkes. Das war die Milliardenraserei. Ihr folgte der Billionenwahnsinn. Da wurde allen Schaffenden das Leben zur Hölle. Im Nu verpuffte der Verdienst, die Geldzettel mit den grotesken Ziffern zerstoben in ein Nichts — man suchte irgend etwas dafür zu erhaschen — hetzte von einem geschlossenen Laden zum andern — stierte stumpssinnig, apathisch auf die stündlich nach oben sich verändernden Kreide-Preisziffern auf schwarzen Tafeln. Tausende gaben die wahnsinnige Jagd nach einem Phantom freiwillig auf, warfen ihr armseliges Leben von sich — griffen zu Revolver oder Strick — stürzten sich in dunkle Fluten, um ihr Elend zu ersäufen . . . And Ülbertaufenbe blieben auf der Strecke als ehrliche Kämpfer, säumten die Schrcckensstraße, tot oder im Todeskampse liegend, mit glasigen Augen in Knochengesichtern, erbärmlichen, ausgemergelten Hungerleibern . . . Und die übrigen? Die zogen leuchend und ächzend ihren Sorgenkarren weiter durch den Elends- morast des grausigen Jahres — einem schreckhaft dräuenden Winter entgegen. Ein Volk schrie gellend nach Erlösung zu jener Zeit. Zement Heidelberg plus 1,5 Proz.. Holzmann plus 3 Proz., Wayß & Frehlag plus 1 Proz. Stark rückgängig waren dagegen Oelaktien. Deutsche Erdöl minus 2,5 Prozent. Von Zellstoffaktien erlitten Aschaffenburger eine Einbuße von 2 Prozent., während Waldhof um 2 Prozent befestigt waren. Zuckeraktien blieben zumeist gehalten, z. T. waren die Kurse leicht befestigt. Deutsche Anleihen lagen lustlos und schwächer, desgleichen ausländische Renten. Der Freiverlehr wies nennenswerte Umsätze nicht auf. Benz 82 Prozent, Brown Boveri 123 Prozent, Entreprise 7, Gro° wag 60 Prozent, Frankfurter Handelsbank 90,5 Prozent, ilnterfrantcn 90,5 Prozent. Rach kurzem Verlause trat ein Lende nzumschwung ein, wodurch das Börsengeschäft ein freundliches Aussehen bekam. 3. G. Farben konnten nicht nur ihren Verlust wieder aufholen, sondern sogar überschreiten, indem der Kurs auf 293,5 Prozent anzog. Am Montanmarkt wurden besonders Phönix in ein stürmisches Geschäft verwickelt, wodurch ein Ausgleich der Kursverluste stattfand. Das Geschäft nahm einen lebhaften Charakter an. Der Geldmarkt, der vorbörslich noch leicht war, wurde plötzlich von einer Versteifung überrascht, wobei der Sah für Tagesgeld auf 4,5 Prozent anzog. Monatsgeld 5 bis 7 Prozent. Bankdiskonten 4,12 bis 4,62 Prozent. 3m Devisenverkehr hielt die Schwäche der westlichen Franlenvaluten an. Paris stellte sich gegen London auf 179,25, Brüssel auf 179,75. Mailand lag schwächer mit 148,25 gegen das Pfund. Börsenkurs. (Ohne Gewähr.) Frankfurt a.M. Berlin SchlU!»- :-Uhr- Kurs Hur» Schlichs Kurv Lnfang Datum: 12. 8. ! 13. 8. 12.8. j 13. 8, 5°/, Deutsche Reich San leihe . 4% Deutsche Reichsanleihe . B'/s% Deutsche Rcichecmlethe 3% Deutsche Neichsauleihe . Deutsche Svarprämicnanleihe 4U,O Preußische Konsols ■ . . 4% Hessen ......... 3’/s% Hessen......... 3°/p Hessen........... Deutsche Wertb. Dollar-Anl. bro. Doll.-Schav-Auweisug.') 4°/o Zolltürkcn......... 5% Goldmerikaner ... . Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. Darms!, und Nationalbank . Deutsche Bank......... Deutsche BercinSbank .... Tisconto Commandit . . . 3llMllllliqi 1^4,1^1531 I 1 IS&I 1 8B ' *’1 ■ «jfc S« < ' 1 1 >Z> 1 ' ® 1 3 | m «k i.‘ -3 -eo ui— — — 51 -Z y — 3 R — — tOÖrO C* C7 N / CQ = = -- ---- SS "8" to —L- "" o ä*° u? S2Z ’ 06 Sx 5 0.487 1.4375 1,4425 0,5075 0,27 0.44 0,405 0,43 4 195* 138* 194* 169,7- 162,7* ZZZL i£ i i i i i ii 17- -r eg Mitteldeutsche Lrodiwanl. . Lcsrerreichische Lreditanstalt. Weftbanl........... Bochumer Guh . ...... Buderus........... Karo ........- . .. Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westrreaeln..... 138* 153,9* 95* 84.5 159,9* 182,7* 154.9* 146 154 59 73,75* 128* 152,2* 150 161,2* 153' 101,75 98,75 293’ 114,9 111,5 142,5* 7,25 148,5* 94 154* 176,7* 150’ 143,5* 151 51.25 72,75’ 124.7' 148,2* 147 157.7* 151,1* 98,25 291,7* 113,25 108.4 Laurahücte ob cm Niebeck Montan........ Tellus Bergbau. ....... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd ..... Eheramische Werke Albin . . Zementwerk Hetdelberg . . Vbilivv Holzmann ...... Anglo-Cont.-Guano . ... (rchcmische Mayer Alapin . . I. G. Farbenindustric, A.-G. Goldschmidt......... Holzverkohlung........ Niirgcrswerkc........ Scheibeanstalt......... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann . . ....... Mamkraftwerke ....... Schuclert........... Siemens L Halsbe ...... Adlerwerke wieher ...... "Saunier Motoren. ...... Hevligenstaebr......... Meguin............. I » ' «LZ DD 1 1 S 1 1 l l 1 i 153,9* 141* 132,2* 185,2* 78 80 Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'chaft Frankfurt. '-»et. Union A.-G. ... Schuhfabrik Her; .... Sichel.... ....... stell stoss Walddos...... stuckcrfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waabäukel . . . 163 Devisenmartt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 11 August. 12. August. Amtliche Notierung Amtliche Notierung (Selb Brief Geld Brief Amst.-Rolk 168,42 168,64 168.29 168.71 Buen.-Atres 1,694 1.698 1.690 1,694 Brss- Antw. 11,54 11.58 11,46 11,50 Cbristiania. 92,05 92,29 91,98 92,22 Kopenbagen 111,5.5 111,83 111.59 111,79 Stockbolm . HMngfors. 112,37 112.65 112.37 112,65 10.554 10,594 10,552 10,592 Italien. . . 13.80 13,84 13,76 13,80 London. . 20,391 20.443 20,377 20,429 Ncunork . . 4,195 4.205 4.195 4.205 BariL. . . 11,56 11,60 11,46 11,511 Schwei; . . 81,11 bl.31 81,04 81,24 Spanien. . 63,90 64,06 63,85 64,01 Japan . . . 1.998 2.002 2,005 2,069 ?h'io de Fan- Wien in D-- 0,646 0.649 0.644 0.646 Den. abgelt 59,325 59,475 i)9,345 59,485 Prag .... 12,42 12,46 12,419 12,459 Belgrad • . 7,401 7,424 7.405 7.4.5 Budapest. . Bulgarien o,87 5,89 ">.87 5,89 3,035 3,045 .1,036 3,047 Lissabon 21.375 21.425 21,40 21,45 Danng.- .tlonstantin. bl,51 81,71 81,48 81,68 2,32 2,33 2,30 2,31 fltbrn. . 4,74 4,76 4,74 4,76 tiauabn. . 4.197 4,207 4.198 4,208 Uruguan . . 4.185 4.195 4,185 4.195 Berlin, 12 August Geld Briei Amerikanische Noleu ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... 4,179 11,87 111.92 20,858 11.77 168,15 14.IS 4,199 11,93 111,30 20,4.58 11,83 168,89 14,26 Englische Noten........ Fran;ös:iLe Noten ...... Holländische Noten ..... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... 91,89 92,53 Deuisch'Oesterr..ai00 Kronen 59.45 59,75 Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... IV,02 112,58 Schwerer Noten ...... 81,17 81.57 Spanische Noten....... 63,69 64.01 Tschechoslowakische Noten . . 12,387 12,417 Unaarische Noten ....... 5.81 5,87 Berliner Börse. Berlin, 13. Aug. -Unter dem verstimmenden Eindruck der amerikanischen Diskonterhöhung und der in Aussicht stehenden Beendigung des englischen Ber garbeiter st reikes kam bei Beginn der heutigen Börse stärkeres Angebot heraus, das die Kurse durchschnittlich um 2 Prozent drückte. Montan- aktien eröffneten sogar 3 bis 5 Prozent niedriger. Das Geschäft während der ersten Stunde wurde durch die Prämienerklärungen gehemmt, was sich besonders am Montanmarkt auswirkte. 3m Gegensatz zu der schwachen Allgemeintendenz konnten Bankaktien ihre höheren Kurse behaupten und einige Spezialwerte leicht anziehen, so Holzmann, Schultheiß, Deutsche Kabel usw., wobei zum Teil die vevcrstehenden Aufträge der Reichsbahn und Post stimulierten. Dagegen litten andere Päpiere unter starken Abgaben. Späterhin wurde die T e n d e n z allgemein freundlicher. da am offenen Geldmarkt eine Erleichterung eintrat. Der Sah für Tagesgeld ging auf 4 bis 6 Prozent zurück. Far dena kt i en, die mit 291 Prozent eröffneten, wurde später mit 295 Geld genannt. 3m Devisen verkehr lag das englische Pfund infolge der amerikanischen Diskonterhöhung mit 4,858 schwach. Paris war gegen London kaum verändert mit 177.50. v:er Getreidebörse. Frankfurt a. MH 13. Aug. «Zs wurden notiert: Weizen, Wetterauer neuer Ernte 28,50 bis 29, Roggen, inländ. neuer Ernte 19,75 bis 20. Hafer, ausländ. 20,50 bis 22. Mais, gelb 18,25 bis 18,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 42 bis 42,50, Roggenmehl 30, Weizenkleie 8,75, Roggenkleie 10.50. Tendenz: ruhig Schöffengericht Gießen. Gießen. 9. August. Tlntsr Ausschluß der Oefsentlichkeit wurde gegen die Eheleute C. von hier wegen Kuppelei verhandelt. Die beiden Angeklagten wurden im Sinn der Anklage für schuldig befunden, und der Ehemann wegen schwerer Kuppelei zu 1 3ahr Gefängnis, die Ehefrau wegen Kuppelei zu 3 Monat Gefängnis verurteilt. Wegen Erregung ösfcntlichcn Acrgernisfes wurde ein wegen desselben Deliktes wiederholt vorbestrafter, verheirateter Arbeiter zu 2 3 a h - r e n 3 Monat Gefängnis verurteilt. In diesem Hexenkessel des Elends und der Verzweiflung, da wußten die Schieber, Spekulanten und ihre mancherlei Artgenossen schier nimmer, wohin sie mit dem errafften Mammon sollten. In der Welt dieser Parasiten mar die Lebensatmosphäre überladen mit Börse, Aktien, Kursen, Devisen — Dollar — Dollar — Dollar-- Eine „Aktion" jagte die andere, eine tolle Spekulation überstürzte die andere — Banken und Börsen glichen im rasenden Tempo zitternden und stampfenden Maschinen mit überheizten Kesseln, die jeden Augenblick zu explodieren drohten. Schwindel und Betrug allüberall, Scheingebäude türmten sich zu Wolkenkratzerhöhen . . . Auch das Spekulanten- und Finanzkonsortium, dem Toni Uracher angehörte, steckte mitten in diesem närrischen Wirbel um Dollar und Billion. Eines Tages entwickelten Moriggl und der Baron vor Toni und seinem Kumpan Bullinger einen so gigantischen Unternehmungsplan, daß den beiden wahrhaftig selber zu schwindeln begann. Moriggl warf mit Zahlen um sich, die wie Sirenengesang in der beiden Ohren klangen, nannte spielerisch Gewinnquoten, daß sie angenehme Schauer überrieselten. „Aber —" unterbrach ihn Toni endlich, „— hat ja koan Zweck — zu solche Sprung langt unser ganzes Gerstl net!" „Nu? — Weshalb denn?" „Weil wir im höchsten Fall bloß die Halbscheit miteinander aufbringen könnten, gel ü'averl?" wandte sich Tom an Bullinger, der zustimmend nickte, da hilft alles nix!" Da lachte Moriggl nur, schlau und verschmitzt. Dann begann er den beiden plausibel zu machen, daß mehr Barkapital auch gar nicht nötig sei, um das Ding zu drehen. Die Herren hätten doch reichlich Kredit — für den Rest bürge der Grund- und Sachbesitz der beide» der Bank gegenüber, welche die „Aktion" durchführen würde. Allerdings sei schnellster Entschluß nötig. Die Sache müsse sogleich perfekt gemacht werde». Ma» habe eben gedacht, in einer solchen Riesensache die beiden Herren als alte Geschäftsfreunde vor allen anderen zum Zuge kommen zu lasse». Es wäre sehr bedauerlich, wenn man andere Verbindungen aufgreifen müßte, die natürlich reichlich zur Verfügung stünden. Die Leute drängten sich ja nur so heran mit ihrem Gelde. Eine solche Bombengelegenheit komme sicher so schnell nicht wieder. Und im übrigen, wie gesagt, alles todsicher und hundert Prozent glatt verdient... „Also?" beschloß Moriggl seinen Vortrag, den beiden aufmunternd einige Schriftstücke zuschiebend, ,,— Sie sehen — alles vorbereitet — bis auf Ihre Unterschrift!" Toni zögerte, seine Augen aßer funkelten vor Gier nach dem lockenden Gewinn. In seinem Gehirn tanzten Riesenzahlen einen tollen Reigen. Auch ^Bullinger schnaufte hörbar vor Erregung. „Es ist doch alles nur eine Formalität," meinte Moriggl so nebenbei, „das mit der Sicherheit. Hauptsache bleibt, daß das Barkapilal sofort disponibel ist, und da haben wir glücklicherweise doch allerlei Schwierigkeiten!" „Nur frisch xugegriffen, meine Herren!" ließ sich jetzt auch der Baron vernehmen. Er zaß in einem Klubsessel und rauchte eine Zigarette um die andere. „Ich bitte Sie — derartige Dinger müssen gedreht werden! Sie zu. übersehen wäre Sünde! Mein Ehrenwort — Sie würden sich in drei Tagen die Haare ausreißen, wen» Ihnen inzwischen ein anderer den Happen wegschnappte — hä, hä, hä!" Da unterschrieben die beiden . . . Zwei Stunden später hatten Moriggl und der famose Baron das „disponible" Spetulationsver- mögen von Toni Uracher und Bullinger in Händen und machten sich unverzüglich daran, „die große Sache zu drehen". Die beiden letzteren fuhren noch am Abend desselben Tages nach Hause, nachdem alles aufs genaueste 'durchbesprochen worden war . . . Einige Tage uerftrid^n. Toni verbrachte sie an der Seite seiner Eenla un Landhaufe in fieberhafter Erregung und Erwartung. Nirgends hielt es ihn, weder bei Tag noch bei Nacht. Treppauf, treppab, hinunter in den Garten, die paar Blumenbeete umkreisend, so trieb es ihn unstet herum. Bis die Centn aufmuckte und über ihre geplagten Nerven zu jammern begann. „Ja — ja!" wehrte Toni nervös ab, „laß dir mir grab Zeit! Dafür werd's aber a der größte Schlag, de» mir bis jetzt g'macht haben! Dösmal slcckt's und dös richtig!" 3n einem Zivilprozeß wegen Hebergabc eines in der Inflationszeit gekauften Hauses ließ dis Klägerin durch ihren Anwalt eine Bescheinigung über den Empfang des größten Teils des bei Abschluß des notariellen Vertrages verschwiegenen Betrages vorlegen, während die andere Partei die Echtheit der Unterschrift bestritt. Durch einen Schreibsachverständigen wurde, dann auch festgestellt, daß die strittige Unterschrift nicht von dem Beklagten geleistet fein kann. Gegen die Ehefrau des Klägers, die zugab, die Quittung bis auf die Unterschrift vorgeschrieben zu haben, wurde Anklage unter der Anschuldigung erhoben, daß sie von der Quittung, wissend, daß sie gefälscht war, zum Zwecke der Täuschung Gebiauch gemacht habe. Da aber in der heutigen Verhandlung der Angeklagten irgend eine Schuld nicht nachgewiesen werden konnte, wurde sie freigesprochen. Mangels ausreichenden Beweises f r e i gesprochen wurde eine Frau aus der W etter a u , die im Verdacht stand, einen Dtief beleidigenden 3nhalts geschrieben und mit dem Ramen einer anderen, dem Beleidigten durch Verwandtschaft nahestehenden Person unterzeichnet zu haben. Kirchliche Nachrichte«. Israelitische Gemeinden. Isr. Religivnsgemeinbe. Gottesd. i. d^-Shnagoge «Südanlage». Samstag, den 14. August 1926. Vorabd. 7.15, morgens 8.30, abends 7.55 u. 8.35. Gottesdienst der isr. Religionsgesevkschaft Sabbatfeier, den 14. August 1926. Freitag abi7s.7.10. Samstag Dorrn. 8.00, nachm. 4.30, Sabbatausg. 8.35, Wochengottesdienst: mvrg. 6.30, abds. 7.00. Rundfunk-Programm des Frankfurter SenderS. (Aus der „Radio-Umschau".) Samstag. 14. August. 3.30— 4 Uhr: Stunde der Jugend. 4.30—5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Wunschnach- mittag, Operettenmusik. 6.45—7.15 Uhr: Funk- hochschule Franksurl a. M.: „Morgenpvesie und Abenddichtung in der deutschen Literatur", Vortrag von Pro«. Dr. Schultz. 7.15—7.45 Uhr: Der Brieflasten. 7.45 8.15 Uhr Stunde des Frank- futter Bundes für Volksbildung: „Soziale Fürsorge und Strafrechtspflege". 8.15 Uhr: Mozart- Serenaden. Anschließend bis 12 Uhr: Ueber- tragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. •u Ltcrvoraussage. Rach Aufheiterung und Erwärmung trüber, noch vorwiegend trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Marimum 16,6 Grad, Minimum 6,4 Grad Celsius. Riederschläge: 3.5 Mm. Heutige Morgentemperatur: 11 Grad Celsius. Letzte Nachrichten. Schweres Eisenbahn-Unglück in Bayern. Freising, 13. Aug. (2BIB. Drahkmeldung.) In Langenbach bei Freising entgleiste heute vormittag 9.28 Ahr der von Berlin kommende beschleunigte Personenzug Rr. 855 bei der Einsahrtsweiche im Bahnhof Langenbach. Drei Wagen sind umgestürzt. Es sind bisher 12 Tote, 7 Schwer- und 20 Leichtverletzte sestgestellt roorbeK Die Strecke wird bis 3 Uhr nachmittags gesperrt stin. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrechterhatten. Die Hiffstätigkeil ist im Gange. Lprechstttttde» der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt cingesandle Manuskripte ohne beigcsügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenausträge sind lediglich an die G e s ch ä f t s st e l l^ zu richten. Verantwortlich für den lokalen Teil i. V.: Dr. Hans T h h r i o f. Beinahe klang es, als wollte er sich selber Mut zufpreche». Die Geliebte jedoch ließ nicht locker. Rücksichtslos forschte sie weiter: „Wenn's klappt — Freunderl! Gel?" Dann setzte sie langsam hinzu: „Und wenn's — net klappt?!" Toni fuhr gereizt in die Höhe: „Red doch »et so a dalkeris Zeug daher!" (Senta zuckte nur kaltlächelnd die Achseln. „Warum denn? Du sagst, wenn's gut geht, so gibt's aus — schön! Und ich frag', was sein soll — wenn's schief geht!" „HoUfakkra! Plag mich doch net! — Wegen nix und wieder nix! So tnimm Daherreden! An so was denkt man doch gar net!" Da zog Centn die Augenbrauen hoch und sah den Freund mit kühler Ueberlegenheit an. „So meinst du?" Sie lachte. „Mein Gott! Das muß dich doch ganz kalt lassen. Schau, als echter Hasardeur hättest du mir jetzt zur Antwort geben sollen: Na ja, und wenn — bann schluckt's eben so- lundso viel! Schluß! Das nächste Mat geht's wieder besser!" Toni schaute sie groß an. Er vermochte das Unbehagen, welches ihm die Unterhaltung über dieses Thema bereitete, nicht zu unterdrücken. „So, so!" versuchte er zu scherzen, aber es klang sehr gepreßt, 's andermal — glaubst du?" Er trat ganz nahe an sie heran. „Wenn die Nummer net g'winnt, nachher gibt's aber koa andermal! Verstehst!" „Warum nicht?" Toni stieß ein sonderbares Lachen aus. „Weil dann ausg'spielt is! Weil dann alles futsch mär — hin — zum Teufel! Denn dösmal hängt alles dran — Geld, Haus und Hof!" Die Centn überdachte diese Antwort ein wenig, um dann in aller Nüchternheit zu erwidern: „Hm! So steht's! Und wie is, wenn' gut geht?" Da funkelte es in Tonis Augen wild auf. „Und dös muß es! Nachher blüht unser Weizen! Dti kriegst dein Auto und a Villa in München wird a ang'schasfi! Haben sollst, was d' willst!" „Hurra! — Eine Flasche Sekt drauf!" rief die Centn nun übermütig und llingelte. Aus der einen Flasche wurde eine kleine Sieges- vorseier . . . (Fortsetzung folgt.)