Nr. 61 Erstes Blatt 176. Jahrgang Samstag, 15. März 1926 Erscheint täglich,außer Sonntag» und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr.vezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Kranlfnrt am Main 11686. GietzenekAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche UniverfitütL-vuch- UN- Stemöruderei R. Lange in Sieben. Schriftlettung und Seschastrftelle: Zchulftraße 7. Lanahme van Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Genfer Intrigen. Die Nachrichten, die der Funk aus Genf uns übermittelt, überstürzen sich. Fast stündlich ändert sich die Situation, bis zum Augenblick aber fast nur im Sinne einer bedrohlichen Zuspitzung der Gegensätze. Die amtlichen Kommuniques der offiziellen oder vertraulichen Ratssitzungen sowohl wie der Zusammenkünfte der Locarnomächte sprechen zwar von „Klärung" und „Bereinigung", in Interviews, die neugierige Journalisten diesem oder jenem Diplomaten in der Halle des Hotels „Beau Rioage" oder auf der Treppe des Völkerbundssekretariats mit mehr oder minder sanfter Gewalt abpressen, in diesen Interviews kommt mit einiger Regelmäßigkeit der „gute Schritt vorwärts" vor, den die Verhandlungen genommen haben sollen, aber das alles kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Grundstimmung ernst ist, daß die Meinungen überaus heftig aufeinanderprallen, und daß es in kürzester ^eit zum Klappen kommen muß so oder so (was inzwischen möglicherweise schon geschehen fein kann). Für Deutschland ist die Lage im Augenblick so günstig wie nie zuvor. Die deutschen Staatsmänner brauchen nur festzubleiben. Alles andere ist Sache ihrer Vertragskontrahenten von Locarno, die sich in feierlicher Form dahin festgelegt haben, für Deutschland einen ständigen Ratssitz durchzusetzen, und zwar in dem Dölkerbundsrat, wie er zur Zeit des Dertraysschlusses bestand. Daß einzig und allein nur diese Auffassung eine loyale Interpretation der in Locarno getätigten Abmachungen bedeutet, das ist offenbar inzwischen Allgemeingut der Locarnomächte geworden. Die sehr hartnäckigen Kandidaten auf weitere ständige Ratssitze, Spanien, Brasilien und Polen, argumentieren nun, hinter den Kulissen von den intrigenwütigen Sendboten Mussolinis ermuntert, daß sie die Abmachungen von Locarno nichts an- gehen, sie forderten laut Tagesordnung unabhängig von dem deutschen Ratssitz eine Debatte ihrer Ansprüche. Spanien fußt offenbar auf Versprechungen, die Chamberlain im Januar dem spanischen Botschafter in Paris, Quinones de L6on, gemacht hat, Polen hält sich selbst fast ungewohnt schüchtern zurück und überläßt die Verteidigung feiner Ansprüche dem großen französischen Verbündeten, Brasilien kämpft für sich selbst, mit einer trotzigen Unbekümmertheit, die langsam allen Teilnehmern der Genfer Beratungen auf die Nerven fällt. Schweden hat durch das Veto seines überaus energischen jungen Außenministers Haben das ganze engmaschige Intrigennetz, das man schon weit vor der Genfer Tagung an» gesponnen hat. mit entern Ruck zerrissen. Schwedens Einspruch entspringt dem Wunsch der kleinen Staaten, nicht Sonderinteressen einzelner Mächte (siehe Polen) bei so wichtigen Entscheidungen, wie es eine Reuverteilung der Ratssitze ist, eine ausschlaggebende Rolle zufallen zu lassen, da eine derartige Interessenpolitik unter Ausschaltung fachlicher Gesichtspunkte dem Dölkerbundgedanken nur Abbruch tun könne. Unöen hat nun auch höchst offiziell erklärt, daß Schweden jeder weiteren Vermehrung der Ratssihe über Deutschland hinaus sich widersehen werde. Damit entfällt die für jeden Beschluß des Rats erforderliche Einstimmigkeit. Man hätte also über die Ansprüche der Andern zur Tagesordnung übergehen können, besonders nachdem es den vereinten Ileberredungskünsten Chamberlains und Driands auch im gemütlichen Kreise am Teetisch nicht gelungen ist, den Schweden in seinem Entschluß wankend zu machen. Run aber fährt Brasilien grobes Geschütz auf. Mello Franco, Brasiliens Botschafter beim Völkerbund, hat Herrn Briand und dann auch dem deutschen Reichskanzler einen Besuch abgestattet und erklärt, er müsse gegen die Gewährung eines Ratssitzes an Deuts chla nd stimmen, wenn nicht gleichzeitig seinem Lande als Vertreter des südamerikanischen Kontinents ein ständiger Sitz zugebilligt werde. Dabei ist es von besonderem Sntereffe, daß in den vertraulichen Besprechungen der Ratsmächte kein Delegierter schärfer gegen diese Ansprüche Brasiliens als Vorkämpfer Lateinamerikas Stellung nahm, als der einzige Lateinamerikaner im Rat außer Mello Franco, nämlich Herr Guani, der die Stimme Uruguays führt. Pikant ist ferner noch, daß Brasilien es war, das schon 1921 als einzige Macht gegen die Gewährung eines ständigen Ratssihes an Spanien stimmte und damit diesen Antrag zu Fall brachte. Wenn Brasilien sich nun darauf beruft, daß es nicht für Zusagen haftbar gemacht werden könnte, die andere Mächte Deutschland in Locarno gemacht hätten, so wird, man Herrn Mello Franco an das Schreiben des Kabinetts von Rio de Janeiro erinnern müssen, in dem es Deutschlands Anfrage, ob es einem deutschen Antrag auf einen deutschen Rats- sitz sich nicht widersehen werde, zustimmend beantwortete, ohne damals irgendwelche gleichzeitigen brasilianischen Gegenforderungen aufzustellen. Es muß von deutscher Seite immer wieder betont werden, daß Deutschland sachlich weder gegen die Ansprüche Brasiliens noch gegen die Spaniens irgend etwas vorzubringen hat. Die spanische Nation verbinden seit vielen Jahren Gefühle wärmster Sympathie mit dem deutschen Volke. Wir werden es niemals vergessen, wie tapfer Spanien und sein ritterlicher Herrscher im Weltkriege die Neutralität des Landes trotz der schwierigen Lage zu England und Frankreich aufrechterhielt, wie marm Volk und König in diesen letzten Jahren fidj cinsetzten für die Linderung der deutschen Not. Das sind Bindungen von Volk zu Volk, die Mißverständnisse des Augenblicks, wie die über den Handelsvertrag oder die Anlehnung an Frankreich im Der Höhepunkt der Genfer Krisis. Die deutsche Delegation bleibt fest. — Ratlosigkeit auf der ganzen Linie. seits nach sich ziehen würde, im letzten Augenblick eine für uns annehmbare Lösung Vorschlägen. Mehr kann ich nicht sagen. Die Tatsachen sprechen zur Genüge, und ich bin vollkommen unfähig zu erklären, was sich morgen ereignen könnte. Der neue Lösungsversuch, um den man sich nun bemühte, war folgender: Um Polens Ratssitz. — TU. Genf, 12. März. Die heutigen Vormittagsbesprechungen haben insofern eine Aende» rang in der Situation ergeben, als Spanien und Brasilien, von deren Stellungnahme bisher der Verlauf der weiteren Verhandlungen und die Lösungsmöglichkeit abhing, in den Hintergrund getreten sind. Man scheint sowohl auf spanischer wie auf brasilianischer Seite zur Einsicht gekommen zu fein, daß eine Politik mit dem Kopf durch die Wand auf die Dauer doch nicht den erhofften Erfolg verspricht und daß es klüger ist. den Rückzug anzutreten, bevor man sich durch seine Halsstarrigkeit alle Sympathien verscherzt hat. Damit es nicht an neuen Schwierigkeiten fehlen und die Schlußverhandlungen sich zu leicht gestalten, sind erneut die Polen auf dem Plan erschienen, die sich während der letzten Tage eine bemerkenswerte Zurückhaltung auf erlegt hatten. Der polnische Ministerpräsident Graf S k r z h n s k i verlangt nicht mehr und nicht weniger als einen nichtständigen Ratssitz für Polen schon während dieser Märztage und findet leider hierfür, wie zu erwarten war, die stärkste Unterstützung aus französischer Seite. Das polnische Hindernis ist nicht geringer einzuschätzen als bisher das spanische und das brasilianische; denn Spanien und Brasilien handelten auf eigene Faust, ohne in ihren Forderungen von den Großmächten entscheidend unterstützt zu werden. Da es sich bei den polnischen Forderungen um einen nichtständigen Ratssitz handelt, so wird die V öIker bund s- versammlung auch ein Wort mitzusprechen haben; denn nur mit ihrer Zustimmung kann der Rat beschließen, die Zahl der nichtständigen Ratsmttglieder zu erhöhen. Gegen Mittag fand eine neue Konferenz der Rheinpakti rächte statt, die bis 1.15 Uhr dauerte. Beim Verlassen des Hotels „Beau Rivage" äußerte der belgische Außenminister Vandervelde, daß die Besprechung vertagt sei und heule nachmittag oder Samstag vormittag fortgeführt werden würde. Briand fügte hinzu, wir haben heute vormittag den Deutschen einen vermittelnden Vorschlag gemacht, indem wir bis an die äußerste Grenze der Zugeständnisse gegangen sind. Dieser Vorschlag bestand darin, Deutschland, wie es ihm versprochen war. einen ständigen Sih zuzuteilen, den der Dölkerbundsrat ihm einstimmig angeboten hatte, und andererseits gleichzeitig einen nichtständigen Sih zu schaffen, den die Dölkerbundsversammlung geneigt war, Polen zuzusprechen. Zu unserem großen Erstaunen ist dieser Vorschlag nicht angenommen worden. Die deutschen leitenden Kreise stellen weiter die Forderung, allein in den Völkerbund einzutreten. Was uns betrifft, so hatten wir mit Freuden die Friedensvorschläge der deutschen Regierung im Februar 1925 aufgenommen und mit Freuden hatten wir mit Deutschland verhandelt und mit ihm die Abkommen von Locarno abgeschlossen. Aber man scheint in' Deutschland die Bedingungen zu vergessen, unter denen wir geneigt waren, Deutschland in Den Völkerbund auf» zunehmen. Wenn es wahr ist, daß wir ihm einen ständigen Sitz im Völkerbundsrat und eventuell die Zuteilung eines Kolonial- mandats versprochen hatten, so ist es nicht wahr, daß wir uns jemals gegenüber Deutschland verpflichtet haben, die Statuten des Völkerbundes zu verletzen. Diese Statuten geben jedem Mitglied des Völkerbundes das Recht, seine Kandidatur für den Völkerbundsrat aufzustellen oder für den zu stimmen, der ihm gut dünkt. Die Deutschen bekunden eine andere Ansicht, die wir nicht zulassen können. Rach der Ablehnung von heute bleibt nichts mehr, wenigstens was uns betrifft, übrig, es fei denn, daß die Deutschen, indem sie über die unabwendbaren Folgen, die eine endgültige Ablehnung ihrer- Deulschland soll vor seinem (Eintritt in den Völkerbund und vor feiner Wahl zum ständigen Ratsmitglied feine Zustimmung geben, im Rate für eine Erhöhung der nichtständigen Sitze von sechs auf sieben zu stimmen. Der Vollversammlung soll es dann überlassen bleiben, bei der Wahl der neuen, nichtständigen Ratsmitglieder Polen für einen nichtständigen Ratssih zu wählen. Die deutsche Delegation hat auch diesen Kompromißvorschlag abgelehnt. Reichskanzler Dr Luther hat um 1 Ubr abends dem englischen Außenminister Chamberlain hiervon Mitteilung gemacht. Chamberlain begab sich sofort zu Briand. mit dem er eine längere Unterredung hatte. Die deutsche Delegation hat mitgeteilt, daß sie nach wie vor bereit sei, die Verhandlungen im versöhnlichen Geiste weiterzuführen. Die Rachricht, daß die deutsche Delegation fest geblieben ist, verbreitete sich wie ein Lauffeuer von Mund zu Mund. Wer die Ereignisse des heutigen Tages in allen Phasen mit durchlebt hat, konnte sich eines starken Gefühls der Erleichterung nicht erwehren. Der mit größter Stärke auf die deutsche Delegation ausgeübte Druck ist erfolglos geblieben. In den Vormittagsbesprechungen, in deren Mittelpunkt die Frage der Zuteilung eines nichtständigen Ratssihes an Polen stand, hatte die deutsche Delegation vorgeschlagen, die Sitzung zu vertagen und sich am Abend noch einmal zusammenzufinden. Aber bevor diese Zusammenkunft erfolgte, ist bereits die ablehnende Antwort Deutschlands erteilt worden. Daß hierüber im englischen und französischen Lager und bei allen denjenigen, die auf eine Annahme der Kompromihborschläge hofften, fiefffe Enttäuschung herrscht, ist nicht weiter verwunderlich. Die Argumente, mit denen man auf der Gegenseite gearbeitet hatte, waren allzu durchsichtig. Man zeigte sich dem deutschen Vorschlag geneigt, die Ansprüche auf ständige Ratssihe auf Den Herbst zu vertagen und sie durch eine Sonder- kommi ssion des Rats behandeln zu lassen. Als Entgegenkommen verlangt man aber, daß Deutschland Die bindende Zusage gebe, mit der Erweiterung des Rats um einen nichtständigen Sitz einverstanden zu sein. Dieser Sitz war Polen zugedacht. Man stellte also Die neuen Vorschläge als ein außerordentliches Entgegenkommen hin, für das man eine Gegenleistung zu beanspruchen hätte, vergaß Dabei aber, daß Deutschland a l s Richtmitglied des Völkerbundes keinerlei Bindungen eingehen konnte, und daß der Widerstand gegen die Vermehrung der ständigen Ratssihe von Schweden ausging. Schweden war Der Träger Der IDee, Daß die Erweiterung des Rats dem Ideal des Völkerbundes widerspreche. Deutschland konnte sich nur auf den Standpunkt stellen, daß es bereit sei, keinen prinzipiellen Widerstand gegen eine Erweiterung des Rats zu gegebener Zeit zu erheben. Tatsächlich liegen die Dinge so, daß nicht Deutschland durch seine Haltung den Frieden der wett stört, sondern daß der polnische Ratssih den andern mehr wert ist als dieser Frieden. Bis zum Schluß hat die deutsche Delegation die Ruhe bewahrt und Denen, die bereits dem Völkerbund angehören, die Austragung der Gegensätze überlassen. Für Deutschland war dies eine Frage des Prinzips. Es kann sich nicht um ein Rach geben von beiden Seiten, um ein Treffen auf mittlerer Linie handeln. Wenn die deutsche Delegation auch nur einen Schritt von ihrem Standpunkt abweichen würde, so hätte sie damit den ganzen deutschen Standpunkt aufgegeben. Die deutsche Delegation würde auch gegen die geschlossene öffentliche Meinung in Deutschland handeln, wenn sie auf Vorschläge eingehen würde, die die Mehrheit des deutschen Volkes nicht verstehen würde und nicht verstehen könnte. Darum darf sie gewiß sein, daß ihr Entschluß von dem gesamten deutschen Volke, aber auch weit darüber hinaus im Auslande in allen neutralen Staaten sowie in England und in den Vereinigten Staaten Billigung finden wird. Die deutsche Delegation hat als Vertreterin des deutschen Volkes zum erstenmal wieder seit Dem Kriege bewiesen, daß Deutschland sich seiner Kraft und seines Rechts bewußt sein muß, wenn es das Ansehen wieder erlangen will, das ihm die Rachkriegsjahre raubten. In den Abendstunden herrschte in allen fremden Lagern völlige Ratlosigkeit. Die Delegierten entwickeln eine fieberhafte Tätigkeit. Zahlreiche Besprechungen finden statt. Chamberlain, Der für» 7 älhr einen Empfang der englischen Presse airgesagt hatte, lieh ihn nach dem Besuch Dr. Luthers wieder absagen. Rach seinem Besuch bei Briand begab er sich sofort ins Hotel Metropol zu dem Vorsitzenden des Rats, dem japanischen Grafen Ishii. Die Unterredung zwischen beiden dauerte etwa eine Viertelstunde. Man mißt ihr eine besondere Bedeutung bei. Bei Der allgemeinen Ansicherheit steht nur das eine fest, daß die deutsche Delegation keine neuen Vorschläge mehr machen wird, nachdem ihr Vorschlag über die Einsetzung einer Kommission abgelehnt worden ist. Darüber ist man sich allgemein klar, so daß nun die Initiative bei der andern Seite liegt. Im französischen und im englischen Lager neigt man anscheinend dazu, mit den Besprechungen hinter verschlossenen Türen Schluß zu machen und eine Entscheidung des Rats in offizieller Sitzung herbeizuführen, doch kann jede Stunde neue Beschlüsse bringen. Von maßgebender französischer Seite wurde erklärt, daß vermutlich nichts anderes übrig bleibe als Den Stab übers Knie zu brechen. Die Ratsmitglieder hätten sich verpflichtet, Deutschland einen ständigen Sih nach seiner Aufnahme anzubieten und mühten dieses Versprechen halten. Keine Sophismen brächten sie um diese Einhaltung. So weih man beim nicht, was die nächsten Stunden bringen werden. Sturm gegen Chamberlain. Scharfe Kritik der britischen Presse London, 13. März. (Wolff. Funkspruch.) Die in London aus Genf vorliegenden Rachrichten lauten auch am Freitag nicht erfreulich und werden in polittschen Kreisen lebhaft erörtert. Es muß dabei hervorgehoben werden, daß gerade in den letzten Tagen alle mahgeben den Pp liti - scheu Blättermit aller Schärfe gegen die Chamberlain-Politik Stellung nahmen. Die in den ersten Tagen Der Genfer Zusammenkunft bemerkbare Zurückhaltung ist scharfer Kritik gewichen. Von London aus gesehen, zielen die Verhandlungen Chamberlains und Briands Darauf hin, Deutschland Den möglichen Zus ammenbruch in die Schuhe zu schieben. Riemand in London ist vielmehr über die Verantwortlichkeit Chamberlains für die heutige Krise im Völkerbund im Zweifel. Hätte Chamberlain vor drei Wochen sich nicht zu unüberlegten Zusagen verleiten lassen, sondern den Starckpunkt Englands wirklich vertreten, dann wäre es nach der Meinung maßgebender englischer Kreise nicht zu den heutigen beschämenden Zuständen in Genf gekommen. Die liberalen Blätter sind in ihrem Urteil über die Vorgänge in Genf vollständig einer Meinung. „Daily Ehronicle" sagt, Ehamberlaln habe, indem er im Ramen Großbritanniens, aber im striktesten Widerspruch zum Willen Großbritanniens handelte, fick an den Einschüchterungs- verfuchen beteiligt, die sich gegen Deutschland' Marokkofeldzug, nicht zerreißen können. Und auch zu Brasilien spinnen sich trotz seiner Beteiligung am Weltkrieg feit langem Fäden durchaus freundschaftlicher Art, stets frisch erhalten durch die starke deutsche Kolonisation in den südlichen Staaten. Diese sachliche Uninteressiertheit Deutschlands muß immer wieder betont werden angesichts der hämischen Versuche der Pariser Presse, Mißtrauen und Feindschaft zwischen Deutschland einerseits und den lateinischen Mächten Spanien und Brasilien andererseits zu säen. Wenn der „Malin" und andere Blätter seiner Sorte Tag um Tag in fetten Lettern Deutschlands Schuld an der gegenwärtigen verfahrenen Situation in Genf in die Welt hinausposaunen, immer und immer wieder die deutsche Regierung als den spiritus rector des Widerstandes gegen die Ansprüche Spaniens und Brasiliens hinstellen und mit hämischer Schadenfreude jede unfreundliche Aeußerung brasilianischer oder spanischer Blätter, an denen es heute dank der französischen Propaganda gewiß nicht fehlt, in großer Ausmachung in ihren Spalten breittreten, so kann nicht oft genug wiederholt werden, daß Deutschland als außerhalb des Völkerbundes stehend ja überhaupt nicht in der Lage ist, zu den im Augenblick im Rat zur Debatte stehenden Fragen, also auch nicht zu den fpanifdjen und brasilischen Ansprüchen, Stellung zu nehmen. Der Konflikt um eine Neuverteilung bzw. Vermehrung der Ratssitze fällt lediglich zeitlich mit Deutschlands Aufnahmegesuch zusammen, würde aber auch ohne dieses bestanden haben, was die früheren Anträge der verschiedensten Mächte genugsam bezeugen. Deutschland geht diese ganze Streitfrage solange gar nichts an, als es nicht selbst Mitglied des Völkerbundes ist. Es besteht selbstverständlich auf der Einlösung des Versprechens, ihm in dem Rat, wie er zur Zeit des Aufnahmegefuchs bestand, einen ständigen Sitz zu gewähren. Um die Ansprüche der anderen Natskandidaten zu Fall zu bringen, bedürfte es ja gar nicht erst eines deutschen Widerspruchs, da .Schwedens Nein einen dahingehenden Beschluß des Rats unmöglich macht. Gerade in dieser Situation liegt ein großer Erfolg der deutschen Politik und die Stärke der deutschen Delegation in Genf. Briand und Chamberlain gingen Versprechungen ein, einmal Deutschland gegenüber in Locarno, dann aber auch gegenüber Spanien und Polen, ohne daß sie von diesen letzteren ihrem Vertragskontrahenten von Locarno Kenntnis gaben. Run mögen sie sich auch allein den Kopf darüber zerbrechen, wie sie aus der Sackgasse wieder herausfinden, ohne den ganzen Völkerbund zu zerschlagen. Wir wollen nur Höften, daß es Driands oft bewunderter diplomatischen Kunst gelingen möge, oder im Augenblick, wo diese Zeilen geschrieben werden, schon gelungen ist, seine begehrlichen Freunde bis zum Herbst zu vertrösten. Mit faulen Kompromissen wird er allerdings diesmal kaum Glück haben. Die ihm vom „Daily Telegraph" zugeschriebenen Dermittlungspläne dürsten kaum geeignet sein, die Wogen zu glätten. Deutschlands Stellung liegt fest. Das hat der Reichskanzler Dr. Luther in einer Mitteilung an Sir Austen Chamberlain gestern abenb allen Kompromiß- Vorschlägen gegenüber noch einmal zum Abdruck gebracht. Für die deutsche Delegation gibt es eben nur zweierlei: Aufnahme Deutschlands in Den Völkerbund nach Maßgabe der bestehenden Abmachungen, ohne heute schon Bindungen über Deutschlands künftige Politik innerhalb des Bundes einzugeheu, oder dis Koffer packen und die Genfer Intriganten sich selbst zu überlassen. richteten, dessen guten Vorsah England ;u unterstützen verpflichtet war, und dann gegen ! Schweden, das die eigentlich (Großbritannien I zufallende Pflicht erfüllt habe, eine Tatsache, die jeden, Engländer die 5d>amröfe aus die Wangen treiben müßte. Das Blatt fragt, wie lange Baldwin dies noch weiter gehen lassen wolle. Roch gäbe es einen Rückweg zum gesunden Menschenverstand, nämlich ein einfacher Aufschub dessen. waS niemals auf die Tagesordnung hätte gesetzt wer* den dürfen. Wenn Brasilien oder Spanien daraufhin den Völkerbund verlassen würden, so brauche man ihnen keine Träne nachzuweinen, denn ihre Gesinnung würde dann mit der Mitgliedschaft im Völkerbünde unvereinbar sein. Aber weder ein Austritt noch ein Veto Brasiliens sei wahrscheinlich. Die Mehrheit der kleinen Mächte stehe nicht hinter den Kandidaten- Mächetn. Die kleinen Mächte wissen, daß der schwedische Standpunkt richtig sei. — ..Dailh Rews" lagt: Die Deutschen hatten eine vollständig korrekte Haltung eingenommen und keinerlei falschen Schritt oder unvorsichtige Geste gemacht. Infolge vollkommener Unverständigkeit und unbeugsamen Eigenwillen habe Chamberlain Großbritannien zu einer Politik verpflichtet, von der er wisse, daß sie eine vollkommene Verfälschung der Anschauung der britischen Ration sei. Zweifellos sei niemals ein größeres Meisterstück perverser Unfähigkeit von einem englischen Staatsmann vollbracht worden. Der Druck auf Schweden. Die Internationale wird bemüht. Paris, 13. März. (TU.) Pariser Blätter lassen sich aus Genf melden, daß die schwedische Delegation sich bereit erklärt habe, eine feierliche Erklärung abzugeben, nach der Schweden im September die Kandidatur Polens auf einen n i ch t st ä n d i g e n Ratsiitz unter st üßen würde. (?) Die Stellungnahme der schwedischen Delegation ist nach derselben Nachricht darauf zurückzuführen, daß -schweben beweisen wolle, daß seine bisherige Haltung nichts mit deutschfreundlichen Gründen gemein habe. Im Falle Schweden glaube, im September nachgeben zu können, weil Deutschland zu dieser Zeit schon vollwertiges Mitglied des Rates sein werde, so dürfte dieses Prinzip schon jetzt Schweden zur Nachgiebigkeit bewegen. Weiter wird aus Genf berichtet, daß heute abend die in Genf anwesenden Vertreter der sozialistischen Internationale, Vanderoelde, Paul Boncour und Albert Thomas erneut Schritte bei dem schwedischen Außenminister unternehmen werden, um ihn zu veranlassen, seine Haltung zu revidieren. Man erwartet zudem die Antwort der schwedischen Regierung auf das Telegramm, davon den sozialistischen Vertretern nach Stockholm gerichtet wurde. Spanische Drohungen. Eine spanische Demarche in Stockholm Stockholm, 12. März. (Wolff.) Zwischen Spanien und Schweden haben sich die Gegensätze im Streit um die Ratssitze bedenklich zugespiht. Die spanische Regierung hat eine offizielle Demarche in Stockholm unternommen, in der die Haltung Schwedens als unfreundlicher Akt bezeichnet wird. Schweden hat in Madrid gegen Liesen Schritt energisch protestiert und auf8 neue Len grundsätzlichen Charakter seiner Haltung betont. Der „Sozialdemokrat" schreibt zu der spanischen Aktion gegen Schweden: Gin solches Vorgehen lasse jedes Verständnis der schwedischen Mentalität vermissen. Schwedens Haltung in der Ratsfrage sei keine Konjunkturfache. Das ganzeVolk stehe hinter der Auffassung der Regierung, die grundsätzlich von der Erienntnis der Pflichten gegenüber dem Völkerbund und seiner weiteren glücklichen Entwicklung geleitet werde. An Meier Erkenntnis könnten auch Drohungen nichts andern. In andern Blättern spricht man von „Briands offizieller Schönfärberei" und hält eher zu Chamberlains Auffassung, der von „der drohenden Katastrophe für Völkerbund und Europa" spricht. Man betont aber, daß vor allem Mussolini eine Krise offenbar heraufbeschwören wolle. Die polnischen und spanischen Drohungen zeigten an der gestrigen Stockholmer Börse keinerlei Wirkung. „Dagligt Allehanda" sagt, Schwedens Vertreter brauche unbedingt starke Verven. Briand würde gern Mussolini unterstützen, laufe aber Gefahr, dadurch den für Frankreich vorteilhaften Locarnopakt zu gefährden. Es liege also in Frankreichs Interesse, Oel auf die etwas stürmischen Wellen zu gießen. „Aftonbladet" glaubt, daß die spanische Demarche in Stockholm Briand nicht willkommen gewesen sei. Briand müsse die Zwecklosigkeit und Unflugbeit dieser spanischen Erpressungsversuche einsehen. Die spanische Drohung mit wirtschaftlichen Repressalien macht nicht den geringsten Eindruck. „Svenska Dagbladet" schreibt: Die einfältigen, schamlosen Drohungen enthüllen, was sich hinter den Kulissen des Völkerbundes in Wirklichkeit abspielt. Frankreich versuche mit allen Mitteln trotz seiner permanenten Kabinettskrise seine dominierende Stellung im Rate der Völker aufrechtzuerhalten. Italienische Freundlichkeiten. Rom, 13. März. (Sil.) Die „Tribuna" charakterisierte gestern den schwedischen Außenminister Unden als deutschen Agenten, der den Auftrag habe, deutsche Politik'im Völkerbund oc räuber eiten. Run dürfe Chamberlain nicht unverrichteter Dings wieder abreifen und auch Briand habe vom Kartell eine bestimmte Marschroute erhalten. Man erlebe daher jetzt das groteske Schauspiel, daß England und Frankreich den Eintritt des „guten, braven und friedfertigen Deutschlands" begünstigen. Eine belfere „Dramatisierung des Blödsinns" hätte nicht zusammenphantasieri werden können. Allein die Politik Mussolinis habe eine neue Diplomatie geschaffen, die den Pangermanismus im „Geiste von Locarno" rechtzeitig enthüllt habe. Diese Politik Mussolinis, die mit ihrer gesunden Realistik, auf Raffe und Kultur aufgebaut, allen Elaboraten ber Kanzleien vorausgeeilt sei. bedeute eine gesunde europäische Reu- Orientierung. Mit dieser Reu or ien t i e r u n g wird auch die Bemühung Italiens angeführt, sich als Führer des „Blocks Klein Entente plus Griechenland und Polen eventuell auch Ungarn", dem Block derKlein-Locarnisten, gegen den Block der Groß-Locarnisten, England und Frankreich, plus Deutschland, aufzuspielen Dieser Gegensatz zwischen Groß- und Klein-Lo- carn» ist, wie das „Giornale d'Italia" schreibt, der eigentliche Kern der jetzigen Differenzen. Allerdings, sagt das Blatt, erscheinen die Aussichten nicht besonders günstig, nachdem eine französisch-deutsche Entente zur Tatsache zu werden und Polen sich auf dem Rückzug zu befinden scheine. Die Blätter heben demgegenüber die rege Tä tigkeit Grandis hervor, der mit Erfolg an einer weiteren Verständigung der Kleim-Locarnisten untereinander arbeite und in diesem Zusammenhang einen zweiten Besuch Rintschitschs in Rom vor bereite. Es sei klar, daß Italien heute der Kernpunkt einer Neugestaltung fei, die sich ganz unabhängig von Genf vorbereite. Polen droht mit einem russischen Bündnis. Moskau, 12. März. Zwischen der Sowjetunion und Polen wird augenblicklich über den Abschluß eines Freundschaftsvertrages verhandelt. Polen will hierbei die baltischen Staate n in den Vertrag einbegriffen wissen und die Sowjet-plnivn als Garanten für diese Staaten sehen, was Rußland unbedingt ablehnt. Man glaubt, daß. wenn Polen keinen Ratssitz in Genf erhalten werde, dies den Abschluß eines politischen und wirtschaftlichen Bündnisses mit Rußland fördern wird. Deutschfeindliche Demonstrationen in Warschau. Warschau, 13. März. IWTB. Funkspruch.) Einige Tausend nationalistische Studenten veranstalteten gestern eine Versammlung, um für die Zuteilung eines ständigen Ratssitzes an Polen zu demonstrieren. Rach Annahme einer diesbezüglichen Resolution zogen sie unter Hochrufen auf Frankreich und Italien und Absingung des deutschfeindlichen Hetzliedes „Rota" durch die Stadt. Vor den Gesandtschaften Frankreichs, Italiens und bet Tschechoslowakei fanden bann Freundschaftskundgebungen statt. Einige Hundert Studenten zogen bann vor d i e durch die^Polizei bewachte deutsche Gesandtschaft, wo sie deutschfeindliche Rufe aussließen. Zu ernsteren Zwischenfällen ist es nicht gekommen. Spanien und Deutschland. Madrid, 12. März. (TU.) Dr. St re sein a n n hat dem Genfer Korrespondenten der „Debatte" auf die Frage, ob Spanien und Deutschland fernerhin Freunde bleiben würden, mit einem „unbeding t" geantwortet. Dr. Stresemann hat erklärt, man mißverstehe in Spanien Deutschlands Haltung, die sich keineswegs gegen Spanien richte. Deutschland werden den Völkerbund verlassen, sobald mit Sicherheit seststehe, bah Brasilien gegen Deutschlands Aufnahme stimmen werde. Hessischer Landtag. Der Etat der Forftverwaltnnsi. Darmstadt, 12. März. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9" 2 Ahr. Die Beratung des Voranschlags für 1926 wird fortgesetzt, und zwar mit dem Bericht über dieBeschlüssedesSechserausschusses. Erstem waren bereits die Allgemeinen Anträge, deren es nahezu 20 sind, beraten worden. Heute folgen die Anträge des Sechserausschusses zu den einzelnen Kapiteln des Staatsvoranschlags. Zu Kap. 1 (Forstwesen) liegt ein Antrag Kaul vor, eine Anzahl Oberförstereien auszuheben und auf benachbarte Bezirke zu verteilen. Dr. Leuchtgens will, daß die Vorstände von 4 Forstämtem auf den Inhaber zu bewilligen sind. Ein Antrag Dingeldey fordert zur Frage der Tagegelder, die Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Außer den genannten liegen noch einige Anträge vor, die früher bereits in den Sitzungsberichten des Finanzausschusses mitgeteilt sind. Abg. Glaser erstattete hierüber Bericht. Finanzminister Henrich erflärt, daß die Einteilung der Bezirke von lebenswichtiger Bedeutung für die Forstverwaltung fei; man soll sie nicht unnötig ändern. Eine Vermehrung der Aemter habe nicht stattgesunden, denn es sei zu berücksichtigen, daß sich das forstlich verwaltete Gebiet beträchtlich vergrößert habe. Der Minister wendet sich g eg e n die meisten Abbauanträge; weil sie eine -Unruhe in die Verwaltung trügen. CffiaS jetzt versäumt oder falsch gemacht werde, räche sich einmal später an den Einnahmen. Die Verminderung der Schreibhilfen bei der Forstverwaltung könnte zu Schadenersatzklagen führen und zu anderen Schäden; dadurch werde dann nicht gespart. Der Munster äußert auch zu den anderen Anträgen Bedenken. Landforstmeister Hesse stellt die Forderung auf, daß jetzt alles daran gesetzt werden müsse, nun aus den Forsten eine Rente zu holen; bet einem werbenden Betriebe dürften falschen Sparmaßnahmen getroffen wer» ben. Bei der Forstverwaltung sei mit langen Zeiträumen zu rechnen, anders wie die Landwirtschaft, die jedes Jahr ernte. Infolge- dellen fei es notwendig, daß man die Forstverwaltung sich ruhig entwickeln ließe und nicht ständig von außen her Unruhe hineintrüge. In btefem Zusammenhang wendet sich der Redner gegen den Abbau der Aemter; diese mühten eigentlich, da der beforstete Walbbestand sich vergrößert habe, vermehrt werden. Auch wendet sich der Redner gegen den Personalabbau wegen der Zunahme der Aufgaben und der Vergrößerung der Bezirie. Aus die Forsteinrichtung könne die Forstverwaltung aus Gründen der Rentabilität nicht verzichten. Ungenügende Schreibhilfe könne zu Verzögerungen z. B. bei Versteig» rmrgen fuhren, die sich dann in Schäden aus- wirkten. Eine Kürzung der Fahrkosten würde auch nur Nachteile bringen. DaS Oberförster- system sei das beste für die Verwaltung, aber es dürften nicht die Abbaumaßnahmen, nicht die Verminderung der Schreibhilfe ufnx einqefübrt werden. Abg. Heinstadt (Ztr.) meint, es müsse mehr aus dem Waldbefih des Staates herausgeholt werden; es sei das kein Mißtrauen gegen die Forstverwaltung. Das beweise ja auch die Zurückziehung des Antrages über die Tagegelder. Seine Partei könne dem Antrag Kaul auf Aufhebung einer Anzahl von Oberförstereien nicht zustimmen. Es fei in Hessen auf eine Verkleinerung der Forstbezirke hinzuwir- ken. Da sich die Sparmaßnahmen erst in etwa 100 Jahren auswirkten, so könnten jetzt in dieser Aotzeit ganz gut die 10 Forstassesforen gestrichen werden. Dem Antrag des Bauembuirdes auf Verminderung der Schreibhilfe, könne das Zentrum nicht zustimmen. Weiter spricht der Redner über die h o h e n P a ch t p r e i s e für Staatsgelände, über mangelndes Entgegenkommen der Forstverwaltung gegenüber den Landwirten bei der Holzabfuhr, bei Versteigerungen ufw- Abg. Anthes (Soz.) eltrpfiehlt namentlich den sozialdemokratischen Antrag auf Aufhebung verschiedener Oberförstereien; diese könnten ganz gut einen größeren Umfang haben. Sin Teil der Aufgaben der Oberförster könnte der Kostenersparnis wegen, den Forstwarten übertragen werden, wie das Ueberweisen der zum Abholzen und zur Versteigerung bestimmten Stämme. Abg. Jost (Hess. Bbd.) befürwortet die Anträge des Bauernbundes auf Bewilligung von 4 Forstämtern auf den Inhaber, auf Streichung mehrerer Forstassesforen usw. In ausführlichen Darlegungen wendet er sich gegen d i e hohen Beiträge der Gemeinden für die Forstverwaltung. Auch könne an Kosten für die Holz- Hauerei gespart werden. Wenn jemand Holz für einen Reubau oder eine Reparatur brauche auf dem Lande, so ftnde er bei der Forstverwaltung fein Gehör und er werde an die Holzhändler verwiesen, angeblich, weil kein Holz da sei. Weiter spricht der Redner über Iagdverpach- tungen und Losholz. Das Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Forstverwaltung müsse ein besseres werden als es jetzt sei. Abg. Dingeldey (D. Vpt.) weist auf die Bedenken hin, die von den Vertretern der Regierung zu den Anträgen geäußert wurden. Die Streichungsanträge hätten eine große Bedeutung, weil es sich um werbende Betriebe handle. Man wisse nicht, ob sie die Finanzen verbessern oder sich in das Gegenteil verkehren könnten. Die Deutsche Volkspartei habe alle diese Gesichtspunkte bei ihren Beschlüssen gewürdigt und sei gleichwohl dazu gekommen einigen Abbauanträgen ihre Zustimmung nicht zu versagen. Da die Regierung glaubt, mit dem Anträge, die Vorstände von 4 Forstämtern aiuf den Inhaber zu bewilligen, auszutommen, so werden wir diesem Anträge zustimmen. Weiter werden wir aber nicht gehen; den soz. Antrag, eine Anzahl vorn Oberförstereien aufzuheben, lehnen wir ab. Der Forderung, eine Anzahl von Assessoren zu streichen fällt uns schwer zuzustimmen, weil die Regierung berechtigte Einwendungen wegen der Forsteinrichtung erhoben hat; wir wollen nicht, daß ein Schaden entsteht, wir wollen auch nicht, daß die Meinung entsteht, die Richtakademiker würden schlechter gestellt, als die Akademiker. Wir sind mit dem Abg. Heinstadt der Meinung, daß in diesem Jahre einmal gespart werden kann, weil erst in langer Zeit sich eine Verzögerung der weiteren Durchführung der Forsteinrichtung zeigen wird. Sollte sich im nächsten Jahre ergeben, daß die Streichung der Assessoren nachteilig wirke, so könne man ja die Stellen wieder in den Etat einftellen. Abg. Weck 1 er (Ztr.) befürwortet eine Trennung der Aufgaben der Forstverwaltung und der Domänenverwaltung und wünscht, daß die Domäne,i den Landwirtschaftsämtern unterstellt würden. Abg. A n g c r m e i c r (Komm.) stimmt den Sparmaßnahmen im wesentlichen zu, verlangt aber eine Erhöhung der Holzhauerlöhne. Abg. Wolf (Bbd.) bringt verschiedene lokale Wünsche zum Forst- und Siedlungswesen vor. Abg. Ritzel (Soz.) beklagt es, daß in ländlichen Kreisen so viel Nutzholz als Brennholz verbraucht wird. Die Forstverwaltung möchte hier aufklärend wirken. Man könne sehr wohl die Anschauung vertreten, daß die Amtsbezirke der Oberförster vergrößert werden könnten. Abg. Dr. Greiner (Komm.) bezeichnet die Sparmaßnahmen als unzureichend. Der Redner verlangt, daß alle Oberförsterstellen auf den Inhaber bewilligt werden. Cs könnten Förster als Oberförsteausgebildet werden. Es fei nicht nötig, daß Oberförster eine akademische Bildung erhielten. Man habe die Oberforftämter in Hessen abgeschafft, man könnte das ebenso gut mit den Oberförstereien tun. Finanzminister Henrich entgegnet dem Vorredner, daß nach diesen Vorschlägen finanziell gar nichts gespart werde. Die Uebcrtra» gung der Domänen an die Landwirtschastsämter, wie sie Abg. Weckler wolle, wäre keine Ersparnis; auch sei sie organisatorisch gar nicht durchführbar. Die Streichung der Assessoren habe das Bedenken gegen sich, daß diese eingearbeiteten Kräfte, sich andere Stellen suchen würden; man solle, wenn eingespart werden müsse, wenigstens nicht an Stellen streichen. Landforstmeister Hesse befürwortet ebenfalls den Wunsch des Finanzminislers. daß nicht alle in dem Antrag vorgesehenen Assessorstellen gestrichen werden. Um 1.30 Uhr werden die Verhandlungen abgebrochen und die nächste Sitzung auf Dienstag 9.30 Uhr anberaumt Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Berlin. 12. März. (WB.) Am 12. März tagte in Berlin die diesjährige ordentliche Mit- glieterberSammlung der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. In der einleitenden Ansprache gab der Vorsitzende, Geheimrat Ernst v. Borsig, einen Ueberbluf über die Aufgaben ber Vereinigung. Er streifte hierbei auch die in den letzten Monaten gegen die Vereinigung erhobenen Angriffe und erklärte, daß diese Vorwürfe sich höchstens gegen die Maßnahmen einzelner Beamten richten könnten, nicht aber gegen die Bereinigung selbst, die infolge ihrer Aufgaben immer der Kritik in besonderem Maße ausgesetzt sei. Der weitere Verlauf der Versammlung gestaltete sich zu einer ehrenden Kundgebung für ben demnächst ausscheidenden leckenden Geschäftsführer Dr. Tänzle?, der 22 Jahre lang bic deutsche Arbeitgeberbewegung leitete und sie zu ihrer heutigen Bedeutung emporführte. Dr. Tänz- ler erstattete zum letztenmal den Geschäftsbericht und entwarf dabei ein Bild der deutschen Arbeitgeberbewegung. In seinen Ausführungen äußerte er sich über folgende Leitgedanken: Ausgleich zwischen sozialen Leistungen und wirtschaftlicher Möglichkeit, Ablehnung des Klassenkampfes, Verbreitung von Verständnis für die wirtschaftliche Lage in den Parlamenten, größere Beweglichkeit und Anpassung der Gesetzgebung, Ablehnung jeder die Produktion hemmenden internationalen Bindung, vermehrte Rücksichtnahme auf die besondere Lage der deutschen Wirtschaft. Anschließend sprach dann noch Professor Rosen st ock-Breslau über „Macht und Grenzen der Industrialisierung". Kunst und Wissenschaft. Geheimrat Rießer, frankfurter Ehrendoktor. Dem Gründer des Zentralverbandes des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes Geh. Justizrat Professor Dr. jur. Jacob Rießer hat die Univer sität seiner Vaterstadt Frankfurt o. M. ehrenhalber Titel und Würde eines Doktors der Staatswissenschaften verliehen. Uraufführungen im Frankfurter Schauspielhaus. Für das Frankfurter Schauspielhaus hat Intendant Weichert folgende Werke zur alleinigen Uraufführung erworben: Klabunds neues Schauspiel „Brennende Erde" (Premiere im April), Kornfelds Komödie „Kilian" (Premiere Ende März), Paul Edmund Hahns Komödie „Kadebrechts Meineid" (Uraufführung April) und Georg Farquhars Lustspiel „Die zwei Abenteurer" in der Uebersetzung von Zoff. Ferner wird am 13. März das Schauspiel „Regen" von John Colton und Clemence Ran - d o 1 p h zur Erstaufführung kommen. Aus aller Wett. Die großdeutsche Tagung in Wien. Die grohdeutsche Studenten-Tagung in Wien fotzte ihre wissenschaftlichen Arbeiten fort. Im Mittelpunkt der Referate stand ein Vortrag des Vorsitzenden des Deutschen Schutzbundes in Berlin, Professor Dr. von Lösch, der eingehend Oesterreichs Stellung im Osten und die österreichische Eigenart in Bezug auf die kulturelle und wissenschaftliche Probleme behandelte. Zur Frage Republik und Monarchie betonte der Redner, daß diese Frage als nicht aktuell abgelehnt werden müsse. Als weiterer Redner verbreitete sich Universitätsprofessor Dr. Dauer- Wien über die kulturelle Stellung zwischen den beiden Ländern. Als letzter sprach Prof. Dr. Robert M ö k e l über die Reformen Oesteneichs in wirtschaftlicher und kultureller Beziehung. Die Wolgadeutschen und das Reich. Zur Pflege der kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und der Republik der Wolgadeutschen bildete die Deutsche Gesellschaft 3um Studium Osteuropas im Einverständnis mit dem Vorsitzenden des Wolgadeutschen Volkskommissarenrats ein Komitee, das der Wolgadeutschen Sowjetrepublik in allen Fragen kulturellen Charakters zur Verfügung steht. §m besonderen wird das Komitee bestrebt sein, durch Vorträge und Veröffentlichungen in Deutschland aufklärend über die Wolgadeutsche «owietrepublik zu wirken, die Entsendung deutscher wisfenschaftlicher Kommissionen in die Wolga - republik vorzubereiten, den Plan der Entsendung deutscher Lehrer und anderer Sachverständiger in die deutsche Wolgarepublik zu bearbeiten, für hie Wolgadeutschen -Studierenden Vergünstigungen an den deutschen Hoch- und Mittelschulen ’.u erwirken und anderes mehr. Die Identität Haus festgestellt. Die Identität des in Tivoli bei Rom oufgefun- denen Toten mit Dr. Hau ist festgestellt worden. Es ist jedoch noch nicht erwiesen, aufwclche Weise Dr. Hau den Tod gefunden hat. Die Obduktion der Leiche führte zu dem Ergebnis, daß ein Schlaganfall Vorgelegen hat. Es wird allerdings von den Aerzten auch die Möglichkeit zugegeben, daß oelbftmorb durch Vergiftung erfolgt ist. Gegen die Qungerfünffkreplbemie. Das Berliner Polizeipräsidium beabsichtigt, gegen das Ueberhandnehmen der Schaustellungen von Hungerkünstlern, das den Charakter von grobem Unfug anzunehmen droht, einzuschreiten. Vor allem soll das Auftreten von neuen Hungerkünstlern nicht mehr gestattet werden. Schneestürme in Sübitalien. Aus Tarent werden weitere schwere Stürme auf der Adria gemeldet, welche von starken Schneewehen begleitet werden. Der Vesuv ist mit Schnee bedeckt. Die Temperatur in Neapel ist stark gesunken. Aus Florenz wird berichtet, daß weitere Erdstöße in Empoli und Castello Fiorentino die Bevölkerung stark beunruhige. Aus der Provinzialhauptftadt. Gießen, den 13. März 1926. März. Ich weiß nicht, woher das kommt, aber Tatsache ist es: früher ging alles ordentlicher zu. Alles. Auch dos Wetter. Im Winter war Winter, im Sommer war Sommer. Ich hatte jedes Ding irgendwann und -wo seinen richtigen Platze Im März z. B. hatten die Marzoeilchen und die Märzbecher zu blühen, und dann blühten sie auch, aber heutzutage — du liebe Güte! In einigen Gärten kann man ja ein paar zerzauste, schmutzige Schneeeglöckchen sehen, das ist aber auch so ziemlich alles; und an geschützten Stellen gibt's jetzt schon einige grüne Blättchen, die man wirklich nur bedauern kann. Was sollen die von der Welt denken, auf die sie sich monatelang gefreut hatten! Als sie noch in ihren festen braunen Hüllen träumten, stieg der Saft krätig in den Zweigen herauf und erzählte den Knospen: ,Lhr ahnt ja gar nicht, wie schön es ist, sich zur Entfaltung zu bringen. Ihr druckt euch zusammen in euren zwei Wänden und denkt, das ist das Leben. Sprengt die Hüllen, entfaltet euch, zeigt Form und Farbe! Wiegt euch im Jrühlingswind, seht über euch die Sonne am blauen Himmel und unter euch Schneeglöckchen, Veilchen, Märzkelche und Krokus erblühen, bald kommen dann die ersten Schmetterlinge angeflogen — ihr werdet staunen, nur mutig, entfaltet euch!" Und l'e entfalteten sich, von Sonnenstrahlen unterstützt, aber diese hielten sich nicht allzulange auf, Wolken vertrieben sie schnell wieder, und nun saßen sie da, die Blättchen, und wollten die Schönheit der Welk genießen. Sie fabyi nach oben: graue Wolken, ans denen es weinte. Sie sahen nach unten zu den versprochenen Märzkelchen und Krokus; aber da stan- den nur ein paar zerzauste, zitternde grauweiße Din- ger. „Sind S,e Schneeglöckchen?" fragten die Blöt- ter. "Leider ja, kam die Antwort, „aber wir kennen uns selbst nicht wieder. All die anderen Jahre traten nur m Massen auf und läuteten den Frühling ein, wir zogen am liebsten in einer schönen, breiten Polonaise um das Gartenbeet, und hinter dem Gitter gingen dann die Leiste vorbei und sagten: „Wie ^'äend!" Und wir klingelten ganz leise mit unseren Glöckchen, das war das Zeichen für den Krokus, ans Lageslicht zu fommen. Aber bei diesen, Wetter! Man beschinutzt sich die Kleider, der Wind reißt st? in Fetzen, wir sind vollkommen heiser vor Erkaltung und können nicht klingen", und sie schüttel- Veit. '» i# ®ie«. ‘Jorttaj tut ‘ * fit? y« mX Swte.™ ,^>«L S ’M Oboe. 1 Dauer- ^S jkoischen der 'pwch Prof. & ALvekrreichr tCT Dezchoig. Ib das Reich. MhungenDWn ' der Wolga, "sche ®e|elh Europas im Ein- W bes ZBolgabeuh -Komitee, bas m allen Fragen My M $n bestrebt sein, durch Eichungen in d'e Wolgadeutsche Sendung deutscher c n in die Dvlga- n der Gnl|enbuno r Lachverständiger bearbeiten, für -le "" itiergünftigun. nb Mittelschulen ,*.u Aast. 4>- * eigfc »£?** ° minen, 4anE eslzestellt. ■ bei Rom aujgejun- itaestelll worden, Es tswelcheWeije . Die Obduktion der bah ein Schlag- irb allerbings von •it jugegeben, dnh J erfolgt ist, nchdemie. stdium beabsichtigl, der Schaustellungen lharakter von gro- noht, einzuschreiten, von neuen jungen erben. iibitolien. ere schwere Stürme Iche von starken ; >en. Der Besuo ist j it Temperatur in Florenz wird bc- e in ffmpoli und lkerung stark be- lhWtstck. 'N 13. März 1926. ommt aber ^y licher zu. Ms.Auch r Winter, un 2°min°l •Ä fftvs 55-.X L, sollen die von, monatelang 9.IHDereinslokal, Versammlung. — Lichtspielhäuser wie Samstag. — Palastlichtspiele: Persönliches Auftreten des Filmkomikers Charlie i - dem Sketsch: „Ein Blick hinter die Kulissen". Bismarckfeier. Der Bezirksverband Givi ea des Hess. Vaterländischen Blocks, der ''manehr 30 Verbände umfaßt, veranstaltet am ^üontaq, 22. März, eine Bismarckfeier, bei der Professor Bauer (München), der Präsident der vereinigten Vaterländischen Verbände Bayerns, i i ? (Sefcenlrebe über „Bismarck und seine Erben" I;eiten wird. (Räheres in der heutigen Anzeige.) L. U. Von der Landesunivcrsitäl Gießen. Dem Gerichtsassessor Dr. Georg (Ziffer wurde die venia legendi von der Juristischen Fakultät für das Fach des Bürgerlichen und Römifd)en Rechts erteilt. ** D i e Zeppelin-Eckener- Spende in Gießen hat bis jetzt den Betrag von insgesamt 3830,15 Mk. erbracht. Davon entstammen 1849,10 Mk. den Haussammlungen, der übrige Teil ist durch freiwillige Spenden der Bürgerschaft bei den hiesigen Geldinstituten aufgebracht worden. Das Ergebnis bleibt bis jetzt leider hinter den Erwartungen zurück. Hoffentlich findet das große nationale Werk auch hier noch eine starke Förderung. ** Ein Vorschlag an die Reichsbahn. Wie überall an den größeren Bahnhöfen sind auch in Gießen große Tafeln angebracht, auf denen die Zeiten der ankommenden und abgehenden Züge verzeichnet sind. Das ist ganz gut. Aber während diese Tafeln an anderen Bahnhöfen, z. B. in Marburg und Wetzlar, in der Vorhalle vor der Sperre aufgehängt sind, befinden sie sich in Gießen innerhalb der Sperre, hoch und weit genug, um von den noch außerhalb der Sperre Sammel-Mppen für die Sonderbeilagen zum Gießener Anzeiger Mappe für Heimat im Bild 1924/25 oder 1926. Stückpreis R.M. 1,50 Mappe sürGießenerHamilienblättei 1925 oder 1926. Stückpreis DM. 1.50 Sonderausgabe von Heimat im Bild Jahrgang 1924/25 Aus holzfreiem Papier gedruckt und in Salbleinenband gebunden in beschränkter Anzahl zum Preis von A.-M. 10.-. Bestellungen durch Postkarte oder durch die Trägerinnen Verlag des Gießener Anzeigers befindlichen Personen nur mit Mühe oder gar nicht gelesen werden zu können. Wer noch sehr gute Augen hat, kann die Ziffern, die die Fahrzeiten melden', sowie die Nummern der Bahnsteige auf 5 bis 6 Meter Entfernung erkennen, die neben den Ziffern stehenden Bemerkungen (wie wochentags, nur Samstags, nur bis Londorf ufw.) aber nur mit Hilfe eines scharfen Feldstechers. Erschwert ist die Erkennung der Zeitzahlen in letzter Zeit noch durch die Versetzung des Buchhandelsstandes zwischen die Sperr-Ein- und Ausgänge. Der Buchhandelsstand steht mit dem Rücken gegen die Schalterhalle. Der Bahnoerwaltitng fei deshalb empfohlen, die Zeittafeln an der Rückwand des Bücherstandes anzubringen, sofern keine geeignetere Wandfläche für diesen Zweck zur Verfügung steht. Wer sich schon innerhalb der Sperre befindet, hat meistens bereits Kenntnis von den Fahrzeiten, der Draußenstehende aber nicht. Den „Weitblick" der Bahnverwaltung in Ehren, aber der in vorliegendem Falle entschuldbaren „Kurzsichtigkeit" des reisenden Publikums sollte auch Rechnung getragen werden. " Die Reifeprüfung bestanden haben zu Ostern am hiesigen Gymnasium 10 Abiturienten, die sämtlich von der mündlichen Prüfung befreit teuren; im Herbst 1925 hatten 9 bestanden. In der Oberrealschule bestanden sämtliche 25 Abiturienten, darunter 3 Damen, die Prüfung. *• Zur Ausarbeitung eines kleinen Führers durch Gießen und Am- g e g e n d sucht der Berkehrsverein eine Anzahl guter photographischer Ausnahmen. Er wendet sich im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes an die Berufs» und Amateurphotographen unserer Stadt mit der Ditte um Förderung. Man beachte die Anzeige. ** Oberhessischer Kunstverein. Es sei darauf aufmerksam gemacht, dah die derzeitige Ausstellung, welche hauptsächlich Werke Der Künstler Carl Fries und Johannes Ködding umfaßt, morgen Sonntag, 14. März, zum letzten Male geöffnet ist. —d. Städtische Brennholzverstei- gerung. Bei der gestrigen Brennholzverstei- gerung im Staötwald wurden folgende Preise geboten: Duchenscheiter 18 bis 20 Mark, Eichen- scheiter 12 bis 13 Mark, Kiefernscheiter 13 Mark, Fichtenscheiter 8,50 Mark, Duchenknüppel 13 bis 14 Mark, Eichenknüppel 11,40 Mark, Kiesern- knüppel 11 bis 12 Mark, Fichtenknüppel 8 Mark, Buchenstöcke 9 Mark. Eichenstöcke 8,50 Mark, Fichtenstöcke 2,80 Mark je Raummeter, Buchenwellen 38 Mark, Eichenwetlen 25 Mark je 100 Stück. ** Zur Ablösung öffentlicher Anleihen. Durch die 4. Verordnung des Reichsministers der Finanzen zur Ausführung des Gesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen ist die Frist für die Anmeldung der Markanleihen des Reiches zum Umtausch in die Anleiheablösungsschuld, sowie die Frist für die Beantragung von Auslosungsrechten bis 31. März 1926 verlängert worden. Mit einer weiteren Verlängerung der Frist wird nicht zu rechnen sein. ,v' Der Freiwirtschaftsbund FFF, Ortsgruppe Giehen, veranstaltete im Katholischen Vereinshaus einen Vortragsabend, bei dem der Schriftleiter der Freiwirtschafts- Zeitschrift, Otto Lautenbach, über das Thema: „Das Grab der europäischen Arbeit, die Verewigung des Massenelends" sprach. Der Redner beschäftigte sich zunächst eingehend mit den Llrsachen, durch welche die auf Spaa, Locarno MIR Brandl Neuen Baue 22 Tel. 1085 für Passanten und Tauermieter Wohnung mit guter verostegtmg Mk.3.b0,4.—u. höher pro Tag. i$»iD Zum 1 April möbl. Zimmer znvermteien 6l630 Ludwiqstr. 45 II. Sckön möbliertes Zimmer zu vermieten. [01405 Labnstr. 15 v., r. 2 nett möblierte Zimmer mit feo. Eingang an einen Herrn z verm. 01T« Weftanl. 48 I, KU" Zimmer zu vermieten 01775 coMl.'Wl.'vl-Ki. NälieBalnrlwf und Stabt sehr schönes Zimmer in autein Hause Hörnsheim. 12. März. Die Maul- und Klauenseuche ist hier erloschen. Der Ort und Gemarkung umfassende Sperrbezirk ist in ein Beobachtungsgebiet urngetegirdelt worden. <> Oberfleen, 10. März. Wie in den Vorjahren, so hat die hiesige Gemeinde auch in diesem Jahre ihr Nutzholz mit demjenigen der Nachbar- gemeinben Niederkleen und Ebersgöns gemeinschastlich versteigert. Während die Preise für das Holz der Gemeinden Oberkleen und Ebersgöns befriedigend waren, wurden für das Holz der Gemeinde Niederkleen derart geringe Erlöse erzielt, daß diese Gemeinde die Versteigerung nicht genehmigte, ihr Holz vielmehr noch einmal öffentlich ver- fteiaern will. Bei der Versteigerung wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Eichenstämme 3. Klasse 70 Mk., Za-Klasie 100 Mk., 4. Klasse 110 Mark, 5. Klasse 120 Mk., 5a-Klasse 150 Mk. je Festmeter: Eichennutzscheiter (Küferholz) 55 Mk. pro Raummeter: Fichtenslämme ls-Kl. 23 Mk., Ib-Kl. 16 Mk., 2a-Klasse 15 Mk., 2b-Klafse 14 Mk. je Festmeter: Fichtenstangen 1. Klasse 2 Mk., 2. Klasse 1,90 Mk., 3. Klasse 1,10 Mk. je Stück: Kiefernstämme lb-Klasse 13 Mk., 2aKlasse 16 Mk., 2b-Kl. 22 Mk., 3b-Klajse 41 Mk., 4a-Klasse 50 Mk. je Festmeter: Eichenpsahlholz 11 bis 11,50 Mk. je Raummeter. Eine seltene und im Gegensatz zu der Regel stehende Erscheinung ist es, daß bei dem Eichennutzholz für die Stämme der schwächeren Klassen höhere Preise erzielt wurden, als für diejenigen der stärkeren Klassen. <> Niederkleen, 12. März. Bei der hiesigen Autzholzversteigerung wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Kiefern-- stämme Klasse 1b gleich 18 Mk. je Festmeter. Kie- fernstämme Klasse 2a gleich 19,50 Mk. je Fstm.» Kiefernstämme Klasse 2b gleich 23,50 Mk. je Fm., Kiefernstämme Klasse 3a gleich 27 Mk. je Fstm., Kiefemschichtnuhholz (3 Meter lang) 35 Mk. je 3 Raummeter. Kreis Biedenkopf. . Aus dem Kreise Biedenkopf, 12. März. Die Kreistagsabgeordneten Zakob Schwarzentraub, Hof Bubenrod, Karl Schäfer- Raunheim und Zoh. D e b u s haben ihre Mandate als Kreistagsabgeordnete niedergelegt, weil sie zu Mitgliedern des Kreisausschusses gewählt worden sind. T Waldgirmes, 12. März. Trotzdem viele Einwohner von hier ihren Bedarf an Brennholz auswärts gedeckt hatten, hielten sich die Preise bei unserer jüngsten Holzver- steigerung auf der Höhe. Es Mieten pro Raummeter: Buchenscheit 16 bis 18 Mk., Knüppel 10 bis 13 Mk., Buchenreiser (8 Meter) 32 bis 40 Mk.. Eichenscheit 8 bis 10 Mk., Knüppel 7 bis 9 Mk.. Tannenscheit 6 bis 7 und Tannenreiser (8 Meter) 12 bis 17 Mk. Sehe Haushaltung bekommt noch einen Meter Buchenscheit zu dem Einheitspreis von 16 Mk., da das seitherige freie Losholz wegen der hohen Gemeinbeausgaben für Wasserleitung in Wegfall kommt. Doch müssen erst noch 100 Meter dazu gefällt werden, wozu die Forstbehörde nachträglich ihre Genehmigung erteilt hat. Durch den starken Windfall im Sommer mußte nämlich gegen den Hauerplan zuviel Rutzholz gefällt werden: über 400 Festmeter in einem Distrikt. Bei der Zusammenlegung will man diesen wässerigen Boden als Wiese und dafür einen geeigneteren als Wald anlegen. Dillkreis. WSR. Dillenburg, 12. Dlärz. Vermißt wird seit einer Woche der 14jährigs Schüler Alfred Becker aus Bellersdorf (Kreis Wetzlar). Der Knabe war von seinen Eltern nach Dillenburg geschickt worden, ist dort aber nicht angekommen. Auf dem Wege dorthin ist er zum letztenmal gesehen worden. bl. Dillenburg, 12. März. Dieser Tage fand im hiesigen Kreishaus eine Konferenz statt, an der sich Vertreter der Reichsbahnverwaltung, des Kreises und der Gemeinden sowie der Industrie beteiligten. Eingehend wurde über die Weiter- sührung des Bahnbaues der Strecke von Haiger nach Gustcrnhain verhandelt. Es darf angenommen werden, daß in aller Kürze mit dem Bau der Strecke bis nach Rabenscheid begonnen wird. — Die Autobuslinie von hier nach Steinbrücken-Laasphe bleib' weiter in Betrieb. Kreis Usingen. !— I Brandober ndorf, 12. März. Zu der hiesigen Gemeindebrennholzver- fteigerung hatten sich außer den Cinheimischc.n auch Käufer aus dem Solmsbach-, Wetzbachtal und der Wetterau eingesunden. Die Preise Larea etwas gedrückter als bisher. Für den Raummeter Eichenknüppel wurden 9 Mk. gezahlt. Eichen- wellen fanden keinen Absatz. Der Raummeter Buchenvollscheit erzielte einen Preis von 13 Mk. Buchenlnüppel kamen pro Klafter (4 Rm.) auf 38 Mk., 100 Buchenwellen kosteten 10 bis 12 Mk. Birkenknüppel fanden mit etwa 9 Mk. ihren Käufer, 100 gute Durchforstungswellen gingen mit 14 Mk. ab. Radelholzscheit und Radelholzknüppel wurden pro Meter mit 3 Mk., Radelholzreiser- knüppel mit 1,20 Mk. der Meter bezahlt. Maingau. 'WSR. Höchst a. M, 12. März. Wie Stadtbaurat Wempe in der gestrigen Stadtverordnetenversammlung mitteilte, wird den Stadtverordneten demnächst eine Vorlage über Straßenbauarbeiten zugehen, deren Kosten auf über eine Million beziffert sind. Turnen, Sport und Spiel. Rademacher hält seinen Weltrekord im 20V-Meter-Bruftschwimmen. R e u h o r k, 12. März. (Kabeldienst der TU.) Rademacher legte gestern im 200-Meter- Brustschwimmen in Brookline (im Staate Massachusetts) die Strecke in 2,5 0-Minuten zurück und hielt damit seinen eigenen Weltrekord. Buntes Merlei. Die deutsche Auswanderung. Die überseeische Auswanderung aus Deutschland ging seit 1895 mit 120 089 Auswanderern vor dem Kriege fast ständig zurück. Von 1921 mit 23 451 flieg sie 1922 auf 36527 und erreichte ihren Höhepunkt 1923 mit 115 416. 3m ersten Jahre der befestigten Währung betrug sie nur 58 328, ist aber 1925 wieder etwas auf 62 643 gestiegen. Abgesehen von Bremen mit 435 Auswanderern auf 100 000 Einwohnern und H arnbur g mit 298 war der wanderlustigste Stamm wieder der alemannische. Aus Ba - den wanderten 201 auf 100000 Einwohner aus. aus Württemberg 190. Beide Länder übertreffen Schleswig-Holstein mit 182, Pofen-West- preuhen mit 175, Hannover und Oldenburg mit 101, Hohenzollern mit 88, Thüringen 84, Dachsen und Pommern 75, Braunschweig 74, Hessen 72, Hessen-Rassau unb Waldeck je 69, Ostpreuhen 66, Brandenburg 61, Westfalen 58, Rhei n- Provinz 57, Reichsdurchschnitt 93. Die Ursache der Lxplosionskalastrophe in Moabit. Die älrsache der am 18. Januar d. 3. zu Berlin-Moabit erfolgten Explosion, worüber wir verschiedentlich berichteten und die neun Todesfälle und viele Verletzungen im Gefolge hatte, ist nunmehr durch den Sachverständigen Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Hofmann, Ordinarius für Chemie an der Technischen Hochschule Char- lottenburg, aufgeklärt. In dem ausführlichen Gutachten kommt Herr Hofmann zu folgendem Schluß: Die Explosion im Hause Kirchstraße 9 zu Berlin-Moabit läßt sich wegen ihrer außerordentlich hohen Drisenz nicht auf LeuchtgaS- luftgemische zurückführen. Es ist aber anzunehmen, daß aus dem sich zersetzenden Chlorkalk int Laden des Mahns größere Mengen Sauerstoff frei wurden, welche die Brisenz eines an sich schwächer wirkenden Brenngas-Lustgemisches erhöhten. Als Brenngas kommeit zunächst Benzindäinpfe in Betracht, weiterhin vielleicht auch Azethlengas. Die Annahme einer Leuchtgas-Sauerstoff- Luftexplvsion'ift auszuschliehen. Ein nach sechs Jahren aufgeklärter Mord. In Kunow (Pommern) an der Straße wurde im Oktober 1919 der Hofbesitzer Gehrke erschossen. Jetzt hat die Polizei als Täter den Dachdecker Jahns ermittelt und verhaftet. Als Mittäter wurden ein Milchhändler Hackbarth und ein gewisser Wolters festgenommen. Die Täter sind geständig. Vier Bergleute verunglückt. Durch einen zu früh losgehenden Ächuß sind auf dem Kalibergwerk „Wittekind" bei Volpriehausen (Kreis Gislar) vier Bergleute verunglückt. Zwei von ihnen wurden mit schweren Verletzungen in die Göttinger Klinik gebracht. Schwere Einsturzkatastrophe. Auf der Hütte Michelville in dem unweit der luxemburgischen Minette-Metropole Esch gelegenen französischen Dillerupt stürzte dis 80 Meter hohe Esse der Hochöfen 3 und 4 mit großem Getöse zusammen, als gerade einige Arbeiter an der Spitze mit Reparaturen beschäftigt waren. Diese sowie mehrere am Fuße der Esss stehende Arbeiter wurden unter den Trümmern verschüttet. Eine Belegschaft von zwanzig Mann hatte gerade das D<»ch der zerstörten Gießhalle verlassen, sonst wären auch sie ein Opfer der Katastrophe geworden. Die Zahl der Opfer beträgt schätzungsweise zehn Tote und viele Verwundete. 3 Einsen lieber Raum ta. 70 qm grojp, im Zentrum neleaen,sofort zu vermieten. Schrift!. Slnaeb. unter 2382D an ben Gieß. Anz. i Mietgesuche Junges, rubigeö Ehepaar (Kaufleute, utel anf9teifen) sucht iür sofort 1—2 leere Zimmer evtl, mit 51 liebe. Schr. Angeb. unter 01797 an bett Gieß. Anz. zv-Tn - rrinnarirryrjTyfM.n n eeeeeeeeeeee Student lucht »nm nächsten Semester * Zimmer in gutem Hanse. Sckr. Aimeb. unter 2337D a. d. Gieß. Anz. Suche für Studenten Wohnung. Z- H. Steuernagel. Nied.-Breidenbach leeres Zimmer evtl, mit Kabinen, für sofort od. später gesucht. Schriftliche Angeb. unter 01783 an den Gieh. Anz. | Wohnungstausch! Woimungsieuseli. Tausche meine schöne sonnige 6-Zimmcr Wolurung m.Badc- und Maniarden^tm- mer, in befter Lage, gegen 3-4-Simmer Wobnuna in guter Lage. Schrift!. Angebote unter 01751» an den Gieß. A n,. Infolge eines Schlaganfalles starb plötzlich unser lieber Vater Herr Friedrich Schreiner, Rentner Frau Louise Schneider geb. Kreiling im Alter von 62 Jahren. von ihrem schweren Leiden erlöst Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schneider Gießen (Kirchenplatz 5), den 12. März 1926. Die Beerdigung findet in der Stille statt Von Beileids- aus statt besuchen bittet man absehen zu wollen. 2376D 2350D ■ Leipzig, den 3. 2. 1926. 2371C gesucht. Hem Friedrich Sauer, Gotha. 01746 sucht In tiefer Trauer: 01777 Klein-Linden, 12. März 1926. Familie Bechthold, 2327 D sucht. Weinstuben öthmaali. Stellenangebote! Fast neues, komplett. au 01774 kamen. Gut erhaltene Zink Gießen, den 12. März 1926. 2348D | Verschiedenes Reiskirchen, den 12. März 1926. 01792 Danksagung, | Stellengesuche) Grüningen, den 11. März 1926. Ol T8e Alleinvertretung SU Steinbacher Str. 4. Suche 5—7 Zimm., Erdgeschotz ob. erste Etage, ob. 11. HauS. Biele 7Z., L Etage, in bester Vage, nahe Hell ler. Schriftliche Angeb. unter 01766 a. b, Gietz. Ans- erb. Louis Detter, Katserallee 15. MM Treffpunkt: 8", Uhr im Bereinslok. [e,7D Me ne fige hinge Cafd Astoria (Nicken, Mockstr. 3. Ein leichter Wagen 1 Egge eis. Pflug verkaufen. 01761 Garbenteich, Eo. Fraulein 24 I., auS gut. Fam., bewanberr t. Kochen, sowie in allen Hausarbeiten, kinberlieb. sucht Stellung als Stütze b. Hausfrau, wo Hilfe vorh. Fami- licnanfchl.erm. Gute Zeugu. vorh- Schr. Ang.u.2334Oa G.A. Gut erhaltener ©ehtod-ülujUQ für kl , schmale Fig., bill. zu verk. 01692 Wieseck, Marburger Str. 9. Kellner- iehrling Sohn achtbarer Ellern, zu Ostern ne- Maschinen- Knopflöcher fertigt sauber und preiswert an H. Becker Kaiser Allee 18 Ü18OT Ein Wohnwagen zu verkaufen ober zu vermieten. Schriftl. Angebote unt 01799 an d. Gietz. Anzeiger 9Znbe bes flieuen Friedhofes zu ver Damen- u. Herrenrad billig zu verk. 01731 Marktstraste 14. fer En tischen Kinzenbach HauS Nr. 70. Fräulein 21 I., im Hanöhalt, Kochen unb Nähen ers, jucht Stelle als Stütze, möglichst mit Fant. Anschl. Schr. Angeb. unter 23350 an b. Gietz. Anz. erb. Zum 1. Avril ober früher zuverl., tücOt. Mädchen ober Stütze bie selbständig kocht unb schon in guten Häusern war, für kleineren Herrschaft!. Haushalt bet gutem Lohn gesucht. Evtl. Retsevergülung. Persönl Borstellg. mit Zeugn. 101742 Liebigstraste 17 II. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 103/4 Uhr unsere innigstgeliebte, unvergeßliche Tochter und Schwester Biete: Schöne 2 Zimmer' Wohnung mit Balkon, 1. Stock, ruhige Vage. Suche: Schöne 3—4-Zim. Wohnung, part.sod. 1. Stock, evtl, zum 1. Avril 26. Schriftl. Angebote unter 01805 an ben Gietz. Anz. erbeten. Frau Marie Spamer geb. Jockei und Kinder. badewanne billig zu verkauf. Liebigstr. 13 I. Schlafzimmer änderst preiswert, Alte Geige auch reparaturbe- bürslig, zu kaufen gesucht. Schr. Ang. mit Preis unt. 01740 an den Gied. Anz. zu kaufen gesucht. Offerten mit Matz- anaabe an 101791 Baugeschäft Abermann. Antiker fikioe-istaal lBarocki preiswert zu verkansen. Zu erfragen bei Herso, Plockürade 5 2373h Schreiner lehrling Lehrling aus guter Familie Für junges,löVriahr. Mädchen ÄS. in Franks. a.M. eine Ni 111 e l- u n d Hand e i S- schule befucht hat, Stenographie unb Schreibmaschine beherrscht, wird Stellung auf Bureau evtl. Bureau u. Berkans ges. Familien- anschlud Bebingung. Schristitche Angebote unter 23670 nn den Gied. Anzeiger mit Zubehör u. einigen Hörern zu verk. Herso, til0h Plockstraste 5. verkaufen. 2302 0 Steinstrastc 78 v. Suche Lcbrstellc als Schreiner ober 23640 Wagner Zu erfragen in der GeschäftSst. d. (ti. A. Kalenderbücher billigst bet 2309h Herso, Plockstrade 5. Bandsäge m. Kngcllagerung, 700mm))tollenburch- messer, schwere gutz- eiserne Maschine, änderst preiswert abzugeben. 01757 Älusterdem: Kreissägeiasche in. Kugellagcrung n schiverem, schmie- beeisernem Untergestell, änderst billig. 8. AM, Lick, Telephon 54. Erzeugnisse: Frischwurst, Rohwurst, Fleisch, waren, Konserven, Würstchen und Schinken. Leistungsfähigkeit :Tausend Schweine und Für die herzliche Teilnahme an unserem schweren Verluste bitte ich auf diesem Wege unseren innigsten Dank entgegennehmen zu wollen. Insbesondere noch vielen Dank den Einwohnern von Grüningen. Gut erhaltene Bem-Anzüge zu verkaufen. 01752 Liebigstrade 58. Zwei 5®reiö- mofHinen zu verkaufen Näh Herso, .•siih Plockstrade 5. Bergneustadt, den 12. März 1926 Schlosser- Lehrling LU Cfictit gesucht. Ph. Volkmann Heuchelheim 01795s Wilhelmsir. 35 Die Beerdigung findet am Montag, dem 15. März, vormittags 1 PA Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes in Gießen"* Zu Anfang Juni wird für besseren Villen - Haushalt in Giehen erfahrene Köchin gesucht. Grünblicke Kenntnis der guten bürgerlichen Küche undUebernabme damit verbundener Nebenarbeiten, wie Einrochen, Backen ufw. Voraussetzung. Gleichzeitig wird tüchtiges, saubere? .ßauslMlhcn das schon in besserem Hause tätig war, gesucht. Es wollen sich nur Bewerberinnen m. besten Zeugnissen melden, dieWert auf Dauerstellung legen. Näheres in der Geschäftsstelle d. Gies;. Anzeigers. (23160 einige Hundert Rinder täglicher Schlachtung. Bewerbungen erster fachkundiger, überall bestens eingeführter Verkaufskräfte schriftlich. Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. März, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause Hügelstr. 9 aus statt. Ein prima Russenpferd = ein- u. zweispänn. zuqfest, zu verk. Dammstr. 32 zu machen worben lin jtoel w Mtztn al C; nv ber LalÄ worben nehmen. Lanbes-U einer Sch ber Stud amt' für ren ausb versiiat ir bleme be in Hessen tnlfäeibtn rufen ift". 3n ben Tchulzattm N. Rrs zwei weil bie Pläne Die P lenbsie an in Deuis bebeulef, von einei deren So rung bes! fahr in si fyrautbill btufffyn ’ft bie Zei oersstätsleh was sie bei sonders die feyliches (= Win: da Lateinisch, vom Real Englisch ki nasium, be Bringer lÄnrwf empsiehlr billigst Äoblcnboiibhtufl Sckäscr, 23510 Licherstratze 9 Stadttheater Sonntag, 14.März 22. Sonnkag-Av. vrst. von 7 bis geg. 9V, Uhr Sie legte Hunt. Schailsptelin3Akien von Heinz Müller vom Borne. Dienstag Itz.März 2Z.DlevSlilg-AV.-0rst. von 71/, bis 10 Uhr Minna von Barnhelw. Lustspiel m5Aufzüg. von Lessing. Mittwoch 17 März 2Z.Mililv0S-AH.vkst. von 6**0 bis 10 Uhr SWn fflariio Operette in 3 Akten von Kalman wreitag, Itz.März, 24. Zrellag'Av.-vrst. von 7'/r b. geg. lOUHr Sie letzte nortit Schauspielin3Akten von Heinz Müller vom Borne. Sonntag 21. Mär; 23. Sllvlllog-AV.-vkst- von 7 bis 10 Uhr Die ZörsterLrislel. Operette in 3 Akten von Jarno. M14c WM der bereits in der Papier- und Pack- mtitelindustrie tätig ist, wird Gelegenheit gegeben, durch Mitnahme einer gesl. Musterkollektioii in Kleinkartonnagesein Eink. durch eine angemessene Prov zu erhöhen. Gesl. Zuschrift mit Angabe von Referenzen unt. 01754 an den Gied- Anzeiger erbeten. Miiiiogtali. 3 Zimmer mit Zubehör unb grodein Raum, für jedes Geschäft als Werkstatt oder Lagerraum geeignet, nebst oroüem Hof mit Einfahrt, in- inftteu der Stadt gelegen, bei 36 Mk. monatlicher Frte- densmiete gegen 4'Zimmerwohnung zu tauschen gesucht. Schriftl. Angebote unter 01782 nn den Gietzener Anzeiger. Einige Ztr. gutes Wiesen- heu zu verkaufen. 01707 Wieseek, Giehener Str 133. Tüchtiges r"7e, selbständiges Mädchen mit guten Zeugnissen tu kleinen Haushalt bet angenehmer Dauerstellung gesucht. Rinn, An der Johanneskirche 3. Heute mittag I V- Uhr wurde meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Suche für meinen Sohn mit Ober- sekundareise MM auf kämm. Bureau oder Geschäft. Sckr. Angeb. unter 01784 an den Gied- Anzeig. Fleisch warenwerke, Oldenburg i. O. »Deutschlands Musterbetriebe“ Heuel . .Die i ihrem Denen wi Hier eine Freu oMnffurt Bioiomm gut erhalten, möglichst B. M. W.- od. V.-Rad, gegen zu kaufen gesucht. Schr Angebote mit Preis, Fabrikat. Stärke u. Baujahr unter 01764 an den Giedener Anzeiger j Verkäufe | Verkaufe einen schweren, fehlerfreien, zugsesten, 5jährigen Wallach Fuchs mit Hellern Behang: derselbe ist ein- u. zweispannig gefahren. 23320 Stephan Pitz, Albehanseu, Kreis Marburg, Bahnstat. Halsdorf. SctaUr evtl, zwei, zum Ausstellen abzugeben. Schriftl. Angebote unt. 01741 an den Gseff. Anz Hndcta in unsere Haus- u. Kiichengerätehandl. gesucht. 01776 Friedrich fleyils Solin Seltersweff 12. Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme bei unserem schmerzlichen Verluste sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sprechen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank aus. In tiefer Trauen Familie Albert Langer Fritz Vetzbergcr und Frau geb. Langer Theo Stark und Frau seh. Langer August Langer. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am 12. März, mittags 2l/3 Uhr, unser heißgeliebtes, unvergeßliches Töchterchen, Schwesterchen und Enkelchen Gertrud im zarten Alter von 1 Jahr nach kurzer, schwerer Krankheit zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefem Schmerz: August Felsing und Frau Ottilie geb. Holler und Söhnchen Familie Ferdinand Felsing Familie Wilhelm Holler. Eberstadt, den 12. März 1926. Die Beerdigung findet Montag, den 15. März, nachmittags 2 Uhr, statt. 2375D und die : Machten euien 9CI höheren ohne ° Ostern W 1928 crj> M ft M DM Ä- iE llniotrfilok Mju Z" ich^rzubr -ouptsache eigene der San Die Le von den 1 legt mord- Mer da achtenswe nur die treffliches und »ms auch mal Methode sind vehe Lehrpläm rüst. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen David Engel. Eine junge, FrieSl. Kuh 16 — 18 Liter Milch gebend, mit ob. ohne Kalb zu verk 01741 Wicserk, Giehener Straffe 7p. Herrschaftliches LWOW nahe Bahnhof, enih. groffe Wohnung mit Zentralheizung und Varkeitböd., zu günstigen Beding, wett unter Preis zu verk. unb eine 7-Zimmer- wnhnung beziehbar iinTaiischgeg. bessere 4—5-Zimnierivohn. Näberes durch Schaumöerger & Sohn Ludwtgstr. 30. *-"'u zur sch Bon 111 Anständiges Mädchen sucht 2—3 Stunden iiactimittagS Arbeit in kl. bess. Haushalt. Schr Ang. unt. 01780 an den Gietz. Anzeig. Besseres, tüchtiges Mädchen sucht Stellung in ruhigem Hause, mit Familtenanschlutz. Schr. An geb u. 01804 an d. Gietz. An», erb. Vereine Gesangverein Welt Sonntag den 14. März, abends Garten 532 qm. aus d. Sand, mit Bäumen, Brunnen u. GeräiesäuS- chcn, zu verlaufen. Schr. Ang. u. 01751 an den Gietz. Anz. Verkaufe, da überzählig, 5-P. S.- Benzolmotor stat, w. gebr., garantiert betriebst Näheres bei 0,770 Schmiebem. Becher, Bersrod. | Kaufgesuche | Eiserne Schriftliche Heim- arbeitgefucht. Enin- fehle mtchgleichzeiiig im Beitragen von Büchern.Schriftliche Angebote unt. 0178t an ben Gietzener Anzeiger erbeten. Weist emailliertet Herd «linkes Rohr) zu verkaufen ob. gegen solchen mit reckt. Rohr zu tauschen. Hebbel, Lang-GönS. 2330 D -eit des bat dar Mgelech m e LuffeU keil lebha Vertreter für den Berkaus mein. Holzrouleanr u. Faloiisicn gesucht. Hohe Provision. Karl Riefel, Nenrode i. Schl. Monoll. öis 500 Marl verdienen strebsame Pers, allerorts als nebenberuflich durch Nebern, e. Versand- Filiale s.konkurrenz- lose Haush.-Konsum- Schlager. Glänz. Anerk^ fteb. Versuch eine Bestellg Vom Schreibtisch aus zu letten. Für jederm. geeignet. Verl. Sie Prosv n.Anl. kostenfrei. Ang. u.L. 6. 304 n.„Ala“-3aaseusteln & Vogler, Leipzig. 1M4 (Ein Schmiede geselle ul Hnsbeschlag-Prü- sung ftnbet Dauerstellung bet 01787 3oö. Zosel 6roolö Schmied, Ocke ladt b.Friedberg hiesige 81’ n brlk lucht zu Ostern 1926 kaufmännischen MW mit höherer Schulbildung. Selbstgeschriebene Bewerbungsbriese mit Le- benölaus unb Zeugnisabschriften erbeten unter 23520 an ben Gietz Anzeiger Chauffeur gcl. Autoschlosser, seit 1913 i Fach, Führer fchein I, II u. IHb, sucht sich zu verändern. Schriftl. Angeb. unt- Q1758 a. b. Gietz. Anz- Tlicht'ger, selbstänb. Bäcker sucht Stelle. Sckrisil. Angeb. unter 23680 n. b Gieitz. Anz. erb Zerkel frisch eiuoetroncn. Salzböden. 0,735 Mühle. Martha im Alter von 10 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit zu sich zu rufen. 3$ bir K. $inI BÄ & QUV Ä «nein. CT 6i, tootnit H K/ ml, Mite. ; Uerund yenJdmir Aszril hi iln« < fr Mr. Unterricht in Reichskurzschr. u. Stolze Schrei) ert. Nordanlage 19 1. Unterricht in Latein gesucht. Schr. Angebote mit Pretsang. unt. 01762 an den Gietz. Anz. An meinem Nähkursus könnennockMädchen teilnehrnen, auch halbe Tage- unb stundenweise. 01771 G. Hikmet, Ludwiattraste ß. Herr sucht guten Privat- Mittagstisch. Schr. Ang. u. 01767 an den Gietz. Anz. Allein-Berkaus Mtarlü-Wer w. k. c. Sloeiuerö Kreis Günstig.Teilzahlung A. Ruhl, Klein • Linden, Pffngstweide. 1R«D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen hiermit innigsten Dank Beschlagnahme- freies Anwesen in bevorzugter Vage von Gietzen, ßstöckig, 250 qm bebaute Fläche, als Verwaltungsgebäude, Schule, Sanatorium ob. Wohnungen geeignet, preiswert bet 30-40 000 ./< Anzahl, zu verk. Näh. durch SKllunilmgerLSolin, Ub7S Vnbiötflitr. 30. Eine In tiefer Trauer: Emmy Boller geb. Schreiner Frieda Schütte geb. Schreiner Richard Boller Dr. Theodor Schütte. Was Ich Ihnen schreibe? Na, hören Sie: Von Natur aus langes volles Haar, das ich noch heute trott meiner 36 Jahre besitze, war ich immer darauf bedacht, mir es tu erhalten. Ein mit vieler Reklame angepriesenes Haarwaschmittel sagte mir nie zu, sondern ich nahm meine Toilettenseife. Ich war aber ganz unglücklich, denn mein Haar war trotz der Wäsche ent. setzlich fettig und dunkelte. Da las ich denn eines Tages: „Keine Frau, die Lavaren brauchte, benutzt je wieder ein anderes Kopf- waschpulper.“ Ich lächelte skeptisch, probierte aber auch noch dieses Mittel und habe nun wirklich das Gewünschte gefunden. Ich bin tatsächlich begeistert davon, das Haar glänzt wundervoll, ist duftig und frisiert sich leicht, ich bin ganz stolz. Komme ich einmal zur Friseuse, so ist sie jedesmal über das schöne Haar entzückt and über den kräftigen Nährboden. Ich gebrauche Lavaren seit einem halben fahre und kann nicht mehr umhin, Ihnen über dieses Naturprodukt meine volle Anerkennung auszusprechen. Bel seiner Milde entzieht es dem Haar weder zuviel noch zuwenig Fett. An Haarausfall habe ich nie gelitten, jetzt kämme Ich mir nach dem Waschen kaum ein Haar aus. Da mir Lavaren sehr zusagt, habe ich auch Vertrauen zu Ihren anderen Präparaten und möchte nur mal wissen, was Sie überhaupt noch führen. 2359c Frau E. S. für 15jährig. Jungen in Bäckerei gesucht. Jugendamt ..„d öet Staat sieben. Kräftiger, braver Zunge sucht Lehrstelle alS Elektriker oder Autoschlosser. Schristl. Angebote unter 01715 nn den Gietz. Anz. erbeten. 20jähr.MädchenauL guter Familie, Lv- zeurnsbildung sucht Stelle als am liebst. zuKindern, derenArbeiten überwacht u. denen Kla- vierunterrichterletlt werd. kann.Taschen- geld erwünscht. Schr. Angebote unt. 01755 an b. Gietz. Anz. erb. Nr. 61 Zweiter Blatt Samstag, 13. Mär; 1926 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) gur Reform des höheren Schulwesens in Hessen. Von Universitätsprofessor Dr. Wilhelm Horn in Gießen. Seit Jahren ist in Hessen von einer Reform des höheren Schulwesens die Rede. Im Jahre 1925 hat das Landesamt für das Bildungswesen Pläne uorgclegt, die eine weitgehende Umbildung des hessischen Schulwesens bezweckten. Sie haben großes Aufsehen erregt und sind auch in der Oeffentlich- fcit lebhaft besprochen worden. Damals haben auch die hessischen Hochschulen, die Landes-Universität und die Technische Hochschllle sich in ausführlichen Gutachten geäußert. Nunmehr legt die Regierung einen gedruckten Entwurf der Lehrpläne für die höheren Schulen vor. Diese Lehrpläne sollen ohne weitere Erörterung sofort, an Ostern 1926, in Kraft treten; sie sollen bis Ostern 1928 erprobt werden. lieber die Entwürfe hat Oberstudiendirektor Dr. Otto Keller, M. d. L., in Büdingen im „Gießener Anzeiger" vom 4. März ausführlich und sachkundig Bericht erstattet. Es sei mir als Universitätslehrer gestattet, auch meinerseits mich dazu zu äußern. Ich kann nicht alles sagen, was ich oorzubringen hätte; ich beschränke mich auf die Hauptsache. Was ick hier sage, ist nicht nur meine eigene Meinung, sondern auch die Meinung der Landesuniversität. Die Lehrpläne unterschieden sich ganz erheblich von den Stundentafeln, die im Jahr 1923 vorgelegt worden waren. Sie stellen in Wirklichkeit etwas Neues dar. Der Entwurf enthält vieles sehr Beachtenswerte, das man gern begrüßen wird. Nicht nur die allgemeinen Richtlinien bieten viel Vortreffliches und lassen erkennen, daß ein erfahrener und umsicktiger Pädagoge sie ausgearbeitet hat, auch manche Erörterungen über die Aufgabe und Methode des Unterrichts in einzelnen Lehrfächern sind beherzigenswert. Daneben aber enchalten die Lehrpläne anderes, was große Bedenken hervorruft. Um so bedauerlicher ist es, daß dieser Entwurf nicht vor seiner praktischen Durchführung zur Erörterung ge ft eilt roorben ist. Die neuen Lehrpläne werden freilich als vorläufige hingestellt, die zunächst erprobt werden sollen. Aber ist es richtig, in so wichtigen Dingen Versuche zu machen, ehe alle sachverständigen Stellen gehört worden sind? Und wohin soll es führen, wenn nach zwei Jahren sich in grundlegenden Dingen Aende- rnngen als notwendig erweisen? Es muß festgestellt werden, daß insbesondere der Landes-Universität keine Gelegenheit gegeben worden ist, zu den neuen Plänen Stellung zu nehmen. Es ist doch nicht zu verkennen, daß die Landes-Universität einen Anspruch darauf hat, bei einer Schulreform mitzuwirken, die die Vorbildung der Studierenden erheblich berührt. Das Landesamt'für das Bildungswesen hat vor einigen Jahren ausdrücklich anerkannt, „daß die Landes-Universität in höchstem Maße an der Lösung der Probleme der Neugestaltung des Unterrichtswesens in Hessen interessiert und zur Begutachtung der zu entscheidenden Fragen mit in erster Linie berufen ist". In den vorgelegten Lehrplänen werden vier Schulgattungen behandelt (Gymnasium, Realgymnasium, Reformrealgymnasium, Oberrealschule); für zwei weitere (Ausbauschule, Studienanstalt) stehen die Pläne noch aus. Die V i e l g e st a l t i g k e i t ist das Auffallendste an der neueren Entwicklung des Schulwesens in Deutschland. Was eine solche Vielgestaltigkeit bedeutet, werden diejenigen Eltern erfahren, die von einem Ort an einen anderen mit einem anderen Schulsystem versetzt werden. Die Zersplitterung des Bildungswesens'birgt noch eine größere Gefahr in sich: sie wirkt der von uns allen ersehnten Herausbildung einer größeren Einheitlichkeit des deutschen Volkes entgegen. Für die Universitäten ist die Zersplitterung besonders mißlich. Die Universitätslehrer werden künftig nicht mehr wissen, was sie bei ihren Hörern voraussetzen können. Besonders die sprachliche Vorbildung, die für jegliches Studium von Wichtigkeit ist, wird ganz wirr: da gibt es Studenten von Gymnasien, die Lateinisch, Griechisch, Französisch können; andere vom Realgymnasium, die Lateinisch, Französisch, Englisch können; wieder andere vom Reformgymnasium, bei denen leider die lateinischen Kenntnisse geringer sind; andere von der neuen Oberreal- Neue Briefe von Wilhelm Busch. Die illustrierte Zeitschrift „Die Kunst" druckt tn ihrem Märzheft eine Reihe bisher nicht veröffentlichter Briefe von Wilhelm Busch ab, von denen wir mit der Erlaubnis des Berlages hier eine Probe bringen. Der Brief ist an seine alte Freundin, die Frau Bankier Kehler in Frankfurt a. M. gerichtet. München, 8. H. 1877. Liebe Tante! Ich bin noch immer in einem gelinden Dusel. Bälle, Einladungen, maskierte Kneipen wechseln miteinander ab. Es ist mir, als litt ich an einer mäßigen Kraickheit, an die man sich schließlich gewöhnen muß. Zu aUedem explodierte noch eine Schachtel schwedischer Sicherheitszündhölzer (daher der Rame) in meiner rechten Hand, so daß die Rägel schmolzen und anitzo die Fingerspitzen aufplatzen. Mit dem Malen ging es folgendermaßen: Als meine Bekannten davon hörten, hieß es: „Thun Sie das doch nicht! Bleiben Sie bei dem, womit Sie uns aUen Pläsir machen!" Lenbach setzte mir von seinen modernen Farben auf die Palette. Ich blieb aber hartnäckig bei meinem Ocker und meiner Manier, stahl mir ein Paar katzenjämmerliche Morgenstunden, wo ich allein fein konnte, und malte ein paar ungenirte Skizzen hin. Run kam erst der Gedon und sagte: 3a, das hab ich halt nicht gewußt! Dann Seitz und Lossow und sagten: 3a, das ist ja was die Diezschule will! und so fort Einer nach dem Andern bis 5um Prinzen Ludwig nebst Gemahlin. Dies alles wäre natürlich sehr schön, wenn ich nicht das peinlich kümmerliche Gefühl hätte, daß ohne ein stilles Plätzchen nichts ordentliches für mich ?u machen ist. Ich male meist abends bei Lampen- icht nach der Ratur, aber das hilft nicht viel. Hoffentlich findet sich ein Atelier, das ich behalten kann, wenn ich auch nur den vierten Theil des Iahres hier wäre. Bon allen Bekmmtschaften interessiert mich eigentlich nur eine ftmge talentvolle Spanierin schule mit Französisch und wenig Englisch ober mit Englisch und wenig Französisch; anbere von der Aufbauschule mit so viel Verschiedenheiten in der sprachlichen Vorbildung, als es Anstalten gibt. Die einzelnen Schulgattungen sollen sich dadurch unterscheiden, daß in jeder gewisse „Kernfächer" besonders betont werden. Der Schüler kann also nach seiner Begabung die ihm zusagende Schul- gattung wählen. Das ist, so scheint es, ein idealer Zustand. Aber — hat jeder Schüler eine besondere Begabung für besondere Fächer? Und weiß er es frühzeitig genug? Und lebt er gerade an einem Ort, der ihm die gewünschte Schulsorm bietet? An den meisten Orten ist nur eine höhere Schule vorhanden, und die muß er besuchen, ob sie ihm paßt ober nicht. Die stärksten Bedenken hat die Universität zu erheben gegen d i e geplante neue Gestal - tu n g der Oberrealschule. Sie soll eine wesentlich mathematisch-naturwissenschaftliche Schule werden. Gegenüber dem bis jetzt geltenden Lehrplan der Oberrealschule soll die Gesamtzahl der Wochenstunden in Mathematik (50) beibehalten, in den Naturwissenschaften erhöht werden von 35 auf 37, dagegen soll die Gesamtzahl der Wochenstunden in den Fremdsprachen erheblich vermindert werden, in der ersten neueren Fremdsprache von 42 auf 37, in der zweiten von 23 auf 18. Besonders in den oberen Klassen sollen künftig die Fremdsprachen stark zurücktreten; der zweiten Fremdsprache sind in den letzten Jahrgängen nur noch 2 Wochenstunden vorbehalten gegenüber 7 in Mathematik und 6 in Naturwissenschaften. Diese fremdsprachliche Ausbildung ist zu gering. Wir brauchen dringend die Kenntnis fremder Sprachen, heute mehr denn je, und gerade auch die künftigen Naturwissenschaftler und Techniker können dieser Kenntnis nicht entraten. Es ließe sich darüber reden, ob eine einseitige Betonung der Mathematik und Naturwissenschaften vielleicht berechtigt wäre bei Schülern, die für diese Fächer besonders begabt sind. Aber die Schule will ja nicht für einen bestimmten Beruf vorbereiten, sie will eine harmonische Ausbildung bieten. Wenn das der Fall ist, wird man fragen müssen, ob nicht gerade für Schüler mit einseitig mathematischer Anlage die Beschäftigung mit fremden Sprachen besonders wichtig wäre. Und schließlich: Sind denn die Menschen, die für Mathematik besonders begabt sind, so häufig, daß sich die Einrichtung „mathematisch-naturwissenschaftlicher Gymnasien" (so wollte man 1923 die Oberrealschulen nennen) rechtfertigt? Ein erfahrener Schulmann, Direktor Keller, sagt uns, daß mathematisch besonders beanlagte Naturen bei der männlichen Jugend nicht häufig, bei der weiblichen sogar eine Ausnahme seien. Jedenfalls ist die Zahl der mathematisch begabten Schüler in Hessen nicht entfernt so groß wie die Zahl der Schüler, die Realschulen und Oberreal- schulen besuchen. In Hessen besuchten im Jahre 1925: die Gymnasien und Progymnasien 2529 Schüler, die Realgymnasien 1763, die Realschulen und Oberrealschulen 9103. Es kann gar keine Rede davon sein, daß die vielen tausend Schüler der Realschulen und Oberrealschulen zu einem erheblichen Teil deshalb diese Schulen aufgesucht haben, weil sie eine besondere Anlage zu Mathematik und Naturwissenschaften in sich verspürt haben; sie hatten vielmehr in den meisten Fällen keine andere Wahl. Es werden ja hoffentlich manche Oberrealschulen und Realschulen bei der bevorftehenden Neuordnung in Realgymnasien und Prorealgymnasien umgewandelt werden; aber Tausende hessischer Schüler werden auch künftig in die mathematisch-natur- wisienschaftlichen Schulen hineingezwungen werden. Sie sind bann nur noch für das Studium der Machematik und der Naturwissenschaften ausreichend vorbereitet; aber gerade die Mathematiker, Naturwissenschaftler und Mediziner der Landes- universität haben sich schon im Jahre 1923 entschieden dagegen ausgesprochen, „daß die Schüler mit Mathematik und Naturwissenschaften überfüttert werden". Sie waren und sind vielmehr der Meinung, „daß eine harmonische Ausbildung nur bet stärkerer Betonung der sprachlichen und geschichtlichen Fächer gewährleistet wird". Auch die technische Hochschule fordert mit Nachdruck eine ausreichende Vorbildung in den sprachlich-geschichtlichen Fächern. Unsere Zeit bemüht sich, aus dem Materialismus herauszukommen; wie paßt in diese Zeit eine Schule hinein, die gerade diejenigen Bildungselemente zurückdrängt, die man im weitesten Sinne als humanistisch bezeichnen kann? mit pechschwarzen Haaren aus Paraguay, die ich übermorgen Abend malen werde. Die für das Glas bestimmten Figuren scheineir mir für das Treppenhaus doch gar zu unbedeutend. Mir liegt eine Gobilimmitation im Sinn, womöglich nach bekannten Darstellungen. Bielleicht findet sich ja aber auch ein eigener Einfall, der einigermaßen paßt. Leben Sie recht Wohl, liebe Tantel Tlnd herzliche Grüße an Alle Ihr Wilh. Busch. Spiele des Zufalls. Von Fritz Adolf Hünich. Wie Blumenfamen, den der Wind verträgt, so verbreiten sich die Keime, aus denen die Werke der Dichter wachsen, durch die Welt. Hierfür zwei charakteristische, noch wenig bekannte Beispiele. Dienstag, den 17. August 1847, erschien in der „Leipziger Zeitung" die folgende Rotiz: „Leipzig, 16. August. Heute fand man in der Bähe von Äeusellerhausen die Leichname eines Iünglings und eines jungen Mädchens, die Beide durch einen Pistolenschuß getötet worden waren. Man vermutet, daß der junge Mann zuvörderst das Mädchen und dann sich selbst getödtet, und die Ursache dieser schrecklichen That unglückliche Liebe gewesen fein möge. Doch ist allerdings noch nichts Näheres ermittelt worden. Ein Flurschütz soll frtUj zwischen 2 und 3 Uhr die zwei Schüsse fallen gehört haben." Am 2. September gab das „Leipziger Kreis- blatt", das Organ der Amtshauptmannschaft, bekannt: „Dollmarsdorf. Am 16. August hat der achtzehnjährige Handarbeiter Gustav Wilhelm von hier durch einen Pistolenschuß die sechzehnjährige Auguste Abicht, Wollarbetterin, getödtet und bann sich selbst erschossen." Inzwischen hatte die Kunde von dieser Begebenhett schon ihren Weg in die Ferne angetreten, und am 3. September konnten die Züricher in ihrer „ Freitagszeitung" unter der Rubrik Sachsen lesen: „Im Dorfe Altsellerhausen bei Leipzig liebten sich ein Iüngling von neunzehn Iahren und ein Mädchen von siebzehn Iahren, beide Kinder armer Leute, die aber in einer tödtlichen Feind-- Seither konnten noch viele Abiturienten ber Oberrealschule auch anbere als mathematische und naturwissenschaftliche Fächer fhibieren. Die „Berechtigung" zu Viesen Stubien werben sie auch nach Abschluß ber Schulreform noch haben. Aber was hilft bie Berechtigung, wenn bie Grundlagen zu einem gedeihlichen Studium fehlen! Diese Grundlagen werden nicht von Menschen gemacht, sie liegen in ber Sach e. Bielen Oberrealschülern fehlte seither für Studien auf den verschiedensten Gebieten die genügende Kenntnis des Lateinischen. Viele Prüfungsordnungen verlangen Lateinkenntnisse, z. B. die Prüfungsordnung für das höhere Lehramt für alle sprachlich-geschichtlichen Fächer, die Prüfunysordnungen für Juristen, Mediziner, Forstleute usw. Man kann jedem Oberrealschüler, der sttidieren will, nur den dringenden Rat geben, den wahlfreien Lateinunterricht zu besuchen und im Maturum die Lateinprüfung abzulegen. Auf der Universität können die erforderlichen Lateinkenntnisse in Ergänzungskursen nur mühsam und unzureichend erworben werden. Es ist eine schwere BeeinträchtigunA ihres Studiums, wenn Studenten in den ersten Semestern mit dem schulmäßigen Erlernen fremder Sprachen belastet werden; nur zu oft wird dadurch die Studienzeit in die Länge gezogen, und das werden viele Eltern in den jetzigen Seiten unangenehm empfinden. Nach dem neuen Entwurf soll nunmehr die sprachliche Vorbildung der Overrealschüler noch weiter verringert werden: nunmehr soll auch noch die neusprachliche Vorbildung erheblich beeinträchtigt werden. Da muß denn die Universität ernstlich fragen, ob die Vorbildung, die bie Oberrealschule künftig bietet, überhaupt noch eine genügende Grundlage abgeben kann zum Studium, insbesondere zum Studium geisteswissenschaftlicher Fächer (Jurisprudenz, Geschichte, deutsche, französische, englische Sprache und Literatur usw.). Die Eltern, die darauf bedacht sind, ihren Kindern eine möglichst freie Wahl des Berufs zu gewährleisten, werden es sich künftig sehr überlegen müssen, ehe sie ihre Kinder in eine Oberrealschule neuen Stils schicken. Auf diese Gefahren rechtzeitig und nachdrücklich hinzuweisen, hält die Universität für ihre Pflicht. Man kann nur wünschen, daß die Reformoläne, die solche Gefahren in sich bergen, nicht Wirklichkeit werden. Eisenbahnverkehrrwimsche des Messer Gietzen. Im Aufgabenbereich der verkehrspolitischen Arbeit für unsere engere Heimat nimmt das Gebiet des Etsenbahnsahrplanes eine besonders hervorragende Stelle ein. Daß es dort viel zu verbessern gibt, zeigt ein Blick auf die Fahrplantafeln oder in das Kursbuch und bekunden die häufig auftretenden Klagen in der Presse, in Versammlungen und in Eingaben an die Behörden. Die Berechtigung des größten Teiles der vorgebrachten Eisenbahnverkehrswünsche wird die Reichsbahnverwaltung wohl auch nicht bestretten; aber sie muh eben bei der Prüfung aller Wünsche immer das große Ziel ausschlaggebend fein lassen: den Betrieb nach kaufmännischen Grundsätzen rentabel zu gestalten. 'Das schließt natürlich nicht aus, hier und da auch reine Zuschußbetriebe weiterzuführen; aber man wird an der maßgebenden Reichsbahnstelle doch wohl immer bestrebt fein, derartige Betriebe nicht allzu tiefwirkend auf die Rechnung werden zu lassen, und man wird sich ferner bemühen, einer Vermehrung der Zahl der Zuschußbetriebe die größten Schwierigkeiten zu bereiten. Es liegt auf der Hand, daß bei dieser Auswirkung des kaufmännischen Prinzips der Reichsbahn die Fahrplanwünsche der Bevölkerung in den allermeisten Fällen auf dem Papier stehen bleiben. Wenn wir es heute trotzdem unternehmen, erneut für die Erfüllung von Eisenbahnverkehrswünschen des Kreises Gießen einzutreten, so leiten uns dabei Gedanken, deren Umsetzung in die Tat u. E. der Bevölkerung bessere Dertehrsmöglichkeiten bieten würde, ohne die Reichsbahn deswegen in ein unannehmbares Risiko zu stürzen.- Betrachten wir zunächst den Fahrplan der Strecke Gieße n—F u l d a. Zwischen 8.16 vormittags und 12.30 mittags ist hier in der Richtung nach Grünberg—Alsfeld keinerlei Derkehrs- möglichkeit. Eine recht lange Pause, während die Verhältnisse am Rachmittag wesentlich günstiger sind. Sollte es nicht möglich sein, diese lange Betriebspause durch die Ginlegung einer Zwischenverbindung zu beseitigen? Wir denken, um es sofort zu sagen, in diesem Zut- sammenhang an eine Triebwagenfahrt. Bis vor wenigen Iahren waren diese Betriebsmittel ja sehr oft zu sehen, ihre Verwendung muß also doch wohl für die Bahn vorteilhaft gewesen sein. Was damals richtig und gut war, sollte das heute falsch sein? Rehmen wir an, die Bahnverwaltung würde gegen 10 Uhr vormittags einen Triebwagen in der Richtung Grünberg laufen lassen, so hätten die Landbewohner, die 7.54 Uhr früh ans der Richtung ®cüroher g hier eintreffen und nur kurze Geschäfte zu erledigen haben, Gelegenheit, etwa 2l/z Stunden früher wieder heimzufahren als jetzt, ein Zeitgewinn. der namentlich im Sommer für das Landvolk sehr wertvoll ist. Es dürfte aber wohl ratsam fein, diesen Triebwagenlauf noch zu erweitern, und dafür käme u. E. vor allem die Strecke Mücke — Hungen in Betracht. Wer z.B. 6.25 Uhr früh in Qaub a<$ abfahren würde, um Angelegenheiten in Gießen zu besorgen, hätte in Mücke 7.01 Uhr Anschluß nach Gießen, wo er um 7.54 Uhr früh einträfe. In zweistündigen Besorgungen könnte hier allerlei geschafft und gegen 10 Uhr mit dem Triebwagen heimgefahren werden. Rechnen wir fiir den Triebwagen ungefähr die Fahrtzeit des Dampfzuges, so könnte der Laubacher Zeitgenosse mittels birefter Triebwagenfahrt von Gießen nach Laubach gegen 11.30 Uhr mittags schon wieder in seinem Wohnort sein, während er unter den gegenwärtigen Derkehrsverhält- niffen erst kurz vor 2 Uhr nachmittags wieder daheim eintreffen kann. Also auch in diesem Falle wesentlicher Zeitgewinn. Da die Orte zwischen Laubach und Hungen in der Zeit von 83/4 Uhr morgens bis 2 ifijr nachmittags jetzt ebenfalls keine Eisenbahnverbindung haben, würde es sich empfehlen, den Triebwagen von Laubach aus bis Hungen durchzusühren. Auf diese Weise bekämen die dortigen Landleute eine gute Mittagsverbindung nach Hungen, wo sie Einkäufe machen und schon um 3,04 Uhr nachmittags wieder heim- fahren könnten, wo sie aber auch guten Anschluß an den Mittagszug 12,35 Uhr ab Hungen nach Gießen hätten. Da jetzt zwischen Hungen und Ridda eine große Bettiebspause von 9,00 Uhr vormittags bis 2,32 Uhr nachmittags besteht, wäre vielleicht zu erwägen, den gegen 12 Uhr mittags in Hungen ankommenden Triebwagen zu einer Lokalverbin düng zwischen Sju'Ilgen und Ridda zu benutzen, wo der Wagen gegen 121/2 Uhr eintreffen könnte. Bis hierher würde der Triebwagen eine Strecke von 67 Kilometer zurückgelegt haben. Auf der Strecke Ridda —Gießen besteht jetzt am Rachmittag eine Detriebspause von 2,07 Uhr bis 6,41 Uhr abends, also ebenfalls reichlich lang. Auch hier könnte der Triebwagen Llbhiffe schaffen; würde man ihn etwa um 4 Uhr wieder in Ridda ab- sähren lassen, so könnte er etwas nach 5 Uhr in Gießen eintreffen; er wäre ein gutes Zwischenglied zwischen zwei Dampfzügen und böte infolge seiner günstigen Ankunftszeit Riddaer Einwohroern auch die Möglichkeit, tn Gießen kurze Geschäfte zu erledigen und ben Abendzug nach Ridda, ab 6,42 Uhr in Gießen, noch zu erreichen. Sinschlleh- lich der Rückfahrt von Ridda nach Gießen hätte der Triebwagen dann täglich eine Strecke von 102 Kilometer bewältigt, also eine sehr beachtenswerte Leistung für den Zwischenverkehr. Dieser ist aber sehr wichtig, denn heutzutage gilt mehr denn je das alte Sprichwort, daß Zeit Geld ist. Reben dieser Triebwagen-Rundfahrt bestehen natürlich noch andere Möglichkeiten der Verwendung. So wäre der Fall sehr wohl denkbar, daß die Reichsbahn, die ja heute ganz besonders stark auf Rentabilität alles Verkehrs- mitteleinsatzcS sieht, gewisse gering besetzte Klein- Dcnnpfzüge aus Ersparnisgründen inTriebwagen- verbindungen umwandelt. Die Dahnverwaltung beobachtet ja die Besetzung der Züge sehr genau, so daß sie jederzeit in der Lage sein wird, eine Reuregelung zu treffen. Fraglich wäre dann nur, ob eine solche Aenderung vom Standpunkt des schäft lebten und nicht in eine Vereinigung des Paares willigen wollten. Am 15. August begaben sich die Verliebten in eine Wirtschaft, wo sich arme Leute vergnügen, tanzten daselbst bis nachts ein Uhr und entfernten sich hierauf. Am Morgen fand man die Leichen beider Liebenden auf dem Felde liegen: sie hatten sich durch den Kopf geschossen. Sin Schweizer Dichter las diesen Bericht, das tragische Geschehnis schlug in seinem Herzen Wurzel. Nachdem der Versuch, es tn einem kleinen epischen Gedicht zu gestalten, aufgegeben war, entstand jene lieblichste und rührendste aller Rovellen Gottfried Kellers: „Romeo und Iulia auf dem Dorfe." — Am 3. Iuni 1821, abends 9.30 Uhr erstach mit einer abgebrochenen Degenklinge, an der er kurz vorher einen Griff hatte anbringen lassen, der 41 Iahre alte Friseur Johann Christian Wohzeck die 46jährige Witwe des Chirurgen Woost in dem Hauseingang zu ihrer Wohnung in der Sandgafse in Leipzig. Heber die Zurechnungsfähigkeit deö Mörders, die von der Verteidigung in Zweifel gezogen wurde, entspann sich, da immer neue Bedenken auftauchten, eine Untersuchung, die Jahre dauerte, bis der Befund des Gerichtsarztes Hofrat Dr. Marus endgültig dahin lautete, daß „der Delinquent lediglich seiner Leidenschaft nachgegeben und aus Eifersucht den Mord begangen" hätte. Das Urteil, das auf Todesstrafe durchs Schwert lautete, wurde am 27. August 1824 auf dem Marktplätze zu Leipzig vollstreckt. Das gerichtsärztliche Gutachten, in Henkes „Zeitschrift für die Staats- arzneikunde" 1824 und 1826 veröffentlicht, wurde bald zum Gegenstand einer lebhaften wissenschaftlichen Kontroverse, in Darmstadt las es ein junger Student, in dessen Gehirn revolutionäre Ideen nach dichterischem Ausdruck drängten, und fein Genie erschuf aus dem Stoff ein Drama, das zwar nur Torso geblieben ist, aber auch als solcher zu höchster Bewunderung zwingt, weil in feinem anderen Werke der deutschen Literatur die Tragödie der Armut so erschütternd gestaltet ist wie xn diesem, Georg Büchners „Woy- ded“. Ein seltenes Wappentier. Wer in der Heraldik bewandert ist, wird finden, daß die alten Wappenschilder zum großen Teil Bilder von Tiergestalten ausweisen. Es gehörte zum guten Geschmack in der alten Ritterzeit, Gestalten der Tierwelt im Schilde zu führen. Das vornehmste dieser Tiere war begreiflicherweise der Adler, der König der Lüfte. Aus der Vogelwelt wurden die Raben des Göttervaters Odin nebst Falken und Schwänen genommen. Von dem anderen Getier sind Löwe, Panther, Wolf und Fuchs, selbstverständlich das Roß und der Stier, von denen die letzten zwei Tiergattungen bereits in der Mythologie der Völker eine Rolle spielten, bevorzugt wurden. Von dem niedrigen Getier sieht man auf den Wappenschildern Schlangen, Eichhörnchen und Fische. Es wäre fast unmöglich, alle Vertreter der Tiere aufzuzählen, welche auf Wappenschildern vorzukommen pflegen. Aber auf em Wappentier macken die „Blätter für Naturkunde und Naturschutz^ aufmerksam, das seinesgleichen sucht und desyalb eine Ausnahmestellung einnimmt. Die vielgeschmähte Maulwurfsgrille, im Volksmunde unter dem Namen „Werre" bekannt, kommt auch einmal, und zwar ganz un- verdientermaßen als Wappentier vor. In der schönen gotischen Aegidienkirche zu Steyr, O.Oesterr. (heute Stadtpfarrkirche), befindet sich das Grabdenkmal des Wernberger von Wernberg, des inneren Rates gewesenen kaiserlichen Stadtrichters zu Steyr, welcher am 19. Oktober 1666 gestorben war. Es ist aus rotem Marmor, und das gemalte Wappen zeigt folgende Darstellung: Im oberen Felde eine über einen Berg kriechende Werre, während unten ein Bergknappe dargestellt ist. Die Wernberger erhielten bereits 1572 einen kaiserlichen Wappenbrief, und man war dazumal sichtlich bemüht, ein sogenanntes redendes Wappen herzustellen. Man deutete den Namen Wcrnbcrg als einen Berg der Werre, also einen Berg, in dem der Erdkrebs haust; in Wirklichkeit bedeutet ja „wern" im Worte Wernberg etwas anderes, und sicher ist die Stammwurzel aus dem Worte „wehren" (— befestigen) entstanden. So ist das gefräßige Tier, das der Landinann verabscheut, weil es unter der Erde alle Pflanzenwnrzcln abbeißt, zxk einer unverdienten Ehre gekommen. Pubtikunrs aus erträglich sein toütite. Aber dabei «übte man sich vor Augen halten, dah die Bähnverwaltung in einem solchen Falle von vornherein die stärkere Position hätte insofern, als fte zweifellos erklären würde, die Verbirrdung einfach ganz zu streichen, toenn eine Einschrän- kmrg von den Interessenten abgelehnt würde. Das würde natürlich wenig schön sein von der Dahn, allein wir wollen nicht vergessen, daß weite Kreise des Volkes ja auch nach anderer Richtung hin an der Bahn vieles tadeln (z. D. die Gütertarife). und die Bahn unter Hinweis auf ihre Reparaticmsverpflichtung über diese Tadel und Klagen einfach zur Tagesordnung übergeht. Deshalb möchten wir, falls der obenerwähnte Fall der Umwandlung von Klein-Dampfzügen in Triebwagen irgendwo eintreten sollte, dazu raten, das SpÄchtvort vmr dem Sperling in der Hand und der Taube auf dem Dache nicht zu vergessen. Run noch einige Bemerkungen über die Rot- Wendigkeit und Dringlichkeit der Fahrplanverbesserung. Wer die Verhältnisse und die Volks- Meinung auf dem Lande kennt, weih, dah eine Erweiterung des Fahrplans schon lange ein wich- tiges und dringendes Erfordernis ist. Unter Den gegenwärtigen Verhältnissen hat die Bevölkerung auf dem Lande und in den kleinen Städten bei Fährten nach Gießen starken Zeit- und Geldverlust zu erleiden, den das Landvolk gerade in dieser schweren Zeit von sich genommen sehen möchte. Da die Einlegung weiterer Dampszüge bei der angespannten Finanzlage der Reichsbahn keinerlei Aussicht auf Verwirklichung hat, regen wir, wie bisher schon mehrfach in unseren Spalten. auch jetzt wieder die Indienststellung von Triebwagen an, die dem Bedürfnis des Verkehrs wohl entsprechen und die Reichsbahn: auch mit weniger Unkosten treffen würden, als es bei Dampfzügen der Fall wäre. Sollte die Reichsbahnverwaltung aber der Meinung sein, das Bedürfnis nach einer Fahrplanausdehnung sei nur gering oder vielleicht überhaupt nicht vorhanden, weil ihr nicht erwiesen, so wäre diesem Ginwand entgegenzuhalten, daß der Bevölkerung zunächst die Verkehrsmittel an die Hand gegeben werden müssen: dann werden sie auch ihre In- ansprivchnahme finden. Wagemut und Entschlossenheit sind natürlich notwendig. wenn man eine neue Aufgabe zur Lösung vornimmt. Wir würden es begrüßen, wenn die zuftändi- gen Stellen in Stadt und Land (Gemeindebehörden, Kreisverwaltungen, Handelskammern, Verkehrsvereine) sich für die Befriedigung dieser Verkehr-Wünsche bei der Reichsbahnverwaltung ein- setzen und zu diesem Zwecke unter einer einheitlichen. geschlossenen Leitung vorgehen würden. Derart vereinten Bemühungen dürfte der erhoffte Erfolg wohl nicht versagt bleiben . Oberheffen. Landkreis Gießen. f. Äletn-ßinben, 12. März. In der jüngsten Gemeinderalssitzuna wurde zunächst die Kaution des neugewahtten Gemeinderechners auf 3000 Mk. festgelegt. — Die nochmalige Vorlage des Schulvorstandes betr. Errichtung der 3. Klasse der Mädchenfortbildungs schule wurde unter Protest der Linken von der Mehrheit aus finanziellen Gründen abgelehnt. — Der Graben längs der Schulgärten soll mit Rohren versehen und zuaeworfen werden. Die Lieferung der Rohre wurde Maurermeister Karl Lung übertragen. — Die Befestiaung des Pfingstweidweges und der verlängerten Lebensgafle soll als Notstandsarbeit ausgeführt werden. — Sin Antrag der Gewährung von Beihilfen au den Kosten der .Badekuren kranker Kinder wurde vertagt - und soll demnächst in nichtöffentlicher Sitzung er- ^ledigt werden. — Der Anlage eines Obstbaum- stücke s will man erst nach Besichtigung und Prü- • jung des betr. Grundstückes an der Höll nähertreten. — Der Antrag betr. Uebernahme einer Garantiesumme für die neu zu errichtende Autolinie Gießen — Niederkleen wurde mit Mehrheit angenommen. Ein Anttag auf 2lbbe- stellung des „Hess. Kommunaldienstes" wurde abgelehnt. XX Heuchelheim, 12. März. Unser Dorf gewinnt von Jahr zu Jahr an Ausdehnung, vor allem in der Richtung nach Gießen. Infolge der Feldbereinigung und des Geländeaustausches mit der Stadt Gießen wurde vortreffliches Bauterrain gewonnen. Eine stattliche Häuserreihe ist neben der Gießener Straße an der verlängerten Wilhrlmstrahe entstanden. in deren Mitte die stattliche Turnhalle hervorragt. In der Richtung nach den Rachbar- orten Kinzenbach-Atzbach ist schon seit Jahrzehnten fein Reubau entstanden. ' Für Heuchecheim, seine Rachbargemeinden und das Biebertal bleibt vor allem noch eine direkte Verbindung nach dem Südende der Stadt Gießen, nach den Kliniken und dem Bahnhof erwünscht. y. Ruttershausen, 12. März. In einer, erfreulicherweise auch von Männern zahlreich besuchten Abendversammlung führte Missionar Schmoll von der Basler Mission an Hand von Lichtbildern in anschaulicher Weise die Gedanken der Anwesenden nach China, das für jeden Denkenden im Mittelpunkt des Interesses steht und sicher große Zukunftsfragen der Mensch, heil beeinflussen wird. Er appellierte an die Unterstützung der Heimatgemeinde, weil gerade die deutsche Mission keine politischen Zwecke verfolge, sondern bei aller Achtung der chinesischen Kultur und Eigenart selbstlos durch Anbietung des Christentums diesem Riesenvolke die religiösen und sittlichen Kräfte für seine- Zukunftsaufgaben vermitteln wolle. Der Abend hinterließ einen tiefen Eindruck. z. Allendorf a. d. Lda., 11. März. Die Gemeinde hat den Ausbau der neuangelegten Straßen beschlossen. Zum Decken der Straßen werden jetzt Basalt st eine gebrochen. Diese Arbeiten werden von den hiesigen Arbeitslosen, etwa 50 an der Zahl, als R o t - standsarbeit ausgeführt. Die Leute erhallen außer der Erwerbslosenunterftützung pro Stunde 20 Pfennig Zulage. — Bei der hiesigen Holz- Versteigerung wurden recht erhebliche Preise erzielt. Von nah und fern waren zahlreiche Kauflustige erschienen. Der Preis gestaltete sich je nach Qualität und Lage für je 2 Raummeter Hartholz oder 5 Raummeter Reiser, wie folgt: Buchenscheitholz 16.80 bis 32,20 Mk., Buchenknüppel 14,20 bis 24 Mk., Buchenreiser 12 bis 24,80 Mk., Buchenstöcke 4 bis 18,20 Mk., Cichen- knüppel 11 bis 14 Mk., Eichenreiser 10 bis 18,60 Mk., Kiefernknüppel 8,60 biß 16 Mk., Kiefernstöcke 3 bis 4.40 Mk., Lärchenreiser 3,40 bis 4,80 Mk. Eine Versteigerung von B a u - und Ruhholz fand nicht statt. Dieses wird auf dem Submissionswege vergeben, und zwar werden, entgegen den Vorjahren, kleinere Lose gemacht, so daß sich auch kleinere Handwerker an der Submission beteiligen können. — Trotz d«S strengen Winters und des fast ununterbrochen anhaltenden RegenS ist der hiesige Saaten st and als gut zu bezeichnen. Beschädigt sind fast nur Ländereien, die unter Grundwasser zu leiden haben. Diese sind zum größten Teil auSgewintert, so daß ein nochmaliges Bestellen des Feldes die Folge fein wird. Die Kleefelder sind stark von Mäusen heimgesucht. An Abhängen sieht man Hunderte von Löchern, in denen die lästigen Rager ihren Unterschlupf haben. : Beuern, 12. März. Im Rahmen des hiesigen Volksbildungsvereins sprach der Volksschriftsteller Heinrich Raumann von Ranzhausen bei Lohra. Sein Thema lautete „Lieb und Leid unserer Heimat in der Gegenwart". Der tiefdurchdachte Vortrag gipfelte in den Worten: Liebe, Licht und Leben — Unverstand, Unzucht und Untergang. Die große Versammlung lauschte mit gespannter Aufmerksamkeit den zu Herzen gehenden Worten unseres hessischen Heimatschriftstellers. Reicher Beifall und der Dank des Dereinsvorsitzenden lohnten die vortrefflichen Ausführungen des Redners. — Die am Mittwoch im hiesigen Gemeindewald abgehaltene Rutzholzversteigerung war von Liebhabern aus Beuern und der näheren und weiteren Umgegend gut besucht. Es wurden für den Festmeter Ruhholz durchschnittlich nachstehende Preise erzielt: Eichenstämme 1. Klasse 112 bis 140 Mk.. 2. Kl. 80 bis 120 Mk.. 3. Kl. 75 bis 85 Mk.. 4. Kl. 15 bis 75 Mk., 5. Kl. 24 bis 33 Mk. und 6. Kl. 20 bis 30 Mk. Die B u ch e n st ä m m e 3. Kl. wurden bezahlt mit 39 biß 70 Mk. pro Festmeter. Ein einzelner Buchenstamm 4. Kl. mit 0.84 Festmeter Inhalt galt 43 Mk. : Winnerod, 11. März. Während des ganzen Winters wurden Kulturarbeiten an den Grundstücken des hiesigen H o f g u t e s vorgenommen. Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, die oberen Aecker an der neuen Bersröder Straße am Waldrand zu dränieren. Das nasse Wetter der letzten Tage ist allerdings den Dränagearbeiten sehr hinderlich. * Geilshausen, 12. März. Die hiesige Bezugs- und Absahgenvssenlchaft hielt Enefer Tage ihre ordentliche Generalversammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht war zu entnehmen, dah der Warenbezug im abgelaufenen Geschäftsjahre an Saatgut, Düngemitteln und Sämereien sich auf 19 868 Mark belief. Die Bilanz weist einen Reingewinn von 799 Mark auf. Es wurde beschlossen. 2 Prozent auf Warenbezug zu vergüten. Der Rest wurde je zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrücklage überwiesen. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt Die vorgeschriebenen Ersatzwahlen zu Vorstand und Aussichtsrat ergaben deren Wiederwahl. Kreis Friedberg. • Friedberg, 13. März. Die Schillerschule Friedberg, Lyzeum imb Frauenschule, veranstaltet am Dienstag, dem 16., und Mittwoch, 17. März, eine Ausstellung der Fra^uenschule und des Lyzeums. Die Ausstellung umschließt bi« in den Kunsthandarbeiten, im Deißnähen, Schneidern, in der Hauswirtschaft uird der Kin- devgarteittechnik während deS Schuljahres 1925/26 angefertigten Arbeiten. Anmeldungen zum Besuche der Frauenschule werden am Mittwoch angenommen. Man beachte die heutigen Anzeigen. pb. Butzbach. 12. März. Unser Rat- hauSurnbau ist vollendet Durch den Umbau ist eine bessere und zweckentsprechende Einteilung der Bureaus und Derwaltungsräurne erreicht worden. Die Reueinteilung ist folgende: Erdgeschoß: Einwohnermeldeamt, Polizeiwachstube. Fernsprechzentrale, Wahllartothek, und Wohlfahrtsamt. Zwischengeschoß: Stadtkasse und Stadtbauamt. Obergeschoß: Verwaltungsbureaus. Sitzungssaal und kleinerer Saal für Ausschuhsitzungen. Letzterer dient auch gleich- zeitig als Trauungszimmer. Die Arbeiten in diesen Räumen sind den Zeitverhältnissen entsprechend in einfacher Weise ausgeführt worden. Der Baukredit wurde in erster Linie für die Instandsetzung und Erneuerung der teilweise stark verwahrlosten Holzkonstruktion, der Fußböden und Fenster verwendet. Von einer Ausmalung des Sitzungssaales, wie sie in anderen oberhessischen Städten vorhanden ist, mußte abgesehen werden. Rur ein üeiner Fries, dessen Motiv den Schnitzereien des vorhandenen Holzfachwerks entnommen ist, und der die Verbindung zwischen Wand und Decke herstellt, ist die einzige Malerarbeit im großen Sitzungssaal. In diesen FrieS hat man die Zunftwappen derjenigen Gewerbe usw. aufgenommen, die im 16. Jahrhundert, in dem das Rathaus erbaut wurde, in Butzbach heimisch waren, wie der Gerber, Schuhmacher, Strumpfwirker, Bauhandwerker, sowie der Bäcker. Metzger und der Landwirtschaft. Außerdem sind an der Stirnseite des Saales noch die Wappen des Reichs, des Landes und der Stadt aufgesetzt. Im kleineren Saal ist ebenfalls ein Verbindungsfries ausgeführt. Er enthält ein Rosenmotiv mit dazwischen gesetzten Putten und Amoretten und soll den Zweck des Raumes als Trauungszimmer andeuten. Beide Räume machen einen einfachen gediegenen Eindruck. Sämtliche Arbeiten sind von Butzbacher Handwerkern ausgeführt, alle Gin- richtungsgegenstände von hiesigen Geschäftsleuten geliefert worden. Die ganze Dausumme ist in Butzbach verblieben und hat hiesigen Einwohnern Arbeit und Verdienst gebracht. Dem Stadtbaumeister Scherrer, nach dessen Plänen der Umbau vorgenommen wurde, gebührt die Anerkennung, dah er es verstanden hat. den historischen Charakter des inneren Rathauses in jeder Beziehung gc chrt zu haben. 00 Butzbach, 12. März. Die Erhaltung der hiesigen Oberrealschule stellt an di Stadt große finanzielle Anforderungen. Der Stadt ist es nicht mchr möglich, die zur Lebensfähiger- haltung der Schule erforderlichen Aufwendungen weiter allein zu befreiten. Die Stadt ist daher an die interessierten Rachbar-Ge- meinben mit dein Ersuchen herangetreten, durch Gewährung eines einmaligen Zuschusses für das Rechnungsjahr 1926 zur Erhaltung der Schule beizutragen. Es hat deshalb eine Besprechung mit den Vertretern der Rachbar gemeinden stattgefunden, in b?r man die Rotwendigkeit, helfend einzugreifen, allgemein anerkannte, zumal die Schule gerade von Schülern dieser Gemeinden schon immer zahlreich besucht wird. Der für 1926 aufzubringende Gesamtzuschuh beläuft sich auf 37 000 Mk. Vom nächsten Jahre ab gedenkt die Stadt die Schule ohne Leistung von Zuschüssen fettens der Gemeinden zu unterhalten. In normalen Zeiten gewährte auch die hiesige Industrie Unterstützungen, mit solchen ist jedoch im Hinblick auf die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse, in denen sich die Industrie augenblicklich selbst befindet, vorläufig nicht zu rechnen. 2$. Ober-Mörlen, 12. März. Heute nachmittag wurde unser neuer Bürgermeister A. E. S ch m i d t in sein Amt eingewiesen. Damit hat der langwierige Bürgermeisterkampf, der in seinen verschiedenen Phasen sehr heftig geführt wurde, sein Ende gefunden. Mtbürgermeister Oeibel hat 22 Jahre ununterbrochen die Bürgermeistergeschäfle geführt und in dieser Zeit eine segensreiche Tätigkeit entfaltet. U. a. find die Wasserleitung, das elektrische Licht, die Feldbereinigung fein Werk. Bürgermeister Geibel beschloh mit einem öffentlichen Dank an seine Wähler gestern seine Amtstätigkeit. Kreis Büdingen. * Büdingen, 12. März. Die Deutsch- nationale Volkspartei veranstaltete hier eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung, in welcher der Landesgeschäftsführer Dr. Brehm einen zweistündigen Vortrag über die politische Lage im Reich und in Hessen hielt, wobei er besonders über die aktuellen Tagesfragen sprach. In der anschließenden regen Aussprache wurden die Darlegungen des Referenten lebhaft unterstrichen. Kreis Schotten. Schotten, 12. März. Das auf dem Küpperts, V« Stunden von hier, mitten im Wald gelegene Jagdhaus Wolfslauf sott verkauft toerben. Don dem früheren Pächter der angrenzenden Waldjagd, Kommerzienrat C l o o s zu Ridda, erbaut, diente es dem jeweiligen Jagdaufseher als Wohnung. Später ging es in den Besitz des nachfolgenden Pächters der Waldjagd, Stern zu Frankfurt, über, von dessen Erben es jetzt zum Verkauf angeboten wird. Da zu dem Jagdhaus auch em Wies enge lände von etwa 13 Morgen gehört, nimmt man an, daß die Hess. Forstverwaltung, die bekanntlich Privatbesih aus ihren Waldungen verdrängen will, als Käufer auftreten wird. Für die Gemeinden der Umgegend ist das sehr schön gelegene Jagdhaus ein beliebtes Wanderziel. □ La u ba ch, 12. März. Auf der H o l z v erst e i g e r u n g des gräflichen Forstamts, dte gestern stattfand, kam das Raummeter Buchenscheiter auf 13 bis 15 Mk.: das Raummeter Buchenknüppel auf 9—10 Mk.; das Raummeter Stöcke auf 7—9 Mk.: das Raummeter Reiserknüppel auf 5—6 Mk. Diese Preise sind wesentlich niedriger, als diejenigen der Umgegend, wo das Raummeter Buchenscheiter stellenweise auf 20 Mk. und darüber kam. — Der Staat hat die Absicht, wie man hört, die Villa Friedensruhe am Fuße des „Roten Berges" zu erwerben, um sie ßu einer Heimstätte für er« holungsbedürftige Kinder umzugestalten. Der Vorsitzende der Landesversicherungsanstalt, Herr Neumann, hat mit dem Besitzer darüber ve- handelt: es sollen 16 000 Mk. geboten worden fein. Ein Verkauf hat jedoch bis jetzt noch nicht stattgefunden. Die Villa ist jetzt im Besitz des Fabrikanten S ch u n k vom Windhof bei Gießen, des Pächters der Laubacher Gemeindejagd. Eichelsdvrf, 12. März. Die Losholzberechtigten zeigen sich infolge der hohen Holzpreife bei den Versteigerungen recht zurückhaltend. Sie wollen ihren Mehrbedarf an Heizmaterial lieber in Kohlen decken, als unerschwingliche Holzpreise zahlen. In der Vorkriegszeit entsprach ein Rm. Duchenscheit- hvlz 4 bis 5 Zentner Kohlen. Heute lassen sich für den Kaufpreis eines Raummeters desselben HolzeS 10 bis 12 Zentner guter Steinkohle erstehen. waS, selbst die Beschaffung eines Kohlen- vfens in Betracht gezogen, noch als Ersparnis anzusehen ist. Kreis Alsfeld. (D Kirtorf, 10. März. Heute nachmittag fand im Saale ,^um offenen Helm" eine stark besuchte Versammlung der Einwohner von Kirtorf und Obergleen statt, die ganz entschieden Protest gegen die E i n st e l l u n g der Autopostlinie Kirtorf — Ehringshau- s e n erhob. Nach einer regen Aussprache, an der sich insbesondere die seitherigen Vertreter der Der- kehrsinteressen unserer Gemeinden beteiligten, und die zur Klärung der Sachlage wesentlich beitrug, erteilte die Versammlung ihre Zustimmung zu einer Protestresolution, die sowohl der Oeffent- lichkeit wie auch den maßgebenden amttichen Instanzen überreicht werden wird. Man erhofft hier von dieser Versammlung und ihrer Resolution als Ergebnis nicht einen Abbau, sondern einen wetteren Ausbau und Förderung unserer Verkeh^sver- hältnisse. Kreis Lauterbach. A Lauterbach, 12. März. Der S t a d t v o r - stand beschäfttgte sich in seiner jüngsten Sitzung zunächst mit der vom Reiche angeregten Veranstaltung einer Reichsgesundheitswoche. Man ist bereit, für die Kosten einen Betrag zur Verfügung zu stellen unter der Bedingung, daß die Veranstaltung nicht nur an einem Tag stattfindet, sondern auf mindestens zwei bis drei Abende ausgedehnt wird, an denen Vorträge in gesundheitlicher Beziehung, z. B. über Geschlechtskrankheiten, Tuberkulosen- und Trinkerfürsorge, gehalten werden. — Weiter wurde beschloßen, den Arbeitslosen, soweit sie nicht als Notstandsarbeiter beschäftigt und auch nicht in den Genuß der bereits im Dezember von der Stadt bewilligten Winterbeihilfe gekommen sind, eine Unter st ützung auszuzahlen. — Auf Grund eines früheren Beschlusses ist die Um- pflasterung des Steinweges und der H i n t e r g a s s e vorgesehen. Die Arbeiten wurden der Firma Georg Huppert, Frankfurt a. M., übertragen. — Zur Behebung von Mißständen im K a n a l n e tz schlägt das Kulturbauamt Gießen vor, entlang der Lauter am See einen Ent- l a ft mi g s f a n a I einzubauen. Es wurde beschlossen, diese Arbeiten in den Monaten Juni und Juli auszuführen. — Ein Antrag auf Ausstellung eines Bauprogramms für 1926 wurde nach eingehender Besprechung bis zu einer der nächsten Sitzungen zurückgestellt, da anzunehmen ist, daß bis dahin über die Bereitstellung von Mitteln für Bauzwecke seitens des Staates klare Bestimmungen vorliegen. — Die vorgesehene Errichtung eines Schwimmbades am Flurrasen muß in Anbetracht der außerordentlich hohen Kosten vorerst z u- rückgestellt werden. Es soll versucht werden, am Brennerwasser in der Grub ein provisorisches Bad auszubauen. — Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde die unwiderrufliche Anstellung des Stadt rech ners beschlossen. — Ein Antrag der Salzschlirfer K u r l i ch t s p i e l e um Ermäßigung der Vergnügungssteuer wurde wiederholt abgelehnt. Nach Beratung des Gesuches | gab der Bürgermeister Kenntnis von den gegen ihn gerichteten Angriffen im „Film-Kurier" und teilte mit, daß das Kreisamt Lauter- bad) diese Angelegenheit der Staatsanwaltschaft zur weiteren Veranlassung übergeben habe. WSR. Lauterbach, 12. Marz. In der Rächt wurde in der Villa eines hiesigen Einwohners ein schwerer Einbruch verübt. Die Diebe öffneten gewaltsam ein Parterrefenster, erbrachen mit Hilfe eines Stemmeisens alle Schränke und Behältnisse und entfernten sich dann unter Mitnahme von Bargeld, einem Mikroskop und einem Opel-Herrenfahrrad. Es dürfte anzunehmen sein, dah der Einbruch von denselben Tätern begangen wurde, die in bet Rächt vorher in Rösberts eingebrochen hatten. o Schlitz. 12. März. Der Heimat sinn und der Sinn für die Vergangenheit ist in unserem abgelegenen Schlitzerlande immer besonders rege gewesen. Durch Geistliche und Lehrer, unter denen sich Ramen von gutem Klang befinden, ist die Heimatliebe auch stets besonders eifrig gepflegt worden. So hat das Dchlitzerland noch feine schöne Tracht erhalten, es verfügt aber auch über eine viel reichere He i m-att l it e r a- t u r als andere Gebiete unseres Hessenlandes. Eine Krönung hat die seit Jahrzehnten getriebene Heimatpflege nun mit der Errichtung eines Heimatmuseums erfahren, das in der altertümlichen Hinterburg in drei Räumen zur Zett untergebracht wird und in einigen Tagen eröffnet werden kann. Der um die Heimat erforschung verdiente Oberpfarrer Knodt und Lehrer Altstadt sind schon seit Jahren um die Beschaffung des Inventars bemüht gewesen, das in Form von Eigentum oder als Leihgabe bereits so zahlreich vor- liegt. daß ein Burgzimmer, ein Du r ger - saal und eine Bauernstube mit Küche eingerichtet werden konnten. Dem Heimatmuseum fällt in unserer raschlebigen. Zett eine bedeutsame Aufgabe zu. Es will das Eigentümliche der ehemaligen Grafschaft Schlitz in bezug auf Geschichte. Volkskunde, geistiges, kirchliches und wirtschaftliches Leben möglichst geschlossen zur Darstellung bringen und dazu beitragen, dah auch späteren Geschlechtern der Heimatsinn erhalten bleibt. — Auf Anregung des Landtags- abgeordneten Bürgermeister Dr. Riepoth ist man nach den üblen Erfahrungen bei den letzten graften Schadenfeuern im Schlitzerlande der Frage der Beschaffung einer Motorspritze näher- getreten. Rachdem nun, mit Ausnahme von Hartershausen, alle Gemeinden des Schlitzer- landes Beiträge zu den Anschaffungskosten zugesichert haben, konnte Dr. Riepoth beauftragt toerben. Verhandlungen wegen des Ankaufs einzuleiten. Die Motorspritze soll hier zur Aufstellung kommen. Starkenburg. WSR. Offenbach. 12. März. Am Mittwoch abend hat sich im Hause Birsmarckstrahe 32 ein folgenschweres Unglück ereignet. Der 17- jährige Gymnasiast Franz Hof wurde von seiner Mutter, als diese von einem Ausgang zurückkehrte, tot in der Küche aufgefunden. Als Ursache wurde Gasvergiftung festgestellt. Der junge Mann, der an einem starken Schnupfen litt, scheint an dem Gashahn herumhantiert und ihn versehentlich nicht ganz geschlossen zu haben. Preußen. Kreis Wetzlar. J Wetzlar. 12. März. Rach mehrmaligen Versuchen ist jetzt in einer gut besuchten Versammlung der Wetzlarer Verkehrs verein gegründet worden. Zum Vorsitzenden wurde bis auf weiteres Stadtrat Winkelmann bestimmt. Zur Bearbeitung der einzelnen Gebiete wurden drei Ausschüsse gebildet, und zwar ein Werbeausschuh, ein VerschönerungS- aus sch uh und ein Verkehrsausschuh. Wie dies bei solchen Tagungen üblich ist, kam in der Aussprache eine grohe Zahl von Wünschen und Verkehrsprojekten schon zur Erörterung, ein Zeichen dafür, dah dem neuen Verein ein weite- Betätigungsfeld eröffnet ist. Inwieweit er seinen Aufgaben gewachsen sein wird, hängt viel von der Zusammensetzung der Ausschüsse mit arbeitsfreudigen und wettblickenden Männern ab. Wenn man von dem zur Zett besonders aktuellen Thema der Kraftpostverbindungen mit dem Lande absieht, so sind es noch ander« äuherst wichtige Derkehrsfragen. die den neuen Verkehrsausschuh zur intensivsten Arbeit anspornen können. Die Verhältnisse auf dem Bahnhof Wetzlar z. D. find alles ander« wie gut. Ist doch der vor zwanzig Jahren begonnene Umbau deS Bahnhofs heute noch nicht vollendet. Die Bahnhofsvorhalle ist zeitweise so schlecht erleuchtet, dah man glaubt, sich in einer Spelunke zu befinden. Sonntagsfahrkarten nach Wetzlar werden nur von etwa einem halben Dutzend Orte ausgegeben. Für den Ausflug verkehr nach Wetzlar ist fast gar- nicht gesorgt usw. Auch der Po st verkehr ist noch recht reformbedürftig. Es ist z. D. in der Zett der Schnellverbindungen und der Ausnutzung aller Geschäftsmögl ichketten tm Wirtschaftsverkehr kaum glaublich, daß die vor- mtttags um 8.30 Uhr in Wetzlar etntreffenbe Berliner und Hamburger Rachtpost einschl. der Berliner Zeitungen erst nachmittags 3 Uhr zur Austragung gelangt und den einzelnen Empfängern teilweise erst um 5 Uhr ins Haus gebracht wird. Die Erledigung wichtiger Eingänge oder der Versand bestellter Waren ist dann am gleichen Tage fast ausgeschlossen. Das gleiche gilt von der Versendung der hier auf gelieferten Pakete, für die vormittags überhaupt kein Versand eingerichtet sein soll. Auch der Verschöne rungsausschuß, der wohl als Rachfolger des vor dem Kriege bestandenen Der^ schönerungsvereins angesprochen werden darf, hat alle Hände voll zu tun, wenn er die Stadt und ihre wunderbcrre Umgebung dem besuchenden Fremden so zeigen will, wie es auch nur im geringsten erforderlich ist. Ein Blick auf die n c a I $ m u n t *n ihrem jetzigen Zustande dürfte allein genügen. Ruhebänke, wie sie .früher überall zu finden waren, sind in der gan- zen Umgebung geradezu eine Seltenheit geworden Hoffentlich gelingt es dem 'Verein, die erforderlichen Mittel, deren Betrag nach dem allein hier Gesagten nicht gering ist. mit Hilfe der Stadt aufzubringen, damit er auch nach dieser Richtung die nötige Schwungkraft entwickeln kann. Der Gebefreudigkeit der Bürger ist hier ebenfalls ein grohes Betätigungsfeld eröffnet. ; Mark etoiöww He zartbbjrnigsnd'i auf regend,dte^genannte Äuffifdue 3ee -Jfafchung, bef. geeignetfürdieZubereüuntj irrt Samowar*, da auch bei längerem Le, hen nicht bitter werdend. rz. Am litt» marckstrahe 32 net. Str 11* s wurde von nm Ausgang aulgefun- Vergiftung er an einem !>em Sas-a-n h nicht gmy Mußen Der- rkehrsver- Iiyenden wurde felmann be« zelim Sebirie und zwar ein onerungS' Sausschud Mich ist, ton von Dünsche" rörtenmg, ein :ein ein weite- etoeit et feinen ängt viel von Hüffe mit ^"Sen mV ! noch andere die den neuen n Arbeit an- iffe auf dem b alle- anb«e zigSahmbc' noch e ist glaubt. ntag-f^ nur rcbtll ^*r fsg st einfchl- d« !*> q M -Ur kvL £Ä Aach- voht ü** Irr- staE- tuch di« Dlick 5 an’/’^f gaw indMor- ltenheu ti tf, ^allein :«K- 5tf§ lernten i;* rgeld Ä ;j)'e in der )en hatten S’inn N -Ä -Äs. s «s 5U'tera° Neulandes Ahnten ge. Errichtung en. das in 11 drei ASu° in eint- L®« um jMatret ^n feit uwentm b», Eigentum streich tot» n Dürger. it Küche ein- ycunatmufeum eine bebeul. entümliche der MS aus Ge- rchliches und Wessen jur fragen, dah seimatfinn er« >rs Landtags- ^iiepoth ist bei den letzten mde der Frage 'ritze näher« asnahme von dcs Schlitzet« Msten zöge« h beauftragt des Ankaufs iet zur Auf- Saalbau Sauer für alle Veranstaltungen bestens empfohlen Voranzeige: Sonntag, den 21. März, und am 1. Osterfeiertag Grosse Militär-Konzerte Leitung: Herr Obermusikmeister Löber. 2298c Göttingen über das CIGAßETTES Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen «ind ■ eilen neueren Sperialgereklften erhältlich Gießen, März 1926 Liebigstraße 92 Walltorftratze 16 Edel-Dahlien In allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Gööid 2328V 2347D L. Robert Döll, Samenhandlung Zenetadt 46 Neustadt 46 Fernruf 314 SOOD von 40 an. ' Fernsprecher 1659. 2251C in sehr großer Auswahl außergewöhnlich billig. Liekn «rwokj Jen vnrwCkaten Cgtrettenjauclier vie auch de» modernen Dame Anregung Erqmckunj and einen «epnnetn. iirlujlirlien Gcmil> Zar BexpemLckkeit aller Freunde uxucrri -Maria haken wir nnaere tämtlicbcD Sorten andi ■n Scheck eelii verdankt seine Welt- berühmtheit seinen alt- bewährten, sorgfältig ge- heimgehaltenm Kaffee- gewürzen. In Quleta sind dies« Kaffeegewürze in gebrauchsfertigerMah. lung mit feinem Bohnenkaffee vereinigt. Darum: Koche Kaffee mit Quleta In der Tat — delikat! Nur in Paketen: Gold 120 4, Gelb 90 4. Rot 55 4, Grün 28 4 Erwerbslosenfürsorge bewilligt. Mit den Arbeiten ist Ijeute begonnen worden. Die Erwerbslosen der hiesigen Gemeinde werden an dem Wegebau einige Zeit Beschäftigung finden können. Teilzahlung bis zu 1 Jahr. Direkt von der Spezialfabrik. Preisliste gratis und franko. Backofen-Industrie Lauterbach 234 in Hessen. Altes Blei iLteirödrem lauft Briihlfche Druckerei 11 D Schulitr 7'9 zur Förderung der beachten?" folgendes: Die allge- volkswirtschaftlichen Farbflecken aus weisser Wäsche Obst-.Kaffee-,Kakao-,Wein-,Rost-u.dergl.Feoken entfernt farbige Stoffe entfärbt t2138^ Heitmann® Entfärber Unschädlich für alle Stoffe. Mühelose Anwendung. Man achte auf die Marke „Fuchskopf Im Stern". Erhältlich In Drogerien und einschlägigen Geschäften. Tilli Arndt Dr. med. Fritz Althoff L IM, Bismarckstr. 6 k 01801 , kereiwesen der Universität Thema „welche Maßnahmen sind Rindviehzucht zu Wir entnehmen daraus meine Lage fordert vom Samte erstklassige Köperware 70 cm breit Mtr. 9.50, 7.80, 8.50 Schwarze und farbige aus der Tätigkeit der schaftlichen Ber hen landwirt- a t i o n D a r m - Gießener Wissenschaft im Dienste der deutschen Landwirtschaft. Dor einigen Tagen veranstaltete die Land- wirtschaftskarnrner Westfalen in S o e st einen Vortragskurs, an dem besonders die neue Einstellung der Landwirtschaft auf die bedrückenden heutigen Verhältnisse erörtert werden sollte. Auf der Tagung 'sprach u. a. Prof. Dr. Kraerner-Gießen über die Anpassung aller einzelnen Zweige der Tierhaltung an die heutigen Konjunkturen (mit besonderer Berücksichtigung der Zollfragen). Der Lehrgang nahm einen glänzenden Verlauf und brachte den Landwirten Westfalens viel neue Anregungen und Winke. vortragskursus der Landwirtschaststammerin Siehe» —Unter sehr starker Beteiligung der Landwirte aus allen Teilen Oberhessens fand am Donnerstag in Gießen ein eintägiger Vortrags- kursus für praktische Landwirte statt. Dazu hatten sich auch die landwirtschaftlichen Schulen aus Lich, Grünberg, Butzbach, Alsfeld, Lauterbach eingefunden. Als Gäste waren u. a. zugegen der Vertreter der Provinz Oberhessen, Regierungsrat Dr. Braun, Regierungsrat Strack, Geheimrat B o e ck m a n n-Schotten, der Vertreter der Stadt Gießen, Beig. Dr. Rosenberg. Oberveterinärrat Prof. Dr. Knell, die Vertreter der Landwirtschaftsämter, ferner Oekonomierat Breidenbach- Dorheim. Der Vorsitzende der Hessischen Landwirtschafts- kammer, Präsident Hensel, eröffnete die Tagung und sprach freundliche Begrüßungsworte. Als erster Redner sprach dann Prof. Dr. Schmidt vom Institut für Tierzucht und Mol« Einj.-Abitur •HOHHOHHHOHHHH« keh nad j?den Kenner ei» Begriff — eine unumttdhliche. «eit naheeo So Jahz.ep ImtdicnJe und bekannte Tatsache. VERLANGEN SIE DIE GUTEN NEUEN MARKEN VON NESTOR G1ANAGJS in prachtvollen Farben Gladiolen nur neue großblumige Sorten empfiehlt in reichhaltigster Auswahl billigst VERTRETER für unsere Spezialitäten: Salzbrezel (Freiburger) und Salzstangen (Bter- stengel) an allen Mätzen gesucht. Gebäekfabrik Odenwald G. m. b. H. Heidelberg. 2342A Standpunkt aus nicht nur eine Steigerung der einheimischen Milchproduktion, sondern auch eine Verbilligung der Erzeugung. Es muß das Bestreben der Zuchtvereine und Landwirtschaftsbehörden sein, die Züchtung der einzelnen Rindoiehrassen den ihrer Entwicklung günstigen Boden- und Klima- verhältnisien anzupasien. So haben die Bewohner der deutschen Küste (Marsch) und des bayerischen Hochgebirges frühzeitig die Viehzucht mit festen Zuchtzieleu organisiert und durchgeführt. Sie haben dadurch erstklassige Viehbestände geschaffen. Wesentlich verschieden liegen die Verhältnisse in Mitteldeutschland, wo die mannigfaltigsten Bodenarten wild durcheinander liegen. Hessen hat viel zu leiden unter der Rassensrage, weil leider noch zu viel kreuzt wird, züchten und verbesiern kann man erst, wenn man sich ein festes Zuchtziel gesetzt hat. Die Erreichung des Zuchtziels hängt auch von Haltung, Pflege und Fütterung ab. Die Frage der Bodenständigkeit spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle; in Gebirgsgegend, z. B. im Vogelsberg, muß unbedingt die bodenständige Rasse erhalten und verbessert werden, um höhere Leistung in Milch- und Fleischproduktion zu erzielen. Das Simmentaler und schwarzbunte Niederungsvieh kann unter den ärmlichen Verhältnissen unserer Gebirgsgegend nicht zur vollen Entfaltung kommen, die Tiere verkümmern. In der Wetterau herrscht dagegen Simmentaler Vieh vor, auch das schwarzbunte Vieh hat auf den größeren Gütern immer mehr Eingang gesunden, doch kann man es nicht zu der Oldenburger Hochzucht bringen. Auch in unserem Höhenvieh ist die Veranlagung zu hoher Milchleistung vorhanden. Es ist nicht nur auf die Kühe zu achten, sondern auch auf die Veranlagung der Bullen. Deswegen soll man bei der Aufzucht und dem Ankauf von Bullen darauf sehen, ob er von milchreichen Müttern abstammt. Bei der Milchproduktion ist vor Fleisch-Räucher- und Aufbewahrungs-Schranke stadt sand um 3 Uhr nachmittags im Palast-Lichtspielhaus statt. Die Filme sollen dazu beitragen, die Kenntnis über die Verwendung und Wichtigkeit künstlicher Düngemittel in immer weitere Kreise zu tragen. 3m einzelnen betrafen die Filme: so ziemlich alle Gebiete des Pflanzenbaues, Düngemittel Futtermittel, Saatwaren, Versuchstätigkeit, Methoden zur Bestimmung des Nährstoffgehaltes bei Böden, Versuche über Bodensäurefragen, Besuch« auf dem Versuchsgut bei Reichelsheim im Odenwald und vieles andere mehr. Auch der Grünlandfilm von Dr. K i l b i n g e r , Gießen, ist als sehr lehrreich zu bezeichnen. Oekonomierat Breidenbach, Dorheim, der Vorsitzende des Landwirtschaftskam- mer-Ausschuffes für Oberhessen, dankte in herzlichen Worten dem Leiter der Versuchsstation, Prof. Dr. Rößler, der die Filme zur Verfügung gestellt hatte. Höchst anerkennenswerte Worte zollte er auch dem Gründer und langjährigen früheren Leiter der Versuchsstation, Geh. Hofrat Prof. Dr. Paul W a g- n e r, Darmstadt. Damit fand die sehr stark besuchte und anregend verlaufene Tagung ihr Ende. Wfi WUMM Bloß WWAGMkW am Montag, dem 22. März, abends 81/» Uhr, im Saale des früheren Hotels Einhorn (jetzt Palast-Lichtspiele), Eingang Kirchstraße unter Mitwirkung derKapelle Topp Gedenkrede: Bismarck und seine Erden WWr semM ZMl-WWü Müdem der Bereinigten Boterfflnölfthen Beröflnde Bmjenis. Preise der Plätze: Numerierter Platz 1 Mk., nichtnumerierter Platz 50 Pfg. - Karten bei Challier, Neuenweg. [231GD Odenwälder Blaue. Graf Werder u. a.m. Als Spätkartoffeln empfahl er die Industrie und die Edeltraut von Böhm. Als Wirtschaftskartoffel komme die stärkereiche Barnassia und Weltmann in Betracht. Redner sprach noch kurz über die Wichtigkeit des Futterpflanzenbaus und die Verdienste des Hessischen Grünlandvereins. Line rege Aussprache schloß sich an di« Vorträge an. Es beteiligten sich daran u. a. F i s ch e r - Zwiefalten, Prof. Dr. Knell, Gießen, Prof. Dr. Kraemer, Oekonomierat Breidenbach, Prof. Dr. Schmidt. Der Präsident der Landwirtschaftskammer Hensel ermahnte die Zuhörer, nun das Gehörte in die Tat umzusetzen zum Wohle der Landwirtschaft. Eine Vorführung der Ailme allem auch auf die Güte der Milch großer Wert zu legen, damit wir dem Ausland gegenüber konkurrenzfähig bleiben. Redner sprach dann über sachgemäße Zugviehaufzucht: das Kalb könne in den ersten sechs Monaten nicht reichhaltig genug gefüttert werden, Musterwirtschaftsanlagen müßten bestehen und Zuchtwarle ausgebildet werden. Nur durch eine leistungsfähige Viehzucht, die genügend Milch und Fleisch produziert, könne zur Linderung der gegenwärtigen Lage beigetragen werden. — Nach lebhaftem Beifall der Zuhörer dankte Präsident Hensel dem Redner und ermahnte besonders die Jugend, die Ratschläge zu befolgen und dem hohen Ziel zuzustreben. Professor Dr. Kraemer vom Landwirtschaftlichen Tierzuchtinstitut in Gießen sprach über das Thema „3st der deutschen Landwirtschast mit Kaltoder Tvarmblutzuckt besser gedient?" Die Pferdezucht Hessens weise zwei Drittel Kaltblutzüchter auf. 1925 wurden 25 000 Pferde für 20 Millionen Mark eingeführt, das sei ein großer Fehler für die Volkswirtschaft. Es gelte, die einheimische Pferdezucht zu heben. Leider sei die Zucht im Rückgang begriffen. Die schweren Kaltblüter brauchten mehr Futter und alterten schneller, dagegen hätten sie den Vorteil früherer Reife und stellten niedrige Anforderungen an die Weide. Das Warmblutpferd eigne sich sehr für die Landwirtschaft, da es gewandt, ausdauernd und sehr leistungsfähig sei. Bei den Kaltblütern stehe der rheinisch-belgische Typus im Vordergrund. Es sei falsch, zu glauben, daß man das beste immer aus bAn Ausland beziehen müsse. Die Quelle der Warmblutzucht sei in Oldenburg, Hannover und Mecklenburg. Die schweren Kaltblüter hätten im Krieg versagt, während die mittleren und leichteren Kaltblüter sich besser bewährt hätten. Der Redner sprach dann über die Aufzucht, Krankheit und schärfere Erfassung der Leistungsprüfung, damit die Wirtschaftlichkeit genau festgestellt werden könne. Bestimmte Vorschläge, ob Kalt- oder Warmblutzucht, gab der Redner nicht, dos müsse sich vielmehr aus den Verhältnissen ergeben. — Der Präsident dankte dem Vortragenden in herzlichen Worten. Als dritter Redner sprach der Generalsekretär des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für Starkenburg, Dr. Nothart, Darmstadt, der das Thema behandelte: „Zeltsragen zum Pflanzenbau". Beim Pflanzenbau sei in erster Linie auf die klimatischen und Bodenverhältnisse zu achten. Der Weizenanbau müsse vermehrt werden. Redner sprach dann über die Bekämpfung der Getreidebrandes durch das gebräuchlichste Mittel Uspulum, neuerdings bewähre sich auch ein pulverisiertes Trockenbeizmittel: ohne Beizung solle der Landwirt fein Getreide aussäen. Hederich würde mit Kalkstick- stoff bekämpft. Er empfahl für unsere Gegend drei Sorten Gerste: Eckendorfer, Groninger und Fried- richswarter Wintergerste, bei Noggensaat den Pett- kuser Roggen von Lochow, der 80 Prozent der Roggenanbaufläche in Deutschland beherrscht, bei Winterweizen den Struwe Dickkopf, der sich in Hessen sehr bewährt hat, bei Sommerweizen Struwe Sommerweizen, bei Hafer weiße grobspelzige Hafer und den anspruchslosen feinspelzigen Lochows Gelbhafer, der in Hessen die erste Stelle einnimmt. Es gebe in Deutschland 2000 Sorten Kartoffeln: als beste Frühkartoffel mit einem Ertrag von 275 Doppelzentner auf den Hektar komme allerfrüheste Gelbe von Böhm in Frage, ferner noch Kaiserkrone, S) Letzlar, ir Mürz. Der ländliche y o r t b i l d u n g »s ch u l u n t e r r i ch t, ber in dm meisten Gemeinden des Kreises obligatorisch einge^ führt wurde, nimmt für das laufende Winterhalbjahr in diesen Tagen fein Ende. Leider werden die Vorteile dieses Unterrichts von einem großen Teile ber Fortbildungsschulpflichtigen vielfach verkannt. Auch über ungehöriges Verhalten der Schüler gegenüber den Lehrpersonen wurde in vielen Fällen Klage geführt. Die Gemeinden erheben je Schüler und Unterrichtshalbjahr einen Beitrag von 2 Mk. • Braunfels, 12. März. Don Sonntag, 14. März, ab find der Rittersaal des Schlosses Braunfels mit Deikergalerie (Iagdgemälde), der Bergfried, ein Teil der Znnenräume und die S ch l o h k i r ch e, sowie daS Im Spätsommer 1924 eingerichtete Familienmuseum zur Besichtigung wieder frei- gegeben. T Dorlar, 12. März. Zu unserer Auh- und Brennholz der st eigerung hatten sich viele auswärtige Käufer aus Ahbach, Kinzenbach und Waldgirmes eingefunden. Die Preise waren sehr hoch: sie stellten sich: Eichennuhholz pro Festmeter 22 618 30 Mk., Tannen 20 Mk., Buchenscheit pro Raummeter 18 bis 20 Mk., Knüppel 14 bis 16 Mk., Eichenscheit 8 bis 10 Mark, Knüppel 7 bis 9 Mk. Die Reiser waren verhältnismäßig billig: es kamen pro Meter Buchenreiser 1 Mk., Tannenreiser 0,50 Mk. $ Groß-Rechtenbach, 12. Febr. Die hiesige i^par - und Kreditkasse G.m.b.H. hielt ihre Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 1925 ab. Erfreulicherweise war gegenüber dem Geschäftsjahr 1924 eine wesentliche Hebung des Geldverkehrs zu verzeichnen. Auch der Warenverkehr hatte an Umfang zugenommen. Die Wahl des Vorstandes ergab die Wiederwahl der bisher dem Vorstände angehörenden Mitglieder. Die Gesamtmitgliederzahl der Kasse beträgt 52. g. Lützellinden, 12. März. Die hiesige Gemeinde hat sich entschlossen, noch in diesem Jahre einen Bullenstall zu bauen. Die Borarbeiten für den Bau sollen - sofort in Angriff genommen werden. ]:[ Hochelheim, 12. März. Der hiesige Männergesangverein Frohsinn, der wiederholt an Gesangwettstreiten teilgenommen bat, beabsichtigt, am 2. Pfingsttag 1927 selbst einen Gesangwett st reit abzuhalten. <> Dornholzhausen, 10. März. Zur Anlage eines neuen Friedhofes gelegentlich der wirtschafllichen Umlegung der Grundstücke ist nunmehr endgültig eine 30 Ar große Fläche am Dorfausgang links der Straße nach Heuchelheim ausgewiesen. Die sanitätspolizeiliche Untersuchung des Bodens ergab, daß die in Aussicht genommene Fläche sich zur Anlage eines Friedhofes eignet. Der alte Friedhof ist mitten im Dorfe um die Kirche herum belegen. Abgesehen davon, daß dieser fast vollständig velegt ist, ijt die beabsichtigte Neuanlage des Friedhofes außerhalb der Ortslage auch vom hngienischen Standpunkte aus sehr zu begrüßen. Es bleibt nun noch abzuwarten, ob die Neuanlage auch die landespolizeiliche Genehmigung findet. Nach Lage der Verhältnisse ist aber an ihrer Erteilung kaum zu zweifeln. — Der dem Bauunternehmer Schäfer, hier, übertragene Ausbau ber 500 Meter langen Teilstrecke des Weges nach Langgöns ist von dem Regierungspräsidenten als Notstandsarbeit anerkannt und der Ge- meinbe ein Zuschuß aus Mitteln der produkttven Is Bruchsteine für Bauten stets vorrätig Anfuhr prompt und billig C.Rübsamen,Gießen ** lidie Kenntn» in der Beurteilung von Takelte ouahtite» eigen uL nickt auf Grund von Farkltmareiawu^ toodefn kerjelci'ietiui einem kockentwiclteltrn Gervdu> und Getckariclo- «ian. D»f) raldia QuaLtlttn;treker meMt Ian jjäkrije Verehrer der in der janren Welt berühmten Merke .Queen* «ind, ist kein Woher Zufall Die VolRonunrnheit de» Neator GienaeL» cTTrO Wohnhaus! mit mehrer. Stockwerken von 5-6 Zimmern nebst Zubehör zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote mit Preisangabe und Zahlungsbedingungen unter 01788 an den _______Gießener Anzeiger erbeten. Zu dem am 19., 20. und 21. Juni 1926 zu Ober-Hörgern stattstndenden MiueiliW soll der Juxplatz vergeben werden. Angebote sind bis zum 21. März 1926 abzugeben. 01765 ßelaaooeteiü Germania Oöer-öOrgem F. 21 : Otto Düringer, 1. Vorsitzender. I die- xluen souten!' ' l-LOU RNA 5A IAI2LIN G 6 * LORD 8" KHI=D1VE 10" QUtEN 12 z 1 •z • NJ f t' 1 n " ' NESTO&GIANfuCUS NESTOR GIAMOJS UmüWMk erstklassige Ito uod Goldwareo - Hobe Rabatte 017*9 Uhren- und Goldwarenhaus Emil Otto Gegr. 1890, Bahnhofstr. 49, Fernruf 1656 / Beachten Sie meine Schaufenster. Bunte Bühne“ | Minen Gielen sr UP Seltersweg 50 -gg Sonntags 4 Uhr ttanzlefberg 5 ttanzlelberg 5 Ein reelles Hustenmittel! A H. Rusch 01790 f 5 ^JIIIIItllllllllllllllllllllllllllllllltllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllUE W ^lobannisbecr V «räucher z. verkauf. Palast-Lichtspiele 2379c Drr Mkzkköslk Weiin Ein Abenteuer aus dem wilden Westen. - 6 Akte. mit den, 3Tannerv innnioiJiDiTiHmiriuäniifpniiunmiiiminiiTfmi 5 itiiuiiitn ( ij ix 111111 r 1111111111111 ■ 1111111 > 1111111111 ii 111 j 11111«11 Ab morgen Sonntag bis auf weiteres: Täglich Konzert »er SWen-Salsn-welleSWlnfleM = 40,24, 4. Kl. 64,82, 6l>Kl. Nr. 898 2340 Ein Schicksal von Mensch und Tier. 6 Akte. MlMWIw o angen.Acuk..ver- trägl-Char..27J.a., mit eig Hofretle u. eia landw.Betrieb, iuchtzw.bald.Hci- ratnetteSMädcheu mit einwandfreier Vergaugenh.Land- wtrtsiochi. bevor- zugl. Diskret, zuge- sichert u. uerlannt. Off. uni. F. T. 7620 n. flla-Haasensteln & Veglir, Frank- inrt a. Main. 216,5A verlöre« Schwarzes Leder- täschchcn, Inhalt Bah u. Geld, vom Cafe Schwarz bis Friedrichstraße. Abmgeben geg. gute Belohnung 3y-oD Cafs Schwarz «anderLahn gelegt, zu verpachten. 2jähr. II. -= 26,46, 4. Kl. 47,14, 5d-Kl. die bei: 1. Kolonialw. u. Feinkostgeschäften (auch en gros). Warenh., Drog , Kondit. usw. 2.) Cafes. Restaurants, Hotels. VerguügungsetabL, Sportvereiaig, etc nachweisl gut eint-eführt sind. Ausführ]. Mitteil.unt. Ang. über Kundenkr., Bezirk, seith. Tätigkeit u Aufg. von la Ref. unter ^F. AI. g. 3391a BnrtoII Mosse.Franklnrt KLy Simon. Gießen. Grabenstr. 7. [W»D L Bsriari, Bismarckstr. 6 l 01800 Angebote sind bis Freitag, den 19. Marz 1926, nachm. 3 Uhr, auf hiesiger Bürger* meisteret, getrennt nach Losen und Klassen, cinzureichen. Bemerkt wird, daß sämtliches Holz mit Rinde gemessen, aber entrindet ist. . 2358D Atten-Buscd, den 13. März 192(v* Hessische Bürgermeisterei. Bedex so bezeichnen unsere meist. Ärzte Kaiser’* Brust-Caramel- len mit den 3 Tannen. Benutzen auch Sie dieses herr- Beitetelt Nessel 140 u. 160 cm breit Mtr. 1.75, 1.45 Gebleicht Haustuch 150 cm breit Mtr. 1.95 Halbleinen schwere Ware 150 cm breit Mtr. 8.40 Bess., kinderl. Witwe möchte mit gütigem, alten Herrn gemetn- schasil. Haubalt iüb- rett. Bei Neigung Heirat nicht ausgeschlossen. AuSsübrl. nicht an- nonyme Angeb. unt. 23331) an d. G. Anz. Suchen Sie wirkliche Mi, Linderung und Heilung j dann lassen Sie sich in unserer J 1 < ।1 y ständigen orthopädischen Spezial- Abteilung kostenlos beraten. haus ■ Reiss Mäui2bur9Gie8en 210 ................„ 2381 a 8 Akte von deutschen Schiffen und blauen Jungens. Hauptrolle: Otto Gebühr, Claire Rommer, Erna Morena Werner Pittschau Jugendliche unter 14 Jahren nur werktags von 4-6 Uhr 50 Pfennig und Mk. 1.-. Anfang: 4 Uhr - 6 Uhr - 8.15 Uhr. Sonntag ab 3 Uhr: Großes Orchester 2362c r.Kaisetsl LM Brust- bCaramelten m.b.H. e Telephon | Abeids 8 Ohr 01756 schleimung, Krampf- und Keuchhusten. sowie gegen Erkältung. 70nn Zeugn. v. Ärzt. u. Privat, f UUU Paket 40 PL, Doae 90 PL Schutzmarke: 3 Tannen. Zu haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar. »OB Die altbewährte gute Strickwolle Die am 6. 3. ausgeschriebene Lagerhalter-Stelle ist besetzt. Allen Bewerbern besten Dank. Der Vorstand. Wir suchen gegen hohe Provision zur Einführung eines erstkl. zugkräftigen u fast konkurrenzl. Artik. welcher große Absatzmöglichk. bietet, für eine Anzahl Städte u. Bezirke riilirige n, Mlije i'crtreler Bekanntmachung. Der Schlosser- und Jnstallationsmeister Georg Eidmann dahier, Steinstraße 19, ist zur Ausführung von Anlagen im Anschluß an das Gas- und Wasserwerk auf Grund der Bestimmungen vom 18. August 1920 zugelassen worden. 2357D Gießen, den 9. März 1926. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. liehe Mittel! V. M illionen im Gebrauch bei Husten, Heiserkeit, Brust-Katarrh, Ver- Oberall erhältllchl Auf Wunsch Bezugsquollen-Nachweis durch: ßtemwoll* Spinnerei Bahrenfeld G.m. b. H.. Altona-Bahrenfeld E. G. Telephon M3 Heirat. Strebsamer Mann vom Lande, 24Jahre alt, evangel., angenehme Erscheinung, wünscht mit solidem Mädchen bekannt zu werden. Schr. Ang. mit Bild unt. 01730 an den Gieß. Anz. 2. Kl. = 3,66, 3. Kl. 47,04, 5a-ÄL =- 20,67 Fstm. LoS 2. Kl. = 2,03, 3. Kl. 42,63, 5a-Kl. - 48,63 Fstm. Zu verleben direkte Generalvertretung einer äUesten deutschenLebensversicherungm.Dorzugs- leistungen und anerkannt vorzüglichen Werbesachen gegen Höchstbezahlung der Abschlüsse einschließlich Org..Zuschlag. Nur ernsthafte Bewerber, die ein gutes Neugeschäft garantieren, kommen in Frage. Kapital nicht erforderlich. Andere Vertretungen gestattet. Geeignet für Inspektoren und größere Untervertreter, die voran wollen. Verschwiegenheit zu- gesichert. Ausführliche Bewerbungen - andere werden nicht behandelt — mit genauen persönlichen und geschäftlichen Angaben unter 2341id (V. 578) an den Gießener Anzeiger erbeten. öi$ Hrotoit-PriipiM mit Heinz Klein genannt »Der deutsche Fatty" Achtung! Herren-Sohlen u. -Absätze 4.20 Damen-Sohlen u. -Absätze 3.20 Genähte Sohlen 1 Mark mehr Bei Eilaufrrägen kann gewartet werden. Stfiuörepflrnlurfobrif Heinrich Blum Kirchenvlatz 8-2379c Achtung Rosenfreunde! ' Wo kaust ihr am billigsten eure Rosen? Nur in GillmannS Rosenzüchterei. Buschrosen mit Neuheiten von 30—50 Pfennig. Hochstämme 1,50-2,80 Mk. Nur gesunde Sämlingsstämme ohne Brandbeschädigung Gillmanns Rofenzüchterei Gießen, Ederltralre 20. 01768 Holzfubmifsio«. AuS den Waldungen der Gemeind« Alten-Buseck sollen folgende Holzmengen zum Verkauf gestellt werden: Los 1. Astana-Lichtspiele Seltersweg Los III. 3. Kl. = 3,49, 4. Kl. = 27,18, 5a»Kl. = 62,06, 5b-Kl. = 59,56 Fstm. Wegen Vorzeigung des HolzeS wolle man sich an Forstwart Bommersheim, Villingen, wenden. Hungen, den 11. März 1926. 2863D Bürgermeisterei Hungen. Fendt. M M am liebsten v. Selbstgeber aus erske öopoiötl zu leiben gesucht. Schr. Ang. u. 2325D an den Gieh. Anz, Bon solidem Geschäftsmann 800 W. gegen nute Verzinsung und Bürgschaft auf4 Monate gesucht. Schr. Ang. u. 01772 an den Gieß. Anz. Ferner: Jimmy, der Bär Lichtspielhaus Bahnhofstraße Für Neuheit der Autobranche D. N. P. u. D. N. G. M. wird für sofort für Oberheffen ein 236188 WWMWK gesucht zum Besuch sämtlicher Autobesitzer mit Sih in Gießen. Gest. Ang. mit aus- führl. Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Ref. unter F. M. S. 340 an Rudolf Moste, Frankfurt am Main. V. Weh, MM _ . Friedberg i. H. Mamzertoranlage 11 Fernruf 470 präzis in Homöopathie und Wundbehandlung , Ultraviolet - Bestrahlungen, Entfernung von Warzen, Muttermalen, Tätowierungen ufro. Sprechstunden von 8—6 Uhr. Komme auch aus Wunsch. Mitglied deS Verbandes der Heilkundigen Deutschlands. 2331D Röhn, mD Drahtzaunwerk Harleshansen- Cassel. Achtung Land- nnd Garten befitzer Sunmnoemo Mngelüik emoffehlk 23,od in bellen Qaalltttren 9. todiültt Skeinskr.7Z Tel. 1581 Nutzholz-Zubmission. Das nachverzeichnete, im Winter 1925 zu 1926 gefällte und mit Rinde gemessene Nutzholz soll auf dem Wege der Submission verkauft werden. Angebote sind spätestens bis zum Samstag, dem 20. März 1926, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen, woselbst auch die Verkaufsbedingungen, denen sid) die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, offenliegen. Bnchen-Schnittholz: 1. Kl. = 3,94, 2. Kl. -- 1,32, 3. Kl. «= 1,89 Fstm. Haiubucheu-Gtämme: 4. Kl. -- 4,19, 6. KI. --- 7,61, 6. Kl. -- 9,66 Fstm. Eichen-Ttämme: 2. Kl. = 3,15, 3. Kl. = 12,95, 4. Kl. = 57,84, 5. Kl. = 38,97, 6. Kl. = 42,21 Fstm. Erleu-Ttämme: 6. Kl. --- 3,18 Fstm. Kiefern-Stämme: 1. Kl. — 0,64, 2. Kl. = 1,80, 3. Kl. = 15,25, 4. Kl. = 35,37, 5. Kl. = 48,59 Fstm. Fichtcn-Stämmc: LoS L Nur noch heute und morgen: Der wilde Sheriff Nur noch heute und morgen: Die eiserne Braut der weltberühmte lustigste Filmkomiker persönlich mit seinem Ensemble von 5 Personen auf der Bühne in seinem heiteren Sketsch WMWWOtll Das Auftreten des Künstlers entfaltet tosende Beifallsstürme. Die stärkste Attraktion, die je in einem Filmtheater geboten wurde. Ferner das glänzende Beiprogramm. Preise der Plätze von 1 Mk. aufwärts. Gießener Konzertverein Sonntag, 21. März 1926, nachmittags 5 Uhr in der Universitätsaula: Melanie Michaelis (Violine) aus München Hans Michaelis (Violine) aus Stuttgart Rudolf Peters (Klavier) aus München Werke für 2 Violinen, allein und mit Klavier, sowie Klaviersolo von Händel, Viotti, Zilcher, Mozart, Peters, Bach 2314c Eintrittspreise: 5, 4, 3 und 2 Mk. bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk. !.— nur im Vorverkauf beim Hausverwalter der Universität. MMa mit guten Zeugnissen für 1. April gesucht. Lohn pro Monat Mk. 35.-, Kassen frei. Kochen nicht erforderlich. Angebote an 2366v Frau M, Schultheis Steinfurth bei Bad-Nauheim. Montag, den 29. März, abends 8 Uhr, im Schützenbaus. Frühjahrs -Generalversammlung Tagesordnung: 1. Jahresbericht, 2. Rsclmnngsablage. 3. Jahresschtenen, 4. Verschiedenes. 2312c Inta „Alles SehloO“ Zaunlatten 875 Stück Dachlatten 175 Meter Baumpfähle 35 Stück sofort zu verkaufen. Eifert j Wiekeustraste S II. Einleg- schweine co. 8 — 10 Wochen alt, gegen neues Fahrrad zu tauschen. Schr. Ang u. 01794 an den Gieß. Anz. Wohnungstausch Schöne 5-Zimmcr-Wobnung mit Balkon und Mansarde in freier Vaoc vart. ibill. Friedens-Miete» gegen 5- oder 6-Zimmer-Wobnurra l. oder 11. Etage zu tauschen gciucht. Schriftliche Angebote unter 01763 an den Giestener Anzeiger erbeten.________ Wir stellen für bald oder später fleißigen und selbständigen 2320D Gärtner ein. Aur Bewerber mit gründlichen Fach- lenntniffen, die auf Dauerstellung Wert legen, wollen sich zunächst schriftlich melden. Rinn & Cloos 2I.-G.» Heuchelheim. 3. Klas c 6 Fichtenstämme 7,32 Fstm. 4. ff 18 16,63 „ 5a- ff 24 10,98 „ 5b- 44 9,22 „ LoS 2. 2. 1 Fichtenstamm 1,45 Fstm. 3. ff 6 Fichtenstämme 5,73 „ 4. 15 10,02 „ 5a- 20 9,15 „ 5b- 24 6,17 „ Los 8. 3. 2 Fichtenstämme 2,25 Fstm. 4. 8 6,90 „ 5a- 33 16,00 „ 5b- 20 5,21 „ Loö 4. 3. 4 Fichtenstämme 3,76 Fstm. 4. 11 ff 7,34 „ 5a- 18 ff 7,94 „ 5 b* 113 21,48 „ Los 5. 3. 1 Weißtannestamm 1,51 Fstm. 5a- ff 3 Weißtannest. 2,19 „ 5b- ff 4 1,62 „ Los 6. 3. 4. 1 4 Lärchenstamm Lärchenstämmc 0,98 Fstm. 2,96 „ 5. ff 10 3,64 „ Los 7. 2. ff 1 Kiefernstamm 0,92 Fstm. 3. ff 15 Kieferirstämme 10,25 „ 4. ff 43 23,05 „ 5. II 24 9,20 ,, Los 8. 2. II 1 .Niefernstamm 0,66 Fstm. 17,57 „ II 25 Kiefernstämmc 4. 1 70 38,04 „ 5. n 44 M 19,61 „ Nr. bl Drittes Blatt Englanüsu.RuhlanüsEinkreisungs- poiilii gegen Deutschland im Grient. Von Dr. Gustav Rolaff, o. Professor der Geschichte an der Universität Gießen. Die Betrachtung der bosnischen Anncrionsfrage im Jahre 1908 hat uns gezeigt, ivelche Gefahren für den Weltfrieden in den orientalischen Gegensätzen ruhten, und wie rücksichtslos Rußland bestrebt war, diese Gegensätze zur Ausdehnung seiner Macht zu benutzen, mochte dadurch auch ein Zusammenstoß mit Oesterreich-Ungarn heroorgeufen werden. Konsequent schritt Rußland auf seinem Wege nach Abschluß der bosnischen Angelegenheit weiter. Sein nächstes Ziel war die Stiftung eines Bundes zwischen den christlichen Balkanstaaten, zunächst zwischen den alten Rivalen Bulgarien und Serbien, um einen solchen Block je nach Bedarf gegen Oesterreich oder die Pforte verwenden zu können. Sein eifriger Helfer hierbei war England, lieber die Bemühungen Rußlands, die bei den Serben sofort auf fruchtbaren Boden fielen und dazu beitrugen, ihre geheime revolutionäre Agitation in den habsburgischen Ländern zu verstärken, war seit Jahren schon aus russischen und serbischen Quellen mancherlei bekannt geworden; die Absicht der zarischen Regierung, mit Hilfe des Balkanbundes eine Offensive gegen Oesterreich zu entfesselt, sobald die russische Armee wiederhergestellt sei, ließ sich daraus mit Sicherheit erkennen, lieber England hatten wir aus denselben Quellen nur einige Andeutungen; sie werden jetzt durch die deutschen Akten ergänzt und bestätigt. Die englische Orientpolitik in dieser Zeit steht unter dem Zeichen der Einkreisung Deutschlands. Zuerst versuchte man sich an der Türkei. Rach der jungtürkischen Revolution im Jahre 1908 hatten König Eduard und Grey gehofft, in dem neuen Regiment einen Bundesgenossen gegen die Mittelmächte zu finden; sobald sie erkannten, daß die Jungtürken Fein willenloses Werkzeug bilden, sondern eine selbständige Politik treiben wollten, entzogen sie ihnen ihre Gunst. Der englische Botschafter hielt nach den Beobachtungen des deutschen Botschafters enge Verbindung mit der Opposition; als ein Putsch der Konstantinopeler Gardetruppen die neue Verfassung umstürzen und dem in England früher so ost aufs heftigste angefeindeten Sultan Abdul Hamid die absolute Herrschaft wiederverschaffen wollte (April 1909), wurde er von der englischen Presse mit Freude begrüßt, und der englische Botschafter suchte die Niederwerfung der hauptstädtischen Rebellen durch verfassungstreue Truppen aus der Provinz zu verhindern. Da die Energie der Jung- türten sich nicht lähmen ließ, wurde die englische Politik arg blohgesiellt; mehrere ihrer Schützlinge, die zugleich Werkzeuge Abdul Hamids waren, mußten flüchten. Nach diesem Fehlschlag am Goldenen Horn bemühte man sich um so eifriger um Serbien. Der serbische Ministerpräsident Milowanowitsch hatte, wie der deutschen Regierung durch einen Vertrauensmann mitgeteilt wurde, im Marienbad „das Glück aus dem 'Munde des Königs von England sehr schmeichelhafte und ermutigende Worte für die Zukunft Serbiens zu vernehmen"; der König forderte ihn auf, „entsprechend dem leitenden Gedanken der englischen Politik an der Seite der Ententemächte Europa und den Weltverkehr vor dem Egoismus Deutschlands zu schützen". Wir erfahren nicht, was her Serbe geantwortet hat,' aber daß der Todfeind Oesterreich-Ungarns diese Botschaft gern gehört hat, ist nicht zweifelhaft. Das Interesse Englands an der Balkanallianz übte sogleich seine Wirkung auf Italien. Wie den serbischen Minister bearbeitete König Eduard persönlich den König Viktor Emanuel und seinen Minister Titioni. Durch die Ausmalung eines unvermeidlichen nahen Krieges zwischen England und Deutschland erschreckte er sie so, daß sie, die sich ganz von England abhängig fühlten, bereit finden ließen, die englisch-russische Balkanpolitik zu fördern. Im Oktober 1909 wurde auf einer Zusammenkunft des Zaren und Viktor Emanuels in Racconigi ein Abkommen getroffen, nach dem Italien die Bemühungen um eine Balkanföderation unterstützen sollte: mochte sich die Spitze des künftigen Bundes auch gegen Oesterreich, Italiens Verbündeten, richten. Es ist selbstverständlich, daß man dies Ziel vor den Mittelmächten zu verhüllen suchte und der deutschen Regierung feierlich versicherte, beide Mächte hätten sich nichts anderes versprochen, als in allen Balkanangelegenheiten den geltenden Zustand zu wahren und sich jeder Einmischung zu enthalten; ja, der ita- Verlorenes Weichselland. Von Werner Schulz-Oliva. An der Weichsel gegen Osten, da stand ein Soldat auf Posten — — — Nun weiß es wohl bald niemand mehr, dieses stille, seltsame Lied, das die Mädchen und Burschen in dem alten Westpreußenland fangen, wenn sie am Abend von den Feldern Tarnen und am Wiefenrand ruhten. Es ist gestorben, das Lied von der Weichsel, gestorben wie die Dörfer, darin es gesungen wurde. Cs ist' ganz sinsam geworden in den kleinen Städten und Wäldern, in den Wiesen und Wegen unten an der Weichsel, und irgendwo ist der schwere, eintönige Sang, der immer so langsam ging wie das Rinnen und Raunen des ewigen grauen Stromes. Westpreutzenland und Weichselstrom! Immer lebte ihre Geschichte gleiches Leben, gleiches Glück blühte an Wald und Ufer, gleiches Leid tarn über Berg und Fluß. Ueberall in weiter Welt ist deutsches Land in fremden Volkes Macht, kaum aber anderswo ist so bittere Rot tobe im Land der Weichsel, darüber heute der weihe Adler Polens weht. Sie ist nicht tote die Bruderströme im deutschen Vaterland, die alte heilige Weichsel, und es ist ein besonderes Land, das ihr zum Ufer wurde, mit besonderen Städten und Menschen und Aeckem. Das Leid von Iahrhunderten gab allem Leben ringsum seine Art und seinen Sinn, schwer und erdgebunden und in unendlicher Liebe geliebt. Zwischen Berg und Busch und Baum kommt die Weichsel stromab. Häuser und Höfe grüßen ihr Wandern, und in Endlosigkeiten verliert sich das Land am Rand des Himmels. Dann steigen mit einem Male starre Mauern aus User und Strand. Alte Häuser aus verlorener Zeit stehen eng beieinander, und 'Türme und Zinnen und Giebel ragen in dunklem Düohen. Das ist Thorn, die Stadt und Burg der Ritter vom deutschen Orden. Dicht am Strom sind die Steine ihrer Bauten. Die Zeit hat Risse hineingetrieben, und der Samstag, 13. März 1926 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) lienische Minister scheute sich nicht, diese in ihrer Wirkung Oesterreich bedrohende Abmachung als Friedensbürgschaft darzustellen. „Friedensgarantie" war auch das Stichwort, unter dem der russische Botschafter in Konstantinopel seinem deutsck)en Kollegen Marschall seine Begünstigung eines allgemeinen Balkanbundes zu schildern suchte. Gleichzeitig aber suchte er türfifajc Minister und Zeitungen durch Bestechung für den Gedanken zu erwärmen, daß die Pforte sich mit Rußland und allen Balkanstaaten vereinen müsse, „um dem Vordringen des Germanismus auf dem Balkan" Einhalt zu tun, worüber freilich der deutsche Botschafter durch die türkische Regierung bald unterrichtet wurde. Neben dem„Germanismus" wurden angebliche neue territoriale Pläne Oesterreich-Ungarns nur der Bal- kanhalbinsel als Schreckgespenst in Konstantinopel gebraucht, aber die Pforte lehnte standhaft den Gedanken einer Balknnföderation ab, da sie überzeugt war, daß ein Balkanbund sich mit ihrer Unabhängigkeit nicht vertrage und vor allem bestimmt sei, den Russen die Herrschaft über die Meerengen in die Hände zu spielen. Wenn die Bemühungen der Entente bei den slawischen Bulgaren und Serben allmählich Erfolg hatten, so fielen sie dagegen bei den Rumänen auf unfruchtbaren Boden, obgleich hier nicht nur russische Diplomaten, sondern auch ein von Rußland gewonnener türkischer Minister ihr Heil versuchten. Aber die rumänische Regierung, von der deutschen über die russisch-englischen Bestrebungen unterrichtet und damals noch im engen Einverständnis mit dem Dreibunde, lehnte jede Beteiligung an dem Werke, das sie für friedensgefährlich erklärte, ab. Wie berechtigt das Mißtrauen in die friedlichen Absichten der Vertreter des Balkandundes war, erwies sich, als der Bukarester Ministerpräsident Bratianu einem russischen Diplomaten als Vorbedingung für eine wohlwollende Haltung Rumäniens gegenüber dem Balkanbund hinftellte, „daß der Bund auf der absoluten Aufrechterhaltung des Status quo nach allen Richtungen beruhe, also eine Spitze weder gegen die Türkei noch gegen Oesterreich-Ungarn habe". „Sie tun viel Wasser in unseren Wein",' entgegnete der Russe ärgerlich. Wiederum ist es interessant, mit welcher Skrupellosigkeit gleichzeitig alle diese Bemühungen abgeleugnet wurden, um die Mittelmächte über die Richtung der Balkanpolitik der Entente irre zu führen. Iswolsky, der Minister des Auswärtigen, sagte, dem deutschen Botschafter in Petersburg, das Geschrei der Wiener Presse über die Balkanfödbration sei absurd; Rußland predige den Balkanstaaten fortgesetzt Ruhe und Frieden, sowohl gegen Oesterreich wie die Pforte (Dezember 1909). Daß er schon vor Monaten den Serben Rache an Oesterreich versprochen hatte und seitdem nicht müde wurde, die Balkanstaaten mit dem Schlagwort „Der Balkan den Balkanoöl- kern" aufzureizen, vertrug sich freilich schlecht damit. Tscharykow, der Botschafter in Konstantinopel, sang ein Jahr später dasselbe Lied, wenn er sagte, jetzt seien die Verhältnisse zwischen Oesterreich und Rußland so freundschaftlich, daß jeder Gedanke an einen Balkanbund, den Rußland gelegentlich als Vormauer gegen ein aggressives Oesterreich in Betracht gezogen habe, veraltet und überflüssig sei; wenige Wochen vorher hatte die russische Regierung dem Gesandten in Sofia befohlen, das serbisch-bulgarische Bündnis mit besonderer Energie zu betreiben, und der bulgarischen Regierung dringend die Annäherung an Serbien empfohlen, weil Rumänien und die Pforte immer mehr zusammenrückten. Und bald darauf arbeiteten die Gesandten in Sofia und Belgrad zusammen, um den letzten Widerstand Bulgariens gegen das Bündnis zu überwinden. Die englische Regierung war nicht aufrichtiger. Als die türkische Regierung, beunruhigt durch die Tätigkeit der russischen und englischen Balkandiplomaten, sich durch ihren Botschafter in London nach dieser Angelegenheit erkundigen ließ, „tat man auf dem Foreign Office so, als ob man von der Absicht einer Balkankoalition nichts wisse". Es ist verständlich, daß solche Versicherungen weder bei der Pforte noch bei Deutschland Glauben fanden. Es war bereits zuviel über die Versuche in allen Balkanstaaten bekannt geworden. Als die deutsche Regierung über die weiteren Phasen der Bünd- nisverhandlungen, die sich bis zum März 1912 hinzogen, ins einzelne unterrichtet gewesen ist, geht aus den bisher veröffentlichten Akten nicht hervor; als aber dann am 13. März 1912 zwischen Bulgarien und Serbien ein geheimes Bündnis abgeschlossen wurde, das einen Angriff auf die Pforte in Aussicht nahm und Mazedonien unter ■WMMnPMWaMBMIIIII !■■■!■ II ■IHM I MATimMrTgE’ rrrilllWm rote Ziegel wurde schwarz. Aber es ist, als ob noch immer eine Abwehr in ihnen sei, ein unsichtbarer Kampf um sie gehe. Dahinter ist die Stadt mit ihren uralten Winkelgassen und Toren und Türmen. Jede Kirche gleicht einer Burg, so fest und stark sind ihre Mauern, und ihre schmucklose Erhabenheit hat etwas Gewaltiges. Zweigieblig, über allen, steht der Turm von St. Iakob wie ein Wächter und Hüter. Das deutsche Wort scheint tot zu sein in den Straßen und Gassen. Fremde Flut treibt um das alte mächtige Rathaus, um die verfallenen Tore der einstigen Vurg, den ragenden Dansker und die schweigsamen Bürgerhäuser. Cs ist viel Leid in der Stadt, sehr viel bitter wehes Leid. Und doch ist sie deutsch tief in der Seele ihrer Steine, die Tag und Rächt durch alle Stunden raunt. Wenn dann die Geschichte der alten Stadt aus Vergangenheit aufwacht wie Traum, ist es, als ob ein Zauber über sie gespannt sei. In Wintemächten, klar und frostig, muh man so das alte Thom erleben mit allen seinen Märchen und Sagen, Die im weißen Mondlicht um das Dunkel der Türme und Tore gehen. Unaufhörlich im gleichen Takt wandert der Strom der Weichsel vorüber, dem Meere zu. Vor Jahren noch glühte nachts in seiner Bahn die rote Glut der Flissakenfeuer. die auf ihren endlosen Flößen trieben. Sehr eintönig war ihr Lied, und man wußte nie, welche Sprache es war, in der sie es fangen. Run sind sie selten geworden im Treiben der Weichsel, die Flissaken mit ihren Flößen und Feuern und ihrem eintönigen Lied. Rur manchmal noch gleiten sie im Strom herab, mit langem Ruderstangen ihre Hölzer steuernd. • Und wieder sind Mauern und Steine und Häuser und Türme. Eng an Hügel und Uferberg geduckt, schläft das alte Graudenz. Die grauen .Speicher am Strom sind leer und ihre Zeit ist vorüber, feine reichen Kaufleute schreiten heute durch die Kontore, und in den vielen, schmalen Gassen verschwanden die deutschen Rainen von Tür und Haus. Zustimmung Rußlands bereits verteilte, erhielt das Auswärtige Amt davon Kenntnis, wie wir aus den „Denkwürdigkeiten" des Staatssekretärs Kiderlen- Wächter ersehen. Der Ausbruch des Balkankrieges im Oktober 1912 kann der deutschen Regierung also schwerlich eine Ueberraschung gebracht haben; ob man einen anderen Ausgang erwartet hat, werden die weiteren Veröffentlichungen ergeben. Der Orient und der Völkerbund. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Von unserem E.-S.-Berichterstatter. Konstantinopel, März 1926. Da der Völkerbund bei seiner Entstehung im Jahre 1919 als ein wesentlicher Bestandteil und ein Hilfsmittel des unauflöslich mit ihm verbundenen Versailler Vertrages gedacht war, konnten seine im Sinne aller schwachen und unterdrückten Rationen bisher recht unerfreulichen Leistungen wohl nur unverbesserliche Ideologen und Optimisten überraschen. Tschitscherins vernichtende Kritik an diesem Bunde, den er als ein Instrument zur Unterdrückung und Knebelung aller schwachen Rationen bezeichnete, steht deshalb durchaus nicht vereinzelt da. Die Stellungnahme Asiens zum Völkerbunde ist schon deshalb wenig beachtet worden, weil, mit Ausnahme Japans und allenfalls auch Siams, alle asiatischen Länder ziemlich geschlossen hinter dem großen Problem des Ostens, der unheimlichen Sphinx des Bolschewismus, stehen. Japan als europäisierte Großmacht nimmt seine sehr gewichtige Stellung im Völkerbundsrate ein. Was aber China betrifft, das neuerdings, sogar als erster unter allen nach einem Ratssihe lüsternen Staaten, einen formell und mit seinem Austritt aus dem Völkerbünde droht, so ist seine Zugehörigkeit zum Bunde überhaupt recht gegenstandslos. Jedenfalls, solange die chaotischen politischen Zustände in diesem durch chronischen Bürgerkrieg zerrissenen Lande andauern und es an einer fest konsolidierten Regierung fehlt*). Von den übrigen asiatischen Ländern wird die bisherige Tätigkeit des Völkerbundes natürlich mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, wobei die unter dem Einflüsse Moskaus stehenden zentralasiatischen Republiken sich der grundsätzlich ablehneirden Haltung Sowjetruhlands selbstverständlich anschließen. Man zieht im Orient natürlich auch die notwendigen Schlußfolgerungen über den Wert des Völkerbundes aus dem eigenartigen Verhalten einzelner Mitglieder zu ihm. Wenn einzelne europäische Staaten, wie namentlich Polen und Italien, völkerrechtlich und moralisch gerechtfertigten Forderungen des Bundes in der Frage der Minderheiten völlige Richtachtung entgegenbringen, so ist die Türkei wohl noch weit mehr berechtigt, einer völkerrechtlich unbegründeten Entscheidung des Bundes in der noch ungelösten Mossulfrage mit einem ähnlichen Verhalten zu begegnen. Im übrigen fehlt bei der Beurteilung des Völkerbundes auch im Orient, wie in Europa, neben einer weitverbreiteten pessimistischen Anschauung auch nicht ganz an einer optimistischen, die die Zugehörigkeit Deutschlands zum Bunde freilich zur Voraussetzung hat. Die Pessimisten betrachten bekanntlich den ganzen Völkerbund in seiner gegenwärtigen Tendenz — zum Teil jedenfalls nicht ohne Berechtigung — als einen Zusammenschluß der europäischen Mächte unter der Führung Englands zur Einkreisung Sowjetrußlands mit nachfolgender gemeinschaftlicher Unterdrückung und rücksichtsloser wirtschaftlicher Ausplünderung der asiatischen Länder. Aus diesem Grunde wurde anfangs auch bekanntlich der angekündigte Eintritt Deutschlands in den Völkerbund im Orient als ein nicht nur für Sowjetrußland, sondern für ganz Asien sehr verhängnisvoller Schritt gefürchtet. Gegenwärtig aber, nachdem, ungeachtet der wenig aussichtsreichen und trüben Auspizien beim Beginn der Genfer Verhandlungen, der schließliche Ein- *) (Inzwischen hat sich die chinesische Delegation in Genf ja auch dem Mehrheitsbeschluß gebeugt. D. Red.) tritt Deutschlands als ein unvermeidliches Ereignis angesehen wird, mit dem man wohl oder übel zu rechnen hat, beginnt man auch im Orient die ganze Angelegenheit nüchterner und sogar hoffnungsvoller anzusehen, indem man auch ihre etwa zu erhoffenden Lichtseiten hervor- sucht. Die politisch Urteilsfähigen unter den Orientalen beginnen es zu begreifen, daß Deutschland sich veranlaßt fühlt, um seine Interessen zu wahren, die große Komödie des Glaubens an praktisch brauchbare Ziele des Völkerbundes, ebenso wie die anderen Mächte, mitzumachen und mit den in Schafskleidern steckenden Wolfen zu heulen. Auch abgesehen davon, daß die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund als die logische Konsequenz des Vertrages von Locarno erscheint, hat Deutschland ja, unter der Voraussetzung einer in der auswärtigen Politik f e st - bleibenden Regierung, gewiß manche stichhaltige Gründe für seinen Eintritt, die ich als < Orientale mich nicht berufen, fühle hier näher zu erörtern. Bekanntlich beruhen gegenwärtig die Sympathien aller asiatischen und afrikanischen Volker für Deutschland wesentlich auf der Tatsache, daß es keine Kolonialmacht ist, daß es keinerlei imperialistische Politik mehr treiben und wirtschaftliche Eroberungen in Asien nur noch auf freundschaftliche, von den Asiaten einzig erwünschte Art machen kann. In verschiedenen asiatischen Ländern, ganz besonders aber in China, ist diese Einstellung des Orients zu Deutschland, die diesem Lande bei richtigem Vorgehen sehr gute Aussichten für die nächste Zukunft eröffnet, in letzter Zeit schon sehr deutlich hervorgetreten. Im Orient argumentiert man nun neuerdings so: Wenn Deutschland, dieses großes, außerordentlich arbeitsame und notgedrungen friedfertige Land, das für die nächste Zukunft aufrichtiger als alle übrigen, immer noch auf Raub ausgehenden großen Rationen die Erhaltung des Weltfriedens wünschen muß, ein tätiges Mitglied des Völkerbundes geworden ift, dann konnte dieser vielleicht doch wirklich einmal aus einem Machtmittel der alliierten Weltmächte sich in eine segensreiche universelle Institution umwandeln. Natürlich erscheint eine solche Anschauung, mag sie nun von orientalischer oder europäischer Seite kommen, immerhin heute noch etwas verfrüht und utopisch, namentlich, solange die beiden größten Länder der Welt, Rußland, bzw. die gewaltige Sowjetunion, und Nordamerika, dem Völkerbunde nicht angehören. Aber die oplb mistischen Politiker des Orients glauben, daß, wenn bisher im Völkerbunde ein ernst zu nehmender Vorkämpfer für die Interessen der unterdrückten Rationen völlig gefehlt hat, Deutschland vielleicht imstande fein würde, diese Lücke auszufüllen. Und diese Orientalen wissen zwar, daß bie Sonne stets im Osten aufgeht, daß alle religiösen Erleuchtungen der Welt von Osten gekommen sind, wollen aber trotzdem dem Glauben noch nicht ganz entsagen, daß vielleicht doch einmal auch im Westen ein ethisches Licht aufgehen und der Welt Segen bringen kann. Außenpolitische Umschau. Bon Prof. Dr. Otto Hoetzsch, M.d.R. Die französische Regierungskrise und die Neubildung des Kabinetts ausgerechnet durch denselben Ministerpräsidenten ist einer der Bocksprünge, die im parlamentarischen System aller Länder vorkommen. Einen Sinn hatte diese Abstimmung am 6. März, nachdem die Kammer eben mit überraschender Mehrheit Briand in der Außenpolitik das Bertrauen ausgesprochen hatte, in keiner Weise. Es ist auch nicht viel anders geworden. Der F i - n a n z m i n i st e r hat abermals gewechselt, und natürlich geht, wie jedesmal bei einer solchen Krise, der Ruck nach rechts weiter: Das Kartell, das nach den Neuwahlen von 1924 sich bildete, ist nun endgültig gescheitert. An der Sache selber und ihren Notwendigkeiten ändert diese Krise nichts; wir wiederholen nur das oft Gesagte, daß Frankreich seine Finanzen nicht anders sanieren kann, als durch einen wirklichen Entschluß zu Opfern, und indem es durch das kaudinische Jach einer Schuldenreglung mit Amerika hindurchgeht, die der Sache nach dann schließlich eine Art Dawes- plan für Frankreich würde. Hoch über Stadt und Strom steht der Klim- mek, wie sie den alten Schloßberg nennen. Da oben war einst die Burg von Graudenz, ehe das Schwert der Ritter brach; dann kam die Zeit mit Verfall und Sterben, bis auf den Ruinen der Mauern Blumen blühten, und Kinder frohe Spiele spielten. Burschen und Mädchen brannten da in leuchtender Sonnwendnacht herab vom Klimmek ihre flammenden Feuer, daß die Wasser der Weichsel wie Blut so rot glühten. Aber jetzt ist das alles ganz fern und verloren. Der Marschtritt der polnischen Bataillone dröhnt in Gassen und Straßen, der Klimmek ist vergessen mit Sonnwendlust und Feuerglut, und nur die Weichsel blieb sich gleich im Murmeln der Flut an Kahn und Böschung. Traurig gehen die Tage über die Stadt und über die Feste, die der deutsche Offizier mit dem französischen Ramen für seinen König hielt in den schweren Tagen zwischen Iena und Tilsit.--- Weine Weichsel, alte Weichsel — bitterschwer ist der Tod im alten Westpreußenland, und aus tausend verschwiegenen Sehnsüchten, aus tausend einsamen Gebeten ist eine dunkle Wolke über Land und Strom. Alle Stunden tragen das Zeichen der Rot, und die Bauern in den Dörfern falten die Hände um Pflug und Sense und sprechen kein Wort. Hinter Monden und Iahren wissen sie ein neues Geschehen. In breiten, wellenden Furchen zieht ein polnisches Kanonenboot auf dem Wasser. Der weihe Adler ist am Heck, fremd und feindlich in dem Blutrot der Flagge. Unsichtbar aber über Land und Strom ist Deutschlands ewige Seele. Luchsaugen. Schon im Altertum schrieb man dem Luchs, griechisch Lynx, ein besonders scharfes Sehvermögen zu. er sollte mit seinen funkelnden Augen durch eine Mauer sehen können. Plinius freilich, auf den Megenberg die Luchsaugen zurückgeführt, fagt über den Luchs ebensowenig wie Aristoteles. Wahrscheinlich wurde auf den Luchs übertragen, was die Sage von dem Argonauten Lynkeus berichtete, dessen Ramen man von Lynx herleitete. Dieser Held konnte aus der Ferne durch den Stamm einer Eiche einen sich dahinter Verbergenden sehen, auch vermochte er in das Innere der Erde und den Schatten des Reumonds zu sehen (nur diesen letzten Umstand erwähnt Plinius). Auf Grund dieser mythologischen Tatsachen läßt Goethe im Faust (2. Teil) den Turmwärter Lynkeus sagen: Augenstrahl ist mir verliehen wie dem Luchs auf höchstem Bgum. Die Schriftsteller vor Goethe wissen nichts von Lynkeus, sie reden nur vom Luchs; im Althochdeutschen (bei Rotker) kommen luhsiniu ougen vor, und Luther bemerkt einmal: Man sagt viel, daß Adeler und ßudjfe scharf sehen. Im 17. Jahrhundert erwähnt Mencke (Charlatanerie) Luchs- Augen, lyncaeos oculos. Abraham a Santa Clara versuchte eine Worterklärung mit Hilfe des lateinischen lux: „ein Liecht, so alles durchleucht, und ein Lux, so alles durchsieht" usw. Roch im 18. Iahrhundert wird von der Fähigkeit des Luchses gesprochen, durch ein Brett zu sehen, oder von luchsernen oder luchssichtigen Augen. Auch ein Zeitwort luchsen oder lugfen bringt man mit dem Luchs in Verbindung; leitet man doch auch vom Fuchs fuchsen und fuchsig ab. Im Preußischen, Schlesischen und Lothringischen bedeutet luchsen scharf lauernd sehen, in der Pfalz heißt lugse- hineinschauen usw. Aber diese Ausdrücke sind von lugen herzuleiten (preuß. —' aus einem Versteck hervorsehen). Als Derstär- kungsform von locken dagegen ist ein Zeitwort luchsen oder lucksen (auch lexen geschrieben) an» zusehen das besonders häufig in den Zusammensetzungen ab» und beluchsen auftritt, mit den Bedeutungen hinterlistig ablocken, betrügen u. ä. Man pflegt ohne weiteres darin Handlungen des Luchses zu sehen, bei denen Wohl gar die Luchsaugen als wirksam angenommen werden. Davon kann natürlich nicht die Rede fein in der Wendung (bei L. v. Francois) sich etwas (eine Braut) aufluxen lassen; ein hinterlistiges Aus- nötigen kann nur als eine Art des Verlockens angesehen werden. 4 DU ZUVERLÄSSIGSTE BREMS!IM GEBIRGE MAGGI 'Gesellschaft Singan-Berlin 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Die toÜe Herzogin. Roman von Ernst Klein. Copyright by Earl Duncker. Verlag, Berlin. Grace wurde jetzt wirklich böse. „Meine liebe Gloria," sagte sie bissig und von oben herunter, „wenn du hergekommen bist, mir Moral zu predigen und die gute Laune zu verderben, die ich mir mühsam wiedergewonnen habe — bann — dann, nimm es mir nicht übel, hättest du deinen schönen Diererzug nicht zu strapazieren brauchen." „2cN will dir nicht die gute Laune verderben, ich will dich nur aus einen Weg bringen, auf dem du wirklich glücklich wirst. Eine $ray, die den Mann, der sie liebt, kränkt und zurückweist, kann nie glücklich werden. Und wird es auch nie." „Ei, woher hast du denn diese weise Erfahrung?" „Das ist keine Erfahrung, meine Liebe, das sagt mir mein Gefühl. Oder hast du kein Gefühl?" Auf diese Frage blieb Grace die Antwort schuldig. Im Frühstückszimmer waren alle Gäste versammelt, und Gloria mutzte eine lange Vorstellung von fremden Gesichlern und Romen über sich ergehen lassen, ehe sie sich an ihre Schintoneier machen lonntc. Die Gesellschaft verlief sich inzwischen, nur Grace und ein, zwei Jugendfreundinnen blieben bei ihr sitzen. Gloria lieh cs sich schmecken, erzählte von ihrem Buben, ihren Pferden, Hunden unb Schafen. Dann trat Las Valdas ins Frühstückszimmer, tadellos in feinem weitz und dunkelblau gestreiften Tennisanzug. Grace stellte ihn ihrer Schwester vor. „Gras Las Valdas, Londons bester Klavierspieler und Tänzer. Ob er sonst noch etwas kann, weitz ich nicht. Uns genügen diese Kenntnisse!" Gloria reichte ihm die Hand, aber der Mann mißfiel ihr auf den ersten Blick. Und da sie nicht gewohnt war, aus ihrem Herzen eine Mördergrube zu machen, verbarg sie Grace ihre Meinung nicht. „Ich weiß nicht," sagte sie, „aber diese poctu- giesilche Beauty verursacht mir Unbehagen. Vielleicht bin ich an diesen Typus von Salonlomen, die so Aber das liegt augenblicklich noch etwas in weitem Felde. Das, was drängte, war der Abschluß gerade der Außenpolitik Briands in der diesmaligen Völkerbundsversaminlung in Genf. Wir erkennen an, daß seine Rede, mit der er die Ratifikation der Locarnoverträge vor der Kammer vertrat, von ehrlicher und warmer Liebe zu seiner Sache und damit zum europäischen Frieden getragen war. Man spürt der Rede an, daß der Mann etwas wie sein Lebenswerk jetzt gekrönt sieht, und vermutlich hat er die Abstimmung, die ihn für einen Augenblick, stürzte, empfunden wie seinerzeit den Dolchstoß von Cannes, den Poincare 19'21 in den Rücken Briands führte. Aber wenn die französische Kammer nun mit großer Mehrheit dis Locarnoverträge ratifizierte, so tat sie das weniger aus Zustimmung zu den schönen, aber sehr allgemeinen und das Detail absichtlich vermeidenden Ausführungen Briands, sondern auf Grund der wirklich sehr großen Erfolge, die diese Verträge Frankreich bringen. Der Berichterstatter Paul Boncour und der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses Franklin Bouillon hoben das hervor: Die Garantie des Besitzes von Elsotz-Lothringen, die garantierte Entmilitarisierung des linken Rheinufers, die Bindung Englands an diese Neuordnung der Dinge. Boncour schloß mit dem Hinweis, daß der Pakt von Frankreich nichts nähme, aber am Rhein das gäbe, wonach alle Regierungen leidenschaftlich gestrebt hätten: „Die Republik bringt heute uns diese M i l i t ä r g r e n z e am Rhein, die alle vorangehenden Regierungen vergebens zu besitzen gesucht haben." Das Werk ist nun ratifiziert. Es erfahrt seinen Abschluß durch Deutschlands Eintritt in den Völkerbund. Der Streit, der sich dabo« um die Ratssitze erhob, hat gleich gezeigt, welche Veränderung im Völkerbund vor sich geht, indem Deutschland eintrilt. Dabei war die Haltung Deutschlands jetzt absolut gegeben: Die Auseinandersetzung um oie Ratssitze, die mit einem Male tosbrad), ist eine Sache des bisherigen Völkerbundes, an der Deutschland sich nicht zu beteiligen hat. Die deutsche Vertretung in Genf tat nur da- Ge gebene, ivenn sie es ablehnte, sich in die Entwirrung von Schwierigkeiten hereinziehen zu lassen, die die anderen sich selber eingebrockt haben, und für das namentlich England recht gern das Unangenehme auf Deutschland abgewälzt hätte. Sieht es doch jetzt so aus, als sei England tatsächlich selbst gegen die Gewährung eines Ratssitzes an Spanien und hätte es gerne gesehen, daß Deutschland durch seinen Widerspruch gegen eine Erweiterung des Rates sich jetzt mit Spanien verzankt und so die Schuld an der Nichterfüllung der spanischen Ansprüche auf sich genommen hätte! Deutschland lehnt durchaus nicht eine Veränderung des Völkerbundsrates ob. Es kann sich an der Kommission, die äh Studienzwecken eingesetzt werden soll, durchaus beteiligen. Aber jetzt die Zu- stimmung zu irgendeiner Veränderung zu geben, deren Tragweite der Außenstehende (was Deutsch- land bisher dem Völkerbund gegenüber ja mar), ga? nicht überleben kann, das war einfach unmöglich. Und schon hat sich die Stärke der deutschen Position gezeigt, wenn man festbleibt. Die mittleren und kleineren Staaten, die man noch heute die „neutralen" nennt, die sich aus sehr begreiflichen Gründen gegen jede Veränderung des Völkerbundsrates wehren, sehen naturgemäß Deutschland ihren Verbündeten, ja ihre,- Führer. 3m übrigen haben wir gar keinen Grund, mit großen Jubeltönen den Eintritt in den Völkerbund zu feiern. Die Würfel sind gefallen, es gilt, auf der neuen Bühne sich urnzusehen, zu arbeiten und die deutschen Interessen aufs äußerste zu vertreten. Sowohl dem Völkerbund gegenüber wie dem ganzen Locarnowerk gilt auch für uns das Wort, das in der französischen Kammer Franklin Bouillon über . Locarno sagte, daß es ein Experiment sei, das man eben für sich und für die anderen versuchen müsse, t Daß der, sagen wir einmal, Loearnogedanke, nach der Rechtsseite fruchtbar und ausdehnungs- F fähig ist, bestreiten wir gar nicht. Wir sehen es an dem eben fertiggewordenen t s ch e ch i s ch - ö st e r - • reichischen S ch i e d s v e r t r a g, den Benefch bei feinem Besuch in Wien abgeschlossen hat. Wir sehen das weiter in den ganzen sehr interessanten, wenn auch noch nicht sehr konkreten Erörterungen im Südosten überhaupt. Benesch hat seine Bereitwilligkeit zu etwas Aehnlichem auch Ungarn gegenüber zu erkennen gegeben. Der sugosla- .wische Außenminister verhandelt mit Italien, mit anderen Staaten eifrig in Gens, und von diesen Verhandlungen sagt man schon, daß sie so etwas wie einen mitteleuropäischen Garantie- MAG6I8 Fleischbrühwürfel sind mit bestem Fleischextrakt u. fein* sten Gemüseauszügen auf das sorgfältigste hergestellt. Ein Würfel, in gut V,Liter kochendem Wasser aufgelöst, gibt sofort eine kräftige Fleischbrühe. Der Name MAGGI bürgt für Qualität. Man achte auf die gelb-rote Packung. 1 Würfel 4 Pfennig. ________________________________________________2317c rm &W- 1 haind ccilbi Liqbi?r'n’ len ' N die SÄ?'1 des^r. W» an her nj’.fit ■ ’d,ncü Äetf: lene päiet s.-$ vergeblich vorbei' n Regierung den .tisch zu handel'', ■ den voM " erkennnui'S,elner it durch den stem ) brutale ®eiDalt aus bei eg1; ' Melk ein W ifie einer anderen d'urch die E" Man fann jffen, indeni n'al* wenn 7,-^ anderen ganz offen i“- Mlsse Lerhand' Äg nicht Da™le 9t chi^ "^ß sie andern unh die E'Veg 'en t'Ä; im Oir rn'lien ä: Bau- und Nutzholzversteigerung Nächsten Montag, den 15. Mär; 1926, sollen im Villinger Gemeindewald, Au sang 10 Uhr, aus den Distrikten Buchwald und Schlaghaus: 84,56 fm Fichtenbauholz, darunter Stämme bis 3,45 fm; 26,96 fm Fichlen-Derbstangen; 5,85 fm Lärchen-Bauholz; 8,01 fm la Kiefern-Schnittholz; 0,17 fm Esche; 0,71 fm Birke; 3,29 fm Akazien-stammhcrlz und 6,00 rm Akazien-Knüppel (Wagner- Hol;) 2227V ösfenrlich meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft an der Straße Bilfingen-Hungen am Waldeingang. Bedin- B werden vor der Versteigerung be- 'geben. V i l l i n g e n , den 8. März 1926. Bürgermeisterei Bilfingen. Pauli. Holzyerkauf. Donnerstag, den 18. März, vormittags 87, Llhr, bei Herrn Gastwirt Erb-Beltershain, aus Försterei Saasen, Forstort Dreitelob: Stamme: 34 Stück Kiefern 1-4. Kl. (Qualitätshölzer, nicht entrindet und dadurch kenntlich) — 34 Fstm. Derbstangen: 140 Stück Fichten = 7,4 Fstm.; Reisstangen : 43 Stück Fichten 0,4 Fstm., Auhknüppel: Eichen = 22 Rm. (2 bis 4 Mir. lang, Wirberg); Rutzrelstg: Fichten = 11 Rm. in Schichten, ferner Brennholz, Rm.: Scheiter: Kiefern 12, Lärchen 2, Fichten 6; Knüppel: Buchen 492, Eichen 6, Kiefern 61, Fichten 16; Knüppelreistg: Kiefern 37; Reisig, gew.: Buchen 1054, Eichen 42; Stöcke Buchen 66, Kiefern 68, Lärchen und Fichten 10. Blau gestrichene Rummern kommen nicht zum Ausgebot. Hessisches Forstamt Grünberg. 2291D Brenn- ’ und Nutzholzversteigerung im Gemeindewald Langsdorf. 3n den Forstorten Hegerich und Klas- rorschlag werden nach vorheriger Zusammenkunft am Waldeingang Straße Lanao- dars—Nonnenrath am Mittwoch, 17. Marz 1926, vormittags 9) Ahr, versteigert: 1. Brennholz: Scheiter: Buche 61,40 rm Hainbuche, Fichte 5,10 rm Knüppel: Buche 221,00 rm Hainbuche 5,Oy rm Eiche 10,80 rm Fichte, Kiefer 9,60 rm Reiser. Buche 219,00 rm Eiche, Hainbuche, Kiefer 17,00 rm Stöcke: Buche 20,00 rm Eiche 40,00 rm Kiefer, Fichte 11,00 rm 2. Nutzholz: Stämme: Eiche 3. bis 4. Klasse 8,83 fm Buche 1. bis 4. Klasse 7,87 fm Hainbuche 5. bis 6. Klasse 3,44 fm Nutzreiser: Fichte 10,30 rm Gute Abfuhrlage! Günstige Zahlungsbedingungen! 2322V Langsdorf, den 12. März 1926. Bürgermeisterei Langsdorf. Kneipp. Freiherrlich Riedclsches Revier Oberwald. Nutzholz-Versteigerung. Donnerslag, den 18. März 1926, werden pon früh 10 Uhr ab im Schäferschen Saale zu Lngelrod aus den Distrikten Velden. Dörner, Münchenhain, Ank. Wag- nerswiesenwald, hirzehain, Splhesleins- köpf, Kl. Kohlstock, kahenzähl, Haferacker, Kaup, Auerhahnspfäd, » knodlochsplatte, Ob. und Anl. Herrnhaag, Lichelh. Kuhhalt, Rotherdekopf und Lschenholz versteigert: Buche: 18 Abschnitte mit 14,33 fm 2. und 3. Klasse; Liche: 28 Abschnitte mit 9,14 fm 3. bis 6. Klasse: Esche: 67 Abschnitte mit 20,86 fm 3. bis 6. Klasse: Ahorn: 24 Abschnitte mit 14,89 fm 2. bis 6 Klasse; Birke: 8 Abschnitte mit 2,89 fm 3. bis 5. Klasse; Erle: 36 Abschnitte mit 12,54 fm 3. bis 5. Klasse; Lärche: 29 Abschnitte mit 32,92 fm 2. bis 5. Klasse; Fichte: 5 Stück Derbstangen 1. Klasse. Dos Holz wolle man sich vor der Versteigerung ansehen. Nachträgliche Einwendungen wegen der Qualität und Menge können nicht angenommen werden. Nähere Auskunft durch die Freiherrl. Förster und unterfertigte Stelle. E n g e l r o d (Oberh.), 8. März 1926. Freiherrl. Riedeselsche Revieroerwaltung. ___________Eggers.______2230V Holzversteigerung Die Gemeinde Frankenbach verkauft Donnerstag, ben 18. März 1926, von vormittags 10 Llhr ab. auf dem Gemeindehaus nachstehende Mengen Holz. Langnuhholz (Nadelholz). Klaffen Abschnitte la 278 St. 47,87 Fstm. lb 2 St. 0,38Fstm lb 196 „ 58,48 ,, 2a 22 „ 6,77 2a 167 „ 75,40 „ 2b 11 „ 5,52 „ 2b 55 „ 38,26 „ 3a 12 „ 7,69 „ 3a 14 „ 14,21 „ 3b 11 „ 7,31 „ 4a 1 „ 1,11 ,, Stangen in den Steinen und Altbruchsheck 464Stang.l. Kl-Nuhfcheiteru. Auhknüppel 466 „ 2. „ 18 Rm. Autzfcheiter 260 ,, 3. „11 Auhknüppel. Das Holz ist alles geschält und liegt zum Teil an günstiger Abfuhr. Die Bedingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. Der Bürgermeister: Bernhardt. 2270V DieElefetang oes BtennOohes < für die Institute der Landesuniversität im Rj. 1926 und zwar ca. 59 Rm. Buchen- und ca. 107 Am. Kiefern-Scheitholz soll auf dem Wege öffentlicher Verdingung vergeben werden. Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 25. März d«. Js., vormittags 11 Ähr, zu welchem Zeitpunkt die Oeffnung derselben auf unserem Amtszimmer stattfindet, bei uns einzureichen. Die Lieferungsbedingungen, sowie das Verzeichnis der betr. Institute rc. können auf unserem Amtszimmer, BiSmarckstr. 22, eingesehen werden. 2353 D Gießen, den 12. März 1926. Berwoltungsausfchuh der Landes-- Äniversität: ßaqueur. IZmichU NHchmsieigemz in Eroß-Rchteiiliiih. Am Montag, 22. Mär; 1926, von vormittags 10 Uhr ab, kommt in der Gastwirtschaft Schmidt in Groß-Rechtenbach aus den nachbe,zeichneten Waldungen folgendes Nutzholz ösfentlich meistbietend zum Verkauf: 1. Gemeindewald Groß - Rechtenbach. (Auskunft Förster Schüler, Forsthaus Finsterloh.) 24 Eichenstämme, Kl. 2., 8,56 fm; 32 Eichenstämme, Kl. 3, 17,22 fm; 3 Eichenstämme, Kl. 4, 2.77 fm. (Das Holz ist von guter Qualität und eignet sich zu Ollafer-, Wagner- und Bauholz.) 26 Fichtenstämme, Kl. la, 3,86 km; 65 Fich- lenftänime, Kl. lb, 16,48 fm; 18 Fichten- ftäinme, Su. la und lb, 2,73 fm; 17 Fich- lenstämme, Kl. 2a, 9,53 fm; 5 Fichten- stämme, Kl. 2b, 3,94 fm; 3 Fichtenstämme, Kl. 3a, 3,94 fm; 1 Ficytenstamm, Kl. 3b, 1,08 fm; 100 Ficytenstaugen, Kl. 1: 3 Kie- ernstämme, Kl. la, 0,48 fm; 11 Kiefern- tämme, Kl. lb, 2,76 fm: 8 Kiesern- tämme, SU. 2a, 3,30 fm; 4 Kiefernstämme, Kl. 2b, 2,08 tm; 1 Kiefernstamm, Kl. 3a, 1,13 fm. (Das Fichten- und Kiefernholz ist gutes Bauholz.) 2. Gcmemdewald Hörnsheim. (Auskunft Förster Schüler, Forstyaus Finster- loh.) 3 Eichenstämme, Kl. 4, 1,54 fm; 3 Eichenstamme, Kl. 5, 3,52 tm; •“> Eichen stämmo, Kl. 6, 5,24 fm; 1 EichöNstamm, Kl.3, 0,40 fm; 2 Eichenstämme, Kl.5, 3,29 fm; l Eichenstamm, Kl. 6, 2,18 fm. (Gut reif.) 3. Gemeüidcwald fdein - Rechtenbach. (Auskunft Förster Meyer, Vollnkirchen.» 55 Eichenstamme, Kl. la, 7,14 im;~ 23 gichtenstämme, Kl. lb, 6,63 fm; 7 Fichtenstämme, Kl. lb und 2->, 5,17 fm; 2 Fich- lenstämme, Kl. 2a, 1,14 fm; 2 Fichten- skämmv, Kl. 2b, 1,80 fm; 10 Kiescrn- skänune, Kl, 2a, 2,86 fm; 1 Kiefernstamm, W.2b, 0,25 fm; 2 Kiefernstämme, Kl.2a und 3b, 1,27 fm. (Bei dem Fichtenstamm Holz handelt es sich teilweise um sehr schönes Bauholz.) 4. Gemeindewald Lützellinden. (Aus- tunft Förster Schüler, Forsthaus Finstcr- lah.) 5 Eichenstämme, Kl. 2, 1,96 fm; 5 Eichenstämme, Kl. 3, 2,70 fm; 6 rm Eichennutzholz, Kl.2 (3 m lang); 3 Buchenstämme, Kl. 3, 2,88 fm; 1 Bucken- stamm, Kl. 4, 0,53 fm; 3 Fichtenstämme, SU. la, 0,37 fm; 3 Fichtenstämme, Kl. lb, 0,69 fm: 1 Fichtenstamm, Kl.2a, 0,46fm; 1 Fichtenstamm, Kl.2b, 0,73 fm; 1 Fichtenstamm, Kl. 3b, 0,45 fm; 2 Kiefernstämme, Kl. 2a, 1,15 fm; 3 Kiefernstämme, Kl. 2b, 2,92 fm; 5 Fichtenstangen, Kl. 1; 5 Fu-ntenstangen, Kl. 2; 20 Fichtenstangen, Kl. 3. 5. Gemeindewald Münchholzhausen. (Auskunft Förster Schüler, Forskhaus Finsterloh.) 1 Eichenstamm, Kl. 2, 0,67 fm; 1 Eichenstamm, Kl. 3, 1,29 fm; 1 Eichen- stamm, Kl. 4, 1,51 fm; 2 Eichenstämme, Kl. 5, 4,07 fm; 5 Eichenstämme, Kl. 6, 17,05 fm. 6. Gemeindewald Vollnkirchen. (Aus- tunft Forster Meyer zu Vollnkirchen.) 3 Eichenstamme, Kl.4, 1,58 fm; 4 Eichern flämme, Kl. 5, 3,21 fm; 7 Eichenstämme, Kl. 6, 10,28 fm; 2 Eichenstämme, Kl. 7, 3,80 fm; 1 Eichenstamm, Kl. 9, 3,26 fm; 1 rm Eichenschichtnutzholz, Kl.2 (gespalten, Käferholz.) — Das Eichenholz ist erstklassiger Qualität und zu Schreinerund Fournierholz geeignet. -- 1 Kiefernstamm, Kl. la, 0,16 fm; 4 Kiefernstämme, 511. lb, 1,09 fm; 15 Kiefernstämme, Kl. 2a, 8,58 fm; 6 Kiefernstämme, Kl. 2b, 5,50 fm; 2 Kiefernstämme, Kl. 3a, 2,82 fm; 2 Kiefernstämme, Kl. 3b, 1,72 fm. (Sämtliches Kiefernholz ist gutes Bau- und Schnittholz.) 54 Fichtenstämme, Kl. la, 8,48 fm; 49 Fichtenstämme, Kl. lb, 12,60 fm; 11 Fichtenstamme, Kl. 2a, 5,24 fm; 4 Lär- chonstämme, Kl. la, 0,66 fm; 2 Lärchen- stämme, Kl lb, 0,44 fm; 44 Fichten- stangen, Kl. 1; 44 Fichtenstangen, Kl. 2; 22 Fichtenstangen, Kl. 3; 3 Lärchenstangen, Kl. 2. (Fichten und Lärchen sind Bauholz.) 7. Gemeindewald Volpertshausen. (Auskunft Förster Meyer zu Vollnkirchen.) 1 Eichenstamm, Kl. 1, 0,34 fm; 13 Eichenstämme, Kl.2, 4,82 fm; 21 Eichenstämme, Kl.3. 14,17 fm; 6 Eichenstämme, Kl.4, 7,18 fm; 3 Eichenstämme, Kl. 5, 4,67 fm; 1 Etchenstamm, Kl. 6, 1,81 fm; 2 Lärchenstämme, Kl. 2b, 1,18 fm; 1 Lärchenstamm, Kl. 3a, 0,80 fm. 8. Gemeindewald Weidenhausen. (Auskunst Förster Meyer zu Vollnkirchen.) 1 Eichenstamm, Kl. 4, 0,90 fm; 5 Eichenstämme, Kl. 5, 4,71 fm; 1 Eichenstamm, Kl. 6, 1,33 fm. (Schreiner- und Fournierholz — Alteichen.) Zahlungsfristen: Je ein Viertel am 1. Mai, l.Juli, 1. Oktober 1926 und 1. Januar 1927. Die näheren Bedingungen werden im Termin bekanntgegeben. ' 2355V Groß-Rechtenbach, 9. März 1926. Der Bürgermeister. __Schneider.__________ Drucksachen alterArt I liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühl'sche Univ.-Druckerei. R. Lange. mW aktu. lein- das sorg- Jrfel, in gut 'aufgelöst jschbrühe. jr Qualität i Packung. 0. 1. lamm 2. SU. Fichten Fichten tämme 3. Klasse Fichten tämme 4. Klasse Eichenderbstangen Fichlenderbstangen 1. Klasse 8,00 Fichtenderbstangen 2. Klasse 4,00 Eichennutzscheiter, 3 m lang 2238V versehen sein. Bon jeder von Gattung darf nur ein Muster angeboten werden. 2356V 3. Klasse 4. Klasse 5a-Klasse 5b-Klasse rm rm rm rm rm fm fm fm fm fm fm fm fm fm fm fm fm fm 1 2 !) 91 497 4 97 80 33 30 11 25 206 Los 2: 1 Stück, 3 Stück, 17 Stück, 50 Stück, Los 3: 11 Stück, 16 Stück, 31 Stück, 22 Stück, 21,69 fm 18,20 fm 24,21 fm 9,33 fm einzureichen. Zufchlagsfrist 8 Lage. zur Versteigerung: 62 Eichenstämme 2 Buchenstämme 1 Birkenstamm 1 Kiefernstamm 3. Klasse 1 Kierernstamm 4. Klaffe Gießen, ben 12. März 1926. Direkt io« der Landes-Heil- und Pflege- anstatt Gießen. 1,70 fm 3,92 fm 11,97 fm 18,52 fm 22,00 0,57 0,15 1,08 0,74 1,13 1,74 8,11 48,00 124,00 0,20 3. Klasse 4. Klaste 5a-Klafse 5b-Klasse Kreisstraße Gießen. L e i h g e st e r n , den 8. März 1926. Bürgermeisterei. vergeben werden. Tür die unter 1. und 3. genannten Kliniken ist außerdem die Abgabe des Gespüls und für die Kliniken unter 1. bis 3. die Entleerung der Müllgruben zu vergeben. Die Lieferungsbedingungen können bei der Verwaltung jeder Klinik nachm. von 3-5 Ahr eingeiehen werden. Angebote, verschloffen uni) mit entsprechender Aufschrift versehen, sind an die zuständigen Verwaltungen bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, den 13. März 1926, vormittags 11 Ahr, Mtzhotzverfteigenmg Montag, den 15. März 1926, oocmlf- Fichten Ficyten tämme. 5a-Klasse tämme 5b-Klafse für die Medizinische Klinik,Frauenklinik und Hautklinik, „ „ Ehirurgische Klinik und Ohrenklinik. „ „ Augenklinik u. Kinderklinik. „ Klinik für Pshch. und nerv. Krankheiten Bekanntmachung. Der Voranschlag der israelitischen fReli- giousgemeinve Gießen für Vas Rechnung? jahr 1926 liegt acht Tage lang auf betr Bureau bes unterzeichneten 1. Vorstehers. Alicestraße Nr. 2, zur Einsicht ber Bc teifigten offen. Eiilwenbuugen gegen ben Voranschlag können nur während kescr Zeit vor' gebracht werben. 2360V Gießen, ben 11. März 1926. Der Vorstand ber israelitischen ReligionL- gcmeinhe Gießen. Louis Marcus. laas 9 Ähr, kommen im Gemeindewald ' • - ■ 2223V Holzsnvmisston Donnerstag, den IS. März, nachmittags um 2 Uhr, kommen aus den Waldungen der Gemeinde Beuern nochoerzeichnete Holzsortimeule auf dem Submissionsweae zum Verkauf: 2321L) a) kiefernstämme: 4. Klasse 5 Stück, 5,62 fm 5. Klaise 17 Stuck, 7,53 fm b) Zichtenslämme: Los 1: 3. Klasse 5 Stück, 6,34 fm 1. Klasse 33 Stück, 33,38 fm 5a-Klasse 144 Stück, 103,75 fm 5b-Klasse 317 Stück, 106,94 fm Angebote sind nach Klassen getrennt pro Festmeter bis Donnerslag, den 18. d. M., nachmittags 2 Uhr. bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo anschließend die Oeffnung der Angebote stattfindet. Die Verkaufsoedingungeu werden vor dem Termin bekanntgegeben. Das Holz ist mit Rinde gemessen. Auf Verlangen wird das Holz durch Förster Koch ooraezeigt. Beuern, am 11. März 1926. Hessische Bürgermeisterei Beuern. L i n d e n st r u t h. Lacäes-Beil- uoil Pflegeanslalt CieBen Ter Bedarf an: I. Fleischwaren, wobei auch Gefrierfleisch in Frage kommt, 2. Wurst- und Fettwaren, 3. Milch, 4. Backwaren (Brot und Brötchen ufw.), 5. au sonstigeu BerzehrungSgeaenstänbou Oel, Essig, Zucker, Staffee, Reid, Erbsen, Linsen, Bohnen. Butter, Haubkäsc, Margarine, Marmelade usw.), 6. Reinigu-ngsmaterialien (Kernseife, Soda usw.) soll im Wege des öffentlichen Anerbietens für bas Rechnungsjahr 1926 zur Lieferung vergeben lucrbcn. Die in Anlage A des Erlasses ber Hess. Ministeriell vom 16. Juni 1893, das Ver- dingungsivesen te..effenb, enthaltenen Be binflungeii für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen, sowie bie hiesigen Lieferungsbedingungen liegen nur am 17., IS. und 19. März d. I., vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 5 Uhr bei uns offen. Die Angebotsformulare lönijen gegen Erstattung dec Selbstkosten von uns bezogen loerticii. Angebote find verschloffen und versehen mit ber Aufschrift: „Angebot zu ber am 12. März 1926 ausgeschriebenen Lieferung" bis zum Eröffnuugstermin: Donnerstag, den 25. März 1926, vormittags 10 Nhr hierher einzurcichen. In ben Angeboten sinb bie Bebingungen anzuerkenneu. Die einzureichenben Warenmuster müssen getrennt von den Angeboten verpackt und mit ber Aufschrift: „Muster zu Angebot Vergehung 5ür dos Rechnungsjahr 1926 soll die Lieferung des BedaAS an Fleisch- und Wv.rstwnren, Backwaren, sowie Milch, Butter und GiS Versteigerungs- Anzeige. Dienstag, den 16. März ds. 3s. versteigere ich von vormittags 8 Uhr ab öffentlich gegen bare Zahlung im Fabrik, gebäube der Mitteldeutschen Schmirgel werke: Schleifmaschinen für Hand- und Kraft- Betrieb, Schmirgelscheiben, Oker, Türen und Fenster, Wetzsteine, Schmirgelleinen, Quarzit (3 Waggon), Schmirgel, Abziehsteine für Schreiner, Heizkörper und sonstige Gegenstände. 2369V Herrnbrodt Gerichtsvollzieher in Butzbach. Eichennutzknüppel, 2,50 ra lang Fichtennutzscheiter, 3 m lang Fichtemuitzknüppel, 2,50 m ’ lang Fichtennutzreistg. Zusammenkunft: Distrikt Finkenholz, große Auswahl erstklassiger, süddeutscher Fabrikate Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer Küchen Für die Möbel wlrdlangjährißc aerantle gelci stet. Schöne geschmackvolle Modelle zu anßnr gewöhnlich billigen Preisen Wegen Umstellung SO'1 , Nachlaß. 01783 IHcbelhans J. Jttmann, iuü.: A. Brnmlik ßahnbofstr. 29. Oüuetige Zah- lanaKbßdingnng.i Besichtigen und erproben Sie das neue 4 P. S. DKW Sportmodell mit Dallonberei» fung, Ihre Erwartung wird übertrofsLn 1! Schilling, •17,7c Gietzen, Frankfurter Sir. 23. Umtausch allei Rasierklingen gegen dl« If^r luidirWKBert | wunilert». neüe.i^Mal- cuio - Diemon - Klingen u Apparate. N4h.du.’ f J. B. \ Häuser < Gießen / Gefsentliche handeiZlehmHM Gießen Nordanlage 15. Schlußtermin für die Anmeldungen 20. März. Aufnahmeprüfung für die zweijährige Handels- . schule 23. März, 8.30 Uhr. 01747 Vnnt«*. Handelsschule l • W|| »öwilu Gießen,Goethestr.32 | Beginn des neuen Schuljahres am 14. April 1926 Handelsfachklassen von 12-, l- und 2jähriger Dauer H | Höhere Handelsklassen von13- und 1 jähriger Dauer , Eferechtigungen: Endgültige Befreiung von der H Fortbildungsschulpflicht bei Besuch unserer 1 jährigen Kurse und vorausgegangenem 9jährigen W Elementarschulunterricht (gleichgültig ob Volks-, M Mittel- od. Höhere Schule), desgl bei Besuch unserer B 2jährigen Kurse and vorausgegangenem 8jährigen ■ Eleinentarschulunterricht 2316a^^ WWWWWMmI (in Verbindung mit der Schillerschule). Mittwoch, den 17» März 1926, von 3—4 Uhr, im Anstaltsgebaude (Burg 34) Anmeldung zum Besuch der Frauenschule. Zweijährige gründliche Ausbildung in sämtlichen! hauswirtschaftlichen und in wesentlichen wissenschaftlichen I Unterrichtsgegenständen. Ausgenommen werden Mädchen, die die erste Klasse einer zehnstufigen Höheren Mädchenschule oder die Ilb einer Höheren Knabenschule mit Erfolg durchlaufen haben,- ebenso Mädchen, die das 16. Lebensjahr entweder bereits zuückgelegt haben oder bis zum 1. Oktober 1926 vollenden Die Schülerinnen find je nach ihrer Vorbildung zu besonderen Unterrichtsgruppen vereinigt. Vorzulegen ist das letzte Schulzeugnis. Prospekte durch die Direktion, die zu jeder weiteren Auskunft bereit ist. Bereits angemeldete Schülerinnen betrifft dieses Ausschreiben nicht mehr. Die Direktion der Schillerschule. Philipps, Oberstudiendirektor. 2328D Schillerschule Friedberg Kiiwc -es nut und billig, reelle reife Ware. 9 Psd' Holsteiner Käse .«> 3.95,9Psd rotaKugel- Käse .* 3.95, 9 Pid. tiän. Talcllettkäse .« 8.10, 9 Psd. flän. Edameriettkäsa .k S.W, 9 Psd. Tilsiter Fettkäse I Ji 9.45, 9 Psd. Tilsiter Fatt- käso II./(8.20, 9'Bfb. fiän. Schvreixerlott- käse .49.90, nb Stiel. Nachnahme. Holsteinisches Käselager Jobs. Kröger. Riet 9Zr. 37, Hassel- mannstr. 1 u. 17. ueoss örrren-, Dinnen- u. SonfitmanöeQ- WWe g Heinrooiim Wselim i in blau, fdiroan u. anderen Zarven tzemSenivSe unö stmerrlen Senümasie Betlößrifienle Bettfedern MmM o Gute ßuali!8len Billige Breite L. Teitler Giessen Zammsttatze 25 d. gegenüber d. höh. Mädchenschule Kein Laden 01748 wmdrfetieri*$te^ 50 für Mk. 8 B Neuen Anzug liefern wir das vollständige Futter......... 2078a SchulstraBe 4 ModohäUS SdlORlOn Schulstraße 4 AUSSTELLUNG Frauenschule (Feldwebelsbau im Schloßhof) und Lyzeum (Turnsaal, Burg 34) D'unstag, den 16., und Mittwoch, den 17. März 1926 Besuchszeit: 9-12 Uhr vorm. und 2-6 Uhr nachm. Eintritt: 50 Pfennig. Die Direktion der Schillerschule Philipps, Oberstudiendirektor. la Eirtlte 9 Psd. 6 Mk. franko Damvrkäiefabrik, Hansa Handelsschule J.Kunzelmann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorm. Hermes Heue Kurse 20. April, j Für die Weisswäsche! In einmaligem kurzem Kochen ist die Wasche blütenweiß, duftig und frisch. Waschen Sie auch Ihre Gardinen nur mit Persil! * Für Wolle,Seide u.Bunkochen? Schon in einfacher kalter Persillauge haben Sie den schönsten Erfolg. Die Stücke werden wie neu im Aussehen. Für Glas «.Porzellan? Persil löst selbsttätig jeden Schmutz und läßt a^tes in neuer Schönheit erstehenI Für Holz «.Fliesen^ Warme Persillauge säubert schnell und gründlich. Ein angenehmeres Reinigen ist gamicht zu denken. FürTeppiche «.Läufer? Kostenlose Zusendung praktischer Anleitungen über die Persilanwendung erfolgt durch den Verlag Henkel & Cie. fl.-G. Düsseldorf. irkdm ideale Wasch-u Reinigungsmittel Fuiall vielseitigster Anwendungsmöglichkeit! Zum Weichmachen des Wassere verrührt man vor Bereitung der Lauge einige Handvoll Henko 8lelch-8oda Im Kessel. Auch xum Einweichen Ist Henko Blelch-Soda unübertroffen. Ab Montag, 15. Mürz 1926, habe wieder einen MntapotMfl. Arbeits- Pferde 'l.'Vu ( Ni August Frensdorf NL schweren, mittleren und leichten Schlages, darunter auch egale Gespanne, zum Verkauf. 01760 A«f vncL A j t * u n f # Ao,#e/*/e, Ae/m QatWtrA Bprz e ■ . und bei den nachstehenden Geschäften, die mit uns ein Abkommen über Lieferung von Gasgeräten auf Teilzahlung getroffen haben: 2338V Edgar Borrmann, Neustadt 11 Carl Hensel, Walltorstraße 10 Fr. Heyd & Sohn, Seltersweg 12 Rudolf Rüdiger, Walltorstraße 35 Slädlisebes Gas- u. Wasserwerk GieOe» Es ist wahr — mit dem echten gewürzten Futterkalk M. Drockmanns „Zwergmarkeoder dneuen ungewürzten„Patent- Aährsalzkalk" gibt es keine Mißerfolge bei Aufzucht und Mast. Echt nur in Orig.-Pack. Prospekt kosten- frei. Erhältlich in Drogerien, Apotheken und sonstigen einschlägigen Geschäften. Wo nicht, durch s1373V m. Brolmonn, GGem. Mr. m. ö. ö., WM-Mr. 36t Schutzmarke M MW iraö Wette ioo 5 W infWltm IMimin mö Smea übernimmt das altbekannte Spezialgeschäft von Btimlf Hinter, SntMemM ©lefien, DlntBflße 24 26 2313a Bade-Einrichtungen kauft man am besten bei Rudolf Rödiger Walltorstrgße 35. PHONE (62 D ZWOFIBNULL Tel. 240 AUTO AUCH NACHTS. Brennabor- Kinder- und Klappwagen billigste Prelle o. größte Auswahl 1865V Aug. Kilbinger 'Mmaistheilba? Dr. med. Albert# Asthmakur kann selbst verästele Leiden dauernd heilen. Aerztl. SvreÄstunde in Gießen, Behnhols- Hetel Iienx, feilen Montag 10—2. 2137sl Reiseauto 2 bis 4-Sitzer, wenig gebraucht und gut erhalten, zu kaufen gesucht. Diskretion zugesichert. Schrift!. Angebote unter 2274D a. d. Gießener Anzeiger. Meine Frau und ich find immer einer Meinung, wenn fie ™ ** 1 mir einen von ihr eigensangefertigten und wieder wundervoll geratenen Likör zum probieren vorletzt, egal ob der feurige Allasch. der pikante (Sura;ao. der feingeiftige d la Benediktiner oder Gbartreule. der würzige Blutorange ober (Sbtrm Brandy, der köstliche Maraschino rc.. die durch ihre immer gleiche Güte unsere Gaste stets in Erstaunen setzen. Wir verwenden aber auch nur, wie schon unsere Ellern u. Grohestem, die echten Netckel.Luenren, die in Drvgh. und Apotheken erhältlich find, daselbst auch Dr.Beichels Rezept. büchtein umsonst, sonst kostenstei durch OTTO REICHEL, Berlin SO. SS Eisenbahnstr. 4. Wohtgemerkt, aber mir Reichel-Estenzen Marke „Uchflierz” Nr. 61 viertes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Samstag, 13. Mrz1y26 —WIWIIIIII,. M1I..JI -II Bill ■IWT—IB1—1—1 Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. 3n der vergangenen Woche ftant) die Börse wieder einmal mehr als seit langem unter politischen Einflüssen. Bei im allgemeinen ziemlich, fester Grundtendenz legten die wenig durchsich» ftigen Verhältnisse in Genf der Börse doch große Zurückhaltung auf. Auch die französische Krise, die wiederum einmal eine starke Abschwächung des französischen Franken in Gefolgschaft hatte, wirkte lähmend auf die Geschäftstätigkeit. Nachdem jedoch diese Krise austerorden- lich schnell überwunden und man über Genf zu einer allgemein optimistischeren Meinung übergegangen war, lebte das Geschäft vielfach recht merklich auf. Der Montan-Aktienmarkt allerdings, der in den vergangenen Hausse- Wochen führend gewesen war, trat gegenüber anderen Märkten mehr und mehr zurück, was angesichts der jetzt der Oeffentlichkeit unterbreiteten Abschlüsse der Werke der Rhein-Elbe- Union kein Wunder nehmen kann. Man hatte zwar vorausgesehen, daß diese großen Werke für das Jahr 1925 dividendenlos bleiben würden, wobei man allerdings vielfach der Meinung gewesen war, daß die Abschlußziffern doch die Möglichkeit gegeben hätten, eine Dividende aus- zuschütlen. Auch in dieser Beziehung haben die Abschlußziffern, soweit sie bisher bekannt sind, aber enttäuscht, und wenn diese Enttäuschung nicht in der Kursentwicklung zum Ausdruck gekommen ist, so ist das wohl darauf zurückzuführen, daß sie durch die Hoffnungen, die man an den Montantrust knüpft, paralysiert worden sind. Die gleichzeitig bekanntgewordenen Abschlußziffern der Elektrowerke der Rhein-Zlbe-- ilnlon bringen erneut den Beweis, daß es der weiterverarbeitenden Industrie im vergangenen Jahre doch wesentlich besser gegangen ist, als der Schwerindustrie. Entsprechend wurden auch Elektrowerte in der vergangenen Woche mehr in den Vordergrund gerückt. Das Hauptinteresse der Spekulation konzentrierte sich aber auf Schiffahrtswerte, wobei einerseits die Verhandlungen Harrimans mit der Hapag, die bekanntlich die Zurücknahme der großen, früher der Hapag gehörenden Dampfer zum Gegenstand haben, andererseits die Aussichten für die Zurückerstattung des deutschen, in Amerika beschlagnahmten Eigentums eine Rolle spielten. Seltsamerweise sind die Verhandlungen der Hapag mit Harriman bisher nicht zum Abschluß gelangt, und man spricht hier von Unstimmigkeiten innerhalb der Direktion der Hapag, wobei aber vielleicht nur die außerordentliche Zurückhaltung der Hapag die Llrsache dieses Gerüchtes ist. Was die Zurücker st attung des deutschen Eigentums anbelangt, so darf man nicht aus den Augen verlieren, daß hiermit auch die Befriedigung der amerikanischen Ansprüche an die deutsche Regierung verknüpft ist, und daß also bestenfalls mir ein Teil der beschlagnahmten Werte freigegeben wird, immerhin dürfte nach Schätzungen namentlich für die Schifffahrts-Gesellschaften hierbei noch eine erkleckliche Summe herauskommen. Eine auffallende Steigerung erfuhren in der vergangenen Woche die Werte des Schult Heiß-Konzerns, eine Steigerung, die sicherlich nicht lediglich in der Dividendenerklärung und im Geschäftsgang dieser Gesellschaft begründet ist. Es hat vielmehr den Anschein, als wenn hier größere Umwand» lungsbestrebungen am Werke seien, wobei sich zur Zeit noch nicht sagen läßt, ob diese nach einem Auseinanderfallen des Konzerns oder umgekehrt nach einer völligen Verschmelzung zielen. Man geht jedenfalls nicht fehl in der Ansicht, daß es sich hier in erster Linie um Interessenkäufe handelt. Von den sonstigen Märkten sind noch K a l i w e r t e als fest zu nennen. Man rechnet damit, daß die recht gute Beschäftigung des vergangenen Jahres, die auch int neuen anhält, in verhältnismäßig günstigen Dividendenerklä- rungen zum Ausdruck kommen wird. Rach der technischen Seite ist zu erwähnen, daß man wohl schon in allernächster Zeit die endgültige Aufhebung der Medio-Liquidation, die sich keinerlei Freundschaft von feiten der Börseninteressenten erfreut, erwarten darf. Am Geldmarkt haben sich die Verhältnisse weiterhin günstig entwickelt. Die geringe Anspannung des Ultimo ist schnell wieder verschwunden. Die Reichskredit-Gesellschaft tritt neuerdings wieder als Geldgeber auf. Hinzu kommt die Bank für Industrie-Obligationen, die bekanntlich am 1. April die erste Halbjahres- Rate von 62,5 Mill. Rm. zu entrichten hat und bis zu diesem Termin die bisherigen Eingänge dem Markte zur Verfügung stellt. Auch die Verhältnisse am Kapitalmarkt erhalten durch die erfolgreichen Inlandanleihen der letzten Wochen ein etwas freundlicheres Aussehen. * * 6Ve Proz. Preußische Staatsschah° anweisungen. Die im Februar d. I. begebenen 6^/,proz. Preußischen Staatsschahanweisungen, fällig am 1. März 1929, sind, wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, fertiggestellt und gelangen in den nächsten Tagen zur Ausgabe. Die Einführung an den deutschen Haupt- börsenplähen wird voraussichtlich anfangs nächster Woche erfolgen. * Deutsche Bank. Wieder 10 Prozent Dividende! Der in der gestrigen Auf- sichtsratssihung vorgelegte Abschluß für 1925 ergibt einen Reingewinn von 17 468 675 Rm. (i. V. 18 758 996 Rm.). Hierzu treten noch 762 221 Rm. Vortrag aus dem Vorjahr. Die Dividende von wieder 10 Prozent erfordert 15 Millionen Am. gegen 11 Millionen Rm. im Vorjahr, da bekanntlich die im Vorjahr noch im Portefeuille befindlich gewesenen 40 Millionen Rm. inzwischen nach Amerika verkauft sind und jetzt an der Dividende teilnehmen. Eine Aeberweisung an die Rücklage (L V. 5 Millionen Rm.) findet nicht statt. Der Dr. Georg v. Siemens Wohlsahrtskasse werden zur Auffüllung auf 5'Millionen Rm. 1045 292 Rm. (1 500 000 Rm.) überwiesen. Der Gewinnanteil des A. R. beträgt 677 419 Rm. (496 775 Rm.). Der Rest von 1 508 185 Rm. wird vorgetragen. Der Gesamtumsatz beträgt 133 Milliarden Rm. gegenüber 88 000 000 Rm. im Vorjahr, ohne Berücksichtigung der Essener Kreditanstalt und der Siegener Bank. Das Liquiditätsverhältnis beträgt c inschließlich der Vorschüsse auf Waren 56,84 Prozent (70,18 Prozent) und ausschließlich der Warenvorschüsse 48,62 Prozent (61,89 Prozent). Man rechnet damit, daß schon die Zweimonatsbilanzen Ende Februar ein besseres Liquiditätsverhältnis zeigen. Der Geschäftsbericht gibt einen Rückblick der Wirtschaftsverhältnisse des vergangenen Jahres unter Hervorhebung der hoffnungsvollen Momente, die von der Krise verdeckt tourben. * D ie Hapag ohne Dividende. In der gestrigen Sitzung des Aufsichtsrates der Hamburg-Amerika-Linie wurden neben laufenden Angelegenheiten die Ergebnisse des letzten Geschäftsjahres besprochen. Die vorgelegten vorläufigen Ziffern ergeben befriedigende Abschreibungen, die aber zur Ausschüttung einer Dividende für dos abgelaufene Geschäftsjahr keinen Raum lassen werden. * Teilweise Wiederaufnahme der Arbeit auf Zeche Radbod. Bekanntlich muhte auf Zeche Radbod in Hamm vor einiger Zeit wegen eines großen Brandes fast die ganze Belegschaft beurlaubt werden. Die Wiederherstellungsarbeiten auf der Zeche sind nun soweit fortgeschritten, daß sechs- bis siebenhundert Mann der Belegschaft die Arbeit wieder aufnehmen können, und zwar in verschiedenen Revieren der zweiten und dritten Sohle. Augenblicklich ist man damit beschäftigt, die in Brand geratenen Sohlen mit Sand zu verschlämmen. Der Brand ist jedoch bereits völlig gelöscht und die meisten Reviere sind rauchfrei. * Keine Stillegung der Stinnes- zechen. Zu den Gerüchten der letzten Tage über eine voraussichtliche gänzliche Stillegung einzelner Stinneszechen, vor allem im Gebiet der Gewerkschaft Matthias Stinnes, erfährt der DHD., daß der Geschäftsgang bei der Gesellschaft im Inland von den bekannten Witterungsverhältnissen beeinträchtigt ist, die den Absatz an Hausbrandkohle beeinflussen. Ihr Hauptabsätz ist jedoch auf dem Gebiete der Gasflammkohle, der durch das Kohlenshndikat ebenso kontrolliert wird, wie dies bei den übrigen Syndikatsmitgliedern der Fall ist. Die Gewerkschaft ist also an dem jeweiligen Absatz der Ruhrkohle im In- und Auslande je nach dem Syndikatsabsah in Höhe ihrer Quote beteiligt, so daß ein besonderer Ausfall oder eine Annullierung von Aufträgen gerade für diese eine Gesellschaft praktisch nur im Rahmen der Quote bzw. des Gesamt- absahes des Kohlensyndikates eintreten kann. * Harpener Bergbau QI.©., Dortmund. Wie die Gesellschaft mttteilt, sind einige gefälschte Aktien der Gesellschaft, wahrscheinlich Emission vom 4. August 1902, in den Handel gekommen. Die Zahl der Falsifikate ist aber nach Mitteilung der Verwaltung sehr gering, so daß feinerlei Anlaß zur Beunruhigung vorliegt. • D i e Abschlüsse der Siemens- Gruppe. Die Siemens & Halske A. G. und die Siemens°Schuckertwerke legen ihre Geschäftsberichte und Bilanzen für das Geschäftsjahr 1924/25 vor. Aus den umfangreichen Mitteilungen ist zu erwähnen, daß die Entwicklung der Unternehmungen des Siemens-Konzerns bedeutende Schritte nach vorwärts machte. Dies gilt sowohl technisch wie bei der Höhe des Auftragsbestandes, der bei Siemens & Halske gegenüber dem Vorjahr nicht unbeträchtlich gestiegen ist. Der in das neue Jahr übernommene Bestand ist sehr erheblich. Mit der Preisgestaltung, insbesondere für die Auslandlieferungen, ist die Gesellschaft nicht zufrieden. Es wird über die unwirtschaftliche Zersplitterung der Fabrikation in den verschiedenen europäischen Ländern geklagt und hervorgehoben, welchen Vorsprung infolgedessen Amerika gegenüber dem europäischen Kontinent gewinnen konnte. Dennoch konnte die Sie- mens-Gruppe auch ihre ausländischen Interessen erweitern und u. a. in Mailand eine Zweig- sabrikation errichten. Die Zahl der bei der Siemens & Halske A. G. und den Siemens- Schuckertwerken, einschließlich der von beiden abhängigen Gesellschaften, beschäftigten Personen betrug am Ende des Geschäftsjahres mehr als 112 000. In der Bilanz der Siemens & Halske A. G. zeigen diejenigen Konten, aus denen der Aufschwung des Geschäftes besonders deutlich hervorgeht, nicht unerhebliche Erhöhungen, so das Konto der angefangenen und fertigen Fabrikate, der Anlagen im Dau, der Schuldner. Andererseits haben sich die kurzfristigen Gläubiger kaum verändert, Anzahlungen der Kundschaft sind zurückgegangen. Die langfristigen Verpflichtungen wurden durch die Aufnahme der Dollaranleihe um etwa 20 Millionen Mark vermehrt. Im übrigen ist in der Bilanz besonders beachtlich, daß die flüssigen Mittel eine beträchtliche Steigerung erfahren haben. Bei den Siemens-Schuckertwerken zeigt die Bilanz eine noch kräftigere Aufwärtsentwicklung des Geschäftes. Rohmaterialien haben sich fast verdoppelt, Sabritate und im Bau befindliche Anlagen sind um ca. 17 Millionen Mark gestiegen. Auf der Passivseite kommt die Erweiterung des Geschäftsumfanges in den von 90,5 auf 136,6 Millionen Mark gesteigerten Kreditoren zum Ausdruck. Die Liquidität hat auch hier eine bedeutende Verbesserung erfahren. Wie bekannt, beträgt die Gewinnausschüttung bei der Siemens & Halske A. G. 6 Proz., bei der Sie- mens-Schuckertwerke G. m. b. H. ebenfalls 6 Proz. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".) Berlin, 13. März. Die Samstag-Börse zeigte bei Beginn des Geschäfts mit Rücksicht auf die außenpolitische Lage eine unverkennbare Z u» rückhaltung. Das Geschäft setzte außerordentlich still ein. Das Kursniveau erwies sich trotzdem als widerstandsfähig, da Abgaben infolge der optimistischen Auffassung über den Ausgang der Döl- kerbundsoerhandlungen nicht siattfanden. Anfangs waren sogar vereinzelt leichte Besserungen zu ver- zeichnen, vornehmlich einige Spezialpapiere konnten etwas anziehen. So waren namentlich Bau- a k t i e n mit Rücksicht auf den Reichskredit Aiim Bau von über 100 000 Wohnungen gebessert. Außerdem stimulierte die glatte Ueberroinbunq des Medio-Termins, zu dem allerdings größere Engagements kaum gelaufen sein dürsten. Die Divi- dendenlosigkeit bei H a v a g führte fjeute früh zu einer leichten Kursabscywcichung, bet Beginn des amtlichen Verkehrs konnte diese aber wieder wett gemacht werden. Dagegen wirkten sich Veröffentlichungen der Ostwerke, Schultheiß-Patzenhofer und des Kahlbaum-Konzerns, die deutlich die Richtigkeit der Börsenvermutungen über die Vorgänge innerhalb der Interessengemeinschaft bestätigen, auf alle Aktien dieser ©nippe sehr günstig aus. Kahlbaum verloren 7, Schultheiß-Patzenhofer minus 2,5, Ostwerke minus 4 Proz. Der Abschluß der Dnentschcn Bank blieb ohne Einfluß, da er Ueberraschungen nicht brachte. Im ganzen war das Geschäft an der Wochenschlußbörse zunächst sehr still, die Kursentwicklung aber durchaus widerstandsfähig. Der Geldmarkt ist unverändert flüssig. 2(m Devisenmarkt notierte Paris mit 134 gegen London etwas schwächer. Dagegen lag das englische Pfund mit 4,86* gegen Kabel außerordentlich fest. Börsenkurse. ___ (Ohne Gewöhn)__ Frankfurt a.M. Berlin Sd)lug» Kurs 1-Uhr. Kurs Schlich«! Anfang Kur» ! Iure Datum: 12. 3. | 13. 3. 12 3. 13 3. 5°/i Deutsche Rctchsan leihe . 0,3925 0,3875 0,3975 0,385 4°/0 Deutsche Reichsanleihe . — 0,375 3‘/a% Deutsche Reichsanleihr 0,365 — 0,37 0,36 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Svarpramienanlethe 4°/o Preußische Kousols . . . 0,45 — 0,475 0,248 — 0,24 —— 0.355 — 0.3775 0,37 4°.'o Hessen ■ . .... 0,375 — 0,375 — 3‘/i°/o Hessen......... — — — 3% Hessen ........... 0,35 — 0,37 — Deutsche Wertb. Dollar-Änl. dto- Doll-Schav-Slurrcikug.*! 99,45 — 96,1 — 100 — 99,65 — 4»/0 Zolltürkrn...... 12 11,9 12 —— 5% Äoldmerikaner . . 38,5 — — Berliner Handelsgesellschaft Lommerz- und Privat-Bank 153 — 153,6* 151,5* 112,2- 111,7* Ul' 111,7* Tarmft und Na:ionalbank 130* — 130- 130,5 Deutsche Bank. ... 129' 128,2- 129’ 128* Deinsche Bcreinsbank ... 75 — — Disconlo Commandii 124,2* 123,1- 123,7* —— Metallbank.......... Mitteldeutsche Kreditbank . 85 — — 103,5- 103,7* 103,7* 103,5* Ocsterreichische Kreditanstalt Weltbank .......... 6.95 — 7 0.041 0.041 — Lochumer Guß....... 83 — 84,5* 82,5* Buderus........... 44,6 44 44 Caro . ........... 41 — 43* _ Deutsch Luxemburg...... 88,75* — 88,5' — Gelsenkirchener Bergwerke . 89.25* — 88,75* 87,5* Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... 104,5 — 103,7* 103,5* 123 — 120,25 122* Kaliwerk Westeregel«..... 129 — 128,25 126.5 Laurahütte........... Lberbedarf...... « • . . — 33,4 33 44,75 — 43* 41,75* Phönix Bergbau ...... 77,25* 76.25* 77,25* Rheinstahl........... 82' 79,75* 81,12* 79* Niebcck Montan........ 83 _ 82,75 — Tellus Bergbau - ...... 55 — — Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd 147' 143* 146,2* 143* 139,7* 138,5* 138,5’ 136.5* Theramtsch« Werke Albin . 42,25 _ Zementwerk Heidelberg 89 88,9 _ _ Philipp HoUmanu .... 67,75 07 67,9 — Anglo-Cont.-Guano..... - — — 87,75 Chemische Mayer Alapin . . — — 3- G Farbenindustrie, A -G. Goldschmidt.......... 129,2’ 128,2’ 129’ 127,9* 78 — 72,62 _ Holzverkohlung........ 63,5 65 _ Rütgerswerke......... 77,5 — 75,5 75 Schcidcanstalt ........ 92 — — SHfl. ElektrtittSts-Sesellschaft 92,6* 91,75* 93* 92,13’ Bergmann ......... Mauilrastwerke........ — — 85* 83,62' 88,5 87 — _ Schuckert . . ...... . . Siemens & Ha licke . ..... 83,5 82- 83,75* 80,75* 104,5- 104,7- 104,2* 104,5* Adlcrwerke Kleycr ...... 49 50 50 50,25 Daimler Motoren. ...... 47,5 48,25 48 Heyligenstaeb!........ 25 u.eguin. . . ...... 28 — - - - Motorenwerke Mannheim . 39 — Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . 20 42 _ — Metallgesell chaft Frankfurt. Per. Union A.°G..... 91 — — — 75,25 — 74,5 — Schuhfabrik Herz . . 28 — 26,75 — Sichel . ........ 5,5 — — _ Zellstoff Waldhos..... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 109,5 108,25 110,25 109 45 48 46 50 — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 12 März. 13 Mär;. Amtliche Von rung Amtliche Notierung Geld Brief (Selb ®ncr Amsr.- tHoti 168,07 168,49 168,07 168,49 Buen-'AireS 1,678 1,682 J .658 1,662 Brss.-Antw 19,06 19,10 19,04 19,08 Thrtstiania. 91,04 91,26 91,54 91,76 Kopenhagen 109,81 110,09 110,24 110,52 Stockholm 112,51 112,79 H2.46 112,74 HelstngforS 10,553 10,593 10,551 10,691 Italien. . 16,85 16,89 16,83 16,87 London - 20,390 20,442 20,391 20,443 Neuvork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 Paris. . . 15,245 15,285 15,23 15,27 Schweiz . 80,74 80,91 80,75 80,95 Spanien • 59,11 59,25 59,09 59,23 Japan . . . 1,891 1,898 1.900 1,904 Rio de Jan Wien in D-° 0,610 0,612 0,608 0,610 Lest, abgest 59,13 59,27 59,12 59,26 Prag Belgrad . . 12,416 12,456 12,416 12,456 7,382 7,402 7,382 7,402 Budapest. . 5,872 5,892 5,872 5,892 Bulgarien 3,025 3,035 3,025 3,035 Lissabon 21,275 21,325 21.225 21.275 Danzig. . 80,85 81,05 80,87 81,07 Konstantin. 2,18 2,19 2,18 2,19 Athen 5,79 5,81 5,79 5,81 Canada. . 1,181 4,191 4,183 1,193 Uruguatt 4,285 4,295 4,295 4,305 Banknoten. Berlin, 12 März Geld Briet Amerikanische Note» ..... 4,186 4,206 Belgische Noten ....... 19,01 19,11 Dänische Noten ....... 109,53 110,07 Englische Noten........ 20,353 20,453 Französische Noten ...... 15,33 15,11 Holländische Noten...... 167,78 168,6? Italienische Noten ...... 16,91) 16,98 Norwegische Noten...... 90,82 91,28 Deutsch-Oesterr.äioo Kronen 59,01 59,31 Rumänische Noten ...... — — Schwedische Noten ..... 112,17 113,73 Schweizer Noten ...... 80,60 81,00 Spanische Noten ..... 59,10 59,40 Tschechoslowakische Noten . - 12,386 12,446 Ungarische Noten . . . — —- Schlafzimmer Herrenzimmer Speisezimmer Möbelfabrik Karl Hahn Billigste Preise Löberstr. 17 Teilzahlungen Frankfurter Börse. Frankfurt, 13. März. Tendenz behauptet, dann fest. — Die Konfliktsstimmung in den Völkerbundsverhandlungen in Genf gab vorbörslich der Spekulation Anlaß zu weiteren Abgaben, die einen Kursdruck bis zu 2 Proz. herbeifüyrten. Der amtliche Verkehr eröffnete aber zu gut behaupteten Kursen, und man konnte feststellen, daß trotz der trostlosen Lage in Genf die Stimmung der Börse nur wenig erschüttert wurde. Das Geschäft eröffnete unter ftarfer Zurückhaltung, und es ist bemerkenswert, festzustellen, daß Ver- kaufsneigung kaum noch bestand. Man war bestrebt, nicht abzugeben, aber auch die Kauflust war äußerst gering. Im allgemeinen hatten nur einige führende Werte Rückgänge von 1 Proz. aufzuweifen, während sonst überwiegend gehaltene Kurse zum Vorschein kamen. Am Montanmarkt waren anfangs Meinungskäufe zu beobachten, und es stellten sich leichte Kursbesserungen ein. Farbe n w e r t e eröffneten in behaupteter Haltung. Ansehnlich fester gingen Holzverkohlung aus dem Verkehr hervor. Elektroaktien hatten dagegen weitere Kursabschwächungen aufzuweisen. AEG. minus 0,75 Prvz., Mainkraft minus 1 Proz.. Schuckert minus 1,5 Proz., aber Siemens & Halske plus 1,25 Proz. Bankaktien verkehrten unregelmäßig, neben leichten Kurserhöhungen waren mäßige Abschwächungeir vorherrschend. Die Baisse, die gestern abend infolge der Dividendenlosigkeit bei Hapag am Schifffahrtsmarkte eiirtrat, kann bereits als über- tou- den gelten. Hapag plus 1 Proz., Rordd. Lloyd plus 1,25 Proz. Am Kassamarkt der Jnduftriepapiere waren Aschaffenburger Zellstoff um 2,75 Proz. fester. QIu t o a 11 i en: Kleher plus 1 Proz., Daimler plus 0,5 Proz. Zuckeraktien strebten weiter nach oben. Badischer und Heilbronn je plus 1 Prozent, Stuttgart plus 0,75, nur Offsteinzucker wurde nach der scharfen Kurssteigerung realisiert minus 2 Prozent. Höher wurden ferner Reckarsulmer und Karlsruher Maschinen je plus 1 Prozent. Das Interesse für kleinere Werte blieb am Kasfa- marfte unverändert bestehen. Deutsche Anleihen waren leicht gebessert. Ausländische Renten hatten geringes Geschäft bei leicht erhöhten Kur'en. Der Freiverkehr war fast umsatzlos. Beckerstahl 46 Prozent, Beckerkohle 53 Prozent, Brown-Boveri 70 Prozent, Entreprise 9,5, Growag 54 Prozent, Ufa 53 Prozent, Unterfranken 68 5 Prozent. Der weitere Verlauf der Börse war wieder recht zuversichtlich, zumal man in Börsenkreisen an der Auffassung festhält, daß die Genfer Verhandlungen doch noch zu einem Ergebnis führen werden. Mit Rücksicht darauf wurde die Tendenz allgemein fest. Eine wesentliche Geschäftsbelebung war damit aber nicht verbunden. Der Geldmarkt, der gestern nachmittag infolge des Medio-Ter- mins etwas angespannt war, zeigte bereits größeres Angebot. Tägliches Geld 5 Proz. Mvnats- geld 6 bis 8 Pro), je Adresse. Industrie-Akzepte 6,25 Proz. Bankdiskonten 5 Prvz. Bücherttsch. — Emil Ludwig, der durch seine geistreichen politischen Essays bekannt geworden ist und erst neuerlich durch seine biographische Skizze „Wilhelm II." viel von sich reden machte, hat eine Reihe poetischer Werke geschaffen, die durch die kluge, feinsinnige Gestaltung menschlicher Schicksale eingebettet in lyrisch zarten Milieuschilderungen, Beachtung verdienen. Dem vor kurzem angezeigten Roman „Dian a" hat der Dichter nun eine Fortsetzung „M e e r e s st i l l e" folgen lassen, die den Lebens- faden des feltsamen Weibes Diana von Wassilko weiterspinnt, dieser klugen, schonen, gütigen Frau, die mit ihrer weisen Lebenskunst Männer um sich zieht, aufrüttelt und anspornt. Es sind seltene Menschen, die sich auf den Planken einer schmucken Lustyacht zu einer Fahrt im Mittelmeer zusammenfinden, selten in dieser Ausgeprägtheit des Typus, in glitzerndem Geplauder, mit dem ganzen Esprit des Dichters geschaffen, enthüllen sie sich in dem Spiel um Diana, der einzigen Frau an Bord. Cs ist ein interessantes Buch, dessen Lektüre mehr als ästhetischen Genuß bedeutet. (Verlag Grethlem & Co., Leipzig). 789 Rundfunk-Programm des Frankfurter .Eenders. (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, 14. März. 8 bis 9 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgverein Frankfurt. 12 bis 1 Uhr: Mittagsständchen, veranstaltet vorn Ersten Hanauer Mandolinenorchester. 3.30 bis 4.30 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.30 Uhr: Konzert des Housorchesters: Die Oper der Woche. 6 bis 7 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Von nassauischer Mundart", Vortrag un dVorlesung von Lehrer Wittgen. 7.30 bis 8 Uhr: Die Bücherstunde. 8.30 bis 9.30 Uhr: „Das Salzburger große Welttheater" von Hugo v. Hoffrnannsthal, vorgetragen von Dr, Erich Forstner, Wien. 9.30 bis 10.30 Uhr: Volkstümliches Konzert des Frankfurter Orchestervereins. Anschließend bis 12 Uhr: Übertragung aus Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. Montag, 15. März. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.20 bis 5.45 Uhr: Tanzmusik der Jazzkapelle John Abriani von der Tanzklause Groß-Frankfurt. 5.45 bis 6.10 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Blumen im Hausgarten", Vortrag von Palmengartendirektor Otto Kraus. 7 Uhr: Uebertragung aus Berlin: „Tristan und Isolde", Musikdroma in 3 Akten von Richard Wagner. eß ei ). R. R uauiaSUWM Jn Apotheken Bewährtes BordeununaSnnttel gegen (Grippe! Küchen Einzelmöbel Ladeneinrichtungen 883c J. B. Häuser - Gießen Fernsprecher 660 Neustadt 56 Sonder-Ausstellung am Oswaldsgarten 2296a 322 Mk. jedes Paar <5N 9 1355V empfiehlt Edellikore embrande Verlangen 8le unverbindliches Angebot! 1.16 2349a s Gewaschene Ruhr Fernruf 1406 Asterweg 4Z 2137c W auf Kredit 'S l U — Der Vorstand. 2345V 233963 HF 1 lA 1 MERCEDES oder BENZ die deutschen Qualitätswagen 5amenhau5velte,rich Teleph. 12. - wiederverfäufer hohen Rabatt Pnlftn- unb Sojtiittirkitfii fertigt aut u. btlltafi Carl Reli. 31713 Ebeiftrahe 14. hochwertig and sparsam für Haus-u. Küchenbrand etwa fünfzig Prozent höhere Heizkraft gegenüber Braunkohlenbriketts, rußen and rauchen wenig. geringe Rückstände. «asSB In allen größeren Kohlenhandl. erhältlich Kotten für Reparaturen und geringe Lebensdauer des fahrzeuge verteuern den Betrieb und verbittern das Leben des Befltzera. dollen 8te ein zuverlässiges und betriebssicheres Fahrzeug, fo scheuen Sie nicht die etwas höheren HnTchaffungdhoften und wählen Sie denn die sorgfältige Bereitung des Getränkes mit einer Zutat von „Weber’s Carlsbader“ Iä6t das duftige Aroma der Kaffeebohne erst zur vollen Auswirkung gelangen und gibt dem braunen Trank eine wohltuende Fülle und einen warmen, goldbraunen Ton. Vorrätig in 25 Farben und allen Größen, von unerreichter Lebensdauer und Leistungsfähigkeit 2855 Vaillants Gas-Badeöfen zu beziehen durch alle Firmen der Gas- und Wasserbranche lllustr. Katalog Ausgabe 17 U kostenlos Joh.Vaillant * Remscheid. $1 'j 8 r Auto-Schneider, Gießen Celephon 1089-1090 •?F USW. 2094 D ist eingetroffen! mstereikiw Detr.: Photographische Aufnahmen von Gießen und Umgegend Der Derkehrsverein ist z. Z. mit der Ausarbeitung eines kleinen, in großer Auflage erscheinenden Führers beschäftigt, in dem vorwiegend die Schönheiten der Stadt und deren nähere Umgegend (Landschaften, Burgen und bergt) ausgenommen werden sollen. Es wird an alle diejenigen, die im Besitze von photographischen Aufnahmen sind, die Bitte gerichtet, dem Verein diese für kurze Zeit kostenlos zur Verfügung zu stellen. Um Zusendung an Herrn Stadtverordneten Kirchner wird gebeten. Nach erfolgter Auswahl und evtl. Benutzung erfolgt Rückgabe. Die zur Aufnahme gelangenden Bilder werden mit dem Namen des betreffenden Photographen versehen. Gießen, den 12. März 1926. Es ist eine Erfahrungstatsache dass die Automobile mit dem geringsten Anschaffungspreis nicht die billigsten sind. Kleesamen Runkelsamen Grassamen sowie alle Sämereien für Landwirtschaft und Gartenbau Gietzener pserdemartt- Lose L 1 Ml., 11 Stück 10 Mk. (für Porto u. Liste 25 Pf mehr) find in allen durch Plakate kenntlichen Geschäften zu Haven Generalvcrtrieb Buchacker, Staat!. Lotterie- Eiunebmer. ,WD Matt MsM-Ml W. & G. Neumann größtes Korsetthaus Europas empfiehlt feine best renommierten Korsette, Hüft-, Tanz- und Sportgürtcl sowie Gesundheils°Korsette „Herbün", Lmyltesbinden und Korsette. Ferner finden Sie ein reichhaltiges Lager inDomenunterwäsche,Hauskleidern,Morgenröcken, Schürzen, Damen- und Kinderstrümpfen. Zur Konfirmation: Backfischleibchen und Unterwüsche. 01750 Alleinverkauf: Fran Gretel Hengst Kein Laden! WaMorstr. 73, H. 1. St. inet« 1 9 2 5 Mioi und Reste biSz.Hälsted.Pretfi Wtederverkäufer erhallen Rabatt! Ringsreies Tapetenhaus Hch. Kreiling Sießon, Hfthlstr. 3, ncb. Lederh. Plank. ttt- Anz«ge nach maß aus hervorragend guten Stoffen in bekannt tadelloser Ausführung I^Sperrholz , «An Gaboon, Erle u Kiefer 3—25 mm = s öschweb u. bayr. Hobelbreiter, sowie «Spalierlatten, ebenso Eichen- nud SS LBuchenschnittwaren liefern in allen Stärken 697D rßsLugenvürrLLo.,Gießen 5 £ Televbou 149,_______ fr» 5 täi £ das beste Heilmittel. wVll idO Ueittllbet:en für groß und klein, Stahlmatratzen, auch mit Zubehör, frachtfrei an Private. Ueberall eingeführt seit 1911. Bequeme Bedingungen. Katalog 729 frei. Eisenmöbelfabrik Suhl (Thöl1.) I Der beliebte Golda Strumpfon.? primaSeidenflor, mit dreifachem Rand und extra verstärktem Fuß Günstiger Mbelangebot Um meine großen Lagerbestände zu verringern, verkaufe ich eine Anzahl Speise-, Herren- und Schlafzimmer zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen Carl Stückrath / Möbelfabrik iW 1^9 -sei ^•5: eh Iti Anfragen unter Anto Nr. 272 an ZenunaSver- trelung Grei,. Mainz. Roeder-Herde eine Klasse für sich. Alle Größen vorrätig. Besichtigung erbeten. Feine Herrenschneiderei UM 1ik Gießen, Seltersweg 75 lillli 1UU Modehaus Salomon Schulstraße 4 318*a „Dir mein Lieber fehlt das Stuvkamp=GefühL Von nun an nimmst Du jeden Morgen Dein Stuvkamp-Salz. Es ist das wirksamst. Mittel, Deine inneren Organe (Leber, Nieren, Magen) i guter Punktion zu halten Du wirst Dich wieder jung u. gesund fühlen! Rheumatismus, Ischias, Gicht, allgemeine Abgespanntheit und frühzeitiges Altem sind meistens die Folgen unreinen Blutes. Stuvkamp-Salz hilft auf natürliche Weise das Blut von Schlacken und Ablagerungen reinigen und leistet somit dem gesunden Menschen hervorragende Dienste als vorbeugendes Mittel. Stuvkamp-Salz in Original-Packungen zu Mk. 3.— und Mk. 2.— überall zu haben. Analyse; Kal. sulf. 3,75, Natr. chlor. 16,0, Natr. Bicarb. 16,8, Natr. sulf. 30,0, Magn. sulf. 32,0, Lith. carb. 0,95. Generalvertreter und Auslieferungslager: Dr. Utsch & Co., Frankfurt a. M., Miquelstraße 38, Fernsprecher Maingau 3017 und 2749. ich helfe ihnen SSÄ Auf Teilzahlung liefern wir Damen-, Herren und Knaben-Garderobe die neuesten Modeschöpfungenin best. Verarbeitung !Leib-c.I5ertwü.f