Nr. 57 Erstes Blatt 1?6. Jahrgang Samstag. 15. Zebruar 1926 Ersch eint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monütt-Vtzugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. wietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vniek UN- Verlag: vrühl'sche UniverfitalS'vllch- und 5teindruckerei R. Lange in Stehen. Schnstleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe r. Annahme von Snzelaen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An» zeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Dölkerbundskrisis. Uns Deutsche verbindet eine unglückliche Liebe mit der Außenpolitik. Mit unserem, in der Praxis des Lebens nicht immer bequemen Hana, allen Fragen auf den Grund zu kommen, bemühen wir uns mit Ausdauer und Fleiß, die Politik der fremden Völker in ihren tieftten historischen, geograohi- schen und psychologischen Ursachen zu "erforschen, und köqnen unseren Blick dann fetzten Endes doch nicht soweit über den engen Zaun innerpolitischen Denkens erheben, um eine politische Lage auch mit dem Auge des fremden Volkes sehen zu lernen. Aus unserer weltanschaulichen Einstellung heraus verteilen wir auch jenseits der Reichsgrenzen unsere Sympathien und Antipathien, der preußische Konservative hat ein besonderes Faible für den britischen Tory, der deutsche Sozialist haßt den italienischen Faszisten, den deutschen Demokraten zieht es zur Partei der Grey und Asquith, ein Primo de Rivera in Spanien, eine Regierung Horchy in Ungarn ist ihm ein Dorn im Auge. Und auch die große politische Presse in Deutschland, die unserem Volk für eine rechte Betrachtung außenpolitischer Dinge die Augen öffnen sollte, erörtert, mit wenigen Ausnahmen, diese Fragen ebenfalls von ihrem weltanschaulichen, gröber gesagt, parteipolitischen Standpunkt aus. Es ist das ein seltsamer Kontrast zu unserer, in anderen Dingen oft geradezu krankhaften Manie, alles „verstehen" zu wollen, für alles Gründe zu finden. Der Zwiespalt wird weniger verwunderlich, wenn wir daran denken, daß vor noch keinem Dreivierteljahrhundert einem Hessen die preußische Nachbargemeinde Ausland war. Heute erinnern noch die Gesandtschaften der Länder in Berlin oder in den Hauptstädten anderer Länder an diesen, erst der jüngsten Vergangenheit angehörenden Zustand. England und Frankreich sind seit vielen Jahrhunderten starke, innerlich geschlossene Staatsgebilde, mit einheitlichem, machtpolitischen Willen nach außen, selbst den jüngsten Großmächten Japan und den Vereinigten Staaten gelang die innere Einigung und die Errichtung eines modernen Staates früher als uns Deutschen. Das sind Hemmungen für ein gesundes außenpolitisches Denken, die zu tief wurzeln, um in ein paar Jahrzehnten überwunden zu werden. Die letzten Jahre mit ihrem Ringen um das nackte Dasein als Volk und Wirtschaftskörper, mit ihren innerpolitifchen Kämpfen, mit ihrem öden Doktrinarismus, wie er in unserer Parteienzerfplit- terung, in der Sucht nach politischen Skandalaffären, in der Verbissenheit zahlloser Wahlen zutage trat, das alles tat ein übriges, um unseren Blick für außenpolitische Dinge zu trüben. Daß man mit Sympathie und Antipathie, mit Liebe und Haß nicht die Politik eines großen Landes machen kann, dafür ist der deutsch-italienische Konflikt der treffendste Beweis. Aus innerpolitischen Gründen hat man hier von beiden Seiten zwei Mächte auseinanderlaboriert, die außenpolitisch keine Reibungsflächen hätten habeu brauchen, hie im Gegenteil durch die weltpolitische Lage aufeinander angewiesen sind. Aber aus parteipolitischen Gründen verfolgen die deutschen Demokraten und Sozialisten den Diktator Mussolini mit ihrem Haß, der aber nicht nur Parteiführer der Faszisten, sondern Ministerpräsident des Königreichs Italien ist. Und auf der anderen Seite dient das Deutschtum Südtirols und das drohende Gespenst des „Anschlusses" Mussolini als Abzugsrohr für den überschäumenden Nationalismus seiner radikalen Parteigänger. Mangels anderer, weithin sichtbarer außenpolitischer Erfolge müssen die wehrlosen Deutschen in Südtirol dazu herhallen, daß zügellose Faszistenbanden an ihnen ■ rr Mütchen kühlen. Es ist für beide Völker an der -öeit, den Konflikt (über dessen Einzelheiten unser außenpolitischer Mitarbeiter, Professor Hoetzsch, an anderer Stelle abschließend berichtet) mit ehrlichem Willen aus dem Wege zu räumen und zu der großen, gemeinsamen weltpolitischen Linie zurückzufinden. Der Zwischenfall mit Italien war ohnehin nahe daran, unsere Blicke von einer Angelegenheit abzulenken, von deren Entwicklung für ober gegen uns Deutschlands Stellung in der Außenpolitik für die nächste Zukunft wesentlich bestimmt sein wird. Gleichzeitig mit der ersten Mussolinirede ging Deutschlands Antrag aus Aufnahme in den Völkerbund nach Genf ab, gestern wurde in einer außerordentlichen Ratssitzung die Einberufung der Dölkerbundsversammlung anberaumf, die mit Zweidrittelmehrheit Deutschlands Ausnahme in den Bund beschließen soll. Und nun, wo das seit Locarno vorausgesehene Ereignis Tatsache werden soll, tritt eine Jntrigue ins helle Tageslicht, die hinter den Kulissen der Pariser Diplomatie bereits seit den Locarnoverhandlungen gespielt haben mag. Frankreich, das auf englischen Druck hin Deutschlands Aufnahme in den Völkerbund gut- heißen, ja offiziell sogar wünschen mußte, fürchtet durch den Eintritt Deutschlands um seine Stellung in Genf. Der Völkerbund droht als Ausführungsorgan der Friedensoerträge für Frankreich entwertet zu werden. Er droht ein anderes Gesicht anzunehmen, das zwar der wahren Idee eines Völkerbundes ähnlicher sehen wird, Frankreich aber nicht paßt, weil es den neuen Bund nicht mehr als sein willfähriges Werkzeug betrachten kann. Man ging also in Paris daran, Deutschlands Einfluß im Völkerbund von vornherein zu paralysieren. Am unbequemsten für Frankreich ist die Zu- billigung eines ständigen Ratssitzes für Deutschland. Was einfacher, als nun gleichzeitig mit Deutschland zwei ober drei französischen Trabanten ebenfalls ständige Ratssitze einzu- räumen. Wünsche in dieser Richtung lagen ja genug vor, neue wurden durch das deutsche 'Aufnahmegesuch geweckt. Polen meldete als erstes feine Ansprüche auf einen ständigen Ratssitz schon in den Locarnooerhandlungen an, mit der Begründung, daft die vielen ©treitfragtfc zwischen Deutschland Die (Einberufung des Völkerbundes. Aufnahme Deutschlands. — Verteilung der Ratssitze. Genf. 12. Jebr. (Wolff.) Der volkerbundsral hielt am Freikagnachmitlag unter dem Vorsitz des italienischen Gesandten in Bern. Garbasso, eine kurze vertrauliche Sitzung ab. um sich mit dem Antrag der deutschen Regierung auf Ausnahme in den Völkerbund zu befassen. Der Sitzung wohnten folgende Vertreter bei: Hennessy, französischer Botschafter in Bern, Quninone de Leon, fpa- nischer Botschafter in Paris. Dr. Guanl. Gesandter von Uruguay in Paris, 2Nello Franco, Botschafter Brasiliens beim Völkerbund, Pelhter, belgischer Gesandter in Bern, Sperling, britischer Gesandter in Bern, 71 e o e r f a, tschechischer Gesandter in Bern, und Hennings, schwedischer Gesandter in Bern. Der Völkerbundsrat beschloß nach kürzeren Beratungen, auf 2K o n t a g, 8. März. nachmittags, eine außerordentliche Völkerbundsversammlung einzuberusen, welcher folgende Fragen zur Behandlung unterbreitet werden sollen: 1. Ausnahme Deutschlands in den Völkerbund, 2. Artikel 4 des Völkerbundspaktes, betreffend die Zusammensetzung des Völkerbundsrats, 3. Beitrag Deutschlands zu den Ausgaben des Völkerbundes, 4. Errichtung des Gebäudes für die Abhaltung der Vollversammlungen. • Sn politischen Kreisen Berlins wird der Beschluß des Völkerbundsrates naturgemäß mit größtem Interesse vermerkt. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit in erster Linie auf den Punkt 2, der eine Beschlußfassung über den 8 4 der Bölkerbundssatzung vorsieht, nach dem der Dölkerbundsrat die Zahl der ständigen Mitglieder mit Zustimmung der Vollversammlung erhöhen kann. Di^er Punkt wird mit den Bestrebungen gewisser Machte in Zusammenhang gebracht, die Zahl der ständigen Mitglieder des Rates über Deutschland hinaus weiter zu erhöhen. An zuständiger Stelle ist man jedoch bis auf weiteres der Ausfassung, daß dieser Punkt der Tagesordnung nur formale Bedeutung hat und sich nur auf den Eintritt Deutschlands bezieht. Der § 4 lautet nämlich in seinem Anfang: „Der Rat setzt sich aus Vertretern der alliierten und assoziierten Hauptmächte und aus Vertretern sechs anderer Bundesmitglieder zusammen." Es ist selbstverständlich, baß dieser Paragraph im Zusammenhang mit der Aufnahme Deutschlands geändert werden muß, da es ja nicht zu den alliierten und assozierten Mächten gehört. Dieser Paragraph ist bereits 1922 einmal geändert worden, als die Zahl der nichtständigen Sitze von vier auf sechs erhöht wurde. Man betrachtet es in politischen Kreisen aber als durchaus selbstverständlich, daß die Reichsregierung auf diplomatischem Wege rechtzeitig die nötigen Sicherungen dafür einholt, daß der Punkt 2 der Tagesordnung keine andere Bedeutung hat, als die, die man ihr in Berlin vorläufig zumißt. Cs wird übrigens darauf hingewiesen, daß Deutschland, nachdem es im Punkt 1 der Tagesordnung ausgenommen ist, es selbst in der Hand hat, die Vermehrung der Ratssitze zu verhindern, da nach demselben § 4 der Rat unter Zustimmung der Mehrheit der Bundesversammlung eine solche Vermehrung nur mit Einstimmigkeit beschließen könnte. -Um aber zu verhindern, daß der deutsche Vertreter gleich in dieser ersten Sitzung zu einem Beschluß gezwungen wird, der unsere Beziehungen zu anderen Mächten nicht gerade zu fördern geeignet wäre, wird die Reichsregierung voraussichtlich und Polen (Danzig, Korridor, Minderheiten) eine Gleichstellung beider Mächte im Völkerbund forderten. In Locarno ging man offenbar über das polnische Verlangen zur Tagesordnung über, aber bei feinem Pariser Verbündeten scheint Polen in den letzten Monaten doch positive Zusicherungen auf Unterstützung seines Anspruchs durch Frankreich erhalten zu haben. Die Tschechoslowakei, die bislang durch Herrn Bene sch als Vertreter der Kleinen Entente nichtständiges Mitglied des Rats war, wünscht mit Rücksicht auf sein Prestige gegenüber Polen die Umwandlung ihres Sitzes in einen ständigen. Spanien hat durch seinen sehr rührigen Pariser Botschafter Q u i - nones de Leon bei Chamberlains Besuch in Paris im Hinblick auf die kulturelle Bedeutung Spaniens für die lateinische Welt energische Vorstellungen erhoben, um ebenfalls die Umwandlung seines nichtständigen Ratssitzes in einen ständigen zu erlangen. Als weitere Kandidaten treten Brasilien, als Vertreter Südamerikas, und Belgien auf. Weiter zurück liegen die Ansprüche der souveränen Staaten Asiens auf ständige Vertretung im Rat. China war ja seinerzeit Mitglied des Rats und drohte mit feinem Austritt aus dem Bund, als es nach Ablauf feines Mandats nicht wiedergewählt wurde. Werden nun die Wünsche der anderen Länder berücksichtigt, wird China seine Forderung auf einen ständigen Ratssitz gewiß erneut erheben. Betrachten wir die Stellung der augenblicklichen Ratsmitglieder und der neuen Kandidaten zu Frankreich, das diese neuen Ansprüche auch offiziell unterstützen zu wollen scheint, so ergibt sich in Der Zusammensetzung des Rats eine gewaltige frankophile Mehrheit, die jederzeit in vorher die nötigen Garantien zu erreichen suchen. Cs ist anzunchmen, daß ein amtlicher deutscher Schritt.in dieser Frage bereits erfolgt, wenn die Bestrebungen auf Vermehrung der Ratssitze in den nächsten Tagen noch weitergehen sollten. Auch in den diplomatischen Kreisen Genfs wird der Angelegenheit große Bedeutung beigemessen. Man weist insbesondere auf zwei Punkte bin, erstens die Tatsache, daß die in den letzten Jahren erfolgte Verstärkung des Völkerbundes auch eine gewisse Umbildung des Rates mit sich bringe, und daß vor allem der seit Jahren an= gestrebte Turnus bei der Besetzung der sechs nicht st ändigen Ratssitze zur Tatsache werden sollte. Zweitens wird der Befürchtung Ausdruck verliehen, daß die Schaffung einiger neuer ständiger Ralssihe neben dem an Deutschland zugestandenen, welcher von keiner Seite beanstandet wird, das Gleichgewicht im Rate erschüttert werde und derselbe einen Umfang annehmen könnte, welcher seine Aktionsfähigkeit beeinträchtigen würde. Gegen die Vermehrung der ständigen Ratssitze sprechen fich vor allem die angelsächsischen, skandinavischen sich auch, daß bereits vor drei Jahren sich der sowie holländischen Kreise aus. Man erinnert sich auch, daß bereits vor drei Jahren sich der holländische Vertreter Prof. Struypken in einer Vollsitzung der Völkerbundsoersammlung energisch gegen jede weitere Erhöhung der Zahl der Ratssitze ausgesprochen hat. Auch der schweizerische Bundesrat Motta hat im Schoße der juristischen Kom- miffion gewisse Bedenken geltend gemacht. Es ist anzunehmen, daß bis zum 8.3. zwischen den be- sonders interessierten europäischen und südamerikanischen Kabinetten ein weiterer Meinungsaustausch über die Frage gepflogen wird, so daß die Angelegenheit bis zu diesem Zeitpunkt in weitgehendem Maße geklärt sein dürfte. England und die Ratssitze. London, 12. Febr. (WB.) Die Wochenzeitschriften kritisieren scharf die Bestrebungen einzelner Mächte mit Deutschland zusammen einen ständigen Ratsih im Völkerbund zu erhalten. Der „Rew Leader" betont, daß für den Fall, daß Spanien, Polen und Brasilien zugelassen werden sollten, dies eine Komplikation schaffen würde, die die meisten Vorteile der Locarno-Verträge zu nichts machen und überdies die gesamte Zukunft des Völkerbundes gefährden müsse. Werra das geschehe, wäre kein anderes Ende abzusehen, als eine Auflösung des Völkerbundes. Frankreich und die Kleine Entente versuchten, den deutschen Sih im Vollerbundsrat zu „neutralisieren". Deutschland müsse durch diese Manöver schwer enttäuscht werden. Begreift Chamberlain nicht, fragt ' die „Ration", daß die Locarno-Verträge überhaupt niemals hätten abgeschlossen werden sollen, wenn sie auf diese Weise ausgeführt werden? Die konservative „Saturdah Review" schreibt: Wir bedauern, daß wir in der letzten Woche schrieben, der Geist von Locarno wäre beinahe tot. Wir hätten das Wort „beinahe" auslassen sollen. Die polnischen Intrigen können dem Völkerbund verhängnisvoll werden. Deutschland könne als Großmacht selbstverständlich einen Sitz beanspruchen ebenso wie die Vereinigten Staaten und Rußland. Alle anderen Staaten hätten kein Recht zu solchen Forderungen. Polen, Brasilien und Spanien seien die Verbündeten Frankreichs. Wenn die Franzosen ihren Willen durchsetzten, sei Deutschlands Mitgliedschaft wertlos geworden. Polen könne sich auch heute im Völkerbundsrat verteidigen. Aber die Art. mit der Polen zum Zwecke der Erlangung eines ständigen Sitzes im Völkerbundsrat intrigiere, zeige nur zu klar, daß es diesen noch nicht verdiene. Der „M a n° chester Guardian" schreibt, daß das Hinzutreten Deutschlands eine Bestätigung seiner Stellung als Großmacht sei und ein Zeichen dafür, daß die Frage von Sieger und Besiegten aufgehört habe, innerhalb des Völkerbundes eine Rolle zu spielen. Cs sei ganz klar, daß, wenn man Deutschland einlode, einen ständigen Sih im Rat einzunehmen und zugleich seinen Einfluß schwäche und die Würde seiner Stellung im Rat durch die gleichzeitige Zulassung einer Zahl von Mächten zweiten und dritten Ranges zerstöre, dies eine vollstän- dige Aenderung der Bedingungen bedeuten würde, unter denen Deutschland angenommen hätte, daß sein (Eintritt zum Rat gewünscht würde. Cs wäre möglich — so fährt das Blatt fort —, daß, wenn Deutschland nicht zum Rat in seiner augenblicklichen Gestalt zugelassen werden könne, es überhaupt ablehnen würde, ihm beizutreten. Dies würde eine bedauerlich» Folge der jetzt im letzten Augenblick einsetzenven Intrige sein. Das Blatt will nicht glauben, daß Chamberlain, wie in Paris angenommen werde, im voraus diesem Vorschlag vorbehaltlos der Zustimmung des Kabinetts z u g e st i m m t habe. „Cs handelt sich — so schließt das Blatt — nicht nur um die Würde Deutschlands, sondern um den gesamten Charakter des Völkerbundes als unparteiische internationale Körperschaft, der in Frage steht! Wenn Chamberlain hier versagt, wird Locarno zunichte gemacht!" Völkerbund und Minderheiten. Der „Temps" zum deutsch-italienische» Konflikt Paris. 12. Febr. (WTB.) Der „Temps" beschäftigte sich nochmals mit der Rede Mussolinis. Dr. Stresemann habe in seinem De- richt verheimlicht, daß er seinen ganzen Einfluß innerhalb des Völkerbundes zum Schutze der deutschen Minderheiten ausüben wolle. Was er in Wirklichkeit fordere, sei das Recht, in die inneren Angelegenheiten der anderen Länder einzugreifen unter dem Vorwande, den kulturellen Schutz der deutschen Minderheiten sicherzustellen. Wenn man diese These zulafscn wolle, wenn man die Schwäche besitzen würde, darüber zu diskutieren, daß die deutschen Minderheiten überall in der Well unter der moralischen Autorität Berlins stünden, dann würden sie ein Sonderregime erlangen, das einen Staat im Staate schaffen würde. Etwas derartiges sei. nicht nur für Italien unannehmbar, sondern auch für jede andere unabhängige Macht, die sich ihrer Würde bewußt sei. In dem Augenblick, in dem Deutschland in den Völkerbund eintrete, um seine Rolle in Europa zu spielen, sei es nicht übel, daß das Rededuell Stresemann-Mussolini gestattet habe, gewisse Fragen auszullären, die Berlin sich gestaltet habe, in der Zukunft aufzurollen. Die harten Worte des Duce hätten wenigstens einige Aufklärung in die Geister gebracht, die man versucht habe, durch zwei vage und fälschlich liberale Formeln zu verbergen. Was auch Deutschland in Genf und anderwärts unternehmen werde, um sich den Folgen seiner Riederlage zu entziehen, es bestehe ein Damm, dessen Zerstörung man nicht erlauben könne: der Damm der F r i e d e n s v e r t r ä g e, die die neue politische Ordnung, wie sie durch den Sieg der Alliierten geschaffen worden sei, garantierten. der Lage wäre, Deutschland, aber auch England an die Wand zu drücken. Polen und die Tschechoslowakei fesseln ein enges Militärbündnis und dauernde Subsidienzahlungen an Frankreich. Japan, Spanien, Brasilien und Uruguay (sämtlich zur Zeit nichtständige Ratsmitglieder) sind durch ihre Pariser Botschafter in Genf vertreten. Dui nones d e Leon, Spaniens Botschafter, hat seine frankophile Gesinnung mehrfach zum Schaden Deutschlands bewiesen, und die Vertreter der anderen außereuropäischen Länder sehen erfahrungsgemäß die ihren Interessen fernliegenden europäischen Dinge durch die Pariser Brille. Bleiben Belgien, das durch die Tradition einer jahrzehntelangen gemeinsamen Politik sich mit Frankreich verbunden fühlt, Italien, dessen Stellung zu Deutschland durch den letzten Konflikt um Südtirol und durch die latente Anschlußfrage nicht besser geworden ist, und schließlich England und Schweden, beide als einzige zuverlässige Gegner dieses gewaltigen frankophilen Blocks, dem sich nach Bewilligung dieser neuen Ratssitze Deutsch- land gegenübersehen würde, und dem es natürlich ein Leichtes sein würde, deutsche Wünsche, sei es in feinen Streitfragen mit Polen, sei es zur Erlangung eines Kolonialmandats oder auf Sicherung der deutschen Minderheiten jenseits der Reichsgrenzen, niederzuhalten. Daß diese Pariser Jntrigue sich vielleicht nicht einmal in erster Linie gegen Deutschland, sondern gegen England richtet, darüber ist man sich in London sehr schnell klar geworden. Der „Daily Telegraph" wies in einem vielbeachteten, offenbar vorn Foreign Office inspirierten Artikel darauf hin, daß alle diese Pläne auf Erweiterung des Rats dis britische Regierung aus guten Gründen zum Gegner haben würden. Tatsächlich würde sich England in einem nach den Pariser Aspirationen erweiterten Rate mit Deutschland und Schweden, denen sich bestenfalls in einzelnen Fällen Belgien, Japan oder Italien zugesellen könnten, gegenüber dem von Frankreich geführten latino-slawischeii Block'in einer hoffnungslosen Opposition befinden, an der praktisch auch die verfassungsmäßige Notwendigkeit eines einstimmigen Beschlusses auf die Dauer kaum etwas andern dürfte. In London trägt man sich daher mit dem Rat an Deutschland, unter diesen Umstünden sein Aufnahmegesuch zurückzuziehen, mit der Begründung, daß der Völkerbundsrat, in den cs nun eintreten solle, nicht mehr der gleiche Rat sei, in welchem man ihm in Locarno die Aufnahme zugesagt habe. ’ Die Reichsregierung würde damit England ein gewichtiges Druckmittel in die Hand geben, um in Paris das Fallenlassen der von Frankreich insinuierten Wünsche, mindestens aber ihre Reduzierung zu erreichen. Wir wollen hoffen, daß die gerechte Entrüstung in Deutschland und England über die französischen Pläne, die man zumindest als eine grobe Illoyalität dem Vertragskontrahenten von Locarno gegenüber empfindet, Frankreich zum Rückzug bestimmen wird. Sollte man am Quai d'Orsay indes glauben, sich darüber Hinwegsetzen zu können, um die erstrebte verbreiterte Machtstellung in Genf zu erreichen, wird die Reichsregierung die britischen Ratschläge ernstlich in Erwägung ziehen müssen, da bann ganz wesentliche Voraussetzungen fortfallen, unter denen Deutschland feine Aufnahme in den Völkerbund beantragt hat. Einigung in den Pariser Lustsahrtverhandlungen. Berlin, 13. Febr. (Wolff.) Der „B o t - wärt»" weih aus Paris zu melden, daß die feit einigen Wochen zwischen Deutschland und den Alliierten geführten Verhandlungen über die Aushebung der Beschränkungen für den deutschen Al ug zeugbau sich dem Abschluß nöherlen. Die B o t sch a f t e r k on f e ren z fei zur Erfüllung der von Deutschland gestellten Forderungen grundsätzlich bereit. Sie habe jedoch ihre endgültige Zustimmung zu der verlangten Aufhebung der sogenannten „Begriffsbestimmungen" von einer Reihe von Garantien gegen militärische Verwendung der deutschen Luftfahrzeuge abhängig gemacht. Heber diese Fragen sei es nunmehr zu einer Einigung gekommen und die beiden Verhandlungsdelegationen feien augenblicklich mit der Formulierung des endgültigen Abkommens beschäftigt, das voraussichtlich in den nächsten Togen veröffentlicht werde. Ein deutsch-französisches Wirtschaftsprovisorium. Paris, 13. Febr. (TU.) Die deutsche und die französische Handelsdelegation haben ein provisorisches Teilabkommen unterzeichnet. Das Abkommen besteht darin, daß für gewisse französische landwirtschaftliche Saisonerzeugnisse bei der Einfuhr nach Deutschland die Meistbegünstigung gewährt wird. Deutschland erhält den Minimaltarif oder Abschläge auf den Unterschied zwischen den beiden französischen Tarifen zugebilligt für gewisse chemiscl)c Produkte, für Gruppen von landwirtschaftlichen Maschinen, geschnilenes Holz und Möbel. Dieses Provisorium ist mit einer Geltungsdauer von drei Monaten abgeschlossen, wobei die beiden ver- Iragschließenden Teile die Hoffnung haben, daß sic beim Ablauf dieser Frist die Verhandlungen über den endgültigen Vertrag zu Ende geführt haben werden. Die Locarnoverträge vor der französischen Kammer. Puris. 12. Febr. (WB.) Der Kamme r - ausschuß für Auswärtige Angelegenheiten hat unter dem Vorsitz des Abg. Franklin CB o u t f- lon mit der Prüfung des Berichtes Paul Don- cours über die Abkommen von Locarno begonnen. Aach dem „Temps" sprachen sich die verschiedenen Redner für die Annahme der Abkommen unter gewissen Voraussetzungen und Vorbehalten aus. Man sei zu der Ansicht gelangt, daß diese Abkommen an Stelle der Bündnisse ein juristisches Instrument setzen, das dazu bestimmt sei, Frankreich Garantien zu liefern unter der Voraussetzung, daß es im Geiste des guten Willens ausgelegi toerbc, Frankreich werde dadurch allerdings nicht von der Verpflichtung befreit, sorgsam die Ereignisse im Hinblick aus die Aufrechterhaltung seiner Sicherheit zu überwachen. Amerikas Kriegseintritt. Reu York, 13. Febr. (TH.) Im amerikanischen Senat fand eine erregte Debatte über den Grund für Amerikas Kriegseintritt statt. Senator Dill bestritt, daß die Torpedierung der „Lusitania" und der deutsche Einmarsch in Belgien die Ursache gewesen fei. Amerika habe lediglich seinen Handel und die Interessen der amerikanischen Bankiers schützen wollen und sei darum in den Krieg eingetreten. Wilson sei unter der Pa- . rote, Amerika vom Kriege fern zu halten, gewählt worden. Damals aber sei die „Lusitania" bereits gesunken und die Deutschen in Belgien einmarschiert gewesen. Dill bezweifelte, daß Qlme* rika in den Krieg eingetreten wäre, wenn Deutsch« land nicht den uneingeschränkten H-Doot- krieg erklärt hätte. 2tuf die Frage des Senators Reed, ob Dill nicht glaube, daß der Tod amerikanischer Frauen und Kinder durch den Untergang der »Lusitania" der Anlaß für Amerikas Kriegseintritt gewesen sei, erwiderte Dill, daß Amerika damals ja gar nicht in den Krieg eingetreten sei. Abgesehen davon hätten die Amerikaner verhindern sollen, daß amerikanische Staatsangehörige auf der .Lusitania" mitführen, denn sie seien nur zurVerschleierung und Sicherung des Munitionstranspor- tes benutzt worden. Ein Ehrenmal für die gefallenen deutschen Krieger. Berlin, 12. Febr. (WB.) Reichspräsident v. Hindenburg empfing heute nachmittag die Vertreter des Kyffhäuserbun- des, des Reichsbanners Schwarzrot- g o l o, des Stahlhelmes und des Reichs- bundes jüdischer Frontsoldaten, die in Geg enwar t des Reichsministers dem Reichspräsidenten den gemeinschaftlichen Wunsch der Front- kämpserverbä nbe mitteilten, im Herzen Deutschlands als Gedächtnisstelle für die Gefallenen des Welttrieges einen Ehrenhain zu schaffen. Deretts über hundert deutsche Städte haben sich bereit erklärt, Grund und Boden und finanzielle Zuschüsse zur Verfügung zu stellen. .Von verschiedenen Seiten wird ein Chrenhain am Fuße des Kyffhäuser ober i m Parte von Weimar vorgeschlagen. Eine Entscheidung ist bisher noch nicht gefallen. Das Aeichsinnenministerium ist jedoch bestrebt, die Entscheidung zu beschleunigen. Bereits vor längerer Zeit ist beim Reichsrat ein Ausschuß gebildet worden, dem u. a. der Reichskunstwart Dr. Redslob, der preuhi sche, sächsische und hessische Gesandte sowie ein Vertreter des Hamburger Senats angehören. Innerhalb der Organisationen wird wahrscheinlich eine großzügige Sammlung für die aeplante Gedächtnisstätte eingeleitet werden, die i'te Schaffung erheblicher Mittel beanspruchen dürfte. Der Konflikt bei der Reichsbahn. Berlin, 12. Febr. (Wolff.) lieber den Streitfall der Unzulässigkeit der Unverbindlichkeitserklärung von Schiedssprüchen durch die Deutsche Reichsbahngesell- schäft ist nunmehr von beiden Seiten die Entscheidung durch das Reichsbahngericht vorgeschlagen worden. Die Deutsche Reichsbahn- gesellschaft hat den früheren Vorsitzenden des Reichsbahnamtes, Wirk!. Geheimrot Fritsch in Hannover, die Reichsregierung den Vorsitzenden der Gesellschaft für Soziale Reform, den Präsidenten des sächsischen Oberoerwaltungsgerichts, Wirkt. Geheimrot No sitz Drzewemiecki- Dresden, vorgeschlagen. Reichsbohngesellschaft und Reichsregierung haben das Reichsbahngericht übereinstimmend um möglichste Beschleunigung des Verfahrens gebeten. hauchalts-ebatte im Reichstag. Berlin, 12. Febr. Fortsetzung dar ersten Etatsberatung. Abg. Dietrich-Baden (Dem.) Der verflossene Reissinanzminister habe es versäumt, rechtzeitig die Steuern abzubauen, die sich als untragbar für die Wirtschaft erwiesen. falsch sei die Darstellung, daß bei der Annahme des Dawespaktes die mit „Ja" stimmenden deutschnationalen Abgeordneten diese Haltung gegen den Willen ihrer Fraktion eingenommen hätten. Tatsächlich sei das jetzt auch durch Gerichtsurteil festgestellt. Sie hatten auf Beschluß der Fraktion gehandelt, die sich der Deutschen Volkspartei gegenüber verpflichtet hatte, die zur -Mehrheit für das Reichsbahngcseh erforderlichen „3a"- Stimmen zu liefern. Das Finanzprogramm des neuen Ministers fei nur durchführbar, wenn es von einer brutalen Sparsamkeit i m Reich begleitet ist. Beim Arbeits-», Verkehrs- und Finanzministerium könne am Verwaltungsapparat viel gespart werden. Zu einer großen Kampagne gegen die Dawes- gesehe sei die jetzige Zeit nicht geeignet. Die Ermäßigung der Umsatzsteuer sei ein Fortschritt, aber ev müsse die völlige Beseitigung dieser ro^en und unsozialen Steuer verlangen. Abg. Drewitz (W. Dgg.) begrüßt die cut- gekündigte Steuersenkung und die Erklärung des Ministers, daß mit der Steuergesehemacherei Schluß gemacht werden solle. Am besten wäre die vollständige Beseitigung der Hmfatzsteuer. Wenn das heute noch nicht möglich fei, müßte wenigstens die erhöhte Umsatzsteuer, die sogenannte Lurussteuer, in vollem Umfange beseitigt werden. Der Redner fordert die Beseitigung her Hausz inssteuer. Besonders ungerecht sei ihre Einziehung von den Gewerbetreibenden, weil gewerbliche Räume aus dem Ertrag der Hauszinssteuer gar nicht geschaffen werden. Die Durchführung des Steuerabkommens sei nur möglich, wenn der Reichstag den Beschluß von Mehrausgaben unterlasse. Die Wirtschaftliche Vereinigung werde den Minister in seinem Kampf gegen solche Ausgaben unterstützen. Die staatliche Wirtschaftspolitik müsse auf die Erhaltung eines gesunden Mittel st andes bedacht sein. Würde die Vermögenssteuer erst mit einem höheren Satz beginnen, dann würden sich die Spareinlagen wesentlich vermehren, der Wirtschaft und dem Reich zum Ruhen. Rotwendig sei eine radikale Vereinfachung des Steuersystems. Reichsfinanzminister Dr. Reinhold. Selbstverständlich sind Steuerherabsetzungen immer mit einem Einnahmeausfall des Staates verbunden. Man hat mir oft einen Vorwurf daraus gemacht, daß ich infolge der Ankündigung der Steuerserckung mir nicht das für einen Fincrnz- mimfter normale Maß der Hnpopularität verschafft habe. Diese Erwägung kann mich aber nicht zur Hnterlaffung von Steuersenkungen bestimmen, wenn ich sie mit dein Staatsintereffc für vereinbar und im Interesse der Wirtschaft und des Volkes für unbedingt notwendig halte. Auf Grund sorgfältigster Berechnungen kann ich erklären, daß die Steuersenkung nicht zu einem Defizit führen oder Anleihen notwendig machen könnte. Es bleibt auch ein ausreichender Fonds an Betriebsmitteln bestehen. Durch den Verwaltungsabbau im Reich, Ländern und Gemeinden rechne ich auf ganz gewaltige Ersparnisse. Rotwendig ist freilich eine Zurückhaltung in den Ausgaben. So sehr wir die Pflicht haben, die Rot der Erwerbslosen zu erleichtern, so müssen wir uns doch daran gewöhnen, nicht an den Symptomen herumzukurieren, sondern das Hebel an der Wurzel zu packen, nämlich durch eine gesunde Wirtschaftspolitik, durch gute Handelsverträge und ein gut aufgebautes Steuersystem die Ursachen der Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Wenn Abg. Hergt die Befürchtung äußerte, daß das Vertrauen des Auslandes zur deutschen Finanzpolitik schwinden könnte, so ist daraus zu antworten: Gerade durch die als Folge übermäßiger Steuerbelastung eingetretene Rot der Wirtschaft ist das Vertrauen des Auslandes gesunken. Wenn wir durch eine schnelle mutige Tat die Wirtschaft entlasten und ihr neue Bewegungsfreiheit geben, bann wird auch das Actsland wieder größeres Vertrauen in die deutsche Wirtschaft setzen (CBeifall) Wir dürfen nicht in übertriebenem Pessimismus die schlechte Zeit, die wir jetzt durchmachen, als normale ansehen, sondern müssen davon ausgeheir, daß eine gesund« Wirtschaftspolttik gesunde Staatsfinanzen mit sich bringt und daß wir darum b i e Steuerlasten gerecht unb wirtschaftlich tragbar machen müssen. (Beifall.) Selbstverstänblich ist die Voraussetzung für den Steuerabbau, baß wir nicht bie Ausgaben im großen Ilmfange erhöhen. Das werben wir auch nicht nötig haben, wenn wir burch eine gesunde Wirtschaftspolitik das Hebel an der Wurzel packen. (Beifall.) Abg. Dr. Horlacher (Bayer. Vp.): Rot- wendig sei eine klare systematische Abgrenzung der Aufgaben von Reich unb Ländern. Darüber müßte eine Verständigung gesucht werden durch eine Konferenz, auf der Reich und Länder gleichberechtigt vertreten find. Die Bayerische Volks- Partei werbe es sich sehr überlegen, ob sie der Senkung ber Fusions- und Börsenumsatzsteuer zustimmen könne. Bei ben Vorauszahlungen zur Einkommensteuer seien Erleichterungen bringenb notwendig. Abg. v. Gräfe (Völk.) betont, die Rede des neuen Finanzministers habe etwas Bestechendes gehabt und Ideen enthalten. Diese Rede sei eine vernichtende Kritik ber Finanzpolitik seiner sämtlichen Amtsvorgänger. Das Programm des neuen Finanzministers decke sich in den meisten Punkten mit den Forderungen, die die Völkischen schon feit Jahren gestellt hätten und meist gegen den Widerspruch der Demokraten. Große Bedenken seien nur geltend zu machen gegen die Senkung ber Fusionssteuer und ber Dörsenumsahsteuer. Alle Maßnahmen für hie Gesundung ber Wirtschaft würben zwecklos fein, solange die Belastung Deutschlands durch bas Dawesabkommen und die Reparationen nicht 1 beseitigt seien unb nicht die Kaufkraft des inneren Marktes gehoben sei. Damit schließt die Aussprache. Die Etats werden dem Haushaltsausschuß überwiesen. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. (Von unserer Darmstädter Redaktion.) D a r m st a b t, 12. Febr. Der Finanzausschuß des Hess. Landtags setzte heute seine Beratungen bei Kapitel 118 (Ausleihungen unb Staatsschul- ben) fort; das Kapitel wurde einstimmig angenommen. Hierauf wandten sich die Beratungen dem zweiten Teile des Voranschlags, der Vermögensverwaltung, zu. Kapitel 119 (Forsten imb Kameralgüter unter Forstverwaltung) wurde genehmigt. An die Regierung wurde ein Antrag gerichtet, einen Rachweis über das Vermögen unb die Schulden des hessischen Staates vorzulegen. Die Regierung erklärte sich bereit, die gewünschte Ausstellung in aller Kürze zu liefern. Bei Kapitel 120 (Siedlungswesen) wurde von der Regierung um die Ermächtigung nachgesucht, Kreditreste für die nächsten zwei Jahre zu verwenden. Die Ermächtigung wurde »rteilt unb das Kapitel genehmigt. Bei Kapitel 124 (Bad Salzhausen) würbe die Regierung ermächtigt, einen Krebitrest im Betrage von 5000 Mk. zur Herstellung eines Gewächshauses zu verwenden. Das Kapitel wurde genehmigt, ebenso Kapitel 125 (An- und Verkauf von Staatsgütern), desgleichen Kapitel 126 (Heberschüsse unb Fehlbeträge). Zu Kapitel 129 (Hochbauwesen) beantragte zu Titel 5 (Lanbes-Heil- unb Pftegeanstalt Philippshospita,. bei Goddelau) Abg. HaurY a) für ben Reubau ber Fvauenabteilung die erste Rate von 200 000 Mk. zu streichen, b) für ben Reubau der Männerabteilung die erste Daurate von 150 000 Mk. ebenfalls zu streichen. Die zur Zeit von ben Beamten bewohnten" Krankenräume sollen ihrem ursprünglichen Zweck wieder zugeführt werden. Der Antrag wurde mit 7 gegen 5 Stimmen angenommen. Im übrigen wirb bas Kapitel genehmigt. Kap. 133 (Hochbauwesen des Landesbildungsamtes) wurde genehmigt; darunter auch für die Herstellung einer Fernsprechanlage für das gesamte Klinikgebiet 40 000 Marl. Ferner wurden bewilligt Kap. 136 (Boden- verbesserung unb Wassermelioratton) unb Kap. 142 (Hochbauwesen für die Justizverwaltung). Dazu wurde für ein Anttsgerichtsgefängnis die erste Baurate im Betrage von 140 000 Mark genehmigt. Ferner wurden die Forderungen bewilligt für die Kapitel 145 (Brücken unb Heber« fahrten), 146 (Bauwesen), 147 (Beteiligung des Staates an Wasser- und Elektrizitätsversorgung unb an Flugverkehrsverbindungen) unb 148 (Ausleihungen und Staatsschulden). Der Ausschuß beriet sodann eine Regierungsvorlage, in her sämtliche Bauten und Hr. rhaltungskosten aus allen Kapiteln zusammengestellt sind. Die Regierung beantragt die Vorgenehmigung von 5 320 000 Mark, damit noch bis zum Herbst diese Bauten berge ft eilt werben können. Der Ausschuß stimmte der Forderung zu, aber unter dem Vorbehalt, baß, wenn in einem Kapitel eine Streichung vorgenommen wirb, dieser Betrag von ber Summe abgesetzt werben muß. Der Finanzausschuß bekräftigte sich ferner mit einem Anträge Dlank-Weckler zu Kap. 75, der die hessische Regierung aufforbert, bei ber Reichsregierung bahin vorstellig zu werben, bah beim Abschluß von Hanvelsverträ- gen alle Zweige der Landwirtschaft geschützt werden. Der Antrag wurde ber Regierung als Material überwiesen. Ein weiterer Antrag Weckler-Blank, bei der Reichsregierung vorstellig zu werden, daß die Preise für landwirtschaftliche Dedarfsartik el gesenkt werden, wurde angenommen. Der Ausschuß begann dann mit ben Beratungen ber Anträge, die zum Kapitel Theater vorliegen; Abstimmungen wurden aber noch nicht vorgenommew Kunst und Wissenschaft. Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft. Die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft versammelte die Spitzen der Reichs- und Londes- behörden, führende Palamentarier unb Wissenschaftler in ihren Räumen im Berliner Schloß zu einem Bierabend, um den von ihr angeregten und dank der Hilfe des Reichstags in Angriff genommenen großen Volksaufgaben die innere Begründung zu geben. Unter den Erschiennen bemerkte man u. a. den Reichskanzler, Reichsminister Dr. Külz, Reichssparkommissar S ä m i s ch, Reichstagspräsi- benten Löbe, ben preußischen Kultusminister Dr. Becker sowie bie führenben Kulturpolitiker ber großen politischen Parteien im Reichstag. Geheimrat Schenck (Münster) sprach über Metallfor- schungen. Professor Nägel (Dresben) referierte näher über bas uns einzig übriggebliebene Machtmittel im Wettbewerb ber Völker, unsere kulturelle Grunblage. Der Reichskanzler gab zum Schluß in warm empfunbenen Worten seiner Ueber- zeuguna von ber hohen Bebeutung ber wissenschaftlichen Forschung Ausbruck. Furtwängler in Neuhork. Der berühmte Leipziger Dirigent. Rachfolger Rikischs am Gewandhaus. Wilhelm Furtwängler, ber mit dem Philharmonischen Orchester nach fast einem Jahre wieder in Reuyork gastierte, wurde hier aufs herzlichste ausgenommen. Das erste Konzert, in welchem u. a. Beethovens Ouvertüre zu „Egmont". Mozarts „Kleine Rachtmusik". Brahms 4. Sinfonie und WagnerS „Meistersinger-Ouvertüre" zur Vorführung gelangten, wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen, der besonders stark nach ber Brahmsschen Sinfonie unb am Schlüsse war. Die Presse rühmt die korrekte und doch machtvolle Interpretation unb hebt hervor, daß das Orchester keinen leichten Stand gehabt habe, da es nach Toscanini aufgetreten sei. von westdeutschen Universitäten. Der ordentliche Profesior für Strafrecht an der Uniorsität Heidelberg, Graf Dohna, hat einen Ruf an bie Universität Bonn als Nachfolger bes nach Frankfurt a. M. berufenen Professors Heim- Verger erhalten. — Der Direktor bes Physikalischen Instituts ber Universität Marburg, Professor Dr. Clemens Schäfer, hat einen Ruf an bie Universität Breslau als Nachfolger bes verstorbenen Physikers Lummer erhalten. Ehrung Einsteins. Der Präsident der Königlich britischen Astronomischen Gesellschaft teilte bie Verleihung ber goldenen Medaille an Einstein mit unb fugte hinzu, es sei der heimlichste Wunsch ber Gesellschaft, bah bie Zukunft! Einsteins weitere wissenschaftliche Triumphe bringen möge, wie sie ihm bereits zu einer der hervorragendsten Persönlichkeiten der modernen Wissenschaft gemacht hätten. Aus aller Wett. Schwerer Automobilunfall. In Elze ereignete sich in brr Rähe des Bahnhofs ein schweres Automobilunglück. Zwei junge Mädchen überhörten die Warnungssignale eines Lastwagenzuges unb würben überfahren. Beide Mädchen waren sofort tot« Zwei Kinder verbrannt. In K ö tz i n g (Bayerischer Wald) entstand in dem von dem Händler Siörscr zur Ausübung seines Gewerbes verwendeten Wohnwagen durch einen Luftzug Feuer, wobei die zwei 3 unb l1/» Jahre alten Kinderchen so schwere Brandwunden erlitten, daß sie bald darauf ver- starben. Erstickt. In Königsmark bei Osterburg in ber Altmark geriet in einem Massenquartier für polnische Schnitter Holz, bas zum Trocknen hinter ben Ofen gelegt worden war, —iys Schwelen. Zwei Kinder im Alter von 2 utw 3 Jahren, die sich in dem Raum befanden, find burch den Qualm erstickt. Aus -er Provinzialhauptsta-t. Gießen, den 13. Februar 1926. / Die (Bieftener Fassencrcht vor fünfzig und mehr Jahren. Von einem ehemaligen „Türken". Dos Verbot des Fastnachtstreibens am Fast- nachtsbienstag unb ben diesem oorhergehenben Sonntagen mit ihren öffentlichen Kappenfitzungen hat manchen unserer jungen unb älteren Mitbürger unb ebenso manche lebenslustige Mitbürgerinnen jeben Alters verstimmt. Es war ja auch zu schön, von Neujahr ab sich im Geiste ober in Wirklichkeit mit bem Schalk beschäftigen zu können, ber zwischen Neujahr unb Aschermittwoch recht vielen int Nacken saß. Das Beispiel ber benachbarten Rheinprovinz, ber Heimat bes fasinachtlichen Possen- spiels, wirkte ansteckenb auf bas sonst kühle Ober-, Hessen, besonbers aber auf deren westliche Hauptstadt Gießen, bie in mgncher Beziehung von ihrer Nachbarstabt Wetzlar karnevalistisch „infiziert" würbe. Enbe ber 60er Jahre bes vorigen Jahrhunderts war es ber „Carneval-Verein Türkei", ber sich burch wieberholte „Kappensitzungen", zu benen laut amtlich-närrischem Verbot Kinber unb Hunbe keinen Zutritt hatten. währenb ber Fast- nachtszeil bie Pflege ber „Narrethei" in Gießen angelegen sein ließ. In diesen Kappensitzungen wurden bie Ereignisse der „letzten" Tage in mehr ober weniger packender bzw. juckender Form besprochen, besungen unb „verbichtet". Für seine Zwecke machte sich ber „Cornevaloerein Türkei" auch die Presse dienstbar. Die „Fostenbrehel, "Türkisch-närrisches Carnevalsblättchen" z. B. führte sich im Jahre 1865 (ob bas ber erfte Jahrgang gewesen, konnte Schreiber bieses nicht fcftftellen) mit folaenben Zeilen ein: Was wir bezwecken, fraget Ihr, Mit unf'rer „Fastenbretzel"? Schaut nur hinein, Ihr finbet hier Die Auflösung oom Rätsel. ) Es wirb nichts aus der Kart' geschwätzt \ Unb kein Prospectus her gesetzt. > Warum? Es sagt ber Rebakteur, Weil bies zu avgebroschen wär'. Doch scheint's: Weil ganz ex fausübus Die „Fastenbretzel" leben muß. Das Blättchen erschien wöchentlich Freitags unb kostete 2 Kreuzer. Wer irgenb etwas „bexiert" hatte, konnte sicher sein, baß seine Moritat in ber „Fastebretzel" nach Noten gewürbigt würbe. Die „Türkei" setzte ihr karnevalistisches Treiben bis gegen Enbe ber siebziger Jahre fort, ihre Veranstaltungen, bic meistens in „Wenzels Garten" (jetziges Stabthaus an ber Bergstraße) ftattfanben, waren immer gut besucht, unb wer gesunben, nir- genbs anstoßenben Humor suchte, kam auf seine Rechnung. Die von ber „Türkei" veranstalteten Fastnachtszüge konnten sich sehen lassen, sie brachten ganz Gießen mit Umgegenb auf die Beine. Im Gegensatz zu heute, wo ben meisten Menschen burch ben verlorenen Krieg ber Sinn für Fastnacht unb Karneval abhanben gekommen ist, herrschte sechs Jahre nach dem gegen Frankreich gewonnenen Kriege von 1870/71, Freude unb Karnevalszug war ber schönste, ber je in ben Mauern Gießens umherzog", schrieb ber „Gieß. Anzeiger" unterm 1. März 1876, unb zählte bann bie einzelnen „Piöcen" auf, aus benen ber Zug zusammengesetzt war. Alles schwamm in Wonne an diesem Tage unb viele am Abend buchstäblich m Bier: der einheimische Stofs: „H'essebier" war so vorzüglich, baß man nicht gar streng richtete über btejenigen, bie am Morgen bes Aschermittwoch einen Kater ober besten gemütlicheren Vetter, einen Affen, mit nach Hause brachten. Wir wollen nicht murren über bas Geschick, das uns in den letzten Jahren die Fastnachtsfreube raubte. Wenn in hoffentlich nicht allzulanger Zeit im benachbarten freien Rheinland Prinz Karneval fein Zepter wieder kräftig schwingt, werben auch seine treuen Mannen in Gießen ihren Ein- und Umzug freudig halten, und es wird sich dann erfüllen, was die „Fastebretzel" zum „rührend-närrischen Abschieb vom geneigtn Leser" schrieb: Bebenkt, ber Fasching ist bie Zeit der Spässe; Mag auch ein Spaß mal herb unb bitter sein: | Der Carncval bedarf der freien Presse —. i Die Maskenfreiheic ist schon lange mein. Ein ernstes Wort in ernster Zeit. Für 5 6 3 Goldmillionen Reichsmark hat Deutschland vom 1. Oktober 1924 vis 30. September 1925 in Gartenbauerzcugnisscn (Obst, Gemüse, Blumen, Pflanzen usw.) vom Ausland eingeführt und zwar in einem Jahre, das feit dem Kriege das wirtschaftlich schwächste war. In derselben Zeitspanne des Vorkriegsjahres 1912—13 betrug die Einfuhrziffer nur 3 1 0 G o l d m i l li o n e n, trotzdem wir damals reicher und bevölkerter waren. Wir können zwar als verarmtes, aber doch in der Weltwirtschaft unentbehrliches Land die Einfuhr nicht abschaffen, sonst würde in demselben Augenblick auch unsere Ausfuhr stocken, auf die wir doch mehr als je zuvor angewiesen sind. Freilich dürfen wir dabei nicht Dergeffen, daß bei der Einfuhr auch den breiten Volksbedürfnissen mehr ober weniger Rechnung zu tragen ist. Wir können und sollen uns aber etwas mehr auf unser Deutschtum, sowie auf den Krieg und NW NW&K WOLLGARNE hierzu t'Hr, itt biet ' schwatzt \ 1880a 13i6D gesucht. verkauft 01080 zu verm. Zu erir. in 6U ÜIMJI. **» b. Geschlt. d. GH. Anz Bolks- fcrncr beiden von und befind und Bade-Einrichtungen Wasch- und Toilette-Gegenstände seine Folgen besinnen u xb er nen. daß es unsere nationale , den einheimischen Obst-, Gemüse- und Blumen- absah besser als seither zu unterstützen, anitatt ihn unter einer erdrückenden Einfuhr leiden zu 14. Februar, norm. 11 Uhr, eine Ausstellung Kunstwerken beider Künstler, deren Tätigkeit Bedeutung auf dem Gebiete der Kunst noch sonders gewürdigt werden wird. Ausgestellt weiter in den Seitenc.bteilen Oelgeinälde Rock- und Westeu- schneider per sofort ges. >x„v M. Harth Gießen, Seltersweg 75. ndlich einsehen ler- ilc Ehrenpflicht ist. Rudolf Rödiger Walltorstraße 35. Heuchelheim Wegen Aufgabe der Landwirtschaft sollen Dienstag, den 16. Februar 1926, nachm. 2 Llhr, meistbietend, gegen Barzahlung versteigert werden: 1 Drillmaschine, 1 Mähmaschine mit Schere u. Deichsel, 1 schwerer Wagen, 2 Eggen, 1 Pflug, 1 Kartoffelhack- pflug, 1 Häckselmaschine, 1 Rüben- schneider. 1 Schweinetransportkiste, Stroh, Grummet, etwa 100 Zentner Dickwurz und sonstige landwirtschaft- Gegenstände. 1387D Heinr. Kröck V., Rodheimer Str. 2. Besseres Mädchen das in der Hausarbeit sehr sauber ist und bürgert. kochen kann, bei hohem Lohn Gegen die Schraube ohne Ende. D a r m st a d t. 12. Febr. Die Dar m st ä d t e r Handelskam m e r hat in einer Vollversammlung nachstehende E n t s ch l i e ß u n g ge saht: Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Darmstadt erklärt einstimmig, daß die Wirtschaft eine stärkere Belastung durch Steuern keinesfalls mehr ertragen kann, daß sie vielmehr eine baldige steuerliche E n t l a st u n g in erheblichem Maße fordern muß. Sie wird deshalb jede Erhöhung bei Steuern sowie die Erhebung eines außerordentlichen Steuerzieles, wie sie die Verwaltung der Stadt Darmstadt für das laufende Steuerjahr noch plant, mit allen Mitteln, die ihr zu Gebote stehen, aufs äußer st e bekämpfen. Nicht durch Erhöhung der Steuereinnahmen, sondern durch Senkung der Ausgaben muß das Gleichgewicht in der städtischen Rechnung hergestellt werden. ____ damit von der Reichspost die erforderlichen Auskünfte gegeben und die nötigen Schutzmaßnahmen rechtzeitig getroffen werden können. *'■ Einen raschen Tod erlitt gestern abend eine Dame aus der Weserstrahe, die dec Vorstellung im Stadttheater beiwohnte und dort von einem Anfall von Hebel leit heimgesucht wurde, der sie zum Verlassen des Theatersaales bewog. Die Dame erlag später einem Herzschlag. °d. Städtische Vrennholzversteigern ng. Zu der gestrigen Drennholzverstcige-- rung im Stadtwald waren die Kauflustigen sehr stark erschienen. ES wurden bezahlt: Kiefernscheiter 12,50 Mk., Fichtenscheiter 9 Mk., Kiefern- knüppel 10,60 Ml., Eichenknüppel 10 Ml., Fichtenknüppel 6 Mk., Kiefernstöcke 7,20 Mk.. Fichten- stöcie 2,60 Mk. je Raummeter, Buchenwellen 31 Mk., Eichenwellen 17 Mk., Kiefernwellen 18,20 Mark Fichtenwellen 14,80 Mk. je 100 Stück. ** Dienstjubilä um. Kommenden Montag, 15. Februar, begeht Herr Anton Lehr sein 25jähriges Dienstjubiläum als Diener bei der Israelitischen Religionsgemeinde Gießen, Südanlage. ** O b e r h e s s i s ch e r Kun st verein. Anläßlich des 50. Geburtstages des Kunstmalers Carl Fries- Ortenberg und des Kunstbildhauers Johannes K ö d d i n g - Gießen eröffnet der Ober- hessische Kunstverein am morgigen Sonntag, Zagdverpachtung. Mittwoch, den 17. Februar 1926, vor- mittags 10 Uhr, soll die Gemeindeiagd nochmals versteigert werden. Die Verpachtung erfolgt in drei Bezir- 'cn. Die Bedingungen werden bei der Verpachtung bekanntgegeben. 1406D Wiefeck, den 12. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei Wieseck. iD ch o m b e r. WM. totuar 1926. 1 enacht fahren. Lütten". iibens Mit- °°rhergehtnd«n ..^PPenlifrungen l,lKN.4r INitburflerinnen '°rDUV Ichön, _r m Shrflidjtcit W. der zwi. 1 recht Dielen im Wotlen Hein, chtl'chsn Possen- »nst kühle Ober, westliche Haupt. “Nng von ihrer t'sch »infiziert" ’-n Jahrhunderts ürfei", bet sch zu denen laut und Hunde nd der Zast- hü" in Gießen ^appenligunqcn " Tage in mehlender Horm de- ilel". Für (eine aloerein Türkei" astenbrehel, Tür- i“ z. B. führte r erste Jahrgang nicht feststellen) Die Krastpoft nach Fellingshausen im Betrieb. Wie wir von amtlicher Seite erfahren, wird der Postkraftwagenbetrieb auf der Strecke Gießen —Krofdorf—Fellingshausen am nächsten Mittwoch, 17. Februar, früh ausgenommen werden. Gießener Wochenmarktpreise. Cs kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 150 bis 170 Pfennig. Matte HIdudJoIm neoett gleichgroße zu tauschen gesucht. "Näheres bet H. Schmitt, Fried- rtchstraiie 5 H. ß« ?O 30, Käse 65 bis 140, Wirsing 30, Weißkraut 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 20, rote Rüben 20, Spinat 35, llnterkohlrabi 10 bis 15, Grünkohl 30, Rosenkohl 60, Feldsalat 100, Zwiebeln 20, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 50 bis 60, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 30, Birnen 30, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 120 bis 130, Endivien 50; das Stück: Eier 15 bis 16, Blumenkohl 60 bis 180, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 15, Sellerie 20 bis 60. Wettervoraussage. Wollig, tagsüber milde bei wechselnden Winden, vereinzelt Riederschlägc. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 6,7 Grad Celsius. Minimum 4,6 Grad Celsius. Riederschläge: 6,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 5,0 Grad Celsius. Boruotizeu. — Tageskalender für Samstag: Bereinigter Männerchor „Harmonie-Gemütlichkeit: 3 Ilhr: Bereinslokal Faulstich (Bahnhof str.) Generalversammlung. — Ball-Spiel-Club 1920: 3 Uhr, Bereinslokal, Mitglieder-Bersammlung. — R. d. Z: 8V2 Ahr, „Stadt Lich", Monatsver- sammlung. — B. f. B.: 3 Uhr, „Liebigshöhe", Maskenball. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Berrusenen". — Astoria-Lichtfpiele: „Wer trägt die Schuld?'". — Tageskalender für Sonntag: Stadltheater: 7 Tlhr, „Die fünf Frankfurter" (Ende 9lZ Uhr). - Oberhcss. Kunstverein: 11 Uhr, Turmhaus am Brand Eröffnung der Ausstellung von Werken von Carl Fries-Ortenberg und Johannes Ködding-Gießen. — Hessischer Baterlän- discher Block: 8V4 Ahr, Großer Hörsaal der LIniversität, Lichtbildervortrag von Oberleutnant a. D. von Fichte. — Evangelischer Arbeiter-Ber- ein: 71 '2 Uhr, ..Saalbau Sauer", Bunter Abend. — Gesangverein „Heiterkeit": 7 älhr, „Liebigshöhe" Maskenball. — Lichtspieltheater wie Samstag. — Palast-Lichtspiele (Kirchenplah) „Die unverstandene Frau". — — Lichtbildervortrag. Wir weisen noch einmal auf den Lichtbildervortrag hin, den Oberleutnant v 0 n Fichte im Auftrage des Hessischen Baterländischen Blocks Gießen am Sonntagabend über den modernen Flugsport halten wird. (Siehe Anzeige.) — Sanitäts-Verein Gießen. Räch- sten Montag abend ordentliche Generalversammlung. (Siehe heutige Anzeige.) — Kreis-Obst- uned Gartenbauverein Gießen. Am nächsten Samstag, 20. Februar, im Hotel Kobel Hauptversammlung mit Bortrag. (Näheres im Anzeigenteil.) lassen. r . , Dies geschieht am besten dadurch, daß wir in erster Linie der deutschen Ware den Borzug geben, und in unseren Erwerbsbetrieben und Privatgärten so viel als möglich selbst anzubauen uns bemühen. , , Denn je mehr wir selbst erzeugen, desto weniger müssen wir vom Ausland kaufen, desto mehr können wir also den deutschen Bedarf mit eigener Ware decken und desto geringer wird dann naturgemäß die Ausgabensumme der alliahr- liehen Einfuhr werden. Freilich muh unsere Regierung dafür auch das nötige Verständnis durch planmäßige Unterstützung und angemessenen Schutz aller einheimischen Obst- und Gartenbau-Erzeugnisse zeigen. Wir selbst aber, seien wir nun Erzeuger oder Berbraucher. wollen in diesem Falle einmal als Deutsche etwas diplomatischer und vaterlandsstolzer denken und uns endlich einmal überzeugen^ lassen, an Hand der oben erwähnten deutlich sprechenden Zahlen, daß wir durch die Förderung des deutschen Obst-, Gemüse- und Dlu- menbaues 1. dem deutschen Bolksvermögen and unserem Vaterland einen Dienst erweisen. 2. unsere deutsche Wirtschaft im wahren Sinne des Wortes unterstützen und 3. der katastrophalen Crwerbs- losigkdit Vorbeugen; denn je mehr Geld der Staat und mit ihm das Volk hat. desto mehr Arbeitsund Verdienstmöglichkeiten können dann auch geschaffen werden. Der Volkstrauertag. £but« 'N btt Quartier fö- ».»"'■ A-sr '0 durchs Fm vergangenen Jahre ist erstmalig in Deutschland der Volkstrauertag gefeiert worden. Damit hat der Wunsch weiter Streife des deutschen Volkes Erfüllung gefunden, sich unter Zurückstellung alles Trennenden un Gedächtnis an unsere Gefallenen zilfammcnzufinden. Auch in Gießen hatte^ sich eine stattliche Gemeinde zur gemeinsamen Feier in der Universitätsaula eingefunden. In diesem Jahre wird der Tag in gleicher Weise begangen werden. Allerdings ist nicht der Sonntag Jnvokavit gewählt worden, sondern im Einvernehmen nut der Reichsregierung und führenden Persönlichkeiten der drei großen Religionsbekenntnisse der darauf folgende Sonntag Reminiscere. Dieser Tag soll auch für die Zukunft beibehalten werden. Die hiesige Ortsgruppe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wird daher am Sonntag, 28. Februar, vormittags in der Reuen Aula eine Feier abhalten, zu der jedermann unentgeltlich Zutritt hat. Studienrat Lie. Dr. Adolph wird die Gedächtnisrede halten. Musik der Reichswehrkapelle, Gesang und Dichtung werden die Feier umrahmen. Die ganze Einwohnerschaft ist '' «ungeladen. Die hiesige Ortsgruppe des bundes Deutsche Striegsgräberfürforgc wird an diesem Tage die Kriegergräber auf Friedhöfen gleichmäßig schmücken. Mül. Simmet zu vermieten [01035 Ricaelvfad 90 I. Zwei schöne leere ob. möblierte iaoD Zimmer mit Gas u. Elektrisch Sr'Öttt, IcistunzSs. Wmchirik sucht iiir Hessen. Hessen-Nassau und an grenzende Gebiete, evtl, mit Siegerland tüchtigen, bet der Händlerkundschaft bestens eingeführten Reisenden gegen feste Bezüge. Angebote von Herren, die obige Gebiete nachweislich bereits mit Er» folg bereist haben, unter Beifügung von Zeugnisabschriften u. Ansprüchen unter U1Ö65 an den Gietzene; Anzeiger erbeten. wüt'. •x iausiibus Miß. »ich Freitags und m „bexiert" hatte, Moritat in der digt wurde. olistisches Treiben re fort, ihre Ber- W-nzels ©arten' raße) stottiandcn, er gesunden, fiir- kam auf seine j" veranstalteten lassen, sie brach- uf die Beine. en meisten Men- q der Sinn jur gekommen i’t gegen Frankreich 71 Freude und • jeindenMauem „Gieß. Anzeiger (te dann die ein- der Zug rul""' n in Wonne nd butWäbtö J hessebier ■*>•[{ «SS , das TesM. i „rührerL-nal- ,r" schrieb;... ü der $P°"e‘ qd bitter ie'"- ! Presse — qe wein- nen bis Oktober enbauerzcu- ras Ä ■Ä ’’ Hörer, die ihn freudig begrüßten, an „G rön > lands Westküste (vgl. den Aufsatz von Prof. Klute im „Gieß. Anzeiger" Nr. 24 vorn 29.1.). Vorn Hessischen Landtag bewilligte Mittel hatten der „5) e s s i f ch e n G r ö n l a n d e x p e d i t i 0 n" ermöglicht, etwa 1000 Km .im Motorboot, zu Fuß, im Hundeschlitten und im Fraiienboot zurückzu- legen. lleberaus beschwerlich ist das Reifen dort. Verkehrsweg ist das Meer, und das ist oft gesperrt von riesigen Eisbergen. Das Land mit seinen in der Eiszeit glatt geschliffenen Felsen oder wüsten Blockhalden, der eisige Sturmwind, der darüber fegt, der Schnee, der jeden Monat, auch int Sommer zu erwarten ist, das alles zwingt den Menschen auf das Meer hinaus, wo allein er Nahrung findet. Das Land ist ihm nur Wohnplatz. Der ganze herbe Reiz der arktischen Landschaft, ihre Schönheit ohnegleichen, aber auch ihr schwerer Ernst ist durch den Vortrag für die Hörer zum Erlebnis geworden und hat den rechten Maßstab in die Hand gegeben zur Beurteilung der scheinbar primitiven Eskimokultur. Die Eskimos sind ihrem Schicksal als Außenseiter in dem Lebens raum der Menschheit nicht entgangen. Abgesplittert von mongolischen Verwandten, haben sie in dieser arktischen Wildnis alle Fähigkeiten auf die Ausnutzung der Umwelt angewandt und, an dem Maßstab dieser Umwelt gemessen, die denkbar höchste Kultur erreicht. Darüber aber konnten sie nicht hinaus, und alle Einrichtungen europäischer Kultur, auch segensreiche, die die Dänen brachten, bleiben ihnen doch im Grunde wesensfremd. Als liebenswertes, heiteres Völkchen treten sie uns entgegen, intelligent und glücklich in der eigenen Haut, so daß auch jeder Drang zur Weiterentwicklung fehlt, weil sie ja doch nur eine Entfremdung von den Naturgegebenheiten wäre. Der Vortrag war durch prachtvolle Lichtbilder und einige ausgestellte Gegenstände der Eskimokultur erläutert und sand in seiner lebensvollen, menschlich warmen Art bet allen Hörern reichsten Beifall. Pz. ' Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Die Zeichnungen und Karikatur-Skizzen des Ber lincr Professors Heinrich Zille, die er mit dem Sammelnamen „M ein Milljöh" bezeichnet, sind in den legten Jahren auch in weiteren Kreisen bekannt geworden. Und nicht zuletzt da durch, daß sie in kritischer Hinsicht starke Gegensätze hervorgerufen haben, zu denen hier aber nicht Siel hing genommen werden soll. Der im Lichtspielhaus Bahnhofstraße gezeigte Großfilm bringt Szenen und typische Charakterbilder, die Zilles „Milljöh" widerspiegeln wollen. Die Mitwirkung prominenter Darsteller und die dem „Milljöh" entsprechende Ausstattung läßt diese Absicht als im allgemeinen gelungen bezeichnen. ** Die Beschädigungen der Telegraphen- und Fernsprechkabet durch Pickelhiede, durch Anzünden uon Feuer in aus- gehobenen Gräben usw. bei der Ausführung von Erd- und Mauerarbeiten in Verkehrswegen haben in letzter Zeit außerordentlich zugenommen. Die Oberpostdirektion in Darmstadt bittet uns, unter Hinweis auf §§ 317 und 318 des Reichs-Strafgesetzbuches vor Störungen und Gefährdungen der Reichs-Telegraphenonlagen zu warnen, und zugleich darauf aufmerksam zu machen, daß die Beteiligten nicht nur gerichtlich bestraft, sondern auch zur Tragung der oft nicht unerheblichen Instandsetzungskosten herangezogen werden können. Es ist daher dringend geboten’, bevor in Straßen Ausgrabungen und Bohrungen stattfinden, durch Erkundigung bei der nächsten Post- oder Telegraphenanstalt genau festzustellen, ob und an welchen Stellen Telegraphen- oder Fernsprechkabel liegen, * tat. •fall, Äff’® ®obei •» nJte llUdclien 18 I., vom Lande, das Hausarbeit ver- hebt u. kochen kann, sucht Stellnng.iPri- oat beuorM Schrift!. Angeb. untx1418Dan den Gieß. Ans, erb. | Verkäufe ] Brann. Oldenburg, w 5 Jahr alt, aunfeft, fromm u. fehlerfrei. Schöne 3-zinmr-Wohii. m. 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Elbe, welcher in diesem weltabgeschiedenen Städtchen ansässig ist und mit Vorliebe märkische Städtebilder, aber auch Hochgebirgslandschasten zum Gegenstand feiner Darstellungen macht. S t. Kölble-Freiburg bringt kleine Delgemälbe mit Motiven aus Ober-Baden und Italien, Karl Bartels-Donaueschingen drei Oelbilder, Nacht- ftimmungen im Hochschwarzwald, welche auf der großen Kunstausstellung in Dortmund ausgestellt waren. Bei der großen Wertschätzung, deren sich die beiden erstgenannten Künstler hier erfreuen, ist ein reger Besuch der Ausstellung zu erhoffen, welche bis 14. März zu den üblichen Besuchszeiten geöffnet bleibt. (Siehe Anzeige in unterer gestrigen Nummer.) ** 'Zur Bekämpfung der Tuberkulose. Die Sprechstunden der Fürsorgestelle für Lungenkranke in der Medizinischen Klinik Gießen finden jeden Mittwochnachmittag von 4 bis 5 Uhr statt. Auswärtigen Kranken, die nur mit Schwierigkeiten in die Rachmittagssprechstundcn kommen können, ist es gestattet, schon in den Dormittags- stmtden von 10 bis 12 ilfjr zu erscheinen. Lungen- kranke und Krankcheitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung sind, bedürfen einer -lieber« W eisung ihres Arztes an bi 2 Lungenfürsorgestelle. Unbemittelte werden unentgeltlich beraten. ' D i e Maul- und K l a u c n f e u c ist neuerdings festgestellt worden in Lang-Göns, Steinheim, auf dem Hofgut Tltph-e. Londorf, Bönstadt, Bruchenbrücken, Ostheim bei Butzbach, Dorheim und Harheim. Erloschen ist die Seuche in Obbornhofen, Schotten, Ulfa, Betzenrod, Maibach, Wisselsheim, Dortelweil, Assenheim, Rieder- Erlenbach. Bellnhausen, Hassenhausen, Ockers- Hausen, Mölln (Ortsteil von Heskent) und im Gutsbezirk Oberweimar. *“ Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. In einem Vortrag vor der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in der Neuen Aula der Universität am Donnerstagabend führte Prof. Dr. Fritz Klute die außerordentlich zahlreichen zu tauschen gesucht. Vergüt, zugesichert. Schr. Angeb. unter 01031a. d. Gieß. Anz. ^Stellenangebote} WkWWM sucht für Prioat- kundschast tüchtige MM Hohe Provision. Schristl. Angeb. unter 1361D an den Gietz. Anz. Für 1-2 Tage tn der Woche ehr zuverlässiger MMtr von einem allen Unternehmen in der Nähe von Gießen gesucht. Günstige Zugverbindung. Schristl. Angebote umer 1371V an den Gieß. Anz. erbeten. Suche per sofort tüchtigen Tapeziergehilfen der auch im Polstern und in'Dcforationen bewanden ist lftMD Möbel- u Tapeten- gefchäst Martin Ludwig, Bad-Naubeim, Hauptstraße 7. HnnsabauS. Tüchtiger, znoerlöss. Zeitungsverkäufer gesucht. 1397h Herso, Plockstr. & Johannes WIBner, Winnen. Post Londorf lOberhess.l ■ Sicheres, mittel- schweres Arbeitspferd zugiest, billig zu verkaufen Näh. 1 D Rodbeim a Bieber Mublecke 4. 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Februar, nachm. 3l/s Uhr, vom Trauerhause Alte Heerstraße Nr. 32 aus. Fliegergruppe der Maschinenbauschule Gießen. Gießen,Mannheim,Neuyork,Stammheim,12.Febr.l926 Die Beerdigung findet Montag, den 15. Februar, nachmittags */,2 Uhr, auf den Neuen Friedhöfe statt. Die tieftrauemden Hinterbliebenen: Heinrich Wagner und Familie Kathr. Luh, als Braut Die Beerdigung findet statt Dienstag, den 16. Februar, nachmittags 2 Uhr. I420D Trauer-Bekleidung Eigene Maßanfertigung im Hause Bei Ausnahmefällen innerhalb 24 Stunden 1386° Drucksachen aller an bk vriM'ktbe UntPeHUäts=ftritfF'-H knnae. (Rieften. Sdhulftr 7. Wir betrauern den Tod unseres lieben Mitgliedes Heinrich Wagner Maschinenbau-Vereinigung Cheruskia Gießen I.N.u.A. Diehl Seltersweg 52 Spezial-Abteilung für FRÄNKEL Das Haus I IXr\ IM l\LL der Moden Nachruf. Die Schülerschaft der Maschinenbauschule erfüllt die traurige Pflicht von dem Ableben ihres lieben Mitschülers Heinrich Wagner geziemend in Kenntnis zu setzen. 1351D I. A.: H. Weber. verlieren in dem Verstorbenen ein allzeit reges und Mitglied. Sein Andenken werden wir stets in Ehre Gestern morgen entschlief plötzlich mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater Bruder, Schwager und Onkel Herr Wilhelm Kraushaar Gastwirt Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, 13. Februar 1926. Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. Februar, nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Fried- 1427a Gestern mittag 121/, Uhr entschlief sanft nach kurzem aber schweren Krankenlager, meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Luise Günther geb. Hermann im 63. Lebensjahre. Am 11. ds. Mts. verschied plötzlich infolge eines Unfalles unser hochgeschätztes Vorstandsmitglied Herr Heinrich Wagner Suche einen tüchtigen Betriebsleiter oder tätigen Teilhaber für meinen Ziegeleibetrieb, evtl, ver- vamt« ich den Betrieb auch wieder anderweitig. 01023 Ziegelei Faber, Leihgestern. Im Namen der Hinterbliebenen: Georg Schönhals. Gießen (Weserstraße 1 I), den 13. Februar 1926. Die Beerdigung findet am Dienstag, dein 16. Februar, nachmittags 3V2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. - Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. 1423D Versicherungsgesellschaft, die sämtliche Branchen, auch Vieh, betreibt sucht tüchtige Bezirksvertreter 8g oÄ^denstellenden Leistungen Aus- iffi ™ Hnsvektoren-Posten. Offerten unt. 1UÖÖ ritt „Hern«*' 1*1 ock st ruße 5. Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will. Ps. 115,3 Todesanzeige. Am 11. Februar nahm der Herr plötzlich durch einen Unglücks* fall unseren innigstgeiiebten Sohn, Bruder, meinen herzensguten Bräutigam, Enkel, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herrn Heinrich Wagner im 22. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit. Meine liebe, herzensgute Frau, unsere gute Schwiegertochter, meine liebe Schwester, unsere Schwägerin und Tante Frau Ursula Schön hals geb. Schauer wurde uns gestern abend im 41. Lebensjahre durch einen plötzlichen Tod entrissen. Die trauernden Hinterbliebenen: Emil Günther, Oberschaffner j. P. Familie Weintraut Familie E. Günther jr. Familie Kuhl Else Günther. Gießen, den 12. Februar 1926. Die Beerdigung findet Montag, den 15. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 01066 AUTO 8'/r P. 8., fahrbereit, zu verk- Näh. bei 1S4,h Henrich Avpcl, Gieflen,Seltersweg. Stadttheater Tonntaa.l4.Fcbr. 18. soontag-M.-orsl. von 7 vio »'/, Uhr MsWIrMimec Lustspiel in 3 Akten von Carl RöKler. Dienstag, lß.Fedr. lS.Mnslog-M.-vrsl. von 71 /, bis 9°/« Uhr $er roaöre Jofob. Schwank tu 3 Akieir von Arnold tt Bach Mittwoch, l7.Fcbr. 19.MillM0lVAV.-VM. von 7'/i b. ncfl. lOUbv (^rstauffiibrnng! Soruntoio. Ein indisches Schau- sptel in 8 Bildern und einem Vorspiel vonKaltdasa, deutsch von Lauckner Freitag, 19. Febr., 20.3rp|(afl-21ön.-BtfL von7'/,b.nachl0Uhr juoenüfreunoe Lustspiel tu 4 Aufz. von Fttlda. [iseeC Sonntag,2 l.Febr. 19. "ivniag Av.-vrsk- von 7 bis nei. 10 Uhr Erstaufführung! Glüflli Blortia Operette in 3 Akte» von Kalman. Heute morgen 6*/4 Uhr entschlief nach längerem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante Frau Marie Eliäelhe Wm geh. Merl im 78. Lebensjahre. Md M P' ®en- letztes in UW belchwo im öffnet-. sann m öurch ' aenosfei schritten Äachrw kommt । war, ® Mshal einer 2 in den Paralle Sflll liier/ Sie ober! linis daeben hie' nebrod und sie zum har tungen ' die Di Grenze. Grenze bleibt d hat jah' Gebiet" lang du zum Dr wiffen unterftüi des mit gingen, bamdtö perzlveise ihr Doll Kunbgebu Ausnahme Geutschlan Stage, zu tisch wie n in Seutfd genölten i tunst beu lum erb schon Staa Ändi und leine fo viel 2i dah die Bestand Heulschlw von Ätol für Italic andere Stärke/ seiner Po' Diese yal datz Muss hinlversen gegensShe Die । taMiMj notwendig schlecht« Deutschland Gegensatz I durchaus j Derpslichtu ben, die l Staaten ai frei und n mungen. s um die A< den, wenn Seite steht dolitische $ iung neb< emnehinen Ein 9 ytfein s Achter ? an oftcuto Gewerbe- und Maschinenbauschule. Infolge eines Unglückfalles verschied am 11. Februar unser Schüler Heinrich Wagner aus Großen-Linden. Wir verlieren in ihm einen der besten Schüler, der sich stets durch vorbildliches Verhalten auszeichnete. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. 1384D Die Direktion und Lehrerschaft. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen innigstgeiiebten, herzensguten Mann, unsern treubesorgten, lieben Vater, Bruder, Schwager und Onkel Johannes Schäfer III. Weißbindermeister nach kurzem, mit Geduld getragenem Leiden zu sich zu rufen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. -I spra lotanffurt vom 14 x Sy- Sv- $Si ‘ ’M toi tut den i S des iS Sv -°s'! SS 8fr ' öe Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern soviel der Himmel höher ist denn die Erde, so sind auch meine Wege höher denn eure Wege und meine Gedanken denn eure Gedanken. Jes. 55,8 u. 9 Nachruf. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, unseren lieben Dirigenten Heinrich Wagner in die obere Heimat abzurufen. Der Heimgerufene hat der Sache des Herrn in unserem Chore mit großer Treue gedient. Sein Andenken wird unter uns in Liebe bleiben. Auf Wiedersehen! Gemischter Chor der Christlichen Gemeinschaft in Großen-Linden. Die diesjährigen Neuheiten in Tapeten • sind eingetroffen Die reiche Auswahl umfaßt Muster In jeder Preislage und in jeder Geschmacksrichtung | Restbestände vorjähriger Tapeten verkaufe ß I Ich zu bedeutend ermäßigten Preisen aus | ........................................................................................................ Heinrich Hochstätter Blühende Topf-Pflanzen sowie schöne Kränze empfiehlt bei billigster Berechnung Narl Gerhard, Gärtnerei Schiffenberg. Weg, neb. d.Alt. Friedhof Gleichzeitig empfehle ich mich im Anlegen und Instandhalten von Gärten und Gräbern. pserde-versteigerung. Montag, den 15. Februar 1926, vormittags 11 Uhr. sollen auf dem tzofe des Marstallgebäudes, Mathildenplatz 17, dahier, acht ausgemusterte Landgestüts- beschaler, zwischen 9 und 14 Jahre alt, darunter ein Gespann schwerer, großer Füchse, ein Gespann schwerer Braune und ein Gespann leichter Braune, geeignet als Arbeits- und Fuhrhalterpferde,, gegen gleich bare Zahlung, öffentlich versteigert werden. Darmstadt, den 8. Februar 1926. Hessische Landgestüts-Direktion. KastenllGtz säst neu, für Bäcker oder Metzger geeignet, billig zu verk. Wo? sagt Herso, Plockstraffe 5. 1341h Körbe a. Siiihle werden geflochten Schilfer. Löwengasse 18 L Bestell, werd, abgeholt, auch vom Land. 01059 Für jüngeren Schüler des Gymnasiums älterer Schöler oder Student zur Beaufsichtigung der Schularbeiten gesucht. Schr.Ang. u. 01043 an d. G. Anz 3V2 Morgen Land aus längere Zeit zu verpachten. Zu erfragen 1421D Sonn & Hertz. letfct tüchtig. Geschäftsmann 1500 rm. bis zum 30. April gegen Sicherheit. Zahle 30 bis40 Proz. 1 zurück. Schrift!. An- . geböte um Nr. 01070 a. d. Gieß. Anzeiger. Nr. 37 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)Samstag, |3. Februar 1926 Helft unserer Landesuniversität! Ein Not- und Weclrruf. Ver deutsch-italienische Konflitt. Von Professor Dr. Otto Hoetzsch, M.d.R. Genau im Augenblick, als in Deutschland die letzte Entscheidung für den Eintritt in den Völkerbund siel, hat Italien eine Krise in seinem Verhältnis zu Deutschland heraufbeschworen, die gerade für die Zusammenarbeit im Völkerbund sehr unerfreuliche Ausblicke eröffnet. Auch wenn wir ganz objektiv sein wollen, kann niemand behaupten, daß von deutscher Seite durch ein Eintreten für die deutschen Volksgenossen in Südtirol die erlaubte Grenze überschritten worden sei. Daß in solcher Spannung Nachrichten auftauchen, die dann falsch sind, kommt immer vor, und soweit das hier der Fall war, war es wahrhaftig nicht welterschütternd. Weshalb tobte Mussolini am 6. Februar in einer Weise gegen Deutschland los, für die man in den letzten Jahren, ja Jahrzehnten, schwer Parallelen findet? Daß seine Hinweise historischer und volk- licher Art auf schwachem Fuße stehen, wird kein Unbefangener bestreiten. Es sind nun einmal die Deutschen südlich des Brenners d a. Die Grenzen zwischen den beiden Dolkstümern gehen in ih^er Entstehung weiter und tiefer zurück, als die oberflächliche und tendenziöse Art Mussolinis das darstellt. Sie verschleiert nicht, daß eben hier das Selbstbestimmungsrecht gebrochen und vergewaltigt worden ist, und sie versteigt sich bis zur Vlasphemie und zum handgreiflichen Ansinn mit ihren Behauptungen über die Brennergrenze. Italien wollte die Brennergrenze als eine st r a t e g i s ch e Grenze. Die ethnographische Grenze, die Grenze bis zu dem „unerlösten Italien" war und bleibt die Linie an der Salurner Klause. Italien hat jahrzehntelang Ansprüche auf das „unerlöste Gebiet" von Trient erhoben, hat jahrzehntelang durch seine Agitation dort die Beziehungen zum Dreibund schwer belastet und sich kein Gewissen daraus gemacht, Bestrebungen dort zu unterstützen, die unmittelbar gegen den Bestand des mit uns verbündeten Oesterreich-Ungarns gingen. Niemand auf der Welt kann das, was damals geschah, in Parallele stellen mit dem perzweifelten Streben der südtiroler Deutschen, ihr Volkstum zu behaupten, und den deutschen Kundgebungen dafür, die alle samt und ohne Ausnahme davon ausgehen: Niemand stellt in Deutschland die Drennergrenze für Italien in Frage, zumal Deutschland das ja sowohl politisch wie militärisch nicht könnte. Aber jedermann in Deutschland verlangt, daß unseren Volksgenossen dort, auf uraltem, geschichtlich und kulturell deutsch geweihtem Boden ihr Volkstum erhalten bleibe innerhalb des italienischen Staates. Und ist dieser Staat mit seinen 42 Millionen und seiner faszistischen Organisation, von der so viel Lärm gemacht wird, wirklich so schwach, daß die 180 000 Deutschen in Südtirol seinen Bestand gefährden, und daß daS waffenlose Deutschland, das außerdem noch durch Oesterreich von Italien getrennt ist, gleichfalls eine Gefahr für Italien sei? Die Rede Mussolinis ist alles andere eher als ein Ausdruck der Stärke! So spricht kein Staatsmann, der sich seiner Position im Innern wirklich sicher ist. Diese exaltierte Art läßt eher darauf schließen, daß Mussolini den Radikalen der Faszisten etwas hinwerfen mußte, um die vorhandenen Parteigegensätze und Streitigkeiten zu beheben. Die Erklärung der Regierung und Reichs- tagssitzung vom 9. Februar haben darauf die notwendige Antwort gegeben. Es ist ein schlechtes Vorzeichen für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, wenn so ein Gegensatz herausgetrieben wird, bei dem Italien durchaus im Anrecht ist. Italien hat nicht die Verpflichtung zum Minderheitenschutz unterschrieben, die der Völkerbund einer Reihe anderer Staaten auferlegt hat. Es ist rechtlich insosern frei und nicht gebunden an Dölkerbundsbestim- mungen. Aber wie soll ein erfolgreicher Kampf um die Rechte der Minderheiten geführt werden, wenn ein solcher Staat auf der anderen Seite steht? Ein Staat, der durch seine ganze politische Position In Europa die gegebene Stellung neben England und Deutschland einnehmen müßte! Ein Italien, das wirklich im sicheren Bewußtsein seiner Stärke und seines weltpolitischen Rechtes zielbewußt geleitet würde, hätte sich längst an die Spitze der Staaten Südosteuropas gestellt, hätte längst im Spiel der großen Mächte einen Einfluß haben können, den wir ihm selbst gewünscht hätten. Das Hal es nicht fertig gebracht, auch nicht Mussolini und der FaszismuS. Träume, Phantasien, Atopien sind statt dessen gepflegt worden. Was soll das Wort vom „italienischen Imperium" und die Erinnerung an die Gröhe Roms, wenn zwar bedeutende reale Macht dahinterstehl, aber nicht eine Spur eines zielbewuhten realpolitischen Willens? Diese abenteuerliche und unberechenbare Zickzack-Politik ist allmählich zu einer Gefahr für den europäischen Frieden geworden, die in allen Kabinetten Europas Gegenstand der Sorge sein muß. And wenn der Faszismus in seiner Weise manches Verwandte mit Moskau hat. so kann er sich die Nationalitätenpolitik der Sowjetunion zum Vorbild nehmen, die im heutigen Rußland die Rechte der Minderheiten durchaus wahrt uni) achtet. Wir bedauern diese Spannung zwischen Deutschland und Italien, und wir wä scheu wahrhaftig nicht ihre Verschärfung. Denn im weiteren gesehen, sind Deutschland und Italien gegebene Bundesgenossen, sowohl in Genf wie bei den großen Völlerbundskonseren- zen, die dieses Iahr bringen soll. And es sollte hier der englische Einfluß sich ganz besonders nachdrücklich geltend machen. Denn gerade die englischen Hoffnungen auf den „Geist von Locarno", an dem Italien doch auch beteiligt sein soll, werden enttäuscht und schwer gefährdet, wenn derartige Extratouren eines Ministers, der die Tragweite seiner Worte entweder nicht übersieht oder nicht übersehen will, die mühsamen Versuche, Europa in Ruhe und Ordnung zu bringen, stören. Wir hoffen sehr, daß diese deutsch-italienische Spannung nur eine Episode sein und daß es uns bald wieder möglich gemacht wird, die Gemeinsamkeit der großen europäischen Interessen mit Italien zu betonen und zu vertreten. Aber an der Kernfrage lassen wir nicht rütteln und können wir nicht rütteln lassen. Soll Europa überhaupt zu einer Ruhe kommen, so muh das Problem der nationalen Minderheiten gelöst und in Ordnung gebracht werden. Man muß die Wege gehen, die zu einer Verbindung zwischen der Souveränität des Staates einerseits und der kulturellen Selbständigkeit von nicht zur Staatsnation gehörenden Staatsbürgern führen. Wie bekannt, hat man eS zum ersten Male vollständig in dem kleinen östlichen Randstaat Estland versucht, der (deutschen) Minderheit ein« kulturelle Autonomie zu geben. Aber auf die Zahlen kommt eS dabei nicht an. Man kann nicht Zehntausenden, die geschlossen sitzen und siedeln, verweigern, was man in einem anderen Land Millionen gegenüber für nötig hält und anerkennt. Das ist die Forderung, die zu vertreten Deutschlands ganz besondere Aufgabe im Völkerbund fein wird, und die jetzt gerade an einer Stelle akut geworden ist, bei der weder wir noch Europa es erwartet hätten. Was bis in das letzte Iahr für Italien gegenüber Südtirol möglich war, das muß es auch heute und künftig sein. And es ist ein sehr schlechtes Zeichen für die innere Kraft, den sittlichen Antergrund des Faszismus und seiner Ideen, wenn er an Stelle des Versuches, die Nationalitätenfrage ernsthaft zu lösen, in dieser Weise vergewaltigend vorgeht und feine Politik mit Phrasen-Ausfällen und Rasseln mit dem Säbel begleitet. In unseren Ausgaben vom vorigen Mittwoch und Donnerstag haben wir eine Eingabe unserer Landesuniverfität an den Landtag abgedruckt. Rektor und Gesamtsenat unterbreiten dem Parlament eine „Zusammenstellung von längst als berechtigt anerkannten Anträgen der Landesuniversität, die trotz wiederholter Vorstellungen der Rektoren und des Senats noch keine Berücksichtigung gefunden haben." Die bisherigen Leistungen des Staates für die Landesuniversität werden dankbar anerkannt, man würdigt auch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Nachkriegsjahre vollkommen, läßt aber keinen Zweifel über die sehr bedenklichen Aussichten hinsichtlich der Weiterentwicklung und der Geltung unserer Aniversität, wenn deren neige* drungenen Forderungen im Laufe der nächsten Iahre nicht durchgreifend Rechnung getragen wird. Diese Eingabe ist ein sehr ernstes Dokument. Die eindringliche Sprache, die warnt und bittet im Interesse der Wissenschaft und des ganzen Hessenlandes, ist ein Not- und Weckruf zugleich. Mit der Aniversitätsderwaltung wird jeder einsichtige Mensch der Meinung fein, daß bei der gegenwärtigen Lage der Staatsfinanzen, der Wirtschaft und des einzelnen Staatsbürgers die Summen vom Staate nicht im Handumdrehen beschafft werden können, die zur Befriedigung der berechtigten Forderungen der Aniversität notwendig find. Aber dem Verlangen, daß den dringenden Bedürfnissen „im Laufe der nächsten Iahre" entsprochen werden möge, wird sich jedermann anschließen, dem die Förderung der Wissenschaften als des einzigen nach dem großen nationalen Anglück mreingeschränkt uns verbliebenen Gutes eine hohe nationale Pflicht ist. Neben dieser nationalen Sette bei dem Eintreten und Opfern für unsere hessische Hochburg der Wissenschaft stehen aber noch ernste Gesichtspunkte der unmittelbaren geistigen Befruchtung und Bereicherung unseres Hessenlandes durch seine eigene Hochschule, und nicht minder bedeutungsvolle Gedanken über daS Ansehen unseres Landes Im Deutschen Reiche und in der Welt eben durch di« LanbeSuniversitüt Gießen. Treffend hat Geheimrat Prof. Dr. Sommer am Montagabend Im Rahmen eines Vortrages im Gießener DerkehrSverein erst wieder hervorgehoben, daß der hessische Staat steht und fällt mit der Aniversität Gießen, daß Hessen außerordentlich leiden wird, wenn es die Landesuniversität „auffließen" läßt. Diese Warnung möchten wir unterstreichen. Möge sie von der Regierung und vom Landtag ernstlich beachtet werden. Obwohl die Schwierigkeiten dieser Zeit groß sind, sollten Regierung und Parlament von den berechtigten dringenden Forderungen der Aniversität ungesäumt die dringlichsten Aufgaben noch in dem neuen Haushaltsjahr erfüllen! Die Regierung und der ßanbtag würden damit der Wissenschaft in Hessen erneut eine verdiente Anerkennung zuteil werden lassen, zugleich aber auch den hessischen Staatsinteressen in glücklicher Weise dienen. Wenn wir den Notruf der Landesuniver- fität an den Staat hier unterstützen, so möchten wir doch nicht unterlassen, daraus hinzuweisen, daß dieser Notruf auch das Volk, insbesondere die Gießener und die oberhessische Bevölkerung angeht, daß er für viele Mitbürger in Stadt und Land zugleich ein Weckruf ist. Wir tonnen leider nicht behaupten, daß die Aniversität bisher in breitem Ausmaß in der engeren Heimat di e Förderung erfahren hätte, die sie aus Grund ihrer verdienstvollen Kulturarbeit mit Recht beanspruchen kann. Die Vertiefung und Förderung unseres Geisteslebens, die Heranbildung eines ausgezeichnet geschulten Nachwuchses von Dienern und Helfern der Volksgesamtheit auf den verschiedensten Gebieten des Daseins, die Befruchtung unserer Volkswirtschaft durch immer neue Erkenntnisse der wissenschaftlichen Forschmrg und noch mancherlei anders sind Aussaaten in den Acker unseres Volkstums, dessen Früchte allen auf irgendeine Weise zugute kommen, auch denen, die bisher nicht gefäet oder zu der Schaffung deS Saatgutes beigetragen hatten. In den früheren besseren Zeiten kam die» Aniversität auch ohne diese Hilfe noch verhältnismäßig gut zurecht, obgleich selbst da für frevwillige Helfer es schon allerlei zu tun gab. Heute ist die Hilfe der Mitbürger In Stadt und Land für die LandeS- universität eine Notwendigkeit! WaS unsere Hochschule selbst oder durch ihre Glieder an geistigen Gütern unmittelbar und mittelbar in die Bevölkerung trägt, wissen wir in Gießen zur Genüge, wenn wir uns z. D. nur an daS außerordentlich rege Vortragswesen erinnern, das ohne die Aniversität in gleicher Fülle und Fruchtbarkeit hier wohl kaum vorhanden wäre. Welchen Gewinn die Provinz von diesem Mittelpunkt des Geisteslebens in Oberhessen zieht, wissen nicht nur die Städte, In denen Gelehrte unserer Laichesuniversität mit größtem Interesse aufgenommene Vorträge gehalten haben; der Segen wissenschaftlicher Forschung wird auch dein Land- mann gegenwärtig sein, wenn er daran denkt, wie die landwirtschaftlichen Betriebsformen und ihre wirtschaftliche Auswertung zu seinem Vorteil sich verändert haben durch die Nutzbarmachung der Erkenntnisse landwirtschaftlicher Forschungstätigkeit. Ano wenden wir den Blick von der Provinz wieder nach Gießen zurück, so sehen wir am Sitze der Landesuniversität neben dem geistigen Gewinn durch die Hochschule auch noch sehr beachtenswerte wirtschaftliche Vorteile. Man überlege nur, welche Geldsumme — auch wenn sie für manchen Einzelnen unter den Studierenden nicht allzu groß ist — durch die etwa 1700 Studierenden in jedem Semester unserer heimischen Wirtschaft zufließt, und man mache sich ferner klar, wieviel auswärtiges Geld durch die Inanspruchnahme der Kliniken in unsere Stadt kommt, welche Staatsmittel hierherfließen und was schließlich, um nur noch ein Beispiel zu erwähnen, bei den häufigen Besuchen Alter Herren hier verausgabt wird. Wenn die Einnahmen auch nur von einem kleinen Kreise Dort Mitbürgern gemacht werden, so ist doch nicht zu bestreiten, daß von diesen Personen aus ganz beträchtliche Teile der Einnahmen weiterfließen in andere Kreise unseres Wilckschafts lebens, weil eben auch hier im Prvduktions- und Kvnsum- tionSprozeß ein Rad ins ander« greift. Welche Folgerungen sind auS diesen Feststellungen zu ziehen? Aus den Generalnenner gebracht sind sie zusammenzufassen in die Forderung an alle: Anter st ützung der LanbeSuniversitüt (neben der selbstverständlichen staatlichen Fürsorge) auch durch die öffentlich enKörperschaften (Landgemeinden, Städte, Kreise) und durch die C i n z e l- Persönlichkeit. Im Einzelnen zunächst: Mit Recht ist man in den leitenden Kreisen der Gießener Hochschulgesellschaft, der Hilfsorganisation für unsere Landesuniversität, der Ansicht, daß alle früheren Gießener Student en Mitglied der Gießener Hochschulgesellschaft sein sollten, denn von dieser Hochschule haben sie ihr geistiges Rüstzeug erhalten, mit dem sie das Leben täglich neu gewinnen können, wenn auch oft in hartem Kampfe. Dankbarkeit für diesen LebenSreichtum sollte die früheren Studierenden veranlassen, jetzt in den schwerer, Notzeiten ihrer alten Aniversität durch die Mitgliedschaft bet der Hochschulgesellschast und durch Werbung für diese beizustehen! Aber auch die Eltern der künftigen Gieße- Bas Heimatblatt Giehener Anzeiger Das große Anzeigenblatt Aus der Geschichte des Devotionalbttdes. In der Hessischen Vereinigung für Volkskunde sprach Privatdozent Dr. Adolf ©Warner (Frankfurt a. M.) über das kleine Andachtsbild vom 14. bis 20. Jahrhundert, über die Ent- toidttung des religiösen Miniaturbildes, das, als Gebetbuch- oder Bibeleinlage über ein halbes Jahrtausend den Weg der Menschen begleitet hat bis in unsere Zeit hinein, und das den Wandel der Mode und des Stils durch die Jahrhunderte so mitgemacht hat und widerspiegelt, wie das große weltliche Kunstwerk. Den Kamps für und gegen das religiöse Bild überhaupt hat Gregor der Große entschieden, er ist für den Wert des Bildes mit guten Gründen eingetreten; das Konzil von Nicaea hat das Bild gebilligt und anerkannt, gewissermaßen als das Buch des Laien. Trotz den Bemühungen des Schwenlfeldianers Sudermann ist das Andachtsbild im wesentlichen katholisch geblieben. Eine grundlegende Geschichte steht noch aus (Sparner selbst hat zur Zeit eine größere Arbeit irnDruck); die Kunsthistorie hat sich allenfalls mit den frühen Clnblattdrucken beschäftigt. (Das Thema ist ja kunsthistorisch, folkloristisch und sttlgeschicht- lich gleichermaßen interessant und bedeutsam.) Im 14. Jahrhundert löst sich das religiöse Bild gleichsam vom Altar, von der Kirchenwand und wird persönlicher Besitz. Zuerst hat man es auf Pergament hergestellt, vornehmlich in süddeutschen Klöstern. „Drieflein" hieß es, vom lateinischen breve (scriptum, pictum, imprimatum) und galt als beliebtes Freundschaftsgeschenk. Heinrich Seuse hat sich ein Bildchen der heiligen Weisheit malen lassen und nie von sich gegeben; überhaupt finden sich in der deutschen Mystik viele literarische Belege. Aber das Bild hat das Schrifttum überdauert. Die „Gottesfreunde" tragen den Geist der Klöster ins Land, der Bedarf an Andachtsbildern wächst, flandrische Duchschreiber und Jlluministen beginnen einen schwunghaften Handel mit religiösen Miniaturen. Auch in Deutschland bringen die „Drieftnaler" mit ihren Erzeugnissen bald in weitere Kreise. Zunächst hatte man Holzschnitte (in sehr primitiver Technik), grell bemalt. Die Bemalung ist wesentlich. In den Klöstern, den Frauenklöstern vornehmlich wurden viele Drucke koloriert. Zur Schablonierung kam man erst später. Freude am Spielerischen bildet sich an den sog. Teigbildern (einer Art bemalter Kuchen). Erst der (wohl um 1430 im Südwesten, am Rhein entstehende) Kupferstich vollzieht den entscheidenden Schritt zur Kunst. Ausgangnspunkt für alle Dilderdrucke war das Andachts- und Heiligenbild (was sich übrigens etymologisch noch nach- toeifen läßt). Dis versch.edenen Wallfahrtsbilder prägen eigene Bildtypen mit eigenen, charakteristischen Motiven aus. Das Nürnberger sog. Speerfest (an die Longlnuslegende anknüpfend) schafft das Herzjesubildchen, das für die Formen und Auswüchse des Volksglaubens charakteristisch ist. Das 15. Jahrhundert entwickelt das verbreitete Christuskindbild (oft mit ganz primitiv- kindlichen Ingredienzien, wie Steckenpferd, oder „Schnuller"); aus dem Geist der deutschen Mystik wiederum versteht man die zahlreichen Passionsbilder. Das 16. Jahrhundert mit seiner Hinwendung zu den Realitäten der Welt ist für die Entwicklung anfangs steril, bringt aber gegen Ende eine neue Blüte im engen Zusammenhang mit der Jesuitenpropaganda; ein wichtiges Zentrum ist hier Antwerpen. Orientalische Einflüsse bringen besonders das Schnittbild zu hoher Cnt- wickmng. Von Konstantinopel, wo es um 1600 eine Zunft der Papierschneidekünstler gab, kommt der Papierschnitt zu uns. Dor allem aber ist Holland bis ins 19. Jahrhundert der Sih der berühmtesten dieser Künstler und Künstlerinnen gewesen. Am 1640 entsteht eine neue Art von Andachtsbildern im Gußbild (das sich noch in den sogenannten „Hauchblättern" der Kinder bis heute gehalten hat). Der Bilderhandel und Bilderverlag wird geradezu organisiert. DaS 17. Jahrhundert entwickelt übrigens ferner das — in Texten — geschriebene Bild, das auch in der Barockliteratur eine (nicht sehr ruhmreiche) Rolle spielt, und das „Rebusbild", das auf Flugblättern des 30jährigen Krieges viel unter die Leute kommt. Im 18. Jahrhundert ist Augsburg ein wichtiges Bilderzentrum (Verlag der Gebrüder Glauber), die Menge der Devotionalien ist kaum zu übersehen; charakteristisch ist der höstsche und weltliche Einschlag des Rokoko. Als Material werden selbst Gänsefedern. Eihäutchen und Schmetterlingsflügel nicht verschmäht. Im 19. Jahrhundert erlischt Augsburgs Ruhm, der Verfall setzt ein, Biedermeier und Romantik (Brentano, Steinle) können den Niedergang nicht aufhalten. Auch nicht ein neues Zentrum in Prag. Nach der Mitte des Jahrhunderts geht es zu Ende mit dem Andachtsbild. Der Rest ist der Devotionalkitsch, von dem das Stuttgarter Kunstgewerbemuseum Proben aufbewahrt. — Der Vortrag von Dr. Sparner (der ein gründlicher Kenner dieses folkloristischen Sonderthemas ist) gab einen durch Lichtbilder und Reproduktionen sehr anschaulich gemachten Ausschnitt aus einem Gebiet, das seither weder kunsthistorisch noch kulturgeschichtlich recht erfaßt, geschweige denn ausgeschöpft worden ist. -y- Ameisen als Türmedauer. Eine erstaunliche Probe von der Intelligenz der Ameisen berichtet Dr. I. Hundhausen von seinen Reisen in Nordargentinien. Weite Strecken des südamerikanischen Gebietes vom Pamana-Strorn bis zum Aruguay sind mit den Bauten der Ameisen bedeckt, die rundlichen Grabhügeln ähnlich sind. Riesige Landgebiete sind mit diesen Ameisenbauten wie ir.it einem dicken Polster übersät, und das Land ist dadurch für jede Benutzung verdorben. Mittel zur Vernichtung dieser Nester, die dem Lande einen ungeheuren Schaden zufügen, sind bisher noch nicht angewendet worden, denn sie sind teurer als das Land selbst. Im Arwald des Chaco in Argentinien fand nun Hundhausen eine merkwürdige Vorrichtung, die den Ameisenforschern bisher unbekannt war. „3n dem Arwald," erzählt er, „trugen die rundlichen Bauten von 2 bis 3 Meter Länge auf ihrer oberen Fläche eine Anzahl dornartiger Hörnchen von etwa fingerlanger Höhe. Diese Aufbauten hatten die Form eines spitzigen einseitigen Kegels, in dessen senkrechter Seite ein Kanälchen eingezogen war, das in.etwa 3/t Hohe unterhalb der scharfen Spitze in ein Loch endete. Diese bomartigert Türmchen _ hatten ein ganz frisches Aussehen, waren bräunlich, glatt poliert, äußerst gleichmäßig und sauber gearbeitet. Ein Blick auf die sonstige Beschaffenheit zeigte ihren Ztveck Die Ameisenstadt war von Regen und Aeberschwem- mung so mitgenommen worden, daß alle ihre Ausgänge verschmiert waren. Ich kann natürlich nicht wissen, ob die Verschließung nicht außerdem auch Absicht gewesen sei, so daß die aufgebauten Turmtörchen nur einfacher Verteidigung dienten. In beiden Fällen haben sie aber den Sinn eines überlegten Ein- und Ausganges. Wie die fleinen Wesen auf den Gedanken gekommen sind, daS das 'Wasser bzw. die Sprihhöhe des Regens überragende Türmchen zu errichten, und wie sie das ausgeführt haben — das erscheint über manche andere ihrer Leistungen weit hinaus unbegreiflich. Woher hat die Ameise die Einsicht in die Stabilität solcher steiler Bauten? Weher weiß sie di« nötigen Höhen abzuschätzen? Wer hat ihr diese Schutzvorrichtung, die i s n'i doch nich b obachten konnte, cingcgcben? Wer hat sie gelehrt, ein solches wie gedrechselt aussehendeS Gebilde, das für eine geschickte M nschenhand ein Kunstwerk wäre,, aus der Zusammenarbeit vieler hervor» gehen zu lasten? Wieviel Beobachtung und Aeberlegung war dazu nötig, diese Türmchen dem Bedürfnis dec verschiedenen Stellen anzupassen, in der Höhe abzustufen und in den verschiedenen Größen doch immer dieselben Dauver« haltntste einzuhalten!" ner Studenten sollten schon jetzt durch die Erwerbung der Mitgliedschaft der Hochschulgesellschaft dafür sorgen, daß der Boden, auf dem ihr Kind einst seine geistige Vollendung finden soll, gut bereitet ist, damit es den gröhtmög- lichen Buhen für fein Leben dort gewinnen kann. Sn Stadt und Land sollten die Mitbürger, die in g c i st i g e r und wirtschaftlicher — unmittelbar oder mittelbar — Beziehung Gewinn von der Universität haben, ebenfalls die Hochschulgesellschaft stärken, um dergestalt die Anerkennung zum Ausdruck zu bringen, die sie für die Bereicherung ihres geistigen Gutes, oder für wirtschaftliche Vorteile dem Quell der Gewinne schuldig sind, Und endlich sollten die öffentlichen Körperschaften im Hessen- lande nicht mehr säumen, dem Beispiel der Stadt Gießen. der Oberhessischen Kreisverwaltungen und der Provinzialdirektion Oberhessen durch den Eintritt in die Reihe der korporativen Mitglieder der Hochschulgesellschaft zu folgen, ein Weg, den wir schließlich auch manchen Vereinen, die hohen Zielen zustreben, zum Beschreiten empfehlen möchten. Die Gießener Hochschulgesellschaft. die unter dem Vorsitz des Pro- vinzialdirektors G r a e f arbeitet, will die tatfrohe Mittlerin sein zwischen der Landesuniversi- tat und ihren hilfsbereiten Freunden in Stadt und Land. Der Staat und die Wirtschaft, die beide bisher stets opferbereite Stützen der Landesuniversi- tät waren und dies nach bestem Können sicherlich auch weiterhin bleiben wollen, haben in der gegenwärtigen schweren Krise ein hartes Ringen um ihre eigene Existenz zu führen. Auch bei den Verwaltungen der Kreise und Gemeinden, wie bei jeÄem einzelnen Staatsbürger geht es heutzutage wesentlich knapper her als noch vor einem Sahre. Wenn wir trotz dieser Bedrängnis alle — Staat, Wirtschaft, öffentliche Körperschaften, Vereine, Einzelpersonen — vereint bemüht sind, von allen Seiten her und aus allen Schichten durch die Vermittelung der Gießener Hochschulgesellschaft ein Opfer zu bringen — viele Wenige geben auch ein Viel! — so muß und wird es uns gelingen, unserer Landesuniversität Gießen die Forderungen allmählich zu erfüllen, die sie im Snteresse der Wissenschaft und zum Vorteil unseres VollslebenS jetzt erneut ausgesprochen hat. Oberhessen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 13. Febr. In seiner letzten Sitzung war dem Gemeinderat erneut Gelegenheit gegeben, zu dem jetzt aktuellen Thema „61 n = schrankung von Vergnügungen" Stellung zu nehmen. Es lagen zwei Gesuche zur Genehmigung von Fastnachtsveranstaltunden vor, wohl die einzigen, die in unserer Gemeinde stattfinden. Die nachgesuchte Genehmigung wurde vom Gemeinderat erteilt. Damit aber die letzthin dargelegte Stellungnahme des Gemeinderats nicht als 2lnreiz zur hemmungslosen Veranstaltung von Vergnügungen ausgelegt werden kann, beschloß der Gemeinderat nunmehr, daß zunächst für Fast- nachtsyergnügungen der vierfache Betrag des seitherigen Vergnügungssteuersatzes zu entrichten ist. — An sämtliche Sozial- und Kleinrentner soll eine einmalige Beihilfe im Betrage von 12 Mk., zu welcher aus Kreismitteln teilweise beigetragen wird, ausgezahlt werden. Der Gemeinderat begrüßte diese Maßnahme, msr aber der Meinung, daß die oerschieden- artigft geraaerten Verhältnisse eine mehr individuelle Behandlung erfordern. Die zuständige Kommission soll vorerst an Hand der vorhandenen Aufstellung nachprüfen, ob und inwieweit in einzelnen Fällen mehr getan werden kann. — Die dtn 11. Februar erfolgte Neuverpachtung der Gemeindejagd brachte ein Ergebnis von 1550 Mark auf 9 Jahre, gegenüber seither 1800 Mark chis 6 Jahre. Die hierzu erforderliche Genehmigung des Gemeinderats wurde nicht erteilt, vielmehr soll die Jagd, die einen guten Bestand aufweist und infolge ihrer bequemen Verbindung mit der Stadt eine besondere Anziehungskraft ausübt, erneut zur Ausschreibung gelangen. Seitens des Gemeinderats wurde hierbei gewünscht, daß die Verpachtung auf 9 Jahre und in drei Abteilungen erfolgen soll. — Für die noch nicht erfaßten Umsätze des Rechnungsjahres 1 92 5 beschloß der Gemeinderat eine Nacherhebung der Gewerbesteuer. Die Erhebung soll in einem Nachtragsziel im März 1926 erfolgen. — In nichtöffentlicher Sitzung lagen eine Reihe Gesuche um Erlaß der Gebäu besonder ft euer vor. Es mußten alle bis auf zwei, denen Stundung gewährt wurde, abgelehnt werden. — Wegen der Vergebung einer freiwerdenden Wohnung soll, um hierbei gleich mehreren helfen zu können, mit den in Frage kommenden Personen in Verhandlung getreten werden. Der Wohnungskommission wurde die wettere Regelung der Angelegenhett anheimgegeben. Eine längere Besprechung interner Angelegenheiten beschloß die Sitzung, zu der sich ebenfalls wieder eine größere Anzahl Zuhörer eingefunden hatte. f. Klein-Linden, 12. Febr. Die hiesige Landwirtschaftliche Bezugs- und Absahgenossenschäft hielt am Donnerstagabend in der Wirtschaft Rinn ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Bei einem Mttgliederstand von 76 wurden 14 381,90 Mk. umgesetzt. Der Reingewinn beträgt 190 Wk.. welcher den Mitgliedern gutgeschrieben wird. An Verzugszinsen mußte im Laufe des Geschäftsjahres 190 Mk. bezahlt werden. Die Ergänzungs- Wahlen zum Vorstand und Aufsichtsrat ergaben die Wiederwahl durch Zuruf der gesetzlich aus- geschiedenen Mitglieder, und zwar für den Vorstand Wilh. Langsdorf als Direktor, für den Aufsichtsrat Karl Hinterlang als 1. Vorsitzender. Beschlossen wurde ferner, daß in Zukunft die Verzugszinsen von den in Frage kommenden Mitgliedern zu tragen sind. Die Geschäftsanteile in Höhe von 10 Wk. werden mit 10 Prozent verzmst. Reu eingeführt werden Kontobücher für Mitglieder zur Erleichterung der Bezugskontrolle. * Lang-Göns, 12. Febr. Die Vorarbeiten zu dem am 6. Suni ftattfrndenden Gesangs- Wettstreit des Gesangvereins „German i a“ sind beendet, so daß bereits am Sonn- tag, 21. Februar, der Delegiertentag ab- | gehalten wird. Bis zu diesem. Termin haben die Anmeldungen zu erfolgen. Wertvolle Kunstgegenstände und hohe Geldpreise stehen schon jetzt zur Verfügung. 5 A u s dem nördlichen Kreise Gießen, 12. Febr. Vergangene Woche wurden in hiesiger Gegend mehrfach Züge der „Schneegänse" beobachtet. Nach der Meinung der Leute bedeutet das ein zeitiges Frühjahr. • Grünberg, 13. Febr. Die Anmeldungen neuer Schüler für die hiesige Oberreal-- schule werden am nächsten Mittwoch und Freitag entgegengenommen. Räheres rn der heutigen Anzeige. l. Hungen, 12. Febr. Bei der gestern im hiesigen Gemeindewald abgehaltenen Brenn- Holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Scheiter: Buchen 18 bis 20 Mk., Hainbuchen 14 bis 16 Mk.: Knüppel: Buchen 12 bis 14 Mk., Hainbuchen 10 bis 12 Ml., Eichen 5 bis 7 Mk.: Astreisig: Hainbuchen 1 bis 1,50 Mk., Eichen 0,50 Mk.: Stöcke: Buchen 7 bis 8 Mk., Hainbuchen und Eichen 5 bis 6 Mk. je Raummeter. df. Langsdorf, 12. Febr. Unser Dorf hat Aussicht, noch in diesem Jahr in den Besitz einer Wasserleitung zu kommen. Nachdem sich die Gemeindeverwaltung über die Beschaffung der zum Bau nötigen Geldmittel im klaren war, beschloß der Gememderat dieser Tage mit großer Mehrheit, nun den Bau in Angriff zu nehmen. Mit der Wasierleitung soll auch gleichzeitig die Kanalisierung verbunden sein, was ja bei der Lage des Dorfes unumgänglich ist. Schon fast drei Jahre lagern Rohre und Material hier, und man konnte es kaum glauben, daß sie schon so bald dem Erdboden übergeben werden sollten. Nun sollen sie im Laufe des Jahres das klare Quellwasser aus dem staatlichen Wasserwerk Inheiden hierher leiten. Möge das beschlossene Werk gelingen zum Segen des Ortes! bs. S t e i n h e i m b. Hungen, 12. Februar. Unsere Gemeinde feierte am Mittwoch ihren zweiten Familienabend. Während der erste uns an die Wurzeln unseres Seins, die Geschichte unserer engeren Heimat führte, uns ihre Schönheit und die verschiedensten Snrwicklungsstufen und Rückschläge vergegenwärtigte, gedachten wir diesmal unserer deutschen Brüder und Schwestern außerhalb der Reichsgrenzen. Sn Gedanken wurden wir in die Gefilde Walters von der Vogelweide geführt. An Hand von 60 trefflichen Lichtbildern zeigte der Vortragende, Pfarrer Dr. H e y m a n n von Rodheim, den Erschienenen die Schönheit der Berge, ihre Bewohner in ihrem Tun und Treiben und Daseinskampf gegen die welschen Unterdrücker. Passende Gedichte, unter Leitung ihres Lehrers Bersch, von den kleinsten Schulkindern formvollendet vorgetragen, «belebten, an passenden Stellen eingefügt, das Ganze. Eingerahmt wurde die Veranstaltung durch einige gutgegebenen Chöre des Gesangvereins „Frohsinn". Der Verlauf des Abends war ein Beweis dafür, daß es möglich ist, bei verständnisvollem Zusammenarbeiten aller Kräfte eines auch Keinen Dorfes den Einwohnern einen schönen und belehrenden Abend zu bereiten. Aus der Mitte der Versammlung heraus wurde allen Beteiligten der Dank der Anwesenden ausgesprochen imd die Feier mit dem gemeinsamen Rationalgesang geschlossen. — Die hi^ige Feld- j a g d wurde von Bäcker Rudel. Schreiner Emmerich und Landwirt Wilh. Stoll auf 6 Sahre zum Preise von jährlich 405 Mk. gepachtet, vorher war sie im Besitz von 2 Gießener Herren gegen sine Pachtsumme von 300 Mk. das Sahr. Kreis Friedberg. * Bad-Rauheim, 12. Febr. Sn dem gestern vom „Gieß. Ang." gebrachten unausführlichen Bericht über die Einweihung des evangelischen Gemeindehauses (alte Wilhelms- kirche) bedarf eine sachliche llngenauigkeit, die sich als Druckfehler eingeschlichen, der Berichtigung. Die Wilhelmstirche wurde nämlich 1740 nicht mit Unterstützung der hessen-nassauischen, sondern der hessen-hanauischen Regierung erbaut. * Butzbach, 12. Febr. Dieser Tage fand im Gasthaus „Zum Deutschen Haus" ein öffentlicher Vortragskursus statt, der von dem Verein ehemaligerSchüler der landwirtschaftlichen Schule Butzbach veranstaltet wurde. Der Vorsitzende des Vereins, Landwirt K. Hannack (Kirch-Göns), eröffnete um 8.30 Uhr vormittags die Tagung und hieß die zahlreich Erschienenen herzlich willkommen, insbesondere die Vortragenden Univ.- Prof. Dr. Kraemer -Gießen, Pwf. Dr. Röhler- Darmstadt und Oekonomierat Dr. W a g - ner-Gießen, sowie die Herrn des Wirtschaftsausschusses und das Lehrerkollegium der landw. Schule. Der Vormittag brachte drei interessante Vorträge, die, hauptsächlich unserer Gegend entsprechend, klein- und mittelbäuerlichen Verhältnissen angevaßt waren. Es sprachen Direktor Dr. Schad über „Betriebswirtschaftliche Fragen", Univ.-Prof. Dr. Kraemer über „Tagesfragen der Viehzucht" und Prof. Dr. Röhler über „Düngungsmahnahmen im Frühjahr". Allen Römern wurde für ihre interessanten Ausführungen, die durch rege Aussprache noch erläutert und vertieft wurden, reicher Beifall der Versammlung zuteil. Anschließend fand am Rachmittag die Generalversammlung des Vereins ehemaligerSchüler statt, in der dem Rechner Entlastung erteilt und der Vorstand einstimmig wiedergewählt wurde. Mit einer zweistündigen Filmvorführung aus dem Betrieb der landwirtschaftlichen Versuchsstation Darmstadt über Versuche über Dodensäurefrage, Methoden zur Bestimmung des Rährstoffgehalts der Böden, Düngungsversuche, Kontrolle der Dünge-, Futtermittel und Saatwaren" schloß die überaus lchrreiche Tagung. * Butzbach, 12. Febr. Sn einer gut be suchten Mttgliederversammlung der hiesigen Ortsgruppe der DeutschenVolkspartei sprach Schulrat Dr. E l ö ß n e r - Marburg über das Thema: „Die Grundlage der Deutschen Volks- Partei und anderer Parteien." An die klaren, mit reichem Beifall auf genommenen Ausführungen schloß sich eine rege Diskussion, in der vom Redner noch zu manchen Fragen Stellung genommen werden konnte. *** Gambach, 12. Febr. Mittwoch abend fand in der Gastwirtschaft Gg. Haase die diesjährige Generalversammlung des hiesigen Radfahrervereins „W ander- l u st" statt. Aus dem Sahresbericht war zu ent- nehmen, daß die Mitgliederzahl etwas gestiegen ist, daß auch die finanziellen Verhältnisse des Vereins trotz der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse befriedigend sind, daß das Sahr 1925 überhaupt ein Sahr der gesunden Wetter- entwcklung und des Fortschrittes war. Besonders hervorzuheben ist, dah der Verein durch die Opferwilligkeit seiner Mitglieder in den Stand gesetzt war, sich Saalmaschinen zu be- schasfen. Es folgte dann die Wiederwahl der seitherigen Vorstandsmitglieder, bis auf diejenigen, die freiwillig ausschieden. ^Ober-Mörlen, 12. Febr. Die Bür-- germei ft erfrage, die schon länger als ein halbes Sahr die Gemüter bewegt und bereits zu vier heftigen Wahlkämpfen und zwei Kreis- auSschußsitzungen geführt hat, wird am 20. Februar nunmehr auch den Provinzialausschuß in Gießen beschäftigen. Ser Einspruch der unterlegenen Partei des seitherigen Bürgermeisters Geibel .gegen das ülrteil des Kreisausschusses 'Friedberg vom 19. Dezember v. Ss. wird Gegenstand der Verhandlungen sein, zu der eine größere Anzahl Zeugen erscheinen wird. E Rieder- Florstadt, 12. Febr. Ein Kursus für Werkunterricht in d er Volksschule hat auf Anregung des Kreisschulamts Friedberg hier begonnen. Die Beteiligung ist freigeftellt, trotzdem fanden sich fast sämtliche Lehrer von hier und der näheren Umgebung ein. Der Fachmann hat erkannt, wie wichtig im Unterricht es ist, dem Betätigungsdrang der Schüler entgegenzukömmen und ihn nutzbringend zu verwerten. Wer noch Zweifel daran hatte, konnte schon am ersten Tage eines besseren belehrt werden. Wie vielseittg durch Falten, Zeichnen und Formen der Schüler schon in den beiden ersten Schuljahren angeregt werden kann, welche Fertigkeiten bei entsprechend begabten Schülern erreicht werden, können sich die Teilnehmer, nachdem sie unter Anleitung von Lehrer Stumpf, Friedberg, selber die Arbeiten ausgeführt haben, leicht vorstellen. Soviel kann schon jetzt gesagt werden: der Werkunterricht ist keine Spielerei, sondern er ist, entsprechend verwertet, ein wichtiges Unterrichtsmittel. Aus diesem Grunde ist es sehr zu begrüßen, daß den Lehrern, die in abgelegenen Orten wohnen und die Vorträge und Kurse, die inzwischen schon gehalten wurden, wegen der schlechten Verbindung nicht besuchen konnten, jetzt Gelegenheit gegeben wird, dies im Snteresse der Schule, wenn auch mit persönlichen Opfern, nachzuholen. Sn sieben Kursen, die immer am Mittwoch stattfinden, soll hier das überaus reichhaltige Pensum erledigt werden. — Für den diesjährigen Wohnungsneu- b a u wird hier schon gut vorbereitet. Sn der Siedlungsstrahe sind für vier Häuser die Srd- arbeiten ausgeführt und die Bruchsteine für das Fundament angefahren. Bei diesen Bauherren ist auch die Geldfrage gelöst, so daß die Hauser im Laufe des Sahres zum Beziehen fertig werden. Wettere 5 bis 6 Reubauten von Kriegsbeschädigten werden in nächster Zett begonnen. Auch bei diesen wird mit Hilfe der Abfindungsgelder die Fertigstellung durchgeführt werden formen. Einige Daulustige aber werden infolge der voraussichtlich geringen staatlichen Darlehen nicht zu ihrem Ziele kommen können. Die Gemeinde wird die Doppelwohnung bei der Autohalle in diesem Sahre fertigstellen. Sm ganzen werden durch den Bezug von neuen Wohnungen etwa zehn alte frei, mit denen der dringendsten Wohnungsnot einigermaßen gesteuert werden kann. C Wick städt, 12. Febr. Bei der ersten Brennholzversteigerung im gräflichen Wald wurden für den Raummeter Buchenfchnitt bis zu 28 Mk. bezahlt. Buchenknüppel kosteten bis 11 Mk. Eichenscheit 16 bis 17 Mk. Reiser 1 bis 3 Mk. pro Raummeter. * Vilbel, 12. Febr. Am Mittwochabend fand hier im Realschulgebäude der vierte der Experimentalobende statt, die der Rektor Dr. C h a m b re der Realschule i. E., im letzten Winter für die Öffentlichkeit eingerichtet hat. Dr. Chambre machte die Zuhörer an der Hand zahlreicher Versuche mit dem Wesen des Blitzes und des Blitzschutzes für Häuser und Starkstromanlagen vertraut, auch erklärte er die neuesten Blitzschutzvorrichtungen für Antennen. — Die früheren derartigen Vorträge handelten über flüssige Luft elektrische Entladungen in lüft- verdünnten Röhren und den Rachweis der Gifte: den Vortrag über die Gifte hielt Apotheker Dr. Kraft. Der Besuch der Vorträge war gleichmäßig stark. Ihn den Veranstaltungen eine breitere Basis zu geben, wurde am Mittwoch nach Schluß des Vortrags ein Raturwissenschaftlicher Verein Vilbel gegründet. Kreis Büdingen. th. Leid hecken, 12. Febr. Wie anderwärts. so haben auch in unserer Gemarkung in den letzten beiden Wintern die O b st b ä u m e stark Schaden gelitten. Richt nur die edleren Sorten, sondern auch Aepfel- und Birnbäume, soweit sie nicht durch Wald oder Höhenzüge geschützt stehen, sind in großer Menge erfroren. HeberaÜ sieht man z. Zt. die Besitzer die Bäume ausmachen. Leider ist das Snteresse an der Obstbaumzucht gegen die Vorkriegszeit stark zurückgegangen, sodaß meist, auch infolge der Preise, keine neuen Baume mehr angepflanzt werden. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 12. Febr. Die Betriebssicherheit der Nebenbahn Gillingen — Ruppertsburg leidet schwer durch die zahlreichen, oft sehr kurzen Kurven und am schwachen Unterbau. Mit schweren Maschinen war die Strecke seither gar nicht befahrbar. Ein Umbau, der schon 1914 beschlossen war und nahe bevorstand — der neue Bahnkörper mar schon vermessen und abgc- steckt — mußte infolge des Weltkrieges unterbiet’ den. Natürlich kann er bei der trostlosen finanziellen Lage auch jetzt nicht in geplanter Weise zur Ausführung kommen. Aber größere Reparaturen und Streckungen sind unumgänglich nölig geworden und sollen in diesem Sommer aus- geführt werden. So findet hoffentlich von März an eine größere Anzahl Arbeiter aus den Orten Ruppertsburg und Dillingen lohnende Beschäftigung. ♦ Ulfa, 12. Febr. Zu Beginn dieser Woche wurde die Dersteigerung der Massegrundstücke unserer Feldbereinigung zum zweiten Male vorgenommen. Für gute und günstig gelegene Grundstücke wurde bis zu 1 Mk. für den Quadratmeter gelöst, während leichteres, abgelegenem Land schon für 25 bis 30 Pf. zu haben war. Wider Erwarten wurde fast die ganze Summe der Bereinigungskosten gedeckt. Trotz der geldknappen Zeit war fast jeder Dauer bestrebt, das ihm durch die Feldbereinigung verloren gegangene Land durch den Kauf eines Massegrundstückes wieder in seinen Besitz zu bringen. * Eichelsdorf, 12. Febr. Der hiesige Turnverein, der kurz nach dem Kriege gegründet wurde, beschloß in einer Generalversammlung, die dieser Tage stattfand, der Verein a u f z u l ö s e n, da sich infolge Fehlens eines Turnraumes im abgelaufene»- ^urnjahre die Zahl der Turner so stark verringert yat, dah ein Weiterbestehen des Vereins zwecklos ist. Um die Wiedergründung eines Turnvereins in späterer Zeit zu ermöglichen, erwarb die Gemeinde die Turngeräte. Durch Pflege des Geräteturnens im Turnunterricht der Volksschule soll ein turnfreudiger Stamm von jungen Leuten herangezogen werden, dem jederzeit durch Rückerwerbung der Geräte die Möglichkeit gegeben ist, einen neuen Turnverein ins Leben zu rufen. Kreis Alsfeld. (.) Zeilbach, 12. Febr. Die hiesige Gemeindejagd wurde für 410 Wk. jährlich von Otto Ludwig als Meistbietenden gepachtet. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 12. Febr. Dieser Tage wurde im nahen Hofgut Eisenbach in die Wohnung der Witwe Hillenbrand eingebrochen und aus einer verschlossenen Kommode 100 Mark gestoh 1 en. Als Täler wurde jetzt der in Eisenbach wohnhafte Dienstknecht Johann Hermann ermittelt und fest genommen. Hermann hat die Tat fofort eingestanden. In seinem Besitz befanden sich noch rund 32 Mk. Starkenburg. * Darmstadt, 12. Febr. Die Firma D ö t- tiger u. Co. -Biedesheim hat den ihr von der Handelskammer Darmstadt als Rhein-Ruhrkampf-Entschädigung überwiesenen Betrag von 5 0 0 R m. dem Kreisamt Groß-Gerau als Kriegerdenkmalsfonds für die Gemeinde Biebesheim zur Verfügung gestellt. Die Handelskammer erklärt, daß diese Heberweisung ohne ihr Wissen und ihren Willen vorgenommen worden ist. Sie hat der Firma ihre Mißbilligung ausgedrückt und die soforttge Rückerstattung des Bettages verlangt, damit dieser einer wirklich n o t leide n d e n Firma zugeführt werden kann. Die Firma Döttiger u. Co. hat sich indessen geweigert, den Betrag für diesen Zweck zurückzuerstatten. WER. Groß-Gerau, 12. Febr. Zwischen den Kreisämtern Grohgerau und Darmstadt sind Verhandlungen zwecks gemeinsa'.ncr Wasserversorgung der Gemeinden Klein- gerau. Worfelden, Erzhausen, Schleppenhausen und anderer Orte eingeleitet worden. Die Finanzierung des Prvjets soll mittels eines Darlehens oder einer Anleihe erfolgen. Sn Zusammenhang damit ist auch eine bessere Wasserversorgung der sogenannten Ma in ecke (Rüsselsheim, Bischofsheim, Gernsheim usw.h geblaut. Auch an andere Gemeinden, wie Groß- Gerau, Rauheim, Haßloch, Astheim usw., soll zwecks Beteiligung an dem Projekt herangetreten werden. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Wetzlar. 12. Febr. Unter der bewährten Leitung des Kreisobstbaulehrers K i 1 b werden tm Frühjahr Hierselbst zwei Obstbau- k u r s e abgehalten. Der erste Lehrgang für Daum- und Straßenwärter, sowie praktische Landwirte ist für die Zeit vom 15. bis 27. März und 6. bis 10. April vorgesehen. Der zweite Lehrgang, für Pfarrer, Lehrer und sonstige Freunde des Obstbaues, findet in den Tagen vom 12. bis 24. April statt. r. Wetzlar, 12. Febr. Im Bezirke des hiesigen Arbeitsnachweises wurden in der Vorwoche unterstützt: 2699 Vollerwerbslose, 1629 Ehegatten, 2922 Kinder und 184 Notstandsarbeiter. Sn der vorhergehenden Woche betrug die Zahl der Unterstützungsempfänger: 2731 Vollerwerbslose, 1722 Ehegatten, 3066 Kinder und 114 Notstandsarbeiter. Es war also ein geringer Rückgang der Erwerbslosenziffer zu verzeichnen. — Die Maul- und Klauenseuche in Erda, Vollnkirchen und S ch w a l b a ch ist erloschen. Die angcorbneten Sperrmaßnahmen sind aufgehoben. OO Klein-Rechtenbach, 12. Febr. Bei der hier stattgefundenen Brennholzverstei- g e r u n g wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheitholz 16 Mk. je Rm., Buchen - knüopel 12 Mk. je Rm., Buchenreiser 20—22 Mk. je Haufen (6 Rm.), Fichtenstangen 1. Klasse 18 bis 20 Mk. für 10 Stück, Fichtenstangen 2. Kl. 12 bis 15 Mk. für 10 Stück, Fichtenstangen 3. Kl. 6 bis 8 Mk. für 10 Stück, Fichtenreiser 6 bis 8 Mk. je Haufen (4 Rnu), Kiefernschnittholz (3 Meter lang) 30 Mk. für 3 Rm., Kiefern knüppel 8 bis 10 Mk. je Rm., Kiefernreiser 8 Mk. je Haufen (4 Rm.), Fichten- und Kiefernreiser gemischt 6 Mk. je Haufen (5 Rm ). <> Niederkleen, 12. Febr. Bei der heute im hiesigen Gemeindcwald stattgefundenen B r e n n h o 1 z v e r st e i g e r u n g wurden folgende Durchschnittspreis? erlöst: Buchenscheicholz 22 Mk. je Raummeter, Buchenknüppel 19 Mk. je Rm., Buchenreiser 20 Mk. je Hausen (5 Rm.), Buchen- stockholz 10 Mk. je Rm., Eichenschichtnutzholz (zwei Meter lang) 15 Mk. je Rm. •£ - Höhe, Hzizlraff, altbewährt Lillig, allhefahrt—'' ^ardinen-Teppiche-Mö^ktnffe^ ißa*nbo6b:3l ''JhiswtM aud der nbu e HAUT“ CREME KALODERMA- WEISST KALODERMA-WEISS dringt iuuniH5ar’ In dieeCmtdn und verfaßt ifa* jugmdfaAetfrföe u dnenjarten urdßai 'Geint KALO DERMA-WEISS gibt durtfileine ixrnefane$bjfilmier‘unTderi 2Qnd dnen die^r^tcnTJ/ofitgeruaK tybertiff erfiäftfafi in Tauben zu» DU W H F.WOLFF&SOHN KARLSRUHE ' ,®ADEN Zima 3 öi« at den ihr armstadt überwieg tteltomt etdmaH« 'm zur Ter- : erklärt, dah m und ihren Sie hat der ^gedrückt und M Betrages ich notlei- n kann. Dir indessen ge- Zloeck zurück« dir. Zwischen jrrnftabt fini) einlaincr jiöct Stein« iehpenhanien m. Die Fi- i eines Dar« . In Zulam- Isere "Ballet« ine de lDüf" m ulto.y gc* n, wie Troß« im usiv.. teil herangetreten hlelige Te, jährlich pon !n Machtet. D'e|er IQge ’M in bte "d eingc. Icn Kommode 'r wurde jetzt "echt Johann enommen. tftonben. In 32 M. der der be- ihrers Kilo Obstbau« chrgang.Ar ic praktisch? bis 27. März Der zwecte unb te^fl® n den Tagen rfe des h'ejW 1 1629 Th!'' Ätfy Merwerbslote. 114 Notstands' en«, ch ist erlolchen. 'n * 12. i(3Dtrllcl im, Luchen' 20-22 M- (Uaf|e 18 b'S oftl. 12 b'S \ «1 6 bis Ä”'8 » geieil#6 ®' «,! d-- »-»>' ■fess wurden te- 'txSv^- A» 6*1 Ws- ging SSt? ZA »Ate ^-öi-Iige ge. L ^neral. "^and, bet ’[9£ Fehlen- ^rniahre Örat' hab ivecklos ift Greins in b dce Ax. te des Ge« ^"Iksschute '9°! Leuten durch Rück. eit gegeben -u 8u rufen. l«n pofltnbeter Ab- Ein ®MI toten Rennen bei den Meisterschnften wieder frutenblKken iwrflhoh bm • R»h«I«r ••fön«n(s er- kennen. Kr^chliÄ^e Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, dcnr 14 Februar. Gstomihi. Stadt- ktrche. 9^/,: Pfarrafsist. Hertel. 11: Ktnderkirche für die Markusgem. Psarrassist. Hertel. 5: Pfr. Mahr. OohanneSklrchc. 9'/,: Pfr. AuSfeld. 11: Kinder- kirche für die Johannesgem. Pfarrer Ausfeld. 5: Pfarrafsist. Schultheis. 8: Dibelbesprechung im Johannesfaal. Pfarraifift. Hertel. - Mittwoch, den 17. Februar, abends 6 Uhr: 1. PafsionsgotleSdienft in der Stadtkirche. Pfarrer Becker. — Kirchberg. 10. Mainzlar: l1/,. — Wieseck. 10 und 7'/2. — Watzenborn-Darbenteich. Watzenborn-Steinberg: 10. Garbenteich: 1. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 13. Februar. 41/, u. 7 Beichte. Sonntag, 14 Februar. Quinquagefimae. 6‘/3 Beichte. 7 Mesie. Kom. d. Jünglinge, 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Mesie mit Predigt, 5'/, Christenlehre und Andacht. Mittwoch 7'/, wird die geweihte Asche ausgcteilt. Freitag 61/« ist Fastenandacht. — Grünberg 9‘/8 Messe mit Predigt. — Hungen. 9'/» Hochamt mit Predigt. — Ltch. 7'/, Mesie mit Predigt. T Naunheim. 11. Febr. Gestern kam die hiesige Feld- und W a l d i a g d , annähernd 900 Hektar, in drei Teilen zur Verpachtung. Bei dem ersten Teil blieb Gastwirt Heger aus Hermann- stcin Höchstbietender, bei dem zweiten Megger Jak. Bill von hier, bei dem dritten Teil Förster Fischer aus Waldgirmes, der auch unser Förster ist. 9m ganzen wurden über 1700 Mk. gelöst. Mainga,». WSA. Hanau, 12. Febr. Der seit dem 29. Dezember v. I. wegen Depotuntrrschlagung flüchtige Bankier Rosen zweig von hier hat sich in der letzten Aacht bei der hiesigen Polizei gestellt. Er gibt an, sich während dieser Zeit in Prag aufgehalten zu haben. Turnen, Sport und Spiel. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 10. Febr. Ein Bahnarbeiter hot die Monatskarte seines Vaters gefälscht, um sie selbst noch einen Monat länger zu Bahnfahrten nach Frankfurt benutzen zu können. An der Sperre in Frankfurt wurde er gefaßt und die Fälschung festgestellt. Da nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts Eisenbahnfohrkarten als öffentliche Urkunden anzufehen sind, mußte das Gericht auf die Mini- er- neut aufeinander, dazu Fetz-Bremerhaven, Koch-T. S. B. Halle, Äannftein-Frankfurt o. M. u. a. 9m Springen stellen die Tunerinnen neun Bewerberinnen, von denen vor allem Frl. Derheul- Frankfurt a. M., Frl. Neuland-Saarbrücken, Frl. Pietsch-B. f. L.-Charlottenburg und Frl. Sarfert- Leipzig mit guten Leistungen aufwarten können. Unter den 19 Anwärtern für dos Hauptspringen ragen Lossagk und Kossag, beide A. T. V. Berlin, Schadrowski - Frankfurt a. M., Zapf • Kassel und Schmidt-Nürnberg hervor, von denen die beiden Berliner Akademiker bisher stets an der Spitze zu finden waren. Besonderer Anteilnahme dürften auch die verschiedenen Wasserballspiele sicher fein, in denen sich T. V. 46 Nürnberg, Kasseler Turngemeinde 44, Dresdener T. S. B. 67, Tschft. 77 Dresden, T. S. V. Halle, T. V. Zeitz, T. S. V. Eintracht-Leipzig und T. V. 9ahn Magdeburg als Gegner messen werden. An den Kämpfen ift auch unser Gießener Turnverein 1846 zum erstenmal mit einer Turnerinnen- Staffel beteiligt. Um die westdeutsche Handball- meisterschast. tz. Am vergangenen Sonntag ist endlich di« Feststellung der Bezirksvertreter im Westen erfolgt, bis auf den Bezirk S ü d w e st f a l e n, in bem die beiden Hagener Vereine 05 und 1911 den Besten unter sich noch nicht endgültig festgestellt haben. Im Rachvarbezirk W e st f a l e n hat sich V. f. D. Dielefeld die Meisterwürde errungen. Der Bieder r he i n hat am vergangenen Sonntag seiiren Meister in Rasensport Mühlheim ermittelt, der trotz Ausscheidens eines Spielers gegen S. C. 08 Münster wohl knapp 2:1, aber sicher gewann. Im Bezirk Derg- Mark sicherte sich Düsseldorf-Eller 04 mit dem kleinsten aller Ergebnisse, 1:0, gegen Schwarz- Weiß Barmen die Meisterschaft. Im Rhein- bezirk steht der Meister in B. f. D. 08 Aachen seit langem fest. Zuletzt sind unS die Meister deS Bezirks Hessen-Hannover F. C. 05 Wetzlar und deS Ruhrbezirks Westfalin Bochum aus dem Spiel am vergangenen Sonntag, in dem, wie berannt, Wetzlar hoch mit 8:3 verlor, bekannt. Bochum war aber in diesem Spiel nur Vertreter des Ruhrbezirks, da in dessen anderer Gruppe in Essen der Spihensührer noch nicht feststand. Dieser wurde erst am vergangenen Sonn- trelbung im Sinne be» 8 218 StGB, xu der geringsten Strafe von fl TO onaten Gefängnis verurteilt. Der tn solch« Dinge mehrfach ver° wickelte und deswegen auch empfindlich bestrafte Schm, hatte die strafbaren Einarlsse vorgenommen und erhielt dafür 1 3o b r Gefängnis. Ein Schaffner hotte sich wegen Amtsverbrechens zu verantworten. Gr hat In einem Fall Gelder, die er aus dem Verkauf von Fahrkarten an Reisende im Zug erlöst hotte, unterschlagen: in einem anderen Falle hat er außerdem den Stamm und die Nachweisung unterdrückt. 9n dem ersten Falle nahm das Gericht einfache Amtsnnterschiagnng, in dem anderen Falle ein Amtvverbrechen gegen S 350, 351 StGB., Amtsnnterschlagung in Verbindung mit Urknndenunterdriickunfl. an. Da er offenbar in einer Notlage gehandelt Hot und ihn von feinem früheren Vorgesetzten ein gutes Zeugnis gegeben wird, erkannte das Gericht auf die Minimalstrafen von 6 und 3 Monaten Gefängnis und zieht beide Strafen zu 7 Monaten zusammen. Ein Arbeiter hatte sich in 4 Fällen der qualifizierten Urkundenfälschung schuldig gemacht, davon in 2 Fällen auch des vollendeten Betrugs. Trotz feiner Vorstrafen billiate ihm das Gericht noch einmal mit Rücksicht auf seine Fugend mildernde Umstände in iveitgehendem Maße zu. Strafe: 6 Monate 2 Wochen Gefängnis, 4 Monate Untersuchungshaft werden angerechnet. tag in dem Altmeister Preußen-Essen ermthelt gegen den nun Bochum noch um den Dezirks- meistertitel antreten soll, so daß also die Meistev- schaftsfrage hiermit im Ruhrbezirk von treuem aufgerollt wird. Wie sich der Bertxmd zu dieser Frage stellt, nachdem Bochum bereits sein erstes Verbandsrundenspiel (gegen Wetsicrrl) absolviert hat, ist fraglich, andererseits wird aber Preustcü- Essen nicht auf die Tntscheidrmg gegen Bochum verzichten. Dec kommende Sonntag sieht unseren Meister von Hessen-Hannover in Hagen gegen den Riedcrrhernmeister Rasensport Mühlheim antreten. Rach der Ausgeglichenheit der westdeutschen Epitzenve-ccüre zu urteilen, steht Wetzlar vor einer schweren Ausgabe, die es zu unserer Zufriedenheit schon mit einer knappen Niederlage lösen könnte, wenn nicht wieder eine solch hohe Riederlage wie vom vergangenen Sonntag herauskommen würde. Die Beteiligung von Hessen-Hannover an der Westdeutschen Fnstballmeifterschastsrnnde. tz. „Sport" Kassel, der Bezirks- m ei st er. soll sein Können gegen die anderem Meister des W. S. V. erstmalig am kommenden Sonntag unter DewerS stellen. Sein (Lsgner ist fern geringerer als der eben in Hochsorrn stehende V. f. R. K ö l n. Das Treffen findet in Köln statt. Es ist nicht anzunehmen, dah „Sport" in diesem Kampf irgendwelche Chancen auf Sieg hätte. In Anbetracht seiner guten Hintermannschaft glauben wir jedoch nicht an eine hohe Riederlage, ebenso aber daran, dvsi „Sport" um den Verlust des Spieles nicht herum- kommt. In der Runde der Zweiten hat man diesmal den Kasseler „Kur Hess en" gleich einen kräftigen Gegner gegemibergcftcIU, den Rheydter Spielverein. Auch in diesem Spiet dürfte für den Hessenvertreter kaum ein Sieg in Betracht kommen. Wir vermuten vielmehr, daß Kurhessen noch sicherer unterliegen wird als die Kampfmannschaft „Sports". Allerdings fehlt mangels Privatspiel- abschlüfsen jeder Vergleich zwischen Hessen-Hannover und den anderen Westdeutschen Bezirken. Der Kampf Paolino - Diener unentschieden. Berlin, 12. Febr. (WTD) Der mit größter Spannung erwartete Kampf, der in der Arena am Kaiserdamm heute abend zwischen den Schwergewichten Paolino, dem Meister von Spanien, und Diener- Berlin über zehn Runden mit Fünfunzenhandschuhen und harten Bandagen stattfand, wurde nach der zehnteir Runde als unentschieden gewertet. Beide Gegner wurden vom Publikum lebhaft gefeiert. Wi!bra/fix olle Arten Gewebe ohne Kochm! f ^^IW^jn ^ogenhandlunggn u Apotheken Äteiö Biedenkopf. T Waldgirmes, 11. Febr. Gestern abend brach hier in dem Lagerraum der Zigarrenfabrik Gebrüder Klaas Feuer aus, das von Nachbarn rechtzeitig beinerkt wurde und gelöscht werden konnte. Um 1 Uhr schluyen die Flammen wieder aus dem Lagerraum. Mit Hilfe unserer neuen Wasserleitung wurde das Element auch junf zweitenmale rasch wieder gelöscht. Man nimmt an, daß der Brand vom Ofen aus entstanden ift. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. — Die hiesige Jagd wurde nicht dem Nachbietenden, sondern dem Höchstbietenden bei der Verpachtung , Herrn Schweer aus Duisburg, für 1510 Mk. zuge° schlagen. Ium D. T.-Iahnschwimmen in Halle. DO. Zum vierten Male treffen sich am morgigen Sonntag Im Stadtbad in Halle die allerbesten Schwimmer und Schwimmerinnen der Deutschen T ii r n e r s ch a f t zum alljährlichen 9 a husch w i m m e n , das sich aus kleinen Anfängen heraus innerhalb weniger Fahre zur bedeutendsten turnerischen Winterschwimmoeranstaltung entwickelt hat?Die stete Steigerung der Beteiligung machte für die diesmalige Austragung, sollte die Abwicklung bei den beschränkten Hallenverhältnissen nicht in Frage gestellt werden, ein starkes Höherschrauben der an die Wettkämpfer gestellten Anforderungen notwendig. Hierdurch erreichte zwar das Meldeergebnis mit 50 Vereinen und 245 Teilnehmern nicht ganz die vorjährige Höhe, der Wert der Kämpfe wurde wesentlich gehoben, denn die Teilnahme der besten Turnerschmimmer aus allen Teilen des Reiches, darunter einer stattlichen Zahl der D. T.-Meister, sichert dem 4. Fahnschwimmen eine Besetzung, die sobald nicht wieder zu erzielen sein wird. Unter diesen Umständen verspricht fast >eder der 25 Wettbewerbe ein Ereignis zu werden. Vornehmlich gilt tiey von den zahlreichen Staffeln, deren Reihe die Turner mit der 4 mal 50-Meter- Lagenstaffel eröffnen. Der vorjährige Sieger und D. T.-Meister T. V. Offenbach geht auch diesmal als Preisanwärter in den Kampf. 9n der Schwellstaffel stehen sich T. G. Darmstadt, M. T. B. Stuttgart, S. C. Osnabrück und K. T. V. Halle gegenüber, während die abschließende 10 mal 50- Meter bei Staffel um den Reichspräsidentenpreis T. S. D. 67 Dresden, T. S. B. Halle als Verteidiger und S. C. Osnabrück am Start sehen wird. Gleichwertig den Staffeln ift auch die Besetzung der E i n z e l r e n n e n. Von den den Turnerinnen vorbehaltenen sei das 100-Meter-Rückenschwimmen mit Frl. Neuland-Saarbrücken, Frl. Pietsch-V. f. B. Charlottenburg, Frl. Ehrenbrecht, T. S. V. Halle, sowie das Brustschwimmen mit Frl. Neuland-Saarbrücken, Frl. Ehrenbrecht-T. S. V. Halle, Frl. Hegelmann- T. i. B. usw. erwähnt. Das Brustschwim- men der Turner dürfte zwischen dem Meister Czerwonski-Köln, Rommel-Ossenbach, Heim- A. T. V. Berlin und Haase-Bremerhaven liegen. 9n der Rückenlage hat der Meister Fetz-Bremerhaven die besten 2lussichten. neben dem noch Beier-Dresden und Wanner-Stuttgart zu beachten sind. Mit am schärfsten umstritten sind die 100-Meter bei. Fuchs- Offenbach und Schefter-Dresden treffen seit ihrem Teilzahlungen Billigste Preise Löberstr.17 Schlafzimmer Herrenzimmer Speisezimmer Küchen Einzelmöbel Ladeneinrichtungen 883c Möbelfabrik Karl Hahn Viktoria Uberungs-LG., Berlin größte Sicherheit weitgehenden Versich. - Schutz günstige Dersich.-Bedingungen hohe Gewinnbeteiligung beim Abschluh von Lebens« und Kinderversicherungen. Ferner offerieren wir, durch die täglich zunehmenden Verkehrs-Unfälle unjere bestens bewährte 01026 Verkehrs - Unfall-Versicherung nniiiifiiiiiiiniiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiniiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii unter sehr günstigen Bedingungen. Auskunft erteilt die hiesige Geschäftsstelle Neuen Däne 22 II. Wir bieten I Ihnen: John. Klempau ££ Naturheilkundiger „Auf dem Sand" evtt. in zwei Teilen zu verpachten. Näheres 1382D Bahnhofstraße 77. Landgraf - Philipp • Platz 6. Kuren aller Art ohne Berufsstörung. 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Oesterreich- Ungarn hatte bekanntlich diese Länder — alte tür- lische Provinzen — nach einem Beschluß des Berliner Kongresses im Jahre 1878 besetzt, weil es ihrer zur Sicherung Dalmatiens bedurfte, und weil ohne geordnete europäische Verwaltung eine Beruhigung dieser ewig im Aufstand und Bürgerkoeg liegenden Landschaften nicht eintreten konnte. Daß diese Okkupation nur eine Vorstufe der Annexion sein sollte, hatte man damals schon angenommen, und Rußland insbesondere hatte später sein Einverständnis mit einer endgültigen Besitzergreifung ausgesprochen Die Annexionsfrage wurde aber je länger, desto dringender, weil sich in Serbien Bestrebungen auf Erwerbung dieses zum Teil von Serben bewohnten Gebietes erhoben. Die großserbische Idee, die von einer Vereinigung aller Serben — der mazedonischen, bosnischen und ungarischen — träumte, also auch vor althabsburgischem Besitz nicht Haltmachte, wurde von privaten und offiziellen Kreisen immer stürmischer vertreten und durch eifrige Agitation nach Bosnien hineingetragen; serbische Zeitungen in Serajewo z. B. forderten die Trennung von Öester- rcich, Demonstrationen auf der Straße und im Theater, in Versammlungen fanden in diesem Sinne statt, und nach den Beobachtungen des deutschen Gesandten in Belgrad wurde die Bewegung vom Königshause und dem Ministerium finanziell unterstützt. Das vornehmste Mittel dieser antiösterreichi- fchen Propaganda war ein über ganz Serbien ver- breiteter Klub, der seine politischen Zwecke unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit verbarg, zahlreiche Beamte und Offiziere zu Mitgliedern zählte und zu der Regierung in engsten Beziehungen stand. Für Oesterreich-Ungarn war es einfach Notwehr, dieser revolutionären Wühlarbeit entgegenzutreten. Olatürlid) argwöhnte man, daß Serbien eine derart herausfordernde Haltung nur einzunehmen wage, weil es im Notfälle auf einen Rückhalt bei Rußland rechnete. Der österreichische Botschafter, Graf Berchtold, wollte daher dem russischen OTinifter Iswolsky begreiflich machen, daß seine Regierung der serbischen Propaganda nicht mehr ruhig zusehen dürfe (März 1908) und erhielt da die deutlichste Bestätigung dieses Verdachts. Denn Iswolsky behauptete mit eiferner Stirn, „es sei ihm von der Agitation gar nichts bekannt, und er habe von keiner Seite etwas darüber gehört". Der Botschafter konnte ihm freilich vorhalten, daß die russische Presse — auch das offiziöse „Journal de St. Petersbonrg" — reichliche Angaben enthielte, ja, daß der Minister selbst früher die serbischen Agitatoren „als ganz gefährliche Subjekte" bezeichnet habe, worauf denn freilich Iswolsky seine geheuchelte Unkenntnis fallen lassen und eine Mahnung in Belgrad versprechen mußte. Diese Episode ist charakteristisch für die Oesterreich umgebenden Gefahren und die russische Politik; immer wieder wird man an Bismarcks Aeußerung vom Jahre 1879 erinnert: „Die Russen lügen mit einer unglaublichen Unverschämtheit". Bei der Beurteilung der Beziehungen zwischen Rußland Tolstois orientalisches Gesicht. Der Russe und seine Kultur steht zwischen westlichem und östlichem Wesen mitten inne, und so ist auch bei einer so urrussischen Erscheinung wie der Tolstois neben den westlichen Zügen seiner Kunst, die für uns in den Vordergrund treten, ein starker orientalischer Einschlag in seiner Weltanschauung zu bemerken. 3e älter er wurde, je mehr die angeborenen Triebe zu religiöser Mystik in ihm Macht gewannen, desto mehr wandte sich fein Geist nach Osten und erwartete von dort Heil und Licht. Dieses „orientalische Gesicht" Tolstois wird uns zum erstenmal eindringlich beleuchtet durch das int Rotapfel-Verlag zu Zürich erschienene Buch „Tolstoi und der Orient", in dem der maßgebende Biograph Tolstois, Paul Birukoff, an der Hand bisher ungedruckter Briefe und Zeugnisse die Beziehungen Tolstois zu den Der- tretern orientalischer Religionen und seine eigene Beschäftigung mit den Glaubensbekenntnissen des Orients darstellt. Vorliebe für den Orient zeigt sich schon in den Kindertagen des Dichters, und er erzählt in seinen 3ugenberirmerungcn, welch gewaltigen Eindruck die Märchen aus Taufend und einer Rächt auf ihn machten, deren bunte Abenteuer ein Blinder allabendlich in der Stube seiner Großmutter mit eintöniger Stimme vortragen mußte, bis die alte Frau einschlief. Als er die Universität in Kasan bezog, studierte er zunächst orientalische Sprache und Literatur. Als er dort einmal im Lazarett lag, war im Bett neben ihm, wie er Dirukoff erzählte, ein Lama von dem Volksstamm der Buriäten, der unterwegs von einem Straßenränder angefallen und verwundet worden war. Als Tolstoi sich die Sache von ihm erzählen ließ, erfuhr er zu feinem Erstaunen, daß sich der Lama als Buddhist nicht gegen den Räuber zur Wehr gesetzt, sondern im Gebet seinen Tod erwartet hatte. Dieses Verhalten machte auf den jungen Tolstoi großen Eindruck, und als er später in den Kaukasus zog, da bewunderte er die Weisheit und Gelassenheit der Mohammedaner, die er in manchen Werken geschildert hat. Bei einem Aufenthalt in den Steppen bei Samara, wo er 1862 eine „Kumys-Kur" mit gegorener Pferdemilch machte, lebte er im Zelt freundschaftlich mit Baschkiren und Tataren und lernte ihre Sitten und Gebräuche kennen. So stand er schon Gießener Anzeiger (General und den Mittelmächten darf man nie diese hundert- fach erwiesene Unwahrhaftigkeit der Petersburger maßgebenden Personen übersehen. Dieser unaufhörliche heimliche Kampf gegen die österreichische Herrschaft legte der Wiener Regierung den Gedanken nahe, die beiden Okkupationsländer als österreichisch-ungarischen Besitz zu erklären, um hierdurch jede Hoffnung auf Erfüllung der serbischen Wünsche abzuschneiden, und als die jungtürkische Regierung nach der Umwälzung in Konstantinopel «Juli 1908) den Grundsatz proklamierte, alle türkischen Länder in enge Verbindung mit der Zentralregierung zu bringen, drohte die Möglichkeit, daß die Pforte die beiden Länder zurückforderte. Damit wurde die Frage brennend. Unmöglich konnte Oesterreich die seit einem Menschenalter geschaffene Kulturarbeit einer ungewissen Zukunft preisgeben, die aus das Land verwendeten Kosten opfern und sich an einem höchst empfindlichen Punkte einen unberechenbaren Nachbar schaffen. Ilm die Pforte mit der Anexion, die ihr ja einen Verzicht für immer auferlegte, zu versöhnen, wollte es seine Truppen aus dem Sandschak Novibasar, den es ebenfalls feil 187b besetzt hielt, herausziehen, so daß die Türken das Land ohne Einschränkung zurückerhielten. Wenn Oesterreich so eine formale Aenderung des durch den Berliner Kongreß hsrgestellten Zustandes erstrebte, so war zur Legalisierung der Annexion die Zustimmung der Kongießmächte und der Türkei erforderlich. Die neben der Pforte am meisten interessierte Macht war Rußland, und man wußte in Wien, daß die Petersburger Regierung die Korrektur des Berliner Vertrags sogleich benutzen werde, um auch ihrerseits mit einem Wunsche hervorzutreten: sie ersehnte schon lange dos Recht, die Dardanellen mit Kriegsschiffen zu durchfahren, was nach den Berliner Abmachungen nicht gestattet war. Graf Aehrenthal, der österreichische Minister des Auswärtigen, trat daher mit Iswolsky in Verbindung, und da jeder die Wünsche des andern kannte, fand sich bald eine Verständigung: auf einer Zusammenkunft der beiden Minister in Buchlau in Mähren, auf einem Schlosse des Grafen Berchtold, erklärte Iswolsky sich mit der Annexion einverstanden und sicherte „eine freundschaftliche Haltung Rußlands" zu; Aehrenthal versprach dasselbe für Oesterreich, wenn Rußland bei den Mächten und der Pforte die Erlaubnis zur Durchfahrt beantrage, und stellte nur die Bedingung, daß die Meerengen türkischer Besitz blieben und Konstantinopel nicht ge- gefährdet werde. Iswolsky war also bereit, gegen diesen Vorteil die solange begünstigten Ansprüche der Serben zu opfern. Da Rußland einverstanden war, glaubte man in Wien einen Einspruch von anderer Seite nicht befürchten zu müssen und proklamierte die Annexion (7. Oktober 1908), ohne erst mit der Pforte und den Mächten in Verbindung zu treten, um nicht Schwierigkeiten vor der Ausführung entstehen zu lassen. 2(ber die Abrede mit Rußland schützte nicht vor ernsten politischen Verwickelungen. Von den Mäch- ten stand zunächst Deutschland dem Vorgang mit gemischten Gefühlen gegenüber. Man erkannte die sachlichen Gründe Oesterreichs für die Einverleibung an, erwartete aber davon eine Störung der Beziehungen zur Türkei, die darin einen Rechtsbruch und eine Rücksichtslosigkeit sehen und sich deshalb zur Entente halten werde. Namentlich der Kaiser war mit Aehrenthal unzufrieden, weil man aus feinem Verhalten den Vorwurf des Vertragsbruchs konstruieren könne. Andererseits konnte man aber auch der Wiener Regierung, als sie kurz vor der Ausführung ihr Vorhaben mitteille, nicht entgegen fein, weil man befürchten mußte, daß dann Russen, Engländer und Franzosen die Gelegenheit benutzen würde, einen Keil zwischen die Mittelmächte zu treiben. Seien die Begleitumstände des österreichischen Vorgehens auch unerfreulich, sagte Bülow, so sei doch die Hauptsache für Deutschland, „daß wir das Bündnis mit Oesterreich-Ungarn unversehrt erhalten und das Vertrauen der Oesterreicher zu uns nicht erschüttern lassen". Um die unerfreulichen Folgen abzuwenden, empfahl daher Bülow dringend, nach der Annexion sofort eine Verständigung mit Konstantinopel zu suchen. Indessen ehe Aehrenthal diesen Rat befolgen konnte, geriet er in Konflikt mit Rußland. Iswolsky hatte sogleich in England und Frankreich eine internationale Konferenz vorgeschlagen, um durch sie die vor feiner religiösen „Bekehrung" in fast ununterbrochenem geistigen Verkehr mit dem Orient. Als er aber nun endlich int Glauben den Sinn des Daseins gefunden hatte, da genügte ihm die christliche Lehre nicht ganz, und er beschäftigte sich eifrig mit den Religionen des Orients, in denen er wichtige Kräfte zur Vervollkommnung der Menschheit sand. Zunächst beschäftigte er sich mit den chinesischen Lehren von Konfuzius und Lao Tse; er hat überhaupt chinesische Weisheit und chinesisches Wesen besonders verehrt, wenn er auch nur mit wenigen Vertretern des Himmlischen Reiches in Berührung kam. Zahlreicher waren seine 'Beziehungen zu Japanern; aber er sah in der Modernisierung des Znselreiches einen verhängnisvollen Abfall von den alten Lehren. Olm eingehendsten jedoch vertiefte sich Tolstoi 'n das Studium der indischen Philosophie; er entwarf eine Skizze vom Leben Buddhas, und in der Sammlung von Weisheitslehren, die unter seiner Aufsicht übertragen und von ihm als der sog. „Lesekreis" bezeichnet wurden, sind die indischen Lehren besonders stark betont. Einzelne dieser bedeutsamen Auszüge werden in dem Buch von Birukoff mitgeteilt. Als sich zu Ende des vorigen und zu Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts Tolstois Ruf über die ganze Welt verbreitete, ward feine Persönlichkeit zum Mittelpunkt für alle ihm verwandten Bestrebungen. Unter den Orientalen, die die Verwandtschaft mit feinen Anschauungen tief empfanden, waren die Mohammedaner am zahlreichsten, und unter den Völkern sind es die Ander, die von ihm den stärksten Einfluß erfuhren. Unendlich ist er bestrebt, diesen Orientalen den Wert ihrer alten Weisheit vor Augen zu führen; er warnte sie vor den Gefahren des Westens und tat dies besonders eindringlich in seinem „Dries an einen Ander". Durch diesen offenen Bries wurde der Führer der indischen Freiheitsbewegung Gandhi dazu veranlaßt, sich an Tolstoi zu wenden; er schöpfte aus den Werken des russischen Dichters Kraft zum Kampf gegen die englischen .ilnterbrüder und sprach ihm seine Bewunderung aus. Tolstoi antwortete in rührend liebevoller Weise, und zwar noch kurz vor seinem Tode am 7. September 1910 in einem langen Brief, der wie ein letztes religiöses Vermächtnis flingt. „Ae länger ich lebe — und befonöerä jetzt, da ich den Tod deutlich -Anzeiger für Oberhessen) Dardanellendurchfahrt zu crlormen, stieß aber auf ninbc Ablehnung, weil beide Mächte der türkischen Regierung, die sie in ihr Fahrwasser zu ziehen hofften, keine Opfer gumuten wollten. Damit war seine Hoffnung, ein Aequivalent für die Annexion zu gewinnen, gescheitert und er suchte nun, auch Oesterreich an der Durchführung der Einverleibung zu hindern. In diesem Vorhaben stimmte er mit den Ententegenossen besser zusammen: sie verwarfen die Anerkennung der Annexion, weil Oesterreich sich nicht ohne ihre Zustimmung über den Berliner Vertrag hmwegsetzen dürfe, und gaben der türkischen Regierung zu verstehen, daß Oesterreich mit seinem Vorgehen den neuen jungtürkischen Machthabern emen besonderen Stoß versetzen wolle. Gewid wird auch nicht ohne ihr Zutun, in KonstantinoMl die Vorstellung entstanden sein, daß hinter Oesterreich Veutfchlaiid stehe, da jenes allein diese Aimexion nie flemagt hätte. Gegen solche Stimmungen gibt es vor- louiig keine diplomatischen Waffen, schrieb der deutsche Botschafter Marschall in begreiflichem Zterger, legte dann aber auf Weisung aus Berlin Legen den Verdacht ein, daß Deutschland die Annexion befürwortet habe; Es ist selbstverständlich, daß durch diese Haltung der Entente die Verständigung zwischen Oesterreich und der Pforte erschwert wurde, aber gefährlich wurde die Lage erst, als Serbien, das seine Hoffnungen auf Bosnien enttäuscht sah, leidenschaftlich gegen die Annexion protestierte und sogar militä- o! tc ..^üftungen begann, obgleich ihm für seine Ansprüche auch nicht der Schatten eines Rechts zur Seite stand. In Rußland fand Serbien stürmischen Beisall bei der panslawisch gesinnten öffentlichen Meinung, und Iswolsky trat infolgedessen diploma- tisch für die „slawischen Brüder" ein, indem er irgend cme Kompensation für sie, etwa einen Hafen an der Adria oder em Stück Bosnien, verlangte. Zu dem Zweck erstrebte er aufs neue einen internationalen Kongreß, um da zugleich noch einmal die Meerengenfrage aufzuwerfen und, wie er dem deutschen Botschafter sagte, Bosnien und die Herzegowina für autonom erklären zu lassen. Es leuchtet ein, daß die Mittelmächte einer Konferenz mit so vsterreichseinb- lidjen Zielen äußerst kühl gegenüberstanben, und Oesterreich nur darauf eingehen wollte, wenn es vorher Gewißheit habe, daß auf der Konferenz die Annexion gutgeheißen werde. Einstweilen blieb daher die Anerkennung der Einverleibung durch die Mächte noch aus. Die Verhandlungen über alle diese Fragen wurden um so bedrohlicher, als Oesterreich die serbischen Drohungen mit militärischen Vorkehrungen erwidern wußte, und Iswolsky darin die Vorbereitung zur Eroberung Serbiens erblicken wollte. So gereizt wurden die Verhandlungen, daß Moltke und Hötzendorff, die beiden Generalstabschefs, bereits um bic Wende des Jahres 1908 Besprechungen über die Operationen im Falle eines russischen Angriffs ab- hielten, wobei sie auf die Hilfe Italiens schon nicht mehr rechneten. Auch als es der österreichischen Re- gierung gelang, die Pforte durch eine finanzielle Entschädigung abzufinden (Januar 1909) und da- durch ihre Rechtslage zu verbessern, verschwand die Kriegsgefahr nicht. Denn Serbien behielt seine aggcssive Haltung bei, Iswolsky wiederholte seinen Vorwurf, daß Aehrenthal Eroberungsabsichten hege und verlangte von Deutschland, daß es seinen Bundesgenossen durch energische Mahnungen zügele. Deutschland lehnte diese Zumutung ab und erwiderte, eine Mahnung tue vielmehr in Serbien not, das Oesterreich fortgesetzt bedrohe und beleidige, obgleich ihm Oesterreich wirtschaftliche Vorteile 'in Aussicht gestellt habe, um es mit der Annexion aus- zusöhnen. Schließlich hat Deutschlands unermüdliche Ver- mittlungstatigkeit den Frieden gerettet und eine Form für die allgemeine Anerkennung der Annerion gefunden. Unter der Bedingung, „daß Rußland Serbien tatsächlich und ernstlich zur Ruh? bringe", machte fid) Fürst Bülow anheischig, dem Wiener Kabinett vorzuschlagen, die Großmächte um ihre Zustimmung Zur Annexion zu ersuchen, wodurch dem Protest der Mächte gegen die einseitige Abänderung des Berliner Vertrags Rechnung getragen werden könne. Allerdings müsse sich Rußland vorher verpflichten, Oesterreich auf ein solches Ersuchen sofort bejahend zu antworten. Als Iswolsky hierauf wieder Winkelzüge machte, ließ ihm Bülow durck) den Botschafter herannahen fühle — desto stärker drängt es mich auszusprechen, was ich vor allem anderen lebhaft empfinde und was meiner Meinung nach von ungeheurer Wichtigkeit ist; es handelt sich darum, was man den Verzicht auf allen Widerstand durch Gewalt heißt, worin sich aber letzten Eudes nichts anderes ausdrückt, als die durch Truggespinste noch nicht entstellte Lehre vom Gesetz der Liebe. Die Liebe, mit anderen Worten, das Streben der Menschenseelen nach Vereinigung und ihr daraus sich ergebendes Verhalten untereinander, sie stellt das einzige und höchste Gesetz des Lebens dar — das weiß und fühlt ein jeder in der Tiefe seines Herzens (wie wir es am deutlichsten an den Kindern sehen»; er weiß es, solange er nicht in die Lügennehe weltlichen Denkens verstrickt ist. Dieses Gesetz ist von allen Weltweifen, den indischen sowohl wie den chinesischen und jüdischen, den griechischen und römischen, verkündet worden. Am klarsten ist es. glaube ich, von Christus ausgesprochen worden, der geradezu sagte, daß darin alles Gesetz und die Propheten enthalten seien. Er wußte, wie es jeder verständige Mensch wissen muh, daß jede Anwendung von Zwang unvereinbar mit der Liebe als dem höchsten Lebens- geseh ist, und daß, sobald Vergewaltigung auch nur in einem einzigen Falle als zulässig erscheint, damit zugleich dies Gesetz negiert wird." (13) Ein Wunderwerk der Reproduktionstechnik Seit Aahren schon angekündigt, beginnt erst jetzt, nach langwierigen Vorbereitungen, die vom Ansel-Verlag unternommene Faksimile- Ausgabe der Manesseschen Handschrift — fo genannt, weil im 14. Jahrhundert der Züricher Ratsherr Ritter Rüdiger Manesse durch feine Sammlung von Minneliedern den Grund dafür gelegt haben soll, — mit der ersten Lieferung zu erscheinen. Eine der wertvollste,! und schönsten Bilderhandschriften des deutschen Mittelalters gelangt durch diese originalgetreue Reproduktion lückenlos und in ihrer ganzen Farbenpracht zur Wiedergabe. Auf 844 Perga- mentblättem wird sie nach ihrer Vollendung rund 7000 Strophen enthalten, deren Anfangsbuchstaben mit Farben zierlich ausgemalt Und die Lieder von 140 deutschen MinnAä>u,cru > 138 ganzseitige Viii .. sse mit ihren Wappen und 1 Samstag, lZ. Februar 1926 —■HgHIIBIII — KCT’BUUtMigill I— III ■! — mitteilen, „daß wir eine präzise Antwort — ja ober nein — erwarten; jede ausweichende, verklausulierte ober unklare Antwort würben mir als eine Ablehnung betrachten müssen. Wir würden uns bann zurückziehen und den Dingen ihren Lauf lassen; die Verantwortung für alle weiteren Ereignisse würden dann ausschließlich Herrn Jswolska zufallen, nachdem wir einen letzten aufrichtigen Versuch gemackst, Herrn Iswolsky behilflich zu sein, die Situation zu klären in einer für ihn annehmbaren Weise". Do- mir stand der Russe vor der Frage, entweder den Streik auf diese Weise zu beenden oder die formelle Anerkennung der Annexion nach wie vor zu verweigern und dadurch Serbien weiter in feiner provokatorischen Haltung gegen Oesterreich zu ermutigen. Dieser Entschluß wäre illoyal mit Rücksicht auf seine Vuchlauer Versprechungen gewesen und hätte schließlich Oesterreich zum gewaltsamen Vor- gehett gegen Serbien gezwungen. Angesichts der panslawischen Stimmung der öffentlichen Meinung hätte dann Rußland den Serben beispringen müssen — aber zu einem europäischen Kriege war es, wie soeben in der Duma öffentlich festgestellt worden war, noch lange nicht bereit. In dieser Notlage entschloß sich Jswolskn, den deutschen Vorschlag, der ihm goldene Brücken baute, anzunehmen (24. März 1909), und bann konnten auch die anderen Mächte die Anerkennung der Annexion nicht mehr verweigern. Es dauerte rwar noch einige Wochen, bis alle Formalitäten erledigt waren, aber die Kriegsgefahr war mit der russischen Erklärung erledigt. Das Verdienst daran halte Deutschland, das einen, für alle Akächte gangbaren Weg gesunden hatte. Freilich eine Garantie für die Dauer des Friedens hatte man nicht. Iswolsky konnte die diplomatische Niederlage, oaß ihm der Gewinn entgangen war, während Aehrenthal den (einigen baoongetragen hatte, nicht verwinden und sehnte sich nach einer Gelegenheit, die Scharte auszuwetzen. Damals schon stand es in Petersburg fest, daß man dereinst Serbien zum Sturmbock gegen Oesterreich verwenden müsse, und während man Deutschland mit den friedlichsten Versicherungen überschüttete, vertrösteten gleichzeitig der Zar und Iswolsky die serbische Regierung auf eine nichtferne Zukunft, die ihr Bosnien und andere österreichische Länder Einbringen werde. Die hier ausgestreute Saat ging nach wenigen Jahren in Serajewo auf. Wo bleiben die NsparatwnsmMonen? Es ist nicht uninteressant, sich an Hand des Jahresberichts des Neparations- a g e n t e n einmal ein Bild von der Verwendung unserer Reparationsmillionen zu machen. Bekanntlich hatteit wir im ersten Jahr eine Goldmillrarde aufzubringen, von der allerdings 800 Millionen auf die Auslandanleihe entfielen. Immerhin, diese Anleihe geht zu unseren Lasten, wir müssen auch die Zinsen zahlen, ihre Verteilung interessiert uns also trotzdem sehr stark. Man müßte eigentlich nach der Londoner Regelung annehmen, daß die Ententemächte nun aus naheliegenden Gründen alles daran setzen werden, ihre Anteile durch Vermeidung unnötiger Ausgaben zu erhöhen. Leider hat sich diese Annahme bisher nicht bestätigt. Vor allem Frankreich unterhält nach wie vor eine starke Besatzungsarmee im Rheinlande, dessen Kosten es allerdings aus feinem Reparationsanteil selbst bestreiten muß, die aber schon wesentlich hätten vermindert werden können, wenn auch in Frankreich die Sparsamkeit wieder in den Vordergrund getreten wäre. Statt dessen hat die französische Regierung von den ihr zustehenden 454 Millionen Goldmark s a st ein Drittel, nämlich 136 Millionen, für ihre Besatzungsarmee verausgabt. Die Engländer dagegen sind wesentlich sparsamer ge- wesen;obwohl sie weniger als die Hälfte des französischen Betrages zugewiescn erhielten, verbrauchten sie für die Besatzungsarmes doch symbolischen Darstellungen, deren frische Farben in aufgelegtem Gold und Silber heute wie einst den Dettachter in Entzücken versehen. Ein Stück deutschen Mittelalters spielt sich in diesen Bildern ab. Mit der Wiedergabe ist das Aeußerste erreicht, das der Reproduktionskunst möglich ist. Auf einem von A. W. Zanders in Bergisch- Gladbach angefertigten, dem starken Pergament des Originals ähnlichen Papier wird der Druck durch die Kunstanstalt Albert Frisch in Berlin unter ständiger Aufsicht eines hervorragenden Fachmannes von der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig besorgt. Die Faksimile-Ausgabe der Handschrift erscheint in sechs Lieferungen; der sechsten Lieferung wird ein Supplement-Heft beigelegt werden, in welchem namhafte Gelehrte d.e Bedeutung der Handschrift eingehend würdigen; der Direitor der Heidi^bergcr Dniversitäts-Bibliothet. Pros. Dr. Rudolf Sillib, wird die Geschichte der Handschrift, der Heidelberger Germanist Prof. Dr. Friedrich Panzer ihre literarhistorische und der Leipziger Kunsthistoriker Pros. Dr. Wilhelm Pinder ihre kunstgeschichtliche Bedeutung behandeln. Gründung einer List-GeseUschaft. Die von einer Reihe namhafter Vertreter der Staatswissenschaften unter dein Vorsitz von Prof. S p i e t b o f f - Bonn ins Leben gerufene Gesellschaft bereitet eine fiebenbänbige kritische Gesamt- n u 5 g a b der Schriften, Reden und Briefe Friedrich Lists vor, die unter dem Protektorate der Deutschen Akademie (München) erscheinen wird. Der erste Band soll binnen Jahresfrist zur Ausgabe gelangen. Mit der Herausgabe sind betraut die Herren E. v. Becke- rat!)- Köln, K. Goeser - Stuttgart, F. Lenz- Gießen, W. Notz- Washington, E. Galin: Heidelberg, A. Sommer- Heidelberg. Die Mitgliedschaft, die durch einen Jahresbeitrag von 10 Mk. erworben wird, berechtigt zum verbilligten Bezug der Ausgabe und einer Studienreihe, die der Geschichte der Staatswissenschaften dient. Die Gesellschaft (Geschäftsstelle: Stuttgart, Neckarstr. 121/23) bittet die Basitzer von L i st - M a t e r i a 11 e n , sie ihr zur Verwertung für die Publikation zur Vcj:t.j zu stellen. Rätsel Ecke Magisches Quadrat. w kreuzrätsel. 'W t - Scharade. we । ben le ge _T g. u u u, d sind so auf die 36 Felder des Qua 12 Handwerker, 1-4 Knabenrufname, 3—2 m Kreuzworträtsel. i'k-, 4. Die Kunst, Verständnis zu finden n K K A o o m nnö eg HBGnaBm n n m o n genannter ;>uid)!a< Aicße Hess d a m 6 u K o a l 2l m K o n a n s pTeJm f e r e n Kopfschmerz Migräne Neuralgie Zahnschmerz IRlüM .Kopftausch". Kappe. Mappe, Sappe, Pappe. Das Schmunzeln des Gatten darf nicht durch ein Loch im Haushaltbudget erkauft werden. Aber wie das vermeiden? Guter Bohnenkaffee ist eine Voraussetzung und die Zutat von „Weber’s Carlsbader“ das Mittel, ihn bei sorgfältigster Zubereitung aufs beste auszunützen, um sich durch diese Ersparnis die Mittel für eine bessere Bohnenqualität zu verschaffen. Ein würzkräftiges, goldbraunes Getränk ist der sichtbare und spürbare Erfolg, der bei jedem Mann Verständnis findet? Von links nach rechts: 1. Spielkarte, biblischer Priester, 8. Teil des Kopfes, 10. t/ll ist eine Lebensfrage für jedes Frauendasein. Warum fühlen sich so viele Frauen unverstanden? Weil ihre hingehendste Betätigung im täglichen Leben, ihre Sorgen und Mühen sich zu keinem sichtbaren und glänzenden Werke zusammenfügen wie Mannesarbeit Der Mann wertet nur den Erfolg, nicht die Mühe. Und welche Muhe steckt nicht in all den kleinen Obliegenheiten der Frauen! Schon am frühen Morgen bei der Bereitung des Kaffeegetränkes. männlicher englischer Dorname, 11. Stadt im Erzgebirge, 12. Papagcienart, 14. Laufvogel, 15. israelitischer König, 16. geographische Bezeichnung, 18. Singstimme, 19. Gesangstüct, 22. weiblicher Dorname, 23. Nebenfluß des Nheins, 24. männlicher Dorname, 25. Naturerscheinung. Don oben nach unten: 1. Schlangenart, 2. Naubvogel. 3. Stadt in Schlesien, 5. Stadt in der Altmark, 6. europäische Hauptstadt, 7. Fluß in Turtestan, 9. feindseliges Gefühl, 12. Stadt in Südtirol. 13. Behörde, 16. Sportausdruck, 17. weiblicher Dornamc, 20. Naubvogel, 21. geographischer Begriff. Auslösungen. - Silbenrätsel. Dzierzon, Industrie, Edmund, Mandoline, Armbänder, Eheviol, Thessalonich, Salemi, Oberfranken, Lenormand, Lincoln, Hanau, Alpen, Neapel. Dame — Die Macht soll handeln und nicht reden. im Äadi Daselbst ZuW Gieß Zlodlt Ärl -Hui ( stimmm amrenhöi imndcir1 ruiigsc Tie Sei gen von 1926, ab Msikcksc Angebots» lange Der vreis abge Ae Ai frei bis Lpielplau der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 14. Febr.: Die Walküre. Montag, 15.: Martha. Dienstag, 16.: Eine Nacht in Denedig. Mittwoch, 17.: Der Nosenkavalier. Donnerstag. 18.: Der Waffen-- schmied. Freitag, 19.: Der fliegende Holländer. Samstag, 20.: Othello. Sonntag, 21.: Tannhäuser. — Schauspielhaus. Sonntag, 14. Febr., nachm. 31/2 Uhr: Der Kreidekreis. Abends 8 Uhr: Einmaliges Tanzgastspiel von Niddy Impekoven. Montag. 15.: Wer niemals einen Rausch gehabt. Dienstag, 16.: Der fröhliche Weinberg. Mittwoch. 17.: Das Kätchen von Heilbronn. Donnerstag, 18.: Die Hochzeit der Schäferin. Hierauf: Der Wald. Freitag, 19.: Die Jagd Gottes. Samstag, 20.: Wilhelm Tell. Sonntag, 21., nachm. 3. Wilhelm Tell. Abends 7' ’2: Wer niemals einen Rausch gehabt. in Geldnot lebe. Dr. Seyfried- Gießen hielt hierauf an Stelle des verhinderten Prof. Dr. Zwick vom Tierseuchen-Institut in Gießen einen sehr interessanten Vortrag über „Ansteckende Krankheiten der Fohlen und Kälber". Aus Wunsch sprach Dr. Seyfried zum Schluß über die „Maul- und Klauenseuche und ihre Bekämpfung". Oekonomierat Spieß wandte sich entschieden gegen die Frankfurter Sperr- Märkte, welche die Landwirte ungemein schädigten. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch. Sparsamkeit. „Hier schicke ich Euch ein Bild unserer Zwillinge! Ich habe nur den einen photographieren lassen. Der andere sieht gerade so aus." Das intelligente Stubenmädchen. „Sie müssen immer von links an die Gäste herantreten, Ida. Wilsen Sie, wo links ist?" „Jawohl, gnädige Frau, links ist, wo der Daumen rechts ist!" Holofernes. Irgendeiner von unserer kleiner. Bühne hatte den Vorschlag durchgesetzt, die „Judith" auszu- sühren. Warum auch nicht? Die Nollen wußten wir bei unfercn heimischen Kräften saft alle leidlich aufgehoben. An den Holofernes freilich traute sich schon von selber keiner ran. Was tun? Kurz entschlossen, doch ohne viel Zuversicht drahteten wir nach Berlin an — na halt an den Meister, dem Hebbel, wie es scheint, den Holofernes eigens auf den Leib geschrieben hat. Lind weiß Gott — er kam. Kam. sah, siegte natürlich, und der Beifall, vor und hinter der Bühne, schwoll sturmslutgleich von Akt zu Akt. Anfangs hatte uns der Gast ziemlich obenhin behandelt: nun ober taute er förmlich auf und wurde immer netter. Ja, im letzten Aufzug tat er uns zuliebe sogar ein übriges — denn bei Hebbel steht nichts davon — und ließ, als er Judith eben hinter den Vorhang seines Echlafgemachs gezerrt hatte, ein wildes Röhren los wie ein Brunfthirsch. — Schauer überlaufen uns vom Wirbel bis zur Ferse, und vom Zuschauerraum herüber tont aus dreihundert bebenden Kehlen Aechzen und dumpfes Gestöhn. Er aber lauscht dieser Wirkung eine Weile kühl befriedigt, wendet sich dann zu uns und fragt (mit ernster Sachlichkeit): „Soll ick noch mal?" Viehzüchter-Tagung in Friedberg. —. • — Friedberg, 12. Febr. Der Zucht* verein für das schwarzbunte Vieh (Friesenrind) in der Provinz Oberhessen tagte hwr tm Beisein des Provinzial* direktors Graes aus Gießen. Der Vorsitzende, Oekonomierat Alles aus Florstadt, begrüßte den Vertreter der Provinz, den Vertreter des Kreises Friedberg, der landwirtschaftlichen Schulen und des Tierseuchen-Instituts an der Uni* Leben, Wege, Weben, Geben — Wege le ben. Kreuzworträtsel. Sm Sreitac mittags ‘ Wich'chch aus ben walv, hol Wch un Lda. vech Scheite Kiese finüppt Üiefe. finüppe gewöhn! Eiche, Stotfe Kiesei Die bla werden ni Herrn Fo a.d.Ldo. i Gieße __Hess Bet Sie Ai neuen Schichtig i folgen !■ SÜT ( 15.Se 10'-,: Aordf 2. Ar M 10',- < Schisse Bei uno bei ai der Gebm Sie Sä s»» lahr voll« W Melfc gemeldet t tember und die n • «tarnt J Atz "UsltahW JMe Ärl 8etr_; de Die Buchstaben: a a a a a a a. b, d, e e, i i, j j. m m, n, r r r r, fff, t t t t, Schwarzwild, 3—2—4 Knabenrufname, 3—1 Stadt : Böhmen. drates zu verteilen, daß die wagerechten Reihen Wörter von folgender Bedeutung ergeben: 1. Rechtsgelehrter. 2. Stoff zu Tafeltüchern, 3. kleiner Zeitraum, 4. amerikanischer Tiger, 5. männlicher Rufname, 6. Volksstamm. Die beiden mit 1 bis 12 bezeichneten Diagonalen nennen dann zwei Monate. Kreuzscharade. 1 ' 2 berfität Gießen. Oekonomierat Spieß* Friedberg erstattete den Jahresbericht 1 9 2 5, er betonte, daß die Aufzucht der Jungtiere gelitten habe, da die Landwirte infolge Versagens des Ackerbaues ihre Einnahme aus der Milcherzeugung nehmen mußten. Seit Bestehen des Vereins wurden 1430 Herdbuchtiere, davon im Berichtsjahre 75 Kühe und 11 Dullen angekört, Iungviehmarken wurden 525 verwendet, davon 100 in 1925. Die Entwicklung des Zuchtviehes mache andere Förderungsmaßnahmen notwendig, z. D. Ankauf von Gebrauchs- und Zuchtvieh und Anerkennung des schwarzbunten Viehes durch die Landwirtschaftskammer. 1925 wurden 12 Kühe und 7 Bullen bester Llbstammung aus Ostfriesland eingeführt. Die Ankaufsunkosten betrugen nur 10,5 bis 15,5 Prozent des Kaufpreises, der Zwischenhandel blieb ausgeschaltet. Die Landwirtschaftskammer müsse allmählich für das schwarzbunte Vieh gewonnen und Zulassung zu den Iungviehweiden angestrebt werden. Redner hofft, nach den Verhandlungen mit der Kammer auf baldige Genehmigung der Wünsche der Züchter des schwarzbunten Viehes. Reallehver Ringshausen-Friedberg erstattete den Kassenbericht. Die Mitguederzahl beträgt 523, die Gesamteinnahmen sind 1548 Mk., die Ausgaben 1246 Mk. Der Voranschlag für 1926 zeigt eine Einnahme und Ausgabe von 1350 Mk. Sechs Gemeinden haben freiwillige Beiträge von je 25 Mk. bewilligt. Zu dem Punkt „gemeinsamer Bezug von Zucht-Nutzvieh" bemerkte Oekonomierat Spieß, daß gegenwärtig die finanzielle Lage der Landwirte hinderlich sei, obwohl die Preise sehr niedrig seien. In Ostfriesland koste eine beste hochträchtige Kuh heute nur 600 Mk., in Ostpreußen 400 Mk.; die niedrigen Preise zeigten, daß auch dort der Landwirt H'ntergg o^geben Mn kö, üebri "bgeholt werben. ] '"Mejh Die M Wegs jum (fwnbfll)*1 juftrldh1 Zslksteinen werben. '5 betn Eross Sonne' Silbenrätsel. Aus den nachstehenden Silben: a — a — as — brud — chi — da — di — do — e — el — en — en — gli — hi — ja — ju — la — ma — man — mant — mo — mus — mus — ne — ne — ni - rro — o — rist — ro — scha — schle — si — fi — stra — ta — thu — ze — ze sind 11 Wörter von folgender Bedeutung zu bilden: 1. Rechtsgelehrter, 2. Begeisterung, 3. südöstlicher Teil Rumäniens, 4. jüdischer Prophet, 5. Dichtungsgattung, 6. preußische Provinz, 7. Tanzkünstler, 8. im März blühende Kräuter, 9. Astrolog, 10. Edelstein, 11. höchstes Gebirge der Erde. Die Anfangs- und Endbuchstaben der Wörter, erstere von oben nach unten, letztere von unten nach oben gelesen, ergeben ein bekanntes Sprichwort. Füllrätsel. 3 4 __JHH 0BK1B ai3F3nl □BQ nnö QBiara nanml Be! Das P 1882, ® lietben in ber Gast- wirtschaft von Fr. Scilbach zu Rainrod aus den Staatstvalddistrikten Bauwald 2, Borkharbs 3, Lindes I, Heegwald 1 der Försterei Stornfels und das Dürr- und Winbsalllwlz auS versck. Distrikten ber Försterei Rainrod versteigert. Nutzholz. Stämme: Eiche 4. Kl. 2 St. 1,02 fm, 5. Kl. 3 St. 0,93 fm, 6. Kl. 5 St. 1,73fm: Buche 4. Kl. 2St. 1,08fm, Birke 6. Kl. 1 St. 0,17 fm; Aspe 5. Kl. 1 St. 0,53 fm, 6. Kl. 3 St. 0,76fm: Lärche 3. Kl. I St. 0,92fm, 4. Kl. 2 St. 1,71 fm, 5. Kl. 4 St. 1,29 fm; Fichte 3. Kl. 5 St. 6,07 fm, 4. Kl. 17 St. 17,96 fm, 5a-Kl. 50 St. Holzversteigerung in den Freihcrrlick von Norbeck zur Nabenauschcn Distrikten Hörnes 5, 9 c unb 11 c, Steinberg 12 a unb b unb Eibschenhain 2, 7, 9, 10 unb 11. Freitag, bcn 19. Febr. 1926 Versteigert werben: Dcrbstaitgeu 1. Kl. Fichte 7 St. 0,69 fm. N utzsckei ter 2 m lang, Kiefer 1,5 rm: N u tz knüppel 3m lang, Fichte 5rrn; Scheiter rm: Buche 360, Kiefern 7, Fickte 40; Knüppel rm: Buche 272, Eiche 20, Kiefern 95, Fichte 140: Knüppelreisig rm: Eiche 12, Kic fern 10, Fichte 32; Reisig rm: Bucke 625, Fichte (Sckichthausen) 107: Stöcke rm': Buche 163, Kiefern 61, Fichte 82. Zusammenkunft auf ber Kreisstraße . Rübbingshausen—Weitcrshain, am Kilo meterstein 9, um 9 Uhr vormittags. Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteiyerung, unb dos Holz im Eibschenhain wirb nicht oorge- zeigt. 1413V Lonborf, den 11.Februar 1926. Hessisches Forstamt Rabenau. L ö b e r. MSEMeiMMtW Am Montag, dem 1. März 1926, ab nachmittags 1 Uhr, werben im Gasthaus „Zum Darmstäbter Hof" zu Ulrichstein bie nachftehenben fiskalischen Jagden unb Fischereien auf 12 Jahre öffentlich meistbietend verpachtet: 1369V Jagdbezirk III, umfassend Teile ber Försterei Altenhain in den Gemarkungen Kölzenhain, Babenhausen II, Wohnseld, Sellnrod und Altenbain mit zusammen 275 Hektar Wald unb 15 Hektar Feld. Jagbbezirk VI, umsassenb Teile ber Försterei Petershainerhof in den Gemarkungen Altenhain, Betzenrod, Götzen, Kölzenhain und Petershainerhof, mit zusammen 382 Hektar Wald und 125 Hek- Holzversteigerungen in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. M o u t a g, bcn 2 2. F eb r.: B a u- ho 1,10 er ft eigerungen im Distrikt Mei Ibach (Kronau) unb Riedwald ?)ce- belsback). Zum Ausgebot kommen, frn: Stammbolz (langschaftig, Fichte 3. Kl. 5, 4. Kl. 25, 5a-Kl. 60, 5b-Kl. 130,, Terb- ftanqcn 1. Kl. i Sparren) 80, 2. KB 10. Daber wird das Brennholz in diesen Distrikten versteigert, unb zwar: Raummeter Scheitholz: Buche 2, Kiefer 4, Fichte 17: Knüppel: Buche 20, Eiche 6, Linde 4, Kiefer 10, Fichte dÜ; Stockholz: Fichte 71; Reisholz,Forstwel- len: Bucke 2400, Eiche 90, Kiefer 150. Zusammenkunft 9Va Uhr vorm. auf der Lick-Hattenröder Straße, Grenze Stadlwald-Meilbach. — Bei schlechtem Wetter wird die Versteigerung nach Besichtigung des Holzes in Hattenrod ab- gelmlten. Das Holz im Kreuzerseld lRiedwald) wirb nicht vorgezeigt, ebenso >vie einzelne Reste im Mönchwald. Dienstag, den 23. Feb r , iver- ben aus Distrikt Harb versteigert: Raummeter Scheitholz: Bucke 29, Fichte 8; Knüppel: Buche 16, Eicke 2, Fichte 26; Stockhol;: Buche 11, Fichte 14; Reis- Holz, meist Forstwellen: Buche 2100, Eiche 450, Linde 280; Schnittholz: Buche ca. 1, Derbstaugen: Fichte ca. 20 Festmetcr, zu Einzäunungszwecken geeignet. (Eichenholz ;u Pfosten wirb noch aus ber Hand abgegeben.) Zusammenkunft 9Vs Uhr vorm. am Steinbruch in ber Hard, obenhalb Hof Kolnhausen. 1403V 3 m und 3,5 m Länge. Zusammenkunft nachmittags 1 Uhr an der Kreisstraße nach Holzheim am Wald. Lang-Göns, 11. Februar 1926. Hess. Bürgermeisterei. Müller. >4141) Arbeitsvergebung. Auf Grund ber ministeriellen Bestimmungen werben bie bei den Bc- cmtienhänsern 6—9 in Gießen vorkommenden Pflaster- und Chauffte- i ii n g s a r b e i t e n in öfsentlichem Wettbewerb vergeben. Die Bedingungen und Zeichnungen liegen von Montag, dem 15. Februar i 926, ab auf unserer Zweigstelle int Plchsilalischcu Institut zur Einsicht offen; Angebotsvordruckc werden daselbst _ solange der Vorrat reicht zum Selbstkostcn- prers abgegeben. Tic Angebote sind verfchloffen, voü frei bis Montag, 22. Februar, J 9 2 6, vor m. 1 ! U l) r , bei obengenannter Zweigstelle abzugeben. Zufchlagssrift 14 Tage. 1430C Gießen, bett 12. Febr. 1926. Hess. Hochbaumamt Gießen. I, B.: Kuhlmann. Brennholzversteigerung. Freitag, den 19. Februar 1926, vormittag 5 9 Ahr, werden in ber Willschcn Wirtschaft zu Trais an ber Lumda aus bcn Forstorten Buchwalb, Zipfen- walb, Holzgeschirr, Hainbuch, Aus bem Busch unb sonstigen Abteilungen des Staatswalbes ber Försterei Treis a. b. Lba. versteigert: Scheiter rm: 36 Buche, 43 Eiche, 23 Zusammenkunft Distrikt Bach. Leihgestern, 11. Februar 1926. Bürgermeisterei.1374V CPartcnpfoften) Kicscrnstamm 1. Kl. — 1,18 fm Kicsernftamm 2. Kl. — 0,94 fm Kiefernstämme 3. Kl. =5,52 fm Kieferusläntme 4. Kl. = 13,02 fm Kiefernstämme 5. Kl. = 16,75 fm 41,4 rm Kiefernnutzscheiter von 2,5 m, 1096,61 7650,— 250,— 200,— 7700,— strikt Buchwalb unb Suterwalb, zur Ber- 1376V Bekanntmachung. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach bie Garten- und Feldbesitzer die ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- unb Fußwegen cmgefnebig- ten Hecken in jebem Fruhfahr bis zum 1 März auf 1,25 Meter Hohe unb 0,50 Meter Breite zurückzuschneiben haben, mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Zuwiber- handlungen auf Grund des Zlrtifels 43 des Feldstrafgesetzes mit Geldstrafe von 1—10 Mark bestraft werden. 140915 Gießen , den 8. Februar 1926. Der Oberbürgermeister. I.B.: Dr. Rosenberg. tar Feld. Fischereibezirk II, umfassend den Flös- serbach, auch Gilgbach genannt, innerhalb der Gemarkung Babenhausen II einschl. ber davon abzweigenden unb wieder ein- münbenben Mühlgräben. Länge, einschl. 1,1 Kilometer Mühlgräben, 4,8 Kilometer. Fischereibezirk IV, umsassenb die Teile des Rothwiesen- oder Streitbachs innerhalb der Gemarkungen Wohnfeld, Schmitten und Sellnrod einschl. der hier von demselben abzweigenden unb toleber ein- münbenben Mühlgräben in einer Länge von etwa 10 Kilometer. Pachtliebhaber, bie dem Forstamt unbekannt sinb, wollen sich vorher schriftlich über ihre Eignung unb Zahlungsfähigkeit ausweisen. Nähere Auskunft durch, das Forstamt. Ulrichstein, den 10. Februar 1926. Hessisches Forstamt Ulrichstein. Sb-Klasse 225 Fstm. liefern «Stämme: 3. Klasse 4 Fstm., 4. Klasse 10 Fstm., 5. Klasse 20 Fstm. Derb stangen, Fichten: 1. Kl.75 Fstm., 2. Klasse 25 Fstm. Rutzreisig, Fichten: 95 Rm. Nutzrollen, (Eric: 8—14 cm Mitten durchme ser, 2 Meter lang, 59 Rm. Bohnenstangen, Fichten: 10000 Stiicr Das Holz ist mit Rinde gerncifen und nicht entrindet. Die Derkaussdebmgungen können bei uns eingesehen werden. Bei genügender Sicherheitsleistung wirb zinsloser Zahlungsaufschub für die 1. Hälfte des Kaufgeldes bis zum 1. 3ult 1926 und für den Rest bis zum 1. Oktober 1926 gewähr!. Bei sofortiger Barzahlung 5°/0 Nachlaß. Angebote, mit der Aufschrift „Nutz- Holzsubmission" versehen, sind bis zum Dienstag, dem 23. Februar 1926, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen. Lich, den 9. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei Lich. Völker. 1358V Bekanntmachung. Die zum Ausbau des Schiffenberger Wegs zunächst des Uebergangcs über die Eisenbahn nach Fulda erforderlichen Fuhrleistungen (Anfahren von Stück- und Decksteinen) sollen öffentlich vergeben werden. Angebote auf Vordruck sind vor dem Eröffnungstermin am Donnerstag, dem 18. Februar d. I., vormittags 10 Ahr, im Stabtbauamt, Afterwg 9, abzugeben. Daselbst sind die Vordrucke erhältlich. Zuichlagssrist zwei Wochen. 14108 Gießen, den 11. Februar 1926. Stabtbnuamt Gießen: Braubach. Kiefer, 12 Fichte. Die blau unterstrichenen Holznummern werden nicht ausgeboten. Auskunft burch Herrn Forstgehilfen Förster zu Treis a. b.Lda. unb bas Forstamt. 1383D Gießen, den 12. Februar 1926. Hessisches Forstamt Gießen. Bekanntmachung. Die Anmeldung der mit Beginn des neuen Schuljahres (19. Avril 1926) schulpflichtig werdenden Kinder hat zu erfolgen 1. Für alle Knaben: Montag, den 15. Februar 1926, vormittags 9 bis 10*.Uhr, in der Stadtknabenschule. Aordanlage 8; 2. Für alle Mädchen: Dienstag, den 16. Februar 1926, vormittags 9 bis 107., Uhr, in der Stadtmädchenschule, Schillerstraße 8. Bei der Anmeldung ist der Impfschein und bei auswärts geborenen Kindern auch der Geburtsschein vorzulegen. Die Schulpflicht besteht für alle Kinder, die bis zum 1. Mai 1926 das 6. Lebensjahr vollendet haben. Es können jedoch zu derselben Zeit auch solche Kinder angemeldet werden, die bis zum 30. September 1926 das 6. Lebensjahr vollenden, und die geistig und leiblich als schulreif erkannt werden. Ein weiterer Termin für die Schulaus nähme findet nicht statt. Gießen, den 9. Februar 1926. 12606 Stadlfchulamt. I. D.: Dr. Alles. 1158,72 26,13 2658,26 5110,51 Kiefer, 6 Fichte, Knüppel rm: 119 Buche, 84 Eiche, 266 Kiefer, 40 Fichte; Knüppelreisig rm: 26 Kiefer ; gewöhnliches Reisig rm: 55 Buche, 234 9,27 5110,51 Mark Eichens Fichtenstamm, Kl. 4, 0,74 Im, 39 Fichtenstämme, Kl. 5a u. b 11,84 fm, 3 Hainbuchen, Kl. 4, 5, 6, 1,35 fm, 4. K. = 2,52 fm 5. Kl.--- 5,0<> fm 6. Ml. ---- 9,78 fm bad)—Hoch-Weisel. Bemerkt wird, daß das zerstreut liegende Holz im Buch- unb Suterwalb an Ort unb Stelle am Vormittag zur Versteigerung kommt; bas an der Lichte Eich, Kugelfang unb Saustall liegende Holz wirb noch der Mittagspause im Saale von Waibmann versteigert. Käufer wollen sich bas Holz vorher ansehen. Nähere Auskunft erteilt Förster Becker von Hausen bei Butzbach unb bie Bürgermeisterei. N i e b e r - W e i s e l, 11. Febr. 1926. Hessische Bürgermeisterei. __________Winter.__ Bau- und Nutzholz-Versteigerung im Kirch-Gönser Gemeinbewalb. Donnerstag, den 18. Februar 1926, soll im Kirch-Gönser Gemeinbewalb nachstehendes Bau- unb Nutzholz versteigert werben: 4 ftteben ?« unio«. ® Die- KZ: KÄ- «>Ö« S'l"- Der ., Deutschland Mft. f», JOl[ der Erde Deutschlands hi M ein etant ^send Jahre A.AeichSarm Führung °'S-das De- fr «« J 9- feiner «tfennfnig ei w?£* leib sÄft sä,: S?.- SS* M ?*5 m" A ^2—ponjü^ hem ftim $ hungpon'. land sagt. < Spuren der nicht ganz tto gemeint sen Strzynskis 2 zu Polen me trotz eines Mmenabkoi entschlossenis tigten Macht so mehr,als e rium nicht h Zugeständnis! fchen chafen- rung des 2Ba| weitere fünf ■ Unter solch die russische F Geringerer al- Dr. Aenesä Ellenbogensrei zu Rußland w aer Anerkenr Kleine Tntent daß auch ,rrai legen beginnt, f>and in f)Q Schwanken R Frankreich zu Sympathien Frankreich ir auf eine Äes< waklsche, jugo mb auf eine hinzielen, Rum hat. Die Ff denn rooht au halb die Kons gerechnet in Türkei für Interesse zch englischer und aus dem Balkan den hat darin t Außenminister geteilt l)at, da denke, Frankl Segen die lür Ml WA AI- man verwende bei der Aufzucht u Mast nur den echt, gewürzt. Sutter- kalk M. DrockmannS „Zwerg- Mark«- od. d. neuen ungeto. „Pa- tent^Nahrsalskalk-. Echt nur in Orig-Pack. Pwspeckte kostenfrei! Erhältlich in Drogerien, Apotheken _ und sonst, einschlägigen Geschäften. Schutzmarke 10o nicht, durch 1373D Bl. Btodmann. (Hem. Satt. m. 6. S.. £elpilg-6ulr. 361 WIE PRÜFT MAN CIGARETTEN AUF IHRE QUALITÄT IMan zerschneidet mit einem scharfen Messer die Papierumhüllung einer Cigarette und streut den losen Tabak in die hohle Hand. Durch kräftiges Anhauchen löst man dann SS die Duftentwicklung des Tabaks aus. Dabei wird man sehr bald aromatische, blumige, süße oder andererseits kratzige, unedel riechende und duftlose Tabake in allen Abstufungen unterscheiden lernen. Da der deutsche Raucher durch die verwirrende Zahl von Cigarettenmarken, durch die starken Beeln- flussungsversuche einer Reklame, die zum Teil sogar unsere fachliche Aufklärungsarbeit unaufrichtig nachzuahmen versucht, und endlich durch die von vielen schlechten Fabrikaten verdorbene Geschmackskritik Im Urteil häufig unsicher wird, geben wir zur Prüfung von Cigaretten eine Folge von Anweisungen, wie sie unter Fachleuten üblich sind, Wir erhoffen durch eine scharfe Kritik des deutschen Rauchers eine Stärkung der Qualiiätslndustrle und die objektive Anerkennung unserer Leistungsfähigkeit zu gewinnen. CIGARETTEN FABRIK EN REEMTSMA AKTIENGESELLSCHAFT luL MM nrrfdfrt «rtöffert OI6< '.ulo Diamon- Klingen i> Apparate NSh. durch Mulculo-Werk,Sollngen "minusch alter Anerkllngen gegen dfe Schwarze MM L Bereit Bismarckstr. 6 l 01028 i / Abendkurse \ / in allen kauf. \ Ämännlschen Fächern ! 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Diejenigen Eltern, die glauben, dost ihre Kinder schon nach 3 Jahren Grundschule in eine höhere Schule übertreten können, müssen zunächst einen entsprechenden Antrag an die Schule, die das Kind augenblicklich besucht, richten. äu!"a^”‘c füf die Sexten der Oberrealschule und des Lyzeums erfolgt nur vorläufig; über d e endgültige Aufnahme kann erst entschieden werden, wenn den Schulen bekannt ist, wieviel Lehrkräfte ihnen zur Verfügung stehen. Gießen, den 6. Februar 1926. 11350 Dr. Baur Henk Dr. Roller Dr. Kalbfleisch Gewaschene i Ruhr-Nußkohlen: ffl ■ ■ hochwertigster und hetzfräftigster S H Brennstvff für HauS- und W ■ Küchenfeuerung. ■ n Erhältlich in allen gröberen » B Kvhlenhandlungen. 693ss ■ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ PHONE fern niniim Tel. 240 AUTO AUCH NACHTS la Handkoffer sehr billig 4lo Carl Schunck Jetzt ist es Zeit! Beerenobst- hochstämme Beerenobst- sträucher Himbeer« sträucher au vstanzen. empfehle solche in nur fruchtbaren Sorten preiswert. 01047 UrtnmlHöWö Giesten, Marb.St.67. 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Obmlselile (U“j zi firünbm Anmeldungen fürs neue Schuljahr für alle Klassen Mittwoch, 17., bis Freitag, 19. Februar 1926, 11 x/a —12Vi und 4—5 Uhr. Dorzulegen sind Schulzeugnis, GeburLs- und Impfschein. Aufnahmen in Sexta im allgemeinen nach 4 Grundschuljahren, in besonderen Einzelfällen bei hervorragender körperlicher und geistiger Entwicklung nach 3jährigem Schulbesuch. — In Quarta bis Oberprima Lateinunlerricht nach dem Lehrplan des Realgymnasiums. 1876D Die Direktion: Angelberger. Kaffees von Mk. 4.80 bis 2.60 2ß7D EmmericherWaren-Expedition Lindenplatz 1 Telephon 1257 »Wo kaufen Sie gelb Java-Kaffee?" Nur bei der Wenn ich jetzt nicht noch einen »Echt gelb Java-Kaffee" zu Hause hätte, könnte ich nach unserer schweren Weinsitzung morgen nicht arbeiten. So aber..... Ur. 5? viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffcn) Samstag, 15. Zebruar 1926 MM'T.ttuZrinu’i VW IHi4 _v<.j - >CA/- . _ 7,25* 82 128' 77,25 54 75 79,5* 99 97.25* 97.5* 85* 86.75* 40 45.5 88' 88 Gino* 117' 122,5 87 5 51* 77.25’ 81,9* 88 78,5 62,25 129,2' ; 133,4' | 133,2' 62,75 87,5 128,2' 73 88.5* 91* 111* 117.5* 122-75 35.5 50 77,75* 82,5* 87 60,5 2*,5 6 08 5 0.384 | 0 1'8 | 0.41 1 0,209 0.39'5 0.39 0,38 0.425 0,48 0.37 0.31 0 3 0.34 95 89,2 81.25 85.25' iJi.r 55,6 i 121.7 1 95 j 99 7 4 0,033 i 5,6* 4Ü' 45 25 87,.V 91* 112 5* 116* 124 37 50' 77* 83* 88,25 55 0.99 0 88 0.38 0,425 6,9 9 45 43.75 99,25 97* 121' 94 99* 7.2 0 033 0,37 I 0 37 90.23 99 I 10.25 43 | 145.5 I 18 2* 130.2* |147 7' | 109' '130.2' 126.2 5®/0 Deutsche NcichSanlethe 4% Deutsche Rcichsanlcihc . 8'/-°/« Deutsche Reichsanleide 8% Deutsche ReichSanieihe • Deutsche Sparpramienanleihe 4°/0 Preußische RonfoIS . . . 4% Hessen ....... SW1.::: Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schav-Anweimg.*) <% Zolltürlen 5°/o Äoldmcrikaner..... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Baok Darmst. und Nationalbank Deutsche Bank......... Deutsche BereinSbank .... Disconto ComNiandii . . Metallbank.......... Mitteldeutsche Creditbank. . Ocsterreichische Kreditanstalt Weltbank - Bochumer Gaß ...... BuderuS ....... Caro Deutsch Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . Kaliwerk Westeregeln. ... Laurahütte Oberbedarf Phönix Bergbau ...... Ryeinitabl..... Riebeck Montan TelluS Bergbau ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Chrramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont-Gnano..... Chemische Mayer Alaptn . . I. G Farbenindustrie, A.-G. Goldschmidt.......... Holzverkohlung ..... RütgerSwerke......... Scheideanstalt......... Alls- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann . . Matnkraftwerke........ Schlickert Siemens & Halske ..... Adlerwcrke Kleycr ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenftacdt . Megutn............ Motorenwerke Mannheim . frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Metallgesell'chaft Frankfurt. Pet. Union A.-G Schuhiabrik Her; . . Sichel. . . . Zellstoff Waldhof ...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 108 25 60 5 <0 6,62 98 45,75 44 l-Uhr- flurs 13 ;. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtberichi des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 13. Febr. Tendenz behauptet. Nach der gestrigen unsicheren Haltung der Börse konnte sich heute am Wochenende die Tendenz wieder leicht befestigen. Zu Beginn wurden einige Wochenschlußdeckungen vorgenommen, die sich besonders auf M o n t a n w e r t e erstreckten. Größeres Geschäft konnte sich aber auf keinem Gebiete entwickeln, da die Spekulation keine Neigung zeigte, größere Engagements einzugehen. Die Stimmung zeigte keine Regelmäßigkeit, da im Verlaufe auch geringe Abbröckelungen erfolgten. Gegenüber dem gestrigen Stande waren die Kursoeränderungen zumeist nur gering. Von Montanwerken waren u. a. Deutsch-Lux 1 Proz. höher, ebenso Mannesmann. Kaliwerte lagen dagegen eher schwächer. Farbwerte konnten leicht anziehen. Eine Ausnahme bildeten Goldschmidt, die 1 Proz. einbüßten. Von Elektrowerten konnten Elektrische Lieferung eine Steigerung von 4 Proz. erzielen. Sehr fest lagen Bankaktien. Stark begehrt waren besonders Bayerische Hypothekenbank, die auf 98 Proz. anzogen. Schiffahrtswerte neigten zum Nachgeben. A u t o a k t i e n wurden niedriger, ebenso waren Zuckeraktien überwiegend abgeschwächt. Der K a s s a m a r k t der Jndustriepaviere verkehrte in geteilter Haltung. Deutsche Anleihen behaupteten ihren Kursstand, doch war die Umsatztätigkeit sehr gering. Preußische Konsols gingen etwas zurück. Ausländische Renten verkehrten in fester Haltung. Der Frelverkehr hatte fast unveränderte Kurse. Api 0,4, Beckerkohle 60, Beckerstahl 45, Benz 35, Brown-Boveri 70, Entreprise 9, Gromag 53, Krügershall 90, Ufa 63 Proz. Nachdem das Deckungsbedürfnis erledigt war, nahm das Geschäft einen ruhigen Verlauf. Die Kurse konnten sich aber trotz des lustlosen Verkehrs im allgemeinen behaupten. Der Geldmarkt war etwas versteift. Monatsgeld 6,50 bis 6,75 für erste Adressen und 8 bis 8,50 für zweite Adressen. Bankdiskonten 5,65 bis 5,75 Proz. Industrieakzepte 7 bis 7,75 Proz. Der Devisenmarkt zeigte keine größeren Veränderungen. Paris war gegen London etwas befestigt mit 131,30. London notierte gegen Kabel 4,86*. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 12 Febr. 13 Febr. Amtliche Poti rung l^cld ! Brie' Amtliche Notieruna (»clb Bries Amn.-r-iou 168.14 169.56 163.--9 (68, 1 Butn.-Aired 1.720 1.724 1.711 I . 25 Brss.-Antw 19 U75 19.115 19.07 19.11 Cbristiania 85.64 85.86 85 21 85 46 fiovcnbaticu 106.2$ 1'16.51 107.45 107,71 Stockholm H2. 2 112,60 112.32 112,36 6clfingforJ 10.551 10,591 10,55'3 1(1,593 Italien. . 16 92 16. '6 16 915 16,205 L'onbon. 10.39 20,451 20, 9J 20.451 Neudork . 1.195 4,20 4,19' 4,2(5 Paris. . . 15.42 ■5.46 1' 48 15.52 Schweiz . 80 78 8I.9S 80.82. dl 025 Spanien - 59.08 59,22 54,03 59.17 Japan . - Wo be Fan 1.802 1,806 ,892 1,8'16 > t 16 .61« >.617 0.119 Wien in D- Ceft. abgest •»9,025 59,105 59.04 69.18 Prag . . 12.415 12,455 12.416 12.466 Belgrad - . 7,3 i.-9 7 37 7.39 Budapest. 6.878 6,89' 5.871 5,891 Bulaarien 2.9h 2.99 3,(05 3.015 «iffabon 21 245 21.295 21.145 £1.295 Danzig. . Konst tnftn- SO '10 81 Tl 80. HO 81.10 2,2'1 2,21 1,205 2,212 Athen 6 14 h 16 0 19 6.2t Canada. . . 4 18 4,19 4.183 4,1'18 Uruguav - - 4,32 4.33 4,32 4,83 Banknoten. (Ohne Gewahr.) Berlin, 12 Febr Geld Bcici Amerikanische Note» ..... '.193 4.213 Belgische Noten ....... 19 025 19 125 Dänische Noten ....... 1116,08 1011.60 Englische Noten. ....... Französische Noten ...... Holländische Noten ...... 20,872 20,472 15,54 167,70 1. 6.4 168.12 italienische Noten ...... Norwegische 'Noten. ... 16 91 17 02 85 l 85 95 Deutsch.Ocsterr., ä ioo Kronen 58.94> 09.245 Rumänische Noten...... — Schwedische Noten...... 112.02 1U.58 Schweizer Noten....... 80.60 81 .11(1 Spanische Noten ...... 68.99 59.25 Tschechoslowakische Noten . . 12.3--5 12 412 Ungarische Noten 5,84 5.88 Berliner Börse. (Eigener Drahtberichi des „Gießener Anzeigers"/ Berlin, 12. Febr. Die Börse eröffnete freundlich und teilweise befestigt. Das Geschäft verlief in der ersten Börsenstunde sehr still, da der Orderseingang infolge des frühzeitigen Beginns der Börse erst später einsetzte. Infolgedessen hielt sich die Spekulation anfangs zurück und beschränkte sich nur auf die Interessenahme an verschiedenen Spezialwerten, von denen Bankaktien im Mittelpunkte standen. Reichsbankanteile gingen 2 Proz. höher. Auch für O el werte zeigte sich größeres Interesse, Deutsche Erdöl blieben gefragt. Im übrigen hatten ausländische Renten, M o n ta n werte und heimische Anleihen größeres Geschäft bei leicht gebesserten Kursen. Die Entlastungsabgaben der Spekulation, die während der zweiten Hälfte der gestrigen Börse hervorgetreten waren, setzten sich nicht fort, dagegen wurde heute die Umsatztätigkeit durch die bevorstehenden Prämienerklärungen etwas eingeschränkt. An den Terminmärkten handelte man in der Hauptsache bereits per Ultimo. Der Geldmarkt ist unverändert flüssig. Tagesgeld 4,50 bis 6 Proz. Das Geschäft am«D)eoisen- markt blieb anfangs vernachlässigt. Rundfunk-Programm deS Frankfurter Senders. (Aus der »Radio-Umschau".) Sonntag, 14. Februar. 8.30 bis 9.30 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet von der Matthäus-Gemeinde, Frankfurt a. M. 12 bis 1 Uhr: Mittagsstundchen des Hausorchesters: Karnevalsmusik. 4 bis 5 Uhr: Die Stunde der Jugend. Aus dem deutschen Märchenborn, vorgetragen von der Märchentante. 5.11 bis 9.11 Uhr: Uebertragung von Mainz: Fremden- sitzung des Mainzer Karnevalvereins. Anschließend bis 12 Uhr: Uebertragung aus Berlin: Tanzmusik der Kapelle Rapse. Montag, 15. Februar. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend: „Von fremden Ländern und Völkern" vorgetragen von Lehrer Fr. Voigt. 4.15 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Translateur-Rach- mittag. 5.45 bis 6.15 Uhr: Die Lesestunde lDie Rovelle): „Der Alexandrit" von Rckolai Ljesskow. 6.15 bis 6.45 Uhr: Die Bücherstunde. 6.45 bis 7.15 Uhr: Vortrags chllus des Handwerksawtes Hanau: „Die wirtschaftliche Bedeutung der Berufsorganisation des Handwerks". Vortrag von Stadtrat Gilbert, Hanau. 7.15 bis 7.45 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme tDiktat von 80 Silben aufwärts). 7.45 bis 8.15 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 8.15 Uhr: Fastnachtsszenen von Hans Sachs bis zum Rundfunk. Sonntagsdienst Merzte u.'Avotbeke'i n n 14.2.26 S.-N. Dr. Sch iephake. Dr Steinreich. Htrschapoib. .labnarrt: Dr ,3lieber. WD MWWW bicnitc: Sonnt. nacbiH.il1 y nbds. S'/3 Uhr, Mittwoch abd. 8 Uhr. - Gäste berzl. Wille. 0lD „Sagitta"-Huftenbonbons bei Hutten, Heiserkeit, Bronchial Katarrh, VerschlettiniKg, rauhem Hals. Erstklassige, von Aerzten bestens empfohlene ■viiftenmcbt.wi in fetter Form. In allen Apotheken erhältlich. Steiß vorrätig: Universitäts-Apotheke zuin goldenen Engel. Apotheke Kroido.s. Sagiita-Werk, München SW 2, Verlangen Sie kostenlose Zusendung uns Prospekte Die sparsame Hausfrau verwendet MAGGI5 Würze, 1848c denn sie weiß, daß es nur weniger Tropfen bedarf, um dünnen Suppen, Fleischbrühe, Gemüsen und Soßen sofort einen kräftigen Wohlgeschmack zu geben. — Vorteilhaftester Bezug in gro en, plombierten Orlglr.alflaschen zu RM 6.50. — Man verlange ausdrücklich MAGGI5 Würze. — Sein oder Nichtsein. Ein Kriminalroman von der Wasserkante. Don Moritz Schäfer. 20. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Seine Worte klangen, obgleich nur gef üstert, wie ein Befehl. Bergebens sträubte sich Andrea gegen die Beeinflussung ihres Willens. Es gelang ihr nicht. Langsam erhob sic sich, und ein Schwindel er» faßte sie, als sie schleppenden Schrittes über die Beine der Mitreisenden hinwegturnte, um den Ausgang zu gewinnen. An einem Fenster des Seiten» ganges machte sie Halt und starrte hinaus in die . Nacht, die ab und zu von farbigen Streckensignolen durchblitzt war. Sie brauchte nicht lange zu warten. Mühlfeld kam und pflanzte sich, die Hände in den Hosentaschen, ohne die ihm sonst so geläufige Form zu beobachten, neben ihr auf. „Wir wollen's kurz machen, Andrea," sagte er, in dem er Umschau hielt, ob kein Lauscher in der Nähe sei, „sehen Sie, da tauchen schon die Lichter von Schwaan auf und dann sind wir gleich am Ziel! Also bitte, keine Ziererei. Die Lage ist verdammt ernst! Ich muh Sie morgen sprechen, allein sprechen, hören Sie! Alles hängt von unserer Unterredung ab. Ueberlegen Sie nicht lange, die Minuten sind kostbar. Kommen wir morgen ins Reine, ist Thomas gerettet. Wenn nicht — ja, dann ist das Ende da. Ein Ende mit Schrecken, Andrea!" „Gut denn! Ich werde Ihnen die Unterredung gewähren. Ich hoffe, daß ich mich einem Gentleman anoertraue, Herr Mühlfeld." „Parole d'honneur!“ „So erwarte ich Sic um sieben Uhr abends auf Hinriks Veranda. Der alte Herr geht, seiner Gewohnheit gemäß, Freitags mit Leverrenz auf die Entenjagd. In seinem House sind wir ungestört." ,^Ich danke Ihnen, meine Gnädigste! Und Ihr Gatte wird vor unserer Unterredung nichts von unseren Plänen erfahren?" „Nein!" „Sie werden auch verschweigen, daß Sic Mitwisserin seiner Lage sind?" Andrea gedachte Lorenzens schroffer Abweisung, als sie vor ihrer Berliner Fahrt das gleiche Thema berührte, und sagte zu. „Schön", erwiderte Mühlfeld und zog den Hut. „Hier ist Schwaan, meine Gnädigste. Für den Rest der Fahrt gehe ich in ein Nachbarabteil, wie Sie befohlen haben. Aber ich glaube, es war doch gut. daß ich Ihrem pereniptorischen Wunsche nicht auf der Stelle gefolgt bin. Einigkeit macht stark — wenn wir Zwei uns die Hande reichen, ist der Erfolg gesichert. Ich spreche mit kleiner Variante wie König Philipp: „Ich habe das Meinige getan, tun Sie das Ihrige." Bis morgen also, Andrea. Ich werde pünktlich sein." XVI. Hinriks war unwirsch. Er, der sonst in seinen vier Wänden die Gemüllichkeit selbst war, zeigte sich Leverrenz gegenüber von seiner urwüchsigsten Grobheit. Nichts konnte ihm der treue Altersgenosie recht machen, seit er gestern mittag von Berlin zu- rückgekommen war. Der Kapitän schalt und wetterte durchs Haus, als sei ein Orkan losgebrochen und laste die Leinwand klatschend um die Masten wehen. Die schlimme Laune Onkel Ottos war in erster Linie durch feine Begegnung mit Mühlfeld hervorgerufen. So 'n misorabliger Türke, ihn, den Kapitän Otto Hinriks, mit dem Sultan von Marokko zu vergleichen! Oder hatte er am Ende selbst diesen Vergleich auf Mühlfeld angewendet? In dem wackeren Seemann kreuzten sich die Erinnerungen wie Segelboote im Sturm — er vermochte sie nicht mehr auseinanderzuhalten. Nur soviel wußte er bestimmt: er ärgerte sich. Auch über Wallot hatte er sich geärgert. Na ja, wenn man sogar von denen, die man lieb hat, mißverstanden wird — Donner und Sturm, was kann man da von der übrigen Welt erwarten! Sie hatten unter vier Augen von Margot gesprochen und Wollot war auf des Onkels frühere Aeußerung zurückgekommen: „Glaub' mir, Heinz, Margot ist glücklich in ihrer Blindheit." Bei feiner Ankunft in Rostock war alles so ros chgegangen, daß der junge.Mediziner keinen näheren Aufschluß über die merkwürdige Redewendung von Hinriks verlangen konnte. Aber er hatte darüber nachgegrübelt und war in Berlin darauf zurückgekommen. Onkel Otto paßte das gar nicht. Aber so sehr er sich auch drehte und wand — das Lavieren nutzte ihm nichts, auch Backbrassen und Beidrehen war ohne Wirkung. Er mußte dem Angriff standhalten, und als er eine volle Breitseite erhielt, beschloß er, zu kapitulieren. „Mit Floskeln und Winkelzügen kämpft ein richtiger Seemann nicht", hatte ihn Wallot an der Ehre gepackt. „Bekennen Sie Farbe und sagen Sie mir, was das seltsame Wort bedeuten soll!" „Dunnerlichting, gehst du scharf ins Zeug." „Ich will Ihnen helfen, Segel setzen, Kaptein. Denn Sie haben sich gründlich festgefahren. Also kurz herausgesagt: Lorenzen ist nicht glücklich mit seiner zweiten Frau?" Hinriks zuckte die Achseln. Es wetterleuchtete in seinem Gesicht. „Es schien sich doch alles so gut anzulassen?" „Das war im Anfang, ja." „Und jetzt?" „Jetzt ist etwas zwischen die beiden getreten — ein dunkler Schatten, den man nicht greifen kann! Wer schuld an der Entfremdung ist — ich weiß es nicht. Sieh, Heinz, ich kenne doch Lorenzen gut genug; ich weiß, er ist ein Ehrenmann, wenn auch 'n bißchen eigen und schwer zu behandeln. Aber Andrea kenn' ich noch bester: sie ist gewiß eine Frau von seltenen Gaben, wie geschaffen, einen Mann glücklich zu machen. Hot sich auch anfangs gut zu finden gewußt in die Eigenart ihres Mannes. Aber dann ist plötzlich etwas Feindliches aufgewachsen zwischen den beiden, das ich nicht sehe, das ich über fühle in seinen Wirkungen. Es liegt etwas in der Luft, das Sturm bringt und schlimmes Wetter. Dafür hab' ich meine begründeten Anzeichen, die trügen einen alten Seemann nicht. Ich weiß, es wird zerfetzte Segel geben und gekappte Masten. Und deshalb hab' ich gedacht, es ist bester, wenn Margot — Heinz — lieber, guter Junge, ich sag' es auch heute wieder, solange es noch Zett ist: raub' dem Mädchen nicht feine glückliche Blindheit!" Da war Heinz Wallot aufgefahren und hatte den" alten Herrn die Leviten gelesen, daß ihm die Ohren brummten. So war denn doch, potz Wetter und Sturm, seit seiner Schiffsjungenzeit kein Mensch mit ihm umgefprungen! Hätfs auch mal einer tun sollen, beim Walroß von Spitzbergen, dem hätte der Onkel die Meinung gegeigt, daß er Steuerbord nicht mehr von Backbord unterscheiden konnte. Aber dieser infamigte Lümmel, der Heinz! Daß man den Jungen auch so ins Herz ge» schlossen hatte! Und, dem Klabautermann sei'» geklagt, daß er recht haben mutzte! Noch klangen dem Onkel die Schlußworte von Heinzens Philippika in den Ohren. ,Sie sollen sich — nehmen Sie mir's nicht übel — schämen sollten Sie sich, Kaptein Hinriks! Sie wollen ein waschechter Seemann sein, der mehr als achtzig Menschenleben dem Wellentode ab- gettotzt hat? Sie furchten sich ja wie ein Hase vor dem Schatten, den eine alte Vogelscheuche über den Weg wirst! Sie glauben im Ernste, wegen irgendeines Schemens, das irgendwo im Busch umher- kraucht, ließ ich Margot im Finstern umhertappen? Nichts fehlt diesem herrlichen Gebilde der Natur zur Vollkommenheit als das Augenlicht! Und ich sollte dem Mädchen die Sonne wiederbringen können, und könnte mich eine Minute bedenken? Nein, Onkel Hinriks, lasten Sie sich selbst ein paar Scheuklappen bauen, wenn Sie sich vor Gespenstern fürchten! Ich und Margot, wir wollen hochgemut in die Sonne schauen, und wenn's not tut, werden wir mit den Eltern zusammen festen Blickes den Feind aufs Korn nehmen." Es ist nicht zu verwundern, dgh Onkel Hinriks über seine Absuhr verärgert mar. F^sk Leverrenz tjatte seine liebe Not mit dem Kaptein, und es fehlte nicht viel, so wäre ihm ein Pfeifenkopf um die Ohren geflogen. Aber als der Nachmittag kam und das Wetter sich aufklärte — am Vormittag war zu allem Ueberfluß noch ein griesgrämiger Rogen niedergegangen —, da kehrte allmählich auch des Onkels gute Laune wieder. Gegen sechs Uhr fuhr er ms Oelzeug, fetzte den Südwester auf und griff zur Flinte. a " „Fink!" „Kaptein?" „Fertig zur Antenjagd?" „Fertig!" „Denn man tau!" Und einträchtig wanderten die beiden, als ob's niemals geblitzt und gehagelt hätte, dem Breitling zu. Das Programm war nun festgesetzt und wäre auch innegehalten worden, wenn es Pech und Schwefel geregnet hatte. (Fortsetzung folgt.) bei Leichtem .Aufguss ohne, bei kräftigem mit Sahne zu empfehlen. f&ct qehaftoolL aromatisch, die reina Jndo • Ceylon.- Seehuschiung Jeuxsier Ausfase. AMM M MMMUMW UWMV« hält jeden Montag und Donnerstag von 2-6 Uhr nachm. Sprechstunde in Treis a. d. Lda. in der Villa Felseck Dienstag und Freitag halte ich in Didda Sprechstunde von morgens IÖ Uhr bis nachm. 5 Uhr bei Schuhmachermeister Bach. 1315D M Vsgtsche\ WA Handelsschule \ Gießen, Goethestr. 32 \ W Beginn \ desneuenSchuljahres \ M 14. 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