Nr. 266 Erstes Blatt 176. Jahrgang greltag, (2. November 1926 Trlchetn, täghA.oubn Sonnlags und feiert ags. Bellagtn. Gtetzener Familien blätter Heimat 6 hat den Heeresausschüssen der Kammer und des Senates die Gesetzesvorlagen über die Heeresreform vorgelegt. Rach Havas bildet die nach Ailauf einer älebergangZzait einzufüh- rende einjährige Dienstzeit bei allgemeiner Dienstpflicht die Grundlage. Das Heer müsse in Friedenszeit in der Lage sein, nicht nur rasch mobilisiert werden zu können, sondern auch dem neuzubildenden Heere die notwendige Cadres zu liefern. Entsprechende Vorräte mühten in F.icdenszeiten ständig unterhalten werden, und zwar entsprechend den Lehren des letzten Krieges, unvergleichlich bet rächtlicher als im Juli 1914. Bei den gegenwärtigen Verhältnissen in Europa würde eine Organisation, die irgeneine ' ihrer Pflichten nicht erfülle, ein Verrat an der Verteidigung des Landes sein. In der Auslassung wird dann noch die Frage gestellt: Genügt die einjährige Militärdienstzeit im Zusammenhänge mit den übrigen Mögl chkeiten, über die Frankreich verfügt, um alle Anforderungen zu erfüllen? Dre Reform macht die Unterhaltung von 106 000 Berufssoldaten, also 30 000 Berufssoldaten mehr als bisher, notwendig. Die Einberufung des Rekruten Im 21. Lebensjahr an Stelle des bisherigen 20. wird anempfohlen. Dor einer Einigung im englischen Bergarbeiterkonflikt London. 11. Rov. (WB.) Die Versammlung der Bergarbeitrrdeleaierten hat beschlossen, dem Vollzugs rat des Dergar beiterverbandes unbegrenzte Doll m acht zur Fort- sehung der Verhandlungen mit der Regierung zu erteilen, um eine Beilegung deÄ Konfliktes zu erzielen. Dies heißt, daß der VollzugSrat auf der Basis von Distrittsabkommen ohne Vorbehalte Hinsicht! ich der Arbeitszeit verhandeln kann, vorausgesetzt, daß gewisse, für ganz England gültige Garantien zugesichert werden. Der Dollzugsrat ist daraufhin mit Baldwin unD Churchill zu einer Besprechung zusammengetreten. Später hat sich noch der mit der Behandlung der Kohlenfrage betraute Kabinettsausschuh an dieser Besprechung beteiligt. Man hat Hoffnung, daß noch heute nacht ein provisorisches Abkommen erzielt werden wird Die Spannung zwischen Rom und Belgrad. Bclqrader Proteste gegen dieVerhaftung einesitalienischen Slowencnfüßrers. Belgrad, 11. Rov. (WTD.) Die hier eingetroffenen Rachrichten, wonach der llowenische Abgeordnete des römischen Parlaments Dr. Wilfan verhaftet worden sei, haben hier eine außerordentliche Erregung hervorgerufen. Der Minister des Aeußern Rintschitsch wird interpelliert werden, ob die Regierung bereit sei, alle Schritte zu unternehmen, damit Wilfan s o - fort in Freiheit gesetzt werde. Die Demokraten werden eine Resolution unterbreiten, in der den italienischen Slowenen die Sympathien der Skupschtina ausgedrückt werden. Außerdem stellt die Resolution fest, daß das Dorgehen der Italiener gegen die Slowenen nicht Im Geiste der Freundschaft gehallen fei. Der Abgeordnete der Skupschtina Dr. Moser hat an das Sekretariat des Kongresses für die europäischen Minderheiten ein Protesttelegramm abgeschickt, da der Verhaftete Dr. Wilfan Präsident dieses Kongresses ist. Deutscher Reichstag. Die Wirtschaftspakte! zum Nachtrags- etat. Berlin. 11. Rov. (V. D. Z.) Die allgemeine Aussprache über den Nachtragsetat wird fortgesetzt. Abg. Dr. Br e dt (W. Vgg.): Wir sind ganz allgemein feine Freunde von Rachtrags- etats. Wir erstreben den Zustand, daß der Etat so richtig aufgestellt wird, daß R a ch t r ä g e überflüssig werden. Mit der Sparsamkeits- politik, die sich im Abbau von Beamten des Reichs Finanzministeriums ausdrückt, ist der Plan des Ankaufs des „Kaiserhofs" schlecht vereinbar. Wir sind entschiedene Gegner dieses Planes. Wir sehen darin gewissermaßen einen symbolischen Akt der Tendenz, die wir bekämpfen: der Erweiterung des Behördenapparates auf Kosten der freien Wirtschaft. Die Erhebung der Lohnsteuer von den Beamtengehällern ist eine ganz über'lüssige Formalität. Man tonnte ebensogut die Gehälter von vornherein um 10 Prozent herabsetzen. Wir verlangen eine gründliche Re'orm im Veranlagungs- Wesen. Roch schlimmer ist es in den Gemeinden mit den Gr und- und Gewerbesteuern. 3m schärfsten Gegensatz stehen wir zu den staats- sozialistischen Gedanken, die der Reichsfinanzminister geäußert hat. Es kommt in erster Linie darauf an, die freie Wirts cha f t zu beleben. Die Ausführungen, die Reichskanzler Dr. Marx in Erfurt gegen die Wirtschaftspartei machte, müssen als höchst ungehörig zurückgewiesen werden, zumal der Kanzler sich nicht beklagen fann, daß wir ihm Schwierigkellen gemacht hätten, (Lebhafte Zustimmung bei der Wirtschaftlichen Vereinigung.) Den Generalobersten v. Seeckt hätte man ruhig im Amt belassen können. Bei uns wird jede Kleinigkeit viel zu sehr aufgebauscht. Die Regierungsparteien haben in letzter Zeit so ungeschickt operiert, daß sie sich über die ganz unmöglichen Abstimmungsergebnisse nicht beklagen dürfen. Wir als Mittelstandpartei können sebr gut mit einer Arbeiterpartei zu- fammenaroeiten, aber wir werden immer daran festhalten, daß ein gesunder Mittelstand die Voraussetzung für ein gesundes Staatswesen ist. (Beifall bei der Wirtschaftlichen Vereinigung.) Abg. Kube (Völk.): Wir Völkischen haben nicht den mindesten Anlaß, uns des Herrn von Seeckt anzunehmen. Er hat 1923 unsere Bewegung genau so rücksichtslos verboten wie Severing. Dr. Gehler ist aber in keiner Weise berufen, sich als Hüter der Staatsautorität auf- Zuspielen. Er ist ein Mitglied jener Partei, die im allen Staat immer die Staatsautorität untergraben hat. (Unruhe. Abg. Bergsträßer (Dem.) erhält einen Ordnungsruf für den >fu uf: Dummkopf.) Philipp Scheidemann läßt sich für eine fünf- oder sechsjährige Bürgermeistertätigkeit von Kassel eine Pension von 20 000 Mk. zahlen, während jeder kleine Beamte erst nach zehnjähriger Dienstzeit pensions'ähig wird. Dr. D a v i d bezieht noch immer als Gesandter der deutschen Republik in Darmstadt ein Geßall von 14 500 Mk., für das er recht wenig zu tun hat. Abg. Schmi d t er1 umfassende Darstellung. Der Begriff „Weltliteratur", an sich problematisch, wird bereits im Untertitel unmißverständlich festgelegt als „Dichtung fremder Völler". Hiermit ist der vorherrschende Wertbegriff, mit dem der Terminus „Weltliteratur" häufig verbunden wird, ebenso ausgeschaltet, wie die Betrachtung unseres eigenen Schrifttums, was letzteres auf den ersten Blick bedauerlich, aber natürlich in der Grundeinstellung völlig begründet erscheint. Heberdies findet man sehr bald mit Freuden, dast die Darstellung der Weltliteratur durchaus vom deutschen Standpunkt aus gegeben wird, d. h. die fremden Literaturen in den unleugbaren Beziehungen und Zusammenhängen besprochen werden, di« sie mit unserer eigenen so vielfältig verbinden. Das wird besonders deutlich etwa in den Abschnitten „Das Nittertum", „Die italienische Renais'ance und ihr Nachspiel", „Spanische und portugiesische Literatur" (von wo aus starke Einflüsse feit dem deutschen Barock bei uns spürbar werden), und „Die neue Zeit", wo besonders die Kapiiel über Frankreich, England, Skandinavien und Ruhland wichtig sind. Sehr begrühen wird man auch das zwar fernerliegende, aber ungemein interessante Schluhkapitel über die östlichen Literaturen. Das Werk, das übrigens dem Epischen den breitesten Raum zuerteilt, gibt groste Linien, wichtigste Formulierungen, saubere Informationen, die nicht im Stich lassen. Die Neuauslage ist mit der Entwicklung mitgegangen, ist erweitert und vervollkommnet worden. Das Ganze, um es zu wiederholen, ist ein gutes und zuverlässiges Buch, das man loben must: es ist weder „eines jener Handbücher, die die Weltliteratur mit verdriestlichen Zensurprädikaten belegen, noch ein wissenschaftliches Llniversalwerk, in dem man auch über die Liebeslieder der Anamiten oder über die Schwänke der Kongo- stüdungSwochcn ....... c) nicht alleinstehende vom Beginn der neun en Un- terstützungswochc an .. 2. für Personen unter 21 Zähren a) alleinstehende.......... b) nidit alleinstehende während der ersten acht Unter- stüyungSivochen ........ c) nicht alleinstehende vom Beginn der neunten Un- terstutzungSwoc: e an ... 3. als Familienzuschläge für a) den Ehegatten ........ b) die ftinöer und sonstige unterstutzungSbercchtigte Angehörige ........... — DieIesuiten. Von Prof. D. Fr. Wiegand. 136 Seiten. Gebunden 1,80 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Der Verfasser gibt im ersten Kapitel seines fesselnden Buches eine sehr anschauliche und objektiv« Schilderung von Ignatius von Loyola. Die eigenartige und sehr wirksame Derschsung der Gesellschaft Jesu und die Tätigkeit der Ordensmitglie- , der, ihre Ausübung an Seelsorge und Erziehung werden in den folgenden Abschnitten eingehender Betrachtung unterzogen. Ein besonders ausführliches Kapitel ist der riesenhaften Ausbreitung der Ordensmocht unter den Stürmen der Gegenreformation gewidmet. Der Verfall deS Ordens im 17. und 18. Jahrhundert, seine Wiederherstellung seit 1814 und seine Entwicklung btS in di« neueste Zeit schließen das Werk ab. Di« besondere Wesensart des Jesuitenordens, seine Aufgaben und Ziele sind vorzüglich herausgearbeitet. Der Verfasser nimmt sttts eine objektive, ruhig ab- wägende Stellung zu den oft reckt verwickelten Fragen ein und ist darum bemüht, die großen: Linien klar herauszuai.veilen. 584 — Angewandte P s hchol ogie. Von Professor Dr. A. Wreschner. 158 Seiten. Gebunden 1,80 Ml. Verlag von Quelle A Meyer in Leipzig. — Psychologie ist nach des Verfassers Ansicht eine systematische, selbständige Wissenschaft und nicht eine planlose Verwendung psychologischer Befund« für die Praxis, deshalb geht er auch systematisch an feine Aufgaben heran, schafft durch grundlegend« Erörterungen über praktische Menschenkenntnis und psychologische Experimente erst den Boden für die weiteren Ausführungen und verbreitet sich dann in fesselnder Weise über Möglichkeiten, Grenzen, Umfang und Teile der Psychologie sowie über deren praktische Kontrolle, ihre Entwicklung und die verschiedenen Methoden. Welche Rolle die Psychologie im gesamten Leben der Gegenwart spielt, geht vor allem auZ dem zweiten Tnl des Werkes hervor, der die Bedeutung der Psychologie für Recht, Medizin, Pädagvg.k und Wirtschaft behandelt und reiches Material aus dem prak- * Verkehrssünder. Das Polizeiamt teilt mit: In der Zeit vom 1. bis 31. Oktober wurden folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeuasührer bzw. Kraft- und Radfahrer gegen Verkehrs wlizeil.che Vorschriften erhoben: 21 wegen Fahrens zur hellbrennende Laterne, 5 wegen ihrer herben großen Frauen, typisch in der urwüchsigen Kraft ihrer Lebensbejahung in Kampf und Tod. Ein gewaltiges Kulturbild aus dem allen Rom mit seinen Festen und Qntriguen, der Zeit des verfallenden Patriziats, das den gesunden Kräften des Dolles Platz machen muhte. (564) — Eine reizende Werbegabe hat der Verlag Tel bogen & Klasing in Leipzig herausgebracht in einem von Hermann Degering veranstalteten Faksimi'e AlbrechtGlockendonS Pracht-Kalender vom Jahre 1526. ES ist eins der köstlichsten bibliophilen Schätze bet Preußischen Staatsbibliothek, diese kleine, von dem Nürnberger Maler Glockendon in leuchtenden Farben — Blau, Rot und Gold herrschen vor — vor vierhundert Jahren gemalt und mit all den reizenden Scherzen und Dildvorwürfen geschmückt — auch daZ berühmte .Adcrlaßmännchen" darf natürlich nicht fehlen — mit denen diese Dstlich naive Zeit ihre Buchwerte zierte. Degering hat boAU eine interessante Einführung geschrieben, die neben einer Geschichte dieses Büchleins auch manches über das Kalenderwefen im allgemeinen gend. gesichtet wurde. " Zusammenlegung von D-3üacn. Die V-Züge 76 Altona — Hamburg — Kassel — Gießen — Basel. Gießen ab 7.58 vorm., D 180 Berlin P. — Kassel — Frankfurt a. W. — Wiesbaden. (Sieben ab 7.31 vorm., D 77 Frankfurt a. M. — Kassel — Hamburg — Altona, Gießen ab 11.47 abbö. und D 179 Frankfurt — Wiesbaden — Kassel — Derlin P.. Gießen ab 1158 abends verkehren zum letztenmal in der Nacht vom 11. zum 12. November getrennt. Ab 12. zum 13. November werden bie,e Züge wieder vereinigt gefahren, und zwar auf Bahnhof Gießen wie folgt: D 76 Altona — Hanckurg und Derlin P. — Dasel (Frankfurt a. M. — Wiesbaden), Gießen an 7.56, ab 7.58 vorm., Dahnsteig 2. D 77 Dasel — Franlfurt a. Main — Wiesbaden — Hamburg — Altona — Derlin P., Gießen an in verändertem Fahrplan 11.41, ab 11.50 abends, Dahnsteig 2. Damit wird der Zustand wieder hergestellt, der mit dem Inkrafttreten des Winter ahrplans in Geltung war. Verbesserung des Sonntagszugverkehr» Gießen — Wetzlar. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. hat angeordnet, daß vom Sonntag, 21. d. M., ab versuchsweise nachstehende leichte Personenzüge nur Sonntags, außerdem am 17. November (Bußtag) und 25. Dez. 1926, 1. Januar, 15. und 18. April 1927 zwischen Wetzlar und Gießen und umgekehrt verkehren: Zug 1644 Wetzlar ab 10.59 abends, Dutenhofen an 11.08, ab 11.09, Gießen an 11.16; Zug 1651 Gießen ob 11.46 abends, Dutenhofen an 11.52, ad 11,53, Wetzlar an 12.01 vormittags. ** Die Osterferien 1927 in Hessen. Das Landesamt für das Bildungswesen gibt bekannt: Die Osterferien 1927 beginnen am Sonntag, 3. Avril 1927. Das neue Schuljahr beginnt Montag, 25. April 1927, mit der Aufnahmeprüfung, und Dienstag, 26. April 1927, mit dem vollen lehrplan- mäßigen Unterricht. Wo an Volksschulen der Schulbeginn keine außergewöhnlichen Arbeiten bringt, ist der Unterricht bereits am Montag in der regelmäßigen Weise aufzunehmen. "Hessische Vereinigung für Volkskunde. Die Iubiläumstagung der Vereinigung anläßlich ihres 25jährigen Bestehens, die am 13. und 14. November in Gießen stattfinden sollt«, mußte wegen Erkrankung des Vorsitzenden auf einige Wochen verlegt werden. Man faßt jetzt ins Auge, die Feier am 11. und 12. Dezember hier abzuhalten. ** Der Eoang. Arbeiterverein feiert am Sonntag fein Stiftungsfest. Vormittags findet in der Stadtkirche unter Mitwirkung des Frauenchors des Vereins ein Festgottesdienst statt, während am Abend ein Familienabend im Saalbau Sauer, Neustadt, geplant ist, bei dem Arbeitersekretär Läufer aus Darmstadt die Festansprache halten wird. (Siehe Anzeige.) ** Notstandsarbeiten in Gießen. Zur Beschäftigung erwerbsloser Arbeiter unserer Stadt während der Wintermonate sind von der Stadtverwaltung folgende weitere Notstandsarbeiten vorgesehen: Mehrere Straßen- und Kanalbauarveiten, Planierung des hinteren Trieb, Planierung von Steinbruchgelände im städtischen Steinbruch, Umarbeitung und Verbesserung verschiedener Anlage- ilächen. Die Ausführung dieser Arbeiten erstreckt sich auf etwa 12 000 Tagewerke. Zum Hess. Volksbegehren am 5. Dezember. D.« Dtimmkartei der Gießener Wahlberechtigten liegt vom Sonntag, 14., b:S einschl. Sonntag, 21. Rov., im Stadthaus Bergstraße, Zimmer 13, zur Einsicht offen. Näheres in der heutigen Bekanntmachung der Stadtverwaltung. * Die letzte feierliche Immatriku- l a t i o n findet moraen, Samstag, mittag 12 Uhr im Unioersitätsgebäude statt. L. U. Universitäts-Gottesdienst. Am nächsten Sonntag, 14. November, vormittags Hi Uhr, findet in der Neuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst anläßlich der 400-Jahrfeier der Hessischen Reformation von 1526 statt, zu dem in erster Linie die Angehörigen der Universität einge« Talmin,, daatMiina Gxos-ftiwird, ruu" kertjcft teilt wrv >^uu,.......... If-SchUndo.&CiAfl-Sltar^uFq .........................— '•'•»»fliiiii । ii in i hi j 11 ... -------T..,. .-rri iiiiiMMiMi.il un Bürgersteigen, 1 wegen Fahrens mit ü! Geschwindigkeit, 4 wegen Fahrens, ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 9 wegen Fahrens durch gesperrte Straßen, 7 weg.-n sonstiger Zuwiderhandlungen in Verkehrs pol izeilicher Hinsicht. * Ein Zua Wildgänsc stttch in der letzten Nacht gegen 11.30 Uhr über unsere Stadt. Soweit man beobachten konnte, ging die Flugrichtung ziemlich genau von Norden nach Süden. Unser is.-Be- richterstatter in Steinbach (Kreis Gießen) meldet, daß dort gestern nachmittag gegen 4 Uhr eine Schar Schnecgänse, in südwestlicher Richtung flie- BücherLisch. — Teutonen. Historischer Roman von W a l- t c r Bloem. (Ganzleinen 7,80 Mk. K. K. Koehler, Verlag, Berlin W. 9.) Das große historische Gemälde schildert in packender Weise die Urgeschichte der Germanen. Das hohe Lied deutschen Helden- tums, das an der Sehnsucht nach dem Süden verblutet. Kernig die Reckengestalten der Wanderer und laden sind. Selbstverständlich har aber auch jeder andere Zutritt. Die Predigt hüll Prof. Dr. F r i ck. " Aus gehobene St raßcns perre. Die Sperrung des Aulweges zwischen dem Schiffender ger Weg und dem Riegelpfad ist jetzt wieder aufgehoben worden, da die dortigen Strahenbauarbeiten beendet sind. Die neuen Sätze der Erwerbslosenfürsorge. Auf Grund der neuen Anordnung bet Reichste gierung übet die Höchstsätze in der Lrwerbs- losensürsorge gelten in unserem Bezirk (Wirt, schastsgebiet II, Mitte) für die Zeit vom 8. November 1926 bis 31. März 1927 folgende wochen- tägliche Unterstützungssätze: in den Otten der Ott-klassen ABC Du.E in folgenden, sehr anerkennenden Worten äußert: .In einer Zett, di«, wenn ihr porttsch zu Mute wird, immer gleich lallen oder schnauben, jedenfalls aber ihre Gefühle vor allem durch Wortverrenkungen beglaubigen zu müssen meint, atmet man aus, endlich wieder einmal den Glocken klang eines sichtlich an unterer großen Heber lief crung gebildeten, die Spuren Jakob Grimms nicht verleugnenden, unverkünsielten, wohllautenden, ehrlichen Deutsch zu vernehmen, das im Tageslärm gerade durch die Ruhe seines festen HochgangS wohltuend auffällt und sich Gehör erringt. Man lauscht erstaunt auf, wunderlich klingt dieser Roman und doch uns inner.ich sogleich Dertraut durch seinen Dalladenton. Dann liegt sein Zauber dann liegt sein unbeschreiblicher Reiz, der ur.o aber doch zunächst fast ängstigt. Wird der Dichter diesen Dalladenton durchhaltcn können bis ans Ende, 488 Seiten lang? Daß er es, ohn« die leiseste Senkung und Schwankung, ungeschwächt bis zum Schlüsse vermag, zeugt für eine bewunderungswürdig hohe Kraft. Unfcr Staunen wächst noch, wenn wir im Lesen allmählich gewahren, daß dieser angebliche Roman im Grunde gar — Johannes B. Jensen: Borne- iS a st. S. Fischer Verlag, Berlin. — .Rorne- Gast" heißt der neueste Ro nan in dem ZylluS, in dem Jensen die Urentbedungen der Menschheit von ihrer Konzeption im genialen Schöpfer bis zu ihrer Aufnahme im Allwmengut der Völker als einen gewaltigen neuen Mythos gestaltet. — Diesmal führt et unS den ewigen Seher und Sänger vor Augen, der mit seinem erkennenden Blick die matcr elle Bezwingung der Erde tn ihrem Wandel durch die Jahrhunderte begleitet und ihr dadurch erst seelische Existenz und wahre — Hessisches Baurecht. Das kürzlich im Selbstverlag des Hessischen Städtetags- Darmstadt erschienene Sammelwerk ^Hessisches Daurecht" füllt eine feit langem fühlbar gewesene Lücke aus. Di« Sammlung bringt di« Allgemeine Dauordnung nebst Ausführungsverordnung tn den heute gültigen Fassungen, und ordnet den Stoff dadurch recht übersichtlich, daß unter jedem Artikel der Dauordnung die dazu gehörenden Paragraphen der Ausführungsverordnung abgedruckt sind. Der stattliche Band enthält auherdeni den Wortlaut aller mit dem Hessischen Daurecht zusammenhängenden Desttm- mungen und auszugsweise die Entscheidungen des Oberlandesgettchts in Dousachen. Das von einem Praktiker, dem Geschäftsführer des Hess. Städtetages, Derwaltungsdirettor Schaefer, bearbeitete Werk ist für Archit^ten und Dau- unternehmer, für Behörden und Rechtsanwälte ein wettvolles Hilfsmittel, dessen Anschaffung empfohlen werden kann. — Bei der Derlagsanstalt Throlia A G., Innsbruck, Wien, München, erschien der Roman „Sebastian und 2ei blieb“ von Joses Georg Oberkofler (488 S. 8°, Ganzleinen 6,50 Mk.), worüber sich Hermann Bahr u. a. Einschließlich der Familienzuschläge bars die Unter- stützung die ein Erwerbsloser erhält, in keinem Falle folgend- Beträge (Sp-.tzenfütze) überfeinen: 1. während der ersten acht Unterstützungswochen in den Otten der Ortsklassen ABC DilE Reichspfennige 1. im Wirtschaftsgebiet II (Mitte,............... 389 367 345 323 2. vom Beginn der neunten Unterstützungswoche ab in den Otten der Ortsklassen ABC DilE Reichspfennige im Wirtschaftsgebiet II (Mitte)............. 407 383 358 3~3 Die selbständigen Unterstützungen, die mehrere in einem gemeinschaftlichen Hau-Zstand lebende Familien» ntitglicbcr erhalten, dürfen insgesamt das zweieinhalbfache der Unterstützung nicht Übersteigen, die dem höstchunterstützten Mitglied der Familie für seine Person zusteht. Der Vorstand der Familie gilt im Sinne dieser Bestimmung als ihr Mitglied. Bortlotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadt- theater, 74 Uhr, „Der alle Textor- (Ende nach 10 Uhr). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Walzertraum". — Palastlichtspiele, Kirchenplatz: „Ein Walzettraum". — Astoria-Lichtspiele: „Der Rekord". Wettervora:"..5:. Temperaturen wieder erneut fallend, vielfach bedeckt und dunstig, nur stellenweise Rieder- schläge. DRUCKSACHEN In nfiuse.tlicher Ausstattung liefert stilrein und preiswert die BrOhPsche Universitäts- Druckerei R. Lange, Oleßen •Ji 9200V brachten. flHBBIIESiBSR&SIl Oroßen-Buseck, Bochum, den 10. Nov. 1926. des Herrn Cafe Astoria Sichert sparsamste l/errvendung Billigl 9287B mittags. Samstag [Stellengesuche] 07922 Tanz-Abend zmKchen llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll mchtVeschästignng ’ inchtBe chästignng 07834 a. d. G.Änzerb. T'levbon 4247. 9243D licbft ein 07903 Der Vorstand. Preiswerte Weine 2. gebeten 9306D Kolonialwaren-Feinkost / Ruf 119 8366 D Der Vorstand. 1926. 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Gtit geformt und leistungsfähig bleibt der Fuß in meinem natürlich angepassten und dabei, doch schönen Schuh station Großen-Buseck entfernt und auf Wunsch durch Förster Wagner, ßen-Buscck, vorgezeigl. Großen-Buseck, den 10 November Hessische Bürgermeisterei. Gans. SamStaa, den 13. November: Kneipe mit AllkHtrrtm Abend Ehrung der nen- trnonoien Ehrenmitglieder. Vollzähliges stallfindenden Vtlsaninilnyg bitten wir untere Muglieder, zwecks dringend. Besprech, zahlreich zu erschein. 07605 Der Vorstand. Mietgesuche \ Wer vermietet an junges (Liievaar ein leeres Simmet? Lchr. An geb. u. 07907 an d. GiehAnz. erb. Leeres Zimmer sofort gesucht, evtl m. Nrichenbenutzung. Schr. Angebote unt. 07915 a. d (Älen. Anz. TANZ_ Zreitag, 12. November 1926 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) M. 266 Zweites Blatt Das Handels» und I find, um die §s sich wirklich nicht verlohnen dürfte, ich der wichtigen Fra» solch Aufhebens zu machen. Da ist zuerst die Frage lind unseren Verpflichtungen Nachkommen können. sog. ge- t e t. nach La Paz zu gespannten 03c Bolivien wieder steht zu hoffen, und be- Die MilitürKontrolle Bon unterrichteter Seite wird uns des Oberbefehls über die deutsche Wehrmacht. Die JMKK. forderrc die Beseitigung einer im Jahre 1919 von Noske herausgegebenen Verfügung, durch schädigung unterbreiten. Diese Aussicht aus derartige Opfer scheint nun auf Bolivien sehr adkühlend gewirkt zu haben, denn die Verhandlungen wurden wieder einmal abgebrochen, und und chemische Industrien.--...... Marktproblem, einschließlich der wichtigen Fra gen der Handelsfreiheit und der Zoll- Verhältnisse, wird in einer großen Zahl von Arbeiten, an denen auch Deutsch land stark beteiligt ist, vom theoretischen wie vom In diesem Zusammenhang darf nicht uner wähnt bleiben, daß es sich bei den jetzigen Schwierigkeiten, genau wie bei den früheren. in der Hauptsache um ein Protokoll dreht, das als geheimer Nachsatz zum Vertrage von 1904 anzusehen ist. In diesem Protokoll hatte Bo Ihnen sich verpflichtet, auf einen Hafen am Stillen Ozean Verzicht zu leisten, wenigstens insoweit, als hierbei chilenisches Gebiet in Mil leidenschast gezogen werden mühte. Das chilenische Exemplar dieses wichtigen Dokunientes wurde später von einem Außen Minister als „verloren" gemeldet, bis es von einem seiner Nachfolger wiederzesunden wurde, der sich auch beeilte, die Erklärung abzugebcn. dah das Protokoll ordnungsgemäh ratisizierl worden sei. Das Exemplar der bolivianische» Negierung scheint überhaupt ganz abhanden gc- kommen zu sein, wenigstens behauptet man in Bolivien, dah dec Kongreß das Protokoll seiner zeit nicht ratifizieren tonnte, weil ec von dessen Vorhandensein nicht einmal Kenntnis hatte. In diesem Zusammenhang sei daran er innert, daß, kurz nachdem die nordamcrikanische Kommission ihre Funktionen zur Beilegung des Konfliktes zwischen Peru und Chile um die Ge> biete Tacna und Arica auf dem Wege der Volksabstimmung niedergelegt hatte, direkte Verhandlungen zwischen Bolivien und Chile über Gewährung eines Hafens cinsetzten. Obwohl über diese Verhandlungen nichts in die L)efsentlichteit gedrungen ist, wurde doch mehr oder weniger dar Standpunkt der chilenischen Negierung be° könnt, die sich eben auf das oben erwähnte Protokoll stützt, worin Bolivien aus einen Hasen durch chilenisches Gebiet endgültig v e r z i ch - praktischen Standpunkt aus beleuchtet. Mit Necht hat die jüngste Dölkerbundsver- sammlung vom September ds. Is. davon Umgang genommen, dem Vorbereitungskomitee allzu weitgehende Instruktionen zu erteilen. Das zeigt sich schon in der Art. wie der Zeitpunkt der Weltwirtschaftskonferenz bestunmt wird. Man hat es vermieden, ein genaue»? Datum zu nennen, sondern sich mit dem etwas unbestimmten Ausdruck begnügt, daß diele Konferenz „in möglichst kurzer Frist" ein)ube- rufen sei. Dies hat seinen Grund darin, daß es ganz vom Gang der bevorstehenden Verhandlungen abhängt, ob unter ilmftänben noch eine weitere dritte Tagung des Vorbereitungs- komttees nötig wird oder nicht. Die Persönlichkeiten, aus denen sich dieses Komitee zu- sammenseyt. sind infolge ihrer öffentlichen oder privaten Stellung nicht in der Lage, länger als zehn bis höchstens vierzehn Tage in Genf verweilen zu können. Kann -in dieser Zeit ihre Ausgabe nicht bewältigt werden, so müßen sie notwendigerweile vor der Einberufung der Welt- wirtschaftskonserenz noch einmal zusammeiltreten. Daß dies auf deren Datum nicht ohne Einfluß bleiben würde,' liegt auf der Hand. Immerhin hat der Berichterstatter der zweiten Kom- misfion, Loucheur, der in dsr Vollversammlung Völkerbundes durch den deutschen Vertreter. Baron von Nheinbaben, so kräftig unterstützt wurde, darüber keinen Zweifel gelassen, daß die gewählte Zeitbestimmung buchstäblich zu verstehen sei, mit anderen Worten, keine Zett mehr verloren werden soll. Hinsichtlich der Zusammensetzung der Weltwirtschaftskonferenz war die Ansicht der Kommission geteilt. Die einen wollten dieser Veranstaltung den Charakter einer diplomatl- i schen Konferenz, die anderen den einer Vereini- gstng unabhängiger Sachverständiger geben. Man einigte sich schließlich auf einer mittleren Linie, nämlich dahin, daß einfach das gleiche Verfahren vorgesehen wurde, wie bei der Ftnanz- tonferenz in Brüssel, wo die Teilnehmer zwar durch die Regierungen ihrer 'Länder ernannt, aber ihre Handlungsfreiheit in den Beratungen keineswegs beschränkt waren. Das Vorbereitungskomitee versammelt sich eben in einem Augenblick zu seiner zweiten Tagung, wo die Blicke der Oesfentlichkeit durch das bekannte Manifest der Wirtschaftsführer zugunsten der Handels?veiheit auf eine der wichtigsten Seiten des Wirtschaftsprodlems gelenkt worden sind. Es mag dies vielleicht dazu beitragen, für den Gedanken der Weltwirtschaftskonferenz jene günstige öffentliche Meinung zu schaffen, ohne die nach den. Worten des Vorsitzenden der Vorbereitungskomitees, Theunis, ein Erfolg dieser Veranstaltung kaum zu erwarten ist. Im gleichen Bestreben will man für die kommende Tagung auch den Grundsatz größter Oesfentlichkeit wahren, indem die Sitzungen nur, wo es unbedingt geboten erscheint, in geschloffenem Kreise stattfinden sollen. und mangelhaft ausgebildet sind, gegenüber den Millionen, die Frankreich und seine Bundesgenossen im Kriegsfall aufstellen werden? Für Deutschland und für die Aufrechterhaltung der Rtihe, Ordnung Sicherheit, die nötig sind, damit wir arbeiten Ausarbeitung des Vertrages gewirkt hatte, zwang, persönlich gehen, um die bereits äußerst ziehungen zwischen Chile mid einigermaßen einzurenken. Es . _ daß der gegenwärtige Konflikt sich ebenfalls in gütlicher Weise wird beilegen lassen. die in Aussicht genommen war, die Stellung eines Gencralinspekteurs der Reichswehr zu schaffen. Diese Verfügung wurde durch das Wehrgesetz automatisch außer straft gesetzt. Einen Generalinspekteur Hai es nie gegeben, und cs wird auch nicht beabsichtigt, diese Stellung zu schaffen. Die zweite Forderung bezieht sich auf die Herstellung und Ausfuhr von Kriegs- gerät. Beides ist Deutschland bekanntlich durch den Vertrag von Versailles verboten. Dieses Verbot wird auch strikte befolgt und von der JMÄst. streng überwacht. Die Mittel zur Bezahlung der uns auferlegten ungeheuren Kriegsentschädigungen lassen sich nur durch Erkort aufbringen. Dah einzelne der in deutschen Fabriken hergestellten und dann ausgeführten Halbfabrikate im Auslande zur Fertigung von striegsgerät benutzt werden, läht sich nicht vermeiden. Mit dieser Frage wird sich übrigens die Abrüstungskonferenz beschäftigen, und zwar, soweit sich bisher übersehen läßt, in einem für Deutschland günstigen Sinne. Drittens beanstandet die JMKK., dah ein Teil der früher von der Armee benutzten Baulichkeiten von der Reichsfinanzverwaltung noch nicht an Private verkauft ist. Hier handelt es sich in der Hauptsache um fiskalische Gebäude in früheren kleinen Garnisonen, wie z. B. Proviantämter. Re- montedepots u. dgl., die Mei der schlechten wirtschaftlichen Lage schwer Mer käuflich sind. Dann haben es Die „F c ft u n g e n" an der Ostgrenze, besonders Königsberg, der JMKst. angetan, die in diesem Punkt wohl unter polnischem Einfltih steht. Für den Ban moderner Befestigungen fehlt uns das Geld. Es ist jedoch selbstverständlich, dah die vorhandenen Anlagen in ihrem Zustand c r - halten werden müßen, dah vielleicht auch hie und da ein neuer Unterstand geschaffen wird. Bei der ungeheuren Durchschlags-, Spreng- und Gaswirkung der heutigen schweren Artillerie bringen solche Anlagen meist mehr Schaden als Nutzen. Also auch diese Beanstandung dürfte mehr oder weniger gesucht sein. Daß die Polizei schon von Anfang an der Entente ein Dorn im Auge war, ist bekannt. Fast schien es, als ob seinerzeit besonders die Franzosen mit der Entwaffnung und plötzlichen Umorganijation der Sicherheitspolizei nichts anderes bezweckten, als Deutschland der Anarchie auszuliefern. Jetzt sind es noch 8000 Polizeibeamte, um die gefeilscht wird. Was bedeuten 8000 Menschen, die schlecht bewaffnet selbe Schicksal erlebten Verhandlungen, die in Santiago von bolivianischen Vertretern, welche speziell zu diesem Zweck nach Chile gesandt waren, in die Wege geleitet wurden. Die chi Icnische Regierung erklärte wiederholt, trotzdem Chile vom besten Willen beseelt fei, Bolivien bei seinem Streben nach Erlangung eines Hafens zu unterstützen, würde es doch niemals seine Einwilligung zu einer Revision des Friedensver- träges von 1904 geben. Der Anlaß zu dem gegenwärtigen Konflikt ist darin zu erblicken, daß sowohl der bolivianische Senat als auch die Abgeordneten- lanimcr sich solidarisch erklärten mit den Aeuße rungen des Senatspräsidenten. der anläßlich der Eröffnung der diesjährigen Sitzungsperiode in seiner Ansprache erklärte, es werde das bolivianische Nasionalbestr.eben bleiben, die als Folge des Krieges von 1879 verlorenen Gebiete wiederzugewinne.n. Vor einigen Iahrc» schon ereignete sich ein analoger Fall, der den nämlichen chilenischen Vertreter, welcher an der ~ ~ ' von 1904 mit- . _.. Wenn Bolivien jedoch jetzt den Wunsch hege, einen Hafen und eine entsprechende Zone von Chile abgetreten zu erhalten, so müßte es vorerst Vorschläge über eine angemessene Ent- Boliviens Kampf um den Zugang jum Illeer. Von unserem I>. ^.-Korrespondenten. Buenos Aires, Novenrbcr 1926. Der neuerliche Zwist zwischen Chile und Bolivien, der in diesen Tagen wieder so viel in der südamerikanischen Presse erörtert wird, ist in Wirklichkeit in seinen Grundzügen nicht neu. Nachdem die Präsidentschaft Boliviens un Iahrc 1920 von Bautista Saavedra Übernommen worden war. verstärkte sich die Tendenz der össentlichen Meinung nach Revision bei- Friedensvertrages mit Chile vom Iahrc 1904. mit dem ziemlich unverhüllten Ziel, die ganze oder teilweise Wiedergewinnung der abgetretenen Gebiete durchzusehen Bolivien wollte sich hierdurch einen Ausgang nach dem Stillen Ozean verschass«n. durch ein Gebiet, das immer sein gewesen war, von De- endigung der Befreiungskämpfe bis zum „Krieg des Stillen Ozeans". Eine Eingabe Boliviens an den Völkerbund verlief im Sande, und das- Vie Vorbereitung der weltwittfchastskonfereuz. Don unterem Dr.-B.-Äorrefbonbenten. Genf, Anfang November 1926. Des am 15. November in Dens zu feiner »weiten Tagung zusammentretenden Komrtew für die Vorbereitung der Weltwtrtschaftskonfe- revz harrt eine Arbeit, die ber Bericht der zweiten Kommission der Lölkerbundsverfamm- lung mit Recht als hen heikelsten Lttl seiner Aufgabe bezeichnet hat. oic soll aus dem ungeheuren, feit dem Schluß ber erftej ~a'• gung im Mai ds. Is. gesammelten Materials diejenigen Punkte auswahlen, Die e n b - gültig der künftigen OB c 11 i r t f a f t d » Konferenz zu unterbreiten sind. Denn nach dem Auftrag, ber bem Vorbereitungskomitee durch die sechste Delegiertenversammlung des Völkerbundes erteilt worden .ist, hat dieses in erster Linie das Programm jener geplanten Kon- fereii,z auszuarbeiten und södanst auch deren Zusammensetzung und Zeitpunkt zu fixieren. Mm ber ersten Ausgabe zu genügen, hat das Dcr- breitungskomitee. wie bekannt, in feiner jüngste,, Tagung zunächst cinetr umfassenden Plan für die Beschaffung des Materials aufgestellt, au' Grund helfen bann eben die Frage beantwortet werdeii soll, welche Punkte mit Aussicht auf Erfolg dem Programm ber Weltwirt- schaftskonferenz einzuverleiben unb welche auszuscheiden feien. War für diese Dokumentie- rungsarbeit absichtlich ein sehr weiter Rahmen gewählt worden, um die verschiedenen Seiten des Wirtschaftsproblems zum Ausdrua gelangen xu lassen, so hat ber erwähnte Kommissionsbericht daraus kein Heh> gemacht, daß nach der Meinung dieses Ausschusses, dem die Kontrolle Der technischen Organisationen des Völkerbundes obliegt, die Weltwirtlchaftskonserenz_ nur bann ein praktisches Ergebnis zeitigen könne, wenn aus dieser Fülle der Programmpunkte einige wenige wesentlick)e herausgegriffen und die ganzen Arbeiten auf sie konzentriert werdeii. Deswegen dürfte freilich jedes Material noch nicht ohne weiteres entwertet werden, das für die künftig auszuscheidenden Fragen Bezug hat. Denn einmal werden von ber Diskussion auch solche, nicht im offiziellen Programm enthaltenen Punkte nicht ausgeschlossen werden können, wenn sie mit einer der Hauptfragen im Zusammenhang stehen, Unb im übrigen wird das in der Zwischenzeit planmäßig gesammüte Material auch für andere Zwecke gute Dienste leisten. Wie erinnerlich, hatte die erste Tagung des Vorbereitungskomitees die erforderliche Arbeitsteilung in der Weise vorgenommen, daß drei zum Teil sich selbst wieder in Sonderausschüsse I gliedernde Ünterlommiffionen gebildet wurden, ' von denen dir erste (A) sich nut Fragen der Landwirtschaft, des Währungs- unb Finanzwesens, sowie des Bevölkerungsproblems, die zweite (B) mit der industriellen Produktion, die dritte (C) mit den Frage,, des Handels unb ber Absatzmärkte befaßt. Die Arbeit der Beschaffung und teilweisen Verarbeitung des für alle diese Gebiete eingeholten Materials fiel zu einem großen Teil dem Völkerbunds- f-rfretariat und dem Internationalen Arbeitsamt, den Präsidenten des Komitees unb der .Unterausschüsse und einzelnen Mitgliedern zu, unter Heranziehung von privaten Sachverstän- bigen und wirtschaftlichen Instituten. Als Schlußtermin für den Eingang dieser Dokumente war der 1. Oktober, als Zeitpunkt für dessen Ber- teilung Ende Oktober festgesetzt. In der Hauptsache sind diese Säten eingehakten worden, wenn auch von der lleberfet^ung einiger Berichte un Interesse ber Zeitersparnis vorläufig Umgang genommen werden muhte. Für die fiiianziellen Fragen besitzt das Komitee in den soeben erschienenen neuesten Denkschriften des Völkerbundes über das Geldwesen und die zentralen Notenbanken, sowie über die Zahlungsbilanzen, eine wertvolle Dokumentierung. Das Bevölkc- rungsproblem. auf das besonders Italien Nachdruck legt, findet in einem Memorandum deS Internationalen Arbeitsmarktes, das sich ja ständig mit diesen Fragen befaßt, ausgiebige Behandlung. besonders auch im Hinblick auf bas Auswandcrungswesen. Zum Kapitel der industriellen Produktion liegt eine größere Anzahl von Monographien über einzelne besonders interessante Gebiete vor, so über Kohle, Baumwolle, Eisen und Stahl, Schiffsbau, Seide und Kunstseide, Wolle, Maschinenindustrie, Elektrotechnik schrieben: In seiner Sitzung am 2. November hat der Auswärtige Ausschuß des Reichstages beschlossen, die Frage der Militärkontrolle einem Unterausschuß zu übertragen, dem die Reichsregierung das gesamte Aktenmaterial zugänglich machen soll. Die Mitglieder des Unterausschusses sind nicht zu beneiden: ein Bergvon Akten wird vor ihnen aufgebaut werden. Denn abgesehen von ber Bot- schafterkcknferenz hat besonders die Interalliierte Militär-Kontrollkommission (JMKK.) zahlreiche Schreiben an die amtlichen beutfdien Stellen gesandt. Da die JMKK. das für ihre Mitglieder lukrative, für Deutschland aber in jeder Beziehung eine schwere Belastung bildende Geschäft der Kontrolle und Bespitzelung stit sieben Jahren ausübt, geht die Zahl ihrer Schreiben in die Tausende. Wenn tatsächlich die Botschasterkonferenz die JMKK. anweisen würde, in Zukunft die Verhandlungen mündlich zu führen, so wäre das im Interesse der schnellen Bereinigung ber Atmosphäre nur zu begrüßen. Betrachtet man die'noch strittigen Punkte, die „Restforderungen", nach Zahl unb Inhalt, so gewinnt man den Eindruck, daß sie Bagatellen gungen bildeten, zum Teil in der Absicht, die „schlappe" Regierung zu beseitigen. Zum Schutz der Verfassung gegen etwaige Umsturzgelüste dieser Verbände organisierten sich dann die Anhänger der republikanischen Parteien im Reichsbanner. Nach dem Urteil maßgebender Republikaner scheint jetzt „der Bestand der Republik gesichert". Wenn nun schon Verbände aufgelöst werden, wäre es zweckmäßig, alle Verbände aufzulösen, gleichgültig, in welchem politischen Lager sie stehen. Eine solche Maßregel würde ganz erheblich zur Beruhigung und Entspannung der inneren Lage beitragen und die Exekutiv- Polizei wesentlich entlasten. Die Reichsregierung und die Botschasterkonserenz müssen und werden ja bald zu einer Einigung kommen, besonders nachdem Deutschland Mitglied des Völkerbundes geworden ist. Es steht zuviel auf dem Spiele für ganz Europa. Wir wollen aber nicht vergessen, daß uns durch die Waffenstillstandsbe- bingungen, burch ben Vertrag von Versailles unb durch die Satzungen des Völkerbundes bindend zu- gesagt worden ist, daß die Entwaffnung Deutschlands der Anfang der allgemeinen Abrüstung sein soll. Pflicht ber deutschen Regierung ist und bleibt es, hierauf immer erneut hinzuweisen unb Erfüllung biefer Zusagen zu fordern. beuten sie ungeheuer viel. Zum Schlüsse verursachen der JMKK. die ,.m i l i l ä r i s ch e n" Verbände Beklemmungen. Nun ist die Bildung militärischer Verbände durch Reichsgesetz untersagt, unb daß bie Landesregierungen bemüht sind, dieses Reichsgesetz auszuführen, zeigen die Verbote,, die die preußische Regierung ausgesprochen hat. Die Entente darf nicht vergessen, daß gerade sie in erster Linie Schuld daran ist, dah sich seinerzeit solche Verbände unter dem Eindruck der uns unaufhörlich zugefügten Dcmüti- Gießener Konzertverein. Gleichsam eine Dorausnahme für die Beethoven-Gedenkfeiern des kommenden Konzertwin- tcrs, wurde die erste große Orchesterveranstaltung des Konsertvereins durch ein Frühwerk Beethovens etngeleitet. Noch steht der junge Meister in Gefolge der beiden anderen Wiener Klassiker. Aber dennoch künden sich gerade in Einzelheiten persönliche Züge an. Die ersten Akkorde des Adagios lassen schon Künftiges ahnen, wie auch die Ausbreitung des Adagiothemas. Auch im Allegro bricht hier und da wieder, sei es in der Stimmführung, in der melodischen Gestaltung und im Iubel des Schlusses ein eigenes Gesicht hervor. Nicht allen der heutigen Dirigenten ist es gegeben, diese werdende Welt sicher zu erschließen! denn es kommt hier weniger auf dir sich durchsetzende Persönlichkeit des Dirigenten an als auf fein frisisches Stilgefühl und sein feines Nachempfinden. Dies beides brachte Dr. Te° m e s v a r y bem Werk entgegen unb so erklang es in erfrischender Belebtheit unb innerem Eigen- leben. Eva Liebenberg (Berlin) führte in die Welt Hänbels ein mit ihrer pastosen Altstimme. die nur wenige ihresgleichen hat und so daS Lob deutscher Ssimmbildungskunst unb insbesondere ihres Lehrers Hugo Rasch kündet. So konventionell sonst gerade Belcantoarien gelungen unb vom Publikum aufgenommen werben, umso stärker war hier der Eindruck. Mit welcher Weichheit unb Inbrunst fang sie das: „Lascia ch'io piango“, welche Tone der Wildheit. Entfesselung und Rachedurst wurden der Arie der Iuno ans „Semelc" zu eigen. Dann die Weite .der gesanglichen Linie in dem Alt-Arioso: ..Dank fei dir. Herr." Eindrücke, die nicht so leicht der Vergessenheit anheimfaUen! Die Welt Bruckners wurde durch bie Interpretation Dr. Temesvarys zu einem mitreißenben Erlebnis. Hatte er mit der Begleitung der Händel-Arien, die cm das Anpassungsvermögen des Dirigenten Anforderungen stellen, denen nicht alle gewachsen sind, eine Probe gewandter Stab- führnngskimst gegeben, so zeigte er sich hier als ein Meister großen Stils. Cs gibt viele Dirigenten, die bei Bruckner Beispiele ihrer persönlichen Interpretierung glauben ablegen zu müssen und so beim rigorosen Durchsetzen ihres Ichs bem Werke den Lebensadern, den ihni der Schöpfer gab, ertöten und ihm so mehr schaden als dienen. Wer der Vierten schon oft begegnet ist, konnte bei der gestrigen Aufführung manche Stelle, an ber man sonst achtlos Dorübergegangen war. und bie für den Zusammenhang des Werkes sonst weniger ins Gewicht zu fallen schien, in neuem Lichte erkennen. Es schien beinahe, als hätte sich mit dem Wechsel des Stiles die Gebärde des Dirigenten geändert: bei Beethoven ein anderer als bei Händel, unb ein völliges Hinge- gebenfein an Bruckners Welt, ein Nachfühlen des Pulsschlages im Aufwallen unb Ersterben des Werkes. Wie ein Erschauern ging es im zweiten Satze durch den Raum, als nur noch eine Instrunientalstimme zum inneren Künder wurde. Wie Temesvary die Steigerungen herausarbei- tete, mit welcher Vornehmheit er das Trio im Scherzo behairdelte, das zeigte einen Musiker, ber nicht Alltägliches zu sagen hat. Es war eine Freude, wie das Orchester wie ein Instrument willig den Intentionen des Dirigenten folgte, und jeder mit vollem Einsatz aller künstlerischen Kräfte fein Bestes gab, sei es am Horn, in der Bratsche ober bei den Holzbläsern. Dem Konzertderefti muß der Dank aller Besucher für einen derartigen Festabend gewiß unb sicher fein! —>n— Schiller und die Komposition seiner „Ideale". Um bie Mitte des 18. Jahrhunderts lebte in Dresden der kurfürstliche Oberkapellmeister Johann Gottlieb Naumann. Aus den ärmlichsten Verhältnissen heroorgegangen, hatte er im 16. Lebensjahr das Glück, den schwedischen Kunftmäzcn Wceström nach Italien begleiten zu dürfen. Hier kam sein bedeutendes musikalisches Talent rasch zur Geltung. Nachdem ihn Tartini in Padua ausgebildet, begab er sich nach Venedig und widmete sich fast ausschließlich der Komposition. 1765 berief ihn die Kurfürstin- Mutter Marie Antonie an die Spitze der Hofkapelle nach Dresden. Seine Opern, deren er nicht weniger als 23 schrieb, seine Kirchenkompositionen und Lieder waren sehr geschätzt, und zu feiner Zeit gehörte er zu den populärsten deutschen Komponisten. Im letzten Jahrzehnt seines Lebens setzte er unter anderen Gedichten Schillers auch „Die Ideale" in Musik. Obwohl ihm Eitelkeit und Selbstüberhebung ganz fern lag, hob er doch seinen Freunden gegenüber oft hervor, daß ihm diese Lied- tomposition vortrefflich gelungen sei, daß sie alle übrigen, die er geschaffen, an Schönheit und liefe der Auffassung übertreffe. Auf das Titelblatt setzte er die Worte „für Wenige" (nämlich Kunstverständige) und war nie zu bewegen, in Gegenwart einer größeren Gesellschaft den Vortrag des Liedes zu gestatten. „Es soll auf 7 oder 8 Menschen wirken," pflegte er zu sagen, „die Empfindung und Ausmerk samkeit mitbringen; für 30 oder 40 habe ich es nicht geschrieben." Einst weilte Naumann in Berlin. Die Singakademie unter Faschs Leitung brachte ihm große Ovationen und führte ihm in vollendeter Weise einen Psalm vor, den er bei früherer Gelegenheit für bas berühmte Institut komponiert hatte. Naumann befand sich in der gehobensten Stimmung und umarmte vor dem versammelten Publikum den wackeren Fasch. Tags darauf hatte Nicolai eine größere Gesellschaft, darunter den gefeierten Komponisten, geloben. Eine Dame bat Naumann, seine Schülerin, Demoijelle Schäfer beim Vortrag der ,Ideale" zu begleiten. Dieser schien einen Augenblick betroffen, lächelte bann verbindlich und führte zur nicht geringen Verwunderung der Anwesenden Demviselle Schäfer selbst an den Flügel. Alles lauschte atemlos, die Sängerin erntete großen Beifall. „Diesmal, lieber Naumann," sagte jemand aus der Gesellschaft, „haben doch mehr als 50 Menschen zugleich Ihre „Ideale" gehört!" „Ich lasse mich auf Ihre Zahl nicht ein," antwortete Naumann „aber jeder einzelne schien den „Wenigen" anzugehören, die ich mir dabei gedacht habe!" Wenige Jahre vor seinem Tode kam Schiller nach Dresden. Naumann wollte dem großen Dichter seine Verehrung bezeugen und ließ ihm durch De- moiselle Schäfer „Die Ideale" vorfingen. In Gegenwart des Komponisten hielt Schiller mit seinem Urteil zurück, aber in Körners Hause brach sein voller Unmut los: „Wie kann ein berühmter Mann," rief er aus, „mein Gedicht so ^erarbeiten, daß über sein Geklimper die Seele des Gedichtes zu Fetzen wird!" Der musikalische Körner übte eine minder strenge, aber doch abfällige Kritik: „In den Idealen," meinte er, „ist viel Musik und in einigen Stellen der Ausdruck glücklich. Aber in seiner ganzen Methode, ein solches Gedicht zu behandeln, verstößt Naumann gegen die ersten Grundsätze. Er hat eine Wut einzelne Bilder zu malen, und seine Darstellung geht immer zuerst auf das Objekt, von dem gesprochen wird, nicht auf den Zustand des Subjektes." — Wenn wir uns fragen, ob Naumann über seine eigenen Sachen so wenig Urteil besaß, oder ob ihm Schiller mit seiner vernichtenden Kritik Unrecht tat, gibt uns ein Blick auf die in der Tat unbedeutende Komposition der .Ideale" die Antwort, Naumann kam in seinen Produktionen über den Formalismus des 18. Jahrhunderts nicht hinaus, und weil er in seinen Kompositionen nur dem flüchtigen Zeitgeschmack huldigte, waren sie bei seinem Tode verklungen und vergessen. Fehlt Schillers kleineren Gedichten nun die innere Rhythmik und der melodische Schwung, die zur musikalischen Bearbeitung einlaben, so stellen »eine größeren Dichtungen in ihker glänzenden _ -,e und Gedankentiefe an den Komponisten Anforderungen, denen Naumann in seiner harmlosen italienischen Manier nicht gewachsen war. Wir sehen, daß Schillers musikalisches Urteil hier richtig von seinem dichterischen Geschmack geleitet worden war. A. B. Macht die Blinden erwerbsfähig! Von Blindenlehrer 3. Kranz- Friedberg. Wenn ich zu dieser Angelegenheit das Wort ergreife, so geschieht es deshalb, wett mir das Wohl meiner Schicksalsgenossen sehr am Herzen liegt. Ich bin selbst durch Kriegsverletzung erblindet und seit 1920 als Lehrer an der Hessischen Blindenanstalt zu Friedberg tätig, stehe also stets mit Blinden in engster Fühlungnahme, infolgedessen bin ich mit der Blindheit und ihren Folgen genau vertraut. Aber auch die Mittel und Wege habe ich kennengelernt, die dazu angetan sind, die furchtbaren Wirkungen der Erblindung ganz beträchtlich herabzumindern und den Blinden ihr schweres Los erträglich zu gestalten. Darum gerade betrachte ich es als eine selbstverständliche Pflicht, die Oeffentlichkeit über obige Frage aufzuklären und ganz besonders den Eltern und Erziehungsberechtigten blinder Kinder zu zeigen, welches der größte Liebesdienst ist, den sie ihren vom Schicksal so schwer heimgesuchten Pflegebesohlenen erweisen können, ja zu erweisen unter allen Umständen verpflichtet find. Die Folgen der Erblindung sind ungemein schwer. Bein äußerlich zeigen sie sich schon dadurch, daß.die Blinden in ihrer Bewegungsfreiheit ganz erheblich behindert sind. Weit folgenschwerer aber sind die Wirkungen der Erblindung auf das seelische Leben. Deren Bedeutung in ihrem vollen Umfang zu erfassen, ist einzig und allein nur den Blinden möglich. Ich will jedoch davon absehen, die seelischen Einwirkungen der Blindheit einer eingehenden Betrachtung zu unterziehen. Vielmehr soll es meine Aufgabe sein, zu zeigen, wie diese in ihren Folgen wesentlich vermindert werden können. Soll der von der Tücke des Schicksals mit Blindheit geschlagene Mensch zeitlebens unter den furchtbaren Folgen der Erblindung leiden? Vein und abermals nein! Es gibt Mittel und Wege, diese Schäden bis zu einem gewissen Grade zu beseitigen. Ich bin selbst als Blinder diese Wege gegangen imb fasse die daher gemachten Lebenserfahrungen in die Sähe zusammen : Erziehe die Blinden zu brauchbaren Bürgern! Mache sie zu nützlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft! Befähige sie zur Leistung nutz- und verdien st bringen der Arbeit! Hinweg mit dem Vorurteil, mit dem man uns Blinde zu Menschen zweiter Klasse herabwürdigt und uns den Stempel menschlicher Minderwertigkeit aufdrückt! Wir fordern von unseren sehenden Mitmenschen, daß sie uns als vollwertige und gleichberechtigte Glieder in die GemeinsiAstt der Menschen aufnehmen. Zu dieser Forderung sind wir berechtigt, weil wir tatsächlich in der Lage sind, den Kampf ums Dasein mit eigener Kraft zu führen, und zwar dadurch, dah wir der Allgemeinheit und damit uns selbst einen Dienst erweisen können, indem wir nutzbringende Arbeit leisten. Wir wollen uns nicht durch Almosen und Bettelpfennige einen kümmerliches: Lebensunterhalt sichern! Einzig und allein durch A r b e i | wollen und können wir uns und unserer Familie ein menschenwürdiges Dasein gewährleisten. Arbeit bietet uns neben materiellen Vorteilen hohe, ideelle Güter. Aur die Arbeit farm uns die innere Zufriedenheit, das llnterbfanb jeglichen Lebensglücks verschaffen. So können auch wir arbeitende Blinde lebensfrohe und glückliche Menschen sein. Edeldenkende Menschen haben längst die Wege zu diesem Lebensglück der Blinden gefunden. Erziehung zu charaktervollen Persönlichkeiten, geistige Ausbildung und Erwerbsbefähigung sind die drei Faktoren, die zur Erreichung dieses Zieles führen. Sie finden vollste Beachtung in den für die Blinden zum Zwecke einer geistigen und technischen Ausbildung geschaffenen Blindenau st alten. Was bedeutet die Gründung dieser Institutionen für die Blinden? In ihnen finden alle pädagogischen Mittel Anwendung, die geeignet sind, die Blinden zu charaktervollen Per- ?sönlichkeiten zu erziehen. Durch guten Schulunter- xricht ist für geistige Entwicklung und Ausbildung in weitestem Maste gesorgt. Besondere Unter- '-richtsmethoden, sowie Anwendung der für den Blindenunterricht geschaffenen besonderen Hilfsmittel verschaffen den Blinden einen Bildungsgrad, welcher dem eines Schülers der Volksschule gleichkommt. Gelehrt werden in der Blindenschule alle Fächer, die der Lehrplan der Volksschule aufweist. Mit der Schule ist eine Lehr- beide Partein beeilten sich, Erklärungen abzu- aeben, dah einem etwaigen Meinungsaustausch lediglich privater Eharakter beizumessen sei. Egger-Lienz. Don Stefanie Feuchtwanger. Auf feinem Landsitz bei Bozen ist vor einigen Tagen — erst 58 Jahre alt — Professor Albin Egger-Lienz gestorben. Tirol hat mit ihm den größten Sohn seiner Gegenwart verloren. Schon seine äußeren Lebensumstände waren eigentümlich. Er wurde als Sohn eines Malermeisters in Striebach bei Lienz im Pustertal geboren. Er lernte seine Mutter, eine Bauerntochter namens Maria Trojer, erst mit 22 Jahren kennen, bis dahin hatte er die Frau feines Vaters, Franziska Rotschopf, für feine Mutter gehalten. Sein Vater hatte ihn in diesem Glauben erzogen, um die Jugend -feines Kindes nicht durch den Gedanken an eine Stiefmutter zu trüben. Dieser Stiefmutter, einer geistig hochstehenden Frau, verdankte der junge Albin außerordentlich große Anregungen. Sein Vater, dem selbst Künstlerblut in den Adern steckte, der es aber über das Handwerkliche nicht hinaus gebracht hatte, verstand die Künstlersehnsucht feines Sohnes und tat alles, ihm die Wege zu ebnen. Nachdem der Junge bei den Augustinern in Lienz die Volksschule absolviert hatte, kam er auf die Akademie nach München, wo Hackel und Lindenschmitt feine Lehrer wurden. Bald bildete sich sein „Stil" heraus. Er rückte energisch von der Pilotyschen Schule, die damals in München noch in Blüte stand, ab. Auch Defregger, der ihm lange Vorbild und Schützer war, wurde ihm künstlerisch fremd; fein großes Vorbild wurde Hodler. Was dieser für die Schweiz bedeutete, wurde Egger-Lienz dem Land Tirol: monumentaler Schilderer des Bauerntums, verwachsen mit der Erde, die ihn hervorgebracht hatte, einfach, oft fast primitiv, hart, ungeschminkt, aber von packender Große und Wucht. Von München aus ging der Künstler nach Wien, wo er sich verheiratete. Während seines dortigen elfjährigen Aufenthaltes entstand ein großer Teil feiner bekanntesten Werke, so „Nach dem Friedensschluß 1809" (Oesterreichische Staatsgalerie), „Die werkstätte verbunden, in welcher die sthulentlassenen Blinden in einem für sie geeigneten Handwerk gründlich unterwiesen werden. (Stuhlslech- ten, Korbflechten Herstellen von Bürftenwaren aller Art). Auf diese Weise geistig und technisch ausgerüstet, tritt der 18- bis 20jährige Blinde ins Leben, um aus eigener Kraft den schweren Daseinskampf zu führen, den notwendigen Lebensunterhalt sich selbst zu beschaffen. Welch ein Segen für den Dlnrden! Sich und seine Familie selbst zu ernähren, ohne auf die Mildtätigkeit seiner Mitmenschen angewiesen zu sein, ist wahrlich ein grohes Glück im Unglück. Eltern und Erziehungsberechtigte blinder Kinder! Wollt ihr euren Kindern die Pforten des Glückes verschliehen? Wollt ihr, daß der Schatten der Blindheit mit seinen Folgen zeitlebens schwer auf ihnen lastet? Olein und nochmals nein! Ist es nicht eure höchste und heiligste Pflicht, für das Wohl eurer blinden Kinder zu sorgen und ihre Zukunft sicherzustellen? Ist cs nicht für euch selbst ein Trost und eine Beruhigung, wenn ihr wistt, dah euer blindes Kind sein schweres Los leichter zu ertragen vermag, wenn es erwerbsfähig ist und sich dadurch selbst versorgen Tarnt? Darum laßt die Lichtlosen des Segens teilhaftig werden, der durch Erzte- hung und Unterricht in der Blindenanstalt ausgestreut wird. Turnen, Sport und Spiel. Helft Euch selbst! Seit Jahr und Tag wird in Deutschland um die tägliche Turnstunde gekämpft. Wenn überhaupt etwas an diesem Kampfe erfreulich ist, so ist cs gerade die Hartnäckigkeit, mit der auf beiden Seiten gerungen wird, denn sie zeigt, daß tatsächlich heute die Fragen der körperlichen Iugendbildung nicht mehr akademische Streitpunkte innerhalb eines engen Kreises sind, sondern baß sie die allgemeine Teilnahme in demselben Maße erwecken wie die übrigen Streitfragen des öffentlichen Lebens. Allein diese Allgemeinheit und Kraft des Wunsches kann uns nicht darüber hinwegtäuschen, daß, seitdem der Reichstag im Januar dieses Jahres den Ländern die tägliche Turnstunde nahegelegt hat, keine wesentlichen Maßnahmen getroffen worden sind, um die Forderung in die Tat umzusetzen. Und allem Anschein nach steht noch ein langer und beschwerlicher Weg bts zu diesem Ziele bevor. Es ist aber nicht die Art der turnenben und sporttreibenden Jugend, stillzustehen und zu warten, sondern sie greift zu und hilft sich selbst, wo Behörden mit ihren unzähligen Ausschüssen und Unterausschüssen versagen. Zur Selbsthilfe sollen auch die Eltern schreiten, sollen ihre bewegungshungrigen Kinder in die Vereine schicken und ihnen dort die sonst mangelnde Gelegenheit zu wohlbeauffichtigtem Spiele geben. Die meisten Vereine haben ja heute schon besondere Kinderabteilungen, andere sind dabei, sie zu gründen und solange durchzuführen, bis der Kampf um die „tägliche" auch in der Schule gesiegt hat. Roch liegt dieser Erfolg in weiter Ferne; bis dahin aber darf der. Kampf nicht rasten. Die Jugend, die im Elternhause und im Verein angehalten wird, eine Stunde täglich irgendeine Art der Leibesübungen zu treiben, wird dabei von selbst der treueste Kampfgenosse für die erwachsenen Streiter. An alle Eltern und Erzieher geht darum die Mahnung, nicht zu warten, bis die behördlich abgestempelte Genehmigung in den Schulen erreicht ist, sondern ihnen jetzt schon einen vollwertigen Ersatz in den Vereinen zu geben, und zugleich geht der Mahnruf an alle Vereine, die Kinder bei sich' aufzunehmen und das tägliche Turnen müssen der Zukunft schon heute umzuwandeln in ein tägliches Turnen dür fen. Turnen soll hier nicht eng gefaßt sein int Sinne bestimmter Mebungen an bestimmten Geräten, sondern soll freie Hebung und Pflege des Körpers bedeuten, möglichst in frischer Lust auf dem Spielplatz, im Wasser, auf Schnee und Eis. Der körperliche Wert der täglichen Turnstunde leuchtet jedem schon so ohne weiteres ein, daß hier nur noch einmal daran erinnert zu werden braucht, nicht zu spät mit der Körperpflege der Jugend anzufangen. Gerade der Zeitpunkt des S ch u l e i n t r i t t s, den die meisten noch für zu früh halten, ist der geeignete Termin für den Beginn von Spielen und Schwimmen. Er darf nicht versäumt werden, wenn hier nicht für so manche — oft nach Jahren erst sichtbar werdende — Schädigungen des jugendlichen Körpers der Keim gelegt werden soll. Gerade das schulpflichtig gewordene Kind, das während der ersten sechs Jahre seines Lebens erst als strampelnder Säugling, dann als meist im Freien tollendes Kleinkind fast den ganzen Tag in körperlicher Bewegung war, soll mit einem Schlage zwangsweise auf der Schulbank stillge- seht werden. Die Folgen für die körperliche Entwicklung sind oft und eingehend untersucht worden. Da bei den aus den letzten Jahren stammenden Untersuchungen immer wieder der Einwand gemacht wird, die Schädigungen seien nur vorübergehend und beruhten itoch auf den durch Wallfahrer" (Mannheimer Kunsthalle), „Mittagessen" (Nationalgal. Rom), „Totentanz" (Staatsgal. Dresden und Wien). Aus dieser Zeit stammen auch die Entwürfe zu den Bühnenbildern von Schönherrs „Glaube und Heimat". 1910 wurde er zum Professor an der Wiener Akademie vorgeschlagen und vom Unterrichtsministerium bestätigt; die Professur wurde jedoch vom Thronfolger Franz Ferdinand verhindert; verärgert fiedelte Egger-Lienz damals nach Hall in Tirol über, wo ihn 1912 der Ruf an die Kunsthochschule in Weimar als Nachfolger Oldes erreichte. Die Sehnsucht nach den Bergen vertrieb ihn indes schon 1913 wieder von dieser Stätte; er wählte Sankt Justina bei Bozen zum dauernden Aufenthaltsort. Der Krieg sah ihn als 50jährigen mit den Bozener Standschützen in der vordersten Linie bei Niva am Gardasee; dann lag er auf der Festung Tompio, bis seine Berufung als Kriegsmaler erfolgte. Das Erlebnis des Krieges gab feinem Schaffen neue Richtung. Neue Bilder entstanden, noch eindringlicher, phrasenloser, symbolischer als seine früheren. Das Grauen des Krieges schreit ergreifenb aus den Bildern: „Die Namenlosen des Weltkrieges 1916", „Kriegsfrauen", „Finale 1918", „Der Krieg". In zähem Ringen hat sich das Genie des Künstlers durchgesetzt. Die Schönheit der Erde, die Ur- triebfraft des Bodens, die Urwüchsigkeit des Bauerntums, das roar es, was dem Schaffen dieses Malers die Richtung gab. Er wollte Wahrhaftigkeit geben, er wollte nicht verschönern und verweichlichen; gerade, ohne Heuchelei hat er seine Bilder geschaffen, ohne Rücksicht darauf, ob sie gefallen würden, ohne Rücksicht auf den Publikumsgeschmack. Um dieser Eigenart willen, um des Ueberwältigenden willen, das uns aus feinen Werken entgegenspringt, um feiner starken Empfindsamkeit willen ist er der Meister geworden, der den ganz Großen im Reiche der Kunst an die Seite zu stellen ist. Und es sind ihrer unendlich viele, die, aus der Ferne trauernd, am Sarge des Tiroler Malers fielen. Krieg und Rachtriegszeit verminderten Wachs- tumsreizen, so sollen hier die Feststellungen Platz finden, die Quirsseld im Jahre 1914 bei Untersuchungen an tausend Schulkindern gemacht hat. Von diesen tausend Kindern zwischen sechs und sieben Jahren war bei 30 Prozent der Knaben und 44 Prozent der Mädchen mit dem Schuleintrftt ein vollkommener Stillstand im Wachstum eingetreten; bei 16 Prozent der Knaben und 29 Prozent der Mädchen aber hatte sogar eine Verminderung des Körpergewichts im ersten Schuljahre stattgefunden. Gibt es einen schlagenderen Beweis als diese Zahlen, die dartun, daß die Forderung täglicher Bewegung für Schullinder nicht eine Forderung sportbegeisterter Phantasten ist, sondern eine eiserne Rotwendigkeit für jeden, der die Kinder vor einem Bruch in ihrer natürlichen Entwicklung retten und sie gesund über die schädigenden Einflüsse gerade der ersten Schuljahre hinwegbringen will. Darum, Ihr Eltern: Helft Euch selbst! Turnt und spielt mit Euren Kindern zu Hause allein, oder schickt sie, wenn Ihr selbst nicht genügend Zeit und Gelegenheit habt, in die Schülerabtei- lungen unserer Turn- und Sportvereine, wo sie unter sachkundiger Leitung das notwendige Gegengewicht gegen das sechsstündige Stillsitzen in der Schule finden werden! Laßt nicht nach in Eurer Sorgfalt, bis das tägliche Turnen in der Schule gesichert ist! F. P. Der SüddeursckeFutzbaNverband gegen die Berufsspieler. vo Der Süddeutsche Fußballverband hat, durch verschiedene Veröffentlichungen veranlaßt, in seiner Vorstandssitzung einstimmig eine Erklärung gefaßt, „daß et in aller Form jede Förderung des Berufs-Fußballsports ablehnt u.ch jeden Versuch zur Einführung auf das entschiedenste bekämpft. Es ist in den Satzungen des D. F. D. und des S. F. V. eindeutig sest- getegt, daß jeder Verein, der solchen Bestrebungen Raum gibt, sich mit diesen Satzungsbestimmungen in den schärfsten Widerspruch seht. Die Ziele der sportlichen Bewegung des Süddeutschen Fußball-Verbandes sind ein für für allemal mit dem Derufsspielertum unvereinbar". D. s. B. (-) In stärkster Aufstellung geht am nächsten Sonntag die Ligamannschaft nach Kassel, um mit den dortigen „Hessen" um die Punkte zu kämpfen. Es wird ein hartes Treffen geben, dessen Ausgang völlig ungewiß ist. Auf eigenem Platz konnte die D. f. D.-Mannschaft vor mehreren Monaten über „Hessen" 09 mit 6:3 triumphieren. Die Ligareserve trifft im fälligen Verbandsspiel auf die Ligareserve der Spielv>sr- einigung 1900 und wird sich sehr strecken müssen, wenn sie ehrenvoll bestehen will. Auch die Dritte kämpft um die Punkte gegen Heuchelheims Zweite. , Alke Herren, erste und zweite Schülermann- schaft unternehmen eine Fußballfahrt nach Lich. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Der kommende Sonntag sieht die Spielvereinigung 1900 mit 0 Mannschaften auf dem Plan. Die L i g a m a n n s ch a f t geyt einen schweren Gang zum Sportverein Herborn. Man rechnet aber allgemein mit einem erfolgreichen Abschneiden der Gießener. — Das Hauptinteresse wird sich dem Lokaltreffen 1 9 0 0 gegen V. s. B. zuwenden. Wenn es auch nur die Ligareserven sind, die sich hier entgegentreten, so ist doch mit gutem Sport zu rechnen, da beide Mannschaften in der -^-Klasse, Gruppe Ligavereine, an der Spitze liegen. — Vor diesem Spiel empfängt die 3 a (Lehrmannschaft) den ■■■MawiawiTigiiiiiB TOBH'I K-TCjrgBrrrmw twiiiihiii liu* Wie erkältet man sich? Das starte Anwachsen der Erkältungen und Katarrhe in dieser Jahreszeit ist von der Medizin noch nicht befriedigend erklärt worden. Der englische Laryngologe Leonard Williams, der ljch besonders mit diesem Krankheitsgebiet beschäftigt hat, glaubt aber, daß die Arsache zu einem nicht geringen Teil darin liege, daß man sich in diesen nassen und rauhen Monaten besonders gegen Erkältungen zu schützen suche. Ein allgemein verbreiteter Irrtum liegt schon in dem Wort „Erkältung". Die Krankheit kommt nämlich nicht daher, daß man friert und einem „ein Schauder über den Rücken läuft", sondern diese Empfindung ist bereits ein Zeichen dafür, daß man sich in den Klauen der Krankheit befindet. Wir wissen jetzt, daß dies die Wirkung eines Einfalls von Bazillen ist. die solche unangenehmen Empfindungen Hervorrufen, und daß die eigentliche Ursache des Leidens darin liegt, daß man sich einer solchen Infektion aussetzt. Wer sich also gegen Kälte schützt, um sich vor Erkältung zu schützen, ist schon auf dem falschen Wege. Williams sieht einen Hauptgrund für die Erkältungen in dem allzu warmen Anziehen. „So wie man jetzt erkennt, daß fast alle Menschen zu viel essen," schreibt er. „so wird man auch allmählich zu der Einsicht toinmen, daß man sich^u viel anzieht. 'Das gilt nur für die Männer, denn die Frauen Habers ein sehr nachahmenswertes Beispiel gegeben, indem sie sich in letzter Zeit von der dicken Flanellunterwäsche trennten unb leichte luftige Unterkleidung anlegen, die viel gesünder ist. Die moderne Frau leidet nicht mehr an „Vapeurs“. Ich wünschte, ich könnte dasselbe von dem Mann sagen. Er aber zieht sich noch immer bei Eintritt der kälteren Jahreszeit ein dickes Kleidungsstück über Vas andere, trägt wollene Westen, dicke Mäntel und große Schals. Run ist es aber eine Tatsache, die wirklich allgemein bekannt werden müßte, daß man, je mehr man sich anzieht, desto mehr Kälte verspürt, und je mehr man an Sachen trägt, desto empfindlicher Spitzenführer der ^-Klasse im Gan Gießen-Wetzlar, den Ballspielclub 1920 Sinn. Ts dürfte den Gießenern schwer fallen, den Gästen den Sieg zu nehmen. — Die 3d-Mannschaft des Platzvereins trägt das Wiederholungsspiel gegen die B. f. B. 3 b- Mannschaft aus. Man erwartet die 1900er in Front. — Eine neu zusammengestellle 5. (Sonderrnann- schaft) gibt bei dem neugegründeten Fußballoerein Garbenteich ein Gastspiel. — Die 1. I u g e n d spielt in Friedberg gegen die 1. Jugend des dortigen B. f. B. — Die 2. und 3. Jugend spielen in Lich gegen die 1. und 2. Jugend vom B. f. R. Lich, die Schüler in Lollar gegen die Schüler der dortigen Sportabteilung des Turnvereins. Sportverein,,Hessen"-Gietzen ö. Kommenden Sonntag trägt die 1. Mannschaft ihr letztes Verbandsspiel in Fronhausen gegen die erste des dortigen Sportvereins 1922 aus. Die „Hessen" nehmen nach dem Sieg vom Sonntag gegen ihren stärksten Widersacher Teutonia Laubach 5:1 die Spitze der 6-Klasie ein. In dem Spiel gegen Fronhausen stehen sich also Tabellenführer und Tabellenletzter gegenüber. Bezirksligavorschau für Hessen-Hannover. tz. Linen nicht gerade leichten Gang geht Marburg V. f.B. Kurhessen nach Fulda zu den Borussen, die am Sonntag gegen die Kasseler Hessen 09 trotz ihrer Riederlage eine überlegene Partie lieferten. Marburg toirb um eine knappe Riederlage kaum herumkommen. — Da die vorgenannten Hessen in Fulda gerade keine überzeugende Leistung zeigten, kann man dem V. f. B. Gieß en in Kassel geggij Hes - f e n am kommenden Sonntag schon einige Hoffnung auf Sieg machen. Die aufsteigende Form der Gießener hat die Schwierigkeit des Hessen- Platzes, der besonders bei feuchtem Wetter ein Hindernis ist, zu überwinden. Mit diesen beiden Treffen ist das Programm der Shdgruppe erschöpft. — Im Rorden sind zahlreiche gleichstarke Mannschaften für Sonntag angeseht. Die un- geflärte Lage im Tabellenstand (es sind immer noch 4 Anwärter auf die Spitze vorhanden!) wird die Kämpfe besonders erbittert gestalten. So wird es z. B. im Spiel Sport gegen Tura Kassel hart auf hart gehen. Rach den Leistungen der letzten Spieltage erscheint Sport um eine Kleinigkeit besser als der Reuling Tura. — Richt weniger schwer ist für den Ausgang des Spieles S.Vg. Göttingen gegen Spielv. K a ssel eine Voraussage zu machen. Dagegen wird im Kampf Einbeck gegen 0 5 Göttingen in letzterer der Sieger zu ftnden fein. Die erste Serie in beiden Gruppen schließt mit Ausnahme einiger rückständiger Spiele am 21. Rovember. Unmittelbar anschließend, am 28. d. Mts., beginnt die zweite Serie der diesjährigen Spielsaison. Lahnkreisvorschau. tz. Gießen 1 900 muh nach Herborn, einem seit dem Weggang des guten Herborner Mittelläufers nicht mehr ganz so guten Gegner. 1900 zeigte sich gegen Ockershausen am Vorsonntag in besserer Form als früher, und wird mit einem knappen Siege nach Hause kommen. — Ockershausen hat im V. f. R. Butzbach einen nicht zu verachtenden Gegner, denn Butzbach steht nach langer Zeit wieder komplett. Ockershausens Vorteil ist der kleine Platz, an dem schon mancher Gast scheiterte. — F. E. Wetzlar empfängt auf eigenem Platz Hessen Frankenberg. Rach der Leistung des Vor- sonntags zu urteilen, hat Frankenberg kaum irgendwelche Aussicht auf Sieg. — Niedergirmes sollte sich gegen den relativ schwächsten des Kreises, Dillenburg, mit geringem Vorsprung, zumal auf eigenem Platz, die Punkte nicht entgehen lassen. Die Kreismeisterschaflsspiele im Arbeiter-Turn- und Sportbund. £ Wiesbaden, Hanau und Friedberg sind am kommenden Sonntag die Kampfstätten der Kreis Meisterschaftsspiele der sechs Bezirksmeister. Unser heimatlicher Meister Gießen tritt auf der Fried berger L>eewiese dem Meister des 6. Bezirks. Friedberg, gegenüber. Mit diesem Gegner I>at die Gießener Mannschaft bereits zwei Spiele aus- getragen. Das erste in Friedberg konnte Gießen 3:1 gewinnen, das Retourspiel in Gießen sicherten die Friedberger im umgekehrten Torverhältnis für sich. Wer in diesem Spiel Sieger wird, läßt sich nicht Vorhersagen. Beide Mannschaften haben sich seit ihrem letzten Zusammentreffen in ihrer Form oer ist man gegen Husten, Schnupfen und Erkältungen jeder Art. Durch diese falschen Maßnahmen, schädigt man das ausgedehnteste Organ unseres Körpers, die Haut, die so viele notwendige Funktionen für die Gesundheit zu verrichten hat. Zwei von diesen müssen bei der Erklärung der Erkältungen besonders beachtet werden. Die eine ist die Ättnung, die zwar nur eine Alnterftütjung der Tätigkeit der Lungen, aber von großer Bedeutung ist. Wenn die Hautatmung nicht gut vonstatten geht, bann müssen die Lungen, die von der Haut unterstützt werden, Mehrarbeit leisten und werden oft zu sehr angestrengt. Durch die dicke und schwere Kleidung, die der frischen Lust den Zugang zu der Haut verwehrt, wird diese am Atmen gehindert; die Lungen und Luftwege müssen sozusagen Lieberstunden machen, und in der schlechten Luft unserer Städte und noch mehr in der der geschlossenen Räume werden die Lungen, besonders wenn die Sonnenstrahlung nicht so intensiv ist, sehr ermüdet. Dadurch ist aber dem Bazillus die Möglichkeit gegeben, in den geschwächten Organen die katarrhalischen Erscheinungen hervorzurufen. Eine andere wichtige Aufgabe der Haut ist es, im Körper eine gleichmäßige Temperatur zu erhalten, was durch Zu- sammenziehung bei kalten und durch Ausdehnung bei warmen Einflüssen hervorgerufen wird. In unserem veränderlichen Klima ist unsere Haut im normalen Zustand in einem beständigen Wechsel der Zusammenziehung und Ausdehnung, um so das Blut in seiner normalen Temperatur zu erhalten. Die dicke und schwere Kleidung verringert aber die Elastizität der Haut, so daß diese allmählich einem Gummi ähnelt, der seine Elastizität verloren hat; sie ist daher dem Kälte- einfluh wehrlos ausgesetzt, und die Temperatur des ganzen Körpers wird dadurch herabgesetzt. Auch dadurch gewinnen die Bakterien leichtes Spiel, da die Verteidigungskraft des Organismus gegen sie verringert ist. Änd so hat allzu warme Kleidung gerade die gegenteilige Wirkung von dem, was man beabsichtigt: sie schützt nicht gegen Erkältung, sondern führt sie herbei." fceflert; dort, wo dies in größerem Ausmaß der Fall ist, werden wohl auch die Punkte hinkommen. D. f. L. 1913 Bornheim, der am Sonntag den V. f. R. Wiesbaden 4:0 abfertigte, wird sich auch im zweiten Treffen geaen Hanau auf dem dortigen Platz die Punkte nicht nehmen lassen. Ob der Sieg aber ebenso hoch und leicht ausfällt, erscheint angesichts der Leistungen der Hanauer Turner in Gießen recht fraglich. B. f. R. Wiesbaden har auf eigenem Platz die Turner Mörfeldens als Gegner. Auch hier läßt der Ausgang kaum einen Zweifel zu, denn Mörfeldens Mannschaft gilt als derart stabiler Ge«. ner, daß bei diesem Spiel wohl wieder das höchst« Resultat zu erwarten steht. • Die Zußballverlreter de» 3. Bezirks treten am Sonntag In Gießen zu einer außerorbHt- lich wicVigen Tagung zusammen, in per organisatorische und technische Angelegenheiten beraten werden sollen. Oderhessen. Lanvkrcis Gießen. 4. Collar, 11. Rov. Dieser Sage wurden der^D a u st e r lche Basalt st einbruch am Lollarer Kopf und daS dazugehörige Klopf - werk an der Daubringer Straße wieder in Betrieb genommen, nachdem die Betriebsleitung vor etwa Monatsfrist das gesamte Werk wegen Unrentabilität hatte schließen müssen. Die Belegschaft vvn 40 Mann wurde damals entlassen, nur ein Vorarbeiter und einige Hilfskräfte verrichteten die notwendigen Jnstandsehungsarbeiten. Verhandlungen, die zwischen Arbeitgeber und -nehmer in -der Zwischenzeit gepflogen worden waren, hatten zu keinem befriedigenden Ergebnis für beide Teile geführt, so daß die Betriebsleitung gezwungen war, nur solche Arbeiter, die mit ben vorgeschlagenen Akkordsätzen von etwa 50 Dsennig pro Stunde oinverstanden waren, zur Aroeit zuzulassen. Beuern, 11. Nov. Am Dienstagabend hielt der Volksbildungsverein (eine dies- jährige Generalversammlung unter der Leitung des Vorsitzenden, Lehrer Rau, ab. Rechner Arnold legte die Iahresrcchnung vor, die mit einem Ueberschuß von 24 Mk. abschloß. Rach dem vom Schriftführer Fuhr erstatteten Jahresbericht wurden im Geschäftsjahr 1925 26 im ganzen neun Dorträge gehalten. Als Abschluß des Geschäftsjahres unternahmen 20 Burschen und Mädchen unter Führung von Lehrer Rau eine dreitägige Wanderung nach Thüringen. Da Lehrer Rau jetzt nach Klein- Linden versetzt wurde, legte er fein Amt als 1, Vorsitzender nieder. Der 2. Vorsitzende widmete dem Scheidenden warme Worte der Anerkennung für seine vortreffliche Amtsführung. In Anerkennung und Würdigung seiner großen Verdienste um den Verein wurde er einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Lehrer Rau dankte in bewegten Worten für die Ehrung und versprach, den Verein auch weiter mit Rat und Tat zu unterstützen. Zum 1. Vorsitzenden wurde dann cand. jur. Karl Hermann einstimmig gewählt. — Dieser Tage wurde unser Ort von Einbrechern heimgesucht. In drei verschiedenen Häusern wurden in ein und derselben Nacht Kellereinbrüche verübt. Den Dieben fielen Eier und Butter in die Hönde. Bis jetzt hat man von den Kerlen noch keine Spur. Kreis Friedberg. sf Friedberg, 11. Rov. Aach längerem schweren Leiden st a r b gestern hier einer der bedeutendsten Schulmänner Hessen-, Geh. Schulrat Dr. Karl Karg. Der Verstorbene war vom Jahre 1914 an zehn Jahre lang Direktor des hiesigen Lehrerseminars bis zu dessen Umwandlung zur Aufbauschule, und trat dann in den Ruhestand. Vorher leitete er zehn Jahre lang das Lehrerseminar in Alzey. Auch in den Jahren 1887 bis 1896 wirkte er schon als Lehrer an derselben Anstalt hier. Viele hessische Lehrer, die an den beiden Anstalten seine Schüler gewesen sind, werden sich mit Dankbarkeit des gütigen Lehrers erinnern, der ihnen stets ein Vorbild sein konnte und es verstand, sie für ihren zukünftigen Beruf zu begeistern und vorzubereiten. — Die heutige Srgänzungswahl zur Industrie- und Handelskammer ergab Wiederwahl der beiden ausscheidenden Mitglieder. Kommerzienrat Langsdorf und Dr. L. F e r t s ch - Langsdorf, der der Kammer feit ihrem Bestehen angehört und seit längeren Jahren erster Vorsitzender ist, wurde mit 67 Stimmen ein- ! stimmig wiedergewählt. Fertsch erhielt 52 Stimmen, 14 Stimmen fielen auf Bankdirektor Groß. Kreis Büdingen. Aidda, 11. Rov. Die ehemaligen An- gehörigen der Hess. Dragoner-Regimen- ter 2 3 und 24 beabsichtigen die Gründung eines KreiSverein s. der sich mit der DenkmalSfrage befassen wird. Fauerbach, 11. Aov. Bei der Feld- bereinigung unserer Gemarkung machen sich, wie in allem bergigen Gelände, größere Verfchleifungsarbeiten notwendig, die mit bedeutenden Erdbewegungen verbunden sind. Die für den Winter vorgesehenen Arbeiten, die mit etwa 8000 Mk veranschlagt sind, bieten Arbeitern und kleinen Landwirten miserer Gemeinde willkommene Verdienstmöglichketten. Kreis Schotten. * --Schotten, 11. Vvv. Um den zahlreichen Gemeinden unseres Kreises, die über Gemeindewald verfügen. Rechnung zu tragen, wird in einer bevorstehenden Bürger- meisterversammlung Oberforstmeister Dr. Baader die Verwertung des Holzes und der Rebennutzungen von Gemeindnoaldungen behandeln. Gleichzeitig sollen bei dieser Dersammlimg Motorfeuerspritzen praktisch vorgefuhrt werden um namentlich die größeren Gemeinden unseres' Kreises für die Anschaffung zu gewinnen. Als sich im Vorjahr die Ausgaben der L an d- krankenkasse des Kreises von Monat zu Monat steigerten und eine weitere Erhöhung des Krankengeldes in greifbare Rähe gerückt war. entschloß man sich zur Anstellung eines Krankenkontrolleurs. Seit dieser Zeit haben sich die Ausgaben nicht nur nicht erhöht, sondern eine leichte Senkung erfahren, so daß die eingehenden Beiträge zur Deckung der Unkosten ausreichen. -r- Gichelsachsen. 11. Rov. Der Deutsch- Amerikaner Karl Lind in Cleveland, dessen Wiege hier stand, stiftete dem Gesangverein ..Liederkranz" die Mittel zur Beschaffung einer Verein sfahne, deren Weihe im Juni stattfinden soll. Der Stifter wurde zum Ehrenmitglied des Vereitis ernannt. Starkenburg. WER. Rüsselsheim, 11. Rov. Mit dem Beginn der Arbeiten an der neuen Main- brücke zwischen RüfselSheim und Flörsheim soll nach einer Mitteilung von zuständiger Seite Mitte Februar zu rechnen sein. Zu diesem Zwecke ist soeben ein Arbeitsausschuß gebildet worden, dem Vertreter der beiden beteiligten Gemeinden, der Opelwerke, des Kreises Groß- Gerau und der beteiligten hessischen und preußischen Regierungsbehörden angehörcn Hauptzweck des Ausschusses wird die Vergcöung der Arbeiten und Rachprüfung der eingehenden Offerten fein. Rheinhessen. WSR. Mainz, 11. Rov. Die Leiche des seit drei Wochen vermißten Stadtbaumeisters Jos. H a s s i n g e r wurde heute vormittag bei St. Goar gelandet. Der Unglückliche ist, wie hier von Anfang an vermutet wurde, infolge Rervenzerrüttung in den Tod gegangen. — Ein leitender Angestellter einer auswärtigen Großhandlung, die hier eine Niederlassung besitzt, hat seit längerer Zeit zum Schaden seiner Firma größere Unterschleife begangen. Die Sache kam bei einer unvermuteten Revision ans Licht. Die Höhe der Summe steht noch nicht endgültig fest. Der Täter wurde fest- genommen. Preußen. Kreis Marburg. Jl Marburg, 11. Rov. Wie von maßgebender amtlicher Stelle berichtet wird, liegt zu den Gerüchten über ein ernstliches Auftreten der Kinderlähmung im hiesigen Kreise kein Grund vor. Cs handelt sich nur um vereinzelte Erkrankungen, die immer vorkämen. • Dordeck, 11. Rov Der hier stationierte n Oberlandjäger Suchland wurde zum Land- i jäger meist er ernannt. Kreis Löetzlar. Ü Wetzlar, 11. Nov. Die moderne UintroicL i lung der Städte letzt leider auch ihre Axt an t so manche traut en WinkelundGähchen, ‘ wie sie gerade so alte Städte wie Weylar be- 1 sitzen. Manche Jugendennnervng, mancher Zau- > ber mittelalterlicher Bauweise muß der Reuzeit weichen. Das sehen wir hier wieder an dem im vollen Fluß befindlichen Ausbau der Türmst r a ß e mit ihren einzigen noch stehenden Wahrzeichen Altwetzlarer Stadtbefestigung, dem sogenannten Säuturm. Die alte, kaum drei Meter breite Straße zwischen JäckSburg und Säuturm mit ihrer alten moosbewachsenen hohen Straßenmauer wird auf mehr als das Doppelte erweitert und zum Teil tiefer gelegt. Die angrenzende alte Butzbacher gaffe, durch die einst der falsche Kaiser Tile-Kolup zur Richt- ftätte geführt wurde, erhält einen Treppenaufstieg, der Säuturm selbst wird durchbrochen und dient künftig als Durchgang für den Bürgersteig. Wenn auch die ganze Anlage nach ihrer Fertigstellung sicher einen ausgezeichneten neuzeitlichen Anblick gewähren wird, fo ist doch wieder ein altes Wetzlarer Bild zum Teil verschwunden im Strom moderner Stadtentwicklung. Aehnliches kann man in der Bahnhofstraße sehen. Hier ist man zur Zeit damit beschäftigt, den Fröhlich'schen Mühlgraben mit dem sogenannten Kum- p e n an der Brücke zuzuschütten. Auch hier verschwindet wieder ein alter Wasserlauf, der einst eine gutgehende Wollspinnerei mit Kraft versorgte und ebenfalls eine Besonderheit im Bild unserer beiden Vorstädte war. Vor Jahren hat hier ein weiterer Wasserlauf, die kleine Woog, die sich zwischen Lahn und Langgafse hinschlängelte, zugeschüttet werden müssen, um, der Hochwassergefahr zu begegnen. Sicher ist auch hier der Gedanke ein guter, denn der Mühlgraben hatte Ieine Berechtigung verloren und das Gelände kann unter Umständen sogar für Bauzwecke verwendet werden: aber nur schade, daß auch hier wieder das Bild von Grund aus verändert wird und die kommenden Geschlechter nicht mehr gewahr werden, „was einstens war". Ein Gutes hat jedoch die Entwicklung unseres Strahen- baues in den letzten Jahren gebracht: Das alte schlechte Pflaster, durch das Wetzlar eine be- jonöere Berühmtheit erlangt hatte und das für die meisten Fremden zu einer Qual wurde, ist fast ganz verschwunden und hat einer guten Straßendecke Platz gemacht o XX Krofdorf, 11. Nov. Die Bautätigkeit war in diesem Jahre hier im allgemeinen sehrrcge. Es sind wieder mehrere stattliche Wohnungen entstanden. Dazu ist es unserm rührigen Turnverein gelungen, feine im August begonnene Turnhalle noch unter Dach zu bringen. Das vom Konsumverein Gießen und Umgegend erworbene Eckhaus kann nach gründlicher Renovierung seiner Bestimmung übergeben werden und trägt durch seinen äußeren Aufputz viel zur Verschönerung der Dorfstrahe bei. Trotzdem die alte Försterwohnung für Wohnungssuchende umgebaut wird, fehlt es in unserem großen Gemeinwesen noch immer an Wohnräumen. Die Geldknappheit ist nach wie vor der Hauptgrund, daß gar mancher kleine Mann nicht an eirjen Hausbau denken kann. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 11. Nov. 9n der heutigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde eine Entschließung angenommen, die den Magistrat ersucht, den Erwerbslosen für den kommenden Winter folgende Notstandszahlungen zu gewähren: a) verheirateten Erwerbslosen und Familienvätern für die Wintermonate monatlich einen Zentner Kartoffeln, b) Brennmaterial im selben Umfang wie für die Klienten des Wohlfahrtsamtes, c) einen Barzuschuß für Erwerbslose über vier Wochen von 30 Mk., über 13 Wochen von 40 Mk., über 26 Wochen von 50 Mk. Für jedes Kind eine Zulage von 5 Mk. Ferner wird verlangt, daß die Wärmehallen möglichst bald geöffnet werden. — In letzter Zeit mehren sich die Anzeigen über in den hiesigen Warenhäusern verübte Taschen- d i e b st ä h l e in starker Weife. Vorwiegend werden diese Diebstähle an den Kassen, in den Auszügen und den Erfrischungsräumen, wo das Gedränge besonders groß ist, ausgeführt. — Der 71jährige Stukkateur Paul geriet beim Nachhausekommen mit einem Mitbewohner in einen Wortwechsel, in dessen Verlauf Paul seinem Gegner einen Messerstich in die Lunge bcibradjle, so daß dieser in schwerverletztem Zustande ins Hospital ein- geliefert werden mußte. — Unbekannte Täter haben in der vergangenen Nacht in der Schillerstraße einen verwegenen Einbruchsdieb st ahl verübt. Ttit einem schweren Backstein zertrümmerten sie das Schaufenster der Firma Loren & C o, „Zum Schmuckkasten", rafften große Teile der wertvollen Fensterauslage, hauptsächlich Gold- und Sil- berwaren, zusammen und entkamen. — Ein 21jähriaer Bankbeamter, der zum Schaden eines Berliner Bankhatises 9 0 0 0 Mark unterschlagen hat und damit flüchtig gegangen ist, konnte gestern von der hiesigen Polizei ermittelt und dem Amtsgericht zugeführt werden. WSN. Höchst a. M.. 11. Nov Nachdem die frühere Kriegsopfer st iftung der Höchster Farbwerke in Höhe von 515 000 Mark ein Opfer der Inflation geworden Ist, hat die hiesige Abteilung der I G.-Farben Industrie den noch vor- handenen kümmerlichen Rest der alten Stiftung mit neuem Kapital ausgestattet, wovon 10000 Mark zu Weihnachten zur Verteilung gelangen sollen. Hessischer Landesausschutz für Leibesübungen. • Darmstadt, 11. Rov. Gestern trat Im Landtagsgebäude der vorläufige LandeSaus- fchuh zur Pflege und Förderung der Leibesübungen unter dem Vorsitz von Dr. Friedrich zusammen. Das LandeSamt für das Bildungswesen war durch Ministerialdirektor Urstadt und Direktor Hassinger vertreten. Ministerialdirettor Urstadt sprach sich für die endgültige Gründung des Ausschusses aus. Dr. Friedrich entwirf in einer Ansprache einen Plan für die künftige Tätigkeit de« Ausschusses, die im wesentlichen einen anregenden und beratenden Charakter häbe. Von Zeit zu Zeit sollten Tagungen veranstaltet werden mit Tor- trägen, in denen für die Idee der Pflege der Leibesübungen geworben werden soll. Cs soll besonderes Augenmerk auf die Gewinnung von Führern gelenkt und der Ausbau der Dildungs- anstalten für Turn- und Sportlehrer erstrebt werden. Ferner trat der Redner für die Einführung des obligatorischen Turnunterrichts in den Fortbildungsschulen und für den Schwimm- unterricht als Pflichtfach in allen Schulen ein. Rach Erstattung weiterer Referate und als Abschluß der Verbandlungen wurde eine Entschließung angenommen, in der verlangt wird, daß in dem nächsten Staatshaushalt wieder die Mittel bereitgestellt werden für die Stelle eines Landesturninspektors. Ferner fand ein Vorschlag Annahme, daß ein von allen Landtagsfraktionen gebildeter Ausschuß an den Tagungen des Landesausschusses zur Pflege und Förderung der Leibesübungen teilnehmen soll. Einer Reihe von Lei^ähen über die Aufgaben des Lan^esausschusses wurde zu- gestimmt. Hiernach seht sich der Landesbeirat aus neun Mitgliedern zusammen, die aus je zwei Vertretern der Sportverbände, der Turnerschaft und dem Arbeiter-Spvrtkartell gebildet werden, sowie aus einem Vertreter der Hochschule und je einem Vertreter der höheren Schulen und der Volksschulen. Die Wahlen des Vorstandes des Landesausschusses hatten folgendes Ergebnis: Vorsitzender Dr. Friedrich: stellvertretender Vorsitzender Oberstudiendirektor Lauteschläger: Schriftführer Professor Decker: stellvertretender Schriftführer Lehrer Jmbescheid. i Rundfunk-Programm ° des frankfurter Senders. (Aus der »Radio-Umschau-.) Samstag, 13. November: ri 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde ber Jugend. 4.30 bis - 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Ouvertüren n von G. Rossini. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Leseftunde. n 6.45 bis 7.15 Uhr: „Die Altersversicherung der Angestellten", Vortrag von Annin GeßrOr. 7.15 bis n 7.45 Uhr. „Freie Bahn ber täglichen Turnstunde", n Vortrag von Geheimrat Dr. phil. Dr. mea. h. c. Sickinger, Stadtschulrat a. D. 8.15 Uhr: Vortrags- c abend Robert Koppel. Anschließenb bis 12.30 Uyr: n Tanzmusik. Das grotze Würfelspiel. (Markina Wilemar.) Roman von Franz Lauer Kappus. 40 Fortsetzung Nachdruck verboten. „Du mußt mir Zeit lassen, Bernhard Larsten." Liu Gedanke meldete sich. Gierig griff Julie danach. „Vielleicht fährst du voraus." Sie erhob sich unb trat vor Carsten hin. Langsam strich sie ihm über die Wange. „Ich weiß, was bu mir bietest. Und ich danke dir, daß du mir es bietest. Aber so von der Steift- weg: du wirst einsehen, daß das nicht geht." Fest hielt Carsten ihre Hand. „Nur so von der Stelle weg," lächelte er bitter, „nur so. Wenn ich einmal fort bin; nie sehe ich dich bann wieder. Alles ist dann aus, alles zu Ende." „Ich verspreche dir, Bernhard Carsten —" „Versprechen," sagte Carsten und schüttelte sich, „man kann vieles versprechen." Aber Julie sah ihm scharf in die Augen. „Ernstlich verspreche ich dir, baß du von mir hörst." Zwei Sekunden blieb ihr Antlitz unbeweglich. Stockend sprach sie bann: „Wahrscheinlich wirst du zufrieden sein." Klirrend sprang etwas in ihr ent- !,wei. War das schon zu viel? Vorsichtig wiederholte le deshalb: „Wahrscheinlich, Bernhard Carsten. Ich «rauche Zeit." Carsten drang nicht in sie. Stumm und grübelnd saß er eine Weile. Dann stand er auf unb holte seine Brieftasche hervor. „Am besten: bu telegraphierst mir. Da ist die Adresse. Ich reise schon in den nächsten Tagen. Und Hier ist Geld, wenn du es brauchen solltest." Er erschrak vor den Blicken Julies. Feindselig stachen diese Blicke auf einmal. .Danke", sagte Julie tonlos und griff nach den Scheinen. Ohne ein Wort geleitete sie Carsten zur Tür. Eine halbe -stunde später fuhr ein Auto vor: Hutchinson war da. Nicht genug staunen konnte Julie. Doch Hutchinson lachte nur, daß alle Backenzähne zu sehen waren. „Warum ist das verwunderlich?" fragte er. Neugierig spähte er durch die Räume. „Ich bin wieder hier. Und bleibe wieder einige Monate." Seelennibig erhob er sich unb musterte die Einrichtung. Ungeniert ging er durch die Zimmer, bie er einmal bewohnt hatte. „Alles in Ordnung", stellte er fest. „Fünfhundert Mark, nicht wahr?" Verblüfft fragte Julie: „Sie wollen die sechs Zimmer wieder mieten?" „Warum nicht?" Aufs neue kreisten die Augen Hutchinsons. „Wo ist Fräulein Lily übrigens? Ich hätte mit Fräuleiß Lily zu sprechen, dringend zu sprechen." „eie werden doch wissen, daß Lily in Aegypten filmt? In allen Zeitungen hat es gestanden. Gerade Sie sollten keine Ahnung haben, Mister Hutchinson?^ Julie fühlte, wie ihr Herz laut pochte. „Man kann nicht alle Zeitungen lesen", sprach Hutchinson trocken. „Unb wann kommt Fräulein Lily zurück?" Julie hatte Mühe, ihre Erregung zu verbergen. „Wann?" Sie tat, als erinnere sie sich nicht. Um» ftänblid) suchte sie nach einem Brief. „Ende Mai ober Anfang Juni. Genau schreibt sie das nicht." „So warte ich bis Ende Mai", erklärte Hutchinson. „Unb bie Wohnung?" Schon wollte Julie zugreisen. Nur nutzen würbe es, wenn man den Mann im Haufe hätte. Dennoch stand sie unschlüssig, die Hand am Kinn. „Leider kann ich jetzt nichts Bestimmtes lagen. Vielleicht telephonieren Sie morgen ober übermorgen." „Unb wenn ich fünfhunderifünfzig Mark bezahle?" Abermals grinste Hutchinson mit dem ganzen Gesicht. Hellauf lachte Julie. „Dann noch weniger." „Schade", murmelte Hutchinson und empfahl sich. XXX. Zum legtenmal schritt Bernhard Carsten durch das Krankenhaus. Erst waren es nur Direktor Kretzschmar unb Morell, bie mit ihm gingen. Aber je weiter er kam, um so mehr Menschen schlossen sich ihm an. Rasch hatte es sich herumgesprochen, baß es Carstens Ab- schledsbefuch war. Auf einmal hatten alle Zeit. Auf einmal waren die Kranken nicht mehr das wichtigste. Auf einmal drängten Aerzte, Schwestern und Hauspersonal nur an ihn heran. Jeder hatte etwas zu sagen, etwas zu zeigen. Nicht alle waren mit dem neuen Regime einverstanden. Empfindlich machte sich bas Sparsystem fühlbar. Der zweite Röntgenapparat war abbestellt worden, die Koksvorräte sollten gestreckt werden, einem Dutzend kleiner Angestellten drohte bie Entlassung, bessere Raumaus- nützung verlangte bie Zusammenlegung mehrerer Bureaus. Hilstos stand Carsten in ber Gruppe. Erst ein Blick Morells erinnerte ihn daran, was er sagen wollte. Schwer und rollend brachte er es heraus. Alles würde mit der Zeit wieder besser werden. Auch in ber Ferne würbe er bas Krankenhaus nicht vergessen. Jeder Pfennig, ben er erübrigen konnte, sollte bem Krankenhaus zugute kommen. Noch hatte er ja biss und das zu erwarten. Aber die unsichere Wirtschaftslage mahnte zur Vorsicht. „Die wenigen Sachwerte, die ich noch besitze, darf ich nicht auch verschleudern, alles muß feinen Weg gehen. Doppelt wird dann ber Nutzen fein." Die Umstehenden nickten unb gaben sich zu- frieben. Im Vestibül des Verwaltungsgebäudes sagte Doktor Kretzschmar einige warme Worte. Ein paarmal hob er die Hand unb deutete auf bie weiße Marmortafel, bie in die Wand eingelassen war. Aus heißen Augen starrte Carsten bie Tafel an. Nicht eine Silbe verstand er von bem lateinischen Tert. Aber in der Mitte prangte in großen, goldenen Buchstaben fein Name. An seinen bereinftigen Grabstein muhte Carsten denken, so fern unb zeitlos wirkte ber Marmor mit bem Namen, ben er durch fein armes, bedrängtes Leben schleppte. Immer wieder las er die zwei Worte. Wie aus allem Wirrlal herausaehoben, leuchtete da* Gold: unangefochten von Kampf unb Sturm, festlich verklärt, beinahe ewig. Plötzlich wurde Carsten froh ums Herz. Kurz sprach er seinen Dank, kräftig brückte er bie vielen Hände. Immer stiller wurde es in bem kühlen, dämmerigen Raum. Die Aerzte eilten auf ihre Abteilungen, bie Schwestern an ihre Krankenbetten. Auf steinernen Fliesen verhallten bie letzten Schritte. Nur Morell unb Martina stauben unbeweglich. „Gehen wir in bie Sonne hinaus", jagte Carsten, auf einmal wieder bedrückt. Draußen blühte der Mai. In bunten Farben breiteten sich bie Beete. Fast über Nacht hatten bie weißen, violetten unb karmesinroten Petunien ihre Kelche geöffnet, lleppig wucherte bas Burzelkraut dem Licht und der Wärme entgegen. Grüne unb purpurne Flecke säumten die blendenden Wege. Zarter, flimmernder Glast hing in der Luft. Ungestört lief bas Leben weiter. Helle Aerzte- mäntel wehten vorüber, steife Schwesternhauben tauchten auf unb verschwanden, blaffe Patienten schritten zum Bad, in ben Zander-Saal, nach ben Laboratorien. Ein Zug schweigsamer Gestalten näherte sich von ber chirurgischen Abteilung. Weiß leuchteten bie frischen Verbände über Gesichtern, Händen unb Armen. Gleichgültig glitten bie Blicke von den drei Menschen ab. „Wie Sie sehen, geht es auch jo", sagte Morell und lächelte. Dann schaute er Carsten an. „Ich freue mich, daß Sie zu diesem Entschluß gekommen sind. Bald wird alles, was Sie während des letzten Jahres erlebt haben, wie ein garstiger Traum hinter Qbnen liegen." Mit einer Handbewegiing umfaßt« Morell alle bie GJebäube ringsum. „Aber bas da: dieses Bild wirb bleiben. So schön kann es in Italien gar nicht fein, als daß dieses Bild jemals verwischt würde." „Das denke auch ich", sprach Martina halb für sich. Carsten nickte nur. Nach einer Weise sagte er: „Am besten haben es freilich bie, bie hier arbeiten können. Oft unb oft habe ich Sie beide beneidet: Sie, Doktor Morell, unb auch Sie, Fräulein Martina. Beide sind Sie mit bem Herzen babei. Und beide sehen Sie Tag um Tatz, was unter Ihren Händen wird. Es muh ein schönes Gefühl fein, so mitten im Getriebe au wirken." Morells Antlitz wies einen ironischen Zug. „3mmer haben es bie anberen besser, Herr Carsten. Aber was mich betrifft: ich glaube nicht, daß ich hier alt werde. Die Verhältnisse sind mir zu eng." „Sie wollen fort?" fragte Martina unb wußte nicht, warum ihr auf einmal falt unb heiß wurde. Auch Carsten blickte erstaunt. „Was so» das heißen, Doktor Morell?" „Ja, ich will fort", sprach Morell, bie Augen niedergeschlagen. „Wahrscheinlich wird es München fein. Das Allgemeine Krankenhaus wäre nicht abgeneigt." Abermals lächelte er verhalten. „Auch ich habe manches gelernt. Ich werde mich hüten, die Kunst ber Internisten jemals wieder in Zweifel zu ziehen." (Fortsetzung folgt.) I--WOUI i-MEW -^^OWW SIND GUT UNO PREISWERT Neue» & Zur gelte wert oerpj nehm etil erbl weck im 2 fonnf behalt 1924 Der 2 auch rinner Erbla oon 1 lernt’ EM grul änbi imn Ä sehr i mhr neu SU! den eine Ber ran der trat Bei gei (fbe i die reich Halle Wisl ftimr sich im 5 doh ranc sein bau last rufi Ber beig ein He Rech Berkc wärst Sils 1926, ! 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TL DevifenmarU Derlm—Frankfurt Telegraphische Auszahlung. einer Aufwertung von 25 Prozent gemäh § 63 Banknoten. zur i^u noch rasche und bequeme Her- billigstem Preise, so sind sie das too i 17 148.5 179 103 5.3 40 173 155.25 8 7 164 161 (50.62 202 258 183' 8.3 167.25 (14.25 167 5 170.75 187.5 150.5 16 । 76.25 101 5 .33 191 171 100 15 52 179 5 128 60,5 209.75 86.25 109,9 155 112.5 168.5 143.25 142.5 164.75 162,62 153 75 199,5 110 101.75 155,5 112.5 351 142.5 140,5 > S102 0,8111'5 0.7905 0 91 0.5 ii 80 0 74 0.74 355 143 64 185 165 161,5 151 801 25 110 100 171.5 155 8.3 würde darin in seinem Verhältnisse zum Kläger zu seinen Lasten eine zur Ausgleichung nötigende Unbilligkeit nicht erblickt werden können. auf Mark lautenden, in Deutschland geschlossenen Versicherungen bei ausländischen Versicherungs- 0,815 0,795 0.775 0.885 0 77 „Nahrhaft" und „wohlschmeckend" sind Eigenschaften, die von einer guten Suppe verlangt wer- den. Gesellt sich ba< schäften besitzen Maggis Suppenwürfel, die in großer Sortenauswahl im Handel find. stellungsweise bei .... Ideal der wirtschaftlichen Hausfrau. Diese Eigen- '65.5 191.5 :57 186,25 hoben sollte kann er das als Sache seines freien Entschlusses nicht dem Beklagten entgegenhalten. Dem Beklagten ist die Abfindungshypothek dagegen bis auf ein Viertel des Goldwertes vom Eintragungstage entwertet. Hätte sich daneben durch die gleichzeitige Entwertung der Vorbelastung die Sicherheit der Hypothek des Beklagten verbessert, so war. Im laufenden Jahr gingen die Umsätze bis Ende Oktober über die entsprechenden Ziffern von 1925 hinaus. Nach Ansicht der Verwaltung dürfte diese günstige Entwicklung voraussichtlich weiter on- halien. Die Gcsellschost glaubt, ein besseres Ergebnis als im Vorjahr erwarten zu können. Ueber die Höhe der zu erwartenden Dividende läßt sich im Augenblick allerdings noch nichts sogen da das Geschäfts- jafjr noch bis zum 31. Dezember läuft. Dörleakune. (70.13 114,75 170 75 172 187' 152.7* 159.5 80 103 178 25 I 170.25 ! S 128 । 152 25 | 164.5 353 140,1 65 138 180.25 164 5 159,25 r>9 150 201.5 107.25 100.5 35 54 122,8 ongezogen. • Peters-Llnion AG., Frankfurt a. Main. Die Gesellschaft nimmt dem „D. T." Verzicht aus die Aufwertung durch längeres Still 1 rveigen. (Nachdruck verboten.) 17.95 46 62 262 >89 257 183,25 113 171 - II49 75 179 1(79.25 175 1174.75 127 61 6 212 88 110 0.S9 ) 4*5 0.75 115 170 171 5 187 152 .58 5 101.5 135.5 193.5 186.62 153 161 75.5 H - 5 133.75 * Rütgerswerke A.-G. in Berlin. Die Umsätze des Unternehmens haben im laufenden Jahr eine weitere Steigerung erfahren, nachdem die Gesamtumsatzziffer des Jahres 1924 von 38,5 Mill. Reichsmark schon 1925 auf 49 Mill. Rm. gestiegen 3°/. Teurlchr ‘Jici65cn'tf„t 4% Deutsche 'Jietdiean leibt 5'/»o/B Deutsche 9uicb. an leibt 3“a Deutsche Ncichsmlcioe Xtu:i"d)e e?aryrumic:tanleibr <°/o ^reupifetoe Äonloln <°o Htsjcn 3’/A Hessen 3% Hrnca Deutsche Derid DoNor-SlnI. Oto Toll -Schav-Lnirtiiag.'! <*/e Holl Hirten' ■ . | S°/e Äoldmerikana Berliner HondclSaclellschakt Commerz and liriBat-yanf T arm st. und 'Jiaiionaloanl Dkurude Bank Demlchc BcrcrnSbank - . Diseomo Tommandil - . ■DkiaUbant . . •Dlutelbeuticbc ttrebitban! Celle' reichiicht tircöitanftaü Äessbank ■ - • Bochumer <Äuh BuderuS ......... Sato Lemsch-Luremdurg .... l^tlsenkirchencr Beraiccrte . Harvener Bergbau . . . Ralirocrfe Aschersleben ... Kaliwerk TOcfttrcgeln .... Üaurabüttc ..... Cberbeöarf ‘Bböiui Bergbau ...... iHbcinftabl ...... •Hicbcd .Woiitan....... TelluS Bergbau ..... । Bereinigte Stahlwerke A.-G- 17.75 | 46 | - I 191 259' 185.5* 172.25 zufolge bei einer holländischen Gruppe eine 7proz. Guldenanleihe auf, deren ausmachender Betrag von etwa 4 Millionen AM. : Schuldenkonsolidierung und zur Verstärkung der Betriebsmittel dienen soll. Ferner ist die Erhöhung des Aktienkapitals in Verbindung mit einer ausländischen Interes'ennahme geplant. Fra: Hurter Börse. Frankfurt, 12. Aov. Tendenz: Llnsicher und schwächer. — Große Lustlosigkeit kennzeichnete den heutigen Börsenverkehr, der mit einer weiteren Einengung des Geschäftes verbunden war. Die Beteiligung ausländischer ’ Kreise am Börsengeschäft hat sich stark vermindert, und bei dem Mangel an jeglicher Anregung war die Tendenz nach unten gerichtet. Die Baissespekulation versuchte m.tRücksicht auf den bevorstehenden. Medio einen neuen Eine Reichsgerichteentjcheidung vom 2. 3uni 1926, in der die Frage dcs V e r z i cfj tte s auf Jne Aufwertung von Grundstückskaufgeld '"folge zwei Jahre langen Stillschweigens nach Empfang de^ Preises behandelt wird, spielt in der Au wertungs- rechlsprechung eine bede..t,ame Rolle. Der Ero asjer dcr Klägerinnen halte der Stadtgemeinde E s sen mchrere^Grundstucke (nach Abzug der Hypotheken) für 295 825 Mk. verkauft. Nach dem Angebot sollte der Kaufpreis vom 1. April 1922 an den, afi diesem Tage auch die Uebergabe des Grund- stücks erfolgen. Der Kaufpreis wurde am 7 August 1 9 2 2 bezahlt. Erst 2 Jahr e s p a t e r erhoben die Klägerinnen Anspruch au Ersatz des Wertunterschiedes. der durch die vom 1. 2lpril bis zum 7 August 1922 verdatete Zahlung eingetrcten San Sie verlangen 2514 Goldmark Die Beklagte macht einmal Verschulden des Erblassers der Klage- rinnen geltend, da er die verspätete Zahlung durch die verspätete Löschung der Hypothek verichuldet habe außerdem aber Hube er durch das lange Stillschweigen auf jede Auswertung des Kaufpreises verzichtet. Landgericht Essen und Oberlandes- | geeicht Hamm sind den Klägerinnen beigetreten und haben die Beklagte z u r A u f w e r t u n g verurteilt. Ebenso hat das Reichsgericht entschieden und in seinen Entjcheidungsgründen hierzu folgendes ausgeführt: Im Einklang mit der Rechtsprechung dcs Reichsgerichts hat das Oberlandesgericht dargelegt, daß von einem Verzicht bei der Leistung der Zahlung nicht die Rede' lein könne, wenn der Erblasser der Klägerinnen an ein Recht zur Aufwertung nicht gedacht habe. Dasselbe müsse gelten, wenn er mangels Anerkennung eines Aus. wertungsanspruchs in der Rechtsprechung sich für verpflichtet gehalten hat, die geringe Leistung anzunehmen. Aber auch in dem zweijährigen Stillschweigen i st ein Verzicht n ich t z u erblicken. Es ist zwar zutreffend, daß die Auf- Wertung in der Rechtsprechung des Reichsgerichts im Lause des Lahres 1923 grundsätzlich anerkannt ist. Im einzelnen (Maß, Rückwirkung behaltlose Annahme) ist jedoch erst in h™ , 1924 und 1925 eine Klärung herbeiqesuhrt worden. Der Anspruch war daher ein zweifelhafter. Es ist auch kein Anhalt dafür gegeben, daß die Klägerinnen oder ihr im Sommer 19'24 gestorbener Erblasser vor Erhebung der Klage sichere Kenntnis von dem Bestehen des Aufwertungsanspruchs und seiner Höhe gehabt haben. — Auch die Schuld des Erblassers an der Verzögerung der Zahlung würde grundsätzlich nichts an dem Aufwertungsanspruch andern: denn die Leistung der Beklagten blieb immer eine bloße Teilleistung. feamburg Srntnla Pakei. . I Woibbculieber Vlono . . | itberamdebt Werkt Albin ■ ■ Zementwerk Heidelberg . . Pbilipv HoUmunn ... Anglo-Cont.-Guano - ... Cbcmische Mäher Alimin . . I. <4 Jarbcnindusirie, A--G- Olotbfti mibt......... Holzverkohlung Nntgcrswerke Scheibeanstalt . . Alla ElektrunätS-Gelellschakt Bergmann Mainkrastwertt ...... Schlickert ....... LiemenS & HalSt» ..... »Iblerrocrte lener ..... Daimler Motoren. ..... Hehligtnstaebt ..... ’Uieauht . . . Motorenwerke WZannbefm ffranfTuner Slrntatnren . . Konservenfabrik Braun . . Metallgtiell-ebaft Frankfurt - Pet. Union A.-G. .... Schuh'abrik Herz .... Sichel . Zellstoff rSakddok ..... Zuckerfabrik Rrantentbal . . Zuckerfabrik Waahäufet • . - Vorstoß. Das herauskommende Material war nicht bedeutend, genügte jedoch, um bei der geringen Aufnahmelust der Börse die Kurse herabzudrücken Dies kam besondere- wieder am Farben markte zum Ausdruck, wo 2.G. Farben starken S^"ankungen unterwcr en waren. Der Kurs schwanke zwischen 354 bis 350 bis 352.5. Die unfu ere Haltung der vermin- aktien dürste zum Teil auch auf die borsentechisch- spelula.ive Belastung des Marktes zuruck- zu ühren sein. Am Montan markte waren Rheinische Braunkohlen stark angeboten und büßten 6 Proz. ein. Buderus minus 1,5 Prvz., Gelsenkirchen minus 2 Prcz.. Harpener menufl 2,75, Mannesmann minus 1,4, Aheinstahc m nuS 2. Aiebeck minus 1,7, Stahloere.n minus 1 Proz. Höher wurden Klöckner. Phönir gut geh ulten. Kaliaktien waren stärker abgeschwächt und fioben bis zu 4 Proz. nach. Von Ebemie- । papieren setzten Scheideanstalt die B.Iierung auf 185 Proz. (plus 1 Prvz.) fort. Holzverkohlung und Goldschmidt je minus 1 Proz. E.ne Ausnahmestellung nahmen Elektroaktien ein, öle z. T. gut gehalten waren. Lahmeher wurden erkl. Dividenden gehandelt und stellten 'ich auf 144,25 (152,5 am Vortage): rückgängig waren Dchuckert und Siemens, die 151 (154,5) beziehungsweise 201,25 (202) Pro;, notierten. Bankaktien gaben durchweg etwa 2 Pro;, nach. Darmstädter 259 (261) Pro;.. Commerz 192 Prozent (191), Dresdner 163 (164,75). Metallbau! 172 (175.25). Reichsbank waren gebessert. 165 5 (163,5). Die Kassawerte lagen uneinheitlich. Von Baustoffaktien waren Zement Heidelberg be'estigt. ebenso Holzmann (plus 1,5 Prozent). Oelaktien waren dagegen niedriger. Zucke r aktien erholt. Für deutsche Anleihen zeigte sich etwas mehr Interesse. doch tonnten Kriegsanleihe davon nichts profitieren. Ausländische Renten nach gebend. 3m I weiteren Verlause zeigte sich der Marit widerstandsfähig. Unter Bevorzugung einiger o;e;tal- toerte konnte sich eine festere Haltung durchsetzen. 3 G. Farben fliegen bis auf 359 Prozent. Am Geldmarkt hält die Flüssigkeit an. Lagesgeld 3 bis 3.5 Prozent, Monatsgel) 5 bis 6 Prozeß. 3m Devisenverkehr setzten sich die Abschwächungen des Lirekurses fort. Mailand gab gegen London auf 118,75 nach. Paris behauptet mit 150,50. London gegen Kabel etwas befestigt 4,85. Äe Reichsmark lag gegen Kabel unverändert 4,2115. Berliner Börse. Berlin, 12. Rov. Die Börse eröffnete bei I allgemein nur unbedeutenden Kursveränderung^r. Das Geschäft hat weiter ganz erheblich nachgelassen, da von den kürzlichen Rückschlägen eine wesentliche Unsicherheit zurückgeblieben ist. Ferner wirkte der bevorstehende Medio-Term.n hemmend ein. Das Publikum und die Spekulation verhielten sich daher abwartend. Die Folge davon war. daß größere Kursbewe gun- I gen nicht zustandekamen. Aus dem Wirt- I schaftsleben lagen wieder verschiedene anregende Meldungen vor, u. a. über die günstige Be- I schäftigung der Vereinigten Etahlwerle, jedoch konnten die Rachrichten einen größeren Einfluß I nicht gewinnen. Die Lage am Geldmar 11 I ist weiterhin außerordentlich flüssig. Tagesgeld war zu 31/» bis 5'/-» Prozent kaum untetjubringen. Monatsgeld war zu 53/t bis 63/< Prozent, allerdings in geringerem Umfange, angeboten, 3m internationalen Devisenverkehr konnte “ I sich London gegen Kabel auf 4,8510 erholen. - Die Reichsmark lag gegen Reuyork kaum verändert mit 4,2110. Paris gegen London leicht - erholt, 147,12. Mailand-London fast unverändert 117,75. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt o. M.. 12. Rov. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 30; Roggen, inländ., 24,50 bis 24,75; Sommergerste für Brauzwecke 24’ bis 26,50; Hafer, inländ., 20 bis 20,25; Mais (gelb) 19,75 bis 20; Weizenmehl, inländ., Spezial 0 42,25 bis 42,75; Roggenmehl 35,50 bis 36,50; Weizen- und Roggenkleie 11,25. Tendenz: Ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 11. Rov. Der Produktenhandel behält auch heute wiederum eine unveränderte schwache Tendenz bei. Das mattere Ausland gab wohl wenig den Ausschlag, vielmehr sind die vorsichtige Tlnternehmungslust und das sehr schlechte Mehlgeschäft im Augenblick wohl die einzigen tendenzbildenden Momente. Effektives Brotgetreide lag bei Eröffnung im Preise etwa 50 Pfennige unter letztem Stand, während im Lieferungshandel sogar Rückgänge für Weizen bis 1,50 Mark, für Roggen bis 2 Mark herauskam. Hier zeigt sich aus dem 3nland etwas mehr Angebot, das in den 5cr?erur.gen billiger gehalten ist, doch liegen die Gebote der Mühlen, die in der Vorwoche noch ziemlich kräftig kauften, weit unter den ermäßigten Forderungen. Gerste wie auch Hafer in gutem 3nlandsmaterial vermehrt offeriert und gleichfalls schwächer. Sonstige Futterstoffe folgen der Allgemeintendenz. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, mär- die nicht aufzuwerten find. (Nachdruck verboten.) tz 66 des Aufwertungsgesetzes bestimmt u. a., daß alle Ansprüche aus Darlehen, die sich gegen Unternehmen richten, die der Geldbeschaffung und Darleihung von Geld dienen (Banken ufw.), unbeschadet anderweiter Vereinbarungen nicht ausgewertet zu werden brauchen, es sei denn, daß eine wertbeständige Anlage des Geldes vereinbart ist Em solcher Fall ist jetzt erstmalig durch das Reichsgericht entschieden worden. Die Stadtgenieinde T c t e r o w in Mecklenburg legte am 1. Juli 1919 bei der Girozentrale in Hannover, einer öffentlichen Bankanstalt, einen Betrag von 200 000 Mark auf Sonderkonto zu einem Zinssatz von Prozent auf zehn Jahre fest an. Der Betrag bestand aus verschiedenen Guthaben, die gelöscht und in ein Darlehen umgewandclt wurden. Als die Girozentrale den Betrag im September 1923 in Papiermark zurückzahlte behielt die Stadt Teterow sich die Geltendmachung des Aufwertungsanspruchs vor. 2m Mai 1923 erhob sie die gegenwärtige Klage, in der sie Aufwertung des Betrages aus 14 300 Reichsmark verlangte. Nachdem das Landgericht Hannover auf Abweisung der Klage erkannt hatte, hat die Klägerin im Einverständnis mit der Beklagten unter Ui gehung des Oberlandesgerichts (feile Sprungrevision beim i Reichsgericht eingelegt. Die Revision ist jedoch I ohne (Erfolg geblieben. Das Reichsgericht hat durch Urteil vom 7. Oktober 1926 die Vorentscheidung gebilligt. Aus den reichsgerichtlichen Entscheidungsgründen hierzu: Die Betlagte ist unstreitig ein Unternehmen, dessen Geschäftsbetrieb der Anschaffung und Darleihung von Geld dient. Nach § 66 Abs. '1 des Aufwcrtungsgesetzes vom 16. Juli 1925 werden Darlehens ansprüche gegen ein solches Unternehmen ohne Rücksicht darauf, ob sie durch Hypothek gesichert sind, unbeschadet anderweitiger Vereinbarungen nicht aufgewertet, sofern , nicht etwa der Schuldner das Geld vereinbarungs- rrung. vor- qemäf\ in wertbeständigen oder aufgewerteten Verden Jahren | mögensgegenftanden anzulegen hat. Alle die Ausnahmen des § 66 Auswertungsgesetzes treffen hier aber nicht zu. Ob die Hingabe des Darlehens für die Klägerin eine Dermögensanlage bedeutete, ist belanglos. Denn nicht auf den von der Klägerin bei der Darlehnsgewährung verfolgten Zweck, sondern auf die Verwendung des Geldes für den Geschäftsbetrieb der Beklagten kommt es an. Mas die Klägerin sonst noch vorbringt ist schon bei der Entstehung des Aufwertungsgesetzes Gegenstand der Beratung gewesen. Die Anträge der Abgeordneten Dr. Scheiter, Dr. Best und Keil und Genossen, - , I welche die Aufwertung der Darlehensansprüche Si)POtl?eliCHaiiftDeriling UUÖ gegej-, Banken verlangten, insbesondere, wenn die tRorranarechte der Abfindunos- Schuldner um die Darlehen nachgesucht hatten, rour- “ den abgelehnt oder fallen gelassen. Trotz der Be- yypvtye«. denken gegen einen zu weitgehenden Schutz ocr (Nachdruck verboten.) Banken vermochte sie im Plenum keine Mehrheit , riJ. ... ,, x zu finden. Danach ist über den Zweck des Gesetzes Das Reichsgericht hatte sich unlängst mit der unfa bie g)icjnung bcs Gesetzgebers kein Zweifel und sehr interessanten Frage zu bescyaftigen, ob die Ge° für ejne einschränkende Auslegung des § 66 Abs. 1 Währung einer Dor ranghypothek t n Pa ° Aufwertungsgesetzes kein Raum. piermark die Derpflrchtung begründet, auch der 1 ... neuen R e i ch « m a r k h y p o t h e k den Vorrang Ausländer zu gewähren. Das Landgericht Berlin verurteilte « niifmortMtirrtS-Schlllbner.. den Beklagten gemäß dem Antrag des Klagers, tttS 2!UTU)erillTig5 einer Hypothek von 120 000 Reichsmark mit einer Bach einem Reichsgerichtsurteil können sich Verzinsung bis zu 15 Prozent jährlich den Dor- Ausländer ebenso wie 3nländer auf die Aufrang zu bewilligen, sofern gleichzeitig die Löschung Wertungsbestimmungen berufen. Das Reichs- dcr'vorher im Jahre 1920 an gleicher Stelle ringe- gericht steht aus dem Standpunkt, daß das tragenen Hypothek von 500 000 Mk. erfolge. Auf die Gegenteil im Aufwertungs Gesetz besonders hatte Berufung des Vellagten erkannte das Kammer- dum Ausdruck gebracht werden müssen. Ein Ausgericht 311 Berlin auf Abweisung der Klage, länber, der einem Inländer ein Papiermark- Ebenso hat das Reichsgericht entschieden und Darlehen schuldet, ist beispielsweise also nur zu die Revision des Klägers zurückgewiesen. Die einer Aufwertung von 25 Prozent gemäß § 63 reichsgerichtlichen Entscheidungsgründe hierzu ent- t>e8 Aufwertungsgesehes verpflichtet. Auch die halten folgende Ausführungen von Belang: Die auf Mark lautenden, in Deutschland geschlossenen zwischen den Parteien getroffene vertragliche Be- Versicherungen bei ausländischen Versicherungs- ftimmung über die Vorrangseinräumung läßt an gesellschaften unterliegen dem Aufwertungsgeseh. sich eine mehrfache Deutung ?u. Sie kann sowohl Der Grund für diese Auffassung ist in der Tat- im Sinne des Beklagten dahin verstanden werden, suche zu suchen, daß Versicherungs-Anternehmun- daß sie durch einmalige Bewilligung des Vor- gen, die im 3nlanö durch Vertreter usw. das rangs für insgesamt 500 000 Mk. endgültig erfüllt Versicherungsgefchäck betreiben, der Kontrolle des sein sollte, wie auch dahin, daß der Beklagte die Reichsaussichtsamtes für Privatverficherungen dauernde Erhaltung einer vorhergehenden Be- unterstehen. Auf die von ihnen geschloffenen laftung von dieser Höhe zu gestatten habe. Das Be- Versicherungsverträge ist daher deutsches Recht rufungsgericht ist in der Auslegung des Willens der I anzuwenden. Vertragsschließenden der Auffassung des Beklagten ------ , beigetreten, daß er seiner pertragspflicht durch die . r einmalige Einräumung des Vorrangs genügt habe. Diese Auslegung ist möglich und laßt einen Rechtsoerstoß nicht er ennen. Der Vergleich mit dem . D ie amtliche ® ^0^anbcl 8 Verkauf von Bauland ist nicht zutreffend. Im gegen- i nd e xz iff e r. Die ^uf den SEag des märtigen Falle handelt es sich nicht um reines 10. JoDember berechnete GroßhanLelsindi Französische Noten ...... 13.62 13.68 polländische Noten...... 167.92 168.76 Italienische Noten ...... 17 48 17,76 Norwegische Noten..... 104.99 105,59 Dcutsch-Oesterr, a 100 Kronen 59.15 59.45 Rumänische Noten ...... 2.315 2,355 Schwedische Noten ..... 111.97 112.53 Schwerer Noten...... 80.90 81.30 Spanische Noten....... 63.41 63,72 Tschechoslowakische Noten . . 12,432 12,492 Ungarische Noten . . ... 5.868 5.908 Der, föuiöawx-Normalstiefe^ MWMllMMM ebenso die „Chasalla"-Fußgewölbestütze Alleinverkauf: Schuhhaus Wilh. Herbert Telephon 741 besonders auch kränkliche, zurückgebNeveneund 9294D solche mit steifen Deinen, gesunden und 6843D R a S 8 O L Wir erwarten in allen diesen Versammlungen voll- Der Dorsland zähliges Erscheinen. 267 D 9052sl Triebt ergelgen usw. 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