Dienstag, 12. Oktober 1926 176. Jahrgang Nr. 239 Erstes Blatt Vnick und Verlag: vrühl'fche Universität Buch- und Steindruckerel «.Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulttrahe 7. Annahme von Snjelgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfcnnig, Platzvorschrift 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An« zeigenteil i. Dcrtr. H. Beck, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechans chlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Lietzen, poftschrcklonto: Frankfurt am Main 11686. Sietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Der Hohenzollernvergleich vor dem Landtag. Obstruktion der Kommunisten. Berlin, 11. Oft. Das Haus, die Publikumstribünen und die Diplomatenloge sind gut besucht. Auf der Tagesordnung steht die erste Beratung über den Gesetzentwurf über die vermögensrechtliche Auseinandersetzung mit den Hohenzollern. Dor Eintritt in die Tagesordnung fordert Abg. Pieck (Kom.), die Beratung der Hohenzollernvor- lage auf vier Wochen auszusetzen. Dieser Antrag scheitert am Widerspuch des Abg. Heilmann (Soz.), wgrauf bei den Kommunisten ein ungeheurer Lärm losbricht. Präsident Bartels ruft mehrere kommunistische Abgeordnete zur Ordnung. Als Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff das Wort erhält, bricht bei den Kommunisten wieder ein ungeheurer Lärm los. Laute Rufe wie .Hohenzollernhurer", .^Hohenzollernschieber", „Ho- henzollerzuhälter" werden dem Finanzminister zu- qerufen. Präsident Bartels gelingt es nicht, die Ruhe herzustellen. Der Finanzminister versucht wiederholt, seine Ausführungen zu beginnen, wird aber immer wieder von neuem Lärm und Zurufen unterbrochen und daran gehindert. Präsident Bartels ruft mehrere Kommunisten zur Ordnung und ermahnt sie, ihn nicht zur Ausübung der schärfsten geschäftsordnungsmäßigen Maßnahmen zu zwingen. Die Kommunisten lärmen jedoch fort. Abgeordnete aller Parteien haben sich inzwischen in einer dichten Mauer um das Rednerpult geschart. Da der ungeheure Lärm nicht zu besänftigen ist, unterbricht Präsident Bartels die Sitzung für fünf Minuten. Der Lärm im Hause dauert fort. Rach etwa zehn Minuten wird die Sitzung wieder eröffnet. Als Finanzminister Dr. Höpker-A das Wort erhält, setzt der tumultartige Lärm bei den Kommunisten erneut ein. Laute Zurufe wie: „Abtreten!", ,Hohenzollernschieberl" und „Gehen Sie in die Siegesallee!" machen die ersten Sätze des Ministers unverständlich. Der Minister gibt, von fortgesetztem Lärm und Zurufen der Kommunisten unterbrochen, dann zunächst einen Rückblick über den Gang der Vergleichsoerhandlungen mit dem vormals regierenden Königshause. Es bestand keine Möglichkeit mehr, im Wege der Gesetzgebung diese Frage zu lösen. Die Anrufung der Gerichte hätte dem Staat nur großen Suaden gebracht, weil die Richter sich auf alte Gesetzesbestimmungen gestützt hätten. Nachdem der Kompromiß im Reichstage scheiterte, stand zu erwarten, daß die Absindungs- srage beim Wiederzusammentritt des Reichstages im Herbst erneut das deutsche Volk in Unruhe versetzen würde. Die preußische Staatsregierung habe deshalb geglaubt, erneute Verhandlungen mit dem Vertreter des Königshauses nicht ablehnen zu müssen. (Anhaltender Lärm bei den Kommunisten, durch den die Ausführungen des Ministers zum großen Teil verloren gehen.) Der Minister empfiehlt die Annahme des Kompromißentwurfes, der bedeutende Verbesserungen gegenüber dem früheren Vergleich enthalte. (Erneuter tosender Lärm und Zurufe: „Schieber!" Präsident Bartels erteilt an die Hauptschreier wiederholt Ordnungsrufe.) Der Staat könne nunmehr eine Reihe von Schlössern und Geldern als unbestrittenes Eigentum betrachten und sie dem Volke zugänglich machen. Er bezeichnete die den früheren'Hofbeamten zugebilligten Renten als durchaus gerecht. (Lärm und stürmische Zurufe.) Was das Schloß Homburg an- aehe, so sei nicht zu befürchten, daß der ehemalige Kaiser so bald zurückkehre. (Stürmische Zurufe bei den Kommunisten. Pfuirufe rechts.) (Ein kommunistischer Mißtrauensankrag. Abg. Pieck (Komm.) beantragt, zu beschließen: Der Landtag entzieht dem Ministerpräsidenten das Vertrauen. Präsident Bartels erklärt sich bereit, den Antrag mit dem vorliegenden Gegenstand der Tagesordnung zu verbinden. Abg. Bartels- Krefeld (Komm.) führt aus, daß der Hohenzollernschacher nur durch die zweifellos bestochenen Volksvertreter durchgeführt werden könnte. (Lebhafte Zustimmung bei den Kommunisten. Präsident Bartels ruft den Redner zur Ordnung.) Wenn diese sog. Republik noch Anstands- gefühl besäße, müßte sie sämtliche Hohenzollern des Landes verweisen und sie entschädigungslos enteignen, wie dies ein kommunistischer Antrag wünsche. (Sehr wahr! bei den Kommunisten.) Man habe dem sog. ehemaligen König, diesem Verbrecher, auch noch eine „Arbeitslosenunterstützung" von 50 000 Mark monatlich zugestanden. (Lärm und Zurufe bei den Kommunisten.) Nicht genug damit, hätten die Hohenzollern noch vor Zustandekommen des Vertrags aus den bisher dem Staate übergebenen Schlössern und Bauten geklaut, was sie nur konnten. (Präsident Bartels ermahnt den Redner wiederholt, sich zu mäßigen. — Lärmender Widerspruch bei den Kommunisten und Zuruf „Schieber- Landtag".) Es sei selbst den Demokraten zuviel, was Hopker-Aschoff vertrete. Er hätte deshalb seine Fraktion irreführen müssen. (Zurufe bei den Kommunisten: „Schwindelminister!") Hopker-Aschoff sei nur dazu da, die Leute zu belügen. (Präsident Bartels ruft den kommunistischen Abgeordneten Kollwitz 3ur Ordnung.) Der Landtag sei zu feige, das preußi- !che Volk in der wichtigen Frage der Auseinandersetzung mit den Hohenzollern selbst reden zu lassen. (Beifall bei den Kommunisten.) Abg .Pieck (Komm.) beantragt, daß wegen der Wichtigkeit der Materie der Minister- Präsident sofort herbeigerufen werde. Er formuliert eine Reihe von Fragen an den Mini- Reichshilfe für Rheinhessen. Reichsminister Dr. Bell in Darmstadl und Mainz. Darmstadt, 12. Oft. (Eigene Drahtmel» düng.) Gestern vormittag traf Reichsminister für die besetzten Gebiete Dr. Dell zu einer Aussprache mit der hessischen Staatsregierung über Angelegenheiten des besetzten Gebietes ein. Der Minister war von Oberregierungsrat Vogels begleitet. Die Herren statteten zunächst dem Staatspräsidenten einen Desuch ab und hatten sodann eine Aussprache mit dem hessischen Ge samtministerium. Der Minister erklärte, daß er sich über die bedauerlichen Zwischenfälle im besetzten Gebiet unterrichten wolle sowie über Wunsche und Sorgen der Bevölkerung. Am Rachmittage begaben sich der Minister und die hessische Regierung nach Mainz. Rach einer Besichtigung des Domes fand im kurfürstlichen Schloß eine Aussprache unter den Vertretern der Reichs-, Staats-, Kommunal- und kirchlichen Behörden sowie der Berufsorganisationen statt. An den Besprechungen nahmen u. a. S t aa t s p r ä s i de n t LI l ri ch, der hessische Finanzminister Henrich, der hessische Arbeitsminister Raab und der hessische Gesandte in Berlin, Freiherr v. Diegeleben, teil. Rach einer Begrüßungsansprache des Staatspräsidenten Ulrich, in der dieser auf die Röte des besetzten Gebietes hinwies und der Hoffnung Ausdruck gab, daß sich eine Möglichkeit finden ließe, von reichswegen die Röte des besetzten Gebietes zu lindern, dankte Oberbürgermeister Dr. Külb, Mainz, dem Minister im Ramen der Stadt Mainz für seinen Besuch und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Desuch für die Stadt Mainz nicht ohne Erfolg bleiben möge. Dr. Külb bat den Minister dringend, den bisher eingeschlagenen Weg der Politik weiter zu verfolgen und versicherte, daß weite Kreise der De- volkerung voll Vertrauen auf die augenblickliche Außenpolitik der Regierung schauen. Die Vertreter der verschiedenen Berufs- und Wirtschaftsorganisationen unterbreiteten dem Minister ihre Wünsche, worauf Rerchsminister Dr. Bell u. a. folgendes ausführte: Tief ergriffen unter dem Eindruck des Domes, fei er zu dieser Aussprache gekommen. Nur wer einen Einblick in die Schäden des altehrwürdigen Denkmals genommen hätte, könne ermessen, welche großen Gefahren diesem stolzen deutschen Bauwerk gedroht hätten. Die Regierung werde ihr Augenmerk weiter auf die Wieder- Herstellung des Domes zu Mainz richten, damit er neu zu Pfingsten 1927 erstehen werde. Dr. Bell brachte zum Ausdruck, daß er sich genaue Kenntnis verschafft habe, und versprach, alles zu tun, was in feinen Kräften stehe, um die Nöte des besetzten Gebietes zu lindern und vor allem die wirtschaftliche Lage zu bessern. Der Minstier gab bann einige Hilfsmaßnahmen für Mainz bekannt. Vom Finanzministerium würden Mittel bereitgefteüt, um die Sprengung der alten Forttrümmer in der Umgebung von Mainz durchzuführen, ferner solle in Mainz ein neues Fernsprechamt upd ein neues Finanzamt errichtet werden. Auch weiteren anderen Wünschen der Stadt Mainz sagte der Minister Berücksichtigung zu, u. a. sollen Die Entschädigungsansprüche wohlwollend geprüft werden. Der Minister berührte dann auch Fragen der Arbeitslosigkeit und verschiedene kulturelle Fragen. Zur allgemeinen Politik führte der Minister etwa folgendes aus: (Einmütig sehe die Reichsregierung ihre Aufgabe darin, die Versöhnung auf allen Gebieten, auch auf dem der Wirtschaft, weiter zu pflegen. Das eine Stück dieser Politik sei die Verständi- gung zwischen Frankreich und Deutsch- la n d. Der Weg, den Deutschland gegangen sei, habe sich als der richtige erwiesen. Seit ßoeamo seien alle diplomatischen Verhandlungen von Erfolg gekrönt gewesen. Das Ziel aller ausländischen Polittk müsse der Wiederaufbau Europas sein. Ein solcher Ausbau sei aber nur unter Gleichberechtigten möglich, bei denen der Gedanke der Versöhnung vorherrschend sei. Deutschland müsse verlangen, daß eS seinen Platz nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis als gleichberechtigt einnimmt. Heute bestehe keine Unfkirbeit darüber, daß mit dem Geiste der Verständigung und der Versöhnung die Aufrechterhaltung der Besatzung undenkbar sei. Locarno Gens und Thoiry fragen in sich die Bedingungen für die Beseitigung der Besatzung. Abzug der Besatzung sei die Erfüllung von Thoiry, Weiterbestehen der Besatzung sei ein Weiterleben des Geistes von Versailles. Durch die Abmachungen von Genf und Locarno habe die Besatzung keinen praktischen Wert mehr. Das Dawesabkommen, sowie die Vereinbarungen legten klar fest, was geschehen soll und was geschehen darf. Dadurch ist jede Rechtsgrundlage für eine weitere Besatzung fortgefallen. Solange die Besatzung am Rhein stünde, sei trotz aller Versöhnung und Verständigung die Möglichkeit zu Zwischenfällen gegeben. Um nicht störend in den Gang der Versöhnung einzugreifen, sei der Abzug der Besatzung eine Rotwendigkeil. Staatspräsident LIlrich dankte dem Minister für seine Ausführungen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Wünsche des besetzten Gebietes durch die unermüdliche Arbeit des Ministers bald in Erfüllung gehen mögen. Reichsminister Dr. Bell wird die Nacht über in Mainz bleiben und am anderen Morgen nach Speyer Weiterreisen. Dort wird er die Reichsbehörden von Landau und Kaiserslautern empfangen. Ein Besuch von Germersheim ist nicht vorgesehen, wohl aber wird eine Abordnung der Stadt Germersheim in Speyer mit Dr. Bell eine Aussprache haben. In Speyer soll ferner eine allgemeine Diskussion über die Besatzungsfrage statt- sinden. Am Mittwoch wird Dr. Bell in Wiesbaden eintreffen. Er gedenkt weiter die Städte Kreuznach, Trier, Aachen und Düren Arbeitsgerichtswesens folgende Entschließung angenommen: Der 5. Preußische Richtertag erhebt noch einmal in letzter Minute die dringliche Forderung der Angliederung der Arbeitsgerichte in die oröent- ichen Gerichte. Lieber das Thema „A u f- Wertung in der Praxis" sprach Arbeits- gerichtsrat Ricks, Berlin. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der der Vorstand ersucht wird, bei den maßgebenden Stellen dahin zu wirken, daß die Durchsührungsvorschristen zum Aufwertungsgesetz nach den Vorschlägen der Praxis. z.B. dec Großberliner Grund- iuchrichter und Aufwertungsrichter, ergänzt werden. Zur Besoldungsfrage wurde .-ine Entschließung angenommen, in der die Richter und Staatsanwälte und mit ihnen ?ie anderen Beamten, die sich in starker Bedrängnis befinden, verlangen, daß ihre Wirt- chaftsbelange mehr Berücksichtigung finden, als :s jetzt geschieht. Die Beamten könnten zum Dohle deS Staates nur dann berufssreudig den >erantwortungsvollen Dienst leisten, wenn sie in b'.er wirtschaftlichen Lage gefestigt dastehen. hierzu reichten die jetzigen Gehälter der höheren Beamten, insbesondere die der Richter und Staatsanwälte, nicht aus. In einer weiteren Entschließung erkennt die Vertreterversammlung der Preußischen Richtervereins die Rotwendigkeit einer Verwal- tu.igsresorm auch in der Justiz an. Zum Schluß wandte sich die Vertreterversammlung noch der Erörterung der Angriffe gegen das Richtertum zu und besprach dabei besonders den Magdeburger Fall. Dazu wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: 1. Eine völlige Klarstellung der Magdeburger Angelegenheit ist mit allen _ Mitteln baldigst herbeizu ühren,' 2. bei der Fülle von Zweifeln und Meinungsverschiedenheiten, die sich zwischen den beteiligten Behörden über die Kompe- tenzverteilung erhoben haben, erscheint es unbedingt erforderlich, daß nach gerichtlichem Abschluß der gesamten Angelegenheit die Grenzmr zwischen den Befugnissen der Behörden, vornehmlich des Gerichts und der Polizei bestimmter als bisher festgelegt werden,- 3. Wir setzen bei allen Dienststellen voraus, daß sie sich bei ihren Maßnahmen von irgendwelchen politischen Beweggründen nicht haben leiten lassen. Sollte das bei einer Dienststelle doch der Fall sein, so wäre das entschieden zu mißbilligen: 4. Hinsichtlich der Schuldfrage ist nicht mir zu untersuchen, ob auf richterlicher, sondern auch auf polizeilicher Seite Verfehlungen begangen worden sind. Die Verhandlungen des fünften Preußischen Rtchtertages wurden damit geschlossen. Die Cpfcr des Sturmes über Holland. Der schwere Sturm, der seit drei Tagen über Holland wütet, hat eine große Zahl von Opfern gefordert. Ein Heringsfänger mit 13 Mann an Bord ist im Sturm untergegangen. Einige der Leichen wurden bereits angespült, doch konnte man bas Schiff trotz langen Suchens bisher nicht finden. Ein anderer Heringsfänger ist eb :ifalls dem Sturm zum Opfer gefallen. Zwölf Mann der Besatzung kamen in den Wellen um. Der Fischer selbst und ein Schiffsjunge wurden durch einen deutschen Dampfer ausgenommen. Der Junge ist an der Erschöpfung gestorben, während der Fischer schwer verwundet im Hospital Aufnahme fand. Mait fürchtet, daß ein drittes Heringsboot, das dieser Tage zurückkehren sollte, gleichfalls im Sturm untergegangen ist. Der Sturm auf Helgoland. Gewaltigen Schaden hat die Sturmflut auch auf Helgoland angerichtet. Die Dune hat überall so schwer gelitten, daß sie einer neuen starken Sturmflut von dieser Heftigkeit kaum standhalten dürfte. Die Straßen des Unterlandes und die Landungsbrücke waren überflutet. Auf der Düne wurden über hundert Badkarren fortgerissen und fortgeschwemmt. Einen schweren Verlust erlitten die Helgoländer Hummerfischer, die alle ihre Hummerkörbe — 2000 Stück — durch die Flut verloren haben. Großfeuer bei Hameln. Das Anwesen des Gastwirts Kretzer in Exten bei Hameln wurde von einem schweren Brand- ungliick heimgesucht. Dem Feuer fiel die Gastwirtschaft mit sämtlichem Inventar und große Erntevorräte zum Opfer. Bei den Rettungsarbeiten wurden sechs Feuerwehrleute bei dem Versuch, aus dem Gastzimmer in den Saal zu gelangen, unter der mit lautem Krach einstürzenden Saaldecke begraben. Unter den Trümmern zog man d i e Leichen zweier Feuerwehrleute hervor, die bis zur Unkenntlichkeit verbrannt waren. Die anderen kamen mit schweren ober weniger schweren Brandwunden davon. Todschkagsversuck eines Geisteskranken. In Kiel stellte sich der Polizei ein etwa 30jähr. Feinmechaniker W ö h l k unter der Angabe, er habe die etwa 50jährige Ehefrau Koch und seinen Vaicr, den Schuhmacher Wöhlk, mit einem Hammer niedergeschlagen. Die Angabe bestätigte sich, doch werden beide Verletzte mit dem Leben davonkommen. Der Täter, der früher in einer Ir- renanstalt untergebracht war, handelte zweifellos in einem Anfall geistiger Umnachtung. Kunst und Wissenschaft. Tagung der deutschen Tonkünsller und Musiklehrer. Der Reichsverband deutscher Tonkünstler und Musiklehrer hielt in Halle unter dem Vorsitz von Arnold Ebel eine Delegiertenversammlung ab. Diese war mit mehreren von zeitgenössischen Komponisten bestrittenen Festkonzerten, mit Opernaufführungen (Händel: Skis und Galatea und Busoni: Turandot) und musikpädagogischen Vorträgen verbunden. Oie bemerkenswerteste Entschließung der Versammlung bestand in der Wahl einer „Elfers- Kommission", die sich speziell mit allen musikkulturellen Angelegenheiten der deutschen Tonkünstler- schaft befassen soll. Die Aufgaben der Kommission bestehen zunächst in der Mitarbeit an den Bestimmungen für bas „staatliche Musikexamen", in ber Schaffung einer „Tonkünstler-Kammer" und an den Vorbereitungen zur „Reichskunstwoche". Deutscher pädagogischer Kongreß. Der deutsche Ausschuß für Erziehung und Unterricht, der 25 Verbände mit über eine Million Mitglieder zählt, veranstaltete in Weimar einen allgemeinen pädagogischen Kongreß. Für bas Reichsministerium des Innern ist Staatssekretär Schulz erschienen, ber die Versammlung als eine kleine inoffizielle Reichsschulkonferenz begrüßte. Den Vorsitz führt ber Nestor unter ben beutschen Päbagogen, Geheimrat Kerschen st einer, Prof. Dr. Li 11 1 (Leipzig) behanbelte als erster Redner bas Hauptthema der Tagung „Die gegenwärtige pädagogische Lage und ihre Forderungen". 3nternattonale Werkbundausstellung 1930. Der Vorsitzende der württembergischen Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Werkbundes, Geheimrat Dr. Vruckmann, machte die Mitteilung, baß ber Werkbunb beabsichtige, im Jahre 1930 in Deutsch- lanb eine „W eltausftellung ber Künste, der Gewerbe und der formschaffenden Industrie" zu veranstalten. von der Universität Marburg. Marburg, 11. Okt. Der Direktor des hiesigen Unioersitätsinstitutes für Leibesübungen, Herr Privatdozent Dr. I a e ck, ist zum außerordentlid)en Professor ernannt worden. Dr. Jaeck kam im Oktober 1923 nach Marburg. Sven hedin in Wiesbaden. Der schwedische Gelehrte und Forschungsreifende Sven Hedin ist in Wiesbaden einge- troffen. In den nächsten Tagen wird er in Mainz einen Vortrag halten. Professor Karl Holzapfel f- Im 61. Lebensjahre ist der Maler Prof. Karl Holzapfel an den Folgen einer Bleivergiftung, die er sich vor Jahren an der Akademie Kassel zugezogen hatte, gestorben. W'ttervoraussage. Nach sehr kühlen Nachttemperaturen erneut ansteigend, anfangs Regenschauer bei nord-westlichen Winden, bann, nach kurzer Aufbesserung, erneute Regenneigung bei Winben aus südlicher Richtung. Aus der Provinzialhauprfta-l. Gießen, den 12. Oktober 1926. Hessische Beamtenhochschule. = Die Beamtenhvchschickbewegung, ö.e in der kurzen Zeit ihres Bestehens einen ungeahnten Aufschwung genommen, hat auch in H es sen Fuß gefaßt. In Anlehnung an die Frankfurter Verwaltungs-Akademie werden zunächst in Darmstadt Beamtenhochschulkurse eingerichtet werden. Zweck der Deamtenhochschulen, wie solche fett 5 Jahren in Deutschland bestehen, ist die wissenschaftliche Fortbildung des berufserfahrenen Beamten durch Hochschullehrer. Der Darmstädter Plan sieht ein 6—Zsemestriges Studium vor, das in methodischem Ausbau einen Tleberblick über das gesamte heutige Rechts- und Wirtschaftsleben ermitteln will. Daneben werden nach Bedürfnis Fachvorllsimgen für einzelne Berufs- gruppen. einzelne Vorlesungen über allgemeine kulturelle Erscheinungen unserer Zeit den Lehrplan ergänzen. Das 1. Semester wird am 16. Ro- vember beginnen. Das Vorlesungsverzeichnis kündet rechtswisfenschaflliche, ftz'al- und toirt- schaftswissenschastliche, sowie allgemeine Vorlesungen an. Als Dozenten sind tät'g: Pros. Dr. Hollatz (Darmstadtt. Prof. Dr. Giese (Frankfurt a. M.). Prof. Dr. Goldstein (Darmstadt), Prof. Dr. Muh (D -rmstadtt, Dr. David (Darmstadt) und Pros. Dr. Gmelin (Gießen), der im ersten Semester über „Der hessische Staat und seine Beamten" liest. Die Vorlesungen finden in den Abendstunden in der Technischen Hochschule in Darmstadt statt. Wenn der Versuch Erfolg hat, darf damit gerechnet werden, daß der Deamten- hvchschulgedanke in Hessen weiter an Boden gewinnt und vor allem auch in Gießen durch ähnliche Hochschulkurse für Beamte verwirklicht werden fann. Vom hessischen Reformattons- jubiläum. In den Tagen, an denen vor 400 Jahren die Synode zu Homberg stattfand. durch die Hessen evangelisch wurde, vom 20. bis 22. Oktober, begeht dort die evangelische Landeskirche in Hessen-Kassel das Gedächtnis ihrer Reformation. In eindrucksvoller Feier will sie sich dabei als Bollskirche im eigentlichen Sinne darstellen. Mit einem Kirchenkonzert wird am 20. Oktober der Auftakt gegeben. Am Donnerstag. dem 21., läuten morgens zur Stunde der ersten Versammlung der historischen Synode die neuen Glocken das Fest ein, darunter die Hessische Reformattonsglocke, eine Stiftung des ganzen Landes. In der hochragenden Reformationskirche beginnt um 10 Ubr der Festgottesdienst. An ihn schließt sich auf dem Marktplatz der Festakt an mit Grußworten der Ehrengäste, Gesang und feierlicher Handlung. Rachmittags um i - »4 Uhr hält in der Kirche Prof. D. Dr. Her- ; meiinf den Fest Vortrag über die Hom- berger Synode von 1526, Prälat D. Dr. Diehl- Darmstadt spricht von ihrer Bedeutung für die Gegenwart. Am Abend um 1/«8 Uhr wird das von Pfarrer Stolzenbach gedichtete Fest spiel „Dem Evangelium Bahn" aufgeführt. Am nächsten Morgen ist um 10 ilfjr ein festlicher Iugendgottesdienst, woran sich ein Konzert der Bereinigten Hessischen Posaunenchöre anschließt. Die Veranstaltung verspricht, ohne den Charakter der landläufigen Stadtfeste nachzuahmen, eine imposante Kundgebung der Hessischen Evangelischen Kirche und ihrer Glieder im besten volkstümlichen Sinne zu werden, Gießener Wocheurnarktpreise. Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 150 bis 170 Pfennig, Matte 35, Käse (10 Stück) 60 bis 150, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 3 bis 4, Rotkraut 8 bis 10. gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Unlerkohlrabi 5 bis 10. Feldsalat 100, Tomaten 10 bis 25, Zwiebeln 7 bis 8. Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 40, Kürbis 8. Kartoffeln 5. Falläpfel 10, Aepfel 15 bis 25, Birnen 10 bis 20, Zwetschen 20 bis 25, junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120, Rüsse 80, Hagebutten 15; das Stück: Eier 15 bis 17, Blumenkohl 20 bis 150, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 5 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 50; das Bund: Radieschen 12 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 7V2 silhr „Die Medaille" und „Lott- chens Geburtstag" (Ende 9Vr -Uhr). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die elf Schillschen Offiziere". — Astoria-Lichtspiele: „Unter der Sonne der Südsee". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am morgigen Mittwoch kommt Hans I. Rehsisch mit seiner Tragikomödie „Wer weint um Jucke nack" als Vertreter der Moderne zu Worte. Das Werk gilt als stärkste Arbeit des Verfassers, und nimmt seinen Weg über die meisten Bühnen Deutschlands, die auf Riveau halten. Das Thema der menschlichen Undankbarkeit wird in eigenartiger Ausgestaltung zwischen Personen abgehandelt, die glänzend gesehene Typen darstellen. Herr T e l e k h, der auch die Regie führt, spielt die Haupt- und Titelrolle des hochinteressanten Werkes. Herr G e f s e r s, Herr Lenau, Herr Gehre sowie die Damen Jüngling und Gehre sind in weiteren größeren Ausgaben beschäftigt. * L. U. Von der Landes-Universität Gießen. Der planmäßige außerordentliche Professor in der juristischen Fakultät Dr. Wilhelm Groh hat einen Rus an die Universität Heidelberg auf den neu errichteten Lehrstuhl für Arbeitsrecht erhalten. '* P e r so n a l i e n. Ernannt wurden der Studienrat au der Studienanstalt L E- in Gießen Dr. Heinrich Haun zum Studienrat an der Augustinerschule (Gymnasium und Oberrealschule) in Friedberg und der Studienreferendar Friedrich Franke in Gießen zum Studienassessor. * • Amtsjubiläum im städtischen Gaswerk. Der Derwaltungssekretär Wilhelm Brauer von hier kann am heutigen 12. Oktober auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Verwaltung des Städtischen Gaswerkes zurückblicken. * * 40jähriges Dienstjubiläum bei der P o st. In diesen Tagen konnte Oberpostschaffner Ludwig Groh dahier auf eine 40jährige Dienstzeit bei der Reichspost zurückblicken. Den größten Teil dieser arbeitsreichen Zeit ist der Jubilar bei dem Postamt in Gießen tätig gewesen. Sellens der Oberpostdirevion wurde ihm eine besondere Anerkennung mit An- schreiben des Postamts Gießen überreicht. • • Carl August Faber t- Mit Dem am Samstagabend im 83. Lebensjahre entschlafenen Spenglermeister Earl August Faber ist wieder einer der ältesten Bürger und Handwerksmeister unserer Stadt von uns geschieden. Sein nach streng reellen Grundsätzen seiner Vorfahren weiter geführtes und ausgebcmtes Geschäft nahm zwar seine ganze Arbettskraft in Anspruch, er rang sich aber trotzdem die Zett ab zur Tätigkeit in verschiedenen Ehrenämtern, in die ihn das Vertrauen seiner Mitbürger berufen hatte. In seiner von 1893 bis 1911 dauernden Tätigkeit als Stadtverordneter trat er zwar nicht als reger Drbatter in die Erscheinung, um so eifriger wirkte er aber in den Kommissionen, im Marktausschuß, Annendeputation, ArbeitsnachwciZ, Einquartierungswesen. Land- und Forstwirtschaftlichen Ausschuß. Auch in der Gewerbebank, zu deren Gründern schon fein Vater gehörte, war er lange Jahre Aussichtsratt- Mitglied. Fabers Arbeit in seinem Berufe, in seinen Ehrenämtern und sein biederes Wesen sichern ihm bei allen, die ihn näher kannten, ein dauerndes Andenken. * * Das städtische Feuerwehrauto erlitt gestern nachmittag gegen 3.30 Uhr an der Ecke Rordanlage Marburger Straße einen Anfall. Das Auto befand sich auf einer Aebungsfahrt und kam in mäßigem Tempo unter Abgabe von Signalen um die Ecke der Marburger St ratze, um in die Rordanlage einzubiegen. Plotzhch sah der Wagenführer vor sich auf dem Fahrdannlk einen Pflasterer, der trotz der Signale die Straße nicht verlassen hatte und dadurch in die Gefahr des Ueberfährens geriet. Um dieses Änglück zu vermeiden, steuerte der Fahrer das Auto nach rechts herum, wobei es auf dem feuchten Boden ins Rutschen kam und gegen einen Torpfeiler des Eckhauses fuhr. Der Pfeiler wurde umgeworfen, auch ein kleiner Handwagen, der auf dem Trottoir stand, wurde zertrümmert. Das Feuerwehrauto büßte einen Kotflügel ein, außerdem erlitt es noch eine Beschädigung am Vvrder- wagen. Es konnte nach Vornahme einer Reparatur auf eigener Achse in das Depot zurückgv- schleppt werden. Die Wiederherstellungsarbeiten wurden sofort in Angriff genommen und werden im Laufe des heutigen Tages beendet werden. _ ** Das herbstliche Wetter hat sich planmäßig weiter entwickelt. Auch in ber letzten Nacht fauchte heftiger Winb burch bie Straßen, dazu regnete es ganz anständig, kurzum echtes Herbstwetter hatte wieber bas Regiment angetreten. Sturm und Regen richteten mehrfach an Bäumen unb Häusern Schaben an; u. a. stürzten an bem im Besitz bes Gesellschaftsvereins befinblichen Eckhaus Sonnenftraße- Neuen Bäue große Telle bes Verputzes ber Haus- roanb herab, bie einen recht stattlichen Schutthaufen bilbeten. Es muß als ein Glück betrachtet werben, baß biefes Malheur nicht zu einer belebten Verkehrszeit entstanden ist, denn sonst hätte leicht allerlei größeres Unglück geschehen können. * * Zur Förderung des Automobil- straßenprojekts Hamburg —Mailand wurde kürzlich nach einer Besprechung der Interessentenkreise in Frankfurt a. M. die Gründung eines Vereins beschlossen Für die Vorarbeiten zur Gründung dieses Vereins (Satzungsentwurf usw.) wurde em fünfgliedriges Komitee eingesetzt, in das der hessische Staat als wichttger Interessent den Regierungsrat Dr. Krebs vom Hessin schen Ministerium des Innern als Bertteter Hessens entsandt hat. Die große Verkehrsftraße soll bekanntlich nach den von Frankfurt aus verfolgten Plänen von Hamburg über Hannover, Kassel, Gießen, Frankfurt weiter nach Süden führen. * * Aufgehobene Kreis st raßen- sperre. Die im Mai d. I. angeordnete Sperre der Kreisstratze Odenhausen—Straße Lollar- Sichertshausen ist jetzt vom Kreisamt Gießen wieder aufgehoben worden. 4 Freiwillige D an it ä t s k o l o n n e vom Roten Kreuz. Aus Bad-Rauheim wird uns geschrieben: Am Sonntag weilte die Gießener Freiwillige Sanitatskolonne vom Roten Kreuz in Bad-Rauheim, um der hiesigen Kolonne einen Gegenbesuch zu machen. Etwa 60 Personen aus Gießen nahmen an dem Ausflug teil, denen sich noch etwa 30 Mitglieder der Friedberger Kolonne anschlossen. Unter Führung der Bad-Rau- Heimer Kameraden wurden eingehend Sprudel, Haus und Kurhaus besichtigt. Ein gemütliches Badehauser, Inhalatorium, Trinkkuranlage, Teich- Haus und Kurhaus besichtigt. Em gemütliches Beisammensein vereinigte dann Gäste und Gastgeber in der Turnhalle, die bis zum letzten Platz gefüllt war. Kolonnen sichrer H. Stamm, Bad- Rauheim, entbot herzliche Grüße, die besonder- auch dem Ehrenkolonnenführer Balser, Gießen, galten. Kolonnenführer Kratz, Gießen, sprach Worte des Dankes für die liebenswürdige Aufnahme in Dad-Rauheim, dabei der echten Kameradschaft ein hohes Lob zollend. Auch Ehrenkolonnenführer Balser ließ es sich nicht nehmen, in humorvoller Art zur Jugend zu sprechen und sie zur treuen Pflichterfüllung im Dienste der guten Sache zu mahnen. Er dankte für die seiner Person gewordene Ehrung und gab seiner be- f anderen Freude darüber Ausdruck, daß die freundlichen Beziehungen der Gießener und der Bad-Rauheimer Kolonne so nachhaltig gepflegt werden. Flotte Musik, ausgeführt von der Friedberger Kolonne, Gedichtvorträge und weitere Ansprachen sorgten dann für gediegene Unterhaltung. Mit herzlichem Dank und reich an neuen Eindrücken schieden die Gießener Gäste erst in später Abendstunde von Bad-Rauheim. ** Po st anweis un gen nach Oe ft er- reich. Die Deutsche Reichspost weist erneut darauf hin, daß zu Postanweisungen nach Oesterreich nur das für den Auslanbverkehr bestimmte Formblatt verwendet werden darf. Oderhessen. Laudkrcis Gießen. f. Klein-Linden, 11. Okt. In feiner jüng. sten Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat erneut mit den Gemeindeumlagen. Das Kreisamt hatte die beschlossenen Sätze — für je 100 Mark Veranlagungswert für Gebäude und Bauplätze 32 Ps., für land- und forstwirtschaftlich genutztes Gelände 40 Pf. — als nicht in Einklang mit dem vorgeschriebenen Verhältnis 1:2 stehend Dean- standet und schlägt die Sätze 32 und 59 Pf. vor. Um eine nochmalige Verzögerung der Ausstellung von Steuerzetleln für 1926 zu vermeiden, empfahl der Bürgermeister auf Grund der tm letzten Jahre gemachten Erfahrungen und bei Anerkennung de» Sparsamkeitssinns des Gemeinderats die Sähe 25 I und 50 Pf., wodurch das vorgeschriebene Verhältnis gewahrt bleibe. Der Antrag wurde abgelehnt und weiterhin beschlossen, daß der Gemeinderat auf seinem Standpunkt beharre. — Dem Ankauf von drei Mas fegrund st ücken aus der Feldberei- nigung zum Gesamtbeträge von 1940 Mk. wurde zugestimmt. — Zwecks Schaffung einer Zufahrt sür die Gemeindeobstbaumanlage an der Höll wurde einem vorgelegten Beschluß der Feld- beceinigungskommission beigetreten. — Die frerwer- dende Wohnung des in den Ruhestand getretenen Rektors Böhler bedarf der Instandsetzung vor Einzug des neuen Lehrers. Rach Besichtigung durch die Kommission sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden. — Die Anschaffung eines Deroielfäl» tigungsapparates wurde abgelehnt. — Eine vom Kreisamt befürwortete Mitgliedschaft zum Vogelschutzoerein wurde zurückgestellt, bis ' Aufklärung über die Höhe des Beitrags, wie über- _ Haupt evtl', weiterer Belastungen der Gemeindekasse durch diesen Beitritt geschaffen ist. — Der Ankauf eines in Giehen gelegenen Rachlaßgrund- ' ft ü cf 5 der Helene Müller Wwe. zum Taxwert wurde als zu hoch im Preise gleichfalls abgelehnt.— Da die Gemeinde über 100 unter st ützungs- berechtigte Arbeitslose besitzt, wird vom Gemeinderat mit größter Besorgnis auf den kommenden Winter geblickt, well eine ganze Anzahl , Erwerbsloser in den nächsten Wochen ausgesteuert werden. Rur durch ausreichende Bereitstellung von '»o t st a n d s a r b e i t e n kann hier eine untragbare Belastung der Gemeindekasse und die schon bestehende Rot bei den Erwerbslosen verhindert bzw. gemildert werden. — Eine scharfe Kritik erfuhr das - in letzter Zeit eingesetzte Steuerbeitreibungsoerfahren in der Gemeinde, weil hierbei ganz zu 'Unrecht vielen Steuerzahlern Kosten entstehen, die bei einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang während der Ucbergabezeit der Rechner- stelle^zu vermeiden gewesen seien. X Klein-Linden, 11. Okt. Dieser Tage hielt die hiesige Eisenbahnbrennstoff-Genossen schäft ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende gab zunächst eingehende Erläuterungen über den Geschäftsbetrieb sowohl bei der Ortsgruppe, als auch bei der Zentrale in Frankfurt a. M. Das finanzielle Ergebnis sei als gut zu bezeichnen. Die Neuwahl des Vorstandes ergab einstimmige Wiederwahl der seitherigen Vorstandsmitglieder. Die Verteilung des Reingewinns erfolgt in der Weise, daß für jedes Mitglied, das an dem Warenbezug beteiligtest, 3 Mk. als erhöhter Geschäftsanteil gutgeschneben und an die Zentrale in Frankfurt a. M. abgeliefert werden. X Allendorf a. d. Lahn, 12. Okt. Am nächsten Sonntag kann das Ehepaar Kaspar V i e h m a n n im Alter von 84 Jahren das Fest der diamantenen Hochzeit begehen. Während der Ehemann sich noch guter körperlicher und geistiger Rüstigkeit erfreut, machen sich bei seiner Gattin die Beschwerden des Alters fühlbar. bs. Obbornhofen, 11. Okt. Die Bohrungen, die seitens der hessischen Staatsverwaltung im Quellgebiet des hiesigen „O b b o r n s" angcstellt werden, nehmen guten Fortgang. Der Brunnen wurde bis auf Hartbasalt angebohrt und liefert nun die doppelte Wässe r m e n g e, wie vorher, nämlich 8 Sekundenliter. Ein Versuchsloch, in 22 Meter Entfernung vom Trinkbrunncn erbohrt, hatte bei 27 Meter noch keine wasserführende Schicht erreicht. Deshalb wurde etwa 12 Meter von der Hauptquelle eine weitere Bohrung ausgeführt, die bei 20 Meter Tiefe auf blauen Basalt stieß und dabei eine Wasserader erfaßte, die in Form eines artesischen Brunnens etwa 2 Sekundenliter auswirft. Da die geplanten Verschwelungsanlagen z u Wolfersheim, wohin das Wasser geführt werden soll, etwa 4—5000 Liter täglich benötigen, sollen noch weitere Bohrungen in hiesiger Gemeinde vorge- iwmmcn werden. Die Bohrarbeiten werden ausgeführt von der Tiefbohrrinternehmung Stefan Kuhn von Inheiden, die gegenwärtig mit einer elektrisch getriebenen Bohrmaschine arbeitet. Kreis Friedberg sf. Friedberg, 11. Okt. Der hiesige Miete r d e r e t n hatte auf Samstagabend eine öffent- . liehe Versammlung im Hotel Trapp einberufen, die aber nur mäßig besucht war. Es sprach zuerst der Geschäftsführer des Landesverbandes, Fuchs- Mainz, über „Rechte und Pflichten des Mieters". Er erläuterte die den Mieter berührenden Gesetze, das Reichsimetengesey und das Mieterschutzgesetz, welch letzteres in seiner neuen Fassung gegen früher für die Miete in vielen Fällen wesentlich ungünstiger als die frühere sei. Er gab Anweisungen, wie man seine Rechte wahren und sich vor Schäden, besonders der Obdachlosigkeit, bewahren könnte, und forderte zum Eintritt in die Mietervereine auf. Der zweite Redner, der Landesoerbanüsoorsitzende Wolff- Mainz, verbreitete sich besonders über die soziale Ungerechtigkeit der Sondersteuer und die Bodenreform. Er stellte als das zu erstrebende Ziel hin, daß jede Familie ihr Eigenheim besitze. Bei einer gerechten Verwendung dec Sondersteuer wäre dies Ziel zu erreichen. sf. Friedberg. 11. Oft Olm Samstag- abend starb nach längerem Leiden Professor Dr. Eduard Volp. der nahezu zwanzig (Zähre in segensreicher Weise an der hiesigen Au- gustinerschule gewirkt hat. "Richt nur in dem Kreise seiner Kollegen und Schüler, sondern in der ganzen Bevölkerung erfreute sich der Verstorbene wegen seiner edlen Charaktereigenschaften und feiner Anteilnahme an allen öffentlichen Angelegenheiten der allgemeinsten Achtung und Verehrung. Besonders die Deutsche Volkspartei trauert um den Verstorbenen, denn sie verliert in ihm eines ihrer treuesten und tätigsten Mitglieder. <£ Bad-Nauheim, 11. Okt. Der H o r st Bad-Nauheim des Deutschen Pfadfinderbundes erbaut [ich ein eigenes Heim. Die Stadt hat das Gelände auf Widerruf kostenlos zur Verfügung gestellt.- Die Forstoerwaltung liefert die Bausteine zu einem angemessenen Preis. Der Bau kommt an den Taunusrand, nahe den „Ock- städter Tannen", zu stehen; er soll noch in diesem Herbst fertiggestellt werden. Gestern fand die feierliche Grundsteinlegung statt, an der geladene Gäste in größerer Zahl teilnahmen. Nach Begrüßungsworten des Horstleiters hielt Beigeordneter Kling die Festrede und führte anschließend die ersten Hammerschläge aus auf den Dreiklana „Einigkeit, Recht und Freiheit". Die Barmittel für den Bau, der später noch nach und nach vergrößert werden soll, bringt die Jugend selbst durch Sammlungen und Verkauf von Bausteinen auf. — Mit den besten Hoffnungen ist unser Bad in die Winterkur cingetreten. Die Kurliste weist gestern noch etwa 1800 anwesende Kurgäste auf; über 800 Bäder werden täglich noch abgegeben. y. Wölfersheim, 11. Oft. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde u. a. beschlossen, dem Antrag des Vorstandes des Zuchtvieh- vereins zu Friedberg auf Unterstützung und Förderung bei der Einführung des bunten ost friesischen Niederungsviehes — da die Landwirtschaftskammer nur Mittel zur Züchtung der Simmentaler Rasse gewährt — dahin zu entsprechen, daß die Gemeinde einen jährlichen Beitrag von 25 Mk. leistet. — Das Uederlandwerk will eine neue Hochspannungsleitung in der Richtung Grundschwalheim legen. Es fragte bei der Gemeinde an, welche Entschädigung diese laut früheren Vertrags den Privaten für Aufstellung Der Masten auf deren Grundstücke in der Gemarkung entrichten will. Die Gemeindevertretung wies nach, daß die geplante Leitung durch die Gemarkung mit wenigen Ausnahmen auf Gemeindeeigentum (Wegen, Aeckern und Wiesen) errichtet und darum Entschädigung seitens der Gemeinde für privates Eigentum oder dessen Enteignung umgangen werden kann. y. Aus der mittlerenWetterau, 11. Okt. Diese Woche beginnt als letzte Ernte das Einbringen der Zuckerrüben. Die diesjährige Erntemenge kann als wohl befriedigend, die Qualität (Zuckergehalt) infolge des warmen Wetters seit August als r c d) Lg u t bezeichnet werden. Der Zentner stellt sich aus 1—1,10 Mk. Die in reichlicher Menge gediehenen Runkelrüben sind für 60 bis 70 Pf. je Zentner zu haben. Kreis Büdingen. bs. Ober-Widdersheim, 11. Okt. Hier wurde ein Kleinkaliber-Schützenverein gegründet. Er hält gegenwärtig Sonntags Preisschiehen ab. — Dem auf der Jagd oerunglück- t e n Jagdpächter Karl Eifer wird die Hand erhalten bleiben, da keine der Fingerfehnen letzt ist. Er wurde jetzt aus der Klinik in Gießen entlassen. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. Ohm, 11. Okt. Gerüchtweise verlautet, daß das hiesige P o st a m t dem» 1 nächst in eine Postagentur umgcroanbelt wer- ' den soll. Ersparnisgründe sollen für diese Maß- } nähme ausschlaggebend sein. Wie man sich die p r a k- tische Auswirkung dieser Maßnahme denkt, ist den hiesigen Kreisen vollständig unklar. Denn es bestehen hier über dreißig Ortstelephonanschlüsse, außerdem werden von hier aus die Orte Appenrod, Dannenrod, Ober-Ofleiden, Gontershausen, Deckenbach, Echadenbach und Wäldershausen bestellt. Kreis Lauterbach. fL Maar, 11. Okt. In der stürmischen Nacht zum Sonntaq verirrte sich ein betagter Ein- wohner von hier auf dem Heimweg von einer lieber- lanbbeforgung in der Richtung und ging statt nach Hause nach Lauterbach zu. In der Nähe der Stein- mühte wurde er Sonntag morgen in bewußtlosem, durch den Aufenthalt in der regnerischen Sturmnachk halb erfrorenem Zustande aufgefunden. Bald nachdem er in seine Wohnung verbracht worden war, st a r b er. 8 Ober-Moos. 11. Oft. Gestern fand die Einweihung unseres Kriegerdenkmals statt. Das Ehrenmal hat auf dem Friedhöfe Aufstellung gesunden. Es trägt auf einem Steinblock das Relief eines sterbenden Kriegers, dem ein Engel die Siegespalme auf die Brust legt. Zu bäden Seiten sind Tafeln in die Friedhofsmauer eingelassen, auf denen die Ramen der 16 Gefallenen aus der Gemeinde verzeichnet stehen. Zur Feier hatten die Ortsbewohner sowie die Kriegervereine der Rachbargemeinden vor der Kirche Aufstellung genommen rund marschierten unter den Klängen eines Trauermarsches nach dem Friedhöfe. Bürgermeister Deuchert dankte hier allen, die sich um das Zustandekommen des Denkmals verdient gemacht haben. Pfarrer Lic. Reunobel aus Rieder-Moos hielt die Weiherede. Musik und Gesaugsvorträge umrahmten die schlichte, erhebende Feier. ----- Aus dem Schlitzerland, 11. Okt. In Uellershausen konnte Johannes Faust, einer der wenigen noch lebenden Veteranen von 1866 und 1870'71, seinen 8 2. Geburtstag bei bester Gesundheit feiern. Der Jubilar lebte längere Zeit in Amerika. — Der Sohn des Hutzdorfer Pfarrers zur Rieden, der Pfarramtskandidat Ernst zur Rieden, ist zum Seelsorger an der Petrusgemeinde in Darmstadt berufen worden. — An der W i11 - S t a f f e l, die zu Ehren des Gauoberturnwarts W. Will in Gießen am nächsten Sonntag von verschiedenen Orten des Turngaus Hessen aus nach Gießen gelaufen wird, beteiligt sich auch der Turnverein Pfordt. Er beginnt als äußerster Grenzverein des Gaues morgens in aller Frühe die Staffel des 4. Bezirks und überbringt von der Fulda Grüße zur Lahn. Rheinhessen. WSR. Mainz. 11. Oft. Am Sonntag früh wurde am Rheinufer in der Rähe der Weifenauer Drucke ein Fahrrad gefunden. Cs wurde festgesteUt. daß das Rad einem Direktor Ferdinand Specht von dem Dodenheimer Spar» und Tarlehnsverein G. m. b. H. gehörte. Wie das Rad an die genannte Stelle kam, konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Der Direktor hob am Samstag nachmittag 3000 Mark bei der Disfontogesellschaft ab. Abends gegen 8 älhr wurde er noch in Mainz gesehen, von da ab fehlt jede Spur von i h m. Specht ist 45 Jahre alt, verheiratet und hat keine Kinder. Die Kassenverhältnisse sollen, soweit festgestellt werden konnte, geordnet fein. Auch sonst soll sich Specht bei der Boden- Heimer Bevölkerung allgemeiner Beliebtheit erfreuen. Bisher konnte noch nicht festgesteUt werden. ob Unfall oder Verbrechen vor- liegt. WSR. Worms. 11. Oft Sin großer Scheunenbrand entstand hier am Freitag durch spielende Kinder. Sechs Schulbuben zündeten mit zusammen getragenem Stroh in der Röhe der städtischen Scheune ein Feuerchen an, das sowohl die große städtische Scheune, in der drei Wormser Landwirte ihre nur zum Teil versicherten Vorräte hatten und in der zahlreiche landwirtschaftliche Maschi.nen aufbewahrt waren, sowie die Scheune eines Landwirtes, die voll- gefüUt war. völlig vernichten. Die rasch herbeigeeilte Feuerwehr war trotz Verwendung großer Wastermassen völlig machtlos und muhte aufehen. wie durch dos rasende Element alles vernichtet wurde. Preußen. Kreis Marburg. — Marburg. 11. Okt. Der Freitag voriger Woche war in geschichtlicher Hinsicht denkwürdig für unsere Stadt. Auf dem Marktplatz erfolgte o o r 60 Jahren von einer in den preußischen Farben geschmückten Tribüne aus die Proklamation des Königs von Preußen, die bekanntgab, daß das Kurfürsten- tum Hessen aufgehört habe, ein felbftän- biger Staat zu sein und von nun ab Preußen einoerleibt sei. Der kurfürstliche Regierungsdirektor Wegener brachte die betreffende Urkunde zur Verlesung. Die preußische Flagge wurde auf dem Rathaus ausgezogen, Glockengeläute setzte ein und verkündete der Bewohnerschaft, daß sie nun preußisch sei. Meliere Einwohner unserer Stadt können sich der geschichtlichen Begebenheit noch gut erinnern. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 11. Ott. Am Samstag abeno entstand in einer Wirtschaft in der Vilbelerstrahe zwischen zwei Brüdern ein Streit, der auf der Straße in eine schwere Schlägerei ausartete. Beide Brüder verletzten sich derart, daß sie im schwer- verletzten Zu st and ins Krankenhaus eingeliefert werden muhten. — Fest genommen wurde ein erheblich vorbestrafter G.irt- ner, der in Heidelberg im Jahre 1923 mehrere schwere Einbruchsdieb stähle zusammen mit einem Einbrecher genossen ausgeführt hatte. Evangelischer Bund für Uurhessen und Waldeck. ][ Marburg, 10. Okt. Zum vierten Male seit dem jetzt 40jährigen Bestehen des Evangelischen Bundes hält der Hauptverein für Kurhessen und Waldeck in den Mauern Marburgs, der Stadt Philipps des Großmütigen, der vor 400 Jahren die Reformation in Hessen einführte, seine Tagung ab. Außer zahlreichen Vertretern aus Kurhessen und Waldeck sind eine Anzahl Gäste aus dem übrigen Deutschland und auch eine Anzahl aus den deutschsprachigen Gebieten Oesterreichs erschienen. Glockengeläut« der evangelischen Kirchen Marburgs und ein anschließender Luther abend in der lutherischen Kirche leitete gestern abend die Feier ein. Heute morgen erklang vom Landgrafenschloh aus Choralmusik. dieser folgte ein Festgottesdienst in der lutherischen Pfarrkirche, bei dem Hofprediger D. Doehring- Berlin eine machtvolle Predigt aus dem Evangelium von der Heilung des Gichtbrüchigen hielt. Bei dem anschließenden Zugendgottesdienst, der von etwa 500 Jugendlichen besucht war, hielten Kreispf arrer Lic. Bachmann- Kassel und Pfarrer Zinn eck er - Mittel-Langenau in Böhmen Ansprachen. Die Rachmittags -Volksversammlung in den Stadtsälen war besonders vom Lande gut besucht. An die Begrüßungsrede des Vorsitzenden der Marburger Ortsgruppe, Studienrat Dr. Klee, schlossen sich Vorträge von Prälat D. Dr. Diehl- Darmstadt über „Evangelische Bewegung und Reformation in der Landgrafschaft Hessen" und des Pfarrers Zinnecker über „Die Qage der deutschen evangelischen Gemeinden in Böhmen", die in sechs Kirchendreisen 64 Gemeinden mit 120 000 Mitgliedern zahlten. Lieder des Männergesangver- eins Cappel verschönten die Versammlung. Die große Fe st Versammlung, die aoends in den Stadtsalen stattsand, kann als eine imposante Kundgebung für den Protestantismus gelten. Im Anschluß an verschiedene Begrüßungsreden sprach Hofprediger 1). Doehrin g^Berlin über „Luther und die deutsche Volksseele". Auch hier wirkten die Kirchenchöre mit. Gegen Zahlungs- Erleichterung ncr s' Rteforrn- Nieder- Haus der Handarbeit Paradies-Betten — seiterswei si ■ ।. MW Crepe Marocaine 100 cm breit, emfarb. kunstseidener..... 3.50 5.50 Gemusterte Seidenstoffe Tr™ für Kleider, gemustert................. 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Mannschaft wettte wieder \ einmal in Daubringen, und zwar mit neun ! Mann, eigentlich unerklärlich bei dem reichlich vorhandenen Ersatz. Das Spiel ftanb 20 Minuten vor Schluß 2:2, muhte aber wegen eines über dem Sportplatz niedergehenden s q«? um Ä-ne Ö:t[ed T’ um (®dea g.M *eÄ* ’S M Uj« -2. 1»-- rich-L ffl* * tass ?TÄ „1"W‘ Ito” neuen Shorlpla» unter öenTjj; 0:0). Ecken 11; 3 traten am U'/en zum Kf !lch öen DinL e währen- Ser tt SwnhousenS |UU«n langten l Erfolg. Da- ^tMgenolkn W Mt) btm “ Wen imx^te Tor erzielte. W gleid^en. einen starken M völlig In der «B noch sechsmal Trotz der hohen ■ Waimschast. die lebeffat Hal, das m Sem Aesuüat r leitete korrekt. rt. iardvrg 1:1. isli^a tarnen .am en Md teilten sich einem mit einem rechnet. Die Wetz- Zug, daß Marburg das Unentschieden wurden viele ®e» rsäumt. Die beiden llerhaftes Spiel des >ren, her es sogar ie Seine zu lassen. :e durch Berwand- Ausnutzung einer in Tomannes. Die n Spielhölste durch Nach dem Wechsel rotzhem hatte diese Spiel, konnte sich iß kämpften beide >r ober gerechter- larburg im allge- hr System im M- Ata die beiden Serbe! Wetzlar Mittel- ) Zuschauern leitete r) das Treffen zur Mannschaften hatte H/^nburgjum 1 denke, Sah «« irgendeiner Mr- oiange er ferne n Schriften nicht Sozialismus im zmus nichts ge- u daß ich a studiert W ich eben M i Ursyrungttch^ etwas, das Diri), solange Stationen Nam nharb ShaD?V KrS Sie zwischen J it£lt .1 f, Länderspiel Nor - wegen — Polen in Frederikstad gewannen die Polen 4:3. Das Fußball-Länderspiel Eng - land — Srland endete mit einem 6:1-Siege der Engländer. Handball-Pflichtspiete um die Mei bescherst des Gaues Hessen. T. v. Bad-Nauheim I — 2IL I. v. Gießen I 3:5 (1:2). Am Sonntag griff der Männerturnver- e i n Gießen in die Verbandsspiele ein, und es gelang ihm — überraschenderweise — dem T. 23. Bad - Nauheim, der wohl als Anwärter auf den Meistertitel auch heute noch gilt, zwei wertvolle Punkte abzujagen. Das Spiel wurde auf einem nicht ganz einwandfreien Platze, der mehr einem Sturzacker als einem Spielfelde glich, unter der lehr sicheren Spielleitung von Turner Seibert (Wetzlar) ausgetragen. Spielverlauf: In den ersten zehn Minuten beiderseits planloses, unsicheres Abtaster!. Manche schöne Gelegenheit blieb unausgenutzt. Langsam spielten sich die gleichwertigen Mannschaften ein. M. T. 23. eröffnete den Torreigen durch einen auf schonen Angriff beruhenden Treffer. Bad-Nauheim tonnte durch einen 16 - Meter - Ball ausgleichen. Die Gießener legten wiederum einen Erfolg vor. Pause 2:1 für Gießen. Die zweite Spielzeit brachte ein erheblich schärferes Tempo: Bad-Nauheim wollte gleichziehen. Ein schön gelungener Durchbruch erfüllte den Badestädtern ihren Wunsch. 2:2 stand die Partie. Nun besann sich Gießen und Angriff auf Angriff, einer systemvoller als der andere, wurde in rascher Folge eingeleitet und vorgetragen. Die Männerturner gingen in Führung und ließen sie sich nicht mehr entreißen, trotz aufopfernden Spielens seitens der Bad-Nauheimer. Das Resultat hätte für Gießen noch günstiger sein können, wenn der Sturm, der öfters noch schwache Momente zeigte, schußfreudiger gewesen und andererseits besser durch das Spiel der Läufer unterstützt worden wäre. Verteidigung und Tormann waren gut. — Bad-Nau- heim könnt« durch sein gutes Zusammenspiel gefallen, muhte sich aber der größeren Durchschlagskraft der Männerturner beugen. Anschließend spielten Tv. Bad-Nauheim II — Mlv. Gießen II 1:0 (0:0). lieber das Spiel der Zweiten ist nicht allzuviel zu sagen. Es fehlte auf beiden Seiten noch so manches, um ein Handballspiel, wie es sein soll, zu zeigen. Bad-Nauheim spielte überlegen, besonders das Spiel der Stürmer war den Gießenern weit über. Torlos ging es in die Pause und eine Minute vor Schluß stand das Spiel immer noch 0:0. Erst eine halbe Minute vor Schlußpfiff konnte Bad- Nauhcirn erfolgreich einsenden und somit Sieg und Punkte gewinnen. Der Spielstärke nach hätte Bad- Nauheim hoher siegen müssen, jedoch die Verteidigung der Gießener und besonders der jugendliche Torwart leisteten sehr gute Arbeit, und vereitelten so eine hohö Niederlage. Zm Sturm klappte es bei den Gießenern noch ganz und gar nicht. Auch diesem Spiele stand Seibert (Wetzlar) in bekannt guter Weise vor und leitete es schon, sicher und einwandfrei. T. D. v. 1846 I I.-T. B. Alsseld l. (A-Klasse) 1:2 (0:1). Die A-Mann schäft des To. 1846 Gießen wellte am Sonntag in Alsfeld zum fälligen Verbandsspiel, oie- mußte zwei wertvolle Punkte Alsfeld überlassen. Durch diesen Sieg setzte sich Alsfeld nunmehr an die erste Stelle. Das Spiel bot wenig schöne Momente, da der Platz infolge eines kurz vor Spielbeginn niebergegangenen starken Regengusses teilweise einen Morast bildete und dadurch öfters schön eingeleitete Angriffe infolge des schlüpfrigen Bodens nicht ihren Weg fanden. Alsfeld zeigte im allgemeinen, den Platzverhältnisfen entsprechend, ganz gute Leistungen, insbesondere ist die Mann- T schast äußerst fünf. Gießen konnte gegenüber dem Vorsonntag nicht gefallen. Die von Alsfeld geworfenen zwei Tore hätte der Gießener S)üter bei trockenem Wetter unbedingt gehalten. HerbstwaldLaus des Turngaues Hessen (D. T.) = Marburg, 11. Olt. Nachdem im Frühjahr die Waldläufe in den ein-einen Bezirken des Gaues zum Austrag gekommen sind, war der Herb st Waldlauf, der gestern in Marburg statt and, eine Gauve.anstaltung. Der Waldlauf wurde in drei Klassen als Einzel- und Mannschaftslauf durchge'ührt. Sn der A-Ätaffe liefen die Turner, die über 18 Zähre alt sind und bei früheren Waldläufen einen ersten bis zehnten Sieg errungen haben. Der 6-Klasse waren alle anderen Turner über 18 Sahre zugeteilt, während in der L-Klasse die Sugendturner um die S'e^espalme stritten. Sn den beiden ersten Klaffen betrug die Wegstrecke sieben Kilometer, in der L-Klasse vier Kilometer. Ablauf und Ziel für alle Strecken war das Stadion. Der Lauf der A- und 6-Klasse führte nach einer Bunde im Stadion über die Cappeler Straße (starke Steigung) au die Landesheilanstalt heran, links aufwärts durch den Wald zur Moos- eiche, links ab- und aufwärts zum Bismarckdenkmal, über Bismarckpromenade und Cappeler Straße zum Stadion, Der Lauf der Sugend war eine Abkürzung der beschriebenen Strecke. Die Laufstrecken waren durch Bahnrichter gut beseht. Eine große Zuschauermenge wohnte der Beranstaltung mit lebhaftem Snteresse bei. Trotz der ungünstigen Witterung wickelten sich alle Läuse sehr gut ab und zeigten auch erfreuliche Leistungen. Sn der A-Klasse mußte der bekannte Langstreckenläuser v. Schloß, Turnklub New- stadt. aus der Siegerliste ausscheiden, da er abgekürzt gelaufen war. Einwandfrei wurde Bruno May vom Tv. 1 860 Bad-Nau- heim, bei größeren Beranstaltungen im Gau und Kreis in den letzten Sahren wiederholt Meister in den Mittel- und Langstrecken, verdient erster Sieger. Sn Anbetracht des schwierigen Geländes und der ungünstigen Witterung verdient seine Leistung besondere Anerkennung. Außer May zeigten sich auch die übrigen Läufer von Bad-Nauheim und die von Nidda in sehr guter Form. Aus der S i e g e r l i st e folgt nachstehend ein Auszug: A-Klasse (16 Bewerber, 5 Sieger). 1. B. May, $6. 1830 Bad-Aauheim, 2 4 Minuten 4 Sekunden: 2. H. Fark, Tv. Nidda: 3. F. Breuer, Turnkl. Neustadt. 6-K lasse (12 Bewerber, 7 Sieger). 1. A. Becker, Tv. Nidda: 2. B. Lütke, Tv. C an g - Göns: 3. Th. Naumann, Tv. Ockershausen. L-Klasse (38 Bewerber, 15 Sieger): 1. A. D e r s ch, Tv. Michelbach, 15 Min. 45,2 Sek.: 2. H. Kraft, Tv. Nidda, 15 Min. 45,4 Sek.: 3. W. Damm, T. u. Spv. Marburg. Den Mannschaftssieg in der L-Klasse errang Tv. Nidda. Unter der Oberleitung des Gauwartes für das Bolksturnen, L u ck h a r d, Marburg, hatten die Marburger Turner die Beranstaltung sehr gut vorbereitet. Zu wünschen wäre nur eine bessere Beteiligung aus dem Gau gewesen, vor allem auch seitens der Gießener Turnerschaft. Wirtschaft. • Die finanziellen Ergebnis! e der Reichsbahn haben sich in den letzten Monaten gebessert. Die Ausgaben überstiegen die Einnahmen im Februar 1926 noch um rund 49 Millionen Mark, im März um rund 20 Millionen Mark, im April um rund 10 Millionen Mark, im Mai und Suni um je rund 7 Millionen Mark. Der Monat Suli brachte erstmalig in diesem Sahr einen Kleberschuh von rund 10 Millionen Mark. Das Finanzergebnis für August wird vermutlich ein noch besseres Ergebnis zeigen: höchstwahrscheinlich werden die Augusteinnahnien die Einnahmen des gleichen Monats im Vorjahre erreichen oder sogar überschreiten, nachdem in den Vormonaten bisher nicht unbeträchtliche Mindereinnahmen zu verzeichnen waren. Die gesteigerten Einnahmen sind vor allem auf die Zunahme des Güterverkehrs zurückzuführen, während der Personenverkehr einen Rückgang erfuhr, der bereits zu Verkehrseinschränkungen geführt hat. WSN. Geringe Weinernte in Preußen. Nach einer amtlichen Zusammenstellung wird die Ernte dieses Sahres in den preußischen Weinbaugebieten der Menge nach als gering bewertet. Die Gründe für den schlechten Crnteausfall liegen in den großen Frostschäden vom 9. und 10. Mai, dem schlechten Verlaufe der Blüte im nassen Vorsommer und dem starken Auftreten verschiedener Schädlinge. Die günstige Witterung vvm August und die noch bessere des September wirkt aber auf die Beschaffenheit und Güte der Trauben sehr vorteilhaft ein, so daß die Staatsnote hierfür die beste seit 1922 geworden ist. Sm einzelnen weist der Rheingau die allerbeste Note auf. frankfurter Börse. Frankfurt a. 3)1., 12. Okt. Tendenz: fest, später unsicher. Die Börse eröffnete mit einer Anzahl von Deckungs - und Meinungskäufe n in verschiedenen Spezialwerten, an deren Spitze J.-G.-F arben standen. Durch die günstigere Beurteilung der weiteren Entwicklung der Wirtschaftslage wurde die Stimmung freundlich beeinflußt. In reger Nachfrage standen wieder J.-G.-F arben, die um 3,5 Prozent auf 311,5 Prozent anziehen konnten. Lebhaft gefragt waren ferner Textilwerte, die gute Besserungen verzeichneten. Waldhof plus 4,5 Prozent, Aschaffenburger plus 1,5 Prozent. Bei Beginn des offiziellen Verkehrs wurde die Stimmung unsicher, und für einige Werte traten Rückschläge ein, die aber doch unbedeutend blieben. Am Montan- markt stellten sich nur geringe Veränderungen ein. Ka 1 iaktien lagen weiter fest, besonders Westeregeln plus 1,75 Prozent. Höher wurden Klöckner plus 1,5 Prozent, Mannesmann plus 0,8, Rieb eck plus 0,5, Oberbedarf plus 1,75, Buderus plus 0,25 Prozent. Deutsch-Lux, Bochumer und Phönix schwächten sich dagegen um Bruchteile eines Prozentes ab. Von Chemiewerten konnten außer J.-G.-Farben auch Scheideanstalt um 0,75 Prozent und Goldschmidt auf 129,75 Prozent anziehen. Holzverkohlung unverändert. Elektro- aktien lagen uneinheitlich. AEG. und Felten mäßig hoher, aber Bergmann und Licht und Kraft ftranffurt a-M. vrrliu 5) atu it: Banknoten. Börsenkurie. (Ohne Gewäbr.) Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. TL Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) y/., Deutsch- RctchSanlethe 4% Deutsche ReichSaulcioe ■ 3'/i0/n Deutsche NcichSanlethe ■#Ia Deutsche NrichSanlcche Deutsche Svarprümienanlethe <% Preußische KontolS <° o Hessen 3’/»°/n vesseo 3% Hessen Deutsche Serld Dollar-Ant. vto Toll 0fboB»ännxtina-*i Vie /sollrurtrn . . S°/e @o(bmcrifaner Berliner Handelsgesellschaft Lommcrz. an» Privat-Baut Dannst. und Nanonalbauk Deutsche Bank Deu'sche BcrrinSblmk .... DiSconto (Sontmonbü . . Merallbank ....... Mitteldeutsche Tredttbarlk. . ^österreichische Kreditanstalt Westbank ....... Bochumer «Hatz ...... BiidcruS ........ Caro ........ Deutsch Luxemburg >?elsentirchencr Bergwerk. . Harpeuer Bergbau KaUwerle ÄscherSledeu.... Kaliwerk Westeregeln..... Laura Hütte Oberbrdars ......... Phönu Bergbau ..... IHtiemuabl ■ ....... Pie deck Montan ....... TelluS Bergbau...... Bereinigte Stahlwerke 2t,»®. Hamburg Amerika Safet. . . Norddeutscher Llovd . . . Lhcramtlche Werke AlbM . . Zementwerk Hcioelberg . . Pbilivv Hollmanu ..... Auglo-Cont.»Guano Chemüche Mayer Alapin . . I. G Sarbeninbr.fttie. 2L-<3. Goldschmidt Holzverkohlung NütgerSwerke Scheideanstalt Alla. ElettrtzttätL-Gelellschaft Bergmann Mainkrartwerle . ...... Cchuckcn . . Siemens A HolSbk ...... Adlrrwrrle Kiener ..... Daimler Motoren. ..... HeyligenkacLi ........ eauin Motorenwerke Mauubeim Sranffurtct Armaturen gonffrnenfabrtf Braun . . Metallgrsell chaft Frankfurt. 'Bei. Union Ai»84,12 185.2* 184.5 HK) — — 172,4' 172,5 171.5* 171.5 153 152.9 153 143 — 14 t 147 8,45, — 8,55 8,5 71 — —■ — 162 161.5 162 162.5 105.62 106 104.5 106,25 75 — 75 5 —■* 162.5 162 161 4 162.25 171 171 170* 169 170 175 169.5* 171 145.5 145.5 143* 145 156,75 159,25 155 157.75 77,5 — 78.75 77,25 75 76.75 74 73.5 121.75 120.25 120,9* 120 161 5 IW 62 160.25 160.5 161 163.5 160 l&i 82 85 — - 145.25 145,75 169,25 172,5 16'1.62 171,9 167,25 170 167.5 168,9 70 — _ 133.6 133.75 — — 134.25 133.75 134 — — — 100 100 ■ 1 ■ ■ 309' 311.5 307* 310 115.13 129,75 125,5 129 53,75 — 130,75 L10.5 121,75 130 176 161,75 — 165.9 165.25 164.75 K>5 164.75 163.5 164 1M 3 1 <7.9 — 142 25 — 142* 142.5 208,75 — 207.75 207 89 91,25 *8.5 90 M5 bti 35,25 86,4 27 — — 45,75 — 46.9 — * «■* — 17 — _ 45 — 164 166,75 — _ 97 — 97.9 — 58.9 — 6J — .>,05 — 3 — 194 25 199 193.75 198 87 «7.9 «7.5 — 102,75 102,5 101,5 — 11 Ottbr. 12. Okrbr. Mnuiidjc Noti runa Ülmtltqe 'Jtoiierunj Geld , Briet 12,09 31,92 92,16 zioveniiagrn 111.44 111,72 111,48 111.76 Srortholm 112.13 112,41 112,14 112.42 Helnngfors 10.55 >0,59 10,552 10,592 Italien . 17,40 17.44 17,055 17.9, London. 20,379 20.4'19 20,357 20,407 Oteuvort . 4.195 1.205 4.195 4,205 Paris. - - 12.11 12,1.1 !2,U4 12.08 Scdivcü - -51,04 ->1.24 61.045 61,245 62.52 62.6M 62,45 62.61 Javcm ■ 2.033 2.0.7 2,026 2,030 •Hio de San '1.58b i.58i U.581 0,586 Dien tn T - Ct'l- abgesl 59,21 VJ..35 59,18 59,32 Prag 12,42 12,46 12,42 12,46 Belirad - . 2.42 7.44 7.42 7,41 Badavrll - 5.872 5,892 5,875 5,895 Bo M arien 3.185 3,04-1 .035 3,045 ^'ssabou 475 .1,525 21.475 21,525 Dauüg - ■ •ii.42 81.62 “1,38 81,58 (tonftenttn. 2.165 2,175 '.162 2,172 fltf-cn 5 34 5,36 5,34 5,36 (Sanoba. - - 1,100 1.209 1.199 4,209 Uruguav 4.205 4.213 4.205 4.215 Berlin, 11 Ottbr Sriet Smertkamlchr Note»..... 4,11*4 4.201 UelQtfctif Noren . .... U.7o 11,76 Däiinchr Norea ...... 111,07 U1.53 Englilcbr Notes. . ...... iO/d"! 30,42 Franuiiriche Note» ...... 12.22 12,21 Holländische Noten...... 167,53 168.32 ^to(tcnifrbr Noten ...... 17,46 17,57 Norweailchr Nolra. .... 91,72 92,13 Deulsch-Lellerr, 5 ioo JhontM 59,05 69.35 Numoniichk Noten...... — — Schwedische Noten...... 111.87 112,41 Schwel,er Noten...... SO,80 Kl. 20 Svanische No,en....... 62,24 "2.56 Tschechoslowakische Noten . . 12,285 12,435 Uncartfdit 'Koien 5.84 i.8t< Berliner Börse. Berlin, 12. Okt. Die starken Steigerungen an den Terminaktienmärkten lösten heute noch keine nennenswerte Realisationsneigung aus. Das anfangs herauskommende Material fand rasch Ausnahme. Die Stimmung blieb allgemein f e ft. Die leichte Verfassung des Geldmarktes und die für verschieden« Spezialwerte vorliegenden günstigen Momente gaben den ftaufinterefienten neuen Ansporn. Die Befestigung der Kurse machte daher weitere Fortschritte. Im Vordergründe standen Elektra., Dank- und Schiffahrtsaktien, 2.-G^Farben. Kohlenwerte und heimische Staatsrenten. Im Deoisenoerkehr neigten die lateinischen Valuten eher zur Schwäche, besonders Mailand vermochte seinen Kurs nicht zu halten. Madrid gegen London schwächer mit 32,60. Mark und Psund waren gegen Kabel gleichfalls mäßig abgeschwächt. eyrantfuctcr lrei-e-örsr. Frankfurt a. TI., 12. Oft Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 28,75 bis 29 Tlart; Roggen, inländischer, 23; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 28; Hafer, inländischer, 18,75 bis 19,25; Mais, gelb, 19; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 41,50 bis 42, Roggenmehl 33,25 bis 34; Weizenkleie 10 bis 10,25; Roggenkleie 10,50 Mark. Tendenz: fest. Büchertisch. — Neue Musik-Zeitung. (Verlag (Sari Grüninger Nachf. Emst Klett, Stuttgart.) — Aus den reichen Anregungen der vier letzten Hefte des 47. Jahrgangs sei hervorgehoben: Heinrich Geling geht in ausführlicher Weise auf die Eignung zum Musikerberuf in feinen verschiedenen Ausübungsformen ein. Dr. Fritz Brust stellt interessante Betrachtungen über den begrenzten Wert des gefühlsmäßigen Verhaltens in der Musil an. Die Idealform des musik- dramatischen Textes bespricht Rudolf Hartmann von den Erfordernissen der Praxis aus, während Hermann Abendroth das Problem des musikalischen Dramas beißend, aber treffend glossiert. Emil Petschnig (Wien) zeichnet die Richtlinien der österreichischen Schulmusikbewegung; für die Wiedererweckung der Hausmusik gibt Dr. Hans 21. Martens bemerkenswerte Anregungen. Eine Studie 3ulia Knieses beschädigt sich mit Richard Wagners Entwurf zu einem Christusdrama. Otto Victor Maeckel verweist auf die Tradition beim Vortrag von Chopins Korn- posittonen. Dr. Fritz Prinz seht sich mit dem Problem der Farblichtmusil Läszlos aufeinander. 11. a. m. Ausführliche Musikberichte. Notenbeilagen (u. a. Lieder von Richard Würz), als Kunstbeilage ein seltenes Bildnis Händels (ohne Perücke). — Das Fest des 40jährigen Jubiläums feierten die ..Lustige n,B lä11er" mit einer besonders festlich und reichhaltig ausgestatteten Sondernummer. 36 Seiten zeigen eine bunte Fülle ein- und mehrfarbiger Bilder; Witze tanzen in VerS und Prosa. Eine amüsante Chronik in bunten Karikaturen zeigt ein Stück Weltgeschichte von der heiteren Seite. Der Kulissenzauber aus der Geburtsstätte aller jener lustigen Einfälle und Gedanken, die uns oft willkommene Grillenfänger sind, wird in einem Artikel witzig geschildert. Die Prominenten der Redaktion sind alle vertreten und stellen sich sogar selber vor. Alles in allem: eine amüsante und abwechslungsreiche Sache. — Gemälde alter Meister. Aus verschiedenem, deutschem Besitz. Katalog 1083 mit 25 Tase n und Abbildungen. Rud. Bangel, Frankfurt a. M., 1926. — Der Katalog verzeichnet u. a. folgende Namen. Botticelli, Boucher, Brouwer, Fragonard, Mieris, Ostade, Reni. Rembrandt, Rubens, Ruisdael, Stcen, Teniers, Terborch und Tischbein. Rundfunk-Programm deS Frankfnrtkr Senders. (Aus der ^Naviv-Umschau".) TNittwoch, 13. Oktober. 3.30 bis 4.00 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Camille Saint-Saens. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Bücherstunde. 7 bis 7.30 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 7.30 bis 8 Uhr: Die Schachstunde. 8.15 Uhr: Heitere Einakter. Spr^arstunden der Redaktiou. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt cingefanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st ette zu richten. ec^e Sodww ■ W jyö PcisHHen gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung Bern» Preis für meine künstlichen Seidenstrümpfe Paar Mk. 3.73, 2.75 aus beeter Waschseide „Bembersrseide“. unübertroffen in Güte und Haltbarkeit, mit bester Verstärkung. In 70 Farben und 4 Größen zu haben. 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Ülliniß1 Der P niilsion, uiü) 9l nann Male c nistek So Dr. volksar MiBe gebung Dr)- Jlc Dr. (Deutlrf, Dr. Udl Sic zeitig i für dos erziehe Dr. grapher Prv 'äugele L' traut oersor Pr V' und (S Fr. §a FMye v-.dnete * toerbe nette i Natior Die St hatte, "och au °en, da Warne hstch 3u,bem TeUb Acht un ffi 150 Künstler und Künstlerinnen benutzen für die kommenden Konzerte nur die Steinway-Flügel die von der Fachwelt aller Kulturnationen als die besten Klaviere, die es überhaupt gibt, anerkannt werden Alleinverkauf: Pianohaus August Förster / Gießen Bahnhofstraße 65 B Fernruf 1367 8360a Drucksachen aller Art Ä’föÄ'Ä tzie vrßhl'sche UoiverfilSlr-vruckeres. 8. eange. Stehen. Scholftt. t /AERKEL b KIENLIN GM BH ESSLINGEN AN in vielen Qualitäten zu billigsten Preisen Nachdruck verboten. 13. Fortsetzung. Warum soll man Sri» einem Hahr Hane Ich kauen? Wilhelm Schmitt C.M ber, nachmittags ‘/23 Uhr statt. 8373V WRIGLEY AKTIEN-GE5EIL5CHAFT. FRANKFURT A.M Friedhofes aus statt. 07054 Familie Familie Die aus den besten Rohmaterialien hergestellten, von Aerzten und Zahnärzten empfohlenen Wrigley P. K.- Kau-Bonbons sind einvorzüglichesMittel zurReinhal- tung der Zähne und des Mundes. Sie verleihen dem Atem dauernd ein erfrischendes Aroma, besonders nach dem Essen, Tnnken und Rauchen. tiefer Trauer: Christian Arnold Louis Schmitt Wrigley P.K.-Kau-Bonbons wirken appetitanregend und ver- dauungfördemd. 8380V Gießen, Schützenstraße 11 (Fischerhof), den 12. Okt 1926. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Leiden im 79. Lebensjahre erlöst In All« Wittel waren erfolglos. Da machte Ich Schaumauflaaen mit t f a Odermeyer'» Medizinal V VlVU-VVl|V in Kürz« waren dieselben verschwunden. Bleicher, Burglengenfeld. 6t. M. -.65, 303/, verstärk! M. 1 - Zur Nachbehandlung ist 6er» da-Lre me besonder» zu empfehlen. Ju haben In allen Apotheken. Drogerien und Harfümerien. FrischeFische Mittwoch früh 9 Ubr ff. Schellfische, Cabliau und Seelachs im Ausschnitt irische Bratichellfiiche, grüne Heringe, Goldbarsch und Fisch koteletts Frische Bücklinge das Psd. 45 Psg. Marinaden Rollmops, Biömarckberiuae usw. in 4- und 1- Liter-Dosen. Preitzelbeeren S37ic auS frischer Zufuhr Pid. 55 Psg. WUßkilM« Badnbosstr. 27 Fernspr. 1631 f VogtscheX r Handelsschule ' Gießen Herborn Alsfeld Beginn neuer Kurse 14. Okt. und 8. Nov. Anmeld.durch die 1 X, Schall. Gießen / ^^Ooethest.32^r Gestern morgen entschlief nach langem schweren Leiden meine hebe Frau, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Frau Auguste Löber geb. Hammerschlag im 63. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Aron Löber Familie Jakob Hammerschlag nebst Angehörigen. Aiten-Buseck, Treis a. d. Lda., Marcellus (Mich.), den 12. Oktober 1926. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. Okto- Das große Würfelspiel (Martina Dilemar.) Roman von Franz Taver Kappus. Am Samstag verschied nach kurzem Leiden unser lieber Bruder, Schwager, Neffe und Onkel Karl Sinnes, Kellner im 29. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Oießen, Blessenbach, Rödgen und Weilmünster, den 12. Oktober 1926. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. Oktober, nachmittags 21/, Uhr, von der Kapelle des Neuen und Zahnen — egal: nur heraus!" Weit beugte sich Lily über das Tischchen. Ihre Stimme sprühte. „Ich glaube, ich wäre keine gute Kollegin. Wenn mir eine im Wege stünde: ich weiß nicht, was ich da täte. Zu allem, wäre ich da fähig." Schweigend schaute Rheinfeld sie an. „Gefährlich?" fragte Lily erschrocken. „Warum, liebes Kinh?" „So halbtot vor Ehrgeiz —" „Oh, das —" Rheinfeld verstummte. Nach einer Pause sagte er bedächtig: „Zunächst streichen Sie die elf anderen von der Liste. Sie werden sie kaum noch notwendig haben." „Sie wollten wirklich —" „Ich will versuchen. „Und Sie glauben, daß es eine Möglichkeit gibt? Eine ernste, ganz ernste Möglichkeit — so wie ich da sitze, ohne Vorbildung, ohne Theaterschule? Sie halten das für möglich?" „Sogar für wahrscheinlich." Lily bebte am ganzen Körper. Zwei, drei Herz- schlüge lang währte die Seligkeit. Dann kroch das alte Mißtrauen heran. Von unten herauf blickte sie Rheinfeld an. Kein Auge hatte der von ihr gelassen. Seine Zigarette war ausaeyangen. „Haben Sie morgen Zett?" fragte er lächelnd. Jetzt, dachte Lily, jetzt kommt der Moment. Dieselbe Frage hatten auch andere an sie gerichtet. Die Taktik war ihr nicht neu: erst ging man zum Schein auf ihre Interessen ein, dann erbat man ein Wiedersehen, „um alles weitere ausführlich zu besprechen." Bewußt gebrauchte sie dieselben Worte, als sie fragte: „Um alles weitere zu besprechen?" Wieder lächelte Rheinfeld still. „Findeisen hat jetzt das Wort. Er macht den großen Kreuzzugfilm draußen in Staaken. Wenn wir mittags hinausfahren, kriegen wir ihn vielleicht für ein paar Minuten." Lily seufzte auf. Das Schicksal meinte es gut mit ihr. Die Gefahr war vorübergegangen. Der Wendepunkt ihres Lebens nahte. „Natürlich habe ich Zeit", sprach sie entrückt. Ihre Gedanken waren schon weit. „Natürlich — wenn nur Sie Zeit haben." „Den ganzen Tag. Morgen, übermorgen, immer." „Sie sind sehr gütig." Sonntag früh 9 Uhr wurde unsere liebe Mutter, Schwester, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Christine Schmitt Wwe. geb. Wagner durch einen sanften Tod von ihrem langen schweren Rheinfeld wehrte ab. „Es ist das Letzte, was einem alten Manne übrig bleibt: gütig zu fein." Lily wollte etwas einwenden, doch Rheinfeld sprach schon wieder zur Sache. Ob ihr halb zwölf Uhr recht wäre? Er würde sie vor Willys erwarten. Oder anderswo? „Sie haben zu befehlen, liebes Kind." Lily war einverstanden. „Dor Willys." In einer Autodroschke ging es am nächsten Tage nach Staaken. Ein wenig enttäuscht war Lily in den Wagen gestiegen. Im Geiste hatte sie Rheinfeld in seinem eigenen Auto gesehen. Ohne einen Cadillac oder wenigstens Mercedes schien ihr der Mann undenkbar. Es war, als erriete er ihre Gedanken. „Es hat auch bessere Zeiten gegeben", sagte er, als man hinter Charlottenburg über die Havelbrücke fuhr. Gleich darauf knüpfte er wieder an die Arbeit der Filmleute an. Anschaulich schilderte er, welches Bild so ein Tag von morgens bis abends bot. Lily hatte Glück. Der berühmte Regisseur genehmigte sich eben sein Frühstück. Mitten in dem Trubel von Rittern, Troß- knechten und Pferden schlang er eilige Bissen in sich hinein. Während er mit Rheinfeld sprach, rief er den Hilfsregisseuren kurze Befehle zu. Bald daraus strömten aus allen Richtungen wimmelnde Massen gegen einen fernen Punkt. Aus einmal lebten die Burgen aus Pappe ringsum. Speere und Schilder blitzten in der Frühlingssonne. Ein unsichtbares Megaphon dröhnte. Verwirrt staunte Lily in den Wirbel. Sie ging einige Schritte vor, stand still, trat wieder zurück, lächelte, wurde ernst: alles, was vor ihr geschah, spiegelte sich in ihrer Haltung und in ihren Mienen. Mit den Augen, den Lippen, den Händen spielte sie mit. Findeisen und Rheinfeld kamen heran. Der Regisseur wußte genug. Scharf hatte er Lily beobachtet. Nur noch ein paar belanglose Fragen richtete er an sie. Dann bestellte er sie zur Probeaufnahme in das Atelier. Vierundzwanzig Stunden später hatte Lily einen Vertrag in der Tasche. Anfang Mai sollte sie mit den Darstellern der Apollo A.-G. in die Schweiz. Den Sommer über mußten die Hauptszenen oes Monn- mentalfilms „Die Rache der Berge" gedreht werden. Eine kleine, aber dankbare Rolle war ihr sicher. 'ff,, JyiiniHMHlinj Lily verlor ihre Sicherheit. In ganz anderen Bahnen hatten die ersten Gespräche sich meistens bewegt. Höher schlug ihr Herz. Hatte sie am Ende einen weißen Raben vor sich? Trocken sprach Rheinfeld: „Sie müssen mir erzählen: von wannen, wieso, warum. Und vor allem: wie Sie sich bas denken. Man hat eine gewisse Verantwortung in solchen Fällen." Leises Unbehagen erfüllte Lily. War das nicht nur verkappte Neugierde? Oder ein Umweg zu demselben, längst bekannten Punkt? „Nun?" Hell ruhten die Augen des Mannes auf ihr. Vorsichtig berichtete Lily von daheim. Es ginge alles nicht mehr wie früher. Die Verhältnisse seien enger geworden. Sie aber sehne sich nach der großen Welt, nach Erfolg, Ruhm. „Auch nach Arbeit? Auch nach Enttäuschungen?" Lily lachte. „Ich bin keine von den Naiven! Gibt es Arbeit: flut; ich nehme sie auf mich. Kommen Enttäuschungen: gut; ich will mit ihnen fertig werden." Still und eindringlich fügte sie hinzu: „Und noch etwas. Meine Leute zu Hause kennen mich nicht. Sie finden mich leicht, oberflächlich, unberechenbar. Aber das ist nicht die, die hier vor Ihnen sitzt. Die da ist zäh. Die da hat sogar in der Zeitung annonciert. Die da ist schon fünfzehnmal bei so einem Stelldichein gewesen. Sie sind der sechzehnte. Noch elf andere stehen auf der Liste. Tut man so etwas, wenn man leicht, oberflächlich, unberechenbar ist?" Alles in Ihrem erregten Antlitz fragte mit. „Also sozusagen besessen?" sprach Rheinfeld, sichtlich zufrieden. „Das ist das richtitze Wort: besessen." Beide Fäuste preßte Lily an die Brust. „Da drinnen muß man es spüren. Herrgott — wie ich es spüre! Wie das bohrt und brennt, nicht zu sagen. Wie das heraus will, über Berge und Täler, wie das sich Wege bahnen möchte, mit Händen und Füßen, mit Krallen Die Eltern waren sprachlos. Martina gratulierte mit großen, sehnsüchtigen Augen. Baron Rheinfeld lächelte warm. ,Lch weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll", sprach Lily, als sie mit Rheinfeld zum letztenmal beisammensaß. Wie Drgelgebraufe ging es durch ihre Brust. Der ewige Frühling war angebrod)en Irgendwo im Schatten dämmerten die Eltern und Martina. Rheinfeld hob die schöne Aristokratenhand. Ange- legentlich betrachtete er den Jaspis mit dem Fami- lienwoppen am kleinen Finger. „Sie sollen mir nicht danken, liebes Kind." Ueberschwänglich fragte Lily: „Warum soll ich Ihnen nicht danken, Baron Rheinfeld? Immer werde ich Ihnen danken. Immer werde ich an Sie denken. Sie haben mich entdeckt. Sie haben mir die Tore geöffnet. Es ist nur natürlich, daß ich Ihnen danke, so lange ich lebe." „Wir reden später einmal darüber", sagte Rheinfeld. Er fah dem Rauch seiner Zigarette nach und lächelte nachdenklich. XI. Stumm und eilig legte Nettelbeck die Post auf den Schreibtisch Carstens. Es war ein gewaltiger Stoß. Ein ebensolcher Stoß kam zu Mittag. Carsten griff nach den Zeitungen zu oberst. „Wie sie sich wieder ereifern", murmelte er in das bedruckte Papier. Immer lauter wurden die Stimmen gegen seine menschenfreundlichen Pläne. Die Bauunternehmer, die gleich ihm neue Häuser aufführten, hatten sich zusammengeschlossen. Auf den Baukostenzuschuß der Mieter, mindestens tausend Mark pro Wohnraum, könne unter keinen Umständen verzichtet werden. In jedem-der rot an- gestrichenen Artikel wurde der Beweis dafür erbracht. Wenn das Stadtbauamt ruhig zusähe, sollten die Stadtverordneten den Fall aufgreifen. Es ginge nicht an, daß ein Phantast, dessen Nerven vielleicht in Unordnung geraten seien, den Blick der Deffent- lichkeit für die wirtschaftlichen Notwendigkeiten der Zeit trübe. Radikale Abhilfe täte dringend not. Eines nach dem anderen lieh Carsten die Blätter in den Papierkorb gleiten. Ein Brief des Informationsbureaus „Argus" fiel ihm in die Hand. (Fortsetzung folgt.) Päckchen — 4 Stück ---10 Pf. Ueberall erhältlich! WRIGLEY . KAU-BONBQN5 Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht, von dem Ableben unseres lieben Kollegen Karl Dinnes, Kellner geziemend in Kenntnis zu setzen. Seine Kollegen. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. Oktober, nachm. 21/, Uhr auf dem Neuen Friedhöfe statt Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. _________________ 07012